2am Ballf An. 3 T1.. 62. Jahrg. Castroper Zeitung Rauxeler Neueste Nachrichten Bladenhorster Tageblatt für Castrop=Rauzel und Umgebung Der Stadtanzeiger erscheint wöchentlich'mal Wochendezugsprets Anzeigenpreis: 1 min hoch und 22 mm breit 4 Pfg. Text50 Pig. Postbestellpreis 2 RM. monatlich. Erlatzansprüche können anzeigen 1 mm hoch und 72 mm breit 25 Pfg. Nachlaß nach dei Störungen im Erscheinen infolge döberer Gewalt nicht gestellt den vom W. d. D. W. herausgegebenen Richtlinien. 3. 3t. gilt werden Drus und Verlag: Geschw. Schmitz in Cakrov=Rauzel. Preisliste Nr. 2. Für Platzwünsche, auch für die durch Fernsprecher Hauptschriftleiter, verantwortlich für den Textteil: Franz aufgegebenen, sowie für undeutlich geschriebene Aufträge wird Josef Pruns in Castrop=Rauxel. Anzeigenletter: Wilhelm keine Gewähr übernommen Schluß der Anzeigen=Annahme 4 Uhr Welter in Castrop=Rauxel. DA. IV. 36 1797. Sa.=Nr. 2151 Castrop. nachm. tags zuvor. Erfüllungsort u. Gerichtsstand Castrop=Rauxel. Amtliches Veröffentlichungsblau für den Landgerichtsbezirk Dortmund. Allgemeines Kreisblau für den Stadttreis Castrov=Rauxel. K Nr. 139 Sonntag, den 24. Mai 1936 Die gegenwärligen Auseinandersetzungen Die Araber im englischen Mandatsgebiet Palästina sind am 15. Mai in einen Steuerstreik eingetreten, um die Bewilligung ihrer Forderungen zu erzwingen. Diese Forderungen richten sich vor allem gegen die jüdischen Einwanderer und sind grundsätzlich auch gegen die englische Politik insofern gerichtet, als die Balfour=Detlaration, die den Juden Palästina als Heimstätte versprach, gegen das demokratische Selbstbestimmungsrecht der eingeborenen Bevölkerung verstößt. Die Forderungen der Araber lassen sich kurz dahin zusammenfassen: Beschränkung des Landeserwerbs durch Juden. Abdros= selung der jüdischen Einwanderung. Entwaffnung der jüdischen Verbände. Entfernung der Juden aus den amtlichen Stellen der Mandatsregierung. Eindämmung des jüdisch=tulturellen Einflusses. Diese Forderungen hat die britische Mandatsregierung abgelehnt, sie hat Truppen aufgeboten, und die Dinge stehen auf Spitze und Knopf, da die Araber nicht gewillt, sind. auf ihre Forderungen zu verzichten, weil sie sich sonst selbst ausgeben würden. In den letzten Monaten ist es zwischen Arabern und Juden zu erbitterten Rassekämpfen gekommen, die auf beiden Seiten zahlreiche Opfer forderten. Die Balfour=Deklaration sollte ein Geschenk Britanniens für die Hilfe des Weltjudentums im Weltkrieg sein, und Lord Baljour war ursprünglich sehr stolz auf sein Werk. Daß die Araber, die in Palästina die Mehrheit besaßen, durch diese Deklaration vergewaltigt wurden, kümmerte die liberalisierenden Briten weniger, denn das Arabertum war bei Erlaß der Erklärung zerspalten, und die politischen Umstände ließen die Briten den Weg der Vergewaltigung der arabischen Rechte anscheinend gefahrlos beschreiten. Aber auch in Vorderasien haben sich die Zeiten gewandelt. Das Arabertum hat einen natürlichen Rückhalt im starken Wahabitenstaat Ibn Sauds nach der Eroberung von Mekka und Medina erhalten. Das Arabertum Aegyptens hat die allarabische Einigungsidee in die Massen getragen, und diese Bewegung läßt sich auf die Dauer nicht durch Gewaltmaßnahmen unterbinden. In Syrien, dem nördlichen Anrainer=Gebiet Palästinas, hat die französische Mandatsverwaltung den Nationalgeist der eingeborenen Bevölkerung nicht zersplittern können. In Palästina wendet er sich um so schroffer gegen die Jnden, als diese dort im Vertrauen auf die Macht des Weltiudentums und ausgestattet mit dessen Geldern, sich immer unverschämter gebärdeten und tatsächlich auf dem Wege waren, die einheimischen Araber durch die Masseneinwanderung ihrer Rasse aus den Angeln zu heben. d. h. die Mehrheit im Lande und damit die politische Vormachtstellung zu erhalten. Schon 1929 kam es zu AAbwehrmaßnahmen der Araber nicht nur an der jüdischen Klagemauer in Jerusalem. Vor der Balfour=Deklaration gab es in ganz Palästina nur 10000 Juden gegen 800000 Araber. Diese Juden hatten sich einigermaßen, soweit es ihnen überhaupt möglich ist, dem politischen und wirtschaftlichen Charakter des Landes angepaßt. Nach der britischen Erklärung, wonach Palästina eine jüdische Heimstätte werden sollte, nahm die Einwanderung stark zu. Jährlich kamen rund 60 000 Juden neu ins Land. und mit Hilfe der reichen jüdischen Hintermänner begannen sie, die Araber wirtschaftlich zu entwurzeln. Judenstädte wie lavin wuchsen in geradezu amerikanischem Ausmaß. die Bodenspekulation blühte, und der arabische Bauer war ihr hilflos preisgegeben und sank ins Proletariat hinab. Daniemand gern die Juden haben will. ist es natürlich, daß sie in Palästina in immer größerer Zahl einwandern, und dabei entwickeln sich alle Arteigenschaften des Judentums in zunehmendem Maße. Telaviv z. B. hat die Kämpfe der jüdischen Kommunisten. Zionisten, der liberalen Juden. der Aschkenazim und Sephardim, der religiös orthodoxen und der anderen Angehörigen des Volkes erlebt, das sich bescheidentlich als das auserwählte Volk bezeichnet, und gleichzeitig wurde B. der See Genezareth durch jüdische Industriean= lagen verschandelt, in denen der arabische Fellache zu Hungerlöhnen für das jüdische Unternehmertum tätig war. Schon 1934 brachten die„Times" unter der Ueberschrift„Die Araber ein kämpfendes Volk!" einen Bericht, in dem diese Zustände scharf gekennzeichnet wurden. In Telaviv und Haisa und in den jüdischen Siedlungen wohnen die Juden massiert, am See Genezareth und in der Ebene Jesrael haben sich Juden angesiedelt. Vier Fünftel der Juden wohnen in Städten, während der übrige Rest Palästinas fast ganz von Juden frei ist und sich unter der arabischen Bevölkerung kaum ein Jude befindet. Aber das Judentum hat durch die Unterstützung seiner ausländischen Glaubensgenossen Geld in Hülle und Fülle. Sie kausen arabisches Bauernland. wuchern und schachern, und die Mandatsregierung kann schon mit Rücksicht auf das Weltiudentum nicht den Arabern ihr Recht widerfahren lassen. Im Dezember 1935 hatte der britische Oberkommissionär Sir Arthur Wauchove den Arabern einen „gesetzgebenden Rat“ versprochen, eine Verjassungsreform, die im wesentlichen die arabischen Forderungen erfüllt hätte, denn noch haben die Araber die Mehrheit. Dieser gesetzgebende Rat war bereits 1922 in der Versassung für Palästina vorgesehen; er sollte aus zehn Beamten und zwölf von der palästinischen Bevölkerung erwählten Abgeordneten bestehen, acht Arabern, zwei Christen und zwei Juden. Dieses Parlament ist aber nie zustande gekommen. Gegen den Plan Wauchoves liefen die Juden Sturm, denn nach dem demokratischen Wahlrecht hätten die Araber im Rat die Mehrheit, und diese Mehrheit würde sicherlich sofort die Drosselung der jüdischen Einwanderung. eine Agrarreform und ähnliche Dinge beschließen, die die Juden als nicht in ihrem Interesse liegend betrachten. Die Annahme einer Einkommensteuer z. B. würde hauptsächlich die Juden treifen. Aus dem Grunde ist der Plan unausgeführt geblieben. Der arabische Streik soll nun die arabischen Forderungen verwirklichen. Die Araberführer wiesen darauf hin, daß das Arabertum auch außerhalb Palästinas eine Macht geworden ist, auf die England unmöglich Verzicht leisten kann. Die Zeugen Jehovas Pioniere für ein jüdisches Weltreich Mit den politischen Zielen der Internationalen Vereinigung Ernster Bibelforscher bejaßt sich eine unter den obigen Titeln erschienene Broschüre(104 Seiten. Preis.50 RM. Berlin 1936. Buchverlag Germania AG.), in der Dr. Hans Jonak v. Freyenwald gleicherweise Katholizismus und Protestantismus gegen die von Nordamerika aus geleitete internationale Sekte verteidigt, die unter dom Scheine biblischer Frömmigkeit zum Abfall vom Christentum auffordert, den Kassenkampf schürt und gegen Staat und Religion hetzt. An Hand der von dieser Gesellschaft herausgegebenen Bücher und Broschüren, deren Auflageziffer 200 Millionen übersteigt, insbesondere unter Benutzung ihrer schwer zugänglichen Jahresberichte, deckt der Verfasser die geheimen politischen Ziele dieser scheinreliigösen, volkszersetzenden und staatsgejährlichen Bewegung auf und führt einen geradezu restlosen Beweis für die wiederholt aufgestellte, aber noch nirgends so klar begründete Vermutung, daß die Ernsten Bibelforscher, die sich seit 1931 Zeugen Jehovas nennen, eine über reichliche Geldmittel verfügende politische Weltorganisation sind. Ihre Tätigkeit ist zwar gegenwärtig in Deutschland. Oesterreich, Italien und Japan verboten, doch arbeiten sie auch hier versteckt weiter und bleiben daher auch für diese Länder durch ihre internationalen Verbindungen eine ebenso ständig große Gefahr wie der Marxismus. Spannend und aufregend baut sich das Thema auf, bis schließlich der Verfasser das Urteil fällt: Die Ernsten Bibelsorscher sind nur zum Schein eine religiöse Sekte, in Wirklichkeit eine politische Kampforganisation mit dem Ziele der Errichtung des jüdischen Universalstaates. Die Arbeit hat somit als Aufklärungs= und Abwehrschrift höchste Bedeutung und ist von allgemeinem Interesse für jeden, der eine bereits über die ganze Erde sich erstreckende, ständig wachsende Organisation kennenlernen will. die die unteren Schichten zu überzeugen sucht, daß die Völker ihr Glück nur in einem kommunistischen Weltreich unter einer jüdischen Regierung finden können. Flieger werben! Gratiens Hand im Vonauraum Aktivierung der römischen Protokolle? Die Welt. wenigstens die alte, ist überall in Bewegung geraten. Das Zentrum der Wirbel, die auftreten, wechselt. Seit einigen Tagen hat es sich sichtlich nach dem Donauraum verlagert. Die Ausbootung Starhembergs aus dem Kabinett Schuschnigg. von den Wissenden seit einiger Zeit schon als unvermeidlich vorausgesehen, kam für die große Oefsentlichkeit doch recht plötzlich und überraschend. Der Dualismus der Christlich=Sozialen und der Heimwehr, personifiziert im Bundeskanzler Schuschnigg und dem Vizekanzler Starhemberg, den Schuschnigg selbst noch vor einigen Wochen als Wesenstümlichkeit des österreichischen Staatsaufbaues bezeichnete. ist mit einem Schlage zugunsten der Christlich=Sozialen beseitigt, und die Heimwehr soll, um das Ende ihrer Mitherrschaft ganz deutlich zu machen, entwaffnet werden. In der ausländischen Presse ist allerhand über die Gründe dieses Wechsels orakelt worden. Die Mehrheit der Stimmen hat sich darauf geeinigt, daß ein inoffizieller Schritt des britischen Gesandten in Wien den unmittelbaren Anlaß zu dem erzwungenen Rücktritt des Fürsten Starhemberg gegeben hat. Das Telegramm. das der Heimwehrführer an Mussolini aus Anlaß der Annektion Abessiniens richtete, ist in London unangenehm aufgefallen. Das hat der Gesandte dem Bundeskanzler Schuschnigg zu verstehen gegeben. Immerhin war dieser diplomatische Schritt nur Anlaß, nicht eigentlicher Grund für die Umbildung der österreichischen Regierung. Für Schuschnigg freilich ein offenbar willkommener Anlaß. Aber die Dinge scheinen damit noch keineswegs in die Ruhelage zurückgekehrt zu sein. Fürst Starhemberg fuhr inzwischen nach Rom, um in seiner Eigenschaft als Oberster Sportführer Oesterreichs einem Fußball=Länderkampf Oesterreich= Italien beizuwohnen. Seine Begleitung war keineswegs rein sportlich, sondern zum Teil betont politisch. Er hat eine zweistündige Unterredung mit Mussolini gehabt, in der man sich wahrscheinlich nicht über die Aussichten des Fußballspieles unterhielt. Außerdem sind gleichzeitig mit Starhemberg einige österreichische Finanzleute und Industrielle. darunter der Leiter der Hirtenbergschen Wassenfabrik, der größten, über die Oesterreich verfügt, in Rom eingetrofsen. Eine immerhin etwas merkwürdige Parallelität der Erscheinungen. Es sieht beinahe so aus, als solle die österreichische Angelegenheit, die in einem englischen Schritt ihren Auftakt sand. noch ein italienisches Nachsviel haben. Die Auslandsvresse weiß zum Teil auch darüber zu berichten, daß Schuschnigg die allzu enge Bindung Oesterreichs an Italien. die in Starhem= berg einen etwas unklar=impulsiven Vertreter hatte. etwas lockern möchte, um dafür die Beziehungen zu Prag pileglicher zu behandeln. Bei den römischen Gesprächen spielt aber offenbar nicht nur das internationale Verhältnis Oesterreichs eine Rolle sondern auch Ungarn, der andere Partner der römischen Protokolle, mit denen Mussolini sich einen entscheidenden Einiluß im Donauraum sicherte, wird einbezogen. Graf Bethlen ist über Wien auf dem Wege nach der italienischen Hauptstadt. Bethlen hat zur Zeit kein Regierungsamt. aber es gibt in Budavest Sitmmen, die wissen wollen, daß er demnächst in die aktive Politik zurückkehren werde. Der Ministerpräsident Gömbös ist erkrankt, anscheinend nicht zuletzt deshalb, weil die heftigen Kämpfe mit der parlamentarischen Opposition in Ungarn an seinen Kräften gezehrt haben. Es ist nicht ausgeschlossen, daß sich daraus politische Entwicklungen ergeben, die nicht ganz nebensächlich sind. Der Außenminister Kanya hat jedenfalls vor einigen Tagen. wie man sagt im Einverständnis mit Gömbös, mit Bethlen und den oppositionellen Politikern Dr. Tibor Eckardt und Dr. Rassay eine Unterredung gehabt, die der Versöhnung und der Beseitigung der inneren Spannungen dienen sollte. Wenn schon von einer herannahenden Kabinettskrise die Rede ist, so geht das wahrscheinlich zu weit. Aber daß Graf Bethlen in einer nicht näher umschriebenen. aber sicherlich nicht unpolitischen Mission nach Rom fährt. zeugt dafür, daß sein Stern wieder im Aufgehen ist. Uebrigens wird auch behauptet, Mussolini selbst habe diese Reise gewünscht. Angeblich soll er beabsichtigen, seinen Einfluß auf Oesterreich und Ungarn dahin geltend zu machen, daß sie Aufruf des Führers der Luftsport=Landesgruppe 10 Westfalen, anläßlich der Haus= u. Straßensammlung In diesen Tagen treten unsere Flieger werbend vor das deutsche Volk. Sie wollen für die jeste Unterbauung und die ihnen übertragenen großen Aufgaben des Aufbaues des deutschen Lustsports Sorge tragen. Hunderte von Modellbauwerkstätten und Hunderte von Segelflugzeugwerkstätten sind in Westjalen entstanden. In ihnen sind die Männer der LuftsportLandesgruppe 10, die sich in diesem Jahre den ersten Preis im Fliegerhandwerkerwettbewerb erwarben. in einer Arbeit, die deutsche Jugend im Modellbau zu schulen und unermüdlich die Zahl der Segelflugzeuge zu vermehren. ausgebildet worden Ueberall in Westjalen entstehen neue Fluggelände. Hallen und Unterkunftsräume. An Dutzenden von Stellen werden neue Fluglehrer. Werkstattleiter und Ausbilder herangebildet, damit in strengster Sachlichkeit und erprobtester Fachkunde unser junger Nachwuchs dem Fluggedanken und der praktischen Fliegerei zugeführt werden kann. Fest verankert im Geiste des Führers wächst in den Modellbaugruppen des deutschen Jungvolks, in den Lustsportscharen der 53. und in den Segelfliegerstürmen ein junges Geschlecht heran, das in prachtvoller Frische sich im Kampf um die restlose Eroberung des Luftmeeres verschworen hat. Jeder Volksgenosse in Westfalen stelle sich als fretwilliger Helfer an diesem großen Werk zur Verfügung und unterstütze die zähe Aufbauarbeit der jungen Flieger. Viele Mittel sind erjorderlich, um das gesteckte Ziel zu erreichen und daher ergeht an jeden Volksgenossen der Ruf. helft uns und fördert unsere Arbeit! Was tatet ihr bisher für den Wiederaufbau der deutschen Fliegerei? Wißt ihr. daß auch heute Fliegen dauernder Kampf ist, daß unsere jungen Flieger täglich ihr Leben einsetzen im Dienst für unser Vaterland, daß sie bereit sind, im Ernstfalle euch und eure Heimat mit dem ganzen Einsatz ihres jungen Lebens zu verteidigen und zu schützen? Laßt den Ruf nicht ungehört verhallen! Unterstützt die Sammlung der graublauen Flieger am 23. und 24. Mai 1936. Tretet ein in die Reihen des Deutschen LuftsportVerbandes und fördert seine Ziele, im Interesse des Wiederaufbaues der deutschen Luftfahrt, im Interesse unseres Vaterlandes. Der Führer der Luftsport=Landesgruppe 10 Westfalen Boehmer. gleichzeitig mit Italien aus dem Völkerbund austreten, sofern man sich in Rom zu diesem Schritt entschlie. ßen sollte. Die drei durch die römischen Protokolle verbundenen Staaten würden dann als geschlossener Block auftreten. Die Führung Italiens in ihm und im Donauraum käme dabei deutlich zum Ausdruck. Stigrons=und Fapalt Neue Bemühungen um den Beitrill Japans zum Flottenabkommen Tokto. Ausländische Agenturen hatten die Nachricht verbreitet, daß die japanische Regierung beschlossen habe, England einen Ausgleich im Fernen Osten und ein zweiseitiges Flottenabkommen vorzuschlagen. Diese Meldungen gehen auf einen längeren Kommentar zurück, den„Tokyo Nichi Nichi“ gelegentlich der Abreise des neuen japanischen Botschafters Yoshida nach London veröffentlichte. Wie hier erklärt wird, beruht dieser Kommentar lediglich auf Vermutungen, die ihren Ausgangspunkt in der Regierungserklärung des Ministerpräsidenten Hirota und des Außenministers Arita sowie einer Aeußerung des Marineministers im Reichstag haben. Die Aeußerung des Marineministers besägte im wesentlichen, daß Japan die Hoffnung auf das Zustandekommen eines neuen Flottenvertrages nicht aufgegeben habe. In allen Einzelheiten jedoch weicht der erwähnte Komentar von„Tokyo Nichi Nichi“ von der außenpolitischen Linie der japanischen Regierung vollständig ab. Wie Ministerpräsident Hirota betonte. wünscht die japanische Regierung wohl eine friedliche Verständigung mit allen Völkern. insbesondere mit den Nachbarstaaten sowie mit England und Amerika, wobei jedoch vorausgesetzt wird, daß Japan als die ausschlaggebende Macht im Fernen Osten anerkannt wird. Auf die Frage des Vertreters des Deutschen Nachrichtenbüros, ob der gemeldete Beschluß der japanischen Regierung tatsächlich erfolgt sei, erklärte der Sprecher des Auswärtigen Amtes, daß keine derartigen Beschlüsse vorlägen und daß sich auch an der japanischen Haltung zur Lage im Fernen Osten sowie seiner Einstellung gegenüber China und der! Flottenfrage nichts geändert habe. Der Spreche des japanischen Auswärtigen Amtes teilte weite mit, daß die englische Verständigung über die vo Großbritannien beabsichtigte weitere Indiensthaltun von Zerstörern mit einer Gesamttonnage von 40 00 Tonnen. über die im Flottenvertrag vorgesehen Zerstörertonnage von 15000 Tonnen hinaus vo 10 Tagen in Tokio eingetroffen sei. Die japanisch Regierung werde nach Prüfung der bestehenden Ver träge zu dieser Angelegenheit Stellung nehmen. Aus der Haltung der japanischen Presse kann mas schließen, daß Japan der Absicht der britischen Re gierung nicht ohne weiteres zustimmen dürfte. Di Blätter vertreten die Auffassung, daß der englisch Vorschlag dem Londonet Flottenvertrag wider spreche und die diesbezüglichen zwischenstaatliche Abreden verletze. Die Nachrichtenagentur Dome erfährt aus japanischen Marinekreisen, daß nach dortiger Auffassung die einseitige Vermehrung de Zerstörertonnage durch England den Londoner Flot tenvertrag gegenstandslos mache. Der japanischen Regierung wurde durch den je panischen Geschäftsträger Fujii in London die Auf forderung der britischen Regierung zugestellt, den kürzlich in London abgeschlossenen neuen Flottenab kommen zwiwschen England, den Vereinigten Staa ten und Frantreich beizutreten. Die Agentur Domei erklärt dazu, daß Tokio die Einladung in Zusammenarbeit des Auswärtiger Amtes mit dem Marineministerium aufmerksan prüfen werde. Domei weist darauf hin daß Admiral Nagano, der jetzige Marineminister, seiner zeit als Delegierter in London die Haltung Ja pans zur Flottenfrage genau festgelegt habe. Nr. 133 Die deutsche Kriegsmarine In dem neuesten Marineverordnungsblatt, das das Oberkommando der Kriegsmarine herausgibt. wird die„Liste der Kriegsschiffe der deutschen Kriegsmarine nach dem Stande vom 1. April 1936“ veröffentlicht. Nach dieser Liste hat Deutschland fünf Panzerschiffe. von denen zwei im Bau sind. und zwar auf der Station Nord'ee Panzerschiff„Deutschland“(Stapellauf 1931) und auf der Marinestation Ostsee die beiden Panzerschiffe„Admiral Scheer" und„Admiral Graf Spee“ mit den Stapelläusen 1933 und 1934. Zwei Panzerschiffe, Ersatz„Elsaß" und Ersatz„Hessen", sind im Bau. Deutschland hat weiter drei Linienschiffe und zwar„Hannover“(Stapellauf 1905).„Schlesien“ (1906).„Schleswig=Holstein“(1909). An Kreuzern hat Deutschland sechs im Dienst. und zwar auf der Station Nordsee„Emden“(1925),„Köln“(1928), „Leipzig“(1929). auf der Station Ostsee„Königsberg“(1927),„Karlsruhe“(1927) und„Nürnberg“. (1934). An Zerstörern hat Deutschland 16. die sämtlich im Bau sind. Die Liste verzeichnet weiter 19 Torpedoboote, die bereits sämtlich in Dienst und in den Jahren 1927 bis 1928 vom Stapel gelaufen sind. Zehn Boote befinden sich auf der Ostseestation und neun auf der Nordseestation. Von den 36 Unterseebooten. die die Liste enthält, sind u. a. 17 im Jahre 1935 vom Stapel gelaufen, zwei Boote 1936. Weiter enthält die Liste zehn Flottenbegleiter, die sämtlich 1935 vom Stapel liefen aber erst zum Teil in Dienst genommen werden konnten. An Minensuchbooten enthält die Liste 29. die alle aus den Jahren 1916 bis 1918 stammen, also während des Krieges erbaut wurden. An Räumbooten werden 24 verzeichnet. die alle Nachkriegsbauten sind. Sie stammen aus den Jahren 1930 bis 1934. Vier Boote sind neu im Bau. Die 17 Schnellboote stammen aus den Jahren 1929 bis 1935. vier Boote sind im Bau. Weiter enthält die Liste 5 Bewachungsfahrzeuge, 10 Sverrübungsfahrzeuge. Die Fahrzeuge beider Klassen stammen aus den Jahren 1905 bis 1929. An Einzelfahrzeugen sind verzeichnet: der „Aviso Grille“ aus dem Jahre 1934. das Vermessungsschiff„Meteor“(1915), das Segelschulschiff „Gorch Fock“(1933), ein im Bau befindliches Segelschulschiff. der Flottentender„Hela", das RäumbootBegleitschiff„Zieten", das=Boot=Begleitschiff „Saar“, das Schnellboot=Begleitschiff„Tsingtau". weiter drei Stationstender. fünf Bojen= und Fangboote, zwei Artillerie=Schulschiffe mit den Namen „Bremse" und„Brummer“ fünf Artillerie=Schul= boote, zwei Fischerei=Schutzboote mit den Namen „Elbe“ und„Weser“, zwei Vermessungsboote, ein Taucherfahrzeug und zwei Dienstsegeljachten. Die Fahnen im Weltkriege Deutschland erbeutete 64 und verlor nur 16 Einen Ueberblick über umkämpfte, eroberte und verlorene Fahnen im Weltkriege gibt Major a. D. Hans Hennig in der„Wehrfront". Wenn auch manchmal im nervenzermürbenden Grabenkrieg der Materialschlacht kein Platz mehr für die Fahne zu sein schien, so bewiesen doch alle Angriffsschlachten fast ausnahmslos, zu welch unmöglich erscheinenden Leistungen das Entrollen unserer Fahnen trotz gesteigerter Maschinengewehr= und Geschützwirkung die Truppe fähig machte. Das ganze deutsche Volt insbesondere seine Jugend. müsse es mit größtem Stolz erfüllen, daß Deutschlands Kampfführung im Weltkriege 987 Fahnen und 124 Standarten aller Kontingente mit unerhörtem Schneid in vorderster Kampflinie einsetzte, daß ferner 64 Regimentsfahnen von acht Nationen auf fünf verschiedenen Kriegsschauplätzen erbeutet wurden und nur 16 eigene Fahnen nachweislich verloren gingen. Wie ein Heldenlied erklinge es aus jeder Regimentsoder Bataillonsgeschichte, wenn vom Kampf um die Fahne berichtet wird. Ofiziere. Unteroffiziere und Mannschaften. junge Freiwillige sowie bärtige Wehrmänner wetteiferten in treuer Hingabe. Tavserkeit und Ovferfreudigkeit bis in den Tod. Der Bericht gibt noch eine ausführliche Einzelübersicht, aus der hervorgeht, daß wir 52 Fahnen im offenen Kampfe erbeuten konnten. Chrenmat auf dem Fi.=Anna=Berg Gauleiter Wagner legt den Grundstein Beeslau. Am heutigen Sonntag wird auf dem St.=Anna=Berg, anläßlich der Ersturmung des Berges vor 15 Jahren, im Rahmen einer schlichten Feierstunde der Grundstein zum Ehrenmal für die gefallenen Freikorpskämpfer gelegt. Die Grundsteinlegung vollzieht der Ehrenführer des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge. Gauleiter und Oberpräsident Josef Wagner. Die Feier schließt mit einer Heldenehrung durch den Führer der SA.= Gruppe Schlesien. Brigadeführer Graf von Finkenstein. Die SA.=Standarte 155 bildet Ehrenspalier vom Ort bis zum Ehrenplatz. Weltfreizeitkongreß in hamburg Es fahren Sonderzüge der NSG.„Kraft durch Freude" Zu dem Weltkongreß für Freizeit und Erholung, der vom 23. bis 30. Juli 1936 in Hamburg stattfindet, werden eine Reihe von Sonderzügen der NS.= Gemeinschaft„Kraft durch Freude" gefahren. Eintägige und vier= und fünftägige Reisen werden zu den Feiern während dieser Welttagung durchgeführt. Daneben werden noch die Urlauber. die während dieser Tage von Hamburg aus zu Nordlandjahrten antreten, an den einzelnen Feiern teilnehmen. Man rechnet mit einem Besuch von 60 000 Arbeitskameraden, die während der Tagung in Privatquartieren untergebracht werden. Den Teilnehmern an diesen Fahrten wird alles das geboten, was von„KdF.“ in den großen Komvler„Freizeit und Erholung“ durchgeführt wird. Sie werden den großen Festzug mit den vielen Trachtengruppen und Schaubildern sehen, daneben lausen Bordjeste auf den„KdF."=Dampfern im Hamburger Hasen, Volksfeste, ein Flugtag, zu dem voraussichtlich der neue Zeppelin„Hindenburg" kommen wird: Festabende mit ersten Künstlern sowohl in Sälen als auch im Freien, Riesenfeuerwerk. Wasserkorso auf der Alster. eine sehenswerte Ausstellung und noch manches andere. Zu diesem Kongreß senden eine ganze Reihe von anderen Nationen Trachten= und Volkskunstgruppen. die sich in hervorragendem Maße an den einzelnen Veranstaltungen beteiligen. Den Besuchern soll während diesen Tagen ein unvergeßliches Erlebnis geboten werden. Tagung des Verbandes„Deutsche Frauenkultur“ Feier des 40jährigen Bestehens Freiburg. i. Br. Der Verband„Deutsche Frauenkultur" veranstaltet in der Zeit vom.—14. Juni 1936 in Freiburg i. Br. eine große Tagung. die gleichzeitig verbunden ist mit der Feier des 40jährigen Verbandsbestehens. Im Hinblick darauf können wir wohl von einem außergewöhnlichen Tagesprogramm sprechen, das einer jeden Teilnehmerin ein unvergeßliches Erlebnis vermitteln wird. Aus der Fülle des Gebotenen seien neben den Besprechungen über die praktische Arbeit des Verbandes der Vortrag von Frau Juga KrannhalsRussel über„Organische Kulturgestaltung", ferner Vorträge über Volkskunststickereien und Trachtenpflege; auch das Thema„Rasse und Mode“ wird zur Erörterung kommen. Diesen Vorträgen wird sich stets eine anregende Aussprache anschließen, und eine Kinder=Kleiderschau, sowie eine Kleiderschau der Teilnehmerinnen werden zur Veranschaulichung der Bestrebungen des Verbandes beitragen. Unterbrochen werden die Vorträge durch Veranstaltungen geselliger Art. sowie durch Ausflüge in die wundervolle Umgebung Freiburgs. Der Fronleichnams= tag bringt Führungen durch das Münster= und das Augustinermuseum, und im Anschluß daran wird eine herrliche Fahrt durch den Schwarzwald den Teilnehmerinnen die Besichtigung einheimischen Gewerbes und der Trachtenstickereien ermöglichen. Am Schluß der Tagung ist den Teilnehmerinnen Gelegenheit gegeben, sich an einer ein= oder zweitägigen Schwarzwaldjahrt zu beteiligen. Die Tagungsgebühr beträgt.— RM. Anmeldungen sind zu richten an: Frau Schwartweber, Freiburg= Breisgau, Goethestraße 68. Kriegskameraden fanden wieder zusammen Eine seltsame Schicksalsfügung Wanne=Eickel. Von einer seltsamen Schicksalsfügung wird berichtet, durch die zwei Kriegskameraden wieder zusammenfanden und die im Schützengraben erprobte Kameradschaft erneuern konnten. Der auf der Zeche Pluto=Wilhelm tätige Bergknappe Heinrich Althoff rettete im Jahre 1935 zusammen mit dem Steiger Nolte unter eigener Lebensgefahr den auf der 6. Sohle im Flöz Sonnenschein eingeschlossenen Arbeitskameraden Fritz Domoroth. Die beiden wackeren Retter haben nun für diese heldenmütige Tat die Rettungsmedaille verliehen bekommen. Auf dem Bearbeitungswege ging die Verleihungsurkunde auch durch die Hände eines in Berlin tätigen Kriegskameraden von Althoff. des aus Süddeutschland stammenden Walter Steppel, der zu seiner freudigen Ueberraschung aus den Personalien seinen Kameraden aus der 3. Kompagnie der 132er erkannte, mit dem er gemeinsam an der Westfront gestanden hatte. Althoff war am 27. Aug. 1918 in englische Gefangenschaft geraten und seit jener Zeit haben die beiden Kameraden nichts mehr voneinander gehört. Der eine wußte vom andern nicht, ob er noch lebte. Kein Wunder, daß Walter Steppel nichts Eiligeres zu tun hatte, als seinem Wanne=Eickeler Kameraden von der seltsamen Fügung Kenntnis zu geben, durch die er nach so langer Zeit wieder ein Lebenszeichen von ihm erhalten habe. Nun wird es selbstverständlich sein, daß die beiden Kriegskameraden recht bald wieder zusammenkommen und die alte Freundschaft neu bekräftigen. Deutsche Gesamtausgabe der Werke Pilsudskis In deutscher Sprache lag bisher nur ein Auswahlband aus den umfangreichen Schriften des vor einem Jahr. im Mai 1935, verstorbenen polnischen Marschalls vor. Die soeben erschienene große vierbändige Gesamtausgabe seiner Schriften in deutscher Sprache gibt uns endlich zureichendes Material zur Beurteilung des polnischen Staatengründers und seiner militärischen und geschichtlichen Leistungen an die Hand. Die deutsche Ausgabe wurde noch von Pilsudski selbst autorisiert. Fur die deutsche Uebersetzung, die mit Geleitworten des Ministerpräsidenten Göring und des Generalfeldmarschalls von Blomberg versehen ist, wurden die polnischen Sachverständigen Jean Paul'Ardeschah und A. von Guttry gewonnen. Der Inhalt der Bände reicht von 1920 bis zu den letzten Reden und Armeebefehlen Pilsudskis. Veröffentlichung eines Geheimberichtes über die kommunistische Zersetzungsarbeit in USA. Die„New York Herald Tribune“ veröffentlicht eine Meldung aus Neuyork, wonach vor einigen Tagen ein Geheimbericht an den früheren Works Progreß Administrator, General H. S. Johnson, gesandt wurde, der vom 23. April 1935 datiert war. Der Geheimbericht befaßt sich nach Meldung des amerikanischen Blattes mit der kommunistischen Zersetzungsarbeit in USA. Die Gefahr, so heißt es, liege vor allem darin, daß die Kommunisten die Macht besäßen, den industriellen Frieden und die Hilfsaktionen zu stören und die Bemühungen für die Besserung der wirtschaftlichen Verhältnisse zu hemmen. Die Geheiminformationen, so wird weiter festgestellt, seien nunmehr an das Staatsgericht weitergeleitet worden. Das Schriftstück soll Erklärungen von führenden kommunistischen Persönlichkeiten in USA. enthalten, ferner Angaben über Geheimzusammenkünfte von Organisationen, die von Kommunisten geleitet würden. Der Vertrauensmann berichte, so wird noch bemerkt, daß der Kommunismus seine Taktik geändert habe; ertrete an die Arbeiter nicht mehr mit der trockenen Marrschen und Engelschen Theorie heran, sondern tarne sich durch die Organisierung einer Einheitsfront. Erwerbslosenräte, der Liga gegen Krieg und Faschismus, der Antinaziliga usw. An die gesamte Hitier Fagens Gastrop=Kauzeis „Der himmel über unserer heimat gehört der Jugend!“ Fliegen ist heute nicht mehr eine Angelegenheit weniger mutiger Männer. Fliegen ist Dank der vorbildlichen Organisation des Generalobersten Göring und seines Reichsluftsportführers Oberst Mahnke im wahrsten Sinne des Wortes Sache des ganzen deutschen Volkes. vor allem aber Sache der gesamten deutschen Jugend geworden. Unübersehbar groß ist die Zahl der Jungen. die mit Stolz an ihrem Braunhemd das Zeichen des Deutschen Luftsportverbandes tragen und die begeistert in den Luftsportscharen der deutschen Segelfliegerei dienen. Reichsluftsportführer M Der deutsche Luftsport ruft Dich! Auch in unserer Heimatstadt Castrop=Rauxel sind viele zu den Fahnen des Deutschen Luftsportverbandes geeilt und wir dürfen mit Stolz sagen, es sind Jungen. die mit Leib und Seele dabei sind. und die würdig sind dereinst das Erbe der alten Segelflieger anzutreten. Laßt Euch von diesen Jungen, ihr Castrov=Rauxeler Junggenossen, einmal erzählen von der Arbeit im Castrop=Rauxeler Fliegerhorst und von der fliegerischen Schulung draußen im Gebäude. Seht einmal zu. wie im Castrov=Rauxeler Fliegerhorst von fleißiger Jungenhand flugfähige Modelle verschiedenster Konstruktion und selbst große Segelflugzeuge in gewissenhafter Arbeit zusammengesetzt werden. Laßt Euch erzählen von der Wochenendschulung in den Vorkenbergen, von den Flugkursen auf der Rhön. an der Uebungsstelle Schüren und in den Borkenbergen, von den Lehrgängen an der Reichssegelflugbauschule in Wandsbeck bei Hamburg und von den Kursen an der Reichs. modellbauschule in Lauenburg a. d. Elbe. An all diesen Lehrgängen haben unsere Castrop. Rauxeler Jungen in ihrer Freizeit durch Vermittlung der hiesigen Ortsgrupve teilgenommen. Der Erfolg ist nicht ausgeblieben. Fünf Mitglieder der hiesigen Luftsvortscharen. Jungen im Alter von 15—17 Jahren, haben im vergangenen Winter im Fliegerlager Schüren die Werkstattleiterprüfung für Gleitflugzeuge abgelegt. Neun Jungen haben bereits die erste Segelflugprüfung geflogen und sich das„“= Abzeichen erworben. Viele sind für die „“=Prüfung vorgeschult. Noch augenblicklich werden unsere heimischen Farben vertreten in Schüren(3 Hitler=Jungen nehmen an der A. bzw.=Schulung teil), auf der Rhön(1 Hitlerjunge nimmt an der=Schulung teil) und in den Borkenbergen(1 Hitlerjunge schult für die APrüfung). Ich weiß aus den zahlreichen Anfragen, daß viele von Euch Castron=Rauxeler Hitlerjungen. vor allem viele von Euch. die Ihr jetzt von dem Jungvolk zur Hitleriugend überwiesen worden seid. begeistert sind für die Fliegerei und allzu gern in den Luftsportscharen mitmachen möchten Gelegenheit, den Castrov=Rauxeler Luftsvortscharen beizutreten. ist Euch jetzt gegeben, und zwar bis zum 15. Juni d.., da bis zu diesem Tage die Modellbauschar(14—15jährige Hitler= Jungen) und unser Luftfahrlehrgang 108(15= bis 18=jährige Hitler=Jungen) neu aufgestellt werden soll. Jeder, der die notwendige Begeisterung in sich hat und fest gewillt ist, sich voll und ganz für unsere Sache einzusetzen, kann sich in den nächsten Wochen melden. Denkt daran, daß die Fliegerei nur ganze Kerle brauchen kann! Drückeberger und schlavve Kerle können in unseren Luftsportscharen nicht marschieren! Für die Ueberweisung zu den Luftsportscharen sind folgende Meldestellen in unserem Stadtgebiet eingerichtet worden: HI.=Scharführer Müller, Castrov=Rauxel 3. Adolf=Hitler=Straße 34. HI.=Scharführer Krämer, Castrov=Rauxel 4, Feldstraße 13. Kameradschaftsführer Frohne, Castrop=Rauxel 2, Maßlingstraße 5. Junggenosse Franke, Castrov=Rauxel 4. AdolfHitler=Straße 156. DWV.=Ortsgruppenführer Kappelhoff. Cast rop= Rauxel 1. Amtstraße 63. Sfl.=Truppführer Pavenheim., Castrov=R. 1. Bergstraße 51. Sfl.=Truppführer Graf, Castrov=Raurel 1. Münsterstraße 50. Außerdem werden jeden Mittwochabend Meldungen im Fliegerhorst Rauxel=Dorf entgegengenommen. Die Meldungen sind schriftlich an den Meldestellen einzureichen. Die Ueberweisung von der HJ. zur Luftsportschar wird dann von der Ortsgruppe Castrov=Rauxel mit dem zuständigen Unterbannführer geregelt. Heil Hitler! Pavenheim: Reserent für die Hitleriugend in der Ortsgruppe Castrov=Rauxel. Aus dei Stabittels Gästtop Käutel Spendet für den Luftschutz! Die Ortsgruppe Castrop=Rauxel des Reichsluftschutzbundes bittet um Aufnahme folgender Zeilen: Am 23. und 24. Mai wird der Reichsluftschutzbund im ganzen Reichsgebiet eine Haus= und Straßensammlung durchführen. Zahlreiche Amtsträger werden sich uneigennützig in den Dienst der Sammlung stellen. In jedem Haus und in allen Wohnungen werden sie um eine Opferspende für den Luftschutz bitten. Auf Straßen und Plätzen, in Gaststätten und Verkehrsmitteln werden sie das hübsche Spendenabzeichen des RLB. zum Kauf anbieten, das sinnfällig die Aufgaben des RLB. und damit den Sinn der Sammlung offenbart: Der Gardestern des RLB. mit den Hakenkreuz inmitten eines Hauses, darüber ein Flugzeug im Angriff auf das Haus und die Mahnung„Luftschutz tut not!“ Als Mahnung an die Spender stehen über den beiden Tagen die Worte des Reichsministers der Luftfahrt, des Generalobersten Göring, die er am 14. November 1935 im Sportpalast in Berlin dem RLB. zurief:„Der Staat wird tun, was er kann, daß aber darüber hinaus die freiwillige Opferspende eine Notwendigkeit ist, das muß allen klar sein.“ Den Ersten Preis erhalten Der Bauer Theodor Niermann in Waltrop, dessen Markenmilch von der Molkerei Castrop=Rauxel vertrieben wird, hat für die Milch auf der Reichsnährstands=Ausstellung in Frankfurt a. M. den 1. Preis bekommen. Polizei- und Schutzhundeprüfung Am heutigen Sonntag findet von 9 Uhr ab in der Ickerner Heide eine Polizei= und Schutzhunde=Prüfung der Ortsfachgruppe Castrop=Rauxel des Ersten deutschen Polizeihundevereins(Sitz Duisburg) statt. Nach Beendigung der Prüfung findet die Siegerehrung und Preisverteilung im Polizeihundeverein auf dem Uebungsplatze statt. Pfingstfahrlen mit Kds. Noch ist es nicht zu spät, sich für eine der beiden Pfingstfahrten anzumelden, die von der RS.=Gemeinschaft„Kraft durch Freude“ von Castrop=Rauxel in bequemen Reiseautobussen veranstaltet werden. Die zweitägige Fahrt geht an den Rhein nach Königswinter. Godesberg usw Sie führt dann durch das Ahrtal zum Nürburgring Der Preis beträgt einschließlich Uebernachtung und Frühstück .40 RM. Die eintägige Fahrt bringt am 1. Pfingsttag die Teilnehmer nach dem altehrwürdigen Soest. Der Preis für diese Fahrt beträgt.50 RM. einschließlich der Eintrittskarte für das Freilichtbühnenspiel „Der Jäger von Soest“. Anmeldungen sind schnellstens an das Kreisamt, Viktoriastraße 10, zu richten. Vermißte Personen Vermißt wird seit dem 19. 5. 1936 die Haustochter Luise Lindner, am 13. 3. 1919 zu Erle(Krs. Recklinghausen) geboren Castrov=Rauxel. Hellweg 212 wohnhaft gewesen. Beschreibung: etwa.54 m groß, dunkles, nach hinten gekämmtes Haar, ovales Gesicht, hohe Stirn. blaue Augen. Bekleidung: dunkelblauer Rock. rosa gehäkelter Pullover. helle Strümpfe. schwarze Svangenschuhe. Sie führte ein Damenfahrrad bei sich. Vermißt wird seit dem 19. d. M. gegen.30 Uhr der Monteur Paul Kuchinke, am 23. 6. 1901 zu Klein=Mahlendorf geboren. Castrov=Rauxel. Widumerstraße 45 wohnhaft gewesen. Beschreibung:.76 m groß, schlank, dunkelblondes Haar. Wirbelglatze. Ober= und Unterkörper stark behaart. Bekleidung: grauer Filzhut, rot=brauner Anzug. schwarze Wollstrümpfe. hraune Halbschuhe (Größe 43). Wer kann der Polizei über den jetzigen Aufenthalt der Vermißten Angaben machen? Wiesel vom Wagen überfahren Am Freitag mittag zeigte uns der Schüler Heinrich Schaav. Amtstraße 20. ein Wiesel vor. das auf der Amtstraße von einem Fuhrwerk überfahren war. Das Wagenrad war dem Tierchen über die Schnauze gegangen, so daß der Tod auf der Stelle eintrat. handwerker Achlung! Gemeinschaftsfahrt zum Reichshandwenkertag 1936 Frankfurt a. M. Um allen Handwerkern. Meistern und Gesellen die Teilnahme am Reichshandwerkertag mit geringen Fahrtkosten zu ermöglichen, unternimmt die Gaubetriebsgemeinschaft„Handwerk“. Gau Westfalen=Süd eine Gemeinschaftsfahrt mit Omnibussen. Abfahrt: am 5. Juni 1936, vormittags; Rückkehr. am 11. Juni 1936, abends. Meldungen zur Teilnahme an derselben, sowie nähere Auskunft über Preis. Verpflegung usw. erfolgt bei den Kreisbetriebsgemeinschaften„Handwerk". Letzter Meldetermin für die Anmeldung ist der 25. Mai mittags. Pfingstpake Der schöne Brauch. auch zu Pfingsten der einem brieflichen W zu gedenken, hat sichi gebreitet. Solche Se Empfängern pünktlich Post mitteilt, hat si Vorkehrungen getroff sender um ihre einsich daß bei dem gerade unlenemmnenmmemn Farbige Obe * mit losem Kragen .50 Farbige Ob * mit 2 losen Krage Bielefelder Austü Herren-Spor : mit festem Krager .50.75 Herren-Spor mit festem Krager : führung, in mod Herren-Spor moderne gutsitze 5 Selbstbind in großer Muste 993 15 Reinseid. in schönen Mus *.90.80 1 Damen-Strü : k ü n s t l i c h e W a s c h * in vielen Farben, Unsere Mar * d e r f e i n e, h a l b m e : s t r u m p f a u s k ü n seide, in den * Farben Unsere Mai feinmaschiger. Damenstrumpf, in tem Farbensortin Damenhane künstliche Wasch Stulpen Paar 1. Poröse Dame Kunstseide, mit Krinoline-Stulpe Damen-Hau aus jaspiertem: scher Sarnitur Damen-Hau aus getupftem Tr .0 □AS — Zweites Blatt des„Stadtanzeigers für Castrov=Nauxel und Umgebung“ Sonntag, den 24. Mai 1936 Nr. 133 er Reichs: s a. d. Elbe. ere Castrop= rch Vermittmmen. Der vortscharen. haben im er Schüren itflugzeuge s die erste das„2“ für die schen Farben nehmen an Rhön(1 Hitund in den für die Aen, daß viele n. vor allem Jungvolk zur egeistert sind in Lutivort: Luftsportgeben, und zu diesem ige Hitler108(15= aufgestellt g in sich hat für unsere bsten Wochen ei nur ganze und schlappe charen nicht stsvortscharen jebiet =Rauxel op=Rauxel 4, rop=Rauxel 2. rel 4. Adolfoff. Cast rop= Lastrov=R. 1. urel 1. Münbochabend ori entgegenistlich an rweisung von on der, Ortsdigen Untern der tüxel sfingsttag die Socst. Der M. einschließhtbühnenspiel n das Kreise Haustochter 1 Erle(Krs. rel. Hellweg dunkles, nach hohe Stirn. rosa gehäfelrze Spangenei sich. gen.30 Uhr 23. 6. 1904 zu zurel, Widulank, dunkelUnterkörper =brauner AnHalbschuhe zigen Aufentahgen Pfingstpakete und Pfingstgrüße Der schöne Brauch, wie zu Weihnachten und Östern auch zu Pfingsten der fernen Lieben mit einer Gabe. einem brieflichen Wunsch oder einem Kartengruß zu gedenken, hat sich in letzter Zeit immer mehr ausgebreitet. Solche Sendungen sollen natürlich den Empfängern pünktlich zum Fest zugehen. Wie die Post mitteilt, hat sie hierfür wieder die nötigen Vorkehrungen getroffen, sie bittet aber auch die Versender um ihre einsichtsvolle Mitarheit. Jeder weiß, daß bei dem gerade vor Vingiten sehr lebhaften Reiseverkehr durch irgendwelche Umstände Verspätungen und Anschlußverfehlungen vorkommen können. Niemand sollte daher die Palete, Postgüter und Päckchen sowie die Pfingstgrüße erst in allerletzter Stunde einliefern und sie der Möglichkeit einer Verspätung aussetzen, die leicht die Festfreude bei den Empfängern beeinträchtigen kann. Die Paketsendungen müssen gut verpackt und verschnürt, die Aufschriften recht haltbar angebracht werden; obenaus in jede Sendung lege man ein Doppel der Aufschrift, damit die Festgabe ihr Ziel auch erreicht, wenn die äußere Aufschrift unterwegs etwa verloren gehen sollte. Auch für die kleineren Päckchen, die bekanntlich mit den Paketsendungen zusammen befördert werden, soll man nicht zu schwache Pappschachteln verwenden, da solche bei der Beförderung in Säcken sonst leicht eingedrückt werden können. Die Anschrift des Empfängers und des Absenders sollen auf den Paket= wie auf den Briessendungen vollständig und recht deutlich angegeben werden. Wer auf diese Weise der Post die Arbeit erleichtert, sichert sich ihren Dank und den Empfängern die ihnen zugedachte Pfingstfreude. Wer will noch mil ins schöne Allgäu? Die NS.=Gemeinschaft„Kraft durch Freude“. Gau Westsalen=Süd, startet am 27. Mai wieder einen Sonderzug ins schöne Allgäu. Dadurch ist den Volksgenossen Gelegenheit zu billigem Erholungsausenthalt im Gebiet um Bleichach geboten. Der Preis beträgt nur 38.60 RM. für die Zeit vom 27. Mai bis 4. Juni. Anmeldungen sind umgehend an das Kreisamt Castrop=Rauxel 1, Viktoriastr. 10, zu richten. hüler Heinrich das auf der rfahren war. die Schnauze lle eintrat. #kertag 1936 und Gesellen ag mit gerinternimmt, die Gau Westt Omnibussen. s; Rückkehr. gen zur TeilAuskunft über den Kreisbeetzter MeldeMai mittags. undneimmnMmmmmmmmmmmmmmmmt UrTeukkrer... P TPMFP Herren-Artikel Farbige Oberhemden mit losem Kragen .50.75.50 Farbige Oberhemden 5 mit 2 losen Kragen, Bielefelder Ausführ. .50.90 : Herren-Sporthemden : mit festem Kragen, In guten Mustern .50.75.25.95 Herren-Sporthemden mit festem Kragen, Bielefelder Ausführung, in modernen uni Farben .00.50 Herren-Sportkragen moderne gutsitzende Formen 553 403 289 Selbstbinder in großer Musterauswahl 953 153 503 405 : R e i n s e i d. S e l b s t b i n d e r * i n s c h ö n e n M u s t e r n .90.80.50.25 959. Herren-Gummigürtel in modernen Ausführungen .50.25 953 153 453 Sport-Hosenträger unsichtbar zu tragen .30.00 859 Herren-Nachthemden mit farbiger Sarnferung .00.50.95 Herren-Unterhosen makofarbig 95 Herren-Unterhosen zweifädig Mako .65.60.50 Herren-Hemden Weko-imitet.80.50 Herren-Hemden mit modernen Einsätzen 1465 15 145 Herren-Netzjacken empfehlenswerte Qualitäten 859 753 653 60. Badewäsche Frottler-Handtücher empfehlenswerte Kräuselware 65. G. Cb. 46. 21. Frottier-Handtücher gute beigefarbige Gebrauchsqualität.......... 48. Seiflappen 20: 173 12. 8. Badetücher bekannt gute Qualitäten ca 80/100 cm 100/100 cm 100 150 cm 953.25.50.50 125/160 cm 140/180 cm .95.15 Frottier-Handschuhe stöck 223 173 159 12.3 Eine besondere Gelegenheit Wollene Damen-Badeanzüge : in modernen Farben, mit kleinen : unbedeutenden Schönheitsfehlern .00.50 Strumpfwaren * Damen=Strümpfe künstliche Waschseide, gut verstärkt, in vielen Farben, Paar 958 80 : Unsere Marke„Regina“ * d e r f e i n e, h a l b m a t t e D a m e n- : strumpf aus künstl. Wasch: s e i d e, i n d e n m o d e r n s t e n Farben... 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Bademäntel 12.00.50.50 Damenwäsche 8 1 Handschuhe Damenhandschuhe künstliche Waschseide, mit modernen Stulpen Paar.45.20 753 Poröse Damenhandschuhe Kunstseide, mit waschbarer 25 Krinoline-Stulpe 15• Poröse Stulphandschuhe Kunstseide Pasr.35.20 75 9 Gezwirnte Stulphandschuhe naturfarbig Pasr.50.25 90 3 DamenUnterziehschlüpfer ##. Saumiolle, mit kleinen Schönbeltssehlern 95, 608 45.5 Kunstseidene Damenschlüpfer 2 gute Qualitäten, mit kleinen Schönheitstehlern .35.25 955 855 Damen-Trikothemdchen feinfarbig und weiß.... 45·9, 2 Kunstseidene Damen-Garnituren in feinen Farben Wemdchen Schligter 1 45 Hauskleider 153 95: 2 Hüfthalter 75a 95. Corfets elc. Damen-Taillenröcke Charmeuse. in hübscher Ausführung,: teils mit kleinen Schönheitsfehlern .15.50.40.20 Taillenröcke gute Charmeuse-Qualitäten, mit feinen Motiven .00.75.35.25.95 Charmeuse-Kinderröckchen in feinen Farben 053.: Damen-Nachthemden aus kunstseidenem Krepp, ia Pastellfarben....... Damen-Nachthemden Charmeuse, hübsch 0 2 50 garniert......00 .95 Damen-Hauskittel aus jaspiertem Siamosen, mit hübsebter Gernüy.10.85 Damen-Hauskittel : aus getupftem Trachtenstoff .00.10.40 Damen-Hauskleider aus jaspiertem Siamosen 175 135 Dirndl-Kleider aus hübsch gemusterten Trachtenstoffen .20.00.90.30 EXS HAUS EURALLE ÖI aus guten Stoffen, mit Seitenschluß, Seitengummi und 2 Paar Strumpf.40.15 803 Hüfthalter 2 aus guten Drellstoffen, mit Seiten# schlus, Gummi und 2 Paar Strumpfheltern.50.90.30 Hüffhalter aus prima Drell, mit Seitenschhus, Rüekenschndrung und Wv..50 □UT ÖND stärkter Magenpatte BTLLIS FKXUEEN Hüfthalter mit Seitenschluß, Gummi und 4 ph Magenpatte.........50 Corselets bequem und angenehm im Tragen, gute Drellqualitäten, mit 2 Paar Strumpfhaltern .95.50.85.20 Gummi-Schlüpfer mit 2 Paar Strumpfhaltern .80.15.15 OrUmrIRU PEEAPOPPPAIUNG Su Dortmund, Wostonhallweg WOLTEN 7. ∆ M 8 Auner Vder Anndwbereur Erzählung von M. v. d. Oete Am offenen Fenster steht Annabella, die Achtzehnjährige mit dem kecken Näschen, dem lustig geschwungenen Kindermund und den hellen Augen, die kluge Gedanken und zugleich unbewußt sehnsüchtige Wunschträume widerspiegeln, indes sie mit spitzem Zeigefinger ihren Namen Annabella in das behauchte Glas der Fensterscheibe schreibt. Annabella — sie lächelt dabei, denn in Wirklichkeit heißt sie einfach Anna. Irgend jemand taufte sie einmal um, von da an behielt sie den fremden Namen, und schließlich gewöhnte sie sich daran. Nur manchmal, so wie eben jetzt in der Dämmerstunde, überfällt sie beinahe Sehnsucht nach dem früheren Namen, nach seiner Schlichtheit. Auf dem behauchten Glas der Fensterscheibe steht außer dem Namen Annabella noch vielerlei zu lesen. Der Blick des Mädchens geht weit wie durch ein Tor, das in die Vergangenheit führt. Es versinkt die Gegenwart, der verblassende Tag mit dem Geräusch und seinen vielfachen Forderungen. Hoch am Himmel ziehen die Wolken. Im Rahmen des Fensters formt sich die Weite zur behüteten Enge einer Kindheit, zum Weltwinkel eines Dorfes.— Annabella sieht ein schmales, blondes Kind vor sich in einem Garten, der in die ferne Landschaft hineinwächst. Immer erklingt die Riesenorgel des Windes. Sommertags spielt sie ein Lied nach dem anderen in den hohen Kronen der Linden, wintertags stöhnen die Aeste unter den Geißelhieben des Sturmes. An den dunklen, langen Winterabenden hat das Kind Anna immer Heimweh. Heimweh nach der Mutter, nach dem Klang ihrer Stimme, nach ihrer Zärtlichkeit. Das Kind Annabella sieht in dieser Stunde in ihr eigenes Kinderherz und spürt den Hauch der Zärtlichkeit der Mutter auf ihrem Gesicht, mag es auch nur der Atem des Frühlings sein, der über sie hinweht. Anna geht zu dem Großvater. Niemand kann schöner erzählen als er. Unendlich weiten Weg wanderte er, nun ist er da wieder angelangt, wo die kleine Anna ihren Weg zu gehen beginnt. Der alte Mann sitzt im Sessel. Anna steht neben ihm, ihre kleine Hand liegt, zart wie ein Blatt, auf der großen, gütigen Hand des alten Mannes. „Großvater, Du bist müde“, sagt Anna. „Warum bist Du müde, wenn Du den ganzen Tag stillgesessen hast?“ Die alten Augen kommen von weit her zu den Kinderaugen.„Ich bin eine Uhr, die abgelaufen ist. Man kann sie nicht mehr aufziehen. Das Werk ist abgenutzt, die Uhr ging ein ganzes Leben lang.“ „Mußt Du nun sterben, Großvater?“ Der alte Mann nickt gelassen. Er nimmt die kleine Hand in seine großen Hände.„Ja, Anna, bald. Du mußt Dich nicht vor mir fürchten, wenn ich gestorben bin. Es sieht nur so aus, als ginge ich von dir fort. In Wirklichkeit bleibe ich immer bei Dir.“ Anna schüttelt den Kopf. Wie sollte sie sich je vor dem Großvater fürchten können?! Der Lehrer ist gestorben. Auch die alte Frau Hansen starb. Da war also auch bei ihnen die Uhr abgelaufen. Die Zeit ist rastlos. Die kleine Anna hat keine Furcht vor dem toten Großvater, der im Sarge liegt, stumm und kalt. Seine Uhr ist stehengeblieben. In jedem Frühling hat sie dem Großvater die ersten Schneeglöckchen aus dem Garten gebracht, sie tat es auch in diesem Jahre.——— Annabella legt die Hand über die Augen. Seitdem der Großvater gestorben ist, hat keiner mehr sie Anna genannt.„Das ist ein viel zu simpler Name für Dich“, sagten die Freundinnen in der Stadt.„Du bist klug, Du wirst es einmal zu etwas bringen, deshalb mußt Du Annabella heißen.“ Einer war dabei, der machte es nicht mit. Kurt Andersen, der Flieger, der sie schon kannte, als sie noch in die Dorfschule ging. Der mochte auch nicht, daß sie für das Abitur arbeitete, weil sie ehrgeizig ist und studieren will, um auf eigenen Füßen stehen zu können. Der spottet über ihre auf der Schulbank ersessene Weisheit. Aber das ist wohl so, wenn man sich von Kindheit an kennt.. Anna—— verwehter Klang einer vergangenen Zeit. Annabella ist jung, und sie hat das Abitur doch mit gut bestanden. Der Vormund, der seine Pflicht gut und treu an ihr tut, hat nicht mit seiner Anerkennung gespart. Annabella schließt das Fenster und zieht den Vorhang davor zu. Sie schlüpft in das duftige Frühlingskleid, das die gutmütige Tante dem Wirtschaftsgeld abgespart hat, um sie damit zu erfreuen, und dann freut sie sich vor dem Spiegel über sich selbst. Wie das lange Kleid ihre Gestalt in die Länge streckt! Das Leben ist heute wie ein Sommertag, den man genießen muß. Leuchtend genießt Annabella ihr Fest, ihr eigenes kleines Fest. Das Glück ist wie eine Sonne, darum darf auch der Schatten sie nicht stören, den nur sie allein sieht. Der Flieger Kurt— das ist der Schatten. Sie weiß nichts mehr von ihm, seit langem. Im Zorn sind sie auseinandergegangen. Trotzdem hat sie auf ihn gewartet, den ganzen Tag. Sie will es sich nicht gern eingestehen, darum gibt sie sich Mühe, die Gedanken von ihm fortzucufen. „Annabella“, sagt eine werbende Stimme neben ihr.„In Ihren Augen blüht der Frühling.“ Der Diplomingenieur Herbert Vespermann drückt sich gern poetisch aus. Sonst ist er ein gescheiter Mensch, ansehnlich und tüchtig. Und die Tante bevorzugt ihn. Wenn Herbert Vespermann mit ihr tanzt, vergißt Annabella seine poetische Schwäche. Er führt wie ein Sieger, und diese Haltung paßt besser zu ihm als die des sentimentalen Liebhabers. Der Wind weht durch die offenen Fenster, die Musik tropft ins Blut. Die Schulbank hat jede Bedeutung verloren. Annabella tanzt ins Leben hinein, über einen langen, langen Weg, der ist von Birken begrenzt, blauseidene Wolken darüber oder Wolken wie Sturmvögel. Nur weiter, immer weiter, irgendwo wartet das Glück. Sie wird einmal allein sein in einer stillen Landschaft, da ist man noch irdisch, aber zugleich den Wolken schon ganz nahegerückt. Annabella bleibt in dem Augenblick stehen, als Kurt Vespermann sich noch mit dem kunstvollen Satzgebilde, in das er seinen Heiratsantrag kleidet, abmüht. Irgend jemand hat einen Namen gerufen, nur sie hat es gehört. Nur sie kennt den Klang der Stimme, und nur sie weiß, wen die Stimme meint, wenn sie nach Anna ruft. Kurt Vespermann, der Diplomingenieur, mit der guten, eigenen Wohnung und dem monatlichen Fixum, der so gern eine Frau haben möchte, legt den Arm wieder um ihre Hüfte und zwingt das Mädchen zurück in den werbenden Rhythmus des Tanzes.„Annabella", flüstert er—„auf Deinen Lippen blüht der Frühling", und diesmal hat er den Mut, sie an sich zu drücken, erst ganz vorsichtig und nun, da er Annabellas geschlossene Augen für den Ausdruck gewährenden Glückes halten zu können sich berechtigt glaubt, stärker, kühner. „Anna...“, rief da nicht eine junge, starke Stimme?„Anna!“ Annabella hebt den Kopf. Ach, das ist Heimatklang,— ach, da ist die Heimat selber, der Weg mit den Birken, der Garten, der in die Landschaft hineinwächst, der große Nachbarsjunge, der ihr bei den Schularbeiten hilft und der sie Anna nennt, lütje Anna, wie keiner sonst. Anna läßt den Ingenieur Herbert Vespermann stehen. Sie läuft der Stimme entgegen, die dem jungen Fliegerleutnant gehört. Der legt den Arm um sie und sieht ihr in die Augen, „Lütje Anna“, sagt er dann.„Gut daß Du den ganzen Schwindel mit den Büchern hinter Dich gebracht hast!“ Spat abends, als das Fest längst verrauscht ist, steht Anna wieder am Fenster. Sie zieht den Vorhang zurück. Milchiger Hauch liegt über dem Glas. Mit spitzem Finger schreibt sie ihren Namen in den Hauch. Anna— nicht mehr Annabella. Elaußens Velefken Von Erich Grisar Direktor Tuffte war eigentlich mit seinem neuen Chauffeur äußerst zufrieden. Er hatte nie einen so guten Fahrer gehabt, und auch über das Benehmen seines Chauffeurs konnte er nicht klagen. Es sah zwar so aus, als sei er nicht immer von der Richtigkeit der Anweisungen, die man ihm gab, ganz überzeugt, aber er benahm sich stets so korrekt, daß man ihm, selbst wenn man gewollt hätte, keinen Vorwurf hätte machen können. Scharfkopf, der Chauffeur, erfuhr von den Gedanken seines Chefs nichts, und im übrigen war es ihm gleichgültig, wie sein Chef über ihn dachte. Er tat seine Pflicht, so gut er konnte, und mehr konnte er nicht tun. Sein Dienst verlangte keine Unbilligkeiten von ihm, und das einzige, was ihm nicht gefiel, war, daß sein Chef glaubte, er müsse seinem Chauffeur immer und ewig Vorschriften darüber machen, wie er sich zu benehmen habe. „Also. Sie haben bei mir eine Vertrauensstellung“, betonte er immer wieder.„Machen Sie dem Vertrauen, das in Sie gesetzt wird, Ehre. Und was ich nicht leiden kann; Blicken Sie sich nie unnötig um. Was im Wagen vorgeht, geht Sie nichts an. Ihr Platz ist vorne, und nach vorne gehört Ihr Blick.“ Wie sich das von selbst versteht, dachte Scharfkopf und hörte schon gar nicht mehr hin, wenn Tuffke ihm(zum wievielten Male?) erzählte, daß er seinen letzten Chauffeur entlassen habe, weil er sich, als er während der Fahrt mit ihm gesprochen, unnötig umgedreht und in den Wagen geblickt habe. Das sollte Scharfkopf nicht passieren. Daß er einen so guten Posten verlor, weil er sich unnötig für das Gesicht interessierte, das sein Chef beim Fahren machte. Und sein Benehmen wurde noch um einige Grade korrekter. Um sich von den Strapazen seiner Arbeit im Dienste des Konzerns, dessen Direktor Tuffke war, zu erholen, war Tuffke ins Allgäu gefahren. Zu seiner Frau hatte er gesagt: „Ich muß unbedingt ein paar Wochen in den Bergen herumkraxeln, ich werde zu dick.“ Nun war gestern abend ein Telegramm gekommen, das Tuffke sofort ins Industrierevier zurückrief. Er hatte erst den Nachtschnellzug nehmen wollen, aber er war nicht mehr zurechtgekommen und hatte nun beschlossen, den Wagen zu nehmen. Das war ein Experiment, aber es mußte glücken; denn auf Scharfkopf war Verlaß. Er versprach ihm einen Zwanzigmarkschein extra für den Fall, daß der Wagen pünktlich am Ziel sei; denn es war eine wichtige Sitzung, an der Tuffke teilnehmen mußte. Scharfkopf fuhr wie der Teufel. Aber Tuffke war es nicht schnell genug. Wieder und wieder nahm er das Sprachrohr in die Hand, um dem gespannt auf sein Steuerrad blickenden Scharfkopf zuzurufen: „Fahren Sie doch schneller. Schneller fahren!“ Scharfkopf fuhr schneller. Er fuhr noch schneller, aber Tuffte war es immer noch nicht schnell genug. „Noch schneller fahren,“ rief er in das Sprachrohr. Bis Scharfkopf endlich die richtige Chaussee unter den Reisen hatte. Er gab Gas, und im Nu schnellte die Kilometerzahl auf 140. Das war das Höchste, was sich aus dem Wagen herausholen ließ, und es schien, als sei Tuffke nun zufrieden. Jedenfalls sagte er nichts mehr. Eine Kurve kam. Der Wagen nahm sie und ein Stück von einem Bretterzaun mit Eleganz. Nun wurde es aber Tuffke doch zu viel. Ihm wurde übel. Er ließ halten und verließ den Wagen, um sich von der Last der am Abend genossenen Mahlzeit und den schweren Weinen, die es dazu gegeben, zu befreien. Scharfkopf lachte sich eins. Jetzt würde er wohl mit seinem Tempo zufrieden sein. Der Schlag knallte zu. Er wollte sich noch durch einen kurzen Blick überzeugen, ob Tuffte richtig saß, aber ihm fiel ein, daß Tuffke jetzt vielleicht weniger als je daran gelegen sein könne, sich von seinem Chauffeur anblicken zu lassen, und so unterließ er es. Der Wagen war schon wieder hoch auf Touren, da war es ihm, als schreie jemand hinter dem Wagen her. Aber was kümmerte ihn das! Wenn wirtlich ein Strafmandat die Folge der wilden Nachtfahrt war, das würde Tuffte bezahlen. Er war es ja, der das tolle Tempo verlangte. Schon hatte er den Wagen wieder auf 100 und bald auf 120 Kilometer. Mehr konnte er jetzt nicht fahren, denn die Straße machte viele Bogen, und schon 120 war viel. Im übrigen schien Tuffke von dem schnellen Fahren kuriert zu sein; denn nicht ein einziges Mal rief er mehr: Schneller fahren! So raste der Wagen Stunden um Stunden über die Chaussee. Schon kam das Industriegebiet in Sicht. Selbst wenn der Wagen nun langsamer fahren mußte, würden sie wohl mehr als eine Stunde vor der angegebenen Zeit ankommen. Tuffte konnte mit ihm zufrieden sein. Der Wagen war am Ziel. Scharfkopf bremste und stand einen Augenblick darauf neben dem offenen Schlag, um Tuffke beim Aussteigen zu helfen. Aber Tuffke schien eingeschlafen zu sein; oder der Schlag hatte ihn getroffen, denn in dem Wagen rührte sich nichts. Bestürzt steckte Scharfkopf seinen Kopf in den Wagen, um nach seinem Herrn zu sehen, da sah er, daß er ohne seinen Herrn angekommen war. Er war bestürzt von dieser Entdeckung, doch im gleichen Augenblick schon wußte er, wo sein Chef geblieben war. Er hatte ihn sicher nicht mehr im Wagen gehabt, seit der Wagen gehalten. Aber er hatte doch deutlich gehört, wie die Tür des Wagens zugeschlagen war. Sollte der Wind die Tür zugeschlagen haben? Und nun erinnerte er sich auch daran, daß jemand hinter dem Wagen hergerufen hatte. Hätte er doch nur zurückgeblickt! Mit einigen Stunden Verspätung kam Tuffke, den ein vorüberkommendes Auto bis zur nächsten=Zug=Station mitgenommen hatte. Natürlich war er wütend auf Scharfkopf, den er einen Schwachkopf nannte und mit Raußschmeißen bedrohte. Aber während Scharfkopf sich im Geiste schon die Argumente zurechtlegte, die er vortragen würde, schlug Tufftes Stimme plötzlich um. Er begann zu lachen und gab selber zu, daß das ganze Unglück nur durch die zu genaue Befolgung seiner eigenen Vorschriften gekommen. Er war selbst bestürzt gewesen, als er den Wagenschlag plötzlich zufallen hörte und hatte sich über das Folgende dann gar nicht mehr gewundert. Also, Scharfkopf, machen Sie sich keine Kopfschmerzen, wir bleiben zusammen, und das nächste Mal riskieren Sie ein Auge, ehe Sie mit dem Wagen in die Hölle fahren. Und hier haben Sie die versprochenen zwanzig Mark; denn der Wagen war ja pünktlich zur Stelle. Daß er ohne mich hier angekommen ist, ist eine andere Sache. Der Ionsstru Von Joh. Vogel Ein heller langgezogener Schrei gellte durch die Landschaft, so daß die Bauern aufschauten und, die Hand einen Augenblick über den geblendeten Augen haltend, hinauf spähten zum blauen Frühjahrshimmel, in den ein mächtiger Vogel hineinzusteigen schien. Die weitgespreizten Schwingen verrieten den Räuber, der edle schmale Leib das fürstliche Blut: ein Bussard nur, aber in dieser königlosen, adlerfreien Gegend der Letzte, der gegen die Maschinen der Menschen dort oben Macht und Würde der Natur zu wahren hatte. Der Bussard zog seine Kreise weit; ruhig segelnd, denn es wehte ein leichter Wind, brauchte er nur die Flügel zu breiten um geschickt steuernd Kurve um Kurve zu fliegen, gelegentlich mit raschem Schlag einen neuen Kreisbogen beginnend. Niemand vermochte zu erkennen, was er suchte, auf Beute schien er nicht aus zu sein; die Bauern ließen die Hände sinken und schritten schweren Schrittes über ihre Aecker, wenig kümmerte sie das Gebaren des Edelings der Lüfte. Der schien von sonderbarer Unruhe ergriffen: war die Sonne zu heiß, ihr Strahl zu sengend, der Wind zu kühlend, die Düfte zu frühlingsschwer? Der Bussard taumelte fast in der Luft, kein Tier des Bodens hatte ihn zu fürchten. Die Wärme verwirrte, wer war sie nach langem Winter noch gewöhnt? Niemand. So geschah es denn, daß der mächtige Vogel, irre geworden an seiner Bestimmung, aber königlich noch in seinem verfehlten Tun, wie ein Blitz hinabstieß auf die eilig daherstuckernde Elektromobile eines kleinen Zuges, der hurtig über die Schienen rollte. Das Schutzfenster des Führerstandes hatte im Sonnenlicht geglänzt und gegleißt, plötzlich verdunkelte es sich, die Scheibe splitterte, durch die Oeffnung schoß der Räuber, flatternd mühte sich der halbgetäuschte Bussard zu entkommen. Indessen hatte sich der Lokomotivführer von seinem ersten Entsetzen erholt, wußte den Angreifer zu packen, den Schnabel, die scharfen Fänge zu vermeiden und den Wehrlosen zu fesseln. Keiner der Mitfahrenden hatte von dem seltsamen Kampf vernommen, ruhig auch verrichtete der Beamte nunmehr seinen Dienst weiter, nicht ohne sich des öfteren umzusehen nach seinem Gefangenen, der gebunden, leicht blutend und ohnmächtige Befreiungsversuche machend, in einer Ecke lag. Alles auf dieser Welt, das auf den Dienstweg gerät, muß dienstlich behandelt werden: auf der nächsten Station meldete der Beamte, Entschuldigung heischend wegen der zertrümmerten Scheibe, dem Vorsteher das ungewöhnliche Vorkommnis. Jetzt ward auch das übrtge Personal, wurde das Publikum aufmerksam: neugierig drängte sich alles nach vorn zum Führerstand und bewunderte staunend den gefesselten Edlen. Doch der Vorsteher, ein Tierfreund vielleicht oder ein Soldat, der selber einstmals gespürt hatte, was es heißt gefangen zu sein, der Vorsteher also als die anorts höchste Befehlsperson, ließ ab vom Dienstweg, entschloß sich vielmehr zu eigenmächtigem Handeln. Nachdem ein Protokoll ausgenommen und unterzeichnet worden war, ergriff er ein Messer, zerschnitt die Bande des inzwischen wieder kräftiger gewordenen Vogels, und aufflatternd erst, dann jäh davonstiebend wirbelte der Edeling in die Weite, stieg strahlend hoch, kreiste einen schönen Bogen und schoß davon. Sein heller langgezogener Triumphschrei stand noch über der Landschaft, als sein adeliger schmaler Leib schon den Blicken der Nachstarrenden entschwunden war. Leppelins in flordschleswig Daß vor 250 Jahren die Familie Zeppelin in der Nordmark ansässig war, dürfte wenig bekannt sein. In dem zum Amtsbezirk Stepping gehörenden, 12 Kilometer nordwestlich von Hadersleben liegenden Dorfe Biermdrup befindet sich der etwa 100 Hektar umfassende frühere Fredstedtsche Hof, der einst im Besitz eines Adligen gewesen ist. Ueber der Tür auf dem Flur hing eine Tafel aus Eichenholz in Größe von etwa 1 m Länge und 30 cm Breite mit Inschrift und farbigem Wappen. Im Frühling 1913 brannte der Hof nieder, aber die Tafel wurde gerettet und bildet ein fesselndes Stück des Freiluftmuseums zu Hadersleben. Die Inschrift lautet:„Melchior Diederich von Zebelin, Major. Mein Anfang, Mitte, Ende, der Herr alles zum Besten wende.— Marie Elisabeth, geb. von Oeynhausen. Und lassen den lieben Gott walten, der kann uns wohl erhalten, wo wir wohnen im Lande.“ Darunter steht die Jahreszahl 1698, wohl die der Erbauung des oben gerannten Hofes, sonst aber der Uebernahme durch den Major von Zebelin. Daß dieser ein Ahne des berühmten Grafen Zeppelin ist, hat man einwandfrei nachweisen können." H. W. Kast Werreune An Sunge Von Gerd Feuerhake Die Sirene heult müde in die Nacht. Langsamer gleiten die Schußspulen durch die Kettfädenwinkel. Ein Griff, ein Ruck. Zwei, drei Radumdrehungen, dann schweigt alles Websaallärmen: Feierabend. Am Tor sind sie beisammen: die acht Weber von Wildetaube und der Junge, der heuer erst zu weben lernt. Früher baute er Geigen und Bratschen. Seideweben ist besser. Zumal, wenn man ein kleines Haus hat und einen Garten, ein paar Hühner und eine Ziege. Der Feierabend gehört der Eigenwirtschaft. Das muß so sein, ist besser, als in einer Mietskaserne zu hocken, keinen Himmel zu sehen. Zu zweit oder dritt nebeneinander stapfen die Männer die breite Straße entlang, zuweilen überholt ein Radfahrer sie, auch ein Werkkamerad, der heimfährt. Gut, daß die acht Männer und der Junge jetzt nicht radfahren müssen. Wandern in den Feierabend hinein ist besser. Man ist ja so abgespannt, so wortkarg. Sehnend atmen die Lungen herbe Nachtluft, es riecht nach Nebel. Golden blinken die Laternenlichter auf den Weg. Schmutzig ist der und weich vom Regen. Doch das schadet nicht, die Männer von Wildetaube tragen derbe Stiefel. Hinterm Forsthause biegt der Weg links ab, führt über eine gewölbte Brücke, verliert sich dann auf einer Wiese. Hofdächer bleiben zurück, irgend eine Maschine summt: die Turbine. Sie arbeitet für morgen, spart mitten zur Nacht Massen von Energien auf, anderntags damit die Webstühle zu treiben. Die Lichter der Laternen suchen den schmalen Pfad, getreten von hundert Stiefeln und Schuhen. Dreißig Schritt folgen ihm die Männer, Mann hinter Mann, dann stehen sie am Wasser, lösen den Kahn, den sie angeschlossen haben an einen Pflock. Schwerfällig poltern die ledernen Stiefel in den schmalen, dunklen Nachen, ein Mann nach dem andern. Acht Männer von einem winzigen Dorf und einer, der noch halb Kind ist. Trotzdem ist er dabei, wächst auf dem Weg zur Arbeit hinein in diese Gemeinschaft der Weber, der Häusler, denen Feierabend bedeutet: Arbeit im eigenen Garten, auf eigenem Feld. Er ist seinen Altersgenossen weit voraus. Die Wanderkameraden sprechen zuweilen von ihren Sorgen und Nöten. Auch, das bindet, das begreift der Junge, er hat ja Zeit genug, darüber nachzusinnen. Einer hat die Kette gelöst, der Jüngste muß heute nacht rudern. Die Stange plantscht ins Wasser, findet Halt, Widerstand. Der schwere Nachen schwimmt auf der Elster. Dichtgedrängt stehen die neun nebeneinander, zusammengefügt wie eine Not= und Trutzgemeinschaft. Schweigend— wenn einer eine Geige hätte, auch die müßte schweigen. Nur die Lichtscheine dürfen lebensfröhlich über die Wellen hüpfen. Die Männer sehen das nicht, ihre Gedanken sind so weit und fern. Was wird zu Hause geschehen sein... wird die Frau die Kartoffeln im Garten gesetzt haben... ob das Kind wieder gesund ist, ob es Fieber hat? Nur der Junge denkt: Ach, wenn ich doch ein Motorrad hätte. Dann brauchte ich hier nicht zu rudern, dann wäre ich jetzt schon zu Hause. Aber er hat kein Motorrad, wird vielleicht nie eines haben... er liebt sein Mädchen. das ist ihm mehr. Morgen früh werden sie wieder hier stehen, einer neben dem andern. Das Boot lassen sie gleich drüben, es gehört den acht Männern, ist ihr Eigentum, sie sind jo eine Gemeinschaft: Männer der Maschine, Männer der Fstühle. Und doch bleiben sie stehen und lauschen den Rehen, die zu früher Morgenstunde am Waldsaum äsen. Sie kennen die Raubvögel und belauschen den Hirsch, wenn er zur Herbstzeit in den bunten Wäldern sein Liebeslied brüllt. Sind das entwurzelte Männer der Arbeit? Wer gab ihnen solch offenes Ohr und Herz? Warum besiegte die Maschine diese acht Männer nicht, warum kann sie auch den Jungen nicht unterkriegen? Ist der winzige Besitz droben in Wildetaube denn solch ein Gegengewicht? Der Nachen stößt ans Waldufer. Die Lichter huschen vom Wasser zum Land, tosten Baumstämme und Tannendickicht ab Der Jüngste vertäut den Kahn. Morgen früh muß er wieder seine Dienste tun. Der Die alte Propsteikirche in Wattenscheid Aufnahme Goebbeler(Busch Bild) Junge folgt den Alten in kurzem Abstand. Das tut er gern, er weiß sich gern allein mit seinen Gedanken. Am Webstuhl hat er dazu keine Zeit. Und daheim muß er seinen Garten bestellen. Weit droben hinter dem Forst breitet sich das Dorf. Dreihundert Menschen leben dort: Bauern und Holzfäller, Geigenschnitzer und die acht Weber. Dazu der Junge, der es lernen will. Vom Wald aus sieht man schon die Lichter von Wildetaube, Frauen und Kinder warten auf die Männer. Der kleine Hof, das Vieh im Stall freut sich auf seinen Herrn. Mag er auch drunten in der Fabrik einfacher Weber sein, hier oben auf eigenem Grund und Boden ist er Herr. Ihm gehört diese Winzigkeit. Er ist es, der den Samen streut, der den Klee schneidet für seine Ziege, der gräbt und jätet. Wozu? Hat er nicht Zeiten kennen gelernt, da die Webstühle keine Ketten zum Aufziehen hatten? Gab es nicht Wochen, da die Lohntüte dünn war, da man dankbar war, eine Ziege zu haben, sechs Hühner und ein Schwein? Nein, es ist gut so. Dieser eigene Grund inmitten der Hecke ist sein. Das bedeutet ihm eine Welt. Er will hier leben, jeder von den acht. Sie brauchen keine Ferien, der Weg ins Tal ist ihnen Feierstunde genug, die Ueberfahrt und der abendliche Marsch bergan. Morgen früh fahren wieder acht Männer von Wildetaube über den Fluß, acht lebenserprobte Männer und ein Junger, einer, der den Weg zurückfand von der Großstadt aufs Land. Aus Einsamkeit zur Gemeinschaft. Er zählt die Monate... im nächsten Jahr kann er heiraten. Er braucht eine Frau für den Garten, für seine winzige Häuslerwirtschaft. Drunten im Tal wird er Seide weben, droben in den Bergen füttert seine Frau die Ziege und Hühner. Es ist gut so, sagt sich der junge Mann. er weiß um die Stadt und das, was sie zerstören kann. Der artädssschein Eine Skizze von Erich Hoinkis Nach einer langen Reihe schwerster Großkampftage und=nächte lagen wir seit kurzer Zeit in Ruhestellung... Die Erinnerung an die Schrecknisse der Materialschlacht war aus unseren Gesprächen verbannt. Nur die unbändige Freude, wieder einmal gesund dem Unheil entronnen zu sein, glühte in den Seelen aller Kameraden. Wir waren herrlich ausgeschlafen, vom Schlamm und Ungeziefer gesäubert, hatten wieder vor Reinlichkeit spiegelnde Waffen und sogar das Lachen wieder erlernt. Unser erfahrener Kompagnieführer machte uns diese rasche Erholung so leicht wie möglich. Die ganze Kompagnie dankte ihm dafür in den wenigen Dienststunden durch angespannteste Strammheit und blitzschnellen Gehorsam. Es war wieder einmal eine Lust, deutscher Weltkriegssoldat zu sein. Ueber das ernste Gesicht unseres Kompagnieführers huschte immer ein freundlicher Glanz beim Anblick unserer flotten Disziplin und guten Laune. Um diese Hochstimmung womöglich noch zu steigern, befahl er für den Ruhetag ein Sportfest. Auf einer großen Wiese wurde eine regelrechte hundert Meter lange Infanterie=Rennbahn angelegt mit Stacheldrahtverhau, drei Meter hohem Palisadenhindernis nebst unmittelbar dahinterliegendem Schlammgraben und am Schlusse der Hetzjagd kurz vor dem Ziel noch das Ueberspringen oder Durchwaten eines tiefen, fast vier Mteer breiten, schnell fließenden natürlichen Baches. Erster Preis: Ein Ring Knoblauchwurst! (Oh, welche Herrlichkeit!) Zweiter Preis: Zehn Zigarren.— Aber uns ging es ja nicht um die Wurst und um die Zigarren, sondern um die sportliche Ehre...! Weiterhin wurden aufgebaut ein Reck und ein Barren zum Kürturnen. Die höchste Lustigkeit versprach die Anlage einer vierspurigen„Radrennbahn“, die auch hundert Meter lang war, auf der aber von je vier„Rennern“ ein einräderiger Karren, eine sogenannte„Radwer“, geschoben werden mußte. Auf ihrem flachen Deck saß ein lebendiger Frosch, und der sollte so behutsam gefahren werden, daß er nicht heruntersprang. Widrigenfalls Ausscheiden aus dem Wettbewerb.. Preis: Eine Tabakpfeife und ein Pfund Knaster. Diesen Preis hat sich keiner von uns holen können. Die Herren Frösche waren mit der Beförderungsart nicht einverstanden und sprangen stets unterwegs auf der„Rennstrecke" ab. Die weitaus stärkste Anziehungskraft auf den sportlichen Ehrgeiz jedoch übte ein fünfzehn Meter hoher ehemaliger Telegraphenmast aus, an dessen oberster Spitze ein Wagenrad befestigt war. An dem Rade hingen im Kreise etwa zwölf kleine papierumhüllte Päckchen... Zunächst blieben alle Erkletterungsversuche erfolglos. Der Mastbaum war nämlich listigerweise bis zwei Meter über der Erde mit Schmierseife eingefettet, und selbst unsere besten Kletterer kamen schon beim ersten Ansatz sanft, aber unweigerlich wieder herunter gerutscht. Unser Vergnügen war unbeschreiblich. Endlich sagte einer:„Das ist ja eine Schande für die ganze Kompagnie! Die dürfen wir nicht auf uns sitzen lassen. Wir müssen erst nur die Schmierseife überwinden. Dann werden wir schon raufkommen. Los! Zwei Mann hierher! Der eine tritt dem Standmann auf die Schultern, die Hände gefaltet auf dem Rücken, ein dritter steigt auf den Händen und Schultern der Standmänner über die Schmierseife hinaus. Vorher Stiefel ausziehen; Dann kann man besser mit den Füßen anpacken.“ Das wurde gemacht. Und gleich darauf klomm unser bester Turner rasch bis oben hin, riß nach kurzem Wählen irgendein Paketchen ab und kam bremsend wieder heruntergerutscht. Er zeigte dem Kreise der ihn umdrängenden Kameraden beim Aufreißen des Päckchens einen ledernen Frontsoldaten-Brustbeutel. Inhalt: Drei Mark! Donnerwetter! Das war ja ein Vermögen! Ein wildes Wettklettern begann. Einer brachte ein Paar neue Hosenträger herunter, ein anderer eine Armbanduhr mit nachts leuchtendem Phosphorzifferblatt, ein dritter eine Pfundbüchse Fleischkonserven. Dann war allmählich doch der Mast von unvermeidlichen Schmierseifenresten so glatt geworden, daß niemand mehr bis ganz hinauf kam. Oben baumelten noch acht Päckchen lockend im Winde. Aber die Mannschaft hieit nun alle weiteren Anstrengungen für aussichtslos und gab den Kampf auf. Da rief der Kompagniefeldwebel:„Ihr Kerle! Wollt ihr schon aufgeben? Da oben hängen noch vier Wochen Heimatsurlaub! Der Urlaub kann von dem, der sich ihn holt, sofort angetreten werden! Wollt ihr euch das entgehen lassen?“„„ 4— Nach kurzem Zogern wagte unser bester Turner den Aufstieg noch einmal. Es gelang ihm auch, mit äußerster Kraftanstrengung bis oben hin zu kommen. Dort verließ ihn seine Kraft. Er hatte gerade nur noch eine Sekunde Zeit, wahllos irgend ein Päckchen abzureißen. Dann kam er damit wie ein Dampfhammer am Stamme heruntergesanst in unsere ausgebreiteten Arme. Hochatmend von der Anstrengung öffnete er das Päckchen. Darinnen war, in viel Zeitungspapier eingewickelt... der Urlaubsschein! Der Mann hielt das Papier lange nachdenklich in der Hand. Dann blickte er sich langsam suchend im Kreise der ihn umringenden Kameraden um und begegnete einem Paar sehnsüchtiger Augen. Da reckte er sich auf, trat auf den Mann zu und sagte rauh:„Hier Kamerad! Nimm du ihn! Du haft eine Frau und sechs Kinder zu Hause. Ich bin ledig.“ Tiefe Stille war ringsum ob dieser kameradschaftlichen Tat... Und in die Stille hinein prallte die helle Kommandostimme des Feldwebels weithin über die Wiese:„Achtung! Alles herhören! fertigmachen zum Abrücken! Sturmgepäck fertigmachen!“ Siedlerin auf deutscher Scholle Gesondere Schulen bereiten vor— Ein schwerer, aber schöner Geruf— Liebe zu Heimat und Heim— Von Lieselotie Winkler In einer Film=Wochenschau wurde kürzlich ein sehr anschaulicher Bildstreifen vorgeführt, der zeigte, wie Friedrich der Große aus Moorland blühende Aecker, Wiesen und Dörfer schuf. Ein schlichtes Denkmal verkündet: „Diese Provinz habe ich ohne einen Soldaten gewonnen“. Und der Film führte uns weiter nach der Nordsee, wo die Scharen des Arheitsdienstes dem Meere Tag um Tag einen Streifen Land nach dem andern abringen. Eines Tages werden auch dort sich grüne Wiesen dehnen, werden Getreidehalme sich im Winde wiegen und trauliche Bauernhäuser die Siedler beherbergen. Wer Siedler oder Siedlerfrau werden will, bedarf dazu ganz besonderer Vorkenntnisse, denn seine Arbeit ist gewissermaßen schwerer als die anderer gepflegt waren und aus denen die Frau durchaus nicht das herauszuholen verstand, was sich hätte herausholen lassen, aus Unkenntnis. Niemand hatte sie darin unterwiesen. Das ist heute anders. Auch in Handarbeiten werden die Siedlerinnen und solche, die es werden wollen, unterwiesen, und das ist ungeheuer wichtig. Eine Lieblingsbeschäftigung der meisten Frauen ist das Weben, und mit Stolz werden die Frauen ihre Tische mit den schönen selbstgewebten Decken zieren. Neben der Liebe zur Arbeit weckt man in den jungen Menschen aber auch die Liebe zum Heim und zur Schönheit des Heims. Man lehrt sie, wie sie auch eine einfache Umgebung nett und geschmackvoll ausgestalten und ist gewissermaßen schwerer als die anderer bung nett und geschmackvoll. gusgesn# Menschen, schwerer, verantwortungsvoller und, wie sie auch die Mußestunven für Mann und im gleichen Maße auch befriedigender, beglückender. Denn so ist der Mensch nun einmal: je schwerer ihm eine Aufgabe gemacht wird, umso lieber löst er sie, und um so mehr hat er das Gefühl: hier wird wirklich ein ganzer Mann, eine ganz Frau gehraucht! Der Siedler findet nichts vor. Es ist nicht dasselbe, als wenn er einen alten Bauernhof übernimmt, den schon Generationen vor ihm bebaut haben. In diesem Hof ist die ganze Arbeit längst„eingefahren“, die Möglichkeiten dieses Hofes sind errechnet und ausgenutzt, auch der neue Besitzer kann nichts tun, als das ihm überkommene Gut treulich zu verwalten. Mehr läßt sich in den seltensten Fällen herausholen. Dank neuen Bewirtschaftungsmethoden gelingt es sicherlich zuweilen, die Erträge zu steigern, aber das Gefühl, gewissermaßen aus dem Nichts das ganz Neue zu schaffen, dieses beglückende und stolze Gefühl, Neuschöpfer zu sein, das hat eigentlich nur der Siedler auf dem Lande, das vorher noch nicht bebaut, noch nicht unter den Pflug gezwungen wurde. Auch für Kinder behaglich und fröhlich machen können. Ein wundervolles Werk der Erziehung wird hier geleistet, der Erziehung nicht nur zur Siedlerin, sondern zugleich auch zum Menschen, der ein wertvolles und befriedigtes Glied seines Volkes sein wird. Gesundes und schönes Haar. Es ist eine oft beobachtete Tatsache, daß die Frauen heutzutage lange nicht so früh grau werden wie ihre Mütter und Großmütter. Man schiebt das wohl mit Recht darauf, daß heute die Haare sorgfältiger gepflegt werden. Blondes Haar wird meist früher grau als dunkles, andererseits sind in blondem Haar vereinzelte graue Haare weniger sichtbar als in braunem oder schwarzem. Der beste Schutz gegen das Grauwerden der Haare ist eine gut ernährte Kopfhaut, und das Beispiel der Spanierinnen, die ihr glänzendes dunkles Haar meist sehr lange behalten, ist nachahmenswert: sie massieren nämlich die Kopfhaut regelmäßig mit Olivenöl,— ein ebenso einfaches wie bequemes Mittel, das für Kopfhaut und Haare gleich gesund ist. Kleine Winke für den Haushalt. Hat man das Pech gehabt, daß der Braten angebrannt ist, so verschwindet der unangenehme angebrannte Geschmack völlig, wenn man einige Scheiben gekochter roter Rüben in die Pfanne legt.— Wenn ein Schrank, in dem Lebensmittel aufbewahrt werden, nach neuem Holz riecht, verschwindet dieser Geruch, wenn man eine Schüssel mit kochender Milch in den Schrank stellt. Danach ist der Schrank sauber auszuscheuern. M KR Rabda c Ich steh' allein auf weiter Flur(Scher! (Warum Erziehung trotz Vererbung? Erkenntnis des Erbguts schafft feste Basts für Erziehungsmöglichkeiten Außerhalb der Reichsgrenzen ist man auch heute noch eifrig bemüht, die Menschheit glauben zu machen, daß die Umwelt alles, das Erbgut nichts sei. Die weltanschaulichen Zusammenhänge sind ja klar: Marxismus und Bolschewismus müssen mit geradezu fanatischer Verbissenheit das Dogma von der Gleichheit aller Menschen zu halten suchen, mit dem sie selber stehen und fallen. Dank den Erge. lissen der menschlichen Erblichkeitsforschung wissen wir heute, daß der Mensch Walten gerade so unterdie Frauen ist es eine herrliche Aufgabe, an dem erbgesetzlichen Walten gerave so der Seite eines solchen Mannes zu stehen, worfen ist, wie irgend ein anderes(tierisches stehen. Aber man muß gut vorgebildet sein, damit man stärker ist als die Schwierigkeiten, die an einen herantreten. In der Erkenntnis, wie wichtig die Ausbildung der Siedlerinnen ist, wurde in den letzten Jahren eine Reihe von Siedlerinnenschulen ins Leben gerufen, in denen Siedlerfrauen und junge Mädchen, die sich dieser Laufbahn zuwenden wollen, für ihren verantwortungsvollen Beruf geschult werden. Alles, was Frauenarbeit heißt, muß die Siedlerin kennen und praktisch durchführen können. Sie wird in Haushaltungskunde unterwiesen, unter besonderer Berücksichtigung natürlich des ländlichen Haushalts. Auch mit dem Kleinvieh lernt sie umgehen. In den Siedlerinnenschulen gibt es Schafe, Schweine, Hühner, Enten, Gänse, Ziegen, Kaninchen und auch einige Kühe. Die Frau lernt also Geflügelzucht, sie lernt melken, Kühe und Schweine füttern, lernt mit Kaninchen umgehen. Man weist sie auf die Möglichkeit hin, die die Tierhaltung für den Siedler hat. Sehr lohnend ist zum Beispiel die Zucht von Angorakaninchen. Die seidenweiche Wolle dieser oder pflanzliches) Lebewesen; daß das kleine Menschlein mit festliegenden, von seinen Eltern ererbten Anlagen auf die Welt kommt. Die Menschen sind also durchaus ungleich, und ihre Ungleichheit gründet sich auf der Ungleichheit ihres Erbguts. Diese Einsicht muß ein entschiedenes Abrücken von jenen Erziehungsbeflissenen zur Folge haben, die ihrer Kunst alles zuzutrauen vorgeben, weil sie alle neugeborenen Menschenkinder für eine Art unterschiedslosen Rohstoffes halten, dessen schließliche Gestaltung lediglich von Erziehung und sonstiger Umwelt abhänge. Die Frage taucht auf, ob durch diese Feststellung die Bedeutung der Erziehung eine verurteilt waren. Wenn wir heute die grenztheit der Umwelteinwirkung erkannt haben, so liegt aber hierin nicht der mindeste Grund zu einer fatalistischen Lebensauffassung. Im Gegenteil: mit einem ererbten Anlagenbestand ist ja doch keineswegs alles eindeutig festgelegt; sondern dieser Anlagenbestand legt nur Entwicklungsmöglichkeiten fest, und es hängt weitgehend von Umwelteinflüssen ab, ob und in welchem Grade diese verwirklicht werden. Diese Erkenntnis stellt aber die Erziehung erst auf eine feste und sichere Grundlage; eröffnet ihr ein Tätigkeitsfeld, in dessen Rahmen Mißerfolge und Enttäuschungen kaum noch möglich sein sollten. Wer wollte wohl bei dem heutigen Stande unserer Erkenntnis noch den aussichtslosen Versuch unternehmen, Eigenschaften und Fähigkeiten hervorzuzaubern, für die die entsprechenden Anlagen im Erbgut fehlen! Die Au gabe der Erziehung ist heute weit größer und schöner, weil erfolgversprechender. Anlagen, die alswertvollerkannt sind, sollen gefördert und zur Entfaltung gebracht werden. Die Volksgemeinschaft wird gut dabei fahren, wenn alle wertvollen Anlagen, die im Volke schlummern, Einschränkung erfährt. Auf den ersten Blick entfaltet werden und somit die Voraussetzung kännte es scheinen, ale müsse die Erkenntnis dafür geschaffen wird, daß jeder auf Einschränkung erfährt. Auf den ers konnie es scheinen, als müsse die Erkenntnis von der überragenden Bedeutung des Erbguts zu einem hoffnungslosen Fatalismus führen; als müsse auch der Erzieher seine Grenzen enger stecken in dem niederdrückenden Gefühl, daß ja doch alles so kommen müsse, wie es durch den jeweils gegebenen Erbanlagenbestand vorherbestimmt sei. Der vesur gheschaffen, age, dad kerrx“ au den Platz gestellt wird, auf demer am leistungsfähigsten ist. Eine besonders wichtige, oft vielleicht schwierige, Aufgabe findet die Erziehung da, wo Tugenden und Untugenden anlagemäßig beieinander wohnen. Wie segensreich aber gerade hier die Erziehung wirken kann, das hat der en, die maßlosen Ueberschätzung des Einfluises der nige bewiefrp. 16# Situng u Siedlerin sich eine Sonderarbeit schaffen, die dem jungen Haushalt eine hübsch Einnahme Obst= und Gartenbau werden natürlich ebenfalls gründlich erlernt. Wir fanden früher häufig auf dem Lande Gärten, die unmaßlosen Ueberschätzung des Einflusses der nüge bewiesen.# Umwelt auf die Gestaltung des Menschen er. Alles in allem: nicht„Erziehung troß Verlag die Erziehung(in Theorie und Praxis) erbung“, sondern: weil wir das Wesen der oft genug nur zu leicht der Versuchung, sich Vererbung so weitgehend erkannt haben, geAufgaben zu stellen, die mangels aller Vor= rade deshalb bejahen wir aus vollster Ueberaussetzungen von vornherein zum Scheitern zeugung die Erziehung. Der B0M. eröffnete vor kurzem in verschiedenen alles, was zur Führung eines Haushalts notwendig ist. Sport und Spiel bringen viel Abwechlung in das, Zeßgggig##chuten, ge die## tsch Mütter sich für ihre großen Aufgaben vorbereiten. tigen deutschen Muliter suz zut iyee gropen Aufgaben vorbereiten. (Mit GRai und Tat Zuverlässige Fleckenentsernung. Da sich Flecke kaum vermeiden lassen, muß man genau Bescheid wissen, auf welche Weise man sie am besten wieder entfernt. Immer gilt die Regel, daß jeder Fleck sofort frisch entfernt werden muß. Keinesfalls darf man das fleckige Stück in die Wäsche geben, da es dann fast aussichtslos ist, jemals den Fleck zu beseitigen. Bei Obstflecken, unter denen man im Sommer am meisten zu leiden hat, ist das Verfahren bewährt, die befleckte Stelle über einen Topf zu spannen und sie mit kochendem Wasser zu beträufeln. Der Fleck verschwindet wie durch Hexerei.— Teerflecke sollen mit Petroleum oder Terpentin abgerieben werden. Dann nimmt man Olivenöl oder Butter und entfernt die letzten Spuren, worauf das Kleidungsstück sorgfältig zu waschen ist. Blutflecke gehen heraus, wenn man sie in kaltes Wasser legt. Kakaoflecke sind unschwer zu entfernen, wenn man sie mit kochendem Wasser, in dem man Borax gelöst hat, auswäscht. Seife darf man zunächst nicht anwenden. Ebenso verfährt man bei Kaffee= und Teeflecken. Kaffeeflecke kann man aber auch mit etwas Glyzerin einreiben und dann auswaschen. Rote Tintenflecke soll man mit frischem Senf bestreichen und damit ½ Stunde liegen lassen, worauf man sie auswäscht; Kovierstift=Flecke legt man in eine Bleichwasser=(Chlor=)Lösung, die natürlich nicht zu stark sein darf. Rotweinflecke werden frisch mit Salz bestreut. Darauf mit heißem Wasser beträufelt, wie Obstflecke. Sind die Rotweinflecke aber eingetrocknet, ehe man etwas gegen sie unternimmt, muß man schon Zitronensaft anwenden, um sie zu entfernen. Eisenrostflecke soll min in Wasser einweichen, in dem Reis gekocht wurde. Hierin soll man sie fünf Stunden liegen lassen und dann in klarem Wasser ausspülen. Richtige Behandlung der Wäsche. Beim Aufhängen von Seidensachen und Strümpfen sollte man niemals Klammern benutzen, sondern die Gegenstände immer nur lose über die Leine schlagen, denn durch das Anklammern werden die Gewebe verzogen und beschädigt. Farbige Waschkleider und dergl. soll man nie in die Sonne hängen, sondern soll sie an einem schattigen Platz trocknen lassen. Bügeln soll man sie immer nur mit einem nicht allzu heißen Eisen. Beim Waschen von Seide ist es gut, dem Wasser etwas Salz zuzusetzen, da der Stoff dadurch geschmeidig und weich bleibt. Ist Wäsche sehr schmutzig, so soll man dem Waschwasser etwas Terpentin hinzufügen und zwar 1 Teelöffel auf 2 Liter Wasser. Der Schmutz löst sich dadurch schneller, und die Wäsche wird weißer. Auch kann man in das Wasser, ehe es kocht, ein wenig Petroleum tun. Beliebte Rhaburberspeisen Das Eingemachte in der Speisekammer geht auf die Neige, die Zeit des neuen Obstes wird — leider— noch etwas auf sich warten lassen. In dieser Zwischenzeit ist der Rhabarber ein rechter Nothelfer. Man kann ihn auf ganz köstliche Weise zubereiten. Gesülltes Rhabardergelee. Man kocht in 1 Liter Wasser 1 Pfund Rhabarder weich und seiht den Saft durch. Für die Speise braucht man 3/ Liter Saft. Man süßt ihn nach Geschmack. 10 Blatt rote Gelatine hat man vorher in Wasser eingeweicht, drückt sie gut aus und löst sie im Wasserbade auf. Hierauf verrührt man sie mit dem erkalteten Saft. Mon rührt nun 2 Eigelb mit 50 Gramm Zucker und den Körnern einer halben Stange Bauille schaumig, schlägt 1/4 Liter Schlagsahne recht steif, gibt in diese Sahne 2 Blat: im Wasserbade aufgelöste Gelatine, nachdem sie etwas abgetühlt ist, und rührt nun die Sahne zwischen die Eiermasse. Man nimmt eine runde Form, die man vorher mit Wasser ausspült, tut zuaächst eine dicke Schicht von dem Rhabarbergelee hinein, sobald dieses zu erstarren beginnt. Darauf legt man einen Eßlöffel von dem Sahnecreme in die Mitte der Form und gießt sofort Gelee außen herum So fährt man fort, bis die Form gesunt ist. Die Sahnemasse muß also die mittlere Füllung bilden. Obenauf muß eine dicke Schicht Gelee sein. Man stellt die Form an einen kalten Ort, bis das Gelee fest geworden ist. Dann taucht man sie einen Augenblick in warmes Wasser und stürzt sie nun vorsichtig auf eine runde Schüssel. Man verziert die Speise mit Schlagsahne und kleinen Makronen. Tatce and weie Se Roman von Sophie Oehle ich reise morgen nach Mai„Schon gut land.“ Nach Mailand““.. i,— i4 „Ja— ich gebe dort ein Gastspiel— ich muß arbeiten, denn auf dich kann ich mich doch nicht „Das ist ja wunderbar— ich reise mit, denn ich erhielt eben Nachricht, das eine gewisse Dame auch dorthin reist." „Was du nicht sagst— und das weißt du jetzt con!..,.ing Gerichungen Pn: „Man muß eben seine Beziehungen haben.“ „Mit denen man auch oft sehr vorsichtig sein muß— vielleicht——“ „Sei still— es ist ja vorbei.“ Graf Hohenberg blickte noch einmal durch geschützte Palme in das Gesicht Alex Barindows, erhob sich dann und verließ durch einen anderen Ausgang die Bar. Er dachte immer wieder an das Gespräch, welches er belauscht. War mit der gewissen Dame, die Baronesse Werentahl gemeint? Reiste sie nach Mailand? Diese Gewißheit konnte er sich sicher beim Portier im Hotel holen. Wenn es wirklich der Fall war, dann hatte dieser Verbrecher Helfers„Ja,— die Baronesse reist nach Mailand und nimmt im Hotel Strozzi Wohnung“, sagte der Portier und blickte auf das hohe Trinkgeld in seiner Hand, das ihm Graf Hohenberg gereicht. „Danke.“ „Sie reisen auch. Herr Graf?“ „Jawohl,— und zwar sofort. Wann geht der nächste=Zug nach Genua?“ „In ungefähr einer Stunde.“ So kam es, daß, als Baronesse Werentahl am Piazza di Domo den Wagen verließ, um ins Hotel zu gehen, sie plötzlich vor Graf Hohenberg stand, der im Begriff war, einen Spaziergang zu machen. Sie war so erstaunt, daß sie unwillkürlich stehen blieb. „Baronesse— Sie sind auch nach Mailand gereist?“ „Wie Sie sehen“, kam es hochmütig über ihre Lippen,„und Sie sind mir nachgereist?“ „Aber nein,— ich bin in der Nacht schon hier angekommen...2(r3stelt. 6. „Welch großartiger Zufaul“, spottelte sie. „Nicht wahr“, gab er liebenswürdig zurück und amüsierte sich königlich. Sie wandte ihm den Rücken, nach kurzem Gruß, und ging die Stufen empor. Er sah der königlichen Gestalt nach und wäre ihr am liebsten nachgeeilt. Weshalb klärte er sie nicht über seine ganzen Verhältnisse auf, dann würde sie sicher nicht vor ihm fliehen. Das nächstemal würde sie sicher den Angestellten des Hotels ihr Reiseziel verschweigen. Aber darin irrte sich Graf Hohenberg sehr. Vielmehr staunte er am Abend sehr, als er in der Halle in das Hin und Her der Hotelgäste starrte und plötzlich die unnahbare Baronesse Werentahl in Begleitung zweier Herren, angeregt plaudernd in den Speisesaal gehen sah. Er preßte zuerst seine Hände fest zusammen, aber dann lächelte er vor sich hin. „Noch viel schöner und süßer wird dann der Sieg sein, du stolzes Weib“, murmeln seine Lippen. Kurz entschlossen erhebt er sich und geht den drei Menschen nach. Er lächelr sein über ihr erstauntes Gesicht, als er an ihren Tisch tritt und bittet, vorgestellt zu werden. g „Conte Paraville— Herr Barindow— Graf Hohenberg“, sagte Rose=Claire und fühlte sich irgendwie erleichtert, in der Nähe des Grafen. Sie verspottete sich selbst darüber, aber es war so. Graf Hohenberg hatte sich sehr in der Gewalt, damit ihm niemand anmerkte, wie bekannt ihm dieser Barindow war, trotzdem er sein Aeußeres etwas verändert. Seine Oberlippe wurde jetzt durch einen kurz gestutzten Schnurrbart verdeckt und die dunklen, stechenden, augen mit einer dunkelgefaßten Brille umrahmt. Trotzdem ihn diese sehr veränderte, hatte Hohenberg ihn doch Dann glitt sein Blick prüfend über die Gestalt des Conte Paraville, der wie ein römischer Fechter aussah— ein eleganter Nichtstuer, dem es wahrscheinlich auch auf das Geld der Baronesse ankam, damit er sein herrliches Leben in aller Ruhe weiter genießen konnte. Beide plauderten angeregt, nachdem man Platz genommen hatte, überschütteten Rose=Claire mit Komplimenten, die dem Grafen ein feines Lä cheln abnötigten, und der Baronesse fiel es jetzt erst auf, daß Graf Hohenberg nie solche geschmacklosen Reden geführt.. Jag Manst für Wie selbstverständlich stellte er das Menü für sie zusammen und sie ließ es geschehen, ja si fühlte eine wunderbare Ruhe von ihm ausgehen und bereute schon, daß sie diese beiden Männer Sie wuste nlcht, daos ihr Aigiz hr. er Wde verrotergsen um einen Tanz bat. Mozu immer grübeln— das Leben, shper mit allen Gedanken— Wonne austosren im Arme dieses herrlichen Mannes beim Lanz zu liegen— sich wiegen zu lassen nach den Weisen dieses verführerischen Tangos. Hatte sie schon je so wunderbar getanzt? Hatte sie schon jemals ein Tänzer so herrlich über das Parkett geführt, wie Graf Hohenberg? Nein— dies war wie ein Traum. Sie schloß berauscht die Augen— fühlte, wie ihr Partner sie noch ein wenig fester an sich drückte— und blickte selbstvergessen in seine dunklen Augen, die sich jetzt tief in die ihren sentten.. a 94 Unwillkürlich hatte man dem Paare Platz gemacht, das in so köstlicher Grazie durch den Saal Owpeb.. margen master nach Pam Graf“ „Ich reise morgen weiter nach Rom, Graf.“ „Baronesse— ich danke Ihnen für diese Worte.“ Porum!“ ug.##. ag 2 aser#ur. „Ich hoffe, daß ich mit Ihnen reisen barf— denn——“ „Sie hoffen?—“ „Denn ich bin wieder in Sorge um Sie bitte— nicht böse sein.“ „Ich bin nicht böse— vielleicht dankbar— daß Sie so besorgt um mich sind.“ Ein leichter Spott lag in ihren Worten. „Ich habe— sogar eine Bitte.“ „Ah,— ich bin gespannt.“ „Ich möchte Sie bitten, in dieser Nacht— Ihr Schlafzimmer mit dem meinen zu vertauHen, wische Gitten bah„Komische Bitten haben Sie, Graf.“ „Die einen bestimmten Grund haben.“ „Den ich gerne wissen möchte.". „Lassen Sie mich bitte darüber schweigen.“ „Nein,— Sie müssen mir den Grund sagen.“ „Bitte, Baronesse— ich bitte ja nicht für mich.“ „Für wen denn?“ „Für Sie selbst.“ „Ich verstehe das Ganze nicht— aber ich— will tun— was Sie wünschen, vielleicht sagen Sie mir später einmal den Grund.“ Ja,— ich danke Ihnen.“ Jumat Lamsens „Vielleicht— muß ich noch einmal danken", dachte sie und damit sollte sie recht behalten. „Mary— ich bitte um eine klare Antwort.“ Sie blickt in sein ernstes Gesicht und das Lächeln verschwindet— ihre Augen werden groß und leuchtend, wie in der Minute des Wieder„Ja,— Jim— ich will deine Frau werden.“ „Mary— ich danke dir— danke dir sehr, denn ich habe dich sehr lieb.“ „Wollen wir jetzt Fan=Tan spielen gehen, Jim?“ fragt Mary ihn später weich, als sie des Treibens rundherum müde geworden ist. „Es ist nichts Schönes, was du in einem FanTan=Haus zu sehen bekommst, Mary." „Aber ich möchte es doch gerne sehen.“ „Dann komm.“ Nun standen sie auf der Praia Grande von Makao, und Mary Wardfield hielt sich lächelnd mit den zierlichen Händen die kleinen Ohren zu vor dem Geschnatter der Makanesen und Chinesen, die, sich überbietend in Lobgesängen, den Fremden Visitkarten der führenden Fan=TanHäuser anboten, von denen es viele gibt in Makao, in denen die Lotterie— und Wetthändler wohnen.„„„.— 43 Jurm boginnt Aber das Leben in diesen Häusern beginnt erst, wenn die Sonne zur Ruhe gegangen ist und die steht vorläufig noch hoch am Himmel.„Vier Stunden haben wir Zeit, Mary— dann fahren wir erst zum Boa=Vista=Hotel.“ „Ja— ja— mir ist alles recht, nur entferne mich so schnell wie möglich von diesen schreienden Händlern, die Bande brüllt wie verrückt.“ Jim Haword brach in helles Lachen aus beim Anblick des krausen Näschens, was Mary zog. Dann rief er ein paar Kulis mit ihren Rikschawagen herbei. „Boa Vista—'ouaé—'ouaé!“ Gleichzeitig klingelte er mit den Silbermünzen in seiner Tasche, was die Kulis noch mehr zur Schnelligkeit antrieb, wie das Wort„'ouaé“. Diese rannten dann auch wie zwei Traber, fortwährend mit ihren Glocken bimmelnd, durch das Gewühl der engen Straßen, an alten wappengeschmückten Palazzis vorbei, mit Gärten, verträumten Grotten und Balkonen, in denen vor altersgrauer Zeit Portugiesen gewohntan deren Nachkommen durch die hundertfachen Mischehen jetzt wie vollblütige Gelbe aussehen. Wie ein mittelalterlicher Traum wirken diese Bauten zwischen den gelben, roten und blauen Häusern der Chinesen.#i,.5 der 6lie Marys Augen wandern hin und her, blicken auf all die Neuigkeiten, dabei denkt sie an die nächtliche Autopartie und dabei blickt sie unwillkürlich nach ihrem Jim zurück und schneidet ihm lächelnd eine kleine Grimasse. Jims Gedanken sind denselben Weg gegangen und er droht ihr lächelnd zu, weil sie kurz vorher einem portugiesischen Offizier verliebte Augen gemacht hat, vor lauter Uebermut. Dann träumt er weiter von dem süßen Geschöpf, das er in den Armen gehalten. War es nur eine zwangsläufige Folge von verlockender Sommernacht, Sekt und Tanz gewesen,— ihre Küsse— oder liebte sie ihn? Wie hatte sie doch später gesagt: „Der Vater darf von diesen Scherzen aber nichts wissen, Jim.“ War für sie das alles ein Scherz gewesen, was ihm bitterer Ernst war? Dann ist das Boa=Vista=Hotel erreicht und weitere Minuten später sitzt ihm Mary unter dem Sonnendach der Terrasse gegenüber und plaudert unaufhörlich, führt dabei lächelnd die kleine Gabel zu dem kirschroten Mund, denn das Frühstück mundet vortrefflich nach der Fahrt. „Liebling,— weshalb soll der wissen, daß wir uns verlobt haben?“ „Nun— ja— oder möchtest du nicht meine Frau werden, Mary'g 846 16 noch „Deine Frau?— Daran habe ach noch gar„Hu 2— Hummerchen, das st doch keine Antwort auf meine Frage.“ „Was soll ich dir denn für eine Antwort geben?“ fragt sie schelmisch. „Ich habe mein ganzes Geld verloren, Jim.“ „Das hat schon vielen Menschen so ergangen, keine Mary,. 4 duch Lminnen“ „Aber einmal muß ich doch gewinnen. „Soll ich dir meine Barschaft auch noch geben“, spöttelt er.. Täct, Ie gamne uak „Nein,— aber ich mochte so gerne noch spielen.“„(ich main gn“: „Ohne Geld ist das nicht möglich, mein Mad„Ach,— du, ärgere mich doch nicht immer.“ „Komm, Mary— laß es genug sein.“ „Nein“, sagt sie trotzig und blickt von der Brüstung der Loge hinunter in den Saal, wo sich auf den Fan=Tan=Tischen Banknoten häufen— Dollars klirren und scheinbar wahllos hingeworfen werden. Mit hochroten Wangen studiert Mary diese neue Welt. Ihre Augen gleiten weiter über alte Chinesinnen, die in ihren blumigen Seidenkleidern wie Budda=Statuen aussehen, über Berufsspieler mit häßlichen Fratzen, die schreiend und gestikulierend ihre Einsätze machen. Der Halbportugiese, der auf Marys Wunsch ihre Einsätze betätigt, beugt sich vertrauensvoll über ihre Schulter und flüstert, auf ihren Armdrüben sitzt ein Juwelier— wenn Madame weiter zu spielen wünscht——“ „Nein“, sagt Haword hart dazwischen, der dem blickt erstaunt in Jims Gesicht, das viel aber dann bittet „Zim— laß mich bitte noch einmal spielen, schenk mir einen Dollar, wenn dieser mir Glück bringt, dann erzählen wir heute dem Daddy, daß wir uns verlobt haben.“ „Well, darling“, sagt er freudig,„hier hast du einen alten Silber=Dollar. Ich gebe ihm alle guten Wünsche mit auf den Weg.“ Lächelnd greift sie danach und reicht ihn dem Mischling, der ihn spöttisch lächelnd entgegen„Auf Rot— schnell, Mister“, ermuntert ihn Haword amüsiert sich köstlich über die geringschätzige Miene des Mannes und blickt strahlend in Marys gerötetes Gesicht. „Kjao— Kjao!!“ ruft der Croupier mit gellender Stimme und ermuntert die Spieler; doch die meisten hören nicht hin, denn unten am Spieltisch ist ein wildes Gedränge entstanden, ein paar Chinesinnen kreischen, dann erscheinen vier goanesische Polizisten, brechen sich durch die Menge Bahn, schleppen dann zwei heftig protestierende Chinesen zur Tür. In dieser Zeit hat der Halbportugiese Mister Haword zum Spiel ermuntert: „Setzen Sie„ta fang tse“, Mister, das„große Haus“— ein ganz settenes Spiel, zahlt Ihnen hundertfach zurück— glauben Sie mir, Sie haben Glück— die Madam ist so schön— bringt Ihnen Glück,— versuchen Sie es— ich rate eher Langsam legt Haword hundert Dollar in seine Hand, ohne daß Mary es sieht, denn sie blickt noch immer in den Saal hinunter und wartet ungeduldig auf das Spiel. Sie achtet auch nicht darauf, daß sich der Mischling über die Brüstung der Loge beugt und pfeift. Der Croupier blickt hoch. Diese Worte lassen die Spieler ihre Köpfe wenden— blicken den„Weißen“ einen Moment an,— ihre Augen folgen dem Wurf des Mischlings, sehen, wie der Croupier die hundert Dollar auf das Mittelfeld des Tisches legt. In diesem Augenblick sagt Mary zu ihrem „Ob mein Silber=Dollar wohl Gewinn bringt, „Well— kleine Mary— wir wollen doch Verlobung feiern.“ „An Bord der„New Orleans“, Mary.“ Die anderen Worte blieben ungesprochen, denn der Mischling schrie laut: „Ta fang tse,— ta fang tse!“ Mary blickt verständnislos in sein dann ihren Jim an und als dieser lächelt, fragt sie:„Meinen Silber=Dollar?“ „Nein,— kleine Mary— ich habe dem Mann heimlich hundert Dollar gegeben und die haben———“ Auch er konnte nicht aussprechen, denn die Tür des Logenbalkons war von abergläubischen Spielern aufgerissen worden und diese stürzen auf Jim zu, um sich durch seine Berührung einen Teil seines Glücks zu nehmen. Haword läßt sich mit Mary schnell durch mehrere Boys, die ihnen den Weg bahnen durch das Gedränge, in ein kleines Büro führen. Hier nimmt er lächelnd, gleichgültig den großen Gewinn in Empfang. „Ich verstehe— noch immer— nicht", stammelt Mary, als zwei Boys sie durch einen hinteren Ausgang ins Freie führen. „Gleich erzähle ich, Liebling.“ Gleich darauf jagen wieder zwei Rikschas durch die leeren Gäßchen, dem Hafen zu, wo die weiße Jacht des Konsuls im Innenhafen zwischen der Halbinsel und dem Lappa=Eiland verankert liegt. Ein Boot derselben wartet am Kai und bringt die Ausflügler zurück. Abendschatten legen sich schon über Makao, über seine farbenfrohen Häuser, und das Geläute vom Glockenturm der San Paulo sendet ihnen noch einen letzten Gruß nach. „Uff—“ macht Mary,„Gott, war das ein aufgeregter Tag, Jim, und ich bin ja so neugierig, was du mir gleich erzählen wirst— wenn ich noch an die kopflose Menge denke— ich kann mir ja alles schon ungefähr zusammenreimen— du Heimlichtuer.: 84t wig verfüihnt. „Dieser Mischling hat mich verführt.“ „Ach— ich habe geglaubt, das würde kein Mensch bei dir fertigbringen, Jim“, neckte Mary. „Ich bin auch sonst felsenfest in meinen Entschlüssen, Mary, aber dieser Mischling erzählte mir, daß es ein seltenes Spiel sei und meine Mary so schön, da müsse ich Glück haben.“ „Schmeichler,— hat er das wirklich gesagt?“ — sollen wir wieder zurückfahren und ihn fragen?“ 43 Mary lachte hell auf, daß der Kapitän sie ganz ertaunt anblicte.„fallen in Wpasag anis „Hat es Ihnen so gut gefaulen in Marao, Wiß „Ja,— Kapitän— es war sehr schön und mein Verlobter hat einmal das ta fang tse ge„Ich gratuliere, Mister Haword— zu beiden Teilen— Sie haben großes Glück gehabt.“ „Danke, ich bin glücklich darüber— aber weniger über das ta fang tse." „Das ist immer so, wer das meiste Geld hat, bekommt immer noch mehr dazu.“ „Sie haben recht, Kapitän— ich bin so arm und habe mein ganzes Taschengeld verspielt", sagte Mary darauj...,.ag 8a Jetzt brach der Kapitän in helles Lachen aus und ließ die beiden jungen Menschen allein. „Jim.“ Mein Mädchen.“ gigr u, Golilgr kart il. „Schade, daß der Silber=Dollar fort ist.“ „Ja.“ „Aber wir sagen es doch dem Daddy.“ Jim legte den Arm um Mary und küßte glückselig ihre roten Lippen. Sie standen am Heck und blickten dann verträumt auf das blaue Meer. Hin und wieder flogen ganze Schwärme fliegender Fische aus dem Wasser empor und wurden dann von der Abendsonne beleuchtet, die sich wie eine feurige Kugel ins Meer senkte. Purpurn färbte sich im Osten der Himmel. „In dieser Nacht schlafen wir schon an Bord der„New Orleans", Jim.“ „Ja, Mary— Daddy wird dort schon einquartiert sein.“ Ganz schgr. zu verfinlen uns u. Jetzt war die Sonne ganz versunren und die Dämmerung nahm rasch zu. Die ersten Lichter der Küste wurden sichtbar und die Jacht bog in den Sulphur=Kanal ein..6 5nan der 9. „Dort liegt Sandy Beach“, rief ihnen der Kapitän von seiner Brücke zu und zeigte nach der Küste, wo am Fuße des Mount Davis ein Stück der breiten Autostraße zu sehen ist. Jim und Mary blicken sich glücklich in die Augen und denken an ihre Nachtfahrt. Und dann wird der Riesendampfer„New Orleans“ sichtbar mit seinen leuchtenden Bullaugen, der am Pier verankert liegt. Mit Rikschas fahren sie zum Hotel, denn die Wagen sind schon auf dem Dampfer verfrachtet. Dort ist alles zur Abreise bereit. Leise rauscht der laue Wind durch das Laubwerk, das vom Mondlicht beleuchtet, und einige marmorne Standbilder schimmern bleich in der Dunkelheit des Parkes, der sich weithin um das Hotel erstrecte.„.genhug„lant Ai. Leises Geflüster. orgenowo piept ein Vogel im Schlaf. Eine warme Sommernacht, verlockend und süß. Sterne stehen groß und leuchtend am Firmament. Versteckt liegt eine Bank im Schatten des Buschwerks, auf der sich ein Paar niederläßt. „Zu ihren Anbetern zählst du also jetzt, Alex?“ „Ja,— staunst du nicht?“ „Es fehlt nur noch, daß du mir sagst: Ich bin verliebt in sie.“ „Aber, Lo— bist du etwa eifersüchtig?“ „Mach dich nicht lächerlich, mein Lieber.“ „Lo,— du weißt doch, daß ich nur dich liebe.“ Schweleen.(Fortsetzung solgt.) Die Welt im Abenteuer DD5 BobtoeeDee Die Entdeckung der Goldfelder im ehemaligen Deutsch-Neuguinea und der Triumph der deutschen Flugzeuge katsachenbericht von Erich R. Keilpflug II. *, Un Die australische Verwaltung nimmt es zunächst sehr ernst mit ihrem„Mandat". Für die ersten Jahre nach dem Kriege verbietet sie daher das Betreten des Innern der Insel für jedermann, bis entschieden worden sei, wem die Kolonie dann endgültig gehören werde. Trotz der weitgedehnten und spärlich besiedelten Küste ist dies Verbot leicht zu überwachen, weil jeder Marsch ins Innere die Zusammenstellung einer Expedition erfordert, die nur an den wenigen größeren Orten erfolgen kann. Von den australischen Goldgräbern sind viele in dem Blutbade geblieben, das die Türken an den Dardanellen unter dem Anzac (Australian& New Zealand Army Corps) anrichteten, andere an der Irak= oder PalästinaFront. Von denen, die wiederkommen, lassen sich alle durch das Verbot abschrecken und wenden sich anderen Aufgaben zu. Nur einer macht eine Ausnahme: Shark Eye Park. Er ist wunderlicherweise militäruntauglich gewesen. Nun geht er nach Neuguinea und beginnt seine alte Suche nach dem Gold von neuem, als gäbe es keine Behörden und Verbote. Und keine Behörde vermag ihn zu fassen, denn er verschwindet einfach spurlos im Busch, taucht dann bisweilen, nach Monaten oder einem Jahr, wieder auf, um sich neu auszurüsten, und verschwindet wieder ebenso spurlos und geheimnisvoll in den unermeßlichen Urwäldern. Sein Trick ist sehr einfach, will sagen: scheinbar sehr einfach. Er brauchte keine große Karawane; er geht allein, von—2 Boys höchstens begleitet, die ihm das Allernötigste tragen. Später legte er sich als besonderen Luxus noch einen dritten Mann, nämlich einen chinesischen Koch zu. Eine so kleine Karawane ist natürlich unerhört leicht beweglich, aber es ist nicht jedermanns Sache, ohne Lebensmittel loszumarschieren in einen Urwald, der fast kein Wild birgt. Denn das bedeutet,— und hier wird die Größe seiner Leistung klar,— daß er wie ein Eingeborener leben kann, absolut bedürfnislos, von Brotfrucht, Yams und wie das tropische Gemüsezeug sonst heißt. Es bedeutet ferner, von Eingeborenendorf zu Eingeborenendorf ziehen, um diese Lebensmittel dort irgendwie zu bekommen. Und diese Eingeborenen sind samt und sonders eifrige Kopfjäger und Menschenfresser! Aber hier kam diesem Park offenbar eine Eigenschaft zugute, die ihm den Namen Haifischauge eingebracht hatte: dieses sonderbare, unheimliche Auge, das ihm eine ganz besondere, geradezu hypnotische Macht über die leicht erregbaren Eingeborenen gegeben haben muß. So zog er durch das Innere der grünen Insel, die Gebirge hinauf und hinab, und dann wieder mal an die Küste zurück und suchte das Gold, die großen Vorkommen. Nicht besessen, nicht im Goldrausch, sondern ruhig, mit Sachkunde und Zähigkeit und als Fachmann. Und dann endlich fand er sie. Am Caronga Creek, einem Nebenflüßchen des Bulolo, unterhalb der Kaindi Range. Die Australier behaupten, das müsse schon 1921, spätestens 22 gewesen sein. Gotdsuchen auf der Landkarte Niemand erfuhr zunächst etwas von dieser Entdeckung. Park fürchtet den Run auf die Goldlager, vor allem den Run der Unerfahrenen, die mit Lackstiefeln und VulkanfieberKoffern ankommen würden. Das mußte in diesem Lande unausdenkbare Katastrophen geben. Als der Run dann 1926 doch einsetzte, trotz aller Vorsichtsmaßregeln, löste die Mandatsverwaltung das Problem auf eine ziemlich einfache Weise. Sie forderte von jedem Ankommenden, daß er den Besitz von 550 Pfund, nach damaligem Kurs etwa 11 000 Mark, nachweise. Aber für eine Weile sitzt Park noch ganz allein in den Wäldern am Caronga Creek. Und zuerst werden die ausstralischen Regierungsbeamten aufmerksam. Was macht dieser geheimnisvolle Bursche eigentlich immer da droben im Gebirge? Hat er was gefunden oder nicht? Und wo steckt er? Man sollte ihm nachspüren. Denn schließlich hat eine Regierung ja ein begreifliches Interesse daran, zu erfahren, was in dem ihrer Obhut unterstellten Land vor sich geht. Beamte indeß, selbst Kolonialbeamte, können nie sehr weit und sehr lange von ihrem Büro fort, und so kommt einer von ihnen — der später noch eine ziemliche Rolle in der Entwicklung der Dinge spielte— auf eine gute Idee. Er besorgt sich die beste Karte von dem bisher noch sehr wenig bekannten Innern der Insel und bezeichnet jeden Ort, an dem Shark Park gesehen worden ist mit Fähnchen. Irgendwo müssen sich ja die Fähnchen auf der Karte etwas dichter zusammenscharen und das ist dann die Gegend, in der er vermutlich arbeitet. Nun heißt es, nur recht viel Nachrichten über ihn zu sammeln. An jenem Ort an der Küste ist er aufgetaucht, später an jenem andern. Da ist ein Missionar auf einer Station einige Kilometer im Innern. Bei dem ist Park gewesen und hat sich gesund pflegen lassen. Und da sitzt ein gewisser Mr. Nettleton an der Küste; bei dem ist Park beobachtet worden und einige Wochen später ist Nettleton selbst ins Innere verschwunden. Nicht viel später werden auch die australischen Goldgräber aufmerksam. In Samarai, einem größeren Ort der Ostspitze der Insel, sitzen sie und schnüffeln umher. In Rabaul, auf Neubritannien, dem Hauptsitz der Mandatsverwaltung, raunen sie ebenfalls in den Bars miteinander. Hat Park nun was gefunden oder nicht? Schon gehen Gerüchte um und nennen Ziffern. Und zwei Goldgräber, erfährt man nachträglich, Dorer und Sloane, sind auch ins Innere von Neuguinea gelangen, nach dem Bulolo hinauf, und zwar ohne von Park zu wissen, rein ihrem Instinkt folgend. Jener Beamte, der Park auf der Karte suchte, hat sich eine Schürfkonzession erwirkt und ist ebenfalls nach dem Bulolo. Mit einem Male ist es zu einer Art von Gewißheit geworden, daß die vom Bulolo durchströmte Hochfläche derjenige Ort sei, welcher ... Niemand weiß zu sagen, warum. Und in Melbourne hat sich, wie die Zeitungen wissen wollen, schon ein Syndikat gebildet, das die noch gar nicht bekannten Goldfelder ausbeuten will. Schließlich sickert gar die wohlverbürgte Nachricht durch, daß beim Postamt in Rabaul regelmäßig Goldsendungen durchlaufen, kommend von Neuguinea und bestimmt nach Astralien. Und das ist schließlich kein Wunder, das mit den Goldsendungen, denn immerhin sind jetzt, Mitte 1924, ungefähr schon ein Dutzend Leute im Golddistrikt. ee sckapet das Geld zur Küste? Diese paar weißen Männer gewinnen, unter allen erdenklichen Entbehrungen, das gelbe Metall nach den bis in die neueste Zeit unverändert gebliebenen Methoden, mit denen Menschheit von je ihr Gold aus der Erde holte. Man baut eine am Boden mit Rillen versehene Holzrinne, die einen ganz bestimmten Neigungswinkel haben muß, läßt Wasser hindurchlaufen und schüttet die goldhaltige Erde hinein. Die Strömung des Wassers reißt die Erde und die leichteren Steine mit sich, die schweren Goldkörner bleiben in den Rillen hängen, wo sich auch der Goldsand in Form von Schlamm ansammelt. Aber wer schafft das Gold zur Küste? Die Goldgräber wollen ihre kostbare Zeit natürlich nicht damit vergenden.— Nun, wozu gibt es denn Arbeiterwerber in der Südsee, seit der Zeit, seit die ersten Weißen auf den Inseln Plantagen anlegten und farbige Arbeiter brauchten? Die Arbeiterwerber müssen braune Träger heranschaffen. Zum Arbeiterwerben muß man einen Schoner besitzen oder gechartert haben, mit dem man nach irgendeiner wilden Menschenfresserinsel, den Salomonen oder den Santa Cruz fährt, wo man dem Häuptling europäischen Krimskrams, früher auch Waffen und Rum dafür bietet, daß er einem die jungen Leute des Dorfes auf zwei oder drei Jahre überläßt. Hat man seinen Schoner voll mit Braunen, fährt man zu den Inseln, auf denen sich weiße Plantagen befinden. Man sieht schon, das Arbeiterwerben in der Südsee ist kein Honiglecken, sondern recht gefährlich; Arbeiterwerber waren denn auch immer ziemlich wilde und skrupellose Leute, die früher, bevor sich die Kolonialmächte darum kümmerten, ganz böse Sachen machten, die häufig verfluchte Aehnlichkeit mit Menschenraub hatten. Und die heimkehrenden Braunen brachten meist wenig Geld, dafür aber um so mehr Krankheiten mit. Das ungeregelte Arbeiterwerben hat unendlich viele Inseln Melanesiens entvölkert. Der Hauptverdienst des Arbeiterwerbens besteht nun aber in der Provision, die der weiße Arbeitgeber ihm für die braune Arbeitskraft zahlen muß. Und da nun die Nachfrage nach Trägern auf Neuguinea so gestiegen war, betrug die Provision pro Träger erst 1, dann 10 und stieg später bis 25 Pfd., also 500 Mark. Die Lebensmittel, die den Frühling in den deutschen Alpen Ein Bild aus dem Chiemgau mit grünen Matten und idyllischen Ortschafter Niesen der Bergwelt überragt werden. en, die von den (Scherl—.) Goldgräbern hinaufgeschafft werden müssen, stellen sich dadurch natürlich enorm teuer, und das Neuquinea=Gold hat einen schlechten Preis auf dem Weltmarkt, da es stark silberhaltig ist. Die Goldgräber haben ständig sorgenvoll zu rechnen, ob sich denn die ganze Sache überhaupt noch lohnt. Kein Wunder, daß von allem Anfang an die Frage diskutiert wurde, ob man diese Kamalitäten nicht durch Einsatz von Flugzeugen beheben könne. Aber es waren nur schöne Träume, denn noch bestanden die meisten Flugzeuge aus Holz mit Leinwandbespannung. Das bedeutete, daß ein Flugzeug wenig Chancen hatte, eine Neuguinea=Regenzeit zu überstehen. Dazu kam, daß ein Träger, der einen 50Pfund=Sack Reis nach dem Bulolo hinauftrug, 15 Pfund davon auf dem Wege verzehrte, denn dieser dauerte im Anfang nicht weniger als drei Wochen. Drei Wochen für etwas über 100 Kilometer! Aber ein Weg durch einen unbeschreiblich dichten Urwald, über ein himmelhohes Gebirge, hinauf und hinab und wieder hinauf und hinunter über die„Razor=Backs“, die zahllosen, einzelstehenden, scharfkantigen Berge dieser Gegenden! Lae, eine neuentstandene Siedlung in der Nähe der Mündung des Markham, und vor allem Salamana, weiter östlich davon an der Küste, sind die Ausgangspunkte dieser dornenvollen und höchst ungesunden Reise. Und nach Salamaua beginnen nun auch die Leute aus aller Herren Länder zu strömen, in den merkwürdigsten Fahrzeugen oft, einzelne sogar im offenen Walboot. Aber schon 1925 nimmt sich die große, im ganzen Pazifik bekannte australische Reederei Burns Philp der Verkehrsfrage an und läßt ihre Dampfer Salamaua anlaufen. Hier, in Salamaua liegen auch die von droben herabtransportierten Goldsendungen oft wochenlang in einem einfachen, einem gewissen Mr. German gehörigen Schuppen, ehe sie verschifft werden können. Es spricht für die musterhafte Ordnung, die die Behörden zu halten wußten, daß man fast nie von unlauteren Elementen, von Diebstählen an Goldsendungen, oder anderen Verbrechen hört, die die Geschichte der kalifornischen Goldfelder so blutig gefärbt haben. das Dorade teuchtet auf Hundert Kilometer weiter droben, in Zeit gerechnet drei Wochen entfernt, arbeiten inzwischen die Goldwäscher am Coranga, und wer nun so spät noch hinkommt, muß sich mit unergiebigen Claims begnügen oder muß weiterziehen, sich neue gute zu suchen. Und das geschieht. Man zieht den Bulolo weiter abwärts und entdeckt die sogenannte Bulolo Gorge, eine Reihe von Stromschnellen des Flusses, aus denen sich so wunderschön eine Masse Elektrizität gewinnen ließe! Wenn man nur wüßte, was damit anfangen in diesem Urwald, in dem es nicht mal Eingeborene und Menschenfresser gibt. Denn merkwürdigerweise ist die ganze Umgebung der Goldfelder völlig leer von Eingeborenendörfern. Sie scheinen die Gegend instinktiv gemieden zu haben. Warum, hätten sie vielleicht selber nicht gewußt,— vielleicht ist auch nie einer auf die Idee gekommen, sie zu fragen. Aber die Sache hatte das Gute, daß Besitzstreitigkeiten mit den Eingeborenen und die daraus unvermeidlich folgenden Kämpfe zwischen den Weißen und Braunen vermieden wurden. Weiter vordringend, entdeckt nun Red Crakeley am Bulolo unterhalb der Gorge Gold in den vom Fluß angeschwämmten Uferbänken. Aber während der Grund an Coraga Crek häufig etwa 80 Mark pro Kubikmeter Erde an Gold enthielt, enthält dieser nur ein, zwei oder drei Mark. Es ist eine lächerliche Entdeckung! Ein Goldgräber müßte steinalt werden, ehe er seine ersten 10000 Mark aus diesem Grunde mit der Waschrinne ausgewaschen hat. Aber man soll nicht vorzeitig spotten. Auch für diese Gegend wird ein Tag kommen, ein sehr großer und wichtiger sogar! Und dann kommt der Tag, wo selbst die ausgepichtesten und ruhigsten Goldgräber am Caronga närrisch werden und vom Goldfieber erfaßt alles stehen und liegen lassen. Die Lager am Edie Creek, auch einem Nebenflüßchen des Bulolo, sind entdeckt, über 2000 Meter über dem Meere.„Die wenigen exaltierten Goldgräber“, sagt eine ausstralische Quelle,„fanden hier Gold über ihre kühnsten Träume hinaus.“ Ich habe nicht feststellen können, ob Shark Eye Park unter diesen war. Ich glaube es nicht. Er war nicht nur als Fachmann klug, sondern auch sonst besonnen. Er kannte seinen Zeitpunkt stets, er wußte, wann seine Glocke geschlagen hatte, wenn es genug war. Um die Zeit der Entdeckung von Edie Creek verkauft er seine Claims und zieht zum letzten Male hinunter an die Küste, um sich mit dem, was ihm die ungeheuren Transportspesen übriggelassen hatten, in Canada anzukaufen. Damit verschwindet der Held so vieler stiller und zäher Kämpfe gegen den unbarmherzigen Urwald und gegen ebenso unbarmherzige Eingeborene aus dieser Geschichte. Aber immerhin soll er in seinen besten Zeiten pro Tag eine Ausbeute von(angeblich) über 10000 Mark gehabt haben. (Fortsetzung folgt.) A Seude 8 Fumor Jetzt geht's nach Lindenau Das war in jener Zeit, als es noch fahrende Leiermänner gab, die ihre Leierkästen auf einen Kutschwagen festmontiert hatten und damit von Dorf zu Dorf fuhren und an den Sonntagen ihre Leier zum Tanz drehten. Da kam einmal einer von dieser Zunft mit einem Leierkasten am späten Abend in ein westdeutsches Vors. Vor dem Wirtshaus hielt der Wagen. der fahrende Künstler bat um Aufnahme und fand Unterkunft für sich und sein Pferd. Doch für den Leierkasten war kein Platz vorhanden. „Geh zum Schulzen!“ riet der Wirt,„vielleicht erlaubt der dir, daß du deinen Orgelwagen im Spritzenhaus unterbringst für eine Nacht!“ Der Orgeldreher tat also. und der Schulze sah ein, daß das kostbare Instrument nicht auf der Straße stehen bleiben konnte, und brummt „Alsdann meinetwegen— fahr das Ding. hal Spritzenhaus. So übernachtete der Instrumentenwagen im Spritzenhaus und der Fahrende Es war eine stockfinstere Nacht. Kein Lichtlein brannte im Dorfe, als es auf einmal beim Schulzen gegen die Tür pochte. Der machte verschlafen das Fenster auf.„Was gibt's denn, zum Teufel?" fragte er. Draußen stand ein Radfahrer.„Drunten in Schöntal ist Feuer!“ rief er aufgeregt.„Ihr sollt mit eurer Spritze kommen. Wir schaffens nicht allein!“ Alsbald fuhr der Schulze in die Kleider und weckte den Knecht.„Willem. hol den Jochen und den Franz! In Schöntal brennts, wir müssen mit der Spritz hin. Spannt ihr schon immer an und fahrt mit der Spritze vor, ich rus indessen die anderen, wir kommen nach!“ Willem stand mit den beiden Pferden schon vor dem Spritzenhaus, als das Feuerwehrhorn erscholl. Franz und Jochen rissen das Tor auf. spannten in der Dunkelheit die Pferde vor den Spritzenwagen. schwangen sich hinauf. und schon rasselte der Wagen durch das Dorf. Jetzt beginnt die Landstraße nach Schöntal. Bergab geht es hier, ziemlich steil.„Zieh die Bremse an!" brüllt Willem. Ein Rumoren hebt an.„Verdammt, ich kann die Kurbel nicht finwied vur wilden uud finden in der schwarzen der erthyt Zieg f: rit fester Sand drebt Franz Der Spritzenwagen aber stand einsam und lassen in seinem Behältnis... Erfahrung Minna wir in„Lohengrin" gewesen. „Wie hat es Ihnen gefallen, Minna? Minna, das Mädchen, meinte: „Genau so wie im Leben! Nie wollen einem die Männer sagen, wie sie heißen!“ Befeiedigter Ehegeis oder ein unerwünschtes Reiterabenteuer Zeichnung: Sturtzkopf(Scher!—.) Schreck um Jolanthe Ichweineglück und Eutentragödie Uns wird ein Geschichtchen berichtet, das sich vor einiger Zeit im Oldenburgischen ereignet haben soll. Diese Geschichte ist so hübsch, daß wir sie unsern Lesern nicht vorenthalten wollen, allerdings schicken wir vorsichtshalber das Motto voran:„Si non e vero, e bene trovato.“ (Wenn es nicht wahr ist, so ist es doch gut erfunden.) Auf einem Bauernhof erwartet man Familienzuwachs im Schweinekoben. Stündlich erst, später alle fünf Minuten betritt der Bauer den Stall. denn schon längst hätte es„losgehen“ müssen. Aber scheinbar ist da etwas nicht in Ordnung. Man entschließt sich daher, ärztlichen Beistand herbeizuholen. Der Doktor kommt und hält eine künstliche Entbindung für erforderlich, die denn auch gleich vorgenommen werden soll. Zu diesem Zweck wird„Jolanthe“ mittels eines ins Fressen geschütteten Betäubungsmittels in den erforderlichen tiefen Schlaf versetzt und der Rest des im Trog verbliebenen Futers auf den Misthaufen geworfen. Die Operation gelingt, und wenige Minuten später quieken fast ein Dutzend rosigroter niedlicher Schweinchen im Koben. Alles atmet befreit auf, der Bauer und auch— Jolanthe. Aber als der Bauer auf den Hof tritt, traut er seinen Augen nicht. Die ganze Entenfamilie liegt tot, mausetot, am Boden. Ja, da half kein langes Besinnen. Retten, was noch zu retten war. Die ganze Bauernfamilie begann die noch brauchbaren Federn der Enten auszurupfen, was denn auch in aller Eile und nicht ganz ohne Aufregung geschah. Nachdem die Arbeit getan war, warf man die gerupften Leichname auf den Misthaufen und begab sich an den Frühstückstisch, um sich zu stärken. Wer beschreibt aber das Erstaunen des Knechtes, der als erster nach getaner Atzung den Hof wieder betrat. Er blieb verdutzt stehen, denn die toten Enten erhoben sich, ebenso laut schnatternd wie nackt gerupft, nacheinander vom haufen und schnatterten sich ob ihrer Blöße gegenseitig an. Der Knecht glaubte an eine Zauberei des Satans. Aber die Aufklärung kam durch den Bauern. Die Enten hatten das mit Chloroform vermischte Schweinefutter verputzt und waren in tiefen Schlaf gefallen. Das„Rupfen“ hatten sie nicht gemerkt, erst beim Wiedererwachen sahen sie die Bescherung. Der Bauer hatte beides: Ein Dutzend rosenroter Schweinchen und Sauchen und— eine gerupfte Entenfamilie.— Wer den Schaden hat. braucht für den Spott nicht zu sorgen. Der Kettenrat : Ein Mann, der den Husten hatte, war aus: g e g a n g e n, u m e i n M i t t e l g e g e n s e i n e K r a n k h e i t zu kaufen. Auf seinem Wege strahlte ihm von * einer großen Giebelfläche ein ebenso groß auf“ g e m a l t e r M a n n e n t g e g e n, d e r e i n r i e s e n h a f t e s * Bonbon in den Mund steckt. Und da nicht ohne * weiteres einzusehen ist, daß wir alle es auch * s o m a c h e n m ü s s e n, s t a n d d a z u a u f g e z e i c h n e t: Nehmt Balduins Hustenbonbons!— Das war das erste Glied einer Kette von Ratschlägen, die— endlos— von geschäftiger Hand geschmiedet ist.. 1626 S Unser hustender Freund taufte einign Balduins Hustenbonbons. Und wie er so das zweite Bonbon auswickelte, da entdeckte er auf dem Papierchen einen Aufdruck: Schneller gesund durch Balduins Hustentee und Balduins HustenDer Mann wurde bleich. Wie konnte er aber auch seine Gesundheit so vernachlässigen! Und er erstand ein Paket Balduins Hustentee und ein Fläschchen der bewährten Tropfen. Er kochte den Tee genau nach der Vorschrift. und wie er so wartet, daß das Wasser sieden soll. las er auf dem Hustenteevaket, daß wiederum Balduins Hustenbonbon noch immer das beste Mittel seien. aber der Husten komme zumeist von kalten Füßen:„Darum beziehe bei unserer Schwesterfirma die guten Antihustenhausschuhe mit der extrastarken Doppelsohlenhusteneinlage.“ So schloß die Empfehlung. Genug. Der Mann gelangte über Lungenbalsam und Bronchienöl zum Gebirgskräuteraroma in der Büchse und fand daselbst die aufgedruckte unbedingte Notwendigkeit eines Gebirgskräutergartenaufenthaltes verzeichnet. Da wurde unserem Freund die Sache doch zu bunt. Und als er wieder einmal einen Husten bekam, hat er einfach einen Löffel Rizinusöl geschluckt. Und nun soll er mal husten! Durchaus begreiflich Wulle warb um ein Mädchen. Des Mädchens Vater fragte: „Können Sie auch eine Frau ernähren? Wulle erwiderte: „Wenn Sie mir unter die Arme greifen, daß ich auf eigenen Füßen stehen kann, werde ich Ihre Tochter auf Händen tragen.“ * Wimmer sucht eine Wohnung. Die Wirtin fragte mißtrauisch: „Sind Sie Schachspieler?“ Nein.“ „Ich vermiete nur an Schachspieler.“ „Warum?“ „Weil sie erst nach langem Ueberlegen ziehen.“ SCHACH Schachaufgabe von K. Helling a b e d* 4 5 1# W 8 7 6 5 4 3 2 1 ab* 4" 1* 5 In der Aufgabe von H. F. L. Meyer zieht Weiß an und soll spätestens mit dem dritten Zuge matt setzen. Mit dem ersten Zuge räumt eine der weißen Figuren den Weg für den Angriff der Dame. Silben=Kreuzworträtsel Waagerecht: 1. Griechische Insel 3. Blutgefäß 4. Stadt in Sachsen 6. römischer Kaiser 7. Stockwerk 9. Stadt im Rheinland 10. Kurort in der Schweiz 12. radioaktives Element 14. Weissagung 16. berühmter Geigenbauer 18. Figur aus„Lohengrin“ 19. Morgenland 21. Mischgericht 22. überseeische Telegraphendrahte in Schutzhülle 23. Planet 24. Stadt in Spanien. Senkrecht: 2. Weihnachtsschmuck 3. Kurort in der Schweiz 5. Alkalimetall 7. Paradies 8. Stadt in Thüringen 11. portugiesische Insel im Atlantischen Ozean nahe der Küste Marokkos 13. Wahl zwischen zwei unangenehmen Dingen 14. Stadt in Japan 15. Maurerwerkzeug 16. griechische Göttin der Verblendung 17. Wortschwall 20. Germane. Rösselsprung Kreuzworträtsel Bedeutung der einzelnen Wörter a) von links nach rechts: 1 Nahrungsmittel, 4 weiblicher Vorname, 7 griechische Sagengestalt, 8 alte Erzählung, 10 Fluß in Spanien, 12 Fußweg, 13 Gelaß, 14 Gewässer, 17 Geldgeschäft, 20 weiblicher Vorname, 21 alte Standesbezeichnung, 22 enge Oeffnung, 23 Küchengerät, 24 Schwimmvogel: b) von oben nach unten: 1 Pferd, 2 weiblicher Vorname, 8 Nebenfluß des Rheins, 4 Kellner, 5 Fluß in Pommern, 6 Ur=Teilchen, 9 Stadt in Griechenland, 11 verfallenes Gebäude, 14 Nagetier, 15 Schluß, 16 Verbrechen, 17 Verwandte, 18 Stadt in Arabien, 19 Futterpflanze. Silbenrätsel a— ar— beest— bert— bir— burg— che— chei— dal— dik— ei—40— er— far— sich— ge— ge— har— kan— la— lau— lau— ma— mer— nie— ri— rin — ros— roß— salz— sas— sen— set— ta— tau— te— te— tel— tor— und — breau— wa Aus vorstehenden Silben sind 16 Wörter zu bilden, deren Anfangs= und Endbuchstaben von oben nach unten gelesen, ein Sprichwort ergeben (ch= ein Buchstabe). Die Wörter bedeuten: 1. rumänischer Landesteil 2. nordamerikanischer Staat 3. Antilopenart 4. balsamische Sträucher des Mittelmeergebiets 5. ungarische Weinstadt 6. Landwirt 7. Stadt in Anhalt 8. Metall 9. norwegische Schriftstellerin. 10. Fehllos 11. unumschränkter Herrscher 12. österreichisches Land und Stadt 13. Ledersorte 14. Männername 15. mitteldeutsches Gebirge 16. ehemaliges südrussisches Gouvernement. Auflösung aus voriger Rumme. Schachaufgabe von H. Kirschner 1. Ld8—a5(Drobung XD1-) Lh4—e1 oder b6(), 2. La5—c3 LX3. 3. Da3—a1+: 1. Kei—b1(), 2. Le2—03- Th2—c2, 3. La5—c3: 1. Kei—c2(). 2. Le2—03- Kc2—c1. 3. Da3—01Silbenrätsel 1. Westerwald. 2. Eosin, 3. Rheingau, 4. Falke, 5. Rottweiler, 6. Erbhof. 7. Uhde, 8. Nikotin, 9. Drillich, 10. Erato, 11. Oktant, 12. Haleb. 13. Nicolai, 14. Eolienne. 15. Fibel, 16. Espenlaub, 17. Horizont, 18. Limbach, 19. Efen. Rhodos.— Wer Freunde ohne Fehler sucht, bleibt ohne Freund. Kreuzworträtsel a) 1 Kampf, 4 Los, 7 Jdol, 8 10 Karte. 11 Lias, 13 Seim, 14 Armut, 17 Terek, 20 Titus, 22 Tara, 24 Erik, 26 Arena. 27 Bei, 28 Leba, 29 Fenn, 30 Ale, 31 Milan; b) 1 Kiel, 2 Adria, 2 Mozart, 4 Lore, 5 Ostia. 6 Stemme, 8 Pastete, 12 Smekana, 15 Uri, 16 Motala, 18 Kurbel, 19 Varel, 21 Siena, 23 Rebe, 25 Kinn. Füllrätsel: 1. Original. 2. Norwegen. 3. Florfina, 4. Panorama. 5. Kormoran, 6. Nußdorf, 7. Labrador. Kartenrätsel Der Tod bricht die Bande des Lebens. Knigge in der Natur Wanderer und Ausflügler, Sommerfrischler und Wochenendgäste Lange genug bin ich in meinem Versteck gesessen. habe ich mich über so viele unter Euch geärgert. die da hinausvilgern zu Mutter Grün. ohne ihr recht dankbar zu sein für ihre offene Hand. Recht und billig ist es, daß ich mit Euch wandere und Euch erzähle von grünen Wäldern und bunten Blumen. von stillen Wegen und einsamen Tälern, von freundlichen Dörfern und gastlichen Stätten. Jawohl. Rechte fordert Ihr alle, genießen wollt Ihr immerfort. Eure Gesundheit soll sich kräftigen für Arbeit und Beruf in der Tretmühle dieser Welt. Aber wenn Ihr etwas von Pflichten hört, von Anstand und Benehmen draußen in der Natur. dann seid Ihr nicht selten entrüstet, spielt Ihr wohl die Beleidigten und sagt:„Sind wir nicht sein gesittet und gebildet im Umgang mit Menschen, Messern. Gabeln und Löfseln?" Haben wir nicht im„guten Ton gelesen?“ Das stimmt, muß ich Euch da erwidern, aber warum nehmt Ihr Eure Kinderstube denn nicht mit auf Wanderung und Reise? Wenn Ihr bei jedem Kilometerstein„entzückend“ sagt und im gleichen Atemzuge Eure Kaffeeflasche gegen den nächsten Baum schmettert, so weiß ich nicht, was bei Euch mächtiger ist: Der Naturfreund oder das Waldferkel. Eure Freude an Gottes Geschöpfen muß zur helfenden Tat reifen! Eure Naturliebe muß zum Naturschutz hinaufwachsen; das ist es, was ich Euch vorab sagen muß. Erwartet nun nicht den lauten Schall einer Moraltrompete oder eine lange Reihe tantenhafter Ermahnungen. Ich sag es Euch frei und geradeaus. So wie der Fink, der es keck vom Baume schmettert. Und dazu laut und deutlich, sonst merkt Ihrs nicht. 1. Dein Wanderstab eignet sich gut zu Treff= und Fechtübungen. Zeige den Blumenstengeln, daß Du ihnen mit Deiner Kraft gewachsen bist! Das stärkt das Selbstbewußtsein und unterstreicht Deine Ansicht, daß der Mensch tatsächlich die Krone der Schöpfung ist. 2. Verweilst Du auf einer Ruhebank, so laß die Gelegenheit nicht vorübergehen. Deinen Betätigungstrieb zu befriedigen und in dem Holz Deine graphische Kunst niederzulegen! Man wird Dich um Dein Können beneiden. 3. Laß Dich nicht abhalten, einen riefigen Blumenstrauß zu pflücken. Wird er Dir unterwegs lästig, so wirf ihn getrost in den Straßenstaub! Niemand wird bezweifeln, daß Du ein gebildeter Mensch bist. 4. Erblickst Du einen Baum mit glatter Rinde, so lege unverzüglich Deine Anschauungen über Politik, Liebe und Verdauung mit dem Messer darin nieder! Du hinterläßt der Nachwelt ein wertvolles Dokument. 5. Laß Papier, Eierschalen und Zigarettenschachteln nach beendetem Mahle getrost auf der Raststelle liegen. Du gibst Deinen Mitwanderern auf diese Art und Weise am einfachsten Aufschluß über Deine Kinderstube. 6. Du kannst auch im Walde ruhig Deine Zigarre rauchen. Dein aufmerksamer Hintermann wird schon darauf achten, daß Dein fortgeworfenes Streichholz nicht weiterglimmt. Der Stummel auf dem Waldwege dient wesentlich zur Verschönerung des Landschaftsbildes. 7. Fährst Du mit Deinem Mercedes zu Mutter Grün, so rase im 80=Kilometer=Tempo. Die Staubwolke auf der Landstraße erhöht nicht nur den Genuß der Wandergruppen, sie verdeckt auch das Nummernschild. Das ganze nennt man Automobilmoral. 8. Schmücke Dein Heim mit einem Photo von Deinem letzten Sonntagsausflug.: Die Filmlasche kannst Du ohne Bedenken nach gelungener Aufnahme in die Luft flattern lassen. Du erinnerst mit dieser Sitte an die Gewohnheit gewisser Tierarten, die auch hier und da ihre Vifitenkarte abgeben. Der Natur=Schutzmann. Die Geburt im Backhause Von Walter Schmidt Navoleon hatte auch unsere Heimat seinem Reiche einverleibt und in dem„Großherzogtum Berg“ am 1. Januar 1810 das französische Zivilrecht eingeführt. Wollte nun ein Paar den Bund fürs Leben schließen, so mußte sich der Civilstandsbeamte die Geburtsurkunde eines jeden der künftigen Ehegatten übergeben lassen. Der Ehegatte. dem es unmöglich war, sich diese zu beschaffen, konnte sie dadurch ersetzen, daß er eine von dem Friedensrichter seines Geburts= oder Wohnortes ausgenommene Notorietätsurkunde beibrachte. Die Notorietätsurkunde mußte von sieben Zeugen, männlichen oder weiblichen Geschlechts, verwandten oder nicht verwandten. abgegebene Erklärung über die Vornamen, den Namen. das Gewerbe und den Wohnort des künftigen Ehegatten. und Eltern, wenn diese bekannt sind: den Ort, so viel wie möglich über den Zeitpunkt seiner Geburt, und die Ursachen enthalten, welche die Vorlegung der Geburtsurkunde selbst verhinderten. Die Zeugen mußten, mit dem Friedensrichter, die Notorietätsurkunde unterschreiben. Wenn sich unter ihnen solche befanden, die zu unterschreiben nicht verstanden, oder dazu außer Stande waren, so mußte hiervon Erwähnung gehcheben. Die Notorietätsurkunde mußte dem Gerichte erster Instanz des Ortes. wo die Ehe geschlossen werden sollte. vorgelegt werden. Das Gericht gab oder versagte hierauf. nach Vernehmung des Antrages des Kaiserlichen Procurators. seine Bestätigung, je nachdem es die Aussagen der Zeugen und die Ursachen. welche die Beibringung der Geburtsurkunde verhindern, zureichend sand oder nicht. Da nun Herr„D“ seinerzeit heiraten wollte und wieht in der Lage war. eine Geburtsurkunde beizubeingen, sind wir zu einer Notorietätsurkunde ge10 Sahte=Gasitop Käufel Entwicklung in Zahlen— Die Personenstandsveränderungen Zusammengestellt im Städtischen Nachrichten= und Verkehrsamt Castrov=Rauxel kann. Die statistischen Zahlen sind Ergebnisse geleisteter Arbeit, sind gewissermaßen die Bilanz. sind die Grenzsteine, nach denen gemessen wird. Bei ihrem Betrachten soll es nicht damit getan sein, sich zu sagen, in dem und dem Jahre ist es so und so gewesen, sondern man soll sich auch fragen, weshalb war es damals so und damals so, was waren die Ursachen des Aufstieges und Niederganges. Und vor allem: Wie wird die Entwicklung weitergehen, wie kann ich sie beeinflussen, daß sie sich zum Guten wendet.— Bei der oben vorliegenden ersten Statistik, die wir uns heute vorgenommen haben und die gleichzeitig in ihrem Sinne als Spiegelbild der Zahlen. die die Entwickelung der Geburten. Eheschließungen und Sterbefälle in Hundertsätzen widergeben. Ganz auffällig ist, um nur eines herauszugreisen, der große Rückgang des Geburtenrückganges von 15.98 im Jahre 1927 auf 7,9 im Jahre 1933. Das war ein Rückgang um über 50 Prozent innerhalb von nur 7 Jahren! Erst die nationalsozialistische Bevölkerungspolitik hat hier eine Aenderung gebracht. Mit dem heutigen Geburtenstand ist es aber noch lange nicht getan. Zu den einzelnen Zahlenreihen weitere Erläuterungen zu geben, wollen wir uns sparen, da zu jeder viel zu sagen wäre. Neidhardt. Die Willerung im Aprn 1000 za Gastrop=Kauxer a) Meleorologische Einzelheiten: Der diesjährige April hatte eine Mittelwärme von knapp 5½ Grad. Er war reichlich 2 Grad zu kalt und gehört somit zu den kältesten der bisherigen Aprilmonate des Jahrhunderts. Nur die Aprilmonate von 1903 und 1917 hatten noch kältere Mitteltemperaturen, und die Aprilmonate von 1922 und 1929 hatten ungefähr die gleiche Durchschnittswärme. Wir haben in diesem Jahre das Kuriosum erlebt, daß der April kaum ½ Grad wärmer war als der Januar und noch ¾/ Grad kälter war als der März. Die höchste Wärme wurde am 26. April nachmittags mit 17 Grad Wärme erreicht. Den niedrigsten Stand zeigte das Thermometer in der Frühe des 14. April mit 4 Grad Kälte(Minimum des diesjährigen Januar nur 3 Grad Kälte!). Der wärmste Tag, der 1. April, brachte es auf 12.2 Grad Durchschnittswärme; dagegen hatte der kälteste Tag. der 22. April. nur.5 Grad Mittelwärme. Das mittlere Minimum betrug.7, das mittlere Maximum.7 Grad(die normalen Werte sind.9 bzw. 11.3 Grad). Das wärmste Minimum hatte der 1. April mit 9 Grad, das kälteste Maximum der 22. April mit.5 Grad. Die mittlere Veränderlichkeit der Tagesmittel war.5 Grad; die kleinste Difserenz. je.1 Grad, bestand zwischen den Mittelwerten des 5. und 6. sowie des 9. und 10. April. die größte,.8 Grad, zwischen denen des 2. und 3. Avril. Der April hatte nicht weniger als 11 Tage mit Frost (der Januar hatte nur 8 Frosttage!). Außerdem sank an 5 weiteren Tagen die Temveratur nachts auf den Gefrierpunkt. Im ganzen waren 22 Tage zu kalt. 7 Tage etwas zu warm und 1 Tag normal. Der mittlere Barometerstand betrug 758.5 Millimeter reduziert. Den niedrigsten Stand hatte das Barometer am 16. April morgens mit 744 Millimeter, den höchsten am 29. April morgens mit 768.5 Millimeter reduziert. Die mittlere relative Feuchtigkeit der Luft war 83.5 Prozent. Die Feuchtigkeit schwankte zwischen 44 Prozent am Nachmittag des 13. April und 98 Prozent am Abend des 17. April. Die Winde wehten am häufigsten aus nordwestlicher bis nördlicher Richtung. nämlich an 14 Tagen; nordöstliche Winde beherrschten die Wetterlage an 9 Tagen. Dagegen brachten 3 Tage stürmische Luftbewegung. Die Niederschlagsmenge des Monats war enorm hoch. Es fielen im ganzen 151.8 Millimeter. d. i. das 2¼ fache des Normalbetrages. Meßbare Niederschläge gab es an 18 Tagen. Die kleinste Menge, je.3 Millimeter, siel am 23. und 25. April. Andererseits brachte der Dauerniederschlag vom 17. zum 18. April(Regen mit nachfolgendem Schneesturm) die sonst nur trovische Verhältnissen entsprechende, für uns aber geradezu unerhörte Niederschlagsmenge von 724 Millimeter, d. s. mehr als 72 Liter auf den Quadratmeter. Die Niederschläge erfolgten an 3 Tagen in Form von Schnee. an 5 Tagen als Regen und Schnee, sonst als Regen. Eine Schneedecke von 10 bis 15 cm Höhe war an 1 Tage vormittags vorhanden. Nebel wurde an 3 Tagen beobachtet. b) Verlauf der Witterung: Der 1. April war bei Südwestwind warm und trübe, aber trocken. Am 2. April herrschte trübes Regenwetter: es fielen bis nachmittags.4 Millimeter Niederschlag bei milder Temperatur. In der Nacht zum 3. April trat ein starker Temperatursturz ein und es sielen.2 Millimeter Regen. Das Wetter blieb nun ohne Unterbrechung kalt bis zum 24. April einschließlich. Am 4. und 5. April war es veränderlich und kalt mit Nachtfrost am 5. April. Nach 1½ Grad Nachtfrost war der 6. April trübe und kalt. Am 7. April trat nachmittags Aufheiterung ein: doch blieb es recht kühl. Nach leichtem Nachtfrost und Frühnebel verlief der folgende Tag sonnig und kühl. Am 9. und 10. April war das Wetter veränderlich und kühl: der 10. April hatte wieder Nachtfrost. Der 11. April war bei wechselnder Bewölkung kalt und brachte mittags einen Grauvelschauer: 1 Millimeter. Abends trat Frost ein. Der Ostermorgen begrüßte uns mit.7 Grad Kälte: der Tag verlief auffallend kalt und meist wolkig und brachte abends einen Schneeschauer(.8 Millimeter). Auch der Montag war nachts frostig und tagsüber kühl und veränderlich. Der 14. April brachte den stärksten Nachtfrost des Monats(— 4 Grad): tagsüber war es sonnig und kühl. Nach leichtem Nachtfrost verlief der 15. April 3 Grad wärmer und meist trübe mit.5 Millimeter Regen am Nachmittag und Abend. Am 16. April herrschte etwas kälteres, völlig trübes Wetter mit.1 Millimeter Regen des Vormittags. Bedeutend kälteres Wetter mit stürmischen Nordwinden brachte der 17. April; tagsüber fiel andauernd starker Regen. der gegen Abend allmählich in Schnee überging. Nachts gab es einen gewaltigen Schneesturm. und am Morgen des 18. April überraschte uns eine Schneedecke von 10 bis 15 cm Höhe. Der Dauerniederschlag brachte 72.4 Liter auf den Quadratmeter. Der 18. April verlief veränderlich und kalt mit leichten Graupelschauern. Am 19. April herrschte meist trübes, kaltes Wetter mit mehrfachen Schauern, die 3 Millimeter Niederschlag brachten. Nach leichtem Schneeschauer des Nachts war die Witterung am 20. April meist trübe und etwas wärmer mit Regenfällen(.3 Millimeter). Der folgende Tag war wieder kälter und veränderlich mit Regen des Nachts und leichten Grauvelschauern tagsüber(4,4 Millimeter). Noch tälter war der 22. April: bei völlig trübem Wetter ging wieder ein Dauerregen nieder, zeitweise mit Schnee gemischt(.3 Millimeter). Der 23 April war nach 1½ Grad Nachtfrost und leichtem Schneeschauer des Morgens veränderlich und kühl(.3 Millimeter). Am 24. April war das Wetter diesig und trübe mit 7,1 Millimeter Regen. Der folgende Tag war trübe und erheblich wärmer: es sielen.3 Millimeter Sprühregen. Noch wärmer war der 26. April. nachmittags und abends sielen.5 Millimeter Regen. Am 27. April war es wieder kälter mit starken Regenfällen von nachts bis in die Mittagstunden(21.5 Millimeter). Der 28. April verlief bei gleichbleibender Wärme trübe mit.8 Millimeter Regen des Nachts und am Vormittag. Am folgenden Tag trat vormittags Aufheiterung ein: aber es wurde nur mäßig warm. Der letzte Tag verlief bei wechselnder Bewölkung trocken und verhältnismäßig kühl. Kn. Geburt sey, und uneheliche Kinder in vorigen Zeiten nicht in den Kirchenbüchern aufgezeichnet worden. weshalb er eine Notorietäts=Urkunde bedürfte. Zugleich sistirte derselbe auf amtliche Veranlassung zu diesem Behuf sieben Zeugen als: 1. Leineweber Johann Henrich Trottenberg ohngesehr 61 Jahre alt in Obercastrop wohnhaft. ein Nachbar 2. Kötter Johann Diedrich Echterhoff aus Obercast rop 73 Jahre alt 3, Kötter Johann Eberhard Uhlemann 59 Jahre alt aus Mercklinde 4. Colonus Henrich Schwalhoff aus Mercklinde 60 Jahre alt 5, Kötter Johann Wilhelm Linneweber aus Mercklinde 60 Jahre alt 6. Ehefrau Schneider Anna Maria Körbel geb. Papenhoff. 63 Jahre alt 7. Clara Christine Floer aus Obercastrop. 40 Jahre Dienstmagd zu Mercklinde und sagten nach ausgeschworenem Zeugeneide ein stimmig aus. der jetzige Comparent heiße.., und sey ein Arbeits=Mann aus Ober=Castrov. Seine Mutter stamme aus Balmke im Kirchspiel Wattenscheidt und habe sich.., geschrieben. Dieselbe habe Anno Siebzehnhundert Sieben und dreyssig den da maligen Kötter.D. geheiratet. Da gleich darauf der siebenjährige Krieg angegangen, so wäre dieser .„., zum Preußischen Soldaten Dienst weggenommen, weil man damals alle brauchbare junge Mannschaft zum Militairdienst genommen habe. Da die Mutter des Comparenten den Kotten nicht allein vorstehen können so habe sie denselben ihres Mannes Schwester.„., übertragen. welche sich auch darauf verheyrathet und da von ihrem Manne drey eheliche Kinder gehabt und von demselben keine Nachrich erhalten so wäre sie im Backhause von V. gezogg woselbst sie ihn gebohren welches ohngefehr Sechz## Jahre seyn würde wie die älteren Zeugen aus eigener Wissenschaft die übrigen jüngeren aber von ihren Vorfahren gehört hätten. Sie könnten also bezeugen, daß der V. ohngefehr Sechzig Jahre all seyn müßte, wer aber sein Vater gewesen wüßten sie nicht und könnten solchen nicht benennen, weil er unehelicher Geburt sey, könnten auch nicht angeben. obzur Zeit seiner Geburt der Ehemann seiner Mutter als Soldat noch im Leben gewesen oder nicht, indem sie davon nichts gehört hätten. Uebrigens sey er in Obercastror im Backhause des„.=Kottens gebohren und in Castrov in der katholischen Kirche auf den Namen seiner Mutter getauft. Uebrigens sey er gesonnen künstighin sich in Mercklinde als Arbeitsmann zu eerähren und besitze er ein ganz unbeträcht liches Vermögen Nach geschehener Vorlesung und Genehmigung haben Comvarenten dieses Protokoll außer Johann Diedrich Echterhoff. Johann Heinrich Trottenberg. Johann Eberhard Kuhlmann..D. Clara Christine Floer und Anna Maria Körbel. welche Schreibens unerfahren, mit uns Friedensrichter und Greffier eigenhändig unterschrieben. Henrich Schwarthoff. Wilhelm Weber. Brügmann. Friedensrichter Wencker. Greffier. Nach Anhörung des öffentlichen Ministeriums. In Erwägung, daß durch die sogar eidlich vernommene Zeugen die Erfordernisse des Art. 71 des Navoleonischen Gesetzbuches erledigt sind. Bestätigt die vorerwähnte Notorietäts=Urkunde. Gesehen und geurtheilt durch den Tribunals= Präsidenten Bölling und die Tribunalsrichter Schmelz. Möllenhoff und Müser zu Dortmund den zweyten Julii Achtzehn hundert und zwölf. Unterzeichnet: Bölling. Präsident. Koch. Secretair. Ls Großherzogtum Berg. Ruhrdevartement. Tribunal Erster Instanz zu Dortmund. Gebühren: 9 fr. 10 Ct. Harun al Raschids Elefant Der Jobsiadendichter Dr Carl Arnold Kor tum aus Bochum hatte den Auftrag erhalten, einige bei Ausgrabungen an der Lippe, nahe Haltern: gemachte Funde zu beschreiben. Ein Mammutzahn befand sich darunter, so recht etwas für den boshaften Schalk Kortum. In seiner Beschreibung wurde aus dem Mammutzahn ein Elefantenzahn. Wie aber soll ein Elefantenzahn an die Lippe gekommen sein? Nur einmal in der Geschichte ist überliefert. daß ein Elefant nach Deutschland kam. Harun al Raschids Geschenk an Karl den Großen. Durch die Auffindung dieses Elefantenzahnes war also eine„historische Tatsache von Tragweite" fest gestellt, der Ort an dem das unglückliche Tier eingegangen war, war ermittelt. Daß von hier aus Folgerungen möglich sind auf den Ort der Begegnung zwischen den Gesandten Harun al Raschids und Karl dem Großen und darüber hinaus die unmöglichsten Folgerungen, erscheint der Beschreibung selbstverständlich. Sicher beabsichtigte Kortum mit diesem Scher: einen Ausfall gegen die phantastischen Historikerdilettanten seiner Zeit, vor allem wohl gegen den sonderbarsten unter ihnen, den Weitmarer Pastor Petersen. Aber seine Zeitgenossen nahmen den ihnen aufgebundenen Elefanten durchaus ernsthaft. Mehr als ein halbes Jahrhundert stapfte er noch immer vergnüglich durch einen großen Teil der heimatlichen Literatur. Dr. C. J. Brinkmann langt. die die einzigste und auch wohl eigenartigste unserer Heimat aus jener Zeit ist. Die Urkunde selbst hat folgenden Wortlaut: Das Tribunal erster Instanz zu Dortmund Nach Einsicht der von dem Friedensgericht hieselbst unterm Vier und Zwanzigsten Junij dieses Jahres über die Geburt des.„., zu Mercklinde. Mairie Castror wohnhaft, ausgenommenen Notorietaets=Urkunde deren Inhalt folgender ist: * E i n t a u s e n d a c h t h u n d e r t u n d z w ö l i d e n V i e r u n d Zwanzigsten Junii zeigte der Arbeitsmann„., in Merclinde Mairic Castrop wohnhaft an, daß seine Ehefrau Catharine gebohrene Sibbe aus Mercklinde verstorben und er gesonnen sich mit der Anna Catharina H. aus Mercklinde, welche als Dienstmagd ausdiene, wieder zu verbeyrathen. Er sei in Obercastrov gebohren, und in der Stadt Castrop in der Katholischen Kirche getauft, sein Nahme sey aber im Kirchenbuche nicht aufgezeichnet, weil er unehelicher Wandrer, schone Wald und Flur, Heilig sei dir die Natur! Halte Weg und Plätze rein. Laß das Spiel mit Feuer sein Der lapsere Ziei von Jggeeshein. Geschichtliche Erzählung] Von O. S. foerster ten in aller Rot und Wirrnis des großen wären alle Teufel losgelassen. Hanzg### Stadt und da kam es ihm erst so recht in dern, Sinn, Stadtinechte führten die Fremden vor den waren; denn dem schlichten Sinn des Hirten Rat, wie es der Führer der Reiter begehrte. deuchte es besser, im Kampf um die Heimat „Was ist Euer Begehr?“ fragte Hannes Rebentisch, der Bürgermeister, den Kriegsmann. Der wies auf seine Kameraden. Ein paar von ihnen trugen blutige Binden um Stirn und Hals. Wams und Stiefel waren staubig und zerrissen. „Wir bitten Euch um Quartier für einen Tag!“ sprach der Führer,„Sind auf der Flucht, der Spinola hat unser Regiment zersprengt, kann sein, daß wir die letzten sind, die übrig blieben.“ Die Ratsherren wurden bleich.„Der Spinola? Sind die Spanier denn wieder im Lande?“ 1. Der Reiter lächelte ein wenig beim Anblick der ängstlichen Gesichter.„Der Spinola steht wohl zwanzig Meilen von hier,“ sagte er ruhig,„er wird morgen an Eure Tore klopfen und bei Euch Quartier nehmen!“ Da war es vorbei mit der Fassung des Oggersheimer Rates. Schon einmal hatte die Pfalz unter dem Marschtritt spanischer Heerhaufen gebebt, Dörfer und Städte waren in Flammen aufgegangen, Mord und Plünderung waren in den Frieden des Landes eingebrochen, und in Stadt und Land sprach man noch voll Grauen und Furcht von der grausamen Härte des spanischen Feldherrn Spinolo.....„anskunde umm Schnell lief die Schreaensrunve von dem Herannahen der Spanier durch die Stadt. Ein paar beherzte Männer riefen die Bürger auf, sich zur Verteidigung zu rüsten und die Feldschlangen auf den Mauern schußbereit zu machen. Aber sie fanden kein Gehör in all der Verwirrung und Mutlosigkeit, die zu sterben, als die schöne alte Stadt einer Horde von Mordbrennern auszuliefern. Und plötzlich hatte der Hirt einen Einfall, den er sogleich in die Tat umsetzte. Zwischen zwei Kartaunen trat er ganz vorn auf den Wall, daß die Spanier unten ihn sahen, und begann sein weißes Schnupftuch zu schwenken. Die Spanier, die gerade Sturmleitern und Rammbalken herbeischleppten, hielten an und starrten nach der Mauer. Ein Gepanzerter mit einem gewaltigen Federhut trat vor.**.* „Seid Ihr der Spinola?“ rief Hans. „Der und kein anderer!“ hohnlachte der Spanier.„Oeffnet das Tor, sonst lasse ich Störche beim Nestbau In den vergangenen Tagen sah man mehrfach— jetzt mehr als früher— auch in den, Dörferg Rheinlands und Westfalens Störche beim Herrichten ihres Nestes.(Schi Euer Nest stürmen!“ Da richtete sich der Hirt stolz empor und rief:„So hört, Herr Spinola, was ich Euch vom Rat dieser Stadt ausrichten soll! Wenn Ihr Euer Wort verpfändet, daß Eure Knechte die Stadt nicht plündern und brandschatzen, so wollen wir Euch einlassen. Versprecht Ihr aber nicht Schutz und Sicherheit der Stadt und allen Leuten darin, so werden wir uns grimmig wehren. Fünfzig Feldschlangen und Kartannen sind auf Euch gerichtet, und tausend tapfere Männer stehen auf den Mauern, schwör' Euch Schutz und Sicherheit zu. Nun öffnet das Tor!“ Da stieg der Hirt herab von dem Wall und öffnete das breite Tor den Spaniern. Der Spinola ritt in die Stadt ein, gefolgt von Niemand hatte ihren seinen Offizieren und seinem großen Heere. Marsch bisher aufgehalten. Die Belagerung Verwundert drehten die Spanier die Kopfe. Zeit rauben.„Wo sind denn die Bürger?“, fragte der Syingle wieder vor. Feldherr und spähte vergeblich in den Gassen einem der tausend Krieger aus. um Euch so zu empfangen, daß Euch heiß werden soll bei aller Winterkälte!" Der Spinola schwieg nach dieser Ansprache. Er trat mit seinen Hauptleuten zur Seite und beriet mit ihnen die Lage. Die Spanier hatten es eilig. Niemand hatte ihren Oggersheim konnte viel kostbare## Hans Warsch sah, wie Spinol# wieder vortrat.„He, du!“ rief der Feldherr,„sag deinen Leuten, ich will die Stadt schonen! Und ich Hansweenskunst unserer Vorfahren Wer mit offenen Augen durch die Kleinstädte und Dörfer Minden=Ravensbergs und Lippes wandert, dem fallen die vielen noch erhaltenen Fachun der Setcgurs„#atg He vielen noch erhaltenen Fachsich der ganzen Stadt vemachtsg.####.## werkhäuser aus dem weittelRat von Oggersheim selbst dachte überhaupt alter auf, die mit ihren gealter auf, die mir fhern 3. schnitzten Balken und den reich verzierten Türbogen mit sinnigen Inschriften Kunde geben von der schönen und großen Handwerkskunst unserer Vorfahren. Manche Inschrift ist lebendige Stadtgeschichte, erzählt sie doch von Bränden, Kriegen und Krankheiten, die den Ort heimsuchten. Andere rufen die Namen vergangener Geschlechter in die Erscheinung zurück. Ueberwiegend sind es fromme Sprüche, die das Haus und alle seine Bewohner dem Schutze des Allvaters empfehlen und somit von dem schlichten, gläunicht an eine Abwehr und gab schließlich allen Bürgern den Rat, noch in der kommenden Nacht alle Habseligkeiten samt Frauen und Kindern auf Wagen zu laden und die Stadt zu verlassen..„ 8 So kam es, daß am Morgen des nächsten Tages Oggersheim eine tote und verlassene Stadt war. Nach dem Walde im sicheren Norden waren die Bürger geflohen, um dort das Geschick ihrer Stadt zu erwarten. Doch Hans Warsch, der Schafhirt von Oggersheim, hatte die Flüchtlinge nicht begleitet. An dem gleichen Tage, als die fremden Reiter die Schreckenskunde nach Oggersheim brachten, hatte sein Weib ihm ein Knäblein geboren. Und nun lag die Frau fiebernd im Bett, und Hans Warsch hielt es für ratsamer sie darin zu lassen und zu pflegen, als mit von dem schlichten, gläusie auf einer Fahrt durch die kalte Winter= bigen Sinn unserer Vorfayren nacht mitzunehmen. So war er daheimgeblie„rzählen ben, hatte den Schafen wie zuvor ihr Futter verabreicht und machte sich nicht viel Gedanken über die herannahenden Spanier. Doch um die Mittagsstunde, just, als Hans seiner Frau eine Suppe kochte, erhob sich draußen ein gewaltiges Schreien und Lärmen. Der Hirt eilte aus seinem Hause, das dicht an der Stadtmauer lag, kletterte auf die und.—„„ 8 Mauer und blickte herunter. Da waren die chenräder, Malkreuze, rebensSpanier! In dichten Haufen rückten sie auf bäume und Schlangengewinde. das Stadttor zu, schössen ihre Musketen ab. Die Herkunft und Pedeutung dieser Zeichen ist unlängst von dem Ravensberger Heimatforscher Professor Langewiesche=Bünde durch seine Veröffentlichung„Sinnbilder germanischen Glaubens im Wittekindsland“, einwandfrei geklärt worden. Danach ist die Holzschnitzkunst seit mehr als einem Halbjahrtausend an Bürger= und Bauernhäuser zu beobachten. In Wirklichkeit sei das Brauchtum, Haus und *uDaß die Holzschnitzkunst im Mittelalter in hoher Blüte stand, verraten die zahlreichen Ornamente, die Balken und Türbogen schmücken. Meistens handelt es sich um Sonnenund Sternornamente, SpeiLemgo: Hexenbürgermeisterhaus Lemgos große Zeit liegt in den Tagen der deutschen Hanse. Von Bürgerstolz und Bürgersinn erzählen noch heute Lemgos Bürgerbauten, unter denen das Hexenbürgermeisterhaus eines der schönsten ist. Seinen Namen trägt es in Erinnerung an einen Bürgermeister, der Lemgo zu einer traurigen Berühmtheit zur Zeit der Hexenverfolgungen verhalf. In dem in ihm untergebrachten Heimatmuseum werden noch manche Erinnerungsstücke an die schreckliche Zeit der Hexenverfolgung, sowie an die lipvische Handdruckkunst auf dem Gebiete der Leinenfärberei aufbewahrt.(Landesverb. Westf.,.) SSv.=Ehrenmal Ruf dem Kohlberg Auf dem 514 Meter hohen Kohlberg zwischen Dahle und Neuenrade hat der SGV. sein gewaltiges Wander= und Erholungsheim zur Erinnerung an seine im Weltkriea gefallenen Mitglieder errichtet. Das von 20 Morgen eigenem Besitz umgebene Haus wendet seine Vorderseite der prächtigen Ausschau übers Nettetal zu den steilen Bergen hinter der Lenne zu. Immer bannt durch diese die sauerländische rade und bäder SGV.=Ehrenma befriedigt werden können. Brauchtum, Haus und Hausrat mit Heilszeichen zu schmücken, aber viel älter und reichen bis in die vorgeschichtliche Zeit zurück. Die Ornamente des Mittelalters sind Ueberbleibsel aus der alten germanischen Zeit mit ihren religiösen Vorstellungen und der nordischen Götterlehre. Vielfach gewinnen in dem Holzschnitzwerk alter Bürger= und Bauernhäuser Namen und Gestalten der Edda wieder lebendige Anschaulichkeit, so der Lebensund Weltenbaum über dem Rauschkessel oder dem Brunnen. Oft trägt der Lebensbaum ein Sonnenbild oder ein Hakenkreuz. In der christlichen Zeit wurden die alten Vorstellungen immer mehr verdrängt, aber die Handwerker übten nach wie vor ihre alte Kunst aus auch wenn ihnen Inhalt und Sinn der alten, von Handwerkergeneration auf Handwerkergeneration überlieferten Ornamentik verlorengegangen war. In den vergangenen Jahrzehnten sind viele Denkmäler mittelalterlicher Handwerkskunst dem Zeitgeist zum Opfer gefallen. soll, wo es darum geht, wertvolle Zeugen grozer Vergangenheit dem Verfall zu entreißen. Hier und da wird es vielleicht ratsam sein, daß sich die örtlichen Handwerksorganisationen in den Dienst der Sache stellen und mit Erneuerungsvorschlägen an die zuständigen Stellen herantreten. Eine Einrichtung der alten lippischen Stadt Barntrup kann in dieser Hinsicht als beispielgebend angesprochen werden. Hier veranstaltet der Bürgermeister von Zeit zu Zeit Besichtigungsgänge durch die Stadt, an denen neben Vertreter des Stadtrats und des Verkehrsvereins die ortsansässigen Künstler, Baumeister und Malermeister teilnehmen. Zweck einsetzen, nach einem der lausene Krieger aus. „Sie sind geflohen, Herr!" antwortete Hans Warsch und erzählte dem Spinola die ganze Geschichte. Da lachte der Spanier über den mutigen Schalkstreich des tapferen Hirten. daß es dröhnte. Gewiß, er war ein gar strenger und harter Kriegsmann, der Spinola, aber doch auch ein Mann, der seine Freude an mutigen und beherzten Burschen hatte, wie Hans einer war. „Kerl!“ rief er darum,„du hast uns zum Narren gehalten, daß es eine wahre Schande ist. Aber ich hab dir mein Wort gegeben, und mein Wort halt' ich, so wahr ich Spinola bin. So soll's drum der ganzen Stadt fruchten, was du allein dir ausbedungen. Und also geschah es. Die Stadt blieb unversehrt und das Eigentum der Bürger unangetastet— denn der Spinola hielt strenges Regiment unter seinem Kriegsvolk. Als die Oggersheimer ein paar Tage später heimkehrten, öffnete Hans Warsch ihnen das Tor und erzählte ihnen sein Abenteuer. Da schämten sie sich doch vor der Mannhaftigkeit und Kühnheit ihres niedrigsten Mitbürgers, des Hirten, der nun ein Held und der Retter der Stadt geworden war. Spaziergang durch den Frühling Wunderschön nehmen sich jetzt die Dörfer aus im frischen Blütenschmuck. Knallrot leuchten die Ziegeldächer, von hellem Grün überragt. Weiße Giebel und die Pracht der Obstblüten beleben das Landschaftsbild. Der Schäfer treibt wieder Tag für Tag seine Herde aus. Vorbei ist die Zeit, da die Schafe den ganzen Tag im Stalle verbringen mußten. Die kleinen Lämmchen machen die tollsten Bocksprünge, und die Schäferhunde haben oft ihre Plage, die Schafe von den bestellten Feldern abzuhalten. An Wegrainen und Wiesenrändern finden die Tiere nun schon frisches Grün und gutgesättigt ziehen sie am Abend wieder dem Dorfe zu. In den Gärten erntet man das erste Gemüse, Rhabarber, der schon starke Stangen aufweist, Erbsen sind überall gut aufgegangen, und Pflücksalat steht in dichten Reihen. An geschützten Stellen kann sogar Freilandsalat geschnitten werden. Nur mit den Radieschen ist es in manchen Gärten nicht weit her. Nicht weil sie schlecht gewachsen sind; aber die Erdflöhe haben sich bereits eingestellt, und mit Vorliebe ziehen sie sich die jungen Radieschenblättchen zu Gemüte. Zur. Bekämpfung dieser Plage werden die verschiedensten Mittel empfohlen. Bald übergießt man die befallenen Reste mit einer Lösung aus übermangansaurem Kali, dann wieder streut man Ofenruß und Tabakstaub auf die Beete. Sicher wirkt ein mit Leim bestrichener Gegenstand, der dicht über den Pflanzen wegt wird. Die Erdflöhe springen dann in die Höhe und bleiben an dem Leim hängen. Inzwischen sieht man auch die ersten Erdbeerblüten. Nun sind diese Pflanzen gegen Fröste besonders empfindlich. In wenigen Tagen wird die Erdbeerblüte voll und man hofft, daß Nachtfröste dieser Rundgänge ist, etwaige Mängel, die das Gesicht der Stadt ungünstig beeinflussen, zu beseitigen und andererseits schöne Stadtbilder noch besser zur Geltung zu bringen. Die sachverständigen Augen der Künstler und HandwerterWisten e. onsen nn on.=ge.. ausbleiben. Muß man dagegen mit frostigen Ueberraschungen rechnen, ist es angebracht, die Erdbeerstanden während der Nacht mit Papier, Strohdecken oder dergleichen zu bedecken. Schon eine dünne Papierdecke genügt, die Blüten vor Schaden zu bewahren. Bei Sandwerter leiten bei biesen Nundgcygen, größeren Beständen sucht mon durch kräftige gute Dienste. auch hier in Barntrup hat man großeren###cren funze mn enrch kräftigl bald erkaunt, das gerade die alten Jachwerk. Vo, dag Frosieg zu unterbinden. Für die Hausfrau Sorgen, von denen Männer nichts wissen Wenn auch Frauen nicht direkt im Lebenskampf steben, so haben sie doch ihre täglichen Mühen, die sie genau so durchsechten müssen, wie die Männer draußen im Beruf. Kommt„er“ dann abends nach Hause, sieht er nur, wie alles gut klappt und merkt natürlich nicht, wieviel Anstrengung und Ueberlegung dahintersteckt. Allerdings konnte es im Sommer auch vorkommen, daß sein Bier lau und jade oder nicht gans frisch schmeckte; eines wird nämlich jede Frau bezeugen: Es ist nicht so leicht, einen Haushalt zu führen, wie sich das Männer oft vormit köstlichen Eis= und Süßspeisen zu überraschen. und wenn einmal unangesagt Gäste kommen, bringt das keine Störung oder Aufregung mit sich, denn immer steht etwas Gutes sicher gekühlt bereit. Dieser Gas=Kühlschrank ist wirklich eine große Hilie beim Kräfte= und Geidsparen— das wird auch Ihr Mann einsehen, wenn Sie ihm einmal die Nöte und Sorgen der Hausfrau im Sommer geschildert haben. Uebrigens wird auch„er“ von den technischen Vorzügen begeistert sein. Sehen Sie sich doch einmal unverbindlich dieses einzigartige System an. vor dem Mikrophon. Um 20.10 übernimmt Köln vom Reichssender Berlin eine Darbietung: „Spritzige Pfingstbowle“ mit ausgezeichneten Künstlerinnen und Künstlern, wie: Manny Ziener. Hugo Fischer=Köppe, Peter Völkner usw.— Um 22.20 Uhr sendet Köln dann einen kurzen Bericht aus der Vorbereitungsarbeit der Richard=Wagner=Festwoche Detmold 1936.— Ein fröhliches Wochenende von 22.30 bis 24.00 Uhr schließt die Vortragsfolge. Sendungen, die man hören muß stellen. Besonders im Sommer, wo durch die Hise Leuchte, scheine, goldene Sonne— Der Funkspiegel Speiseüberreste und Vorräte in kurzer Zeit schlecht Eprizige Bzinesthamle werden, so daß man sie wegwersen muß. So wandert täglich Bargeld in den Mülleimer, das Wirtschaftsgeld aber bleibt dasselbe, muß also trotzdem reichen. Diese dauernden Verluste geben schließlich zu denken. Manche Frauen gehen deshalb trotz der vielen Treppen Tag für Tag mehrmals in den Keller. um ihre Speisen und Getränke so gut es geht, zu schützen. Oder sie benutzen die alten Hausmittel und wickeln z. B. Fleisch in nasse Tücher ein oder stellen Bierflaschen unter den lausenden Wasserhahn. Leider aber wird dieser gute Wille nicht immer belohnt, denn oft genügen diese Mittel einsach nicht— gans abgesehen davon, was für eine Zumutung es ist, bei aller Hetzerei des Einkausens. Kochens und der Hausarbeit auch noch immer an solche Dinge denken zu müssen. Ein bißchen Zeit sollte doch jede Hausjrau einmal für sich selbst haben. Natürlich gibt es schon lange Kühlschränke zum Schützen der Speisen, aber die waren früher sehr teuer und auch für einen mittleren Haushalt zu groß.— Unter Berücksichtigung aller für die Hausfrau wichtigen Punkte wurde nun der Gas=Kühlschrank speziell für den mittleren Haushalt geschaffen, ein Kühlschrank, bei dem man spürt, daß er nicht nur der Technik, sondern nur um der Hausfrau willen gebaut wurde.,„, Hat Nr aaeugl. Vor allem liegt der Preis so. daß der Gas=Kühl= schrank für weite Volkskreise erschwinglich ist, zumal di: Anschaffung noch durch günstige Ratenzahlung erleichtert wird. Im Gegensatz zu anderen Kühlinstemen, die entweder nur veriodisch oder mit Motor arbeiten, erzeugt er gleichmäßig und geräuschlos eine trockene, reine Kälte ohne Motor und bewegliche Teile, so daß Revaraturen oder Störungen vermieden werden.... Dabei hat er gerade die richtige Größe: in den Rauminhalt von rund 45 Liter zeht nämlich bequem das Essen einer—6köpfigen Familie hinein. Und noch einen Vorzug: Der Gas=Kühlschrank kann sogar aufgehängt werden, so daß er selbst in der kleinsten Küche keinen Platz wegnimmt. Und wie beglückend für die Hausfrau, wenn sie dann sicher ist, daß nichts mehr verdirbt und sie sogar an heißen Tagen billige Marktgelegenheiten ausnützen kann.,—4 67. 28 6i Natürlich schmeckt dann auch das Essen und die Getränke besser und Obst. Gemüse usw. sind nun geJetzt hat auch die HausSprigige Pfingstoowie Die Rundfunkwoche vom 24. bis 30. Mai 1936 bringt nach dem Hamburger Hafenkonzert um 6 Uhr „Funk ins Blaue“ um 8 Uhr und eine Uebertragung aus Düsseldorf:„Männerchöre“, die um.15 Uhr beginnt. Um 10.30 Uhr folgt eine jeden Musikfreund interessierende Sendung„Meister ihres Fachs“. Um 11.25 Uhr stellt der Reichssender Köln den„Fröhlichen Mozart“ mit seinem Klarinetten=Quintett -dur vor. Die„Netten Sachen“ aus Köln um 16 Uhr werden wohl alle Rundfunkhörer vor den Lautsprecher rufen. Kurz sei auch noch hingewiesen auf eine Uebertragung vom Kölner Stadtwaldrennen, die um 18.40 Uhr zu hören sein wird. Lokaler Sport Alle herren B B. 11 gegen Alte herren Sporkklub hörde Nach langer Zeit stellen sich die Alten Herren des BV. 11 am Samstagabend mal wieder vor. Als Gegner haben sie die Alte=Herren=Mannschaft des SC. Hörde. In ihr stehen Spieler mit guten Namen, die für den Hörder Sport=Club schon manchen Sieg herausgeholt haben. Auch die Mannschaft des BV. 11 ist sehr geschickt zusammengestellt. Es fragt sich nur, ob den„Alten“, die lange Ruhevause nichts angetan hat. Für den BV. 11 spielen: Recke, Kessebohm Hugo, Kessebohm Ernst, Kramp. Geldmacher.. Kangs, Iserloh, Pückner, Detert, Walter, Wolf, Geldmacher H. Die 1. und 2. Mannschaft des BV. 11 sind am Sonntag spielfrei. Schw.=Weiß Meckinghoven 1. Jgd.— BV. 11 1. Jgd. Schw.=Weiß Meckinghoven 2. Jgd.— BV. 11 2. Jgd. im Rahmen eines sfluges. Abmarsch: Sonntagmorgen 9 Uhr ab Lambertz. Geschäftsjahr ist es gelungen, die Zahl der Gefolg. schaftsmitglieder der Betriebe gegenber 1934 zu erhöhen. Seit 1932 ist eine Steigerung um fast 1100 Kövse erreicht worden. Auch bei den Beteiligungen ist zum Teil eine erhebliche Vermehrung in der Zahl der Gefolgschaftsmitglieder zu verzeichnen, Zwecks weiterer Verminderung der Aussichtsratssitze haben elf Herren ihr AR.=Mandat niedergelegt bzw. aus ihre Wiederwahl verzichtet. Neu in den AR wurden gewählt: Generaldirektor Bergassessor a. D. Ernst Buskühl. Dortmund. Generaldirektor Bergassessor a. D. Wilhelm Tengelmann, Essen. Dr. Mar Kahn, Berlin. Die Zahl der AR.=Mitglieder vermindert sich dadurch von 27 auf 19. Am 25. Mai um 13.15 Uhr übernimmt Köln ein Schloßkonzert aus Hannover. Abwechselungsreich ist wieder eine große Sendung„Der Erzähler“, die um 16 Uhr beginnt. Um 21 Uhr bietet der Reichssender] Diese Jugendspiele erfolgen Köln Chöre mit Orchester“. Als Solistin wirkt Ausfluges. Abmarsch: Sonnta Hilde Wesselmann(Sopran) mit. Aus der Sendefolge am 26. Mai sei die„Neue Kammermusik" um 17.15 Uhr erwähnt. Um 18.30 Uhr zeigt die Sendefolge als Reichssendung einen Funkbericht von der Vorbereitung der englischen Olympia=Kämpfe für die Olympischen Sommerspiele aus dem White=City=Stadion in London. Um 20.10 Uhr finden sich das Große Orchester und die Rundfunkspielschar zu einer Sendung„Leuchte, scheine, gold'ne Sonne“ zusammen. Am 27. Mai verdient die Sendung„Klaviermusik“, die um 19.15 Uhr zu hören sein wird, Beachtung. Eduard Henneberger spielt Werke von Beethoven— Schubert— Chopin. Der Funkspiegel, der am 28. Mai um 21.00 Uhr zur Sendung gelangt. berichtet von ungewöhnlichen Berusen und seltenen Gästen: Geldbriefträger, Olympiakoch. Schornsteinfeger u. a. Am 29. Mai, um 20.10 Uhr erscheint in der Reihe „Soldaten— Kameraden“ eine Sendung„Skagerrak“. Aus Erlebnisberichten und Szenen, soll vor dem Ohre der Hörer ein genaues Bild der Schlacht erstehen. Alte Skagerrakkämpfer, vom Admiral bis zum Heizer, haben sich bei dieser Sendung zusammengefunden. um gemeinsam Erinnerungen an diese gewaltigste Seeschlacht der Weltgeschichte auszutauschen. Am Samstag, dem 30. Mai, um 16 Uhr, wie könnte es anders sein, stehen die„3 lustigen Gefrau die Möglichleit, ihre Familie hin und wieder sellen“ wieder im„Frohen Samstag=Nachmittag“ Hande Kütgerswerke AG., Berlin Die o6V erledigte die Regularien und genehmigte den Abschluß für das Geschäftsjahr 1935, so daß aus dem Reingewinn von.00(.98) Mill. RM. wieder 6 Prozent Dividende auf das 27.8 Mill. RM. betragende AK. ausgeschüttet werden und 271304 RM. zum Vortrag kommen. Generaldirektor Julius Fabian führte u a. aus, daß die Betriebe in 1935 einen Umsatz von 62 Mill. RM. erzielten, was einem Zuwachs von etwa 10 Prozent gegenüber 1934 bedeutet. Einschließlich des dem Besitz der Rütgerswerke an den betreffenden Gesellschaften entsprechenden Umsatzes der Beteiligung belief sich der Gesamtumsatz in 1935 auf 94 Mill. RM. Begünstigt durch den milden Winter lagen die Umsatzahlen der Betriebe in den ersten vier Monaten des neuen Geschäftsjahres zirka 20 Prozent höher als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Da ein Teil dieses Umsatzes als Vorabrufe zu werten ist, kann hieraus nicht auf eine ähnliche Erhöhung in den restlichen Monaten geschlossen werden. Die Gesellschaft nimmt an, daß der weitere Umsatz des Jahres sich ähnlich wie im Vorjahre entwickeln wird. Auch im verflossenen Theater. Konzerte, Vorträge Städtisches Orchester Bochum Klavier=Abend Arno Schütze Am Dienstag. dem 26. Mai, findet um 20 Uhr in Ernst=Moritz=Arndt=Hause. Königsallee 40, im Rahmen der städtischen Konzerte Bochum— außer Vormiete— ein Klavier=Abend statt. Der Bochumer Pianist Arno Schütze wird diesen Abend bestreiten und folgende Kompositionen spielen: Fantasie op. 49 von Friedrich Chopin; Symphonische Etüden op. 13 (Thema der Variationen) von Robert Schumann; Sonate op. 5 von Johannes Brahms. Vorbestellungen unter Nr. 610 51. Stadtthater Bochum Samstag, den 23. Mai. 19.15 Uhr:„Faust!“, Tragödie von I. W. von Goethe.— Sonntag, 24 Mai. 19 Uhr:„Faust 1“— Montag, 25. Mai, 18 Uhr: Schülerzyklus 2. Veranstaltg.:„Totentanz“ von A. J. Lippl—„Der Brückengeist“ von I. M. Becker Dienstag, 26. Mai, 20 Uhr:„Der Sprung aus dem Alltag“, Komödie von H. Zerkaulen.— Mittwoch 27. Mai, 20 Uhr: Zum letzten Male:„Zahlende Gäste", Lustspiel von Novello=Lerbs— Donnerstag. 28. Mai. 20 Uhr:„Friedrich Wilhelm.“, Schauspiel von Hans Rehberg"— Freitag. 29. Mai, 20 Uhr: Gastspiel der Kölner Oper:„Tiefland“, Musikdrama von E'Albert.— Samstag: Geschlossen.— Sonn tag. 31. Mai, 19 Uhr: Faust!“— Montag. 1. Juni 20 Uhr: Zum ersten Male:„Der blaue Heinrich“. Musikalischer Schwank von Schwartz=Lengbach. Gelegentliche Veranstaltungen von Theaderasihengen Der Landeskulturwalter der Landesstelle West falen=Süd des Reichsministeriums für Volksauf klärung und Propaganda gibt bekannt: Zur Durchführung der Verordnungen zum Reichs theatergesetz ersuche ich alle Theatervereine, Laienspielscharen, Volksspielgruppen und andere Gesellschaften des Gaues Westfalen=Süd, welche gelegentlich Theateraufführungen veranstalten, mir innerhalb 8 Tagen ihre Anschriften mitzuteilen. Die Bühnenleiter sind für fristgemäße Erledigung verantwortlich. Zu Pfingsten kaufen Sie gut und preiswert bei Fa. Weritz& Co. Castrop-Rauxel 1, Kaiser-Friedrich-Str. 11 im Gebäude der früheren Stadtsparkasse Textilwaren, Herren- und Damen-Konfektion in größter Auswahl, neueste Modelle. zu Kinderwagen niedrig. Preisen u. günstig. Kirooh Castrop Zahlungsbeding, nur bei###SC## pnserst. 21 Kälte durch Hitze! 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