*.*" für Castrop=Rausel und Umgebung 60 Jahre Castrayor Lojtun- Der Stadtanzeiger erscheint wöchentlich, 7mal. Wochendezugsprets Anzeigenpreis: 1 mm hoch und 22 mm breit 4 Pfg. Text62. Jähig. Eafil opel Heilung 50 Pfg. Postbestellpreis 2 RM. monatlich. Ersatzansprüche können anzeigen 1 mm hoch und 72 mm breit 25 Pfg. Nachlaß nach K an.### bei Störungen im Erscheinen infolge höherer Gewalt nicht gestellt den vom W. d. D.., herausgegebenen Richtlinien, 3. 31. gilt Paurolor Posoffe Nachrichton Pr.21e1Per,.d Phreisgg; Gelse, Strig e astien enel, Kreiest., Ve. 2 Pu, Miaswünsche, auch für die durc Pernsgrecher nach K.*.4 bei Störungen im Erscheinen infolge höherer Gewalt nicht gestellt den vom W. d. D. W. herausgegebenen Richtlinien, 3. Zt. gilt Rantrier Neueste Auttt meit geren„Pruis und Verag. Flag, Scnig I Kasteon=sauel, Vezelte Nr. 3, Die Plasokals, 21ch fl. die dborcz, Perzsorchtet Snne vies Wowojee gomehessh“= Hauptschriftleiter, verantwortlich für den Textteil: Franz gugegebenen, sowie für undeutlich geschriebene Auftrage wird Bladenhorster Tageblatt werden Josef Pruoo in Castrov=Rauxel. Anzetgenleiter: Pilhelm keine Gewayr übernommen. Schluß der Anzeigen=Annahme 4 Uhr Welter in Castrop=Rauxel. DA. VII. 36 1680. Sa.Nr. 2151 Castrop, nachm. tags zuvor. Erfüllungsort u. Gerichtsstand Castrov=Rauxel. Amtliches Veröffentlichungsblau für den Landgerichtsbezirk Dortmund. Allgemeines Kreisblau für den Stadtkreis Castrop=Raurel. Nr. 210 Mittwoch, den 5. August 1936 Die Jugens der Wen höel Sden Zeom Noch einmel Nichteinmischungsvorschlag „Laßt die Gesetze der Olympischen Spiele, die Ausdauer, unermüdliche Arbeit und Ritterlichkeit, Euch zum Vorbild und zum Grundgedanken in einem neuen Bunde der Völker werden dub Reichssportfeld, 4. Aug. Auch am Dienstag erschien der Führer wiederum nachmittags um 3 Uhr mit seiner Begleitung im Olympia=Stadion. Bei ihm befanden sich ferner die Reichsminister Heß, Dr. Frick und Dr. Goebbels. Das große Interesse, das das neue Deutschland den Olympischen Spielen entgegenbringt, bekundet sich auch dadurch, daß auf der Regierungstribüne wiederum zahlreiche Reichsminister, Reichsleiter, Staatssekretäre, Gauleiter und führende Männer des Staates und der Bewegung den Spielen beiwohnten. Kurz nach Beginn der Nachmittagskämpfe im Olympia=Stadion geleitete der Präsident des Organisationskomitees den berühmten schwedischen Forscher Sven Hedin in die Arena, der einen begeisterten und begeisternden, stürmischen Widerhall weckenden Appell an die Jugend der Welt richtete. Er führte aus: „Jugend der Welt! In edlem und ritterlichem Wettstreit habt Ihr Euch hier versammelt, um vor den Blicken der ganzen Welt zu zeigen, bis zu welcher Vervollkommnung Ihr durch eisenharte Energie, durch felsenfesten Willen und unermüdliche Schulung fähig gewesen seid, Eure Kräfte zum Kampf um die olympischen Siegerkränze zu stählen. Es genügt aber nicht der flüchtige Sieg des Tages. Euer Ziel ist ein höheres. Durch Beherrschung Eures Körpers und die Anspannung Eurer Kräfte, Sehnen und Nerven bis zum äußersten, formt Ihr auch den Charakter zu großen Taten. Begnügt Euch nicht damit, das zu leisten, was Ihr könnt, Ihr müßt nach dem streben, was Ihr nicht könnt, dem Unmöglichen, dem Unerreichbaren. Durch unbeugsame Willensstärke und zielbewußte Körperkultur habt Ihr Aussicht, die höchsten Ziele zur Eures eigenen Landes und zum Segen und Nutzen für die ganze Menschheit zu erreichen. Als Sophokles vor 2400 Jahren in einem unsterblichen Chorgesang den Menschen als die höchste und gewaltigste Schöpfung pries, wählte er seine Zuhörerschaft nicht in der Akademie oder wieder eine Goldmedaille für Beutschialts im Theater, sondern im Stadion am Fuß der Akropolis von Athen. Vor jungen Kämpfern, Ringern und Diskuswerfern, die einmal die Zukunft des Vaterlandes auf ihren Schultern tragen sollten, besang er die göttliche Macht des Menschen, zu beherrschen die Erde, das Meer, die Luft, die Tiere und den Geist,— nur nicht den Tod. Damit meinte er, daß die Mauern des Stadions nicht die Grenzen für das Feld darstellten, auf welchem das junge Geschlecht kämpfte. Rein. Ihr Wirken sollte die ganze Welt umspannen. Sie sollten alles beherrschen und die verborgenen Kräfte der Natur zu ihren gehorsamen Dienern machen. Er meinte, daß der beste Weg zur Erreichung der höchsten Ziele die Formung des körperlichen Charakters und der Seele zu Größe und Vollkommenheit sei. Laßt die Gesetze der Olympischen Spiele, die Ausdauer, unermüdliche Arbeit und Ritterlichkeit verlangen, Euch zum Vorbild und zum Grundgedanken in einem neuen Bunde der Völker werden, zu einem weltumspannenden Zusammenschluß, dessen Mitglieder im Glauben an Gott und an ihre eigene Kraft für gegenseitiges Vertrauen, Wahrheit und Friede unter allen Völkern der Erde kämpfen. Nach vollbrachter Tat und mit Siegespalmen in den Händen kehrt Ihr zurück in Euer Heim, nah und fern. Geht wieder hinaus in die Welt als Herold im Dienste des Guten. Der Weg, den Ihr beschritten habt, führt durch die brausenden Stürme der Zeit in eine Welt von unvergänglicher Schönheit und zu einer Menschheit, die in Glück, Brüderlichkeit und Harmonie lebt. Nur die Kämpfer, die mit diesem Ziel im Herzen und auf ihren Fahnen treu im Streben zum höchsten Gipfel des Olymp ausgehalten haben, sind des größten aller Preise würdig, der Unsterblichkeit.“ Der Führer nahm nach der Ansprache Gelegenheit, Sven Hedin herzlich zu begrüßen und ihm für seine Worte zu danken. Die Verkehrsopfer der Woche: 155 Tote und 4017 Verletzte dnb. Berlin, 4. Aug. Der Reichsverkehrsminister gibt bekannt, daß in der vergangenen Woche im Reiche wieder 155 Tote und 4017 Verletzte als Opfer des Straßenverkehrs zu beklagen sind. Geburtstagsglückwünsche des Führers an den Oberbefehlshaber des Heeres dub Kiel, 4. Aug. Der Führer und kanzler hat an den Oberbefehlshaber des Heeres, Generaloberst Freiherr von Fritsch, der am Dienstag seinen 56. Geburtstag begeht, folgendes Glückwunschtelegramm gerichtet:: „Mein lieber Herr Generaloberst! Zu Ihrem heutigen Geburtstage übermittele ich Ihnen die herzlichsten Glückwünsche in der zuversichtlichen Hoffnung, daß Sie dem Heere noch lange Zeit in Gesundheit erhalten bleiben mögen. Als Ausdruck meiner besonderen Verbundenheit lasse ich Ihnen mein Bild zugehen. Adolf Hitler.“ Große Munitionskäufe der Madrider Regierung in Belgien dnb. Antwerpen, 4. Aug. Im Auftrage der Madrider Regierung befindet sich zur Zeit in Brüssel der linksradikale Abgeordnete Bolanos, um für die spanische Volksfrontregierung Waffen und Munition einzukaufen. Bolanos hat einen ansehnlichen Barscheck beim Credit Anversois eingefordert und steht in Verhandlungen mit belgischen Waffenfabriken, u. a. auch mit der F. N. Fabrique Nationale. Bislang sind seine Verhandlungen zum Abschluß gelangt über den Ankauf von Handgranaten, Maschinengewehren und großen Mengen Munition. Außerdem hat er Verhandlungen mit privaten Kreisen eingeleitet, die 13 anscheinend ehemalige belgische Militär= und Verkehrsflugzeuge an der Hand haben. Der Transport des Kriegsmaterials soll mit zwei Schiffen unter spanischer Flagge über Antwerpen erfolgen. Die Flugzeuge werden sich auf dem Luftwege nach Spanien begeben. Wie nicht anders zu erwarten, wird Bolanos durch das belgische Büro der 2. Internationale und der belgischen Arbeiterpartei unterstützt. Die leidenschaftliche Zuneigung der belgischen marxistischen Presse für die spanische Volksfrontregierung bildet die Begleitmusik zu diesen Vorgängen. Malaga vor dem Fall Die Nationalisten vor Malaga— Ein neuer Bericht Queipo de Llanos Deutschland kann mit seinem Abschneiden am dritten Tag der Leichtathletikkämpfe zufrieden sein. Eine Goldmedaille, eine Silbermedaille und zwei Bronzemedaillen sind eine Ausbeute, die sich sehen lassen kann. Das ausverkaufte Stadion dankte für die trotz des kühlen Wetters hervorragenden Leistungen mit lebendiger Anteilnahme. Kurz nach dem Eintreffen des Führers, der auch heute wieder einem Teil der Kämpfe beiwohnte, holte die Münchenerin Gisela Mauermeyer gleich mit ihrem ersten Wurf eine olympische Bestleistung heraus(47,63), die von niemand überboten werden sollte. Im gleichen Wettbewerb sicherte sich Paula Mollenhauer den dritten Platz und damit eine bronzene Medaille. Jesse Owens=Amerika gewann seine Goldmedaille durch einen Weltrekordsprung von 8,06 Meter. Von unseren beiden Vertretern im Endkampf schnitt Long=Leipzig am besten ab, der mit 7,87 Meter die silberne Medaille gewann. Seine Leistung bedeutet zugleich deutschen Rekord. Die beiden letzten Entscheidungen des Tages rissen die Amerikaner an sich. Woodruff gewann die 800 Meter in:52,9 vor dem Italiener Lanzi und dem Kanadier Edwards. Im 400-MeterHürdenlauf war der Weltrekordmann Glenn Hardin nicht zu schlagen, der in 52,4 Sekunden siegte. Für die Vorentscheidung über 200 Meter konnte sich von den Deutschen nur Neckermann durchsetzen. Den Abschluß der Leichtathletikwettbewerbe bildeten prächtige Vorführungen norwegischer Turner. Im 100=Meter=Lauf war die Amerikanerin mit 11,5 Sek. nicht zu schlagen. Im Fußball besiegte Deutschland Luxemburg:0, Japan die Schweden mit:2. dnb. Lissabon, 4. August. Der in den Händen der Militärgruppe befindliche Sender Tetuan teilt mit, daß Regierungsflugzeuge am Montagnachmittag die Stadt Granada mit Bomben belegt haben. Der Schaden soll bedeutend sein. Der portugiesische Rundfunksender Portalegre berichtet, daß die Stadt Cedillo in der Provinz Careres nahe der portugiesischen Grenze, die sich in der Gewalt der Kommunisten befindet, von den nationalistischen Truppen angegriffen worden sei. Dabei seien zwei marxistische Milizsoldaten durch Maschinengewehrfeuer getötet und zahlreiche weitere verletzt worden. Der Vormarsch der nationalistischen Truppen auf die südspanische Hasenstadt Malaga ist erfolgreich fortgesetzt worden. Die Truppen stehen nach einer Mitteilung des Senders Tetuan unmittelbar vor der Stadt. Die rote Miliz sei bei einem Ausfallversuch zurückgeschlagen worden und habe unter Hinterlassung von zwei Maschinengewehren und anderem Kriegsmaterial die Flucht ergriffen. Der Kommandant der natonalistischen Truppen erbat sich vom Kriegskommandeur in Tetuan weitere Anweisungen, da die Besetzung Malagas nunmehr durchgeführt werden könne. Aus Viana do Castello in Nordportugal wird gemeldet, daß in der Provinz Galicien alle Reservisten von den Nationalisten ausgehoben und unter Führung des Generals Marquis de Caval= canti zu einer neuen Gruppe zusammengestellt wurden, die ebenfalls gegen Madrid eingesetzt werden soll. Der Rundfunksender Sevilla übertrug um .tternacht wiederum eine Rede des Generals Queipo de Llano. Der General erklärte u.., #re Abteilungen der Militärgruppe, die sich aus Angehörigen des Heeres und der Guardia Civil zusammensetzten, habe am Montag bei Puerto de Santa Crnz einen schweren Zusammenstoß mit marxistischer Miliz gehabt. Dabei hätten die Nationalisten sechs Wagen mit Kriegsmaterial erbeutet. Auch aus der Gegend von Granada berichtet der Eeneral von einem Erfolg der Militärgruppe, die dort sogar einen Panzerwagen erbeutet haben soll. Katalanischer Militärflieger wirft Bomben auf die Basilika von Saragossa Hendaye.(Vom Sonderberichterstatter des DRB.) Ein katalanischer auf Seiten der Madrider Linksregierung stehender Militärflieger hat auf die Basilika„El Pilar“ in Saragossa Bomben abgeworfen. Diese Nachricht hat in der Bevölkerung die größte Erregung gegen die Madrider Linksregierung und gegen die katalanischen Extremisten hervorgerufen. In der Basilika befindet sich das von Hunderttausenden von Spaniern hoch verehrte Marienstandbild der „Virgen del Pilar“. Der französische diplomatische Schritt, durch den eine Vereinbarung über die Nichteinmischung in den spanischen Bürgerkrieg erzielt werden soll, scheint unter einem Unstern getan zu sein. Nicht zuletzt. das muß man schon jetzt sagen, hat diesen Unstern die französische Regierung selbst heraufbeschworen. Sie hat es, wie der„Temps“ dies soeben festgenagelt hat, zugelassen, daß auf einer Versammlung, an der nicht nur verschiedene Minister des Kabinetts Blum, sondern auch der Minister= präsident selbst teilnahmen. Worte gesprochen worden sind, nach denen es kaum verwunderlich sein kann, wenn andere Völker an dem ehrlichen Wollen der französischen Politik Zweifel erheben. Als erste Rückwirkung in dieser Richtung wird man die italienische Haltung bewerten müssen. Aus Rom hat man ziemlich deutlich zu verstehen gegeben, daß man zunächst einmal abwarten werde. Es klingt dabei ein Ton hindurch, als wenn man in Rom seine Zweifel hätte, ob man nicht in Paris einem allzu großen Optimismus zum Opfer gefallen sei, als man eine zusagende englische Antwort von vornherein als selbstverständlich angenommen und dargestellt habe. Aber auch die Londoner Pressestimmen verstärken nicht den Eindruck, den man in Paris zu erwecken versucht hatte und der darauf hinauslief, daß man glauben sollte, es sei zwischen Paris und London auf diplomatischem Wege bereits zu einer grundlegenden Einigung über diesen Schritt gekommen und es handele sich nur noch darum. ihn offiziell und vor der Weltöffentlichkeit zu tun. Entweder ist es. was nach den Londoner Aeußerungen jetzt plötzlich garnicht unmöglich scheint. überhaupt nicht zu einer solchen Fühlungnahme gekommen, oder der französische Vorschlag ist dann doch anders ausgefallen, als man ihn sich in England nach der vorbereitenden Fühlungnahme vorgestellt hatte. Aber auch die Potez=Flugzeuge, von denen selbst von der französischen Rechtspresse immer lauter behauptet wird, daß sie trotz allen Ableugnens doch an die Volksfrontregierung geliefert worden seien, werfen einen Schatten auf den divlomatischen Vorstoß, der ihn nicht zu seinen Gunsten beeinflußt. Das zarte Pflänzchen hätte offenbar eine ordentliche Portion Sonne gut vertragen. und weder die dunklen Wolken noch der Schatten der Flugzeuge sind dazu angetan. um sein Gedeihen zu unterstützen. Schließlich scheint die französische Regierung auch insoweit keine ganz glückliche Hand zu haben, als sie die Ausdehnung des Vorschlages der Nichteinmischung auf andere europäische Mächte mit Begeisterung aufnahm. ja, ihn noch von sich aus dadurch erweiterte, daß sie auch die Einbeziehung Moskaus in die Verhandlungen anregte. Wenn aber jemand in der spanischen Frage kompromittiert ist, dann ist es die Sowjetunion, und es ist sehr fraglich, wie sich die anderen Mächte, die ein reines Gewissen haben, ausgerechnet mit diesem Partner an einen Verhandlungstisch setzen sollen. Rechnet man noch die englische Besorgnis hinzu, die Verhandlungen über die Nichteinmischungsfrage in Spanien könnten die geplante Fünfmächtekonferenz durch Meinungsverschiedenheiten von vornherein belasten— auch hieran sind französische Aeußerungen zwar nicht zur Regierung gehöriger, aber in den Gewerkschaften maßgeblicher Kreise schuld— so sieht man, wie ungünstig sich in den letzten 48 Stunden die Dinge entwickelt haben. Vielleicht kommt von London ein Ersatzvorschlag? Ein Bruchstück des Flugzeuges von Aichthosen zrichgegeben Dank Görings an Kapitän May dub. Berlin, 4. Aug. Dienstagnachmittag empfing der Staatssekretär der Luftfahrt, General der Flieger Milch, im Luftfahrtministerium den Präsidenten des kanadischen Handelsministeriums Wilgreß sowie die Herren seiner Begleitung. Die Abordnung überreichte ein Bruchstück des Leitwerkes des Flugzeuges des Rittmeisters Manfred Freiherr von Richthofen, das dieser zu seinem letzten Fluge benutzte. Dabei hielt Präsident Molqueen eine Ansprache, in der er erklärte, daß auf Wunsch von Kapitän May, der Richthofens letzter Gegner im Luftkampf war, dieses Bruchstück zurückgegeben werden solle an Deutschland als ein Zeichen der wohlmeinenden und freundschaftlichen Gefühle und der Hochachtung der kanadischen olympischen Mannschaft und des kanadischen Volkes. Generaloberst Göring, dem das Erinnerungsstück ausgehändigt wurde, sandte an den Stifter Kapitän May in Kanada ein Telegramm, in dem er für die freundschaftlichen Gefühle, die die kanadische Abordnung zum Ausdruck gebracht habe, dankte. t. 9 ie ie us te. rfe ker Lain ptiche Die ohle zier flog ufig aber issen hern were nung 9e hörten aber. d0s e au zu be 6 Uhr Nehel leichter Sturmzen die eendet; waren terde 386 als nof Wies. Nr. 210 Generat=Kion und seins Heie Eine Unterredung des Sonderberichterstatters des Onb. mit General Mola dub Burgos, 4. Aug. Der Sonderberichterstatter des DRB, der vier Tage lang das gesamte nördlich Kampfgebiet bereist hat, und im gegnerischen Feuer bis in die vorderste Linie der Nationalisten vorgedrungen ist, wurde im Hauptquartier der Nordarmee vom Oberbefehlshaber General Mola zu einer längeren Unterredung empfongen. General Mola unterstrich gleich zu Beginn, daß der ganze Aufstand nicht etwa eine rein militärische Angelegenheit sei, sondern daß es sich hierhei um eine Volksbewegung handele. Vom militärischen Gesichtspunkt aus seien sämtliche Onerationen durchaus planmäßig verlaufen. Dar Hauptziel der Bewegung sei in operat ver Hinsicht die Einnahme Madrids, die langsam aber sicher vorwärts schreite. Einmal in Madrid, werde ein Militärdirektorium, das aus einem Vorsitzenden=General und vier Generälen als Direktoriumsmitglieder eine Regierung bilden, die ihre Legitimation nicht wie andere aus geschobenen Bahnen, sondern aus dem für das Vaterland vergossenen Blut ableiten werde. Die erste Aufgabe dieser Regierung werde die Säuberung des Staatsorganismus von allen Elementen sein, sowie die Organisierung der bewaffneten Macht und der Polizei, Heer, Marine und Luftwaffe würden mit aller Energie den Erfordernissen der augenblicklichen Zeit entsprechend modernisiert und ausgerüstet. In sozialpolitischer Hinsicht sei das erste Ziel die Arbeitsbeschaffung, also die gänzliche Beseitigung der Arbeitslosigkeit. Selbstverständlich sei jede Parteipolitik von diesem Augenblick an erledigt. Ebenso spiele die Frage der Staatsform keine Rolle mehr. Im Gegenteil sei zu unterstreichen, daß die augenblickliche Bewegung rein republikanischen Charakter trage.„Mit einem Wort",— so sprach der General—„wir wollen die Befreiung aus den Klauen des Kommunismus und den Neuaufbau des Staates in Volksverbundenheit und auf autoritärer Grundlage.“ Nochmals die militärische Seite berührend, erklärte der General, daß er artilleristisch den Roten durchaus überlegen, hinsichtlich der Luftwaffe leider unterlegen sei. Glücklicherweise wirke sich aber die letztere nur in sehr geringem Maße aus, so daß eine einseitige Belastung durchaus nicht entstehe. Infanteristisch seien seine Leute dem Gegner weit überlegen, weil er erstens über den größten Teil der regulären Truppen verfüge und weil zweitens nicht nur diese, sondern auch seine gesamten freiwilligen Organisationen über eine ungeheuere, durch nichts zu erschütternde moralische und ideelle Kraft verfügten, die ihnen von vorn herein im Nahkampf den Sieg über ihre Gegner gewährleisteten. Waffen, Munition, Ausrüstung und Geld seien in ausreichendstem Maße vorhanden. Mangelhaft sei lediglich die Flugabwehr, was auf die systematische Untergrabung der Schlagkraft der Armee durch die marxistenfreundlichen Regierungen zurückzuführen sei. Auf die Frage des Berichterstatters, ob die Verbindung zwischen der Südgruppe des Generals Franco und seiner eigenen Nordgruppe sichergestellt sei, antwortete General Mola mit einem klaren Ja. Veranstaltungen mit einer Rede ein, worin er die werktätigen Massen der ganzen Welt" zur Organisation„einer aktiven Unterstützung und Hilfe“, für die spanischen Marxisten aufforderte. Aus den Aeußerungen der übrigen Redner seien nur folgende Beispiele angeführt:„Arbeiter und Werktätige Spaniens! Kämpft standhaft gegen die faschistischen Verräter! Wir sind entsückt durch Euren Kampf... Wir versprechen unsere moralische und materielle Unterstützung... Wir erklären: denkt daran, daß Ihr nicht allein seid— wir sind mit Euch.“ Weiterhin teilte der Zentralrat der Sowietgewerkschaften mit, daß alle für die Unterstützung der spanischen Marxisten gesammelten Geldbeträge auf das Konto des Zentralrates bei Staatsbank einzuzahlen seien. der England ist einverstanden Der französische Nichteinmischungsvorschlag— Englische Antwort überreicht dnb. London, 4. August. Wie amtlich verlautet, ist die Antwort der britischen Regierung auf den Vorschlag Frankreichs, ein Nichteinmischungsabkommen hinsichtlich Spaniens abzuschließen, der französischen Botschaft in London am Dienstag übermittelt worden. Die britische Regierung begrüßt die französische Initiative und erteilt grundsätzlich ihre Zustimmung. dies srüchjofische Rlagfrage nii. spaltischen Ailllarvleist Uebergriff der spanischen Linksregierung oder Umgehung der Neutralitätsversicherung: sei bisher ohne Erklärung geDr. Ley übernimmt die Leitung der Organisation des Reichsparteitages 1936 dnb. Nürnberg, 4. Aug. Reichsorganisationsleiter Dr. Ley traf Dienstag früh in Nürnberg ein. Dr. Ley überzeugte sich von dem Stand der Vorarbeiten und übernahm persönlich die Leitung der Organisation des Reichsparteitages 1936. Sonderbare Vorgänge in Frankreich Was französische Blätter wissen— Pierre Cot dementiert onb Paris, 4. Aug. Der„Jour“ berichtet, daß vier französische Flugzeuge, und zwar drei Laté 28 und eine dreimotorige Fokker, die nach Spanien entsandt worden seien, um den noch dort verbliebenen französischen Staatsangehörigen zu Hilfe zu eilen, von der spanischen Regierung beschlagnahmt worden seien und jetzt zu militärischen Zwecken Verwendung fänden. Das Blatt fügt dieser Meldung hinzu, man müsse sich die Frage vorlegen, ob der französische Luftfahrtminister' diese Apparate wirklich zum Schutze der französischen Staatsangehörigen entsandt habe, und in diesem Falle müsse er energischen Protest gegen die Beschlagnahme erheben, oder ob es sich um ein Manöver handele, um den spanischen Kommunisten und Marxisten zu helfen. Falls die französische Regierung nicht ganz energisch vorgehe, müsse man die letzte Annahne für richtig halten. In diesem Zusammenhang ist eine Bemerkung des„Matin“ zu erwähnen, der darauf hinweist, daß die am Montag in Le Bourget eingetroffene Goldsendung aus Spanien bereits die vierte sei, die seit dem Ausbruch des Bürgerkrieges nach Paris gelange. Diese eigentümliche Goldbewegung blieben. Der„Figaro“ will wissen, daß im Laufe des Montags eine Anzahl spanischer Flugzeugführer in Paris eingetroffen sei, um drei französische Flugzeuge für Rechnung der spanischen Regierung in Empfang zu nehmen. Einer der Apparate, ein dreimotoriges Flugzeug, ist sofort gestartet, ein zweiter mußte auf französischem Boden eine Notlandung vornehmen, während der dritte sich noch in Paris befindet. Der„Populaire“ wendet sich gegen die angebliche Werbetätigkeit des bekannten französischen Fliegers Michael Detroyat, der in Frankreich Flugzeugführer für die spanische Militär= gruppe anwerben soll. Diese Flugzeugführer sollten in den aktiven Militärdienst der spanischen Nationalisten treten. Die kommunistische Rote Hilfe in Paris fordert alle kommunistischen Verbände und Freunde der marxistischen spanischen Regierung auf, sich an einer Sammlung für Arzneimittel zu beteiligen, für die insgesamt 200000 Franken notwendig seien. onb. Paris, 4. Aug. Die Liberté will in letzter Minute vor Drucklegung aus guter Quelle erfahren haben, daß entgegen den Dementis, die der Luftfahrtminister noch am Dienstagvormittag in der Kammer gab, doch 20 Flugzeuge am Montagabend nach Spanien abgegangen seien. Der Intransigeant behauptet, daß jetzt von Litauen in Frankreich bestellte Jagdflugzeuge Dewoitine=Modell D 373 von Villacoublay bei Paris nach Toulouse abgeflogen seien. Am 17. Juni sei diese Bestellung Litauens auf Empfehlung des französischen Luftfahrtministeriums aufgehoben und durch eine Bestellung von sieben Jagdflugzeugen Dewoitine O 501 ersetzt worden. Das Blatt fügt dieser Meldung hinzu, daß der erfolgte Abflug der ehemals für Litauen bestimmten sechs Dewoitine=Jagdflugzeuge nach Toulouse nicht bedeute, daß sie nun von dort aus über die Pyrenäen weiterfliegen werden, denn die französische Regierung habe für sie keine Ausfuhrgenehmigung erteilt. Nach der gleichen Quelle sollen Verhandlungen über den etwaigen Kauf von sechs Bombenflugzeugen Amiot 143 im Gange sein, auch interessiere sich die spanische Regierung für den Potez=Apparat Modell 54. Das Journal des Debats berichtet, daß die Werbebüros für Freiwillige von Dienstag oder Mittwoch in der spanischen Botschaft in Paris geöffnet werden würden. Die verschiedenen Volksfrontparteien erhielten bereits Meldungen und hatten schon die Abbeförderung in Autobussen organisiert. Die internationale Rote Hilfe sammle Meldungen von Freiwilligen, Aerzten und Krankenschwestern, deren Listen der französischen Regierung übermittelt werden müssen. Einmischung Moskaus Moskau. Die Einmischung in den spanischen Bürgerkrieg, die in der Sowjetunion in Form von materieller und moralischer Unterstützung für die spanischen Marxisten betrieben wird, nimmt immer größeren Umfang an. Am Montag fanden auf dem Roten Platz in Moskau sowie in zahlreichen Städten der ganzen Sowjetunion Massenkundgebungen statt, in denen zur Unterstützung der spanischen„Volksfront“ aufgefordert wurde. In Moskau leitete der Generalsekretär der Sowjetgewerkschaften, Schwernik, die Ondeestdein i Jurugossa General Queipo de Llano protestiert gegen die Vernichtung der Kunstschätze in Saragossa dub. Paris, 4. August. Nach den Berichten der Pariser Mittagsblätter über die Lage im spanischen Bürgerkrieg hat General Queipo de Llano am Dienstagmorgen über den Sender von Sevilla Protest gegen die Bombardierung Saragossas und die Vernichtung zahlreicher Kunstschätze in dieser Stadt eingelegt. Der Führer der katalanischen Luftstreitkräfte, Oberst Sandino, hatte am Dienstagmorgen in Barcelona Pressevertretern gegenüber erklärt, daß jetzt Flugstaffeln Saragossa mit Bomben belegt und großen Sachschaden in der Stadt verursacht hätten. General Queipo de Llano erklärte, daß die Nachrichten über militärische Erfolge der Regierungstruppen in der Gegend von Saragossa nicht den Tatsachen entsprächen. Im Gegenteil hätten die Nationalisten überall den Marxisten erfolgreich Widerstand leisten können und wichtige strategische Stellungen besetzt. Nach Nachrichten, die aus diplomatischen Kreisen Madrids in Sevilla eingelaufen seien, werde die Lage in der spanischen Hauptstadt von Tag zu Tag und Stunde zu Stunde unhaltbarer. Die wahre Ansicht der Madrider Regierung sei die, daß die nationale Bewegung unaufhörlich im Lande an Boden gewinne. In der Nähe von Cindad Real seien Truppenabteilungen auf Sevilla mit Marxisten unter der Führung eines aus der Armee ausgestoßenen früheren Unteroffiziers aneinandergeraten. Die Marxisten seien geschlagen worden, 60 Lastkraftwagen und zahlreiche Waffen und Munition seien in die Hände der Nationalisten gefallen. Die Marxisten von Gison drohen die Gefangenen zu erschießen Elingeatten hetzen gegen Sihinpta Marxistischer Sabotageversuch an der olympischen Friedensliebe— Eine Hetzausstellung in Amsterdam onb. Amsterdam, 4. August. Hiesige zweifelhafte Kreise des internationalen Judentums, eines heimatlosen Emigrantenklüngels und des aller Schattierungen haben unter Marxismus auer Schattierungen haben unter der gehässigen Bezeichnung„Olympiade unter Diktatur“ eine Ausstellung zustande gebracht, die außer einer Reihe von Bildern äußerst linksstehender Maler das hinlänglich bekannte übelste Hetzmaterial gegen Deutschland enthält. Die hierbei angewandten Methoden sind die der bolschewistischen Internationale: durch Photomontagen, Fälschungen, bewußte Lügen und unterdrückte Wahrheiten wird der Versuch unternommen, beim unbefangenen Beschauer eine völlig falsche Vorstellung von Deutschland zu erwecken. Das zur Schau Gestellte enthält zahlreiche Beleidigungen und Beschimpfungen des deutschen Volkes und seiner führenden Männer. Während die ganze Welt von dem großen völkerverbindenden olympischen Gedanken beseelt ist, der in so wunderbarer Weise jetzt täglich in der Reichshauptstadt zum Ausdruck kommt, bleibt es der Olympiastadt von 1928, Amsterdam, zu dulden, die den heiligen olympischen Frieden auf das gröbste verletzt. Wenn auch anzunehmen ist, daß diese verächtlichen Methoden marxistischer Dunkelmänner auf die ruhige Ueberlegung des holländischen Volkes keinen Eindruck machen werden, bedürfen sie doch der Erwähnung, da es sich offensichtlich darum handelt, die sich im olympischen Geist anbahnende Völkerverständigung auf das gröblichste zu sabotieren. Offiziere beschimpft dub. Paris, 4. August. In Forbach kam es nach einer Meldung des„Jour“ am Montagnachmittag zu Zwischenfällen, als eine Abteilung von Reservisten mit einem Bataillonskommandeur an der Spitze am Gefallenendenkmal einen Kranz niederlegte. Auf dem Wege zum Denkmal hatten sich zahlreiche Anhänger der Volksfront angesammelt, die die Offiziere beschimpften, indem sie ihnen zuriefen:„Nieder mit den faschistischen Offizieren, zu uns Reservisten!“ Um Zwischenfälle zu vermeiden, wurde die Gedenkfeier abgekürzt, und die Reservisten kehrten auf vorbehalten, in ihren Mauern eine Ausstellung Umwegen in die Kaserne zurück. Wie Hava aus Bayonne berichtet, sollen die Marxisten von Gijon dem auf der Reede vor der Stadt liegenden nationalistischen Kreuzer„Almirante Cervera“, der im Verlauf der letzten Tage die Stadt beschossen hatte, eine Funknachricht übermittelt haben, daß sie die 2500 in den Gefängnissen der Stadt eingekerkerten Nationalisten erschießen lassen würden, falls die Beschießung der Stadt durch den Kreuzer nicht sofort eingestellt werde. Der Kreuzer habe daraufhin das Bombardement sofort abgebrochen. Der deutsche Kreuzer„Bellona“ hat auf der Rückreise von Santander am Dienstagvormittag in Bayonne wiederum 38 Flüchtlinge aus Spanien an Land gesetzt, und zwar 17 Deutsche, 8 Franzosen, 5 Spanier, 3 Amerikaner, 2 Argentinier, 2 Kubaner und 1 Tschechoslowake. Sowjelverfassung für spanische Städte? London. Der Sonderberichterstatter des„Daily Telegraph“ meldet aus Spanien, daß an verschiedenen wichtigen Punkten des Landes wie Almeria, Kartagena, Malaga und Ronda örtliche Sowjets errichtet worden seien und daß rasch und gleichmäßig durchgeführt worden seien, als ob ein wohlvorbereiteter Plan zugrunde gelegen hätte. Kiel. Abordnungen der an den Kieler Olympiasegelwettkämpfen beteiligten ausländischen Mannschaften begaben sich am Dienstag am Spätnachmittag nach dem am Ausgang der Kieler Förde liegenden Fischerdorf Laboe, um dort in der Weihehalle des Marineehrenmals zu Ehren der Gefallenen des Weltkrieges Kränze niederzulegen. Ueber die Dementis in der Kammer schreibt das DNB.: Gegen Schluß der Kammersitzung am Dienstagvormittag, die der Verabschiedung der Nachtragskredite für Juni galt, stellte der Abgeordnete Vallat beim Haushalt des Luftfahrtministeriums dem Luftfahrtminister Cot folgende Fragen: 1. Ist es wahr, daß die Lieferung der PotezFlugzeuge an die spanische Regierung von der französischen Regierung zugelassen worden ist? 2. Ist es wahr, daß ein spanischer Dampfer die Erlaubnis erhalten hat, im Hafen von Portle=Bou 300 Liter Brennstoff für die Luftflotte zu erhalten und 3. ist es wahr, daß Flugzeuge, die von Frankreich aus nach Spanien entsandt worden sind, um die französischen Staatsangehörigen heimzubefördern, dort beschlagnahmt wurden? Luftfahrtminister Cot antwortete zunächst, daß die Lieferung von Brennstoff für die Luftflotte nicht zu seinem Amtsbereich gehöre, daß weiter die Zeitung(gemeint ist„Le Jour“ vom Dienstag), die gemeldet hat, daß sich französische Flugzeuge nach Spanien begeben hätten, über diesen Punkt falsch unterrichtet gewesen sei. Zum letzten Punkt erklärte Minister Cot, daß verschiedene dieser Flugzeuge von der spanischen Regierung beschlagnahmt worden seien, wie andere Flugzeuge von anderen Behörden. Abgeordneter Vallat rief darauf dem Luftfahrtminister zu, falls französische Flugzeuge in Spanien beschlagnahmt würden, sei es besser, keine mehr nach Spanien zu entsenden. Hierzu erklärte Minister Cot, daß Frankreich nicht den regelmäßigen Luftverkehr mit Spanien unterbrechen könne. Erhöhung der Reichsbürgschaften für den Kleinwohnungsvau dub. Berlin, 4. August. Nachdem die im Februar ds. Is. bewilligten 100 Mill. RM. Reichsbürgschaften erschöpft sind, hat der Reichsminister der Finanzen im Einvernehmen mit dem Reichsund preußischen Arbeitsminister durch Verordnung vom 15. Juli 1936 weitere 150 Mill. R M. Reichsbürgschaften bereitgestellt. In einem Rundschreiben an die Regierungen der Länder hat der Reichs= und preußische Arbeitsminister gleichzeitig allen mit der Durchführung des Reichsbürgschaftsverfahrens betrauten Behörden zur Pflicht gemacht, auf eine schärfere Auslese der Bauvorhaben hinzuwirken. Die verfügbaren Mittel des Kapitalmarktes sollen vornehmlich für Kleinsiedlungen und Volkswohnungen sowie für die Wohnungsbauten für die Bedürfnisse der Wehrmacht eingesetzt werden. Darüber hinaus sollen mit Reichsbürgschaft nur wirklich einfache und billige Bauvorhaben gefördert werden. Es wird daran erinnert, daß die Wohnfläche bei Geschoßwohnungen in der Regel 75 Quadratmeter und bei Einfamilienhäusern 100 Quadratmeter nicht überschreiten darf. Bei Einfamilien= häusern ist jedoch der Anteil einer Anliegerwohnung bis zur gleichen Größe zugelassen. In jedem Falle müssen die Mieten und Lasten für Familien mit geringem Einkommen auf die Dauer erträglich sein. Es besteht nach den bisherigen Erfahrungen die Aussicht, daß auch die neuen Reichsbürgschaften ihrem Zweck ohne Schwierigkeit zugeführt werden können. 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Nach der helms II. blieb Nr. 210 Zweites Blatt des„Etadtanzeigers für Castrop=Rauzel und Umgebung“ Mittwoch, den 5. August 1936 S PSNenteeronnsssoct Kleine Winke für die Olumpia=Besucher der Reichskauptstact Dem Fremden, der aus Anlaß der Olympiade die Reichshauptstadt besucht, wird einiges interessieren, was Berlin im Bevölkerungsbilde Deutschland bedeutet, und welche Eigenheiten es für den Gast, der es noch nicht kennt, aufweist. Da hat einer mal ausgerechnet, daß man 64 Stunden marschieren müßte, wenn man die Weichbildgrenze Berlins umwandeln wollte. Eine Strecke von rund 225 Kilometer wäre dabei abzuschreiten. Ein Fünftel des Berliner Gesamtflächenraums wird von Wald eingenommen, ein anderes Fünftel besteht aus Gärten. Wiesen und Feldern. ein Zehneel entfällt auf andere Grünflächen. Das Wort von der Steinwüste stellt also eine böse Uebertreibung dar. Im Gegenteil, dank seiner Grünflächen ist Berlin eine recht gesunde Stadt. Wer es sich leisten kann, fährt heute mit eigenem Wagen auf den großen Ueberlandchausseen in die Stadt, obgleich die Eisenbahnverbindungen die besten sind, die man sich vorstellen kann. Aber bleiben wir bei den Chausseen. Auf welchem Wege kommt man in die Stadt? Viele Wege führen bekanntlich nach Rom. aber man könnte sagen, fast alle führen nach Berlin. Wie eine Spinne in ihrem Netz, so liegt die Stadt im Kreuzungspunkt der Straßen. Wer von Hamburg kommt, fährt in direktem Wege über die große Heerstraße am olympischen Dorf und Döberitz vorüber. Hinter dem AdolfHitler=Platz geht es in den Kaiserdamm über, dann in die Bismarckstraße und über das„Knie“ am Rande des Tiergartens nach dem Herzen Berlins, nach der historischen Prachtstraße Unter den Linden und weiter zum Alexanderplatz. Wer aus den skandinavischen Ländern über Kopenhagen nach Berlin will, nimmt den Weg über Warnemünde und gelangt ebenfalls auf die Heerstraße. Aus Stettin und Swinemünde führt bis zur Fertigstellung der neuen Reichsautobahn die Chaussee über Prenzlau, geht durch Pankow und mündet in die Prenzlauer Allee, von wo aus der Alexanderplatz leicht zu erreichen ist. Auch die Stettiner Chaussee, die durch Weißensee nach Berlin führt, sowie die aus Frankfurt a. O. und Küstrin kommenden Straßen münden in die Frankfurter Allee die wieder den Zugang zum Alexanderplatz erschließt. Wer aus dem Süden kommt, gelangt über Mariendorf—Tempelhof über die Belle=Alliance= Straße zum Halleschen Tor. Die Leipziger Besucher fahren über Torgau und Jüterbog ebenfalls mit dem Ausgangspunkt Hallesches Tor. oder sie nehmen ihren Weg über Bitterfeld und Potsdam. Potsdam ist auch ein Außentor für jene Wagen, die aus der Schweiz und Italien kommen und über Halle fahren. Für alles, was aus dem Westen kommt. über Magdeburg und Brandenburg, ist Potsdam der Durchgangspunkt. Abseils vom großen Wege Die Tore sind die geweihten Stätten jeder Stadtsiedlung. Das Brandenburger Tor im Mittelpunkt der olympischen Feststraße braucht heute nicht mehr erklärt zu werden. Seine Erbauung führt an die Schwelle des 19. Jahrhunderts; aber vielleicht weiß dder eine oder der andere Berliner Besucher heute noch nicht, daß die Viktoria, die oben in ihrer Quadriga thront. vor rund 130 Jahren auch einmal in Paris geweilt hat. Napoleon setzte seinen Ehrgeiz darein, dieses Wahrzeichen Berlins in die französische Hauptstadt zu bringen. Sie stand dort unausgepackt sieben Jahre und wurde durch Blücher im Triumph nach Berlin zurückgebracht. Der Tiergarten ist immer noch der beliebte Zielpunkt für kurze Spaziergänge, wie er es schon vor 150 Jahren gewesen ist. Dort, am Rande der Spree, liegen, wie die Perlen einer Kette aneinandergereiht, eine ganze Reihe von Gartenlokalen,„in den Zelten“ genannt, wo sich der Berliner von jeher cheimisch fühlte. Hier hatte bereits Friedrich der Große einigen Mitgliedern der französischen Kolonie erlaubt, Erfrischungen an die Spaziergänger zu werkaufen und zu diesem Zweck Zelte zu errichten. VVon hier fuhr man für einen Sechser, von den Klängen des Leierkasten begleitet. Sonntags nachmittags nach Moabit zum Tanz. Hier sammelten sich an vaterländischen Festtagen die Veteranen= und Kriegervereine und berieten über das Wohl und Wehe des Vaterlandes. Die Göttergestalten, die früher auf dem„Rondell“ in den Zelten standen, haben sich mit Rücksicht auf den Verkehr bescheiden seitwärts in die Büsche des Tiergartens geschlagen. Der Dönhoff=Platz am Ende der Leipziger Straße ist einer der ältesten Plätze Berlins. Er war bereits tzur Zeit der Befestigung Berlins durch den Großen Kurfürsten(1650—1675) eine Esplanade, vor dem einstigen monumentalen Leipziger Tor, das über den Festungsgraben von der alten Leipziger Straße her ins Freie führte. 1734 entstanden die ersten 1 Häuser in seiner Umgebung, und der Platz erhielt seinen Namen nach dem mit der Bebauungsanlage beauftragten Kommandanten Grafen Dönhoff. Hier stand damals ein Meilenzeiger, der den Bewohnern das Wegemaß von einer Meile bis zum Platz vor dem Charlottenburger Schloß angab. Das Charlottenburger Schloß und vor allem der Schloßpark sind auch heute noch eine große historische Sehenswürdigkeit. Im Mittelpunkt des Parkes liegt nicht nur das bekannte Mausoleum der preußisch=deutschen „ Herrscher, sondern auch ein anderer merkwürdiger Bau, genannt die„Spuk=Villa“. Hier hat sich vor etwa 150 Jahren allerlei Merkwürdiges ereignet, in dessen Mittelpunkt der Nachfolger Friedrichs des Großen, der frömmelnde Friedrich Wilhelm II. stand. Der König stand ganz im Banne der Rosenkreuzer und anderer Geheimorden. Der berüchtigte General von Bischofswerder und andere Günstlinge nutzten diese Schwäche geschickt für sich aus. Man ließ hier Geister erscheinen, die den König in Angst und Schrecken versetzten. Es war ein richtiger HokusPokus, denn die Geister bestanden aus entsprechend verkleideten Personen. deren Bilder durch einen Hohlspiegel auf eine Rauchsäule im Saal geworfen wurde. Nach dem Tode des Königs Friedrich Wilhelms II. blieb das Schlößchen gesperrt.. Wo ißt man in Berlin? Ueberall könnte man diese Frage beantworten, denn eine so anerkannte Speisekarte, wie man sie in Berlin allerorts findet, gibt es wohl nirgends in der Welt. Es ist nicht unbedingt notwendig, daß man sich den Berliner Spezialitäten zuwendet, für die der eine oder andere aber doch Verständnis haben wird. Spezialitäten sind gepökeltes Fleisch, z. B. Kassler, das mit Sauerkraut oder anderem Gemüse serviert wird, und dann natürlich das Eisbein. Was man im Süden Schmeinsfüßegnennt, sind in Berlin Spitzbein mit Löffelerbsen. Auch sonst erfreuen sich alle anderen bekannten Gerichte dank ihrer Zubereitung eines guten Rufes. Nicht nur während der olympischen Spiele findet man in Berlin die Nationalgerichte aller Länder, man kann jeden Tag chinesisch, japanisch und ungarisch essen. Da es in Berlin sehr viele emigrierte Russen gibt. fehlt auch nicht der„Borchtsch“, jene saure Krautsuppe, die als russisches Nationalgericht gilt, ferner „Blini“, kleine Eierkuchen mit Krem gefüllt oder ein Geflügelkotelett. Wer die ungarische Kost liebt, kann sich an Paprikafischen, gefüllten Paprika und Goulasch= suppen delektieren. Natürlich fehlt auch nicht die Wiener Küche mit Backhähndeln, Nockerln und Powidltatschkerln oder„Würstchen mit Krem“. An italienischen Lokalen ist kein Mangel. Natürlich gibt es auch chinesische und japanische Restaurants. und zwar streng getrennt voneinander. Wenn man gewöhnlich auch auf„Haifischflossen" und „Schalbennester" verzichten muß— sie wären zu kostspielig— kann man die zahlreichen Hühnerfleischgerichte in jeder Zusammenstellung erhalten. Geheimnisse der Berliner Sprache Der Berliner hat bekanntlich sein eigenes stark ausgeprägtes Ausdrucksvermögen. Auch diese Sprache ist den Wandlungen der Zeit unterworfen. Drohübungen sind bei weitem nicht so ernst gemeint, wie sie klingen, und wenn einer sagt:„Ick nehm Dir und leg Dir uff de Stulle“, so darf man dabei nicht an Kannibalismus denken. Das liebe Geld heißt nicht nur„Zaster“ und„Moneten“, sondern auch„Eier".„Platten",„Zimt",„Moos“ und „Marie“. Es braucht auch niemand böse zu sein, wenn einer auf die höfliche Frage nach einer bestimmten Straße von einem Jungen die Antwort erhält:„Nu jibt et in Berlin über vier Millionen Menschen— aber ausjerechnet müssen Se mir fragen!"— Es wäre auch nicht ratsam, einen richtigen Berliner Jungen, der ein tropfendes Näschen] neigt, wie jene Dame zu fragen:„Sag mal. ein Taschentuch hast Du wohl nicht?“— Worauf die [Antwort erfolgte:„Ick hab schon eens, aber det verborge ick nich!“— Auf dem Gebiet der Drohungen gibt es stets etwas Neues, z. B.„Ick stoß Dir aus'm Anzug“ oder„Du krieist eens uffs Hauptjebäude“. Freundlicher ist schon Folgendes:„Wenn Dummheit weh däte, hörte man Dir bis Potsdam schrein“. Zum Schluß noch eine in die Zeit passende Bemerkung. Als ein Geschäftsinhaber zu einem Angestellten bemerkte:„Wissen Sie. Ihr Benehmen paßt mir nicht so recht, ich kann nur einen zuvorkkommenden Menschen gebrauchen“, antwortete der: „Dann müssen Sie eben Nurmi anstellen!“ Gastrop Kaugeis Halenwein ist ungerommen 9000 Liter Mosel- und Rheinwein— Oeffentliche Weinprobe vor der Weinwoche— Winzermädel aus Conz und Siefersheim kommen nach Castrop-Kauxe!— Wie stehl es mit dem Gegenbesuch?— Aufruf an die Pcreine und Organisalionen unserer Stadt Palenschaft verpfiichter Für das Fest des deutschen Weines und der deutschen Traube, das wie im ganzen Deutschen Reiche auch in Castrop=Rauxel in der Zeit vom 19. bis 27. September begangen werden soll, werden allenthalben schon die erforderlichen Vorbereitungen getroffen. Hochdruck herrschte in diesen letzten Wochen nicht nur auf den zentralen Organisationsstellen, sondern vor allem auch in den Weinerzeugungsgebieten, am Rhein, an der Mosel. der Saar. der Ahr und der Nahe, wo es galt. all den vielen Weinbestellungen nachzukommen, die von den deutschen Gemeinden an ihre Weinvatenstädte ausgegeben wurden. Bekanntlich waren auch Castrop=Rauxel in diesem Jahre drei Weinvatenstädte für Belieferung mit Wein für die Weinwerbewoche zugeteilt worden. Seitens der örtlichen Organisation zur Vorbereitung der Weinwerbewoche hielt man jedoch diese Zahl für zu groß; um nicht Hoffnungen zu erwecken, die nicht erfüllt werden können. teilte man der übergeordneten Stelle mit, daß Castrov=Rauxels Weinbedarf nicht so groß sei, daß dafür drei Bezugsstellen in Frage kommen könnten. Man halte zwei Weinvatenstädte für durchaus ausreichend. Dementsprechend wurde denn auch Grünstadt in der Pfalz fallen gelassen, zumal die Pfälzer Weine der hiesigen Weingeschmacksrichtung weniger entsprechen, als die Weine von der Mosel und vom Rhein. Weinvatenstädte für das Jahr 1936 sind für Castrov=Rauxel somit Siefersheim im Rheingau und Conz an der Mosel. Dort wurden auch die nach den Erjahrungen des Vorjahres voraussichtlich benötigten Weinmengen seitens der beiden hiesigen zugelassenen Weingroßverteiler bestellt. Insgesamt handelt es sich hierbei um rund 9000 Liter Mosel= und Rheinwein, die in ein Viertelund Halbstück=Fässern von je 250 bzw. 500 Litern am letzten Samstag und Montag mit Autolastzügen von Koblens aus in Castrop=Raurel eintrafen und etwas programmwidrig sang= und klanglos den Kellereien der beiden Weingroßverteiler zugeleitet wurden, damit sie dort die erforderliche Zeit„ruhen" können, um dann abgezogen und auf Flaschen gefüllt zu werden. Wenn diese frühzeitige Ankunft der Weine auch für ihre Qualität von besonderem Vorteil ist, so machte sie andererseits durch die Absicht des Weinwerbeausschusses einen dicken Strich, der mit der Ankunft der Weine einen besonderen Empfangsakt und eine öffentliche Weinprobe auf den Markt= plätzen von Ickern und Castrop verbunden wissen wollte. Wie wir von zuständiger Seite hören, ist nun geplant. die vorgesehene öffentliche Probe doch nicht ganz fallen zu lassen. Sie soll jetzt in den letzten Tagen vor Beginn der Weinwerbewoche nachgeholt werden. Wahrscheinlich werden aus den beiden Weinvatenstädten zu diesem Zwecke Win zermädchen nach Castrop=Rauxel kommen. Daß ein von ihren Händen kredenzter Trunk allen heimischen Zechern besonders gut munden wird. versteht sich von selbst. Seitens des hiesigen Weinwochen=Vorbereitungsausschusses und des Städtischen Verlehrsamtes sind mit den beiden Patenstädten bereits alle möglichen freundschaftlichen Beziehungen angeknüpft worden. wie das ja zwischen„Paten" und„Patenkindern“ nun mal üblich ist Patenschaft verpflichtet! Castrov=Rauxeler Volksgenossen, die in den Ferien= und Urlaubstagen an den Rhein oder an die Mosel fahren, können zur Belebung und Hebung des freundschaftlichen Verhältnisses beitragen, wenn sie unseren Patenorten Siefersheim und Conz einen Besuch abstatten. Sie werden dort gewiß doppelt gern und gut aufgenommen und bewirtet werden, wenn sie sich darauf berufen, daß sie aus der„Industriestadt im Grünen", aus Castrop=Rauxel stammen. Für die Urlaubsreisenden, die es noch nicht wissen sollten, wiederholen wir hier noch einmal die Lage der beiden Patenorte: Siefersheim ist ein Dorf in Rheinhessen. Seine Post= und Eisenbahnstation ist Wöllstein. Es liegt im Kreise Alzey und gehört zum Landgerichtsbezirk Mainz. Conz liegt am Einfluß der Saar in die Mosel. Es gehört zum Landkreis Trier und ist Eisenbahnstation der Strecke Trier—Saarbrücken. Wie wäre es, wenn die NS.=Gemeinschaft „Kraft durch Freude“ in dem Rahmen ihrer Wochenendfahrten eine„Spritztour" zu dem einen oder anderen unserer Patenorte veranstalten würde? Gerade eine solche Veranstaltung wäre gewiß geeignet, die freundschaftlichen Beziehungen zwischen den„Paten“ und den„Patenkindern" zu fördern. Den hiesigen Vereinen. Organisationen und Betrieben sind seitens der Stadtverwaltung Schreiben zugegangen, die zum Aufziehen besonderer, den Weingenuß fördernder Veranstaltungen in der Zeit vom 19. bis 27. September auffordern. Schon hat eine ganze Anzahl von Vereinen und Organisationen zugesagt, daß sie sich wie im Vorjahre in die gute Sache im Interesse der notleidenden deutschen Winzer durch Abhaltung von geeigneten Feiern und Zusammenkünften einschalten wollen. Wer mit der Absendung seiner Antwort noch im Rückstande ist. möge sich damit beeilen, damit seitens der zuständigen Stelle rechtzeitig an die Aufstellung des Veranstaltungskalenders für die Castrov= Rauxeler Weinwerbewoche gegangen werden kann. Stadttreis Castrop=Rauxel, den 5. August 1936 Immer weniger Tageslicht Seit dem höchsten Stand von Ende Juni haben die Tage schon sehr merklich abgenommen. Am 20. Juni war die Sonne 3 Uhr 36 Uhr ausgegangen und 20 Uhr 26 untergegangen. Bis zum 31. Juli betrug die Abnahme des Tages bereits eine Stunde und 14 Minuten.— Noch rascher geht es mit der Abnahme im August; in diesem Monat macht die Verkürzung eine Stunde und 50 Minuten aus. Im gleichen Schnelltempo geht es dann auch im September weiter, wo die Abnahme weiter über zwei Stunden ausmacht, ebenso im Oktober. So geht die Abnahme weiter bis zum 21. Dezember, wo der kürzeste Tag mit 7 Stunden und 34 Minuten Tagesdauer ist. Gegenüber dem Höchststand vom 24. Juni bedeutet dies eine Abnahme und Verkürzung um über neun Stunden. Beir. Kaufmannsgehilfenprüfungen herbst 1936 Die diesjährigen Herbstprüfungen für Kaufmannsgehilfen im Bereich der Industrie= und Handelskammer zu Dortmund finden mit Rücksicht auf die am 1. Oktober in den Heeresdienst bzw. Arbeitsdienst tretenden Lehrliage schon im Lause des Monats September statt. Anmeldungen zu den Prüjungen sind auf vorgeschriebenen, bei der Kammer(Dortmund. MärkischeStraße 120) erhältlichen Vordrucken spätestens bis zum 22. August 1936 einzureichen. Ebenso sind dort die Merkblätter über die Durchführung der Prüfung zu haben. Zugelassen zu den Prüfungen werden alle kaufmännischen Lehrlinge die im Herbst d. Is. ausgelernt haben. Es wird erwartet, daß jeder Lehrling die sich ihm bietende Gelegenheit, seine Lehre durch ein Abschlußeramen zu beenden, wahruimmt. Insbesondere wollen die Betriebsführer ihren Einfluß nach dieser Richtung hin geltend machen. Es sei erneut betont, daß die Ablegung der Kaufmannsgehilsenprüfung im wohlverstandenen eigenen Interesse der Lehrlinge liegt. Das Bestehen der Prüjung hat zweiselsohne maßgebenden Einfluß auf das berufliche Vorwärtskommen. Hilberjubilare der Arbeit auf„Erin“ Auf eine 25jährige Tätigkeit auf der Zeche„Erin". konnten in diesen Tagen der Meisterhauer Friedrich Weyeis, Karlstraße 47, und der Stavelhauer Kasimir Küpping, Viktoriastraße 21, zurückblicken. Beide Jubilare der Arbeit haben den üblichen Werdegang eines Bergmannes durchgemacht. Beide stehen bei ihren Vorgesetzten und Kameraden als tüchtige Arbeiter in gleich gutem Ansehen. Während Weyers am Weltkriege von 1917 bis 1918 auf dem westlichen Kriegsschauplatze teilnahm und das Verwundetenabzeichen und das Ehrenkreuz für Frontkämpfer besitzt, stand Küpping von 1914 bis 1917 an der Ostfront. Auch er ist Inhaber des Ehrenkreuzes für Frontkämpfer. Weyers ist auch seit Jahren schon Mitglied der bergmännischen Rettungstruppe. Beiden Jubilaren der Arbeit auch unsererseits ein herzliches„Glück auf!“ für den ferneren, hoffentlich noch recht langen und glücklichen Lebensweg. Kinderschützenfest in Obercastrop Die Nachbarschaft der Breckenstraße feierte Wie die Alten sungen, so zwitschern auch die Jungen. Dieses gute alte deutsche Sprichwort bewahrheitet sich alljährlich während der Ferienzeit im Stadtteil Obercastrov. Jeder weiß, daß in Obercastrop die deutsche Schützensache nach dem Weltkrieg in unserer Stadt zuerst wieder belebt wurde und daß sie dort in den Reihen aller Volksgenossen größten Anklang und Anhang fand. Seit Jahr und Tag bemüht sich schon der junge Nachwuchs der Obercastrover, es den Alten gleich zu tun. Seit Jahren werden dort von den Kindern nachbarschaftsweise in den großen Herbstferien nach dem Vorbilde des Schützenjestes der Großen„Kinderschützenfeste" abgehalten, bei denen man sich müht, es an nichts fehlen zu lassen, was bei so einem Schützenfeste charakteristisch ist. In der Vorwoche feierten die Kinder der Brekkenstraße ihr Schützenfest. In Heinrich Lowens und Josef Grothe hatten sie für ihre Veranstaltung gute und fleißige Leiter, die sich ihrer dankbaren Aufgabe mit allem Eiser widmeten. Dank der reichlich eingelaufenen Svenden konnte den ca. 40 Kindern der Nachbarschaft Breckenstraße ein schönes Fest bereitet werden. Der erste Tag galt dem Ausschießen der Königswürde. Es war bewundernswert, mit welchem Ehrgeiz sich die jungen Schützen dieser Aufgabe widmeten und mit welchem Interesse auch die jüngste „Damenwelt" das Königsschießen in seinem ganzen Verlaufe verfolgte. Unter großem Jubel des„kleinen Schützenvolkes“ gelang es um 15 Uhr Helmut Röscher den Meisterschuß(31 Ringe) zu tun. S. M. Helmut erwählte sich zur Königin Frl. Toni Grothe. Ehrendamen wurden Agnes Langener, Hannelore Bredendick, Renate Lowens und Pauline Grothe, während Georg Knust als Adjutant und Hermann Knust als Major fungierten. Am Nachmittag des zweiten Festtages wurde zunächst mit zwei festlich geschmückten Wagen ein Umzug veranstaltet, dann war das ganze Schützenvolk bei den Majestäten zu Gast. Im schön ausgestatteten Festzelt gab es einen herrlichen Kaffeeschmaus. Allerlei fröhliche Kinderspiele, bei dem es hübsche Sachen zu erbeuten gab, folgten. Später vereinte man sich noch einmal an gemütlicher Tafel. Der Kartoffelsalat und die belegten Brötchen mundeten den Kindern ganz vorzüglich. Es war erstaunlich zu sehen, welche Mengen von ihnen„verdrückt" werden konnten. Mit einem gemeinschaftlich gesungenen Liede und einem dreimaligen„Sieg=Heil" auf Führer und Vaterland klang das Kinderschützenfest der Breckenstraße aus. Der Abend des letzten Tages brachte noch ein gemütliches Beisammensein der Eltern, das ebenfalls einen recht schönen Verlauf nahm. Mit RdF. vom 5. 8.— 13. 8. nach Westerburg Hinfahrt am 5. 8. ab Hagen Hbf., 12.00 Uhr. ab Hohenlimburg 12.18 Uhr. ab Letmathe 12.26. ab Altena 12.39. ab Werdohl 12.54, ab Ohle 13.05. ab Plettenberg 13.11, ab Finnentrov 13.28. ab Altenhundem 13.47, ab Krombach 14.19, ab Kreuztal 14.26. ab Siegen 14.40, ab Niederschelden 14.50. ab Kirchen 15.00, an Hachenburg 16.44, an Erbach 16.58, an Westerburg 17.34. Rückfahrt am 13. 8. ab Westerburg 10.00 Uhr. ab Erbach 10.33, ab Hachenburg 10.50. ab Kirchen 12.43, ab Niederschelden 12.54, an Siegen 13.04, an Kreuztal 13.25, an Krombach 13.34. an Altenhundem 13.59. an Finnentrov 14.13, an Plettenberg 14.28. an Ohle 14.33. an Werdohl 14.42. an Altena 14.54. an Letmathe 15.07. an Hohenlimburg 15.15, an Hagen Hbf. 15.38 Uhr. Mit R03. vom 6. 8.— 6. 9. nach Korschen[Ostpreuß.] Hinfahrt am 6. 8. ab Bochum Hbf.,.53 Uhr(früh), ab Bochum=Langendreer.05 Uhr, ab Dortmund .23, ab Hamm.19. an Swinemünde=Hasen 17.34. 967 die de: dörten haben. 90 e au zu be6 Uhr Nebel leichtet Sturmgen Di endet: warch sterdem 886 31: mof an Wies. an Pillau am 7. 8. 11.45 Uhr. ab Pillau 12.45, an Königsberg 13.39. ab Königsberg 13.59, an Korschen 15.27 Uhr. Rückfahrt am 5. 9. ab Korschen.40 Uhr(morgens). an Königsberg 10.11 Uhr. ab Königsberg 10.58. an Pillau 11.52, ab Pillau 12.30 Uhr. Ankunft in Bochum am 6. 9. gegen 18.00 Uhr. Die Fundpolizei meldet: 1 Hund zugelaufen Falls Eigentumsansprüche nicht geltend gemacht werden, findet die Versteigerung am Donnerstag. dem 6. August 1936, vormittags 10 Uhr. im Stadtpolizeibüro. Kirchplatz 3, statt. Wichtig für Kraftfahrzeugbesitzer Personenbeförderung ohne Genehmigung ist strafbar In letzter Zeit ist in mehreren Fällen festgestellt worden, daß Kraftjahrzeugbesitzer, ohne zum Gelegenheitsverkehr zugelassen zu sein. Personen oder Waren gewerbsmäßig. also gegen Entgelt befördern. So haben z. B. Möbelhändler ihre Kunden mit eigenen oder fremden Kraftwagen, die nicht zum Gelegenheitsverkehr zugelassen sind. zu Möbelfabriken oder deren Ausstellungsräumen befördert. Diese Fahrten sind als gewerbsmäßig im Sinne des Gesetzes zur Beförderung von Personen zu Lande vom 4 12 1934 anzusehen, weil sie der Kundenwerbung und der Reklame dienen und sind deshalb genehmigungspflichtig. Es wird nochmals darauf hingewiesen, daß es nach den gesetzlichen Bestimmungen den Möbelhändlern grundsätzlich verboten ist, ihre Kunden zu und von den Möbelfabriken oder Möbelausstellungsräumen mit Kraftwagen zu befördern, die nicht zum Gelegenheitsverkehr zugelassen sind. Ebenso ist es auch jedem Kraftfahrzeugbesitzer verboten. Perionen gegen Entgelt mit Fahrzeugen zu befördern, die nicht zum Gelegenheitsverkehr zugelassen sind. In Zukunft wird gegen Zuwiderhandlungen mit aller Strenge eingeschritten werden. Wie verhalte ich mich bei Fundgegenständen? Der Finder irgendwelcher Dinge ist nach§ 935 des BGB. gehalten, seinen Fund unverzüglich der Polizei anzuzeigen oder ihn dem Empfangsberechtigten selbst zu übergeben. Als Finderlohn kommt nach den gesetzlichen Bestimmungen bis zum Werte von 3000 RM. ein Satz von 3 v. H. in Frage. vom Mehrwert 1 v. H. Bei Sachen und Tieren gilt die gleiche Vorschrift. Falls sich der Empfangsberech= tigte nach Ablauf eines Jahres— solange muß man den Fund aufbewahren— nicht meldet, geht der Fund in das Eigentum des Finders über. Bei Gegenständen. die lediglich für den Besitzer einen Wert haben, wie Photographien, Zeugnissen, Ausweispavieren usw. bestimmt sich der Finderlohn nach billigem Ermessen und übersteigt in der Regel den eigentlichen Wert des Gegenstandes erheblich. Wichtig ist, daß man irgendwelche Gegenstände, die man in Schalterräumen von Behörden. Geschäftszimmern oder öffentlichen Verkehrsmitteln findet, sofort an die betreffende Behörde oder deren Angestellten auszuliefern hat, ohne daß man Anspruch auf Finderlohn hat. Fundgegenstände, die dem raschen Verderben ausgesetzt sind oder deren Aufbewahrung mit unverhältnismäßigen Unkosten verbunden sind, hat der Finder gemäß§ 966 nach vorheriger Anzeige bei der Polizei öffentlich versteigern zu lassen, wobei der Erlös an die Stelle der Sache tritt. Wer sich zur Gemeinschaft bekennt, trägt das 9AF.-Abzeichen Der Gemeinschaft zu leben und zu dienen, heißt die Verpflichtung, die man mit Recht als das Ergebnis der Tage des Weltkongresses feststellen kann. In dieser Hinsicht hat auch die segensreiche Arbeit der Deutschen Arbeitsfront mit ihrer NSG.=„Kraft durch Freude"=Organisation Anerkennung und ehrenvollste Beachtung aller Völker gesunden. Die Gemeinschaft der Deutschen ist das eherne Unterpfand der Einigkeit unseres Volkes und der Einheit unseres Dritten Reiches. Die Gemeinschaft, welche das Zusammenstehen aller Menschen gleichen Blutes und das Einstehen des einzelnen deutschen Volksgenossen für seinen nächsten Kameraden bedingt, hat das Band der Zusammengehörigkeit enger geknüpft und die einzelnen Glieder unseres Volkes zu einer unzerbrechlichen, wahren, deutschen Volksgemeinschaft vereint. Jeder Deutsche und insonderheit jeder Schaffende ist heute glücklich, dieser Gemeinschaft aller Deutschen anzugehören, in ihr leben und schaffen zu können. Dieses stolze Gefühl löst unbestreitbar die große Freude aus, die heute bei allen Menschen an ihrer Arbeit beim friedlichen Werk die Herzen höher schlagen läßt Im Jahre der olymvischen Spiele in Deutschland, die ganz im Zeichen des völkerverbindenden friedlichen Strebens und Ringens aller Nationen zum Wohle der Menschheit stehen, ist es daher auch Pflicht eines jeden schaffenden deutschen Menschen, seine innere Verbundenheit zur Gemeinschaft auch äußerlich zu dokumentieren. Jeder Arbeitskamerad aus fremden Land, der nach den Tagen von Hamburg und Berlin deutsches Volk und deutsches Land kennen lernt, soll bei Schritt und Tritt auf das Hakenkreuz im Zahnrad an der Arbeitsbluse des schaffenden Menschen stoßen und somit erkennen, daß sich die Träger dieses Zeichens miteinander verbunden fühlen in der großen Gemeinschaft aller Deutschen. Es muß daher von jetzt an— selbstverständlich nicht nur in diesen Wochen— Ehrenpflicht eines jeden deutschen Arbeiters der Faust und der Stirn, des Betriebsführers sowol wie auch seines letzten Gefolgschaftsmannes, sein, das schlichte Zeichen der DAF. zu tragen, um somit auch öffentlich ein inneres Bekenntnis zum Deutschland der Ehre, Arbeit und Freiheit abzulegen. Darum Kameraden der Arbeit! Befolgt die Worte, die von den Plakaten in euren Betrieben euch entgegenleuchten und euch mahnend verpflichten. das Zeichen euret Gemeinschaft zu tragen. Legt an das Hakenkreuz im Zahnrad, dann beweist ihr. daß ihr euch offen und frei für die Gemeinschaft aller schaffenden Deutschen bekennt und Kämpfer seid für den Frieden aller Schafsenden der Welt. BasAnterstägung swesen des Reichstriegerbandes Eine Anordnung zum Aus bau dieser Organisation Ernennung von Sozialreferenten Das Ziel des Unterstützungswesens innerhalb des Deutschen Reichskriegerbundes(Kysshäuserbund) ist die Betätigung praktischer Kameradschaftspflege. Im Laufe der letzten 50 Jahre hat dieses Unterstützungswesen ständig starke Förderung im Reichskriegerbund gesunden, so daß es gewaltige Leistungen zu Gunsten der bedürftigen alten Krieger. ihrer Familien und der Kriegerwitwen und=Waisen vollbringen konnte. Um auf diesem sozialen Gebiete noch mehr erreichen zu können, hat der Bundesführer Oberst a. D. Reinhard eine Anordnung getroffen, welche alle die 35000 Kameradschaften des Reichskriegerbundes organisatorisch mit dem Arbeitsgebiet verbindet. Nach dieser Anordnung gliedert jeder Landes=. Bezirks= und Kreisverband des Reichskriegerbundes seinem Stabe einen Sozialreferenten an. jede Kameradschaft ernennt einen Kameradschaftspfleger. Aufgabe der Sozialreserenten bzw. der Kameradschaftspfleger ist es. Mittel und Wege zu suchen und alle Möglichkeiten auszuschöpfen, um hilfesuchenden Kameraden zu helfen. Aus diesem Aufgabengebiet ergeben sich die Richtlinien für die Auswahl geeigneter Kameraden. Mehr als bisher sollen alle Teile der Organisation darüber aufgeklärt werden, daß die Betätigung praktischer Kameradschaftspflege auf anderen Wegen gesucht werden muß, und daß die Unterstützung aus baren Mitteln des Bundes in jedem Falle nur eine zusätzliche sein kann. Seit Mai 1934 können auch Personen, die sich zur Zahlung eines angemessenen Jahresbeitrages verpflichten, ohne Mitglied einer Kameradschaft zu sein. zu unterstützenden Förderern ernannt werden. Sodann kann als Förderer der Kameradschaft ohne Stimmrecht jeder im Ortsbereich wohnende ehrenhafte Deutsche arischer Abstammung ausgenommen werden, der sich gleichfalls zur Zahlung eines angemessenen Jahresbeitrages verpflichtet. Auch Personengemeinschaften, die diese Voraussetzungen erfüllen, können als Förderer der Kameradschaft Aufnahme finden. All diese Förderer sind in einer besonderen Liste zu führen. Förderer von Kameradschaften des Reichskriegerbundes sind berechtigt, das demnächst erscheinende neue Fördererabzeichen des Reichskriegerbundes zu tragen. Es stehen ihnen die Erholungsheime des Bundes zu denselben Beding= ungen wie den Mitgliedern und Ehrenmitgliedern zur Verfügung. Der Bundesführer erwartet, daß im allgemeinen nur solche Personen die Förderereigenschaft erwerben, die nicht Bundesmitglieder werden können, weil sie nicht Soldat gewesen sind und auch keine vormilitärische Ausbildung genossen haben. Was jeder Kubfahrer Wissen maß b) 99 Je d) Lieber Radfahrer, ließ diese 10 Gebote, beachte sie und du schützt dein Leben und deine Gesundheit und bewahrst dich vor Strafe! 1. Achte darauf, daß die Ausstattung deines Fahrrades den Verkehrsvorschriften entspricht. a) Jedes Fahrrad muß mindestens eine am Rade fest angebrachte Bremse haben. Die Rücktrittbremse genügt. Fahrräder in Bewegung(also nicht geschobene Fahrräder) müssen bei Dunkelheit oder starkem Nebel Lamven führen.— Der Lichttegel der Lampe muß geneigt sein, so daß die Mitte des Lichtkegels in 10 Meter Entfernung von der Lampe nur halb so hoch liegt, wie die Lichtquelle über der Fahrbahn angebracht ist. Dynamo=Lampen müssen bei einem langsam fahrenden Rade auf 50 Meter sichtbar sein. Jedes Fahrrad muß einen Rückstrahler haben. Die Rückstrahler, die ein Prüfzeichen aufzuweisen haben müssen auch an stillstehenden und geschobenen Rädern, und zwar senkrecht zur Fahrbahn und nicht höher als 50 Zentimeter über dem Erdboden angebracht sein und niemals verdeckt werden. Jedes Rad muß eine helltönende Glocke haben. 2. Du schützt dich selbst vor Gefahr und Strafe, wenn du auf der Straße stets scharf rechts und mit deinem Kameraden nicht nebeneinander, sondern immer hintereinander fährst!— Radjahrer dürfen in der Fahrtrichtung links neben der Fahrbahn auf nicht erhöhten Seitenstreisen(Banketten) fahren, wenn rechts ein Bankett fehlt und der Zustand der Fahrbahn deren Benutzung erheblich erschwert. Gib rechtzeitig ein Signal um auf dein Nahen aufmerksam zu machen!— Die Abgabe von Warnzeichen zu anderen als Warnzwecken und mehr als nötig ist untersagt. 4. Beim Ueberholen und an Straßenkreuzungen fahre besonders vorsichtig, da sich hier die meisten Unfälle ereignen! Ueberhole stets links. Allein Schienenbahnen sind in der Regel rechts zu überholen und nur, wenn dies aus Raummangel nicht möglich ist, links. Bevor du einen Straßenbenutzer überholst blicke stets rückwärts, ob sich kein schnelleres Fahrzeug dir nähert.— Will der Radfahrer seine Fahrtrichtung ändern, so muß er mit der Hand rechtzeitig ein Richtungszeichen geben, und zwar so rechtzeitig, daß die anderen Verkehrsteilnehmer auch Zeit haben, ihr Verhalten entsprechend einzurichten. 5. Radfahrwege müssen benutzt wrden! Erkennbar bestimmt ist ein Radjahrweg zunächst einmal dann, wenn er entsprechend beschildert ist, aber auch in allen Fällen, in denen er seiner Anlage nach als Radfahrweg zu erkennen ist. Auch außerhalb des Weichbildes der Städte dürfen Fußwege von Radfahrern nicht befahren werden. 6. An Kreuzungen und Einmündungen hat stets der von Rechts Kommende die Vorfahrt, wenn keine Sonderregelung durch Polizeibeamte oder amtliche Kennzeichen erfolgt.— Kraftfahrzeuge und Schienenbahnen haben jedoch die Vorfahrt vor allen übrigen Verkehrsteilnehmern. Das gilt aber nicht für Hauptverkehrsstraßen. Hier. auf der Hauntverkehrsstraße, hat jedes Fahrzeug Vorfahrt vor dem Fahrzeug, das aus der Nebenstraße kommt. Die vorfahrtberechtigten Hauptverkehrsstraßen sind: a) die Hauptverkehrsstraßen, deren Kennzeichnung aus einem weißen, rotgeränderten, auf der Spitze stehenden Viereck besteht, b) die Straßen 1. Ordnung, die durch zwei weiße. ineinandergeschobene, rotgeränderte, auf der Spitze stehende Vierecke gekennzeichnet sind. Außerdem ist immer dem Verkehr aller Art auf einer Hauptstraße die Vorfahrt zu lassen, wenn auf der Nebenstraße ein Verkehrsschild steht, das aus einem auf der Spitze stehenden weißen, rotgeränderten Dreieck besteht. 7. Für die Regelung des Verkehrs an Straßenkreuzungen merke dir folgende Zeichen der Polizeibeamten: a) Winken in der Fahrtrichtung oder seitliches Heben eines Armes oder beider Arme in der Fahrtrichtung(grünes Licht) bedeutet„Freie Fahrt" b) Hochheben eines Armes(gelbes Licht) bedeutet: „Achtung. anhalten. Kreuzung frei.“ c) Seitliches Ausstrecken eines Armes oder beider Arme quer zur Fahrtrichtung(rotes Licht) bedeutet„Halt". 8. Das Anfahren und Halten von Fahrrädern ist. soweit nicht besondere Umstände dem entgegenstehen, nur auf der rechten Seite der Fahrbahn(Ausnahme: Einbahnstraßen) zulässig. Die Aufstellung von Fahrrädern muß vermieden werden: an engen Straßenstellen. in einer geringeren Entfernung als 5 Meter vor oder hinter den Haltestellenschildern öffentlicher Verkehrsmittel. an Verkehrsinseln, vor Ein= und Ausfahrten von Grundstücken. Beim Ein= und Ausfahren in ein Grundstück ist es gestattet. über den Fußweg zu fahren, selbstverständlich unter Anwendung größter Vorsicht. 9. Der Radfahrer darf nicht die Lenkstange loslassen, die Füße von den Pedalen entfernen und sich an andere Fahrzeuge anhängen. Das Anbinden von Handwagen an Fahrräder und das Führen von Pferden und Vieh vom Fahrrad aus ist ebenfalls strafbar. Anhänger, die besonders für die Anhängung an Fahrräder eingerichtet sind, dürsen mitgeführt werden. Es dürfen nur Kinder mitgenommen werden auf besonderen Sitzplätzen, wenn dadurch der Radfahrer nicht behindert wird. Eine Altersgrenze ist nicht mehr festgesetzt. Gegenstände darfst du nur mitnehmen auf dem Rade, wenn deine Bewegungsfreiheit nicht beeinträchtigt wird und Personen und Sachen durch sie nicht gefährdet werden! 10. Jährlich verunglücken rund 80000 Radfahrer im Verkehr, davon 650 tödlich. Schütze dich und deine Angehörigen vor den Schäden eines Verkehrsunfalles und tritt dem Deutschen Radfahrer=Verband e. V. bei, der dich gegen Unfälle und Haftpflicht beim Radfahren versichert, die einzige autorisierte Stelle für die Betreuung der Radfahrer und der Vertreter der Gesamtinteressen des deutschen Radfahrwesens ist. Auskunft erteilt: Die Hauptgeschäftsstelle des Deutschen Radfahrer=Verbandes. Berlin NW 7, Dorotheenstraße 11, Tel. A 6(Merkur) 3145. Bcheitiisch Westfalisch. Iubusttiegeotel Schwerer Verkehrsunfell mit lödlichem Ausgang Dortmund. Am 2. August gegen.15 Uhr wurde auf der Verbandsstraße ON 4 die Ehefrau G. aus aus Suderwich, welche die Straße mit einem Fahrrad befuhr, von einem Personenkraftwagen, der von einem Wilhelm Sch. aus Hamborn gesteuert wurde, angefahren und schwer verletzt. Ein des Weges kommender Polizeibeamter aus Rheinhausen stellte die Personalien des Kraftwagenführers fest. Die Schwerverletzte wurde von dem Lenker eines anderen Personenkraftwagens in ein Bochumer Krankenhaus gebracht, wo sie kurz nach der Einlieferung gestorben ist. Die Schuldfrage konnte noch nicht sofort einwandfrei geklärt werden; die Kriminalpolizei übernahm sofort die weiteren Ermittlungen. Vom Bau der Reichsaulobahn Neues Teilstück der Strecke Köln—Dortmund in Angriff genommen Dortmund. Unter den in letzter Zeit neu in Angriff genommenen Teilstrecken des Deutschen Reichsautobahnnetzes befindet sich auch eine solche von 2,3 Kilometer Länge der Linie Köln—Wuppertal— Dortmund. Diese Linie schiebt sich immer mehr auf Hagen vor und dürfte schon im nächsten Jahr am östlichen Ausgang des Hengsteysees Dortmunder Stadtgebiet erreichen. In ihrem Zuge sind zahlreiche größere Brückenbauten notwendig. Sie wird sich dicht am Ostrand der Stadt Kamen mit der Reichsautobahnstrecke Köln-Duisburg-Dortmund Hannover kreuzen. Am Schnittpunkt ist ein großzügiges Verteilerkreuz vorgesehen, und zwar ein solches mit nur einem Brückenbau, bei dem die Aufund Abfahrtrampen sich in Form von vier Ringen um die Brücke mit dem Schnittpunkt legen. Die Ehrung einer deutschen Kriegsheldin Bochum. Der Oberin der Westfälischen ProvinzialFrauenklinik in Bochum, der früheren Rote=Kreuz= Schwester Addi Rudolff, wurde das Ehrenkreuz für Frontkämpfer verliehen. Schwester Rudolff wirkte während des Krieges als Operationsschwester im Feldlazarett 213 in Nazareth. Sie war während des Krieges auf dem türkischen Kriegsschauplatz tätig, auf dem sie sich als Rote=Kreuz=Schwester außerordentlich auszeichnete. Wegen ihres tapferen Verhaltens erhielt sie den Eisernen Halbmond, ferner Hitler6s) Jugend hitlerjungen gehen auf Fahr! an die Nordseeküste Großer Erfolg des Lagers in Delle Das Lager der Hitlerjugend in Delie geht nun zu Ende und man darf sagen, daß dank der eifrigen Vorarbeiten der Lagerführung ein Erfolg erzielt wurde, wie man ihn kaum vorher erwartet hätte. Viele Vertreter der Partei. der Behörden und der Wirtschaft haben den Hitlerjungen einen Besuch im Lager abgestattet, um sich ein Bild zu machen von dem Lagerleben, das allein von den Jungen gestaltet wurde. Alle sind sie des Lobes voll. sie wurden ersaßt von der Begeisterung dieser Jungen, die hier in Kameradschaft und disziplinierter Ausgelassenheit. bei frohen Svielen und selbstverständlichem Dienst sich der Freizeit freuten. Die Bannführung darf mit Recht stolz sein auf das großartige Gelingen dieses Lagers. Aber schon sind neue Pläne in Vorbereitung. Denn Mitte August werden sich unter Leitung des Bannführers Heinz Nagel wieder 25 Hitlerjungen auf Fahrt begeben. Schon hat der Bannführer den Plan für diese Fahrt, die an die Nordsecküste führen wird. ausgearbeitet. Mit einem Autobus geht es zunächst nach Bremen. Von dort machen die Hitlerjungen ihren Weg selbst. Zunächst gehts die Weser hinauf nach Bremerhaven, wo die Jungen die größten Dampfer der deutschen Schiffahrtsgesellschaften sehen werden, die von deutscher Technik und deutschem Leistungsvermögen zeugen. Aber auch Wilhelmshaven werden die Hitlerjungen besuchen, wo sie die Schiffe der neugeschaffenen Kriegsmarine besichtigen. Und weiter wird sie dann der Weg an der Nordseeküste entlangführen, die ihnen so viele unbekannte Eindrücke vermitteln wird, daß die Jungen dann voller Erlebnisse von dieser Fahrt nach Hause zurückkehren werden. Aufenthalt von h3.-Angehörigen während der Olympiade in Berlin Ueber den Aufenthalt von HJ.=Angehörigen während der Olympiade in Berlin ergingen von der Reichsjugendführung besondere Bestimmungen. Danach ist es für Angehörige der H5., des Jungpolks und des Bundes Deutscher Mädel einschl. Jungmädel verboten. im Dienstanzug oder in Zivil zu den olymvischen Svielen nach Berlin zu fahren, falls sie nicht den einwandfreien Nachweis über ausreichend vorhandene Geldmittel und über eine gesicherte Unterkunft in Berlin beibringen können. die türkische Iftihar=Medaille und die Rote=KreuzMedaille. Trotz schwerster Beschießung durch die englische Artillerie versorgte sie in aufopfernder Treue in dem Lazarett ihre Kranken. Mit sichtlicher Freude und Dank hat sie die ihr vom Führer verliehene verdiente Auszeichnung entgegengenommen. Aus dem Weser= und Emsland Tödlicher Sturz vom Gerüst Quackenbrück. Der in Alfhausen wohnende 30jährige Arbeiter Bernhard Hidding, zwar unverheiratet, jedoch der Ernährer seiner Eltern, hatte das Unglück. von einem Baugerüst aus 15 Meter Höhe abzustürzen. Dabei schlug er auch noch auf eine eiserne Schiebkarre auf und erlitt dadurch so schwere Verletzungen, daß er bald darauf im Krankenhause gestorben ist. Mehrere hundert Jahre aller Bauernhof durch Blitz zerstört Melle. Das in der Nähe der Lungenheilstätte gelegene Bauernhaus des Bauern Bergkamp, das bereits auf ein Alter von mehreren hundert Jahren zurückblicken konnte, wurde durch Blitzschlag eingeäschert. Das Feuer sprang auch auf die Scheune über und legte auch diese in Asche. Das Vieh konnte restlos, das tote Eingut zum größten Teil. gerettet werden. Dagegen ist die bereits eingebrachte Ernte verbrannt. Am Transformator gelölet Alfhausen. Mitglieder des Arbeitsdienstlagers Bersenbrück fanden in der Bauerschaft Hastrup den bei der Nike beschäftigten Franz Pöppelmann vor der offenen Tür des Transformators, und neben ihm lagen Telephonkasten und Telephonapparat. Wahrscheinlich hatte Pöppelmann trotz des aufziehenden Gewitters an dem Transformator gearbeitet, war dabei aber von einem einschlagenden Blitz getroffen und getötet worden. Zwar stellte man mehrstündige Wiederbelebungsversuche an; doch war es leider nicht mehr möglich, den 36jährigen Mann, der verheiratet und Vater zweier Kinder ist, wieder ins Leben zurückzurufen. Schwerer Verkehrsunfall fordert ein Todesopfer Oldenburg. Auf der Straße Ahlhorn—Oldenburg ereignete sich bei Klm 17.8 bei Hengstlage ein folgenschweter Verkehrsunfall Der Wagen eines Oldenburger Architekten, der mit seiner Schwester und einer Bekannten von Köln zurückkehrte, geriet aus bisher noch nicht geklärter Ursache auf der geraden Straße ins Schlendern. Der Wagen drehte sich um seine eigene Achse, geriet gegen einen Baum und stürzte dann in den Straßengraben. Die eine Mitjahrerin wurde auf der Stelle getötet, der Fahrer selbst und seine Schwester erlitten schwere Verletzungen und mußten ins Oldenburger Krankenhaus überführt werden. Ein Kind erstickle im Bei Düren. In dem Ort Golzheim hatte ein Ehevaar. nachdem es die Kinder zu Bett gebracht hatte, die Wohnung verlassen. Als es nach Hause kam, sand es das 10 Monate alte Töchterchen im Bett erstickt vor. in 19. Looeuag=Eilelro=Tacchos Die Stimme, die eine Welt bezwang Ein„Wunder Gottes“ Der Aufstieg eines Begnadeten ( Es war in der Mittagsstunde des 2. August 1921, als eine erschütternde Kunde durch Neapel lief, Enrico Caruso, der größte Sänger aller Zeiten, ist in die Ewigkeit eingegangen. Vor zwei Wochen schon hatte er, den Todeskeim in der Brust, ahnend, daß er sterben müsse, von der Welt Abschied genommen, zum letzten Male sang er für die Schallplatten das„Per sempre addio“ und einige Wochen nach seinem Heimgang lauschten die Völker des Erdballes noch einmal der Stimme, in der die Seele eines Gottbegnadeten lebte. Der Tod klopfte an... Wenn— in all den vielen Jahren seines Aufstiegs— diese Stimme erklang, wenn sie aufjauchzte, wenn sie klagte, blieb kein Herz unberührt. Es war die Größe des Genies, daß er die Stimme zum Träger seelischen Ausdrucks machte. Jeder Abend, an dem er sie ertönen ließ, war ein Fest, eine Beglückung für Tausende. Seine Kunst war ein Labsal der Menschheit. Er sang den Edgardo in Lucia die Bannermoor, er sang den Herzog in Rigoletto, den Bajazzo, den Radames in allen Großstädten der Erde, er wurde 1903 in London gefeiert wie ein Fürst und 15 Jahre lang umjubelte ihn Amerika in der Metropolitan in Newyork. Hier lernte er seine Gattin kennen, die er über alles liebte, die ihm bis zur letzten Minute seines großen Lebens aufopfernd zur Seite stand. Hier griff auch der Tod nach ihm: auf einem öffentlichen Platz sang er bei strömendem Regen vor 15000 Menschen— am anderen Tage befiel ihn ein Fieber und drei Tage später brachte man ihn besinnungslos ins Krankenhaus, wo man ihn wegen einer bösen Brustfellvereiterung operieren und ihm zwei Liter Wasser aus der Brust entfernen mußte. Sein Leben war Arbeit und wieder Arbeit Enrico Caruso stand— das war 1918— noch einmal auf von seinem Krankenlager, aber, so schrieben die amerikanischen Zeitungen, der Sänger werde niemals wieder so singen können, wie einst, und als er zum ersten Male nach drei Monaten in der„Nacht des Schicksals“ auftrat, behaupteten die Kritiker, seine Stimme habe gelitten. Darüber geriet der temperamentvolle Italiener in großen Zorn und er beschloß, in acht Tagen Amerika zu verlassen. Vorher aber wollte er den Newyorkern noch eine„Abschiedsvorstellung“ geben und in dieser sang er den Radames der„Aida“ mit solcher Macht, mit solcher Vollendung, daß die begeisterten Menschen ihn auf den Schultern im Triumph aus dem Theater yinaustrugen, und eine Zeitung schrieb:„Diese Stimme ist ein Wunder Gottes.“ Und das war sie. Wenn er auf der Bühne stand, vergaß man den wenig schönen Körper, dann sah man nur den Künstler, den Schauspieler, der Menschen so erschütternd gestaltete, und man war im Banne dieser Stimme, die letztes gab. Sein ganzes Leben war Arbeit, Arbeit an seinem Organ, das sich nicht mühelos entfaltete, sondern immer der Pflege und Sorgfalt bedurfte, bis es zu jener Höhe gesanglicher Kultur entwickelt wurde, die Caruso über die Sänger seiner Zeit hoch hinaus hoh. Nie wieder hat ein Tenor— auch der große Benjamino Gigli nicht, der sich übrigens heute noch die Platten seines Landsmannes vorspielen läßt, um an ihm und durch ihn zu lernen— derartige Wirkungen hervorgebracht wie der Mann, dessen Name in der Musikgeschichte ein Begriff geworden ist— der Begriff des Sängers mit der herrlichsten Tenorstimme, mit der vollendeten Technik, der geschmackvollsten Natürlichkeit seines Vortrages und seiner schauspielerischen Begabung, die sich in allen Rollen hineinzuleben verstand. So sehr er darauf bedacht war, seine Stimme zu verbessern, so wenig war er um ihre Erhaltung besorgt. Caruso rauchte täglich 50 bis 60 Zigaretten, selbst auf der Bühne, vor dem Auftritt, frönte er seiner Leidenschaft— der einzigen neben dem Pokerspiel— und es kam oft vor, daß er beim Hinauseilen auf die Bühne dem Feuerwehrmann die halbaufgerauchte brennende Zigarette in die Hand drückte. Aber seltsam: das starke Rauchen ist auf sein Organ ohne Einfluß geblieben. Er schützte es auch niemals vor Erkältungen, lehnte lächelnd den berühmten Schal ab, den seine Kollegen tragen. Ein Meusch von Seelengröße In seinem Wesen war der große Sänger immer bescheiden. Dünkel kannte er nicht, er blieb sich immer gleich, ob er nun wie zu Beginn seiner Laufbahn 40 oder 300 Lire oder— wie später— 10 000 Franks und 14 000 Mark an einem Abenk erhielt. Caruso war, als er starb, vierfacher Millionär— acht Millionen hatte er mit seiner Kunst verdient. Trotzdem verschloß er seine Tür nie einem Menschen, der hilfesuchend zu ihm kam. Keiner ging von ihm, ohne daß er ihm geholfen hätte. Nur, wenn er das Empfinden hatte, daß man ihn ausnutzte, konnte der sonst gutmütige Mann hart sein.....„. Fünfzehn Jahre nun ist Enrico Caruso tot. Don Jose fleht nicht mehr um Carmens Liebe, Canio erschüttert nicht mehr mit des Komödianten Klage, Radames singt nicht das Lied von der„Celesta Aida", Nemorino beklagt nicht die Tränen und nie mehr hören wir des Grafen von Mantua„La donna e mobile“. Der Sänger schläft in seinem Mausoleum zu Neapel im Frack, wie er einst vor den Menschen stand—, doch der Klang seiner Stimme lebt fort von Ewigkeit zu Am Himmel der Kunst strahlt leuchtend wie in verklungenen Zeiten das Licht des Sternes Carusos Wied Sstans Konigeeich! Das Sageneiland bietet kosen dar— Dänischer Prinz als Kronprätendent Geisire speisen Treibhauser ) Island steht vor einer bedeutungsvollen Entscheidung. In fünf Jahren muß das Inselvolk in einer großen Abstimmung seine Stimme über über die zukünftige Staatsform abgeben, die seit 1918 in einer Union mit Dänemark festgelegt war. 1941 endigen die Abmachungen dieser präkommende Wahl noch auseinandergingen und daß man zwischen einem Präsidenten oder einem Monarchen schwanke. Ebenso sei es aber auch möglich, daß der bisherige Zustand der Unior beibehalten werde. Wenn man aber zu einer Sönisswoy komwe,„. auf einen bänischen Prinwerden die nehmen, daß die Wahl auf desen Zisonmentgng it es hterigrt, daß Prinz Knud, der hurZiez, Sefhin Corg, und Ein Schlips reiteie drei Schisssbracige „Wir hatten schon mit dem Leben abgeschlossen“ ( Geradezu unwahrscheinlichem Glück haben es drei junge Engländer zu verdanken, daß sie buchstäblich in letzter Sekunde gerettet wurden, al sie in einer von Schiffen nur selten befahrenen Gegend der Nordsee Schiffbruch erlitten. Sie befanden sich mit ihrer kleinen Segeljacht „Mitska“ auf der Fahrt von Emden 0g mouth und hatten sich anfangs in der Ruhe der Küste gehalten. Als sie endlich den Aermelkanal überqueren wollten und ins offene Meer hinaussteuerten, gerieten sie in schweres Unwetter. Di hohen Wellen gingen über das Boot hinweg und füllten es sehr rasch mit Wasser an. Die drei vom Untergang Bedrohten bemühten sich verzweifel die Jacht leer zu schöpfen, aber verger konnten es nicht verhindern, daß immer neue Wassermassen über Bord kamen. Das Schifflein war sehr rasch manövrierunfähig. So konnte auch die rettende Küste nicht mehr erreicht werden. Eblieb also nichts übrig, als fremde Hilfe anzurufen. Wie aber sollte das in dieser verlassenen Meeresgegend geschehen, in der nur zu bestimmten Jahreszeiten holländische Fischer auf den Fang zu gehen pflegen. Und voch sbuten die Schiffbrüchigen, die, wie sie später erklärten, bereits ihr Leben aufgegeben hatten, von einem holländischen Dampfer gesichtet werden. Der Dampfer hatte nur durch Zufall gemacht und dadurch das verlassene Meeresgebiet berührt. Sein Kapitän war aufmerksam geworden, als er am Mast der kleinen Segeljacht einen bunten Schlips bemerkte, der augenscheinlich ein Notsignal bedeuten sollte. Als der Dampfer herankan, befand sich schon sovie! Fesggengang Segelhoot, daß es dicht von dem„.gtig.“. Mit Muh und Not konnten die Schiffbruchigen geborgen werden. Als man dann aber doch noch versuchen wollte, die„Mitska“ ins Schlepptat zu nehmen, war sie schon in den Fluten verschwunden. finden. Island hat sich in den letzten Jahren ganz bedeutend entwickelt, und diese Entwicklung ist nicht zum letzten der Tatsache zuzuschreiben, daß der Zusammenhang mit dem Festlande gesucht wurde. Die große historische Vergangenheit, an die sich mancherlei weltbekannte Sagen knüpfen, hat doch den tatsächlichen Bedürfnissen Konzessionen auf einer 500 stians, mit seiner Gattin, Prinze„#n Eurma, und seinem Töchterchen Elisabety den König durch Island begleiten. Blumenschmuck im Lande des Eises Die Bevölkerung von Island bringt dem Königsbesuch großes Interesse entgegen. König machen müssen. Verkehrswege wurden geschaffen Christians Autofahrt auf der neuen Bahn glich und heute kann man auf einer 500 Kilometer einem feierlichen Triumphzug. Die Bauernhäuser langen Autostraße guer üher die Insel fahren. Der waren alle mit Blumen gesch, uu un er 2 vorer: getiangie feen= immer gevirtrrug, den seltener Anblick in der Eisre,#, die siah, aut Export verlangte ferner immer gebieterischer Anschluß an andere europäische Länder, bis man schließlich zu der Ueberzeugung gelangte, daß bei der zukünftigen Gestaltung der Etaatsform eine möglichst repräsentative Form gewählt werden müsse. Dänischer Staatsbesuch waren alle mit Blumen geschmückt, ein ge seltener Anblick in der Eisregion, die sich nur des Sommers kurze Zeit des Blumensegens erfreuen kann. Es ist ein Zeichen dafür, daß man verschiedenen Kreisen im Prinzen Knud bereits den zukünftigen König sehen will. In Akureyri, der dunkelsten Stadt der Erde, hatte sich der Bürgermeister für bod dn doe Gatpiclung der Ounge mit einen herlichen Strauh Nogr gikzeälsen g. kannten natürlichen warmen Quellen Islands, gelösen konnte, hat man sich jetzt gegenseitig besser speist würden. kennengelernt und Sympathien aneinander getnder. In diesem Augenblick unternimmt König Christian seine Besuchsfahrt durch das Eiland, und man fragt sich, ob es sich dabei um eine Abschiedsvisite oder eine Orientierungsfahrt handelt. Ein Mitglied der isländischen Nationalpartei erklärt dazu, daß die Meinungen über die Lausbub auf der Löwensagd ( Einen ungewöhnlichen Fang machte eine ungarische Gendarmeriepatrouille an der jugoslawischen Grenze. Sie überraschte drei dreizehnund vierzehnjährige Jungen, die im Walde bei loderndem Lagerfeuer ausruhten. Die Burschen, die noch die Schulbank drückten, waren über ihre Festnahme sehr ungehalten und gaben an, daß sie die Absicht hatten, zuerst nach Kanada und von dort nach Afrika zu gelangen, um— Löwen zu jagen!! Da sie kein Geld hatten, wollten sie nach dem schwarzen Erdteil zu— Fuß marschieren, wozu sie nach ihrer Meinung zwei Monate gebraucht hätten. Die kleinen Weltreisenden hatten sich auf bisher noch ungeklärte Weise nicht weniger als sechs Revolver verschafft, die sie in Gürteln um den Leib trugen. Der Rulacfraise von Antsterdun. Eine der sonderbarsten Empörungen der europäischen Geschichte Erinnerung an einen bösen Montag Dus mieer und seins Liese Was ist mit„Lady hamilion?“— Ein Geisterwrack— Skelette indianischer Kudeln )( Gerade in den letzten Jahren sind die Versuche, dem Meere gesunkene Gold- und Silberschätze zu entreißen, vervielfacht worden. Dänen, Deutsche, Italiener, Engländer und Japaner waren in allen Weltmeeren unterwegs, um versunkene Schiffe mit ihrer kostbaren Fracht zu bergen.„„„—50s Diese Versuche sino teilweise von Erfolgen gekrönt gewesen, was insofern eigentlich nicht weiter wundernehmen kann, als die moderne Technik dem Taucher, der in die Tiefe des Meeres hinabsteigt, alle Mittel und Ausrüstungen mit auf den Weg gibt, die für das Gelingen unerläßlich scheinen. Trotzdem hat erst in diesen Tagen eine der ältesten und größten englischen Gesellschaften, die sich seit Jahrzehnten mit der Bergung von versunkenen Schätzen befaßt, einen Bericht herausgegeben, in dem nicht mehr und nicht weniger behauptet wird, als daß bis heute noch kaum der hunderttausendste Teil aller mit Schiffen gesunkenen Reichtümer geborgen werden konnte. Der Ozean ist also noch immer die größte Schatzkammer der Erde. Romantik und Wirklichkeit... „Wenn wir Menschen die Möglichkeit hätten, den Meeresgrund systematisch abzusuchen,“ so heißt es in diesem Bericht weiter,„so würden die aus der Meerestiefe erlösten Schätze und Reichtümer zweifellos genügen, um sämtliche Staatsschulden der Welt in barem Gold abzudecken.“ Aber das Gold auf dem Grunde des Meeres trotzt aller Kühnheit, allem Wagemut und aller Technik. Es entzieht sich dem Zugriff der Menschen. Dabei sind in jenem Bericht nur alle die Am letzten Julimontag des Jahres 1886, also vor fünfzig Jahren, brach in der holländischen Hauptstadt ein Aufruhr aus, dessen Gründe nichts anderes waren, als ein— verbotenes Geschicklichkeitsspiel für Erwachsene. 1 Vor fünfzig Jahren pflegten die Bürger von schlaben Amsterdam sich nach des Tages Müh und Last mi „ marden allerlei Spielen zu beschäftigen. Dazu gehörte auch Schifskatastrophen in, Betracht gezogen worven., das sogenante Aalgreifen, dem alt und jung mit deren Hergang und Schauplatz man auf Grund) Begeisterung huldigte. Man kam zu diesem Zwee von Ueberlebenden und Augenzeugen„Seztan aus den winkligen Gassen der Stadt an irgendeiner kennt. Alle die vielen romantischen Geschichten der zahlreichen Grachten zusammen. Dann wurde von untergegangenen Gold= und Silberfloten von einem User zum anderen ein, seilgerangt, wurden absichtlich außer acht gelassen. und in der Mitte des Seiles ein, möglicht., Zu den Schiffen, um deren gewaltige Schäße Nol beseihen, gerabhängenden Aal ein Kahn geman sich bis heute noch nicht bekümmert beggsg: lich von, dem sich der„Greifer“ befand, der nun hört der im Dezember 1904 gesuritgne Gold= versüchen muste, mit einer Hand den Aal zu, faldampfer„Lady Hamilton.. Auch von der„Mar= sen und herabzureißen. Das gelang in den seitenrow“, einem wenige Wochen später untergegan sten Fällen, weil die Hand an der schlüpfrigen Aalgenen Silberfracht=Schiff, ist nichts bekannt. Das haut abglitt, und der Greifer unter dem Jubel die im Jahre 1911 gesunkene Goldschiff„Merida“ hat man dagegen schon einmal zu bergen versucht. Bei dem Versuch kamen fünf Menschenleben um. Ein Bild des Grauens haut abglitt, und der Greifer unter dem Jubel de Zuschauer gewöhnlich das Gleichgewicht verlor und ins Wasser stürzte. Da bei diesem Spiel, das an sich ja harmlos war, verschiedentlich Unfälle men waren, hatte sich die Polizei veranlaßt gesehen, Vor bald 80 Johren, spasischen Gotbschiffeg Amsterdamer aber Jadurch durchaus Soucegx das Prac des Iv1u,,—., nicht abschrecken und pielten ihr Velgreisen, geite, San vernando“ zu haben. Es gelang den Jo. wohei die hoße Polizei ein uuge zuzudrücken panern auch, bis zu dem über und über ver- ntsegte schlammten Brack vorzudringen und in das In=]“ Kampf um die„Sonnabendbräcke: Sias is, chcie has Milai de Aaise egech ali de lcie Sesheschihe e sklaven, die der grausame, weiße Croberer auf sammengefunden. Grade stand das Aalgreifen au die Galeren verschleppt hatte. Das Bild war s9 dem Höhepunkt, als zwei junge und für umstererschütternd, daß zwei von den japanischen Tau= dam neue Polizeibeamte herankamen und, ihrer der Opeon, noch nanche Raisel und Gezeimuis nisen. Epzaunis sis Seilten Venr ei Tei ug in seinen Tiefen. durchschi Ein Schrei aus tausend Kehlen war Der gemütliche Amsterdamer von damals vertrug zwar viel. aber nicht, daß man ihm sein beliebtes Spiel nahm. Der Funke der Empörung gegen die Polizei als Hüter staatlicher Ordnung war in die Menge gefahren, und ein Augenblick wurde aus der Wut über das verbotene Spiel eine Revolte, die sich lawinenartig ausbreitete. Die beiden Veamten musicgt, Heie ez getei gäe ein Versteck. Die Menge stand johlend vor dem LaPolizisten wurden mit ohrenbetäubendem Geie empfangen. Und als der kommandicrende Offizier die Menge zum Auseinandergehen aufforderte, flog ein Steinhagel den Beamten entgegen. Vorläufig sich die Polizisten noch zurück, als aber von den Empörern das Straßenpflaster aufgerissen wurde, als einige der Aufsässigen sich auf Dächern postierten, um von dort aus Dachziegel und schwere Holzscheite auf die Hüter der öffentlichen Ordnung zu werfen, mußte mit scharfen Mitteln vorgegangen werden. Militär rückt an. Inzwischen war es offenbar geworden, daß der Aufruhr weiteste Kreise erfaßt hatte, gegen die man nur mit Einsatz weit größerer Mittel das Heft in der Hand behalten konnte. Die emporten Bürger mochten etwas Derartiges geahnt haben. denn sie errichteten Barrikaden und rissen das Straßenpflaster in immer größerem Umfange auf, um so die ihnen entgegengeschickte Macht zu behindern Die Behörden setzten nachmittags um 6 Uhr Truppen ein, um das Viertel zu säubern. Nehen Infanterie, Marineabteilungen und sogar leichte Artillerie waren an der Säuberungsaktion Sturmabteilungen der Polizei beteiligt. Erst nach zwei Tagen war die Aktion gegen die heftigen Widerstand leistende Bevölkerung beendet Dreißig Tote und mehrere hundert Verletzte waren die Opfer. In der Chronik der Stadt Amsterdam wird der letzte Julimontag des Jahres 1886 als ein schwarzer Tag geführt, an dem ein Kampf um nichts so viele blutige Opfer forderte. Wies. SAATDOR Bür Komrict doch nicht alles so schwer, 19 „Nehmen Sie Kind.“ Roland sah Friede herzlich an. „Glauben Sie, daß wir Rolands eine Landsmännin, die sich in so schwieriger Lage befindet, im Stich lassen? Das Geld, Sie nach Deutschland zurückzuschicken und Ihnen dort weiterzuhelfen, ist vorhanden. Sie brauchen sich wirklich nicht den Kopf darüber zu zerbrechen, mein Kind.“ Friedes schmalgewordenes Gesicht wurde dunkelrot. Sie hatte einen Augenblick mit ihrem leidigen Stolz zu kämpfen, mit demselben Stolz, der so oft gegen Wulff Legien aufbegehrt hatte und auch gegen den Gedanken, arm zu sein. Aber es war jetzt nur wie ein letztes leises Aufflackern. Sie sah, überall kam man mit seinem Stolz nicht durch. Man mußte auch nehmen können und dankbar sein. „Darf ich Ihnen einen Vorschlag machen, Herr Roland“, bat sie tapfer. Er nickte: „Unter der Bedingung, daß Sie sich mit baldiger Abreise einverstanden erklären. Fort müssen Sie, je eher, ie besser. Der Boden hier wird auch schon reichlich brenzlich für Sie. Wenn die Peons aus der„Santa Maria“ Ihre geheimnisvolle Anwesenheit und Flucht von der Finca in der Stadt melden, müssen Sie sich auf Schlimmstes gefaßt machen.“ Friede atmete tief auf. „Ich danke Ihnen, daß Sie so viel für mich tun wollen und so ohne weiteres an mich glauben, Herr Roland“, sagte sie warm.„Doch wer bürgt Ihnen eigentlich dafür, daß ich wirklich den Mord nicht begangen habe?“ Eva Roland stand auf und gab Friede einen herzhaften Kuß. „Wenn Sie mit diesen Torheiten nicht aufhören, Kind, werde ich wirklich ärgerlich. Trauen Sie uns so wenig Menschenkenntnis zu? Man braucht Ihnen ja nur in die Augen zu sehen, dann weiß man, was Sie für ein anständiger Kerl sind.“ „Jawohl“, bestätigte Roland,„und darum wollen wir uns mit solchen Torheiten gar nicht mehr aufhalten. Dazu haben wir nämlich keine Zeit, Fräulein von Stetten. Können wir heute nacht über die Grenze gehen? Es ist alles vorbereitet — auch finanziell. Ja oder nein?“ „Unter der Bedingung, daß ich versuchen darf, meine finanzielle Schuld schon im voraus etwas zu tilgen, Herr Roland. Seien Sie nicht böse, aber ich bin ein komisches Menschenkind. Alles kann ich ertragen, nur nicht das Bewußtsein, daß ich andern Menschen etwas schulde. Und darum — sollen Sie mir Fanfare abkaufen. Mitnehmen kann ich sie nicht; und ich möchte sie bei niemand lieber wissen, als bei Ihnen.“ Roland streckte Friede die Hand entgegen. „Meine Frau hat recht, Fräulein von Stetten, Sie sind wirklich ein ganzer Kerl. Ihr Angebot jetzt bestätigt es mir. Aber Sie können nicht von mir verlangen, daß ich weniger anständig handele als Sie. Ich will Ihnen das Tier beleihen. Ich weiß allzu gut, wie ein Reiter an seinem Gaul hängt. Und den Spatz behalte ich gleichSeitieg, hier, wenn er vill. Dann können Sie sich len. Einverstandenggen esen, sobald Sie Friede schüttelte den Kopf. „Herr Roland, es ist nicht, weil ich Ihr hochherziges Angebot nicht annehmen möchte. Was gegeben wird, kann man wohl nehmen. ehege bebrück zu sihlen: duen alo nicht 22““ Fräulein von Stetten, warum „Weil ich mein Leben, wenn ich daheim bin, auf eine ganz andere Basis stellen muß. Ich darf ds Unzewisse, das doch in dem Turnierleben „# nicht weiterführen. Ich muß sehen, durch geiue regelmäßige Arbeit festen Boden unter den siußer az haben. Fanfare würde mir dabei nur nserich sein. Ich würde ewig zwischen meiner auen schaft und dem Brotverdienst hin und inken. Nein, der Schnitt muß gemacht wenn sch Fantare E wind leichter werden, Junge, der Spag,) ehr habe. Und der brave andere Auffiegsmög e 3hnen auch vier gust ehaunfe.) Heres, als daheim. Ist er doch hier auf evenso beurschem Boden, als er es in Wurlitzerode war.“ u1.ut, Fräulein von Stetten, machen wir's so. den Anischein of. Iuteressere ihn zett 2ab sich den unschein, als interessiere ihn jegr nur die Felofraß: Eva Roland aber wußte, was in die aeskigne vorging. Er wollte Friede durch und Zamnistsmäßige Verhandlung von sich selbst . Kummer um Fanfare und Spatz ablen. lein von Ttesteni Prauschläge, ach kenne.u g Sie mir Ihre Vornatirlich wichen Stammdaum des Pferdes ment.9 nicht genau; danach richtet sich ja der nahm sich zusammen. Es war doch Eanszer, als sie im ersten Impuls gedacht, über aber as Verkaut,setzt ganz kühl zu verhandeln, aver es mußte sein. .„Der Stammbaum ist erstklassig, Herr Roland. Fanfare stammt von Festa aus der Wassernixe. Reines Warmblut. Also ganz erstklassig.“ Fritz Roland schien angestrengt nachzudenken. Er iag ein Papier aus der Tasche und gab sich den Anschein, als rechne er eifrig. Roman von Marliese Kölling Copyright by Horn-Verlag— Berlin W 33 „Sagen wir 4000 Dollar, Fräulein von Stetten.“ Er nahm ihre Hand und schüttelte sie.„Der Verkauf ist also perfekt,“ meinte er. Friede hatte gar keine Zeit, irgend etwas zu sagen. Sie konnte auch im Augenblick gar nicht darüber nachdenken, ob das Tier überbezahlt war. Sie wollte diesen Punkt auch nicht mehr berühren. Sie sah Rolands Freude, ihr helfen zu können. Kaum lag die Bitternis dieser Stunde hinter Friede, als sie sich mutig an das nächste machte. Sie mußte mit Spatz sprechen. Gott sei dank, er nahm alles viel leichter, als sie es zunächst geglaubt, denn Roland hatte ihr versprochen, Spatz jede Aufstiegsmöglichkeit zu gewähren. „Er kann es bis zu meinem Vertreter bringen, wenn er wirklich so anständig, ehrlich und anstellig ist, wie Sie ihn schildern. Wir Deutschen hier im Auslande sind immer froh, wenn wir uns den geeigneten landsmännischen Nachwuchs heranziehen können. Leider haben wir jetzt nur i geeigneten landsmännischen Nachwuchs heranziehen können. Leider haben wir jetzt nur selten Gelegenheit dazu.“ Auch Spatz war derselben Ansicht. „Ich bleibe gern hier, gnädiges Fräulein.“ Alles Jungenhafte war von ihm abgefallen. Sogar hochdeutsch sprach er.„Fanfare werde ich hüten wie meinen Augapfel, und jeden Monat schicke ich Ihnen das, was ich verdiene, herüber. Ich habe alles frei, und Sie werden die mexikanischen Dollars gebrauchen können.“ Friede vermochte nichts zu sagen. Sie vermochte nicht einmal Spatzens Vorschlag zu widersprechen. Treu wie Gold war dieser Junge; mochte er in dem Glauben bleiven, daß sie von seinem Ersparten mitleben würde. Sie zog den Jungen an sich und strich ihm über das Haar: die Heimat nicht, Spatz, und mach mir Ehre. Wirst du das tun, Spatz?“ Da brach sein alter Humor wieder durch: „Und ob! Dem Herrn Roland werde ich's hofchen Siar“ machen, und Fanfare— da brau###ie reine Angst zu haben. Und„Spatz unter Indianern“, gnädiges Fräulein. Die Jungens in der Reitbahn, die werden ja Augen machen. Und was ich noch sagen wollte: darf ich Sie in meinem ersten Urlaub besuchen kommen?“ immer“, sagte Friede erstickt. „Stets sollst du mich aufsuchen; wir zwei vermenhalten am.Ds Stimme brach ihr. Sie schlug die Hände vor oie Augen und als sie sie wieder sinken ließ, hatte Spatz auf Zehenspitzen bereits den Raum verlassen. Zwei Tage darauf war Friede von Steiestareutis in Sicherheit. Als Kranken#####er verkleidet, begleiteten sie Fritz und Eva Roland nach dem Hafen von Veracruz. Ahnungslos, daß im Hause des deutschen Konsuls ihr Vetter Wulff mit einem schweren Malariaanfall rang, ging sie noch in der Nacht wieder an Bord der„Orinoco“, die seit einer Stunde abfahrbereit im Hafen lag. Eine kurze Aussprache zwischen dem Kapitän und Fritz Roland fand statt, ehe das Schiff die Anker lichtete. Und erst als, Ia Coruna wieder verlassen wurde, tauchte Oberdec augett zum ersten Male auf den Peter Ott arbeitete im Bourtanger Moor. Zwar oft kam die Sehnsucht hoch nach den vergangenen Monaten auf dem Hoherodtskopf. Nach dem alten gütigen Manne, der dort oben auf dem Friedhofe lag. Nach Telse Tosten, der einzigen verbindung zu Friede. Aber er biß die Zähne zusammen, es war keine Zeit, zu träumen und sich zu sehnen. Die Heimat erforderte alle Kräfte eines„Mannes, nicht nur der Fäuste und des Sele, griede, au9 der ganzen hingebenden mußte aus seinen Gedanken ausgelöscht sein. Und er redete sich sogar ein, es wäre ihm gelungen, die Liebe zu Friede in sich abzutöten, bis plötzlich durch die Zeitungen auch zu ihm die Nachricht von den Ereignissen in Mexiko kam, von dem Verdacht, der auf Friede lag, von ihrem rätselhaften Verschwinden. Da war es mit Peter Otts mühsam aufgerichteter Beherrschung, vorbei. Es war ihm, als hätte ihm jemand das Herz mit einer eisigen Faust zusammengekrampft. Er konnte es nicht durchdenken, tens wasse., Fichlie r und ale er es durchden##r Gottg lühlle er, er würde daran kaputtgehen, daß er nun hier saß, abgetrennt von Friede, unfähig, auch nur einen Finger zu ihrer Rettung zu rühren. Friede eine Mörderin? Sie konnte ja keiner Fliege etwas zuleide tun und soll einen Menschen umgebracht haben? Das war ja Wahnsinn, toller Wahnsinn! Und er saß hie. allein. Nur der Gedanke an Wulff ließ ihn wieder freier atmen. Wulff war ja längst in Mexiko. Er würde sicher alles tun, um Friede Helfer als Wulff konnte Friede nicht finden. Und wenn Friede erst in Sicherheit war, dann würde sie vielleicht endlich sie an Wulff hatte. Würde vielleicht zu Wulff finden. Dieser Gedanke tat zwar verdammt weh, gab aber dennoch den Schein von Ruhe. Man mußte Wulff gönnen, was man selber niemals besitzen konnte. Aber Telse mußte ein Wort bekommen. In melcher Verzweiflung würde sie sein. Er schrieb ihr ein paar herzliche Zeilen. Dem Brief legte Frallgs bel, was er sich über das„merkansche schaften, wie die Zeitungen es nannten, verschaffen konnte. Er bat Telse, den Kopf oben sich durch nichts beirren zu lassen und den Glauben an Friede nicht zu verlieren. Ueber die Verhältnisse auf dem Hoherodtskopf sprach er diesmal nicht. Sah er sich doch im Augenblick außerstande, den Meerburgern in irgendeiner Form zu helfen. Erst wenn Wulff wieder im Lande war konnte er wahrscheinlich das große Projekt in Angriff nehmen, das ihnen urbeit und Brot bringen sollte. „Alles, was wir tun können, liebe Telse, schrieb er,„besteht darin, daß wir Friede nach wie vor schuldlos sehen, wie sie es war und ist. Wenn sie wieder in Deutschland ist, mußt du ganz zart und sanft mit ihr umgehen, damit sie das schwere Leid vergißt. Du und Wulff, ihr habt die Aufgabe, sie wieder aufzurichten. Was du über die Vorgänge auf dem Vogelsberge berichtest, klingt wirklich erschütternd. Aber die Bauern, die so lange Schwerstes erduldeten, müssen und werden sich noch ein wenig gedulden. Erst wenn Wulff wieder daheim ist, wird man ihnen helfen schneller und gründlicher, als wenn wir jetzt durch schwierige Petitionen etwas zu erreichen versuchen. Sage das bitte dem Großkopf, vielleicht gelingt ihm das schwere Werk.“ Erst als er diesen Briefe selbst auf die Bahn gebracht hatte, damit er mit dem Nachtzug noch mitgehen konnte, ward ihm etwas wohler zumute. Am Rande des Moores wanderte er unter dem flimmernden Sternenhimmel seinem Heime zu. Wie würde sich alles lösen? Ueberall war Verwirrung. Auf dem Hoherodtskopf, um Friede, in der ganzen Welt. Wann würden die Menschen einsehen, daß es nur eine Rettung für sie gab: miteinander anzupacken, statt gegeneinander zu kämpfen? " 20. Kapitel Fritz und Eva Roland waren von Veracruz aus nicht sofort nach Hause zurückgekehrt. Sobald sie Friede sicher an Bord der„Orinoco" wußten, hatten sie es sich für einige Zeit in Veracruz behaglich gemacht. Sie waren seit Jahren nicht mehr zusammen verreist. Höchstens hatte Roland geschäftliche Fahrten unternommen. Er hatte die Hazienda auch nicht einen Tag ohne Ena hatte sihre Sehuf lesen wollen. Und Frau Eoa halle ihre Seynsucht, wieder einmal für ein paar Tage„Großstadtluft“ zu atmen, tapfer unterdrückt. Sie war stolz darauf, daß ihr Mann nur ruhig war, wenn sie an seiner Stelle die Augen überall hatte. Nun aber Käsbier zurückgerehrt war, durfte man sich unbesorgt ein paar Wochen an dem Großstadtleben in Veracruz erfreuen. Käsbier verstand sein Handwerk und hatte lachend gesagt: „Gehen Sie nur, Herr Roland, und nehmen die die Frau mit. Ich werde Ihnen hier alles schenpos t halten. Sie wissen ja, auf mich a. sune Conchitgs, hatte Frau Roland besorgt gefragt.„Wir können sie hier doch unmöglich allein zurücklassen. Wer soll denn auf sie aufpasenz. au Da hatte Conchita, die genau wußte, wie dem Vater an der Erholungsreise mit der Mutter lag, sich geradezu empört gestellt: „Bin ich denn noch ein Baby, Mutti, daß ich ein Kindermädchen brauche? Ich denke, du hast soviel Vertrauen zu mir daß ich einmal ein paar Wochen ohne dich sein kann. Außerdem ist doch Käsbier da, Käsbier, mein guter, alter Freund.“ Da gab sich Frau Roland geschlagen, um so mehr, als der Vater, wie immer, der Tochter recht gab. Nun war Conchita schon seit drei Tagen ebenso der„Obhut“ Käsbiers anvertraut, wie das ganze riesige Anwesen, und half tüchtig, soweit es sich um die Landwirtschaft handelte. „Brauchst du mich noch, Käsbier?“ fragte sie eines Spätnachmittags, als die glühende Tropenhitze langsam abzuflauen begann.„Ich möchte ein wenig hinausreiten.“ wüßte nicht, was du. im Augenblick zu tun haben solltest. Was ich uorigens noch sagen wollte: der Bengel, der Spatz, sich ausgezeichnet. Heute schicke ich ihn mit len binaus. Vorwerk zu den anderen GäuDa kommt das Pferd auf die Weide, und der Junge kann etwas von mexikanischer Zucht lernen. Mindestens drei Wochen lang soll er draußen bleiben.:. 4an8 „Na, da werde ich mal bei Gelegenheit hinausreiten, meigte Conchita und lief zu den Stälten, wo sie Spatz zu finden wußte. Beide nahmen herzlich Abschied voneinander. Die große Begeisterung Conchitas für Fanfare hatte sein Herz gevonnen. „Bestimmt komme ich hinausgeritten, Jung,“ sprach sie.„Das Vorwerk Chapigno liegt ja nur vier gute, Reitstunden von hier.“ „Fein!“ Spatz strahtle. Conchita war ja nun nicht gerade sein angebetetes gnädiges Fräulein, aber gut sein durfte man ihr auch. „Lonchita war schnell in ihren Reitanzug geschlupft. Eine weiße Leinenhose, ein dazu passendes blütenweißes Hemd, hohe Cowboystiefel, nach Indianersitte an den Seiten ausgefranst und aus ganz weichem Leder hergestellt. Ein breitrandiger Panamahut, ein leuchtend buntes Tuch um den Hals. So, nun war sie fertig. Sie griff nach der winzigen Reitgerte, von der sie sich kaum besinnen konnte, sie je gebraucht zu haben. Almadea, ihre kleine eremfarbene Mustangstute, gehorchte dem leisesten Schenkeldruck und machte ihr die Handhabung der Zügel zum Kinderspiel. Sie wollte gerade zum Tor der Hazienda hinausreiten, als ein schweres Reiseauto herankam, ein prachtvoller Wagen. Sie parierte ihr Pferd, vor dem ungewohnten Geräusch des Motors scheute. Der Mann am Steuer, blond und braun, sah erstaunt und so ehrlich entzückt aus, als er Conchita sah, daß sie etwas verlegen lächelte. Schon sprach er sie in deutscher Sprache an:„Habe ich die Ehre mit Fräulein Roland?“ Leuchtend blaue Männeraugen sahen sie forschend und bewundernd an. Der Fremde hatte, wohl der Hitze wegen, die Autokappe abgenommen. Wie ein Goldhelm umgab das blonde Haar gebräuntes, etwas kantiges Jungmännergesicht. Der Mund war klar und rein geschnitten. Die hohe Stirn, das Kinn paßten zu diesem energischen und offenen, schönen Gesicht. Ein Mann wie aus dem Märchenbuch, mußte Conchita plötzlich denken. Der Fremde ließ den Blick nicht von ihr. Das verwirrte sie so, daß sie sich erst langsam zu einer Antwort zu zwingen vermochte. „Ich bin Conchita Roland“ sagte sie endlich. „Sie vollen doch sicherlich Vater sprechen, nicht „Das— das auch.“ Wulff konnte sich nicht trennen von diesem süßen, weichen, reinen Antlitz, Herrgott, er mußte sich doch endlich vorstellen. Er sprang aus dem Auto, verneigte sich: „Gestatten, gnädiges Fräulein— ich bin Wulff von Legien. Und was die Unterhaltung mit Ihrem Herrn Vater anbelangt, gewiß— ich wollte— doch das hat natürlich Zeit.“ Almadea gab deutlich Zeichen von Ungeduld. „Sie wollten ausreiten, gnädiges Fräulein. Zielleicht gar eine Verabredung. Ich will nicht stören. Wenn Sie mich zu Ihrem Herrn Vater bringen wollen, ich——“ „Steh, Almadea.“ Ein leiser Gertenhieb, der erste seit undenklichen Zeiten, traf die Hinterhand der kleinen Stute. Dann schwang sich Conchita aus dem Sattel. Sie war größer als das gewöhnliche Mittelmaß, trotzdem wirkte sie neben dem hochgewachsenen Wulff wie ein Püppchen. Während sie zu ihm aufsah, überlegte sie unentwegt, woher sie den Namen Wulff von Legien kannte. Wer nur hatte ihr schon von ihm gesprochen?" Jetzt plötzlich wußte sie es. Peter Ott hatte viel von seinem besten Freunde gesprochen. Peter Ott. Er war kleiner als dieser blonde Riese. Auch dies leuchtende Blond hatte er nicht. Wie kam sie nur darauf, die beiden zu vergleichen? Schuldbewußt zuckte Conchita zusammen. Jetzt erst dachte sie daran, daß sie Herrn von Legien unentwegt angestarrt hatte. Was würde er nur von ihrer Erziehung denken. Sie mußte doch Mutti und Vati Ehre machen. „Gestatten Sie, Herr von Legien,“ sie sagte es jetzt als ganz tadellos junge Dame,„daß ich im Sumen meiner Eltern Sie bitte, unsere Gastfreundschaft anzunehmen?" Wulff von Legien strahlte über das ganze Gesicht 2 ege „Von Herzen gern, mein gnädiges Fräulein.“ Es kam so begeistert, daß Conchita wieder rot wurde. Aber Sie nahm sich zusammen. So töricht und verlegen wie vorhin wollte sie nicht zum zweiten Male erscheinen. Sie spitzte die Lippen und pfiff. Gleich darauf kam ein Indianerknabe in sauberer Leinenjacke auf sie zugestürzt und sah sie fragend an. „Peter, Almadea in den Korral. Abzureiben brauchst du sie nicht, ich bin nicht weit gekommen.“ Da lächelte Wulff Legien wieder so eigentümlich, und um nicht mitlächeln zu müssen, sprach Conchita hastig weiter. „Dann sagst du Käsbier, daß er das Auto versorgen soll und schickst einen Imbiß auf den Pativ. Verstanden?“ „Na, jewiß doch, Senorita!“ Der kleine Indianer grinste über das ganze gelbbraune Gesicht, denn er hatte bei Spatz ein bißchen Deutsch gelernt und war nun stets eifrig bemüht, seine Kenntnisse richtig anzubringen. Wulff sah fassungslos auf den kleinen Indianerjungen. Das war ja eine komische Welt, ein Indianer, der ein echtes, unverfälschtes Berlinisch sprach? Es sah aus, als sollte es hier noch mehr Ueberraschungen geben. Ueberraschungen und Wunder. Dieses schöne blonde Mädchen mit den kindlichen warmen Augen, es war ja auch wie ein Wunder. Noch tausendmal schöner als auf Peters Bild. Zum ersten Mal seit seiner um Friede war etwas wie ein Glücksgefühl in ihm. Er betrat neben Conchita die Hazienda. „Selbstverständlich bleiben Sie als Gast über Nacht, Herr von Legien“, meinte Conchita,„denn Sie können in der Hitze unmöglich weiterfahren. Wenn Ste hinaufgehen wollen, erster Stock rechts ist das Fremdenzimmer.“ In einer gewissen Scheu vermied sie es, ihn dort hinaufzubegleiten. Wulff von Legien war über diese Einladung erstaunt. Das schien ein sehr selbständiges kleines Fräulein zu sein, diese kleine Conchitra Roland. Aber er war zugleich beglückt. Die konoentionellen Gesetze Deutschlands konnten hier in diesem ganz anderen Lande nicht unbedingt, gelten. Außerdem beruhigte er sich bei dem Gedanken, daß er ja Herrn Roland abwarten mußte von dessen längerer Abwesenheit er keine Ahnung hatte.(Fortsetzung folgt) Und wieder olympischer Kampf unter den Augen des Führers Geibwits wetse eis12 25 Große Erjolge der Amerikaner am Dienstag Sie holten Goldmedaillen im Weitsprung, 800-Meter=Lauf, 400-Meter=hürdenlauf und 100-Meter-Lauf der Frauen— Silberne Medaille für Deutschland im Weitsprung, bronzene im 100-Meter=Lauf und Diskuswerfen der Frauen— Die Fußball=Sensation des Tages: Japan schlägt Schweden— Deutschland überfährt Luxemburg mit:0— Obli. Handrick führt im Modernen Fünfkampf— Neckermann im 200-Meter-Lauf in der Vorentscheidung Der dritte Tag Es scheint, als hätten die prächtigen Leistungen der Leichtathleten in den beiden ersten Tagen den Himmel versöhnt, denn am Dienstagmorgen liegt herrlichster Sonnenschein über dem Olympischen Stadion, dessen Ränge schon wieder gur besetzt sind. allerdings herrscht ziemlicher Wind aus Südwest. Auf dem Programm des Dienstags stehen die Ausscheidungen im Weitsprung der Männer, dem Diskuswerfen der Frauen und die acht Vorläuse über 200 Meter. Bei der hervorragenden Besetzung aller Leichtathletikwettbewerbe sind auch bei den Vorkämpfen wieder ausgezeichnete Leistungen zu erwarten, wie man sie selbst bei den größten internationalen Festen nicht zu sehen bekommt. Die Kampfrichter in hellgrauen Leinenanzügen, die Oberleitung mit dunkelroten Röcken und die Svorthelfer, sie alle sind schon eifrig bei der Arbeit, die Marken für die olympischen und Weltrekorde beim Weitsprung und Diskuswerfen durch Fähnchen mit olvmvischen Ringen oder Weltkugeln abzustecken. Acht Vorläufe über 200 Meter Alle drei Deutschen durch Am Vormittag wurden zunächst die acht Vorläufe der Männer über 200 Meter ausgetragen. Die drei Olympia-Kampfplan für Mittwoch, 5. August (4. Tag) Leichtathletik: 10.30: Stabhochsprung. Qualisikation(.80 m) Diskuswerfen, Qualifikation(44 Meter). 13.30: 50=Kilometer=Gehen, Start 15.00: 200 Meter, zwei Vorentscheidungsläufe, Diskuswersen, Vorkampf u. Entscheidung 15.30: 80 Meter Hürden(Frauen), vier Vorläuse 16.00: Stabhochsprung, Entscheidung 16.30: 110 Meter Hürden, sechs Vorläufe 17.00: 1500 Meter. vier Vorläufe 17.30: 80 Meter Hürden(Frauen), zwei Zwischenläufe 18.00: 200 Meter, Entscheidung 18.10: 50=Kilometer=Gehen, Ankunft, Entscheidung (Vorführung chinesisches Voxen) Siegerzeremonien Fußball(Vorrunde): 17.30: Polen— Ungarn(Post=Stadion) 17.30: Aegypten— Oesterreich(Mommsen= Stadion) Hockey: 16.30: Javan— USA(Gruppe A) 18.00: Indien— Ungarn(Gruppe A) Moderner Fünfkampf: .00: Schwimmen(300 Meter Brust) Fechten: .00: Florett=Einzelfechten, 1. Vorrunde 15.00: Florett=Einzelfechten, 2. Vorrunde 17.00: Frauen, Florett=Einzelfechten, Entscheidg. 20.00: Florett=Einzelfechten, Zwischenrunde Polo: 14.00: Mexiko— Argentinien Segeln: 10.30: Beginn der Wettfahrten Gewichtheben: 20.00: Mittelgewicht, Entscheidung Schwergewicht, Entscheidung Deutschen Neckermann, Steinmetz und Schein waren jeweils unter den ersten drei, die in den Zwischenlauf kommen. Den dritten Vorlauf, in dem Neckermann mit 21.8 Dritter wurde, gewann Jesse Owens auf der Außenbahn spielend in 21,1 Sek. in neuer olymvischer Rekordzeit. Diese Zeit ist eine Zehntelsekunde besser, als sie sein schwarzer Landsmann Tolan 1932 in Los Angeles schaffte. 1. Vorlauf: van Beveren(Holland) 21.4; 2. Beswick(Argentinien) 22.1: 3. Taniguchi(Japan) 22.2 Sekunden. 2. Vorlauf: 1. Osendarv(Holland) 21.7; 2. Schein(Deutschland) 22.0: 3. Pennington(England) 22.1 Sekunden. 3. Vorlauf: 1. Jesse Owens(USA) 21,1(neue olympische Bestleistung): 2. Orr(Kanada) 21.6; 3. Neckermann(Deutschland) 21.8 Sekunden. 4. Vorlauf: 1. Humber(Kanada) 22.1: 2. Gyenes(Ungarn) 22.1: 3. Rinner(Oesterreich) 22.4 Sekunden. 5. Vorlauf: 1. Hänni(Schweiz) 21.9; 2. Frangoudis(Griechenland) 22.1: 3. Sir(Ungarn) 22.2 Sekunden. 6. Vorlauf: 1. Theunissen(Südafrika) 21.7; 2. Me Phee(Kanada) 21.8; 3. Strandvall(Finnland) 22.6 Sekunden. 7. Vorlauf: 1. Packard(USA) 21.2; 2. Grimbeek(Südafrika) 21.3; 3. Steinmetz(Deutschland) 21.9 Sekunden. Sonnenschein über dem Stadion Es ist herrlich im Reichssportfeld. Man kann sich nicht trennen. Tag für Tag bezaubert das einzigartige Bild, wenn am Nachmittag die Sonne durchbricht und der graue Steinbau des in seiner Gesamtanlage ebenso zweckmäßigen wie schönen OlympiaStadions in einen hellen Schein getaucht wird. Kräftig weht der Wind aus Südwest. Die Fahnen flattern sein säuberlich ausgerichtet. Im Innenraum ist ein geschäftiges Hin und Her. Die Vorbereitungen für die Wettkämpfe des Nachmittags sind nahezu beendet. Die Schutzplanen. die während einer kurzen Regenschauer über die Sprunggruben und die letzten Einlaufmeter der Bahnen an der Geraden gedeckt sind, werden wieder entfernt. Auf der Plattform der Anzeigentafel stehen vaarweise sechs Matrosen bereit, um die olympischen Symbole für die bevorstehende Siegerzeremonie zu hissen. Im Ausschnitt der Eckpfeiler des Marathontores fällt der Blick auf das Maifeld, wo sich Deutschland und Ungarn einen rassigen Polokampf liefern. Die gewaltige Steintribüne am Glockenturm ist überraschend stark von Zuschauern gefüllt. Die hier aufgestellten adlergekrönten Banner vollführen in dem kräftigen Wind ein lustiges Spiel. In der letzten halben Stunde ist das Stadion wieder wie von unsichtbarer Hand gefüllt. Das Dutzend Hürdenläufer kommt unter dem Marathontor herein zusammen mit den in schmuckes Leinen gekleideten Kampfrichtern das Präsidium des Internationalen Leichtathletik=Verbandes mit dem Schweden Bo Eklund an der Spitze. In roter Jacke und blendend weißer Hose schreiten sie über den Rasen. 8. Vorlauf: 1. Robinson(USA) 21.6: 2. Tammisto(Finnland) 22.2; 3. Hofmeister(Argentinien) 22.3 Sekunden. Ausscheidung im Weitsprung Alle drei Deutschen im Vorkampf 60000 Zuschauer waren es gut und gerne. denen es neben den mitreißenden Vorrennen über 200 Meter auch die Ausscheidung im Weitsprung angetan hatte. Drei deutsche Springer nahmen mit großen Hoffnungen den Kampf auf und alle drei setzten sich durch..15 Meter mußten schon in der Ausscheidung gesprungen werden— sollten die Hoffnungen nicht dahin sein. Von den 44 Bewerbern konnten sich nur 16 für die weitere Entscheidung durchsetzen— Long. Leichum und Bäumle waren darunter! Unsere große Hoffnung Long trat beim ersten Durchgang über— die rote Fahne des Richters zeigte die Ungültigkeit an. Aber schon mit dem zweiten Sprung schaffte es der Deutsche, obwohl er beim Aufsprung noch zurückfiel. Noch etwas mitgenommen vom 200=Meter=Rennen kam Owens im Trainingsanzug. Ein kraftvoller Anlauf des amerikanischen Negers— der Sprung kam aber nicht! Owens lief durch. Vollkommen gesammelt sorang er dann aber nach spritzigem Anlauf im zweiten Sprung gans leicht.50 Meter. Halbschwergewichtsklasse ermittelten ersten Preisträger Hostin(Frankreich), Deutsch(Deutschland) und Wasif Ibrahim(Aegypten) erscheinen. Die französische Nationalhymne klingt auf, während die Trikolore am Siegesmast hochgeht, und vom Augenblick hingerissen singt ein kleiner französischer Block das Nationallied. Die auf dem Podest stehenden Athleten mit dem Siegesreis um der Stirn erheben den Arm zum Olymvischen Grus... Zwischenläufe über 400 Meter hürden Nottbrock und Kürten ausgeschieden Vorbei ist die feierliche Weihe. Unten ruft nun wieder der ernste Kampf. Gesammelt stehen die Läufer für den ersten Lauf über die schweren 400 Meter Hürden am Start. Zwei Deutsche sind noch in den Zwischenläufen. Kürten startet im ersten. Er bringt schon einen Vorgeschmack von den bevorstehenden packenden Kämpfen. Kürten auf der Innenbahn läuft bis 300 Meter glänzend. In der Zielkurve kommt er aber an der drittletzten Hürde ins Straucheln und aus dem Tritt. Auf der Außenbahn läuft Glenn Hardin, Amerikas Weltrekordmann, souverän und siegt in 53.2 vor dem überraschenden Philippinen White(53.4) und dem sich ins Ziel werfenden und stürzenden Griechen Mantikas. Noch härter umkämpft ist der zweite Lauf. Noch hoffen wir auf Nottbrock. Aber schon bei 200 Meter ist der Kölner, unsere zweite Waffe, hoffnungslos geschlagen. Auf der zweiten Bahn kommt er, wie schon zuvor Kürten, als letzter Mann durch das Ziel. Eine kleine Sensation ist auch das Ausscheiden des schnellen Ungarn Kovacs, der nur den vierten Rang besetzt. Patterson aus den Staaten siegt klar in 52.8; 2. Loaring(Kanada) 53.1; 3. Magalhaes (Brasilien) 53.3 Sekunden. Der Führer ist da! Unbemerkt fast ist während der letzten Vorbereitungen für den zweiten Zwischenlauf wieder der Führer angekommen. Die Standarte geht an der Regierungsloge hoch und mit großem Interesse wendet der Führer seine Aufmerksamkeit den Vorgängen auf der Kampfbahn zu. Zwischenläufe über 200 Meter nar noch leckermnann. Owens wieder 21.1— Schein und Steinmetz ausgeschieden Es folgen die vier Zwischenläufe über 200 Meter. Schein. Steinmetz und Neckermann, die drei Deutschen sind noch dabei. Aber wir täuschen uns nicht: sie werden es nicht alle schaffen! Das Klassefeld der Mitbewerber ist zu stark... Schein ausgeschieden... Im ersten Zwischenlauf hat der Hamburger Schein die Innenbahn. Er kommt noch in guter Position in die Zielkurve, kann aber nicht mit dem vor ihm liegenden Amerikaner Packard mithalten. der nun in einen prachtvollen Kampf mit dem kraftvollen Kanadier Orr verwickelt wird. Das Rennen zwischen den beiden ist mitreißend. Schließlich siegt der Mann mit dem Ahornblatt. 1. Orr(Kanada) 21.2: 2. Packard(Amerika) 21.3: 3. Hänni(Schweis) 213 Den zweiten Zwischenlauf holt sich der Holländer van Beveren sicher mit einem Meter Vorsprung in 21,7 vor dem Südafrikaner Theunissen (21.9) und dem Kanadier Humber(22.). Und auch Steinmetz... Wieder steht ein Deutscher am Start eines 200Meter=Zwischenlaufes. Es ist der schnelle Steinmetz. Aber da ist noch ein Jesse Owens neben ihm, ein Me Phee und andere Klassesprinter. Es wird wohl nichts werden. Rasch sind die letzten Hoffnungen dahin. Mit Jesse Owens ist ja sowieso der Sieger gegeben. Und der Neger beweist auch über 200 ter seine Klasse. Wie ein Pfeil schießt er dahin— vier Meter vor den anderen ist er in 21.1 durch das Ziel. Unser Steinmetz wird guter Vierter, doch muß er wegen Ueberschreitens seiner Bahn distanziert werden. 2. Me Phee(Kanada) 21.8; 3. Grimbeek (Südafrika) 21.9. Robinson— Osendarv— Neckermann Nur noch Neckermann ist von unseren Sprintern im Wettbewerb. Ruhig und gesammelt steht er im vierten Zwischenlauf am Start. Er will es zwingen. Wie ein Blitz ist er aus dem Startloch. Auf der Außenbahn hält er den Ungarn Gyenes und den Finnen Strandvall sicher und das ist die Qualifikation für die Vorentscheidung. Vor ihm liegen Robinson und Osendarv im Ziel. 1. Robinson(USA) 21.2; 2. Osendarv(Holland) 21.3; 3. Reckermann (Deutschland) 21.6. Schmeling nach Amerika Am Mittwoch mit dem Luftschiff„Hindenburg" Max Schmeling wird am Mittwoch, 5. August, abends, mit dem Lustschiff„Hindenburg“ der Deutschen Zeppelin=Reederei nach Lakehurst fahren. Alsbald nach seinem Eintressen in Amerika wird Schmeling das Training für den Ende September bevorstehenden Kampf um die Vorweltmeisterschaft mit Braddock aufnehmen. Wieder Siegerehrung zuvor Den Wettkämpfen vorauf geht die Siegeszeremonie für die am Vortage im Gewichtheben der Schnappschüsse aus dem Otumpischen Stadion Die Runihse um Nachintag Delen Stephens(Amerika) lief neuen Weltrekord Im zweiten Vorlauf des 100=Meter=Laufes für Frauen erreichte die Weltrekordlerin Helen Stephens(USA) mit 11.4 Sek. einen neuen Weltrekord. Allerdings herrschte ein ziemlicher Rückenwind.(Scher!—.) Das Zielbild der 100-Meter-Entscheidung Jesse Owens zerreißt mit 10.3 Sek. das Zielband, gefolgt von seinem farbigen Landsmann Metcalfe und dem Holländer Osendarv. Borchmever wurde Fünfter hinter Wykoff(Amerika) vor Strandberg(Schweden).(Scherl—.) Olympisches Jußballturnier Deutschians und Bapun fegreich Ein Vemdensieg der Seatschen Deutschland überfährt Luxemburg:0(:0) Das zweite Fußballtreffen des Olympischen Fußballturniers kam am Dienstagnachmittag im Berliner Post=Stadion vor 10000 Zuschauern zwischen Deutschland und Luxemburg zum Austrag. Es herrschte ein ziemlich heftiger Wind und während des Spiels ging zeitweise auch ein leichter Sprühregen nieder, der jedoch auf Spieler und Zuschauer ohne Einfluß blieb. Unter den Ehrengästen bemerkte man den Stellvertreter des Führers, Rudolf Heß. Die Mannschaften: Deutschland: Buchloh; Münzenberg, Ditgens; Mehl, Goldbrunner, Bernard; Elbern, Gauchel. Hohmann, Urban und Siemetsreiter.— Luxemburg: Hoscheid; Mousel, Majerus; Kieffer, Frisch, Fischer; Stamet, Mengel, Mart, Geib, Kemp. Luxemburg spielte zunächst mit Rückenwind. Der Anstoß Deutschlands wurde sofort abgefangen, und dann lagen die Luxemburger mehr im Angriff. Allmählich machte sich die deutsche Mannschaft frei und gestaltete von jetzt ab trotz Gegenwind das Treffen überlegen. Bei einem schönen Angriff der Deutschen paßte Elbern an den Schalker Halbrechten Urban, und schon hieß es•0 für Deutschland. Gegen diesen Meisterschuß war Hoscheid einfach machtlos. Kurz darauf erzwang Deutschland, das jetzt immer mehr das Heft in die Hand nahm, die erste Ecke, die aber abgewehrt wurde. Wiederum lag unsere Elf im Angriff, aber wieder ging eine gute Chance am Pfosten vorbei. Kurz darauf erreichte auch ein Kopfball von Siemetsreiter eicht das Ziel: der Ball prallte von der Latte zurück ins Feld. Dann jagte Hohmann unerwartet eine Bombe aufs Tor aber wiederum war Hoscheid auf dem Posten. Um ein Haar verursachte Goldbrunner ein Selbsttor, doch konnte die Gefahr noch gebannt werden. Wiederum kam die deutsche Mannschoft geschlossen vor, Hohmanns Schuß aufs Tor wurde abgewehrt, Siemetsreiter war zur Stelle und lopste wunderbar zum:0 ein. Einige Angriffe von hüben und drüben brachten bis zum Wechsel nichts mehr ein und mit einer:=Führung Deutschlands wurden die Seiten gewechselt.ng.., Mmind Nach Wiederbeginn hatte Deutschland den Wind zum Bundesgenossen. Schon in der dritten Minute führte eine Ecke, die gut von Elbern hereingegeben wurde, durch Siemetsreiter zum dritten Erfolg für Deutschland. Gegen den genau berechneten Kopfball war Hoscheid machtlos. Drei Minuten später schoß Gauchel wuchtig das Leder zum vierten Tor hoch ins Netz. Ein Kopfball Elberns wurde zur Ecke abgewehrt und dann stand Hohmann abseits. Aber schon in der 9. Minute hieß es:0. Urban köpfte eine Flanke Elberns hoch in die Maschen. Unvermindert hielt der Druck der deutschen Elf an. Alle Angriffe der Luxemburger wurden leicht abgestoppt. Luxemburgs Hintermannschaft versuchte, sich der Angriffe durch Abseitsstellen der deutschen Stürmer zu erwehren, und zwar mit Erfolg. Der linke Flügel Luxemburgs arbeitete eine gute Chance heraus, doch zögerte der Linksaußen zu lange, so daß Münzenberg zur Ecke lenken konnte. Wiederum war Deutschland im Angriff, und Urbans Schuß konnte Hoscheid nur mit Mühe zur Ecke lenken. Bei einem Gedränge vor dem Luxemburger Tor holte sich Siemetsreiter den Ball und wuchtig landete sein Schuß in der 30. Minute im Tor.•0 für Deutschland. Luxemburgs Spieler waren durch die stürmischen Angriffe der Deutschen sichtlich ermüdet und konnten nur durch verstärkte Abwehr dem Drängen der deutschen Fünferreihe Einhalt gebieten. In kurzem Abstand von zwei Minuten fielen dann zwei Treffer durch Urban und Gauchel, und eine halbe Minute vor dem Schlußpfiff war Gauchel noch einmal erfolgreich, so daß das Schlußergebnis:0 für Deutschland hieß. Deutschland hat sein erstes Vorrundenspiel mit dem überlegenen Ergebnis von:0 gewonnen. Die deutsche Mannschaft konnte sich bei dem schwachen Gegner voll entfalten, verstand es aber auch, jede Chance auszunutzen. Buchloh im Tor zeigte seine gewohnte Ruhe und Sicherheit. Münzenberg übertraf Ditgens, ohne aber restlos zu befriedigen. Ditgens konnte auch durch seinen Eifer mancherlei Schwächen nicht ausgleichen. In der Läuferreihe war Goldbrunner der beste der Abwehrspieler, doch standen ihm Mehl und Bernard wenig nach. Der linke Flügel des deutschen Sturms war angriffsfreudig; Urban unter den fünf die treibende Kraft. Elbern auf rechtsaußen hatte gute, aber auch schwache Momente. Gauchel paßte sich gut an, während Hohmann technisch voll auf der Höhe war. Die Sensation: Japan schlägt Schweden:2(:2) Der in reichem Flaggenschmuck prangende Berliner Hertha=Sportplatz war der Austragungsort für das vierte Vorrundeuspiel zwischen Schweden und Japan. Im Zuschauerraum ging es bald nach Beginn des Sviels sehr lebhaft zu. Die schwedischen Sprechchöre walteten mit einer schier südländischen Begeisterung ihres Amtes. Die Nordländer eröffneten den Kampf gegen den starken Wind und drängten die Japaner in ihre Hälfte zurück. Drei Ecken der ersten Viertelstunde waren ein beredtes Zeugnis für die technische Ueberlegenheit der Skandinavier. Allmählich fanden sich aber auch die Japaner und bewiesen namentlich im Nahkampf, daß sie in ihren Trainingsspielen in Berlin viel gelernt haben. In der 24. Minute kamen die Schweden durch ihren Halbrechten Persson zum verdienten Führungstreffer. Acht Minuten vor dem Seitenwechsel schoß Persson auch den zweiten Treffer für Schweden. Dann kam die Wendung.... Was wohl niemand für möglich gehalten hätte. trat nach der Pause ein. Mit Unterstützung des noch stärker gewordenen Windes brachten sich die Javaner in hervorragendem Maße zur Geltung. Bereits in der 49. Minute kamen sie durch den Linksaußen zu ihrem ersten Erfolg. Einige Minuten später kam Japans Halbrechter zum Ausgleich. Die Schweden machten sich aber wieder frei. stürmten immer wieder gegen das japanische Tor an. aber ein Erfolg blieb ihnen versagt. Die Söhne Nivvons dagegen erzielten fünf Minuten vor Schluß noch ein drittes Tor und stellten damit den Sieg sicher. Der erste Sieg der Japaner wurde von den Zuschauern. unter denen sich auch führende Persönlichkeiten der FIFA befanden, mit großer Begeisterung aufgenommen. 3 Vorläufe über 5000 Meter Alle Deutschen ausgeschieden Die 3 Vorläufe über 5000 Met. bildeten den Abschluß der Wettkämpfe des Dienstags im Olympischen Stadion. Von Deutschland starteten Max Syring, Edmund Stadler und Karl=Heinz Becker. Sie mußten schon im Vorlauf ihre Hoffnungen aufgeben, denn keiner von ihnen konnte sich durchsetzen. Nur die fünf Besten aus jedem Vorlauf kamen in die Entscheidung und unter den 15 Glücklichen war kein Deutscher zu finden. Im ersten Vorlauf sind 15 Läufer am Start. Erst vier Runden vor Schluß bildet sich eine Spitzengruppe, in der auch der Deutsche Stadler liegt. Der Italiener Cerati zieht mit raumgreifenden Schritten los und siegt sicher. Stadler kann nicht mehr mithalten, fällt zurück und scheidet(als achter) aus. 1. Cerati=Italien 15:01.0; 2. Siefert=Dänemark 15:02,8; 3. Lash=USA 15:04,4; 4. Salminen=Finnland 15:06.6; 5. Reeve=England 15:06.8. 12 stehen am Start des zweiten Vorlaufes. unter ihnen auch Karl=Heinz Becker=Deutschl. Lange hält sich unser Landsmann gut. weit über ein Dreiviertel der Strecke liegt er im Vorderfelde, aber dann fällt er zurück. Ueber den zehnten Rang kommt er nicht mehr hinaus. Nielsen=Dänemark. von dem man auch bestimmt mehr erwartet hatte, teilt sein Schicksal. Im Endspurt schaffte der Finne Höckert den Sieg. 1. Höckert=Finnland 15:10.2; 2. CloseEngland 15:10.6: 3. Noji=Polen 15:11.2; 4. Hellström=Schweden 15:12; 5. Hausen=Norwegen 15:12.6. Auch unser Max Syring konnte es nicht schaffen. Die Aufgabe war zu schwer. Zu schwer in einem Felde, das jeder anderen internationalen Veranstaltung Ehre gemacht hätte. Der überragende Mann des dritten und letzten Vorlaufes war der Schwede Jonsson. Mar Syring läuft brav, arbeitet sich im Laufe des Rennens verbissen nach vorne, aber wie schon zuvor für Stadler und Becker reicht es auch für ihn nicht. Drei Runden vor Schluß sichert sich der Schwede einen klaren Vorsprung und läßt den tapferen Murakoso, der auch hier wieder begeistert, zurück. Mar Syring lief als achter durch das Ziel. 1. Jonsson=Schweden 14:54.0; 2. Murakoso=Japan 14:56.6; 3. Ward=England 14:59; 4. Lehtinen=Finnland 15:00; 5. Zamperini=USA. Die Mannschaftskämpfe im Florektfechten Feutirreich und Gratten un=Enlerung Vorendrunde im Mannschafts-Florettfechten Sieg der deutschen Der Mann des Tages(Scherl,.) Der hervorragende amerikanische Negersprinter Jesse Owens wird nach seinem großen Siege im 100=Meter=Lauf zum Mikrophon geführt, um dort zu seinen Landsleuten in Amerika zu sprechen. 10:6 über Belgien Pünktlich zur festgesetzten Stunde marschierten am Dienstag die Fechter in den Kuppelsaal der Reichsakademie ein, um die Kämpfe um den Olympiasieg im Mannschaftsflorettfechten fortzusetzen. In zwei Gruppen wurde der zweite Durchgang der Vorendrunde ausgerichtet. Es war deutlich erkennbar, daß die Kämpfe in ein entscheidendes Stadium getreten und daß alle Teilnehmer sich der großen Bedeutung der Kämpfe voll und ganz bewußt sind. Der Reichssportführer weilte längere Zeit im Kreise der deutschen Mannschaft und erkundigte sich nach dem Befinden der Teilnehmer. Einen hervorragenden Eindruck machten vor allem Lordon und Eisenecker, der von seiner Verletzung wieder soweit hergestellt ist, daß er in die weiteren Kämpfe eingreifen kann. Wer ihn in seinen Kämpfen gegen die Belgier sah, die von unseren Fechtern mit 10:6 Punkten und 60:64 Treffern geschlagen wurden, konnte nur bedauern, daß er gegen Frankreich nicht dabei war. Die Kämpfe waren durchweg sehr hart umstritten. Ungarn und Oesterreich kamen nur zu einem:8, doch gab die günstigere Trefferzahl den Ausschlag für die Magyaren. Die Ergebnisse des zweiten Durchgangs: Ungarn— Oesterreich:8 Punkte, 53:63 Treffer; Frankreich— Argentinien 12:4 Punkte, 45•71 Treffer; Deutschland— Belgien 10:6 Punkte, 60:64 Treffer; Italien— USA. 133 Punkte, 52:74 Treffer. Um die vierte in die Entscheidung des Mannschaftsflorettfechtens kommende Nation festzustellen, mußte in der Vorschlußrunde der dritte Durchgang ausgetragen werden. Die Spannung wuchs außerordentlich, denn nach der zweiten Runde standen nur Italien und Frankreich als sichere Schlußrundenteilnehmer fest. Deutschland hatte nach seinem Sieg über Belgien gute Aussichten, als es gegen Argentinien antrot Endlos war der Jubel der Zuschauer, als unsere Fechter wieder mit Eisenecker zu einem 11:=Sieg kamen. So hatte sich Deutschland mit zwei Siegen und trotz der knappen Niederlage durch Frankreich die Endrunde erkämpf.„: 44 5c Snäter nech O. Als vierte Nation hit sich später noch Oesterreich durchgesetzt, das zunächst gegen Italien antreten muß. Dann steigt Deutschland— Frankreich, Frankreich— Oesterreich, Deutschland— Italien, Deutschland— Oesterreich und Italien— Frankreich. Die Endrunde Deutschland unterliegt gegen Frankreich und Italien Wie bisher bei allen Olympischen Spielen und auch bei den Europa= und Weltmeisterschaften stehen sich auch diesmal wieder die Mannschaften von Italien und Frankreich im Kampf um die Goldmedaille gegenüber. In den voraufgegangenen Kämpfen besiegten die Franzosen Deutschland mit 12:4, während die Italiener über Oesterreich mit 13:3 zu einem leichten Siege kamen. Deutschland und Oesterreich stehen sich nunmehr im Kampf um den dritten und vierten Platz gegenüber. Der Kruppsaal der Turnhalle im Reichssportfeld hatte Dienstagnachmittag einen ausgezeichneten Besuch bei dem Mannschaftsflorettfechten aufzuweisen. Zu gleicher Zeit wurden auf zwei Bahnen die Begegnungen zwischen Frankreich— Deutschland und Italien— Oesterreich ausgetragen. Die Italiener kamen auf Grund ihres überragenden Könnens über die zwar guten. aber doch wenig kultivierten Oesterreicher zu einem leichten 13:=Erfolg. Um den wichtigeren Mannschaftssieg zu retten. war der Italiener Marzi eingesetzt worden, der für den Einzelkampf gestrichen wurde. Trotz der Niederlage können die Oesterreicher mit ihrer Mannschaft voll zufrieden sein, der es gelungen ist, sich einen Platz unter den vier besten Nationen zu sichern. Deutschland nahm den Kampf gegen Frankreich mit Casmir. Lerdon. Heim und Eisenecker auf. während die Franzosen Lemoine. Contro. A. Gardere und Bougnol mit ihrer Vertretung betrauten. Die Gegner lieferten sich äußerst erbitterte Kämpfe. in denen sie mehr als einmal über sich hinauswuchsen. Die Franzosen wußten, um was es in diesem Zusammentreffen mit einem Außenseiter ging. der in den vorhergebenden Kämpfen seine Klasse bewiesen und ihnen auch schon schwer zu schaffen gemacht hatte. Unsere Vertreter schienen ermüdet. Ihre Nerven waren in der Vorrunde gegen Argentinien und Belgien zu sehr beansprucht worden. Trotzdem mußten sich die Franzosen anstrengen, um mit 12:4 zum Siege zu kommen In der Begegnung Frankreich— Oesterreich konnten die Franzosen ohne viel Mühe die Oesterreicher mit 11:5 ausschalten. Die Oesterreicher hielten sich sehr tapfer. Im Kampf gegen Italien nahm Deutschland eine Umstellung vor. An Stelle von Casmir und Heim wurden unsere zur Zeit stärksten Ersatzleute Adams und Rosenbauer eingesetzt. Diese Umstellung erfolgte mit der Absicht, um unsere Leute für den wichtigen Kampf gegen Oesterreich zu schonen. So blieb es denn auch nicht aus, daß die Italiener zum Siege kamen, der mit 16:0 zu ihren Gunsten ausfiel. Auftakt im Hockeyturnier Frankreich— Schweiz:0(:0) Das neue Hocken=Stadion im Reichssportfeld erhielt am Dienstagnachmittag mit dem ersten Spiel seine Weihe. Es wurde ein verheißungsvoller Auftakt, denn der Kampf zwischen den Eidgenossen und Frankreich war vackend. Drei Tore wurden zwar geschossen, aber nur eins anerkannt. Die Entscheidung fiel in der 28. Minute. Holland— Belgien:2(:1) Im zweiten Sviel stellte sich eine unerwartete Ueberraschung ein. Die Belgier trotzten Holland ein:2 ab. Die starken Holländer unterschätzten Beigien und das kostete sie einen Punkt. Klar spielt Holland überlegen, aber das erste Tor schoß Belgien. Auch nach dem Wechsel hatte Holland mehr vom Kampf. Aber dem besseren Spiel setzte Belgien den größeren Kampfeinsatz entgegen. Afahanistan— Dänemark:6(:4) In der Gruppe 2 spielten Afghanistan und Dänemark auf„Platz 2“ zur gleichen Stunde. Man sah gute Technik. Die Stockführung war erstaunlich gut. Die schnellen Dänen hatten rasch eine:=Führung. aber mit unerhörtem Einsatz zogen die Afghanen auf :3 gleich. Zehn Minuten vor dem Ende kam aber Afghanistan zum:6 und damit zu einem wertvollen Punkt. Freistilringen am Dienstagmorgen In der Deutschlandhalle wurden am Dienstag die Kämpfe der Freistilringer weiter der Entscheidung entgegengeführt. Im Weltergewicht kam der Deutsche Paar zu einem schönen Siege Der Schwede Andersson unterlag in 14:58 entscheidend. Stand nach der zweiten Runde: 0 Fehlerpunkte: Lewis=USA.; 1 Fehlerpunkt: PaarDeutschland, Jourlin=Frankreich, Angst=Schweiz; 3 Fehlerpunkte:'Hara=Australien. AnderssonSchweden, Schleimer=Kanada, Beke=Belgien, Ercedin=Türkei; 4 Fehlerpunkte: Pietilac=Finnland, Sovari=Ungarn, Fox=England. Schedler im Mittel ausgeschieden Im Mittelgewicht wurde Hans Schedler aus Halle von dem Italiener Gallegati nach Punkten besiegt und schied damit aus Stand nach der zweiten Runde: 0 Fehlerpunkte: KrebsSchweiz, Sysel=Tschechoslowakei; 1 Fehlerpunkt: Voliva, Pilve; 2 Fehlerpunkte: Gallegati, Kirec= ci=Türkei; 3 Fehlerpunkte: Luukko, Jeffers; 4 Fehlerpunkte: Rihetzky=Ungarn, Lindblom=Schweden. Siebert und Herbert siegen weiter In der dritten Runde der Kämpfe im Bantamgewicht machte der deutsche Herbert wieder einen hervorragenden Kampf und schlug mit seinen schnellen Angriffen den Belgier Laporte schon nach :14 entscheidend. In noch kürzerer Zeit, nämlich in:52, warf im Halbschwergewicht unser Vertreter Siebert den Belgier Beke vom Boden aus. Im weiteren Verlauf des Freistilringens gab es im Schwergewicht noch folgende Ergebnisse: Palusalu=Estland besiegt Herland=Frankreich nach:45 Minuten, Klapusch=Tschechoslowakei besiegt Charlier Belgien nach:40, Bürki=Schweiz besiegt Dunn=USA. nach:49 Minuten. Ehrl und Paar setzen sich weiter durch Die Freistilringer aus vier verschiedenen Gewichtsklassen traten am Dienstagnachmittag in den Kampf der dritten Runde ein. Die Deutschen Paar und EhrI konnten sich im Welter= und Leichtgewicht verhältnismäßig sicher in die Vorschlußrunde durchkämpfen Paar hatte den Finnen Pihlajamäki zum Gegner, der sich während des ganzen Kampfes vorsichtig und passiv verhielt, der dann aber doch von den Richtern als der Unterlegenere erkannt wurde. Ehrl hatte mit dem Japaner Casama leichtes Spiel und warf ihn schon nach kurzen Minuten zu Boden. Im Federgewicht konnten sich, da Böck schon in der 2. Runde ausgeschieden war, die Favoriten weiter durchsetzen. Ausgeschieden sind hier (Südafrika), Morrell(Großbritannien), Gavelli (Italien) und Erkan(Türkei). Auch bei den Kämpfen im Mittelgewicht brachten die deutschen Vertreter die erwarteten Ergebnisse. UsA mit vergrößertem Vorsprung Unsere Länderwertung in der Leichtathletik Auch der Dienstagnachmittag gestaltete sich auf dem Reichssportfeld zu Berlin zu einem ereignisreichen Tag und zu einem einzigartigen Triumph für die Vertreter des Sternenbanners. Von den fünf Entscheidungen des dritten Wettkampftages konnten die Amerikaner nicht weniger als vier gewinnen und damit die Zahl ihrer Goldmedaillen in der Leichtathletik auf insgesamt sechs erhöhen. Jesse Owens wartete dabei mit einem neuen Weltrekord im Weitsprung auf (8,06 Meter). Nicht weniger eindrucksvoll schnitten aber auch unsere Vertreter ab. Für eine weitere Goldmedaille sorgte erwartungsgemäß Giesela Mauermeyer im Diskuswerfen durch einen neuen olympischen Rekord mit 47,63 Meter. Dazu holte unser Weitsprungmeister Long mit einem neuen deutschen Rekord von 7,87 Meter die silberne Medaille im Weitspringen, während noch durch Frl. Krauß(100=Meter=Lauf) und Frl. Mollenhauer(Diskuswerfen) zwei bronzene Medaillen im Lande blieben. Wenn sich auch der Punktvorsprung der Amerikaner gegen uns etwas vergrößert hat, so ist doch nicht zu verkennen, daß wir ihnen dicht auf den Fersen bleiben. Schon heute wird nicht mehr an unserem zweiten Platz im„olympischen Sport“ zu zweifeln sein. Die Tabelle: 1. U. S. A. 2. Deutschland 3. Finnland 4. Polen 5. Japan 6. Kanada 7. Italien 8. Schweden 9. Holland Philippinen 11. Oesterreich 12. England Brasilien 14. Argentinien Griechenland Das diskuswerfen der Frauen Gols und Trenze für Seuschiane! Gisela Mauermayer— Jadwiga Weiß— Paula Mollenhauer Das war die zweite Entscheidung am Dienstag. Und wieder wurde es ein herrlicher deutscher Sieg. Freilich, wir haben im Diskuswerfen der Frauen stark mit der Goldenen Medaille gerechnet. Unsere Gisela hielt doch den Weltrekord! Aber wir waren doch durch einen Jack Torranee, den Pechvogel aus den Staaten, der auch einmal die Kugel 17,40 Meter weit hinaus stieß und als Weltrekordmann nicht einmal zur Bronzemedaille in Berlin kam, gewarnt worden! Doch auch der verborgenste Kummer war umsonst— Mauermayer schaffte es sicher! 47,63 Meter= Olympische Bestleistung Mit der neuen Olympischen Bestleistung von 47,63 Meter holte sich die Münchnerin unter dem tosenden„Gisela!, Bravo Gisela!“ von den zum Bersten gefüllten Rängen die Goldmedaille vor der Polin Hedwig Weiß und die Bronzene Medaille sicherte Paula Mollenhauer für Deutschland. In warmen Pullovern und obendrein in dicke Wolldecken eingehüllt lagern die Mädel am Wurfkreis. Anna Hagemann, das deutsche Mädel, eröffnet den Reigen. Sie ist nervös und zerfahren. Mit 28,48 Meter schafft sie nicht einmal die 30=Meter=Marke. Aber die anderen, die ihr folgten, machen es nicht viel besser. Nun hat die frühere Weltrekordlerin Jadwiga Weiß aus Polen den Diskus. Ein prachtvoller Wurf. Weit hinaus fliegt die Scheibe über die mit roter Farbe gekennzeichnete 40=Meter=Linie. 45,69 Meter werden gemessen! Das ist ein neuer olympischer Rekord. Den alten hielt Copeland=USA. seit Los Angeles 1932 mit 40,56 Meter. Hell bricht der Jubel in der polnischen Kolonie auf. Schier endlose Sprechchöre danken der schönen Jadwiga für ihre feine Leistung. Aber die Freude ist doch von kurzer Dauer. Gisela Mauermayer tritt in den Wurftreis, energiegeballt und selbstbewußt. Mit voller Kraft geschleudert fliegt die Scheibe. Alles ist von den Plätzen. Das muß ein neuer Rekord sein! 47,63 Meter sind es! Um zwei Meter ist der Wurf der Polin übertroffen. Ein neuer Olympischer Rekord ist da. Die deutschen Schlachtenbummler kennen sich vor Freude nicht mehr, sie sind wie rein aus dem Häuschen. Vorher hatte die Hamburgerin Mollenhauer 38,59 Meter geworfen. Schließlich hatten sich die zwei deutschen Mädel, die Polin, die zwei Japanerinnen Nakamura und Minashima sowie Lundström=Schweden für den Endkampf qualifiziert. Und nun verfolgten die Deutschen doch mit einiger Sorge noch den großen Zweikampf Mauermayer— Weiß, denn die Polin verbesserte sich noch auf 46,22. Gisela war aber auch in ihren letzten Würfen wieder sicher und nicht mehr zu gefährden. Mit 39,80 Meter schaffte Mollenhauer noch den dritten Rang und die Bronzemedaille. In der Kieler Förde 1. und Olympiasiegerin Gisela Mauermayer= Deutschland 47,63 Meter, 2. Hedwig Weiß=Polen 46,22 Meter, 3. Paula Mollenhauer=Deutschland 39,80 Meter, 4. Nakamura=Japan 58,24 Meter, 5 Mineshima=Japan 37,35 Meter, 6. LundströmSchweden 35,92 Meter. Wenige Minuten nach dem prachtvollen Siege im Diskus schon schritt Gisela Mauermeyer zwischen Jadwiga Weiß und Paula Mollenhauer zur Siegerehrung. Drei Mädel des Ehrendienstes geleiteten sie. Die 100000 sind eine Welle der Begeisterung. Mit der Front zur Ehrenloge grüßen die deutschen Mädel den Führer. Das Deutschland= und HorstWessel=Lied erklingen und werden spontan mitgesungen. Es ist eine eindrucksvolle Feier... Es ward ein Tag der 1511. Jlorettfechten der Frauen Haß— Oelkers— Mayer in der Zwischenrunde Während die Männer im Kuppelsaal die Mannschaftsflorettkämpfe fortsetzen, fanden in der benachbarten Turnhalle des Sportforums auf vier Bahnen die Vorkämpfe der Fechterinnen statt. Es wurde in sechs Gruppen gefochten, und erfreulicherweise konnten alle drei Deutschen sich die Zwischenrunde erkämpfen. Besondere Hochachtung verdient die Leistung unserer Altmeisterin Olga Oelkers, die trotz einer Verletzung am Start erschien und mit ihrem vierten Platz in der dritten Gruppe eine Runde weiter kam. Ungeschlagen beendeten die Deutsche Meisterin Hedwig Haß und Helene Mayer die Gefechte in ihren Gruppen: gleichfalls ohne Niederlage sind die Olympiasiegerin von Los Angeles Ellen Preis(Oesterreich) und die zweite Oesterreicherin Friederike Wenisch. An der Spitze der ersten Gruppe steht mit nur einer Niederlage die Ungarin Ilena Ilek Schacherer. In der Gruppe 3 führt Marin Lachmann(Dänemark). Leutnant Woellke Gold für Owens— Silber für Long .06 Meter: Neuer Weltrekord! Die Entscheidung im Weitsprung * Die Entscheidung im Weitsprung wurde ein einzigartiger Kampf. Jesse Owens, das LeichtathletikPhänomen, stand vor seinem zweiten Olymvischen Siege. Das wußten alle. Daneben aber auch, daß mit Lutz Long ein Deutscher der schärfste Widersacher des Negers war. Und das erhöhte ungemein den Reiz des Kampfes. Nur 16 Mann waren noch im Vorkampf zusammen und schließlich waren es noch ein halbes Dutzend in der Entscheidung: Owens 7,87. Long.84, Tajima.74, Mafsei 7,73. Clark 7,60 und Leichum.52 Meter. Im dramatischen Endkampf beweist Lutz Long gründlich seine Beständigkeit. Endlos ist der Jubel. als er im zweiten Durchgang— im ersten war er schon sicherer als Owens. da der Neger übertrat— mit.87 Meter seinen eben erst aufgestellten deutschen Rekord um weitere drei Zentimeter verbessert und Owens stark gefährdet. Doch da reißt sich der Schwarze zusammen, machtvoll ist sein Sprint, wuchtig und flach der Sprung. Es sind 7,97 und damit hat Owens erneut die Führung. Eine schöne Ueberraschung ist es für uns, als der nicht recht in Form scheinende Leichum mit 7,73 Meter sich zusammen mit dem Italiener Maffei den vierten und fünften Platz teilte. Der neue deutsche Rekord von Long ist eine schöne Zugabe. Aber es kommt noch besser. Owens macht seinen letzten Sprung. Mit der ganzen Geschmeidigkeit seiner Technik läuft er an. Er hat den Sieg sicher. Es steht nichts mehr auf dem Spiele. Und gerade das wirkt sich aus. Es wird ein herrlicher Abschluß. Großartig ist der Sprung— 8,06 Meter. Das ist neuer Weltrekord und ein Abschluß, wie er besser nicht sein konnte. Weitsprung: 1. und Olympiasieger Jesse Owens USA.06; 2. Lutz Long=Deutschland 7,87; 3. TajimaJapan 7,77; 4. und 5. Maffei=Italien und LeichumDeutschland 7,73; 6. Clark=USA.67 Meter. Lutz und Jesse sind gute Kameraden des Sportes. Kaum hat Owens sich aus dem Sand vom letzten Srrung erhoben, da eilt auch schon der Deutsche auf ihn zu und gratuliert dem Amerikaner zu seinem zweiten Olympiasiege. Minuten später werden schon die Sieger geehrt. Stolz nimmt Owens das EichTihmpia=Erhen. un Ekuem Die ersten Rennen England— Deutschland— Schweden Scott(England) vor W. Krogmann bei den Olympia=Jollen Die Segelwettbewerbe der Olympischen Spiele begannen Dienstagmittag mit den Rennen der Olymvia=Jollen. Sturm und Regen herrschte Dienstagmorgen auf der Kieler Förde, so daß sich die Leitung gezwungen sah. den Start auf 12.05 Uhr zu verschieben. Bis auf das spanische Boot waren sämtliche 25 gemeldeten Nationen erschienen. Beim Start herrschte ein böiger Südwest von 12 bis 16 MeterSekunden, trotzdem gelang den Booten ein geschlossener Start. Bereits auf der ersten Kreuzstrecke zog sich das Feld weit auseinander. So bildete sich eine Spitzengruppe, bestehend aus dem Deutschen Krogmann, dem Holländer Kagchelland, dem Engländer Scott, dem Chilenen Wichmann=Harbeck und dem Finnen Numann.— Auf der zweiten Runde klarte sich das Wetter etwas auf, doch wehte der Südwest mit fast unverminderter Stärke.— Nach der dritten Runde kam dann sogar die Sonne zeitweise durch. — Der Deutsche Krogmann lag hier in Führung. und zwar mit 28 Sekunden vor Kagchelland, dieser 21 Sekunden vor Wichmann=Harbeck und 26 Sekunden vor Scott, der wieder 39 Sekunden vor dem gut aufgekommenen Christensen(Dänemark) lag. Auf der dritten Runde gab der Vertreter Estlands, Holst, auf. Ueberraschend gelang es dem Engländer Scott, unseren Krogmann auszusegeln und konnte lo mit 17 Sekunden Vorsprung durchs Ziel gehen. Deutschland siegt in der Star=Klasse Die Starboot=Klasse ging erst nach dem dritten Startschuß geschlossen ab. Sehr gut war das deutsche Boot„Wannsee“ und das schwedische Boot„Sunhine“ vom Start gekommen. Sie hatten sich nach wenigen Minuten freigemacht und umrundeten die Lonne nach der ersten Kreuzstrecke vor Portugal. Dr. Bischoff(Wannsee) konnte seinen Vorsprung weiter ausdehnen. Ausgezeichnet hielt sich der schwedische Vertreter, ohne jedoch dem Deutschen gefährlich werden zu können. Der Segler von USA arbeikete sich, nachdem er anfangs ins Hintertreffen gekaten war, mehr und mehr nach vorn und belegte schließlich noch den dritten Platz vor Portugal. Ferner zwei Schwedensiege Kurz vor dem Start auf der Außenförde setzten besonders starke Böen bis zu 16 Meter=Sekunden und mehr ein, so daß das Segeln zu einer wahren Seemannsprobe wurde. In der=Meter=Klasse setzte sich schon bald das schwedische Boot„Elderen“ an die Spitze und ließ sich die Führung nicht mehr nehmen. Das deutsche Boot„Germania 3“ geriet kurze Zeit auf Grund und verlor dadurch kostbare Zeit. Daher ist der sechste Platz verständlich. In der=Meter=Klasse arbeitete sich das deutsche Boot gut nach vorne, konnte aber dem schwedischen Boot May B. nicht standhalten und mußte sich mit dem zweiten Platz zufriedengeben. bäumchen in Empfang und Arm in Arm verlassen Owens und Long nach den letzten Klängen der ameeikanischen Nationalhymne den Innenraum. Ueber 400 Meter Hürden hardin Olympiasieger Das erwartete Ende über 400 Meter Hürden stellte sich ein. Glenn Hardin, der Hürdenspezialist der USA, ließ sich die Goldmedaille nach seinen fabelhaften Leistungen zuvor zum guten Schluß nicht mehr entwinden. Graubezogen ist der Himmel und ein stürmischer Wind hat sich aufgetan. Hardin liegt auf der Außenbahn und alle bewundern erneut, wie er mit herrlicher Technik und seinem einzigartigen Schreitstil dahinfegt. Er ist wirklich nicht in Gefahr. Zunächst hält sich noch sein Landsmann Patterson am besten zu ihm. aber auf den letzten 100 Meter schiebt sich der Kanadier Learing heran und schafft die Silberne Medaille vor White von den Philivpinen. Patterson fällt stark zurück und kommt über den vierten Rang nicht heraus. 100-Meker=Endlauf der Frauen in seiner neuen Uniform Auf Vorschlag des Chefs der Ordnungspolizei, General Daluege, beförderte der Preußische Ministerpräsident, Generaloberst Göring, den Revieroberwachtmeister Hans Woellke, der als erster deutscher Leichtathlet im Kugelstoßen eine Goldmedaille errang, zum Leutnant der Schutzpolizei. Leutnant Woellke wird als Sportlehrer in einer geplanten neuen Polizeisportschule Verwendung finden.(Scherl—.) 400=Meter=Hürden=Finale: Glenn Hardin=USA 52.4; 2. 3. White=Philivvinen 52.8; 5. Magalhaes=Brasilien 54; land 54.2. 1. und Olympiasieger Learing=Kanada 52.7; 4. Patterson=USA 53.0: 6. Mantikas=Griechen= Goldirrunte für Heien Eirphens Krauß Dritte hinter Walasiewicz Sven Hedin spricht kurz vor dem Start des 100=Meter=Endlaufs der Frauen. Die Worte des großen schwedischen Forschers fesseln die Olympiakämpfer und Schlachtenbummler. Er endet und nun kehrt atemlose Spannung ein. Drunten ist alles für die 100=Meter=Entscheidung bereit. Die Startbahnen sind von innen nach„oßen besetzt; außen besetzt: Dollinger=Deutschland, Ro= Rogers und Albus aus Barmen einkommt. gers=uSA., Albus=Deutschland, Stephens=USA.] 1. und Olympiasicgerin Helen Stephens=USA. und Walasiewicz=Polen. Alles fiebert. Die sechs Mädel machen sich bereit. Und da kracht auch schon der Startschuß. Wie Pfeile fliegen sie dahin. Vorn liegt für SekunDann: Dollinger, Rogers, Albus= denbruchteile Annette Rogers. Aber mit Riesenschritten— 2,70 Meter mißt wohl einer von ihnen!— ist Helen Stephens im Nu an der Spitze. Das junge Farmergirl ist um eine Klasse überlegen. Daran ist nicht zu rütteln. Käthe Krauß und Stanislawa Walasiewicz sind in scharfem Kampf. Käthe kommt nicht ganz mit, aber sie hält den dritten Rang vor der Nürnbergerin Marie Dollinger, die noch vor Annette 49 4 09 11,5. 2. Stanislawa Walasiewicz=Polen 11,7. 3. Käthe Krauß=Deutschland 11,9. 4. Marie Dollinger=Deutschland. 5. Rogers=USA. 6. AlbusDeutschland. Wereruf siegi aber 300 Meler Vor Lanzi(Italien) und Edwards(Kanada) Moderner Fünfkampf Obli. handrick führt weiter Neuer Rekord im Pistolenschießen Mit die schwerste Prüfung hatten die Teilnehmer am Modernen Fünfkampf Dienstagvormittag zu bestehen. Auf dem Schießplatz in Ruhleben hatte jeder der Fünfkämpfer 20 Schuß auf die 25 Meter entfernt stehende Einmannscheibe mit der Pistole abzugeben. Die Abwicklung ging auf Grund der elektrischen Einrichtung schnell und vor allem fehlerfrei vonstatten. Als bester Schütze erwies sich der amerikanische Leutnant Leonard, der 200 Ringe aus 20 Treffern erreichte. Dadurch stellte er zugleich einen neuen Rekord auf. Oblt. Thoselt und Oblt. Weber=USA. konnten anfangs mithalten, kamen aber an die überragende Leistung von Lt. Leonard nicht heran. Von unseren deutschen Vertretern war wieder Oblt. Handrick der Beste, der in den vier Serien, 48, 48, 49 und 47 Ringe erzielte, Lt. Lemp kam auf 46, 48, 48, 46 und Unteroffizier Bramfeld auf 48, 45, 47 und 46 Treffer. Oblt. Handrick belegte im Pistolenschießen den vierten Platz und sicherte sich mit dieser beachtlichen Leistung weiterhin in der Gesamtwertung die Führung. An die zweite Stelle hat sich nun der schwedische Oblt. Thofelt geschoben, der im Schießen auf den fünften Platz kam. Der Sieger, Lt. Leonard=USA., rangiert in der Gesamtwertung an dritter Stelle vor Oblt. Abba=Italien, der bekanntlich im Reiten erster geworden war. Lt. Lemp wurde im Schießen 12. und steht in der Gesamtwertung am 11. Stelle, und Ufz. Bramfeld nimmt als 19. den 28. Rang ein. Einer sagt da plötzlich:„Es wird ein Tag der USA!“ Er trifft mit dieser Feststellung den Nagel auf den Kopf. Gleich wird der Startschuß für die 800=Meter=Entscheidung fallen. Und wieder ist mit dem schlanken Neger Woodruff ein Mann aus den Staaten heißer Favorit! Das Ziel für die zwei Runden lange Strecke ist um 40 Meter in die Höhe der Führerloge vorverlegt. Dadurch sollen die Bewerber die Möglichkeit bekommen, mit größter Geschwindigkeit in die Kurve zu gehen. Sie sind gestartet. Vorher hat Lanzi, der schnelle Italiener, einen Fehlstart verursacht, aber jetzt schießt das Feld davon. Im Nu ist der schwarze Kanadier Edwards an der Spitze. Er führt das Feld in einem mäßigen Tempo durch die erste Runde. 59,4 werden zwischendurch gezeitet. Das ist nicht viel. Aber nun wird das Rennen schneller. Woodruff hat die Führung übernommen. Edwards will an ihm vorbei. aber der Bankee läßt es nicht zu. 200 Meter vor dem Ziel stößt der Italiener Lanzi vor, er scheint noch sehr frisch zu sein. Zwei Meter liegt Woodruff noch vor ihm, aber nun zeigt erst der Neger, was in ihm steckt. Woodruff siegt sicher vor Lanzi und Edwards. Den vierten Rang besetzt der Pole Kucharski und ist so noch vor den berühmten Amerikanern Hornbostel und Williamson. 800=Meter=Finale: 1. u. Olympiasieger WoodruffUSA:52.9; 2. Lanzi=Italien:53.3; 3. EdwardsKanada:53,6; 4. Kucharsti=Polen:53.6; 5. Hornbostel=USA:54.6: 6. Williamson=USA:55.8. Olympisches Polo-Turnier Deutschland und Ungarn trennen sich:8 In den frühen Mittagsstunden des Dienstags traten die Mannschaften von Ungarn und Deutschland auf dem Maifeld des Reichssportfeldes zum Ausscheidungskampf an. Zu Beginn des Spiels waren die Ungarn zunächst leicht überlegen und auch technisch besser. Die Deutschen verteidigten sich überaus tapfer und erzielten nach dem dritten Abschnitt ein Gegentor, nachdem die Ungarn in den beiden ersten Spielabschnitten mit:0 davongezogen waren. Gleich darauf fiel sogar ein zweites Tor für Deutschland. Im weiteren Verlauf des Treffens wurde der Kampf äußerst hart. Unsere Vertreter holten zum Schluß mächtig auf und unter großem Beifall der Zuschauer wurde sogar der Ausgleich erzielt. Da bis zum Schluß kein Treffer mehr fiel, wurde die Begegnung auf Donnerstag verlegt; es wird bis zur Entscheidung gekämpft. Pferderennen Rennen in Vichy Prix Sevigne: 1. P. Wertheimers Cloton(W. Johnstone), 2. Soda Water, 3. Brune Lilon. Toto: Sieg 17, Platz 11, 15, 13:10.— Prix du Syndicat des Limonadiers: 1. M. Boussacs Achlys(M. Allemand), 2. Le Voa'Or. 3. Tantenbourg. Toto: Sieg 31, Platz 18. 25. 38:10.— Prix des Neves 'Or: 1. J. Lieux' Tizona(A. Rabbe), 2. Zurs. 3. Oue 1 Love. Toto: Sieg 19. Platz 14, 65:10.— Prir de'Allier: 1. A. Foulds Avantin(P di Cicco), 2. Prince Charlie, 3. Ppsilanti. Toto: Sieg 47, Platz 18. 45, 27:10.— Prix de Vichy=Etat: 1. P. Dubreuils Mon Rosier(H. Perret), 2. Golden Horn, 3. Filon'Or. Toto: Sieg 13. Platz 12. 24:10. Rennen in Caen Prix de la Porte Milet: 1. R. Hydes Cariciosa (M. Brethes), 2. Mlle Rosine, 3. Flake. Toto: Sieg 74:10.— Prix de la Societe Sportive: 1. J. Hennessys Brigantin(W. Mather), 2. Falerne, 3. Jehol. Toto: Sieg 25. Platz 15, 30:10.— Prix Rollon: 1. J. Juges Motky(F. Herve), 2. Ispahan, 3. Sianor. Toto: Sieg 14. Platz 11. 18:10.— Prix du Bourg'Abbe: 1. H. Randons Le Coyote(G. Delaurie), 2. Golden End, 3. Tormenta. Toto: Sieg 19. Platz 11. 12:10.— Prix de Saint=Etienne: 1. G. Lefevres Cleres(F. Rochetti), 2. Antares, 3. Bellecroix. Toto: Sieg 39. Platz 17, 15:10.— Prir de la Porte=des=Champs: 1. T. P. Cozzikas Giovencza(A. Dupuit), 2. Santa Margarita, 3. Ibykus. Toto: Sieg 21, Platz 13. 15:10. 1— Belt Munsterkants 74 Menschen aus Seenot gerellet Anlage von Schmuckgelände geräumt werden muß. Jetzt aber hat die Jugend in der Sandkuhle an der Steinfurter Straße eine neue Gelegenheit gefunden. Hoffentlich für lange Zeit. Familienvater durch nichtsnutziges Schießen gelötel Gronau. Die Brüder Fritz und Gerhard Beckmann wurden, als sie auf ihrem Acker im Schöttelkotter Hook Roggengarben aufstellten, von einem heftigen Regenschauer überrascht und suchten Schutz in einem nahen Weidestall. Sie waren erst kurze der Nordsee und 73 an der Zesee.. 9r Zeit darin, als ein Schuß die Wand durchschlug und verfügen 31 über Motorboote. Das erste vr: die Hose des Gerhard B. streifte. Als sie dann aufdre 1935 in Dienst, gestellten Strandmotoren= standen, nach dem Schützen zu sehen, fiel ein zweiter Schuß, und die Kugel drang dem Gerhard B. oben ins Herz und tötete ihn auf der Stelle. Er war verheiratet und Vater dreier Kinder. Wie sich herausstellte, hatte der 23jährige H. aus der Steubenstraße aus 150 Meter Entfernung nach dem Weidestall geschossen, um sich im Schießen mit dem Tesching zu üben. Die Polizei nahm ihn fest. Münster. Nach dem soeben veröffentlichten Bericht der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger wurden im Jahre 1935 durch die Einrichtungen der Gesellschaft in 37 Fällen 74 Menschen aus Seenot geborgen, nämlich 73 durch Rettungsboote und einer durch den Raketenapparat. Die Gesamtzahl der seit Gründung der Gesellschaft geretteten Menschenleben belief sich bis Ende des Berichtsjahres auf 5563, während in 37 Fällen die Rettungsversuche vergeblich waren. Die Gesellschaft verfügt augenblicklich über 107 Rettungsstationen, von denen 31 an der Nordsee und 73 an der Ostsee liegen. Davon im Jahre 1935 in Dienst gestellten Strandmot rettungsboote, die auf Bootswagen befordert werden können, hat sich als außerordentlich seetüchtig und manövrierfähig bewährt. Neben diesem an der Ostsee stationierten=to=Boot wurde noch ein fast =to=Boot gebaut. Beide sind gleich den übrigen Motorrettungsbooten mit konpressorlosen Dieselmotoren bis 50 PS ausgerüstet. Der Gesellschaft gehören 59 Bezirksvereine an, von denen 36 im Binnenlande und 23 an der Küste ihren Sitz haben. Die Zahl der unmittelbar dem Gesellschaftsvorstande unterstehenden Ortsgruppen ist erfreulicherweise von 274 im Jahre 1934 auf 310 im Berichtsjahre gestiegen. Die Gesamtzahl der Mitglieder belief sich Ende 1935 auf 26 034. Mit Rücksicht auf die gemeinnützige, selbstlose Tätigkeit der Gesellschaft darf man wohl erwarten, daß mit der„Erstarkung nationalsozialistischen Geistes die gliederzahl der Gesellschaft immer mehr wachsen wird. 200 auslandsdeutsche Arbeiter im deutschen Westen Münster. Von den beiden großen Gruppen auslandsdeutscher Arbeiter, die nach der Teilnahme an dem Weltkongreß für Freizeit und Erholung von Hamburg aus Reisen durch die deutschen Gaue angetreten haben, traf eine Ehrenabordnung von fast 200 Mann nach dem Besuche von Warburg, Bielefeld und Osnabrück in Münster ein, nachdem ein Sturm des RSKK. sie bei Warendorf abgeholt hatte. Helle Begeisterung hatte es überall ausgelöst, wo die Autobusse der deutschen Brüder unter der Führung des RSKK. das Münsterland durchfuhren. In der Landeshauptstadt wurden sie, wie bereits kurz mitgeteilt im Friedenssaale von den Vertretern der NSDAP. und ihrer Gliederungen wie auch des Staates, der Wehrmacht und der Stadt empfangen. Abends gab die Stadt den Auslandsbeutschen in dem glanzengen Gesgäufg der Eind: Bald arbeitei auch das letzte Zementwerk wieder Beckum. Vergleicht man das, was der Nationalsozialismus für die Wiederingangsetzung des Lebensnervs unseres ganzen Wirtschaftslebens im Kreise Beckum getan hat, dann muß man dankbar staunen, was in den 3½ Jahren nationalsozialistischer Wirtschaftsführung hier geleistet worden ist. Bis ins Jahr 1933 hinein war der Kreis Beckum zu einem wahren Ruinenfelde ehemaliger stolzer Zementwerke geworden, die durch kapitalistische Großmannssucht zerschlagen worden waren. Und jetzt haben sich die Verhältnisse so geändert, daß am 15. August auch das letzte der noch nicht wieder in Tätigkeit genommenen Zementwerke, das Beckumer Zementwerk Illigens, Ruhr u. Klasberg(Römer), das mehr als acht Jahre still gelegen hat, wieder in Betrieb genommen wird. Bielefelder Reisender durch Autounfall gelölet Mettingen. Ein Tabakwarenreisender aus Bielefeld verfehlte in einer keineswegs schwierigen Kurve die Richtung und raste mit hoher Geschwindigkeit gegen einen ihm dort entgegenkommenden kleinen Lastwagen an. Bei dem Zusammenprall wurde der Wagen des Reisenden vollständig zertrümmert und der Reisende sofort getötet. Der Lastwagen wies nur leichte Beschädigungen auf. Blitz erschlug vier Weideliete Hopsten. Dem in der Aabauerschaft zwischen hier und Recke gelegenen Bauern Brockmöller, dessen Hof durch eine der dicksten Eichen Westfalens bekannt ist, wurden auf der Weide vier wertvolle Tiere, darunter ein 1½jähriges Fohlen, vom Blitz erschlagen. Wahrscheinlich hatten sich die Tiere in ihrer Angst vor dem Gewitter an den Weidedraht gedrängt und waren so durch einen einzigen Blitzschlag getötet worden. Hätte man sich die Mühe gegeben, den Weidedraht in kurzen Abständen zu erden, wären die Tiere wahrscheinlich nicht getötet worden und der Bauer vor einem Schaden von 2000 RM. bewahrt geblieben. Von der Mähmaschine eine Ferse abgeschnitten Ahlen. In der Bauerschaft Gemmerich bei dem benachbarten Dolberg wollte der Sohn Willy des Bauern Theodor Brune die Pferde vor die Mäh maschine zum Arbeiten fertig machen und noch den letzten Handgriff anlegen. Die Pferde zogen jedoch zu früh an. der Junge kam zu Fall, konnte nicht mehr zur Seite weichen, die Maschine ging über das eine seiner Beine hinweg und schnitt ihm die eine Ferse ab. Auch die Sohnen wurden zerschnitten. Man brachte den schwer verletzten Jungen ins hiesige Krankenhaus. Kestivse. Aastialung in der Morbsache Kulide Umfassendes Geständnis des Täters deutschen in dem alanzenden Festsaale der Stadte.. zi, der Täter, der Konditormeister Erhard halle einen Ehrenabend, uber oessen Eindruck uns Stoy, Manne=Eickel, noch in seinem Keller vor allem der Kreisleiter der NSDAP. in Brasilien, Erwin Kalk aus Pernambuco, ein geborener Münsteraner, seine rückhaltlose Bewunderung aussprach. Gauwart Hetzel von der NSG.„Kraft durch Freude“ entbot den Gästen, die 42 Nationen aus aller Welt angehörten, herzlichen Willkommen und lud sie ein zu einem aus Schinken, Schwarzbrot und Doppelkorn bestehenden westfälischen Imbiß. Der Abend verlief in echter deutscher Brüderlichkeit. Montagvormittag verließen die Autobusse Münster zur Weiterfahrt nach Bochum, Essen, Düsseldorf und Köln. Die kadrennbahn ist lot— Es lebe das Radrennen! Münster. Die alte Radrennbahn am Schiffahrter Damm ist der Spitzhacke verfallen, um ihr Gelände dem Wohnungsbau dienstbar zu machen. Aber sonderbar! Noch nie hat Münsters Jugend so sehr das Bedürfnis nach einer Radrennbahn verspürt wie jetzt. Zuerst richtete sie sich eine provisorische Rennbahn am Friesenring ein. Die Polizei hielt für nötig, sie zu zerstören. Dann entdeckte die Wanne=Eickel. Die weiteren Ermittelungen und Er unterhielt seit etwa Mai d. Is. ein Verhältnis Maßnahmen der Kriminalpvolizei haben zur rest=lmit einer 20jährigen Angestellten, zu der er losen Aufklärung des grausigen Leichenfundes am starke Zuneigung saßte, daß er vor keinem Mittel Harkortsee in Wetter geführt. mehr zurückschreckte, um sie zu gewinnen. Das Mäd Battoiner in Wetter geinh.. s chen seinerseits drängle nun auch mehr und mehr auf eine Entscheidung, zumal Kulicke ihr gegenüber die Absicht ausgesprochen hatte, sich scheiden zu lassen und sie nachher zu heiraten. Kulicke versuchte zunächst mit allen Mitteln einen Ehescheidungsgrund gegen seine Frau zu bekommen. Die bisher noch fehlenden Beine der ermordeten Kulicke aus Wanne=Eickel, noch in seinem Keller liegen hatte und die Eingeweide der Leiche sind inzwischen aufgefunden worden. Am Vormittag des 3. August nahm die MordkomAm Vormittag des 3. August nahm die„„auden, Dies mißlang, jedoch durch das einwandireie Ver missign Bochum unter Führung des Polizeipranv... haltep seiner Frau. Run reiste in ihm der Plau. in Bochum unter Führung des ten Schleßmann und des Kriminaldirektors. Regierungsrats Knappschild, zusammen mit dem Leiter der Zentralen Mordkommission für das rheinisch= westfälische Industriegebiet aus Essen, eine eingehende Ortsbesichtigung vor. Obwohl Kulicke alle Spuren nach Möglichkeit beseitigt hatte, konnten bei dieser Besichtigung sehr wichtige Feststellungen getroffen und bedeutsame Beweismittel gesichert werden. In Verbindung mit verschiedenen bemerkenswerten Zeugenaussagen ergab sich daraus ein wesentlich anderes Bild über den Verlauf der Tat. als Kulicke sie bisher geschildert hatte. Bei stundenlangem, eingehendem Verhör, das sich bis in die Nacht hinzog; hat Kulicke schließlich unter dem Druck der Beweislast ein umfassendes Geständnis abgelegt. Während der Verhandlungen versuchte er immer wieder vergeblich, sich bei den Punkten, die ihn besonders belasteten, herauszureden. Nach seiner Darstellung, die nunmehr auch mit es für notig, sie„Iu., Ferg. gt ga# zing nene Nach seiner Darstellung, die nunmehr auch mit Jugend auf dem Gelände der Munzsttuht eine neu dem gesamten Ermittlungsergebnis ubereinstimmt. legenheit, Radrennen abzuhalten, und tagtäglich?.4 schan läugerg Zeit mit dem Gedanken umstanden namentlich abends Hunderte von Me umstanden kumentlich übenbs Handert.„Loa Menschen die wohlorganisierten Rennen und hatten viel Freude daran. Bis jetzt auch dieser Platz wegen hat er sich schon lungete Beir mit dem Gedanken getragen, von seiner Frau frei zu machen. Ein neues Fahrrad“ eAber PReie Zu haben bei den Verkaufsstellen für Miele-Fahrräder. Wir vergeben sofort einige len im Außendienst. Stel(79 Herren mit gut. Auffassungsgabe, die ernsthaft gewillt sind, sich eine neue, erfolgversprechende Existenz aufzubauen, wollen sich zwecks näherer Besprechung melden, am Mittwoch dem 5. 8. 36. im Lokale Münsterstraße 23, 100 Ltr, mit Miele=Wassermotor, geräuschlos, kurze Zeit gebraucht, zu verkaufen.(41 .=R. 3, AdolfHitler=Str. 80. -ZimmerWohnung(s zum 15. 8. oder 1. 9. gesucht. Angeb. unt. Nr. 707 a. d. Stadtanzeiger. Haben Sie etwas zu verkaufen oder wollen Sie etwaskaufen? Luchen Sie halten seiner Frau. Nun reifte in ihm der Plan. seine Frau zu vergiften und so aus dem Wege zu räumen. Zwei versuckte Giftmorde, die er mit einem Medikament unternahm, das er seiner Frau einmal unter das Essen und 8 Tage später unter Eierkognak mischte, schlugen sehl, da die erhoffte Wirkung nicht eintrat. Da alle bisherigen Versuche gescheitert waren, saßte Kulicke den Entschluß. seine Frau durch eine Gewalttat zu beseitigen. Dazu erschien ihm am besten die Zeit geeignet, während sich die Mitbewohner seiner abgeschlossenen Etage auf Urlaub befanden. Am Sonntag, dem 26. Juli 1936 schritt Kulicke zur Tat. Für den Sonntag vormittag hatte er sich mit seiner Freundin zu einem Ausflug nach Düsseldorf verabredet. Für dieses Treffen wollte er unter allen Umständen frei sein. Es stand daher für ihn fest, daß er vor diesem Zusammentreffen seine Frau um die Ecke bringen mußte. Gegen 8 Uhr vormittags. als seine Frau noch im Bett lag. trat er an diese heran, liebkoste und streichelte sie. damit sie keinen Argwohn schönfen sollte. In einem ihm günstigen Augenblick griff er der Ahnungslosen blitzschnell an die Kehle und würgte die Frau solange, bis sie nur noch schwach röchelte. Ein lreudiges Ereignis oildet die Veranlassung zum Einkau! von Möbel, Textilien usw. Der kluge Geschäftsmann bringt sich daher rechtzeitig durch eine Anzeige im „Stadianzeige!“ In empfehlende Erinnerun Dann nahm er ein Rasiermesser und durchtrennte der noch lebenden Frau damit den Hals bis zur Wirbel säule. Sofort nach vollbrachter Tat begab er sich nach Gelsenkirchen, traf dort seine Freundin und fuhr mit ihr nach Düsseldorf, wo sie den Tag mit Besuchen von Lokalen. Kirmesplätzen und Tanzstätten verbrachten. An den daraufolgenden Tagen hat Kulicke dann die Leiche seiner Frau in bestialischer Weise mit Messer. Beil und Säge zerstückelt. Die einzelnen Leichenteile verpackte er zu Pateten. stellte sie einstweilen im Keller ab und schaffte sie schließlich nach und nach aus dem Hause. Kulicke war bei seinen Vernehmungen sehr gesaßt und ruhig. Er schilderte die Einzelheiten der Tat derart unbefangen und gleichgültig, daß man von vollkommener Gefühllosigkeit sprechen muß. Kulicke wurde dem Amtsgericht in Bochum vorgeführt. Damit geht die grausigste Mordtat, die in den letzten Jahrzehnten im rheinisch=westfälischen Industriegebiet vorgekommen sein dürfte, ihrer verdienten Sühne entgegen. Von Rhein, Mosel und Saar Ein Kind verschwand auf der Eisenbahnfahrt .Gladbach. Seit Montag vormittag wird die 10 Jahre alte Maria Deicke aus Eckersheim per mißt. Das Kind war in.Gladbach zu Besuch gewesen und ist am Montag vormittag auf dem Hauptbahnhof.Gladbach in den Eilzug 10.25 Uhr über Düsseldorf nach Wupvertal=Elberfeld gesetzt worden. wo es 11.25 Uhr von Verwandten am Zuge abgeholt werden sollte. Das Kind ist aber dort nicht eingetrossen, auch ist es bisher nicht als aufgesunden gemeldet worden. Sturz aus dem Fenster Krefeld. Sonntag abend stürzte auf der Steinstraße ein jung verheirateter Mann aus der eisten Etage auf den Hof. Der Verunglückte hatte versucht. vom Flursenster aus das Fenster seiner Wohnung zu öffnen. weil die Wohnung verschlossen war. Der Bedauernswerte wurde in bedenklichem Zustande ins Krankenhaus gebracht. Nicht Mord, sondern Totschlag Hassum bei Goch. Der Gerichtshof in Hertogenbusch als Berufungsinstanz fällte in der Hassumer Raubmordsache folgendes Urteil: Die Berufung der Staatsanwaltschaft gegen das Urteil der Rechtsbank in Sachen Vüllings vom 6. 5. 1936 wird zurückgewiesen. Auf die Berujung des Angeklagten Matthias Vüllings aus Gennen(Holland) wird das Urteil der ersten Instanz aufgehoben und der Angetlagte wegen Totschlags— unter Freisprechung im übrigen— zu einer Gefängnisstrafe von 15 Jahren verurteilt. Die erlittene Untersuchungshaft wird angerechnet. In der kurzen Urteilsbegründung brachte das Gericht zum Ausdruck, daß für die Verminderung der erstinstanzlichen Strafe die Ansicht des Gerichtshofes maßgebend gewesen sei. wonach lediglich das Verbrechen des Totschlags angenommen werde. Die Berufung der Staatsanwaltschaft mußte dagegen abgelehnt werden. weil das Gericht nicht zu der Ueberzeugung des vorsätzlichen Mordes gekommen sei. Auch habe das Gericht keinen lückenlosen Beweis dafür gesunden. daß ausgerechnet der Angeklagte auch den Diebstahl der Kassengelder vollführt habe. So bekam ich mal eines hinter die „Löffel“ als ich noch Stift auf dem Büro war. Da mußte ich täglich die Post fertig machen, also die Briefe in den Umschlag stecken und die Adresse darauf schreiben. Wie es eben bei den Stiften so ist, man paßt nicht immer auf. Und da passiert es mir, daß ich einen Brief, der an Müller-Köln lautete, in den Umschlag Schulze-Düsseldorf steckte. Müller bekam nun Schulzes Brief und Schulze Müllers Brief. Als diese Verwechslung herauskam, da gebs Krach, denn Müller bekam dadurch zu hören, daß Schulze einen viel höheren Rabatt bekam als er. Der Chel, wütend, klatschte mir tüchtig hinter die Ohren und meinte:„Aber eine solche Verwechslung soll im Leben nicht mehr in meinem Geschäft vorkommen“. Man rief die Druckerei Geschw. Schmitz u. ließ alle Brielblätter, Rechnungen u. Miteilungen für Fensterhüllen passend anfertigen. Seitdem wir diese prakt. Einrichtung von der Druckerei Geschw. Schmitz haben, ist eine so peinliche Verwechslung nicht mehr möglich. Lassen auch Sie sich mal diese praktische Einrichtung zeigen. Am besten schon, wenn Sie Ihre nächsten Sachen neu drucken lassen. Druckerei Geschw. Schmitz, Castrop-Rauzel 1, Münsterstraße 24, Rut 2151 Traditions=Ecke Treffen ehemaliger Fußarlilleristen in Münster Der Landesnerband von Rheinland und Westfalen der ehemaligen schweren Artillerie hat für Sonntag. den 20. Oktober einen großen Herbstavvell der ehemaligen Angehörigen der rheinisch=westfälischen Fußartillerie=Regimenter nach Münster in die Münsterlandhalle einberufen. Die in Westjalen bestehenden Fußartilleriekameradschaften werden daran geschlossen teilnehmen. SNS WE für den„Stadtanzeiger für Castrop-R. u. Umgb.“ Geschäftsstelle des Stadtanzeiger Drucksachen für Industrie und Handel Briefbogen Mitteilungen Briefumschläge Rechnungen Posikarten Zirkulare GESCHW. SCHMITZ -ee Sh erehee Beeeenn eetstrant ahrs Von Kirsch’ne Miele sagte Tante, die was von Waschmaschinen kannte Münsterstraße 21 Ausstellungsraum Münsterstraße 16 Raltet den Stadtanzeiger Deutscher Einheits=Mietvertrag mit Quittungsbuch aufgestellt vom Zentralverband Deutscher Haus= u. Grundbesitzervereine und des Bundes Deutscher Mietervereine unter Mitwirkung des Reichsjustizministeriums. Zum praktischen Gebrauch für Micter u. Hausbesitzer. Preis 20 Pfg. für 2 Stück. Handliches Format.— 20 Seiten in Karton= Umschlag. 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