PororPerThpantopang für Castrop=Rauzel und Umgebung 62. Jahrg. Castroper Zeitung###„ Stadtanzeigen erschein wöchentlich Zwal. Wotzenbezugspreie Anzeigenpreis: 1 mm doch und 28 mm breit 4 Pig Textougte veicsere: a ve-g, ge, Wgzrangeg sglgg#g#M monatlich, Ersatansprüche können gezeigen„## Joch, und 72 mm, brei gich,if, Nachlat nach Amtliches Veröffentlichungsblau für den Landgerichtsbezirl Dortmund. Allgemeines Kreisblau für den Stadttreis Castrop=Rauxel. Nr. 275 Samstag, den 10. Oktober 1936 Der kasban Sed nattonnlelt Spaitlen Nationale und soziale Gestaltung der Innenpolitik Unbedingte Einreihung in die anti-bolschewistische Front Unterredung mit Mauricio Karl Sevilla, 9 Okt. Ein Sonderberichterstatter des DRB hatte Gelegenheit, den Schriftsteller Mauricio Karl, der als geistiger Führer der spanischen nationalsyndikalistischen Bewegung gilt. über die künftige Politik eines autoritär geführten Spaniens zu befragen. Mauricio Karl erklärte, der neu zu formende Staat werde frei und unabhängig kein. Das sei nur zu erreichen durch die Beseitigung des Einflusses aller vom Ausland seleiteten Hetze, die insbesondere vom Marxismis, vom Anarchismus und von der Freimaurerei betrieben werde. Ferner müsse der ungesunde Kapitalismus, der seinem Inhalt nach international und in seinen Machtansprüchen antinational sei, niedergezwungen werden. An Stelle des unabhängigen und zu anarchistischen Zwecken mißbrauchten Kapitalismus werde im neuen Spanien das Kapital als Instrument in der Hand der Regierung einer strikten Gesetzgebung unterworfen. Die Lösung der Arbeiterfrage werde tatkräftig in Angriff genommen und mit der Beseitigung des Klassenkampies eingeleitet. Die Arbeitslosigkeit sei für Spanien kein so schwieriges Problem wie für andere Länder, da deren Ursache hier nicht rein wirtschaftlicher Natur, sondern zu 90 v H. in der Tatsache zu suchen sei, daß die seit Errichtung der Republik im Jahre 1931 von anti=nationalen Elementen organisierten Streikbewegungen der spanischen Wirtschaft viele Milliarden entzogen und die Arbeiterschaft um Lohngelder in gleicher Höhe beraubt hätten. Die Arbeitslosigkeit in Spanien sei künstlich hervorgerufen worden, weil es für die revolutionären Ziele Moskaus unentbehrlich gewesen sei. die Arbeitermassen dem Hunger und dem Elend zuzutreiben, um sie revolutionsreif zu machen Die spanischen National=Syndikalisten verlangten die Trennung von Kirche und Politik Sie verstünden unter dem Dogma der katholischen Kirche keinen Anspruch auf politische Oberherrschaft. Es sei scharf zu unterscheiden zwischen kirchlichen Pflichten der Geistlichkeit und deren politische Bestrebungen, die unter allen Umständen zu bekämpfen seien. Der Einfluß des Führers der katholischen Volksaktion, Gil Robles, der durch seine Paktiererei mit dem Liberalismus und Marxismus Spanien in den Abgrund gestürzt habe, werde künftig beseitigt. Die Judenfrage müsse in Spanien eine besondere Behandlung erfahren weil sie sich hier nicht ausschließlich nach rassetheoretischen Gesichtspunkten lösen lasse. Abgesehen von der selbstverständlichen Unterbindung jeder weiteren jüdischen Einwanderung habe der Kampf gegen das Judentum in erster Linie bei dessen politischer Betätigung einzusetzen. Das heißl, daß vor allem die Freimaurerei rücksichtslos auszurotten sei. Mauricio Karl zählte eine erstaunlich große Zahl bekannter spanischer Linkspolitiker auf, die in der Freimaurerei hohe Grade einnehmen und jüdischer Abstammung sind. General Franco sei derjenige, der als einziger Kandidat spontan zum Oberhaupt des nationalen Spanien habe erhoben werden können. Auf die Frage nach Spaniens künftiger Außenpolitik erinnerte Mauricio Karl an die Worte des„spanischen Lenins" Largo Cabal= lero auf dem Londoner Gewerkschaftskongreß vor einigen Monaten, wonach Spanien in einem künftigen Kriege nicht neutral bleiben, sondern auf Seiten der„anti=faschistischen Staaten“ kämpfen werde. Das neue Spanien stelle sich, so betonte Mauricio Karl, auf den entgegengesetzten Standpunkt: Jede Nation habe die Pflicht, in einem Entscheidungskampf gegen den asiatischen Bolschewismus Stellung zu nehmen. Das nationale Spanien werde aus seiner außenpolitischen Reserve hervortreten und sich der Gemeinschaft der autoritär regierten Staaten einreihen. Zum Schluß brachte Mauricio Karl seine Bewunderung für die Erfolge der nationalsozialistischen Politik zum Ausdruck die er wie kaum ein zweiter mit heißer Anteilnahme verfolgt habe. im Abschied reichte der politische Lehrer des spanischen Falangismus dem Sonderberichterstatter des DRB. mit folgenden Worten die Hand:„Was würde wohl ohne den Führer Adolf Hitler aus der Welt werden?" Weitere 63000 weniger Günstige Entwicklung— Die Millionengrenze fast erreicht Berlin, 9. Okt. Nach dem Bericht der Reichsanstalt für Arbeitsvermittlung und Arbeitslosenversicherung ist die Arbeitslosigkeit im Laufe des Septembers in Deutschland weiter zurückgegangen. Die Zahl der bei den Arbeitsämtern gemeldeten Arbeitslosen nahm um rd. 63000 ab und erreichte damit Ende des Monats fast die Millionengrenze(rd. 1 035 000 Arbeitslose). Gleichzeitig konnte die Zahl der Notstandsarbeiter planmäßig um rund 2500 auf rund 78 600 gesenkt werden. In Anbetracht der vorgeschrittenen Jahreszeit ist diese Entwicklung besonders bemerkenswert. Spanische Ootonnmar ben nachkrannreich Die Roten plündern Spaniens Goldschatz Paris, 9. Okt. Der„Figaro“, der eine eingehende Untersuchung über die spanischen Goldtransporte nach Frankreich angestellt hat, teilt u. a. mit, daß in Madrid täglich Kisten mit Goldbarren und Goldmünzen an Bord spanischer bzw. französischer Flugzeuge verladen würden. Auf diese Weise habe man zwischen dem 28. Juli und dem 28. August 2 312 000 Pfund Sterling nach Paris geschafft. Seit Anfang September seien die Transporte verstärkt worden, so daß heute mehrere Milliarden Gold aus Spanien in der Bank von Frankreich und in verschiedenen Toulouser Banken untergebracht seien. Ueberdies sei in einer amerikanischen Bank in Paris auf den Namen des neuen spanischen Botschafters ein Konto von 150 Millionen Franken eröffnet worden zur Regelung von Ankäufen, auf die man wohl nicht näher einzugehen brauche. Der„Figaro“ legt besonderen Nachdruck auf die Tatsache, daß das Verhalten Frankreichs in dieser Angelegenheit eine eindeutige Stellungnahme zugunsten einer der kämpfenden Parteien sei und keineswegs mit dem Geist und Buchstaben eines Neutralitätsabkommens in Einklang gebracht werden könne. Madrider Minister besucht Sowjekoampfer Neue Sowjetschiffsladung für das rote Spanien Moskau, 8. Okt. Der Kapitän des im spanischen Hafen Alicante eingetroffenen Sowjetdampfers„Kuban“ meldet nach einem Bericht der„Taß“ funkentelegraphisch, daß das Schiff die aus Sowjetrußland stammende Ladung in zwei Schichten zu löschen begonnen habe. Der Dampfer erhalte andauernd Besuch von roten Abordnungen aus Madrid und von Verwundeten. Von dem Arbeitsminister der Madrider Regierung und dem Kommandanten des Marine: bereichs von Alicante sei dem sowjetrussischen Schiff ein Besuch abgestattet worden. Wie aus Odessa gemeldet wird, wird der aus Alicante dorthin zurückgekehrte Sowjetfrachter „Newa“ bereits seit zwei Tagen eiligst wieder für eine neue spanische Hilfsfahrt beladen. Sie wurde herbeigeführt einerseits durch die gleichbleibend günstige Beschäftigung in den Außenberufen, andererseits durch die noch weiter gestiegenen Einsatzmöglichkeiten in den konjunkturabhängigen Berufen. Die Abnahme der Zahl der Arbeitslosen im September 1936 verteilte sich mit rund 20000 oder 31,7 v. H. auf die Außenberufe und mit rund 43000 oder 68,3 v. H. auf die übrigen Berufe. In den Außenberufen trugen vor allem die Landwirtschaft durch die Kartoffelernte sowie das Baugewerbe auf Grund der weiterhin sehr lebhaften Bautätigkeit und hiermit im Zusammenhang auch die Industrie der Steine und Erden(Baustoffindustrien) dazu bei, daß die Zahl der Beschäftigten nicht nur gehalten, sondern noch vermehrt werden konnte. Unter den konjunkturabhängigen Berufen stiegen die Einsatzmöglichkeiten vor allem noch in den meisten Zweigen des Eisen= und Metallgewerbes sowie im Bekleidungsgewerbe. An der Entlastung hatten mit Ausnahme von Bayern, wo sich eine leichte Erhöhung der Arbeitslosenzahl um rund 1800 ergab, alle Landesarbeitsamtsbezirke teil. Besonders groß war die Abnahme in Schlesien(minus rund 18.000), in Brandenburg und Rheinland(je rund In jedem deutschen Haus gibt es am Sonntag Eintopf (Scherl—.) Moskauer Sündenregister „Giornale'Italia“ zu dem Vorstoß in London Der sowjetrussische Vorstoß im Londoner Nichteinmischungsausschuß wird vom Direktor des halbamtlichen„Giornale'Italia“ als der letzte Versuch angeprangert, mit dem Moskau sich ein kindisches Alibi wegen seiner nachgewiesenen Umtriebe verschaffen wolle. Moskau wolle damit die Blicke der Weltöffentlichkeit von seiner eigenen Verantwortung ablenken und diese Dritten zuschieben. Der übelsten moralischen und materiellen Uebergriffe in den spanischen Wirren schuldig, wolle es nunmehr allgemeine Verwirrung heraufbeschwören, in das ohnehin schwankende System der europäischen Beziehungen Sprengbomben legen und das gefährliche Thema des Kampfes zwischen den Weltanschauungen in großem Stile neu entfachen. Dieser Versuch sei allerdings kindisch. Die Sowjetregierung habe nachweisbar sich Umtriebe zuschulden kommen lassen, die sie des Rechts beraubten, anzuklagen, durch die sie im Gegenteil auf der Anklagebank festgenagelt werde, damit sie genaue Rechenschaft über ihre Umtriebe gebe. Aus dem großen sowjetrussischen Sündenregister, das ein unmißverständlicher Beweis der aktiven Zusammenarbeit Moskaus mit der Madrider Regierung sei, brauche man nur einige wenige Punkte zu erwähnen, nämlich: die von den Sowjets sofort eingeleiteten Geldsammlungen, die ausgiebigen Waffen= und Munitions? lieferungen, die auf sowjetrussischen Dampfern nach Spanien gebracht wurden, so zuletzt noch mit der„Newa“ und dem„Kuban" nach Alicante, die in Irun und an anderen umkämpften Plätzen aufgefundenen Leichen sowjetrussischer Offiziere und die Beschießung eines Truppentransports in der Meerenge von Gibraltar durch ein sowjetrussisches Petroleumschiff. Ferner weist das Blatt auf die auf französischem Boden liegende Nachschubzentrale in Toulouse und die Tätigkeit der bolschewistischen Agenten in der Organisation und Leitung des Nachschubdienstes hin. Schließlich dürfe man nicht vergessen, daß der sowjetrussische Botschafter in Madrid die Verfrachtung der Madrider Goldsendungen auf ein sowjetrussisches Schiff persönlich überwacht hat. Das seien klare Tatsachen, wenn auch nur wenige unter den vielen, die auf sowjetrussische Initiative zurückgehen. Sie seien aber ausreichend für die Bestimmung der Verantwortlichkeit der Moskauer Regierung. Wenn man daher in Sachen Spaniens den Prozeß machen wolle, so müßte nach übereinstimmendem europäischen Urteil Sowjetrußland, und dieses allein, auf den ersten Platz der Anklagebank gesetzt werden. Im übrigen berichtet die gesamte römische Presse ausführlich über den schlechten Eindruck, den die sowjetrussische Drohung in den europäischen Hauptstädten, selbst in Paris hervorgerufen hat. Dabei wird in den Ueberschriften auf das Groteske der neuen Geste Sowjetrußlands hingewiesen, das, wie„Giornale 'Italia“ in seiner Ueberschrift sagt,„die anderen Mächte der Begünstigung der spanischen Nationalisten bezichtigt, während sowjetrussische Schiffe in Alicante Waffen und Munition für die Madrider Regierung ausschiffen.“ 12000) sowie in Sachsen(minus rund 9400). Erfreuliche Rückgänge der Arbeitslosenzahlen ergaben sich vor allem auch noch in verschiedenen Großstädten, so u. a. in Hamburg(minus rund 2600) und Berlin(minus rund 5700). Bei den Unterstützungseinrichtungen nahm die Zahl der Hauptunterstützungsempfänger in der Arbeitslosenversicherung im September um rund 9000 auf rund 122000 ab. An Hauptunterstützungsempfängern in der Krisenfürsorge wurden Ende September rund 454 000, das sind rund 33000 weniger als Ende August, gezählt. Die Zahl der von der Reichsanstalt unterstützten Arbeitslosen betrug somit 576000. Die Zahl anerkannten Wohlfahrtserwerbslosen verringerte sich in der gleichen Zeit um rund 17000 auf rund 152000. hohe Auszeichnung für Dr. Goebbels Berlin, 9. Okt. Anläßlich der GriechenlandReise des Herrn Reichsministers für Volksaufklärung und Propaganda Dr. Goebbels hat Seine Majestät der König der Hellenen diesem das Großkreuz des Erlöserordens verliehen. Eine Woche Dolilik Reiafsmnister De. Bordbeis um Ahsein. Der Opfergeist des Zum vierten Male hat der deutschen Polkes Führer und Reichskanzler das deneschen Voiter Winterhilfswerk des deutschen Volkes eröffnet. Wurde diese große Hilfsaktion in anderen Jahren im Rahmen einer feierlichen Sitzung in der Krolloper aus der Taufe gehoben. so gestaltete sich die diesjährige Eröffnung des W. H. W. zu. einer Massenkundgebung in der Deutschlandhalle. Es war wirklich eine Kundgebung der Volksgemeinschaft. Wie hoch der Ovsergeist des deutschen Volkes zu verauschlagen ist, das wies der Rechenschaftsbericht, den Reichsminister Dr. Goebbels gab. trefflich aus. Rund 372 Millionen Reichsmark wurden im vergangenen Winterhilfswerk gesammelt. Die ersten drei Winterhilfswerke des Führers brachten die erstaunliche Summe von über eine Milliarde Mark zusammen. Es kann kein Zweifel darüber bestehen, daß auch der Avvell des Führers diesmal im deutschen Volke nicht ungehört verhallt, Bereits in der ersten Nacht wiesen die ausgelegten Reichssammellisten die stattliche Spendensumme von 19 Millionen Reichsmark aus. * Ein Markstein Wenn der Opfermut des deutdeutscher schen Volkes bewundernswürdig Verkehrstechnik ist, s#„zuletzt darum, weil ja das beutsche Volk sieht, welche Leistungen aus dem großen Gemeinschaftsgedanken hervorgebracht werden: weil es sieht, daß Deutschland sich auf allen Gebieten und an allen Ecken und Kanten so vervollkommnet hat, sei das nun wirtschaftlicher. kultureller oder technischer Art. Gerade eben in diesen Tagen konnten wir einen neuen Markstein deutscher Verkehrstechnik setzen: die Inbetriebnahme der Eisenbahnstrecke über den neuerbauten Rügendamm. Noch ein letztes Mal hat am Montagfrüh das Fährversonal seinen Dienst getan. Es ist nun mit anerkennenden Worten für seine treue Dienstleistung entlassen worden, und nun braust täglich der Schwedenzug über dieses neue grandiose Bauwerk. Ein Freund des Nicht überall in Eurova bringt ging heim man den Wünschen und Bestreneuen Geutschland bungen des neuen Deutschland eeuen Seue pölliges Verständnis entgegen. Hier und da macht sich immer noch jene demokratischliberalistische Denkart westlicher Kulturen bemerkbar. die allen Plänen und Vorhaben des neuen Deutschland ablehnend oder mit größter Reserve gegenüberstehen. Wenn das neue Deutschland einen wahren Freund und Förderer seiner Bestrebungen in der Person des ungarischen Ministervräsidenten von Gömbös hatte, so wird man verstehen können. wie schmerzlich die ganze Nation von dem Tod dieses Mannes betroffen worden ist. Vor einigen Wochen hatte er sich zu einer Kur nach München begeben. Eine Nierenschrumpfung hat seinem segensreichen und verständnisbereiten Wirken ein jähes Ende gesetzt. Ein Freund des neuen Deutschland ging heim. Genfs künstliche Empörung Volkerbundsrat In der Linie der vielen Vorbehalte gegen das neue Deutsch= land liegt auch, was der Genfer sölkerbundsrat als Entschließung zur Lage in Danzig angenommen hat. Der Völkerbund legt Wert darauf, daß nach Mitteln gesucht wird, um der„Obstruktion“ des Danziger Senats gegen den Völkerhundskommissar ein Ende zu setzen, um damit der Garantie des Völkerbundes ihre volle Wirksamkeit wiederzugeben. Diese Entschließung ist als echtes Genfer Machwerk so augenfällig, daß man ihm kaum etwas hinzuzusetzen hat. Nachdem dem Danziger Volk die ständige innere Bevormundung durch einen auswärtigen Zwingherrn unerträglich gemacht worden ist. nachdem aber auf der anderen Seite die polnische und die deutsche Staatsführung miteinander zu einer Verständigung gekommen sind. will man nun in vollkommener Außerachtlassung dieser Tatsachen dem Völkerbundskommissar wieder die Garantie seiner vollen Wirksamkeit geben. Dieser Beschluß muß erneut dazu beitragen. festzustellen. wie zeitlos und unaktuell die Maschinerie von Geuf arbeitet. Die Abwer= Vielleicht ist vor der Weltöffentlichtungshausse keit dieser Zwischenfall nicht allzu deutlich herausgekommen. Schließlich, Europa hat ja auch augenblicklich andere Sorgen. es lebt in einer Währungshausse Die allgemeine Abwertung treibt den internationalen Finanzmarkt auf ganz neue Bahnen. Es zeigt sich jetzt bereits. daß man die allgemein entstandenen Schwierigkeiten der Abwertung nicht aus dem Handgelenk heraus weistern kann. Beispielsweise ist die Abwertung der Zölle ein Problem für sich, zu dem bereits beachtliche rumänische und holländische Erklärungen in Genf vorliegen. Aber etwas anderes hat sich nun auch noch in Paris zugetragen: Der Verband der französischen Steuerzahler hat einen Strafantrag gegen Léon Blum gestellt. Die Avparatur der französischen Staatsanwaltschaft ist nun in Gang gesetzt, wei! der Verband die Belangung des Ministers wegen schwerer Fehler und wegen Mißbrauchs der Macht nach Artikel 405 des französischen Strafgesetzhuches fordert. Man kann nicht wissen, ob es sich hier um die Erhebung einer öffentlichen Klage oder jediglich um eine Privatklage handeln wird. jedenfalls wirft doch dieses Vorgehen der französischen Steuerzahler ein schlagartiges Licht auf die Unzufriedenheit der französischen Benölkerung und kennzeichnet, wie betrogen sich diese fühlt. * Moskaus Agita. Es wäre nicht neu, festzustellen. toren in London daß der französische Entschluß nicht zuletzt auf das Betreiben und Vorgehen internationaler Kräfte zurückzuführen ist. Schließlich sind ja die borrenden Forderungen der linken Gewerkschaften ein Umstand. der in Frankreich selbst zu einer Umwertung mancherlei Werte führte. Inzwischen geht Moskaus Agitation in Eurova rüstig weiter. Sie macht sogar beachtliche Norstöße, wie das jetzt in England klar zutage tritt. Schon der letzte Sonntag. der die Zusammenstöße zwischen den Schwarzhemden und den Kommunisten im Londoner Hode Park brachte, bewies so trefflich das wohlorganisierte kommunistische Vorgehen. Es scheint, daß augenblicklich in ganz England eine 'anmäßige Agitation durchgeführt wird. die denn ja auch mit Unterstützung des Judentums teilweise auf fruchtbaren Boden fällt. So vergeht keine Woche. mo man nicht aus irgendeinem europäischen Lande Meldungen über die Moskauer Aktionen erhält und es wird damit ständig erneut unter Bemeis gestellt. daß es Moskau sehr ernst ist mit dem Plan. ganz Eurova. nach spanischem Muster, in ein kriegerisches Chaos zu verstricken. Besuch in Köln und Düsseldorf Köln, 9. Okt. Reichsminister Dr. Goebbels stattete bei seiner Besichtigungsreise durch Westdeutschland am Freitag früh der Landesstelle Düsseldorf des Reichsministeriums für Volksaufklärung und Propaganda einen Besuch ab.— Der Minister wurde von dem stellvertretenden Gauleiter Pg. Overhues, Obergruppenführer Weitzel und Landesstellenleiter Browers begrüßt. Bei der Besichtigung der Diensträume der Landesstelle ließ sich Dr. Goebbels eingehenden Bericht über die Arbeit des letzten Jahres geben. Er sprach dem Landesstellenleiter und seinen Mitarbeitern seine volle Anerkennung aus. Anschließend fuhr Dr Goebbels weiter nach Köln. Vor dem Gauhaus empfing ihn Gauleiter Staatsrat Grohe, Brigadeführer Hövel, Landesstellenleiter Dr. Toni Winkelnkemper und die Gauamtsleiter Pg. Thiel, Dr. Peter Winkelnkemper und Pg. Schwäbe. Unter den begeisterten Heilrufen der sich schnell ansammelnden Volksgenossen schritt der Minister die Front eines zu seiner Begrüßung angetretenen SA.=Sturmes ab. In der Landesstelle Köln=Aachen besichtigte der Minister unter Führung des Landesstellenleiters Dr. Toni Winkelnkemper eingehend die einzelnen Abteilungen. Auch hier wieder sprach sich der Minister sehr anerkennend über den Aufbau und die Organisation sowie über die geleistete Tätigkeit auf den verschiedenen Sachgebieten aus. Im Anschluß an die Besichtigung der Landesstelle besuchte er weitere Aemter der Gauleitung und gab seiner Freude über die vorbildliche Unterbringung der Gauleitung Ausdruck. Am Nachmittag und Abend fanden weitere Besprechungen mit führenden Männern der Bewegung statt. Ueberall wurden dem Minister in den Straßen der alten Hansestadt Köln, die aus der Kampfzeit besonders eng mit ihm verbunden ist, begeisterte Kundgebungen dargebracht. beim alten Führerkorps Kaub am Rhein, 9. Okt. Am Freitagmittag traf der Stellvertreter des Führers in dem alten Rheinstädtchen Kaub ein, um von hier aus an der weiteren Fahrt des alten Führerkorps durch den Gau Hessen=Nassau teilzunehmen. Von Rüdesheim aus ging am Freitagmorgen die Fahrt bei herrlichem Sonnenschein zunächst den Rhein abwärts über Aßmannshausen nach Lorch und von hier aus durch die„Rheinische Schweiz“ zu den Höhen des Taunusgebirges und weiter zur Lahn. Die Bevölkerung der Lahnstädte Nassau, Bad Ems und bis hinab nach Oberlahnstein bereitete dem alten Führerkorps einen herzlichen Empfang. Als die Wagen auf der weiteren Fahrt wieder den Rhein entlang in Kaub eintrafen, hatte sich dort am Ufer eine riesige Menschenmenge eingefunden. Man bestieg dann den Dampfer„Rheinland". Als kurz vor dessen Abfahrt der Stellvertreter des Führers Rudolf Heß erschien, wurde er von der rheinischen Bevölkerung umjubelt. Langsam setzte sich das Schiff unter den Heilrufen der Bevölkerung in Bewegung. Während der Fahrt nahm der Stellvertreter des Führers Gelegenheit, die an Bord befindlichen Vertreter der deutschen Presse zu begrüßen. Reichsorganisationsleiter Dr. Ley stellte in einer Ansprache noch einmal die Bedeutung dieser jährlichen Fahrten des alten Führerkorps heraus. Als er seinerzeit die Fahrten einrichtete, sollten sie vor allem ein Dank an die alten Mitstreiter des Führers für ihre aufopferungsvolle Arbeit darstellen. Sie fühlten sich auch reich belohnt durch den spontanen und wirklich von Herzen kommenden Empfang seitens der Bevölkerung. Bei Dunkelheit erreichte der Dampfer „Wiesbaden“ Biebrich. Auf dem mehrere Kilometer langen Weg bis zum Kurhaus hatten über 7000 Angehörige der verschiedenen Formationen mit Fackeln Aufstellung genommen und die Wiesbadener Bevölkerung jubelte dem Führerkorps mit unbeschreiblicher Begeisterung zu. Ministerpräsident Göring in Budapest Budapest, 9. Okt. Ministerpräsident Generaloberst Göring, der Vertreter des Führers und Reichskanzlers bei der Beisetzung des Ministerpräsidenten Gömbös, traf Freitag abend kurz nach 8 Uhr auf dem Budapester Ostbahnhof ein. Zum Empfang des Ministerpräsidenten hatten sich auf dem Bahnhof führende Persönlichkeiten der ungarischen Regierung eingefunden. altsunseehsalung in Vergoau Eine Großaktion der 9A3. Berlin, 9. Okt. In Zusammenarbeit mit dem Sozialamt der Deutschen Arbeitsfront, der Wirtschaftsgruppe Bergbau, den Knappschaften und den Bergbehörden wird die Reichsbetriebsgemeinschaft Bergbau in nächster Zeit eine Großaktion zur Verhütung von Unfällen in den deutschen Bergwerksbetrieben durchführen, für die soeben die letzten Vorbereitungen abgeschlossen wurden. Die Aktion, die alle Bergwerksbetriebe Deutschlands umfaßt, wird mit mehreren Großveranstaltungen, Betriebsappellen und einer Reichssendung des Rundfunks eröffnet. An allen bergmännischen Einrichtungen, an den Bergakademien, den Berufsschulen usw. werden Sondervorträge über die Bedeutung der Unfallverhütung gehalten. Zur Erlangung von praktischen Vorschlägen für die Unfallverhütung wird ein Aufruf ergehen, der mit einem Preisausschreiben verbunden ist, für das einige hundert KdF.Reisen bereitgestellt worden sind. Daneben veranstaltet jede Schachtanlage für ihre Gefolgschaft ein besonderes Preisausschreiben mit Prämien für die besten Vorschläge zur Unfallverhütung. Während der Aktion wird die Möglichkeit zur verbilligten Beschaffung von Schutzausrüstungen aller Art gegeben. Ferner wird der Vertrauensrat während dieser Woche jeden Tag Grubenbefahrungen vornehmen, um auch die letzte Unfallmöglichkeit auszuschalten. Immer neue bestialische Greueltaten der roten Mordkommune in Spanien Sevilla, 9. Okt. Das Pressebüro der? Division teilte dem Sonderberichterstatter des DRB weitere amtliche, mit Augenzeugenberichten belegte Untersuchungsergebnisse über die entsetzlichen Verbrechen der kommunistischen Furie in den kürzlich von den Nationalisten befreiten Ortschaften Südspaniens mit. In Antequera, eine für den Angriff auf Malaga wichtige Ortschaft, ermordeten die Roten in bestialischer Weise 68 Einwohner, Sie steckten die Kapuzinerkirche in Brand und zogen die kunstgeschichtlich wichtige Christusfigur durch die Straßen der Stadt. um sie zum Schluß zu verbrennen. Sie zündeten weiter mehrere Vereinshäuser und zahlreiche Privathäuser an. Sofort nach Verteilung von Waffen und Munition an die marxistische Miliz durch die Volksfrontbehörden begann das allgemeine Morden. Zunächst wurden die bekannteren Geistlichen das Opfer dieses Mordterrors. Ein durch Messerstiche schon schwerverletzter Priester wurde dem zu Hilfe eilenden Arzt entrissen und auf einer Tragbahre solange durch die Straßen geschleift, bis er verschied. Ein Kapuziner= vater. der sich auf der Flucht ein Bein gebrochen hatte und in ein Krankenhaus übergeführt werden sollte, wurde den Pflegern des Roten Kreuzes von roten Mordbuben entrissen und niedergeschossen. Eine entsetzliche Tragödie spielte sich vor dem Hause eines angesehenen Einwohners ab. Er wurde aus der Wohnung gezerrt und trotz der flehentlichsten Bitten seiner Frau, die ein kleines Kind auf den Armen trug, nach schwersten Mißhandlungen erschossen. Der Bruder des Opfers. der gezwungen wurde. vom Balkon aus der blutigen Tragödie beizuwohnen. sowie sein Sohn, der sich im Innern des Hauses aufhielt, wurden dann ebenfalls ermordet. In einem Außenbezirk Antequeras wurden Leichen gefunden. die Arthiebe und Schußverletzungen aufwiesen. In den meisten Fällen wenden die roten Bestien die besonders grausame Methode an. ihre bedauernswerten Opfer vor den Augen der Angehörigen hinzurichten Dabei werden auch Frauen und Kinder nicht verschont. Einen Einwohner ließ man sechs Tage ahne Essen und Trinken. bevor man ihn erschoß. Andere Einwohner murden unglaublichen Mißhandlungen vor aller Oeffentlichkeit ausgesetzt. wonach meistens die Erschießung folgte. Die Leichen murden auf den Friedsof gebracht und dort zum Teil mit Aerten verstümmelt. In Orpesa in der Provinz Toledo haben die meisten Verbrechen der Kommune festgestellt werden können. Zu Beginn der Kämpfe wurde das Volksfrontkomitee und das Kriegskomitee gebildet, deren Führer aber beim Herannahen der Nationalisten unter dem Vorwand einer Dienstreise nach Madrid verschwanden. Nach der Beschlagnahme sämtlicher Lebensmittel. Viehbestände usw. wurden 135 Personen, darunter ein zweijähriges und ein vierjähriges Kind. in die Gefängnisse geworfen. Dem Kaplan der Franziskanernonnen schnitt man zunächst die Ohren ab. Nachdem man ihn dann in der gräßlichsten Weise verstümmelt hatte, wurde er so auf den Dorfplatz geführt, wo man mit ihm einen Stierkamuf veranstaltete, indem man ihm mehrere Banderillas in den Körver stieß. Schließlich machte man seinen übermenschlichen Leiden mit mehreren Gewehrkugeln ein Ende. Ein anderer Geistlicher, der gerade eine schwere Overation überstanden hatte, wurde aus dem Krankenbett auf die Straße gezerrt, mit Füßen getreten und dann erschossen. Mehrere Einwohner, von denen die entmenschten Mörder die Herausgabe eines bereits am Vortage abgelieferten Gewehres verlangten. wurden grausam mißhandelt. Ein Mann, der schwerverletzt am Boden lag, mußte mit ansehen, wie seine Frau und seine Tochter grausam hingerichtet wurden. Alle drei wurden schließlich zusammen auf ein mit Leichen überfülltes Lastauto geworfen. Ein glücklicher Umstand ließ den Mann seinen tierischen Peinigern entkommen. Kolksfrank in England London. 9. Okt. Die arbeitervarteiliche Konferenz in Edinburab lehnte am Freitagvormittag einen Antrag auf Schaffung einer englischen Volksfront mit überwältigender Mehrheit ab. Gegen eine Volksfront wurden 1 805 000 Stimmen dafür 435000 Stimmen abgegeben. Die Antragsteller hatten ihre Entschließung hauptsächlich damit begründet, daß sich der Faschismus zusehends in Europa ausbreite und daher von allen Organisationen gemeinsam bekämpft werden müsse Gegen den Antrag wurde vom Vollzugsausschuß geltend gemacht, daß eine Zusammenarbeit mit den Kommunisten nicht in Frage komme. Eden in Paris Paris, 9. Okt. Der britische Außenminister ist am Freitagmorgen, von der Riviera kommend, in Paris eingetroffen und hat gleich nach seiner Ankunft seine Besprechung mit Ministerpräsiden: Blum begonnen. Der„Paris Midi“ mißt diesen Besprechungen Edens mit Blum und Außenminister Delbos besondere Wichtigkeit bei.— Das englische Kabinett habe, so heißt es im„Paris Midi“, gestützt auf die überwiegende Mehrheit der englischen öffentlichen Meinung, seine Haltung gegenüber Sowjetrußland bereits festgelegt. Ohne sich den Verpflichtungen in irgendeiner Weise entziehen zu wollen, die das Nichteinmischungsabkommen in die spanischen Ereignisse England auferlege, sei London entschlossen, sich in keine Abenteuer einzulassen, die eine allgemeine Katastrophe nach sich ziehen könnten. Diese Einstellung werde Eden aller Wahrscheinlichkeit noch im Verlaufe der Besprechungen mit Ministerpräsident Blum und Außenminister Delbos mit einem gewissen Nachdruck näher erläutern. Ueber das Zusammentreffen des Ministerpräsidenten Blum und des Außenministers Delbos mit Eden erfährt man, daß die Besprechungen nur 20 Minuten gedauert haben. Eine amtliche Mitteilung wurde nicht ausgegeben. Auch in politischen Kreisen wird nichts Näheres mitgeteilt. Blum und Delbos sollen sich über die Zusammenkunft mit dem englischen Außenminister in Paris sehr befriedigt gezeigt haben. Deutsche Auszeichnung für italienische Staatsmanner Rom, 9. Okt. Der deutsche Botschafter beim Quirinal, von Hassell, hat im Auftrage des Führers und Reichskanzlers dem italienischen Staatssekretär General Valle und dem General der Luftwaffe Pellegrini den Stern des Ehrenzeichens des Deutschen Roten Kreuzes, sowie mehreren Offizieren der italienischen Luftwaffe die Erste Klasse und das Verdienstkreuz derselben Auszeichnung überreicht zur Erinnerung an deren kürzlichen Aufenthalt in Berlin und in Anerkennung der zivilisatorischen Verdienste der italienischen Luftfahrt. kote Geheimsender in Wien Wien, 9. Okt. Nach einer Mitteilung des Organs der Vereinigung der Wiener Polizeibeamten„Oeffentliche Sicherheit“ wurden in der letzten Zeit in Wien zwei kommunistische Geheimsender entdeckt, die im Namen der Kommunistischen Partei Oesterreichs revolutionäre Aufrufe verbreiteten. Die Marxisten, die die Geheimanlagen bedienten, wurden festgenommen. Streikabbruch in Paläsing Jerusalem, 9. Okt. Die Araber werden den Generalstreik, der nunmehr seit dem 20. April ohne Unterbrechung andauert, aufgeben. Diese Tatsache geht aus einem Schreiben hervor, das Auni Bey Abdulhadi, Mitglied des arabischen Streikkomitees und Führer der größten arabischen Palästinapartei der Großarabischen Unabhängigkeitspartei an den britischen Hohen Kommissar gesandt hat. In diesem Schreiben heißt es, man lege Wert nicht auf einen Streik, sondern auf einen dauerhaften Frieden. Dieser Friede habe jedoch zwei Voraussetzungen: England müsse erkennen, daß die beiden Teile der Balfour=Erklärung, also das Versprechen eines jüdischen Nationalheims in Palästina und die Nichtbeeinträchtigung der arabischen Rechte in unversöhnlichem Gegensatz zueinander stünden. Zweitens sei es der Wille der Palästina=Araber, nicht weiterhin von den arabischen Brüdervölkern jenseits der Grenzen getrennt behandelt zu werden. Die Palästina=Araber kämpften nicht gegen den Juden als Juden, aber gegen den zionistischen Anspruch auf Palästina. Die Araber brächen den Generalstreik bedrückten Herzens aus Gehorsam gegen ihre Könige ab. Auni Bey gibt in seinem Brief schließlich der Hoffnung Ausdruck, daß die jüdische Einwanderung schnell eingestellt und eine allgemeine Amnestie gewährt werde, um den bedrückten Gefühlen der Araber eine gewisse Erleichterung zu verschaffen. Die arabischen Fürsten werden einen Aufruf an die Araber erlassen, in dem sie zur Vermeidung weiteren Blutvergießens zur Wiederherstellung friedlicher Zustände auffordern. Roklandung auf dem Korallenriff Die Teilnehmer des Australien—England=Fluges in der Timor=See gefunden London, 9. Okt. Die vier englischen Flieger, die am Dienstag von Port Darwin in Australien nach England gestartet waren und seitdem vermißt wurden, sind jetzt unter dramatischen Umständen auf einem Korallenriff in der Timor=See aufgefunden worden. Nach einem in England eingegangenen Telegramm waren die Flieger bald nach ihrem Aufstieg von Port Darwin völlig vom vorgesehenen Kurs abgekommen. Als sie im Laufe des Mittwochs feststellten, daß ihr Brennstoff zur Neige ging, gelang es ihnen, ihre Maschine auf dem Scott=Korallenriff zu landen. Sie wurden von Eingeborenen mit einem Fischerboot gerettet und konnten am Freitag von dem Dampfer„Nimroda“, der sich auf dem Wege nach Südafrika befindet, an Bord genommen werden. Wie die Flieger in ihrem Telegramm mitteilen, ist ihre Maschine, das Verkehrsflugzeug„Croydon Monospar“, unbeschädigt, kann jedoch nicht mehr geborgen werden. A,als Mämtel Jugendlicher Mantel aus gemustertem Wollstoft, sportliche Form mit#. Gürtel, ganz auf kunst%50 seidenem Serge gefüttert IE. Sehr preiswerter Mantel aus gutem Bouclé, mit reicher Steppverzierung u. Rückengürtel, auf ½ gestepptem Maro-07 cain, In schwarz, marine JU//3 und braun vorrätig... 19. Ein schöner Mantel aus molligem Wollstoff, mit großem Lamm-Schalkragen, auf ½ gestepptem kunstseidenem Serge geföttert 4 5 Solider Damen-Mantel sehr guter Wollstoff; flotter Aermelschnitt mit Biesenarbeitund schönem indisch-LammBesatz. Das Futter ist ½ gesteppter Maroc Erleichterte Zahlungsbedingungen durch Waren-Kredit-Schecke, die bei der KundenKredit- G. m. b.., Dortmund, Hansastraße 36, beantragt werden können. 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Das deutsche Handwerk konnte dank der Tatkraft der verantwortlichen Stellen, dank des großen Zusammenschlusses aller Kräfte mehr und mehr wieder an Stärke und Bedeutung gewinnen, so daß damit für die kommenden Generationen schon eine neue. klare und gegen überwundene Zeiten wesentlich andere Grundlage geschaffen ist. Immer wieder stehen junge Menschen vor der Frage der Berufswahl. Wenn nicht besonders starke Neigungen zu dem einen oder anderen Arbeitsgebiet vorhanden sind, gibt es Ueberlegen. Abwägen, Zaudern. Bedenken, damit ja das Richtige gefunden wird. Oft sind es wirtschaftliche Momente, die dann den Ausschlag geben, daß der nunmehr junge Mensch in einen Berufszweig eintritt. der vielleicht bisher gar nicht im Bereich seiner Neigungen lag. Nur die jungen Menschen fanden den richtigen Weg. bei denen Begabung und Entschlußkraft besonders stark ausgeprägt war. So wurde häufig von dritter Seite bestimmt, was der vor die Wahl gestellte junge Mann zu werden hatte. Daß sich damit zwangsläufig eine Schicht ergab. die zum Handwerk fand, ohne daß die Eignung vorlag, wie man es verlangen muß, ist seibstverständlich. Nach der Sammlung aller wertvollen Kräfte konnte nun seitens des deutschen Handwerks daran gegangen werden, eine großzügige Berufsausklärungsaktion vorzubereiten. Hierzu äußerte sich der Reichshandwerksmeister: Aus eigenem Antrieb zum handwerk „Jeder ist seines Glückes Schmied“— das ist ein Wort, das ganz besonders für den Berussweg im Handwerk gilt. Wenn ein Junge im Handwerk vorwärtskommen will— und das ist ja das Ziel, das wir anstreben, denn nur tüchtige Handwerker können dem Volk nützen— so muß er mit Lust und Liebe bei der Sache sein. Er muß immer wieder mit neuem Eiser an seine Arbeit herangehen, muß spüren, daß er Gestalter ist und daß er in das von ihm geschaffene Werk ein Stück von sich selbst mit hineingearbeitet hat. Notwendig ist jedoch, daß er sich aus eigenem Ansvorn für den Handwerksberuf entscheidet. Um ihm dabei zur Hand zu gehen und das erforderliche Material und die nötigen Kenntnisse zu vermitteln, führen wir die Berufsaufklärungsaktion durch. Diese Frage— so fährt Pg. Schmidt fort— wurde gerade jetzt so dringlich, denn es gilt, sich restlos frei zu machen von den bisherigen Gepflogenheiten. In der vergangenen Zeit dachte man, daß das Schicksal des einzelnen bestimmt werden könnte, wenn er auf Grund von psycho=technischen Eignungsprüfungen oder durch sonstige Feststellungen oder Messungen für den einen oder anderen Beruf besonders bestimmt schien. Daß eine mechanische Messung, die sich ja nur auf bestimmte Dinge begrenzen kann, natürlich immereine Lücke haben muß, wurde dabei vollkommen außer acht gelassen. werk die Arbeitsverrichtung anschaulich dargestellt werden kann, und daß in einem dazugehörigen Buch, in das die Bilder eingeklebt werden, all die vielfältigen Zusammenhänge und Wesenszüge des Handwerksberufes Erwähnung finden können. Daß die Bilder und das Buch in einer Weise ausgestaltet sind, die von handwerklicher Qualitätsarbeit an sich schon Zeugnis ablegt, versteht sich wohl von selbst.“ Wer erhält die Bilder? Wir fragen den Reichshandwerksmeister, wie diese Bilder und das Buch dem einzelnen Volksgenossen zugänglich gemacht werden. Die Bilder werden in den verschiedenen Städten von den folgenden Handwerksbetrieben an die Kunden verteilt: Bäcker, Böttcher, Küfer, Brauer, Buchbinder, Buchdrucker, Bürstenbinder. Dachdecker, Drechsler. Elektrotechniter. Färber. Reiniger. Feinmechaniker. Fleischer, Friseure, Glaser. Gold= und Silberschmiede. Graveure, Gürtler, Edelsteinschleifer. Holzbildhauer. Steinmetze, Klempner, Gas= und Wasserinstallateure. Konditoren. Korbmacher, Kürschner, Hut= und Handschuhmacher, Kraftfahrzeughandwerker. Maler. Maurer, Brunnenbauer, Optiker. Messerschmiede. Büchsenmacher. Metallgießer. Müller, Musikinstrumentenmacher. Bandagisten und Orthopädiemechaniker. Photographen, Putzmacherinnen, Sattler. Schilderhersteller. Licht= und Reklamehandwerker. Schlosser. Schmiede. Schornsteinseger, Herrenund Damenschneider, Schuhmacher, Seiler=, Segelund Netzmacher. Steinsetzer und Straßenbauer. Stellmacher und Wagner. Stukkateure. Tapezierer. Polsterer. Tischler. Töpfer und Ofensetzer, Uhrmacher, Wäscheschneider. Weber. Stricker und Posamentierer, Zahntechniker. Zimmerer. In diesem Monat werden sie über das ganze Reich verbreitet und damit auch dem kleinsten Orte bekannt. Wer diese Bilder sammelt, der kann nachher das Buch für einen geringen Preis erhalten.“ Ein Probeexemplar schon beweist uns, daß mit den Bildern wirklich ganze Arbeit geleistet wurde: das Zusammenwirken aller an diesen Fragen interessierten Kräfte hat wirklich etwas Einmaliges möglich gemacht. Das deutsche Handwerk kann auf dieses Werk besonders stolz sein. Maßnahmen auf weite Sicht Wir legen nun dem Reichshandwerksmeister die Frage vor, inwieweit er sich von dieser Aktion eine Besserung der Berufslage bzw. eine glücklichere Verteilung auf die Arbeitsplätze verspricht. „Natürlich läßt sich nicht von heute auf morgen gleich Umwälzendes in dieser Form erreichen. Der erste entscheidende Schritt auf diesem Wege war ja die Erhöhung der Ansprüche an die jetzt im Beruf lebenden Handwerker durch die Gesetzgebung des nationalsozialistischen Staates. Danach muß jeder Handwerker ordnungsgemäß seine Laufbahn beenden. und nur wer die Prüfung bestanden hat, wer die Vorbedingungen für die Ausübung eines Handwerksberufes als Meister erfüllte, der kann auch selbständig arbeiten. Das Leistungsprinzip hat hier eine seiner schönsten Auswirtungen. Andererseits wird durch Berufsschutz die Existenz gesichert und alles aus den Reihen ferngehalten, was nicht die nötigen Voraussetzungen mitbringt. Wir brauchen junge Menschen, die in der Lage sind, diesen Anordnungen unserer Handwerksgesetzgebung zu entsprechen Der Führer hat dem Handwerk den Wes gewiesen, ihm allein verdankt es die Ehre und Arbeit, so daß heute wieder jeder deutsche Handwerker auf das von ihm Geschaffene mit Stolz blicken kann. Es gilt heute wieder des Handwerkers Fleiß und Streben, jedem seiner Werke ein Stück Persönlichkeit zu geben. Jeder junge Mensch, der den Handwerksberuf ergreisen will und von sich aus die richtige Einstellung zum handwerklichen Können mitbringt. kann heute wieder etwas leisten und damit zugleich wissen, daß auch seine Zukunft gesichert ist.“ Zum Schluß der Unterredung betonte der Reichshandwerksmeister, daß alle grundlegenden Maßnahmen nur auf weite Sicht eingestellt sein können. „und auf weite Sicht erwarten auch wir von dieser Aktion den Erfolg. daß einmal. wenn die junge Generation heranwächst, das Reich ein besseres und glücklicheres Handwerk besitzt, als wir es bei der Machtübernahme sanden." W. Schn. Tachen Nie sich heale Adend gesand? „Lachender Krauß=Abend“ vor überfülltem Wichernhaus=Saal Die große Verpflichtung Man vergaß auch, daß eine solche Zuweisung für die verschiedenen Berufe die Verantwortung für die spätere Berufsleistung aufhebt. Oftsmals wurde der Handwerksberuf mangels einer„besseren“ Eignung ergriffen, und wie oft begegnete einem der Einwand„Handwerker kann der Junge ja immer noch werden". Diese„irrige Auffassung", das betonte der Reichshandwerksmeister ganz besonders. „muß endgültig verschwinden." Das Handwerk ist nicht etwas Zweit= oder Drittklassiges, sondern etwas Bodenständiges, das einer neuen Blüte entgegengeführt wird. Der Führer selbst sagte vom Handwerk:„Es ist mein Wunsch und Wille, daß das deutsche Handwerk. verwurzelt in ehrwürdiger Ueberlieferung. im Schutz von Volk und Staat einer neuen Blüte entgegensehe.“ Und wir alle wissen aus der Ueberlieferung unseres politischen und beruflichen Kampfes, daß nur der eigene Einsatz und Leistungswille entscheidet. Weil wir erkannt haben, daß dieses die mächtigsten Triebjedern auch für die berufliche Leistung sind, appellieren wir mit der Berufsaufklärungsaktion an sie gerade heute." Vertraut mit der Arbeit des handwerkers Um diese Gedanken nun in die Tat umsetzen zu können, galt es für das Handwerk. Mittel und Wege zu finden, die besonders geeignet sind, jeden. aber auch jeden Volksgenossen und vor allem jeden jungen Menschen mit der Arbeit des deutschen Handwerks vertraut zu machen. Einerseits mußte das als Werbung angesetzte Mittel auch wirklich das wiedergeben, was man eigentlich bezweckte, also die verschiedenen Handwerkszweige so charakterisieren, daß sie jedem jungen Menschen und darüber hinausgehend natürlich auch der Elternschaft ein klares Bild geben. Andererseits galt es. die Aufmerksamkeit des ganzen deutschen Volkes durch diese große Berussaufklärungsaktion für das Handwerk zu gewinnen. Sammelbilder in jede hand Zu der Durchführung der Aktion äußerte sich der Reichshandwerksmeister dann: „So kamen wir, nachdem verschiedene Wege eingeschlagen und ausprobiert waren, das Ziel einer wirklichen Berufs kenntnis im Volk aus breitester Grundlage zu erreichen, dazu, für diese Aktion Sammelbilder und ein entsprechendes Werk über das deutsche Handwerk zu verwenden. Wir haben keine Mühen und Kosten gescheut, und sind schließlich zu dem Ergebnis gelangt, daß durch die Ausgabe von Sammelbilderreihen über das HandDie erste dieswinterliche Veranstaltung der NS.= Kulturgemeinde stieg vor einem überfüllten Hause. Wir wollen hoffen, daß dieses schöne Ergebnis eifriger Werbetätigkeit und der Gemeinschaftsarbeit zwischen NS.=Kulturgemeinde und NS.=Gemeinschaft „Kraft durch Freude“ auch allen weiteren Abenden der NSKG. den im Interesse der Sache dringend wünschenswerten guten Besuch verbürgt. Der stellv. Kreisobmann der Dr. med. Thilo Brehme, gab. als er das zahlreiche Publikum begrüßte, das erwartungsfroh den Saal und die Mehrzahl der Nebenräume des Wichernhauses füllte, seiner Freude darüber Ausdruck, daß diesmal die Besucher in solcher Fülle gekommen sind, daß der Saal zu klein geworden ist und mancher Volksgenosse sich mit einem Stehvlatz oder Notsitz zufrieden geben muß. Besonders willkommen heißt er die von der NS.= Gemeinschaft„Kraft durch Freude" Betreuten, die jetzt, dank der begrüßenswerten Vereinbarung zwischen Ku.turgemeinschaft und„Kraft durch Freude". zum ersten Male an einer Veranstaltung der RSKG. teilnehmen. Zwei Gründe gebe es, so führte der Redner weiter aus. die den so überaus guten Besuch des Abends veranlaßten. Erstens sei es der Umstand, daß man einen humoristischen Abend an die Spitze der Veranstaltungsreihe setzte, zweitens wirke sich die Gemeinschaftsarbeit der beiden Organisationen schon jetzt recht günstig aus. Humorvoll meinte der Redner zum Schluß, er wolle jedem Besucher als Arzt einen ärztlichen Rat geben, der ausnahmsweise mal nichts kosten sollte und der auch die Inanspruchnahme der Apotheke erübrige. Der Rat aber lautete:„Lachen Sie sich heute abend gesund!“ Der fidele„Vortragende Rat“. Otto Franz Krauß der dann das Podium betrat, wußte mit einer kleinen Rüge, die er dem Publikum erteilte, geschickt die Brücke von der Bühne zum Parkett zu schlagen. Der Beifall, mit dem man ihn begrüßte, war ihm zu dünn. Im„Nachbarstädtchen“ Dortmund hätten nicht 35, sondern 101 Prozent der Besucher applaudiert. Und die guten Castrov=Rauxeler wollten sich von Dortmund doch wohl nicht übertreifen lassen. Nein, sie wollten nicht! Sie klatschten, daß der Künstler sagte, jetzt sei Dortmund beschämt. Aber es könne sich beruhigen, weil seine Bahnhöfe nicht so weit auseinanderliegen, wie die von Castrov und Rauxel. Der„Vortragende Rat“ schien nach diesem Seitenhieb auf die Bahn zu schließen, die gleich schlechten Erfahrungen mit der Anfahrt nach Castrop= Rauxel gemacht zu haben. über die fast jeder zu klagen hat. der die„Industriestadt im Grünen" zum ersten Male besucht. Das wird auch wohl nicht eher anders werden, als bis die Namensfrage unserer Stadt oder zum mindesten die der Bahnhöse gelöst ist! Nach dieser kleinen„lokalen Einführung“ gings mit vollen Segeln in das Programm des„Lachenden Abend“. Zunächst gab es einen Vorspruch, der„Humor als Herzensangelegenheit“ „Ranu, warum ist denn wunderte sich Hase, als er morgens aus dem Fenster sah. Frau Hase konnte es ihm auch nicht sagen. Gottlob, de klingelte der Briefträger, und so stürzte man sich auf ihn. O je, o je! Ein Briefträger ist viel gewöhnt: wie das Wetter wird, und warum das Geld nicht kommt, ob der Brief überwiegt und so fort. Aber das ging ihm doch über die Hutschnur:„Stecken Sie mal ihren Kopp in kaltes Wasser, Herr Hase“, sagt er,„zur Feier des Erntedankfestes!“ Hase war wieder wie ein neugeborenes Kind— er wußte von nichts... Tja— hätte er Zeitung gelesen! Da weiß man, was passiert, und fühlt sich nicht blamiert! Custeop=Kaußet Castrov=Rauxel, 10. Oktober 1936 9 hinstellt, dann noch die Versicherung, daß kein Kitsch und kein Klamauk geboten werden solle und darauf folgten kleine nette Sächelchen des Altmeisters des niedersächsischen Humors Wilhelm Busch. Aus der„Kritik des Herzens“ hörte man von Vogel. der den Humor nicht verlor, obschon er auf der Leimrute saß und vom beutelüsternen schwarzen Kater umschlichen wurde, aus dem Büchlein „Sein und Schein“ folgten das„Herbstgedicht" „Fehlgeschossen“ und die niedlichen Kinderverse vom gernegroßen Schwesterchen an der Wiege des Brüderleins. Mit der Einleitung zum„Balduin Bählmann“ wurde noch ein größeres Stück Wilhelm Busch geboten. Franz Otto Krauß brach damit als Redner und Mitglied der Deutschen Wilhelm=Busch=Gesellschaft eine Lanze für den lachenden Philosophen Niedersachsens. Daß er diesem Klassiker des Humors Fritz Müller(Partenkirchen) gegenüberstellte, scheint uns für diesen denn doch ein wenig zu schmeichelhaft zu sein, wenn auch die Bahnangelegenheit, betitelt „Die Schachtel“ dank der sauberen Herausarbeitung der Pointe(„erster und vierter Fall!“) durch den Vortragenden Künstler stürmische Heiterkeitserfolge sand. Das Histörchen„Wie die Lippschen Bauern 1848 sich von ihrem Durchlauchtigsten Landesherrn alleruntertänigst„ihre" Revolution erbaten, hat man schon besser gehört. Dem Ostpreußen lag der lipvische Dialekt nicht besonders. Weit besser waren Peter Roseggers„Da Regnschirm" und„Die Abbitte“, in denen Krauß sich als Meister der Mimik und der Dialoggestaltung bewährte. Hermann Blinks„Sergeant Bollmanns Instruktionsstunde“ gesiel dank der guten Wiedergabe trotz der mit der Zeit stark bebärteten Kasernenhofblüten dem Publikum ausgezeichnet. ebenso das sächsische Liebesabenteuer, das eine Leipzigerin in Dresden hatte. Gustav Rinke begleitete dann den Künstler, der sein durch den Rundsunk belannt gewordenes Lied „Weltkriegsreserven" und„Soldatenleben“, sang. Die Typen des Kölner, Berliner, Münchener. Königsberger und besonders des Frankforter„Ersatzes" waren hübsch ausmodelliert. Daß der Künstler den starten Beifall mit einer lokalen Extraeinlage quittierte, machte das Publikum besonders dankbar. Zweiselsohne am besten war Krauß, als er„Astpreißisches" zum Vortrag brachte. Das ist seine Domäne. auf der er zu Hause ist und wohin man ihm gern und willig folgt, ohne aus die Zeit zu achten Fein war die kleine Land und Leute charakterisierende Einleitung von„Land der 1000 Seen und Wunder, von Land der Aaie und der Flunder...“. lustig und bezeichnend die„Straßenbahnszene“ und die Entlassung des überkandidetten Gutsinspektors. Der stärkste Angriff auf die Lachmuskeln aber waren das„Ballgespräch“ und die „Rede zum 69 Geburtstag des Leiters im Milchhändlerverein“. Der anhaltende Beifall zwang denn auch den Künstler zu immer weiteren Zugaben, von denen die Kaczmarek=Schnurren am meisten gesielen. Als sich der Beisall gar nicht legte, meinte Krauß aber, daß die„50 Pig. Eintritt abgelausen“ seien und daß er endlich Schluß machen müsse.—8. Zum Beginn des Winterhilfswerkes 1936=37 Nun seid ihr wieder aufgerufen zu willensstarker froher Tat. Was wir in Einigkeit uns schufen. das hält, wenn Wintersturm auch naht. Wir treten an in einer Reihe und halten allen Stürmen stand. ich reiche, Bruder dir, in Treue, in Kampf und Sturm die Bruderhand. Der einzelne kann nicht bestehen: der Lebenskampf ist hart und schwer. Ein Tropfen kann im Wind verwehen, Millionen Tropfen sind ein Meer. Dem einzelnen will es nicht glücken, und müht er sich auch noch so sehr, ein Kämpfer kann im Sturm zerknicken, Millionen Kämpfer sind ein Heer. Dort ist dein Bruder, den die Jahre des Lebenskampfes müd gemacht: der Alte dort im weißen Haare hat einst für dich gekämpft, gewacht! Die Mutter opferte die Söhne. der ward verwundet in der Schlacht, und deine Tat das Opfer kröne des, der sein Schicksal fand im Schacht. Drum wollen wir aufs neue zwingen in hehrem Kampf des Winters Not. Ein jeder muß sein Opfer bringen, weil Witerkälte, Hunger droht. Heut ist Appell! Und morgen ringen in einer Front wir um den Sieg. Weil keiner sehlt, wird es gelingen: denn das ist unser heil'ger Krieg. 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Der Führer mahnt uns in seiner Rede zur Eröffnung des Winterhilfswerkes mit den Worten:„Die nationalsozialistische Bewegung und die Partei, sie werden voranmarschieren, und ich erwarte von jedem Deutschen, der Anstand und Charakter hat, daß er in die ser Kolonne mitmarschiert.“ In völkischer Willens einheit müssen wir alle die Not unserer bedürftigen Kameraden brechen, damit das Wort unseres Führers in Erfüllung geht:„Auch in diesem Winter was der Jonnlag beingl Nach der leichten Einbuße durch das Ernledankfest gibt es am kommenden Wochenende wieder ein stattliches Programm mit einer Reihe Veranstaltungen durchschnittlicher Bedeutung. Punttonulpfs in alten Westoruischen Galleit Am Niederrhein und in Westfalen aber ohne die Javoriten Fortuna, Benrath und Schalke Der Fußball zieht zurzeit wieder alle Sportler in seinen Bann. In den 16 deutschen Gauen nehmen die Meisterschaftsspiele ihren Fortgang. Leider müssen aber mehrere der führenden Klubs von der Durchführung ihrer Punktespiele absehen, da sie laut Verfügung die für die Schottland= und Irland=Reise angeforderten Spieler nicht aufstellen dürfen. Im Westen werden davon der VfL. Benrath, Fortuna Düsseldorf, Schalke 04, FV. Beuel 07 betroffen, die sich zum Teil nach Freundschaftsspielen umsahen Aus Anlaß des zehnjährigen Bestehens der Dortmunder Kampfbahn„Rote Erde“. steigt Sonntag ein Städtespiel Dortmund— Hannover. Dortmunds Nationalspieler Lenz wird den Sturm anführen. Daneben verdient das traditionelle Städtespiel Berlin— München noch Erwähnung, das diesmal in Berlin stattfindet. Im Ausland lenken lediglich die Punktespiele in England und Schottland das Interesse auf sich. Länderspiele weist diesmal das Programm nicht auf. Die Handballer werben am Sonntag für ihren schönen Sport. Unter dem Motto„Heer gegen Zivil“ wird es in, allen Gauen zu wirklich schönen und fesselnden Auswahltreffen kommen. Im Vordergrund werden vor allem die Spiele der Gauvertretungen stehen. Auch das Rugby tritt wieder in seine Rechte. So versucht sich in Heidelberg Deutschlands National=Fünfzehn in einem internationalen Treffen gegen Südostfrankreich. Infolge der Ausgeglichenheit der Mannschaften wird auch diesmal wieder ein harter und erbitterter Kampf um den Sieg entbrennen. Wit erwarten unsere Mannschaft, die sehr kampfstark erscheint in Front. Im Hockey ziert als bedeutendstes Ereignis das Frauenstädtespiel Kopenhagen— Berlin die Sonntagskarte. In der dänischen Hauptstadt wird die Berliner Auswahl, die sich aus den besten Spielerinnen Brandenburgs zusammensetzt, keinen leichten Stand haben, müßte aber dem Können nach gewinnen. Die Leichtathletik hat bereits die Winterruhe begonnen. Nur einige kleinere Herbstveranstaltungen verzeichnet die Karte. So die Hindenburg=Gedenkstaffel in Berlin und einen Frauenländerkampf Frankreich—. Italien in Paris. In der italienischen Vertretung wirken zahlreiche Olympiateilnehmerinnen mit, so daß deren Können entsprechend mit einem sicheren Sieg über Frankreich gerechnet werden kann. Der Abschluß der Tennissaison steht bevor. Zurzeit sind die europäischen Spitzenkräfte noch in Meran vertreten, doch werden dort die Meisterschaften noch im Laufe der Woche ihr Ende finden. Dafür aber setzt als Ausgleich schon die Hallenspielzeit ein. In London begegnen sich im traditionellen Kampf die Internationalen Klubs von England und Frankreich. In Deutschland sorgen die Tennislehrer in Dortmund dafür, daß es nicht ganz ruhig abgeht. U. a. spielt auch Hans Nüßlein in der neuen Tennishalle. Der Boxsport bringt wieder am Samstag einige Berufsboxveranstaltungen. Ein internationaler Kampfabend steigt in Brüssel, wo im Hauptkampf Gustane Roth seinen Titel gegen Adrian Anneet verteidigt. In Rom verspricht die Begegnung zwischen Tamagnini und Renard=Frankreich einen interessanten Verlauf. Im Lager der Amateure interessiert die Begegnung Hessen=Südwest gegen eine starke westfälische Staffel in Hanau. In Stuttgart und Heilbronn stellen sich die Aktiven der englischen Polizei vor. Der Turf sieht Galopprennen in Hoppegarten, Dresden, Halle, Dortmund und München=Riem vor, während die Reihe der Turniere mit zwei Veranstaltungen in Berlin und Münster fortgesetzt wird. Werbelug des Jahrelang hat das Handballspiel im Schatten seines„großen Bruders“, des Fußballs, gestanden, bis es sich aus seinem Stiefmütterchendasein in den letzten Jahren zu einer zweiten Großmacht im deutschen Sport emvorgekämpft hat. Der Sieg im Olymvischen Handballturnier soll nun auch nach unten provagandistisch untermauert werden, und so ist nach einem groß angelegten Werbevlan der kommende Sonntag zum„Werbetag für den deutschen Handball“ erklärt worden. Die Schnelligkeit des Spiels, der blitzschnell auseinanderfolgende Wechsel im Stand des Kampfes, die vollendete Körverbeherrschung und die Schönheit eines technisch guten Spieles können und werden ihre Anziehungskraft auf die Zuschauer nicht verfehlen. Denn das ist einmal in erster Linie Zweck dieses Tages: die Steigerung der Zahl der Aktiven ergibt sich dann folgerichtig aus der wachsenden Volkstümlichkeit. Heer gegen ist das Leitwort. unter das dieser Tag gestellt wurde. Die Militärsportvereine haben in ihren Reiben so viele ausgezeichnete Könner, nicht zuletzt aus dem Grunde, weil gerade Handball bei allen Formationen unserer Wehrmacht eifrig gepflegt und gefördert wird. Diese werden nun am Sonntag in ganz Deutschland gegen ausgesuchte Mannschaften der Sportvereine antreten. Das wertvollste und wohl auch interessanteste Spiel des Tages wird der Kampf zweier Auswahlmannschaften sein, der im Weißenfelser Stadion zum Austrag gelangt. Die Mannschaften sind noch einmal umgestellt worden. Der Ausgang des Spieles ist vollkommen ungewiß. bei dem Sinn des Kampfes aber auch nur von untergeordneter Bedeutung. Die beiden Einheiten werden sich in folgender Besetzung gegenübertreten: Heer: Keimis(MSV Die Stlunga Das westdeutsche Gauliga=Programm erfährt am kommenden Sonntag abermals eine Einschränkung. da die Teilnehmer an der Schotten=- und Irlandreise für Sonntag Spielverbot erhalten haben. Schalke 04... ohne Spiele So liest man seit fünf Wochen in der Tabelle der westfälischen Gauliga. Die Terminliste sah für Sonntag das Meisterschaftssviel Westsalia Herne gegen Schalke 04 vor. Wieder mußte Schalke 04 einige seiner besten Spieler zur Schottland=Irland= Reise abstellen, so daß auch diese Begegnung ins Wasser fiel. Die Verantwortlichen von Westfalen wollen unbedingt die Punktespiele auf dem schnellsten Wege erledigen, und so wurden für Sonntag folgende vier Begegnungen angesetzt: Erle 08— SV Höntrov. Germania Bochum— Hüsten 09. Sp. Vag. Herten— Tus Bochum und Westfalia Herne— SD Rotthausen. Da Borussia Dortmund August Lenz zum Städtespiel gegen Hannover abgibt, sind alle übrigen Mannschaften tätig. In Abwesenheit von Schalke 04 spielen sich von Sonntag zu Sonntag die merkwürdigsten Dinge im Lande der Roten Erde ab.„Kein Sonntag mehr ohne Ueberraschung", so kann man bald schreiben. — Neben diesen vier Meisterschaftssvielen steigt noch ein Städtekampf Dortmund gegen Hannover, der anläßlich des 10jährigen Bestehens der Dortmunder Kampfbahn„Rote Erde" durchgeführt wird. Westsalia Herne— SB Rotthausen In Herne hatte man sich auf den ursprünglich angesetzten Kampf gegen den Altmeister F. C. Schalke 04 riesig gefreut. Aber es kam wieder einmal anders: Schalke muß die drei Spieler Szepan. Gellesch und Urban für Glasgow abstellen und aus dem Großkampf wurde nichts. Dafür haben die Russuite unt Die Gauliga mit drei Meisterschaftsspielen In der Niederrhein=Gauliga kann auch am nächsten Sonntag das vorgesehene Programm nicht ordnungsgemäß durchgeführt werden, da die Schottenreise, an der auch mehrere Spieler aus unserem Gau teilnehmen, wieder eine Terminverschiebung einiger Punktekämpfe erfordert. So fallen die angesetzten Spiele zwischen Rot=Weiß Oberhausen— Fortuna Düsseldorf. Turn Düsseldorf—. VfL. Benrath und Hamborn 07— SSV. Elberfeld aus. Das Fachamt hat nun einige neue Paarungen vorgenommen, um den Lauf der Meisterschaftsspiele nicht ganz zu unterbrechen. Die einzige Mannschaft, die bisher noch nicht in die Ereignisse eingegriffen hat, ist TSV. Duisburg 99, der von Schwarz=Weiß Essen erwartet wird und sich dort auch behaupten sollte. Rot=Weiß Oberhausen und Turn Düsseldorf sind ziemlich gleichwertige Gegner, so daß man den Kampf in seinem Ausgang als offen bezeichnen muß. Der Duisburger FV. 08 ist über BfL. Preußen Krefeld in Front zu erwarten. Fortuna Düsseldorf trägt ein Freundschaftsspiel am Mittelrhein aus, das sie mit dem Bonner FV. zusammenführt. Rot=Weiß Oberhausen— Turn Düsseldorf Die kämpferisch starke Einheit der Rot=Weißen ist besonders auf eigenem Platz nicht leicht zu sprengen und sie wird mit ihrer vorzüglichen HinEischsen Hallsbans Darmstadt); Knautz(Hindenburg Minden). Schünzel(MsV Leipzig): Dascher(MSV Darmstadt). Brinkmann(Turu Düsseldorf). Stahl(MSV Darmstadt): Roß 1(Hindenburg Minden). Prosser (MSV Leipzig), Röttger(Hindenburg Minden), Klingler(MsV Magdeburg). Roß 2(Minden).— Zivil: Kreutzberg(BfB Aachen); Kieselstein (Leipzig), Frohm(PfR Schwanheim): Teege(Berliner SV 92), Keiter(RSV Mülheim), Kopf(Berliner SV 92); Herrmann(BSV 92), Theilig(Oberalster Hamburg), Berthold(Leivzig), Ortmann (Breslau), Baumann(SE Charlottenburg). Handball=Fachamtstagung in Halle Der Leiter des Fachamtes Handball, Brigadeführer Herrmann, hat für das kommende Wechenende seinen Mitarbeiterstab und die 16 Gaufachamtsleiter zu einer Reichstagung nach Halle(Saale) einberufen. Auf dieser Zusammenkunft sollen die Richtlinien für die kommende Arbeit besprochen und festgelegt werden, die sich aus den verschiedenen in der letzten Zeit getroffenen Maßnahmen für das Fachamt ergeben. Im Westen gibt es folgende Spiele: Gauelf Niederrhein— Kreis Gladbach=Rheydt, Gauliga— Bezirksklasse, Stadtelf Essen II— Stadtelf Mülheim II, Stadtelf Mülheim I— Stadtelf Essen I. Stadtelf Remscheid— Stadtelf Solingen, Tura Bergheim SV Lintfort— Bezirksklasse, Gerresheim 08— Stadtelf Düsseldorf. Auswahlelf Mettmann— Auswahlelf Ratingen, Stadtelf Krefeld— Stadtelf Düsseldorf. Stadtelf Leverkusen— Stadtelf Benrath.— Frauenspiel in Gerresheim: Gauelf Niederrhein— Stadtelf Düsseldorf.— In Wanne=Eickel: Auswahl Westfalen— Hindenburg Minden. in Westsaten Herner am Schloß Strünkede den SV Rotthausen als Gegner erhalten, so daß die Zuschauer in etwa auf ihre Kosten kommen werden. Sv. Vag. Herten— Tus Bochum Wieder stellt sich Sonntag die Spielvereinigung Herten dem heimischen Publikum am„Katzenbusch“ vor. Gast ist diesmal Tus Bochum. In der Hertener Elf fehlt der umsichtige Sturmführer: vielleicht werden gegen Tus Bochum Zymner und Salle die Rollen tauschen, eine Lösung, die zu überlegen wäre. Erle 08— SV Höntrop Die Elf von Erle 08 scheint in erster Linie auf eigenem Platz recht gefährlich zu sein, und das sollte sich auch der SV Höntrop zur Notiz nehmen, zumal die Rothosen vom Hellweg noch nicht ihre Bestform erreicht haben. Höntrop hat bisher am schlechtesten abgeschnitten. und das sollte am Sonntag in allererster Linie für den Ausgang ausschlaggebend sein. Germania Bochum— Hüsten 09 Auf der Kampfbahn an der Castrover Straße erwartet Sonntag Germania Bochum den früheren Südwestfalenmeister Hüsten 09. Sieg und Niederlage wechselten ab, und auch Sonntag ist der Kamnf wieder vollkommen offen. Beide Einheiten, die in früheren Jahren immer im Vordergrunde der Tabelle zu finden waren, konnten bisher noch nicht ganz überzeugen. Städtespiel Dortmund— Hannover Dortmund wird am Sonntag im Zeichen des Jubiläums der Kampfbahn„Rote Erde“ stehen, die jetzt zehn Jahre besteht. Im Mittelpunkt der sportlichen Wettkämpfe steht das Fußball=Städtespiel Dortmund gegen Hannover. Beide Städte haben mit Sorgfalt zwei kampfstarke Mannschaften aufgestellt, so daß die Zuschauer auf ihre Kosten kommen werden. Den Dortmunder Sturm führt der Nationalspieler August Lenz. Aledeertseit termannschaft dem Turu=Sturm, der am letzten Sonntag gegen Krefeld fünf Tore schoß, sehr viele Rätsel aufgeben. Maßstab genommen an den Leistungen, die beide Mannschaften gegen Krefeld gezeigt haben, wird man Turn Düsseldorf die bessere Note zuerkennen, aber solche Vergleiche hinken immer und man soll sie auch in dieser Begegnung nicht anwenden. Mit einem Unentschieden wird am Sonntag in Oberhausen wohl am meisten zu rechnen sein. Schwarz=Weiß Essen— Duisburg 99 Die Essener Schwarz=Weißen haben in drei Spielen bereits zwei Niederlagen erlitten, eine dritte Schlappe am Sonntag gegen den erstmalig eingreifenden TSV. Duisburg 99 liegt sehr nahe. Man hat nämlich von den Schwarz=Weißen bisher so wenig gesehen, daß man ihnen gegen den wieder sehr stark gewordenen Gegner nicht allzuviel Gewinnchancen einräumen kann. Die Gäste sind in der Deckung stark genug, um den Essener Angriff in Schach zu halten, was umgekehrt der Essener Abwehr schon mehr Schwierigkeiten bereiten sollte. Duisburger FV. 08— VfL. Preußen Krefeld Der Papierform nach muß man die Duisburger in Front erwarten, zumal sie auf eigenem Platz stets schwer zu schlagen sind. Im großen und ganzen ist kein großer Unterschied in der Spielstärke zwischen den beiden Mannschaften vorhanden, so daß man einen durchweg ausgeglichenen Kampf erwarten darf, in dem aber doch die kämpferisch stärkeren Duisburger das bessere Ende für sich haben sollten. noch drei sind ungeschlagen Kraftproben für V. f. R. und K. C. s. R. Sülz will hoch Im Gau Mittelrhein hat der V. f. R. Köln die Spitze gegen Tus Neuendorf zu verteidigen, was dem früheren Gaumeister in Höhenberg auch gelingen sollte. Gleichwertige Gegner treffen mit dem Kölner C. f. R. und dem Mülheimer S. V. zusammen. Die Sp. Vgg. 07 Köln=Sülz hat noch nicht das gezeigt, wonach man den Rothosen eine Favoritenstellung einräumen könnte. Gegen die Sv. Vag. Andernach sollte es aber zum Siege reichen. Der spielfreie Bonner F. V. erwartet Fortuna Düsseldorf zum Freundschaftskampf. Da die Düsseldorfer mit Ersatz spielen müssen, ist ein ausgeglichener Kampf zu erwarten. V. s. R. Köln— Tus Neuendorf Für die Höhenberger ist es wichtig, zur Festigung ihres Gewinnvorsprungs abermals auf eigenem Gelände spielen zu können. Die BfR.=Mannschaft tritt gegen Neuendorf als Favorit auf, denn die GauchelElf hat nun einmal ihre stärkste Seite auf eigenem Platz. Es fragt sich allerdings, ob der V. f. R. sich gegenüber dem steilen Aufbauspiel Gauchels die jetzt offensive Stellung seines Mittelläufers Kellersohn erlauben kann. Kölner C. s. R.— Mülheimer S. V. Der Gaumeister will gewiß im ersten Spiel auf dem neuen Gelände in Köln=Riehl wieder mit einer großen Leistung herauskommen. Allerdings liegen ihm die Mülheimer nicht gut, und er mag sich über das bisher enttäuschende Abschneiden des M. S. V. keiner Täuschung hingeben. Sülz 07— Sp. Vag. Andernach Es wird, wenn man schon von dem Neuling aus Andernach keinen Höhenflug erwartet hat, für die Kölner Rothosen höchste Zeit, mit den enttäuschenden Mißerfolgen aufzuräumen, soll der Anschluß nicht gänzlich verloren gehen. Die Sülzer haben die beste Gelegenheit, die ersten Siegpunkte zu holen. Mit dieser Einschätzung wird man gewiß gegen die Andernacher nicht ungerecht. Westbrahscse Beziensnlasse Gau Westfalen Gelsenkirchen: Gelsenguß Gelsenkirchen— S. C. Hassel: Viktoria Recklinghausen— Union Reckling= hausen: Union Gelsenkirchen— B. V. 12 Gelsenkirchen.— Bochum: STV Werne— Wattenscheid 09/30: Tura Altenvoerde— Witten 92; M. B. V. Linden— Sportfreunde Gevelsberg; Preußen Bochum— F. C. Schwelm.— Dortmund: Hagen 72— Unna 08: BV Brambauer— Union Haspe.— Münster: S. u. S. Hüls— BV Rheine: Vorwärts Gronau— Erkenschwick.— Minden: Borussia Lippstadt — Arminia Bielefeld: Union Herford— Bielefeld 06/07: Teutonia Lippstadt— S. u. S. Herford.— Arnsberg: Hemer 08— B. C. Siegen; S. V. Herdringen— Klafeld=Geisweid. Gau Niederrhein Gruppe 1: Borussia Gladbach— Rheydter SpV.; Odenkirchen 05=07— Viktoria Mennrath: Sp. V. Dohr— Eintracht Gladbach; Viktoria Rheydt— SC. Gladbach: Grün=Weiß Viersen— SV. Lürrip. Gruppe 2: SSVg. Barmen— SC. Cronenberg; SSV. Velbert— Eller 04; Ratingen 04— SSP. Haan; VfB. Hilden— BV. 04 Düsseldorf; Germania Küllenhahn— BV. Altenessen: Tura Essen — TSG. Langerfeld. Gruppe 3: Düsseldorf 99— Schwarz=Weiß Barmen: Solingen=Gräfrath— Eintracht Düsseldorf; BV. Lüttringhausen— Tus Ronsdorf; Germania Elberfeld— SSV. Oberkassel: SV. Bayer Leveskusen— BV. Stoppenberg; Tus Helene Essen— BfR. Ohligs. Gruppe 4: BfB Lohberg— 1. FC. Styrum; VfB. Speldorf— Duisburger SpV.: Union Krefeld— Meiderich 06; SV Duissern.— SC. Österfeld; SV. Lintfort— VfvB. Alsum: Kray 04— Kleve 63. Gruppe 5: VfvB. Ruhrort— Borussia Rheinhausen; Thyssen=Hütte Hamborn—.Viktoria Oberhausen; Westende Hamborn— Sp. Vgg. Sterkrade; Kleve 03— Union Hamborn; Meidericher SpV. — Rot=Weiß Essen. Gau Mittelrhein Gruppe 1: Vikkoria— Oberlar. Kölner BB 07 — Vingst 05, Jugend Kalk— SC Blau=Weiß..= Gladbach— Siegburg. Wolsdorf— Allianz. Troisdorf— Nivves 1912. Gruppe?: Kölner BC— Rhenania, Phönix— VfL Poll. Preußen— Bonner BC. Hennef— Bayenthal. Köln=Nord— Union. Godesberg 08— Friesdorf. Gruppe 3: Brachbach— Citorf. Bruche— Betzdorf. Waldbröl— Herdorf. Gummersbach— Daaden. Hohe— Mudersbach. Gruppe 4: VfL Koblenz— Milit. SV Koblenz. Plaidt— Koblenz 1900. Urbar— Klotten, Niedermendig— Kottenheim. Gruppe 5: Engers— SC Neuwied. Viktoria Neuwied— TB Manen. Rheinland Mayen— Neuenahr, Saffig— Hönningen. Der kadsport am Wochenende An diesem Wochenende setzt der Betrieb auf den Winterbahnen richtig ein. Innerhalb der deutschen Grenzen eröffnen die Deutschlandhalle in Berlin und die Hanseatenhalle in Hamburg. Berlin bringt Dauerrennen. Im„Großen Goldenen Rad“. starten Meister Erich Metze(Dortmund), der Hannoveraner Erich Möller, der Bochumer Walter Lohmann und der Franzose Henry Lemoine. Das „Kleine Goldene Rad“ wird von Gröning(Berin), Stach(Berlin), Iffland(Düsseldorf) und Prieto(Spanien) in zwei Läufen über 20 und 30 Kilometer bestritten. Die„Großen" tragen drei Läufe über 15, 25 und 30 Kilometer aus. Außerdem stellen sich unsere Olympiasieger Ihbe=Lorenz und eine Reihe recht guter Amateurflieger aus Kopenhagen vor. Hamburg hat einen anderen Trumpf und wartet mit einem 300=Runden=Mann= schaftsrennen auf an dem elf Mannschaften teilnehmen. Funda=Pützfeld, Ehmer=Hoffmann, ZimsKüster und die Belgier van Blockhoven=van Buggenhout bilden die Gruppe der Favoriten. Die Winterbahn in Gent eröffnet mit einem Mannschaftsrennen, das ohne deutsche Beteiligung vor sich geht. In Paris findet das Sechstagerennen am Sonntag seinen Abschluß. Unter den Teilnehmern befindet sich als einziger Deutscher der Wiesbadener Schön. In Breslau=Lilienthal gibt es noch Dauerrennen im Freien mit Resiger (Breslau), Schindler(Chemnitz). Gilgen(Schweiz) und Alkema(Holland). Auch die Bahn in M. Gladbach führt noch eine Freiluft=Veranstaltung durch, die aber den Amateuren vorbehalten bleibt. In Hannover wird bei einem Saalsportfest ein Radballturnier um den Großen Preis von Niedersachsen veranstaltet. In München wird am Samstag im Rahmen eines Radballturniers für Zweiermannschaften der RV. Schweinfurt 89 gegen den österreichischen Staatsmeister RC. Slovan Wien antreten. Roman von Kurt Uartin verboten e Copyright dy Verlag Neues Leben, Bayrisch=Omato 8 Martha sah überrascht den Bruder an.— Was war das? Erst hätte sie meinen wollen, er spreche von Hans Zacker, der drüben in der Stube wartet, und Unmut wollte in ihr erwachen. Aber des Bruders letzte Worte. Er wußte also, von wem der Almrasch vor ihrem Fenster stammte? Und sprach ganz freundlich von dem Spender? Hatte er endlich eingesehen, daß sie—? Sie fragte hastig:„Du weißt, wer mir die Blumen brachte?" Er lachte. „Ja freilich weiß ich das! Das kann doch kein Geheimnis bleiben! Wozu denn auch! Wenn er dich eben lieb hat.“ „Und drüben ist er in der Stube?“ „Ja, er kam mit mir.“ „Und du, du sagst nichts mehr dagegen, wenn er und ich—“ Sie lief an ihm vorbei hinüber zu der Stube. Er folgte ihr. Weit riß sie die Tür auf und trat über die Schwelle. Doch dann verharrte sie. Alle Freude erlosch in ihren Augen. Vor ihr stand Hans Zacker. Franz Brandner rief hinter ihr:„So, Hans, da bringe ich dir die Martha! Sie hat sich sehr gefreut über den Almrausch, den du ihr gebracht hast. Ich denke, heute seid ihr zwei euch nun wohl einig, heute können wir Verlobung feiern!" Hans kam herbei. Er faßte nach Marthas herabhängenden Händen. „Also gefreut hat dich mein Gruß! Das höre ich gern. Die ganze Nacht habe ich gesucht. Die allerschönsten Blumen wollt' ich dir bringen, Martha! Und jetzt willigst du ein, nicht wahr, jetzt sagst du„Ja“, jetzt bist du meine Braut!“ In Martha war ein einzig großes Staunen. Sie fühlte in diesem Augenblick nur dies: Die Blumen, die ihr so große Freude beim Erwachen brachten, sie kamen nicht von Matthias. Hans Zacker hatte den Almrausch ihr hingelegt, er—. Und wo war Matthias? War er zu spät gekommen? Hatten sie ihn nicht fortgelassen in der Nacht, hatten sie es irgendwie erfahren auf dem Moorhof, daß Matthias ihr Almrausch holen wollte, und ging Hans Zacker nun an seiner Stelle? Doch als Hans Zackers Worte vom Einwilligen und Brautsein an ihr Ohr klangen, fand sie wieder Kraft zur Abwehr. Sie zog die Hände aus den seinen und trat einen Schritt zurück. Erregt forschte sie: „Die Blumen oben vor meinem Fenster, die hast du mir gebracht, die sind vn dir?“ Er zwang den Unmut nieder und fand ein Lachen. „Vom wem denn sonst! Wer käme sonst auf den Gedanken, dir solch einen Gruß zu bringen?" Sie sah ihn ernst an. Sag' lieber:„Wer hat dich auf diesen Gedanden eigentlich gebracht?“ „Mich?“ Ich dachte halt an dich, und daß du Blumen gern hast und daß der Almrausch jetzt so schön blüht. Ja und da holt ich ihn für dich.“ Franz Brandner drängte. „Willst du dem Hans nicht endlich danken, Martha! Warst ja vorhin so erfreut!“ Sie rang nach Worten. Mit aller Kraft zwang sie die Tränen, die ihr in die Augen schießen wollten, zurück. „Ja, ja— ich danke! Aber— ich wollte das ja gar nicht.“ Hans Zacker näherte sich ihr erneut. „'#er ich wollte dir eine Freude bereiten, Martl:! Und Franz hat es ja vorhin eingestanden: es hat dich auch gefreut! Und jetzt—“, er griff wieder nach ihren Händen, jetzt sind wir einig, jetzt bist du endlich mein.“ Sie aber riß ihre Hand zurück. Kühle Abweisung stand in ihren Augen. „Nein, ich bin nicht dein! Und niemals werde ich das sein. Das habe ich dir längst gesagt, Hans, und sage das heute wieder. Es ist nicht recht, daß du mir heute wieder zusetzt. Ich werde niemals meine Ansicht ändern.“ Franz Brandner murrte. „Bist also immer wieder dickköpfig, Martha! Bist unverbesserlich! Am Ende wartest du auf einen Prinzen, der dich holen soll! Oder möchtest eine alte Jungfer werden! Narretei ist das und ich tu nicht mehr mit!“ Traurig senkte sie den Kopf. „Das ist also die Freude, die dieser Tag mir bringt! Vielleicht— ja, vielleicht kommt später am Abend das Glück zu mir.“ Hans Zacker beobachtete sie scharf, und Zorn blitzte in seinen Augen auf. Doch er ließ ihn nicht laut werden. Ganz freundlich sagte er:„Na wart ich halt weiter, Martha. Ich hätte mich aber sehr gefreut, wenn heute alles in Ordnung zwischen uns beiden gekommen wäre.“ Sie hob den Kopf. „Das wird nie, gib alle Hoffnung auf.“ Er wehrte überlegen. „Sag das nicht. Denkt mancher nicht, daß dies und jenes kommt, und dann ist es doch eines Tages da. Der Matthias Riedauer hat sich das auch nicht träumen lassen, daß ihm die Grenzer eines Tages hinter seine Schliche kämen, und nun ist es doch geschehen.“ Martha starrte den Sprecher an, als höre sie nicht recht, als spräche er irre. Und sie fragte: „Was redest du für dummes Zeug? Das glaubst du doch selbst nicht, daß der Matthias schmuggelt. Arm ist er ja, aber ehrlich ist er auch. Ihre Worte reizten Hans Zacker und Franz Brandner fand jetzt gute Gelegenheit, seinem Groll gegen die Schwester freie Bahn zu schaffen. Er höhnte: „Ja, wenn man eins aus dem Schusterhäusl in den Mund nimmt, dann achtest du scharf darauf, daß man da ja kein unrecht Wort sagt. Und vollends der Matthias! Für den legt du die Hand ins Feuer, nicht wahr. So hat der Lump dich schon umgarnt, daß du nicht mehr klar urteilst und„aufrichtig“ von„falsch“ nicht unterscheiden kannst. Wirst dich ja nun davon überzeugen müssen, daß er ein Lump ist, ein erzgemeiner Kerl. Sie werden es ihm beim Gericht schon geben, was er verdient!" Die ganze Stube drehte sich vor Marthas Augen. Sie tastete nach einem Halt, sie rang nach Fassung. Jetzt klang ihre Frage drohend: „Was habt ihr zwei mit dem Matthias? Ich will es wissen!" Franz Brandner fuhr auf:„Sollst es wissen, ja, und jetzt sogleich, damit du endlich siehst, wo du hinausgewollt hast! Damit du zur Vernunft kommst und diesen falschen Kerl verachtest. Verhaftet hat man ihn! In dieser Nacht haben die Grenzer ihn erwischt. Oben beim Hohen Rist, als er von drüben über die Grenze wechselte, mit einem mächtig vollen Rucksack. Der Kommandant war selbst dabei. Sie haben ihn schon lange in Verdacht gehabt. Und diese Nacht geriet er in ihre Hände. Den ganzen Sack hatte er voll Zigaretten, die er wieder herüberschmuggeln wollte. Und auf dem Moorhof waren die Grenzer auch in der Nacht, haben des. Burschen Kammer ausgesucht. Doch das kann Hans dir besser sagen.“ Und Hans Zacker ergänzte den Bericht. „Es ist schon so, wie Franz es erzählt. Um Mitternacht— wir schliefen alle schon— pochten die Grenzer ans Haus. Der Vater dachte, die sind verrückt geworden, daß sie nachts auf dem Moorhof, beim Bürgermeister, Haussuchung halten wollten. Doch nur für des Matthias Kammer hatten sie Interesse. Ja, und es war auch nicht umsonst, ihr Suchen. Im Schrank versteckt fand man bei ihm etliche Tausend Zigaretten und einen ganzen Berg Zigarren. Alles geschmuggelt! Oben am Hohen Rist erwischten sie ihn dann. Jetzt fährt er schon mit Deinler nach der Stadt, er kommt natürlich ins Gefängnis. Wird eine hübsche Strafe abbekommen, der verdammte Kerl!" Martha hatte die Augen geschlossen. Alles Blut drängte zu ihrem Herzen. Aber sie überwand die Schwäche. Sie richtete sich auf. Hart war ihr Blick. Erst sah sie den Bruder an, dann Hans Zacker. „Und das soll alles wahr sein? Er ist unschuldig.“ Franz Brandner fuhr sie zornig an:„Denkst du am Ende, daß wir dich veralbern, daß wir hier etwas erzählen, was nicht wahr ist?" Und Hans Zacker war nicht mehr Herr über seinen Groll. „So, unschuldig sagst du! Und all das Schmuggelgut in seinem Schrank, in seinem Rucksack? Ist das kein Beweis?“ „Was sagt Matthias denn zu all dem?“ „Was soll er sagen! Er leugnet, der feige Kerl! Hat nicht einmal den Mut, die Wahrheit zu gestehen, wo nun doch alles aufgedeckt ist!“ „Und wenn er nichts zu gestehen hat?“ „Herrgott, er ist doch aber überführt!“ Sie gab nicht nach. „Wer weiß, wie das zusammenhängt! Unschuldig ist er, das ist gewiß. Und alles andere—“ Franz Brandner griff nach ihrem Arm. „Willst du am Ende dem Burschen jetzt noch beistehen? Schämst du dich nicht, so daherzureden? Willst du dich im ganzen Dorf verlachen lassen? Bist du närrisch, Martha? Jetzt ist es aber völlig aus mit meiner Langmut, jetzt handle ich, daß du es weißt!" Sie sah den Bruder fest an. „Handeln, ja, du hast schon recht.— Und mir kommt es jetzt zu, das Handeln!“ Sie lief zur Tür. Dort blieb sie nochmals stehen und sah zurück. „Am Hohen Rist hat man Matthias also überrascht. Wer sagst das?“ Hans Zacker sah finster zu ihm hin. „Die Grenzer! Wer denn sonst!“ „Und gleich“ am Hohen Rist haben sie den Matthias festgenommen?“ „Ja, freilich! Sie werden sich natürlich vorgeehen haben, daß er ihnen nicht auskam.“ „Wann mag das wohl gewesen sein?“ „Der Deinler sagt, in der dritten Stunde sei es gewesen. „Zu wem hat er das gesagt?“ Hans Zackers Stimme grollte. „Zu mir und zu dem Vater, zu uns allen—“ „Wo hat er es gesagt?“ „Ja, wie du fragst! Als er beim Moorhof vorüberkam, hat er es erzählt.“ „Ich dachte, er hätte dich oben am Hohen Rist getroffen, Hans. Du warst doch auch irgendwo dort oben in dieser Nacht.“ Franz Brandner fuhr dazwischen. „Was soll das? Warum fragst du so?“ Sie achtete nicht seiner. Sie sah unverwandt Hans Zacker an. „Wie war das? Hast du niemand dort am Hohen Rist gesehen?" „Keine Menschenseele! So weit, wo die Grenzer gingen, wo sie den Kerl erwischten, war ich nicht.“ Da wandte sie sich um und öffnete die Tür, schritt aus der Stube. Nun stand Martha Brandner wieder oben in ihrer Kammer und lichtes Sonnengold flutete in den kleinen, freundlichen Raum. Die leidvollen Augen Marthas vermochten das Licht ringsum nicht zu ertragen. Mit müden Schritten trat sie zum Fenster, wollte die Gardinen dicht zusammenziehen, dem Sonnenlicht den Eintritt wehren. Doch ihre Hände zauderten. Die Blumen da auf ihrem Fensterbrett!— Wie voller Glück war sie gewesen, als heute früh ihr Blick zum ersten Male darauf fie!! Welche liebe Botschaft vermeinte sie diesen schönen Blüten zu entnehmen, welch festes Hoffen und Glauben an ihr Glück in naher Zukunft hatten sie in ihr geweckt!— Und nun vorbei. Sie reckte sich. Nein! Fort mit all den Blüten! Was ihr Hans Zacker brachte, das war ihr keine Freude! Und was der ihr an diesem Morgen brachte, das war ihr widerlich!“ Unten sah sie die Magd laufen, und sie rie hinab: Komm her! Halt deine Schürze auf! Ja, so!“ Und hastig griffen ihre Hände in die Menge der grünen Zweige. Alles warf sie hinab, dem Mädchen in die Schürze. Sie trat zurück und zog die Gardinen zu. Aufschluchzend barg sie den Kopf in ihren Händen. „Matthias!“ Noch immer stand sie vor etwas ganz Unfaßbarem und mußte sich doch sagen: Gewiß war alles so, wie ihr die beiden berichtet hatten, gewiß war der, an den sie heut so viel gedacht, längst fort zur Stadt! Nur dieses eine war nicht wahr: daß er sich vergangen hatte, daß er Unrecht tat! Wie war das alles zugegangen in dieser Nacht? Wie?— Sollte es keine Hilfe für Matthias geben? Sie dachte an seine kranke Mutter, und sie stöhnte. „Es wird sie töten!“ Sie raffte sich auf. Hastig trocknete sie die Augen. Ja, jetzt gab es nur einen Weg für sie: zu seinen Eltern! Hören, was die wußten! Sie eilte wieder hinab und durch den Flur über den Hof, fort, fort. Sie sah und hörte nichts auf diesem Wege. Ihr Herz schlug schwer. Dann stand sie in der Stube des Schusterhäusls. Am Tisch saß ganz in sich zusammengesunken der alte Riedauer. Er hatte ihr Kommen wohl gar nicht gehört. Bang sah sie ihn an. Sie näherte sich ihm langsam und flüsterte:„Wie leid Sie mir doch tun!" Da hob der Mann den Kopf. „Die Martha Brandner!— Ja, jetzt hat es uns vollends gepackt, das Unglück!“ Sie stand bei ihm und legte ihm die Rechte auf die Schulter. „Mir nsissen alles versuchen, Matthias schnell zu helfen.“ Er lachte bitter. „Ist keine Hoffnung! Dem hilft kein Mensch mehr aus der Not! Bedenk doch, Mädchen: oben am Hohen Rist haben die Grenzer ihn ja auf frischer Tat ertappt, haben bei ihm den Rucksack voll Schmuggelgut gefunden! Und drüben auf dem Moorhof in des Matthias' Kammer da suchten sie ja auch, und was sie alles fanden!“ Sie stöhnte. „Und warum kam das so?— Um meinetwillen! Ich— ich ganz allein bin daran schuld, daß der Matthias heute ins Gefängnis kam, nur ich!“ Er faßte das nicht. „Das gibt's ja nicht! Was hätte die Martha Brandner dazu getan, daß man den Matthias heute verhaftete!“ Martha war ganz gefaßt. Ernst versicherte sie: „Es ist so, wie ich sage. Nie wäre ihm das zugestoßen, wenn ich nicht war.“ „Aber warum denn nur um alle Welt! Das ist ja Einbildung!“ „Nein, nein! Das ist ganz sicher so! Wäre der Matthias wirklich ein Schmuggler, dann hätte ihn einmal das Unglück ereilen können. Aber alles traf ihn meinetwegen; denn das erste, das ist doch niemals wahr.“ Lukas Riedauer hob die Hände. „Das erste, das ist nicht wahr, sagst du! Das mit dem Schmuggel! So glaubst du dem Matthias, daß er schuldlos ist?“ „Ganz fest weiß ich das! Niemals tat Matthias so etwas. Er ist kein Schmuggler.“ Die zitternden Hände des alten Mannes faßten Marthas Rechte und preßten sie. „Ganz fest glaubst du es!— Wie das gut tut, wenn ein Mensch so von dem Matthias spricht! — Ja, ich hätte mir's ja denken können: Du würdest nicht verächtlich vom Matthias reden! Wie wird die Mutter froh sein— an diesem bitter harten Tage froh sein—, wenn du so zu ihr sprichst! Aber das sag nie mehr, daß du schuld „Doch, ich wiederhole es! Nur ich bin schuld an allem Leid, das heute den Matthias traf und damit euch alle hier im Haus.“ Sie zögerte. Dann fuhr sie fort: „Weil— ich dem Matthias gut bin, deshalb soll er jetzt ein schlechter Mensch sein.“ Groß sah der alte Mann sie an: „Du— weil du—. Ja, aber Martha—“ Sie wandte sich zur Tür. „Ich will hinauf zur Mutter. Ich will ihr sagen—“ Langsam zog sie die Tür ins Schloß. Lukas Riedauer starrte lange noch auf die Stelle, wo sie vor kurzem stand. „Ja— ist schon so, wie ich dachte.— Sie ist ihm gut!— Und jetzt— und jetzt—“ Lange saß Martha am Lager von Matthias' Mutter. Die kranke Frau gestand: „Es ist mir leichter jetzt, weil ich nun weiß, daß eine da ist— außer uns die an Matthias glaubt. So hart war's, als die Grenzer kamen. Ja, und der Matthias! Nicht noch ein einziges Mal habe ich ihn sehen dürfen. Fort mußte er! — Wenn ihn das jetzt zerschlägt—“ Martha wehrte. „Das darf nicht sein!„Alles müssen wir versuchen, daß er freikommt, daß alles aufgeklärt wird!" „Wie wollen wir ihm helfen?" Martha senkte den Kopf. „Leicht wird es freilich nicht sein. Zu vieles spricht gegen ihn. Und doch muß es gelingen! Und glauben müssen wir an ihn!“ Sie strich über die Hand der alten Frau, die kraftlos auf der Decke lag. „Ich komme wieder, bald! Doch jetzt muß ich fort. Ich will versuchen, den Kommandanten anzutreffen. Er soll mir alles sagen, wie das war in der Nacht.“ Sie eilte hinab, lief aus dem Haus die Straße abwärts. Erst als sie vor dem Zollhaus stand, das an der Straße nach Polling lag, verharrte sie einen Augenblick. Nur ruhig werden! Und alles gut überlegen! Auf jede Antwort achten!— Sie trat ein, fragte nach dem Kommandanten und atmete auf, als es hieß, er sei in seinem Zimmer. Ohne Zögern pochte sie an die Tür und öffnete. Am Schreibtisch saß Ruprecht Deinler. Er sah ärgerlich auf, als— ohne sein Herein abzuwarten— jemand ins Zimmer trat. „Was ist denn?— Ach, Sie sind es, Fräulein Brandner? Was führt Sie denn zu mir?“ Er hatte sich erhoben und kam auf sie zu. Ernst sah sie ihn an. „Ich komme wegen Matthias Riedauer. Ich möchte Sie verschiedenes fragen und bitten muß ich, daß Sie mir alles, was ich wissen will, wahrheitsgemäß sagen.“ Er staunte und verhüllte ihr seine Ueberraschung nicht. „Deswegen sind Sie da?— Ja, was in aller Welt kann dieser Bursche Sie interessieren? Der sitzt jetzt sicher im Gefängnis drin in Ohlau.“ Sie gestand: „Ich möchte gern verschiedenes von heute nacht erfahren, weil ich an des Matthias Schicksal Anteil nehme und niemals glaube, daß er Unrecht tat.“ „Ja, aber hören Sie! Wo wir den Burschen doch auf frischer Tat ertappten! Im Rucksack, den er auf dem Rücken trug, fand sich das Schmuggelgut, und der Schrank in seiner Kammer auf dem Moorhof barg—“ „Wie kamen Sie denn darauf, dort in der Kammer nachzuschauen?“ „Sie fragen sonderbar! Wir hatten längst Verdacht gegen Matthias Riedauer, sehr begründeten Verdacht, wie es sich nun zeigte.“ „Und wie kam es eigentlich zu dem Verdacht?“ „Das kann ich Ihnen nun schon nicht so genau erklären.— Sie glauben offenbar immer noch nicht, daß er ein ganz durchtriebener Schmuggler ist?“ 99 „Er ist das nicht.“ Deinler furchte die Stirn. „Hören Sie, es wird das wohl weit besser von uns beurteilt werden können als von Ihnen! Und überhaupt— was haben Sie denn nur? Was geht der Kerl Sie an?“ „Er ist zu Unrecht von Ihnen heute ins Gefängnis gebracht worden.“ „Was Sie nicht sagen!“ „Wie kam es denn, daß Sie gerade in der vergangenen Nacht ihn trafen?“ „Wir sahen ihn des Nachts mit leerem Ruckack vom Moorhof fortgehen.“ „Sagen Sie mir noch dies: Sie folgten ihm also heute nacht?“ „Nicht gleich!— Der leere Rucksack nützte uns a nichts! Er sollte ihn nur erst füllen! Inzwischen besuchten wir seine Kammer auf dem Moorhof.“ „Und dort fanden Sie im Schrank das Schmuggelgut? Warum haben Sie denn nicht längst, und zwar bei Tag in Anwesenheit des Matthias, ihm gesucht?" (Fortsetzung folgt.) I L kein Deutscher hungern und frieren". In soldatischer Disziplin und kämpierischer Härte wollen wir auch diesen Kampf gegen die Not beginnen und dem Führer eine treue Gefolgschaft sein. Winterhilfswerk des deutschen Volkes. Gau Westsalen=Süd. Die Monatskürplakelle Der Kampi beginnt. An deutschen Türen ruft die erste Plakette des Winterhilfswerkes 1936/37 auf zum Kampf. Die jugendlich kämpferische Gestalt, die der Künstler auf dieser ersten Plakette formte, ist Deutschland selbst: seine harte Jugend, sein fester Wille, die Not zu zwingen, seine kühne Entschlossenheit, in allen Stürmen, die kommen werden, festzustehen.„Der Kampf beginnt." Das ist so einfach gesagt. und doch liegt in der Einfachheit dieser Feststellung schon die Gewißheit des Sieges. Wir schmücken unsere Türen mit diesem ersten Kunstblatt des WHW. nicht zum Zeichen, daß wir unserer selbstverständlichen Pflicht nachgekommen sind, durch unser Opfer Mitkämpfer zu sein, sondern um nach außen hin die Geschlossenheit des ganzen Volkes zu zeigen, das nur einen Willen hat, durchzuhalten, es komme, was da wolle. Der Kampi beginnt! Der Glaube eint! Der Wille siegt! Betriebsinspektor Vergassessor Kaiser zum Betriebsdirektor von„Erin“ ernannt Betriebsinspektor Bergassessor Kaiser wurde am gestrigen Tage zum Betriebsdirektor der Schachtanlage„Erin" ernannt. Betriebsdirektor Bergassessor Kaiser wurde am 3. August 1898 zu Oppeln geboren. Nach Bestehen des Notabiturs meldete er sich am 3. Juni 1916 zum Heeresdienst. Bis zum 31. März 1919 war er im Felde, und zwar an den Fronten im Osten und im Westen zunächst als Jäger zu Pferde und dann bei der Insanterie. Mit Auszeichnung nahm er später an den Kämpfen gegen Spartakus teil. Im März dieses Jahres wurde er nach Ableistung der Uebungen zum Oberleutgant d. R. befördert. Sein Patent als Bergassessor erhielt er nach Beendigung des Hochschulstudiums am 23. Dezember 1924. Bergassessor Kaiser übernahm am 1. Oktober 1933 die Leitung der Zeche„Erin“, nachdem er sich vorher auf den Zechen„Adolf v. Hausemann“ in Mengede und„Zollern“ in Kirchlinde betätigt hatte. Die drei Jahre seiner Arbeit auf„Erin" fallen in die Zeit des wirtschaftlichen Wiederaufstiegs unseres Vaterlandes. Unter seiner Leitung ist auf der Zeche „Erin“ ungemein viel in dieser Richtung geleistet worden. So wurden der Betrieb über Tage in großzügigster Weise modernisiert und erweitert und auch im Untertagebetrieb vielen Volksgenossen durch Neueinstellung Arbeit und Brot gegeben. Besonders am Herzen liegt Betriebsdirektor Bergassessor Kaiser das Ausbildungswesen und die Sportpflege. worüber wir noch jüngst gelegentlich der Weihe der Turnhalle und der neuen Anlernwerkstatt ausführlicher berichteten. Eine Ehrenkrone ist das Alter 80 Jahre alt Am heutigen Tage vollendet unser Mitbürger Franz Wildschütz. Wittener Straße 376. sein 80. Lebensjahr. Der allverehrte Altersjubilar wurde am 10. Oktbr. 1856 zu Holtum. Kreis Soest, geboren. Seit mehreren Jahrzehnten lebt er aber bereits in Castrop= Rauxel 5. Seine Ehe wurde mit 10 Kindern gesegnet. von denen noch 5 Töchter und 1 Sohn am Leben sind. Im kommenden Jahre hofft er das Fest der Goldenen Hochzeit feiern zu können. Wir rusen dem verehrten Altersjubilar am heutigen Tage ein kräftiges„Glück auf" zu und wünschen, daß ihm noch ein recht langer und ungetrübter Lebensabend beschieden sein möge. Nat.=Soz. Kriegsopferversorgung Ortsgruppe Castrop=Rauxel=Nord Kreisleiter Niever spricht Am heutigen Samstag um 20 Uhr findet im Lokale Meier Castrop=Rauxel 3. Adolf=Hitler= Straße 81, die fällige Versammlung der Mitglieder der Ortsgruppe Castrov=Rauxel=Nord der Nat.=Soz. Kriegsopferversorgung statt. Diese Versammlung wird für alle Frontsoldaten. Kriegsbeschädigte und Hinterbliebene von besonderer Wichtigkeit sein. Als Redner dieses Abends wird der Kreisleiter der NSDAP., Pg. Niever, Herne, grundlegende Worte an die Ehrenbürger des 3. Reiches richten. Kein Mitglied darf an diesem Abend fehlen! Las Zählen sprechen! Was die Standesamtseintragungen des Monats September 1936 erzählen Kommen, Werden und Vergehen Im Monat September 1936 wurden auf den drei Standesämtern der Stadt Castrop=Rauxel insgesamt 83 Geburten zur Eintragung gebracht. Damit fiel die Zahl der Geburten, die im Monat August auf 111 angestiegen war. wieder auf die Geburtenzisser vom Juli zurück. Vergleichsweise seien noch folgende Zahlen genannt: Juni 116. Mai 96. April 87. März 113. Februar 95. Januar 103. Dezember 87. November 90. Oktober 91 Geburten. Von den Neugeborenen waren 42(August 51) Knaben und 41(60) Mädchen. Zwillingsgeburten waren 1(3) zu verzeichnen und zwar betrafen sie 1(3) Knaben und 1(3) Mädchen. Bei der 1(2) Totgeburten handelte es sich um einen Knaben(). Mädchen(). Nach dem bisherigen Familienstande waren von den Eheschließenden: ledig: Männer 29(40), Frauen 30(35); verwitwet: Männer 5(). Frauen 3(); geschieden: Männer 1(), Frauen 2(). Dem Religionsbekenntnis nach waren von den Ehepaaren: katholisch 19(13); evangelisch 8(14): katholisch und evangelisch 7(15); sonstige 1(—). Die Standesämter der Stadt Castrov=Rauxel brachten im Monat Juli weiter zur Eintragung 21 Sterbefälle 35 Eheschließungen wurden im Monat September vor den Standesämtern unserer Stadt vorgenammen; das bedeutet auch hier eine bedauerliche Rückwärtsentwicklung, da im Vormonat 42 Eheschließungen zu verzeichnen waren. Die Zahlen der Vormonate sind: Juli 36. Juni 28. Mai 42. April 29. März 42. Februar 36. Januar 28. Dezember 39. November 41. Oktober 43. September 1935 36 Eheschließungen. Von den Eheschließenden waren bis 20 Jahre alt: Männer—.(—). Frauen 1(); 20 bis 25 Jahre alt: Männer 7(). Frauen 17(15): 25 bis 30 Jahre alt: Männer 16(22), Frauen 8(17); 30 bis 40 Jahre alt: Männer 6(11). Frauen 5(); über 40 Jahre alt: Männer 6(), Frauen 4(). In den Monaten August und Juli waren je 34 Sterbefälle zu verzeichnen, während es deren im Juni 51 gab. Im Mai waren es 31, im April 52, im März 43, im Februar 53. im Januar 46, im Dezember 53 und im November 50. Von den Toten des Monats September standen im Alter bis zu 1 Jahr 6(12); von 1 bis 5 Jahren 1(); von 5 bis 15 Jahren—(); von 15 bis 20 Jahren—(); von 20 bis 40 Jahren 4(); von 40 bis 60 Jahren 2(); über 60 Jahre 8().— Als Todesursachen wurden amtlich mittelt: Masern—(): Grippe ohne Angabe einer Lungenerkrankung—(): Tuberkulose der Atmungsorgane 2(): Krebs= und andere bösartige Neubildungen 4(); Zuckerkrankheit—(): Gehirnschlag und Lähmung ohne nähere Angabe 1(); Herzkrankheit 2(); Bronchitis 1(); Lungenentzündung 1(): Nierenentzündung—(): Frühgeburt 3(): Angeborene Mißbildungen. Lebensschwäche. Geburtsfolgen unter 1 Jahr 3(); Altersschwäche 1(—): Selbstmord 1(—); Verunglückung—(); Alle übrigen Todesursachen 2(). Aus der Evgl. Gemeinde Habinghorst Die langjährige Gemeindeschwester der Evgl. Gemeinde Habinghorst. Auguste Blauert, ist in den vorläufigen Rubestand getreten, um sich ganz der Pflege ihrer 90jährigen Mutter in Iserlohn widmen zu können. Schwester Auguste hat in 23= jähriger treuer Arbeit für die Gemeindeangehörigen recht segensreich gewirkt, so daß man sie nur ungern scheiden sah. Ihre Nachfolgerin wurde Schwester Elise Müller, die ihren Dienst inzwischen angetreten hat. Aufkauf von Butler beim Erzeuger verboten Gemäß einer Anordnung des Milchwirtschaftsverbandes Rheinland=Westfalen über den Handel mit nicht molkereimäßig hergestellter Butter(Landbutter=Anordnung) vom 14. September 1936. die am 1. Oktober 1936 in Kraft getreten ist, dürfen mit Butter handelnde Personen nicht molkereimäßig hergestellte Butter(Land= und Kochbutter) nur bei Molkereien oder Sammelstellen erwerben. Ausnahmen sind nur auf Grund einer besonderen schriftlichen Erlaubnis des Milchwirtschaftsverbandes Rheinland=Westfalen gestattet. Verstöße gegen diese Anordnung werden mit Ordnungsstrafen bis zu 10.000 RM. im Einzelfalle bestraft. Hausfrau, laß dein Gemüse nicht verderben! Alle fleißigen Arme regen sich, der deutsche Boden gibt her. was er kann, damit dem deutschen Volke die Nahrungsfreiheit erkämpft wird. Das ist aber nur dann möglich, wenn wirklich nichts mehr von dem. was mühsam auf der deutschen Scholle erzeugt wird. durch Verderb der deutschen Volkswirtschaft wieder verloren geht. Wieviel Gemüse geht z. B. immer noch im deutschen Haushalt verloren, weil es falsch aufbewahrt wird. Frisches Gemüse soll man nach dem Einkauf fest in Pavier einwickeln und kühl und luftig lagern. Man achte auf Befolgung dieser Vorsichtsmaßregel besonders bei allen Arten von Salaten, deren Blätter sonst leicht welk werden. Wenn irgend möglich, verwende man frisches Gemüse immer schon am Tage des Einkaufs Kruges“ und des„Robert Guiskard"; der dritte Tag vormittags einen Vortrag von Professor Dr. Obenauer=Bonn, abends die Aufführung des„Amphitryon“, der vierte Tag vormittags eine große Kundgebung für Jugend und Volk mit der Aufführung zweier musikalischer Werke, die in Verbindung zu Kleist stehen unter der Leitung von Professor Leopold Reichwein, und zwar der Ouvertüre zur„Phenthesilea" von Hugo Wolf und des Marsches zum „Käthchen von Heilbronn“ von Pfitzner. Diese Kundgebung wird weiterhin Begrüßungsansprachen des Präsidenten der Kleist=Gesellschaft und eines Vertreters der Stadt Bochum. ferner die Festansprache des Präsidenten der Reichstheaterkammer. Ministerialrat Dr. Rainer Schlösser, umfassen. Für den Abend ist die Aufführung der„Penthesilea" vorgesehen. Für den fünften Tag ist morgens eine Vorstandssitzung der Kleist=Gesellschaft, abends die Vorstellung des„Käthchen von Heilbronn" vorgesehen. für den sechsten Tag morgens ein Vortrag des Präsidenten der Kleist=Gesellschaft Professor Dr. Georg Minde=Pouet. abends die„Hermannsschlacht" und für den 7. Tag morgens die Mitgliederversammlung der Kleist=Gesellschaft, abends die Aufführung des „Prinz von Homburg“ und die Schlußfeier. Die künstlerische Gesamtleitung der Kleist=Woche sowie sämtliche Inszenierungen unterstehen dem Intendanten des Bochumer Stadttheaters Dr. S. Schmitt. Das Bochumer Stadttheater bestreitet die Aufführungen aller Kleist=Werke aus eigenen Kräften. Diese Kleist=Woche dürfte nach der Grabbe=Woche die nächste große Veranstaltung dieses Jahres sein Aus amll. Bekanntmachungen der Stadt Castrop-Rauxel Vergebung von Arbeiten und Lieferungen Nachgenannte Arbeiten und Lieferungen sollen vergeben werden: a) Verlegung eines Kanals vor dem Hause Goldschmieding: b) Herstellung einer Stützmauer in der Bochumer Straße: c) Lieferung von Randsteinen aus Basaltsplittbeton u. Basaltsplittbetonplatten Los 1. 2 u. 3: d) Herstellung eines Zementvlattenbelags in der Bahnhofstraße Los 1, 2 und 3; e) verschiedene Pflasterarbeiten; f) Pflasterarbeiten in der Kottenburgstraße Ecke Kottenburger Schlucht. Entsprechende Angebotsvordrucke sind auf dem Bauverwaltungsamt. Mühlenstraße 4. Zimmer 5/6. gegen Zahlung der Verwaltungsgebühr erhältlich (solange Vorrat reicht). Die Angebote sind bis Samstag, den 17. Oktober 1936. 10 Uhr, dem Tiefbauamt, Mühlenstraße 4, Zimmer 1/2, in verschlossenem mit entsprechender Aufschrift versehenen Umschlag einzureichen, woselbst die Oeffnung im Beisein etwa erschienener Bieter erfolgt. Später eingehende Angebote können nicht berücksichtigt werden. Castrov=Rauxel, den 9. 10. 1936. Der Oberbürgermeister. Aus den Vereinen Kolvingfamilie. Mittwoch, den 14. Oktober, abends 8 Uhr. ist Zusammenkunft und Vortrag. Jungfrauenverein. Dienstag. den 43. Ottober, abends 8 Uhr, Zusammenkunft und Handarbeit. Kirchenchor. Donnerstag. den 15. Oktober, abends .30 Uhr. ist Gesangstunde. Vorromäusverein. Die Bücherausgabe ist Sonntag. den 11. Oktober, vormittags von 10.30—12 Uhr in der Pfarrbücherei. Die Gemeinnützige Baugenossenschaft„Unser Heim“ hält Sonntag, den 11. Oktober. Mitgliederversammlung ab. und zwar nachmittags 5 Uhr im Vereinshaus(Pfarrvikarie). Pfarrvikarie„Zu den hl. Schutzengeln“(Frohlinde) .30 Uhr Frühmesse mit gem. hl. Kommunion;.30 Uhr Hochamt;.30 Uhr Andacht. Herz=Jesu=Pfarre(Bahnhof Rauxel) 7 Uhr Frühmesse mit gem. hl. Kommunion; 9,30 Uhr Hochamt: .30 Uhr Andacht. uhr Hochamt; St.=Joseph=Pfarre(Habinghorst) .30 Uhr erste hl. Messe; 7,30 Uhr zweite hl. Messe mit Predigt; .45 Uhr Hochamt;.30 Uhr Andacht. St.=Autonius=Pfarre(Idern) 6,30 Uhr hl. Messe:.45 Uhr Frühmesse mit Predigt und gem. hl. Kommunion;.45 Uhr hl. Messe mit voln. Gesang: 10 Uhr Hochamt mit Predigt;.30 Uhr Andacht. „St. Marien“(Merklinde) 7,20 Uhr Frühmesse; 10 Uhr Hochamt; 2,30 Uhr Andacht. Kirchlinde..30 Uhr hl. Messe; 8 Uhr hl. Messe mit Predigt; 10 Uhr Hochamt; 2 Uhr Andacht. Marten. 7 Uhr Frühmesse; 8,30 Uhr zweite hl. Messe: 10.30 Uhr Hochamt,.30 Uhr Andacht. Evangelische Gottesdienstordnung Uhr Die drei bekannten amerikanischen Mannschaftsfahrer Croßley. Walthour und Levage haben in der Dortmunder Westfalenhalle ihr Trainingsquartier aufgeschlagen. Da auch die in Amerika so überaus hon am Tage des Einkaufs. erfolgreichen Dortmunder Kilian— Vovel in Winterfeste Gemüse kann man gut im trockenen der Westfalenhalle trainieren, sind die Amerikaner Keller auf Latten liegend aufbewahren, von Zeit zu rasch heimisch geworden, denn die fünf haben jenseits Zeit müssen allerdings äußere saule Blätter entfernt des großen Teiches gute Freundschaft geschlossen. werden. Hat man einen Garten, in dem man selber Castrop. 8 Uhr Frühkirche, Vikar Wortmann; 10 Uhr Hauptgottesdienst, anschl. Beichte u. Feier des hl. Abendmahles, Pastor Rothe: 11.15 Uhr Gottesdienst auf Schwerin: 11,30 Uhr Kindergottesdienst; 2 Uhr Kindergottesdienst. Sonntag.30 Uhr Blaukreuzverein. Dienstag.30 Uhr Frauenhilfe 2, 8 Uhr Kirchenchor. Mittwoch 8 Uhr Bibelstunde im Wichernhaus. Donnerstag 3 Uhr Frauenhilfe 1, 4 Uhr Frauenhilfe Schwerin. 8 Uhr Vorbereitung zum Kindergottesdienst. Freitag 5 und 8 Uhr Gemeindejugendbibelstunde, 8 Uhr Bibelstunde. Bladenhorst. Sonntag 10 Uhr Gottesdienst, Pastor Fritsch: 11 Uhr Kindergottesdienst. Habinghorst. Sonntag 10 Uhr Hilfsprediger Engau; 11.15 Uhr Kindergottesdienst: 12 Uhr Taufen und Trauungen in der Kirche. g e s a h r e r J u g e n d b i h e l k t u n d e, D i e n s t a g 2 0 U h r i m G u s t a v= A d o l f= H a u s. H e l Kumieren in der Dortmunder Westfalenhalle serkreis Freitag 20 Uhr im Gutav=udolsZaus Sport Amerikanische Sechstagefahrer MANDERBACH-DKN Oesss-een: Verlangen Sie bilte Vorführung durch den Geueral-Vertreter Willv Holtkotte, Castrop-Rauxel 1. Bahnhofs r. 4. Ruf 2940 Automobf.- Anhänger billig: gut dauernett Feierstunde der Hitler=Jugend Am heutigen Samstag um 17.30 Uhr findet im August=Pfafs=Heim in Castrop=Rauxel. Oberschlesien= straße. im Rahmen einer Feierstunde die feierliche Verleihung aller bisher beim Bann 259 eingegangenen HJ.=Ehrenabzeichen durch den Kreisleiter Pg. Nieper statt. Diese HJ.=Ehrenabzeichen stellen nur einen Teil der beantragten dar. Die betrefsenden Jugendgenossen sind von der Bannführung aus schriftlich benachrichtigt worden. Die Abzeichen der Jugendgenossen, die von der Bannführung nicht benachrichtigt sind sind noch nicht eingegangen. Anfragen erübrigen sich demnach. Mit dem HJ.=Ehrenabzeichen wird eine Besitzurkunde verlieben. Die Volksabstimmung im Heimatmuseum Die Volksabstimmung im Heimatmuseum geht„Kleists Vermächtnis“ vom 15. bis 21. November im heute. Samstag. 15—19 Uhr. und morgen. Sonntag. Stadttheater Bochum. veranstaltet von der Stadt von 10—13 Uhr, weiter. Es gilt. die Arbeiten aus Bochum und von der Kleist=Gesellschaft in Verbindem Preiswettbewerb„Vastler und Kleinkunstge= dung mit der RS.=Kulturgemeinde. unter der Schirmwerbler an die Front“ zu begutachten und auf einer herrschaft von Reichsleiter Alfred Rosenberg stattfinWahlfarte die Arheiten zu bezeichnen, denen ein der liegt nen das senaus Bragra Kohl gezogen hat, so ziehe man ihn mit der Wurzel aus und hänge ihn auf einem frostfreien Boden auf. Wenn man beim Blumenkohl die Schnittstelle mit Siegellack bedeckt und ihn dann aufhängt, hält er sich lange frisch. Wenn man Mohrrüben. Schwarz= wurzeln und Suppengemüse gut und dauerhaft aufbewahren will, dann legt man sie am besten in trockenen Sand. Theater Konzerte Vorträge Stadttheater Bochum Samstag. 10 Oktbr., 20 Uhr:„Die Hermanns=#schlacht". Drama von H. v. Kleist.— Sonntag, 16 Uhr: Geschl. Vorstellung— 20 Uhr„Das Käthchen von Heilbronn“. Schauspiel von H. v Kleist.— Montag. 20 Uhr: Gast viel der Köln. Oper:„Don Juan“ Oper von W. A. Mozart. Dienstag: Geschl. Vorstellung.— Mittwoch. 20 Uhr:„Das Käthchen von Heilbronn“.— Donnerstag und Freitag: Geschlossen. Samstag. 17. Okt., 20 Uhr: In neuer Einstudierung:„Robert Guiskard“ Fragment von H. v. Kleist. Hierauf:„Der zerbrochene Krug". Lustsviel von H. v. Kleist.— Sonntag. 18. Okt., 16 Uhr: Geschl Vorstellung.— 20 Uhr:„Das Käthchen von Heilbronn". Das Tagungsprogramm der Die Veranstaltungsfolge der Aufführungen und Vorträge Für die Kleist=Festwoche Das erste Training der Amerikaner in Dortmund war außerordentlich interessant. nicht nur. weil alle drei Proben erstaunlichen Antritts gaben, sondern auch wegen der geradezu akrobatischen Körper= und Radbeherrschung, die sie auf der Bahn bewiesen. Sie besitzen einen Vorrat von Tricks und Kunststückchen, die jedem Varieteekünstler zur Ehre gereichen würden. Alle drei haben bereits eine ausgezeichnete sportliche Laufbahn hinter sich. Der Kanadier Levage der Partner von Audy. hat bereits fünf Sechstagerennen gewonnen, sechs zweite, drei dritte und zwei vierte Plätze erkämpft. Waltbour ist einer der hervorragendsten und bekanntesten Mannschaftsfahrer Amerikas und gewann zusammen mit Croßley im vorigen Jahre noch das Sechstagerennen zu Los Angeles. Croßley hat noch ein zweites Sechstagerennen und eine große Reihe hervorragender Plätze gewonnen Es wird interessant sein. die Amerikaner demnächst im Kampf gegen stärkste euroIckern. Sonntag.30 Uhr Gottesdienst, Pastor Becker; 11 Uhr Kindergottesdienst und Taufen. Donnerstag 8 Uhr Bibelstunde. Sonntag 3 Uhr Jahresfeier der Kirchlichen Gemeinschaft. Bövinghausen. Sonntag 10 Uhr Gottesdienst: 11.15 Uhr Kindergottesdienst: 12 Uhr Taufen. Mittwoch 20.15 Uhr Gemeindebibelstunde. Bodelschwingh. Sonntag 10 Uhr Gottesdienst. Pastor Brink. mit Vorbereitung und Feier des hl. Abendmahls; 11.30 Uhr Kindergottesdienst: 20 Uhr Evangeliumsspiel„Dus große Abendmahl". Freitag 20 Uhr Gemeindebibelstunde. Mengede. Sonntag.30 Uhr Gottesdienst; anschließend Abendmahlsfeier, wozu die 1935 und 1936 Konfirmierten mit Angehörigen eingeladen sind; 11 Uhr Kindergottesdienst. Marten. Sonntag.30 Uhr Gottesdienst: 10.45 Uhr Kindergottesdienst. Dienstag Frauenhilfe 1. Mittwoch 20 Uhr Vibelstunde. Lütgendortmund. Sonntag 9,30 Uhr Gottesdienst und Taufen. Pastor Homann: Gottesdienst im Krankenhaus. Pastor Dienemann; 11 Uhr Kindergottesdienst. Ladellemithungen liefert nach eigenen u segenenen Enwwürk. in genin Holzarten preisw. Friedr. Schweitzer, Schreinermeister Kaiser-Friedrich-Straße 39: Ruf 2062 Sonstige religiöse Veranstaltungen näische Klasse zu sehen. Kirchlicher Anzeiger Sonntag. den 11. Oktober 1936 Katholische Gottesdienstordnung 30 Uhr Kommunion der KnaZurhktärte die Arbeiten zu Ueheichnen, Preis zuerkannt werden soll. Montag Viehmarkt in Castrop=Rauxel Am Montag. dem 12. Oktober 1936, findet eem Viehmarktplatz der Stadt Castrop=Rauxel der Marktstraße ein Viehmarkt statt. auf det. liegt nun das genaue Programm vor: Die Kleist=Woche beginnt am 15. November mit der Aufführung der„Familie Schroffenstein" im Stadttheater: anschließend findet eine Begrüßungsseier im Parthotel statt. Der 2. Tag bringt morgens um 11 Uhr einen Vortrag des StaatsschauspieSt.=Lambertus=Pfarre(Altstadt) 6 Uhr erste hl. Resse mit Predigt für die Polen; zweite hl. Messe mit Predigt und gem. hl. den des 7. u. 8. Jahrganges: 1 Uhr Kladermesse mit Predigt und gem. hl. Kommunion des 5. Jahrganges: 10 Uhr Hochzamt 1936 die unter dem Tit mit Predigt. 11.15 Uhr letzte hl. Messe mit Predigt:.30 Uhr 1950, die unter dem Alter] Christenlehre. nachher Taufen: 5 Uhr Rosenkranzandacht. Werktags sind die hl. Messen um.30,.10 und 8 Uhr. Im Oktober ist jeden Dienstag= und Donnerstagabend 8 Uhr Rosenkranzandacht für die Gemeinde und jeden Mittwoch 1 Uhr für alle Kinder. Kapelle deo St.=Rochue=Hospitale Sonntag.30 Uhr hi. Messe mit Predigt:.15 Uhr hl. Messe mit Predigt. In der Wache.30 Uhr hl. Messe. St.=Elisabeth=Pfarroikarie(Obercastrep) 7 Uhr erste hl. Messe:.30 Uhr zweite hl. Mene mit gem. hl. Kommunion: 10.30 Uhr Hochamt mit Predigt..n Uhr Andacht an!lers Friedrich Kanßler mit Rezitationen aus Kleists# St.=Franziolus=Gemeinde Schwerin .30 Uhr Frühmesse mit gem. hl. Kommunion der Knaben vom 5. 8. Schuljahr und der erwachienen lers Friedrich Kanßler mit Rezitationen aus Kleists Knaben vom 5. 8. Schuljahr und der erwachsenen Sonntag morgen 9 U werk, abends die Aufführung des„Zerbrochenen männl. Jugend;.30 Uhr Hochamt;.30 Uhr Andacht. tageschule. 3 Uhr GHottesdienst. Christliche Versammlung, Viktoriastraße Sonntag.30 Uhr Sonntagsschule: 5 Uhr Verkündigung des Wortes Gottes. Mittwoch 7 bis 8 Uhr Gebeisstunde: 8 bis 9 Uhr Wortbetrachtung. Kirchl Gemeinschaft und Jugendbund für Eutsch. Christentum, Castrop=Raurel 1(Konsirmandensaal, Biesenkampstraße) Sonntag 16 Uhr Evangelisationsvortrag! 17.15 Uhr Jugendbundstunde Donnerstag 20 Uhr Bibelbesprechung und Gebetssunde. Gemeinde gläubig getaufter Christen(Baptisten), Castrop=Rauxel 1, Bahnhofstraße 33(Buracke) Versammlungen. Sonntag.30 Uhr Bibelstunde. Sonntag 11 Uhr Sonntagsschule. Sonntag 16 Uhr Heilsverkündung. Donnerstag 20 Uhr Bibel= und Gebetsstunde. Neuapostolische Gemeinde Castrop=Rauxel 1, Heruer Steaße 16 (Hinterhaus) Sonntag morgen 9 Uhr. Sonntag nachmittag 4 Uhr. Mittwoch abend 7 Uhr— Kinderunterricht Sonntag. 2 Uhr Sonntagsschule Mittwoch nachmittag 5 Uhr Konffrmanden= und Kaiechumenen=Unterrichtostunde. Freie evgl. Gemeinde Casteop=Rauxel 1, Schubertstraße 33 Sonntag vormittag.30 Uhr Bibelbesprechstunde: 11 Uhr Kindergotteodienst; nachmittags 4 Uhr Evangeliumsverkündigung. Mittwoch abend 8 Uhr Vibel= und Gebetestunde. Freie evgl. Gemeinde Castrov=Raugel 4. Friedhofstraße 11 Sonntag vormittag.30 Uhr Bibelbesprechstunde. 11 Uhr Kindergottesdienst. 16 Udr Predigt. Donnerotag abend.30 Uhr Bihel= und Gebetestunde. Castrep=R. 3. Adolf=Hitler=Straße 53(Eing. Heurichendg. Straße) Sonntag morgen 9 Uhr. Sonntag nachmittag 1 Uhr. Mittwoch abend 7 Uhr. Kindergottesdiens Sonntag nachmittag 2 Uhr. Dortmund=Böringhausen. Gottcodienst..30.30 Uhr SonnMittwoch 7 Uhr Gottesdienst. In Jullödol ader das Wennrer Franz komers großes Abenteuer] Von Stanley kogers „Schiffe, die nicht wiederkehrten" überschreibt Stanley Rogers ein Kapitel seines eigenartigen Werkes.„Kleinsegler der Weltmeere“, das soeben im Verlag F. A. Brockhaus erschien. In diesem Kapitel findet sich auch eine Schilderung der abenteuerlichen Faltbobtfahrt des deutschen Schiffsoffiziers Franz Romer über den Ozean Im April 1928 fuhr Romer in einem Klepperboot zunächst von Lissabon zu den Kanarischen Inseln, wobei er in einer Sturmnacht beinahe elend gescheitert wäre. 580 Seemeilen erst hatte Romer in den elf Tagen zurückgelegt; es blieben noch über sechsmal soviel bis nach Amerika. Doch unverdrossen ging er nach einmonatigem Aufenthalt wieder in See. Zu seinem Boot hatte er unbegrenztes Vertrauen; in jener Sturmnacht hatte er ja gesehen, was es leistete; obwohl es nach dem Abreißen des Treibankers quer lag und dauernd unter gewaltigen Brechern verschwand, war es doch jedesmal wieder heil emporgetaucht. Die großen Fische aber, die sein Boot zu rammen drohten, hoffte er sich auch weiterhin durch Entgegenleuchten mit der Taschenlampe und Krachschlagen mit einer leeren Wasserkanne vom Leibe zu halten. Freilich kamen jetzt zu den Delphinen die Haie hinzu. Ein solches Tier griff einmal samt seinen drei Jungen das Boot an. In gewaltiger Fahrt preschten die Viecher herein. Die arsenikvergifteten Brokken, die Romer ihnen ziwarf, beachteten sie überhaupt nicht; die Rammsporen an den Steven richteten ebensowenig aus: seinen Browning fand er in der Eile nicht. Die Scheusale tauchten und versuchten das Booi zum Kentern zu bringen! In ihrer Wut setzten sie die Rammstöße wohl zu tief an; Romer fühlte, wie das Boot sich hob und unter dem Durchgleiten der Tierleiber die Bootshaut sich einbeulte. So ging es geraume Zeit weiter; da kam ein Stoß, der das Boot unweigerlich zum Kentern gebracht hätte, wenn Romer es nicht augenblicklich mit aller Gewalt luvwärts geworfen hätte. In seiner Not packte er den Flaggenstock und schlug nach dem Ungetüm; dabei entfaltete sich die amerikanische Flagge; angesichts der lebhaften Farben der Sterne und Streifen schossen die Tiere ab wie der Blitz! Achtundfünfzig Tage dauerte Romers Leidenszeit. Er saß ständig im salzigen Wasser, so daß seine Haut auf der Sitzfläche in Fetzen herunterhing und tiefe Löcher aufwies, die in der Pökellake fürchterlich schmerzten. Die schweren Monsungewitter mit ihren Wolkenbrüchen waren für ihn eine wahre Wohltat, da er sich von dem Regen das Salz aus den Wunden waschen lassen konnte. Als er sich einmal den Tee bereiten wollte, geriet sein Petroleumkocher in Brand; eine meterhohe Feuersäule ging hoch, und die Spritzdecke sing an zu brennen; rasch warf er den Kocher über Bord, um nicht ein Opfer der Flammen zu werden. Hinfort mußte er nun die Büchsenspeisen roh essen, wobei er sich jedesmal die Finger zerschnitt. Das Trinkwasser roch entsetzlich, häufig erbrach er sich beim Trinken. Der Mangel an Frischkost bewirkte, daß sich seine Zähne lockerten und das Zahnfleisch zu bluten begann.„Manchmal ist es schon ein rechtes Elend!“ Welch übermenschliche Anspannung des Willens verbirgt sich hinter dieser Klage! Er fragte sich wohl manchmal, ob ein rasches Ende nicht das beste sei; dann schalt er sich laut aus und riß sich so immer wieder hoch. Aber das Schlimmste sollte noch kommen: er büßte seinen Tropenhelm ein. Unerträgliches mußte er nun in der unbarmherzigen Sonnenglut ausstehen; Fieber und Wahngesichte stellten sich ein: er sah einen alten grünen Küstensegler dicht neben sich auftauchen; gespenstisch schlug das Tuch in der schlaffen See hin und her; über die Reeling lehnten Bekannte, die längst gestorben waren; deutlich erkannte er seinen früheren„Ersten“, den in San Francisco der Magenkrebs dahingerafft hatte; dabei war Romer bei vollem Bewußtsein und konnte die Ortsbestimmung vornehmen! Doch schon zeigten sich die ersten Zeichen der Landnähe — Flaschen und Salbenbüchsen trieben auf dem Meer. Dann sichtete er auch— es war inzwischen Mitte Juli geworden— an der fernen Kimm die ersten Dampfer; sie bemerkten ihn freilich nicht. Der heimfahrende jugoslawische Dampfer„Epiduro“ war der erste, der zu ihm herankam. Der Kapitän, der seinen Augen nicht trauen mochte, als er den kühnen Wikinger auf dem„besegelten Gummischuh“, mitten auf dem Weltmeere sah, schenkte ihm einige Dosen Obst, frische Bananen, Tee und einen neuen Kocher. Wie schwer mag es Romer gefallen sein, als er von dem mit allen Behaglichkeiten ausgestatteten Reisedampfer wieder zurück mußte in die leidvolle Meereseinsamkeit, in den zermürbenden Kampf mit den unerbittlichen Naturgewalten! Noch ein paar andern Dampfern begegnete er; sie boten ihm ihre Hilfe an, doch lehnte er sie ab. Endlich sichtete er Land; freudig durchzuckte es ihn:„Bin einer der glücklichsten Menschen der Welt!“ da riß ihm der Sturm, als wolle er ihn zu guter Letzt doch noch vernichten, die Segel weg. Am 30. Juli 1928 landete er endlich, salzüberkrustet und zerschunden, auf St. Thomas, einer der Antillen. Ungeheuer war das Aufsehen, das das Eintreffen des tollkühnen Ozeanbezwingers hervorrief. Der Statthalter heftete ihm die amerikanische Tapferkeitsmedaille an die Brust; im Triumph wurde sein Boot durch die Stadt gefahren; die Schuljugend bekam einen freien Tag.„Er ist uns“, so schrieben die Deutschen drüben,„der beste deutsche Sendbote, ein Gesandter ohne Portefeuille“. Nun sollte der letzte Törn an die Reihe kommen. die Strecke nach Newyork. Um nicht wehrlos den Windstillen ausgeliefert zu sein, die den schweren Wirbelstürmen jener Breiten vorauszugehen pflegen, baute Romer einen Hilfsmotor ein. Einen Kurzwellensender, mit dem er die Wetterberichte hätte abhören können, bekam er jedoch nicht; die Umständlichkeit seiner Heimatbehörden machte ihm einen dicken Strich durch die Rechnung; der Bezwinger des Weltmeeres war ohnmächtig gegen den Amtsschimmel. Schließlich mochte er nicht länger warten; die Jahreszeit war allmählich bereits recht weit vorgeschritten; schon setzten die schweren Herbststürme ein. Bange Todesahnungen erfüllten den sonst so Frohgemuten.„Ich werde sterben. Ich bin zum Tode verurteilt. Schließlich, was nützt mir auch mein junges Leben, wenn man mit all seinen Aus der Präganstalt heraus wurde das schöne, neue, runde Fünfmarkstück auf das Zahlbrett der Welt geworfen. Berufen Glück zu bringen und Leid heraufzubeschwören, rollte es in die Lohnabteilung einer großen Fabrik. Ein Mensch fand in seiner Lohntüte neben Geldscheinen und Markstücken und Groschen auch das neue blanke Fünfmarkstück. Ob es der Zufall wollte, oder ob das Schicksal seine Hand im Spiel hat, kann keiner sagen. Es war der erste Lohn, den der Mann heimtrug nach langer Erwerbslosigkeit. Nach vielen Tagen vom Grau der Not durchzogen, schien nun wieder die Sonne des Glücks, lachten ihm Arbeit und Lohn. „Den sparen wir“, meinte die Frau und zeigte auf das Fünfmarkstück. Für ein bestimmtes Ziel trugen sie ihn zur Sparkasse. Anfänglich war die Münze traurig, so neu und gleich in dem Tresor einer Bank zu liegen, zwischen soviel alten und abgegriffenen Kameraden, die alle gegen die Menschen murrten in der Meinung, die Menschen verständen nicht mit ihnen umzugehen. Speechsiande Einsiedlerin und Wohltäterin— ( Newyork. Etwa fünf Jahre sind vergangen, seit sich ein junger amerikanischer Forscher hoch oben im kanadischen Norden ein Bein brach und an diesem Unfall starb, da er keine ärztliche Hilfe hatte. Die Nachricht von seinem Tode machte mit einem Schlage aus seiner Braut, der damals 20jährigen Medizinstudentin Miß Ethel Driscoll, einen ernsten, weltabgewandten Menschen, dessen ganzes Streben nur noch darauf gerichtet war, den kanadischen Pelzjägern und Platinsuchern die ärztliche Hilfe zu bringen, die sie entbehrten. Das früher so lebenslustige junge Mädchen hatte keine anderen Interessen mehr, als sein Studium, das es dann auch mit Auszeichnung beendigte. Vergeblich versuchten ihre wohlhabenden Eltern, die junge Aerztin von ihrem Plan abzubringen. Frau Doktor Ethel Driscoll reiste nach Kanada und ließ sich knapp fünfhundert Meilen unter dem Polarkreis in der Nähe des Mackenzie=River eine große Blockhütte errichten. Instrumente und Geräte für die ärztliche Praxis, riesige Vorräte an Medikamenten und Verbandstoffen wurden herbeigeschafft, ein Kurzwellensender und=empfänger und schließlich auch ein kleines Sportflugzeug gekauft. Die Aerztin wurde zur Einsiedlerin, aber nicht aus Selbstsucht und Weltflucht, sondern um hier segensreich zu wirken. Unter den weit im Lande verstreut lebenden Ansiedlern sprach es sich rasch herum, daß am Mackenzie=River eine Aerztin wohne, die stets Plänen immer eingespannt sein soll in das tägliche Gewerkel!“ So steht in einem seiner letzten Briefe an seine Frau, der er ein Jahr vor Antritt seiner Fahrt die Hand zum Bunde fürs Leben gereicht hatte. Als er dann am 8. September in See ging, brach ein Flaggenstock—„ein böses Vorzeichen“, meinten seine Freunde. In der Nacht vom 13. zum 14. wütete dann ein allesvernichtender Wirbelsturm, wie man ihn selten erlebt hatte. War er es, der dem Leben dieses kühnen Mannes ein Ziel gesetzt hat? Oder ist er ein Opfer eines der zahlreichen großen Haie geworden, die jene Gegend unsicher machen? Niemand kann darauf antworten. Wir werden nie erfahren, wie Franz Romer den Seemannstod fand. 1 Alles dreht sich im Leben um uns, erzählten die andern. Wir tragen das Leben und können es vernichten, so meinen die Menschen, die uns besitzen oder besitzen wollen. Am anderen Morgen kam eine Frau und hob bei der Sparkasse ihr ganzes Konto ab, um ihren Mann zu begraben. Und das Fünfmarkstück rollte in ihre Hand, der zweite Weg ins Leben über den Tod eines Menschen. Dieser Weg war der Anfang des Daseins der Münze, nicht eine halbe Stunde lang war ihr vergönnt, Rast zu machen bei einem Menschen. Am Abend vertrank ein Trunkenbold seinen Wert und hernach schimpfte er, weil er kein Geld mehr hatte. Bis endlich die Nacht kam, die für ein paar Stunden Ruhe versprach. Aber es sollte keine Ruhe finden, das neue, längst nicht mehr blanke Fünfmarkstück. Ein Dieb kam und stahl die ganze Kasse und brachte das Geld einer leichtsinnigen Frau. Noch in derselben Nacht ereilte den Dieb sein Schicksal, und die Gerechtigkeit brachte ihn dorthin, wo er hingehörte. Während die Frau längst einen anderen küßte, war der Dieb der Ein Julisninenstamk Lom daras Leben Von alten Orgeln Ein Wort über musikalischen Denkmalsschutz Das Kulturamt der NSDAP und die NS=Kulturgemeinde zu Leipzig haben zuerst in Deutschland mit der planmäßigen Erhaltung und stilreinen Wiederherstellung alter kostbarer Orgeln angefangen. Nicht weniger als neun größere und kleinere Werke konnten innerhalb der letzten zwei Jahre vor dem sicheren Verfall gerettet werden. In der Schriftenreihe„Deutsche Kultur in Sachsen“ ist ein Heft „Alte Orgeln erklingen wieder“ von Paul Rubart erschienen, in dem über die Zielsetzung und über die einzelnen Arbeiten Auskunft gegeben wird. Wir entnehmen der Schrift den einleitenden Absatz: Mit unserem Orgelbau waren wir auf ein totes Gleis gefahren: deshalb suchten wir Rat bei den alten Meistern. Wir hatten uns dem gefährlichen Reiz eines elektrischen„Vielknöpfchensystems“ ergeben, woher es kam, daß bei den neuen Orgeln schließlich der technisch überladene Spieltisch das „Sehenswerteste wurde. Wir bauten Riesenwerke mit unzähligen Pfeifenreihen, die eigentlich nur in der der Lautstärke verschieden waren. nicht in ihren Charakteren.„Orgelbrei“ lautete die treffende Bezeichnung für die daraus entstehende Musik. Das nicht ganz eingestandene Ziel war äußerstes Pianissimo(Aolinengesäusel!) und größtmögliches Fortissimo oder besser gesagt: Brausen Der Laie nahm dieses Brausen mit nach Haus als Inbegriff des Orgelklanges und=spieles: er war es so gewöhnt und hörte nicht mehr viel hin. Es war bequem und„rührte“ im richtigen Augenblick. Wir suchen alte Orgeln. Warum? Wir haben eine große Zahl Orgelkompositionen der größten Meister des 16. bis 18. Jahrhunderts wohlaufbewahrt in Bibliotheken. Wir möchten sie spielen und verstehen sie nicht auf unsern modernen Orgeln. Wir wollen Rat von den Alten! Von Silbermann wissen wir durch Baoh, der aus der gewaltigen Zeit barocker Orgelkunst uns noch am nächsten ist: von der dämanischen Künstlerschaft eines Arv Schnitger geben Werke im Norden Deutschlands beredte Kunde. Aber es gibt noch andere große Meister mit kleinen oder vergessenen Namen, und man braucht nicht lange zu suchen, um in irgend einem schlichten Dorfkirchlein ein vornehmes, liebenswürdig aussehendes Orgelwerk zu finden mit dem Datum jener großen Zeit. Aber wie ist es meist zugerichtet! Das freundliche Weiß mit dem schmückenden Gold ist„praktischer“ braun gestrichen wie das ganze Holzwerk der Kirche. Nicht nur braun, nein, mit Eichenholzmaserung, rücksichtslos über zierende Schnitzereien hinweg. Die Zinnpfeifen hat man im Kriege herausgenommen, der Kantor hatte gesagt. sie taugten sowieso nichts mehr. Nun hat man sie durch grüne oder rote Tücher„ersetzt". Aber das Aeußere ist uns nicht das Wichtigste. Eine Orgel ist da, um zu klingen, und erst ein schöner Klang darf würdig gerahmt werden. Also kriechen wir in die Orgelkammer. Staub und Unordnung ist der erste Eindruck. Krumm und schief stehen die Pfeifen durcheinander. Gestänge starren von Rost, ein paar vergessene Zinnpfeifen sind verbeult. Risse klaffen im Holz und das Furchtbarste: Wurmmehl überal!! Der Holzwurm hat sein Zerstörungswerk ungehemmt betreiben können; man hat auf ihn ebensowenig geachtet wie auf die Mäuse und Vögel, die es sich in gefälligen Schlupfwinkeln bequem machen. Nun möchte man glauben, die Orgel sei seit 100 Jahren nicht mehr gespielt worden. Weit gefehlt! Der Kantor wettert zwar jeden Sonntag, spielt aber doch und ändert nichts. Er findet, das Beste wäre, der ganze alte Kram käme heraus, und eine neue Orgel mit möglichst 2 bis 3 Manualen, Fernwerk und allen anderen ausgeklügelten Erfindungen der Neuzeit an seine Stelle. Irgend jemand hat den Spielschrank geöffnet und kann der Versuchung. die ausgespielten schwarzen Tasten einmal zu probieren, nicht mehr widerstehen. Eine Staubwolke ist das„sichtbare" Zeichen des Tones für uns in der Orgelkammer. und man muß eine ganze Menge Quietschen, Heulen. Rauschen und Röcheln abstreichen, um den wirklichen Klang zu hören. Aber er ist da! Trotz allem schwingt er königlich und selbstbewußt im Kirchenraum, eigenwillig und voller Farbe, unbekümmert um unsere Auffassung von reiner Stimmung. Und nun gehts ans Entdecken der Reaisterfarben! Alle Stimmen werden einzeln versucht und dann gemischt. und immer größer wird das Erlebnis. Der Kantor redet von fehlenden Pfeisen. schlechter Ansnrache. hängenden Tasten uff.— vor dafür tauben Ohren. Schließlich wundert er sich nur noch. Unsere strahlenden Augen und die ganze siebernde Erregtheit künden Unverständliches. Wir versuchen ihm den Wert dieser Orgel klarzumachen, aber es ist meist sehr schwer und gelingt oft erst, wenn das neuhergerichtete Werk in seiner ganzen unbeirrbaren Schönheit wiedererstanden ist. Aber bis es soweit ist, hat es einen langen und mühsamen Weg. Wir wünschten oft, es möchte keine Kirchenvorstände und keine Handwerker geben, die bezahlt werden müßten. und wir selbst könnten uns gleich im Augenblick an die Arbeit machen und ordnen und säubern. weil wir es nicht erwarten können. Und eines Tages ist es doch geschafft, und wir sind ganz kleinlaut und zufrieden, denn so schön hätten wir es doch nicht gekonnt. Und für die Gemeinde ist die Orgel durch die hohen Kosten auch wertvoller geworden. * Da sitzen dann ganz berechtigt neugierige Bauern und Bäuerinnen und kichernde Kinder an einem Sonntag in der festlich geschmückten Kirche, sogar Städter sind eine Anzahl da. die ebenso neugierig sind. auch fast ebenso mißtrauisch, und alle lassen sich in feierlichen Worten erzählen aus der Geschichte der Orgel und von ihrem hohen Sinn und Zweck. Die Spannung wächst und eine schöne Erwartung steigert sich so, daß man doch einmal den Kopf nach oben wenden muß. um sich zu vergewissern. ob der Herr Organist auch bereit sitze. Und auf einmal schwingt im Raum der erste Akkord. gerade und aufrecht, und erfaßt jeden von diesen Menschen ganz versönlich, als ging es nur gerade ihn an. Man kann ihm nicht ausweichen: er ist wie das Auge Gottes, das tief in die Seele sieht. Sie sind alle ernst geworden diese Menschen, denn sie müssen das Neue erst begreifen lernen. Aber lange dauert es nicht, da sieht man schon hie und da die Augen glänzen— ja. das ist ja schon. die Freude. diese tiefinnerliche Freude, die den Rücken strafft und die Hände greisen macht. Sie fühlen das Vermandte. das Deutsche, Klare, sie sehen ihr Wesen im Spiegel dieses Klanges und fühlen die Feierlichkeit des göttlichen Atems. Deutsch ist der Klang dieser alten Orgel deutsches Blut antwortet ihm iubelnd. Aufgeschlossen sitzen die Menschen in ihrer Kirche, lauschen den offenen befreienden Klängen und erleben das Göttliche, dae überall ist, wo echte Kunst lebendig wird. Und Künstler haben dieses Werk geschaffen damals unter Leitung des großen Reisters und auch heute, wo sie dessen Wollen nachspüren und au, Raczweite Die Aerztin vom Mackenzie-River bereit sei, auch dem ärmsten Indianer ihre Hilfe angedeihen zu lassen, wenn er ihrer bedürfe. Von Monat zu Monat häuften sich die Funksprüche von den einzelnen Stationen der berittenen kanadischen Polizei, durch die Frau Dr. Drisvoll um Rat gebeten wurde. Meist genügte es, daß sie sich eine genaue Beschreibung des Krankheitsbildes geben ließ, um die Anweisungen für die weitere Behandlung des Kranken erteilen zu können, denn die Polizeistationen sind selbst ausreichend mit Medikamenten und Verbandszeug versorgt. Oft genug aber war es nötig, daß die Aerz in den Patienten selbst behandelte. Dann mußte er zu ihr gebracht werden, und in den Fällen, bei denen dies ausgeschlossen war, kam die Aerztin selbst. Sie setzte sich in ihr Sportflugzeug und flog furchtlos oft viele hundert Meilen über undurchdringlichen Urwald ans Krankenbett. Heute genießt Dr. Ethel Driscoll fast legendären Ruhm in Nordkanada. Täglich hält sie Sprechstunde an ihrem Kurzwellensender. Wohl kaum ein anderer Arzt hat eine Praris, die sich über so weite Gebiete erstreckt, wie sie. Längst hat sie eine zweite große Blockhütte errichten müssen, die einen Krankensaal mit zehn Betten enthält. Zwei Krankenpflegerinnen mußten eingestellt werden, und das große Sanitätsflugzeug, das vor einigen Monaten an die Stelle der kleinen Sportmaschine tra;, als diese zu Bruch ging, wird von einem Berufspiloten gesteuert. Meinung, nur das Geld und der Wert hätten Schuld an dem Verlorensein seines Lebens. Und das Fünfmarkstück rollte durch die Hand der leichtsinnigen Frau in Hände, die es bewahrten. War manchen alles und vielen nichts. So Tag für Tag. Trocknete Tränen und vertrieb Sorgen. Brachte Glück und hinterließ Leid und Fluch. Nur ein kleines rundes Fünfmarkstück, preisgegeben der Willkür der Menschen. Jenen, die sich von der Münze unterkriegen ließen und an ihr zerbrachen. Aber auch manch einer besaß es, der es zu schätzen wußte zum Segen aller Menschen. Und kam es einmal in solche Hände, dann war ein Sonntag seines Fünfmarkstück=Lebens. Paul Reinke Die Tapete aus Briefmarken ( Newyork. Die Erben eines in Newyork verstorbenen Rentners erlebten kürzlich eine angenehme Ueberraschung. Der Rentner, von dem man wußte, daß er in sehr bescheidenen Verhältnissen gelebt hatte, hinterließ seinen Erben für mehrere tausend Dollar Werte, von deren Vorhandensein man bisher keine Ahnung gehabt hatte. Als die Erben in der Wohnung des Verstorbenen erschienen, entdeckten sie, daß die Tapete eines Wohnzimmers buchstäblich aus Tausenden von Briefmarken bestand. Ein großer Teil dieser Briefmarken war jedoch beschädigt und vergilbt. Man ließ sich daraufhin einen Sachverständigen kommen, der eine gründliche Untersuchung dieser Briefmarken=Tapete vornahm. Das Ergebnis der Untersuchung war für die Erben äußerst befriedigend, denn der Sachverständige konnte mehrere Dutzend gut erhaltener, sehr seltener Exemplare aus den Frühzeiten der amerikanischen Post feststellen. Der Wert dieser Briefmarken wurde auf rund 15000 Dollar geschätzt. sein Werk in Ehrfurcht neu erstehen ließen. Deutsches Herz und deutsche Hände haben es mit Liebe und Hingabe geschaffen. es muß zu jedem Sprechen. ob er will oder nicht. Und wir wollen lernen von dem alten Orgelbaumeister. Wir wollen unseren neuen Orgeln wieder die großen Aufgaben stellen. die die alten so herrlich erfüllen, wir wollen deutsche Kunstwerke bauen helfen, in denen deutsches Blut lebendig wird. wollen altes ehren und neues schaffen! Der deutsche Mensch braucht keine rührselige Effekthascherei, er will Musik. die ihn aufrichtet, die ihn froh und frei macht und die klar und einfach ist wie er selbst. Deshalb wecken wir alte Orgeln. * Aber— wir hören schon die vielen Einwände! Da wird so mancher sagen: was kümmern uns alte Orgeln? Ist es nicht nur leerer„Historizismus“ und blasse Geschmäcklerei von„Kennern“ diesen unvollkommenen und dazu noch verkommenen Instrumenten so viel Anteilnahme entgegenzubringen? Haben wir nicht wichtigere Aufgaben? Ist unsere „Technik“ nicht so herrlich weit fortgeschritten, daß wir alle diese„Mängel“ alter Orgeln ganz entbehren können? Nein, und abermals nein! Wir waren in neuer Zeit mit unseren Orgelbauten aro in die Irre gegangen. Brüllende und wieder unmännlich säuselnde Ungeheuer bauten wir. aber es waren keine Musikinstrumente mehr im höchsten Sinn des Wortes. Daß eine gründliche Abkehr von diesem falschen Wege notwendig war und daß eine Gesundung einzig und allein durch die Erkenntnie vom überragenden Kunstwert der Orgelwerke der klassischen Zeiten des Orgelbaus. also bis etwa zur 2. Hälfte des 18 Jahrbunderts. kommen konnte, hatten die für die Orgel Verantwortlichen und. ihnen wie so oft vorangehend. die begeisterten Orgelfreunde bald einsehen müssen. Ganz abgesehen davon, daß es eine Ehrennflicht ist. die herrlichen Werke unserer alten deutschen Meister. so gut es geht, zu erhalten, wie wir ja auch andere von göttlichem Geist eingegebene Kunstoffenbarungen unserer deutschen Vergangenheit schützen, ist es gerade. zu ein Erfordernis. die ehemaligen Zeugen eines noch nicht wieder erreichten Kunsthandwerks in höchster Vollkommenheit bereitzustellen, damit wir und nach uns andere immer aufs neue an ihnen lernen können Arkehsnlung der Jowseldrohung in Englans Das neue Sowjetmanöver wird allgemein als eine beispiellose Frechheit bezeichnet London, 9. Okt. Die Sowjetdrohung, unter Umständen die rote spanische Regierung aktiv unterstützen zu wollen, unter gleichzeitigem Ausscheiden aus dem Richteinmischungsabkommen, wird von der englischen Morgenpresse nicht sehr ernst genommen. Man weist vielmehr darauf hin, daß die Sowjets damit auf die innerpolitischen Verhältnisse Englands und Frankreichs einwirken wollten. Die„Times“ meint, daß propagandistische Erwägungen im Hinblick auf die gegenwärtigen Diskussionen der Arbeiterpartei in Edinburg die Sowjetpolitik wesentlich beeinflußt hätten. Der russische Vorstoß erkläre sich aus der Tatsache, daß die Nationalisten immer näher auf Madrid rückten und daß die Lage der Linksregierung verzweifelt werde. Moskau befürchte nun, die Niederlage der Roten in Spanien werde sich auf die gesamte kommunistische Aktion in Europa auswirken. In Moskau hoffe man wohl, durch eine Versorgung der Madrider Regierung mit Kriegsmaterial das Bild noch einmal zugunsten der Roten wenden zu können. Unter abermaliger Betonung, daß alles getan werden müsse, um ein Uebergreifen des spanischen Krieges auf Europa zu verhindern, erklärt die„Times“, die sowjetrussische Aktion sei schon deswegen verdammenswert, weil sie zweifellos provokatorisch sei. Der Geist der Zerstörung und Anarchie sei ein so wesentlicher Teil des kommunistischen Programms, daß der Verdacht aufkommen müsse, ob die sowjetrussische Regierung nicht etwas unternehme, um den Konflikt allgemein zu machen. Der„Daily Telegraph“ meint, die Moskauer Drohung sei als eine Absicht aufzufassen, der Regierung Blum und in einem gewissen Umfange auch der Regierung Englands Schwierigkeiten zu machen. Die Möglichkeit des Abschlusses eines Westpaktes ohne gleichzeitige Regelung für den Osten habe Moskau besonders erregt. Das zeige auch der sowjetrussische Versuch, die vorgesehene Fünf=Mächte=Konferenz zu blockieren. Was England anlange, so suche Moskau anscheinend nach Möglichkeiten, der Regierung neue Schwierigkeiten mit der Arbeiterpartei zu bereiten in einer wo die vollste Zusammenarbeit zur Durchführung des Aufrüstungsprogramms notwendig sei. Die„Morning=Post“ sagt, jetzt werde klar, daß der Vertreter der Madrider Regierung nur aus Propagandagründen nach Genf gekommen sei. In den vergangenen zwei Monaten habe die Welt aber Gelegenheit genug gehabt, die Glaubwürdigkeit der Informationen der roten Regierung zu prüfen. Das gehaltlose Zeugnis einer der Parteien in diesem Konflikt lasse jedenfalls die Möglichkeit zu schwerstem Verdacht offen. Wenn die Sowjets ein Ultimatum mit so zweifelhaftem Beweismaterial wie diesem begründeten, ließe das Bedenken hinsichtlich der Lauterkeit ihrer eigenen Motive zu. Der diplomatische Korrespondent der„Daily Mail“ betont, die Sowjetdrohung sei eine beispiellose Frechheit. Die Sowjets hätten niemals ihr Versprechen der Richteinmischung gehalten. Die spanische kommunistische Regierung sei ein Kind des bolschewistischen Komplotts und bolschewistischen Geldes, das immer noch von Moskau nach Madrid zusammen mit Lebensmitteln hereinströme. Der wahre Grund sei der Versuch, auf die französische Regierung einen Druck auszuüben, Caballero zu unterstützen. Die britische Nation sei entschlossen, sich nicht in einen europäischen Krieg zwischen„Rechts" „Links" zerren zu lassen. Sie halte es für richtig, sich aus allem herauszuhalten und aufzurüsten. ** Eine Moskauer Erpressung Französische Pressestimmen zum sowjetrussischen Vorstoß Paris, 9. Okt. Die Drohung der Sowjetregierung mit ihrer Note über den Nichteinmischungspakt hatte in Paris wie eine Bombe eingeschlagen. Es sind nur wenige Blätter, die den sowhätten, der Moskauer Erpressung nachzugeben. Das.„Echo de Paris“ hält es für wenig wahrscheinlich, daß Sowjetrußlands Schritt die Rettung der spanischen Republik bedeute. Hierzu sei es viel zu spät. Kein sozialistisches oder Volksfrontland könne heute noch, selbst mit den ten Hilfsmitteln, den Zusammenbruch des Madrider Regimes verhindern. Es handele sich also eher um ein bestimmtes Manöver. Das Blatt glaubt an eine aus der innenpolitischen Lage Sowjetrußlands zu erklärende Initiative: Durch die im Londoner Kontrollausschuß eingenommene Haltung wolle der Sowjetdiktator die öffentliche Meinung beruhigen, deren Wortführer er beiseite gebracht habe, und gleichzeitig versuche er, die Anhänger der Komintern zu besänftigen, die Moskau durch den Beitritt zum Richteinmischungspakt sehr stark verstimmt habe. Das„Journal“ spricht von den verdoppelten Bemühungen der Sowjets, das Neutralitätsabkommen zunichte zu machen, und glaubt, den Hintergrund in der Opposition Sowjetrußlands gegen die Einstellung der Westmächte zu finden. Die Hauptaufgabe sei deshalb, alles zu vermeiden, was Europa in zwei feindliche Lager spalten Conte. de 4g6 „La Republique“ erklärt, daß es sich für Mosserusischen Vorkoß billgen oder zu rechtfertigen sediglsch darom PPerwanz Spanien iu reten, versuchen eigen oder zu rechtfertig..,, ievigtug, vatum gandele, Frankreich, zu mißbrau„Le Jour“ schreibt, der sowjetrusische Schritt den oskau habe geschworen, Frankreich zu Allscheisbenhen in Riadrio Steigende Unzufriedenheit— kote Miliz gegen Arbeiter eingesetzt illa, 9. Okt. Alle Meldungen, die über # einlaufen, sprechen von der zunehmenden Mut= und Ratlosigkeit der roten Anführer. Insbesondere sei man über das Fehlen ausreichender Munition für die Verteidigung der Stadt sehr niedergedrückt. Das rote Komitee habe dringend Kriegsmaterial, vor allem Artilleriemunition, aus Barcelona und Valencia angefordert. Die Unzufriedenheit in der Stadt nimmt allgemein zu. Jetzt fanden sogar Protestkundgebungen der Landarbeiter statt, die ihre seit langem fälligen Löhne zu erhalten wünschen. Die rote Regierung löste die Kundgebungen durch bewaffnete Milizstreifen auf. Die Kenntnis über den hoffnungslosen Zustand an den roten Kampffronten und die Disziplinlosigkeit in den Reihen der roten Milizen verbreitet sich mehr und mehr. Sogar ein hoher Beamter des Madrider Kriegsministeriums hat sich hierüber aufgehalten. Je trostloser die Lage Blam Welast dem Riosnauer Deuck Der Ministerpräsident gibt dem kommunistischen Druck nach Empörung in Elsaß-Lothringen Paris, 9. Okt. Verhandlungen des Innenministers und des Ministerpräsidenten mit den Vertretern der kommunistischen Partei über die für Sonnabend und Sonntag geplanten Demonstrationen der Kommunisten in Elsaß=Lothringen haben nicht das von der Regierung gewünschte Ergebnis gehabt. Man hatte gehofft, die Kommunisten angesichts der in Elsaß=Lothringen herrschenden Erregung zur Vertagung ihrer Kundgebungen bewegen zu können. Sie haben jedoch darauf bestanden, von den ursprünglich vorgesehenen 127 Versammlungen doch zehn abzuhalten Die Regierung hat sich schließlich damit einverstanden erklärt unter der Bedingung, daß keine öffentlichen Umzüge im Anschluß an die Versammlungen stattfinden. Die kommunistischen Parteistellen versuchen, ihren Beschluß mit der scheinheiligen Behauptung zu rechtfertigen, daß in den Grenzlanden die Feuerkreuzler gegen die republikanische Ordnung agierten. Gegen Oberst de la Rocque und einige seiner engsten Mitarbeiter ist in der Tat ein gerichtliches Verfahren eingeleitet worden. Er hat daraufhin an seine Anhänger einen Aufruf erlassen, in dem es heißt, daß die an der Macht befindliche Regierung unter dem Moskauer Terror allen Erpressungen nachgebe. Die angewandten Methoden seien von den Methoden der Tscheka und der GPU. beeinflußt„Im Namen Frankreichs und im Namen der Anständigkeit verlangen wir die Auflösung der Kommunistischen Partei. die der erklärte Feind unserer Verfassung ist. Wir fordern auch die Verhaftung ihrer Führer, die die französische Regierung mit Beschlag belegt haben.“ Daß mit dem Feilschen um die Zahl der kommunistischen Veranstaltungen in Elsaß=Lothringen die Angelegenheit noch längst nicht abgetan ist, geht aus Pressestimmen hervor. So schreibt das„Echo de Paris“, ob zehn oder 127 Versammlungen die kommunistischen Veranstaltungen in Elsaß=Lothrin= gen bleiben eine Provokation. Es ist unglaublich, daß die Regierung sich zu Helfershelfern der Moskowiter macht. Wiederum haben Blum und Salengro ihre Machtbefugnisse mißbraucht. Wie recht die Oppositionspresse hat, ergibt sich aus einem Aufruf des Blattes„Der Elsässer“ unter der Ueberschrift„Hinaus mit der Moskau=Pest“. In dem Aufruf heißt es u..: Kommen diese roten Agenten. um uns die berühmte Bruderhand zu reichen? Wir sp.... darauf denn dort, wo sie das Zepter schwingen, herrscht Sklaventum. Mord und Vernichtung. Wir alle sehen im Geiste den blutigroten Himmel des unglücklichen Spanien mit allen bestialischen Methoden, die aus Sowjetrußland eingeführt sind. Wir verwahren uns mit aller Entschiedenheit gegen die dreisten Provokationen bolschewistischer Agenten in Elsaß wie in Lothringen. Und daß wir nicht allein stehen, beweist ein Aufruf, der an unseren Plakatsäulen im ganzen Land zu lesen sein wird unter dem Titel„Wir dulden das nicht!“. Es heißt darin: Die Kommunistische Partei greift das Elsaß an. Die Agitationskampagne, die von Moskau befohlen wurde, soll am nächsten beginnen. Das altehrwürdige Elsaß erhebt sich in Massen ohne Meinungs= und Parteiunterschiede gegen diese Provokation! Wir wollen hier bei uns den Frieden. Wenn die öffentliche Behörde ihre Pflicht nicht erfüllt und diese Verseuchung nicht verhütet so werden wir das Beispiel der Pariser nachahmen, die am letzten Sonntag die rote Fahne zurückgedrängt haben. Die Regierung sei somit gewarnt, schließt Blatt, Moskau werde weder in Elsaß noch Lothringen jemals Meister werden. Wenn die Regierung die Elsaß=Lothringer vor dieser Pest nicht schützen könne oder wolle, dann werde sich das Volk selbst zu helfen wissen. Kommunisten gegen Regierung Paris, 9. Okt. Die Kommunisten haben sich mit dem Zugeständnis der Regierung, im Elsaß immerhin zehn Versammlungen anstatt der von ihnen geplanten 127 abhalten zu dürfen, in keiner Weise zufrieden gegeben. Als Antwort auf diese Entscheidung der Regierung haben sie am Freitagnachmittag nun eine Erklärung veröffentlicht, die bezeichnend ist für den frechen Ton, mit dem sie gegenüber der Regierung auftreten. In der kommunistischen Stellungnahme heißt es: „Entgegen den Pressenachrichten, daß zwischen der Regierung und der Kommunistischen Partei eine Einigung darüber erzielt worden sei, die Zahl der kommunistischen Versammlungen in Elsaß=Lothrin= gen herabzusetzen, erklärt die Kommunistische Partei, daß sie einer Einschränkung des Versammlungsrechts nie ihre Zustimmung gegeben hat. Die Bezirksverbände hatten die Zahl der Versammlungen bereits von 127 auf 56 herabgesetzt. Die Kommunistische Partei kann nicht zulassen, daß sie in Elsaß=Lothringen, wo über 50000 Wähler für ihre Bewerber gestimmt haben, nicht über ihre Tätigkeit Bericht erstatten kann, weil es den Parteimännern Spaß macht, die auf Anstiften der Berliner Regierung(!) handeln und gegen die man die Gesetze anwenden muß, wie das Volksfrontprogramm es vorsieht.“ für die roten Horden wird, um so eifriger schlägt die rote Presse die Trommel und versucht, die Massen zum Widerstand gegen die„Rebellen" aufzuputschen. Es heißt da großsprecherischerAnbetracht des endgültigen Sieges müsse sich jeder für die Freiheit einsetzen". In der Stadt Madrid macht sich der Wassermangel immer bemerkbarer und trägt mehr und mehr zur Beunruhigung der Bevölkerung bei. Die wenigen Stunden, in denen die Wasserration verabfolgt wird, reichen bei weitem nicht aus, um alle Wartenden abzufertigen. Stundenlang stehen die Frauen mit ihren Gefäßen und müssen letzten Endes, ohne genügend Wasser bekommen zu haben, umkehren. In einer Rundfunkansprache warnte der Madrider Bürgermeister vor Lebensmittelhamstern und betonte die Schwierigkeit, die in der Versorgung mit Lebensmitteln noch bevorstehe Es ist jetzt kaum noch möglich, Madrid zu verlassen. Die Verfügungen, die in ganz geringen Fällen die Ausreise gestatten, werden sehr streng eingehalten. Wer zuwiderhandelt, hat schwere Bestrafung zu gewärtigen. Zehn Sondergerichte sind für die Aburteilung solcher„Deserteure“ eingesetzt. Aus Tetuan wird gemeldet, daß die nationalistische Flotte den Hafen von Alicante bombardiert habe. Die Beschießung hat die Bevölkerung in Angst und Schrecken versetzt. Der Madrider Innenminister Galarza beabsichtigt, wie in Burgos verlautet, die Hauptstadt mit Sirenenanlagen auszustatten, um die Bevölkerung bei Luftangriffen warnen zu können. Bei einer Prüfung der Luftschutzwarnanlagen habe es sich nämlich herausgestellt, daß keine Kirchenglocken mehr zum Alarmläuten im Notfall vorhanden seien.— 20 nationalistische Flugzeuge warfen am Mittwoch über Madrid Millionen Flugblätter ab mit der Ankündigung, daß demnächst der Angriff der nationalistischen Truppen auf die Hauptstadt beginnen werde. Immer näher nach Madrid Paris, 9. Okt. Wie der„Paris Midi“ meldet, soll die Einnahme von Naval Peral durch die Nationalisten den letzten Widerstand der Roten in der Provinz Avila gebrochen haben. Der Ort sei ein Zentrum für die Lebensmittelversorgung Generalfeldmarschall von Blomberg grüßt die Dichter des Krieges Berlin, 9. Okt. Der Chef des Wehrmachtamtes schickte den in Berlin versammelten Kriegsdichtern folgendes Grußwort: „Der Herr Generalfeldmarschall hat es lebhaft bedauert, daß seine Abwesenheit von Berlin ihn verhindert, die Kameraden des großen Krieges persönlich zu empfangen und ihnen mündlich die Anteilnahme der Wehrmacht an ihrem Treffen auszusprechen. In seinem Auftrage begrüße ich hiermit die Teilnehmer des Kriegsdichter=Treffens im Namen der Wehrmacht des neuen Reiches auf das herzlichste. Die junge Wehrmacht weiß sich mit den dichterischen Zeugen des Kriegserlebnisses eins in der Ehrfurcht vor den Leistungen und Opfern der deutschen Frontsoldaten, in der Treue zu ihrem Vermächtnis der unverbrüchlichen Kameradschaft der Volksgemeinschaft, in der Bereitschaft, dem Führer Adolf Hitler als den Vollstrecker dieses geschichtlichen Vermächtnisses zu dienen und zu folgen.— Heil Hitler! Keitel.“ Aufruf der Kriegsdichter an die Frontkämpfer der anderen Länder Berlin, 9. Okt. Die zur Zeit in Berlin zu einem Treffen versammelten deutschen Kriegsdichter haben folgenden Aufruf erlassen: „Die in Berlin zu einem Treffen versammelten Frontkämpfer unter den deutschen Dichtern richten an die Frontkämpfer der anderen Länder ihre kameradschaftlichen Grüße. Wer den Krieg kennen gelernt hat, ist ein leidenschaftlicher Kämpfer für den Frieden. Deutschlands Führer und Reichskanzler ist ein Frontsoldat. Wir rufen die Frontkämpfer der anderen Länder auf, mit uns das große Erbe Europas zu hüten, die Nationen vor einer hemmungslosen inneren und äußeren bolschewistischen Vergiftung zu bewahren und somit einem wirklichen europäischen Frieden zu dienen.“ Ehrungen am Grabe horst Wessels zu seinem Geburtstag Berlin, 9. Okt. Aus Anlaß des Geburtstages Horst Wessels, des deutschen Freiheitshelden, bildete seine Grabstätte auf dem Nicolaifriedhof im Laufe des ganzen Freitags einen Anziehungspunkt für viele Hunderte von Berliner Volksgenossen, die Blumen niederlegten und einige Minuten in stillem Gedenken am Grabe des nationalsozialistischen Kämpfers verweilten. Bereits am Morgen um 8 Uhr war eine Ehrenwache des Sturmes 5„Horst Wessel“ mit der alten Sturmfahne, unter der Horst Wessel bereits marschiert war, aufgezogen. Der Standartenführer Stoer legte bald darauf einen Kranz nieder. Ihm folgte der Stabsführer der Gruppe Berlin=Brandenburg, Gruppenführer Uhland, der in Vertretung des zurzeit abwesenden Obergruppenführers von Jagow erschien. Bald war der Grabhügel mit Blumen und Kränzen dicht bedeckt, ein Zeichen dafür, daß Horst Wessel als Vorbild nationalsozialistischen Kämpfertums unvergessen weiterlebt. Madrids gewesen. Die rote Miliz habe den Bauern ihr gesamtes Vieh aus den Ställen geraubt und es in Panzerzügen nach der spanischen Hauptstadt gebracht. Der Kommandant der Regierungsstreitkräfte sei bei der Eroberung des Ortes in die Hände der Nationalisten gefallen. Bei der Einnahme von Val de Iglesias seien den Nationalisten, wie das Blatt berichtet. 27 Lastkraftwagen, 10 leichtere Kraftwagen, 10 75Millimeter=Geschütze und ein Munitionszug sowie ein Feldlazarett in die Hände gefallen. Am Donnerstagnachmittag seien die Nationalisten auch in Siquenza eingerückt. An der Sierra=del=Gredos=Front seien die Orte Sotillo und Adrala besetzt worden. Die Roten hätten nur schwachen Widerstand geleistet u. seien nach kurzem Kampfe unter Zurücklassung zahlreicher Toten und Gefangenen sowie einer Menge von Kriegsmaterial geflüchtet. Die Madrider Scheinregierung hat den bekannten Sozialistenführer Luis Jimenes de Asua zum Gesandten in Prag ernannt. Der Sohn des Madrider Marine= und Luftministers Prieto wurde der Londoner Botschaft als Attaché zugeteilt. Schuh der benischen Krvenerschuft Berliner Bauunglücksprozeß Berlin, 9. Okt. Nachdem die Verteidigung in den letzten beiden Wochen ihre Schlußvorträge gehalten hatte, nahm der Sachbearbeiter der Staatsanwaltschaft im Berliner Bauunglücksprozeß Freitag vormittag das Wort zu seiner Erwiderung, und begründete den von der Auffassung der Verteidigung abweichenden Standpunkt der Anklagebehörde. Nach eingehender Erörterung technischer Einzelheiten kam der Staatsanwalt in seiner Erwiderung auf die Schlußvorträge der Verteidiger auf das Strafmaß zu sprechen. „Er, wies darauf hin, daß die Strafandrohung für Straftaten der vorliegenden Art im neuen nationalsozialistischen Strafrecht wesentlich höher sei und für die Zukunft auch die Verhängung von Zuchthausstrafe ermögliche. Der Nationalsozialismus leite aus dem Begriff der Treue gegenüber der Volksgemeinschaft auch die Forderung nach dem Schutz des deutschen Arbeitero her. Das Urteil des Gerichtes in diesem Falle soll dem deutschen Volk darüber Auskunft geben, was uns die Arbeitskraft des deutschen Volkes wert ist. Zukunft ähnliche Außerdem soll die Strafe für die Ereignisse verhüten. Der Anklagevertreter unterstrich dann noch einmal die Erklärung, die Reichsminister Dr. Goebbels bei seiner Zeugenvernehmung abgegeben hatte: daß es ein Erfordernis der Staatsraison sei, sich bei der Beurteilung dieses Falles nicht von sentimentalen Erwägungen letten zu lassen, und daß es seiner Meinung nach zur schwersten Schädigung des nationalsozialistischen Aufbauwerkes führen werde, wenn man die Schuldigen nicht zur Rechenschaft zöge. Ihr Urteil, meine Herren Richter, soll darüber Auskunft geben, ob das Wort von der Pflichterfüllung, von der Erfüllung dessen, was die Volksgemeinschaft von dem einzelnen verlangt. noch ernst genommen wird. Von der Beantwortung dieser Frage hängt die Zukunft des Deutschen Reiches aber auch die Zukunft des nationalsozialistischen Gedankens ab Wenn wir hier als Anwälte des Staates diesen Gesichtspunkt vertreten so glauben wir das zu tun im Sinne der Gerechtigkeit. des Strafgesetzes und im Sinne des deutschen Volkes. für das wir hier sprechen. Die Verhandlung wird am Montag fortgesetzt. Es ist damit zu rechnen, daß die Verteidiger noch einmal ausführlich erwidern werden. Massenchöre in der Westsalenhalle Zur Eröffnung des Winterhilfswerks Dortmund. Bei der am Sonntag. dem 11. Oktbr., um 17 Uhr in der Westfalenhalle stattfindenden Eröffnungskundgebung des Gaues Westjalen=Süd für das Winterhilfswerk wirkt u. a. auch eine Chorgemeinschaft des Sängergaues Westjalen in Stärke von 500 Sängern mit. Die Chorgemeinschaft besteht aus der Sängervereinigung Bochum, dem Männergesangverein Deutscher Sängerkreis Dortmund. der Sängervereinigung Hörde und dem Herner Männerchor. Die Gesamtleitung dieser Chorgemeinschaft hat Musikdirektor Albert Lamberts(Dortmund). Die Chorgemeinschaft bringt das„Saatgebet“ von Franz Dahlke. eines in Ahlen in Westfalen lebenden zeitgenössischen Komponisten zum Vortrag. und als Erstaufführung das„Lied der Landleute" von dem bekannten Männerchor=Komponisten Rudolf Buck. Die westfälische Komponistin Erna Ludwig, die in Münster in Westjalen lebt, ist mit einem Chor„Volk baue das Reich“ vertreten. Mit Orchesterbegleitung wird das„Kampflied“ von Fritz Bathe(Lehrer in Dortmund) zum Vortrag gebracht. Wenn man berücksichtigt, daß neben diesen gewaltigen Massenchören der„Fünfhundert“ die städtischen Orchester von Dortmund und Hagen unter der Leitung von Wilh. Sieben und Herwig mit rund 100 Musikern, sowie die Fliegerkavelle des Standorts Dortmund und 120 Fanfarenbläser des Jungvolks für die Ausgestaltung des musikalischen Teils der Feierstunde eingesetzt werden, darf man gewiß sein, daß die große Eröffnungskundgebung für das W5W. des Gaues Westfalen=Süd zu einer wirklichen Feierstunde für alle Beteiligten wird. Schweres Verkehrsunglück Lastkraftwagen fährt die 25 Meter hohe Böschung an der Schnettkerbrücke hinab Dortmund. Ein schweres Verkehrsunglück ereignete sich Donnerstag gegen 21.15 Uhr auf dem Ruhrschnellweg an der Schnettgerbrücke. Um diese Zeit befuhr. von Bochum kommend. der Lastkraftwagen mit Anhänger IX 47544. Lenker Alfred P. aus der Weiherstraße, in dessen Begleitung sich ein Heinr. H. von hier befand. den Ruhrschnellweg in östlicher Richtung. Etwa 40 Meter vom Westpfeiler der Schnettkerbrücke entfernt geriet der Lastzug. der mit in Kisten verpacktem Flaschenwein beladen war. gegen den südlichen Bordstein. Die Folge davon war. daß die Steuerung nach rechts ausschlug, der Lastzug über den Bürgersteig geriet, das Geländer an der 25 Meter hohen Böschung durchbrach und dann in die Tiefe sauste. Der Motorwagen drehte nach rechts. Dieser kleine zeitliche Aufenthalt rettete dem Wagenlenker und dem Beifahrer das Leben. Beide wurden nämlich in diesem Augenblick aus dem Führersitz geschleudert und. während Motorwagen und Anhänger sich mehrjach überschlagend in die Tiefe stürzten. lagen beide mit verhältnismäßig leichten Verletzungen zwischen den Trümmern der aus beiden Wagen gestürzten Kisten. Motorwagen und Anhänger rollten, sich mehrfach überschlagend. dann weiter den Abhang hinab und blieben vollständig zertrümmert in einem Wassergraben liegen. Die Kisten und ein Teil der in Trümmer gegangenen Weinflaschen bildeten ein wüstes Durcheinander. Radjahrer. die kurz nach dem Unfall die Stelle passierten, suchten sofort die Unfallstelle ab und forschten nach, ob sich jemand unter den Trümmern befände. Die beiden Insassen des Unglückslastzuges hatten sich indessen bereits entfernt, um Hilfe zu holen. Die Polizei nahm noch in der Nacht sofort umfangreiche Ermittlungen auf. Vermißle als Leiche gesunden Vom Ehemann erstochen und vergraben Dortmund. Seit dem 2. Oktober 1936 wurde die 39jährige Ehefrau Dorothea Franziska Harnisch, die zuletzt in Dortmund=Mengede wohnte, und die seit dem 30. Juli 1936 spurlos verschwunden war. als vermißt gemeldet. Sowohl den außerhalb Dortmunds wohnenden Angehörigen sowie der Polizei fiel es auf. daß der Ehemann der Vermißten. der Techniker Otto Harnisch, erst sechs Wochen nach dem Verschwinden seiner Frau die Vermißtenanzeige erstattete. Alle Nachforschungen der Polizei blieben zunächst erfolglos. Die Vermißte war nirgendwo aufzufinden. Immer mehr stieg der Verdacht auf. daß der Ehemann der Vermitzten mit dem Verschwinden der Ehefrau etwas zu tun habe, zumal er Personen, die sich nach dem Verbleib seiner Frau erkundigten, widersprechende Angaben machte. Als in Erjahrung gebracht worden war, daß er am Tage nach dem Verschwinden seiner Frau aus einem in der Mengeder Heide von ihm erworbenen Grundstück gerodet und auch einen bis dahin auf dem Hofe seines Hauses liegenden Kahn zur Nachtzeit zu dem Grundstück gebracht hat, wurden auf dem betreffenden Grundstück eingehende Nachforschungen vorgenommen. In einem zur Anpflanzung eines Baumes mit Komposterde angelegten Pflanzloch wurde die Leiche der Ehefrau in einem Meter Tiese in Säcken verhüllt vorgefunden. Nach den bisherigen Ermittlungen hat Harnisch sehr viel Streitigkeiten mit seiner äußerst nervösen Frau wegen des Grundstückerwerbs gehabt. Im Verlause des letzten Streitfalles soll Frau Harnisch ihren Mann mit einer Schere bedroht. dieser ihr die Schere entrissen und sie in der Erregung niedergestochen haben. Die Leiche hat Harnisch in Säcke gehüllt, einen Tag im Keller seines Hauses niedergelegt und sie dann in der darauffolgenden Nacht in dem erwähnten Kahn. der mit Transvorträdern versehen war. verpackt und nach dem Grundstück hinausgefahren. Harnisch wurde festgenommen. Seine Frau und sich selbst erschossen Essen. Am Donnerstagmorgen erschoß in einem Hause in der Söllingstraße ein Mann seine Ehefrau und dann sich selbst. Das Motiv der Tat ist in zerrütteten Familienverhältnissen zu suchen. Helbstmord im brennenden Belt Duisburg. Bewohner eines Hauses im Dellviertel sahen aus einer Dachkammer Rauch aussteigen. Nichts Gutes ahnend. drangen sie in die Kammer ein, wo sich ihnen ein schreckliches Bild bot. Der Bewohner der Kammer. ein 74jähriger Mann, lag tot am Boden Sein Bett stand in Flammen. Die Nachbarn löschten den Brand. Nach den Feststellungen der Kriminalvolizei hatte der alte Mann. wohl in einem Anfall von geistiger Umnachtung. sein Bett mit Petroleum getränkt, angezündet und sich dann hineingelegt. Im letzten Augenblick muß er dann versucht haben, sich zu retten, wobei er jedoch im Rauch erstickte. Mukter von zwölf Kindern feierl 90. Geburtstag Münster. Die jetzt hier im Hause Sophienstraße 19 als Witwe lebende Frau Klara Svangenberg wurde am 8. Oktober 1847 in Trier geboren, konnte somit ihren 90 Geburtstag seiern. Von ihren 12 Kindern leben nur noch fünf. außerdem 16 Enkel und 14 Ur enkel. Die alte Dame erfreute sich stets einer ganz hervorragenden Gesundheit und hat erst mit 86 Jahren zum ersten Male einen Arzt in Anspruch genommen. Sie kocht und backt jetzt noch für den Haushalt ihrer Tochter alles selbst. Ihre Lebensfreude als Rheinländerin hat sie auch heute noch nicht verlassen: denn wenn das Radio mal einen schönen alten Walzer überträgt, tanzt Oma Spangenberg auch heute noch gern einen langsamen Wal zer. Wer möchte sie darum nicht beneiden! Habolage an der deutschen Volksernährung Niederträchtiger Schlächtereibesitzer in Schutzhaft genommen Bielefeld. Es ist das oberste Gesetz der national sozialistischen Ernährungspolitik, die Ernährung aller Volksgenossen sicherzustellen. Mit drakonischer Schärfe wird deshalb gegen jene Elemente vorgegangen. die diese Sicherstellung der Ernährung zu sabotieren trachten. So wurde jetzt in Gütersloh der Besitzer einer Schlachterei. Heinrich Klau. von der geheimen Staatsvolizei in Schutzhaft genommen. da er auf die gemeinste Art und in verbrecherischer egoistischer Absicht die Gesundheit seiner Volksgenossen gefährdete. Klau verarbeitete in seinem Betriebe allen Anordnungen zum Trotz krankes Vieh. Er fälschte den Stemvel des Trichinen= und des Fleischbeschauers, um seine Manöver zu ermöglichen. Beim Verkauf des Fleisches überschritt er außerdem die festgesetzten Höchstvreise. Heinz Schäfer Gerti Schäfer geb. witenbrink geben ihre Vermählung bekannt Sonntag, den 11. Oktober 1936 Castrop-Rauxel 1(Bochumer Straße 80) ZIMMER Sczer M Mein-Mover Günstige zanlungsweise HERNE-BAHNHOFSTR·N2 3 Alles türs Aute Fabrikneue MarkenNähmaschinen RM. 98.-versenkb, schöne Ausstattung Willy Witthofl, Dortm und, Am Körnerplatz, Ecke 1. Kampstraße Kinderbeihilfe Pianos vom billigsten StudierPiano bis zum erstklassigen Marken-Instrument. Zahlungserleichtg. Mief-Pianos und gebr. Instrumente stets am Lager. 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