Riin Palttab t mage.. Nr dar LaslSptauter uie ungedung 62. Jahrg, Castroper Zeitun“ Der Stadtanzeiger erscheint wöchentlich kmal. Wochendezugsprets Anzeigenvreis: 1 mm hoch und 22 mm breit 4 Pig. TextCasiropel=Heitulg 50 Pig. Postbestellpreis 2 RM. monatlich. Ersatzansprüche können anzeigen 1 mm hoch und 72 mm breit 25 Pfg. Nachlaß nach bei Störungen im Erscheinen infolge höherer Gewalt nicht gestellt den vom W. d. D. W. herausgegebenen Richtlinien. 3. Zt. gilt Rauxeler Neueste Nachrichten verden Drus und Verlag: Geschw. Schmit in Castrov=Rauxel Preisliste Nr. 2. Für Platzwünsche, auch für die durch Fexyspregher (geter Geueste Nacheichee. Hauptschriftleiter, verantwortlich für den Textteil: Franz aufgegebenen, sowie für undeutlich geschriebene Aufträge wird bei Störungen im Erscheinen infolge höherer Gewal; nicht gestellt den vom M. d. 9. M. herausgegebenen Richtlinien. werden Drus und Verlag: Geschw Schmiz in Castrop=Rauxel. Preisliste Nr. 2. Für Platzwünsche, auch für Hauptschriftleiter, verantwortlich für den Textteil: Franz aufgegebenen, sowie für undeutlich geschriebene Auftrage wird Bladenhorster Tagoblatt Jeses Prunz in Castrov=Rauxel. Anzeigenletter: Wilhelm keine Gewähr übernommen. Schluß der Anzeigen=Annahme 4 Uhr Viabenhoffter=Tageblaft Welter in Castrop=Rauxel. DA. VIII. 36 1630. Sa.=Nr 2151 Castrop. nachm. tags zuvor. Erfüllungsort u. Gerichtsstand Castrop=Rauxel. Amtliches Veröffentlichungsblan für den Landgerichtsbezirk Dortmund. Allgemeines Kreisblau für den Stadtkreis Castrop=Rauxel. Nr. 254 Freitag, den 18. September 1936 Der Fuhster un die Jotouten de3 7Reikendeps Ansprache des Führers an die Soldaten des V. Armeekorps— Jahnenverleihung durch Adolf Hitler Jolöuiische kreue Neues Haus— alter beist Würzburg, 17. September 1936. In Anwesenheit des Führers und Reichskanzlers und des Reichskriegsministers und Oberbefehlshabers der Wehrmacht Generalfeldmarschall von Blomberg hielten die Truppen des 5. Armeekorps bei Giebelstadt in der Nähe von Würzburg als Abschluß der Korpsmanöver eine große Parade ab, bei der den Truppen auch die neuen Fahnen verliehen wurden. An 100000 Zuschauer wohnten der feierlichen Uebergabe der neuen Fahnen und dem herrlichen militärischen Schauspiel bei. Unter den vielen Ehrengästen sah man neben Reichsorganisationsleiter Dr. Ley Staatssekretär General der Flieger Milch, zahlreiche führende Persönlichkeiten der Partei, der Länderregierungen Bayerns, Württembergs und Badens, SA.=, SS.= und RSKK.=Führer und viele frühere Offiziere sowie einige Offiziere fremder Staaten. Die großen Zuschauermassen bereiteten dem Führer bei seiner Ankunft einen jubelnden Empfang. In der Begleitung des Führers befanden sich Reichspressechef Dr. Dietrich, Obergruppenführer Brückner, Obergruppenführer Sepp Dietrich, Oberstleutnant Hoßbach, Kapitänleutnant von Puttkammer und Fliegerhauptmann Mantius. In einem Viereck hatten die Fahnenkompanie, die das Infanterieregiment Nr. 55 stellte, die Offiziere des Generalstabs und die Kommandeure der Bataillone und Abteilungen, denen die neuen Fahnen verliehen wurden, Aufstellung genommen. Der Führer schritt mit dem Oberbefehlshaber der Wehrmacht, Generalfeldmarschall von Blomberg, dem Oberbefehlshaber des Heeres, General= oberst Freiherr von Fritsch und dem Oberbefehlshaber der Gruppe 2, General der Artillerie Ritter von Leeb, die Front ab und richtete dann an die Truppe folgende Ansprache: „Soldaten des 5. Armeekorps! In wenigen Wochen sind genau 18 Jahre vergangen, seit die große Armee, das stolzeste Wahrzeichen unseres Volkes, getroffen von einem heimtückischen Anfall, die Waffen und die alten Fahnen senken mußte. In einem Friedensvertrag, der uns als Diktat aufgezwungen wurde, hat der Gegner die Beseitigung dieses einzigartigen Heeres gefordert. Er tat dies in der Ueberzeugung, damit nicht eine Organisation aus dem Wege zu räumen, sondern um dem deutschen Volk einen tödlichen Schlag zu versetzen. Und dieser Schlag wurde möglich gemacht und hingenommen durch gewissens= und verantwortungslose Politiker. Was unser Volk seither durchmachen mußte, ist uns, auch Euch allen bekannt: Nicht eine friedvolle Entwicklung, nicht eine Zeit der Völkerverständigung und Völkerversöhnung ist gekommen, sondern die Zeit des deutschen Jammers, des Elends und der Verzweiflung! Wenige Monate nach dem Zusammenbruch des alten Heeres entstand eine junge Bewegung in Deutschland mit dem Ziel, das deutsche Volk und das deutsche Heer wiederaufzurichten. Dabei standen sich zwei Auffassungen viele Jahre lang gegenüber. Die erste meinte, Deutschland könne nur glücklich sein, wenn es am wehrlosesten wäre. Die zweite behauptete dagegen, daß das Glück nur dem zuteil werden kann, der es in seinen starken Fäusten zu halten vermag. Seitdem sind 18 Jahre vergangen: die zweite Auffassung hat gesiegt! Sie hat das deutsche Volk wieder aufgerichtet und diese Aufrichtung damit gekrönt, daß ein neues großes Volksheer entstand, dessen Soldaten Ihr heute seid! Das große Erbe der alten Armee, das von dem kkeinen HunderttausendMann=Heer weiter gepflegt wurde, geht damit jetzt wieder an eine große gewaltige Armee des ganzen deutschen Volkes! Ihr seid nun die Träger dieser einzigartigen großen Tradition, die Repräsentanten eines neuen großen deutschen Heeres und damit die Schützer der Ehre, der Kraft und der Herrlichkeit der deutschen Nation! Ueber dem neuen Reich wurde eine neue Fahne aufgezogen. Sie hat nichts zu tun mit Feigheit und Unterwerfung, sondern sie trägt den Geist der deutschen Wiedererhebung und der deutschen Wiederaufstehung. Eure Fahnen wehen in den Farben und Zeichen des neuen Reiches, eines Reiches der Volksgemeinschaft, deren Söhne Ihr seid, deren Eltern Euch hierher gesandt haben, um Dienst zu tun an der deutschen Nation. Im Namen dieses neuen Reiches übergebe ich Euch die Fahnen und Standarten! Ihr werdet ihnen treu sein, wie einst die Regimenter und Bataillone der alten Armee ihren Fahnen treu waren! Ihr werdet als Söhne unseres Volkes, als Soldaten des nationalsozialistischen Dritten Reiches, als Wache des neuen Deutschlands hinter den Fahnen marschieren! Ihr werdet, so wie auch die Generationen nach Euch, Eure Pflicht erfüllen! Und an die Spitze dieser Pflichterfüllung werdet Ihr stellen: unser Deutschland, unser heiliges Reich! Der Führer übergab dann jedem Kommandeur mit Handschlag seine Fahne, während eine Batterie einen Salutschuß abgab. Der Oberbefehlshaber des heeres Generaloberst Freiherr von Fritsch dankte im Namen des ganzen Heeres für die aus der Hand des Führers empfangenen Fahnen und Standarten und erklärte, sie werden für jeden Soldaten Sinnbilder der Treue, der Ehre und der Pflichterfüllung sein. Moskau, 17. September. Wie die„Prawda“ aus Rostow meldet, ereignete sich auf der Strecke nach Baku durch den Zusammenstoß einer Lokomotive mit einem Petroleumzug ein entsetzliches Brandunglück, dem zahlreiche Menschenleben zum Opfer fielen. Entgegen den Vorschriften und trotz mehrmaliger Warnung durch den Streckenwärter ließ der Führer einer Manövrierlokomotive diese auf einer blockierten Strecke halten. Ein Petroleumzug, der diese Strecke befuhr, stieß auf die Lokomotive. Dabei geriet der Zug in Brand und mehrere Wagen gingen in die Luft. Das Feuer sprang auch auf einen anderen Zug über, von dem drei Wagen verbrannten. Da erst aus den nächstgelegenen kaukasischen Städten die Feuerwehren herbeigeholt werden mußten, kamen zahlFürchterliche Grausamkeiten Sevilla, 17. September. Die in der inzwischen von den nationalistischen Truppen befreiten Stadt Baena(Prov. Cordoba) angestellten Ermittlungen haben neue entsetzliche Verbrechen der kommunistischen Horden zutage gefördert. So sind im Altersheim der Stadt acht Insassen im Alter von 65 bis 87 Jahren von Angehörigen der roten Miliz durch Axthiebe getötet worden. Auf die gleiche Weise haben die entmenschten Horden ferner eine 79jährige Nonne sowie mehrere Kinder im Alter von drei bis sieben Jahren hingemordet. Bis zur Einnahme durch die nationalen Truppen sind in der kleinen Stadt 91 Einwohner dem roten Terror zum Opfer gefallen. Das Pressebüro der zweiten Division der Militärgruppe in Sevilla veröffentlicht weitere Einzelheiten über das Wüten der kommunistischen Horden in der Provinz Sevilla. In Guadalcanal wurden insgesamt 41 Einwohner ermordet. Zum Teil wurden sie hinterDie Armee ist stolz und glücklich, die neuen Fahnen aus den Händen des Mannes empfangen zu haben, der Deutschland vom Abgrund zurückriß, der ganz Deutschland mit nationalsozialistischem und soldatischem Geist erfüllt hat. Die Armee schwört unverbrüchliche Treue dem Mann, der auf freiem Grund ein freies Volk und eine starke Wehrmacht geschaffen hat. Die Armee ist ihm treu, heute und immerdar, im Leben und im Sterben. Angesichts der neuen Fahnen und Standarten rufen wir: Unser Führer, der Schöpfer unserer Wehrmacht, Sieg=Heil! In der anschließenden Parade zogen die vielen tausend Soldaten an ihrem Führer vorbei. Die Zuschauer spendeten immer wieder Beifall. Ein imposantes Bild boten die motorisierten Truppen, die als neue Waffe besonders den Unterschied zwischen den heutigen und den großen Paraden der Vorkriegszeit kennzeichneten. Eine Fliegerstaffel, die in geringer Höhe zum Abschluß über das Paradefeld flog, vervollständigte diesen Eindruck. Die Massen der Zuschauer hatten in den Pausen immer wieder nach dem Führer gerufen, und die Begeisterung, als er zum Schluß langsam an den Tribünen und tiefgestaffelten Reihen der Zuschauer vorbeifuhr, galt als Dank dem Mann, der Deutschlands Ehre wiederhergestellt hat und sie durch eine schlagkräftige Wehrmacht zu schützen weiß. Auf allen Bahnhöfen, die der Sonderzug des Führers durchfuhr, hatten sich Zehntausende Volksgenossen eingefunden, die den Führer mit herzlichem Jubel begrüßten. reiche Reisende in den Flammen um. Obwohl der schuldige Lokomotivführer mit seiner Maschine auf der verbotenen Strecke hielt, hatte der Strekkenwärter nichts unternommen, um den Petroleumzug zum Halten zu bringen. Ueber die Zahl der Opfer wird bisher Stillschweigen bewahrt. 14 Tote bei einem Dampfer= zusammenstoß auf der Newa Moskau, 17. September. Wie die„Iswestija meldet, stießen auf der Newa in Leningrad ein Schlepper und ein Personendampfer zusammen. Infolge eines„verbrecherischen Verstoßes gegen die elementarsten Regeln der Schiffahrt" fuhr der Schlepper auf den Dampfer auf, der sofort sank. Von den 35 Fahrgästen konnten nur 21 gerettet werden. Die restlichen Fahrgäste ertranken. rücks auf der Straße erschossen und zum Teil aus den Wohnungen verschleppt, zusammengebunden, in die Nähe des Friedhofes gebracht und dort erschossen. Bei vielen trat der Tod erst nach Stunden ein. In Lora del Rio haben die Anarchisten und Kommunisten in besonders grauenvoller Weise gewütet. Das Blutbad der marxistischen Horden begann damit, daß der Polizeihauptmann, der unter dem Druck der marxistischen Gewalthaber einen Teil der Polizeibeamtenschaft und die rechts eingestellte Bevölkerung entwaffnen mußte, zu einer Besprechung auf das Rathaus bestellt wurde. Auf dem Rathausplatz wurde der Polizeioffizier unerwartet beschossen. Von 18 Kugeln durchbohrt brach er tot zusammen. An diesen Mord schloß sich dann ein zügelloses Hinschlachten zahlreicher männlicher Einwohner an, so daß viele Familien aller männlichen Mitglieder beraubt wurden. Bereits am 23. Juli hatten die Kommunisten damit begonnen, alle Kirchen und Kapellen niederzubrennen und die Geistlichen In dem neuen Hause in Genf. das man so stolz als den„Völkerbundpalast“ bezeichnet und um dessen Bau sich so viele eigenartige und boshafte Historien ranken, beginnt die Septembertagung des Völkerbundes. Ob es wohl ein Wink oder eine Ironie des Schicksals ist, daß gerade der große Sitzungssaal noch nicht fertig geworden ist, und daß man infolgedessen sich zunächst mit einem Raum begnügen muß. der eigentlich nur für Kommissionssitzungen gedacht ist? Man fragt sich unwillkürlich, ob wohl dieses neue Haus gewissermaßen ein äußerlich sichtbares Kennzeichen dafür darstellen mag, daß auch im Völkerbund ein neuer Geist eingezogen ist, oder ob der alte Geist so schnell wie möglich versuchen wird, auch in dem neuen Hause sich mit seiner selbstgerechten und etwas muffigen Atmosphäre breitzumachen. Betrachtet man das Sitzungsprogramm, so kann einem um die Hoffnung auf den neuen Geist bange werden. Die ganze Tagesordnung sieht so aus, als“ ob es nirgends in der Welt politische Fragen gäbe, die dringend der Lösung bedürfen. Vielmehr glaubt man, wenn man diese Tagesordnung betrachtet, wir lebten in einer neuen Zeit, die gerade recht und geschaffen ist, um theoretische Probleme zu erörtern. Eigentlich der einzige Gegenstand, der eine positive Beziehung zu noch nicht gänzlich erledigten und vergessenen Fragen enthält, erscheint weder auf dem Programm der Tagung. noch mag man gern von ihm reden. Das ist nämlich die Frage danach, wer nun eigentlich für Abessinien auf der Ratstagung erscheinen soll. Die einen behaupten, für Abessinien würde eine eigene Delegation aus drei früheren Gesandten des Landes auftreten, während andere Der Ansicht zuneigen, der Negus selbst würde es sich nicht nehmen lassen, in Genf zu erscheinen. Demgegenüber steht die Meldung, die allerdings nur der reichlich phantasievolle Londoner„News Chronicle“ verbreitet, wonach eine Einigung über diese veinliche Frage bereits erfolgt sein soll. Danach würde Italien an der Eröffnungssitzung der Völkerbundsversammlung nicht offiziell teilnehmen, und inzwischen werde Baron Aloisi als Vertreter des Königs von Italien und Kaisers von Abessinien ohne großen Aufwand für Abessinien beim Völkerbund akkreditiert werden. Es wäre entschieden dies der vernünftigste Weg. um eine Frage nun auch formal zu erledigen, die ja durch die Tatsachen und die Praxis ihre Erledigung längst gefunden hat. Die sogenannte abessinische Delegation der drei früheren Gesandten würde man dadurch ausschalten, daß man von seiten der Vollmachtenkommission ihre Aktivlegitimation als nicht mehr gegeben ansehen könne. Das Wichtigste jedenfalls wird hinter den Kulissen gesprochen werden. Man wird über den Neubau der europäischen Wirtschaft, über die Vorbereitung der Westpaktkonferenz und vielleicht auch über die Möglichkeiten der Völkerbundsreform sprechen, wenn sich nicht sogar die Gerüchte bestätigen, wonach von französischer Seite ein neuer überraschender Schritt von vielleicht beträchtlicher Tragweite zu erwarten ist, der allerdings ebenfalls wohl die wirtschaftlichen Gesichtspunkte zum Ausgangs= und Angelpunkt haben wird. Noch nicht weiß man, ob man die Frage des spanischen Bürgerkrieges und der Nichteinmischung tatsächlich totzuschweigen gedenkt. einzukerkern. Die vom Revolutionskomitee zum Tode verurteilten Einwohner mußten auf dem Friedhof ihre eigenen Gräber ausheben und wurden dann an deren Rand gestellt. Die vertierten Horden gaben Salven auf die Beine der Unglücklichen ab, so daß sie in die Gräber hineinstürzten. Obwohl die Unglücklichen fast alle noch am Leben waren, wurden die Gräber sofort zugeschüttet. Aus der verkrampften Haltung der Leichen konnten die nationalen Truppen bei den Wiederausgrabungen feststellen, daß sie erst nach langen furchtbaren Qualen verschieden waren. Bei allen diesen Morden mußten andere rechtsgerichtete Personen aus Lora del Rio zusehen, die später auf dieselbe grausame Weise ermordet wurden. Ganze Familien wurden mit unvorstellbarer Roheit hingerichtet. Man tötete am ersten Tag ein Kind, am zweiten ein anderes und dann nacheinander an jedem Tag so fort die ganze Familie, so daß die Qual der Ueberlebenden ins unermeßliche gesteigert wurde. Insgesamt sind in dem Städtchen 138 Personen ermordet, darunter 20 Polizeibeamte. Alle diese Schilderungen stammen von Augenzeugen; so von einem Richter, einem überlebenden Polizeibeamten und von einem Faschistenführer, der bei dem Einmarsch der nationalen Streitkräfte als letztes Opfer von den Roten hingeschlachtet wurde. Die Ermittlungen der nationalistischen Behörden über die Bluttaten der Marxisten sind immer noch nicht zum Abschluß gebracht worden, so daß damit zu rechnen ist, daß noch weitere grauenvolle Ausschreitungen aufgedeckt werden. Dus ist die sowselislische untstwietschaft Zwei schwere Unglücksfälle durch leichtsinnige und unfähige Beamte Zahlreiche Todesopfer Aote Bestten in Menschengestalt Altersheiminsassen und Kinder mit der Axt erschlagen Rote Bestien Hendaye, 17. September. Ueber eine der furchtbarsten Untaten, die kürzlich von den roten Horden in Madrid begangen worden ist, liegen nunmehr aus zuverlässiger Quelle nähere Einzelheiten vor. Es handelt sich um die Abschlachtung des Chefs des Militärkrankenhauses von Carabanches bei Madrid, Generalstabsarzt Gomez Ulla, und des Generals Lopez Ochoa, der im Jahre 1934 den Aufstand in Asturien niedergeschlagen hatte. Einzelheiten der Ermordung dieser beiden Männer sind so furchtbar, daß sie nur widerstrebend berichtet werden können, sie beweisen neuerlich, daß die roten Mordbrenner, die in Madrid eine Schreckensherrschaft aufgerichtet haben, Bestien in Menschengestalt sind. Generalstabsarzt Ulla hatte sich das Mißfallen der roten Machthaber zugezogen, weil er General Ochoa mit Erfolg operiert hatte. Eines Tages drang eine Horde anarchistischer und kommunistischer Banditen in das Krankenhaus ein, überfiel den General, der im Bett lag, und schnitt ihm den Kopf ab. Der Kopf wurde dann als „Kühlerfigur“, auf einem Kraftwagen befestigt und durch die Straßen Madrids gefahren. Dann bemächtigte sich der rote Mob des Generalstabsarztes Gomez Ulla und schleppte ihn in den Operationssaal. Dort schnallten ihn die Banditen auf dem Operationstisch fest, schnitten ihm die Hände ab, stachen ihm die Augen aus und gaben ihm schließlich einen„Gnadenschuß". Wus Hinles fagl, ii wahse! Lloyd George über seine Reiseeindrücke in Deutschland Sowjetrussische Armee kriegsbereit Eine aufschlußreiche Rede des Kriegskommissars Woroschilow Moskau, 17. September. Wie aus Kiew gemeldet wird, hielt Kriegskommissar Woro schilow nach Abschluß der im Kiewer Militärbezirk stattgefundenen Manöver eine Rede, in der er die Kriegsbereitschaft der sowjetrussischen Armee erneut hervorhob. Woroschilow betonte dann, daß die Sowjetunion im Falle eines Angriffes den Feind in seinem Lande schlagen müsse und führte dann wörtlich aus:„Wenn der Feind die Sowjet=Ukraine, Sowjet=Weißrußland oder einen anderen Teil der Sowjetunion überfällt, so haben wir die Absicht und den festen Willen ihn nicht über die Grenzen unseres Landes zu lassen. Wir werden ihn in dem Lande schlagen, aus dem er gekommen ist.“ kotes Untermenschentum Wegen Vorbereitung eines hochverräterischen Unternehmens verurteilt Düsseldorf. Die Justizpressestelle teilt mit: Am 16. September 1936 fällte der 3. Strafsenat des Oberlandesgerichts Hamm in Düsseldorf nach mehrtägiger Verhandlung gegen zwölf Angeklagte Urteile wegen Vorbereitung eines hochverräterischen Unternehmens und verhängte Strafen von vier Jahren acht Monaten Zuchthaus bis zu zehn Monaten Gefängnis. Die Beteiligung der Verurteilten an bolschewistischen Umtrieben ergab sich anläßlich einer im vorigen Jahre groß angelegten Aktion gegen Düsseldorfer Zuhälterkreise. Hierbei stellte sich heraus, daß sich zahlreiche Festgenommene im kommunistischen Sinne betätigten. Es handelte sich dabei im allgemeinen um asoziale Elemente, Mitglieder von Zuhälterorganisationen, die neben ihrem sonstigen verbrecherischen Treiben auch bolschewistische Ideen zu verbreiten suchten. Auch dieses Urteil beweist, daß der nationalsozialistische Staat mit aller Schärfe gegen kommunistisches Untermenschentum vorgeht. keine Kabinettsumbildung in Polen Warschau, 17. Sept. Die in Warschauer politischen Kreisen verbreiteten Gerüchte über eine Umbildung des polnischen Kabinetts sind offenbar den Ereignissen erheblich vorausgeeilt. An amtlichen Stellen wird die Richtigkeit dieser Gerüchte in Abrede gestellt. Der Negus bleibt hartnäckig Er wendet sich an den Haager Gerichtshof London, 17. September. Die Londoner Anwaltfirma Arram, Oaiffia& Co. hat am Donnerstag an den Ständigen Internationalen Gerichtshof in Haag ein Telegramm gesandt, in dem im Auftrage„des Kaisers von Abessinien und seiner Regierung“ die Einberufung einer außerordentlichen Sitzung„zur Anhörung der abessinischen Beschwerden gegen Italien“ beantragt wird. „Ergebnis eines Boykolts“ London, 17. September. Unter der lakonischen Ueberschrift„Ergebnis eines Boykotts“ teilt der „Evening Standard“ mit, vor zwei Jahren sei behauptet worden, daß die judenfeindlichen Maßnahmen der Nationalsozialisten die deutsche Schiffahrt zugrunde richten würden, weil die Juden die deutschen Fahrzeuge boykottierten. Tatsächlich habe dieser Boykott die entgegengesetzte Wirkung gehabt. Gerade weil sich die Juden geweigert hätten, mit den großen deutschen Dampfern zu fahren, bestünden die reichen und wohlhabenden Christen Englands und Amerikas darauf, auf diesen Schiffen zu reisen. Die Deutschen, so schließt die Glosse des„Evening Standards“, stellen heute im Passagiergeschäft einen Rekord auf. Der irische Politiker Generg! O' Duffy hat lt.„Morning Post“ eine antibolschewistische Organisation gegründet, die den Namen „Irischer Kreuzzug gegen den Kommunismus" trägt. (Copyright für Deutschland durch DRB.) London, 17 Sept. Der frühere englische Ministerpräsident Lloyd George, der soeben von seinem Besuch in Deutschland, wo er bekanntlich zweimal mit dem Führer zusammentraf, zurückgekehrt ist, berichtet am Donnerstag im„Daily Expreß" über seine Eindrücke. Lloyd George schreibt u..: „Ich habe den deutschen Führer und auch etwas von der großen Veränderung, die er herbeigeführt hat, gesehen Mit Recht hat er in Nürnberg darauf Anspruch erhoben, daß seine Bewegung in vier Jahren ein neues Deutschland gemacht hat. Es ist nicht das Deutschland der ersten zehn Nachkriegsjahre— gebrochen, niedergeschlagen und gebeugt von einem Gefühl der Sorge und Unfähigkeit. Deutschland ist jetzt voller Hoffnung und Vertrauen und mit einem neuen Gefühl der Entschlossenheit erfüllt, sein eigenes Leben ohne Einmischung irgendeines äußeren Einflusses zu führen. Zum ersten Male seit dem Kriege ist ein allgemeines Gefühl der Sicherheit vorhanden Das Volk ist freudiger. Es ist ein glücklicheres Deutschland. Ein Mann hat dieses Wunder vollbracht; er ist ein geborener Menschenführer, eine magnetische, dynamische Persönlichkeit mit einem einheitlichen Ziel, einem entschlossenen Willen und einem furchtlosen Herzen. Er ist nicht nur dem Namen nach, sondern tatsächlich der nationale Führer. Er hat das Volk gegen potentielle Feinde geschützt, von denen es umgeben war. Was seine Volkstümlichkeit besonders unter der Jugend betrifft, so kann darüber nicht der geringste Zweifel bestehen. Die Alten vertrauen ihm, die Jungen vergöttern ihn. Es ist nicht die Bewunderung, die einem volkstümlichen Führer zuteil wird, es ist die Verehrung eines Nationalhelden, der sein Land von äußerster Verzweiflung und Erniedrigung gerettet hat. Hitler ist der George Washington von Deutschland— der Mann, der für sein Land die Unabhängigkeit von allen seinen Unterdrückern gewonnen hat. Die Idee, daß Deutschland Europa mit einer Drohung einschüchtern könnte, daß seine unwiderstehliche Armee über die Grenzen marschieren könnte, spielt keine Rolle in der neuen Weltanschauung. Was Hitler in Nürnberg sagte, ist wahr. Die Deutschen werden bis zum Tode jeden Widerstand gegen den leisten, der in ihr Land einfällt. Aber sie haben nicht mehr den Wunsch, selbst in irgendein Land einzumarschieren. Hitler hat während des ganzen Krieges als Soldat gekämpft, und weiß daher aus eigener Erfahrung, was der Krieg bedeutet. Die Errichtung einer deutschen Vorherrschaft in Europa, die das Ziel und der Traum des alten Vorkriegsmilitarismus war, ist nicht einmal am Horizont des Nationalsozialismus vorhanden. An der deutschen Wiederaufrüstung kann nicht gezweifelt werden. Nachdem alle Sieger des großen Krieges mit Ausnahme Englands die Abrüstungspflichten ihres eigenen Landes mißachtet haben, hat der Führer grundsätzlich den übrigen Vertrag, der sein eigenes Land band, zerschmettert. Er ist damit dem Beispiel der für den Versailler Vertrag verantwortlichen Nationen gefolgt. Es ist jetzt ein zugestandener Teil der Politik Hitlers, eine Armee aufzubanen, stark genug, jedem Angreifer Widerstand zu leisten, ganz gleich, von welcher Seite er kommen mag. Ich glaube, daß er bereits dieses Maß der Unantastbarkeit erzielt hat. Kein Land und keine Ländergruppe könnte hoffen, das heutige Deutschland zu überwältigen. Jedermann, der den Krieg kennt, weiß jedoch, daß ein großer Unterschied zwischen einer defensiven und einer offensiven Rüstung besteht. Deutschland hat starke Verteidigungsstellen erbaut und hat eine ausreichende Anzahl ausgebildeter oder halbausgebildeter Leute mit genügend Maschinengewehren und Artillerie, um diese Stellung gegen einen Angriff zu halten. Es hat auch eine sehr leistungsfähige und mächtige Luftflotte. Jeder Versuch, die Possen Poincarés im Ruhrgebiet zu wiederholen, würde jetzt auf einen fanatischen Widerstand von Myriaden tapferer Leute stoßen, die den Tod für das Vaterland nicht als Opfer, sondern als Ehre betrachten. Das ist das neue Temperament der deutschen Jugend. Ihr Glaube an die Bewegung und ihren Führer ist von einer beinahe religiösen Inbrunst. Katholiken und Protestanten, Preußen, Bayern, Arbeitgeber und Arbeiter sind zu einem einzigen Volk zusammengefügt Religiöse, provinzielle und Klassenunterschiede zerspalten die Nation nicht mehr. Es herrscht eine Leidenschaft der Einmütigkeit, geboren aus bitterer Notwendigkeit. Ich habe überall eine heftige und kompromißlose Feindschaft gegen den Bolschewismus gefunden, verbunden mit einer echten Bewunderung für das britische Volk und den tiefen Wunsch nach einer besseren und freundschaftlicheren Verständigung mit England. Die Deutschen haben sich endgültig entschieden, nicht mehr gegen uns zu streiten. Auch haben sie keinerlei Rachegefühle gegen den Franzosen. Aber es herrscht ein wirklicher Haß gegen den Bolschewismus. Deutschland ist indessen zu einem Einmarsch in Rußland ebenso, wenig bereit wie zu einer militärischen Expedition nach dem Mond. Zum Schluß erklärt Lloyd George, er habe keinen Raum mehr, um die Pläne aufzuzählen, die zur Entwicklung der deutschen Hilfsquellen und zur Verbesserung der Lebensbedingungen des deutschen Volkes durchgeführt werden. Diese Pläne seien ungeheuer. Sie seien erfolgreich. Er sei jedoch überzeugt, daß England in der Lage wäre, noch größere Dinge in dieser Hinsicht zu leisten, wenn seine Herrscher den Mut dazu hätten. Die 450 hitlerjungen in Venedig Mailand, 17. Sept. Die 450 Hitlerjungen, die einen Besuch der faschistischen Jugendgruppe im Jahre 1933 erwidern, sind in Venedig eingetroffen. Auf dem Bahnhof wurden sie von den Behörden. und Pressevertretern, von den faschistischen Jugendgruppen und dem Ortsgruppenleiter der NSDAP., dem Vertreter des deutschen Konsulats und zahlreichen Angehörigen der deutschen Kolonie Venedigs herzlich empfangen. Beileid zum Bochumer Grubenunglück Ein Schreiben des englischen Staatssekretärs für Bergbau In Aachen traf eine Gruppe von 26 französischen Parlamentariern, darunter acht Damen, ein, die sich auf einer Studienreise durch Mitteleuropa befinden. „Berlin, 17. Sept. Das Reichs= und preußische Wirtschaftsministerium teilt mit: Der britische Staatssekretär für Bergbau, Marry Crookshank, hatte über den Botschafter Großbritanniens in Berlin dem Reichs= und preußischen Wirtschaftsminister zum Bochumer Grubenunglück sein Beileid mit folgenden Worten ausgesprochen:„Im Namen des gesamten britischen Bergbaues bitte ich Sie und den deutschen Bergbau, unsere tiefe Anteilnahme mit den Hinterbliebenen der anläßlich des Explosionsunglücks bei Bochum zu Tode Gekommenen entgegenzunehmen. Wir hoffen, daß das Rettungswerk erfolgreich sein wird und wünschen den Verletzten baldige Genesung.“ Der Reichs= und preußische Wirtschaftsminister Dr. Schacht hat darauf geantwortet:„Für das warm empfundene Mitgefühl, das mir Euer Exzellenz aus Anlaß des Explosionsunglücks auf der Grube Präsident bei Bochum zum Ausdruck gebracht haben, spreche ich meinen aufrichtigen Dank aus. Ihre und des britischen Bergbaues Anteilnahme an dem schweren Leid, das deutsche Bergleute getroffen hat, wird von allen Kreisen des deutschen Bergbaues dankbar empfunden.“ I92 Personen fnegen abee den Gzeatt Luftschiff„Hindenburg“ mit dem 1000. Jahrgast unterwegs Die achte Nordamerikafahrt Frankfurt a.., 17. Sept. Das Luftschiff „Hindenburg“ ist am Donnerstag um 20.48 Uhr unter dem Kommando des Kapitäns Lehmann zu seiner 8. Nordamerikafahrt gestartet. An Bord befinden sich 72 Fahrgäste und 60 Mann Besatzung, zusammen 132 Personen. Dies ist die größte Personenzahl, die bisher über den Ozean befördert wurde. Die 8. Fahrt des Luftschiffes nach Nordamerika hat dadurch eine besondere Bedeutung, daß sich an Bord der 1000. Fahrgast des L3.„Hindenburg“ befindet. In einer kurzen Feier vor der Abfertigung der Fahrgäste würdigte das Vorstandsmitglied der Deutschen Zeppelinreederei, Präsident Karl Christiansen, diese Tatsache in einer Ansprache, in der er zunächst auf die weltumspannenden und glücklich verlaufenen Fahrten des„Graf Zeppelin“ hinwies, die jede für sich der Geschichte angehörten und einen Markstein in der Entwicklung des Weltluftverkehrs bildeten. Wenn der„Graf Zeppelin" nach seinen Weltfahrten in den regelmäßigen Verkehr nach Südamerika eingesetzt worden sei, so könne man sagen, daß dieser fahrplanmäßige Dienst der Auftakt gewesen sei für einen deutschen Weltluftschiffverkehr. Wenn weiter nach einjährigem Bestehen der Deutschen Zeppelinreederei das Luftschiff„Hindenburg“ in Dienst gestellt werden konnte, dieses Erzeugnis deutscher Tatkraft und deutscher Geistes= und Handarbeit, das unter dem für jeden Deutschen stolzen Namen Hindenburg über die Meere fliegt, so seien wir uns stolz bewußt, daß dieses Luftschiff eine neue völkerverbindende Brücke geworden sei. Die Deutsche Zeppelinreederei sei sich darüber klar, daß die Fahrten des Luftschiffes„Hindenburg" noch weiter ausgebaut werden könnten. Der Präsident begrüßte dann den 1000. Fahrgast des Luftschiffes, Ms. Springs aus Fort Mill (South Carolina), und überreichte ihr einen Blumenstrauß sowie eine kunstvolle Schale aus Duralumin, dem Baustoff des Luftschiffgerippes, mit einer eingravierten Widmung. Nach der Feier nahm der Reichssender Frankfurt a. M. eine Unterredung des bekannten amerikanischen Marineluftschiffers, Commander Rosendahl, mit Frau Springs auf Wachsplatten auf, die im Laufe des Abends durch Kurzwellensender nach Amerika gefunkt wurde. Kirchensteuer 1936 Der tödesderg von kilendor Insgesamt schon 29 Todesopfer— Nachspiel zu einem Kraftwagenunglück Siegen, 17. September. Nicht zu Unrecht trägt der Allendorfer Berg zwischen Haiger und Würgendorf den Namen Todesberg, hat er doch in den letzten 19 Jahren 29 Todesopfer gefordert, abgesehen von den ungezählten Fällen, in denen es bei mehr oder weniger gefährlichen Verletzungen und Sachschäden geblieben ist. Ein neuerlicher Unglücksfall, bei dem ein Todesopfer zu beklagen ist, stand jetzt vor dem Siegener Gericht zur Verhandlung. Am 29. Mai d. I. befand sich der Angeklagte T. aus Köln als Führer eines Möbeltransportwagens mit Umzugsgut auf der Fahrt von Köln nach Oberscheld. Neben ihm saßen der Besitzer des Wagens und ein Lehrmädchen. Auf der Höhe des Allendorfer Berges angekommen, schaltete der Fahrer den dritten Gang ein, um vorsichtig den zunächst sanft geneigten Berg hinabzusteuern. Um sicher zu gehen, bediente er auch nach Bedarf die Motorbremse und die Handbremse. Plötzlich bemerkten die Insassen, daß das Fahrzeug ein schnelleres Tempo einschlug. Die Geschwindigkeit des Wagens erhöhte sich von Augenblick zu Augenblick. Durch Einklinken der Handbremse und Wiedereinschalten des herausgesprungenen Ganges versuchte der Fahrer, das Tempo herabzumindern, aber alles war vergeblich. So steuerte er den in sausender Fahrt befindlichen Wagen über die Fahrbahn. Als er vor der letzten, gefährlichen=Kurve am Eingang des Dorfes angekommen war, war die weitere Durchfahrt durch zwei Kuhfuhrwerke versperrt. Mit Blitzesgeschwindigkeit rannte der Wagen gegen eines der Kuhgespanne, das dem Landwirt Weber gehörte. Dieser wurde etwa zehn Meter weit mitgerissen, überfahren und auf der Stelle getötet. Ebenso wurde eine Kuh erdrückt. Die anderen Tiere wurden verletzt und die Wagen zertrümmert. Wie durch ein Wunder blieben die drei Insassen des Lastwagens vor ernstlichen Verletzungen bewahrt. Die Zeugenaussagen ergaben, daß der Fahrer alles versucht hatte, den in einem Schlagloch herausgesprungenen Gang wieder einzuschalten, was jedoch mißlang. Der zuständige Gendarmeriebamte bestätigte dem Gericht, daß sich am Allendorfer Berg schon mancher folgenschwere Verkehrsunfall ereignet habe. Die meisten dieser Unfälle seien auf Unkenntnis der Tücken dieses Berges zurückzuführen. Die Neigung des Berges, der als ungefährlich erscheine, sei bedeutend und betrüge:16, was von den meisten Kraftfahrern unterschätzt werde. Auch die beiden Sachverständigen bejahten die Frage, ob das Herausspringen eines Ganges möglich sei. Der Staatsanwalt beantragte nach dem Ergebnis der Beweisaufnahme Freisprechung. Der Angeklagte wurde dann auch vom Gericht mangels Beweises freigesprochen. Das Gericht erachtete die Einlassung des Angeklagten, daß er an dem traurigen Unfall schuldlos sei und daß es sich um ein unabwendbares Ereignis handelte, nicht als widerlegt. Senkung für Ledige Berlin, 17. Sept. Der Evangelische Oberkirchenrat hat in einem Runderlaß die Beschlußbehörden der evangelischen Kirche der Altpreußischen Union aufgefordert, nunmehr mit besonderer Beschleunigung die Kirchensteuerbeschlüsse für die Kirchensteuer 1936 zu fassen und zu bearbeiten, und zwar nach Maßgabe des bisherigen Rechts, da die Verhandlungen über eine Aenderung des Kirchensteuerrechts in Preußen noch nicht zum Abschluß gebracht werden konnten. Da auch in diesem Jahre die steuerliche Leistungsfähigkeit des deutschen Volkes angesichts großer und wichtiger allgemeiner Aufgaben stark in Anspruch genommen werden müsse, sei der Haushalt der Kirchengemeinden und Gemeindeverbände auf das sparsamste aufzustellen. Bei allen Kirchensteuerbeschlüssen sei besonders zu prüfen, ob Kirchensteuerüberschüsse aus dem Vorjahr zur Senkung der diesjährigen Kirchensteuer zu verwenden seien. Von besonderer Bedeutung ist die Anordnung des Oberkirchenrats, daß für die Berechnung der Kirchensteuer 1936 bei den Kirchensteuerpflichtigen, die für das Kalenderjahr 1935 bei der Einkommensteuer nach den Sätzen für Ledige herangezogen worden sind, ein Abschlag von 20% zu machen ist. Die Verabschiedung eines entsprechenden Gesetzes stehe unmittelbar bevor. Der Abschlag kommt also nicht nur Ledigen zugute, sondern auch Verwitweten, aus deren Ehe kein Kind hervorgegangen ist und anderen Steuerpflichtigen, die nach den Sätzen für Ledige herangezogen werden. Der Erlaß bestimmt weiter, daß die für dieses Rechnungsjahr bereits erhobenen Vorauszahlungen auf die Kirchensteuerschuld anzurechnen sind. Es wird empfohlen, in den jetzt zu fassenden Kirchensteuerbeschlüssen gleichzeitig die Zahlungstermine der Vorauszahlungen für 1937 festzusetzen. Zuchthaus für Schwindlerkleebatt Krankenkassen in ganz Deutschland geschädigt Düsseldorf. Im Februar 1936 gelang es mit Hilfe der Düsseldorfer Kriminalpolizei, einem gemeingefährlichen Schwindlerkleeblatt das Handwerk zu legen. Diese Bande hatte es verstanden, im Laufe des vergangenen Jahres in einer Reihe von Städten in Ost=, Mittel=, Süd= und Westdeutschland zahlreiche Krankenkassen in erheblichem Umfange zu schädigen. Sie hatte in raffiniertester Weise Geburts= und Sterbeurkunden, Hebammen=, Krankenhaus= und Arbeitsbescheinigungen gefälscht und dadurch bei den Krankenkassen Geburten und Sterbefälle vorgetäuscht und die entsprechenden Wochenhilfe=, Sterbe= und Bestattungsgelder in Höhe von 40 bis 150 RM. erschwindelt. Die Betrüger, der 31 Jahre alte Kurt Ewers aus Erfurt, der 38 Jahre alte Heinrich Taute aus Düsseldorf und der 31jährige Walter Strack aus Düsseldorf hatten sich nun wegen Betruges vor der Großen Strafkammer in Düsseldorf zu verantworten. Angesichts ihrer zahlreichen Vorstrafen wurden Ewers zu vier und Taute zu zwei Jahren Zuchthaus verurteilt. Strack erhielt zwei Jahre Gefängnis. Alle drei Angeklagten erhielten außerdem noch fünf Jahre Ehrverlust. Nr. 254 Die Ansänge Deutschland find hunderts. Dam die Veranstaltun machte dieselbe von der Entrich wohltätige Zwed Einen neuen Lotteriewesens b das Pa durch das sämtliDie endgültige wurde hierdurch auf das neu ges tungen nicht i preußische Staat an PrivatversonJahre 1767 wand an König Fried Erlaubnis. eine König gab diese hatte jedoch me Bevölferung zum Erfolg. Unter der Reg nahm der preuß verhältnisses dur das Lotte die Lotterie in bildete die erste schen Staatslot Lotterien der ei Lotterie=Adminis folgte der verei# staatlichen Verm. 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September 1936 e Oberkirchen= schlußbehörden ußischen Union er Beschleunidie Kirchenten, und zwar s, da die Verdes Kirchenzum Abschluß diesem Jahre des deutschen er allgemeiner mmen werden zemeinden und nste aufzustelsen sei besonserschüsse aus jährigen Kiresonderer Beberkirchenrats, teuer 1936 bei das Kalenderach den Sätzen ein Abschlag hiedung eines telbar bevor. Ledigen zuus deren Ehe deren SteuerLedige heranit weiter, daß its erhobenen zuerschuld anin den jetzt zleichzeitig die gen für 1937 kleebatt d geschädigt elang es mit sei, einem get das Hands verstanden, i einer Reihe )= und Westn in erhebhatte in rafrbeurkunden, rbeitsbescheii den Kranvorgetäuscht Sterbe= und bis 150 RM. Kurt Ewers inrich Taute Lalter Strack en Betruges düsseldorf zu reichen Vord Taute zu Strack erhielt Angeklagten Ehrverlust. OU Seotssstesees Von De. Wakdemar Baron von Dazur, Präsident der Jeeußisch=Jüddeutschen Staatskotterie Die Ansänge eines staatlichen Lotteriewesens in Deutschland finden wir zu Beginn des 18. Jahrhunderts. Damals überließ der vreußische Staat die Veranstaltung von Lotterien Privatpersonen und machte dieselbe nur von seiner Genehmigung bzw. von der Entrichtung einer bestimmten Abgabe für wohltätige Zwecke abhängig. Einen neuen Abschnitt in der Geschichte des Lotteriewesens bildet das Patent vom 1. Februar 1763. durch das sämtliche Lotterien monopolisiert wurden. Die endgültige Organisation einer Klassenlotterie wurde hierdurch aber noch nicht geschaffen. Da die auf das neu geschaffene Monopol gesetzten Erwartungen nicht in Erfüllung gingen, schritt der preußische Staat zur Abgabe der Lotterien wiederum an Privatversonen im Wege der Verrachtung. Im Jahre 1767 wandten sich die gesamten Lotteriepächter an König Friedrich den Großen mit der Bitte um Erlaubnis. eine Klassenlotterie zu errichten. Der König gab dieser Bitte statt; der vorgelegte Plan hatte jedoch wegen mangelnder. Beteiligung der Bevölferung zunächst nicht ganz den gewünschten Erfolg. Unter der Regierung Friedrich Wilhelms II. übernahm der preußische Staat nach Ablauf des Pachtverhältnisses durch das Lotterie=Edikt vom 20. Juni 1794 die Lotterie in eigene Verwaltung. Dieses Edikt bildete die erste gesetzliche Grundlage der Preuzischen Staatslotterie. Damit wurden sämtliche Lotterien der einheitlichen Leitung einer GeneralLotterie=Administration unterstellt. Im Jahre 1810 folgte der vereinheitlichten Leitung die Einheit der staatlichen Verwaltung im Lotteriewesen. Statt der General=Lotterie=Administration, der noch mehrere Direktionen unterstellt waren, wurde eine einzige Behörde an die Spitze der Staatslotterie gestellt. nämlich die General=Lotterie=Direktion. Dieser lag die gesamte Verwaltung des staatlichen Lotteriewesens ob. Um die Jahrhundertwende gab es im Deutschen Reiche außer der Preußischen Klassenlotterie „ noch 7 weitere Staatslotterien, nämlich die Sächsische. Hamburgische, Braunschweigische. Mecklenburg=Schwerinsche, die Hessische, die Lübeckische und die Thüringisch=Anhaltische. Bis auf die Sächsische und die Hamburgische Lotterie haben sich alle Lotterien in den Jahren 1904—1906 der Preußischen Staatslotterie angeschlossen. Als dann in den Jahren 1911 und 1912 die süddeutschen Länder Bayern. Württemberg und Baden. die bis dahin keine eigene Klassenlotterie hatten, Anschluß an die Preußische Staatslotterie sanden. erhielt die Klassenlotterie die Bezeichnung: „Erste Preußisch=Süddeutsche(227. Preußische) Klassenlotterie.“ Schließlich brachte der Staatsvertrag zur Regelung der Lotterieverhältnisse, der zwischen Preußen, Bayern. Württemberg und Baden am 13. Juni 1927 zum Abschluß kam. der Preußisch=Süddeutschen Klassenlotterie ihre heutige Form. Die Vertragsländer errichteten zum gemeinsamen Betriebe einer staatlichen Lotterie unter der Bezeichnung„Preuß.= Süddeutsche Staatslotterie“ eine rechtsfähige Anstalt mit dem Sitz in Berlin. Das Lotteriegebiet dieses Unternehmens umfaßt die Vertragsländer sowie die Länder. die sich an Preußen durch Lotterievertrag schon norher angeschlossen hatten. d. h. das gesamte Gebiet des Deutschen Reichs außer Sachsen und Hamburg. Die Staatslotterie ist kein privatkanitalistisches Unternehmen, sondern eine Staatsbehörde, die im gemeinnützigen Interesse des Staates arbeitet. Die Organe dieses neuen Unternehmens sind: 1. der Staatslotterie=Ausschuß und 2. der Präsident der Preußisch=Süddeutschen Staatslotterie(früher General=LotterieDirektion). Der Staatslotterie=Ausschuß. der sich aus Vertretern der Finanzminister der vier Vertragsländer zusammensetzt, hat die Aufgabe, die Geschäftsführung des Unternehmens in allen Zweigen der Verwaltung zu überwachen; er hat insbesondere den Gewinnplan zu genehmigen sowie das Recht und die Pflicht, sich jederzeit über die Zweckmäßigkeit und Richtigkeit der Geschäftsführung zu unterrichten, bei der Einstellung und Entlassung von Lotterie=Einnehmern mitzuwirken, die Jahresrech= nung(Bücher. Bestände. Kasse usw.) zu prüfen und Maßnahmen für die Verwaltung der Anstalt zu beschließen. Der Präsident der Staatslotterie verwaltet die Anstalt für das ganze Lotteriegebiet. Dem Präsidenten als dem Führer des gesamten Verwaltungsbetriebes stehen als Mitarbeiter 2 Direktoren zur Verfügung. Ferner sind noch etwa 30 weitere Beamte und etwa 40 Angestellte bei der Behörde dauernd tätig. Darüber hinaus finden in Zeiten erhöhten Arbeitsandranges, insbesondere während und nach der Ziehung der 5. Klasse. noch etwa weitere 40 Angestellte eine vorübergehende Beschäftigung. Die Preußisch=Süddeutsche Staatslotterie ist das größte Lotterieunternehmen der Welt. Nach dem amtlichen Gewinnplan, der mit seinen Bestimmungen für das Vertragsverhältnis der Staatslotterie und der Spieler maßgebend ist, kommen 800 000 Lose zur Ausgabe. Diese Lose werden in 2 Abteilungen mit den Nummern 1 bis 400 000 ausgegeben. Demnach ist jede Nummer von 1 bie 400000 zweimal vorhanden, und zwar einmal in Abteilung 1 und einmal in Abteilung II. Daher entfallen auch auf jede gezogene Losnummer 2 gleich hohe Gewinne. In jedem Jahre werden zwei Lotterien zu fünf Klassen ausgespielt. Die Lose werden ir der Wertnavierabteilung der Reichsdruckerei hergestellt. Um Fälichungen zu verhindern. wird für die Herstellung ein Papier mit einem besonders geschützten Wasserzeichen verwendet. Eingeteilt sind die Lose in Doppel=, ganze, halbe, Viertel= und Achtellose. Der Lospreis, der vor noch nicht allzu langer Zeit 200 RM. je Los und Lotterie betrug, ist heute auf 120 RM., d. h. für ein Achtellos auf 15 RM. je Lotterie und mithin 3 RM. je Klasse, festgesetzt worden. Der Hauptgewinn beträgt 1 Million RM., mithin auf ein Doppellos 2 Millionen RM. Der Gewinnplan ist so ausgestellt, daß die überwiegende Mehrheit aller Gewinne in der 5. Klasse und das„Große Los“ stets am letzten Tage der Klasse ausgespielt werden. Die Abgabe der Lose an die Spieler erfolgt ausschließlich durch die staatlichen Löttérie=Einnehmer. Die staatlichen Lotterie=Einnehmer werden vom Präsidenten der Staatslotterie bestellt, mit Dienstanweisung versehen und in allen Zweigen ihrer Geschäftsführung ständig überwacht. Dort, wo in Kleinstädten und auf dem Lande die Errichtung einer selbständigen Lotterie=Einnahme nicht lohnt, erhalten einzelne Lotterie=Einnehmer die Erlaubnis. Mittelspersonen einzustellen, die dann im Auftrage und für Rechnung ihres Lotterie=Einnehmers den Losverkauf tätigen, zu der Staatslotterie jedoch in keinem unmittelbaren Rechtsverhättnis stehen. Die 800000 Lose, die zur Ausgabe gelangen, sind den über das ganze Lotteriegebiet verteilten Lotterie=Einnehmern zugeteilt. Jeder LotterieEinnehmer verfügt ständig über eine bestimmte Anzahl von Stammlosen, die zu seinem festen Vertriebe gehören. Sofern ein Spieler den Wunsch hat. eine bestimmte Losnummer zu spielen, kann er diese nur von dem Lotterie=Einnehmer erhalten, dem die betreffende Losnummer zum Verkauf zugeteilt worden ist. Die Staatslotterie gibt den Spielern jederzeit darüber Auskunft, bei welchem Lotterie=Einnehmer sich eine bestimmte Losnummer befindet. Wie bereits ausgeführt wurde, werden die Losnummern und die Gewinnzettel, aus denen später die Nummern= und Gewinnröllchen hergestellt werden, von der Reichsdruckerei angefertigt. Nach ihrer Lieferung werden sie bei der Staatslotterie mehrfach einer eingehenden Prüfung unterzogen und in die für diesen Zweck besonders hergestellten wabenartigen Gitterkästen hineingesteckt. In diesen Gitterkästen hat jedes Nummern= und Gewinnröllchen seinen besonderen, fest bestimmten Platz. Diese Einrichtung ermöglicht es, daß zu jeder Zeit vor der Einschüttung der Röllchen in die Ziehungsräder jede gewünschte Losnummer sofort vorgezeigt und die Gesamt=Stückzahl sofort festgestellt werden kann. Dudurch ist es vollkommen ausgeschlossen, daß das Fehlen einer Nummer übersehen werden kann. Damit ist gewährleistet, daß bei jeder Lotterie auch tatsächlich alle Nummern zur Einschüttung gelangen. Das Einschütten und Mischen der Nummernund Gewinnröllchen vollzieht sich, wie auch die Ziehung, össentlich und wird durch staatliche Ziehungskommissare ausgeführt. Diese Ziehungskommissare werden von anderen staatlichen Behörden gestellt. Sie dürfen nicht Beamte der Staatslotterie sein. An jeder Einscheittung. wie auch an jeder Ziehung, nehmen 7 Kommissare teil, von denen in wechselnder Folge 3 Kommissare das Ziehungsgeschäft selbst vornehmen und 4 Kommissare die Kontrolle ausüben. Von den 4 Kontrolleuren sitzt je einer auf erhöhtem Platze unmittelbar hinter einem der 3 an der Ziehung beteiligten Kommissare. Der vierte Kontrolleur sitzt unmittelbar vor dem Ziehungstisch und hat das gesamte Ziehungsgeschäft zu überwachen. Zur Einschüttung werden außerdem 2 staatliche LotterieEinnehmer hinzugezogen, denen die Wahrnehmung der Interessen der Spieler obliegt. Vor der Einschüttung übergibt die Staatslotterie den Ziehungskommissaren das gesamte Ziehungsmaterial. Nach eingehender Prüjung der Zahl der Nummern= und Gewinnröllchen sind die Ziehungskommissare verpflichtet, jedem aus den Reihen des anwesenden Publikums an sie gerichteten Wünsche, eine bestimmte Losnummer vorzuzeigen, zu entsprechen. Danach werden die Losnummern eingeschüttet. Während die Einschüttung aller Losnummern in das Nummernrad vor dem Beginn der Ziehung der 1. Klasse jeder neuen Lotterie erfolgen muß, werden die Gewinne zu jeder Klasse besonders in das Gewinnrad eingeschüttet. Bereits bei der Einschüttung wird auf größtmögliches Mischen der Röllchen Bedacht genommen. Darüber hinaus werden während des Einschüttens die Räder in kurzen Abständen mehrfach gedreht, so daß bei beendeter Einschüttung die Röllchen vollkommen untereinander vermischt sind. Von der Einschüttung ab sind das Nummernund das Gewinnrad stets verschlossen und versiegelt. Die Lösung der Siegel und die Oeffnung der Räder dürfen von jetzt ab nur noch an den Ziehungstagen bei Beginn der Ziehung erfolgen. Siegel und Schlüssel zu den Rädern befinden sich während dieser Zeit unter dem gemeinsamen Tresorverschluß von zwei Beamten. Die Ziehung erfolgt in der Weise, daß aus dem Nummern= und Gewinnrad je ein Kommissar ein Röllchen herausnimmt, es öffnet und die Nummer und den Gewinn laut verkündet. Beide Kommissare geben die Nummern= und Gewinnröllchen einem dritten in der Mitte sitzenden Kommissar. der diese beiden Röllchen auf einen Faden zieht. Auf diesen Faden werden nacheinander 100 gezogene Nummern und Gewinnzettel gezogen und darauf unter Siegel gelegt. Die gezogenen Nummern werden auf diese Weise geordnet als urkundlicher Beweis dafür aufbewahrt. welche Losnummer mit welchem Gewinn gezogen worden ist. Nach der Ziehung von je 100 Nummern und Gewinnen erfolgt stets eine neue Mischung der in den Rädern verbliebenen Röllchen durch gründliches Drehen. Das Gewinnrad muß nach der Ziehung einer jeden Klasse leer sein. Die nach der Beendigung der Ziehung der Schlußklasse einer Lotterie im Nummernrade verbleibenden Röllchen sind die Nieten. Sie werden nach jeder Lotterie dem Nummernrad entnommen und in versiegelten Säcken aufbewahrt. Für die Ziehung der neuen Lotterie werden stets neu hergestellte Nummern und Gewinnzettel verwendet. Das Ergebnis der Ziehung wird nach jeder Klasse durch die amtliche Gewinnliste bekannt gegeben. Außer den bereits erwähnten Sicherheitsmaßnahmen hat die Staatslotterie noch viele andere Anstalten und Vorkehrungen getroffen, um dem ganzen Lotterieverfahren den größtmöglichen Schutz gegen etwaige Unregelmäßigkeiten zu verleihen. Es liegt jedoch zugleich im Interesse der spielenden Bevölkerung, wenn diese Maßnahmen der Oeffentlichkeit nicht bekannt gemacht werden. Nur soviel soll hier gesagt werden, daß das unbeschränkte Walten des Zufalls bei dem gesamten Spielbetrieb unbedingt gewährleistet ist. Korgen beginnr ous Fest der Traube u. des heute Eintreffen der Siefersheimer Abordnung u. erste öffentliche Weinprobe im Süden Und ab morgen geht's rund! Der deutsche Weinbau ernährt im Westen und Südwesten Deutschlands. an Mosel, Saar und Ruwer, an der Ahr. im Rheintal und an der Nahe. in Meinfranken, Baden und Württemberg insgesamt 600.000 Menschen. Die mit dem Weinbau aufs engste verknüpften Hilfsindustrien(Herstellung von Rebpfählen. Düngemitteln. Schädlingsbekämpfungsmittel) und die Kellerwirtschaft(Fabrikation von Fässern, Flaschen, Korken, Kapseln, Weinschildern) sind ebenso sehr wie die im Weinhandel tätigen Betriebe(2700 Großhandlungen und 5000 Winzergenossenschaften) dem Wohlergehen des deutschen Weinbaues auf Gedeih und Verderb ausgeliesert. Rechnet man die in diesen Betrieben arbeitenden Menschen hinzu, so sind im deutschen Weinbau insgesamt etwa 1 Million Menschen erwerbstätig. Die im Ertrag stehende Rebfläche macht ungefähr 80 000 Hektar oder.3 v. H. der gesamten landwirtschaftlich genutzten Fläche Deutschlands aus. Die Ernte betrug, die des Rekordjahres 1934 ausgenommen, in den letzten Jahrzehnten durchschnittlich.8 Millionen Hektoliter. Der deutsche Verbraucher trinkt pro Jahr und Kopf der Bevölkerung nur etwa 4 Liter Wein, gegenüber 16 Liter in Deutsch=Oesterreich. 60 Liter in der Schweiz, 100 Liter in Italien und 140 Liter in Frankreich. Deutschland ist aber in der Lage, ähnlich wie bei anderen Erzeugnissen deutscher Erde, auch auf dem Gebiete des Weinbaues selbst bei einem beträchtlich höheren Verbrauch den Eigenbedarf zu decken. An dem Verbraucher liegt es, den deutschen Markt für heimische Weinerzeugnisse aufnahmefähiger zu machen. Die stark gesunkenen Preise der Weine und die heute in ganz Deutschland zum Ausschank gebrachten offenen Weine einwandfreier Beschaffenheit ermöglichen es jedem Volksgenossen. Wein zu trinken. Wenn jeder erwachsene Deutsche jeden Monat nur zwei Glas Wein trinken würde, so würde sich daraus die Rettung und Erhaltung ganzer deutscher weinbebauter Landstriche ergeben. Wein muß Volksgetränk werden! Es muß mit überalterten Ansichten, die noch aus der Systemzeit in vielen Köpfen spuken, gründlich ausgeräumt werden. Das ist der Zweck der Weinwerbewochen, die in Deutschland zur Unterstützung der notleidenden Winzerschaft seit dem Vorjahre ausgezogen werden. In diesem Jahre hat sich, nach den Vorbereitungen zu schließen, die Beteiligung überaus stark vermehrt. In Westfalen haben wir über 80 Patenstädte bzw. Patenkreise. Unsere Heimatprovinz steht damit mit an erster Stelle im ganzen Reiche, das rund 900 Patenstädte bzw.=Kreise aufzuweisen hat. In Westfalen sind 193 einheimische und 80 auswärtige Weinverteiler für den Patenweinvertrieb zugelassen. Von den einheimischen Weinverteilern haben bis jetzt 104 bei der Zentrale den Bezug von 1 435 000 Liter Patenwein angemeldet. Man darf also den Gesamtumsatz an Patenweinen in Westfalen in diesem Jahre auf rund 2 Millionen Liter schätzen. Anerkennend wird von den Zentralstellen hervorgehoben, daß gerade die Industriegemeinden Westfalens ihre Verbundenheit mit den notleidenden Winzern besonders stark bekunden, obschon sie selbst in der Mehrzahl noch Notstandsgebiete sind. Das trifft auch bei unserer Heimatstadt Castrov= Rauxel zu. Dem vorjährigen schüchternen Versuch einer Wein werbewoche lassen wir in diesem Jahre erstmalig eine Paten weinwoche folgen: Castrop=Rauxel ist auch dabei. Es hat der Patenstädte zwei: Aus Siefersheim am deutschen Rhein Und Konz kommt unser Patenwein. Beiden„Patenkindern“ bringt die„Patentante“ Castrov=Rauxel gleiche Liebe entgegen. Aber bei den Siefersheimern scheint unsere Liebe stärkere Gegenliebe zu erwecken, wie deren Entschluß. eine Abordnung von Winzern und Winzerinnen mit dem Ortsbauernführer an der Spitze nach hier zu entsenden, beweist. Heute mittag werden nun die Gäste aus Siesersheim in Rheinbessen, der Ortsbauernführer. 2 Winzer und 5 Winzerinnen in Castrop=Rauzel eintrefsen. Für ihre Unterbringung und Verpflegung während der Patenweinwoche ist gesorgt. Am Bahnhof werden die Gäste in Empfang genommen und An unsere Bezieher! Wir bitten unsere Bezieher im eigenen Interesse, die Bezugsgebühr für unsere Zeitung nur gegen Aushändigung einer gedruckten und für den betreffenden Zeitraum gültigen Bezugsquittung zu entrichten. Unsere Boten sind angewiesen, dem Bezieher bei der jedesmaligen Zahlung eine derartige Quittung zu übergeben. Verlag des„Stadtanzeiger für Castrop=Rauxel und Umgebung". K im Wagen zum Rathaus geleitet, wo sie der Oberbürgermeister begrüßen wird. Anschließend kommen sie in ihre Quartiere. Wir Castrov=Rauxeler heißen den Besuch aus Siefersheim herzlich willkommen! Er kommi aus den sonnengesegneten Gefilden zwischen Rhein und Nahe, einem der bevorzugten Landstriche des rhein=mainischen Weinbaugebietes. Dort liegt unser Patenweindorf Siefersheim. Es ist vorwiegend ein Bauern= und Winzerdorf mit 730 Einwohnern. Nur etwa 100 Siefersheimer sind Maurer, die meist den Sommer über nach Hannovei auf Arbeit gehen. Von der Gemarkungs= fläche mit 650 Hektar sind 150 Hekt. Weinberge, deren meist steinige Böden ein reintöniges und blumiges Erzeugnis ergeben. Höllberg, Martinsberg. Mühlberg. Horn und Herkretz sind die Namen der Hauptlagen, deren Weißweine einen guten Klang haben. Die Rekordernte von 1935 ergab 12000 Hektoliter Wein, von denen noch über die Hälfte in den Kellern lagern. Von besonderen Kulturen spielt in Siefersheim noch der Gurkenanbau eine Rolle, jedoch ist die Ernte hierbei— wie auch beim Getreide— in diesem Jahre hinter dem Durchschnitt zurückgeblieben. Daher sind die Winzer von Siefersheim wirtschaftlich ganz auf den Absatz ihrer Weine angewiesen. zumal wiederum eine mengenmäßig große Weinernte bevorsteht, für die leere Fässer geschaffen werden müssen. Wir sind daher anläßlich des„Festes der deutschen Traube und des Weines 1936“ diesmal in der seltenen Lage, nicht nur Angenehmes mit Nützlichem zu verbinden, sondern darüber hinaus auch wahren nationalsozialistischen Gemeinschaftsgeist zeigen zu können, wenn wir die guten Siefersheimer und Konzer Patenweine trinken. Ob einem der eine oder der andere Wein mehr zusagt, mag jeder kostenlos bei einer der öffentlichen Weinproben feststellen. zu denen jeder Volksgenosse aus Castrov=Rauxel herzlich eingeladen ist. Die erste derartige Weinprobe findet bereits am heutigen Nachmittag statt. und zwar im Süden der Stadt, in der Wirtschaft Haller, am Altstadtmarkt. Diese öffentliche Probe bei Haller beginnt um 17.30 Uhr. Die Winzer und Winzerinnen werden selbst den Wein reichen. Am Samstag, dem 19. Sept., finden die öffentlichen Weinvroben im Norden statt und zwar um 14 Uhr in der Wirtschaft Müller, Vinckestraße und um 16 Uhr in der Wirtschaft Meier, AdolfHitler=Straße. Samstag abend ist sodann die Zeit, zu der die ersten Veranstaltungen stattfinden. Und die ganze Woche hindurch werden die Castrop=Rauxeler sodann nicht müde werden und immer durstig sein. 15000 Liter Wein lagern zur Zeit bereits in der Stadt, die zusätzlich in der Weinwoche getrunken sein wollen. Und dabei haben die Weinhändler noch Sorge, er könnte nicht ausreichen, da die Nachfrage zu groß ist. Die Siesersheimer Winzerinnen und Winzer werden also tüchtig zu tun bekommen. Rheinische Lust und Fröhlichkeit werden 8 Tage lang die Stadt beherrschen! Donnerstag gibt es zur Abwechselung eine Einlage für die Siesersheimer Gäste: die Besichtigungsfahrt mit dem Verkehrsamt durch die Stadt. Der Siefersheimer Ortsbauernführer Moebus hat bei dem Vorsitzenden des hiesigen Wirtevereins, Gastwirt Meier, Adolf=Hitler=Straße. Quartier genommen. Er ist dort unter Fernruf Nr. 2537 ab Freitag mittag zu erreichen. Möge es ihm und seiner Begleitung in der„Industriestadt im Grünen" recht gut gefallen! Mögen vor allem die Erwartungen, die Siefersheim und Konz auf ihre Patenstadt Castrov=Rauxel setzen. nicht enttäuscht werden! Dazu wollen wir alle mithelfen. In diesem Sinne zur heutigen Weinvrobe und zur ganzen Patenweinwoche überhaupt ein kräftiges„Prösterlein!". Mehr Werbung für die Patenweinwoche lut not! Zulassungsbescheinigungen und Werbematerial abholen! Wenn auch ein Teil der Kleinhändler, die sich mit dem Vertrieb der Patenweine befassen, der Aufforderung, durch besondere Schaufensterausstattung werbend auf die Patenweinwoche hinzuweisen, nachgekommen ist, muß doch gesagt werden, daß hier im Interesse der guten Sache noch entschieden mehr getan werden könnte. Hoffentlich wird in diesen letzten Stunden vor Beginn der Patenweinwoche noch allerhand nachgeholt! Das Büro des Organisationsausschusses für das Fest der deutschen Traube und des Weines macht darauf aufmerksam, daß die Zulassungsbescheinigungen zum Verkauf von Patenwein noch rechtzeitig im Rathaus. Zimmer 1. in Empfang genommen werden müssen. Auch lagert dort noch eine größere Menge Werbematerial. Die Wirte und Vereine werden gebeten, auch dieses Material zur Werbung für ein gutes Gelingen der Weinwoche abzuholen und zweckentsvrechend zu verteilen. Gänzlich sehlt es in Castrov=Raurel im Gegensatz zu anderen Städten noch an Ankündigungen von Veranstaltungen, die von den Wirten und Saalinhabern von sich aus zur Hebung des Weingenusses veranstaltet werden. Stadttreis Castrop=Kausel Castrov=Rauxel, den 18. September 1936. Die Schwalben verlassen uns „Die Povelwelt zieht allmählich in serne Länder. veir Jugpögel, haben schon ihre Riststätten verlasv. Th## auch die Schwalben Abschied. Ohr Schriben gehi nicht unbemerkt von uns vor sich. denn wir haben sie lieb gewonnen, die treuen Sommervöglein. Sie verlassen uns, weil es ihnen an Nahrung zu sehlen beginnt. Die zarten Insekten; von denen sie sich nähren, haben ihre Flugzeit beendet. Auch die harte Winterkälte wurbe ven armen Vögeln arg zusetzen. Darum ziehen sie von uns nach südlicheren Regionen. Im nächsten Frühjahr aber suchen sie uns wieder auf. Sie finden wieder heim zum alten Neste, da ihr Ortssinn stark entwickelt ist. Früher glaubte man nicht an die Herbst= und Frühjahrsreise der Schwalben. Man nahm an, daß sie im Schlamm der Gewasser schlasend den Winter verbrachten. Sogar Gelehrte sprachen sich für diese Annahme aus. Nun mag es ja vorkommen, daß hin und i ieder tote Schwalben im Schlamm gesunden werden, weil flugunfähige Geschöpfe, die zurückbleiben müssen, an den Gewässern nach Nahrung suchen, bis sie von der Kälte erstarren und in den Sumpf sinken. Hier und dort will man erstarrte Schwalben in Uferlöchern oder in Viehställen im Winter gefunden haben, die wieder aufflogen, wenn sie erwärmt wurden. Die Schwalben nisten in Afrika nicht, nur bei uns. Afrika ist nur ihr Winterquartier, das sie unter großen Gefahren erreichen, denn an den Gestaden des Mittelmeeres geht man systematisch auf ihren Fang aus. Bei uns werden sie geschont und gehegt. Man #l, Herrgottsvögelein und hält sie für glückbringenv. Auch als Wettervropheten werden sie anFliegen sie hoch, so soll gutes Wetter bevorstehen, schlechtes, wenn sie niedrig fliegen. Wir sehen die Schwalben nur ungern scheiden und freuen uns schon auf ihre Wiederkehr. Nurweg und Keichsautsbahn Die Notwendigkeit eines ungefährdeten Arbeitsweges Von Karl August Walther Die Frage der Wege für den Radfahrerverkehr ist an dieser Stelle schon öfters behandelt worden. Wir geben heute im Anschluß an unsere vorgestrige Abhandlung folgenden allgemeinen grundsätzlichen Ausführungen zu diesem Thema Raum: Siedlungsplanung Nue maßgebenden Im Silberkranze Dieser Tage konnten die Eheleute Ludwig Tafiel. Bülowstraße 24, im Stadtteil Habinghorst. .o vie Eheleute Wirt Heinrich Abenhardt seiern. Den beiden dus Fen ihrer Silberhochseit Silberpaaren nachträglich unsern herzlichsten Glückwunsch! Ein hitlerjunge aus Castrop-Kauxe! bei den Italienfahrern sich wie wir hören, auch aus Castrov=Rauxel. Herne ist durch einen Pimpfen verrreren. Ueber die Italienfahrt der HJ. werden wir auch weiter lausend berichten. Amtswaller-Appell der 903. An alle Amtswalter und Warte der Ortswaltung Castrov=Rauxel=Süd Wie von der Kreisleitung Herne—Castrop=Rauxel mirgeleitt wird, findet am Sonntag, dem 20. September, vorm. 10 Uhr, ein Amtswalter=Appell für sämtliche Amtswalter und Warte des Kreises Herne—Castrop=Rauxel im Evangelischen Vereinshaus in Herne, Schulstraße 14, statt. Da mit diedie Winterarbeit unseres Kreises einsetzt, ist das Erscheinen aller Amtswalter und KdF.= rtonabe dinst erforderlich. Die Ortsgruppe Setzerihtun Süd tritt am Sonntag morgen um zum Abmarich orm bsw. Zivil auf dem Marktvlat an. Bei schlechtem Wetter wird geder. Zug um.35 Uhr ab Bahnhof Castrov des greises: dise ranstaltung ist ein Pflicht=Avvel Zellenobmänner und Zellenwalter haben beim Organisationswalter vor dem Abmarsch die Teilnehmerziffer anzugeben. die Ortsgruppe Castrop=Rauxel=Nord sind Anweisungen zwecks Teilnahme an dem Avvell ergangen. Vergnügungssteuer und Weinwerbewoche Stadtverwaltung weist darauf hin, daß ein die aus Anlaß der Weinwerbewoch, den Ichiglich stattinde#verhewoche aufsezogen werben, leoiglich stattfinden kann, wenn die betreffenWege angemelter. au dem üblichen worden sind. Ein Erlaß bei verseäteter oder nachträglicher Anmeldung ist ausgeWeitere Veranstaltungen in der Patenweinwoche 4. Liste des Weines 1936 sind weiter solgende VeranstaltunSchneider=Innung: Zusammenkunft am 22. 9. 36 bei Baack. Krieger= und Landwehr=Kameradschaft Pöpvinghaugsster schaftsabend am 26. 9. 1936, bei Fachschaften 8, 12, 14: Zusammenkunft am 19. 9. 36, bei Hellwig. Verein ehem. Kolonialsoldaten Castrov=Rauxel und Umgebung: Kameradschaftsabend am 26. 9. 36. bei Glagnacher. 43 Schöner Erfolg der Krieger- und LandwehrKameradschaft Merklinde-Bövinghausen Einen überaus beachtlichen Erfolg konnte die Krievel= und Landwehrkameradschaft MerklindeSchieben des Feim Landesverbands=Meisterschaftsin Hagen erige delteizzerbuigdes(Kolibäuterbund) in Hagen ertingen. Ihrer Schießgrupve, die dort we wertrafesen Kreisverband Castrov=Rauker velllat, gelang es bei der starken Konkurrenz gen, über 50 Kreisverbänden Westsalens die fünste beiegen,, Hie erzielte dabei 550 Ringe und lag vamit kurz vinter dem 2. Singer(Jägerund Schützenkameradschaft Hagen) mit 560 Ringen, wahrend die Krieger= und Landwehrkameradschaft Meinerzhagen mit 610 Ringen einen weiten Vorsprung hatte. Geschossen wurde nach den Bestimmungen des Kleinkaliberschießens Das stolze Werk der Reichsautobahn wird nun bald mit einer Gesamtlänge von 7000 Kilometer die deutschen Gaue untereinander verbinden und geradeVerkehrsverhältnisse für den reisenden Kraftfahrer schaffen. Ein genialer Führerentschluß hul biese Lut vollbracht, die selbst von denen bewundert wird, die zunächst voller Bedenken der Sache gegenüberstanden. Die Olymvia=Gäste aus dem Auslande haben kein Hehl daraus gemacht, wie sie gerade von dem Eindruck dieser großartigen Schöpfung deutscher Technik überwältigt wurden. Nahezu ohne Vorbild ist dieser Straßenbau des ##, Nur mit den Straßen der Inkas kann er Velgrichen werden, die heute noch als stumme Zeugen einer großen Zeit und eines auf hoher Kultur stehenden Führerstaates teilweise erhalten sind. Jene Zweifler, die an dem Milliardenaufwand fur die Reichsautobahnen Kritik übten, sind schon lange still geworden. Unbestreitbar sind nicht nur die Vorzüge und Vorteile für den Kraftfahrer, sonauch der unermeßliche Nutzen für unsere gesamte Volkswirtschaft, wie auch für das deutsche Verkehrswesen. Durch den Siedlungsplan des Reichs leiters der Deutschen Arbeitsfront. Dr. Robert Ley, wird die Reichsautobahn demnächst auch unmittelbar in den„Dienst einer bedeutenden sozialvolitischen Ober gestellt. Die neuen Heimstätten der deutschen Industriearbeiter sollen künftig weitab der Großstadt in nächster Nähe der Reichsautobahn errichtet werden Mit Hilfe schnelljahrender Fahrzeuge kann die Entfernung zwischen Wohnung und Arbeitsplatz in der gleichen Zeit zurückgelegt werden, wie früher nötig war, um aus den Massenquartieren der Mietskasernen zur Fabrik zu eilen. Wenn nun hier der Kraftwagen dem Arbeiter in Umfange zur Verfügung gestellt wird, so bleibt, doch das wichtigste Verkehrsmittel der werktarigen gleichwohl immer noch das Fahrrad. Es ist, weder in der Billigkeit der Anschaffung und chnutzugg noch in seiner Handlichkeit zu Boltsgenoslen ##en bedienen sich des Fahrrades, um zu ihrer Arbeitsstätte zu gelangen oder um zur Erholung ins Freie zu fahren. Dieser gewaltigen Verkehrsziffer steht nur eine Million der Kraftfahrer gegenüber. Durch die hohen Geschwindigkeiten des Kraftverkehrs und durch die Straßenverhältnisse, vor allem in den Großwird der Fahrradverkehr nicht nur in geradezu erschreckender Weise gefährdet, sondern als Folge davon auch zahlenmäßig zurückgedrängt. Ohne Zweifel würde das Fahrrad noch viel stärker benutzt, werden, wenn es gelingt, die Gejahren für Leben sichen uund si#he abzumindern. Die allwöchentSprache unsausapten wrechen eine erschütternde Der hohe Anteil der Radfahrer an den Unfällen legt uns die unabweisbare Pflicht auf, für Abhilfe zu sorgen. Das kann nur geschehen durch die Schaffung eines selbständigen Verkehrsnetzes für den Fahrradverkehr. Wie die Reichsautobahn, so muß auch ein Reichsradwegenetz geschaffen werden. Gerade der Siedlungsolan der Deutschen Arbeitsfront rechnet im weitesten Maße nicht allein mit der Motorisierung. sondern vor allem mit dem Einsatz des Fahrrades als Verkehrsmittel zwischen Heim und Werk des schaffenden Menschen. Der Leiter des Reichsheimstättenamtes der Deutschen Arbeitsfront, Dr. Ludowici, hat deshalb den ven die Wichtigreit dieser Aufgabe er[#autvieh zum Zwecke der Schlachtung innerhalb zm eu: uetiven Forderung bereit erklärt. Inkrafttretens dieser. der Zeitpunkt des stralen Aussicht und Lentung des Rad= Nutz= und Duchtpichartin ur die übrigen „Deutschland hat der Generalinspektor au.“ Iungienatten wird mit dem für diese Bau von Radwegen bei der eindeutig zur Pflicht gemacht. Alle maßaehenden Sieuen naben die Wichtigkeit dieser Aufaabe erkannt und sich zur aktine:“ Mit der zentralen Aussicht und Lentung des Radwegebaues in Deutschland hat der Generalinspektor für das deutsche Straßenwesen. Dr. Todi, die unter Gchad“ iür Badfahrmagei„Jeichsgemeinschäft für Rabfahrwegebau beauftragt. Hier wird die Planung eines großzügigen deutschen Radwegenetzes vorbereitet. Von hier aus werden die Komiunalverwaltungen sachgemäß beraten und unterstützt, die als Träger der Bauaufgabe eine örtliche Initiative entsanen. Es kann nicht Sache der zentralen Reichsstelle sein, selbst den Bau des gewaltigen Radwegenetzes durchzuführen, da es nicht, wie Mebersands.. ahn, darauf ankommt, große Uebermnestrecken zu schaffen. Vielmehr gilt es, den örtlichen Bedürfnissen in zweckmäßiger Weise gerecht zu werden. Dabei kann auf die wirksame Mitarbeit der Industrie nicht verzichtet werden. Rach, unserer nationalsozialistischen Aussassung erdie Fürsorgepflicht des Betriebsführers nicht auein auf den Betrieb im engeren Sinne. umsaßt auch die Sorge für einen ungefährdeten Arbeitsweg. Einige Werke haben deshalb schon im engsten Zusammit den Kommunalverwaltungen am Bau von Radwegen teilgenommen. Der Mindestbedarf an Radwegen in Deutschland i gu stwa 40000 Kilometer veranschlagt worden, machtende dt gebaut. Der der kommenden Jahre wird des Raowegebaues immer mehr erman den Radwegebau mit der Reichsautobahn vergleichen, so gilt für beide Einrichtungen der Grundsatz der ausschließlichen Benutzung durch ein bestimmtes Verkehrsmittel. Die Autobahn geder Radweg dem Fahrrad. Das Schwergewicht der Reichsautobahn liegt in den weiueberlandstrecken. Der Stadtkern wird überhaupt nicht von der Reichsautobahn erfaßt. Hingegen entspricht es dem Wesen des Radwegebaues, gerade den örtlichen Verkehr durch die Herausnahme des Fahrrades zu entlasten und bsmähren. Jadsahrer eine erhöhte Sicherheit zu Der Verwirklichung dieses Gedankens im Innern der, Hroßstädte stehen jedoch außerordentliche Schwieeessitenentgegen. Die viel zu engen Straßen lasser zu, dau# nicht zu, einen ausreichenden Streisen # den Kadweg abzutrennen. Auf die Dauer gesehen, wird es deshalb dafür nur eine Lösung geben. wenn man nicht ganze Häuserreihen niederlegen iu schasfen Großstädten, durchwes Einbahnstraßen tehrsteilnehmer bieten.“ Diese, Schwierigkeiten beim Bau der Radwege im Radmegner dürften zunächst dazu führen, das Rubwegeproblem in den Außenbezirken aufzuauch den Radwegeverbindungen zwimihme“ und Siedlung unser Augenmerk zu Dank der Maßnahmen des Generalinivektors Dr. Feichestraßen. 3usammenhang mit allen nach und nach ein Radwegenetz entAuf der Landsarta Jeh au miteinander verbindet. dem weitgespannten gu wit dann einmal neben meschige Radmegenat der Autobahnen das ensmuschige Kubwegenetz. Ebenso wie die Reichsautobahnen einst Zeugen unserer großen Zeit und der es aber auch diese m ditlers sein werden, so lind schaffenden Volie dienen. den Xat, deren Wert sich täglich „Verentrrtt sich lüglich erweist, wenn Millionen Volksgenossen Gelegenheit haben, sie zu benutzen. Käufer ein Tier mit der Absicht der Weiterveräußerung, so ist er verpflichtet, den Schlußschein bis zum Weiterverkauf des erworbenen Tieres auszubewahren und beim Weiterverkauf für die richtige Eintragung der Nummer des Schlußscheines in den dann auszustellenden neuen Schlußschein zu sorgen. Diese Anordnung tritt mit dem 1. Oktober 1936 in Kraft. und zwar zunächst für sämtliche Pferde, soweit sie nicht auf Schlachtviehmärkten umgesetzt werderigund für sämtliches Rindvieh, das nicht als aund**icheu„Zwecke der Schlachtung innerhalb zu verwenoenden Schlußscheinmuster zur gegebenen Zeit bekanntgegeben werden. Von dieser Anordnung ausgenommen sind lediglich Umsätze von gekörten und angekörten Vatertieren, die durch besondere Anordnung ersaßt werden, sowie solche Umsätze von Pier- fist den Pesgeng bei denen der Käuser das i iur In Einenvevarf erwirbt und keine Vermitllung Oritter vorliegt. Ernährung mit Milcheiweiß Die in der Reichsarbeitsgemeinschaft für Volksernährung befindlichen Vertreter der beteiligten Reichsbehörden und Dienststellen der Partei usw. haben nach eingehenden Besprechungen über Fragen der Ernährung mit Milcheiweiß am 31. August 1936 folgende Entschließung gefaßt: „I. Das in der Milch enthaltene Eiweiß ist als homwertig anzusehen und geeignet, den Gehalt an Eiweißstofsen besonders bei pflanzlichen Lebensmitteln zu ergänzen. Milcheiweiß ist ebenso wie anderes tierisches Eiweiß für die menschliche Ernährung von erheblicher Bedeutung. steht in der entrahmten Milch aus eigener Erzeugung in ausreichender Menge zur Verfügung. Es ist zu wünschen, daß diese einheimische Eiweißquelle der Volksernährung in größerem Umjung ais bisher unmitelbar nutzbar gemacht wird. „2. Hierbei gebührt der Verwendung von frischer. entrahmter Milch im Haushalt der Vorzug. An zweiter Stelle steht die Verwertung der entrahmten #.##ur, Herstellung von Quark und Magerkäse. An vrinter Stene kommt die Verarbeitung zu Zaueserssshuig Pulver aus entrahmter Milch obel zu Rahrlasein in Betracht. ####Es ist vor allem zu wünschen, daß neben der Vollmiich frische, entrahmte Milch wieder in größerem Umsang im Haushalt und bei der Massenvernälsgu, Verwendung findet. Aber auch die salltan u#tlchejweiß, enthalienden Lebensmittel sren starker als bisyer berucksichtigt werden. Auslosung von Preuß. Landesrentenbriefen .4n Dienstag, dem 22. September 36, vormittags erfolgen in den Räumen der Kasse der Pteußischen Landesrentenbank. Berlin W 8. Mark41. in Gegenwart eines Notars die Auslosungen der Preußischen Landesrentenbank Landesrentenbriefe zum 2. Januar 1937, und zwar: die 16. Auslosung der Reihe I1 I/J. die 13. Auslosung 57 Zeihg 19.1/; die 11. Auslosung der Reihe VI 1/9. bie 10. auslosung der Reihe VIII III. die 3. Ausloung der Reibe IX JI/.8 Ein äußerst interessanter Beitrag zur Heimatgeschichte auf Ringscheibe bei 50 Meter Entsernung je 5 Schuß negend. mnieend und stehend freihändig. Der Erfolg der heimischen Krieger ist um so beuchtlicher, als sich die Spitzenmannschaften meist aus ländlichen Gegenden rekrutieren, die mehr Zeit und Gelegenheit zum Trainieren haben, als das bei den Schützengruppen des Industriegebietes der Fall ist. Zu berücksichtigen ist weiter, daß Merklinde=Bövinghausen mit Ersatz antreten mußte. Schwere Bergschäden werden beseitigl Das Haus Hochstraße 81(Besitzer Theodor Neuhaus) hat im Lause der Jahre durch Bergschäden so ntatt geni#en, daß es an der Südseite um ca. 60 cm abgesunken und entsprechend aus dem Lot geraten ist, was sich auch durch die Bildung eines„Bauches“ an der Vorderwand kundgibt. Jetzt läßt die in Frage kommende Bergwerksgesellschaft das Haus einen hiesigen Bauunternehmer einer gründanma erneuerung unterziehen. Man hat damit be# vaß man die hintere Hauptwand von der Grunorante bis zum Dach abriß, so daß die betrefsenden Zimmer sich dem Beschauer ähnlich zeigen, ein Bühnenbild mit Inneneinrichtung. In gleicher Weise sollen auch noch die südliche Seitenfront und 10 Meter der Vorderfront abgerissen und erneuert werden. Da es sich um ein älteres Haus handelt, sind starke Abstützungsmaßnahmen ersorDie Fundpolizei keill mit: Ein Damenfahrrad gesunden! Umgehende Meldung des Eigentümers bei der Ortsvolizeibehörde Castrov=Rauxel 1. Kirchplatz 3. ist erforderlich. Wichtig für die Kondiloren in Castrop-Kauxel Der Herr Regierungspräsident in Arnsberg hat am.26 8. 1936 eine Anordnung betr. die Herstellung „„perderblicher Konditorwaren an Sonntagen bieser Anordnung ## gmung ist die Herstellung leicht verderbsicher Konottorwaren von 11 bis 13 Uhr, das Austragen odes Ausfahren leicht verderblicher Konditor. Uhs gestattet. Die Anordnung tritt am 1. Oktober Armehergsin Amtsblatt der Regierung versiientlicht 1 Stück 36 vom 5. Sepiember 1936 Der Kurszettel der hausfrau Amtlicher Wochenmarktbericht der Stadt Castrov=Rauxel Weißkohl 500 gr—5., Rotkohl—5 J. Blu1 16 15., Salat 1 Kon 10 Rote Bestan. 3: Zwiebeln 300 gr 2 4ote„geren 10—15 J. Kohlrabi 2 Stück 10 sen 1 Stieg zi nollen 1 Stück 10 H, große Gur##uk 20—25 J. Einmachgurken 500 gr 14—22 pig., Ottronen 3 Stück 10 H. Pfirsiche 500 gr 50 bis 60 H. Kochäpsel 10—12.. Taseläpsel 20—35 J. Zirnen%.30 Z. Tomaten 10—12 4, Pflaumen 10—11 J. Bananen 25—30 J. Preißelbeeren 30§ Weintrauben 30—45 J. Kartoffeln—12 kg 1 K, Hühner u. Hähne, geschlachtet, 500 gr 90 H. lebende Kültgen,1 Stück.30.—4 2c, Legehühner.50 u, Kaachäg sbend. 1 Stück.30—.— 26, Hühnereier 1 Stück 12—1= H. Margarine 500 gr 63 H. MolEereibutzer.55—.60 J6, Landbutter.42 4, Holl. 120., Schasipeiser Kase.30 u, Tilsiter Käse ie 10# Swusisch 300 gr 30, 35., Seelachs 35 Schollon 3; Kabeljau 35 J. Rotbarsch 35.—40 J Schollen 25 J. See=Aal 35 J. Angelschellfisch 40 bis Di. Filet 45.050 Fotzunge 60 J. Salzheringe 1 Siun—1 H Ambfleisch: Bratfleisch 500 gr der nächsten Ausgabe der„Heimatseite", die am Sonntag, dem 20. September erscheint, werden wir mit dem Abdruck einer längeren Arbeit unseres Mitarbeiters Dr. Richard Vorgmann=Mengede beginnen. Sie wird in vielen Stücken die bisherigen Forschungsergebnisse über„Richter und Gericht im alten Castrop“ ergänzen und berichtigen. Wir machen unsere Leser schon heute auf diesen ebenso interessanten, wie für die Heimatgeschichte wichtigen Beitrag besonders aufmerksam. Schießsport 32. Westfälisches Bundesschießen in Gelsenkirchen Aufmarsch der ältesten Fahnen und Ehrenzeichen der westfälischen Schützen=Bewegung Bekanntlich wurden im Zuge der Neuorganisation des Deutschen Sports auch die drei bisherigen Fachverbände: Deutscher Schützenbund Reichsverband deutscher Kleinkaliber=Schützenverbände, und das Kartell für Jagd= und Sportschießen im„Deutschen Schutzenverband“ zu einer Einheit gefügt und damit neuen Zielsetzungen unterworfen. Die einzelnen Verbände haben bis zum 31. Dezember 1936 ihre Auflösung durchzuführen und sind bis zu diesem Zeitpunkt, zwecks Aufrechterhaltung des Svortbetriebes. Abwickelungsstelle ihrer bisherigen Fachgruppe. Der westfälische Schützenbund i.., der als die größte schießsportliche Organisation Westfalens auf eine 75jährige Vergangenheit zurückblicken kann. ruft nun zum Sonntag, dem 27. September 1936. die Schützen des wests. Gaues in die Mauern Gelsenkirchens, um angesichts der ältesten Fahnen und Ehrenzeichen der alten westfälischen Schützenvereine die letzte große Heerschau des bisherigen Westsälischen Schützenbundes zu halten und damit gleichzeitig das 90., Kochfleisch 85 4. Schweinesleisch,bundes uu 12er waren in Cauragech. oe derdlicher Kondttor 12e. warenm Eußtrvy=Kauxel von 11,30 bis 13.30 1 M. Speck. fett 1 M. Schweineschmalz: inländisches —.10 M. ausländisches 98 H. Schlußscheine für den Umsatz von Nutz- und Zuchlvieh Ab 1. Oktober beschränkt Der Beauftragte des Reichsnährstandes zur Regelung. des Verkehrs mit Zucht= und Nutzvieh hat eine scheinen über.d Einführung von Schluß= ### ven„Umsatz von Nutz= und Zuchtvieh Zuchtnieh. da.. i jeden Umsatz von Rutz= und auserbalßd au einer Absatzveranstaltung oder ustande tomn... Verlauf oder Tausch zur Scoi ein Schlußchein auszustellen, außer fu. Scufe in Herden und Ferkel. Erwirbt ein Dem Haupttage— mit Festzug und Siegerehrung — geht ein viertägiges Bundesschießen voraus, in die besten Meisterschützen des Gaues 9. Westfalen, zum edlen Wettstreit um die Meisterschaftswürden und um schöne Preise ein Stelldichein geben.— Dem Bundesschießen ging in den einzelnen Kreisen ein Kreismeisterschaftsschießen voraus. bei dem gleichzeitig die Bezirksbesten ermittelt wurden. Somit steht in Gelsenkirchen ein sportliches Ereisnis bevor: Jahrhunderte alte Tradition soll gepaart mit jugendfrohem Sport da sdeutsche Schützenwesen mit zu neuem Leben erwecken Die Kreismeisterschaft errang der Bürgerschützenverein Castrov=Raure:=Altstadt. Am Gauschießen in Gelsenkirchen beteiligen sich die Schützenvereine Altstadt und Castrop=Raurel=Nord. Eilte Jiaol wirs bulnunisch geherzt Schwimmbassins, Treibhäufer und Mietwohnungen mit neuartiger Zentralheizung— Ananas auf Island mit seiner ganzen Sippe in unmittelbarer Näße deutschen. die Jsländer hoffen, mit den häuslich niederließ,## Liter in der Sekunde aus dem vulkanischen ahnte gewiß nicht, daß er mit seiner Siedlung zum Stadtgründer werden sollte. Aus dieser bäuerlichen Niederlassung entwickelte sich im Laufe der Zeit Reykjavik, die Hauptstadt des sagenumwobenen „Daß er sich gerade im Geisergebiet annievelle, gereichte seinem untrüglichen Naturmenschen=Instinkt zur Ehre. Heute erhebt sich im Herzen der Stadt zu Ehren ihres Gründers eine prachtvolle Statue Ingolfurs, geschaffen von Islands großem Bildhauer Einar Jonsson. Und wenn auch der Kühne inzwischen längst gestorben ist, so wird doch sein Name auf der ganzen Insel mit Ehrfurcht genannt und in nächster Zeit sicherlich mit neuen Ehrungen bedacht werden. In Reykvaiik beschäftigt man sich nämlich eifrig mit der Ausführung eines gigantischen Planes, der darauf hinausläuft, eine„geniale, in der neuzeitlichen Technik beispiellos dastehende Heizung zu erhalten". Islands Hauptstadt wird in naher Zukunft die erste Stadt der Welt sein, die es sich erlauben kann, auf jegliche Holz=, Kohlen=, Gas= und elektrische Heizung zu verzichten. Statt dessen bedient man sich dort der heißen Quellen des Landes, die ihre Wärme aus dem vulkanischen Boden erhalten, für Heizungszwecke. Die neue Heizquelle wird den anderen an Güte und Annehmlichkeit keineswegs nachstehen, sie hinsichtlich der Billigkeit sogar bedeutend übertreffen. Weißer Rauch und wirbelnde Dampfwolken... Etwa sechzehn Kilometer nördlich von Reykjavik erstreckt sich das Versuchsgelände, in dem kochende Wassermassen planmäßig aus dem Erdinnern an die Oberfläche gepumpt werden. Es ist das ReykirTal in Mosfell=Speit. Ein schmucker Landweg führt dorthin. Eine große Brücke geleitet ihn über den tosenden Laxelv, an blauen Meeresbuchten zieht er vorbei. Erdmassen sind hier aufgeworfen worden, und auf ihnen erheben sich zu beiden Seiten der Straße kleine saubere Bauernhöfe. Und dann tauchen schon die ersten Dampfwolken auf. Weiße Rauchfahnen wehen über den heißen Quellen des Reykir=Tales. Aus der grünen Grasdecke quellen sie hervor, die Wasserdämpfe. Sie bilden kleine Staubecken und wandern von dort in dünnsträhnigen Bächen zu den Bohranlagen, die neuzeitliche Ingenieurkunst hier hat erstehen lassen. 200 Erdinnern herauszubekommen. Sie würde bereits ausreichen, um die Warmwasserversorgung und Zentralheizung der Hauptstadt Reykjavik sicherzuDarüber hinaus will man versuchen, die Bohrungen bis zu einer solchen Tiefe durchzuführen, daß es mit der Zeit möglich sein wird, 300 Liter heißes Wasser in der Sekunde zutage zu fördern. Alles deutet jedenfalls darauf hin, daß ein mächtiger Strom heißen Wassers im Untergrund des Reykir Tales dahinfließt. Auf Grund neuerer Untersuchungen ist man zu der Ueberzeugung gelangt, oaß sich überall in den vulkanischen Bergen Islands gewaltige Warmwassermengen befinden, die durch mehr oder weniger sichtbare Kanäle ins freie Meer abströmen. Heizungskosten für eine Dreizimmerwohnung Als der König von Dänemark unlängst in Reykjavik weilte, berichteten Bürgermeister Halldorsson und Ingenieur Björnsson über den bisherigen Erfolg der Arbeiten. Schon 1930 begann man. die kleinen heißen Quellen in nächster Umgebung der Hauptstadt auszuweiten, die seit Jahrhunderten für Zeugwäsche von der Einwohnerschaft benutzt wurden. Dann errichtete man eine Pumpstation mit 4915 Meter Zuleitungsrohr. Zurzeit werden die große Landesheilanstalt in Reykjavik, zwei Gemeindeschulen und nicht weniger als 56 Privat= häuser von der ersten Anlage versorgt, die nicht die geringsten Mängel aufweist. Sie rentiert sich gut. Es ist erwiesen, daß, wie bereits erwähnt, diese Heizungsart wesentlich billiger ist als die der Kohlenheizung. In Reykjavik bezahlt man heute für eine moderne Dreizimmerwohnung in einem Privathause monatlich 17 dänische Kronen für volle Versorgung mit Zentralheizung und warmem Wasser für Küche und Bad im Winterhalbjahr, und während der Sommermonate ermäßigt sich dieser Betrag auf insgesamt 11 Kronen. Das sind so gelusgaben, wie sie im allgemeinen von keinem Kleinhaushalt mit Kohlenheizung unterboten werden können. te chte Spanunssiegung der jetzt auf Jsland geltenden Kohlenpreise kosten die Heizung und Warmwasserversorgung Reykjaviks jährlich etwa 1,5 Millionen Kronen. Die Gesamtkosten der neuen Heihungzanles sind mit.5 Millionen Kronen vergasten zu, vorden, miteinbegrissen die GestehungsSeitung ddie rund 16 Kilometer lange isolierte Leitung, die vom Heizwerk, im Reykir=Tal ins Innere der Stadt verläuft. Bei der Versorgung mit erdvulkanischer Wärme hofft man indessen mindestens eine halbe Million Kronen einzusparen Laufe eines Jahrzehntes das heute investierte Kapital herausgewirtschaftet zu haben. Hinzu Lommen die Vergünstigungen, die Rentjavik onbetriebsetzung seines großen Elektrizitätswerkes am Ljosorfoß erstehen. Zweifellos werden alle diese billigen neuen Kraftquellen in Verbindung mit dem modernisierten geräumigen Hafen der isländischen Hauptstadt viele Chancen als Nordatlantik gewähren. Ein Ungar— Erfinder der „Vulkanheizung Man staunt, wenn man vernimmt, daß isländische Härtner mit Hilfe dieser„Vulkanheizung“ auf der Insel, also im hohen Norden, Rosen und Mimosen sriolgreich gezichtet sowie Pfirsiche, Trauben und z5 Zeise gebracht haben. Dennoch sind Eiesn###nder oder Dänen die Erfinder dieser Tzuerhode, sondern der Gedanke, eine ganze mit warmen Quellen aus dem Erdinnern zu heizen, stammt von einem Ungarn. Der Professor an der Technischen Hochschule in Budapest, Dr. ard Zielinzky, vertrat ihn bereits in Wort und Schrift vor zwei Jahrzehnten. Er hatte einen Plan mit allen Einzelheiten ausgearbeitet, der Stadt Budapest durch Ausnutzung ihrer Thermen die Heizung zu verbilligen, fand aber überall Ohren. Seinen Plan hielt man für phantastisch und undurchführbar. So mußten erst zwanJahre vergehen, bis ein ähnliches Projekt aus islänoischem Boden verwirklicht werden konnte. Die nordische Sageninsel tritt damit in ein Entwicklungsstadium, das sicherlich ihrem altberühmten Namen neuen Glanz verleihen wird. Dr. Friedrich Meltzer. laut, daß man ihn in einem Umkreis von zwei Meilen hören kann. * Miß Roberte Love, Bakteriologin für Montclair, New=Jersey, hat eine Miniaturnachbildung der amerikanischen Flagge aus lebenden Mikroben hergestellt, die alle Farben und Einzelheiten genauestens widergibt. * John Wright aus Samford behauptet, daß er mit der bloßen Hand fünfzehn verschiedene Haarstärken unterscheiden kann, und zwar alle, die zwischen 0030 und 0006 inch(etwa 2½ em) liegen. 2 4 * Mrs. Cornelia Mecuire aus Arkadia, Florida, hat es sich zum Prinzip gemacht, jedem, der ihr unrecht tut, einen selbstgebackenen Kuchen zu schenken.94 6 * In Bridgetown haben drei Schwestern zusammen 56 Kinder. Drs. Vidito führt mit 21, zweite ist Mrs. Wells Rynhardt mit 19 und dritte Ribhol Sabine mit 16 Kindern. * Ralph Ball aus Castlewood, Virgina, hat seinen Polizeihund darauf abgerichtet, für ihn Kartoffeln auszubuddeln. * Der Taxichauffeur William Finn aus Boston trägt immer nach 18 Uhr einen Smoking bei seiner Arbeit. * Eugenie Lajunie aus Pasadena, Kalifornien, sammelte aus Passion alte Autos ausländischer Firmen. Heute macht sie ein Geschäft daraus, sie an Filmateliers zu vermieten. Anleeinanische Beihsattotenl Deutsche Bohrer an die Front! Mächtige mit unterirdischem Warmwasser versorgte Treibhäuser mit einer Fülle bunter Blumen und grünender Pflanzen geben die erste Vorstellung vom Segen dieser Heiztechnik. Eine kleine Versuchsstadt ist hier gleichsam über Nacht entstanden und präsentiert sich mit der neuzeitlichsten Warmwasserversorgung der Welt. In gewaltigen Kaskaden spielen Wasserdünste dampfende Strahlen in die Luft. Tag und Nacht. Ein schönes Bild von der Meisterung wilder Elemente durch Menschenhand! Die Verbindung mit den geheimen Kräften der Tiefe ist mustergültig hergestellt. An zahlreichen Stellen des breiten Reykir=Tales finden Großbohrungen statt. Das bisher tiefste Bohrloch befindet sich 368 Meter unter der Erdoberfläche und fördert Ströme heißen Wassers herauf, das eine Temperatur von neunzig Grad Celsis aufweist. Zurzeit sind dort vierzehn Bohranlagen im Betrieb, die Tag und Nacht etwa hundert Liter heißes Wasser in der Sekunde an die Oberfläche pumpen. Demnächst werden die Bohrungen noch erheblich erweitert, und zwar bedient man sich dann mehrerer in Deutschland hergestellter Bohrer, deren Arbeitsleistung etwa das Doppelte der bisher erAmerika hat sich nicht zum geringsten Teil mit Sensationen den übrigen Erdteilen bekannt gemacht, und so ist in den Köpfen der Leute ein Bild von der Art dieses Landes entstanden, das der Wirklichkeit nicht immer entspricht. Der amerikanische Alltag sieht auch zuweilen grau aus, es„passiert“ nicht unaufhörlich etwas, es gibt in Amerika gerade so wie hier ein Leben ohne Sensationen, eins, das Arbeit und Mühe ist, in dem es manchmal traurige Tage gibt, unendlich lange Abende und eine gute Stunde. Trotzdem hat atürlich eine andere Mentalität, der sieht die Dinge im Leben anders, faßt sie anoers an und lebt anders. So ist es ganz natürlich, daß auch seine Zeitungen anders aussehen. Nun ist es allerdings die Eigenart einer Zeitung, daß sie nicht durchweg ein Bild des Lebens selbst gibt, sondern statt des Wesentlichen immer das Besondere, das Eigentümliche und das Merkwürdige hervorhebt. Zeitungen sind nun einmal nicht für spätere Professoren geschrieben, die an Hand dieses Materials die Verhältnisse rekonstruieren wollen, sie sind auch nicht für weit entfernt wohnende Beobachter geschrieben, sie sind geschrieben für Leute im nahen Umkreis, für Amerikaner, die ihr Amerika kennen, und was diese Amerikaner mit eigenen täglich Augen jeden Tag sehen und erleben, das wollen sie nicht zum Frühstück noch einmal in der Zeitung lesen, sie wollen das lesen, was sie nicht sehen, was sie nicht erleben, sie wollen das Einmalige, Besondere lesen, das nicht alle Tage passiert. Für solche Dinge haben sie allerdings ein besonderes, ganz amerikanisches Interesse, für merkwürdige Rekorde, für Eigentümlichkeiten und etwas verrückte Ereignisse, die auch nur darum passieren können, weil ein großes Interesse für sie da ist. Es ist, um ein Beispiel zu geben, nichts Besonderes, wenn irgendwo zwischen Amateuren ein Baseballspiel ausgetragen wird, das neun zu sechs endet, aber es wird in dem Augenblick zu einer Besonderheit, wenn es die elf Enkelkinder des 85 Jahre alten Stephan Sanders in Heathville sind, die seine zwölf Söhne in einem Baseballspiel neun zu sechs besiegen. Dann steht es am nächsten Tage in der Zeitung. Die folgenden Nachrichten sind, wie diese Nachricht auch, amerikanischen Blättern entnommen. Daß sie gedruckt und mit größtem Interesse gelesen werden, beweist, wie amerikanisch sie sind, so amerikanisch, daß wir sie nur mit Kopfschütteln lesen können. Sam Hopper aus Altoona in Alabama predigt von einem nahegelegenen Berggipfel Aus der Leipziger Wünderschau Bequemlichkeit und Originalität sind Trumpf— Seltsame praktische Dinge auf der Leipziger Herbstmesse Unerschöpflich ist der Geist des Menschen und immer wieder weiß er neue Feinheiten und Besonderheiten zu schaffen. Nur einige besonders interessante Kleinigkeiten des Alltags seien hier besprochen, die auf der diesjährigen Leipziger Herbstmesse die technischen Stände füllen. Eine Eieruhr, die klingelt Der Alltag stellt uns überall vor kleine und kleinste Pflichten, die wir genau erfüllen müssen, wenn nicht böse Worte und mißbilligende Blicke uns zugeworfen werden sollen. Aber weil wir nur Menschen sind und uns immerhin mal irren können, oder etwas vergessen, bemüht sich die Technik, uns eine Mühe und Sorge nach der anderen abzunehmen. Hier nennen wir an erster Stelle den Erfinder als„Kavalier der geplagten Hausfrau". Es kann ihm immer mal passieren, daß sie nicht zur rechten Zeit auf die Uhr schaut und dann ist das schöne Ei für den Morgenkafsee danebengeraten. Also: es gibt jetzt eine Eieruhr, die nicht nur gewissenhaft ihre Zeit läuft, sondern, je nach Wunsch, wie hart oder weich das Ei werden soll, in klingenden Tönen zu läuten und damit zu warnen beginnt. So wird das sehnsuchtsvoll erwartete Frühstücksei in Zukunft von der Technik gehegt und gepflegt, kein böser Blick wird die Gattin und Wirtin mehr treffen, die klingende Eieruhr sorgt für alles! Der moderne Lastenträger der Hausfrau! Es ist für uns Männer ein peinliches Gefühl, wenn wir unsere liebe Ehehälfte mit Paketen überladen, mit hängenden Schultern, nach Hause kommen sehen. Jetzt gibt es ein kleines praktisches Hilfsmittel, ein Gepäckhalter. Es ist ein aus Mehr als 20 Jahre lang hat Robert N. Bechtel, Newyork, im Speisezimmer eines BroadwayHotels, wo er dreimal am Tage seine Mahlzeiten einnahm, einem lebensgroßen Bild der Madame Pompadour täglich dreimal zugeprostet. Als der Speiseraum kürzlich renoviert wurde, schenkte ihm die Hoteldirektion das Bild. * Der Zeitungsjunge Frank Dallas aus San Antonio, Texas, soll die lauteste Stimme in den ganzen Vereinigten Staaten haben. Seine Stimme hat sich so entwickelt, daß er, wenn er wie ein normaler Mensch zu sprechen versucht, gleich brüllt. * I. J. Bauer ist der Großvater sämtlicher Schüler, die die Johnson=Schule in der Nähe von Happy, Texas, besuchen. Die Schule hat 13 Schüler.—5 * Der Amateurpilot Dr. John Dr. Brock hat gewettet, daß er 10 Jahre lang jeden Tag, unabhängig vom Wetter, einen Flug unternehmen will. Er hat es bereits 1461 Tage durchgeführt. * Dr. E. Pl. Quain, ein Arzt aus Bismarck, Dakota, ist Steinsammler und hat die Auffahrt zu seinem Hause mit Quarz, weißem Feldspat, Rubinen, Türkisen, Jasper und Goldtopas ausgelegt. * An einer amerikanischen Farm ist folgende Warnungstafel aufgestellt: Achtung, Landstreicher! Wir schießen jeden Zehnten nieder! Der Neunte wurde gestern von der Farm heruntergeschmissen. Bill Dearmore, Besitzer eines Würstchenstandes in Van Alstyne, Texas, hat sich vor 9 Jahren den Helfer Albert Carter engagiert. Er bot ihm damals an, sich jeden Abend die Summe aus der Kasse zu nehmen, die er verdient zu haben glaubte. Das Vertragsverhältnis besteht heute noch. Christian Bock Seidenschnüren geflochtener Ring, der über den Arm gestreift wird. An dem Ring hängen kleine Karabinerhaken, an denen die Pakete befestigt werden. Hierdurch hat die Hausfrau auch bei noch so vielen Päckchen den Arm frei, den Ring kann man außerdem über die Handtasche oder den Kofferhenkel hängen, ohne sich wie bisher die Finger verrenken zu müssen, in die außerdem noch die Schnüre der Pakete einschnitten. Selbst ist der Mann: ein elektrischer Hosenbügler! Aber jetzt kommen die Männer dran! Um der nötigen Eleganz Rechnung tragen zu können, hat die Technik für einen neuen Hosenbügler gesorgt. mit elektrischen Heizkörpern ausgestattete Metallplatten sind an einem Griff befestigt. Die Hose wird aufgehängt und die Stelle, an der eine schneidend scharfe Bügelfalte sitzen soll, dazwischen geschoben. Das Gerät wird an eine Steckdase, angeschlossen und langsam auf und ab geuhrt. Die Bügelfalte, die dadurch erzielt wird, schlägt alles bisher Dagewesene aus dem Felde. Besonders die„alleinstehenden“ Herren werden diese Erfindung begrüßen, denn damit brauchen sie niemanden mehr zu bitten, wenn die Hose schnittag gebügelt sein soll. Und wenn zur Vollendung der strahlenden Erscheinung der zerknitterte Schlips nicht passen will, dann wird er kurzerhand mit dem Hosenbügler bearbeitet und sitzt nun als das Tüpfelchen auf dem„i“ der vorbildlichen Kleidung. Das Piano im Schreibtisch Einen großen Teil der Ausstellung nehmen die „Wundermöbel“ ein, die geradezu phantastische Konstruktionen darstellen. Um in den neuzeitlichen Wohnungen, die meistens nicht so räumlich sind wie die der früheren Bauweise, mit passenden Möbeln aufwarten zu können, hat man „Kombinationsmöbel“, gebaut. So sind z. B. die modernen Schlafcauchs mit aller erdenklichen Raffinesse ausgeführt und lassen sich mit kleinen Handgriffen in die verschiedensten ähnlichen Möbelstücke verwandeln, so daß man in jedem Zimmer sozusagen eine kleine Zauberschau vorführen kann. Es ist jetzt so weit gekommen, daß man Musikfreunden, die für ein Klavier keinen Platz in ihrem möblierten Zimmer haben, einen Streibtisch liefert, in denen ein Klavier eingebaut ist. Dann können sie tagsüber am Schreibtisch arbeiten und abends ziehen sie zum Erstaunen aller eine Klaviatur daraus hervor und entlocken dem Schreibtisch, auf dem eben noch die Maschine klapperte die herrlichsten Akkorde.— Wer vor diesem Möbel sitzt, schwebt natürlich in einem dauernden Konflikt: soll er nun arbeiten oder musizieren? Denn wen das Feuer der Musik einmal gepackt hat, der kann nicht ruhig vor seinem Schreibtisch sitzen, wenn er weiß, daß unter dessen Platte ein Klavier verborgen ist. Daher sind diese „Schreibtische mit Klaviereinlage“ nur charakterfesten Persönlichkeiten zu empfehlen. Die Zigarettentasche mit Uhr und Feuerzeug Die Vergeßlichkeit ist nun mal menschliche Schwäche, an der manches gerade geknüpfte zarte Band wieder zerreißen kann. Man kann eine Uhr besitzen, vergißt aber zur rechten Zeit nach ihr zu sehen und schon kommt man zu spät zum Stellbichein. Das ist natürlich ein Reinfall. So hat die Technik, Abhilfe geschaffen. Die Uhr wird in Zukunft nicht mehr auf dem Arm getragen oder in der Weste, sondern sie ist in einer Zigarettentasche eingebaut zugleich mit einem Feuerwerk. Wenn man jetzt also die nächste Zigarette anzünden will— und das vergißt der Zigarettenraucher nie— dann mahnt die Uhr, daß es Zeit ist, zum Treffpunkt aufzubrechen. Zigarettendose, Feuerzeug und Uhr in einem, mehr kann man nicht verlangen. kanntlich werden die Zähne durch vieles Rauchen in Mitleidenschaft gezogen. Um da Besserung zu schaffen, wird durch Kohlensäure=Tabletten. in dem fraglichen Apparat ein Druck erzeugt, der bei Bedienung eines feinen Hebels einen Strahl hervorpreßt. Dieser reinigt die ganze Mundhöhle Zahnfsescheg.e des Es würde ein kleines Buch entstehen, wenn wir alles das aufzählen wollten, was an kleinen technischen Wundern uns in Leipzig begegnet. Eines steht jedenfalls fest, daß wir für die kommenden Weihnachten um noch nie dagewesene Ueberraschungsgeschenke nicht verlegen zu sein brauchen. Die göttliche hofdame Tokio findet augenblicklich ein Prozeß statt, der in der breitesten Oeffentlichkeit zngeheueres Aufsehen erregt hat, obwohl die Verhändlungen hinter verschlossenen Türen geführt werden. Es handelt sich um den Prozeß gegen die japanische Baronin Haruko Schimedsu, eine ehemalige Hofdame der Kaiserin, die wegen Hotteslästerung und wegen politischer Umtriebe vor Gericht steht. Die Hochdruck=Munddusche Und da wir nun mal beim Rauchen sind, möchten wir auf die Munddusche zu sprechen kommen, die der Raucher unserer Tage besitzen muß. Die Gotteslästerung wird darin erblickt, daß sich Haruko Schimedsu eigenmächtig für göttlichen Ursprungs erklärt hat. Die Schimedsu hat sich sogar einen eigenen Tempel hauen lassen, in dem sie sich von allen denen, die ihrer Sekte angehörten, verehren und anbeten ließ. Da nach japanischer Auffassung nur der Mikado das Recht hat, sich als göttlichen Ursprungs zu bezeichnen, liegt in diesem Fall also gleichzeitig eine Beleidigung des Mikado, sowie Landesverrat vor. Da der Tokioter Polizei außerdem politisch verdächtige Dokumente in die Hände gefallen sind, dürfte diese göttliche Hofdame aller Wahrscheinlichkeit nach mit einem Todesurteil zu rechnen Die Nau Vom Feidsmer Milla Lutz warf einen Blick auf ihre Armband= uhr.„Na, sa, dann man los.“ Sie wandte sich noch einmal an Margret. Die Ruhe und Gleichgültigkeit der jungen Frau ärgerte sie maßlos und sie konnte es sich nicht versagen, ihr noch einen Stich zu versetzen.„Ihr Mann war ein sehr guter Freund von mir und es tut mir leid, ihn nicht angetroffen zu haben. Bestellen Sie ihm bitte einen schönen Gruß von Milla Lutz.“ „Und von Lonny Hertzog. Ich kenne Ihren Mann auch sehr gut,“ suchte die andere die Worte der Freundin abzuschwächen. „Mein Mann wird sich freuen,“ sagte Margret, noch immer lächelnd. Da wandten die beiden Mädchen sich grüßend um und schritten davon, leicht, graziös, mit tänzelnden Schritten die eine, die andere etwas ruhiger, gemessener. Margret sank auf ihren Stuhl. Die Beine hätten sie keine Minute länger getragen. Die Erregung über dieses Erlebnis und über Milla Lutz' unverschämtes Verhalten schüttelte sie förmlich, aber sie dachte in diesem Moment nur eins: Wenn Hanns nur nicht gerade mit den vollen Heuwagen kam und den Mädchen begegnete! Denn dann konnte sie ihm diesen Besuch nicht verschweigen, mußte mit ihm darüber sprechen, und das Peinliche, Beschämende einer solchen Aussprache hätte sie ihm gern erspart. Sie sprang auf und spähte hinaus. Noch war nichts zu sehen! Wieder spürte Margret das stechende Schmerzgefühl in der Herzgegend. Heute vor einem Jahr war es gewesen, als sie Hanns in der Eulenwiese getroffen und er ihr erzählt hatte, daß er zu landwirtschaftlichen Versammlungen gewesen sei. Er hatte ihr die Unwahrheit gesagt! Margret schloß die Augen und kämpfte gewaltsam gegen das Wehgefühl in ihrer Brust. Wie von weit her glaubte sie eine Stimme zu hören:„Ich bin kein Engel, Margret, du bist nicht die erste Frau, die ich geküßt habe, aber ich schwöre dir, du wirst die letzte sein!“ Und sie hatte schlicht geantwoctet: „Ich liebe dich, so wie du bist!“ So war es auch! Sie liebte ihn mit allen seinen Fehlern und Schwächen. Auch jetzt verspürte sie nicht die leiseste Eifersucht. Sie vertraute Hanns schrankenlos und würde niemals glauben, daß er ihr auch nur mit einem Gedanken untreu war. Gewiß, es schmerzte sie, daß er ihr damals nicht die Wahrheit gesagt hatte, aber während sie jetzt nachsann, fand sie schon viele Entschuldigungsgründe für ihn. Er hatte ihr in der kurzen Zeit ihrer Ehe schon tausendfach seine Liebe bewiesen, sollte sie selbst sich jetzt kleinlich oder gar ungerecht zeigen? Nein, sie wollte nicht mehr daran denken, was sie vorhin gehört hatte, wollte überhaupt die ganze häßliche Szene vergessen! Minutenlang kämpfte Margret tapfer mit sich selbst und ihre gesunde, kraftvolle Natur half ihr. Als sie jetzt das Gesicht hob, konnte sie schon beinahe über den ganzen Vorfall lächeln. Plötzlich horchte sie auf. Das schwerfällige Rattern vollbeladener Wagen drang an ihr Ohr. Sollte Hanns—? Margret spähte hinaus. Richtig, dort auf der Straße fuhr Hanns, und dort, wo die Allee auf die Straße mündete, standen die beiden Mädchen und winkten ihm entgegen! Also traf er sie doch noch! Sekundenlang flog ein Schatten über Margrets Gesicht, doch dann lächelte sie. Jetzt, wo sie innerlich über den Dingen stand, berührte auch diese Tatsache sie nicht sonderlich mehr. Jetzt hatte Hanns die Mädchen erreicht und hielt die Pferde an. Margret sah, wie die beiden ihm die Hände schüttelten und lebhaft auf ihn einsprachen. Der Aufenthalt währte allerdings kaum zehn Minuten, dann wieder Händeschütteln, ein lebhaftes Winken, und die Pferde zogen wieder an. Da ging Margret langsam ins Haus. Es dauerte diesmal ziemlich lange, bis Hanns die vollen Wagen in den Scheunen untergebracht und die Pferde wieder vor die leeren gespannt hatte. Margret ging schließlich zu ihm hinaus. Da kam er ihr gerade quer über den Hof entgegen. Er machte ein ziemlich verlegenes Gesicht. Margret sah ihn mit schelmischem Lächeln an. „O Hanns, wie schade, daß du nicht etwas früher gekommen bist. Denk mal, du hattest Besuch. Damenbesuch sogor“ „Ich weiß“, sagte er unsicher,„die Damen sind mir an der Straße begegnet.“ „Sie waren sehr enttäuscht, daß du nicht da warst und daß du schon verheiratet warst.“ „Natürlich!“, ging er da lachend auf ihren neckenden Ton ein.„Und da siehst du, wieviel ich bei den Mädchen gegolten habe! Wenn ich mich nicht mehr um sie kümmere, dann kommen sie zu mir!“ Er nahm ihr Gesicht in beide Hände und küßte sie herzlich. Den Arm um ihre Schulter gelegt, gingen sie zusammen ins Haus. Innerlich aber atmete Hanns erleichtert auf. Sie war doch wirklich eine Prachtfrau, seine Margret. Jede andere wäre ihm wohl mit Vorwürken oder gar Tränen gekommen und hätte die Angelegenheit Gott weiß wie aufgebauscht. Margret tat sie mit einem Scherzwort ab. Er war ihr sehr dankbar dafür. Er hatte ja nicht wenig gestaunt vorhin, als er sich so plötzlich Milli Lutz gegenüber sah. Einmal, kurz vor seiner Hochzeit, hatte er einen Beief von ihr bekommen, den er aber nicht beantwortete, und sie dann später ganz vergessen. Nun war sie ihm kurzerhand auf die Bude gerückt, die kleine Hexe. „Wir hatten ja keine Ahnung von deiner Heirat“, hatte sie vorhin gesagt.„Es tut nicht gut, wenn man seine Freunde über so wichtige Veränderungen im Unklaren läßt. Na, nichts für ungut, Hansel! Und wenn du mal wieder nach Hannover kommst, dann besuchst au mich, nicht wahr? Ich habe noch die alte Wohnung.“ Kleine Hexe! Na, er war jedenfalls froh, daß Margret die Sache so leicht nahm. „Wie weit seid ihr mit dem Heu?“ fragte Margret. „Wir mußten vorhin noch drei Fuder aufladen. Eins wird auch schon voll sein, bis ich zurückkomme. Ich denke, wir schaffen es. Aber es wird auch Zeit, sieh' nur“, er deutete durch das Küchenfenster nach dem Westen, wo sich blaue Dunstschleier vor die Sonne schoben,„da braut sich schon etwas zusammen. Ich muß mich beeilen.“ Margret reichte ihm die große Kanne mit schwarzem Kaffee, den sie schon vorhin zurechtgestellt hatte, aber er wehrte ab: „Laß nur. Ich hole lieber für jeden eine Flasche Bier aus dem Keller. Die Leute schwitzen fürchterlich bei dieser Hitze.“ Er eilte hinaus und kam gleich darauf mit einem Korb voll Flaschen zurück. „Also, nun halt den Daumen, daß das Wetter sich noch solange hält. Dann haben wir heute abend ein gutes Stück Arbeit hinter uns.“ Er küßte sie zärtlich und ging dann eilig hinaus. Gleich darauf rasselten die Wagen vom Hof„ Es erging Hanns Heidbrink seltsam in den nächsten Wochen. Obwohl die reizende, pikante Persönlichkeit Milla Lutz' ihn völlig unberührt gelassen und er nicht die geringste Neigung verspürten, ihrer lockenden Einladung zu folgen, war doch eine sonderbare innere Unrühe in ihm seit dem unerwarteten Zusammentreffen mit ihr. Er war übellannig und mißgestimmt, ärgerte sich über jede Kleinigkeit und wußte selbst nicht recht, warum. Oder vielmehr, er wollte es sich nicht eingestehen. Denn eigentlich waren diese Empfindungen ihm nichts Unbekanntes. Er hatte sie früher oft gespürt, wenn er den Trott des Alltags satt hatte und es ihn mal wieder hinausdrängte aus dem ewigen Einerlei. Es war also schon so: Das plötzliche Auftauchen der kleinen Tänzerin hatte die Sehnsucht nach dem alten, ungebundenen Leben mit Macht in ihm erweckt! Während der ganzen Zeit seiner Ehe hatte er diese Sehnsucht nicht gekannt, aber nun hatte sie ihn plötzlich erfaßt. Herrgott, was hatte man denn eigentlich vom Leben? Man schuftete und rackerte Tag um Tag ohne die geringste Abwechslung, und dabei kam man bei diesen elend schlechten Zeiten doch keinen Finger breit voran. Eher ging es noch rückwärts. Man konnte wirklich keine Freude an der Arbeit haben. Sein heißes, unruhiges Blut regte sich wieder. Immer mehr drängte es ihn, einmal wieder alle Alltagssorgen beiseite zu werfen und das Leben in vollen Zügen zu genießen. Er mußte Margret gegenüber nach einem Vorwand suchen, denn den wahren Grund, weshalb er für einen Tag fort wollte, konnte er ihr doch jetzt nicht sagen. So sagte er denn eines Tages, als sie in der Mittagspause beisammen saßen: „Wir müssen den Braunen wohl bald verkaufen. Er wird zu alt und kann die Arbeit nicht mehr machen.“ „Den Braunen? Du hast doch gesagt, Hanns, unser Junge soll erst noch das Reiten darauf lernen.“ Er lachte. „So lange kann er es nicht mehr machen, er wird schon recht klapprig. Und wir müssen zu dem Schwarzen ein gutes Arbeitspferd haben. Die Füchse sind doch noch recht jung.“ „Aber wir werden ein gutes Stück Geld zulegen müssen. Und das ist doch augenblicklich recht knapp. Die Hypothekenzinsen sind bald wieder fällig und dann die Steuern.“ „Nächste Woche können wir den einen Stall voll Schweine verkaufen. Es gibt zwar blutwenig dafür, aber man bekommt immerhin bares Geld in die Hände. Nun, wir werden ja sehen. Auf jeden Fall möchte ich aber doch morgen in die Stadt zum Pferdemarkt fahren und mich ein bißchen um die Preise bekümmern. Du hast doch nichts dagegen?“ „Nein. Wenn du meinst, dann fahre nur. Du mußt dann bloß vorher noch Anordnung geben wegen der Arbeit morgen—.“ Als Hanns am nächsten Morgen reisefertig vor Margret stand und ihr Gesicht emporhob, um es zu küssen, erschrak er unwillkürlich. „Du siehst so blaß aus, Margret. Bist du krank?" Sie schüttelte den Kopf. Allerdings fühlte sie sich sehr elend, aber sie wußte nur zu gut, wie Hanns sich auf die Reise freute, und diese mochte sie ihm nicht verderben. „Soll ich nicht lieber zu Hause bleiben?“ fragte er besorgt. „Aber nein, Hanns. Ich fühle mich ja ganz gut.“ „Um fünf Uhr komme ich ja auch schon zurück. Was soll ich dir denn mitbringen?“ „Ich wüßte nichts, Hanns, höchstens ein paar Delikatessen—.“ „Wird gemacht. Und nun— auf Wiedersehen." Sie erwiderte zärtlich seinen Kuß und reichte ihm noch ein paar Butterbrote, die sie fürsorglich für die Bahnfahrt für ihn zurechtgemacht hatte. Als sich die Tür hinter ihm schloß, fröstelte sie zusammen und ein unbestimmtes Angstgefühl überkam sie. Die alte Lene sah besorgt in ihr blasses, verfallenes Gesicht. „Du solltest dich noch ein paar Stunden wieder hinlegen“, bat sie. Aber Margret wehrte ab. Es gäbe so viel zu tun und ihr fehlte ja auch eigentlich nichts. Der letzte Roggen wurde heute gemäht. Als die Leute um Mittag vom Felde heimkamen, meinte der Großknecht, daß sie vielleicht noch bis zur Vesperzeit zu tun haben würden. Margret dehnte die Mittagspause eine halbe Stunde länger als gewöhnlich aus. Es war so heiß draußen, und die Leute konnten es ja noch bequem schaffen. Als sie dann wieder gegangen waren, erhob sich Margret, um das Kaffeegeschirr abzuräumen. Sie hatte den Küchentisch noch nicht erreicht, da durchfuhr plötzlich ein so scharfer, schneidender Schmerz ihren Körper, daß sie sich an die Wand lehnte und die Augen schloß. Sekundenlang, dann war es vorüber. In diesem Augenblick kam die alte Lene herein. Erschrocken eilte sie herzu. „Mein Gott, Kind, was ist dir?" „Nichts, nichts, es ist schon vorüber.“ Margret lächelte matt. Sie räumte die Kaffeetassen ab und da sie die Sorge in den Augen der alten Frau sah, begann sie von etwas anderem zu sprechen. Da— wieder dieser wahnsinnige Schmerz! Aufstöhnend suchte sie nach einem Halt. „Margret, was ist das nur?“ fragte Lene angstvoll. Die junge Frau legte die Arme um ihre Schultern und flüsterte ihr ein paar Worte zu. „Mein Gott! Mein Gott!“ jammerte Lene. „Jetzt, wo Hanns fort ist! Was fangen wir nur an? Wäre er doch nur nicht fortgefahren!" Margret lächelte tapfer.„Hanns kann auch nichts dabei helfen und er ist ja auch schon in wenigen Stunden wieder da. Telephoniere nur gleich an Frau Horstmann und allenfalls auch an den Arzt.“ „Deine Mutter könnten wir auch benachrichtigen, aber es ist ja niemand da—.“ „Nein, nicht die Mutter. Wir wollen sie nicht beunruhigen. Du bist ja da.“ Frau Lene lief,s“e die zitternden, alten Beine tragen i; ans Telephon. Sie bat Frau Horst: sch wie möglich zu kommen, und den....„ auf alle Fälle bereitzuhalten. Dann begann sie mit zitternden Händen allerhand Vorbereitungen zu treffen. Zwischendurch lief sie immer wieder zum Fenster, um zu schauen, ob Hanns noch nicht kam. Es war doch schon längst fünf Uhr vorbei! Aber sie wartete ebenso vergebens wie die junge Frau drinnen im Schlafzimmer. Endlich gab es keinen Zweifel mehr: Hanns war nicht mit dem Nachmittagszuge zurückgekommen. Die alte Frau war namenlos böse auf ihn, aber was sollte sie tun?— Hanns hatte keine Ahnung, wie sehnsüchtig er daheim erwartet wurde. Er hatte auf dem Pferdemarkt ein paar gute, alte Bekannte getroffen, die ihn mit Hallo begrüßten. Das Wiedersehen mußte natürlich begossen werden. Zuerst hatten sie zusammen zu Mittag gespeist, und dann machten sie einen Bummel durch die Stadt. Die verschiedensten Gasthöfe und Kaffeehäuser wurden aufgesucht und die Stunden flogen nur so hin. Hanns genoß dieses lange entbehrte Vergnügen in vollen Zügen. Herrgott, es war doch schön, sich wieder einmal richtig auszutoben! Sie saßen gerade im Kaffee Vaterland und bewunderten die schlanken Beinchen der Tanzgirls, als es Hanns einfiel, einmal nach der Uhr zu sehen. Er stellte fest, daß es die allerhöchste Zeit sei, zum Bahnhof zu fahren. Darob großer Entrüstungssturm! Jetzt, wo man so schön im Schwunge war, abbrechen? Gab's ja gar nicht! So jung und gemütlich kam man nie mehr zusammen! Das würde seine Frau doch auch einsehen! Hanns zögerte erst noch ein wenig, aber dann gab er der Stimme der Versuchung nur zu gern nach. Margret war ja ein so vernünftiges Frauchen, sie würde gewiß nicht schelten und ihm dieses harmlose Vergnügen gern gönnen. Also blieb er und es wurde weitergemacht, und die Stimmung wurde immer fideler. Als es Zeit wurde, zum Acht=Uhr=Zug zu gehen, dachte er gar nicht mehr ans Abreisen, und den Nachtzug hätte er um ein Haar auch noch versäumt. In allerletzter Minute langte er auf dem Bahnhof an. Seine Freunde hatten ihn begleitet und winkten ihm mit lachenden Gesichtern zu, als der Zug abfuhr. Auch Hanns war in bester Laune. Das war mal ein famoser Tag gewesen heutel Herrgott, man war ja noch so jung und konnte doch nicht ganz und gar versauern! Warum sollte er sich nicht mal ab und zu ein so harmloses Vergnügen leisten? Wenn Margret sich nur nicht gesorgt hatte, weil er so lange ausblieb! Gut, daß er noch daran gedacht hatte, eine Kleinigkeit für sie zu kaufen. Nach knapp anderthalb Stunden Bahnfahrt langte Hanns in Finkenstedt an. Nun mußte er noch ungefähr eine halbe Stunde laufen bis zum Heidbrinkhof. Er sah nach der Uhr. Wenn er den Binnenweg nahm, konnte er noch um ein Uhr zu Hause sein. Die laue Nachtluft umschmeichelte sein Gesicht. Während der Bahnfahrt hatte er gegen den Schlaf ankämpfen müssen, der ihn als Folge des reichlich genossenen Alkohols zu übermannen drohte, aber jetzt war er fast vollständig wieder nüchtern. Als Hanns in die Allee einbog, sah er, daß im Hause noch Licht brannte. Was war denn das? Sollte Margret seinetwegen aufgeblieben sein? Unwillkürlich beschleunigte er seine Schritte. Die Flurtür war unversperrt, und als er dann in die Küche ein trat, sah er dort die alte Lene am Herd hantieren. Verwundert trat er näher. „Guten Abend. Was heißt denn das, daß du noch auf bist?“ Die alte Frau sah ihn einen Augenblick stumm und vorwurfsvoll an. Dann richtete sie sich kerzengerade auf und sagte langsam: „Ich gratuliere, Heidbrinkbauer. Vor zwei Stunden wurde dir ein Junge geboren.“ „Was?!“ Hanns fuhr zurück.„Was sagst du?“ Er wandte sich um und wollte davonstürzen, aber Frau Lene hielt ihn mit schnellem Griff fest. „Langsam. Sie ist noch sehr schwach.“ Er sah sie ganz verwirrt an. „Was sagtest du, vor zwei Stunden?“ „Ja. Der Doktor und Frau Horstmann sind vor einer Viertelstunde fortgefahren. Es war schlimm, sehr schlimm.“ „Und ich war nicht da!“ „Ja, du warst nicht da. Und sie hat so gewartet! Schäme dich, Hanns.“ „Schilt nicht“, bat er zerknirscht.„Ich habe den Zug verpaßt. Ich konnte doch auch nicht ahnen! Darf ich nun zu ihr gehen?“ „Ja, denn komm nur. Aber leise!“ Sie ging ihm voran. Plötzlich hielt Hanns sie noch einmal zurück. „Und was sagtest du, ein Junge ist es? Also wirklich ein Junge! Herrgott, wie freue ich mich!“ Leise öffnete Frau Lene die Tür. Chloroform= geruch schlug ihnen entgegen. Das Herz schlug Hanns bis zum Halse, als er auf den Zehenspitzen an das Bett trat. Matt und blaß, aber ein seliges Leuchten in den großen Augen, lag Margret in den Kissen. Hanns kniete neben dem Bett.„Margret!“ Sie lächelte glücklich.„Hanns, nun ist es doch ein Junge geworden.“ „Ich bin ja so unendlich froh und dir so dankbar, Margret. Aber sage mir erst, ob du mir sehr zürnst. Es tut mir ja so furchtbar leid, daß ich mich verspätet habe; ich will dir später alles erklären. Reumütig und schuldbewußt sah er sie an und streichelte abbittend ihre Hände. Sie wandte unwillkürlich ein wenig das Gesicht ab von dem Alkoholdunst, der ihr aus seinem Wunde entgegendrang. Die Erinnerung daran, wie qualvoll sie sein Kommen herbeigesehnt hatte. überkam sie, aber sie schob sie rasch von sich. Sie war ja viel, viel zu glücklich, um ihm zu zürnen. Das sagte sie ihm mit matter Stimme. Frau Lene führte Hanns zu dem Körbchen, das neben dem Bettchen stand. Aus Spitzen und weißem Linnen lugte ein rundes, rotes Gesichtchen hervor. Hanns starrte mit unbeschreiblichen Gefühlen darauf nieder. Und plötzlich lag er wieder vor Margrets Bett auf den Knien und küßte und streichelte ihre Hand. Margret lächelte selig. Mutter sein! War diese Seligkeit überhaupt zu ermessen? Ach, tausendfach wog sie alle Leiden auf! Die alte Lene stand am Fußende des Bettes und erzählte mit gedämpfter Stimme den Hergang. Neun Pfund wog der Bengel! Und dann erklärte sie energisch:„Und nun gehen wir zu Bett, damit Margret Ruhe kriegt. Ich schlafe diese Nacht hier, und du kannst dir nebenan auf dem Sofa ein Bett herrichten, Hanns!“ Eine halbe Stunde später verlöschte das Licht auf dem Heidbrinkhofe. * Am nächsten Vormittag ging Anna, die Großmagd, zu Meinharts und zu den Nachbarn, um „anzusagen“, daß auf dem Heidbrinkhofe in der vergangenen Nacht ein Sohn geboren sei. Niemand erfuhr, daß der Bauer nicht zugegen gewesen war. Die Dienstboten hatten es gernicht bemerkt, daß er nicht zur Zeit zurückgekommen war, und der Arzt und Frau Horstmann sprachen ebensowenig darüber wie die alte Lene und Margret selbst. Sie erwähnten die Tatsache seiner Abwesenheit garnicht. Margret wäre es besonders ihres Vaters wegen peinlich gewesen, darüber zu sprechen. Dietrich Meinhart war ein über alle Maßen stolzer und glücklicher Großvater. Mit verklärtem Gesicht stand er am Bettchen und betrachtete sein erstes Enkelkind: Das kleine, runde Köpfchen mit dem blonden Haarflaum und den großen, dunklen Augen im rosigen Gesichtchen, die dicken Fäustchen! War das ein Prachtker!! Er konnte sich nicht sattsehen.(Fortsetzung folgt.) Lietten- Ssiort- Sttiet Trainingsspiel in Prag Die Nationalmannschaft siegte:0 Am Mittwoch wurde in Prag auf dem Slaviaplatz ein Uebungsspiel der für die Mannschaft der Tschechoslowakei gegen Deutschland vorgesehenen Fußballspieler gegen die Vereinself von Viktoria Zizkow ausgetragen. Vor 3000 Zuschauern gewann die Nationalmannschaft mit:0(:0) Toren. scs Feie, Siczszesfeige, Cch, Sobona, Coret, gen. Cech und Copecky erzielten die beiden Tore.— Nach dem Wechsel wurden einige Spieler ausgetauscht, so daß die Elf wie folgt spielte: Tor: Klenvoc: Verteidigung: Fiala, Ctyrocky; Läufer: Costalec. Kolsky, Rado; Sturm: Junek, Bradac, Melka, Copecky und Wittmann.— In der Fünferreihe konnte nur Copecky befriedigen. Die anderen vier Stürmer erfüllten nicht die Erwartungen. Kolsky als Mittelstürmer zeigte ein besseres Spiel alt Boucek in der ersten Halbzeit. Copecky war auch der Torschütze im zweiten Spielabschnitt. Die endgültige Aufstellung erfolgt wie bei der deutschen Länderelf erst am Montag. Wettschwimmen der weiblichen Schwimmerjugend Westdeutschlands In Gelsenkirchen wird am 11. Oktober ein Wettschwimmen der weiblichen Schwimmerjugend Westdeutschlands durchgeführt, das offen ist für die Gaue Westfalen. Niederrhein und Mittelrhein. Das Programm sicht 16 Wettkämpfe vor und umfaßt alle Lagen und Sprünge. Ihbe-Lorenz in Berlin Olympia=Revanche in der Deutschlandhalle Die deutschen Olymviasieger Lorenz=Ihbe werden sich schon drei Tage nach der Eröffnung der neuen Radrennzeit in der Deutschlandhalle auf der Winterbahn vorstellen. Am 10. Oktober starten die beiden Sachsen in einem Zweisitzerrennen gegen ihre olymvischen Gegner Ooms=Leene(Holland) und die Franzosen Georget=Maton, so daß hier also erneut die sechs Medaillengewinner dieses Wettbewerbs zusammentreffen. Wieder Berufsfahrer in Bielefeld Diesmal 200=Runden=Mannschaftsrennen Bielefeld kann sich über mangelnde Radsportveranstaltungen wirklich nicht beklagen. Nach dem großen Straßenfahrer=Kriterium am letzten Sonntag folgt am 20. September wieder ein Kampftag, der diesmal ein ausgezeichnetes Berufsfahrerfeld auf der Bahn zusammenbringt. Ausgetragen werden ein Haupt= und ein Punktefahren sowie ein 200=Runden=Mannschaftsrennen, dessen hochwertige Besetzung einen spannenden Verlauf verspricht. Es starten Goebel Bautz(Dortmund), Siebelhoff Hodey (Dortmund=Essen), Ritschke/Arents(Magdeburg= Köln), Schink Bremer(Hemer=Bochum), Kretsch= mer Korsmeier(Dortmund). Markuse Kleinegrefe (Gelsenkirchen=Köln) Kijewski Weckerling(Dortmund=Bielefeld), TwiehaussHeide(Hannover), Essing Ciesinski(Dortmund) und die als Amateure so erfolgreichen Schmidt Tertilte. Welt- und Europameisterschaften 1937 In fast allen Sportarten finden im Jahre 1937 wieder Europa= oder Weltmeisterschaften statt. Größere Sportarten, wie Schwimmen und Leichtathletik. melden ihre Meisterschaften allerdings erst für 1938 an. ebenso der Fußballsport. der seine Weltmeisterschaft nur alle vier Jahre zwischen zwei Olympischen Svielen durchführt. Sonst sind aber so ziemlich alle Sportarten vertreten, bis auf das Turnen und auf die Schwerathletik, von denen noch nicht feststeht, ob im Jahre 1937 hierin Europameisterschaften ausgetragen werden. Nachstehend bringen wir die wichtigsten Daten von offiziellen Meisterschaften oder Veranstaltungen, die ihnen gleichkommen, wie z. B. die FIS=Rennen. Die Elf der Deutschböhmen Für das Rückspiel Sachsen— Deutschböhmen am kommenden Sonntag in Gablonz wurde die Vertretung der böhmischen Berufsspieler wie folgt bekanntgegeben: Tor: Batzl(Teplitzer FK): Verteidiger: Stoj(DIC Prag), Zappe(BSK Gablonz); Läufer: Ludwig(Reichenberg), Wazada(Teplitzer FK). Ridl(DFC Prag): Sturm: Jon(Saaz), Schmid(Karlsbad), Garagy(Teplitzer FK). Koder (Saaz). Trunschke(DFC Prag). Englischer Fußball am Mittwoch In England wurden am Mittwoch einige Meisterschaftsspiele ausgetragen. Die Ergebnisse waren: 1. Liga: Chelsea— Liverpool:0, Manchester City — Birmingham:1, Portsmouth— Leeds United :0: 2. Liga: Nottingham Forest— Leicester United:1. Jupp Besselmann kann nicht boxen Der Deutsche Mittelgewichtsmeister Jupv Besselmann ist in der letzten Zeit nicht gerade vom Glück begünstigt. Aus Amerika kehrte er mit einer Handverletzung zurück und in Berlin kämpfte er zuletzt als kranker Mann. Jetzt kann der Kölner seinen Vertrag für München am Freitag gegen de Laurentis nicht erfüllen. Eine Blutvergiftung macht einen operativen Eingriff notwendig. Besselmann hofft jedoch, am 2. Oktober in Berlin gegen Anneet antreten zu können. Die deutschen Fahrer für Lodz und Warschau Für die beiden deutsch=polnischen Dreistundenrennen der Straßenfahrer am Sonntag und Mittwoch auf den Radrennbahnen in Lodz und Warschau wurden die deutschen Mannschaften zusammengestellt. Deutschland schickt, ebenso wie Polen, sechs seiner besten Fahrer von Warschau—Berlin wie folgt in den Kampf: Hupfeld Schulze, Ruland Dubaschny und Schöpflin Oberbeck. Amateurradfahrer unter den Fahnen Eine Reihe unserer besten Amateur=Radfahrer zückt am 1. Oktober zum Militär ein, um der Webrpflicht zu genügen. So werden u. a. von den Straßenfahrern der Deutsche Meister Fritz Scheller (Nürnberg) und Willi Hupfeld(Chemnitz) das Renntrikot mit dem Waffenrock tauschen, während von den Bahnfahrern Hasselberg(Bochum), Klöckner(Köln), Hoffmann(Klein=Steinheim), Karl Walter(Ludwigshafen) und Wiemer(Berlin) einberufen wurden. Lohmann Sieger im„Goldvokal von Köln“ Am Mittwochabend konnte endlich der zweite, restliche 50=Kilometer=Lauf des Steherrennens um den„Goldpokal“ von Köln bei trockenem Wetter unter Dach und Fach gebracht werden. Vor 6000 Zuschauern siegte der Bochumer Lohmann, der als Fünfter ins Rennen ging und nach 45 Runden nach schönem Kampf mit Möller die Spitze errang, die er mit knappem Vörsprung bis ins Ziel verteidigte. Damit fiel dem Bochumer der Sieg zu, zumal er im ersten Lauf am Sonntag nur einen halben Meter gegen Krewer eingebüßt hatte. Krewer startete als Letzter, wurde bei einem Angriff auf Möller aber abgewiesen und blieb Dritter. Radländerkampf Deutschland— Dänemark Die Bahnfahrer von Deutschland und Dänemark treffen am Freitag in Kopenhagen zum drittenmal in diesem Jahre in einem Länderkampf zusammen. Das Programm sieht die vier olymvischen Wettbewerbe Malfahren, Zeitfahren, Verfolgungsrennen und Zweisitzerrennen vor. Deutschland entsendet die Olympiasieger Ihbe und Lorenz sowie Klöckner, Hoffmann, Arndt und Walter. Dänemark stellt Pedersen, Stieler, Jakobsen. Nielsen, Gene und Dissing. Der Reichssportführer ehrt Coburg Der Reichssportführer Staatsrat von Tschammer und Osten hat dem Oberbürgermeister der Stadt Coburg eine Erinnerungsgabe an die Olympischen Sviele überreicht. Damit wurde der Gründungsstadt der Deutschen Turnerschaft der Dank für die in den letzten Jahren am Aufbau der deutschen Leibesübungen geleistete Mitarbeit abgestattet. Was Westfalens Turner wissen müssen Bei den westfälischen Gaugerätmeisterschaften am 27. September in Warstein werden sich die 48 Teilnehmer aus den vier Bezirken vor Beginn des Wettkampfes über folgende Fragen in einer„Völkischen Aussprache" zu unterhalten haben: Auf dem Wege zur Erneuerung: Wie stehen wir zum Staat; Aufgaben der Leibeserziehung im neuen Staat: Decken sich Staatsgrenzen und Volkstumsverbreitung?; Der Deutsche Reichsbund für Leibesübungen. Europameisterschaften: 30. und 31. Januar: Eisschnellaufen der Männer in Davos: 6. bis 8. Februar: Eiskunstlaufen für Männer und Frauen in Prag: Eiskunstlaufen für Paare in Amsterdam: April: Boxen in Rom; August: Rudern in Amsterdam: Fechten in Paris. Weltmeisterschaften: 30. und 31. Januar: Eisschnellaufen für Frauen in Davos: Zweier=Bob=Meisterschaften in Cortina 'Ampezzo; 10. und 11. Februar: Vierer=Bob=Meisterschaften in St. Moritz; 13. und 14. Februar: Eisschnellaufen für Männer in Oslo; Eiskunstlaufen für Männer in Wien; 11. bis 18. Februar: FIS=Rennen in Chamonix; 1. bis 3. März: Eiskunstlaufen für Frauen und Paare in London; 3. Juni: Meisterschaftskampf im Schwergewichtsboxen Schmeling— Braddock in Newyork: Juli: TennisMeisterschaften von Wimbledon: 21. bis 29. August: Radmeisterschaften für Berufsfahrer und Amateure in Kovenhagen. Nüßlein spielt in Bielefeld Im Rahmen einer„Kraft=durch=Freude=Veranstaltung" bestreitet Weltmeister Hans Nüßlein. der sich bei den Berufsspielern in diesem Jahre erneut den Titel holte, einen Schaukampf gegen den Bielefelder Tennislehrer Hans Gies Weiter sieht die Bielefelder Veranstaltung ein Treffen der Tennislehrer Kanthak(Kassel) und Heinz Gies(Mülheim= Ruhr) vor, während sich im Doppel Nüßlein Hans Gies und KanthakHeinz Gies gegenüberstehen. Hander und Industele Reichsbankausweis vom 15. 9. 1936 Berlin, 17. Sept. Nach dem Ausweis der Reichsbank vom 15. September 1936 hat sich in der verflossenen Bankwoche die gesamte Anlage der Bank in Wechseln und Schecks, Lombards und Wertpapieren um 111,0 Mill. auf 5036,7 Mill. RM. verringert. Im einzelnen haben die Bestände an Handelswechseln und=schecks um 103,7 Mill. auf 4462,5 Mill. RM., an Lombard= forderungen um 7,9 auf 41,4 Mill. RM., an deckungsfähigen Wertpapieren um 0,4 auf 219,2 Mill. RM. abgenommen, dagegen die Bestände an Reichsschatzwechseln um 1,3 auf 5,3 Mill. RM. zugenommen. Die Bestände an sonstigen Wertpapieren stellen sich bei einer Abnahme um 0,3 Mill. auf 308,3 Mill. RM.— An Reichsbanknoten und Rentenbankscheinen zusammen sind 83,7 Mill. aus dem Verkehr zurückgeflossen, und zwar hat sich der Umlauf an Reichsbanknoten um 85,9 auf 4300,8 Mill. RM. ermäßigt, derjenige an Rentenbankscheinen um 2,2 auf 386,5 Mill. RM. erhöht. Der Umlauf an Scheidemünzen nahm um 36,1 Mill. RM. auf 1549,7 Mill. RM. ab. Die Bestände der Reichsbank an Rentenbankscheinen haben sich auf 22,3 vermindert, diejenigen an Scheidemünzen unter Berücksichtigung von 7,1 Mill. neu ausgeprägter und 1,6 Mill. RM. wieder eingezogener auf 160,7 Mill. RM. erhöht.— Die fremden Gelder zeigen mit 669,5 Mill. RM. eine Zunahme um 6,9 Mill. RM.— Die Bestände an Gold und deckungsfähigen Devisen betragen bei einer Abnahme um 1,6 rund 1,5 Mill. RM. Im einzelnen stellen sich die Goldbestände bei einer Abnahme um 1,5 Mill. auf rund 66,0 Mill. RM., die Bestände an deckungsfähigen Devisen bei einer Abnahme um 0,1 Mill. auf rund 5,6 Mill. RM. Märkte Berliner Metall=Notierungen Berlin, 17. Sept.(Amtlich.) Elektrolytkupfer (wirebars), vrompt. cif Hamburg. Bremen oder Rotterdam 57: Original Hütten=Aluminium. 98 bis 99 Prozent. in Blöcken 144: dgl., in Walz= oder Drahtbarren 148: Reinnickel. 98 bis 99 Prozent 269 RM für 100 kg: Silber in Barren. ca, 1000 fein. 38.40—41.40 RM per kg. 184—190 ab märkischer Station 175—181: Futtergerste. Gewicht pro hl 59/60 Kilo. gesetzlicher Erzeugervreis für die Preisgebiete G V 156. G VI 157. G VII 159. G VIII 162. G IX 164: Stimmung: ruhig.— Hafer(für 1000 Kilo in RM): Märkischer Hafer, Durchschnittsqualität. Gewicht pro hl 48/49 Kilo. gesetzlicher Erzeugerpreis für die Preisgebiete H IV 144. H VII 148. H X 151. H XI 153. H XIII 156. H XIV 158: Stimmung: ruhig.— Weizenmehl(ohne Ausland), Type 790(Basis=Type), nach Skala Professor Mohs(in RM für 100 Kilo brutto einschließlich Sack), gesetzlicher Erzeugervreis für die Preisgebiete(Bezirksst. X der W. V. Berlin): II 27,20. III 27.20. V 27.20. VI 27.20. VII! (Soldin=Arnswalde) 27.20, VII?(Luckau=Calau) 27.25, VIII 27.50, IX 27.50, X 27.50, XII 27.90. XIV 28.20; mit 10% Ausland.50 RM. mit 20% .00 RM Aufgeld; zuzüglich.50 RM Frachtausgleich. bei Abnahme von mindestens 10 To. frei Empfangsstation gemäß Anordnungen der Wirt schaftlichen Vereinigung.— Roggenmehl(in RM für 100 Kilo brutto einschl. Sack), Type 997(nach Skala Prof. Mohs). gesetzl. Erzeugerpreis für die Preisgebiete(Bezirksstelle X der W. V. Berlin): 1 2 1. 2 0, I I 2 1. 2 0. I V 2 1. 4 5. V 2 1. 5 5, V I 2 1. 6 5. V I I 21.80. VIII 21.90. X1 22.25. XI1 22.35. XIII(Bln.) 22.45; zuzüglich.50 RM Frachtausgleich, bei Abnahme von mindestens 10 To. frei Empfangsstation gemäß Anordnungen der Wirtschaftlichen Vereinigung: Type 815 40.50 RM. Type 700+.25 RM. Type 610+2 RM.— Kleie: Weizenkleie(in RM für 100 Kilo brutto einschl. Sack ab Mühle einschl. Verladungskosten daselbst), gesetzlicher Erzeugerpreis für die Preisgeb.(Bezirksst. X der W. V. Berlin): 11 11.15. III 11.20. V 11.20. VI 11.35. VII:(Soldin= Arnswalde) 11.40, VII=(Luckau=Calau) 11.40. VIII 11.50. IX 11.55. X 11.60. XII 11.70. XIV 11.85: zuzüglich.50 RM Ausgleichsbetrag für 100 Kilo. Bei Weizenvollkleie kann ein Aufschlag von.50 RM für 100 Kilo berechnet werden.— Roggenkleie (in RM für 100 Kilo brutto einschl. Sack ab Mühle einschließlich Verladungskosten daselbst). gesetzlicher Erzeugerpreis für die Preisgebiete(Bezirksstelle X der Wirtschaftlichen Vereinigung Berlin): 1 10.10. II 10.15. IV 10.30. V.95, VI 10.40. VII 10.45. VIII 10.10. XI 10.30, XII 10.40. XIII(Bln.) 10.45: zuzüglich.30 RM Ausgleichsbetrag für 100 Kilo. Bei Roggenvollkleie kann ein Aufschlag von 1 RM für 100 Kilo berechnet werden.— Für 100 in RM ab Stat.: Vikt.=Erbsen. neu 36.50—40(feinste Sorten über Noti): kleine Erbsen 33—35; Futtererbsen 24—26; Peluschken 26—28; Ackerbohnen 20— 21: Futterwicken 17.50—19.50: Leinkuchen. Basis 37%. ab Hamburg 16.38(Handelsspanne und Umsatzsteuer): Erdnußkuchen. Basis 50%. ab Hamburg 15.88(Handelsspanne und Umsatzsteuer): Erdnußkuchenmehl, deutsche Mahlung 17.38(Handelsspanne und Umsatzsteuer): Trockenschnitzel ab Fabrik.88: extrah. Soyabohnenschrot, 45%. ab Hamburg 15.58 (Handelsspanne und Umsatzsteuer): dto., 45%. ab Stettin 15.98(Handelsspanne und Umsatzsteuer): Kartoffelflocken. Parität waggonfrei Stolv. Namslau als Verladestation 18,10: dto., Parität Berlin 19.30 brutto für netto incl. Papiersack. Großmarkt für Getreide und Futtermittel e. B. Dortmund Erzeugerpreise für die Festvreisgebiete der Provinz Westfalen— Monat September Dortmund, 17. Sept. Weizen 76/77 kg. W XVIII 200. W XVI 198, W XIII 195. W XII 194. W IX 191. Roggen. 69/71 Kilo. R XVIII 165. R XVI 163. R XV 161, R XIII 159. R XI 157. Futterhafer. 48/49 Kilo. H XIX 163. H XVII/ 162, H XVI 160. H XV 159, H XIV 158, H XIII 156. Futtergerste. 59/60 Kilo. G XIV 172. G XIII 170. G XII 169. G XI 167. G X 166.— Handelsvreise Frachtlage Dortmund. Weizen mit Kontingent=Marken. Mühlenvreis 21.00; Roggen mit Kontingent=Marken. Mühlenvreis 17.30; Westfälischer Futterhafer—: Westfälische Futtergerste—. Mehl: Grundvreis für Weizen= und Roggenmehl. Weizen= und Roggenkleie. Die Zuschläge bezw. Handelsspanken errechnen sich nach den gesetzlichen Bestimmungen. Weizenmehl. Type 790. W XVIII 28.00. W XVI 28.00, W XIII 27.25, W XII 27.25, W IX 27.25 Roggenmehl, Type 997. R XIII 23,15, R XVI 23.00. R XV 22.95, R XIII 22.75, R XI 22.55. Weizenkleie, W XVIII 12.05, W XVI 11.95. W XIII 11.75, W XII 11.70. W IX 11,55. Roggenkleie, R XVIII 10.80, R XVI 10.70, R XV 10.55. R XIII 10.45, R XI 10.30. Amtliche Berliner Devisenkurse Berliner Börsenkurse vom 17. September 1935 Warenmärkte Berliner Getreidegroßmarkt Berlin, 17. Sept.(Zu= und Abschläge für Weizen. Roggen und Futtergetreide gemäß Anordnung des Getreidewirtschaftsverbandes„Kurmark“.) Weizen (für 1000 Kilo in RM): Märk. Weizen. Durchschnittsquak.(an Auswuchs. Besatz, Bruch. Schmachtkorn Rost sind zusammen 3% zulässig). Gewicht pro hl 75/77 kg. frei Berlin 202; märkischer Futterweizen—: gesetzlicher Erzeugerpreis für die Preisgebiete W VI 188. W VII 189. W VIII 190. W IX 191. W X 192. W XII 194. W XIV 196: gesetzlicher Mühleneinkaufspreis plus—6 RM.: Stimmung: gefragt.— Roggen(für 1000 Kilo in RM): Märk. Roggen. Durchschnittsqual.(an Auswuchs. Besatz, Bruch. Schmachtkorn sind zusammen 2% zulässig). Gewicht vro Hektoliter 69/71 Kilo. frei Berlin 165: gesetzlicher Erzeugerpreis für die Preisgebiete R V 151. R VI 152. R VII 153. R VIII 154. R XI 157. R XII 158. R XIII 159: gesetzl. Mühleneinkaufspreis vlus—6 RM: Stimmung: gefragt.— Gerste(für 1000 Kilo in RM): Braugerste, feine, neu, frei Berlin 219—225, ab märk. Station 210—216; Braugerste. gute. frei Berlin 213—218. ab märk. Station 204—209; Wintergerste, zweizeilig, zu Industriezwecken, frei Berlin — s bedeufet ahne Angebot und Nachtrage Die Stur! in„seufsten Ercten 725 000 Quadratkilometer neues Land!— Admiral Byrds letzte Forschungsreise ins Südpolareis und ihre Ergebnisse— Mit Schlitten, Autos und Flugzeugen In diesen Tagen erscheint in deutscher Sprache der zusammenfassende Bericht Admiral Byrds über seine Südpol=Expedition 1933=35, die größte und erfolgreichste aller bisher in dieses Gebiet unternommenen Expeditionen überhaupt. Man weiß wahrhaftig die Sonne, die Herbstastern, eine Tasse Kaffee im trauten Heim und das Leben unter Menschen wieder ganz anders zu schätzen, wenn man erfährt, wie es sich beispielsweise ein halbes Jahr in der Dunkelheit der Südpolzone lebt, eingegraben in Eisblöcke, umheult von Stürmen, ringsumher weder Baum noch Strauch, sondern eben nichts als Eis. Oder eine Spazierfahrt in den heimatlichen Bergen bekommt erst ihr wahres, freundliches Gesicht, wenn man sie vergleicht mit einer Autofahrt mit Raupenschleppern, die in Sturm und Schnee über Eisspalten schaukeln, falls sie nicht gerade einstürzen oder ihre sämtlichen Einzelteile unterwegs zu Eis gefrieren. Dabei ist die Expedition des Amerikaners Byrd(1933=35) die größte und best ausgerüstete gewesen, die sich bisher der Erforschung der südpolaren Region widmete, und sie verfügte über das Höchstmaß an Komfort, das sich nach bisherigem Ermessen in jene wilde Gegend tragen läßt. Dennoch kommt man sich auch ohne Sommerferien wieder völlig erholt vor, wenn man von diesem Südpolleben eingehend Kenntnis genommen hat. eine Eispressung den Zugang, die fast undurchdringlich war, mit messerscharfen Trümmergraten und meterbreiten Spalten, dazu war das Buchteis in dauernder Unruhe. Eine wahre Sklavenarbeit begann. Am nächsten Punkt häuften sich Berge von Gegenständen aus dem Schiffsbauch zu einem Staulager, während in fieberhafter Eile nach einem Durchgang gesucht wurde, der auch für die Schlepper befahrbar war. Grate wurden abgetragen, Spalten aufgefüllt, Wasserrinnen überbrückt, Tag und Nacht wurde durchgearbeitet, weil das Staulager jeden Augenblick von den Eisbewegungen begraben werden konnte. Von Etappe zu Etappe, Kilometer für Kilometer wurden schließlich die Sachen dem Standquartier näher gebracht, bis nach Monaten das Schlimmste überwunden war. „Die Sturmbrandung schmettert gegen die Küste", so schreibt Byrd selbst in seinem soeben in deutscher Sprache erschienenen spannenden Expeditionsbericht(„Mit Flugzeug, Schlitten und Schlepper", Leipzig 1936, bei Brockhaus)„kilometerlange Stücke der Eisklippe blättern ab, als seien sie Bühnenwände. Das Buchteis löst sich krachend auf. Als wir nach einem Schneetreiben wieder sehen konnten, waren 7 Klm. Eiskai verHaligersnol schwunden.“ Endlich wurde die„Hauptstadt des Südlands“ doch bezogen, Licht= und Kraftstrom, Funkdienst, Werstätten, Ställe, Wohngebäude im Eis installiert, die Kameradschaft grub sich für die Forschungsarbeit und die lange Winternacht ein. Winternacht im Eis Unterirdische Gänge verbanden die einzelnen Gebäude, Menschen und Hunde waren untergebracht, die Flugzeuge bis zum Frühjahr eingegraben— und dann, im April, nahm die Sonne Abschied für lange Zeit. Die Nacht begann. Und damit die wissenschaftliche Arbeit. Sternschnuppen wurden registriert, Höhenstrahlen untersucht, magnetische Erscheinungen aufgezeichnet, das Wetter beobachtet, Tier= und Pflanzenwelt erkundet, Tiefen gelotet, jedes Wissensgebiet hatte seine Fachleute, Apparate und Arbeitsbehausungen. Und der Admiral selbst verbrachte den Winter einsam in einem 200 Klm. entfernten Beobachtungsstand, in dem er durch ausströmende Gase der Heizkörper am Ende fast erstickt wäre. Durch Funk wurde die Verbindung aufrecht erhalten. Daneben ging die Arbeit für die Erhaltung in Einzug in„Kleinamerika“. Die Schiffe, Ausrüstungsgegenstände und Instrumente waren nach langen Mühen zusammengebracht und bei hochherzigen Stiftern erbeutet worden; darunter ein altes Schiff zu einem Dollar Jahresmiete, ein anderes zu einem symbolischen Versteigerungspreis, 4 Flugzeuge, 4 Raupenschlepper, 153 Hunde, 30000 Klg. Mehl, 100000 Schrauben, 1000 Klg. Pfeifentabak, 1100 Paar Wollsocken, 72 Besen, nebst tausend anderen Sachen. Auch die Anfahrt über Neuseeland durch die arktische Region, zwischen Eisbergen, Nebel, Packeis und Treibeis durch des „Teufels Friedhof“, war nach 3 Monaten ohne großen Schaden glücklich gelungen. Die Forscher zogen ein in ihre„Stadt“, die sie schon 1929 bewohnten und in der sie ein weiteres Jahr verbringen wollten— sie zogen ein in„Kleinamerika". Aber es war doch anders als bei einem Umzug von Kassel nach Leipzig. Byrd heißt diese Zeit die„Weiße Nachtmahr“. 400 000 Klg. Lasten mußten verfrachtet werden, in der Luftlinie betrug die Entfernung nur 4 Klm., aber das Schiff konnte nicht direkt an der Eiswand der Bucht anlegen, weil das Eis von der Wand plötzlich und unvorhergesehen in ungeheuren Schollen herunterbrach. Von weiter draußen versperrte Infolge der Mißernten in der Akraine und im Wol gagebiet sowie der kaum glaublichen Mißstände bei der Ernteeinbringung sind in den Kornkammern Rußlands, die vor dem Kriege viele euroväische Länder mit Getreide versorgten, Hungersnöte ausgebrochen. Wieder steht zu befürchten daß, wie bereits vor einigen Jahren. Hunderttausende vor Hunger umkommen und das Elend in Sowjetrußland noch größer wird. Man sieht hier eine Gruppe von halbverhungerten und verwahrlosten Kindern, die stehlend und plündernd das Land durchstreifen und sich zu einer wahren Landplage ausgewachsen haben.(Scherl—.) des täglichen Lebens. Koch und Lagerverwalter hatten angestrengteste Tätigkeit, eine Bibliothet lieferte Lesestoff, ein Kino sorgte für Unterhaltung. Eine kleine Klinik betreute die Erkrankten; auch die Tiere mußten versorgt werden. Ein unterirdisches Leben von kaum vorstellbarer Fanatistik begann sich einzuspielen. Des Morgens waren die Stiefel gefroren, die Kälte kroch von Raum zu Raum. Frostverletzungen suchten die Lunfthungrigen heim, die sich draußen in der Dunkelheit Bewegung machten. Gefrierfleisch, Trockengemüse, Kaffee und Brot bildeten die Mahlzeiten. Eine böse Raumenge machte das Leben schwer, und doch muß der Zauber der sternbeschienenen Eiswelt an windstillen Tagen für diese Einsiedler ergreifend gewesen sein. Sommerarbeit und Entdeckungsfahrten Endlich, nach 4 Monaten, kam das lebendige Licht wieder und machte die Kräfte für die Außenarbeit frei. Eine gewaltige, schon den Winter über organisierte Fahrtentätigkeit begann, und zwar mit allen Beförderungsmitteln. Schlittengruppen wurden viele Hunderte von Kilometern nach Süden geschickt, um unbekannte Gebirge nach Gesteinsaufbau und Bodengestalt zu untersuchen. Die Schlepper entfalteten einen Rieseneifer, um sich in dem ungewohnten Gelände zu bewähren; sie drangen nach Osten vor, hatten ihre Not mit ungezählten Eisspalten, legten Lebensmitteldepots an, leisteten den Verbindungsdienst und bildeten Stützpunkte. Und endlich die Flugzeuge, die aus der Vogelschau die ungeheuren Eismassen überschauten, Neuland erschlossen, Küstenlinien verfolgen halfen, Wege suchten und Ersatzlasten abwarfen, wo sie bei den arbeitenden Kolonnen gerade gebraucht wurden. Geradezu wunderbar ist die Funkverbindung, die in der Luft und auf der Erde die Verbindung aller Gruppen aufrecht hielt und zudem mit der weiten Welt, mit San Franzisko, Buenos Aires oder Newyork die Fühlung behielt. 725000 Quadrat=Klm. Neuland waren nach einem Jahr erschlossen. Alle kehrten unversehrt zurück. Es war ein ungeheuer spannendes Kapitel in dem Drama der Erderforschung, das mit der Rückkehr der Expedition Byrd seinen Abschluß fand. Leichtfertiger Schütze w. Bottrop. Am Mittwoch wurde ein 11jähriger Schüler, der sich auf dem Wege zur Schule befand, von einem in seinem Garten auf Spatzen schießenden Mann angeschossen und lebensgefährlich verletzt. Die Kugel drang dem Jungen in die linke Brustseite und durchschlug die Leber. Der Knabe konnte sich noch in die elterliche Wohnung schleppen, wo er zusammenbrach. Er wurde sofort dem Krankenhaus zugeführt und dort operiert. Der Schütze, der trotz dichten Nebels und schlechter Sicht in unverantwortlicher Weise mit einer Flobertbüchse auf Spatzen Jagd machte, stellte sich, von Nachbarn auf den unglücklichen Schuß aufmerksam gemacht, der Polizei. Nach seiner Vernehmung wurde er wieder auf freien Fuß gesetzt. Herbstmanöver in Deutschland Ueberall in Deutschland finden jetzt die Herbstmanöver der einzelnen Truppenteile statt, bei denen die jungen Rekruten zeigen sollen, was sie im Laufe des Jahres gelernt haben. Hier ein Bild von den Herbstmanövern des 2. Armeekoros im Raume Neustettin—Flatow—Deutsch=Krone—Tempelburg.(Scherl].) Rechts: Frauen für die rote Miliz gesucht! In den Straßen Barcelonas, der roten Hochburg Ostspaniens. sieht man Werbeplakate, die die Frauen auffordern, in die rote Miliz einzutreten. Sie sollen die Lücken in den Reihen der kommunistischen Verteidiger ausfüllen, deren Schlagkraft durch militärisch untüchtige und diszivlinlose„Kämpfer" erheblich gesunken ist.(Presse=Illustration Hoffmann—.) Unten rechts: Der Alkazar von Toledo— ein Trümmerhausen Unser Bild zeigt den völlig zerschossenen Alkazar von Toledo. eines der schönsten Bauwerke Spaniens. in dem sich nationale - Kadetten und zahlreiche Frauen und Kinder seit langen Wochen heldenmütig gegen die Uebermacht der Roten verteidigten. (Scherl—.) * Links: Englische Panzerwagen im Manöver Wie überall in der Welt. so finden jetzt auch in England umfangreiche Herbstmanöver statt, bei denen alle Waffen den Grad ihrer Ausbildung unter Beweis zu stellen haben. Dieses Bild zeigt eine englische Panzerwagenabteilung nach einer Uebung. Den Gesichtern der Mannschaften nach zu urteilen, scheinen die Uebungen glatt verlaufen zu sein.(Presse=Bild= Zentrale—.) Die Wacht nach osten! Die Worte, die General Cabanellas, der Chef des nationalen Verteidigungsausschusses in Bur###### heutische Adresse gerichtet hat, in denen ###### deutsche Anteilnahme an den Leiden Ten#anischen, Volkes bedankt, klingen aus in der Geststellung: Deutschland hält die Wacht nach Sosg 2schzustsegnung ist weit mehr als eine Floße Hoftichleltsgeste. Sie hat Bedeutung für die gesamte europäische Welt, insonderheit wegen der Zusicherung: Komme es, wie es wolle, in Spanien wird man nicht vergessen, welche Verdienste sich der deutsche Führer und das deutsche Volk um die Besämpfung des Bolschewismus erworben haben. ie der General ausdrücklich hervorhob, seut., Han,e nzische und französische Presseorgane ihm in vieser auffassung zustimmten, so ist das für #2. ß, Leutschland gewiß ein Anzeichen, daß man aumählich aus einer bisher falschen Vorstellungswelt erwacht und die Dinge zu sehen beginnt, wie sie in Wirklichkeit sind. Man anerkennt damit, daß der Bolschewismus wirklich eine Weltgefahr gegen diese Weltgefahr auch ein Abwehrblock errichtet werden muß. es in Frankreich, vielleicht auch in der Tschechoslowakei heute noch Kreise, die dem russischen Bolschewismus gerne ein Mäntelchen umhängen möchten. Wenn sie es tun, dann nur ist, Lift gegen, das so gut gehaßte nationalsozialistische Deurschland zu verspritzen und ihm irgendwie geartete Angriffsabsichten zu unterschieben. Dies macht indessen nur noch wenig Eindruck auf uns, weil wir wissen, daß die Geschichte späterer Jahrzehnte oder Jahrhunderte einmal gebührend vermerken wird, daß wir unserer großen Linie treu geblieben sind. Teonung, Teben und Glamn nur durch „Reonche Enltschelbungen Dr. Schacht auf dem Internationalen Gießerei-Kongreß in Düsseldorf Die Wünsche der Reichsregierung Giftspritzer sind uns keine unbekannte Erscheinung mehr. Wir haben gerade jetzt vortrefflich Gelegenheit, die Schimpfkanonade zu verfolgen, die von der sowjetistischen Presse gegen Deutschland vom Stapel gelassen wird. Größere Mengen Giftes und größere Gehässigkeiten gegen Dr. Goebbels ließen sich wirklich nicht mehr produzieren. Aus diesen aber spricht doch nur die ohnmächtige Wut über einen gut gesessenen Hieb, den man ernstlich nicht zu parieren vermag. Man muß selbst bei dieser Schimpfkanonade gegen Deutschland furchtbar vorsichtig sein. Vorsichtig vor dem eigenen russischen Volke, weil es niemals erfahren darf, daß sich die Rede des Reichsministers Dr. Goebbels und die des Reichsleiters Dr. Rosenberg vornehmlich gegen die jüdischen Häuptlinge des sowjetistischen Regimes wendete. Wenn man etwa dem russischen Volke diejenigen Stellen der Reden vorgehalten in denen listen= und zahlenmäßig die jüdische Macht in Sowjetrußland nachgewiesen wird. dann wäre das Volk vielleicht eines Tages doch hellhörig geworden und die Juden hätten sich ins eigene Fleisch geschnitten. Gerade aber, weil wir wissen, daß die Gefahr und die Stärke des Bolschewismus in der jüdischen Niedertracht und Methodik verankert ist, darum schützen wir uns vor ihm. Wir schützen uns nicht vor dem einzelnen Russen, er ist im Grunde seines Herzens ein harmloser Mensch, ein nur Geführter und Verführter. Der Jude hat allein das Heft in der Hand und gegen ihn errichten wir die Wacht im Osten! Düsseldorf, 17. Sept. Am Donnerstagvormittag wurde der Internationale GießereiKongreß, der zusammen mit der 6. GießereiFachausstellung veranstaltet wird, in Anwesenheit des Reichs= und Preußischen Wirtschaftsministers und Reichsbankpräsidenten Dr. Schacht ich. eröffnet. An dem Kongreß nehmen etwa 1700 Fuchleute aus dem In. und Auslande sowie zahlreiche Vertreter der Bewegung, der Reichs= und Kommunalbehörden, der Wirtschaftsgruppen, der Deutschen Arbeitsfront, der wissenschaftlichen Institute, der Hochschulen, der Technischen Lehranstalten und der befreundeten Fachverbände teil."•. Bei de: Eröffnung des Kongresses hielt Reichsbankpräsident Dr. Schacht eine Ansprache, in der er betonte, daß die Reichsregierung sich der großen Bedeutung aller technischwissenschaftlichen Fragen bewußt sei, deren Behandlung und Lösung für das Wohl der Völker und die Lebenshaltung der breiten Masse von so entscheidender Wichtigkeit sei. Es herrsche in den Reihen des Gießereigewerbes eine gründliche Zusammenarbeit zwischen Hochschulforschung und Velllebspraxis, die der Gießereitechnik zu ihrem hohen Stande verholfen habe. Erfreulich sei es, daß auch in diesem Jahr der Kongreß von einer Fachausstellung begleitet sei, die Dr. Schacht für eröffnet erklärte und in die Obhut des Düsseldorfer Oberbürgermeisters Dr. Wagenführ gab. Dr. Schacht hob weiter die Bedeutung der Tatsache hervor, daß zu der Tagung Vertreter aus mehr als 20 Ländern erschienen sind.„Es sind dies Männer“, so führte Dr. Schacht aus, „die keinen anderen Wunsch haben, als durch den Gedankenaustausch mit gleichgerichteten Männern dazu beizutragen, den Wohlstand der Völker zu heben, das Leben der breiten Masse angenehmer zu gestalten und damit die Lebensmöglichkeiten der Völker zu erneuern. Wo könnte solches Streben größere Anerkennung finden als bei einem Volk, das in seinem Raum und in seinen Lebensmöglichkeiten so beengt wie das deutsche ist.“ Dr. Schacht gab die Versicherung ab, daß diese Arbeit gerade bei dem deutschen Volk dem größten Interesse begegne, weil man in ihr einen der Faktoren erblicke, die auf friedlichem Wege das Los der breiten Masse bessern und verschönern helfen. Er wisse sich einig nicht nur mit den führenden, sondern mit allen Kreisen des deutschen Volkes, wenn er die Betonung auf das Wort„friedlich“ lege. In einer Zeit, in der die Welt von Konfliktbesorgnissen widerhalle, gebe das deutsche Volk und seine Führung die Hoffnung und den Willen auf eine friedliche Lösung der Lebensfragen der verschiedenen Nationen nicht auf. Die Geschichte unserer eigenen Zeit habe grausam zu Gemüte geführt, daß Krieg, einerlei ob mit Sieg oder Niederlage verbunden, keine Lösung für das Glück und den Frieden der Völker bringen könne. Bedrohlicher als jemals vor dem Weltkrieg erhebe die ordnungzerstörende und lebenvernichtende bolschewistische Unterwelt ihr Haupt. Friede und Ordnung, Leben und Glück der Völker seien auf die Dauer nur zu gewinnen durch eine friedliche Verstänfür die die Erde räumliche und der technische Möglichkeiten in ausreichender Fülle bietet. Eine solche Verständigung aber könne nur erreicht werden, wenn die führenden Männer der Nationen untereinander enge Fühlung suchten und hielten. An der Verwirklichung dieses Zieles arbeite auch der Gießereikongreß Dr. Schacht schloß mit den Worten, daß Männer die Geschichte machen. Dieses Wort aber gelte nicht nur für die großen Führer der Völker, sondern es gelte für jeden einzelnen von uns. Die Männer der Wirtschaft hätten erkannt, daß ihr Heil letzten Endes von der Politik abhänge. Jeder müsse an seinem Platz und in seinem Volk dafür sorgen, daß die Politik das Wohlergehen aller Völker auf friedlichem Wege fördere. Sowseis beschen frachzosischen Beiriro „Die Verbindung ist hergestellt“ Bastid über seinen Berliner Besuch Paris, 17. September. Handelsminister Bastid äußerte sich am Mittwochabend Pressevertretern gegenüber sehr befriedigt über seinen Berliner Aufenthalt. Die Besprechungen, die Dr. Schacht mit ihm in Paris angeknüpft habe, seien weiter fortgeführt worden. Die Verbindung sei hergestellt. Beide Regierungen hätten den festen zufriedenstellenden und soliden wirtschaftlichen Grundlagen auf beiden Seiten zu kommen. Man befinde sich jedoch erst in einem vorläufigen Abschnitt, und im Oktober würden die Besprechungen weitergeführt werden. Bastid äußerte sich sehr erfreut darüber, daß zwischen Frankreich und Deutschland persönliche Beziehungen hergestellt worden seien, und er habe feststellen können, daß dies auch im Auslande mit Genugluung verzeichnet worden sei. Besonders in England, wo die Presse diese Fühlungnahme sehr günstig aufgenommen habe, sei dies der Fall. Er hoffe, daß die weiteren Besprechungen die gleiche Einigkeit bringen werden. Eden wieder im Amt Vorbereitungen für die Westpaktkonferenz London, 17. September. Außenminister Eden ist am Donnerstag nach völliger Wiederherstellung von seinem Windpockenanfall in das Auswärtige Amt zurückgekehrt. Der Außenminister hat sofort die Frage der Westpaktkonferenz in Angriff genommen, die während seiner Krankheit in erhebliche Schwierigkeiten geraten war. Er beabsichtigt, eine Note an Frankreich, Belgien, Deutschland und Italien zu richten, die sich mit der Konferenz befaßt. Gegenwärtig beschäftigte er sich damit, die Note vorzubereiten und endgültig zu entwerfen. Eden will keine Verzögerung bei den einleitenden Besprechungen eintreten lassen und macht deshalb seine Vorschläge, bevor er aus London zur Völkerbundstagung nach Genf abreist. Er verläßt London am Sonntagvormittag im Flugzeug. Die Frage des Zusammentritts und des Logungsortes der Konferenz soll durch diplomatische vorbesprechungen geklärt werden. In Prag ist der Unterstaatssekretär des französischen Außenministeriums Pierre de Vienot zu mehrtägigem Aufenthalt eingetroffen. Außenminister Dr Krofta gab ihm zu Ehren ein Essen, an dem sich die führenden Beamten des Außenministeriums beteiligten. De Vienot wird sich noch am Donnerstagabend nach Topoltschan begeben, um dem tschechoslowakischen Staatspräsidenten Dr. Benesch einen Besuch abzustatten.— Er wird die Tschechoslowakei Anfang nächster Woche wieder verlassen. 17. Sept. Der erste Tag der Aussprache im Matignon=Palais zwischen den Vertretern der Arbeitgeber und der Arbeitnehmer in Anwesenheit des Ministerpräsidenten und zweier weiterer Angehöriger des Kabinetts ist ohne Er5e9 Vegst iie Aussprache zur Schlichtung des Arbeitskonflittes in der Liller Textilindustrie soll am heutigen Donnerstag fortgesetzt werden. Am späten Abend gab Innenminister Salengro noch Pressevertretern gegenüber der Hoffnung Ausdruck, den Konflikt bald beilegen zu können. Bisher habe der Ministerpräsident jedoch die Abordnungen nur einzeln empfangen können, und eine Zusammenführung der Arbeit#55, und der Arbeitnehmer sei noch nicht Die Linksblätter berichten aus Lille, daß unter der Arbeiterbevölkerung eine erhebliche Erregung herrsche, weil die Polizei bei dem Fabrikbesitzer, der am Dienstag einen Schreckschuß in die Luft abgegeben habe, um sich gegen die zudringlichen Forderungen der Streikenden zu schützen,„ein wahres Arsenal“ entdeckt habe. Der „Jour“ weist darauf hin, daß es sich bei diesem Waffenarsenal lediglich um ein Jagdgewehr, einen Karabiner und eine 6,35=MillimeterPistole gehandelt habe. Es könne nur gut sein, jetzt diesen kleinen Zwischenfall in Lille in seinem tatsächlichen Ausmaß darstelle, da die Regierung beabsichtigen könnte, diesen Vorfall als Druckmittel zu benutzen. Das gleiche Blatt berichtet, daß in Lyon am Mittwoch in einer 1500 Arbeiter beschäftigenden Kunstseidefabrik der Streik ausgerufen worden sei. Die Streikenden hätten die sofortige Entlassung eines Teiles des Aufsichtspersonals des Werkes verlangt. Da die Geschäftsleitung dieses Ansinnen abgelehnt habe, sei das Werk von der belegschaft besetzt worden. Die Polizei habe eingreifen müssen, um Zwischenfälle zu verhindern. Die Direktoren der Fabrik seien von den streikenden Arbeitern festgenommen und in den Arbeitsräumen eingeschlossen worden. Erst nach längeren Verhandlungen sei es dem Polizeikommissar gelungen, die Virerioren wieder freizubekommen. Verärgert über das Verhalten der Polizei, habe die Belegschaft daraufhin ein„Direktionskomitee“ gebildet und unter der Leitung dieses Sowjetkomitees die Maschinen wieder in Gang gesetzt. Das Blatt bezeichnet diese Tatsache als den ersten SowjetAusschuß, der in der französischen Industrie die Funktion der Werksleitung ersetzen solle. Einigung im französischen Textilstreit Paris, 17. September. Wie Innenminister Sutengro Pressevertretern erklärte, haben die Verhandlungen zwischen den Textilindustriellen und den Arbeitervertretern zu einer Einigung geführt. Es seien nur noch Einzelheiten zu einigen Punkten zu klären. * Die Grundlagen der Einigung im Textilarbeiterstreik, die die gespannte Lage in der Liller Textilindustrie beilegt, sind folgende: Die Vertreter der Unternehmer erklären sich mit einer pauschalen Lohnerhöhung von 6 v. H. bereit.„Die Arbeiter hatten Lohnerhöhungen von 40 v. H. gefordert. Die Arbeitervertreter erklärten sich mit einer nach Berufsgruppen vorzunehmenden Einsetzung von Betriebsabordnungen einverstanden. Außerdem sollen die unnatürlich niedrigen Löhne in gewissen Fabriken mit rückwirkender Kraft(ab 1. August), teils sogar ab 1. Juli) aufgebessert werden. Die Streikenden in Lille werden am Freitag eine Versammlung abhalten, die besetzten Werke sollen am Freitagabend oder Sonnabend geräumt werden. Vorgehen gegen den Faschismus gefährdeten. Aber sowohl die Volkssozialisten wie auch die Sozialdemokraten in Litauen hatten wiederholt die Anträge der Kommunisten abgelehnt. In einer kommunistischen Entschließung sei dann darauf hingewiesen worden, daß es den vereinten Kräften in Litauen vielleicht gelingen werde, das faschistische Regime zu stürzen, ohne indes zugleich eine Sowjetregierung in Litauen zu errichten. Bei ihrer Unterwühlungsarbeit hätten die Kommunisten von den Komintern die Anweisung erhalten, nicht bei den Parte spitzen, sondern bei den breiten Massen der anderen sozialistischen Parteien anzufangen und insbesondere die Studenten heranzuziehen. Tatsächlich hätten sich einige jüdische Studentenorganisationen der„Volksfront" angeschlossen und versucht, auch andere linksgerichtete Studentenorganisationen zu gewinnen, jedoch ohne Erfolg. Povilaitis legte dann noch dar, daß in Litauen kein natürlicher Boden für die Bildung einer solchen„Volksfront“ gegeben sei. Die Fabrikarbeiter machten in Litauen nur einen kleinen Bruchteil der Bevölkerung aus und die Drahtzieher der„Volksfront"=Bestrebungen, die Juden, nur insgesamt 7 v. H. Von den litauischen Kommunisten seien 53 v. H. Juden und darunter wieder 25 v. H. Jüdinnen. Am Schluß seiner Ausführungen betonte Povilaitis, daß der Nationalismus nur dann gegen den Marxismus siegen würde, wenn er eine größere Aktivität gegen ihn entwickele. Blum sprach im Rundfunk „Prarstem Besilebungen auch in Litaden Der Chef des litauischen Sicherheitswesens entlarvt die kommunistische Zersetzungstaktik Kowno, 17. Sept. Der Chef des litauischen Sicherheitswesens, Povtlaitis, hat in einer Reihe von Vorträgen im Rundfunk und in öffentlichen Versammlungen über die kommunistische Gefahr in Europa und die Tätigkeit der Kommunisten in Litauen Stellung genommen. In seinem letzten Vortrag untersuchte Povilaitis eingehend die kommunistische Taktik auf Grund der Beschlüsse des 7. Kominternkongresses, denen zufolge die Kommunisten sich in den einzelnen Staaten als„Volksfront" tarnen sollen. Auch die litauische kommunistische Partei have solche Anweisungen aus Moskau erhalten. zu deren Befolgung sie mit den Sozialdemokraten in Verbindung getreten sei, um eine solche „Volksfront“ zu bilden. Dabei hätten sie ein bestimmt umrissenes Programm vorgelegt, dessen wichtigste Punkte seien: Parteien und Organisationen, die sich der Volksfront anschließen wollten, brauchten dies nicht öffentlich zu tun; sie könnten auch„stille Teilhaber" werden(!). Die Presse brauche nicht einmal für die„Volksfront“ in Litauen Propaganda zu machen. Es genüge, wenn sie auf den Nutzen der„Volksfront“ für das Volk in anderen Ländern hinweise. Die Kommunisten forderten nicht, daß die Volkssozialisten ihre Kritik an der kommunistischen Lehre und Ideologie aufgeben, ebenso wie sie sich das Recht vorbehielten, die Jdeologie und Lehre der mit ihnen gehenden Organisationen zu kritisieren. Die Kritik müsse sich nur in Grenzen bewegen, die nicht ein einheitliches Paris, 17. Sept. Ministerpräsident Leon Blum hielt am Donnerstagabend die angekündigte Rundfunkansprache. Er verteidgte zunächst die auf Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit beruhende Demokratie. Dann wandte er sich gegen jede Art von Krieg und betonte den Friedenswillen Frankreichs allen Völkern der Welt gegenüber, unabhängig von ihrem inneren Regime. Zum Schluß umriß Blum die französische Auffassung vom gleichberechtigten Frieden. Er erinnerte dabei an den Völkerbund und seine von Frankreich vertretenen Grundsätze und erklärte die Bereitschaft zur Zusammenarbeit mit allen Völkern. Leon Blum betonte im einzelnen u..: Frankreich habe in seiner riesigen Mehrheit seine Anhänglichkeit an die Erinnerungen und Ueberlieferungen der französischen Revolution gewahrt. In diesem Sinne glaube die französische Nation an die Demokratie. Die Geschichte des letzten Jahrhunderts habe bewiesen, daß die demokratischen Regierungen mindestens ebenso stabil gewesen seien, wie die Regierungssysteme, die auf der Allmacht eines Mannes beruhten(!), selbst wenn diese Allmacht durch ein Genie zum Ausdruck gekommen sei. Die Demokratie sei gerade das Regime, das den Gesellschaften die Entwicklung in der Ordnung gestatte. Frankreich könne sein eigenes Beispiel anführen. Seit drei Monaten habe die Regierung sehr wichtige soziale Reformen in Gang gebracht. Sie habe es getan, ohne daß auch nur ein einziger Zusammenstoß(:) zwischen den Bürgern erfolgt sei, ohne daß auch nur ein einziges Mal die Ordnung auf der Straße gestört(!), ohne daß auch nur eine Einrichtung umgestoßen, ohne daß auch nur ein Bürger beraubt worden sei. So werde es, glaubt Leon Blum voraussagen zu können, ebenfalls morgen sein. Und er schließt daraus, daß Demokratie das Gegenteil der Anarchie sei Segelschulschiff„Horst Wessel“. in Dienst gestellt Hamburg, 17. Sept. Das neue Segelschulschiff der Kriegsmarine„Horst Wessel“ ist am Donnerstagmorgen in Dienst gestellt worden. Bei der Flaggenparade wurden Kriegsflagge und =wimpel gesetzt. In der Nacht zum Sonnabend wird das Schiff den Hamburger Hafen verlassen und durch den Nordostsee=Kanal nach Kiel gehen. Der Stabschef der SA. hat an den Kommandanten des Segelschulschiffes„Horst Wessel", Fregattenkapitän Thiele, Hamburg, folgendes Telegramm gerichtet: „Zur Indienststellung des zweiten Segelschulschiffes der Reichskriegsmarine, das unter dem stolzen Namen„Horst Wessel“ der Welt Kunde geben wird von der Aufbauarbeit und dem Friedenswillen des neuen Deutschlands, meine und der gesamten SA. herzlichste Glückwünsche. Segelschulschiff„Horst Wessel“ allzeit glückliche Fahrt! Lutze.“ Reichsminister Dr. Goebbels wird sich am Sonntagfrüh zu einer zehntägigen Studienreise nach Griechenland begeben. reußische Minister des Innern Dr. Frick hat für die in der Zeit vom 19. bis 20. September 1936 in Dresden stattfindende Siegerprüfung der Fachschaft Deutsche Schäferhunde einen Ehrenpreis gestiftet.0 inisterialrat Lanske, der Leiter der österreichischen Filmkonferenz, ist in Berlin zu Besprechungen mit dem Reichswirtschaftsministerium und der Reichsfilmkammer eingetroffen Der Erste Lord der Admiralstcht. Sir Samuel Hoare. traf an Bord der Jacht„Enchantreß“ von Malta kommend in Gibraltar ein. Sir Samuel Hoare wird die Festung Gibraltar inspizieren und wird sich voraussichtlich am Freitag von dort nach England zurückbegeben. els Vrsegeien Raena. u i3 Monaten Zuchi. Sachen=Schicfatt Vor 65 Jahren wurde die Gewerkschaft„Unser Fritz“ gegründet Bo Am 18. September 1871, vor 65 Jahren, gründete der Essener Kaufmann Friedrich Grillo zusammen mit dem Bankier Ludwig von Born und dem Gewerken Wilhelm Hagedorn in Essen die Gewerkschaft„Unser Fritz". Nachdem das Bergwerkseigentum von„Unser Fritz" im Jahre 1918 auf die Mannesmannröhren=Werke übergegangen und der Betrieb am 30. November 1928 stillgelegt worden ist, könnte eine Erinnerung an diese Grillosche Gründung wenig beachtlich erscheinen. Aber da ist doch vieles, was den Kenner der Ruhrgebietsgeschichte zu allerlei Betrachtungen reizt. Denn diese Geschichte spiegelt sich in den Schicksalen von„Unser Fritz“ mit seltener Klarheit wider. Es gab eine Zeit, in der die Kuxe von„Unser Fritz“ ein stürmisch begehrtes Wertvapier waren. Was Grillo mit seinem Freundeskreis anfing, konnte vom ersten Tage an auf das Vertrauen der deutschen Bankwelt und aller Kapitalbesitzer im Ruhrgebiet rechnen. Vom Kohlenreichtum der Emschergegend um die Gemeinden Wanne, Herten und Gelsenkirchen, wo der Felderbesitz von„Unier Fritz“ lag. erzählte man sich im ganzen Revier Wunderdinge. Dazu kam die beispiellose Wirtschaftsblüte, die nach Beendigung des deutsch=französischen Krieges eingesetzt hatte. Sollte ein Vernünftiger, der alle Welt Bergwerksanteile kaufen sah, oft zweiselhaftester Art. irgend ein Bedenken tragen, sich bei„Unser Fritz" zu beteiligen, einem Werk Grillos. der mit der Gründung von„Consolidation“ in der gleichen Gegend sein Können unter Beweis gestellt, der dies Bergwerk mit einem Kranz mächtiger Industrieanlagen umgeben und innerhalb eines Jahrzehnts aus dem Dorf Schalke einen Mittelpunkt pulsierenden Schaffens gemacht hatte? Also wurde„Unser Fritz“ eine der neuen Parolen der Gründerzeit. Als der erste Schacht der Gewerkschaft„Unser Fritz““ am 15. März 1873 bei 215 m das Steinkohlengebirge erreichte, stand das ganze Ruhrgebiet noch im Zeichen des dulce jubilo. Zwei Wochen später. am 31. März 1873, kam von der Wiener Börse her das erste unheilkündende Fanal. Die Zeit, die danach folgte. brachte, wie so vielen anderen, auch den Kuxenbesitzern von„Unser Fritz“ die große Enttäuschung. Die hohen Hoffnungen, die man bei der Gründung der Gewerkschaft mit Recht hegen konnte. mußten zu Grabe getragen werden. Die junge unbekannte Zeche, deren Flöze zum Teil nicht die erwartete Reinheit aufwiesen, konnten sich in einer Zeit, da bei den Eisenwerken ein Kohlenreisender dem anderen die Tür in die Hand gab. gegen die altbewährten Lieferungen der schon anerkannten Zechen nicht durchsetzen. So mußte man sich 1877 zu einem Vertrag mit der Gesellschaft„Consolidation“ entschließen, durch den die kaufmännische und technische Leitung von„Unser Fritz“ dem. Nachbarwerk übertragen wurde. In diesem Vertrage darf man, obwohl er später wieder aufgehoben wurde, den Anfang der großen Consolidierung der Grilloschen Bergwerksgründungen jener Gegend sehen. Denn mit Zustimmung von Consolidation“ wurde der Schacht III mit„Unser Fritz" unterirdisch verbunden, so daß die Uebernahme der Förderung nach der Stillegung von„Unser Fritz" im Jahre 1928 in Wahrheit Ende der 70er Jahre des vorigen Jahrhunderts technisch vorbereitet worden ist. Die Gewerkschaft„Unser Fritz“ hat ihren Gründern und Gewerken erst nach 16 Jahren eine Verzinsung ihres Kapitals gebracht. Mit dem Jahre 1778, das eine Ausbeutezahlung von 25 Mark je Vierteljahr und Kux ermöglichte, war die ertraglose Zeit dauernd beendet. Auf unerschütterliche Grundlagen kam das Werk aber erst durch die Gründung des Kohlensyndikats im Jahre 1893. Die Geschichte dieser Zeche ist ein Beispiel jener zähen Zielstrebigkeit, mit der Grillo und andere Gewerken des Ruhrgebiets der Entwicklung des Bergbaues gedient haben. Unaufhörlich wurde in jenen 16 enttäuschenden Jahren unter schweren geldlichen Opfern an der technischen Entwicklung des Werkes gearbeitet. Auch auf dem Gebiete der Kultur und der sozialen Fürsorge handelte der Grillosche Kreis in diesem Falle nicht anders. als bei seinen glücklicheren Gründungen, mit einer Selbstverständlichkeit, als könne ein Zusammenbruch überhaupt nicht zur Erörterung gestellt werden. Die Zeche entstand in ödester, versumpfter Fiebergegend des Emschertals. Um Arbeiter heranzuziehen, baute man schon 1874 die Kolonie Haverkamp. der später die am Hertener Wald gelegene Tannenkamp=Kolonie folgte. Im gesundheitlichen Interesse der Arbeiterschaft arbeitete man mit heißem Bemühen an einer Verbesserung der Vorflut in den verschmutzten Nebenflüßchen der Emscher, bis diese Aufgaben in das großzügige Werk der Emschergenossenschaft einbezogen wurden. Auch sonst noch ist die Gewerkschaft„Unser Fritz“ in vieler Hinsicht, so auch in den Ursprüngen wie im Ende, tyvisch für den Ruhrbergbau. Der Anfang führt zurück auf die Konsolidation der schon 1858 verliehenen Felder Liberia. Liberia 1 und Vereinigte Gregor, war also, obwohl„Unser Fritz“ nie sehr umfangreichen Felderbesitz gehabt hat, eine Erscheinung eines Zuges in die Großwirtschaft, den man als Folge der ersten Krise von 1857/64 bezeichnen kann. Und das Ende kam wieder aus dem Konsolidierungsbedürfnis, aus der Notwendigkeit, die Betriebe des Ruhrbergbaus in noch viel größerem Maße zusammenzufassen, um sie wettbewerbsfähig auf dem Weltmarkt zu machen. Wie so viele Kohlenschätze. die das unternehmerische Genie Grillos erschlossen hat, dienen heute die von„Unser Fritz" in einem mächtigen Konzern der deutschen Industriewirtschaft. auch wenn an jene Gewerkschaft heute nur noch der Name einer stillgelegten Zeche erinnert. Diebische Elster Recklinghausen. Ein Anwohner der Straße an der Rennbahn in Recklinghausen=Süd hatte mit einem Mädchen eine Spritztour durch den Stadtteil Recklinghausen=Süd unternommen und dabei verschiedene Wirtschaften besucht. Im Verlaufe der Bierreise zeigte er unvorsichtigerweise seiner Begleiterin sein mitgeführtes Geld, das er in einem Arbeitsbuch aufbewahrte. Als das Mädchen ihm das Buch zurückgegeben hatte, mußte er feststellen, daß ein Zwanzigmarkschein von seinem Gelde fehlte. Diesen konnte nur das Mädchen an sich genommen haben. Er erstattete Anzeige bei der Polizei, die die diebische Elster daraufhin vorläufig festnahm. Ein gemeiner Kleinviehdiebstahl Recklinghausen. Einem Anwohner der Heidestraße wurden in der Nacht zum Mittwoch aus dem verschlossenen Stall des Hausgartens seiner Wohnung mittels Einbruchs 11 Hühner mit Hahn(weiße Leghorn) und sechs Kaninchen, davon zwei rehbraune mit weißer Brust, zwei eisengraue und zwei bräunliche. im Gesamtwerte von 70 RM. gestohlen. Die Hühner sind an Ort und Stelle abgeschlachtet wor den. Da der Bestohlene Wohlfahrtsempfänger ist. ist er durch den Diebstahl besonders empfindlich geschädigt worden. Die Kriminalvolizei setzt alles daran, diesen Volksschädling. der nicht einmal vor dem Aermsten der Armen Halt macht, zur Strecke zu bringen. Die Mitwirkung des Publikums ist in eigenem Interesse erwünscht. 400 Zentner Eisenschrot gestohlen Gelsenkirchen. Durch umsangreiche Ermittlungen und in unermüdlicher Kleinarbeit gelang es der Kriminalpolizei in Gelsentirchen, einen großen Metalldiebstahl auszuklären. Ein hiesiger Spediteur hatte von einem Fabrik besitzer den Auftrag übernommen, den in der Fabrik angesammelten Pinn= und Mutternschrot und Späne monatlich nach einem Güterbahnhof abzufahren. Die Schrotmengen wurden mit Lastwagen transvortiert. Die mit dem Abjahren von dem Spediteur gestellten Arbeiter haben das Vertrauen ihres Arbeitgebers aber schmählich mißbraucht und es verstanden, etwa 400 Zentner von diesen Ladungen nach und nach zu entwenden und zu verkaufen. Sie haben den gestohlenen Schrot an einen in Gelsenkirchen nicht in besonders gutem Rufe stehenden Lumvensammler abgesetzt. Die Tonne Schrot, die einen Wert von 40 RM. hatte, bezahlte der hehlerische Lumpen sammler an die Diebe nur mit 20 RM. und hat sich dadurch eine gute Einnahmequelle verschafft. Bevor der Lumpensammler die einzelnen Schrotmengen an einen Großhändler ablieferte, har er diese mit altem Abfalleisen vermengt und dem Großhändler erzählt, daß es sich um Abfallschrot aus Schmieden und Stanzwerken handele. Die drei ungetreuen Arbeiter und der hehlerische Lumpensammter wurden von der Kriminalvolizei festgenommen und dem Amtsgericht vorgeführt. Dieses hat Haftbefehl gegen das Kleeblatt erlassen. 11jähriger Junge angeschossen und schwer verletzt Bottrov. Am Mittwochmorgen gegen.30 Uhr wurde ein 11jähriger Schüler, der sich auf dem Wege zur Schule befand. von einem in seinem Garten an der Alsenstraße auf Spatzen schießenden 29jährigen Manne angeschossen und lebensgefährlich verletzt. Eine Kugel drang dem Jungen in die linke Brust seite und durchschlug die Leber. Der Getroffene hat sich noch mit Mühe in die elterliche Wohnung geschleppt und ist dann zusammengebrochen. Er wurde sofort in das Krankenhaus geschafft und dort overiert. Der unvorsichtige Schütze. der trotz dichten Nebels und schlechter Sicht in unverantwortlicher Weise mit einer Flobertbüchse auf Spatzen Jagd machte, hat sich, als er von dem unglücklichen Schuß von Nachbarn aufmerksam gemacht wurde, sofort der Kriminalpolizei selbst gestellt und ein Geständnis abgelegt. Nach seiner Vernehmung wurde er wieder auf freien Fuß gesetzt. Dieser unglückselige Vorfall möge allen zur Warnung dienen. Schießt nur dort, wo kein Menschenleben in Gefahr geraten kann. Zu leicht kann eine verirrte Kugel ein Menschenleben vernichten oder für immer zum Krüppel machen. Ein Mädchen ermordel aufgesunden Aachen. In dem neubelgischen Grenzort Sourbrodt wurde dus einem Acker die Leiche eines 22jährigen Mädchens gesunden. Das Mädchen war verlobt. die Hochzeit sollte in ungefähr zwei Wochen stattfinden. Aber vor einigen Tagen hatte das Paar sich entzweit. Am Sonntag war das Mädchen zu Verwandten in einem Nachbarort gegangen. Als es am Abend nicht wieder zurückkehrte. nahmen die Eltern an. ihre Tochtr sei bei den Verwandten geblieben. weil das ungünstige Wetter die Heimkehr nicht gestattet habe. Als man nun die Leiche sand und Nachforschungen anstellte, ergab sich, daß das Mädchen in Begleitung seines Verlobten den Heimweg angetreten hatte. Es wird vermutet, daß der Verlobte die Tat verübt hat. Der vermutliche Täter konne bis jetzt von der Polizei noch nicht ausgefunden werden. Die Untersuchung hat ergeben, daß das Mädchen erwürgt worden ist. Man sand die Leiche unter Stroh versteckt. Um den Hals hatte der Täter einen Strick gebunden, der an einem Pjahl einer nahen Hecke besestigt war. Münster hat jetzt 133 592 Einwohner Münster. Nach der vom Städtischen Statistischen Amt herausgegebenen Monatsübersicht für August hatte die Provinzialhauptstadt Münster am Ende des Augustmonats eine Einwohnerzahl von 133 592 (gegen 128 693 Ende August 1935). Auch die Geburtenzahl hob sich mit 261 gegen 233 im August vorigen Jahres, während die Zahl der Sterbefälle mit 135(121) sich etwas besser stellte. Die Zahl der Eheschließungen war dagegen etwas zurückgegangen mit 127 gegen 128. Der Zuzug stellte sich auf 1293 (1190). der Fortzug auf 1216(1059), wogegen die Zahl der Umzüge zweifellos vornehmlich infolge der äußerst regen Bautätigkeit auf 1143(778) gewachsen ist. Besonders bemerkenswert ist auch der erfreuliche Rückgang der unterstützten Erwerbslosen, die im Monatsdurchschnitt 572 gegen 658 im Vorjahre betrugen. Auch die Zahl der Arbeitsuchenden ist ganz erheblich gesunken, nämlich auf 922(1453) Männer und 357(440) Frauen. Die Zahl der angemeldeten Uebernachtungen hob sich von 15140 auf 16 425, die der Besucher des Friedenssaales von 2596 auf 4697 und der des Zoologischen Gartens von 37225 auf 39606. 96. Milchviehversteigerung Münster. Die hier von der Westf. ProvinzialViehverwertungsgenossenschaft abgehaltene 96. Versteigerung von Milchkühen und Rindern zeichnete sich durch starken Auftrieb von Kühen und Rindern und guten Besuch aus. Aufgetrieben waren 149 Tiere, nämlich 70 Kühe und 79 Rinder. Vor allem sanden die Kühe jlotten Absatz, zumal es sich um sehr gutes Material handelte. Interessant ist die Beobachtung. daß auf diesen Versteigerungen die Verkäufer und Käufer regelmäßig wiederkehren. Beweis dafür, daß sich diese Versteigerungen auf beiden Seiten uneingeschränktes Vertrauen erworben haben. Bei den Besuchern wird namentlich geschätzt, daß die Tiere vor der Versteigerung eingehend untersucht werden. Verkauft wurden insgesamt 134 Tiere: 65 Kühe und 69 Rinder. Die Preise bewegten sich in angemessenem Rahmen. Den höchsten Preis für Kühe mit 710 RM. erzielte die Herdbuchkuh„Palme“ des Bauern Bernhard Baumeister in Ottmarsbocholt. den für Rinder das Rind„Freude" der Wwe. Reckmann in Rorun mit 560 RM. Der niedrigste Preis war für Kühe 380 für Rinder 330 RM., der Durchschnittsvreis für Kühe 549, für Rinder 242 RM., der Gesamtdurchschnittsvreis 483 RM. Der Durch schnittsvreis für Kühe entspricht dem Schlachtviehvreise. Im einzelnen wurden in den verschiedenen Klassen verkauft: in der Klasse 310—350 RM sechs Rinder(), 360—400 RM. drei Kühe(K) und 11 R. 410—450 RM. 5 K und 11 R. 460—500 RM. 8 K und 17 R. 510—550 RM. 21 K und 10 R. 560 bis 600 RM. 17 K und 1 R. 610—650 RM 6 K. 660—700 RM. 4 K. 710—750 RM. 1 K. Die nächste Versteigerung dieser Art, für die bis zum 12. Oktober die Anmeldungen bei der Westjälischen Provinzial=Viehverwertungsgenossenschaft eingegangen sein müssen, ist auf den 20. Oktober angesetzt. Deutsche Stenographenschaft Ortsgruppe Castrop-Rauxel Samstag, 19. September, 20 Uhr, Kolpinghaus große Siegesfeier beim Patenwein Eswirken mit: Fritz Brambach(Tenor), Gottfried Externest(Humorist). Tanzkapelle Paßmann Unkostenbeitrag:.60 RM. Ihre Sparkasse ist der neue Juno-Dauerbrand-Herd für jede Kohle KIRSCI von(astrop. Münsterstr. 21 Miet-Verträge stets vorrätig Druckerei Geschw. Schmitz Ich unterschreibe jetzt meine Post mit viel mehr Freude, denn meine Geschäftsbriefe machen neuerdings einen viel besseren Eindruck. Ich ließ mir neue geschmackvolle Briefblätter und Mitteilungen drucken von der Druckerei Geschw. Schmitz, Castrop-Rauxel 1. Münsterstraße 24. Die neuen Geschältspapiere sehen sehr gut aus. 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Wetterbricht für den Bauer .55 Leibesübungen, anschl. Wiederholung der zweiten Abendnachrichten .30 Fröhlich llingt's zur Morgenstunde .00 Nachrichten, anschließend Morgenlied. Morgenruf .00 Kalenderblatt. anschließend Zeit. Wetter. Nachrichten .10 Frauenturnen .25 Sendevause 10.00 Fliegergeist im neuen Deutschland 10.30 Kindergarten 11.00 Was ist los im Sport? 11.10 Sendevause 11.50 Bauer merk auf 12.00 Buntes Wochenende 13.00 Mittagsmeldungen, Glückwünsche 13.15 Fortsetzung des Konzertes 14.00 Mittagsmeldungen 14.15 Allerlei von Zwei bis Drei 15.00 Für unsere Kleinen: Familie Pfifferling hat Sorgen 15.25 Jungmädel singen und erzählen 15.45 Wirtschaftemeldungen 16.00 Wochenendionzert 17,30 Männerchorkonzert 18.00 Zur Unterhaltung 19.00 Des. Sommers letzte Rose 19.45 Momentaufnahme 20.00 Erste Abendmeldungen 20,10„Darf ich bitten?“ Ein vergnügter Tanzabend 22,00 Zeit. Wetter. Nachrichten 22.30 Und morgen ist Sonntag Sonntag, 20. September .00 Hasenkonzert .00 Zeit. Wetter. Wasserstandsmeldungen, anschließend Funk ins Blaue .15 Aus Witten:„Von der Freiheit eines Christen= menschen"“ .45 Sendepause 10.00 Musik am Sonntagmorgen 11.15 Madeira=Fahrt. Eine Schilderung des Dichters Ludwig Tügel 11.30 Deutschtum jenseits der Grenzen 12.00 Musik am Mittag 13.00 Glückwünsche 13.15 Fortsetzung des Konzertes 11.00 Zur Unterhaltung 11.30 Lustiger Ratselsunk 15.00 Von Herbst und Wein 16.00 Nette Sachen aus Köln 18.00 Wo bist du, Kamerad? 18.30 Wolfgang Amadeus Mozart 19.00 Deutsches Volk auf deutscher Erde 110) 20.00 Sportvorbericht 20.15 Grotes Abendlonzert 22.00 Zeit. Wetter, Nachichten 22 30 Tanzmusik