Ein Paltlho.mnntserr J.. Far Lasoptauter alta ungedung Jahrg, Castroper Zeitung Der Stadtanzeiger erscheint wöchentlich, Imal. Wochendezugsprets Anzeigenpreio: 1 mm hoch und 22 mw breit 4 Pig. Text62. Jahig. Eastl oper Hellalig 50 Pfg. Pokbestellpreis 2 RM. monatlich. Ersatzansprüche können anzeigen 1 mm„Hoch und 72 mm breit 25 Pfg. Nachlaß nach Paurolor Nonosko Nachrichton““ Störungen im Erscheinen infolge höherer Gewalt nicht gestelli, den vom W. d. O. W. herausgegebenen Richtlinien. 3. Zt. gili Kauretei Neueste Nacheichten werden Drus und Verlag: Geschw. Schmitz in Castrop=Rauxel. Preisliste Nr. 2. Für Platzwünsche, auch für die durch Fernsprecher eeare Eewejes Sowehe ssc**“ Hauptschriftleiter, verantwortlich für den Tertteil: Franz aufgegebenen, sowie für undeutlich geschriebene Aufträge wird lein= Gewähr übernommen. Schluß der Anzeigen=Annahme 4 Uhr Voshieue, veragtportig dur den Texieil: Kihela gisege Bladenhorster Tagohlatt Jel: Pruse m Conzag=Rauze„Fnzeigenenzi, Puteim teine Gewcht überigusgep., Schl.8 Stabenhörstel Tageotalt Welter in Castrop=Rauxel. DA. VI. 36 1709. Sa.=Nr. 2151 Castrop. nachm. tags zuvor. Erfüllungsort u. Gerichtsstand Castrop=Rauxel. Amtliches Veröffentlichungsblau für den Landgerichtsbezirk Dortmund. Allgemeines Kreisblau für den Stadttreis Castrov=Raurel. 182 Mittwoch, den 8. Juli 1936 Segeisiand der unzuseiebenhen Die italienische Presse nach Aufhebung der Sanktionen— Jetzt Front gegen Großbritanniens Flotte im Mittelmeer dnb. Rom, 7. Juli. Die Aufhebung der Sanktionen wird in der römischen Presse mit keinem Wort besprochen. Selbst die Ueberschriften zu den ganz knapp gehaltenen Genfer Berichten haben keine besondere Aufmachung. Man geht fast teilnahmslos über die Aufhebung der Sanktionen hinweg, betont aber um so lebhafter das Fortbestehen der aus der Sanktionszeit übrigbleibenden und einseitig gegen Italien gerichteten Flottenabmachungen Großbritanniens im Mittelmeer, die auch der Hauptgrund des Fernbleibens Italiens von der Dardanellen=Konferenz von Montreux seien. Mit Befremden wird in den Londoner Berichten der römischen Presse festgestellt, daß sich niemand in Großbritannien die Frage vorlege, was eigentlich aus diesen Flottenabmachungen werden soll, nachdem die Sanktionen und damit auch die notwendigen gegenseitigen Unterstützungen im Mittelmeer gegen einen etwaigen italienischen Angriff verschwunden sind. Das Weiterbestehen dieser Flottenabmachungen hätte nach Ansicht des Londoner Korrespondenten des im Verlag des Giornale'Italia erscheinenden Mittagsblattes„Piccolo“ keine andere Wirkung, als die Provokation Italiens. Der Genfer Berichterstatter des„Piccolo“ spricht von dem Fortbestehen der gegen Italien gebildeten Koalition, der eine ganze Reihe der in Montreux vertretenen Staaten angehört. Diese Abmachungen seien unvereinbar mit dem Wunsch einer Rückkehr Italiens zur Mitarbeit an den europäischen Fragen. Man frage sich, welche Gefahren Großbritannien und die übrigen Teilnehmer dieser Flottenabmachungen nach Aufhebung der Sanktionen eigentlich noch bedrohen und gegen welche Gefahren Großbritannien gerade Griechenland und die Türkei schützen müsse, mit denen Italien bekanntlich Freundschaftsverträge abgeschlossen hätte. Von Angriffsabsichten und Vormachtsgelüsten Italiens im Mittelmeer könne man nach den wiederholten freimütigen Erklärungen der italienischen Regierung nicht sprechen. Es müsse angenommen werden, daß London die Flottenabmachungen während der Verhandlungen für ein neues Gleichgewicht im Mittelmeer als Waffe gegen Italien benutzen wolle. Schließlich wendet sich der Korrespondent scharf gegen die Absicht Großbritanniens, der Türkei durch ein besonderes Protokoll, auch ohne Zustimmung Italiens, sofort das Recht auf Befestigung der Dardanellen zuzuerkennen. Jeunnreichs Poln gedlnig. Außenminister Delbos und Finanzminister Vincent Auriol vor dem ministerrat dnb. Paris, 7. Juli. Im Ministerrat, der am Dienstagvormittag unter dem Vorsitz des Präsidenten der Republik im Elysee zusammengetreten ist, gab zunächst Außenminister Delbos einen Bericht über die außenpolitische Lage, die Genfer Verhandlungen und die Besprechungen, die er in diesem Zusammenhang geführt hat. Der Rat billigteeinstimmig die Haltung der französischen Vertreter in Genf, ebenso die Haltung auf der Konferenz in Montreux. Anschließend setzte Finanzminister Vincent Auriol den Rat über seine Absicht, am nächsten Freitag die Ausgabe der Schatzscheine zu eröffnen, in Kenntnis. Er gab über die Bedeutung dieser Ausgabe näheren Aufschluß. Der Zinssatz wird am Donnerstagabend vom Finanzminister festgesetzt werden. Die Umstände für die Ausgabe seien durchaus günstig. Im weiteren Verlauf seiner Ausführungen wies der Finanzminister auf Manöver gewisser Finanzgruppen und Kreditanstalten hin, die sich dieser Tage gegen die französischen Staatspapiere richteten, und kündigte Maßnahmen an, die diesen Machenschaften ein Ende setzen sollen. Hitzewelle vernichtet die Ernte Bisher 300 Mill. Dollar Ernteschäden— 200 000 Jamilien in Rot Innerpolitisches aus ostellropu Durch die bedeutsame Stellung, die der europäische Südosten für die Entwicklung der Mittelmeerfragen einnimmt, wird eine Entwicklung maßgebend, die sich augenblicklich in den meisten Staaten dieser Landschaft vollzieht. Verfolgt man die südosteuropäische Presse, so muß man in diesen Tagen immer wieder eine Feststellung machen: Ueberall sind die innerpolitischen Fragen im Fluß. Ueberall ist man bemüht, die innerpolitische Entwicklung zu einem Abschluß zu bringen, das Kräfteverhältnis auszubalancieren und zu Formen des innerstaatlichen Zusammenlebens zu kommen, die eine gewisse Ruhe der Entwicklung zu gewährleisten versprechen. Nicht überall ist dabei die Entwicklung gleich weit vorgeschritten. Am weitesten zu sein scheint man in Bulgarien, wo in der Gestaltung des neuen Kabinetts wohl ein gewisser vorläufiger Abschluß der Entwicklung bereits erreicht sein dürfte. Auch in Jugoslavien ist man offenbar auf dem besten Wege zur Erreichung eines inneren Gleichgewichts, und die Verhandlungen unter den Parteien scheinen auch hier darauf hinzudeuten, daß man sich einer Vereinfachung und Vereinheitlichung des innerpolitischen Lebens nähert. Weiter zurück ist man in Griechenland. Auch hier ist in den letzten Wochen mit Eifer und Anstrengung verhandelt worden. Parteien, die sich während der politischen Kämpfe der letzten Jahre in zahlreiche Splitter zerschlagen hatten, versuchen diese kleinen und kleinsten Gruppen wieder unter eine gemeinsame Führung zusammenzuziehen, um wieder zu wirklich aktionsfähigen politischen Gebilden zu werden. Hier sieht man auch, wohin die Entwicklung zu führen scheint: es bildet sich ein mehr oder minder deutlich umschriebenes Zweigruppensystem, neben dem als Einzelgänger, der von den beiden Hauptgruppen mehr oder minder deutlich bekämpft wird, der Kommunismus= eine eigene, aber wegen seines geringen Umfanges nicht maßgebende Rolle spielt. Wie die Entwicklung in den anderen Ländern gezeigt hat, dürfte es auch in Griechenland nur eine Frage der Zeit sein, wann sich die beiden politischen Hauptblocks so aufeinander eingespielt haben, daß eine planmäßige Bekämpfung der kommunistischen Umtriebe aufgenommen werden kann. Noch am fernsten von diesem Ziele scheint vorläufig Rumänien zu sein, in dem die beiden großen Fronten noch völlig in der Bildung begriffen sind. Dementsprechend scharf ist hier die innerpolitische Diskussion, und die Zusammenstöße zwischen den Hauptrichtungen, die ja auch in den anderen Ländern die Entwicklungsepoche gekennzeichnet haben, haben in Rumänien erst eingesetzt. Allgemein kann man bei der weitgehenden Gemeinsamkeit, die die Entwicklung in verschiedenen Ländern aufweist, wohl zusammenfassend sagen, was kürzlich ein bekannter griechischer Politiker als bezeichnend für die Entwicklung im griechischen Volk hinstellt: Der Gang der Ereignisse ist bestimmt durch zwei Faktoren: einmal durch die ganze große Umgestaltung, die sich im Geschehen der europäischen Politik überhaupt vollzieht, zum anderen aber durch die Anpassunganeine neue Zeit, in deren Beleuchtung die bisherige Entwicklung als überholt erscheinen muß. Man kann diese zweite Begründung nur so ausdeuten, das es sich hier um den Niederschlag der Erfahrungen vom Niedergang des Parlamentarismus handelt. Die Ausführungen, die von verschiedenen Seiten in Griechenland zu diesem Thema gemacht worden sind, geben das denn auch offen zu. In anderen Staaten scheint man dagegen vorläufig noch auf der Suche nach Uebergangs= oder Kompromiß= lösungen zu sein. Auch hier aber ist das Bestreben unverkennbar, dem unbegrenzten Kampf einer Meute von Parteien ein Ende zu setzen und zu einer autorisierten Staatsform zu gelangen. dnb. Newyork, 7. Juli. Seit Tagen herrscht in den Getreidestaaten des Mittelwestens ungewöhnlich starke Hitze. Die Ernten in Minnesota und im Gebiet des Nordsüd=Dakotas werden als vernichtet angesehen. Bis jetzt dürfte der durch die Hitzewelle verursachte Schaden etwa 300 Mill. Dollar betragen. Präsident Roosevelt hat selbst die Leitung der Hilfsaktion für die Farmer in den Dürregebieten übernommen. Das Thermometer stieg am Dienstag in allen Staaten des nördlichen Mittelwestens auf 45 bis 50 Grad Celsius. Die Wetterwarte in Washington teilte mit, daß innerhalb der nächsten 36 Stunden kein Regen zu erwarten sei. Tausende von Menschen beten in den Kirchen der von der Hitzewelle heimgesuchten Bezirke um Regen. 200 000 Farmerfamilien bedürfen sofortiger Hilfe. Unwetterschäden in Lettland dnb. Riga, 7. Juli. Die Unwetterschäden in Südlettland betrafen, wie jetzt festgestellt ist, hauptsächlich die Landkreise Mitau und Bauske. Stellenweise ist die Ernte zu 80 v. H. vernichtet worden, während teilweise mit dem vollständigen Verlust der Obst= und Gemüseernte gerechnet werden muß. Unzählige entwurzelte Bäume und aus dem Boden gerissene Fernsprech= und Telegraphenpfosten sind noch nicht weggeräumt. Die Drahtverbindungen sind aber schon wiederhergestellt. Soweit bisher bekannt geworden ist, liegen keine Verluste an Menschenleben vor. Dagegen wurde mehrfach Vieh durch Blitzschlag getötet. Erdbeben in Jran dnb London, 7. Juli. Mehrere Bezirke in Iran wurden am Montagabend von einem schweren Erdbeben heimgesucht. Am schwersten betroffen wurde die Stadt Banand bei Birjand, wo zwölf Menschen getötet und über 50 verletzt wurden. Unwetter überall dub. Kowno, 7. Juli. Ueber Nordlitauen sind schwere Unwetter niedergegangen, die mit Gewitter und Hagelschlägen verbunden waren. Aus Kowno wird gemeldet, daß von Wirbelstürmen gegen 300 Gebäude umgelegt worden sind. Die Ernte von über 30 Dörfern ist vollständig vernichtet. Zahlreiches Vieh ist dem Unwetter zum Opfer gefallen. Verluste an Menschenleben sind nicht zu beklagen. Die Regierung ist um sofortige Hilfsmaßnahmen für die geschädigte Landwirtschaft ersucht. onb. Straßburg, 7. Juli. Das Sayschrsberger Tal in Oberelsaß wurde am Dienstagnachmittag von einer schweren Unwetterkatastrophe heimgesucht. In wenigen Minuten waren mehrere Ortschaften völlig überschwemmt. Schutt= und Trümmerhaufen und Steingeröll türmten sich in den Straßen. In Urbeis wurde ein 34jähriger Mann von den Fluten mitgerissen und ertrank. Ein Aufruf Dr. boebbels Berlin. Der Reichsminister für Volksaufklärung und Propaganda erläßt folgenden Aufruf: Nach dem Willen des Führers hat Deutschland für die Olympischen Spiele 1936 Vorbereitungen wie kaum ein anderes Land zuvor getroffen. Die Hunderttausende ausländischer Gäste sollen würdig empfangen werden und ein besonders glänzendes Beispiel deutscher Gastfreundschaft erleben. Ich bin gewiß, daß jeder Deutsche seine Ehre darin setzen wird, den ausländischen Besuchern, die alle unter dem: Schutze des Deutschen Reiches stehen, zuvorkommend gegenüberzutreten und, wenn sie einer Hilfe bedürfen, ihnen mit Rat und Tat Beistand zu leisten. Berlin, im Juli 1936. gez. Dr. Goebbels. Erhöhte Opfer des Straßenverkehrs dub Berlin, 7. Juli. Als Opfer des Straßenverkehrs in der abgelaufenen Woche sind wieder 152 Tote und 4459 Verletzte zu beklagen. Der Reichsverkehrsminister weist diesmal auf den ursächlichen Zusammenhang hin, welcher zwischen Straßenlärm und Straßenunfällen besteht.„Der Straßenlärm“, so stellt er fest,„macht harthörig und nervös. Er muß mit allen zusätzlichen Mitteln(Nachprüfung der Fahrzeuge, Entziehung des Führerscheines usw.) aufs schärfste bekämpft werden. Knatternde und klappernde Motorräder, heruntergewirtschaftete, geräuschvoll fahrende Lastkraftwagen sind im Straßenverkehr unzulässig. In manchen Städten wird auch noch viel zuviel gehupt. Hupt nicht, fahrt lieber vorsichtig!“ Oesterreich hebt das Startverbot auf onb. Wien, 6. Juli. Der Präsident der österreichischen Sport= und Turnfront teilt mit: In Anbetracht der bevorstehenden Olympischen Spiele in Berlin, an denen österreichische Mannschaften teilnehmen werden, und in Anbetracht des Umstandes, daß die in letzter Zeit wiederholt stattgefundenen sportlichen Begegnungen zwischen österreichischen und deutschen Sportlern den in den Sportkreisen herrschenden sportkameradschaftlichen Geist bewiesen haben, hat der oberste Sportführer Ernst Rüdiger Fürst Starhemberg die Aufhebung des im vorigen Jahre erlassenen Startverbotes verfügt. Die Genehmigung für die einzelnen Starts österreichischer Sportler in Deutschland ist aber dessen ungeachtet bei der Führung der österreichischen Sport= und Turnfront in jedem einzelnen Falle einzuholen. Der Aufmarsch der Südwesttruppen dnb. Schanghai, 7. Juli.(Ostasiendienst des DRB.) Die militärischen Vorbereitungen der Südwestprovinzen nähern sich dem Abschluß. Kwangtung verfügt jetzt über 15 Divisionen, von denen nur vier zur Aufrechterhaltung der Ordnung im Innern zurückgelassen wurden. Vier Divisionen sind an der Hunan=Grenze, vier an der Fukien=Grenze und drei in Südkiangsu aufmarschiert, wo sie bis Kantschou vorgedrungen zu sein scheinen. Trotz der militärischen Vorbereitungen sind die Verhandlungen mit der Nanking=Regierung nicht unterbrochen worden. Die führende chinesische Presse erwartet jedoch von ihnen keine endgültige Klärung mehr. Der amerikanische Nationalfeiertag 444 Todesfälle bei Unfällen aller Art dub. Newyork, 7. Juli. Nach Abschluß der zweitägigen Feiern des Unabhängigkeitstages wurde festgestellt, daß in diesen beiden Tagen insgesamt 444 Personen bei Unfällen aller Art getötet worden sind. Es handelt sich um die höchste Zahl von Todesopfern seit der Feier des Unabhängigkeitstages im Jahre 1931, wo 483 Menschen ums Leben kamen. Am Sonnabend und Sonntag sind allein 254 Personen bei Autounfällen getötet worden, 104 Menschen ertranken, 7 wurden beim Abbrennen von Feuerwerk getötet. Im vorigen Jahre betrug die Zahl der Toten 216. Zur Einweihung des Luftschiffhafens„Rhein=Main“. Houteun des Lastoreneisen Die Vorzüge des neuen Weltflughafen Von Ober Heute findet die Einweihung des von der Südwestdeutschen Flugbetriebs=AG.„Rhein=Main“ erstellten Flug= und Luftschifshafens Rhein=Main bei Frankfurt statt. Durch Inbetriebnahme dieser, den gesteigerten Anforderungen Rechnung tragenden Anlage, wird einem dringenden Verkehrsbedürfnis abgeholfen; hat sich doch mit zunehmender Sicherheit, Schnelligkeit und Bequemlichkeit der Luftfahrzeuge das Interesse des reisenden Publikums immer mehr dem Luftverkehr zugewendet. In wenigen Jahren ist die Geschwindigkeit des Flugzeugs im planmäßigen Reiseverkehr von 200 auf über 300 Stundenkilometer gestiegen. Gegenüber drei Stunden im Jahre 1932 nimmt heute die Reise von Berlin nach Frankfurt nur 2 Stunden, mit der Blitzmaschine sogar nur 1 Stunde in Anspruch. Es ist einleuchtend, daß solche Entwicklung eine Modernisierung und Erweiterung der vorhandenen Anlagen nötig machte. Diese Erwägungen veranlaßten die Regierung des Dritten Reiches bald nach der Machtübernahme, durch das Reichskommissariat für die Luftfahrt bzw. das Reichsluftfahrtministerium, größere Mittel für den Ausbau der Flughäfen zur Verfügung zu stellen. Vor allem auch im Westen Deutschlands mußte der zunehmenden Verkehrsdichte durch Ausbau der veralteten und zu kleinen Anlagen Rechnung getragen werden. So reifte der Entschluß, den nicht erweiterungsfähigen Flugplatz Rebstock aufzugeben und im weiten Waldgebiet südlich Frankfurt eineden neuzeitlichen Anforderungen entsprechende Anlage zu schaffen. Es lag nahe, mit diesem Flugplatz„Rhein=Main“ auch einen Luftschiffhafen zu verbinden, um für den Personen=, Post= und Frachtverkehr günstige Anschlußmöglichkeiten zu schaffen. Schon lange hatten sich die verantwortlichen Leiter des Zeppelin=Konzerns mit dem Gedanken getragen, die mit zunehmender Schiffsgröße zu klein gewordenen Luftschiff=Verkehrsanlagen von Friedrichshafen nach einem verkehrspolitisch günstigen Ort Mitteldeutschlands zu verlegen. Dieser Wunsch nahm greifbare Formen an, als nach Gründung der Deutschen ZeppelinReederei=GmbH. im März 1935 der Bau weiterer Luftschiffe in ngriff genommen wurde Damit wurden die am Bodensee vorhandenen Hallen ohnehin für den Luftschiffbau benötigt. Das Land Hessen und die Stadt Frankfurt am Main unterstützten den Plan, einen Weltluftschiffhafen zu schaffen, in großzügiger Weise. Es entstand die erste Halle, der bald eine zweite folgen wird, weil schon 1937 ein dem „Hindenburg“, gleichendes zweites Großluftschiff seiner Verkehrsbestimmung übergeben werden wird. Denn die großen Erfolge unserer Luftschiffe im Nord= und Südamerikadienst haben die Bedeutung des Luftschiffs im Langstreckenverkehr bewiesen und sind Veranlassung gewesen, auch in anderen Ländern das Verständnis für den Wert des Luftschiffes als Verkehrsmittler im Transozeandienst zu vertiefen. Schon heute kann die Deutsche Zeppelin=Reederei=GmbH. die steigende Nachfrage nach Passagen kaum bewältigen, und es ist zu erwarten, daß man nach Durchführung der diesjährigen zehn Probefahrten nach den Vereinigten Staaten auch auf dem Nordatlantik zum planmäßigen Luftschiffdienst übergehen kann. Auf Grund sehr sorgfältig durchgeführter Untersuchungen ist die Entscheidung zugunsten Frankfurts gefallen. Triftige Gründe sprachen für die Wahl des Rhein=Main=Gebietes als Zentralpunkt des europäischen Luftschiffverkehrs. Geographisch: In der weiten, landwirtschaftlich nicht genutzten Ebene südlich der Mainmündung standen ausreichende Flächen zur Verfügung, die nur Rodungs= und geringe Planierungskosten erforderten. Das Gebiet liegt 300 Meter tiefer als der Bodensee, nur 100 Meter über dem Meeresspiegel. Daraus ergeben sich verkehrstechnische Vorteile, weil die dünne und damit schlechter tragende Luft in großen Höhen den Auftrieb eines Luftschiffes nachteilig beeinflußt. So kann z. B. ein von Frankfurt aus startendes Luftschiff von der Größe des„Hindenburg“ rund 8 Tonnen Ladung mehr mitführen als von dem höher gelegenen Friedrichshafen. Meteorologisch: Langjährige Windmessungen haben ergeben, daß das neue Flughafengebiet gegen Kaltlufteinbrüche von Nord und Nordwest her durch den Taunus gegen West= und Südwestwinde durch Vogelsberg, Spessart und Odenwald besonders geschützt ist. Infolgedessen sind auch die Niederschläge verhältnismäßig gering, sie betragen im Jahresdurchschnitt nur etwa 500 Millimeter. Die über die norddeutsche Tiefebene dahin streichenden Tiefdruckgebiete lagern ihre Regenmengen im allgemeinen auf der Nordwestseite des Taunus ab. Eine weitere Wirkung dieser Regenarmut ist auch die geringe Zahl der Nebeltage und relative Wolkenfreiheit. Der besondere Vorteil Frankfurts als Luftschiffhafen liegt aber in der Tatsache begründet, daß hier Nordost= und Südwestwinde vorherrschen. Die Windstärken sind im Jahresdurchschnitt gering, weil die 20 bis 40 Kilometer entfernten Gebirge einen schützenden Wall bilden. Die Möglichkeit, ein Luftschiff bei jeder Windrichtung und=stärke ein= und aushallen zu können, spielt für die Regelmäßigkeit und Pünktlichkeit des Verkehrs eine große Rolle. Man konnte daher die doppeltorige Halle in die Hauptwindrichtung Südwest—Nordost stellen und darf damit rechnen, daß Hallenmanöver durch ungünstige Querwinde nur in seltenen Fällen beeinflußt werden. Auch die zweite Halle wird auf Grund der gemachten Erfahrungen voraussichtlich parallel zur ersten errichtet werden. Nach Ansicht des bekannten Meteorologen Prof. Linle bietet das vollkommen ebene Gelände mit seinen ausgedehnten, die Luftströmungen schwächenden Kiefernwäldern eine in Westdeutschland kaum wieder zu findende weits Deutschlands großer Beitrag zur Entwicklung des Luftverkehrs der Welt stlt.(E) Breithaupt, Reichsluftfahrtministerium gehende Sicherheit gegenüber überraschend auftretenden Böen. Das in der Nähe, 826 Meter über dem Meeresspiegel gelegene Taunus=Observatorium sowie die täglichen Höhenmeßflüge(bis 5 Kilometer) der wissenschaftlichen Flugstelle Darmstadt geben die Möglichkeit frühzeitiger Unterrichtung über die in größeren Höhen anzutreffenden Winde und damit zuverlässiger Wettervorhersage. Auch verkehrsgeographisch bietet Frankfurt besondere Vorzüge. Es ist einmal ein wichtiger Knotenpunkt für den europäischen Eisenbahn= und Flugverkehr. Hier schneiden sich viele Hauptlinien von West nach Ost und Nord nach Süd. Mit kluger Ueberlegung hat man den neuen Flughafen in den Südwestquadranten des Scheitelpunkts der großen Reichsautobahnen Hamburg —Basel und Saarbrücken—Breslau gelegt. Zufahrtsstraßen aus allen Richtungen vermitteln den Anschluß an dies gewaltige Straßennetz. Durch Angleichung der Fahrpläne von Eisenbahn, Flugzeug und Luftschiff ist in weitestem Umfange dafür gesorgt, daß der Reisende in kürzester Zeit sein Ziel erreicht und Postsendungen auf schnellstem Wege dem Empfänger zugeleitet werden. Wirtschaftliche Gründe: Schon in der Blütezeit der Hansa spielte Frankfurt a. M eine Rolle für den Warenverkehr zu Land und zu Wasser. Immer ist in dem rheinemainischen Wirtschaftsgevier die Industrie heimisch gewesen. Von hier aus strahlen unsere größten chemischen, elektrotechnischen und Maschinenbau=Unternehmungen ihre Wirkungen in alle Welt aus. Wenn auch der Luftverkehr nur für den Transport eilwertiger Güter in Frage kommt, die Möglichkeit schneller Beförderung von eiliger Post, Kanossementen, Mustersendungen, Paketen usw. wird schon jetzt in steigendem Maße von den Handelsunternehmungen ausgenutzt. Diese Gründe ließen bei der Wahl des Luftschiffhafens die Entscheidung zugunsten Frankfurts fallen. Opfer mußten gebracht werden, aber sie werden sich bezahlt machen, sobald die Deutsche Zeppelin=Reederei auch den planmäßigen Nordamerikadienst ausgenommen haben wird und andere Nationen sich entschließen, sich dem deutschen Vorgehen anzuschließen. Denn Luftschiffverkehr ist immer eine Angelegenheit internationaler Zusammenarbeit und nur auf breiter Basis lebensfähig. Durch Schaffung eines, allen Anforderungen entsprechenden, zentraleuropäisch günstig gelegenen Luftschiffhafens entfällt der Anreiz für andere Nationen, eigene Hafenanlagen zu schaffen. Zwischenlandungen sind kostspielig und bedeuten Zeitverlust, der aus meteorologischen Gründen besonders bei Luftschiffen entscheidend sein kann. Frankfurt hat durch Schaffung seines Luftschiffhafens„Rhein=Main“, einen wesentlichen Beitrag zur Verkehrsentwicklung geleistet. Daran ist zu denken, wenn es sich in Zukunft darum handeln sollte, die bestehenden Anlagen durch Erweiterungsbauten den Erfordernissen eines auf der Zusammenarbeit maßgebender Kulturnationen beruhenden Weltluftschiffverkehrs auch noch gesteigerten Anforderungen anzupassen. Aitpnlatsttien=gegen Zicheatster Der französische Innenminister über die letzten Zusammenstöße in Paris Ueber 100 Polizeibeamte verletzt dnb. Paris, 7. Juli. Innenminister Salengro beschäftigte sich in einer Erklärung an die Presse mit den Schlägereien, die sich am Sonntagnachmittag auf den Champs=Elysees zugetragen hätten, wobei es zu heftigen Zusammenstößen mit der Polizei gekommen war. Wie aus der Mitteilung des französischen Innenministers hervorgeht, sind bei diesen Zusammenstößen außer einem Divisionskommissar und einem Kommissar des betreffenden Bezirks der Städtischen Polizei insgesamt 105 Polizeibeamte, darunter auch einige höheren Ranges, verletzt worden. 30 Beamte mußten infolge der erlittenen Verletzungen ihren Dienst vorläufig aussetzen, während sechs Beamte in ein Krankenhaus eingeliefert wurden. Er hat angekündigt, daß die Regierung es den aufgelösten Kampfbünden nicht länger gestatten werde, Ehrenfeiern für den Unbekannten Soldaten dazu zu benutzen, um im Herzen von Paris Unordnung zu stiften. Auch am Nationalfeiertag, dem 14. Juli, werde die Regierung die Truppenparade mit dem nötigen Glanz abhalten, aber nicht dulden, daß sich am Nachmittag Szenen der Unordnung abspielten. Die Polizei werde auf den Champs=Elysees und in den Zugangsstraßen jede Ansammlung verhüten, so daß keine Unruhe den Tag stören werde, an dem die Nation die Republik ehren werde. Millionen=Streikschäden in Boulogne Die Streikschäden sind nach einer Havas=Meldung im ganzen Staate sehr bedeutend. So habe z. B. nur die Stadt Boulogne einen Schaden von mehreren Millionen Frank erlitten. Aus dem Bericht der Handelskammer sei ersichtlich, daß allein der Fremdenverkehr zwischen Frankreich und England in den ersten zehn Junitagen um 20 v. H. zurückgegangen sei. Auch Waren seien in großer Menge verdorben. So hätten einmal 120000 und ein andermal 270000 Kilogramm Fische vernichtet werden müssen. Ein Versuch, die Fische unentgeltlich den Krankenhäusern und Hospitälern zu überlassen, ehe sie noch verdarben, sei gescheitert, weil die Streikenden sich geweigert hätten, die Fische vom Kai in die Stadt bringen zu lassen. Die Fische allein hätten einen Wert von 1½ Millionen Frank gehabt. Sie seien im Meer versenkt worden. Durch das Erlöschen zweier Hochöfen sei ein weiterer Schaden von etwa 2 Millionen Frank entstanden. Zusammenstöße in Ajaccio In der Nacht zum Dienstag kam es in Ajaccio zu schweren Zusammenstößen von Angehörigen der Rechtsparteien mit der Polizei und Volksfront. Rund 500 Mann Gendarmerie mußten in der Stadt zusammengezogen werden, um die Ordnung wieder herzustellen. Auch Militär und Marine befanden sich im Alarmzustand. Auf beiden Seiten sind Verletzte zu verzeichnen. Wenn auch vorläufig die Ruhe wieder hergestellt ist, ist die Stimmung noch außerordentlich gespannt. Nähere Einzelheiten über die Zusammenstöße sind nicht bekannt geworden. Spalten in Vireinsirder Generalstreik in Lerida dub Madrid, 7. Juli. Die Madrider Bauarbeiter und Bauunternehmer haben dem Arbeitsminister ihre Stellungnahme zu dem von diesem verkündeten Schiedsspruch mitgeteilt. Die Marxisten haben danach die Arbeit am Dienstag wieder aufgenommen. Die Unternehmer erklärten sich ebenfalls mit den neuen Arbeitsbedingungen einverstanden, während die Anarchosyndikalisten in einer Massenversammlung die Schlichtungsvorschläge des Ministers ablehnten und die Fortsetzung des Streiks beschlossen. Angesichts dieser Wendung befürchtet man neue Attentate und scharfe Auseinandersetzungen zwischen den Mitgliedern der marxistischen und der anarchosyndikalistischen Gewerkschaften. In Lerida ist aus Sympathie mit den seit einiger Zeit bereits im Ausstand befindlichen Arbeitern und Angestellten des Handels von dem dortigen Arbeitersyndikat der Generalstreik erklärt worden. Kaffeehäuser und Geschäfte sind geschlossen. Die Streikenden halten auf den Landstraßen vor der Stadt die Nahrungsmitteltransporte an. In Granada dauert der am Sonnabend begonnene Transportarbeiterstreik an und verursacht die ersten Schwierigkeiten in der Lebensmittelversorgung. Die Streikenden fordern in erster Linie die Entlassung derjenigen Arbeiter, die nicht den linksradikalen Gewerkschaften angeschlossen sind. In Malaga sind 9000 Arbeiter und Angestellte des Handels in den Streik getreten. ... weil sie den Polizeichef grüßten Der Generaldirektor der spanischen Polizei teilte Pressevertretern mit, er habe 120 Faschisten verhaften lassen, die ihn in Villalba bei einer Autofahrt mit erhobenem Arm begrüßten. Die Verhaftung erfolgte, da man keine Waffen bei ihnen fand, wegen„Abhaltung einer verbotenen Versammlung“ und wegen„unerlaubten Faschistengrußes". Die Verhafteten gehören der Jugendorganisation der spanischen faschistischen Par. tei an und befanden sich auf einem Ausflug. Dodekanes und Dardanellen dnb. Mailand, 7. Juli.„Gazetta del Popolo“ behandelt die Dardanellenfrage. Die türkische Presse behaupte, die Wiederbefestigung der Meerengen sei im wesentlichen eine Folge der Anwesenheit Italiens im Dodekanes und erfolge mit Rücksicht auf die italienische basis in Leros. Diese Begründung sei vollständig erfunden. Das im Mittelmeer eingeschlossene Italien habe das Recht, sich eine Position zur Sicherstellung seiner Verteidigung zu schaffen. Wenn man von einem Ausgleich im Mittelmeer spreche, so müsse er so gestaltet werden, daß er Italien nicht schädige. Die italienischen Inseln im Aegäischen Meer bedeuteten keine Bedrohung der Türkei. Italien habe mit diesem Besitz lediglich defensive und nicht offensive Möglichkeiten. Außerdem sei er ein Stützpunkt für den italienischen Levantehandel zur Erleichterung der Beziehungen zwischen Italien und den Völkern des Orients. hauswirtschaftliche Anforderungen an höhere Schülerinnen ndz. Berlin, 7. Juli. Von Ostern 1937 ab findet die Aufnahme von Schülerinnen mit Obersekundareife in die wissenschaftliche Oberstufe höherer Lehranstalten nur nach erfolgreicher Ablegung einer Prüfung statt, in der die einfachsten hauswirtschaftlichen Fertigkeiten und Kenntnisse nachgewiesen werden müssen. In einem Ausführungserlaß erklärt der Reichserziehungsminister, daß die Mädchen in dieser Prüfung nachweisen müssen, daß sie imstande sind, eine Familienmutter kurze Zeit im Haushalt zu vertreten. Auf dem Gebiet des Kochens sollen an einfachen Speisen durchschnittlich kurzer Zubereitungsdauer die wichtigsten Vorgänge vorgeführt und erklärt werden. Außer Getränken und Suppen gehören dazu u. a. Kotelett und Schnitzel, Kartoffel= und Gemüsegerichte, Salate, Mehlund Eierspeisen, einige Süßspeisen und auch zwei Eintopfgerichte. Ueber Einkauf, Preis und Aufbewahrung der wichtigsten Lebensmittel muß Auskunft gegeben werden können. In der Hausarbeit bestehen die Aufgaben im Säubern des Fußbodens, Entstauben und Pflege von Zimmerpflanzen, bei der Wäsche im Waschen kleinerer Gegenstände, Legen und Trocknen der Wäsche, Bügeln von einfachen Wäschestücken und Fleckenbeseitigung. Auf jedem der drei Arbeitsgebiete. muß eine Aufgabe durchgeführt werden, über einige weitere muß die Schülerin Bescheid wissen. Die Prüfung gilt als bestanden, wenn neben einem entsprechenden Zeugnis in der Nadelarbeit auf den drei Prüfungsgebieten wenigstens ein genügendes Ergebnis erzielt wird. Die Schülerin erhält von der Schule eine amtliche Bescheinigung über das Ergebnis der Prüfung. Ehestandsdarlehen müssen vor der Eheschließung beantragt werden ndz. Berlin, 7. Juli. Der Reichsfinanzminister hat in einem Runderlaß ergänzende Bestimmungen über die Gewährung von Ehestandsdarlehen getroffen. Mit besonderem Nachdruck wird dabei noch einmal darauf hingewiesen, daß ein Antrag auf Gewährung eines Ehestandsdarlehens vor Eingehung der Ehe gestellt werden muß. Die Standesämter sollen bei der Aufgebotsbestellung ebenfalls darauf hinweisen. Weiter erklärt der Finanzminister, daß die Voraussetzungen für die Darlehensgewährung über die vom Reich getroffenen Anordnungen nicht erweitert werden dürfen. So sei es unzulässig, die Gewährung eines Ehestandsdarlehens von der Teilnahme an einem Mütterschulungskursus oder einem Säuglingspflegekursus abhängig zu machen. Dagegen sei nichts einzuwenden, wenn in geeigneter Weise auf die Zweckmäßigkeit und Nützlichkeit dieser Kurse aufmerksam gemacht werde. Voraussetzung für die Zulassung von Verkaufsstellen zur Entgegennahme von Bedarfsdeckungsscheinen ist künftig die Reichsbürgerschaft des Inhabers. Schließlich ersucht der Finanzminister, die Aushändigung der Bedarfsdeckungsscheine an die Darlehensempfänger möglichst auf den Sprechtagen des Finanzamtes durchzuführen. Gefahren des Alkoholgenusses Planmäßige Behandlung im Schulunterricht ndz. Berlin, 7. Juli. Der Reichs= und Preußische Erziehungsminister hat seinen im Jahre 1933 ergangenen Erlaß über die Bedeutung der Alkoholfrage für die Jugenderziehung auf das ganze Reich ausgedehnt und neu bekanntgegeben. Er betont darin, daß angesichts der Gefahren, die der Alkoholgenuß für die Erneuerung und Stärkung der sittlichen Kräfte des heranwachsenden Geschlechts in sich berge, dieser besondere Aufmerksamkeit zugewendet werden müsse. Zwar hätten wirtschaftliche und aus der Jugendbewegung kommende Einflüsse den Alkoholgenuß der schulpflichtigen Jugend in letzter Zeit erfreulich zurückgedrängt, doch bedürfte dieser Zug notwendig der Festigung und der Führung zu weiterem Erfolg. Eine wichtige Voraussetzung hierfür sei die Loslösung der unterrichtlichen Belehrungen aus der vorwiegend intellektuellen Betrachtungsweise und ihr Einbau in den gesamten Unterricht. Unterrichtliche Einzelveranstaltungen zur Bekämpfung des Alkohols sollen künftig unterbleiben. Dagegen soll der Unterricht planmäßig eine klare Erkenntnis der Gefahren des Alkoholgenusses vermitteln und das Gefühl der Verantwortung wecken und stärken. Alle Maßnahmen seien auf die Erziehung zur lat auszurichten. Bei Schulfesten sollen die Schulen jedem Alkoholmißbrauch entgegenwirken und bei Sport und Wandern das praktische Erlebnis der Enthaltung vom Alkoholgenuß besonders fördern. Auch von der Hitler=Jugend wird freudiger Einsatz in dieser Frage erwartet, ebenso soll die Schule die Eltern für diesen Gedanken zu gewinnen suchen. 15 Jahre Gefängnis im amerikanischen Spionageprozeß Newyork. In dem Spionageprozeß gegen den früheren Matrosen der Handelsmarine, Thompson, fällte das Bundesgericht am Montag das Urteil. Thompson wurde zu 15 Jahren Gefängnis verurteilt, nachdem die Geschworenen ihn der Spionage für schuldig erkannt hatten. Thompson hat geheime Informationen der amerikanischen Marine an einen japanischen Agenten verkauft. Es handelt sich um die erste Verurteilung wegen Spionage in den Vereinigten Staaten in Friedenszeit. Nr. 182 Iweites Blatt des„Stadtanzeigers für Castrov=Nauxel und Umgebung Mittwoch, den 8. Juli 1938 Tchler 30 Fahre Uist da ail??. Freiwillige Feuerwehr Habinghorst=Rauxel(Löschzug 2) drei Jahrzehnte im Dienste der Volksgemeinschaft Lehrreiche Uebung und Kameradschaftsabend am Jubelfesttag Aus der Geschichte der Jubel=Wehr 30 Jahre steht die Freiwillige Feuerwehr Habinghorst=Rauxel(Löschzug 2) nunmehr im Dienste der Allgemeinheit. Die Gründung der Wehr wurde am 14. Mai 1906 in der Wirtschaft Liebert vollzogen. nachdem kurz vorher ein Schadenfeuer, dem das Schlachthaus des Metzgermeisters Wetterkamp in Rauxel zum Opfer fiel, nachdrücklichst von der Wichtigkeit eines auf einer starken freiwilligen Feuerwehr beruhenden Feuerschutzes überzeugt hatte. 24 Teilnehmer an der Gründungsversammlung zeichneten sich in die Mitgliedslisten ein: Liebert. Richter, Lappe, Wessels, Kaltenpoth. Schleich, Schlitzer, Levermann, Diersen, H. Zimmermann, Piclum, Wetterkamp. Schütze, Schlatter. Kösters, Neufeld. Schön, Blome, O. Diersen, Möller, Trost, Kampmann, Kortmann und Hagemann. Die junge Wehr hatte zu Anfang einen schweren Stand. Die damaligen Behörden und Gemeinderäte waren nicht in gleicher Weise wie die Mitglieder der Wehr von dem Werte einer schlagkräftigen, wohlausgerüsteten Wehr überzeugt. Die Anträge der Wehr um Beschaffungsbeihilfen für die Anschaffung der notwendigen Ausrüstungsstücke und Löschgeräte sanden zunächst lediglich bei der ProvinzialFeuerversicherung, die rund 100 Mark zur Verfügung stellte, und bei der Zeche„Victor“, die 200 Mark auswarf. Gehör. Man ließ sich aber dadurch nicht entmutigen, sondern arbeitete unverdrossen am Aufbau und Ausbau der Wehr weiter. Bald nannte die Wehr einen Schlauchwagen mit 6 Hakenleitern. ein Hydrantenstandrohr, zwei Strahlrohre und über 200 Meter Schlauchleitung ihr eigen. In freund=nachbarlicher Weise übernahm die Castrover Freiwillige Feuerwehr die Ausbildung der neuen Rauxeler und Habinghorster Brandschutz=Kameraden. Die erste Feuervrobe bestand die junge Wehr am 13. Juli 1908 beim Brande des Göskeschen Hauses an der Kronprinzenstraße. Im Herbst 1908 wurde der Feuerwehr der Wunsch, einen eigenen Steigerturm zu besitzen, erfüllt, sodaß die Uebungen nun geregelter durchgeführt werden konnten. Dieser Eifer und die ersten praktischen Erfolge der Wehr hießen dann nach drei Jahren endlich auch die Gemeinden Rauxel und Habinghorst aus ihrer Reserve heraustreten und jährliche Zuschüsse von 150 bzw. 250 RM. in die Haushaltspläne einzusetzen. Eine weitere finanzielle Stärkung der Wehr brachte die Uebernahme des Feuerschutzes für die Gemeinde Pöppinghausen, wojür das Amt Bladenhorst zur Beschaffung einer Spritze 200 Mark bereitstellte und vorschußweise die Beiträge für drei Jahre in Höhe von 650 Mark zahlte. Für den gleichen Zweck machten nun auch die Gemeindevertretungen von Rauxel und Habinghorst 400 bzw. 800 Mark locker, so daß die erste Spritze für 1850 RM. von der Firma Tidow bezogen werden konnte. Es war nach all den voraufgegangenen Kämpfen ein besonderer Freudentag für die Wehrmänner, als sie am 18. Oktober 1909, am Jahrestag der Schlacht bei Leipzig, diese Spritze zum ersten Male erproben konnten. Mit einem Pferdegespann ging es bei klingendem Spiel hinaus nach Pöpvinghausen wo an den Häusern von SchulteWalleney Schemmhoff und Budde von der auf 50 Aktive angewachsenen Wehr diese Leistungsprobe recht gut bestanden wurde. Obschon sich die Wehr auch bei dem am 22. Juni 1910 ausgebrochenen Großfeuer am Hause des Bauunternehmers W. Köster in Habinghorst in der Praxis erneut bestens bewähkle und als Anerkennung von der beteiligten Aachen=Münchener Feuerversicherung einen Geldbetrag von 50 RM. erhielt, wollten die Gemeinden Habinghorst und Rauxel der Wehr nicht die erforderlichen Geldmittel zur Verjügung stellen. Es entstand ein Zustand des vassiven Widerstandes, der erst später nach langem Hin und Her befriedigend beigelegt werden konnte. Im Weltkrieg taten, da die heeresdienstpflichtigen Kameraden unter den Fahnen standen, die wenigen, zum größten Teil schon älteren Wehrmänner Feuerlöschdienst. Nach dem Kriege und der Ruhrbesetzung entwickelte sich unter zunehmender behördlicher Förderung die Wehr rasch wieder aufwärts. Im Juni 1926 fand auf dem Platz der Ziegelei= und Baugenossenschaft das Kreisfeuerwehrverbandssest des Landkreises Dortmund anläßlich des 20jährigen Bestehens der Wehr statt. Das silberne Jubelfest wurde 1931 mit einer großangelegten Uebung am Gemeindegasthaus und einer Saalseier bei Wessels begangen. Seit der Neuordnung des Löschwesens nach dem nationalsozialistischen Umbruch bildet die ehemalige Feuerwehr Rauxel=Habinghorst den Lösch= zug 2 der Feuerwehrorganisation unseres Stadtkreises. Die alte Handdruckspritze, die durch eine Motorspritze ersetzt wurde, tut jetzt, nachdem sie vorübergehend dem Löschzug Rauxel=Dorf zugeteilt war, im Halblöschzug Pöppinghausen Dienst. Alle Wünsche der Wehrleute von Rauxel=Habing= horst sind damit aber noch nicht erfüllt. Es sehlten vor allem noch ein Mannschafts=Motorwagen und eine bessere Alarmvorrichtung. die das Eintressen der Wehr an den Brandstellen beschleunigen sollen. Hoffentlich gibt das 30jährige Jubelfest den zuständigen Stellen Veranlassung, auch in dieser Hinsicht ihr Interesse an der ausovfernden Tätigkeit der Wehrmänner zu bekunden. Die Jubelwehr stellte ihre Schlagkraft unter Beweis Die Jubelwehr konnte ihre im schlichten Rahmen durchgeführte Jubelseier nicht besser einleiten als mit einer zeitgemäßen großzügig angelegten Feuerlöschprohe, mit der sie am Sonntagnachmittag am Hose Unterwalleney ihre Schlagkraft unter Beweis stellte. Der Uebung, bei der angesichts der engen geschichtlichen Beziehungen und räumlichen Verhältnisse auch der Halblöschzug 11(Pöpping= hausen) teilnahm, lag folgender Plan zu Grunde: „Auf dem Stallboden des zum Löschbezirk 2 gehörigen Bauernhofes Unterwalleney ist Feuer ausgebrochen. Da. Mestwind, ist das angrenzende Wohnhaus gefährdet. Nach Eintressen des Löschzuges 2 wird sämtliches Vieh in die an den Stall grenzende Weide geleitet. Ein Löschmeister und ein Feuerwehrmann begeben sich auf den Boden, um die Ursache und den Umsang des Feuers festzustellen. Inzwischen wird die Motorspritze am Kanal in Stellung gebracht und die zirka 360 Meter lange=Leitung ausgelegt. Vom Verteiler im Hof wird das Feuer zuerst auf den Stallboden mit einer=Leitung(2) angegriffen. Das Feuer hat so weit um sich gegriffen, daß es den Dachstuhl von innen durchschlagen hat und auch das Wohnhaus bedroht. Jetzt wird der Löschzug 11 alarmiert und es werden inzwischen noch zwei weitere=Leitungen(1 und 3) ausgelegt, und zwar Leitung 1 um das Stallgebäude herum und Leitung 3 vom Hof aus an das Wohnhaus. Indem der Löschzug 2 das Feuer auf dem Stallboden bekämpft, hat der Löschzug 11 nach Eintreffen die Aufgabe, das Wohnhaus zu schützen und entnimmt das Wasser aus dem in der Nähe liegenden Teich zur Speisung von zwei=Leitungen (4 und).“ Die Durchführung der Uebung konnte durchaus befriedigen. Die Leistungen der Wehrmänner wurden denn auch von der Kritik anerkannt. Kreiswehrführer Roloss dankte ihnen für den an den Tag gelegten Eiser, das gute Können und die vorzügliche Disziplin. Zum Verlauf der Uebung noch einige zeitliche Angaben, die von der Leistungsfähigkeit der Wehr zeugen: Ein Motorradfahrer, der die Strecke vom Brandherd bis zum Gerätehaus in 2 Minuten durcheilte, alarmierte den Löschzug 2 um 15.02 Uhr. Fünf Minuten später war der Löschzug zur Stelle. Nach weiteren acht Minuten lagen 360 Meter=Schlauchleitung(26 Schlinglängen) fertig, dann noch zwei Minuten und das erste Wasser konnte gegeben werden. Ein Schlauchbruch wurde schleunigst beseitigt, so daß kaum eine Störung in der Wassergabe eintrat. Auch der kaum eln Jahr bestehende Pöpvinghauser Halblöschzug arbeitete im Rahmen der Uebung mit anerkennenswerter Präzision. Nach zehn Minuten konnten schon Hornsignale die Uebung als vollendet abblasen. Beim Kameradschaftsabend, der anschließend in den Gartenanlagen der Wirtschaft Klein=Alstede stattfand, konnte Oberbrandmeister Thiel(Merklinde) als offizieller Kritiker, nachdem er in einem Tatsachenbericht die Schnelligkeit der Durchführung der Uebung hervorgehoben und auf einzelne zu Tage getretene technische Mängel hingewiesen hatte, die Arbeit der Wehrmänner als sehr gut und exakt bezeichnen. Der Mitkritiker, Oberbrandmeister Geistkamp(Schwerin) schloß sich im wesentlichen diesen Ausführungen an. Nach weiteren Ausführungen des Kreiswehrführers Rosloff, der nochmals auf Einzelheiten der Uebung einging und besonders die Menschenrettung behandelte, antworteten Oberbrandmeister Heidelberger von der Jubelwehr und Brandmeister Nabor (Pöppinghausen) auf einzelne in der Kritik ausgeworfene Fragen. Kreiswehrführer Roloff schloß dann die Kritik mit anerkennenden Worten für die an der Uebung beteiligten Wehrmänner. In Anwesenheit von Bürgermeister Schulze, des Vertreters der Stadt, von Ortsgrupvenleiter Wegner, des Vertreters der NSDAP., und der übrigen Gäste, verlebte man zum Abschluß des Jubeltages noch mehrere Stunden in echter Kameradschaft bei den munteren Klängen der Neufertschen Blaskapelle. Daß dabei auch der Jubilare und Gründer der Wehr besonders gedacht wurde, versteht sich am Rande. Die Namen der Gründer der Wehr, die jetzt auf eine 30jährige Wehrmannstätigkeit zurückblicken können, sind: Brandmeister Otto Diersen, Zeugwart Franz Jermann und die Ehrenmitglieder E. Kleinert(Oberbrandmeister a..). St. Borowschak, Kampmann, Zeuge und Overmann. Ihr silbernes Wehrmannsjubiläum können in diesem Jahre begehen der Führer der Jubelwehr Oberbrandmeister Heide: berger und der Festwirt L. Klein=Alstede. Den Jubilaren wie der gesamten Jubelwehr auch an dieser Stelle ein dreifaches kräftiges„Gut Wehr“ und alle Anerkennung für die in langer treuer Feuerwehrmannstätigleit der Volksgemeinschaft geleisteten Dienste! Schons stendgraphische Gesoige Unsere heimischen Stenographen beim Gau gebietstag in Willen— Sie brachten einen Wanderpreis und zw ei Ehrenpreise mit „Der zweite Wanderpreis des Gaugebietsschnellschreibens muß nach Castrov=Rauxel!" Das war die Parole, mit der die hiesige Ortsgruppe der Deutschen Stenographenschaft die Vorbereitungsarbeiten zum 3. Gaugebietstag begann, der am Sonntag in Witten stattfand. Die Aktivität und der freudige Wille aller Mitglieder zur Gemeinschaftsarbeit hat die Parole zur Wirklichkeit werden lassen. Wie wir bereits kurz berichteten, konnte die Ortsgruppe Castrop=Rauxel den 2. Wandervreis (für Ortsgruppen bis zu 120 Mitgliedern) sowie zwei Ehrenpreise erringen. Des weiteren wurde sie als drittbeste Ortsgruppe des Gaugebietes mit seinen 69 Ortsgruppen ermittelt. Begleiten wir im Folgenden unsere heimischen Stenographen auf ihrer erfolgreichen Fahrt nach Witten: Schon in aller Frühe des Sonntags ging es los. Der Start erfolgte mit zwei Autobussen vom Marktplatz der Altstadt. nachdem die Fahrtteilnehmer aus den nördlichen Stadtteilen herangebracht waren. Rund 60 Kurzschriftler einschl. einiger„Schlachtenbummler“ hatten sich eingefunden, u. a. auch Kreiswart Pg. Mohr von der RSG.„Kraft durch Freude“, der die Durchführung der Fahrt und die Verpflegung in Witten übertragen war. Das Wetter sah wenig verheißungsvoll aus. Um so verheißungsvoller war die Stimmung in den Autobussen, wo vor allem das„Stadtpfeiserlied“ ein willkommener Morgengesang war. Ueber die regennassen Straßen steuerte man Witten zu, wo bei der Ankunft ein kräftiger Landregen einsetzte, der aber die frohe und hoffnungsfreudige Stimmung aller zum Wettkampf gerüsteten nicht beeinträchtigen konnte Das Rathaus der schönen Ruhrstadt grüßte fahnengeschmückt. Von den nahen Kirchen klangen die Sonntagsglocken. In allen Straßen, vor allem aber auf dem Adolf=Hitler=Platz sah man die eintreffenden Gruppen der Stenographen aus allen Teilen des südwestfälischen Gaugebietes. Ortsgruppenführer Kreutner versammelte seine Kurzschriftjünger vor dem Rathaus, um die letzten Anweisungen zu erteilen und alle noch einmal zu ermuntern, sich mit ganzer Kraft beim Wettschreiben einzusetzen. Je nachdem, in welcher Geschwindigkeit man seine Kunst beweisen wollte, verteilten sich die Wettschreiber auf mehrere Schulen. Ein von der Ortsgrupve Witten zur Verfügung gestellter übersichtlicher Stadtplan ermöglichte ein leichtes Auffinden der Wettkampfstätten. Und dann begann das„Schwitzen“, mit anderen Worten, jetzt hieß es aufpassen, schreiben, feste schreiben. Denn jeder Punkt war zur Gesamtwertung von Wichtigkeit. Castrop=RauPhoto: Deutsche Senographenschaft(Böddeker). Die Castrov=Rauxeler Stenographen auf der Treppe des Wittener Rathauses. vor Beginn des Wettschreibens rels Stenographen wurden wieder einmal mit der alten Weisheit bekannt gemacht:„Vor den Erfolg haben die Götter den Schweiß gesetzt". Alle taten ihr Möglichstes. Jeder schrieb so schnell und so richtig, wie er nur konnte. Der Wandervreis winkte! Nach einem gemeinsamen Mittagessen im„Hotel Voß“ unternahmen die Castrop=Rauxeler Wettschreibteilnehmer unter Führung ihres vom Amt eines Prüsers nach über dreistündiger Tätigkeit glücklich entbundenen Ortsgruppenführers Kreutner eine Wanderung zum nahen Hohenstein, wo man den Nachmittag in angeregter Stimmung angenehm verlebte. An der im städtischen Saalbau stattfindenden Großkundgebung nahm als Vertreter der Ortsgruppe Presseobmann, K. Böddeker teil. Zur Innenstadt zurückgekehrt vereinten sich die Schriftfreunde zu einem geselligen Beisammensein in den Gartenanlagen des Hotels Voß. Im städtischen Saalbau stieg nach Beendigung der Kundgebung ein großer bunter Abend. der von der Wittener Ortsgruppe veranstaltet wurde. Näher und näher rückte die Stunde der Preis= und Siegerverkündung. Gegen 22 Uhr sickerte es langsam durch: Castrov=Rauxel hat den 2. Wanderpreis erhalten! Alle schienen noch nicht so recht daran zu glauben. Das Preisgericht tagte noch immer. Die Vielzahl der Wettkampfteilnehmer— es waren nahezu 1000 verzögerte die Feststellung der Ergebnisse sehr. Erst gegen 23 Uhr konnte Gaugebietsführer Budde zur Preisverkündung schreiten. Dann wurde es Tatsache. Unter dem Beifall der über 1000köpfigen Versammlung konnte Ortsgruppenführer Kreutner die Plakette den 2. Wandervreis. in Empfang nehmen. Die Castrop=Rauxeler Stenographen stimmten vor freudiger Begeisterung das„Stadtpseiserlied“ an. 1 Neben den Ortsgruppen Bochum u. Huckarde. die die Wanderpreise der anderen zwei Wettkampfgruppen erhielten, war Castrov=Rauxel erfolgreich gewesen, trotz einer scharfen Konkurrenz und dem plötzlichen Ausfall einiger guter heimischer Wettschreiber Das war ein Sieg, der geseiert werden mußte. Er wurde gefeiert und wird noch gefeiert werden! Denn nicht nur der Wanderpreis kam nach Castrop=Rauxel. Zwei weitere schöne Erfolge konnten erzielt werden. Die Schriftfreunde Schneider und Blome erhielten je einen Ehrenpreis für Bestleistungen. Siegesfreude und Siegesjubel gaben den Ton an auf der nächtlichen Heimfahrt. Das Gaugebietsschnellschreiben des 3. Gautages war für die Castrov= Rauxeler Stenographen ein großer Erfolgsstag, aber auch ein schöner Dank für die eifrige Uebungsarbeit im Verein geworden. Vor dem großen Forum des ganzen Gaugebiets wurde das lobend anerkannt und gewürdigt, was jedes Mitglied im vergangenen Jahre in stiller Vereins= und Uebungsarbeit leistete. Die Stenographen hatten ihre Heimatstadt würdig vertreten. Und das war Ligentlich das schönste Bewußtsein eines jeden, der dazu beigetragen hatte. . D a d i e G a u g e b i e t s f ü h r u n g i n f o l g e d e r r i e s i g e n Teilnehmerzahl. vor allem in den unteren Geschwindigkeiten, bis zur Stunde nur die Siegerliste in den Gruppen 160 bis 300 Silben bekanntgegeben hat. können wir nur diese veröffentlichen. Es waren erfolgreich in 200 Silben: Thea Kaufmann, Hilde Heinemann. Hans Görtz, Hermann Düchting. Paula Bomholt: in 180 Silben: Karl Beisenherz. Elisabeth Köchling. Toni Rinke: in 160 Silben: Karl Schneider(Ehrenpreisträger) Käthe Godehardt. Gustav Liese. Karl Walter: die übrigen Wettschreiber, etwa 30. siegten in den Geschwindigkeiten von 80 bis 140 Silben. Ihnen ist es zum Großteil zu verdanken, daß der Wanderpreis errungen wurde. Viele wenig gibt ein Viel. Das wurde auch hier wieder bewiesen. Der große Erfolg ist da. Die heimische Ortsgruppe der Stenographen kann stolz darauf sein. Mit gleicher Intensität weiterarbeiten heißt jetzt die Parole. Denn der Wanderpreis muß dreimal hintereinander errungen werden, ehe er in den Besitz der Ortsgruppe übergeht. Castrop=Rausel Castrop=Rauxel, 8. Juli 1936 3 Monate Gefängnis für eine weggenommene Zeitung Es ist eine recht üble, aber beliebte Angewohnheit. die Gelegenheit wahrzunehmen, früh morgens die Zeitung, die von den Austrägerinnen unter der Haustür hindurchgeschoben zu werden pflegt, fortzunehmen. Trotzdem immer wieder ernstlich vor einer solchen Handlungsweise gewarnt wird, weil die Wegnahme einer Zeitung von den Gerichten als Diebstahl bestraft wird, gibt es noch manche Leute. die nicht hören wollen, und die daher die Folgen ihrer Handlungsweise am eigenen Leibe im Strafgerichtssaal zu spüren bekommen. Zu diesen Leuten gehört auch der mehrsach wegen Diebstahls vorbestrafte Julius S. ein alter Mann von 66 Jahren, der sich wegen Diebstahls einer Zeitung vor dem Essener Strafrichter zu verantworten hatte. Wie die Verhandlung ergab, schlenderte der Angeklagte am 15. Mai d. Is., morgens, durch die Steubenstraße. in der kurz zuvor die Zeitungen ausgetragen worden waren. An einem Hause sah er, daß die Zeitung teilweise unter der Haustür hervorlugte. Er nahm sie fort und ging seiner Wege. Der Diebstahl war aber von weitem beobachtet worden. Der Zeitungsmarder kam nicht weit, da wurde er auch schon von einem Polizeibeamten gestellt und festgenommen. Der Gerichtsvorsitzende wies auf die Rücksichtslosigkeit hin, die der Angeklagte dem Bezieher der Zeitung gegenüber an den Tag gelegt hat. Der Bezieher wartet frühmorgens auf seine Zeitung und ist unter Umständen gezwungen, sie noch zu lesen, bevor er seine Arbeit antritt, was ihm durch ein solches Verhalten, wie es der Angeklagte an den Tag geleg hat, unmöglich gemacht wird. Das Gericht ver urteilte den Zeitungsmarder zu einer Gesängnisstrafe von 3 Monaten entsprechend dem Antrage dr: Staatsanwalts. heute Promenadenkonzer!! Es sei noch einmal daran erinnert, daß am heueigen Mittwoch abend bei gutem Wetter. ab.30 Uhr die Kapelle der Bochumer Schutzpolizei im Castrov=Rauxeler Stadtgarten konzertiert. Die Vortragsfolge veröffentlichten wir in der gestrigen Ausgabe. heute ins Heimatmuseum und zur Sonderschau„Aus fremden Erdleilen!“ Am heutigen Mittwoch nachmittag ist das Heimatmuseum zur üblichen Zeit(von 15 bis 19 Uhr) geöffnet. Der Eintrittspreis beträgt einschließlich des Besuches der Sonderschau„Aus fremden Erdteilen“ und der neuen Julibildkarte nur 10 Pfg. 10 Gebote gegen die hitze Vernünftige Lebensweise im Sommer 1. Das beste Getränk? Kalter Sprudel mit oder ohne Zusatz von Fruchtsaft, kalter Tee. 2. Das beste Essen? Fettarm, d. h. wenig Butter, wenig Schmalz, mageres Fleisch, unbeschränkt Salate und Gemüse. Obstsuppen,„kalte Ente“. 3. Die beste Kleidung? Möglichst poröse Seide. Leichter Strohhut, weiße oder gelbe Anzüge(schwarz hält die Wärme fest, weiß reflektiert die Sonnenstrahlen). 4. Die beste Schlafmethode? Dünne Schlafdecke, leicht angezogen, möglichst vorösen Schlafanzug. 5. Die beste Wohnungslüftung? Auf der Sonnenseite möglichst Verdunkelung, dabei Lüftungsklappe, eotl. Ventilator von Zeit zu Zeit gehen lassen, auf der Schattenseite dauernd breit lüften, d. h. Fenster auf, Garten und Fensterümse öfters mit Wasser besprengen. 6. Die beste Lebensweise? Alles vermeiden, was den Kalorienverbrauch erhöht, d. h. starke körperliche und geistige Anstrengungen; am besten viel liegen. 10 Uhr Schlasengehen, 5 oder 6 Uhr Aufstehen und dann wichtigste geistige oder körperliche Arbeiten verrichten. Wenn die Arbeit starken Schweiß erzeugt, dann genügend Flüssigkeitszufuhr, sonst Hitzschlaggefahr. Spaziergänge vermeiden; möglichst abends, wenn es etwas kühler ist. 7. Regeln für das Baden? Im Freien höchstens immer nur 10 Minuten im Wasser, nicht mehr als im ganzen dreimal am Tage. Kurze, kühle Dusche viermal täglich; nach der Dusche sich sofort eine Viertelstunde lang hinlegen. 8. Was macht man gegen Sonnenbrand? Gegen Sonnenbrand gibt es verschiedene Oele und Salben. Das wichtigste ist Verhütung des Sonnenbrandes: den Körper nie länger als 20 Minuten der Sonne aussetzen, und Verhütung des Sonnenstichs: durch Bedeckung des behaarten Kovfes(Glatze erst recht!) und der Stirn mit feuchter Kappe. 9. Welche Sportarten? In der Hundstagshitze(d. h. Hitze über 28 Grad Celsius im Schatten) ist von jedem Sport abzusehen. 10. Arbeitsweise? Arbeit, wie schon zu 6. gesagt, möglichst in die frühesten Morgenstunden legen. Wer es kann, arbeitet am-besten nichts und schläft bei Tag im verdunkelten Zimmer. Untsere Batenstadte stenen sich dor? Znnächst: Grünstadt in der Pfalz Arbeitseinsatz der älteren Ingenieure Die Unterbringung der älteren Angestellten, inonderheit der älteren Ingenieure, bereitet immer noch große Schwierigkeiten. Obwohl nach den auf Veranlassung des Präsidenten der Reichsanstalt für Arbeitsvermittlung und Arbeitslosenversicherung durch den Ingenieur=Dienst in Zusammenarbeit mit den Landesarbeitsämtern und den 60 Bezirksstellen des Ingenieurdienstes vorgenommenen statistischen Erhebungen noch über 6500 Ingenieure erwerbslos sind. wird von der Wirtschaft immer noch ein Bedari von etwa 4000 geeigneten Ingenieuren angemeldet. Die erwerbslosen Ingenieure setzten sich in der Hauptsache aus älteren Berufsangehörigen zusammen. Der Arbeitseinsatz dieser— zumeist verheirateten— Arbeitskameraden muß jedoch schon wegen des bestehenden großen Mangels an geeigneten Ingenieuren mit allen Mitteln gefördert werden. Es darf nicht dahin kommen, daß der augenblickliche Mangel an Ingenieuren allein durch Einsatz jugendlicher Kraft gedeckt wird. die zum Teil noch nicht einmal ihre Berufsausbildung voll abgeschlossen haben. Für den Arbeitseinsatz darf nicht das Alter des einzustellenden Volksgenossen entscheidend sein, sondern dessen Können. Gerade die älteren Ingenieure, die bereits viele Jahre in der Praris gestanden haben, verfügen über vielseitige Erfahren, die für die Wirtschaft in weitestgehendem Maße nutzbar gemacht werden sollten. Der Leiter des Sozialamtes der DAF. hat sich auch an die Dienststellen der Deutschen Arbeitsfront gewandt, damit diese in geeigneter Weise für eine Verbreitung dieser Auffassung und für eine Durchführung der in ihr als notwendig erkannten Maßnahmen bei den für den Arbeitseinsatz von Ingenieuren in Frage kommenden Stellen Sorge tragen. Neue Baugeldzuleilung der GöF. Wüstenrol Günstige Entwicklung im 1. Halbjahr 1936 Bei der am 29. Juni durchgeführten 56. Baugeldzuteilung der Bausparkasse Gemeinschaft der Freunde Wüstenrot. Gemeinnützige EmbH. in Ludwigsburg. wurden 312 Bausoarern 3529 500 RM. zugeteilt. Zusammen mit der Frühjahrsbaugeldzuteilung vom 31. März konnte also im 1. Halbjahr 1936 606 GdF.= Bausparern der ansehnliche Betrag von 6 936 500 RM. zugeteilt werden(im 1. Halbjahr 1935: 546 Bausparern mit 6416 000„RM.), obwohl in dieser Zeit über.5 Millionen RM. zur Abdeckung der bekannten Sonderzuteilungen der Jahre 1933 und 1934 verwandt wurden(I/1935: rd..2 Mill. RM.) Rund 22000 GdF.=Bausparern. d. s. mit Familienangehörigen schon über 100000 Menschen, konnte von der Gdß. Wüstenrot in der Zeit ihrer bisherigen Tätigkeit beim Bau oder Erwerb eines Vaterhauses geholsen werden. Von den anläßlich der Sonderzuteilungen in Anspruch genommenen Krediten sind bis Ende Juni.25 Mill. RM. zurückgezahlt und weitere.97 Mill. RM. für spätere Rückzahlungen auf Sverrkonten angelegt, zusammen also schon wieder über 13.22 Mill. RM. aus von den Bausparern der GdF. selbst ausgebrachten Mitteln abgedeckt. Ersteulicherweise hält auch die günstige Entwicklung des Neuzuganges unentwegt an. Bis Ende Juni konnten insgesamt 3571 Bausparverträge mit 36.26 Mill. RM. Bauspariummen neu abgeschlossen werden(i. V. 3496 Verträge mit 34,57 Mill. RM.). Bekanntlich sind Castrov=Rauxel für die auf den 19. bis 27. September 1936 festgesetzte„Weinwerbewoche“ drei Weingemeinden als„Patenstädte“ zugeteilt worden: Es sind dies, wie wir bereits mitteilten. Cons am Zusammenfluß von Saar und Mosel. Siesersheim im Rheingau(Hessen=Nassau) und Grünstadt(Rheinpfalz). Es dürfte nun unsere Castrop=Rauxeler Leser interessieren. Näheres über diese drei Patenstädte zu hören, mit denen wir ja nach dem Willen der für die Weinwerbung maßgebenden Faktoren in ein besonders inniges„Patenschafts"=Verhältnis treten sollen. Wir wollen heute zunächst mal einiges über den am weitesten von uns entfernt liegenden Ort, Grünstadt in der Rheinpfalz. erzählen Grünstadt ist, was die Weintrinker zunächst besonders angeht. Sitz eines Weinmarktes zur Förderung des Qualitätsweinbaues. Es liegt im Mittelpunkt des Unterhaardter Weinbaugebietes, am Abhange und am Fuße der Haardt, zwischen dem Eistal und dem Leiningertal(167 Meter über dem Meeresspiegel). Das Klima ist sehr mild und zählt mit zu den wärmsten in Deutschland. Im Süden und auf den westlichen Hängen ist die Stadt von Weinbergen umschlossen, in denen ein Wein gedeiht, der sich einen großen Liebhaberkreis erworben hat. Mandeln, Pfirsiche und Anrikosen zieren im Frühjahr im verein mit anderen Obstarten in ihrem herrlichen Blütenschmuck die Landschaft. Grünstadt in der Rheinpfalz ist die ehemalige Residenz der freien Reichsgrafen zu Leiningen und heute die Amtshauptstadt des ehemaligen Bezirkes gleichen Namens mit 28 Gemeinden und 27 000 Einwohnern. Mit 5700 Einwohnern ist es der wirtschaftliche und geistige Mittelpunkt des Bezirkes und des oberen Eistales mit weiteren 8000 Einwohnern, Sitz eines Amtsgerichtes, Finanzamts. Messungsamtes. Notariates. Progymnasiums und des Gruppenstabes 274 des NS.=Arbeitsdienstes. Es birgt in seinen Mauern das protestantische Dekanat mit zwei Kirchen, eine kath. Kirche Bezirksspartasse. vier Banken, fünf Aerzte. drei Rechtsanwälte, zwei Avotheken. Neben dem Weinbau mit Weinabsatzgenossenschaft und dem Grünstädter Weinmarkt. dem Obst= und Gemüsebau sind als Wirtschaftsbetriebe Grünstadts zu nennen: sein- und grobteramische Fabriken, Malzfabrik, Brauerei. Konservenfabrik. Lackfabriken. Großbuchbindereien. Druckereien. Möbelfabrik und anerkannt hervorragende Gaststätten. Unsere heimischen Segelflieger dürfte es interessieren, zu hören, daß unsere Patenstadt Grünstadt in der Pfalz über ein Segelfluggelände des Deutschen Luftsportverbandes verfügt. Grünstadt in der Pfalz ist bedeutendster Eisenbahnknotenpunkt der Nordpfalz mit sechs Haupt= und Nebenlinien. Die Stadt ist mit Ludwigshafen—Mannheim, mit Neustadt—Landau, mit Kaiserslautern und mit Worms verbunden. Nebenlinien führen nach Altleiningen, nach Hettenleidelheim und nach Worms über Offstein. Grünstadt ist Standauartier. ist Ausgangspunkt für herrliche Wanderungen nach dem Eistal und dem waldreichen Leiningertal mit ihren zahlreichen Ruinen alter Burgen. Schlössern und Klsstern. Baudenkmale von geschichtlicher Bedeutung aus der Zeit der Leininger Herrschaft sind erhalten im Unterhof und Oberhof. im Haus der Volksgemeinschaft, im Rathaus, in der Martinskirche und im Heimatmuseum. Der Hügel über der Stadt ist gekrönt vom schattigen Hindenburgpark, einer Schöpfung ovferfreudiger Einwohner. ein Zeichen edlem, während eines halben Jahrhunderts gepflegten Gemeinsinns. Vom Hindenburgpark aus hat man prächtige Fernsicht auf die Rheinebene mit den Domen von Sveyer und Worms. auf das Ludwigshasen=Mannheimer Industriegebiet, und auf den Odenwald mit Heidelberg und Weinheim. Aus der Geschichte Grünstadts sei erwähnt, daß die Gegend schon zur Zeit der Römer besiedelt war. Urkundlich wird Grünstadt zum ersten Male im neunten Jahrhundert erwähnt. Zu Anfang des 14. Jahrhunderts kam es an die Freigrafen zu Leiningen als Lehen der Abtei Weißenburg. Von Kaiser Karl V. wurde es zum Flecken erhoben und mit Marktrechten ausgestattet(1556). Im 30jährigen Krieg hatte es schwer zu leiden. Im Orleanischen Erbfolge=Krieg(1689) wurde es zerstört. Kaum wieder erstanden, verfiel es nach der französischen Revolution erneut der Brandschatzung. Seit 1705 Residenz des Neu= und Altleininger Grasengeschlechts wurde es zur Stadt erhoben. Unter gräflicher Verwaltung war Grünstadt Mittelpunkt eines blühenden Handwerkerstandes und Geburtsort der Maler Seckatz und Schlesinger und des Dichters Graf Pfeil. Aus amil. Bekanntmachungen der Stadt Castrop-Rauxe! Vergebung von Straßenarbeiten Nachgenannte Arbeiten sollen vergeben werden: Los 1: Oberflächenteerung verschiedener Straßen im Stadtbezirk Castrop=Rauxel; Los 2: Einbau einer Einstreudecke in der Klorstockstraße: Los 3: Einbau einer Einstreudecke in der PrinzHeinrich=Straße: Los 4: Einbau einer Einstreudecke in der verlängerten Römerstraße: Los 5: Einbau einer Einstreudecke in der Cottenburgstraße. Entsprechende Angebotsvordrucke sind auf dem Bauverwaltungsamt. Mühlenstraße 4. Zimmer 5/6. gegen Zahlung der Verwaltungsgebühr von.50 für jedes Los. erhältlich. Die Angebote sind bis Mittwoch, den 15. Juli 1936, 10 Uhr. dem Tiefbauamt. Mühlenstraße 4. Zimmer 1/2, in verschlossenem. mit entsprechender Ausschrift versehenem Umschlag einzureichen, woselbst die Oeffnung im Beisein etwa erschienener Bieter erfolgt. Später eingehende Angebote können nicht berücksichtigt werden. Castrov=Rauxel, den 4. Juli 1936. Der Oberbürgermeister. Bekanntmachung betr. Festsetzung eines Fluchtlinienvlanes für einen Teil des Westrandweges und der Verbindungsstraße zwischen Westrandweg und Pöppinghauser Straße. Mit Zustimmung der Ortsvolizeibehörde habe ich für einen Teil des Westrandweges zwischen Westrandweg und Pöppinghauser Straße einen Fluchtlinienplan festgesetzt. Der Plan wird gemäß§ 7 des Gesetzes betr. die Anlegung und Veränderung von Straßen und Plätzen in Städten und ländlichen Ortschaften vom 2. Juli 1875 von Mittwoch. dem 8. Juli 1936, ab auf dem Stadtbauamt. Mühlenstraße 4. Zimmer 5/6, während der Dienststunden zu jedermanns Einsicht offengelegt mit dem Bemerken. daß Einwendungen gegen den Plan innerhalb vier Wochen von dem obenbezeichneten Offenlegungstermin ab gerechnet, bei dem Oberbürgermeister der Stadt Castron=Raurel einzureichen sind. Castrov=Rauxel, den 6. Juli 1936. Der Oberbürgermeister. Lan Gähtei sprachen! Was die Standesamtseintragungen des Monats Juni 1936 erzählen Kommen, Werden und Vergehen Im Monat Juni 1936 wurden auf den drei Standesämtern der Stadt Castrov=Rauxel insgesamt 116 Geburten zur Eintragung gebracht. Damit ist nicht nur der Monat Mai mit 96 Geburten, sondern auch der bisherige Retordmonat März mit 113 Geburten überflügelt worden. Zum Vergleich seien hier noch einige Zahlen aus den letzten Vormonaten genannt: Avril 87. Februar 95. Januar 103. Dezember 87. November 90 und Oktober 91 Geburten. Bei den Neugeborenen handelt es sich um 52(53) Knaben und 64(38) Mädchen. Während also die der Knaben um 6 gegenüber dem Vormonat abnahm, stieg die der Mädchen um 26(!). Zwillingsgeburten kamen im Monat Juni einmal vor. und zwar handelt es sich um 2 Mädchen. Von den 3 Totgeburten wurden 2 Knaben und ein Mädchen betroffen. Dem bisherigen Familienstande nach waren von den Eheschließenden: ledig: Männer 26(40): Frauen 26(39); verwitwet: Männer 2(): Frauen 1(): geschieden: Männer—(): Frauen 1(). Dem Religionsbekenntnis nach waren von den Ehevaaren: katholisch 18(19); evangelisch 7(15): verschiedener Konfession: 3(). Die Standesämter der Stadt Castrop=Rauxel brachten im Monat Juni weiter zur Eintragung 51 Todesfälle 28 Eheschließungen wurden im Monat Juni 1936 vor den Standesämtern unserer Stadt vorgenommen. Das bedeutet gegenüber dem Vormonat Mai mit 42 Eheschließungen erneut einen bedauerlichen Rückgang um 14 Eheschließungen. Vergleichsweise seien auch hier die Zahlen aus den letzten Vormonaten genannt: Avril 29. März 42, Februar 36. Januar 28. Dezember 39. November 41, Oktober 43. September 36 Eheschließungen. Von den Eheschließenden des Monats Juni waren bis 20 Jahre alt: Männer 1(—): Frauen 3(); von 20 bis 25 Jahre alt: Männer: 7(): Frauen 14(25); von 25 bis 30 Jahre alt: Männer 12(21): Frauen 4(): 30 bis 40 Jahre alt: Männer 6(11): Frauen 6(); über 40 Jahre alt: Männer 2(); Frauen 1(). Das bedeutet gegenüber dem Vormonat Mai, in dem 31 Todesfälle zu verzeichnen waren, ein Ansteigen von 20 Todesfällen. Im April hatten wir 52 Todesfälle zu melden, im März 43, im Februar 53. im Januar 46. im Dezember 53 und im November 50 Sterbefälle. Von den Toten des Monats Juni standen im Alter bis zu 1 Jahr 14(8; 1 bis 5 Jahren 6(); 5 bis 15 Jahren—(); 15 bis 20 Jahren—(—): 20 bis 40 Jahren 6(): 40 bis 60 Jahren 10(); über 60 Jahren 15(). Als Todesursachen wurden ermittelt: Divhtherie—(): Grippe mit Lungenerkrankung 1(—): Tuberkulose der Atmungsorganc 8(—): Uebertragbare Genickstarre—(): Krebs= und andere bösartige Neubildungen 1(); Akuter fieberhafter Gelenkrheumatismus—(): Zuckerkrankheit. 1(—): Gehirnschlag und Lähmung ohne nähere Angabe—(): Herzkrankheiten 7(): Bronchitis 2 (): Lungenentzündung 2(): Blinddarmentzündung 1(); Nierenentzündung 2(); Fieberhafte Fehlgeburt—(): Sepsis und Starrkrampf im Wochenbett 2(): Sonstige Zufälle der Schwangerschaft und des Wochenbetts 1(—): Frühgeburt 1(): Angeborene Mißbildungen. Lebensschwäche. Geburtsfolgen unter 1 Jahr 9(): Altersschwäche 3(—): Selbstmord 1(): Verunglückung?(—): Alle üorigen Todesursachen 7(). 7. Betr. Anmeldung. §. Ist ein Wehrpflichtiger von dem Orte der volizeilichen Meldebehörde, bei der er sich anzumelden hat. vorübergehend abwesend. hat er sich bei ihr zunächst schriftlich, und nach Rückkehr unverzüglich versönlich anzumelden 9. Zur Anmeldung sollen folgende Personalvapiere mitgebracht werden: a) der Geburtsschein: b) Geburtsurkunden oder Heiratsurkunden der Eltern, zutreffendenfalls auch der Eltern der Ehefrau. c) Schulabgangszeugnis oder letztes Schulzeugnis. d) Unterlagen für den Nachweis der deutschen Reichsangehörigkeit, falls der Wehrpflichtige nach seiner Geburtsurkunde noch nicht im Besitze der deutschen Reichsangehörigkeit war: e) Zeugnisse und Nachweise über Berufsausbildung (Lehrlings= und Gesellenprüfung): 1) Arbeitsbuch. g) Ausweise über Zugehörigkeit zur H3.(Marine58.. SA.(Marine=SA.). SS., zum RSRK., AuK.(Reichsluftsportkorvs). bisher DLV. (Deutscher Luftsportverband) DASD.(Deutscher Amateur=, Sende= und Empfangsdienst): h) den Nachweis über Teilnahme am Wehrsport (Seesport). die Bescheinigung über die Kraftsahrausbildung beim RSKK.— Amt für Schulen—. den Reiterschein des Reichsinspekteurs für Reit= und Fahrausbildung. das SeesportFunkzeugnis: Die Meibepfilcht der Gevienten Die Erfassung militärisch gebildeter Wehrpflichtiger älterer Jahrgänge Meldung bis zum 20. Juli Wir haben am vergangenen Samstag eine Mitteilung des Polizeipräsidenten in Bochum über die Bestimmungen über die Meldenflicht für gediente ältere Jahrgänge verössentlicht. Eine Mitteilung des Berliner Polizeipräsidenten bringt zur Ersassung militärisch ausgebildeter Wehrvflichtiger älterer Geburtsjahrgange folgende weitere Einzelheiten: 1. Der Führer und Reichskanzler und die Reichsregierung haben durch das Gesetz für den Aufbau der Wehrmacht vom 16. März 1935(BGBI. 1 Seite 368) und den Aufruf an das deutsche Volk vom gleichen Tage, durch das Wehrgesetz vom 21. Mai 1935 (RGBI.! Seite 609), das Reichsarbeitsdienstgesetz vom 26. Juni 1935(RGBl. 1 Seite 615) in der Fassung der Verordnung vom 7. November 1935 (RGBI. 1 Seite 1297) die allgemeine Wehr= und Reichsarbeitsdienstpilicht eingeführt und ihre Durchführung besohlen 2. Wehrpflichtig ist jeder männliche Volksgenosse deutscher Reichsangehörigkeit vom vollendeten 18. Lebensjahr bis zu dem auf die Vollendung des 45. Lebensjahres folgenden 31. März. 3. Gemäß Verordnung vom 24. Juni 1936 (RGBI. I. Seite 513) haben sich die in Zisser 4 näher bezeichneten Wehrpflichtigen älterer Geburtsjahrgänge zur Erfassung persönlich zu melden. Die Erfassung erfolgt zum Zweck der Regelung des Wehrpflichtverhältnisses. 1. Der Meldepflicht unterliegen folgende wehrpflichtige(s. Ziff. 2) Deutsche, die ihren Wohnsitz oder dauernden Aufenthalt in Deutschland haben: a) Die Offiziere und Beamten aller Gattungen. die dem aktiven oder Beurlaubtenstande des früheren Heeres. der Schutztruppe, der Kaiserlichen Marine und der Reichswehr(des Reichshecres und der Reichsmarine) angehört haben. b) alle seit dem 1. Jan. 1921 aus der Wehrmacht oder der Landespolizei ausgeschiedenen Deckoffiziere und Mannschaften sowie alle Männer. die durch eine von der Wehrmacht oder Landespolizei veranlaßte kurziristige Ausbildung militärisch geschult sind, sofern sie einem älteren Geburtsjahrganc als 1913 angehören , 5. Von der Verpflichtung zur Anmeidung sind diejenigen Wehrpflichtigen befreit, die bei Beginn der Meldepflicht in der Wehrmacht oder in der SS.= Verfügungstruppe altiv dienen. 6. Bei Zweiseln über die Verpflichtung zur Anmeldung erteilen die Wehrersatzdienststellen Auskunft. Die polizeilichen Meldebehörden erteilen keine Auskunft. Für einen Pfennig pro Kilometer kannst Du am 18. Juli nach Berlin zum Reichssportfeld und zur Ausstellung„Deutschland“ fahren. Anmeldungen bei der zuständigen Ortsgruppe. i) den Nachweis über die Ausbildung beim Roten Kreuz: k) den Nachweis über geleisteten Arbeitsdienst (Arbeitsvaß oder Arbeitsdienstvaß. Dienstzeitenausweis. Pflichtenheft der Studentenschaft); I) den Nachweis über geleisteten aktiven Dienst in der Wehrmacht. Landespolizei oder SS.= Verfügungstruppe sowie Papiere über geleisteten aktiven Dienst im früheren Heer, der Schutztruppe. der Kaiserlichen Marine und Reichswehr(Reichsheer und Reichsmarine): m) den Nachweis über Seefahrtzeiten und den Besuch von Seefahrtschulen und Schiffsingenieurschulen oder den Nachweis über abgelegte Schifsernrüfungen: n) den Nachweis über den Besitz des Reichssportabzeichens oder des SA.=Sportabzeichens: o) den Führerschein(für Kraftjahrzeuge. Flugzeuge, Segelboote. Motorjachten): v) Freischwimmerzeugnis: a) Brillenrczept(für Brillenträger). 10. Ein Wehrpflichtiger. dei durch Krankheit an der versönlichen Meldung verhindert ist, hat hierüber ein Zeugnis des Amtsarztes oder ein mit dem Sichtvermerk des Amtsarztes versehenes Zeugnis eines anderen beamteten Arztes bei dem für seine Wohnung zuständigen Polizeirevier einzureichen. 11. Wer seiner Meldenflicht nicht oder nicht pünktlich genügt, wird gemäß§s 140, 142 und 113 des Reichsstrafgesetzbuches bestraft. * Wie es schon in der Mitteilung des Bochumer Polizeipräsidenten hieß, hat die Meldung bis zum 20. Juli 1936 während der Dienststunden von 8 bie 12 Uhr und von 15 bis 18 Uhr unter Vorlage der Familien= und Militärpapiere zu erfolgen. Nr. 182 Behe Voller Erf Dortmund. Dortmund in schaft„Kraft teten Flugtag dem das Hor teil hatte, da einer Jagdstaf exakten Vorfü teten Geschwad gen hatte der auch seine Tor Luftwaffe We ihres Standor keitsverhältnis flugmeister Wi Kunstflugmeist flieger Förster rei. Segelflu mit dem auton gänzten das 1 kelte Program kam von Düsse verschiedenen 2 tastische Geschu vierg! strecke Dot Dortmund. für den ganzei wichtiges Proj Reichsbahnstre Arbeiten für d Duisburg—Dü ten. Von Dü haum hinaus u ist der Bahnkö schüttet. Ledig schen Block Wa wurde nun in ist gleichzeitig die neue Gü Im ganzen we meter Bodenm auf dem 700! Arbeiten werdMit diesem Re und vierte Gle bis Duisburg verlegt zu wei im Jahre 1937 hauptreda Bochum. Kur jahres starb des„Märkische Paul Küppers reich aber auch derung des Sd in.Gladbach Wien Rechtszum Dr. phil. journalistische er die Redakt führte sie bis „Bochumer An tüchtiger Man und im Wahl Marxismus un sechter des n Jahren 1910— varlamente an evangelische A sechtung des H stand. die Klei Interessen der teure wußte e schiedenheit ein von diesem Po verbandes erna lag hauptsächli groß sein Scha besten die Tats Jahre 1927 ar Dr. rer. vol. r selbstloser Schr 75jäh Rechlinghause nender 75jähr seinem Zimme lassenen Briefe diese Verzwei gangen hat. Einem A Marl. Im geriet der juge der Hangebank anrollenden M Kovf wurde ih Wieder ein Datteln. Eeinigen Tagen chern aus unse Polizei meldet. wegen wiederk nisses festgenon hat sich in etmMädchen in so übergab den 1 linghausen. A der Reichsa Hagen. Aus Gaues waren 4 Provogandisten Gau=Arbeitsta mann konnte in dieser Tagi lachungen -Rauxe narbeiten eben werden: dener Straßen im in der Klovstock= in der Prinzin der verlänin der Cottensind auf dem 4. Zimmer 5/6. bühr von.50+ gebote sind bis ir. dem Tiefbauin verschlossenem. henem Umschlag im Beisein etwa eingehende Anrden. rbürgermeister. lanes für einen erbindungsstraße ghauser Straße. behörde habe ich zwischen Weste einen Fluchtird gemäß§ 7 id Veränderung i und ländlichen Mittwoch. dem uamt. MühlenDienststunden zu dem Bemerken. innerhalb vier Offenlegungsterrgermeister der ind. bürgermeister. Orte der volisich anzumelden er sich bei ihr hr unverzüglich Personalvapiere zurkunden der er Eltern der Schulzeugnis. der deutschen Wehrnilichtige nicht im Besitze war: rufsausbildung H5.(Marinezum RSKK., bisher DLV. SD.(Deutscher dienst): am Wehrsport er die KraftAmt für Schuichsinspekteurs das Seesportli nach Berlin lung„Deutscher zuständigen g beim Roten Arbeitsdienst Dienstzeiten. tenschaft): ktiven Dienst i o d e r S S.= über geleisteer. der Schutzund Reichs1e): und den Beiffsingenieurgelegte SchifReichssportichens: se. Flugzeuge, Krankheit an hat hierüber in mit dem nes Zeugnis em für seine zureichen. nicht vünktund 143 des es Bochumer ing bis zum in von 8 bis Vorlage der gen. Nr. 182 Drittes Blatt des„Stadtanzeigers für Castrov=Nauxel und Umgebung“ Mittwoch, den 8. Juli 1336 Eittisch woestfaltsch Iulduntegeotel Voller Erfolg des Dortmunder Flugtages Dortmund. Dem von der Flugsportortsgruppe Dortmund in Verbindung mit der NS.=Gemeinschaft„Kraft durch Freude“ am Sonntag veranstalteten Flugtag war ein großer Erfolg beschieden, an dem das Horst=Wessel=Geschwader besonderen Anteil hatte, das sich mit seiner Kunstflugkette und einer Jagdstaffel für die Veranstaltung einsetzte. Die exakten Vorführungen des in Dortmund beheimateten Geschwaders fanden reichen Beifall. Am Morgen hatte der Dortmunder Fliegerhorst erstmalig auch seine Tore der Bevölkerung geöffnet, weil die Luftwaffe Wert darauf legt, mit der Bevölkerung ihres Standortes ein herzliches Zusammengehörigkeitsverhältnis herzustellen. Was der deutsche Kunstflugmeister Willi Stör. Liesel Bach, der holländische Kunstflugmeister Fritsch und der Dortmunder Sportflieger Förster zeigten, ist hohe Schule der Fliegerei. Segelflugvorführungen, mehrere Absprünge mit dem automatischen und manuellen Fallschirm ergänzten das mit lobenswerter Präzision abgewikkelte Programm. Das Blitzflugzeug der Lufthansa kam von Düsseldorf herüber und demonstrierte mit verschiedenen Tiefflügen über den Platz seine phantastische Geschwindigkeit. Der viergleisige Ausbau der Reichsbahnstrecke Dortmund—Duisburg—Düsseldorf Dortmund. Ein großzügiges und verkehrstechnisch für den ganzen industrialisierten Westen überaus wichtiges Projekt ist der viergleisige Ausbau der Reichsbahnstrecke Köln—Duisburg—Dortmund. Die Arbeiten für den viergleisigen Ausbau auf der Strecke Duisburg—Düsseldorf sind am weitesten fortgeschritten. Von Düsseldorf=Derendorf bis über Großenhaum hinaus und von Duisburg=Hbf. bis Block Wald ist der Bahnkörper für das dritte Gleis bereits geschüttet. Lediglich ein 700 Meter langes Stück zwischen Block Wald und Großenbaum fehlt. Dieser Teil wurde nun in Angriff genommen. Damit verbunden ist gleichzeitig die Anschüttung des Bahnkörpers für die neue Güterzugstrecke Duisburg—Großenbaum. Im ganzen werden nicht weniger als 40 000 Kubikmeter Bodenmassen benötigt, um den Bahnkörper auf dem 700 Meter langen Stück anzuschütten. Die Arbeiten werden einige Monate in Anspruch nehmen. Mit diesem Reststück ist der Bahnkörper für das dritte und vierte Gleis auf der ganzen Strecke Düsseldorf bis Duisburg fertiggestellt, so daß nur noch die Gleise verlegt zu werden brauchen. Dieser Ausbau wird im Jahre 1937 erfolgen. hauptredakteur a. 9. Dr. Dr. Küppers gestorben Bochum. Kurz vor der Vollendung des 78. Lebensjahres starb hier der langjährige Hauptredakteur des„Märkischen Sprecher" Dr. vihl. Dr. rer. vol. Paul Küppers nach einem Leben reich an Arbeit, reich aber auch an Mühen für die Hebung und Förderung des Schriftleiterberufes. Am 28. Juli 1858 in.Gladbach geboren, studierte er in Leipzig und Wien Rechts= und Staatswissenschaften, promovierte zum Dr. phil. und begann 1884 in Nürnberg seine journalistische Laufbahn. Im Jahre 1889 übernahm er die Redaktion des„Märkischen Sprecher" und führte sie bis zu dessen Verschmelzung mit dem „Bochumer Anzeiger“. Küppers war ein ebenso tüchtiger Mann der Feder wie glänzender Redner und im Wahlkampfe ein unerbittlicher Feind des Marxismus und vor allem ein leidenschaftlicher Versechter des vaterländischen Gedankens In den Jahren 1910—1929 gehörte er dem hiesigen Stadtparlamente an und war daneben eifrig tätig für die evangelische Arbeitervereinssache wie für die Versechtung des Heimstättengedankens, für den Mittelstand. die Kleinrentner und die Blinden. Für die Interessen der rheinischen und westfälischen Redakteure wußte er als zweiter Vorsitzender mit Entschiedenheit einzutreten und wurde beim Rücktritt von diesem Posten zum Ehrenmitglied des Landesverbandes ernannt. Seine schriftstellerische Tätigkeit lag hauptsächlich auf heimatkundlichem Gebiete. Wie groß sein Schaifensdrang war. beweist wohl am besten die Tatsache, daß er als 69jähriger Mann im Jahre 1927 an der Universität Münster noch zum Dr. rer. vol. promovierte. Ein stiller. bescheidener. selbstloser Schriftsteller ist mit ihm dabingegangen. 75jähriger Mann erhängte sich Recklinghausen. Ein an der Knickmannstraße wohnender 75jähriger Mann wurde Montag früh in seinem Zimmer erhängt ausgesunden. Aus hinterlassenen Briefen geht hervor. daß der alte Mann diese Verzweiflungstat aus Lebensüberdruß begangen hat. Einem Arbeiter der Kopf zerquefscht Marl. Im Uebertagebetrieb der Zeche„Brassert" geriet der jugendliche Arbeiter Helmut Schoner auf der Hängebank mit dem Kovie zwischen einen heranrollenden Waean und die Bremsvorrichtung. Der Kovf wurde ihm bis zur Unkenntlichkeit zerquetscht. Wieder ein schomloser Bursche festgenommen Datteln. Es mußte fast auffallen, daß man seit einigen Tagen nichts mehr von Sittlichkeitsverbrechern aus unserer Gegend gehört hatte. bis jetzt die Polizei meldet, daß ein Paul Kallowski aus wegen wiederholter Erregung öisentlichen Aergernisses festgenommen werden mußte. Dieser Unhold hat sich in etwa zwanzig Fällen Kindern und jungen Mädchen in schamloser Weise gezeigt Die Polizei übergab den Unmenschen dem Amtsgericht in Recklinghausen. Aus dem Sauerland Propagandatagung der Deulschen Arbeitsfron Reichsarbeitsleiter Otto Geiger sprach Hagen. Aus allen Kreisen und Orten unseres Gaues waren am Samstag im Hagener Saalbau die Provagandisten der Deutschen Arbeitsfront zu einer Gau=Arbeitstagung zusammengekommen. Pg. Bahmann konnte als Gaunrovagandawalter der DAF. in dieser Tagung den Reichspronagandawalter der DAF., Reichsamtsleiter Pg. Otto Geiger(Berlin) begrüßen. Nach der Ehrung unserer toten Kameraden aus Danzig und von Lichterfelde ergriff der Reichsprovagandaleiter das Wort zu seinen Ausführungen. Diese Tagung wurde durch die Rede des Pg. Geiger mehr als ein Avpell gewohnter Art, mehr als eine sachliche Auseinandersetzung mit täglichen Erfahrungen unserer Arbeit und mehr auch als ein Aufrütteln, als ein Ausgeben neuer Parolen und Richtlinien für die weitere Arbeit der Deutschen Arbeitsfront, sie war, wenn wir es ganz einfach und schlicht ausdrücken wollen, eine ganz persönliche Frage an jeden einzelnen Provagandisten, eine Frage von Mensch zu Mensch nach dem Wert oder Unwert der einzelnen Persönlichkeit. Und gerade darin lag die große Kraft dieser Tagung, daß wir als Teilnehmer nicht mit grozen Planen und Zielen an die Stätten unserer Arbeit zurückkehrten, sondern sinnend, wägend und prüsend, ob wir auch selbst überhaupt fähig und würdig seien, im Kampf des Nationalsozialismus einen der wichtigsten Kampfabschnitte betreuen zu dürfen. Aus den Worten unseres Parteigenossen Geiger sprach der unerschütterliche Glaube an den Sieg des Nationalsozialismus durch die Kraft der freien und starken Persönlichkeit. Und wir, die wir aus den Fabriken und Stuben. vom Amboß und vom Schreibtisch zu dieser Tagung kamen, wir konnten in diesen Stunden der Sammlung unsere eigene Lage überprüsen, wir konnten uns wägen und fragen und dann mit dem Redner bekennen: deine Führung wird dadurch erst fruchtbar, daß du selber führen kannst, und deine Tat kann groß oder klein sein, wenn sie nur wahrhaftig ist An diesen Maßstäben maß Parteigenosse Geiger unsere Arbeit und beleuchtete von dieser versönlichen Einstellung aus sowohl die Geschichte unseres Volkes. als auch die Erscheinungen der Gegenwart. Durch Sturz auf der Straße zu Tode gekommen Iserlohn. An der Straßenbahnhaltestelle am Buchenwäldchen wartete der 67jährige Friedrich Müller aus Hemer auf die Straßenbahn. Als diese kam. trat er einige Schritte zurück, stürzte, zog sich dadurch einen Schädelbruch zu und war fast auf der Stelle tot. Aus dem Weser= und Emsland Brand im herzen Paderborns Paderborn. In dem zweiten Stockwerke eines „Im Schildern“ gelegenen Hauses entstand, als die Bewohner des Hauses noch in tiesem Schlafe lagen, ein Brand. der umso gefahrvoller wurde, als es sich hier um das Herz Paderborns handelt, in dem alte Fachwerkhäuser und sonstige wertvolle Baudenkmale dicht aneinandergedrängt sind. Durch den Brand stürzte eine Zimmerdecke ein, und das alte Haus wurde so ruiniert, daß es abgebrochen werden soll. Als Brandursache wurde ein alter. schadhafter Kamin festgestellt, von dem aus sich das Feuer wahrscheinlich schon eine zeitlang in die Wände und Decken hineingefressen hat. bis es dann ganz unerwartet zum Ausdruck kam. Mit dem Motorrad gegen einen Eisenbahnzug Steinhagen. Ein Verkehrsunglück, das zwei blühende Menschenleben forderte, ereignete sich an einem unbewachten Bahnübergang in der Nähe von Steinhagen, der schon der Schauplatz so manchen Verkehrsunglückes war. Der 26jährige Bielefelder Sportlehrer Werner Knappke und ein 14jähriger Knabe aus Berlin, der hier zu Besuch weilte, fuhren mit dem Motorrad gegen den Personenzug, der Steinhagen um 16.30 Uhr in Richtung Bielefeld verläßt. Das Motorrad wurde von dem Zuge erfaßt und ein Stück mitgeschleift. Sportlehrer Knappke wurde vom Rade geschleudert, während der Knabe unter den Zug geriet. Noch keine Aufklärung des Wallenhorster Raubmordes Osnabrück. Unter dem Verdacht, die Haushälterin des Kaplans in Wallenhorst ermordet und aus der Sparkasse, die von dem Kaplan verwaltet wurde. über 5000 RM. geraubt zu haben, war Mitte Juni in der Lastruper Herberge ein Mann verhaftet worden, der jedoch, wie jetzt von zuständiger Seite mitgeteilt wird, nicht mit dem Wallenhorster Mörder identisch ist. Auch der inzwischen von Belgien ausgelieferte Menzel, der dringend der Tat verdächtig war, kommt nach einwandfreien Ermittlungen für die Tat nicht in Betracht. Die Gerüchte, nach denen an der ermordeten Haushälterin ein Sittlichkeitsverbrechen verübt wurde, entsprechen nicht den Tatsachen. Die Bevölkerung wird weiterhin aufgefordert, an der Aufklärung des Verbrechens mitzuhelfen. Schwere Strafen für Devisenvergehen Bentheim. Ein Nordhorner Kaufmann, der mit holländischen Kaufleuten in Geschäftsbeziehungen stand, hat ohne Beachtung der Devisenbestimmungen eine Summe von 18000 RM. ins Ausland geschafft. Das Meppener Schöffengericht erkannte wegen fortgesetzten Devisenvergehens auf eine dreimonatige Gefängnisstrafe und 20000 RM. Geldstrafe. Weidevieh vom Blitz erschlagen Meppcken. In dem benachbarten Fullen wurden auf der Weide zwei wertvolle Kühe vom Blitz erschlagen.— In der Nähe von Kloster Frenswegen im Kreise Bentheim wurde ebenfalls auf der Weide ein wertvolles Rind durch Blitzschlag getötet. Eine alte Windmühle vollständig ausgebrannt Oldenburg. In der alten Windmühle an der Munderloher Straße. in deren oberem Teile viel Korn lagerte. entstand wahrscheinlich infolge schadhafter Lichtleitung ein Brand. durch den die alte Mühle bis auf die Umfassungsmauern ausbrannte. Für etwa 7000 RM. Getreide wurden durch den Brand gleichfalls vernichtet. Eine besondere Gefahr bei den Löscharbeiten bildeten die Windmühlenflügel. die jeden Augenblick herabstürzen konnten. Mehrere Maschinen und einige tausend Zentner Korn konnten noch aus der brennenden Mühle geborgen werden. Bauriand bezeagt seine Achbaaarbeil Die Grenzmarkschau Saarbrücken 1936.— Was sie sagl, was sie bedeutet Das Institut für deutsche Wirtschaftsprovaganda Berlin, Bezirk Süd. führt gemeinsam mit der Stadtverwaltung Saarbrücken und den zuständigen Wirtschaftsstellen in der Zeit vom 4. bis 12. Juli auf dem erweiterten Befreiungsfeld in Saarbrücken eine„Grenzmarkschau Saarbrücken 1936" durch. Saarbrücken, aber nicht nur Saarbrücken allein. sondern das ganze Land an der Saar. ist in der Zeit nationaler Not und in der Stunde seiner Beireiung in das hellste Licht der Weltgeschichte gerückt worden. Heute ist dieses Land nicht irgendein Gebietsteil des Reiches schlechthin, sondern es ist und bleibt für alle Zeiten ein weithin leuchtendes Symbol des deutschen Volkstums und der Treue zu deutscher Art und deutschem Blut. In einem jahrelangen Kampf bewies dieses Land sein Deutschtum, und je heftiger der Kampf geführt wurde, desto zäher hat die abgesprengte Kompagnie Saar ihre Stellung behauptet, bis sie am 13. Januar 1935 schließlich heimkehren konnte zum Heimatregiment Deutschland Seit den Römertagen ist das schöne und reiche Land an der Saar germanisch und deutsch gewesen, und immer war und blieb es deutsche Grenzmark im Westen. Seine Menschen aber, die von Anbeginn zäh und unbeirrbar ihre deutsche Art bewahrten. sind mit gleicher Zähigkeit ihrer Arbeit vervilichtet. Und nachdem die Rückgliederung der Saar am 1. März offiziell vollzogen war. ging dieses Land mit dopveltem Eiser an die Arbeit des friedlichen Werkens und Schaffens. der Neugestaltung und des Wiederaufbaues. Nun aber gilt es, neue Wege zu finden, um der Wirtschaft des wertvollen Landes an der Saar weitere Absatzmöglichkeiten für die Erzeugnisse seiner Leistungsarbeit zu schaffen. Diesem Ziel dient auch die„Grenzmarkschau 1936“, die in der Zeit vom 4. bis 12. Juli in Saarbrücken durchgeführt wird. Diese Ausstellung soll in umfassendem Maße zum ersten Male jebendiges Zeugnis ablegen von dem. was die Saarwirtschaft im Rahmen der nationaliozialistischen Aufbauarbeit seit der Rückgliederung geleistet hat. Sie will Kunde geben von dem friedlichen und kulturellen Wettbewerb Deutschlands an der Saar. und würdig wird sich Saarbrücken mit dieser Grenzmarkschau in den Kreis der deutschen Ausstellungsstädte fügen. die zum Symbol für das gemeinsame Schaffen unseres Volkes wurden. Gleichzeitig soll aber auch durch diese Ausstellung den Menschen an der Saar selbst ein anschaulicher Einblick in die Gesetzgebung des Dritten Reiches vermittelt werden, eine Erklärung für die wirtschaftsgestaltenden Gesetze, und ein Beweis für die Richtigkeit. Das Saarland soll von seiner Arbeit künden, das Reich von der Kraft nationalsozialistischer Weltanschauung. Auf dem erweiterten Befreiungsfeld in Saarbrücken steht der Ausstellung neben dem Gelände für Kundgebungen eine Flache von über 80000 am zur Verfügung. Mehr als 15000 am gedielte Zelthallen haben der umfangreichen Schau würdig gestalteten Raum gegeben, abgesehen von den einzelnen Sonderschauen im Freigelände Zum Abschluß aber sei noch darauf hingewiesen. daß diese große Grenzmarkausstellung von einem Reigen von Großveranstaltungen aller Art umgeben ist. So wurde— um nur einiges wenige zu nennen — amn 4. und 5. Juli das große Westdeutsche Sängerfest mit 50000 gemeldeten Teilnehmern in Saarbrücken durchgeführt. Außerdem ist für die Zeit vom 11. bis 12. Juli ein großes Reit= und Fahrturnier auf dem Gelände gegenüber dem Haupteingang der Ausstellung geplant. Saarbrücken ist das Bollwerk des Deutschtums im Westen. Dieser Tatsache dient die Werbung. dieser Tatsache dient die Grenzmarkschau Saarbrücken 1936! die Wirtschaftslagung des deutschen Buchbinderhondwerks Münster. Der 2. große Reichsinnungsverbandetag des deutichen Buchbinderhandwerks sand am Montagnormittag seinen stimmungsvollen Ausklang durch die im Festsaale des Zoologischen Gartens abgehaltene Wirtschaftstagung. an der wieder eine Anzahl Ehrengäste teilnahm. Zunächst erstattete Reichsinnungsmeister Leopold den Rechenschaftsbericht in eingebenden Darlegungen. in deren Verlaufe er u. a. auch das bevorstevende Zusammengeben des Buchbinderbandwerks mit den Buchdruckern antündigte dadurch, daß beide Gewerbe ihr Uebergreisen in das Gebiet des andern einschränken. Aus dem dann folgenden Berichte des stellv. Reichsinnungsmeisters Klempahn über das Rechnungswesen sei mitgeteilt, daß der Jahresbeitrag von 8 RM je Mitglieder in diesem Jahre bestehen bleibt. Der hierauf vom Verbaudsgeschäftsführer Hager erstattete Geschäftsbericht gab eine sehr beachtenswerte Uebersicht über die Bestrebungen des Reichsinnungsverbandes zur Arbeitsbeschaffung durch Herein holen und Verteilen von Großaufträgen. Die Preiskalfulation solle nach ganz neuen Grundsätzen geregelt werden. Das Sterbegeldweten bestehe auf gesunder Grundlage weiter. Nachdem dann je ein Obermeister aus Ostvreußen und aus der Saarpfalz die Grüße dieser beiden Grenzlandgebiete überbracht hatten, verkündete Hegemann(Hannoner) das Ergebnis der Preisverteilung der im Landeshause ausgestellten Arbeiten. Einen ersten Preis erhielt Werner Kleist(Dortmund), einen vierten Preis Annemarie Commesmann(Essen). Nachdem sich der Reichsinnungsmeister dann noch über das Gesellenwandern ausgelassen hatte. schloß er die schön verlausene Tagung mit einem dreisachen Sieg=Heil auf den Führer. Bei einer nächtlichen Kahnpartie ertrunken Münster. Die Stimmung des in jeder Hinsicht aufs schönste verlaufenen 2. Reichsinnungsverbandstages des deutschen Buchbinderhandwerks wurde außerordentlich stark gedrückt durch einen Todesfall. den einen der Teilnehmer in der Nacht zum Montag getroffen hat. Dieser hatte gemeinsam mit vier anderen in fröhlichster Stimmung eine nächtliche Kahnvartie auf der Werse unternommen. Dabei kippte das Boot um. und während die anderen vier sich retten konnten, ertrank der fünfte. Es handelt sich dabei um den in Düsseldorf beheimateten Buchbinder Wolters. einen 36jährigen Mann. verheiratet und Vater zweier Kinder. Seine Leiche konnte erst nach 1½ stündigem Suchen geborgen werden. Zweijähriges Kind durch Lastzug getötet Apvelhülsen. Das zweijährige Kind der Familie Bernhard Möllerfeld von deren acht Kindern vor kurzem schon eines schwer verunglückte, lief beim Spielen auf der durch Fernverkehr stark überlasteten Münsterstraße vor einen Lastzug. Der Führer riß zwar den Motorwagen noch im letzten Augenblick zur Seite. doch wurde das Kind von den Hinterrädern erfaßt und auf der Stelle getötet. Ein Teil der Hohen Mark unter Naturschutz gestellt Haltern. Die zur Hohen Mark gehörende Lünzumer Mark zeichnet sich vor allem durch hervorragende Wacholderbüsche aus. Um sie vor der Zerstörung zu bewahren, wurde dort das südwestlich der Bauerschaft Holtwick gelegene Gelände Wacholderheide unter Naturschutz gestellr. Von Rhein, Mosel und Saar Mit dem Motor durch eine Mauer Duisburg. Ein böses Ende nahm eine Vergnügungsfahrt, die vor einigen Tagen von vier Personen in einem Kraftwagen durchgeführt wurde. Der Lenker des Wagens verlor in der Mercatorstraße die Gewalt über die Steuerung. Der Wagen fuhr auf den Bürgersteig, durchstieß eine Mauer und blieb erst in einem Kokshaufen stehen. Eine Insassin wurde bei dem starken Zusammenprall im Wagen eingeklemmt und trug schwere innere und äußere Verletzungen davon. Die drei übrigen Insassen erlitten leichte Verletzungen. Der Fahrzeuglenker wurde in Haft genommen, da der Verdacht der Trunkenheit bestand. Revision im Mordprozeß Ludwigs Köln. Wie man hört, wird die Verteidigung des am letzten Samstag vom Schwurgericht Köln wegen Totschlags an der 67jährigen Juwelierswitwe Graß und wegen Versuchs der Verleitung zum Meineid zu 15 Jahren Zuchthaus und Aberkennung der bürgerlichen Ehrenrechte auf die Dauer von 10 Jahren verurteilte Josef Ludwigs gegen das Urteil Revision einlegen. 15tägige Wanderung einer Großmutter Weil sie die Eisenbahnfahrt nicht vertragen konnte Altenkirchen. Von einem unverhofften Besuch wurde in dem Kreisort Biersdorf(Westerwald) eine aus Wallbeck bei Hannover stammende, vor einigen Jahren nach Biersdorf verheiratete Frau überrascht. Ihre Mutter, die im vorigen Jahre die Wanderung von ihrer Heimat Wallbeck nach Biersdorf schon einmal zu Fuß zurücklegte, und nun inzwischen Großmutter geworden ist, trat zur Tür herein. Da sie die fahrt mit der Eisenbahn nicht verträgt, das Heimweh nach ihrer Tochter und dem Entelchen aber nicht überwunden werden konnte, ging die schon über 60 Jahre alte Frau wieder auf die Wanderschaft. Ganze 15 Tage brauchte sie für den Weg. und eine große Freude war es für die junge Frau, ihre Mutter umarmen zu können. ma Ein folgenschwerer Teer kochte über— Einjähriges Kind schwer verbrannt und rauchvergiftet Niederlahnstein. Durch Nachlässigkeit eines Ehepaares entstand in einem Hause in Niederlahnstein ein Zimmerbrand, der durch einen Nachbar glücklicherweise noch rechtzeitig entdeckt werden konnte, ehe größeres Unheil entstand. Eine dort in Untermiete wohnende Familie hatte einen Topf Teer auf den Ofen gestellt, neben dem in einem Kinderwagen ein krankes Kind lag. Das Ehepaar hatte die Wohnungstür verschlossen und sich außerhalb des Hauses begeben, während das Kind schlief. Der flüssige Teer kochte denn auch bald in Abwesenheit der Eltern über, wodurch sich ein starker, beißender ualm entwickelte und durch Funkenflug die Teernuasse in Brand geriet. Das Feuer griff schnell um sich und erfaßte die Wohnungseinrichtung, darunter auch den Fusboden und den Kinderwagen. Durch das entschlossene Eingreifen des Nachbars, der in das brennende Zimmer einstieg, konnte das Kind gerettet werden. Mit schweren Brandwunden und einer starken Rauchvergiftung liegt es jetzt im Krankenhause darnieder. Eine andere Hausbemohnerin, die in dem verqualmten Treppenhaus ihre Wohnung zu erreichen suchte, um ihren noch schlafenden Mann für die bevorstehende Nachtschicht zu wecken und zu retten, kam in dem dichten Qualm zu Fall und erlitt einen Knöchelbruch. Beim Eintrefsen der inzwischen alarmierten Feuerwehr hatten Hausbewohner und Nachbarn den Zimmerbrand gelöscht. Zerstörung eines Denkmals Andernoch. Das erst vor einigen Tagen auf dem Krahnenberg bei Andernach enthullte, dem Schöpfer des Vulfanweges Andernach—Gerolstein. Otto Follmann. geweihte Densmal wurde in der Nacht ein pfer schändlicher Zerstörungswut. Dos künstlerisch wertvolle Ehrenmal wurde, obmohl etwa zehn Zentund schmer beschädiar. Sace gerisen, umdeworfen unn imwer beschauig.. Als Täter wurden vier junge Andernacher Burschen ermittelt, die bis spät nachts scher Tcchhescha gemeinschädsche: Saumesumpigung, die mit Gefängnis bis zu arsi Jahren geahndet werden kann, verantworten S euiee S Sctee Ein lustiger Roman von Hans G. Waltershausen Copyright by Verlag Neues Leben, Bayrisch Gmain 4 „Wem sie ihn auftischt, wird sich erst herausstellen müssen. Mein Plan ist anders und weniger rücksichtslos. Höre: du fährst morgen unbesorgt mit deiner Lilly plus Lillys Mutter spazieren, nachdem du der Tante mit vertrauenerweckender Stimme versprochen hast, zur gewünschten Zeit vor dem Lindenrestaurant anzufahren. Indessen treffe ich mich mit Terzius und instruiere ihn über mein Vorhaben. Dieses Vorhaben ist folgendes: Wir kreisen zur Zeit, da die Tante den Wagen erwartet, um das Lindenrestaurant. Befindet sich dort die Tante wirklich mit dem Chef und der Tante aus Ulm, dann werden wir halten, ich werde aussteigen, sittsam auf die Tante zugehen und folgendes deklamieren:„Liebste Tante! Leider hat Fritz bei seiner Fahrt eine Panne gehabt. Du weißt aus Erfahrung, daß das in unserer Familie öfters vorkommt. Der Schaden war bedauerlicherweise nicht so rasch zu heilen. Um dir den Wagen aber doch noch rechtzeitig zur Verfügung stellen zu können, hat sich die besorgte Familie sofort nach einem Ersatz umgesehen, um die Fahrt mit den Herrschaften— hierbei eine kleine Verbeugung gegen diese— doch noch zu ermöglichen, und Herr Terzius war so liebenswürdig— hierbei eine kleine Verbeugung gegen Terzius— dir einen Wagen zu verschaffen. Möge dir und deinen Gästen die Fahrt zum Vergnügen gereichen und zur allgemeinen Zufriedenheit ausfallen.“ Fritz lachte laut.„Lisa!“ rief er,„du bist doch ein tolles Mädchen! Aber der Einfall ist gut, darauf kann nur eine Frau kommen.“ „Danke. Und nun weiter. Sollte sich hingegen in Begleitung der Tante eine alleinstehende Mannsperson befinden, welche als der aus Tantens alkoholischem Rauschzustand her bekannte und von ihr selbst als solcher bezeichnete Baron befinden— und ich hoffe, einen Baron immerhin als solchen erkennen zu können—, dann werden wir in unserem, der Tante unbekannten Wagen mit abgewandten Gesichtern an den Harrenden vorüberfahren und unsere Tour machen; denn es ist nicht einzusehen, warum die Tante Barone spazierenfahren soll, wenn wir ein größeres Recht auf unsere Fahrt haben.“ „Bravo!" rief Fritz. Das war eine Lösung ganz nach seinem Geschmack und sehr zu seinem Vorteil.„Glänzend!“ lobte er seine Schwester.„Und dabei ist der Aufwand an Schwindel diesmal gering.“ „Auf unserer Seite“, verbesserte Lisa, und Fritz stimmte ihr zu. Er war ja so glücklich, daß die Fahrt nun reibungslos möglich wurde. Es freute ihn, zu wissen, daß Terzius so viel Interesse an Lisa hatte, daß er ihr die Freude, fahren zu können, ermöglichte. Und ganz sonders freute es ihn, daß auch die Tante vom schmalen Weg der Wahrheit abgegangen war. Jetzt hatte man sich doch gegenseitig nichts mehr vorzuwerfen. „Aber beherrsche dich“, ermahnte Lisa ihren Bruder, als sie ins Haus zurückkehrten, und Fritz kniff den Mund zusammen. Die Tante hatte die Geschichte gerade zu Ende gelesen, als sie ins Zimmer traten.„Jetzt wird es spannend“, sagte die Tante und sie lehnte sich genießerisch in ihren Stuhl zurück. „Jetzt kommt sie nämlich dahinter.“ Die Tante meinte die Konfektionsgeschäftsinhabers##twe, die den jungen Menschen heiraten will, d das junge Mädchen liebt. „Das finde ich auch“, bestätigte Lisa. Sie meinte die Geschichte mit dem Chef, dem Backhuhn, der Tante aus Ulm, dem Baron und dem Weinberg. Und Fritz lächelte und wiederholte, spitzbübisch Lisa zuzwinkernd:„Jetzt kommt sie dahinter.“ „Ich finde es rührend von euch, daß ihr alle helft“, sagte Tante Bienchen und meint das ganz aufrichtg; denn sie bildete sich tatsächlich ein, die Vorbereitungen gälten einzig ihrer Fahrt. Sie polierte den roten Anstrich, die Mutter den grauen, Fritz putzte das Dach, die Großmutter die Türklinken und Lisa polierte die Scheiben. „Das gehört sich“, meinte Frau Mendel.„Es wäre eine Unhöflichkeit, seinen Chef in einem unsauberen Wagen herumzufahren." „Wir müssen etwas Eau de Cologne auf die Polster spritzen“, sagte Lisa durch das Fenster,„dann riecht es ganz vornehm.“ Dafür war die Tante gleich zu haben; sie warf ihr Staubtuch weg und sprang in das Haus, um die Flasche zu holen; wenn es sich um Vornehmheit handelte, war es ihr sehr wichtig. Diesmal wird die strenge Frau Steiner nichts an dem Wagen auszusetzen haben, dachte Fritz befriedigt, und wenn es durch Tantes Eau=de=Cologne=Opfer ein bißchen gut riecht, schadet das nichts; ich hoffe, die Damen werden Tante Bienchens Aufmerksamkeit sehr zu schätzen wissen. Fritz soll einen schönen Wagen für seine Lilly haben, dachte Lisa; mir ist jeder Wagen recht, in dem ein Terzius sitzt! Heute muß ich wieder in der Laube schlafen, dachte die Großmutter und fummelte an der Türklinke herum; aber wenn ich die Klinken recht schön putze, wird mich Fritz schon wieder einmal mitnehmen. „Wollt ihr kein Picknick im Walde machen?“ fragte die Mutter. „Um Gottes willen!“ dachte Fritz.„Nur keine Picknickkörbe!“ Die Tante verneinte.„Herr Molfenter hat mich doch zum Abendessen eingeladen.“ „Ah, zum Backhuhn“, sagte Lisa lachend. „Na, heute wohl nicht schon wieder“, wehrte die Tante ab und lachte. Sie lachte schon den ganzen Tag; sie glaubte zu wissen, warum. Aber es ist nie gut, so früh zu lachen. Das Sprichwort beweist das Gegenteil. Und die Wirklichkeit sollte bald die Richtigkeit dieses Sprichwortes beweisen. „Also, wann willst du den Wagen haben, Tante?“ wandte sich Fritz an die Tante. Sie war in zu guter Stimmung, um übertriebene Forderungen zu stellen.„Ach“, sagte sie und lächelte liebenswürdig,„wenn du um halb sechs Uhr an dem Lindenrestaurant bist, genügt es vollkommen. Ich will nicht darauf bestehen, daß du auf die Minute vorfährst, aber bis spätestens dreiviertel sechs Uhr solltest du da sein, weil wir uns um sechs Uhr verabredet haben. „Gut“, sagte Fritz und wirtschaftete sehr eifrig auf dem Dach herum,„du kannst beruhigt sein.“ Wo haben sie sich verabredet, dachte Lisa, vor dem Lindenrestaurant oder im Lindenrestaurant? Das muß ich noch herauskriegen. Es gelang ihr auf unauffällige Art. „Also, dann sorge nur dafür, daß du recht pünktlich bist“, schärfte sie Fritz ein,„denn auf der sonnigen Straße herumzustehen und zu warten, ist kein Vergnügen.“ Das war im Grunde Unsinn; denn die Straße war eine Allee, und eine Allee ist eine Allee, weil sie mit Bäumen bepflanzt ist, und wo Bäume sind, da ist auch Schatten. Aber es war Lisa nicht um den Schatten, sondern um die Antwort der Tante zu tun. „“, kam die prompt zurück,„wir haben uns im Garten verabredet. Man sitzt da sehr hübsch und kann vorher noch eine kleine Erfrischung zu sich nehmen.“ „So“, machte Lisa,„aber trotzdem: weil es sich doch um deinen Chef handelt.“ „Ich weiß, daß ich mich auf Fritz verlassen kann“, meinte die Tante voller Nachsicht, indessen Fritz immer noch einmal das schon sehr glänzende Dach bearbeitete, nur um dem Blick der Tante auszuweichen, denn so viel selbstverständlichem Vertrauen gegenüber kam er sich doch ein bißchen unsicher vor, mochte sich die Sache mit dem Chef oder mit dem Baron nun verhalten, wie sie wollte. Lisa aber war sehr befriedigt.„Also im Garten“, dachte sie,„um so besser.“ Und sie arbeitete bereits an einer verbesserten Auflage ihres Planes. Der Wagen war blitzblank. Jeder musterte mit Stolz seinen Teil an dieser Arbeit, und jeder umgab den schmucken Wagen mit Träumen und Wünschen. Und als Lisa begeistert rief:„O, wie vornehm es hier drin riecht!“ kletterte einer nach dem andern hinein, setzte sich einen Augenblick, sog den hochvornehmen Duft ein und kam dann mit heiterer Miene wieder herausgekrochen. Fritz und Lisa zogen sich indessen um: Fritz hatte sich extra ein paar Wildlederhandschuhe angeschafft, um das Steuer nicht mit bloßen Händen fassen zu müssen, und Lisa erschien für die kleine„Spazierfahrt“ fast ein bißchen verdächtig elegant. Dann fuhr man los, diesmal ohne Sorgen der Mutter und ehne mißbilligendes Kopfschütteln der Großmutter. Voller Stolz sahen die drei Zurückbleibenden dem Wagen nach. „Wohin?“ fragte Fritz seine Schwester, die neben ihm saß. „Bitte Ferdinand=Allee, Lindenrestaurant“, dirigierte Lisa. „Aha!“ Fritz begriff.„Du willst das Gelände erkunden.“ „Ja. Und offiziell möchte ich dort ein Eis essen, das du bezahlst.“ „Gern. Aber ich muß gleich weiterfahren. Hier hast du eine Mark zehn.“ „Ah, einschließlich zehn Prozent, sehr aufmerksam, danke. Und wann sehen wir uns wieder? Ich denke, wir werden uns allerlei zu erzählen haben.“ „Ja, was weiß ich? Das hängt von Lillys Mutter ab; ich hoffe nämlich, heute endlich einmal eingeladen zu werden.“ „Ich wünsche dir alles Gute. Möge deine Fahrt genußreich sein. Aber jetzt fahre, bitte, etwas langsamer, ich möchte das Terrain und die Lokalität etwas genauer betrachten.“ Es gab nicht viel zu sehen. Das Haus verschloß die Sicht auf den Garten, aber die Allee konnte man, da sie schnurgerade war, selbst aus der Ferne vollkommen übersehen. Das paßte vorzüglich in Lisas Plan, sie war zufrieden. Sie stieg aus, nahm in dem Garten Platz, aß ein Eis, zahlte fünfundsiebzig Pfennig einschließlich zehn Prozent und spazierte dann langsam durch die Anlagen, vorbei an dem Rondell mit den sechs Wegen, sechs Bänken und einer Diva, um den Musikpavillon herum nach dem Bismarckplatz, wo sie sieben Minuten vor fünf Uhr ankam. Von Terzius war noch nichts zu sehen. Kurz entschlossen nahm sie zwischen den Efeuwänden eines kleinen Cafés Platz, bestellte ein Eis, bezahlte fünfundzwanzig Pfennig einschließlich zehn Prozent, und als sie den letzten Löffel davon nahm, fuhr ausgerechnet vor dem Café ein schöner Wagen vor, aus dem ausgerechnet Terzius stieg und sich nach allen Seiten umsah. Da stand Lisa auf, ging von hinten um den Wagen herum, setzte sich neben das Steuer und hupte. Terzius fuhr herum und sah Lisa. Mit zwei Schritten war er neben ihr und lachte sie fröhlich an, so glücklich, wie sie ihn noch nie gesehen. „Und wohin?“ fragte er, nachdem sie sich begrüßt hatten. „Fahren Sie jetzt bitte, ich muß Ihnen etwas erzählen. Fahren Sie ein wenig außerhalb, damit Sie mir besser zuhören können.“ Terzius fuhr, und als sie aus der verkehrsreichen Gegend waren, entwickelte ihm Lisa ihren Plan, und Terzius fand es riesig interessant, ihr zuliebe ein bißchen Detektiv zu spielen. licher Miene auf das Konto der Mama Steiner setzen. „Aber selbstverständlich“, sagte er und dabei lächelte er Papa Steiner an, dem diese Mitteilung nicht leicht geworden war. Er hatte sonst im Hause nichts zu sagen, aber solche Aufträge durfte er mit Vorliebe ausführen. „Ich bedauere nur, daß Sie und Ihr Fräulein Tochter nicht mitfahren können. Ein Platz wäre schließlich noch zu ermöglichen“, er dachte natürlich an Lilly,„aber gemütlich ist dann die Fahrt nicht gerade.“ „Nein, nein“, lehnte Herr Steiner ab,„nur keine Umstände unseretwegen; wir fahren mit der Bahn, und ich freue mich, mit Ihnen dann noch gemütlich beisammen sein zu können.“ Fritzens Pünktlichkeit war fabelhaft. Mit dem ersten Glockenschlag vier Uhr hupte er vor Lillys Wohnung. Er hupte sehr elegant: tunttut=tut! Nun würde gleich Lilly den Kopf aus dem Fenster hängen und rufen:„Wir kommen gleich!“ Um Lilly besser zu sehen, war er aus dem Wagen gestiegen; aber was er zu sehen bekam, wäre ihm auch vom Wagen aus sehenswert genug erschienen: Frau Steiner erschien am Fenster, neigte so recht gesucht wohlwollend den Kopf und sagte:„Einen Augenblick, Herr Mendel, mein Mann kommt gleich!" Das waren zwei Ueberraschungen auf einmal. Von Lilly keine Spur, dafür aber die Mama, die ihm den Papa auf den Hals hetzte. Was war da zu erwarten? Fritz wurde es unbehaglich zumute. Er zog die Handschuhe aus und zündete sich eine Zigarette an, und während er in langen, nachdenklichen Zügen zu rauchen begann, spazierte er am Wagen hin und her. Der kleine Augenblick erwies sich als ein längeres Unternehmen; jedenfalls erschien er Fritz unausstehlich lang. Hätte Lilly gesagt „einen Augenblick“, so wäre ihm die Zeit angenehmer dahingegangen; aber in Erwartung des Papas, den er nur vom Sehen her kannte, war die Sache höchst ungemütlich. „Endlich öffnete sich die Haustür, und Herr Steiner, ein kleiner Mann mit großer Brille, mit weißer Weste und grauem Sommeranzug, trat startbereit heraus. So, dachte Fritz, der Papa möchte auch mit, deshalb die weiße Weste und die Begrüßung durch den Herrn des Hauses. Herr Steiner zog seinen Strohhut, lächelte, ging auf Fritz zu und sagte:„Herr Mendel, nicht wahr?“ Und als Fritz das bestätigte, stellte er sich vor:„Steiner ist mein Name. Ich freue mich, Sie einmal kennen zu lernen— meine Tochter Lilly hat mir schon von Ihnen erzählt.“ Fritz machte eine Verbeugung; was sollte er weiter tun? Er wartete auf Herrn Steiners Eröffnungen. Aber Herr Steiner lächelte, er lächelte wohlwollend und ratlos; er war ein ziemlich umständlicher Herr. Fritz wollte ihm entgegenkommen und sich nach den Damen erkundigen, als ihm Herr Steiner zuvorkam und Fritz mit der Frage überraschte:„Sie wollen also eine Autotour unternehmen?“ Ein Glück, daß Lisa nicht da ist, dachte Fritz. Sie liebt solche Fragen ganz besonders. Aber er beeilte sich zu antworten:„Ja, Herr Steiner, und ich hoffe, daß auch Sie teilnehmen werden.“ Herr Steiner blickte rasch zum Hause hinauf sagte dann mit schmerzlichem Lächeln:„Ich würde selbstverständlich sehr gern, aber wenn Sie es gestatten, würde ich zugunsten der Damen zurücktreten.“ „Aber wozu denn?“ rief Fritz voll Eifer, „Es ist Platz für vier Personen!“ „Eben deshalb“, fuhr Herr Steiner schonend fort, wir sind aber sechs. Und deshalb bin ich gekommen, um Sie zu fragen, ob es Ihnen sehr unangenehm wäre, sich unseres Besuches anzunehmen. Unerwartet sind heute zwei Damen zu Besuch gekommen: meine Schwägerin mit ihrer Tochter. Es war unter diesen Umständen eine peinliche Ueberraschung für uns. Nun hat meine Frau gedacht, ob Sie die Güte hätten, sie und unseren Besuch mitzunehmen, Lilly und ich würden dann mit der Straßenbahn nachkommen.“ Ein Wolkenbruch hätte Fritz nicht ungelegener kommen können als diese Eröffnung. Was er wirklich begriff, war die Tatsache, daß Lilly mit der Straßenbahn und nicht mit ihm fahren würde. Das war die dritte Ueberraschung innerhalb zehn Minuten, und sie war schlimmer als die beiden ersten. Aber es hieß sich zusammenreißen und dieses Opfer mit fröhAlso eine Einladung, dachte Fritz, und das war wenigstens ein kleines Pflaster; aber ob dieses Zusammensein wirklich gemütlich werden würde, das stand noch nicht fest. Fritz war auf alles gefaßt, nachdem die Sache einmal so begann. Endlich kamen die Damen— man hörte es schon, noch ehe die Tür geöffnet war—, vorweg Frau Steiner, strahlend und ungewöhnlich liebenswürdig.„Wie lieb von Ihnen, Herr Mendel!“ rief sie und streckte ihm schon vier Schritte vorher die Hand hin.„Wir freuen uns ja so sehr!“ Dergleichen war Fritz nicht gewöhnt, und da er ohnehin die berühmte gute Miene zu dem bösen Spiel machen mußte, strahlte er ebenso zurück, begrüßte die Mama höchst kavaliermäßig und ließ sich Frau Toni Steiner nebst Tochter Elfi, den„unerwarteten“ Besuch, vorstellen. Das Beste kam zuletzt, und das war Lilly. Sie hatte ein Lächeln im Gesicht, das nicht ganz echt war. Fritz merkte es wohl, und die„Blicke, die die beiden tauschten, schienen zu sagen:„Glücklich ist, wer vergißt, was nun nicht zu ändern ist!“ Fritz wiederholte seinen Spruch, wie sehr er bedauere, daß er nicht über mehr Platz verfüge, aber Frau Steiner mischte sich ganz einfach ins Gespräch und sagte:„Ach, das ist nicht so schlimm, Lilly kann noch genug Auto fahren; aber wir haben nicht so oft Gelegenheit, wir wohnen nämlich auf dem Lande.“ Lilly lächelte nachsichtig und Frau Mama Steiner verzog ein bißchen das Gesicht über diese offene Rede, die nur einer Verwandten ihres Mannes entfahren konnte. Um weitere Geständnisse dieser Art zu verhüten, bat sie Fritz, am Bahnhof vorbeizufahren, wo man eine Karte in den Kasten werfen wolle. Frau Toni hatte ihrem Gatten auf dem Lande mitgeteilt, daß sie gut angekommen seien, und sie wünschte, diese beruhigende Nachricht möglichst rasch aufzugeben. Also nahm man Platz, verabschiedete sich lachend und tücherwinkend von Papa Steiner und Lilly, und schon war der Wagen um die Ecke verschwunden. Lilly hatte dem Wagen ganz verträumt nachgeschaut. Elfi durfte neben Fritz sitzen, sie war zu beneiden. Herr Steiner riß sie aus ihren Gedanken.„Mit welcher Bahn fahren wir denn?" fragte er. Lilly lächelte.„Das kommt darauf an, wohin du willst, Papa?“ Herr Steiner machte große Augen.„Wohin? Ja, was weiß ich denn?“ Jetzt riß auch Lilly die Augen auf.„Ja, ich denke, du weißt, wo wir uns treffen?“ fragte sie verwundert. Der Papa aber schüttelte ratlos den Kopf. Das war Lilly gegen allen Spaß.„Hast du denn nicht mit Mama darüber gesprochen?" „Sie hat doch selbst nichts gewußt. Sie wollte mit Herrn Mendel darüber reden—“ „Jetzt stehen wir hier und wissen nicht einmal, wohin wir mit der lächerlichen Straßenbahn kommen sollen“, jammerte Lilly. Herr Steiner riß Lilly herum und schrie: „Sie sind nach dem Bahnhof! Ich habe gehört, wie Mama das zu Herrn Mendel gesagt hat. Schnell ein Auto und nach dem Bahnhof!" Der Gedanke war nicht schlecht. Nur war er rascher gefaßt, als ein Auto gefunden. Papa Steiner stürmte im Dauerlauf zur nächsten Ecke, wo zwar eine Straßenbahn fuhr, aber kein Auto zu sehen war.„Also dann mit der Straßenbahn!" Man erwischte sie noch. Da saßen nun der Vater und die Tochter und schnappten nach Luft, und Herrn Steiners weiße Weste sah schon nicht mehr so schön aus wie vor einer Viertelstunde. Endlich kam man zum Bahnhof. Man sprang aus dem Wagen, und hier waren so viele Autos, daß man vor lauter Autos kein Auto sehen konnte. Plötzlich schrie Lilly auf:„Dort, dort— sie fahren wieder zurück!“ Herr Steiner sah nichts. Lilly nahm ihn beim Arm und drehte ihn in die Richtung; aber eben fuhr der Wagen um die Ecke.— Was nun? Als nämlich die Karte in den Kasten ge worfen worden war, fragte Fritz: „Und nun? Wohin?“ (Fortsetzung folgt.) Raupen=erodern=Kundon Die Bevölkerung flüchtet— Eisenbahn- und Automobilverkehr weitgehend lahmgelegt— Petroleumfackeln und Flammenwerfer eingesetzt Weite Gebiete Kanadas werden augenblicklich von einer ungeheuren Invasion von Raupen heimgesucht, die dem Lande gewaltigen Schaden zufügt. Der Verkehr auf den Landstraßen und auf den Schienenwegen ist in den Gebieten, die von dieser Invasion unmittelbar betroffen worden sind, zum Teil völlig lahmgelegt worden. Eigenartige an diesem Raupenüberfall auf Kanada ist die Beobachtung, oaß die Invasion sich auf ganz bestimmte Gegenden beschränkt, die geographisch sogar weit auseinander liegen, während gleichzeitig die Gebiete, die dazwischen liegen, völlig verschont geblieben sein können. Das gilt zum Beispiel für die Gegend um Fort Arthur und Fort William, in denen es von unübersehbaren Heeren von„ Raupen wimmelt, während die Zonen dazwischen vorläufig noch frei sind. Zu einer immer größeren Gefahr wachsen sich die Verhältnisse vor allem um Sudbury herum aus. Dort treten diese Raupenheere, die sich gleich einer Walze durch das Land schieben, in so riesiger Stärke auf, daß die Züge nicht weiterfahren können. Petroleumfeuer leuchten durch die Nacht... Die Räder der Lokomotiven fassen die Schienen nicht mehr. Selbst Schnellzüge kommen nicht weiter. Die Strecken sind außerdem überall von Güterzügen verstopft, die weder vor, noch rückwärts können. Manchmal gelingt es zwar, den Zug mit Hilfe von abgeblasenem heißen Dampf noch eine Weile in Fahrt zu halten, aber spätestens nach zwei bis drei Kilometer kommt er dann doch zum Stehen. Dasselbe trostlose Bild ergibt sich in bezug auf den Automobilverkehr. Die Landstraßen sind so glatt wie ein Parkett. Die Fahrer verlieren sehr bald die Herrschaft über ihren Wagen, rasen gegen Bäume, oder stürzen in die Chausseegräben. Bei einigen Lastwagen sind bereits schwere Unfälle zu verzeichnen gewesen, denen sogar Menschen zum Opfer gefallen sind. Ein schaurig schönes Bild bietet das von den Raupen überfallene kanadische Land bei Nacht. Ueberall sieht man die Petroleumfeuer leuchten, die von den Farmern zum Schutze ihrer Gärten und Obstkulturen rund um ihre Besitzungen herum angelegt worden sind. Verschiedentlich haben bekannte Hotels und Pensionen ihre Pforten schließen müssen, nachdem der größte Teil der Sommergäste Hals über Kopf vor dieser kriechenden Invasion die Flucht ergriffen hat. Die flüchtende Bevölkerung chartert allenthalben Flugzeuge, weil die Reise mit der Bahn zu unsicher oder zu gefährlich geworden ist. Fast stündlich treffen bei der Regierung verzweifelte Hilferufe aus den betroffenen Gegenden ein. Die Behörden haben sich entschlossen, überall Flammenwerfer einzusetzen. Wie weit es gelingen wird, mit diesem Mittel die Milliardenarmeen von Raupen, die sich durch das Land wälzen, erfolgreich zu bekämpfen, kann nur die Zukunft lehren. Alorpisiant und Konunt aus Beisenpulder herr„Kubitschek aus Prag“— Spesen spielten keine kolle Mit welchen Manövern von einer gewissenlosen Gaunerbande gearbeitet wurde, zeigte eine Verhandlung vor der 3. Großen Strafkammer des Landgerichts Berlin. Die Bande, von denen der größte Teil bereits in einem früheren Verfahren abgeurteilt wurde und hohe Zuchthausstrafen erhielt, ging nach dem berüchtigten Einsponsystem vor, wobei viele Tausende erbeutet wurden. In der jetzigen Verhandlung hatten sich nun der 41 Jahre alte„Kaufmann“ Friedrich Schmidt und drei Mitangeklagte, die in seine Netze verstrickt waren und die ihm zum unbewußt Helferdienste geleistet hatten, zu verantworten. Schmidt, der bereits im früheren Verfahren zu vier Jahren Gefängnis verurteilt worden war, hatte sich bis zu seiner Festnahme durch die Rinlerinus grausihstee=Keiminatsckil Der Klapperschlangenprozeß von Los Angeles— Die düstere Phantasie Edgar Allan Poes wurde übertrumpft Selbst dem sensationslüsternen amerikanischen Zeitungsleser, der gewiß seine Freude an blutrünstigen und schaudererregenden Kriminalberichten hat, und der gar nicht genug wilde Sensationen vorgesetzt bekommen kann, verschlagen die Dinge, die augenblicklich während eines großen Mordprozesses in Los Angeles zur Sprache kommen, den Atem. Die düstere Phantasie Edgar Poes wird hier von der Wirklichkeit übertrumpft: ein Mann steht vor Gericht, der seine Frau von giftigen Tieren, Schlangen und Spinnen anfallen ließ, und sie dann schließlich in einem Teich ertränkte, als sich das tierische Gift doch nicht als tödlich erwies. Es ist ausgeschlossen, alles das wiederzugeben, was in dem Prozeß gegen den ehemaligen Friseur Robert S. James zur Sprache kommt. Sein Mitangeklagter ist zugleich der Hauptbelastungszeuge. Er bekundet, daß er für James zahllose Exemplare der äußerst giftigen schwarzen Witwenspinne, mehrere Giftschlangen und zuletzt auch Klapperschlangen beschafft habe, die James dazu benutzen wollte, um seine Frau zu ermorden. Als die Witwenspinnen versagten und die Frau, die dem Teufel in Menschengestalt hilflos ausgeliefert war, am Leben blieb, fesselte sie der Mörder und hielt ihren Fuß in einen Käfig mit Klapperschlangen. Die Frau wurde auch wiederholt gebissen, aber seltsamerweise wirkte auch dieses Schlangengift nicht tödlich. Die seelischen Qualen, die sein Opfer durchmachte, müssen unerträglich gewesen sein. Jedenfalls besaß die unglückliche, vollkommen gebrochene Frau nicht mehr die Kraft, auch nur mit einem Hilfruf ihrem Manne entgegenzutreten. Willenlos folgte sie ihm an einen Tümpel, wo sie James solange unter Wasser hielt, bis sie ertrunken war. Soweit die Aussagen des mitangeklagten Helfershelfers. James leugnet zwar nicht, Giftschlangen und giftige Spinnen in größerer Zahl in seinem Hause gehalten zu haben, erklärt aber im übrigen die ganze Anklage als Irrsinn. Wieweit Indizien vorhanden sind, um ihn seiner Tat restlos zu überführen, wird die Verhandlung erweisen. Es hat jedenfalls den Anschein, als habe James tatsächlich die furchtbare Mordtat begangen, deren er von der Staatsanwaltschaft bezichtigt wird. James war insgesamt fünfmal verheiratet. Zwei Frauen starben unter äußerst verdächtigen Umständen, während sich drei unmittelbar nach der Heirat sofort wieder scheiden ließen. Die eine der geschiedenen Frauen tritt in Los Angeles auch als Zeugin auf. Auch sie weiß über die Leidenschaft des Angeklagten für giftige Tiere zu berichten. Aber ein Attentat hat er während seines kurzen Zusammenlebens mit ihr auf sie nicht verübt. Kriminalpolizei in Düsseldorf noch eine Reihe weiterer Betrugsmanöver zuschulden kommen lassen, die später erst aufgedeckt wurden. Deswegen zog man ihn jetzt zur Verantwortung. Sch., der als seriöser Kaufmann auftrat, spielte seine Rolle so gut, daß man ihm überall größtes Vertrauen schenkte. Er operierte fast ausschließlich mit angeblich gewinnbringenden Geschäften in Chemikalien, wozu er Kapital benötige. Bissen Opfer auf den Köder an, so erklärte er eines Tages, daß er noch für annähernd 30000 Mark Radium besitze. Das wertvolle Metall habe er in Hirschberg für 3000 Mark verpfändet und im Augenblick habe er einen Käufer dafür. Bei entsprechender Beteiligung wäre im Fluge viel Geld zu verdienen. Dieses„Geschäft“ wollte sich natürlich keiner entgehen lassen. War das Geld erst einmal investiert, ergaben sich plötzlich Schwierigkeiten, denn der angebliche Käufer, ein nach Polen geflüchteter Helfershelfer, der als„Herr Rubitschek aus Prag“ auftrat, wollte das Radium nur übernehmen, wenn gleichzeitig dazu eine größere Menge Morphium oder Kokain geliefert würde. Bei den eigenartigen Geschäften, die sich fast ausschließlich in Lokalen abspielten, wurde mit gefälschtem Kokain und Morphium, das lediglich aus Seifenpulver oder Soda bestand, operiert. Die Flaschen waren so geschickt frisiert, daß jeder den Eindruck gewinnen mußte, es handele sich um echte Ware aus einer großen chemischen Fabrik. Die Kolonne wurde schließlich von ihrem Schicksal ereilt, als ein Beamter der Rauschgiftzentrale, der sich den Anschein eines Käufers gegeben hatte, dem Treiben der Verbrecher ein Ende bereitete. Wie sich in der Verhandlung ergab, spielten Spesen bei den Betrügern keine Rolle, denn es kam ihnen nicht darauf an einen Komplizen in die Provinz hinauszuschicken, mit dem man dann als angeblichen Käufer von Berlin aus kostspielige Telephongespräche führte, lediglich, um die Opfer zu täuschen. Schmidt wurde zu fünf Jahren Zuchthaus, fünf Jahren Ehrverlust, und der 37jährige Adolf L. zu drei Monaten Gefängnis verurteilt. Gegen einen Mitangeklagten wurde das Verfahren eingestellt, ein weiterer Angeklagter wurde freigesprochen. Erfinder unter der Lupe Deutschland bei den Erfindungen des täglichen Lebens an erster Stelle.— Der jüngste und der älteste Erfinder.— Zweihundertmal dieselbe Idee In der amerikanischen Fachzeitschrift„Discoveries and Researches" macht sich der Chefingenieur Frederick I Western die Mühe. nachzuprüfen, wieviele Patente im Jahre auf der ganzen Welt erteilt werden und welchen Erfolg sie in der Praxis haben. Seine Ausführungen zeigen recht anschaulich, wie schwer der Kampf um die neue Idee ist und daß auch nach der Patenteintragung der Erfinder noch nicht auf Rosen gebettet ist. Western nimmt als Berichtsjahr das Jahr 1935. An der Spitze steht Amerika, denn in den Vereinigten Staaten wurden 72000 Patente erteilt. Mit einigem Abstand folgt dann Deutschland mit 60 000 u. England mit 42000 Patenten. Erst weiter hinten kommen Rußland, Frankreich und Italien, und an letzter Stelle steht Japan mit 14000 Patenten. Nicht jedes Patent ist ein Schlager Interessant ist die Statistik über die erfolgreichen Patente, das heißt diejenigen, die mit Nutzen ausgeführt wurden und sich in der Praxis behaupten konnten. Denn bei einer neuen Sache kommt es sowohl darauf an, daß ein Bedürfnis für die Neuerung besteht, wie auch darauf, daß das Publikum mitgeht. Und hier steht Deutschland an erster Stelle. Während in Amerika von den 72000 Patenten nur etwa 28000 ausgeführt werden konnten, betrug die Ziffer in Deutschland 24000, war also prozentual höher. Western erklärt diese Tatsache damit, daß die nationalsozialistische Regierung dem Handwerk eine ungewöhnliche Förderung zuteil werden läßt und daß die meisten kleinen Erfindungen des täglichen Lebens von Handwerkern gemacht werden, die durch den engen Kontakt mit dem Publikum ein seines Gefühl für die wirklichen Bedürfnisse haben. Darum sind diese Erfindungen auch gewissermaßen aus der Praxis heraus geboren und keine theoretischen Phantasiegebilde, die wohl an sich patentfähig sind, für die aber in der Praxis kein Bedürfnis besteht. Was wird erfunden? Es ist bezeichnend, daß in Amerika am meisten für die Industrie und das Verkehrswesen erfunden wird. Hier glauben die gescheiten Köpfe, die größten Lorbeeren und das wohlgefüllte Scheckbuch zu erben. In Deutschland werden die meisten Patente für Wohnkultur und den Haushalt erteilt, und auch das ist wieder ein Beweis, daß hier die Erfindungen aus der Praxis kommen. Deutsche mechanische Spielwaren sind ein Spezialgebiet, das nirgends in der Welt bisher erreicht werden konnte. Der Export dieser immer wieder sich erneuernden Patente ist dementsprechend groß. Verfolgt man— immer nach Western— die Berufe der Erfinder, so stehen an erster Stelle— wie könnte es wohl auch anders sein— die Ingenieure. Dann aber folgen sogleich die Arbeiter. In Frankreich treten an ihre Stelle die freien Berufe. Das beste Erfinderalter liegt zwischen 30 und 45 Jahren. Jedenfalls sind die besten und wertvollsten Erfindungen von Männern in diesem Alter gemacht worden. Ausnahmen bestätigen auch diese Regel. In Rußland gibt es einen zwölfjährigen Jungen, der sich eine sehr brauchbare Sache ausgedacht hatte, und ein amerikanischer Arzt war 104 Jahre alt, als ihm eine wesentliche Verbesserung an einer nicht einmal einfachen Maschine einfiel, die ihm sehr hoch bezahlt wurde. Frauen sind keine Erfinder! Zum Schluß mußte Western noch betonen, daß sich unter den Erfindern wesentlicher Dinge kaum Frauen befinden. Aber auch Dinge, die eigentlich in das Gebiet der Frau gehören, wie Haushaltungsgegenstände, Gerichte und Kosmetika werden fast ausschließlich von Männern erfunden. Auch die Apparate für Schönheitspflege der Frauen sind Männerhirnen entsprungen. Interessant ist schließlich die Tatsache, daß im Jahre 1935 eine bestimmte Erfindung unabhängig voneinander nicht weniger als 163mal gemacht wurde. Und das ist schließlich auch ein Beweis, daß es die Erfinder im Kampfe um ihre Idee nicht leicht haben. Erntnerung un eine Instationsbillle Das Ende der größten Spielhölle Deutschlands— In einer Nacht 750 000 Mark verspielt— Eine„feine“ Fesigesellschaft Berlin. In dem Hause Bülowstraße 21 in Berlin W. werden jetzt großzügige bauliche Veränderungen vorgenommen, die deswegen erwähnenswert sind, weil in diesem Hause vor 15 Jahren die berüchtigste Spielhölle Deutschlands ausgehoben wurde. Im ersten Stockwerk des Hauses Bülowstraße 21, dessen große Wohnungen zu Kleinwohnungen umgebaut werden sollen, fanden sich Abend für Abend die dunkelsten Elemente Berlins mit Angehörigen der sogenannten besten Gesellschaftskreise zusammen, die übelsten Gestalten aus der Unterwelt mit Kaufleuten, Direktoren. Aerzten und Fabrikanten aus Berlin, Köln, Dresden, Leipzig, Breslau, die an einem einzigen Abend oft gewaltige Summen verloren oder gewannen. Bis tief in die Nacht hinein spielte man„Bac“, das man schon nach einigen Minuten erlernen konnte— so leicht war es. Das Zaubermittel Es war überhaupt alles leicht in dem Klub Neu=Berlin: das Geldverdienen, das Geldverlieren (ein Rechtsanwalt büßte in einer Nacht innerhalb weniger Stunden 750000 Mark ein, ein Bankier gewann in derselben Zeit 930000 Mk.!!), nur eines war sehr schwer: das Hineinkommen! Wer das nicht verstand, hatte nicht die geringste Aussicht, sein Vermögen zu verlieren! Er brauchte aber nur dem feingekleideten Herrn, der vor dem Hause unauffällig auf und ab ging, einen Hundertmarkschein in die Hand zu drücken und schon öffnete sich Sesam. Der feine Herr, ein ehemaliger Schauspieler und Kokainist, drückte auf einen versteckten Messing= knopf, das Treppenhaus erstrahlte in blendendem Licht, Männer in Uniform, mit Pistolen am Gurt, eilten herbei, geleiteten den Gast nach oben, Flügeltüren sprangen auf und flinke Hände nahmen die Garderobe ab. In einem vornehmen Empfangsraum brannten auf silbernen Leuchtern große Kerzen, deren Schein auf kostbare Gemälde fiel. Der Besucher schritt durch eine Flucht feingetäfelter Gastzimmer und Spielräume voll verschwenderischen Lichtes, herrlicher Teppiche, tiefer, bequemer Ledersessel und schwerer Seidenvorhänge an den Fenstern, die keinen Lichtstrahl und keinen Laut herausließen. Zahlreiche Diener rückten die Stühle um grünbetuchte Oval= und Rundtische und dann begann das Spiel, bei dem zehn Mark Mindesteinsatz angelegt wurden Die Bank wurde jeweils um einige Tausende ersteigert, häufig zwanzigund dreißigmal in einer Nacht! Der Bankhalter führte jedesmal sechs vom Hundert zugunsten des Klubs ab, der sich sogar eine eigene, nur an die zuverlässigsten Mitglieder ausgegebene Satzung zugelegt hatte. Nach der Anstrengung die Erholung Zu dem Klub Neu=Berlin gehörten außer den Speiseräumen, in denen man für sechs Mark ein Abendessen mit drei Gängen und die erlesenen Weine aus dem Keller des Spielklubs zu sich nehmen konnte, auch noch andere verschwiegene Zimmer. Da war ein Unterhaltungssalon, in dem ein prächtiger Bechstein Flügel stand, ein Frisiersalon, in dem für siebzig Pfennige rasiert und für zwei Mark das Haar geschnitten wurde, da waren Badezimmer und elegant eingerichtete Ruhezimmer, wo sich die Dauerspieler in Liegestühlen von den schrecklichen Anstrengungen und Aufregungen ihres einträglichen oder auch ruinösen Berufes erholen konnten, ohne daß sie erst den Heimweg nach Hause antreten mußten „Hoch soll er leben!“ Und aufregend war ein Besuch in Neu=Berlin — das konnte man wohl sagen! Nicht nur des Spielens wegen— nein, auch in anderer Hinsicht! Dreimal schon seit seinem Bestehen— seit Ende 1918— hatten sich Kriminalbeamte lebhaft für den Klub Neu=Berlin interessiert, aber immer platzten sie nur in harmlose fröhliche Geburtstagsfeiern hinein. Sie konnten nicht wissen, daß an den Straßenecken und auf den Balkons Männer standen, die bei den ersten verdächtigen Anzeichen Alarm schlugen. In Sekundenschnelle verschwand der Spieltisch, die schon bereitgestellte Festtafel, die mit Blumen bekränzt war und unter der Fülle der schönsten Speisen brach, wurde rasch„ausgezogen“; neue Getränke wurden herangeschleppt, und wenn die Beamten hereintraten, schallte ihnen der lustige Gesang der Zecher entgegen, die bei ihrem Erscheinen aufsprangen und ihnen zuprosteten: Hoch soll er leben, hoch soll er leben, dreimal hooooch! Womit wahrscheinlich der Klub gemeint war. Aber er lebte nicht mehr lange hoch. Die Polizei kam dahinter, was es mit den vielen„Geburtstagsfeiern“ in dem geheimnisvollen Hause auf sich hatte und führte an einem lauen Sommerabend des Jahres 1921 die ganze Festgesellschaft nach dem Alex. Die letzten Grenadiere Nach 22jähriger Kriegsgefangenschaft aus Sibirien zurückgekehrt Wien. Nach fast 22jähriger Kriegsgefangenschaft ist dieser Tage der Soldat Keßler wieder in seine Heimat zurückgekehrt. Als junger Mann war Keßler zu Beginn des Krieges eingerückt und gleich an die Front befördert worden. Bei einem Angriff geriet er schon im Herbst 1914 in russische Gefangenschaft und wurde nach Sibirien abtransportiert. Hier begann ein Leben unter entsetzlichen Qualen und Entbehrungen. Keßler versuchte mehrere Male mit anderen Gefangenen gemeinsam zu fliehen, diese Fluchtversuche wurden jedoch immer wieder durch die strenge Bewachung verhindert. Er wurde daraufhin sogar noch schärfer bewacht und zu schweren Arbeiten herangezogen. In dieser Hölle hat dann Keßler an 22 Jahre bei schlechtester Verpflegung und übermenschlichen Strapazen aushalten müssen. Nun ist es ihm doch nach längeren Vorbereitungen gelungen, mit noch vier anderen Tirolern in die Heimat zurückzukehren. Es war eine schreckliche Fahrt, die sie nur mit dem Gedanken an die Heimat und ihre Lieben überstanden. Bei ihrer Ankunft hat man ihnen einen festlichen Empfang bereitet. Klavierkonzert im Polareis Eine Reihe von bedeutenden russischen Klaviervirtuosen hat sich kürzlich zu einer Gastspielreise an das Eismeer aufgemacht. Es ist beabsichtigt, in allen größeren Siedlungen von Eskimos Station zu machen und die bekanntesten Werke eines Borodine, Mussorgsky und Rimsky=Kortschakow zur Aufführung zu bringen. Den Eskimos in ihrer Polarheimat soll scheinbar die Liebe zur Musik beigebracht werden. Mit welchem Erfolg dies geschieht, kann nur die Zukunft lehren. Es ist jedoch auffallend. in welchem Maß man in Rußland das Kunstverständnis ausgerechnet dieser nomadisierenden Eskimobevölkerung zu wecken und zu fördern bestrebt ist. In diesem Zusammenhange soll daran erinnert werden, daß Gastspielreisen von Schauspielertruppen in diese nördlichsten Regionen der Welt seit Jahren eine ständige Einrichtung geworden sind, trotzdem sogar so schwere Kost wie Shakespeare verabfolgt wurde. Bleiwesen und Teideserziehung Die volkspolitische und weltanschauliche Schulung im Deutschen Reichsbund für Leibesübungen RSK Im Zusammenhang mit den Sonderaufgaben, die dem Dietwesen im Olympiagestellt sind, hatte unser Mitarbeiter W. Schn. mit dem Reichsdietwart des Deutschen Reichsbundes, für Leibesübungen, Kurt Münch, eine Unterredung, in der vor allem die Frage der nationalsozialistischen Schulung der deutschen Turn= und Sportgemeinde besonders auf dem Gebiete der Rassenpflege und der Volkstumskunde berührt wurde. Das Dietwesen und die Leibeserziehung, von der die Leibesübungen ja nur ein Teil sind, gehören untrennbar zusammen. So wie der Begründer des deutschen Turnens, Friedrich Ludwig Jahn, bereits den Geist und die Haltung der einzelnen Turner aufzeigte, so gilt es, stärker noch das ganze deutsche Volk mit staatspolitischem Geist zu erfüllen. Die Leibesübungen im nationalsozialistischen Staat müssen Mittel zur Erzielung einer einheitlichen Weltanschauung, müssen, wie Jahn sagt, Herbst von je 14 Tagen durchgeführt, wo jedesmal 120 Dietwarte erfaßt werden. In den einzelnen Gliederungen des Reichsbundes für Leibesübungen werden Zehntausende von Dietwarten, Diethelfern und=helferinnen benötigt. Nach der politischen Schulung durch die RSDAP. kommt die kulturelle Schulung durch die NS.=Kulturgemeinde, die örtlich verschieden je nach Bedürfnis und Möglichkeit in Vorträgen, Lehrgängen, Lagern und Rüstwochen erfolgt. In der dritten Gruppe des Schulungsplanes stehen die Mittel und Möglichkeiten der eigenen Schulung innerhalb des DRfL.“ „Was versteht man eigentlich unter der völkischen Aussprach „Die sie völkische Aussprache, die seit einer Reihe lnerziehung zum Volkstum“ werden. Aus diesem Grunde wurde das Dietwesen eingeführt, das nun das Leben und Wirken der Gliederungen des Deutschen Reichsbundes für Leibesübungen durchzieht. Als der Stellvertreter des Führers, Reichsminister Rudolf Heß, im März 1934 die Verfügung über die Dietarbeit in den Turn= und Sportvereinen erließ, war damit zugleich der Beginn einer planvollen Arbeit gegeben. Die Verfügung lautete: „Nachdem der Reichssportführer die deutschen Turn= und Sportverbände auf einheitlicher nationalsozialistischer Grundlage im Reichsbund für Leibesübungen zusammengefaßt und allen Turnund Sportvereinen die Verpflichtung auferlegt hat, mit ihrer Arbeit der nationalsozialistischen Gesamterziehung zu dienen, ist im Reichsbund für Leibesübungen das Amt des Dietwartes geschaffen worden. Der Dietwart des Reichsbundes für Leibesübungen hat die Aufgabe, nach näherer Anweisung des Reichsschulungsleiters der Partei und des Aufklärungsamtes für Bevölkerungspolitik und Rassenfrage die nationalsozialistische Schulung der Turn= und Sportgemeinde, vor allem auf dem Gebiet der Rassenpflege und der Volkstumskunde zu leiten und im engen Zusammenarbeiten mit den parteiamtlich anerkannten kulturellen Zentralstellen sich für die Pflege der deutschen Kulturwerte einzusetzen. Alle Parteistellen werden angewiesen, die Dietarbeit in den Turn= und Sportvereinen nach Möglichkeit zu unterstützen.“ In knapp einem Jahr wurde der feste Rahmen für die Dietarbeit im Deutschen Reichsbund für Leibesübungen geschaffen, an den sich nun alle übrigen Gebiete des Dietwesens anlehnen. Nach und nach galt es naturgemäß erst die richtige Form zu finden, und mit der endgültigen Gliederung des Reichsbundes im Januar d. J. war es möglich, bis in die kleinsten Zellen vorzudringen. Als das Dietwesen stärker betont wurde, stiegen manchem Zweifel auf. Bewußt hatte man Dietwart und nicht etwa Schulungsleiter gesagt, denn Dietwarte sind Volkswarte, d. h. sie wenden sich an die Volksgenossen, die aus freiem Antrieb heraus zu den Leibesübungen, zu einer Gemeinschaft gefunden haben, und die nun neben der turnerischen oder sportlichen Arbeit auch weltanschaulich beeindruckt werden sollen. „Welche Aufgaben hat nun eigentlich der Dietwart?“ „Die Forderungen, die an den Dietwart gestellt werden, sind erzieherischer Art. Ihre Erfüllung setzt voraus, daß der Dietwart die Fähigkeiten und Eigenschaften des Erziehers besitzt. Er muß also Beispiel und Vorbild sein, denn das Vorleben einer Gesinnung und Haltung wird auf eine Gemeinschaft eine weit tiefere Wirkung ausüben und sie zum Nachleben, zur Nacheiferung anregen, als das gesprochene und geschriebene Wort. Ein Erzieher muß eine Persönlichkeit sein. Selbstschulung und Selbstzucht ist das erste Verlangen, das an den Dietwart zu stellen ist. Für ihn gilt es, zu jeder Stunde die geeignetste Form zu finden, immer das sichere Gefühl zu haben, wie man Menschen behandelt, um den Weg zu ihrer Seele zu finden. Das Aufgabengebiet des Dietwartes ist weit gespannt. Es gilt ja nicht, die Sportler in den Vereinen des Deutschen Reichsbundes für Leibesübungen mit einem größeren oder geringeren Maße an schulischem Wissen anzufüllen, sondern in ihnen all jene Werte zu wecken, welche sie zu wahrhaft deutschen Menschen, zu Trägern völkischer Ueberzeugung, zur Verkörperung des unbeugsamen Glaubens an ihr Volk werden lassen. Der Dietwart darf in seiner Tätigkeit niemals einseitig sein, er darf nicht zwangsweise arbeiten, sondern muß alles natürlich wachsen lassen. Hand in Hand mit der Vermittlung eines Grundstockes an Erkenntnissen geht die Formung des Wesens der einzelnen Menschen, also ihres Charakters in deutschnordischem Sinne, die Stählung ihres Willens, im Dienste der völkischen Gemeinschaft aufzugehen und schließlich die besondere Herausarbeitung und Vertiefung der Aufgaben, die den Leibesübungen im nationalsozialistischen Staate übertragen ist. So wie der einzelne mit Lust und Liebe in der Kameradschaft, in der Gemeinschaft Leibesübungen betreibt, so soll ihm auch die Dietarbeit Freude machen. Er soll aus ihr Gewinn ziehen, soll spüren, daß er nur ein Teil der Gemeinschaft ist, und daß er nur durch die Gemeinschaft etwas werden kann. So führt der Weg aus dem kleinen Verein heraus zur großen Gemeinschaft, zum Volk.“ „All diese Aufgaben können aber doch nur auf Grund einer eingehenden Schulung und Auswahl von den einzelnen Dietwarten gelöst werden?" „Die Schulung der Dietwarte ist die gleiche wie die der Politischen Leiter. Derjenige, der zum Dietwart ernannt werden soll, muß das Vertrauen seiner jeweiligen Ortsgruppe der Partei haben. Die Gau=, Kreis= und Unterkreiswarte müssen drei Wochen auf die Gauschulungsburgen der NSDAP., dazu kommen weitere Lehrgänge in verschiedenen Fragen der Rassenpolitik, des Grenzlanddeutschtums, des Laienspiels, des Volkstanzes u. a. In Berlin werden jährlich unter meiner Leitung zwei Lehrgänge im Frühjahr und im von Jahren durchgeführt wird, soll mit der wachsenden Durchdringung unserer Turn= und Sportgemeinschaften mit völkischem Geiste allmählich zu einem unlöslichen Bestandteile oder zur selbstverständlichen Voraussetzung für alle Wettkämpfe und Wenspiele werden. Dabei ist von dem Gedanken auszugehen, daß auch bei Wettkämpfen Leib und Seele als Ganzes, als Einheit betrachtet werden. Der Sinn der Aussprache ist nicht etwa der, in der kurzen zur Verfugung stehenden Zeit die Gesinnung des einzelnen festzustellen und zu bewerten, sondern es kommt darauf an. daß erreicht wird, durch den Verlauf der Aussprache den Teilnehmern verschiedene Begriffe, die zum Gegenstand der völkischen Aussprache gewählt wurden, klar zu umreißen. Die Aussprache ist niemals eine Prüfung im Sinne eines„schulmäßigen Herausquetschens“ eines mehr oder minder vorhandenen Wissens, sie muß immer eine wirkliche Aussprache bleiben.“ „Inwieweit hat sich der Gedanke der völkischen Aussprache bereits durchgesetzt, und welche Aufgaben sind in dieser Hinsicht geplant?“ „Seit der allgemeinen Einführung der Dietarbeit konnten erfreuliche Fortschritte allenthalben erzielt werden. Nicht nur die innere und äußere Haltung unserer Vereine und unserer Mannschaften hat eine nationalsozialistische Prägung erhalten, sondern wir können auch mit Genugtuung feststellen, daß es mittels der erstmals auf dem Bayerischen Landesturnfest 1934 in größerem Ausmaß durchgeführten völkischen Aussprache gelungen ist, große Massen von Turnern und Sportlern zur ernsthaften Beschäftigung mit den Lebensfragen unseres Volkes anzuregen. Im Jahre 1935 haben sich etwa 200000 Turner und Sportler, Turnerinnen, und Sportlerinnen, den Dietwarten zur völkischen Aussprache gestellt. Die Aufgabe der Zukunft wird es sein, in der gleichen Richtung weiterzuwirken, damit die Erkenntnis von den politischen Vorgängen und Notwendigkeiten wesenhaft und damit auch charakterlich fest verankert wird. Der„Pevoiizonker Wird energisch Berliner Ganoven an den Falschen geraten— Abenteuer eines mecklenburgischen Landwirts „So ist es mir damals in Berlin ergangen“, meinte zum Schluß seiner Zeugenaussage der Landwirt aus der Gegend bei Ludwigslust in Mecklenburg zum Vorsitzenden des Berliner Schöffengerichts. Im vergangenen Winter war er buchstäblich unter die Räuber gefallen; lediglich einer glücklichen Fügung und seiner Geistesgegenwart hatte er es zu verdanken, daß man ihn nicht bis aufs Hemd ausplünderte.„Sie kennen eben Berlin noch nicht", erklärte darauf der Vorsitzende, der hiermit jene unausrottbaren asozialen Außenseiter meinte, die in der Umgebung der Bahnhöfe als Bauernfänger ihrem dunklen Gewerbe nachgehen. Mehr als ein Schmunzeln ging durch den Gerichtssaal, als der Landwirt, den einige zünftige Ganoven sehr zu ihrem Pech als„Provinzonkel“ verkannt hatten, sein Abenteuer in plastischer Weise dem Gericht vortrug. „Zufällige" Begegnung In der Elsässerstraße nahm der Fall seinen Anfang. Aus seinem Heimatdorf war der Zeuge mit vielen hundert Mark in der Tasche nach der Reichshauptstadt gekommen, um hier Pferd und Wagen zu kaufen. Bis zur Abfahrt seines Zuges in den späten Abendstunden hatte er noch viel Zeit, und als er durch die Straßen schlenderte, betrat er, einer plötzlichen Eingebung folgend, die dortige Städtische Pfandleihe, wo er einen Photoapparat erstand. Sein Geld trug er leichtsinnigerweise lose in der Hosentasche, kein Wunder, daß der Mammon die Habgier eines in der Pfandleihe herumlungernden Burschen, des jetzt angeklagten 25 Jahre alten Heinz Hütter erregte. „An mein Geld ließ ich niemanden heran!“ Er machte sich geschickt an den Zeugen heran und bot ihm eine Uhr für vier Mark zum Kauf an. Man war schnell handelseinig. In den nächsten Stunden wurde nun der Landwirt von Hütter, der wahrscheinlich in der Zwischenzeit seinen Plan zur restlosen Ausraubung des„Provinzonkels" entworfen hatte, unauffällig beobachtet. Gegen 21 Uhr vollzog sich dann der zweite Teil des Abenteuers. Der Landwirt lief Hütter in der Lothringer Straße„zufällig“ in die Arme und ließ sich überreden, nach der Gormannstraße in ein Lokal mitzugehen. Dieses„Lokal" entpuppte sich aber als Männerheim mit recht zweifelhaften Besuchern. „Ich übersah sofort die Situation“, so erklärte der Zeuge,„als sich an mich gleich mehrere Männer herandrängten, die mir allerlei Waren anboten, und durchschaute das ganze Theater.“ An sein Geld ließ er zwar niemand heran, dafür wurde aber die Aktentasche mit dem Photoapparat und zwei Uhren gestohlen. Mit einem Trick hatte man seine Aufmerksamkeit abgelenkt, und plötzlich war die Tasche verschwunden. In gebücker Haltung war Hütter inzwischen zum Ausgang gelaufen; nur er konnte der Dieb gewesen sein. Der Bestohlene eilte ihm nach, als er ihn jedoch am Ausgang zu fassen bekam, war die Tasche bereits spurlos verschwunden. Andere Ganoven hatten sie bereits beiseite gebracht. Kurz entschlossen holte der Bestohlene mehrere Kriminalbeamte herbei, die den Dieb auch bald festnehmen konnten. Trotz seines Leugnens wurde Hütter jetzt zu zwei Jahren Zuchthaus verurteilt. Das Olympiajahr stellt dem Dietwesen besondere Aufgaben. Der tiefere Sinn der Weltspiele ist ein sittlicher und ein politischer. Mein Stellvertreter, Wilhelm Schneemann, hat dieser Aufgabe Ausdruck verliehen, indem er sagte, daß„dem Welttreffen ein sittlicher Sinn insofern zugrunde liege, als bei der Wiederbelebung der Olympischen Spiele bereits herausgehoben wurde, daß durch sie sportliche Ehrauffassung, sittlicher Adel und Uneigennützigkeit zur gleichen Höhe erhoben werden sollen wie körperliche Kraft. Ein politischer Zweck liegt in der Tatsache begründet, den Völkern der Erde auf der olympischen Stätte des Friedens Gelegenheit zu geben, sich einander kennen, schätzen und achten zu lernen. Viele werden zu den Olympischen Spielen nach Deutsch= land kommen, die unseres Blutes sind und unsere Sprache sprechen, obwohl sie einen fremden Reisepaß in der Tasche tragen. Deutsche Volksgenossen aus dem Auslande. Ihnen soll ihr Mutterland zum besonderen Erlebnis werden, sie stehen als Träger unserer Kultur im fremden Lande, dem sie treue Staatsbürger sind, ohne je ihres Volkstums zu vergessen. Eine hohe wichtige Aufgabe der Turn= und Sportvereine ist es weiterhin, den Gästen aus dem Auslande das wirkliche Gesicht des arbeitenden, völlig in sich geeinten neuen Reiches in seiner ganzen Schönheit zu zeigen.“ Anwühescheillliches Giack inn ungluch Der Flugzeugabsturz auf die„Normandie“— Das Lustloch über dem Schornstein des Riesenschiffes— Bericht von Augenzeugen Wie bereits gemeldet, stürzte in der Höhe von Ryde, Isle of Wight, ein englisches Bombenflugzeug auf den französischen Riesendampfer„Normandie" und blieb zertrümmert auf dessen Vorderdeck liegen. Der Pilot erlitt nicht die geringsten Verletzungen. Der Vorfall, der sich vor Tausenden von Zuschauern zutrug, erregt wegen seiner seltsamen Begleitumstände sowohl in Frankreich, als auch in England beträchtliches Aufsehen. Nachfolgend bringen wir Berichte von Augenzeugen. Die„Normandie“ hatte gerade in der Höhe von Ryde Anker geworfen und die Tender längsseits genommen, die 563 Passagiere aus Newyork nach England bringen sollten, als auch schon mehrere englische Militärflugzeuge herangeflogen kamen und unser großes Schiff in halsbrecherischen Kurven umschwirrten. Die Maschinen hatten vorher Zielbombenabwürfe veranstaltet und ihre Piloten machten sich offensichtlich ein Vergnügen daraus, den französischen Rivalen des englischen Ozeanriesen„Queen Mary" zu begrüßen. Wir alle, die wir uns von unseren Angehörigen verabschiedeten, blickten auf und verfolgten mit Interesse die uns dargebotenen Flugkunststücke. Zum allgemeinen Entsetzen stellte es sich aber plötzlich heraus, daß eine Maschine ihr Gleichgewicht verloren hatte und von ihrem Piloten nicht mehr voll beherrscht wurde. Sie flog über das Achterdeck der„Normandie", sackte plötzlich unvermittelt stark durch, so daß sie sich nur noch wenig über der Höhe des Decks unseres Schiffes befand. Das Schwanzende beträchtlich tieferhängend, raste das Flugzeug unmittelbar neben der Steuerbordreeling entlang. Eine Katastrophe war unvermeidbar. Vorne am Vorderdeck war gerade ein Ladebaum mit einem großen Automobil ausgeschwenkt und diesen Ladebaum mußte das steuerlose Flugzeug rammen. Der Zufall rettete fünfzig Menschenleben Ehe die Leute an Bord der„Normandie“ und an der Küste die Situation klar erkennen konnten, hatte das Flugzeug schon mit seiner Tragfläche den Ladebaum gestreift. Der Ladebaum wurde herumgeworfen, das Drahtseil, mit dem das Auto gehalten wurde, riß und so stürzte aus einer Höhe von etwa drei Meter zunächst einmal der Kraftwagen mit großer Gewalt auf das Deck der„Normandie“. Er zertrümmerte die Reeling und viel hätte nicht gefehlt, dann wäre er ins Wasser gefallen. Das Flugzeug hatte inzwischen nach dem Zusammenstoß mit dem Ladebaum eine Kreisbewegung gemacht und seinen Schwanz in die bisherige Flugrichtung gedreht. Danach sackte es mit großer Gewalt weiter durch und prallte unmittelbar am Bug, genau zwischen den Bugreelings, auf das Deck. Noch wenige Sekunden vorher hatten hier etwa fünfzig Mann von der Besatzung der„Normandie“ gestanden, von ihnen wären wohl nur wenige mit dem Leben davongekommen, wären sie nicht durch ein Signal an einen anderen Arbeitsplatz gerufen worden. Den Piloten allerdings gab man für verloren. Um so überraschter aber war man, als plötzlich ein junger Offizier mit bleichem Gesicht aus den Trümmern des Flugzeuges herauskletterte. Aber die auf dem Vorderdeck befindlichen Besatzungsmitglieder gaben sich nicht lange ihrer Verwunderung hin. Aus den Flugzeugtrümmern rann in großen Mengen Benzin und Oel und so bestand höchste Feuersgefahr. Mit Eimern suchte man den Betriebsstoff aufzufangen und soweit dies nicht gelang, wurde er mit Besen über Bord gekehrt. „Es tut mir sehr leid...!“ Als die Feuersgefahr behoben war, wurde der junge englische Pilot zu seinem wirklich unwahrscheinlichen Davonkommen beglückwünscht. Es verging keine Minute, da legte auch schon eine Pinasse der königlichen Luftmacht an der„Normandie“ an, mehrere Offiziere stiegen an Deck und ließen sich von dem Verunglückten Bericht erstatten. Es handelt sich bei ihm um einen jungen Fliegerleutnant namens G. K. Horsey. Nach der Besprechung mit den englischen Offizieren begab er sich unverzüglich zu dem Kapitän der„Normandie", René Pugnet, um ihm mitzuteilen, daß er den Vorfall lebhaft bedaure, daß ihn aber selbst keine Schuld treffe. Der Kapitän entließ ihn dann auch mit den besten Wünschen. Da keine Möglichkeit vorhanden war, die Flugzeugtrümmer von Bord zu schaffen, und da die„Normandie“ keine Zeit verschwenden durfte, wenn sie noch rechtzeitig mit der Flut in Le Havre eintreffen wollte, mußte sie den englischen Bomber, ebenso wie den zertrümmerten englischen Kraftwagen mit sich nehmen. Die Offiziere des Flughafens von Gosport, zu dem auch der verunglückte Leutnant Horsey gehört, beabsichtigen den seltsamen Absturz sorgfältig zu untersuchen. Man vertritt allgemein die Ansicht, daß Leutnant Horsey einem sogenannten„Luftloch“ über den Schornsteinen der „Normandie“ zum Opfer gefallen ist. Ueber den Schornsteinen steigen beträchtliche Mengen heißer Luft in die Höhe, während andererseits kältere Luftmassen mit beträchtlicher Geschwindigkeit absinken. In eine solche absinkende Luftschicht dürfte das Unglücksflugzeug geraten sein. Unter Kannibalen am Amazonas Ein Deutscher als Indianerhäuptling Nach unsagbaren Strapazen und nach zahllosen aufregenden Abenteuern sind soeben zwei Australier und ein Neger in einem sechs Meter langen Kanu in Port of Spain(Trinidad) angelangt. Die Geschichte, die diese drei Männer zu erzählen wissen, ist für uns Deutsche besonders interessant; denn darin wird von einem deutschen Mann berichtet, der als Häuptling eines Indianerstammes im Amazonasgebiet lebt. Und diesem deutschen Indianerhäuptling, dessen Namen die drei Abenteurer allerdings nicht angeben können, verdanken sie ihr Leben, denn er war es, der sie aus der Hand von Kannibalen befreite. Fred und Bill Selling, so heißen die beiden Australier und Marcus Howard, der Neger, hatten sich auf einer Fahrt den Amazonas hinauf befunden, als ihr wohlausgerüstetes Boot in einer Stromschnelle unvermutet scheiterte. Mit Mühe und Not konnten sich die Schiffbrüchigen ans Ufer retten. Dort fielen sie in die Gefangenschaft eines vollkomen unzivilisierten und wahrscheinlich auch vollkommen unbekannten Eingeborenenstammes, der Anstalten machte, die drei Fremdlinge zu verspeisen. Schon hatten diese alle Hoffnung aufgegeben und mit ihrem Leben abgeschlossen, als der Häuptling eines anderen Indianerstammes, er stellte sich den Gefangenen als Deutscher vor, auf dem Plan erschien und nach langen Verhandlungen die Freilassung der Schiffbrüchigen erreichte. Die drei Männer erhielten sogar noch ein altes Kanu, mit dem sie so rasch sie konnten, davon fuhren. Das Fahrzeug war aber schon so alt, daß es bald ebenfalls zerschellte. So mußten die drei vom Unglück Verfolgten versuchen, den unwegbaren, umpfigen und von zahllosen Wasserläufen durchzogenen Urwald zu Fuß zu durchqueren. Sie lebten von Taubeneiern und Fischen und waren froh, wenn sie einmal ein größeres Tier in einer Schlinge fangen konnten. Sie fertigten sich ganz primitive Waffen und mußten sich mit diesen wiederholt der Angriffe wilder Tiere und feindseliger Eingeborener erwehren. Vollkommen erschöpft langten sie schließlich in Ciudad Bolivar in Venezuela an. Hier verdienten sie sich durch ihrer Hände Arbeit soviel Geld, daß sie ihre Reise nach Port of Spain wieder im Kann fortsetzen konnten. Die Kathst der Propaganen Grundsätze nationalsozialistischer Propaganda— Auf das Wie und Wann kommt es an—„Eine Kunst, die wir nie verlernen“ Das Thüringer Gauorgan der RSDAP, die„Thüringer Gauzeitung". Weimar, veröffentlichte in seiner Sonderausgabe zur Zehnjahresfeier des Reichsparteitages 1926 den Inhalt einer Unterredung, die sein Hauptschriftleiter mit Reichsminister Dr. Goebbels über Fragen der Provaganda führen konnte. Wir geben die bemerkenswertesten Punkte dieses Interviews wieder. Der Parteitag 1926 war für Dr. Goebbels von ganz besonderer Bedeutung, da sich in Weimar die seit längerem erörterte Absicht des Führers verdichtete, ihn. der bislang zusammen mit dem späteren SA=Führer v. Pfeffer und dem jetzigen Reichsstatthalter von Hamburg. Kaufmann, den Gau RheinRuhr führte, als Gauleiter nach Berlin zu schicken. „Ich begann damals nicht mit der stolzen Ankündigung:„Ich will Berlin erobern', sondern ich ererklärte zunächst nur:„Ich will von 200 auf 1000 Mitglieder kommen.“ Damit ist Dr. Goebhels schon bei einem der wesentlichsten Grundsätze der nationalsozialistischen Massenpropaganda. Er heißt: Immer auf ein einziges Ziel konzentrieren. „Man darf der Provaganda keine fernliegenden und allgemein verschwommenen Themen stellen, sondern muß ihr ganz konkrete und leicht faßbare Aufgaben geben. Ich mußte also in Berlin zunächst an naheliegenden, im Vergleich zu unseren letzten und höchsten Vorsätzen winzig erscheinenden Teilzielen den Enthusiasmus und die Begeisterung der Anhänger entzünden. Ich sagte also nicht:„Ich will Berlin erobern', sondern weiter nichts als:„Ich will von 200 auf 1000 Mitglieder kommen.“ Oder ich sagte:„Bis zum soundsovielten will ich eine Betriebsaktion durchführen'.„In sechs Wochen wollen wir eine Zeitung gründen'. Hätte ich damit angefangen, zu erklären, wir wollen Berlin erobern, hätte man mich für einen Phantasten gehalten und ausgelacht.“ 1. Mai und Eintovssonntag ir haben auch nach der Machtübernahme diese Methode beibehalten. Wir. haben nicht verkündet:„Wir wollen das ganze Volk gewinnen'. sondern wir haben erklärt:„Wir wollen einen 1 Mai machen, wir wollen einen Bückeberg machen' Wir haben zu Beginn des Winterhilfswerks nicht bekanntgegeben, daß wir das größte soziale Hilfswerk aller Zeiten vorhatten, sondern wir haben nur gesagt:„In diesem Winter soll niemand hungern und frieren'. Und wir haben auch während des Winterhilfswerks der Provaganda immer wieder ganz konkrete Themen gestellt: Wir haben der sich über viele Monate erstreckenden Aktion gewissermaßen immer wieder psychologische Haltepunkte gegeben. So waren die Eintopssonntage und der Tag der nationalen Solidarität zu verstehen. Nicht immer. aber einmal im Monat sollten alle Deutschen dasselbe Essen auf dem Tisch haben, und einmal im Jahr wollten wir uns alle mit dem unbekannten Sammler solidarisieren. Vor den Millionen, die uns begriffen haben, verschwinden die paar Feinschmecker, die am Eintopssonntag nicht mitmachen. Das deutsche Volk in seiner Gesamtheit hat sofort gewußt, was wir wollten, weil wir es in der Sprache, die es versteht, angeredet haben. Eine Provaganda, die so volksverbunden arbeitet, wird sich auch niemals überschlagen. Der Wahlkampf zum 29. März Der Wahlkampf vor dem 29. März war das Musterbeispiel einer sich allmählich zu den höchsten Wirkungen steigernden Provagandaaktion. Der ungeübte Provagandist fängt gleich am Anfang mit voller Tonstärke an, aber— Dr. Goebbels findet zur Unterstreichung seiner Thesen packende und anschauliche Bilder— in einem Derby sind die besten Pferde zu Beginn des Rennens meistens nicht in der ersten, sondern in der hinteren Reihe und jagen erst später vor. Was ein Pferd wert ist, zeigt sich in den letzten 200 Metern vor dem Ziel. Ein Rennfahrer. der gleich zu Beginn des Rennens das Letzte aus seinem Wagen herausholt, ist ein schlechter Fahrer. Mit 230 Kilometer an den Tribünen vorbeijagen, ist nicht die größte Kunst, aber ein Rennen über drei Stunden durchhalten und für die Entscheidung immer noch etwas in der Maschine zu haben, darauf kommt es an!“ Der richtige Zeitpunkt entscheidet „Genau so ist es auch in der Provaganda, und so war es auch im letzten Wahlkampf. Es begann mit der Reichstagsauflösung. Am nächsten Tage sprach der Führer vor den Gauleitern und Provagandisten der Bewegung. Dann war ein poar Tage Ruhe, in denen die Pläne des Werbefeldzuges ausreifen konnten. Dann kam die erste Versammlung in der Deutschlandhalle. Auch sie war noch nicht für die große Oeffentlichkeit, sondern erst einmal die Paroleausgabe für die Männer der Partei. Und dann kam allmählich die von Tag zu Tag wachsende. auch vom Ausland rückhaltlos bewunderte und anerkannte grandiose Steigerung bis zum„Volkstag für Ehre, Freiheit und Frieden“. Hätten wir damals zu Beginn des Kampfes allen örtlichen Wünschen nachgegeben und jede Wahlrede auf den Rundfunk übernommen. dann wäre das Volk von politischen Reden übersättigt gewesen und hätte zum Schluß kaum noch Zeit und Lust für die großen Aktionen gehabt. Es kommt in der Provaganda auf die kluge Dosierung und auf den richtigen Zeitpunkt an. Was dem Volk heute gesagt werden muß, das ist meistens klar. Es handelt sich nur um das Wie und das Wann. Es sind schon viele ProvagandaAktionen verpufft, weil sie zu früh eingesetzt haben oder weil sie zu spät gekommen sind. Eine stolze Aufgabe Dann bedarf es der dauernden Berührung mit dem Volk. Dr. Goebbels sucht sie, wie alle Männer der Bewegung, wo er nur irgend kann, und niemand zweifelt daran, daß er sie immer wieder findet. „Die Kunst der Provaganda", stellt Dr. Goebbels fest,„die wir uns in der Kampfzeit erworben haben, wird nie wieder verlorengehen, weil die Partei immer wieder ins Volk zurückkehrt.“ Abschluß der deutsch=schweizerischen Wirtschaftsverhandlungen Bern. Die deutsch=schweizerischen Wirtschaftsverhandlungen haben am Montag zur Unterzeichnung einer Zusatzvereinbarung zum nungsabkommen vom 17. April 1935, zum Warenzahlungsabkommen vom gleichen Tage, zum Abkommen über den gegenseitigen Warenverkehr vom 5. November 1932, zu einem Reiseverkehrsabkommen sowie verschiedener sonstiger Vereinbarungen geführt. Ihns Acfdem nemn Jorischent „Die gegenwärtige Anwendung der Völkerbundssatzung führt zum Weltkrieg— Unterredung des„Angriff“ mit dem hauptvertreter Chiles beim Völkerbund dub. Berlin, 7. Juli. Der„Angriff“ veröffentlicht in seiner Spätausgabe am Dienstag eine Unterredung mit dem chilenischen Hauptvertreter beim Völkerbund und Botschafter in Rom, Rivas Vicuna, der bekanntlich den überraschenden Vorstoß in der Frage einer Reform des Völkerbundes unternommen hat. In der Unterredung, in der die große Sorge deutlich zum Ausdruck kommt, mit der nicht nur Chile, sondern sämtliche südamerikanischen Staaten die Entwicklung der Genfer Einrichtung verfolgen, hebt der chilenische Völkerbundsvertreter unter Berufung auf die Neutralität Chiles im Weltkriege hervor, daß nunmehr der Augenblick gekommen sei, um sich mit der Reform der Völkerbundssatzung zu befassen. Dabei müßten aber auch die außenstehenden Nationen nach ihrer Ansicht gefragt werden. Rivas Vicuna fährt dann fort:„Was ferner die Reform selbst betrifft, so ist es noch verfrüht, einen genauen Wortlaut zu unterbreiten. Aber soviel können wir schon jetzt sagen, daß es ein unmöglicher Zustand ist, wenn bestimmte Artikel der Völkerbundssatzung in den Vordergrund gestellt werden, während die wichtigsten ganz in Vergessenheit geraten. So wird z. B. Artikel 8, der die Abrüstung betrifft, überhaupt nicht geachtet. Die Völkerbundsstaaten haben die schwere Verfehlung begangen, daß sie den gefährlichen Rüstungswettlauf im Nachkriegseuropa nicht verhindert haben. Es sind weiter alle jene Verpflichtungen außer acht gelassen worden, die vorbeugende Maßnahmen zur Verhinderung kriegerischer Auseinandersetzungen verlangen. Es ist schließlich nichts dafür getan worden, um den Artikel 19 anwendbar zu machen, der unhaltbare Zustände und damit Kriegsursachen beseitigen soll. Solange der gegenwärtige Zustand Jucke in. neuen Gieasrect Vorschläge für eine Reichsehrenordnung ndz. Berlin, 7. Juli. In dem Bericht der amtlichen Strafrechtskommission legt Staatssekretär Freisler die neue Auffassung des Zweikampfes dar, wobei er gleichzeitig namens der Strafrechtskommission die gesetzliche Einführung einer Reichsehrenordnung empfiehlt. Die Stellungnahme der nationalsozialistischen Volksführung sei heute bereits eindeutig abgezeichnet. Der Staatssekretär verweist auf die Ehrenordnungen der SA und SS sowie der Wehrmacht, in denen in bestimmten Fällen die Ehrenwahrung mit der Waffe als Pflicht herausgestellt wird. Selbstverständlich werde dabei von einer Auffassung der Ehre ausgegangen, die nicht abstammungs=, bildungs= oder standesgebunden sei. Soweit eine Ehrenwahrung mit der Waffe zugelassen oder vorgeschrieben sei, werde ein geordnetes Verfahren vorausgesetzt. Aus diesen Grundsätzen ergebe sich, daß der Zweikampf, der als solcher anerkannt sei, nicht strafbar sein könne. Nicht unter dem Gesichtspunkt des Zweikampfes sei die sportliche Betätigung zu betrachten, der der Charakter des Ehrenzweikampfes fehle. Die Bestimmungsmensur biete heute strafrechtlich keine anderen Probleme mehr wie irgendeine andere Sportart, bei der Körperverletzungen auch vorkommen könnten. Der Staatssekretär kommt nach allem zu dem Ergebnis, daß der Zweikampf als solcher kein strafrechtliches Problem darstelle. Andererseits bleibe unbestreitbar, daß sehr erhebliche öffentliche Belange berührt werden könnten. Es werde deshalb Aufgabe einer Reichsehrenordnung sein müssen, die der Staatsführung erforderlich erscheinenden Sicherheiten einzubauen, um Auswüchsen begegnen zu können. Freunoschaftsnnder 1 dub. Koblenz, 7. Juli In der siebten Verhandlungswoche im Prozeß gegen die Franziskanerbrüder beschäftigte sich das Gericht am Dienstag mit drei weiteren Angeklagten. Der 24 Jahre alte Sebastian Mertes, genannt Bruder Kasper. trat 1930 in das Franziskanerkloster Waldbreitbach ein. Der Angeklagte ist 1933 von dem Franziskanerbruder Markus bei der Nachtwache verführt worden und hat sich in der Folge auch mit den Franziskanerbrüdern Gregor und Herm.= Joseph homoseruell vergangen. Der Staatsanwalt wies auf die Widerstandslosigkeit hin, mit der der Angeklagt: jeder Versuchung erlegen sei. Begünstigt sei das schamlose Treiben durch die im Kloster gebildeten Freundschaftsklubs worden, die eine verhängnisvolle Rolle gespielt hätten. Der Staatsanwalt beantragte ein Jahr zwei Monate Gefängnis. Das Gericht verurteilte den Pelrasheim=Prozes in Kiede Keine wesentlichen neuen Momente der Beweisaufnahme RDW Kleve, 7. Juli. Die Dienstagverhandlung im Schmuggel= und Devisenprozeß von Petrusheim litt in der fortgesetzten Beweisaufnahme nach den eigenen charakterisierenden Worten des Vorsitzenden an der fast allgemeinen Gedächtnisschwäche der die Anklage stützenden Zeugen. Dadurch wurden die Vernehmungen unnötig gelängt und sie verloren in ihren Aeußerungen an öffentlichem Interesse. Die Vernehmung des Kraftwagenführers Boumanns aus Goch, der mehrere Getreidetransporte im Auftrage des Angeklagten Janssen fuhr, ergab keine neuen Momente. Dem als Zeugen gehörten Lagerverwalter Hermann Hendricks waren Getreidelieferungen von Petrusheim an den Angeklagten Dicks bekannt. Trotz mehrfacher Aussprache mit seinem Arbeitgeber über die etwaigen Prozeßfolgen will er von diesem nicht beeinflußt worden sein. Er solle lediglich die von Petrusheim gelieferte Menge auf 1000 bis 1500 Zentner angeben, die aber nach seinen eigenen Beobachtungen auf 10000 Zentner erhöht werden müßte. Die abermalige Ladung des Zeugen Henkel führte zur Aufdeckung gewisser Widersprüche in seinen Aussagen bezüglich seiner Feststellung zur Waldbreitbacher Franziskanerbruderschaft, der er früher selbst angehörte. Nähere Angaben über die Geschäftsführung der Firma Leeuw insonderheit über die Verbuchungen des von Petrusheim bezogenen Getreides machte die Buchhalterin Adele Huismann. Danach betrug der Jahresumsatz der regelmäßig von Petrusheim bezogenen Getreidemengen etwa 35 000 bis 40 000 Reichsmark. Alle Buchungen seien offen und zuverlässig ausgeführt worden. Eine Beeinflussung seitens ihrer Arbeitgeber sei nicht unternommen worden. Wegen der fingierten Buchungen Leeuws konnte die Zeugin keine Angaben machen, da sie die Kassengeschäfte nicht ausgeführt habe. Entgegen seiner früheren Einlassungen machte auch der Zeuge Friedrich Theißen keine erschwerenden Aussagen über die Buchverbrennungen. Von solchen Vorgängen im Jahre 1935 wisse er nichts mehr. Wegen einer eventuellen Entlassung will sich der Zeuge das bewußte Getreideanschreibebuch eigenmächtig angeeignet haben, aus dem die Anklage heute die fingierten Buchungen der Frau Leeuw ableitet. Sein Vorhaben mit diesem Belastungsmaterial gibt der Zeuge heute nicht klar an, obwohl er das Buch Jahre lang für ganz bestimmte Zwecke aufgehoben hat, um nach seiner Entlassung gegen die Firma etwas in der Hand zu haben. Wegen des Verdachts der Begünstigung bleibt auch dieser Zeuge unvereidigt. Angeklagten zu einer Gefängnisstrafe von einem Jahr drei Monaten Gefängnis. Sieben Monate der Untersuchungshaft wurden auf die Strafe angerechnet. Der zweite Angeklagte ist der 1915 in Westfalen geborene Franziskanerbruder Basilius. Der Angeklagte ist geständig, mit den Brüdern Ildefons und Romuald widernatürliche Unzucht getrieben zu haben. Der Staatsanwalt wies darauf hin, daß der Angeklagte trotz aller guten Vorsätze sich immer wieder homoseruell betätigt habe. In wenigen Wochen habe er sich schwerer sittlicher Verfehlungen schuldig gemacht, für die der Staatsanwalt 1 Jahr vier Monate Gefängnis beantragte. Der Staatsanwalt stellte hierzu fest: Diese jungen Leute sind unschuldig in das Kloster gekommen, sind einem alten raffinierten Routinier in die Hände gefallen und sittlich verkommen oder sie wußten in ihrer sexuellen Not nicht mehr ein und aus und gerieten widerstandslos in den Kreis der Unzucht treibenden Brüder. Es ist schon so. daß die Hauptschuld an allen diesen Dingen eine Institution trifft, die in unserer heutigen Zeit keine Existenzberechtigung mehr hat. Wenn man hier hört, daß alle diese Scheußlichkeiten im Kloster. trotzdem sie bekannt waren, nicht bekämpft wurden, dann ist die ganze Organisation überhaupt nicht mehr zu verstehen. Das Gericht verurteilte den Angeklagten wegen widernatürlicher Unzucht zu fünf Monaten Gefängnis. Die Strafe ist durch die erlittene Untersuchungshaft verbüßt. Als dritter Angeklagter hatte sich der 23 Jahre alte Franziskanerbruder Angricola zu verantworten. Der Angeklagte erklärte, daß er im Jahre 1931 in die Franziskanergenossenschaft eingetreten sei. Die Zustände im Kloster hätten ihn später wieder veranlaßt. auszutreten. Im Falle des jugendlichen Bruder Angricola ergab die Zeugenvernehmung wieder ein erschreckendes Bild sittlicher Verwirrungen. Der Staatsanwalt wies auf die wüsten Orgien hin, die der Angeklagte mit seinen Klostergenossen in Szene gesetzt hatte und beantragte ein Jahr drei Monate Gefängnis. Es erging folgendes Urteil: Das Verfahren wird auf Grund des Straffreiheitsgesetzes vom 7. August 1934 eingestellt. Der Haftbefehl wird aufgehoben. In der Urteilsbegründung wird ausgeführt, daß die dem Angeklagten zur Last gelegten Fälle bis auf einen nicht restlos nachgewiesen werden konnten. Da mit Rücksicht auf die Tatbestände in einem Falle eine höhere Strafe als sechs Monate nicht zu erwarten war, sei das Gericht gezwungen gewesen. die Amnestie anzuwenden. andauert, halten wir es für dringender, örtliche Streitfälle zu begrenzen und nicht in allgemeine Kriege militärischer und wirtschaftlicher Art ausarten zu lassen, wie es der Artikel 16 vorschreibt. Die gegenwärtige Anwendung der Völkerbundssatzung führt zum Weltkrieg. Solange diese Gefahren nicht durch eine Reform beseitigt sind, müssen wir uns das Recht vorbehalten, jeden Streitfall nach freiem Ermessen nach seinen Ursachen, Verantwortlichkeiten und Wirkungen zu untersuchen, ehe wir uns zu irgendwelchen Maßnahmen entschließen.“ Das Baugrubenunglück in der hermann-Göring-Straße dub. Berlin, 7. Juli. Im Berliner Baugrubenunglücksprozeß wurde am Dienstag der Reichsbahnoberinspektor W. vernommen, der zuletzt Expedient im Büro des mitangeklagten Streckendezernenten Kellberg war. Er bekundete, daß der Angeklagte Weyher mit der Ausarbeitung der Sicherungspläne für die zu kurzen Rammträger beauftragt worden sei. Die Pläne seien aber vor dem Einsturz nicht mehr eingegangen. Im weiteren Verlauf der Verhandlung traten die Gegensätze zwischen den Angeklagten Kellberg und Weyher, sowie vor allem der grundsätzliche Unterschied in der Darstellung Weyhers und Noths erneut zutage. Noth vertritt nach wie vor den Standpunkt, daß Weyher die Tieferschachtung angeordnet hat, mithin darüber vollkommen im Bilde war, während Weyhers Verteidigung darauf hinausläuft, daß hinter seinem Rücken in den letzten Tagen vor dem Einsturz, als er nicht mehr auf der Grubensohle war, der Aufschub unter die zulässige Tiefe vorwärtsgetrieben wurde. Der Vorsitzende betonte, daß man immer wieder auf die Kernfrage zurückkomme, die schon vor zwei Monaten angeschnitten worden sei, wer nämlich die größere Glaubwürdigkeit verdiene, Weyher oder Noth. Bringt die weitere Verhandlung keine Klarheit hierüber, dann wird sich das Gericht auf Grund der sehr eingehenden Beweisaufnahme sein Urteil bilden und die Entscheidung nach pflichtgemäßem Ermessen fällen müssen. Schweres Unwetter im Höllental dub. Freiburg(Breisgau), 7. Juli. Die bleierne Schwüle, die am Montag über dem Breisgau und dem südlichen Schwarzwald lag, führte nachmittags im Höllental zu einem schweren Unwetter. Zwei Gewitter waren im Tal hängen geblieben und unter Blitz und Donnerschlag ging ein sturzartiger Regen, verbunden mit Hagelschlag, nieder. Am schwersten betroffen wurde der Ort Posthalde. Die kleinen Bergbäche führten riesige Wassermassen mit. Einer der Bäche verließ sein Bett und grub sich ein neues von etwa 1½ Meter Tiefe. In Posthalde wurden die Keller unter Wasser gesetzt. Beim Bahnhof wurden die Gleise auf 120 Meter Länge durch Felsgeröll und Holz etwa ¾ Meter hoch verschüttet. 15 Meter des Gleises wurden auch unterspült. Der Zugverkehr zwischen Hirschsprung und Hinterzarten ist unterbrochen, so daß der Verkehr durch Umsteigen in Kraftwagen aufrecht erhalten werden muß. Die Räumung und Wiederherstellung der Strecke ist bereits in Angriff genommen und man hofft, in 24 Stunden den Betrieb wieder aufnehmen zu können. Wegen Sittlichkeitsverbrechens verhaftet onb Darmstadt, 7. Juli. Die Justizpressestell Darmstadt teilt mit: Die Große Strafkammer in Darmstadt hat auf Antrag des Oberstaatsanwalts gegen die frühere Ordensschwester Wendelina aus dem Orden der Karmeliterinnen vom göttlichen Herzen Jesu das Hauptverfahren wegen Sittlichkeitsverbrechens eröffnet. Schwester Wendelina war von 1929 bis Ende 1934 als Erzieherin in der Knabenabteilung des Theresien=Kinderheimes der Karmeliterinnen in Offenbach tätig und unterhielt seit 1933 mit einem 13jährigen, frühreifen Zögling fortgesetzt geschlechtliche Beziehungen, bis sie im Jahre 1934 in eine andere Niederlassung ihres Ordens versetzt wurde. Im Juli 1935 gebar sie dort ein aus den Offenbacher Vorgängen stammendes Kind und schied infolgedessen aus dem Orden aus. Die Angeschuldigte befindet sich in Untersuchungshaft und ist in vollem Umfange geständig. Bautz=Dortmund bester Deutscher! Beginn der Tour de France Paris und mit ihm ganz Frankreich stand am Dienstag im Zeichen des größten und bedeutendsten Etappenrennens der Welt, der„Tour de France“, das unter stärkster Anteilnahme des Publikums gestartet wurde. 90 Fahrer, die diesmal in Klasse A und B sowie Einzelfahrer eingeteilt sind, waren zur Stelle, darunter auch das deutsche Aufgebot mit dem nachträglich nach Paris beorderten Dortmunder Erich Bautz, der auch gleich auf der ersten Etappe von Paris nach Lille schon als bester Deutscher hervorging. Das I2. Dealsche Jungerbandessent in Brenau Umfassende Vorbereitungen— Appell an das Verantwortungsgefühl der Sänger deutsche Sängerwelt rüstet schon jetzt zum Deutschen Sängerbundesfest, das in der Zeit vom 28. Juli bis zum 1. August 1937 in Schlesiens Hauptstadt. Breslau, stattfinden wird. Nicht nur beim Sängertag des DSB. in Hamburg, sondern auch bei allen Gausängertagungen und Kreisveranstaltungen im ganzen Reich. und nicht zuletzt in den einzelnen Vereinen des großen Deutschen Sängerbundes im In= und Ausland, steht die Frage der kommenden großen Kundgebung stark im Vordergrunde. Erfreulicherweise ist man sich in der gesamten deutschen Sängerschaft darüber einig, daß diese erste große Kundgebung des DSB. im Dritten Reiche, mit der gleichzeitig die Feier des 75jährigen Bestehens verbunden ist, ein besonderes Ausmaß und Gepräge haben muß und zu einem überzeugenden Ausdruck der Größe unserer Bundesidee gestaltet werden muß. In einer großen Anzahl von Beratungen und Sitzungen mit allen Zentralstellen, sowohl in Berlin, als in der Feststadt Breslau, konnte mit Freuden die Bereitwilligkeit festgestellt werden, das 12. Deutsche Sängerbundesfest so zu fördern, daß es wirklich zu einem überragenden kulturpolitischen Ereignis in der Südostecke unseres lieben Vaterlandes werden wird. Nun gilt es für die Sänger durch ein wohldiszivliniertes Massenaufgebot und durch eine einwandfreie künstlerische Gestaltung unserer musikalischen Arbeit, das Sängerbundesfest so zu gestalten. daß es der Würde unseres Großbundes, auf den wir stolz sein können, entspricht. Darum richte schon jetzt Herz und Sinn ganz auf unser großes kommendes Gemeinschafts=Bekenntnis 1937 in Breslau! Wir brauchen deinen Entschluß zur Teilnahme und deine zielbewußte Vorarbeit schon jetzt! Die Verhandlungen mit der Reichsbahn lassen größtmöglichstes Entgegenkommen erwarten, so daß es auch den am entferntest wohnenden Sängern möglich sein wird. Zeuge des gewaltigen Erlebens zu werden. Die unverbindlichen Anmeldungen Um einen Ueberblick über die Teilnahme am Fest und damit Unterlagen für die weitere organisatorische Arbeit zu gewinnen, wird in den nächsten Tagen jeder Verein einen Fragebogen zugestellt bekommen. dessen gewissenhafte Ausfüllung jedem Vereinsführer zur unbedingten Pflicht gemacht wird. Es ist eher noch tragbar, daß zunächst ganz vorsichtig gemeldet wird und dann die Teilnehmerzahl sich erhöht, als daß in der ersten Begeisterung Zahlen gemeldet werden, die nicht aufrecht erhalten werden können und dann mit einem etwaigen großen I eine ernstliche Gefährdung der Finanzwirt= schaft beveuten. Die Frage der Unterkunft Der Frage der Unterkunft gilt die besondere Sorge des Festausschusses in dem Bewußtsein, daß von einer guten Unterbringung ein wesentlicher Teil des Gelingens des Festes abhängt. Angaben hierüber enthalten die Fragebogen zur unverbindlichen Voranmeldung Gerade für die Bearbeitung der Wohnungsfrage ist eine gewissenhafte Ausfüllung der Fragebogen von besonderer Wichtigkeit. beim Abbiegen und beim Anhalten deutlich sichtbare Zeichen mit dem Arm und denkt daran, daß der hinter euch kommende Kraftfahrer sonst euch überfährt oder andere anfährt! Fahrt nicht zu Zweien auf einem Fahrrad und haltet die Lenkstange beim Fahren jest! Freihändiges Fahren und Wegnehmen der Füße von den Tretkurbeln ist kein Zeichen großer Fahrkunst, sondern bodenloser Leichtsinn und verantwortungslose Hejährdung anderer. Mißbraucht das Vertrauen (urz das man mit der Aufhebung der Radfahrtarte in euch gesetzt hat! Wollt ihr die Einführung des Nummernzwanges? Deutsche Fußgänger! Die Fahrbahn gehört dem Fahrverkehr. euch gehört die Gehbahn. Beeilt euch beim Ueberschreiten der Straße, geht die Fahrbahn ne Springt nicht auf die Straßenbahn oder den Omnibus auf und von diesen ab! Nur an den Haltestellen dürft ihr ein= und aussteigen! Wartet auf den Bürgersteigen, wenn die Straßenbahn kommt! Ihr gefährdet euch und andere, wenn ihr auf der Fahrbahn steht. Deutsche Volksgenossen! Schafft endlich die Verkehrsgemeinschaft auf der Straße! Seht in dem anderen Verkehrsteilnehmer den Kameraden und Volksgenossen! Uebt Rücksicht und Diszivlin! Hortschreitende Errenninis im Veerstraßenbau Ein wichtiges Absatzgebiet für den deutschen Kohlenbergbau Haltbare Straßendecken Gattel Berrehtsotztotint! Ein Aufruf des Kor psführers Hühnlein Der Führer des Nationalsozialistischen Kraftfahrkorps und des Deutschen Kraftfahrsports, Korpsführer Hühnlein, wendet sich mit nachfolgendem Aufruf an alle Verkehrsteilnehmer, durch Selbstdiszpilin und gegenseitige Rücksichtsnahme Unfälle zu vermeiden: Ein ernstes Wort vor den Olympia=Wochen Mehr als 4000 Kilometer habe ich in den letzten Wochen im Kraftfahrzeug durch alle deutschen Gaue zurückgelegt. Zahllos sind meine Beobachtungen über leichtsinniges, unvorschriftsmäßiges und rücksichtsloses Verhalten der Verkehrsteilnehmer. Die vom Reichs= und Preußischen Verkehrsminister wöchentlich veröffentlichten Verkehrsunfallzahlen zeigen ein erschreckendes Bild. Hunderte von Volksgenossen werden im Straßenverkehr getötet. Tausende nehmen schweren Schaden an ihrer Gesundheit, unendliche Sachwerte werden vernichtet. Während der Wiederaufbau des deutschen Vaterlandes jede Arbeitskraft erfordert, müssen zahlreiche Volksgenossen im Krankenhaus die Folgen von mangelhaftem Pflichtbewußtsein und unzugänglicher Beherrschung des Fahrzeuges auf der Straße büßen. So geht es nicht weiter! Die Olympischen Spiele 1936 stehen vor der Tür und haben eine verstärkten Verkehr auf allen deutschen Straßen im Gefolge. Mit dem Kraftwagen und dem Kraftrad, mit dem Fahrrad und zu Fuß werden Hunderttausende— Deutsche und Ausländer— nach Berlin eilen, um an dem größten Sportereignis der Welt teilzunehmen. Mit großer Sorge sehe ich diesen Wochen entgegen, wenn nicht endlich einmal Disziplin und Rücksicht im Straßenverkehr Einzug halten. Deutsche Kraftfahrer! Ist das der Dank für das große Geschenk der Reichsautobahnen, das euch der Führer gemacht hat? Schon jetzt zeigt sich, daß die große Geschwindigkeit, die auf den Straßen Adolf Hitlers gefahren werden kann, sich auf die übrigen Straßen überträgt. Schon jetzt ereignen sich auf den Reichsautobahnen unsaule, die auf Leichtsinn und unvorschriftsmäßiges Verhalten zuruckzuführen sind. Schon jetzt werden laut, die euch nicht für fähig halten, auf den Autobahnen richtig zu fahren. Wollt ihr, daß Geschwindigkeits=Beschränkungen eingeführt werden? Wollt ihr, daß dem Kraftverkehr wieder Fesseln angelegt werden wie in vergangenen Zeiten? Teilt euch eure Fahrten richtig ein, fahrt rechtzeitig weg! Fahrt vernünftig und benutzt, wenn ihr es nicht sehr eilig habt, die rechte Straßenseite! Schneidet keine Kurven und überholt vorschriftsmäßig. Beachtet die Vorfahrtregeln und biegt langsam in andere Straßen ein! Nehmt Rücksicht auf alle andern Verkehrsteilnehmer und vergeßt nicht, daß ihr als Führer der schnellsten Fahrzeuge die größte Verantwortung tragt! Meidet den Alkohol vor und während der Fahrt! Gebt das Steuer nicht an Freunde und Bekannte. die keinen Führerschein haben und achtet auf die Verkehrszeichen! Der deutsche Kraftfahrer muß seinen Volksgenossen mit dem besten Beispiel vorangehen, denn er ist der Träger des Fortschrittes und der Motorisierungswünsche des Führers. Deutsche Radfahrer! Eure Zahl von 17 Millionen verpflichtet euch zu besonderer Rücksicht und Vorsicht. Ihr seid nicht allein auf der Straße, sondern nur Glieder des allgemeinen Straßenverkehrs. „„Benutzt nur die Radjahrwege, die für euch gebaut daß an euren Rädern vorschriftsmäßige Rückstrahler vorhanden sind, da ihr euch sonst selbst schwer gefährdet! Fahrt im Dunkeln nicht ohne Licht und bringt eure Laternen richtig an, um entgegenkommende Verkehrsteilnehmer nicht zu blenden! Ihr behindert den Verkehr stets, wenn ihr zu mehreren nebeneinander fahrt. Fahrt daher hintereinander. E K K usee MOS Die„Technisch. Mitteilungen“ das Gemeinschaftsorgan der Technik, herausgegeben in Verbindung mit für Technik der NSDAP.. Gau Essen. von 353B 5,„RXA. B0A. und OAg., brachte einen Aufsuß üder„Fortschreitende Erkenntnisse im Teerstraßenbau“, dem wir nachstehende interessante Einzelheiten entnehmen: Die Staubentwicklung auf den sandgebundenen Schotterstraßen wurde Anfang des 20. Jahrhunderts durch Teeren der Fahrbahn einzuschränken versucht. Man goß ursprünglich rohen Teer mit Gießkannen auf die Straße. in die er mehr oder weniger eindrang. Die Fortentwicklung dieses primitiven Verfahrens führte zu einer der am weitesten verbreiteten Teerstraßenbauweisen, der Oberflächenteerung. zumal man schon frühzeitig erkannte, daß solche Ueberzüge ein verhältnismäßig billiges und dabei wirtschaftliches Mittel waren, um die Schotterstraßen vor Zerstörung durch den saugenden Automobilverkehr und durch Witterungseinflüsse zu schützen. Es dauerte nur wenige Jahre bis man dazu überging. den Schotter auch vor dem Einbau zu teeren. also Teer=Mischmakadam, herzustellen. Von etwa 1908 bis zum Weltkrieg wurden in verschiedenen Gegenden Deutschlands Versuche mit Heiß. und Kalteinbau von Teer=Mischmakagam gemacht. Ein Teil dieser Decken hat sich bis zur Gegenwart gehalten. der auch viele Fehlschläge waren zu verzeichnen. weil der Teerstraßenbau noch unersorscht war. Während der Kriegs= und Inflationszeit ruhte in Deutschland der Straßenbau. Als er um 1924 wieder ausgenommen wurde, studierten deutsche Praktiker gemeinsam mit Chemikern in den Ländern, die verschont geblieben waren, wie die Schweiz und England, die inzwischen gebauten Teerstraßen und entwickelten von diesen Ergebnissen ausgehend. unter Vervollkommnung der Straßenherstellung die heutigen deutschen Teerstraßenbauweisen. Durch die wissenschaftliche Durchforschung der Teerstraßendecken ist für die Weiterentwicklung des Teerstraßenbaus von größter Bedeutung gewesen. Erst nachdem man die wesentlichen Funktionen der einzelnen Grundformen klar erkannt hatte, konnte man sich erlauben. neben den hochwertigen, verhältnismäßig teuren Teermakadam und Teerbetondecken billigere Teerstraßendecken zu entwickeln, die bei der im Verhältnis zum Ausbaubedarf beträchtlichen Kavital knappheit sehr erwünscht waren. Das sind die sogen. mittelschweren Decken. d. h. solche, die für mittelschweren Verkehr(1000—1000 To.=Tag) ausreichen. Dazu gehört Teer=Tränkmakadam, dessen Aufbau man verseinert hat. Auch Verbilligung hat man dadurch erreicht, daß die Tränkung der Schotterdecke mit Teer nur noch in einem einzigen Arbeitsgang vorgenommen wird.(Halbtränkung). Eine andere billige Art einer mittelschweren Teer straßendecke wurde in der sogen. Einstreudecke ent wickelt. Bei dieser wird geteerter Splitt in die vor gewalzte ungeteerte Schotterschicht eingestreut. diese standfest und dichtgewalzt war. Man hat diese Deckenart dann verseinert, indem man die Schotterunterlage dünn mit Teer anspritzte und nachher noch oder eine Teerseinmineralschicht(Teerverbunddecke( aufbrachte. Wenn auch kleiner Teilprobleme des Teerstraßen baus noch einer besseren Lösung harren, der man wie oben gezeigt, alle Aufmerksamkeit widmet, so kann doch ohne Einschränkung behauptet werden, daß der Teerstraßenbau schon seit vielen Jahren Straßenliefert. die allen vernünftigen Anforderungen gerecht werden. Umso bedauerlicher ist es, daß der Teerstraßenbau namentlich in Laienkreisen, aber Kraftfahrern und sogar bei Technikern. nicht das Ansehen genießt, das er verdient. Grund dafür ist offenbar. daß der Laie keine Unterschiede zwischen einem Oberflächenbezug, der meist nur eine vorläufige Befestigung darstellt und einem hochwertigen Teermakadam oder Teerbetonbelag macht. Er hält erstere offenbar für eine schlechtere Ausführung des letzteren. Unzureichende Ueberzüge von Schotterdecken, die aus Geldmangel statt schwerer Decken vorläufig gebaut wurden und vielfach auch aus Geldmangel nicht einmal ordnungsgemäß gepflegt und nachgeteert wurden. veranlaßten die Laien. über den Teerstraßenbau den Stab zu brechen, weil sie sich licht der Mühe unterziehen, die meist finanzielle Ur sache des Verfalls zu ergründen, die mit der Leides Teerstraßenbaus an sich nicht das mindeste zu tun hat. Jede Unterschätzung des Teerstraßenbaus ist heute umso unerwünschter, als er ein Barsteflfe desten Steinkoblenteer an###erwertung für den deutschen Kohtenvergbau und seine Belegschaften wichtig ist. Humor Der Protz Der Protz ist ausgestorben. Es gibt heute nur noch hochseine Leute, die gewohnt sind, alles vom Gesten zu haben. Kürzlich war ich bei einem Kürschner. Ein Herr trat ein und verlangte: „Geben Sie mir zwei Silberfüchse.“ eitääcneru Kragen für die Gattin?“ fragte der Der feine Mann brummte: ginkgsinn! Als Federwischer für meine beiden Die größte Lüge Ein Edelmann meinte zu seinen drei Dienern: „Wohl weiß ich, daß ihr alle drei gerissene Burschen seid. Und doch möchte ich wissen, wer von euch mir die größte Lüge sagt. Der soll gut belohnt werden.“ „Ich habe nie gelogen.“ meinte der erste. „Ich kann überhaunt gar nicht lügen.“ beteuerte der zweite. undek ritte aber:„Die beiden haben die reine Muhrheit gesagt, gnädiger Herr!" Belohnung Die schöne Zeit Am Stammtisch„Ich mache den Vorschlag. einen zu gründen!“ sagte Bemmrich. Allseitiger Beifall. Nur Hemmerich meinte:„Ja. aber beim Singen geht doch soniel Zeit verloren?" Bevor Sie Haushaltwaren und Porzellan kaulen, besichtigen Sie in Ihrem eigenen Interesse unsere gepflegten Hbteilungen. Preiswürdigkeit, Aus- Wan## Win## wahl und Qualltät werden sie Haufhaus Kirsch — Sadron Bümdterstraße 11 überraschen Inserieren bringt Gewinn! Besperrt! KIAS1 Feeze Festgefahren!— Das wäre nicht nötig gewesen, wenn er den Stadtanzeiger aufmerksam gelesen hätte. Schon in der vorigen Woche gab sie die Umleitung bekannt. vom billigsten Studier-Piano bis zum erstklassig. MarkenInstrument zu günstigen Bedingungen Planohaus Marks Bochum Kaiser-Wilhelm-Str. Gut erhaltene Telesonzelle preisw. zu verkaufen. Näheres zu erfragen i. Stadtanzeiger. Sauberes (60 Putzmädchen, s. die Morgenu. Abendstunden gesucht. Von wem, sagt der Stadtanzeiger. Lebensmittelgeschäft sucht z. 1. 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