69. Jahra. Cattroper Zeitung 5o vsa.- Ponbestelorels 2 RR, monatlich. Ersatansorüche können anzeigen 1 mmn boch und 72 mm breit 25 Pig. Nachlaß nach Pce e## dei Sthrungen im Erscheiner wufoilge böberer Gewal zuchzt gestelt, ger gon W. d. 2,., bergegegebenen, Rchi. hurz, Le,öbresi: Raurolor Pouesto Pachrichten werden Druz und Verlag: Heschw Schmiz in Cafrop=Kauxel. Preisliste Nr. 2 Für Plazwünsche, auch stt,ege#e ärgg Rüngenr: Keueste Nachtüchte Hauptschriftleiter, verantwortlich für den Textiell: Frgni aufgegebenen, sowie für undegtlich geschrieheneganzzu###r * rstor Torohla4 Josef Prune in Castgov=Ranzel.„Anzeigenlettgr:, Wilhelm keine Gewähr übernommen Schluß der Anzeigen=Annahme 4 Uhr Bladenhorstel Tügeviatt Weller in Caston=Raurel. Du. V. 36 170. Sa. Nr. 2151 Castrov, nachm tags zuoor Erfüllungsort u. Gerichistand Caktrop=Raurel. Amtliches Veröffentlichungsblau für den Landgerichtsbezirt Dortmund. Allgemeines Kreisblan für den Stadttreis Castrop=Raurel. Nr. 191 Freitag, den 17. Juli 1936 — Aiieillalsberjach auf Ronig Sreeg Wl. Der Täter durchbrach bei einer Parade die Polizeikette und warf einen Gegenstand zum König— Ein geladener Revolver gefunden— Sofort verhaftet und abgeführt— Der Täter ein Engländer dub. London, 16. Juli. Als König Eduard VIlI. am Donnerstag nach einer Fahnenparade den Hyde=Park verließ und gerade durch den Marmor=Torbogen geritten war, ereignete sich ein Zwischenfall. Ein Mann von ungefähr 40 Jahren durchbrach die Polizeikette und versuchte, einen Gegenstand nach dem König zu werfen. Er wurde, wie Augenzeugen berichten, von einer Frau am Handgelenk gefaßt, wobei ein Revolver auf die Straße fiel. Nach Berichten anderer Augenzeugen soll er den Revolver in der Richtung auf das Pferd des Königs geworfen haben. Der König setzte seinen Ritt jedoch ohne Unterbrechung fort. Wieder andere Augenzeugen berichten, daß sofort ein Polizeioffizier von seinem Pferd sprang und den Attentäter festnahm. Der Mann wurde dann auf die nächste Polizeiwache gebracht. Der Weiterritt des Königs verlief ohne Zwischenfälle. Scotland hard berichtet Wie aus einem Bericht von Scotland Yard über den glücklicherweise vereitelten Anschlag auf König Eduard VIII. hervorgeht, drängte sich, als der König nach einer Fahnenparade gerade den Hyde=Park verließ, ein Mann plötzlich durch die Menge nach vorn. Ueber den weiteren Hergang der Tat ist nur so viel bekannt, daß ein Glückwunschtelegramm des Führers an König Eduard VIII. dnb. Berchtesgaden, 16. Juli. Der Führer und Reichskanzler hat an Seine Majestät den König von England folgendes Telegramm gerichtet: „Soeben erhalte ich die Nachricht von dem gegen Ew. Majestät versuchten fluchwürdigen Anschlag und spreche Ew. Majestät zur Errettung aus dieser Gefahr meine herzlichsten Glückwünsche aus. Adolf Hitler, Deutscher Reichskanzler." mit fünf Schüssen geladener Revolver zwischen den König und die ihm folgende Truppe zur Erde fiel, ohne daß vorher ein Schuß abgefeuert wurde. Der Zwischenfall im Hyde=Park hat, wie verlautet, an dem Tagesprogramm des Königs nichts geändert. Wie„Preß Association“ meldet, handelt es sich bei dem Attentäter im Hyde=Park nicht um einen Ausländer. Sir John Simon berichtet im Unterhaus Die Vernehmung des Täters Der ruchlose Anschlag auf das Leben König Eduard Vlll. wurde am Nachmittag durch den Innenminister Sir John Simon den Mitgliedern des Unterhauses mitgeteilt. Das gesamte Unterhaus, so erklärte der Minister, wird aus tiefem Herzen dankbar sein, daß die Gefahr so prompt abgewendet werden konnte. Ueber den Hergang der Tat liegen schon einige Augenzeugenberichte vor, obwohl über die Einzelheiten und vor allem über die Hintergründe des Anschlages vermutlich erst die Vernehmung der festgenommenen Person Aufschluß geben wird. Allgemein wird die Kaltblütigkeit des Königs bewundert, der nur einige Sekunden lang den Kopf wandte. Dagegen bemächtigte sich der Menschenmenge eine große Erregung, als die Gefahr erkannt wurde und ein Polizist schrie: „Haltet den Mann, haltet den Mann!“ Wenige Augenblicke später wurde der Täter, ein in den 40er Jahren stehender und etwas verwahrlost aussehender Mann, von drei Polizisten und einem Inspektor abgeführt. Der Zwischenfall trug sich in unmittelbarer Nähe des Bucking= ham=Palastes am Wellington=Torbegen zu. Der Täter heißt George Andrew Mahon und behauptet, im Westen Londons zu wohnen. Er wurde unter Ausschluß der Oeffentlichkeit am Nachmittag vor dem Londoner Polizeigerichtshof Boew=Street vernommen. Auf der Fahrt zur Polizeistation bestritt Mahon gegenüber den ihn begleitenden Polizeioffizieren, daß er ernstlich die Absicht gehabt habe, ein Attentat auf den König verüben, vielmehr habe er lediglich protestieren wollen. Der Zwischenfall sei die Schuld des Innenministers Sir John Simon, dem er gestern abend geschrieben und den er heute vormittag angerufen habe. Bei der Ankunft erkundigte sich der Gefangene, ob der König verletzt worden sei. In der Verhandlung wurde als erster Zeuge ein Polizeiinspektor vernommen. Er hat bei dem Angeklagten einen Revolver mit fünf Kammern gefunden, von denen vier geladen waren, außerdem zwei weitere Streifen scharfe Munition einen Briefumschlag, eine Postkarte mit dem Bild des Königs, und ein Exemplar der heutigen Ausgabe des„Daily Telegraph“ Der Inspektor wiederholte die Aussage des Täters der zum Schluß den Wunsch geäußert habe, sich mit seinem Rechtsanwalt in Verbindung zu setzen. Der Vorsitzende des Gerichts ordnete hierauf eine achttägige Untersuchungshaft an. Die Anklage gegen Mahon lautet dahin, daß er sich in. Besitz eines Revolvers befunden habe mit der Absicht, Leben zu gefährden. Friedensrede des englischen Königs Während der Flaggenparade, die dem versuchten Anschlag vorausging, hielt König Eduard VIII. vor den im Hyde=Park angetretenen sechs Gardebataillonen eine Ansprache. Er wies dabei auf die lange Tradition der alten britischen Regimenter hin, die im Kriege wie im Frieden die Soldatenehre zu wahren wußten, und fuhr dann fort:„Nur wenige von Euch kennen aus eigener Erfahrung die Schrecken des Weltkrieges. Ich hoffe von ganzem Herzen und ich bete sogar darum, daß unsere Generation niemals wieder so furchtbaren Tagen ausgesetzt wird. Die Menschheit verlangt dringend nach Frieden. Ihr werdet im Frieden Gelegenheiten zur Pflichtund Dienstleistung finden, die ebenso ehrenvoll sind wie irgendwelche auf alten Schlachtfeldern. sportfeld fahren, um die im Stadion Versammelten mit einer„Verneigung“ zu begrüßen. Dann kehrt das Luftschiff nach Frankfurt zurück und trifft in den Abendstunden wieder auf dem Flug= und Luftschiffhafen Rhein=Main ein. Für die Olympiafahrt des Luftschiffes„Hindenburg“ sind bereits alle Plätze fest vergeben, so daß keine weiteren Fahrgäste angenommen werden können. Für die Briefmarkensammler in aller Welt ist die Olympiafahrt des Luftschiffes wieder ein besonderes Ereignis, da die Deutsche Reichspost diese Fahrt zur Postbeförderung freigegeben hat. Die beförderten Briefe und Postkarten erhalten einen Sonderstempel mit der Inschrift „Luftschiff„Hindenburg“, Olympiafahrt 1936“. Die Gebühren betragen 50 Rpfg. für eine Postkarte und 1 RM. für einen Brief bis 20 Gramm. Die Sendungen sind in einem Umschlag gegen die gewöhnliche Freigebühr rechtzeitig mit folgender Aufschrift nach Frantfurt zu senden: „Sendungen für die Olympiafahrt des Luftschiffes„Hindenburg“, Bahnpostamt 19, Frankfurt (Main)“. Nähere Auskunft erteilen die Postämter. Der eingeborenen Bevölkerung, deren Wohlergehen und Fortschritt gefördert werden solle, sei die Mitwirkung an diesem Zivilisationswerk in einer beratenden Körperschaft möglich. Mussolini schloß mit der Erklärung, daß Italien bereit sei, an der Lösung der schwierigen Probleme Europas und der Welt mitzuarbeiten, wenn der Völkerbund und die Mächte die Lage in Abessinien in einem Geist gerechten Verstehens anerkennen. Rom dementiert Anschlagsgerüchte auf Graziani dnb. Rom, 16. Juli. Die Gerüchte über einen Anschlag auf den Vizekönig von Abessinien, Marschall Graziani, werden von unterrichteter italienischer Seite für unzutreffend erklärt. Aus den letzten am Donnerstagvormittag an amtlicher italienischer Stelle eingetroffenen Telegrammen Grazianis ergibt sich, wie hinzugefügt wird, daß die Lage in Abessinien ruhig sei. Die Eisenbahnlinie Oschibuti—Addis Abeba, die vor zehn Tagen von abessinischen Räuberbanden in der Absicht der Ausplünderung von zwei Lebensmittelzügen unterbrochen worden war, ist bereits wiederhergestellt. Geist der nulionaten Würde — beist von Gen In ganz Italien weht die Trikolore von den Häusern und aus den Fenstern. Zum ersten Male fehlt über den Titeln aller Tageszeitungen jene auffällige Schlagzeile, die die Italiener Tag für Tag an den großen Wirtschaftskampf, den man ihnen aufzwingen wollte, erinnerte. Noch am Dienstag lautete dieser Appell an die Masse: „240 giorno dell' assedio economico.“ Am Mittwoch hätte der 241. Tag der wirtschaftlichen Belagerung sein sollen, aber da fehlte dieser dem italienischen Zeitungsleser schon so geläufig gewordene Hinweis 240 Tage, das sind acht Monate, dauerte die Genfer Sanktionspolitik.— Wenn man nunmehr am Tage ihres tatsächlichen Abschlusses zurückblickt auf ihren Verlauf und ihre Folgen, dann kann man wohl offen sagen, daß dieser erste Versuch des Völkerbundes, in die Region jener Paragraphen vorzustoßen, die die Behandlung eines Angreifers betreffen, ebenso mißglückt ist wie seine Mission als Friedenswahrer und Kriegsabkürzer. War es nicht von allem Anfang an ein gefährliches Experiment, die Sache des allgemeinen Friedens ausgerechnet durch Gewaltmaßregeln fördern zu wollen? Das Gefühl, einer solchen Gefahr gegenüberzustehen, kann zudem in Geuf ja nicht ganz unbekannt gewesen sein, denn schon bei der Behandlung des seinerzeitigen japanischchinesischen Konfliktes und des Feldzuges im Gran=Chaco=Gebiet hat man sich mit Absicht davon ferngehalten, bis zum letzten zu gehen und sich vor allem mit der Bestimmung des Angreifers zu beschäftigen. Gerade dieser Umstand ist für die geistige und politische Haltung Genfs in dem Augenblick, in dem man sich entschloß, an Italien ein Exempel zu statuieren, bezeichnend. Mit welcher Betonung wurde damals im Oktober von einem geschichtlichen Ereignis für ganz Europa gesprochen und von der Bedeutung, die der einstimmige Beschluß zur Durchführung der Sanktionen gegen Italien für künftige Kriegsfälle haben müsse. Was ist aber nun von jenem Genfer Jubel und jenem Genfer Stolze übergeblieben? War es nicht doch nur eine Seisenblase, die deshalb bald zerspringen mußte, weil sie nur aus dem gehaltlosen Schaum einer Paragraphenwelt hervorgezaubert worden war? Die Zuversicht, mit der damals Italien in die Sanktionsperivde eintrat, zeigte sich nur allzu berechtigt. Es gab für die italienische Regierung kein Kompromiß, ja es konnte gar keins geben, weil der Geist der nationalen Würde, der Italien stark machte, und der Geist von Genf, so wie er derzeit ist, in keiner Weise eine Verbindung eingehen können. In aller Ruhe und mit großer Sicherheit hat die italienische Regierung ihre Gegenmaßnahmen getroffen. Sie hat damit bewiesen, daß heute nur der Staat stark sein und vom Druck von außen unberührt sein kann, der sich von seinem Weg durch nichts, vor allem aber durch keinen fragwürdigen Kollektivismus abbringen läßt. Der Zwang, zu wirtschaftlichen Gegenmaßnahmen zu greifen, hat dabei Italien zu einer Umstellung seiner Handelspolitik getrieben, die mehr noch als bisher das Land von den wirtschaftlichen Beziehungen zum Auslande unabhängig macht, und so gerade jenen eine arge Enttäuschung bereitete, die bisher in erster Linie am Handel mit Italien interessiert waren, darauf aber gerade in der Stunde der Entscheidung über die Sanktionen am wenigsten Bedacht genommen hatten. So war die Sanktionspolitik gerade für diese Staaten, die Italien wirtschaftlich auf die Knie zwingen wollten, eine wahre Eisenbart=Kur. Heute verweisen die Italiener ebenso wie jene Kreise in anderen Staaten, die damals mehr oder minder nachdrücklich gewarnt hatten, darauf, wie teuer die gesamte europäische Wirtschaft diese von Genf verordnete Eisenbart=Kur auf politischem Gebiet mit wirtschaftlichen Medizinen zu bezahlen hatte. Dies also ist die Endbilanz der Sanktionen. Sihmpicfaher des„Hinbenöueg“ Am 1. August Start von Frankfurt am Main nach Berlin onb. Berlin, 16. Juli. Um den Besuchern der Olympischen Spiele eine besondere Ueberraschung zu bereiten, wird das Luftschiff„Hindenburg“ der Deutschen Zeppelin=Reederei lich der Eröffnung der Olympischen Spiele der Reichshauptstadt einen Besuch abstatten. Das Luftschiff, das am Tage zuvor von der 9. diesjährigen Südamerikafahrt nach Frankfurt a. M. zurückkehrt, wird dort am 1. August um 7 Uhr morgens starten und auf dem Wege nach Berlin je nach der Wetterlage einen nördlichen oder südlichen Kurs einschlagen. Dabei sollen möglichst viele Städte und Ortschaften berührt werden um wenigstens einen Teil der bei der Deutschen Zeppelin=Reederei eingelaufenen Gesuche um Ueberfliegen zu erfüllen. Gegen 14 Uhr wird das Luftschiff„Hindenburg“ über Berlin eintreffen und über dem Flughafen Tempelhof zunächst die in Frankfurt an Bord genommene Post durch Fallschirm abwerfen. Nach einigen Schleifen über der Innenstadt wird es dann kurz vor Beginn der Eröffnungsfeier der Olympischen Spiele in geringer Höhe vom Berliner Rathaus bis zum ReichsRoehsitkten Giatlens Besih Appell an den Völkerbund, die Lage anzuerkennen dnb. Paris, 16. Juli. Der italienische Regierungschef Mussolini hat dem römischen Vertreter der in Paris erscheinenden politischen Wochenschrift„La Tribune des Nations“ kürzlich eine Unterredung gewährt, in der er sich mit der Schaffung des italienischen Imperiums in Ostafrika beschäftigte. Der Duce führte eingangs aus, daß die Besitzergreifung Abessiniens eine vollendete Tatsache sei, die von der Bevölkerung des Kaiserreiches anerkannt werde. Die von der faschistischen Regierung dem Völkerbund übermittelten Erklärungen seien ein dokumentarischer Beleg der Umstände, die der italienischen Aktion in Ostafrika vorausgegangen seien und die diese ausgelöst hätten. Aus ihnen ergebe sich auch das hohe politische und zivilisatorische Ziel, das Italien stets beseelt habe. Mussolini berührte dann die Behandlung der abessinischen Frage auf der 16. Völkerbundsversammlung, auf der die Anerkennung des italienischen Imperiums in Ostafrika nicht auf der Tagesordnung gestanden habe. Italien betrachtet sein abessinisches Unternehmen als heilige Mission im Interesse der Zivilisation. Eine Rätnung an Jeatnreich England wünscht keine Blockbildung Oeffentliche Tagung des italienischen Sonderkriegsgerichts in Abdis Abeba— Drei Todesurteile onb. Addis Abeba, 16. Juli. Am Mittwoch fand zum ersten Male auf einem öffentlichen Platz eine Sitzung des italienischen Sonderkriegsgerichts statt, durch das drei Eingeborene zum Tode verurteilt wurden. Ein weiterer Angeklagter wurde freigesprochen. Die Hinrichtung der zum Tode Verurteilten wurde sofort vollzogen. Die Angeklagten waren geständig, nach Addis Abeba gekommen zu sein, um unter der Hand Waffen und Munition zur Fortsetzung des Kampfes gegen die Italiener aufzukaufen. Die Anklage wurde durch einen General vertreten, der bereits mit Graziani den libyschen Feldzug mitgemacht hatte. Er betonte, daß die Italiener bisher hätten Milde walten lassen, aber auch anders vorgehen könnten, wenn die Gegner dies durchaus wollten. Die dreistündige Gerichtsverhandlung machte auf die tausendköpfige Menge, die ihr beiwohnte, sichtbaren Eindruck. In Zukunft sollen täglich öffentliche Gerichtsverhandlungen stattfinden. Besonderes Interesse wird dabei voraussichtlich das Verfahren gegen die Teilnehmer des kürzlich erfolgten Angriffs auf die Bahnlinie Addis Abeba—Dschibuti finden. Zum abschreckenden Beispiel sollen auch die Hinrichtungen in Zukunft öffentlich erfolgen. Eine Ansprache Mussolinis dnb. London, 18. Juli. Der diplomatische Korrespondent des Reuterbüros faßt die mit der beabsichtigten sogenannten Locarnokonferenz zusammenhängenden Probleme wie folgt zusammen:„Nach der heutigen Kabinettssitzung blieb der Zeitpunkt, die Tagesordnung und die Zusammensetzung der ursprünglich für den 22. Juli in Aussicht genommenen Locarnokonferenz nach wie vor offen. Es wird die Ansicht vertreten, daß die geplante Konferenz ausschließlich dem Ziele gelten soll, eine europäische Regelung herbeizuführen. Nach britischer Auffassung kann dies am besten durch eine Fünfmächtekonferenz zu einem späteren Zeitpunkt, vielleicht Anfang September, geschehen. Falls jedoch Frankreich der Meinung ist, daß eine Dreimächtekonferenz wesentlich wäre, um den Weg für die größere Zusammenkunft zu einem späteren Zeitpunkt zu bahnen, dann würde England mit sich reden lassen. England ist jedoch nicht bereit, an einer Dreimächtekonferenz teilzunehmen, die einzig und allein den Zweck sucht, das Scheitern der in dem Weißbuch erwähnten Versöhnungsbemühungen zu verzeichnen und keine Hoffnung auf die Verwirklichung einer europäischen Regelung zu lassen. In London wird nachdrücklichst die Meinung vertreten, daß Konsolidierung eines westeuropäischen, aus Frankreich, Belgien und England bestehenden Blocks, dem ein mitteleuropäischer Block aus Deutschland und Italien gegenüberstehen würde, der Sache des Friedens keinen Dienst leisten würde.“ Reuter schließt mit der Feststellung, daß diese Ansichten, wie verlautet, den Botschaftern Belgiens und Frankreichs am Donnerstagnachmittag mitgeteilt worden sind. * Paris. In französischen diplomatischen Kreisen erklärt man am Donnerstagnachmittag, daß nach einer halbamtlichen Mitteilung aus London die britische Regierung bereit sein soll, an einer vorbereitenden Konferenz am 22. Juli in Brüssel zusammen mit Frankreich und Belgien teilzunehmen. Diese vorbereitende Konferenz würde lediglich dazu bestimmt sein, das Programm einer späteren Konferenz der Fünfmächte auszuarbeiten. Die französische Regierung, so verlautet weiter, warte die amtliche Mitteilung dieses Beschlusses ab und wird erst anschließend dazu Stellung nehmen. Wie verlautet, dürfte sich jedoch die französische Regierung mit einem derartigen Beschluß einverstanden erklären. bei der Feier aus Anlaß der Aufhebung der Sanktionen onb. Rom, 16. Juli. Aus Anlaß des Endes der wirtschaftlichen Belagerung Italiens durch die Sanktionsländer fand am Mittwochabend auf der Piazza Venezia eine großartige Kundgebung statt, bei der Mussolini an die den Platz füllende riesige Volksmenge folgende Ansprache richtete: Heute, am 15. Juli des Jahres 14, ist auf den Wällen des Weltsanktionismus die weiße Fahne aufgezogen worden. Das ist nicht nur ein Zeichen der Uebergabe, sondern man möchte wünschen, daß es auch ein Symptom der Rückkehr zum gesunden Menschenverstand war. Das Verdienst an diesem großen Siege an der Wirtschaftsfront gebührt voll und ganz dem italienischen Volke. (Die Menge ruft:„Ihnen, Duce!") Es gebührt den Männern, Frauen und Kindern ganz Italiens. Niemand hat gezittert, niemand hat sich gebeugt, alle waren zu jedem Opfer bereit, in der Ueberzeugung, daß schließlich die Zivilisation und die Gerechtigkeit den Triumph in Afrika und in Europa davontragen werde. So ist es gekommen, so wird es morgen und immer geschehen unter den Zeichen des unbesiegbaren Liktorenbündels. Lang anhaltende begeisterte Kundgebungen folgten der Rede des Duce, der sich genötigt sah, immer wieder auf dem Balkon des Palazzo Venezia zu erscheinen. In ganz Italien fanden vaterländische Feiern statt. Sämtliche Städte trugen Flaggenschmuck und überall beteiligten sich große Volksmassen. Riga. Der bisherige Generalsekretär des lettländischen Außenministeriums, Wilhelm Munters, ist vom Staats= und Ministerpräsidenten Dr. Ulmanis auf den Posten des Außenministers berufen worden. 5. und 4. Julernattonale Veren „Internationale kommunistische Liga“— Geheimversammlung in Holland dnb. Rotterdam. 15. Juli. Wie jetzt bekannt bestrebungen wurde in Amsterdam die„Interwird. hat in Breda am vergangenen Sonntag eine snationale kommunistische Liga“ gegrünzweite kommunistische Geheimversammlung stattgefunden, die bis etwa 2 Uhr nachts dauerte. Es steht jetzt fest, daß beide Geheimversammlungen in Breda sowohl durch Anhänger der 4.(trotz= kistischen) als auch der 3.(Moskauer) Internationale besucht waren und daß das Hauptziel der Zusammenkünfte die Schaffung einer kommunistischen Einheitsfront ist. Die Belange der 3.(Moskauer) Internationale wurden in Breda durch den Agenten Dimitroff vertreten und einem gebürtigen Holländer Morriens, der die Sowjetbürgerschaft erworben hat. Morriens befindet sich seit Mai 1935 mit einem ordnungsmäßigen Visum in Belgien und bereist von dort aus Holland. Die starke Ausbreitung der 4.(trotzkistischen) Internationale hat in letzter Zeit, besonders als bekannt wurde, daß die Trotzkisten über nicht unbedeutende Geldmittel verfügen. in Moskau starke Beunruhigung ausgelöst. und man versucht durch Ankauf der einflußreichen Anhänger der 4. Internationale deren Stellung zu schwächen. Dies gelang bei Meisler. dem finanziellen Leiter der 4. Internationale, bei Henriot und Martens. den führenden Trotzkisten Belgiens und einer Reihe anderer Landesleiter der trotzkistischen Internationale. Diese Aktion wurde durch Bucharin, der bekanntlich seinerzeit ebenso wie Trotzki eine Oppositionsstellung gegen Stalin einnahm, mittlerweile aber wiederholt im Kreml Abbitte geleistet hat, durchgeführt. Bucharin selbst hat sich zur Vorbereitung der Geheimkonferenz in Breda vor einiger Zei tin Rotterdam aufgehalten. Er und Dimitroff sind als zu diesem Zweck besonders geeignet vom Kreml beauftragt, die kommunistische Einheitsfront wiederherzustellen. Im Zusammenhang mit diesen VereinigungsFlugzeugabsturz bei Joppot Ein General, ein Oberst und der Pilot ertrunken dnb. Warschau, 16. Juli. In der Nähe von Gdingen stürzte am Donnerstag ein polnisches Flugzeug ins Meer, das den polnischen General Orlicz=Dreszer an Bord hatte. Die drei Insassen, General Orlicz=Dreszer, Oberst Loph und der Pilot Lagewski, sind sämtlich ertrunken. Die Leichen konnten bereits geborgen werden. Die Ursache des schweren Unglücks ist noch nicht geklärt. Der verunglückte General Orlicz=Dreszer war erst vor wenigen Tagen zum Luftinspekteur der polnischen Armee ernannt worden. Der General war seit einer Reihe von Jahren Präsident der polnischen See= und Kolonialliga und galt als einer der fähigsten polnischen Offiziere. Die Katastrophe ereignete sich zwischen dem Seebad Zoppot und dem polnischen Badeort Adlershorst, nur wenige hundert Meter vom Strand entfernt. Der Danziger Ausflugsdampfer„Falke“ eilte sofort zu Hilfe und schleppte das Flugzeug, von dem nur noch der Schwanz aus dem Wasser ragte, zum Seesteg nach Adlershorst. Dort konnten die Insassen leider nur noch als Leichen geborgen werden. Nach den bisherigen Feststellungen soll das Unglück auf einen Motordefekt zurückzuführen sein. det. Die Richtlinien, die in Breda den Vertretern der beiden kommunistischen Flügel gegeben wurden. lauten: 1. Besetzung der Fabriken durch Streikende, Widerstand gegen die Staatsgewalt. 3. Kommunistische Zellenbildung in den Betrieben, 4. Bewaffnung der Kommunisten. In den Zusammenkünften in Breda haben außer holländischen, belgischen und französischen Kommunisten auch Vertreter aus Oesterreich, Bulgarien. der Tschechoslowakei und der Schweiz teilgenommen. Die Reise dieser Kommunisten nach Breda wurde aus Mitteln der„Roten Hilfe" bestritten, und Vertreter der Roten Hilfe waren beim illegalen Grenzübertritt dieser Leute behilflich. Man wird annehmen können, daß die jetzt erfolgte Vereinigung der 3. und 4. Internationale nach außen hin nicht in Erscheinung treten wird. Es ist aus taktischen Gründen für Moskau sehr viel vorteilhafter, die Welt in dem Glauben zu lassen, als befinde sich die Trotzki=Internationale im Gegensatz zur Stalinischen Komintern. Moskau dürfte sich. wie das je auch in Breda der Fall war. seiner Drabtzieher Bucharin und Dimitroff bedienen, bei der 4. Internationale seinen Willen durchzusetzen. Aufsehenerregender Mord dnb Bukarest, 16. Juli. Mihai Stelescu, ein ehemaliger Führer der Eisernen Garde, ist am Donnerstag hier unter aufsehenerregenden Umständen ermordet worden. Zweifellos ist der Tat politischer Charakter beizumessen. Stelescu hat seinerzeit eine führende Rolle in der Eisernen Garde gespielt. Später trennte er sich von dem Führer der Eisernen Garde, Cobreanu, und versuchte eine eigene Bewegung ins Leben zu rufen. Nennenswerten Erfolg erreichte er nicht. Zwischen der Eisernen Garde, der Nachfolgeparte:„Alles für das Land“ und der Gruppe Steleseu bestand erbitterte Gegnerschaft. Stelescu wurde von der Eisernen Garde als Verräter angesehen. Eine Gruppe von etwa zehn jungen Leuten drang in das Bukarester Krankenhaus ein, in dem Steleseu in Behandlung war. Sie gelangten bis in sein Zimmer und begannen sofort mit dem Ruf„Tod dem Verräter“ auf Steleseu zu schießen. Im ganzen wurden 20 Schüsse abgegeben. Steleseu war auf der Stelle tot. Die Täter stellten sich selbst den Behörden und wurden sofort in Haft genommen Angeblich soll bereits festgestellt sein, daß sie Mitglieder der Eisernen Garde sind. Es ist anzunehmen, daß dieses Attentat nicht ohne Folgen für die innerpolitische Lage bleiben dürfte. Bekun-raft ader Honaus Zwei deutsche und drei holländische Schiffe im Sturm untergegangen onb. Amsterdam, 16. Juli. Der starke Sturm, der am Mittwoch über Holland tobte und gegen Abend orkanartigen Charakter annahm, verursachte großen Schaden In Hilversum wurden auf der Straße eine Frau und ein Kind von einem umstürzenden Baum erschlagen. Ein Mann wurde so schwer verletzt, daß er kurz nach der Einlieferung ins Krankenhaus starb. Auch aus anderen Teilen des Landes kommen zahlreiche Meldungen, wonach Personen durch niederstürzende Bäume und Aeste verletzt wurden. Besonders schwer wurde von dem Unwetter die Binnenschiffahrt betroffen. Vier Schiffe sind gesunken, so das große deutsche Rheinschiff„Matthias Stinnes 63“ aus MülheimRuhr bei Nieuwaal und das 850 To. fassende deutsche Rheinschiff„Berna" bei Brakel. Ferner gingen die holländischen Binnenschiffe„Maria“ und„Jan van Gooyen“ unter. Die Besatzungen sämtlicher Schiffe konnten sich noch rechtzeitig in Sicherheit bringen. Sehr groß ist auch der Schaden in den holländischen Badeorten. Die Obsternte in der Betuwe hat gleichfalls stark gelitten. Kritisch ist die Lage auch an der Zuidersee und auf der Insel Urk, wo ein Schleppschiff und Baggermaschinen, die dort trocken lagen, so stark in Bedrängnis gerieten, daß sie Notsignale setzen mußten. Auch hier ging ein Schiff unter. Die Besatzung konnte gerettet werden. Ueber 4000 Hitzeopfer in UsA dnb. Newyork, 16. Juli. Die Zahl der Opfer der Hitzewelle in den Mittelweststaaten stieg am Donnerstagvormittag auf über 4000. Dazu kommen aber noch Tausende, die schwer erkrankt sind. Die Behörden von Minneapolis erklärten, daß die Hospitäler und Krankenhäuser seit der Grippe=Epidemie während des Krieges niemals so stark in Anspruch genommen worden seien wie augenblicklich. Am Mittwoch ereigneten sich in Minneapolis pro Minute drei Fälle von Hitzschlag. Auf den Straßen fahren ununterbrochen Krankenwagen. Kühlere Luftströmungen, die sich vom Stillen Ozean her näherten, brachten nur ganz geringe Temperaturrückgänge. Noch immer Fabrikbesetzungen in Frankreich onb. Paris, 16. Juli. Der französische Innenminister hatte am Mittwoch eine Besprechung mit dem Generalsekretär und den Führern des marxistischen Gewerkschaftsverbandes um sie auf die unhaltbaren Zustände hinzuweisen, die sich aus der noch immer andauernden Besetzung von Betrieben ergeben, und sie aufzufordern, dafür Sorge zu tragen, daß alle noch besetzten Werke geräumt werden und sich Neubesetzungen ereignen. Der marxistische Gewerkschaftsverband veröffentlichte daraufhin eine Erklärung, in der er sich bereit erklärte, der Aufforderung des Innenministers Folge zu leisten unter der Bedingung, daß sofort Verhandlungen über die Lösung noch bestehender Streitfragen ausgenommen würden und daß auch die Arbeitgeber aufgefordert werden, sich an dem Geist und den Buchstaben übernommener Verpflichtungen zu halten. In Dünkirchen haben am Mittwoch sogar die Polizeibeamten das Rathaus besetzt, um ihren Gehaltsforderungen Nachdruck zu verleihen. Erst als nach langen Verhandlungen der stellvertretende Bürgermeister das Versprechen gab, daß sich die Stadtverwaltung baldigst mit den Forderungen der Polizeibeamten beschäftigen werde, wurde das Gebäude wieder geräumt. Eiervorrat für den Winter gesichert Die Erfolge der Eierüberwachung ndz. Berlin, 16. Juli. Die anerkannte hochwertige Beschaffenheit der deutschen Handelsklasseneier beruht in erster Linie auf der scharfen Güteüberwachung durch den Reichsnährstand. Es hat sich auf diesem Gebiet bereits eine neue Art von Fachhandwerkern herangebildet, die Eierleuchter. Die Erfolge dieser Ueberwachung werden erneut bestätigt durch eine Uebersicht des Verwaltungsamtes des Reichsbauernführers über die Prüfungen in den Landesbauernschaften Hannover und Pommern im ersten Vierteljahr 1936. In den 56 hannoverschen Kennzeichnungsstellen und an den Empfangsorten wurden in dieser Zeit 1587 Handelsklassenpackungen überprüft, wobei rd. 120000 Eier von den Sachverständigen genauestens einzeln durchleuchtet wurden. Nicht ein einziges genußuntaugliches Ei wurde bei dieser Prüfung festgestellt, obwohl für die Beurteilung sehr strenge Maßstäbe angelegt werden. Die Ueberprüfung in Pommern ergab unter 57000 Eiern ein einziges genußuntaugliches Ei. Vor der Eierüberwachung durch den Reichsnährstand galten drei bis vier Prozent genußuntaugliche Eier als durchaus handelsüblich, also bei 57000 Eiern bis zu 2280. Derartige Verluste sind heute völlig ausgeschlossen. Minderwertige Eier werden bereits in den Kennzeichnungsstellen aussortiert, während sie früher von der Hausfrau für gutes Geld mit in Kauf genommen werden mußten. Wie Dr. Kunisch weiter im Zeitungsdienst des Reichsnährstandes mitteilt, ist durch eine weitschauende Vorratswirtschaft dafür Sorge getragen worden, daß im kommenden Winter Kühlhauseier in ausreichender Menge zur Verfügung stehen. Die umfangreiche Einkühlung sowie der wesentlich gestiegene Verbrauch seien auch die Hauptgründe für die gelegentlich beobachtete Eierverknappung. Die Beschaffenheit der Kühlhauseier werde noch weiter verbessert und dafür Sorge getragen, daß sie denselben Anforderungen entsprechen wie frische Handelsklasseneier. Kleine Ehrenpreis des Berlin. Der Führer und Reichskanzler hat für die am Dienstag, 28. Juli 1936, in BerlinWannsee zum Austrag gelangende Weltmeisterschaft 1936 im Wurftaubenschießen den Ehrenpreis für den Sieger gestiftet. Der Preis, eine feuervergoldete, mit Bernstein besetzte Silberschale, ist eine Arbeit des Berliner Goldschmieds Professor Lettre. Deutscher Flugverkehr trotz Orkans aufrechterhalten Berlin. Wie die Deutsche Lufthansa mitteilt, wurden in der Sturmnacht vom 15. zum 16. Juli sämtliche europäischen Nachtpoststrecken der Lufthansa geflogen. Auch auf der über 1000 Klm. langen Nachtstrecke Berlin—Köln—London verkehrten die Postflugzeuge trotz des orkanartigen böigen Windes ohne nennenswerte Verzögerung zu erleiden, so daß die Postsendungen wie üblich bestellt werden konnten. Ein Raubmörder hingerichtet Bamberg. Wie die Justizpressestelle Bamberg mitteilt, wurde am 16. Juli, vormittags 5 Uhr, in Würzburg der am 22. Dezember 1907 geborene Robert Heirich hingerichtet, der am 11. März 1936 vom Schwurgericht in Würzburg wegen Mordes zum Tode und zum dauernden Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte verurteilt worden ist. Heirich hatte in der Nacht zum 27. Oktober 1935 den 73 Jahre alten früheren Gärtner Otto Müller in Würzburg, der ihm ein väterlicher Freund war, in dessen Wohnung erwürgt und beraubt. Der Besuch des Chefs der sowjetrussischen Luftwaffe in Prag Prag. Der zurzeit in Prag weilende Chef des sowjetrussischen Militärflugwesens, General Alknis, wurde Donnerstag vom tschechoslowakischen Minister für nationale Verteidigung, Machnik, empfangen. Dann besuchte er den Generalinspekteur der tschechoslowakischen Wehrmacht, Armeegeneral Syrovy, und den Generalstabschef, Armeegeneral Krejci. Mittags veranstaltete der tschechoslowakische Nationalverteidigungsminister für die Gäste ein Frühstück. Hamburg. Das heimkehrende Luftschiff„Hindenburg" stand nach Mitteilung der Deutschen Seewarte um 18 Uhr MEZ. 310 Seemeilen westlich der Südspitze Irlands, während das Luftschiff„Graf Zeppelin“ zur gleichen Zeit auf seiner Rückreise von Rio de Janeiro nahe bei dem Zwischenlandeplatz Pernambuco Berlin. Als erste Gruppe der türkischen Olympiateilnehmer trafen am Donnerstagnachmittag auf dem Anhalter Bahnhof acht türkische Reiteroffiziere ein. Zu ihrem Empfang waren u. a. der türkische Militärattaché Hauptmann Erdok, Botschaftssekretär Galip und Botschaftssekretär Semal, der Attaché des Olympischen Komitees Fuat Hakki Ulug und eine Abordnung des türkischen Studentenbundes in Berlin erschienen. Berlin. Auf dem Lehrter Bahnhof traf Donnerstag nachmittag der zweite Teil der brasilianischen Olympiamannschaft in Stärke von 30 Sportlern und Sportlerinnen ein. Die brasilianischen Landsleute in Berlin und das Berliner Publikum brachten den neuen Gästen stürmische Kundgebungen dar. Nr. 191 Jweites Blatt des„Stadtanzeisers für Castrov=Rausel und Umsebang“ Freitag, den 17. Juli 1936 Veratung und Besichtigungsfahrt der Katsherten Rasche Erledigung der Tagesordnung— Kreisleiter Nieper=Herne zum Parteibeauftragten für die Stadt Castrop=Rauxel ernannt— Besichtigung des RatskellerUmbaues, der Brückenbauten im Zuge der Verbandsstraße AS VIII, des August=Psaff=Heims der H3. und des Verlaufs der Reichsautobahn im nördl. Stadtgebiet Nach langer Pause sand am gestrigen Nachmittag im Sitzungssaale des Rathauses eine Beratung der Ratsherren der Stadt Castrov=Rauzel statt, die kurs nach 4 Uhr vom Oberbürgermeister Dr. Anton eröffnet wurde. Die Ratsherren waren jast vollzählig erschienen. Vor Eintritt in die Tagesordnung gedachte man des aus dem Leben geschiedenen städtischen Arbeiters Krawezynski nach Erheben von den Sitzen in ehrfürchtigem Schweigen. Der erste Punkt der Tagesordnung, in deren Erledigung nun eingetreten wurde, betraf die 2. Nachtragshaushaltssatzung für 1936 Auf Grund des§ 88 Abs. 1 der deutschen Gemeindeordnung vom 30. Januar(RGBl. 1 S. 49) soll nach Beratung mit den Ratsherren folgende Nachtragsordnung festgestellt werden: S 1. „Der dieser Satzung als Anlage beigefügte 2. Nachtragshaushaltsplan wird im außerordentlichen Nachtragshaushaltsplan in den Einnahmen auf 57000 RM.(gegenüber bisher 616 165.75 RM. Einnahmen im außerordentlichen Haushaltsplan) in den Ausgaben auf 57000 RM.(gegenüber bisher 616 165.75 RM. Ausgaben im außerordentlichen Haushaltsplan) festgesetzt“. Aus der erwähnten Anlage geht hervor, daß die 57000 RM. zur Errichtung eines Anbaues zwischen Hauptgebände und Turnhalle der Viktoriachule dienen sollen. Die Deckung soll aus Schulbausonds, Ergänzungszuschuß und Beihilse erfolgen. In den beigegebenen Erläuterungen heißt es: „Mit der Errichtung des Anbaues wird es möglich, die beiden Hilfsschulen zu einer Hilfsschule zusammenzulegen. Auf diese Weise wird erreicht, daß eine Lehrkraft eingespart wird und die bisherigen Räume der kath. Hilfsschule für Zwecke des Museums freigemacht werden können. Weiter kann dem Raummangel der Viktoriaschule durch die Bereitstellung eines Zeichensaales und eines Lehrerzimmers abgeholsen werden. Schließlich werden die Bedürfnisanstalten der Viktoriaschule, die bisher nur durch einen Gang über den Schulhof erreichbar waren, direkt sowohl vom Schulgebäude, als auch von der Turnhalle erreichbar gemacht. Der größere schulische und wirtschaftliche Vorteil. den dieses Projekt in sich birgt, macht es notwendig, dieses in der Ausführung dem Projekt„Errichtung einer Turnhalle an der Pestaloszi=Schule“ vorzuziehen. Das letztgenannte Porjekt gelangt deshalb nicht zur Ausführung.“ Stadtbaurat Schmitz erklärte nach einigen sachlichen Angaben, daß es sich bei der Angelegenheit nur um eine sormelle Angelegenheit handele, die Sache selbst hätte die Ratsherren bereits früher beschäftigt. Oberbürgermeister Dr. Anton teilte mit, daß am Mittwoch noch die Genehmigung des Ministers für die aus schulischen Gründen beabsichtigte und seinerzeit von allen Ratsherren einstimmig anerkannte Zusammenlegung der kath. und evgl. Hilfsschulsysteme I auf Antrag der Stadtverwaltung auf dem Wege über die Arnsberger Regierung eingetroffen ist. Der Minister sei über den Antrag hinausgegangen. Er habe die Aushebung der beiden Schulen und die Gründung einer Simultanschule genehmigt unter der Auflage, daß diese Neuregelung nach Vorschrift des§ 36 des Schuiunterhaltungsgesetzes zur Verössentlichung gebrach: würde. Die Schulbeiräte der Stadt Castrop=Rauxel werden am heutigen Freitag vom Stande der Dinge in Kenntnis gesetzt werden. Da keine Wortmeldung mehr erfolgt, ist die Angelegenheit erledigt. Die Ratsherren gingen nun über zum Erlaß einer neuen Ortssatzung und Gebührenordnung für die städt. Friedhöfe Zu Punkt 2 der Tagesordnung der Beratung der Ratsherren heißt es in den Erläuterungen, die den Ratsherren zugestellt wurden u..: „Die Gebührenordnung für die städtischen Friedhöfe in Castrov=Rauxel vom 8. 8. 1927 ist nach dem Erlaß des Ministers des Innern vom 11. 3. 1933 (IV. St. 320) neu zu erlassen. Bei dieser Gelegenheit empfiehlt es sich, die Ortssatzung betr. das Friedhofs= und Begräbniswesen der Stadt Castrov=Raurel den durch die Deutsche Gemeindeordnung veränderten Rechtsverhältnissen anzupassen und ebenfalls neugesaßt zu erlassen. Die Sätze der zu erlassenden Gebührenordnung bleiben gegenüber den der bisherigen unverändert. Die neu zu erlassende Ortssatzung hält sich textlich streng an die bisherige Ortssatzung. Die in ihr ausgenommenen Aenderungen ergeben sich zwangläufig aus dem durch die Deutsche Gemeindeordnung herbeigeführten veränderten Rechtszustand. Wo bislang die Friedhofskommission zu beschließen hatte, ist jetzt das Friedhofsamt zur Entscheidung zuständig. Gegen Verfügungen des Friedhofamtes, die das Recht zur Mitbenutzung der städtischen Friedhöse betressen, findet der Einspruch statt nach Maßgabe der S§ 29 fs. der Deutschen Gemeindeordnung Die übrigen Aenderungen in der Ortssatzung sowohl als auch in der Gebührenordnung sind nur sormeller Art.“ Zu der Fassung der Ortssatzung betreifs des Friedhoss= und Begräbniswesens der Stadt Castrov= Rauxel bemerkte Stadtbaurat Schmitz, daß der darin befindliche§ 31 praktisch schon seit 1933 nicht mehr angewandt werde. Er halte es daher für zweckmäßig, diesen Paragraphen zu streichen. Der Paragraph hat folgende Fassung: „Nur die Angehörigen selbst oder ihre Hausbediensteten dürsen die Gräber und ihre Umgebung instandsetzen, unterhalten, schmücken und pflegen.li In allen anderen Fällen muß dieses dem Friedhofsamt übertragen werden." Es erhebt sich gegen den Vorschlag kein Widerspruch. Es sind also auch in Zukunft Privatgärtner zu den Gräberinstandhaltungsarbeiten zugelassen. Ratsherr Bohe machte darauf ausmerksam, daß noch unbelegte Erbgrüfte zum Teilaschlecht gevil gt. seien. Er empfahl, die Inhaber dieser Grüfte an ihre Instandhaltungspflicht zu erinnern, nötigensalls unter Androhung der Einziehung der Grüfte. Oberbürgermeister Dr. Anton jagte zu daß entsprechend versagren werden soll, zumal die Friedhofsordnung eine geeignete Handhabe dafür bietet. Ratsherr Mückenheim setzte sich für eine Herabsetzung der Gebühren für die Herrichtung und Zuschüttung der Wahlgräber in Höhe von 12 RM. ein, ebenso hält er auch die auf 100 RM. angesetzten Unkosten für eine Umbettung für zu hoch. Oberbürgermeister Dr. Anton entgegenete, daß Umbettung Ausnahmen bleiben sollten und daß man deshalb wohl die Gebühren so hoch angesetzt habe Stadtbaurat Schmitz fügte bezüglich der Wahlgräber hinzu, daß bei Gelegenheit einer früheren Herabsetzung der Friedhofsgebühren jestgestellt sei. daß Castrov=Rauxel mit die niedrigsten Gebühren im ganzen Bezirk habe. Wenn man der Anregung des Ratsherrn Mückenheim nachkomme und die Gebühren weiter heruntersetze, müsse sich der Zuschuß für die Friedhöse, der bereits 19 bis 20 000 RM. im Jahr betrage, noch weiter erhöhen. Reihengräber, die für die Mehrheit der Volksgenossen in Frage kommen, kosteten nur 6 RM. Ratsherr Bohe war für die Belassung der bisherigen Gebühren. Wenn schon ermäßigt werden solle, dann sei er nicht jür eine Herabietzung der Wahlgräber, sondern der Reihengräbergebühren. Ratsherr Schlitzer hielt auch aus technischen Gründen den Unterschied zwischen den Preisen für Wahl= und Reihengräber für angebracht, da Wahlgräber doppelt so viel Arbeit wie Reihengräber verursachen. Bürgermeister Schulze bestätigte die Ausführungen des Vorredners und wies daraufhin, daß man für eine Gebührensenkung wohl keine Gegenliebe beim Gemeindesinanzprüsungsamt finden dürfte. Das würde im Gegenteil eher eine stärkere Anpassung der Gebühren an die wirklichen Unkosten mit Rücksicht auf den hohen Friedhofszuschuß sordern Auf Befragen des Oberbürgermeisters Dr. Anton pflichtet kein Ratsherr der Ansicht des Ratsherrn Mückenheim bei. Da dann keine weitere Wortmeldung mehr erfolgt, ist auch diese Angelegenheit erledigt. Die Ratsherren beschäftigen sich dann mit der Anlegung eines Bürgersteiges an der Gerther Straße Zu Punkt 3 der Tagesordnung der Beratung der Ratsherren heißt es: „Das Einwohnerhaus Gerther Straße 2. das den Eheleuten Bäckermeister Johann Becker, Castrop=Rauxel 5, Wittener Straße 243 gehörte, mußte wegen Baufälligkeit abgebrochen werden. Dadurch ist die erforderliche Fläche für die Anlegung des Bürgersteiges in der Gerther Straße, kurs vor der Straßenkreuzung Gerther— Wittener Straße und Hellweg, frei geworden. Die Eheleute Becker haben der Stadt diese Bürgersteigfläche zum Kauf angeboten. Es handelt sich um die Parzellen Flur 7 Nr. 137, groß 86 gm. und Nr. 138. groß 114 am. Als Kauspreis sind 350 RM gesordert. außerdem muß die Stadt die Kosten der Vermessung, Fortschreibung und Auflassung tragen. Demgegenüber haben sich die Eheleute Becker verpflichtet, die Bürgersteigparzellen lastenfrei an die Stadt aufzulassen und ihr Grundstück in der ganzen Länge der ihnen gehörigen Parzellen Nr. 139 und 140 in der neuen Baufluchtlinie auf eigene Kosten einzufriedigen, wobei die Einfriedigung aus einem geputzten Mauersockel und einem.50 m hohen Staketzaun bestehen muß. Diese Einfriedigungskosten werden sich auf etwa 750 RM. belaufen. Der Ankauf der Straßenparzelle und die Herstellung des Bürgersteiges wird der Stadt folgende Kosten verursachen: 1. Grundetwerbskosten 350.— RM. 2. Auflassungskosten„„ 15.— RM. (Vermessung und Fortschreibung ist nicht mehr ersorderlich) 3. Für die Befestigung und Anlegung des Bürgersteiges It. Kostenanschlag des Tiefbauamtes 18.— RM. zusammen 383.— RM. Dieser Betrag kann aus Abschnitt 111 Nr. 25— Erwerb kleiner Straßenparzellen— bestritten werden. Dort sind 1500 RM. vorgesehen, bisher aber noch nicht: verausgabt. Die Gerther Straße weist einen sehr lebhaften Durchgangsverkehr auf. Die Anlegung eines Bürgersteiges vor der Besitzung der Eheieute Becker ist daher aus Gründen der allgemeinen Verkehrssicherheit dringend geboten und deshalb auch der Erwerb der Straßenparzellen unbedingt ersorderlich.“ Stadtbaurat Schmitz gab zu der Vorlage kurze Sachangaben. Von den Stadträten meldete sich zu dieser Angelegenheit niemand zu Wort. Es folgte darauf die Beratung der Errichtung einer Transformaloren in Rauxel=Dorf Die Vereinigten Elektrizitätswerke Westialen AG. Dortmund, beabsichtigen zur Erzielung einer einwandireien Stremversorgung im Stadtteil RaurelDorfan der Raureler Straße eine Trans sormatorenstation zu errichten. Die Stadt ist vertraglich vepflichtet, für derartige Anlagen geeignete Grundstücke zur Versügung zu stellen. Da die Stadt ein den Wünschen der VEW. entsprechendes Grundstück nicht besitzt, ist zwecks Erwerbes eines geeigneten Grundstückes mit dem Landwirt Heinrich Graskamp gt. Wortmann verhandelt worden. Dieser hat sich zum Austausch einer Fläche von .55 Ar aus seinem Grundbesitz gegen ein gleich großes Grundstück aus städtischem Besitz bereiterklärt unter der Bedingung, daß die dabei entstehenden Fortschreibungs= Vermessungs= und Auflassungskosten, die sich auf etwa 15 RM. belausen dürften, von der Stadt getragen werden. Stadtbaurat Schmitz führte in Ergänzung zur Vorlage aus, daß die Neuerung für die Bewohner des in Frage kommenden Stadtteils freudig zu begrüßen sei. Jetzt habe man dort bei stärkerer Stromentnahme unliebsame Schwankungen in der Lichtstärke zu verzeichnen. Da keine Wortmeldung seitens der Ratsherren erfolgte, stellte Oberbürgermeister Dr. Anton auch hier einmütiges Einverständnis der Ratsherren fest. Außerhalb der Tagesordnung beschäftigten sich die Ratsherren noch mit einer neuen Bürgschaftserklärung der Stadt Coltov=Hauel für ein der Wiesengenossenschaft Rauxel im Jahre 1926 von der Deutschen Boden=Kultur=AG. für Bodenverbesserungsarbeiten gewährtes Darlehn in Höhe von 9000 RM. Die Berichterstattung übernahm Bürgermeister Schulze. Die Wiesengenossenschaft Rauxel hat lt. Schuldurkunde vom 30. 10. 1926 von der Deutschen BodenKultur=Aktiengesellschaft für Bodenverbesserungsarbeiten ein Darlehn von 9000 RM, erhalten, das mit 3 Prozent zu verzinsen und jährlich mit 600 RM. zu tilgen war Daneben ist noch ein Verwaltungskostenzuschlag von Prozent des jeweiligen Darlehnsrestbetrages alljährlich zu zahlen. Für dieses Darlehn hatte der Landkreis Dortmund laut Bürgschaftsurkunde vom 7. 2. 1927 die selbstschuldnerische Bürgschaft übernommen. Nach Auflösung des Landkreises Dortmund ist die Stadt Castrov=Raurel im Auseinandersetzungsverjahren über das Vermögen und die Schulden des ehemaligen Landkreises Dortmund durch Schiedsgerichtsurteil vom 12. 2. 1936 verpilichtet worden, in die selbstschuldnerische Bürgschaftsverpflichtung des ehemaligen Landkreises Dortmund mit der Maßgabe einzutreten, daß bei etwaiger Inanspruchnahme aus der Bürgschaft die Stadt Dortmund 43.271 Prozent, die Stadt Lünen 20.70 Prozent und die Stadt Herne 10.25 Prozent des Aussalls tragen müssen. Da die Wiesengenossenschaft in den letzten Jahren vielfach außerstande gewesen ist, die vertragsmäßigen Tilgungsraten zu zahlen, beträgt heute der Darlehnsrest noch 5500 RM. Um der Wiesengenossenschaft für die Zukunft die Abtragung dieses Kavitalrestes zu erleichtern, ist die Tilgung jetzt so festgesetzt, daß in den Jahren 1936 bis 1939 je 400 RM., in den Jahren 1940 und 1941 je.50 RM. und in den Jahren 1942 bis 1947 je 500 RM. zu zahlen sind. Hierdurch verlängert sich allerdings die Gesamttilgung des Ursprungsdarlehns um 6 Jahre, die Gefahr der Inanspruchnahme der Stadt aus der Bürgschaft wird dadurch geringer. Mit Rücksicht auf die veränderten Umstände verlangt die„Debokulag“ Aussertigung einer neuen Bürgschaitserklärung durch die Stadt Castrov=Raurel. Das Verlangen ist mit RückAus amtl. Bekanntmachungen der Stadl Tasirop-Kaufer Errichtung von zwei Stallgebäuden Für die Errichtung von 2 Stallgebäuden an der Dornbachstraße sollen nachstehende Arbeiten vergeben werden: a) Erd= und Maurerarbeiten. b) Zimmererarbeiten. c) Klempnerarbeiten. d) Dachdeckerarbeiten e) Schreinerarbeiten, i) Anstreicherarbeiten. Der Termin zur Verdingung ist auf Donnerstag den 23. Juli 1936. 10 Uhr. anberaumt. Bis zu diesem Zeitpunkt sind die Angebote in verschlossenem, mit entsprechender Aufschrift versehenem Umschlag an das städtische Hochbauamt Mühlenstraße 4. Zimmer Nr. 11. einzusenden. Die Oeifnung erfolgt in Gegenwart der erschienenen Bieter. Die Angebotsvordrucke können, solange der Vorrat reicht, vom Bauverwaltungsamt, Zimmer 5/6, gegen Zahlung der zuständigen Verwaltungsgebühr bezogen werden. Castrov=Rauxel, den 16. Juli 1936. Der Oberbürgermeister. sicht auf die veränderten Rückzahlungsbedingungen berechtigt. Die neue Bürgschaftserklärung bedarf der Genehmigung der Aussichtsbehörde, nachdem diese hierzu die ministerielle Zustimmung gem.§ 13 G. U G eingeholt hat. Die Gemeinderäte sind vorher zu hören. Seitens der Ratsherren meldete sich niemand zum Wort. Kreisleiter Nieper(Herne) Varteidenstager süir Gaston=Kautel Zum Schluß der öffentlichen Sitzung verlas Oberbürgermeister Dr. Anton ein kurzes Schreiben des“ Stellv. Gauleiters Stürtz, in dem dieser mitteilt. daß er mit sofortiger Wirkung infolge Ueberlastung des bisher von ihm geführten Amt des Beauftragten der RSDAP für die kommunalen Angelegenheiten der Stadt Castrov=Rauxel niederlege und vom gleichen Zeitpunkt an mit der Wahrnehmung der Geschäfte des Beaustragten der Partei den Kreisleiter Niever(Herne) beaustrage. Der öffentlichen Sitzung, die in einer guten halben Stunde erledigt war, folgte eine nichtössentliche, die einen Zeitraum von fast drei Viertelstunden in Anspruch nahm. Dann überzeugten sich die Ratsherren durch Besichtigung vom Stand der Umbauarbeiten im ehemaligen Ratskeller Unter der Führung von Oberbürgermeister Dr. Anton stellten sie jest, daß aus den Räumen des ehemaligen Ratskellers nach den Plänen des Stadtbauamtes zweckentsprechende, gut belichtete Räumlichkeiten für die Stadtkasse und das Städtische Materialienbeschaffungsamt gewonnen werden. Auch werden ein zweiter Sitzungsraum und ein Zimmer für die Vollziehungsbeamten gewonnen werden. Die Beheizungsanlage konnte ebensalls bei dieser Gelegenheit zweckmäßiger gestaltet werden. :] Die Ratsherren äußerten sich über das Gesehene. Besichtigungsfahrt der Ratsherren Barch Sastkop=Käutel Vom ehemaligen Ratskeller aus begaben sich die Ratsherren und die Pressevertreter zu dem bereitstehenden Autobus, mit dem sie eine Fahrt zum Norden der Stadt machten, um die Brücken über die Verbandsstraße NS VIII, das August=Pfass=Heimn der Hitler=Jugend an der Römerstraße, die geplante Ueberführung der Reichsautobahn über die Ickerner Straße und die Neuanlagen der Stickstofswerke zu besichtigen. Die ursprünglich vorgesehene Besichtigung der Neuanlagen im Städtischen Schlachthof und im Stadtgarten wurden infolge der vorgerückten Stunde auf eine spätere Zeit verschoben. Unterwegs, auf der Bahnhofstraße, nahm Stadtbaurat Schmitz in Höhe der Jahnstraße die Gelegenheit wahr, um die Ratsherren und die Pressevertreter auf das idollisch schön zwischen dem Castrover Holz und dem Bladenhorster Wald gelegene Baugelände der 100 Siedlungswohnungen hinzuweisen, die von der Bergmannssiedlung Herne GmbH in Bochum in 50 Wohnhäusern errichtet werden sollen. Zur Zeit ist man mit der Anschüttung der Straße beschäftigt. Der dazu erforderliche Boden wird von dem Einichnitt der verlängerten Wilheimstraße angefahren. Diese Arbeit wird durch Notstandsarbeiter ausgeführt. Zunächst werden 34 Wohnungen errichtet. Die Bauarbeiten sollen baldigst in Angriff genommen werden Hinter dem Bahnhof Raurel bog der Autobus nach rechts ab. Auf der Anfahrt zum Güterbahnhof verließen die Ratsherren und die Pressevertreter den Autobus und begaben sich zu Fuß zunächst zur neuen danpelgleisigen Ueberführung der Köln—Mindener Bahn über die ihrer Vollendung entgegengehenden Verbandsstraße NS VIII, die bekanntlich vom„Hindenburgplatz" bis zur Henrichenburger Straße führt und eine Zubringerstraße für den Reichsautobahnhof in Henrichenburg werden soll. Stadtbaurat Schmitz erläuterte die besonderen Schwierigkeiten beim Bau der Brücke, die ohne Störung des Zugbetriebes durchgeführt werden mußte, was keine Kleinigkeit war, da die Strecke täglich von einer sehr goßen Anzahl von Güter= und Personenzügen befahren wird. Man habe zu diesem Zweck zunächst eine besondere Umgehungsbahn bauen müssen, die zweigleisig in 600 Meter Länge durchgeführt wurde und rund 30 000 RM. kostete. Die Brücke selbst ist eine geschweißte Stahlkonstruktion, die auf steinernen Widerlagern und Flügelmauern ruht. An der Ausführung sind die Spezialfirmen Humboldt=Köln und EigenDortmund beteiligt: die fertige Brücke wird auf ca. 150 000 RM. kommen. Die Geldmittel für den Bau werden vom Ruhrsiedlungsverband, zur Verfügung gestellt, dem sie seinerseits wieder vom Reich erstattet werden, da die Verbandsstraße als Reichsstraße anerkannt ist. Aus diesem Grunde konnte auch der gewaltige und für Castrop=Rauxel so ungeheuer wichtige Straßenbau, der eine Gesamtauswendung von rund.5 Millionen erfordert, ohne wesentliche Belastung des Stadtsäckels von Castrov=Rauxel durchgeführt werden. Man hofft die Arbeiten so weiter zu fördern, daß die Verbandsstraße spätestene Ende September der Benutzung übergeben werden kann. Außer der Ueberführung der KölnMindener Bahn über die Verbandsstraße mußten noch weitere Brücken im Zuge dieser Straße geschaifen werden. die anschließend von den Ratsherren und den Pressevertretern besichtigt wurden. Zunächst ist da die Ueberführung des Schwarzen Weges über die Verbandsstraße. Sie hat wie die Eisenbahnbrücke eine lichte Höhe von.30 Meter. Ein Heraufgehen auf.50 Meter war infolge der Gelände= und Entwässerungsverhältnisse nicht möglich. Doch ist auch diese Höhe von den zuständigen Stellen als ausreichend erachtet worden. Diese zweite Brücke, die auch für leichteres Fuhrwerk freigegeben werden soll, kostet 25—30000 RM. Die Widerlager und die Flügelmauern wurden von der Firma Perveet. Castrop=Rauxel ausgeführt, während die Eisenkonstruktion wie bei allen Brücken von der Humboldt=AG. Köln stammt. Der Durchlaß des Deininghauser Baches unter der Verbandsstraße her. stellte aus den schon genannten Eigentümlichkeiten des Geländes und der Entwässerung vor besondere Schwierigkeiten. Sie sind aber in bester Weise überwunden. Die Bauarbeiten wurden von der Firma Schröder u. Otte. Castrop=Rauxel, ausgeführt. Die Zweckmäßigkeit der Anlage hat sich bereits bei den in der letzten Zeit erfolgten ungewöhnlich großen Regengüssen erwiesen. Sie reichte vollkommen aus. um die gewaltigen Mengen des rückstauenden Wassers des Baches zu bezwingen. Eine Doppelbrücke für die Klöckner=Werksbahn und Fußgängerverkehr ist von der Spezialfirma Rübenkamp(Vertreter: Baugeschäft Vogt in Castrop=Rauxel). soweit es sich um die Steinausführung handelt, gebaut worden. Die Klöckner=Werksbahn mußte um.50 Meter gehoben werden, ebenso auch der zum Bülowplatz führende, viel benutzte Weg. Da der Betrieb der Werksbahn keine Unterbrechung erfahren durfte, hat man neben dem alten Gleise und dem alten Wege die neuen Anlagen geschaffen, dadurch ist auch die jetzt bestehende Kurve beseitigt worden. Zur Zeit ist man dabei, die Wasser= und Hochspannungsrohrleitungen im Zuge der neuen Brücke neu zu verlegen. Nachdem die Ratsherren und Pressevertreter den gesamten Verlauf der bereits mit einer Steinschlagdecke versehenen Verbandsstraße abgeschritten hatten. bestiegen sie wieder den Autobus, um zum Aufrase zum Antergau Sportsent des Som. Der Kreisleiter der R6DAP. an den B9M. August=Pfaff=Heim zu fahren. Hier übernahm Oberbürgermeister Dr. Anton die Führung. Er machte dabei. darauf aufmerksam, daß in den vier Heimräumen im Erdgeschoß in der Woche 48 Heimabende bzw. Heimnachmittage veranstaltet werden könnten. Die Kontrolle erfolgt durch ein Tagebuch, in das die Führer Anmeldung und Abhaltung ihrer Veranstaltung einzutragen haben. Er habe zu seiner Freude feststellen können, daß sich die Jugend größter Sauberkeit und schonendster Behandlung des Heimes befleißige. Besondere Anerkennung seitens der Besucher fand der schöne Gemeinschaftsraum im ersten Stockwerk. der Raum für Versammlungen mit bis zu 120 Teilnehmern bietet. Auf dem Boden können Notlager für durchwandernde Hitler=Jungen untergebracht werden, während im Keller ein Bastelraum, ein Fahrradunterstellraum und eine Dunkelkammer vorgesehen sind. Ein lediger Unterbannführer wohnt als Hausmeister im Heim. Oberbürgermeister Dr. Anton sprach unter Zustimmung aller Ratsherren dem Bauamt und allen am Bau beteiligten Firmen alle Anerkennung für das Geschaffene aus. Er kündigte an, daß der Vorplatz noch eine weitere gärtnerische Ausgestaltung durch Anpflanzung von Rhododendrongebüschen und Bedecken der Wege mit Kies erfahren werde. Vom August=Psafs=Heim fuhr man zur Ickerner Straße, wo Stadtbaurat Schmitz interessante Ausführungen über die Führung der Reichsautobahn durch den nördlichen Teil unserer Stadt machte. Es wird dort ein 8 Meter hoher Damm aufgeschüttet werden und eine Straßenverlegung im Zuge der Ufer= und Voerstestraße erfolge, um möglichst gute Sichtverhältnisse bei der breiten Ueberführung der Reichsautobahn über die Ickerner Straße zu erhalten. Durch die Straßenverlegung wird z B. der Neubau des Hauptlehrers MecklenEiner der wesentlichsten Punkte des nationalsozialistischen Programms ist: die bis vor kurzem in Stände und Klassen gespaltene Nation aus ihrer Zerrissenheit zu lösen und zu einem einheitlichen Ganzen zusammenzuschmelzen. Zu den Mitteln, die Volksgemeinschaft zu verwirklichen, gehört in erster Linie die Erziehung unserer Jugend durch gemeinsamen Einsatz bei allen vorkommenden Lebensnotwendigkeiten. Am 19. Juli begeht der Bund Deutscher Mädel sein diesjähriges Sportfest und will der Bevölkerung von Herne und Castrov=Rauxel sein sportliches Können unter Beweis stellen. Wir wissen, daß wir uns mit Stolz und Freude auf unsere Jugend verlassen können, denn unser Wille ist unsere Macht. Diese Macht ist das Höchste, was überhaupt ein Volk besitzen kann. Ist doch der B0M. die beste Auslese des weiblichen Nachwuchses. der schon heute für sich in Anspruch nehmen kann, einen neuen, deutschen Mädeltyv zu verkörpern. Möge dieser Tag ein Ansporn sein zu erhöhten Leistungen und ein weiterer Baustein zur wahren Volksgemeinschaft. Heil Hitler! Kreisleiter der NSDAP. Herne—Castrop=Raurel Karl Niever. Aufruf des Oberbürgermeisters der Stadt Castrop=Rauxel Die körperliche Ertüchtigung der Jugend des Dritten Reiches ist die Vorbedingung zur Selbsterhaltung unseres Volkes; denn die sportliche Erziehung trägt dazu bei, den gesunden politischen Menschen zu formen. Der Untergau 259 des B2M. wird deshalb am kommenden Sonntag, dem 19. Juli. auf dem Westfalia=Stadion in Herne allen Eltern von Castrov=Rauxel und Herne zeigen, wie er versucht, ein starkes und gesundes Frauengeschlecht zu erziehen. Wir glauben, daß aus unserer Jugend ein starkes Deutschland werden wird, wenn sie früh lernt. Verantwortlichkeit nicht nur für die Erziehung des Geistes, sondern auch für diejenige des Körvers zu fühlen. Dr. Anton, Oberbürgermeister und Kreisleiter z. b. V. Mädel und Jungmädel! In diesem Jahre wollen wir wieder unter Beweis stellen, wie ernst und zielbewußt wir unsere Sportarbeit im BDM. leisten. Unsere Leibeserziehung und Körverertüchtigung stellt uns alle in den Dienst am Volksganzen, am Schaffen eines gesunden, starken und lebensbejahenden deutschen Mädels. Mädel, die ihre Pflicht erkennen, Mädel, die Verantwe zu tragen wissen für die Gesunderhaltung unseres Volkes. Mädel, die das Gesicht der Familie von morgen tragen. Wir deutschen Mädel wollen Kameraden sein. wurzelnd im Volk. starken Herzens und frei. Recht auf Arbeit am Körper bedeutet für uns Pflicht.— Das ist unser Glaube! Juliane Zukolowski Obergauführerin. Aufruf der Untergauführerin Am kommenden Sonntag wollen wir 80M.= Mädel wieder wie im Vorjahre der Oeffentlichkeit einen Ausschnitt aus unserer körperlichen Schulungsarbeit geben, wollen wieder unter Beweis stellen, wie ernst es uns mit unserer Sportarbeit ist. Wir treiben Leibesübungen, weil wir uns der Pflicht unseren Mädeln und unserem Volke gegenüber bewußt sind. Wir wenden uns deshalb nicht an die für Leibesübungen interessierten Mädel, sondern legen Wert darauf. in allen Mädeln Freude an der körverlichen Ertüchtigung zu wecken. Es geht uns nicht um eigensüchtige Höchstleistungen. Unsere ganze Arbeit ist darauf eingestellt, in allen das Gefühl zu wecken, daß der Einsatz des eigenen Ichs für die Gemeinschaft die größte und tiefste Freude ist, die man erleben kann. Heil Hitler! Führerin des Untergaues 259 gez. Lene Fritz, Mädelringführerin. Soziale Schulung der westfälischen Die sozialen Aufgaben in der Hitler=Jugend nehmen einen wesentlichen Raum in ihrer Gesamtarbeit ein. Vieles ist auf diesem Gebiete schon geschaffen worden. Wir stellen erinnernd den Reichsberufswettkampf. die Freizeitlagergestaltung, den Landdienst heraus. Der Ausbau der bestehenden sowie die Inangriffnahme von weiteren notwendigen Einrichtungen bestimmen die stetige Vorwärtseatwicklung der H5. Es ist eine natürliche Forderung. daß die Träger der sozialen Arbeitzeitweise in Lehrgängen zusammengesaßt werden, um hier für ihre vielseitigen Aufgaben eine einheitliche Ausrichtung zu erhalten. Die Sozialabteilung des Gebietes Westsalen hatte deshalb wieder einmal ihre Sozialstellenleiter sowie die Sozialreserentinnen zu einem solchen Lehrgang gerufen. Im Schloß Schwansbell der Gebietsführerschule„Walter Wagnitz" in Lügen, fanden sich am vergangenen Sonntag aus allen Einheiten innerhalb des Gebietes die für die soziale Arbeit verantwortlichen Jugendgenossen und Jugendgenossinnen ein. Am Montag begann die eigentliche Arbeitstagung, die im Rahmen eines straffen Dienstbetriebes gehalten wurde. Neben organisatorischen Anregungen wurden Fragen der Jugendpflege. insbesondere die der Heimbeschaffung, Jugenderholungsvilege(Freizeitgestaltung, Zeltlager). NsV.=Jugendhilfe sowie Erfahrungen in der Zusammenarbeit mit den Rechtsreferenten herausgestellt. Am nächsten. Tage kamen Berufs= und wirtschaftspolitische Fragen zur Aussprache. Außerdem standen Besprechungen über Landdienst. Bauerntum. Landjahr und über das hauswirtschaftliche Jahr auf dem Plan. Begadung ketkele vor dem Fachthaus Ein trauriges Nachwort zu Karl Nagel=Dieks Castrop=Rauxeler Aufenthalt Der Künstler zu 2 Jahren Gefängnis verurteilt Im April des Jahres 1934 tauchte in Castrop= Rauxel ein Düsseldorfer Maler auf. der den ehrenvollen Auftrag hatte. für die Zeche„Erin“ ein künstlerisches Divlom zu schaffen, das fürderhin die erfolgreiche Ausbildung zum Hauer beurkunden sollte. Karl Nagel=Diek, so nannte sich der Künstler, hat in seiner Radierungsmanier diese Aufgabe nach dem übereinstimmenden Urteil berufener Kreise aufs glücklichste gelöst. Er hat weiterhin in unserer Stadt in den Vormonaten der 1100=Jahrfeier eine Anzahl von heimatlichen Kunstblättern in Gestalt von Radierungen und Zeichnungen geschaffen, die nicht weniger wertvoll waren. Wir erinnern hier an die große Radierung vom kunstvollen Renaissance=Kamin auf Goldschmieding, die kleinen, seingeschauten Radierungen vom Hause Bladenhorst und die stimmungsvolle Zeichnung„An der St.=Lamberti=Kirche in Castrop Bald nach dem großen Heimatfeste Castrop= Rauxels hat Karl Nagel=Diek dann den Staub der„Industriestadt im Grünen“ von seinen Füßen wito o. e Gnstis it her Sinterfront geschüttelt. Es wurde damals allerlei gemunkelt, bräuckers, Uferstraße 1, kunftig mit der Hinterstont das dartat, daß der Mensch Karl Nagel=Diek nicht an der Straße zu liegen kommen. Die Reichsautobahn durchschneidet außerdem den rechten Teil der Scheune des Hauses Ickern. Sie macht im Zusammenhang mit der Straßenverlegung auch einen Umbau der Kanalisation erforderlich. Die Weiterjahrt ging an der stattlichen Siedlung der Ruhrwohnungsbau=AG. vorbei, die jetzt voll belegt ist und die mit ihren Stahlrohr= senstern und Stahltüren einen recht schmucken Eindruck macht. über die Recklinghäuser Straße am stilvollen Klinkerbau des nach einem Entwurf von Proj. Fischer=Essen errichteten neuen Verwaltungsgebäudes der Stickstosjwerke der Klöckner=AG. vorbei zur Gemeindewirtschaft Gremme, wo die Ratsherren noch einige Zeit im Besprechen der interessanten und ausschlußreichen Rundfahrt durch den nördlichen Stadtteil verweilten. so wertvoll sei wie der Künstler. Er soll bei seiner „Stippvisite“, in Castrop=Rauxel eine ganze Reihe von„trauernden Hinterbliebenen“, hinterlassen haben, die noch mehr oder minder große Forderungen an den ziemlich plötzlich von dem ihm wohl zu heiß gewordenen Castrop=Rauxeler Boden verschwand. Jetzt kommt aus seiner Heimatstadt Düsseldorf die Meldung, daß der Mensch Karl Nagel=Diek Schiffbruch erlitten hat. Es heißt in der Nachricht, die gewiß die vielen Bekannten, die sich der Künstler bei seinem Hiersein erworben hat, besonders interessieren wird. wörtlich: „Der 36jährige Karl Nagel, auch Nagel=Dick oder Nagel=Diek genannt, ist ein zweifellos begabter Radierer. Leider haben die Musen vergessen, ihm neben der Begabung auch ein ebenso fein entwickeltes Verständnis für Mein und Dein in die Wiege zu legen. Die Folge war die bedauerliche Tatsache. daß er bereits achtmal, meist wegen Betruges, verurteilt werden mußte. Erneut wurde er jetzt wegen Rückfallbetruges der Großen Strafkammer in Düsseldorf vorgeführt. Im Laufe der letzten drei Jahre erschien er bei zahlreichen angesehenen Düsseldorfern, meist bei bekannten Aerzten und Großkaufleuten, die alle dann einwilligten, daß Nagel ihnen eine Bildnis=Radierung liefern solle, teils für eine Serie„bekannter deutscher Köpfe". teils für den versönlichen Besitz. wobei er sich im voraus Summen bis zu 100 Mark geben ließ. um dann mehr oder weniger spurlos zu verschwinden. Im übrigen beschränkte sich Nagel nicht auf seine lohnende opfjagd“. So ungefähr jeder der mit ihm zusammenkam, wurde geschröpft. ob das nun Logiswirt, Kellner oder Zigarrenhändler war. Einem Arzt verstand er, ein Darlehen von 225 Mark abzuschwätzen. Ein Krankenhaus, in dem er sich zweiter Klasse einige Wochen verpflegen ließ, vrellte er um 500 Mark. Schließlich verstand er es noch. sich in eine begüterte Familie einzuschleichen, der jungen Tochter die Ehe zu versprechen und ihr sofort 100 Mark abzuknövfen. Bei einem ganz kleinen Schwindel geriet Nagel jedoch an den Falschen, den Sohn eines Kriminalbeamten: das Spiel war aus. Vor Gericht zeigte Nagel keineswegs Reue. sondern erging sich in Beteuerungen seiner Unschuld.„Niemanden habe er betrügen wollen“, behauptete er immer wieder naiverweise und wurde gelegentlich sogar dreist. Die Musen. die an seiner Wiege gestanden hatten, waren es. die Nagel vor der beantragten zweieinhalbjährigen Zuchthausstrafe retteten: das Gericht wollte dem begabten Menschen den Weg der Zukunft nicht gänzlich versverren. Noch einmal wurden ihm mildernde Umstände zugebilligt: zwei Jahre Gefängnis wegen Rückfallbetruges wurden ihm aufgebrummt. Castrop=Rause! Castrov=Rauxel, 17. Juli den. Bei letzteren ist die Flagge Griechenlands an erster Stelle zu setzen: es folgen die Flaggen der übrigen teilnehmenden Nationen nach der deutschen ABC=Folge, zuletzt Deutschland(als Gastgeber). Die Bevölkerung wird aufgefordert, vom 29. Juli ab bis einschließlich den 20. August mit der Reichsund Nationalflagge zu flaggen. Es können auch die Olymvische Flagge und Flaggen der an den OlymFlaggt vom 29. Juli bis zum 20. August vischen Spielen teilnehmenden ausländischen NaBnleie ber 40 Stamat den Baiggtlülten gescholt werden. Die Flaagen werden während Beflaggung aus Anlaß der 1I. Diymvischen Sviele der Nacht nicht eingezogen. Der Reichs= und Preußische Minister des Innern und der Reichsminister für Volksaufklärung und Provaganda geben für die Beflaggung der öffentlichen und privaten Gebäude aus Anlaß der 11. Wir tragen die Fohne geOlymvischen Spiele folgendes bekannt: Die öffentlichen Gebäude flaggen nach Maßgahe des Runderlasses des Reichs= und Preußischen Ministers des Innern vom 15. 12. 1935 in der Reichshauptstadt vom 29. Juli, im übrigen Reich vom 1. August ab bis einschließlich 16. August. Empfangs= und Abschiedszwecken dienende ösfentliche Gebäude und Einrichtungen können aus diesen Anlässen bereits vorher und über den 16. August hinaus beflaggt werden. Auf diesen Gebäuden und Einrichtungen können neben der Reichs= und Nationalflagge(Reichsdienstflagge) auch die Olymvische Flagge und die Flaggen der an den OlympiSpeelen teilnehmenden Nationen gesetzt werIn einer Zeit, da noch Parteien und Klassen um die Vorherrschaft in Deutschland stritten, in einer Zeit des Terrors und der Lüge, hat der Führer Adolf Hitler eine Gemeinschaft von Männern gebildet, die einig in sich selbst, hart und entschlossen dem Ziele folgten. Deutschlands Freiheit und Ehre zurückzuerobern. Durch Terror und Lüge sind sie geschritten. Unbeirrt, und unaushaltsam. Jeder Marschtritt aber hämmerte in das Volk den Ruf zum gemeinsamer Streben, zu gemeinsamer Tat. So wurde diese kleine Bewegung Mahnung und Vorbild zugleich für das gesamte deutsche Volk. So konnte diese Gemeinschaft kampfverschworener Männer aber auch den Sieg erringen. Wenige Zeit nur, und dann marschierten unter ihrem Banner nicht nur die alten braunen Kämpfer, sondern das samte deutsche Volk. Der Kampf geht weiter. Ein surchtbares Erbe hat der nationalsozialistische Staat übernommen. Er ist mit Zuversicht und Mut an die Lösung aller Aufgaben herangegangen. 15 Jahre lang hat das deutsche Volk die surchtbarste Not ertragen. Alle diese Opfer. all dieser geleistete Einsatz darf nicht vergebens gewesen sein, sie müssen fortleben in dem von uns erbauten Reich. Denn wir wollen einstmals mit uns den unbedingten Glauben nehmen können, daß die Fahne, die wir im heißesten Kampfe zu Sieg und Ehre führten, jahrhundertelang flattern wird. Das kann aber nur sein, wenn jeder von uns die Worte des Führers versteht, wenn jeder Helfer und Erbauer ist im nationalsozialistischen Sinne. Die Nationalsozialistische Volkswohlfahrt hat die Sorge für Mutter und Kind übertragen erhalten. Mutter und Kind aber sind die Bürgschaft für das Bestehen der deutschen Nation. Millionen haben das erkannt. Millionen sind dem Rufe gefolgt. Millionen rusen auch heute dich. Darum werde Mitglied der NSV. Erwerbslose und Lehrgänge der DAF. Der Präsident der Reichsanstalt für Arbeitsvermittlung gibt bekannt, daß für diejenigen Erwerbslosen, die an einem Lehrgang der DAF. für Erwerbstätige teilnehmen wollen, gewisse Erleichterungen seitens der Reichsanstalt zugestanden werden. Wenn das zuständige Arbeitsamt diese Lehrgänge als fördernd für den Arbeitseinsatz ansieht und ihre Dauer 13 Wochen nicht übersteigt, können die Arbeitsämter die Teilnehmergebühren unter den üblichen Voraussetzungen übernehmen. Der Teilnehmer muß aber während der Dauer dieser Kurse für den Arbeitseinsatz voll zur Verjügung stehen. Diese Anordnung des Präsidenten der Reichsanstalt bedeutet für viele Erwerbslose. die sich in den Kursen der DAF. weiterbilden wollen, eine wesentliche Erleichterung. Fahrkarten abholen für den Sonderzug zur Reichsausstellung „Deutschland“ am 18. Juli 1936 Die bisher aus dem Bezirk Herne—Castrov= Rauxel gemeldeten Teilnehmer können ihre Fahrkarten gegen Rückgabe der ausgestellten Quittung in Empjang nehmen. Teilnehmer, welche 11.80 RM. bezahlt haben, müssen die Verwaltungsgebühren in Höhe von 60. Pfg nachzahlen. Hinfahrt am 18. Juli ab Bochum=Hbf..14 Uhr, ab Dortmund.38 Uhr. an Berlin(Friedrichstraße) 15.59 Uhr. Rückfahrt am 20. Juli ab Berlin(Friedrich= straße).01 Uhr. Deutsche Arbeitsfront Kreiswaltung Herne—Castrov=Rauxel Werbewoche der Reichsbetriebsgemeinschaft Freie Berufe, Handel und Handwerk In der Zeit vom 24. bis zum 30. Juli 1936 veranstaltet die Kreiswaltung der Deutschen Arbeitsfront Herne—Castrop=Rauxel eine Werbewoche für die Reichsbetriebsgemeinschaften 13„Freic Beruse". 17„Handel" und 18„Handwerk". Die Werbewoche wird mit einer Kundgebung am 24. Juli 1936. 20 Uhr. im Evgl. Vereinshaus in Herne, Schulstraße 14, eröffnet. Für die Volksgenossen aus dem Stadtteil Castroo= Rauxel findet am 27 Juli 1936 eine Kundgebung. 20 Uhr. im Lokale Richter am Bahnhof Raurel statt. Wir fordern alle deutschen Volksgenossen aus Handel. Handwerk und den freien Berufen auf, sich zahlreich an diesen Kundgebungen zu beteiligen. Deutsche Arbeitsfront Gemeinschaft aller Schaffenden des Deutschen Reiches Jeder deutsche Volksgenosse gehört in die Gemeiaschaft aller Schaffenden des Deutschen Reiches. Hast du Volksgenosse der freien Berufe, des Handels oder des Handwerks dich schon in der Deutschen Arbeitsfront aufnehmen lassen? Wenn nein, dann hole dieses sofort nach. Die Deutsche Arbeitsfront erwartet, daß alle Volksgenossen der oben bezeichneten Berufe sich in der Werbewoche vom 24. bis zum 30. Juli 1936 in die Deutsche Arbeitsfront einreihen. Das Blatt für die Volksgenossen aus den freien Berufen. Handel und Handwerk ist„Der Aufbau". Der Bezugsvreis dieses Blattes, welches monatlich zweimal erscheint, beträgt 20 Pig. vro Monat. Der Werber wird in den nächsten Tagen auch bei Ihnen erscheinen. 17 Tage mit KdF. nach Oberschlesien Zum ersten Male seit Bestehen der NS.=Gemeinschaft„Kraft durch Freude“ fährt in diesem Sommer ein Sonderzug nach Oppeln. Die Reisedauer beträgt 17 Tage Zwar geht es bis zur Endstation Oppela. aber darüber hinaus kann jeder Fahrtteilnehmer bei Lösung der einfachen Fahrkarte zum Hin= und Rückjahrvreis von 27,05 RM an dieser Urlaubsfahrt im Sinne der jahrelang üblichen Ostvreußenfahrten als sogenannter Verwandtenfahrer teilnehmen. Das heißt, er kann von Oppeln aus bei 75 Prozent Fahrtermäßigung im Umkreis von 100 km eine Weiterfahrt zu seinen Verwandten antreten., Alle Volksgenossen, die zum Zwecke der Erholung nach Oberschlesien woilen und keinerlei verwandtschaftliche Beziehung haben, zahlen für die 17tägige Wisseilschäft gegenkrergläuden Was ist Wunderregen?— Der schlaue Peiresco— Jegefeuer, das keins ist Frösche als Hegler durch die Lüste Heneh Morgan der Indästiernonig Ein Pirat wurde Gouverneur von Jamaika— Historische Schatztruhe für das Britische Museum— Der erste Multimillionär der Neuzeit Paris. Immer wieder gehen hier und da durch die Zeitungen der Welt Nachrichten von einem Blutregen, der die Gemüter der Bewohner jener betroffenen Gegenden mitnimmt. Der Aberglaube hat sich bei derartigen Naturschauspielen aus dem Mittelalter bis heute erhalten, und was kann nach ihm ein solcher Blutregen anders sein, als eine ernste Mahnung des Himmels an den sündigen Menschen, in sich zu gehen und von den Sünden abzulassen? Alle wissenschaftliche Aufklärung hat nicht vermocht, den Aberglauben ganz zu bannen, zumal in weniger kultivierten Gegenden. Eben erst kommt wieder eine Meldung aus Norditalien, die berichtet, daß ein Blutregen niedergegangen sei. Das erinnert an einen Vorfall, der sich vor 225 Jahren in Aix en Provence in Frankreich abspielte und zur Klärung des Rätsels führte. Der Jüngste Tag von Aix en Provence Als damals die Bewohner der kleinen südfranzösischen Provinzstadt erwachten, bot sich ihnen ein furchterweckender Anblick. Auf allen Dächern und auch auf den Straßen konnte man große blutrote Flecke wahrnehmen, die einzig und allein von einem in der Nacht niedergegangenen Blutregen herstammen konnten. Sobald diese Nachricht bekannt war, füllten sich die Kirchen, und die Geistlichen beeilten sich, die gedrückte Stimmung dazu zu benutzen, gegen die Sünden der Welt zu eifern. Der Himmel hatte eine ernste Warnung gesandt, und wer sich nicht wenigstens jetzt in der Kirche sehen ließ und sein bescheidenes Scherflein darbrachte, der hatte die Ungnade der Allmacht zu fürchten, so erklärten sie. Nur ein Mann ging nicht mit diesem allgemeinen Strom des Aberglaubens, der die Menschen erfaßt hatte. Das war ein gewisser Peiresco, der sich mit Recht sagte, daß die Erscheinung eine erklärbare Ursache haben müsse. Er machte sich auch gleich daran, diese Ursache zu untersuchen. Seine Ueberlegungen führten dahin, daß die roten Flecke tierischen Ursprungs sein müßten, ja, aller Wahrscheinlichkeit nach sogar von Insekten herrührten. Peiresco nahm eine Raupe und tat sie in eine Dose. Dann wartete er in Ruhe ab, bis die Metamorphose zum Schmetterling erfolgt war, hob den Deckel der Dose ab und ließ den Schmetterling entschlüpfen. Auf dem Boden blieb ein roter Fleck zurück irgendein Farbstoff, der bei der Entwicklung des Tieres freigeworden war. Damit war das Rätsel gelöst. In der Nacht hatten sich Riesenschwärme von Insekten über der Stadt niedergelassen, und die Metamorphose war vor sich gegangen. Die abergläubischen Einwohner aber hatten diesen Naturvorgang für Blutregen gehalten. Wie entsteht der Schwefelregen? Ein zweiter Gegenstand abergläubischer Furcht war von jeher der„Schwefelregen“. Er wurde verschiedentlich beobachtet und für das Fegefeuer gehalten. Darum löste er wie der Blutregen überall Angst und Schrecken aus. Lange fand man keine Erklärung für diese Erscheinung, bis man feststellen konnte, daß der gelbe Regen ebenfalls seine sehr natürliche Ursache hat. Von Zeit zu Zeit entwickeln die Bäume manchmal besonders viel Blütenstaub. Bei Wirbelstürmen werden dann die kleinen Partikelchen des Blütenstaubes in die höheren Luftschichten hinaufgedrückt und von der Gewalt des Sturmes weit entführt, wenn sie dann endlich niedergehen, entsteht der Eindruck eines gelben Regens, den dann Es gibt immer Menschen, die sich um jeden Preis interessant machen wollen. In Amerika scheint es von dieser Sorte Menschen ganz besonders viele zu geben. Auf was für Einfälle diese Leute dabei kommen, das mag man einem Bericht englischer Blätter über eine kürzlich im Staate Oregon vorgenommene Trauung eines jungen Paares entnehmen. Dieses junge amerikanische Pärchen sah anscheinend keine andere Möglichkeit, die allgemeine Aufmerksamkeit auf sein junges Glück zu lenken, als daß es diese Trauung in der Tiefe einer Urmenschenhöhle in dem wildzerklüfteten GraybackGebirge vornehmen ließ. Es war schon ein Kunststück, an Ort und Stelle zu gelangen, denn ohne Anseilen und eine waghalsige Kletterei war die Höhle überhaupt nicht zu erreichen. Dort bot sich den Herrschaften dann ein überaus gespenstisches Bild. Allenthalben konnte man in fahler Beleuchtung Knochen und Skelette vorgeschichtlicher Menschen in der Höhle herumliegen sehen. Wer jedenfalls genügend Phantasie hatte, konnte sich in Gedanken tatsächlich in die Urzeit zurückversetzt denken. Ein verrückter Mummenschanz Um dieses Gruselns willen war ja das ganze Theater letzten Endes auch veranstaltet worden. Die Milieutreue wurde auf Wunsch der Jungvermählten sogar soweit getrieben, daß außer ihnen auch die Hochzeitsgäste nur mit einem Tierfell bekleidet erschienen waren. Dem Herrn Pastor hatte man großzügigerweise gestattet, diesen der Aberglaube zu einem Schwefelregen gemacht hat. Uebrigens ist auch beobachtet worden, daß auf demselben Wege der feine Wüstensand weite Reisen macht. Sogar in Schlesien hat man festgestellt, daß Saharasand als gelber Regen niedergegangen ist. Aristoteles läßt sich nicht bluffen... Neben anderen alten griechischen und auch römischen Schriftstellern berichtet Aristoteles von einem von ihm beobachteten Froschregen, den er auch zu erklären versuchte. Dieser griechische Weise unterlag schon damals vor vielen Jahrhunderten nicht allgemein dem Aberglauben, sondern traf instinktiv das Richtige, wenn er behauptete, daß Wirbelstürme. die kleinen Tiere hoch in die Luft mitgenommen haben müssen, um sie dann wieder fallen zu lassen. Jahrtausende später, als eine Kutsche von Cahore nach Toulon fuhr und dabei Sumpfgebiet durchquerte, zeigte sich dieselbe Erscheinung. Aber sie richtete unbeschreibliche Verwirrung an; die Insassen wurden vor Schreck ohnmächtig und mußten sich in ärztliche Behandlung begeben. Denn Aberglaube und Wissenschaft halten sich immer noch die Waage, und das Wunder ist des Glaubens liebstes Kind. London. Mag sein, daß die zahllosen Katzen der Nachbarschaft mit ihrem nächtlichen Geschrei den sonst sicherlich recht braven Mr. John Harold Arkins aus Wolverhampton zur Raserei getrieben haben— ein Tierfreund ist er auch vorher bestimmt nicht gewesen, denn sonst hätte er nicht seine teuflische elektrische Katzenangel erfinden können! Mr. Arkins hatte beobachtet, daß die Katzen, die sich in seinem Garten ein Stelldichein gaben, eine schmale Lücke im Zaun zum Durchschlüpfen benutzten. Auf diesen Umstand baute er seinen Plan; denn er war entschlossen, den nächsten samtpfötigen Störenfried auf elektrischem Wege vom Leben zum Tode zu befördern. Er zog einen Draht von der Lichtleitung seines Hauses hinüber in die Garage zu einem Transformator, der die 220 Voltspannung des Stromes in 5000 Volt umwandelte und führte dann den Draht zu der bewußten Lücke im Gartenzaun, wo er dicht über dem Erdboden aufgehängt wurde. Damit das unglückliche Opfer aber auch wirklich in die Falle ging, befestigte der gemütvolle Erfinder noch ein appetitlich riechendes Fleischstück als Köder an London. Nachdem erst kürzlich der Tod des amerikanischen Mineningenieurs und Millionärs John Hays Hammond gemeldet werden mußte, ist nun dieser Tage auch Sir Lionel Philipps, auch einer jener großen und berühmten Pioniere Südafrikas, denen dieses Land des Goldes und der Diamanten seinen Reichtum verdankt, gestorben. Der Tod Sir Philipps erfolgte auf seinem prachtvollen Besitztum in Vergelen, in der Nähe von Kapstadt. Der Herr der Diamanten, arme Mann mochte von seiner Kletterpartie schon genug haben. Die modernen Urmenschen saßen nun zunächst in der fahl beleuchteten Höhle herum, bis endlich die Zeremonie der Trauung vorgenommen werden konnte. Als der Bräutigam mit seiner Erwählten vor den Pastor trat, war er, wie gesagt, mit einem Tierfell bekleidet. Allerdings hatte er nicht vergessen, gleichzeitig sein Monokel ins Auge zu klemmen. Recht putzig muß auch die Braut ausgesehen haben, denn auf Lippenstift und Puderquaste hatte sie nicht verzichtet, obgleich auch sie nur ein Tierfell umhatte, um ihre Blößen zu bedecken. Urmenschen und Lippenstift, Puderquaste und Monokel— das ist echt amerikanisch. Was zu wünschen bleibt... „Hoffentlich erwachen nun in diesen beiden Amerikanern nicht plötzlich urmenschliche Instinkte“, so glossiert das englische Blatt die Meldung,„denn es wäre dieser jungen, swarten Amerikanerin gewiß nicht gerade erwünscht, wenn nun ihr Gatte plötzlich solche Manieren annehmen würde und etwa mit einer schweren Keule auf sie losginge. Aber auch er dürfte seinerseits keinen Wert darauf legen, bei seiner Gemahlin jene Umgangsformen zu entdecken, trotz aller Inspiration, die von den Knochen und Steletten in dieser Urmenschenhöhle im Grayback=Gebirge ausgegangen sein mag. Diese Wünsche möchte man dem jungen Paar in der Tat mit auf den Lebensweg geben.... Das Britische Museum in London erhält soeben von dem Gouverneur in Jamaika eine historische Schatztruhe, die kürzlich in der Nähe von Kingston durch Zufall ausgegraben werden konnte. Sie stammt aus dem Ende des siebzehnten Jahrhunderts und gehörte dem berühmten Flibustierkönig und späteren Gouverneur von Jamaika, Henry Morgan, der sie mit zweitausend Goldstücken aus unbekanntem Grunde vergraben ließ. Der Fund weckt die Erinnerung an eine der seltsamsten und abenteuerlichsten Persönlichkeiten der Weltgeschichte. Der Schrecken der westindischen Gewässer Die harmlosen und fleißigen französischen Ansiedler und Trapper auf den Antillen wurden im siebzehnten Jahrhundert von den spanischen Machthabern aus politischen Gründen auf das grausamste verfolgt. Wollten sie sich behaupten und nicht elend zugrunde gehen, dann mußten sie sich wohl oder übel zu Schutz= und Trutzgemeinschaften zusammenschließen und sich mit Waffengewalt ihrer Widersacher erwehren. Aus der Verteidigung gingen die Ansiedler aber schließlich zum Angriff über— sie wurden Piraten. Als Flibustier oder Bukanier wurden sie immer mächtiger und zum Schrecken der westindischen Gewässer. Sie plünderten nicht nur systematisch die Antillen=Inseln, sondern machten auch Jagd auf Handelsschiffe, die sie kaperten und deren Besatzung sie meistens zum größten Teil Eine teuflische Tierquälerei dem Drahtende. Die Apparatur war erstaunlich sinnreich erdacht, Mr. Arkins hatte nur eins nicht in Rechnung gestellt, nämlich die sprichwörtliche Zähigkeit der Katzen. Schon bald kam eine Katze durch die Zaunöffnung geschlüpft. Sie beschnüffelte den Köder und machte sich gierig darüber her. Im nächsten Augenblick legte Mr. Arkins einen Schalter am Transformator um— 5000 Volt durchzuckten Kater Lampe. Nach menschlichem Ermessen hätte er auf der Stelle tot umfallen müssen. Aber das tat er nicht, vielmehr versuchte er mit der Kraft der Verzweiflung, sich dem höllischen Stück Fleisch zu entwinden. Eine Nachbarin bemerkte das arme Tier, schlug Alarm, holte einen Polizisten, und Mr. Arkins mußte seine„Hinrichtung“ abbrechen. Soll man es für möglich halten, daß sich die Katze rasch wieder erholte und dann Hals über Kopf davonrannte? Der Polizist jedenfalls behauptete das in der Gerichtsverhandlung, in deren Verlauf der Erfinder der elektrischen Katzenfalle wegen Tierquälerei zu der Strafe von drei Pfund Sterling verurteilt wurde. wie er genannt worden ist, hat ein Alter von 81 Jahren erreicht. Philipps ist als blutjunger Mensch von 19 Jahren nach Südafrika gekommen. Gleich dem Amerikaner Hammond steckte ihm die Lust nach Abenteuern im Blute. Er war später ein enger und erfolgreicher Mitarbeiter des großen Cecil Rhodes, aber was er geworden ist, verdankte er dennoch nie der Protektion, sondern seiner eigenen Kraft. Er hörte schon seinen Galgen zimmern Was Sir Lionel Philipps— abgesehen von seiner Tatkraft und seinem Reichtum— weit über Südafrika hinaus in ganz England bekannt gemacht hat, das war die Legende, daß diesem Manne selbst der Tod nichts anhaben könne. In der Tat hat sich Philipps in seinem Leben wohl ein dutzendmal Situationen gegenübergesehen, die für gewöhnliche Sterbliche unbedingt tragisch ausgegangen wären, aber dieser Abenteurer kam immer wieder— manchmal wirklich im allerletzten Augenblick— mit dem Leben davon. So war er unter anderem während des Burentrieges von einem Standgericht wegen Spionage zum Tode verurteilt worden. Kein Mensch hätte auch nur einen Pfifferling für sein Leben gegeben, und Lionel Philipps konnte, wenn er wollte, hören, wie draußen vor der Todeszelle, in die er bereits geführt worden war, der Galgen für ihn zurechtgezimmert wurde. Aber dennoch geschah das Wunder— der Todeskandidat vermochte noch rechtzeitig zu fliehen. Ebenso wunderbar klingt seine Errettung aus einer Bergwerkskatastrophe bei Johannesburg. Sir Philipps wollte eine Inspektion in einer Mine vornehmen und ließ sich zu diesem Zweck mit einem Förderkorb in die Tiefe. Auf halbem Wege riß das Seil. Der Korb mit seinen Insassen stürzte in die Nacht unter Erde, aber Lionel Philipps wurde unversehrt geborgen. Als 78jähriger stürzte der Diamantenkönig aus Kapstadt bei einer Bergtour so unglücklich, daß seine Begleiter nach menschlichem Ermessen nur noch eine Leiche aus der tiefen Schlucht zu bergen hoffen konnten. Aber wiederum kam Sir Philipps wunderbarerweise fast unverletzt davon; er hatte allerdings ein Auge dabei verloren. Das Leben dieses Mannes hat nun auf ganz natürliche Weise sein Ende gefunden. Er war und blieb Sieger über den Tod.... niedermachten. Ihr Schicksal erfüllte sich erst, als sie von einem der Ihrigen verraten wurden, von einem Mann, der sie jahrelang als unumschränkter König beherrschte, der aber zuletzt zu den Engländern überging und ihnen so wertvolle Dienste leistete, daß man ihn in den Ritterstand erhob und zum Gouverneur von Jamaika machte. Dieser Mann war Henry Morgan. Der gefangene Schiffsjunge Etwa um die Mitte des siebzehnten Jahrhunderts wurde wieder einmal ein englisches Handelsschiff im Golf von Mexiko von Flibustiern überfallen. Die gesamte Besatzung fiel im verzweifelten Kampf mit den Piraten und nur ein zwölfjähriger Schiffsjunge wurde als Gefangener mitgenommen. Er fand Gefallen vor den Augen der verwegenen Seeräuber, und als er sich bereit erklärte selbst ein Flibustier zu werden, nahm man ihn in Gnaden auf. Der Schiffsjunge hieß Henry Morgan und war der Sohn armer Farmersleute in der englischen Grafschaft Wales. Sein Geburtsjahr ist unbekannt. Man weiß nur soviel, daß er noch als Kind sich sein Brot selbst verdienen mußte und als Schiffsjunge auf See ging. Die Piraten, die ihn für einen fixen Junge gehalten hatten, sahen sich nicht getäuscht. Er zeichnete sich bald durch große Kühnheit aus und machte immer wieder von neuem mit seeräuberischen Bravourstücken von sich reden. In der militärisch organisierten Gemeinschaft der Flibustier machte er rasch Karriere. Noch als Jüngling wurde er der Kapitän eines großen Piratenschiffes und schließlich der Befehlshaber einer ganzen Flotte. In dieser Eigenschaft gründete er auf der kleinen Insel Santa Catharina einen Flibustierstaat, in dem er sich als König ausrufen ließ. Von hier aus unternahm er seine berüchtigten Piratenfahrten. Unter anderem fiel ihm einmal auch die Stadt Panama zum Opfer, die er fast völlig ausplünderte. Mit vier Schiffsladungen Gold, Silber und Edelsteinen kehrte er von Panama nach Santa Catharina zurück. Vor der Meuterei geflohen Eine der hervorstechendsten Charaktereigenschaften Morgans war seine unmenschliche Rücksichtslosigkeit. Wer sich gegen ihn auflehnte, der war dem Tode verfallen. Selbst seine eigenen Leute terrorisierte er auf das grausamste. Ein Menschenleben galt ihm nichts. Als ihm einmal ein Schiff mit 400 Negerstlaven in die Hände fiel, ließ er ohne Ueberlegen sämtliche Männer töten; denn nur die Frauen hatten für ihn Wert. Er verkaufte sie für je 100 Pfund Sterling an seine Untertanen. Man kann sich vorstellen, daß er während der 18 Jahre seines Seeräubertums unermeßliche Schätze ansammelte, zumal er bei der Teilung der Beute höchst ungerecht vorging und seine Gefährten, wo er nur konnte, übervorteilte. So war es kein Wunder, daß die Zahl seiner Gegner im eigenen Lager ständig wuchs. Eine Meuterei war schließlich unvermeidbar. Da entschloß sich Morgan, die Flibustier zu verlassen und zu den Engländern überzugeben. Sein bestes und größtes Schiff bemannte er mit den letzten ihm treu Ergebenen und ließ die Laderäume mit seinen wertvollsten Schätzen füllen. Bei Nacht und Nebel ging er in See. und als die Flibustier seine Flucht bemerkten, war er schon entkommen. Die treuesten Gefährten verraten Morgan kam nach Kingston, machte dort dem englischen Gouverneur seine Aufwartung und überhäufte ihn mit kostbaren Geschenken. Der einflußreiche Beamte erkannte, daß ihm der Flibustierkönig große Dienste im Kampf gegen die Seéräuber leisten konnte, und war ihm wohlgesonnen. Das erste, was Morgan tat, war. die Getreusten seiner Getreuen, die Gefährten seiner Flucht, dem Gouverneur als Seeräuber zu verraten, so daß sie ohne Prozeß unverzüglich hingerichtet wurden. Nach den Ratschlägen Morgans begann der Gouverneur einen sehr wirkungsvollen Kampf gegen die Flibustier und bald hatte sich der ehemalige Seeräuber hierbei so ausgezeichnet und unentbehrlich gemacht, daß er zum Vertreter des Gouverneurs ernannt wurde. Als der Gouverneur starb, hatte Morgan bereits soviel Verdienste um die Vernichtung der Flibustier, daß man keinen Anstand nahm, ihn endgültig zum Gouverneur zu ernennen und ihn in den Adelsstand zu erheben. Bei seinem Tode— er wurde knapp 50jährig. vom gelben Fieber dahingerafft. vermachte er der englischen Krone als erster Multimillionär der Neuzeit ein Vermögen in Höhe von über 60 Millionen Mark. Die Armee des Verbrechens Der Leiter der neu geschaffenen zentralen Spezial=Dienststelle zur Bekämpfung des Verbrechertums in den Vereinigten Staaten, Mr. Ed. Hoover in Cester, gab kürzlich anläßlich eines Vortrages an der militärischen Hochschule in Pensylvanien die Erklärung ab, daß die amerikanische Unterwelt in einer regelrechten Armee von rund 500000 Mann organisiert sei. Das ist mehr als doppelt so viel, wie die reguläre Armee der USA. „Diese Armee des Verbrechertums“, so führte Mr. Hoover aus,„ist mit Waffen der allerneuesten Modelle ausgerüstet. Sie besitzt eine ungeheure Menge Munition und wird von hochintelligenten Leuten geleitet. Sie stellt sozusagen eine Gesellschaft mit etwa fünfzehn Milliarden Dollar Kapital dar und verübt jährlich mehr als 150 000 Verbrechen und Vergehen.“ Mr. Hoover geißelte die Milde der amerikanischen Gerichte, die sich den Verbrechern gegenüber immer wieder zur Milde hinreißen ließen, mit scharfen Worten.„Alle Beamten des Justizministeriums, die in den letzten vier oder fünf Jahren getötet wurden, sind die Opfer von Rückfälligen geworden“, so erklärte er. Der Polizeimann forderte die Anwendung von geeigneten gesetzlichen Maßnahmen, die in anderen Staaten bereits mit gutem Erfolge in Kiaft sind, um die Rückkehr allgemeingefährlicher Verbrecher in die Gesellschaft ein für allemal zu verhindern. Rechen inKiononer Mondäne Trauung in einer Urmenschenhöhle— Natürlich in Amerika verrückten Mummenschanz nicht mitzumachen; der Antt 300o von gegen=Raler Tampe Die elektrische Katzenangel Der Zerr der Biamlamten Ein dutzendmal am Tode vorbei— Nun mit 81 Jahren gestorben S enise eer SeeceEin lustiger Roman von Hans G. Waltershausen Copyright by Verlag Neues Leben, Bayrisch Gmain 7 Mehr konnte sie nicht sagen; denn sie wußte ja seinen Vornamen nicht. Das fiel ihr ein und sie mahnte ihn:„Und ich weiß immer noch nicht, wie du eigentlich mit dem Vornamen heißt!“ „August!“ sagte er und lachte. „August!“ sagte sie,„also doch!“ „Gefällt dir der Name nicht?“.. Wenn er dir gehört, ist er der schönste Name!“ lachte sie. „Aber er gehört doch nicht mir, es war nur Jur. „So, du Schwindler! Und wie heißt du?“ „Günther!" „Günther? Oh, wie hübsch, das ist der allerschönste Name, er ist noch hübscher als August! Und du bist gar kein Fahrlehrer?“ „Nein. Von Haus aus nicht.“ „Und was bist du non Haus aus?“ Baron.... g5r Mi. 6708 M Lisa lachte laut auf.„Höl mir bloß auf, darauf falle ich nicht hinein! Terzius machte ein unglückliches Gesicht. „Hab' mir's doch gedacht“, sagte er,„das wird mir jetzt kein Mensch mehr glauben. Aber das ist ja auch furchtbar wurscht!“ Lisa wurde nachdenklich.„Ist das kein Jur?“ fragte sie.—5 Tu. „Es ist leider so“, gestand Terzius mit kläglicher Miene.„Und jetzt wirst du vielleicht doch Bedenken wegen meines Papas haben, der dann„mein gutes Kind“ zu dir sagen und dich auf die Stirn küssen wird, und wegen der Verwandtschaft, den gnädigsten Frau Tanten und dem Herrn Onkel, dem Wirklichen Geheimen Rat und so weiter.“ „Das ist ja schrecklich“, meinte Lisa,„da habe ich mich ja recht unaristokratisch benommen! Aber ich werde bei der Tante Unterricht nehmen. Sie weiß, wie man mit solchen Leuten— oh, Verzeihung!— diesen hohen Herrschaften umgehen muß.“ „Lieber nicht!" wehrte Terzius ab.„Wir lassen die Lisa, wie sie ist!“ „Baron“, machte Lisa die Tante nach,„ich habe immer gewußt, daß Sie ein Gentleman sind!“ „Gnädigste würden jetzt vielleicht gern den versäumten Kaffee nachholen?“ „Den Verlobungskaffee“, jubelte Lisa,„auf, Und sie sprangen übermütig hinunter, ins Auto hinein, und los ging es im flottesten Tempo. „Denken Sie, Baron" ulkte Lisa weiter, „ich mache demnächst meine Fahrprüfung; ja, bei meinem Bräutigam!“ „Der wird eine Freude haben", lachte Terzius.„Sind Sie mit ihm als Lehrer zufrieden?“ „Er ist ein tüchtiger Mensch; aber wenn die Tante nicht gewesen wäre, hätte ich ihn nie kennengelernt.“ „Es lebe die Tante!“ „Die gute Tante! Für sich wollte sie einen Baron angeln, und mir hat sie einen zugeführt. Sie darf doch zur Hochzeit kommen?“ „Selbstverständlich!“ „Wie die sich fühlen wird! Lauter Aristokraten um sie herum! Man wird sie sicher nur noch mit dem Gothaer in der Hand sehen.“ Als sie nach Hause kamen, war da ein Mordsbetrieb. Fritz hatte Lilly und seine Schwiegereltern mitgebracht, und man feierte nun einen richtiggehenden Verlobungskaffee. Hrau Steiner war ihrem Schwiegersohn nun von Herzen zugetan, nachdem er sie von der Sorge um das Gefängnis befreit hatte; denn er hatte die polizeiliche Angelegenheit geregelt (ein sanfter Schwindel, um Frau Steiner endgültig zu beruhigen), und Herr Steiner, der mit der weißen Weste durch das Haus schwebte und besonderen Gefallen an Tante Bienchen gefunden hatte, sang Fritz in allen Tonarten das Lob des gestrigen Vorkommnisses, auf das hin die langweilige Toni mit ihrer heuligen Tochter die verderbliche Großstadt bereits heute in aller Frühe verlassen Plötzlich aber sanden da unangemeldet Terzius und Lisa im Zimmer, und Lisa rief: „Wir haben uns verlobt!“. 1 Alles starrte. Nur Tante Bienchen entfuhr ein„Haaah“, und der Mund blieb offen. Dann fragte Fritz:„Mit Terzius?“ „Aeh!“ machte Lisa,„jetzt fragst du genau so dumm?“ 4 „Lisa“, rief die Mutter und suchte ihr Taschentuch; dann wandte sie sich plötzlich an die Steiners und stellte vor:„Meine Tochter Lisal" Und Frau Steiner zwitscherte:„Das ist ja entzückend, beide Kinder auf einmal verlobt!“ Und Lisa stellte vor: „Mein Bräutigam, Herr Baron Günther Veraue.. 7cri. Bl. Tarte menn 4 „Ja, freilich“, schrie bie Taure,„wenn ich schon Baron höre.“ „Siehst du“, lachte Terzius zu Lisa,„in dieser Richtung haben wir verspielt!“ Aber die Mutter nickte bedeutungsvoll mit dem Kopfe — sie hatte es immer gewußt. „Nein, Tante“, berichtigte Lisa,„es ist wirklich so, ein richtiggehender, garantiert echter Baron! Kein Molioli oder Bobibaboli, du mußt dann„Gnädigste Frau Baronin“ zu mir sagen!“ Die Tante war nicht ganz sicher, wie sie das nehmen sollte. Sie neigte immer noch zum Unglauben und sagte:„Also, mir kommt keiner mehr von wegen Baroni“ Inzwischen beglückwünschte man sich und Fritz sprang in den Keller wegen der Bowle. Papa Steiner erklärte sich bereit, behilflich zu sein, er verstand sich auf Bowlen. Erdbeeren hatte man noch im Garten, die Sache war bald in Schwung. Inzwischen verwandtschaftlichte man sich bei einem zweiten Kaffee. Terzius wurde von allen Seiten bewundert. „Ein so hübscher Mensch— und ein Baron?“ meinte Frau Steiner,„Sie können glücklich sein, Fräulein Lisa.“ Und Tante Bienchen war überhaupt ganz aus dem Häuschen. Sie war überzeugt, daß Terzius wirklich Baron sei, und sie entwarf schon in Gedanken ein neues Kleid für sich, das sie bei der Hochzeit tragen würde. Und nun konnte sie doch wieder„Baron“ sagen, es war ja ein Genuß für sie, dieses Wort überhaupt aussprechen zu können. „Baron!“ rief sie plötzlich und reichte Terzius etwas in Seidenpapier Eingepacktes hin. „Also bitte“, satzte Terzius,„bleiben wir ruhig bei Herrn Terzius, es klingt doch gemütlicher und für mich vertrauter!“ „Ach bitte“, machte Tante Bienchen,„gestatten Sie diese kleine Gabe, eine kleine Wenigkeit, nur sozusagen— wie soll ich sagen für Ihre Bemühungen gestern; ich bin Ihnen ja so sehr zu Dank verbunden!“ Lisa hing an seinem Arm und sah gespannt auf das Präsent der Tante, das da zum Vorschein kommen würde. „Aber das ist doch wirklich ganz überflüssig, Tante Bienchen!“ sagte Terzius.„Ich darf Sie doch auch so nenen, nicht wahr? Ich finde es so hübsch!“ „Natürlich!“ Sie errötete vor Glück. Ein Baron, der Tante Bienchen zu ihr sagte! Terzius packte das Paketchen aus, während er fortfuhr:„Das war ja nur sozusagen— wie soll ich sagen— meine Pflicht der Familie gegenüber!“ Nun hatte er das reichliche Seidenpapier auseinandergewickelt, und was kam da zum Vorschein? Lisa traute ihren Augen nicht. Tante Bienchens Zuckerzange, die silberne Greifenklaue. Das Aussteuerstück, das sie vorhin so energisch als bürgerlich abgelehnt hatte! Rasch und besonnen rettete sie die Situation, indem sie rief: „Ah, eine Zuckerzange. Aber eigentlich mehr als eine Zuckerzange, ein Symbol! Mit einer solchen Klaue hast du gestern zugegriffen, verstehst dul„„ 42 4 „Famos!“ rief Terzius und bedankte sich gerührt bei der Tante, die selber überrascht war von der tiefen Bedeutung ihres Geschenkes. Frau Steiner, die immer nur dasaß und Terzius mit ihren Blicken verschlang, fand, daß sie gänzlich von ihrer Familie verlassen sei.„August!“ rief sie und die Folge war, daß Terzius einen der berühmten Püffe von Lisa erntete. Aber August war bei der Bowle, und da Fritz bei ihm war, war auch Lilly dort. Weshalb sie auch dorthin ging, und schließlich waren alle in der Küche. Die Großmutter grünte die Erdbeeren ab und murmelte immer voller Glück:„Nein, die Kinder! Und die Lisa einen Baron!“ Und als Terzius gerade neben ihr stand, fragte sie:„Na, nimmt mich denn dann der Herr Baron auch einmal im Auto mit?“ „Bist du heute noch nicht genug gefahren?“ rief Fritz über den Tisch weg. Dann sagie er zu Lilly:„Das ist nämlich die Dame, die vor ein paar Wochen noch erklärt hat, sie würde niemals in einen solchen Teufelskarren steigen!“ „Hütet euch vor der Großstadt und ihrem verderblichen Treiben!“ deklamierte Herr Steiner, und Frau Steiner rief:„August, paß auf, du kleckerst deine weiße Weste voll!“ Worauf ihm Lisa eine Küchenschürze umband. Tante Bienchen aber wurde in dem allgemeinen Verlobungstaumel wie von einem Rausch ergriffen. So viel Glück ringsum und nur sie allein mit schöner Aussteuer, etwas Erspartem, reichem Gemüt und ohne Mann? Nein, nein, das mußte anders werden! Was hatte Fritz heute morgen gesagt? Sicher hat es dein Bubikopf deinem Chef angetan, sollte daran etwas Wahres sein? War Herr Molfenter in letzter Zeit nicht auffallend freundlich zu ihr? Und hatte er sie nicht zum Backhuhn eingeladen? Wann hatte er das früher je getan? Aber ja, warum in die Ferne schweifen, wenn das Gute liegt so nah? Abgemacht: ich heirate meinen Chef! Tante Bienchen war begeistert von dieser Idee. Die Tatsache war so gut wie sicher, ein solider Mann, ein tüchtiger Geschäftsmann, eine gute Partie— famos! Lisa trug Gläser ins Zimmer. Tante Bienchen machte sich behilflich. Sie räumte das Kaffeegeschirr weg und sagte:„Lisa, ich heirate meinen Chef!“ Lisa lachte, daß die Gläser in ihrer Hand klapperten. „Meinen Segen, nur die Hoffnung nicht verlieren!" Und Tantchen schwebte vergnügt durch das Haus. Die Mutter kam ins Zimmer, um nach dem Rechten zu sehen, indessen draußen unter vielen erwartungsvollen Augen die Bowle ihrem Reifezustand entgegenging. Die Mutter war immer noch nicht über die Neueinrichtung hinweg. Tante Bienchen schwebte heran und flüsterte:„Ich heirate meinen Chef!“ „Ja“, sagte die Mutter mit fernen Gedanken,„aber der Tisch gehört in die Mitte!" — Ende!— Der Kutschee Eerchol Skizze von Theodor Heinz Köhler Die Geschirrwaage, die der alte Berthold schleppend hinter den Pferden trägt, ist schwer. Aber sie muß sein. Berthold könnte sie auch auf dem holprigen Wege dahinschleifen lassen. Aber wenn das der Chef sieht, dann zieht er die Stirn kraus. Doch auch ohnehin würde Berthold es nicht tun. Da liegen Steine auf dem Weg; große, harte Steine. An ihnen könnte die Waage anschlagen und in Stücke gehen. Bergein laufen die Pferde schnell, zumal ohne Wagen. Sie hasten fast und stolpern bisweilen mit ihren Vorderhufen, daß die Eisen klirren. Und Berthold muß mit den Tieren Schritt halten, in seinen knochigen Fingern hängt doch die Waage. Von dieser spannen sich pendelnde Stränge, die bisweilen straff sind und zittern, zu den schweren, dampfenden Pferden...6 gafh Li, Eiare Fa trei. Berthold weiß, weshalo die Tiere so treiben. Er weiß auch, warum sie langgezogen aufwiehern, wie sie das Erbgericht mit seinen warmen Ställen und den lattenbeschlagenen Scheunen im Tale liegen sehen. Es ist Mittag, und seit dem frühen Morgen gingen sie vor dem Pflug. Ruhig, Stunde um Stunde. Berthold schritt gebeugt hinter ihnen und hielt mit derber Hand den Pflug. Das Lederzeug knirschte, und hin und wieder klirrte ein Stein am Stahl. Und nun wollen die Pferde fressen. Ist es nicht ihr gutes Recht? Ja, der Fuchs könnte ein wenig mehr Futter vertragen. Berthold sieht die Rippen aus dem braunen, glänzenden Fell treten, jede einzeln.„Es muß geteilt werden!“ sagte der Chef. Vielleicht hat er recht, Berthold weiß das nicht. Denn wie sollte es werden, wenn der Hafer vor der Ernte ausginge? Da würden die Pferde in ihren Ständen im Stall die Köpfe wenden und mit ihren großen, traurigen Augen auf die Kutscher schauen. Und das können die nicht vertragen. Sie würden zum Alten gehen und fordern:„Gib uns Hafer für unsere Pferde!" Da stände der Chef unter den Kutschern, kaum zu unterscheiden von ihnen: In seiner grauen Hose, den Schaftstiefeln, an denen immer ein wenig Ackererde klebt. Er würde wohl den Hut ins Genick schieben, wie er es oft tut, wenn er nachdenkt:„Hafer...? Ich hab keinen mehr? Habt ihr im Frühjahr nicht gesagt, daß den Pferden mehr gegeben werden sollte?— Nun ist der Hafer alle... jawohl!“ Und er würde sich im Kreis der Knechte umsehen, die zu Boden blicken und dann zu ihren Pferden zurückgehen:„Bleib ruhig, Fuchs! Sei still, Micke! Aber ihr könnt es glauben, der Alte ist daran nicht schuld!"— In diesen Gedanken ist Berthold hinter den dahintrottenden Pferden den steilen Berg hinabgekommen, der vom Alpstein hinab in das Dorf führt. Die Bäume, die kurz vor dem Erbgericht sich voller Ruhe aufheben, nehmen das Gespann auf und überschatten es. Dahinter liegt der Hof.— Eine Henne läuft gackernd vor den Pferden über den Weg. Die Gäule heben müde die Köpfe. Das Tor zum Düngerschuppen ist aufgeschoben. Der Berndt hält mit seinen Pferden davor. Drei Männer laden Säcke auf den hohen Kastenwagen. Ihre Hosen und Röcke sind verstaubt vom Kunstdünger, und auf ihren Gesichtern sitzt eine dicke Schicht schwarzen Thomasmehles. Berthold hebt die Peitsche kurz zum Gruß. Berndt nickt, während er die Sacke auf dem Wagen zurechtrückt. Ein guter Kerll denkt Berndt, derweil er die Pferde weitertreibt, dem Hofe zu. Ja, ein guter Kerl, der Berndt. Und es ist nicht recht, daß sie über ihn lachen. Die Stillen sind nicht die GSot chteten. ga 4. 8“ Samäsht. Die Pferde traben unter dem gewoldren Tor hindurch. Jetzt sind sie im Hof, der eingeschlossen ist vom hinteren Teil des Herrenhauses und den Ställen. Die Hufe der Tiere klappern auf den Steinen. Der Oberschweizer tritt aus dem Stall und hält die Gabel noch in der Hand. Der Zeiger an der verwaschenen Turmuhr auf dem Dach des kühlen Herrenhauses mit seinen herabgelassenen Rolladen vor den Fenstern steht auf zwölf. Soo, hm..., die Frau wird mit dem Essen ein bissel warten müssen, denkt Berthold und macht beim Wassertrog halt. Die Pferde beugen sich über das klare Wasser. Ihre großen Köpfe spiegeln sich auf der glatten Fläche wider. In großen, hastigen Zügen schlürfen die Tiere das Wasser ein. Plätschernd fließt frisches zu, unermüdlich. Wie die Pferde aber ihre Köpfe tiefer hineintauchen, tritt es über den Rand und läuft lautlos am grünschillernden Stein herab. Berthold strängt derweil die Waage ab und trägt sie zur Mauer des Stalles, wo er sie aufhängt. Wie er hernach beim Fuchs den Bauchgurt löst, hört er seinen Namen. Er schaut auf und sieht den Alten drüben in der Tür des Herrenhauses stehen. „Berthold, wenn du die Pferde gefüttert hast, kommst du mal'rüber!" Berthold nickt und schlägt die Stränge über den Pferden zusammen. Was wird der Alte wollen? Sind Schweine in die Wurstfabrik zu fahren? Ja, mit Schweinen ist es schon etwas. Berthold steht in dem dämmrigen Hausflur vor dem Chef. Der hält in der Hand ein Blatt Papier. Aber das braucht nichts Besonderes zu sein, das ist die Gewohnheit des Alten. Auch das Knistern jetzt und das Kneten mit den dicken, kurzen Fingern. Der Chef blickt auf:„Der Wendisch ist krank geworden, Berthold!“ „Sososo. hm!“ macht Berthold und steht in die weitaufgerissenen Augen des Alten: „Der Wendisch, hm!" Das ist kein Wunder, meint er zu sich die stickige Luft im Stall und die viele Arbeit, ist ja für drei Mann... Aber was hat das mit mir zu tun? „Da mußt halt du ein paar Tage aushelfen!“ meint jetzt der Alte. Geradeso, wie wenn er sagt:„Berthold, morgen früh fährst' in die Wurstfabrik, sechs Schweine, hast' verstanden?“ Ja, aber hat Berthold recht gehört: Er soll die Schweine füttern? Fragend blickt er Chef an. Vier tiefe Falten sind in dessen Stirn Ja, er nuß viel im Kopf haben, der Alte, das sieht Berthold ein... das mit dem Hafer und nun auch noch die Geschichte mit dem Wendisch, aber zum Donnerwetter, wie kommt gerade Berthold dazu?. Der Alte schaut auf das Stuck Papier in seinen Händen und sinnt. Berthold dreht einen langen Strohhalm zwischen den Fingern. „Es werden ja nur ein paar Tage sein, Berthold!“ sagt der Chef nach einer Weile. Aber Berthold sieht nicht auf. „Wen anders soll ich denn hinüberlassen, verstehst du das nicht, Berthold?“ „Hm!“ Berthold hebt langsam den Kopf zum Alten auf. Nun, das kann sich Berthold gut denken, wer anderes sonst? „Geh aber gleich hinüber, es ist Zeit Füttern, hörst?“ „Und was ich noch sagen wollte“, beginnt der Alte von neuem,„na, du weißt ja Bescheid“, er fährt mit der Hand ein wenig durch die Luft,„ich meine, mit den Zuchtsauen und so Ob Berthold Bescheid weiß? Nun, das versteht sich. Hat er umsonst als kleiner Bub beim alten Kircheis im Schweinestall beim Füttern geholfen? Berthold will zugeben, es ist manches anders geworden mit der Zeit, aber er wird doch noch die paar lumpigen Schweine, hehe, so alt er ist, aber das wäre gelacht! „Also, wie ist'?“ fragt der Alte und ist voller Ungeduld. „Ja“, brummt mit tiefer, heiserer Stimme Berthold,„ich gehe.“ Berthold steht nun allein in dem niedrigen Hausflur. Der Alte ging in die Stube da. Die Schweine füttern! geht es Berthold noch einmal durch den Kopf. Ob er an die Tür klopfen, hineingehen und dem Chef sagen soll, daß er das nicht machen werde? Daß er Kutscher sei und ein paar gute Ackerpferde führen möchte, aber keine Schweine?— Eine Weile steht Berthold und blickt finster auf seine welligen Stiefel. Die Falten auf der Stirn, na ja... und das mit dem Hafer, war auch richtig, na ja... Und nun der kranke Wendisch Und es sind ja nur ein paar Tage, ja, ein paar läppige Tage, der Alte sagte es ja selbst. Da geht auch Berthold und schließt behutsam hinter sich die schwere Haustür. Reise, einschließlich Fahrt, Verpflegung und Unterkunft RM. 67.05. In beiden Fällen ist es erforderlich, die Anmeldung sofort vorzunehmen. Daher schnellstens zur nächsten KdF.=Dienststelle. In Zweiselsfällen geben alle Orts= und Betriebswarte der NSG.„Kraft durch Freude" die gewünschte Auskunft. Erfolgreiche Arbeit in der Ortsgruppe Castrov=Rauxel des Deutschen Luftsportverbandes In den Reihen der heimischen Segelflieger herrschen rege Svortbegeisterung und ehrlicher Leistungswille. Schon konnten wir in dieler Schulungszeit eine Anzahl von erfolgreichen Jungfliegern aus Castrop=Rauxel verbuchen, die die A= oder=Prüjung mit Erfolg ablegten. Drei weitere sind heute zu melden: Der Jungbergmann Fritz Votterot, Ickern. Winterslate 4. geb. am 20. Dezember 1919. machte in den Borkenbergen eine-Prüfung im Segelfliegen. Die gleiche Prüjung bestand auf dem Flugplatz in Schüren der Jungbergmann Karl Kornetke. Obercastrov. Christinenstraße 42, geb. am 11. September 1919. Der Lehrling Rudolf Schäfer. Habinghorst. Oskarstraße 55, geb. am 6. Juli 1920, konnte am 7. Juli 1936 auf der Wassertunne seine=Prüsung jliegen. Allen drei Jungfliegern ein kräftiges„Glück ab!“ Herner und Castrop=Rauxeler Jungvolk geht in die Zeltlager bei Hörter Während die Hitler=Jugend ihr Zeltlager im Sauerland bezogen hat. wird das Deutsche Jungvolk des Jungbannes 259 Emschertal mehrere Zeltlager an der Weser bei Hörter beziehen. Von Herne und Castrov=Rauxel sollen von den über 7000 Jungvolkangehörigen 900 am kommenden Mittwoch die Fahrt antreten. Sie erfolgt mit Autobussen und dauert etwa 5 Stunden. Wir wünschen auch den Pimpfen, die das Glück haben, ein solches Zeltlager mitzumachen, recht frohe Tage der Erholung. Silberne und grüne Hochzeit Im Stadtteil Ickern konnten die Eheleute Friedr. Gems. Rittershofer Straße 215, die sich in ihrem Bekanntenkreise der besten Wertschätzung und der höchsten Beliebtheit erfreuen, in bester Gesundheit das Fest der Silberhochzeit begehen. Am gleichen Tage feierte ihre jüngste Tochter die grüne Hochzeit. Dem silbernen wie dem grünen Brautvaar nachträglich unsere herzlichsten Glückwünsche! Von der Städtischen Bücherei Castrop=Rauxel Außer den am Mittwoch in unserer Zeitung genannten Neueinstellungen von Büchern wurden noch acht verschiedene Werke über Reisen. Seefahrten und Abenteuer für die Städtische Volksbücherei Castrov= Rauxel beschafft, so daß sich die Gesamtzahl der in der Zeit vom 1. März 1935 bis 31. April 1936 neu eingestellten Bücher auf insgesamt 194 beläuft. Bisher 26 114 Besucher in der Badeanstalt In der vergangenen Woche(.—11. 7. 1936) badeten im Freibad im Stadtgarten 3681 Besucher. Die Gesamtbesucherzahl stieg damit auf 26 114. Die Wassertemperatur betrug 18—19 Grad. Die Außentemperatur schwankte zwischen 20 und 26 Grad. Aegelung des Arbeiseinsages Der Bedarf an Arbeitskräften für gr ößere öffentliche Bauarbeiten muß angemeldet werden Doppelte Anzeigepflicht Unter dem 26 Juli 1936 hat der Präsident der Reichsanstalt für Arbeitsvermittlung und Arbeitslosenversicherung mit Zustimmung des Stellvertreters des Führers. des Reichswirtschaftsministers und des Reichsarbeitsministers verfügt, daß der Bedarf an Arbeitskräften für öffentliche Bauarbeiten größeren Umsanges von dem Bauherrn oder der zuständigen Bauverwaltung sowohl unmittelbar nach der Beschlußfassung als auch vier Wochen vor Beginn der Arbeit anzuzeigen ist Oeffentliche Bauarbeiten im Sinne der Anordnung sind Hoch= und Tiefbauarbeiten, die von den Dienststellen des Reiches und der Länder, der Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei, ihren Gliederungen und den angeschlossenen Verbänden, den Gemeinden und Gemeindeverbänden sowie sonstigen Körperschaften des öffentlichen Rechts, ausgeführt werden. Ferner unterliegen der Anzeigepflicht Hoch= und Tiefbauarbeiten der Betriebe zur Versorgung mit Gas, Wasser. Elektrizität, der gemeinnützigen Wohnungsunternehmungen einschließlich der Organe der staatlichen Wohnungspolitik und der Kleinbahnen. Anzeigepflichtig ist der Bedarf an Arbeitskräften für eine öffentliche Bauarbeit dann, wenn sie an der Baustelle Arbeitslöhne von mehr als 25000 Mark erfordern. Je nach der Arbeitsintensität schwankt der Lohnaufwand an der Baustelle. Besonders arbeitsintensive Arbeiten wie Deichbauten oder sonstige mit starken Erdbewegungen verbundene Arbeiten werden daher schon bei einem Gesamtkostenaufwand von 40 000 bis 50000 Mark anzeigepflichtig; für Arbeiten, die in sehr starkem Umsange Material erfordern, wie etwa Brückenbauten, wird die Anzeige erst bei einem wesentlich höheren Gesamtkostenauswand notwendis. 462 E. Es ist eine dopverte Anzeige vorgesehen. Für die erste Anzeige ist die Verwendung eines Antragsvordruckes vorgeschrieben, der bei den Arbeitsämtern erhaltlich ist. Die erste Anzeige ist unmittelbar nach der endgültigen Beschlußfassung über die Inangriffnahme der Arbeit an die Hauptstelle der Reichsanstalt für Arbeitsvermittlung und Arbeitslosenversicherung in Berlin=Carlottenburg 2. Hardenberg= straße 12, zu richten; die zweite Anzeige grundsätzlich vier Wochen vor Beginn der Arbeit an das Arbeitsamt, in dessen Bezirk die Arbeitsstätte liegt. Die Anordnung soll einen Ueberblick über die Beeinflussung der gesamten Arbeitslage durch größere öffentliche Bauarbeiten geben und es damit ermöglichen, zusätzliche Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen zur rechten Zeit und an der richtigen Stelle planmäßig einzusetzen. Darüber hinaus wird eine geregelte und rechtzeitige Zuführung von Arbeitskräften an alle öffentliche Baustellen, sei es örtlich, sei es im zwischenbezirklichen Ausgleich, gesichert und insbesondere zum Schutze der Landwirtschaft ein Abströmen dort notwendiger Kräfte zu öffentlichen Bauten nachdrücklich zu verhindern möglich sein. Es giol noch EintrntKarten! Aber briefliche und telesonische Bestellungen sind unmöglich Der Vorverkauf für die Dlympischen Wettkämpfe Täglich strömen Hunderte von Briesen in die Kartenstelle des Organisationskomitees mit der gleichen Frage:„Kann ich noch eine Karte zur Eröffnungsfeier oder Leichtathletik erhalten? Bei den vielen hunderttausenden Karten sind doch gewiß einige zurückgekommen und die geben Sie doch bitte mir.“ Zwar wird es vorkommen, daß der eine oder andere inländische oder ausländische Besucher durch besondere Umstände gezwungen von seiner Reise Abstand nehmen muß, und daß diese Karten anderweitig verfügbar werden. Aber diese Fälle sind zu gering an Zahl gegenüber der Nachfrage. Vormerkungen dafür entgegenzunehmen, ist technisch unmöglich. Eintrittskarten für In= und Ausländer stehen jetzt bei der amtlichen Vorverkaufsstelle der Deutschen Bank= und Disconto=Gesellschaft, Berlin W 8, Mauerstraße 26—27, zum Verkauf. aber weder die Vorverkaufsstelle noch die Kartenstelle ist in der Lage. telefonische oder briefliche Bestellungen durchzuführen. Es findet nur noch ein Schalterverkauf in der oben genannten Stelle täglich von 16 bis 22 Uhr. ab 15. Juli von 9 bis 16 Uhr statt. In dem großen Schalterraum der Bank stehen je Sportart ein Beamter für Auskunft und Verkauf zur Verfügung. Besonders gefragt sind die Karten zu den Festaufführungen in der Dietrich=Eckart=Freilichtbühne, der Wiederholung des Großen Festspiels am 3. August abends und der übrigen Abendveranstaltungen im Olympia=Stadion. Es stehen weiterhin noch Karten für die Handballspiele im Stadion, für die Dressurprüfung und den Geländeritt, für Rudern. Boren. Ringen und Gewichtheben, Hockey. Polo. Segeln. Kanusport, Radrennen, Fünjkampf und Baskettball zum Verkauf. Wenn auch von diesen Karten einige Tage= oder Platzkarten erschöpft sind, so bietet sich doch genügend Gelegenheit. noch gute Sitzplätze oder billige Stehplätze zu erwerben. Ueber die vom Organisationskomitee geplante Umtuuschstelle bestehen in der Oeffentlichkeit falsche Auffassungen Getauscht werden kann nur dann, wenn die gewünschten Karten noch vorhanden sind, das aber dürfte meistens nicht der Fall sein. Es ist daher richtiger von einer Rücknahmestelle von nicht benötigten Eintrittskarten zu sprechen. Das Organisationskomitee behält sich vor. in seinem Ermessen Karten für ausverkaufte Veranstaltungen gegen Erstattung des Kaufpreises zurückzunehmen und sie anderweitig zu verkaufen. Eine Rücknahme von Karten für nicht ausverkaufte Veranstaltungen findet unter keinen Umständen statt. Lediglich die Vorverkau fsstelle, die Deutsche Bank= und DiscontoGesellschaft. Mauerstraße 26—27, kann Karten zurücknehmen. Unter Umständen zurückkommende Restbestände gelangen dann nur an dieser Stelle zum Wiederverkauf. zur Besichtigung der Papierfabrik Kabel.=G. ein. In seinem Gefolge befand sich Gauwalter der DAF. Westfalen=Süd. Pg. Ernst Stein. Vor dem Eingang zum Werk und im Werkhof, auf dem die Werkschar und die Belegschaft, an ihrer Spitze die Arbeiterveteranen Aufstellung genommen hatten, wurde Dr. Ley von Oberbürgermeister Vetter=Hagen. den Betriebsführern Bayer und Bennodelli und dem Belriebszellenobmann Stuhlmann begrüßt. Direktor Bayer erinnerte in seinen Begrüßungsworten an den ersten Besuch Dr. Leys im Jahre 1932 und gab der Gewißheit Ausdruck, daß der Reichsorganisationsleiter bei seiner Besichtigung werde feststellen können, daß im Werk ein nationalsozialistischer Geist herrsche. Dr. Ley richtete an die Belegschaft eine kurze Ansprache. Er besichtigte sodann das Werk und begab sich mit seiner Begleitung nach Hagen, wo er in der Accumulatorenfabrik an der Werkspause der Gefolgschaft teilnahm. Die Sorpetallandschaft unter Naturschutz Iserlohn. Zur einstweiligen Sicherung des Landschaftsbildes bei der Sorpetalsperre in den Gemeindebezirken Langscheid. Amecke und Mellen gegen verunstaltende Eingriffe hat der Landrat in Altena als Naturschutzbehörde eine bereits am 1. Juli d. Is. in Kraft getretene Anordnung erlassen: Demnach wird unter den Schutz des Reichsnaturschutzgesetzes gestellt: a) Die Landschaft. die begrenzt wird westlich des Sorpesees vom ersten Fischteich bei Langscheid und am Waldhöhenweg entlang über den Krähenbrink weiter über den Meller Knapp bis unter den Bollenberg(Gemeinde Langenholthausen), von der Gemeindegrenze in Hermkessiepen bis zum Amecker Damm; b) östlich des Sees vom Amecker Damm am Höhenweg entlang bis„Aufm Ruck“. (Gemeinde Amecke). dann weiter den Höhenweg entlang bis zum Sperrdamm. Es ist verboten. innerhalb dieses Landschaftsgebiets Veränderungen vorzunehmen, die geeignet sind. die Natur zu schädigen, den Naturgenuß zu beeinträchtigen oder das Landschaftsbild zu verunstalten. Hierunter fällt die Anlage von Bauwerken aller Art. Verkaufsbuden Zelt= und Lagerplätzen, Müll= und Schuttplätzen sowie das Anbringen von Inschriften und dergleichen. Unberührt bleibt die wirtschaftliche Nutzung. sofern sie dem Zweck dieser Anordnung nicht widerspricht. Verstöße werden mit Geldstrafe oder Haft bestraft. Aus dem Münsterland Umbauten in den Universitätsgebäulichkeiten Münster. Die Sommerferien geben die willkommene Möglichkeit, die notwendigsten Umbauten in den Universitätsgebäuden vorzunehmen. So wird u. a. im alten Paulinum die Forschungsstelle für Siedlungs= und Wohnungswesen durch ein Siedlungsseminar erweitert und dazu neue Geschäftsräume erhalten. Vier Menschen bei einem Kraftwagenzusammenprall verletzt Burgsteinfurt. Auf der von Wettringen kommenden Straße wurde ein mit vier Personen besetzter Personenkraftwagen, den eine Dame steuerte, von den Anhängern eines Treckers, die auf der regennassen Fahrbahn ins Schleudern geraten waren. gestreift. Die Karosserie des Wagens wurde aufgerissen und völlig zerstört Die beiden an der linken Seite sitzenden Damen erlitten schwere. die rechtssitzenden beiden Herren leichtere Verletzungen. Alle vier mußten nach Wettringen ins Krankenhaus gebracht werden. Reheltntsch westfaltsch Hild Unnttegedlei Straßensperrungen und Umleitungen Das zuständige Polizeiamt teilt mit: „Aus Anlaß der Vornahme von Ausbauarbeiten sind die Clemens=, Blücher= und Amtstraße von der Ring= bis Bergstraße in Castrop=Rauxel bis zum 31. Juli 1936 für den durchgehenden Fahrzeugverkehr gesperrt. Umleitung: Für die Blücherstraße durch die Dortmunder, Schlageter= Ringstraße: für die Amtstraße durch die Berg=, Wilhelm=, Ringstraße; für die Clemensstraße ist eine Umleitung wegen geringer Verkehrsbedeutung nicht erforderlich. Verkehrsunfall Am 15. 7. gegen 10.40 Uhr kam es auf der Gerther Straße in Castrov=Rauxel zwischen einem Omnibus und einem Lastkraftwagen zu einem Zusammenstoß. Hierbei wurde der Lastkraftwagen leicht beschädigt. Die beteiligten Fahrer konnten ihre Fahrt fortsetzen. Straßenbahn gegen Lastkraftwagen In Bochum=Gerthe, auf dem Castrover Hellweg. Ecke Schürbankstraße, erfolgte am 14. Juli 1936 ein Zusammenstoß zwischen einem Straßenbahnwagen der Linie A(Castrov=Rauxel— Bochum) und einem Lastkraftwagen. Der Straßenbahnwagen wurde leicht, der Lastwagen schwer beschädigt. Letzterer mußte abgeschleppt werden. Der Fahrradbrief eingeführt Mit dem 15. Juli wurde der Fahrradbrief eingeführt, der keine behördliche Maßnahme, sondern eine gemeinsame Einrichtung von Industrie. Handel und Handwerk ist. Er wird zunächst nur für jedes neue Fahrrad ausgestellt, das vom Einzelhändler abgegeben und in einem zentralen Register verzeichnet wird. dem sog. Fahrradbrieizentralregister. Der Käufer eines neuen Fahrrades erhält den Fahrradbrief allerdings erst dann, wenn er das Rad voll bezahlt hat. Dadurch wird erreicht, daß der Händler gegen Veruntreuungen geschützt ist, da niemand mehr ein Rad ohne Fahrradbrief aus zweiter Hand kaufen wird. Besonders groß aber ist der Vorteil des Fahrradbriefes für die Ermittlung bei Diebstählen. Immer wieder machen die Ktiminalisten die Erfahrung, daß die Bestohlenen weder die Fabriknummer ihres Rades angeben. noch eine zuverlässige Beschreibung liefern können. Im Fahrradbrief sind alle notwendigen Angaben enthalten. Stand der Viehseuchen Im Regierungsbezirk Arnsberg wurden am 1. Juli 1936 folgende Vichseuchen gezählt:„Aeußerlich erkennbare Tuberkulose des Rindviehs in 14 Gemeinden. Ratlauf der Schweine einschließlich Nesselfieber in 14 Gemeinden. Räude bei Schafen in 2 Gemeinden Folgenschwerer Sturz ins Treppenhaus Bochum. Ein im Stadtteil Werne wohnender Junge hatte mit mehreren Kameraden auf der Straße gespielt und lief ins Haus, als es zu regnen begann. In einem er oberen Stockwerke glitt er auf der Treppe aus und fiel durch die Traljen ins Treppenhaus, wo er mit Schädelbruch und inneren Verletzungen besinnungslos liegen blieb. Man brachte den Jungen ins Krankenhaus. Vom Reichsgericht bestätigtes Urteil Bochum. Das Reichsgericht hat im Beschlußverfahren, also in nichtöffentlicher Sitzung. die Revision des Angeklagten Heinrich Wrischinski gegen das Urteil des Schwurgerichts Bochum vom 14. Mai 36 als offensichtlich unbegründet verworfen. Damit ist der Beschwerdeführer wegen schweren Raubes mit Todeserfolg rechtskräftig zu lebenslänglichem Zuchthaus verurteilt, unter Aberkennung der Ehrenrechte auf Lebenszeit. Verkehrsunfall mit tödlichem Ausgang Herten=Scherlebeck. Am Dienstag vormittag ereignete sich in Scherlebeck ein schwerer Verkehrsunfall, dem wieder ein blühendes Menschenleben zum Opfer gefallen ist. Ein Motorradfahrer aus Langenbochum befuhr mit seinem Freunde, der als Soziusfahrer mit ihm fuhr, gegen 11 Uhr die Westerholter Straße in Richtung Recklinghausen. In Höhe der Einmündung der Bergstraße in die Westerholter Straße stieß das Motorrad mit einem aus der Bergstraße kommenden Radfahrer zusammen. Durch den Zusammenprall kamen Motorradfahrer, Sozius= fahrer und Radfahrer zu Fall, wobei der Soziusfahrer Alt aus der Feldstraße in Langenbochum sehr schwere Kopfverletzungen davontrug. Der Lenker des Motorrades wurde nur leicht verletzt. Der Radfahrer erlitt eine schwere Kopfverletzung. Auf Anordnung des hinzugezogenen Arztes wurden die beiden Schwerverletzten in das Krankenhaus in Herten eingeliefert. Alt ist kurz nach der Einlieferung seinen schweren Verletzungen erlegen. Bei dem verletzten Radfahrer besteht Hoffnung, ihn am Leben erhalten zu können. Das Motorrad ist zur Klärung der Schuldfrage. über die noch nichts gesagt werden kann. bei der Kriminalpolizei sichergestellt worden. Mit sechzig Jahren quer durch Deutschland Herten. Eine außerordentliche Leistung will der 60jährige Hertener Otto Benner vollbringen. Mit seinem Fahrrade will er zur Olympiade fahren und von dort anschließend zum Reichsparteitag in Nürnberg. Für diese Fahrt ist der unternehmungslustige Sechziger, der körperlich noch außerordentlich frisch ist und es mit manchem jungen Mann aufnehmen kann trefflich gerüstet. In einem eigens konstruierten Wagen aus Leichtmetall und Sperrholz, geschmückt mit den olympischen Ringen, führt er alles mit sich, um vollkommen unabhängig zu sein: Zelt, Schlafmatratzen aus Gummi, die aufgeblasen werden können. Petroleumkocher zum Selbstkochen und alle die vielen Kleinigkeiten, die zum täglichen Leben gehören, auch dann, wenn man auf großer Fahrt ist Das Fahrrad ist mit Dreigangschaliung versehen und ermöglicht ein leichtes Nehmen der Berge. Benner hofft. in zweieinhalb Monaten wieder zu Hause zu sein. 56jähriger Bergmann unter Tage erschlagen Buer. Auf der Zeche„Bergmannsglück“ brach auf den 56jährigen Feuermann Theodor Tappe, der sich im nächsten Monat pensionieren lassen wollte, aus dem Hangenden niedergehendes Gestein nieder.., der verheiratet und Vater mehrerer Kinder ist, starb kurz nach dem Unfall. Aus dem Sauerland Arm und Bein abgefahren Witten. Beim Einsetzen eines Personenzuges auf dem Bahnhofe Witten=West geriet der 48jährige Auskunftsbeamte Markfeld unter die Wagen. Dem bedauernswerten Manne wurde ein Arm und ein Bein abgefahren, und wenige Stunden später ist er seinen furchtbaren Verletzungen erlegen. Artilleristen trafen sich in Schwelm Schwelm. In der Kreisstadt des Ennepe=Ruhr= Kreises, Schwelm, hielten am Sonnabend und Sonntag die deutschen Artilleriekameradschaften ihre 36. Verbandstagung unter Leitung von Dr. Wagenknecht(Dortmund) ab. Die von über siebzig Kameradschaften aus allen deutschen Gauen beschickte Tagung beschäftigte sich am Sonnabend vormittag mit rein geschäftlichen Fragen. Dabei, spielten Jahresbericht und Kassenrechnung sowie Versicherungsfragen eine besondere Rolle. Es wurde festgestellt, daß im Jahre 1933 203 Artilleriekameraden durch Tod aus dem Verband ausschieden. Als nächster Tagungsort für 1937 wurde einstimmig Ratingen bei Düsseldorf gewählt. Am Abend marschierten die Teilnehmer gemeinsam zum Ehrenmal, wo ein Kranz niedergelegt wurde. Eine Feier der örtlichen Kameradschaft beschloß den Tag Der Sonntag brachte den Festzug und andere Feiern. Dr. Ley in Hagen Hagen. Nach der Einweihung der großen DAF. Siedlung Dortmd=Oespel traf Reichsorganisations= leiter Dr. Ley auf seiner Deutschlandreise in Kabel Bei dem hier in der Gegend zwischen Gewitter und Sonnenschein, Sturm und wolkenbruchartigem Regen abwechselnden recht wenig sommerlichen Wetter wurden in der Bauerschaft Ahle vier Schweine und in der Bauerschaft Averbeck drei Schweine, darunter zwei wertvolle Mutterschweine, vom Blitz erschlagen. Der teilweise wolkenbruchartige Regen hat vor allem auf den Kornfeldern großen Schaden angerichtet. dem Weser= und Emsland Bielefelds neuer Bürgermeister wurde eingeführt Bielefeld. In einer würdigen Feierstunde, zu der die Bielefelder Ratsherren und Gemeinderäte zusammengekommen waren, wurde am Mittwoch der neue Bürgermeister der Stadt Bielefeld, Dr. Graeven, in sein Amt eingeführt. Oberbürgermeister Budde leitete die Sitzung ein mit einem ehrenvollen Gedenken für den verstorbenen Bielefelder Oberbürgermeister Dr. Prieß, dem die ostwestfälische Hauptstadt vieles zu danken hat. Er wandte sich dann dem neuen Bürgermeister zu und betonte, daß er sich überall in Bielefeld vollste Anerkennung und größtes Vertrauen erworben habe; sein neues Amt sei nur die logische Weiterführung seiner bisherigen Tätigkeit. Er übergab dem neuen Bielefelder Bürgermeister die Anstellungsurkunde mit den Worten: Möge Ihre Tätigkeit der Stadt Bielefeld und Ihnen zum Segen gereichen.— In seinen Dankesworten besaßte sich Bürgermeister Dr. Graeven mit den Aufgaben der Verwaltung im nat onalsozialistischen Deutschland, wobei er hervorhob, daß fruchtbringende Arbeit nur durch vertrauensvolles kameradschaftliches Zusammenwirken geleistet werden könne. Zwar habe Gerechtigkeit gegen jedermann ohne Unterschied des Standes zu walten. aber auch bei dem streng Rechtlichen und dem rein Verwaltungsmäßigen soll das edle, echte Menschliche stets das letzte Wort behalten. Detmold erhält ein Grabbe=Denkmal Detmold. Am 12. September 1836 starb hier der Dichter und Dramatiker Christian Dietrich Grabbe. dessen 101. Todestag hier bekanntlich durch eine großangelegte Grabbe=Woche mit Aufführung Grabbescher Dramen durch die Theaterverbände aus Bielefeld. Bochum, Detmold. Düsseldorf. Hannover und Münster, wie auch eine Grabbe=Gedächtnis=Ausstellung gefeiert werden soll. Eine besondere Note wird diese große. Mitte September angesetzte Festwoche voraussichtlich erhalten durch die Enthüllung eines Denkmals, mit dessen Ausführung der Detmolder Bildhauer Karl Schramm beauftragt ist. der gleiche Künstler, der im vorigen Jahre die Ernst=von=Bandel=Büste für den Erbauer des Hermanns=Denkmals schuf. Vertreter der Regierung haben bereits den Entwurf des Grabbe=Denkmals besichtigt und gutgeheißen. dlumpische Streiflichter Amerikaner, die uns besuchen Draußen im Olymvischen Dorf beginnt das Leben schon sehr früh Besonderer Vorliebe erfreuen sich begreiflicherweise die Trainingsstätten des Reichssportfeldes. Auf dem grünen Rasen des AugustBier=Platzes konnte man bereits einen Tag nach der Ankunft die berühmten indischen Hockeyspieler beim Training beobachten. „Völkerbund=Hockey=Mannschaft“ Insgesamt vertritt die indische Hockey=Vertretung — wie uns ein Trainer erzählte— sämtliche vinzen. Volksstämme, Kasten und Religionen Indiens. Am leichtesten aus diesem„Völkerbund" sind aus dem Wunderlande die„Sikhs" zu erkennen, die Angehörigen einer Kaste, die nie ein Rasiermesser berühren. Sie haben daher— obwohl sie keineswegs alt sind— schon recht stattliche Bärte und dazu einen Dutt auf dem Kopf. Um allen Zufälligkeiten gewachsen zu sein, hat man zwei Torwächter, vier Verteidiger, fünf Läufer und sieben Stürmer mitgebracht. Kapitän ist Dhyan Chand. jetzt bereits 29 Jahre alt und zweimaliger berühmter Olympia=Teilnehmer. Sein Bruder Rup Singh als Halblinker spielte ebenfalls schon in der indischen Olympia=Siegermannschaft. Auch der ausgezeichnete Torwart R. G. Allen, schon 32 Jahre alt, war bereits in Los Angeles dabei. Ball=Artisten aus Pern Auf einem Nebenplatz beobachteten wir auch die erstmalig trainierenden Peruaner. Sie haben 22 Fußballer mitgebracht und trugen untereinander einen kleinen Kampf aus, nur um sich etwas„warm zu machen". Und wie bei all den anderen südamerikanischen Nationen auch, konnte man hier ebenfalls einige wahre Ball=Artisten bewundern. Uebungen auf der Radrennbahn Zum ersten Male herrschte nun auch auf der Olympia=Radrennbahn im BSC.=Stadion lebhafter Betrieb. Die deutschen Fahrer fuhren einige Runden, ohne sich aber irgendwie voll auszugeben. In einem Kilometer=Zeitfahren erwies sich der Berliner Bartels mit:10,7 als der Schnellste. Einen Sprinterkampf der einheimischen Amateure holte sich Gronwald. „Sie klapperten mit den Zähnen" Grau in grau schimmerte am Mittwoch das Reichssportfeld. Die Wolken hingen tief, fast ragte der Glockenturm in sie hinein. Ein frischer Wind fegte in die prächtigen Anlagen, ein feiner, aber durchdringender Regen tränkte den grünen Rasen. Trotzdem war das Reichssportfeld stärker besucht als an den Vortagen. Wieder waren die Schwimmer, Springer und Schwimmerinnen allein auf weiter Flur. Nur daß man sie heute im Olymvischen Schwimm=Stadion sah. Den Uebersportlern fehlte aber die richtige Stimmung. uruguays baumlange, starke Wasserballer, Australiens Kittey Mc Kay, die braunen Philivvinen, Argentiniens schöne„Miß Campbell“, sie alle standen am Bassinrand und trauten sich nicht ins Wasser. Selbst die gewiß nicht verwöhnten Javaner hatten ihr unbesorgtes, zufriedenes Lächeln abgelegt. Aus den sonst nicht klein zu bekommenden japanischen Wasserratten waren über Nacht kleine, fröstelnde Asiaten geworden, die mit den Zähnen klapverten. Dauerläufe machten oder sich irgendwie sonst in Bewegung hielten, um warm zu werden. Das Thermometer zeigte: Luft 17. Wasser 19 Grad. der für die Söhne Nippons tatsächlich kalten Luft sprangen sie ins Wasser und schwammen und schwammen. Henner Henkel kann nicht traninieren. Auf der Reise von Agram nach London zog sich Henner Henkel eine Erkältung zu, so daß er das Training auf den Grasplätzen noch nicht aufnehmen kann. Henkel erklärte, daß der zu Beginn des Interzonen=Schlußspiels um den Davispokal wieder auf dem Posten sein wird. Der blonde Frank Wykoff Als in amerikanischen Kreisen bekannt wurde, daß Frank Wykoff, der Weltrekordmann über 100 Yards, zu den Olympischen Ausscheidungskämpfen gemeldet hatte, war man überrascht. Es gab viele, die Wykoff schon vergessen hatten, die ihn trotz seiner 27 Jahre zum alten Eisen zählten. Dabei war dieser Frank Wykoff, der blonde Sprinter aus Carpinteria in Kalifornien, 1928 bei den Olympischen Spielen in Amsterdam als Student Vierter des 100=Meter=Laufes, hatte als Startmann der siegreichen 4mal=100=Meter=Staffel Amerikas gegen Lammers gekämpft, und 1932 als Schlußzmann der amerikanischen Staffel in Los Angeles die fabelhafte Zeit von 40 Sekunden mitgelaufen. Aber gerade die Tatsache, daß er schon so lange dabei ist, sprach nach amerikanischer Ansicht gegen ihn. Seine letzten Zeiten von 10,5 Sekunden wurden nicht als ausreichend gegen die junge Garde angesehen! Frank Wykoff ist mit einer Zeit von„nur“ 10,6 Sekunden in der Olympia=Ausscheidung Dritter hinter Jesse Owens und Ralph Metcalfe geworden. Er wird also in Berlin starten. Schon vor den Kämpfen erklärte er, daß es sein letzter amerikanischer Start als Amateur sei. Und diese Absicht hat er auch nicht aufgegeben, als seine Berufung in die Olympia=Mannschaft feststand. Er wird in Berlin an den Start gehen und sich dann einem Beruf zuwenden, der ihm liegt. Frank Wykoff ist Kunstgewerbe=Lehrer in seiner Heimatstadt. Im Herbst wird er Haupttrainer seiner Schule. Die Kosten für seine Teilnahme an den Ausscheidungskämpfen wurden in Carpinteria durch eine Sammlung aufgebracht. Seine Heimatstadt vertraute auf den zweifachen Gewinner einer Goldmedaille. Er hat dieses Vertrauen nicht enttäuscht und will es auch in Berlin nicht. Der Schullehrer San Romani Archie San Romani war vor drei Wochen im internationalen Leichtathletik=Lager noch ein unbekannter Mann. Bei den USA.=Meisterschaften in Princeton wurde er über 1500 Meter Zweiter hinter dem in:54,2 siegenden Cunningham, aber vor Venzke und Bonthron. Die Ausscheidungskämpfe im neuen Stadion auf Randalls Island brachten bei diesem„unbekannten Mann“ eine Steigerung, 4340 Punkte für Kairo—Deutschland die einfach phantastisch ist. Glenn Cunningham gewann die 1500 Meter wieder in:49,9. aber kaum einen halben Meter hinter ihm lag Archie San Romani in:50. Gene Venzke kam bei diesem Tempo nicht mit, wurde nur Dritter, Bill Bonthron schied für die Olympia=Mannschaft aus. bei wurde Romani am Tage vorher beim harten Training durch den Dorn eines Laufschuhes am Bein verletzt. Archie San Romani hat einen Lebensweg hinter sich, der typisch amerikanisch ist. Er arbeitete in einem Kohlenbergwerk als Zechenarbeiter, entwickelte hier seine stählernen Beinmuskeln, die ihn trotz— oder vielleicht gerade wegen— seiner kleinen Figur zu besonderen Leistungen befähigen. Heute ist er in Kansas als Schullehrer tätig, nachdem er sein Studium abgeschlossen hatte. Der Franko=Italiener kann in Berlin vielleicht schon den größten Sieg seiner Laufbahn schaffen. Schwimmender Sportplatz Sport an Bord der„Manhattan“ Der Dampfer„Manhattan“, mit dem sich Amerikas Olympiamannschaft unterwegs zu den Olympischen Spielen befindet, wurde unmittelbar nach seiner Ausfahrt von Newyork in einen schwimmenden Sportplatz umgewandelt. Sämtliche Decks stehen den Athleten als Laufbahn zur Verfügung, weiterhin sind eine Weitsprunggrube, ein Schwimmbassin, Boxringe und Turngeräte vorhanden. Nur für die Stabhochspringer und die Speerwerfer gibt es keine Trainingsmöglichkeiten in ihren Spezialübungen. Von sämtlichen Teilnehmern macht lediglich der Küchenchef ein langes Gesicht, da der Appetit der Aktiven ungeheure groß ist. Die jungen Athleten beeilen sich, ihr Normalgewicht wieder zu erlangen, da die Ausscheidungskämpfe bei der Gluthitze ungemein anstrengend waren Auf der Krankenliste steht Robert Malwood, der 400=Meter=Läufer, der an einer Blinddarmentzündung erkrankt ist. Bis zur Abfahrt des Schiffes hat er die Schmerzen unterdrückt, um nicht zurückgelassen zu werden. Der Schiffsarzt glaubt, daß er bis zur Ankunft in Hamburg wieder hergestellt ist, sonst will man den Ersatzmann Alfred Fitch nachkommen lassen. Gihinpia=Rutoi Tizn„er 13o Uskk. im vienst der ausländischen Gaste Deutschland erwartet die Autosportter Ziel in Berlin am 30. Juli All den ausländischen Gästen, die mit Wagen zu den Olympischen Spielen kommen, die sportliche Möglichkeit zu geben, sich vorher möglichst viel von dem Reich der Mitte in Europa anzuschauen, ist der Sinn der Veranstaltung der Obersten Nationalen Sportbehörde für die deutsche Kraftfahrt(ONS.). Die Ausschreibung zu der Olympia=Automobil=Sternfahrt 1936, mit dem Ziel in Berlin, hat in allen Kreisen des Auslandes lebhaften Beifall gefunden. Deutschland ist in diesem Jahre Gastgeber der ganzen Welt, es ist auch festlich gerüstet, den Autosportlern der Welt ein würdiges Willkommen zu bereiten. Man will den sportbegeisterten Automobilisten aller Länder der Welt den Weg zum Schauplatz der Olympischen Spiele in Berlin weisen und sie hierbei durch die landschaftlich schönsten Teile Deutschlands führen. Jeder Kraftwagen. der mit zwei Personen besetzt ist, kann sich ohne Rücksicht auf die Motorenstärke beteiligen. Allein ein Blick in das interessante Ausschreibungsheft zeigt, daß hier wieder einmal eine mustergültige Veranstaltung aufgezogen wurde..21 4 bie Ablicht recht nielJeder Fahrer hat naturlich die Absicht, recht viele Gutpunkte zu sammeln. Ueber ganz Deutschland sind in den schönsten Gegenden 61 Kontrollstellen eingerichtet worden. so u. a. in Berchtesgaden, Rheinsberg. Königsberg, Passau, Bayreuth, Marburg. Hamburg, Eisenach. Wiesbaden. Stralsund, Lübbenau. Heidelberg, Tölz. Vom 22. bis zum 30. Juli sind alle Kontrollstellen geöffnet, und da für jeden Kontrollpunkt, der mindestens 250 Kilometer von dem des vorhergegangenen Tages entfernt liegen muß, 250 Gutvunkte gewährt werden, können in den zur Verfügung stehenden neun Tagen bestenfalls 2500 Gutpunkte erreicht werden.„.6: Wer aber außerdem am 26. Juli den„Großen Preis von Deutschland für Rennwagen“ auf dem Nürburgring besucht, erhält von der dortigen Kontrollstelle 400 Gutpunkte. Aber nicht nur für die Fahrt durch unsere schöne Heimat werden Punkte vergütet. nein, auch für die Fahrt von einem außerhalb Deutschlands liegenden Startort bis zur deutschen Grenze kann man sie sammeln. Der aus Sevilla kommende Spanier erlslie alsce chsce se schäilh. in Luxemburg startende Wagen bekommt gar nur 38 Punkte: besser steht es schon für den„Alfa Romeo“, der von Palermo tommt: 1981 Punkte gewährt man ihm. Auch den Norweger aus Stavanger werden 1358 Punkte in seinem Kontrollbuch vermerkt, von Athen bis zur Erenze wird Gutschrift von 2231 Punkten gewährt, von Dublin 895; sollte jemand aus Jerusalem kommen wollen, so gibt es 3690 Punkte. Am meisten aber bekommt der sich an dieser Sternfahrt beteiligende Aegypter, dem für einen Start in Kairo sogar 4340 Punkte angerechnet werden. 64 Startorte sind in allen Ländern festgelegt worden, und wenn jemand sich aus Uebersee an diesem Wettbewerb beteiligen will, dann werden immer 500 Gutpunkte vermerkt. Das RSKK., das immer zu Stelle ist wenn die Nation ruft, hat neben den schweren Aufgaben. die während der Olymvischen Sviele zu erledigen sind. sch die Organisation dieser Fahrt überUeberall ist man schon eifrig dabei, die Kontroll= stellen auszubauen, unterwegs den Kraftfahrern behilflich zu sein und alles so anzuordnen, daß die Veranstaltung genau klappt. Es ist schon so, wer Europa kennen lernen will. der muß ins Herz Europas vorstoßen, und dieses Herz ist Deutschland. Zwischen Firne und Küsten ist sie gespannt, diese deutsche Erde, in deren Antlitz die Flüsse Runen gegraben haben. Berge und Täler steigen und fallen wie die Wellen der Meere. die deutsche Küsten bespülen. Lieblich und freundlich ist das Bild der Natur. Herrliche Städte. urdeutsche Dome, stolze Burgen an sonnigen Flüssen, gebaut von den Menschen. die dieses Land bewohnen, den Acker pflügen und das Feld bebauen, grüßen den ausländischen Gast. Hier in Deutschland kreuzen sich Ost und West. Nord und Süd. und es gibt kein euroväisches Ereignis, das an seinen Grenzen vorbeigerauscht wäre. Aber unser Land schlägt die Brücken von hüben nach drüben. Friedliche Arbeit und fröhliche Feiern liebt dieses Volk. Aber es dient auch dem Reich, seinem Führer und seiner Idee, wenn einmal Gefahren drohen sollten. Mit dem Wagen werden die Teilnehmer der von Korpsführer Hühnlein ausgeschriebenen Sternfahrt auf den Autobahnen des Dritten Reiches fahren. sie werden vorbeikommen an den Arbeitslagern, sie werden Arbeiter und Bauern schaffen sehen: aus dem Reich des Niederganges ist in drei Jahren ein Volk der Arbeit und der Freude geworden. Das bulgarische Olympische Komitee hat nach den Ausscheidungskämpfen der letzten Wochen die endgültige Auswahl der Mannschaft für Berlin getroffen. Danach werden mit den Führern und Begleitern insgesamt 44 Aktive zum Olympia kommen. Pferdesport Rennen zu Auteuil 1. Rennen: 1. Emer Zidon(Howes), 2. Mon Amour 3, 3. Jean sans Terre. Toto: Sieg 151. Platz 38. 17. 21:10.— 2. Rennen: 1. Ricles(Tremean), 2. Week End, 3. Cheick Rama. Toto: Sieg 62. Platz 17, 36. 13:10.— 3. Rennen: 1. Empressor (Bates), 2. Golden Clipper, 3. Semi Ton. Toto: Sieg 51. Platz 29, 37:10.— 4. Rennen: 1. Loup de Mer(Bates). 2. Ele Demonio, 3. Rallye Puisaye. Toto: Sieg 32. Platz 18. 22:10.— 5. Rennen: 1. Vendaval(Bonaventure). 2. Saint Germer. 3. Formosus. Toto: Sieg 36. Platz 21. 21:10.— 6. Rennen: 1. Ingré(Bonaventure), 2. Orléans 2, 3. Trombon. Toto: Sieg 39, Platz 16. 19, 20:10. Die Sihmpische Kuntstaussteilung Eine Schau hervorragender sportlicher Werke Die zum erstenmal in einer eigens errichteten Halle veranstaltete Olympische Kunstausstellung in Berlin hat gegenüber den früheren Veranstaltungen, die in bereits vorhandenen Bauten durchgeführt wurden, den Vorzug, daß die Werke nach den der Raumfrage vorgeschriebenen Gesetzen zur Schau und zur höchsten Wirkung gebracht werden können Der erste und flüchtige Eindruck der stark beschickten Ausstellung— es sind 23 Nationen mit 800 Werken vertreten— ist außerordentlich. Beim Rundgang fällt sofort auf, daß die Künstler den Sportmotiven ganz anders gegenüberstehen als dies bei früheren olympischen Kunstwettbewerben der Fall war. Die Werke von geringen Graden, die einer sportlichen Kritik nicht standzuhalten vermögen, sind so gut wie verschwunden. Bei einigen Darstellungen gewinnt man die zwingende Ueberzeugung, daß der Künstler nicht nur ein guter sportlicher Beobachter, sondern auch selbst aktiv tätig sein muß, um die Feinheiten, die er zum Ausdruck brachte, überhaupt wahrzunehmen und zu fühlen. Von den teilnehmenden Nationen sind Italien, Japan, Deutschland, Schweden, Polen und Holland wohl am stärksten vertreten. Deutschland hat zur Baukunst durch Werner March die Olympischen p Kampfstätten in einer Gesamtdarstellung von Modellen, prächtigen Aufnahmen und Skizzen gebracht. Köln, Chemnitz, Wiesbaden, Düsseldorf und andere deutsche Städte zeigen einen Teil ihrer modernen sportlichen Anlagen. In der Malerei fällt sofort ein Bild von G. von Cramm von Leo Freiherr von König auf. Markant und wuchtig ist der Degenfechter von Franz Rieger und unter den Plakaten sieht man die bekannten Entwürfe von Hierl und Hohlbein. Bei den Bildhauern sind u. a. Klimsch, de Fiori, von Schweven und Encke vertreten. Entzückend eine„Läuferin am Start“ von Martin Werner(Frankfurt a..).„ Japan hat vor allem die Malerei vorzüglich und glücklich besetzt. Hervorzuheben sind der Bogenschütze von Jwabuchi, eine Spielszene von Goto, in der Behandlung von Licht und Schatten ist das holzschnittartige Bild von Sato,„Wettschwimmen“, bewundernswert. In der Halle Oesterreich besticht die Plastik „Startschwimmer“ von Oskar Thiede. Hervorragend sind auch die Boxbilder von Borschke und das wundervolle Bild eines Fußballspielers von Erwin Bunchinger. In der polnischen Abteilung fesselt das großartige Bild„Rückkehr vom Skilauf“ von Maczewski, das die Stimmung der Schneeschmelze plastisch wiedergibt. In der Behandlung der Farben ist sehr eindrucksvoll ein Polobild von Graw, nordischen Nationen steht der Schneelauf im Vordergrund. Hier haben vor allem die Schweden Lagerstedt, Tandberg und Torham gutgesehne Momente beigesteuert. Prächtige Segelbilder zeigt die Schwedin Lisa Bianchini. Neben einer gelungenen Plastik von Köllström sind noch die Glasplaketten von Lindstrand zu nennen. Italien ist in allen Wettbewerben ausgezeichnet gerüstet. In der Baukunst sind das Sportforum in Rom, das Mussolini=Stadion in Turin zu sehen. Künstlerisch hochwertvoll sind bei der Malerei der „Faustkämpfer“ von Manzioli und bei der Plastik der Stabhochspringer von De Marchis, der drei Phasen, Anlauf, Absprung und Ueberqueren der Latte festgehalten hat. In einer kleineren Plastik hat Volterrani sogar fünf Augenblicke eines Stabhochsprunges modelliert. Gewaltig wirkt der Boxer von R. F. Messina. Holland hat eine Reihe klassischer Sportbilder beigesteuert, aber auch die modernen Arbeiten zeugen von dem hohen Stand der Künstler aus den Niederlanden. Die Vereinigten Staaten haben einige sehr gute Plakate von Welsh, ausgezeichnete Segelbilder von Soderberg, wirkungsvolle Boxexpla; stiken von Howard und den in seiner Auffassung originellen Josset ausgestellt Die Ausstellung, die selbstverständlich noch viele und prächtige Werke modernster Auffassung zeigt, wurde am Mittwoch durch den Präsidenten des Organisations=Komitees für die 11. Olympischen Spiele Berlin 1936, Exzellenz Dr Th. Lewald, eröffnet. Die feierliche Einweihung erfolgt am 31. Juli durch Reichsminister Dr. Goebbels in Anwesenheit der Mitglieder des Internationalen Olympischen Komitees. Die italienische Plastik, die den Stabhochsprung in seinen einzelnen Phasen zeigt.(Scherl—.) Beonns um die Keustsatstzeugtrrfta.* Die Bedenken der Kraftwagenindustrie dub Berlin, 16. Juli. Der Leiter der Fachgrupoe Kraftwagen und deren Motoren. SS.=Obersturmführer I. Werlin, teilt zur Frage der Kraftfahrzeugversicherung folgende Stellungnahme mit: Die umstrittene Neuregelung der Kraftfahrzeugversicherung, insbesondere der für jeden verantwortungsbewußten Kraftfahrer unentbehrlichen Haftpflichtversicherung, hat in ihrer Entwicklung vier Abschnitte durchlaufen. 1. Der Anstoß ging von den Versicherungsgesellschaften aus, die darüber klagten, daß die Schadensfälle sich im letzten Jahr so sehr vermehrt hätten, daß ihre Rentabilität ernsthaft gefährdet sei, und zur Deckung der Verluste evtl. eine Prämien= erhöhung in Betracht gezogen werden müsse. 2. Eine Prämienerhöhung, das stand für alle Beteiligten fest, hätte eine schwere Gefährdung der Motorisierung bedeutet. In gemeinsamer Beratung wurden von allen beteiligten Kreisen Vorschläge ausgearbeitet, die eine Entlastung der Versicherer herbeiführen sollten, ohne die Kraftfahrer. zu belasten— es wurde im Gegenteil eine fühlbare Senkung der Prämiensätze angestrebt. Dabei kam einmütig die Auffassung zum Ausdruck, daß eine Regelung auf der Prämienseite allein niemals in Frage käme, daß vielmehr sofortige und durchgreifende Maßnahmen zur Hebung der Verkehrsdisziplin und zur Erhöhung der Sicherheit wie zur Verbesserung der Rechtslage des Kraftfahrers ge troffen werden müßten. 66n 3. Es folgte nunmehr die überraschende Neuplanung der Haftpflichtversicherung, die eine zwangsmäßige Selbstbeteiligung des versicherten Kraftfahrers bei jedem Haftpflichtschaden in Höhe einer halben Jahresprämie vorsah. 4. Die„Deutsche Feuerversicherungs=AG.“(im Versicherungskonzern der Deutschen Arbeitsfront) erklärte ihren sofortigen Austritt aus der Tarifgemeinschaft der Kraftfahrzeugversicherer, da sie mit einer„Selbstbeteiligung“, die den schuldigen wie den schuldlosen Kraftfahrer gleichermaßen trifft und eine Verteuerung der Versicherung bedeutet, nicht einverstanden ist. Auch das Versicherungsamt der Reichsleitung der RSDAP. hat sich gegen die neuen Versicherungsbedingungen ausgesprochen. Der Leiter der Reichsgruppe Versicherung, Direktor Hilgard, hat nunmehr die Tarifgemeinschaft der Kraftfahrzeugversicherer gebeten, das Inkrafttreten der neuen Bestimmungen zu verschieben und bei einer Neuregelung die Förderung der Motorisierung im Auge zu behalten. Aus diesen Tatsachen ergeben sich Erfolg hat ihr recht gegeben. In logischer Folge müssen nunmehr zur Senkung der Unterhaltskosten und damit zur Förderung der Motorisierung die Versicherungsprämien ermäßigt werden. Die beabsichtigte Neuregelung hätte in Wirklichkeit eine Erhöhung der Versicherungsprämien bedeutet, da bei den gleichen Prämiensätzen wie bisher sich die Gegenleistung der Versicherungsgesellschaften durch Einführung der zwangsweisen Selbstbeteiligung verringert hätte. Die Versicherung soll doch dem Kraftfahrer wie der Allgemeinheit eine Sicherheit bieten, die der Einzelne in der Regel gar nicht übernehmen kann. Diese Sicherheit wäre mindestens für den Kraftfahrer bei der geplanten Neuregelung fortgefallen und damit der Versicherungsschutz praktisch aufgehoben worden, wenn der Kraftfahrer, gleich ob schuldig oder nicht, bei jedem Schaden in Höhe einer halben Jahresprämie haftbar gemacht worden wäre. Das hätte gerade für den„kleinen Kraftfahrer", der nach dem Willen der Reichsregierung weitgehend gefördert werden soll. eine böse und gefährliche Unsicherheit in seiner mühsam aufgestellten Kostenberechnung bedeutet. Uebrigens haben bisher erfahrungsgemäß alle Versicherungen mit Selbstbeteiligung, trotz des gewährten Prämiennachlasses, sehr gut abgeschnitten. Die Senkung der Unterhaltskosten ist Voraussetzung für die weitere Motorisierung Es muß möglich sein, die Prämientarife in der Weise neu zu gestalten, daß eine zwangsweise Selbstbeteiligung nur bei festgestelltem Verschulden des Kraftfahrers in Kraft tritt, und daß jede freiwillige Selbstbeteiligung eine entsprechende Prämienermäßigung zur Folge hat. Daneben aber muß — und das wäre eine wirklich durchgreifende Maßnahme zur Verkehrserziehung!— für diejenigen Fahrer, die durch rücksichtsvolles und korrektes Fahren womöglich Jahre hindurch schadensfrei geblieben sind, eine entsprechend gestaffelte Prämiensenkung in Kraft treten, wie sie sich seit Jahren in England bewährt hat. Maßnahmen zur Unfallverhütung, verbesserte Rechtslage und Neuordnung der Prämientarife müssen schließlich in gemeinsamem Wirken dahin führen, daß alle Teile zu ihrem Recht kommen und die Motorisierung durch vernünftige Gestaltung der Prämiensätze auch weiterhin gefördert wird! Ainnlichse Tenarung aus Wien über das deutsch-österreichische Abkommen zu dienen, entsprechend zu Schlußfolgerungen, die für die gesamte deutsche Kraftfahrt von weittragender Bedeutung sind. Es sei nicht bestritten, daß die Versicherungsgesellschaften durch den rapiden Ausschwung des Kraftverkehrs(1935 wurden 445000 neue Führerscheine erteilt!) und das Nachhinken der Verkehrsdisziplin in diesen Sparten nicht immer günstig abgeschnitten haben. Es sei hier nicht untersucht, weshalb öffentlich=rechtliche Versicherungsanstalten sowie einzelne Versicherungen auf Gegenseitigkeit bei den bisher bestehenden Prämiensätzen nicht nur ihr Auskommen fanden, sondern zum Teil sogar recht erhebliche Prämienrückvergütungen gewähren konnten. Es sei auch nicht erörtert, ob die Ergebnisse eines einzigen Jahres, die noch dazu durch Provisionsschleuderei und dadurch gesteigerte Verwaltungskosten erheblich beeinflußt wurden, bereits derart einschneidende Maßnahmen rechtfertigen können... Hingswigien v. 9. Es muß jedoch darauf hingewiesen werden, daß man die Frage der Prämiengestaltung nicht willkürlich aus dem Gesamtkomplex der Verkehrssicherheit und Rechtslage des Kraftfahrers herausreißen kann. Wirksame, sofort in Kraft tretende Maßnahmen zur Erhöhung der Sicherheit und zur Besserung der Verkehrsdisziplin müssen Hand in Hand gehen mit der Aufhebung der fast 30 Jahre alten Haftpflichtbestimmungen, um neben Verminderung der Unfallziffern auch den Versicherungsgesellschaften Schutz vor unberechtigten Ansprüchen und Ueberspannung des Sorgfaltsbegriffs in der Rechtsprechung zu gewähren. Die schwerste Belastung und damit die größte Hemmung der Motorisierung waren von jeher die festen Unterhaltungskosten, die den Geldbeutel des Kraftfahrers belasten, ganz ob er viel oder wenig fährt. Aus dieser grundsätzlichen Erkenntnis ordnete vor mehr als drei Jahren die Reichsregierung die Aufhebung der Kraftfahrzeugsteuer an— und der gewaltige onb Wien, 16. Juli. Im Bundeskanzleramt fand am Donnerstag eine Press-konferenz für cie Vertreter der Auslandspresse statt. Der Staatslekretär für Aeußeres. Dr. Guido Schmidt, erklärte, die Veröffentlichung des Uebereinkommens habe gewiß sensationell gewirkt, da die Verhandlungen dazu, um eventuelle Störungsversuche hintanzuhalten, streng vertraulich hätten geführt werden müssen, so daß der Abschluß sehr überraschend gekommen sei Die Gepflogenheit der österreichischen Staatsführung. nicht rückwärts zu schauen, sich nicht in Gräben zu verschanzen, ihr Grundsatz, daß jede Pol##. tik Bewegung sein müsse, habe in der Billigung erfahren. Zum Schluß bat der Staatssekretär die Vertreter der Weltpresse, Oesterreichs Bemühungen, der Sache des Friedens und der Völkerversöhnung wurd gen... t t. Gafaphter Ehuard 9 u. 5; Anschließend erorterte Gesandter Eduard Lud“ wig eine Reihe von Einzelfragen, die im Zusammenhang mit dem Uebereinkommen vom 11. Juli augenblicklich in der Weltpresse erörtert werden. Er stellte fest, daß alle Nachrichten über Geheimklauseln des deutsch=österreich. Akkords falich seien. Das gleiche gelte von den immer wieder auftauchenden Gerüchten über eine neue europäische Blockbildung. Hinsichtlich des Dreimächteabkommens von Rom erklärte der Gesandte, es werde vom weiteren Verlauf der Dinge abhängen, ob es zu einer Erweiterung der Römischen Protokolle komme, die ja den Beitritt allen Staaten offen lassen. Es sei aber natürlich, daß das Deutsche Reich ein volles Recht daran habe, bei einer eventuellen wirtschaftlichen Neuordnung des Donau=Raumes mitzusprechen. Weiter erklärte der Gesandte, daß die Nachrichten von einer Zusammenkunft des tschechoslowakischen Ministerpräsidenten Hodza und Bundeskanzler Dr. Schuschnigg falsch seien, ebenso seien alle Gerüchte über eine Regierungsumbildung oder über Personalveränderungen im Bundeskanzleramt unrichtig. Die Frage der Amnestie sei augenblicklich in einem Vorbereitungsstadium. Das Justizministerium fordere die entsprechenden Anträge von den Staatsanwaltschaften und Strafanstalten ein. Die österreichischen Bischöse zum deutsch=österreichischen Uebereinkommen dnb Wien, 16. Juli. Der Erzbischof von Wien, Kardinal Dr. Innitzer, hat im Namen der österreichischen Bischöfe eine Kundgebung an den Bundeskanzler gerichtet, in der es u. a. heißt: „Ende der vergangenen Woche trugen die Aetherwellen des Rundfunks frohe erlösende Kunde durch die deutschen Lande. Der unselige Bruderzwist, der so tiefe Wunden schlug, der das deutsche Volk gerade in drangvollen Zeiten innerlich spaltete und zerriß, war in einer europäischen Schicksalsstunde, da der Friede in der Völkerfamilie des Abendlandes wieder einmal ernstlich gefährdet schien, in überraschen der Weise beigelegt. Am Herzschlag des deutschen Volkes in Oesterreich ist über diese Friedenstat aufrichtige und ehrliche Freude zu spüren. Auch die Bischöfe Oesterreichs begrüßen mit aufrichtiger Freude und ehrlicher Genugtuung dieses Werk des Friedens, das nicht nur für die beiden Vertragspartner Bedeutung hat, sondern darüber hinaus geordnete Verhältnisse im Völkerverkehr und wirtschaftliche Fortschritte zu ermöglichen geeignet erscheint.“ Nach einem Dank an Bundeskanzler Dr. Schuschnigg versprachen die Bischöfe ihre Mitarbeit in allem, was zur Festigung des Friedenseich beitragen und den Geist arbeit in allem, was zur Festigung des Friedenswerkes in Oesterreich beitragen und den Geist des Friedens im Volke immer noch mehr lebendig machen könnte.„Möge dieses Friedenswerk," so heißt es zum Schluß,„dies ist unser sehnliches Wünschen und innigstes Beten, nach allen Bitterkeiten der letzten Jahre auch den letzten Stachel des Unfriedens und der Mißgunst aus der deutschen Volksseele nehmen zu Nutz und Fromm unseres Vaterlandes Oesterreich, des ganzen deutschen Volkes und der mit ihm auf Gedeih u. Verderb verbundenen Völkerfamilie Europa.“ Jaduseinanische Untol und Beuhsastunl Eine Rede Dr. Schachts onb. Hamburg, 16. Juli. Bei dem am Donnerstagnachmittag auf der Werft von Blohm& Voß erfolgten Stapellauf des neuen Schnelldampfers„Pretoria“ der Deutschen Afrika=Linien führte Reichswirtschaftsminister Reichsbankpräsident Dr. Schacht in einer Ansprache aus: Dieses Schiff, das wir heute in sein Element geleiten, bedeutet eine wirtschaftliche Hoffnung in trüber Zeit. Der internationale Warenaustausch ist auf ein Drittel seines Höchststandes zusammengeschrumpft. Die Kaufkraft gerade der aufwärtsstrebenden Völker ist durch das Nichtmehrfunktionieren des internationalen Kreditsystems auf ein Minimum reduziert. Politische Angst und Eifersucht lähmt überall den freien Austausch der Waren, der Menschen und der Gedanten.„.„„ Auuch nens GIrkaft Materielle Verluste können durch neue Arbeit ausgeglichen werden, aber brennend zehrt am Gewissen der Völker das moralische Unrecht, das in den Friedensdiktaten den besiegten Völkern zugefügt worden ist. Der Geist von Versailles hat die Wut des Krieges verewigt, und ehe die Welt von diesem Geiste nicht läßt, wird kein wahrer Friede, kein Fortschritt, kein Wiederaufbau sein. Diese Mahnung auszusprechen, wird das deutsche Keine Kiarisen ader Braffel Kabinettssitzung und Diplomatenbesuche in London onb London, 16. Juli. Das britische Kabinett befaßte sich am Donnerstag erneut mit der beabsichtigten Konferenz der Locarnomächte und kam, wie verlautet, nach etwa einstündigen Beratungen zu dem Ergebnis, diese Frage auf diplomatischem Wege mit den Regierungen Frankreichs und Belgiens weiter zu besprechen. Es ist daher immer noch ungeklärt, ob und unter welchen Umständen noch in diesem Monat eine Konferenz in Brüssel stattfindet. Im Laufe des Nachmittags hatte Eden getrennte Besprechungen mit dem französischen und mit dem belgischen Botschafter im Foreign Office. Kurz vorher hatte der Berliner Botschafter Sir Eric Phipps im Foreign Office vorgesprochen. Ein weiterer Besucher des englischen Auswärtigen Amtes war im Laufe des Tages der japanische Botschafter. Preß Association meldet zu der heutigen Sitzung des Kabinetts, das schließliche Ziel der britischen Politik scheine auf dem Wunsch zu beruhen, an die Kernfrage, nämlich die Förderung einer friedlichen Festigung der Angelegenheit Europas heranzugehen. Eine Vollkonferenz heit Europas heranzugehen. Eine Voulonsereng eigrust der fünf unterzeichner des Locarnoabkommens ausgehändigt werden. einschließlich Deutschlands scheine als ein Mittel zur Erreichung dieses Zieles angesehen zu werden. Die unmittelbare Frage laute, ob eine Konferenz England, Frankreich und Belgien dies erleichtern würde. Ein großer Schlag der Berliner Kriminalpolizel Achtköpfige Einbrecher= und Hehlerbande ausgehoben dnb. Berlin, 16. Juli. Dem Wohnungseinbruch=Dezernat der Berliner Kriminalpolizei ist dieser Tage ein neuer großer Schlag gegen die Berliner Unterwelt geglückt. Nach langwierigen Ermittlungen konnte jetzt eine achtköpfige gemeingefährliche Einbrecher= und Hehlerbande unschädlich gemacht werden, die schon seit Monaten planmäßig in allen Stadtteilen Wohnungseinbrüche verübte, um dann die umfangreiche Beute durch Hehler zu Geld zu machen.— Ein großer Teil der Diebesbeute, deren Wert insgesamt viele Tausend Mark beträgt, konnte noch bei den Hehlern beschlagnahmt und den Bestohlenen wieder Volk nicht müde werden. Wirtschaftliches Unrecht muß wieder gutgemacht werden. Was immer im Kriege selbst geschehen sein mag, findet Entschuldigung, aber Friedensdiktate, die dem Gegner sein Privateigentum nehmen und die ihn aus moralischen Gründen für kolonialwirtschaftlich unwürdig erklären, verbauen jedem Wiederaufbau der internationalen Wirtschaft den Weg. Und wenn hernach mitten in der Friedenszeit Währungsabwertungen und Warenboykott bewußt zum Kampfmittel der Politik gemacht werden, so zeigt dies nur, auf welchen Abwegen sich die internationale Wirtschaftspolitik befindet. Ich habe Ihnen mit diesen wenigen Strichen das Bild vor Augen rufen wollen, das heute die Welt darstellt. Wir haben nicht nur unsere eigene Wirtschaft im Inlande zu beleben verstanden, wir haben auch neue Wege gesucht, um unseren Verkehr mit dem Auslande nach Kräften zu erhalten und auszudehnen. Es liegt an dem Zusammenbruch des internationalen Kreditund Währungssystems, daß wir hierbei neue Wege gehen mußten und gegangen sind. Zahlreiche Rohstoff produzierende Länder sind durch die Verstärkung ihres Absatzes nach Deutschland auf dem Wege zu einer neuen wirtschaftlichen Prosperität. Ein„geistreicher“ Journalismus hat gespöttelt über die handelspolitischen Bemühungen des großen deutschen Schuldnerlandes. Aber Schuldner sind wir nur aus den langfristigen Finanztransaktionen, die das Versailler Friedensdiktat auf dem Gewissen hat, im laufenden Warenverkehr sind wir nicht Schuldner, sondern Kunde, und zwar ein sehr guter Kunde, weil unser Bedarf groß und steigerungsfähig ist. Ich habe die Zuversicht, daß das Land, nach dessen Hauptstadt dieses Schiff seinen Namen erhalten soll, das eben Gesagte verstehen wird. Nach dem Gruß an den Führer und dem Gesang der Lieder der Nation nahm der Gesandte der Südafrikanischen Union, Prof. Dr. Gie, den Taufakt vor und gedachte in einer Rede der Verdienste Deutschlands um die Entwicklung der Südafrikanischen Union. Beflaggung aus Anlaß der XI. Olympischen Spiele dub. Berlin, 15. Juli. Der Reichs= und preußische Minister des Innern und der Reichsminister für Volksaufklärung und Propaganda geben für die Beflaggung der öffentlichen und privaten Gebäude aus Anlaß der XI. Olympischen Spiele folgendes bekannt: Die öffentlichen Gebäude flaggen nach Maßgabe des Runderlasses des Reichs= und preußischen Ministers des Innern vom 15. 12. 1935 (MBliV.. S. 1503) in der Reichshauptstadt vom 29. Juli, im übrigen Reich vom 1. August ab bis einschließlich 16. August. Empfangs= und Abschiedszwecken dienende öffentliche Gebäude und Einrichtungen können aus diesen Anlässen bereits vorher und über den 16. August hinaus beflaggt werden. Auf diesen Gebäuden und Einrichtungen können neben der Reichs= und Nationalflagge(Reichsdienstflagge) auch die olympische Flagge und die Flaggen der an den Olympischen Spielen teilnehmenden Nationen gesetzt werden. Bei letzteren ist die Flagge Griechenlands an erster Stelle zu setzen; es folgen die Flaggen der übrigen teilnehmenden Nationen nach der deutschen ABCFolge, zuletzt Deutschland(als Gastgeber). Die Bevölkerung wird aufgefordert, vom 29. Juli ab bis einschließlich den 20. August mit der Reichs= und Nationalflagge zu flaggen. Es können auch die Olympische Flagge und Flaggen der an den Olympischen Spielen teilnehmenden ausländischen Nationen gezeigt werden. Die Flaggen werden während der Nacht nicht eingezogen. Letzter Betriebsappell des Norddeutschen Lloyd im Olympischen Dorf dub. Berlin, 16. Juli. Allmählich füllt sich das Olympische Dorf mit den ausländischen Mannschaften. Der Norddeutsche Lloyd steht mit seiner Belegschaft bereit zum Einsatz aller Arbeitskräfte für die Verpflegung und Betreuung der Olympia=Kämpfer. Ein letzter Betriebsappell vereinte die über 600 Stewards und Köche, die in den letzten Wochen aus Bremerhaven oder direkt von den Lloyd=Schiffen nach Berlin berufen wurden, in einem der großen Speisesäle des Wirtschaftsgebäudes. Der Leiter der Reichsbetriebsgemeinschaft Verkehr und öffentliche Betriebe der Deutschen Arbeitsfront, Pg. Körner, erinnerte daran, daß die Belegschaft im Olympischen Dorf Aufgaben zu erfüllen habe, die weit über persönliche Bedürfnisse hinausgingen. Der Leiter der Wirtschaftsabteilung des Norddeutschen Lloyd beim Organisationskomitee für die XI. Olympischen Spiele, Kapitän Pütz, erklärte, daß die Gefolgschaft im Bewußtsein der großen Verantwortung zusammengeschweißt und sich der Pflicht bewußt sei, der großen Aufgabe würdig zu dienen. Er hoffe, nach den Olympischen Spielen melden zu können, daß jeder einzelne den an ihn gestellten Anforderungen genügt habe und mit Stolz und Freude wieder zur Seeschiffahrt zurückkehren könne. Paris. Die durch das Entgegenkommen der englischen Abordnung in Montreux zustandegekommene Einigung wird in den Pariser Blättern als ein großer französisch=sowjetrussischer Erfolg gefeiert. Neue Naturschutzgebiete in Sicht Deutschlands ältester Männergesangverein Folingen In einer schlichten Feierstunde entLengerich(Krs. Lingen). In der nächsten Zeit sollen hier das Depeubrock und das Faller Moor unter Naturschutz gestellt werden, die deshalb geschützt weredn sollen, weil dort Pflanzen wachsen, die fast nur noch im Kreise Lingen vorkommen. Auch das Kaienveen bei Steide, das weithin durch seinen großen Starenflug bekannt ist und vielen Wasservögeln, die hier gar nicht mehr oder doch nur selten vorkommen, sichere Zufluchtsstätte bietet, wird in Reichsnaturschutz genommen werden. Ebenso der herrliche Wachendorfer Wacholderhain mit seiner großzügigen Dünenbildung, eine der prächtigsten Landschaften unseres Kreises. Außer diesen vier neuen Naturschutzgebieten sollen auch noch weitere Stellen unseres Kreises, die sich durch ihre seltene Tier= oder Pflanzenwelt auszeichnen, durch Stellung unter den Reichsnaturschutz der Nachwelt erhalten bleiben. 100 Küken durch einen Iltis erwürgt Damme. Einem hiesigen Geflügelzüchter wurden in den letzten Tagen rund 100 Küken durch einen Iltis erwürgt. Bauernhaus durch Blitzschlag eingeäschert Wittlage. In dem Nachbardorfe Lockhausen schlug der Blitz in das von dem erst seit kurzer Zeit verheirateten Ehepaar Schlüter und zündete. Mit vieler Mühe gelang es, den größten Teil des toten Eingutes zu bergen. Das Feuer breitete sich mit solcher Schnelligkeit aus, daß es auch nicht der Feuerwehr möglich war. das Anwesen zu retten. Von dem Hause und den Stallungen blieben nur noch die kahlen Umfassungsmauern erhalten. Durch den Donner getötet Oldenburg. In einem Hause der Thorner Straße des Nachbardorfes Eversten schlug der Blitz in die Antennen= und Fernsprechleitung und fuhr dann in den Boden. Durch den gewaltigen Donner. den der Blitz erzeugte, erschrak eine in dem Hause wohnende die seit einiger Zeit herzkrank ist, so sehr, daß Sotingen. In einer smtimten Feierstunde enthüllte der in der Hosschaft Meigen bei Solingen bestehende Meigener Männergesangverein zur Erinnerung an seine Gründer und ersten Sänger eine Gedenktafel, mit der der Verein, die frühere Meigener Singgesellschaft öffentlich festlegen wollte, daß er der älteste deutsche Männergesangverein ist. Die Grüße und Glückwünsche des Deutschen Sängerbundes. der das 123jährige Bestehen des Meigener Männergesangvereins ausdrücklich auf Grund der ihm vorgelegten Urkunden bestätigt hat. überbrachte der Sängerführer des Gaues Rheinland=Nord. Direktor Krüger. Wuppertal=Elberfeld. Die Meigener erhielten die erste Ehrenurkunde, die der neugebildete Gau zu vergeben hat. Im Anschluß an die Feierstunde. die mit der Verleihung der Zelter=Plakette an den Jubilar endete, wurde der historischen Ausstellung ein Besuch abgestattet. Hier haben die Meigener Sänger eine Menge wertvollen Urkunden= und Notenmaterials aus den ersten Jahren des 19. Jahrhunderts zusammengetragen. Man sieht neben den im Original vorhandenen ersten Satzungen auch historisch wertvolle Tonschöpjungen großer Reister (Haydn. Mozart u. a..), die von den alten Meigenern gesungen worden sind. Bayerischen Wald, fünf Tage der Ruhe und Erholung abseits der großen Verkehrsstraßen in einem Waldgebirge mit unermeßlichen Beständen urwaldähnlicher Baumgruppen und mit Beragipfeln, die sich bis zur Höhe von 1500 Metern erheben, bei preis werter. voller Verpflegung in den Waldstädtchen Zwiesel und Bodenmais: ferner Besuch von Passau, der herrlich gelegenen Nibelungenstadt am Zusam menfluß von Donau. Inn und Ilz, sowie von Regensburg, der alten Römerstadt an der Donau. eine Fahrt zur Ruhmeshalle bei Kelheim und endlich eine Fahrt auf der Donau mit Motorboot oder Kahn durch den wildromantischen Donaudurchbruch. kurz, eine Fülle landschaftlicher Schönheiten wie auch sehens= und besuchenswerter Kunst= und Kulturstätten Der Fahrnreis für diesen Sonderzug beträgt für Hin= und Rückjahrt 3. Klasse von Münster(Hbf.) nur 33.50 RM., wobei etwaige weitere Fahrtzuschläge nicht erhoben werden. Nähere Auskunft erteilen die Fahrtartenausgaben und die Auskunftsstelle im Hauptbahnhof zu Münster. Reichslollerie FVelsolsalnuch sie Theater. Konzerte, Vorträge Uraufführung in Bielefeld Otto Siegl: concerto grosso Anläßlich des 1. Sommer=Sinfoniekonzertes der Stadt Bielefeld brachte Musikdirektor Werner Gößling mit dem Städtischen Orchester das jüngste Werk des Kölner Komponisten Otto Siegl zur Aufführung: das concerto grosso antico für Streicher und Klavier. Die bezwingende Sicherheit des Satzes und der Form. die dieses Werk beherrschen, und die in den Geist des Komvonisten eindringende wirkungsvolle Wiedergabe durch Werner Gößling gestalteten die Uraufführung zu einem schönen Erfolge. Martha Schneider am Klavier und die Solisten Beckert, Schäfer und Weis trugen ihr Teil mit dazu bei. Frau, die seit einiger Zeit herzkrank, ist, so sehr, daß Höhepunkt war der dritte der vier Sätze, die ie einen Herschlag erlit und turse Zeit voiter ktarb. Elegie auf den Ted egutzgat, goßz sag Gesipt gelinterter. trostvoller Weihe den Klang beherrscht. Ansonsten gefällt das Werk noch durch seine weiträumigklare Gliederung und die sonverän gestalteten Kontraste. NéV.=Ausstellung Ostwestfalens in Paderborn Paderborn. Den Liborifestbesuchern steht bei ihrem Aufenthalt in Paderborn mit der RSV.=Ausstellung für Ostwestfalen ein bedeutsames Erlebnis bevor. Die Ausstellung wird vom Gauamtsbereich 3 des Amtes für Volkswohlfahrt, Gau Westfalen=Nord. in der Zeit vom 18. Juli bis 2. August im Rathaus veranstaltet und trägt das Leitwort„Sozialismus der Tat“. Hier werden die Erfolge der NSV. in den Kreisen Schaumburg=Livve. Grafschaft Schaumburg. Detmold. Lemgo. Minden i.., Herjord. Wiedenbrück. Paderborn, Bielefeld. Hörter. Büren und Warburg in eindrucksvollen Darstellungen gezeigt. Die Ausstellung wird am 18. Juli vom Gauamtsleiter des Amtes für Volkswohlfahrt, Pg. Degenhard(Münster), eröffnet. Abschluß der 900=Jahrfeier Weit über 50 000 Besucher Warburg. Eine ganze Woche glänzte die Diemelstadt Warburg im herrlichen Festtagsschmuck, eine ganze Woche hindurch kamen tagtäglich viele tausend Fremde. eine ganze Woche stand Warburg im Zeichen seiner 900=Jahrseier. In diesen Tagen fanden vielerlei große Veranstaltungen statt, und ließe man rückblickend die Besucher der verschiedenen Tage an sich vorüberziehen, so würde man weit über Gäste zählen müssen Reise und Verkehr Für 33.50 RM. in den Bayerischen Wald und nach Passau Wie wir von zuständiger Stelle erfahren, werden die Reichsbahndirektionen Essen und Münster bei genügender Beteiligung— d.., wenn sich bis zum 20. Juli mindestens 300 Teilnehmer gemeldet haben — in den Tagen vom 2. bis 10. August eine Verwaltungssonderzugfahrt mit 50 Prozent Preisermäßigung— auch auf den Anschlußstrecken bis 100 km Entfernung— in den wenig bekannten Bayerischen Wald veranstalten. Der Sonderzug wiro von Essen=Ruhr(Hbj.) abgelassen und geht über Bochum(Hbf.), Hagen(Hbf.). Finnentrov, Friedberg, Aschaffenburg, Würzburg, Nürnberg. Zwiesel=Bodenmais, Passau. Regensburg und zurück über Nürnberg usw. mit Anschlüssen aus und nach dem Münsterlande.„I, Tahrt: Besuch Würnberag. Im einzelnen bietet die Fayrr. Besuch Nürnbergs. der Stadt der Meistersinger und der großen Veranstaltungen des Reichsvarteitages, mit ihren,g. tum an Sehenswürdigkeiten und Baudenemalern aus ruhmreicher Vergangenheit; dann fünf Tage im „hör mit mir“ Sonne und See. Sand und Strand! Das Quartett dieser verlockenden Worte mit seinem hochsommerlichen Klang wird in allen Herzen die Vorfreude auf die großen Ferien wachrufen, mit denen Rheinland und Westfalen jetzt beginnen. Auch unsere Funkzeitschrift„hör mit mir" widmet in ihrem neuesten Heft zwei Bildseiten diesem Gedanken und hat dabei besonders Bedacht genommen auf die Auswahl schöner und ungewöhnlicher Fotos erster Fotografen.— Volk an den Volkssender lautet die Parole dieser der Funtausstellung vorausgehenden Wochen. Ueberall das gleiche Bild eines vollen Saales und einer angeregt frohen Stimmung. Ein Bildbericht von einer solchen Volkssenderveranstaltung fängt die Atmosphäre echter Volkstümlichkeit ein. Noch zwei Wochen, dann stürmen durch die weitgeöffneten Tore die Wettkämpfer aller Nationen in das Olympiastadion. Unier neuer„hör mit mir"=Titel. der Kunst und Natur in eine sehr aparte und originelle Beziehung bringt, verbindet sich mit einem Trainings=Bericht und anderen Bildern aus dem olympischen Berlin zu einem Vorbericht zu den kommenden Ereignissen auf dem Reichssportfeld. Ganz besonders aber ist schon unser neuer Programmteil auf die Olympischen Spiele eingestellt, denn bereits vom 20. Juli ab übernehmen der Deutschlandsender und der Reichssender Berlin die zentrale Versorgung Deutschlands mit Sport=Uebertragungen und vielerlei guter Musil Wir haben unserem Programmteil ein völlig verwandeltes Gesicht gegeben, in dem die zeichnerische Note stark überwiegt, und hoffen damit unseren vielen Freunden einen ganz besonderen Genuß zu bereiten. Unser sehr bemerkenswertes neues Heft enthält weiterhin eine elegante Modenseite mit Tips für die Dame, zwei Kurzgeschichten, interessante Bilder aus den in diesen Wochen anlaufenden ersten Filmen der neuen deutschen Produktion, einen lehrreichen funktechnischen Aussatz„Wenn der Lautsprecher in den Garten soll", Kurzkritiken technischer Bucher und vieles andere mehr. Wir glauben, daß gerade das neue Heft unserer schönen Funkzeitschrift wieder viele neue begeisterte Freunde zuführen wird! Arbeit-scharsen 1. einen Schritt näher zu kommen. Amerika baut eine Sternwarte von bisher noch nie dagewesenen Ausmaßen mit einer riesenhaften Linse. Wie sie aussieht, zeiht Ihnen die neue Kölnische Illustrierte Zeitung in einem interessanten Bildbericht. Den Text dazu schrieb der bekannte deutsche Astronom Bruno Bürgel.—„Fanfaren rufen zum Turnier", so ist eine Doppelseite überschrieben. die Aufnahmen von einer Veranstaltung in Dresden zeigt. bei der mittelalterliche Turniere zu neuem Leben erweckt wurden.— Wir erwähnen noch aus dem Inhalt der reich ausgestatteten Nummer: Deutsche Störche für England: Unruhige Welt: 60 Mädchen lernen segeln: Dichtertreifen bei Haus Grimm: erste Fortsetzung des spannenden neuen Romans„Das Mädchen aus Surabaja" und noch vieles andere mehr. Umtausch von Stempelmarken urch des Inkrafttreten des Urkundensteuergesetzes 5. Mai 1936— RGBI. 1 S. 107. RStBl. S. 453 Dura das vom 5. Mai 1936— RGBI. 1 S. 107. RStBl. S. 45 vom 1 Juli 1936 haben die bisherigen vreußischen Stempelmarken mit dem Ablauf des 30. Juni 1936 ihre Gültigkeit verloren. Der Gegenwert für ungebrauchte gegen Bezahlung erworbene Marken, die sich in den Händen der Steuerpflichtigen. Stemvelverteiler. Notare usw. befinden. werden erstattet. wenn ein entsprechender Antrag bis zum 31. August 1936 bei einem mit dem Vertrieb von preußischen Stempelmarken beauftragten Finanzamt gestellt wird. Ein Umtausch von Stempelmarken in Urkundensteuerzeichen ist in keinem Falle zulässig. Zeitschriftenschau Kölnische Illustrierte Die Offensive ins Weltall Die uralte Sehnsucht der Menschheit, immer tiefer in den uns umgebenden Weltraum vorzudringen, zu immer neuen Erkenntnissen über die Sternenwelten zu gelangen, scheint ihrer Verwirklichung wieder Humor Katzenmusik Ein Hauptwidersacher Max Regers war Rudolf Louis. der ehemalige Musikreferent der„Münchener Neuesten Nachrichten“. dem eines Tages die Freunde des Komponisten eine Katzenmusik brachten. Louis besaß Humor genug. in seinem Blatt zu erklären. er habe diesen Vorgang für eine Vorvrobe zu dem nächsten Regerschen Werke gehalten und aquittiere verbindlichst danken. Statt jeder besonderen Anzeige. Donnerstag nachmittag entschlief nach kurzem schwerem Leiden unsere heißgeliebte Mutter, Schwiegermutter, Großmutter, Schwester, Schwägerin und Tante Witwe Mara Jennis#l Geid! Drei= bis VierZimmer=Wohng. in der Altstadt. Schriftl. Angeb. unter Nr 692 an den Stadtanzeiger. 500 E.90 HN. Heinrich Nachtigäller Münsterstraße 1— Teleion 2630 Freitag, 17. Juli Edeka-Lebensmittel preiswert und gut geb. Kirchfeld Sie starb, versehen mit den hl. Sterbesakramenten, im Alter von 66 Jahren. Hedwig Rümmele geb. Jennis Dr. Hermann Zumbusch und Frau Elisabeth geb. Jennis Hans Jennis und 4 Enkelkinder. Essen-Bredeneg(Frühlingstr. 45), Bad Godesberg. WanneEickel, Castrop-Rauxel, den 16. Juli 1936. Die Beerdigung findet statt am Montag, dem 20. Juli 1936, morgens 9 Uhr, von der Kapelle des Südfriedholes in Gelsenkirchen aus. Das Seelenamt ist am gleichen Tage, morgens 8 Uhr, in der St.loseph-Kirche, Ueckendorfer Str. braucht man nicht nur zum Kriegführen, sondern auch für den Kampf ums Dasein. Aber das Geld, das Sie für das GCId! Inserieren im„Sedianzeiger Geld! anlegen, bringt hundertfältige Frucht. Es vermehrt die Kundschalt und steigert den Umsatz. Besperrt! Auch Sie müssen sparen! Darum sofort den neuen Juno-DauerbrandSparherd für jede Kohle von Kirsch Castrop, Münsterstr. 11 Die Verchbung Vermählung und andere Familienereignisse gebe man im „STADTANZEIGER“ bekann Preis diese: Anzeigengröße .80 Mark Warum alles altem machen: Der kluge Kautmann ziehl bei der Werbung für sein Geschäft den Anzei neil der Ortszeitung zur Hilie heran. Er weiß, daß die Zeitungsreklame die größte und schnellste Verbreitung findet. Dabel ist sie wirksamer und somit billiger als alle anderen Werbearten Festgefahren!— Das wäre nicht nötg gewesen, wenn er den Siadtanzeiger auf. merksam gelesen hätte. Schon in der vorigen Woche gab sie die Umleilung bekannt .45 .30 .00 .00 .10 .45 10.00 11.45 12.00 13.00 13.15 14.00 14.15 15.45 16.00 18.00 19.45 20.00 20.10 21.30 .00 92.20 22.30 23.30 Morgenlied— Wetterbericht für den Bauer Leibesübungen, anschl.: Wiederholung der zweiten Abendnachrichten Frühkonzert Nachrichten. anschl. Morgenlied— Morgenruf Kalenderblatt. anschl.: Zeit, Wetter. Wasserstandsmeldungen Frauenturnen Zeit, Nachrichten. Wasserstandsmeldungen Man schwimmt nicht nur bei warmem Sommerwetter. ein jeder Schwimmer ist auch Lebensretter Bauer merk auf! Die Werkpause Mittagsmeldungen— Glückwünsche Mittagskonzert Mittagsmeldungen Zur Unterhaltung Wirtschaftsmeldungen Der Erzähler Unterhaltungskonzert Momentaufnahme Erste Abendmeldungen Soldaten— Kameraden Einführung in Bayreuth Zeit. Wetter. Nachrichten Die volkswirtschaftliche Vereinigung im rheinischwestf. Industriegebiet, ihre Aufgaben und Ziele Musik auf Volksinst rumenten Tanz in der Sommernacht. Samstag, 18. Juli .15 Morgenlied Wetterbericht für den Bauer Leibesübungen, anschl. Wiederholung der zweiten Abendnachrichten .30 Frühkonzert .00 Nachrichten, anschl. Morgenlied Morgenruf .00 Kalenderblatt. anschl.: Zeit. Wetter. Wasserstandsmeldungen .10 Frauenturnen .45 Zeit. Nachrichten. Wasserstandsmeldungen 10.00 Der Läufer von Marathon 10.30 Fröhliches Sviel für die Kleinen 11.00 Was ist los im Sport? 11.50 Hier spricht der Bauer 12.00 Mittagskonzert 13.00 Mittagsmeldungen Glückwünsche 14.00 Mittagsmeldungen 14.15 Wochenendkonzert 15.15 Ratet alle mit! 15.45 Wirtschaftsmeldungen 16.00 Vor den Ferien 18.50 Schützt unsere heimischen Lurche und Kriechtiere 19.00 Zum Feierabend 19.45 Momentaufnahme 20.00 Erste Abendmeldungen 20.10 Westdeutsche Funkauslese 22.00 Zeit, Wetter, Nachrichten 22.30 Und morgen ist Sonntag. Sonntag, 19. Juli .00 Hafenkonzert .00 Zeit. Wetter. Wasserstandsmeldungen, anschl.: Funk ins Blaue .15 Feuer auf die Welt zu senden, bin ich gekommen.. 10.00 Musik am Sonntagmorgen 11.25 Ein Junge vom Strom 11.40 Kochler Ländler 12.00 Musik am Mittag 13.00 Ein Wort an die Hörer 13.10 Glückwünsche 14.00 Für große und kleine Kinder 14.45 Lustiger Rätselfunl 15.15 Kleine Stücke großer Meister 15.45 Lohengrin“(Over) 21.00 Westdeutsche Funkauslese 22.00 Zeit. Wetter. Nachrichten 22.25 Jubiläums=Renntag in Krefeld 22.35 Nachtmusik und Tanz. test den Naulallzeiger! Werbt für den Stadtanzeiger