„** K für Castrop=Rauzel und Umgebung Ge.„.,4#. bzgn ashen Leihe Sähaigsie Cahe heiet dui uen K v 9 u. Krunzeoszug issue, Kashest Kauxeter Neueste Nachrichten Bladenhorster Tageblatt Amtliches Veröffentlichungsblau für den Landgerichtsbezirk Dortmund. Allgemeines Kreisblan für den Stadttreis Castrop=Rauxel. Eltt=Wern Ses fele?. Vereinbarung zwischen der Reichsregierung und der österreichischen Bundesregierung Bekanntgabe in Wien Eine Rundfunkrede des österreichischen Bundeskanzlers onb. Wien, 11. Juli. Im österreichischen Rundfunk wurde am Sonnabend 21 Uhr zunächst der amtliche Text der Vereinbarung mit dem Deutschen Reich bekanntgegeben. Sodann sprach Bundeskanzler Dr. Schuschnigg.„Ich weiß“, so führte er aus,„daß ich namens aller aufrechten und einsichtigen Oesterreicher spreche, wenn ich der sicheren Hoffnung Ausdruck gebe, daß die Wiederkehr normaler freundnachbarlicher Beziehungen mit dem Deutschen Reich nicht nur den beiden deutschen Staaten und somit dem gesamten deutschen Volke zum Segen gereicht, sondern daß damit ein wertvoller Beitrag zur Sicherung des europäischen Friedens geleistet wurde, dem zu dienen seit je nicht nur im wohlverstandenen Interesse unseres eigenen Landes Ziel unserer Politik war.“ Er wolle, fuhr der Bundeskanzler fort, in dieser Stunde nur der aufrichtigen Freude und Genugtuung darüber Ausdruck geben, daß hüben und drüben das Bewußtsein um Schicksalsverbundenheit und gemeinsamen Weg allen Zwischenfällen der Geschichte zum Trotz sich stark genug erwiesen habe, um mit berechtigter Aussicht auf Erfolg den Versuch zu unternehmen, Hindernisse und Barrieren wegzuräumen, die eben noch unüberwindbar schienen. Dies könne sein und werde immer sein können, wenn hier wie dort der Wille bestehe, das Recht und die Eigenart des anderen zu achten, wenn über alle Meinungsverschiedenheiten und Gegensätzlichkeiten hinweg das Wissenum ein großes Erbe liege, weiter aber auch das Bekenntnis zum gleichen Kulturkreis und schließlich das Vertrauen, daß jeder für sich ehrlich genug sei, seinem Volke zu dienen. Dr. Schuschnigg erinnerte sodann daran, daß immer Dr. Dollfuß das Deutschtum Oesterreichs und seine Schicksalsgemeinschaft mit Deutschland betont habe. Auch in weiterer Folge werde, so erklärte der Bundeskanzler weiter, was immer auch geschehen möchte, an diesem eindeutigen Bekenntnis nicht gerüttelt.„Ich verweise auf den Leitsatz, den ich selbst am 29. Mai 1935 vor dem österreichischen Bundestag gesprochen habe: Oesterreich hat nie einen Zweifel darüber gelassen und wird es, solange wir leben, auch in aller Zukunft nicht tun, daß es sich als deutscher Staat bekennt. Dem habe ich auch heute nichts hinzuzufügen.“ Dr. Schuschnigg kündigte dann an, daß die Frage der politischen Amnestie nunmehr ebenso in aktuelle Nähe gerückt sei wie die neuerliche Aufforderung an alle Oesterreicher, wo immer sie früher standen, ihre Kräfte dem Aufbau des Vaterlandes im Rahmen der Vaterländischen Front zur Verfügung zu stellen und auch an verantwortlichen Stellen an der politischen Willensbildung in Oesterreich teilzunehmen. „Die Bedachtnahme auf die Erhaltung des Friedens war seit jeher“, wie Dr. Schuschnigg noch ausführte,„für die Linie unserer Politik bestimmend. Die zwischenstaatlichen Beziehungen, die uns mit den beiden Nachbarländern Italien und Ungarn verbinden, bleiben nach wie vor unverändert aufrecht. Wir freuen uns, daß mit dem Abschluß des gegenständigen Uebereinkommens einem Gedanken Rechnung getragen erscheint, für dessen Verwirklichung seit je in den Römischen Protokollen grundsätzlich Raum gelassen wurde. Wenn das Uebereinkommen, das kunftighin die Beziehungen zwischen Oesterreich und dem Deutschen Reich regelt, das hält, was wir uns von ihm versprechen, dann wird es nicht nur dem großen Deutschen Reich und Oesterreich, nicht nur dem gesamten deutsche Volk, sondern darüber hinaus der friedliche Ffortentwicklung in Europa dienlich sein. Unser beiden Staaten aber möge es durch Ueberbrückung der Gegensätze, durch wirtschaftliche wiederherstellung der freundschaftlichen bedisch=Vsterreichischen Beziehungen dnb. Berlin, 11. Juli. Reichsminister Dr. Goebbels verlas Sonnabendabend um 21 Uhr über alle deutschen Sender folgende amtliche Erklärung: Ich habe im Auftrage der Reichsregierung das folgende Kommuniqué über eine Vereinbarung bekanntzugeben, die heute zwischen der deutschen Reichsregierung und der österreichischen Bundesregierung abgeschlossen wurde. Sie stellt einen weiteren praktischen Schritt auf dem Wege einer friedlichen Entspannung und Entwirrung der europäischen Lage dar. Ich teile Ihnen nun den Wortlaut des amtlichen Kommuniqués mit: „In der Ueberzeugung, der europäischen Gesamtentwicklung zur Aufrechterhaltung des Friedens eine wertvolle Förderung zuteil werden zu lassen, wie in dem Glauben, damit am besten den vielgestaltigen wechselseitigen Interessen der beiden deutschen Staaten zu dienen, haben die Regierungen des Deutschen Reiches und des Bundesstaates Oesterreich beschlossen, ihre Beziehungen wieder normal und freundschaftlich zu gestalten. Aus diesem Anlaß wird erklärt: 1. Im Sinne der Feststellungen des Führers und Reichskanzlers vom 21. Mai 1935 anerkennt die deutsche Reichsregierung die volle Souveränität des Bundesstaates Oesterreich. 2. Jede der beiden Regierungen betrachtet die in dem anderen Lande bestehende innerpolitische Gestaltung, einschließlich der Frage des österreichischen Nationalsozialismus, als eine innere Angelegenheit des anderen Landes, auf die sie weder unmittelbar noch mittelbar Einwirkung nehmen wird. 3. Die österreichische Bundesregierung wird ihre Politik im allgemeinen, wie insbesondere gegenüber dem deutschen Reiche stets auf jener grundsätzlichen Linie halten, die der Tatsache, daß Oesterreich sich als deutscher Staat bekennt, entspricht. Hierdurch werden die Römerprotokolle ex 1934 und deren Zusätze ex 1936 sowie die Stellung Oesterreichs zu Italien und Ungarn als den Partnern dieser Protokolle nicht berührt. In der Erwägung, daß die von beiden Seiten gewünschte Entspannung sich nur verwirklichen lassen wird, wenn dazu gewisse Vorbedingungen seitens der Regierungen beider Länder erstellt werden, wird die Reichsregierung sowohl wie die österreichische Bundesregierung in einer Reihe von Einzelmaßnahmen die hierzu notwendigen Voraussetzungen schaffen.“ Verbindung und Ergänzung sowie durch Wiederherstellung einer Fülle gemeinsamen kulturellen Gedankengutes einander näher bringen und somit jenen Zustand wieder schaffen, der zwischen Ländern gleicher Sprache und angesichts der Fülle historischer Weggemeinsamkeiten als wünschenswert und selbstverständlich erscheinen muß.“ Dies sei, so schloß Dr. Schuschnigg, der ehrliche und hoffnungsfrohe Wunsch des Oesterreichers und zugleich der Ruf an alle Landsleute in der Heimat wie auch an alle Deutschen jenseits der staatlichen Grenzen Oesterreichs. dub. Frankfurt a.., 12. Juli. Der Gautag Hessen=Nassau erreichte am Sonntagvormittag mit einer Großkundgebung in der Stadt des deutschen Handwerks seinen Höhepunkt. Auf dem gewaltigen Messegelände, das noch vor wenigen Wochen die einzigartige Schau des deutschen Bauerntums, die 3. Reichsnährstandsausstellung, beherbergte, marschierten in den Morgenstunden die über 100000 Teilnehmer des Gautages in geschlossenen Kolonnen zum Kundgebungsplatz. Besondere Bedeutung kam dieser Kundgebung durch die Anwesenheit des Reichsinnenministers Dr. Frick zu. Gauleiter Sprenger begrüßte Reichsinnenminister Dr. Frick als Vertreter des Führers und der Reichsregierung sowie den Reichsbauernführer Reichsminister Darré und die übrigen Gäste,„.,,„692 sherh. ! Unter dem Jubel der 100000 überbrachte sann Reichsinnenminister Dr. Frick die besten brüße und Wünsche des Führers. Der Minister zing auf die Erfolge der nationalsozialistischen Regierung seit ihrer Machtübernahme ein, die besonders sinnfällig hier im Gau durch die 1 Reichsautobahn, den neuen Flug= und LuftErweiterung der österreichischen Regierung Nach Abschluß der Rede von Bundeskanzler Schuschnigg wurde im österreichischen Runofunk eine Erweiterung der österreichischen Bundesregierung bekanntgegeben. Danach wurden der Präsident des Kriegsarchivs, Staatsrat GlaiseHorstenau, zum Minister ohne Portefeuille und der Kabinettschef im Bundeskanzleramt, Guido Schmidt, zum Staaatssekretär erschiffhafen sowie die Gewinnung neuen Landes ins Auge falle. Als Reichsminister Frick darauf hinwies, daß wir heute auch nicht mehr wehr= und ehrlos seien, erhob sich brausender Jubel. „Wir haben gestern bewiesen“, so fuhr der Minister fort,„daß wir absolut vom Friedenswillen erfüllt sind, und wir haben einen Freundschaftsvertrag mit unseren Brüdern in Oesterreich abgeschlossen.(Großer Beifall.) Es ist gerade das Wesen des nationalsozialistischen Staates, daß man nicht Worte und leere Phrasen wie in der Systemzeit macht, sondern daß wir handeln und Taten sehen lassen. Wir sind zu jeder friedlichen Mitarbeit in Europa und in der ganzen Welt bereit. Das haben wir gestern wieder einmal bewiesen— aber nur unter der Bedingung, daß die Lebensnotwendigkeiten des deutschen Volkes anerkannt werden.“ Anschließend an die Großkundgebung marschierten die einzelnen Kolonnen wieder in die Stadt zurück, um sich hier bei einem großer Volksfest und sonstigen Veranstaltungen mit der übrigen Bevölkerung zu schöner Volksgemein schaft zusammenzufinden. nannt. Staatssekretär Schmidt wird dem Bundeskanzler für die Belange der auswärtigen Politik beigegeben. Telegrammwechsel zwischen Schuschnigg und dem Führer anb Berlin, 12. Juli. Der österreichische Bundeskanzler v. Schuschnigg hat an den Führer folgendes Telegramm gerichtet: „Der Abschluß des Uebereinkommens, dessen Ziel es ist, die freundnachbarlichen Beziehungen zwischen beiden Staaten wieder herzustellen, bietet mir willkommene Gelegenheit, Euer Exzellenz als den Führer und Kanzler des Deutschen Reiches zu begrüßen und gleichzeitig der Ueberzeugung Ausdruck zu geben, daß die Auswirkung des Uebereinkommens Oesterreich und dem deutschen Volke zum Nutzen und damit dem ganzen deutschen Volke zum Segen gereichen werde. Ich glaube, mich mit Euer Exzellenz einer Meinung zu wissen, daß wir darüber hinaus mit dem Uebereinkommen unserer Staaten zugleich dem allgemeinen Frieden einen wertvollen Dienst erweisen. v. Schuschnigg.“ Der Führer und Reichskanzler hat mit folgendem Telegramm geantwortet: „Die Grüße, die mir Euer Exzellenz aus Anlaß des heute abgeschlossenen deutsch=österreichischen Uebereinkommens übermittelt haben, erwidere ich aufrichtig. Ich verbinde damit den Wunsch, daß durch diese Uebereinkunft die alten, durch Rassengemeinschaft und jahrhundertelange gleiche Geschichte erwachsenen traditionellen Beziehungen wieder hergestellt werden, um damit eine weitere gemeinsame Arbeit anzubahnen zum Nutzen der beiden Staaten und zur Festigung des Friedens in Europa. Adolf Hitler. Deutscher Reichskanzler." Feierliche Grundsteinlegung der HI=Motorsportschule Niedersachsen des RSKK dnb. Gandersheim, 11. Juli. In der alten, festlich geschmückten Niedersachsenstadt Bad Gandersheim bei Kreiensen erfolgte am Sonnabend durch den Führer des deutschen Kraftfahrsports, Korpsführer Hühnlein, und den Reichsjugendführer Baldur von Schirach die feierliche Grundsteinlegung für die HI=Motorsportschule Niedersachsen des RSKK. Die Errichtung dieser Schule ist zu einer dringenden Notwendigkeit geworden, weil die HI=Motorsportschule des RSKK in Arnstadt den wachsenden Anforderungen nicht mehr nachkommen kann. Die neue Schule wird sich auf einem beherrschenden Hügel vor den Toren der 1000 Jahre alten Stadt erheben. Dr. Leo Wegener gestorben dnb. Kreuth(Oberbayern), 12. Juli. Der Schöpfer des Deutschen landwirtschaftlichen Genossenschaftsvereins in der früheren Provinz Posen, Dr. Leo Wegener, ist am Sonnabend im Alter von 66 Jahren auf seinem Ruhesitze im Dorfe Kreuth nach längerer Krankheit gestorben. Dr. Wegener hat in zäher, unermüdlicher Arbeit das deutsche landwirtschaftliche Genossenschaftswesen der Provinz Posen aufgebaut und hat sich als langjähriger Direktor des Raiffeisenverbandes um die Erhaltung und Stärkung des deutschen Bauerntums große Verdienste erworben. Ueber 700 Todesopfer der amerikanischen Hitzewelle dub. Newyork, 12. Juli. Die Zahl der Todesopfer in den von der ungewöhnlichen Hitzewelle betroffenen amerikanischen Staaten wurde Sonnabend abend mit über 700 angegeben. Allein die Stadt Newyork meldet 60 Tote. Die kanadische Provinz Ontario hat 140 Fälle von tödlichem Hitzschlag zu verzeichnen. Aussenkundgeduilg in Jeannsurl a. Al. Der höhepunkt des Gautages hessen-Rassau— Reichsminister Dr. Frick spricht in einer Großkundgebung auf dem Messegelände Nns Lenung des Keichssagenofutstees Richtlinien des Reichsjugendführers für die körperliche Ertüchtigung des Deutschen Jungvolks ond Berlin, 11. Juli. Der Reichsjugendführer hat eine Anordnung erlassen, die Richtlinien für die körperliche Ertüchtigung im Deutschen Jungvolk enthält und die Angehörigen dieser Organisation vor einer übermäßigen dienstlichen Inanspruchnahme bewahren soll. Diese im Sinne einer gesunden nationalsozialistischen Erziehungsarbeit erlassenen Ausführungsbestimmungen des Reichsjugendführers Baldur von Schirach sind dazu geeignet, das Vertrauen der Elternschaft zum Deutschen Jungvolk in weiterem Maße zu festigen. Anordnung des Reichsjugendführers Das höchste Gut, das die Führer der Hitlerjugend und des Deutschen Jungvolks zu wahren haben, ist die Gesundheit der ihnen anvertrauten Jungen. Der Führer will keine weichlichen Muttersöhnchen, sondern eine kraftvolle und sportlich durchtrainierte Jugend. Diese Erziehung zu Kraft. Ausdauer und aber nicht dazu führen, daß HI= und DJ=Führer von einem Jungen Leistungen verlangen. die dem Alter der Jungen nicht entsprechen, über deren Kraft gehen und gesundheitliche Schäden zur Folge haben. Im Jahr des Deutschen Jungvolks sind alle im Alter von 10 bis 14 Jahren stehenden Jungen zur Parteijugend gekommen. Die Eltern, die damit dem Deutschen Jungvolk ihr kostbarstes Gut anvertraut haben, müssen die Gewähr haben, daß die Gesundheit und Leistungsfähigkeit ihrer Jungen im Jungvolkdienst nicht geschädigt oder herabgesetzt, sondern planmäßig gefördert wird. Das Vertrauen der Elternschaft zur Führerschaft der HI und des DI ist die Grundlage unserer Erziehungsarbeit. Ich erwarte und verlange von jedem HJ= und OI=Führer. daß er dieses Vertrauen rechtfertigt. Um in Zukunft Ueberanstrengungen und gesundheitliche Schäden jeder Art zu vermeiden, gebe ich zu meinen bisherigen Anordnungen folgende Ausführungsbestimmungen für den Jungvolkdienst: 1. Heimabend: Der Heimabend bzw. der Heimnachmittag darf die Dauer von zwei Stunden nicht überschreiten. Er muß, sofern er am Spätnachmittag durchgeführt wird, bis spätestens 19 Uhr beendet sein. 2. Fahrt: Jungvolk=Einheiten von Jungzug=Stärke an aufwärts, die starke Größenunterschiede in ihren Reihen aufzuweisen haben, lassen die kleinsten Pimpfe in einer Gruppe von 4X3 Pimpfen an der Spitze marschieren. Der Abstand zwischen dieser Svitzengruppe und der nachfolgenden Einheit muß mindestens 3 Meter betragen. Die erste Reihe der nachfolgenden Einheit ist für das Einhalten dieses Abstandes verantwortlich. Am Schluß der Einheit marschiert ein von dem Führer der Einheit bestimmter DJ=Führer, der für die Marschordnung der marschierenden Abteilung verantwortlich ist und eintretende Ermüdungs= oder Schwächeerscheinungen rechtzeitig erkennt und dem Führer zur Meldung bringt. 3. Marschleistung: Zehn= und elfjährige Pimpfe nicht mehr als 10 Kilometer Tagesleistung; zwölf= bis vierzehnjährige Pimpfe nicht mehr als 15 Kilometer Tagesleistung. (Durch eine besondere Verfügung wird die in den Bedingungen für das DI=Leistungsabzeichen verlangte Tagesfahrt von 20 Kilometer auf 15 Kilometer herabgesetzt.) 4. Marschtempo: Zehn= bis elfjährige Pimpfe nicht mehr als vier Kilometer vro Stunde: zwölf= bis vierzehnjährige Pimpfe nicht mehr als.5 Kilometer pro Stunde. 5. Marschpause: Nach jeder Stunde Marsch ist mindestens eine Viertelstunde Pause einzulegen. Diese dient der Erholung und darf nicht mit Spiel oder Unterricht ausgefüllt werden. 6. Uebernachtung: Für zehn= und elfjährige Pimpfe sind Fahrten mit Uebernachtungen grundsätzlich verboten. Sie dürfen an mehrtägigen Fahrten nur teilnehmen, menn ihre Unterkunft in Jugendherbergen gesichert ist. Zwölf= bis vierzehnjährige Pimpfe dürfen mehrtägige Fahrten mit Uebernachtungen in Zelten nur durchführen, wenn a) ein trockener Lagerplatz vorher ausgesucht. b) genügend Stroh sichergestellt ist. (Für ein Zwölferzelt ist etwa 1 bis.5 Zentner Stroh erforderlich.) 7. Nachtruhe: Die Fahrten sind von den DI=Führern so anzusetzen, daß das Tagesziel bis spätestens 19 Uhr erreicht wird. Lageraufbau und Abendverpflegung müssen bis spätestens 21 Uhr beendet sein. Jeder Pimpf muß mindestens neun Stunden Nachtruhe haben. Wird das Tagesziel in Ausnahmefällen— durch Witterungsunbilden, unvorhergesehenen Aufenthalt usw.— später erreicht, so ist auch in diesem Fall die Zeit der Nachtruhe von neun Stunden unbedingt einzuhalten. 8. Gepäck: Das Gepäck für zehn= und elfjährige Pimpfe, das Waschzeug. Wäsche und Mundvorrat enthält, darf ein Gewicht von fünf Pfund nicht übersteigen. Zeltbahn und Decke dürfen nicht mitgenommen werden. Das Geväck für zwölf= bis vierzehnjährige Pimpfe darf ein Gewicht von zehn Pfund nicht übersteigen. Beträgt die Ausrüstung des zwölf= bis vierzehnjährigen Pimpfes bei mehrtägigen Fahrten mehr als zehn Pfund, so ist das überzählige Geväck auf sogenannten Geväckwagen unterzubringen.(Näheres über den Geväckwagen vergleiche Anordnung des Amtes für körperliche Schulung.) 9. Lager: In den Zeltlagern von längerer Dauer ist dem Jungvolk=Jungen ebenso wie in den Fahrtenlagern eine Nachtruhe von mindestens neun Stunden zu gewähren. In der Mittagszeit ist für die Pimpfe neben dem Mittagessen eine Erholungsvause von mindestens zwei Stunden anzusetzen. Im übrigen gelten für den Pimpf im Zeltlager sinngemäß meine Anordnungen über Fahrt, Marsch. Leibesübungen, Geländesport und Dienst bei Nacht. 10. Geländesport: a) Ordnungsübungen sind Mittel zum Zweck, kein Selbstzweck. Im Jungvolkdienst werden nur soviel Ordnungsübungen angesetzt, um ordnungsmäßiges Antreten. Melden und Marschieren der Jungvolkeinheiten zu gewährleisten. Einzelausbildung ist daher mit Ausnahme des Uebens des Grußes verboten. Grundsätzlich sind an einem Tage Ordnungsübungen nicht über die Zeitdauer von einer Viertelstunde auszudehnen. b)„Den Begriff von Strafordnungsübungen oder Strafgelandedienst gibt es weder in der Hitlerjugend noch im Jungvolkdienst. HJ= und DI=Führer. die zu solchen Mitteln zur Aufrechterhaltung ihrer Autorität greifen, beweisen damit ihre Unfähigkeit und werden von mir rücksichtslos entfernt. c) Der Geländedienst soll an einem Uebungstag im allgemeinen die Gesamtdauer von drei Stunden einschließlich An= und Rückmarsch nicht überschreiten. In diesen drei Stunden ist mindestens eine Pause von einer halben Stunde enthalten, die nicht mit Unterricht oder dergleichen ausgefüllt werden darf. Bei Regenwetter darf kein praktisches Geländespiel durchgeführt werden. Bei überraschendem Regenwetter hat der Führer seine Jungen so schnell wie möglich in eine trockene Unterkunft zu bringen. d) Geländespiele, die im Rahmen des Jungvolkdienstes durchgeführt werden. werden nicht immer in einem Zeitraum von drei Stunden abgewickelt werden können. Sie dürfen aber die Höchstdauer von fünf Stunden nicht überschreiten. Innerhalb dieser Zeit muß den Jungen genügend Zeit zur Erholung gewährleistet werden, die insgesamt eine Stunde betragen muß. Si 11. Leibesübungen: Die Gesamtdauer einer Turn= und Sportstunde darf zwei Stunden nicht überschreiten. Innerhalb dieser zwei Stunden sind den Jungen genügend Erholungsvausen von je 5 bis 10 Minuten zu gewähren. Im Kurzstreckenlauf(d. h. Laufen mit höchster Geschwindigkeit) dürfen Zehn= und Elfjährige nicht mehr als 60 Meter. Zwölf= bis Vierzehnjährige nicht mehr als 100 Meter laufen. Laufen über lange Strecken dürfen Zehn= und Elfjährige in Form von Uebungsläufen bis zu 1000 Meter. Zwölf= bis Vierzehnjährige im Form von Uebungsläufen bis zu 1500 Meter ausüben. Wettkampfmäßige Durchführung von Läufen über diese Strecken. 1000 und 1500 Meter, ist grundsätzlich verboten. Der in den Bedingungen für das DILeistungsabzeichen vorgesehene Lauf über 1000 Meter wird von diesem Verbot nicht betroffen, da für diesen Lauf eine Begrenzung der Mindestzeit vorgeschrieben ist. 12. Dienst bei Nacht auf Fahrt und Lager: a) Nachtwachen sind für Zehn= und Elfjährige grundsätzlich verboten: zwölf= bis vierzehnjährige Pimpfe dürfen nicht länger als je eine Stunde Nachtwache pro Nacht übernehmen. b) Nachtmärsche, Nachtgeländespiele, Nachtalarm: Nachtmärsche sind, sofern sie nicht in Ausnahmefällen durch Witterungsunbilden usw. bedingt sind. für das Jungvolk verboten. Nachtgeländespiele sind grundsätzlich verboten. Von diesem Verbot sind die sogenannten Dunkelheitsübungen nicht betroffen, die in der Zeit der Dämmerung durchgeführt werden und eine Zeit von zwei Stunden nicht überschreiten dürfen. Nachtalarm ist für das Jungvolk grundsätzlich verboten. Führer, die gegen diese Anordnungen verstoßen. werden von mir rücksichtslos entfernt. Sind auf Grund besonderer Verhältnisse Anordnungen notwendig, die von diesen Befehlen abweichen, so ist meine Zustimmung vorher einzuholen. Berlin, am 10. Juli 1936. Der Jugendführer des Deutschen Reiches: Baldur von Schirach. Rücktrikt Madariagas als spanischer Völkerbundsdelegierter Ein umstrittener Reformvorschlag onb. Madrid, 11. Juli. Der spanische Vertreter ix. Henf. Madariaga, hat am Freitag in Maorid seinen Rücktritt als Völkerbundsdelegierter erklärt. Der Rücktritt erfolgt, wie sich aus einer schriftlichen Erklärung Madariagas ergibt, im Zusammenhang mit einer vor der letzten Geufer Tagung veröffentlichten Note über angebliche Vorschläge des spanischen Delegierten zur Völkerbundsreform. Diese Note ist jedoch nur das Protokoll über eine Besprechung mehrerer neutraler Staaten gewesen, zu dessen Abfassung Madariaga damals beauftragt worden war. Im Zusammenhang mit diesem fälschlicherweise als das Gedankengut des spanischen Delegierten ausgelegten Manifestes wurden besonders in der spanischen Linkspresse scharfe Angriffe gegen Madariaga gerichtet. Der Außenminister Barcia rückte sofort nach Bekanntwerden der Note von deren Inhalt ab und erklärte, daß die Regierung von dem Schritt Madariagas nichts gewußt habe. Die hierdurch hervorgerufene Bloßstellung des spanischen Völkerbundsdelegierten, die auch später durch eine berichtigende Erklärung Barcias nicht vollständig beseitigt werden konnte, hat nun seinen Rücktritt zur Folge gehabt. Die rests Temeobeschähfung dub. Berlin, 11. Juli. Ueber die Getreidewirtschaft 1936 37 sprach der Ministerialdirektor im Reichsernährungsministerium Dr. Moritz am 10. Juli 1936 vor Vertretern der Presse. Er führte u. a. folgendes aus: Nach der ersten Erntevorschätzung des Statistischen Reichsamtes(Anfang Juli) haben wir mit einer Getreideernte von nahezu 24 Millionen Tonnen zu rechnen. Die Ernte wird also um rund 1800000 Tonnen höher geschätzt als die Ernte des vergangenen Jahres gewesen ist; sie liegt um.3 Millionen Tonnen höher als das Durchschnittsergebnis der letzten fünf Jahre, bleibt allerdings hinter der Rekordernte des Jahres 1933 um rund 1 Million Tonnen zurück. An den höheren Erträgen sind alle Getreidearten beteiligt; beim Brotgetreide liegt die Schätzung um.2 Mill. Tonnen höher, beim Futtergetreide um über ½ Mill. Tonnen höher als der Ertrag der letzten Ernte. Die Roggenernte wird auf rund.5 Mill. Tonnen, die Weizenernte auf 5 Mill. Tonnen geschätzt. Damit sind wir nicht nur beim Roggen, sondern auch beim Weizen unabhängig vom Ausland: obgleich der Weizenverbrauch für die menschliche Ernährung in der letzten Zeit wesentlich gestiegen ist, können wir mit den zu erwartenden fünf Millionen Tonnen unter Berücksichtigung des natürlichen Schwundes neben dem Mahlweizen auch alle anderen Bedürfnisse(Saatgut, technische Zwecke, Verfutterung) decken. Danach zeichnet sich die Versorgungslage klar ab. Mit den Vorräten, die aus der Ernte 1935 stammen, finden wir unzweifelhaft den Anschluß an die neue Ernte, wie vom Ernährungsministerium entgegen manchen Zweifeln, die mitunter laut geworden sind, immer betont worden ist. Dem Ablauf des neuen Getreidewirtschaftsjahres, das ist 1936/37. dürfen wir mit aller Ruhe entgegensehen. Diese Tatsache befreit jedoch nicht von der Verpflichtung. mit der kommenden Ernte hauszuhalten. Ist hiernach die Brotversorgung bis zur neuen Ernte und im neuen Erntejahr völlig gesichert, so muß die Ordnung der Brotgetreidewirtschaft wie bisher davon ausgehen, daß der Brotvreis entsorechend den Zielen der allgemeinen Wirtschaftspolitik der Reichsregierung unverändert bleibt, und daß die Erzeugerpreise nach wie vor gerecht und stabil gestaltet werden. Da demnach die Getreidewirtschaft 1936/37 mit ganz ähnlichen Verhältnissen und Aufgaben zu rechnen hat wie im abgelaufenen Jahr, konnte die bisherige Regelung weitgehend übernommen werden. Das Festpreissystem ist unverändert beibehalten worden. Die Getreidevreise steigen entsprechend dem Gefälleprinziv wieder von Osten nach Westen und zeitlich von Monat zu Monat bis zum Schluß des Erntejahres an. Die Festvreise bleiben bei den einzelnen Getreidearten dieselben wie im vergangenen Jahr. Eine Ausnahme machen lediglich die Roggen= und Weizenpreise im Erzgebirge und die Weizenpreise in Bayern Hier ist zum Ausgleich der in diesen Gebieten bisher etwas zu niedrig festgesetzten Preise eine leichte Erhöhung vorgenommen worden. Die Kleinverkaufspreise, die der Verbraucher für Backwaren zu zahlen hat, werden jedoch dadurch nicht beeinflußt. Entsprechend der Beibehaltung der bisherigen Getreidefestpreise ergeben sich auch bei den Mehlpreisen im Laufe des Jahres keine nennenswerten Veränderungen gegenüber dem Vorjahr. Insbesondere wird der Roggenmehlvreis wieder während des ganzen Wirtschaftsjahres auf dem gleichen Stand gehalten, um dadurch die Stabilität des Brotvreises zu ermöglichen. Dies wird auch in Zukunft durch Gewährung von Ausgleichsbeträgen an die Roggenmühlen erreicht: die Mittel hierfür werden wie bisher durch eine Ausgleichsabgabe der Weizenmühlen aufgebracht. Dort, wo trotz des stetigen Roggenmehlvreises die Aufrechterhaltung des Brotvreises aus örtlichen, in der Entwicklung bedingten Gründen Schwierigkeiten bereitet, wird wie bisher die Bäckerausgleichskasse, die aus den gleichen Ausgleichsabgaben der Weizenmühlen gespeist wird, helfend einspringen. Zur Sicherung einer gleichmäßigen Versorgung des Volkes mit Brot ist ferner die Ablieferungspflicht (bzw. das Ablieferungsrecht) der Landwirtschaft für Brotgetreide beibehalten worden. Das Gesamtablieferungssoll ist vom Reichsminister für Ernährung und Landwirtschaft festgesetzt. Die Aufbringung erfolgt wie bisher durch den Reichsnährstand unter Beibehaltung des Kontingentmarkensystems. 30 v. H. des Ablieferungssolls müssen bis 15. Oktober 1936 geliefert werden. Im Interesse einer gesicherten und gleichmäßigen Versorgung mit Brot ist weiterhin bestimmt worden, daß Roggenmehl von niedrigerer Ausmahlung als die vor zwei Jahren eingeführte Type 997 nicht hergestellt werden darf. wobei die Vorschriften über den Aschegehalt so gestaltet worden sind, daß ihre Innehaltung auch den kleinen Mühlen ohne Schwierigkeiten möglich ist. Der Sicherung der Versorgung mit Brotgetreide dient ferner die Vorschrift. daß die Mühlen verpflichtet werden, mindestens die doppelte Menge des ihnen monatlich zustehenden Mahlkontingents an Brotgetreide auf Lager halten. Als weitere Maßnahme zur Sicherung der Brotversorgung ist zu erwähnen, daß Roggen und Weizen, der nicht unter das Ablieferungssoll fällt, zunächst dem zuständigen Getreidewirtschaftsverband angedient werden muß. Beim Futtergetreide sind Maßnahmen getroffen worden, um die Preisgestaltung und den gesamten Verkehr mit Futtergereide stärker als bisher in die Hand zu bekommen. U. a. gilt Hafer und Gerste in Zukunft nur dann als Industriegetreide, wenn es von Bezugscheinen begleitet wird, die an das verarbeitende Gewerbe dem Bedarf entsprechend verteilt und von den verarbeitenden Werken an die Lieferfirmen zur Erfassung der Ware beim Erzeuger vergeben werden. Nach dem 28. Februar 1937 ist der Handel mit Braugerste, Industriegerste und Industriehafer untersagt. Ausnahmen können nur leistungsschwachen Betrieben im Einzelfall zugestanden werden. Wintergerste darf in Zukunft nicht mehr für Brauzwecke verwendet werden. Außerdem wird eine Andienungspflicht der Verteiler gegenüber den Getreidewirtschaftsverbänden für den Fall eingeführt, daß Futtergerste und Futterhafer in größeren Mengen in das Gebiet eines anderen Getreidewirtschaftsverbandes verkauft werden soll. Diese Maßnahmen werden eine geordnete Futtergetreideversorgung gewährleisten. Um eine bevorzugte Versorgung der Wehrmacht mit Hafer zu erreichen, ist schließlich bestimmt worden, daß diese in den ersten Monaten des Wirtschaftsjahres besondere Zuschläge für Hafer zahlen kann. Der Aufbau der zur Ordnung der Getreidewirtschaft geschaffenen Organe ist unverändert geblieben. Nur der Zusammenschluß der Roggen= und Weizenmühlen ist dem Führerprinziv entsprechend im Innern umgestaltet worden. Programm für den 14. Juli onb. Paris, 10. Juli. Die allgemeinen Richtlinien für den nationalen Feiertag, dem 14. Juli, sind nun erlassen worden. Der Vormittag bleibt der üblichen Truppenparade auf den Champs=Elysées vor dem Präsidenten der Republik vorbehalten Am Nachmittag wird der von dem Volksfront=Ausschuß organisierte Umzug stattfinden, der auf zwei verschiedenen Wegen einmal vom Pariser Rathaus und zum anderen vom Republikplatz zum Platz der Nation ziehen wird.* Ntation giehe Auf den Champs=Elysées wird eine politische Kundgebung geduldet werden Dort wird außer der Parade nur noch die für 18.30 Uhr festgesetzte feierliche Wiederanzündung der Ewigen Flamme stattfinden. Ministerpräsident Leon Blum wird an der Seite des Präsidenten der Republik und des nationale Verteidigung an der Abnahme der Truppenschau teilnehmen. Zusammenstöße in Avignon onb. Paris, 11. Juli. Der„Matin“ und einige andere Blätter veröffentlichen ausführliche Berichte über die Zusammenstöße, die sich in Avignon zwischen Streikenden und Kaufleuten ereignet haben. Danach hätten die Streikenden versucht, die Kaufleute zum Schließen ihrer Geschäfte zu veranlassen. Bei diesen Zusammensloßen, die sich vor allem bei einem Umzug der Kaufleute abspielten, die gegen das Vorgehen der Streikenden protestierten, wurde ein Schaufenster geplündert. Die Kommunistische Partei scheint, wie weiter berichtet wird, durch diese Zwischenfälle einigermaßen beunruhigt zu sein, denn sie veröffentlicht eine Erklärung, in der sie das Vorgehen der Streikenden verurteilt. Sie fordert ihre Anhänger auf, dafür zu sorgen, daß sich derartige Fälle nicht wiederholen, da sie nur dazu beitragen würden, eine Spaltung zwischen dem Mittelstand und der Arbeiterklasse herbeizuführen. Die Einigkeit dieser beiden Klassen habe erst den Sieg der Volksfront ermöglicht. Der Reichskriegsminister empfängt Prof. Frank dnb. Berlin, 11. Juli. Der Reichskriegsminister und Oberbefehlshaber der Wehrmacht, Generalfeldmarschall von Blomberg, hat den Präsidenten des„Reichsinstituts für Geschichte des neuen Deutschlands“, Prof. Dr. Walter Frank, zu einer Aussprache über die wissenschaftlichen Aufgaben und Ziele des„Reichsinstituts“ empfangen. Prof. Frank hat den Sachverständigen-Beirat des Reichsinstituts durch drei Vertreter der Wehrmacht erweitert und für das Heer Oberstleutnant a. D. Foester, Direktor der Forschungsanstalt für Kriegs= und Heeresgeschichte, für die Kriegsmarine Konteradmiral Aßmann, Leiter der Kriegswissenschaftlichen Abteilung beim Oberbefehlshaber der Kriegsmarine, und für die Luftwaffe Oberstleutnant a. D. Haehnelt berufen. Der Frauenmord bei Görlitz aufgektärt Geständnis des Täters dnb. Görlitz, 11. Juli. Die Ermordung der 45 Jahre alten ledigen und alleinstehenden Schneiderin Gertrud Hiller aus Pfaffendorf bei Görlitz, die, wie gemeldet, am Sonntag, 5. ds. Mts., tot aufgefunden worden war, hat ihre Aufklärung gefunden. Als Täter wurde der 28 Jahre alte Albert Linke aus Pfaffendorf ermittelt und überführt. Linke hat unter dem Druck der gegen ihn zusammengetragenen Beweise noch in der Nacht zum Sonnabend ein volles Geständnis abgelegt. Er will die Tat begangen haben, weil er schon seit längerer Zeit mit Fräulein Hiller Meinungsverschiedenheiten hatte. Am Mordtage habe er sie auf der Landstraße getroffen und mit ihr einen Wortwechsel gehabt, in dessen Verlauf er so in Wut geraten sei, daß er das Fräulein niederschlug und es würgte. Als es kein Lebenszeichen mehr von sich gegeben habe, habe er es in ein Weizenfeld geschleift. Am Sonntag, 5. Juli, früh gegen 6 Uhr, nachdem sich die Mordkommission bereits an der Mordstelle befand, ist der Beschuldigte ebenfalls dort erschienen und hat als Angehöriger der Feuerwehr sich an der Ueberwachung des Tatortes beteiligt. Paris. Der Präsident der Republik Lebrun hat am Sonnabend im Beisein des Außenministers Delbos den neuen polnischen Botschafter Lukasiewicz empfangen, der ihm sein Beglaubigungsschreiben überreichte. Brüssel. Die belgische Regierung hat an Sonnabend die Aufhebung der wirtschaftlichen und finanziellen Zwangsmaßnahmen, denen sich Belgien gegenüber Italien angeschlossen hatte beschlossen. sagas dsdelegierter mvorschlag spanische Vertreter st am Freitag in Völkerbundsdeleh a u s e i n e r s c h r i f t ergibt, im Zusamen Geufer Tagung gebliche Vorschläge zur Völkerbundsnur das Protokoll er neutraler Staan Madariaga daim Zusammenhang das Gedankengut isgelegten Manispanischen LinksMadariaga gerichrückte sofort nach deren Inhalt ab erung von dem ißt habe. Die hierung des spanischen auch später durch zarcias nicht volle, hat nun seinen 14. Juli illgemeinen Richteiertag, dem 14. n. 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Meist sind solche technischen Großtaten das Ergebnis von Gemeinschaftsarbeiten vieler auf einem bestimmten Gebiete arbeitender Männer, so daß ein einzelner kaum als der eigentliche Erfinder angesprochen werden kann. Aber gerade das Gebiet der schnellaufenden Verbrennungsmotoren ist das Arbeitsfeld einzelner Männer gewesen, die mit der vorher gesaßten Absicht an ihre Erfindungen herangingen. So wurde von Gottlieb Daimler der Automotor erfunden, weil er einen schnellausenden und dabei bei großer Kraft kleinen Motor haben wollte, der sich zum Einbau in Fahrzeuge eignete. Und Carl Benz baute weder, wie seine Vorgänger, Federwerke noch andere Behelfsmittel in einen Personenwagen ein, sondern gestaltete sein erstes Auto mit allem technischen Beiwerk aus, das in einen selbstfahrenden Wagen hinein gehört und im Prinziv heute noch in den Automobilen zu finden ist. Was Rudolf Diesel und seinen Motor betrifft, so stellte sich der 20jährige Student der Technischen Hochschule in München die Aufgabe, einen Verbrennungsmotor zu erfinden, der die in den Brennstoffen vorhandenen Wärmeenergien voll in Arbeit umsetzt. Das ist ihm allerdings nicht gelungen, und bis auf den heutigen Tag konnte ein solcher Motor nicht gebaut werden. Aber Diesel kam mit seiner Maschine dem erstrebten Ziel viel näher, als alle seine Vorgänger vom ersten Lokomotivbauer Stephenson bis zu Daimler und Benz. angelassen werden. Diesel erschien diese Stunde so wertvoll, daß er seinen alten Studienfreund Vogel hinzu zog. Mit Preßlaui wurde der Motor in Gang gebracht, dann zum ersten Male Brennstoff eingespritzt. Eine Zündung erfolgte— doch im gleichen Augenblick flog dos Manometer an den Köpfen der drei vorbei gegen die Wand und zerschellte dort in Atome. Der Indikator zeigte, 80 Atmosphären Druck an: Diesel meinte später, der Druck im Zylinder müsse noch höher gewesen sein, nur hätte der Manometer nicht Zeit gefunden, ihn auszuzeichnen. Nach weiteren Versuchen kam Diesel zu dem Ergebnis, die Maschine völlig umzubauen. Wieder vergingen Monate, bis seine Anwesenheit in Nürnberg notwendig wurde. Vier volle Jahre lang mußte alles darangesetzt werden, bis ein brauchbater Motor dastand. Dann aber hatte der Student aus München gesiegt. Bei den Prüjungen durch die ersten wissenschaftlichen Experten wurde festgestellt, daß zwar nicht eine restlose Umsetzung der Brennstoff=Wärmeenergien erreicht worden war, daß der Motor aber alle anderen Kraftmaschinen an Wirtdistlichkeit übertraf. Der„Wirkungsgrad“ konnte bis auf 38. oft auch bis auf 40 Prozent gebracht werden, ein Erfolg, den Diesel nach den ersten entmutigenden Versuchen selbst nicht erwartet hatte. So ist denn der nach seinem Erfinder benannte Dieselmotor auch heute noch hinsichtlich der Umsetzung der Wärmeenergien die wirtschaftlichste Kraftmaschine. In unserer Zeit, in der bei Schichau in Elbing der erste Kohlenstaubmotor als neueste Verbrennungskraftmaschine ausprobiert wird. ist es interessant zu erfahren, daß schon Rudolf Diesel zu Beginn der neunziger Jahre des vergangenen Jahrhunderts die Sveisung seines„rationellen Wärmekraftmotors“ mit sein zermahlener Steinkohle vorgesehen hatte. Allerdings ist er davon abgekommen, als er die großen Erfolge mit Schweröl sah. Das tragische Ende Im Herbst des Jahres 1213 legte ein deutscher Dampfer im Hafen von London an, dessen Kavitän der Behörde die Meldung machen mußte, daß auf der Ueberfahrt von Hamburg ein Passagier spurlos vom Schiff verschwunden sei. Aus hinterlassenen Pavieren konnte der Name des über Bord gegangenen festgestellt werden: Es war Rudolf Diesel, der seinem Leben auf so tragische Weise ein Ende gesetzt hatte. Was ihn dazu veranlaßte, ist nie ergründet worden Der von ihm erfundene Motor aber hatte bereits den Siegeszug durch die ganze Welt angetreten! Castrop-Rauzel in der Berliner via triumphalis Fahnen über der Olympiastadt Werdet Mitglied des Deutschen Luftsport=Verbandes Anmeldungen sind an die Ortsgruppe Castrov= Rauxel(Fliegerhorst) zu richten. Die Notiz im Kollegienheft Im Jahre 1878 saß der junge Student der Maschinenbaukunde Diesel in der Vorlesung des berühmten Professors Linde, des Erfinders der Eismaschine, und vernahm zu seinem Schrecken, daß alle Kraftmaschinen arge Verschwender sind. Von der Dampfmaschine wußte man, daß sie nur 10—12 Prozent der Brennstoff=Wärmeenergien in nutzbringende Arbeit umwandeln. Der weitaus größte Teil geht in der Feuerung, durch den Schornstein, als Hitzeabstrahlung des Kessels und der Zuleitungsröhren und als unnötige aber unvermeidliche Reibung in der Maschine selbst verloren Mit den damals schon bekannten Gasmotoren war es nicht viel besser, obschon sie es schon auf 18 bis 20 Prozent brachten. Diesel ließ diese Mitteilung aufhorchen. Er machte sich seine Gedanken darüber und aus dem im Kolleg Gehörten und der eigenen Forschung ergab sich die Notiz im Kollegheft:„Untersuchung, ob es nicht möglich ist, die Jsotherme zu verwirklichen!" Er wollte die restlose Umsetzung der Wärmeenergien in Arbeit erreichen, ein Ziel, das ihn die rastlose Arbeit vieler Jahre, Entbehrungen, maßlose Enttäuschungen, schließlich aber viel Erfolg bringen sollte. Leicht wurde es Diesel nicht gemacht, aber auch er selbst hatte sich eine Aufgabe gestellt, die nur mit dem Einsatz seiner ganzen Persönlichkeit gelöst werden konnte. Entwurf und erster Versuch Jahre waren vergangen seit dem Auftreten des ersten Gedankens. Aus dem Studenten war der Ingenieur geworden, der in den Maschinenbauanstalten sein Brot verdienen mußte. Eine Untersuchung über einen neuen Wärmekraftmotor hatte nach ihrer Drucklegung viel Ablehnung in der Fachwelt erfahren. Die Gedankengänge des unbekannten Technikers wurden von den Konstrukteuren der Fabriken wie auch von Wissenschaftlern verworfen. Die Isotherme konnte nach ihrer Meinung nur etwas rein Theoretisches sein; an die praktische Ausführung war unter keinen Umständen zu denken. Diesel fertigte währenddem Pläne und Zeichnungen an, sand schließlich in der Maschinenfabrik AugsburgNürnberg das Werk, das ihm Helier werden sollte, und konnte 15 Jahre nach der Münchener Studienzeit seinen neuen Motor den leitenden Männern auf dem Papier vorführen. Er hatte in diesen langen Jahren geistig verarbeitet, was sich ihm an Altem und Neuem in der Wärmekraftlehre darbot; er fand dabei aber auch eine Fülle von eigenen Gedanken, die geradezu zur Ausführung drängten. Im Jahre 1893 sehen wir Diesel zum ersten Male in Nürnberg. In der Fabrik war ein Motor nach einen Ideen und Zeichnungen gebaut und im Versuchsfeld aufgestellt worden. Die Maschinenbauer und Schlosser mögen manchmal den Kopf geschüttelt haben über die Entwürfe und Zeichnungen des Ingenieurs aus Berlin. der doch so ganz neue Wege ging. Denn inzwischen hatte der Automotor von Daimler und Benz seine Brauchbarkeit erwiesen, und das Automobil hatte die ersten Gehversuche zur Zufriedenheit der Eltern hinter sich. Nun aber kam schon wieder jemand mit einem neuen Motor, der in seinem Aeußeren sich stark an die Dampfmaschine anlehnte, wenn auch der Kessel und die Feuerung sehlten. Das Manometer flog gegen die Wand Diesel hatte sich für die Proben mit dem Motor einen einzigen Arbeiter der Fabrik mit in das Maschinenlaboratorium genommen. Wochenlang wurden Druckmessungen vorgenommen, ohne daß der Motor wirklich zum Laufen gebracht wurde. Die Berechnungen bei der Herstellung der Zeichnungen fand Diesel vollauf bestätigt. Er wußte, daß im IZylinder der Maschine mit bisher nicht gekannten Drücken gerechnet werden mußte, und er hatte danach die Abmessungen der Einzelteile berechnet. Dann aber sollte eines Tages der Motor das erste Mal Je näher die Zeit der Olymvischen Wettkämpfe kommt, desto mehr verschönert die Reichshauptstadt ihr Gesicht, das sie den Tausenden von Fremden, die sie in der Zeit des größten Sportereignisses erwartet. zeigen will. Unablässig wird an dem würdigen Festgewande Berlins unter der Leitung des rührigen Staatskommissars Dr. Livvert gearbeitet In der Vorwoche wurde mit der Errichtung der via triumphalis begonnen„die 15 Kilometer lang, vom Alexanderplatz fast gradlinig bis zum Reichssportfeld führt. Tausende von Fahnenmasten und Guirlanden werden sie umsäumen. Vor dem im Glanz seiner neuüberholten,„abgewaschenen“ Fassade und im Grünschmuck Berliner Rathaus, in dem jeweils die Olympiamannschaften feierlich empfangen werden. sind neben dem Olymvischen Brunnen bereits 53 riesige Masten errichtet von denen die Fahnen aller teilnehmenden Nationen wehen sollen. Den Mittelpunkt der großen„Olympia=Straße" bilden das Brandenburger Tor und Berlins Prunkstraße„Unter den Linden". Während im Lustgarten und am Brandenburger Tor 300 Hakenkreuzbanner von 20 bzw. 10.50 Meter hohen Masten wehen werden. grüßen„Unter den Linden“ die Banner von 235 deutschen Städten die Olympia=Besucher. Jedes dieser Banner wird eine Länge von 6 Metern und eine Breite von etwa 2 Metern haben. Auch Westfalen wird durch eine Reihe von Städten hier vertreten sein. U. a. wird man die Stadtbanner von Münster, Dortmund, Bochum, Gelsenkirchen, Bielefeld. Soest, Recklinghausen, sehen. Die verschiedenartigen Formen und Farben der Stadtfahnen und Stadtwappen werden gerade diesem Teil der großen via triumphalis ein besonders anziehendes Gepräge geben. Castrov=Rauxels blau=gelbe Stadtsahne und sein goldenes Andreaskreuz auf blauem Grund wird man allerdings in dieser bunten Schau der deutschen Städte vergeblich suchen. Als Notstandsgebiet hat man aus naheliegenden Gründen amtlicherseits die nicht unerheblichen Ausgaben gescheut, die mit der Beschaffung der Fahnen, die einheitlich durch den deutschen Gemeindetag besorgt wurden, verbunden waren. Trotzdem können wir heute zu unserer Freude mitteilen, daß auch Castrop=Rauxel, die„Industriestadt im Grünen“, in dieser Olympia=Schau der deutschen Städte vertreten ist. Das von Günther Karkoska geschaffene schöne Bild von„Erin bei Nacht“. wird am 16 Meter hohen Fahnenmast der Nachbarstadt Reckling= hausen in etwa 3 Meter Höhe Kunde von unserer engsten Heimat geben und für ihre Industrie werben. Das Bild„Erin bei Nacht“ wurde, wie wir schon mitteilten, vom Städtischen Verkehrsamt, das s. 3t. das Verwertungsrecht vom Hersteller erwarb, durch prangenden Vermittlung des Landesverkehrsverbandes Westfalen beim Ausstellungsamt Berlin eingereicht. Dieses hat, wie unsere Leser wissen, das Bild aus einer Reihe von anderen westfälischen Bildern ausgewählt, um es auf eigene Kosten vergrößern zu lassen und ständig für Ausstellungen und sonstige Gelegenheiten zur Verfügung zu haben. Seine erste Verwendung findet es nun bei der Ausschmückung von „Unter den Linden" Verwaltung und den Ratsherren sich über die Fragen der Verkehrsbelebung zwanglos auszusprechen. Es wäre somit die Gelegenheit geboten, auf dem in Rede stehenden Gebiete, die ja auch von der nationalsozialistischen Regierung aus guten Gründen gewollte enge Fühlungnahme zwischen der Bürgerschaft und der Verwaltung sowie den Ratsherren tunlichst zu fördern. Am Verkehrsverein muß jeder Volksgenosse unserer Stadt interessiert sein, dem das Emvorkommen und das Ausblühen seiner Heimatstadt am Herzen liegt. Daß in dieser Beziehung viel zu machen ist, hat uns das Beispiel anderer gleich gelagerter Städte des Industriegebietes und viel unbedeutenderer Orte in anderen Gegenden gezeigt. Auch die Arbeit und die Erfolge des Städtischen Verkehrsamtes deuten daraufhin, daß Castrov=Rauxel durchaus nicht die Aschenputtelrolle zu spielen braucht. die ihm unter völliger Verkennung der Lage der Dinge leider immer noch viele seiner eigenen Einwohner zudenken zu müssen glauben. Sie wähnen vielleicht noch, sich mit einer solch merkwürdigen Stellungnahme„interessant" zu machen und nehmen garnicht wahr, wie sehr sie sich ins eigene Fleisch schneiden. Gewiß großen Fremdenverkehr wird man wohl =Raurel ziehen können. Das ist otiv vertreten sind. lingt, Castgrov=Aguxel in den Ausflugsund bemerkenswerten Motiv vertreten sind „„ Als weitere, besonders reich ausgestattete Abschnitte erhalten der Pariser Platz, der Große Stern und das Knie je 53 und der AdolfHitler=Platz 126 Fahnenmasten. Außerdem entbieten auf den Vorplätzen sämtlicher Bahnhöfe dichte Fahnenwälder den eintreffenden Gästen den ersten Willkommensgruß. Hinzu kommen viele Kilometer Girlanden, viele tausend Quadratmeter bedeckender Grünschmuck, mit dem Baulücken und sonstige störende„Schandflecke" verkleidet werden. kommt die Fülle der Triumph= Pforten und endlich die private Ausschmückung der Häuser, für die von der Hausbesitzer=Organisation umfassende Vorbereitungen getroffen wurden. Die Olympiastadt in olymvischem Festschmuck— ein einzigartiges, farbenprächtiges Bild von imponierender Schönheit. Ist für Gastrop Kaugel ein Verrehrsverein nolig! Breiteste Anteilnahme der Bevölkerung an der Verkehrshebung dringend geboten eunigst Wir möchten hier heute mal wieder eine Angelegenheit zur Aussprache stellen, für die wir uns in der Vergangenheit schon wiederholt eingesetzt haben. Wir meinen den Verkehrsverein für Castrop=Rauxel. Es handelt sich hier eigentlich nicht um eine Neubildung, sondern nur um eine Wiederbelebung. Denn einen„Verkehrsausschuß" besaß schon die Stadt Castrov in einer Unterabteilung des z. Zt. ruhenden Vereinc Heimatpflege für Castrop und Umgebung. Als 1926 die Mittelstadt Castrop=Rauxel gebildet wurde, schritt man in rechtem Verständnis für die Notwendigkeit der Verkehrsbelebung und Verkehrshebung alsbald dazu, aus dieser Unterabteilung ein selbständiges Gebilde— einen Verkehrsverein— zu schaffen und ihn durch Einbeziehung des gesamten Stadtgebietes aus eine breitere Basis zu stellen. Ueber die ersten Anfänge ihrer Tätigkeit ist diese Vereinigung aber leider nicht hinausgekommen, da man irrtümlicherweise glaubte, daß seine Arbeiten von dem damals ins Leben gerufenen Städtischen Verkehrsbüro bzw. Verkehrsamt geleistet werden könnten. Zunächst nahm man allerdings noch eine abwartende Haltung ein, vor ca. 2 Jahren schritt man jedoch sang= und klanglos zur Auslösung des derzeitigen Verkehrsvereins. nachdem er längere Jahre hindurch ein Dornröschendasein im Verborgenen führte und alle Arbeit für die Verkehrshebung der Stadt, bzw dem Städtischen Verkehrsamte überließ. Es scheint sich u. E. aber schon längst herausgestellt zu haben, daß dieses Eingehenlassen des Verkehrsvereins ein Fehler war, den man sch wieder gut machen sollte. Es hat sich nämlich oft genug gezeigt, daß bezüglich der Verkehrshebung Sachen vorkommen, bei denen unsere Stadt als amtliche Stelle, nicht gut gleichzeitig sozusagen Richter und Beklagter sein kann. Es wäre gut gewesen, wenn bei diesen Angelegenheiten der Stadt als Vertreter der Oeffentlichkeit der Verkehrsverein gegenüber gestanden hätte. Weiter gibt es viele Angelegenheiten der Verkehrswerbung und Verkehrshebung, die von der betreffenden Städtischen Stelle nicht gut behandelt werden können, weil sie zu sehr ins Geschäftsmäßige hineingehen. Auch manche Kleinarbeit, deren Notwendigkeit für die Stadtverwaltung als solche nicht anerkannt werden kann, weil Castrop=Rauxel bekanntlich noch Notstandsgebiet ist, würde von dem Verkehrsverein anstandslos geleistet werden können. Der Stadtverwaltung selbst muß ein Verkehrsverein als Mitarbeiter auf dem so wichtigen Gebiete der Verkehrshebung unbedingt willkommen sein. Durch den Verkehrsverein könnten Wünsche der Bürgerschaft, die die Verkehrsbelebung betreffen, direkt an die Stadtverwaltung herangetragen werden, was jetzt meist nur auf dem Wege des Zeitungseingesandts geschieht. Es würden dann zweisellos den zuständigen Stellen der Stadt mehr„Stimmen der Bürgerschaft" bekannt werden, als das jetzt der Fall ist, da manche sich unter den obwaltenden Umständen scheuen, die betreffenden Angelegenheiten„an die große Glocke zu hängen“. Der Verkehrsverein würde in Aussprache= Abenden auch die Möglichkeit bieten, mit der verkehr des Industriegebietes so einzuschalten, wie unsere„Industriestadt im Grünen“ das ihrer bevorzugten Lage nach verdient. Wer Castrov=Rauxels landschaftlich schöne Lage bestreiten und behaupten wollte, daß in dieser Hinsicht hier„bei uns nichts los“ wäre, der ist entweder über die seiner Wohnung zunächst liegende Straßenecke nicht hinausgekommen oder er hat auch sonst nichts für die Erweiterung seines Horizonts getan. Wir haben— Gott sei Dank— in Castrop=Rauxel, wie gerade von Fremden oft genug anerkannt wird. so viele schöne Punkte, um die uns manche andere Stadt beneidet. Es gilt nun diese schönen Fleckchen unserer Heimaterde in geeigneter Weise herauszustellen. Das Städtische Verkehrsamt hat damit bereits in glücklicher Weise begonnen, indem es erst kürzlich große beschriftete Photoumdrucke vom Schloß Bladenhorst in Ausflugsorten und viel besuchten Stätten der Nachbarschaft zum Aushang brachte. um gerade an den Verkehrszentren für den Besuch Castrop=Rauxels zu werben. Daß die bedauerlicherweise in heimischen Kreisen so viel verbreitete Ansicht, in Castrov=Rauxel sei nichts los und nichts aufzuweisen, was auswärts Interesse finden könne, grundfalsch ist, hat uns auch jetzt eben erst noch die Dortmunder Heimatschau „Kohle— Eisen— Bier" bewiesen, die, wie der„Stadtanzeiger für Castrop=Rauxel und Umgebung“ schon berichtete, in verschiedenen großen Ausstellungsstücken direkt auf Castrov=Rauxeler Vorbildern fußt. Durch systematische Zusammenarbeit zwischen Verkehrsverein und Stadtverwaltung könnte in dieser Hinsicht gewiß noch viel mehr geleistet und geschaffen werden. Grundsätzlich ist für eine erfolgreiche Arbeit des Verkehrsverein, daß er sich von vornherein der Interessen aller Stadtteile in gleicher Weise annimmt. Es darf keine Eigenbrötelei etwa für den Norden oder den Süden getrieben werden. Ueberhaupt könnte und müßte der Verkehrsverein gerade das wichtigste und beste Bindemittel zwischen den einzelnen Stadtteilen abgeben. In ihm müßte es ein leichtes sein, die Brücken über sich etwa auftuende Klüfte zu schlagen und alles im Interesse des Ganzen unter einen Hut zu bringen. Daß für ein Gemeinwesen wie Castrop=Rauxel Werbung und Herausstellen seiner Anziehungspunkte eine ebenso unbedingte Notwendigkeit ist, wie die ständige Reklame und die gute Schaufensterdekoration für jedes Geschäft, müßte weit mehr als bisher Allgemeinansicht der Bevölkerung werden. Von einer Verkehrshebung haben nämlich nicht nur gewisse Stände, sondern letzten Endes die Gesamtbevölkerung Nutzen. Daß z. B. die Wiederbelebung der historischen Castrover Rennen wirtschaftlich für unsere Stadt von Vorteil wäre, das wird jeder bestätigen, der in der Vorkriegszeit noch Zeuge des an den Renntagen in die Erscheinung tretenden Auftriebes im Wirtschaftsleben unserer Stadt war. Neben der Wiederbelebung der Rennen in dieser oder jener Form, die seitens der Stadt durch die Anpachtung des Rennwiesengeländes erfreulicherweise schon eingeleitet ist, gibt es noch eine große Anzahl ungelöster Fragen, die der Arbeit eines Verkehrsvereins würdig wären. Es sei hier nur kurz auf folgendes hingewiesen: Regelung des Fernsprechwesens in Castrov=Raurel in der Weise, daß alle hiesigen Teilnehmer dem Ortsverkehrsnetz angeschlossen würden. Jetzt gehören z. B. noch alle Fernsprechteilnehmer in Ickern zu Dortmund. Oeffnung der Waldwege für den allgemeinen Verkehr. Der Verkehrsverein könnte den Besitzern gegenüber gegebenenfalls die Verpflichtung übernehmen, durch Aufstellen von Tafeln und Stellen von Wärtern für den größtmöglichsten Schutz der Waldungen zu sorgen. In den Wäldern, wie in den sonstigen Grünflächen der Stadt könnte der Verkehrsverein, wie das ja auch sein Vorläufer getan hat, durch Aufstellen von Bänken für wünschenswerte Ausruhgelegenheiten sorgen. Alljährlich würde wie früher wieder ein Blumenschmückwettbewerb auszuschreiben sein, der dazu beiträgt das Straßenbild der Stadt freundlich zu gestalten. Wenn die Vereinsmittel es gestatten, könnte der Wettbewerb auch auf die Prämiierung der pfleglichen Gestaltung des Hausäußern ausgedehnt werden, was ja im gleichen Sinne zu begrüßen wäre. Ein vom breitest mit der Bevölkerung verwurzeltem Verkehrsverein ausgeschriebener Wettbewerb würde naturgemäß ganz andere Beteiligung finden als ein „von amtsweegn“ aufgezogener. Als weitere mögliche Aufgaben des Verkehrsvereins seien hier noch die Veranstaltung von Verkehrswochen mit besonderen Einkaufsgelegenheiten. von Naturtheateraufführungen. großen Volks= und Sportfesten usw. angedeutet. Schließlich ließe sich auch eine besonders große und wichtige Angelegenheit, die der Lösung harrt. die Schaffung einer Stadthalle. in den Rahmen des Verekehrsvereins mit einbeziehen. Auf diese Weise sind schon viele Städte durch Selbst bilfe ihrer Bürgerschaft und Industrie in den Besitz einer solchen Gemeinschaftsstätte gelangt. Wobin die Vernachlässigung der Pflege der Verkehrsbelange durch die Allgemeinheit, wie sie das Fehlen eines Verkehrsvereins in einem Gemeinwesen wie Castrop=Rauxel ja ist. letzten Endes führen muß, kann man daraus schon ahnen, daß z. B. das, Kanalschlößchen, das doch auf Castrov=Rauxeler Boden liegt, auf seinen Karten und sonstigen Drucksachen als„Kanalschlößchen in Herne i..“ firmiert. Das sollte allen zu denken geben, die Interesse am Fortbestand des Castrop=Rauxeler Eigenlebens haben. Herne zeigt sich in dieser Richtung sehr rege. Es hat bereits seit Jahren einen gut arbeitenden Verkehrsverein. Wenn Castrop=Rauxel nicht ganz ins Hintertreffen geraten will. muß u. E. endlich der von uns schon oft angeregte Schritt zur Gründung bzw. Wiederbelebung des Castrov=Rauxeler Verkehrsvereins getan werden. An Mitarbeitern und Mitgliedern wird es gewiß nicht fehlen. Die gesamte Bevölkerung unserer Stadt hat gelegentlich der 1100=Jahrseier in schönster Weise Gemeinsinn gezeigt. Sie wird auch jetzt nicht versagen, wo es abermals um die Belange der Heimat geht. Deshalb frisch ans Werk! Die Entstehung anseres Heimatbovens Vor einigen Tagen hielt Dr. Dr. Mückenhausen von der Preuß. Geologischen Landesanstalt in Münster in der Gesellschaft Westsälischer Physiker, Chemiker und Geologen einen Vortrag über„Die Bodenentwicklung Nord=Westsalens, betrachtet im Rahmen der Bodenentwicklung Norddeutschlands". Der Vortragende führte zu dem Thema folgendes aus: Die Entwicklungsgeschichte der Böden in dem Klima Norddeutschlands, wo die Niederschläge größer sind als die Verdunstung, zeigt zunächst beim Beginn der Bodenbildung allgemein eine Aufwärtsentwicklung. In diesem Stadium werden die Mineralien zersetzt und wertvolle, für die Pflanzen wichtige Bodenstoffe aufgebaut. Der Höhepunkt dieser Entwicklung ist erreicht, wenn der größtmögliche Aufbau wertvoller Bodenstofse erfolgt ist. Durch die Kohlen. und Humussäure werden die wichtigen Bodenstoffe angegriffen, sie zerfallen und werden durch das Niederschlagswasser in eine tiefere Bodenschicht geführt Wenn dieser Prozeß in stärkerem Maße einsetzt, geht die Entwicklung des Bodens abwärts, womit auch eine Abnahme seiner natürlichen Leistungsfähigkeit verbunden ist. Die Schwarzerde, der braun=schwarze Boden der Magdeburger Börde, ist in einem früheren niederschlagsärmeren Zeitabschnitt gebildet worden. Als das Klima hier feuchter wurde, setzte besonders in den Randgebieten der Magdeburger Börde eine Umlagerung im Boden ein, womit der Boden an Wert einbüßte, er degradierte. Im Kern der Börde liegen noch echte Schwarzerden vor. Die Böden auf dem Norddeutschen Geschiebemergel zeigen im Anfang ihrer Entwicklung eine Wertzunahme bis zu dem Höhepunkt des Aufbaues wichtiger Bodenstoffe. Unter dem Einfluß von Klima. Vegetation und den Säuren des Bodens finden Umlagerungen im Boden statt, womit der Bodenwert dauernd abnimmt. Die meisten Böden Norddeutschlands befinden sich in diesem Stadium. Auch die Sandböden Norddeutschlands haben z. T. ihr bestes Entwicklungsstadium überschritten. Das zeigt sich vor allem in der Bildung des Ortsteins, der auch in NordWestsalen häufig auftritt. In Nord=Westialen finden wir auf den alten Kulturböden die sogenannten Eschböden oder Platzgenböden. Sie entstanden durch die Kulturarbeit des Menschen, indem dieser große Mengen von Plaggen auf die Aecker brachte, wodurch im Laufe der Jahrhunderte eine mächtige humose Krumme über dem natürlichen Boden entstand. Durch eine gute Ackerkultur wirkt der Mensch der natürlichen Abwärtsentwicklung des Bodens entgegen.— Zu den einzelnen Bodentypen zeigte der Vortragende mehrere Lichtbilder, womit er den Zusammenhang von Boden, Bodenbenutzung und Landschaft veranschaulichte. Um die Erhaltung der Kirchenbücher Das Evangelische Konsistorium der Kirchenprovinz Westsalen macht in eingebenden. Ausführungen aufmerksam auf die Notwendigkeit der sorgfältigsten Erhaltung der Kirchenbücher, wobei diese oberste kirchliche Stelle des evangelischen Westfalen einleitend bemerkt, daß. abgesehen von der Sicherung der Kirchenbücher, insbesondere gegen Feuchtigkeit und Feuerschäden, gelegentlich auch der Zustand der Kirchenbücher selbst zu wünschen übrig lasse. Bei der außerordentlichen Bedeutung, die gerade ältere Kirchenbücher besitzen, ersucht das Konsistorium die für die Kirchenbuchführung Verantwortlichen, auch dieser Frage besondere Aufmerksamkeit zuzuwenden. Im Anschluß daran macht das Konsistorium auf folgende Gesichtspunkte aufmerksam: Wenn in Einzelfällen ältere Kirchenbücher nicht vollständig gebunden sind. sind die Blätter vor dem endgültigen Einbinden sorgfältig zu ordnen. Außerdem müsse nachgeforscht werden, ob etwa auch Blätter fehlen. damit beim Einbinden alle vorhandenen Blätter berücksichtigt werden. Beim Einbinden selbst müsse, damit die Lesbarkeit der Eintragung nicht beeinträchtigt und gegebenenfalls eine photographische Aufnahme möglich ist, darauf geachtet werden, daß die Falze. an die die einzelnen oft bis an den Rand beschriebenen Blätter angehängt werden. genügend breit sind, so daß das Buch berm Aufschlagen offen liegen bleibt. Vor einer etwaigen Photokovierung eines Kirchenbuches müsse dieses in jedem Falle zunächst in gutem Zustande sein. Die Ausbesserung beschädigter Kirchenbücher dürfe nicht etwa deshalb zurückgestellt werden, weil ein beschädigtes Buch zeitweilig besonders stark benutzt wird. Denn die Rücksicht aus die Erhaltung des Bestandes müsse allen anderen Interessen vorangehen. Dieser Kennzeichnungspflicht widerspricht, wie das Amtsgericht München in seinem in der„Juristischen Wochenschrift“ Heft 28 mitgeteilten Urteil mit Recht ausführt, eine Kennzeichnung„Inhalt netto ca 125 Gramm“. Vor dem Amtsgericht hatte sich der Betriebsleiter einer Fabrik zu verantworten, die Wurst in Dosen herstellte und auf den Etiketten angab „Inhalt ca. 125 Gramm“. Diese Angabe genügt den Anforderungen der Kennzeichnungsverordnung nicht. es muß ein bestimmtes Gewicht in den amtlichen deutschen Gewichtsbezeichnungen angegeben werden. Nur annähernde Angaben, wie ca., etwa. ungefähr usw., sind unzulässig, ihre Verwendung ist geeignet. eine Täuschung des Käufers herbeizuführen, und daber strafbar. Reise und Verkehr Sonderfahrt der Reichsbahn in den Bayerischen Wald Die Reichsbahn beabsichtigt, in der Zeit vom 2. bis 10. August d. J. wie alljährlich, wieder einen Sonderzug mit 50 Prozent Fahrpreisermäßigung nach Süd=Bayern(Passau) verkehren zu lassen. Die Fahrt. die mit den bekannten neuen, vierachsigen Eilzugwagen mit Lautsprecheranlage ausgeführt wird, geht über Nürnberg. Regensburg und Passan. Für die Teilnehmer, die durch besondere Reiseleitung betreut werden, werden für Unterkunft. ortskundige Führung und gemeinsame Ausflugsfahrten usw. Vorzugspreise vereinbart. Die Fahrt kann nur stattfinden, wenn sich bis bis zum 20. Juli mindestens 300 Teilnehmer bei den Fahrkartenausgaben oder MER.=Vertretungen, die weitere Auskunft geben. gemeldet haben. Eine Werbeschrift mit allen Einzelheiten ist ebenfalls bei diesen Stellen zu haben. Castrop=Rauxel, 13. Juli 1936 Einen Groschen nur! Der braune Glücksmann bildet im Straßenbild. auf den Wochenmärkten und in den Wirtschaften von Castrov=Rauxel wieder eine bekannte Erscheinung. Viele Volksgenossen versuchen bei ihm ihr Glück, indem sie in den„Bauchladen“ des Glücksmannes greisen und ein Los der Arbeitsbeschaffungslotterie ziehen. Der„Braune“ weiß das Glück, das er in seinem Kasten trägt, auch gar zu verlockend anzuvreisen: „Vorgestern kam in Sprockhövel noch ein Hauptgewinn von 1000 RM. heraus! Lauter kleine Leute. die jeder nur einen Groschen gewagt hatten. 200 RM. bekam jeder Volksgenosse dort in barem Gelde ausgezahlt. Hier in meinem Kasten sind noch die besten Chancen drin. Darum zugegriffen. Leute! Zugegriffen! Frisch gewagt ist halb gewonnen! Wer bietet dem Glücke noch mal die Hand. Kommen Sie. kommen Sie, das Glück wartet auf Sie!"—„Das war Pech, das war eine Niete! Aver sie können noch eine Prämie gewinnen. Heben Sie das Los gut auf!— Nachsetzen und besser machen! Immer wagen, nimmer zagen. Nichts nach einem Groschen fragen! Wer spielt noch mal mit?“ Schon fliegen ein paar Groschen auf den Plan, der die Ziffern von eins bis fünf trägt.„Die Nummern 3 und 4 sind noch frei. Wer setzt aus sie? Nur einen Groschen!— und 1000 RM. können gewonnen werden!" Der Glücksmann läßt das kleine Rädchen mit den Ziffern schnurren. Es ist etwas Mystisches, etwas von hypnotischer Macht, von suggestiver Kraft in dem leisen Geräusch. Da werden die Groschen derer, die auf den Glücksfall warten, locker.— Was könnte man sich nicht alles leisten, wenn durch Fortuna der Groschen in 200 bare Reichsmark umgewandelt würde? Ein neues Rad! Neue Kleidung. neue Wäsche, neuen Hausrat! Einen Volksempfänger! Hans kriegte das ersehnte Schifferklavier und Gretel die Guitarre, nach der ihr Sinn schon lange steht. Ja, man hätte so gut Verwendung für einen Gewinn! Man setzt seinen Groschen. Man spielt mit. Man hofft mit all den anderen, die auf dem Wochenmarkt oder an der Straßenecke, den braunen Glücksmann umdrängen. Man lacht mit und man gewinnt mit, auch wenn der Glücksbrief nicht gleich einen Geldgewinn bringen sollte. Denn man hat das Bewußtsein, der Arbeitsbeschaffung neuen Auftrieb gegeben zu haben. Das Geld muß rollen und das kleine, schicksalhafte Rädchen des braunen Glücksmannes auch! Ein Freilos! Die Augen von fünf Volksgenossen strahlen.„Sehen Sie“, sagt der schlagsertige Glücksmann,„jetzt ist die richtige Spielgemeinschaft zusammen! Junge Frau. Sie haben eine glückliche Hand!“ Man läßt das Geld stehen und spielt noch einmal. Wieder ein Treffer! Diesmal eine Mark! 10 Pfennige läßt jeder stehen. 10 Pfennige erhält jeder ausbezahlt.„Wenn das so weiter geht“, spricht der Glücksmann,„kommen wir noch zu den größten Gewinnen! Die Sache wird jetzt geheimnisvoll, immer geheimnisvoller! Es gilt jetzt, gerade jetzt, das Glück zu versuchen!“—-— Und wieder klapvern die Groschen, wieder schnurrt das Rädchen. Neue Glückssucher treten an Jeder Groschen ist ein Baustein zum Wiedraufbau Deutschlands! Wieder Abnahme der Einwohnerzahl Auch Ausländer wanderten ab! Die Einwohnerzahl Castrop=Rauxels ist im Laufe des Monats Juni von 57.757 auf 57577 gesunken. Dieser Rückgang ist auf eine abermalige größere Abwanderung zurückzuführen, die durch den Geburtenüberschuß nicht wett gemacht werden konnte. Unter den Weggezogenen befinden sich diesmal wieder mehrere Ausländer, und zwar: 5 Jugoslawen, 3 Tschechoslowaken, je 2 Italiener. Oesterreicher und Polen und 1 Holländer. Sauerkirschen(—2 Pfd.). 1 Liter Milch mit zwei Eiern verquirlt darüber geben, bei mäßiger Hitze backen. Dienstag: Grüne Bohnensupne: Heringe mit Pellkartoffeln. Mittwoch: Kohlrabi. Kartosseln und Rindfleisch, als Eintopf. Donnerstag: Bratwurst, Bohnensalat, Kartofseln. Freitag: Fischfilet mit Petersilienkartoffeln; Rote Grütze mit Milch. Samstag: Haserflocken oder Buchweizengrütze mit eingezuckerten Johannisbeeren. Sonntag: Fleischbrühe in Tassen; Sülzkotlette oder Schweinebraten mit Gurkeasalat und Bratkartoffeln: Stippmilch mit Waldbeeren. Verkehrsunfall Am 10. Juli, gegen 21 Uhr. wurde auf der Wittener Straße in Castrov=Rauxel ein Motorradfahrer von einem Kraftomnibus gestreift. Der Motorradfahrer kam hierdurch zu Fall und erlitt an der linken Stirnseite eine leichte Verletzung. Er konnte sich ohne fremde Hilfe in das kath. Krankenhaus begeben. Neulandgewinnung zum Abschluß gebracht Hinter der„Brandheide“ in Bövinghausen besanden sich große Flächen Land, die bisher landwirtschaftlich nicht zu nutzen waren. Große Erdbewegungsarbeiten waren notwendig. dieses Brachland als Neuland zu gewinnen. Durch die Einsetzung vieler Arbeitskräfte konnte das Land nutzbar gemacht werden. Nicht weniger als 10 Morgen sind dadurch der deutschen Volkswirtschaft wieder zur landwirtschaftlichen Nutzung gewonnen worden. Die Bestellung ist inzwischen schon erfolgt. Lichtbilder vom Verkehrsunfall am Eselsberg Von dem Verkehrsunfall, der sich am Freitag abend am Eselsberg ereignete, hat die Lichtbildwerkstätte Karkoska u. Beerwart einige interessante Aufnahmen gemacht, die wir in den Aushangsenstern unserer Geschäftsstelle zur Ausstellung gebracht haben. Die Fundpolizei meldet: 1 Waschkessel gesunden! Eigentumsansprüche sind dinnen Jahresfrist bei der Stadtpolizeibehörde. Kirchplatz 3, zu stellen. Küchenzeltel für die Woche vom 13. bis 19. Juli 1936 (Mitgeteilt vom Deutichen Frauenwerk. Gau Westsalen=Süd. Abt. Volkswirtschaft— Hauswirtschaft.) Montag: Gebundene Knochenbrühe mit Einlage, Kirschbettelmann. Schwarzbrotreste werden gerieben, mit Zucker und Zimt gemischt. Einen Teil in die gesettete Auflaufform geben, darauf entsteinte und gezuckerte Erstes Preis- und Ehrenschießen des Soldatenbundes Die Soldatenkameradschaft Castrov=Rauxel des neugegründeten Soldatenbundes veranstaltete am Sonnabend auf dem Kleinkaliber=Schießstand Neuhaus=Klöster im Stadtteil Rauxel=Dorf ihren ersten Schieß=Wettbewerb. Die Kameraden hatten sich zahlreich eingefunden und machten von der ersten Gelegenheit. ihre Schießkunst in diesem Kreise einmal mit dem Kleinkaliber zu erproben, recht regen Gebrauch. Die Ehrenvreise hatten zum Teil der Soldatenbund selbst beschafft, zum Teil die Kameraden gestiftet. Mit besonderer Freude konnte Kameradschaftsführer Rottmann in der anschließenden Versammlung das Schießergebnis als ein sehr günstiges bezeichnen. Die besten Schützen und somit die Preisträger waren: Kameraden Brosdowski mit 34 Ringen. Müser mit 33. Kaiser mit 33. Pohl mit 33, Loosen, Kortkamp und Schröder mit je 32 und Wegener und Brade mit je 31 Ringen. Die Ehrenscheibe 1(stehend aufgelegt geschossen) erhielt als bester Schütze Kamerad Cramme, die Ehrenscheibe 2(stehend freihändig geschossen) Kamerad Kortkamp.— Nach Beendigung des Schießens erfolgte Gemeinschaftsempfang der Regierungserklärung des Reichsministers Dr. Göbbels und daran anschließend die Monatsversammlung, zu deren Beginn Kameradschaftsführer Rottmann ein dreifaches„Sieg=Hei!!" auf den Führer ausbrachte. In der Versammlung verbreitete sich der Kameradschaftsführer in der Hauptsache über die Einführung der Soldatenvässe und Schießbücher, über die Schießübungen, die Beschaffung eigener Gewehre, über Beitragsfragen und die Sterbeversicherung.— In geselliger Unterhaltung blieben die Kameraden nach Schluß des offiziellen Teiles noch lange zusammen. „Inhalt ca. 125 Gramm“ Annähernde Gewichtsangaben unzulässig Durch die Lebensmittelkennzeichnungsverordnung vom 8. Mai 1935 sollte mit der teilweise eingerissenen Verantwortungslosigkeit im Lebensmittelhandel aufgeräumt werden. Es war vor Erlaß dieser Verordnung gang und gäbe, daß Lebensmittelprävarate unter Namen in den Handel gebracht wurden, die das Publikum über die Bestandteile täuschen sollten. So wurde der Eindruck erweckt, als sei der wesentliche Bestandteil des Präparats Eigelb. Fruchtsaft o. dgl., während in Wahrheit. von diesen Naturerzeugnissen nichts enthalten und durch chemische Verarbeitung nur eine entsprechende Färbung erzielt worden war. Zu den durch die Verordnung beseitigten Fällen gehören auch die Versuche, durch eine möglichst große Hohlvackung den Käufer über die Menge des Inhalts oder das Gewicht zu täuschen. Durch die Lebensmittelkennzeichnungsverordnung ist den Herstellern bestimmter Lebensmittel, zusätzlich zu der im Lebensmittelgesetz allgemein gegebenen Pflicht der Unterlassung irreführender und der Anbringung einer ausreichenden Kennzeichnung, die Pflicht zur äußeren Kennzeichnung auf den Originalpackungen auferlegt worden. Aus dem rheinisch=westfälischen Inbastrirgrviet Durch niederbrechende Gesteinsmassen verschüttet Dortmund. Auf der 8. Sohle der Zeche„Hansa“ wurden die Hauer Theodor Woelk und Krause von niederbrechenden Gesteinsmassen verschüttet. Während es rasch gelang, den schwerverletzten Krause lebend zu bergen, war Woelk leider nicht mehr am Leben, als man ihn befreite. Er war verheiratet und Vater zweier unmündiger Kinder. Betrügerin, die sich als Dlumpiaschwimmerin ausgab, festgenommen Bochum. Am 9. Juli wurde in Bochum eine 30 Jahre alte Frauensperson, ohne feste Wohnung, wegen Betruges festgenommen. Die bereits mehrmals vorbestrafte Person hatte am 3. Juli in einem hiesigen Hotel unter den falschen Angaben Wohnung genommen, sie sei Olympiaschwimmerin einer benachbarten Großstadt und dort von einem Sportverein gegen Zahlung eines ziemlich hohen Gehaltes angestellt.. In Hannover habe sie Rekord geschwommen und daraufhin 14 Tage Urlaub erhalten. Am 7. Juli verließ sie das Hotel ohne Bezahlung. Nachdem am folgenden Tage die Anzeige erstattet worden war, konnte sie am 9. Juli in der Kl. Gußstahlstraße festgenommen werden. Sie wurde am gleichen Tage dem Gerichtsgefängnis zugeführt. Ein Kumpel Dlympia=Ehrengast Gelsenkirchen. Der Gelsenkirchener Bergmann Jos. Krämer nahm als einziger Turner aus Rheinland und Westfalen an der Olympia in Athen 1906 und an der Olympia London 1908 teil. In Athen gelang es ihm, zwei Goldmedaillen für Deutschland zu erringen und zwar im Fünfkampf als Einzelsieger und im Tauziehen als Mitglied der deutschen Mannschaft. Außerdem errang Krämer im Sechskampf noch eine silberne Medaille und ebenfalls eine silberne Medaille im Muster=Riegenturnen. In London holte Krämer eine silberne Meaille für Deutschland, und zwar ebenfalls im Turnen. Krämer galt vor dem Kriege als einer der besten Turner Deutschlands. Das Olympische Komitee hat Josef Krämer nunmehr als ehemaligen Olympiasieger als Ehrengast des Komitees nach Berlin eingeladen, um hier den diesjährigen Olympischen Spielen beizuwohnen. 50 Jahre im Reichsbahnbetrieb Wanne=Eickel. Der technische Reichsbahninspektor Röger, der seit 1916 Leiter des BahnbetriebsWagenwerks in Wanne=Eickel ist, kann auf eine 50jährige Tätigkeit bei der Staatsbahn zurückblicken. Die Reichsbahndirektion und die Berufskameraden übermittelten ihm Glückwünsche. Grauenvolle Familientragödie Am Donnerstag abend ereignete sich in Marl. eine grauenvolle Fomilientragödie. Der 5tfahrige Bergmann Hermann Hasenjürgen, Mittelstraße 8, verabschiedete sich von seinen Kindern und ging darauf zur Wohnung seiner von ihm getrennt lebenden Frau und brachte dieser mehrere Hammerschläge auf den Kopf bei. Auch stach er mehrmals mit einem Messer auf sie ein. Die schwerverletzte Frau wurde sofort von ihrer Wohnung aus ins Krangebracht. Lebensgefahr besteht zur Zeit nicht. Nach er Tat ergriff Hasenjürgen die Flucht; er, wurde später in den Waldungen, in unmittelbarer Nahe seiner Wohnung erhängt aufgefunden. Eine hundertjährige Eiselerin Mechernich. Nicht selten kommen aus der Eifel Meldungen über ein hohes Lebensalter. Die frische Luft der Berge und nicht zuletzt die natürliche und einfache Lebensweise der Bergbewohner sind die Grundlagen einer kernigen Gesundheit, die auch größte Anforderungen überwindet. In dem Bergarbeiterdörschen Calenberg bei Mechernich kann am 15. Juli die älteste Einwohnerin des Kreises Schleiden, die Witwe Margarete Stollenwerk, ihren 100. Geburtstag seiern. Die Jubilarin ist ein echtes Eifeler Kind und eng verwachsen mit Sitte und Brauch ihres Volkes. Neben einem unverwüstlichen Lebensoptimismus, der sie oft schwere Prüfungen überstehen ließ, vereint das alte Mütterchen auch heute noch eine ungeminderte Gesundheit und ein Arbeitskraft, die für ihr hohes Alter mehr als selten ist. Alle Dorfbewohner werden den Geburtstag ihrer Mitbürgerin zum festlichen Anlaß nehmen. Spannende Ein neuer Das Mommsen war am Wochen schen Leichtathleti Elite unserer Al sich einen Platz schaft zu sichern. allen Wettbewerk stritten wurde, is Bereits am So der stark bedeckte zahlreiche Vorkän Erste Lag am Vormi über Berlin, so Sommerwetter. im Laufe des N hatten, ihre Beg gab es leider in Zeiten, da die La# recht schwer war. Ueberroschu Gleich die ers brachte eine Uebe neberg hatte bein schlechten Start. der dritten Bahn sprung von Hürd schließlich— ohn Meter Vorsprung badener Schwedtk zum Schluß stark halten. Der Dü auf den vierten! Gisela Mau Deutschlands Mauermever=Mü scheidung zum Di zu Wurf. Im T reicht, die beiden kamen auf 47.24 guten Schluß glü hafter Wurf mi von 47.99 Meter meter übertraf. 47.12 Meter. Den Abstand die Ha Meter; sie war Endkampfteilneh stung verbessern Neue Ungeteilten B stungen unserer unser beständigste mit seinem zweit damit einen neu Vorjahrsmeister dung recht nervö leistung von 53. länder Becker. de 50.30 Meter den Lutz Long Aus dem mit kampf unserer Lutz Long=Leipz leider nichts. Leipziger mit des Wettbewerbe schen Rekord. 7 war Long noch sonst gar ein A nicht über seine! mit.45 Meter 3 den Bäumle, de Platz erkämpfte, auf.38 Meter Müller= So erfreulich herigen Entschei Stabhochspringer mehr allzu jun schwache Feld se 4 Meter wurde Schulz(.90 M Ritter=Templin In Abweser Rund 20 Tei dernislauf. Ne sergrabens hatte Spitzengruppe Berg=Köln und Ziel das übrige geraden lag der in Front. In 9 (.38), Holthuil Vorjahrszeit v westdeutscher nicht am Start: letzung in Hohl Au Eine kleine 0 Wöllke im Kug ten Monaten fe wartete man Meisterleistung. Die Kleisleerschäften der Lelastunstelen Spannende Kämpfe bei den Reisterschaften— 25 000 Zuschauer im Berliner Mommsen=Stadion— Hervorragende Leistungen trotz schwerer Bahn Ein neuer Weltrekord und zwei neue deutsche Bestleistungen— Gisela Mauermeyer warf den Diskus 48,31 Meter— Long=Leipzig sprang 7,82 Meter Das Mommsen=Stadion des SC Charlottenburg war am Wochenende der Schauplatz der 41. Deutschen Leichtathletik=Meisterschaften, bei denen sich die Elite unserer Athleten und Athletinnen traf. um sich einen Platz in der deutschen Olympia=Mannschaft zu sichern. Daß unter diesen Umständen in allen Wettbewerben hart um den Siegeslorbeer gestritten wurde, ist selbstverständlich. Bereits am Samstagvormittag herrschte bei leider stark bedecktem Himmel ein reger Betrieb, dn zahlreiche Vorkämpfe zu erledigen waren. Erste Entscheidungen Lag am Vormittag noch eine düstere Wolkenwand über Berlin, so herrschte am Nachmittag schönstes Sommerwetter. Man zählte 20.000 Zuschauer, die im Laufe des Nachmittags wiederholt Gelegenheit hatten, ihre Begeisterung zu äußern. Allerdings gab es leider in den Läufen keine hervorragenden Zeiten, da die Laufbahn sehr weich und infolgedessen recht schwer war. Ueberroschung im 110=Meter=Hürdenlauf Gleich die erste Entscheidung bei den Männern brachte eine Ueberraschung. Meister Wegener=Schöneberg hatte beim 110=Meter Hürden=Endlauf einen schlechten Start, während Welscher=Frankfurt auf der dritten Bahn glänzend abkam und seinen Vorsprung von Hürde zu Hürde vergrößerte, er siegte schließlich— ohne sich gans auszugeben— mit drei Meter Vorsyrung in 15.2 Sekunden vor dem Wiesbadener Schwedthelm, der mit 15.6 Mübe hatte, den zum Schluß stark aufkommenden Wegener(15.7) zu halten. Der Düsseldorfer Pollmanns kam in 15.7 auf den vierten Rang. Gisela Mauermeners neuester Weltrekord Deutschlands große Olympia=Hoffnung Gisela Mauermever=München verbesserte sich in der Entscheidung zum Diskuswerfen der Frauen von Wurf zu Wurf. Im Vorkampf hatte sie 46.81 Meter erreicht, die beiden ersten Würfe in der Entscheidung kamen auf 47.24 Meter und 47.51 Meter und zum guten Schluß glückte ihr mit 48.31 Meter ein fabelhafter Wurf mit dem sie ihren alten Weltrekord von 47.99 Meter um nicht weniger als 32 Zentimeter übertraf. Ihr deutscher Rekord stand noch auf 47.12 Meter. Den zweiten Platz belegte mit großem Abstand die Hamburgerin Mollenhauer mit 41.92 Meter: sie war noch die einzige der übrigen fünf Endkampfteilnehmerinnen, die ihre Vorkampfleistung verbessern konnte. Neuer Hammerwurf=Rekord Ungeteilten Beifall lösten die verbesserten Leistungen unserer Hammerwerfer aus Meister wurde unser beständigster Mann: Erich Hein=Hamburg, der mit seinem zweiten Wurf auf 54.26 Meter kam und damit einen neuen deutschen Rekord aufstellte. Der Vorjahrsmeister Blask=Berlin war in der Entscheidung recht nervös und wurde mit seiner Vorkampfleistung von 53.51 Meter Zweiter vor dem Saarländer Becker, der sich mit seinem zweiten Wurf von 50.30 Meter den dritten Rang sicherte. Lutz Long springt mit 7,82 Meter Rekord Aus dem mit Spannung erwarteten großen Zweikampf unserer beiden bisher besten Weitspringer. Lutz Long=Leipzig und Leichum=Wehrmacht wurde leider nichts. Trotzdem aber schaffte der junge Leipziger mit seinem letzten Sprung, dem letzten des Wettbewerbs überhaupt, noch einen neuen deutschen Rekord..82 Meter wurde gemessen. Dabei war Long noch zurückgefallen— vielleicht wäre es sonst gar ein Weltrekord geworden. Leichum kam nicht über seine Vorkampfleistung hinaus und wurde mit 7 45 Meter Zweiter von dem sehr sicher springenden Bäumle, der sich mit.42 Meter den dritten Platz erkämpfte, gefolgt von Aßmus=Halle, der sich auf.38 Meter verbesserte. Müller=Kuchen im Stabhochsprung So erfreulich die Rekordleistungen in den bisherigen Entscheidungen auch waren, unter unseren Stabhochsoringern ist es immer noch der gewiß nicht mehr allzu junge Meister Müller=Kuchen. der das schwache Feld seiner Gegner sicher beherrschte. Mit 4 Meter wurde er wieder Meister vor dem Berliner Schulz(.90 Meter). Born=Düsseldorf(.70) und Ritter=Templin(.50). In Abwesenheit von Raff: Heyn=München Rund 20 Teilnehmer fand der 3000=Meter=Hindernislauf. Nach dem ersten Nehmen des Wassergrabens hatte sich die aus vier Läufern bestehende Svitzengruppe Schwarz=Ulm, Holthuis=Hamburg, Berg=Köln und Heyn=München gebildet, die bis zum Ziel das übrige Feld anführte. Eingangs der Zielgeraden lag der Titelverteidiger Heyn bereits klar in Front. In:35 Min. siegte er sicher vor Schwarz (.38), Holthuis und Berg, die sämtlich unter der Vorjahrszeit von Heyn(:42.2) blieben. Unser westdeutscher Rekordmann Raff=Oberhausen war nicht am Start; er weilt zurzeit wegen einer Verletzung in Hohenlychen. Auch Wöllke bleibt Meister Eine kleine Enttäuschung bereitete Meister Hans Wöllke im Kugelstoßen. Von ihm, der in den letzten Monaten fast ständig über 16 Meter blieb, erwartete man bei den Titelkämpfen eine wirkliche Meisterleistung. Leider kam er aber nicht über seine Vorkampfleistung von 15.86 Meter hinaus, mit der er allerdings seinen Sieg jederzeit sicher hatte. Auf den Plätzen landeten mit durchweg verbesserten Vorkampfleistungen: Stöck=Berlin(15.19), Sievert=Hamburg(14.89). Jansen=Rhendt(14.84). WerringGronau(14.62) und Reymann=Wünsdorf. Hornberger entthront Borchmener Mit großer Spannung fieberten die Massen dem Rennen des Tages, der Entscheidung des 100=MeterLaufs der Männer entgegen. Eine Stecknadel hätte man auf der Tribüne fallen hören können, als von innen nach außen Scheuring. Neckermann. Kersch. Steinmetz, Hornberger und Meister Borchmeyer in den Löchern hockten. Gleich der erste Start klappte. Kaum sichtbar kam Hornberger am besten ab. Bei 20 Meter lag er schon mit Brustbreite vor dem geschlossen dahinfliegenden Feld. Auf halber Strecke trennte den Frankfurter bereits ein halber Meter von den übrigen. Borchmeyer neben ihm rückte bei 70 Meter etwas näher, doch kam Hornberger ungefährdet und vollkommen entspannt in 10.7 Sekunden als Sieger durchs Ziel. Die Zeiten der übrigen: Kersch 10.8, Borchmener 10.8 Steinmetz 10.8, Neckermann 10.9, Scheuring 11 Sekunden. Frl. Ratien=Bremen mit 1,58 Meter Mit der Bremerin Ratien hat in diesem Jahre zweifellos die in den letzten Wochen beständigste deutsche Hochspringerin den Titel gewonnen. Ihr glückte zwar auch keine Verbesserung der Vorkampfleistung von.58 Meter, doch war sie damit ungefährdet. Auf den Plätzen fiel die Entscheidung erst nach mehrfachem Stechen. Die Glücklichere war Elfriede Kaun, die Titelverteidigerin. FriedrichWürzburg. Scheibe=Erfurt und Gisela Mauermener wurden mit der gleichen Höhe von.54 Meter Dritte. Syring Meister— Großarkige 10000 Meter Ein wundervolles Rennen lieferten sich unsere 10 000=Meter=Läufer. Der Kampf war derart aufDie 41. Deutschen Leichtathletikmeisterschaften erreichten am Sonntag jene Höhe, die den Titelkämpfen im Olympiajahr zukommt. Trotz Gewitterschwüle und bewölktem Himmel war noch nie zuvor ein so starker Zustrom der Massen nach dem Mommsen=Stadion festzustellen. Die Anlage war bereits lange vor Beginn der Kämpfe bis auf den letzten Platz besetzt und der stimmungsvolle Rahmen, den die rund 25000 Zuschauer, unter denen man u. a. den Reichssportführer, Exzellenz Lewald und den Pionier der deutschen Leichtathletik, Dr. Carl Diem bemerkte, bildeten, schuf die bei so wichtigen und schweren Kämpfen notwendige Verbindung zwischen den Aktiven und den Freunden des Sportes. Fleischer Speerwurfmeisterin Nach den bereits am Vormittag erledigten zahlreichen Vorkämpfen fiel die erste Entscheidung im Speerwurf der Frauen. Mit ihrer besten Leistung von 44,.56 Meter kam Tilly Fleischer=Frankfurt dicht an den Rekord von Ellen Braumüller heran. Luise Krüger=Dresden besetzte mit 43.36 den zweiten Platz. Die Berlinerin Matthes blieb bei ihrer Vorkampfleistung von 42.40, mit der sie noch das Feld angeführt hatte, stehen und wurde Dritte. Weinkötz wieder Hochsprungmeister Die Pflichthöhe von.85 Meter übersprangen nur fünf Teilnehmer. Im Endkampf war der Titelverteidiger Gustav Weinkötz klar überlegen. Bei.93 Meter stand sein neuerlicher Sieg fest. Der zweite bis vierte Platz wurde nach Stechen zugunsten von Augustin=Berlin gegen GehmertBerlin und dem Kieler Martens, die sämtlich bis 1,86 gekommen waren, entschieden. Harbig=Dresden bester 800=Meter=Läufer Die acht am Endlauf teilnahmeberechtigten 800Meter=Läufer schienen sämtlich sehr erregt. Erst der zweite Start glückte. Dessecker führte sofort vor Mertens und Harbig. Der von Lang gerempelte Dresdener verlor damit nicht nur die Spitze, sondern sogar etwas Boden. Eingangs der Zielgraden kämpfte sich Harbig mit langen Schritten wieder nach vorn. Die Läufer bogen in der Reihenfolge Harbig und Mertens in die zweite Runde ein. Harbig gab die Spitze nicht mehr ab und siegte sicher in:54,1 vor dem im Endspurt noch aufkommenden Dessecker:54.4 und Mertens. Schröder im Diekus überlegen Der Ausfall im Pflichtkampf der Diskuswerfer war unerfreulich hoch. So gute Kräfte wie Sievert, Lampert und Würfelsdobler warfen die Scheibe nicht über die verlangten 44 Meter hinaus. Die Entscheidung fiel bereits im Vorkampf, wo Weltrekordmann Willi Schröder gleich bei seinem ersten Wurf auf 49 Meter kam. Diese Weite wurde von keinem seiner Mitbewerber mehr erreicht. Schrö. der warf weiterhin mit regelmäßiger Sicherheit noch 48.02 Meter und 47.58 Meter, hatte aber im Endkampf zwei ungültige Würfe. Dagegen verbesserte reibend und spannend, daß die Zuschauer begeistert mitgingen und hier einen Abschluß der Kömpfe des ersten Tages erlebten, wie er stimmungsvoller nicht gedacht werden kann. Meister Syring hatte fast vom Start weg die Führung, dicht gefolgt von dem Dresdener Gebhardt; die 1500 Meter legten beide in :28, die 3000 Meter in:04 Min, zurück. Während Kelm=Hamm bereits nach 1500 Meter aufgegeben hatte, schloß Lohrmann=Haunover zur Spitze auf. Haag gab plötzlich bei 4000 Meter wegen Seitenstichen auf. Syring und Gebhardt durchliefen unter abwechselnder Führung Runde um Runde; sie passierten die 5000 Meter bei 15:30 Min, und lieferten sich auf dem Rest des Rennens weiter einen harten Kampf. Doch ebenso umstritten wie der Sieg sich gestaltete, machten sich Siegers. Lohrmann und Lieck das Leben im Kampf um die Plätze schwer. Schließlich konnte sich noch der Wittenberger Schönrock durch einen prachtvollen Zwischenspurt aus dem weiter zurückgefallenen Feld loslösen und in den Kampf um die Platze mit eingreifen. Inzwischen waren für Syring bei 7500 Meter 23:37.6 Min. gestoppt worden. Die Zuschauer wurden immer begeisterter von diesem Kampf, den sich die sechs besten deutschen Langstreckler hier lieferten, und waren schließlich gans aus dem Häuschen, als Syring zwei Runden vor Schluß zu einer energischen Endspurt ansetzte, bei dem es ihm aber erst 200 Meter vor dem Ziel glückte, seinen unentwegten Verfolger Gebhardt zurückzulassen. Mit 15 Meter Vorsprung siegte Syring schließlich in 31:37.2 Minuten und lief damit trotz der schweren und lockeren Bahn eine bessere Zeit als der Vorjahrssieger Haag, der 31:41.6 Minuten gebraucht hatte. Für Gebhardt wurden 31:38,8 Minuten gestoppt. Den Kampf um den dritten und vierten Platz gestaltete Siegers zu seinen Gunsten, der etwa 100 Meter hinter Gebhardt mit rund 30 Meter Vorsprung vor Schönrock, das Ziel passierte. Die beiden folgenden Plätze belegten Lohrmann=Hannover und Kohn=Berlin. sich Hillbrecht um fast 2 Meter und wurde mit 47,61 Meter Zweiter vor seinem engeren Landsmann Fritsch mit 45.88 Meter und Großfengels=Hamborn 41.35 Meter. Eckert vor Steuer Der Endlauf über 80 Meter Hürden für Frauen glückte erst nach dem zweiten Schuß des Olympiastarters Franz Miller. Die Frankfurterin Eckert war am schnellsten aus den Löchern und hatte dadurch auf der kurzen Strecke einen kleinen, aber nicht mehr aufzuholenden Vorsprung. Während Eckert sicher in 12.1 gewann, entspann sich um die Plätze ein hartes Ringen, das die Duisburgerin Steuer in 123 gegen Le Viseur=Berlin und WeizenkornHannover in der gleichen Zeit für sich entschied. Die beiden Münchnerinnen Gelius und Spitzweg machten den Beschluß. Schaumburgs dritte Meisterschaft Nach dem Start zu den 1500 Meter übernahm Eitel=Eßlingen vor Schaumburg. Dompert und Böttcher die Führung. Nach 800 Meter ging Schaumburg nach vorne und passierte die 1000 Meter in :40. In der letzten Runde enteilte der Oberhausener unwiderstehlich seinen Verfolgern und sein Sieg in:54.6 war jederzeit klar. In der Zielgeraden stieß Böttcher vor und erkämpfte den zweiten Platz in:55.6. Die größte Ueberraschung brachte aber der Berliner Mehlhose, der auf den letzten hundert Meter enorm schnell war. Stadtler und Eitel niederkämpfte und noch zu Böttcher auflief, so daß für ihn die gleiche Zeit bekanntgegeben. wurde. Hamann gewinnt die 400 Meter Nur eine Spanne von zwei Stunden lag zwischen dem Zwischenlauf und der Entscheidung der 400Meter=Meisterschaft. Im Schlußkampf hatte Hamann die Innenbahn, doch der ganz außen liegende Voigt zog vom Start weg mächtig davon, gefolgt von Leutnant von Stülpnagel, der die vierte Bahn hatte. Der Meister kam schwer in Schwung und erreichte das Feld erst Mitte der Zielkurve. Hamann schob sich langsam aber sicher in Front und gewann klar in der für die sehr schwere Bahn ausgezeichneten Zeit von 48.9 nor Voigt in 49, von Stülvnagel, Kluvsch und Metzner. Neuer Rekord im Dreisprung Im Kampf um die Meisterschaft im Dreisprung wurde endlich nach 14 Jahren der bisherige Rekord von Arthur Holz=Berlin mit 14.99 Meter ausgelöscht. Der junge Leipziger Student Wöllner setzte schon im Vorkampf die neue Rekordmarke auf 15.06. Als Zweiter erreichte Unteroffizier Joch genau 15 Meter und verwies damit den Titelverteidiger Drechsel=Thüringen mit 14.82 auf den dritten Platz, Dr. Weimanns Meisterwurf Die Entscheidung im Speerwurf war bereits am Vormittag gefallen. Dr. Weimann hatte sich mit einem seinen Wurf von 72.24 Meter an die Spitze gesetzt und diese Leistung wurde von niemand mehr übertroffen. Wohl konnte unser Rekordmann Gerh. Stöck sich auf 69.17 Meter verbessern und seinen zweiten Platz vor Gerdes=Berlin sicherstellen, aber über Deutschland Sieger der Europazone! Davispokalkampf in Agram abgebrochen Der zweite Tag des Davispokal=Kampfes Deutschland— Jugoslawien in Agram brachte bereits die Entscheidung. G. v. Cramm und Henner Henkel gewannen nach hartem Fünfsatzkampf auch das Doppel:6,.6,:3,:6,:3 gegen Kukuljevic=Mitic, und damit war auch das Finale der Europazone beim Stande von:0 bereits für Deutschland entschieden. Unsere beiden siegreichen Spieler haben noch am gleichen Abend die Reise nach London angetreten, um sich dort an Ort und Stelle auf den Grasplätzen auf die Begegnung mit Australien im Interzonen=Finale vorzubereiten. Das Europazonenfinale zum Davispokalkampf endete in Agram mit einem:=Sieg. Ein schwerer Gewitterregen setzte dem Platz so stark zu, daß am Sonntag nicht mehr weitergespielt werden konnte. Werner Menzel und Kaj Lund sollen bereits am Montag in London sein, um sich mit den bereits in der englischen Hauptstadt weilenden von Cramm und Henkel auf das in Wimbledon auszuspielende Interzonenfinale gegen Australien vorzubereiten. Am Sonntagnachmittag hatten Werner Menzel und Jugoslawiens Nachwuchsspieler Mitic bereits mit dem ersten der beiden letzten Einzelspiele begonnen. Menzel war in ganz großer Form und hatte bereits nach 25 Minuten eine:42,:=Füchrung erreicht, als ein schwerer Gewitterregen niederging, der das Ende des Spieles und zugleich des Kampfes bedeutete. Durch den Verzicht der Deutschen auf die beiden Punkte kam Jugoslawien nunmehr in den Besitz dieser beiden Punkte, so daß der Endkampf des Spieles.2 für Deutschland lautete. 70 Meter schwang er den Speer nicht hinaus. Der in Wittenberg ansässige Dr. Weimann feierte damit in ununterbrochener Reihenfolge seinen sechsten Meisterschaftssieg. Raff Meister über 5000 Meter Das starke Feld von fast 30 Läufern nahm den Kampf über 5000 Meter auf. Nach seinem Vortagssieg über 10.000 Meter verteidigte Max Syring seinen Titel hier nicht. Dafür war zur Ueberraschung und zur Freude aller der junge 3000=Meter=Rekordmann Raff=Oberhausen aus Hohenlychen erschienen. Die Entscheidung siel in der letzten Runde. Raff spielte seine große Endgeschwindigkeit aus. Sein Sieg mit der guten Zeit von 15:.6 ist für Westdeutschland besonders erfreulich. Hinter ihm belegten Kempker. Pawlack. Becker, Sander und Gebhardt die nächsten Plätze. Schein knapp vor Gillmeister Aus den Vor= und Zwischenläufen kämpften sich für die Entscheidung der 200 Meter Kersch Neckermann. Müller, Schein, Pontow und Gillmeister durch. Der Hamburger Schein war der überragende Mann. Nur Gillmeister vermochte den Hanseaten zu bedrängen. Immerhin gewann Schein trotz des geringen Abstandes sicher in 22 Sek. vor dem Pommern, der den zweiten Platz in der gleichen Zeit vor dem Titelverteidiger Neckermann, der 22.1 benötigte, besetzte. Scheele bleibt Hürdenmeister In dem schweren 400=Meter=Hürdenrennen lief Scheele=Altona in 54 Sek. einen neuen Meisterschaftssieg heraus. Der Schöneberger Wegener drückte auf der Außenbahn stark auf das Temvo. doch Scheele folgte als Einziger mühelos. Vor der drittletzten Hürde kam Wegener außer Tritt und fiel völlig zurück. In überlegener Haltung lief Scheele nunmehr sein Rennen nach Hause. Kürten=Düsserdorf. Nottebrock=Köln, Grashoff=Halle und MayrMünchen kamen in dieser Reihenfolge vor dem nicht mehr gezeiteten Wegener ein. Käthe Krauß vor Dollinger Wie schon im Vorjahre. so lag auch diesmal wieder die Entscheidung im 100=Meter=Lauf der Frauen zwischen der Titelverteidigerin Käthe Krauß und Marie Dollinger. Zwischen ihnen spielte sich der Endkampf ab, wobei sich die Dresdenerin in 11.9 Sekunden wiederum die Meisterschaft vor der banerischen Meisterin, die in 12 Sek. einkam, holte. Ebenso sicher hatte Frl. AlbusBarmen den dritten Platz vor Frl. Dörffelt=Berlin. Die Sieger=Ehrung nahm im Auftrage des Reichssportführers Dr. Ritter von Halt vor. In seiner Ansprache drückte er die Zufriedenheit des Reichssportführers über die bei den zweitägigen Kämpfen erzielten Leistungen und die Haltung der Aktiven aus. Der Reichssportführer erwarte von den deutschen Olympiakämpfern, daß sie ihre ganze Kraft bei den Spielen zum Ruhme unseres Vaterlandes einsetzen werden. Es käme nicht darauf an, daß Deutschland eine große Anzahl von Goldmedaillen erringe. Das wichtigste wäre die Art des Kampfes, und hier verlange er vollen Einsatz, größte Härte und diszipliniertes Auftreten. Im Anschluß daran überreichte Dr. von Halt im Auftrage des Reichsspor: führer Dr. Carl Diem für seine Verdienste um di deutsche Leichtathletik den Hanns=Braun=Presa Hocnderges emscom=Boraneger Hochstimmung am Sonntag Rekordleistungen in Wien Oesterreicho Meisterschaften Die Leichtathletik=Meisterschaften von Oesterreich, die in Wien zur Durchführung kamen, standen im Zeichen, erstklassiger Leistungen. Ueber 200 Meter stellte der bekannte Läufer Rinner mit 21,7 Sekunden einen neuen Landesrekord auf. Eine weitere österreichische Bestleistung schuf Leitner über Meter Hürden mit 54.8 Sekunden. Den dritten stellte bei den Männern Vetter im beidarmigen Kugelstoßen mit 26.41 Meter auf. Auch bei den Frauen gab es zwei neue Höchstleistungen. Die Speerwerferin Bauma brachte es auf 45,71 Weter und schuf damit sogar eine neue europäische Bestleistung, die bisher die Münchenerin Gelius inne hatte. Im 80=Meter=Hürdenlauf kamen Kohlbach und Puchberger in totem Rennen in der neuen Rekordzeit von 12,3 Sekunden ein. Frankreichs Leichtathletikmeister Mittel= und Langstreckler am besten Die französischen Leichtathletikmeisterschaften standen unter einem wenig günstigen Stern. Ein heftiger„Dauerregen hatte die Bahn schwer gemacht. So blieb n die Zeiten und Weiten stark hinter den Erwartungen zurück. Die besten Leistungen vollbrachten die Mittel= und Langstreckler. Die 5000 Meter gewann Lefevre in 14:56,4 vor Lecuron(15:03), Solaut und Chatillon(beide 15:03.). Rochard wurde in 15:14 nur Fünfter. Isix sicherte sich in:56,4 die 1500 Meter, Soulie siegte über 800 Meter in:54,6 vor Petit(:54,8). Skavinsky(48.6) und Tostain(31:33,2) waren die Sieger über 400 und 10000 Meter. Joyes benötigte 54,2 für die 400 Meter Hürden und Laisnes :50:13.6 Stunden für das 42=Kilometer=Gehen. Diese Leistungen verdienen bei dem regnerischen Wetter Beachtung. Ein neuer französischer Rekord wurde im Zehnkampf von Mahe=Paris mit 5890 Punkten aufgestellt. Der bisherige Rekordinhaber war Marchal mit 5550 Punkten. Reisterschaften in England Die Englischen Leichtathletikmeisterschaften haben am Samstag sicherlich viele beifallfreudige Zuschauer zum White=City=Stadion gebracht, aber mit den Leistungen war es nicht gerade weit her. Guter Durchschnitt war zu sehen, viel mehr nicht. Mit 14.09 Meter hatte der Holländer Debruyn bereits den Sieg im Kugelstoßen sicher, im Stabhochsprung wurden die vier Meter nicht erreicht. Drake warf den Hammer nicht weiter als 46,21 Meter und auch der Sveerwurf des Holländers van der Poll mit 57.65 Meter ist nur Durchschnitt. Die ½ Meile holte sich Powell in:54,7 vor seinem Landsmann Handley und dem Polen Kucharski. 100=VardsMeister wurde der Holländer Osendarv in.8. Am Nachmittag gab es außer einigen Ueberraschungen auch zwei neue englische Bestleistungen, und zwar durch Finlay mit 14,6 Sekunden über 110 Dards Hürden und Ward über drei Meilen mit 11:15.8 Minuten. In sehr guter Verfassung zeigte sich auch der Sprinter Sweeney, der über 220 Dards Hürden mit 21,9 Sekunden den Landesrekord einstellte. Ueber eine Meile setzte es eine Ueberraschung ab. Der Neuseeländer Lovelock mußte erneut die Ueberlegenheit von Wooderson=England anerkennen, der in:15 Minuten mit einem Meter Vorsorung das Zielband zerriß. Im Zehnkampf blieb der Brite Walker mit 5291 Punkten englischer Meister und im Marathonlauf holte sich Mc. Bowertson=England in:35:02 Std. die Meisterkrone. Rader=Regung auf dem Baldenehsee Kölner Rb. 77 und Münster 82 dominieren Der erste Tag der internationalen Hügel=Regatta von Etuf Essen auf dem Baldeneysee nahm einen vielversprechenden Verlauf. Das Wetter war vorzüglich und die Wasserverhältnisse ebenso. Der Besuch übertraf alle Erwartungen. Ein gegen Schluß der Kämpfe aufziehendes Gewitter ging glücklich vorüber, so daß die Rennen dank der hervorragenden Organisation glatt abgewickelt werden konnten. Die Internationalität der Veranstaltung wahrten die englischen Studenten und Ruderinnen sowie die Mannschaft von Societe Royale Nautique Anversoise Antwerpen, die schon recht kräftig in die Ereignisse eingriffen. Die Oxforder Studenten vermochten sich allerdings in keiner von ihnen bestrittenen Prüsung erfolgreich durchzusetzen, lieferten aber im Ersten Achter um den Ehrenpreis von Herrn und Frau Dr. Krupp von Bohlen und Halbach dem siegreichen Kölner RV. 77 einen dramatischen Kampf. Die Kölner lagen von Beginn an in Front, immer knapp gefolgt vom Oxford University Boat Club und der RG Ruhrort 97, die die Oxforder in der letzten Phase des Kampfes zu einem harten Kampf zwangen und damit auch die führenden Kölner bedrängten. Köln 77 erwies sich im übrigen als der stärkste teilnehmende Verein. Daneben tat sich noch der RV. Münster 82 hervor, der im Junior=Achter nach schönem Rennen gegen die Renngemeinschaft Oriel=New College Oxford den Sieg behauptete. Im 1. Zweier o. St. setzte sich Köln 77 sofort an die Spitze und konnte den Vorsprung auf zwei Längen vor Oxford University Boat Club und Bremer RV. vergrößern. Der 1. Jungmann=Vierer wurde eine Beute von RV. Münster 82 vor Köln 77. Die Oxforder kamen nur an sechster Stelle ein. Den tur an sechster Stelle ein. Vierer gewannen die Kölner von 1877 sicher vor WSV. Krupp Essen und Oxford University Boad Club. Einen weiteren Sieg erfocht Köln 77 im 1. Vierer o. St. Den zweiten Platz belegte hier Oxford University Boad Club mit:39,1 vor dem Bremer RV. Der Renn=Einer für Frauen über 600 Meter brachte insofern eine Enttäuschung, da die favorisierte englische Meisterin Miß Ambler nur den zweiten Platz hinter der Hannoveranerin Sophie Müller belegen konnte. Erika Junger vom Etuf wurde Dritte. Der zweite Tag Das Programm des zweiten Tages der Internationalen Ruderregatta auf dem Baldeneysee mußte bei Regen begonnen werden. Erfreulicherweise aber hörte er nach dem dritten Rennen auf und zeitweilig zwängte sich sogar die Sonne durch die Wolken, so daß die Rennen noch bei besten Wetter= und Wasser=Verhältnissen zu Ende geführt werden konnten. Die Oxforder Studenten schienen nach ihren vielen vergeblichen Versuchen am ersten Tage etwas deprimiert. Sie sagten die meisten von ihnen noch zu bestreitenden Rennen ab und gingen lediglich noch im Achter an den Start. Im ersten Teil der Veranstaltung erwiesen sich die Ruderer des RV. Bayer Leverkusen in den Einer=Rennen überHindenburg=Vierer waren nur der Kölner RV. 77 und Wassersport Krupp am Start. Die Kölner zogen nach 1000 Meter in Front und siegten leicht. Einen schönen Erfolg errang die RG. Ruhrort 97 im Jubiläums=Achter nach hartem Kumpf gegen Societe Nautique Anversoise Antwerpen und der RG. Oriel=New College Oxford. Im Stilrudern vermochten sich die Engländerinnen nur auf den dritten Platz zu setzen. Der Schlager des Tages war der RuhrkampfAchter. Hier holten sich die Orforder Studenten gegen Köln 77 den einzigen Sieg, den sie bestimmt auf Grund ihrer schönen Leistungen verdient hatten. Das war auch der einzige Sieg der ausländischen Teilnehmer überhaust. Der beuische Sporl nach dem Sihmpial „Die Begeisterung darf nicht wie ein Strohfeuer vergehen“ Tagung der Gausportwarte Zweimal Jesse Owens In Newyork fanden die letzten olympischen Ausscheidungskämpfe der amerikanischen Leichtathleten statt. Das neue Stadion, das 100000 Zuschauer aufnehmen kann, erhielt mit dieser Veranstaltung gleichzeitig seine Weihe. Aus allen Teilen der Staaten waren 276 Athleten zusammengekommen, um einen von den insgesamt 59 Plätzen in der Olympiamannschaft zu erkämpfen. Jesse Owens gewann die 100 Meter sicher in 10,4 mit einem knappen Meter Vorsprung vor Ralph Metcalfe und Frank Wykoff. Jesse Owens holte sich auch den Weitsprung mit 7,88 Meter vor John Brooks mit 7,70 Meter und Robert Clark mit 7,69 Meter. Im Hammerwerfen siegte Henry Dreyer mit 52,41 Meter vor Robert Nove 52,36 Meter und Donald Javor 51,05 Meter. Der Neger John Woodruff gewann seinen 800=Meter=Vorlauf in der glänzenden Zeit von:49,9. Deutscher Triumph in Holland Geiß siegt in der Klasse der 250er=Maschinen Am Samstagvormittag wurde der Kampf um die Holländische Tourist=Trophy mit den Maschinen der kleinen Klassen begonnen. Auf der Rundstrecke bei Assen hatten sich über 10000 Zuschauer eingefunden, die in der Klasse bis 250 ccm einen deutschen Sieg erlebten. Der Pforzheimer Geiß siegte auf DKW. in:23:40,6 Stunden vor seinem Landsmann H. Winkler=München auf DKW., der :29:59,4 Stunden benötigte. Die Strecke betrug 18 Runden zu je 16,536 Kilometer. Geiß fuhr in seiner Klasse mit:40,2 Minuten auch die schnellste Runde, was einem Durchschnitt von 128,9 Stundenkilometer entspricht. Den Abschluß bildete das Rennen der HalbliterMaschinen über 24 Runden— 415 Kilometer. Die drei Deutschen Müller, Steinbach(DKW.) und Ley (BMW.) spielten in diesem Wettbewerb eine führende Rolle, aber der Sieg war ihnen nicht vergönnt. Steinbach und Müller schieden aus und Ley mußte sich mit einem ehrenvollen zweiten Platz hinter dem Engländer Guthrie auf seiner schnellen Norton begnügen. Wie schon zuletzt in Chemnitz, hatte Guthrie einen harten Strauß mit dem Bielefelder Müller auszufechten, der ihm 22 Runden lang wie ein Schatten folgte, dann aber ausscheiden mußte. Der Nürnberger Ley hatte schon in der vierten Runde mit Kerzen=Schwierigkeiten zu kämpfen und fiel bis auf den 20. Platz zurück. Später holte er aber Runde für Runde auf und beendete das schwere Rennen schließlich mit fünf Minuten Rückstand hinter Guthrie als Zweiter, nachdem er noch den Nortonfahrer Ginger Wood rholt hatte. Pech hatte Steinbach, der sich bis vorletzten Runde an vierter Stelle behauptete, dann aber ebenso wie Müller ausfiel. Neben dem Sieger Guthrie war Ley der Held des Tages, der t 27 Sekunden für die Tankzeit einen neuen d aufstellte. Kurz vor Schluß fuhr er auch ich die schnellste Runde. In Berlin fand eine Schulungstagung der Gausportwarte im Reichsbund für Leibesübungen statt. in der Reichssportführer von Tschammer und Osten und sein Stellvertreter Arno Breitmeyer zu grundsätzlichen Ausf'' rungen das Wort nahmen. Ausführlich wurden die Richtlinien besprochen, die für eine einheitliche Ausrichtung der Betriebsformen in den deutschen Leibesübungen nach den Olymvischen Spielen vorherrschend sein sollen. Der Reichssportführer sagte u.., daß die Begeisterung für die Leibesübungen, die zur Zeit durch Deutschland flute, nicht wie ein Strohfeuer vergehen dürfe. Er habe als Hüter der Leibesübungen die Pflicht, ihr neue Antriebe zu geben. Diese Antriebe haben die Gausportwarte weiter zu leiten, damit ein Führerkorps der Leibesübungen entstehe, das zuverlässig genug ist, eine geordnete und einheitliche Arbeit in ganz Deutschland zu gewährleisten. Arno Breitmeyer erklärte, daß die leibliche Ertüchtigung durch planmäßig betriebene Leibesübungen auf dem Programm jeder Gemeinschaft von Volk und Staat stehe, sich also nicht auf eine Gemeinschaft allein beschränken dürfe. Eine einheitliche Grundschulung für Altersklassen und Organisationen ist erstes und ideales Ziel. Auf dem Gebiete der Leibesübungen gibt es nur eine Totalität und das ist der Nationalsozialismus. Meusel von der Svortabteilung des DRL sprach über organisatorische Fragen der Gauschulung. Praktische Beispiele wurden anschließend gegeben. Dr. Hayn sprach über Wandersportlehrer in den Gauen, Schneemann erläuterte als Vertreter des Reichsdietwartes die Dietarbeit als eine der Hauptaufgaben. Eine planmäßige Schulung setzt mit dem Tage der Einberufung der Gausportwarte im gesamten DRL DRL=Lehrgänge erhalten einen einheitlichen Rahmen, ganz gleich, ob sie im Kreis oder Gau stattfinden. Besondere Auszeichnung wird die Berufung von Lehrgangsteilnehmern zu Kursen an die Reichsakademie für Leibesübungen sein. Roler gewann Beiglens Ronigspeeis Sportwagenrennen über 24 Stunden in Belgien In Belgien wurde am Samstag und Sonntag das Rennen für Sportwagen um den Großen Preis von Belgien über 24 Stunden ausgefahren. Bei bedecktem Himmel hatte sich beim Start am Samstagnachmittag in der unserer Eifel sehr verwandten Ardennen=Landschaft von Francorchamps längs der 14,875 Kilometer langen Strecke eine sehr große Zuschauermenge eingefunden. Fünf Mannschaften zu je drei Wagen bewarben sich um den Königspokal, den Adler vor zwei Jahren gewann. Es sind dies: Adler(Deutschland), Imperia (Belgien), Singer(England), Fiat(Italien), Delahaye(Frankreich) und Aston Martin(England). Unsere drei Adler=Wagen fanden bei den Zuschauern größte Beachtung. Ihre geschlossene elegante Stromlinienform wurde von Fachleuten und Laien bestaunt. Nach mehrstündiger Fahrt kam die Dämmerung und mit ihr begann die schwierige Nachtfahrt. Die Adler=Wagen lagen hinter dem mit einem stärkeren Motor ausgerüsteten Aston Martin. Nach vier Stunden hatten die Alfas 35 Runden= 520 Kilometer, Adler 29 Runden— 430 Kilometer zurückgelegt. Mit den Kräften des Motors haushalten, das war das Motto, unter dem die Fahrt um den Großen Preis von Belgien über 24 Stunden für Sportwagen durch die Nacht zum Sonntag fortgesetzt wurde. Viele Bewerber hatten sich verschätzt und so waren bald die ersten Ausfälle zu verzeichnen. Um Mitternacht lagen von den 34 gestarteten Wage noch 22 im Rennen. Um vier Uhr morgens, nach 12 Stunden, hatten bereits 14 Wagen die Fahri eingestellt. Im Kampf um den Königs=Preis waren neben Delahaye und Singer zunächst die in Führung liegenden englischen Aston Martin„geplatzt“ und auch die belgische Imperia=Mannschaft war nicht mehr vollständig. Nur noch Adler und die kleinen Fiat lagen im Wettbewerb. Die drei Adler=Stromlinien=Wagen lagen zu dieser Zeit trotz der Kilometer=Vergütung an die Fiat klar in Führung. Sie hatten sich auch in einer Reihenfolge die Svitze ihrer Klasse erobert. Gleichmäßig nach der Uhr zogen in der Nacht und in den Morgenstunden Paul v Guilleaume und Loer, Sauerwein und Graf Oßrich sowie Prinz zu Schaumburg und Bötzkes ihre Runden. Automatisch wurde der Rundendurchschnitt von 107 Kilometer auf 103 Stundenkilometer gesenkt, als die Mannschaft in Führung lag. Das bewundernde Staunen, das die prächtige Organisation unserer Rennwagen=Mannschaften der internationalen Fachwelt abgerungen hatte, übertrug sich nun auch in Francorchamps auf die deutschen Serienwagen und ihre Fahrer. Außer dem fahrplanmäßigen Tanken und Fuyrerwechsel(alle vier Stunden) kam es nur noch zum Austausch einer elektrischen Glühbirne; sonst wurde nicht an der Box gehalten. Es war eine eindrucksvolle und einzigartige Fahrt der deutschen Mannschaft. In der letzten Stunde fuhr die Adler=Mannschaft auf sicher und holte sich in eindrucksvoller Weise zum zweitenmal den Königspreis, den sie im Jahre 1934 schon einmal in einem Zehn=Stunden=Rennen gewonnen hatte. Neben Adler beendete nur noch die Fiat=Mannschaft den Wettbewerb um diesen kostbaren und wertvollen Pokal. Die drei Adler= Stromlinienwagen wurden bei ihrem geschlossenen Eintreffen am Ziel von den Zuschauern jubelnd empfangen. Sämtliche drei Wagen placierten sich auch in ihrer Klasse(1500 bis 2000 ccm) auf den ersten Plätzen. Die schnellste Maschine im Rennen war der von Sommer und Severi gesteuerte Alfa Romeo, der einen Durchschnitt von 125.008 Stundenkikometer erreichte und insgesamt 202 Runden 3002,15 Kilometer zurücklegte. Ungarn schlägt Deutschland:2 Zur Vorbereitung auf das Olympische Wasserballturnier trugen zwei starke Mannschaften Ungarns und Deutschlands, in denen sich mehrere Nationalspieler befanden, am Samstagabend im Budapester Kaiserbad ihr erstes Uebungsspiel aus. Nach technisch hochstehendem, durchweg offenem Kampfe errangen die Magyaren einen etwas glücklichen aber nicht unerwarteten:=(:=) Sieg. Dem holländischen Schiedsrichter De Vries stellten sich die beiden Mannschaften, wie folgt Deutschland: Stolze; Gunst, Maier, alle Hannover); Krug(Berlin); Hauser(München), Schneider(Duisburg), Schulze(Magdeburg).— Ungarn: Kutaszi; Homonnai, Hazai; Molnar; Vertessy, Nemeth, Bis zur Pause stand es:2. Ungarn hatte zunächst leichte Vorteile. Nemeth warf das:0, Hauser warf den Ausgleich. Vertessy stellte das:1 her, doch erzwang Deutschland durch Schulze erneut den Gleichstand. Ein Tor von dem 35jährigen Vertessy entschied nach der Pause den Kampf für Ungarn, trotzdem Deutschland hinterher immer wieder drängte. Deutsche Radmeisterschaften Titelverteidiger Metze und Richter wieder Trübes Wetter verhinderte den erwarteten grozen Erfolg der Deutschen Radmeisterschaften in Dresden, wo den Titelkämpfen auf der Rennbahn Reick nur 12000 Zuschauer beiwohnten. Die alten Meister kämpften sich erneut durch und verteidigten ihre Titel, mit Erfolg. Metze setzte bei den Stehern einen 1933 in Elberfeld begonnenen Siegeszug fort und sicherte sich die Meisterschaft in:24,30 vor Hille, Möller und Schindler schon zum viertenmal, hintereinander. In der Fliegermeisterschaft machten Richter und Steffes, der seinen Landsmann Engel in der Vorentscheidung mit Reifenstärke ausgeschaltet hatte, das Ende unter sich aus. Richter gewann wie erwartet und Steffes mußte sich einmal mehr mit einem undankbaren Platz begnügen. Ebenso wie Metze gewann Richter den Titel zum viertenmal in ununterbrochener Reihenfolge. Liebsch besiegt Mühlberger Gewichtheber=Olympia=Ausscheidung in Düsseldorf Die für Samstagabend im Düsseldorfer Paulushaus angesetzte Olymvia=Ausscheidung unserer Federgewichtler Liebsch=Düsseldorf und MühlbergerFrankfurt a. M. im Gewichtheben hatte mit ihrem guten Rahmenprogramm ein volles Haus gefunden. Der unter Aufsicht von Wolff=Essen durchgeführte Kumpf der Olymvia=Kandidaten nahm einen spannenden Verlauf und endete schließlich mit dem Siege von Liebsch, der es auf insgesamt 585 Pfund brachte. wühreno Muhlberger um zehn Pfund zurückblieb und 575 Pfund zur Hochstrecke brachte. Der Düsseldorfer spielte seine Ueberlegenheit im Drücken schon entscheidend aus. Er schaffte 175, 185 und schließlich 190 Pfunv, während Mühlberger nur auf 155 Pfund kam, da sein dritter Versuch mit 160 Pfund ungültig blieb. Im Reißen und Stoßen erwies sich dann der Frankfurter jedesmal überlegen und kam auf 190 zu 175 bezw. 230:220 Pfund. Den Vorsprung vermochte er aber nicht mehr aufzuholen, allerdings hatte er im Stoßen insofern Pech, daß seine letzte Leistung von 240 Pfund. womit er den Gleichstand erzielt hätte, nur knapv scheiterte. Den Mannschafts=Gewichtskampf zwischen Düsseldorf 20 und Essen 88 gewannen die Essener überlegen mit 3659:2995 Pfund. Geschke und Kastl Meeresmeister einer geradezu kläglichen Besetzung wurde am Wochenende am Zopvoter Seesteg im Rahmen des 34. Reichsoffenen Schwimmfestes des Danziger SV die Deutsche Meeresmeisterschaft entschieden, Zu beiden Mannschaften, die über 3000 Mtr. gingen. hatten sich nur je zwei Bewerber eingefunden! Die beiden Titelverteidiger Meißner=Hannover und Käthe Hanick=Dresden hatten im letzten Augenblick abgesagt. So kamen bei den Männern der deutsche Strommeister Geschke=Magdeburg 96 in 57:04 vor Haberer=Poseidon=Berlin:00:09 zur zweiten Meisterschaft und bei den Frauen glückte es der jungen Norddeutschen Elfriede Kastl=Bremerhaven. die im Vorjahr ebenfalls Strommeisterin wurde, die Charlottenburger Nire Grete Hartmann in:06:53 zu schlagen. Die Berlinerin benötigte:09:37. Niederrhein=Zehnkampfmeisterschaft Die vor acht Tagen in Elberfeld zur Hälfte ausgetragene Zehnkampfmeisterschaft des Gaues Niederrhein wurde am Sonntagvormittag in Barmen zu Ende geführt. Meister wurde Karls vom ATV. Düsseldorf mit 5809 Punkten vor Aerts(Edelstahlwerke Krefeld) 5777 Punkten, Goike(Turngemeinde Borbeck) 5083 Punkten und Büchsenschütz vom Barmer TV. 46 mit 4624 Punkten. Deutsche Kunstflugmeisterschaft Der erste Tag der Deutschen Kunstflugmeisterschaft 1936 in München stand unter keinem günstigen Stern. Der Wettermacher spielte all seine Launen und das traf gerade die Flieger sehr empfindlich. Als man die Meisterschaft mit den Pflichtübungen am Samstag startete, regnete es. es goß während des Kampfes der Flieger in den Lüften. und als die Pflicht glücklich beendet war, hatten sich die himmlischen Schleusen immer noch nicht geschlossen! 14 von 15 Gemeldeten— es fehlte Erich FritschPaderborn— nahmen auf dem Münchner Flughafen den Kampf auf. 10 Pflichtübungen. in die Roller, Fächerturm, Kreiser, Ueberschlager und Dovvelüberschlager eingelegt waren, wurden gefordert. Fast alle Teilnehmer flogen elegant und sicher. Unter den bekannten Leuten ragten der Titelverteidiger Steer aus Augsburg und Meister Achgelis=Berlin hervor. Sie flogen auch die außerordentlich wendigen Hochdecker, während die anderen mit dem„Stieglitz“ von Focke=Wulff kämpften. Aus der Pflicht kamen die sechs Ersten in den Endkampf: 1. Willy Steer=Augsburg 120.6, 2. Gerd AchgelisBerlin 108.66. 3. Wendelin Treckle=Fürth 107.6. 4. von Hageinburg=Dresden 107.4, 5. Ludwig Elflein=Königsberg 104.66. 6. Günther Friedrich=Breslau 103.5, 12. Paul Förster=Dortmund 72,83 Pkt., Pferdesport Rennen zu Bad Harzburg 1. Rennen: 1. Immerglück, 2. Nußknacker, 3. Makalle. Toto: Sieg 23, Platz 11. 12:10.— 2. Rennen: 1. totes Rennen zwischen Frauenode und Titurel. Toto: Sieg 6, Platz 12 bezw. 27, 13:10.— 3. Rennen: 1. Weddegast, 2. Taktiker, 3. Gondola. Toto: Sieg 35. Platz 17, 18, 23:10.— 4. Rennen: 1. Finor, 2. Eisack, 3. Salur. Toto: Sieg 36. Platz 12. 11. 14:10.— 5. Rennen: 1. Comvo Santo. 2. Viva, 3. Aancona, 4. Silberfee. Toto: Sieg 33. Platz 15. 17, 27, 19:10.— 6. Rennen: 1. Mein Fürst. ? F r a u e n f r e u n d, 3. K a s t r o v e r H u s a r. T o t o: S i e g 25. Platz 21, 13. 12:10.— 7. Rennen: 1. Pesne, 2. Mogul, 3. Taifun. Hoppegarten 1. Rennen: 1. Pyramide, 2. Marco Polo, 3. Makrone, 4. Trollius. Tot.: Sieg 17, Platz 12, 18, 21, 24.— 2. Rennen: 1. Seine Hoheit, 2. Ausonius. 3. Crivelli. Tot.: Sieg 54, Platz 14, 13. 11.— 3. Rennen: 1. Hadrian, 2. Leibhusar, 3. Impasse. Tot.: Sieg 34. Platz 14, 18, 17.— 4. Rennen: 1. Sturmvogel, 2. Wahnfried, 3. Blinzen. Tot.: Sieg 13, Platz 11, 18.— 5. Rennen: 1. Morquis, 2. Immerfort, 3. Höllenfahrt. Tot.: Sieg 27. Platz 11, 11, 11.— 6. Rennen: 1. Origenes, 2. Lampe. 3. Glaukos. Tot.: Sieg 72, Platz 20, 20, 2. 7. Rennen: 1. Mondsee, 2. Uferschwalbe, 3. Grale botin. Tot.: Sieg 46, Platz 27, 32, 18.— 8. Rennen 1. Pollux, 2. Meisterhieb, 3. X für'n U. 4. Flaminia. Tot.: Sieg 152, Platz 41, 51, 21, 53. Der Traum von Heilespont Eine hängebrücke zwischen Europa und Asien— In den Fußtapfen des Perserkönigs Darius Pelebleum Augler in Pentig Wenn die Bohrrohre verstopft sind— Millionenobjekt stehl auf dem Spiel )( Die Türkei trägt sich bekanntlich mit dem Gedanken, eine Riesenbrücke über den Bosvorus zu schlagen, um durch ein solches Wunderwerk der Technik die Seestraße„zwischen dem Schwarzen Meer und dem Marmara=Meer zu verbinden und auf diese Weise einen direkten Weg zwischen Europa und Asien zu schaffen, der es möglich machen würde, die Fahrtzeiten nach dem Fernen Osten ganz erheblich zu verkürzen. Eigenartigerweise erhebt sich der schärfste Widerspruch in der Türkei selbst. Während ein amerikanisches Finanzkonsortium sich bereit erklärt hat. die Geldbedürfnisse für das Projekt zu befriedigen, fürchtet man an verschiedenen türkischen Regierungsstellen, durch das technische Riesenwerk das orientalische Bild der Landschaft zu verwischen. Natürlich mischen sich auch politische Bedenken hinein, die aber alle die Ausführungen des gigantischen Vorhabens kurz über lang nicht hindern werden. Darius als Vorbild Man muß bis weit in das Altertum zurückgreifen. um ein Vorbild zu finden. Vor rund zweitausendfünfbundert Jahren ließ der Perserkönig Darius auf seinem großen Kriegszuge eine Brücke für sein Millionenheer über den Bosvorus schlagen. Es war zwar nur eine Schiffsbrücke, aber sie war von seinem ersten Architekten so kunstvoll gemacht, daß sie von einem Heere von einer Million Mann überschritten werden konnte, so wenigstens berichten die damaligen Geschichtsschreiber, auch Herodot hebt sie in längeren Ausführungen lobend hervor. In unserer Zeit tauchte die Idee dann wieder im Zusammenhange mit dem Bau der Bagdadbahn auf. Bei seinem Besuche am Hofe Abdul Hamids. dessen Erfolg die Konzession für die Bahnlinie war. erörterte der deutsche Vertreter auch die Pläne für eine Brücke über den Bosvorus. Das Projekt bot Schwierigkeiten, denn die Brücke mußte nicht allein ungeheuer lang. sondern auch sehr hoch sein, um keine Behinderung für den Schiffverkehr zu bieten. Lange Verhandlungen folgten damals. an denen sich auch England beteiligte. Schließlich wurde der Plan aufgeschoben und zuletzt machte der Ausbruch des Weltkrieges allen Projekten ein Ende. Traum in Stahl und Eisen Erst jetzt hat man auf türkischer Seite die Idee wieder ausgenommen. Der neue Entwurf hält sich fast genau an den damaligen deutschen Plan. Sein Schöpfer ist der türkische Ingenieur Nuri Muhurdar, dessen Pläne bereits die Zustimmung mehrerer Regierungsstellen erhalten haben. Das heißt, wenn man sich überhaupt dazu entschließen kann. die Brücke zu bauen, kommt nur der Entwurf Muhurdars in Frage. Die Brücke wird eine Hängebrücke sein, ähnlich der von Brooklyn. Sie wird die gewaltige Länge von 2650 Meter und eine entsprechende Höhe haben. Die Bauzeit wird auf drei Jahre geschätzt, während die Kosten vierzehn Millionen Dollar betragen sollen. Muhurdar hat alle notwendige Rücksicht auf das bekannte Landschaftsbild am Bosvorus genommen und hat versprochen, einen Traum aus Stahl und Eisen zu schaffen. Damit hat er denjenigen Gegnern in der Türkei. die eben aus dem Grunde die Brücke ablehnten, weil sie nach ihrem Gefühl dieses schöne Bild zerstören würde, den Wind aus den Segeln genommen. Er hat obendrein erklärt, daß die heutige Technik soweit ist, sich in jedes Landschaftsbild einfügen zu können. Zeiten der Romantik sind vorüber So stehen sich die Stimmungen in der Türkei gegenüber. Die alten, die auch an dem verbotenen Fez lange festhielten, sträubten sich gegen die Neuerung, wie sie sich gegen jede Neuerung gesträubt haben. Die jungen dagegen begrüßen die Idee der Brücke, die der Türkei in Zukunft auch als Durchgangsland vielerlei Möglichkeiten erschließen würde. Die Zeiten der Orientromantik sind nach ihren Erklärungen vorüber, und die Technik soll nach ihrem Willen die Völker verbinden, Es ist wohl anzunehmen, daß alle erforderlichen Bewilligungen doch noch erteilt werden, um ein Werk zu vollenden, das vom Altertum an bis in unsere Zeit hinein der unausführbaren Traum genialer Könfe gewesen ist. Der Kanonier von Mauritius ) Wenn man als Soldat auf der fernen, im Indischen Ozean gelegenen Insel Mauritius stationiert ist, dann kann man schon mal Heimweh bekommen. Auch einsam wird man sich früher oder später fühlen müssen. So ging es nun auch einem englischen Kanonier, der nun schon seit Jahren auf dieser entlegenen Insel Dienst tut.„Ex beschlaß daher zu heiraten. Aber es sollte natürlich eine Maid der Heimat sein, mit der er glücklich zu werden hoffte. Eines Tages setzte er sich also hin und schrieb an den Bürgermeister von Tottenham, seiner Heimatstadt, dieser solle ihm doch eine geeignete Frau verschaffen. Der Herr Bürgermeister hatte Mitleid mit dem armen Kanonier von Mauritius und gab ein Heiratsinserat auf. Ueber 400 Mädchen aus Tottenham haben geantwortet und sich bereit erklärt, das ferne Exil des einsamen Kanoniers zu teilen. Der aber strahlte über das ganze Gesicht, als er diese frohe Kunde vernahm. Er hat also seine Zukünftige aus den vielen hundert Briefen auch schon ausgewählt und will sofort Hochzeit feiern, wenn die Braut aus England auf seiner Insel eingetroffen ist. Der Bürgermeister von Tottenham aber soll Trauzeuge sein, das hat er sich ausbedungen. )( In Budapest gibt es eine Mozsargasse, und in dieser Gasse eine kleine Schenke, in der sich vor einiger Zeit eine Elster häuslich niedergelassen hat. Sie heißt„Pityu“. Seitdem„Pityu“ ihren Einzug in der Mosargasse gehalten hat. vergeht kein Tag ohne Aufregung. Diese Elster hat sich, je länger je mehr, als ein wahrer Schrecken der Nachbarschaft entpuppt. Sie ist die verkörperte Bosheit, stellt die unmöglichsten Dinge an und kann tatsächlich alles. So hat es dieses gefiederte Enfant terrible beisvielsweise auf friedliche Fußgänger abgesehen. Kommt jemand nichtsahnend des Weges, dann kann es ihm leicht passieren, daß ihm plötzlich der Hut vom Kopfe fliegt, obgleich sich nicht ein Lüftchen regt. Wie aber geschah das Wunder? Sehr einfach—„Pityu“ hat ihn entführt... Auch die vorbeifahrenden Automobilisten haben nichts zu lachen. Diese boshafte Elster aus der Mozsargasse macht sich nämlich einen Sport daraus. sie zu erschrecken. Kommt ein Auto angefahren. dann setzt sich der Vogel im letzten Augenblick frech und herausfordernd vor das fahrende Auto. Wenn dann aber der Fahrer erschrocken bremst, dann ist „Pityu“ schon wieder auf und davon. Der vervatzte„Grand aus der Hand“ „Pityu“ ist, was Streiche angeht, jederzeit glänzend gelaunt. Der Schankbursche Johann. der in der kleinen Kneive bedient, in der sich die Elster niedergelassen hat, weiß ein Lied davon zu singen. Das Trinkgeld, das die Gäste für ihn auf dem Tisch liegenlassen, ist prompt immer verschwunden, wenn er es nicht gleich einsteckt. Wer aber klaut es? Natürlich„Pityu“— umsonst ist sie ja nicht eine Elster. Aber auch als Falschsvieler hat sich dieser Vogel Es gibt in fast allen Petroleumgebieten NordAmerikas sogenannte fishing crews Es sind dies Mannschaften, die aus Spezialisten bestehen, die ihre Sache so ausgezeichnet verstehen, daß die Gesellschaften, die ihrer Hilfe bedürfen, jede geforderte Summe als Lohn bewilligen. Denn von diesen Spezialarbeitern hängt es ab. ob die mit teurem Gelde erkauften und erschlossenen Quellen weiterverwertet werden können oder nicht. Würden die Vorfälle, um derentwillen die Fishing=crew= Leute von Fall zu Fall bemühr werden müssen, an den amerikanischen Börsen bekannt werden, so würden die meisten Aktien fallen und eine Panik unter den weitab vom Schuß sitzenden Börsianern um sich greifen. Es kommt nämlich vor, daß irgendein Gegenstand in die Bohrrohre hineinfällt, der dann die größten Verheerungen anrichten kann. Die Bohrrohre haben bisweilen eine Länge von weit über tausend Meter, so daß es nicht immer möglich ist, sie gleich zu kontrollieren. Plötzlich versiegt die Quelle ohne ersichtbare Ursache. Die Ingenieure stellen fest, daß Petroleum im Felde ist und demnach das Bohrrohr den Stoff liefern müßte. Aber dennoch kommt nichts zum Vorschein; die Maschinen haben Leerlauf. Es wird Meldung an die Direktion erstattet, und diese entschließt sich dann, unter strengster Wahrung des Geheimnisses, die Gruppe der fishing=crew=Leute zu Hilfe zu rufen. Denn jeder Tag, an dem kein Petroleum aus der Erde geholt wird, kostet Zehntausende, und wenn der Schaden nicht bald behoben wird, dann steht manchmal die Existenz der betreffenden Gesellschaft überhaupt auf dem Spiel. Telephon und Telegramme rufen die Spezialtruppe zusammen. Sie besteht aus Männern, die bereits betätigt. Jeden Nachmittag sitzen in der kleinen Gastwirtschaft die Nachbarn und klovfen ihren Skat. Es ist so ein richtiger Dauerskat. Neulich kam es nun zu einem unliebsamen Zwischenfall. Der Friseur hatte gerade einen wundervollen Grand mit vier Jungen in der Hand. Wie er dann aber den Herzbuben ausspielen wollte, war dieser spurlos verschwunden. Es gab einen Mordskrach. Das wüste Geschrei drang bis auf die Straße, und man beschuldigte sich gegenseitig des Falschsviels, bis endlich entdeckt wurde, daß natürlich wieder„Pityu“, der eigentliche Missetäler war, indem diese Elster es mit ungeahnter Geschicklichkeit verstanden hatte, sich des Herzbuben zu bemächtigen. „Pityu“ bringt es an den Tag.. Aber dieser boshafte Vogel hat auch seine guten Seiten. Fuhr da eines Tages vor einer Garage in der Nachbarschaft ein prachtvolles Auto vor. Es sollte ein Reifen ausgebessert werden, weshalb das defekte Rad abmontiert wurde. Die Schrauben legte der Mann achtlos neben dem Wagen auf die Straße. Als das Rad wieder angeschraubt werden sollte, fehlten die Schrauben. Der Fahrer schlug nun so entsetzlichen Krach, daß sogar die Polizei aufmerksam wurde, und bei dem Verhör verwickelte er sich so in Widersprüche, daß er als Autodieb entlarvt werden konnte. Wer aber hatte zur Entlarvung des Diebes beigetragen? Nur„Pityu, denn wenn„Pityu“ die Schrauben nicht in das gewohnte Versteck verschleppt hätte, dann hätte der Dieb keinen Krach geschlagen und wäre nicht überführt worden. Dieser Zwischenfall hat die Elster aus der Mozsargasse mit einem Schlage beliebt gemacht... ein halbes Leben lang auf Bohrfeldern gearbeitet haben und dabei alle Systeme kennen. Sie haben eigenartige Werkzeuge. Fischhaken an unendlich langen Ketten, Drähte, an denen ein großes Stück Blei hängt und noch vieles andere mehr. Es sind die Petroleumangler von Pennsylvanien. Aber dieser Ausdruck trifft die Sache insofern nicht ganz. als sie ja gar nicht nach Petroleum angeln, sondern nach den Gegenständen die das Petroleum hindern, durch das Bahrrohr an die Oberfläche zu kommen. Sie lassen sich zuerst den Sachverhalt und die Beobachtungen schildern, und dann gehen sie ans Werk. Sie haben absolute Autorität, denn von ihrer Arbeit hängt das Fortbestehen der Bohrstelle ab. Niemand darf ihnen dreinreden, und die übrigen Arbeiter stehen ehrfürchtig dabei, wenn der fishing crew versucht, den Schaden zu beheben. Es kommt übrigens auch darauf an. den Schaden deshalb so schnell zu finden, weil das Honorar für den geleisteten Dienst meist so gestaffelt ist, daß es bei schneller und erfolgreicher Arbeit doppelt so hoch ist, wie bei langwietiger. Eine seltsame Staffelung der Tarissätze. Der vergessene Hammer. Eines Tages mußte an einem bekannten amerikanischen Oelfeld ein Bohrerwechsel vorgenommen werden. Die damit beauftragten Handwerker holten in der üblichen Weise die am unteren Ende der Bohrröhre befindliche Bohrkrone herauf und wechselten die Bohrer sachgemäß aus. Dann wurde der Apparat mit der Bohrkrone wieder 1600 Meter in die Tiefe hinuntergelassen. Es zeigte sich jedoch bald, daß der Bohrer nicht arbeitete und die Quelle infolgedessen kein Petroleum lieferte. Man versuchte alles mögliche, ohne den Fehler zu finden und holte schließlich die fishing crew herbei. Diese Spezialisten holten zunächst die Bohrkrone herauf und ließen dann an einem ungeheuren langen Drahtseil ein schweres Stück besonders präparierten weichen Bleies in die: Tiefe. Als das Bleistück wieder heraufgebracht wurde zeigte es am unteren Ende deutlich die Abdrücke eines Hammers. Da auch die Bohrkrone Beschädigungen gezeigt hatte, war die Ursache für das Versagen entdeckt: einer der Arbeiter hatte eben seinen Hammer fallen lassen, und dieser hatte das Werk der Bohrkrone beschädigt. Nun war es ein leichtes, mit dem geeigneten Instrument, das einer Suchangel ähnlich ist, die Störung zu beseitigen. Der goldene Globus Seltsames Schicksal eines wertvollen Kunstwerks 1 Als vor einiger Zeit der Besitzer des englischen Schlosses Airthrey starb und seine Besitzung verkauft werden sollte, fand man in einer verstaubten Bodenkammer einen größeren metallenen Gegenstand, eine silberne Figur, die eine große schwere Kugel trägt, man erkonnte zwar, daß die Figur aus massivem Silber war, maß aber dem Funde keine besondere Bedeutung bei. Die Erben waren froh, als sie einen Kunstsammler fanden, der sich nach langem Zögern zur Zahlung von rund zweitausend Mark bereit erklärte. Auch der Kunsthändler ahnte nicht, daß er sein Glück gemacht hatte. Erst als er die Figur einem Fachmann zur Reinigung übergab, stellte es sich heraus, daß die große Kugel aus Gold ist, und in herrlicher Goldschmiedearbeit alle Einzelheiten eines Globusses erkennen läßt. Es handelt sich um ein Kunstwerk von unschätzbarem Wert. Es gibt auf der ganzen Welt nur ein einziges Gegenstück, und dies gehört dem amerikanischen Milliardär Morgan, der es vor vielen Jahren für eine Summe von über einer halben Million Mark erstand. Plihn kann ates Der gestörte Dauerskat— Wo bleibt das Trinkgeld?— Eine Eister entlarvt einen Automarder „So leben wir, so leben wir..“ Falstaff im Keller— Ein Streich, über den ganz Paris geschmunzelt hat— 168 Flaschen schweren Burgunder in einer Nacht— Zwei durstige Seelen Die Vorgänge, die den Hintergrund zu jener Berufungsverhandlung bildeten, die dieser Tage vor einem Pariser Gericht stattfand, liegen nun schen einige Monate zurück. Das Haus auf dem Boulevard Montparnasse Nr. 166 ist ein elegantes Etagenhaus, in dem es sich zweifellos bequem und angenehm wohnen läßt, wenn die Pförtnerin nicht wäre. Diese Pförtnerin ist nämlich nicht nur ein zänkisches Weib, das überall seine Nase hineinstecken muß, sondern eine Frau, die von jeher mit einem tiefen Schlaf gesegnet zu sein schien. Nach 10 Uhr abends war es jedenfalls ausgeschlossen, noch in das Haus hineinSkommen.., a Gänden a5, 1. Um diesen ungemutlichen Zustanden abzuhelfen, traten eines Tages die Mieter des eleganten Etagenhauses vom Boulevard Montparnasse zusammen und beschlossen, zur Selbsthilfe zu greifen. Das heißt, der erste Hausbewohner, der nach 10 Uhr abends das Haus betrat, sollte die Tür einfach nicht mehr abschließen, sondern nur noch anlehnen, und alle anderen hatten dann seinem Beispiel zu folgen. Es sprach sich herum... Die Sache mit diesem die ganze Nacht offenstehenden Haus sprach sich in der Gegend rasch herum. Sie verbreitete sich sogar wie ein Lauffeuer und drang auch den Obdachlosen von Montparnasse zu Ohren. Kein Wunder, daß diese Unglücklichen, die in den bitterkalten Nächten des Januar nicht einmal ein Dach über dem Kopf hatten, sich in hellen Scharen Boulevard Montparnasse Nr. 166 einfanden und aus der Vorhalle und den teppichbelegten Treppen des Hauses eine Art Nachtasyl machten. Bis zum Morgen ließ sich unter diesen Umständen jedenfalls wundervoll pennen. Ganz Anspruchsvolle drangen dann am Morgen noch rasch in die leicht zu öffnenden Keller und sorgten für billiges Frühstück, das aus verständlichen Gründen natürlich nicht an Ort und Stelle verzehrt wurde. Aber geschmeckt hat es trotzdem! Unter den Vielen, die in das gastfreie Haus Boulevard Montparnasse Nr. 166 eindrangen, befand sich in der Nacht vom 14. auf den 15. Januar d. J. auch ein Herr Huguennet, der von seinem Freund, einem Herrn Durand, der im Dachgeschoß wohnte, eingeweiht worden war. Diesmal erschien er jedoch in Begleitung eines anderen Freundes. Die beiden begaben sich sofort in den Keller, dessen Vorhängeschloß leicht zu entfernen war. Der Weinkeller des Herrn Generals Möglicherweise waren Huguennet und Konsorten mit der Absicht gekommen, Vorräte aus den Kellern zu stehlen. Diese Absicht haben sie dann aber vollkommen vergessen, denn schon im ersten Keller, in den sie gelangten, entdeckten sie ein paar Flaschen Wein, denen sie gleich den Hals brachen, Waren die Vorräte der einen Familie erschöpft, dann wanderte man eben in den nächsten Keller. Bei den Vorräten des Generals Bonnet, auch eines Mieters im Hause Boulevard Montparnasse 166, machten sie dann endgültig Halt. Der Mann schien wirklich Kenner eines guten Tropfens zu sein, stöberten sie in einem Weinlager doch mehrere hundert Flaschen schweren Burgunder auf, von dem sich der weinselige Herr Huguennet und sein Kumpan natürlich nicht so rasch wieder zu trennen vermochten. So gingen bis zum Morgengrauen langsam. aber sicher 150 Flaschen echten Beaune=Weines den Weg alles Irdischen. Es war ein überaus vergnügtes Gelage. Vergeblich einen festen Kurs suchend. Bei Tagesanbruch waren die beiden Falstaffe bis zur Bewußtlosigkeit betrunken, aber doch noch nicht so. daß sie im hintersten Winkel ihres Herzens nicht den Wunsch gehabt hätten, sozusagen als Tröstung noch ein paar Flaschen von dem ausgezeichneten Burgunder mitzunehmen Sie suchten also einen großen Korb, in den sie noch schnell 18 Flaschen verpackten, dann brachen sie endgültig auf. Als sie mit ihrer Beute in bedenklichem Zickzackkurs zum Hause herauswankten, steckte gerade die bereits erwachte Pförtnerin ihren Kopf aus der Portiersloge.„Bonjour, Madame!" lallten die beiden Beseligten,„wir kommen von einem Fest bei meinem Freund Durand. Es war unvergleichlich!“ Weit sind die beiden allerdings nicht gekommen, dazu schwankten sie, vergeblich einen festen Kurs suchend, doch zu stark hin und her. Außerdem erhob sich zwischen ihnen ein Disput über die philosophische Frage, ob sie in diesem Zustand ihre Wohnung überhaupt jemals erreichen würden? Da diese Frage schließlich von beiden Teilen verneint werden mußte entschloß man sich, den Versuch gleich ganz aufzugeben und sich an Ort und Stelle niederzulassen, um das Gelage fortzusetzen. Schließlich hatte man ja wohl die 18 Flaschen nicht umsonst mitgenommen. Das Ende vom Lied Geteilte Freude ist doppelte Freude! Aus diesem Grunde luden die beiden in ihrer Weinlaune gleich noch ein paar Straßenseger, die schon an die Arbeit gingen, ein, an dem Gelage teilzunehmen, das allmäblich einen derartigen Umfang annahm, daß die Polizei einschritt und die ganze Gesellschaft verhaftete. In erster Instanz wurde Huguennet und sein Freund, denen nachgerechnet werden konnte, daß sie — die 18 entführten Flaschen Burgunder inbegriffen— in jener Nacht insgesamt 168 Flaschen geleert hatten, zu je sechs Monaten Gefängnis verurteilt.„Und wo bleibt die Anerkennung für die hervorragende Leistung“, so brüllte dieser Falstaff in den Gerichtssaal hinein,„ich werde sofort Berufung einlegen.“ Diese Drohung hat er dann auch wahr gemacht. Zu seinem Nachteil, denn das Urteil der Berufungsinstanz lautete für ihn und seinen Freund nunmehr auf neun Monate Gefängnis. Trotzdem sollen diesmal die Verurteilten vor Gericht ganz versonnen gelächelt haben— wahrscheinlich erinnerten sie sich des guten Beaune aus dem Weinkeller des Herrn Generals Boulevard Montparnasse Nr. 166. Das unheimliche haus Mörder irren sich in ihrem Opfer )( Ein unheimlicher Vorfall hat sich in der indischen Stadt Peschawar zugetragen. Dort war vor einigen Tagen ein Kaufmann aus der Umgebung eingetroffen, der dann bei einem alten Freunde in dessen Haus Unterkunft fand. Mitten in der Nacht hörte der Fremde nun vor seinem Fenster leise flüsternde Stimmen, die ihm nicht entgingen, weil er in dieser Nacht keinen Schlaf finden konnte. Er begab sich ans Fenster, um nachzusehen, wer so spät in der Nacht sich in dem Garten des Hauses wohl noch zu schaffen mache. Bei dieser Gelegenheit entdeckte er dann von seinem Zimmer aus die beiden ältesten Söhne seines Gastgebers, die dam't beschäftigt waren, mit Hacke und Spaten eine Grube auszuheben. Aus der im Flüsterton geführten Unterhaltung konnte der Kaufmann entnehmen, daß es die beiden Burschen auf sein Leben abgesehen hatten. Er sollte noch in der gleichen Nacht im Schlaf umgebracht werden. Am Morgen wollten sich dann die Mörder die Beute teilen. Von Grauen erfaßt, raffte der Gast seine Kostbarkeiten zusammen und schlich sich lautlos aus dem unheimlichen Haus. So entging er dem sicheren Tode, denn daß es den beiden jugendlichen Burschen mit ihren Mordplänen bitterer Ernst gewesen ist, beweist die Tatsache, daß man am nächsten Morgen wirklich eine Leiche in dem Bett des Geflüchteten fand. Es war die Leiche des jüngsten Bruders der beiden Mörder, den die beiden in der Dunkelheit irrtümlicherweise umgebracht hatten. Der Ermordete war in schwer angeheitertem Zustand##t spät in der Nacht nach Hause gekommen und hatte sich einfach in das nächste freie Bett gelegt, was ihm zum Verhängnis werden sollte. Ein lustiger Roman von Hans G. Waltersha DUT usen 19 „Mein gutes Kind!“ flüsterte Terzius und wollte sich über Lisa beugen. Sie aber wich ihm aus und sagte:„O nein, mein Herr, geflüstert darf das nicht werden, man könnte es sonst anders auffassen. Und überdies eilt das auch gar nicht so.“ Terzius lachte.„Jetzt sind Sie aber ordentlich grätig.“ „O nein, ich vergesse nur nicht, daß wir nicht um Detektiv zu spielen. Also bitte, wie steht es mit den beiden?" „Sie sind beim Kompott angelangt, und der rote Wein erfreut sich immer noch beiderseitiger Beliebtheit. Ueberdies flüstert der Baron jetzt auch, und die Tante balanciert schon seit drei Minuten einen Pfirsich auf ihrem Löffel, ohne ihn vor lauter Hingerissenheit in den Mund zu bringen.“ „Sprechen Sie respektvoller von meiner Tante, Herr Terzius! Sie hat ein Auto und einen Baron zum Freund.“ „Verzeihung! Es war nur die Feststellung einer Tatsache. Uebrigens ist der Pfirsich jetzt dorthin gelangt, wohin er wollte.“ „Sehr beruhigend.“ Verrät die Dame Neigung, einen weiteren Pfirsich zu verzehren?“ „Die Neigung wäre vielleicht vorhanden, aber der Pfirsich nicht. Sie löffelt den Saft von ihrem Teller.“ „Sicher wird sie jetzt eine Zigarette rauchen; sie kommt sich immer ungemein rassig vor, wenn sie Zigaretten raucht, besonders wenn sie sie zwischen den Mittel= und Ringfinger klemmt.“ „Ich werde mir die respektvolle Art, in der Sie über Ihre gnädigste Frau Tante sprechen, zum Vorbild nehmen.“ „Sie sind ein schrecklicher Mensch, in jeder Beziehung. Es ist geradezu peinlich für mich, mit Ihnen hier im Walde herumzuliegen, mit einem Menschen, der eine Vorgeschichte hat.“ „Die er nicht erzählen will.“ „Und die mich gar nicht mehr interessiert, die ich gar nicht hören will, nicht geflüstert und nicht bei rotem Wein; die beiden da interessieren mich viel mehr.“ Sie beugte sich vor, um zu sehen, ob die Tante die Zigarette schon rassig zwischen den Fingern halte, und Terzius benützte den Augenblick, um seinen Arm an den Baumstamm, an dem sie gelehnt, zu legen. Wenn sich Lisa zurücklegte, wollte er den Arm um sie schließen und flüstern: Aber Sie interessieren mich viel, viel mehr als die beiden! Sie, mein gutes Kind! Aber daraus wurde nichts. Lisa beugte sich noch weiter vor, dann fuhr sie plötzlich herum und sagte:„Der Baron ist fort!“ Terzius wußte nicht, was in diesem Augenblick in ihm vorging. Gedanken überstürzten sich, plötzlich riß er Lisa an der Hand in die Höhe und flüsterte:„Kommen Sie, schnell!“ Lisa wußte nicht, wie ihr geschah. Sie fühlte sich emporgezogen, durch das Dickicht gerissen, plötzlich stand man auf der Straße. „Rasch, aber unaufällig zum Auto!“ kommandierte Terzius, und Lisa trippelte gehorsam hinter ihm her. Sie wußte nicht, was los war, aber sie wußte, daß etwas los sein müsse. Sie gingen an dem Hause vorüber, sahen in den Wagen der Tante und gingen zu dem ihren. Es war nichts Auffälliges zu bemerken. Aber kaum hatten sie ihre alten Plätze wieder eingenommen, Terzius am Steuer und Lisa im Innern, verborgen hinter dem Vorhang, da sahen sie, wie der Baron aus dem Hause kam, an den Wagen trat, die Tür öffnete, hineinsah, als suche er etwas, dann sinnend stehenblieb, an seinen Taschen herumfaßte, den Kopf schüttelte und plötzlich in den Wagen stieg und losfuhr. Ganz still und langsam fuhr er, in gerader Richtung, sanft bergein, ohne Licht und ohne Lärm. Und Terzius ebenso hinterher, ohne sich weitere Gedanken zu machen als die: Hier stimmt etwas nicht, und hier heißt es, auf der Hut sein! Plötzlich aber legte der Baron los. Ein Lichtkegel schoß durch die Dämmerung, der Motor sprang an, knatterte, der Wagen schoß über die Straße. Terzius fuhr ebenso. Lisa wußte gar nicht, wie ihr geschah, als sie plötzlich nach hinten geworfen wurde und die Bäume nur so an ihr vorüberflitzten. Terzius, der der ganzen Geschichte mit dem Baron von Anfang an ein wenig mißtrauisch gegenübergestanden hatte, traute dem Baron überhaupt nicht mehr, als er ihn gesehen. Aber vorerst konnte man nichts weiter tun, als ihm zu folgen, man wußte ja nicht, ob der Baron sich den Wagen nicht für irgendeinen Zweck von der Tante ausgeliehen hatte, wenn auch seine geräuschlose Abfahrt in merkwürdigem Widerspruch zu seiner jetzigen wilden Fahrt stand. Man war vielleicht zwanzig Minuten gefahren, als der Baron plötzlich das Tempo verringerte. Wollte er abwarten, bis der ihm folgende Wagen vorübergefahren, wollte er den eventuellen Verfolger in die Irre führen? Copyright by Verlag Neues Leben, Bayrisch Gmain Terzius war sich klar, daß die Sache jetzt anfing, interessant, aber auch schwierig zu werden. Immerhin war es höchst merkwürdig, daß niemand vom Essen weg eine erst stürmische Fahrt über die Landstraße und dann eine idyllische Spazierfahrt durch den Wald unternahm. Oder hatte der Baron den Wagen nur ausprobieren wollen, sozusagen eine Verdauungsspazierfahrt unternommen? Terzius hielt das plötzlich für gar nicht ausgeschlossen und fühlte sich ein bißchen blamiert in seinem Eifer, dem Baron Unredlichkeiten anzudichten. Warum nicht? Er hatte erst den Motor ausprobiert, hatte dann eine Geschwindigkeitsprobe veranstaltet und gefiel sich jetzt in einem behaglicheren Tempo. Sicher würde er jetzt umkehren, zu seiner Dame zurückfahren und ihr sein Urteil über den Wagen mitteilen. Merkwürdigerweise löschte der Baron aber plötzlich sämtliche Lichter. ##Hm, machte Terzius vor sich hin,„es simmr ooch etwas nicht. Zum mindesten sind das sehr eigenartige Launen. Es bleibt mir nichts weiter übrig, als in einem unauffälligen Tempo weiterzufahren und zu erspähen, wo der Baron nun eigentlich steckt und was er tut.“ Die Dämmerung war im Walde doch schon so stark, daß von dem Wagen auf einige Entfernung nichts mehr zu sehen war. Wäre nicht der Zufall zu Hilfe gekommen, so wären Wagen und Baron überhaupt in der Dunkelheit verschwunden gewesen, denn der Baron tat Terzius leider nicht den Gefallen, auf der Straße weiterzufahren, sondern er bog in sanfter, stiller Fahrt und ohne Licht in einen Seitenweg ein, der eigentlich nicht für Autos bestimmt war. Aber der Zufall wollte es, daß Terzius gerade um eine kleine Kurve fuhr, als der Baron in den Seitenweg einbog. Das Licht fiel auf den Wagen, ließ die Scheiben und die graue Farbe aufblitzen und zeigte Terzius die Richtung an, die der abenteuerliche Baron genommen hatte. Dich habe ich, dachte Terzius, und fuhr so, als habe er nicht das Geringste bemerkt, auf der Straße weiter. Als er ein wenig außer Sehweite war, löschte er das Licht, hielt, stieg aus und flüsterte Lisa zu: „Haben Sie ihn gesehen?" Lisa verneinte. „Es war nur ein kurzer Augenblick. Er ist seitwärts in den Wald gefahren. Wenden Sie den Wagen um und fahren Sie leise zurück bis zur nächsten Biegung. Ich verfolge ihn, auf dem Wege kann er nicht weit kommen.“ „Ja“, flüsterte Lisa. Ihr war ganz unheimlich zumute; das kam ihr alles so kindhaft vor. Eben sitzt man noch im Wald und neckt sich, und auf einmal spielt man richtiggehend Detektiv, unheimlich, aber furchtbar interessant. Lisa setzte sich an das Steuer. Terzius war ihr noch beim Wenden behilflich, fuhr neben ihr stehend noch ein Stück mit und verschwand dann in den Wald Ich habe nicht das geringste bei mir, überdachte er seine Lage, weder einen Revolver, noch eine Taschenlampe;„wenn es gilt, aktiv zu werden, muß ich es auf eine besondere Art tun.“ Der Weg war so breit, daß man eben zur Not mit dem Wagen hindurch kommen konnte, aber es war unmöglich, den Weg zu verlassen, denn er war von beiden Seiten von dichtem Gestrüpp eingesäumt. Es war nur möglich, daß dieser Pfad auf eine andere Straße führte, und daß der Baron dieses Manöver ausführte, um seine Spur zu verwischen. Terzius blieb stehen und lauschte; merkwürdigerweise war nicht das geringste zu hören, weder ein Geräusch des Motors, noch ein Knacken der Aeste. Leise schlich Terzius weiter, schrittweise, denn unter jedem Schritt krachten abgefallene Aeste, raschelte dürres Laub. Schon fürchtete er, daß der Baron wieder auf offener Straße gelandet sei und mit beschleunigter Geschwindigkeit dahinrase, als er plötzlich einen huschenden Lichtschein bemerkte. Terzius suchte hinter einem Baume Dekkung; denn er glaubte, es komme ihm jemand mit einer Taschenlampe entgegen, und er hatte keine Lust, sich blenden zu lassen. Aber er sah bald, daß diese Vorsicht unnötig war. Das Licht kam nicht näher, sondern bewegte sich innerhalb eines gewissen Kreises. Leise schlich sich Terzius näher heran. Der Weg weitete sich und führte auf eine kleine Lichtung, gerade groß genug, den Wagen darin wenden zu können. Seinem Blick verborgen, links, mußte der Wagen stehen, aber da Terzius selbst links stand, konnte er nichts davon sehen. Nach rechts zu gehen, erschien ihm gewagt, deshalb versuchte er, von links her näher nach vorn zu kommen. Das Unterholz war jedoch zu dicht, um ohne Geräusch hindurchgelangen zu können. Terzius beschloß deshalb, ein wenig rückwärts zu gehen, um so nach der rechten Seite gelangen zu können. Der Schein huschte jetzt über der Erde hin und her. Terzius wunderte sich, was wohl verloren sein mochte. Suchte der vielleicht doch etwas? War er vielleicht heute hier gewesen, hatte er hier Picknick gemacht und dabei etwas Wertvolles verloren, dessen Verlust er vorhin erst entdeckt hatte? Terzius war es jedenfalls wieder eine Mahnung, vorsichtig vorzugehen und sich nicht vom Eifer hinreißen zu lassen. Endlich war es ihm gelungen, leise nach rechts zu wechseln und ein wenig weiter vorzudringen. Er sah jetzt den Schatten einer Gestalt, die immer noch auf dem Boden beschäftigt war. Aber als sich seine Augen an die Dunkelheit gewöhnt hatten, stellte er fest, daß sich die Gestalt von einem hellen, von der Lampe beschienenen Grund abhob, und dieser helle Grund war der graue Anstrich des Wagens. Auch hörte er einen leisen metallischen Klang, ein blechernes Klappern und das Anschlagen eines harten Gegenstandes. Was sollte es da zu reparieren geben? Terzius kroch noch weiter nach rechts, um bessere Sicht zu bekommen. Er kam im rechten Augenblick: eben löste sich rechts die Rummerntafel und hing schief nach unten, während der Baron jetzt daran ging, auch links die Schrauben zu lösen. So, dachte Terzius, jetzt gibt es kein Pardon mehr! Jetzt ist alles klar; habe mir doch so etwas gedacht, Herr Baron! Hat Sie die Gnädigste damit beauftragt, einsam im finsteren Walde ihr Nummernschild abzunehmen? War das so wichtig, daß man vom Essen und vom roten Wein weglaufen mußte, ohne der Dame die erwartete Zigarette anzubieten? Sie sind mir ein rechter Kavalier! Das Schild war jetzt abgenommen. Und nun? Aha, jetzt kam ein anderes daran. Die Buchstaben waren fremd und schienen auf eine weite Ferne zu deuten, die Zahl war sicher eine Phantasiezahl. Jetzt haben wir den Beweis, freute sich Terzius, aber was habe ich als Dektekiv jetzt zu tun? Ich sehe mich einem Autodieb, zwei Wagen und einer Jungfrau ohne Führerschein gegenüber, wie soll ich dem Herr werden? Wie soll ich den Kerl festnehmen, festhalten und abtransportieren? Wie soll ich den Wagen hier herausbekommen? Und den Kerl dazu? Das ist ja gerade wie mit der Ziege und dem Kohl! Fahre ich erst den Wagen hinaus, läuft mir wirklich der Kerl davon, und schaffe ich den Kerl hinaus, fahren mir seine vielleicht bestellten Helfer den Wagen davon. Und es ist Lisas Wagen, also mehr als ein gewöhnlicher Wagen! Aber ich möchte natürlich ebenso den Kerl wie den Wagen haben, sonst behauptet die Tante womöglich noch, wir hätten den Baron mit Gewalt entfernt, um ihr aus Neid diese glänzende Partie unmöglich zu machen. Hm, was macht man da? Auf einer Seite hielt das neue Schild schon, Terzius wollte warten, bis der Beweis ganz befestigt war, und er hoffte inzwischen auf einen Einfall zu kommen, wie er hier am besten vorgehe. Er erhob sich aus seiner kauernden Lage und steckte die Hände in die Hosentaschen, um besser nachdenken zu können. Dabei entdeckte er, daß er einen Gürtel um die Hosen hatte. „Holla“, dachte er,„ein Gürtel in der Hand ist besser als ein Revolver im Schreibtischkasten. Aber wie ihn am wirksamsten anwenden? Die Hände fesseln? Er wird sie nicht dazu herhalten, und mich mit dem Kerl lange herumbalgen, ist mir zu dumm. Wie wäre es um den Hals? Je nach Betragen mehr oder weniger zugezogen? Er dürfte sich auf diese Weise vom ersten Augenblick an vom Ernst der Lage überzeugter fühlen, und je mehr er sich ungebärdig zeigt, um so schmerzlicher wird es für ihn sein. Aber dann ist jetzt, so lange er kniet, die beste Gelegenheit, ihm das lederne Halsband um den Nacken zu legen, hübsch geräuschlos und ohne besondere Aufregung. Aber ein bißchen seltsam war es Terzius doch zumute, als er den Gürtel löste, die Schlinge einstellte, und sich wie ein Indianer leise gegen den am Boden Kauernden schlich. Während er sich Schritt für Schritt näherte, huschte es ihm noch durch den Kopf: Wenn er sich jetzt herumdreht, weil er irgend etwas Verdächtiges hört, stehe ich im wahrsten Sinne des Wortes im besten Lichte da! Hoffentlich bleibt er wie er ist. Terzius wagte nicht mehr zu atmen, als er endlich hinter dem Baron stand. Zum Glück machte das Befestigen des Schildes einigen Lärm, so daß das unvermeidliche Knistern der Tannennadeln aouf dem Boden ungehört blieb. Und als sich der Baron ein wenig reckte, um besser von oben auf seine Arbeit sehen zu können, fiel ihm wie ein Blumenkranz die lederne Schlinge über den Kopf. Im Nu hatte Terzius zugezogen und den Mann zugleich mit der Hand um den Nacken gefaßt. „Aeh— äh—“ machte der Baron, kurz wie ein verwundetes Tier; man wußte nicht, ob aus Schreck oder Schmerz. Terzius hatte die Lippen zusammengebissen, jetzt war die Sache ernst. Und seine Hand, die den Nacken des Mannes umkrallt hielt, war nicht sanft. Der Baron hing zwischen Gurtel und Hand wie ein Kaninchen, das am Fell gepackt wurde. Auf der Brust hing ihm die Taschenlampe. Terzius konnte sein Gesicht nicht sehen. Der Schreck schien den kleinen Mann völlig gelähmt zu haben. Terzius ließ trotzdem nicht locker, er traute dem Burschen nicht. Aber seine Ueberlegenheit klang aus den Worten, als er sagte:„Was machen Sie denn hier? Reparieren Sie Autos? Dann können Sie meinen Wagen auch in Ordnung bringen, kommen Sie mal mit.“ Und er schob ihn vor sich her. Und der Wagen? dachte Terzius im gleichen Augenblick. Ausgeschlossen, ich lasse ihn nicht hier. Womöglich gibt der Kerl auf einmal ein Signal, und seine Komplizen schaffen den Wagen fort. „Halt!“ kommandierte er.„Soll ich vielleicht den Wagen wieder hier herausbalancieren? Das verstehen Sie besser; also bitte: Sie am Steuer und ich neben Ihnen. Haben Sie die Güte, Herr Baron.“ „Hä“, machte der Baron, vermutlich mangels anderer Ausdrucksmöglichkeit; denn Terzius setzte seiner Luftröhre beträchtlich zu. Terzius schob den Mann ans Steuer, setzte sich neben ihn und sprach ihm Trost zu:„Lassen Sie sich ja nicht gelüsten, mich etwa dorthin zu fahren, wohin ich nicht will. Machen Sie bitte auch nicht auf der Landstraße solche Geschwindigkeitsproben wie vorhin, es nützt Ihnen doch nichts, Sie kommen doch dorthin, wohin Sie gehören. So, Sie fahren ja ganz ordentlich, Sie scheinen schon öfter auf solchen Wegen spazierengefahren zu sein; Sie sind Fachmann, das merkt man. Schade um Sie, Sie gäben einen guten Fahrlehrer ab. Nummernschilder abzumontieren ist doch auch wirklich keine passende Beschäftigung für einen Baron.“ Unter solchen Scherzen war man auf die Straße gekommen, wo Terzius zu Lisas grenzenlosem Staunen den Baron am Gürtel herausgängelte. Unwillkürlich ging sie ein paar Schritte zurück; denn das Bild, das sich ihr im Schein der Lichter bot, war geradezu grotesk. Der Herr Baron mit einer Taschenlampe um den Hals, hochrot im Gesicht, mit verrutschter Krawatte, das war geradezu zum Erbarmen. „Fürchten Sie sich nicht,“ sprach ihr Terzius zu,„der Herr tut Ihnen nichts. Er hat nichts für junge Damen übrig, nur für fremde Autos. Er war so liebenswürdig, Ihnen eine andere Nummer zu geben, die bisherige war ihm für seine Zwecke zu verfänglich. „So?“ machte Lisa und überzeugte sich sofort.„Richtig,“ sprach sie mehr für sich,„das ist doch unglaublich.“ Terzius ließ dem Baron jetzt ein wenig Luft; es wäre ihm unangenehm gewesen, eine Leiche nach der Polizei zu bringen. Sofort bekam der Baron die Sprache und damit auch seine alte Frechheit zurück. „Ein Irrtum,“ protestierte er,„geben Sie mich sofort frei. Die Dame wird alles aufklären.“ „Glauben Sie?“ fragte Terzius höhnisch. „Lassen Sie mich frei, ich bitte Sie, ich bin unschuldig.“ „Das Allerneueste,“ spottete Terzius.„Und wenn Sie es sagen, muß es wohl stimmen.“ „Sie kennen den Zusammenhang nicht, ich verstehe vollkommen, daß Sie mich für schuldig halten. Aber ich habe keine Rücksicht zu nehmen, meine Freiheit gilt mir mehr als die Ehre der Dame." „Die Ehre der Dame?“ riefen Terzius und Lisa wie aus einem Munde. „Ja, ich bin ihr Chauffeur; sie ist eine internationale Schwindlerin und hat eben wieder eine Sache geschmissen, das ist ja zum Schreien!" Der Baron, der die Heiterkeit der Beiden für bedenklich hielt, behauptete jetzt keck: „Die Dame ist gar nicht die, für die sie sich ausgibt,“ was Lisa in einen neuen Lachtaumel versetzte, während Terzius kühl erklärte: „Da haben Sie ganz recht. Sie ist nämlich Detiktivin.“ Worauf der Baron Maholy=Bagoty ganz still wurde und nicht einmal mehr„Hä“ sagte. Und worauf ihm Terzius schleunigst wieder etwas mehr Luft ließ; denn es wäre ihm unerwünscht gewesen, sich eine Anklage wegen fahrlässiger Tötung zuzuziehen. Aber der Baron weilte schon nicht mehr unter den Lebenden. Die Arme hingen ihm nach unten, der Kopf baumelte melancholisch hin und her, und wenn ihn Terzius nicht am Kragen gehalten hätte, wären seine sterblichen Ueberreste am Boden versammelt gewesen. „Um Gottes willen!“ rief Lisa, als sie das Unglück sah,„er lebt nicht mehr, um Gottes willen—“(Fortsetzung folgt.) — Jerueigs Rafnahne in der Wenpresse Die Welt unter dem Eindruck der deutsch-österreichischen Vereinbarung— Die Londoner Presse würdigt „das gute belspiel dnb. London, 12. Juli. Die deutsch=österreichische Vereinbarung wird in der britischen Sonntagspresse nicht ganz einheitlich ausgenommen. Indessen sind sich sämtliche Blätter aber darin einig, daß das Abkommen von allergrößter Bedeutung ist. Die Sunday Times, der bei der Bedeutung des Blattes eine diplomatische Bedeutung beigemessen werden kann, begrüßt die Vereinbarung vorbehaltlos. Unter der Ueberschrift„Der österreichisch=deutsche Pakt ein gutes Beispiel“ bemerkt das Blatt u..: Jahre hindurch haben die gespannten Beziehungen zwischen den beiden Ländern den Frieden Europas bedroht, jetzt sind sie wieder Freunde, und das neue Verhältnis ist offensichtlich ohne irgendwelche Opferung der Unabhängigkeit Oesterreichs hergestellt worden. Europa ist lange erregt gewesen durch internationale Rivalitäten. Der Observer sagt in seiner Wochenschau, das Abkommen bedeute, daß es Deutschland gelungen sei, Oesterreich zu einer Art politischer Solidarität zu erhalten, die auf einen„moralischen Anspruch“ hinauslaufe. Sunday Dispatch schreibt, der Kompromiß schaffe ein neues politisches Europa. Das erste Zeichen hierfür sei die Ablehnung Italiens, an der geplanten Locarnokonferenz ohne Deutschland teilzunehmen. In seinem Leitartikel betont das Blatt weiter ausholend, man könne die Bedeutung der Vereinbarung zwischen Berlin und Wien kaum groß genug einschätzen. Es sei notwendig, daß Großbritannien alle Verpflichtungen löse, die unnötigerweise eine Gegnerschaft in Deutschland und Italien auslösten. Paris: Ein diplomatisches Ereignis von allergrößter bedeutung Die Pariser Blätter von Sonntagmorgen stehen ganz im Zeichen der Neuordnung der deutschösterreichischen Beziehungen. In groß ausgemachten Schlagzeilen bringen die Blätter die Meldung und zugleich im allgemeinen ihre Zustimmung zu der Vereinbarung zum Ausdruck. „Sensationeller Tag in Wien“ überschreibt der Excelsior seine Ausgabe. Das Journal bringt in Schlagzeilen hervor: Die österreichisch=deutsche Uebereinstimmung ist endgültig verwirklicht worden. Im außenpolitischen Leitartikel des Matin wird u. a. hervorgehoben, daß der deutsch-österreichische Vertrag ein diplomatisches Ereignis von allergrößter Bedeutung darstelle. Das Journal verweist besonders auf die Stelle der deutsch=österreichischen Vereinbarung, wonach das Reich die gebietsmäßige und politische Unabhängigkeit Oesterreichs anerkennt. Die beiden Blätter der Volksfront, der sozialistische Populaire und die kommunistische Humanité, besonders das letztere Blatt, vermerken nur die Tatsache des Abschlusses der deutsch=österreichischen Vereinbarung. Allein der Populaire versucht in allgemeinen Zügen Hauptpunkte des Abkommens zu umreißen und schreibt dazu, auf den ersten Blick erscheine die deutsch=österreichische Abmachung wie eine zu begrüßende Handlung und im großen eine glückliche Lösung. Wie das Blält sagt, könne die Normalisierung der Beziehungen zwischen den beiden Ländern nur vorteilhaft für die Sache des Friedens sein. Andererseits sieht das Blatt in der Vereinbarung einen„Generalangriff“ gegen den Völkerbund und gegen die Politik der kollektiven Sicherheit. Rom: Erleichterung der europäischen Entspannung Die Nachricht von der Wiederherstellung der freundschaftlichen Beziehungen zwischen Deutschland und Oesterreich ist am späten Sonnabend in der italienischen Hauptstadt bekannt geworden. Die Verständigung ist, wie von zuständiger italienischer Seite erklärt wird, in Rom mit Befriedigung aufgenommen worden, da sie geeignet sei, eine Entspannung in Europa zu erleichtern. In eigenen Kommentaren wird das Ereignis bereits von allen römischen Morgenzeitungen als„ein Dienst am Frieden“(Messagero), oder „Europäische Klärungen“(Voce'Italia) und ähnlich gewürdigt. Die Schlagzeilen der ganzseitigen Ueberschriften heben u. a. als unmittelbaren Eindruck hervor:„Deutsch=österreichische Verständigung, die für den Frieden Europas und zur Ordnung der Donau=Probleme beiträgt“ (Messagero),„Ein bemerkenswerter Schritt vorwärts auf dem Wege europäischen Wiederaufbaues“(Popolo di Roma). Das Kernstück der Ausführungen der römischen Presse bildet der Telegrammwechsel zwischen Mussolini und Schuschnigg, den„Voce'Italia“ unter dem aus dem Antworttelegramm Mussolinis entnommenen Sondertitel veröffentlicht:„ein Ereignis, das Regierung und italienisches Volk mit Sympathie begrüßen". Presse ebenso wie die Rundfunkrede des Bundeskanzlers Schuschnigg vielfach an der Spitze der Blätter und in großer Aufmachung wiedergegeben. In den Ueberschriften wird die Lage als„neue Aera im Leben Oesterreichs und des Reiches", bezeichnet. Wenngleich noch eigene Stellungnahmen der Redaktionen fehlen, zeigt sich an der Aufmachung und an den ersten Meldungen der Berichterstatter aus Berlin und von Paris eine gewaltige Anteilnahme an diesem bedeutungsvollen politischen Abkommen. Freude in Ungarn. Die Einigung zwischen Deutschland und Oesterreich wird von der gesamten ungarischen Presse als ein welthistorisches Ereignis von allerhöchster Tragweite beurteilt und von fast sämtlichen Blättern freudigst begrüßt. Die der Regierung nahestehenden Blätter benützen dieses Ereignis zu einer Kundgebung ihrer Freundschaft für Deutschland und Oesterreich und sprechen beiden Staaten herzliche Glückwünsche aus. Sie geben der Hoffnung Ausdruck, daß nunmehr die Zukunft eine Zusammenarbeit zwischen Deutschland und Italien bringen möge. Ohne Ausnahme betonen die Blätter auch, daß die internationale Stellung Deutschlands eine gewaltige Stärkung erfahren habe. An dem Friedenswillen Deutschlands könne nunmehr nicht mehr gezweifelt werden. Frieden zwischen den Bedischen Die Berliner Presse zu dem deutsch-österreichischen Abkommen Italien geht nicht nach Brüssel onb. Rom, 12. Juli. Nach einer Meldung der Agenzia Stefani hat die italienische Regierung ihre Teilnahme an den in Brüssel bevorstehenden Locarno=Besprechungen mit dem Hinweis auf die im Mittelmeer bestehenden Flottenabmachungen abgelehnt. Die betreffende amtliche Mitteilung lautet wie folgt: „Der belgische Ministerpräsident hat die italienische Regierung zur Teilnahme an der vorbereitenden Zusammenkunft der Locarno=Mächte eingeladen, die demnächst in Brüssel stattfinden wird. In ihrer Antwort bestätigt die italienische Regierung, daß sie bereit ist, einen konkreten Beitrag zur Gewährleistung des Friedens zu geben, daß sie jedoch das Bestehen einiger Mittelmeerverpflichtungen in Rechnung stellen muß, die ihrer Teilnahme an dem Werk der internationalen Zusammenarbeit, auf das sie lebhaft hoffe, im Wege stehen. Die italienische Regierung hat außerdem die Ansicht ausgesprochen, daß es zweckmäßig sei, Deutschland ebenfalls dem vorbereitenden Abschnitt der bevorstehenden Locarno=Zusammenkunft einzuladen. Die Abwesenheit eines der Unterzeichnerstaaten des Locarno=Vertrages würde in der Tat die bestehende Lage, statt sie zu klären, schwieriger gestalten.“ dub. Berlin, 12. Juli. Die Berliner Presse begrüßt das deutsch-österreichische Abkommen als ein Mittel zur Entspannung und Entwirrung der europäischen Lage und gibt ihrer tiefen Befriedigung über die nunmehr aus dem Wege geräumten Mißverständnisse Ausdruck. Der„Völkische Beobachter“ ruft die Worte des Führers aus der großen Reichslagsrede vom 21. Mai 1935 in Erinnerung:„Deutschland hat weder die Absicht noch den Willen, sich in die inneren österreichischen Verhältnisse einzumengen, Oesterreich etwa zu annektieren oder anzuschließen". Der Führer hat dies erklärt, so sagt das Blatt u. a. weiter, weil der Nationalsozialismus in seiner Politik keine auf Zwang beruhende Gewaltlösung schaffen will, sondern sich bewußt ist, daß die dauerhafte Befriedung Europas nur auf der Grundlage des Selbstbestimmungsrechtes aller möglich ist. Das vorliegende Abkommen formuliert den Grundsatz des Reiches, die Souveränität Oesterreichs anzuerkennen und es dem österreichischen Brudervolk zu überlassen, wie es seine innerpolitischen Verhältnisse gestalten will. Wenn andererseits erklärt wird, daß die Wiener Regierung Oesterreichs politische Stellung in der Haltung eines deutschen Staates auffaßt, so sehen wir in diesen beiden Feststellungen den tieferen Sinn des neuen Abkommens, daß das gleiche Blut auf beiden Seiten den gemeinsamen Weg finden muß. und daß es an der Zeit war, mit dem Abbau der gegenseitigen Spannungsmomente zu beginnen. Das Deutsche Reich betrachtet es als einen Fortschritt, daß wiederum ein Problem auf Grund gegenseitiger Uebereinkunft zwischen den direkt beteiligten Staaten angefaßt ist, das von verschiedensten interessierten Kreisen gern zur Beunruhigung der europäischen Lage benutzt wurde. Daß dies in Zukunft nicht mehr möglich sein Warschau: Neue Aera Die Vereinbarung zwischen Deutschland und Oesterreich wird von der gesamten Warschauer wird, ist ein neuer Beitrag der nationalsozialistischen Politik zu dem großen Ziel, eine wirkliche Verständigung der Völker in Europa herbeizuführen. Auch die„Berliner Börsenzeitung“ weist unter der Ueberschrift:„Frieden zwischen den Deutschen“ darauf hin, daß das Reich mit der Bereinigung der österreichisch=reichsdeutschen Mißverständnisse und dem hoffnungsvollen Anfang zur Wiederherstellung der natürlichen Verbundenheit zwischen den beiden deutschen Staaten einen neuen Beitrag zur Festigung des Friedens an einem Punkte Europas geleistet habe, den eine am zwischendeutschen Konflikt interessierte Welt als den sicheren Ausgangspunkt schwerster europäischer Verwicklung prophezeite. Den neu entzündeten Funken des völkischen Friedens und Vertrauens zu hüten und zu einer wärmenden Glut anzufachen, in der wieder gemeinsames deutsches Schicksal gedeihen könne, sei Aufgabe aller, die entschlossen seien, der deutschen Zwietracht niemals wieder eine Chance zu geben. Die„Deutsche Allgemeine Zeitung“ schreibt u..: Genau so wie zwischen Deutschland und Polen die direkte Verständigung möglich war, wird jetzt zwischen Berlin und Wien ein Programm vereinbart, das einen konkreten Beitrag zur Gesundung der europäischen Politik und Wirtschaft darstellt. Gerade der Grundsatz der Nichteinmischung in die gegenseitigen inneren Verhältnisse ist in dem Abkommen mit bindender Klarheit hervorgehoben. Die Worte:„Einschließlich der Frage des österreichischen Nationalsozialismus" lassen auch keinen Raum für etwaige Unterstellungen. Während in Genf und Montreux geredet worden ist, haben Berlin und Wien gehandelt, und zwar im Sinne des Friedens gehandelt. Die beiden deutschen Staaten geben damit ein Beispiel, und daß es gerade die beiden deutschen Staaten sind, kann uns mit doppelter Genugtuung erfüllen. Haus der beaischen Eehleisung Die Reichstagung des ASLB— Der Begrüßungsabend onb. Bayreuth, 12. Juli. Im Rahmen der Reichstagung des RSLB fand am Sonnabend in dem großen Versammlungszelt auf dem Festplatz ein Begrüßungsabend statt, der außerordentlich stark besucht war. Reichswalter Wächtler gedachte der Opfer der Bewegung. Insbesondere seines im Dienste am Volke dahingegangenen großen Vorgängers Hans Schemm und des im nationalsozialistischen Kampfe gefallenen Berufskameraden Dr. Günter Roß, denen zu Ehren sich der Fahnenwald neigte. Es folgten Willkommensgrüße des Bayreuther Oberbürgermeisters Dr. Schlumprecht und des Kreisleiters von Bayreuth=Eschenbach. Der ganze Rest des Abends stand unter dem tiefen Eindruck der neuen Friedenstat des Führers, die durch die Rundfunkübertragung der Erklärung von Dr. Goebbels bekannt wurde. Einzug der Fahnen in das Haus der deutschen Erziehung Aus dem im nächtlichen Dunkel liegenden Weichbild von Bayreuth leuchtete der im gleißenden Licht der Scheinwerfer schimmernde Monumentalbau, den die deutschen Erzieher sich errichtet haben. Als die Glocken der nahen Schloßkirche die mitternächtliche Stunde angesagt hatten, erschien Reichswalter Wächtler auf der großen Freitreppe und bald darauf kündeten Marsch= klänge das Nahen des von Fackelträgern begleiteten Zuges an. Achtungsvolles Schweigen lag über dem weiten Platz, auf dem der gewaltige Fahnenwald sich aufbaute. Reichswalter Wächtler gab das Kommando zum Einzug der Fahnen in das Haus der deutschen Erziehung. Unter den Klängen des Präsentiermarsches wurden sie in die hohe Weihehalle getragen. Die Weihefeier des Hauses der deutschen Erziehung Um 10 Uhr hatte Reichswalter Wächtler mit den Ehrengästen in dem Mittelschiff der Halle unmittelbar vor dem Standbild der deutschen Mutter Platz genommen. Nach einleitenden Musikdarbietungen richtete Reichswalter WächtGewinnauszug 4. Klasse 47. Preußisch=Süddeutsche (273. Preuß.) Klassen=Lotterie Ohne Gewähr Nachdruck verboten Auf jede gezogene Rummer sind zwei gleich hohe Gewinne gesallen, und zwar je einer auf die Lose gleicher Rummer in den beiden Abteilungen I und II 1. Ziebungstag 10. Juli 1936 In der heutigen Vormittagsziehung wurden Gewinne über 300 M. gezogen 2 Gewinne zu 10000 M. 230698 2 Gewinne zu 3000 N. 391817...,.29— 6 Gewinne zu 2000 M. 83483 149031 317671 2 Gewinne zu 1000 M. 79540 20 Gewinne zu 900 M. 12431 15697 31504 32744 41701 55013 73015 150494 296026 324486 58 Gewinne zu 500 M 127 2313 7506 9374 11137 31858 21721 22640 39454 43740 97888 121745 285388 268165 281953 383818 28464 2 6 Le oioge i 405 Nr. 6335 1950s /3/35 8410 3391f 86505 65712 86382,863658, 86791 93662,. 99719 107619 108450 110462 114949 119243 123693 124340 138210 139051 140586 149125 149453 174633 177102 177124 182608 183784 166569 187136 190178 198155 201240 202465 202472 296096 211143 215418 215676 219655 219757 222273 223820 227708 230127. 230200 231322 232383 232684 236334 236530 237269 237305 239349 241194 242920 246209 246665 247107 262033 264149 264385 267761 268646 278653 281363 281814 284713 285067 305571 318938 325385 328637 349563 351206 355343 359229 359314 360097 363626 368623 371259 373404 380080 381617 384187 384471 385069 392438 In der heutigen Nachmittagsziehung wurden Gewinne über 300 M. gezogen 2 Gewinne zu 50000 M. 89904 2 Gewinne zu 25000 M. 296322 2 Gewinne iu 5000 M. 109003 6 Gewinne zu 2000 M. 94366 123982 229584 16 Gewinne zu 1900 M. 69013 140694 200203 20960s 263457 260932 300516 886466 26 Gewinne zu 800 M. 13894 45680 64046 66472 93885 117378 119786 124291 194311 197800 #6e Ge woinne is 500 2968,1500 41207 93428 111200 166553 168960 187881 201929 203203 206910 217866 220890 233004 260677 265540 271649 301978 395002 397883 182 Gewinne zu 400 M. 3212 4005 5587 12997 24914 28488 30864 36218 38636 46232 49675 51476 53331.,89162 72634 76463 88837 91750 93075 100520 102366 108686 109529 109760 i8231 125036 128892 130974 130427 133071 142143 142253 143158 144771 153552 157122 157738 160484 162471 149611 833 ler„den ersten Gruß dieses Weiheraumes in Liebe, Dankbarkeit und Treue an den großen Erzieher aller Deutschen, den Führer". In seiner Festrede führte Reichswalter Gauleiter Fritz Wächtler u. a. aus: Zweck und Ziel unserer Erziehungsorganisation richten sich ganz nach Zielen der nationalsozialistischen Idee und ihrer Organisation, der Partei, so wie es der Führer festgelegt hat,„das von Gott geschaffene Volk als Substanz körperlich und geistig gesund, ordentlich und rein zu erhalten.“ Indem wir uns zu diesem Ziele bekennen, legen wir zugleich ein Bekenntnis ab zur nationalsozialistischen Weltanschauung, der wir verfallen sind. Es gibt keine andere Macht auf dieser Welt, von der wir Weisungen für unseren Dienst an der deutschen Jugend anzunehmen hätten oder willens wären, es zu tun. Nur der Führer allein und die nationalsozialistische Weltanschauung bestimmen Ziele und Weg unserer Arbeit. Dieses Bekenntnis ist unser Gelöbnis. Wer nicht bereit oder fähig ist, es offenen, reinen und starken Herzens vor dem ganzen Volke abzulegen, soll unsere Reihen meiden. In diesem Hause solle das Gewissen der deutschen Erzieherschaft wohnen, das wach ist und nie zu fordern aufhören wird. Aus diesem Hause sollen die Richtlinien für die Schulung der Erzieherschaft hinausgehen, die strenger und härter sein sollen. Das Haus steht! So übernehmt es als Euer Eigentum, das Ihr meinen Mitarbeitern und mir wieder zu treuen Händen übergebt. Daß es zur nationalsozialistischen Arbeitsstätte und durch diese zu einem Symbol der nationalsozialistischen Weltanschauung werde, das ist unser heißes und ernstes Bemühen. Es lebe der Führer! Es lebe das ewige deutsche Volk! Im Anschluß an die feierliche Stunde setzten sich die Marschblöcke in Bewegung. Heller Sonnenschein lag über dem Bayreuther alten Schloßplatz, wo Reichswalter Wächtler mit den Vertretern der Partei, des Staates und der Wehrmacht den Vorbeimarsch abnahm. 225246 78792 164112 164531 165683 165799 171699 171847 175438 181860 183918 193411 198685 198932 204374 208700 210795 214055 217859 218234 221828 224353 225933 232348 239973 241237 243265 255130 262420 266277 269371 273415 274150 280606 293381 302812 320916 323965 333396 344934 345563 349265 353237 358391 358996 379583 382328 390848 395898 2. Ziehungstag 11. Juli 1936 In der heutigen Vormittagsziehung wurden Gewinne über 300 M. gezogen 2 Gewinne zu 100000 M. 17396 2 Gewinne iu 10000 M. 118530 6 Gewinne zu 3000 M. 5114 191054 2 Gewinne ju 2000 M. 131600 16 Gewinne zu 1000 M. 67548 71762 218821 256558 327060 378035 395699 20 Gewinne zu 900 M. 7907 14385 14739 99757 204010 227599 243791 287540 287611 289230 56 Gewinne zu 500 M. 8793 67760 91931 94074 96257 107213 107833 108676 145528 161206 162792 165171 167649 173603 189904 190248 200004 226000 230486 240038 283347 295814 319240 334461 340816 346193 366212 388270 154 Gewinne zu 400 M. 6748 11913 14273 1536 16982 29638 31753 36219 41461 51414 58969 60102 63459 66226 69591 71413 78786 84491 94822 103194 111719 936 118416 12049 126233 133977 134162 196111 139107 141709 41837 170469 178608 185114 188911 191962 192091 197851 198521 199573 203577 910485 13307 017941 220662 246980 950789 250968 254652 255235 257454 258001 260689 262029 267466 269242 275684 279303 283768 285992 290256 294253 296779 298900 304549 306752 307868 321825 332713 333554 346629 349885 352114 354260 363896 367476 397704 In der heutigen Nachmittagsziehung wurden Gewinne über 300 M. gezogen 4 Gewinne zu 5000 M. 2 Gewinne zu 3000 M. 6 Gewinne zu 2000 M. 147499 185057 290105 248293 368339 385190 16 Gewinne zu 1000 M. 9911 22980 75541 89381 154488 216358 225859 252971 12 Gewinne zu 800 M. 39262 44077 200361 274424 310504 390371 48 Gewinne zu 500 M. 11447 21132 85617 93537 118366 119695 134573 146921 156095 182187 87443 192779 200387 205799 208770 225105 262152 284565 295745 301107 328117 332045 369903 389690 166 Gewinne zu 400 M. 9243 22228 28637 28715 32231 43938 47265 60260 69296 72227 74703 78750 86042 88771 91446 93848 95363 96574 100771 104672 107368 108403 110751 113002 14089 118283 126779 127438 128008 137863 154074 159747 164086 166182 167703 170105 179011 182372 183723 192689 196119 200627 901171 20128) 209862 212574 215337 218210 218188 235501 238675 239956 242722 247608 252998 259005 259326 264932 266270 268125 271457 280340 289454 282784 284922 294241 294249 296801 297625 298468 300131 302093 304138 323361 333523 335025 345925 349611 361191 373307 379514 395977 398293 Die Ziehung der 5. Klasse der 47. PreußischSüddeutschen(273. Preußischen) Klassen=Lotterie findet vom 8. August dis 11. September 1936 statt. Aus estbeatschlattd operation unterzogen hatte. gestorben. Maria Breme wurde in Recke geboren und war fast vierzig Jahre hindurch in dem Orden tätig. Einberufung der Diözesansynode Münster. Durch einen soeben erschienenen Erlaß des Bischofs Clemens August wird die bereits früher angekündigte Diözesansynode auf die Tage vom 13. bis 15. Oktober nach Münster in den Dom und in die Räumlichkeiten des Collegium Vorromäum einberufen werden. Im weiteren enthält der Erlaß nähere Angaben darüber, wer an dieser Synode als stimmberechtigtes Mitglied teilnehmen kann. Für Freitag, den 16. Oktober ist eine Wallfahrt der Synodalen nach Telgte vorgesehen. Zwei neue Ortsbauernführer Münster. Nach Bekanntgabe des Landesbauernführers wurden zu Ortsbauernführern ernannt: für die Ortsbauernschaft Quelle bei Bielefeld der Bauer August Niediek in Quelle und für die Ortsbauernschaft Bochum=Altenbochum=Laer=Querenburg der Bauer Gustav Brune in Bochum=Querenburg. Lodessturz wegen der Radio=Antenne Münster. Der an der Averkampstraße wohnende Straßenbahner L. wollte an der Antenne von dem Fenster seiner Wohnung aus irgendetwas in Ordnung bringen. Dabei bekam er das Uebergewicht und stürzte aus dem zweiten Stockwerke des Hauses in den Hof. Der Sturz hatte seinen sofortigen Tod zur Folge. Pferd und Wagen 8 Meter tief in die Ems selient Warendorf. Um die Ufer des Emsmühlenkolkes von neuem zu befestigen, wird augenblicklich dort Bauschutt angefahren und die Böschung hinuntergekippt. Dabei kam eine Fuhre dem Kipprande zu nahe, und Fuhre und Pferd sausten kopfüber in die Ems. Erst am späten Nachmittag konnte man den Kadaver und den Wagen wieder herausziehen. Grundsteinlegung zum Turmneubau Bad Steinbeck. In Anwesenheit von Behördenvertretern aus Mettingen und Recke wurde hier durch Pfarrer Brüggemann der Grundstein gelegt für den neuen Turmbau der Kirche, der 10 Meter hoch werden wird. Man rechnet damit, daß der Turm mit Eintritt des Winters im Rohbau fertiggestellt sein wird. Landwirtschaftsgehilfe aus Bottrop vom Bis erichiagen Tecklenburg. Der Landwirt Vorderlage in dem benachbarten Wersen hatte dem aus der Gegend von Bottrop stammenden 16jährigen Landwirtschaftsgehilfen Hermann Bähr und der 15jährigen Gesine Begmann den Auftrag gegeben. in den Waldungen von Metten Beeren zu sammeln. Bei einem Gewitter flüchteten die beiden in das Haus der Landwirtswitwe Meyer und hielten sich auf der Diele auf. Plötzlich fuhr der Blitz in das Haus und erschlug den auf der Diele stehenden Landwirtschaftsgehilfen. Das Mädchen wurde betäubt, hat aber keinen weiteren Schaden erlitten. Haus und Viehstall durch Blitzschlag eingeichen Velpe. Während eines Gewitters schlug der Blitz in das am Hagenberg in Lotte gelegene Haus der Landwirtswitwe Strübbe und zündete. Haus und Viehstall verbrannten vollständig mitsamt einem Teile des toten Eingutes. Der Schweinestall konnte dank der Tätigkeit der Feuerwehr gerettet werden. Eine bekannte Ursulinenschwester gestorben Haselünne. In dem hiesigen Kloster der Schwestern der Ursulinen waren drei Geschwister Breme aus Münster in ihrem Berufe als Erzieherinnen tätig, die sämtlich von Münster aus dort eingetreten waren, wo ihr Vater ein in landwirtschaftlichen Kreisen bekannter und geschätzter Landmesser war. Zwei dieser Schwestern haben bereits das Amt der Oberin bekleidet. Die eine dieser beiden. Mater Maria Ignatia, geb. Maria Breme, ist jetzt im Alter von fast 60 Jahren im Maria=Viktoria=Krankenhause zu Berlin, wo sie sich einer schweren GallensteinWegen Mordverdachts festgenommen Ehefrau des Ermordeten und ihr jetziger Verlobter Oldenburg. Die Justizpressestelle teilt mit:„In dem Ermittlungsverfahren betreffend den gewaltsamen Tod des Bauern Johann Heidemann in Syuggewarden sind dessen Witwe, Frau Else Heidemann. und deren jetziger Verlobter, der Haussohn Ernst Röver, beide wohnhaft in Syuggewarden. in Untersuchungshaft genommen worden. Einzelheiten über den Stand der Ermittelungen können im Interesse der Untersuchung der Oeffentlichkeit noch nicht bekanntgegeben werden." Der Untersuchungsrichter erläßt hierzu folgende Aufforderung: Am Morgen des 10. September 1931 wurde der Bauer Johann Heidemann, wohnhaft in Syuggewarden, in der Nähe seines Hauses in einem Graben mit mehreren Kopfverletzungen tot aufgefunden. Zur weiteren Aufklärung ist es dringend notwendig, daß sich folgende Personen umgehend melden, die sachdienliche Angaben machen können, insbesondere 1. über das eheliche Verhältnis der Eheleute Heidemann. darüber ob die Ehefrau Heidemann zu Lebzeiten ihres Mannes etwa Amgang mit anderen Männern gehabt hat, 3. darüber, seit wan der Haussohn Ernst Röver Umgang mit der Ehefrau Heidemann hat. In der Nähe des Tatortes wurde seinerzeit ein Rucksack gefunden. Dieser Rucksack ist für die Oeffentlichkeit jetzt ausgestellt im Schaufenster des Buchhändlers Fritz Cornelius in Burhave. Wer kennt den Rucksack?“ Entsprechende Angaben— die auf Wunsch vertraulich behandelt werden(ohne Namensnennung) — werden bei jedem Gendarmeriestandort oder bei mir entgegengenommen. Motorradfahrer schwer verunglückt Bünde. Dem hiesigen Krankenhause wurde der Motorradfahrer Engelbrecht aus Ennigloh zugeführt. Er hatte mit dem Motorrade seine Frau zur Arbeit gebracht. Auf dem Rückwege wurde er von einem Radfahrer aus Rödinghausen mit der Lenkstange gestreift, verlor das Gleichgewicht und erlitt durch den Sturz einen doppelten Schädelbruch. Ein Tausender wurde gewonnen Solingen. In einer hiesigen Gastwirtschaft hielten sich 5 Oberschlesier auf, die mit„Kraft durch Freude“ nach hier gekommen waren und zur Zeit in Rüden wohnen. Sie nahmen dem braunen Glücksmann zunächst eine Niete ab, bekamen dann ein Freilos und darauf einen Gewin von 1000 RM. Die Freude der Oberschlesier über den unerwarteten Ferienzuschuß kann man sich vorstellen. Drei Menschen vom Zuge erfaßt, Ein Toter Straelen. Ein holländischer Metzger wollte mit seinem Wagen, in dem außer ihm noch seine Braut und sein Bruder saßen, einen ungeschützten Uebergang der Bahnstrecke Geldern—Venlo überqueren. Ganz unerwartet kam ein Zug heran. Die Lokomotive erfaßte den Wagen, und bei dem Zusammenprall wurde der Bruder des Metzgers auf der Stelle getötet. Die beiden anderen Insassen erlitten schwere Verletzungen. Die Ursache dieses schweren Unglücks ist daran zu suchen, daß der Metzger statt mit der vorgeschriebenen 20=Klm.=Geschwindigkeit in voller Fahrt den Bahnübergang zu überqueren suchte und dabei das Herankommen des Zuges nicht beobachten konnte. Bluttat eines Geisteskranken Idar=Oberstein. Vor einigen Jahren erlitt ein Lehrer in Sonnschied einen schweren Autounfall. Seitdem bekam er mitunter Anfälle geistiger Umnachtung. Dieser Tage schlug er bei einem solchen Anfall mit einem Schürhalen mehrere Male auf seine Frau ein, so daß diese blutüberströmt um Hilfe rief. Nur dem raschen Zugreisen eines Hausbewohners ist es zu danken, daß nichts Schlimmeres geschehen ist. Während man sich um die Verwundete bemühte, schnitt sich der Geisteskranke in einem anstoßenden Zimmer mit einem Rasiermesser die Pulsadern durch. Er konnte vor dem Verbluten gerettet werden und kam ins Krankenhaus. Auch die schwerverletzte Frau mußte dem Krankenhaus zugeführt werden. Welchem Brief wird der Empfänger am meisten Aufmerksamkeit schenken? Natürlich immer der Brief, der schon von vornherein ein gutes Aussehen hat. Man ordnet die Post schon beim Oeffnen nach dem guten Eindruck. Es ist wirklich so. Das, was angenehm auffällt, wird am ehesten geöffnet, und bei dem, das insgesamt gut aufgemacht ist, verweilt man am längsten. Ja, es sind gewöhnlich die schönen Briefbogen und die sauber aufgemachten Prospekte, Listen und Rundschreiben einzelner Firmen, die durch gutes Papier, sauberen Druck und gefällige Aufmachung imponieren. Aus diesen Dingen geoinnt man stets einen guten Eindruck, denn es ist eine Tatsache: Dort, wo die Brief= und Werbeschreiben, die Prospekte und Werbelisten in guter Aufmachung an den Kunden versandt werden, dort herrscht auch in allem der Qualitätsgrundsatz vor. Darum legen auch die erfolgreichen Firmen besonders große Sorgfalt auf das gute Aussehen ihrer Geschäftsdrucksachen. Und wenn Sie es ebenfalls so machen, dann können Sie bei Ihren Kunden nur gewinnen. Ziehen Sie unsere gut eingerichtete Druckerei zu dieser lohnenden Mitarbeit heran Druckerei und Verlagsanstalt Geschw. Schmitz Castrop=Rauxel 1— Münsterstr. 24— Sa.=Ruf 2151 Jum Resnigen der Büro= und Betriebsräume wird zum 15. Juli ein saub. mädchen nicht unter 20 Jahren, für die Morgen= und Abendstunden gesucht. Von wem, sagt der Stadtanz. ast aulhe Leute, suchen im Altbau geräum. Drei= bis Vier=Zimmer= Wohnung zum 1. 10. 36 eptl. 3 Zimmer m. Abstellraum. Schriftl. Angeb. unter Nr. 691 a. d. Stadtanz. Haben Sie etwas zu verkaulen oder wollen Sie etwaskaufen? suchen Sie eine Stelle od. biet. Sie eine Stelle an Dann inserieren e im Stadtanzeiger für CastropRauxel und Omacbung Hand-, Wasser- u. 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Nachrichten, Wasserstandsmeldungen 10.00 Wie köstlich reife Beeren sind, das weiß der Spatz. das weiß das Kind 10.30 Was brachte der Sportsonntag? 11.40 Ein Wort zur rechten Kindererziehung 11.50 Bauer merk auf! 12.00 Die Werkpause 13.15 Schloßkonzert 14.15 Konzert auf der Kinoorgel 14.45 Schlachtviehmarktberichte 11.55 Von Bauersleuten, Tieren und Blumen 15.25 Kleine Bücherkunde 16.00 Volksmusik aus AltOesterreich 16.50 Wozu Naturschutz? 17.00 Geliebte Heimat 18.00 Fröhlicher Alltag 19.00 Musik zum Feierabend 19.40 Der Waldbrand 20.10 Westdeutsche Wochenschau 21.00 Heiteres am Abend 22 20 Das Schatzkästlein 23.00 Musik zur„Guten Nacht“. Dienstag, 14. Juli .45 Morgenlied— Wetterbericht für den Bauer .55 Leibesübungen, anschließ. Piederholung der zweiten Abendnachrichten .30 Frühkonzert .00 Nachrichten. anschl. Morgenlied— Morgenruf .00 Kalenderblatt, anschließend Zeit, Wetter. Wasserstandsmeldungen .10 Frauenturnen .45 Zeit. Nachrichten, Wasserstandsmeldungen 10.00 Sagen und Sitten um Glas 11.50 Hier spricht der Bauer 12.00 Die Werkpause 13.00 Mittagsmeldungen— Glückwünsche 13.15 Mittagskonzert 14.00 Mittagsmeldungen 14.15 Instrumente stellen sich vor 15.45 Wirtschaftsmeldungen 16.00 Die Plauderstunde 17.00 Unterhaltungskonzert 18.20 Politische Zeitungsschau 18.10 Jungmädel lernen ihre Heimat kennen! 19.00 Der unbekannte Wagner 19.45 Momentaufnahme 20.00 Erste Abendmeldungen 20.10 Abendkonzert 21.00 Gedächtnisstunde für den Arbeiterdichter Heinrich Lersch. f 18. 6. 36 22.00 Zeit, Wetter, Nachrichten 22.20 Zehn Minuten Schach 22.30 Englische Unterhaltung 92.45 Französische Unterhaltung 23.00 Funkstille. ir demrHstadfanzeiger Gurdfe Sommerreiser Sie verlieren sonst die Verbindung mit der Heimat! 1