Castrop=Rauzel und Umgebung Der Stadtanzeiger erscheint wöchentlich 7mal. 50 Pfg. Postbestellpreis 2 Wochendezugspreis 2 RM. monailich. Ersatzansprüche können bei Störungen im Erscheinen infolge höherer Gewalt nicht gestell: werden Drus und Verlag: Geschw. Schmitz in Castrop=Rauxel Hauptschriftleiter, verantwortlich für den Textteil: Fran: Josef Pruos in Castrop=Rauxel. Anzeigenleiter: Wilhelm Welter in Castrop=Rauxel. DA. III. 36 1760. Sa.=Nr. 2151 Castrop. 4 Pio, TextPig. Nachlaß nach hilinien. Se. Johng Lostrager Feslung Rauxeler Neueste Nachrichten Bladenhorfter Tageblatt Amtliches Veröffentlichungsblau für den Landgerichtsbezirk Dortmund. Allgemeines Kreisblau für den Stadttreis Castrop=Rauxel. Anzeigenpreis: 1 mmn hoch und 22 mm breit anzeigen 1 mm hoch und 72 mm breit 25 den vom W. d. D. W. herausgegebenen„Richtlinien, 3. 3t. Preisliste Nr. 2. Für Platzwünsche, auch für die durch Fernsprecher aufgegebenen, sowie für undeutlich geschriebene Aufträge wird keine Gewähr übernommen. Schluß der Anzeigen=Annahme 4 Uhr nachm. tags zuvor. Erfüllungsort u. Gerichtsstand Castrop=Rauxel. Nr. 120 Montag, den 4. Mai 1936 ..*** Rufratst in der Haupistaol Jahnenflüchtige Soldaten stiften überall Aufruhr und Unordnung Aus den telegraphischen Berichten des französischen Gesandten in Addis Abeba an den Quai ’Orsay geht hervor, daß in Addis Abeba eine planlose Revolution ausgebrochen ist. Fahnenflüchtige Soldaten haben überall Unordnung und Aufruhr gestiftet. Bis zum Sonntagmittag waren das Handelsviertel, der kaiserliche Palast und mehrere europäische Villen niedergebrannt und das große Krankenhaus ausgeraubt. Zwischen den Plünderern ereigneten sich Schießereien. Redner hetzten die Bevölkerung auf, alles niederzubrennen und zu vernichten, damit die Italiener bei ihrem Einmarsch nichts mehr vorfänden. Infolge der Schießereien sind bereits mehrere Tote und Verwundete festgestellt worden. U. a. sind zwei unter französischem Schutz stehende Armenier niedergestreckt worden. Die französische Gesandtschaft hat seit Sonnabend 1 500 Personen, die 16 verschiedenen Nationalitäten angehören, Obdach gewährt. Mehrere Franzosen haben auf dem Bahnhof Unterschlupf gefunden, nachdem sie von der Gesandtschaft abgeschnitten waren. Drei Franzosen, die sich noch in der Stadt befanden, haben mit Waffengewalt Angriffe abweisen müssen, bevor sie von der Gesandtschaft in Sicherheit gebracht werden konnten. Auch die Gesandtschaft hat mehrere Banden plündernder Deserteure abweisen müssen. Bei dem hierdurch ausgelösten Schußwechsel sind zwei ausländische Flüchtlinge im Hofe der Gesandtschaft verwundet worden. Die Schießereien dauern noch an. Der Kaiserpalast geplündert Nach der Abreise des Negus nach Dschibuti sind die Regierung und alle Behörden geflohen. Sofort setzten Plünderungen aller Geschäfte, auch der europäischen, armenischen und indischen, ein. Auch ein Teil der Privathauser wurde geplündert. Die zurückgebliebene Polizei war machtlos. Ihre Reorganisation ist im Gange. Feindselige Akte gegen europäische Personen sind am Sonnabend nicht bekannt geworden. Dem Vertreter des DRB, der im geplünderten Viertel eine Panne an seinem Kraftwagen hatte und nicht weiter konnte, leisteten die Plünderer sogar Hilfe. Auch der Gibbi, der Kaiserpalast, wurde geplündert und das erbeutete Silbergeschirr auf den Straßen zum Verkauf angeboten. Auf den Straßen liegen einige Eingeborene tot. Sie sind Opfer einer planlosen Schießerei oder wurden beim Plündern von der Polizei überrascht und getötet. Die Europäer sind auf ihre Gesandtschaften geflüchtet. Schießerei in unmittelbarer Nähe der amerikanischen Gesandtschaft— Plündernde horden durchziehen die Stadt— Große Mengen Munition bei den Aufrührern— Leichen und Verwundete in den Straßen seten mestene in die Last gegangen. Drei Augelal sien an Gesandischeftagefsiese esigerzeltz Ee sei nienand verwundet worden. Sobald die Abreise der Regierung bekannt wurde, hitten Püändernz, guzgig und dre das Haus des amerikanischen Vizekonsuls Cramp sei geplündert worden. Fünf Amerikaner hätten sich in die vriisug und drei in die amerikanische Gesandtschaft geflüchtet. Chaos in Addis Abeba Deutsche Rettungsaktion für Europäer Unter Führung des Attachés von Waldheim wurden nachts von der deutschen Gesandtschaft auf Lastkraftwagen zwei Suchkolonnen ausgerüstet, die in der von den Aufständischen beherrschten brennenden Stadt gemeinsam mit einem gleichen Suchkommando der englischen Gesandtschaft nach dort noch verbliebenen Europäern fahnden sollten. In einer Pension wurden 15 Europäer, die sich dort unter dem Befehl eines Reichsdeutschen verschanzt hatten, gefunden. Gegen 6 Uhr morgens stießen die Suchkolonnen auf eine zweite reichsdeutsche Gruppe, die ebenfalls wohlbehalten in die deutsche Gesandtschaft gebracht werden konnte. Die Plünderungen in der abessinischen Hauptstadt sind noch in vollem Gange. Unter den Toten befinden sich auch einige Schweden, Griechen und Franzosen. Die deutschen Suchkolonnen konnten ihr Rettungswerk durchführen, ohne von den Aufrührern beschossen zu werden. Die deutsche Gesandtschaft ist in den Verteidigungszustand versetzt worden. Bis zur Stunde sind die Banken in Addis Abeba noch unversehrt. Der Regus in Er verläßt am Montag den Boden Afrikas Der Sonderzug mit dem Negus und seiner Familie ist, wie Havas berichtet, am frühen Nachmittag des Sonntags in Dschibuti eingetroffen. Die hohen Behördenvertreter von Dschibuti erwarteten den Negus auf dem Bahnhof. Schon am Montag wird der Negus mit seiner Familie Dschibuti an Bord des englischen Zerstörers 549 mit unbekanntem Ziel verlassen. In Dschibuti nimmt man an, daß die kaiserliche Familie sich nach Aden begeben wird. Bei der Ankunft des Negus und seiner Familie auf dem Bahnhof von Dschibuti war eine Kompagnie Senegal=Soldaten als Ehrenwache angetreten. In der Begleitung des Negus befinden sich etwa 30 hohe abessinische Würdenträger. Infolge der drückenden Hitze waren nur wenig Zuschauer am Bahnhof, unter ihnen zahlreiche Journalisten und Sekretäre der ehemaligen italienischen Gesandtschaft in Addis Abeba. Nachdem der Zug auf dem Bahnhof eingetroffen war, verließ die Kaiserin als erste den Wagen, gefolgt vom Kaiser, der die Behördenvertreter sofort bat, daß man ihm die Journalisten fernhalten möte. Als der Negus sich in die abessinische Gesandtschaft begab, kam es zu einem Zwischenfall. Ein Italiener versuchte, von ihm eine Lichtbildaufnahme zu machen. Die abessinischen Begleiter des Negus bemühten sich, den Italiener daran zu hindern, wobei es zu einer größeren Schlägerei kam. Ein Enkel Meneliks soll Kaiser werden Ein italienischer Aufruf Nach einer Havasmeldung aus Dschibuti haben italienische Flugzeuge, die die abessinische Hauptstadt überflogen, Flugzettel abgeworfen, in denen erklärt werde, daß der Enkel Meneliks und Sohn des ehemaligen abessinischen Kaisers Lidji Jassu. der sich augenblicklich in Tadjurah(FranzösischSomaliland) aufhält, zum Kaiser gekrönt werde Telegraphenverkehr nach Addis Abeba unterbrochen Die zur funkentelegraphischen Wetterleitung nach Addis Abeba eingetroffenen Telegramme können nicht mehr weitergegeben werden, da eine Verbindung mit dem Telegraphiesender der abessinischen Hauptstadt nicht herzustellen ist. Aod. Balpses auf Glapel dnb. Hamburg, 2. Mai. Nachdem am Sonnabendvormittag der Grundstein zu dem großen KdF.=Seebad auf Rügen gelegt worden war, erfolgte in den frühen Nachmittagsstunden die Kiellegung des 25000 Tonnen großen KdF.=Dampfers auf der Howaldt=Werft. Durch diesen Schiffsneubau wird die RSG.„Kraft durch Freude“ eine weitere bedeutsame Förderung erfahren. Von dem Gerüst der Helling, auf der das neue Schiff erstehen wird. wehen an tausend Fahnen mit dem Symbol der DAF. Die erste Kielplatte und die ersten Stapelklötze liegen bereit. Stundenlang waren alle verfügbaren Fährboote im Hamburger Hafen unterwegs, um die vielen Tausende von Zuschauern nach der Howaldt=Werft überzusetzen. Unter ihnen befinden sich zahlreiche KdF.=Urlauber aus allen Teilen des Reiches, die mit der„Monte Sarmiento“ nach den Fjorden Norwegens ausreisen werden. Kurz nach 14 Uhr traf Reichsorganisationsleiter Dr. Ley in Begleitung des Hamburger Bürgermeisters, des Leiters der RSG.„Kraft durch Freude". Dreßler=Andres. und des Leiters des Amtes für Reisen, Wandern und Urlaub. Lafferentz, auf dem Werftgelände ein. Nach dem Abschreiten der Front der Ehrenabteilungen begrüßte ihn der Betriebsführer der Bauwerft. Die Betriebsführung und die Gefolgschaft werde alles daransetzen ein Musterschiff zu schaffen Die Grüße des Reichsstatthalters Gauleiter Kaufmann überbrachte der stellvertretende Gauleiter. Staatsrat Hennigsen. Dann nahm Dr. Ley das Wort zur Weiherede Das KdF.=Seebad und die neuen großen Schiffsbauten seien Meilensteine auf dem Wege, den der Nationalsozialismus beschritten habe, um den deutichen Arbeiter glücklich zu machen Die RSG „Kraft durch Freude“ baue heute eigene Schiffe um tausende und zehntausende deutscher Arbeiter auf weite Meere zu schicken Zwei Schiffe lege sie auf Kiel die das modernste und beste darstellten „Wir werden nicht ruhen und rasten bie wir eine KdF=Flotte von mindestens 30 Schiffen, erbaut haben dann werden wir zwei Millionen deutscher Arheiter alljährlich hingnssenden zur Erholung auf der See und an fernen Gestaden" Dr. Len gab der Erwartung Ausdruck, daß auch viele Ausländer kommen möchten, das neue freie Deutschland in Wahrheit und Wirklichkeit zu sehen und zu erleben. Das Geleitwort des Nationalen Feiertages„Freut euch des Lebens!“ liege auch dem Bau der KdF.=Schiffe zu Grunde. Dieses Schiff werde ein Denkmal sein für das neue Deutschland. Mit einem Gedenken an den Führer, dem allein auch dieses große Werk zu verdanken sei. schloß Dr. Ley Nachdem die Nationalhymnen verklungen waren, schlug Dr. Ley mit einem Preßlufthammer unter den Heilrufen der Tausende die erste Niete in den Neubau des Schiffes. Nur kurze Zeit und das klingende Metall hatte die ersten Stahlplatten unzerreißbar zusammengefügt. Das Lied„Freut euch des Lebens“ schloß die Feier. Unter den Jubelrufen der Arbeiter und Gäste verließ Dr. Ley die Werft, um nach Königswinter zur Einweihung des Erweiterungsbaues der Dr.=Len=Schule zu fliegen. Am Abend wird er noch die Ordensburg Vogelsang ihrer Bestimmung übergeben. Buchpreisträger Schumann zum Standartenführer ernannt dub Berlin, 3. Mai. Der SA=Stabschef des Führers hat, wie die RSK. meldet, dem mit dem nationalen Buchpreis ausgezeichneten Obersturm. bannführer Gerhard Schumann mit folgendem Schreiben seine Ernennung zum Standartenführer mitgeteilt: Lieber Schumann! Mit Ihnen freut sich die ganze SA über die Ihnen zuteil gewordene Ehrung und sendet herzlichste Glückwünsche. Gleichzeitig befördere ich Sie zum Standartenführer. Nun vorwärts zu neuem Schaffen im alten Geist! Heil Hitler! Viktor Lutze. Berlin. Ministerpräsident Generaloberst Hermann Göring hat die Schirmherrschaft über die beiden Jubiläumsausstellungen der Preußischen Akademie der Künste, deren erste demnächst eröffnet wird, übernommen. denf maß entscheiden Unaufhörlich jagen in den letzten Stunden Meldungen durch den Aether, klirrt der Telegraph, rasselt das Telephon: Entscheidende Umwälzungen in Abessinien. Der Negus ist mit seiner Familie geflohen, plündernde Horden durchziehen brandschatzend die Hauptstadt, die ausländischen Gesandtschaften liegen im Kampf mit den Aufrührern, Tote und Verwundete auf den Straßen... noch ist nicht zu übersehen, wie sich die Entwicklung in den nächsten 24 Stunden gestalten wird, und in diesen Stunden höchster politischer Spannungen blickt die ganze Welt auf Genf. Nach den ersten uns vorliegenden Nachrichten sollen die Ereignisse in Abessinien in Genf eine nicht geringe Bestürzung hervorgerufen haben. Man sieht ein etwas brüchig aufgebautes Verhandlungssystem für den 11. Mai zusammenbrechen. Vergegenwärtigen wir uns noch einmal die Lage. England war von den Restlocarno= mächten beauftragt worden, eine Reihe konkreter Fragen an Deutschland im Hinblick auf die letzten Ereignisse zu richten, da zwischen den Mächten keine Einigung über ihre Haltung, die sich aus der Wiederbesetzung der Rheinlande durch deutsche Truppen ergeben hatte, erzielt werden konnte. Zweifellos eine diplomatisch ungemein schwierige, aber im Hinblick auf die Lage vertrauensvolle Aufgabe. Noch liegt die Anfrage in Berlin nicht vor. Paris ist etwas ungehalten, da es aus der englischen Verzögerung entnehmen zu können glaubt, daß die Anfrage mehr den Charakter einer Denkschrift als einer Reihe festumrissener Fragen annehmen könnte. Nicht umsonst ist die Geschäftigkeit des französischen Missionschefs in London, der im Auftrage seiner Regierung mehrfach in den letzten Tagen im Foreign Office vorsprach, und die Aufnahme bestimmter Fragen in die Note an Deutschland nachdrücklichst forderte. Genaues wird bis zur Stunde auch hierüber nicht mitgeteilt. Aber was liegt näher— aus der sattsam bekannten französischen Einstellung heraus— als anzunehmen, daß es sich in erster Linie um die Fragen: Danzig, Memel und Oesterreich handeln soll. Zunächst war vorgesehen, daß auf der heutigen englischen Kabinettssitzung der Fragenkomplex an Deutschland klargelegt werden sollte. Nun machen es die jüngsten Ereignisse aber unmöglich, sich hiermit zu beschäftigen, da die Geschehnisse in Abessinien vordringlicher werden. Die Note an Deutschland wird sich somit noch um einige Tage hinausschieben. Eine postwendende Antwort von deutscher Regierungsseite ist bei der Kompliziertheit der Materie auch nicht zu erwarten. Das würde für Genf die wenig erfreuliche Sachlage bringen, sich auf der Tagung des Völkerbundes am 11. Mai nur mit dem italienischabessinischen Konflikt beschäftigen zu müssen. Das würde weiter für Frankreich die unangenehme Verpflichtung mit sich bringen, sich zu dem Problem ohne Umschweife zu äußern, was im Interesse der sorgsam gehüteten franko=italienischen Freundschaft leicht zu Verwicklungen führen könnte, zumal die noch nicht bekannte englische Haltung in dieser Frage den Quai’Orsay auch zu einiger Berücksichtigung zwingen wird. Genf ist an einem entscheidenden Punkt angelangt. Die Krise, die man schon lange zu überbrücken suchte, steht nun in unabwendbarer Nähe und will und muß im Interesse des Weltfriedens gelöst werden. Genf muß entscheiden. In London waren am Sonntagabend Gerüchte im Umlauf, daß der Negus möglicherweise in England Zuflucht suchen werde. Irgendeine Bestätigung dieser Gerüchte liegt aber nicht vor. Ebenso wird in London die Vermutung, daß Heile Selassie demnächst an Bord des britischen Zerstörers„Diana“ von Dschibuti abreisen werde, als unbegründet bezeichnet. Von amtlicher Seite wird erklärt, daß keine endgültigen Mitteilungen über die Pläne des Negus in London vorliegen und daß diese teils von seinen eigenen Wünschen, teils von der Ansicht der französischen Regierung abhängen. Die britische und französische Regierung seien dieserhalb in einen Meinungsaustausch eingetreten. In London ist es nicht bekannt, ob der Negus, wie einige Blätter wissen wollen, bereits abgedankt hat. Es wird jedoch bestätigt, daß er die Regierungsgeschäfte seinen Ministern übergeben hat. Aitfut und Spserorreitschuft Die Rede des Preußischen Ministerpräsidenten Generaloberst Göring am Abend des 1. Mai im Lustgarten dub Berlin, 2. Mai. Ministerpräsident General= oberst Göring, der am Freitagabend bei der Schlußkundgebung des Nationalen Feiertages des deutschen Volkes mit stürmischem Beifall begrüßt wurde. richtete seine Ansprache in erster Linie an die Kämpfer der Bewegung und an die Soldaten der neuen Wehrmacht. „Wenn wir heute“, so führte der Ministerpräsident aus.„zum vierten Male in der Nacht beim Scheine der Fackeln auf diesem denkwürdigen Platz stehen, dann beweisen wir damit unsere innere Verbundenheit mit den Kameraden der Arbeit, der Faust und der Stirne Die Kämpfer der Bewegung und die Soldaten der Wehrmacht wollen Anteil nehmen an dem großen Feiertag des deutschen Volkes“ Ministerpräsident Göring gedachte der inneren Bedeutung des Tages.„Er soll auch uns Kraft geben und Wärme spenden für das kommende Jahr, damit wir nicht nachlassen, nicht ruhen und nicht rasten, damit der Aufbau weiterschreitet, das Reich weiter gefestigt werde, um so allmählich das Werk unseres Führers zu krönen und zu vollenden.“ „Es ist aber auch“, so fuhr er fort,„für uns alle ein Tag des Dankes, heißer Dankbarkeit aus leidenschaftlichem Herzen für den Mann, den uns Gott gesandt hat, auf daß sein deutsches Volk wieder auferstehe aus Schmach, aus Not, aus Elend und Bitterkeit. Nach 1½ Jahrzehnten Leiden, während der viele schon verzweifelten; sei es kaum faßbar, daß dieses Deutschland, scheinbar schon verloren, doch wieder aufgestiegen sei zur Ehre und Freiheit. Wenn heute der Deutsche draußen das Haupt wieder freier und stolzer tragen dürfe, wenn der Name„Deutscher“ für uns wieder zum Ehrentitel geworden sei, dann danken wir das dem Führer, der einst auch in der Nacht der deutschen Verzweiflung nicht verzweifelt hat, der von sieghaftem Glauben erfüllt war. Durch die Kraft seines Glaubens, durch die Stärke seiner Seele sei auch für Deutschland die Auferstehung geworden." Generaloberst Göring erinnerte an die Worte des Führers. in denen er die Richtlinien für den kommenden Kampf und die kommende Arbeit gab, in denen er von Kämpfen und Siegen, von Einsatz= und von Opferbereitschaft gesprochen hatte. Er erinnerte zugleich aber auch an die Parole des heutigen Tages: Freut euch des Lebens! „Dieses„Freut euch des Lebens“ ist für uns, Kameraden, die wir Kämpfer und Soldaten sind, gleichzeitig die Parole: Und setzet ihr nicht das Leben ein, nie wird euch das Leben gewonnen sein. Man kann sich nur dann seines Lebens freuen, wenn man dieses Leben ausgefüllt hat mit Taten und Werken, wenn man Diener war für sein Volk und Arbeiter für seine Nation. Wir sind bereit, uns einzusetzen für das Gedankengut unseres Führers, für seine Idee, die uns Weltanschauung wurde. Wir sind aber auch bereit zur letzten Hingabe, zur Opferbereitschaft bis zum Letzten für das Werk, das er geschaffen hat. Und dieses Werk heißt: Deutschland!“ „Für dieses Deutschland zählt unser Leben nur so viel, als wir daraus machen, als wir von diesem Leben Deutschland geben und zu geben bereit sind. Aber die Hingabe bis zum Letzten, jene Opferbereitschaft, die alles hingibt für das Große, die das eigene Leben nicht achtet, wenn es um das Sein der Nation geht— das ist für uns Soldaten und Kämpfer eine Selbstverständlichkeit. Denn in diesen drei Tugenden: Kameradschaft, Treue und Opferbereitschaft erfüllt sich unser nationalsozialistisches Leben, unsere Auffasssung vom Nationalsozialismus. Es sind aber auch die Tugenden und Eigenschaften, die einst den alten Soldaten befähigt haben, 4½ Jahre lang gegen eine Welt von Feinden zu bestehen und sein eigenes Volk und Vaterland zu schützen und zu hüten. Es war aus dem Herzen unserer jungen Wehrmacht gesprochen, als Generaloberst Göring dann betonte: „Wir Soldaten haben den Schild unbefleckt in die Heimat gebracht. Wir Soldaten haben so lange gestanden, als der Befehl gebot, die Heimat zu schützen. Und heute, in dieser Nacht und an dieser Stelle, wollen wir aufs neue zeigen und beweisen, daß diese Tugenden die höchsten soldatischen sind, und auch die höchsten nationalsozialistischen, daß sie uns zusammengeführt haben und daß uns ein starkes Gefühl der Zusammengehörigkeit umfaßt, uns Soldaten der Wehrmacht und uns Kämpfer aus den schwarzen und braunen Kolonnen. Wir gehören zusammen. Wir sind vom Führer berufen— jeder an seinem Platz— das kostbare Gut Vaterland zu schirmen und zu schützen. Und so wie der Sinn unserer Idee, euer Sieg, meine braunen und schwarzen Kameraden, die Voraussetzung gewesen ist, daß jetzt neben euch eine starke, festgefügte und scharf geschliffene Wehrmacht stehen kann, so war diese neugeschafjene Wehrmacht wiederum die Voraussetzung für die Freiheit und die Rückgewinnung unserer deutschen Ehre." Ueber alles Gerede von der internationalen Solidarität, erklärte Generaloberst Göring weiter, haben wir unsere leidenschaftliche Liebe zum Volke gesetzt, aus der wir die Kraft zu jener Tat gewonnen haben die Deutschland wieder frei und ehrlich gemacht hat. Wer ehrlos ist, ist friedlos.— Und nur wo ein starkes Schwert den Frieden schützt, kann ein Volk die Güter seiner Arbeit selbst in Frieden verzehrenz 88 81 Der Ministerprasident verwies darauf, daß die Kämpfer der Partei und die Soldaten der Wehrmacht die Säulen sind, auf denen sich das Gewölbe des Dritten Reiches aufbaue, in dem wir wieder zu einer geschlossenen Gemeinschaft über alles Trennende, alle Parteien und Gruppen, alle Gegensätze und Interessen geworden sind.„In diesem einigen Volke steht die Wehrmacht, nicht mehr ein kleines Hunderttausend=Mann=Gebilde, das abseits stand vom Geschehen im eigenen Volke, sondern ein Volksheer, wie es niemals vorher war. Zu den Waffen strömen voll Freude und Begeisterung die Söhne unseres Reiches— und wer gestern noch als kämpfender Nationalsozialist in diesen Reihen stand, steht morgen unter euren und ist Nationalsozialist geblieben! Denn die mächtige Idee des Nationalsozialismus eint uns, sie bindet uns zusammen. Die Wehrmacht steht nicht mehr abseits— sie steht mitten im Volke und in der Bewegung. Das leidenschaftliche Bekenntnis. Kameraden, kommt von beiden Säulen gleich stark. Beide Kolonnen sind erfüllt vom Bekenntnis zum Nationalsozialismus. Und was ist letzten Endes National= sozialismus? Ich möchte sagen, es ist die Lehre vom Glauben, vom Glauben an unser Volk und an seine große Zukunft. Dieser Glaube befähigt uns für die Zukunft, das deutsche Fundament so fest zu mauern, daß wirklich und wahrhaftig unser Volk ewig darauf zu stehen vermag. Dieser Glaube an unser Volk und seine Zukunft gibt uns aber auch die innere Kraft, die wir gebrauchen für unsere tägliche Arbeit, für unser Wirken und Schaffen, und wenn es sein muß: für unseren letzten Einsatz. Aber dieser Glaube an unser Volk ist für uns zugleich eine innere Verpflichtung. Keiner darf versagen. Wenn der Führer ruft— dann müssen wir alle bereit stehen. Das verpflichtet uuns, ein hartes Geschlecht zu erziehen, harte Charaktere mit einem eisernen und unerschütterlichen Willen zu schmieden. Dieser Wille wird den Weg finden.“ Generaloberst Göring gedachte dann der toten Kameraden, die auf allen Schlachtfeldern der Welt, an allen Fronten, wo sie gestanden haben, gefallen sind, und der toten Kämpfer der Bewegung, die stark blieben, während die anderen seig wurden, und die wegen ihres Glaubens erschlagen wurden. Sie gaben ihr Leben für die Zukunft ihres Volkes, für seine Größe und für seine höchsten Güter! Darum gingen sie in den sicheren Tod, für das ewige Deutschland, für das Deutschland des Nationalsozialismus, den sie damals nicht kannten, den sie aber geahnt hatten.“ Man müsse dem Führer dankbar sein, daß unser Geschlecht den Wechsel, der einst von zwei Millionen Toten mit ihrem Blute ausgestellt worden sei, auf die Ehre und Freiheit des deutschen Volkes, habe einlösen dürsen. Und diesen Toten gab General= oberst Göring das Gelöbnis:„Ihr dürft ruhig schlafen; ein neues Geschlecht wacht, euch gleich, euch ebenbürtig, bereit wie ihr dereinst, so in Zukunft das eigene Leben einzusetzen, auf daß Deutschland ewig lebe. Während dereinst am 1. Mai keineswegs das deutsche Volk in enger Geschlossenheit auf diesem Platz gestanden habe, breche heute heller Jubel aus: Jubel aus dankerfülltem Herzen vor Gott und der Vorsehung, daß wir wieder einig geworden sind. Und weil wir einig sind, so schloß Ministerpräsident Göring, sind wir stark, und weil wir stark sind, sind wir frei. Deutschland darf wieder fröhlich sein. Es hat ein Recht zur Freude. Der 1. Mai ist ein uralter Freudentag unserer germanischen Ahnen, der Tag, da die Sonne wieder stärker emporsteigt, der Tag des Lichts! Und darum, Kameraden, wollen wir den heutigen Tag beschließen mit diesem inneren Vermächtnis und Gelöbnis: Auch wir werden weiterarbeiten und kämpfen, damit das deutsche Volk unbeirrbar schreite seinen Weg zur Sonne empor! Langanhaltender Beifall setzte ein, als der Ministerpräsident geendet hatte, und dauerte an. bis das Kommando zum Zapfenstreich ertönte Iuns Gelasste gestehen London meldet: Haile Selassie unterwegs nach Oschibuti Wechsel im Präsidium des Reichsluftschutzbundes dub. Berlin, 2. Mai. Der Reichsminister der Luftfahrt, Generaloberst Göring, hat den Antrag des Präsidenten des Reichsluftschutzbundes, Generalleutnant a. D. Grimme, auf Enthebung von dieser Dienststellung mit dem 29. April genehmigt. Als Nachfolger ist der bisherige Vizepräsident und Chef des Stabes, Generalleutnant a. D. von Rocques, zum Präsidenten des Reichsluftschutzbundes berufen worden. In einem Schreiben hat Generaloberst Göring die großen Verdienste besonders anerkannt, die sich Generalleutnant a. D. Grimme um den Aufbau des Reichsluftschutzbundes und des Selbstschutzes im Luftschutz erworben hat. Als Zeichen seiner Anerkennung hat Generaloberst Göring ferner dem scheidenden Präsidenten sein Bild mit eigenhändiger Unterschrift übersandt und angeordnet, daß Generalleutnant a. D. Grimme zum Ehrenpräsidenten des Reichsluftschutzbundes ernannt wird. Reichsinnenminister über Zweiselsfragen der Familienunterstützung Berlin. Bei Durchführung der Familienunterstützung für Angehörige von Einberufenen sind in der Praxis bei einigen Bezirksfürsorgestellen Zweifelsfragen aufgetaucht, die der Reichsinnenminister durch eine Anordnung geklärt hat. Danach darf Familienunterstützung nicht für eine zurückliegende Zeit gewährt werden. Wird der Antrag erst nach dem Gestellungstage gestellt, so kann sie frühestens vom Tage der Antragstellung an gewährt werden. Geschwister des Einberufenen sind nicht unterstützungsberechtigt, auch wenn sie im Haushalt des unterstützungsberechtigten Vaters des Einberufenen leben. Wird mit dem Einsetzen der Familienunterstützung die dem Vater des Einberufenen gewährte Krisenunterstützung einschließlich der Familienzuschläge für die Geschwister des Einberufenen eingestellt, so muß für letztere erforderlichenfalls die öffentliste Fürsorge eintreten. dnb. London, 2. Mai. Der britische Gesandte in Addis Abeba, Sir Sidney Barton, berichtete nach London, daß der Kaiser die Hauptstadt verlassen hat und sich auf dem Wege nach Dschibuti befindet. Die Kaiserin und der Kronprinz begleiten ihn. Vor seiner Abreise aus Addis Abeba hatte der Kaiser eine Unterredung mit Sir Sidney Barton. Desgleichen wird aus Addis Abeba gemeldet, daß in Addis Abeba geschossen wird. Zweifelhafte Elemente seien in den Straßen beim Plündern. Außenminister Eden hat sich entgegen seiner ursprünglichen Absicht noch nicht ins Wochenende begeben, sondern hielt im Laufe des Sonnabends Besprechungen im Außenamt ab. Bestürzung in Geuf Die englische Presse über die Lage in Abessinien dnb. London, 2. Mai. Die Londoner Abendblätter geben die Meldung von der angeblichen Flucht des Negus nach Dschibuti in großer Aufmachung wieder. Die Nachricht, auf die in London niemand gefaßt war, da man allgemein noch mit einem längeren Widerstand des Kaisers und der abessinischen Truppen gerechnet hatte, wird von der Presse allgemein als das Ende des organisierten Widerstandes in Abessinien angesehen. Die abessinische Gesandtschaft in London hat zwar erklärt, daß der Kaiser möglicherweise den Zug wieder verlassen werde, bevor er in Dschibuti eintrifft. Man schenkt dieser Mitteilung jedoch offenbar wenig Glauben. Im einzelnen schreibt der Evening Standard, die Nachricht von der Flucht des Negus werde in britischen Kreisen als außerordentlich schwerwiegend angesehen. Der britische Gesandte Barton habe jedoch noch keinerlei nennenswerte Vorbereitungen getroffen, um Addis Abeba zu verlassen. Es werde im übrigen hervorgehoben, daß der Kaiser nicht auf den Rat des englischen Gesandten die Stadt verlassen habe. Ob er noch weiterhin als Oberhaupt des abessinischen Staates angesehen werden könne, nachdem er die Stadt verlassen habe, sei eine schwer zu entscheidende Frage. Das Blatt schildert schließlich eingehend die Maßnahmen, die man getroffen hat, um notfalls die britischen Staatsangehörigen von Addis Abeba nach Britisch Somaliland zu bringen. Eine Anzahl von Truppentransportflugzeugen steht diesem Bericht zufolge in Aden bereit, um die gesamte britische Kolonie von Addis Abeba nach Britisch Somaliland zu bringen. Reuter berichtet aus Genf, daß der Bericht über die Abreise des Negus in Genf Bestürzung hervorgerufen habe. Man sei der Ansicht, daß die Flucht des Negus die Stellung des Völkerbundes ungewöhnlich schwierig gemacht habe. Solange der abessinische Widerstand aufrecht erhalten würde, sei die Furcht des Völkerbundes klar gewesen. Man hätte die Sanktionen fortsetzen können, ja, sie auch verschärfen können bis zum Triumph der kollektiven Sicherheit. Durch den Zusammenbruch des Widerstandes stände Genf jedoch einer noch nicht dagewesenen Aufgabe gegenüber. Die allgemeine Ansicht ginge dahin, daß es eine Verleugnung, ja eine Verletzung alles dessen darstelle, wofür der Völkerbund eintrete, wenn man es zuließe, daß ein Angreifer ein Recht auf die Früchte seines Krieges habe, nur weil er erfolgreich gewesen sei. Wenn der Völkerbund irgendetwas bedeute, so werde erklärt, müsse die Völkerbundsaktion fortgesetzt werden. Im Augenblick seien die Völkerbundskreise jedoch völlig ratlos. Man erwarte jedoch, daß diplomatische Besprechungen zwischen London, Paris und möglicherweise auch Rom stattfinden würden, um vor dem Zusammentritt des Völkerbundes am 11. Mai die Grundlage einer Verständigung darüber zu finden, was nun getan werden soll. Reuter gibt gleichzeitig aus Paris einen Bericht wieder, wonach man dort die Ereignisse als eine bedeutende Erleichterung der Lage ansehe. England übernimmt den Schutz der amerikanischen Staatsangehörigen in Abessinien dub. London, 2. Mai. Wie Reuter aus Washington berichtet, hat die amerikanische Regierung das Angebot der britischen Regierung, den Schutz der amerikanischen Staatsangehörigen in Abessinien zu übernehmen, angenommen. Die Amerikaner werden daher in britischen Schutzlagern außerhalb von Addis Abeba Zuflucht finden können. Jorbrrnn, der Ziensteotuug Die neuen Bestimmungen des Reichsarbeitsministers dub. Berlin, 2. Mai. Die nationalsozialistische Regierung hat seit jeher die Kleinsiedlung gefördert; denn sie verschafft dem deutschen Arbeiter eine Wohnstätte zu einem erschwinglichen Preise und gewährt ihm zugleich die Möglichkeit, durch Bewirtschaftung seines Landes einen wesentlichen Teil seines Lebensunterhalts selbst zu erzeugen, so daß er den Wechselfällen des Lebens gefestigter gegenübersteht; sie verbindet den gewerblichen Arbeiter mit dem Boden und führt ihn in gesunde, natürliche Lebensverhältnisse. Um dieses Ziel zu ermöglichen, mußte seinerzeit dafür gesorgt werden, eingehende Vorschriften zu erlassen, die jeweils nach den gewonnenen Erfahrungen auszubauen und zu ändern waren. Hierdurch ist im Laufe der Zeit das für die Kleinsiedlung geltende Recht unübersichtlich geworden. Weiterhin haben sich manche Vorschriften als hinderlich für die praktische Durchführung gezeigt. Deshalb sind die Verwaltungsvorschriften vom Reichsarbeitsminister nunmehr in den neuen Bestimmungen über die Förderung der Kleinsiedlung vom 21. April 1936. die im„Reichsanzeiger" veröffentlicht wurde, vereinfacht und so geändert worden, daß die Durchführung wesentlich erleichtert wird. Nach wie vor ist die Kleinsiedlung als Siedlungs= und nicht Wohnungsbaumaßnahme durchzuführen. Die Kleinsiedlerstellen müssen mindestens 1000 Quadratmeter Nutzland erhalten und wirtschaftlich so ausgestaltet werden, daß den Siedlern ein zusätzlicher Wirtschaftsertrag aus der Stelle neben ihrem sonstigen Cinkommen unbedingt gesichert wird. Die Baukosten sind der Höhe nach begrenzt. um die werktätigen minderbemittelten Volksschichten, für welche die Kleinsiedlung bestimmt ist, vor zu hohen Belastungen zu schützen. Da die bisherige Begrenzung sich vielfach als allzu starr und daher hinderlich erwiesen hat, ist sie nunmehr etwas aufgelockert worden. Ohne Aufschließungskosten und ohne Anrechnung des Wertes der durch Selbsthilfe der Siedler ersparten Beträge dürfen die Bau= und Einrichtungskosten für den Regelfall jetzt 4000 RM. betragen. Liegen verteuernde Umstände vor. die zwangsweise höhere Kosten bedingen, so kann ihnen Rechnung getragen werden. Auch dann dürfen die Bau= und Nebenkosten jedoch den Betrag von 5000 RM., bei notwendigen größeren Wohnungen den Betrag von 5400 RM in der Regel nicht übersteigen. Nur in einem Falle ist weiterhin nach den Wünschen der Praxis eine weitere Erhöhung zugelassen. Wenn nämlich Siedler höhere Eigenmittel oder unverzinsliche Fremdmittel zur Verfügung stellen, so dürfen sich die Kosten entsprechend erböhen, jedoch um nicht mehr als 1000 RM. Nach wie vor ist gefordert, daß die Siedler. soweit irgend angeht, bei den Arbeiten am Aufbau der Siedlung selbst mithelfen. Stärker als durch Hingabe von Eigenmitteln verwachsen sie auf diese Weise mit ihrer Scholle: sie lernen so besser ihre siedlerischen Aufgaben kennen und haben endlich die Möglichkeit, sonst nötige Kosten einzusparen und hierdurch ihre späteren Lasten zu verringern. Durch besonders nachhaltige Mitarbeit ist deshalb auch Familien mit verhältnismäßig geringem Einkommen der Erwerb einer Kleinsiedlerstelle möglich. Die Finanzierung ist in erster Linie darauf abgestellt, daß die Belastung für die Siedler auf die Dauer tragbar ist. Deshalb ist vorgeschrieben, daß die Belastung einer Siedlerstelle im Regelfall monatlich 25 RM. beim Vorliegen verteuernder Umstände keinesfalls 30 RM. und grundsätzlich ein Viertel des baren Nettoeinkommens des Siedlers nicht übersteigen darf. Dies wird wesentlich dadurch erleichtert, daß nach den neuen Bestimmungen Reichsdarlehen von 1500 RM je Stelle bewilligt werden können. Den Kinderreichen und Schwerbeschädigten werden darüber hinaus Zusatzdarlehen gewährt, deren Verwerdung gegenüber den bisherigen Vorschriften freier gestaltet ist. Die Reichsdarlehen sollen nur die Lücke schließen, die in der Regel zwischen den erforderlichen Fremddarlehen und den Eigenmitteln der Siedler klafft. Um die Beschaffung der Fremddarlehen zu erleichtern, übernimmt das Reich für den Teil. der über dem Rahmen der üblichen ersten Hypothek gesichert wird, die Bürgschaft. Die Siedler selbst sind gehalten, 20 v. H. der Bau= und Bodenkosten aufzubringen. Das bedeutet nicht, daß sie Eigenmittel in dieser Höhe bereitstellen müssen. Dazu werden sie in der Regel nicht in der Lage sein. Es genügt vielmehr, daß sie neben etwaigen Eigenmitteln durch ihre Mitarbeit einen Teil der sonst notwendigen Kosten einsparen helfen, daß sie Vermögenswerte (Grundstück, Baustoffe. Inventarstücke) zur Verfügung stellen oder endlich Geld oder Werte von anderer, ihnen nahestehender Seite(Verwandten, Betriebsführern usw.) beschaffen, die nötigenfalls letztrangig gesichert werden können. Wenngleich die Bauten zweckmäßig und dauerhaft errichtet werden sollen, ist doch besonderer Nachdruck darauf gelegt. die Kosten in jeder vertretbaren Weise niedrig zu halten. Soweit baupolizeiliche Vorschriften, Ortssatzungen usw. dem entgegenstehen, können Ausnahmen und Befreiungen hiervon erteilt werden. In allem muß der Grundsatz beachtet werden, zu sparen, wo immer es angeht, da jede ersparte Mark den Siedlerfamilien zugutekommt. Deshalb ist die Durchführung der Kleinsiedlung auch weitgehend von Steuern, Abgaben und Gebühren befreit; auch die Reichsbahn gewährt bei den Tarifsätzen weitgehendes Entgegenkommen. Das Verfahren ist wesentlich erleichtert und vereinfacht worden; unter anderem ist den Landesbehörden neben einer Anzahl anderer wichtiger Ermächtigungen nunmehr auch die Entscheidung übertragen worden, ob Reichsbürgschaften zu übernehmen sind. Bewerbern, die bereits geeignete Grundstücke erworben haben, sind weitergehende Erleichterungen zugestanden. Mit den neuen Bestimmungen dürften die Hemmungen, die sich bisher der Durchführung der Kleinsiedlung mitunter entgegengestellt hatten, im wesentlichen beseitigt sein. Es ist daher zu hoffen, daf die Kleinsiedlung nunmehr mit verstärkter Tatkraft zum Besten der schaffenden Volksgenossen fortgeführt wird. Nr. 120 Zweites Blatt des„Stadtanzeigers für Castrov=Nauxel und Umgebung“ Montag, den 4. Mai 1936 Dte Seesceunserto-Seces Geschichten um ein mathematisches Wunderkind— Wie Friedrich Gauß unter die Sterngucker kam Dieser Tage jährte sich der Geburtstag des Mathematikers und Astronoms Karl Friedrich Gauß, der 1777 in Braunschweig als Sohn eines Tagelöhners geboren wurde und sich in verhältnismäßig kurzer Zeit aus der dunklen Enge, in die er hineingeboren war, zu den lichtesten Höhen der Wissenschaft emvorschwingen sollte. Die kleine Evisode von dem verschwundenen und wiedergefundenen Stern„Ceres" begründete seinen Ruf als Mathematiker. Man erzählte von dem kleinen Friedrich Gauß: er konnte eigentlich schon rechnen, bevor er das Sprechen erlernt hatte. Er selbst soll es für eine Selbstverständlichkeit gehalten haben. Er hatte es gewissermaßen ganz von selbst gelernt, zu einer Zeit. wo andere Kinder noch kaum zu denken beginnen. „Det stimmt nich. Vater!“— ließ sich einmal sein dünnes Stimmchen aus der Stubenecke vernehmen: denn Valer Gauß saß da und rechnete laut nach seiner Art. wieviel jeder seiner Gehilfen für die nach Feierabend getane Arbeit im Verhältnis zu seinem Tagelohn zu bekommen habe. Der Vater war damals nämlich„Lehmentierer". d.., er half den Leuten. die Lehmwände ihrer Häuser auszuführen. Na. jedenfalls war es eine schwierige Rechnung, und als Vater Gauß das Resultat nach seiner Meinung endlich richtig heraus hatte, wollte er mit der Auszahlung beginnen Da kam jener Warnungsruf des dreijährigen Friedrich. und als der Vater noch einmal nachrechnete, zeigte es sich, daß der Kleine verdammt Recht hatte. In der Schule gar wurde dem Lehrer unheimlich, wenn Friedrich zu rechnen anfing. und alle Nachbarn hielten es für sicher, daß ein so kluges Kind nicht lange leben werde. Gott sei dank kümmerte sich das kluge Kind nicht um diese Prophezeiung und wuchs allmählich vergnügt und gesund in sein Leben hinein: aber besser als mit spitzte die Bleistifte und überwachte die ersten der kleine Friedrich Gauß mit dem jungen Hilfslehrer Bartels. Er hatte allerdings nicht viel zu sagen: denn er kommandierte nur die Zeichenklasse. schaft für Rechnen und Mathematik und blickte voller Kritzelübungen. Auch er hatte eine kleine Leidenschaft für Rechnen und Mathematik und blickte voller Interesse auf den Jungen, in dem der künftige große Rechenmeister sich bereits deutlich ofsenbarte. Bartels wußte einige Bücher zu verschaffen, die er mit Friedrich Gauß eifrig durchstudierte. Mit elf Jahren war so Friedrich schon bei den algebraischen Lehrsätzen und bei der Lehre von den unendlichen Zahlenreihen angekommen. Das Studium bei der Rübenlampe Das wäre auch so ganz gut weiter gegangen: aber Friedrich Gauß merkte, daß es ihm an Zeit fehlte, um alle Wissenschaft in die dafür bestimmten Fächer seines klugen Kopfes aufzuspeichern. Zu Hause blieb zum Lernen wenig Zeit. Außerhalb der Schule mußte im Haushalt mitgearbeitet werden. Friedrich mußte ein Spinnrad holen und durfte nicht aufstehen, bevor er sein bestimmtes Teil Flachs verarbeitet hatte. Im Winter durfte kein Licht g. brannt werden, weil es Geld kostete. Das Bett nahn den Müden auf: aber die Nacht war zu lang. Dahatte der kleine Friedrich zuerst heraus. Und sobald man ihn in sein ärmliches Kämmerchen unter dem Dach geschickt hatte, begann jetzt sein eigentliches Leben. Lampe oder Kerze standen natürlich nicht zur Verfügung: aber Friedrich hatte eine herrliche große Futterrübe gefunden, die er aushöhlte und in sie alle Fettreste hineinsteckte, die er auftreiben konnte. Da hinein kam ein Docht aus roher Baumwolle, natürlich selbst gedreht, und bei diesem jämmerlichen Licht studierte Friedrich Gauß halbe Nächte lang. bis Kälte und Müdigkeit ihn zwangen. das dürftige Lager aufzusuchen. Aber es gab auch Leute, die die großen Fähigkeiten Friedrichs erkannten und dem Vater gut zuredeten, er solle ihm doch wenigstens erlauben, das städtische Gymnasium zu besuchen. Schulgeld? Das Schulgeld würden natürlich gutherzige Freunde und Bürger zahlen. Auch für die teuren Bücher wollten sie sorgen. Der Vater machte wohl noch einige Schwierigkeiten, da er die Arbeitskraft des Sohnes im Hause nicht entbehren zu können glaubte. Aber mit elf Jahren öffneten sich ihm wirklich die Pforten der hohen Schule. Er hatte sich selbst soweit vorgebildet, daß er gleich in die Sekunda ausgenommen wurde. Zwei Jahre darauf ging er schon in die Prima über, und dort erlebte er etwas, was den wenigsten schon zu jener Zeit glaubhaft erschien. Der große Mathematikervrofessor gab ihm nämlich seine schriftlichen Arbeiten mit der Bemerkung zurück: Es sei überflüssig und kaum zu verlangen, daß ein Mathematiker von solchen Qualitäten noch in seinen Stunden erscheine. Das war wohl sehr ehrenvoll. Aber Gauß machte sich jetzt Sorge, wo er denn noch weiter lernen könne, wenn man sein Wissen schon jetzt so hoch einschätze. Es gab in Braunschweig noch das Karolinum, eine Art Zwischenstufe zwischen Gymnasium und Universität. Und durch Vermittlung des herzoglichen Hofes fand Gauß auch hier Eingang. Er war zwar noch ein ganz junger Mensch: aber in der Stadt wußte man überall von ihm Wunderdinge zu berichten. Er wurde bei Hofe eingeladen, und eine glänzende Gesellschaft sah seinem Erscheinen wie dem Auftreten eines berühmten Künstlers entgegen. Man stellte ihm die schwierigsten Aufgaben; er löste sie im Handumdrehen. Man überhäufte ihn mit Geschenken, und der Herzog sorgte dafür, daß er jetzt vier Jahre die Universität Göttingen besuchen konnte. Vierundzwanzig Jahre war Gauß alt. als er sein berühmtestes Werk„Die Disquisitiones" beendete und damit sofort in die Reihe der größten Mathematiker aller Zeiten trat Man nannte das Werk den„Markstein in der Geschichte der Zahlentheorie". und bald darauf sand sich jene Gelegenheit, die Gauß zu einem Erfolg verhals, der das Aufsehen der ganzen Gelehrtenwelt erregte. Der Stern„wie ein Sandkörnlein am am Meeresstrand“ Zu Beginn des Jahres 1801 hatte der bekannte italienische Astronom Piazzi in Palermo einen unbekannten Stern achter Größe entdeckt, der sich später als ein Planetoid erwies. Er nannte ihn Ceres. Seine Beobachtungen reichten aber zu einer sicheren Bahnberechnung nicht aus. und vergeblich mühten sich die berühmtesten Astronomen jener Zeit, deutsche und italienische, das neue Gestirn am Himmelsgewölbe aufzufinden. Es gelang nicht. Ceres war und blieb verschwunden. Als Gauß im Sommer dieses Jahres einen bekannten Gelehrten in Göttingen besuchte, kam die Rederaus das allgemeine Thema — auf die nicht mehr aufzufindende Ceres. Gauß hörte mit gespannter Aufmerksamkeit zu, was der Gelehrte darüber zu berichten wußte. Eine Weile blieb er nachdenklich in sich versunken, dann sagte er bestimmt:„Ich will den Stern auffinden". „Aber Sie sind doch kein Astronom“, rief der Gelehrte überrascht aus,„wie können Sie denn einen Stern finden, den die bekanntesten astronomischen Fachleute solange vergeblich suchten?"—„Finden mögen sie ihn", antwortete Gauß,„ich will ihn nur berechnen und so auf seine Spur kommen. Ich beschäftige mich mit ganz neuen Methoden zur Feststellung der Planetenbahnen und weiß, daß sie sehr viel schneller und sicherer als die bisher üblichen zum Ziele führen.“— Und mit Feuereifer machte sich Gauß an die Arbeit und vollendete in verhältnismäßig kurzer Zeit seine Berechnungen. Sie beruhten darauf, den Raum am Himeml, in dem die verlorene Ceres zu suchen war. um sechs bis sieben Grad weiter nach Osten auszudehnen, und tatsächlich. es gelang. Gegen Ende des Jahres konnten deutsche Astronomen nach den genauen Angaben Gauß' die Ceres„wie ein Sandkörlein am Meeresstrand“ auffinden.„Nur diejenigen", sagte der berühmte Astronom Professor Zach auf dem Seeberg bei Gotha, die aus der Theorie wissen, wie schwierig es ist, aus so dürftigen Daten, wie die Piazzischen waren, und von einem so kleinen beobachteten Bogen von neunzig Grad auf eine ganze Bahn von 360 Grad zu schließen— werden das Talent und die Geschicklichkeit und das scharfsinnige Schätzungsormögen des Dr. Gauß gehörig schätzen und bewundern können.“ „Ein überirdischer Geist in einem menschlichen Körper“. Zu jener Zeit schrieb der Astronom Laplace:„Der Herzog von Braunschweig hat in seinem Lande mehr entdeckt als einen Planeten: einen überirdischen Geist in einem menschlichen Körver“.— Gauß' Namen war in aller Munde und trug ihm Lehrstellen an den verschiedensten Anstalten ein: aber Gauß schlug sie aus. Er brauchte unbeschränkte Muße, um sich in seine Wissenschaft zu vertiefen, um die Ideen, denen er nachging, praktisch auszugestalten. Der Herzog, der alles das zu würdigen verstand. setzte Gauß ein Jahresgehalt von 400 Talern aus. Gauß ließ dafür einen Sextanten nach eigenen Berechnungen bauen. Die Petersburger Akademie wollte ihn durchaus für sich gewinnen und bot ihm ein Ministergehalt. Gauß— lehnte ab. In seinem 78. Lebensjahr schloß Friedrich Gauß am 23. Februar 1855 die Augen. Das Dankopfer der Nation Seit dem 20. April 1936 liegen in sämtlichen SA.= Sturm=Dienststellen die Ehrenlisten für das Dankopfer der Nation aus. Als erster zeichnete sich in Berlin der Stabschef des Führers ein. Ihm folgten neben seinen SA.=Männern im ganzen Deutschen Reiche viele Volksgenossen aller Stände, um dem Führer durch ihr Opfer den Dank abzustatten. Durch unser Dankopfer wollen wir dem Führer ermöglichen, einen seiner Wünsche der Erfüllung näher zu bringen, nämlich, dem Arbeiter eine gesunde Wohnung zu verschaffen. Und so wird schon im nächsten Jahre die erste große Arbeitersiedlung den schaffenden deutschen Menschen übergeben werden können. Ein jeder soll mit Freude auf dieses Werk schauen und sagen: Auch ich habe meinen Teil zu diesem Werke beigetragen. Auch in Castrov=Rauxel sind schon ansehnliche Summen gezeichnet worden. Willst du fehlen? Trage dich heute noch in die eine der in den Sturmlokalen aufliegenden Ehrenlisten ein. Der Austlung der Firmangstage Gastrop=Nauzel Feierliche Firmerneuerung in der St. Antonius= Kirche in Ickern im Veranat Am heutigen Montag gehen die Tage, die der Hochw. Herr Weihbischof Augustinus Baumann im Dekanate Castrop=Rauxel weilte, zu Ende. Am Sonntag fand abends um 8 Uhr in der St. Antonius=Kirche im Stadtteil Ickern die feierliche Firmerneuerung der kath. Jugend des Dekanates statt. Die weihevolle Feierstunde, die eine große Beteiligung aufzuweisen hatte, begann mit der feierlichen Einholung des Weihbischofs in das festlich geschmückte Gotteshaus. Der Weiheakt selbst zergliederte sich in drei Teile: Glaube— Bereitschaft— Sendung. Eingeleitet wurde er mit dem gemeinsamen Liede der Jugend:„Lobt froh den Herrn, ihr jugendlichen Chöre!". Dann folgten die Lesung„Die hl. Tause" nach Johannes 3,—8. Matthäus 28. 16—20 und die Erneuerung des Taufgelübdes durch das gemeinsame Lied„Fest soll mein Taufbund immer stehen.“ Der Schriftlesung von der Sendung des Hl. Geistes(Avostelgeschichte 2.—21) schloß sich die im Wechselchor gebetete Pfingstsequenz an:„Komm, o Geist der Heiligkeit, aus des Himmels Herrlichkeit. sende deines Lichtes Strahl...“ Nach dem weiteren Liede„Komm Schöpfer Geist...“ richtete der Hochw. Herr Weihbischof eine von Herzen kommende und zu Herzen gehende Ansprache an die Jugend. die dann anschließend stehend in Wechselrede mit dem Bischof die Firmerneuerung sprach. Dem Gemeinschaftsliede„Lobe den Herren“ folgte die Segnung und Sendung der Jugend durch den Weihbischof. Auch sie erfolgte wieder in weihevoller Form durch Rede und Gegenrede zwischen Weibbischof und Jugend. Dem Zwiegesang„Himmelsau, licht und blau...“ schlossen sich Gebet und sakramentaler Segen an. Nach dem feierlichen Auszug des Bischofs klang die Weihestunde mit dem alten, schönen Muttergottesliede„Maria. Maienkönigin.. aus. Sie wurde allen Teilnehmern zu einem unvergeßlichen Erlebnis. Die Heimaltreuen fahren ins Jaderiand hohensyburg—Dechenhöhle—Altena—Dahler Ehrenmal—Balve—hönnelal Mit der R66.„Kraft durch Freude“ Vom Stadtverband der Heimattreuen Vereine der Stadt Castrop=Rauxel wird in diesem Jahre, nach den guten Erfahrungen, die man im Vorjahre mit der„Fahrt ins Blaue“ machte, wieder eine gemeinsame Ausflugsfahrt vorbereitet. Sie ist für Sonntag, den 14. Juni vorgesehen. Im Gegensatz zum Vorjahr wird nicht mit verdeckten, sondern mit offenen Karten gespielt. Das Ziel ist wieder das ideale Erholungsgebiet des RWJ., das schöne Sauerland. Aber die diesjährige Fahrt ist schon rein äußerlich von der des Vorjahres insofern verschieden, als zu ihr diesmal nicht ein Sonderzug der Reichsbahn, sondern eine Autobus=Kolonne benutzt wird. Für die Fahrt selbst wurde folgendes Programm aufgestellt: Abfahrt morgens 7 Uhr ab Ickern, 7,15 Uhr ab Habinghorst. 7,30 Uhr ab Castrop=Markt. Die Strecke führt über Lütgendortmund— Verbandsstraße bis Dortmund= Brüninghausen— Wellinghofen— Ruhrwaldweg— Hohen= syburg(Denkmal).— Nach einer Pause um.30 Uhr Weiterfahrt: Hengstey=See— Hagen— Lethmathe — Dechenhöhle—(Pause: Gelegenheit zum Mittagessen und Besichtigung der Höhle).— 1 Uhr Weiterfahrt nach Altena(Aufenthalt: Gemeinsames Kaffeetrinken, Besichtigung der Burg usw).— 4 Uhr Weiterfahrt nach Dahle mit dem Ehrenmal des Sauerländischen Gebirgsvereins auf dem Kohlberg(Aufenthalt und Besichtigung).— 6 Uhr: Weiterfahrt nach Balve und Sanssoncie(Fußmarsch durchs romantische Hönnetal, 2 Kilometer).— Abends.30 Uhr: Abfahrt ab Plathaus am Eulenfelsen zur Rückfahrt über Menden— Unna— Verbandsstraße— Lütgendortmund— Castrop=Rauxel, wo die Ankunft gegen 10 Uhr erfolgt. Die Festlegung und Durchführung der Fahrt erfolgt in Gemeinschaftsarbeit mit der RSG.„Kraft durch Freude". Dadurch ist es möglich geworden, die Fahrt, die durch einen besonders schönen Teil des Sauerlandes führt und Höhen und Täler, Städte und Dörfer. Tropfsteinhöhlen und Talsperren, Denkmäler und Burgen zeigen wird, für den billigen Preis von nur.70 RM. je Teilnehmer zu ermöglichen Die Anmeldung zur Teilnahme hat, um die erforderliche Anzahl von Autobussen verpflichten zu können, umgehend zu erfolgen. Bei der Anmeldung, die von den Mitgliedern der einzelnen Vereine bei ihrer Vereinsleitung zu machen ist, muß mindestens ein Teil des genannten Betrages angezahlt werden. Von den Vereinen ist die Zahl der Teilnehmer bis spätestens 14. Mai an den Leiter des Stadtverbandes August Gladisch, Ruprechtstraße, Castrop=Rauxel 3, zu melden, da von der RSG.„Kraft durch Freude“ in der Hauptausflugszeit nur dann bequeme Autobusse in genügender Zahl gestellt werden können, wenn die Gesamtanmeldung spätestens 4 Wochen vor der Fahrt bei ihr vorliegt. Die Teilnahme an der Fahrt steht allen Mitgliedern der dem Stadtverband der Heimattreuen Vereine angeschlossenen Vereine sowie deren Familien= angehörigen und Freunden und Bekannten frei. Verspätete Anmeldungen können nicht berücksichtigt werden. Die Anmeldung verpflichtet auch im Falle des Verhindertseins zur Bezahlung des Fahrpreises. Castrop=Rausel Castrop=Rauxel, den 4. Mai 1936. Rundfunk für jeden Betrieb NSG. Das Rad der Arbeit dreht sich wieder. Millionen Menschen fanden durch den Nationalsozialismus wieder Arbeit und Brot. Der deutsche Arbeiter weiß, daß Adolf Hitler ihm den Glauben wiederbrachte. Und wenn es heißt, der Führer spricht, schlagen Millionen Herzen höher, warten auf sein Wort. Wie oft ist es notwendig, das Wort des Führers an seine Gefolgschaftsleute heranzutragen. Aber nur ein verschwindend kleiner Teil von Volksgenossen hat die Möglichkeit, den Führer versönlich in einer Versammlung zu sehen und zu hören. Es besteht hier kein anderer Weg, als das gesprochene Wort durch Rundjunk an jeden Volksgenossen heranzutragen. Deshalb tritt die Abteilung Rundsunk des Provagandaamtes der DAF. auf den Plan und propagiert den Gemeinschaftsempfang in den Betrieben. Als der Führer am 27. März aus den Kruppwerkstätten in Essen zum deutschen Arbeitertum sprach. waren in ganz Deutschland die Schaffenden in den Betrieben versammelt und lauschten seinen Worten. Aber in wieviel Betrieben hat sich hier wieder die Unzulänglichkeit der meisten Geräte herausgestellt. Um nun auch jedem noch so komplizierten Betrieb den Empfang zu erntöglichen, wurde ein Standardgerät geschaffen, daß allen Anforderungen voll und ganz gerecht wird: der Arbeitsiront=Empjänger DAF. 1011. Große Leistungen und gute Wiedergabe von Musik und Sprache sind die Hauptvorzüge des Arbeitsfrontempfängers. Aber nicht nur zum angeordneten Gemeinschaftsempfang dient das Gerät. Es soll an erster Stelle auch dazu beitragen, die Bestrebungen des Amtes „Schönheit der Arbeit“ in den Betrieben zu verwirklichen. In dn Mittagsvausen können die Gefolgschaftsmitglieder die Uebertragung der„Werkvause“ des Reichssenders Köln. Darüber hinaus hat der Betriebsführer die Möglichkeit, jeder Zeit Mitteilungen betrieblicher Art durch die Radioantage der gesamten Belegschaft bekannt zu geben. Der Empfänger der Deutschen Arbeitsfront wird Freude bringen und ein Baustein sein zur Verwirklichung der Betriebsgemeinschaft. An die Betriebsführer richtet die DAF. die Bitte: Geben Sie ihren Gefolgschaftsmitgliedern Freude an der Arbeit durch die Anschaffung eines DAF.=Empfängers. Ehrenvolle Berufung Wie wir hören, ist Schulrat Dr. KölscheSchwelm als Professot an die Dortmunder Hochschule für Lehrerbildung berufen worden. Dr. Kölsche war bekanntlich vor seiner Ernennung zum Schulrat von Schwelm lange Jahre Rektor der hiesigen Vincke=Schule im Stadtteil Ickorn. Als solcher hat er sich besondere Verdienste um den Vincke=Schulchor erworben, der sich zu seiner Zeit weit über unsere engere Heimat hinaus in allen Fachkreisen eines großen Ansehens erfreute. Er machte wiederholt Sängerfahrten im In= und Auslande. Auch sang er mehrere Male vor den Mikrophonen von in= und ausländischen Sendern. Wir haben s. 3t. unsere Leser über die beachtlichen Erfolge. die dieser gut diszivlinierte Chorkörver überall erringen konnte, stets auf dem Laufenden gehalten. Wir freuen uns über den ehrenvollen Ruf. der an Dr. Kölsche erging und wünschen ihm für sein neues Amt alles gute. Im Silberkranze Die Ehevaare Hauer Willy Eger, Vinckestraße 164 und Steiger Heinrich Oellerich. Am Kärling 118, konnten in diesen Tagen das Fest der Silberhochzeit feiern. Wir wünschen beiden Silberjubelpaaren nochträglich ein herzliches„Glück auf!“ für den ferneren, hoffentlich noch recht langen und recht glücklichen Lebensweg! Eine neue Waschkaue der Külgers-Werke Am 1. Mai wurde auf dem Gelände der RütgersWerke der Gefolgschaft die neue Waschkaue übergeben. die für rund 150 Betriebsangehörige die erforderlichen Umkleide= und Aufenthaltsräume enthält. Im Lause des Jahres soll ein weiterer Bau erfolgen, der für alle Werksmitglieder angenehme und den Erfordernissen der Zeit entsprechende Räume enthalten wird. Bei der Uebergabe hielt der Führer des Betriebes. Direktor Dr. Fehr eine Ansprache, in der er auf die Bedeutung des Tages hinwies. Der Vertrauensrats=Obmann Otto Hubert dankte im Namen der Gefolgschaft für die neue Anlage. Sein Rede klang aus in die Aufforderung, daß jeder an seinem Platze unablässig im Interesse des Werkes seine Pflicht erfülle. Ein dreisaches„Sieg=Hei!“ auf den Führer und die Nationalhymnen bildeten den Abschluß des Festaktes. Wohnungseinbruch Am 30. April. in der Zeit zwischen 15.45 und 18.50 Uhr wurden aus einer verschlossenen Wohnung des Hauses Hedwigstraße 1, mittels Einbruchs 1 blauer Kammgarn=Anzug. 1 grauer Wintermantel ohne Rückengurt und ohne Falten. eine vergoldete, runde Herrenarmbanduhr mit schwarzem Lederband, gezeichnet 10 Mikron, eine längliche, verchromte Herrenarmbanduhr. 1 Dutzend Messer und Gabeln (Alpaka), 1 braune Briestasche(Sassianleder), ein Herrensiegelring mit den Buchstaben T.., gestohlen. Der Gesamtwert der entwendeten Gegenstände beträgt 280 RM. Wer kann der Polizei bezüglich der Täter Angaben machen? Auf dem Wege der Besserung Das in der Stadt umgehende Gerücht, daß der in der Vorwoche bei einem Zusammenstoß zwischen Radfahrer und Personenauto auf der Adolf=Hitler=Straße zu Schaden gekommene Mann seinen schweren Verletzungen erlegen sei, entspricht erfreulicherweise nicht den Tatsachen. Eine Anfrage beim Krankenhause ergab, daß er sich auf dem Wege der Besserung befindet. Die Anterbringung der Ichatenliassenen Der Besuch der Modell-Wanderschau der Luflsportlandesgruppe Westfalen ein voller Erfolg Der Besuch, den die Modellflugzeug=Wanderschau der Luftsport=Landesgruppe Westfalen unter Führung des Segelflug=Sturmführers Haas in der Vorwoche unserer Stadt aus Veranlassung der Luftsport=Ortsgruppe Castrop=R. abstattete, nahm dank der guten Vorbereitung und Organisation durch Gewerbeoberlehrer Hans Weyland einen ganz vorzüglichen Verlauf. so daß man sich von ihm für die Belebung des Interesses der hiesigen Jugend am deutschen Flugsport und vorab am Flugzeugmodellbau allerlei versprechen darf. Der gute Abschluß durch den Rekordflug eines Winkler=Hochleistungsmodells. von dem wir bereits berichteten, erweckte in den Jungen die Begierde, auch Modelle zu bauen, die derartiges leisten. Man machte daher von der gebotenen Möglichkeit. Baupläne zu wesentlich verbilligten Preisen zu erstehen. recht zahlreich Gebrauch. 400 kleinere und auch eine ganze Anzahl größere Baupläne wurden von den rund 3000 Castrop=Rauxeler Jungens. die den Flugvorführungen und den Demonstrationsvorträgen in den 4 Tagen beiwohnten. gekauft! Jetzt geht es ans Basteln, um demnächst im Modellwettbewerb zu zeigen, daß man etwas gelernt hat und„vom Fliegen versteht“. In gar manchen Jungen wurden auch die Lust und der Wille, Flieger zu werden, erweckt. Wer den Willen zur Tat werden lassen will, findet dazu Gelegenheit auf dem Wege über die Luftsportschar der Hitler=Jugend und den Fliegersturm des Luftsportverbandes. Beide sind hier am Orte vertreten und erfreuen sich eines kräftig pulsierenden Lebens. Dem Schaffen der hiesigen Luftsportschar wurde letzthin noch dadurch eine besondere Anerkennung zuteil, daß seitens der Luftsport=Landesgruppe Westfalen zwei Modelle angekauft wurden, die von hiesigen Luftsportscharangehörigen gebaut wurden. Es sind dies ein„Ueber=Baby". gebaut von Berufsschüler Herbert Grenke und ein„Großer Winkler", gebaut von Berufsschüler Erwin Borchardt. Ersteres hat eine Spannweite von .40 Meter. letzteres eine solche von.70 Meter. Diese beiden Modelle wurden dank ihrer sauberen und fachgemäßen Ausführung für würdig befunden. in die Modell=Wanderschau der Luftsvort=Landesgruppe Westfalen ausgenommen zu werden, die inzwischen ihre Reise durch die Heimatprovinz fortsetzt. Den beiden so ausgezeichneten heimischen Modellbauern ein herzliches„Glück ab!“ für ihre fernere. hoffentlich noch recht erfolgreiche fliegerische Tätigkeit. Filmveranstaltung der Gaufilmstelle mit der ns.-Frauenschaft Castrop-Kauxel Wie in den früheren Jahren, so stehen wir auch heute wieder vor dem Hilfswerk„Mutter und Kind“. In diesem Zusammenhange wird die NS.=Frauenschaft Castrov=Rauxel, einige Tage vor dem Muttertag. in großangelegten Veranstaltungen, innerhalb des ganzen Kreises. in Ickern, Habinghorst und Castrov. den Henny=Porten=Film„Mutter und Kind", ein Spiel von der Mutterliebe, auf der Leinwand zeigen. Der Film beruht auf dem bekannten Gedicht des großen Ditmarschen Dichters Friedrich Hebbel. Er zeigt aber mancherlei Abweichungen vom Hebbelschen Gedicht. Das idyllische Moment tritt zurück; er ist härter und bewegter und das dramatische Wesen steht im Vordergrunde. Anna, die Hauptfigur, ist nicht mehr im Hause des reichen Kaufherrn tätig. sondern in der Nachbarschaft bedienstet. Neu ist die Mutterschaft des Mädchens, deren Entdeckung mit Annas Entlassung und dem Brotloswerden ihres Verlobten zusammenfällt. Diese Fassung trifft wieder das deutsche Wesen im allerbesten Sinne: hier ist ein nationaler Film ohne Tendenz entstanden. „Mutter und Kind“ ist ganz ungewollt und unbeabsichtigt die wirksamste Provaganda für die höhere Achtung der Ehe und für die Liebe zur Familie. Alles Geschehen dreht sich um die Liebe der Mutter zu ihrem Kinde, die dann übergreift auf den Mann und sich sieghaft durchsetzt. Das Naturrecht behält die Herrschaft über das Menschenrecht, und damit wird das Sviel zur höchsten Sittlichkeit erhoben. Dieser Film läuft am Donnerstag, dem 7. Mai in Ickern, im„Glückaus"=Theater, in Habinghorst im„Capitol"=Theater und in Castrov im„Europa“=Theater. In diesen Monaten ist die deutsche Wirtschaft wiederum vor eine verantwortungsvolle Aufgabe gestellt: es geht darum, die schulentlassene Jugend. die über eine Million zählt. im Wirtschaftsprozeß unterzubringen. In dieser Aufgabe wird die Wirtschaft ohne Frage durch das Frühjahr, das nach der winterlichen Atempause einen Höhepunkt im Arbeitseinsatz bringt, erheblich unterstützt. Dazu kommt der hohe Wirtschaftsstand des gesamten deutschen Wirtschaftslebens, der an sich schon eine große Aufnahmefähigkeit für den Nachwuchs in sich schließt. Es muß allerdings jeder Betriebsführer und Lehrmeister von sich aus bestrebt sein, jede geeignete Lehrstelle und alle Ausbildungsplätze zur Verfügung zu halten. Nur dann wird man auch den letzten Jugendlichen unterbringen. Die kürzlichen Aufrufe der Partei und des Staates lassen erkennen, daß trotz der bisher vorbildlich geleisteten Vorbereitungsarbeiten der Bedarf an Lehrstellen noch nicht gedeckt ist. Es gibt aber in den verschiedenen Gewerbegruppen noch große Einstellungsmöglichkeiten. So ist beisvielsweise im Bergbau der Lehrlingsanteil ganz ungenügend. Auch das Nachwuchsbild im Verkehrsgew erbe und in der chemischen Industrie ist sehr unbefriedigend. Ebenso wäre in der Industrie der Steine und Erden Was der„Wedding" für Berlin. war in den Kampfjahren der Moltkemarkt für Bochum; und mehr als einmal wurde um den Moltkemarkt hart gekömpft. In diesen Tagest jährte es sich zum zehnten Male, als die SA. die erste Maiseier im Ruhrgebiet beging. Für den Sonntag, den 2. Mai 1926, hatte das Regiment„Ruhr". das sich aus den SA.=Stürmen der Städte Bochum. Wattenscheid, Castrov=Raurel. Herne und Gelsentirchen zusammensetzte, einen Maiaufmarsch auf dem Moltkemarkt angekündigt. Bei den Marxisten brach darüber eine unbändige Wut aus. denn der Moltkemarkt hatte seit 1918 keine schwarz=weiß=rote Fahne mehr gesehen. Der Moltkemarkt war der Aufmarschplatz der Kommunisten, den sie selbst nicht einmal den Sozialdemokraten überließen. Noch am 1. Mai, der ein Samstag war. sah der Moltkemarkt Tausende von Rotfrontlern, die feierlich gelobten, niemals einen Aufmarsch der Nazis auf dem Moltkemarkt zuzulassen. Der Sonntag begann ein schöner Maientag zu werden, und aus den obengenannten Städten eilten die SA.=Männer noch in Windjacke und grauer Mütze auf Lastwagen der Stadt Bochum zu. Im Garten des ersten Bochumer SA.=Lokals Phillins an der Wasserstraße trafen sich in mehreren Stürmen etwa 1000 SA.=Männer. Unter Mitführung von schwarz=weiß=roten und Hakenkreuzfahnen marschierte dieser 1000 Mann starke Zug die Königsallee der Innenstadt zu. Zu beiden Seiten des Zuges Polizeibeamte und am Schluß eine berittene Abteilung. Jedem der 1000 Männer war gesagt worden, daß die Schlußkundgebung unter allen Umständen auf dem Moltkemarkt sein müsse, und ein jeder der 1000 wußte, was es hieß, einen SA.=Aufmarsch auf dem Moltkemarkt steigen zu lassen. Kampffreudig wurden die Kampflieder gesungen. Je näher der Zug der Innenstadt kam, um so mehr Menschen zeigten sich. Der kommunistische Nachrichtenapparat hatte vorzüglich geklappt. Tausende von Anhängern Moskaus waren alarmiert, um den Aufmarsch zu verhindern. Aus der Alleestraße bog die Spitze des Zuges in die Königstraße ein. Es mochten etwa 5000 Menschen gewesen sein, die sich vom Eingang der Königstraße bis zum Moltkemarkt aufgestellt hatten. Mit Niederrusen wurde die Spitze empfangen, und immer näher rückte die Menge. Es wurde immer drohender, als die Spitze sich dem Markt näherte Die Musik wurde von den Schreien der Menge übertönt. Straff ausgerichtet marschierten die Stürme, jedoch jeden Augenblick bereit, dreinzuschlagen, denn jeder wußte, noch ist der Markt nicht sowie in der Textilindustrie noch viel Raum für eine verstärkte Lehrlingsausbildung. Große Möglichkeiten eines Einsatzes für jugendliche Arbeitskräfte sind ferner in der Landwirt= schaft vorhanden. Bei der steigenden Bedeutung der Landwirtschaft in nationalpolitischem Sinne ergeben sich dort für die Jugend erhebliche Aufstiegsmöglichkeiten. Die einzelnen Wirtschaftszweige müssen wissen, daß es in ihrem eigenen Interesse liegt, wenn sie alles daran setzen, ihrem Berufszweig den notwendigen und geeigneten Nachwuchs sicherzustellen. Leider wurde in der Vergangenheit— besonders in der Zeit der Krise auf diesem Gebiet viel gesündigt. Ein Großteil der Jugendlichen fand damals überhaupt keine Ausbildungsstätte und mußte zu ungelernten Berufen greisen.. Erschwerend kam noch hinzu, daß es an einer staatlichen Planung mangelte. Die Wirtschaft hat also jetzt die Pflicht, diese„Hypothek der mangelhaften Ausbildung" durch eine aktivere Nachwuchspolitik wieder auszugleichen. Dies ist im Hinblick auf den schon an vielen Stellen sich bemerkbar machenden Facharbeitermangel besonders dringlich, zumal in den nächsten Jahren die Zahl der Schulentlassenen um etwa 100 000 bis 200 000 absinken wird. erreicht. Hatte die SA. den Aufmarsch vollzogen, dann war die Kommune an der empfindlichsten Stelle getroffen, denn am Moltkemarkt besand sich die Bezirksleitung der Kommunisten. Die Fäuste der Menschenmenge streckten sich drohend den SA.=Männern entgegen. Fester wurden die Fahnen gefaßt. Hell klang das„Preußen Gloria“, der Musik. die nun den Markt erreicht hatte und rechts einschwenkte. Immer wilder wurden die Kommunisten. Die Pferde der Polizei bäumten sich hoch. die Trommeln der SA. hämmerten, und der Marschtritt hallte wieder auf dem Pflaster. Sollten diese jungen Kerle mit den wenigen Frontsoldaten der riesigen Menge Angst eingeflößt haben? Fast schien es so. Wollten sie nur Schreien und Drohen? Da war es geschehen! Irgend jemand hatte geschlagen. Wie es kam, wußte niemand. Tausende verhetzter Menschen stürmten von der Seite gegen den Zug. Die Musik hatte ausgesetzt. Schon sausten die ersten Pflastersteine in die Reihen der Windjacken, und die ersten SA.=Männer sanken unter den Wandrer, schone Wald und Flur. Heilig sei dir die Natur! Halte Weg und Plätze rein. Laß das Spiel mit Feuer sein! Schlägen der Mordinstrumente der Kommune zusammen, da erscholl ein tausendstimmiges Heil und immer wieder Heil. Es war der Schlachtruf. Drauf und dran! Diese Tausend setzten sich nicht zur Wehr. sondern griffen an. Auf einer Länge von 300 Metern wurde gekämpft gegen eine 6= bis 7fache Uebermacht. Hart schlugen die Kommunisten, aber härter schlug die SA. Die berittene Polizei sprengte zwischen die Kämpfenden und ließ den Gummiknüppel niedersausen. Schritt für Schritt wichen die Kommunisten. und es mochten 10 Minuten vorbei sein, da wehte die Hakenkreuzfahne auf dem Moltkemarkt. Die Kommune hatte verspielt, und die SA. hatte den ersten Maiaufmarsch in Bochums roten Vierteln vollzogen. Von dem Verdeck eines Lastautos schmetterte Reichstagsabgeordneter Land die Parolen Adolf Hitlers zum ersten Male in den Bochumer „Wedding" hinein. Bestbeatschiand Gruppe Bergbau erfolgreich Bochum. Die Reichsbetriebsgemeinschaft Bergbau teilt mit: Auch in diesem Jahre war der Reichsberufswettkampf für die Gruppe Bergbau ein voller Erfolg. Besonders ins Auge fällt die hohe Teilnehmerzahl. 20000 Jungknappen stellten ihre Leistung unter Beweis. Aus diesen kristallisierten sich die Gausieger heraus, die dann auf der Grube„Gottessegen“ in Oelsnitz(Erzgebirge) wiederum zur praktischen und in Königsberg zur theoretischen Prüfung zusammentraten, um den diesjährigen Reichssieger Bergbau zu ermitteln. Reichssieger wurde der zur Fachgruppe Steinkohle gehörige Jungknapve Alfred Lang aus dem Gau Pfalz=Saar. Die Sieger in den einzelnen Fachgruppen waren: Alfred Neumann, Gau Kurmark(Braunkohle). Erwin Schumacher. Gau Koblenz=Trier(Erzbergbau). Willi Lange. Gau Thüringen(Kali). Der Reichsberufswettkmpf 1936 zeigt uns, daß unser Nachwuchs, wie man zu sagen pflegt, auf Draht ist, so daß wir dereinst getrost das Erbe der Väter in seine Hände legen können. Die guten Leistungen werden unsere Bergjungmänner aber niemals verführen, sich auf ihren Lorbeeren auszuruhen. Das Bessere ist auch hier der Feind des Guten. Das ist die Parole, mit der die Jungknappen im nächsten Jahre erneut vor die Oeffentlichkeit treten werden, um zu beweisen, daß das diesjährige gute Ergebnis kein Zufall war. sondern der Erfolg zielbewußter Arbeitsschulung und tatkräftigen Leistungswillens. Maifeier in der Zeltstadt Dortmund. Die größte geschlossene Maiseier in Deutschland wurde in Dortmund bei Hoesch KölnNeuessen geseiert. Die Gelsenkirchener Bergwerks AG. und der Dortmund=Hörder Hüttenverein hatten ihre rund 30000 Gefolgschaftsmitglieder in Dortmund zum 1. Mai aus die verschiedensten Säle in Dortmund verteilt. Da für alle Gefolgschaftsmitglieder in Dortmund die geeigneten Räume für die Maiseiern nicht zur Verfügung stehen, hatte sich Hoesch entschlossen, aus dem Werksgelände an der Springorumstraße eine Zeltstadt zu bauen, in der die Gefolgschaftsmitglieder mit ihren Angehörigen zum 1. Mai versammelt wurden. Insgesamt waren 25000 Menschen unterzubringen. Um das zu ermöglichen, wurde bereits seit Anfang Avril an der Herrichtung eines Festplatzes gearbeitet, der wohl einzigartig bisher in Deutschland gewesen sein dürfte. Die Riesenzelte, die errichtet worden waren, waren sämtlich miteinander verbunden, so daß sich die 25000 Teilnehmer des Abends tatsächlich, wie Generaldirektor Dr. Springorum in seiner Ansprache betonte, wie eine Familie fühlen konnten. Frauen und Kinder der Gefolgschaft waren erschienen. Das Problem. eine so riesige Gefolgschaft an einem Abend unterzubringen. ist hier in einer Weise gelöst worden, die vielleicht richtunggebend ist für solche Massenfeiern. wie sie zum 1. Mai gegeben sind. Ernennungen beim Erbgesundheitsgericht Dortmund. Wie die Justizvressestelle des Oberlandesgerichtsbezirks Hamm in Dortmund mitteilt. ist durch den Landesgerichtspräsidenten in Dortmund an Stelle des ausgeschiedenen Medizinalrats Dr. Caesar für den Rest der Amtszeit(Geschäftsjahr 1936/37) der Stadtarzt Dr. Potthoff in Dortmund zum beamteten ordentlichen Mitglied und der Stadtarzt Dr. Ulivier in Dortmund zum beamteten stellvertretenden Mitglied des bei dem Amtsgericht in Dortmund erichteten Erbgesundheitsgericht ernannt worden. Radfahrer ködlich verunglückt Recklinghausen. Ein Radfahrer, der mit zwei anderen Kameraden eine Radtour unternommen hatte. kam in der Nacht kurz vor 12 Uhr auf der Knickmannstraße aus bisher noch nicht aufgeklärter Ursache zu Fall und ist zwei Stunden später an den Folgen einer gebrochenen Schädelbasis im städtischen Krankenhause gestorben. 17jähriges Mädchen durchschneidet sich die Kehle Gladbeck. Ein 17jähriges Mädchen, das einen Nervenzusammenbruch erlitten hatte, wußte sich unbemerkt ein Brotmesser zu beschaffen und durchschnitt sich damit die Kehle. Die Mutter. die den Vorfall sofort bemerkte, ließ das Kind sogleich ins Krankenhaus bringen, und hier hofft man, es doch noch am Leben erhalten zu können. Die erste Matseler der Da. vor 10 Zahren in Bocham Regimen!„Kuhr“ eroberte den Moltkemarkt „Sier Amt Die Geschichte einer Kriegstaube Ein Denkmal für 20 000 gefiederte Freunde Der Bürgermeister von Lille enthüllte im Beisein von Vertretern sämtlicher Waffengattungen ein zu Ehren von 20 000 Brieftauben errichtetes Denkmal. Gleichzeitig mit der Einweihung dieses Monumentes, das den im Weltkriege verwendeten gefiederten Helfern der alliierten Heere gilt, wurde ein Erinnerungsmal für das sogen. „Verlorene Bataillon“ enthüllt. Bei diesem Bataillon handelt es sich um einen amerikanischen Truppenteil, der sich bei den blutigen Kämpfen im Argonnerwald durch sein heldenhaftes Aushalten besonderen Ruhm erwarb. Die beiden Denkmäler— das eine für die Brieftauben und das andere für das„Verlorene Batail= lon“— haben zwar eine ganz verschiedene Bedeutung; dennoch besteht zwischen ihnen ein gewisser Zusammenhang:„Cher Ami“, so wurde eine unscheinbare Brieftaube genannt, war nämlich gleichzeitig der beflügelte Held des„Verlorenen Batail= lons“. „Cher Ami“ ist längst in die amerikanische Kriegsgeschichte eingegangen. Aber zusammen mit Lindberahs unvergeßlicher Maschine„Spirit of St. Lowuis“ und dem berühmten Degen des Generals Grant, lebt der ausgestopfte kleine Vogel im National=Ruseum zu Washington als bleibende Erinnerung fort. Seine Lebensgeschichte ist als einzige bekannte Vogel=Biographie von der Schriftstellerin Marion B. Cothren der Nachwelt überliefert worden. Die„Adoptivtaube“ der Amerikaner „Cher Ami“ ist nur ein einziger Vertreter der 20 000 Kriegstauben, die ihr Leben auf den Schlachtfeldern ließen. Er fand zwar nicht im vordersten Graben sofort den Tod. erlitt aber bei seinem berühmten Flug zur Rettung des„Verlorenen Bataillons“ solche Verletzungen, daß er bald nach Beendigung der Feindseligkeiten einging.„Cher Ami“. starb mit durchschossener Brust und seinem verlorenen Bein. Trotz seines französischen Namens war das Tier gleichsam Amerikaner durch Adovtion. In einem englischen Zuchttaubenschlag kam der graue Vogel zur Welt. Er lebte das geregelte Leben einer englischen Taube mit genau festgesetzten Rationen Erbsen, Hanf und Haserkörnern. bis eines Tages der Ernst des Lebens an ihn herantrat. Gemeinsam mit 500 anderen Brieftauben, die England dem amerikanischen Expeditionskorvs stellen mußte. trat„Cher Ami“ die Reise nach Niemandsland an. General Pershing hatte den Wert der Brieftaube für die Kriegführung rasch erkannt und im ganzen 2000 Stück angefordert. N. U. R. P. 613 kommt zur Truppe Schon in der Vergangenheit hatte man die Bedeutung der Brieftaube für den Nachrichtendienst zu schätzen gewuß:. Wenn alle anderen Verständigungsmittel versagten, waren die gesiederten Boten der Luft die einzig zuverlässigen Helfer gewesen. Der Feind konnte sernmündliche Meldungen mit abhören. Funksprüche absangen oder Meldegänger gefangen nehmen, aber die Brieftaube, die hoch über den gegnerischen Linien flog. versagte nur sehr selten, wenn es sich darum handelte, hochwichtige Deveschen zwischen den einzeknen Frontabschnitten zu befördern. „Cher Ami's“ Tätigkeit im amerikanischen Militärverkehrswesen begann im Heerestaubenschlag zu Langres. Hier wehte eine andere Luft als in dem friedlichen englischen Landstrich, wo die Taube geboren wurde. Bei seiner Ankunft hatte„Cher Ami“. noch das winzige Metallbändchen am linken Fuß mit dem Prägedruck„N. U. R. P. 613“, dem Identitätsausweis des englischen Brieftaubenzuchtverbandes. ein Ueberbleibsel glücklicher Friedenstage. Jetzt aber erschien ein uniformierter Mann und befestigte am rechten Bein des grauen Vogels zwei dünne Kupferdrähte mit einem kleinen Aluminiumkästchen: „Cher Ami“ war dienstbereit... In verzweifelter Lage Die Reise ging nach Rampont in den Argonnen zum Heerestaubenschlag Nr. 11 Dort wurde das Tier in einem Käfig aus ein Motorrad verladen und direkt nach dem Schützengraben gebracht. Hier lernte der Vogel die Unbilden der Witterung kennen, gewöhnte sich rasch an den Kanonendonner und wußte. was Gasangriffe bedeuten.„Cher Ami“ wurde Major Whittlesley von der 77. Division für die Nachrichtenübermittlung zugeteilt. In dieser Eigenschaft diente er dem Verkehr zwischen dem Divisionsstab und der Frontlinie. Ungeachtet des gegnerischen Artilleriefeuers legte er jeden Luftkilometer pünktlich genau in einer Minute zurück. Zwölf Flüge hatte das Tier erfolgreich hinter sich. als Major Whittlesleys Bataillon plötzlich abgeschnitten wurde. Die Argonnen waren in jenen Tagen der Schauplatz der erbittertsten Kämpfe. Alle rückwärtigen Verbindungen des Bataillons hatten aufgehört zu existieren. Die Lage der Amerikaner war geradezu verzweiselt. Das Bataillon wurde schon als verloren aufgegeben. Aber trotz des Mangels an Verpflegung. des völligen Fehlens von Medikamenten und ungeachtet der Leiden der zahlreichen Verwundeten. weigerte sich die Truppe zu kapitulieren. 6 Briestauben im ganzen besaß man nur noch 7— hatten den Versuch unternommen, die Verbindung mit rückwärts aufzunehmen, aber vergeblich. Die Tiere sielen den Kugeln zum Opser „Cher Ami“ rettet das Bataillon „Cher Ami“ war die letzte Brieftaube des„Verlorenen Bataillons". Man schickte den Vogel mit einer Meldung in die Lüfte. Alles wurde auf eine Karte gesetzt. Kaum war das Tier aufgestiegen, da platzte eine Granate in seiner Nähe. Federn flattern im Rauch zu Boden. Schon hatte man den gefiederten Boten totgeglaubt. Aber 25 Minuten später kam im 40 Kilometer entfernten Hauptquartier ein mutiger grauer Vogel an, mit durchschossenem Brustknochen und fortgerissenem rechtem Bein an, das Aluminiumkästchen aber wohlbehalten bei sich führend. So erfuhr die amerikanische Heeresleitung von der Bedrängnis des im Argonnerwald eingeschlossenen Bataillons. Eine bald darauf eingeleitete Offensive führte zum Entsatz des längst aufgegebenen Trupventeils. Das verlorene Bataillon, das seine Rettung einzig und allein der heldenhaften Taube verdankte, wollte dem tapferen Vogel seine Anerkennung nicht versagen. Da aber niemand die Sprache der Tiere versteht, konnte man nichts anderes tun. als dem gesiederten Kriegsverletzten einen Lebensabend ohne Sorgen bereiten.„Cher Ami“, der Veteran des amerikanischen Heeres, wurde im Offiziersabteil nach Südfrankreich geschickt. Auf allen Stationen. die der Zug passierte, fanden sich Menschen ein, die den gesiederten Kriegshelden begeistert begrüßten. In Cannes. an der Riviera, starb„Cher Ami“. trotz ausopfernder Pflege an den Folgen seiner Kriegsverletzungen. Bis zu seinem Tode wurde der kleine, graue Vogel von vielen Bewunderern besichtigt. Seine Ueberführung in das National=Museum zu Washington glich beinahe einem Triumphzuge. Unter militärischen Ehren wurde die konservierte Kriegstaube in einem Glaskasten aufgestellt. Major Whittlesley, der Kommandeur des„Verlorenen Bataillons“ hielt die Gedenkrede, in der er „Cher Ami“ als den gesiederten Kriegshelden des amerikanischen Heeres feierte. Schunnls S haushoch in Jront der erste Tag der Reisterschafts-Rückspiele— Der Deutschmeister schlägt Allenstein:0(:0)— Ferner siegten: 1. FC. Nürnberg und Fortung Düsseldorf— Polizei Chemnitz bezwingt Berlin:1 Juborien=siegien Die Gruppenspiele zur Deutschen FußballMeisterschaft treten mit dem Beginn der Rücktreffen in ein entscheidendes Stadium. Die Kämpfe am 3. Mai nahmen durchweg den erhofften Verlauf, zumal sich die Favoritenmannschaften wieder recht gut behaupteten. Der Schlager in Westdeutschland war das Treffen im TuS=Stadion zu Bochum zwischen dem zweimaligen Deutschen Meister FC. Schalke 04 und Hindenburg Allenstein. Die Schalker hatten aus dem Spiel gegen Polizei Chemnitz gelernt, und sofort nach Anstoß hatte man den Eindruck, daß die Knappen hoch siegen wollten. Bis zur Pause hieß das Ergebnis:0 und zum Schluß:0. Aber auch Polizei Chemnitz war weiter erfolgreich und fertigte vor heimischem Publikum die Reichshauptstädter mit:1(:1) ab, so daß die Chemnitzer immer noch ungeschlagen mit:0 die Spitzenführung inne haben. In der Gruppe 2 behaupteten sich diesmal Vorw. Ras. Gleiwitz und TSV. Eimsbüttel. Werder Bremen zog nämlich auf eigener Scholle gegen die Gleiwitzer mit:4 den kürzeren, während Eimsbüttel über Viktoria Stolp mit:1 erfolgreich blieb. Zwei glatte Siege gab es in der Gruppe 3. Der 1. FC. Nürnberg besiegte den 1. SV. Jena mit:0 und Wormatia Worms schickte die Stuttgarter Kickers mit einer:=Niederlage heim. In der Gruppe 4 hat Fortuna Düsseldorf nichts mehr zu befürchten. Sonntag wurde CfR. Köln mit:0 abgefertigt, so daß den Düsseldorsern nichts mehr im Wege steht. Der SV. Waldhof kämpfte den 1. FC. Hanau 93 mit:0 nieder. Tabellenstand nach dem letzten Spielsonntag: Gruppe 1 Szepan Mittelläufer! Schalke 04— Hindenburg Allenstein:0(:0) Der Sachsensieg über den Deutschen Meister am letzten Sonntag im April hat den Gruppenspielen zur DFB.=Meisterschaft sicherlich eine neue reizvolle Note gegeben. Der Wettlauf zwischen dem PsV. Chemnitz und dem FC. Schalke 04 um das bessere Torverhältnis hat es auch in sich. Das stellte sich auch am Sonntag heraus. 20 000 warteten im Bochumer Tus=Stadion mit einer Spannung sondergleichen auf das Spiel der Westfalen gegen den Ostpreußen=Meister. Es war eine regelrechte Großkampfstimmung, durch die natürlich allem voran die Frage schwirrte: Wie hoch wird Schalke siegen? Nun, der Meister ließ keinen Zweifel daran aufkommen, daß er von sich aus alles daran setzen wird, um sich von Chemnitz nicht seine Möglichkeiten entreißen zu lassen. Er siegte hoch und verdient mit•0. Mit Fritz Szepan als Mittelläufer hatte sein Spiel Format und Niveau. Den Sturm führte der kleine Walter Berg mit einer frischen Unbefangenheit und davon wurde auch der halbrechts stürmende Gellesch mitgerissen. Schweißfurth=Nattkämper waren eine Deckung. auf die man sich verlassen konnte. und so hatte Mellage während der ganzen 1½ Stunden vielleicht nur 15 Abstöße auszuführen. Es spielten: Schalke: Mellage Nattkämper Schweißfurth Tibulski., Szepan" Valentin Kalwitzki Gellesch Berg Kuzorra Urban Kopitzke Mohr Kiselnicki Midhalzik Lützow Goede Heigner„. Westphal Majewski Makuschewitz Glowda Allenstein: Schon zum Wechsel:0 Bereits nach den ersten Minuten konnte es keinen Zweifel geben, daß Schalke das Spiel hoch für sich entscheiden würde. Nach zehn Minuten schon waren vier Ecken erzielt, aber Schußpech und der hervorragende Glowda im Tor der Soldaten ließen keinen Schuß„ins Schwarze“ zu. Nach einer Viertelstunde war es aber soweit. Kuzorra legte Urban vor, der spritzte auf und davon, flankte zur Mitte. Gellesch täuschte geschickt, Kalwitzki kurvte ein und das war das:0. In der 26. Minute feuerte Gellesch einen scharfen Schuß ab, Glowda bekam das Leder zwar zu fassen, aber es hatte solche Fahrt, daß es seinen Händen entglitt. und Schalke führte:0. Immer weiter spielte der Meister überlegen, aber es währte bis zur 42. Minute, ehe Kuzorra nach einem erfolgreichen Nahkampf wieder zu einem Schuß„ins Schwarze“ kam. Aus 20 Meter sauste sein scharfer Schuß zum:0 ins Netz: Der Jubel war noch nicht verrauscht, da war Kuzorra aus gleicher Entfernung mit dem vierten Tore erfolgreich. So stand schon zum Wechsel der Seiten der Sieg des Meisters fest. Und noch drei Tore hinterher! Mit dem Wind im Rücken erzwang Allenstein in der zweiten Halbzeit zunächst etwas offeneres Spiel, aber Schalke gab das Heft nicht aus der Hand. Immerhin mußte der Meister bis zur 17. Minute kämpfen, ehe wieder ein Tor für ihn möglich wurde. Hier entstand ein Gedränge vor dem Allensteiner Tor, der kleine Walter Berg erfaßte die Situation, spritzte energisch dazwischen, und das war das:0. Drei Minuten später war der Schalker Angriff wieder geschlossen vorne Kalwitzki schoß scharf vom Flügel, Glowda berührte zwar noch das Leder, aber zu halten war es nicht:0 für Schalke. Pech war es dann, als Kuzorra verletzt in der 28. Minute bis zur 40. Minute ausschied. Es sah so aus, als ob der frühere Eimsbütteler Mohr„Vergeltung“ geübt hätte. Aber auch mit zehn Mann ließ Schalke nicht locker. In der 30. Minute war der frische Berg bei einem Gedränge im ostpreußischen Strafraum wieder zur Stelle und damit das•0 für Schalke fällig. Immer noch spielte Schalke überlegen, Kuzorra kam fünf Minuten vor Schluß wieder und wurde stürmisch begrüßt, aber Tore fielen nicht mehr. Kritisch haben wir bereits festgehalten, daß der Schalker Sieg durchaus verdient ist, trotzdem das Ergebnis von einem Klassenunterschied spricht. Die neue Aufstellung des Meisters bewährte sich vollkommen. Szepan spielte den dritten Verteidiger mit der gewohnten Gründlichkeit und da auch Nattkämper=Schweißfurth eine sichere Deckung bildeten, war für die fleißigen Ostpreußen rein nichts zu wollen. Wenn sie einmal durch die westfälische Sperrkette kamen, dann stand noch Mellage in alter Sicherheit vor ihnen und zerstörte ihre Hoffnung. Der kleine Berg als Angriffsstürmer machte mit seinem quecksilbrigen Spiel der Hindenburg=Deckung allerlei Kopfschmerzen und da auch Gellesch von ihm mitgerissen wurde, spielte der Schalker Sturm mit einer wohltuenden Frische. Urban war zwar nicht gerade gut aufgelegt, aber Kuzorra neben ihm setzte ihn immer wieder vielversprechend ein. Kalwitzki trieb sich etwas zuviel innen herum und fehlte des öfteren, wenn er auf dem Flügel gebraucht wurde. Die Halbreihe mit Fritz Szepan in der Mitte arbeitete ohne Tadel Glowda, die„Stuhlfauth=Figur“ im Allensteiner Tor, stemmte sich wacker gegen die Niederlage, aber gegen die sieben Tore war kein Kraut gewachsen. Die Verteidigung mühte sich redlich ab, stoppte auch manchen Angriff, aber der Schalker Sturm war für sie zu raffiniert. Der schwächste Mannschaftsteil war die Läuferreihe, die keinen Kontakt mit dem Sturm hatte. Der Drei=Männer=Angriff von Hindenburg konnte natürlich nichts ausrichten. Mohr war noch der beste Mann. Klare Sache für Fortung Fortuna Düsseldorf— Kölner E. f. R.:0(:0) Im Düsseldorfer Rheinstadion ließ die Fortuna keinen Zweifel an ihrer Vormachtstellung in der vierten Staffel aufkommen. Der Meister vom Mittelrhein war viel zu schwach, um gegen sie irgend etwas ausrichten zu können. Der Fortuna=Sieg mit:0 war klar und verdient. 8000 Zuschauer kamen bei schönem Wetter, um den Kampf zu sehen. Der Niederrhein=Meister begann sehr gut und beherrschte eine halbe Stunde lang durch schönes Kombinationsspiel das Feld, obwohl Czaika zehn Minuten nach Beginn verletzt wurde und für fünf Minuten ausschied. Immer wieder arbeitete der Sturm gute Tormöglichkeiten heraus: Wigold schoß an die Latte, aber zu einem „Schuß ins Schwarze“ kam es nicht. Nach einer halben Stunde erzwang Köln einigermaßen offenes Spiel und in der 32. Minute ergab sich für den Was staf sonst Drei Aufstiegspiele in Westfalen Die drei im Land der Roten Erde am 3. Mai zur Durchführung gelangten Aufstiegspiele zur höchsten Klasse hatten es in sich, denn erstens wartete man auf das Abschneiden der Lenz=Mannschaft gegen die zurzeit führenden Preußen aus Bochum, und daneben wollte man wissen, ob der Tabellenstand von Sportfreunde Siegen nicht von ungefähr kommt. Aber auch die dritte Begegnung SuS. Recklinghausen gegen den VfB. aus Bielefeld beanspruchte Interesse. In Dortmund kam es zu dem erwarteten großen Duell zwischen Borussia Dortmund und Preußen Bochum. Mit einem Unentschieden von:3 teilten sich beide die Punkte. Bei der Pause hatten die Bochumer noch eine knappe 211= Führung. Der SV Rotthausen zeigte sich zu Hause von der besten Seite und schlug die Sportfreunde aus Siegen knapp, aber verdient mit:2(:). SuS. Recklinghausen mußte die dritte Niederlage einstecken. Diesmal ging es gegen den ViB. Bielefeld, der mit einem:=Siege die beiden Punkte mit nach Hause nehmen konnte. Hier stand der Sieg bereits bis zur Pause fest. Jadbeuhscse Handoutee=geschlagen Die Spiele um die Deutsche handballmeisterschaft Die Handballspieler beendeten am Sonntag die Sviele der ersten Runde. Immer klarer setzen sich die spielstarken Mannschaften durch und nun kann man bereits sehen, wer würdig ist, in die weiteren Kämpfe um die Meisterschaft einzugreifen. hindenburg Minden wieder siegreich Sv. Vag. Fürth:3(:2) geschlagen Der MSV Hindenburg Minden kam am Sonntag zu Hause vor rund 4000 Zuschauern durch einen •3=(:=) Sieg über die Sp. Vag. Fürth wieder einen Schritt weiter zur Deutschen Handballmeisterschaft. Die Süddeutschen kamen mit den Soldaten nicht ganz mit und mußten eine verdiente Niederlage hinnehmen. Wohl hatten die Gäste zu Anfang der beiden Spielhälften etwas mehr vom Spiel, als sich aber die Gastgeber gefunden hatten, da stand der Sieg der Mindener nicht mehr in Frage. Schon in der zweiten Minute hieß es durch Röttger•0. Die Bayern spielten dann zeitweise überlegen und holten in der 7. Minute durch den Rechtsaußen Goldstein das:1 und drei Minuten später durch den Mittelstürmer Muzenhardt die 211= Führung heraus. Röttger schaffte in der 15. Minute den Gleichstand und bis zur Pause erzwangen die Einheimischen durch besseres Zuspiel und größeres Wurfvermögen durch die Gebrüder Roß und Röttger(Freiwurf) eine:=Führung.— Nach dem Wechsel warf Röttger, der in der zweiten Halbzeit stark abfiel, in der 15. Minute das:2, der süddeutsche Halbrechte Hirsch holte ein Tor auf. aber noch vor dem Spielende schaffte der Halbrechte Strack das•3 und damit den sicheren Sieg der Soldaten. Der Sieg der Mindener ist auf Grund der besseren Zusammenarbeit verdient. Vorzüglich waren wieder einmal Körfer im Tor. der nur selten zu schlagen war. Mittelläufer Küter, die Gebrüder Roß. Ellinghaus und vor der Pause Röttger.— Bei den Süddeutschen gefielen am besten Goldstein, Muzenhardt und Hirsch. 8000 sehen Sieg in Mülheim Rasensport Mülheim— MSV Darmstadt:5(:3) Vor 8000 Zuschauern landete Rasensport Mülheim gegen den MSV Darmstadt um die Deutsche Handballmeisterschaft einen:5=(:=) Sieg. Der Sieg ist verdient, obwohl Mülheims Mittelläufer Bovermann bereits nach wenigen Minuten verletzt wurde und nur noch als Statist mitwirkte. Bis zur Pause hielten die Gäste den Mülheimern noch die Waage. aber nach dem Wechsel erspielten sich die Einheimischen eine Ueberlegenheit. Beim Stande von•4 gingen die Rasensportler durch Reinhardt. Rating und Honke mit:4 in Front. Stahl warf für Darmstadt noch ein fünftes Tor, aber acht Minuten vor Schluß stellte Honke mit:5 das Schlußergebnis her. Der Darmstädter Rothermel mußte kurz vor Schluß noch den Platz verlassen. Torwart Bonhagen, Verteidiger Weber, Läufer Nevries und Stürmer Keiter waren bei Mülheim die besten Leute. Die Gäste hatten in Mittelläufer Dascher, rechten Läufer Stahl und Torwart Keimig die besten Kräfte. In den anderen Gruppen gab es folgende Ergebnisse: Gruppe 1: Berliner SV. 92— Post Oppeln 10:3: Hindenburg Bischofsburg— MXSA. Leipzig:16. Gruppe 2: MsV. Magdeburg— WV. Oberalster 12:11; Post Hannover— KTV. Stettin 13:10. Gruppe 4: Rasensport Mülheim— MSV. Darmstadt:5; Kurhessen Kassel— SV. Waldhof:17. Deutsche Frauen-Reisterschaft TV Krefeld=Oppum— TV Eimsbüttel:10(:5) Vor dem wichtigen Sviel der Männer, R. S. V. Mülheim=Ruhr— M. S. V. Darmstadt, kamen in Mülheim=Ruhr in der ersten.=.=Runde zur Frauenmeisterschaft der Niederrheinmeister TV Krefeld=Oppum und der Deutsche Meister TV Eimsbüttel zusammen. Das Wetter war herrlich, und so ließ auch der Besuch kaum einen Wunsch offen. Der Niederrheinmeister kam gegen die Norddeutschen nicht an und unterlag klar mit:10(:). Der Sieg ist verdient. Die norddeutschen Mädels waren körverlich überlegen und kämpften auch mit größerem Einsatz. Krefeld hatte einen guten Beginn, aber dann fiel die Elf mehr und mehr zurück. Eimsbüttel legte sich mächtig ins Zeug, und wenn Krefelds Hüterin nicht lo ausgezeichnet gearbeitet hätte, dann wäre die Niederlage wohl noch deutlicher geworden. Die Tore für Kreseld warfen Klausmann(2) und Röttger. Bei den Frauen zeigen die anderen Spiele folgende Ergebnisse: VfL. Germania Leer— Dortmunder SC. 1895:2 n..; SC. Charlottenburg — Asco Königsberg•0: Magdeburger FrauenSC.— Preußen Stettin•1; Kölner BC.— Eintracht Frankfurt:7; Sp. Vgg. Fürth— WV. Cannstaft:3; Tgd. Hanau 98— BfR. Mannheim:9. Die Spiele am 10. Mai 5. Spieltag Gruppe 1: Berlin: Berliner SV. 92— FC. Schalke 04 Allenstein: Hindenburg Allenstein— Pol. Chemnitz Gruppe?: Gleiwitz: Vorw. Ras. Gleiwitz— TSV. Eimsbüttel Stolp: Viktoria Stolp— Werder Bremen Gruppe 3: Stuttgart: Stuttgarter Kickers— 1. FC. Nürnberg Jena: 1. SV. Jena— Wormatia Worms Gruppe 4: Kassel: FC. Hanau 93— Fortuna Düsseldorf Bonn: CjR. Köln— SV. Waldhof C. f. R. eine große Chance. Pesch hielt aber den von Kuckertz scharf. aber unplaciert geschossenen Elfmeter. Fünf Minuten vor dem Wechsel schoß dann nach einem Eckball Mehl aus 20 Meter mit hohem Schuß die Führung heraus. Im zweiten Akt verlor das Spiel der Fortuna etwas an Zusammenhang. Der Kölner Verteidiger Frank schied nach wenigen Minuten verletzt aus, für ihn ging Dahmen in die Abwehr. Nach einer Viertelstunde stand es:0 für die Fortuna. nachdem Janes einen Elfmeter wuchtig und unhaltbar eingeschossen hatte. 20 Minuten vor Schluß schoß Nachtigall aus einem Gedränge auf Vorlage von Albrecht das Endergebnis heraus. Der Sieger konnte eigentlich nur vor der Pause gefallen. nachher wirkte sein Spiel zu verkrampft. Köln spielte sehr eifrig, ohne aber einen überragenden Mann zu haben. nn Westen kat Pokalspiele mit Ueberraschungen Die Spiele am Niederrhein Neben dem Vorrundenspiel Fortuna Düsseldorf — Kölner CjR standen die Sviele der zweiten Hauptrunde um den Fußball=Vereinsvokal im Vordergrund des Interesses. Daß die Pokalspiele allmählich ernsteren Charakter annehmen, zeigte sich gestern mit aller Deutlichkeit. Ohne Ueberenschungen ging es nicht ab, und sie werden dazu beitragen. daß die nächsten Runden in der Oeffentlichkeit die entsprechend größere Beachtung finden werden. In zwei Kämpfen Gauliga— Bezirksklasse zogen die Gauligisten den kürzeren: Hamborn 07 wurde vom VfrB Ruhrort nach Verlängerung mit:3 geschlagen und auch der V. f. L. Preußen Krefeld erlitt in Stoppenberg mit:2 eine verdiente Niederlage. In Essen errangen die Schwarz=Weißen einen kaum erwarteten glatten:=Sieg über die Düsseldorfer Turu, die in den letzten Wochen durch einige schöne Erfolge über starke Gegner hervorgetreten war. Auch der einzige Kreisklassenvertreter. ASV Atsch, ist immer noch im Rennen: diesmal mußte sich Alemannia Mariadorf dieser eifrigen und kampfstarken Mannschaft beugen. Drei Niederrhein=Mannschaften waren in den Nachbargauen beschäftigt. Benrath siegte in Hagen und Quisburg 99 besiegte in Höntrop den SV mit :0 überraschend sicher. Am Mittelrhein Die Pokalsviele am Mittelrhein brachten mit dem Sieg von Union Köln über Sülz 07 die größte Ueberraschung des Tages. Die Sülzer wurden nach Svielverlängerung mit:2 geschlagen. Vingst 05 schaltete Borussia Gladbach mit:2 aus. Die übrigen Sviele: Westmark Trier— SV Zewen :1: FC Oberstein— Eintracht Trier:0 n. Verl.: Brachbach 09— FV Engers:2; Viktoria Köln — SC Neuenahr:3. Deutsche Rekordsiege in der Schweiz Gutes Abschneiden der Deutschen beim Großen Motorradvreis Das reichlich kalte Wetter und der FußballLänderkampf der Schweiz gegen Spanien am Nachmittag hatten dem Besuch des Großen Motorradpreises der Schweiz im Berner Bremgartenwald etwas Abbruch getan, doch waren immer noch 40 000 Zuschauer gekommen. die die spannenden Rennen derart in ihren Bann zogen, daß sie alle lebhaft mitgingen und die Leitung schließlich darum bat. die Fahrer durch die Zurufe und das Tücherschwenken nicht zu stören. 89 Maschinen aus neun Nationen gingen an den Start, unter ihnen war Deutschland sehr stark vertreten. Die größten Erfolge hatten die deutschen Vertreter bei den Seitenwagen zu verzeichnen, wo sie in beiden Klassen in neuer Rekordzeit siegten. Paul Weyres gewann auf Harley Davidson bei den 1000 ccm mit 109.383 Stundenkilometer. Toni Babl auf DKW in der 600=ccmKlasse mit 115.246 Stundenkilometer. Gewinner des Großen Preises wurde der Engländer J. Gutbrie auf Norton, der mit 142.305 Stundenlilometer einen neuen absoluten Streckenrekord aufstellte und die Tagesbestzeit als Sieger der Halbliter=Solomaschinen aufstellte. Len auf BMW und Mansfeld auf DKW belegten die beiden nächsten Plätze. Auch in der 350#ccm=Klasse wurde Guthrie Erster in neuer Rekordzeit. In der 250#ccm=Klasse mußten die.= .=.=Fahrer dem Italiener Tenni auf Guzzi, der ebenfalls eine neue Rekordzeit herausholte, den Sieg überlassen, doch sicherten sie sich den zweiten bis fünften Platz. Wie mörderisch das Rennen war. geht schon daraus hervor, daß nur 46 Teilnehmer — kaum mehr als die Hälfte— das Ziel erreichten. Der Führer und Reichskanzlee hat für die siegreiche Mannschaft beim Hindenburg=Gepäckmarsch des BSC. Komet am 17. Mai sein Bild mit eigenhändiger Unterschrift als Ehrenpreis zur Verfügung gestellt. Die deutschen Siege Wenres der Sieger bei den Gespannen bis 1000 cem Sieusenperis des Jadrlundes Mit einer Minute Abstand gingen die Seitenwagenmaschinen ins Rennen. und zwar zunächst die schwere Klasse bis 1000 ccm. Zurückzulegen waren 18 Runden gleich 131.4 Stundenkilometer. Der Ueberraschungssieger des Großen Preises von Barcelona. der Frankfurter A. Mohr. fiel. an der Spitze liegend. schon in der zweiten Runde aus und überließ dem Aachener Weyres auf Harley Davidson die Führung. Schumann auf NSl hielt sich über zehn Runden auf dem zweiten Platz. mußte aber dann mit Ventilschaden aufgeben. Mit 114 Stundenkilometer schaffte Weyres noch die schnellste Runde und kam in der neuen Rekordzeit von :12:04.4 und 109.388 Stundenkilometer vor dem Deutschen Meister Braun(Karlsruhe) auf Horer und dem Schweizer„Senn“ als Sieger ein. Weyres verbesserte den von dem Münchener Möritz 1934 auf Viktoria mit 106.72 Stundenkilometer aufgestellten Rekord ganz erheblich. Toni Babl bei den 600ern Wesentlich schneller waren die Maschinen der 600=ccm=Klasse. Schon nach vier Runden hatte Toni Babl auf DKW als Erster den Vorsprung der schweren Seitenwagen ausgeglichen und verwies die Besten dieser Klassen bis ins Ziel sogar noch vier weitere Minuten hinter sich. Lange Zeit hielt Kahmann auf DKW den zweiten Platz. mußte schließlich aber die schnelle neue BMW des Baselers Stärkle vorbeilassen, die sogar auch Babl noch zu schaffen machte. An der Reibenfolge änderte sich aber bis zum Schluß nichts mehr. Toni Babl beendete als Sieger in:08:24.6 gleich 115.246 Stundenkilometer mit einem neuen Kategorienrekord den Kampf. Bisheriger Rekordhalter war der Baseler Hans Stärkle auf NSI mit 107.83 Stundenkilometer. Mit 117.170 Stundenkilometer erzielte Babl auch einen neuen Rundenrekord. 3000 ohne Stimmung in Mannheim SV. Waldhof— Hanau 93:0(:0) 3000 im Mannheimer Stadion waren vom Spiel ihres Meisters gegen den FC. Hanau 93 keineswegs erbaut, trotzdem er den Nordhessenmeister besiegte. Es war ein stimmungsloses Spiel. Mannheim hatte sich nach dem schwachen Kampf des SV. Waldhof gegen die Fortuna aus Düsseldorf nicht allzu viel von der Auseinandersetzung versprochen und so war der Besuch auch nur schwach. Zwar hatte der SV. Waldhof in der ersten Hälfte bei technisch besserem Spiel etliche gute Tormöglichkeiten. aber Sonnrein arbeitete ebenso gut wie Drayß im Waldhof=Tor ohne Fehler. Die Entscheidung fiel 18 Minuten nach dem Wechsel. Schneider jagte einer Steilvorlage nach und schoß unhaltbar für Sonnrein ein. Hanaus gute Deckung ließ aber bei leicht überlegenem Spiel des Badenmeisters bis zum Ende keine Treffer mehr zu. Wie war’s in Chemniß? BSV 92 auch in Chemnitz:1 geschlagen Der Rückkampf der Meistermannschaften von Brandenburg und Sachsen am Sonntag in Chemnitz nahm fast den gleichen Verlauf wie das Hinspiel in Berlin. Wieder führte der Berliner SV 92 zur Pause mit einem Tor, doch nach dem Wechsel svielten die Chemnitzer Polizisten mit Einsatz aller Kräfte und gewannen mit dem gleichen Ergebnis von:1 wie in der ersten Begegnung. Rund 25.000 Zuschauer hatten sich zu dem Trefsen bei schönem Wetter eingefunden. Bis zur Pause zeigten die Gäste ein schönes Zusammenspiel, aber der Innensturm konnte von den vielen sich bietenden Torgelegenheiten nur eine zum Treffer verwerten. Bei einem Weitschlag des linken Verteidigers setzte Ballendat dem Leder nach und schoß an dem herauslaufenden Weggel vorbei in der 32. Minute ein. Die Sachsen fanden in dieser Zeit mit ihren vielen Angriffen erheblichen Widerstand bei der guten Berliner Abwehr vor, in der sich Strache im Tor sowie die beiden Verteidiger, zusammen mit den oft zurückgezogenen Läufern auszeichneten. Nach dem Wechsel rafften sich die Polizisten wieder zu einer Energieleistung zusammen, durch die sie bereits einmal dem gleichen Gegner und am letzten Sonntag erst dem Deutschen Meister eine unverhoffte Niederlage bereitet hatten. Schon in den ersten Minute nach dem Wiederanpfiff hatte Helmchen durch Nachschuß den Gleichstand erzielt, in der 59. Minute sorgte Müller für die Führung, und drei Minuten später war es abermals der Linksaußen, der ein prächtiges Zusammenspiel der gesamten Fünferreihe mit einem unhaltbaren Torschuß krönte. In der 75. Minute gab der blitzschnell nach einem weiten Ball gestartete Helmchen dem vergebens herausgelaufenen Berliner Torhüter zum vierten Male das Nachsehen. Die Sachsen boten wieder eine untadelige Leistung. Die gesamte Mannschaft erreichte ihr bestes Können wieder im zweiten Spielabschnitt. Beim BSV sind Torwart, Appel und der linke Läufer zu erwähnen. Schwalbe Hannover Rugbymeister SE Sportklub Neuenheim 11:0 besiegt Die Deutsche Rugbymeisterschaft 1936, die in Frankfurt am Main der SC Neuenheim und die Niedersachsenmeistermannschaft Schwalbe Hannover bestritten, endete mit einem sicheren und glatten Siege der Niedersachsen von 11:0(:). Damit hat Schwalbe sich seit dem Bestehen der Meisterschaft zum dritten Male die Würde gesichert. 1500 Zuschauer sahen ein schönes und flottes Sviel. Neuenheim versuchte unter besonderer Betonung des Stürmerspiels zu Erfolgen zu kommen. Nach dem Wechsel ließen die Heidelberger jedoch nach, das Tempo wurde von den Hannoveranern, die nun ihre Dreiviertelreihe voll zum Einsatz brachten, gehalten und zeitweilig sogar gesteigert. Das Sviel hatte viele schöne Momente und stand auf beachtlicher Höhe. Es war eines Meisterschaftsendspiels würdig. Nach 15 Minuten konnte Schwanenberg den ersten Versuch legen. Sechs Minuten nach der Pause wurde ein schöner Paß durch die ganze Dreiviertelreihe vom rechten Halb Hauser gelegt. Zwei Sprungtritte Neuenheims führten nicht zum Ziel. Ein Erfolg wurde wegen eines Spielfehlers nicht gegeben. Die letzten Minuten mußten die Heidelberger nur noch verteidigen. Ein von Bukowski gelegter und von Henning erhöhter Versuch stellte das Endergebnis von 11:0 her. Westdeutsche siegen an der Saar Bautz=Dortmund bei den Berufs= und OberbeckHagen bei den Amateurfahrern die Sieger Unter größter Anteilnahme, fast der gesamten Bevölkerung des Saarlandes, kam am Sonntag der „Große Straßenpreis des Saarlandes“, eine der klassischen deutschen Prüfungen für unsere Amateur= und Berufsfahrer zum Austrag. Sieger in der Klasse der Berufsfahrer wurde der Dortmunder Bautz, der das Rennen nach einer Fahrzeit von :08,14 Stunden(für 267 Kilometer) im Spurt vor weiteren 11 Fahrern gewann. Oberbeck=Hagen war der Sieger bei den Amateuren. Loeber=Schweinfurt, Diederichs=Dortmund und Heller=Schweinfurt belegten die nächsten Plätze, während weitere 31 Fahrer, die von Körner und Böhm(beide Berlin) angeführt wurden, gemeinsam auf den fünften Rang kamen. An die 36 Berufsfahrer, die die 133,6 Kilometer lange Strecke Saarbrücken—Völklingen—Saarlautern—Tholey—St. Wendel— Ottweiler— Neunkirchen—St. Ingbert und zurück zum Ausgangspunkt zweimal zu durchfahren hatten, wurden hohe Anforderungen gestellt. Gleich nach dem Start, der bei kühlem Wetter erfolgte, mußte der Dortmunder Essing, der in eine Straßenbahnschiene geriet, die Weiterfahrt einstellen. Die übrigen Fahrer kamen geschlossen über die erste Runde. Als aber dann zum zweitenmal der Galgenberg bei Tholey zu nehmen war, zog sich das Feld gewaltig auseinander. Vor Neunkirchen— noch 60 Kilometer waren zu fahren— bildete sich eine Spitzengruppe von 12 Fahrern, aus der der spurtschnelle Bautz, der Sieger von„Rund um Köln“, nach einem packenden Endspurt Sieger vor Weckerling, Siebelhoff, Hodey und Stöpel wurde. Noch spannender gestaltete sich das Rennen der Amateure. Alle 72 gestarteten Fahrer kurbelten von Beginn an ein mächtiges Tempo und auf der 110,5 Kilometer langen Strecke von Saarbrücken nach Tholey und über St. Wendel—Neunkirchen—St. Ingbert wieder zurück gab es eine einzige Jagd. Trotzdem aber blieb das Feld fast ununterbrochen geschlossen beieinander und alle noch so ernst gemeinten Ausreißversuche hatten von vornherein bei dem scharfen Tempo nur eine geringe Zukunft. 35 Mann gingen geschlossen durchs Ziel und es war kaum festzustellen, wer sich nach dem Sieger Oberbeck=Hagen placierte. Loeber=Schweinfurt, Diederich=Dortmund, Heller=Schweinfurt konnten noch ermittelt werden, die übrigen 31 Mann gelangten auf den fünften Rang. „Kund um.=Gladbach“. Switala vor Püter=Dortmund Die Radrennen„Rund um.=Gladbach“ hatten am Sonntag einen guten Publikumserfolg zu verseichnen. Die 118 Kilometer lange Strecke Gladach— Neuß— Dormagen— Bergheim— Jülich— Erkelenz—. Rheindahlen— Gladbach hatten 25 A= und 60=Fahrer zu befahren. Es war ein sehr scharfes Rennen. Schon nach 15 Kilometer waren die=Fahrer, die zwei Minuten Vorgabe erhielten, von den=Fahrern eingeholt. Durch dauernde Vorstöße und einige Stürze wurde das Kurze Sportnotizen Reichsleiter Bouhler in Tripolis. Da in diesem Jahre die Ostvreußenfahrt, eine der drei bedeutendsten deutschen geländesportlichen Prüfungen, zeitlich mit dem Großen Preis von Trivolis zusammenfällt, ist es dem Führer des deutschen Kraftfahrsports. Korpsführer Hühnlein, leider nicht möglich, dem Großen Preis von Trivolis beizuwohnen. Er hat aus diesem Grunde das Mitglied der Obersten Nationalen Sportbehörde für die deutsche Kraftfahrt(O. N..), Reichsleiter Bouhler. Chef der Kanzlei des Führers, gebeten, die deutschen Interessen bei dem Rennen in Trivolis wahrzunehmen. bei dem vier Wagen von Mercedes=Benz und drei von der Auto=Union starten. Fortunas Polenreise verschoben. Fortuna Düsseldorf hat die für die Pfingsttage geplante Gastspielreise in Polen auf einen späteren, noch nicht bekannten Termin verschieben müssen. Der Grund zur vorläufigen Absage ist darin zu suchen, daß die Fortuna als voraussichtlicher Meister der Gruppe 4 am 7 Juni zur DFB.=Vorschlußrunde anzutreten hat. Fortuna beabsichtigt, für Pfingsten eine englische Berufsspielermannschaft nach Düsseldorf zu verpflichten. Hockey=Nationalels verlor:3. Deutschlands Hokkey=Nationalelf trug am Samstag auf dem Platz des S. C. 80 in Frankfurt am Main ihr erstes Probespiel für den am 10. Mai stattfindenden Länderkampf gegen Holland aus. Gegner war eine Mannschaft des Gaues Südwest, die mit ihrem schönen:2.(:=) Siege eine nicht geringe Ueberraschung schaffte. 1937 Irland gegen Deutschland? In irischen Hockeykreisen sind Bestrebungen laut geworden, im nächsten Jahre einen Hockeyländerkampf gegen Deutschland auszutragen. Deutschland würde dann in Dublin auf Irland treffen, das als der schärfste Gegner Englands anzusprechen ist. Neuer Nixen=Rekord. Einen neuen deutschen Rekord über 3mal 100 Meter Brust schwamm am Samstagabend in Darmstadt die Staffel der Charlottenburger Nixen in den Kämpfen mit den rauen der Darmstädter Schwimmerschaft FritscheEngelmann=Knuth erzielten:32,9 und verbesserten damit den alten Rekord der Nixen von:33,8 um fast eine Sekunde. Klingenburg nach Hohenlychen. Der Duisburger Paul Klingenburg. Torwart der deutschen Wasserball=Nationalmannschaft, hat sich zur Behandlung einer Drüsenschwellung in der Leiste nach Hohenlychen begeben. Klingenburg hofft. Mitte Mai wieder völlig hergestellt zu sein. Elfriede Sasserath vermählt. Die bekannte deutsche Rückenschwimmerin Elfriede Sasserath(Düsseldorf 98) hat sich mit dem Motorsportler Fritz Gollers(Rheydt) vermählt. Frau Gollers=Sasserath wird sich nicht vom aktiven Sport zurückztehen, sondern die Farben ihres Vereins nach wie vor in Schwimmkämpfen vertreten. Mindestens eine Million Dollar Einnahme. Mike Jacobs, der Veranstalter des WeltmeisterschaftsFeld bald zermürbt. Eine Spitzengruppe hatte sich gebildet, die aber nach 60 Kilometer von einer zweiten Gruppe eingeholt wurde. Durch zu große Anstrengungen wurde die Spitzengruppe bald wieder auseinandergerissen und es behaupteten sich nur acht Fahrer in Front. Im Endspurt siegte schließlich nach Kampf der Dortmunder Switala vor seinem Landsmann Püter. Rund um Vonn Das Radrennen Rund um Bonn über 102 Kilometer vereinigte in allen Klassen 160 Fahrer am Start. In der Hauptklasse siegte im Spurt Blum (Köln) in:42,10 vor seinen engeren Landsleuten Moritz, H. Esser, Hoch und Schmied(Bonn). In der Eichenkranzklasse, die die gleiche Strecke fuhr, holte sich der Elberfelder W. Müller in:12,10 den Sieg. Bochum—Dorsten—Bochum Jungstraßenfahrer=Rennen in Bochum— KammerBochum Sieger Zu dem Jungstraßenfahrer=Rennen am Sonntag in Bochum hatten sich von den 160 gemeldeten Fahrern 140 am Start eingefunden, die die über 50 Kilometer lange Strecke Bochum—Dorsten und zurück zu bewältigen hatten. 103 Wulstreisenfahrer wurden mit einer Vorgabe von 2½ Minuten bei 37 Schlauchreifenfahrer bedacht. Nach temporeichen Jagden blieb schließlich der Bochumer Wulstreifenfahrer Kammer, der ein gewöhnliches Tourenrad benutzte, in:37.20 Std. Sieger. Schremmer=Bochum kam in:38.15 Std. auf den zweiten Platz. Der Stand der Deutschen Meisterschaft der Berufsfahrer Der„Große Straßenpreis des Saarlandes“ zählte bei den Berufsfahrern in der Wertung zur Deutschen Meisterschaft als zweiter Lauf. Unter Einrechnung des Ergebnisses„Großer Straßenpreis des Saarlandes“ ist der Stand in der Deutschen Meisterschaft folgender: 1. Bautz=Dortmund 27 Punkte. 2. Hodey=Essen 25 Punkte, 3. KiejewskiDortmund 22 Punkte, 4. Siebelhoff 19 Punkte, 5. und 6. Arends und Wolke je 18 Punkte, 7. Alenburger 15 Punkte, 8. Weckerling 14 Punkte. Nationalmannschaft der Amateure Eine Nationalmannschaft der Amateure ist neu gebildet worden, der folgende Fahrer angehören: Böhm=Berlin, Schultenjohann=Dortmund. RuhlandNauheim, Krückl=München, Wendel=Schweinfurt, Heller=Schweinfurt. Bartkowski=Schweinfurt, Hohner=Chemnitz, Meurer=Köln, Schellhorn=Schweinfurt, Tabat=Köln, Gronwald=Berlin, SchöpflinBerlin. Wölkert, Seifert und Brunner(alle Schweinfurt). Schmitt=Dortmund. Oberbeck=Hagen, Bartokiwicz=Berlin, Hackebeil=Chemnitz, DiederichsDortmund Scheller=Nürnberg. Loeber=Schweinfurt, Schmidt=Berlin, Swennen=Dortmund, GerberChemnitz., Ziegler=Schweinfurt, Lück=Duisburg Stamm=Köln. Blankenburg=Chemnitz, W. FischerDüsseldorf Meyer=Chemnitz, Huppfeld=Chemnitz. Schorn=Köln, Huth=Bielefeld, Fuhrmann=Bielefeld, Lebig=Kosel, Schultze=Chemnitz, Wipsch=Köln, Neumann=Gießen, Wiener=Schweinfurt, Spahn=Frankfurt. Ausscheidungskampfes zwischen Max Schmeling und Joe Louis rechnet zumindest mit einer Einnahme von einer Million Dollar. Der billigste Platz wird acht Mark kosten, während für einen Ringplatz etwa hundert Mark zu zahlen sind. Das Bankee=Stadion wird für den Kampf noch umgebaut. Es soll 100 000 Zuschauer fassen können. Gottfried Weimann, unser Rekordmann im Speerwerfen, ist dem KXV. Wittenberg beigetreten, da er eine Anstellung bei der Stadtverwaltung Wittenberg erhalten hat. Akademische Weltspiele 1937 in Paris. Die Akademischen Weltspiele werden im Jahre 1937 in Paris ausgetragen. Diese Veranstaltung wird im Rahmen der Pariser Weltausstellung aufgezogen. deren Leitung den Studenten auch einen Zuschuß gewähren wird. Die Einladungen an die nationalen studentischen Sportverbände der Welt werden in den nächsten Tagen hinausgehen. Immer wieder Christl Cranz. Unsere Olymviasiegerin von Garmisch=Partenkirchen, Christl Cranz. feierte bei den Mai=Skirennen im Riesengebirge einen neuen Triumph. In der Nähe von Spindlermühle erzielte sie auf der 1200 Meter langen Abfahrtsstrecke mit:18 die beste Zeit der Frauen vor ihrer Base H. Gärtner. Ihr Bruder Rudi Cranz erzielte die Tagesbestzeit mit:04,4 Min., was einen Durchschnitt von fast 88 Stundenkilometer bedeutet. Der junge schwäbische Motorrennfahrer Sebastian Roth(Münsingen) erlag beim Training zum Großen Preis der Schweiz für Motorräder in Bern einem Herzschlag. Beim Abfahren der Rennstrecke wurde er von einem Unwohlsein befallen, er hielt an, stieg vom Rade und wollte, als er sich besser fühlte, die Fahrt fortsetzen. In diesem Augenblick fiel er tot zu Boden. Der erst 27 Jahre alte hoffnungsvolle Fahrer hat eine Reihe bedeutender Rennen gewonne. Sein größter Erfolg war wohl sein vorjähriger Sieg im Großen Bergpreis von Deutschland in neuer Rekordzeit. Egly eingegangen. Mit Egly ist eines der besten deutschen Springpferde eingegangen. Auf dem Turnierplatz, in seinem Standort Woitsick, erlag er einem Herzschlag. Der Wallach, der insgesamt 27.000 Mark gewann, war das erfolgreichste Sprinapferd. das Deutschland jemals besessen hat: er siegte in nicht weniger als 52 Jagdspringen und in fünf Vielseitigkeitsprüfungen. Die bedeutendsten Siege errang Egly unter dem im Vorjahr tödlich verunglückten Arel Holst. Sein Nachfolger. SS=Ober= sturmführer G. Temme, hatte sich aber mit dem Wallach ausgezeichnet abgefunden und eine Reihe von Springen mit ihm gewonnen. Egly hatte ein Alter von 15 Jahren erreicht und war ein Produkt der Holsteiner Zucht. Ein neuer Gordon=Bennet=Pokal für Freiballone wurde jetzt für den im Olymviajahr am 30. August von Warschau aus zum Austrag kommenden Wettbewerb vom polnischen Aeroklub gestiftet. Deutschland wird sich auch an diesem. nun schon 24. internationalen Freiballon=Wettbewerb beteiligen. Die Gegner für Everkon Drei deutsche Auswahlen Zu den olvmvischen Vorbereitungen des deutschen Fußballsportes zählen die mit dem englischen Berufsligaverein Everton Livervool abgeschlossenen fünf Uebungsspiele. Für die ersten drei Spiele. die am 9. Mai in Hamburg, am 13. Mai in Duisburg und am 16. Mai in Frankfurt veranstaltet werden. wurden folgende deutsche Mannschaften aufgestellt: Hamburg: Kath(St. Georg): Bender(Geisweid), Tiefel(Berliner SV 92): Bernard(BfB Schweinfurth). Rose(Sp. Vag. Leipzig). Kitzinger(FC Schweinfurtb); Malecki(Hannover 96), Kurzke (Hamburg). Gauckel(Koblenz=Neuendorf). Conen (Saarbrücken) oder Becher(Fürth), Siemetsreiter (München). Ersatz: Warning. Holt. Schwartz und Rullich(sämtlich Hamburg). Duisburg: Buchloh(Speldorf): Münzenberg (Aachen). Klaas(Brachbach): Stephan(Essen), Sold(Saarbrücken), Zielinski(Hamborn): Paul (Dessau), Hohmann, Rasselnberg(VfL Benrath). Lenz(Dortmund), Siemetsreiter(München). Ersatz: Jürissen(Oberhausen), Bender(Düsseldorf). Günther(Duisburg) und Schlawitzki. Frankfurt am Main: Jürissen(Oberhausen): Haringer(München), Tiefel(Berliner SV 92): Gramlich(Eintracht Frankfurt), Sold(Saarbrücken), Moll(München): Paul(Dessau). Lenz(Dortmund), Rasselnberg(Benrath). Conen(Saarbrücken) oder Becher(Fürth). Siemetsreiter(München). Ersatz: Schmidt(Eintracht Frankfurt), Livpert(Gießen), Ittel(Frankenthal). In den beiden letzten Svielen die am 21. Mai in Stuttgart und am 24. Mai in Nürnberg durchgeführt werden. treffen die Engländer auf noch stärkere deutsche Mannschaften, die nach den Ergebnissen der drei ersten Treffen zusammengestellt werden. Evertons Mannschaft setzt sich aus folgenden 16 Spielern zusammen: Tor: Sagar und King: Verteidiger: Jackson und Jones: Läufer:“ Mercerm Britton. White. Gee und Archer: Stürmer: Geldard. Cunlisse, Dean. Bell. Stevenson. Gillick und Leyfield. In Ländersvielen wirkten bereits mehrmals Sagar. Dean. Gee, White. Britton und Geldard für England. Stevenson für Irland und Gillick für Schottland mit. Die Spiele werden von folgenden fünf deutschen Schiedsrichtern geleitet: Peters(Berlin) in Hamburg: Hund(Remscheid) in Duisburg: Best (Höchst) in Frankfurt am Main; Heß(Stuttgart) in Stuttgart: Dr. Kalb(Nürnberg) in Nürnberg. Tennis-Turnier in Wiesbaden Marie=Luise Horn im Frauen=Einzel Das Internationale Tennisturnier in Wiesbaden sah am Sonntag dichtbesetzte Tribünen. Leichter Regen störte am Vormittag zunächst noch die Fortsetzung der Wettbewerbe, so daß das Frauen= und Gemischte Dopvel erst am Nachmittag zu Ende geführt werden konnten. Als erste Entscheidung fiel die im FrauenEinzel. Marie=Luise Horn besiegte im Endsviel die blonde Belgierin Nelly Adamson sicher:4, :6.:0. Frl. Adamson wehrte sich im zweiten Satz zwar sehr tapfer, schlug harte Treibbälle und stürmte sehr häufig ans Netz. aber das kostete doch zuviel Kraft, so daß die Wiesbadenerin ungemein leicht den Kampf für sich entschied. Im Männer=Einzel kämpften sich Henner Henkel und Denker in die Schlußrunde durch. In der Schlußrunde im Männer=Doppel treffen Denker Henkel II auf Bormann Göpfert. Im Gemischten Doppel haben Adamson'de Borman die Schlußrunde erreicht. Ebensoweit sind im Frauen=Dopvel Manzutto Zehden. Eyston fuhr Weltrekord. Der englische Rennfahrer George Eyston erzielte jetzt einen neuen Weltrekord für Diesel=Motorwagen. und zwar erreichte er über die fliegende Meile einen Durchschnitt von 254.4 Stundenkilometer und für den fliegenden Kilometer 256 Stundenkilometer. Eyston stellte den Weltrekord in der Nähe von Bonneville im Staate Utab der Vereinigten Staaten auf. Vom Tur Trabrennen in Gelsenkirchen Jay=Lee=Preis: 1. F. Nelchens Peter Duffy fr. (E. Jung): 2. Prinzeß Elisabeth; 3. Karl L. Sieg 40 it. 45. Platz 18. 18. 14:10.— Peter=.=Preie: 1. E. Speckmanns Dina(Bes.): 2. Mallorca; 3. Erna Bacon. Sieg 12 it. 22. Platz 10. 10. 11:10.— Diktator=Todd=Rennen: 1. H. von Eickens Peter Dooley(E. Jung): 2. Klärchen.; 8. Arrak. Sieg 31 it. 98. Platz 19, 29. 21:10.— Preis von Billerbeck: 1. L. Leuthäusers Diskont(E. Jung); 2. Otto .; 3. Freda Arworthy. Sieg 20 it. 442. Platz 19. 37, 34:10.— Herold=Rennen: 1. Geschw. Abels Tuja Guy(G. Abel); 2. Bello Watts; 3. Lottie D. Sieg 19 it. 106. Platz 14, 16. 16:10.— Evan=Hano= ver=Preis: 1. H. Iflands Angelus(K. Gillar); 2. Baroneß Dugout; 3. Hilde S. Sieg 105 it. 36. Platz 17, 12, 15:10.— Dugout=Preis: 1. E. Speckmanns Woge(Bes.); 2. David.; 3. Peter S. Sieg 145 it. 53, Platz 18. 16, 35:10. Sonnenfalter siegt im Düsseldorfer Jubiläumspreis Vor voll besetzten Tribünen wurde am Sonntag als Auftakt in Grafenberg der Düsseldorfer Jubiläumspreis entschieden. Das Rennen führte über 1600 Meter. Der heiß favorisierte Stall Rösler mußte wider Erwarten eine glatte Niederlage durch den krassen Außenseiter Sonnenfalter einstecken. Nach glänzendem Ablauf erschien Sonnenfalter gleich in Front vor Vockerode, Schwede, Polarstern und Feiereifer, klar am Schluß Palander. In der Gegenseite wurde Vockerode in Front getrieben vor Schwede, der jedoch im Bogen über Vockerode hinwegzog und vor dieser, dem aufgerückten Palander und Sonnenfalter in den Einlauf bog. In Höhe der Stehplätze machte an der Außenseite Palander Boden gut, fiel jedoch Mitte der Geraden, als Sonnenfalter sich hier überraschend leicht vom Felde frei machte, sofort geschlagen zurück. An der Distanz versuchte Polarstern den führenden Sonnenfalter anzugreifen, der jedoch leicht die Oberhand behielt. Die Zeit des Rennens:45,7, Richterspruch 1½— 1½——2 Längen. gereinigt... Wie Schweden der Flecktyphus=Epidemie zu Leibe geht Die Flecktyphus=Epidemie, deren Umsichgreifen in einigen Gegenden Finnlands vor einiger Zeit gemeldet wurde, hat nun auch auf die nördlichsten Gebiete Schwedens übergegriffen. Die Erregung der Bevölkerung ist gewaltig, obgleich die Behörden sofort das Ihre getan haben, um die Gefahren zu begrenzen. Man gibt in Schweden allgemein der Meinung Ausdruck, daß die Seuche nur von fahrenden Zigeunern in das Land eingeschleppt worden sein kann. Von dieser Annahme ausgehend, hat man daher zu ebenso einfachen wie drastischen Mitteln gegriffen. Alles Zigeunervolk, dessen man habhaft werden kann, wird aufgegriffen, zwangsweise in Badewannen gesteckt und dann mit neuen, vorher von Ungeziefer aller Art gereinigten Kleidern versehen. Eine Zeitlang hat man es versucht, erst das alte Zeug noch einmal zu verwenden, aber es erwies sich bald, daß diese Lumpen, in denen das fahrende Volk steckte, meist einer chemischen Reinigung nicht mehr standhielten, so daß es trotz allem billiger war, die Leute gleich neu auszustaffieren. Wenn man nun meinen sollte, diese Zigeuner müßten heilfroh sein, endlich wieder einmal sauber zu werden und in anständigen Anzügen herumlaufen zu können, so sollte man sich in dieser Annahme getäuscht sehen Die Zigeuner setzen den Bestrebungen der Behörden einen lebhaften Widerstand entgegen, so daß man zum Teil zu Machtmitteln greifen mußte. Eine der größten Razzien fand dieser Tage während des Pferdemarktes in der Ortschaft Oestermyra statt. Hunderte von Zigeunern, alt und jung, Männer wie Weiber, wurden bei dieser Gelegenheit zwangsweise gestellt und in die polizeilichen Quarantänelager abgeführt. Die größte Gefahr bilden nach den Beobachtungen der Polizei die Zigennerweiber, die es vielfach einfach verschweigen, mit Flecktyphus behaftet zu sein und trotzdem ihrem Gewerbe nachgehen, das sie in den Bauernhäusern und Höfen in direkte Berührung mit den Bewohnern bringt. Bedischer Sporieil in Kinerina Sechstagerennen vor vierzig Jahren— Das Tagebuch des gemütlichen Sachsen Einer der merkwürdigsten Sechstagefahrer aller Zeiten war Charlie Miller, der deutsche Berufssportler, der aus Sachsen stammte und den gemütlichen Sachsen auch in seiner neuen Wahlheimat Amerika nie verleugnete. Er gehörte zu den ganz Großen des vor vierzig Jahren aufkommenden Sechstagerennsportes. Als er am 18. Dezember vorigen Jahres starb, hinterließ er ein Tagebuch, das wertvolle Aufschlüsse über die damaligen Verhältnisse gibt. Es handelt sich dabei um das Sechstagerennen zu Chikago im Jahre 1897, dessen Verlauf Miller schildert. Hierzu muß man wissen, daß damals der Teilnehmer an einer Sachstagefahrt sein Rennen ohne Partner bestreiten mußte und daß es lediglich darauf ankam, während der 144 Stunden so viel Kilometer zurückzulegen wie irgend möglich. Wie sich der Fahrer seine Ruhepausen einteilte, war seine Sache. Montag, 6. Dezember, 12.15 Uhr. Ich bin jung, stark und gesund. Ich wurde 1874 in Sachsen geboren und wurde Langstreckenfahrer. Ich kann alles essen und vertragen. Das kommt daher, daß ich jederzeit ein arbeitsames Leben geführt habe, nachdem ich als Knabe nach Amerika gekommen bin. Zuerst war ich Jahre hindurch Laufbursche in einer Lebensmittelhandlung und hatte viel Bewegung in frischer Luft. Ich habe weder geraucht noch Alkohol getrunken. Für diese Sechstagefahrt habe ich sechs Monate trainiert, und mein Trainer West hat mich in eine ausgezeichnete körperliche Verfassung gebracht. Ich fuhr täglich vierzig bis hundert Meilen und schlief nie mehr als vier Stunden in jeder Nacht. Das gab mir eine so große Widerstandsfähigkeit, daß ich den mangelnden Schlaf gar nicht fühlte.„ Zweimal am Tage wurde ich mit einem Gemisch von Gerbsäure und Alkohol massiert, wodurch meine Haut hart und widerstandsfähig wurde. Nach sechs Monaten war die Haut wie gegerbt. Am Sonntag vor Beginn habe ich nicht geschlafen, Sonnabend dagegen acht Stunden. Zwei Stunden vor Beginn aß ich zwei Pfund Beefsteak. Dienstag, 7. Dezember. Nun fahren wir bereits 24 Stunden. Waller führt, aber er wird es nicht lange mehr aushalten. Er ist dem Tempo auf die Dauer nicht gewachsen und außerdem macht er den Fehler, alles durcheinander zu trinken. Ich selbst brauche nicht mehr als eine Kleinigkeit Kumeys— das ist in Gärung übergegangene Pferdemilch—. wovon einige Flaschen für mich bereitstehen. Ich trinke auch während des Fahrens. Außerdem brauche ich Gerstenwasser, Aepfel und Kaffee. Heute morgen hatte ich eine Stunde Pause, davon entfielen zehn Minuten auf eine Massage. Die Massage hat mir besser getan als der kurze Schlaf, der nur schlapp macht. Mittwoch, 8. Dezember. Ich habe eine Stunde geschlafen, bin danach massiert worden und habe dann eine Tasse starken Kaffee getrunken. Die meisten Konkurrenten gebrauchen jetzt Satteldecken, aber ich habe das infolge der Behandlung mit Gerbsäure und Alkohol nicht nötig. Wenn meine Kehle trocken wird, dann nehme ich eine halbe Flasche Kumeys. Auch einen Apfel nehme ich zwischendurch und halte mich keineswegs an eine bestimmte Regel der Nahrungsaufnahme. Bieden tage hiisles un Jezsengent Aus dem verschütteten Goldbergwerk gerettet Sieben volle Tage mußten drei Männer, die auf der Schachtsohle eines Goldbergwerkes am MooseFluß, Novascotia, in vierzig Meter Tiefe verschüttet worden waren, in verzweifelter Lage ausharren, ehe sie dem Felsenverlies entrissen werden konnten. Dramatische Szenen hatten sich inzwischen über Tage an den Eingängen zu dem Bergwerk abgespielt. Nach der Katastrophe, die erfolgte, als eine dreiköpfige Kommission eingefahren war, um zu prüfen, ob sich die Wiederaufnahme der Ausbeutungsarbeiten lohnen würde, wußten die Rettungskolonnen nicht, wo sie die Verschütteten zu suchen hätten und ob sie überhaupt noch am Leben waren. Erst nachdem mehrere Tage vergangen waren, meldeten sich die drei Männer mit Klopfsignalen, so daß nun endlich systematisch mit den Bergungsarbeiten begonnen werden konnte. Die drei Verschütteten waren zwar unverletzt geblieben, schwebten aber in schwerer Lebensgefahr, denn das Grundwasser in dem Bergwerk stieg von Stunde zu Stunde, so daß sie ertrinken mußten, wenn die Hilfe nicht rechtzeitig kam. Es wäre nun ein leichtes gewesen, sich von außen her Zugang durch Sprengungen zu verschaffen, aber man mußte befürchten, daß dann die Unglücklichen vollends verschüttet wurden. So war man einzig und allein auf die Steinbohrer angewiesen. Hunderte von freiwilligen Arbeitern stellten sich zur Verfügung und schließlich gelang es, einen ganz engen Kanal bis zu den Verschütteten vorzutreiben, durch den man ihnen Stärkungsmittel, Verbandzeug und Wachslichter zuführen konnte. Um die Verständigung noch weiter zu erleichtern, wurde schließlich auch noch ein kleines Mikrophon durch den Kanal hinabgelassen. Man erfuhr die traurige Nachricht, daß einer der drei Männer bereits vor Erschöpfung gestorben sei und daß die beiden anderen schon knietief in dem unaufhaltsam steigenden Wasser standen. Die beiden Ueberlebenden baten dringend, die Arbeiten zu beschleunigen, da sie nur noch wenige Stunden aushalten könnten. Da die Bohrungen trotz aller Anstrengungen nur sehr langsam vonstatten gingen, versuchte eine Rettungskolonne von einem anderen Stollen aus, an die Verschütteten heranzukommen. Sie setzten sich dabei der Gefahr aus, selbst verschüttet zu werden, denn der Stollen besaß keinerlei Sicherung. Der Versuch mißlang, denn man stieß schließlich auf unüberwindliche Hindernisse. Aber als die Rettungsmannschaft unverrichteter Dinge wieder nach oben kam, hatte man dort gerade den Schacht bis zu den Verschütteten vollendet. Es war aber auch die höchste Zeit gewesen, denn die beiden Ueberlebenden hätten sich nicht mehr lange des Grundwassers erwehren können. Nachdem man sie heraufgeholt hatte, mußten sie im Flugzeug ins Krankenhaus gebracht werden. Donnerstag, 9. Dezember. Ich habe jetzt einen Vorsprung von 71 Meilen, und es geht für mich dem Ende zu. Freitag, 10. Dezember. Ich habe zwei Stunden geschlafen. Ich kann auf meinen Füßen nicht mehr laufen, aber fahren kann ich noch. West erzählte mir, daß ich mir eingebildet habe, Menschen zu sehen, die Stöcke vor mein Rad warfen. Ich glaube es nicht, denn ich kann mich nicht erinnern, etwas Derartiges gesagt zu haben. Sonnabend, 11. Dezember. Nun kann ich nicht mehr verlieren, oder ich müßte sterben. Meine Füße sind ganz weich, wenn ich laufen will, und ich muß immer jemand haben, der mich stützt. Das kommt aber wohl von den Pedalen meines Rades, nicht etwa von Uebermüdung. Sonntag, 12. Dezember. Ich bin Sieger. Ich bin John West für meinen Erfolg großen Dank schuldig. Ich habe stets dieselbe Maschine benutzt, die ausgezeichnet war. Sechs Stunden der ganzen Fahrt waren für Massage bestimmt, fünf Stunden insgesamt für Schlaf. Soweit das Tagebuch. Miller hatte auch im nächsten Jahre großen Erfolg, und es war eine gewaltige amerikanische Sensation, daß er während einer seiner Fahrten auf der Bahn getraut wurde. Lange war er der Held der Sechstagebahnen, bis er sich dann später vom Radrennsport zurückzog. Chinesisths Liedesromam Der heiratsmarkt der Kettenbriefe— küsse in der Nacht des Vollmonds Die Ranking-Regierung greift ein Merkwürdige romantische Szenen haben sich in den letzten Vollmondnächten in der Provinz Chekiang zugetragen. Hunderte, ja tausende junge Männlein und Weiblein trafen sich auf einsam gelegenen Plätzen, alle hielten ein Brieflein in der Hand, Namen wurden aufgerufen, Pärchen traten zusammen und fielen sich liebevoll in die Arme und herzten sich und küßten sich, als sei kein Zuschauer zugegen. Immer neue Pärchen bildeten sich, und immer wieder begann die Zeremonie von neuem; die ganze Nacht hindurch. Die alten Leute von Chekiang aber schüttelten mißbilligend ihre Häupter und sprachen von Liebesorgien. In Wirklichkeit aber war es nur ein großzügig organisierter Heiratsmarkt, der sich im Silberlicht des Vollmondes aufgetan hatte. Der Idee dieses Heiratsmarktes kann die Originalität nicht abgesprochen werden. Sie beruhte nämlich auf dem Prinzip des sattsam bekannten Unfugs der Kettenbriefe. Während aber im allgemeinen bei den Kettenbriefen Schwindler ihre Hand im Spiel haben, die nur darauf aus sind, auf möglichst mühelose Weise zu Geld zu kommen, ging es bei den Kettenbriefen von Chekiang nicht um Geld, sondern um Küsse. Die Briefe wurden ausschließlich an unverheiratete junge Leute verschickt und enthielten bereits eine lange Liste mit den heiratsfähigen und liebesdurstigen Personen. Der Empfänger mußte nun diese Liste fünfmal abschreiben, wobei er den Namen an der ersten Stelle weglassen und seinen eigenen an die letzte Stelle setzen durfte. Hatte er diese fünf Abschriften an fünf seiner Bekannten weitergeschickt, dann hatte er das Anrecht auf einen Kuß von dem Mädchen oder dem jungen Mann, deren Name an der ersten Stelle gestanden hatte. Es war natürlich dafür gesorgt, daß der männliche Teilnehmer an dem Liebesmarkt der Kettenbriefe eine weibliche Partnerin erhielt und umgekehrt. Da die Kettenbriefe wie eine Lawine durch das Land gingen, war der junge Mann oder das Mädchen an der ersten Stelle des Briefes in der nächsten Vollmond„Ich bin ja heut so glücklich..““ Vom„Münchner Kindl“ zum gefeierten Filmstar— Einer Künstlerin Lebensweg— Renate Müller erzählt... „Es mag wohl Vorbestimmung auf Grund„erblicher Belastung" gewesen sein, die mich Schauspielerin werden ließ. Meine Mutter war Malerin. mein Vater lange Jahre Theaterkritiker und später Hauptschriftleiter an einer großen Münchener Zeitung. Schon meine Geburt stand im Zeichen der Kunst. Während man in der Familie Müller einen kräftigen Stammhalter erwartete, saß mein Vater in beruflicher Eigenschaft bei einer Uraufführung von Gerhart Hauptmann im Theater. Wider Erwarten verzögerte sich jedoch meine Ankunft bis zum Morgengrauen des 26. April. Mein Vater benutzte die Zwischenzeit zur Niederschrift seiner Theaterkritik, hinter die gewissermaßen meine Geburt dann den Schlußpunkt setzte.“ Ihre Kindheit verlebte die kleine Renate gemeinsam mit ihrer Schwester Gabriele abwechselnd in München und dem etwa 30 Kilometer entfernten Emmering, wo ihre Eltern ein eigenes Haus mit großem Garten besaßen. Wie alle Großstädter hatte die Familie, während ihr Oberhaupt im Felde stand. im Weltkrieg mit Nahrungssorgen schwer zu kämpfen. auch ging es ihr in der Rätezeit unseligen Angedenkens ziemlich schlecht. Es pfiffen damals nicht selten Kugeln über den Schulweg der beiden kleinen Mädchen, während ihr Vater auf der Spartakisten Geiselliste stand und daber oft genug in Gefahr war. verhaftet und an die Wand gestellt zu werden. „Pfui, Faun, pflücke Veilchen—!“ „Im Jahre 1920“, fährt die gefeierte Künstlerin fort.„wurden aus den zwei waschechten Münchener Madeln plötzlich Bürgerinnen eines Freistaates im hohen Norden. Vater hatte in Danzig eine Stellung als Hauptschriftleiter angenommen. Meine Theaterleidenschaft, die bereits in München in mehr oder minder künstlerischen„Wohnungsaufführungen“ in Erscheinung getreten war. kam dort erstmals zu vollem Ausbruch. Zunächst nahm ich nur Gesangsstunden bei der„Hochdramatischen“ des Danziger Stadttheaters, faßte jedoch bald den Plan. zur Oper zu gehen. Mein Vater wollte allerdings davon nichts wissen, sondern meinte, ich sollte lieber erst mein Studium beenden. Schließlich nahm ich auf den Rat einer dort beschäftigten Dame hin an einem Schauspielkursus des Deutschen Theaters teil. Obwohl der Lehrgang schon begonnen hatte, als ich mich einschrieb, machte ich rasche Fortschritte. Ich brachte in dieser Zeit mit meinen häuslichen Sprachübungen die ganze Familie zur Verzweiflung. Sätze wie „Qualmende Quelle. Quelle quetschender Qualen!“ oder„Pfui, Faun, pflücke Veilchen, Pfirsiche verlocken nicht!“ deklamterend. schritt ich in der elterlichen Wohnung würdevoll auf und ab und war tief gekränkt, wenn man mich nicht ernst nahm oder sich gar die Ohren zuhielt.“ Ihre erste Rolle: zwei Worte Ihre erste Rolle ließ Renate Müller als junges Mädchen in Ibsens„Stützen der Gesellschaft" auf der Bühne erscheinen.„Ich hatte hierbei nichts weiter zu tun", erzählt die Künstlerin selbst,„als gesittet auf einem Stuhl zu sitzen und ab und zu„Jawohl. Mama!“ zu sagen. Eines Tages, als ich erkrankt war, mußte meine Schwester diese„Rolle“ aushilfsweise übernehmen und hat hierdurch meinen Ruf als Schauspielerin gerettet. Dann kam für mich und eine Freundin das große Glück. Anläßlich der Abschlußprüfung der Schauspielschule erweckten wir die Aufmerksamkeit einiger Berliner Theaterdirektoren. die der Vorstellung beiwohnten und wurden in die Reichshauptstadt vernflichtet. Nach vorübergehender sommerlicher Tätigkeit am Harzer Burgtheater spielte ich meine erste Rolle in Berlin als Hofdame in Rostands„'Aiglon“, einem Schauspiel um Napoleons Sohn. Sodann ging ich zur„Jungen Bühne“, einem Theater. an dem Erstlingswerke junger Autoren aufgeführt wurden. Diese waren zwar manchmal unter jeder Kritik, verhalfen jedoch jungen Schauspielerinnen dennoch dazu, allmählich bekannt zu werden.“ Ihren ersten großen Erfolg erzielte Renate Müller jedoch im„Garten Eden". der sie mit einem Schlage aus einer Anfängerin zu einer gesuchten Schauspielerin machte. Jahrelang war die aufstrebende Künstlerin von diesem Zeitpunkt an in Charakterrollen an den verschiedensten Berliner Lustspielbühnen tätig. Schließlich trat sie im Herbst 1929 mit festem Vertrag in den Verband der preußischen Staatstheater ein. „Wer immer strebend sich bemüht——“ Im Frühjahr 1930 verschrieb sich Renate Müller dann erstmals dem Film, womit ihr künstlerisches Schicksal entschieden war. Die Leinwand hat sie seitdem nie mehr freigegeben. Reinhold Schünzel gab der jungen Bühnenschauspielerin damals die weibliche Hauptrolle in seinem Film„Peter. der Matrose". Die für viele andere zum Verhängnis gewordene Stufe zum Tonfilm überwand Renate mit ihrer auf der Bühne erworbenen Sprachroutine spielend in dem Boxerstück„Liebe im Ring“. Es folgte eine Reihe weiterer Tonfilme mit Willy Fritsch. Louis Trenker. Emil Jannings und Otto Gebühr, in deren Verlauf aus der jungen Schauspielerin ein gefeierter Filmstar wurde. Ihren künstlerischen Höhepunkt aber erreichte Renate Müller in dem heute noch in der Erinnerung aller Kinofreunde lebendigen Tonfilm„Die Privatsekretärin“. in dem sie sich mit ihrem berühmten Lied„Ich bin ja heut so glücklich!" buchstäblich die Welt erobert hat. Des großen Erfolges wegen wurde dieser Film auch in englischer und französischer Version gedreht. Renate Müller spielte selbst die Hauptrolle in der englischen Fassung, die den Titel„Sunshine Susie" erhielt. Auch dieser Film erlangte bald so große Volkstümlichkeit, daß es Sitte wurde, in englischen Badeorten nicht mehr Schönheitsköniginnen, sondern an ihrer Stelle„Sunshine Susies" zu wählen. So hat Renate Müller, die seitdem zu einer der meistbeschäftigten und beliebtesten deutschen Filmschauspielerinnen geworden ist, mit ihrer„Privatsekretärin“ drei Nationen einen neuen Mädchentyp geschenkt. der wacker alle Daseinskämpfe besteht und dennoch ein tieffühlender Mensch mit einer ewigen unerfüllten Sehnsucht im Herzen ist. nacht vor die Aufgabe gestellt, bis zu 15600 Küsse auszuteilen. Der oder die Glückliche konnte damit also Bekanntschaften in großer Menge schließen und sich einen Partner für die Ehe auswählen. Wenn der nächtliche Heiratsmarkt für alle Beteiligten auch sicher sehr anstrengend war, so kann man sich doch lebhaft vorstellen, daß er sich unter der Jugend des Landes großer Beliebtheit erfreute. Es soll denn auch keinen jungen Mann und kein Mädchen gegeben haben, das nicht eifrig Kettenbriefe schrieb. Zum allgemeinen Leidwesen der Ehekandidaten hat jetzt aber die Nankingregierung an den nächtlichen Zusammenkünften Anstoß genommen und das Schreiben der Kettenbriefe unter hohe Strafe gestellt. Die Jugend von Chekiang muß nun wieder auf die uralten bewährten Methoden der Heiratsvermittlung zurückgreifen und darf höchstens eine Heiratsanzeige aufgeben. Amerikanischer Humor Die wirtschaftliche Krise in den Vereinigten Staaten hat die Amerikaner wohl ernster gestimmt, aber ihren Humor haben sie deshalb nicht verloren. Tag für Tag kommen neue Witze auf. Augenblicklich lacht ganz Newyork über folgenden: Der Generaldirektor eines großen Hotelverbands besichtigt das größte Unternehmen seines Konzerns. Bei dieser Gelegenheit kommt er auch in die Geschirrwäscherei. Dort bemerkt er einen Mann, dem die Arbeit offensichtlich keinen Spaß macht. Der steht mit verdrossener und düsterer Miene vor dem Abwasch.„Immer nur den Kopf hoch Alter“, meint der Herr Direktor indem er dem Tellerwäscher jovial auf die Schulter klopft, „auch ich habe als Geschirrwäscher angefangen und bin heute doch Generaldirektor. Sowas geht in Amerika schnell!“ Der mürrische Angestellte aber gibt darauf zur Antwort:„Allright, ich aber habe als Chef angefangen und bin nun Geschirrwäscher. Sowas geht in Amerika schnell!“ sanft auf Dynamit! Auch Landstreicher haben einen guten Engel In der Nähe einer Kaserne bei Belgrad spielte sich ein Vorfall ab, der leicht schlimm hätte ausgehen können. So aber ging alles noch einmal gut ab. Zu nächtlicher Stunde kletterte ein Landstreicher über die Kasernenmauer, um sich dahinter ein Nachtlager zu suchen. Der Mann wollte seinen Augen nicht trauen, als er vor sich im Dunkeln ein unbewohntes Haus entdeckte, in dem nur ein paar große Kisten lagerten. So eine schöne Schlafstelle hatte er seit langem nicht mehr gehabt, schoß es ihm gleich durch den Kopf. Eiligst machte er sich daher daran, den Inhalt einer der Kisten zur Hälfte herauszunehmen und sich dann ein regelrechtes Bett herzurichten. Dann legte er sich mit einem befriedigten Lächeln in die„Federn". Es dauerte auch nicht lange, da war der Landstreicher, der seit den frühen Morgenstunden in der Gegend umhergezogen war, auch schon fest eingeschlafen. Er war jedoch nicht wenig erstaunt, als er am nächsten Tage durch einen kräftigen Stoß etwas unsanft aus seinen Träumen erweckt wurde. Vor ihm standen zwei bewaffnete Soldaten, die ihn mit allen Anzeichen des Entsetzens aus der Kiste hoben. Dann ging es in raschem Tempo auf die Wachstube, wo zunächst die Personalien des Landstreichers festgestellt wurden. Erst dann erfuhr der Mann, wo er eigentlich geschlafen hatte. Das kleine, unbewohnte Haus war ein Munitionsdepot und sein Bett eine Kiste mit hochexplosiven Granaten gewesen. Es wird noch berichtet, daß der Landstreicher in Ohnmacht gefallen ist, als man ihm erläuterte, wo er sich hingelegt hatte. Aber er hat sich dann von seinem Schrecken doch wieder erholt. — BURTUTU Urheber-Rechtsschuts: Drei Quellen-Verlag, Königsbrück(Bez. Dresden) eitteit 2 ROMAN VON FREDNELIUS 12 Etwa eine Viertelstunde später drang ein hohles, dröhnendes Geräusch von draußen an ihr Ohr. Es war, als stiegen Männer eine hölzerne und morsche Treppe hoch. Das Geräusch kam näher, wechselte im Ton, verstärkte sich und endete in einem scharfen Schlüsselknirschen, Drücken auf die Klinke, Türaufreißen. Als erster trat ein fremder, stark ergrauter, aber eleganter Herr ins Zimmer. Er sah freundlich und behäbig aus, putzte ein Monokel an der Schnur und klemmte es ins rechte Auge. Der Bart am Kinn war kurz und spitz gehalten. Dahinter kam ein Mann in dunkler Uniform mit blauem Kragen und Besätzen, ein resoluter, stämmiger Mann, von dem man glauben konnte, daß er niederer Beamter, Pfleger oder Wärter sei. Mit einem jähen Ruck war Barbara von ihrem Bette aufgesprungen. Sie starrte diese beiden Männer glücklich und mit neuerwachter Hoffnung an. Das war die Rettung! Im nächsten Atemzuge würde der behäbige, fremde Herr den Mantel lüften, eine Marke zeigen, sich als Kommissar der Polizei ausweisen. Gott sei Dank! Barbara riß an den Gliedern, machte ein paar Schritte auf den Fremden zu. Ihre Lippen zuckten. „Sie suchen mich, mein Herr? Ich bin Barbara Ne— an——“ Plötzlich war sie still. Das Wort erstarb ihr in der Kehle. Zweifel und Entsetzen krallten sich in ihr Gehirn. Alle Muskeln im Gesicht des Fremden vor ihr waren scheinbar in Bewegung. Ein Lachkrampf, der nicht enden wollte, schüttelte den Körper. Warum lacht er? Irre und beklommen blickte Barbara ihn an. Der Fremde lachte immer noch. Sie näherte sich ihm zaghaft. „Worüber lachen Sie?“ Der Lachkrampf löste sich und gab den anderen frei. Er richtete sich auf und holte Atem. „Guten Morgen, gnädiges Fräulein", sagte er. „Machen Sie sich reisefertig. Wir wollen heute noch ein bißchen in die blaue Weite gondeln.“ Er drehte sich zurück. Hinter seinem Rücken stand der dunkel angezogene Beamte(oder war er Pfleger, Wärter oder irgend etwas anderes?). „Die Haare müssen selbstverständlich abgeschnitten werden, Madsiek, und die bunte Fahne muß herunter. Am besten ziehen Sie ihr Anstaltskleider an. Ist das Krankenauto in Bereitschaft?“ Der mit„Madsiek“ Angesprochene nickte.„Alles ist für große Touren vorbereitet, Doktor. Um ½7 Uhr bin ich mit dem Wagen an befohlener Stelle. Bis dahin ist die Anna umgezogen... sind die Haare abgeschnitten.“ Barbara griff hinter sich, als suche sie nach einem Halt. Was wollten diese Teufel hier? Oder... war die ganze Sache nur ein Irrtum? „Ich heiße Barbara Neander“, stöhnte sie und konnte ihre Tränen nicht mehr länger halten. „Barbara Neander“, sagten Sie doch, gnädiges Fräulein. Ja, natürlich. Ich heiße Dr. Schmidt und bin der erste Assistent der psychiatrischen Abteilung in der Klinik Dr. Syms.“ Dann drehte er sich wieder ab und dem Wärter zu.„Vorsicht, Madsiek. Sie müssen damit rechnen, daß die Kranke tobt.“ „Ich weiß ein Mittel, das ihr sicherer den Mund schließt, als wenn ich ihr die Zunge aus der Kehle schneide, Doktor. Lassen Sie das meine Sorge sein.“ „Ich verlasse mich auf Sie.“ Der Behäbige wandte sich zu Barbara.„War die Nacht erträglich, Anna?“ Mit unnatürlich aufgerissenen Augen starrte Barbara ihn an. Sie hatte das Gefühl, als ob der Boden unter ihren Füßen wanke. „Wenn Sie irgendwie Beschwerden haben, rufen Sie den Pfleger Madsiek. Sie brauchen dazu nur das Fenster aufzumachen und Ihr Stimmchen etwas anzustrengen. Madsiek ist meist in der kleinen Kneipe, ein paar hundert Meter weiter an der Ecke. Haben Sie noch irgendwelche Wünsche, Anna Kloß?“ Alles bäumte sich in Barbara. Angst, die Wahnsinn glich, durchrüttelte ihr Blut. Sie richtete sich auf und schrie: „Ich bin nicht Anna Kloß, ich heiße Barbara Reander. Ich verlange, daß Sie mich sofort aus diesem Zimmer lassen!“ Ein Lächeln voller Nachsicht zuckte um des Fremden Mund. Er sagte unbeschreiblich milde: „Aber selbstverständlich, gnädiges Fräulein. Sie verlassen dieses Zimmer heute abend. Man wird Sie wie auf Engelsflügeln auf Ihr Schloß geleiten.“ Der Fremde wandte sich zu Madsiek. „Ein neuer Anfall, Madsiek. Sie sehen, Anna ist sehr krank. Sorgen Sie für ihre Ruhe. Uebrigens, ich habe leider keine Zeit, mich länger aufzuhalten. Ich muß sofort zur Bank, um einen Scheck für Fräulein Barbara Neander einzulösen.“ Er verbeugte sich vor Barbara. Die Tür schloß sich hinter beiden. Ein schwerer, rostiger Schlüssel knirschte. Knarrend hörte man die Männertritte auf den Treppenstufen. * Nun war die Sonne schon ganz hoch am Himmel. Immer mehr verhüllten sich die Wolken. In dem kleinen Armeleutestübchen tanzten Stäubchen durch die Sonnenbahnen. Barbara saß auf dem Bett, den Kopf geneigt, das Kinn hart angezogen. Ihr Gesicht war angstentstellt und grau. Sie dachte nach. Sie war allein. Die Zeit ging hin.. Minuten, Stunden? Jedes Ausmaß fehlte. Die Gedanken schienen dünnes Glas. Wenn man fester danach greisen wollte, brachen sie entzwei. Wurden Scherben, die die Seele blutig rissen, über alle Maßen schmerzten. Immerhin, man mußte sich trotz aller Qualen einen Weg durch diese Scherben bahnen. Wieder fühlte sie wie heute nacht: den Verstand beisammenhalten... nicht ermatten... nicht verzagen! Irgend etwas war zu tun. Die Zeit verstrich, der Abend nahte. Man konnte sterben. Eine Tiefe ohne Ausmaß gähnte vor dem Fenster. Die alte Lampenglocke war durch einen Fausthieb zu zertrümmern. An diesen spitzen, scharfen Scherben würde— Nein, das hatte Zeit. Wenn man sich der Außenwelt bemerkbar machen könnte! Das Zimmer schien auf irgendeinem Eifelturm zu liegen... so überhoch. Der Kerl von gestern abend sagte:„Fünfter Stock... unten Lagerräume... oben Dach.“ Barbara bog ihren Oberkörper weit zum Fensterbrett hinaus. Ein riesenhafter Abgrund tat sich vor ihr auf. In der Ferne sah sie einen Fluß, die Mottlau, dahinter Schornsteine und Dächer. Man hätte Ewigkeiten rufen oder winken können. Niemand würde hören, niemand würde sehen. Die Tür war verschlossen. Vor der Schlüsselöffnung hing ein starker Eisenrahmen. Nichts von Werkzeug war im Zimmer. Wie viele Stunden hätte man gebraucht, um die Eisenschrauben zu entfernen? Viele... viele! Wieder wehte eine Zeitenspanne, deren Länge nicht erkennbar war, dahin. Die Sonne hatte den Zenit erreicht und sank. Etwas mußte jetzt geschehen, man würde sonst verrückt. Wer Fanale an dem Himmel lodern lassen, Raketen durch den Weltenraum senden könnte! Not... allerhöchste Not!... rettet meine Seele!... helft!... helft! Plötzlich zuckte ein Gedanke auf in Barbara, durchleuchtete die Seele wie ein Blick, der einschlug, zündete, und jeden Nerv in Flammenbrand und Aufruhr setzte. Barbara lief an das Fenster. Erkletterte das Brett, hielt sich an dem Holzkreuz fest und sah hinaus. Das Mansardenstübchen hatte nach dem Fenster eine abgeschrägte Wand. Das Fenster war hinausgebaut und bildete als Mauervorsprung einen kleinen Giebel. Eine starke Rinne lief am unteren Teil vorbei. Das Dach war schmal. Es mündete nach rechts in einen freien Raum, auf der linken Seite bildete eine steile: Wand den Abschluß. Barbara riß die Betten und die Strohmatratze aus dem eisernen Gestell, auf dem sie in der Nacht gelegen hatte. Sie zerriß die Hüllen, goß den Inhalt der Petroleumlampe auf die Federn und das Stroh, schob die Betten durch das Fenster, schob sie rechts, so weit es ging. Sie lagen auf dem schrägen Dach. Unten bot die breite Regenrinne Widerstand und Halt. Auf dem Tisch am Sofa fand sie eine halb entleerte Streichholzschachtel vor. Sie wand eine Fackel, die aus Leinenfetzen und aus Stroh gefertigt war und setzte sie in Brand. Sie lehnte sich zum Fensterbrett hinaus. Die Federballen auf dem schrägen Dache lohten auf. Flammen wehten. Barbara schob ihren Abendmantel in den Brand. Stuhl und Schemel holte sie herbei. Mit aller Kraft der durchtrainierten Muskeln faßte sie den Tisch. Doch rissen sie beinahe unter seiner Last. Er wurde auf das Fensterbrett gepackt, die eine Seite durch das Kreuz geschoben, dann die ander. Der Tischrand rutschte schwer und Widerstand suchend auf die Regenrinne. Flammenzungen leckten gierig an dem morschen Holz. Flammenfackeln zuckten lichterloh und funkengarbenschießend nach dem Himmel. Wie es brannte! Ein Fanal für schwarze Seelen war errichtet. Hütet euch! Die Stunde der Vergeltung naht! Ein Fanal für Gute. Helft! Eine eurer weißen Seelenschwestern stirbt! Barbara trug alles, was nicht niet= und nagelfest in ihrem Zimmer war, zum Scheiterhaufen. Das Letzte war dem Flammentod geopfert. Nur das Bettgestell. und das zerrissene Sofa behaupteten das Feld. Mit gelösten Knien setzte Barbara sich auf das Sofa. Grenzenlose Mattigkeit und Schwere überfielen alle ihre Glieder. Stumpfheit lähmte das Gehirn. Man konnte nichts als warten. Das Schicksal war mit letzter Kraft gerufen. Es mochte hören oder sich versagen. 13. Der richtige Dieter von Martinkat saß noch immer in dem Polizeigewahrsam. Er war noch abends spät vernommen worden, hatte sich bemüht, mit Nachdruck seine Echtheit zu beweisen. Umsonst! Niemand kannte ihn. Niemand hätte mit Bestimmtheit sagen können, wer er sei: ob der Hauptmann Dieter von Martinkat, ob ein anderer. Man führte ihn zuletzt in eine Zelle, dicker, dumpfer Luft geschwängert war. Man sagte ihm, daß er dort übernachten müsse. Eine Pritsche und ein Schemel waren da, ein Krug Wasser, ein Stück Brot. In der Ecke stand der Eimer. Jemand in einem Uniformrock sagte: „Gute Nacht!“ Die mächtige Eisentür flog hinter ihm ins Schloß. Der Riegel wurde vorgeschoben. Ein riesiger, unzeitgemäßer Schlüssel kreischte. Martinkat war allein. Schlaflos und mit offenen Augen lag er auf der Pritsche. Der Nachtwind stöhnte in den Regentraufen. Graues Dämmerlicht war in der Zelle. Wieviel Zeit man hatte, über seine Lage nachzudenken! Wieviel Zeit, den unheilvollen Rätseln des vergangenen Tages nachzugrübeln! Wieviel Zeit, die sorgenden Gedanken in die Märchenferne auszuträumen, die Seele einer über alle Maßen schönen zu suchen und ihr Bild mit glühendroten Sehnsuchtstropfen zu bekränzen! Ein neuer Tag brach an. Dieters Züge trugen Spuren der durchwachten Nacht. Er hatte auf dem Polizeipräsidium keine Stunde schlafen können. Nun rieb er sich die Augen aus, blinzelte der Sonne zu, die mit einem kümmerlichen Strählchen in die Zelle lugte, und war bereit, es mit dem Teufel und den größten Gaunern Danzigs aufzunehmen. Man führte ihn dem Untersuchungsrichter vor. Welche Farce war das nun! Der hohe, schlanke Dieter von Martinkat und der kleine, dicke Landgerichtsrat hinter seinem Schreibtisch. „Nehmen Sie doch Platz, mein Herr.“ Eine Wanduhr tickte. Irgend jemand in der Ferne pfiff ein Lied. Feuer prasselte im Ofen. Man hat sozusagen das Empfinden eines friedlichen, nicht stimmungslosen Planderstündchens. Der Untersuchungsrichter suchte in den Akten. „Sie sind... warten Sie... also richtig, ja: der steckbrieflich verfolgte Nirvelaitis?“ „Nein. So wenig wie Sie selbst der Bey von Tunis sind, Herr Untersuchungsrichter.“ „Hm— richtig, ja.“ Wiederholtes Blättern in den Akten.„Sie nennen sich ja Dieter von Martinkat. Aber— was ich fragen wollte, Nirvelaitis: Wann und wo sind Sie geboren..?“ Martinkat hob den Kopf. Grenzenlose Müdigkeit befiel ihn.„Sie gestatten, daß ich schweige, da Sie alle diese Dinge, wie es scheint, ja allein am besten wissen.“ „In der Tat... man muß die Dinge reifen lassen, Martinkat. Warten Sie.“ Er klingelte. Ein Wärter kam. „Erkennungsdienst!“ befahl der Untersuchungsrichter—— Martinkat stand, wie ihn der liebe Gott erschaffen hatte, auf dem kahlen Boden. Er fror, nur die Mannesscham durchglühte ihn. Seine Kleider waren fort, irgendwo. Auf dem Tische an der Seite lagen der Normalfuß, der Normal= arm, all die Dinge, die ein Alphonse Bertillon erfunden hatte. Welch sinnreiches System! Man mußte Arm und Fuß, Hand und Finger auf die Eisenschienen legen. Man erfuhr die letzten anthropometrischen Details der eigenen Körperhülle: die Muttermale, Leberflecke, Feuerzeichen, die vernarbten Wunden und die Länge eines alten Säbelschmisses. Die Hautlinien auf der Innenseite der Fingerspitzen wurden auf der Platte festgehalten und verglichen. Man mußte sich dem Photographen stellen. Alles interessante Dinge also. Nur man fror. Großer, Gott, man fror.— * Telegramme gingen hin und her. Martinkat wurde noch einmal dem Untersuchungsrichter vorgeführt. Ein neues, lang andauerndes und heikles Unterhaltungsspiel begann, ein Examen sozusagen. Als letztes kam ein großes Telephongespräch, das mit dem Regiment in Berlin gehalten wurde. Das Gesicht des Untersuchungsrichters wurde lang und länger. Eine halbe Stunde später war Martinkat frei. Seine Identität war zweifelsfrei erwiesen. Er wurde aus der Haft entlassen. Man entschuldigte sich höflich bei ihm. Wieder gingen Telegramme nach Berlin. Also dieses Narrenspiel ist nun erledigt, denkt Martinkat, als er auf die Straße tritt. Ich habe mir mein eigenes Ich zurückerobert. Na, das ist schon was. Alles gut und schön. Nur, es hilft mir nichts zur Lösung der verfluchten Frage: Wo ist Barbara? Er bummelt so dahin. Die Luft ist heute lau und warm. Die Sonne scheint. Martinkat pumpt die Lungen ordentlich voll mit Frühlingsodem, stößt ihn wieder aus. Herrlich ist das! Er hat Lust, zu Fuß zum„Stettiner Hof“ zurückzugehen, aber eine Unruhe befällt ihn plötzlich, eine Ahnung irgendeines neuen Unheils.„Weiß der Deubel“, denkt er,„was nun wieder los ist. Ich muß schnell nach Hause." Da fährt auch schon ein leeres Autotaxi langsam neben ihm. Der Chauffeur sieht sozusagen bittend zu Martinkat hin. Ehe er die Lippen öffnet, ist der Taxiführer abgesprungen. Er hält die Mütze in der Hand. Er hat den Wagenschlag geöffnet, verbeugt sich vor Martinkat. Dieser, in Gedanken eingesponnen, überlegt nicht viel. „Stettiner Hof“, befiehlt er dem Chauffeur. Federnd steigt er ein. Die Türe fällt ins Schloß. Der Taxiführer kurbelt seine Karre an. Los! Der Zufall will es, daß im gleichen Zeitpunkt, wo Martinkat mit dem Auto losfährt, eine etwas korpulente Dame, die solange an der nächsten Straßenecke stand, gleichfalls in ein Auto steigt und fortfährt. Sie ist unmodern gekleidet, hat ein großes, altes Schutenhütchen auf dem Kopf. Ihre großkarierte Jacke ist zu lang und eng. Ueberhaupt Provinz... finsterste Provinz. Diese Tante Euphrosine, irgendwo aus Kraxtepellen, hatte gar nicht erst dem Auto winken oder rufen brauchen. Es war plötzlich da. Es schien auch überflüssig, daß sie dem Chauffeur das Fahrziel nenne. Sie wirft die Wagentüre hinter sich ins Schloß und saust davon. Martinkat also... Er fährt mit seinem Taxi durch Langgarten. Plötzlich an der Barbaragasse(eigentümliches Zusammenspiel der Namen) biegt das Taxi links. „Na nun“, denkt Dieter von Martinkat.„Wir müssen doch geradeaus durch das Grüne Tor zum Markt.“ Er beugt sich aus dem Fenster, um dem Taxiführer etwas zuzurufen. Da geschieht es! Der Wagen biegt so kurz und scharf nach links, daß ein anderes Auto in sehr schneller Fahrt, von der Barbaragasse kommend, mit krachendem Getöse hinten in das Chassis stößt. Ein Zusammenprall von höchster Vehemenz! Der Chauffeur des Wagens von Martinkat stoppt. Krachbums! Scheiben klirren! Die ganze Seitenfront des einen Wagens ist zerdrückt. Dieter hat sich instinktiv im Augenblick des Anpralls nach der rechten Seite hingeworfen. Sein Schädel schlägt an irgendeine Wand. Er blutet aus Gesicht und Händen. Doch sein Kopf bleibt klar und sein Hirn ist wach. Die Szene, die sich abspielt, ist, wie stets in solchen Fällen: Menschenauflauf, Schupos, Bestandaufnahme und Verhör. Das Krankenauto kommt, um Dieter von Martinkat nach der nächsten Unfallstation hinzufahren. Er will sich sträuben. Doch sein Blutverlust ist stark. Ihm ist auch dösig im Kopf, so daß er fürchtete, das Bewußtsein zu verlieren. Also gut, er läßt sich auf die Bahre legen, und das Krankenauto fährt ihn nach der nächsten Unfallstation. In der Menge, die dem Zusammenstoß der Kraftwagen zugesehen, steht ein Junge auf dem Straßendamm. Er trägt eine rot und weiß gestreifte Fleischerjacke auf dem Leibe und hat eine weiße Schürze umgehängt. Ein Fleischerlehrling also. Er lehnt an seinem Rad. Als Martinkat aber in dem Krankenauto fortgefahren wird, sitzt der Bengel auf und saust durch das Grüne Tor zur Innenstadt hinein. 14. Von den Ereignissen des gleichen Morgens bleibt noch nachzutragen: Es war 9 Uhr. Bank von Danzig... Die schweren Eisengitter an den Schaltern wurden aufgezogen. Die große Halle war noch menschenleer. Der Portier ging auf und ab und gähnte. Doch der Bankdirektor Kreß, ein Muster pflichtgetreuer Tüchtigkeit, war eben angekommen. Sein Auto fuhr am Seiteneingang vor. Das grüne Lichtsignal im Hintergrund der Halle blitzte auf. Der Chef war da. Fast zu gleicher Zeit betrat ein Herr im Ulster, Wiener Filzhut auf dem Kopf, der Dieter von Martinkat täuschend ähnlich sah, das große Vestibül. Blasiert. Hochmutsmiene. Stock geschultert. Zigarette zwischen seinen Zähnen. Mit kurzen, zielbewußten Schritten ging er an den nächsten Kassenschalter. „Fräulein Barbara Neander, eine nahe Anverwandte, möchte eine größere Summe ihres hiesigen Depots auf Scheck abheben. Aus besonderen Gründen hat sie mich mit der Erledigung betraut. Diese Gründe würde ich gegebenenfalls dem Bankdirektor Kreß persönlich sagen, wenn es not tut. Ich bin der Hauptmann Dieter von Martinkat.“ Höflich bat man ihn zu warten. Im Hintergrund des Schalters war ein kleiner, alter, mürrischer Beamter aufgestanden und nach vorn getreten. Er sah den Herrn durch seinen Kneifer forschend an. Sein Gesicht erhellte sich. Er neigte seinen Kopf. „Guten Tag, Herr Hauptmann.“ Alles hatte sich mit einem Schlage geändert. Der Beamte an der Kasse kannte Dieter von Martinkat. Natürlich ja; denn man hatte gestern den Kreditbrief von Martinkat eingelöst. Da die Unterschrift der strengsten Prüfung standhielt und der Scheck somit in Ordnung ging, würde sich der Zahlung einer größeren Summe keine Schwierigkeit entgegenstellen. Die Unterredung mit dem Chefdirektor war vielleicht nicht nötig. Gut. Ein Umstand, den man auf das Kreditkonto buchen konnte. (Fortsetzung folgt.) Enn Berond sür Revener dub. Saßnitz(Rügen), 2. Mai. Am Sonnabendvolmittag wurde der Grundstein zum großen KdFSeebad gelegt. Strahlende Sonne lag über der Ostsee. Leuchtendes Maiwetter. Frühling und Freude beherrschten die Insel Rügen, als schon in den ersten Morgenstunden von allen Seiten her die Formationen der SA. SS. des RSKK, der H3. des B0M. des Koffhäuserbundes. der Werkscharen usw. auf die Bucht marschierten, die südlich von Saßnitz in einem Bogen in das Land einschneidet. Dort auf einer Strandlänge von mehr als 8 Kilometer wird das erste große Seebad errichtet, das nach dem Willen des Führers den deutschen Arbeitern gehören und ihnen Erholung und Ferienfreude am Meer bringen soll. Das Seebad soll zur Aufnahme von 20000 Menschen dienen. Die Kriegsmarine hatte zur Feier der Grundsteinlegung eine Ehrenkompagnie gestellt. Auf dem Meer kreuzte die 1. Minensuchflottille aus Pillau. Eine Staffel aus neun Flugzeugen zog über dem Strand ihre Kreise und entbot die Grüße der Luftwaffe. Tausende von Volksgenossen von der Insel Rügen und vom Festland waren gekommen, so daß etwa 12000 den schönen weiten Strand füllten. als Dr. Ley in Begleitung des Konteradmirals von Schroeder und des Gruppenleiters Friedrich erschien. Die Feier wurde vom Reichsamtsleiter der RSG Kraft durch Freude. Ministerialrat DreßlerAndreß eröffnet. Er wies auf die Bedeutung dieser Feststunde hin. Solange es eine Sozialpolitik in der Geschichte gegeben habe, solange sei diese Geschichte von Theorien und von Wissenschaften erfüllt gewesen. Seit dem Eintreten Dr. Leys in die Geschichte der Arbeiterbewegung heiße es: Taten! Was die Organisation Kraft durch Freude bisher geleistet habe, sei ein Denkmal der Tat. Nun solle ein neues großes Denkmal der Tat entstehen, das der Nachwelt ein Zeugnis vom neuen Deutschland geben solle. Reichsorganisationsleiter Dr. Ley hielt die Weiherede. Er ging davon aus, daß die Sozialdemokratische Partei bereits im Jahre 1905 den Arbeitern Versprechungen gemacht habe, die aber dann, als diese Partei zur Macht gelangt sei. niemals erfüllt worden seien. Der Nationalsozialismus habe im Jahre 1933 ein sehr viel ärmeres und ein zusammengebrochenes Deutschland übernommen, als die Sozialdemokratie im Jahre 1919. wo noch immer eine blühende Wirtschaft und ein reiches Land vorhanden gewesen seien. Dr. Ley schilderte dann besonders die kulturelle Aufbauarbeit der D. A. I. Da es unmöglich sei, sieben Millionen Arbeitslose unterzubringen und dabei gleichzeitig die Löhne zu erhöhen. so habe man dem Arbeiter doch unendlich viele Dinge bringen können. die Deutschland habe. Im deutschen Arbeiter habe eine uralte Sehnsucht gesteckt, die nunmehr erfüllt werde. Die D. A. F. habe die Pforten der Theater und der Kunsttempel allen schaffenden Menschen geöffnet und ihnen die Schönheiten des Vaterlandes zu sehen ermöglicht. Dr. Ley behandelte dann den großen Plan zur Errichtung der Seebäder der Organisation Kraft durch Freude. Der Gedanke. so betonte Dr. Ley. ging. wie alles andere Große, was in den letzten Jahren geleistet wurde, von einem Manne aus: von Adolf Hitler! Er hat im vergangenen Jahre in Heiligendamm die KdF=Urlauber beobachtet und festgestellt, daß sie sich dort nicht ganz wohlfühlten. Der Führer hat gesehen, daß dies noch nicht jene Erholung sei. die er für seine Arbeiter wünsche. Die Arbeiter sollen auf Wunsch des Führers in ihren Ferien den Alltag ganz vergessen. Deshalb soll dieses große Seebad gebaut werden, das 20000 Gäste aufnehmen kann. Der Führer hat sich mit allen Einzelheiten dieses Projektes beschäftigt. Dr. Ley schilderte die Anteilnahme, die der Führer seitdem dem Werden und der Durchführung des Planes entgegengebracht habe. Die Bauzeit des Bades werde zwei bis drei Jahre in Anspruch nehmen. Wenn es dann vollendet sei, sollen vier weitere Bäder errichtet werden. Insgesamt habe die KdF 14 Millionen Schaffende zu betreuen. Diese 14 Millionen jedes Jahr zehn Tage zur Erholung auf Ferien zu schicken, sei der große Plan. dessen Durchführung beschlossen sei. Diese Feierstunde beginne die Arbeiten an einer riesigen Anlage, wie sie einzigartig in der Welt dastehe. Hier werde einst das Gewaltigste an Gemeinschaft herrschen, was man überhaupt kenne. Diese Bucht sei wundervoll dafür geschaffen, es gebe wohl kaum eine andere in Deutschland, die so schön sei. Schon in der Frühgeschichte sei Rügen ein Heiligtum unserer Rasse gewesen. Möge diese Insel nunmehr wieder zu einem Heiligtum des deutschen Volkes werden. Nunmehr nahm Dr. Ley die Grundsteinlegung vor. In eine ausgemauerte Grube wurde eine Kassette versenkt, in der sich außer Büchern und Zeitschriften aus unserer Zeit Münzen und Parteiabzeichen auch eine Urkunde mit folgenden Wolken befindet: „Dieser Grundstein zum ersten Seebad der nationalsozialistische Organisation„Kraft durch Freude", das an dieser Stelle errichtet wird. wurde im vierten Jahre der segensreichen Regierung unseres Führers Adolf Hitler am 2. Mai 1936 durch Reichsorganisationsleiter Pg. Dr. Ley gelegt. Hier soll der Wunsch des Führers, dem werktätigen deutschen Menschen eine Stätte der Erholung zu verschaffen, in einem großen Werk Erfüllung finden. Beseelt von dem Glauben an das Werk und den Willen zu seiner Vollendung führten die verantwortlichen Männer den Hammer zum ersten Schlag. Die große Volksgemeinschaft, die Adolf Hitler nach einer Zeit des Bruderzwistes und Parteihaders schuf, soll ihren Ausdruck finden an dieser Stätte der Erholung und Freude. Der Jubel der Tausende und Abertausende, die an dieser Stätte Kraft und Erholung nach arbeitsreichen Wochen finden werden, soll Zeugnis ablegen vom Lebenswillen einer Nation, die sich ihre Stellung in der Welt zurückerobert hat. Möge das Werk aus großer Friedenszeit auf Jahrhunderte hinaus seinen Segen dem deutschen Volke spenden und möge dieses Volk niemals vergessen, was es seinem Führer an Dankbarkeit schuldig ist.“ Nachdem die Kassette eingemauert war. führte Dr. Ley im Auftrage des Führers und Reichskanzlers die ersten Hammerschläge aus. Für die Wehrmacht folgte dann Konteradmiral von Schroeder, und als Dritter Reichsamtsleiter Dreßler=Andreß. Mit einem Sieg=Heil auf den Führer wurde die Fcier beschlossen. Dr. Ley auf der Ordensburg Vogelsang Eine Rede bei der Eröffnung des Lehrbetriebes dub Burg Vogelsang(Eifel), 3. Mai. Am Sonntag, dem 2. Tage seines Besuches im Köln=Aachen, traf Reichsorganisationsleiter Dr Ley auf der Ordensburg Vogelsang in der eifel ein, um den Lehrbetrieb mit einer Rede über Sinn und Ziel nationalsozialistischer Durchbildung zu eröffnen. Er wurde vom Kommandanten der drei Ordensburgen Vogelsang, Crössinsee und Sonthofen, Staatsrat Schmeer, begleitet. Zur Begrüßung waren u. a. der Gauleiter von Köln=Aachen, Staatsrat Grohé, und der Oberpräsident der Rheinprovinz, Gauleiter Staatsrat Terboven, erschienen. Nach der Begrüßung begab sich Dr. Ley auf die große Freiterrasse, auf der die 500 Teilnehmer des ersten Lehrganges, die Helfer, wie sie fortan heißen, in ihren neuen kleidsamen Uniformen angetreten Anschließend versammelten sich die Helfer im Festsaal der Burg. Dr. Ley ergriff das Wort zu einer längeren Rede über das Ziel der nationalsozialistischen Schulung. Zu den 500 Männern gewandt, erklärte er: Ich hoffe, daß Sie in dieser Ordensburg das finden, was sie ersehnen. Für Dus schons Traische Doc Musterdorf in jedem Gau— Partei, 9A5, Behörden arbeiten zusammen ndz. Berlin, 2. Mai. Der Gedanke der Dorfverschönerungsaktion, der das Ziel verfolgt,„das schöne deutsche Dorf“ zu schaffen, wird nunmehr, wie die amtliche Korrespondenz der DAF. berichtet, in den meisten Gauen mit größtem Eifer in die Tat umgesetzt, so daß zu hoffen ist, daß die diesjährige Aktion noch vor Beginn des Weltkongresses für Freizeit und Erholung sowie der Olympiade zum Abschluß kommt. Zweck und Ziel der Dorfverschönerungsaktion ist zunächst, in jedem Gau ein Musterdorf zu schaffen, d. h. ein Dorf, das sich nach nationalsozialistischer Auffassung von der Schönheit des Dorfbildes und der Schönheit des Arbeitsplatzes in einem unwürdigen und unschönen Zustand befindet, ohne finanzielle Bezuschussung, durch Gemeinschaftsarbeit von Partei, Arbeitsfront, Reichsnährstand und Behörden so schön und sauber herzurichten, daß es den übrigen Dörfern des Gaues beispielgebend ist. Dabei handelt es sich nicht nur um Verbesserung der Aufenthaltsräume, Arbeitsplätze und Landarbeiterwohnungen, sondern überhaupt um eine Umgestaltung von Grund auf nach den Forderungen von Sauberkeit und Schönheit. Diese Idee soll dann von einem Dorf zum anderen weitergetragen werden. Dabei soll auch eine neue Wohn= und Innenkultur erreicht und der Boden vorbereitet werden für die Auswirkung arteigener bäuerlicher Kultur. Alle Aemter von„Kraft durch Freude" stellen sich in den Dienst der Sache. Das Amt„Schönheit der Arbeit“ wird seine teilweise bereits in Angriff genommenen Arbeiten der„Schönheit auf dem Lande“ auf die Musterdörfer richten. Das Amt„Reisen, Wandern und Urlaub“ plant Preisfahrten der einzelnen Gaue zu den Musterdörfern und wird KdF.=Urlauber dort unterbringen. Dazu wird die NS.=Frauenschaft sich besonders der hauswirtschaftlichen Schulung der dortigen Landfrauen annehmen. Das Sportamt wird Kurse einrichten für die körperliche Ertüchtigung der Bewohner, das Amt für Volksgesundheit der DAF. die gesundheitliche Ueberwachung in die Hand nehmen und das Amt Feierabend den Dorfgemeinschaftsabenden der Musterdörfer besonderes Interesse zuwenden. Vom Weltkongreß für Freizeit und Erholung werden ausländische Studienkommissionen die Musterdörfer besuchen. BDM., HJ. und SA. helfen bei der Aktion mit, von deren günstigem Ausgang auch wesentliche Einwirkungen gegen die Landflucht erwartet werden. alle Männer werden diese drei Jahre auf unseren Burgen das größte Erlebnis ihres Lebens sein. Meine nächste Aufgabe ist es, die Lehrer für diese Schulung zu prüfen und hier besonders strenge Maßstäbe anzulegen, damit Ihnen, meine Kameraden, in jeder Weise auf sportlichem und geistigem Gebiete nur die besten Grundlagen gegeben werden. Dies alles ist ein Anfang. Es freut mich aber, und es ist eine gewaltige Leistung, daß wir es fertig gebracht haben, bereits drei Jahre nach der Machtübernahme mit dieser großzügigen Auslese beginnen zu können. Wenn ich Sie, meine Männer, ansehe, so fuhr er fort, dann weiß ich, daß unsere Grundsätze, nach denen wir Sie ausmusterten, richtig sind. Sie sind äußerlich bereits gleich und werden auch innerlich in kurzer Zeit gleich sein. Auf jeder Burg, auch auf Vogelsang, werden Sie je ein Jahr verbringen. Nach diesen drei Jahren kommen Sie noch ein halbes Jahr nach Ostpreußen auf die Marienburg. Dr. Ley beglückwünschte die 500 Männer des ersten Lehrganges als die ersten Parteigenossen, die hier als Nachwuchskorps der Politischen Leiter das neue Führertum Deutschlands bilden werden. Er stellte noch einmal die Schwierigkeiten und Anforderungen vor ihre Augen, versicherte ihnen aber, daß sie als Politische Leiter berufen seien, an den großen Fragen, die Deutschland noch zu lösen hat, aktiv mitzuarbeiten. Moro duech Jachthsaus gefahnt Das Urteil im Mordprozeß Golischewski Lüneburg. Am dritten Verhandlungstage des wurde. Er sah und hörte, daß Ernst Schille der Mordprozesses Golischewski vor dem Lüneburger Familie zur Last war. Dieser große, starke 25ee. dreitägiger Beweis= jährige Mann hatte keine Lust zur Arbeit und Schwurgericht wurde nach breitägigen Lewbeisaufnahme das Urteil gefällt. Der Angeklagte Golischewski, der im Mai des vergangenen Jahres seinen Schwager Schille in einem Walde bei Reinstorf im Kreise Lüneburg mit einem Knüppel erschlug und die Leiche dann vergrub, wurde wegen Totschlages zu zehn Jahren Zuchthaus und zehn Jahren Ehrverlust verurteilt. Der Staatsanwalt hatte die Todesstrafe beantragt, nachdem er zur Bejahung der Frage nach der Tötungsabsicht des Angeklagten gekommen war; er sei von keiner Seite angestiftet worden. Die infame Verdächtigung der Mutter Schilles habe Golischewski in der Hauptverhandlung zurückgenommen. Diese habe auch nicht erwiesen, daß eine Anstiftung durch die Verlobte Golischewskis vorliege. Auch ein Raubmord scheide aus, da Golischewski nicht darauf bedacht war, sich in den Besitz der armseligen Habseligkeiten Schilles zu setzen. Der Staatsanwalt legte dann dar, wie der Angeklagte in die trüben häuslichen Verhältnisse der Familie Schille hineingezogen Glichwaisten in Feankreich Weiterer Erfolg der Kommunisten— Herriot gewählt ##rige Mann hatte keine Lust zur Arbeit und war unter schlechten Einfluß geraten. Die eigene Mutter nahm kein Blatt vor den Mund und bezeichnete ihren Sohn als einen Lümmel und Taugenichts, auch äußerte sie, es wäre besser gewesen, wenn sein eigener Vater ihn seinerzeit erschossen hätte. Fortan war nun Golischewski darauf bedacht, auf Abhilfe zu sinnen. Zunächst versuchte er, ihm Arbeit zu verschaffen. Die Frage sei offen geblieben, ob Schille und Golischewski keine Arbeit fanden oder ob Schille jede Arbeitsmöglichkeit ausschlug. Nach einem letzten Versuch, Schille in Arbeit zu bringen, faßte Golischewski auf dem Wege nach Neu=Wendhausen den Entschluß, Schille zu töten, wenn er auch diese Arbeit ausschlüge. Dies seien die Kennzeichen der Ueberlegung im Sinne des Gesetzes. Der Staatsanwalt hält den Angeklagten der vorsätzlichen Tötung für schuldig und beantragt gegen Golischewski außer der Todesstrafe die Aberkennung der bürgerlichen Ehrenrechte.— Nach Ansicht des Verteidigers hat der Angeklagte sich nicht des Totschlags, sondern der Körperverletzung mit Todesfolge schuldig gemacht. Nach längerer Beratung fällte das Schwurgericht das oben mitgeteilte Urteil. Zusammenbruch Abessiniens Temps sagt: Ein schwerer Schlag für die Doktrin der kollektiven Sicherheit dnb. Paris, 3. Mai. Die Flucht des Negus aus seinem Lande wird von der Pariser Abendpresse als der Zusammenbruch Abessiniens bezeichnet, der eine ganz neue Lage schaffe. Temps sieht in der Abreise des Negus ein Zugeben einer Niederlage und einen Verzicht, sein Land zu retten. Dies wäre noch möglich gewesen, wenn er unmittelbar mit Italien verhandelt haben würde. Der Negus stehe vor einem nicht wieder gut zu machenden Zusammenbruch. Diese bejammernswerte Lösung habe die internationale Oeffentlichkeit sehr überrascht. Der Krieg sei taktisch beendet, meint das Blatt. Wenn die Angelegenheit auch militärisch nicht mehr unklar sei, so aber doch nicht auf internationalem Gebiet, wie dies die Haltung des Völkerbundes und der ihm angeschlossenen Mächte in Genf voraussehen lasse. Man dürfe sich nicht verhehlen, daß der Zusammenbruch Abessiniens für das Ansehen des Völkerbundes und für die Doktrin der kollektiven Sicherheit einen schweren Schlag bedeute. Der Völkerbund werde sich am 11. Mai vor einer ganz neuen Lage sehen. Die Politik der Sühnemaßnahmen, deren Niederlage die Engländer selbst festgestellt hätten, sei gegenstandslos geworden. Nunmehr müsse man nach Europa zurückkehren, nach jenem Europa, das durch den italienisch=abessinischen Streitfall in so große Verwicklungen gestürzt worden sei. Das Journal des Debats meint, man dürfe bei der Liquidierung der abessinischen Frage nicht auf den Völkerbund rechnen. Frankreich, England und Italien müßten die notwendige Initiative ergreifen und sich erinnern, daß zwischen ihnen ein Vertrag von 1906 bestehe, der das Gebiet für die endgültige Regelung vorbereiten könnte. Leider seien aber die innerpolitischen Umstände einem wirkungsvollen französischen Eingreifen nicht sehr günstig. onb Paris, 3. Mai. Gegen 20 Uhr werden die ersten Ergebnisse des zweiten Wahlganges bekannt, nachdem, wie bereits am ersten Sonntag schon ein Wahlergebnis aus Cochin=China vorlag, wo ein konservativer Abgeordneter anstelle eines unabhängigen Radikalen gewählt wurde. In Lyon ist der ehemalige Ministerpräsident Herriot gewählt worden. In Besancon wurde der ehemalige radikalsozialistische Minister Durand von einem Rechtsrepublikaner geschlagen, obwohl zu seinen Gunsten die sozialistischen und die kommunistischen Kandidaten verzichtet hatten. In Beauvais wurden zwei Radikalsozialisten gewählt. Aus dem Pariser Vorort St. Denis wird ein neuer kommunistischer Abgeordneter als gewählt gemeldet. Von den bisher vorliegenden 114 Wahlergebnissen entfallen auf die Rechte 27 Mandate und auf die Linke 87, darunter allein 21 auf die Kommunisten. Zahlreiche bekannte Parlamentarier sind bereits als geschlagen gemeldet, so der frühere Kriegsminister und Hauptschriftleiter des Intransigeant, Fabry, der einem Radikalsozialisten unterlag. Der Deutschenhasser Franklin Bouillon wurde von einem Kommunisten geschlagen, ebenso der aus dem Staviskiskandal bekannte Bonnaure. Unter den wiedergewählten Abgeord. neten sind zu erwähnen der ehemalige Finanzminister Paul Reynaud, auf den die Rechte sich im zweiten Wahlgang geeinigt hatte, nachdem sie wegen seiner Abwertungstheorie im ersten Wahlgang zum Teil gegen ihn gestimmt hatte, ferner der rechtsgerichtete Abgeordnete Taitinger, Vorsitzender der in eine Partei umgewandelten patriotischen Jugend und Direktor des„Amis du Peuple“, ferner der radikalsozialistische Bürgermeister von Reims, Marchandeau, und der radikalsozialistische bisherige Vorsitzende des Aus. wärtigen Ausschusses Bastide. In Straßburg wurde der unabhängige Kommunist Hueber, ehemaliger Abgeordneter und ehemaliger Bürgermeister von Straßburg, anstelle eines zurückgetre. tenen sozialistischen Abgeordneten gewählt, in Colmar der bisherige Abgeordnete Dosse. Der bekannte radikalsozialistische Abgeordnete u. Haupt. schriftleiter des„Oeuvre“, Piot ist geschlagen worden. Berlin. Am 29. April ist durch einen Notenwechsel zwischen der irischen Regierung und der deutschen Gesandtschaft in Dublin das deutschirische Handelsabkommen vom 28. Januar 1935 ab 1. April 1936 auf der Grundlage eines Verhältnisses des Wertes der Einfuhr irischer Waren nach Deutschland zu der Ausfuhr deutscher Waren nach dem irischen Freistaat von:2 verlängert worden. Schlägerei in der Warschauer Technischen Hochschule Warschau. In der Warschauer Technischen Hochschule entlud sich am Sonnabend die Erregung der nationalgesinnten Studenten gegen die kommunistisch=jüdischen Hörer in sehr scharfer Form. Nachdem bekannt geworden war, daß eine jüdisch=kommunistische Studentengruppe an den marxistischen Mai=Umzügen teilgenommen und sich an einer feindseligen Kundgebung gegen die Armee beteiligt hatte, warfen die polnischen Studenten der Hochschule die Juden und Kommunisten aus den Hörsälen heraus, wobei es zu einer größeren Schlägerei kam. Italien in Erwartung des Einmarsches in Addis Abeba onb Rom, 3. Mai. Seit Sonntag nachmittag sind überall die bereits angebrachten großen Lautsprecher von Hunderten und Tausenden von Menschen umlagert. Die Siegesstimmung steigerte sich am Abend, als im Rundfunk die Nachricht bekanntgegeben wurde, daß nach Ueberwindung großer Schwierigkeiten der Paß Termarber freigemacht worden ist und die Autokolonne über den 3100 Meter hohen Paß in Richtung auf Addis Abeba vorrückt, um sich mit einer zweiten Kolonne zu vereinigen, die zu Fuß den Vormarsch angetreten hatte und sich bereits in der Nähe der abessinischen Hauptstadt befindet. Stärkste Beachtung finden die Worte, die Mussolini am Sonntagmittag an die aus dem ganzen Lande im Palacco Venezia versammelten „Getreuen der Scholle“ vor der Preisverteilung gerichtet hat.„Seid stolz darauf,“ so führte Mussolini aus,„die Preise gerade an dem großen und geschichtlichen Tag zu erhalten, an dem wir die Anstrengungen des italienischen Volkes, dem der Ruhm gebührt, vom Erfolg gekrönt zu sein. Mindestens 400000 von den 500000 Soldaten in Ostafrika sind Bauern. Auf dem Vormarsch vergessen sie niemals, Vergleiche zwischen Italien und Abessinien zu machen, die Scholle prüfend in die Hand zu nehmen und sich die Möglichkeiten zu vergegenwärtigen, diesen Boden mit der Arbeit der italienischen Bauernfamilie fruchtbar zu gestalten. Scholle und Rasse sind untrennbar, mit der Scholle wächst die Geschichte der Rasse und die Rasse herrscht schließlich über den Boden, den sie fruchtbar gemacht hat.“ Man will in diesen Worten vielfach die Ankündigung sehen, daß ein sehr großer Teil der heute in Abessinien kämpfenden italienischen Truppen ihre Familie nach Abessinien nachkommen lassen soll, um sich dort anzusiedeln. Berlin. Die Fliegerin Elly Beinhorn ist am Sonntagvormittag vom Flughafen Tempelhof zu einem Fluge nach Riga und Libau gestartet. Anein auf den Moamt Gberest Das Tagebuch eines tollkühnen Bergsteigers In London traf dieser Tage ein kleines Büchlein aus Tibet ein. Es handelt sich um das Tagebuch jenes Maurice Wilson, der im Jahre 1934 völlig allein die Besteigung des Monnt Everest vornahm, drei Viertel des Bergriesen auch glücklich überwand, um schließlich aber kurz vor dem Ziel seines tollkühnen Unterfangens an Erschöpfung zu sterben. Die jetzt erstmalig bekannt gewordenen Tagebuchnotizen erzählen in bescheidenen Worten von Wilsons abenteuerlicher Reise durch Indien und Tibet zu den steilen Höhen des„Daches der Welt". Sechzehn Monate lag das unscheinbare Büchlein in der Brusttasche des Toten. Die Unbilden der Witterung haben die Bleistifteintragungen recht unleserlich gemacht, dennoch gelang es. die Schrift zu entzisfern. Wilsons letzte Niederschrift datiert vom 31. Mai 1934. Sie lautet:„Ein herrlicher Tag; es geht wieder vorwärts.“ „Vorwärts“ war schon immer das Motto des 35jährigen mutigen Dorkshire=Mannes gewesen. der als Frontkämpfer den Weltkrieg erlebte, dreimal verwundet wurde, in den Schützengraben zurückkehrte und wegen hervorragender Tapferkeit mit den höchsten militärischen Auszeichnungen belohnt worden war. Sechzehn Monate nach seinem Tode entdeckte die britische Mount Everest=Expedition Wilsons Leiche in fast 7000 Meter Höhe. Eric Shipton, der Leiter der Expedition, schrieb damals nach der Auffindung des toten Bergsteigers, daß dieser im Schlafe an Erschöpjung gestorben sein müsse. Wilson muß offenbar in seinem Zelt vom Tode überrascht worden sein: das Zelt selbst segten die Stürme fort. Shivton und seine Begleiter betteten ihn in einer 3 Meter tiefen Schneespalte zur letzten Ruhe. Von den versönlichen Gegenständen. die man bei ihm fand. erregte naturgemäß das Tagebuch des kühnen Alpinisten das größte Interesse. Die Welt sollte aufhorchen Das in grünem Saffianleder gebundene Büchlein hinterließ Wilson seinem besten Freunde, einem gewissen L. I. Evans. Die Tagebuchnotizen selbst aber schrieb Wilson in Erinnerung an Frau Enid Evans. die berückend schöne Frau seines Freundes, mit der ihn eine alte Freundschaft verband. Soviel Aufschlüsse die Eintragungen auch ergeben, es ging nicht daraus hervor, weshalb Wilson das ungeheure Wagnis allein unternahm, ein Wagnis, das nicht allein seine engsten Freunde, sondern auch die damalige britische Regierung als geradezu„verrückt“ hingestellt hatten. Frau Evans indessen hat nunmehr den Schleier des Geheimnisses gelüftet. Ihr. der sich Wilson vor Beginn der Reise anvertraut hatte, war bekannt, daß Wilson ein ehrgeiziger Mensch war, der die Welt mit einer neuen Gesundheitslehre überraschen wollte. Er hatte eine eigene Theorie über eine vernünftigere Lebensweise. über Diät und Fasten, die darin givseln sollte, einen neuen. gesünderen Menschentypus zu schaffen und das Lebensalter zu verlängern. Er wußte genau, daß sein„Evangelium“, wenn man seine neue Lebenskunst so bezeichnen will. sich nur dann durchsetzen würde, wenn er selbst als sein Verkünder durch eine übermenschliche Leistung die Aufmerksamkeit der Welt auf sich lenken würde. Er begann mit sportlichem Training, übte strenge Diät und fastete und unternahm zahlreiche Fallschirmabsprünge, um seine Nerven zu stählen. — Wie Maurice Wilson den Tod fand Als Laienpilol nach Indien Dann eines Tages erklärte er, daß er den Mount Everest allein bezwingen wolle.„Wie horrlich muß es sein, sich von der Welt loszulösen und als anderer Mensch zurückzukehren. Man wird mir begeistert zustimmen müssen, daß es noch Romantik in der Welt gibt— für den, der sie zu suchen weiß...“ Evans. Wilsons bester Freund. lachte ob dieses Ausspruches. Aber Maurice Wilson, eine dynamische Persönlichkeit, meinte es bitter ernst. Er war ein Idealist, aber kein Träumer. Was er sich vornahm, führte er durch. Niemand vermochte ihm den Plan der Mount Everest Besteigung auszureden. Ursprünglich hatte er vor. in einem kleinen Flugzeug auf das Dach der Welt zu fliegen, den Apparat zerschellen zu lassen und sich durch Fallschirmabsprung zu retten. Im Mai 1933, nachdem er erst 40 Stungen gepflogen war. und ohne praktische Pilotenerfahrung zu besitzen, trat er seinen 7000=MeilenFlug nach Indien, dem Lande der 1000 Mysterien an. Seine Maschine war ein Apparat. den er für billiges Geld unter der Hand gekauft hatte. Schon beim Starten auf dem Flugplatz fiel den Beobachtern auf. daß er die falsche Windrichtung nahm. Aber trotz seiner mangelhaften Fliegerkenntnisse kam er nach vielerlei Fährnissen in Indien an. Als Lamapriester durch das verbotene Repal Hier in Indien fingen die ersten Schwierigkeiten an. Man verbot dem verwegenen Piloten, den Luftweg über Neval einzuschlagen. Damit war auch sein ursprünglicher Plan. an den schneeigen Spitzen des Everest zu landen, ein für alle Mal zunichte gemacht. Die Regierung verbot ihm sogar, zu Fuß durch Neval nach Tibet zu gelangen. Paris. In Fontainbleau, in unmittelbarer Nähe von Paris, gelang es der Polizei, eine Briefmarkenjälscher=Zentrale auszuheben. In den letzten Monaten war die Hauptstadt von nachgemachten Postwertzeichen überschwemmt worden, und die behördlichen Ermittlungen führten schließlich zur Festnahme einer Bande, die in einer leerstehenden Villa in Fontainebleau eine neuzeitlich eingerichtete Fälscherwerkstatt betrieb Durch eine weitverzweigte Organisation brachte man die unechten Marken in Verkehr. Lediglich dem Umstande, daß das Wasserzeichen mangelhaft nachgemacht wurde. ist es zu verdanken, daß die Riesensälschungen, die sich auf Werte von mehreren Millionen belaufen sollen, überhaupt entdeckt wurden Der alllbeliebte„Graf de Montfort.. Noch erstaunlicher als die Affäre selbst ist die Karriere des eigentlichen Hauptes und geistigen Leiters der Bande. eines gewissen Henri Dufour. Dieser. ein verhältnismäßig junger Mann, führte zur gleichen Zeit ein dreifaches Dasein. Seine wohlhabenden Freunde. seine Gattin und sogar seine engsten Komplizen ahnten nicht das Geringste der drei Masken. die Dufour trug. In Passy, dem vornehmen Villenviertel des Pariser Westens, wohnte„Graf de Montfort" als vollendeter Kavalier und Weltmann. In der Nachbarschaft galt er als schwerreicher Edelmann, der am Nach diesen Widerwärtigkeiten schrieb Wilson an seine englischen Freunde in der Heimat.„Ich bin ganz unbesorgt über den weiteren Verlauf meines Unternehmens. Wenn ich keine Erlaubnis erhalte. nach Tibet zu reisen, werde ich auf eigene Faust meinen Weg bahnen.“ Er deutete an, daß er sich zu diesem Zwecke verkleiden werde, was für ihn sogar noch von besonderem Reiz sein werde. Tatsächlich durchquerte Wilson den Staat Neval in der Maske eines tibetanischen Priesters. Weitab von der großen Straße des Eingeborenenverkehrs zog er seinen Weg. ständig in Gefahr entlarvt zu werden. In den Dschungeln und weiten Wäldern Nevals. lernte er als einziger Passant eine der fremdartigsten. phantastischen Ecken dieser Welt kennen. Völlig abgeschnitten von dem großen Reisestrom. vilgerte er von Shrinagar aus die beschwerliche Straße nach Leh und Lhasa. Pfade, die nur weniger Forscher Fuß jemals berührte. In tibetanischen Klöstern fand er gastliche Aufnahme. Ein idealer Abenteurer ging dahin Die einzelnen Etapven dieser langen und gefährlichen Reise in das Hochland von Tibet und die Besteigung des Everest hat Wilson in seinem Tagebuch ausführlich geschildert. Er beschreibt die überwältigendsten Eindrücke, die es auf dem Erdball gibt und erzählt in packenden Worten, wie er trotz aller Schwierigkeiten dem Ziele zustrebte. Wie er nachts im Zelt auf eisigen Höhen rastet und keine Mühe scheut, das schier unmögliche Beginnen immer wieder fortzusetzen. Wilsons Aufzeichnungen bilden zusammengenommen die Schilderung einer großen Reise, die nur ein Mann unternehmen konnte, der von hohen Idealen durchdrungen war. Alle. die ihn kannten, haben sein tragisches Ende vorausgeahnt. Aber. wie immer man über den tollkühnen Kletterer und Abenteurer denken mag. so liefert seine todesverachtende Besteigung des Everest den Beweis, daß selbst in unserer Zeit der kühne Forschergeist nicht ausgestorben ist, und daß es immer noch ideale Ziele gibt, die einen echten Sportsmann vor lebensgefährlichen Unternehmungen nicht zurückschrecken lassen. Wochenende regelmäßig auf sein Landgut fuhr. Weilte er dagegen in der kleinen Villa, so sah man ihn stets in Begleitung einer bezaubernd schönen Blondine, die er mit dem Namen„Regina" anredete. Mit dieser Frau erschien der Graf des öfteren in den teuersten Nachtlokalen. in der Over und in den Speisesälen der ersten Hotels, überall das Geld mit vollen Händen ausgebend. „Graf de Montfort“ galt als Weinkenner und Feinschmecker, und das elegante Paar erfreute sich durch seine großzügige, aber nicht protzenhafte Art des Auftretens allseitig größter Beliebtheit. Ein liebevoller Familienvater In Poissy, nordwestlich der Hauptstadt, lebte Henri Dufour als ehrsamer Buchhalter eines Handelshauses und glücklicher Familienvater. Zu seiner Frau und seiner Tochter war der biedere kleine Angestellte unendlich gut. Manchmal erzählte er seiner jungen Frau, daß dringende Geschäfte ihn nach außerhalb riefen und seine Abwesenheit einige Tage dauern könnte. Seine Frau wußte, daß er nur 300 Mark Monatsgehalt bezog, und wunderte sich manchmal. daß er so teure Anzüge trug. Immer wußte er eine passende Antwort: er erzählte von den Ueberstunden im Büro, für die er eigens bezahlt worden sei. Sein Chef wäre der anständigste Mann unter der Sonne. So hatte Madame Dufour nicht den geringsten Verdacht. Sie konnte ja nicht wissen, daß das Leben ihres Gatten sich in drei verschiedenen Bahnen abspielte. In einer baufälligen alten Villa in Fonteinbleau schließlich verwandelte sich der Aristokrat und pflichtbewußte Buchhalter in einen der raffiniertesten Fälscher, die jemals gelebt haben. Keiner seiner Komplizen wußte von der dreifachen Existenz Dusours: sie hielten ihn für einen aus ihren Reihen, einen Angehörigen des„Milieu". der Pariser Unterwelt. Uebrigens sand man in einem Versteck der Villa Wertvaviere über 100000 Mark. über deren Herkunft„Graf de Montfort“ keine befriedigende Auskunft erteilen konnte. Man nimmt daher an, daß er sich nebenher auch als„Gentleman= dieb“ betätigte. Humor Verfrüht „Bei Ihnen hat man niemals eine Anerkennung. Lina!" sprach die Gnädige zu ihrer Köchin.„auch das Lotterielos, das ich Ihnen eben schenkte. nehmen Sie wieder so stillschweigend und selbstverständlich entgegen! Wollen Sie sich nicht wenigstens bedanken?" „Erst mal abwarten, ob ich was gewinne. gnädige Frau!“ Das gehört zusammen Klein=Elschen sucht mit ihrer Mutter den Arzt auf. „Na, mein Kind. nun stecke mal die Zunge heraus!“ „Soll ich auch eine lange Nase machen. Onkel Doktor“, fragt mit wichtiger Miene Klein=Elschen. Das Hindernis Klein=Elschen liegt im Kinderbett und kann und will nicht einschlafen. Sagt Mutter:„Jetzt mußt du aber schön einschlasen. Elschen!" Da ertönt aus dem Kinderbett:„Ich kann aber noch nicht. Mutti. den ich hab' ja noch den Mund voll mit Wörtern...“ Die Zeit vergeht „Liebe Frau, heute an unserem goldenen Hochzeitstage habe ich eine besondere Ueberraschung für dich. An unserem Verlobungstage schenkte ich dir einen Brillantring—“ „Ja?“, sagte Großmuttchen erwartungsvoll. „Für den habe ich gestern die letzte Rate bezahlt. Nun ist er wirklich deiner.“ Erfüllung „Sag mal. Harry, du wolltest mich doch zum Film bringen, wie ist das eigentlich damit?" „Gut, gehen wir heute abend ins Kino!“ Familienverhältnisse „Wodurch sind Sie eigentlich ans Trinken gekommen?" „Durch Familienverhältnisse!" „Unglücklich verheiratet?“ „Nein, drei Familienmitglieder sind Wirte!" Reinfall Der Testamentsvollstrecker verliest den letzten Willen der Erbtante: ... und meinem lieben Neffen Franz. der mich jede Woche besuchte, um meinen Goldsisch zu füttern. vermache ich meinen Goldfisch!" Ein Versehen „Was. Sie haben Ihre Frau zum Fenster hinausgeworfen? Das ist ja geradezu unglaublich! Was haben Sie denn zu Ihrer Entschuldigung zu sagen?" „Ach. Herr Richter, ich hatte doch wirklich gar nicht mehr daran gedacht, daß wir vor acht Tagen vom Erdgeschoß in den ersten Stock gezogen waren" Veiesmartenfaischung größten Ains Das dreifache Leben henri Dufours K W WG alrein macken: am unrechten End ist es, wenn ein Kaufmann Sparen keine Hnzeigen aulgibt Werbung hebt den Ursatz! Umsatzsteigerung verbilligt die Ware! So haben Kaulmann und Kunde in gleicher Weise Nutzen von Inserieren im„Stadtanzeiger für Castrop-Rauxel u Umgebe. Wiris für den„Stadtanzeiger für Castrop-R. u. Umgb. denn seit über 60 jahren selzt er sich fur die Inter essen Deiner engeren Hei mai in besonderer Weise en Treue um Treue Ihr Vertreter besucht bie Kustsschaft! Wird er überall empfangen? Jawohl. Herr Geschäftsinhaber, wenn Sie seinen Besuch mit einer netten Besuchsanmeldekarte angekündigt haben. Eine nett aufgemachte Besuchsanmeldekarte erinnert an Ihre Firma und man richtet sich bevorzugt auf das Kommen Ihres Vertreters ein. 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Nachrichten, Wasserstandsmeldungen 10.00 Märchen der nordischen Reihe 10.30 Was brachte der Sportsonntag? 11.50 Bauer merk auf! 12.00 Musik am Mittag 13.00 Mittagsmeldungen Glückwünsche 13.15 Schloßkonzert 14.45 Schlachtviehmarktberichte 15.45 Wirtschaftsmeldungen 16.00 Der Erzähler 17.30„Kölnisch Wasser“ 17.45 Von den Wundern des Lebens 17.55 Gemüsenotierungen 18.00 Fröhlicher Alltag 19.45 Kleine Bücherkunde 20.00 Erste Abendmeldungen 20.10 Die Westd. Wochenschau 21.05 Mai=Kantate 22.00 Zeit, Wetter, Nachrichten 22.30 Das Schatzkästlein 23.00 Musik zur„Guten Nacht“. Dienstag, 5. Mai .55 Wetterbericht für d. Bauer .00 Choral. anschließend: Leibesübungen .30 Frühkonzert .00 Nachrichten— Choral Morgenruf .00 Kalenderblatt. anschließend Zeit. Wetter. Wasserstandsmeldungen .10 Frauenturnen .45 Zeit. Nachrichten, Wasserstandsmeldungen 10.00 Jürn Jakob Swehn 11.50 Hier spricht der Bauer 12.00 Musik am Mittag 13.00 Mittagsmeldungen— Glückwünsche 13.15 Mittagskonzert 14.00 Mittagsmeldungen 14.15 Kleine Musik 15.45 Wirtschaftsmeldungen 16.00 Musik am Nachmittag 16.50 Die Welt im Buch 17.05 Besinnliche Stunde 18.00 Musik zum Feierabend 19.00 Tanzmusik 19.45 Momentaufnahme 20.00 Erste Abendmeldungen 20.10 Aus dem deutschen Volksliederhort 21.00 Frühmorgens, wenn die Hähne kräh'n 22.00 Zeit. Wetter. Nachrichten 22.20 10 Minuten Schach 22.30 Englische Unterhaltung 22.45 Französische Unterhaltung 23.00 Funkstille. ii. „Atittarsreutte häli den Stadtanzeiger für Castrop=Rauxel und Umgebung das alte, beliebte Heimatbla!