***"A für Castrop=Rauzel und Umgebung Jahr= Castrayor Zoitun Der Stadtanzeiger erscheint wöchentlich Zmal. Wochenbezugsprete Anzeigenpreis: 1 mm hoch und 22 mm breit 4 Pig, Text02.Jähig. Caftroper=Heilung 59 Pfg. Postbestellpreis 2 RM. monatlich. Ersatzansprüche können anzeigen 1 mm hoch und 72 mm breit 25 Pfg. Nachlaß nach —*#schte dei Störungen im Erscheinen infolge höherer Gewalt nicht gestellit den vom W. d. D.., herausgegebenen„Richtlinien. 3. Zt. gil: Raureler Neueste Nachrichten werden Drus und Verlag: Geschw Schmiz in Castrop=Rauxel. Preisliste Nr. 2 Für Platzwünsche, auch für die durch Fernsprecher Rauzeiet=Geueste Nachrichten Hauptschriftleiter, verantwortlich für den Textteil: Franz aufgegebenen, sowie für undeutlich geschriebene Aufträge wird B) horstor Tagoblatt Jesef Pruns in Castrov=Rauxel.„Anzeigegletie:, Wilhelm keine Gewähr übernommen Schluß der Anzeigen=Annahme 4 Uhr Htabenhorfrei Tagevlaft Welter in Castrop=Rauxel. DA. V. 36 1767. Sa.=Nr. 2151 Castrop. nachm. tags zuvor Erfüllungsort u. Gerichtsstand Castrop=Rauxel. Amtliches Veröffentlichungsblau für den Landgerichtsbezirk Dortmund. Allgemeines Kreisblau für den Stadtkreis Castrop=Rauxel. Nr. 152 Montag, den 8. Juni 1936 Gillenung des Willens zun Annde Köln erlebt eine Großkundgebung in Anwesenheit von Reichsminister heß— Appell an das deutsche Volk, sich wieder zur erbgesunden deutschen Vollfamilie zu finden rwd. Köln, 6. Juni. Zu einer eindrucksvollen und zieldeutenden Kundgebung für die deutsche Familie gestaltete sich die Amtsträgertagung des RdK. in der großen Festhalle der Kölner Messe. Die mit den Symbolen der Bewegung und frischem Grün geschmückte Halle war bis auf den letzten Platz gefüllt. Kurz nach 18 Uhr traf der Stellvertreter des Führers ein. Als erster Redner der Amtsträgertagung des Reichsbundes der Kinderreichen sprach dessen Leiter Stüwe, der zunächst in herzlichen Worten den Stellvertreter des Führers begrüßte, in dessen Erscheinen er zum Ehrentage der deutschen Familie ein Zeichen erneuter Anerkennung der Ziele und Arbeit des RdK. sehe. Der Reichsbund der Kinderreichen, vielfach mißverstanden und verkannt, sei kein Interessenten= oder Wohlfahrtsverband, so führte er u. a. aus, sondern ein bevölkerungspolitischer Kampfbund, eine Auslese erbgesunder deutscher Vollfamilien. Angesichts der erschreckenden Schädigung unseres Volksbestandes durch den Geburtenschwund ringe der RdK. um Erkenntnis und Besinnung für die Erhaltung des Deutschtums. Die Geburtenzahl von 1933 sei gegenüber der Vorkriegszeit auf weniger als die Hälfte gesunken. Wir betrauerten zwei Millionen deutscher Helden, die auf den Schlachtfeldern blieben, aber der Zersetzungsfeldzug gegen den Willen zum Kind habe uns mehr als das Sechsfache an deutschem Leben gekostet. Der Fehlbetrag von 13 Millionen Kindern habe sich bereits weitgehend in der Erwerbslosigkeit ausgewirkt und zugleich komme durch den Mangel an Nachwuchs die Altersversorgung in Gefahr. Kulturell aber führe die Einschränkung der Kinderzahl erfahrungsgemäß zu einem Aussterben der Führerschicht auf allen Gebieten. Durch das Zwei= und Einkindersystem sei der Familiensinn und der Familienbegriff sittlich schwer erschüttert worden. „Das, was die Genialität des Führers, was Fleiß und Arbeit des Volkes geschaffen haben“, so führte der Redner weiter aus,„muß in der Zukunft leben. Wir müssen die harte Wirklichkeit erkennen, daß wir ein sterbendes Volk geworden sind, und müssen dem einen ebenso harten Willen entgegensetzen: Deutschland muß leben!“ Die Kundgebung erreichte ihren Höhepunkt, als der Stellvertreter des Führers, Reichsminister Rudolf Heß, die Rednertribüne betrat, um kurze und herzliche Worte an die deutschen Väter und Mütter zu richten. Rudolf Heß überbrachte zu Beginn seiner Ansprache den deutschen Kinderreichen zu ihrem Ehrentag die Grüße des Führers und wies darauf hin, wie sehr der Führer, wie sehr tei und Staat das würdigen, was die kinderreichen Familien für die Nation leisten. „Sie sind Vorbild der Nation, sie setzen sich ein für die Zukunft der Nation, sie kämpfen in aller Stille, in aller Zurückgezogenheit einen Kampf für Deutschland, sie haben über das wirtschaftliche Denken das Denken um das Volk gesetzt, wie es der Nationalsozialismus verlangt.“ Der Stellvertreter des Führers bekannte sich im weiteren Verlauf seiner kameradschaftlichen Worte zu der Verpflichtung des Staates im Sinne eines weitgehenden Eintretens für die kinderreiche Familie. Gerade weil sie nicht materialistisch denke, müsse dafür gesorgt werden, daß sie nicht wirtschaftlich zu leiden habe. Rudolf Heß verwies dabei insbesondere auf die gerechte Forderung nach dem Familienlastenausgleich. Zum Schluß seiner immer wieder von Beifall unterbrochenen Ansprache brachte der Stellvertreter des Führers den Dank zum Ausdruck, den Führer und Nation den deutschen Vätern und Müttern sagen, die die Erhaltung unseres Volkes sichern.„Ich glaube, daß die Zeit kommen wird, in der ihr Vorbild von allen in Deutschland so gewürdigt werden wird, wie es gewürdigt werden muß.“ Als letzter Redner nahm dann der Leiter des Rassepolitischen Amtes der RSDAP, Reichsamtsleiter Dr. Walter Groß, das Wort. Er führte u. a. aus: Den endgültigen Sieg des Nationalsozialismus kann es auf Jahrhunderte hinaus nicht geben ohne kinderreiche Familien, die das, was heute geschaffen wird, in ihren Kindern morgen verteidigen und erweitern werden. Wir erleben mehr als die Geschichte des Wiederaufstiegs einer Nation, wir erleben es, daß ein Mann und seine Bewegung mit einem weltweiten Blick über Jahrtausende der Weltgeschichte und der Geschichte des eigenen Volkes einen größeren Kampf begann gegen den schlimmeren Feind des Volkes, gegen den biologischen Niedergang und das unmerkliche rassische Hinsterben. Die letzten Jahrhunderte haben zu siegen, zu erobern und zu gestalten verstanden, aber sie haben vergessen, daß der Quell dieser Kraft in ihnen selbst, im ewigen Strom des Blutes liegt, der nicht versiegen darf, wenn nicht alles äußerlich Geschaffene von selbst zusammenbrechen soll. Narren und Verbrecher untergruben den Willen zum Leben auf dieser Welt. Aber keine Kraft hat Gott dem Menschen gegeben, daß er sie links liegen lasse, sondern was er an Kraft und Lebensdnb. Berlin, 6. Juni. Bei der Eröffnung der Ausstellung„Die deutsche Gemeinde" hielt Reichsminister Dr Frick eine Ansprache, in der er u. a. ausführte: 50000 deutsche Gemeinden, vereinigt im Deutschen Gemeindetag. schicken sich an, in einer großen geschlossenen Schau Zeugnis obzulegen über ihre Arbeit und über ihre Leistungen. Die Ausstellung„Die deutsche Gemeinde“, Auftakt des morgen beginnenden VI. Internationalen Gemeindekongresses, soll ihren Besuchern ein Bild geben, wie das Wirken deutscher Gemeinden im Leben eines jeden deutschen Volksgenossen Tag für Tag in den vielfältigsten Formen in die Erscheinung tritt; sie soll zeigen, welches Maß öffentlicher Verwaltung, öffentlicher Sorge für die Volksgemeinschaft das Reich vertrauensvoll unseren Gemeinden übertragen hat und mit welch großem Erfolg die Gemeinden der ihnen gestellten Aufgabe gerecht werden. Der nationalsozialistische Staat lehnt es mit aller Entschiedenheit ab, in den deutschen Gemeinden Verwaltungsträger zweiten Ranges zu sehen, die gut genug dazu waren, die Aufgaben von minderer Bedeutung zu lösen. Die deutsche Gemeinde ist vielmehr nach unserer Meinung nicht nur ein vollwertiges Glied unserer gesamten öffentlichen Verwaltung; sie ist eines ihrer wichtigsten Glieder, weil sie dazu bestimmt ist, als die volksnächste Stufe der Verwaltung in einem weit umfassenden Wirkungsbereich den Bedürfnissen, Sorgen und Nöten der örtlichen Gemeinschaft zu dienen Da nach unserer ganzen Anschauung aber die Volksnähe einer Verwaltung ausschlag. gebend für ihren Erfolg ist, sind wir seit der Machtübernahme unermüdlich bestrebt gewesen, der deutschen Gemeinde in dem Verwaltungsgefüge des Reiches die Stellung einzuräumen, auf die sie nach ihrer Eignung und nach ihren Leistungen vollen Anspruch hat. Wir haben es Jahrzehnte hindurch erlebt daß die Gemeinden ihre vornehmste Aufgabe darin sahen, in allen nur möglichen Fragen einem schwachen Staate in betonter Opposition entgegenzutreten; wir haben in diesen Zeiten Geist in unseren Gemeinden gesehen, der jede natürliche Einordnung n diesen Staat von sich wies und bestenfalls der ausdrücklichen Gesetznorm verpflichtet zu zein gloubte. Heute aber möglichkeiten gab, gab er ihm, um es zu verwenden und damit ihm zu dienen.(Lebhafter Beifall). Leistungen, die eine tapfere Generation gestern und heute vollbringt, müssen morgen und übermorgen abermals vollbracht und gesichert werden. Der Reichsbund der Kinderreichen ist der Künder und Erzieher zu dieser neuen Haltung, die gleichermaßen der politischen Notwendigkeit wie den ewigen Lebensgesetzen der Menschheit gerecht wird, und wer befürchtet, hinter dem Appell an den Kinderreichen könne die Absicht eines Angriffs stehen, dem müssen wir sagen, daß das nicht wahr ist und nicht wahr sein kann. Denn je mehr lebendige Kinder ein Volk oder eine Familie ihr eigen nennt, desto heißer wünscht sie, in Frieden und Ordnung Wachsen und Schaffen ihrer Kinder erleben und bewahren zu können. (Lebhafter Beifall). Die Wurzeln unserer Kraft liegen da, wo das Leben sich erneuert, wo der Bauer die Scholle bricht und die Mutter ihr Kind stillt. Darum wollen wir all denen in Gedanken einen Gruß sagen, die sonst nie genannt sind, die aber im Grunde diejenigen sind, von sehen wir in der deutschen Gemeinde wieder das, was sie bei einer organischen Betrachtung ist: die Zelle des Staates, in ihren Geschicken untrennbar verknüpft mit dem Staate, in ihrem Wirken ausgerichtet auf das Wohl des Staats- und Volksganzen, in ihrer Arbeit geschützt und gefördert vom Staate. Wie auf manchem Gebiet, so blieb auch hier dem Dritten Reich Adolf Hitlers vorbehalten, die wahre Synthese zwischen Gemeinde und Staat zu finden und in dem Grundgesetz der Deutschen Gemeindeordnung für alle Zeiten festzulegen: Blühende Gemeinden sollen nach Jahren schlimmsten Verfalls in einem starken Staat in echter Selbstverwalttingsfreiheit, aber auch in wahrer Selbstverwaltungsverantwortung dem Wohle der Gemeinschaft dienen; blühende Gemeinden sollen in Einoronung in die großen Lebensnotwendigkeiten der deutschen Nation zu Leistungen befähigt werden, die sich den Leistungen stolzester deutscher Städtezeit ebenbürtig an die Seite stellen können; blühende Gemeinden sollen in ihrem örtlichen Bereich mithelfen an der Erreichung des Staatszieles, das der Führer bei dem Staatsakt in der Garnisonkirche in Potsdam vom 21. März 1933 in die Worte gefaßt hat: „Wir wollen alle wirklich lebendigen Kräfte des Volkes als die tragenden Faktoren der deutschen Zukunft erfassen, wollen uns redlich bemühen, diejenigen zusammenzuführen, die eines guten Willens sind.. So übergebe ich denn diese einzigartige Ausstellung ihrer Bestimmung. Ich tue es mit dem Wunsche, daß sie dazu beitragen möge, den Besuchern die Leistungen unserer Selbstverwaltung zum vollen Bewußtsein zu bringen und damit dem Gedanken dieser Selbstverwaltung zu dienen, ich tue es mit dem Wunsch, daß sie unseren ausländischen Gästen des Internationalen Gemeindekongresses allen gegenteiligen Behauptungen zum Trotz zeigen möge, wie in unserem Dri!'en Reich die wahre Selbstverwaltung nicht nur lebt, sondern in stetem Fortschritt die schwe ren Schläge der Vergangenheit überwunden hat und heute wieder in vorbildlicher eigenverantwortlicher Arbeit unserem Volke dent. Ich tue es aber vor allem mit einem Wort heißen Dankes an unseren Führer Adalf Hitler. Er ist es gewesen, der den deutschen Gemeinden die Wege des Wiederaufstieges freigemacht hat Neue Verwirrung und Kriegsgefahr in Ostasien Verschärfter Widerstand der Kankon=Regierung gegen Japan— Kriegsgerüchte Die Nachrichten und Gerüchte, die aus dem Fernen Osten kommen, jagen sich in den letzten 24 Stunden im besonderen Maße. Zweifellos sind plötzlich neue Spannungen entstanden, die sogar nach einer allerdings noch unbestätigten Meldung aus Hongkong zu einer Kriegserklärung der Kanton=Regierung an Javan und zur Generalmobilmachung der Kwantung= und KiangsiArmeen geführt haben soll. Nachdem gerade kurz vorher schon eine aus Japan verbreitete Meldung, wonach sich die Kwantung=Regierung als selbständig erklärt und Truppen gegen die chinesische Zentralregierung in Nanking in Bewegung gesetzt habe, als unrichtig bezeichnet wurde, ist auch diese Nachricht von der Kriegserklärung mit äußerster Vorsicht aufzunehmen. Immerhin zeigen alle diese Meldungen. wie gefährlich die Lage im Fernen Osten wieder einmal ist, und so dürfte, selbst wenn man Rußlands Interesse an einem Konflikt in Ostasien in Betracht zieht, doch die Moskauer Meldung des „Daily Telegraph“ nicht ganz unrichtig sein. daß man in Rußland„jeden Augenblick in China eine ungeheure antijavanische Explosion“ erwarte. Die Ursachen dieser neuen für den Frieden zweifellos sehr gefährlichen Spannung dürften in dem in der letzten Zeit außerordentlich lebhaft gewordenen Bestreben nationaler südchinesischer Kreise, mit allen Mitteln eine entschiedenere Haltung der Nankinger Regierung gegen die japanische Politik zu erzwingen, zu suchen sein. Man befürchtet in der derzeitigen Politik Nankings eine immer stärker werdende Gefährdung der Selbständigkeit Chinas und geht sogar soweit, daß man die Kündigung des Tangku=Vertrages fordert, durch den seinerzeit die Grundlinien des gegenwärtigen japanischen Regimes in Nordchina festgelegt wurden, und außerdem Marschall Tschiangkaischek auffordert, den Japanern Widerstand zu leisten. Die Forderungen Südchinas haben die Nankinger Regierung in eine sehr schwierige Lage gebracht. Erfüllt sie diese Forderungen, so würde dies zweifellos einen ernsten Konflikt mit Javan zur Folge haben, lehnt sie sie jedoch ab, so würde sie auf der anderen Seite einen Bürgerkrieg zwischen Nord= und Südchina heraufbeschwörten. Es heißt sogar, daß Südchina bereits Truppen vorgeschickt habe, die in die Provinz Hunan einmarschiert seien, um den Forderungen der Regierung und der Parteiführer in Kanton mehr Nachdruck zu verleihen und ibren Ernst zu beweisen. Alle diese politischen Spannungen innerhalb des fernöstlichen Kräftedreiecks Kanton— Nanking— Tokio erhielten nun noch eine weitere Belastung durch die neuerliche Organisation eines umfassenden Boykotts javanischer Waren in China. Man weiß, wie sehr ein solcher Boykott, wenn er wirklich durchgreift. Japan treffen würde. Deshalb ist man auch nicht überrascht, daß aus Tokio bereits gemeldet wird, daß Javan die Durchführung des Boykotts mit verschärften militärischen Maßnahmen in Nordchina, ja sogar vielleicht mit Flottenaktionen und Truppenlandungen im Süden beantworten würde. Diese Drohung scheint aber die Jugendbewegung, die vor allem in Südchina Trägerin des antijapanischen Feldzuges ist, aber auch schon in Nordchina an Einfluß gewinnt. nicht abzuschrecken— im Gegenteil, sie würde ihre Verwirklichung sogar begrüßen, weil dann die Nankinger Regierung zu jenem Widerstand und zu jenen Maßnahmen gegen Japan gezwungen werden würde, die sie bisher immer abgelehnt hat. denen das ewige Deutschland lebt.(Beifall). Dem Führer, der uns seinen engsten und treuesten Mitarbeiter sandte, danken wir in dem, was wir tun an der Zukunft unseres Deutschland. Denn dieses Deutschland sind wir selbst. Wir danken ihm in der Unermüdlichkeit des Glaubens, der niemals erschüttert wird, auch dann nicht, wenn er auf Proben schwerster Art gestellt wird.(Stürmischer Beifall). Wir bringen dem Führer auf seinen Gruß unsere dankbare Antwort: Dem ewigen Deutschland und unserem Führer SiegHeil! In stürmischer Begeisterung stimmte die dichtgescharte Menge ein, sang die Lieder der Nation und grüßte die abmarschierenden Fahnen. Mit nicht enden wollenden Heilrufen geleitet sie auch den Stellvertreter des Führers aus der Halle. dub. Berlin, 7. Juni. Der Reichs= und Preuzische Minister des Innern, Dr. Frick, hat an die zum Ehrentag der Kinderreichen am 7. Juni 1936 auf der Festwiese der Stadt Köln im Messegelände versammelten Kinderreichen ein Begrüßungstelegramm gerichtet. „Die beahsche Dr. Frick eröffnet die Ausstellung— Einblick in einen der wichtigsten Ausschnitte der Verwaltung— Synthese: Gemeinde und Staat Koschleo von Generuneumam Weder Der Führer bei der Trauerfeier im Reichsluftfahrtministerium dub Berlin, 6. Juni. Vom Reichsluftfahrtministerium wehen die Reichskriegsflaggen auf halbmast. Der 6. Juni ist ein Tag der Trauer für die deutsche Luftwasse, die junge Wehrmacht und das deutsche Volk. Der Fliegertod hat den Generalstabschef der Luftwasse, Generalleutnant Walther Wever, am 3. Juni in Dresden hinweggerafft. Die hohe Halle des Ehrensaales ist durch die verhängten Fenster in gedämpftes Licht getaucht. Die gesamte Halle ist bis auf den letzten Platz von den Trauergästen besetzt. Unter ihnen sieht man das Reichskabinett und Reichsleiter der Bewegung, die Militärattachés der auswärtigen Missionen, die Amts= und Abteilungschefs des Reichsluftfahrtministeriums und die Befehlshaber sämtlicher Luftkreiskomandos mit ihren Stäben. Um 11 Uhr wird ein mächtiger Kranz von„wei SS=Männern in die Ehrenhalle getragen. Hinter ihm folgt der Führer, geleitet von Generalfeldmarschall von Blomberg und Generaloberst Göring. Der Führer tritt zum Sarg und grüßt den Toten mit erhobener Rechten. Dann spricht er der Witwe des Verstorbenen sein Beileid aus und nimmt mit seiner ständigen Begleitung seinen Platz vor dem Oberbefehlshaber der Wehrmacht, Generalfeldmarschall von Blomberg, und den Oberbefehlshaber der Wehrmachtteile, General= oberst Göring, Generaloberst Freiherr von Fritsch und Generaladmiral Raeder, ein. In die atemlose Stille klingt der Trauermarsch aus Beethovens unsterblicher Eroica, gespielt von der Staatskapelle unter Staatskapellmeister Heger. Dann nimmt der Feldbischof der Wehrmacht, D. Dohrmann, das Wort zu einer Gedenkansprache. Das Kammerquartett der Staatsoper leitete mit dem herrlichen Ave verum von Mozart zu der Traueransprache des Oberbefehlshabers der Luftwaffe, Generaloberst Göring, über, der mit ergreifenden Worten von seinem Generalstabschef und seinem Kameraden Walther Wever Abschied nahm. Generaloberst Göring führte u. a. aus: „Unfaßbar die Botschaft: Unser General Wever ist tot. Es war, als wenn ein Blitz in dieses Haus geschlagen hätte. Ueberall Gesichter tiefster Ergriffenheit und tiefsten Schmerzes. Denn wir alle kannten ihn, und wir alle liebten ihn. Und wir alle kannten seinen großen Wert, den er für unsere Waffe hatte. Und darum traf uns der Verlust mit seiner ganzne Wucht, mit seiner ganzen Größe bis ins Innerste. Als damals der Führer den Befehl gab die neue deutsche Luftwaffe aufzubauen, da mußte ich nach Mitarbeitern suchen, nach Männern, die mit heißer Seele dieses große Werk aufnehmen wollten. Durch die Großzügigkeit der Armee bekam ich unter anderen hervorragenden Offizieren auch ihn. Das Heer gab einen seiner Allerbesten ab. Von Tag zu Tag im Zusammenarbeiten erkannte ich, daß ich wohl den Besten bekommen hatte. Er kam von einer anderen Waffe, und doch, mit der ganzen Leidenschaft seiner Seele ging er an die neue Aufgabe. Kühn und tapfer wie er war, pflegte er nicht nur die Dinge vom Schreibtisch aus zu bearbeiten, er wollte seiner Truppe auch Vorbild sein. Er wollte sich nicht sagen lassen, daß er die Dinge nur in der Theorie kannte, und so lernte er, der schon im gereiften Leben stehende Mann, das Fliegen. Und er wurde ein hervorragender Flieger. Gleichgültig wie das Wetter war, eilte er immer wieder hinaus, immer wieder von Flughafen zu Flughafen. Und die junge Truppe, die jungen Offiziere sahen ihren Generalstabschef fliegen, wußten, daß er nichts von ihnen verlangte, was er nicht selbst zu geben bereit war, wußten, daß sie ihm also vertrauen durften, daß er einer der ihren war, ihre Sorgen, ihre Schmerzen, aber auch ihre Hoffnungen kannte. Und darum sind wir alle so tief durchdrungen von der Größe dieses Verlustes, weil wir ihn alle kennenlernen durften nicht verschlossen hinter den Türen seines Arbeitszimmers, unbekannt für die Truppe, nein, für alle ein leuchtendes Vorbild, für alle der schlichte, bescheidene und doch große Mensch und Offizier. Was er geleistet hat, das kann man nicht in Worte fassen. Wenn aber heute die junge Luftwaffe steht, dann ist es mit sein großes Werk, sein großes Verdienst. Der Führer selbst erkannte seine großen Verdienste dadurch, daß er ihm die höchste militärische Ehre widerfahren ließ, die überhaupt vergeben werden kann. Ein Kampfgeschwader, ein von ihm mitgeschaffener Truppenteil, trägt für alle Zukunft und für alle Zeiten seinen Namen. Damit soll dieser unsterblich sein, so wie wir von Gott hoffen, daß unser Volk unsterblich ist ind mit ihm seine Wehrmacht und mit ihr die Luftwaffe. Solange es Deutsche geben wird, werden sie bereit sein, mit der Wafse für das Vaterland einzutreten. Solange wird aber auch eine starke Luftmacht deutschen Raum beschützen müssen. Und solange dies ist, wird sein Name in einem der besten Truppenteile verewigt sein. Mehr und Größeres und Schöneres konnte der Führer nicht geben. Mit dieser Ehrung sehen wir aber auch all das enthalten, was wir selbst ihm geben wollen und geben möchten als Dank für seine gewaltige Arbeit. Denn sie war gewaltig! Wie oft schimmerten noch um Mitternacht als letzte dort oben die Fenster im Licht, weil er noch arbeitete. Rastlos die Tage, rastlos die Nächte. Aber es war nicht nur das, daß er arbeitete. Ich lernte ihn kennen bis tief in seine Seele. Und jeder Tag der Zusammenarbeit war inneres Glück für mich. Denn was kann es für einen Oberbefehlshaber Glücklicheres geben als daß der Generalstabschef gleichschwingt in seiner Seele, in seinem Geist, in seinen Gedanken, dem gleichen Ziele entgegen, mit gleicher Leidenschaft. Und er war ein leidenschaftlicher Idealist. Vielleicht wußten das nicht alle, weil er in seiner Bescheidenheit so oft zurücktrat. Ich aber kenne ihn als solchen. Ich weiß, daß seine Forderungen kühne waren. Ich weiß, daß er mit großer Leidenschaft an die Zukunft des Volkes glaubte. Und das schrieb er ja auch in seinem letzten Willen nieder: „Ich habe meine Pflicht getan in heißem Glauben an mein Vaterland und meinen Führer Adolf Hitler.“ Er war Nationalsozialist, ist es mir ganzer Seele geworden, verstand, daß nur dadurch sein Volk wieder auferstehen dürfte. Er war leidenschaftlich auch in seiner Phantasie. Er konnte sich Unmöglichkeiten der kommenden Dinge ausdenken und war dadurch bereit, ihnen zu begegnen und die Dinge vorzubereiten. Er war aber auch wirklich ein herrlicher Kamerad, ein Kamerad, wie man ihn selten findet. Er hatte eine so reine, edle Seele. Ein „Geschwader General Wever“. Der Führer ehrt das Andenken des ersten Generalstabschefs der neuen Luftwaffe dnb. Berlin, 6. Juni. Der Führer und Reichskanzler hat folgende Verfügung erlassen: Der erste Generalstabschef unserer wiedererstandenen Luftwaffe, Generalleutnant Wever, ist von uns gegangen. Mitten aus rastloser Arbeit für seine Waffe ist er, beseelt von dem festen Willen, auch im fliegerischen Einsatz voranzugehen, auf dem Felde der Ehre geblieben. In dankbarer Anerkennung seiner hohen Verdienste und in dem Wunsch, seinem leuchtenden Vorbild eine bleibende Stätte in der Luftwaffe zu schaffen, befehle ich: Das Kampfgeschwader 253 führt fortan die Bezeichnung„Kampfgeschwader General Wever“. Die Offiziere, Unteroffiziere und Mannschaften tragen am Rock ein Erinnerungsband mit dem Namen:„Geschwader General Wever". Nähere-Bestimmungen darüber erläßt der Reichsminister der Luftfahrt. Das Geschwader wird sich dieser hohen Ehre stets würdig erweisein und eingedenk sein, daß es den Namen eines Mannes trägt, der— ein ganzer Soldat— ein edler Mensch— vorbildlich war in seiner Treue für Volk und Vaterland.“ Unmittelbar hinter dem Sarge schreitet die Witwe, geführt vom Führer. Zu ihrer Linken folgt der Oberbefehlshaber der Luftwaffe, Generaloberst Göring, seinem toten Generalstabschef und Kameraden. Als der Sarg die breite Freitreppe zum Vorhof heruntergetragen wird, treten die Ehrenkompanien der Wachtruppe der Luftwaffe unter Gewehr, und während der Musikzug das Horst=Wessel=Lied spielt, erweisen sie ihrem Generalstabschef zum letzten Mal die Ehrenbezeugung. Bei verhangenem Himmel tritt Walther Wever seine letzte Fahrt an Das Staatsbegräbnis und die Trauerparade in Klein-Nachnow Während der Trauerfeier im Reichsluftfahrtministerium nahmen die Formationen der Trauerparade in Klein=Machnow Aufstellung. Um 18½ Uhr setzte sich in der Straße Reisenbusch die Trauerparade, die von dem höheren Fliegerkommandeur im Luftkreis 2, General Kühl, befehligt wurde, in Bewegung. Generaloberst Göring geleitete die Witwe und die Angehörigen aus dem Trauerhaus zur Trauerfeier und schritt mit der Gattin des Verstorbenen hinter der Lafette und dem Feldbischof der Wehrmacht D. Dohrmann im Trauerzuge. Generaloberst Göring legte einen riesigen Kranz am Grabe nieder und rief seinem toten Kameraden ein letztes Gedenken nach.„Nun nehmen wir den letzten Abschied! Was irdisch war, haben wir der Erde üb.igeben. Sein Geist aber ist es, der nun über uns schwebt. Laß nicht im Stich, was die Welt geschaffen hat.“ Volnägse Gemlenndsponnn Tagung der Vorstände des Deutschen Gemeindetages und seiner Landesund Provinzialdienststellen Ritter, das ist er für uns gewesen. Die Luftwaffe weiß, was sie mit ihm verliert. Ich weiß: Das ist schwer zu überwinden. Mit ihm und an seiner Bahre gedenken wir aber auch in dieser Stunde des anderen Kameraden, der an seiner Seite mit in den bitteren Fliegertod stieg. Und er wäre sicherlich der erste gewesen, der gefordert hätte, daß sein Kamerad, der Obergefreite Kraus, neben ihm steht. Er ist in die Heimat übergeführt, und unsere Gedanken eilen in diesem Augenblick auch dorthin. Ein Beweis unserer herrlichen Kameradschaft, gemeinsam bis in den Tod, eng verbunden ohne Unterschied. Und er war gerade immer derjenige, der das am allerstärksten betonte. Wir nehmen jetzt und müssen Abschied nehmen von ihm. Ich möchte hier aber zum letzten Male meinen heißen Dank sagen: Unvergeßlich wirst du der Luftwaffe bleiben, unvergeßlich uns allen! Habe Dank! Und nun senkt zum letzten Mal die Fahnen. Und du, Held, geh ein in Walhall!“ Als der Oberbefehlshaber der Luftwaffe, Generaloberst Göring, seinem Generalstabschef und Kameraden zum letzten Male dankt, erdröhnt dumpfer Paukenwirbel, die umflorten Fahnen senken sich und die Trauerversammlung hebt die Rechte zum Gruß. Aus dem Paukenwirbel lösen sich die Klänge aus der„Götterdämmerung“. Acht Unteroffiziere der Luftwaffe heben den Sarg aus dem Lorbeerhain und tragen ihn, der von den Generalen der Luftwaffe eskortiert wird, aus der Halle. onb. Frankfurt a.., 6. Juni. In der ßen Festhalle in Frankfurt a. M. wurde Sonnnabendvormittag die Tagung der 7000 DAF.=Walter der Reichsbetriebsgemeinschaft Handwerk und der Handwerksmeister, die aus allen deutschen Gauen zum Reichshandwerkstag nach Frankfurt a. M. gekommen sind, eröffnet. Landeshandwerksmeister Gamer eröffnete die Tagung und begrüßte vor allem Reichsleiter Rosenberg. Sein Willkommensgruß galt weiter neben den Vertretern der Partei und ihrer Gliederungen, der Wehrmacht und der Wirtschaft, vor allen den Gästen des Handwerks aus dem Auslande, und zwar aus Belgien, Frankreich, Italien, Jugoslawien, Norwegen, Oesterreich, Polen und der Schweiz. Reichshandwerksmeister Schmidt nahm anschließend das Wort zu grundlegenden Ausführungen über das Handwerk der Gegenwart und der Zukunft. Nach Begrüßungsworten an Reichsleiter Alfred Rosenberg führte er u. a. aus: Die Keimzelle einer wahren Volksgemeinschaft war, ist und wird immer das Handwerk sein, denn über das Handwerk geht der Weg zur nationalsozialistischen Volkswirtschaft. Nur diejenigen können in einer Handwerksorganisation an führender Stelle tätig sein, die über den Weg des Lehrlings oder Gesellen Meister geworden sind, denn nur wer Sorgen selbst erlebt hat, wird auch Sorgen meistern können. Lebhafte Zustimmung fand die Ankündigung, daß mit Unterstützung der Stadt Frankfurt ein großen Aufgaben, so schloß Dr. Frick, deren Erfüllung er von dem deutschen Bürgermeister erwartet. Ueber volksverbundene Gemeinde. politik sprach der Vorsitzende des Deutschen Gemeindetages, Reichsleiter Fiehler, Oberbürgermeister der Hauptstadt der Bewegung. Seit dem Jahre 1933 sei, so führte er u. a. aus, ein gewaltiger Neuaufbau der deutschen Gemeinden festzustellen. Führertum und Volksgemeinschaft sind die Gedanken, um die sich alles andere ordnet. Gegensätze zwischen Selbstverwaltung und Staat sind undenkhar geworden. Der Führer der Gemeinde ist kein Tyrann seiner Mitbürger. Er ist nicht unumschränkter Vorgesetzter einer bürokratischen Hierarchie. Volksnahe Verwaltung heißt die Forderung! Daher ist es selbstverständlich, daß im Verhältnis zu den Gemeinderäten und anderen Ehrenbeamten niemals ein diktatorischer Ton einreißen darf. Vertrauensvolle ausführliche gemeinsame Auseinandersetzung über alle irgend bedeutsamen Fragen ist notwendig. Es ist auch nicht zu billigen, fest in der Bevölkerung verwurzelte Bürgervereine aus unangebrachten Organisationsgelüsten heraus zu zerschlagen. Gerade die Gemeindeverwaltung als die volksnaheste von allen muß durchdrungen sein von den großen Gedanken der nationalsozialistischen Weltanschauung. Die nationalsozialistische Idee an der wichtigen Beziehung zwischen Gemeinden und Staat besonders ihre fruchtbare Kraft. Der Erfolg der Aufbauarbeit liegt offen zutage. liefen sich z. B. im Jahre 1932 die von den Gemeinden an den Staat nicht abgelieferten Staatssteuern in Preußen noch auf 223 Millionen RM., so betrugen sie Ende 1934 nur noch 0,5 Millionen RM. Für Zwecke der Arbeitsbeschaffung haben die Gemeinden gewaltige Summen aufgebracht. Der stellvertrende Vorsitzende des Deutschen Gemeindetages, Oberbürgermeister Dr. Dr. Weidemann=Halle, sprach zunächst über das Thema „Die Kulturaufgaben der Gemeinden“. Er zeigte, welche überaus bedeutsame Rolle den Gemeinden, Landkreisen und Provinzialverbänden im gesamten Kulturleben zukommt. Er erwähnte dabei, daß die weitaus größte Zahl aller öffentlichen Kunsteinrichtungen von den Gemeinden getragen wird, z. B. 69 Theater, 64 Kulturorchester und Tausende von Museen und Sammlungen. Mehr als 16 000 Volksbüchereien der Gemeinden vermitteln dem Volk das wertvolle deutsche Schrifttum. Dr. Weidemann nahm dann in einem weiteren Vortrage grundsätzlich Stellung zur„Ausbildung des Nachwuchses in den Gemeindeverwaltungen“. Im Rahmen des Geschäftsberichtes des Deutschen Gemeindetages betonte dessen geschäftsführender Präsident, Dr. Jeserich, daß mit der 1933 geschaffenen einheitlichen Spitzenvertretung aller gro=]„Institut für Handwerkspolitik und Gemeinden und Gemeindeverbände im Deutschen am Handwerkswirtschajt“ an der Frank=] Gemeindetag dieser nicht die Belange irgendonb. Berlin, 6. Juni. Zum ersten Male seit der Gründung des Deutschen Gemeindetages im Mai 1933 waren die Vorstände des Deutschen Gemeindetages und seiner Landes= und Provinzialdienststellen, und zwar als Auftakt zum 6. Internationalen Gemeindekongreß am 6. Juni versammelt. Die im Reichstagssaal bei Kroll stattfindende Tagung wurde durch eine Rede des Reichsinnenministers Dr. Frick eingeleitet. Dr. Frick dankte dem Führer, der auch den deutschen Gemeinden die Wege zu erfolgreicher Arbeit erst freigemacht hat. Der Bürgermeister des Dritten Reiches hat, so stellte Dr. Frick fest, seine Probe in der großen Linie bestanden und darf stolz darauf sein. „Ich darf“, so führte Dr. Frick aus,„dem Führer heute melden, daß wir alle unser Möglichstes getan haben, die uns gestellte Aufgabe zu lösen und daß unserem Einsatz der Erfolg nicht versagt geblieben ist, ich darf dem Führer aber auch melden, daß wir auf dem uns gewiesenen Weg unbeirrt weiterschreiten werden, bis auch die letzte deutsche Gemeinde ein tragfähiges Glied im Unterbau des Reiches geworden ist. Die Finanzpolitik der Gemeinden wird auch in Zukunft auf die Lebensnotwendigkeiten unseres Volkes gerichtet sein und bleiben.“ Billige Gegenwartserfolge um den Preis unmäßiger Belastung der Zukunft lehnte Dr. Frick ab.„Wir lehnen es ab, der Popularität halber auch nur eine Maßnahme zu treffen, über die wir dem Führer unter dem Gesichtspunkt der uns von ihm gestellten Aufgabe nicht jeden Augenblick Rechenschaft ablegen könnten. Das bedeutet manchmal Entsagung, bedeutet Aufschub oder gar Aufgabe von Vorhaben, deren Durchführung an sich wünschenswert sein könnte. Die vornehmste Aufgabe des Bürgermeisters ist es, die ihm in der Gemeinde anvertraute Gemeinschaft zu erhalten und immer fester zusammenzuschließen. Ein weiterer bedeutsamer Weg der Verwaltung ist die Pflege der Beziehungen zwischen Gemeinde und Presse. Der Bürgermeister und seine Mitarbeiter müssen auch für die Beantwortung von durch die Presse an sie herantretenden Fragen zur Verfügung stehen. Gewissenhafte Haushaltsführung und Pflege des örtlichen Gemeinschaftsgeistes sind die beiden Kujgaben des Hansweens Eröffnung der großen Tagung des Deutschen handwerks in Frankfurt a. m. durch Reichshandwerksmeister Schmidt furter Universität errichtet worden sei. Ueber die Tarifpolitik führte der Redner aus, daß grundsätzlich im Handwerk bei der außerordentlich großen Zahl von Klein= und Kleinstbetrieben und bei der Unübersichtlichkeit der Verhältnisse überbetriebliche Lohnregelungen notwendig seien. Auf Tarifordnungen im Handwerk könne vorerst nicht verzichtet werden. Die Nachwuchsfrage sei für die weitere Entwicklung des Handwerks geradezu ausschlaggebend. Die in vielen Handwerkszweigen bereits angewandten Lehrlingszwischenprüfungen müßten reichseinheitlich ausgerichtet und vervollkommnet werden. Im Anschluß an die Ausführungen des Reichshandwerksmeisters ergriff Reichsleiter Alfred Rosenberg das Wort. In seiner Rede wies er u. a. auf die früheren Schichten und Stände und ihre Bedeutung im politischen und kulturellen Leben hin. Heute habe sich hierin ein grundsätzlicher Wandel vollzogen. Die Pflicht des Nationalsozialismus bestehe darin, auch die Ehre des deutschen Handwerks wieder herzustellen. Es sei die Pflicht der Bewegung, das Handwerk zu erhalten und hinüberzuführen in eine neue schöpferische Zeit. Das Handwerk habe nicht nur die Pflicht, die Verschönerung unseres Daseins zu ermöglichen, sondern auch die Pflicht, die deutsche Kultur zu verteidigen. welcher Gruppen von Gemeinden vertritt, sondern gleichermaßen die der Großstädte wie der kleinen Städte, der Provinzen, der Landkreise und der großen Zahl der ländlichen Gemeinden. Selbstverständlich gibt es innerhalb der verschiedenen Größenklassen und Selbstverwaltungskörper immer noch Interessengegensätze. Hier ist der Deutsche Gemeindetag berufen, diese Gegensätze zu überbrücken und die Kräfte so zusammenzufassen, daß die Intereessngegensätze zu einem fruchtbaren gegenseitigen Spannungsverhältnis umgestaltet werden. Die Zusammenarbeit aller Dienststellen des Deutschen Gemeindetages mit den Kommunalpolitischen Aemtern der Partei darf als vorbildlich angeseher werden. Blitzschlag in eine Arbeitergruppe.— Ein Toter, drei Verletzte Bischofsheim(Rhön). Bei einem Gewitter schlug der Blitz in eine Arbeitergruppe, die auf dem Steinberg mit dem Behauen von Pflastersteinen beschäftigt war. Dabei wurde der ledige 29j Lorenz Linden aus Weltersburg(Kreis Westerburg) auf der Stelle getötet. Drei weitere Arbeiter erlitten schwere Verletzungen. Berlin. Die italienische Botschaft teilt mit: Die in der Auslandpresse verbreiteten Nachrichten über angebliche Truppenbewegungen an der Brenner Grenze sind frei erfunden und entbehren jeder Grundlage. Nr. 152 Z weites Blatt des„Etadtanzeigersfür Castrov=Rauxel und Umgebung“ Montag, den 8. Juni 1936 Gran OPe Niedergeschrieben von Hermann Thimmermann Ein Tatzachenbericht nach den Autzeichnungen eine: Ottiziers vom bayerischen Intanierie-Leibregiment Copyright by Verlag Knorr& Hirth G. m. b.., München 1936 8. Fortsetzung Denn in solchen Augenblicken mußte es sich zeigen. ob richtige Arbeit vorausgegangen war oder nicht, ob die Diszivlin und die Manneszucht tief eingewurzelt war oder nur angetlebt, ob der Führer ein Führer gewesen war oder nur jemand, der Achselstücke trug. Und. dachte der Offizier zuversichtlich weiter, die fünf Mann, die fehlen, können immer noch auftauchen. Er stand auf und legte seinen Rucksack ab. „Unteroffizier Luttenberger übernimmt den Zug. Ich suche die Stellung. Seid leise. Der Franzos liegt ganz in der Nah.“ Langsam klettert er an seinen Leuten vorbei und zum ersten Male seit dem Abmarsch aus Chaumont hatte er Zeit genug, sie aus der Nähe zu betrachten. Sie sahen aus. als ob sie schon tausend Schlachten mitgemacht hätten. Ihre Uniformen waren von oben bis unter mit Lehm beschmiert und gelb gefärbt von den Gasen der unzähligen Granaten. die in ihren Weg gedonnert waren. Bis zu den Knieen steckten ihre Beine in einer dicken. getrockneten Kruste von Erde, als ob sie langschäftige Stiefel aus Lehm trügen. Die Gesichter unter den Stahlhelmen waren ausgemergelt und gespenstig blaß. die sprossenden Bärte bedeckten wie tiefe, dunkle Schatten ihre Wangen und machten die Gesichter noch hohler. Uebrigens sah der Leutnant nichts anders aus. Oben kroch er auf dem Bauche zu den nächsten Trichtern und fragte sich leise zum Kompagnieführer durch. Mit diesem und den beiden anderen Zugführern schlichen sie dann auf allen vieren, vorsichtig witternd. ganz langsam nach vorne. Sie hüteten sich, das geringste Geräusch zu machen oder miteinander zu sprechen. In solcher Nähe des Feindes durfte kein Laut zu hören sein. Trotzdem war es notwendig, sich vorne in der Stellung rechtzeitig bemerkbar zu machen, sonst konnte es passieren. daß sie von den eigenen Leuten angeschossen wurden. Nach einigen Minuten, die ihnen wie eine Ewigkeit vorkamen, sahen sie endlich in einem Erdloch gebuckelte Helme ausschimmern. Leise stützte sich der Kompagnieführer auf den Händen hoch und flüsterte hinüber. „3. Bataillon?... Ablösung!" Einer der gebuckelten Helme bewegte sich und ein schmales, weißes Gesicht wandte sich ihnen zu. „Mir haben schon'meint, ihr kommts überhaupts nimmer", flüsterte ein Mann. Sie waren in der Stellung. Der Leutnant sah auf seine Uhr.(Wie seine Schuhe stammte sie aus Brixen in Tirol und dient ihm heute noch.) Es war zwei Uhr in der Nacht. Es begann das schwere Werk der lautlosen Ablösung. Sie schickten Unteroffiziere nach hinten, um ihre Leute heranzuholen. Dann krochen sie von Trichter zu Trichter und von Erdloch zu Erdloch, denn aus nichts anderem bestand die Stellung, und schickten die Männer, die hier seit Tagen und Nächten lagen. nach hinten. Aus den Höhlen erhoben sich schweigend Gestalten und verschwanden dann merkwürdig zusammengekrümmt. schwerfällig in der Dunkelheit. Sie konnten sich kaum bewegen, so steif waren sie in allen Gliedern geworden. Während des Tages hatten sie, ohne sich zu rühren, in ihren Löchern kauern müssen, denn auch die geringste Bewegung wurde mit rasendem Maschinengewehrfeuer und von Scharfschützen links und rechts beantwortet. Die Stellung lag wie ein Keil in der seindlichen Front und beide Flanken waren preisgegeben. Wenn es hoch kam. konnten sie unter dem schützenden Mantel der Nacht sich aufrichten oder ihre Erdlöcher für kurze Zeit verlassen. Nun wurden sie abgelöst und konnten gehen... und sie konnten kaum gehen, so eingerostet waren sie. Einige von ihnen stützten Verwundete, andere trugen Zeltbahnen zwischen sich, in denen Schwerverwundete geschleppt wurden. Der Leutnant kniete vor den Trichtern, die ihm zugeteilt waren und in die seine Leute nun hineinkrochen. Sie hielten sorgsam Koppel und Schanzzeug fest, denn das Klappern solcher Ausrüstungsstücke war für jeden fronterfahrenen Gegner eine restlose Aufklärung dafür, was sich vor seiner Stellung abspielte. Der Leutnant sah die Männer des abgelösten Bataillons in der Finsternis verschwinden. Sie verschwanden lautlos und spurlos. Keiner der Verwundeten, die sie mit sich genommen hatten. nicht einmal die Schwerverwundeten in ihren Zeltbahnen haben auch nur einen Seufzer von sich. Es war ein Zeispiel von außerordentlicher Manneszucht. Welch eine über alles und jedes Lob erhabene Trunpe war das! Die jetzt verschwunden waren und zurückgehen durften zur Bruleschlucht, sie waren mit ihrer Ablosung noch lange nicht aus dem tödlichen Herenkessel entlassen und in Sicherheit, im Gegenteil. Das Schwerste hatten sie noch vor sich. Hier vorne. 20 m von der gegnerischen Stellung entfernt, waren sie in ihren Erdlöchern einigermaßen in Sicherheit gewesen, jetzt aber durchwanderten sie den Todesweg nach dem Douaumont. Der Leutnant wandte seine Gedanken dem zu, was hier zu tun wai Der Offizier, den er abgelöst hatte. keilte ihm, bevor er nach hinten ging. noch kurz mit. was hier vorne gespielt wurde. „Also Obacht, von der Kalten Erde her schießen die Scharfschützen und die MG.s gerade von hinten in die Trichter rein. Und grad so kriegt ihrs von vorne aus dem Sudosteck von Fleury, da hocken noch Frandosen. Die Artillerie, die schießt nicht hierher, weil stückweis—5 Reter vor eurer Nase auch noch der Franzose sitzt.“ * Zu je zwei Mann saßen sie in einem Trichter. Eine Weile noch hörten sie das Flüstern der Abgelosten, die sich hinten in den beiden 42er=Kratern sammelten, dann war alles stumm. Schon färbte der leichte Hauch des Morgens den östlichen Himmel. Den Leutnant fröstelte es in seinem Mantel, als er das entdeckte. Dann und wann veitschte ein Injanterieschuß nahe durch die Stille. Hoffentlich hatte der Franzose von der Ablösung nichts gemerkt. Sonst Gnade Gott dem abgelösten Bataillon! Es hatte nur noch eine Stunde. Zeit. in der schützenden Dämmerung, die schon zu weichen begann, zu marschieren. Wenn der helle Tag sie noch zwischen Fleury und dem Douaumont einholte, waren sie verloren. Und wieder riß der Leutnant seine Gedanken mit Gewalt von den Abgelösten los. Bevor das Morgengrauen heller wurde, huschte er noch einmal die Trichter seines Zuges ab. Dann kroch er zu den Mauerresten hinüber zum Kompagnieführer. Der Kompagnieführer lag im halbeingestürzten Keller hinter einer Mauer, die kaum einen Meter hoch war. Die Trümmer bewahrten ungefähr davor. von den Franzosen auf der Kalten Erde gesehen zu werden. Im übrigen ging jeder Gewehrschuß glatt durch die zermürbten Steine. Ferner hob sich die Sole hinter der Mauer immer höher und hob damit alle, die dort lagen, immer näher zur Mauerkrone und also zur Sicht der Gegner.(Erde und Steintrümmer, von Einschlägen hierhergeworfen, rückten die Sole immer höher.) Der Leutnant meldete: „Erster Zug in Stellung! Ablösung durchgeführt!" Nacheinander meldeten sich auch die beiden anderen Zugführer. Der Kompagnieführer teilte ihnen mit, worauf es ihm ankam. „Am Tage darf sich in der Stellung nichts rühren. Es darf unter keinen Umständen ein Verkehr stattfinden, weder von Trichter zu Trichter. noch hierher zu mir. Es darf kein Meldeläufer zu mir geschickt werden und ich werde auch keinen zu Ihnen schicken. Die Stellung muß tot sein, absolut tot. Wer verwundet ist, bleibt liegen wo er ist. Das 2. Bataillon wird übrigens erst in der kommenden Nacht zu erwarten sein.“ Das Tageslicht brach schon durch die Mauerlöcher und die Zugführer brachen schleunigst auf und krochen zurück. Der Zug des Leutnants hatte etwa sechzig Meter Breite der Stellung besetzt, er war der linke Flügelzug. Und nun lag der Leutnant endgültig mit seinem Burschen Marsmana in seinem Trichter. Jetzt erst war der Anmarsch vollständig hinter ihnen, jetzt erst waren sie im völligen Sinne des Wortes in Stellung. Die beiden Männer begannen„sich einzurichten". Mit ihren Händen rissen sie den feuchten Lehm aus den Wänden und legten ihn vorsichtig hinaus. Sie schufteten unermüdlich, bis ihnen der Schweiß herunterlief. Und als es draußen heller Tag geworden war, hatten sie ihr Erdloch um dreiviertel Meter vertieft. Sie spannten eine Zeltbahn darüber und befestigten sie mit einem Stück Eisenschiene, das da herumlag. Oben auf die Zeltbahn warfen sie losen Dreck. Und damit hatten sie sich, so gut es ging, ihr Haus gebaut und es unsichtbar gemacht. Weiter war im Augenblick nichts zu tun. Der Leutnant nestelte eine seiner Feldflaschen vom Koppel und nahm einen langen Schluck. Es war der erste Schluck seit dem Abmarsch aus Chaumont. Auch einige harte Zwiebäcke stopfte er sich in den Mund, und es war der erste Bissen seit Chaumont. Sie fühlten sich außerordentlich behaglich. Es war ruhig bei ihnen. In ihrer Nähe war kein Artilleriefeuer, das rumorte hinter ihnen im Gelände nach dem Douaumont hin. Der Leutnant und Marsmann begannen, nachdem ihnen die Gemütlichkeit ihrer Lage etwas einförmig geworden war, mit einer schwierigen und umständlichen Unternehmung. Marsmann kniete sich hinter den Offizier und hob die Zeltbahn, die nach rückwärts abgeschrängt lag, vorne äußerst vorsichtig mit beiden Händen langsam hoch. Zentimeter um Zentimeter. Der Leutnant hielt sich einen dicken Lehmbrocken vor sein Gesicht, und so schob er sich sehr behutsam hoch. bis der Lehmbrocken über der Kante ihres Erdloches schwebte. Nun konnte er nämlich etwas Umblick halten. Fortsetzung folgt. Ein Feiser in Freus und Teld Jedes Volk hat helle und trübe Stunden. Zeiten des Glücks und der Trauer in seiner Geschichte. Aus der Kriegsnot und den Leiden der für ihr Vaterland Verwundeten erwuchs das große und schöne Werk wahrer Menschlichkeit, das Rote Kreuz. In Jahren des Friedens und der Selbstbesinnung stählte es sich für seine Aufgaben im Ernstfall und schuf sich einen vollkommenen Bereitschaftsdienst. In über 70jähriger unermüdlicher Arbeit ist das Deutsche Rote Kreuz. dessen Schirmherr, der Führer und Reichskanzler Adolf Hitler, diese Arbeit als„Dienst an Volk und Vaterland“ anerkannt hat, so hineingewachsen in alles lebendige Geschehen des deutschen Volkes. in seine Arbeit mit Unglücksfällen und Nöten. aber auch in seine stürmischen Feste und Kundgebungen, daß es mit Recht als„Helfer in Freud und Leid" bezeichnet werden kann. Die Schwestern, Sanitätsmänner und Samariterinnen, die Männer und Frauen mit dem Zeichen des Roten Kreuzes auf der Armbinde, zur Zeit über 360000 an der Zahl. sind überall dort, wo es gilt zu helfen, plötzlich Er10 Sommlung G 4m 4 1930 A 5 krankte und Ohnmächtige zu betreuen. Verwundeten den ersten Verband anzulegen. Erschöpfte. Hungernde und Dürstende zu laben. Ueber eine Million mal wurden im vorigen Jahre die Krankenwagen. Krankenbahren und Rettungsboote. die Unfallstellen und Rettungswachen des Roten Kreuzes in Anspruch genommen. Die Zahl der von den Sanitätsmännern. Helferinnen und Samariterinnen vollbrachten ersten Hilfeleistungen betrug sogar 2910 987. also fast drei Millionen. Das bedeutet. daß jast jeder zwanzigste Deutsche die Hilse des Roten Kreuzes in Anspruch genommen hat, nicht mitgerechnet diejenigen. die in den Krankenanstalten. Erholungsheimen. Kinderheimen usw. die Segnungen des Roten Kreuzes erfuhren. Mit Einschluß der fast 800000 Mitglieder der Frauenvereine vom Deutschen Roten Kreuz, die jetzt unter der Leitung der Reichsfrauenführerin Frau Gertrud Scholz=Klink im Reichsfrauenbund zusammengeschlossen sind. widmen sich 1¼ Millionen deutsche Volksgenossen uneigennützig und ehrenamtlich dem Hilfs= und Rettungsdienst des Roten Kreuzes. Mit anderen Worten: jeder 4 1. Deutsche tut Rotkreuz=Arbeit in den vielfältigen Gliederungen. Einrichtungen und Anstalten dieser umfassenden Organisation. Diese Arbeit erstreckt sich aber weit über den Rahmen der Ersten Hilfe hinaus. Sie umsaßt auch noch die Tätigkeit in Kliniken. Heil= und Pflegeanstalten. Mütterund Kinderheimen. Volksküchen und Altersheimen. So ungekannt. abseits der Oeffentlichkeit vollzieht sich das Werk des Roten Kreuzes; und nur. wenn mit einem Schicksalsschlag das Unglück, die Katastrophe irgendwo in Deutschland herniedersaust, wenn Sirenenrufe Tod und Gefahr verkünden— dann steht die schnelle Hilfe des Roten Kreuzes vor aller Augen. Wie war es bei dem großen Explosionsunglück am 13. Juni 1934 in Reinsdorf? Der Rotkreuzmann, der in den dortigen Sprengstoffwerken die Verbandsstube leitete, wurde selber getötet; seine Kameraden versorgten die ersten 60 Verwundeten. Wenige Minuten darauf war die nächste Sanitätskolonne an Ort und Stelle, in über 100 Fällen leistete sie Erste Hilfe. Aehnlich bei dem Großfeuer in der Berliner Funkhalle am 19. August 1935 und bei dem schweren Einsturzunglück am Brandenburger Tor in Berlin am Tage darauf. In ernster Erinnerung steht das große Eisenbahnunglück. das am Weihnachtsheiligabend 1935 in Groß=Heeringen 33 Todesopfer und 27 Schwerverwundete forderte. Neben den technischen Hilfsmannschaften haben sich in all diesen Fällen auch die Männer und Frauen vom Roten Kreuz bewährt. Für die großen Kundgebungen im Saarland, die in Regen und Schnee dem glänzenden Abstimmungssieg am 13. Januar 1935 vorangingen, war das Deutsche Rote Kreuz Träger aller Hilfsmaßnahmen für Hunderttausende, und bei der Abstimmung selber arbeitete ein bis ins kleinste durchdachter Hilfsdienst. Und ebenso war es bei der Reichstagswahl am 29. März 1936. Sanitätsmänner und Samariterinnen brachten Alte. Kranke und Gebrechliche auf Tragbahren zur Wahlurne. Es ist selbstverständlich, daß auch die erhebenden Feiern und frohen Stunden des Volkes, daß die gewaltigen Kundgebungen der Partei und der Berufsstände, die Reichsparteitage im alten Nürnberg. das Erntedankfest der deutschen Bauern auf dem Bückeberg. der nationale Feiertag des deutschen Volkes am 1. Mai, der Reichshandwerkertag auf dem Römerberg von Frankfurt a. M. das Deutsche Rote Kreuz auf dem Plan findet, geschult und bereit, sofort einzuspringen, wenn plötzliche Erkrankung oder ein Unfall schnellste Hilfe erheischt. In wieviel Hunderten und Tausenden von Fällen ist das geschehen! Auch bei unzähligen großen und kleinen Veranstaltungen, bei den Gautagungen. Heimatiesten und Sportkämpfen aller Art— immer gibt die weiße Fahne mit dem roten Kreuz den Teilnehmern tröst= liche Kunde davon, daß für Rettung und Hilfe Vorsorge getroffen ist. Bei den Olympischen Winterspielen in Garmisch=Partenkirchen ist auch der hierfür besonders ausgebildete Gebirgsrettungsdienst des Deutschen Roten Kreuzes mustergültig tätig gewesen. Zu den bevorstehenden XI. Olymvischen Spielen auf dem Reichssportfeld. die Hunderttausende von Sportlern und Besuchern aus Deutschland und allen Kulturländern nach der Reichshauptstadt führen werden, haben alle Berliner Gliederungen des Deutschen Roten Kreuzes umfassende Vorbereitungen für die Erste Hilfe getroffen. Hunderte von Aerzten. Tausende von Sanitätsmännern und weiblichen Hilfskräften werden sich auch an ihrem Teil dafür einsetzen, daß die Sportwettkämpfe im August 1936 zu einem Ruhmesblatt für Deutschland werden. Die Rotkreuz=Sammlung am 13. und 14. Juni 1936 gibt jedem Volksgenossen Gelegenheit, die Männer und Frauen des Deutschen Roten Kreuzes in diesen hohen Aufgaben für das Gemeinwohl und die Volksgemeinschaft zu unterstützen. Helft den Helfern! für nutc vom 10.-18.sunt 1s ni. 17.98 Apn— „asick ia ungtaisLich!“ Darüm mit, KraPt durch Freuede in den Lecaltts: Stadttreis Castrop=Rausel Castrov=Rauxel, 8. Juni 1936 Kein Gras in den Mund nehmen! In den Tagen, da sich die Wiesen und Felder zu voller Pracht entwickeln, ist es notwendig. auf eine Unsitte aufmerksam zu machen, die schon manchmal großes Leid im Gefolge hatte. Da wandert einer durch die prangende Natur, rupft sich einen Grasoder Aehrenhalm ab, steckt ihn unbesonnen in den Mund und kaut daran voller Lust. Durch das Gras, und noch mehr durch Getreidehalme, wird jedoch der Strahlenpilz, der an den Halmen sitzt, auf den Menschen übertragen. Er äußert sich vielleicht im Anfang nur als eine harte Geschwulst, etwa am Halse, und wird leicht mit einer harmlosen Krankheit verwechselt, die als Geschwür oder Furunkel nach außen in Erscheinung tritt und behandelt wird. Wird die Krankheit sofort erkannt, und zieht der Kranke auf schnellstem Wege einen Arzt zu Rate dann besteht die Möglichkeit, den Strahlenpilz auszuheilen. Wenn nicht, dann kann sich trotz zahlreicher Operationen der Pilz im Körper immer weiter ausbreiten. Die Behandlung ist immer sehr schwierig und erfordert die ganze ärztliche Kunst, wie auch eine große Geduld von seiten der Kranken, da Rückfälle sehr häufig sind. Vortragsabend des Reichskolonialbundes Am Samstagabend fand der angekündigte Vortragsabend der hiesigen Ortsgruppe des Reichskolonialbundes im Saale der Wirtschaft Richter statt. Die Hauptrede hielt Reichsredner des Reichskolonialbundes mit Werbeauftrag der NSDAP., Jünemann(Berlin). Er sprach über das Thema„Die Kolonialfrage im Dritten Reich. Ein Lichtbilder= vortrag über„Deutsch=Ostafrika im Frieden und im Krieg“ schloß sich an. Ueber die Veranstaltung werden wir in der morgigen Ausgabe ausführlich berichten. Täglich 1713 Ferngespräche in Castrop-K. In der Stadt Castrov=Rauxel gab es, soweit sie an das Selbstanschlußamt Castrov=Rauxel angeschlossen ist, im Jahre 1935 im Durchschnitt 1109 Fernsprechstellen. Diese gliedern sich wieder in 601 Hautanschlüsse und 508 Nebenanschlüsse. Unter den letzten waren 102 posteigene und 406 private Fernsprechanlagen. Die Zahl der öffentlichen Fernsprechstellen in der Stadt Castrop=Rauxel belief sich im letzten Jahre auf 12. Im Jahre 1936 wurden in Castrov=Rauxel im ganzen 624 663 Gespräche verbucht, davon waren 404 605 Ortsgespräche, 199127 Schnellgespräche 20 931 Ferngespräche. Es wurden somit in unserem Heimatbezirk täglich rund 1713 Ferngespräche geführt. Bei der derzeitigen Einwohnerzahl unserer Stadt bediente sich, auf die Bevölkerungsziffer umgelegt, also durchschnittlich täglich jeder 35. Einwohner einmal des Fernsprechers, während in unserer Stadt auf ca. jeden 52. Einwohner eine Fernsprechstelle entfällt. Der Telegrammverkehr in Castrop-Kauxe! Man kann verhältnismäßig oft die Ansicht vertreten hören, daß die Bedeutung des Telegraphen heute im Zeitalter des Fernsprechers und Rundfunks für die Allgemeinheit kaum noch in die Erscheinung trete. Daß dem aber nicht ganz so ist, erhellt aus der amtlichen Statistik über den Telegrammein= und=ausgang im Ortsverkehr in Castrov=Rauxel. Demnach sind im Jahre 1935 hier ausgegeben 1682 Telegramme. Davon sind 406 durch den Fernsprecher aufgegeben. 83 waren Brieftelegramme. deren Wortgebühr belanntlich 50 v. H. der gewöhnlichen Gebühr beträgt(bei mindestens 25 Wörtern) und deren Beförderung nach den gewöhnlichen Telegrammen erfolgt, während die Zustellung am nächsten Vormittag nach dem Aufgabetag geschieht. Die große Zahl von 313„Lr=Telegrammen“, die auf einem besonderen Schmuckblatt zugestellt wurden. zeigt, daß die Telegraphie noch immer stark für Glückwunschübermittlung in Anspruch genommen wird. Die Zahl der in Castrop=Rauxel angekommenen Telegramme belief sich im Vorjahre auf 2691, davon wurden 84 durch den Fernsprecher. der Rest in der üblichen Weise auf Telegrammformularen schriftlich zugestellt. A 82.4 Prozent Belegung Statistisches von unseren beiden Krankenhäusern Dem soeben im geschmackvollen Einband herausgegebenen„Statistischen Jahrbuch deutscher Gemeinden 1936“ entnehmen wir folgende Angaben über das hiesige katholische und evangelische Krankenhaus: Im Jahre 1935 waren in den beiden genannten Krankenhäusern 21 Aerzte und 52 Pflegeperionen. darunter 48 weibliche Pflegepersonen, tätig. Beide Krankenhäuser zählten Ende 1934 310 Betten. Im Jahre 1934 wurden in beiden Krankenhäusern 3782 Kranke an insgesamt 93184 Tagen verpflegt. Die Bettenausnutzung bzw die Belegung betrug für die genannte Zeit 82.4 Prozent. Das ist gegenüber den Krankenhäusern in anderen Städten eine durchaus günstige Prozentzahl. die andererseits beweist, daß normalerweise die Anzahl der Betten ausreichend für unsere Stadt ist. Wegweiser zum Heimatmuseum Jetzt sind an den beiden Eckhäusern(Münsterstraße — Im Ort). der Zugangsstraße zum Heimatmuseum. Richtungsschilder angebracht worden. Die Schilder bestehen aus Stahlblech und tragen als Bildschmuck ein in Oel gemaltes ausgestanztes Mammut. bekanntlich das Urtier unserer engeren Heimat. Die originellen Schilder, die in dieser Art in den letzten Jahren insbesondere in Süddeutschland als Wegeschilder bekannt geworden sind. werden gewiß auch in unserer Stadt besondere Beachtung finden. heute Fachschaftsversammlung der Putzmacher und Schneiderinnen Die Fachschaft Putzmacher und Schneiderinnen hat am Montag. dem 8. 6. 36. 20 Uhr. im Lokal Kappe. Castrov=Rauxel 2. Kaiserstraße 2. ihre erste Fachschaftsversammlung. Es ist Pflicht jeder Meisterin und deren Gefolgschaft. an dieser Versammlung teilzunehmen Neuaufnahme ehemals ausgeschlossener Milglieder der 903. Den ehemaligen Mitgliedern der Deutschen Arbeitsfront, die vor dem 11. Januar 1936 rechtskräftig ausgeschlossen wurden und die Frist für Anträge auf Neuaufnahme nicht gewahrt haben, haben nur noch auf dem Gnadenwege Aussicht auf Neuaufnahme in die Deutsche Arbeitsfront. Anträge müssen beim Obersten Ehren= und Disziplinarhof der DAF. in Berlin eingereicht werden. Die einzelnen Fälle werden überprüft und gegebenenfalls die betreffenden Antragsteller dem Reichsleiter der Deutschen Arbeitsfront zur gnadenweisen Aufnahme in die DAF. vorgeschlagen. Diebstahl aus einem Auto Am 4. 6. gegen 11 Uhr wurde aus einem an der Kaiser=Friedrich-Straße stehenden Lastkraftwagen aus einer im Wagen liegenden Geldtasche 15 RM. gestohlen. Die Täter wurden ermittelt und das Geld dem Eigentümer zurückgegeben. Vorsicht beim hinausfahren aus Grundstücken Der Polizeipräsident von Bochum teilt mit: Immer wieder ereignen sich dadurch Verkehrsunfälle, daß Kraftfahrzeugführer beim Hinausfahren aus einem Grundstück auf die Straße die nötige Vorsicht außer acht lassen. Diese Nachlässigkeit war z. B. die Ursache eines schweren Verkehrsunfalles im Präsidialbezirk Bochum, bei dem der Fahrer leicht, der Beifahrer lebensgefährlich verletzt wurde. Die Gerichte haben wiederholt ausgesprochen, daß es nicht genüge, möglichst langsam zu jahren und Hupensignale abzugeben. Notwendig ist vielmehr außerdem, daß der Fahrer eine andere Person vorausschickt, die sich von dem Freisein der Fahrbahn überzeugt und die den ausfahrenden Fahrer durch Zeichen mit der Hand oder sonstwie verständigt. Radfahrer haben, wenn sie Unfälle vermeiden wollen, ihr Rad von der Ausfahrt bis auf die Straße zu schieben. Die Polizeibeamten sind angewiesen gegen Verstöße einzuschreiten. Kationatsoziäntstische Geziehungruteen Der Wert wirtschaftskundlicher Fahrten für den Volksgenossen maliger Füllung gründlich gesäubert sind, und nach Möglichkeit gefilterten Kaisee zu verwenden, bei dem das Kaffeemehl nicht mit in die Flaschen gerät. Die von der Gauwaltung Westsalen=Süd durchzuführenden wirtschaftskundlichen Fahrten haben naturgemäß das Interesse weitester Kreise gesunden. Hat man von diesen Fahrten doch gesagt, sie seien Höhepunkte nationalsozialistischer Erziehungsarbeit. Wir wollen nachstehend die Meinung einiger Männer unseres Gaues über die Fahrten bekanntgeben. Der stellv. Gauleiter Stürtz bekundet sein großes Interesse an den Fahrten dadurch, daß e# trotz stärkster anderweitiger Inanspruchnahme seinen Besuch bei den Teilnehmern in Aussicht stellt: so schreibt er u. a. der Gauabteilung für Arbeitsführung und Berufserziehung:„Ich werde. soweit es mir möglich ist, mich bei diesen Fahrten wenigstens für kurze Zeit bei den Teilnehmern sehen lassen.“ Der Leiter der Arbeitskammer Westsalen=Livve, Gauwalter der DAF. Ernst Stein, bezeichnet die Fahrten als den„sichtbaren Ausdruck des Leistungswillens aller schaffenden Deutschen." Er sagt wörtlich:„Arbeitsmenschen, aus allen Berufsgruppen zusammengesetzt, erleben gemeinsam die Vielgestaltigkeit der deutschen Wirtschaft und die Größe unserer Heimat. Die Fahrten vermitteln das Erlebnis des täglichen Kampfes in der Front der Arbeit und die Erkenntnis, daß jeder einzelne fleißig und gewissenhaft als Pionier der Arbeit sind wichtige Dinge für die Erhaltung unseres Volkes. Daher ist es unbedingt notwendig, sie auch richtig und in ihrer Art und Auswirkung kennenzulernen. Ich glaube, daß die wirtschaftskundlichen Fahrten des Gaues Westfalen=Süd im Jahre 1936, die von der Deutschen Arbeitsfront. Abteilung für Arbeitsführung und Berufserziehung, durchgeführt werden. noch größere Erfolge ausweisen als die des Vorjahres.“ Gauschulungsleiter Dr. Schwarzschulz: „Ich habe mir den Plan der wirtschaftskundlichen Fahrten angesehen und muß sagen, daß die Fahrten nicht nur eine wesentliche, sondern sogar wohl eine entscheidende und unbedingt notwendige Ergänzung der theoretischen Arbeit bedeuten, die gar nicht hoch genug eingeschätzt werden kann. Ich wünsche den Fahrten einen vollen Erfolg und bedauere, aus Zeitmangel nicht in der Lage zu sein, selbst an einer solchen Fahrt teilnehmen zu können.“ Was sagt der Kaufmann? Die Reichsbetriebsgemeinschaft„Handel". Gaubetriebsgemeinschaft Westfalen=Süd. sieht die Fahrten als sehr geeignet an. das Blickfeld und die Kenntnisse der schaffenden Volksgenossen zu erweitern. Und was sagt der Techniker? Der Gauamtsleiter des Amtes für Technik. Schmöle, begrüßt lebhaft die einzigartige neue Einrichtung der Fahrten.„die den Arbeitern Gelegenheit zur Weiterbildung in volkspolitischen Zusammenhängen geben". Pg. Schmöle sieht die großen Zusammenhänge, wenn er sagt:„Die Einrichtung der wirtschaftskundlichen Fahrten ist auch nach meinem Urteil an allererster Stelle dazu berusen, dem Volksgenossen im bescheidenen Lohnverhältnis klar vor Augen zu führen, daß er nur ein Teil im Ganzen ist und bleibt, der nicht Recht hat, sich herauszugeben, sondern Pflichten einhalten soll. dem Schaffenden im Betriebe vor ihm, den Glasbläser, den Ziegelbrenner, den Waschmittelerzeuger oder den Hochofenarbeiter nicht Abnahmeschwierigkeiten seiner Arbeit zu bereiten. Auch der Weiterverarbeitende. der Volksgenosse nach ihm, wird als lebenswichtiges Glied in der Front der Arbeit plötzlich erkannt und gewertet, der Eisenbahner, der Hafenarbeiter. der Handlungsgehilfe und Reisende, besonders der Verbraucher.“ Behörden und öffentliche Körverschaften haben ebenfalls längst den Wert der Fahrten erkannt. So schreibt u. a. die Industrie= und Handelskammer zu Dortmund:„Wir haben weiterhin darauf aufmerksam gemacht, daß es Pflicht eines jeden Gefolgschaftsführers ist, durch Bereitstellung von Fahrtkosten auch einzelen Gefolgschaftsmitgliedern die Teilnahme an diesen Fahrten zu ermöglichen unter Hinweis darauf, daß diese Fahrten einerseits hervorragend geeignet sind. das berufliche Wissen zu erweitern und andererseits auch dazu beitragen. kameradschaftlichen Geist zu fördern. Darüber hinaus böten auch die Fahrten Gelegenheit. die Schönheiten unserer deutschen Heimat kennenzulernen. Die Reichsbahndirektion Essen hat mit Interesse von den wirtschaftskundlichen Fahrten Kenntnis genommen und hält„diese Fahrten für ein wertvolles Mittel nicht nur der Berufserziehung, sondern darüber hinaus auch für die Bereicherung des allgemeinen Wissens.“ Die Reichspostdirektion in Dortmund stellt die nachdrücklichste Unterstützung der Fahrten unter den Gefolgschaftsmitgliedern in Aussicht. Warum? Weil sie zu folgender Ueberzeugung gekommen ist:„Wir halten die Fahrten für eine günstige Gelegenheit, den deutschen Arbeiter bei seinem Wirken in den Fabriken. Betrieben und Werkstätten kennenzulernen, seinen Fleiß und seine Tüchtigkeit zu beobachten und mit seinen Nöten und Wünschen vertraut zu werden. Für die Berufserziehung können den Fahrtteilnehmern dadurch Kenntnisse vermittelt werden, wie sie kein wissenschaftliches Buch und auch kein Vortrag zu geben vermögen.“ Die erste Fahrt startet bereits am heutigen Montag in Hagen. Aber noch stehen drei weitere Fahrten zur Verfügung. Jeder deutsche Volksgenosse, der über 21 Jahre alt ist, kann sich an ihnen beteiligen. Auskünfte erteilen alle Dienststellen der Deutschen Arbeitsfront oder aber direkt die Gauwaltung Westfalen=Süd der DAF., Abteilung für Arbeitsführung und Berufserziehung. Bochum, Wiemelhauser Straße 38/42. Küchenzettel für die Woche vom 8. Juni bis 14. Juni 1936 Mitgeteilt vom Deutschen Frauenwerk. Gau Westsalen=Süd. Abt. Volkswirtschaft— Hauswirtschaft Montag: Gemüsesuppe. Eierkuchen mit grünem Salat. Dienstag: Gedämpfter Fisch mit Dilltunke und Kartoffeln. Mittwoch: Kalbsfrikassee mit Spargel und Kartoffeln. Donnerstag: Sauerrampfersuppe, Bauernfrühstück. Freitag: Fischklöße mit Kaperntunke. Kartofseln. Salat. Samstag: Hirsebrei mit Kompott. Sonntag: Gebundene Knochenbrühe, Spargel mit Schinken, Rhabarbercreme. Verlegung eines Wochenmarktes Aus Anlaß des kath. Feiertages Fronleichnam am Donnerstag. dem 11. Juni, wird der Wochenmarkt in.=Marten aus Mittwoch, den 10. Juni verlegt. Büchertisch Der„Ober“ wird Serviermeister Nachdem die Lehrlingsausbildung im Gaststättengewerbe bereits vor längerer Zeit geregelt wurde. hat die Reichsarbeitsgemeinschaft für Berufserziehung und Berufsausbildung im Gaststättengewerbe nun auch neue Ausbildungsbestimmungen für die Gehilfen erlassen. deren Beachtung allen Mitgliedsbetrieben zur Pflicht gemacht wird. Nachdem der Lehrling zum Gehilfen freigesprochen ist, wird er in das Gehilfenamt übernommen, das die Aufgabe hat. die berufliche Weiterbildung der Gehilfen zu überwachen. Nach Vollendung des 25. Lebensjahres und siebenjähriger Gehilfenzeit kann sich der Gehilfe der Abschluß=Fachvrüsung unterziehen, der ein Schulungslehrgang voraufgeht. Nach bestandener Prüfung wird der Kochgehilfe Küchenmeister, der Kellnergehilfe Serviermeister und der Börogehilfe Büroleiter. Die Berufsbezeichnung Küchenmeister ist eine Neuprägung. ebenso der Serviermeister, der an die Stelle des bisherigen Oberkellners tritt. Kaffeepulle und Magenkrankheiten Die Verwaltung der Ruhr=Knappschaft in Bochum teilt mit: Bei Bergarbeitern treten verhältnismäßig häufig Magenerkrankungen und Magengeschwüre auf. Nach Mitteilungen, die uns aus den Bergarbeiterkreisen zugegangen sind. wird vermutet, daß die Magenerkrankungen zum Teil durch den Gebrauch unreiner Kaffeeilaschen und Kasseekannen aus Blech, wie sie i Bergbau üblich sind, verursacht werden. In diesen Behältern setze sich der Kaffeesatz am Boden fest und werde bei nicht gründlichem Spülen der Flaschen nicht restlos entfernt, wodurch sich gesundheitsschädliche Stoffe bildeten. Diese Ansicht wird auch von Aerzten geteilt.— Es wird deshalb empfohlen, entweder Kaffeeflaschen mit herausnehmbarem Böden zu gebrauchen, die leichter zu reinigen sind. oder bei Benutzung von Kafseeflaschen in der bisherigen Art darauf zu achten, daß sie vor jedes„Werkleute singen". Lieder der NS.=Gemeinschaft„Kraft durch Freude". Mit einem Geleitwort des Reichsleiters der deutschen Arbeitsfront. Dr. Robert Ley, herausgegeben von Heinz Ameln, Bärenreiter=Verlag Kassel, 64 Seiten, kart. 50 Pf., in Leinen gebunden 90 Pf. Das im Gau Hannover entstandene, in seinem Liedgut erprobte und bewährte Liederbuch, soll nun hinausgehen in das schaffende Volk. um Freude und Frohsinn zu bringen den Menschen der Arbeit beim Singen in den Betriebsgemeinschaften, auf Reisen und Wanderungen mit„Kraft durch Freude". beim Sport und Sviel und bei allen festlichen und geselligen Stunden. Der Führer de: Deutschen Arbeitsfront. Reichsleiter Dr. Robert Ley, hat persönlich dem Liederbuch ein Geleitwort mit auf den Weg gegeben und darin Bedeutung und Aufgabe eines solchen rechten und frohen Singens gekennzeichnet:„Des deutschen Volkes Fest= und Feierstunden und sein Feierabend werden gestaltet und aus dem Erlebnis der Arbeit heraus ist ein Brauchtum der Arbeit im Werden. Bei dieser Neuformung ist das deutsche Lied ein wesentlicher Helfer, sei es nun das aus dem Kameradschaftsgeist entstandene Kampflied der volitischen Soldaten Adolf Hitlers oder sei es das von den Vätern übernommene Volkslied. das von all dem singt, was dem deutschen Menschen lieb und teuer ist. Diese Lieder sind echtes deutsches Volksgut, das durch Liberalismus und Marxismus schon zerstört schien. Im neuen Deutschland klingen diese Lieder wieder und es entstehen allenthalben täglich neue. Wir wissen, daß das echte Volkslied und sei es noch so schlicht und einfältig. nicht nur Ausdruck der Volksgemeinschaft ist, sondern daß es auch recht dazu angetan ist. durch seine gemeinschaftbildende Kraft an dem Werden der deutschen Volksgemeinschaft mitzuwirken.“ Das zweckentsprechend und gut ausgestattete Liederbuch„Werkleute singen" enthält rund 90 Lieder meinst einstimmig, einige auch in schlichten mehrstimmigen Satz in folgenden Abteilungen: Kampf und Bekenntnis/ Landsknechts= und Soldatenlieder Handwerk und Stand] Fest und Feier Toten= gedenken Morgen und Abend] Jahreslauf Frohes Wandern und Jagen] Sviel und Scherz. Humor 5. Eine Feriengeschichte aus der Kinderlandverschickung der RSV. Als Steppke am nächsten Morgen die Augen aufschlägt, braucht er erst eine geraume Weile, um sich mit seinen Gedanken in der neuen Umgebung zurechtzufinden. Eine zarte Gardine, mit dem leisen Schattenspiel sanft wippender, windgewiegter Zweige dahinter bauscht sich in einem Hauche frischer Morgenluft. Höchst merkwürdige Geräusche haben Steppke an diesem Morgen geweckt. Hähne krähen, Stalltüren knarren, Hufe trappeln, Milchkannen scheppern, ein Wagen klappert kommen, und ein paar Kälbchen machen dabei so drollige und tolpatschige Sprünge, daß Steppke laut auflachen muß. Der junge Knecht schirrt eben die Pferde an und singt und pfeift dabei so seelenvergnügt in den schönen Sommermorgen. Ab und zu muß er zwar seinen Gesang unterbrechen, weil der tuddelige Braune und die um so temperamentvollere Fuchsstute nicht so wollen, wie er will. Alle Augenblicke muß er sie anfahren, aber unbekümmert singt er nach jedem Schnauzer weiter:„Das Lieben bringt groß Freud, das wissen alle Leut— Voß, Du Dämel, stah still— weiß mir ein schwarzbraun Mägdelein, mit zwei schwarz=braunen Aeugelein— Voß, du Beest— das mir, das mitir, das miiiiiiir das Herz sich ausgezeichnet, seit dem er zum letzten Geburtstag ein neues Taschenmesser bekommen hat— am Kaulen= busch gibt's eine Menge Weiden. Auch Heide und Fritz Buntjes gehen mit zur Wiese Fritz schultert den Rechen wie ein Alter, und er weiß erfreut hüh, Voß! K F über das Pflaster, und das muht und quietscht und schnattert und gackert vom Hofe herauf. Steppke ist plötzlich hellwach und mit einem Satz am Fenster. Er muß doch einmal sehen, was da unten los ist. Gerade werden die Kühe ausgetrieben, die jetzt wohl wieder auf die Weide „Es geht gewiß wieder ins Heu!“ denkt Steppke, und auch ihn hält es nicht mehr in den Federn.„Nanu, Steppke, so früh, du hättest ja noch schlafen können!“ meint die junge Bäuerin, als Steppke so zeitig auf der Bildfläche erscheint. Aber der Reiz des Neuen ist so unwiderstehlich. Eine neue, fremde Welt hat sich für Steppfe aufgeton, die nun bunt und schillernd winkt mit den vielen kleinen Abenteuern, die sein Jungenherz begeistern. Zum ersten Male in seinem kleinen Leben ist er ja hier draußen in der freien Natur. Steppke ist so erfüllt von Entdeckerlust und Tatendrang. Und als der Tagelöhner Buntjes mittags zu den Wiesen am Kaulenbusch Heu wenden geht, da bettelt auch Steppke, mitgehen zu dürfen. Er hat am Vormittag schon Freundschaft mit den Hofkindern geschlossen. Der elfjährige Fritz Buntjes hat versprochen, ihm ein Dohlennest zu zeigen und eine Weidenflöte zu schnitzen. Auf Flötenschnitzen versteht er ihn auch so fix zu handhaben, daß alles nur so stien. und fliegt. Das flitzt Schwade auf, Schwade ab, die langen Heubreiten hinauf und hinunter. Auch Heide, die kleine Erbhoftochter, versteht recht fix und geschickt mit der Heuharke umzugehen. Da will auch Steppke nicht müßig zusehen. Der Tagelöhner Buntjes hat auch noch einen überzähligen Heurechen da— und Heide ist gleich bereit, ihm den ersten Instruktionsunterricht im Wenden zu geben. Steppke ist leicht von Begriff, mit echt kindlicher Freude des„Mithelfendürfens“ ist er bei der Sache. Der Schweiß läuft ihm in kleinen Bächen von der Stirn. Aber er läßt nicht locker, um mit den anderen in der Reihe zu bleiben. Es ist wie ein heimlicher und zäher Wettkampf. So schnell ist man mit der großen Wiesenfläche fertig, als sei ein hurtiger Heinzelmännchenschwarm am Heuwenden gewesen. Buntjes schiebt seinen verwitterten Strohhut in den Nacken und schmunzelt anerkennend: „Dunnerkiel!" Nicht auszudenken! „Großvati. warst du auch einmal so klein wie ich?“ fragt der kleine Fritz. „Natürlich, mein Junge!" „Da mußt du aber ulkig ausgesehen haben mit deiner Glatze und dem langen weißen Bart!" ert sind, und nach rwenden, bei dem aschen gerät. Woche Mi 1935 werk. Gau WestHauswirtschaft ichen mit grünem mit Dilltunke und Spargel und Kar. ipve, Bauernfrüherntunke. Kartofpott. enbrühe, Spargel West enmarktes Fronleichnam am der Wochenmarkt b. den 10. Juni der NS.=GemeinRit einem Geleitschen Arbeitsfront. von Heinz Ameln, eiten, kart. 50 Pf., e. in seinem Liedbuch, soll nun hin, u m F r e u d e u n d n der Arbeit beim saften. auf Reisen rch Freude". beim tlichen und gesellibeitsfront. Reichsich dem Liederbuch gegeben und darin olchen rechten und Des deutschen Volin Feierabend weris der Arbeit herim Werden. Bei e Lied ein wesentis dem Kameradd der politischen i e s d a s v o n d e n das von all dem lieb und teuer ist. Volksgut, das durch von zerstört schien. siese Lieder wieder täglich neue. Wir und sei es noch so lusdruck der Volksauch recht dazu antbildende Kraft an gemeinschaft mitzuausgestattete Lieilt rund 90 Lieder in schlichten mehrbteilungen: Kampf und Soldatenlieder uind Feier TotenJahreslauf Frohes id Scherz. en! al so klein wie ehen haben mit deißen Bart!" urtstag kaulenWiese r weiß (tien 5. die de, die ct mit e nicht ch noch gleich Wenden t kindSache. Stirn. in der jäher WiesenHpoaun itterten nnend: Adene Teg und Jbeian!.fe..* Der Deutschmeister Schalke 04 und Schlesiens Meister Rasensport Gleiwitz ausgeschaltet— 75 000 Zuschauer sahen die„Knappen“ in Stuttgart scheitern— Verdienter Fortunen-Sieg in Dresden vor 15 000 Besuchern Technische Sorgfalt ist kärverlichem Einsatz gewichen. Der linke Schaller Flügel kommt äußerst gefährlich durch, aber Köhl wirft sich in die Schußbahn. Im Gegenangriff schafft Nürnberg eine heille Lage vor Schalkes Tor. Der Kampfistausgeglichen! Im Schalker Lager beginnt man zu hoffen. Die dritte Schaller Ecke wird von Nürnbergs Verteidigung sicher abgewehrt. Und in all die Ungewißheit hinein fällt das erste Nürnberger Tor. Die fünf Clubspieler gehen in einer Linie vor. Schwab verliert zwar zunächst den Ball. kann aber doch zur Mitte flanken. Friedel muß sich in ein Kopfballduell auf der 16=Meter=Linie einlassen, und dann bricht der ungeheure Jubel los. Gänzlich unerwartet für Spieler und Zuschauer landet der Ball im Tor. Schalkes Hintermannschaft ist sichtlich erschüttert, sie läßt es mitunter sehr an der Aufmerksamkeit fehlen. In der 21. Minute glaubt man schon allgemein an den Ausgleich, aber in glänzender Manier holt Köhl den von Gellesch abgefeuerten Schuß aus dem oberen Toreck. Schalkes sechste Ecke kann der glänzenden Nürnberger Deckung nichts anhaben. Unheimlich schafft Szevan. der vorn und hinten zu finden ist und mit seinen Vorlagen alles begeistert. Nürnbergs Verteidigungs=Bollwerk ist einfach nicht zu erschüttern. Der Schalker Angriffsreihe fehlt aber auch der unbedingt nötige Einsatz. Inzwischen hat es Nürnberg zu der 16.(!) Ecke gebracht. Schalke versucht sich in einer Umstellung, indem Gellesch und Kallwitzki die Plätze wechseln. Es Der 1. FE Nürnberg schlägt Schalke 04 mit:0(:0) lwird nichts damit gewonnen. — Verdienter Club=Sieg— 70000 in Stuttgart Die Würfel sind gefallen! Das Endsviel um die Deutsche Fußballmeisterschaft 1936 führt den wiedererstandenen 1. FE Nürnberg und den Niederrhein= meister, Fortuna Düsseldorf, zusammen. Mit einer Spannung sondergleichen schaute am 7. Juni der deutsche Fußball nach Stuttgart und Dresden, wo sich die vier Gruppensieger in den zwei Vorschlußrundenspielen auseinanderzusetzen hatten. Allen Möglichkeiten war Tor und Tor offen. In Stuttgart ließ sich der Exmeister Nürnberg, der sich heuer wieder auf seine ruhmreiche Vergangenheit besann, auch vom technischen Feuerwerk des Deutsch= meisters Schalke 04 nicht stören. Zum Leidwesen aller westdeutschen Fußballfreunde unterlag Schalke ehrenvoll in einem prächtigen Kampfe mit:2(:). Vorwärts RSV Gleiwitz war sicherlich ein gefährlicher Außenseiter, mehr aber nicht. In Dresden zerschellten die stolzen Hoffnungen des schlesischen Meisters an der soliden Fußballkunst der Fortuna aus Düsseldorf. Die niederrheinischen Jungen lagen noch zum Wechsel der Seiten mit:1 im Rückstand. aber dann setzten sie sich restlos ein und erschlossen sich den Weg zum Siege. Mit:1 kehrte die Fortung heim und trägt nunmehr allein die Hoffnungen der großen Fußballgemeinde des Westens. Der Deutschmeister heschragen Betolrnier Ernd-Olrp Der dritte Schalker Anlauf mißglückte! Auf der herrlichen Stuttgarter Adolf=Hitler=Kampfbahn lohte alter Nürnberger Kampfgeist auf, ließ schönste Hoffnungen Schalkes und des westdeutschen Anhangs zerschellen. Der Sieg des mehrfachen deutschen Meisters ist in jeder Beziehung verdient, so klar verdient, wie ihn eben ein:0 auszudrücken vermag. Und das möge nicht verkannt werden. Fort daher mit aller Resignation und sich ergeben in das unabwendbare Geschehen. Der 1. FC Nürnberg war in einer derart glänzenden Form, daß auch ein Deutschmeister vergeblich dagegen Sturm lief. Die 70 000 waren mit einer Begeisterung dabei, die ihresgleichen sucht. Torlos bei der Pause Schalke liegt sofort im Angriff. Kuzorras Schuß prallt von Billmann ab. Eiberger erhält ein Pfeifkonzert für ein Foul an Urban. Dann kommt Nürnberg durch Gußner zum Angriff. der Ball geht aber. die Latte fast streifend. ins Aus. Beide Verteidigungen sind anfänglich nicht ganz im Bilde. Bei den Nürnbergern fällt sofort das glänzende Zuspiel der Läuferreihe auf. Auch Sepol Schmitt zeichnet sich in dieser Hinsicht aus. Bei Schalke tragen zunächst nur Kuzorra und Szepan das Spielgeschehen. Nach fünf Minuten erzielen die überlegen spielenden Nürnberger die erste Ecke, der sich zwei weitere anschließen. Gußner gibt den Ball aber zu weit ins Feld. Leichtsinnig spielt Schalkes Hintermannschaft, so daß Nürnberg zu zwei weiteren Eckbällen kommt. Der„Club“ ist klar überlegen. Nürnberg nimmt es mit der Deckung veinlich=genau. Bei einem neuen Eckball der Nürnberger verpaßt Mellage den Ball. doch Schmitt startet zu spät. Szevan springt dazwischen und klärt die gefährliche Situation. Carolin erhält Sonderbeifall. als er dem dribbelnden Szevan den Ball wegangelt. Nattkämver begeht ein Foul an Gußner, den direkten Freistoß wehrt Mellage ab. Kuzorra stellt Köhl auf barte Proben. der Nürnberger Torhüter ist aber glänzend auf dem Posten. Inzwischen haben die Nürnberger das Eckenverhältnis auf:2 erhöht, woraus klar ersichtlich ist, daß die Süddeutschen fast jederzeit das Heft in der ersten Halbzeit in der Hand hatten. Zwei Tore nach dem Wechsel! Sollte es die Wendung geben? Fast hat es den Anschein, denn mit ungeheurer Wucht stürmen die „Knappen". Szevan ist für Kuzorra nach vorn gegangen. während sich Ernst im Aufbau nützlich macht. Das Sviel ist beiderseits etwas zerfahrener. Entscheidung sechs Minuten vor Schluß! Gerade hat es Schweißfurth an der nötigen Obacht fehlen lassen, da spritzt auch schon Friedel heran. Zu allem Ueberfluß bleibt Mellage im Tor. anstatt aus dem Tor zu laufen. Unter ungeheurem Beifall hebt Friedel den Ball über Schalkes Schlußzmann ins Netz. Mit der 17. Nürnberger Ecke klingt der Großkampf aus. Worte der Kritik Die Nürnberger lagen in der ersten Halbzeit stets im Vordertreffen, lediglich die letzten zehn Minuten flammte der alte Schalker Angriffsgeist auf. Billmann erwies sich sicherer als Munkert. Ganz überragend Nürnbergs Halbreihe mit ihrem haargenauen Zuspiel und glänzender Deckung. Gußner war im Sturm im ersten Spielabschnitt bester Mann: er wurde von Eibinger gut unterstützt. Den Schalkern rechnet man es hoch an, daß sie ihr gewohntes Kreiselspiel nicht anwandten. Ueberragend waren Szepan und Kuzorra. Die Flügel nur in den letzten zehn Minuten gefährlich. Mellage hatte viel zu leisten, war vor der Pause ausgezeichnet.— Nach dem Wechsel war das Spiel ausgeglichener. Schalke lag mehr im Angriff. während die Verteidigung zeitweilig unsicher spielte. Szevan erwies sich als stärkster Spieler, und nach ihm ist Kuzorra zu nennen. Immerhin war der Sturm in der Gesamtheit wenig überzeugend. Bei Nürnberg hielt gute Leistung von Schlußdreieck sowie Läuferreihe an. Der Sturm hatte es gegen die nicht mehr so sorgfältige Deckung des Gegners leichter.— Unversehrt leitete einwandfrei. Fortung der Gegner von Rurnderg Vorwärts Rasensport Gleiwitz mit:1 ausgeschaltet Nur 15000 Zuschauer hatten sich am Sonntag aus dem Platz des Dresdner SC im Ostragehege zum Vorschlußrundenkampf um die Deutsche Fußballmeisterschaft zwischen Fortuna Düsseldorf und Vorwärts Rasensport Gleiwitz eingesunden. Ein heftiger Wind machte sich störend bemerkbar, doch blieb es zum Glück trocken. Die Schlesier erwiesen sich als ein überaus zäher Gegner und konnten bis zur Pause sogar mit:0 die Führung übernehmen. In der zweiten Halbzeit aber machten sich die vorangegangenen großen Anstrengungen bemerkbar, so daß Fortuna die tapferen Gleiwitzer schließlich doch noch mit:1 hinter sich lassen konnte. Die Düsseldorfer übernehmen sofort das Kommando. Sie sind im Ab= und Zuspiel klar besser, wie überhaupt in rein spielerischer Hinsicht die Gleiwitzer nicht mitkönnen. Vor dem gegnerischen Tore aber sind Fortunas Stürmer vollkommen hilflos, zumal die Gleiwitzer Abwehr äußerst geschickt zu verteidigen weiß. Gegen diese Hintermannschaft kann Fortuna mit ihrem viel zu breit vorgetragenen Angriffsspiel nicht an. Immer wieder rennen sich die Stürmer fest. Inzwischen sind aber die Schlesier nicht untätig, ihre plötzlichen Durchbrüche sind stets gefährlich. Die Abwehr der Düsseldorfer macht ebenfalls einen ziemlich unsicheren Eindruck, besonders Pesch ist nicht recht auf dem Posten, und er verschuldet in der 15. Minute auch den Gleiwitzer Führungstreffer. Einen Schuß des Rechtsaußen Wilschek läßt Pesch fallen, der Halbrechte Pischek ist zur Stelle, schießt erst gegen Ainden und Teipfig zehlen siaf duech Die Vorschlußrunde um die Deutsche handballmeisterschaft In den beiden Vorschlußrundenspielen der Handballer am 7. Juni setzten sich mit Hindenburg Minden und der MTSA. Leipzig die Mannschaften durch, die man als Endspielgegner erwartet hatte. Hindenburg Minden schlug zu Hause vor 6000 Zuschauern den Niederrhein= meister Rasensport SV. Mülheim=Ruhr eindeutig mit:3(:). Die Leistung war derart eindrucksvoll, daß man dem Westfalenmeister die unbedingt besten Aussichten für den Titel einräumen muß. Die Leipziger Soldaten erkämpften sich in der Verlängerung ebenfalls auf heimatlichem Boden einen 14:10=Sieg über Oberalster Hamburg. Hindenburg Minden in Hochform! Rasensport Mülheim unterliegt:3(:)! Daß der Niederrheinmeister in Minden eine derartige Abfuhr bekommen würde, das hatten wohl die wenigsten Optimisten= erwartet. Aber Sieg der beuischen kücher in Holen Polen im Länderkampf 326,8 zu 293,7 besiegt Es war kein offizieller Länderkampf, der in Warschau eine deutsche Auswahlmannschaft und Polens beste Kunstturner zusammenführte. Vielmehr hatte die Veranstaltung den Zweck, dem Gerätturnen in Polen weitere Freunde zuzuführen. Wie nicht anders zu erwarten war, gab es auch ohne unsere Olympiakandidaten einen deutschen Sieg, der mit 326,8 zu 293,7 immerhin recht deutlich ausfiel. Unter den Ehrengästen befanden sich der deutsche Botschafter in Warschau, von Moltke, der Reichssportführer von Tschammer und Osten, der Präsident des polnischen Olympischen Komitees, Oberst Glabisch, und viele andere Führer des polnischen Sportes. Die Einzelwertung ergab: 1. MüllerDeutschland 55,2 P. und Schmelcher=Deutschland 55,2, 3. Kostman=Polen 55,0, 4. Friedrich=München 54,7. 5. Göbig=Mainz 54,7, 6 Klein=Nürnberg 53,7, 7. Stolowy=Polen 53,2, 8. Pludra=Forst 53,0, 9. Weischedel=Stuttgart 48,4, 10. Plosarek=Polen 46.8, 11. Pietrzykowski=Polen 45,7, 12. Lewicki=Polen 45,5, 13. Radojewski=Polen 44,5, 14. Brejula=Polen 44,0, 15. Sandrock=Immigrath 0., 16. Bettyna=Polen 0 Punkt. Der Kampf wurde nach den olympischen Bedingungen ausgetragen. Jede Nation stellte an den einzelnen Geräten je vier Turner. Schon nach den Freiübungen hatte Deutschland einen klaren Vorsprung. Mit 72,2:64,5 führte Deutschland, als am Barren die Uebungen begannen. In der Kür war Müller=Leuna mit 9,3 P. der Beste. Sandrock= Immigrath kam zwar auf 9., verletzte sich aber beim Abgang und schied später aus. Nach dem Barren führten wir mit 140,7:127,9. An den Ringen schnitten die Polen besser ab, aber schon in der Kürübung waren Müller mit 9,8 P. die besten Punktzahlen nicht zu nehmen. Nun führte Deutschland mit 210,5:196,0. Die beiden restlichen Uebungen, am Pferd lang und Reck, standen noch eindentiger im Zeichen der deutschen Turner, die immer sicherer wurden und vor allem am Reck Leistungen vollbrachten, die immer wieder den Beifall der Zuschauer fanden. rund 6000 Zuschauer, die sich zu diesem Vorschlußrundenkampf bei strömendem Regen eingefunden hatten, kamen bald zu der Feststellung, daß sich der Westfalenmeister in Hochform befand und die Rasensportler aus Mülheim mit dem glatten, weichen Boden einfach nicht fertig wurden. Die Gäste konnten sich einfach auf die Spielweise der Soldaten nicht umstellen und lagen schon bei der Pause mit:0 im Rückstand. Hinzu kam noch, daß der Sturm jeglichen Zusammenhang vermissen ließ und überhaupt das schlechteste Spiel der Saison lieferte. So wurde dem Westfalenmeister der Sieg nicht sonderlich schwer gemacht. Die Einheimischen fanden sich mit den Platzverhältnissen und dem Regen glänzend ab, ihre Ballabgabe war stets direkt auf den Körper gerichtet und bei der Fangsicherheit aller Stürmer blieb die Ueberlegenheit nicht aus. Auch die Hintermannschaft befand sich in einer glänzenden Spiellaune, fütterte den Sturm, der in Röttger wieder seinen besten Spieler hatte, mit brauchbaren Vorlagen, und da die Verteidiger der Gäste einen schwachen Tag hatten, fielen die Tore wie reife Früchte. Mülheims Hüter hätte wohl zwei Tore halten müssen, wurde aber später besser und wartete mit glänzenden Paraden auf, wodurch er seine Mannschaft vor einer höheren Niederlage beschützte. Gleich zu Beginn waren die Soldaten im Bilde; sie diktierten das Spielgeschehen, so daß die Gäste meist in die Verteidigung gedrängt wurden. Nur hin und wieder kamen die Mülheimer vor. Hatten sie dann eine Torchance, dann stand ihnen das Glück fern, denn einige Lattenwürfe vor der Pause waren die ganze Ausheute. Die Mindener dagegen verstanden es besser; hier war wieder Röttger der Held, der alle fünf Tore vor der Pause auf sein Konto brachte. Drei Tore verwandelte er durch Freiwürfe. Nach dem Wechsel spielten die Einheimischen weiter überlegen. Nachdem der Mülheimer Reinhardt ein Tor aufgeholt hatte, wartete Röttger abermals mit zwei weiteren Treffern auf. Honke stellte das Ergebnis auf:2, aber schon kurze Zeit später ging Roß 1 im Alleingang auf und davon und stellte das alte Resultat wieder her. Noch einmal war Rüther durch Freiwurf erfolgreich. Kurz vor Schluß stellte dann der Linksaußen Roß 2 das Endergebnis mit:3 her. Bei den Frauen lautet die Endspielpag= rung: BfR. Mannheim— SC. Charlottenburg. Eintracht Frankfurt verlor in Minden gegen Mannheim:1(:1) und der SC. Charlotten= burg schlug den Vorjahrsmeister Tbd. Eimsbüttel sicher:2(:). Zwei neue deutsche Rekorde! Die Nationalen leichtathletischen Wettkämpfe, die der BfB Jena anläßlich der Feier seines 25jährigen Bestehens veranstaltete, waren in jeder Beziehung ein Erfolg. Ungeachtet des regnerischen und naßkalten Wetters waren mehrere tausend Zuschauer erschienen und die sportlichen Leistungen wurden durch zwei neue Bestleistungen gekrönt. Unser Rekordmann und Meister im Weitsorung, Wilhelm Leichum=Wünsdorf, schraubte die von ihm gehaltene Bestleistung von 7,73 Meter auf 7,76 Meter und im Hammerwerfen überbot der Hamburger Erich Hein den erst kürzlich von Meister Blask in Königsberg mit 52.55 Meter aufgestellten deutschen Rekord mit einem feinen Wurf von 53.50 Meter. Auch die übrigen Leistungen konnten sich sehen lassen. Im Vorkampf des Weitsprungs führte der Leipziger Long mit 7,72 Meter. und mit dieser Weite, die in der Entscheidung nur durch Leichum mit seinem Rekordsprung übertroffen wurde, besetzte Long den zweiten Platz. Erfreulich ist, daß noch zwei weitere Mann die Sieben=Meter=Grenze übersprangen. Asmuß=Halle erreichte als Dritter .35 Meter und Müller=Jena kam noch auf.04 Meter. Hervorzuheben sind noch der Kugelstoß von Hans Wölke mit 16,12 Meter, der Sveerwurf von Gerhard Stöck mit 68.74 Meter vor Dr. Weimann mit 67,20 Meter. In den Laufwettbewerben lief Welscher=Frankfurt a. M. über 110 Meter in 14.8 eine Jahresbestzeit heraus. Die 100 Meter gewann sein Klubkamerad Hornberger mit 10,5 vor Leichum (10.). Die 400 Meter entschied Blacejczak=Wünsdorf mit 49.4 Meter für sich. die Latte, drückt aber dann den Ball über die Linie. Kurz darauf muß Pesch erneut eingreifen, um einen Kopfball Pischeks unschädlich zu machen. Janes knallt einen Strafstoß aus 20 Meter Entfernung knapp am Gleiwitzer Tor vorbei, dann muß wieder Pesch bei drei Schüssen von Breitkopf, Cyrannek und Richter eingreifen. In der 32. Minute hätte Fortuna den Ausgleich erzielen können, aber der Strafstoß von Mehl ging gegen die Latte, und Nachtigall köpft das zurückspringende Leder über die Torstange. Zwei Ecken für Fortuna verlaufen ergebnislos. Die Düsseldorfer sind stark im Angriff, rennen sich aber immer wieder fest. Im übrigen erweist sich Mettke aber als ein zuverlässiger Torhüter. Kurz vor dem Pausenpfift ergibt sich noch einmal eine sichere Ausgleichschance für Fortuna, doch schießt Kobierski aus günstiger Position daneben. Mit der verdienten:=Führung der Gleiwitzer und einem Eckenverhältnis von:1 für Fortuna werden die Seiten gewechselt. Sieg nach der Pause Allgemeines Bedauern geht durch die Reihen, als der Gleiwitzer rechte Läufer Josefus, der in der ersten Halbzeit den rechten unteren Oberarm gebrochen hat, geschient den Posten des Rechtsaußen einnimmt. Pischek spielt jetzt rechter Läufer. Josefus gibt sich die erdenklichste Mühe, kommt aber über eine Statistenrolle natürlich nicht hinaus. Vielleicht gereichte dieser Umstand den Düsseldorfern zum Erfolg, denn die Stärke der Gleiwitzer, nämlich der rechte Flügel, war gewesen. Die Aussichten von Vorwärts fielen mehr und mehr, als sich die Fortunen=Abwehr immer betonter einsetzte und zur Höchstform auflief. Gegen Mehl und Bender war einfach nicht mehr anzukommen. Bereits in der zehnten Minute ist der Ausgleich erzielt. Nachtigall spielt auf freien Raum, Zwolanowski hat die Chance erkannt und schießt unhaltbar für Mettke zum:1 ein. Immer besser wird Fortunas Spiel, die Gleiwitzer wehren sich zwar nach Kräften, vermögen jedoch gegen das technisch und taktisch reifere Können der Düsseldorfer nichts auszurichten. Mettke muß harte Arbeit verrichten. Dann kommen auch die Gleiwitzer wieder mal zu einem Vorstoß, Fortunas Verteidigung ist bereits überspielt, aber Cyranek schießt am Düsseldorfer Tor vorbei. In der 21. Minute geht Fortuna mit:1 in Front. Ein wundervoller Angriff, vorgetragen von Albrecht und Wigold, endet bei dem steil nach vorne gelaufenen Nachtigall. der an Mettke vorbei unhaltbar einlenkt. Der schon nicht mehr allzu große Widerstand der Gleiwitzer ist restlos gebrochen. Ohne Mühe beherrscht Fortuna das Spielgeschehen, der Kampf ist völlig einseitig geworden. Drei Minuten vor Schluß fällt das dritte und letzte Tor für die Düsseldorfer. Albrecht, Wigold und Nachtigall spielen sich geschickt durch, der Ball kommt zu Kobierski, der zum dritten Male erfolgreich sein kann. Der Sieg der Düsseldorfer tuna ist ohne Zweifel verdient. Nach einer etwas schwachen ersten Halbzeit, in der die Schlesier alles aus sich herausgaben, kamen die Westdeutschen nach der Pause groß in Fahrt, wenn ihnen auch die Verletzung von Josefus sehr zustatten kam. Mehl und Bender waren vor allem im zweiten Spielabschnitt in bester Verfassung, Mehl sorgte hervorragend für den Aufbau, während Bender die Angriffe der Schlesier schon zeitig vereitelte. Zwolanowski und Nachtigall hätten bei mehr Entschlußkraft noch das eine oder andere Tor erzielen können. Die besten Spieler waren Mehl, Bender, Janes und vorübergehend Zwolanowski. Bei Gleiwitz waren die Abwehr und Mittelläufer Lachmann die Stützen der Elf. Als ein guter Einzelspieler erwies sich der linke Läufer Richter, der Albrecht=Wigold schwer zu schaffen machte. Im Sturm war bis zur Pause der rechte Flügel weitaus am besten. Kölner Kombination in Malmö. Eine Komoination der Mittelrhein=Gauligisten Kölner SC 99 und SV Köln=Mülheim spielte in Malmö gegen eine Auswahlmannschaft der schwedischen Provinz Schonen. Die Kölner unterlagen mit:4(:). Die westbrutschen=Kassnegnampfe Gau Westsalen Preußen Bochum geschlagen.— Borussia Dortmund schlägt B/B Bielefeld glatt:1.— SuS Reckling= hausens erster Sieg Im Verlauf der Aufstiegsspiele in Westfalen kommen wir aus der Spannung nicht heraus, die wohl anhalten wird, bis auch das letzte Spiel entschieden ist. Der 7. Juni hatte es wieder in sich. So„zeichnete“ sich Preußen Bochum durch eine Niederlage aus. Der SV aus Rotthausen kam zwar spielerisch gesehen nicht an die Leistungen der Bochumer heran, spielte aber, vor allem nach dem Wechsel mit einer derartigen Hingabe, daß es zum Schluß zu einem:=Siege reichte. Borussia Dortmund hatte den BfB Bielefeld zu Gast, den sie glatt mit 411 niederhielt. Ueberraschend gut schlug sich diesmal der Sus aus Recklinghausen, der die sportfreunde aus Siegen knapp mit:0 niederhielt und damit zum ersten Siege der bislang ausgetragenen Spiele kam. Arminia Bielefeld schlug im Privatspiel Union Gelsenkirchen mit:0. Am Niederrhein entschieden Der zweite Aufstiegskandidat in Duisburg 99 ermittelt Im Gau Niederrhein wurde am Sonntag in Duisburg 99 der zweite Aufstiegskandidat endgültig ermittelt. Die Duisburger, die Odenkirchen 05=07:1(:0) besiegten, haben sich also sofort wieder die höchste Klasse erspielt, nachdem sie bekanntlich im vorigen Jahr abgestiegen waren. In der Gauliga erscheinen also in der nächsten Saison SSV Elberfeld und Duisburg 99 als Neulinge. In der Gruppe A kam das letzte Aufstiegsspiel zwischen dem BfB Hilden 03 und Rhenania Würselen zum Austrag. Das für die Entscheidung bedeutungslose Treffen endete:2 unentschieden. Am Samstag gab Turn Düsseldorf in Lüttring= hausen ein Gastspiel, das sie mit Hochgesang, aber ohne Graf und Blaß verdient gewannen. Die Düsseldorfer waren besonders in technischer Hinsicht besser. Die Bergischen hielten sich gegen diesen guten Gegner ausgezeichnet, konnten die:=Niederlage aber nicht abwenden. Die übrigen Privatspiele: Union Hamborn— VfB Bottrop:3. VfR Ohligs—. BV Altenessen :2, Duisburger FV 08— Tus Bochum:4, RotWeiß Oberhausen— Tura Bonn:1. Die Spiele VfL Benrath— Germania Bochum und Turu Düsseldorf— Union Hamborn sind ausgefallen. Am Mittelrhein gab es drei Kämpfe um den Aufstieg. Der Tabellenführer in der Gruppe 1, VfL Poll, mußte zum FC Wittlich. Die Wittlicher wußten den Vorteil des eigenen Platzes auszunützen. Sie schlugen Poll mit:1 und liegen nun punktegleich mit Poll im Rennen. Die Spitze hat jetzt die SpVag Andernach, die die Spielvereinigung Eitorf mit•3 schlagen konnte. Etwas überraschend ist das Unentschieden des Aufstiegskandidaten SV 06 BonnBeuel, die gegen den FV Engers nur zu einem:1 kamen. Die angesetzten Pokalspiele zwischen dem CfR Köln und Vingst 05, Westmark Trier und FV Saarbrücken sind ausgefallen. Im Privatspiel standen sich Tus Neuendorf und Eintracht Frankfurt gegenüber. Die Frankfurter Gäste siegten mit 311. Reußenmeister: Schener u. undenthauer Olympia=Kernmannschaft der Straßenfahrer beim Großen Sachsenpreis Bei nicht gerade günstigem Wetter wurde am Sonntag dei Große Sachsenpreis mit Start und Ziel in Chemnitz entschieden. Er brachte die neuen deutschen Straßenmeister 1936. Bei den Amateuren holte sich abermals Scheller=Nürnberg den Titel, den er schon einmal— 1932— innehatte, während bei den Berufsfahrern sein Landsmann Umbenhauer sich zum ersten Male mit dem Meistertitel schmückte, den ihm sein Sieg im Sachsenpreis eintrug. Der Kampf der Amateure beanspruchte im Hinblick auf die Zusammenstellung einer Olympiakernmannschaft von vier Fahrern erhöhtes Interesse. Von Beginn an entwickelte sich eine wilde Jagd und wer einmal den Anschluß verlor oder durch Defekt aufgehalten wurde, kam in der Höllenfahrt nicht mehr nach vorn. Wenige Kilometer vor dem Ziel spannte sich dann Scheller als„Lokomotive“ vor das Feld. Trotz seiner aufopfernden Arbeit hatte Scheller noch genügend Kraftreserven und gewann nach einer Fahrzeit von:07:35 für die 10 Klm. den Endspurt vor Hupfeld, Ruland und Schöpflin. Scheller hat mit diesem dritten Siege in ununterbrochener Reihenfolge bewiesen, daß er tatsächlich unser derzeit bester Straßenamateur ist. Der Lohn wurde ihm nicht nur in der Deutschen Meisterschaft zuteil, zusammen mit Schöpflin=Berlin, Meurer=Köln u. Löber=Schweinfurt bildet er die zum ersten Male aufgestellte neue Olympiakernmannschaft. Das 265 Klm. lange Rennen der Berufsfahrer, das als letzter und entscheidender Lauf zur Deutschen Meisterschaft gewertet wurde, endete nicht ganz zufriedenstellend. Im Endkampf behinderten sich Bautz=Dortmund und Umbenhauer gegenseitig, und der als erster eingekommene Bautz wurde sofort vom Beauftragten für den Straßenrennsport zugunsten von Umbenhauer disqualifiziert und auf den zweiten Rang gesetzt. Umbenhauer kam durch seinen Sieg in der Punktwertung zur Meisterschaft mit drei Punkten vor Bautz und Kijewski, der nie in Erscheinung treten konnte, an die Spitze und errang verdient den Titel. „Großer Rheinischer Industriepreis“ im Regen Schultenjohann überlegener Sieger Eine Regenfahrt wurde der„Große Rheinische Industriepreis“, den der RC Diamant Köln=Kalk am Sonntagmorgen auf einer Rundstrecke im Gremberger Wäldchen ausrichtete. Eine große Teilnehmerzahl— rund 180 Fahrer— stellte sich in den einzelnen Gruppen dem Starter. Die 17 Mann starke=Klasse, in der einige der besten westdeutschen Straßenfahrer starteten, hatte gegen die=Klasse eine Vorgabe von zwei Minuten gutzumachen. Dank der aufopfernden Fahrweise der Kölner Naupert und Schorn gelang es bereits in der achten Runde, die=Klasse einzuholen. Das regnerische Wetter und Defekte hatten einige Ausfälle zur Folge. In der 14. Runde unternahm der Dortmunder Schultenjohann den ersten energischen Vorstoß. Schultenjohann kam gut vom Felde weg und vergrößerte bis zur letzten. 17. Runde seinen Vorsprung auf 3½ Minuten. Der=Fahrer Bokarren=Remscheid führte das Gros des Feldes übers Zielband. Beuische=Keneesiege in Wueschau Deutschland siegt im Preis der Nationen Das Internationale Warschauer Reitturnier erreichte am Sonntag mit der Entscheidung im Preis der Nationen seinen Höhepunkt. Deutschland machte die Schlappe aus dem Vorjahre durch einen wenn auch nur knappen Sieg wieder wett und verwies Rumänien, Polen, Frankreich und Lettland auf die Plätze. Trotz des Regens hatten sich etwa 10000 Zuschauer eingefunden, darunter auch Polens Staatspräsident Moszicki, der nach Beendigung des großen Länderwettbewerbs die Reiter beglückwünschte und ihnen die Ehrengabe überreichte. Bereits nach dem ersten Umlauf lag Deutschland in Führung vor Polen, Rumänien und Frankreich. Nur Baccarat hatte am Graben vier Fehler gemacht, so daß die deutsche Mannschaft mit drei gewerteten Pferden ohne jeden Fehlerpunkt zum zweiten Umlauf antrat. Nachdem jedoch Baccarat, Thora und Olaf je vier Fehler gemacht und die Polen hier überraschend gut abgeschnitten hatten, lagen beide Nationen punktegleich. Die Entscheidung mußten somit die beiden letzten Pferde, Wotan auf deutscher und Duncan auf polnischer Seite, bringen. Wotan versah sich am Oxter und am Graben, aber Duncan machte durch die übergroße Nervosität seines Reiters, Rittm. Lewicki, nach einem fehlerlosen ersten Parcours sogar ein Dutzend Fehlerpunkte und damit waren die Siegesaussichten Polens endgültig dahin. Sogar den zweiten Platz mußte Polen nach an die Rumänen abtreten, die in Oberleutnant Ran den besten Einzelreiter stellten. Unter den Klängen der deutschen Nationalhymnen stieg die Hakenkreuzflagge am Siegesmast empor und ehrlicher Beifall belohnte die deutschen Reiteroffiziere für ihren Erfolg. •1 für uns! Deutscher Davisvokal=Sieg über Argentinien Der Davispokalkampf der dritten Runde zwischen Deutschland und Argentinien wurde mit:1 von Deutschland gewonnen. Unser neues Davisvokaldopvel Gottfried von Cramm=Henner Henkel besiegte am Samstag die Argentinier Dr. Zappa=del Castillo unerwartet sicher in drei Sätzen mit:1,:2,:3 und stellte mit dem dritten Punkt den Sieg für Deutschland sicher. Nicht ganz erwartet fand sich Henner Henkel mit del Castillo besser als von Cramm ab. Der Argentinier hatte gegen diesen Henner Henkel nichts zu bestellen und verlor glatt:6.:6.:6. Für Gottfried von Cramm spielte Hans Denker gegen Adriano Zappa. In einem taktisch von ihm hervorragend durchgeführten Sviel siegte der Argentinier in fünf Sätzen mit:6,:0,:6,:1, 611. SCC. gewann„Potsdam—Berlin“ Der 29. Großstaffellauf Potsdam—Berlin stand im Zeichen des schwarzen„“. Der SC Charlotten= burg siegte nicht nur mit seiner aus 50 Läufern bestehenden ersten Mannschaft überlegen im Hauptrennen des Tages, er holte sich auch mit allen seinen übrigen Mannschaften, mit Ausnahme der Frauen, die ersten Preise und feierte im Wettbewerb um den„Martin=Berner=Preis“ seinen 15. Sieg. An der Glienicker Brücke nahmen Liersch für den SCC. Krosky für den BSC und Räbiger für den DSC auf der 25 Kilometer langen Hauptstrecke den Kampf gegeneinander auf. Bereits beim neunten Läufer betrug der Vorsprung der Charlottenburger rund 50 Meter vor dem Deutschen Sportklub. Fothe und Voigt brachten die Stahlblauen wieder näher heran, doch die SCCer zogen erneut davon, und ihre Führung war niemals ernstlich gefährdet. Unter dem riesigen Jubel der Massen zerriß Beyer als Schlußmann nach einer Gesamtlaufzeit von 57:43,2 das Zielband auf dem Königsplatz. Für den Deutschen Sportklub beendete Ladewig den Lauf in 58:26 vor dem zum Schluß glänzend gelaufenen PolizeiSvortverein in 59:37. An 13. Stelle lief die zweite Mannschaft des aCC ein und den 19. Platz im Einlauf hatte die siegreiche erste Jugendmannschaft des Clubs. Auf der kurzen 10=Kilometer=Strecke waren vorher die Knaben des schwarzen„C“ siegreich hervorgegangen. Ein Triumph der Frauen hätte den gewaltigen Erfolg vollständig gemacht, doch der Deutsche Olymvische Svort=Club durchkreuzte mit seinem ersten Sieg die schöne Absicht. Schwab siegt in Luzern Unentschieden 10:10 endete der erste Tag des Geher=Länderkampfes zwischen der Schweiz und der Tschechoslowakei, der in Luzern zur Durchführung kam. Den 3000=Meter=Wettbewerb gewann Weltrekordler Tell Schwab in 13:24,4 Minuten sicher vor dem mit 13:58,6 Minuten in neuer Landesrekordzeit einkommenden Tschechen Stork. Die 10000 Meter holte sich der Tschechoslowake Balsan in neuer Rekordzeit von 47:16.8 Minuten vor dem Schweizer Reiniger, der 47:46,2 Minuten benötigte. Zabala siegt in Stockholm Der argentinische Olympia=Sieger Juan Carlos Zabala war am Sonntag einer Einladung nach Stockholm gefolgt und nahm dort an einem 25=Kilometer=Lauf auf der Stadionbahn teil. Sein Vorhaben, den Weltrekord des Finnen Marttelin zu verbessern, mißlang. Nach glänzendem Lauf gewann Zabala die Dauerprüfung in :24:52,6 mit größter Ueberlegenheit gegen seine schwedischen Mitbewerber, von denen Thure Enochsson in:29:44,2 sich als Zweiter plazierte. 100=Meter=Frauenlauf in 11,6 Sekunden Bei den nationalen Ausscheidungskämpfen der amerikanischen Olympiaanwärterinnen in Cansas City gewann Helen Stephens die 100Meter=Entscheidung in der fabelhaften Zeit von 11,6 Sek. Genau vor einem Jahre hatte das amerikanische Farmermädel mit der gleichen Zeit einen neuen Weltrekord aufgestellt, den sie auf der gleichen Bahn nun erneut erreichte. Olympia-Ringer in Untertürkheim Alles was sich um die Einreihung in Deutschlands Olymvia=Mannschaft der Freistilringer bemüht, soweit is sich um Feder=, Leicht= und Weltergewichtler handelt, ist in Stuttgart=Untertürkheim, wo am Samstag die Deutschen Meisterschaften in diesen Gewichtsklassen begannen. Die Leistungen waren teilweise geradezu verblüffend. so daß mancher starke Ringer sich bereits in den ersten beiden Runden schlagen lassen mußte, weil eben sein Gegner noch besser war. Die Kämpfe waren durchweg hart umstritten und fanden in der ausverkauften Sängerhalle großen Beifall. Elf Bewerber stellten sich im Federgewicht. Nach der zweiten Runde waren lediglich noch Bischoff=Dortmund. Kolb=Schifferstadt und BoeckNeuaubing ohne Fehlerpunkte. Außer ihnen qualifizierten sich Tenne=Karlsruhe. Nagel=Witten, Pullheim=Köln und Vendung=Ludwigshafen für die Zwischenrunde. Pullheim und Jendung haben allerdings schon vier Fehlerpunkte. Ausgeschieden sind bereits Wendemuth=Kirchlinde, Leitmann=Freising und Grau=Stuttgart bei 6 Fehlern. Im Leichtgewicht waren zehn Freistilringer am Start. Die Mitglieder der Olympia=Kernmann= schaft kamen fast alle zu sicheren Siegen. Etwas überraschend wirkte die Teilnahme der bisherigen Federgewichtler Höring und Weidner=Stuttgart in dieser Gewichtsklasse. Den besten Eindruck hinterließ hier bisher der Titelverteidiger NettesheimKöln, der mit dem Koblenzer Schwarzkopf und Hering=Neuaubing zusammen noch fehlerfrei ist. Weikard=Hörde mit einem. Weidner und Hofes=Köln mit je drei Fehlerpunkten sind ebenfalls in der Zwischenrunde. Ausgeschieden sind Reuschel=Münster. Wiber=Lahr. Feuermann=Karlsruhe und Bocklett=Untertürkheim. Die stärkste Besetzung hat mit 18 Teilnehmern die Weltergewichtsklasse gefunden. Auch hier machen zwei Könner mit, die man bisher in anderer Umgebung antreffen konnte: Ehrl=München und Paar=Reichenhal!! Den besten Eindruck hinterließen hier Lehner=Nürnberg. Ehrl=München, Enders=Kuhbach und Kornmaier=Hornberg, der im schönsten Kampf des Abends Lauber=Netzschkau sicher nach Punkten schlug. Ergebnisse(es wurde nur eine Runde ausgetragen): Ehrl besiegt Märker entscheidend: Paar besigt Wenz nach Pkt.: Lehner besiegt Bargel hoch nach Pkt.: Möchel besiegt Hilgert nach Pkt.: Schuster besiegt Echterhoff nach Pkt.: Fink verlor gegen Meurer durch Selbstfaller: Kornmaier besiegt Lauber hoch nach Punkten. Im Siegesfalle gegen Braddock Mike Jacobs vom 20.=Jahrhundert=Club hat mit Max Schmeling einen neuen Vertrag abgeschlossen, und zwar für den Titelkampf um die Weltmeisterschaft im Schwergewicht zwischen Schmeling und Braddock, für den Fall, daß der Deutsche am 18. Juni die Ausscheidung gegen Joe Louis gewinnt. Einen ähnlichen Vertrag besitzt Jacobs schon. mit Louis, so daß auch die nächste Weltmeisterschaft wieder von der gleichen Veranstaltergruppe durchgeführt wird. Das Interesse für die Endausscheidung Schmeling— Louis steigt in USA. von Tag zu Tag. Wilbur Wood, der bekannte Sportkritiker der „New York Sun“, besuchte Schmeling in seinem Trainingslager Napanoch und gibt seiner Meinung Ausdruck, daß der Deutsche einen wesentlich besseren Eindruck mache, als vor zwei Jahren. Neusel gegen Baerlund Nach dem..=Siege über Marrinan will man im Juli im Wembley=Stadion in London den Finnen Baerlund gegen den Deutschen Walter Neusel stellen, nachdem sich die Verhandlungen für einen Kampf Petersen— Baer in London zerschlagen haben. heuser besiegt Klein u. P. Bonner Berufsboxwettkampftag vor 4000 Zuschauern Der zur Spitzenklasse der deutschen Schwergewichtsberufsborer zählende Adolf Heuser stellte sich am Samstagabend im Schmidt=Schneider=Stadion erstmalig seinen engeren Landsleuten vor. Rund 4000 Zuschauer umsäumten den Ring. Wohl allgemein wurde erwartet, daß Adolf Heuser seinen Gegner, den Solinger Erwin Klein, entRuvolarl vor Caracciola Beim Großen Preis von Barcelona am Sonntag siegte Nuvolari auf Alsa Romeo vor Caracciola auf Mercedenz=Benz. Den 3. Platz belegte Farina (Alsa Romeo), den vierten und fünften Platz von Delius und Rosemeyer, beide auf Auto=Union. scheidend besiegen würde, aber es kam anders. Der Solinger hätte dagegen beinahe um ein Haar für eine große Ueberraschung gesorgt. Gegen Schluß der vierten Runde fing er Heuser mit einem linken Haken klar ab. Heuser mußte kurs in die Knie. der Schlußgong unterbrach diese kaum erwartete Szene. die für den Bonner leicht hätte unangenehm werden können. Den„Endspurt“ Heusers in der zehnten Runde überstand Klein glänzend, so daß der Bonner in seiner Vaterstadt„nur zu einem glatten Punktsieg kam. Altmeister Hein Domgörgen=Köln hatte in dem Münchener Mittelgewichtler Sing einen ungenau schlagenden Gegner, den er auf Grund seiner besseren Technik oft leerlaufen ließ. Prodel=Köln hatte es gegen den Krefelder Weltergewichtler Hillekamp nicht schwer. A. Klug=Köln und Engels=Köln, ebenfalls zwei Weltergewichtler, sorgten für eine ansprechende Einleitung. Klug blieb Punktsieger. Mittelrhein-Boxer siegreich Württemberg— Mittelrhein:11 In der Stuttgarter Stadthalle kam ein Repräsentativkampf der Amateurboxmannschaften von Württemberg und Mittelrhein zum Austrag. Vor 2000 Zuschauern blieben die Wstdeutschen im Gesamtergebnis mit 11:5 Punkten siegreich. Den schönsten Kampf gab es im Mittelgewicht zwischen den beiden Altmeistern Stein=Bonn und Bernlöhr=Stuttgart, den der Schwabe sicher nach Punkten gewann. Die Ergebnisse vom Fliegen= bis Schwergewicht: Reuscher(.) schlägt Feucht(.) nach Punkten; Vreck(.) schlägt Schmidt(.) n..: Rustemeyer(.) schlägt Bandel(.) n..; Biemer(.) schlägt Dreher(.) n..; Curray (.) gegen Ulderich(.) unentschieden; Bernlöhr(.) schlägt Stein(.) n..; Held(.) schlägt Schmidt(.) n..; Krumm(.) schlägt Schedler(.) in der 1. Runde k. o. Kernmannschaft der Gewichtheber Das Fachamt Schwerathletik hat die Kernmannschaft der Gewichtheber neu zusammengestellt und dabei auf drei Athleten in jeder Gewichtsklasse verringert. Bei den Olympischen Spielen können bekanntlich in allen Gewichtsklassen je zwei Vertreter einer Nation starten, so daß neben den Olympia=Kandidaten auch je ein Ersatzmann der deutschen Staffel feststeht. Nach den bei den deutschen Meisterschaften gezeigten Leistungen hat die neue Kernmannschaft folgendes Aussehen: Federgewicht: Walter=Saarbrücken, Mühlberger=Frankfurt, Liebsch=Düsseldorf. Leichtgewicht: Jansen=Essen, Schwitalle. Breslau, Thiersch=Erfurt. Mittelgewicht: Wagner=Essen, OpschrufTrier, Ismayr=Freising. Halbschwergewicht: Deutsch=Friesenheim, Gietl=München, Bierwirth=Essen. Schwergewicht: Manger=Freising, Wahl“ Möhringen, Schattner=Berlin. Im Segelflugzeug über den Sund Peter Riedel segelte von Malmö nach Kopenhagen Der bekannte deutsche Segelflieger Peter Riedel vollbrachte am Samstag eine hervorragende Pioniertat, als er mit seinem Segelflugzeug erstmalig den Sund von Malmö nach Kopenhagen überflog. Riedel, der sich zurzeit in Skandinavien mit einer deutschen Segelfliegerexpedition aufhält, ließ sich in seinem„Sperber“ mit einem Motorflugzeug auf 400 Meter hochschleppen. Dann gewann er in eineinhalbstündigem Kurvenflug allmählich eine Höhe von 1500 Meter und ging dann entschlossen auf Strecke über den Sund. Bei seinem fünfstündigen Flug leisteten dem deutschen Flieger die ihn begleitenden Möven wertvolle Pilotendienste, da sie für ihn die Aufwindströmungen„ausfindig“ machten. Für Kopenhagens Bevölkerung war es ein großes Ereignis, als Riedel mit seinem„Sperber“ über der Stadt austauchte und in seiner guten Laune über den gelungenen Flug noch einige Kunstflugfiguren zeigte. Wohlbehalten landete dann der Deutsche auf dem Flugplatz von Kopenhagen. Fußball=Allerlei Schalke 04 in Oberhausen und Salzuflen. Am Fronleichnamstag, 11. Juni, wird Schalke 04 im Oberhausener Stadion gegen eine Kombination Rot=Weiß Oberhausen=SC Österfeld spielen.— Weiter hat Schalke 04 bereits jetzt seine Zusage gegeben, als erstes Spiel nach der Sommerpause das Einweihungstreffen des neuen Stadions in Bad Salzuflen zu bestreiten. Berlin siegt in Oslo:0. Berlins Fußballauswahl leitete ihre Nordlandreise mit einem schönen Siege ein. Die Berliner siegten im Städtekampf gegen Oslo:0(:). Niedersachsen schlug Nordmark:2. Vor 4000 Zuschauern standen sich in Hannover die Auswahlmannschaften der Gaue Niedersachsen und Nordmark gegenüber. Niedersachsen hatte durchweg etwas mehr vom Spiel und siegte:2(:). Holland doch beim Olympia=Turnier? Ueber die Entsendung der holländischen Fußball=Nationalelf zum Olympia=Fußball=Turnier scheint doch noch nicht das letzte Wort gesprochen zu sein. Der Vorsitzende der Kgl. Niederländischen Athletik=Union, A3G. Strengholt, bemüht sich um die Durchführung einer Aktion, die es auch der spielstarken holländischen Mannschaft ermöglichen soll, daß man sich in niederländischen Sportkreisen noch lange nicht einig ist, ob eine Fußballelf nach Berlin geschickt werden soll oder nicht. Rgeuner und iisee Gieustalen Erpressungen, Devisenbetrug, Schwindeleien Im Anschluß an die Vorkommnisse zwischen zwei verschiedenen Zigeunersippen in Frankfurt a M. (Schlägerei und Devisenfund) sind die deutschen Volksgenossen seit Januar wiederholt in der Presse zur Mitarbeit an der Aufklärung von Straftaten ausländischer Zigeuner aufgefordert worden. Diesem Zweck sollen auch die nachstehenden Mitteilungen der Landeskriminalpolizeistelle Frankfurt a. M. dienen. Bisher ist die Schlägerei in Frankfurt a. Main, die den Anlaß zu dem weitgreifenden Verfahren gegen die ausländischen Zigeuner bildete, abgeurteilt worden, und außerdem fand unlängst eine Verhandlung in Hannover statt, der die Auffindung erheblicher Wertbeträge und Devisenbetrug zugrunde lag. Elf Angeklagte wurden zu Gefängnisstrafen von 2 bis 7 Monaten verurteilt, und weiter wurden in zwei Betrugsfällen je 5 bzw. 6 Monate Gefängnis verhängt. Im Devisenprozeß wurde der Zigeunerhäuptling Janosch Korpatsch zu 2 Jahren Gefängnis und 10000 RM. Geldstrafe verurteilt, während sein Sohn Oskar, genannt „Damo“, mit 9 Monaten Gefängnis und 1000 RM. Geldstrafe davonkam und eine Tochter wegen Begünstigung 5 Monate Gefängnis erhielt. Demnächst werden weitere Betrugsfälle— es sind insgesamt etwa 30 verschiedene Verfahren gegen die Sippe Korpatsch anhängig— zur Aburteilung kommen. Außerdem schweben gegen Zigeuner anderer Sippen Verfahren wegen räuberischer Erpressung und Betrug. Die Beschuldigten befinden sich bis auf einige, die ins Ausland entfliehen konnten, in Haft. Bei den wiederholten Vernehmungen wird von den einsitzenden Zigeunern immer wieder behauptet, daß man gegen sie so streng vorgehe und hohe Strafen verhänge, während andere Zigeuner sich in Freiheit befänden, obwohl diese die gleichen Taten begangen hätten. Diese Aeußerungen beziehen sich auf die Zigeunersippe Weininger, genannt„Ringe", auf die Zigeunerfamilien Otto alias Kaikoni, den Halbzigeuner Anton Welp. den Zigenner Strauß alias Schopper aus Gelsenkirchen, die Familien Albert Diesenberger, Heinrich Kreuz, genannt„Tonle“, Fischer und Blum. Diesen namentlich genannten Zigeunern werden Erpressungen(Tributforderungen) und viele Betrügereien nachgesagt. Die daraufhin geführten Ermittlungen zeigen nur in Einzelfällen Erfolge, weil die Zigeuner Namen und Wohnort der Geschädigten nicht angeben können. Soweit Zigeuner als Geschädigte in Frage kommen, kennen sie diese vielfach nur unter ihren Zigeunernamen. Diese Namen tauchen aber in allen Zigeunersippen und Familien mehrfach auf, so daß auch hier sehr schwer die tatsächlich als Geschädigter in Frage kommende Person zu ermitteln ist. Dazu kommt ferner, daß sich alle Zigeuner aus ihren Winterquartieren auf Reisen begeben haben und schwer erreichbar sind. Deshalb ist es notwendig, daß alle Volksgenossen, die bei Geschäften mit Zigeunern in Berührung gekommen sind, oder die aus anderen Gründen Wahrnehmungen über Vorkommnisse in Zigeunerkreisen gemacht haben, die zuständigen Polizeibehörden in Kenntnis setzen. Der Zigeunersippe Weininger werden Erpressungen, Diebstähle und Betrügereien durch Wahrsagen vorgeworfen. Die Zigeuner Galo und Pepi Kaikoni haben sich durch falsche Geburtsurkunden Ausweispapiere(Wandergewerbescheine und Reisepässe) auf den Namen Gustav und Stephan Otto verschafft. Bei ihren Betrügereien im Pferdehandel sind sie immer nur mit den Zigeunervornamen Galo bzw. Pepi oder unter dem Zigennernamen Kaikoni aufgetreten. Dadurch blieben sie den Strafverfolgungsbehörden unter den Namen Otto unbekannt und erhielten als unbescholtene Zigeuner immer wieder Wandergewerbescheine auf den Namen Otto. Der Halbzigeuner und Scherenschleifer Anton Welp mit seinen Söhnen Karl, Eduard und Paul hat sich vornehmlich in Norddeutschland mehrfach räuberischer Erpressungen an ausländischen Zigennern schuldig gemacht. Ersund seine Söhne befinden sich z. Zt. in Schwerin in Untersuchungshaft. Schreckensfahrt im steuerlosen Rettungsboot Wie bereits gemeldet, gelang es dem deutschen Frachtdampfer„Helene" aus Flensburg, an der norwegischen Küste fünf Ueberlebende des norwegischen Dampfers„Hogstad“ zu bergen, die vierzig Stunden lang in einem steuerlosen Rettungsboot dahingetrieben waren. Nachstehend erfahren wir nähere Einzelheiten zu der Rettungstat der „Helene“. Der Dampfer„Helene“ steuerte gemächlich an der norwegischen Küste entlang, als sein Funker plötzlich von dem norwegischne Dampfer„Stella Polakis" Nachricht empfing, daß in der Höhe des BohnFjords der Dampfer„Hogstad“ gesunken sei und daß in der Nähe der Unglücksstätte noch ein Boot mit sechs Schiffbrüchigen treiben müsse. Selbstverständlich war der Kapitän der„Helene“ sofort bekeit, zu helfen, sofern noch irgend zu helfen war. Er gab das Kommando zur Kursänderung und zur Beschleunigung der Geschwindigkeit. Mit Volldampf ging es dem vermutlichen Standort des Rettungsbootes entgegen. Zum Glück hatte sich in den letzten Stunden der heftige Sturm, der die Nordsee tagelang aufgewühlt hatte, stark abgeschwächt. So erschien es nicht ausgeschlossen, daß das kleine Rettungsboot vor dem Kentern bewahrt geblieben war. Unabläßlich suchte Kapitän Cornils auf der Kommandobrücke der„Helene“ den Horizont ab. Es war nichts zu finden. Als er sich aber für kurze Zeit in seine Kabine begeben hatte, gingen freudige Rufe durch das Schiff. Der Steuermann hatte ein kleines Rettungsboot gesichtet. Fünf Ueberlebende, ein Toter... Beim Näherfahren erkannte man, daß es sich katsächlich um das gesuchte Rettungsboot der„Hogstad“ handelte. Seine Insassen lagen todmatt am Boden des Bootes und konnten nur mühsam herDer Zigeuner Janno Strauß ist als Johann Schopper von der Zigeunerzentrale identifiziert worden. Sein verstorbener Bruder Weddel und er sollen seit Jahren nur von Erpressungen gelebt haben. Die als Geschädigte in Frage kommenden Zigeuner sind aus Angst vor einer späteren Rache mit ihren Angaben sehr zurückhaltend. Immer wieder wird behauptet, daß dieser Schopper sich die Papiere für diesen Namen irgendwie verschafft hat. Er soll in Wirklichkeit ein Zigeuner namens Trollmann sein; denn so nannte sich sein Vater. Ehe sich Schopper in Gelsenkirchen niederließ, soll er viel in Hannover und der Mark Brandenburg gewesen sein. In Celle soll er aus Anlaß einer Schießerei zwischen Zigeunern vor etwa 10 Jahren längere Zeit in Untersuchungshaft gesessen haben. Die Zigeunerfamilie Diesenberg treibt den Betrug gewerbsmäßig. Sie hält sich hauptsächlich in Vorpommern und Mecklenburg auf, ist im Besitz eines Kraftwagens und reistemit- Anzugstoffen, die sie meistens in Seemannskleidung anbietet. Die Diesenbergers geben an, als Seeleute von„drüben“ zu kommen, und behaupten, ihre Stoffe seien besonders preiswerte und gute Auslandsware. In Wirklichkeit beziehen sie die Stoffe von einem jüdischen Lieferanten in Deutschland. Es ist minderwertige Ware, die zum Preise von—10 RM. je Anzug eingekauft und zum vier= bis fünffachen Preise wieder verkauft wird. Den Zigeunersippen Fischer, Blum und Kreuz sind Erpressungen zum Nachteil ausländischer Zigeuner in Neustadt in Holstein, Neustadt in Mecklenburg, Ludwigslust, Altona und Bremen nachgewiesen. Es ist anzunehmen, daß diese Zigeuner auch noch in anderen Orten in Mecklenburg, Holstein, Oldenburg usw. Erpressungen begangen haben, die bisher noch nicht bekannt geworden sind. Zur Aufklärung der in Frage kommenden Straftaten ist die Landeskriminalpolizeistelle Frankfurt a. M. als Zentrale für die Bearbeitung der Straftaten der Zigeuner auf die Mitarbeit der Volksgenossen angewiesen, die sachdienliche Angaben machen können. Das ist notwendig, weil durch VerVom=Beigumten zam=Rollg Amir habibullah erzählt sein Leben— Wie man Karawanen überfällt Während der Regentschaft König Amanullahs machte eine Räuberbande viel von sich reden, die unter dem Kommando eines verwegenen und grausamen Mannes stand. Der Mann war Amir Habibullah, der zunächst nur mit wenigen Komplicen die engen Bergpässe unsicher machte und einsame Wanderer überfiel und ausplünderte. Im Laufe der Jahre scharten sich immer mehr Räuber um den erfolgreichen Banditen, der allmählich immer größere Anschläge wagen konnte. Sein Name wurde in ganz Afghanistan so berüchtigt, wie es selbst in den wildesten Zeiten in der Geschichte dieses Landes für unmöglich gehalten worden wäre. Eines Tages entschloß sich Amir Habibullah, einen ganz großen Raubüberfall auszuführen, und zwar eine riesige Karawane mit besonders wertvoller Last in seinen Besitz zu bringen. Nachdem alles sorgfältig ausgekundschaftet war, legte sich die Räuberbande in unmittelbarer Nähe einer Karawanserei, eines Lagerplatzes für Karawanen, in den Hinterhalt. „In einiger Entfernung konnte ich einen Zug von einigen zweihundert Kamelen langsam herannahen sehen. Beim Einbruch der Dunkelheit setzungen und Ausscheiden von Polizeibeamten nicht geklärte Vorkommnisse in Vergessenheit geraten sind. Dabei interessieren nicht nur Vorkommnisse der letzten Jahre, sondern auch solche, die schon länger zurückliegen. Es gilt nicht nur, die Zigeuner wegen nichtverjährter Straftaten der verdienten Strafe zuzuführen, sondern auch das Leben und Treiben dieser Nomaden in Deutschland seit ihrem Auftreten zu verfolgen, damit Lehren für die Zukunft gezogen werden können. Die vorstehend genannten Zigeuner haben sich hauptsächlich in der Provinz Hannover einschl. Ostfriesland, Oldenburg, Schleswig=Holstein, Mecklenburg und Vorpommern aufgehalten. Weise Pygmiden unter=Aopfsageen London. Soeben ist Lord Moyne von einer Expedition nach Ostindien und Neu=Guinea zurückgekehrt und hat über seine Erlebnisse und Erfahrungen berichtet. Das Hauptziel seiner Unternehmung, die mit außerordentlichen Schwierigkeiten verknüpft war, bestand in der Auffindung eines sagenhaften weißen Pygmäenstammes. Es gelang dem Lord, nach wochenlanger Mühe in das Gebiet vorzustoßen, in dem sich diese Zwergnegerrasse aufhielt. Am Fuße des Aiomegebirges wurden die ersten Pygmäen wahrgenommen. Sie haben eine sehr helle Farbe und leben in ständiger Furcht vor den Kopfjägern, die in den benachbarten Gebieten wohnen. Diese Furcht hat sie sehr scheu gemacht und es kostete so die Teilnehmer der Expedition lange und geduldige Versuche, ehe sich die Zwerge zu Messungen zur Verfügung stellten. Die Männer, von denen dann eine ganze Anzahl von Lord Moyne gemessen wurden, haben eine Durchschnittsgröße von 138 Zentimeter, die Frauen sind um 7 bis 8 Zentimeter kleiner. Bei den Messungen benahmen sich sowohl die Männer wie die Frauen ziemlich albern und kicherten unausgesetzt, wahrscheinlich, weil sie die Europäer unsagbar komisch fanden. Im übrigen legte sich ihre Scheu, als sie merkten, daß man nichts Böses von ihnen wollte. Als Lord Moyne einige Zierflaschen und Blechhülsen zeigte, gerieten sie vor Wonne außer Rand und Band. In aller Eile schleppten sie allerlei Geräte herbei, die sie eintauschen wollten. Auf diese Art wurde denn auch die Expedition mit den Gebräuchen dieser seltsamen Menschen bekannt. Die Männer leben von der Jagd und zum Teil vom Ackerbau, den sie wie die Urväter mit einüberwinken. Das eigentliche Rettungswerk war bald vollbracht. Mit wohlgeübten Griffen wurden die Schiffbrüchigen an Bord gehoben: fünf bis zum Aeußersten erschöpfte Männer und ein Toter. Vierzig Stunden hatten die Norweger verzweifelt gegen das tobende Element angekämpft, vierzig furchtbare Stunden ohne Nahrung und stets den Tod vor Augen. Als der eine der Männer im Boot vor Entkräftung gestorben war, hatten auch die andern jede Hoffnung verloren, jemals lebend dieser Hölle zu entrinnen. Von ferne hatten sie wiederholt Schiffe vorüberfahren sehen, aber alle ihre Schreie und ihre Winksignale waren unbeantwortet geblieben. Als sich der deutsche Dampfer näherte, hatten sie schon keine Kraft mehr zum 88er. E Die deutschen Seeleute nahmen sich der Erschopften mit größter Fürsorglichkeit an. Jeder brachte die Kleidungsstücke, die er nur irgend entbehren konnte, und der Koch bereitete die besten Speisen, die er vorrätig hatte. So kam es, daß sich die Schiffbrüchigen schon nach überraschend kurzer Zeit erholten und bereits wieder imstande waren, ohne fremde Unterstützung zu gehen, als die„Helene“, um die Norweger abzusetzen, im Hafen von Haugesund anlegte. Ein rätselhaftes Schiffsunglück Dem deutschen Dampfer wurde ein jubelnder Empfang bereitet. Die Schiffbrüchigen nahmen bewegten Abschied von ihren deutschen Rettern und Freunden. Sie haben von Haugesund aus sofort die Heimreise nach Bergen und Starvanger angetreten. Große Freude hatte ihnen noch die Nachricht bereitet, daß es einem holländischen Dampfer gelungen war, ihren Kapitän aus den Fluten zu retten.„ de ist noch nich Der Untergang der„Hogstao ist noch nicht restlos geklärt. Das Schiff hatte Koks an Bord und befand sich auf der Reise von England nach Norwegen. Es kann von den Sturzseen allein nicht so leck geschlagen worden sein, daß es untergehen mußte, und so nimmt man allgemein an, daß es mit einem kleineren Wrack zusammenstieß. fachsten Hilfsmitteln betreiben. Die Waffen sind Pfeil und Bogen. Die Zwerge kennen verschiedene Pflanzengifte, die sie bei kriegerischen Zusammenstößen grausam gebrauchen. Die Waffen brachten sie als Eintauschobjekt dar. Lord Moyne erklärte, daß die Pygmäen dieser Rasse wohl die unsaubersten Menschen seien, die er jemals gesehen habe. Sie starrten alle vor Schmutz, und er bezweifelte, daß sie sich jemals gewaschen hätten. Um so bemerkenswerter sei daher ihr guter Gesundheitszustand. Trotz ihrer Unsauberkeit kennen sie keinerlei Seuchen. Ein Dolmetscher wird gesucht Es kam den Expeditionsteilnehmern darauf an, in die Geheimnisse dieser Pygmäensprache einzudringen. Die Zwerge sprachen nämlich ein Idiom, das bisher völlig unbekannt ist. Durch Zeichen und Gesten wollte man ihnen klarmachen, daß man gerne die Bedeutung verschiedener Ausdrücke kennenlernen wollte, um dadurch eine Vergleichsmöglichkeit mit anderen Neger= und Pygmaensprachen zu haben. Aber keines der Zeichen wurde verstanden, so oft auch die Expeditionsteilnehmer ihr Anliegen wiederholten. Die Zwerge hatten eben keinen Begriff von dem, was man von ihnen wollte. Weder Zigaretten, die sie gern nahmen und unter dem ehrfürchtigen Staunen ihrer Rassegenossen aufrauchten, noch andere kleine Geschenke konnten ihre eben nicht vorhandene Intelligenz wecken. Der ewige Kampf gegen die Kopfjäger und die Gefahren des Naturlebens haben die kleinen Leute mißtrauisch gemacht. Das Erlebnis mit den Europäern hat ihnen nun gezeigt, daß hinter ihren Bergen auch noch Menschen wohnen, die es nicht schlecht mit ihnen meinen, und die ganze Gemeinde hat auf Jahre hinaus einen neuen Gesprächsstoff. Die Schande des Regiments Japanische Ehrauffassung— Aufsehen erregender Selbstmord eines japanischen Bataillonskommandeurs Nach zweijährigem Frontdienst in Mandschukuo ist vor einiger Zeit die 3. japanische Division in die Heimat zurückbeordert worden. Bei dieser Gelegenheit ist von der Intendantur festgestellt worden, daß bei einem Pionierbataillon Unregelmäßigkeiten begangen worden waren. Die Unterschlagungen beliefen sich auf über 100 000 Yen. Der Schuldige war der Zahlmeister des Regiments. Bei der Ankunft im Hafen von Dairen wartete das Bataillon auf seinen Kommandeur, den Obersten Kazujoski Goto. Erst dann sollte die Weiterfahrt angetreten werden. Aber der Oberst erschien nicht. Statt seiner langte ein Telegramm an, das lakonisch die Mitteilung enthielt, daß der Oberst Goto Selbstmord durch Harakiri begangen habe. In einem später aufgefundenen Abschiedsbrief waren die Gründe zu diesem Verzweiflungsschritt des japanischen Offiziers ausführlich niedergelegt.„Ich habe es scheinbar an der nötigen Strenge und Aufsicht fehlen lassen, sonst hätte es wohl kaum zu diesen Veruntreuungen kommen können. Die Ehre des Regiments ist jedenfalls befleckt, und so ist es selbstverständlich, daß ich sterbe, um die Schande zu tilgen. Auf meiner letzten Reise sind mir von allen Seiten so viele Beweise von Treue, Anhänglichkeit und Achtung entgegengebracht worden, daß ich jetzt um so mehr das Gefühl gehabt habe, daß ich das alles nicht verdient habe. Es lebe der Mikado.“ Der Kommandeur der Division hat die Mitteilung von dem Selbstmord seines Offiziers ohne erreichte die Karawane den nächtlichen Lagerplatz Deutlich konnten wir das Grunzen der Kamele und die Flüche der ermüdeten Männer hören, die sich mit den widerspenstigen und unruhigen Tieren abquälen mußten. Ich gab mein gewohntes Signal, den Schrei eines Schakals, dreimal wiederholt. Im nächsten Augenblick war die Karawanserei in blendend helles gespenstisches Licht getaucht.“ Die Räuber benutzten eine wirkungsvolle List. Bei ihren Raubzügen waren ihnen einmal auch größere Mengen von Leuchtpistolen in die Hände gefallen, die damals noch in Afghanistan vollkommen unbekannt waren. So kam es, daß die Ueberfallenen in der Karawanserei von dem Feuerwerk in maßloses Entsetzen gebracht wurden. Sie warfen sich zu Boden, steckten die Köpfe in den Sand und erwarteten offenbar ihr Ende. Darauf hatten die Banditen nur gewartet. Einer von ihnen lief mitten unter die Ueberfallenen und schrie mit lauter Stimme:„Wehe, wehe, flieht, meine Brüder, der Himmel schickt Unheil auf uns herab. Rettet euch, verbergt euch im Gebirge. Tatsächlich lief alles in wilder Flucht aus der Karawanserei, die Kamele und die wertvolle Last zurücklassend. Die Banditen brachen aus ihrem Hinterhalt hervor, schnitten die Glocken von den Hälsen der Kamele und führten sie davon in die Dunkelheit der Berge. Nicht ein einziges wertvolles Stück wurde zurückgelassen. Aber noch war der tolle Streich nicht restlos geglückt. Die Ueberfallenen, unter denen sich auch viele Bewaffnete befanden, entdeckten, daß sie überlistet worden waren, sammelten sich wieder und machten sich auf die Verfolgung. „Sechzig— fünfzig— vierzig Schritt ließ ich sie herankommen“, so heißt es in der Biographie Habibullahs,„dann handelte ich. Ich besaß einebritische Bombe, für die ich einem Dieb den außerordentlich hohen Preis von 350 Rupien gezahlt hatte. Die Instruktion, die ich bei dem Empfang dieses seltsamen Instruments des Todes erhalten hatte, schrieb mir vor, den Bolzen herauszuziehen und bis vier zu zählen. Ich entfernte also den Bolzen und zählte— ich muß gestehen, etwas rasch— dann warf ich die Bombe in die Mitte der herannahenden Angreifer!“ Die Folgen des Bombenwurfs waren verheerend. Zahllose Männer blieben tot oder schwerverletzt liegen. Die Ueberlebenden flohen schreiend. Endlich, im Jahre 1928, mußte sogar König Amanullah vor dem Terror der inzwischen zu unermeßlicher Macht gelangten Räuberbande fliehen. Habibullah mit seinen Banditen zog in Kabul ein und besetzte den Königspalast. Das Erstaunen der Räuber, von denen die meisten noch nie in ihrem Leben europäische Möbel gesehen hatten, war groß. Beispielsweise zog ein großer Billardtisch das Interesse aller auf sich. Amir Habibullah erklärte: Dieses Möbelstück sei ein Bett, das Amanullah eigens für einen seiner Generäle aus Europa habe kommen lassen. Noch am gleichen Abend erhielt einer der Unterführer des Räuberhauptmanns das Billard als Anerkennung für seine Verdienste als Schlafstatt zugewiesen. Der Mann hat es sich dann auch als hohe Ehre angerechnet, die Nacht auf der harten Platte verbringen zu dürfen. Habibullah selbst zog es vor, auf einem Haufen von Teppichen zu schlafen, da er den Betten in dem prunkvollen Schlafzimmer König Amanullahs mißtraute. Am nächsten Morgen übernahm der Räuberhauptmann die Regentschaft und ging an die Bildung eines Kabinetts. mit der Wimper zu zucken entgegengenommen. „Vorbildliche Haltung“, meinte er dazu. Es war auch das einzige, was er zu dem Fall Kazujoski Goto zu bemerken hatte. Der Engländer im Auerschnitt Eine kuriose Aufstellung— ohne Gewähr Mit einer kuriosen Statistik ist vor einiger Zeit der Engländer Anthony Cotterel vor die englische Oeffentlichkeit getreten. Der Mann hat sich der Mühe unterzogen, festzustellen, wie ein echter Engländer beschaffen sein muß. Dieser Aufstellung gemäß hat also der ideale Engländer 5 Fuß und 7¾ Daumen groß zu sein. Gleichzeitig beträgt das Gewicht 70 Kilo. Der echte Brite besteht biochemisch gesehen aus 5 Prozent Salz, 13½ Prozent Fett. 15 vom Hundert Albumin und 1% vom Hundert Zucker: die verbleibenden 65 Prozent sind Wasser... Mit diesen Erkenntnissen scheint der wissenschaftliche Ehrgeiz von Mr. Cotterel jedoch beileibe noch nicht erschöpft gewesen zu sein. Er wollte es sozusagen ganz genau wissen und hat infolgedessen auch noch ausgerechnet, daß die Barthaare bei einem richtigen Engländer täglich um ¼ Daumen, die Kovfhaare dagegen nur um 1/8 Daumen zu wachsen haben. Wie steht es nun um die rassenmäßige Zusammensetzung des Engländers? Auch diese Frage hat der gründliche Mr. Cotterel selbstverständlich genau untersucht. Es kam dabei folgendes heraus: zu ist der moderne Engländer immer noch Ur=Brite Zu 10 ist er Anglosachse, zu 1/20 hat er römisches Blut, und zu einem weiteren Zwanzigstel ist er Franzose. Mit welchen Methoden diese wissenschaftlichen Erkenntnisse erzielt worden sind. ist leider nicht bekannt geworden. Wir müssen daher die Verantwortung für diese kuriose Aufstellung ganz dem Engländer Mr. Cotterel überlassen. Er muß ja schließlich seine— Pappenheimer kennen! Gend koma, Aol Fnaddee und 000 del. ROMAN VON HANS HEUER (Nachdruck verboten „Trotzdem kann ich Ihren Wunsch nicht erfüllen. Ich werde mich an das deutsche Generalkonsulat in Newyork wenden, wo man mir sagen wird, was ich dagegen tun kann. Sie waren so liebenswürdig, mich zu warnen... vielleicht begleiten Sie mich...“ Sie wich einige Schritte zurück bis zur Tür, als er den Hut vom Tische nahm. „Sie bleiben hier, Herr Hartmann!“ Er sah sie an. „Finden Sie Ihr Verhalten nicht selbst eigenartig? Sie wollen mich gewissermaßen hier gefangen halten...“ „Wenn Sie nicht vernünftig genug sind, einzusehen, daß ich Sie vor der Gefahr in Chicago retten will...“ „Ich glaube nicht so recht daran!" ließ er sie nicht ausreden.„Deshalb möchte ich...“ Er trat einen Schritt auf sie zu. Da sah er plötzlich einen kleinen Browning auf sich gerichtet. „Bleiben Sie stehen, Herr Hartmann!“ Ihre Stimme klang hell und drohend. In ihren dunklen Augen blitzte es auf.„Sie verlassen dieses Zimmer nicht! Andernfalls...“ Helmut Hartmann betrachtete das junge Mädden, das da vor ihm stand, mit blassem, entschlossenem Gesicht, einen Browning in der Hand, mit dem sie scheinbar gut umzugehen wußte. „Ich muß sagen... ein wenig kultivierter hätte ich mir die Zustände in den Staaten schon vorgestellt. Der erste Mensch, dem ich hier begegne, gibt vor, mich vor einer drohenden Gefahr beschützen zu müssen und bedroht mich gleich darauf selbst mit einem Revolver! Macht man das hier so?“ „Sie zwingen mich dazu!“ Helmut Hartmann lachte. Und ging auf sie zu. „Bleiben Sie stehen!“ schrie sie.„Ich schieße!“ Er näherte sich ihr. „Wenn es Ihnen Spaß macht, schießen Sie!" sagte er ruhig und stand nun dicht vor ihr. Faßte mit derselben Ruhe nach der Hand, die den Browning hielt und drückte sie herunter. Sie verlor die Fassung angesichts seiner Kaltblütigkeit. Starrte ihn aus erschrockenen Augen an... der Browning polterte zu Boden. „Was... was sind Sie denn für ein Mensch?“ stammelte sie. Er hielt ihre Hand noch immer fest. „Warum? Weil ich Ihnen nicht glaubte, daß Sie schießen würden!“ lächelte er. Elinor Walkers fühlte ein Zittern in ihren Knien. „Ich... ich möchte mich hinsetzen!“ flüsterte sie. Er geleitete sie zum nächsten Stuhl. Kaum saß sie, riß sie sich wieder hoch, umklammerte mit beiden Händen seine Rechte. „Herr Hartmann, Sie dürfen nicht zur Polizei und nicht zum Konsulat! Sie dürfen nicht! Ich habe Ihnen geholfen, indem ich Ihnen sagte, was man in Chicago vorhat... wenn ich nicht hierher gekommen wäre, säßen Sie jetzt vielleicht im Zuge nach Chicago... ahnungslos... und dort...“ Sie sprach leidenschaftlich, ein Zucken ging durch ihren schlanken Körper. „Beruhigen Sie sich!“ „Nein! Sie müssen alles wissen!“ stieß sie hervor.„Gehen Sie nicht nach Chicago... Sie sind machtlos der Gewalt Buck Dymons ausgesetzt.“ „Und warum soll ich nicht die Hilfe des Konsulats in Anspruch nehmen, wenn ich schon von der Polizei nichts zu erwarten habe?“ Das Konsulat kann nichts weiter tun, als sich mit der Polizei in Verbindung setzen Und wenn die Polizei wirklich eingreift, wird sie sich nicht Buck Dymons bemächtigen, der sich immer selbst zu schützen weiß... sie wird von der ganzen Bande einen Mann nehmen... und dieser eine ... diesen einen wird Dymon im Stich lassen, um den wird er sich nicht kümmern, weil ihm an ihm nicht viel liegt...“ „Und das ist?“ „Mein Vater!“ Plötzlich löste sich die Anspannung und Aufregung in Elinor Walkers. Sie ließ seine Hand los. Ein Schluchzen packte sie. Helmut Hartmann begriff noch nicht ganz, was da vorging. Was er hier in der ersten Stunde seines Aufenthalts in Amerika erlebte, lag seiner Empfindungswelt, seinem bisherigen ruhigen, undramatischen, nur von Arbeit erfüllten Dasein so fern, daß er sich nicht sofort zurechtfand. Allmählich aber gewann er einen Ueberblick. Irgend ein Verbrecherkönig in Chicago hatte es auf das Vermögen seines sterbenden Onkels abgesehen und wollte ihn, den Reffen, beiseite schaffen. Der Vater dieses Mädchens war in die Sache verwickelt, als Mittäter scheinbar... und sie konnte das Verbrechen nicht anders verhindern... Er beugte sich zu ihr herab und legte den Arm um ihre bebende Schulter. „Ihr Vater gehört zu... zu der Bande?“ Sie schüttelte den Kopf. „Buck Dymon hat ihn gezwungen, mitzutun. Und er kann nicht anders. Buck Dymon hat ihn in der Gewalt. Weigert er sich..“ „Wer ist Ihr Vaier?“ „Sidney Walkew, der Rechtsanwalt Ihres Onkels und der Testamentsvollstrecker!“ schluchzte sie. Eine lange Pause. Helmut Hartmann war jetzt völlig im Bilde. „Unter diesen Umständen verstehe ich allerdings Ihre Furcht vor der Polizei!“, sagte er ruhig.„Sie möchten nicht, daß Ihr Vater...“ Sie richtete sich auf. „Mein Vater ist kein Verbrecher, Herr Hartmann... er ist...er hat nur viel Schulden... und Buck Dymon hat ihn völlig in der Gewalt. Und gegen Buck Dymon...“ .... gibt es keinen Widerstand!“ vollendete er„Das weiß ich nun schon! Jetzt beruhigen Sie sich einmal, Fräulein Walkers, und erzählen Sie mir im Zusammenhang alles, was Sie wissen!“ Es dauerte noch eine Weile, ehe sie dazu in der Lage war. Dann tat sie es. Erzählte von der Unterredung zwischen Buck Dymon, Jack Carson und ihrem Vater, erzählte von ihrer Auseinandersetzung mit ihrem Vater und von dem, was sie dann weiter tat. „Es stand von Anfang an fest in mir, daß Sie von Chicago ferngehalten werden mußten, um nicht in Buck Dymons Hände zu fallen. Ich verließ das Haus meines Vaters, verpfändete meinen Schmuck, um Bewegungsfreiheit zu haben, und fuhr nach Newyork zu meiner ehemaligen Amme, die hier mit dem Chauffeur White verheiratel ist.“ „Ja... und das andere weiß ich!“ nickte er. „Ich danke Ihnen. Fräulein Walkers, für Ihre Hilfe! Ohne Ihre Hilfe wäre ich natürlich wirklich ahnungslos in die Falle getappt. Nun bin ich orientiert...“ „Und... und was werden Sie jetzt tun?" fragte sie gespannt. Er sah jie lächelnd an. „Nach Chicago fahren selbstverständlich!“ sagte er ruhig.„Ich kann meinen Onkel nicht warten lassen und möchte auch nicht, daß ein anderer meine Rolle bei ihm spielt. Nach allem, was Sie mir erzählten, scheint dieser Jack Carson, der meinem Onkel als Neffe vorgestellt werden soll, kein sympathischer Zeitgenosse zu sein. Und daß mein Onkel einen falschen Begriff von mir bekommt, möchte ich vermeiden!" 6. „Mir scheint, Sie sind zerstreut, Walkers!" sagte Buck Dymon und warf dem Anwalt einen bissigen Blick zu.„Lassen Sie die Fummelei mit der Gardinenschnur und hören Sie lieber zu!“ Sidney Walkers drehte sich um. „Ich habe zugehört!“ erwiderte er. „Wie erklären Sie es sich, daß dieser Deutsche noch nicht da ist? Regulär hätte er gestern abend bereits hier sein müssen!" Walkers zuckte mit den Schultern. „Ich kann es mir nicht erklären!“ Buck Dymon kam langsam auf ihn zu und blieb dicht vor ihm stehen. Ein scharfer, fast stechender Blick fuhr auf Walkers los.„Walkers, ich habe Ihnen gesagt, was Ihnen blüht, wenn Sie ein doppeltes Spiel treiben!“ Sidney Walkers lächelte verkrampft. „Ich treibe kein doppeltes Spiel, Dymon.— Vielleicht hat sich der Deutsche verspätet?“ „Er ist vorgestern in Newyork angekommen. Sein Kabel an den Alten sagt klipp und klar: Komme mit der„Europa“. Es ist nicht anzunehmen, daß er sich erst noch tagelang in Newyork herumtreibt, wenn sein Onkel hier in den letzten Zügen liegt.“ Sidney Walkers Hand griff wieder nach der Gardinenschnur, mit der sie vorhin nervös gespielt hatte. Auf halbem Wege besann er sich und ließ die Hand sinken. „Doktor Chester meinte vorhin, der alte Hartmann könne in dem Zustand noch tagelang hindämmern... es könne allerdings auch plötzlich aus sein.“ Buck Dymon wandte sich Jack Carson zu, der sich mit weit von sich gestreckten Beinen in einem bequemen Sessel lümmelte und eben gleichmütig die Asche der Zigarette auf den Teppich fallen ließ. „Wir warten nicht länger!“ sagte er entschlossen.„Der Alte will seinen Neffen unbedingt noch sehen, bevor er abkratzt. Er will ihm noch etwas sagen. Mich interessiert, was er ihm zu sagen hat. Du fährst jetzt im Wagen nach Fort Shell .. in vier Stunden bist du dort. Schickst ein Telegramm an den Alten, in dem du deine Ankunft meldest. Du kannst dort bequem den Zug erreichen und bist gegen sieben Uhr in Chicago. Fertig?“ Jack Carson erhob sich. „Meinetwegen kann der Rummel losgehen!“ sagte er phlegmatisch und reckte seine schlanke Gestalt Sidney Walkers hob den Blick zu Buck Dymon. „Was geschieht aber, wenn der echte Hartmann telegraphiert?“ fragte er ängstlich. Buck Dymon lächelte. „Ist das Ihre einzige Sorge Walkers? Trösten Sie sich... ich tue nichts Halbes. Jede eingehende Post kommt erst in die Hände James, des Dieners. Der bringt sie zu diesem John Arlt. dem Privatsekretär. Post, die Arlt nicht erhalten soll, verschwindet spurlos!“ „Und... und wenn der Deutsche plötzlich auftaucht? Wenn Sie und Ihre Leute ihn übersehen?“ „Walkers, kümmern Sie sich nicht um jeden Dreck! Sie haben das Testament zu vollstrecken, weiter nichts, verstanden? Ist die Sache erledigt, erhalten Sie Ihren Anteil und ziehen sich lautlos zurück. Alles andere geht Sie nichts an! Also los, Jack! Und spiele deine Rolle gut, Boy!“ Jack Carson grinste. „Verlaß dich darauf... ich lege einen Neffen hin, an dem der Alte seine Freude haben soll!“ 7. Das Zimmer war halb abgedunkelt. Auf dem kleinen Nachttisch brannte das gedämpfte Licht und warf einen matten Schein auf das Gesicht in den weißen Kissen. Ein hageres, eingefallenes Gesicht mit blutleeren Lippen und geschlossenen Augen. Die Haut über den Schläfen war eingesunken und so dünn, daß man das müde Ticken des Blutes darunter erkennen konnte. Auf der Decke lagen regungslos magere, wachsbleiche Hände mit dicken, bläulichen Adersträngen. Neben dem Bett auf einem Stuhl saß John Arlt, der Privatsekretär, ein noch junger Mann mit schmalem, länglichem Gesicht, von dem bei der ungewissen Beleuchtung wenig zu sehen war. John Arlt sah zu dem auf der anderen Seite des Bettes stehenden Dr. Chester hinüber. Der nickte. John Arlt wollte leise aufstehen. Da öffnete Heinrich Hartmann die Augen. Sofort beugte sich Arlt zu ihm herab. „Wünschen Sie etwas, Mister Hartmann?“ fragte er leise. peinrich Hartmann schien sich aufrichten zu wollen, aber es wurde nichts weiter als ein kaum merkbares Heben des Kopfes daraus. „Kommt... er noch nicht bald, Arlt?“ kam es endlich von seinen Lippen, und man merkte, daß ihm das Sprechen ungeheuer schwer fiel. „Ich wollte eben zum Bahnhof, Mister Hartmann... in einer halben Stunde trifft Ihr Neffe ein...“ Dr. Chester neigte sich zu dem Kranken herab und schob sanft die Hand in dessen Nacken. Das schien ihm Erleichterung zu verschaffen. „Werden Sie ihn... auch erkennen, Arlt?“ fragte er leise. „Ich werde mich schon umschauen, Mister Hartmann!“ „Suchen... Sie nach einem Mann, der... so aussieht, wie ich vor dreißig Jahren aussah. Sie haben ja das Bild von mir aus der Zeit. Mein... mein Bruder schrieb... mir mal vor ... vor zehn Jahren, Helmut... sei... sei mir ähnlich...“ „Ich werde ihn schon finden, Mister Hartmann!“ sagte Arlt und legte beruhigend seine schlanke feste Hand auf die des Kranken. Dann verließ er das Zimmer. Dr. Chester warf noch einen Blick auf Heinrich Hartmann und folgte dann auf leise schreitenden Sohlen dem jungen Mann. „Wird er noch so lange leben, Mister Chester?“ Dr. Chester hob die Achseln. „Dem medizinischen Befund nach müßte er längst tot sein, Mister Arlt. Es muß ein ungeheurer Wille in ihm sein, der ihn noch atmen läßt. Ich fürchte, wenn der Neffe da ist, wird es aus sein!“ „Ich werde mich beeilen!“ versicherte John Arlt.„Walkers wird inzwischen wahrscheinlich kommen. Mister Hartmann hat gewünscht, daß er da ist, wenn sein Neffe eintrifft.“ John Arlt eilte hinaus. In der Diele traf er auf James, den Diener. „Ist das Zimmer bereit für den Neffen Mister Hartmanns, James?“ Der Diener verbeugte sich gemessen. „Es ist bereit, Mister Arlt!“ „Gut! Und der Wagen?“ „Steht draußen!“ John Arlt trat aus dem Hause. Vor dem breiten Eingang hielt das Auto, ein langgestreckter, fabelhafter Wagen. Der Chauffeur grüßte. Arlt stieg ein. Im Bogen fuhr der Wagen auf dem breiten Kiesweg in den gepflegten Gartenanlagen vorbei. Das Gittertor öffnete sich von unsichtbarer Hand. In schnellem Tempo fuhren sie durch das abendliche Chicago. Hielten zwanzig Minuten später vor dem gewaltigen Bahnhofsbau. John Arlt sprang heraus und durchschritt die Halle. In zwei Minuten mußte der Zug aus Newzork eintressen. Er nahm an der Sperre Aufstellung und wartete. Um ihn sammelten sich Menschen. Männer, Frauen, Kinder, die irgendwelche Angehörige begrüßen wollten Lärm, Geschrei, Rufen, Pfeifen, Glockensignale Der Zug rollte in die Halle. Die ersten Passagiere kamen. John Arli blickte aufmerksam jedem Mann, der an ihm vorüberging, ins Gesicht. Keines dieser Gesichter wies die Aehnlichkeit mit dem 30jährigen Heinrich Hartmann auf. Die meisten der Ankommenden wurden auch sofort an der Sperre von Angehörigen begrüßt und schieden aus. Der Strom der Reisenden floß spärlicher Endlich war der letzte Fahrgast hindurch. John Arlt sah sich enttäuscht um. Hatte er den Reffen seines Chefs übersehen? Er mußte doch angekommen sein, hatte sich ja von Fort Shel aus angemeldet. Sein Blick fiel auf einen schlanken Mann, der ganz in seiner Nähe stand. Das Gehaben des Mannes bewies, daß er hier fremd war. Er wußte scheinbar nicht, was er beginnen sollte. Er hatte den Koffer zu Boden gestellt und blickte unschlüssig nach allen Seiten. John Arlt betrachtete den Mann. Sollte das...? Er suchte vergebens eine Aehnlichkeit mit Heinrich Hartmann in dem Gesicht. Es konnte das Gesicht eines Deutschen sein, soweit sich da ein Typus festlegen ließ. Aber Aehnlichkeit...? Aber vielleicht... man erlebte es oft, daß Menschen mit anderen eine Aehnlichkeit feststellen zu können glaubten, die in Wirklichkeit garnicht da war. Besonders, wenn, wie in diesem Falle, jahrelange Trennung voneinander die Phantasie mitspielen ließ. Vielleicht... Es war niemand mehr in der Nähe, der sonst Helmut Hartmann sein könnte. Hier und da standen Männer, die scheinbar nichts zu tun hatten, als sich hier herumzutreiben... oder auf einen anderen Zug warteten. Reisende waren es nicht. John Arlt trat entschlossen auf den Mann zu. Lüftete den Hut und sprach ihn nach kurzem Besinnen deutsch an. Irrte er sich, war es ja nicht weiter schlimm. „Verzeihung, Sie finden sich nicht zurecht?“ Der Mann grüßte ebenfalls, sah John Arlt prüfend einen Augenblick an und erwiderte in einwandfreiem Deutsch: „Ja... ich glaubte, man würde mich erwarten. Aber leider...“ „Herr Hartmann?“ fragte nun John Arlt. Der Mann lächelte, scheinbar sehr erfreut. „Ja, der bin ich! Und Sie?“ „John Arlt, der Privatsekretär Ihres Herrn Onkels!“ „Ah, richtig... von Ihnen war das Kabel?" Der Mann streckte dem Sekretär die Hand hin und schüttelte sie kräftig.„Dann ist ja alles gut! Wie geht es dem alten Herrn?“ „Sehr schlecht! Wir müssen uns beeilen...“ sagte John Arlt.„Wir haben Sie schon gestern erwartet!“ Der Mann lachte. „Ja, sehen Sie, so geht das, wenn man sich nicht auskennt. Ich bin zum ersten Male in Amerika und fand mich nicht gleich zurecht.“ Sie schritten Seite an Seite dem Ausgang zu. John Arlt steuerte auf den Wagen zu und öffnete den Schlag. Der Ankömmling warf einen Blick auf das Auto. „Donnerwetter!“ entfuhr es ihm.„Das ist?“ „... einer von Herrn Hartmanns Wagen!“ unterbrach John Arlt zurückhaltend. „Na, oann los! Damit wir noch zur rechten Zeit kommen! Möchte dem alten Herrn, den ich zum letzten Male sah, als ich ein Hosenmatz von fünf Jahren war, doch wenigstens noch mal die Hand drücken bevor er...“ Er brach ab und stieg ein. John Arlt folgte ihm und winkte dem Lenker zu Setzte sich neben den Mann und sah ihn von der Seite an. Er fühlte sich unangenehm berührt durch die laute Art des Ankömmlings. Nachdem man ihm sagte, daß es sehr schlimm um den Onkel stehe, nahm er nuch die Zeit, den Wagen zu bewundern! Ein scharfes Profil. Schmale Lippen und ein etwas hart vorstoßendes Kinn. Von der Nase zu den Mundwinteln eine Kerbe, die dem Gesicht einen mokanten Ausdruck gab. Die Mundwinkel selbst ein wenig herabgezogen. Die Augen, die sich jetzt ihm zuwandten, grau und scharf. So sah John Arlt den Neffen Heinrich Hartmanns und sagte sich, daß es kein besonders sympathisches Gesicht sei. „Haben wir weit zu fahren?“ fragte der Ankömmling. „Zwanzig Minuten!“ „Ist der alte Herr noch... hm... ich meine, wird er mich noch begrüßen können?" „Herr Hartmann wartet auf Sie.“ Der Wagen bog in unvermindertem Tempo um eine Ecke. Der Mann, der sich als Heinrich Hartmanns Reffe bezeichnete, wurde durch den plötzlichen Ruck förmlich beiseite geschleudert und hielt sich an John Arlts Schulter fest. „Hoppla!“ lachte er.„Der Bursche fährt ja, als habe er den Teufel im Leibe!“ John Arlt antwortete nicht. Er war verwundert. Die Fahrt ging zu einem Sterbenden... und der Neffe lachte so unbekümmert, als gehe ihn das garnichts an? Hm... allerdings, er kannte den Onkel nicht ... es mußte ihm nicht anders zumute sein, als fahre er zu einem Fremden. Und doch... das Gefühl schon, daß es schließlich ja der Bruder seines Vaters sei, hätte doch ein wenig dämpfend auf seine Stimmung einwirken müssen. „Wie ist das eigentlich,“ fragte der Mann nach einer Weile.„Hat mein Onkel hier in Amerika Angehörige?"(Forts. folgt.) Rudolf## dnb. Krefel übergabe der Krefeld=Uerdi Hinterland m den Stellvert Rudolf H rhein ein Ta, Kurz nach dolf Heß mit platz ein, wo bürgermeister der Parteigli Wehrmacht! „ H e ß d i e E h r nahm Gauleit grüßungsanst „Hier, am men der gesa * s e l d o r f h e r z i Brückenbau, men werden, schen Aufbau Revolution f ken Rheinufe Das ist von völkerung W rheinische Ge abgetrennt zi frevelhaftes schen Lebens heit im den Spiel ein fü Deutschlands Grenze. M Parteigenosse grüße von d dorf zu über Stürmisch E das Wort zu nen Weihere „Deutsche blicken wir c Leistung, die der Gemein größer, alsr von vielen, es ein Deut gemeinsamer meinschaftr gen Jahren Hitlers. Wenn 2# vollbring noch nie. Es vollbrin ihrer Große Volk, das se eint ist in d Volk, das gleichgültig, ausgeübt wi Früchten de daß Deutsch sten Sinne „Wir dar beit und die geschützt ha diesem Sta Prägung ge sich zu vert teidigung e gemeinsame Zu unser druck erhal mit unseren klaren Ver sein letztes Friedens b gewürdigt Beruhigung „Um so Sorge insbeso Sicherh jeder A Wir ha Verteid gut ist. allein d Verteid „Diese Bri zu dienen, gebannten Volk zus befähigt he Im Nan sentanten sage ich D ren, Kauf Volksgeno durch ihre vollbrachte Teil beitr sicherzustel Der n deutsch mer, d beiden Sei ei lands Trage der an diesem den Name 500 ruck verboten loß spärlicher gast hindurch. um. Hatte er den !? Er mußte doch a von Fort Shell lanken Mann, der Das Gehaben des fremd war. Er r beginnen sollte. gestellt und blickte Mann. mlichkeit mit Heint. Es konnte das soweit sich da ein hnlichkeit...? lebte es oft, daß lehnlichkeit feststelWirklichkeit garin, wie in diesem voneinander die lleicht... er Nähe, der sonst Hier und da stanhts zu tun hatten, .. oder auf einen de waren es nicht. auf den Mann zu. ihn nach kurzem ich, war es ja nicht ich nicht zurecht?“ s, sah John Arlt und erwiderte in vürde mich erwarnun John Arlt. r s e h r e r f r e u t. #etär Ihres Herrn war das Kabel?" etär die Hand hin nn ist ja alles gut! rn?“ uns beeilen...“ Sie schon gestern is, wenn man sich sten Male in Amech zurecht.“ ite dem Ausgang en Wagen zu und ien Blick auf das s ihm.„Das ist?“ rtmanns Wagen!" altend. r noch zur rechten ten Herrn, den ich ein Hosenmatz von stens noch mal die winkte dem Lenker i und sah ihn von nangenehm berührt mmlings. Nachdem imm um den Onkel den Wagen zu bele Lippen und ein in. Von der Nase erbe, die dem Gek gab. Die Mundezogen. Die Augen, grau und scharf. ffen Heinrich Hartkein besonders sym!?“ fragte der Anhm... ich meine, können?“ uuf Sie.“ emindertem Tempo er sich als Heinrich , w u r d e d u r c h d e n ite geschleudert und ilter fest. Bursche fährt ja, ibe!“ : Er war verwunterbenden... und mert, als gehe ihn ite den Onkel nicht rs zumute sein, als Und doch... das lich ja der Bruder in wenig dämpfend n müssen. igte der Mann nach el hier in Amerika (Forts. folgt.) Aeus Ahseinoruis der Arcsen Rudolf heß übergibt die Adolf=Hitler-Rheinbrücke in Krefeld-Uerdingen dem Verkeyr dnb. Krefeld, 7. Juni. Die feierliche Verkehrsübergabe der Adolf=Hitler=Rheinbrücke, die den Krefeld=Uerdinger Wirtschaftsraum und sein Hinterland mit dem Ruhrgebiet verbindet, durch den Stellvertreter des Führers, Reichsminister Rudolf Heß, war für den ganzen Niederrhein ein Tag von geschichtlicher Bedeutung. Kurz nach 11.30 Uhr traf Reichsminister Rudolf Heß mit seiner Begleitung auf dem Flugplatz ein, wo er von Gauleiter Florian, Oberbürgermeister Dr. Heuyng sowie von Vertretern der Parteigliederungen, der Behörden und der Wehrmacht begrüßt wurde. Nachdem Rudolf Heß die Ehrenformationen abgeschritten hatte, nahm Gauleiter Florian das Wort zu seiner Begrüßungsansprache. Er führte folgendes aus: „Hier, am Rhein, entbiete ich Ihnen im Namen der gesamten Bevölkerung des Gaues Düsseldorf herzliche Willkommensgrüße. Der stolze Brückenbau, dessen Einweihung Sie nun vornehmen werden, verdankt sein Entstehen den deutschen Aufbaukräften, die die nationalsozialistische Revolution freigelegt hat. Er wurde vom linken Rheinufer aus begonnen und durchgeführt. Das ist von symbolischer Bedeutung für die Bevölkerung Westdeutschlands; war doch das linksrheinische Gebiet in Gefahr, vom übrigen Reich abgetrennt zu werden. Undeutscher Geist hat solch frevelhaftes Spiel erdacht. Die Kraft der deutschen Lebensbejahung jedoch, der Wille zur Einheit im deutschen Volk, hat dieses schändliche Spiel ein für allemal zerstört. Der Rhein ist Deutschlands Strom und niemals Deutschlands Grenze. Mit diesem Gedanken bitte ich Sie, Parteigenosse Heß, dem Führer herzliche Treuegrüße von der Bevölkerung des Gaues Düsseldorf zu überbringen.“ Stürmisch begrüßt, ergriff nunmehr der Stellvertreter des Führers das Wort zu seiner oft von Beifall unterbrochenen Weiherede: „Deutsche Männer und Frauen! Mit Stolz blicken wir auf diese Brücke, auf diese gewaltige Leistung, die die Gemeinschaft schuf und die nun der Gemeinschaft dient. Unser Stolz ist um so größer, als wir wissen, daß dieses Werk nur eins von vielen, als wir wissen, daß noch nie, solange es ein Deutschland gibt, so große Leistungen des gemeinsamen Aufbaues im Dienst an der Gemeinschaft vollbracht wurden, wie in den wenigen Jahren des Bestehens des Reiches Adolf Hitlers. Wenn Deutschland einig ist, wie noch nie, vollbringt es Dokumente der Einigkeit wie noch nie. Es vollbringt Werke, die in ihrer Zahl und in ihrer Großartigkeit nur möglich sind in einem Volk, das so freudig und so hingebungsvoll vereint ist in der Arbeit wie in Deutschland, einem Volk, das sich bewußt ist, daß alle Arbeit— gleichgültig, welcher Art sie ist und von wem sie ausgeübt wird— der Gesamtheit dient. An den Früchten der gemeinsamen Arbeit erkennen wir, daß Deutschland ein sozialistischer Staat im besten Sinne geworden ist.“ „Wir danken dem Führer, daß er unsere Arbeit und die Werke unseres friedlichen Schaffens geschützt hat, daß er sie geschützt hat, indem er diesem Staat zugleich die nationalsozialistische Prägung gab, indem er ihn in den Stand setzte, sich zu verteidigen und die Mittel zu dieser Verteidigung erstellen ließ in wiederum gewaltiger gemeinsamer Anstrengung. Zu unserem Leidwesen müssen wir den Eindruck erhalten, daß alle Versuche des Führers, mit unserem großen Nachbarn im Westen zu einer klaren Verständigung zu kommen, vor allem, daß sein letztes großes Angebot zur Sicherung des Friedens bisher durch diesen Nachbarn nicht so gewürdigt wurden, wie wir es im Interesse der Beruhigung Europas hätten erwarten können.“ tungswillens des deutschen Volkes geworden ist. Trage den Namen, der für uns Frieden nach innen und außen bedeutet. Trage den Namen, der uns die wiedergewonnene Freiheit bedeutet, der uns die wiedergewonnene Ehre bedeutet. den Namen, der in der Zeitspanne eines Atemzuges der Geschichte zu einem der bedeutungsvollsten und klingendsten Namen tausendjähriger Geschichte geworden ist. Ich taufe dich Adolf=HitlerBrücke. Wir grüßen den Tauspaten der Brücke, den Führer des Reiches, Adolf Hitler: Sieg=Heil!“ Rudolf Heß begab sich nach seiner Rede mit seiner Begleitung über die Brückenrampe zum Widerlager, wo er das von zwei Hitler=Jungen gehaltene Sperrband durchschnitt. Er schritt dann über die Brücke zur Duisburg=Mündelheimer Seite und begrüßte dort die angetretenen Formationen. Der Rückweg erfolgte wiederum durch ein dichtes Spalier von Parteigliederungen und Volksgenossen zur Stadt. Am Nachmittag begab sich Rudolf Heß zur Krefelder Stadthalle, wo er mit den Arbeitern, Angestellten und Beamten der Firmen und Berufsgruppen ein gemeinsames Mittagessen einnahm. Auf eine Ansprache des Oberbürgermeisters und eines Vertreters der Arbeiterschaft antwortete er mit kurzen, herzlichen Worten. Kurz vor 17 Uhr verließ Rudolf Heß, herzlich begrüßt, die Stadt. 190 Julsee Keichsuelegerrun! Bundesführer des Deutschen Reichskriegerbundes(Kyffhäuserbund) e.., SS.=Oberführer Oberst a. D. Reinhard, spricht anläßlich der 150-Jahr-Jeier in Wangerin dub. Wangerin(Pommern), 6. Juni. Auf der Feier, die anläßlich der 150 Jahr=Feier des Reichskriegerbundes am Sonntag in der kleinen pommerschen Stadt Wangerin stattfand, hielt Bundesführer Oberst a. D. SS=Oberführer Reinhard eine Ansprache, in der er u. a. ausführte: Der Deutsche Reichskriegerbund begeht heute— hier in Wangerin— die Feier seines 150jährigen Bestehens. Nicht die Reichshauptstadt, nicht Kassel; die Stadt der Reichskriegertage, dient diesmal einem Aufmarsch des größten Soldatenbundes der Welt— Schauplatz der 150 Jahr=Feier unserer Organisation ist diese kleine pommersche Stadt. Hier in Wangerin ist die erste Kriegerkameradschaft unseres Bundes gegründet worden und wurde zum ersten Mal der Gedanke eines festen und ständigen Zusammenschlusses ehemaliger Kriegsteilnehmer und gedienter Soldaten gefaßt und verwirklicht. Hier begründeten am 8. Juni 1786 ausgediente Soldaten des fridericianischen Füsilier=Regimentes von Brünning unter dem Namen„Militärische Schützenbruderschaft“ die erste soldatische Vereinigung, mit deren Grundsätzen und deren Gesinnung sich auch heute noch jeder alte Soldat und jeder Deutsche überhaupt einverstanden erklären kann. Auf eine Vereinigung, die aus 40 Mitgliedern anwuchs auf über 3 Millionen, auf eine VereiniTon Blam dor der Kummer Innenpolitisch: Amnestie, 40-Stunden-Woche, Kollektivverträge, bezahlter Urlaub— Außenpolitisch: Ungeteilter Frieden mit allen Nationen der welt töge den bemmungslosen Rü„Um so glücklicher sind wir, daß der Führer Sorge getragen hat für unsere Sicherheit und insbesondere Sorge getragen hat auch für die Sicherheit dieses Gebietes hier, das solange jeder Willkür schutzlos offen stand. Wir haben die feste Ueberzeugung, daß die Verteidigung, die das neue Deutschland schuf, gut ist. Und wir haben die Hoffnung, daß allein die Tatsache des Vorhandenseins dieser Verteidigung Schutz genug ist.“ „Diese Brücke soll mit ihrer Aufgabe, dem Volke dienen, verbinden den in Eisen und Beton gebannten Dank an den Führer, daß er dieses Volk zu seinen großen Gemeinschaftsleistungen befähigt hat. Im Namen des Führer als dem ersten Repräsentanten des Volkes, dem diese Brücke dient, sage ich Dank allen den Arbeitern, Konstrukteuren, Kaufleuten, Beamten und allen anderen Volksgenossen, die mitschufen, die dieses Werk durch ihrer Hände und ihrer Gehirne Leistungen vollbrachten, sage ich Dank allen denen, die ihr Teil beitrugen, die materiellen Voraussetzungen sicherzustellen. Der neuen Brücke gebe ich die Wünsche des deutschen Volkes mit: Sei auch du eine Klammer, die die unzerreißbare Verbundenheit der beiden Ufer des Rheins zum Ausdruck bringt. Sei eine Brücke des Friedens über Deutschlands geschichtsreichstem Strom. Trage den Namen, dem wir es verdanken, daß an diesem Strom wieder eine Wacht steht. Trage den Namen, der uns zum Inbegriff des Behauponb. Paris, 6. Juni. Die Regierungserklärung des neuen französischen Kabinetts wurde am sonnabend von Ministerpräsident Leon Blum in der Kammer und von dem stellvertretenden Ministerpräsidenten, Minister für Landesverteidigung und Krieg Daladier, im Senat verlesen. „Zu Beginn der nächsten Woche, so erklärte Leon Blum, werden wir in der Kammer eine Gesamtheit von Gesetzen einbringen und die Kammer bitten, diese Gesetze vor Beginn der Ferien su verabschieden. Diese Gesetze werden betreffen: die Amnestie, die 40= StundenWoche, die Kollektivverträge, die bezahlten Urlaube, einen Plan für große öffentliche Arbeiten zur wirtschaftlichen sanitären, wissenschaftlichen Ausrüstung, für den Sport und den Fremdenverkehr, die Verstaatlichung der Kriegswaffenherstellung, die Schaffung eines Getreideamtes, das als Beispiel für die Aufwertung anderer landwirtschaftlicher Erzeugnisse dienen soll, wie des Weines, des Fleisches, und der Milch, die Verlängerung zur Schulzeit, eine Reform der Satzungen der Bank von Frankreich, die das Vorherrschen nationaler Interessen in der Verwaltung der Bank garantiert, eine erste Abänderung der Notverordnungen zu Gunsten der am meisten betroffenen Gruppen der Angestellten der öffentlichen Dienste und der ehemaligen Frontkämpfer.“ Nach Verabschiedung dieser Maßnahmen werde in der Kammer eine zweite Reihe von Vorlagen eingebracht werden, die vor allem die Schaffung eines nationalen Arbeits losenfonds, die Versicherung gegen Landwirtschaftsschäden, die Regelung der landwirtschaftlichen Schulen und eine Al tersversicherung für die Arbeiter betreffen. Weiter sei an eine umfassende Steuerreform gedacht, die die Erzeugungswirtschaft und den Handel entlasten und neue Mittel nur durch die Heranziehung des tatsächlichen Reichtums, durch die Unterdrückung der Steuerhinterziehung und vor allem durch die Ankurbelung der allgemeinen Betätigung schaffen soll. Die Regierung, so erklärte der Ministerpräsident, werde die republikanische Ordnung sichern und die Gesetze der republikanischen Verteidigung mit ruhiger Festigkeit anwenden. Sie werde alle Verwaltungszweige und alle öffentlichen Dienste mit republikanischem Geist erfüllen. Wenn die demokratischen Einrichtungen angegriffen werden sollten, werde die Regierung ihre Achtung mit einer den Drohungen oder Widerständen entsprechenden Schärfe durchsetzen. „Die Regierung ist sich durchaus im klaren über die Schwierigkeiten, die sie erwarten. Ebenso wie sie diese Schwierigkeiten klar sieht, beabsichtigt sie, die Schwierigkeiten im Lande nicht zu verheimlichen. In wenigen Tagen wird die Regierung öffentlich eine erste Bilanz der wirtschaftlichen und finanziellen Lage aufstellen, wie sie sich zu Beginn der gegenwärtigen Legislatur darstellt.“ Auf das außenpolitische Gebiet übergehend, betonte die Regierungserklärung den einmütigen Friedenswillen Frankreichs:„Es will den ungeteilten Frieden mit allen Nationen der Welt und für alle Nationen der Welt. Es indentifiziert den Frieden mit der Achtung des internationalen Gesetzes und der internationalen Verträge, mit der Treue zu den übernommenen Verpflichtungen und zu dem gegebenen Wort. Die Regierung wünscht aufrichtig, daß die Organisierung der kollektiven Sicherheit es gestatten moge, den hemmungslosen Kustungswettlauf anzuhalten, in dem ganz Europa sich hineingezogen sieht, und daß die Organisierung der kollektiven Sicherheit zu einer internationalen Einigung über die Veröffentlichung, allmähliche Verminderung und tatsächliche Kontrolle der internationalen Rüstungen führen möge. Die Regierung wird diesen einheitlichen Willen sich zur Richtschnur nehmen, der durchaus nicht ein Zeichen des Nachgebens noch der Schwäche ist. Der Friedenswille einer Nation wie Frankreich, wenn sie ihrer selbst sicher ist und wenn sie sich auf die Moral und auf die Ehre und auf die Treue zu den erprobten Freundschaften sowie auf die Aufrichtigkeit des Aufrufes stützt, den sie an alle Völker richtet, kann laut und stolz verkündet werden.“ Zum Schluß erklärte Leon Blum, indem er auf die letzten Ereignisse in Frankreich anspielte: „Das republikanische Parlament wird verstehen, mit welcher Ungeduld große Verwirklichungen erwartet werden, und wie gefährlich es wäre, die Hoffnungen nach einer Aenderung und Erneuerung zu enttäuschen, Hoffnungen, die nicht nur von einer politischen Mehrheit oder einer besonderen sozialen Klasse gehegt werden, sondern von dem gesamten Volk. Das Land wird seinerseits verstehen, daß die Aufgabe, mit der es die neue Kammer betraut hat, nur dann durchgeführt werden kann, wenn die Regierung die Verantwortung und die Handlungsfreiheit behält, nur dann, wenn die Eintracht und die öffentliche Sicherheit der Arbeit der Regierung die unentbehrlichen Vorbedingungen liefert, wenn die politischen Parteien und die korporativen Einrichtungen, die in der Volksfront zusammengeschart sind, alle daran mitarbeiten.“ 384 Stimmen für und 210 gegen Leon Blum Die französische Kammer sprach am Sonnabendabend der Regierung Leon Blum im Anschluß an die allgemeine Politik mit 384 gegen 210 Stimmen das Vertrauen aus. Bestattung durch die Polizei dub. Paris, 6. Juni. Die Streikbewegung hat in Versailles u. a. auch auf die Angestellten der Beerdigungsunternehmen übergegriffen. Auf Anweisung des Präfekten mußte am Samstag eine Anzahl von Bestattungen durch die städtische Polizei durchgeführt werden. Von Donnerstag bis Samstag stieg die Zahl der Streikenden im Grubengebiet von Douai von etwa 350 auf über 20000. Die Belegschaften der Kokereien und Brikettfabriken haben sich den Grubenarbeitern angeschlossen. Der Verband der Kaufhäuser in Paris hat am Samstag, wie schon andere Unternehmerverbände, bekanntgegeben, daß er alle Schlichtungsverhandlungen abbrechen wird. falls die Angestellten nicht die von ihnen besetzten Kaufhäuer räumten. G 6, 1,6 9361 b5. Der Verband der Elektroarbetter gior berannt, daß in seinen Reihen eine allgemeine Streikbewegung nicht bevorstehe. Der Ausstand verschiedener Gesellschaften privater Elektrizitätswerke habe lediglich zum Ziele, diesen Arbeitern in Zukunft bessere Arbeits= und Lebensbedingungen zu sichern. Francois-Poncet fährt nach Paris dub. Paris, 7. Juni.„Journal“ meldet aus Berlin, daß der französische Botschafter Francois=Poncet am Sonntagabend nach Paris reisen werde, um mit den Mitgliedern der neuen Regierung und insbesondere mit Außenminister Delbos Fühlung zu nehmen. gung, deren Gründungsleitsätze noch bindend und verpflichtend sind nach 150 Jahren, auf eine solche Vereinigung allerdings kann der Bund auch heute noch mit Stolz und Achtung blicken. Mit der Gründung der Wangeriner Kameradschaft beginnt die Geschichte des Bundes. Zu Ausgang des 18. und zu Beginn des 19. Jahrhunderts entstanden im gesamten Reichsgebiet weitere Vereine. Einen wesentlichen Aufschwung jedoch erfuhr das damals noch in seinen ersten Anfängen steckende Kriegervereinswesen erst nach Beendigung der Befreiungskriege. Der große nationale Aufschwung dieser Jahre und vor allem die Ruhmestaten der Armee schweißten die ehemaligen Kriegsteilnehmer auch für die nun folgenden Friedenszeiten zu festen soldatischen Gemeinschaften zusammen. Ueberall im Reich wurden neue Kameradschaften gegründet. Noch aber leisteten diese Kameradschaften ihre für Volk und Vaterland wertvolle Arbeit nur im Rahmen ihres eigenen Vereins. Von einem unter einheitlicher Führung, zur Stärkung der allen gleichmäßig gemeinsamen Interessen war noch nicht die Rede. Dieser nahm seinen Anfang erst im Anschluß an die Kriege von 1864=66 und 1870=71. Danach wurde der Ruf nach einer Vereinigung aller deutschen Kriegervereine laut, die denn auch 30 Jahre später mit der Errichtung des Kyffhäuserbundes verwirklicht wurde. Der Kyffhäuserbund der Deutschen Landeskriegerverbände trat mit Wirkung vom 1. Januar 1900 als Spitzenorganisation des gesamten deutschen Kriegervereinswesens in Kraft. Nach der Novemberrevolte von 1918, in einer Zeit, die gekennzeichnet war durch Auflösung, Bruderkampf, Zersplitterung in Parteien und Gruppen, ist der Bund seinem Jahrzehnte folgten Ziel der restlosen und umfassenden Einigung des deutschen Kriegervereinswesens um einen weiteren bedeutsamen Schritt nähergekommen. Im Jahre 1921 wurde der Kyffhäuserbund der Deutschen Landeskriegerverbände unter einem neuen Namen in einen festen Bund umgewandelt, dessen satzungsgemäß gefaßten Beschlüsse für alle zu ihm gehorenden Landeskriegerverbände als bindend erklärt wurden. Der Kyffhäuserbund hieß nunmehr: Deutscher Reichskriegerbund „Kyffhäuser". Der Schlußstrich unter diese Entwicklung wurde im Jahre 1933 gesetzt: Das Führerprinzip wurde im Bunde verwirklicht.“ 150 Jahre sind vergangen, seit die Stammkameradschaft des Bundes gegründet wurde. Name und äußerer Aufbau haben sich in diesen 150 Jahren vielmals geändert; sie werden auch für die Zukunft nicht unveränderlich sein. Bleiben aber wird, was den Bund über verlorene Kriege, volksfremde Revolten, geistige und materielle Not hinaus bestehen ließ, bis in das Werden dieser neuen großen deutschen Zeit hineinbleiben wird die von ihm allzeit verwirklichte Idee einer großen, auf soldatischer Disziplin und soldatischer Kameradschaft gegründeten Vereinigung aller deutschen Frontkämpfer und Soldaten! Ich überreiche in dieser bedeutungsvollen Stunde der Wangeriner Kriegskameradschaft, die den verpflichtenden Namen des„Generalfeldmarschalls von Hindenburg" trägt, eine originalgetreue Nachbildung jener fridericianischen Regimentsfahne und ersten Fuhne unseres Bundes, die 1786 den Gründern dieser Kameradschaft vom Regiment Brünning zu treuen Händen übergeben wurde. Die Originalfahne selbst hat in der Ruhmeshalle unseres KyffhäuserDenkmals den ihr gebührenden Platz gefunden. Unsere Bundesfahne trägt das Hakenkreuz, das Symbol unseres neuen stolzen deutschen Vaterlandes. Mit ihr zugleich soll diese originalgetreue fridericianische Regimentsfahne flattern. Umsatzsteigerung im deutschen handwerk ndz. Berlin, 6. Juni. Der Reichsstand des deutschen Handwerks hat eine Sondererhebung veranlaßt, um die Entwicklung des Umsatzes des deutschen Handwerks für die Jahre 1934 und 1935 festzustellen. In die Erhebung wurden 48 Handwerkszweige mit zusammen 1840 Betrieben einbezogen. Insbesondere wurden diejenigen Handwerkszweige ausgewählt, die für den gesamten Handwerksumsatz wirtschaftlich entscheidend sind und deren Umsatzentwicklung somit auch für die Entwicklung im Gesamthandwerk den Ausschlag gibt. Eine Betrachtung der fachlichen Gliederung zeigt bei 18 Handwerkszweigen eine Umsatzzunahme, bei fünf eine Abnahme. Die Umsatzzunahme liegt bei den Schuhmachern, Bäckern, Friseuren, Dachdeckern, Glasern, Damenschneidern und Müllern zwischen 0,9 und .5 Prozent; bei den Klempnern und Installateuren, Schmieden Stellmachern, Fleischern und Tischlern zwischen 11,7 und 16,1 Prozent; im Baugewerbe, bei den Zimmerern und Schlossern zwischen 29,0 und 30,8 Prozent. Im ganzen ergibt sich für das Handwerk eine Umsatzsteigerung von 9 Prozent. Bei einem Vergleich der Entwicklung in den verschiedenen Bezirken schneidet Ostpreußen mit einer Umsatzsteigerung von 16,2 Prozent am besten ab. Besit eut, Hruntk darauf hin, daß auch schon dieses Urvolk auf germanischen Boden sich vor 8 Jahrtausenden auf einer erstaunlichen Kulturhöhe bewegte Zwei 16jährige Jungen vermißl Gelsenkirchen. Der Schlosserlehrling Hans Schewe aus der Georgstraße 10 wird seit dem 29. v. M. vermißt. Der 16jährige Knabe ist.65 m groß, hat dunkelblonde ungescheitelte Haare, blasses volles Gesicht, hohe Stirn, blaue Augen, geradlinige Nase, weiße vollständige Zähne. Er war ohne Kopfbedeckung und trug einen blauen Anzug, blaues Sporthemd, dunkle Baumwollsocken und schwarze Halbschuhe. Es ist nicht ausgeschlossen, daß sich in seiner Gesellschaft der ebenfalls seit dem 29. v. M. vermißte 16jährige Bote Walter Honnert aus der Georgstraße 22a befindet. Dieser ist.70 m groß, schmächtig. hellblond, hat links gescheitelte Haare, gesundfarbiges Gesicht, hohe Stirn, graue Augen, dicke, gradlinige Nase. Seine rechte Hand ist verkrüppelt. Es fehlen drei Finger. Honnert war ohne Kopfbedeckung und trug eine blaue Jacke, dunkle Hose, buntes Sporthemd, schwarze Socken und schwarze Halbschuhe. Mitteilungen über den Aufenthalt der beiden Vermißten nehmen sämtliche Polizeidienststellen, insbesondere die Kriminalpolizei Gelsenkirchen, Polizeiamt, Ahstraße 24, Zimmer 65, oder die Provinzialnachrichtensammelüelle für Vermißte beim Polizei=Präsidium Recklinghausen entgegen Fuhrmann ködlich verunglückt Gelsenkirchen=Buer. Am Donnerstag kam es in der Nähe der Kohlenkippe auf Schacht 7/8 der Zeche Bismarck in Buer=Resse zu einem tödlichen Unglücksfall. Dort hatte der 53 Jahre alte Fuhrmann Valentin Mixtacki aus Recklinghausen, KleinHerner Straße 16, mit seinem einspännigen Pferdefuhrwerk Kohlen aufgeladen. M. war angefahren und dabei fielen alsbald von dem hochbeladenen Wagen verschiedene Kohlenstücke herunter. Der Fuhrmann raffte die Kohlen auf und warf sie auf das Fuhrwerk. Hierdurch wurde das Pferd scheu und raste über den Zechenplatz. Mixtacki lief dem Fuhrwerk nach und stellte sich vor das scheuende Pferd. Unglücklicherweise kam er aber zu Fall. Das Fuhrwerk ging über ihn hinweg. Hierdurch erlitt er außerordentlich schwere Brustverletzungen. Der schwerverletzte Mann wurde sofort in das Krankenhaus Bergmannsheil nach Buer transportiert. Dort ist er seinen schweren Verletzungen erlegen. Gestürzt, vor ein Auto gefallen und gelötel Haltern. Unweit des Möllmannschen Gehöftes in Ahsen stürzte Clemens Blase mit seinem Fahrrad über einen auf der Straße lingenden Stein. In diesem Augenblick näherte sich ein Auto. Blase wurde erfaßt und überfahren. An den Folgen seiner schweren Verletzungen ist er kurze Zeit später gestorben. Durch einen hund mit dem Fahrrad schwer verunglückt Lübbecke. Nach Feierabend wollte sich ein Arbeiter mit seinem Fahrrade zu seiner Wohnung in Hüllhorst zurückbegeben. Dabei lief ihm plötzich ein Hund vor das Rad. Der Mann stürzte und erlitt außer einem Schädelbruch auch noch einen Schlüsselbeinbruch und wurde dem Kreiskrankenhause in Lübbecke zugeführt. Der Zustand des Verunglückten ist sehr ernst. Eisendolch und Eisensporen aus der Eisenzeit gefunden Nordhorn. Bei Erdarbeiten in der Wiese des Bürgermeisters Nehmelmann in Badbergen wurden einige bedeutende Funde aus der Eisenzeit gemacht. Es handelt sich um verschiedene Urnen. Eine davon ist mit einem durchbohrten Griff versehen Bedeutender als diese Funde sind jedoch die eines Eisenschwertes von ungefähr 70 Zentimeter Länge, eines Eisendolches und zweier Eisensporen, von denen der eine in zwei Hälften zerbrochen ist. Außerdem fand man noch einige weitere Eisenreste. Fuchs raubt 9 Hühner und 1 Hahn Melle. Im benachbarten Buer haben die Bewohner in der letzten Zeit verschiedentlich unter den Raubzügen von Füchsen zu leiden gehabt. Einem Landwirt wurden in einer Nacht neun Hühner und ein Hahn fortgeschleppt. Ein weiteres Huhn lag tot am Boden. Hochbetrieb in der Torfindustrie Vechta. Die Torfindustrie hat in den letzten Monaten wieder einen außerordentlichen Auftrieb erfahren, so daß selbst aus dem benachbarten Holland wiederholt große Kolonnen von Arbeitern kommen in der Hoffnung, hier Arbeit und Brot zu finden. Jahrlausende alle Siedlung freigelegt Bedeutsamer vorgeschichtlicher Fund im Paderborner Land Paderborn. Bei den ausgedehnten wissenschaftlichen Grabungen, die das Westfälische Landesmuseum in und um Warburg durchführen ließ, stieß man in der Nähe der dortigen Ziegelei auf die Reste und Grundrisse altgermanischer Häuser und auch solcher Wohnungen, die von den ersten in diesem Gebiet wohnenden Menschen angelegt worden sind; auch die Herdstellen der Häuser und Wohnungen wurden freigelegt. Nach dem Ergebnis der wissenschaftlichen Nachforschungen hat es als sicher zu gelten; daß der größte Teil dieser Funde aus der Zeit um 5000—6000 Jahre vor unserer Zeitrechnung stammt, also etwa 8000 Jahre alt ist. Die Größe und die Art der aufgefundenen Wohnungen sowie die Form und die Ausgestaltung der gefundenen Tonscherben lassen den Schluß zu, daß hier die Siedlung einer der Urvölker lag, aus denen sich 2000 Jahre später die Indogermanen entwickelten. Die Funde weisen In die eigene Tasche kassiert Düsseldorf. Mit der Einstellung von Kassierern und Werbern für eine Versicherungsgesellschaft betraut, hatte ein 40jähriger Angestellter seiner Geldknappheit, die ihn trotz seines schönen Gehaltes von 450 Mark und Spesenzuschüssen erheblich quälte, da durch abgeholsen, daß er den neuangestellten Kassie rern entgegen seiner Dienstvorschrift Anweisung gab. alle kassierten Beträge nicht an die Kasse der Versicherung, sondern an ihn persönlich abzuführen. Auf diese Weise kam er allmonatlich in den Besitz größerer Summen, die er für sich verwendete, um dann am Monatsende nach Erhalt seines Gehaltes und seiner Spesen mit der Versicherung abzurechnen. Das wäre an sich so weitergegangen, hätten derartige Löcher, mit denen man andere stovsen will. nicht die unangenehme Gewohnheit, immer größer zu werden. Als der ungetreue Angestellte eines Tages wegen anderer Verfehlungen fristlos entlassen und sein Gehalt vorläufig nicht ausgezahlt wurde, als auch die Kassierer, vom Ausscheiden des Mannes unter richtet. an ihn nicht mehr zahlten, da stand er am Monatsende einem Fehlbetrage von über 1000 Mark gegenüber, den er auch nicht einmal zum Teil decken konnte. Das Ende vom Liede war, daß das„Pumpgenie“ wegen Unterschlagung vor dem Schöffengericht erschien. Zu leugnen war nichts, und eine Notlage konnte das Gericht dem gutbezahlten Angestellten ebenfalls nicht zubilligen. Vier Monate Gefängnis wurden dem bisher Unbestraften ausgebrummt. Der falsche„Reisterschwimmer“ wieder unterwegs Bezahlte Werbevlaketten kamen nicht an Leverkusen. Vor einigen Monaten hatte ein gewisser Ernst Küppers. ein Namensvetter des ehe maligen Eurovameisters Ernst Küppers, bei zahlreichen deutschen Schwimmvereinen vorgesprochen und sich Werbeplaketten bezahlen lassen. deren Lieserung heute noch aussteht. Erst kürzlich wurde er in Solingen wegen des gleichen Schwindels zu zwei Monaten Gefängnis verurteilt. Damals hatte er hoch und heilig versprochen, sich zu bessern. Wie sich jetzt aber bei den Vorbereitungen der Gauschwimm Meisterschaften in Leverkusen herausstellt, hat der falsche Europameister seine Tätigkeit wieder ausgenommen: er hat den Leverkusener Schwimmern für dreißig Mark Werbeplaketten verkauft. die bisher noch nicht geliefert worden sind. Das Geld hat er sich natürlich im voraus bezahlen lassen Die west deutschen Schwimmvereine seien vor dem falschen Künvers eindringlich gewarnt. Der richtige ebemalige Eurovameister Ernst Küppers reist nicht mit Werbeplaketten herum. sondern er ist Verwalter des Hallenbades in Halle a. d. Saale. Sie bauen ihre Kirche selbst Witzhelden erhält ein katholisches Gotteshaus Witzhelden. Die katholische Pfarrgemeinde Witzhelden, die bisher ihre Gottesdienste im Freien abhalten mußte, wird jetzt ihr eigenes Gotteshaus erhalten. Um Kosten zu sparen, werden die Pfarrmitglieder die notwendigen Ausschachtungen selbst vor. nehmen. Die Mittel für den Rohbau sind bereits vorhanden, doch die für die innere Einrichtung fehlen vorläufig noch. Man hofft, im Laufe des Jahres durch freiwillige Zuwendungen noch einen stattlichen Betrag zu erhalten. Der Mordanschlag in Bonn Die Täterin gefaßt Bonn. Die 31 Jahre alte Gertrud Olepp. die am Mittwochnachmittag die 71jährige im Rubestand lebende Konrektorin Goeb in deren Wohnung mit einem Brotmesser niedergestochen und schwer verletzt hatte und dann flüchtete, konnte am Donnersnachmittag in Bonn gesaßt werden. Die Täterin, die in einem Bonner Kaufhaus einen Schirm kaufen wollte, wurde von der Verkäuferin auf Grund der im Rundsunk verschiedentlich durchgegebenen Personalbeschre bung als die von der Polizei Gesuchte erkannt. Als die O. sich beobachtet fühlte, verließ sie sofort das Kaufhaus. Die Verkäuferin unterrichtete aber sofort einen Angestellten, damit er der Täterin folge. und dann die Polizei. Von einer Streife konnte die Gesuchte bald gesaßt werden. Sie wurde nach Köln ins Gefängnis übergeführt. Die Vernehmung der Festgenommenen wird Klarheit über die völlig un verständliche Tat bringen. Aus aller Welt Die„schlafende Schönheil“ von den Aerzien aufgegeben Chikago. Vor einiger Zeit hatte es den Anschein, als würde es der Kunst der Aerzte gelingen. Patri= cia Maguire, die„schlasende Schönheit“, die sein dem 15. Februar 1932 ununterbrochen schläft, zum Bewußtsein zurückzurufen. Diese Hoffnungen, so heißt es nach dem neuesten Bericht der Aerzte. haben sich als verfehlt erwiesen. Das Mädchen, das 34 Monate lang überhaupt kein Wort sprach und nur ein einziges Mal. im Dezember 1934, auf eine Anrede reagierte, dürfte wohl für immer in unheilbarem Schlafe verweilen. Sie wird nach wie vor vermitels eines Schlauches künstlich ernährt, wird mit ultravioletten Strahlen behandelt und nimmt ständig an Gewicht zu. Die Mutter der„schlasenden Schönheit" führt ein Tagebuch in dem sie auch die leisesten Gesten ihrer Tochter aufgezeichnet. Sie hofft, daß Patricia eines Tages doch für immer ermachen wird. obwohl die Aerzte nunmehr eingestanden haben, daß sie vor einem unerklärlichen Phänomen stehen. Eine Prämie für den Staatsanwalt Neuyork. Staatsanwalt Wilentz. der Vertreter der Anklage im Hauptmann=Prozeß. erhielt vom Gouverneur des Staates New Jersen eine Prämie von 60000 Mark als Sondervergütung für seine aufreibende Arbeit im Zusammenhang mit der Auf klärung des Lindbergh=Babyraubs und in Anbetracht seiner Verdienste zur Sühnung des furchtbaren Verbrechens. Wilentz dessen Jahresgehalt 18.000 Mark beträgt, hat sich viele Monate hindurch einzig und allein mit diesem einzig dastehenden Kriminal fall beschäftigt. Welchem Brief wird der Empfänger am meisten Aufmerksamkeit schenken? Natürlich immer der Brief, der schon von vornherein ein gutes Aussehen hat. Man ordnet die Post schon beim Oeffnen nach dem guten Eindruck. Es ist wirklich so. Das, was angenehm auffällt, wird am ehesten geöffnet, und bei dem, das insgesamt gut aufgemacht ist, verweilt man am längsten. Ja, es sind gewöhnlich die schönen Briefbogen und die sauber aufgemachten Prospekte, Listen und Rundschreiben einzelner Firmen, die durch gutes Papier, sauberen Druck und gefällige Aufmachung imponieren. Aus diesen Dingen gewinnt man stets einen guten Eindruck, denn es ist eine Tatsache: Dort, wo die Brief= und Werbeschreiben, die Prospekte und Werbelisten in guter Aufmachung an den Kunden versandt werden. dort herrscht auch in allem der Qualitätsgrundsatz vor. Darum legen auch die erfolgreichen Firmen besonders große Sorgfalt auf das gute Aussehen ihrer Geschäftsdrucksachen. Und wenn Sie es ebenfalls so machen, dann können Sie bei Ihren Kunden nur gewinnen. Ziehen Sie unsere gut eingerichtet. Druckerei zu dieser lohnenden Mitarbeit heran. Druckerei und Verlagsanstalt Geschw. Schmitz Castrop=Rauxel 1— Münsterstr. 24— Sa.=Ruf 2151 Verrobungsreueh Verrobungskatten bietet in vornehnner, geschmackvoller Ausführung unter Verwendung bester moderner Papiere und Schriften Deuckerei und Verkag Geschw. Ichmitz Castrop-Raunei 1, Münsterstraße 24 Von Kirsch’ne Miele sagte Tante, die was von Waschmaschinen kannte Mlcizins- Münsterstraße 21 Ausstellungsraum Münsterstraße 16 Tabellen vorrälig Druckerei GESCHW. SCHAITZ Ein freudiges Ereignis bildet die Veranlassung zum Einkaul von Möbel, Textilien usw. Der kluge Geschäftsmann bringt sich daher rechtzeitig durch eine Anzeige im „Stadlanzeige in empfehlende Erinnerung Dract sachen für Industrie Handwerk, Handel und Gewerbe OrSeHW SCHAITZ Castrop- Rauzel Fernrut 2151 u. 2152 Tetlester und größter Betrieb em Platze. Fahrräder u. Kinderwagen von gegr. 1899 HERNE Bahnhofstraße Großfe Auswahl. Zahlungseintellung bis zu 10 Monaten. Annahme von Ehestandsdarlehen u. Kinderbeihille Die FINED 1S ist zur unentbehrlichen Hel. serin der Privatwirtschalt geworden. Gerade in wirtschaftlich schweren Zeiten ist sie die bewährte Mittlerin zwischen Kaufmann und Kundschaft. Ladenhüter vermeidet der Kaufmann, der durch regelmäßiges Inserieren im„Stadtanzeiger“ in deuernder Verbindung mit dem Konsumenten steht Raltet den Stadtanzeiger Probieren geht über Studieren. Also probieren Sie's endlich mal mit einer kleinen Anzeige im Stadtanzeiger, sie bringt Ihnen. was Sie suchen. Wnce W W 11.11 !? KA REICHSSENDER Montag, 8. Juni .45 Wetterbericht f. den Bauer .55 Leibesübungen, anschl. Wiederholung d. 2. Abendnachrichten .00 Nachrichten, anschließend Choral, Morgenruf .10 Frauenturnen .25 Ratschläge für den Küchenzettel der Woche .35 Sendepause .45 Zeit, Nachrichten, Wasserstandsmeldungen 10.00 Gullivers Reise nach Lili put. Frei nach Jonathan Swift. Als Hörspiel bearbeitet von Jörg Breuer 10.30 Was brachte der Sportsonntag? 10.40 Sendepause 11.50 Bauer merk auf 12.00 Die Werkpause 13.00 Mittagsmeldungen, Glückwünsche 13.15 Schloßkonzert 14.00 Mittagsmeldungen 14.15 Uebertragung aus der Lichtburg in Essen: Konzert auf der Kino=Orgel 14.45 Schlachtviehmarktberichte 15.00 Sendepause 15.45 Wirtschaftsmeldungen 16.00 Der Erzähler 17.55 Gemüsenotierungen 18.00 Fröhlicher Alltag. Ein buntes Konzert 19.00 Meister der Operette 19.45 Kleine Bücherkunde des Reichssenders Köln 20.00 Erste Abendmeldungen 20.10 Die Westd. Wochenschau 21.00 Unterhaltungskonzert 22.00 Zeit, Wetter, Nachrichten 22.20 Das Schatzkästlein 23.00 Nachtmusik Dienstag, 9. Juni .45 Wetterbericht s. den Bauer .55 Leibesübungen, anschl Wiederholung der 2. Abendnachrichten .30 Frühkonzert .00 Nachrichten, Choral, Morgenruf .00 Kalenderblatt, anschließen? Zeit, Wetter, Wasserstandsmeldungen .10 Frauenturnen .25 Sendepause .45 Zeit, Nachrichten. Wasserstandsmeldungen 10.00 Pfingstmaien im Freien 10.30 Sendepause 11.50 Hier spricht der Bauer 12.00 Die Werkpause 13.00 Mittagsmeldungen, Glückwünsche 13.15 Mittagskonzert 14.00 Mittagsmeldungen 14.15 Allerlei von Zwei bis Drei 15.00 Sendepause 15.45 Wirtschaftsmeldungen 16.00 Kurkonzert 17.10 Eine wahre Geschichte vom alten Pferd 17.35 Musik unserer Zeit 18.10 Politische Zeitungsschau 18.25 Sendepause 18.30 Olympiahoffnungen— Olympiavorbereitungen in aller Welt. 3. Japan 19.00 Abendkonzert dazwischen: Momentaufnahme und erste Abendmeldungen Der Funkspiegel Zeit, Wetter, Nachrichten Kurzschriftdiktat Englische Unterhaltung Spanische Unterhaltung Funkstille