für Castrop=Rauzel und Umgebung Sel. Jochng, Kostrader Telung Rauxeler Neueste Nachrichten Bladenhoiflei Tugre ial! Der Stadtanzeiger erscheint wöchentlich Zmal. Wochendezugzgrete 50 Pig. Postbestellpreis 2 RM monatlich. Ersatzansprüche bei Störungen im Erscheinen infolge höherer Gewalt nicht gestellt werden Druz und Verlag: Geschw Schmitz in Casteov=Rauxel. Hauptschriftleiter, verantwortlich für den Textteil: Franz Josef Prune in Castrov=Rauxel.„Anzeigenleiter: Wilhelm Welter in Castrop=Rauxel. DA. VI. 36 1709. Sa.=Nr. 2151 Castrop. Anzeigenpreis: 1 mm hoch und 22 mm breit 4 Pig, Textanzeigen 1 mm hoch und 72 mm breit 25 Pig. Nachlaß nach den vom W. d. D. W. herausgegebenen Richtlinien. 3. 3t. gili Preisliste Nr. 2. Für Vlatzwünsche auch für die durch Fernsprecher aufgegebenen, sowie kür undentsch=Pnzegen, unnagns“, Aiße keine Gewähr übernommen. Schluß der nachm. tags zuvor., Eefüllungsort u. Gerichtsstand Castrov=Rauxel. Amtliches Veröffentlichungsblan für den Landgerichtsbezirt Dortmund. Allgemeines Kreisblan für den Stadttreis Castrop=Rauxel. Nr. 196 den 22. Juli 1936 Aio Alaas=Bendee hehlin Spallteil Die roten Drahtzieher hetzen das ganze Volk gegeneinander auf— Generalangriff von zwei Seiten— Widersprechende Kundfunkmeldungen Snan'en hestimunten Sendung in spanischer Sprache an die,„ 348#### c dnb. Lissabon, 21. Juli. Der Moskauer Rundfunk hat in einer für Spanien bestmmren Zuszäudischzent schäristen Wider: stand zu leisten. Der Moskauer Aufruf wird hier als erneuter Beweis für das aktive Eingreifen der Bolschewisten in die innerpoliWie hier ferner bekannt wird, sol bei der Beschießung von Ceuta auch ein mit zwei Geschützen bewaffneter rusischer Leltankdampfer unter der Sowjetflagge teilgenommen haben. Aumiderbandlungen werden Ein Reuter-Interview Der Vertreter von Reuter in Ceuta hatte am Dienstag eine Unterredung mit dem dortigen Führer der aufständischen Truppen in Marokko, der folgendes erklärte:„Der von uns ausgearbeitete Plan wird mit mathematischer Genauigkeit durchgeführt. Die verschiedenen Bezirke in Spanien haben ihre Lage gefestigt und trefsen nunmehr Vorbereitungen, um die noch verbliebenen Mittelpunkte kommunistischer Machenschaften auszulöschen. Unsere Erhebung ist im letzten Augenblick gekommen, weil die Verhältnisse auf gewissen Kriegsschiffen gezeigt haben, wie intensiv die kommunistische Propaganda bei den Flottenstreitkräften ist und wie notwendig es für uns war, schnell und tatkräftig zu handeln. Die Zivilisation Westeuropas würde sonst einen äußerst ernsten Rückschlag erlitten haben. Die Moral der Truppen im marokkanischen Protektorat ist hervorragend und es ist bemertenswert, in welcher Weise sich die eingeborenen Truppen zur Verfügung gestellt haben, um den Interessen der Nation zu dienen, die sie schützt. Die Drohung einer Beschießung Ceutas durch gewisse meuternde Schiffe ist abgewiesen worden, und die Bevölkerung Ceutas verhielt sich diesen Schiffen gegenüber gleichgültig. Unter den Fahrzeugen. die Ceuta angegriffen haben, befand sich ein russisches Oeltankschiff. das mit zwei Geschützen ausgerüstet war. Diese Tatsache ist ein erneuter Beweis dafür, wie wir von den früheren spanischen Regierungen betrogen worden sind, die sich den Befehlen Moskaus gebeugt haben. In dem Augenblick, wo die Trompetensignale über die Meerenge von Gibraltar ertönen, stehen daher nicht allein die Interessen Spaniens auf dem Spiele". kote Waffenteansporte Der Sender von Sevilla wendet sich energisch gegen die von Madrid verbreitete Nachricht von einer Kapitulation der Aufständischen und meldet demgegenüber, daß sich die Lage der aufständischen Truppen weiter gebessert habe. In der Nacht zum Dienstag sei der Vormarsch auf Madrid fortgesetzt worden, ohne auf nennenswerten Widerstand zu stoßen. Die Zivilbevölkerung der besetzten Orte sei sofort entwaffnet worden. Der Führer der aufständischen Truppen in Südspanien, Gen. ral Qucipo de Llano, hat am Dienstagvormittag durch den Sender Sevilla an sämtliche Zivilflieger den Befehl erteilt, sich noch im Laufe des Vormittags auf dem Flugplatz Tablada bei Sevilla zu melden. Ein weiterer Funkspruch von Sevilla besagt, daß der Militärkommandeur von Merida am Dienstagvormittag in seinen Bezirk den Kriegszustand erklärt habe. Die strategisch wichtigen Punkte seien von aufständischen Truppenabteilungen besetzt worden. In Carabanchel gelang es den Aufständischen, einen aus 31 Lastkraftwagen bestehenden Waffentransport der Roten Miliz abzufangen. Der Führer des Transportes ein Oberst, wurde sofort standrechtlich erschossen. Ein ähnlicher Schlag ist der Funkmeldung aus Sevilla zufolge dem Regiment von Covadongo gelungen, dem gleichfalls ein großer Waffen= und Munitionstransport für die Rote Miliz in die Hände fiel. Malaga in kommunistischen Händen? Nach einer Meldung aus Gibraltar soll sich Malaga. Berichten britischer Offiziere zufolge. vollständig im Besitz der Kommunisten befinden. Nirgends sei dort eine Uniform zu sehen und rote Flaggen flatterten auf allen Fahrzeugen. In der Nähe Malagas seien zwei Brücken in die Luft gesprengt worden, um den Anmarsch marokkanischer Truppen zu verhindern. Mehrere große Läden ständen in Flammen. söffnen. Gegen Zuwiderhandlungen schwere Strafen angedroht.„„.8 Wie die Regierung mitteilt, werden fünf Heeressäulen gebildet: die regierungstreuen Truppen, die Volksfront=Miliz, die Polizeiabteilungen, die Guardia civil und die Guardia assalto. Diese fünf Säulen sollen den Aufstand in Valladolid, Burgos und Saragossa niederwerfen. In Madrid herrschte am Dienstagvormittag Ruhe. Die Straßenbahnen verkehren und die Geschäfte haben zum Teil wieder geöffnet. In den Straßen patrouillieren zahlreiche Streifen der Polizei und der Miliz in Autos und zu Fuß. Auf den öffentlichen Gebäuden ist die Nationalflagge gehißt. Die Anarcho=Syndikalisten betonen in einem Aufruf ihren„antifaschistischen Willen", der bei den letzten Kämpfen in Madrid glänzend seine Probe bestanden habe. Die Gerüchte über ein Zusammengehen der Anarcho=Syndikalisten mit den Faschisten entsprächen nicht den Tatsachen. Auf dem Wege nach Spanien Weitere englische Kriegsschiffe dnb. London, 21. Juli. Die Admiralität teilt mit, daß das erste Kreuzergeschwader im Mittelmeer angewiesen worden ist, einen Kreuzer nach Barcelona und einen weiteren nach Palma de Mallorca zu entsenden. Die britische Admiralität hat ferner dem Kreuzer„Amphitryon“ nach Polorica entsandt. Ein französisches Torpedoboot auf dem Wege nach Tanger Paris. Ein französisches Torpedoboot ist von Casablanca nach Tanger ausgelaufen, wo es vorläufig bleiben soll, um im Falle weiterer Die Regierung hat die Ladenbesitzer durch Unruhen in Spanisch=Marokko die dortigen Ein Kapitän ermordet Nach einer Meldung aus Gibraltar ist es an Bord des spanischen Kreuzers„Jaime.“ zu Kämpfen gekommen. Der Kapitän, ein weiterer Offizier und sieben Matrosen wurden dabei getötet und ins Meer geworfen. Das Fahrzeug befindet sich auf dem Wege nach Tanger. „Jaime.“ ist ein Kreuzer von 15000 Tonnen, der acht 12zöllige und 20 4zöllige Geschütze führt. In einer Rundfunkmitteilung der Regierung wird zu den Vorgängen auf dem Panzerkreuzer „Jaime.“ erklärt: Der Kreuzer befand sich auf der Fahrt von Galicien nach Tanger. Als die Offiziere sich weigerten, den Anordnungen der Regierung zu folgen, kam es zu blutigen Auseinandersetzungen an Bord, bei denen ein Korvettenkapitän und ein Leutnant getötet, acht Unteroffiziere schwer und mehrere andere Angehörige der Besatzung leicht verwundet wurden. Die republikanische Flotte hat dem neuen Flottenchef telegraphisch ein Treuebelenntnis übersandt. Der spanische Staatsanzeiger veröffentlicht ein Dekret, wonach die Landtagssitzungen auf weitere 20 Tage ausgesetzt werden. Allgemeine Mobilmachung Nach einem vorliegenden Bericht hat der Sender in Sevilla bekanntgegeben, daß das Hauptquartier der Aufständischen eine allgemeine Mobilmachung sowie die Einziehung aller Wehrdienstfähigen in den von den Aufständischen besetzten Provinzen angeordnet hat. Aufruf an die Ladenbesitzer Die Regierung hat die Ladendesiher. Rundfunk aufgefordert, ihre Geschäfte sofort zu französischen Staatsangehörigen zu schützen. Aadeis vor schwerei=Kampfen Englische Berichte über den Bürgerkrieg in Spanien— Entscheidungsschlacht in einigen Tagen erwartet dub. London, 21. Juli. Der Bürgerkrieg in Spanien findet in der englischen Presse nach wie vor größte Beachtung. In großer Aufmachung berichten die Blätter über die Stärkung der britischen Garnison in Gibraltar, und daß nunmehr in nicht weniger als 5 spanischen Häfen britische Kriegsschiffe zum Eingreifen bereitliegen, falls dies notwendig sein sollte, um das Leben von Engländern zu schützen. Die Lage hat sich nach den Berichten noch keineswegs geklärt. Die Regierung ist nach übereinstimmenden Berichten Heir der Lage in Madrid. Man erwartet aber daß es in den nächsten zwei bis drei Tagen zu einer Entscheidungsschlacht vor den Toren der Hanntstadt kommen wird und daß es weiter blutigc Zusammenstöße in Marokko, im Süden und Norden Spaniens geben wird. In Tanger sind, nach Reuter 12 spanische Kriegsschiffe zusammengezogen worden die nur auf den Befehl der Regierung warten, um sich nach Algeciras zu begeben, um dort die Aufständischen zu bekämpfen. Die Mannschaften der Kriegsschiffe sollen zum Teil ihre Orfiziere in Haft gesetzt oder über Bord geworfen haben Sie werden von kommunist schen Führern geleitet. Neue Erfolge der Aufständischen Widerspruchsvolle Pariser Meldung über Spanien dub. Paris, 21. Juli. Die Madrider Regierung hat am Dienstag um 15 Uhr eine durch Funk verbreitete Mitteilung herausgegeben, in der es u. a. heißt, daß die Lage in Galizien (Nordwestspanien) ruhig sei und die Truppen der Regierung treu geblieben seien. Auch in Madrid sei das Leben normal. Die moralische und materielle Lage der Aufständischen in der Provinz sei ernstlich geschwächt. Die Regierung dementiert ferner Nachrichten, wonach die Lage in San Sebastian besorgniserregend sei. Im krassen Widerspruch zu dieser Rundfunkerklärung steht eine Havasmeldung aus Bayonne, wonach San Sebastian von aufständischen Truppen am Dienstagnachmittag eingenommen worden ist. Die Truppen General Molas, die von Pamplona an im Vormarsch seien, würden ebenfalls stündlich in San Sebastian erwartet. Sofort nach ihrem Einmarsch in die Stadt hätten die Führer der aufständischen Truppen die Zivilgarde und die Gendarmerie in der Provinz davon in Kenntnis gesetzt. Die Krankenhäuser, Privatkliniken und Apotheken seien beschlagnahmt worden. Havas meldet ferner aus Lissabon, daß nach einer dort eingetroffenen Funkmeldung die Aufständischen den spanischen Kreuzer„Primero“ belästigt hätten. Dieser Kreuzer, der 16 000 Tonnen groß sei, sei in den Hafen von Vigo eingelaufen. Eine Meldung der französischen Nachrichtenagentur Fournier aus Casablanca besagt, daß die Rundfunkstation Lissabon den Uebertritt Vorbereitende Konferenz in London Man wird sich am Donnerstag in London treffen. und die französische Presse macht kein Hehl daraus. daß man in Paris entschlossen ist, noch in letzter Minute zu erringen, was man bisher, nicht hat durchsetzen können, nämlich die Schaffung einer Situation, in der Deutschland vor vollendete Tat=„ sachen gestellt werden soll. Man braucht nur die Artikel von Blättern wie dem„Temps“ in den letzten Tagen verfolgt zu haben, um dies zu wissen. Mit einem großen Aufwand der verschiedensten Argumente versucht man immer wieder klar zu machen, daß es auf keinen Fall anginge, wenn Deutschland sich bei einer etwaigen Teilnahme an einer Konferenz mit den Westmächten nicht sofort und von vornherein einer geschlossenen Front gegenübersähe. Einen„seltsamen Pazifismus“ hat der belgische Außenminister in seinen sehr ausdrucksvollen Darlegungen diese Haltung genannt. Und selbst in den Kreisen der französischen Presse haben sich die Stimmen des Zweifels erhoben ob man mit einem solchen Standpunkt zu etwas kommen kann, den man nach den Lehren der letzten Jahre eigentlich nur noch als den der unbelehrbaren Bockbeinigkeit bezeichnen kann. Diese Stimmen aus der französischen Presse sind es auch, die darauf hinweisen, daß man auch Belgien bei einer derartigen Politik kaum auf seiner Seite finden werde.,.. Grihenministare Hezich. Die Rede des belgischen Außenministers bezeichnen die Blätter, die den Mut haben, dies auszusprechen, als eine Enttäuschung. Wunderlich! Hatte man wirklich in Paris irgendwo geglaubt daß noch viele Völker Eurovas sich genau so gut wie Frankreich einem politischen System verschrieben hätten. dessen Schiffbruch so offensichtlich ist wie das. dem man den schönen Namen„das System der kollektiven Sicherheit“ gegeben hat? Belgien will sich, das geht aus den Worten des belgischen Außenministers deutlich hervor, nicht als Schutzwall Frankreichs hergeben. wenn Frankreich durch das Diktat seines Moskauer Verbündeten in irgendeine Wahnsinnstat hineingehetzt wird. Und England? Hofft man, England unter Berufung auf die Moskauer Wünsche wieder ein weiteres Zugeständnis abringen zu können? Bisher hat man, um überhaupt die so dringend gewünschte Besprechung zu dritt herbeiführen zu können, wenn auch unter Zähneknirschen, so doch London das Zugeständnis machen müssen, daß die Aufgabe der Konferenz die Vorbereitung des Programms ist und nichts weiter. Das erbitterte Ringen hat sich jetzt schon so weit entwickelt, daß man in Paris versucht, jeden einzelnen Posten nur schrittweise aufzugeben. Daher die Bedeutung, die man dem Schlußkommunique beimißt, daher der französische Vorschlag, man könne ja schlimmstenfalls noch einmal in der kommenden Woche zusammentreten, um dieses Schlußkommunique zu bereiten. Die Absicht ist klar: Man hat sich in der eigenen Schlinge gefangen, als man Umstände schuf, die den Zeitraum der Verhandlungen in London auf zwei Tage begrenzten.— Man hoffte, dadurch eine Verlegung herbeizuführen um eine weitere Atempause für die Vorbereitung der eigentlichen Verhandlung zu gewinnen. Es war nicht angenehm, daß man beim Wort genommen und die Konferenz tatsächlich auf zwei Tage beschränkt wurde. Mit dem Vorschlag einer nachträglichen Behandlung der Schluß=Kommuniques will man einen weiteren Verhandlungstag herausarbeiten, in den die französischen Unterhändler erst eintreten sollen, nachdem sie Gelegenheit gehabt haben, sich in Paris erneut zu unterrichten und vielleicht zwischendurch noch einmal die diplomatischen Drähte nach London spielen zu lassen Taktische Kunststücke. Aber mit dem schönsten derartigen Kunststückchen hält man die Zeit nicht auf, ändert man nichts an der Entwicklung Zeit und Entwicklung gehen weiter Merkt man dies zu spät, so gehen sie über einem hinweg! zahlreicher spanischer Flüchtlinge auf portugiestsches Gebiet ankündigte. Nach Berichten herrsche in Madrid eine ungeheure Panik und man erwarte von Stunde zu Stunde den Einmarsch der Truppen der Generäle Mola und Franko. n0 „ WGeirt Aenseren, in Tondon dnb. London, 21. Juli. Wie amtlich mitgeteilt wird, ist die Zusammenkunft der drei Mächte Großbritannien, Frankreich und Belgien auf den 23. Juli in London festgelegt worden. Auf der Konferenz soll nach der amtlichen Mitteilung die Lage geprüft und erwogen werden, wie der Wunsch der drei Mächte nach einer Konsolidierung des Friedens Europas durch eine allgemeine Regelung gefördert werden kann. Vorher Botschafterempfang Der französische und der belgische Botschafter hatten am Dienstagvormittag mit Außenminister E den Besprechungen über die beabsichtigte Konferenz der Restlocarnomächte. Unmittelbar darauf fand in der Downingstreet unter Vorsitz des Ministerpräsidenten eine Ministerbesprechung statt, an der u. a. Eden, Lord Halifax, Neville Chamberlain, Sir Samuel Hoare und Runciman teilnahmen. Ministerrat in Paris Der französische Ministerrat ist am Dienstag um 11 Uhr zusammengetreten. Die Beratungen galten in erster Linie den außenpolitischen Fragen, besonders der Haltung, die die französische Abordnung auf der Dreierkonferenz in London einnehmen wird. Weiter befaßte sich der Ministerrat mit der Tagesordnung der Kammer und mit den Gesetzentwürfen, die noch vor den Parlamentsferien erledigt werden sollen. U. a. sind Maßnahmen zur Ausfuhrförderung, die Mobilisierung von Clearingsrückständen und Maßnahmen zum Schutze des Mittelstandes vorgesehen. Auch die Fragen der Preissteigerungen und der Streiks dürften vom Ministerrat behandelt worden sein. Außenminister Delbos wird sich bereits am Mittwochnachmittag nach London begeben. Ministerpräsident Blum wird erst am Donnerstagmorgen mit dem Flugzeug nach London abreisen. Aufgaben der Konferenz Eine amtliche englische Stellungnahme Die kommende Londoner Dreimächtekonferenz wird im englischen Außenamt in der Downingstreet stattfinden, das für sie Sonderräume zur Verfügung stellen wird. Großbritannien wird auf der Konferenz durch den Außenminister Eden und den Lordsiegelbewahrer, Lord Halifax, vertreten sein. Man vermutet, daß Belgien durch den Ministerpräsidenten van Zeeland und den Außenminister Spaak vertreten sein wird. Wie verlautet, sind für die Besprechungen insgesamt zwei Tage in Aussicht genommen; jedenfalls ist nicht vorgesehen, daß die Konferenz länger dauert. In britischen amtlichen Kreisen wird hervorgehoben, daß die Konferenz sich lediglich mit Vorbereitungsarbeiten zu beschäftigen habe. Trotzdem sei sie jedoch von größter Wichtigkeit für das künftige Schicksal Europas. Die Aufgabe der Konferenz werde nicht darin bestehen, die politischen Fragen zu lösen, sie solle vielmehr das Gelände für eine größere Konferenz vorbereiten, die dann Beschlüsse fassen würde. Diese größere Konferenz werde eine FünfmächtekonfeWunsch der Mächte nach einer Konsolidierung des Friedens ich mitgeteilt wird, ist die Zusammenkunft der drei Mächte Großbritannien, Frankreich und Belgien auf g e l e g t w o r d e n. A u f d e r K o n f e r e n z s o l l n a c h d e r a m t l i c h e n M i t t e i l u n g d i e L a g e g e p r ü f t u n d e r w o g e n w e r d e n, Mächte nach einer Konsolidierung des Friedens Europas durch eine allgemeine Regelung gefördert werden kann. dub. London, 21. Juli. Wie amtlich mitgeteilt wird, ist die Zusar den 23. Juli in London festgelegt g. 9 wie der Wunsch der drei renz sein, werde also ausdrücklich Deutschland und Italien einzuladen haben. Das erste Ziel einer solchen Konferenz würde in der Erzielung einer Regelung im Westen bestehen. Ihr endgültiges Ziel aber müsse eine europäische Gesamtregelung sein. Mit weniger werde sich die britische Regierung nicht zufrieden geben. Im Unterhaus gab Baldwin die Verlautbarung über den Zusammentritt der Restlocarnomächte bekannt und erklärte hierzu, daß es sich um eine vorbereitende Konferenz handele. Die Abhaltung der Konferenz sei Deutschland und Italien auf dem üblichen Wege mitgeteilt worden. Einmarsch der türkischen Truppen in die entmilitarisierte Zone— Jubel unter der Bevölkerung dub. Istanbul, 21. Juli. Nachdem um Mitternacht das Geheul der Sirenen im Hafen und in der Stadt die Unterzeichnung der neuen Meerengenkonvention angekündigt hatte, begannen in den ersten Morgenstunden die ersten Truppenbewegungen. Infanterie, Artillerie und motorisierte Truppen wurden auf beiden Ufern des Bosporus in Marsch gesetzt und erreichten gegen Morgen die Orte des oberen Bosporus. Die alten, auf Grund des Vertrages von Lausanne unbrauchbar gemachten Befestigungen wurden militärisch besetzt. Die ganze Nacht hindurch war die Bevölkerung auf den Beinen. In zahlreichen Ortschaften, die die Straßen längs der Ufer säumen, bereiteten die Menschen den heranziehenden Truppen einen begeisterten Empfang. Heute früh tragen alle Schiffe im Hafen Flaggenschmuck. Ein Minenlegboot der Marine ist in Istanbul vor Anker gegangen und wird im Laufe des Tages nach dem Schwarzen Meer auslaufen. Der größte Teil der türkischen Flotte ist bereits unterwegs nach den Dardanellen, um sich an der in den heutigen Vormittagsstunden erfolgenden Besetzung der Meerengen zu beteiligen. Iweiter Jesisplenlag i Bahreaih Weihevolle Aufführung des„Parsifal“ dnb. Bayreuth, 21. Juli. In Bayreuth brachte der zweite Festspieltag die erste diesjährige Aufführung des Bühnenweihespiels„Parsifal". Der Führer machte der geduldig ausharrenden Bevölkerung, die wieder den Weg vom Haus Wahnfried zum Festspielhügel säumte, trotz der Unbilden der Witterung die Freude, sich im offenen Wagen zu zeigen. Der diesjährigen„Parsifal“=Aufführung liegt im wesentlichen die Inszenierung zugrunde, wie sie im Jahre 1934 von Generalintendant Heinz Tietjen und Professor Alfred Roller geschaffen worden war. Diese stellte die erste szenische Erneuerung des„Parsifal" im Bayreuther Festspielhaus dar und trat an die Stelle jener Aufführungsform, die seit der Uraufführung des Werkes in Bayreuth gebräuchlich und im Jahre 1882 noch von Richard Wagner persönlich benaym in diesem Jahr Professor Emil Prectorius an Stelle des inzwischen verstorbenen Alfred Roller einige Aenderungen am Bühnenbild vor. Er rundete den Gralstempel nach der Höhe und Tiefe ab und brachte ein völlig neues Bild von Klingsors Zaubergarten heraus. Auch die Blumenhalle im dritten Akt war nach einem Entwurf von Wieland Wagner neu gestaltet worden. Die wichtigste Veränderung gegenüber der letzten Bayreuther„Parsifal“=Aufführung geschah jedoch am Dirigentenpult: Zum ersten Male leitete Staatsrat Dr. Wilhelm Furtwängler Wagners letztes Musikdrama. Seine Leitung schöpft die Partitur restlos aus und seine Interpretation ist ganz vom Willen zum Dienst am Werk getragen und überzeugt durch die weihevolle Ruhe der Tempi wie durch die Eindringlichkeit des Ausdrucks. Die Hauptrollen waren mit den gleichen Solisten besetzt wie in der Neuinszenierung vor zwei Jahren: Helge Roswaenge sang den Parsifal, 1 Martha Fuchs die Kundry, Ivar Andrésen den Gurnemanz, Herbert Janssen den Amfortas und Robert Burg den Klingsor. Neu war lediglich Josef von Manowarda in der Rolle des Titurel. Die beiden Gruppen der Blumenmädchen wurden von Käthe Heidersbach und Ilonka Holndonner geführt. Die Chöre zeigten sich unter Friedrich Jungs Leitung auf der gewohnten Höhe. Die Zuhörer, die dem Bühnenweihespiel mit Ergriffenheit gefolgt waren, sahen, dem Sinn des Werkes entsprechend, von jeder lauten Beifallskundgebung ab, und erfüllt von der Tiefe des Eindruckes verließen die Festspielgäste schweigend das Haus. Am Schluß des 2. Aufzuges der Lohengrinaufführung am Dienstag— nachdem der Vorhang gefallen war— begab sich der Führer auf die Bühne zu den Künstlern und dankte allen treut worden war. Auf Grund der Erfahrungen, Mitwirkenden für den großen und erhebenden die man mit der Neuinszenierung gemacht hat, Kunstgenuß, den sie durch ihre Gemeinschaftsleistung dem deutschen Volk und darüber hinaus der ganzen musikalischen Welt vermitteln. Verkehrsopfer der letzten Woche dub. Berlin, 21. Juli. Als Opfer des Straßenverkehrs in der abgelaufenen Woche sind wieder 151 Tote und 4256 Verletzte zu beklagen. Der Reichsverkehrsminister bemerkt: Eine häufige Ursache der Unfälle ist die Unvorsichtigkeit an Straßenkreuzungen. Die Vorfahrtsregelung muß zur Vermeidung von Zusammenstößen besser beachtet werden. Reichsfestspiele Heidelberg 1936 Götz von Berlichingen in der Urfassung dnb. Heidelberg, 21. Juli. Am Montagabend wurde im Rahmen der Reichsfestspiele zum ersten Male Goethes Götz von Berlichingen im Text der Urfassung aufgeführt. In tiefer Ergriffenheit sah eine zahlreiche Zuhörerschaft Szenen dieses Jugendwerkes unseres großen Dichters an sich vorüberziehen, denen Heinrich George als Spielleiter und Darsteller des Goetz eine besonders eindrucksvolle Prägung gab. Französische Soldaten gröhlen die Internationale Skandalöse Vorgänge in Nancy dnb. Paris, 21. Juli. Der„Matin“ berichtet aus Nancy, daß sich auf dem dortigen Hauptbahnhof bei der Durchfahrt französischer Reservisten geradezu skandalöse Vorgänge ereignet hätten. Kaum sei der Pariser Zug mit den Reervisten in die Halle eingelaufen, als sich die Soldaten, die auf dem Wege zu den Truppenübungsplätzen im Osten waren, an die Fenster begeben hätten, um die Internationale und andere revolutionäre Lieder zu singen. Reisende und besonders Frauen, die sich in dem gleichen Zuge befanden, seien von den Soldaten in der unerhörtesten Weise beschimpft worden. Der Militärposten des Bahnhofes und der Unteroffizier vom Dienst seien ebenfalls geschmäht worden. Schwerer Sturm in Valparaiso onb. Santiago de Chile, 21. Juli. Starker Nordsturm richtete im Hafen und in der Stadt Valparaiso beträchtlichen Schaden an. Die Eisenbahnlinie Vina—Valparaiso ist unterbrochen, da eine Lokomotive und zehn Eisenbahnwagen von den vom Sturm aufgepeitschten Wogen des großen Ozeans umgeworfen wurden. Die Telephonleitungen sind vielfach zerstört. Bisher sind ein Todesopfer und mehrere Verletzte zu verzeichnen. Der Sturm hält in unverminderter Stärke an. Zu den Wirren in Spanien Fieberhafte Maßnahmen zur Verleidigung Madrids „Selhsümner Pazisismas Belgiens Außenminister über seine Außenpolitik onb. Brüssel, 20. Juli. Der belgische Minister des Aeußeren entwickelte bei einem Empfang der ausländischen Pressevertreter in grundlegenden Ausführungen sein außenpolitisches Programm. Spaak streifte die aktuellen internationalen Probleme nur mit kurzen Andeutungen. Dafür sprach er sich aber über die Grundlinien der belgischen Außenpolitik mit bemerkenswerter Klarheit und Offenheit aus. Der belgische Außenminister dürfe niemals außer acht lassen, die geographische Lage seines Landes, das Nebeneinanderleben der Flamen und Wallonen, die verhältnismäßig beschränkte Machtstellung Belgiens. In unzweidentiger Formulierung lehnte der Minister außenpolitische Bindungen Belgiens, die über die eigenen Interessen des Landes hinausgehen, ab. Außerhalb seiner Grenzen habe Belgien keine politischen Interessen geltend zu machen und zu verteidigen. Dieser Grundsatz gelte natürlich nicht für die Interessen der belgischen KongoKolonie, an die Belgien nicht rühren lasse. Der Minister betonte mit Nachdruck, daß Belgien mit allen seinen Nachbarn in korrekten Beziehungen zu leben wünsche. Belgien habe nur den einzigen Wunsch, daß zwischen seinen Nachbarn der Frieden aufrechterhalten bleibe, denn aus den Streitigkeiten seiner Nachbarn droht Belgien Gefahr. Belgien wünsche seine Beziehungen zu seinen Nachbarstaaten mit einer solchen Korrektheit zu behandeln, daß ihm niemals daraus ein Vorwurf gemacht werden könne. Belgien solle in der Zukunft nicht wie in der Vergangenheit der Zankapfel Europas sein, sondern für alle Staaten ein Element der Befriedung und der Sicherheit. Die belgische Außenpolitik müsse ganz der tiefen Sehnsucht der ganzen belgischen Bevölkerung entsprechen. Im Laufe seiner Ausführungen erteilte Spaak den wirklichkeitsfremden Friedenskonstruktionen der Nachkriegszeit, namentlich dem Genfer System, eine Absage. Er zittere, so erklärte der Minister, vor dem„seltsamen Pazifismus“, der nicht zögere, den Krieg zu entfesseln, um seine Friedensliebe zu beweisen. Diese scharfe Verurteilung der Genfer Sanktionsideologie unterstrich Spaak noch einmal, indem er erklärte, er verstehe nicht die Reden, in denen im ersten Teil die Schrecken des modernen Krieges geschildert werden, in deren zweitem Teil aber der Ruf nach den Waffen erhoben werde. Ein Krieg sei nur dann gerechtfertigt, wenn die Lebensinteressen eines Volkes, seine Unabhängigkeit und seine territoriale Unversehrtheit auf dem Spiele ständen. Unter Hinweis auf die augenblicklichen zur Entscheidung stehenden internationalen Fragen erklärte der belgische Außenminister: Wenn auch nicht alle europäischen Schwierigkeiten schnell und leicht gelöst werden können, so besteht doch kein ernstes Hindernis, daß die Probleme, die für Belgien lebenswichtig sind, angeschnitten und behandelt werden. Belgien wird an allen praktischen und realisierbaren Versuchen zur Wiederherstellung des Weltfriedens mitarbeiten, aber Belgien verlangt nicht zuviel, wenn es in Erwartung dieses großen Werkes wünscht, daß die Ruhe und Sicherheit, auf die es ein Recht hat, durch seine Nachbarn gewährleistet wird. onb. Madrid, 21. Juli. Ueber die bereits gemeldete Einnahme der Stadt Alcala de Henares durch die Regierungstruppen und über die allgemeine Lage in Spanien liegen inzwischen weitere Berichte von seiten der Regierung vor. Danach ist den Regierungstruppen bei der Einnahme von Alcala de Henares umfangreiches Kriegsmaterial wie Gewehre, Maschinengewehre, Geschütze und Munition, in die Hände gefallen. Auch zahlreiche Gefangene wurden gemacht. Die Regierungstruppen forderten aus Madrid alles verfügbare Sanitätspersonal an, da die Zahl der Opfer außerordentlich hoch sein soll. Der technische Leiter der spanischen Luftverkehrsgesellschaft Lape hat nach einem Regierungsbericht nach der Rückkehr von einem Erkundungsflug nach dem Süden mitgeteilt, daß sich die Städte Alcazares und Cartagena in der Hand der Regierungstruppen befänden und das Leben dort seinen normalen Gang gehe. Die Truppen der katalanischen Regierung sollen nach einem Bericht der Regierung bereits in die Nähe von Saragossa gelangt sein. Regierungstreue Flieger warfen über den Aufständischen Tausende von Exemplaren Madrider Zeitungen ab, die Bilder über die Niederwerfung der Madrider Aufständischen enthalten. Im Gegensatz zu den sonstigen Berichten, die die Regierung über die allgemeine Lage verbreitet, meldet die Zeitung„La Voz“ umfangreiche Verteidungsmaßnahmen der Regierungstruppen in unmittelbarer Nähe von Madrid. So sprengten die Regierungstruppen die Brücke von Peguerinos zwischen Villalba und Torrelodones in der Provinz Madrid, um die aufständischen Truppen, die sich von Segovia auf dem Marsch nach Madrid befinden sollen, aufzuhalten. Bei Guadarrama, etwa 50 Kilometer nordwestlich von Madrid, hat die Volksfront=Miliz unter dem Kommando des Bürgermeisters die Straßen und die strategisch wichtigen Höhenzüge besetzt. Aufständische Truppen sollen sich in einem Tunnel der Eisenbahnstrecke bei Madrid verschanzt haben. Cerrgie anlerhaus Beoune Reform der englischen Arbeitslosenunterstützung vor dem Unterhaus— dnb. London, 21. Juli. Im Unterhaus begann am Dienstag die für 3 Tage berechnete Aussprache über die Reform der Arbeitslosenunterstützung. Die Aussprache wurde durch eine Rede des Arbeitsministers Brown eröffnet, der eingangs die von der Regierung geplanten Maßnahmen darlegte. Die Frage der Arbeitslosenunterstützung, so führte er aus, sei eine der größten sozialen Fragen unserer Zeit. Die Maßnahmen der Regierung zielten darauf ab, die Unterstützungen direkt zu verteilen. Als er hierauf an die Bestimmungen erinnerte, die eine Bedürftigkeitsprüfung der Arbeitslosen vorsehen, kam es zu beispiellosen Lärmszenen. Fast 20 Minuten lang wurde der Arbeitsminister immer wieder von Mitgliedern der Arbeiterpartei unterbrochen und mit Schimpfworten bedacht. Ihren Höhepunkt erreichten diese Kundgebungen der Opposition, als der Minister erklärte, daß neue Bestimmungen getroffen seien, um dem Mißbrauch öffentlicher Gelder ein Ende zu machen. Die Feststellungen des Ministers riefen immer wieder lärmende Zurufe und Aeußerungen des Mißfallens hervor. Brown ließ sich jedoch nicht stören und sprach fort, bis sich die Opposition wieder beruhigte. Der Sprecher griff erst ein, als ein Mitglied der Opposition behauptete, daß der Arbeitsminister die Gemeinden beschimpfe und daß man ihm nicht gestatten dürfe, in seiner Rede fortzufahren. Der Sprecher erklärte jedoch, daß die Aussprache nicht fortgesetzt werden könne, wenn die Opposition sich weiter derartig benehme. Der Arbeitsminister Brown war durch seine Stimme in der Lage, immer wieder den Lärm der Opposition zu übertönen. Das gesamte Haus wälzte sich vor Lachen, als ein Zwischenrufer auf die Feststellung des Ministers hin, daß er etwas vor der Opposition voraus habe:„Ja, eine Stimme wie ein Nebelhorn.“ Das Haus lachte minutenlang, bis der Minister seine Rede beenden konnte. Nach ihm ergriff der Arbeiterabgeordnete Greenwood das Wort, der behauptete, daß der Landwirtschaftsminister eine Maßnahme zur Regelung des Schweinemarktes mit mehr menschlichem Gefühl einbringen werde, als der Arbeitsminister die Maßnahmen der Regierung eingebracht habe. Er verurteilte darauf im Namen der gesamten Arbeiterschaft die geplanten Maßnahmen der Regierung aufs schärfste, die er als feige und erbärmlich bezeichnete. Nr. 196 Zweites Blatt des„Etadtanzeigereiür Castrov=Rauxel und Umgebung“ Mittwoch, den 22. Juli 1936 **„„„„ NsUtmaesch Teltstädte wachsen um Berlin— 20000 Stroksäcke Die Olymvische Glocke ruft die Jugend der Welt, und Berlin, die Stadt der Olymvischen Spiele 1936, heißt ihre jugendlichen Gäste besonders herzlich willkommen. Das Olympia=Jugend=Unterkunftsamt stellt über das ganze Stadtgebiet weit über 400 Jugendunterkünfte zur Verfügung, die sich hauptsächlich in Schulen und Turnhallen befinden. Ein anderer großer Teil der 25 000 Jugendgäste wird in großen Zeltlagern sein Heim aufschlagen. Bereit sein ist alles, sagt sich die Stadt Berlin. denn der größte Teil der 18000 Jugendlichen, die sich als Olympiabesucher angemeldet haben, ist bereits auf dem Marsch Buchstäblich auf dem Marsch. denn nur ein Teil kann sich die Reise mit der Bahn leisten: die anderen schreiten rüstig aus, um so schnell wie möglich die Landstraße hinter sich zu bringen und in der Stadt der Olymvischen Spiele die Glieder strecken zu können. So sind viele seit Wochen unterwegs, aus Holland. Schweden, Dänemark. Italien. England und Ungarn. Wer ein Rad sein eigen nennt, hat es schon besser. Zu kleinen Trupps haben sie sich zusammengeschlossen und treten rüstig in die Pedale. Nachts wird ein billiges Quartier bezogen, und bei dem schönen Wetter nimmt man noch lieber bei Mutter Grün vorlieb, besonders. wenn man ein vaar Zeltplanen im Gepäck hat. Für diese Regimenter der Jugendlichen galt es. Unterkunft zu schaffen, und zwar eine, die sich für die Gäste, die ja noch nicht zu den Großverdienern gehören, so billig wie möglich stellte. Das war leine Kleinigkeit für eine Stadt, die durch den ungeheuren Zust rom ohnedies genötigt war, fast jeden Meter ihres Bodens auszunutzen. In allen Stadtteilen mußten die verfügbaren Räume. Schulen, Turnhallen usw. zu Jugendherbergen umgewandelt werden. und da das auch noch nicht genügte, mußte geeigneter Platz für Zeltlager ausgesucht und bereitgestellt werden. Viele Monate hindurch beschäftigte sich das Olymvia=Jugend=Unterkunftsamt mit der Organisation dieser Dinge. Alle Behörden des Inund Auslandes erhielten Unterkunfts=Bedarfs=Anmeldesormulare, die der Antragsteller nur auszufüllen hatte, damit für ihn die gewünschte Anzahl von Schlafsäcken und Eßgeschirren bereitgehalten werden konnte. Aber da jeder sein eigenes Bett zur Verfügung haben soll, müssen 20 000 Strohsäcke hergerichtet werden. In den nächsten Tagen wird der Arbeitsdienst sich an die Arbeit machen und nicht weniger als 3000 Zentner Stroh zu den Unterlagen für die Bettstatt herrichten. Auch 20000 bis 25000 Decken stehen zur Verfügung, wobei man allerdings annimmt, daß jeder der jugendlichen Gäste noch eine Decke selbst mitbringt. Damit alles sauber und ordentlich zugeht, herrscht für die Benutzung der Lager Wäschezwang, wie es auch in den deutschen Jugendherbergen der Fall ist. Um das zu vereinsachen, erwartet man, daß jeder etwas Bettwäsche mitbringt, zumindest einen Schlafsack aus hellem Wäschestoff. Nun sind die Organisatoren des Jugend=Unterkunftsamts erfahrene Fachleute, und sie wissen genau, daß die Vorschrift allein noch nichts hilft. Wer also keinen Schlafsack hat, kann ihn für einen ganz geringen Preis an Ort und Stelle in Berlin erhalten. Wer als Wasserwanderer in die Olymvia=Stadt einzieht, wird es natürlich vorziehen, am User der Flußläuse zu bleiben; für die andern sind Lagerplätze vorgesehen in Brieselang an der Nauener Strecke, im Volkspark Rehberge. an der Döberitzer Heerstraße und sogar im Tiergarten auf dem Sportplatze. Ein guler happen-Pappen Eine große Sorge bereitet natürlich die Verpflegungsfrage. Die Jugend hat immer Hunger, besonders, wenn sie sich den ganzen Tag im Freien aufhält. und an das Selbstzubereiten der Mahlzeit ist unter den obwaltenden Verhältnissen nicht zu denken, deshalb wird die Verpflegung in allen Jugend=Unterkünften einheitlich gewährt. Städtische und private Kücheneinrichtungen stellen sich in den Dienst der Olymvischen Jugendgäste und gewähren das Essen zum Selbstkostenpreis. Für die Zeltlager werden die vierzehn Feldküchen der NSV. in den Dienst gestellt Lastautos übernehmen den Speisentransvort in den von den jesten Küchen bereitgestellten Kübeln. Jeder wird dort verpflegt, wo er sein Lager hat. Es gibt gute, deutsche Hausmannskost, stets wechselnd und reichlich. Nach dem Aufstehen hat man Anspruch auf einen halben Liter Kafsee und vier Brötchen mit Aufstrich (Butter oder Marmelade); mittags gibt es eine Liter=Portion warmes Mittagessen. z. B. Wirsingkohl mit Rindfleisch. Gulasch mit Makkoroni, Kochsisch mit Kartoiseln und Petersilientunke, RinderRagout. Weißkohl mit Hammelfleisch, Kartofselsuppe mit Würstchen. Mohrrüben mit Schweinefleisch usw. Das Abendessen besteht ebenfalls aus einer kräftigen Suppe und aus drei Scheiben Vollkornbrot mit Butter bestrichen. Wer die Suppe verschmäht, erhält dafür Tee und Zucker. Die Gesamtvernflegung des Tages kostet vro Person.10 RM. Es wird aber darauf gehalten, daß jeder sein eigenes Geschirr mitbringt: Eßnapf. Trinkgesäß und Besteck. Auch in Bootshäusern und anderen Unterkünften mit selbständigen Küchen ist eine gute Vernflegung für.10 RM. gesichert. Der ganze Speisezettel für die Tage vom 27. Juli bis zum 20. August ist fertiggestellt und gedruckt Es kann also an nichts sehlen. Sonst wird den jugendlichen Gästen jede Erleichterung gewährt, die sich nur erwarten läßt: Führungen und Wanderungen. Fahrpreisermäßigungen und viele andere Dinge. Jugendherbergspflichten gelten in den Unterkünften für alle Gäste. Jeder hat sich selbst zu bedienen, sein Bett in Ordnung zu halten und sein Eßgeschirr zu säubern. Berlin ist gerüstet, die Jugend der Welt zu empjangen. Es ruft seinen jungen Gästen ein herzlich Willkommen zu. Die Olympischen Sviele 1936 sollen ihnen ein unvergeßliches Erlebnis werden, das dazu dienen möge, auch Deutschland kennen zu lernen und zu verstehen. Die Flolle unler dei Erde Ein Brief aus der Maginot=Linie Der unterirdische Festungsgürtel, den Frankreich an seiner Ostgrenze angelegt hat, verfügt über eine ganze Anzahl Heimlichkeiten. Es ist eine endlose unterirdische Stadt, wie man oft genug gehört hat. mit Hunderten von Schächten. Stollen und Aufzügen. tief unter Feldern und Dörfern zieht sich die Maginot=Linie hin. Eine unterirdische Bahn verbindet ihre Hauptpunkte. Ein französischer Soldat erzählt in einem Brief an seine Eltern, wie es hier unten zugeht, und wie die vom Reichskriegsministerium herausgegebene „Marine=Rundschau“ mitteilt, bedient man sich in der Tiefe der Maignot=Linie die Bezeichnungen, die im Marinewesen üblich sind. Vielleicht aus dem Grunde, weil die großen weißgetünchten unterirdischen Schlafräume Unterkünften in einem Kriegsschiff ähnlich sehen. Der Unteroffizier, der hier die Leute hineinführt, sagt z..:„Stellt Euch nicht so an; Ihr seid hier auf einem Kriegsschiff, nur, daß es nicht schaukelt. Das Fahrzeug, zu dem Ihr gehört, ist ein Torpedoboot".— Die Poilus sehen ihn erstaunt an „Torpedoboot“,— das kommt ihnen doch etwas spanisch vor— der Unteroffizier erklärt weiter: „Ja, so heißen hier die kleineren Kasematten, die nur Maschinengewehre haben. Dann gibt es aber auch größere, die wir Kreuzer nennen und sogar ganz große schwerbewaiinete Großkampfschiffe. Der höher gelegene Offiziergesechtsstand heißt die Kommandobrücke, der Schacht für die M. G. der nach oben führt, das Periskov. Jetzt wollen wir aber alle mal in den nächsten Kreuzer gehen.“ Die Maginot=Linie als unterirdische Flotte— es ist verblüssend, wie weit es Frankreich in seinen Schutzmaßnahmen gebracht hat. Galto, die Herlen sinld Ba! Die Jugend und die Urlauber erhoffen viel heiteres und sonniges Wetter Hinaus in die schöne Welt! „Machet auf das Tor! Machet auf das Tor. es kommt ein gold'ner Wagen...“ Weit— weit öffnet sich das Tor der Freiheit, für lange selige Wochen. Große Ferien! Welcher Jubel, welche Begeisterung lösen diese beiden Worte aus bei denen, die er am meisten angeht, bei den Kindern. Herzen klopfen. Augen strahlen so hell und leuchtend, wie nur Kinderaugen es vermögen. Jetzt bricht die Zeit an. in der keine Schulglocke zur alltagsgrauen Pflicht ruft, in der keine grammatische Regel den Kopj verwirrt, keine Rechenaufgabe, die schier unlöslich scheint, die junge Stirn kraust, kein unregelmäßiges Verbum, keine chemische Formel den Traum der Nächte stört. „Machet auf das Tor!" O ihr Jungen. Seligen, Unbekümmerten, ihr noch vom Leben Ungeformten. Beneidenswerten, genießt diese Zeit! Genießt sie im Zeltlager, in der Jugendherberge, im Wandern, im Radjahren, durch die schöne Gotteswelt. Und auch ihr. die ihr daheim bleiben müßt, spannt die junge Seele aus, genießt die holde Freiheit der wonnigen Sommerzeit in süßem Nichtstun, im Spiel im Freien. im Erwandern der Schönheiten unserer Heimat, der„Industriestadt im Grünen“! Aber seid in allem, auch im Spiel der Ferien, ganze Kerle, echte deutsche Mädel, die wissen, was sie sich, den Eltern dem Vaterlande, den Volksgegenossen und dem Führer schuldig sind. Wenn ihr so eure Ferien da draußen oder daheim verbringt, dann werden sie euch zum Segen werden. dann werden sie für euch eine Quelle neuer Kraft. ein Born lieber Erinnerungen. Und wie für die Kinder so sind auch für all die vielen, bei denen die Kinder einen wichtigen Regulator im täglichen Gang der Ereignisse um den heimischen Herd bilden, jetzt die Tage des Urlaubs gekommen. Auch für sie öffnet sich nun das Tor. Fern leuchtet ihnen das Land„Orplid“, das nur Freuden und keine grauen Alltagsplackeleien kennt. Wohin sie auch der Ferienverkehr, für den die Reichsbahn besondere Vorkehrungen getrossen hat aus dem Mauergewirr unserer Industriestadt entführen mag, ob es an die See geht, ob ins Hochoder Mittelgebirge oder in die weite, weite Heide. allen wünschen wir recht schönes Ferienwetter, daß sie„knusprig braun gebraten" und„neu überholt“ in den Kreis ihrer Pflichten zurückkehren können. Auch für viele Castrop=Rauxeler gibt es diesmal ein besonderes Reiseziel, das mit Fug und Recht „einmalig“, für diese Generation genannt werden dars. die Olympischen Spiele, zu denen in der Reichshauptstadt Berlin die Nationen der Erde ein riesiges Stelldichein geben. Der Besuch dieser größten sportlichen Wettkämpfe der Welt wird für alle gewiß ein großes Erlebnis werden. Berlin bietet außerdem in diesen Wochen besonders viel. Vor allem wird niemand von den Olympia=Fahrern den Besuch der großen Ausstellung„Deutschland“ versäumen dürfen. Noch nie wurde auf so engem Raum ein so umjassender Ueberblick über Geschichte, Kultur, Wirtschaft und Aufbau des deutschen Vaterlandes geboten. Macht auf das Tor! So appelliert auch Deutschland in diesen Wochen mit dieser Ausstellung an die Herzen der Völker. Mögen auch die Hoffnungen. die sich in diesem Sinne an das große Welttreffen in Berlin knüpfen, ihre schönste Erfüllung sehen! Die 8 Mal derst.... Keisenpunne Auch der vorsichtige und gewissenhafte Autofahrer ist vor ihr nicht sicher; jedoch kann durch ordnungsgemäßes Fahren die Lebensdauer des Reisens gesteigert und mancher unangenehme Zwischenfall erspart werden Der hiesige Motorsturm 18 M 69 zeigte auf seinem letzten Schulungsabend in der Berufsschule seinen Männern etwas von der Fabrikation, Monlage und Pflege des Autoreifens Der technische Referent des Sturmes. Scharführer Stork, sprach zunächst von der Gewinnung des Gummis. Während wir früher den Rohstoff aus dem Saft des Gummibaumes herstellten und diesen Rohstoff einführen mußten, können wir heute im eigenen Vaterlande Gummi synthetisch herstellen. Professor Fritz Hoffmann gelang im Jahre 1907 in den Elberfelder Werken der I..=Farben die Herstellung. Eine fast 30jährige. mühevolle Entwicklungsarbeit hat zu den Ergebnissen geführt, die wir erstmalig auf der diesjährigen Automobil=Ausstellung in Berlin in Form von Reisen mit ausgezeichneten Laufeigenschaften bewundern konnten. Deutscher Gummi ist leider teurer als der natürliche Gummi. Ein hochentwickeltes, kostspieliges Arbeitsverjahren ist ersorderlich, um erst einmal jenen Ausgangsstoff zu erlangen den der Gummibaum in einjachster Weise liefert. Einmal wird die Verarbei tungstechnik soweit entwickelt werden, daß sich ein Gummi von doppelter Haltbarkent ergibt. Dazu verschaffen die deutschen Arbeitsverfahren vielen Volksgenossen Arbeit und Brot. Endlich sind auch wir von ausländischer Einfuhr unabhängig, da allé ersorderlichen Rohstoffe in Deutschland beliebig zur Verfügung stehen So ist der synthetische Gummi eine deutsche Ersindung, er wird aus deutschen Rohstossen erzeugt. er ist besser als Naturgummi und erschließt neue Arbeitsmöglichkeiten. Die Entstehung einer Autoreisens zeigte der Reserent an Hand eines Filmes. Klare und interessante Aufnahmen wurden abgerollt, die alle Männer begeisterten und ein anschauliches Bild von der Fabrikation der Reisen gaben. Wie aber muß der sertige Reisen behandelt werden? Scharführer Stork zeigte an Hand einiger Modelle und Skizzen, die Reisenmontage. Immer wieder wird betont, daß überlegendes Arbeiten wichtig ist: mit roher Kraft zerstört man nur den Reisenwulst und damit den Reisen. Noch bedeutsamer für die Lebensdauer ist die richtige Fahrweise. Bei den Autorennen spielt der Reisen eine Hauptrolle für den endgültigen Sieg. Aber die Rennjahrer jahren so, wie ein guter Fahrer eben nicht jahren soll. So ist der Reisen schon nach 100 Klm erledigt. Die Rennfahrer geben überhaupt das beste Beispiel dafür, wie man einen Reifen am schnellsten zerstören kann. Der gute Fahrer, der vorbildlich wirken soll, achtet zunächst einmal auf den vorgeschriebenen Luftdruck. Da die Reisendecke auf diesen Druck konstruiert ist, muß dieser Luftdruck immer genau eingehalten werden. Die richtige Radstellung, die Spur schont auch Reisen. Einseitige Abnutzung rührt von dieser falschen Radstellung her. Kurven befährt man in vermindertem Tempo; überhaupt paßt man seine Geschwindigkeit der Straßenbeschafsenheit an. Einige Bilder erläuterten treffend das Gesagte. Zusammenfassend stellte der Referent fest, daß eine vorbildliche Fahrweise Reisen schont und am besten vor Pannen schützt und bewahrt, die Lebensdauer des Reisens verlängert und ein billiges und sicheres Fahren erzielt. So wird Material gespart und der Verkehr kann sich reibungsloser abwickeln. Auch hier hat der RSKK.=Mann allen Fahrern mit gutem Beispiel voran zu gehen. Der anschließende Kameradschaftsabend zeigte, daß auch Humor und Freude im Motorsturm in echter Kameradschaft gepflegt werden. Unter der Leitung von Obersturmführer Schmitz entwickelten sich abwechselungsreiche vergnüngte Stunden. Die größte Freude rief aber das Anerkennungsschreiben des Oberführers Sonnenschein anläßlich des Standarten= aufmarsches in Witten hervor. Der Oberführer stellt darin jest, daß der Sturm 18(Castron=Rauxel) die beste Haltung beim Vorbeimarsch gezeigt habe. und daß er durch seine vorbildliche Arbeit eine besondere Anerlennung verdiene Der Sturm wird im Laufe des Monats September mit einem Schulungsabend wieder vor die Oeisentlichkeit treten. Es werden praktische Beispiele von Verkehrsfragen behandelt dazu wird ein Tonfilm „Der Bau von Dieselmotoren“ und ein weiterer Tonfilm„Die Reichsautostraßen“, gezeigt werden. welche allen Anwesenden das Verständnis für die Motorisierung Deutschlands in Wort, Bild und Ton nahebringen soll. Castrov=Rauxel, den 22. Juli 1936. Eine neue Schrift über unser Städtisches Lyzeum verbunden mit dreijähriger Frauenschule Eine für alle Eltern von Schülerinnen des Städt. Lyzeums und für die jetzigen und ehemaligen Schülerinnen dieser Anstalt wichtige Schrift ist soeben erschienen. Es handelt sich hier um ein 72 Seiten starkes Heft. das auf den ersten 36 Seiten das„Jahrbuch des Städt Lyzeums mit dieijähriger Freuenschule" für 1935 36 und auf den restlichen Seiten das erste gshei:“ bringt, das der Vorstand der Vereinigung ehemaliger Schülerinnen des Lyzeums Castrop=Rauxel bringt. Das mit vier, nach Photos von Karkoska u. Beerwart von der neuen Frauenschule geschaffenen Bildern ausgestattete Heft enthält nach einem Geleitwort von Studiendirektor Dr. Happel ausführliche Berichte über das Schuljahr 1935 36 das Fest des 50jährigen Bestehens der Anstalt, die dreijährige Frauenschule(mit beigegebener Stundentafel), die Schule im Dienste der Bewegung, die Mitarbeit der Schülerinnen im WHW. und im Volksbund für das Deutschtum im Auslande(BDA.) und über Wanderungen und Schullandheimausenthalte. Es folgen dann einige Mitteilungen an die Eltern, statistische Angaben über die Lehrkräfte der Anstalt sowie ein Verzeichnis der Schülerinnen, eine Uebersicht über Zahl. Konsession. Wohnort und Durchschnittsalter der Schülerinnen im Schuljahr 1935.36 und endlich eine Aufstellung der Prüfungsarbeiten, die bei der Reiseprüfung 1936 die Abiturientinnen beschäftigten. Das„Mitteilungsheit“ für die ehemaligen Schülerinnen bringt nach dem Geleitwort von der Vorsitzenden der„Vereinigung der Ehemaligen“, Frau Else Pohlmann geb. Dreymann. Aussätze über „die ehemaligen Schülerinnen auf dem Jubelfest' 1935“—„Die Vereinigung der ehemaligen Schülerinnen“. Von den weiteren Beiträgen von„Ehemaligen“ seien erwähnt die Angaben der ältesten Schülerin Frau Friederike Schulte=Lebbing geb. Leßmöllmann„Castrop im Lichte der Liebe und des Dankes von Maria Dahmen, der Tochter des Gründers der Anstalt.„Als Pfarrfrau in den deutschen Siedlungen Südbrasiliens“ von Rosel Becker=Henkel.„Die Entwicklung des BDM. an unserer Schule“ von Renate Anton. Familiennachrichten aus dem letzten Jahre und das Verzeichnis der Schülerinnen von 1910 bis 1919 bilden den weiteren Inhalt des Buches, das einen und wertvollen Beitrag„zur Heimatgeschichte unserer Stadt darstellt. Das Büchlein ist erhältlich bei den Schülerinnen und in der Buchhandlung Lambertz. Den ehemaligen Schülerinnen, die sich der Vereinigung der„Ehemaligen“ angeschlossen haben, wird das Buch zugestellt. Wiedersehensfeier ehemaliger Bladenhorster Arbeitsdienst=Kameraden Am Samstag, dem 25. Juli d. Is., treffen sich ab 18 Uhr im Lokale Holl(Plum) in Castrov=Rauxel 2. Waldstraße 30. alle ehemaligen Arbeitsdienst=Kameraden der früheren Abteilung„Schloß Bladenhorst". Kameraden, die an der Wiedersehensfeier teilnehmen wollen, werden gebeten, sich schriftlich beim „Arbeitsdank“ in Castrop=Rauxel. KriegerdenkmalStraße 4, anzumelden. Alle Arbeitsdank=Kameraden und=Kameradinnen des Kreises Castrop=Rauxel sind zu der Wiedersehensseier eingeladen. Es wird um zahlreiches Erscheinen gebeten. ns.=Gemeinschaft„Kraft durch Freude“ Am 2. August startet eine Autobusfahrt ins Volmetal und ins Hönnetal. Fahrpreis für die Tagesjahrt.— RM Vom 7. bis 24. August dauert eine Urlauberfahrt nach Oberschlesien. Zielstation: Oppeln. Fahrpreis für 17 Tage mit Unterkunft und Veroflegung 67.05 RM. Es ist auch Gelegenheit geboten. Verwandte zu besuchen. Diese Teilnehmer zahlen nur einen Fahrvreis von 23.50 RM. Anmeldungen umgehend erbeten an das Kreisamt der NS.=Gemeinschaft„Kraft durch Freude", Viktoriastraße 10. Zielbewußte Arbeit der Stenographen Die besondere Versammlung der heimischen Stenographen am Samstag, dem 18.., stand im Zeichen der Auswertung des Erfolges beim Gaugebietswettschreiben in Witten. Ortsgruppenführer Kreutner konnte beiden Ehrenpreisträgern Karl Schneider und Hildegard Blome noch eine besondere Ehrenurkunde der Ortsgruppe Witten mit den besten Glückwünschen überreichen und unter großer Spannung aller Teilnehmer die Namen der Mitkämpfer bekannt geben, die beim Gaugebietswettschreiben erfolgreich waren, Preiswerte Arbeiten lieferten: in 200 Silben: Thea Kaufmann. Hilde Heinemann, Hans Görtz, Hermann Düchting, Paula Bomholt: in 180 Silben: Karl Beisenherz. Elisabeth Köchling. Toni Rinke: in 160 Silben: Karl Schneider(Ehrenpreisträger), Käthe Godehardt, Gustav Liese. Karl Walter: in 140 Silben: Paul Bumbel. Hans Bumbel. Heinz Kuhlmann. Theo Kuhlmann. Heinrich Hommen, Clemens Sternemann. Emmi Ramm. Herbert Ehrensberger, Herta Rogge, Maria Pzink. Wilhelm Kückelmann, Willi Letmann: in 120 Silben: Hildegard Blome(Ehrenpreisträgerin). Luise Wietelmann. Oslar Werner: in 100 Silben: Ewald Kantorek. Rudolf Heinemann. Friedr. Wilhelm Just. Ernst Hennigfeld. Fritz Riesner. Gisela Mohr. Eilly Brandenburger, Heinrich Borgstedt. Heinrich Pöpping: in 80 Silben: Johann Rov. Heinz Köhler. Insgesamt wurden 512 Punkte erreicht Sehr erfolgversprechend für den nächstjährigen Kampf ist die Tatsache, daß die 140=Silbenschreiber allein 173 Punkte holen konnten und die 200=Silbenschreiber 95 Punkte erreichten. 90 Der Ortsgruppenführer Kreutner richtete einen dringenden Appell an alle, daß durch Einzelwerbung neue Mitarbeiter für unsere Leistungsgemeinschaft gewonnen werden müssen. Sämtliche Teilnehmer an dem neuen Maschinen= schreib=Lehrgang. treisen sich zwecks Verteilung auf die einzelnen Maschinen am Sonntag. dem 26. Juli, 11.30 Uhr an der Wilhelmschule. Sofort nach den Ferien beginnt die zielbewußte Winterarbeit. Jedem wird Gelegenheit zur Ausund Weiterbildung gegeben. Anmeldetag für den neuen Anjänger=, ortbildungs= und Eilschrift=Lehr= gang ist Dienstag. der 15 September, von 20—21 Uhr, in der Berufsschule.. Die Ortsgruppe eröffnet die diesjanrige Patenweinwoche mit einer Siegesfeier am Samstag, dem 19 September im Kolvinghause. Der Ortsgruppenführer entwarf schon ein genaues Programm der Arbeit im Jahre 1937. in dem das 10jährige Bestehen festlich begangen werden soll. Das Jubiläumswettschreiben der Ortsgruppe für Kurzschrift und Maschinenschreiben ist im März 1937. Auf dieses Leistungsschreiben wird die Winterarbeit eingestellt sein. Im Juli nächsten Jahres geht es wieder zum Gaugebietswettschreiben. Diesmal nach Hamm, um den Wanderpreis zum 2. Male zu erobern. 9 Manndschmäder anzer Herh 66 Ein Schülervortragsabend Raltermanns— Theo Fritze sang Volkslieder heinz Bonacker begeisterte als Liszkspieler die große Jubelfeier der 10jährigen Arbeit soll Die große Jubelfeier der 10jährigen Arbeit am 1. Samstag der Patenweinwoche 1937 stattfinden Feriengemeinschaftslager für die Lehrerschaft ärsche änze, Polislieder, Ländler udw. zu er Regierungspräsident in Arnsberg schreibt: und zu vier Handen, in reicher, abwechselungst it der Herr Reichserziehungsminister golge, die zum größten Teil den svielbegen tische Schulun dar Lahrer=] Zöglingen recht ansyrechend gelangen und durch Der Der negierungspranden! Durch Erlaß hat der H die weltanschaulich=poliriiche Schutung der Lehrerschaft dem NS2B. übertragen. Sie ist in enger Zusammenarbeit mit der Regierung und dem Gauschulungsamt durchzuführen. Demgemäß plant der NSLB., Gau Westfalen=Süd. die Lehrerschaft des Bezirks in 22 Gemeinschaftslagern während der kommenden Sommerferien zu vereinigen. Auch diese Lager dienen dem großen Ziel der Erziehung zum Nationalsozialismus. Hier sollen sie in erlebter Gemeinschaft in Dienst. Arbeit und Feier innerlich geformt und gestärkt werden für ihre verantwortungsvolle Aufgabe. Ich begrüße das Vorhaben des NSLB. und bin gewiß, daß die Lehrerschaft dem Rufe folgen wird. Denkmalschänder „Die Lebenden sollen das Grabmal des für sie gefallenen Helden mit Andacht besuchen", singt ein fremder Dichter. Mit tiefstem Bedauern muß festGerade im Leben jeder Erziehungs= und Bildungsgemeinschaft, und insbesondere bei einer musikpädagogischen Gemeinschaft hat die gemeinsame Feier, die das Arbeitsvensum eines Unterrichtssemesters für viele weithin sichtbar abschließt, an der alle zu ihren Teilen teilnehmen und mitarbeiten, als gemeinschaftsbildendes Mittel eine ganz besondere Bedentung. Aus diesen Erwägungen heraus veranstaltete unser hiesiger Musiklehrer Jean Nattermann am Montag. des abends um 8 Uhr. im Köllmannschen Saale seinen das Sommersemester abschließenden Vortragsabend. dessen Grundgedanken„Volkslieder und tänzerische Musik“ dem Zusammensein von Schülern, Lehrer, Angehörigen und Freunden den Stempel unbekümmerter Freude aufdrückte. Wie immer bei solchen Gelegenheiten, ein übervolles Haus. Und wenn der Saal statt den gut 150 Personen 250 hätte fassen können. er wäre wahrscheinlich immer no chzu klein gewesen. Der größte Teil der Vortragsfolge war natürlich den Kleinsten gewidmet, die sich für ihr zum Teil erstmaliges, öffentliches Produzieren keine fröhlichere und willigere So hörten wir indler usw. zu zwei isvoller isterten die zum größten Teil den svielbeg Hoglingen techt unsbrechend velungen und durch reichen Beifall seitens des Hauses auch gebührend dafür gelobt wurden. Jean Nattermann waltete als Leiter sorgsam über seiner Schar der Kleinen und sorgte für reibungslose. Abwickelung des umsangreichen Programms. um dessen Zustandekommen sich alle herzlich bemühten, ihre Sache recht gut und schön zu machen. Und wahrlich, den meisten gelang es sehr nett und ansprechend Dine Becker eröffnete mit ihrem Lehrer den Reigen der Darbietungen mit dem exakt und klar herausgestellten Pariser Einzugsmarsch. In zwei Volksliedchen und einem kleinen Klavierstückchen ließ sich Rolf Senit erstmalig hören, und Karl Schmidt erledigte ohne Vorlaße recht geschickt eine kleine Polonaise von Zuschneid. Annemarie Bauckholt versuchte sich an einem Mozart=Walzer mit rhythmischer Sicherheit. Ohne Blatt packte Alvis Vollenberg mit der nötigen vianistischen Frechheit seinen Zigeunermarsch beherzt am Schopfe an und Alter Erbhof ein Raub der Flammen geworden Nr. 196 gestellt werden, daß dieses Wort eines großen Vater= zeigte im vierhändigen Ungarischen Tanz unter landsfreundes be= uns nicht beherzigt wird. Denn Alsistenz von Nattermann gutes Eingespieltsein. wie wäre es sonst möglich, daß die Gedenkstätte des Hilde Goeßmann absolvierte zwei Charatter= im Kampfe gefallenen SS.=Mannes August stückchen von Goulitt musikalisch und technisch recht u Sompte, Setauee.. Jugend als auchssumpatsch und Heinz Neuhaus zeigte bei den sie mit Nattermann erakt und belebt absolvierte. ausgesucht und überraschte durch die aufgezeigten Fortschritte, sowohl technischer als auch musikalischer Art. Den Schluß bildete Edmund Hoeren mit Hellers=dur=Etude und Schuberts Valse sentimentale. Eine geschlossene und hochstehende Schülerleistung, für die er. wie all die anderen, reichen Beifall erntete. Ein Volkslied und ein Gedicht brachte willkommene Auflockerung. Alles in allem. ein Abend voll der anregenden und ausgleichenden Ingredianzen, die uns immer wieder den Besuch derartiger Veranstaltungen so anziehend gestalten. Keine„Künstler". aber unbekümmerte Akteure, die mit ihren Gaben durchaus positive Eindrücke hinterEine besondere Note erhielt der Abend durch die Mitwirkung unseres einheimischen Baritonisten Theo Fritze, den wir aus seiner früheren Zeit noch sehr gut im Gedächtnis haben. Als Schüler von Professor Esser=Bonn machte er seinem. Lehrmeister alle Ehre mit den Brahmsschen Volksliedbearbeitungen„Schwesterlein".„Feinsliebchen".„Ach Moder" und„Sandmännchen“. Eine tlare, frische. gesunde Stimme mit aufgehelltem baritonalem Glanz. die alles mühelos nahm und sich besonders schön in den ausgesponnenen Kantilenen entsaltet. Seine Vortragsart hat nach der Tiefe sehr gewonnen und früher hier oft betonte Keime zur überraschenden Entwicklung gebracht, so daß er mit beachtlichen Graden den Intensionen des Reisters gerecht wurde. Eine geschlossene Leistung eine große Ueberraschung. die das vollbesetzte Haus dem jungen Künstler mit starkem Beifall quittierte, an dem der sauber und delikat begleitende Nattermann nicht unwesentlich mitbeteiligt war.„in. Pr.s, Zum Schluß gab's noch eine kleine Sensation. Heinz Bonacker, ein Studienireund Nattermanns, weitete den bescheidenen Rahmen dieses Schülerabends noch zu einer kleinen Soiree. Mit Liszt's Des= dur=Etude und dem RalotzkyMarsch der sogenannten 15. Rhavsiodie. stellte er sich als blendender. virtuos glänzender Lisztspieler von großem Format vor. Allein schon die technische Leistung war in ihrer kraftvollen Disziplin von mehr als bloß erstaunlicher Bravour. An seiner, bei aller Virtuosität verinnerlichten Hingabe merkte man, daß er seinen Liszt nicht nur durchgearbeitet, sondern ihn auch kennt, liebt und erUnna. Auf dem Hofe des Erbhofbauern Mittrop in Allen brach ein Großfeuer aus an dessen Bekämpfung sieben Feuerwehren aus der Nachbarschaft sowie die Angehörigen des in der Nähe untergebrachten Reichsarbeitsdienstlagers arbeiteten. Das Vieh konnte vollkommen gerettet werden. Das gesamte Anwesen brannte nieder und mit ihm Inventar, Ackergeräte. Heu, Gerste und Raps aus der neuen Ernte. Bei dem Mittropschen Anwesen handelt es sich um einen Erbhof. der sich seit vielen hundert Jahren im Familienbesitz befindet. Neuer städtischer Konzertmeister in Bochum Bochum. Für das Städtische Orchester Bochum ist Herr Erwin Häusler aus Berlin als Erster Konzertmeister neu verpflichtet worden. Herr Häusler tritt am 1. September seinen Dienst an und wird sich am 1. Oktober mit dem Konzert von Dvorak als Solist vorstellen. Das städtische Streichquartett bleibt unter Führung des Herrn Konzertmeisters Häusler in der bisherigen Zusammensetzung mit den Herren Kammermusikern Geistfeld. Wünsche und Gränkle unter dem Namen Häusler=Quartett bestehen. Schweres Gewitter mit zahlreichen Blitzeinschlägen Bochum. Ueber Bochum ging ein schweres Gewitter nieder. In Linden=Dahlhausen schlug der Blitz in den Stall des Kötters August Hahne ein. Das Vieh konnte gerettet werden, während der Bau in Flammen aufging.— In Wattenscheid schlug der Blitz in den Giebel eines an der Hüller Straße gelegenen Hauses, ohne jedoch zu zünden. Heradfallende Steine durchschlugen die Decke der Dachgeschoßwohnung, wobei einige hier verweilende Personen am Kopf nicht unerheblich verletzt wurden.— In Höntrop schlug ein Blitz in den Kaninchenstall eines Anwohners der Pulverstraße ein. Zahlreiche wertvolle Zuchtexemplare wurden getötet. Ehrenpreis des Reichssportführers für die Gau=Aussstellung der Rassehunde im Kampfe gefallenen SS.=Mannes Pfaff im Stadtteil Ickern der Jupend als auch Erwachsenen als Tummelplatz dient? Und nicht nur das. Die Stätte ist in letzter Zeit wiederholt mit Kreide verschmiert und in letzter Woche sogar mit einem harten Gegenstand beschädigt worden.— Es ergeht hiermit eine eindringliche Mahnung an die Uebeltäter und ein dringender Apvell an die Bewohner zum Schutze dieser blutgetränkten Stätte. Ermittelte Täter— ob Kinder oder Erwachsene— werden der Staatsanwaltschaft zur Anzeige gebracht. sympatisch. und Heinz Neuhaus zeigte bei dem scharf rhythmisierten Polka=Mazurka von Oesten und Ländler von E. Grieg. daß er die ersten Sprossen der Ausbildung glücklich erstiegen hat. Mit einer kleinen Sarabande von C. Kaiyer erntete Hans Becker viel wohlverdienten Beifall. und August Zimmermann fühlte sich bei den wiegenden Rhythmen der Gavotte von Hoffmann recht wohl. In Verkehrsunfall Am 16. Juli wurde ein Kind von einem Personenkraftwagen auf der Mittelfeldstraße angefahren. Das Kind hatte sich an ein Fuhrwerk gehängt, war dann plötzlich hinter diesem hergelaufen, und wurde von dem Kraftwagen erfaßt. Es erlitt nur leichte Verletzungen. lebt hat. Bravo Bonacker! Das Publikum war aus dem Häuschen! Wir freuen uns schon jetzt, und mit uns all die zahlreichen Zuhörer beim gänzlich überraschenden Debüt. in unserem Konzertsaal. auf den„Mozart=Abend von zwei Flügeln“, den Bonakker und Nattermann, sicherem Vernehmen nach, zu Beginn des Konzertwinters 1936/37 hier absolvieren werden. Auf Wiedersehen also im Herbst! Wir kommen alle! Die Bemerkung, daß der Saal trotz der„SaisonRhuthmen der Gavotte von Hoifmann recht wohl. In.). 1.„ugt war gibt auch dem Berichterstatter Dine Becker hatte der Ländler von Kayer eine ferne überfunt war, gibt auch dem Berichterstatter hatte sich dieses Mal gebener.a Sitzegn, z, schan—.— Schuberts herrlichen Militärmarsch zu vier Händen, einen guten Aogung zu schern. Bestellungen auf Sammlermarken Bei der Versandstelle für Sammlermarken in Berlin W 30. Geisbergstraße 7, sind in letzter Zeit so zahlreiche Bestellungen auf die letzten SonderausWenn die attaubsreise um Geid scheitert. Recklinghausen. Für die am 2. August in Recklinghausen stattfindende westfälische Gauausstellung der Rassehunde sind zahlreiche wertvolle Ehrenpreise zur Verfügung gestellt worden. Reichssportführer von Tschammer und Osten hat als Ehrenpreis eine Originalradierung des Führers in Silberrahmen übermittelt. Weiter sind eingegangen Reichs= und Preußische Staatspreise. Staatspeis der Landesregierung Schaumburg=Lippe. Ehrenpreis der Landesbauernschaft Westfalen, des Oberpräsidenten, des Regierungspräsidenten von Münster. des Reichsverbandes für das deutsche Hundewesen. der Städte Recklinghausen und Bochum, des Kreisjägermeisters von Recklinghausen. Großer Züchter=Wanderpreis des Gaues Westfalen des RGH., Gaumünzen des Gaues Westfalen im ROH., St.=Hubertus=Münzen des Hundesport=Gauwalters für die zwei besten Hunde der Ausstellung. je ein Sonderpreis des Gaues Westfalen des ROH. für besten Hund und Zuchtgruppe eines ausländischen Ausstellers, ferner über 200 Ehrenpreise der Ausstellungsleitung, der Fachschaften und der Allgemeinen kynologischen Vereine Westfalens. Wenigstens einmal im Jahre möchte man seine Tapeten, sein Tempo, seine Luft, seine Lebensgewohnheiten wchseln. Je stärker wir Menschen von heute durch das Temvo der Großstadt abgehetzt werden, je mehr Nerven wir verbrauchen müssen, desto stärker wird in jedem Einzelnen das Bedürfnis, wenigstens einmal im Jahre Erholung zu suchen. die letzten Sonderaus, wenigstens einmal im Jahr,„#########. gaben an Postwertzeichen, insbesondere„Braunes Aber nicht jeder hat das Gelo zu ronspieligen ErBand München=Riem", eingegangen, daß es nicht holungsreisen. Wenn die Urlaubsreise am Geld möglich ist, diese innerhalb weniger Tage zu erledigen, zumal da die Wertzeichen von der Reichsdruckerei nur allmählich geliefert werden können. Die Einsender werden gebeten, sich einige Zeit zu gedulden und von Erinnerungen. Nachfragen und Mahnungen abzusehen. Anfragen über Vormerkungen oder den Zeitpunkt der Lieferungen erschweren die Betriebsabwicklung der Versandstelle und sind besser zu unterlassen. Dauerbezieher erhalten die ihnen zustehende Zahl an Neuerscheinungen, Blocks usw. im Rahmen ihres Dauerantrages. Haben sie weitergehende Wünsche, so werden diese am besten durch besondere Bestellungen ausgegeben. Bestellte Wertzeichen werden grundsätzlich gegen Nachnahme versandt. Die Voreinsendung von Barbeträgen ist überflüssig und erschwert nur die Verwaltungsarbeit. Auch ist es zwecklos, den fälligen Betrag in Wertzeichen vorher einzusenden, weil diese nicht in Zahlung genommen werden. scheitert, dann helfen unsere Jugendherbergen. Wer einmal versucht hat zu wandern, wer gelernt hat. sich in unseren Jugendherbergen durchzubringen, der weiß, daß man dort in seinem Urlaub kaum mehr Geld gebraucht, als wenn man zu Hause bleibt. eindeutig, daß zweiselhafte Personen gar keine Aufnahme finden. Das wird erreicht durch die allerstrengste Durchführung und Ueberwachung der Ausweispflicht. Wie man sich vor den Menschen fürchtet, so fürchtet man sich vor den Betten, in denen weiß Gott wer schon geschlafen haben kann. Was gegen die Schwierigkeit zu sagen wäre, ist durch die Einführung des Wäschezwanges entkräftet. Kein Herbergsgast darf mit Bett und Decken in unmittelbare Berührung kommen. Dafür ist seine eigene Wäsche da in Form von Schlassack oder Bettüchern. Andererseits kann sich jeder mit Hilfe seines Schlafsackes, der in jeder Jugendherberge zu leihen ist, auch selbst vor einer ecken ausreichend schützen. Von einem Schraubenschlüssel tödlich getroffen Geld gebraucht, als wenn man zu Hause blezor. Jugendherberge zu leihen Und doch suchen und finden dort alljährlich viele Berührung mit Sett und Deuen ausreicheno schaben. bd bbg e uax, Erhafung Schlafsäcke sind in der D35=Auskunstsstelle zu haben. junge und alte Wanderer iore Erholung. Kann man denn in eine solche herberge hineingehen? Familienausweise Buer. Im Kompressorenhause eines Werkes im Stadtteile Scholven hatte der 29jährige Karl Schweißhelm aus Bertlich eine Reparatur am Motor auszuführen. Wahrscheinlich ist ihm dabei der Schraubenschlüssel entglitten und auf die Transmissionsscheibe gefallen. Jedenfalls wurde er von dem Schraubenschlüssel an den Kopf getroffen, und mit schweren Kopfverletzungen mußte man den Schw. besinnungslos dem Krankenhause zuführen. Doch ist er bereits auf dem Wege dorthin seinen Verletzungen erlegen. Schw. war verheiratet und hinterläßt außer der Witwe drei unmündige Kinder. Das hätte schlimmer werden können! Postveförderung auf der„Olympiafahrt des Luftschiffes Hindenburg Unsere Jugendherbergsfreunde kennen unsere Ausweise, die alle im Heimatort ausgestellt und mit abgestempeltem Lichtbild versehen sein müssen. Für Jugendliche bis zum vollendeten 20. Lebensjahre gibt es den Bleibenausweis für 50 Pig. Wenn Erwachsene wandern wollen, so gebrauchen sie eine Mitgliedskarte zu einem Grundvreis von 4 RM. Sie erhalten dafür monatlich die Zeitschrift„Jugend und Heimat“ ins Haus georacht. Neben der EinzelAm 1. August findet aus Anlaß der Eröffnung samtgebühr beträgt für eine Postkarte 50 Pig. einen Brief 1 RM.. Freimachung durch Freinempler Mancher hat noch nie einen Schritt in eine Jugendherberge getan, weil er sich scheut vor dem gewissen Etwas, was sich für ihn mit dem Wort „Herberge“ verbindet. Derjenige, für den Jugendherbergen in diesem Sinne noch anrüchig sind. kennt unsere Jugendherbergen nicht, die mit ihrem Wäscheund Ausweiszwang zu einem sehr großen Leile für und Heimat“ ins Haus gebracht unsere Jugend mehr Heime als Herbergen sine.„„mitgliedskarte ist eine Familien=Mitgliedskarte zu Man fürchtet sich vor der Gesellschaft, in die man einem eineinhalbsachen Mitgliedsbeitrag zu haben hineingerät in so eine: Herberge. Auch da gilt es Selbstverständlich können auch die Ehegatten einzeln nur, seine Vorurteile zu überwinden, um sich einmal mit diesen Mtigliedskarten die Jugendherbergen bean Ort und Stelle zu überzeugen, daß die Herbergs= nutzen. Die' amilien=Mitgliedskarten haben in leute natürliche, schlichte, ehrliche und ausgeschlossene Menschen sind. Ob es die Jugend der Volksschulen Unfall am Duisburger Hauptbahnhof Duisburg. Am Montag gegen 16 Uhr stürzte am Duisburger Bahnhof ein Brückenpfeiler ein, riß die Oberleitung mit herunter und beschädigte einen gerade unter der Brücke herfahrenden Perionenwagen. Personen wurden glücklicherweise nicht verletzt. Der Straßenbahnverkehr mußte eine Stunde außer Betrieb gesetzt werden. Zwei Großbetrüger verurteilt siese Familien=Migllebslatten haben in starkem Maße das Familienwandern belebt. Da wandern die Kinder wie die Eltern, die sich dann in der Jugendherbergsküche ihr anspruchsloses, billiges aber gesundes Essen selber kochen können. Nähere Auskunft erteilt der Ortsverband Castrop= Rauxel, bei dem diese Ausweise zu haben sind. ist nicht zulässig. Die Sendungen müssen den Vermerk„Mit Luftschifi Hindenburg" tragen und unter Umschlag an das Bahnpostamt 19. Frankfurt(Main), eingesandt werden, wo sie spätestens am 1. August um.45 Uhr vorliegen müssen. Die Aufschrift für den Sammelbrief an das Bahnvostamt 19 hat zu lauten„Sendungen für die Olympiajahrt des Luftschifses„Hindenburg". Bahnpostamt 19. Frankfurt (Main)". Die Freimarken auf den Sendungen werden mit dem Tagesstempel des Postamts Flug= und Luftschiffhafen Rhein=Main entwertet. die Sendungen erhalten außerdem den Abdruck eines besonderen Bestätigungsstempels mit der Inschrift„Luftschiff Hindenburg. Olympiajahrt 1936“. Die dem Luftschiff in Frankfurt(Main) übergebene Postladung wird über dem Zentralilughafen Berlin=Tempelhof abgeworsen. Weitere Auskunft erteilen die Postanstalten. Rehenilech westsättsch Zils untiegediel Die Buchdrucker Rheinlands und Westsalens tagten Beachtet und benutzt die in den Straßen und Anlagen aufgestellten Papierkörbe * Dortmund. Die Fachgruppe„Buchdruck(Hochdruck)“ der Wirtschaftsgruppe„Druck und Papier= verarbeitung“ trat im Goldsaale der Westfalenhalle unter dem Vorsitze des Bezirksleiters Künstler (Köln) zu einer Fachgruppensitzung zusammen, an der auch Vertreter der Gaue der Reichsbetriebsgemeinschaft„Druck“ der Deutschen Arbeitsfront in Rheinland und Westfalen teilnahmen. Der Vorsitzende berichtete dabei über die in Berlin abgehaltene Tagung auf der vor allem über Verbesserungen bei den für Kupfertiefdruck verwendeten Stoffen zur Vermeidung gesundheitsschädlicher Einwirkungen wie auch über die Normung der Papier1 formate und Papiergewichte beraten worden sei. Dieser Fachgruppensitzung schloß sich die ordentliche 1 Bezirksversammlung des Bezirkes Rheinland und Westfalen des Deutschen Buchdruckervereins an, die gleichfalls Künstler(Köln) als Bezirksvorsitzender leitete. Nach Erledigung des Rechnungswesens und Erstattung des Geschäftsberichtes sprach der Bezirksvorsitzende über die Not des Buchdruckgewerbes. vor allem durch die Zentralisierung der Aufträge nach Großdruckereien in Berlin, hervorgerufen durch Verlagerung der Verwaltungen nach Berlin, wodurch gerade das westdeutsche Buchdruckereigewerbe einen schweren Schlag erhalten habe. Im Anschluß daran beschäftigte sich der Geschäftsführer des Deutschen Buchdruckervereins. Bartosch(Berlin), mit der Marktregelung und Ordnung für das graphische Gewerbe durch die„Ogra“ und ging dabei auch auf die ethische Seite des Konkurrenzkampfes ein. Ein holländischer Kraftwagen verunglückt Der Sohn eines Amsterdamer Bankiers seinen Verletzungen erlegen Duisburg. Wegen umsangreicher Betrügereien hatten sich die Angeklagten Franz Beamann aus Duisburg und Fritz Raab aus Essen vor der Großen Duisburger Strafkammer zu verantworten. Die beiden Angetlagten hatten als leitende Angestellte großer Industrieunternehmen durch ihre Betrügereien nach und nach rund 400000 RM. veruntreut. Nach dreitägiger Verhandlung fällte das Gericht das Urteil. Beckmann wurde wegen fortgesetzter Unterschlagung zu einer Gefängnisstrase von 2 Jahren und 6 Monaten und Raab wegen Hehterei zu einem Jahr und 6 Monaten Gesängnis verurteilt In der Urteilsbegründung wird die Schuld der Angeklagten als erwiesen bezeichnet. Beide Angeklagten seien nur darauf ausgegangen, möglichst viel Geld zu „machen“, ganz gleich auf welche Weise. Sie hätten dabei einen groben Vertrauensbruch gegenüber ihren Firmen begangen. Durch Personenauto tödlich angefahren Dortmund. Auf der Hochosenstraße wurde ein Fußgänger von einem Personenkraftwagen angefahren und so schwer verletzt, daß er, obgleich man ihn sogleich ins Krankenhaus Bethanien brachte, wenige Stunden später starb. Düsseldors. Am Montag gegen 16.30 Uhr ereignete sich auf der Landstraße Uerdingen—Düsseldorf. kurz vor dem Ort Latum. ein schwerer Kraftwagen= unfall, dem der Sohn des Amsterdamer Bankiers Fritze zum Opfer siel. Aus bisher ungeklärter Ursache geriet der Wagen an der dort befindlichen Kurve ins Schleudern. fuhr gegen die Chausseesteine der linken Straßenseite. riß einen jungen Baum über dem Boden ab und stürzte eine Böschung hinunter. Die Insassen des Wagens, der Bankierssohn und der Chauffeur der Firma, wurden schwer verletzt ins Uerdinger Krankenhaus eingeliesert, wo der junge Holländer seinen schweren Verletzungen erlag. Der schwerbeschädigte Kraftwagen wurde abgeschleppt. Groge Munster. 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Zahlreiche tet. urs für die hunde gust in Recksauausstellung e Ehrenpreise chssportführer renpreis eine Silberrahmen i Reichs= und der Landeseeis der Lanäsidenten, des des Reichsver. der Städte sjägermeisters =Wanderpreis aumünzen des zertus=Münzen zwei besten nderpreis des en Hund und stellers, ferner gsleitung, der kynologischen tödlich es Werkes im 9jährige Karl Reparatur am ist ihm dabei auf die Transwurde er von getroffen, und ßte man den sause zuführen. dorthin seinen verheiratet und tündige Kinder. 1 können! tbahnhof Uhr stürzte am ler ein, riß die chädigte einen nden Perionenweise nicht verte eine Stunde urteilt Betrügereien Beamann aus vor der Großen vorten. Die beiAngestellte grore Betrügereien eruntreut. Nach Gericht das Urtgesetzter Untervon 2 Jahren ehterei zu einem curteilt. In der der Angeklagten ngeklagten seien t viel Geld zu eise. 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Eingeleitet wurde die Tagung am Samstagnachmittag 5 Uhr mit einem Empfang des Reichsgebietsleiters Rodatz im Friedensaale. Dabei entbat Oberbürgermeister dem Gaste den Willkomm der Burgerschaft und aller hier ansässigen Behörden wie auch der NSDAP. und der Wehrmacht. Obergegebietsleiters Rodatz im Friedenssaale. Dabei entein Mahnmal, nie wieder die Einigkeit Deutschlands. die jetzt endlich errungen sei, zu zerstören. Pflege des Jugendherbergs= und Fahrtenwesens seien die Erziehungsmittel für unsere Jugend zur Einigung unserer Nation. Der Reichsgebietsführer trug sich dann in das Goldene Buch der Stadt ein. Abends folgte dann im großen Rathaussaale eine von musikalischen Darbietungen des HJ=Orchesters umrahmte Feierstunde, an der wieder zahlreiche Vertreter der vorgenannten Stellen teilnahmen. Sie wurde eröffnet von einer Ansprache des Landesverbandsleiters Grimmelt, der darauf hinwies, wie viele Jahre hindurch darum gerungen worden sei, der deutschen Jugend in Münster eine würdige Heimstatt zu schaffen. Jetzt aber könne Münster stolz darauf sein, eine Jugendherberge zu besitzen, die sich den übrigen im Deutschen Reiche würdig anreihe. Landesstellenleiter Schmidt hieß namentlich den Reichsverbandsleiter Rodatz namens der NSDAP. herzlich willkommen. Westfalen sei stolz darauf. die Geburtsstätte des Jugendherbergsgedankens zu sein. Wer sich noch erinnert, wie sich früher niemand der wandernden deutschen Jugend annahm und wie es da um die deutsche Jugend bestellt war, der wird heute, da er überall Jugendherbergen eingerichtet findet, eine wahre Freude darüber empfinden. So arbeiten wir als Nationalsozialisten. im Sinne des Führers. Denn jemand kann sein Vaterland nur lieben, wenn er es kennt. Der Landesleiter verwies dann auf Münsters eigene Prägung und auf die schöne neue Jugendherberge und begrüßte in Verbindung hiermit den Reichsverbandsleiter Rodatz. Reichsverbandsleiter und Obergebietsführer Rodatz unterstrich gleichfalls, daß hier in Münster der Grundstein gelegt wurde zu einem Friedenswerke. das gerade in den Jahren nach dem Kriege der deutschen Jugend nottat. Wir können stolz darauf sein, wie wir dieses Werk weitergebaut haben und so als Mitarbeiter Adolf Hitlers tätig gewesen sind. Wenn wir uns aber mit dem Jugendherbergswesen beschäftigen, dann müssen wir unser Handeln durch höhere Aufgaben bestimmen lassen. Eine der wesentlichsten Arbeiten aber ist, die Einigkeit der Nation sicherzustellen. Und darum verlangen wir, daß unsere gesamte deutsche Jugend in der HS. politisch geschult und erzogen wird. Während wir uns stritten, haben sich andere Völker Weltreiche aufgebegrüßt wurden. Landesverbandsleiter Grimmelt erstattete nach kurzen Begrüßungsworten den Jahresbericht für 1935, dem wir folgendes entnehmen: Die im Vorjahre begonnene Kleinarbeit zur Erhöhung der Mitgliederzahl und damit breiterer Verwurzelung des Jugendherbergsgedankens im Volke, konnte sich im Berichtsjahre erfolgreich auswirken. Dank dieser Werbung konnte der Mitgliederbestand Ende 1934 von 18 244 im Jahre 1935 um 5940 erhöht werden. Allerdings war ein Abgang von 1466 Mitgliedern zu verzeichnen, so daß der Mitgliederbestand Ende 1935 22718 betrug. Mit dieser Steigerung von 3,7 zu.3 Mitgliedern je 1000 Einwohner hat der Gau Westfalen auch tatsächlich die Spitze unter allen deutschen Gauen. Beim Gau und bei den Ortsgruppen wurden 26 877 Bleibenausweise und 7705 Führerausweise ausgegeben. Durch die Jugendherbergen geschlossen haben. Seit 1933 verzeichnen wir nicht weniger als 187 Neugründungen von Jugendherbergen. Redner wies dann auf die Notwendigkeit der Schaffung weiterer Jugendher bergen hin. Konnten wir 1933.2 Millionen Uebernachtungen in den Jugendherbergen buchen. so ist die Zahl im Jahre 1936 schon jetzt auf 7 Millionen gestiegen. Der Inspekteur, Oberbannführer Conrad(Düsseldorf) stellte die vorbildliche Zusammenarbeit von Rheinland und Westfalen an die Spitze seiner Ausfüh rungen zu dem Thema„Jugeno und Wandern". Notwendig sei es, am Rande des rheinisch=westfälischen Industriegebietes Jugendherbergen zu erbauen, die aber nachher nur soweit voneinander entfernt liegen dürften, daß sie in einem Tagesmarsch erreichbar seien Bei der im Sinne des Führers liegenden starken Inanspruchnahme der Jugendherbergen durch staatspolitische Lehrgänge und sonstige Schulungskurse nationalsozialistischen Charakters sei es in Anbetracht des stets sich steigernden Wanderbetriebes notwendig, sich vorher bei den Jugendherbergen anzumelden. Jedenfalls R aber auch die Budenstadt aus dem Marktvlatz und der altbergebrachte Paderborner Pottmarkt ans dem Kleinen Domplatz. Da tein Wagen die Innenstadt durchjahren durfte, konnten sich die Festbesucher in aller Ruhe hier ergehen und auch in Muße die Sehenswürdigleiten der feitlichen Stadt bei Tage und bei der strahsenden Abendbeleuchtung der Straßen betrachten. Die alte Stadt war in ihrem Kern so überaus reich geschmückt, daß sich buchstählich von Haus zu Haus in ununterbrochener Kette die Tannengirlanden zogen. Dazwischen wehte über allen Straßen, stolz und in großer Zahl. die Hatenkreuzfahne, das Symbol der Freiheit. 9 80 0 35 A 8 K Aufnahmen: Landesr. f..., lserlohn Der Oberbürgermeister Parteigenosse Hillebrand übergibt Landesverbandsleiter Grimmelt den Herbergsschlüssel Neugründung der Ortsgruppen Billerbeck, Bochum=Harpen, Bochum=Werne, Dortmund=Sölde, Epe, Eslohe, Laer. Lienen, Marsberg, Neuenkirchen, Salztotten und Wiedenbrück stieg die Zahl der Ortsgruppen auf 200. Im Jahre 1935 übernachteten in den Jugendherbergen des baut. Wir müssen jetzt durch doppelten Fleiß das ganzen Gaues Westfalen 86 729 Volksschüler, 232 3 Versäumte nachholen, und wir wollen jeden ver= Schüler höherer und mittlerer Schulen, 237 850 nichten, der die Einigkeit unseres Volkes antasten sonstige Jugendliche, 53 825 Besucher über 20 Jahre will. Neben das Wissen muß die Erziehung durch und 2092 Ausländer. Das sind insgesamt 612 825 das Erlebnis treten. Denn erst das Erleben führt zum Begreifen. und erst auf diese Weise formen wir den Tatmenschen. Darum muß auch jeder deutsche Junge und jedes deutsche Mädel Deutschland selbst erleben. Wir müssen die politische Forderung aufstellen: Ein jeder Deutsche muß Deutschland kennen! Aus unseren Jugendherbergen müssen Kulturstätten für die deutsche Jugend gemacht werden. Deshalb sollen sie auch an den schönsten Punkten und an den historischen Stätten in unserem Vaterlande stehen. Wir müssen und werden alles daran setzen, um unser großes Jugendwerk im Sinne unseres Führers zu vollenden. Um die Pflege des Jugendherbergswesens in Westfalen Münster. Im großen Festsaale des alten Rathauses hatten sich am Sonntagvormittag außer einer Reihe von Gästen die Vertreter des deutschen Jugendherbergswesens in Westfalen und Lippe zu einer Arbeitstagung eingefunden, die von Oberbürgermeister Hillebrand namens der Stadt Uebernachtungen. Die meisten Uebernachtungen entfallen auf Dortmunder, Gelsenkirchener, Bochumer, Münsterer, Essener, Hagener, Bielefelder, Wuppertaler und Herner Kinder. Reichsverbandsleiter und Obergebietsführer Rodatz(Berlin) wies dann in seinen Ausführungen darauf hin: Wir haben jetzt im Deutschen Reiche 2000 Jugendherbergen, nachdem wir in den letzten Jahren 500 schlechte aber dürfte die Belegung der Jugendherbergen durch Kursusteilnehmer nicht so überhand nehmen, daß der eigentliche Zweck dieser Einrichtung. die Beherbergung der wandernden Jugend, dadurch beeinträchtigt werde. Am Nachmittag wurde dann die neue Jugendherberge der westfälischen Provinzialhauptstadt im Beinsein von Vertretern der Partei und zahlreicher Behörden ihrer Bestimmung übergeben. Oberbürgermeister Hillebrand stellte in seinen Ausführungen seine stete Hilfsbereitschaft für das deutsche Jugendherbergswerk heraus und übergab dann dem Leiter des Landesverbandes Westfalen. Grimmelt(Münster), die Schlüssel zu der neuen Jugendherberge. Landesverbandsleiter Grimmelt dankte in herzlichen Worten der Stadt Münster für ihre Mitwirlung. Ein Rundgang durch das neue Haus schloß sich an. Treisacher Zadnäum der Haverstadt 1100-Jahrfeier— 909-Jahr-Feier der Busdorf-Kirche und des Gedenkens an Bischof Meinwerk Paderborner Festwoche Paderborn. Das uralte Heimatfest des Paderborner Landes hat schon von jeber alljährlich zahllose Scharen von Besuchern aus nah und fern herbeigeOC Einweihungsfeier an der neuen Jugendherberge Münster führt. In diesen Tagen erhält die Liboriseier ihre besondere Bedeutung durch das Zusammentreifen dreier Jubiläen in der Diözese. der 1100=Jahr=Feier der Ueberführung der Gebeine des hl. Liborius von Frankreich nach Paderborn. der 900=Jahrfeier der berühmten Busdorf=Kirche und des Gedenkens an den zweiten Gründer Paderborns. des Bischofs Meinwerk. der 1036 sein Lebenswerk beendete. Die aus diesem Anlaß vorbereitete Festwoche wurde am Sonnabend nachmittag in altbergebrachter Weise unter dem Geläut aller Glocken in der Kathedrale eröffnet, als unter den brausenden Klängen der drei Orgelwerke und dem Gesang des Domchors der Erzbischof von Paderborn. Dr. Caspar Klein, den goldenen Schrein des hl. Liborius auf dem jetzt 200jährigen Liboriusaltar unter dem gewaltigen Baldachin am Fuße der Prälatentrevve aussetzte. Am ersten Festsonntag strahlte prächtiger Sonnenschein, als sich unter Teilnahme der zahlreichen inzwischen eingetroffenen Besucherscharen die Jubelvrozession vom Dom über den Marktplatz und Kamp zur Marktlirche und über den Rathausplatz durch die ältesten Stadtteile Paderborns festlich entsaltete. Der prächtige Liboriusschrein wurde von der großen Schar der historischen Schreinträger unter Vorantragung des zum Jubelfest neu geschaffenen riesigen Pfauenwedels und unter Begleitung der Paderborner Schützen durch die Menge geführt. Der Dom war inzwischen bis auf den letzten Platz gesüllt, als der Erzbischof das Jahrbundertamt zu Ehren des Schutzvatrons im Beisein sämtlicher hoher kirchlichen Würdenträger feierte, die als Gäste gekommen waren und unter denen man wie bei allen Feierlichkeiten auch den Generalvikar Coulon aus Le Mans(Frankreich) mit seiner Begleitung als Vertreter der alten Bischofsstadt des hl. Liborius bemerkte. Im Mittelpunkt des am Nachmittag einsetzenden regen Festrummels stand das jahrhunderte alte Treiben auf dem Liboriberg. Großseuer in der Lippischen Mühle Paderborn. In der Nacht zum Montag brach auf dem alten Muhlenhof Lippe bei Paderborn ein Brand aus, der sich mit rasender Geschwindigkeit verbreitete. Binnen kurzer Zeit waren die Feuerwehren aus Paderborn. Kirchborchen und Nordborchen zur Stelle, die unter der Leitung von Branddirektor Ritter(Bielefeld) dem Flammenmeer mit aller Kraft entgegentraten, so daß das Feuer schließlich auf den vorderen Teil der Großmühle beschränkt werden konnte. Wenngleich auch einige in der Nähe gelegene Gebäulichkeiten gerettet werden konnten, so ist doch der größte Teil des Lippischen Mühlenhofes den Flammen zum Opfer gefallen. Außer den Gebäuden sind 16 große Maschinen und 2000 Zentner Getreide verbrannt. Der Schaden beläuft sich auf 200000 RM. Radfohrer vom Sturm die Böschung hinabgeworfen und getötet Paderborn. Als ein Rottenführer aus Hilligenbusch abends währeno eines furchtbaren Sturmes heimwärts fuhr und am Krummen Grund angekommen war, legte sich der Sturm mit der vollen Gewalt gegen das Fahrrad und warf es mitsamt dem Rottenführer die sechs Meter hohe Böschung hinab, wo der Radfahrer besinnungslos liegen blieb. Erst nach Verlauf einer Anzahl Stunden fanden Vorübergehende den schwerverletzten Mann und brachten ihn ins hiesige Brüderkrankenhaus, wo er jetzt seinen Verletzungen erlegen ist. Hündin säugt Rehkitz und zwei Dackel Brilon. In der Nachbargemeinde Helminghausen fand jemand in einer Wiese ein anscheinend von der Ricke verlassenes Rehkitz und nahm es mit nach Hause. Da eine Dackelhündin zufällig nur zwei Junge hatte, machte er den Versuch, das Kitz mit den Dackeln an die Hündin zu legen. Erfreulicherweise gelang dieser sonderbare Versuch, und so besteht alle Hoffnung. das reizende Tierchen, das schon viel höher auf den Beinen steht als seine Nährmutter, hochzubringen. Und ist es in der Lages sich selbst seine Nahrung zu suchen, will man ihm die Freiheit wiedergeben. Brand durch schadhafte Stelle in der Räucherei Schloß Holte. In der im Dachgeschosse eingebauten umfangreichen Räucherei des Gastwirtes und Schlachters Hörster entstand ein Brand, durch den die Decken über zwei Schlafzimmern im ersten Stockwerk einstürzten. Durch die niederbrechenden brennenden Massen wurden die noch schlafenden Hausbewohner und zwei Fremde, die dort übernachteten, überrascht. Man alarmierte die Feuerwehr, die mit Hilfe der Motorspritze schnellstens an der Brandstelle erschien und das gefahrdrohende Feuer löschte Wie die Untersuchung der Brandursache ergab, muß sich das Feuer von der Räucherkammer her durch die schadhaft gewordene untere Decke langsam in das Haus hineingefressen und wenigstens schon zwei Tage geschwelt haben. Deutsche Theater=Festwoche in Bad Deynhausen Bad Oeynhausen. Das Oennhauser Kurtheater hat sich in den letzten Jahren bei intensiver Unterstützung durch die Kurverwaltung durch die niederdeutschen Musikfeste überaus erfolgreich um die Förderung des niederdeutschen Musikschaffens bemüht. In diesem Jahre wird erstmalig an die Stelle dieser traditionellen niederdeutschen Musik= feste eine niederdeutsche Theater=Festwoche durchgeführt, und zwar vom Nationaltheater Osnabrück in der Zeit vom 22.—28. August. Ihre besondere Bedeutung erhält diese Festwoche durch zwei Uraufführungen: das Schauspiel„Otto der Sachse“ von Eberhard König und die Komödie„Prinz Tunora“ werden zum ersten Male aufgeführt. Außerdem umsaßt das Programm eine Erstaufführung der Oper Doktor Eisenbart“(Text von Otto Falckenberg. Musik von Hermann Zilcher) sowie die Aufführung der Operette„Zum goldenen Halbmond“ von Robert Stolze. Anläßlich eines Sinfonickonzertes wird Hermann Ungers„Altdeutsche Sinionie“ uraufgeführt. Den Abschluß bildet eine Aufführung von Richard Wagners„Walküre“ auf der Freilichtbühne an der Porta Westfalica. Einem 16jährigen 46 Diebstähle nachgewiesen Bünde. Hier wurde ein 16jähriger Lehrling dabei ertappt, als er eine Ladenkasse ausreubern wollte. Man übergab dieses Bürschchen der Polizei. und dort stellte sich dann heraus, daß auf das Kontn dieses jungen Mannes nicht weniger als 16 Diehstähle entfallen Die Strastaten liegen zum Tei zwei Jahre zurück. fallen also in eine Zeit hinen wo das Bürschchen noch die Schulbank drückte Var läufig wird der Dieb noch von der Polizei fest#e halten, denn man ist der Auffassung, daß der## zehnjährige noch zahlreiche andere Straftaten auf dem Kerbholz hat. Ein tödliches Grubenunglüch Mariadorf. In der Nachtschict ercignete sic der Grube„Marie" im Hauptschacht wieder ein.# liches Grubenunglück. Ein 19 Jahre alter Haue der sich sein Gezähe holen wollte. kehrte nicht meh zum Arbeitsplatz zurück. Als seine Kameras suchten, fanden sie ihn tot auf Der Hauer war von giftigen Gasen überrascht und getötet worden. Verunglückte hinterläßt seine Frau und 7 Kin die alle unter 11 Jahre alt sind. SAAADER Sür Koniet Roman von Martiese Kölling Copyright by Horn-Verlag— Berlin W 35 „Was für Blödsinn?“, Friede machte sich auffällig lange mit ihrem Napfkuchen zu schaffen. „Er erzählt, ihr geht zu den Indianern. Was meint er denn damit?“ Jetzt blieb Friede nichts anderes übrig, sie mußte Telse die Wahrheit sagen. Die sah Friede ganz entsetzt an: „Das ist doch nicht dein Ernst, Kind?“ Friede nickte. Telse schlug die Hände zusammen: „Du lieber Gott, ich habe gedacht, es reicht schon, wenn du in Europa in der Weltgeschichte herumkutschier“, und jetzt bis nach Mexiko? Wenn das nur gut geht, Kind. Kennst weder die Verhältnisse drüben, noch hast du Freunde. Und wenn sich dieser Mexikaner in seiner Heimat plötzlich anders entpuppt?“ „Das halte ich für ganz unmöglich, Telse, soviel Menschenkenntnis darfst du mir zutrauen. Don Potosi ist ein Ehrenmann. Mexiko ist ja schließlich auch keine Wildnis. Wir haben dort einen deutschen Gesandten, einen Generalkonsul und eine deutsche Kolonie. Weder Spatz, noch mir, noch Fanfare wird etwas passieren.“ „Abenteuerlich ist es und bleibt es“, beharrte Telse.„Was sagt denn Wulff dazu? Du hast doch in Dortmund mit ihm gesprochen? Ist er schon zurück? Komisch, daß er sich nicht meldet — und Peter Ott auch nicht.“ Friedes Augen wurden hatt: „Telse, wenn du mich lieb hast, erwähnst du die beiden nicht. Meine Reise geht nur mich an. Nicht Wulff und Peter Ott schon lange nicht. Laß mich nur ruhig„zu die Indianers“, wie Spatz sagt. Aengstige dich nicht Paß mal auf, wie schnell die Zeit vergeht. Ein=zwei=drei bin ich wieder zurück und so reich, daß alle Not ein Ende hat.“ Telse schwieg. Was sollte man mit Frieve machen? Sie hatte nun einmal den Stettenschen Eisenkopf und bange machen ließ sie sich auch nicht. Man mußte sie gewähren lessen, obwohl in den nächsten Tagen vieles kam, was Telse nicht recht einging. Da waren vor allen Dingen die vielen Anschaffungen, für die Friede beinahe die letzten Spargroschen von der Bank holte. Aber Friede hatte vielleicht recht: als Repräsentantin des deutschen Sportes mußte sie in Mexiko richtig auftreten. „Das ist ja nichts gegen das, was ich verdienen werde“, beruhigte sie Telse. Ein fieberhafter Tätigkeitsdrang wor über Friede gekommen. Sie war geradezu glücklich, daß sie kaum noch Zeit hatte, nachzudenken, bis sie sich mit Fanfare und Spatz in Hamburg einschiffte. Senor Potosi, der selbst Pferdekenner war, hatte mit der Hapag bereits alles Nötige besprochen. Für Fanfares Wohlergehen an Bord war vollkommen gesorgt worden. Auf Kosten des Mexikanischen Turnierverbandes, der in Wirklichkeit nur aus Senor Luis Potosi bestand, war für den kostbaren Hengst ein besonders luftiger Stall auf einem der Mexikodampfer angelegt worden. Daneben befand sich eine behagliche Kabine für Spatz. So konnte Szatz seinen Abgott auch nachts unter Kontrolle halten. Futterrationen, die Fanfare eine Reise um die Welt gestattet haben würden, sollten mit dem Tier zusammen an Bord geschafft weren. Für Friede aber war die beste Kabine des=Decks belegt. taktvoll genug, wollte auf dem=Deck wohnen. Jeden Weg, der die Ausreise betraf, nahm ihr der kleine Mexikaner ab. „Verblüfsend, wieviel Interesse die Behörden Ihrem Besuch in meiner Heimat entgegenbringen, Senorita", versicherte er Friede ein über das andere Mal.„Aber Sie werden es sehen, werden es erleben, Senorita. In Mexiko wird man Sie im Triumph durch die Straßen tragen, nachdem man Sie reiten sah.“ Telse war Senor Potosi gegenüber recht mißtrauisch. Und selbst die leidenschaftliche Versicherung, daß er die Senorita Friede wie seinen Augapfel betreuen würde, machte sie nicht freundlicher. Nun war der letzte Abend in Deutschland gekommen. Senor Potosi hätte ihn am liebsten einem großen Abschiedsfest gestaltet, zu dem er alles, was Friede kannte, und was er selbst kannte, hätte einladen mögen. Friede aber hatte abgelehnt. Sie war es Telse schuldig, den letzten Abend mit ihr zu verbringen. Auch sehnte sie sich selbst nach Ruhe. Es war ein milder Sommerabend. Die Sterne standen über dem Balkon wie damals, als Peter Ott die beiden Frauen besucht hatte. Heute waren sie allein. In der Wohnung war es ganz still. Spatz feierte Abschied mit seinen Freunden drüben in der Reitschule. Telse hatte den Tisch wie zu einem Fest gedeckt. Das beste Geschirr, die kostbarsten Bestecke aus Stettenschem Familien= besitz prangten darauf. In feingeschliffenen Kristallschalen leuchteten Friedes Lieblingsfrüchte, goldgelbe Aprikosen, auf, und die beiden Römer, die Friede zur Feier dieses Abschieds auf die winzige Tafel gestellt hatte, schimmerten zartgrün. Aber die richtige, warme Abschiedsstimmung wollte nicht kommen. Friede war von einer nervösen Unruhe. Es war, als wollte sie nicht denken, daß dies heute der letzte Abend war. Außerdem, zuviel letzte Anweisungen waren noch zu treffen, zuviel mußte noch miteinander besprochen werden. „Die Wohnung behalten wir also“ entschied Friede.„Und von der Bank wirst du dir für den nächsten Monat noch etwas abholen können, Telse. Dann werde ich dir regelmäßig von drüben Geld schicken. Du sollst keine Sorgen haben. Und versprich mir das eine, daß du niemals Wulff um irgend etwas um Rat fragst oder ihn finanziell in Anspruch nimmst. Lieber möchte ich, daß du das letzte Stück meiner Sachen hier verkaufst, anstatt daß du dich an Wulff wendest! Das mußt du mir versprechen, Telse.“ „Aber Kind, warum denn so aufgeregt? Dieser Fall wird ja nicht eintreten. Was hast du übrigens gegen Wulff? Er ist doch dein leiblicher Vetter und du—“ „Und ich will nicht noch mehr bei Wulff in Schulden kommen", erwiderte Friede hart.„Ich werde erst dann glücklich sein, wenn ich ihm den letzten Pfennig zurückgegeben habe. Dies ist mit ein Grund, Telse, weswegen ich hinübergehe. Habe ich dein Wort— ja oder nein?“ Telse war ärgerlich. Dieser Dickkopf Friedes war wirklich schrecklich. Sie hatte keine Ahnung, was sich zwischen Wulff und Friede begeben hatte, aber daß diese 2000 Mark Friede so furchtbar drückten, das war ja nun übertrieben. Für Wulff Legien waren 2000 Mark nicht mehr als für Friede vielleicht 20 Mark. Wie konnte man sich deswegen nur haben? Aber sie wollte den letzten Abend mit ihrem geliebten Pflegekind nicht in einem Mißklang enden lassen. Und so gab sie ihr das Versprechen. 66. Kapitel. „Schafskopf,“ sagte Aulff von Legien mit Ueberzeugung. Aber diese wohlwollende Benennung galt nicht irgendeinem anderen Menschen. Er stand vor dem Spiegel mit einem verärgerten Gesicht und schleuderte seinem eigenen Spiegelbild noch einmal ein energisches„Schafskopf“, entgegen. Es war seine Methode von Kindheit auf, schwierige Lagen, in die er sich selbst gebracht hatte, auf diese Weise zu erleichtern. Aber heute waren es gleich zwei schwierige Angelegenheiten auf einmal. Zunächst der Abschied von Friede. Sie reiste tatsächlich mit diesem exotischen Don Juan nach Mexiks. Sollte er sich persönlich von ihr an der Bahn verabschieden oder nicht? Seit ihrem Zerwürfnis nach ihrem Fest bei dem Turnier hatte er sich nicht mehr hören und sehen lassen. Er war ehrlich wütend auf Friede gewesen. Das hatte er nicht verdient, so von ihr beleidigt zu werden. Herrgott, begriff denn das Mädel nicht, daß es nicht nur seine eifersüchtige Liebe war, sondern auch seine ehrliche Sorge um sie? Wenn ihr etwas geschah, es wor nicht auszudenken. Sie glaubte, sie käme mit ihrer Sicherheit und ihrem Dickschädel überall durch. Aber es gab Situationen, in denen ein Mädel eben nicht allein fertig wurde. Wütend war er fortgefahren, um sich in Osnabrück mit Peter Ott zu treffei Aber Peter Ott hatte ihm abgeschrieben und war jetzt, als Wulff nach Berlin gekommen war, bereits auf und davon. Geradezu mystisch klang der Brief: „Ich muß etwas vergessen, was mich jahrelang schon gequält hat und mich von Mexiko fortgetrieben hat.“ Sollte Peter Ott doch mit dem Herzen in Mexiko hängengeblieben sein?:Vielleicht bei dieser kleinen Conchite? Wulff versuchte, sich diese Conchita vorzustellen. Sicher hatte sie Glutaugen, schwarzes Gelock, den Kamm im hochfrisierten Haar. Eine rote Blume hinter dem Ohr und ein seidenes Umschlagtuch. Irgend so eine Zigarettenplakatschönheit, wie sie da unten wohl zu 13 auf ein Dutzend gingen. Armer Peter, auch unglücklich verliebt? Aber wenigstens kam ihm Peter dann bei Friede nicht ins Gehege. „Rhinozerus!“, sagt Wulff plötzlich noch energischer. Selbst wenn Peter ihm bei Friede im Wege gestanden hätte, das alles war ja jetzt gleichgültig. Friede hatte ihm unzweideutig erklärt, daß sie sich nichts aus ihm muche, daß er kein Recht hatte, sich weiter um sie zu kümmern. Warum wurden plötzlich alle Menschen, die er lieb hatte, so rabiat und aufsässig? Aber nachgelaufen war er noch keinem Menschen. Reisende Leute sollte man nicht aufhalten. Der einzig wahrhaft Glückliche war an diesem Morgen Don Potosi. In einem Abteil erster Klasse saß er Friede gegenüber. Sowie sie aus dem Fenster schaute, sah er sie geradezu verzückt an. Friede saß still, eng in ihren braunen Reisemanel gewickelt. Die Morgenluft war schon ein weig herbstlich. Die Sonne hatte noch nicht ihre virkliche Kraft. Don Potosi konstatierte bei sich, daß Friede bezauhernd aussah, nur sehr ernst. Der Abschied von Telie war ihr schwer geworden, wie noch nie„Ale Telses Gesicht mehr und mehr in dem Braungold des Herbstdämmerns zurückblieb, verschwand sie schleunigst in ihrem Abteil. Niemand sollte sehen, daß sie weinte. Don Potosi war mit verlegenem Gesicht schnell auf den Gang gegangen. Er schaute zum Fenster hinaus, als gäbe es nichts Interessanteres als die Schienen, Weichen und Rangierzüge um den Lehrter Bahnhof herum. Er wollte Friede Zeit geben, sich zu fassen. Was tu ich bloß, damit sie wieder fröhlich wird? dachte er. Ob es das richtige sein wird, wenn ich mit ihr etwas über diese alte Dame plaudere? Und wirklich trat ein warmes Leuchten in Friedes verweinte Augen, als er das Abteil wieder betrat, ihr Zigaretten und Feuer anbot und sie teilnehmend fragte: „Sie hängen wohl sehr an Ihrer allen Freundin, Senorita von Steten?“ „Sehr,“ nickte Friede.„Sie ist der einzige Mensch auf der Welt, der mir von meinen Lieben noch geblieben ist“ Potosi sah sehr erstaunt aus. Es war beinahe, als atme er erleichtert auf. „Und Don Wulff von Legien, ist er kein Blutsverwandter von Ihnen? Man hat mir doch erzählt, der schöne junge Mensch sei Ihr Vetter?" „Ist er auch.“ Friede sagte es sehr kurz. Der ganze Aerger über Wulffs Schulmeisterei wollte wieder in ihr auf. Senor Potosi beobachtete Friede unmerklich. Wie kurz hatte sie seine Frage beantwortet. Sie war nicht einfach zu nehmen. Sie hatte ihren Kopf für sich. Wie würde es erst drüben werden? Er mußte Friede von Stetten gewinnen. Ganz gleich, wie schwer es würde und wie Donna Victoria sich dazu stellen würde. * Friedes Ankunft an Bord des großen Ueberseedampfers war geradezu eine Sensation. Sehr gegen ihren Wunsch und Willen hatte Spatz offenbar mit Don Potosi die Reklametrommel kräftig für sie gerührt. Jeder Mensch wußte, wer das schöne junge Mädchen war, das jetzt an der Landungsbrücke stand und die Einschiffung des alten Rennpferdes sorgsam beobachtet. Ein dichtes Menschengedränge war sofort um Friede, Fanfare und Spatz herum Nur der Energie Potosis gelang es, ihr freien Weg zu schaffen. „Was wollen eigentlich all diese Menschen von mir?“ fragte sie ärgerlich. „Sie feiern, Senorita!“ „Blödsinn,“ erklärte Friede,„was ist denn da zu feiern? Da hat Spatz wieder einmal etwas Schönes angerichtet. . Aber Spatz hatte noch mehr angestellt. Ohne Friedes Erlaubnis einzuholen hatte er von Fanfares Stallbox in der deutschen Reitschule die großen Plaketten entfernt, die in goldener Schrift auf blauem Grunde anzeigten, wann und wo der berühmte Warmblüter Sieger geworden war. Jedesmal, wenn er den alten eine solche neue Metallplakette zufügen konnte, platzte Spatz beinahe vor Stolz. Diese Plaketten hatte er in aller Eile an den Schiffsstall für Fanfare angebracht. Und als Friede nun endlich Fanfare glücklich an Bord hatte und kontrollieren wollte, wie sie untergebracht war, mußte sie beinahe Spießruten laufen. Jeder wollte die berühmte Turniermeisterin sehen. Als Fanfare Friedes Stimme hörte, wieherte sie fröhlich auf. Sie schnupperte nach der Zuckerration, die sie ständig für sie in Bereitschaft hatte, aber Spatz siel Friede beinahe enlsetzt in den Arm: „Ne, det lassen Se man lieber sein, gnädiges Fräulein, sonst verfrißt sich Fanfare noch gründlich. Alles, was auch nur'nen Momak abkommen konnte, war schon bei uns, um Fanfare seinen Kratzfuß zu machen. Kieken Se mal, gnädiges Fräulein, was hier liegt.“ Friede lachte laut auf. In einer Ecke des geräumigen Stalles häuften sich Zuckerstücke und Mohrrüben zu einem förmlichen Berg zusammen. „Schade, daß wa nich, wie früher, wo wa mit Ametyst arbeteten, noch nen Führpferd bei uns haben, um den Segen alle zu machen. Im übrigen, wat ick noch zu sagen hätte, gnädiges Fräulein, die Verpflegung scheint prima zu sein. so viel habe ick schon ausbaldowert.„Junge, siehst ja aus, wie nen jerupptet Huhn, det uffjepeppelt werden muß,' hat der Schtuart oder wie det Dings heeßt, zu mir jesacht. Und wie ick ihm erklärt habe, det ick im Begriff bin, Jockey zu werden und so dünn sein müßte, hat er den Kopp jeschüttelt und jemurmelt:„Wat so abjemagertet Stückchen Junge wohl jroß leisten kann! Den werd ick mal richtig ranmästen.“" „Wohl bekomm'!“ Friede mußte wieder laut auflachen, aber plötzlich fuhr sie zusammen. Die lauten Rufe, die zuerst das Schiff erfüllt hatten, waren plötzlich verstummt. Ketten rasselten, und der Riesendampfer machte leise schlingernde Bewegungen. Von ferne tönte gedämpfte Musik. Sie kam aus dem tieferliegenden Deck. Das Schiff verließ langsam den Hafen. Im blaugoldnen Herbstsonnenschein lag Hamburg „Ah, Senor Potosi! Nein. Denten Sie, ich war wirklich ein bißchen sentimental geworden. Aber ich will nun nicht mehr zurückschauen.“ Friede warf den blonden Kopf zurück, daß die eine Locke unter dem Reisemützchen ihr heftig übers Gesicht wehte.„Ich will nur noch vorwärtsdenken.“ „Recht so, Senorita, recht so, denken Sie nur an all das Schöne, was vor Ihnen liegt, und an die Triumphe, denen Sie entgegengehen." Potosi ging an Friedes Seite ihrer Kabine zu „Aber das ist ja ein Blumenmeer,“ sagte sie erfreut und dankbar. Tatsächlich waren die beiden Räume, die für sie belegt worden waren— ein kleines Vorzimmer in gelbem Zitronenholz mit lichtblau seidenen Damastsesseln, und die Kabine, ein Traum aus Weiß und Rosenfarben und blitzendem Messing—, völlig angefüllt mit Blumen. „Von wem ist denn das alles?“ Stolz erklärte Potosi: „Das sind Willkommensgrüße der Hapag und verschiedener Passagiere, außerdem der mexikanischen Kolonie Hambeirg, und das hier", er wies auf den Schreibtisch in dem kleinen Vorraum— „Weiß schon, Senor, das ist von Ihnen.“ Friede vergrub ihr Gesicht in dem kühlen, duftenden Strauß herrlicher Rosen. Wie gut Senor Potosi war, wie rührend er an sie dachte. Und doch, sie hätte das ganze Blumenemeer hier hergegeben für ein kleines Wort von Peter Ott. mit seinen Häusern, seinen hohen Turmen, die kleinen Fleets. Noch einmal umfaßte Friede das Bild des Hafens mit seinem Gen irr von Masten von Schiffen, seinem Hin und Her von vorüberflitzenden Motorbarkassen Vorbei, vorbei— das Schiff fuhr weiter. An der„Alten Liebe“ vorüber. Noch einmal ragte das gewaltige Bismarckdenkmal wie das Wahrzeichen deutscher Kraft mächtig in die Luft. Aber alles wurde verdunkelt durch die Tränen in Friedes Augen. „Senorita, haben Sie schon Ihre Kabine gesehen?“ fragte eine bettelnde Stimme neben ihr. Potosi stand da. Sie hatte ihn in diesem ganzen Abschiedsrummel vergessen Und er war zu taktvoll gewesen, sich zu melden Herbst. In der Ebene liegt er noch in voller Wärme und mit dem Glanz der Sonne. Mit einer weichen Luft, die Erinnerung sein könnte an Sommer. Hier oben ist der Herbst anders. Sommerfäden fliegen zersetzt über die kahlen Stoppeln. Am Brombeerstrauch hängen die letzten Beeren. Sie konnten nicht mehr reifen. Kurz bleibt die Sonne nur in dieser Gegend. Armes Land, denkt Peter Ott. Er fährt im holprigen Bauernwagen schon ein paar Stunden aufwärts. Das Pferd sieht ausgemergelt aus. Der Kutscher mager, mit einem kantigen, wie vertrockneten Gesicht. „Halten Sie mal, ich steige aus, der Gaul kann es ja nicht schaffen. Wenig Hafer gekriegt? Dabei wächst doch Hafer bei euch.“ Der Kutscher zuckt die Schultern: „Brauchen wir selber, Herr, da bleibt nicht viel für's Vieh. Wir ernten wenig hier heroben. Na, hül“ Er knallt mit der Peitsche. Der magere Gaul klimmt aufwärts. Peter Ott schaute sich um. Wie renig besiedelt dies Land ist. Jämmerliche Hütten. Kleinbauern, die nichts an ihr Besitztum wenden können. Viele Gehöfte noch strohgedeckt. Winzige Ställe— alles an die Bergkanten wie angeklebt. Sicher steht in den meisten kaum eine Kuh. Und noch weniger ein Pferd. Die Kinder am Wege sehen elend aus. Die Frauen scheinen so müde. Sie haben Kartoffelsäcke über dem Rücken. An den aufgehackten Furchen sieht Peter, auch die Kartoffeln sind jämmerlich und klein. Der ganze Boden sieht wie ausgemergelt aus, sicher fehlt ihm der nötige Dünger. Vermutlich jahrzehntelang ausgenutzt. Nun gib: die Erde überhaupt nichts mehr her. Wovon wollten diese armen Menschen hier auch Thowasmehl, Kainit, Kalisalze und andere Düngemittel bezahlen? Dazu gehört Geld, und hier sah es nach schlimmer Armut aus. Dafür war die Natur wunderbar. Wie breitet sie sich aus, die deutsche Heimat, in dem letzten Herbstlicht! In schöner Linie schwangen die braunen, abgeernteten Felder. Auf den Feldern gingen Gespanne von Pferden und Ochsen. Winzig sahen sie aus, wie Spielzeug. Die kahlen Höhen schoben sich hintereinander. Dieser Kegel dort mußte die Wasserkuppe sein und die blaue Linie dahinter das Massiv des Rhöngebirges. Segelflieger zogen wie große Vögel ruhig ihre Bahn. Die unbewaldeten Höhen stiegen immer mächtiger auf und formten sich dort drüben zu einem großen Berggipfel. Peter Ott ging mit gleichmäßig, weit ausgreifenden Schritten neben dem Wagen her. Freude machte es, so zu wandern, aufwärtszusteigen. „Erklären Sie mir doch einmal die Landschaft,“ rief er zu dem Kutscher hinauf,„ich kann die Karte hier im Winde nicht ausbreiten.“ Der Kutscher wies mit dem Peitschenstock in die Runde: „Dort der Oberwald, der Taufstein, das sind die sieben Ahern, das dort rechts die Herchenhainer Höhen und das dort der Hoherodtskopf.“ „Ich denke, jetzt können Sie wieder einsteigen, Herr. Jetzt sind wir auf der Höhe. Da schafft's der Gaul wieder bis an den Fuß der Hoherodtskopfburg.“ „Alles Moor hier herum?“ „Jawohl, Herr, ein paar Wiesen haben wir ja, aber das meiste ist doch Moor.“ „Wie lange ist es noch bis zum Hoherodtskopf?“ „Um 6 Uhr sind wir da. Na, hü!“ (Fortsetzung folgt.) Der Voldiraum von Omdets Eine ganze Stadt erfaßt— Die alten Zeiten kehren wieder „Wus du nicht kenst, das schfleß nichr iol Unbedachte Schützen— Wenn das Wild nicht richtig„angesprochen“ wurde men, und der Morgen fand eine leere Stadt vor. Die Fabriken konnten nicht mit der Arbeit beginnen, weil nur wenige Arbeiter erschienen waren. Alles drehte sich nur um das eine Wort, den einen Begriff, der alles Glück der Erde zu umschließen scheint: Gold. Die Schulen und die Fabriten von Bryce mußten schließen. Kein Mensch hatte mehr für die Dinge Interesse, die gestern noch im Mittelpunkt standen. Alle Pläne für die nächste Zeit waren über den Haufen geworfen, nur die Zukunft hatte Geltung und Bedeutung. Die wenigen Klugen, die in Bryce zurückgeblieben sind und nicht dem allgemeinen Fieber unterlagen, haben vorläufig das Rennen gemacht. Sie haben Vorräte herangeschafft, welche die Goldgräber mit ihren Ersparnissen teuer bezahlen müssen. Diese Leuté verdienten schnell viele tausend Dollar, und zwar auf sichere Art. Die anderen aber, die das Goldfieber von Bryce gepackt hat, hoffen auf das ganz große Glück, das ihren Vätern versagt blieb, und setzen nun ihr Vermögen und ihre ganze Kraft ein, um es zu zwingen. )( Es war ein alter rheinischer Weidmann, der dieses heiligste Gebot des Jägers als ein Menetekel für die Jägerschaft hinstellte. Oft und immer wieder wird gegen dieses einfachste und klarste Gesetz gesündigt. Es sind erst einige Jahre her, als ein sehr hoher Herr und echter Jäger das Unglück hatte, seinen eigenen Kutscher auf dem Anstand auf Wildschweine zu erschießen, weil er ihn in der Dämmerung für ein Stück Schwarzwild gehalten hatte. Der unglückliche Schütze wurde freigesprochen, weil nachgewiesen war, daß der Kutscher den ihm zugewiesenen Ort verlassen hatte und in seiner Neugierde im Gebüsch herumgekrochen war. Dennoch werden die Vorwürfe, die sich der Jäger selbst machte, nicht gering gewesen sein. Denn einwandfrei ist der ankriechende Klumpen doch eben nicht als Wild erkannt worden, nicht angesprochen worden, wie der Weidmann sagt. Der vermeintliche Keiler Fälle aus neuester Zeit sind wieder Warnung für unbedachtes Schießen auf vermeintliches Wild. Ein Jäger erblickt im Ackerfelde etwas Rotes. Was kann das sein? Natürlich nur Fuchs! Der Jäger geht in Anschlag— da erhebt sich aus dem Acker Rulosteaßen uner dee Erdr Paris kämpft gegen die Verkehrsnot— Militärpolitische Hintergründe?— Ein großzügiges Projekt Der niage Hureas Ein Geständnis vor gefletschten Zähnen 1( In der Nähe des holländischen Städtchens Reuwel bei Rurmond fanden an einem der letzten Tage Spaziergänger einen schwerverwundeten Mann. der im Gebüsch lag und entsetzlich stöhnte. Die Leute gingen näher und stellten zu ihrem Entsetzen fest, daß der Manin an zwei schweren Kopfwunden blutete. Während einige bei dem Verletzten blieben. um ihm zur Seite zu stehen, eilten andere zur nächsten Gendarmeriestation, um die Polizei zu benachrichtigen. Inzwischen war der Schwerverletzte wieder zum Bewußtsein gekommen und erzählte den sich um ihn Bemühenden mit allen Anzeichen des Schmerzes. daß er ein Bäcker aus der Umgegend sei. der eine Vertrauensstellung bei seinem Reister habe und auf die Dörfer geschickt worden sei, um fällige Rechnungen zu kassieren. Zwei Banditen müßten ihn dabei beobachtet haben, denn sie seien ihm nachgegangen und hätten ihn an dieser Stelle der Landstraße mit einem harten Gegenstand niedergeschlagen. Er habe dabei das Bewußtsein verloren und wisse sich weiter an nichts mehr zu erinnern. Alles ist zunächst ratlos... Inzwischen waren die Gendarme an Ort und Stelle angelangt. Auch der beamtete Polizeihundführer war benachrichtigt worden und kam kurze Zeit später mit seinem Harras an die Stelle des Verbrechens. Der Ueberfallene schilderte den Beamten noch einmal alles, was er angeblich erlebt hatte, und dann wurde Harras auf die Spur der Banditen gesetzt. Das Tier stand da, gab Laut und rührte sich trotz mehrfacher Aufforderung nicht von der Stelle. Die Beamten waren zunächst ratlos, dann aber überlegten sie. was das Tier wohl meinen konnte. Der Hund schnupperte an dem überfallenen Bäcker herum. und fing dann plötzlich zu suchen an. Schließlich führte er seinen Herrn an eine abgelegene Stelle und scharrte aus dem Boden ein Stück Eisen heraus. Wie sich später herausstellte, handelte es sich um die Waffe, mit der der Bäcker verwundet worden war. Noch einmal begann der Hund zu graben und förderte die Geldtasche hervor, die der Ueberfallene verloren haben wollte. „Ich habe gelogen!“ Der Bäcker, der die ganze Geschichte nur erfunden hatte, um Unterschlagungen zu decken, sah sein Spiel nun verloren und wollte sich in aller Heimlichkeit seitwärts in die Büsche schlagen. Da hatte er aber die Rechnung ohne Harras gemacht, der jede Bewegung des Mannes genau verfolgte und sich mit gefletschten Zähnen vor den Schwindler stellte. Es schien, als wollte er im nächsten Augenblick sich auf ihn stürzen, um ihn zu zerfleischen. Die Angst gab dem Bäcker ein, zu gestehen, und so rief er laut aus: „Ich habe gelogen!"— Nunmehr wurde ein neues Verhör ausgenommen, bei dem sich herausstellte, daß der Mann sich die Verletzungen mit dem gefundenen Eisen selbst beigebracht hatte, um seiner Darstellung mehr Wahrscheinlichkeit zu geben. Das verklagte Federvieh Speziell junge Hähne sind zum Auswachsen— Schallplatten als Zeugen Vor einem englischen Gericht fand dieser Tage eine kuriose Verhandlung statt. Ein Grundstücksbesitzer, der in einer kleinen Ortschaft in der weiteren Umgebung Londons wohnt, klagte gegen seinen Nachbarn und war vor Gericht mit einem Paket Schallplatten erschienen, die ihm als Beweismaterial dienen sollten. Der Nachbar, gegen Bryce ist eine kleine Stadt in der Nähe von Englehart im amerikanischen Staate Ontario. Die Leute, die hier wohnen, leben von den Fabriken, die in einiger Entfernung von den Siedlungen errichtet sind, und den Menschen die Möglichkeit bieten, das Notwendige zum Leben als Arbeiter zu verdienen. Die kleinen Annehmlichkeiten bestehen in Ausflügen in die Umgebung und in der Pflege eines regen geselligen Verkehrs. Bryce hat einen Gesangverein, einen Lotterieverein und einen Frauenverband. Die Kinder haben einen schönen Spielplatz, und das ganze öffentliche Leben spielt sich kleinbürgerlich ab. Die Einwohner waren zum Teil Nachkommen von jenen Männern, die einmal aus der ganzen Welt hierhergeströmt waren, um Gold zu suchen. Und als sich nach dem Fehlschlag dieser Hoffnung der große Strom wieder verlief, vererbte sich in den Kindern der wenigen Zurückgebliebenen das Abenteurerblut weiter. Oft sprachen sie mit brennenden Augen von den Möglichkeiten, die die Väter gehabt hätten, wenn sie die große Goldader gefunden hätten. Aber das war ja vorbei und schließlich forderte der Alltag sein Recht. „Das Glück wartet vor der Tür...“ Eines Tages kam ein Mann nach Biyce, der sich in dem größten Gasthaus niederließ. Er hörte, wie sich zwei Mitglieder der Gemeinde um die Frage stritten, ob das Gemeindehaus erneuert werden soll oder nicht. Der Streit drohte heftige Formen anzunehmen, und der Fremde stand endlich auf und sagte:„Ihr streitet euch hier um Kleinigkeiten, und das große Glück wartet vor der Tür!“ Die Leute begriffen ihn zuerst nicht und hielten ihn für einen Verrückten. Dann aber machte er sich verständlich. Er hatte in Erfahrung gebracht, daß ganz in der Nähe eine wertvolle Ader entdeckt worden war, und daß das neue Goldgebiet auf dem noch der Stadt gehörenden Boden lag! Jeder, der hinausgehen wollte, um nach Gold zu schürfen, konnte immer noch Claims finden. Der Fremde hatte kaum das letzte Wort gesprochen, als das Gasthaus in weniger als einer Minute leer war. Das war die so oft und sehnsüchtig erhoffte Chance, um den Traum der Väter wahr zu machen. Jedermann wollte zuerst an Ort und Stelle sein, um von dem Segen möglichst viel zu erhaschen. Und in wenigen Augenblicken hatte sich die Kunde auch bis in den letzten Winkel der Stadt wie ein Lauffeuer verbreitet. Mit Sack und Noch in der Nacht begann der große Ausmarsch aus der Stadt. Familien mit Sack und Pack begaben sich auf die Reise. Nur das Notwendigste wurde mitgenommen. Handwagen und alle Art Transportmittel wurden herangenom1 Der Abgeordnete Trochu und einige seiner Kollegen haben dem Pariser Stadtrat ein Projekt vorgelegt, das den Bau eines kompletten Netzes von unterirdischen Automobilstraßen vorsieht. Hierdurch soll einerseits in Friedenszeiten der Verkehr auf der Erdoberfläche entlastet werden, andererseits aber der Pariser Bevölkerung im Kriegsfalle auch Schutz gegen Flugzeugangriffe gewährt werden. Diese Art Schutzmittel— so sagen die Väter des Projekts — sind besonders wichtig, weil man immer mit der Möglichkeit eines plötzlichen Fliegerangriffes rechnen muß. Da die Ueberwachung des Luftraumes an der Grenze durch militärische Maßnahmen gesichert ist, kann in einem solchen Falle angenommen werden, daß die Pariser Bevölkerung 30 bis 45 Minuten Zeit haben würde, sich in Sicherheit zu bringen. So viel Zeit würde nämlich zwischen dem Augenblick des Alarms auf Grund der Meldung des Abhörpostens der Maginotlinie und dem Zeitpunkt des Erscheinens feindlicher Luftgeschwader über der Stadt verstreichen. Diese. verhältnismäßig kurze Zeitspanne fordere gebieterisch ein wirksames Schutzmittel in der Form genügend tiefer und ausreichend stark geschützer Obdachräume, um der Wirkung der Bomben zu entgehen und vor den Giftgasen gesichert zu sein. Eine zweckmäßige Linienführung Diese doppelte Nützlichkeit in Kriegs= und Friedenszeiten macht das Projekt besonders interessant und wertvoll. Ein derartiges vollständiges unterirdisches Straßennetz, das ähnlich der Linienführung der Untergrundbahn verlaufen würde, würde in der Tat mit einem Schlage die übermäßige Zusammenballung des Pariser Verkehrs an bestimmten Punkten beseitigen. Ferner würde es dem Einwohner in Paris möglich sein, auf schnellste Weise von der Perivherie nach dem Zentrum zu gelangen. Mit der Entlastung des Oberflächenverkehrs wäre auch die Erfüllung des besonders schwierigen Problems der Schnellverbindung mit dem Flughafen Le Bourget und den anderen an der Stadtgrenze gelegenen Flugplätzen gegeben. Eilverbindung zum Flughafen Le Bourget Die Tunnels dieser unterirdischen Autostraßen würden in großer Tiefe anzulegen sein und den Schnellverkehr von Personen= und Lastautos. von Autobuslinien, aber auch von direkten=BahnLinien gestatten. Diese Tunnels würden an verschiedenen Kreuzungspunkten durch große unterirdische Hallen zu vervollständigen sein, welche in Kriegszeiten die Behörden und die Hospitäler aufnehmen könnten. Die Rentabilität des erforderlichen Kapitals wäre sichergestellt durch die Erhebung eines jährlichen Benutzungsgeldes und durch Subventionen von seiten des französischen Staates, der ja an dem Unternehmen durch dessen militärischen Charakter und dadurch interessiert sei, daß solch ein Plan die Arbeitslosigkeit auf lange Zeit beheben würde. Als erster Bauabschnitt ist eine unterirdische Autostraße zwischen dem Flughafen Le Bourget und dem Tor von St. Cloud für die Ausstellung von 1937 vorgesehen. Der Deutsche smith Skizze von Florian Seidl Es wird berichtet von einem Deutschen, der sich Smith nannte und bei Kriegsbeginn in den Vereinigten Staaten lebte. Sehr bald begannen da die Waffentransporte über das Meer, die Fahrten der großen Schiffe, auf deren Oberdeck die Reisenden spazieren gingen, deren Bäuche jedoch angefüllt waren mit Geschützen, Geschossen aller Art, mit Gewehrläufen und allem, was die Heere der Franzosen und Engländer für den Krieg gebrauchen konnten, und nun galt es, Meldungen darüber in das deutsche Vaterland gelangen zu lassen. ein Nachrichtendienst wurde eingerichtet, der=Boot=Krieg kam, und Kabeltelegramme gingen nach Norwegen und die hießen: Dies oder jenes Schiff bringt Waffen, es fährt diese und jene Linie; Leute wurden verhaftet, denn auch die Waffenfabriken hatten ihren eigenen Geheimdienst und arbeiteten mit staatlicher Unterstützung; für die Verhafteten fanden sich neue Leute, auch sie wurden ergriffen und wußten nichts auszusagen. Den Mann, der hinter dem allen stak, konnte man nicht fassen. Eine Zeitlang kam Herr Smith in Verdacht. Er hatte sich in einem Hotelzimmer in Newyork eingemietet, fünfzig Jahre mochte er zählen, war klein, die Schläfen waren schon stark ergraut, ging mit kurzen, eiligen Schritten über die Gänge des Hotels und blickte fast stets zu Boden. Er empfing niemand, aber man wußte doch, daß er mit ziemlich vielen Menschen Zusammenkünfte hatte und eifrig mit ihnen verhandelte. Man hörte seine Telephongespräche mit, doch dann überzeugte man sich von der Grundlosigkeit des Verdachts. Er schien guter amerikanischer Staatsbürger. Es kam der Eintritt Amerikas in den Krieg, Transportdampfer nach Transportdampfer ging ab, alle beladen mit einer Unzahl junger, frischer, neu ausgerüsteter Soldaten. Da wurde beschlossen, einen großen Schlag zu führen; denn waren bisher schon die Geschütze und Geschosse gegen Deutschland gesandt worden, so wurden nun diese unverbrauchten, ausgeruhten Menschen ausgeschickt. Sie würden auf die deutschen Brüder stoßen, auf ein Heer, das bereits jahrelang den Feinden standhielt und das sich nun einem neuen, gut ausgerüsteten Gegner gegenübersah, der noch nichts wußte von Entbehrungen und Erschöpfung. Die abgehenden Dampfer wurden scharf bewacht. Es schien unmöglich, die nötige Menge Sprengstoff auf ein Schiff zu bringen als Lastträger etwa oder in sonst einer Verkleidung. Eine mehrfache Linie von Posten war um die Dampfer gezogen. und auch auf den Schiffen wurde äußerste Aufmerksamkeit ausgeübt; denn es waren Anschläge auf Depots versucht und Munitionszüge zum Entgleisen gebracht worden. Es blieb nichts anderes übrig: nur ein Junger konnte es unternehmen; wer das Schiff versenken wollte, mußte als Soldat über die Landungsbrücke marschieren, in Reih und Glied mit den anderen, mußte auf dem Schiff bleiben und sich mitversenken. Und das wurde versucht. Ein Dampfer fuhr ab, am Ufer standen viele Menschen und winkten den Scheidenden, und unter ihnen stand der Deutsche Smith, klein und unscheinbar, winkte, winkte und sah mit starren Augen auf das Schiff. Doch dann wandte sich dies und legte wieder an, die Menge am Ufer wurde umringt, wer sich nicht gut genug ausweisen konnte, verhaftet, und unter diesen befand sich auch der Mann aus dem Hotelzimmer. War ein Verräter dabei gewesen, hatten sie gesehen, wie jener andere auf dem Schiff den Sprengstoff unterbringen wollte? Der Anschlag war entdeckt, und über dem Mann mit Namen Smith zog sich das Netz enger und enger zusammen. Dann stand er vor dem Kriegsgericht. In einem kahlen Raum tagte es, und an einem langen Tisch saßen die Richter Der Mann stand vor ihnen. „Wie heißen Sie?“ fragte der Richter. „James Smith.“ „Ihr echter Name?“ Der Mann schwieg. „Sie sind amerikanische:er?" „Nein.“ „Deutscher?“ „Ja.“ Sie waren an diesem und jenem Verbrechen beteiligt? fragte der Richter. Wieder gab der Mann keine Antwort. „Sie sind“, rief nun der Ankläger und war voll Verachtung vor diesem Menschen.„Sie sind nicht ein Junge im braunroten Anzug. Dem Jäger ist an diesem Tage die Lust zu weiterer Jagd vergangen.— Ein anderer Jäger pirscht im Wald auf Schwarzwild. Da steht fest im Gesträuch ein Stück anscheinend Schwarzwild— ein großer. schwarzer Klumpen bewegt sich, anscheinend bricht der Keiler nach Engerlingen. Die Büchse liegt gestochen im Anschlag, das Korn fest mitten im schwarzen Borstenrock. Er braucht nur der leisesten Berührung des Abzuges, so bricht der Schuß aber der Keiler soll etwas freier stehen. Und bei einer neuen Bewegung erkennt der Jäger das vermeintliche Stück Wild als eine alte Frau die dort im Gesträuch kniend Pilze sammelte In Westfalen gehen vor kurzem zwei Bauern— Jagdfreunde— auf den Anstand auf Sauen. Ein dritter Bauer setzte sich ohne Wissen der anderen ebenfalls an. Büchsenlicht ist vorbei, starker Nebel macht gewissenhaftes Zielen unmöglich Also verlassen die beiden Jäger die Stände, gehen heimwärts. Nun nähert sich der eine dem Stande des noch sitzenden dritten Jägers. der glaubt im dichten Nebel ein Stück Wild vor sich zu haben, legt an Knall— und der Jagdgefährte liegt in seinem Blute. In allen Fällen liegt es nur daran, daß das Wild tatsächlich nicht als solches einwandfrei erkannt war. Derartiges Schießen ist leichtfertig und unter allen Umständen verwerflich Fahrlässige Tötung liegt hier auf jeden Fall vor. Was aber soll man dazu sagen? Bei einer Drückjagd flüchtet ein Stück Wild ins Schilf. Ein Schütze heißt einen Jungen, der bei ihm ist, ins Schilf hineinzugehen und das Wild herauszutreiben. Da bewegt sich etwas in den Rohrstengeln. Der Jäger schießt und trifft natürlich den Knaben. Das ist Leichtfertigkeit größten Maßstabes. Und der Schütze findet noch den Mut zu erklären, er habe nur auf ein Stück Wild geschossen und könne nicht dafür, daß er den Jungen getroffen habe War es schon eine grobe Ungehörigkeit, den Knaben ins offene Treiben zu schicken, so wird die Schuld noch viel größer, wenn der Mann in der Richtung schießt, wo doch, wie er weiß, der Junge sein muß Leider gibt es noch viele solche Ungehörigkeiten, die abzustellen sind. Sie werden erst verschwinden, wenn die ganz eingehenden Jägerprüfungen derart unter der Jägerschaft gesiebt haben, daß das erste Weidmannsgebot von allen wirklich beherzigt wird: Erst erkenne das Wild als solches, sprich es richtig an, dann prüfe nochmals genau, daß Menschen keine Gefahr droht, dann erst gebrauche die Schußwaffe. Sonst bist du kein Jäger, sondern ein leichtfertiger Schießer. den der Mann Klage erhoben hatte, ist Besitzer einer größeren Hühnerfarm Wie nun der Kläger behauptet, könne weder er, noch seine Familie mehr Ruhe finden, denn die jungen Hähne seines Nachbarn machten solchen Lärm, daß man einfach aus der Haut fahren müsse. Trotzdem seine Frau und er sich Watte in die Ohren stopften und stets die Bettdecke über den Kopf ziehen, sei gar nicht an Schlaf zu denken, denn das Organ der jungen Hähne sei eben gewaltig. Um seinen Behauptungen genügenden Nachdruck zu verleihen, holte nun der verärgerte Grundstücksbesitzer seine Schallplatten hervor, und schon wenige Minuten später erklang aus dem kleinen Koffergrammophon ein ohrenbetäubendes Gekrähe und Gegacker. Trotzdem dieser Beweis wohl überzeugend genug gewesen sein dürfte, wurde die Entscheidung vertagt.„Das Krähen der Hähne gehört nun einmal zum Landleben,“ meinte der Richter.„Darüber kann man sich nicht beklagen.“ davor zurückgeschreckt, Hunderte, Tausende junger Menschen in den Tod zu schicken! Wäre Ihr teuflischer Anschlag gelungen, sie lägen nun alle auf dem Meeresgrund!“ „Es geht um mein Vaterland“, entgegnete der Mann. „Schweigen Sie!“ rief der Ankläger erbost und fuhr fort:„Sie spielen sich darauf hinaus, daß Sie für Ihr Vaterland kämpfen, daß Sie unser Feind sind, und wenn das schon kein Milderungsgrund sein kann für ihre Handlungsweise, so will ich Ihnen ein Opfer zeigen, das nicht Ihr Feind war und das Sie grausam, kaltblütig in den Tod schickten“, und damit wurde der junge Mann hereingeführt, der auf dem Schiff ergriffen worden war. „Kennen Sie ihn?“ rief der Ankläger mit erhobener Stimme und war voll hochmütiger Gerechtigkeit.„Ich klage Sie an, diesen Mann verführt zu haben, ich klage Sie an, ihn mißbraucht, getäuscht zu haben, ihn in den Tod geschickt zu haben, ohne daß er es wußte, denn nie hätte er sonst diese Aufgabe übernommen!“ Da unterbrach der Jüngere den Ankläger, aufrecht stand er neben dem Aelteren und sagte laut: „Ich wußte, daß ich in den Tod ging.“ „Sie wußten es?“ „Ja“, wiederholte der Junge. Doch der Ankläger ließ sich nicht beirren.„Gleichwohl“, sagte er, wandte sich wieder an den Mann Smith, zeigte mit dem Finger auf den Jüngeren und rief aus:„Ich klage Sie an, ein junges, blühendes Menschenleben zerstört zu haben, diesen jungen, blühenden, stolzen Menschen! Gewissenlos und ohne Bedenken! Blicken Sie auf ihn und dann geben Sie Antwort. Schraken Sie nicht zurück? Warum opferten Sie ihn?" Hoch aufgerichtet stand der Ankläger und hielt den weisenden Arm ausgestreckt. und da sagte der Mann, der sich Smith nannte ganz still sagte er es und ohne jedes Aufheben, blickte dabei vor sich auf den Boden. stand klein und unscheinbar neben dem Größeren an seiner Seite und sagte:„Er ist mein Sohn.“ Und schwieg. Es ist nicht bekannt geworden, ob die Richter sich erhoben und tief vor den beiden verneigten, ehe sie ihren Spruch fällten. 1 Deutschland— Ungarn zum Auftakt Der Spielplau des Olympischen Handballturniers Nach der Gruppeneinteilung der am Olympischen Handballturnier teilnehmenden Nationen ist nun vom Leiter des Turniers, Burmeister=Deutschland, der genaue Spielplan aufgestellt worden. Die Vorspiele werden auf Berliner Vereinsplätzen ausgetragen, während die Kämpfe der Endrunde im Olympiastadion durchgeführt werden. Die Einteilung erfolgte in zwei Gruppen, und zwar spielen in der Gruppe A. Deutschland. Ungarn und die Vereinigten Staaten in de: Gruppe B: Oesterreich, Rumänien, und die Schweiz. In der Vorrunde spielte die Gruppe A im Polizeistadion. die Gruppe Z auf dem BSV=Platz am Hohenzollerndamm Die Spieleinteilung: Donnerstag, 6. 8: A. Deutschland— Ungarn. Polizeistadion; B: Oesterreich—. Rumänien, BSV=Platz; Freitag, .: A: Ungarn— Vereinigte Staaten. Polize.= stadion; B: Rumänien— Schweiz, BSV.=Platz; Samstag, 8. 8: A: Deutschland— Vereinigte Staaten. Polizeistadion; B: Oesterreich— Schweiz, BSV.=Platz. Der Sieger und der Zweite jeder Gruppe kommen in die Endrunde. Die Dritten der beiden Gruppen spielen ein Entscheidungsspiel um den fünften und sechsten Platz, das am Montag, 10. August, auf dem BSV.=Platz um 11 Uhr vormittags ausgetragen wird. In den Spielen der Endrunde können jeweils die Erstplazierten jeder Gruppe am besten mit 1A und 24 und 1B und 2B bezeichnet werden. Am Montag, 10 August, kommen nachmittags ab 16 Uhr im Polizeistadion zwei Spiele zur Entscheidung. und zwar: 1A— 24 und 15— 23. Am Mittwoch, 12. August, folgt im Olympiastadion B1— 2A um 15 Uhr, und um 16.20 Uhr 1A— 2B Am Freitag. 14. August, werden ebenfalls im Olympiastadion um 15 Uhr 24— 21 und um 16.50 Uhr 1A— 1B in den letzten Svielen sich gegenüberstehen Für 18.05 Uhr ist die Siegerehrung angesetzt. Die Mannschaft mit der höchsten Punktzahl der Endrunde ist Sieger des Turniers. Bei Punktgleichheit entscheidet das bessere Torverhältnis. Ist auch dieses gleich, wird der Sieger in einem besonderen Entscheidungsspiel ermittelt. Die gleiche Bestimmung gilt für die Feststellung der Plazierten. Kusteulischer dieg in Badis=Pokuikump McGrath besiegte henkel:3,:7,:4,:4— Von Cramm verzichtete Wie erwartet. brachte die Begegnung Vivian Me Grath— Henner Henkel die Entscheidung im Davispokalkampf Deutschland— Australien. Me Grath der für den verletzten Quist einsprang, schlug Henkel nach aufreibendem Kampf:3,.7. :4,:4 und sicherte Australien damit das Recht. am kommenden Samstag in der Herausforderungsrunde gegen England zu spielen Die Entscheidung war gefallen. Deutschland hatte verloren. Da kam es auf die Quote auch nicht mehr an, zumal heftiger Regen nach diesem Kampfe zur Unterbrechung zwang. Dr. Kleinschroth als Mannschaftsführer verzichtete auf das letzte Einzel zwischen Gottfried von Cramm und Crawford Australien gewann also das Interzonenfinale mit:1 Punkten ebenso glatt, wie es im Vorjahr in Berlin unterlag 5000 in Wimbledon Gut 5000 Zuschauer mögen es gewesen sein, die am Dienstaanachmittag den kleinen Reisterschaftsplatz des All=England=Tennis=Club in Wimbledon fast füllten. Am Himmel zogen tiefhängende graue Wolken einher, die sich zum Glück allerdings erst nach der Begegnung zwischen Henner Henkel und Vivian Me Grath entluden. Henkel schien glänzend in Form zu sein Ehe sich der in seinem Spiel so elegant und weich wirkende Australier gefunden hatte, führte Henkel bereits mit•0. Doch mit einem Schlage taute der Australier auf. Sein beidhändig wundervoll plazierter Rückhand, sein sicheres Netzspiel und seine genauen Passierbälle sicherten ihm Spiel um Spiel und schließlich mit •3 den ersten Satz:1 und:2 lag Henkel im zweiten Satz vorn. Die meisten Punkte machte er durch bombige Schmetterbälle von der Mittellinie aus und durch seinen ungeheuer wuchtig kommenden ersten Aufschlag. Beide waren nun vorsichtig, wußten, worum es gina Von:5 holte Me Grath auf bis„5 beide“. Dann aber ging Hentel ganz aus sich heraus. Von der Grundlinie und vom Netz aus placierte er seinen Gegner derart überzeugend aus, oaß er mit:5 Satzausgleich erzwang In Berni sino 232397 Wie die Olympia-Gäste in Berlin untergebracht werden Sie, Zentralstelle, des Llympia=Verkehrs= und in Verbindung stehen, möglichst ab. Jeder kann sich arbeiten zur Unterbringung und g. Jar /H50ögziett icherlegen, weiche Zimmeraattung seinem und niemand unter den Zuschauern an seinem Siege zweifelte. Im dritten Satz aber wurde der junge Berliner wieder zu vorsichtig. Zu sehr an der Grundlinie klebend, hatte es Me Grath leicht ihn vom Netz aus zu besiegen Ging Henkel mal zum Angriff über, war es im Nu um den kleinen Australier geschehen. Nach schönen Flugballduellen verwandelte Me Grath bereits den ersten Satzball nach:4 und 40:0 zur:=Führung. Die psychologische Wirkung dieser Führung nutzte Me Grath schnell aus. Ehe Henkel sich eingeschossen hatte, tag er bereits mit 04 im Rückstand dann aber zeigte es sich, über welche Kämpferqualität der junge leutsche verfügt. Alles riskierend, lief er zum Netz vor, öffnete mit einem Male sein umfangreiches Schlagrepertoire. holte Spiel um Spiel auf und erzwang schließlich nach viermaligem Einstand durch den Gewinn des gegnerischen Aufschlagspiels mit•4 den Gleichstand. Doch die Anstrengungen waren zu groß. Me Grath placierte seinen Rückhand so genau in die äußersten Ecken des Feldes. daß Henkel trotz aller Mühe auch diesen Satz mit :6 abgeben mußte Henkel wurde wegen seines großen Kampfes stark gefeiert. Crawsord— Denker:3,:1,:4 im Schaukampf Nach einer halbstündigen Unterbrechung traten schließlich Jack Crawford und Hans Denker zu einem Schaukampf an. Denker sprang für von Cramm ein, der bereits im Doppel wieder mit seiner Mustelzerrung zu tun hatte und sich schonen mußte. Dafür, daß Denker in diesem Jahre verhältnismäßig kaum an internationalen Kämpfen teilgenommen hatte, hielt sich der Norddeutsche überraschend gut. Von dem zurzeit wieder in Hochform befindlichen Crawford wurde er•3,:1,:4 geschlagen. Kuartieramts hat ihre umfussenden vorbereitenden Arbeiten zu. Anletbringung und Betreuung der auswärtigen Olymvia=Gäste abgeschlossen. Diese Arbeiten gliedern sich im wesentlichen in vier Abschnitte. und zwar: 1. Beschaffung von Privatquartieren: 2. Beschaffung von Hotel= und Gemeinschaftsquartieren; 3. Dolmetscher=, Fremdenführerund Autolotsen=Dienst; 4. Bereitstellung von Parkplätzen und Autogaragen. Wir veröffentlichen zunächst alle wichtigen Einzelheiten der Privatquartierbeschaffungsaktion, die der Olympiagast und sein Quartiergeber wissen muß. In den 20 Verwaltungsbezirken der Stadt Berlin sind 24 Olymvia=Verkehrs= und Quartierämter zur Vermittlung von Bürgerquartieren mit insgesamt 234557 Betten eingerichtet worden. Die OlympiaVerkehrs= und Quartierämter sind die alleinigen amtlichen Vermittlungsstellen für Bürgerquartiere: sind sind täglich, auch Sonntags. von 8 bis 24 Uhr durchgehend geöffnet. Erhältlich sind für 3 RM. einfache Zimmer, für .50 RM. Komfortzimmer, für 6 RM. Luxuszimmer, f. 8 RM. Luxusappartements. Bei Inanspruchnahme von Unterkunft für nur ein bis zwei Nächte werden nur Zimmer in der Preislage von.50 RM. an aufwärts abgegeben. Die Preise verstehen sich für je Bett und Uebernachtung. In dem Mietvreis ist enthalten: Uebernachtung. Bedienung. einschl. Reinigung des Schuhmerks, übliche Beleuchtung; nicht jedoch Frühstück. Bad und besondere Dienstleistungen. Ein besonderer Wäschezuschlag wird nicht erhoben Der Gast kann die Lieferung des ersten Frühstücks verlangen. Die privaten Quartiergeber dürfen für ein einfaches Frühstück(Kaffee. Tee. Kakao oder Milch, 2 Brötchen mit Butter, Marmelade) nicht met; als 75 Pfg. berechnen. In dem Badevreis von! RM. ist die Lieferung von sauberen Badetüchern durch den privaten Quartiergeber enthalten. Für die Vermittlung des Quartiers ist eine Gebühr von 2 RM. an das Olymvia=Verkehrs= und Quartieramt zu entrichten und bei vorberiger schriftlicher Bestellung auf das Postscheckkonto Berlin 74 000 einzuzahlen. Wegen der vorgerückten Zeit wird sich die Uebersendung des Quartierscheines in allen Fällen bewerkstelligen lassen; die Gäste erhalten dann Nachricht. in welchem OlymviaVerkehrs= und Quartieramt ihr Quartierschein bereitliegt Es ist dringend anzuraten, sich des in Reisebüros ausliegenden Bestellscheines zu bedienen und damit schon jetzt vor dem Eintreffen in Berlin das Quartier zu besorgen. Bestellscheine sind auch erhältlich beim Olympia=Verkehrs= und Quartieramt Berlin— Zentrale— Berlin C 2. Mühlendamm 1. An den Haupttagen. 30. und 31. Juli..,., 14 und 15 August. wird in allen nach Berlin fahrenden=Zügen etwa 250 Kilometer vor Berlin ein Quartierbüro tätig sein das Bürgerquartiere gegen Zahlung von 2 RM. Vermittlungsgebühr anweist. Wan erleichtere diesen=Zug=Helfern ihre Arbeit und sehe von Fragen, die nicht mit dem Quartier Geldbeutel am besten angepaßt ist. Wenn ein Gast ohne festes Quartier in Berlin eintrifft, wende er sich zunächst an die in oder vor den Fernbahnhöfen liegenden Auskunftsstellen der Olymvia=Verkehrs= und Quartierämter: Anhalter Bahnhof, Bahnhof Friedrichstraße, Bahnhof Zoologischer Garten. Stettiner Bahnhof und Lehrter Bahnhof. eine weitere Auskunftsstelle 3 Minuten vom Bahnhof Zoologischer Garten befindet sich in der Tauentzienstraße an der Kaiser=Wilhelm=Gedächtnis=Kirche. Diese Auskunftsstellen sind Tag und Nacht geöffnet. Sie sind unterrichtet über freie Betten in den Olympia=Verkehrs= und Quartierämtern der Verwaltungsbezirke und geben dem Gast Auskunft über die beste Fahrverbindung zu dem Olymviaamt. Jeder richte sich nach Möglichkeit so ein, daß er in den Vormittags= oder in den ersten Nachmittagsstunden in Berlin eintrifft. Ihm bleibt dann noch genügend Zeit, das gewählte Olymvia=Verkehrs= und Quartieramt und sein Quartier aufzusuchen. Radfahrer aus 19 Nationen Rad=Wanderfahrt zu den Olympischen Svielen Eine Fülle von Nennungen ist in den letzten Tagen für die anläßlich der Olymvischen Spiele durchgeführte Radwanderfahrt nach Berlin eingegangen. Bisber liegen schon über 2000 Meldungen vor. die sich auf 19 Nationen verteilen. Am stärksten ist dabei die Tschechoslowakei vertreten aber auch Oesterreich. Danzig. Frankreich. Polen. Schweiz, Holland. England. Estland. Lettland. Jugoslawien und Ungarn sind mit zweistelligen Nennungszahlen in der Liste aufgeführt. Die Fahrt kann von den Teilnehmern am 1. August begonnen werden und muß am 10. August in Berlin beendet sein. Als Mindestleistung sind 120 Kilometer gefordert, die sich jeder Teilnehmer auf der ihm übersandten Kontrollkarte bescheinigen lassen muß. Heljaß in Form. Bei einem Sportfest in Posen kam Ziamund Heliaß im Kugelstoßen auf die beträchtliche Weite von 15.99 Meter. Der volnische Meister blieb damit nur um sechs Zentimcter hinter seiner Bestleistung zurück. Seisler hort in Wien. Der deutsche Leichtgewichtsm ister Willi Seisler geht Ende des Monats in Wien in den Ring und kämpft dart am 31. Juli im Rahmen der Euronameisterschaft Lazzek=Ollive gegen den österreichischen Titelhalter Karl Blaho Seisler beabsichtigt außerdem, sich um die Europameister= schaft seiner Gewichtsklasse zu bewerben, die gegenwärtig frei ist. nachdem Enrico Venturi den Titel ebenso wie Gustav Eder durch eine Amerikareise kampflos verlor. ioo. Teichlansteten gemleidel... 45 Nationen in 29 Uebungen... Ein klares Bild der Beteiligung an den Leichtathletik=Wettbewerben der Olymvischen Spiele ist nach dem namentlichen Meldeschluß möglich. An 23 Uebungen der Männer und sechs Wettbewerben der Frauen sind 45 Nationen mit 1089 Meldungen vertreten. Die Meldungen verteilen sich auf die einzelnen Wettbewerbe: Männer: 100 Meter: 69; 200 Meter: 54: 400 Meter: 52; 800 Meter: 52; 1500 Meter: 52: 5000 Meter: 50; 10000 Meter: 40; Marathonlauf: 60: 3000=Meter=Hindernislauf: 35; 110 Meter Hürden: 35: 400 Meter Hürden: 36; 50=Klm=Gehen: 37: Hochsprung: 45; Weitsnrung: 52: Dreisprung: 38; Stabhochinrung: 37; Diskuswerfen: 42; Kugelstoßen: 40: Hammerwerfen: 35; Zehnkampf: 37; 4mal=100 Meter=Staffel: 18; 4mal=400=Meter=Staffel: 16. Sveerwerfen: 37. Frauen: 100 Meter: 30: 80 Meter Hürden: 20: Hochsurung: 20; Diskuswerfen: 21; Sveerwerfen: 17: 4mal=100=Meter=Staffel: 10. Alle Wettbewerbe werden im Olnmnischen Stadion abgemickelt. Eine Teilung der zahnen ist bei den Qualisikationskämpfen im Hochsprung. Weitsnrung. Dreisnrung und Kugelstoßen wegen der großen Zahl der Mldungen erforderlich. Wie araß die Anforderungen sind, die vor allem in den Läufen an die Teilnehmer gestellt werden. geht ans der Zahl der Vorkämnfe hernor. Ueber 100 Meter werden der Entscheidung voranasichtlich i2 Vorläufe, sechs Zwischenläufe und zwei scheidungen vorausgehen, so daß die Teilnehmer am Endlauf insgesamt vier schwere Rennen zu bestreiten haben. Zehn Vorläufe. sechs Zwischenläufe und zwei Vorentscheidungen führen zum 200=MeterEndlauf. Die 400 Meter müssen in Vorläufen, Zwischen= und Vorentscheidungsläufen ausgetragen werden, ehe die Entscheidung stattfinden kann. Voraussichtlich müssen auch für 800 und 1500 Meter Zwischenläufe eingeschaltet werden. Vier Vorläufe finden über 5000 Meter statt, in den Hürdenläufen gibt es ebenfalls Vor=, Zwischen= und Vorentscheidungsläufe.— Die Frauen müssen über 100 Meter und 80 Meter Hürden zweimal laufen, bis die Entscheidung erreicht ist. Sehr hart werden die Vorläufe der Frauen=Staffel werden. Die meisten Meldungen haben die Vereinigten Staaten von Nordamerika abgegeben, die jeden Wettbewerb dreifach besetzt haben. Ein Ueberblick über die Meldeliste zeigt(Zahl der Meldungen): Amerika 81. Deutschland 78. Frankreich 60. Javan 59. Oesterreich 56. England 55. Kanada 55. Finnland 51. Schweden 50. Jugoslawien 44. Tschechoslowakei 39. China 35. Ungarn 35. Italien 34. Griechenland 33. Schweiz 27. Holland 24. Südafrika 22. Belgien 20. Polen 20. Dänemark 17. Kolumbien 16. Argentinien 16. Spanien 15. Pern 13. Chile 13. Norwegen 12. Philinninen 12. Australien 11. Luremburg 10 Indien 9. Aegypten 8. Brasilien 8. Lettland 7. Rumänien 7. Neuseeland 6. Igland 6. Meriko 5. Liechtenstein 4. Afahanistan 3. Malta 3. Portugal 2. Bulgarien 2. Jamaica 1 Kurze Sportnotizen „Club“ und„Fortuna". Der PfB Stuttgart hat die beiden Gegner des DFB-Potals, 1. FC. Nürnberg und Fortuna Düsseldorf. zu Freundschaftsspielen verpflichtet. Die Bayern treten im Laufe des September in Stuttgart an, während die Düsseldorfer Anfang Oktober zu Gast erwartet werden. Auch der SB Mannheim=Waldhof hat die Finalisten nach Mannheim verpflichtet, den„Club“ für den 30. August und Fortuna Düsseldorf für den 23. August. Hier handelt es sich allerdings nicht um eine Verpflichtung, denn Fortuna muß gegen Waldhof den fälligen Pokalkampf nachholen. Voraussetzung ist natürlich, daß sich die Düsseldorfer vorher über den SvV Klafeld hinwegsetzen. Am 16. August tritt Waldhof zu Hause gegen den Sachsenmeister Polizei Chemnitz an. BR. Gleiwitz— Fortuna Düsseldorf. Am 30 August werden sich in Halbau, Vorwärts Rasensport Gleiwitz und Fortuna Düsseldorf in einem Freundschaftsspiel gegenüberstehen. Gleiwitz hat hier Gelegenheit, für die:=Niederlage des Dresdener Vorschlußrundenkampfes Revanche zu nehmen. Seppl Fath in Hohenlychen. Seppl Fath. der ausgezeichnete Linksaußen von Wormatia Worms. kam durch eine Verletzung, die er sich in Quisburg beim Lehrgang zuzog, um die Berufung in die Olymviamannschaft. Fath muß in Hohenlychen Heilung suchen. Mexitaner eingetrossen. Mit dem Motorschiff „Orinoco“ der Hapag sind rund 50 mexikanische Olympiakämpfer in Deutschland eingetrossen. Es handelt sich um Leichtathleten. Schwimmer, Polospieler. Borer. Fechter und Fußballspieler. Zum Empfang hatten sich auch der merikanische Gesandte in Berlin sowie der merikanische Generalkonsul in Hamburg eingesunden. Den Gästen wurde in der Hausestadt ein herzlicher Empfang zuteil. Weitsprung=Rekord in England. Eine starfe Formverbessetung ließ der für die Olymvischen Spiele in Berlin ausgewählte englische WeitsprungMeister G. T. Trayner erkennen, der in Evsom seine Meisterschaftsleistung um rund 30 Zentimeter übernot und mit.40 Meter einen neuen britischen Rekord aufstellte. Bisberiger Rekordhalter war Harold Abraham mit 7385 Meter. Max Baer schlug Munsell k. o. Der amerikanische Exweltmeister im Schwergewicht, Max Baer, gestaltete nach seinem überraschenden Abstieg in Tulsa(Otlahoma) seine„come back“ zu einem schönen Erfolge. Er schlug Junior Munsell in der fünften Runde entscheidend. Amerikaner-Starts nach den Spielen Das Amerikanische Olymvische Komitee hat beschlossen, nach den Olympischen Spielen eine aus acht Schwimmern und einer Schwimmerin bestehende Mannschaft auf eine Rundreise durch Deutschland zu schicken.— 49 Leichtathleten werden einen Länderkampf USA gegen England am 15. August in London bestreiten.— 25 Leichtathleten werden USA in einem Dreiländerkampf Javan=Frankreich=USA am 23. August in Paris vertreten.— Weiterhin wird eine Schmimm=Mannschaft aus 15 Mitgliedern nach Polen entsandt.— Neun Schwimmer sollen eine Reise durch Skandinavien antreten. Die Trainer der Amerikanischen Olymvia=Mann= schaft auf der„Manhattan“ sind über die Form ihrer Zöglinge hoch befriedigt. Infolge der sehr ruhigen See ist kaum ein Seekranker zu verzeichnen. Die Leichtathleten, die durch die Anstrengungen der Ausscheidungskämpfe viel Gewicht verloren hatten. haben wieder alles aufgeholt und sind in bester Form. Besonders gut ist Jack Medica in Form. ebenso die Leichtathleten Venzke. Cunningham. Lash und Owens, die täglich hart trainieren. Der Expeditionsleiter hat allen Grund zu glauben, daß die Mannschaft die Ueberfahrt bedeutend besser bestehen wird als im Jahre 1928 nach Amsterdam. Le Greves Spurtsieger Die„Tour de France“ Nach einem Ruhetag in Cannes setzten die Fahrer der„Tour de France“ ihre„Reise" am Dienstag mit der 195 Kilometer langen Etappe nach Marseille fort. Es war recht heiß und so hummelten natürlich alle über die ganze Strecke. Eine große Gruppe traf am Ziel ein. Im Spurt fegte dann der Franzose Le Greves nach einer Fahrzeit von:06,10 als Etappensieger über den Zielstreifen. Hinter ihm placierten sich die drei Belgier Meulenberg, Kint und Neuville vor den Franzosen Marcaillou und A. Magne. In der rund 20 Fahrer starken Kopfgruppe besanden sich u. a. auch der Träger des Gelben Trikots, der Belgier S. Macs, und sein Landsmann Verwaccke, sowie von den Deutschen der Hannoveraner Heide. Pferdesport Rennen zu Compiegne, 21. Juli 1. Prix du Chemin de Fer du Nord: 1. Chrismy## (Bridgland), 2. Trappe, 3 Good Think. Tot.: Sieg 21. Platz 13. 27, 15.— 2. Prir du Conseil General: 1. Babhinga(Frowein). 2. Ramadan, 3. Clovisse. Tot: Sieg 24, Platz 12, 20, 13.— 3. Prix de Trachle=Val: 1. La Sarre(Hervé). 2. Prince Pales 3. Kayak. Tot.: Sieg 192. Platz 29 13, 18.— 4. Prir de•Oise: 1 E. Mers(Herve), 2. Pont Levis 3. Tievoletto. Tot.: Sieg 14, Platz 11, 13.— 5. Prir de la Societé Sportioe: 1. Spartan(Bridgland), 2. Ocana, 3. Broiefort. Tot.: Sieg 57:10, Platz 15, 17. 11:10.— 6. Prix de Rethondes: 1. Canathes (Semblat), 2. Ibncus. 3. Dark Ring. Tot.: Sieg 35:10, Platz 13, 11, 16:10. Eressnangsseiee der Sihmpial Dr. Diem berichtet über wichtige Einzelfragen der Feier am 1. August dub. Berlin, 21. Juli. Das Organisationskomitee der Olymvischen Spiele hielt unter dem Vorsitz Dr. Lewalds eine Arbeitsbesprechung ab. an der Staatssekr. Pfundtner, Generalmajor Busch. Generalleutnant Keitel, Oberstleutnant von und zu Gilsa und Stadtrat Spiewock teilnahmen. Generalsekretär Dr. Diem beschäftigte sich in einem Vortrag mit zahlreichen Einzelfragen. Die Vorbereitung der Abzeichenausgabe wird mit veinlicher Genauigkeit durchgeführt, denn 6800 Abzeichen sind an die Mannschaften auszugeben, weiter die Abzeichen für die Oberleitungen der einzelnen Sportarten und die Sporthelfer. Ebenso bedarf die Verteilung der 267 goldenen, silbernen und bronzenen— insgesamt 801— Siegerplatetten und der 20 000 Erinnerungsplaketten einer besonderen Vorbereitung. Der Mitarbeiterstab des Organisationskomitees ist seit dem 1. Mai planmäßig auf 315 Personen ausgebaut worden. Der Presseapparat ist einsatzbereit. Das Rundschreibe=System, das von mehreren Stellen aus gespeist werden kann, arbeitet seit drei Tagen. Kurz und gut: es ist alles bereit! Die olymvischen Tage können steigen. Major Feuchtinger gab sodann einen umfassenden Ueberblick über den Eröffnungstag der 11. Olymvischen Spiele, den 1. August. Festgottesdienst und Gefallenen=Ehrung Um 8 Uhr früh veranstaltet das Wachregiment Berlin ein großes Wecken. Die Truppe wird auf dem normalen Marschweg um 8 Uhr das Brandenburger Tor erreichen und Unter den Linden bis zum Zeughaus und zurück marschieren. Kurz vor 10 Uhr werden die Mitglieder des Internationalen Olymvischen Komitces und die anderen Ehrengäste(die Präsidenten der nationalen Olymvischen Komitees und der internationalen Sportverbände) vom Ehrendienst in ihren Hotels abgeholt und zum Gottesdienst geleitet, der um 10 Uhr im Dom und in der Hedwigs=Kirche beginnt. Nach Schluß des Festgottesdienstes versammeln sich die Ehrengäste an der Schloßbrücke und begeben sich zum Ehrenmal Unter den Linden, wo sie den im Weltkrieg Gefallenen ein kurzes Gedenken weihen und mit dem Kommandanten von Berlin, General Schaumburg, anschließend den Vorbeimarsch des Ehrenbataillons abnehmen. Das Eintreffen der Fackelstaffel Von hier aus begeben sie sich zu Fuß ins Alte Museum, wo sie vom Preußischen Ministerpräsidenken Generaloberst Göring als Hausherrn empfangen werden. 25000 Jungen und Mädel der HitlerJugend haben sich in der Zwischenzeit im Lustgarten zu einem Jugendfest aufgestellt, dem die Ehrengäste von der Freitrepve des Alten Museums aus als Zuschauer beiwohnen. Um 12.50 Uhr trifft von der Wilhelmstraße her über die Linden die Fackelstaffel ein. Das olymvische Feuer wird auf einem im Lustgarten errichteten Altar bis in die Nachmittagsstunden genährt, um 15.50 Uhr wird es von hier aus zur Eröffnungsfeier im Stadion weitergetragen. Empfang der Ehrengäste beim Führer Um 13 Uhr begeben sich die Ehrengäste zum Palais des Reichspräsidenten, wo der Führer und Reichskanzler sie empfängt. Gegen 15 Uhr beginnt die Auffahrt der Ehrengäste über die prächtig geschmückte Triumphstraße durch Charlottenburg hindurch zum Reichssportfeld. Die Wagen fahren im 25=Kilometer=Tempo durch das 10 Kilometer lange Svalier. Der Führer wird zum Schluß fahren. Die Aufstellung der Olympia=Kämpfer Auf dem Maifeld hat schon von 13 Uhr an die Aufstellung der Aktiven begonnen. Erfrischungen und Musik werden ihnen das unvermeidliche Warten erleichtern. Eine Salutabteilung der Wehrmacht nimmt zu beiden Seiten des Glockenturms Aufstellung. Nachdem der Führer am Glockenturm eingetroffen ist, begibt er sich zusammen mit dem Präsidenten des Internationalen Olymvischen Komitees Graf de Baillet=Latour und dem Präsidenten des deutschen Organisationskomitees Staatssekretär a. D. Dr. Th. Lewald durch die von den Aktiven frei gelassene breite Gäste über das Maifeld zum Marathon=Tor hinüber. Fanfaren, die von 30 Bläsern vom Glockenturm geblasen werden. begleiten seinen Weg. Nach dem Eintreffen des Führers am Marathon=Tor nehmen 60, auf den Türmen des Marathon=Tores aufgestellte Fanfarenbläser das Signal auf. und während sich der Führer durch den Innenraum zu seiner Loge begibt, werden sie von dem großen, im Innenraum aufgestelltem Orchester abgelöst, das den Huldigungsmarsch von Richard Wagner spielt. Die Eröffnungsseier Wenn der Führer seinen Platz erreicht hat, ertönen das Deutschland= und Horst=Wessel=Lied. Mit der Olympia=Fanfare von Herbert Windt wird anschließend die eigentliche Feier eingeleitet. Während die olymvische Glocke die Stille einläutet. steigen ringsumher auf dem First des Stadions langsam die Flaggen der beteiligten Nationen auf. Es beginnt der Einmarsch der Nationen. Griechenland an der Spitze, Deutschland am Schluß. Etwa 40 Minuten dauert der Aufmarsch. Die Wettkämpfer nehmen Aufstellung. Anschließend werden die Geleitworte Baron de Coubertins, des Begründers der Spiele. verkündet. Der Präsident des Organisationskomitees, Erzellenz Lewald. hält eine Ansprache, die er mit der Bitte an den Führer schließt, die Spiele zu eröffnen. Der Führer eröffnet die Spiele, die große Flagge steigt am Hauptmast hoch. Fanfaren erklingen. Salutschüsse ertönen, 30000 Brieftauben schwirren auf und tragen die Botschaft des Geschehens in alle Welt. Richard Strauß dirigiert die von ihm geschaffene Olymvische Hymne. Wenn ihre Töne verklungen sind, tritt am Osttor die Fackelstaffel ein. Das Feuer wird durch den Inneraum zum Marathon=Tor getragen und das Flammenbecken entzündet. Dann tritt der Marathonsieger von 1896. der griechische Bauer Spiridon Louys, aus dem Kreise der Mannschaften hervor. geleitet von dem Bürgermeister von Athen, Kotzias. Sie übergeben dem Führer den am Vortage von Olymvia herbeigeholten Oelzweig. das Symbol des olymvischen Sieges. Der olymvische Eid Hierauf folgt die Leistung des olymvischen Eides in der üblichen Form. Das„Hallelujah“ von Händel leitet zum Schluß über. Die Fahnenträger treten wieder ein, und der Abmarsch beginnt. Nach den Aktiven wird auch der Führer das Stadion verlassen, und damit— gegen 6 Uhr— hat die Eröffnungsfeier ihr Ende gefunden. Tihnpid=Beenn dus gropis Spoeisest uner Jeiten Eine Unterredung mit Dr. Karl Ritter von Halt dub. Berlin, 21. Juli. Die Vorbereitungen der Olympischen Spiele 1936 in Berlin sind abgeschlossen, die letzten Meldungen abgegeben. Was sich nach dem ersten Meldeschluß ankündigte, ist zur Gewißheit geworden: Die XI. Olympischen Spiele werden das größte Sportfest aller Zeiten werden! Aus diesem Anlaß nahm ein Mitglied der DRB.= Schriftleitung Gelegenheit, einen der namhaftesten deutschen Sportführer, Dr. Karl Ritter von Halt, den Organisator der IV. Olympischen Winterspiele in Garmisch=Partenkirchen, deren vorzügliche Vorbereitung und großartiger Verlauf die uneingeschränkte Bewunderung der ganzen Welt gefunden hat, um die Beantwortung einiger Fragen zu bitten. Unsere erste Frage galt daher dem Modus, nach dem die Spiele vergeben werden, da hierüber immer noch Untlarheiten bestehen.„Immer ein Jahr vor der Durchführung der Spiele", erklärte Ritter von Halt,„bewerben sich gewisse Städte, nicht die Länder, um die Spiele. Die Mitglieder des JOC. prüfen die von diesen Städten für die Durchführung getroffenen Maßnahmen und fällen dann die Entscheidung. So ist ein Jahr vor den Spielen in Los Angeles 1931 in Barcelona die Entscheidung zu Gunsten Berlins gefällt worden, das ja schon 1916 Austragungsort sein sollte.“ „Und warum ist 1935 in Oslo keine Entscheidung getroffen worden?"„Weil bei der Bewerbung politische Momente in die Waagschale geworfen wurden. Der Präsident des IOC. erklärte, daß die Spiele nicht zum Handelsobjekt von Politikern werden dürften, und verschob die Entscheidung auf den 29. Juli dieses Jahres. InDer bihmpische Fauleilaul Athen ist erreicht— Feier auf der Akropolis dub Athen, 21 Juli. Nach einem überall von der Bevölkerung mit Jubel begrüßten Lauf über Tripolis und Korinth traf der Läufer am Dienstagabend in Athen ein, wo eine erhebende Feier auf der Akropolis stattfand. Die Olympiaflamme wird von einem jungen Athener durch die Propyläen getragen. Ein unvergeßlicher Augenblick, als der Fackelläufer vor der halbverwitterten Marmorrnine, dem Parthenon, auf dem vor diesem erichteren Altar das Heilige Feuer entzündet, das während der Berliner Olympia ununterbrochen zu deren Ehre breunen soll. Der Zutritt zur Akropolis ist untersagt. Auch sind die üblichen Zugänge verboten worden. In der Nähe des Altars nehmen vier Priester der Pallas Athene mit einem Blumenkranz Aufstellung. Vor dem Beuléschen Tore hat eine Doppelreihe der malerisch gekleideten Evzonen Aufstellung genommen. 50 Flaggen aller an den Olympischen Spielen in Berlin teilnehmenden Nationen, angeführt von der Hakenkreuzflagge und geschlossen von der olympischen Flagge, wehen vom hohen Mast, sobald der Läufer am Beuléschen Tor erscheint, entspinnt sich zwischen ihm und drei Wächtern, die mit Helm, Schild und Schwert ausgerüstet sind und den Einlaß zur Burg bewachen, folgendes Zwiegespräch: Wächter:„Wer bist du?“ Läufer:„Fackelstaffelträger.— Ich bringe die Flamme vom unermeßbaren Feuer auf der heiligen Altis.“ Der antike Hoplit nimmt die Fackel und, begleitet von den beiden anderen Hopliten, steigt er langsam die Stufen der Akropolis zu den Propyläen hinauf. Dort erwartet die Flamme ein Priester in antikem Gewande, der von einem griechischen Schauspieler dargestellt wird. Der Hoplit beugt das Knie und überreicht die Fackel, die der Priester dann in untseee Sihmpia=Gasseesporner 19 Schwimmer, 17 Schwimmerinnen, 11 Wasserballspieler Nach den zum Teil recht guten Leistungen, die unsere Schwimmer und Schwimmerinnen am Wochenende bei den Deutschen Meisterschaften zeigten. konnte man auf die Zusammenstellung der deutschen Olympiavertretung besonders gespannt sein. 19 Schwimmer, 17 Schwimmerinnen und 11 Wasserballspieler sind es, die das Vertrauen des Reichssportführers fanden. In den einzelnen Wettbewerben sind durchweg die ersten drei der Meisterschaften gewertet worden. Lediglich im Kunstspringen der Männer und über 100 Meter Rücken bei den Frauen starten nur zwei deutsche Teilnehmer. Als einzige Konkurrenz ist das 400=Meter=Kraulschwimmen der Frauen ohne deutsche Besetzung geblieben. Das deutsche Olympiaaufgebot umfaßt folgende Aktiven: Männer: 100 Meter Kraul: Helmut Fischer=Bremen, Herm. Heibel=Bremen. Heiko Schwartz=Magdeburg. 400 und 1500 Meter Kraul: Haus FreeseBremen. Heinz Arendt=Berlin, Otto. PrzywaraHindenburg(Schlesien). 200 Meter Brust: Joachim Balke=Dortmund, Erwin Sietas=Hamburg. Arthur Heina= Gladback. 100 Meter Rücken: Hans Schwarz=Wünsdorf. Heinz Schlauch=Wünsdorf. Erwin Simon=Gladbeck. 4X200== Meter=Staffel: Werner PlathBerlin. Helmut Fischer=Bremen, Gerhard NüskeStettin. Hermann Heibel=Bremen. Heiko Schwartz= Magdeburg. Wolfgang Heimlich=Reichenbach. Kunstspringen: Erhard Weiß=Dresden, Leo Esser=Wünsdorf. Turmspringen: Erhard Weiß=Dresden. Hermann Stork=Frankfurt a... Siegfried ViebahnBerlin. Wasserball: Paul Klingenburg=Duisburg. Bernhard Baier=Hannover, Dr. Gustav Schürger=Nürnberg. Fritz Gunst=Hannover. Hans SchulzeMagdeburg. Hans Schneider=Duisburg. Josef Hauser=München. Alfred Kienle=Stuttgart, Helmut Schwenn=Berlin, Fritz Stolte=Berlin. Heinrich Krug=Berlin. Frauen: 100 Meter Kraul: Gisela, Arendt=Berlin, Ingeborg Schmitz=Berlin. Maria Magdalena Lohmar=Bonn. 4X100=Meter=Staffel: Arendt, Schmitz. Lohmar, Ruth Halbsguth=Berlin, Ursula Groth= Breslau, Ursula Rollack=Berlin. 200 Meter Brust: Martha Genenger=Krefeld. Hanni Hölzner=Plauen, Trude WollschlägerQuisburg. 100 Meter Rücken: Christel Rupke=Obligs. Anni Stolte=Düsseldorf. Kunstspringen: Olga Jensch=Jordan(Nürnberg). Gerda Daumerlang=Berlin. Suse HeinzeBerlin. Turmspringen: Anneliese Kapp=Frankfurt a.., Inge Ehscheid=Frankfurt a.., Käthe Köhler=Hamburg. das Innere der Akropolis trägt. Er wird begleitet von jungen Mädchen, die antike Krüge tragen und daraus den Weg mit Blumen bestreuen. Der Zug erreicht den Altar vor dem Parthenon, die Priester sinken in die Knie und verbeugen sich vor dem Altar. Einer von ihnen entzündet das Feuer. Dann wird eine neue Fackel am Altar vor dem Parthenon entzündet. Der Zug wendet sich daraufhin dem Ausgange zu. Dort hebt der die Fackel tragende Priester den Arm und ruft: „Ich verkünde der Menschheit, daß der olympische Geist nicht gestorben ist. Die olympische Flamme, unauslöschbar, wird weiter die Völker erleuchten, soweit sie sich zu friedlichen Wettkämpfen stellen. Auf der Stufe des Jahrhunderte alten Tempels der Pallas Athene und von dem heiligen Akropolisfelsen segne ich die Athleten der Welt, die an dem 11. Olympia in Berlin teilnehmen, erleuchtet von dem Feuer Olympias.“ Der Priester kehrt in die Akropolis zurück und nachdem er zwischen den heiligen Ruinen verschwunden ist, besteigt der Läufer die Stufen, durchschreitet erneut das Evzonen=Spalier und übergibt einem neuen Staffelläufer die Fackel, der nun zum Athener Stadion eilt. Trompeten schmettern— Kanonen donnern— Kirchenglocken läuten. Das heutige Athen und unsere Zeit empfangen die Flamme Olympias. Im Athener Stadion Im Gegensatz zu der schlichten, aber erhebenden Feier in Olympia ist die Feier im Athener Stadion als größte der Festlichkeiten in Griechenland anzusehen. Schon lange vor Beginn drängten sich die Männer der festlich geschmückten Stadt in das Stadion und besetzten die Kerkiden, Tausende attischer Bauern belagern zudem das Stadion. Die Berliner Olympischen Spiele bewegen bis ins Innerste die Griechen, die sich mit Stolz ihrer Vorväter erinnern. Attika ist besonders stolz, weil es den Olympiasieger im Marathonlauf, Louys, den ersten Sieger der zum neuen Leben erweckten Spiele im Jahre 1896 zu seinen Bürgern zählt. Louys freut sich übrigens, persönlich an den Olympischen Spielen in Berlin teilnehmen zu können. Um 17.20 Uhr MEZ beginnt das Stadionfest. Unter feierlichen Klängen wird die griechische Nationalflagge vor dem neuerbauten Altar am Stadion gehißt. Der Altar, auf dem nun das ewige Feuer brennen soll, steht in der Nähe des Standbildes des griechischen Patrioten Aweroff. der seinerzeit die Mittel zur Verfügung stellte, damit das antike Stadion für die erste Olympiade 1896 fertiggestellt werden konnte. Im Stadion wurden am Dienstag zur Feier des Fackellaufes antike Wettspiele aufgeführt, die von allen Anwesenden begeistert und mit großem Interesse verfolgt werden. Plötzlich— es ist 18.30 ME3— springt Erregung in die Menge: Der Läufer namens Kranis ist da! Unter unbeschreiblicher Begeisterung übergibt er dem Bürgermeister Konstantin Kondylis die Fackel, der nun die Flamme auf dem Altar entzündet. Im gleichen Augenblick, während die Musit olympische Hymnen vorträgt, wird die olympische Flagge gehißt. Die Fackel wird durch eine die vier Hauptepochen der griechischen Geschichte darstellende Mädchengruppe gereicht und bekundet, daß der olympische Geist von der Antike über die Zeiten der Macedonier und Byzantiner. der Freiheitskriege bis in unsere Tage lebendig ist. Der Läufer übernimmt nun wieder die Fackel und trägt sie durch Athen bis nach Eleusis zurück. Hier teilt sich die Straße. Der Weg führt über Theben nach Delphi. zwischen ist außer Tokio, Helsingfors und Rom noch London als Bewerber aufgetreten.“ „Sie kennen, wie kaum ein zweiter, die Verhältnisse im deutschen Sport der Vorkriegs= und Nachkriegszeit. Sie haben an dem großen Einigungswerk, das sich nach dem Willen des Führers im deutschen Sport vollzog, vollen Anteil gehabt. Würden Sie mir den grundlegenden Unterschied zwischen dem Gestern und dem Heute umreißen?"„Ich möchte da zunächst auf die grundsätzlichen Ausführungen des Reichssportführers in der letzten Sitzung des Deutschen Olympischen Ausschusses verweisen, die gerade die Frage eingehend behandeln. Sehen Sie", so führte Ritter von Halt aus,„früher gab es neben unserer Organisation noch die marxistische, die die Beteiligung an den Olympischen Spielen ablehnte und eine eigene sogenannte„Arbeiterolympiade“ aufzog, es gab ferner die verschiedenen konfessionellen Organisationen, da war eine konzentrierte Arbeit, wie sie das Ansehen des deutschen Sports verlangte, einfach unmöglich. Heute hat das Neben= und Durcheinander aufgehört. Wir haben eine einheitliche und straffe Gliederung und Leitung und sind nunmehr in der Lage, alle Kräfte zusammenzufassen und zum Einsatz zu bringen. Hinzu kommt die geistige Ausrichtung auf das gemeinsame Ziel. Heute weiß jeder, um was es geht, daß er, für die Farben des Vaterlandes kämpfend, sein eigenes Ich in den Hintergrund rücken muß. Der Mannschaftsgeist hat eine grundlegende Wandlung erfahren und jeder fügt sich mit der Begeisterung in die Mannschaft ein, weil er den Vorteil einer einheitlichen Leitung und Führung erkennt. Das Entscheidende aber ist die lebendige Anteilnahme des nationalsozialistischen Staates und seines Führers Adolf Hitler. Der Führer hat durch seinen Beauftragten, dem Reichssportführer von Tschammer und Osten, den deutschen Sport zur Einheit zusammengeschmolzen. Der Führer hat ihm das große wiesen. Dem Führer ist die Gestaltung der Olympischen Kampfstätten in Garmisch=Partenkirchen und Berlin in dieser nie dagewesenen Größe und Gewaltigkeit zu danken. Die Anteilnahme aller Ministerien aber gilt nicht nur der Ausrichtung der XI. Olympischen Spiele, sondern dem deutschen Sport überhaupt. Wir treiben nicht Sport um des Sportes willen, sondern weil wir durch planvoll betriebene Leibesübungen im Rahmen der geistigen und charakterlichen Erziehung einen neuen, gesunden Menschen formen wollen. Die Zusammenfassung aller Kräfte, die geistige Ausrichtung und die lebendige Anteilnahme des neuen Deutschlands ergeben die Gesamthaltung des deutschen Sportes.“ Zu den Vorbereitungen der Leichtathleten erklärte Ritter von Halt: Wir haben getan, was wir tun konnten. Schon vor drei Jahren haben wir in ganz Deutschland die am besten VeranDas Olympische Komitee an den Führer dnb. Berchtesgaden, 21. Juli. Das griechische Olympische Komitee hat aus Olympia an den Führer und Reichskanzler folgendes Telegramm gerichtet: „Wir melden von Land zu Land, die Fackel ist gestartet, die Olympische Idee zu verewigen. Olympisches Komitee: Nikojaidis.“ Der Führer hat hierauf telegraphisch wie folgt geantwortet: „Ich danke für die Meldung vom Start der Olympischen Fackel. Möge sie glücklich in Berlin eintreffen und hier alsbald die Olympische Flamme entzünden, die der XI. Olympiade zum erfolgreichen Verlauf leuchten soll. Adolf Hitler.“ lagten ausgesucht und zu größeren Mannschaften zusammengestellt, die planvoll vorbereitet wurden. Im vergangenen Jahre haben wir aus diesem kleineren Kern Mannschaften gebildet, die durch Spezialsportlehrer besonders geschult von Kampf zu Kampf geführt wurden, um durch den beständigen Kampf in ihrer Leistungsfähigkeit zu wachsen und kämpfen zu lernen. In diesem Jahre schloß sich ein ganz organischer Ausbau an. Die erste Uebung, der auch die Kernmannschaft unterworfen war, erfolgte bei den Meisterschaften der Bezirke, die zweite bei den Gaumeisterschaften und der letzte Prüfstein waren die Deutschen Meisterschaften. Sie waren allerdings nicht allein ausschlaggebend, auch die Sicherheit des Könnens, die Gleichmäßigkeit der Leistung und der Jahresdurchschnitt wurden scharf in Erwägung gezogen. „Der Wiedererwecker der Olympischen Spiele, Baron Pierre de Coubertin, hat einmal gesagt, daß es nicht darauf ankomme, wieviel Medaillen eine Nation erringt, sondern in welchem Geiste sie kämpft. Glauben Sie, Ritter von Halt, daß unsere Leichtathleten als Mannschaft bei den Olympischen Spielen in ihrem kämpferischen des deutschen Einsatz die neue Geisteshaltung Sportlers verkörpern werden?" „Das glaube ich nicht nur, davon bin ich felsenfest überzeugt!“ 00 Aus dem Münsterland Kreissängertag in Münster am 13. Sptbr. zigrpie Hesigs Gegensoden 31. 2325=Karsent Zöhrste nach in ondern, guch Rittersitze Latum, Pesch und Hamm. Sie Rötar“sanses Feiucht: einan srsingtuigteg: grpeize#spsttsruns von, besonderer Wichtigkeit, ist. Mark erzielt werden konnte. Dieser aroße Erfolg tum früher eine selbitändige Gemeinde, sein Der stelboertetende Sitegeragerisger arboest.= Heoösergegn uit inrer Karien Jabriz Rettor Konsek beiuchte auf ie.. abettervevolterung von besonderer Wichtigleit, ist. dusch dack Ssuz Inspektions= Gerade auf diesem Gebiete hat die Westfälische „Sängergau Westfalen auch den Heimstätte einen überreichen Schatz von Erfahrung. Säpsertreis,„tzicter=Münsterland und sprach im Es sei daber nur erinnert an die ausgedehnten grdnung im Fangezleben Siedlungsanlagen in den Gemarkungen von Güterser Pasr auf die deim Sauseriezf w3or allem wies loh, Bieleseld und Herord. Am Samstag wurde land Venaritehenden Sanger Münster=Münster= in schlichter, eindrucksvoller Weise in dieser neuen Sete Serden, wichigen Ausgaben hin. Ess Siedlung das Richtsest unter Feilnahme der erwurde dann der Termin für den Kreissängertag auf wähnten Stellen und einer stattlichen Zahl Bevölden 13. September festgelegt. Außerdem sollen im kerunggmitaljeder gefof. Bezirk Münster=Münsterland noch zwei Wertungssingen im Verlaufe des Winters abgehalten werden, das erste am 18. Oktober für die Männergesangvereine des Münsterlandes in Telgte kerungsmitglieder geseiert. Beim Spielen mit einer Papierfackel wirtschaftlichen Maßnahmen der Reichsregierung keit der Gemeinde zum alten Kurfurstentum Köln. sanden in Bieleseld aber einen derarr günstigen und im unteren Wappenschild das Familienmappen Boden, daß bei ständig steigenden Einnahmen und der Freiherren von Bacum zeigt. Die Freiherren sinkenden Ausgaben nicht nur der gesamte Fehl= von Bacum waren zwischen 1500, 1700 Herren der Sie erbauten einem Jahre ein Ueberschuß von 1 350.000 das jetzige Haus Latum, von dem der Mark erzielt werden konnte. Dieser große Erfolg tum. früher eine selbständige Gemeinde, sein Entustionallozalistischer, Aufbauarbeit wird erst in stehen ableitet. Ihr Mapven zeigt auf gelbem Grund seinem vollen Ausmaße ersichtlich, wenn man be= seinen rot gehaltenen Grusensuß(verschlungene Dreirücksichtigt, daß bei der nationalsozialistischen Macht=lecke) mit einem grünen Kleeblatt im Mittelield. shernghus gisß Fieleseld noch ein Fehlbetrag von Für das Amt Lank, bestehend aus sechs SpezialJohren st aus dielam Pesist gun dseher“0 dreisgemeinden, iit ein Mapven vorgesehen, das im ohe: Jahren ist aus diesem Defizit ein Ueberschuß vonren Wappenschild das Landeswappen von Kurköln verbrann Wadersloh. Auf dem Hofe des Bauern Borgmann spielte das fünfeinhalbjährige Töchterchen Ruth mit einer brennenden Papierjackel. Was dabei leicht geschehen kann, trat ein: das Papier entzündete sich plötzlich an der Kerze, die Flamme sprang auf die Kleidung des Kindes über, und im Nu stand das Kind in hellen Flammen.. Zwar kam Achtung vor geschichtlichen oder Klasericen Grabusern Münster. In Ergänzung des vom Evgl. Konsistorium der Kirchenprovinz Westfalen bekanntgegebenen Erlasses des Evgl. Oberkirchenrates über die Nu stand das Kind in hellen Flammen.. Zwar kam Verwertung alter Grabdenkmäler auf kirchlichen auf das furchtbore Schreien des Kindes schnell Hilfe Friedhöfen wird noch erläuternd nachgetragen, daß herbei und erstickte die Flammen. Das arme Kindselbstverständlich nur solcke Grabdenkmäler entfernt chen aber hatte bereits so schwere Brandwunden und veräußert werden dürfen, die keinen geschichtlichen oder künstlerischen Wert besitzen. Persönliche Nachrichten aus der Ergl. Kirchenprovinz Westsalen Münster. Nach Mitteilung des Evgl. Konsistoriums der Kirchenprovinz Westfalen wurden berusen: Pfarrer Friedrich Hinnenthal in Heusweiler a d. Saar zum Pfarrer der Kirchengemeinde Gelsenkirchen sowie die Hilfsprediger Walter Gayk zum Pfarrer der evangelischen. Kirchengemeinde Brüerlitten, daß es einige Stunden später starb. Aus dem Weser= und Emsland Große Erfolge nationalsozialistischer Slaunspgolhl Jahren ist aus diesem Defizit ein Ueberschuß von fast.5 Millionen Mark geworden. Dieses günstige Ergebnis ist in der Hauptsache dadurch möglich geworden, daß die Einnahmen den Voranschlag bedeutend übersteigen; insgesamt belaufen sich die Mehreinnahmen auf 2010 185 Mark. Aber auch auf der Ausgabenseite konnten noch Einsparungen im Gesamtbetrage von 177 417 Mark ermöglicht werden. Dabei war für das Bieleselder Stadttheater noch ein Zuschuß von über 61.000 Mark notwendig, so daß die Stadt Bielefeld im abgeschlossenen Jahre für Kunst und Wissenschaft insgesamt über 600 000 Mark ausgab. Auf der anderen Seite konnte der Zuschußbedarf des Wohlfahrtsamtes auf.200 0l0 Mark gesenkt werden, während er im Jahre 1933 sich noch auf sast 6 000 000 Mark belief. Der gesamte Ueberschuß von 1 350.000 Mark wird der allgemeinen Ausgleichsrücklage zugeführt, davon u. a. 500.000 Mark als Betriebsmittelrücklage, 260 000 Mark als Bausummenrücklage und 250 000 Mark als Grunderwerbsrücklage. Englische Kongreßteilnehmerin schwer Vernugicht Der Bielefelder Stadthaushalt schloß mit einem Ueberschuß von sast 1,5 Millionen ab Bielefeld. Als Mrs. Hartesnoth. eine der englischen Teilnehmerinnen an dem zur Zeit hier stattsindenden Freiluftschulkongreß mit ihrer Schwester franst, xr a P.#eptt. des, Kindes, schwer erSer siremester Erig##### dier einen städtischen Autobus verlassen wollte, eipig. er looriger bile narh die Unglüickiche Bieleseld. Oberbürgermeister Fritz Budde, der wurde sie von einem Lieserkraftwagen angefahren## Stunden svater in einem Kreusnacher Kraneit der natzonalzozialistischen Machtübernahme, die und schwer verletzt. Man brachte die Verunglückte sendaute. und in der unteren Hälfte des Schildes drei Bündet Spargel und drei Erdbeeren zeigt. Diesem charalteristischen landwirtschaftlichen Erzeugungsgebiet will das Wapven unter Hinweis auf die Jahl 6(6 vereinigte Gemeinden im Amtsbezirk) Ausdruck geben. 13 Millionen neue WHW.=Abzeichen Aus der Eisel. Der kleine Eiselort Dreis. der durch seine Heimarbeit über die Grenzen des Eisellandes weit bekannt ist, wird in diesem Jahre 13 Millionen, WHW.=Abzeichen anfertigen. Die Vorarbeiten sind in vollem Gange. Mehrere hundert jugendliche Arbeiter werden hierbei Beschäftigung und Nebenverdienst sinden. Es ist sehr erfreulich. daß man bei der Herstellung der diesjährigen W5M. Abzeichen die Eiseler Heimarbeit berücksichtigt hat. die in den letzten Jahren einen schweren Kampf um ihr Dasein zu führen hatte. Im Fieberwahn Salzsäure geirunken Bad Kreuznach. Die 35jährige Frau eines Bauern aus Altenbamberg. Mutter dreier Kinder, von denen das eine erst wenige Wochen alt ist, trank in einem Fieberanfall plötzlich eine Flasche Salzsäure aus. Die Frau war nach der Geburt des Kindes schwer erAchtei auf das Vorfahrtsrecht! seit der nationaliazialistischen Machtübernahme die und schmer verletzt. Finanzwirtschaft der astmastfälischen(Graßstadt ubar, ge gcche. Tänn Prachte die Verungluckte =Hospital. Nach den ärttlichen 350 Facharbeiter wieder in Arbeit Trier. Dem Arbeitsamt Trier, das im Gegensatz bürgermeister Mre Harkesnoth inen Blumen=beige 1deitsämtern im übrigen Reich infolge der einu mit ven Weunigen zur valoigen Genesung an immer: eelggerten Verhältnisse im Grenzgebiet das Krankenbett. gunggnoch mit sehr großen Schwierigkeiten bei der Unterbringung brachliegender Arbeitskräfte zu kämpfen hat, ist es gelungen. 350 Facharbeiter in auswärtigen Bezirlen Arbeitsstellen zu verschaffen. Dies ist um so erfreulicher, als der Baumarkt des Trierer Bezirks in der letzten Zeit infolge Fehlens größerer Bauaufträge immer noch keine wesentliche Zwei Todesopfer des Verkehrs sartiges käme bei ihm nie in Frage“. Das Gericht elebung gsin. Auli der Ranrgr Strate u. 6u; uesi(war anderer Meinung und verhängte gegen den An .v. 1 Invalide gerade in“ v Angenhlich einen Risenninagsberg artsäriat ze eponizstrase, worauf Pfarrer der evangelischen Kirchengemeinde Brü= seit der nationalsozialistischen Machtübernahme die und schwer verletzt. Man brachte die Verunglückte uinghausen(Krsgem. Lüdenscheid) und Albert Figanzpirtschaft der ostwestfälischen Großstadt über= in das Franziskus=Hospital. Nach den Schmidt in Altzoggenrahmede zum Pfarrer der nahm, legte jetzt in einer Sitzung den Abschluß des Feststellungen hat die Verunglückte einen schweren Kirchengemeinde Hörde(Krsgem. Dortmund). Zu abgelaufenen Rechnungsjahres der Oeffentlichkeit Schädelbasisbruch erlitten. Im Namen des Konbesetzen ist die Pfarrstelle der Kirchengemeinde Röd= vor. Nach dem Voranschlag war nur vorgesehen, gresses und der Stadt Bielefeld sandte der Obergen(Krsgem, Siegen) durch, die Kirchenbehörde, den beim Jahresbeginn noch bestehenden Fehlbetrag bürgermeister Mrs. Harkesnoth einen' Pfarrer i R. Vollening früher in Söslenbeck aus den Jahren der Systemzeit in Höhe von strauß mit dan Münschen zur boldigen (Krszem. Bielefeld) ist am 5. Juni im 94. Lebens= 1 500000 Mark um 700000 herabzumindern. Diel das Krankenbett. sahre gestorben. Von Rhein, Mosel und Saar Münster. Wie wichtig es ist, bei Straßenkreuzungen usw auf das durch Beschilderung genau gekennzeichnete Vorfahrtsrecht zu achten, bewies ein Unglücksiall am Montagabend in der Kreuzung Marimilian= u Wermelingstraße. Ein Lieserwagen#ögr### der Bonner Straße in Köln erlitt ein geklagten eine dreimonati# bejuhr die Kreuzung und prallte beinahe mit sojahriget Invalide gerade in dem Augenblick einen Pfenningsberg erklärte: einem Miliäkrauto zulammen, das mit Vor, evilevtischen Anial als ein Auto vorüber kam. Der kannt, meine Herren.“ fahrtsrecht die Maximilianstraße hinauffuhr. Um Autojahrer konnte zwar den Wagen noch den Zusammenstoß zu vermeiden, lenkte der Fahrer bremsen, so daß der Invalide nur leicht berührt Ein Rottler mit 25.00 Rm des letzteren zur Seite und juhr gegen eine Haus= gurde, doch stürzte dieser aber so unglücklich mit dem ein Hemer unn 2000 NMl. wand Der Wagen wurde beschädigt. Herig#####nse, daß er an den Folgen der er: Opladen. Auigegriijen und dem Richter vorge„Die Strase wird anerZeitschriftenschau Das schwarze Porlament dieser aber so unglücklich mit dem Ein Dritier mit 2500 MM. n ische ihrer drestien Falge„Liberia“ gibt die„80autener. Vgriezungen, starb.— Ein Radjahrer, der fsührt wurde von der Opladener Polizei gin Mann Afrika., Salche Bilder aus Liberia hat man nach Zolgenschwerer Sturz durch die Bodenluke(gebenden Frauen ausweichen wollte, wurde von sitz sand man.3 RM. in Kusiermünzen, die er nuseita Istarschrießen, Lesterreicher“: g ist eine DonFrauen ausgeschen wolle, wurde von sist siand man.33 69z'i. Khzserminginen Do, nict gelschen.—„Die Heterreicher“ io sit eine Wareaderst, Ig den dernachdarten Velen halseinen aus enzgegerlonmender Richtung iongenden ziannengebetelt hatse In Versauspe araen die ium entennal die Ster. er Küter Heinrich Schlöpter auf dem elterlichen Lasktraftwagen erfaßt Der Radsahrer trug schwere Ermittelungen konnte jesigestelt werden ueen. iaicke Oinmria=Nlannichast in Bildern deigt. Nach zose bei den Vorbereitungen zum Einbringen der Kovs= und sonstige Verletzungen davon und starb Mann bei verchiedenen Sparkassen ein Sparaut, her deuudoserteilchlichen Vertäidlaune witd be ernte, Dahei hatte er das Unglück vom Dachboden kurs nach der Einlieserung ins Krankenhaus. haben von zusammen 2500 RM, angelegt hatte. Das Ein Va de der Seial in Herlin enpfangen. :; Hauiez auf dez, Steinütboden der Diele ausiug„Geschat, hat ich alle reictlich gelohut. Der Riche sen. Lorderscht zu der, inerzazionglen, Tenish woie. de Hofe bei, den Vorbereitungen zum Einbringen der Ernte. Dabei hatte er das Unglück vom Dachboden des Hauses auf den Steinfußboden der Diele aufzuschlagen. Man mußte ihn mit schweren Verletzungen an Kovi und Rücken ins Krankenhaus bringen, wo er in besorgniserregendem Zustande darniederliegt. Erenzlandsiedlung für 80 deutsche Siederanisten Gronau. In engstem Zuiammengehen der zuständigen, Dienststellen der RSBAP, und der hies„Stimmt, ich bin mehrmals vorbestraft“ 52 mal im Strafregister .Gladbach.„Ja. es stimmt, Herr Vorsitzender. ich bin mehrmals vorbestraft“, so antwortete der Jahre alte Peter Pfenningsberg von hier auf „Geschäft“ hat sich alsz ter erließ Haftbefehl. Spargel und Erdbeeren im Amtswappen Wappenentwürfe für Lank und Lanch=Latum Jahre alte Peter Pfenninasberg von hier auf Lank. Der Heimatverein Lank hat sich, da weder die Frage des Gerichtsvorsitzenden, ob der Straf=]für das Amt Lank nach für seine Spezialgemeinden registerauszug richtig sei. in dem vermerft stehe, daß ein Mannen vorhanden ist nuch Perh gleeenden den internationalen Tanzsestspielen, die während der Olympischen Spiele in Berlin stattfinden, enthält lebendige Aufnahmen der besten deutschen Vertreter.— Aus der reichhaltigen Nummer erwähnen wir noch: Sommerhutmode jür die Frau, letzte Sportrekorde. Politik Kunst, Film und bezaubernde Tierbilder. Lesen Sie auch den spannenden Romay„Das Mädchen aus Surahaja“ dis.sFrage des Gerichtsvorsitzenden, eb der Straf= für das Amt Lank noch zur seine Spezialgemeinden der zu= regirerauszug rigtig sei, in dem vermertt steye, daß sein Wappen vorhanden ist, nach Verhandlungen mit ständigen„Dienststellen, der RSOAP. und der hiesi= der Angeklagte 52 mal vorbestraft sei. Alle Schulen dem Staatsarchw in Düsseldorf mit einem gen„Siedlungsgemeinsckaft ist hier nach den lang= eines, Vagabundenlebegs und Verbreckers hat der dorfer Künstler zur Erlane... uem Tuuet jährigen Erfahrungen der Westfälischen Heimstätte Angeklagte durchgemacht. Nur hat er sich bisher Verbindung gesetzt (Dortmund) und unter deren Oberleitung eine nicht auf sittlichem Gebiet versehlt. Jetzt war er wurde der neue Grenzlondsiedlung entstanden, die die Aufgabe wegen tätlichen Teleidigung angeklagt.„Iu Un= wählt. der hat, 80 deutichen Familien ein eigenes Heim auf recht“, so behauptete Psenningsberg.„etwas Der= wapven. hif Humor Ihre Vermählung beehren sich anzuzeigen Ing. Friedrich Krone Elfriede Krone geb. Henkel Cestrop-Rauxel 1, den 22. Juli 1936. Wittener Str. 161. Suche für sofort ein durchaus fleißiges Mädchen. Wirtschaft Erlenbauer, Dingertal. zur Erlangung von Entwürfen in etzt. Für die Gemeinde Lank=Latum der Entwurf eines Siegelwappens ausgeim oberen Feld das kurkölnische Landeshinweisend auf rund 50jährige Zugehörigsein Soll es eine Miele kauf sie nur bei Kaller ein Castrop-Rauxel I, Marktstraße 20 Aeltere alleinst Frau sucht z. 15 Sept., möglichst im Stadtteil Castrov. II -ZimmerWohnung( mit Keller. Witwe Mathilde Vogt, Westerrode 27 (Eichsfeld). 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Juli .00 Musik in der Frühe .30 Früh-Gymnastil .45 Fortsetzung der Musik .00 Nachrichten des drahtlosen Dienstes .15 Fortsetzung der Musik .00 Eine kleine Morgenmusik .00 Sperrzeit 10.00 Musik zur Unterhaltung 11.00 Melodien von der Rampe der Leinewand Aus Operetten und Tonsilmen 11.15 Deutscher Seewetterbericht 11.30 Fortsetzung der Melodien 12.00 Musik am Mittag Dazwischen: Hörberichte von den Olympischen Trainingsbahnen 13.15 Neueste Nachrichten 11.00 Allerlei von Zwei bis Drei 15.010 Wir bauen und tragen das Reich 16.00 Musik am Nachmittag 18.00 Tanz und Lied der Völker 19.00 Blasmusik Dazwischen: Hörhe hie 20.00 Kurznachrichten des Drahllosen Dienstes 20.10 Buntes Overettenkonzert 22.00 Wetter=, Tages= u. Sportnachrichten 22.15 Vorolympische Streiflichter 22.30 Nachtmusik Donnerslag, 23. Juli .00 Musik in der Frühe .30 Früh=GHymnostik .15 Fortsctzung der Musik .00 Nachrichten des Drahtlosen Dienstes .15 Fortsetzung der Musik .00 Lustige Volksmusik vom Schwabenland zur Waterlant mit den schwäbischen Dorfmusikanten .00 Sperrzeit 10.00 Eröffnung des Kongresses der Freizeit und Erhalung 936 11.00 Unterhaltungsmusik 11.30 Fortsetzung der Unterhaltungsmusik 12.00 Musik am Mittag Dazwischen" Horberichte von den olympischen Trainingsbahnen 13.00 Fortsetzung der Musik am Mittag 13.45 Neueste Nachrichten 11.00 Allerlei von Zwei bis Drei 15.00 Eröffnung der Ausstellung „Freizeit und Erholung“ in der Ausstellungshalle im 00 16.00 Musik am Nachmittag 17.30 Das deutsche Lied. Heinr. Schlusnus singt 18.00 Unterhaltungsmusik Dazwischen: Horberichte 20.00 Kurznachrichten des Drahtlosen Dienstes 20.10 Unterhaltungskonzert 22 00 Wetter= Tages= u. Sportnachrichten 22.15 Fackelstaffellauf Olympia— Berlin 22.30 Nachtmusik 23 00 Es spielt das Münchener Tanzjunkorchester 21.00 Kleinkunst aus aller Welt auf Schallplatten .30 Es spielt das Münchener Tanzsunkorchester „Werbriurden Raulanzeiger!