Eitp Pelbab Inmtuse... 3 f. dal CasnOptautel und ungedung 62. Jahrg. Castroper Zeitung der Stadtanzeiger erscheint wöchentlich kmal. Wochendezugsprete Anzeigenpreis: Cz. Bahig. Casikoper=Ponung 50 Pfg. Postbestellpreis 2 RM. monatlich. Ersatzansprüche können anzeigen 1 mm 1 mm hoch und 22 mm breit 4 Pfg. Text„mm hoch und 72 mm, breit 25 Pfg. Nachlaß nach Paurelor Pouosse Nachrichten Listugen in Siteston Zigze tzangsgenl uict grialht unt dan b. 2 3. A. Kranzesaetan Rchelsher 8 3. Ji Rauxeter Neueste Nachrichten Kaupischeienterr raxtwsrnlsl#g. sgent zu Laktrov=Rauxel. Preisliste Nr. 2, Fi; Plazwünsche, auch für die durch Fernsprecher „ leiter Maxtwortlich fur den Textteil: Franz gufgegebenen, sowie für undeutlich geschriebene„Aufträge wird or Tagoblatt.“ namn Cautrop=Rauxel.„Anzetgenleiter: Wilhelm keine Gewähr uvernommen. Schluß der Anzeigen=Annahme 4 Uhr Blavenhörftel Tagevialt Welter in Castrop=Rauxel. DA. VII. 36 1680. Sa.=Nr. 2151 Castrop. nachm. tags zuvor. Erfüllungsort u. Gerichtsstand Castrop=Rauxel. Amtliches Veröffentlichungsblau für den Landgerichtsbezirk Dortmund. Allgemeines Kreisblau für den Stadtkreis Castrov=Raurel. Nr. 230 1936 Deuischer Beneug jas Echällung des Feiebens Waffen-Embargo gegenüber Spanien in Kraft— Offene und klare Politik der Tat Ein Lichtblick dub. Berlin, 24. August. Wie wir hören, ist die deutsche Regierung davon in Kenntnis gesetzt worden, daß sich alle in Frage kommenden Staaten der vorgeschlagenen Erklärung über ein Waffenembargo gegenüber Spanien angeschlossen haben. Die deutsche Regierung hat daraufhin der französischen Regierung mitgeteilt, daß sie das Waffenembargo in Deutschland nunmehr mit sofortiger Wirkung in Kraft setzen werde. * Dieser Beschluß ist gefaßt worden, obwohl die Erörterungen mit der Regierung in Madrid über die Freigabe des deutschen Transportflugzeuges noch nicht haben abgeschlossen werden können. Selbstverständlich wird dadurch die an die spanische Regierung gestellte Freigabeforderung nicht berührt. Die deutsche Regierung hat im übrigen bei ihrer Mitteilung an die französische Regierung der dringenden Erwartung Ausdruck gegeben, daß jetzt auch die übrigen beteiligten Regierungen, soweit dies noch nicht geschehen ist, das Erforderliche veranlassen, um die verabredeten Maßnahmen wirksam zur Durchführung zu bringen. * Die Mitteilung der deutschen Reichsregierung, daß sie das Waffenembargo gegenüber Spanien mit sofortiger Wirkung in Kraft setzen werde, ist zweifellos ein Lichtblick in der allgemeinen dunklen Lage, die gegenwärtig die ganze europäische Politik kennzeichnet. Wieder einmal hat die Regierung des Reiches bewiesen, daß ihre Politik nicht die alte Politik des Verhandelns und Feilschens, sondern eine offene und klare Politik der Tat ist. Während alle anderen europäischen Staaten bisher nur die bloße Bereitwilligkeit, sich einem allgemeinen Waffenembargo gegenüber Spanien anzuschließen, erklärt haben, hat das Deutsche Reich nunmehr— nachdem in der vergangenen Woche England als bisher einziger Staat eine zleiche Verfügung getroffen hatte— die praktische Durchführung des Embargos verfügt. Damit hat das Deutsche Reich nicht nur einen wichtigen, sondern auch einen vorbildlichen Beitrag zur Erhaltung des europäischen Friedens gegeben. Es hofft, daß nun unverzüglich alle anderen Staaten gleich klare und eindeutige Beweise ihres Willens zur Erhaltung des Friedens geben werden, und zwar ebenso ohne Vorbehalte und ohne Einschränkungen, wie dies in der deutschen Haltung zum Ausdruck kommt. Diese Haltung hat das Reich in der Frage der Nichteinmischung in Spanien vom Beginn der innenpolitischen spanischen Auseinandersetzungen an eingenommen. Und es ist in keinem Augenblick von ihr abgewichen. Auch in der seinerzeitigen Antwort auf die Anfrage der französischen Regierung kamen diese Bereitwilligkeit und diese klare Haltung deutlich zum Ausdruck und die damals namhaft gemachten Voraussetzungen entsprangen ja dem Bestreben, die Frage der Nichteinmischung und des Verbotes der Waffenausfuhr restlos und nicht etwa nur teilweise oder mit dem Offenlassen sogenannter Hintertürchen zu lösen. Wenn also das Deutsche Reich heute erklärt, daß es nicht nur bereit ist, dem Waffenembargo beizutreten, sondern es aus eigenem Antrieb sofort durchzuführen, so muß man sich in der Welt darüber klar sein, daß dadurch gleichzeitig die bestimmte Erwartung ausgesprochen wird, daß nun auch von allen anderen Staaten alles verhindert wird, was irgendwie Einmischung in die inneren Verhältnisse Spaniens darstellt. Es müssen also überall und in allen Staaten nicht nur die Regierungen, sondern auch private Organisationen, seien es nun politische Parteien, Gewerkschaften oder andere Verbände, verpflichtet werden, weder der einen noch der anderen Partei in Spanien Waffen zu liefern oder sonst irgendwie Hilfe zu leisten. Alle Sonderinteressen und parteipolitischen Rücksichtnahmen müssen verschwinden, wenn die anderen Mächte ohne Ausnahme den gleichen Standpunkt einnehmen wie das Deutsche Reich und mit der gleichen Klarheit und Entschlossenheit ihre wiederholt erklärte Bereitwilligkeit zur Nichteinmischung auch wirklich in die Tat umsetzen. Dann wird jede Gefahr, daß sich die spanischen Ereignisse verhängnisvoll auf das übrige Europa auswirken könnten, gebannt werden. Als das Deutsche Reich vor einigen Tagen die französische Anfrage beantwortete, stellte es für die Teilnahme an einem Nichteinmischungsübereinkommen zwei Bedingungen auf. Die eine ist mittlerweile erfüllt worden, indem sich nun alle in Betracht kommenden Staaten zur Teilnahme am Waffenembargo bereit erklärt haben. Die zweite, die Freigabe des beschlagnahmten deutschen Transportflugzeuges ist zurückgestellt worden, um die internationale Aktion nicht zu verzögern. Auch dies ist ein Beweis dafür, wie ehrlich das Deutsche Reich es mit der Mitarbeit an der Erhaltung des Friedens meint. Ein klärender Beschluß England, Italien und Frankreich begrüßen das deutsche Waffenembargo Der Beschluß der deutschen Regierung, ein Waffenausfuhrverbot gegen Spanien in Kraft zu setzen, ist von amtlicher englischer Seite mit großer Befriedigung ausgenommen worden. Amtliche Kreise in London bezeichnen den deutschen Beschluß als äußerst ermutigend und fügen hinzu, daß er eine viel bessere internationale Atmosphäre hinsichtlich Spanien schaffe. Es seien jetzt wirklich Gründe für die Hoffnung vorhanden, daß der spanische Bürgerkrieg auf Spanien beschränkt bleibe und nicht zu europäischen Verwicklungen führen werde. Auch in Italien findet der Beschluß der Reichsregierung lebhafte Beachtung. Man sieht in dieser Maßnahme einen wichtigen Beitrag zur Erreichung einer wirklichen europäischen Neutralitätsverpflichtung gegenüber den spanischen Wirren und begrüßt daher den Beschluß der Reichsregierung. In zuständigen Pariser Kreisen ist die Erklärung Deutschlands, und besonders die von Berlin getroffene Entscheidung, dieses Waffenausfuhrverbot sofort durchzuführen, mit tiefer Befriedigung ausgenommen worden. Man ist der Ansicht, daß der Entschluß Deutschlands einen entscheidenden Faktor der seit 14 Tagen in Gang befindlichen Verhandlungen zum Abschluß eines internationalen Nichteinmischungsabkommens in die spanischen Angelegenheiten darstellt. Man gibt der Erwartung Ausdruck, daß man nunmehr in kürzester Frist zur Durchführung der von Frankreich vorgeschlagenen Verbote wird kommen können, da alle Staaten sich für die Verbote ausgesprochen haben. Man ist daher der Ansicht, daß die deutsche Entscheidung eine Entspannung in der internationalen Lage, wie sie durch die Wirren in Spanien entstanden ist, einleiten wird. Vom Parifer„Temps“ wird Deutschlands Entschluß als eine Tatsache von größter Bedeutung bezeichnet, die die besten Aussichten für die Verwirklichung der Nichteinmischung biete. In dieser Maßnahme sehe man um so mehr eine Geste guten Willens seitens der deutschen Regierung, als diese nicht gezögert habe, ihre Zustimmung zu geben, bevor sie von der spanischen Regierung die geforderte Genugtuung und Wiedergutmachung erhalten habe. Das Ereignis könne die internationale Lage klären. Man müsse sich dazu um so mehr beglückwünschen, als die spanische Krise selbst jeden Tag neue Vorwände für gefährliche Verwicklungen liefere. Doppelstück von Diraterei Bemerkenswertes französisches Urteil zum Fall „Kamerun“ Paris, 24. Aug. In einem warnenden Artikel des Mitgliedes der französischen Akademie Claude Farrere im„Journal“, der entschieden für eine strenge Neutralität Frankreichs eintritt, findet sich folgende Beurteilung des Vorgehens sogenannter spanischer Regierungsflottenstreitkräfte gegen den deutschen Dampfer„Kamerun": Es habe sich um eine glatte und einfache Piratenfahrt gehandelt. Ja noch schlimmer: bevor der spanische Kreuzer in der skandalösen Art ein jedem bekanntes und von jedem geachtetes internationales Gesetz übertrat, hatte seine Besatzung den Befehlshaber und die Stabsoffiziere des Schiffes abgesetzt und ausgebootet und niedergemetzelt. Die internationalen Marinevorschriften setzen nun aber fest, daß jedes Schiff, an dessen Bord eine schwerwiegende Disziplinwidrigkeit vorgekommen ist, bereits als Piratenschiff gilt. Der spanische Kreuzer, der die„Kamerun“ anhielt, sei also ein Piratenschiff und schon wegen dieser Tatsache hätten die in den spanischen Gewässern anwesenden deutschen Schiffe sich im Recht befunden, wenn sie ohne vorherige War. nung auf dieses Piratenschiff geschossen hätten. Schuh des lebenden Volksvermögens Die gesunde Volkskraft... ein unerschütterliches Fundament 60 Jahre Reichsgesundheitsamt dub. Berlin, 24. Aug. Das Reichsgesundheitsamt, die oberste gesundheitliche Fachbehörde des Deutschen Reiches, beging den Tag ihres 60jährigen Bestehens mit einer großen Gedenkseier, an der viele hervorragende Persönlichkeiten aus dem weiten Kreis der Volksgesundheitsführung und medizinischen Wissenschaft teilnahmen. Im festlich geschmückten Saal des LangenbeckVirchow=Hauses hatten sich Vertreter von Staat und Partei. viele bekannte Männer der Gesundheitspflege, Aerzte und Wissenschaftler, Vertreter der Universitäten und Hochschulen, der wissenschaftlichen Vereine und viele der früheren Mitarbeiter des Reichsgesundheitsamtes eingefunden. In einem großen Festvortrag entwickelte der Präsident des Reichsgesundheitsamtes. Professor Dr. Reiter interessante Gedanken über wahre „Volks"=Wirtschaft und über die Wertung des lebendigen Menschen im Volksvermögen. Dem toten Vermögen des Staates stehe sein Vermögen an lebenden Menschen gegenüber. Die Höhe der lebendigen Werte, die die der Sachwerte um ein Vielfaches übersteigt, verpflichtet jeden wirklich volkswirtschaftlich Denkenden, sich immer mehr des Schutzes dieser lebenden Werte anzunehmen und sich nicht darauf zu beschränken, eine„Volkswirtschaft ohne Volk“ zu betreiben. Der materielle Geburtswert der deutschen lebenden Gesamtbevölkerung dürfte mit etwa 1625 Milliarden angenommen werden müssen. Ihm stehe nur ein Sachvermögen von 310 Milliarden gegenüber! „Aus den durch diese Ueberlegungen gewonnenen Erkenntnissen“, so führte Pros. Dr. Reiter aus,„ist die Folgerung zu ziehen, daß lebendes Volksvermögen in weit höherem Maße den Schutz des Staateo für sich in Anspruch nehmen darf als der tote Besitz, da jedes vorzeitige Sterben oder Arbeitsunfähigwerden eines Menschen den Staat relativ mehr belastet als ein Verlust von Sachwerten, und der Zuwachs an lebendem Vermögen dem Staat weit mehr gilt als die Erhöhung des toten Kapitals." „Schließlich, aber dadurch keineswegs minder bedeutsam, ist der kulturelle Wert des Menschen zu nennen. Hier ergibt sich die Notwendigkeit einer biologisch=ärztlichen erzieherischen Auslese der heranwachsenden Jugend. Dies ist eine selbstverständliche Pflicht des Staates, weil er durch diese Maßnahmen die Werte seines lebenden Volksvermögens steigert.“ „Dieses Staatsvermögen zu schirmen, zu erhalten. zu pflegen und zu entwickeln, darf keine Ausgabe zu groß sein. Freudig ist daher alles zu geben, das diesem Zwecke dienen kann, sei es für den Ausbau der deutschen Gesundheitspflege, sei es der Neuaufbau der deutschen Erziehung, sei es endlich die Schaffung einer großen, wirkungsvollen deutschen Wehrmacht, die den großen Garanten einer wahren „Volkswirtschaft" darstellt.“ Den Darlegungen des Präsidenten des Reichsgefundheitsamtes. Prof. Dr. Reiter, folgte die große Reihe der Gratulanten, die in kurzen Ansprachen ihre Glückwünsche zu dem Gedenktag zum Ausdruck brachten. Die Grüße der Reichsregierung und des von Berlin abwesenden Reichsinnenministers Dr. Frick überbrachte Ministerialdirektor Dr. Gütt, der dem Reichsgesundheitsamt eine weitere erfolgreiche Tätigkeit wünschte. Das Reichsgesundheitsamt sei stets ein verantwortungsbewußter freudiger Berater in allen Dingen der Gesundheitspflege. Die nationalsozialistische Regierung, so erklärte Ministerialdirektor Dr. Gütt, lasse sich die Pflege der Volksgesundheit besonders angelegen sein. Das Reichsministerium des Innern habe daher neben der Erforschung. Verhütung und Bekämpfung der Krankheiten neue und wichtige Probleme, insbesondere auf dem Gebiete der Erb= und Rassenpflege, in den Vordergrund gestellt, um dadurch den erbgesunden, rassisch wertvollen Nachwuchs und so den biologischen Bestand unseres Volkes zu sichern. Als Beauftragter der Partei und gleichzeitig im Namen der deutschen Aerzteschaft stellte Reichsärzteführer Dr. Wagner fest, daß sich die Zusammenarbeit des Reichsgesundheitsamtes mit den Stellen der Partei und der Aerzteschaft sehr eng und harmonisch gestaltet habe. Mit Dankesworten des Präsidenten des Reichsgesundheitsamtes Professor Dr. Reiter für die Fülle der Glückwünsche und Beweise schöner harmonischer Zusammenarbeit endete die eindrucksvolle Gedenkfeier. keine Danziger Beteiligung an dem Transport englischer Flugzeuge nach Spanien onb Danzig, 24. Aug. Amtlich wird mitgeteilt: In polnischen und anderen ausländischen Zeitungen wurde unlängst die Nachricht verbreitet, daß die vor kurzem in Frankreich mit englischen Flugzeugen verunglückten polnischen Piloten durch Vermittlung einer Danziger Firma Flugzeuge erworben hätten, um sie in die Hand der spanischen Regierung zu bringen. Die in dieser Richtung angestellten amtlichen Ermittlungen haben ergeben, daß Danziger Firmen an der Verbringung englischer Flugzeuge nach Spanien nicht beteiligt sind. Der Senat der Freien Stadt Danzig hat sich im Interesse einer restlosen Aufklärung der im Auslande ausgestreuten Gerüchte an die diplomatische Vertretung der Republik Polen in Danzig mit der Bitte gewandt, die der polnischen Regierung nach Meldungen polnischer Blätter angeblich bekannten Verdachtsmomente anzugeben. Volk im Freiheitskampf Ein Augenzeugenbericht über die Lage in Merida und Caceres dnb. Badajoz, 24. August. Auf einer Reise nach Merida und Caceres erhielt der Sonderberichterstatter des Deutschen Nachrichtenbüros den Eindruck, daß hier mit höchstmöglichem Einsatz um die endgültige Gestaltung Spaniens gekämpft wird. Beide Städte gleichen Heerlagern. Andauernd treffen frische Truppen ein, hauptsächlich marokkanische Reguläre, die mit unbekanntem Ziel weiterbefördert werden. Es hat den Anschein, als ob hier eine große [Offensive der Truppenabteilung des Oberstleutnants Yague in Vorbereitung ist. Die Städte Merida und Caceres haben während der letzten Wochen schwer gelitten, vor allem Merida als wichtiger Knotenpunkt. Aus Badajoz sind die spanischen Fremdenlegionäre zurückgezogen worden, nachdem ihnen die Bevölkerung eine begeisterte Abschiedskundgebung bereitet hatte. Am Sonnabend erfolgte die feierliche Hissung der rot gelb=roten Fahne auf dem Rathause von Badajoz. Bald darauf flatterte die Flagge des nationalen Spaniens auch auf allen Privathäusern. Die Eisenbahn= verbindung Caceres—Sevilla ist wieder aufgenommen worden. Fortwährend melden sich Freiwillige für den Befreiungskampf. Man kann tatsächlich von einem ganzen Volk in Waffen sprechen. Das von Südamerika heimkehrende Luftschiff„Graf Zeppelin“ stand, wie die Deutsche Seewarte meldet, am Montag um 7 Uhr MEZ. am Eingang zur Biskaya. In der Festspielstadt Bayreuth erfuhr am Sonnabend und Sonntag der Ring des Nibelungen mit„Walküre“ und„Siegfried“ seine Fortsetzung. Hatsee unnnde Viensipflicht Wächter des eigenen Friebens RSK:„Während in Berlin das olympische Fest des Friedens stattfand und Deutschland glücklich war, seinen Gästen einen Einblick geben zu können in die Ruhe und Ordnung des heutigen Reiches, bebt die Welt an zahlreichen Stellen unter den Schrecknissen blutiger Bürgerkriege und wilder Wirtschaftskämpfe. Eine ziffernmäßig kleine, aber im Solde ihrer rassischen Verfilzung einen mächtigen Einfluß ausübende internationale Hetzgruppe versucht, die Welt in das Chaos des kommunistischen Zusammenbruches zu stürzen. Ungeheuer sind dabei die Rüstungen, die den bolschewistischen Militarismus in die Lage setzen sollen, dieser Aufgabe zu genügen. Der Nationalsozialismus hat Deutschland seit drei Jahren vom inneren Ansturm der bolschewistischen Brandstifter und Mordhetzer befreit. In einer Revolution unerhörtester Disziplin und Ordnung gelang es der nationalsozialistischen Partei, Deutschland die Segnungen des inneren sozialen Friedens und damit die Voraussetzungen für eine sich steigernde wirtschaftliche Blüte zu sichern. Während das heutige Spanien unter dem Fluch des marxistischen Terrors in eine Wüste verwandelt wird, erfolgt im nationalsozialistischen Deutschland in einer einzigartigen Anstrengung der Wiederaufbau der deutschen Wirtschaft. Wenn ein bolschewistischer Machthaber in zynischer Offenheit erklärt, daß es die Aufgabe der bolschewistischen Armee auch sein wird, unter Umständen jenen Ländern, die der inneren bolschewistischen Hetze standhalten würden, durch den Einbruch der Roten Armee von außen her die Revolution zu bescheren, so wird das nationalsozialistische Deutschland einer solchen Ankündigung gegenüber genau so wenig kapitulieren, wie es einst nicht kapituliert hat gegenüber den Drohungen der von Moskau bezahlten Hetzer in Deutschland selbst. So wie die nationalsozialistische Partei der deutschen Nation den inneren Frieden bewahrt, so wird die nationalsozialistische Armee dem Reiche den äußeren Frieden sichern. Die Geschichte hat uns gelehrt, daß es besser ist, für diesen Frieden— wenn notwendig— große Opfer zu bringen, als im bolschewistischen Chaos zu versinken. Gegenüber dem Sowjetimperialismus und seiner militärischen Bedrohung wird das nationalsozialistische Deutschland als Wächter seines eigenen Friedens und damit als Schützer seiner Kultur jene Maßnahmen treffen, die notwendig sind, um die Freiheit und Unabhängigkeit der Nation unter allen Umständen zu garantieren.“ * Immer deutlicher sind in den letzten Wochen die Beweise der ständig wachsenden Gefahr geworden, die mit dem Bolschewismus in die Welt gekommen ist. Voll Sorgen haben wir von unserem sicheren Platz in die Welt geschaut und uns Gedanken darüber gemacht, ob der Wall, den wir gegen die immer mehr steigende gierige rote Flut für uns errichtet haben, auch stark genug sei, uns unseren Frieden zu erhalten. Schrecklich waren und sind die Nachrichten, die uns tagein und tagaus erreichen, von dem Wüten und Morden des marxistischen Terrors in Spanien. Gerade das blutige Geschehen in Spanien hat der Welt gezeigt, welchen Weg der Bolschewismus zu gehen bereit ist, um die Weltrevolution zu entfesseln und alle Völker in seinen vernichtenden und zermalmenden Strudel zu stürzen. Erneut wird in diesen Tagen der ganze blutige Ernst spürbar, den die programmatischen Worte sowjetrussischer Machthaber in Moskau enthielten, wenn sie sagten: Ueber ihre russische Basis Der Erlaß des Julsrers Für den Frieden und zum Schutze der Nation dub. Berlin, 24. Aug. Der Führer und Reichskanzler hat folgenden Erlaß über die Dauer der aktiven Dienstpflicht in der Wehrmacht vom 24. August 1936 unterzeichnet: Zum§ 8 des Wehrgesetzes vom 21. 5. 1935(RGBl.I S. 609) verordne ich unter Aufhebung meines Erlasses vom 22. 5. 1935(RGBl.I S. 614): Die Dauer der aktiven Dienstpflicht bei den drei Wehrmachtskeilen wird einheitlich auf zwei Jahre festgesetzt. Der Reichskriegsminister und Oberbefehlshaber der Wehrmacht erläßt die erforderlichen Ausführungs- und Uebergangsbestimmungen. Berchtesgaden, den 24. August 1936. Adolfhiller von Blomberg. hinaus habe die Rote Armee die Aufgabe, Bannerträger und Waffenführer der kommunistischen Weltrevolution zu sein. Die Rote Armee ist die ausgesprochene Angriffswaffe des Weltbolschewismus. Die Ereignisse in Spanien haben es mit sich gebracht, daß die Tarnkappe fiel, unter der die roten Machthaber im Kreml ihr furchtbares Vernichtungswerk betrieben. In Spanien leistet Moskau den von ihm verhetzten Marxisten materielle und Waffenhilfe. Und der russische Schritt vom 11. August bringt in seiner praktischen Auswirkung eine völlige Verdoppelung der an sich schon langdienenden Sowjetarmee. Das ist nichts anderes als die endgültige Lüftung der Maske. Streng angriffsmäßigen Charakter trägt die Sowjetarmee. Das ist eindeutig und klar. Da hatte Deutschland keine Zeit mehr zu verlieren. Das nun schon einige Jahre zurückliegende eigene Erlebnis stellt gerade uns Deutschen mit besonderem Nachdruck die Aufgabe, auf der Hut zu sein und sich nicht von jenen Kräften überrumpeln zu lassen, die Deutschlands Todfeinde sind. Wenn Deutschland jetzt dazu übergegangen ist, seine Dienstzeit generell auf zwei Jahre zu verlängern, so sollte dieser Schritt des Führers dem deutschen Volke ein noch stärkeres Gefühl der Sicherheit und Ruhe geben, als bisher schon. Niemand von uns in Deutschland will einen Krieg. Oft und immer wieder in den letzten Jahren hat Deutschland Beweise seiner großen Friedensliebe gegeben. Die Männer, die Deutschland führen, haben den Krieg in all seinen Schrecknissen erlebt. Ihre Arbeit für Deutschland gilt dem den. Denn nur im Frieden kann die Ernte ihres gigantischen Kampfes um des Volkes Wiedergeburt eingebracht werden. Und Deutschlands Friedenswunsch ist die lauterste Wahrheit. Deutschland will sich vor dem Krieg schützen, will seinen Frieden erhalten und darum beugt es vor. Jetzt hat der Führer gesprochen. Und bei seinem Entschluß ist kein Platz für eine Kriegspsychose. Der Schritt, den wir gehen, bringt, wie alle Wege zur Freiheit, neues Opfer und neues Mühen mit sich. Die junge deutsche Mannschaft, die mit ihrem zweijährigen Dienst eine ihr selbstverständliche Pflicht erfüllen wird, ist sich im festen Glauben an die alles erfüllende Bewegung und ihren Sinn für Gerechtigkeit klar, daß alle Maßnahmen getroffen werden, um Härten einer zu langen Ausbildungszeit zu vermeiden. Die notwendigen Schritte hierzu sind eingeleitet. Wir werden nicht jenes beschämende Schauspiel erleben, das andere Länder bei einem ähnlichen Schritt darboten. Unsere Jungen sind aus anderem Holz geschnitzt. Die Schule der Hitler=Jugend gibt dem Staat Männer, die mit Stolz den grauen Rock tragen, dessen Ehre niemals angerührt werden konnte. Sollte jedoch jemand zurückdenken voll eigener Wünsche in eine überwundene Vergangenheit, dem sei gesagt: Gleiches Recht, aber auch gleiches Recht für alle! Der Gedanke eines Privilegs bevorzugter Kreise, etwa in Form einer„EinjährigFreiwilligen Dienstzeit" ist uns absurd und tot, als daß man sich mit ihm noch auseinandersetzen müßte. Ein nationalsozialistisches Gesetz hat sich erfüllt. Fester denn je ist der Frieden für Deutschland gesichert. In dieser Stunde gedenkt das große deutsche Volk wie so oft jenes Mannes, dessen Werk unsere Zukunft bedeutet. Sei unser Dienst ihm Dank! 50 000 Mark gezogen Berlin, 24. Aug. In der heutigen Nachmittagsziehung der Preußisch=Süddeutschen Klassenlotterie wurde ein Gewinn von 50000 RM. auf die Nummer 287917 gezogen. Das Los wird in beiden Abteilungen in Achteln im Rheinland und in Bayern gespielt. Anläßlich der Hilfe, die deutsche Kriegsschiffe argentinischen Staatsangehörigen in Spanien erwiesen haben, hat der argentinische Botschafter dem Reichsaußenminister den Dank und die Anerkennung seiner Regierung übermittelt. Die Pariser Polizei hat vier Kommunisten verhaftet, als sie auf der Straße eine öffentliche Sammlung für die Anhänger der spanischen Linksregierung veranstalteten. arder 3oo0 Kiörde in Spaltiens=Haupisikol Die Greuel in Spaniens Hauptstadt— Eisenbahnzug mit 200 Gefangenen in einen Abgrund gestürzt dnb. Kopenhagen, 24. August. Die demokratische Politiken veröffentlicht am Montag einen Bericht ihres nach Spanien entsandten Sonderberichterstatters über die Lage in Madrid. Der Berichterstatter ist nach einem Besuch in Barcelona, Alicante und Madrid, am Sonntag nach Marseille zurückgekehrt, von wo er seinen Bericht durchgegeben hat, so daß dieser nicht der spanischen Zensur unterworfen war. Einleitend stellt der Korrespondent auf Grund eines Besuches an den verschiedenen Frontabschnitten bei Madrid fest, daß der Würgegriff der nationalistischen Generale um die Hauptstadt von Tag zu Tag fester werde. Die eigentliche Gefahr für die Regierung komme im Augenblick aber nicht von außen, sondern angesichts des wachsenden Terrors des roten Mob von innen. Nach seiner Rückkehr von der Front sei, so heißt in dem Bericht, das ganze dichtbevölkerte Stadtviertel Bario Moncloa in wildem Aufruhr gewesen. Eine rasende Menschenmenge habe versucht, das Carcel Modelo, das sogenannte Modellgefängnis, in Brand zu setzen, wo über 400 politische Gefangene eingesperrt gewesen seien. Als der Korrespondent zusammen mit einem französischen Kollegen und begleitet von zwei ihm vom Kriegsministerium beigegebenen Milizsoldaten zum Gefängnis gekommen sei, seien alle Straßen in der Nähe des Gefängnisses von bewaffneten Männern und Frauen besetzt gewesen, die in größter Erregung alle Vorbeigehenden mit ihren Gewehren und Revolvern bedroht hätten. Sie hätten fast ausschließlich den beiden extremen Gruppen, der anarchistisch=syndikalistischen nationalen Arbeitervereinigung CRT. und den Sturmtruppen der Vereinigung iberischer Anarchisten FAs. angehört, die beide in scharfer Opposition zu der Sozialdemokratie stünden. Aus dem Gefängnis habe man, so heißt es in dem Bericht, das Schreien der Gefangenen gehört, während draußen die Arnarchisten unter Toben ihre Waffen geschwungen hätten. Vor dem Gefängnistor habe totenbleich und mit verzerrten Gesichtszügen der Direktor des Gefängnisses gestanden, der erklärte, daß der Brand, der durch Zufall aufgekommen sei, bereits gelöscht sei, dann den Korrespondenten aber aufforderte, sich zu entfernen. Im gleichen Augenblick habe man aus dem Gefängnis etwa 20 Schüsse und beim Wegfahren noch eine Salve gehört. Im Anschluß hieran stellt der Korrespondent fest, daß die F. A. I, die glaubte, die Hinrichtungen gingen nicht schnell genug vor sich, das Gefängnis in Brand gesteckt habe. Auf den Anruf des Gefängnisdirektors beim Ministerium sei ihm erklärt worden, daß man versuchen wolle, Die„Otdel Jecson Wieder stel Formelle Entschuldigung des spanischen Kreuzerkommandanten— England betrachtet den Fall als erledigt Aufgolgnorf? ssich zu einer Zeit aufhalte, in der sich ein BrennRufgelauert: stofftransport nähere, während die BrennstoffLondon, 24. August. Der Kommandant des britischen Flottillenführerschiffes„Codrington“ hat sich am Sonntagnachmittag an Bord des spanischen Regierungskreuzers„Miguel de Cervantes" begeben und hat dort gegen die Anhaltung und Durchsuchung des britischen Frachtdampfers „Gibel Zerjon“ schärfsten Protest eingelegt. Der Kommandant des spanischen Regierungskreuzers hat sich daraufhin entschuldigt. Die„Gibel Zerjon“ ist inzwischen in Melilla eingetroffen. Sie hat keine Munition an Bord, dagegen soll sie eine Brennstoffladung gehabt haben, auf die es die Regierungstruppen zur Auffüllung der Vorräte in Malaga anscheinend abgesehen hatten. Eigenartige Begleitumstände In der Besprechung des Zwischenfalls weist der Sonderberichterstatter des„Daily Telegraph“ darauf hin, daß es doch mindestens ein eigenartiges Zusammentreffen sei, daß ein Kriegsschiff der spanischen Regierung so außerordentlich nahe bei einem Stützpunkt der Militärgruppe vorräte der Regierungstruppen in Malaga beängstigend knapp würden. Es liege nicht außerhalb der Grenze des Möglichen, daß die Behörden von Malaga über die Fahrt der„Gibel Zerjon“ und ihre Ladung Bescheid gewußt hätten. Der 1400 Tonnen große Dampfer habe sich mit einer Ladung von Brennstoff auf dem Wege von Gibraltar nach Melilla befunden, und da die telegraphischen Verbindungen zwischen Gibraltar und Malaga noch intakt seien, sei es möglich, daß gute Freunde den spanischen Regierungsbehörden einen diskreten Wink über die Annäherung des britischen Schiffes gegeben hätten. Wie weiter bekannt wird, hatte der Kapitän des Dampfers vor der Abfahrt von Gibraltar Schwierigkeiten mit der Mannschaft, die hauptsächlich aus Spaniern bestanden habe, die nicht nach Melilla fahren wollten. Diese Spanier seien dann durch britische Seeleute ersetzt worden. Nach einem inzwischen vorliegenden Bericht habe der spanische Regierungskreuzer„Miquel de Cervantes“ in Malaga von Geheimagenten aus Gibraltar Nachricht über Fahrt und Ziel der „Gibel Zerjon“ erhalten und sich dann in der Nachbarschaft Melillas auf die Lauer gelegt. Für England erledigt London, 24. August. Wie halbamtlich verlautet, betrachtet die britische Regierung den Zwischenfall bei Melilla nunmehr als erledigt, nachdem sich der Befehlshaber des spanischen Kreuzers„Miguel de Cervantes“ förmlich entschuldigt hat. Wie ferner mitgeteilt wird, hat die britische Regierung der spanischen ihre Befriedigung über die Mitteilung zum Ausdruck gebracht, daß britische Schiffe auf hoher See nicht durchsucht werden sollen. Sie hat jedoch die Madrider Behörden darauf aufmerksam gemacht, daß sie auch das Anhalten britischer Schiffe auf hoher See, ganz gleich aus welchem Grunde dies geschehe, als rechtswidrig betrachten werde. Die britische Flotte werde zum Schutz britischer Handelsschiffe auf hoher See, d. h. soweit sie sich außerhalb der DreimeilenZone befinden, eingesetzt werden. mit der F. A. I zu verhandeln. Eine Viertelstunde später sei von dem Ministerium der Befehl gekommen, 50 der Gefangenen zu erschießen. Das sei die Mindestforderung der F. A. I gewesen. Am Abend habe die Regierung eine Erklärung veröffentlicht, wonach es sich um eine Verschwörung faschistischer Gefangener gehandelt habe, die versucht hätten, das Gefängnis in Brand zu stecken, die Schuldigen seien jedoch bestraft worden. Dabei hätten sie, so hieß es in der Erklärung weiter, die Gelegenheit benutzt,„gottesjämmerlich zu heulen“. Am Tage vorher hätten die Angehörigen der F. A. I. den alten General Lopez Ochoa, der wegen der Ereignisse von 1934 verhaftet worden war, sich aber im Militärhospital in dem vier Kilometer von Madrid entfernten Ort Carabanchel befand, aus dem Bett geholt und verlangt. daß er ihnen im Pyjama folgen solle. Nachdem sie ihn erschossen hätten, hätten sie ihm den Kopf abgeschnitten und diesen auf einer Stange in großem Freudenzug vor die Wohnung des Generals in Madrid und dann den Paseo del Prado entlang getragen. Die Polizei habe nicht eingreifen können, da es keine Polizei gebe, die Miliz vielmehr selbst Polizei sei. Einige Zeit vorher hätten sich 110 Mönche, darunter zwei altbekannte katholische Gelehrte, aus Escorial nach Madrid begeben, da sie glaubten, dort in größerer Sicherheit zu sein. Keiner von ihnen hätte jedoch jemals Madrid erreicht. Berichtet wird ferner, daß ein Eisenbahnzug mit 200 Gefangenen aus der Provinz Jaen acht Kilometer vor Madrid zur Entgleisung gebracht worden und in einen Abgrund gestürzt sei. Um den nächtlichen Hinrichtungen Einhalt zu gebieten, habe, so heißt es in dem Bericht weiter, die Regierung angeordnet, daß alle Haustüren um 23 Uhr geschlossen werden müßten und nachher niemand ohne Schlüssel in die Häuser hineinkommen dürfe. Nun komme die F. A. I einfach fünf Minuten vor 23 Uhr oder verschaffe sich in der Nacht mit Dietrichen Zugang. Man rechne in Madrid mit über 6000 Morden, von amtlicher Seite sei dem Korrespondenten die genaue Zahl mit 6090 angegeben worden. Zum Schluß stellt er fest, daß die F. A. 1 das große Problem in Spanien sei. Sie habe die Macht in Barcelona, wo sie am stärksten sei, und in Valencia, wo die Morde im wachsenden Tempo vor sich gingen. In Madrid hätten die Sozialisten die Mehrheit. Die Partei sei sich aber klar darüber, daß es keinen Frieden gebe, ehe sie mit der F. A. I fertig sei. In Barcelona gehörten die Zusammenstöße zwischen der F. A. I und den Sozialisten bereits zur Tagesordnung, und in Madrid hätten nun drei sozialistische Abgeordnete erklärt, sie wagten nicht, ihre Kinder und Enkel auf die Straße gehen zu lassen. Nr. 230 Zweites Blatt des„Stadtanzeigers für Castrov=Nauxel und Umges un Dienstag, den 25. August 1936 GeilleluesVomhogeon! Jechzig Jahre Reichsgesundheitsamt— Ausgaben und Zeistungen Das Reichsgesundheitsamt, die oberste gesundheitliche Fachbehörde des Deutschen Reiches, kann in diesen Tagen auf ein 60jähriges Bestehen zurückblicken. Im Langenbeck=Virchow=Haus zu Berlin findet aus diesem Anlaß ein Festakt statt. Im Hochsommer des Jahres 1876 nahm das Reichsgesundheitsamt in Berlin seine Arbeit auf. Es war weder ein stolzes Verwaitungsgebäude. noch ein Laboratorium vorhanden; die Diensträume befanden sich in einer höchst einjach eingerichteten Mietswohnung in der Luisenstraße 19. Drei Aerzte arbeiteten hier, zwei Bürobeamte, ein Kanzleisekretär und ein Kanzleidiener. Aus diesen kleinen Anfängen ist die große gesundheitliche Fachbehörde entstanden, deren Arbeitsfeld sich in allen einschlägigen Fragen heute über das ganze Reich erstreckt. Aber damals vor 60 Jahren sahen sich die drei Aerzte einer ungeheuren Aufgabe gegenüber. Die Aufzeichnung aller zifsernmäßigen Beobachtungen auf dem Gesundheitsgebiet war unerläßlich. Es bestand nicht einmal die Möglichkeit, eine zuverlässige Statistik der Erkrankungen, ja auch nur der Todesursachen für das gesamte Reichsgebiet durchzuführen Es fehlten dafür die gesetzlichen Unterlagen, oder sie waren nur lückenhaft vorhanden. Also gliederte sich die Tätigkeit des Reichsgesundheitsamtes in jener Anfangszeit in die Vorbereitung von Gesetzen. Erstattung von Gutachten und Sammlung statistischen Materials, fortlaufende Orientierung auf den verschiedenartigen Gebieten der Wissenschaft, sowie über die tatsächlichen Vorgänge im Bereich aller Gewerbe= und Handelszweige. Bereite vier Jahre nach der Gründung des Amtes erwies sich die Mietswohnung in der Luisenstraße als viel zu klein. Ein älteres Privathaus in derselben Straße wurde angekauft, für die Zwecke des Amtes umgebaut und erweitert Das Wichtigste, was hier seinen Platz sand, war das Laboratorium, und als sein Leiter wurde der Kreisphysikus Dr. Robert Koch aus Wollstein nach Berlin berufen. Erst später sollte man erkennen, welch guter Griff das gewesen war. Das Reichsgesundheitsamt hatte es von vornherein als eine seiner Hauptaufgaben erkannt, den verheerenden Volkskrankheiten entgegenzuwirken. Zu dem chemischen und dem hygienischen lam also noch ein bakteriologisches Laboratorium. Fur die Forschungstätigkeit auf dem Gebiete der Insektionskrankheiten war der Eintritt Robert Kochs in das Reichsgesundheitsamt von ausschlaggebender Bedeutung. Es war ihm bereits vorher geglückt, die mikroskovische Untersuchung der Bakterien zu hoher Vollkommenheit auszugestalten. Koch wandte sich sehr bald der verheerendsten aller Volkskrankheiten, der Tuberkulose, zu. Bereits nach halbjähriger Arbeit konnte er vieles, was bisher dunkel gewesen war, aufklären, und in einer denkwürdigen Sitzung der Berliner Physiologischen Gesellschaft im März 1882 zum ersten Male den Tuberkelbazillus im Mikroskop und in der Kultur vorführen, und damit den sicheren Nachweis liefern, daß dieser Bazillus als Erreger der Tuberkulose anzusehen ist. Im nächsten Jahre gelang Koch ein weiterer großer Erfolg: die Feststellung der Cholera=Ursachen. Die auf Anregung von Robert Koch im Südwesten des Reiches erst säter organisierte Typhusbekämpfung hat dann über das Wesen der Typhuserkrankungen wertvolle Aufschlüsse gebracht. Auch die Para=Typhuserkrankungen wurden im Gebiet der organisierten Typhusbekämpfung eingehend verfolgt. Große Studienerpeditionen im Ausland unterstützten die wichtigen Arbeiten des Reichsgesundheitsamtes. 1883. als die Cholera in Aegypten ausgebrochen war, reiste Koch mit seinen Mitarbeitern Gaffky und Fischer im Auftrage der Reichsregierung dorthin. Zur Fortsetzung ihrer Untersuchungen begab sich die Kommission nach Indien, wo ihre Bemühungen, den Erreger der Cholera festzustellen, von Erfolg gekrönt waren. Eine ähnliche Expedition galt 1896 der Ausbreitung der Pest in Bombay. Dann wieder ergab sich die Notwendigkeit. Leprasälle im Kreise Memel genauer zu untersuchen, um festzustellen, ob und inwieweit ihr Auftreten durch die Lepraherde in Rußland bedingt oder begünstigt wurden. Dann gab die Bedrohung des ostafrikanischen Schutzgebietes durch die Schlafkrankheit im Jahre 1906 Veranlassung, eine Expedition nach Ostafrika zu entsenden, die ebenfalls Kochs Leitung unterstand. Der Ausbruch des Weltkrieges stellte an das Reichsgesundheitsamt Aufgaben von ungeahnten Schwierigleiten. Im Vordergrund stand die Versorgung des Volkes mit Lebensmitteln und Gebrauchsgegenständen, u. a. handelte es sich darum. den täglichen Bedarf an den nur in beschränkter Menge und vielfach veränderter Beschaffenheit zur Verfügung stehenden Nahrungsmittel zu ermitteln; ferner den Verkehr mit Ersatzlebensmitteln zu regeln und die Stoffe, die als Ersatz in Frage kamen, vom gesundheitlichen Standpunkt aus auf ihre Brauchbarkeit zu prüsen. Nicht weniger wichtig wai der unmittelbare Gesundheitsschutz. Zum Schutz gegen ansteckende Krankheiten mußten Sera und Impsstoffe in weit größerer Menge als im Frieden hergestellt und vorrätig gehalten werden. Nach dem Kriege zeigte sich dann, daß die Lebensmittelgesetzgebung selbst schon längere Zeit gewisse Lücken aufwies. Durch den Krieg waren in die Kreise der Nahrungsmittelindustrie und des Handels Elemente eingedrungen, die sich aus Sucht nach Gewinn bedenkenlos über gesundheitliche Rücksichten hinwegsetzten. Ein schärferes Eingreisen der Gesetzgebung wurde in vielen Kreisen gefordert. Alles das waren Dinge, die den Aufgabenkreis des Gesundheitsamtes unausgesetzt vergrößerten. Zur Abwehr und Bekämpfung der Krankheiten kam die Ordnung des Avotheken= und Arzneimittelwesens, die Gesundheitsfürsorge und das Wohlfahrtswesen und vor allem die Gewerbehygiene, die den Arbeiterschutz in sich schließt. * Heute arbeitet das Reichsgesundheitsamt nicht mehr mit drei Medizinern, sondern mit zweihundert Gelehrten aus allen Gebieten der Wissenschaft. Neben dem Mediziner steht der Chemiker, neben dem Botaniker der Zoologe, der Bodenkenner und der Weinsachverständige. Es gibt nicht mehr zwei oder drei Laboratorien, sondern eine ganze lange Reihe, in denen alle Stoffe geprüft werden die mit dem Gesundheitswesen, der Ernährung und der Hygiene etwas zu tun haben. Der Präsident des Reichsgesundheitsamtes im Neuen Reich. Professor Dr Reiter, hat neue Abteilungen geschaffen, die sich mit den wichtigen Fragen des Arbeits= und Arbeiterschutzes, mit den erbbiologischen Fragen und der Rassenpflege beschäftigen. Die Ernährungswissenschaft ist keineswegs in den Hintergrund getreten, sie wird nur auf eine neue Grundlage gestellt, um zu erkennen, auf welche Weise der deutsche Boden das Beste hergeben kann. Das Amt ist heute im weitesten Sinne zum maßgebenden Hüter der deutschen Volksgesundheit geworden— eine Aufgabe, die mit zu den höchsten im Neuen Reich gehört. Die Kalsherten besichigen Das Arberschibeinungsgevtel Oeffentliche Ratsherrenberatung gleich nach Rückkehr des Oberbürgermeisters Dr. Ankon Die weitere Tagesordnung Die Ueberschwemmung, die heute vor drei Wochen Castrop=Rauxel heimsuchte, bildet nach wie vor in weiten Kreisen der Bevölierung immer noch ein überaus fruchtbares Gesprächsthema. Namentlich ist das natürlich im Kreise der von den Folgen des Unwetters betroffenen Volksgenossen der Fall, die vor allem an der Frage, ob jemand und wer für die Wiedergutmachung aufzukommen hat, lebhaftes Interesse haben. Es hat bei ihnen angenehm berührt, daß sich Oberbürgermeister Dr. Anton in seinem Urlaub mit der Angelegenheit besaßte und von Mittenwald aus unverzüglich von den zuständigen hiesigen Stellen ausführlichen Bericht und Stellungnahme einforderte. Gleich nach der Rückkehr des Oberbürgermeisters. die bekanntlich am 27. August erfolgt, wird nun am Freitag dieser Woche(28. August) eine Besichtigung des Ueberschwemmungsgebiets durch die Ratsherren unserer Stadt vorgenommen werden Die von Bürgermeister Schulze in Vertretung des Oberbürgermeisters unterzeichneten Einladungen sind bereits herausgegangen. Die Ratsherren werden durch sie gebeten. sich um 16 Uhr an der Unterführung der Tiergartenstraße unter der Emschertalbahn einzufinden. In der sich um 17.30 Uhr anschließenden öffentlichen Beratung der Ratsherren steht u. a. auch ein Informationsbericht über die Kanalisationseinrichtungen der Stadt und die Ursachen der Ueberschwemmungsschäden vom 11. August 1936 auf der Tagesordnung. Die Bürgerschaft begrüßt diese Absicht der Verwaltung, in öffentlicher Sitzung der Ratsherren Stellung zu den genannten Fragen zu nehmen, gewiß freudig, da sie von der amtlichen Stellungnahme eine restlose Klärung erhofft. Da im Gegensatz zu sonst diesmal wohl mit einer größeren Zuhörermenge zu rechnen ist, findet diese Ratsherrenberatung nicht im Sitzungssaal im Rathause, sondern in der Aula der Frauenschule an der Viktoriastraße 24 statt, die die Unterbringung einer großen Anzahl von Zuhörern gestattet. Der Informationsbericht über die Kanalisationseinrichtungen der Stadt und die Ursachen der Ueberschwemmungsschäden vom 11. 8. 36 steht als letzter Punkt auf der Tagesordnung. Vorher werden erledigt: 1. Erlaß einer Satzung über Quartier= und Natural= leistungen für die bewaffnete Macht im Frieden. In den Erläuterungen heißt es: „Nach Wiederherstellung der Wehrhoheit des Deutschen Reiches ist in der Folge häufiger mit militärischen Uebungen und den damit verbundenen Einquartierungen zu rechnen. Aus diesem Anlaß hat der Herr Regierungspräsident in Arnsberg durch Verfügung vom 5. Mai 1936 mitgeteilt, daß auf Grund des§ 7 des Gesetzes vom 25. Juni 1868(Bundesgesetzblatt S. 523) entsprechende Ortssatzungen zu erlassen sind. Der Entwurf(Mustersatzung) einer Satzung für die Stadt Castrop=Rauxel über Quartier= und Natural= leistungen für die bewaffnete Macht im Frieden wird vorgelegt.“ 2. Genehmigung einer außerplanmäßigen Ausgabe bei Abschnitt IV Nr. 83a des Haushaltsplanes für das Rechnungsjahr 1936 in Höhe von 126.— RM. Hierzu besagen die amtlichen Erläuterungen: „Für die Einnahmen aus der Vermietung der Anschlagsäulen hat die Stadt rückwirkend vom Beginn des Kalenderjahres 1935 ab Umsatzsteuer zu entrichten. Die Umsatzsteuer beträgt 2 Prozent der Einnahmen. Für die im Haushaltsplan 1936 veranschlagte Einnahme von 3500 RM. wären somit 70 RM. Umsatzsteuer zu entrichten. Der für das Rechnungsjahr 1935 nachzuentrichtende Steuerbetrag beträgt 55.45 RM. Da im Haushaltsplan für das lausende Rechnungsjahr für diesen Ausgabenzweck keine Mittel vorgesehen sind, sind diese nach Genehmigung durch den Leiter der Gemeinde als außerplanmäßig in der Rechnung zu verbuchen.“ 3. Genehmigung einer überplanmäßigen Ausgabe bei Abschnitt I Nr. 62 des ordentlichen Haushaltsplanes 1936 in Höhe von 75.— RM. Die den Ratsherren zugestellten Erläuterungen führen hierzu aus: „Im Haushaltsvlan für das Rechnungsjahr 1936 sind unter Abschnitt I Nr. 62 zur Beschaffung von Plaketten und dgl. für Vereine und Veranstaltungen 200.— RM. vorgesehen. Im Rahmen des Haushaltsplanes— bzw. mit besonderer Genehmigung— sind bis einschl. 14. Juni 1936 187.80 RM. verausgabt, so daß noch zur Ver— fügung stehen 12.20 RM. Zur Begleichung der Ausgabe zur Beschaffung von 40 Etuis zu den Stadtplaketten werden jedoch noch weitere 75 RM. benötigt. Diese Mehrausgabe ist unabweisbar erforderlich und unaufschiebbar, weil die Plaketten ohne Etuis nicht verliehen werden können. Eine Berücksichtigung des Mehrbetrages war bei der Aufstellung des Haushaltsplanes nicht möglich. da die Höhe der Kosten zur Beschaffung nicht vorauszusehen war. Die Mehrausgabe bedarf nach§ 91 Abs. 1 der Deutschen Gemeindeordnung vom 30. Januar 1935 als überplanmäßig der besonderen Genehmigung des Oberbürgermeisters. nachdem sie vorher mit den Ratsherren beraten worden ist. Es wird um Erteilung dieser Genehmigung gebeten.“ 4. Erlaß eines 3. Nachtrages zum außerordentlichen Haushaltsplan für das Rechnungsjahr 1936. Die 3. Nachtragshaushaltssatzung der Stadt Castrov=Rauxel für das Rechnungsjahr 1936 hat folgenden Wortlaut: „Auf Grund des§ 88 Abs 1 der Deutschen Gemeindeordnung vom 30. Jan. 1935(RGBl. 1 S. 49) wird nach Beratung mit den Ratsherren folgende Nachtragshaushaltssatzung festgestellt: S 1. Der dieser Satzung als Anlage beigefügte 3. Nachtragshaushaltsplan wird im außerordentlichen Nachtragshaushaltsplan in den Einnahmen auf 14 800 RM. (gegenüber bisher 673 165.75 RM. Einnahmen im außerordentlichen Haushaltsplan) in den Ausgaben auf 14 800 RM. (gegenüber bisher 673 165.75 RM. Ausgaben im außerordentlichen Haushaltsvlan) jestgesetzt.“ In dem Entwurf zum 3. Nachtrag zum außerordentlichen Haushaltsplan der Stadt Castrov= Rauxel für das Rechnungsjahr 1936 werden zunächst 800 RM für den Grunderwerb für den Ausbau des„Schwarzen Weges“ von der KlöcknerWerke=.=G. in Ansatz gebracht, die dem Straßenbausonds zu entnehmen sind. In der Erläuterung dazu heißt es: „Um die Kanalisation eines Teiles des Schwarzen Weges als Notstandsarbeit durchführen zu können. muß von dem Metzgermeister Vietor, hier 2. Grund und Boden erworben werden, der in das Gelände des Schwarzen Weges fällt. Da Vietor nur im Tauschwege zur Hergabe des Grund und Bodens bereit ist, muß das Tauschgelände von den KlöcknerWerken erworben werden, und zwar 179 am mit je.23 RM.= 757.17 RM. dazu Grunderwerbsteuer usw. 42.83 RM. 800.— RM.“ Weiter setzt der Entwurf 14000 RM. für die Kanalisierung im Stadtteil Dingen zwischen der Heidestraße und der Straße„An, der Fuckmühle" ein. 5882 RM. sind Förderungsbetrag des Landesarbeitsamtes Dortmund. Der Rest soll dem Kanalisationsrücklagefonds entnommen werden. Die Erläuterungen besagen hier: „Die Vorflut der Kanalisation im Stadtteil Dingen ist jetzt unzulänglich. Die Abwässer gelangen in einen offenen Straßengraben an der Westheidestraße und fließen von dort durch einen durch verschiedene Privatgrundstücke führenden Graben in den Deininghauser Bach. Dieser Graben hat einen unregelmäßigen Lauf, wodurch des öfteren schon Ueberflutungen des angrenzenden Privatgeländes verursacht worden sind. Aus diesen und aus hygienischen Gründen ist die Herstellung eines geschlossenen Vorfluters von der Westheidestraße bis zur Straße„An der Fuckmühle“ mit Einmündung in den Deininghauser Bach erforderlich. Die Kanalisation wird als Notstandsarbeit durchgeführt.“ 5. Bekanntgabe und eotl. Stellungnahme zu dem Jahresabschluß der Stadtsparkasse für 1935 sowie zu dem Revisionsbericht. In den Erläuterungen wird hierzu folgendes bemerkt: „Die Bilanz und Gewinn= und Verlustrechnung der Stadtsparkasse für das Geschäftsjahr 1935 ist durch den Westfätischen Sparkassen= und Giroverband in der Zeit vom 19. März bis 4. April d. J. nachgeprüft worden. Wesentliche Beanstandungen sind dabei nicht gemacht worden. Der Sparkassenvorstand hat sich mit dem Revisionsbericht eingehend befaßt und seine Stellungnahme zu den einzelnen Punkten des Berichts dem Revisionsverband übermittelt. Letzterer hat darauf mitgeteilt, daß er die Stellungnahme des Sparkassenvorstandes als befriedigend ansieht. Vor der Erteilung der Entlastung an die Sparkasse seitens der Aussichtsbehörde sind noch die Ratsherren zu dem Ergebnis des Jahresabschlusses und der Revision zu hören.“ Der Geschäftsbericht der Sparkasse für 1935 ging den Ratsherren zu. 6. Kenntnisnahme von der Erteilung der Entlastung zu der Jahresrechnung der Stadtkasse für das Rechnungsjahr 1934 und von dem Ergebnis der Prüfung durch das Gemeindenrüfungsamt. 7. Informationsbericht über die Kanalisationseinrichtungen der Stadt und die Ursachen der Ueberschwemmungsschäden vom 11. August 1936. Zu den beiden letztgenannten Punkten wurden keine Erläuterungen herausgegeben. Großstadtsperre für Hausgehilfen zu Gunsten Kinderreicher aufgehoben Im Rahmen der ordnenden Maßnahmen bei Bekämpfung der Arbeitslosigkeit sind verschiedene größere Städte auch als Sverrgebiete für den Zuzug von Hausgehilfen vom Lande erklärt worden. Aus volkspolitischen Gründen ist jetzt, wie das ND3. meldet, diese Sperre gelockert worden. Der Präsident der Reichsanstalt für Arbeitsvermittlung und Arbeitslosenversicherung hat in einem Runderlaß ermöglicht, daß die Sperrvorschriften nicht angewendet werden, wenn es sich um die Beschaffung einer Hausgehilfin für kinderreiche Familien handelt. Es sollen sogar gegebenenfalls in derartigen Fällen die angeforderten Hausgehilfinnen auch für die Sperrbezirke im Wege des zwischenbezirklichen Ausgleiches durch die Arbeitsämter selbst beschafft werden. das gefetzlich zulässig ist, biefer ALVA die Höchllmenge an Tabak. Aber nicht nur das! Die verarbeiteten macedonischen Tabake find befonders ausgewählt und sammen: Aur al#s#####en###ten, Spitzen-Emte 331 1 1 SE Mae 92 Nr. 230 Castrop=Rausel Castrop=Rauxel, den 25. August 1936 Mit„RdF.“ nach Berlin! Es wird besonders darauf hingewiesen, daß auch Volksgenossen, die sich selbst Unterkunft und Verpflegung(etwa bei Verwandten. Bekannten usw.) besorgen wollen, an der„KdF."=Fahrt zur Funkausstellung nach Berlin vom 27. bis 30. August 1936 beteiligen können. Für sie beträgt der Teilnehmerpreis nur 13 RM.(sonst bekanntlich einschl. Verpflegung. Unterkunft usw. 23.50 RM.). Anmeldungen sind sofort an die Geschäftsstelle der NS.=Gemeinschaft„Kraft durch Freude", Viktoriastraße 10, zu richten. Wichtiger Vortragsabend für Eigenheim-Interessenten Am heutigen Abend wird in der Wirtschaft Köllmann(Markt) ein wichtiger Vortrag über das Thema„Wie verschaffe ich mir ein schuldenfreies Eigenheim?“ gehalten. Redner ist der Bezirksleiter O. Hölltzer=Düsseldorf von der Bausparkasse Gemeinschaft der Freunde Wüstenrot. Der Vortrag beginnt .30 Uhr. der Eintritt ist frei. Wohltätigkeits-Thealerabende des Blindenvereins Castrop-Kauxel Die Ortsgruppe Castrov=Rauxel des Westfälischen Blindenvereins veranstaltet am 6. September im Saale des Wirtes Böckenkamp im Stadtteil Schwerin und am 13. September im Saale des Wirtes Thimm im Stadtteil Habinghorst einen Theaterabend. Zur Aufführung gelangt„Der blaue Heinrich“. Ausgeführt wird das Stück durch den Theaterverein Teutoburgia. Die Eintrittskarten sind schon jetzt im Vorverkauf zu haben bei Herrn Otto Hupjer, Bodelschwingher Straße 84. und den obengenannten Wirten. Der Eintrittsvreis beträgt im Vorverkauf 30 Pfg. und an der Kasse 50 Pig. Der Ueberschuß der Veranstaltungen wird zu Gunsten minderbemittelter Blinder verwandt. weshalb dem Veranstalter an beiden Tagen ein volles Haus zu wünschen ist. Stadtverband der Heimattreuen Vereine Großes Weinfest am 20. September bei Richter In der am Samstag im Haus Lueg(Gaststätte Villis) abgehaltenen Versammlung des Stadtverbandes der Heimattreuen Vereine der Stadt Castrov= Rauxel wurde vom Vorsitzenden August Gladisch zunächst der bei den revolutionären Unruhen in Spanien gefallenen deutschen Landsleute gedacht. Zu ihren Ehren erhoben sich die Versammlungsteilnehmer von ihren Sitzen. In der Weinwerbewoche 1936 stellt sich der Stadtverband der Heimattreuen Vereine unserer Stadt gern in den Dienst der guten Sache. Er wird am Sonntag, dem 20. September, im Saale der Wirtschaft Richter am Bahnhof Rauxel ein großes Weinfest veranstalten, für das u. a. Konzert, heitere Vorträge und Tanz vorgesehen sind. Im Laufe des Winterhalbjahres sollen im Norden und im Süden unserer Stadt für die Mitglieder der dem Stadtverband angeschlossenen Vereine mehrere Vortragsabende mit Lichtbilder= und Filmvorführungen abgehalten werden, über die s. Zt. nähere Mitteilungen ergehen werden. U. a. ist eine derartige Vortragsveranstaltung mit Lehrer Heinrichs dem Führer des hiesigen Zweigs des Bundes Deutscher Osten. als Redner vorgesehen. Angeregt wurde, mit der Leitung des Heimatmuseums wegen Vereinsführungen durch das Heimatmuseum und mit der Kreisleitung der RS.=Kulturgemeinde wegen korvorativen Kartenbezugs für deren Veranstaltungen in Verbindung zu treten. Eine lebhafte Aussprache knüpfte sich auch an die Besprechung der bei der Sommerfahrt ins Sauerland gemachten Erjahrungen. Es wurde allgemein gewünscht, daß der Stadtverband künftig wieder selbst als Veranstalter die Durchführung derartiger Veranstaltungen in die Hand nehmen soll. Der Vorsitzende Gladisch gab bei dieser Gelegenheit Kenntnis von einer ihm in dieser Angelegenheit von der NS.=Gemeinschaft„Kraft durch Freude" zugegangenen Schreiben. Nachdem noch der Stadtverbandskassierer angewiesen wurde, die noch rückständigen Umlagen verschiedener Verbandsvereine beschleunigt einzuziehen. schloß der Vorsitzende in der üblichen Weise die anregend und harmonisch verlaufene Sitzung. Gartenkonzert der Chorgemeinschaft „Liederhalle-Harmonie“ Das schöne Sonntagswetter hatte eine große Zuhörermenge zu den Gartenkonzerten hinausgeführt, die von der Chorgemeinschaft„Liederhalle=Harmonie“, wie angekündigt, in den schön gepflegten Gärten der Wirtschaften Hovemann und Leßmöllmann im Stadtteil Merklinde=Bövinghausen veranstaltet wurden. Insbesondere waren auch die vassiven und fördernden Mitglieder beider Vereine mit ihren Angehörigen der an sie ergangenen Einladung in überaus stattlicher Zahl gefolgt. Dem Charakter der Veranstaltung entsprechend, bot der gut geschulte Chor in der Hauptsache Volkslieder und volkstümliche Chorwerke. die unter der Stabführung der Chormeister Peitz und Wie mann eine äußerst beifallfreudige Aufnahme sanden, so daß sich die Sänger wiederholt zu Zugaben verstehen mußten. Den Anfang machte man im Hovemannschen Garten, wo vor allem„Morgen muß ich fort von hier" und„Am Brunnen vor dem Tore“ gut gesielen und viel Beifall ernteten. Später siedelte der Sängerchor in den Leßmöllmannschen Garten über und von dort, da es abends kühl wurde, in den Leßmöllmannschen Saal, in dem sich noch ein recht sangesbrüderliches Beisammensein entwickelte, bei dem auch der Humor durch Vorträge der Stimmungskanonen der Vereine zu Wort kamen. Verkehrsunfall Am 21. d. Mts ereignete sich auf der Straße Am Stadtgarten dadurch ein Verkehrsunfall. indem ein Motorradfahrer einen anderen Kraftfahrer überholen wollte und dann ins Rutschen geriet und zu dam. Der Motorradjahrer wurde leicht verletzt. Glosses Bölkssent der KODA P. Sastkop Käutel=Sdb Die Darbietungen der Gauinspektionskapelle und der Kuhrkumpels fanden viel Der gesamte Kreisstab nahm teil Das große Volksfest, das von der Ortsgruppe Castrov=Rauxel=Süd nach dem Motto:„Saure Wochen, frohe Feste" am letzten Sonntag in allen Räumen der Wirtschaft„Zur Post“(Haller) am Markt veranstaltet wurde, fand einen überaus zahlreichen Besuch. Neben den Parteigenossen mit ihren Angehörigen nahmen auch die Familien vieler Volksgenossen daran teil. Eingeleitet wurde die Veranstaltung mit einem musikalischen Umzug durch die Altstadt und einem kurzen Platzkonzert aus dem Markt, die durch den Musikzug der Gauinspektion 1 des Gaues WestfalenSüd(Herne) durchgeführt wurden. Anschließend entwickelte sich in den Räumen der Festwirtschaft regster Betrieb. Der Musikzug der Gauinspektion 1. der hier sich des besten Rufes erfreut und der letzthin noch bei seinem Promenadenkonzert im Ickerner Volksgarten für seine Darbietungen stürmischen Beifall erntete, erfreute das zahlreiche Publikum mit einem Konzert, auf dessen Vortragsfolge erlesene Proben deutscher Musik standen. Zwischendurch traten die vier Ruhrkumvels auf. die bekanntlich unseren Heimatkreis demnächst in Berlin bei Gelegenheit der Großen Deutschen Funkausstellung 1936 von dem Mikrophon des Volkssenders vertreten werden. Mit ihren Gesängen. Vorträgen. Parodien usw. verstanden es die vier trefflichen Künstler, die Herzen der Castrop=Rauxeler im Fluge zu erobern, so daß jede ihrer Nummern mit anhaltendem Beifall quittiert wurde. Der Ortsgruppenleiter der NSDAP. von Castrov= Rauxel=Süd. Tollkamp, hieß in seiner Begrüßungsansprache alle Partei= und Volksgenossen. insbesondere aber Kreisleiter Niever mit seinem gesamten Kreisstabe. Stellv. Kreisleiter Vogt, und die Ortsgruppenleiter Wegner von Castrov= Rauxel=Nord und Schäfer von Dortmund=Lütgendortmund, die zum Feste erschienen waren. herzlich willkommen. Er wünschte allen einen recht angenehmen Verlauf der Veranstaltung und hoffte, daß alle die angenehmsten Erinnerungen mit heimwärts nehmen möchten. Im Laufe des Abends ergriff der Ortsgruppenleiter der NSOAP. von Dortmund=Lütgendortmund. Otto Schäser, das Wort zu einer längeren Ansprache. Der Redner, der aus der Kampfzeit der Partei in Castrov=Rauxel allen Parteigenossen wohl bekannt ist und dessen Eltern noch heute im Stadtteil Rauxel wohnen, verstand es, durch seine Ausführungen der Veranstaltung einen tieferen Gehalt zu geben, indem er die Ideale des Nationalsozialismus in allgemein verständlicher Weise herausstellte. In das dreifache„Sieg Heil“ auf den Führer und Reichskanzler und in den gemeinsamen Gesang der Nationalhymnen stimmten alle Festgäste begeistert ein. Der weitere Verlauf des Abends war einzig und allein der Gemütlichkeit gewidmet. Bei Konzert und Tanz vergnügte man sich noch manche Stunden und der Wunsch des Ortsgruppenleiters Tollkamp, daß alle Partei= und Volksgenossen die angenehmsten Erinnerungen vom Volksfest der NSDAP. Castrop= Rauxel=Süd mit heim nehmen möchten, dürfte aus der guten, fröhlichen Stimmung. der schönen Harmonie und dem Geiste echter Volksgemeinschaft, die das Ganze beherrschten, zu schließen, in bester Weise in Erfüllung gegangen sein. Viel Betrieb herrschte, um noch einiges zu erwähnen, auch am Schießstande und bei der Verlosung, wo es für geringen Einsatz wirklich schöne und nützliche Sachen zu erwerben gab. wenn einem Fortuna hold war. Starken Besuch fand die originell in einer Nische der Kegelbahn aufgebaute „KdF.“=Stadt. die auch den Volksgenossen. die noch keine„Kraft durch Freude"=Fahrt mitgemacht hatten. eine kleine Vorstellung von den Annehmlichkeiten und dem Geiste gaben. die durch die„KdF."=Veranstaltungen vermittelt zu werden pflegen. Bei den Volksgenossen aber, die schon mit„KdF. die Schönheiten der deutschen Heimat, des fernen Norwegens oder gar der varadiesischen Insel Madeira besucht haben, stiegen beim Besuch dieser„Miniatur=KdF.= Stadt“ die angenehmsten Erinnerungen an mit „KdF."=Gefährten gemeinsam verlebte Stunden und Tage auf. Bei solch abwechselungsreichen Darbietungen verliefen die Stunden im Fluge und eher, als es den meisten Teilnehmern recht war, hieß es. Abschied nehmen von der Stätte des so schön und harmonisch verlaufenen Volksfestes. Vom=Hang ir oie=Sbene Segelflugvorführungen zum Großflugtag in Bochum=Weitmar am 30. August 1936 Zu den interessantesten Vorführungen des Flugtages am 30. August dürften zweisellos die Vorführungen von Segelflugzeugen gehören, deshalb sei hier einmal ganz kurz ein Blick geworfen auf die Entwicklung des Segelfluges vom Gleiten und Fliegen am Hang bis zu den Vorführungen von Segelflügen in der Ebene. Nachdem sich der Segelflug vom einfachen Gleitflug am Hang zum Leistungssegelfliegen entwickelt hatte, begannen die Segelflieger auch bald nach Mitteln und Wegen zu suchen, wie man den Segelflug auch in die Ebene hinuntertragen könnte. Während im Hangaufwind unserer deutschen Mittelgebirge, ja schon in bescheidenerem Hügelgelände und im vorzüglichen Dünengelände an den Küsten sich der Segelflugsport schon sehr bald zur Stufe des Leistungssegelfluges hinentwickelt hatte, war zunächst für die flugbegeisterte Jugendim Flachlande noch keine Möglichkeit, sich in diesem Sport zu betätigen. Es sei denn, sie konnte ihre Ferien und freien Tage dazu nützen, in geeignetes Segelfluggelände zu fahren. Das war naturgemäß mit vielerlei Umständen verbunden und forderte von den Jungen große Opfer an Zeit und Geld. die sie jedoch mit voller Hingabe an ihre Aufgabe gern und freudig trugen. Den letzten Pfennig sparten sich diese Jungen, verzichteten auf mancherlei Annehmlichkeiten und Vergnügungen, die sie gern ihren anderen Altersgenossen überließen, wenn sie selbst nur ihrem geliebten Segelflugsport nachgehen konnten. Mit großer Freude begrüßten es die im Flachland lebenden Segelflieger, als durch die Entwicklung geeigneter Startmethoden im Auto=, Flugzeugund Windenschlepp auch die Möglichkeit zu Gleitund Segelflügen in der Ebene geschaffen wurde. Heute sind auch im ebenen Gelände Leistungsflüge möglich. Ja, das Segelflugzeug hat sich in einigen Leistungsbaumustern zum kunstflugtüchtigen Flugzeug entwickelt. Die Erforschung der Thermik, d. h. der durch Temperatur= und Witterungsverhältnisse bedingten Luftströmungen, hat ganz besonders in den letzten fünf Jahren zu Erkenntnissen geführt, die von den Leistungssegelfliegern ausgewertet werden zu stundenlangen Streckenflügen vor Gewitterfronten oder zu beachtlichen Höhen= und Dauerflügen im Aufwind, der entsteht über sonnenbestrahlter Heidelandschaft oder über den Hof= und Straßenschächten der Städte. Alle diese im Segelflug erforschten Kenntnisse kommen wieder der Sicherheit der Verkehrsfliegerei zugute, denn die FlugzeugIndustrie bedient sich der Erfahrungen der Segelfliegerei, wie die Verkehrsfliegerei und unsere junge Luftwafse die tüchtigsten aus den Reihen der Segelflieger in ihren Dienst stellen. Auf dem kommenden Flugtage werden wir also auch unter vielem anderen die einzelnen Startarten für Segelflugzeuge im ebenen Gelände kennenlernen und werden sehen, daß die Segelfliegerei ein Sport ist, der wie der Segelsport aus dem Wasser den Einsatz des ganzen Menschen fordert, ihm dafür aber die schönsten Erlebnisse vermittelt. Vorverkaufskarten sind zu haben bei allen Kreisämtern und Geschäftsstellen der Deutschen Arbeitsfront. NS.=Gemeinschaft„Kraft durch Freude" für die Kreisämter Bochum. Witten. Herne. Castrov= Rauxel. Wanne. Wattenscheid und Enneve=Ruhr, sowie bei allen Betriebswarten in den Betrieben. Die Fundpolizei meldel: Ein Hund zugelausen Falls Eigentumsansprüche nicht geltend gemacht werden, findet Versteigerung am Mittwoch. dem 26. August 1936. vormittags 10 Uhr. im Stadtpolizeibüro, Kirchvlatz 3, statt Ein Unhold festgenommen In der letzten Zeit hat sich ein Anwohner der Münsterstraße vorübergehenden Frauen von seiner Wohnung aus unsittlich gezeigt. Er konnte jetzt auf irischer Lat von der Polizei beobachtet und festgenommen werden. Vorurteile gegen den Seefischgenuß im Sommer müssen fallen Während der kühlen Jahreszeit hat die deutsche Hochseefischerei dank der vermehrten Nachfrage genügend Arbeit. Kommt aber die wärmere Jahreszeit heran, so tritt allmählich ein gewisser Stillstand in der Hochseefischerei ein: viele tausende Fischer müssen teilweise untätig die Zeit verbringen, weil eben leider noch große Vorurteile gegen den Seefischgenuß im Sommer bestehen. Diese Vorurteile sind aber vollkommen unberechtigt, denn der Seesisch ist gerade im Sommer im guten Ernährungszustand und sein Fleisch von erhöhtem Wohlgeschmack. Wenn sich die Hausfrau klar macht, wie der Fisch vom Meere in die Küche gelangt, dann darf es wohl keine Bedenken mehr geben. Kaum sind die Fische gefangen und das große Netz an Bord. werden auch schon die Fische geschlachtet und dann sofort in besondere gekühlte Räume im Schiff eingelagert. Bei der Löschung des Fanges im Hafen wird wieder größte Vorsicht beachtet; die Fische werden in der kühlen Nacht in die Auktionshallen gebracht und in allerkürzester Zeit an den Fischgroßhandel versteigert. Dieser läßt die Seefische schnellstens für den Versand verpacken, besondere Eilzüge bringen die Fische ins Binnenland. Die Fische werden in eigens konstruierten Kühlwagen für Seefische verladen. Auch die Uebernahme der Fische durch den Kleinhandel geht rasch vor sich und überall ist der Fisch dabei sauber und in Eis verpackt, so daß er mit der Wärme überhaupt nicht in Berührung kommt. Beim Einzelhändler liegt er dann wieder bis zum Verkauf an die Hausfrau gekühlt und bleibt so vollkommen frisch. Es ist aber wirklich nicht einzusehen, warum die deutsche Hausfrau nicht auch im Sommer Seefische kaufe und dadurch auch dem deutschen Hochseefischer helfen will. Sie braucht ja keine Opfer zu bringen, sondern nur das Vorurteil gegen den Seefischgenuß im Sommer aufzugeben. Kostenloser Rat für Seidenbau=Interessenten Die stetig steigende Ausdehnung des Seidenbaues in Deutschland bringt eine immer stärker werdende Nachfrage nach Maulbeerpflanzen mit sich. Um die Seidenbauinteressenten vor Uebervorteilungen bei der Beschaffung der Pflanzen zu schützen, hat der Reichsnährstand Richtvreise für Maulbeerpflanzen erlassen. Demnach kosten 1000 einjährige Maulbeeren rd. 15 Mark. 1000 zweijährige rd. 45 Mark. 1000 3jährige rd. 65 Mark. Alle mit der Reichsfachgruppe Seidenbauer e. V. in Celle arbeitenden Baumschulen haben sich verpflichtet, diese Preise einzuhalten. Es liegt daher im Interesse eines jeden Beziehers von Maulbeerpflanzen, seinen Bedarf nur durch die Reichssachgruppe Seidenbauer zu decken. Die Reichsfachgruppe Seidenbauer ist bekanntlich die alleinige Organisation der deutschen Seidenbauer. durch die auch der Bezug von Raupeneiern, der Absatz der Kokons die Schulung der neuen Interessenten usw. vorgenommen wird. Pflanzbestellungen für die Herbst= oder Frühjahrspflanzzeit sind schon jetzt der Reichssachgruppe Seidenbauer. Celle, zuzuleiten. damit eine Belieferung bei der großen Nachfrage zugesagt werden kann. Interessenten erhalten kostenlos durch die Reichssachgruppe Rat und Auskunft. Legelftieger in herne gelandet Herne. Samstagnachmittag gegen.25 Uhr landete in der Nähe des Stadtgartens der Fluglehrer Franz Bock, Herne. Bahnhofstraße 44, aus 1100 Meter Höhe. Bock war um 16.55 Uhr auf dem Segelfluggelände in den Borkenbergen ausgestiegen und zwar im Schlepp eines Klemmflugzeugs. von dem er sich in Sicht der Landungsstelle ausklinkte, um dann nach einigen Runden glatt zu landen. Gleich nach der Landung wurde das Segelflugzeug auseinandergenommen und sachgemäß auf dem Anhänger eines Kraftwagens verstaut, so daß es schon gegen 18 Uhr wieder abgefahren werden konnte. Eine große Menschenmenge wohnte dem Ereignis bei. Traditions=Ecke Zusammenkunft ehem. 6. Grenadiere Am nächsten Samstag, dem 29. August, abends 20 Uhr. findet in der Wirtschaft Hugo Baack, Münsterstraße. eine Zusammenkunft der in Castrop= Rauxel und Umgebung wohnenden ehemaligen Kameraden des 1. Westvreußischen Grenadier=Regt. Nr. 6„Gras Kleist von Nollendorf“ statt. Es soll die Teilnahme an der Wiedersehensfeier, verbunden mit Pokalschießen. in Witten an der Ruhr. am Sonntag. dem 13. September, besprochen werden. Alles Nähere wird in der Versammlung bekanntgegeben. Kameraden, die aus irgend einem triftigen Grunde an der Zusammenkunft nicht teilnehmen können, wollen sich vorher schriftlich oder mündlich beim Kameraden Heinrich Grüning. Castrov=Rauxel 1. Bochumer Straße 134, melden. Lotaler Sport Alemannia Dortm.— Arminia Marten:0 Die Arminen waren von den Alemannen zum Freundschaftsspiel eingeladen und wurden mit dem knappsten aller Ergebnisse geschlagen. In der ersten Hälfte sah es allerdings nicht nach einer Niederlage aus: denn die Martener waren durchweg überlegen. ohne indessen Tore erzielen zu können Man kombinierte wieder zu viel. Mit:0 wurden die Seiten gewechselt. Nach der Pause kamen die Alemannen auf. Sie konnten nach zehn Minuten das erste und einzige Tor aus dem Gedränge erzielen. Die Martener spielten mit Ersatz für Kronsbein. Grimm und Koller. Von den neuen Leuten hat sich Meckbach gut eingeführt. Ein:0 hätte dem Spielverlauf besser entsprochen. Spertfr. Schwerin— PfL. habinghorst:0 Am Sonntagnachmittag 4 Uhr fand in der Kampfbahn an der Linde das Rückspiel Sportfteunde Schwerin— VfL. Habinghorst statt, bei dem die Sportfreunde die s. Zt. erlittene hohe Niederlage wieder wett machen konnten. Beide Mannschaften traten mit einigen Ersatzleuten an. Gleich nach Beginn entwickelte sich ein flottes Spiel, bei dem die Schweriner Stürmerreihe Habinghorsts Tor bald in Gefahr brachte. Aber die Schweriner spielten zu übereifrig, so daß einige sehr gute Torgelegenheiten von ihnen ausgelassen wurden. In der 20. Minute endlich fiel durch den Mittelstürmer Stankowiak aus einem Gedränge heraus für Schwerin das längst verdiente Tor. Alle Versuche der Habinghorster, gleichzuziehen, scheiterten an der schußsicheren Schweriner Verteidigung. in der Rogall besonders hervorragte. Bis zur Halbzeit herrschte dann verteiltes Feldsviel. Mit:0 ging es in die Pause. Nach Wiederanstoß zogen die Sportfreunde gleich wieder vor das Habinghorster Tor: doch auch jetzt wollten sich Torerfolge nicht einstellen. Einige schön vom Rechtsaußen hereingegebene Ecken wurden nicht verwertet. Erst zwei Minuten vor dem Schlußpfiff konnte Stankowiak das zweite Tor erzielen und damit den Sieg sicher stellen. Das Eckenverhältnis:2 gibt den Svielverlauf richtiger wieder als das Torergebnis. Bei etwas mehr Glück hatten die Schweriner Stürmer unbedingt mehr herausgeholt. Wenn die Sportfreunde am nächsten Sonntag gegen die Reserve von Schalke 04 nicht mehr aus sich herausgehen, werden sie wohl an einer hohen Packung nicht vorbeikommen. Alemannia Kauxe!— Urania Lütgendortmund:3 Nach langer Pause trafen sich beide Gegner auf dem Alemannen=Platz in Rauxel. Man merkte sofort. daß Urania den Platzverein überfahren wollte. Es dauerte auch nicht lange und Urania führte:2. Nun rafften sich die Alemannen zusammen und nach schönem Zusammenspiel der ganzen Mannschaft erzielte der Mittelstürmer den ersten Gegentreffer. Bald stand das Spiel:2. Mit diesem Resultat ging es in die Halbzeit. Nach der Pause konnte Urania gleich wieder ein Tor vorlegen. Dann besannen sich die Alemannen darauf. daß sie die letzte Niederlage in Lütgendortmund wieder wett zu machen hatten. Urania konnte es nicht verhindern, daß es bald 333 lautete. Darauf spielten beide Mannschaften um den Sieg. wobei Alemannia den Endspurt übernahm und es nach schönem Zusammenspiel auf:3 bringen konnte. 2. Alemannia Rauxel— 2. Urania Lütgendortm.:0 Tennisturnier des Turnerbundes Kauxel Bei herrlichem Wetter sand am Samstag und Sonntag auf dem Platz der Rütgerswerke das Rückspiel der Tennisabteilung des Turnerbundes Rauxel gegen den Tus 09 Suderwich statt. Rauxel konnte nach sehr schönen wechselvollen Spielen die Oberhand behalten und siegte im Gesamtergebnis mit 11:4. Nachstehend die einzelnen Ergebnisse: Turner=Einzei: Puls— Sommer:6,:7; Wiedemann— Schütze:3.:10.:3: Puls jun.— Fröhling:6.:6: Wickel— Sterner:6.:6: Frentrov— Sommer:3,:6.:4. Turner=Doppel: Puls=Wicke!— SternetHeinemeyer:5.:6,:6: Puls=Wiedemann Schütze=Fröhling:3,:6.:8: Puls jun.=Keinhörstek gegen Schütze=Fröhling:6.:6; Puls=Wickel gegen Sterner=Sommer:4,:8.:6. Turnerinnen=Einzel: Möhrstedt— Sommer:6. 10:8,:6; Dröghoff— Fehr:5,:6,:6: Möhrstedt— Ballensiesen:6,:7. Gemischtes Doppel: Dröghoff=Keinhörstel gegen Eckelmann=Fröhling:6.:6; Möhrstedt=Puls gegen Ballensiesen=Sterner:6.:6; MöhrstedtWickel— Sommer=Sommer:5,:6. Im 1 schichte# Halbinse Bürgerk nicht an tigen Spanien völlig a erinnert Jahren La Gra ohnedies Schrecken Eine Meldung fekturverwaltung Basses=Pyrenees einer soeben ausge Ufer des Flusses 2 der französischen hundert Jahren. heimsuchten, hatte gesunden und wi in Madrid. Der San Ildesonso ab Blut, denn dem vergönnt. Zur g Brunnenvergiftun Karlisten und bra zum blutigen Aus und schreckliche Blu mußte aufgehoben der Jesuiten zur Auftakt. Zu jener Zeit k Parteien auf das die Christinos hänger des Don C hänger der königl lichen Königin Is ihrer Mutter die sahen. Die Karlis durchzubringen un liche Partei. aber hauptsächlich an 2 wurden ihnen ar Truppen konnten nur in geringer war der Ueberfluf die Provinzialmil viele Abenteurer die Person des D der königlichen Se tiger Stratege. Bürgerkrieges nich sam und zu bedächt die Karlisten war legen. Sie belage den Kampf nur ar ihrer harrten. Ein Streif; Bei der Untätig Wunder, daß die Tag erweiterten. Gomez mit ganzei spanien entsandt Karlisten saßen. mi ten sie ständig gröf Gomez z. B. dran brechend, über Ast karlistische Bewegu Darauf wandte er Truppen, nach Le Guadalaxara vor. zog. bald rechts. be Valencia. Von h Andalusien nach C. liche- Truppen ent weichen, zog nach? in den Quecksilbern und warf sich noch Schlangenlinien u überquerte er den ter auch den Ebro los an. Von sein tausend verloren. fand sich reiche K Svanien umkreist gebracht, der in d nicht vergessen ist. Aehnliche Züge Generale. so Sanz einen noch dem an digte sie, sich zu vie! und die Karlistenfi königlichen Trupper Verlegenheit, besor Hilfe; denn die K Ueberfall mißlung Bilbao begonnen u In ihrer Not gab renden General der durch Signale Nach griff auf das Lage Madrid war voll mit Dankadressen u Im Innern des in Barcelona. Cal Miquel, der Komm Spitze der Bewegu ung von 1812 stand allem in Madrid. Bürger sich im Au von Absetzung dei Lebenswandel Anst der Belagerungszust entwaffnet und die nicht viel, denn di gewinnen, um ein zu organisieren. Nr. 230 sandet 25 Uhr landete luglehrer Franz s 1100 Meter dem Segelflugsegen und zwar von dem er sich te. um dann en. Gleich nach g auseinanderInhänger eines gegen 18 Uhr Eine große s bei. renadiere August, abends ugo Baack der in Castrov= m ehemaligen 5renadier=Regt. att. Es soll die verbunden mit , am Sonntag. i. Alles Nähere geben. Kameen Grunde an können, wollen im Kameraden I 1. B o c h u m e r Dritteo Blatt des„Stadtanzeigero für Castron=Nauxel und Umgebung“ Dienstag, den 25. August 1936 ort Marten:0 lemannen zum rden mit dem In der ersten ner Niederlage weg überlegen. Man kombien die Seiten sie Alemannen das erste und n. Die Marte1. Grimm und Meckbach gut iverlauf besser inghorst:0 and in der cksviel Sportstatt, bei dem ohe Niederlage Mannschaften ein flottes Stürmerreihe ichte. Aber die aß einige sehr sgelassen wur ch den Mittefige heraus für e Versuche der eten an der in der Rogall bzeit herrschte ing es in die freunde gleich doch auch jetzt Einige schön wurden nicht im Schlußpfif zielen und daverhältnis:2 als das Toren die Schwesgeholt. sten Sonntag icht mehr aus i einer hohen Lütgene Gegner auf merkte sofort. en wollte. Es a führte:2. men und nach Kannschaft erGegentreffer. Resultat ging onnte Urania besannen sich ste Niederlage rachen hatten. ß es bald:3 aften um den irt übernahm f:3 bringen gendortm.:0 es kauxel Samstag und erke das Rückundes Rauxel kauxel konnte en die Obersamtergebnts mer:6,:7; Puls jun.— 6.:6: FrenSterneriedemann .=Keinhörster Wicke gegen tedt— Som:5,:6,:6: ss=Keinhörster köhrstedt=Puls MöhrstedtSes Siaua SUnEl Giunzt Schon vor kundert Jahren Bürgerkrieg in Spanien— Merkwürdige Jarallelen schichte wurde das Land auf der Vorenden: Erzwungener Eingang in das Halbinsel von zahlreichen Aufständen und Die Karlisten waren rührig gewesen: Bürgerkriegen heimgesucht. Wenn es auch nicht angeht, diese Revolten mit den heutigen Vorgängen in dem unglücklichen Spanien zu vergleichen, da die Ursachen völlig andere waren, so mag doch daran erinnert werden, daß vor genau hundert Jahren im August 1836 der Aufstand von La Granja(oder San Ildesonso) das ohnedies schwer beunruhigte Land in Schrecken versetzte. Eine Meldung dieser Tage besagt, daß die Präsekturverwaltung des französischen Devartements Basses=Pyrenees sich genötigt gesehen hat, wegen einer soeben ausgebrochenen Evidemie am spanischen Ufer des Flusses Bidassoa ein Sanitätskordon längs der französischen Grenze zu errichten. Auch vor hundert Jahren, als die ersten Unruhen das Land heimsuchten, hatte die Cholera Eingang in Spanien gefunden und wütete, ungezählte Opfer fordernd, in Madrid. Der Hof flüchtete und hielt sich bei San Ildesonso abgesperrt. Das machte viel böses Blut, denn dem Volke war eine solche Flucht nicht vergönnt. Zur gleichen Zeit liefen Gerüchte von Brunnenvergiftungen um, hervorgerusen durch die Karlisten und brachten die ausgesammelte Erregung zum blutigen Ausbruch. Klöster wurden erstürmt und schreckliche Bluttaten begangen. Die Inquisition mußte aufgehoben werden und hatte die Verbannung der Jesuiten zur Folge; das war jedoch nur der Auftakt. Zu jener Zeit bekämpfen sich in Spanien zwei Parteien auf das Erbittertste: die Karlisten und die Christinos. Die Karlisten waren die Anhänger des Don Carlos und die Christinos die Anhänger der königlichen Partei, die in der jugendlichen Königin Isabella, die unter der Regentschaft ihrer Mutter die Herrschaft führte, ihr Oberhaupt sahen. Die Karlisten waren entschlossen, ihre Sache durchzubringen und stets im Angriff auf die königliche Partei. aber im Frühjahr 1835 fehlte es ihnen hauptsächlich an Material. Geschütze und Gewehre wurden ihnen aus England geliefert; berittene Truppen konnten sie bei ihrem Mangel an Pferden nur in geringer Zahl stellen. Umso größer aber war der Ueberfluß an Menschen: selbst wenn man die Provinzialmilizen nicht rechnete, fanden sich viele Abenteurer zusammen und drängten sich um die Person des Don Carlos. Der Heerführer auf der königlichen Seite, Cordova war wohl ein tüchtiger Stratege, aber den Anforderungen eines Bürgerkrieges nicht gewachsen. Er galt als zu langsam und zu bedächtig, um den Sieg an sich zu sesseln: die Karlisten waren gewandter und dadurch überlegen. Sie belagerten San Sebastian und muzten den Kampf nur aufgeben, weil wichtigere Ausgaben ihrer harrten. Ein Streifzug durch ganz Spanien Traditionen, durch den Artikel 54, daß Bei der Untätigkeit der Königlichen war es kein natürlichen Wasserstraßen Abgaben nur für die Wunder, daß die Karlisten ihre Pläne von Tag zu Benutzung besonderer Anstalten, die zur ErleichteTag erweiterten. Da wurde z. B. der Generalrung des Verkehrs dienen, erhoben werden dürfen. Gomez mit ganzen fünftausend Mann nach Süd= Damit wurde das in den Friedensverträgen von spanien entsandt Die Grenzlinie, hinter der die 1866 durch Preußen für die Rheinschiffahrt erreichte Karlisten saßen, war der Ebro; von hier aus mach= Ziel zu einem Bestandteil der gesamtdeutschen ten sie ständig größere Ausfälle. Und dieser General Rechtsgrundlagen. Gomez z. B. drang. die seindlichen Linien durch=„Was einst die Kapitularien des fränkischen Reibrechend, über Asturien nach Coruna vor. um dieches wollten, was die kämpfende Gewalt der Kaiser, karlistische Bewegung in Galicien zu unterstützen. Darauf wandte er sich, verfolgt von den königlichen Truppen, nach Leon, drang nach Sepulveda und Guadalaxara vor, setzte Madrid in Schrecken und zog. bald rechts, bald links Abstecher machend, nach Valencia. Von hier ging er über Mancha und Andalusien nach Cordova. Als sich ihm hier königliche- Truppen entgegenstellten, mußte er zurückweichen, zog nach Almaden, zerstörte dort alles, was in den Quecksilberwerken an Werten vorhanden war und warf sich noch einmal nach Südandalusien. In Schlangenlinien und den Gegner stets überlistend. überquerte er den Guadalquivir und den Tajo, später auch den Ebro und kam glücklich bei Don Carlos an. Von seinen fünstausend Mann hatte er tausend verloren. aber in seinen Bagagewagen besand sich reiche Kriegsbeute. Er hatte sast ganz Svanien umkreist und einen Streifzug hinter sich gebracht, der in der spanischen Armee noch heute nicht vergessen ist. in gewesen; es war ihnen gelungen, ein Regiment aus der Provinz zu alarmieren, das in der Nacht vom 12. zum 13. August 1836 unter einem Sergeanten namens Garcia nach dem Schloß von La Granja zog. wo sich der Hof aufhielt. Andere Truppen schlossen sich ihnen an. Geschütze wurden aufgefahren und auf die Fenster des Schlosses gerichtet. Dann erschien eine Abordnung von zwölf Soldaten und zwang die Regentin, sie zu empfangen und sich für die Verfassung von 1812 zu erklären Das waren die äußeren Vorgänge des Aufstandes von La Granja. Am 17. August zog die Regentin in Madrid ein. Aus den Fenstern wehten grüne Fahnen, grüne Bänder zogen sich von Haus zu Haus als Zeichen der Revolution, und jeder trug eine grüne Kokarde. In ihrem Galawagen fuhr die Regentin an der Seite der kleinen Königin Isabella durch die schweigenden Volksmassen. Die meisten Minister waren geflohen, der Stadtkommandant von Madrid wollte mit einigen Offizieren, verkleidet, dasselbe tun: sie sielen der Volksmasse zum Opfer. Die Truppen organisierten sich z. T. eigenmächtig, gingen auseinander oder nötigten ihre Besehlshaber, auf eigene Faust Kries zu jühren. Die Gesandten hatte nicht viel Zweck. Erst 1830 im Vertrag Preußens. Rußlands. Oesterreichs, Sardiniens und Bergara erfolgte der offizielle Verzicht der Karlisten. Die Befrelung der Rheinschiffahrt dor 00 Führen Neavels verließen Spanien. Selbst England und Frankreich mißbilligten die Umwälzung. Das Schlimmste aber war, daß die Not auf Höchste stieg. Die fortwährende Unruhe im Lande hatte dazu geführt, daß viele Felder unbestellt blieben. In anderen Gebieten wieder war die Ernte verwüstet worden, oder Unberufenen hatten sich in ihren Besitz gesetzt. Eine Zwangsanleihe half nicht viel. Alle Klostergüter wurden veräußert, ja, selbst die Klosterglocken wurden zu Geld gemacht. Aufs Neue begannen sich die Karlisten zu rühren, die glaubten, daß jetzt endlich ihre Stunde gekommen wäre. Madrid wurde von allen Seiten bedroht. Das Land war in viele Teile zerrissen, unter den Karlisten selbst gab es Unstimmigkeiten, die Provinzialvräsidenten weigerten sich. Don Carlos zu unterstützen und ihm Mittel zur Verfügung zu stellen. Neue Bluttaten erregten das Land: von beiden Parteien, besonders aber von den Karlisten, wurde das Unterdrückungssystem auf die Spitze getrieben. Kinder wurden erschossen, karlistische Offiziere und Soldaten hingemordet. Endlich legten sich die Großmächte ins Mittel: England und Frankreich wurden bei der Regentin vorsteilig. Preußen, Oesterreich und Rußland bei Don Carlos. Auch das hatte nicht viel Zweck Erst 1839 im Vertrag von Zum Oberschulrat ernannt Dortmund. Der Studienrat Ludwig Bremme am städtischen Adolf=Hitler=Gymnasium in Dortmund ist zum Oberschulrat im preußischen Landesdienst ernannt und dem Oberpräsidenten in Münster zugeteilt worden. Pech eines Ganz=Raffinierten Recklinghausen=Süd. Ein hiesiger Bergmann besuchte einen an der Bochumer Straße wohnenden Bekannten und stellte sein Fahrrad auf den Hof vor ein Kellersenster. Diese Gelegenheit benutzte der Eigentümer des Kellers, um vom Fenster aus den Dynamo von dem Rade abzuschrauben. Kaum aber hatte er das sertig gebracht, den Dynamo aber noch beiseite geschafft, als der Eigentümer des Fahrrades erschien und sogleich den Diebstahl bemerkte. Wenn auch der raffinierte Dieb ansangs zu leugnen suchte, so half ihm das doch nichts, und nun sieht er einem Strafverfahren entgegen. Von Gesteinsmassen verschüttet und getötet Hüls. Auf der Zeche„Auguste Viktoria“ geriet der Kohlenhauer Gustav Fräntzel unter niederbrechende Gesteinsmassen und konnte erst einige Stunden später als Leiche geborgen werden. Be In der 2. Hälfte des Monats August 1866. vor nun 70 Jahren, schloß als erster der süddeutschen Staaten das Großherzogtum Baden seinen Frieden mit Preußen. Im Friedensvertrag verpflichtete es sich auf Verlangen Preußens, mit Beginn des Jahres 1866 von der Erhebung der Rheinschiffahrtszölle Abstand zu nehmen. Am 22. August folgte Bayern, am 3. September Hessen=Darmstadt dem badischen Beispiel. Nassau, das Jahrzehnte lang ein besonders hartnäckiger Gegner der Rheinbefreiung gewesen war. verschwand als selbständiger Staat aus der deutschen Geschichte. So hatte Preußen für die Rheinschifffahrt erreicht, was es auf deutschem Boden erreichen konnte. Noch aber gab es französische Zollerhebungsämter in Straßburg und Alt=Breisach Sie wurden durch die„Revidierte Rheinschiffahrtsakte“ vom 17. Oktober 1868 beseitigt, ein Vertrag, den alle Rheinuferstaaten unterzeichneten. Die beteiligten Staaten versprachen durch den Vertrag die völlige Freiheit der Schiffahrt auf dem Rhein und seinen Ausflüssen von Basel bis in das offene Meer hinein für Fahrzeuge aller Nationen und erklärten, daß vom 1. Juli 1869 an„irgendwelche Abgaben, die sich lediglich auf die Tatsache der Beschiffung gründen, weder von Schissen oder deren Ladungen noch von Flößen erhoben werden dürfen.“ Die Verfassung des 1871 gegründeten Deutschen Reiches bestimmte, in Fortsetzung der vreußischen die Friedensschlüsse und Zollkongresse von Jahrhunderten erstrebten, nach tausendjährigem Ringen war es endlich erreicht"(Eckert). Es wurde erreicht, indem zwei Großmächte, vom Osten her Preußen, vom Westen aus Frankreich, ihre Herrschaft am Rhein ausbreiteten. Kein Zweisel kann darüber bestehen, daß die Befreiung der Rheinschiffahrt von den unerträglichen Fesseln, die deutsche Kleinstaaterei ihr auserlegt hatte, ihren ersten großen Anstoß durch die Politik Navoleons erhielt, die die Souveränität einer großen Reihe von Rheinstaaten. vor allem die der geistlichen Herren und freien Städte, beseitigte. Die von Navoleon angebahnte Befreiung der Rheinschiffahrt blieb, als seine Politik zusammenbrach. ein Ziel der Siegermächte. Nach dem Pariser Friedensvertrag von 1814 sollte der Rhein künftig von dem Punkt, wo er schiffbar wird. bis zum Meer für jeden als freie Fahrstraße dienen Freilich führten dann die gut gemeinten Beschlüsse des Wiener Kongresses und die durch sie geschehene Einsetzung der Zentralkommission für die Rheinschiffahrt noch keineswegs zu dem großen Ziel. Zu zahlreich und vielfältig waren die am Rhein im Widerstreit stehenden Interessen. Auch mit der Rheinschiffahrtsakte von 1831 wurde das Ziel noch nicht erreicht. Es bedurfte des zähen Kampfes von Preußen, das 1815 seine storke Stellung am Rheinstrom gewonnen hatte, und der gewaltigen Fortschritte der Schiffahrtstechnik. um Stück für Stück die mittelalterlichen Schranken auf dem Strom niederzureißen. Wenn jetzt auf dem Rhein bergwärts und talwärts ein Warenstrom dahinzieht, wie gleich mächtig auf keinem anderen euroväischen Wasserlauf so wollen wir nicht vergessen, daß der große König. dessen aus Anlaß seines 150. Todestages ganz Deutschland gedachte, auch ein starker Vorkämpfer der freien Schiffahrt gewesen ist. Er scheute nicht. als es um die Freiheit der Ruhrschiffahrt ging, die Widerstände deutscher Kleinstaaterei durch Drohung mit militärischen Maßnahmen niederzuzwingen. Stinigten nlacht start Der Weg des deutschen Handwerks Aehnliche Züge unternahmen andere KarlistenGenerale. so Sanz und Cabrera. Aber weder dem einen noch dem anderen wurde Dank: man beschuldigte sie, sich zu viel mit Politik beschäftigt zu haben. und die Karlistenführer ließen sie einkerkern. Die königlichen Truppen waren nach wie vor in großer Verlegenheit, besonders im Norden brauchten sie Hilfe; denn die Karlisten hatten, nach dem ein Ueberfall mißlungen war, die Belagerung von Bilbao begonnen und bedrängten die Stadt schwer. In ihrer Not gab die Stadt dem in der Nähe harrenden General der königlichen Truppen Espartero durch Signale Nachricht, und dieser wagte einen Angriff auf das Lager der Karlisten, der auch gelang. Madrid war voll Jubel, die Cortes sparten nicht mit Dankadressen und Belohnungen. Im Innern des Landes aber herrschte Gärung: in Barcelona. Calencia und Saragossa, wo San Miguel, der Kommandierende der Armee. an der Spitze der Bewegung für Erneuerung der Verfasung von 1812 stand, brachen Empörungen aus. Vor allem in Madrid, wo mehrere Regimenter und die Bürger sich im August erhoben. Man sprach sogar Absetzung der Regentin, deren persönlicher Lebenswandel Anstoß erregte. Ueber Madrid wurde der Belagerungszustand verhängt, die Nationalgarde entwaffnet und die Zeitungen verboten. Das half nicht viel, denn die Aufwiegler wollten nur Zeit gewinnen, um einen vollständigen Militäraufstand zu organisieren. Hagen. Im Ratskeller in Hagen kamen die Gaufachschaftswalter und Kreisbetriebsgemeinschaftswalter der Gaubetriebsgemeinschaft„Handwerk“ zu einer Arbeitstagung zusammen. Fast alle Kreise Südwestfalens waren vertreten. Die Tagung erhielt eine festliche Einstellung durch Darbietungen des Seidemann=Quartetts. Im Namen der Deutschen Arbeitsfront eröffnete Parteigenosse Braun die Tagung. Dann sprach Gaubetriebsgemeinschaftswalter Plankermann über den zukünftigen geraden Weg des Handwerks. Die Aufgaben seien bekannt, so sagte er, und Hemmnisse irgendwelcher Art dürse es nicht geben. Wir wollen uns näher kennen lernen in der Gaubetriebsgemeinschaft und in der Innung. damit Ruhe und Ordnung im Handwerk herrscht. Wir müssen den kleinen Betrieben die Sorge abnehmen und die Betriebsgemeinschaft zwischen Meister, Geselle und Lehrling fördern. Hierbei ist der Einsatz der besten Kräfte nötig. Jeder Fachschaftswalter muß jeden Betrieb in seinem Gebiet durch und durch kennen, um wirksam zu arbeiten. Gausachgruppenwalter Schulte sprach über die Organisation der Fachgruppe Bauhandwerk. Gerade hier sei es schwer, so wurde von ihm betont, die Verbindung der Volksgenossen untereinander herzustellen, weil hier der Stellenwechsel häufiger sei. Gaufachgrupvenwalter Darmstädter ging in seinem Reserat über die Fachgruvpe Nahrungs mittelhandwerke auch auf die Fuhrung von Arbeitszeitkontrollbüchern ein. Er besprach auch das Nachtbackverbot in den Bäckereien und das Gesellenwandern. Die Betreuung dieser Wandergesellen legte er allen ans Herz. Auch er beschäftigte sich dann mit Berufserziehungsfragen. Parteigenosse Klivker sprach über die Arbeit in der Fachgruppe Holzhandwerke und nahm eingehend Stellung zur Urlaubsfrage. Gausachgrunvenwalter Parteigenosse Braun sprach über die Notlage und ihre Bekämpfung in der Fachgrupve Bekleidungs= und Reinigungshandwerke. Allen diesen Leuten müsse wieder der Boden zur Arbeit verschafft werden. Dazu sei notwendig, daß der Tarif herauskomme. In diesem Augenblick würde auch der Konkurrenzkampf in die richtigen Wege geleitet werden. Parteigenosse Neumann, der Beauftragte des Reichsbetriebsgemeinschaftsleiters und Reichshandwerksmeisters, sprach über die Arbeit der Reichsbetriebsgemeinschaft Handwerk und der des Reichsstandes. Die Reichsbetriebsgemeinschaft sei bewußt gebildet worden. Sie habe eine besondere Aufgabe durchzuführen. Auch die Personalunion in der Spitze des Handwerks sei bewußt geschaffen worden. Wäre das nicht geschehen, so wäre das Handwerk wahrscheinlich zerfallen. Differenzen und Meinungswerschiedenheiten dürften nicht möglich und auch unnötig sein. Die wichtigste Arbeit sei die Durchführung der Schulungsmaßnahmen. Alle Kräfte seien dafür einzuspannen. In Zukunft wolle man die Perionalunion überhaupt einführen. Zum Kapitel Berufsaufklärung kommend, sagte Pg. Neumann, daß der Nachwuchs zum Qualitätsarbeiter gemacht werden müßte, denn dann sei die Zeit des Liberalismus, die den Handwerker zum Flickschuster gemacht habe, überwunden. Nach einem Avvell zur Arbeit und zum Pflichtbewußtsein schloß Neumann Kammerpräsident Brusis setzte sich in seiner Ansprache auch für eine gute Zusammenarbeit ein. Vorsicht bei elektrischen Anschlüssen Gevelsberg. Am Vogelsang wollte eine Frau das elektrische Bügeleisen einschalten. Als sie den Kontakt einschaltete, schlug aus der Steckerfassung eine Stichslamme auf und verletzte die Frau an der Hand. Wie die Untersuchung ergab. war die Zuleitungsschnur schadhaft und hatte den Kursschluß bewirkt. Tödlicher Unglücksfall Gelsenkirchen. Hier ereignete sich auf der Wilhelminenstraße ein nicht alltäglicher Unglücksfall, dem der 40jährige Karl Schneider aus der Heßlerstraße zum Opfer gefallen ist. Schneider fuhr gegen 13 Uhr mit der Straßenbahn der Linie 17, als plötzlich infolge Kurzschlusses auf der vorderen Plattform beim Fahrer des Wagens, wo sich Schneider aufhielt. eine hohe Flamme aus dem Motor schlug. Schneider sprang von dem fahrenden Straßenbahnwagen ab und stürzte so unglücklich, daß er mit dem Hinterkopf auf das Straßenpflaster aufschlug und sich einen Schädelbasisbruch zuzog. Auf dem Transvort zum Krankenhause ist er den schweren Verletzungen erlegen. Die Untersuchung über den Unglücksfall ist noch im Gange. Mit salschen Würfeln geknobelt Gelsenkirchen. In einer Wirtschaft hatten sich vor einigen Tagen mehrere Männer zusammengesetzt und mit Würfeln Runden ausgeknobelt. Die Würfel hatte einer der„Knobler" aber selbst mitgebracht und versuchte, seine Mitsvieler in betrügerischer Weise zu begaunern. Die Würfel waren nämlich gesälscht. Der Betrüger wurde von der Kriminalvolizei festgenommen und. nachdem er seine Betrügereien eingestanden hatte. wieder auf freien Fuß gesetzt. Die gefälschten Würfel versielen der Einziehung. Bei dem Betrüger handelt es sich um einen 27jährigen Mann aus der Schwanenstraße. Das Strafverfahren gegen ihn ist eingeleitet worden. Ausstellung„Westfront 1936“ Der feierliche Eröffnungsakt Essen. Am Samstagvormittag wurde die Ausstellung„Westfront 1936“ in Essen in Anwesenheit zahlreicher Vertreter von Partei. Behörden. Wirtschaft und Kunst sowie einer großen Anzahl interessierter Gäste in feierlicher Weise eröffnet. Nach den Begrüßungsworten des Direktors der Handwerkerschule(Folkwangschule) Essen, Albert Mankovf. der im Auftrage der Arbeits= und Ausstellungsgemeinschaft westdeutscher Künstlergrupven „Westfront", der Stadtverwaltung Essen und insbesondere ihrem Oberbürgermeister Dr. ReismannGrone den Dank für die tatkräftige Förderung des Ausstellungsgedankens aussprach, leiteten die festlichen Klänge der„Fansare und Juge“ von Ottmar Gerster, die bei dieser Gelegenheit ihre Uraufführung erlebte, zu der Ansprache von Kultursenator Kelter über. Der Redner entwickelte in kurzen Zügen noch einmal Sinn und Wesen dieser Ausstellung und umriß die Stellung des Künstlers zu den schöpferischen Problemen der Zeit. Als letzter Redner ergriff Oberbürzermeister Dr. Reismann=Grone das Wort, um in weit ausholenden, temveramentvoll vorgetragenen Ausführungen die Zusammenhänge zwischen Rassen, Volkstum und bildenden Kunst aufzuzeigen. Im Verlauf seiner Darlegungen stellte er die Essener Ausstellung des deutschen Künstlers vom Jahre 1931 mit ihrer Verirrung des Geschmacks der heutigen Ausstellung gegenüber. Die Lieder der Deutschen beschlossen den Festakt, dem sich ein Rundgang durch die Ausstellung anschloß. Vom Baum tödlich abgestürzt Düsseldorf=Kaiserswerth. In der Nähe des Mühlenturms in Kaiserswerth kletterte am Samstagnachmittag ein siebenjähriger Knabe auf einen Baum. Der Junge verlor das Gleichgewicht und stürzte auf den Erdboden. Trotz sofortiger ärztlicher Hilfe erlag der Unglückliche den bei dem Fall erlittenen schweren inneren Verletzungen. Ein Kugelblitz in Kohlkovigröße Moers. Von einer eigenartigen Naturerscheinung wird aus dem nahen Neukirchen=Vlunn berichtet. Als dort im Ortsteil Niev bei dem schweren Gewitter eine Frau vor dem Unwetter Zuflucht suchen wollte, sah sie eine feurige Kugel von der Größe eines Kohlkovses auf sich zukommen. Die Kugel schwebte ungefähr zehn Zentimeter über der Erde. Gerade an einer Toreinfahrt wurde die Frau von der Kugel. die unmittelbar an ihr vorbeischwebte, erreicht. Im gleichen Augenblick platzte die Kugel mit einem ohrenbetäubenden Knall und hüllte die Frau vollkommen in Flammen. Als sich der schweselgelbe Qualm verzogen hatte, sand man die Frau besinnungslos, jedoch ohne die geringste Verletzung. am Boden liegend. Die sofort angestellten Wiederbelebungsversuche hatten glücklicherweise Erfolg. doch konnte die Verunglückte längere Zeit infolge des ausgestandenen Schreckens nicht sprechen. Ein Rehbock sprang gegen ein Motorrad Hilden. Auf der Reichsautobahn, in nächster Nähe des Kilometersteins 20. sorang ein aus dem angrenzenden Wald kommender Rehbock, der durch Scheinwerserlicht anscheinend geblende: war. in ein mit zwei Personen besetztes Motorrad. Der Fahrer verlor die Gewalt über die Maschine und beide Perionen kamen zu Fall. Hierbei zog sich die Mitfahrerin so erhebliche Verletzungen zu, daß sie ins Krankenhaus gebracht werden mußte. Noe dor“.,. Ein Strandroman von Hermann Weick Die Menschenscharen, die der Nachmittagsschnellzug nach Norddeich gebracht hatte, eilten in aufgeregter Hast zur Landungsstelle hinüber, wo der für Norderney bestimmte Dampfer wartete. Peter Laurens ließ sich Zeit; er würde noch früh genug aufs Schiff kommen, auch ohne daß er sich an dieser Drängelei beteiligte. So schlenderte er gemütlich hinter den anderen her, als ihm plötzlich unter den Leuten, die in geringer Entfernung vor ihm gingen, die Erscheinung einer Dame auffiel. Er hätte nicht sagen können, was seine Aufmerksamkeit gerade auf sie gelenkt hatte; vielleicht war es der leichte, beschwingte Gang der Dame oder ihre schlanke, ebenmäßige Gestalt ... jedenfalls beschleunigte Laurens unvermittelt seine Schritte. Da verschwand aber die Dame, die einen dunkelblauen Reisemantel trug, im Gewühl, und Laurens konnte sie, trotzdem er seine Augen heftig anstrengte, nicht mehr erblicken. Nun stand er auf dem Dampfer, der sich gleich darauf in Fahrt setzte. Es war ein strahlender Julitag. Das Wattenmeer gleißte im Licht der Sonne: in der Ferne lag, ein blinkender heller Streifen, die Insel Norderney. Aber Laurens kam nicht dazu, den herrlichen Anblick, der sich ihm darbot, zu genießen, da neben ihm eine vielköpfige Familie sich breitgemacht hatte, die sich sehr lärmend und aufgeregt gebärdete. Laurens verließ seinen Platz. Er ging über das Deck. Nun stutzte er. In seiner Nähe saß die junge Dame von vorhin. Sie hatte die Mütze abgenommen. Der leichte Wind, der aufgekommen war, spielte in ihren kastanienbraunen Haaren, die linke Hand, eine schlanke, feingliedrige Hand, wie Laurens mit Kennerblick feststellte, hatte die Dame auf die Reeling gelegt. Mit versonnenem Ausdruck sah sie in die Weite. Laurens brachte es nicht fertig, weiterzugehen. Selbstvergessen betrachtete er die junge Dame. Sie hatte ein schmales, ausdrucksvolles Gesicht von ungewöhnlicher Schönheit. Den Kopf hielt sie leicht zurückgelegt, etwas Anmutsvolles war in der ganzen Erscheinung der Fremden. Plötzlich, als habe sie gefühlt, daß sie beobachtet wurde, wandte sie die Augen dahin, wo Peter Laurens stand. Dieser kam sich ertappt vor und wurde verlegen, als er dem etwas ungehaltenen Blick der jungen Dame begegnete. Dann aber schien es ihm, als trete in die Augen der Fremden ein warmer Schein. Für die Dauer von zwei, drei Sekunden griffen beider Augen ineinander... nun blickte die Dame wieder vor sich hin. Laurens ging weiter. Unklare Freude war in ihm aufgerauscht. Die Ferien fangen gut an, dachte er und glaubte, die großen, ausdrucksvollen Augen der Fremden noch immer auf sich gerichtet zu sehen. Gleich darauf fiel ihm aber wieder der eigentliche Zweck seiner Norderneyer Reise ein, und seine gehobene Stimmung verwehte. Er hätte auf diesen faulen Plan unter keinen Umständen eingehen dürfen! Warum sollte nun gerade er das Opferlamm für die Familie Laurens sein? Laurens war verstimmt. Die Sonne dünkte ihm mit einem Male nicht mehr so hell zu leuchten wie vorher. Norderney, dem man rasch näherkam, erschien ihm jetzt als ein Ort, der nicht viel Vergnügliches für ihn vexhieß. Als könne er so seine vorherige gute Laune am ehesten wiederfinden, sah Laurens verstohlen zu der Fremden zurück. Sie hatte sich erhoben, groß und schlank stand sie da, ein Bild bezaubernder Anmut... aber Laurens mußte mit Bedauern konstatieren, daß sie überallhin blickte, nur nicht dorthin, wo er sich befand. Auch als nachher die Passagiere das Schiff verließen und Laurens sich in unauffälliger Weise an die Fremde heranmachte, beachtete sie ihn, während sie an ihm vorüberging, nicht. Vielleicht hätte er sie während der Ueberfahrt ansprechen sollen?... Ein Anlaß dazu hätte sich leicht finden lassen. Aber dann gestand Laurens sich ein, daß die Dame nicht den Eindruck gemacht hatte, als sei sie ohne weiteres Reisebekanntschaften zugänglich. Also hieß es für ihn: abwarten! Norderney war ja nicht so groß; er würde der Fremden dort sicher wieder einmal begegnen. Laurens begab sich in sein Hotel; man hatte ihm ein nach der Seeseite gelegenes reserviert. Er trat auf den kleinen Balkon hinaus, in der Nähe führte die Strandpromenade vorüber, die von Kurgästen dicht belebt war, es war ein farbiges, abwechslungsreiches Bild. Da wären wir also, dachte Laurens. Nun kann das Spiel beginnen, das Spiel um eine reiche Frau So verhielten sich, kurz gesagt, die Dinge: Das väterliche Industrieunternehmen in Duisburg, bis vor zwei Jahren gut fundiert, hatte seitdem mehr und mehr mit finanziellen Schwierigkeiten zu kämpfen. Und im Hintergrund lauerte der große Konzern, um das Laurenssche Werk aufzuschlucken. Dagegen aber wehrte sich Alfred Laurens, Peter Laurens, mit der fanatischen Leidenschaft des Mannes, der das von ihm selbst geschaffene Werk sich und seinen beiden Söhnen um jeden Preis erhalten wollte. Denn war das Werk erst einmal im Konzern aufgegangen— dann ade, Selbständigkeit. Fritz Laurens, der ältere Sohn hatte vor fünf Jahren ein vermögenloses Mädchen geheiratet; man war zu jener Zeit, da der Betrieb noch florierte, nicht auf eine Geldheirat angewiesen gewesen. Jetzt aber lagen die Dinge anders—— und da man für das notleidende Unternehmen auf andere Weise kein Geld mehr aufzutreiben wußte, hatte Alfred Laurens seinem jüngeren Sohne nahegelegt, sich nach einer reichen, möglichst sehr reichen Frau umzusehen. Peter hatte sich anfangs gegen diesen Plan, der ihm im Innersten zuwider war, gesträubt. Er sei kein Mitgiftjäger, Heiraten dieser Art seien ihm von seher ein Greuel gewesen... er würde einmal die Frau heiraten, die ihm gefiele, nicht die, die auf einem dicken Geldsack throne... Aber als er sah, wie sein Vater unter den wachsenden Schwierigkeiten, die über das Unternehmen hereinbrachen, litt, als er sich bewußt wurde, wie sehr auch er selbst mit dem väterlichen Betrieb verwachsen war, da hatte er am Ende doch nachgegeben. Gut! Er konnte ja einmal einen Versuch machen! Er würde für einige Wochen nach Norderney fahren und sich dort die beiden Ehekandidatinnen ansehen, die Tante Karla, eine weitläufige Verwandte seiner Familie, ihm in Vorschlag gebracht hatte. Auch sonst würde er unter den Töchtern reicher Kurgäste Umschau halten, vielleicht fand er doch eine, die ihm gefiel. Als aber Peter jetzt vom Balkon seines Zimmers auf das Menschengewimmel hinabsah und seine Blicke zum Strand hinüberwanderten, wo künftig in erster Linie das Betätigungsfeld, für ihn liegen würde, verfinsterte sich sein hübsches Gesicht. Mit einer nervösen Geste fuhr er sich durch die dichten blonden Haare. Trotz aller guten Vorsätze— die Sache war ihm von Grund auf zuwider! Aber wozu sollte er sich jetzt die Laune verderben lassen? Er war nun einmal da, nun mußte er sehen, wie er sich am besten aus der Affäre zog. Schließlich brauchte er sich ja heute oder morgen noch nicht zu entschließen. Also Kopf hoch und abwarten, was die nächste Zeit brachte! Laurens' frohes, zuversichtliches Daturell gewann rasch die Oberhand. Er trat ins Zimmer zurück und kleidete sich um. Nun würde er zunächst einen Bummel am Strand entlang machen und sich die Leute ansehen; beim Abendessen würde er dann wohl Frau Bankier Wenckhaus aus München begegnen, die mit ihrer Tochter Trude eigens nach Norderney und in dieses Hotel gekommen war, damit er, Peter, die frühere Bekanntschaft mit der jungen Dame erneuere und vielleicht in ihr die Frau seiner Wünsche erblicke. Das Wiedersehen mit Trude Wenckhaus erfolgte aber früher, als Laurens gedacht hatte. Er war, in dem Wunsche, rasch ins Freie zu kommen, die Treppe hinabgeeilt; da stieß er im ersten Stock mit einer Dame zusammen, die ungestüm um die Ecke des Ganges gekommen war und ihn nicht bemerkt hatte. „Verzeihen Sie!“ sagte Laurens, zog höflich den Hut und ließ die junge Dame vorangehen. Die Dame, die ihm einen raschen, erstaunten Blick zugeworfen hatte, schritt die Treppe hinab; nun drehte sie sich flüchtig um, betrachtete ihn abermals und ging weiter. Aber als sie im Vestibül ankamen, blieb sie vor Laurens stehen. „Sind Sie nicht Herr Laurens?“ fragte sie. a „Ich glaube gar, Sie kennen mich nicht mehr!" Laurens überlegte fieberhaft; plötzlich wußte er, r en er vor sich hatte. „Fräulein Wenckhaus?“ „Gewiß! In Lebensgröße!“ Laurens drückte kräftig die Hand, die Trude Wenckhaus ihm entgegenstreckte. „Bitte, seien Sie nicht böse, gnädiges Fräulein, weil ich Sie nicht gleich erkanntel Aber es sind jetzt schon acht Jahre her, seitdem wir uns zuletzt gesehen haben, und damals waren Sie ein kleines Mädchen, das noch zur Schule ging ... Sie haben sich inzwischen sehr, sehr verändert!“ „Zu meinem Vorteil?“ fragte Trude Wenckhaus mit spitzbübischem Lächeln. „Das will ich meinen!“ Es war Laurens ernst mit seinen Worten. Er hatte aus jener Zeit, als er in München studiert und im Hause des Bankiers Wenckhaus verkehrt hatte, nur noch eine schwache Erinnerung an Trude gehabt. Sie war damals dreizehn oder vierzehn Jahre alt gewesen, ein halbflügges, rundliches Ding, das er kaum beachtet hatte. Nun stand eine sehr elegante junge Dame vor ihm, mittelgroß, sprühend von Beweglichkeit, aus deren hübschem Gesicht zwei kecke, übermütige Augen ihn anlachten. „Danke für das ehrenvolle Kompliment!“ erwiderte sie auf Laurens' letzte Worte. Sie verließen das Hotel und gingen vor dem Hause hin und her. Laurens erkundigte sich nach dem Ergehen von Trudes Eltern. „Es geht ihnen beide gut. Papa konnte sich natürlich nicht wieder von seiner Arbeit trennen: so mußten Mama und ich allein hierher reisen.“ „Ich habe mich schon darauf gefreut, Sie, gnädiges Fräulein, und Ihre Frau Mutter nach so langer Zeit wiederzusehen. Trude Wenckhaus machte darauf ein Gesicht, als verstehe sie seine Worte nicht. „Wußten Sie, daß wir hier sind, Herr Laurens?“ fragte sie gedehnt. „Allerdings!" „Von wem hatten Sie es erfahren?"" „Von Frau Munck, der Freundin Ihrer Mutter. Als sie neulich einen ihrer bekannten Blitzbesuche bei uns machte, erzählte sie, daß Ihre Frau Mutter ihr gegenüber die Absicht geäußert habe, die Ferien in Norderney zu verbringen.“ Ein unerfreulicher Gedanke schien plötzlich Trude zu beschäftigen. Ihre Züge verloren den lustigen Ausdruck. Eine Falte stand auf ihrer Stirn. „Und Sie wohnen im gleichen Hotel wie wir, Herr Laurens?“ Welch sonderbare Frage, nachdem wir uns auf der Hoteltreppe begegnet sind, dachte Laurens. „Seit einer Stunde wohne ich hier“, gab er zur Antwort. „Ach so...“, meinte Trude Wenckhaus darauf, viel Unausgesprochenes lag in diesen beiden Worten. Laurens betrachtete einigermaßen verwundert die junge Dame. „Was wollten Sie mit diesem„Ach so“ sagen, gnädiges Fräulein?" Trude warf den Kopf zurück. Etwas wie Kampfeslust blitzte Laurens aus ihren blauen Augen entgegen. „Es war eine meiner üblichen Randbemerkungen; sie hat nichts weiter zu bedeuten!“ antwortete sie lachend. Sie reichte Laurens die Hand. „Nun muß ich Sie verlassen! Mama sitzt seit einer halben Stunde mit Bekannten beim Kaffee; wenn ich zu lange ausbleibe, sorgt sich ihr mütterliches Gemüt!“ „Grüßen Sie bitte Ihre Frau Mutter bestens von mir!“ „Wird besorgt! Mama wird sich freuen, wenn sie hört, daß Sie eingetroffen sind, Herr Laurens!“ Ein spöttischer Unterton war in den letzten Worten, aber Laurens achtete nicht darauf. Er sah Trude Wenckhaus nach, die rasch davonschritt. Ein hübscher Kerli dachte er anerkennend. Die Kleine hatte sich ja fomos herausgemacht! So also sah die erste seiner Heiratskandidatinnen aus! Nicht übel! Er hatte sich die Sache anscheinend schlimmer vorgestellt, als sie in Wirklichkeit war. Vor der Abendmahlzeit saß Peter Laurens in der Hotelhalle und las Zeitungen. „Ist die Lektüre so interessant, daß Sie sogar uns übersehen?“ sagte da die lachende Stimme Trude Wenckhaus'. Laurens sprang auf. Frau Annie Wenckhaus und ihre Tochter standen vor ihm. „Guten Tag, Herr Laurens!“ sprach Frau Wenckhaus in sehr herzlichem Tone.„Das ist schön, daß wir uns wieder einmal begegnen!“ Laurens beugte sich zum Kusse über die Hand. „Meine Tochter hat mir heute nachmittag gleich berichtet“, fuhr Frau Wenckhaus fort,„daß sie mit Ihnen im Hotel zusammengetroffen sei und daß Sie Trude anfangs nicht wiedererkannt hätten. Hat sie sich derartig verändert?“ „Vergessen Sie nicht, gnädige Frau, daß es acht Jahre nach meiner Münchener Zeit sind!" „Acht Jahre! Du lieber Himmel, wie die Zeit vergeht! Da merkt man erst, wie alt man geworden ist.“ „Ihnen merkt man das gewiß nicht an, gnädige Frau! Sie sind noch genau dieselbe, die Sie waren, als ich in München Ihr Gast war!“ „Donnerwetter, wie galant!“ warf Trude Wenckhaus dazwischen. „Aber Trude!" erwiderte Frau Wenckhaus tadelnd. Und zu Laurens gewandt, mit leichtem, überlegenem Lächeln:„Wenn es auch nicht ganz stimmt, was Sie sagen, eine Frau in meinen Jahren hört so etwas immer gern!“ Frau Wenckhaus war zweifellos auch heute noch eine hübsche Frau. Das graue, lockige Haar umrahmte ein frisches, lebensfrohes Gesicht, dessen Züge viel Aehnlichkeit mit jenen ihrer Tochter hatten. „Ich glaube, es ist an der Zeit, daß wir in den Speisesaal gehen“, sagte Frau Wenckhaus dann. „Sie müssen mir erzählen, wie es Ihnen inzwischen ergangen ist, Herr Laurens! Haben Sie schon einen Tisch gewählt? Nein? Dann darf ich Sie vielleicht einladen, bei uns Platz zu nehmen?“ Wunderbar, dachte Trude bei sich. Mama geht ja scharf ins Zeug! Wenn sie sich nur nicht verrechnet... „Sie sind sehr gütig, gnädige Frau!“ quittierte Laurens die Einladung.„Ich freue mich, wenn ich in Ihrer und Fräulein Trudes Gesellschaft sein darfl“ „Die Freude ist ganz auf unserer Seite!“ sagte Trude darauf und lächelte harmlos. Das Essen verlief in angeregter Stimmung. Man tauschte Erinnerungen an die vor Jahren gemeinsam verlebte Zeit aus, Laurens erkundigte sich nach Herrn Wenckhaus, den er als etwas zugeknöpften, selbstbewußten Menschen im Gedächtnis hatte, erzählte auf Frau Wenckhaus' Frage von der päterlichen Fabrik, ohne allerdings deren mißliche Finanzlage zu erwähnen —— man unterhielt sich also zwanglos und gut, auch Trude machte einen sehr aufgeräumten Eindruck. „Wie meine Tochter mir sagte, wußten Sie von Frau Munck, daß wir nach Nordernen in Ferien gingen?“ sprach Frau Wenckhaus zu Laurens, während sie Trude einen kurzen, forschenden Blick zuwarf. „Ja, sie war vor vier Wochen auf der Durchreise nach Amsterdam für einige Stunden bei uns; da kam die Rede auf die geplante Sommerreise.“ „In Amsterdam ist Karla demnach jetzt?" „Das möchte ich bezweifeln. Oder glauen Sie wirklich, gnädige Frau, daß meine liebe Tante Karla es vier Wochen an einer und derselben Stelle aushalten würde?" Frau Wenckhaus lachte. „Allerdings, da haben Sie recht! So etwas darf man bei Karla wirklich nicht annehmen! Ich wundere mich immer, wo sie diese Elastizität hernimmt, um Jahr aus Jahr ein umherzureisen. Aber das braucht wohl ihre Natur; wenn sie einmal irgendwo still sitzen müßte, würde sie wahrscheinlich krank werden!" Sie unterhielten sich nun eingehend über Karla Munck, die ein sehr ergiebiges Gesprächsthema darzustellen schien. Geborene Münchenerin wie Frau Wenckhaus, deren Schulfreundin sie gewesen, hatte Karla einen Züricher Rechtsanwalt geheiratet, war aber schon bald Witwe geworden. Seitdem war sie fast unablässig unterwegs; die Reiseleidenschaft, die sich schon sehr früh bei ihr gezeigt hatte, war mit den Jahren noch gewachsen. Es gab kaum einen Ort, den sie nicht kannte; erstaunlich war, wo überall diese Frau Freunde hatte. Aber nirgends blieb sie lange: von einer Stunde zur anderen entschloß sie sich meist, abzureisen, und man nahm ihr dies nicht übel, da man ihre unberechenbare Art längst kannte. Sie war eine ungewöhnliche, bizarre Frau. Nicht eigentlich hübsch, aber von starker Eigenart in ihren etwas harten Zügen und dem urwüchstgen Temperament, das immer wieder hervorbrach. Man fürchtete ihre scharfe Zunge, ihren beißenden Spott, mit dem sie nicht kargte—— aber trotzdem war sie überall gerne gesehen, weil man fühlte, daß sie im Innersten ein guter, warmherziger Mensch war. „Karla hat, als sie Ende März bei uns in München war, mir versprochen, wenn es sich einrichten ließe, für ein paar Tage ebenfalls nach Norderney zu kommen. Ob sie ihre Zusage halten wird, ist allerdings eine andere Frage!“ sagte Frau Wenckhaus. Sie erhob sich. „Ist es Ihnen recht, Herr Laurens, wenn wir noch einen Spaziergang machen?“ Laurens war bereitwillig einverstanden. Sie gingen ein Stück den Strand entlang. Das Meer rauschte leise. Es war ein warmer, sternenheller Abend. Trude Wenckhaus schien in glänzender Stimmung zu sein; sie plauderte unentwegt, immer wieder scherzte sie mit Laurens, der an ihrem heiteren Wesen mehr und mehr Gefallen fand. Wenn er es recht bedachte, war diese Trude eigentlich ein ganz patentes Mädel). Es wäre wirklich nicht nötig gewesen, daß er sich so trübseligen Gedanken hingegeben hatte, als er hierher gefahren war. Warum sollte er nicht eine reiche Frau heiraten, wenn sie so hübsch und aufgeweckt wie Trude Wenckhaus war? Er, Peter, schien ihr zudem nicht unsympathisch zu sein; vielleicht spielte sie schon mit ähnlichen Gedanken wie er, vielleicht war sie auch von ihrer Mutter entsprechend vorbereitet worden—— Man mußte abwarten! Jedenfalls hatte sich dieser Tag seines Noderneyer Aufenthaltes gut angelasn.. (Fortsetzung folgt) RceciePormeu Mrer Sc Jußball-Nachlese „Sachsen: Turnier: Wacker Leipzig— Fortuna Leipzig:1, Lura Leipzig— Olympia 96 Leipzig :5, Wacker Leipzig— Olympia 96 Leipzig:1, Gartung gseipie Tura Leipzig 32; Chemnitzer — Bayern München:3, SV 99 Leipzig— Jahn Regensburg:3. Spogg. Dresden— Guths= Pat#3. Preste nn 1 3, 3a Hartha— Bayern München:2, SC Planitz— Werder Bremen:1. Spogg. Erfurt— Eintracht Leipzig:5, Schönebeck— Cricket=Viktoria Magdeburg•2, Concordia Gera— Thüringen Weida:3. Tennis ls.„„Cricket=Viktoria Magdeburg.7. Niedersachsen: Hannover 96— Preußen Krefeld Freiburger FC— Stuttgarter SC•3. VfR Mannheim—. ASV Nürnberg 111, BfB lburg— Eintracht Frankfurt:2. SV Göppingen— Wacker München:2, 7V Ulm— Wacker München:5, Sportfreunde Stuttgart— Kickers Offenbach 711, Germania Brötzingen— Borussia Neunkirchen:3. Bayern: FC Schweinfurt— Fortuna Düsseldorf 111, Spielvgg. Fürth— Fortuna Düsseldorf:1, München 1860— Polizei Chemnitz:1, BC Augsburg— Polizei Chemnitz:2, München 60— Eintracht Braunschweig:1 Pommern: MXB Pommerensdorf— Guthsmuths Dresden:2, Polizei Stettin—. Barolina=LSC Berlin:2, Viktoria Stolv— Stettiner SC—.—, Brandenburg: Hertha=BSC— Berliner SV 92 :3, Blau=Weiß Berlin— Viktoria 89(Sa.):1, Blau=Weiß Berlin— Preußen Berlin:2, Union Oberschöneweide— Viktoria 89 111, PfB Pankow — Bewag:3. Um den Tschammer=Pokal SV Waldhof— SV Klafeld=Geisweid:0, BfB Leipzig— Vorwärts=RSV Gleiwitz:0. Bescheidene Anfänge Tuchfühlung suchen sie am Mittelrhein alle mehr oder weniger noch. Die einen messen ihre Kräfte gleich mit großen Gegnern, die anderen begnügen sich zunächst einmal mit sogenannten Sparringspartnern. Wieder andere gehen auf die Dörfer, um dort zu demonstrieren. Aber alle leiden unter dem gleichen Mangel, die Zuschauer bleiben aus. Auch die beiden letzten Spieltage, Samstag und Sonntag, waren nicht dazu angetan, allzu großen Optimismus aufkommen zu lassen. Hoffen wir, daß sich dieser Zustand, der ja schon in der vergangenen Spielzeit deutlich wurde, nicht zu einem Dauerzustand auswächst. „Es spielten: am Samstag: Mülheimer SV— SV Beuel:1. Kölner BC— KCfR•2, Kreis — Bonner FV:2, Dürener SpV PiR Pforzheim•0; am Sonntag: Rhenania .— 6fR Pforzheim 212, Niederbieber— Sülz Keinte aberragenden=Teistangen Ausklang der Bremer Leichtathletikwoche Rund 20000 Zuschauer fanden sich am Sonntagnachmittag zum Abschluß der Bkemer Nacholympischen Woche in der Bremer Kampfbahn ein Das Wetter war kühl, aber trocken. Am Start fehlten Stöck und Hein sowie die deutschen Sprinterinnen. Teilweise waren die Wettbewerbe etwas schwach besetzt, so über 80 Meter Hürden der Frauen, wo nur Steuer und die Bremerin Käting starteten, uns am, Stabhochsprung, wo der Japaner Adashi .80 Meter allein sprang. Die besten Leistungen gab es im 100=Meter=Lauf der Männer, den Hornberger bei leichtem Rückenwind in 10.4 vor Neckermann und Schein(10.6) für sich entschied. Im Weitsprung holte sich Leichum mit 7,49 Meter vor dem Japaner Cho mit.06 und Asmus mit.96 Meter den Sieg. Hans Heinz Sievert warf den Speer 6,06 Meter weit. und im Hochsprung der Frauen siegte erneut die Bremerin Ratjen vor Frl. Kaun. Ratien übersprang 1,59 Meter, während Kaun mit 1,56 Meter Friedrich mit 1,51 Meter auf den dritten Platz verwies. Das Kugelstoßen war natürlich Woellke nicht zu nehmen der mit 15.63 Meter aber noch weit unter seiner Bestleistung blieb. Sievert t6514.63 Meter, Blask 14.10 und Lampert 13,70 Meter. Ueber 400 Meter hatte Meister Hamann zu kämpfen, um den Hannoveraner Blazejezak in 49,1 auf den zweiten Platz(49,4) zu verweisen. Ueber 800 Meter siegte Dessecker in:56,4. 288„Hochlprung gewann der Kölner Weinkötz mit gr5 mieter vor Tanaka=Japan und GehmertBerlin mit je 1,91,2(im Stechen entschieden). Schein siegte über 200 Meter in 21.6 vor dem Braunschweiger Ursin 21,9 und Volmert=Köln 22,2. Blask=Königsberg warf den Hammer 53,98 Meter weit, während der Mannheimer Greuling nicht über 44,76 Meter hinauskam. Frl. Steuer=Duisburg, die Olympiazweite, hatte über 80 Meter Hürden keine Mühe, in 12,1 die Bremerin Käting(12,7) hinter sich zu lassen. Ueber 4mal 100 Meter der Fragen siegte der ASV Köln in 51,6 vor Bremen während sich die Sprintstaffel der Männer Jaden in 42.2 vor der Frankfurter Eintracht(42,7) und der Gaustaffel Niedersachsen mit 1200 mals Schlußmann(43.5) sicherte. Ueber 4mal 1500 Meter fiel der Sieg in 16:46 an die Stuttgarter Kickers vor Hessen Preußen Kassel(17:00) und Niedersachsens Staffel(17:07). Am 13. September in Mainz Länderkampf Deutschland— Luxemburg Der Leichtathletik=Länderkampf zwischen Deutschland und Luxemburg wird am 13. September in Mainz ausgetragen. Die Vertretung der deutschen Farben wurde dem Gau Südwest übertragen, der schon den letzten Kampf in Luxemburg bestritt und gewann. Zu den besten Könnern des Gaues 13 kommen aber in einzelnen Wettbewerben eine Reihe von deutschen Olymviateilnehmern aus anderen Gauen, die der Veranstaltung eine besondere Note verleihen! So wird der Olympia=Sieger im Kugelstoßen, Hans Woellke(Berlin), der erst beim Frankfurter Abendsportfest am Donnerstag im Kugelstoßen mit 16.60 Meter einen neuen deutschen und Europarekord aufstellte, in dieser Disziplin auch in Mainz starten. Im 200=Meter=Lauf geht der Mannheimer Neckermann, der bei den Olymvischen Spielen als einziger Deutscher bis in die Vorentscheidung kam und beim Frankfurter Abendsportfest Dopvelsieger in den beiden Kurzstrecken wurde, an den Start. Für den Hochsprung hat der Deutsche Meister und Rekordmann Weinkötz(Köln) bestimmt zugesagt. Jupaner schwimtten in Voelinans nat Walasiewicz lief Weltrekord Eine ausgezeichnete Besetzung hatte das interationale Leichtathletikfest im Warschauer Militärstadion gefunden. Zahlreiche Teilnehmer und Teilnehmerinnen der Olympischen Spiele gingen an den darunter auch verschiedene deutsche Leichtathletinnen. Den Höhepunkt brachte der 80=MeterLauf der Frauen. Stella Walasikwicz gewann das Rennen und verbesserte ihren seit drei Jahren bestehenden Weltrekord von.8 auf 9,6. In der bisherigen Weltrekordzeit belegte Käthe Krauß=Dresden den zweiten Platz. Deutsche Siege gab es im Weitsprung und im Speerwerfen. Käthe Krauß erzielte im Weitsprung mit.78 Meter die größte te. Zweite wurde Walasiewicz mit 5,66 vor der Württembergerin Lydia Eberhardt, die 5,22 Meter schaffte. Eberhardt war mit 42,84 Meter der Sieg im Speerwerfen nicht zu nehmen Die Polin Kwasniewska brauchte nur 39,97 Meter erzielen, um Zweite zu werden. Einen weiteren ersten Platz sicherte sich Stella Walasiewicz im Kugelstoßen mit 11,74 Meter vor Eberhardt mit 11,70. Cejzitowa= Polen, 11,70 und Käthe Krauß 10,67 Meter. Paula Mollenhauer brachte es auf 10,16 Meter. In den Wettbewerben der Männer gab es Siege der Argentinier und Kanadier. Den 100=Meter=Lauf holte sich Hoffmeister=Argentinien in 10.9, den 400=MeterLauf Anderson=Argentinien in 49,6 und den 1500Meter=Lauf Edwards=Kanada in:53,4. Die Schwedenstaffel sicherte sich Argentinien in:58,8 vor Polen. Die zweite große westfälische internationale Schwimmveranstaltung mit den japanischen Olympia=Schwimmern wurde am Sonntag im Dortmunder Schwimmbad Volkspark vor ansprechendem Besuch abgewickelt. Wie in allen westdeutschen Städten, so waren auch in Dortmund die japanischen Olympia=Schwimmer nicht zu schlagen. In sämtlichen Wettbewerben der Männer belegten sie die ersten Plätze. Selbst der Dortmunder Lokalmatador Joachim Balke mußte sich im 200=Meter=Brustschwimmen mit dem zweiten Platz begnügen. Hier siegte Koike=Japan in•44,8, während Balke:50,2 benötigte. Das 100=Meter=Rückenschwimmen der Frauen gewann die Charlottenburgerin Ruth Halbsguth in:23,3 vor Frl. Kellermann=Hamm und der Dortmunderin Heiling. Die Ergebnisse waren: Männer: 200 Meter Kraul: 1. TaguchiJapan:15,4, 2. Uto=Japan:21,3, 3. Heibel=Bremen:22,4, 4. Ishiharada=Japan:23.2, 100 Met. Rücken: 1. Kojima=Japan:101 2. Simon=Gladbeck:12, 3. Rundmund=Erkenschwick:14,8 100 Meter Kraul: 1. Taguchi=Japan:01,1, 2. HeibelBremen:02,8, 3. Nasaki=Japan:03,8. 200 Meter Brglz: 11080 fägpan:448, 2. Balke=Dortmund :50,2. 1000 Meter Kraul: 1. Uto=Japan 13:10,6, 33.3hjhaxada=Japan 13.243, 3. Freese=Bremen 89/84. Wasserbau; Holland„Westdeutschland•3 (:), Frauen: 100 Meter Rücken: 1. Halbsguth (Charlottenburg):23.5, 2. Kellermann(Rote Erde Harnen) 8·255, 3 Heiling=Dortmund 11268, 100 „Kraul: 1 Halbsguth(Charlottenburg) :13,2, 2 Maus(Dortmund):18,3. Csik wieder schneller als Zusa Schwimm=Länderkampf Ungarn— Japan :3 am ersten Tage Bereits am ersten Tage des Schwimm=Länder= kampfes Ungarn— Japan, der am Samstagnachmittag im Budapester Kaiserbad begann, kam es zu einer erneuten Begegnung zwischen den beiden schnellsten Schwimmern der Welt, Ferenc Csik und usa(Japan). Wie in Berlin, so gewann auch diesmal Ungarns Olympiasieger, nur daß die Zeiten diesmal noch klarer auseinanderlagen. Csik siegte in 57,8 Sekunden, während Yusa 58.2 Sekunden beDeutsche Reiter siegen Sieger im Pütz-Gedächtnispreis Der zweite Tag des 12. Internationalen Nachener Reitturniers übertraf seine Vorgänger in jeder Beziehung. Rund 18000 Zuschauer weilten auf dem von der Sonne überstrahlten Turnierplatz und bekamen wieder erstklassiges Pferdematerial zu sehen. Allerdings wurde bei der teilweise schleppenden Abwicklung der einzelnen Wettbewerbe ihre Geduld auf eine harte Probe gestellt, und hereinbrechende Dunkelheit zwang zum Abbruch. Das letzte Jagdspringen mußte aus diesem Grunde auf den folgenden Tag verlegt werden. Von den 78 Bewerbern im schweren Springen um den Landrat=Pütz=Gedächtnispreis bewältigten nur ganze sieben, darunter vier Deutsche, den mit größtenteils kombinierten Sprüngen gespickten Kurs und traten dann zur Entscheidung über erhöhte Hindernisse an. Alchimist unter Rittmeister Brandt konnte als einziger seine Leistungen wiederholen und nahm alle acht Hindernisse wiederum fehlerfrei, während Baccarat und Wotan ebenso wie Ernica unter dem holländischen Oberleutnant Greter je einmal versagten. Sauxtmagg von Barnekow verzichtete auf das ### als der deutsche Sieg von Alchimist feststand. Ausländersiege gab es in den Rahmenwettbewerben. Das Amazonen=Jagdspringen holte sich die Amerikanerin Bradford auf Avocat vor Frl. Backhaus auf Nora 3. In der Dressur wurden General von Pados=Ungarn auf Fiscur und österreichischer Olympiadritter Major Podhajsky auf Otto Abteilungssieger. In einer weiteren Dressurprüfung kam der Vollblüter Moselländer unter O. Lörke zu einem beifällig aufgenommenen Sieg. — Ergebnis: Jagdspringen: 1. Kavallerieschule Sannover Alchimist(Rittm. Brandt) 0 Fehler, 46.3 Sekunden, 2. Ernica(Obltn. Greter=Holland) 4/44,2, 3. Wotan(Rittm. Hasse=Deutschland) 4/45.2. 4. Baccarat(Rittm. Momm=Deutschland) 4/48.0 5. Keve(Hptm. Erdödy=Ungarn) 12/48.2. 6. Sellö (Hptm. v. Platthy=Ungarn) 18/78.0, 7. Olaf(Hptm. v. Barnckow=Deutschland) 0 Fehler, auf Stechen verzichtet, 8. Sargarosza(Oblt. Fodor=Ungarn) 4/89. nötigte. Dritter wurde Sugiura(Japan) in 59.2 Sekunden. Das 100=Meter=Rückenschwimmen holte sich Doshida in:11,2 Minuten durch einen Handschlagsieg vor Gombe, der:11.4 Minuten benötigte und damit den ungarischen Rekord einstellte. Olymviasieger Hamuro war in:47.2 Minuten das 200Meter=Brustschwimmen nicht zu nehmen. Auch die 400 Meter Kraul endeten durch Makino in:52.6 Minuten mit einem japanischen Siege. In recht war der junge Ungar Grof, der mit 20:12.4 Minuten über 1500 Meter einen neuen Landesrekord aufstellte und die 1000 Meter in der Zwischenzeit von 13:18.6 Minuten, die gleichzeitig ungarische Bestzeit bedeutet, zurücklegte. Negami schwamm sich nicht aus und blieb klar geschlagen. Das Wasserballspiel brachte den ungarischen Olymviasiegern mit 11:0(:0) durch Tore von Nemeth (). Brandy(), Bosci(2) Halasy und Hazai einen leicht erkämpften Sieg über Japans Auswahlsieben. Somit endete der Länderkampf am ersten Tage mit dem unentschiedenen Stand von:3 Punkten. hveger schwamm Weltrekord „Ein Teil der dänischen Olympiaschwimmer beteiligte sich am Sonntag auf einer Veranstaltung in Hällingger. Die weitaus beste Leistung vollbrachte ld Hveger, die für Dänemark in Berlin im 400=Meter=Kraulschwimmen eine Silbermedaille errang. Mit 14:35,6 stellte die erst 15jährige Dänin über 1000 Meter Kraul eine neue Bestzeit auf, die bisher von der Amerikanerin Helen Madison mit 14•44,8 gehalten wurde Damit hält Hveger die Weltrekorde über 600, 800 und 1000 Meter Kraul. Regener-Dortmund Vierkampfsieger Das 55. Harkort=Bergfest Krähling=Bergeborbeck und Schäfer=Kronenberg in den Altersklassen siegreich Das Harkort=Bergfest hat seine Tradition. Schon seit langen, langen Jahren finden sich immer die Turner des Westens ein, wenn sie die Turngemeinde Harkort, die schon seit vielen Jahren immer mit geschickter Hand das Fest ausrichtet, ruft. Heuer feierte man das 55. Harkort=Bergfest und es kamen weit über 2000 Wettkämpfer. Sicherlich ein Beweis, wie treu die Turner an ihrem alten Wettstreit festhalten.... Die Jugend= und Altersturner leiteten das Fest schon am Samstag ein und tags darauf stellten sich dann die Hauptklassen den Kampfrichtern. Bangert aus Halver fehlte heuer. So kam mit Regener von der Dortmunder Eintracht ein alter Kämpe es Harkort in der Oberstufe zu einem feinen Siege mit 79 Punkten, nachdem er zwischenzeitlich nicht mehr auf dem„Alten Stamm“ um den Siegerkranz gekämpft hatte. In der Unterstufe siegte Römer=Hagen mit der gleichen Punktzahl.— Den Vierkampf der Frauen holte sich Frl. Bittner aus Schalke mit 78 Punkten gegen starke Mitbewerberinnen, die auch über 100 Meter mit 13.4 die beste Zeit lief. Sehr zu beachten ist auch die Zeit des 100=Meter=Siegers bei den Männern, MenzeMünster, mit 10.9. In den Altersklassen kehrten die Essener Turner mit schönen Siegen heim. In der Klasse 1896—1904 siegte Krähing aus Bergeborbeck mit 74 Punkten, und in der Altersstufe 1891—1895 holte sich Schäfer=Kronenberg mit 57 P. den Kranz des Siegers. Den Mannschaftskampf der Männer=Oberstufe entschied die T6 Harkort Wetter(Ruhr) mit 261 Punkten vor Kredenbach=Lohe mit 258 Punkten, Gauführer Lorenz dankt den Bihmpiakämpfern M. Lorenz, der Führer des Gaues Westfalen im Deutschen Reichsbund für Leibesübungen. spricht im letzten Gauverordnungsblatt den westfälischen Olympiakämpfern seinen Dank aus: „Die 11. Olympiade, das größte sportliche Ereignis aller Zeiten, ist vorüber. Tage gewaltigsten Erlebens, unerhörter Leistungen und kämpferischen Einsatzes liegen hinter uns. Diese 11. Olympischen Spiele werden, das dürfen wir ohne Ueberhebung sagen, ein ewiges Ruhmesblatt in der Geschichte Deutschlands und in der Geschichte des Sports sein und bleiben. Der Wille unseres Führers schuf in dem gewaltigen Reichssportfeld den gigantischen Rahmen für dieses Fest, der Reichssportführer und seine Getreuen bereiteten es vor, führten es durch und gaben ihm trotz aller olympischen Gesetze ein absolut deutsches Gepräge, und unsere deutsche Mannschaft krönte dieses Fest durch ihren Sieg über alle teilnehmenden Völker und erhob damit Deutschland zur ersten Sportnation der Welt. Mit berechtigtem Stolz dürfen auch wir vom Gau 9 auf eine Reihe von Sportkameraden blicken, die unter restlosem Einsatz ihrer Kraft und ihres Willens den olympischen Lorbeer für Deutschland errangen und den überragenden Sieg miterkämpfen halfen. Am Marathontor des gewaltigen Stadions zu Berlin stehen unter den vielen anderen Namen: Willi Kaiser, Gladbeck Michael Murach. Schalke Ewald Tilker, Herford Fritz Bondroit, Herford Artur Knautz, Hindenburg Minden Heinz Körvers, Hindenburg Minden in Stein gehauen für ewige Zeiten, der Nachwelt eine stete Erinnerung an Deutschlands Wiederauferstehung unter seinem genialen Führer und Volkskanzler Adolf Hitler, der deutschen Jugend eine Verpflichtung, ein Ansporn und eine ewige Mah' nung zur Tat, zu Kampf. Opfer und Einsatz. Unseren Olympiasiegern und auch jenen, denen ein Sieg versagt blieb, gilt heute unser aller Dank. M. Lorenz, Gauführer.“ Eintracht Dortmund mit 258 P. und Hagen 60 mit 253 Punkten für sich.— Im zweiten Mannschaftskampf schaffte der TK Herne mit 965 P. vor Eintracht Dortmund mit 896 Punkten und TV Münster mit 879,5 Punkten den Sieg. England vor Deutschland und Belgien Leichtathletikkampf in Luxemburg In Luxemburg wurde ein Leichtathletik=Vierländerkampf zwischen Luxemburg, England, Belgien und Deutschland durchgeführt, den England mit 34 Punkten vor Deutschland mit 29 Punkten, Belgien mit 21 und Luxemburg mit 15 Punkten gewann. Deutschland war durch westdeutsche und Frankfurter Leichtathleten vertreten. Den durchweg sehr hart umstrittenen Kämpfen wohnten zahlreiche Zuschauer bei, darunter auch der deutsche Gesandte, der englische Konsul und der Bürgermeister von Luxemburg Deutsche Siege gab es über 400 Meter durch Helmle, im Diskuswerfen durch Debus und im Kugelstoßen durch Jansen. 11. Ratisbona=Bergrennen bei Kelheim Bei gutem Wetter wurde am Sonntag bei Kelheim das 11. Ratisbona=Bergrennen um den HausSchemm=Gedächtnispreis ausgefahren. Rund 15 000 Zuschauer hatten sich auf der 4 Klm. langen Rennstrecke eingefunden. Die beste Zeit des Tages fuhr bei den Lizenzfahrern Schnitzenbaumer(München) auf einer 500=ccm=Rudge mit 104,07 Stdklm. und verbesserte damit den seit 1931 bestehenden alten Rekord. Silbernes Band der Kuhr Das Augustmeeting des Mülheim=Duisburger Rennvereins erreicht erst am Mittwoch seinen Höhepunkt mit dem„Silbernen Band an der Ruhr“. der längsten westdeutschen Flachprüfung. Wie stets werden sich auch diesmal wieder einige vorzügliche Steher am Start einfinden, deren Ausgleichung in diesem Handicap keineswegs einfach gewesen sein dürfte. Unter die zahlreichen westdeutschen Bewerber mischt sich als Vertreter der Zentrale Pontifer. der am Sonntag lediglich einen Galopp erhielt und hier mit seinem günstigen Gewicht eine erste Rolle spielen wird. Ein ebenso interessantes und gut besetztes Rahmenprogramm sollte dem Veranstalter erneut einen vollen Erfolg bescheren. Unsere Voraussagen: 1. Rennen: Olearius— Cardea; 2. Rennen: Harquebuse— Hanshein: 3. Rennen: Partisane— Bastkorn: 4. Rennen: Mogul— Schloßfrau; 5. Rennen: Vockerode — Pontifer: 6. Rennen: Titanic— Giazza: 7. Rennen: Monarchist— Lösegeld. Toto und Tip Clairefontaine de la Croix Sonnet: 1. Ramadan(Le 3.„Vieur Colombier. Toto: Sieg 36:10. Platz 18. 23:10.— 2. Course de Haies de Normandie: 1. Améthyste(Rochet): 2. Brigantin; 3,„ Seeande. Toto: Sieg 36.10, Platz 46. 34.10. 9 gi Pris des Jasmins: 1. Cocagne(Destandau): e: 3. Mlle. Rosine. Toto: Sieg 51:10, Platz 13. 17:10.— 4. Prix du Coteau: 1. Gama(Truin): ;Iglernez 3 Priguag, Toto: Sieg 50:10, Platz 29. 2419.— 5. Prir de la Terrasse: 1. Roi Mage II Toto: Sieg 28:10, Platza1t. 15110.— 6. Peir des Camelias: 1. Fifreun(Migeon): 2. Nébuleur; 3. Golden End. Toto: Sieg 62:10, Platz 29, 49:10. KUNST UND LEBEN Wrenehecht, nündert Cänre OTDTODL! Ueberraschende Entdeckungen Die Erbhofgesetze haben bei uns, obwohl sie auf das alte germanische Gesetz in ihrem Grundsatz zurückgingen, doch als etwas Neues gewirkt, dessen Folgen von manchem mit Besorgnis erwartet wurden. Man kannte keinen Vergleich aus unserer Welt, an dem man die Auswirkungen hätte absehen können. Aber es hat sich erwiesen— und das ist eine ganz unerwartete Bestätigung— daß das nicht an dem Vorgang selber lag, sondern daran, daß wir unsere Welt nicht kannten. Die deutschen Kolonisten in Rußland, die man im Weltkrieg wieder entdeckt hat(es waren damals noch über zwei Millionen Menschen), lebten aus ihrer Einwanderungszeit her unter einem besonderen Kolonistengesetz, das nach ihrem eigenen Willen geschaffen war und das sie aus ihrer Umgebung völlig heraushob. Es läßt sich nachweisen, daß die unverfälschte Erhaltung ihrer Art und ihre ungewöhnlichen wirtschaftlichen und kulturellen Leistungen gerade in diesem Sondergesetz begründet lagen, das bis zum Kriegsende bestand; sie selbst wie die russische Regierung waren sich darüber vollständig im klaren. Und die Kernstücke dieses Gesetzes, Bodenrecht und Erbrecht, waren nichts anderes als unsere neuen Erbhofbestimmungen in den Formen und der Sprache der damaligen Zeit. Theodor Hummel, der aus einem führenden Geschlecht der Deutschen im Kaukasus hervorgegangen ist, hat uns diesen überraschenden Zusammenhang aufgehellt und die Reichsnährstand Verlags=Ges. legt uns seine Schrift darüber vor(„100 Jahre Erbhofrecht der deutschen Kolonisten in Rußland“; 254.); wir müssen sagen, daß es eines der überraschendsten und dankenswertesten Bücher ist, die in der letzten Zeit über uns erschienen sind. Mit besonderen Vorrechten waren von der russischen Regierung ins Land gerufen worden die Wolgadeutschen(1763—67), die Schwarzmeerdeutschen(1790—1818) und die Kaukasusdeutschen 1817—18); aus einer ersten Siedlungszahl von 86 500 Menschen hatten sich daraus bis 1918 rund 1 300000 entwickelt; mit einem Landbesitz von annähernd 6 550000 Hektar. Die 825000 Deutschen in Kongreßpolen, Wokhynien, Kaukasien und Sibirien sind aus der Betrachtung weggelassen, weil ihre Ansiedlungsbedingungen anders waren und sie von der Regierung kein Siedlungsland zugewiesen bekommen hatten. Für die drei Gruppen an der Wolga, dem Schwarzen Meer und in Nordkaukasien aber galten folgende Bestimmungen des Kolonistengesetzes: „Alle den Kolonisten zur Ansiedlung zugewiesenen Ländereien sind denselben zugeeignet als unbestreitbares, ewiges und erbliches Eigentum, jedoch nicht als Eigentum einer Person, sondern als Eigentum der ganzen Gemeinde. Auf Grund dieses können die Kolonisten auch nicht den kleinsten Teil ihres Landes, in welcher Form es auch sein möge, ohne Einwilligung der Gemeinde und ihrer vorgesetzten Behörde weder verkaufen noch abtreten noch verpfänden, damit diese Ländereien nie in fremde Hände gelangen können.„ Das heißt also, das bäuerliche Land ist unveräußerlich, unbelastbar, erblich und steht unter dem Schutze der Gemeinschaft. Nach den weiteren Bestimmungen war das Kolonistentum ein besonderer Stand, in den nur aufgenommen wurde, wer die erforderlichen Eigenschaften dafür besaß. Diese Eigenschaften bezogen sich ebenso auf Carakter und Lebensführung wie auf die landwirtschaftliche Fähigkeit und Betätigung. Die Größe einer Kolonistenwirtschaft war nach dem Bedarf geregelt und eine Teilung nur zulässig mit Genehmigung der Ortsbehörde; diese hatte darauf zu achten,„daß die Teilung zum direkten Nutzen der Ansiedler und nicht zum Verfall der Wirtschaft dient. Deshalb muß das Einverständnis der Eltern und Verwandten zur Teilung vorliegen und festgestellt werden, ob genügend Land, Geräte und Vieh zur Bildung einer neuen Wirtschaft vorhanden ist, mit einem Wort, es ist in einem solchen Falle darauf zu achten, daß beim ersten Wirt die Wirtschaft nicht leidet und beim andern mit Erfolg verrichtet wird.“ Ueber die Erbfolge heißt der wichtigste Abschnitt:„Die von der Krone zugeteilten Ländereien erbt im allgemeinen der jüngste Sohn, nur bei dessen Unfähigkeit kann der Vater als Landerben einen seiner älteren Söhne oder einen Verwandten bestimmen.“ Man kann also feststellen: in den wesentlichen Punkten, nämlich in der Bindung des Eigentums, dem Begriff der Bauernwirtschaft und des Bauern und der Erbfolge entspricht das Kolonistengesetz der neuen Anschauung und Rechtssetzung unserer Zeit im Erbhofgesetz. Und das Kolonistengesetz ist nicht eine russische, sondern eine deutsche Schöpfung, denn die russischen Bauern lebten unter dem Begegnung auf der Landstraße (Grimm—.) so vollkommen anders gearteten„Mir“=System, nach dem das ganze Land gemeinsam der Gemeinde gehörte und alle zehn Jahre auf alle männlichen Gemeindeglieder völlig neu aufgeteilt wurde. Zudem bestand damals noch in Rußland für alle einheimischen Bauern die Leibeigenschaft. Entscheidend ist es nun, die Folgen dieser Systeme zu beobachten. Im Schwarz= meergebiet war es Sitte, daß die Gemeinden Land kauften für die Söhne, die nicht erbten und es ihnen billig überließen; so setzte hier eine außerordentliche Vergrößerung des Koloniegebiets ein, ja, es kam zu Neusiedlungen im Nordkaukasus, im Uralgebiet und in Sibirien. Trotz der mehr als fünffachen Vermehrung der Bevölkerung blieb der Landanteil der einzelnen Wirtschaften gleich, und damit war eine wirtschaftliche Blüte von hohem Ausmaße gesichert. In Transkaukasien dem zahlenmäßig kleinsten Kolonistengebiet, war das Aufblühen noch deutlicher. Hier wurde von vorn herein von den Gemeinden Land für den Nachwuchs in Reserve gestellt, so daß jeder von den Nichterben wenigstens eine Baustelle erhielt, die ebenso geschützt war wie die Wirtschaften. Das wurde besonders segensreich für die jungen Leute, die sich dann als Handwerker selbständig machten. Der wirtschaftliche Aufschwung dort beruhte vor allem auf der intensiven Ausnützung des Bodens durch Weinbau und der Gründung von leistungsfähigen Winzergenossenschaften, die in der Kredithilfe und der Schädlingsbekämpfung Großes vollbrachten. Der Jahresdurchschnitt der Ernten war mehr als vierfach höher als im Reich. Eine eigentümliche Rolle spielen in diesem Zusammenhange die Wolgadeutschen: Nachdem sie von Beginn der Ansiedlung an rund fünfzig Jahre unter dem Kolonistengesetz gelebt hatten, geschah das Sonderbare, daß man 1816 davon ab und zum russischen „Mir“= System überging. Es war obrigkeitlicher Beschluß, aber wahrscheinlich haben die Wolgadeutschen auch selbst dazu beigetragen. Doch wie dem auch sei, die Folgen bleiben nicht aus, und man übersieht heute, daß sie ernster Natur waren. Zwar überwies die Regierung in großzügiger Weise noch zweimal neues Land für die stark wachsende Bevölkerung(im ganzen eineinhalb Millionen Hektar); und doch machte sich ein immer größerer Landmangel allmählich fühlbar. Das Land wuchs auf das Vierfache, die Bevölkerungszahl aber auf das Sechsundzwanzigfache. Der Anteil für den Einzelnen wurde kleiner und kleiner, zumal als„Revisionsseelen" nur die männlichen Bewohner galten. Dem wirtschaftlichen Rückschritt entsprach ein kultureller, und erst als 1906 das Mir=System überhaupt aufgehoben wurde, ging es wieder aufwärts. Die Parallele des Kolonistengesetzes bedeutet in unsrer Zeit ein eigenartiges Wiederfinden. Die beiden gleichen Rechtsformen gehen gradlinig auf dieselbe völkische Wurzel zurück, und aus der großartigen Wirkung der einen erkennt man, wie sehr auch die heutige Anwendung unserm eigentlichen Wesen entspricht. Zugleich beweist es uns, wie sehr das Deutschtum auf der ganzen Welt in Wesen und Wirkung eine Einheit bildet. Dr. Gerhard Hagenmeyer Vogel im Sommer Unterm blauen Himmel Fliegst du froh dahin. Erde gibt die Nahrung. Freude ist dein Sinn. Liebe Lieder singst du In die Welt hinein. Deine kleine Seele Küßt der Sonnenschein. Ohne Zeit und Schwere Hebst du dich empor, Denn du bist ein Lächeln, Das der Wind verlor. Käthe L. Kamossa Die Sage vom träumenden Stein In der Tatra lebten einst ein kühner Jäger und eine schöne Schäferin, die sich heiraten wollten. Eines Tages ging der Jäger auf die Jagd. Das Mädchen hatte böse Ahnungen. Es beschwor ihn, zu bleiben. Lächelnd beruhigte der Jäger die Braut. Zwei Tage wartete sie in ängstlicher Sorge. Als aber ihr Jäger auch am dritten Tag nicht wiederkam, machte sie sich auf, ihn zu suchen. Und so fand sie ihn zerschmettert in einem Abgrunde. Erstarrend sah sie zu ihm in die Tiefe hinab, und viele, viele Tränen rannen über ihr bleiches Gesicht. So viele Tränen vergoß sie, daß in dem Abgrund, in dessen Tiefe der Jäger lag, sich ein See bildete. Das Mädchen aber wurde vor Herzeleid zu Stein und steht noch heute am Ufer des Sees. Selbst der Stein vergießt Tränen, und der See hat keinen anderen Zufluß als die vom Stein herabfallenden Wassertropfen. Die Unzertrennlichen Sizze von Hans Här Das war eine seltsame Fügung, die einst zwei Freunde, berühmte, auch heute noch bewunderte Männer, dazu bestimmte, daß jeder von ihnen am Grabe des anderen stand. Es erscheint gewiß absonderlich, daß der Mann, der im Erdenschoße lag, schon einmal an der Gruft des Freundes geweilt hatte, der ihm später im lähmenden Schmerz das letzte Geleit gab. Dennoch ist es eine wahre, in manchen Stücken fast heitere Geschichte, die erzählt werden soll, weil in ihr Flug und Innigkeit deutscher Seele mitschwingen. Sie trugen gute, klingende Namen, die beiden, die sich in der alten Frankenstadt Nürnberg zum unzertrennlichen, geistigen Bündnis gefunden hatten: Albrecht Dürer hatte schon„Ritter, Tod und Teufel“, das„Marienleben“, und die„Apokalyptischen Reiter" geschaffen, und Wilibald Pirkheimer war als Ratsherr Nürnbergs, als politischer Unterhändler und Humanist weit über die Grenzen des Reiches geschätzt, als sie im Jahre 1520 durch wichtige Aufträge in ferne Gaue gerufen und getrennt wurden. Dürer, der Maler, folgte einer Einladung in die Niederlande, um zwischen den formenschönen Bauten Brabants und im Lichte und Leben der Nordseehäfen neue Anregungen zu finden. Pirkheimer aber reiste als Abgesandter der Stadt Nürnberg zum Reichstag, der in der schönen Breisgaustadt Freiburg, im Schatten der Schwarzwaldberge, abgehalten wurde. Diese Reise in das Land am Oberrhein schien dem gewandten Ratsherrn zum Unheil geworden zu sein. Die Nürnberger warteten monatelang in großer Unruhe vergebens auf seine Rückkehr, und an einem Vorfrühlingstag wurde im Wasser der Pegnitz eine Leiche angespült, in der die Bürger ihren Abgesandten erkannten. Da hing schwere Trauer über der Frankenstadt. Man nahm an, daß der Ratsherr von Räubern überfallen, geplündert, getötet und in das Wasser gestoßen worden war. Als Albrecht Dürer nach langer Abwesenheit mit reicher Ernte an künstlerischen Eindrücken und einem ehrenvollen Auftrag des Kaiser Karls V. aus Antwerpen zurückkehrte, überraschte ihn die Kunde vom jähen Ende des Freundes. Man führte ihn zum Johanniskirchhof, dort stand er blaß und zerwühlt vor dem Grabe Pirkheimers. Aber je mehr er nachdachte und in seinem Schmerz versank, desto zweifelhafter erschien ihm dieser sinnlose Tod. Immer stärker wurde die innere Stimme, die gegen seine Trauer sprach und ihm eine freudige Wende verhieß. Waren nicht auch die beiden Diener Pirkheimers verschollen? Warum fand man sie nicht in der Nähe ihres toten Herrn? Die Nürnberger hörten die Bedenken Dürers achtungsvoll an, aber sie hielten sie nur für einen verständlichen, frommen Selbstbetrug, in dem sie den Maler nicht stören wollten:.. Bis sie wenige Tage vor dem Weihnachtsfeste des Jahres 1521 erkennen durften, daß sie einen Fremden, der ihrem Ratsherrn geähnelt, begraben hatten, Pirkheimer aber unversehrt geblieben war. An jenem Wintertage ritt er mit seinen Begleitern lachend und in rüstiger Haltung durch das Stadttor, und am Abend erzählte er den atemlos lauschenden Bürgern bei Wein, Braten und Kuchen von seinem Irrgang, der ihn so lange unsichtbar gemacht hatte. Mit komischer Gebärde bekannte er, sein jüngstes Erlebnis beweise, daß auch ein gefürchteter Unterhändler die streng wägende Berechnung verlieren könne. Ihm sei der Zauber der Berge zum Verhängnis geworden. Die Umgebung Freiburgs mit den mächtigen Bergkuppen, dem Schauinsland und dem Belchen vor allen, habe ihn, als der Reichstag zu Ende ging, zu einem großen Ritt in die Wälder verlockt. Dabei sei er, ohne es zu bemerken, über die nahe Grenze der Schweiz geraten. Leider habe das Volk dort keine brüderlichen Gefühle für den Ratsherren der Frankenstadt gehegt. Die Bewohner der Kantone legten Pirkheimer eine alte, unbeglichene Rechnung vor. Sie hatten die Schläge, die er ihnen zwei Jahrzehnte früher als Feldhauptmann der Nürnberger im Heere des Kaisers Marximilian verabreicht hatte, nicht vergessen. Als sie in einer Herberge, die er beim Abenddämmer aufsuchte, den alten Gegner erkannten, sperrten sie ihn und seine Diener schnurstracks ein. Sie fingen alle seine Briefe und Hilferufe an den Kaiser und das geliebte Nürnberg ab und ließen ihn erst nach umständlichen Verhandlungen und„angemessener Sühne" frei. Groß war der Zorn der Nürnberger über diesen Streich der Schweizer, größer aber die Freude über die Rückkehr ihres Führers. Rätselhaft blieb vor allem Dürers sicheres Gefühl, und Pirkheimer war tief bewegt, als er erfuhr, daß sein Freund als Einziger ihn nicht verloren gegeben hatte. Darum war der Schmerz des Ratsherrn wahrhaft grenzenlos, als er sieben Jahre später am Grabe Albrecht Dürers stand. Tief beklagte er es, daß sich die Spiele des Schicksals nicht wiederholen und keine freundliche Fügung den Verblichenen zurückbrachte. Zwei Jahre später folgte der Ratsherr dem Freunde, und man bettete ihn neben Albrecht Dürer, dem er so tief und unzertrennlich verbunden war. Aufgaben des Auslandslehrers Abschlußkundgebung der Auslandslehrertagung Stuttgart. Als Abschluß der Auslandslehrer= tagung 1936 in Stuttgart fand am Sonnabendabend eine Kundgebung statt. Reichsstatthalter und Gauleiter Murr wies mit eindringlichen Worten die deutschen Kameraden aus dem Auslande auf die wichtige Aufgabe hin, die sie als Erzieher draußen zu erfüllen haben. So wie ein Volk seine Jugend erziehe, so gestalte sich auch die Zukunft des Volkes. Prof. Dr. Suchenwirt (München) umriß als Vertreter des am Erscheinen verhinderten Gauleiters und Hauptamtsleiters Wächtler(Bayreuth) den Aufgabenkreis, in dem der Auslandslehrer für das neue Deutsche Reich wirken soll. Dort, wo der Auslandslehrer auch die Kinder fremder Nationen schule, könne er, indem er im Sinne der Friedenspolitik des Führers arbeite, völkerversöhnend wirken, so daß an der Schulstube sich ein Händereichen zwischen den Nationen vollziehe. Der Leiter der Auslandsorganisation der RSDAP, Bohle, überbrachte die Grüße und Wünsche des Stellvertreters des Führers. Die Auslandsorganisation habe die alles umfassende große Aufgabe, das Auslandsdeutschtum einzubeziehen in die große Schicksals= und Volksgemeinschaft, wie sie früher nie vorhanden war. Das Recht, sich in der Partei zu organisieren, habe der Führer selbst geschaffen und es könne auch den Deutschen im Auslande dieses Recht nicht verwehrt werden. Für dieses Recht habe Wilhelm Gustloff, der Typ eines anständigen und nationalen Menschen, sein Leben lassen müssen. Für dieses Recht seien auch die Brüder in Spanien gefallen. Seien Sie draußen, so schloß Gauleiter Bohle, Mitarbeiter am Ausbau eines nationalsozialistischen Auslandsdeutschtums. Nur so können die gigantischen Bemühungen des Führers um den Frieden in der Welt unterstützt werden. Heute hingen Sturmwolken über Europa; in Deutschland jedoch herrschen Ordnung und Frieden und das Volk steht hinter dem Führer als Wacht für den Frieden. Mit einem machtvollen Bekenntnis für den Frieden in der Welt stimmten alle mit ein in den Gruß an unseren Führer. Wöchisschulung jae seden Vonsgenossen Jeder einmal in einer Gerichtsverhandlung Beginn in der Schule „Von einem bolschewistischen Torpedo getroffen“ Eine Warnung des„Daily Mail“ an Frankreich In einem Leitartikel der Londoner„Daily Mail“ heißt es u..: Westeuropa gleiche zur Zeit einem Schiff, das von einem bolschewistischen Torpedo getroffen sei. Bis jetzt hätten die Pyrenäen die Funktion eines wasserdichten Walles ausgeübt. Aber auch in anderen Teilen des Schiffes seien„wilde Leute". Gestern erst habe eine Massenversammlung französischer Radikalisten in Lille, geführt von bolschewistischer französische Hilfe für die roten Gangster in Madrid gefordert. Jede solche Aktion seitens der französischen Regierung sei ein Verbrechen gegen jede Zivilisation. Um der Sicherheit Westeuropas willen müsse die britische Regierung gedrängt werden, den französischen Ministerpräsidenten davor zu warnen, die Roten in Spanien zu unterstützen. Im Interesse einer planmäßigen Rechtserziehung des Volkes, die für die Volkstümlichkeit der Rechtspflege notwendig ist, macht der Leiter der Justizpressestelle in Dortmund. Landgerichtsrat Rohling, in der„Deutschen Justiz“ eine Reihe interessanter Vorschläge. Das Recht müsse in den Mittelpunkt des öffentlichen Lebens und der weltanschaulichen Schulung gestellt werden. Der einzelne Volksgenosse müsse die Scheu vor dem Gericht verlieren und im Richter nicht einen Feind oder weltfremden Bürokraten, sondern einen Freund und sozialen Helfer sehen, der einen gerechten Aasgleich unter den Volksgenossen erstrebt. Die Volksgenossen seien darüber aufzuklären, daß ein Prozeß stets mit einem Risiko verbunden ist und deshalb häufig ein Vergleich vorzuziehen sei. Die Geschäftsgewandtheit der breiten Volksschichten sei planmäßig zu heben. Es sei erschreckend, wie oft Volksgenossen durch Unkenntnis beim Abschluß von Verträgen in Not geraten. Deshalb müsse jeder Volksgenosse im Abschluß von Verträgen geschult werden. Es sei unerträglich, daß die große Mehrheit der Volksgenossen die Schule verläßt, ohne überhaupt eine Ahnung von der Rechtspflege zu haben. Deshalb müsse die Aufklärungsarbeit spätestens im letzten Schuljahr einsetzen. Ob die Einführung einer Rechtsstunde im Schulunterricht zweckmäßig sei, möge dahingestellt bleiben; wahrscheinlich würden gelegentliche Vorträge geeigneter Rechtswahrer in der Schule und der gemeinsame Besuch von Gerichtsverhandlungen den gleichen Erfolg haben. Geeignet für solche Vorträge seien beispielsweise die oberen Schulklassen, Fortbildungsschulen, Schulungsabende der Partei, Gliederungen und angeschlossenen Verbände, Versammlungen von Polizeibeamten usw. Die wirksamste Rechtsbelehrung sei der praktische Anschauungsunterricht. Es sei deshalb zu erstreben, daß jeder Volksgenosse wenigstens einmal in seinem Leben einer Gerichtsverhandlung beiwohne. Der Besuch von Gerichtsverhandlungen durch geschlossene Gruppen von Schülern, Angehörigen der Partei usw., sei planmäßig zu organisieren und der jetzige Zustand zu beseitigen, daß nur immer„Kriminalstudenten" als unerwünschte Zuhörer sich einfänden. Schlaß der mosnader Iahiiznombote Neue ekelhafte Selbstbezichtigungen der„Angeklagten“ 16 Todesurteile in Moskau Moskau, 24. August. Der Militärgerichtshof fällte am Sonntag gegen Miternacht das Urteil gegen Sinowjew und Genossen, die wegen angeblicher Verschwörung vor Gericht standen. Alle 16 Angeklagten wurden zum Tode durch Erschießen verurteilt. Wentenors Die widerlichen Selbstbezichtigungen im Moskauer Schauprozeß Das ekelhafte Schauspiel zynischer Selbstbezichtigungen wiederholte sich auch am Sonntag immer wieder bei Bakajew, Pickel, Sinowjew, Kamenew und allen übrigen. Besonders abstoßend war der Eindruck, wenn einzelne Angeklagte, erfüllt von Haß und Angst, andere in den Schmutz zerren, sich selbst als„faschistische Hunde“ bezeichnen und dann fast in demselben Atemzug unter Tränenströmen ihre Liebe und Verehrung für Stalin beteuern. Auch die vom Publikum mit Spannung erwarteten Reden Kamenews und Sinowjews unterschieden sich nicht wesentlich von den übrigen. Die Art und Weise, wie Sinowjew und Kamenew zweifellos in der Absicht, damit die Abwendung des Todesurteils zu erreichen, mit theatralischem Fanatismus Trotzki und den„internationalen Faschismus" und Nationalsozialismus beschimpften, zeigte die politischen Grundtendenzen des Prozesses erneut in grellem Licht. Sinowjew blieb nicht zurück hinter Kamenew mit seinen Anklagen gegen Trotzki, den er, oft zum Publikum gewandt, mit dem höchsten Aufwand seiner dünnen Fistelstimme, den„Propagandahebel der faschistischen Kampforganisation gegen die Sowjetunion, gefährlicher als der Zarengeneral Denikin und der Emigrantenführer Miljukow“ nannte, natürlich gleichfalls in der Hoffnung, sich damit das Leben zu retten. Die auffallende Aehnlichkeit in den Hauptpunkten in den Reden der Angeklagten, ihre zerknirschten Schuldbekenntnisse ebenso wie die Verdammung tag iit „** Flagmoloten Dessau—Afrika im Ohne-Halt-Flug mit Ju 86„Bückeberg“. Dessau, 23. August. Am Sonnabend gegen 22 Uhr startete in Dessau das zweimotorige JunkersSchnellverkehrsflugzeug Ju 86„Bückeberg“, ausgerüstet mit zwei Schweröl=Flugmotoren Junkers Jumo 205 nach Bathurst an der westafrikanischen Küste. Das Flugzeug wurde geführt von Dipl.=Ing. Achterberg, Prokurist der Junkers=Werke, und dem bekannten Lufthansa=Flugkapitän Untucht. Zur Besatzung gehört weiter der Funkermaschinist Brauner. Die Ju 86 traf bereits am Sonntag um 16.20 in Bathurst ein. Die 6000 Kilometer lange Strecke wurde trotz des wechselnden Wetters in nur 18 Stunden zurückgelegt. Dasselbe Flugzeugmuster stand auf der Deutschland=Schau als Vertreter der Spitzenleistung deutscher Flugtechnik. Dieser außerordentlich bemerkenswerte Ohne=Halt=Flug wurde auf der von der Lufthansa regelmäßig in jeder Woche beflogenen Poststrecke nach Südamerika unternommen, jedoch mit dem bedeutsamen Unterschied, daß die Lufthansa=Flugzeuge auf ihrem Wege von Frankfurt nach Bathurst in mehreren Abschnitten verkehren. Von Bathurst aus starten bekanntlich die Seeflugzeuge der Lufthansa zum Sprung über den Atlantik über eine Entfernung von 3000 Kilometer nach Südamerika. Der Flug der Ju 86 beweist, daß die Maschine in der Lage ist, fast die doppelte Ozeanstrecke zurückzulegen. Diese Flugleistung konnte nur erzielt werden durch die Verwendung von JunkersSchwerölmotoren, deren geringer Brennstoffverbrauch von etwa 170 Gramm je PS in der Stunde es erlaubt, mit den an Bord befindlichen Kraftstoffmengen eine so außerordentlich große Reichweite zu erzielen. Dieser Flug zeigt erneut, daß der schon seit einigen Jahren im regelmäßigen Verkehr verwendete Junkers=JumoSchweröl=Flugmotor auch den schwierigsten Aufgaben gewachsen ist. Neue Renorofahsel der„auden Kurh“ Angriff auf das Blaue Band trotzdem mißlungen London, 24. Aug. Der Cunard=White=Star=sten. Auf der letzten Strecke kam der Dampfer Queen Mary“ hat einen neuen Ge= vorübergehend durch Nebelgebiet, war jedoch Dampfer„Queen Mary“ hat einen neuen Geschwindigkeitsrekord für die Ueberquerung des Nordatlantischen Ozeans in Ostwest=Richtung aufgestellt. Das englische Riesenschiff benötigte für die Strecke Bishop Rock zum Ambrose=Feuerschiff die Zeit von vier Tagen und 27 Minuten, während der bisher von der„Normandie“ innegehabte Rekord in dieser Richtung vier Tage, drei Stunden und zwei Minuten betragen hatte. Bei der Rückfahrt betrug die Durchschnittsgeschwindigkeit des englischen Schiffes 30,01 Knonie genötigt, seine Geschwindigkeit zu vermindern. Trotz des neuen Schnelligkeitsrekordes der „Queen Mary“ für die Ostwest=Strecke ist das Blaue Band nach wie vor im Besitz der„Normandie“, die auf ihrer Rekordfahrt von Amerika nach Europa eine Durchschnittsgeschwindigkeit von 30,31 Knoten erzielt hatte. Die„Queen Mary“ wurde am Montagvormittag bei ihrer Ankunft im Hafen von Newyork von einer großen Menschenmenge empfangen. des Trotzkismus und des„Faschismus“ und die Verherrlichung Stalins könnten im Leitartikel jedes Sowjetblattes ausgenommen werden. Als einziger unter den Angeklagten und„Angeklagten“ fiel, wie im Laufe des ganzen Prozesses, der alte Trotzkist und frühere Volkskommissar Smirnow aus dem Rahmen dieses ekelhaften Schauspiels. Er allein deutete wenigstens die Gründe an, die ihn zur Opposition gegen den Stalinkurs veranlaßt hätten. nämlich die„schweren Zeiten in der Ukraine 1932“(worunter die Hungerkatastrophe zu verstehen ist), das überstürzte Tempo der Zwangskollektivisierung, die er mit Recht die „Oktoberrevolution auf dem Lande“ nannte. Er bekannte sich der heimlichen Verbindung mit Trotzki und der terroristischen Absichten gegen die Parteiführung schuldig, lehnte aber jede Verantwortung für die Geschehnisse ab, die sich in den dreieinhalb Jahren seiner Haft(!) abgespielt hätten. Auch ließ er keinen Zweifel darüber, daß er an Terroraktionen und Attentatsversuchen, die nach 1933, d. h. nach dem endgültigen Siege des Stalin=Kurses angeblich unternommen wurden, nicht glauben könne. Von den„Angeklagten“, den Namensvettern Nathan und Moisses Lurje, hielt Moisses, alias Emil Alexander, noch einmal eine schwungvolle nede. In ekelhafter Pose und sichtlich bemüht, die Unscheinbarkeit seiner abstoßenden äußerlichen Erscheinung durch höchsten Stimmaufwand auszugleichen, wetterte er, ganz in der Rolle des Staatsanwalts, gegen Trotzki, Sinowjew und Kamenew. Er nannte sie„feige Mörderbande“, die ihre„Unteroffiziere“, wie z. B. ihn, sogar noch in dem gegenwärtigen Prozeß verraten hätten, obwohl sie diese in die Arme des Faschismus und der Gestapo getrieben hätten. Schließlich bat er in Anbetracht seiner früheren Verdienste um die KPD. das Gericht um Gnade. Die Angeklagten ter Waganjan und Fritz David, die als letzte sprachen, bekannten ebenfalls unter Tränen ihr Verbrechen des„faschistischen, weißgardistischen Terrorismus“ und verfluchten in heftigstem Protest=Ritus den„Oberfaschisten", Trotzki. Eritz,Ogvikz, glias Kruglansti, verherrlichte das „Krautiche Leven“, und die Errungenschaften der Sowjetunion unter Tränen der Rührung, so daß gar nicht mehr zu begreifen war, weshalb er vor wenigen Jahren nach der Sowjetunion gekommen war, um Stalin vor dem vorjährigen KominternKongreß zu erschießen. Das haß-Denkmal von Dinant In der belgischen Stadt Dinant, wo jedes Jahr am 23. August eine Erinnerungsfeier für die belgischen Opfer des Weltkrieges stattfindet, wurde am Sonntag ein neues Denkmal für die Zivilopfer eingeweiht. Ursprünglich sollte es ein wirkliches Nationaldenkmal werden, an dessen Errichtung und Einweihung die ganze Bevölkerung und die Regierung teilnehmen sollten. Bezeichnenderweise wurde daraus jedoch nur die private Veranstaltung eines Denkmal=Ausschusses unter Mitwirkung der Stadtverwaltung von Dinant. Durch Anbringung des berüchtigten Spruches „furore teutonico“, der ursprünglich an der Fassade der neuen Universitätsbibliothek in Löwen angebracht werden sollte, hat das Denkmal und seine Einweihung eine Note erhalten, die eine nachträgliche Verunglimpfung unserer alten Armee ist und noch im Haß des Krieges wurzelt. Sie ist unvereinbar mit dem Geiste der Versöhnung, den vor allem das neue Deutschland wiederholt auch gegen Belgien zum Ausdruck gebracht hat. Die belgische Regierung hatte es abgelehnt, sich bei der Feier vertreten zu lassen. Auch die französischen Generale, die ursprünglich kommen wollten, haben auf Ersuchen der belgischen Regierung von einer Beteiligung an der Einweihung Abstand genommen. Die Feier war beherrscht von dem unversöhnlichen Geiste des Redners, des Senators Sasserath, der früher Bürgermeister in Dinant war und nun versuchte, das Denkmal und seine gehässige Inschrift zu rechtfertigen. Die Feier vollzog sich mit Ausnahme der Stadtverwaltung von Dinant ohne jede offizielle Beteiligung. Verschiedene Organisationen legten Kränze nieder. Die Brüsseler Presse hat bis jetzt von der Feier wenig Aufhebens gemacht. Verkehrsbeschränkungen in Nurnberg Während des Reichsparteitages 1936 dub Nürnberg, 24. Aug. Die Organisationsleitung des Reichsparteitages 1936 gibt folgende Anordnung der Polizeidirektion Nürnberg=Fürth bekannt: Der zu erwartende Riesenverkehr während des Reichsparteitages 1936 macht Verkehrsbeschränkungen für das Stadtgebiet von Nürnberg unbedingt notwendig. Sperrzeit, Sperrgebiet Die Verkehrssperre dauert von Mittwoch, 9. 9. 1936, bis Dienstag, 15. 9. 1936, 2 Uhr. Das Sperrgebiet umfaßt den größn Teil der Stadt Nürnberg. Es ist umgrenzt im Westen de:• den Ludwigskanal und die Ringkahn, im Norden durch die Ringbahn, im Osten durch die Mommsen=, Teutoburger=, Bismarckstraße und die Ringsahn, im Süden durch die Ringbahn und den Rangierbahnhof. Während der Sperrzeit darf kein Fahrzeug in das Sperrgebiet einfahren oder im Sperrgebiet verkehren. Der Fernverkehr wird imgeleitet. An den Ortseingängen von Nürnberg siid Parl= plätze eingerichtet, auf welche Fahrzeuge verwiesen werden, die während der Sperre nach Nürnberg kommen. Ausnahmen von der Verkehrssperre Freizeit. Täglich von 22 bis 10 Uhr dürfen Transporte aller Art mit Kraftfahrzeugen, Fuhrwerken und Handwagen ohne besonderen Ausweis ausgeführt werden. Der Personenverkehr mit Kraftwagen ohne Ausweis ist täglich von 24 bis 8 Uhr gestattet. Während dieser Zeit ist Fahrzeugen, die das polizeiliche Kennzeichen II tragen, auch die Einfahrt in das Stadtgebiet gestattet. Besondere Fahrerlaubnis. Im übrigen dürfen im Sperrgebiet nur solche Fahrzeuge verkehren, die besondere Fahrausweise besitzen. Die Fahrausweise werden nur in beschränkter Zahl und nur von der Organisationsleitung des Reichsparteitages ausgegeben. Radfahrverkehr. Der Radfahrverkehr zwischen Wohnung und Arbeitsstätte ist gestattet. Die Radfahrer müssen jedoch einen besonderen Durchfahrtausweis besitzen. Der Zeitpunkt der Ausgabe dieser Ausweise wird noch mitgeteilt. Radfahrer dürfen auch mit Ausweis die Altstadt, die Ringstraßen einschließlich der am Ring gelegenen Plätze und das Stadiongebiet nicht befahren. Nur solche Radfahrer, die wichtige Transporte ausführen, dürfen jedoch nur in der Zeit von 22 bis 10 Uhr, die Altstadt befahren. Sie dürfen aber die Ringstraßen nicht befahren, sondern nur überkreuzen. Weitere Einzelheiten der Verkehrsbeschränkungen werden noch veröffentlicht. Die Polizeidirektion Nürnberg=Fürth macht darauf aufmerksam, daß die Verkehrsbeschränkungen mit aller Strenge durchgeführt werden. Fahrzeuglenker, die diesen Bestimmungen zuwiderhandeln, werden bestraft; ihre Fahrzeuge werden beschlagnahmt. Lebensmittelmangel der koten Plünderungen und Morde der roten Miliz Lissabon, 24. August. Ein Sonderberichterstatter der Zeitung„Diario de Noticias“ meldet aus Valladolid u..: Aus Bilbao und Santander liegen Nachrichten vor, denen zufolge in beiden Städten große Lebensmittelknappheit herrscht. Die roten Milizen haben mit Plünderungen begonnen. Politisch rechtsstehende Persönlichkeiten wurden ermordet und ihre Leichen ins Meer geworfen. In Bilbao zerstörten die Kommunisten drei und in Santander zwei Kirchen. Der portugiesische Radioklub teilt mit, daß die Militärgruppe im Guadarrama=Gebirge die Ortschaft Belegrinos in der Nähe von Escorial eingenommen habe. Der Eroberung dieser Ortschaft wird große Bedeutung beigemessen, weil sie in einer strategisch beherrschenden Lage liegt. Der Dank des Reichssportführers dnb. Berlin, 24. August. Der Reichssportführer von Tschammer und Osten hat mit nachfolgendem Schreiben allen denen, die ihn zu dem großen Erfolg der 11. Olympischen Spiele beglückwünscht haben, seinen Dank ausgesprochen: „Anläßlich der Olympischen Spiele und der Siege der deutschen Olympiamannschaft ist mir aus Kreisen des In= und Auslandes eine Fülle von Glückwunschschreiben übermittelt worden. Da es mir nicht möglich ist, jedem einzelnen zu danken, tue ich es auf diesem Wege auf das herzlichste. Zugleich gebe ich die Glückwünsche an die aktiven Mitglieder der deutschen Nationalmannschaft, an meine Mitarbeiter sowie an alle, die im stillen am Gelingen des herrlichen Festes der Olympischen Spiele mitgewirkt haben, weiter. von Tschammer und Osten Reichssportführer.“ 200 Bomben auf Madrid Die Flugplätze vollständig zerstört Paris, 24. August. Am Sonntagnachmittag überflogen, wie bereits gemeldet, 21 Großflugzeuge der Militärgruppe Madrid und belegten die beiden vor Madrid liegenden Flugplätze mit Bomben. Ergänzend meldet dazu der Sonderberichterstatter der Zeitung„Seculo“ in Valladolid, daß insgesamt 200 Bomben über den Fiugplätzen von Getafe und Cuatro=Vientos abgeworfen worden seien. Die Anlagen der Flugplätze seien vollständig zerstört worden. Die 21 Flugzeuge der Militärgruppe haben, ohne irgendwie von Regierungsflugzeugen beunruhigt zu werden, ihren Standort wieder erreicht. r. Sgyptische Ministerpräsiden: as pascha ist zur Unterzeichnung des englisch=ägyptischen Vertrages, die am Mittwoch im Foreign Office erfolgen soll, in London eingetroffen. 8 Bestfaltscher Banldesbauerntag Das genaue Programm— Bäuerliche Kulturausstellung im Detmolder Landestheater Aus dem Münsterland Folgenschwerer Sturz vom Leitungsmast Am Donnerstag. dem 27. August 1936, wird der diesjährige Landesbauerntag durch einen Empfang des Landesbauernrates und der Ehrengäste durch die Stadt Detmold im Rathaussaal eröffnet. Der Bürgermeister der Stadt und Landesbauernführer Habbes werden Begrüßungsworte sprechen. Am Nachmittag findet zunächst eine Tagung der Fachschaften der Landeshauptabteilung III statt. Nach einem Sporttressen der westfälischen Landjugend ist für die Mitglieder des Landesbauernrates eine Fahrt zum Hermannsdenkmal vorgesehen: abends wird das Musikkorps der Detmolder Flieger ein Konzert im Schloßgarten geben. Am Freitag, dem 28. August, ist vormittags eine Führertagung aller ehrenamtlichen Mitarbeiter der Landesbauernschaft Westfalen einschließlich der Ortsbauernführer. Auf dieser Führertagung werden der Landesbauernnführer Habbes sprechen, ferner die Landeshauptabteilungsleiter Göckenjan Funkel, Fohr und der Reichshauptabteilungsleiter Haidn. Am Nachmittag ist eine Vorführung„Deutsches Bauernspiel“ von Hermann Adam van Eyck im Park des neuen Palais. Abends wird ein Kameradschaftsabend alle Männer vereinen. Am Samstag. dem 29. August, versammelt sich der Landesbauernrat bei Sonnenaufgang an den Externsteinen zu einer Weihestunde, um die Vereidigung neuer Mitglieder vorzunehmen. Reichsobmann Meinberg und Dr. Johann von Leers werden hier sprechen. Nachmittags kindet als allgemeiner Abschluß eine öffentliche Großkundgebung statt. Im Pari des neuen Palais wird die Ehrung alteingesessener Bauerngeschlechter und altgedienter Landarbeiter erfolgen. Landesbauernführer Habbes. Gauleiter Reichsstatthalter Dr. Meyer und Reichsobmann Staatsrat Meinberg werden dazu sprechen. Anschließend finden Familientage als geschlossene Veranstaltungen alteingesessener Bauernfamilien statt. Gleichzeitig mit dem Landesbauerntag ist vom 27. bis 29. August eine bäuerliche Kulturausstellung im Landestheater. Mehrere Abteilungen der Landesbauernschaft Westfalen werden dort lehrreiches Anschauungsmaterial ausstellen, das den Besuchern die Leistungen des Bauerntums der Roten Erde vor Augen führt. Die Tafel„Quellen zur bäuerlichen Sippenforschung". Ahnentafelbeispiele, je ein Schema einer Sippschaftstafel und einer Ahnentafel werden die Bedeutung gesunden und begabten Blutes herausstellen und vor den Gefahren kranken Blutes warnen. Das Landesmuseum Detmold stellt eine Menge bäuerlichen Hausgutes zur Verfügung; so werden alte Schränke. Truhen. Tische, Spinnräder, Webstühle und schönes Zinngeschirr gezeigt werden. Auf anderen Tafeln sieht man wiederum westfälische Heuerlingshäuser. Auch wird die Bedeutung der Landhilfe aufgelegt. Ganz besonderes Interesse verdienen die Tafeln, die über die Arbeit der westsälischen Landjugend unterrichten. Männliche und weibliche Jugend wird im Sport und im Reichsberufswettkampf dargestellt: viele Bilder führen die Besucher in das Leben der Landjugend ein. Hundertjähriger Kohlenabbau bei Minden Minden. Es dürfte im allgemeinen wenig bebekannt sein, daß in der Nachbargemeinde Meißen seit nunmehr hundert Jahren ein Kohlenbergbau betrieben wird. aus dem in Stollenförderung bei etwa 20 Grad Senkung die chemikalienhaltigste aller deutschen Kohlen gewonnen wird, die sich zur Vergasung in Hochösen und Eisengießereien ganz besonders gut eignet. Seit 1931 besteht hier der Schacht„Notthorn“, der dank seiner ganz besonders guten technischen Einrichtungen die modernste Kohlenförderung in ganz Europa besitzt. Beim Hinauslehnen aus dem Autobus getötet Minden. Die Mitglieder des Schützenvereins der Nachbargemeinde Kleinenbremen hatten mit ihren Angehörigen eine Autobusfahrt nach Bremerbaven gemacht und befanden sich auf der Rückfahrt. Zwischen Windheim und Jössen kam dem Autobus ein Lastzug entgegen. Um diesem auszuweichen fuhr der Autobus sehr scharf an die Chausseebäume heran. Damit hatte der 28jährige August Dietrich nicht gerechnet, der aus dem Fenster des Autobusses sich hinausgeneigt hatte. Mit voller Wucht wurde er mit dem Kopfe gegen einen der Bäume geworsen und brach leblos zusammen. Jubiläum einer westfälischen Bahnlinie 50 Jahre Eisenbahn Brackwede—Osnabrück Osnabrück. Vor 50 Jahren, am 15. August 1886. wurde die Eisenbahnstrecke Brackwede—Osnabrück nach fast 16monatiger Bauzeit dem Verkehr übergeben. Schon im Jahre 1882 hatte das preußische Abgeordnetenhaus für den Bahnbau.63 Millionen bereitgestellt, doch machte die Restfinanzierung Schwierigkeiten. Die beteiligten Gemeinden mußten noch erhebliche Mittel beisteuern, und als schließlich die Stadt Bielefeld den Restbetrag von 50 000 Mark übernommen hatte, konnte am 23. März 1885 der erste Spatenstich getan werden. Die Leitung des vom preußischen Staat ausgeführten Baues lag in den Händen der Eisenbahndirektion HHannover, die die Bahn nach ihrer Fertigstellung auch in Betrieb und Verwaltung nahm. Mit der Neuorganisation des preußischen Staatsbahnwesens am 1. April 1895 kam die Strecke dann zum Bezirk der neugebildeten Eisenbahndirektion Münster. Der Tag der Eröffnung der Bahn, der 15. August 1886, wurde mit großen Feierlichkeiten begangen. Die Freude der Bevölkerung war auch berechtigt. Handel, Handwerk und Gewerbe erfuhren durch die besseren Verkehrsverhältnisse einen raschen Aufschwung, industrielle Unternehmungen entstanden, eine reizvolle Landschaft am Hange des Teutoburger Waldes wurde dem Fremdenverkehr erschlossen. Ein Bericht aus jener Zeit sagt, daß die Ravensburg bei Borgholzhausen, das Stammschloß der Grafen von Ravensburg, seit Gröffnung der neuen Bahn förmlich belagert würde. Leider hat die Gestaltung der Verkehrsverhältnisse auf der Strecke nicht Schritt gehalten mit dem Gange der Zeit. Für eine Bahnfahrt Bielefeld bzw. Brackwede—Osnabrück gebraucht man viel Zeit: rund zwei Stunden für die knapp 50 Kilometer. Eine Besserung der Verhältnisse durch Einlegung von Schnelltriebwagen wird aber erwogen. Vielleicht bringt das Jubiläumsjahr die Erfüllung des Wunsches? Im Dienst verunglückt Osnabrück. Unweit des unteren Bahnhofs fuhr eine Lokomotive auf eine Rangierabteilung auf. Dabei wurde der hier wohnende Rangierer Ferdinand Niemann, verheiratet und Vater zweier Kinder. auf der Stelle getötet. und Bauernwagen Bielefeld. In der Nachbargemeinde Milse begegneten sich auf der Johannesbachbrücke der Motorradfahrer Becker aus Heeven und das Fuhrwerk eines Bauern aus Brake. Die Pferde erschraken über das plötzliche Erscheinen des Motorrades und sprangen auf Becker ein. Dieser stürzte und starb kurz darauf infolge doppelten Schädelbruches. Pfarrer mit dem Fahrrade gestürzt und getötet Melle. Ein im Harz amtierender Pfarrer, der in dem benachbarten Neuenkirchen zu Besuch weilte. machte auf einem Fahrrade eine kleine Tour und kam in der Bauerschaft Holterdorf so unglücklich zu Fall, daß er einen Schädelbruch erlitt und bald darauf im hiesigen Krankenhause starb. Radfahrer angefahren und tödlich verletzt Lippstadt. Als sich der Arbeiter Fritz M. mit seinem Fahrrade auf der Erwitter Straße befand. um heimwärts nach Westernkotten zu fahren, wurde er von einem Personenwagen erfaßt und wohl 40 m weit mitgeschleift. Zwar bemühte sich der Fahrer sofort um den Schwerverletzten und brachte ihn in seinem Wagen ins Dreifaltigkeitskrankenhaus. Aber auch durch die dort vorgenommene Overation war nicht zu verhindern, daß M. den schweren Schädelund Bauchverletzungen erlag. 5000 Jahre alte Kornmühle gesunden Lippstadt. Der„Patr.“ bringt Abbildung und Beschreibung einer im Flußbett der Pöpvelsche gefundenen Kornmühle, die dort gesunden worden ist. Es handelt sich dabei um einen größeren Stein. auf dem das Getreide mit einem kleineren Stein zerrieben wurde. Gleichzeitig zeigt der größere Stein auch eine durch das Zerreiben muldenartig gewordene Seite, an der die Steinbeile geschlissen wurden. Der Fund gehört der früheren Steinzeit an: sein Alter wird also etwa 5000 Jahre sein. Außer dieser Kornmühle wurden in der Pöppelsche, die jetzt nur bei Schneeschmelze usw. Wasser führt. geschliffene Steinbeile sowie Klingen. Schaber und Angelgeräte aus Feuerstein gefunden, woraus mit Sicherheit darauf zu schließen ist, daß sich früher hier eine Steinsiedlung befand und die Pöppelsche ein Fluß in der Art eines Gebirgswassers war. Die alte Burg Vlotho wird freigelegt Vlotho. Das Kreisbauamt in Herford ist seit etwa drei Wochen auf das eifrigste damit beschäftigt. die Reste der alten Burg Vlotho freizulegen und den burgmäßigen Charakter der ganzen Anlage wieder herzustellen. Im Westen des Burghofes wurden in fünf Meter Tiese ganz alte Bauten gefunden, ferner Urnenreste und alte Waffen, die dem Burgmuseum übergeben werden. Im wesentlichen geht es zunächst darum, die gesamte alte Burgmauer freizulegen, wozu erhebliche Bodenbewegungen erforderlich sind. Tischlerwerkstatt vollständig ausgebrannt Emsbüren. Aus bisher noch nicht geklärter Ursache entstand in der Werkstatt des Tischlermeisters Tönnies ein erhebliches Schadenfeuer. Zwar war die Motorspritze bald zur Stelle, konnte jedoch nichts ausrichten. weil die Schlauchleitung nicht bis zu dem nächsten größeren Wasserbehälter reichte. Da man sich mit der Handdruckspritze begnügen mußte, brannten die ganze Werkstatt nebst der maschinellen Einrichtung und fast das ganze Möbellager nieder. Damme. Wahrscheinlich infolge Selbstentzündung von Heu entstand in dem Gebäudekompler der Firma Rasing ein Großfeuer, durch das mehrere Gebäulichkeiten vernichtet wurden. Dem Eingreifen der Wehren von Damme und Borringhausen ist es zu danken, daß ein von vier Familien bewohntes Haus und das Maschinenhaus der Fabrik vom Feuer verschont blieben. Im Steinbruch verschüttet und getötet Warstein. In dem Kösterschen Steinbruch am Hüttenwäldchen war der Steinbrucharbeiter Heinrich Sondermann mit Bohrarbeiten beschäftigt. Plötzlich löste sich über ihm eine Masse von Steinen und Geröll und verschütteten den Mann vollständig Zwar gelang es eifrigsten Rettungsarbeiten, den Verschütteten bald wieder zu befreien; doch hatte der Mann so schwere Verletzungen erlitten, daß er nach wenigen Minuten starb. Man nimmt an, daß die in den letzten Tagen niedergegangenen großen Regenmassen das Erdreich aufgeweicht hatten und ins Gestein eingedrungen waren, so daß dadurch dieser bedauernswerte Unglücksfall hervorgerufen wurde. Vom Steuerrad totgequetscht Büttgen. Auf der Landstraße von Kaarst nach Büttgen kam ein Lastzug durch einen Motorschaden an der Zugmaschine plätzlich zum Halten. Durch den starken Ruck löste sich der Wagenkasten vom Fahrgestell, hob sich etwas hoch und siel dann zurück. so daß der Fahrer vom Steuerrad totgedrückt wurde. Der Verunglückte, der 30 Jahre alte Fuhrunternehmer Hubert Funke aus Homburg, wollte in zwei Wochen heiraten. Greven. Der hier wohnende Arbeiter Iker. der in der Flutmulde mit dem Anstreichen eines Leitungsmastes beschäftigt war, stürzte aus vier Meter Höhe ab und mußte besinnungslos mit schwerem Schädelbruch ins hiesige Krankenhaus gebracht werden. Westerkappeln. Als die älteste Frau des Kreises Tecklenburg wird am nächsten Dienstag die unter dem Namen„Hagedorns Oma“ bekannte Witwe Wesselmann, eine geborene Laggenbeckerin, ihren 98. Geburtstag seiern. Mit besonderer Lebhaftigkeit weiß die alte Frau aus ihrem fast hundertjährigen Leben zu erzählen. Ihr erster Mann starb nach Rückkehr aus dem 66er Kriege. ihr zweiter, der den Krieg gegen Frankreich mitgemacht hatte, im Jahre 1883. Von Rhein, Mosel und Saar Tragischer Tod eines Motorradfahrers Düren. Der Motorradfahrer Heinrich Sassen von hier wurde aus ganz eigenartiger Ursache das Opfer eines furchtbaren Unglücks. In der schmalen Hauptstraße des Ortes Drove hatte in der Dunkelheit ein Polizeibeamter einen Radfahrer angehalten. weil sein Rad unbeleuchtet war. Als der Beamte den Namen des Verkehrssünders ausschrieb. kam Sassen um eine Kurve und fuhr den Radjahrer leicht an. Hierdurch geriet das Motorrad aus der Fahrtrichtung und vrallte gegen einen entgegenkommenden Personenkraftwagen. Sassen war auf der Stelle tot. Jugendherberge am Siebengebirge Entscheidung des Preisgerichts für die Jugendherberge Asbach Neuwied. Im Kreisbauamt Neuwied trat das Preisgericht zur Prüfung der von den aufgeforderten Architekten eingegangenen Arbeiten für den Wettbewerb der Jugendberberge in Asbach zusammen. Nach einer längeren Beratung entschloß sich das Preisgericht wie folgt die Preise zu verteilen: 1. Preis Architekt Herbert M. Horstmann(Düsseldorf): 2. Preis Architekt Hermann Th. Hagen(Siegburg); 3. Preis Architekt Ernst Gondrom(KölnBuchforst). 1. Ankauf Regierungsbaumeister Ernst Stahl(Düsseldorf=Oberkassel): 2. Ankauf Architekt Div.=Ing. Hanns Dustmann(Berlin=Steglitz). Alle Entwürse sollen noch zu einem später festzusetzenden Termin ausgestellt werden, um sie auch der Oeffentlichkeit zugänglich zu machen. Als Bausumme standen 80 000'M. zur Verfügung. Die Herberge wird 130 Gästen Unterkunft gewähren, wenn man die Massenlager hinzunimmt. Auch wurde bei der Auswahl der Pläne vor allen Dingen darauf geachtet. daß das Haus der Landschaft angevaßt und die größte Wirtschaftlichkeit seiner Einrichtung gewährleistet wird. Auf der Flucht erschossen Solingen. Nachts ist in Alt=Solingen ein entwichener Zuchthäusler auf der Flucht erschossen worden. Die Kriminalvolizei hatte eine besondere Streife eingesetzt, weil mehrfach nachts in Gaststätten Fensterscheiben eingeworsen und im Anschluß daran Diebstähle ausgeführt worden waren. Einer der Beamten stellte einen Mann in der Straße Auf der Börse, als er einen Einbruch ausführen wollte. Bei der Verhaftung flüchtete der Unbekannte nach heftigem Widerstand. Da er der Aufforderung, stehen zu bleiben. keine Folge leistete. machte der Polizeibeamte von seiner Wasse Gebrauch. Der Schuß traf den Flüchtling in den Hinterkovf. Der Getrosfene fiel sofort tot zu Boden. Bei dem Erschossenen handelt es sich um den 25 Jahre alten Ernst Geus aus Solingen. der am 6. August aus einem Zuchthaus entwichen war und sich seit dieser Zeit verborgen hielt. Geus ist ein vielfach mit schweren Strasen belegter Verbrecher. der schon seit seiner frühesten Jugend auf der schiefen Bahn war. Großbrand durch Selbstentzündung von Heu Tödlicher Zusammenstoß zwischen Motorrad „Hagedorns Oma“ feiert 98. Geburtstag Auch Sie müssen sparen! Darum sofort den neuen Juno-DauerbrandKirsch MorgenSparherd für jede Kohle von Castrop, Münsterstr. 21 Deutscher Einheits=Mietvertrag mit Quittungsbuch aufgestellt vom Zentralverband Deutscher Haus= u. Grundbesitzervereine und des Bundes Deutscher Mietervereine unter Mitwirkung des Reichsjustizministeriums. Zum praktischen Gebrauch für Mieter u. Hausbesitzer. Preis 20 Pfg. für 2 Stück. Handliches Format.— 20 Seiten in Karton= Umschlag. Vorrätig in der Geschäftsstelle des Stadtanzeiger Münsterstraße 24. Die Veresbung Vermählung und andere Familienereignisse gebe man im „STADTANZEIGER“ bekann Preis dieser Anzeigengröße .80 Mark BiePAZEN ist der Mund des Geschäffes Sie soll empfehlen und einladen. Es ist durchaus nicht der Sinn der Anzeige, nur das zu verkaufen, was in ihr angeboten wird, sondern sie soll den Interessenten veranlassen, mit der Firma in Verbindung zu treten oder die bestehende Verbindung zu erneuern und zu erweitern. mädchen s. kl. Haushalt (2 Pers.) sofort ges. Zu erfr. in der Geschäftsst. ). Stadtanzeig. Abgeschlossene -ZimmerWohnung mit Bad und Mansarde sofort oder zum 1. Okt. zu verm. Bahnh. Rauxel. Schriftl. Angeb. u. Nr. 717 befördert die Geschäftsstelle des Stadtanzeigers. Sonntag, 23.., auf dem Wege Bahnh. Castron= Herner StraßeMünsterstraße BernsteinArmband (Andenken) Wader-Brucksachen verloren. Gegen Belohnung absugeben in der Geschäftsstelle d. Stadtanzeigers. liefert Geschw. Schmitzlsicher! Castrop-Rauxel 1, Munsterstraße Exiola! Billig zu verk. zwei hochmod. echt eichene Schlafzimmer n. Edelholz. geschl. Kleiderschrk. n. Innensvieg.. Tür. innen anvol., eleg. Friierkom. m. drei Spiegeln, i. g. u. seiner Ausführg. Der weit. Weg lohnend für 330. u. 350 RM. Frei Haus. Walraven= Worm, Essen, Baedekerstr. 19. dir. a. Bismarck. platz. 3 Min. v. Hauptbahnh. Möbelverkauf. Ein treudiges kreignis Bürogehilfin (keine Hnlängerin) firm in Stenogralie u. Maschinenschr., von Baugeschäft für sofort gesucht.(36 Schriftl. Angebote unt. Nr. 716 an den Stadtanzeiger. — Abgeschlossene(L. 35 Elage in schöner Wohnlage im Mittelpunkt der Stadt zu vermieten. Zu erfragen in der Geschäftsstelle des Stadtanzeigers. Die 1 9• ist zur unentbehrlichen Hellerin der Privatwirtschalt geworden. Gerade in wirtschaftlich schweren Zeiten ist sie die bewährte Mittlerin zwischen Kaufmann und Kundschaft. bildet die Veranlassung zum Einkaul von Möbel, Textilien usw. Der kluge Geschäftsmann bringt sich daher rechtzeitig durch eine Anzeige im „Stadianzeiger“ In empfehlende Erinnerung Wirb für den„Stadtanzeiger für Castrop-R. u. Umgb. denn seit über 60 jahren setzt er sich für die Interessen Deiner engeren Heimat in besonderer Weise ein Treue um Treue Nr. 231 Vit Hangerre w Odessa, 25. Ukraine haben zustandes für Armee in diese Im Bezirk Po eines Militärm blutigen Kämp ern einerseits mee anderersei Personen getöt ruhen ereignet worden sind. 2 200 verhaftet zugeführt word Ebenso sind neut Hunderte Bauern, die ih nahme aller Armee Luft gei verhaftet und führt worden. Inzwischen he das Gebiet der jetrepubli Saratow überge Don Hunderte mit der Beschla tragten Kommi fallen und gesetzten TruppBevölkerun dem Dorfsowjet Personen, die sen. Auch in Verhaftungen v lichen Bericht h men. In Djel dramatische Vor Als eine Kor rückte, um wege abzuliefern, suchten etwa 10 Dr.fepr zu flücht die Boote, in der und Kinder Bei der daraufe Boote und etwa reißenden Flute Nleues: Massenverhaft Tausende na Die 6p Leningrad, 25 nach dem Beisp russischen Schau prozesses gegen Der Die Der Reichs! onb. Berlin minister und O hat folgende Au Erlaß des Führe Dauer der aktiv macht vom 24. 8 Zum allgemein werden nach ein lassen: a) die Freiwi 1913 und b) die in Ostpr Dienstpflich tigen des sie sich nicht