Se. Johna, Lostraver Letung Rauxeler Neueste Nüchlichten Der Stadtanzeiger, erscheim wöchentlich Zmal, Wogenbezugsprete Anzeigenpreis: 1 mm hoch, und 22 mm breit 4 50 Bsa, Ponbestelloreise 2 RM monatich Ersazansorüche können anzeigen 1 mm hoch und 72 mm breit. 22. 313., Ngchlot nach bei Störungen im Erscheinen infolge höherer Gewalt nicht gestellt, den vom W. d. D. W. herausgegebenen, Richtlinten, 3. Jt. gilt verden Drus und Verlag: Gescho Schmiz in Cakrov=Rauzel. Hiezeziße, Nr. 2. Für Plazwünsche, auch für die durg, Fezglprechez Hauptschriftleiter, verantwortlich für den Terttzs.: Fig.n zuigegebenen. sowie für undeutlich geschriebene ganszrage, wird Rauxeler Neueste Nachrichten Lausarstlelter, verazigerlich süg den Teztelt Krant Zugegberetz. Lepte. Nr., ungezis.Veishrieterr,Anlteage, ais “zdonhorstor Tagohlatt Jasef Pruos in Castrop=Raurel„Anzeigenleiter; Wilhelm keine Gewähr übernommen Schluß der Anzeigen=Annahme. 4 Uhr Blavenhörftel Taßevialts Welter in Castrop=Rauxel. DA. II. 36 1760. Sa.=Nr. 2151 Castrop. nachm. tags zuvor Erfüllungsort u. Gerichtsstand Castrop=Rauxel. Amtliches Veröffentlichungsblau für den Landgerichtsbezirk Dortmund. Allgemeines Kreisblau für den Stadtkreis Castrov=Raurel. Nr. 68 Montag, den 9. März 1936 Der Juister un das deaische voi) Der Keichslag aufgelost Reuwatst um 22. Macy Der Führer und Reichskanzler hielt im Reichstag folgende Rede: Männer des Deutschen Reichstages! Der Präsident des Deutschen Reichstages, Pg. Göring, hat in meinem Auftrage diese heutige Sitzung einberufen, um Ihnen die Gelegenheit zu geben, eine Erklärung der Reichsregierung entgegenzunehmen zu den Fragen, die nicht nur von Ihnen, sondern vom ganzen deutschen Volke instinktiv als wichtig, ja entscheidend angesehen werden. Als in den grauen Novembertagen des Jahres 1918 der Vorhang über das blutige Trauerspiel des großen Krieges herabgelassen wurde, atmeten Millionen von Menschen in der ganzen Welt auf. Gleich einem Frühlingsahnen ging über die Völker die Hoffnung, daß damit nicht nur eine der traurigsten Verwirrungen der Menschheitsgeschichte ihren Abschluß gefunden, sondern daß eine fehlerhafte und deshalb unheilvolle Zeit ihre geschichtliche Wende erfahren hatte. Durch alles Kriegsgeschrei, durch wilde Drohungen, Anklagen, Verwünschungen und Verurteilungen hindurch hatten die Auffassungen des amerikanischen Präsidenten die Ohren der Menschheit erreicht, in denen von einer neuen Zeit und einer besseren Welt die Rede war. In zusammen 17 Punkten wurde den Völkern ein Aufriß gegeben für eine solche neue Völker= und damit Menschheitsordnung. Was immer auch an diesen Punkten auszustellen war oder ausgestellt wurde, sie hatten ohne Zweifel eines für sich: Die Erkenntnis, daß eine mechanische Wiederherstellung früherer Zustände, Einrichtungen und Auffassungen in kurzer Zeit auch wieder zu ähnlichen Folgen würde führen müssen. Und darin lag das Verzauberte dieser Thesen, daß sie mit unbestreitbarer Großartigkeit versuchten, dem Zusammenleben der Völker neue Gesetze zu geben und es mit einem neuen Geist zu erfüllen, aus dem heraus dann jene Institution wachsen und gedeihen konnte, die als Bund aller Nationen berufen sein sollte, die Völker nicht nur äußerlich zusammenzuschließen, sondern vor allem innerlich einander näherzubringen in gegenseitiger Rücksichtnahme und in gegenseitigem Verstehen. Kein Volk ist der Zauberkraft dieser Phantasie mehr verfallen als das deutsche. Es hatte die Ehre, gegen eine Welt kämpfen zu müssen und das Unglück, in diesem Kampfe zu unterliegen. Es war aber als Unterlegener belastet mit dem Fluch der Verantwortung für ein Ringen, das dieses Volk weder geahnt noch gewünscht hatte. Das deutsche Volk glaubte an diese Thesen mit der Kraft eines an sich und der Welt Verzweifelnden. Es begann damit seinen Weg in seine leidvollste Zeit. Wir alle sind viele Jahre hindurch Opfer dieses phantastischen Glaubens und damit Objekte der entsetzlichen Folgen gewesen. Es ist nicht der Zweck dieser Ausführungen, der furchtbaren Enttäuschung Ausdruck zu verleihen, die unser Volk in steigendem Maße ergriffen hatte. Ich will nicht von der Verzweiflung reden und von dem Schmerz und dem Jammer, den diese Jahre für das deutsche Volk und für uns in sich bargen. Wir waren in einen Krieg gerissen worden, an dessen Ausbruch wir genau so schuldlos oder schuldhaft waren wie die anderen Völker auch. Wir aber sind gerade als die am meisten Opfernden auch am leichtesten dem Glauben an eine bessere Zeit verfallen. Allein nicht nur wir, die Unterlegenen, haben die Verwandlung des phantasievollen Bildes einer neuen Zeit und Menschheitsentwicklung in einer jammervollen Realität erlebt, sondern auch die Sieger. Seit die Staatsmänner der damaligen Zeit sich in Versailles einfanden, um eine neue Weltrordnung zu beschließen, sind 17 Jahre vergangen. Zeit genug, um ein Urteil über die allgemeine Tendenz einer Entwicklung fällen zu können. Es ist nicht nötig, daß wir hier aus den Quellen literarischer oder publizistischer Tätigkeit kritische Stimmen über diese Zeit zusammensuchen und aneinanderreihen, um so zu einer abschließenden Feststellung zu gelangen, nein; es genügt, den Blick in die heutige Welt zu lenken, in ihr tatsächliches Erleben, in ihre Hoffnungen und in ihre Enttäuschungen, in ihre Krisen und in ihre Kämpfe, um die eindeutige Antwort zu erhalten auf die Frage der richtigen Bewertung dieser Entwicklung. Statt der wärmenden Empfindungen einer allmählichen Entspannung menschlicher Gegensätze erleben wir die sorgenvolle Unruhe, die sich nicht zu vermindern, sondern leider zu steigern scheint. Argwohn und Haß, Neid und Habsucht, Mißtrauen und Verdächtigung sind die fühl= und sichtbaren Empfindungen, die die Völker beherrschen. Jener Friede, der einst als Schlußstein gelegt werden sollte über der vermauerten Gruft des Krieges, wurde zur Drachensaat neuer Kämpfe. Wohin wir seitdem blicken, erleben wir das Aufflackern innerer und äußerer Unruhen. Kein Jahr vergeht, in dem nicht irgendwo auf dieser Erde statt dem Läuten der Friedensglocken das Getöse der Waffen vernehmbar ist. Wer will sich wundern, daß aus einer solchen tragischen Enttäuschung heraus auch im Inneren der Völker das Vertrauen zur Richtigkeit einer Weltordnung erschüttert wird, die in so katastrophaler Weise zu versagen scheint? Neue Vorstellungen versuchen sich der Menschen zu bemächtigen und die sie gewinnen, sofort als Kämpfer für neue Eroberungen auszustechen. Die Weltgeschichte wird einmal feststellen, daß seit der großen Kriegsbeendigung die Erde von geistigen, politischen und wirtschaftlichen Umwälzungen heimgesucht wurde, wie sie im allgemeinen nur in Jahrtausenden auftreten, um Völkern und Kontinenten ihren besonderen Sinn und Charakter zu geben. Man bedenke: Seit dieser Zeit ist die Spannung zwischen den Völkern größer geworden als sie je zuvor war. Die bolschewistische Revolution drückt einem der größten Reiche der Erde nicht nur äußerlich einen Stempel auf, sondern setzte es innerlich in einen unüberbrückbaren weltanschaulichen und religiösen Gegensatz zu den umliegenden Völkern und Staaten. Nicht nur allgemein menschlich wirtschaftliche oder politische Auffassungen brechen zusammen und begraben ihre bisherigen Vertreter, Parteien, Organisationen und Staaten unter sich, nein: eine Welt übersinnlicher Vorstellungen wird eingerissen, ein Gott wird entthront, Religionen und Kirchen ausgerottet, das Jenseits verödet und ein qualvolles Diesseits als das einzig Seiende proklamiert. Kaiser= und Königreiche stürzen und entwurzeln sich allmählich sogar in der Erinnerung, genau so wie umgekehrt parlamentarische Demokratien von den Völkern aufgegeben werden, um neue Staatsgedanken an ihre Stelle zu setzen. Und parallel damit werden wirtschaftliche Maxime, die früher geradezu als Grundlage des menschlichen Gemeinschaftslebens gegolten haben, überwunden und abgelöst von konträren Auffassungen; dazwischen senken sich die Schrecken der Arbeitslosigkeit und damit des Hungers und des Elends über die Völker und schlagen Millionen Menschen in ihren Bann. Diese erstaunte Menschheit aber sieht, daß der Kriegsgott seine Rüstung nicht abgelegt hat, sondern im Gegenteil schwerer gepanzert denn früher über die Erde schreitet. Wenn früher Armeen von Hunderttausenden für die Ziele einer imperialistischen Dynastien=, Kabinetts= oder Nationalitätenpolitik eintraten, dann sind es heute Millionen=Armeen, die für neue geistige Vorstellungen, für Weltrevolutionen, Bolschewismus oder sogar„Nie=wieder=Krieg"=Idole zum Kriege rüsten und die Völker dafür in Bewegung setzen. Meine Abgeordneten! Wenn ich Ihnen und dem deutschen Volke diese Tatsachen vor Augen führe, geschieht es weniger, um Ihr Verständnis zu erwecken für die Größe der Zeit, in der wir leben, als vielmehr für die Unzulänglichkeit der geistigen und sachlichen Arbeit jener, die sich einst als berufen aufspielten, der Welt eine neue Epoche friedlicher Evolution und gesegneter Wohlfahrt zu schenken. Und noch etwas möchte ich in dieser Stunde feststellen: An dieser Entwicklung sind nicht wir schuld, denn es lag nicht in unserer Kraft oder in unserem Vermögen, nach dem furchtbaren Zusammenbruch und in der Zeit der Demütigung und wehrlosen Mißhandlung der Welt Ideen zu geben oder gar Gesetze des Lebens vorzuschreiben. Das taten die mächtigen Regierenden dieser Erde. Deutschland aber gehörte mehr als 15 Jahre nur zu den Regierten. Ich erwähne dies weiter, weil ich dem deutschen Volke und vielleicht darüber hinaus auch anderen Menschen das Auge öffnen möchte für die Erkenntnis, daß die Befolgung fehlerhafter, weil unrichtiger Grundsätze, auch zu fehlerhaften falschen Ergebnissen führen muß. Daß wir selbst als Leidtragende dieser Entwicklung besonders schwer betroffen wurden, hängt, wie schon betont, zum Teil mit unserem tiefen Sturz zusammen. Allein, daß die ganze Welt in diese Zeit andauernder Spannungen und fortdauernder Krisen fiel, ist zurückzufchühren auf die geringe Vernunft und Einsicht, mit der die Probleme der Völker im einzelnen und untereinander gesehen und behandelt werden. Diese Entwicklung aber nahm ihren Ausgang von jenem unseligen Vertrag, der einst als ein Werk menschlicher Kurzsichtigkeit und unvernünftiger Leidenschaften in der Geschichte als Musterbeispiel gelten wird, wie man Kriege nicht beenden darf, wenn man nicht neue Wirrnisse über die Völker zu bringen beabsichtigt. Aus dem Geiste dieses Vertrages kam bei seiner engen Verbindung mit der Konstituierung der Gemeinschaft der Nationen die Vorbelastung des Völkerbundes und damit auch dessen Entwertung. Seitdem besteht die Diskrepanz zwischen der durch den Friedensvertrag eingeteilten Welt in Besiegte, d. h. Rechtlose und Sieger, d. h. allein Berechtigte, und den allein denkbaren Grundsätzen des Völkerbundes als eine Gemeinschaft freier und gleicher Nationen. Aus der geistigen Atmosphäre dieses Vertrages heraus kam auch die kurzsichtige Behandlung zahlreicher politischer und ökonomischer Fragen der Welt. Völkergrenzen wurden gezogen, nicht nach den klaren Notwendigkeiten des Lebens und der Berücksichtigung gegenüber Traditionen, sondern beherrscht von dem Gedanken der Rachsucht und der Vergeltung, und damit wieder begleitet von den Gefühlen der Angst und der Befürchtungen gegenüber der sich daraus möglicherweise ergebenden Revanche. Es gab einen Augenblick, da hätten es die Staatsmänner in der Hand gehabt, durch einen einzigen Appell an die Vernunft und auch an das Herz der Soldaten der kämpfenden Millionenarmeen der Völker eine brüderliche Verständigung einzuleiten, die der Welt vielleicht auf Jahrhunderte für das Zusammenleben der Nationen und Staaten unendliche erleichterungen geschenkt haben würde. Es geschih nur das Gegenteil. Das schlimmste aber ist, diß der Geist des Hasses dieses Vertrages über ie allgemeine Mentalität der Völker, daßr die öffentliche Meinung zu infizieren und dam zu beherrschen anfing, und daß nun aus diese Flaggen heraus! dnb. Berlin, 7. März. Der Reichs= und preußische Minister des Innern hat angeordnet: Aus Anlaß der Wiedergewinnung der deutschen Freiheit flaggen heute und morgen alle öffentlichen Gebäude Vollmast. * Berlin, 7. März. Der Reichsminister für Volksaufklärung und Propaganda fordert die Bevölkerung auf, aus Anlaß der endgültigen Wiederherstellung der deutschen Freiheit= und Souveränität und damit der deutschen Ehre am heutigen und morgigen Tag zu flaggen. Sie drückt damit aus ihre innere Verbundenheit mit den Toten des Weltkrieges, deren Opfer nunmehr nicht nur umsonst ist, in wirksamster Weise zum Ausdruck. Reichstagswahl! dub Berlin, 7. März. Im Anschluß an die Rede des Führers verlas Ministerpräsident Göring eine Botschaft des Führers, in der der Reichstag mit Ablauf des 28. März aufgelöst wird. Die Neuwahlen zum Reichstage finden am Sonntag, 29. März 1936, statt. Geist des Hasses heraus die Unvernunft zu triumphieren begann, die die natürlichsten Probleme des Völkerlebens, ja selbst die eigensten Interessen verkannte und mit Sucht verblendeter Leidenschaften zerstörte. Daß die Welt heute von sehr viel Unheil heimgesucht wird, ist weder zu übersehen noch zu bestreiten. Das Schlimmste aber ist, daß aus dem Geist dieser Verbohrtheit heraus nicht nur die Ursachen dieses Unglückes nicht gesehen werden wollen, sondern daß man sich geradezu an diesem Unglück weidet und in der öffentlichen Diskussion mit mehr oder weniger großer Schadenfreude feststellt, wie bedroht oder gefährdet die Lebensmöglichkeiten des einen oder des anderen Volkes sind. Daß die Welt z. B. kein Verstänonis aufbringen will für die Ursachen über die Schwere der Lebensbehauptung des deutschen Volkes, ist bedauerlich. Geradezu erschütternd ober ist, jeden Tag in so und so viel Presseorganen lesen zu können, mit welcher Befriedigung man die Sorgen wahrnimmt, die das Leben unseres Volkes zwangsläufig begleiten. Soweit es sich um belanglose Literaten handelt, mag dies noch hingehen. Böse aber ist es, wenn auch Staatsmänner beginnen, in den ersichtlichen oder vermeintlichen Anzeichen von Not und Elend eines Volkes erfreuliche Momente für die Beurteilung der allgemeinen Lage und ihrer Zukunft zu sehen. Dies begann aber im Jahre 1918. Damals setzte in besonders eindringlicher Weise jene Staatskunst ein, die durch Unvernunft Probleme schafft, um dann an ihrer Lösung entweder zu verzagen oder fortgesetzt angsterfüll: aufzukreischen. Jene Unvernunft, die gänzlich übersieht, daß ungeschichtliche staatliche Volkszerreißung nicht den geschichtlichen tatsächlichen Faktor eines Volkes beseitigen, sondern die mögliche Wahrnehmung der Lebensinteressen, die Organisierung der Lebensbehauptung erschweren oder sogar unmög 0 lich machen. Das war jene Unvernunft, in der man z. B. im Falle Deutschland einer 65=Millio= nen=Nation mit wissenschaftlicher Methodik erst alle möglichen Lebensstränge nach außen abschnitt, alle wirtschaftlichen Verbindungen raubte, alle Auslandskapitalien konfiszierte, den Handel vernichtete, dann dieses Volk mit einer unvorstellbaren astronomischen Schuld belastete, ihm endlich, um diese Schuld abtragen zu können, ausländische Kredite gab, um die Kredite verzinsen zu können, einen Export um jeden Preis heranzüchtete, endlich die Absatzmärkte vermauerte, dieses Volk so mit einer furchtbaren Verarmung und Verelendung entgegentrieb und nun über mangelnder Zahlkraft oder den bösen Willen klagte. Das aber bezeichnet man danin als„weise Staatskunst"! Meine Abgeordneten des Deutichen Reichstages! Wenn ich diese psychologischen Probleme immer so ausführlich behandle, so geschieht es, weil ich der Ueberzeugung bin, daß man ohne eine Umstellung in der geistigen Betrachtung der Ausgestaltung unserer internationalen Völkerbeziehungen niemals zu dem Resultat einer wirklichen Befriedung der Menschheit kommen wird. Auch die heutigen schicksalschweren Spannungen, die wir in Europa erleben, verdanken ihre Entstehung dieser wahrhaft brüllenden Unvernunft, mit der man glaubt, mit den natürlichsten Belangen der Völker umspringen zu können. Es gibt heute Politiker, die sich nur dann sicher zu fühlen scheinen, wenn das innere Verhältnis der angrenzenden Völker zu ihren Lebensmöglichkeiten ein möglichst ungünstiges ist. Und zwar je ungünstiger, umso triumphaler scheint ihnen der Erfolg ihrer weitschauenden Politik zu sein. Ich möchte, daß das deutsche Volk an dieser Unvernunft lernt und selbst nicht in ähnliche Fehler verfällt: Ich möchte, daß die deutsche Nation lernt, in Völkern geschichtliche Realitäten zu sehen, die der Fantast wohl wegwünschen kann, die aber tatsächlich gar nicht wegzudenken sind, daß es unvernünftig ist, diese geschichtlichen Realitäten in einen Gegensatz bringen zu wollen zu den Erfordernissen ihrer möglichen Lebensbehauptung und zu ihren verständlichen Lebensansprüchen. Ich möchte daher, daß das deutsche Volk die inneren Beweggründe der nationalsozialistischen Außenpolitik verstehe, wie es z. B. auch als sehr schmerzlich empfindet, daß der Zugang eines 33=Millionen=Volkes zum Meer über einstiges Reichsgebiet führt, wie es aber als unvernünftig, weil unmöglich erkennt, einem so großen Staat den Zugang zum Meere einfach abstreiten zu wollen. Es kann nicht der Sinr und der Zweck einer überlegenen Außenpolitik sein, Zustände herbeizuführen, die dann zwangsläufig sofort nach ihrer Veränderung schreien würden. Es ist wohl möglich, daß, besonders unter Berufung auf die Macht, Politiker solche Vergewaltigungen natürlicher Lebensinteressen vornehmen können, allein je mehr und je häufiger und in je schwereren Fällen dies geschieht, umso größer wird der Druck nach einer Entladung der aufgespeicherten und vergewaltigten Kräfte und Energien se.n. Dies führt dann zur Häufung immer neuer Mittel zur Abwehr und steigert damit wieder zriangsläufig den Gegendruck der zusammengepreßt werden sollenden Lebensenergien des betroffenen Volkes, und dann liegt die Welt in angstvoller Unruhe und Ahnung drohender Explosionen und will nicht erkennen, daß in Wirklichkeit nur die Unvernunft seiner sogenannten Staatsnänner an diesen bedrohlichen Entwicklungen schuld ist. Wieviel Sorgen würden der Menschheit und besonders den europäischen Völkern erspart geblieben sein, wenn man natürliche und selbstverständliche Lebensbedingungen respektiert und bei der politischen Gestaltung des europäischen Lebensraumes sowohl als auch bei der wirtschaftlichen Zusammenarbeit berücksichtigt haben würde. Dies aber scheint mir unbedingt erforderlich zu sein, wenn man in der Zukunft bessere und befriedigendere Resultate erreichen will als jetzt. Und dies gilt besonders für Europa. Die europäischen Völker stellen nun einmal eine Familie auf dieser Welt dar. Oft etwas streitsüchtig, aber trotz alledem miteinander verwandt, verschwistert und verschwägert, geistig und kulturell sowohl als wirtschaftlich voneinander nicht zu trennen, ja nicht einmal auseinanderzudenken. Jeder Versuch, die europäischen Probleme anders als nach den Gesetzen einer kühlen und überlegenen Vernunft zu sehen und zu behandeln, führt zu Reaktionen, die für alle unangenehm sein werden. Wir leben in einer Zeit des inneren sozialen und gesellschaftlichen Ausgleiches der Völker. Der Staatsmann, der den Sinn dieser Zeit nicht erkennt, und in dieser Richtung nicht auf den Wegen von Konzessionen ausgleichend in seinem Volke die Spannungen zu mildern und wenn möglich zu beseitigen versucht, wird eines Tages den Explosionen erliegen, die dann zwangsläufig entweder den Ausgleich herbeiführen werden oder, was noch wahrscheinlicher ist, zunächst ein chaotisches Trümmerfeld zurücklassen. Es ist weise von einer Staatsführung, der turbulenten Unvernunft die Zügel anzulegen, allein dann aber auch dem ersichtlichen Drange der Zeit zu folgen und überlegen, zu jenem sozialen Ausgleich hinzusteuern, der das eine Extrem abbaut, ohne deshalb dem anderen Extrem zu erliegen. Es läßt sich heute für Europa die Prophezeiung aussprechen, daß dort, wo dieser Prozeß nicht in so überlegener Weise geleitet wird oder gar mißlingt, die Spannungen zunehmen werden, um endlich dem geistigen Zuge dieser Zeit gehorchend, von selbst zum Ausgleich zu drängen. Es gehört aber auch zur Weisheit des Aufbaues und der Erhaltung einer Völkerfamilie, wie diese in Europa gegeben ist, diese innerstaatlichen Gesetze auch überstaatlich anzuwenden. Es ist wenig klug, sich einzubilden, auf die Dauer in einem so begrenzten Hause wie Europa eine Völkergemeinschaft verschiedener Rechtsordnung und Rechtswertung aufrecht erhalten zu können. Jeder solcher Versuch führt zu einer Aufladung der Willensenergien bei den von dem Unrecht Betroffenen. Und damit natürlich wieder zu einer Aufladung der Angstpsychose bei den Schuldigen. Ich halte aber eine solche Entwicklung nicht nur für nicht vernünftig, sondern im Gegenteil für sinnlos und außerdem für sehr gefährlich. Ich halte sie für besonders kritisch, wenn dazu noch eine geistige Verhetzung stattfindet, die, ausgehend von kurzsichtigen Literaten und international bekannten Unruhestiftern, hinter diese Unvernunft auch noch die Leidenschaft aufgepeitschter und verwirrter Volksmassen mobilisiert. Wenn ich diese Befürchtung ausspreche, dann drücke ich nur das aus, was Millionen Menschen ahnen, fühlen oder erleben, ohne sich vielleicht über die tieferen Ursachen Rechenschaft ablegen zu können. Ich habe aber ein Recht dazu, vor Ihnen, meine Herren Abgeordneten des Reichstages, diese meine Auffassungen klarzulegen, weil sie zugleich die Erklärung sind für unser eigenes politisches Erleben, für unsere Arbeit im Innern des Volkes als auch für unsere Stellungnahme. nach außen. Wenn die übrige Welt oft von einer deutschen Frage spricht, dann wird es zweckmäßig sein, sich zugleich eine objektive Klarheit über das Wesen dieser Frage zu verschaffen. Für gar manche besteht diese„Frage“ im deutschen Regime, in dem gar nicht begriffenen Unterschied des deutschen Regimes gegenüber dem anderer Regime, von der als Bedrohung empfundenen sogenannten Aufrüstung und in all dem, was man in der Folge dieser Aufrüstung als Fata Morgana zu sehen vermeint. Diese Frage besteht für viele in der behaupteten Kriegslust des deutschen Volkes, in den schlummernden Angriffsabsichten oder in der teuflischen Geschicklichkeit der Ueberlistung seiner Gegner. Die Sauische Frage Nein, meine Herren Politikaster! Die deutsche Frage besteht in etwas ganz anderem. Hier leben auf einem sehr begrenzten und nicht überall fruchtbaren Boden 67 Millionen Menschen. Das sind rund 136 auf einen Quadratkilometer. Diese Menschen sind nicht weniger fleißig als die anderer europäischer Völker, aber auch nicht weniger anspruchsvoll. Sie sind nicht weniger intelligent, aber auch nicht weniger lebenswillig. Sie haben genau so wenig Sehnsucht, sich für eine Phantastik um jeden Preis heroisch totschießen zu lassen, als etwa der Franzose oder der Engländer. Sie sind aber auch nicht feiger und auf keinen Fall sind sie ehrloser als die Angehörigen anderer europäischer Völker. Sie sind einst in einen Krieg hineingerissen worden, an dem sie so wenig glaubten wie andere Europäer und für den sie auch genau so wenig verantwortlich waren. Der heutige junge Deutsche von 25 Jahren war zur Zeit der Vorgeschichte und des Beginnes des Krieges gerade ein Jahr alt. Also wohl kaum verantwortlich zu machen für diese Völkerkatastrophe. Ja selbst der jüngste Deutsche, der dafür verantwortlich sein könnte, war bei der damaligen Festsetzung des deutschen Wahlalters 25 Jahre alt. Er zählt somit heute mindestens 50 Jahre, d. h. die überwältigende Mehrzahl der Männer des deutschen Volkes hat den Krieg einfach zwangsläufig mitgemacht, wie die Masse des französischen oder englischen Volkes auch. Wenn sie anständig waren, dann haben sie damals genau so ihre Pflicht erfüllt, sofern sie schon das Alter dazu besaßen, wie dies jeder anständige Franzose und Engländer tat. Wenn sie unanständig waren, haben sie dies unterlassen und vielleicht verdient oder für die Revolution gearbeitet. Diese sind aber heute gar nicht mehr in unseren Reihen, sondern sie leben zum größten Teil als Emigranten bei irgendwelchen internationalen Gastgebern. Dieses deutsche Volk hat genau so viel Vorzüge als andere Völker und natürlich genau so viele Nachteile und Gebrechen. Die deutsche Frage lag nun darin, daß dieses Volk z. B. noch im Jahre 1935 für eine Schuld, die es nie begangen hat, eine Minderberechtigung tragen soll, die für ein ehrliebendes Volk unerträglich, für ein fleißiges Volk leidvoll, und für ein intelligentes Volk empörend ist. Die deutsche Frage besteht weiter darin, daß man durch ein System unvernünftiger Handlungen, Maßnahmen, haßerfüllter Verhetzungen sich bemüht, den an sich schon sehr schweren Kampf um die Lebensbehauptung nicht mehr zu erschweren. Denn es hat von dieser Erklärung der deutschen Lebenshaltung die übrige Welt nicht den geringsten Vorteil. Auf den deutschen Menschen trifft pro Kopf der Bevölkerung 18mal weniger Grund als z. B. auf einen Russen. Es ist verständlich, wie schwer allein dadurch der Lebenskampf und das tägliche Brot sein muß und ohne die Tüchtigkeit und den Fleiß des deutschen Bauern und die organisatorische Fähigkeit des deutschen Volkes wäre eine Lebensführung für dieses 67=Millionen=Volk kaum denkbar. Was aber soll man nun von der geistigen Einfalt jener halten, die diese Schwierigkeiten vielleicht sogar erkennen und sich dennoch künstlich in Presseartikeln, Publikationen und Vorträgen über unser Elend freuen, ja geradezu triumphieren, jedem Anzeichen dieser unserer inneren Not nachspüren, um sie der anderen Welt mitteilen zu können! Sie würden anscheinend glücklich sein, wenn diese Not bei uns noch viel größer wäre, wenn es uns nicht gelänge, durch Fleiß und Intensität sie immer wieder ersprießlich zu machen. Sie haben keine Ahnung davon, daß die deutsche Frage ein ganz anderes Gesicht bekommen würde, wenn erst einmal die Fähigkeit und der Fleiß dieser Millionen erlahmen und damit nicht nur das Elend, sondern auch die politische Unvernunft ihren Einzug halten würden. Und dies ist eine der deutschen Fragen, und die Welt kann nur interessiert sein daran, daß diese Frage der Sicherung der deutschen Lebenshaltung von Jahr zu Jahr erfolgreich gelöst werden kann, genau so wie ich wünsche, daß auch das deutsche Volk die in seinem eigensten Interesse liegende glückliche Lösung dieser Lebensfragen bei anderen Völkern begreift und würdigt. Die Meisterung dieser Frage in Deutschland ist aber zunächst eine Angelegenheit des deutschen Volkes selbst und brauchte die übrige Welt überhaupt nicht zu interessieren. Sie berührt die Interessen anderer Völker nur insofern, als das deutsche Volk bei der Lösung dieser Frage gezwungen ist, wirtschaftlich als Käufer und Verkäufer auch mit den anderen Völkern Verbindungen aufzunehmen. Und hier würde es wieder nur im Interesse dieser anderen Welt liegen, diese Frage zu verstehen, d. h. zu begreifen, daß der Schrei nach Brot bei einem 40. 50. oder 60Millionen=Volk nicht eine ausgekochte Boshaftigkeit des Regimes oder bestimmter Regierungen ist, sondern eine natürliche Aeußerung des Dranges zur Lebensbehauptung. Und daß satte Völker vernünftiger sind als hungrige, und daß nicht nur die eigenen Regierungen interessiert sein sollen an einer ausreichenden Ernährung ihrer Bürger, sondern ebenso auch die umliegenden Staaten und Völker. Und daß daher die Ermöglichung einer solchen Lebensbehauptung im höchsten Sinne des zu finden und selbst als Kriegsgrund zu proklamieren, nämlich die Meinung, daß ein Teil der europäischen Völkerfamilie umso besser fahren würde, je schlechter es den anderen ginge. Das deutsche Volk braucht keine besonderen Beihilfen zu seiner Lebensbehauptung. Es will nur keine schlechteren Chancen besitzen, als sie auch anderen Völkern gegeben sind. Dies aber ist die eine deutsche Frage. Und die zweite deutsche Frage ist folgende: Weil infolge der außerordentlichen unglücklichen allgemeinen Verhältnisse und Voraussetzungen der wirtschaftliche Lebenskampf des deutschen Volkes sehr schwer ist, die Intelligenz, der Fleiß und damit der natürliche Lebensstandard aber sehr hoch sind, ist eine außerordentliche Anspannung aller Kräfte notwendig, um diese erste deutsche Frage zu meistern. Es kann dies aber überhaupt nur dann gelingen, wenn dieses Volk auch nach außen hin das Gefühl der politischen Gleichberechtigung und damit der politischen Sicherheit besitzt. Es ist unmöglich, ein Volk von Ehrgefühl und von Tapferkeit in der Welt auf die Dauer als Heloten halten oder gar leiten zu können. Es gibt keine bessere Bestätigung für die angeborene Friedensliebe des schen Volkes als die Tatsache, daß es sich trotz seiner Fähigkeit und trotz seiner Tapferkeit, die auch von den Gegnern nicht bestritten werden können, sowie trotz einer großen Volkszahl nur einen so bescheidenen Anteil am Lebensraum und an den Lebeusgütern der Welt gesichert hat. Allein gerade diese immer mehr nach innen gewandte Art des deutschen Wesens verträgt es nicht, in unwürdiger Weise entrechtet oder mißhandelt zu werden. Indem der unselige Friedensvertrag von Versailles die geschichtlich geradezu einzige Verewigung eines Kriegsausganges nach der moralischen Seite hin festlegen wollte, hat er jene deutsche Frage geschaffen, die ungelöst eine kritische Belastung Europas und gelöst eine Befreiung darstellt. Und ich habe mir nach der Unterzeichnung des Friedensvertrages im Jahre 1919 vorgenommen, diese Frage einmal zu lösen. Richt, weil ich Frankreich oder irgend einem anderen Staat etwas zuleide tun will, sondern weil das deutsche Volk auf die Dauer das ihm zugefügte Leid nicht Wortes im Interesse aller liegt. Es blieb der Vor= tragen kann, nicht tragen will und nicht tragen kriegszeit vorbehalten, die gegenteilige Auffassung soll! Die Volsche Wisthu, Im Jahre 1932 stand Deutschland am Rande des bolschewistischen Zusammenbruches. Was dieses Chaos in einem so großen Staat für Europa bedeutet haben würde, werden ja vielleicht einzelne europäische Staatsmänner in der Zukunft an anderen Orten noch Gelegenheit erhalten, zu studieren. Ich habe aber jedenfalls die Ueberwindung dieser äußerlich gerade wirtschaftlich am sichtbarsten in Erscheinung tretende Krise des deutschen Volkes nur erreicht durch die Mobilisierung der allgemeinen sittlichen und moralischen Werte der deutschen Nation. Der Mann, der Deutschland vom Bolschewismus retten wollte, der mußte die Frage der deutschen Gleichberechtigung zur Entscheidung und damit zur Lösung bringen. Nicht um anderen Völkern ein Leid zuzufügen, sondern im Gegenteil, um ihnen durch die Verhinderung des Hereinbrechens eines im letzten Ausmaße für Europa gar nicht vorstellbaren Ruins, vielleicht sogar eines noch größeren Leids zu ersparen. Denn die Wiedergewinnung der deutschen Gleichberechtigung hat dem französischen Volke nichts schmerzliches zugefügt. Allein der rote Aufruhr und der Zusammenbruch des deutschen Reiches hätten der europäischen Ordnung und der europäischen Wirtschaft einen Schlag versetzt, von dessen Folgen die meisten europäischen Staatsmänner leider keine richtige Vorstellung besitzen. Dieser Kampf um die deutsche Gleichberechtigung, den ich nun drei Jahre lang führte, ist nicht die Aufrichtung einer europäischen Frage, sondern ihre Lösung. Es ist ein wahrhaft tragisches Unglück, daß gerade durch den Versailler Friedensvertrag ein Zustand geschaffen wurde, an dessen Beibehaltung das französische Volk glaubte besonders interessiert zu sein. So wenig reale Vorteile dieser Zustand für den einzelnen Franzosen in sich bergen konnte, so groß war die unreale Verklammerung, die zwischen der Versailler Diskriminierung des deutschen Volkes und den französischen Interessen zu bestehen schien. Vielleicht war es auch die Schuld der charakterlichen Schwäche der deutschen Nachkriegsjahre und unserer Regierungen, insbesondere aber unserer Parteien, daß dem französischen Volk und den ernsten französischen Staatsmännern die Unrichtigkeit dieser Auffassungen nicht genügend zum Bewußtsein gebracht werden konnte. Denn je schlechter die einzelnen Regierungen der vor uns liegenden Zeit waren, um so mehr hatten sie das nationale Erwachen des deutschen Volkes selbst zu scheuen. Um so größer war daher auch die Angst vor jeder nationalen Selbstbesinnung, und damit um so einverstandener ihre Haltung gegenüber der allgemeinen internationalen Diffamierung des deutschen Volkes. Ja, sie benötigten geradezu diese schändliche Fesselung, um ihr trauriges eigenes Regime auf diese Weise zu stützen. Wohin dieses Regime Deutschland geführt hat, zeigte eindringlich der drohende Zusammenbruch. Nun war es natürlich schwer, die Wiederherstellung der deutschen Gleichberechtigung gegenüber einer so eingewurzelten Gewöhnung unserer Nachbarn an die Nichtgleichberechtigung als für diese nicht nur nicht schädlich, sondern im Gegenteil im letzten Grunde sogar als international mißlich nachzuweisen. Sie, meine Abgeordneten, Männer des Reichstages, kennen den schweren Weg, den ich gehen mußte seit jenem 30. Januar 1933, um das deutsche Volk aus seiner unwürdigen Stellung zu erlösen, um ihm Schritt für Schritt die Gleichberechtigung zu sichern, ohne es dabei aus der politischen und wirtschaftlichen Gemeinschaft der europäischen Nationen zu entfernen, und besonders ohne aus der Abwicklung der Folgen einer alten Feindschaft wieder eine neue zu erzeugen. Ich werde einmal von der Geschichte die Bestätigung beanspruchen können, daß ich in keiner Stunde meines Handelns für das deutsche Volk die Pflichten vergessen habe, die ich und die wir alle der Aufrechterhaltung der europäischen Kultur und Zivilisation gegenüber zu tragen schuldig sind. Es ist aber eine Voraussetzung für den Bestand dieses am Ende gerade in der Vielgestaltigkeit seiner Kulturen so eigenartigen Kontinentes, daß er nicht denkbar ist ohne das Vorhandensein freier und unabhängiger Nationalstaaten. Es mag jedes europäische Volk überzeugt sein, daß es den größten Beitrag zu unserer abendländischen Kultur gestiftet hat. Im ganzen aber wollen wir uns nicht wegwünschen von sem, was die einzelnen Völker gegeben haben, und wollen daher auch nicht streiten über das Gesicht dieser ihrer einzelnen Beiträge, sondern müssen nur erkennen, daß aus der Rivalität der europäischen Einzelleistungen ohne Zweifel die Spitzenleistungen stammen auf den verschiedensten Gebieten der menschlichen Kultur. So sehr wir daher bereit sind, in dieser europäischen Kulturwelt mitzuarbeiten als freies und gleichberechtigtes Glied, so hartnäckig und eigensinnig möchten wir aber das bleiben, was wir sind. Ich habe in diesen drei Jahren— leider nur zu oft vergeblich— immer wieder versucht, eine Brücke zur Verständigung zum französischen Volk zu schlagen. Je mehr wir uns aus der Bitternis des Weltkrieges und seiner Nachjahre entfernen, um so mehr versinkt in den menschlichen Erinnerungen das Böse, und das Schönere des Lebens, der Erkenntnisse und Erfahrungen tritt in den Vordergrund. Was sich einst als erbitterter Gegner gegenüberstand, würdigt sich heute als tapferer Kämpfer eines vergangenen großen Ringens und sieht sich wieder als Träger und Forterhal Nr. 68 Zweites Blatt des Stadtanzeigers ür Castrov=Rauxel und Umgebung Montag, den 9. März 1936 *—****„„ 0 Fall Cook wied wieder ausgerollt— Ein Jiebzigjähriger kämpft um seine Forscherehre Der siebzigjährige amerikanische Polarforscher Dr. Frederick Cook, bekannt durch seinen Streit um die angebliche Entdeckung des Nordvols mit dem verstorbenen Polarforscher Peary, macht wieder einmal von sich reden. Er hat bei der Geographischen Gesellschaft in Neuyork erneut die Forderung gestellt, als Entdecker des Nordvols anerkannt zu werden. Bereits in den nächsten Wochen soll das Präsidium der Gesellschaft zusammentreten, um den jetzt seit 27 Jahren ruhenden„Fall Cook“ von neuem aufzurollen. Fünf Jahre vor Ausbruch des großen Krieges wurde die Welt eines Tages durch das Telegramm des Polarforschers Dr. Frederick Cook überrascht, das die bedeutungsvollen Worte enthielt:„Ichwaram Nabel der Welt. Dr. Cook“. Einige Wochen später veröffentlichten Neuyorker Zeitungen eine Devesche Pearys, die über die Neufundland=Station eingetroffen war, und in der es hieß:„Pol ist erreicht. Expeditionsschiff„Roosevelt" unversehrt. Sterne und Streifen am Notdvol ausgepflanzt. Peary“— Zwei Forscher hatten also unabhängig voneinander den Polpunkt erreicht und vermessen— so durfte die Welt annehmen. Aber die Sache verhielt sich nicht ganz so einfach. Sie hatte eine höchst eigenartige Vorgeschichte... Bereits 1893 hatte Cook seinen späteren erbitterten Feind. den amerikanischen Marineleutnant Paery, auf einer Reise durch Nordgrönland begleitet. Es war der Anfang seiner arktischen Laufbahn. 1897 nahm er an der belgischen Südvolarerpedition de Gerlach teil. Dann machte er mehrere Reisen durch Alaska, wobei er den über 6200 Meter hohen Mac Kinley, den höchsten Berg Nordamerikas, erstiegen haben wollte. Schon damals sehlte es nicht an Stimmen. die seine Beschreibung der Ersteigung zumindest reichlich phantastisch nannten. Man bewies sogar, daß sein Bericht grobe Unrichtigkeiten enthielt. Aber Cook schien es darauf angelegt zu haben. die Aufmerksamkeit der ganzen Welt auf sich zu lenken. Er war von einem unbezwinglichen Geltungsbedürfnis beherrscht und suchte seine Leistungen noch zu steigern. Zu jener Zeit wurde bekannt, daß er mit Santos=Dumont, dem zu jener Zeit berühmten Flieger, verhandelte. Es handelte sich um ein Projekt. den Nordvol im Fluge zu erreichen.(Erst 1928 bewältigte Byrd diese Aufgabe). Santos=Dumont aber erkannte zur rechten Zeit die Unmöglichkeit des Planes und lehnte ab. Zunächst sah jetzt Cook keine Möglichkeit, weitere Nordvolpläne durchzuführen. Jedenfalls trennte er sich von Peary und verschwand für einige Zeit von der Bildfläche. Dann hieß es plötzlich. Cook habe im Juli 1907 mit dem reichen Sportsmann John Bradley Neuyork verlassen, um auf einem von Bradley genachteten Schoner nach Grönland zu fahren. Bradley kehrte kurze Zeit darauf mit dem Schoner wieder zurück und erzählte, daß Cook sich jetzt mit eigenen Entdeckervlänen trage. Die Urkunden-Kapsel im Packeis Nach seinen eigenen Berichten ließ Cook sich jetzt bei einem Eskimostamm in Nordgrönland nieder, blieb über Winter am Smith=Sund und begann mit Beginn des Frühjahrs in Begleitung von Eskimos und Hundeschlitten einen Vorstoß nach Norden. Er will wochenlang über das Packeis gejahren sein, überquerte mit Kajaks die offenen Wasserrinnen und erreichte am 21. April 1908— immer nach seinen eigenen Berichten— den erstrebten Punkt des Nordvols. und zwar will er den 890 59° n. Br erreicht haben. In seiner Begleitung befanden sich zwei Eskimos Avliak und Itukusuk. Cook will noch etwas weiter gegangen sein, bis er sicher war, den Nordvol erreicht zu haben. Dann hißte er die amerikanische Flagge und hinterließ an dem Punkt einen Metallzylinder oder eine Kapsel mit den näheren Notizen über seine Entdeckung. Er berichtete, wie später auch Peary, daß der Nordvol sich mitten in dem von Packeis bedeckten Meere befinde. Auf riesigen Umwegen will Cook wieder nach Grönland gekommen sein, und zwar begab er sich von da aus nicht nach Neuyork, wie man vielleicht erwartet hätte, sondern mit einem dänischen Dampfer direkt nach Kovenhagon. Die Landung Cooks. der nicht verfehlt hatte, seine Ankunft gebührend anzukündigen, wurde zu einem förmlichen Triumphzug. Der dänische Kronprinz war ihm entgegengefahren und hielt bereits an Bord des Dampsers eine ergreisende Ansprache. Jubelnde Menschenmassen erfüllten die Straßen Kovenhagens. Die Verehrer stürmten seinen Wagen und schnitten sich sämtliche erreichbaren Knöpfe seines Rockes ab, um ein Andenken an den kühnen Nordvolentdecker bei sich zu tragen. Am folgenden Tage gab es ein Diner in Anwesenheit sämtlicher Mitslieder des dänischen Königshauses. Cook war plötzlich der berühmteste Mann Europas geworden. Die Kovenhagener Universität machte ihn zum Ehrendoktor— bis sich plötzlich, von irgendeiner Seite genährt, begründete Zweisel in den Jubel zu mischen begannen. Cook stand noch im Mittelpunkt der Begeisterung, da platzte wie eine Bombe das obenerwähnte Telegramm Pearys hinein. Er hatte nach seinen Angaben am 6. April 1909, also etwa ein Jahr später als Cook, den Nordvol erreicht. Und jetzt folgte Telegramm auf Telegramm. Pearykabelte. Cooks Worten seinicht Glauben zu schenken. Er. Peary, werde beweisen, daß Cook gar nicht am Nordvol gewesen sei. Fast zur gleichen Zeit begann der Kampf der Meinungen, und der erbitterte Streit Berufener und Unberusener pflanzte sich durch alle Zeitungen der Welt fort. Peary gab sein Material an die amerikanische Geographische Gesellschaft. Es heißt unter anderem darin, daß am Nachmittag des! 6. April 1909 der 89° 57° n. Br. erreicht wurde. Auf diesem Platz ist Peary in Begleitung eines Eskimos etwa 30 Stunden geblieben und hat das Eis abgeschritten, soweit er es betreten konnte— etwa zehn Meilen im Umkreis des Lagers. Er machte Beobachtungen, zeichnete sie auf, photographierte die Gegend, hißte das Sternenbaner und legte seine Berichte genau wie Cook in einer verschlossenen Kapsel nieder. Auch er berichtet, daß über den Nordvol sich eine unergründliche Tiefsee breite. Messungen ergaben, daß bei 9000 Fuß Fadenlänge noch kein Grund zu erreichen war. Die amerikanische Geographische Gesellschaft erklärte: nach Prüfung des Pearyschen Materials. daß der Forscher dem Nordvol bis auf.6 englische Meilen nahe gekommen, ihn praktisch also erreicht habe. Cooks Material nicht slichhaltig Cook hatte die Ergebnisse seiner Beobachtungen der Universität Kovenhagen übergeben. Es sah nicht gut für ihn aus. Seine beiden Zeugen, die Eskimos Apliak und Itukusuk, waren vom Erdboden wie verschwunden. Und plötzlich erinnerte man sich auch der damals schon sehr umstrittenen MacKinley=Besteigung. Der damalige Führer und einzige Begleiter Cooks gab die Erklärung ab. der Forscher sei gar nicht auf der Spitze des Berges gewesen, sondern nur bis zur halben Höhr vorgedrungen. Zur gleichen Zeit nahmen auch die Anklagen Pearys gegen Cook bestimmtere Formen an. Peary berief sich aus eine Erklärung der Eskimos, die besagte, daß Cook nicht einmal außer Sehweite der Küste gekommen sei— dann sei er wieder umgekehrt. Cook hielt sich auf diese Anklagen erst zurück, antwortete auf Fragen mit einem Achselzucken, und als man Einwände gegen seine Darstellung erhob, die sich auf den hinterlassenen Metallzylinder bezogen, meinte er. selbstverständlich hätte Peary den Zylinder nicht finden können: denn er sei offenbar längst von dem Schmelzwasser fortgetrieben. Eine Sachverständigenkommission untersuchte im Jahre 1910 den Streitfall Cook—Peary und kam zu dem Schluß, Peary sei die goldene Medaille zu verleihen. Er habe sein Originaltagebuch nebst Beobachtungen. Instrumenten usw. vorgelegt, und nach gründlicher Prüjung sei man zu dem Urteil gelangt, daß Peary am 6. Avril 1909 tatsächlich den Nordvol erreicht habe. Ein Urteil gegen Cook konnte allerdings nicht gefällt werden, da Cook als Entscheidungsinstanz nicht die amerikanische Geographische Gesellschaft, sondern die Kovenhagener Universität angerufen habe. Die Kovenhagener Universität aber erklärte, daß aus dem ungenügenden Material. das Cook vorgelegt habe, ein Beweis für seinen Anspruch, den Nordvol erreicht zu haben, nicht hergeleitet werden könne. Cook verschwand von der Bildfläche, machte aber noch einmal von sich reden, als er die Welt mit der Nachricht überraschte, es sei ihm gelungen, in einer entlegenen Gegend in Texas auf gewaltige Oelvorkommen zu stoßen. Aktien wurden aus den Markt geworsen, man schlug sich um die Papiere; aber als man an den von Cook bezeichneten Stellen nachgrub, sand sich kein Tropfen Oel. Cook wurde zu 11 Jahren Zuchthaus verurteilt. Seine Freunde aber glaubten trotzdem an das Oel. Sie ließen weiter graben und stießen tatsächlich auf das ersehnte Blut der Erde. Cook wurde aus dem Zuchthaus entlassen. Der Siebzigjährige fordert jetzt zur vollständigen Wiederherstellung seiner Forscherehre die Erklärung. daß er als Erster den Nordvol entdeckt habe... Tage in Gastrop Kautei eren Auftakt des HelSamstag am Rundman sich schlechthin en auch in Castrop= Städten und Gauen t, um dadurch zu beer Adolf Hitler aus er auf das franzönis eine so mannhafte Einen schöneren und würdiger dengedenktages. als wir ihn am funk miterleben durften, kann nicht denken. Svontan wurden Raurel. wie in allen deutschen die Fahnen auf Vollstock gesetzt. kunden, wie sehr unser Führer aller Herzen gesprochen hat, als sisch=sowjetrussische Militärbündni Antwort gab. Stärker als je wurde unter dem Eindruck dieses welthistorischen Ereignisses der gestrige Heldengedenktag zum heroischen Bekennen zu dem Opfer, das über 2 Millionen deutsche Männer darbrachten. Ein Opfer, das auf den Schlachtfeldern des Weltkrieges gegeben wurde und in dem sich die höchste Gabe des Kämpfers für sein Volk erfüllte. Es gibt nichts, was edler ist, als der Einsatz des Lebens für die Gemeinschaft des gleichen Blutes und des gleichen Bodens, nichts, was eine heiligere Saat für ein Volk ist, als jene, die ihren Einsatz durch ihr Blut besiegelten. Darum danken wir diesen Toten nicht dadurch, daß wir sie beklagen, sondern dadurch, daß wir uns als ganzes Volk ersüllen von dem Vorbild dieses höchsten Opfers. Gedenken heißt: Richtung nehmen nach den Männern, die ihr Leben fortgaben, um Deutschland zu gewinnen. Richtung nehmen und marschieren in ihrem Geiste. Und wahrlich! Nie sind wir Deutschen in der Nachkriegszeit stärker und bewußter in der Richtung marschiert, die uns unsere toten Helden weisen, als Samstag, da unsere Truppen zum ersten Male seit jenen unseligen Novembertagen wieder über den Rhein gingen und zwar im Gegensatz zu damals in umgekehrter Richtung mit der Stirn westwärts. Niemals wurde stärker und bewußter herausgestellt, daß der Geist der toten Helden in uns fortlebt, daß ihr Tod kein Vergehen, sondern ewige Saat geworden ist. Die toten Soldaten reichten ihre Hand und ihr Herz den Kameraden, den Männern der Freikorps und der Bewegung. Die trugen die Saat der Schlachtfelder weiter, indem sie sich wieder opferten um das immer Höhere und Größere. Es stand ein Mann auf aus dem grauen Ringen, der ging als Ackerer über das brache Feld des Krieges und riß die harten Schollen des Leids von der deutschen Seele. Er nahm die Fahne aus der Faust der Toten. trug sie kämpfend weiter und pflanzte sie auf über dem Land, für das sie starben, und über das Volk, das ihre Sehnsucht gewesen war. Er wußte, daß es nicht heißt, bei den Gräbern verharren, sondern fortführen, was sie unvollendet ließen, und das Vermächtnis der Gefallenen weitertragen— in ein Deutschland hinein, das der Größe ihres Willens, ihres Kampfes. ihres Opfers entsprach. Adolf Hitler formte das Volk aus dem Vorbild dieser Front, und er richtete der Nation ein Reich, wie es in der fernen Sehnsucht jener Kämpfer lag: ehrhaft und wehrhaft und erfüllt vom Frieden. Dieses Volk. das 14 Jahre hindurch in dumpfer Trauer den Toten nachsann und den Sinn dieses heroischen Sterbens nicht mehr verstehen konnte. erlebte nun, daß es nicht vergeblich war, wenn die zwei Millionen Männer da draußen sielen. Ohne dieses Ovser wäre das neue Deutschland nicht geworden. Denn durch diesen millionenfachen Tod heroischer Männer brannte in Adolf Hitler die Frage nach dem Warum? auf. der er durch die beispiellose Tat seines Werkes die Antwort gab. Darum ist für die Nation des Dritten Reiches der Tag des Gedenkens an die Gefallenen nicht ein Tag der verneinenden Trauer, sondern ein Tag der bejahenden Kraft. die aus ihren Gräbern kam. Ein Tag, an dem sie hintreten können vor die langen Reihen ihrer gefallenen Weltkriegssoldaten in dem Bewußtsein, daß sie wert wurde ihres Ovfers und nun würdig ist, ihr Vermächtnis zu erfüllen. Ausgelöscht sind die Jahre des Zweisels und der Abkehr von den toten Soldaten. Unser Volk hat seine Ehre wiedergefunden und ist damit zurückgekehrt zu dem heldischen Glauben, von dem die Kreuze der zwei Millionen Kriegergräber künden. Und es hat damit wieder in sich ausgenommen den Geist aller. die da draußen vergessen waren, weil sie nicht mehr zeugen konnten für den Sinn ihrer Tat. Was zwischen dem Volk und dem toten Heere des Weltkrieges lag, ist durch Adolf Hitler niedergerissen. Die Zeit der Unehre ist vorüber. Aufrecht konnten wir gestern zu den toten Kameraden wandern und ihnen melden, daß das Reich, das sie wollten, steht, daß das Volk, für das sie bluteten, einzige Gemeinschaft wurde, und daß sie in ihrer nun wieder ganz freien Heimat leben für alle Zeiten durch uns. Und wir können den Blick licht weiten über das freie Deutschland der Ehr und Wehr, über das glückliche Deutschland unter dem Sonnenzeichen des Hakenkreuzes, das seinen Anfang von da hernahm, wo jene zwei Millionen starben. So konnte es gestern nicht anders sein als so: daß wir den Heldengedenktag begingen als einen Tag heroischen Stolzes. daß wir die Fahnen vor den toten Kameraden senkten, inbrünstig im Dank, aber zugleich fest mit dem Vorsatz, es ihnen nachzutun in der Pflichttreue und in der Liebe zu Deutschland. Aus ihren Gräbern wurde Hoffnung. Hoffnung wurde zu Vertrauen. Und das Vertrauen wurde Tat, durch einen Mann. Ueber die Gräber ging es vorwärts, wie so oft draußen in den Kämpfen und Schlachten. Dies Bewußtsein soll uns führen und leiten, insbesondere auch an jenem Tage des 29. März, an dem uns unser Führer an die Wahlurne ruft. Wer das Vermächtnis der toten Helden im Herzen trägt, wer wie sie für Deutschland zu leben und zu sterben bereit ist, für den kann es nur freudige und stolze Bejahung der Politik des Führers geben. Wer anders als in diesem Geiste die gestrigen Heldengedenkseiern in Castrov=Rauxel miterlebte, war nicht wert, im Geiste an die Ruhestätten unserer Gefallenen zu treten, ist nicht würdig, den Namen Deutscher zu tragen. Der reiche Flaggenschmuck, den Castrop=Rauxel am Samstag trug, und die große Beteiligung, den die Heldengedenkfeiern des gestrigen Sonntag in unserer Stadt fanden, heißt voll freudiger Zuversicht in die Zukunft sehen: Castrop=Rauxel, von dessem Jubel über den 7. März 1936 Kreisleiter und Oberbürgermeister Dr. Anton schon dem Führer telegraphisch Kunde gab, wird am 29. März 1936 ein machtvolles, hundertprozentiges Treuebekenntnis zum Führer und seiner zielbewußten Politik ablegen. *** Ueber den Verlauf des Heldengedenktages in Castrop=Rauxel werden wir in der morgigen Ausgabe noch ausführlich berichten. rl R Castrov=Rauxel, den 9. März 1936. Liebeszauber Im allgemeinen ist das nächtliche Leben in unserer Stadt stiller geworden. Wenn nicht ein verspätetes Auto durch die Straßen summt, wenn nicht die Turmuhren schläfrig und müde die Stunden verkünden, liegt ruhig und still die Nacht über dem Lande. auf Straßen und Plätzen. Auch das laute Gejohle fröhlicher Jünglinge, die durch ihre Gesänge den schlasenden Bürgern ihr Wohlwollen bezeugen wollten, ist dahin. Keine Fledermaus streicht heute noch über die ruhende Stadt, sie haben ihre Quartiere nach anderswo verlegt. Die Schleiereulen und Waldtäuze, die in warmen Nächten ihren Liebesruf ertönen ließen, sind abgezogen. Der kleine Steinkauz, der vom Lichte angelockt oder geblendet, oder nach Nachtsaltern haschend. an die erleuchteten Fenster stieß, galt als Ankünder des Todes und wird bei uns nicht mehr gesehen. Im industriereichen Emschertal ist manches anders geworden. Selbst die kleinen Spitzmäuse, dig mit ihrem, im Verhältnis zu ihrer Größe, surchtbarsten Raubgebiß unter allen Tieren, nächtlich Insekten und Gewürm jagten, sind nicht mehr. Nur die Hauskatzen sind. geblieben und halten um diese Zeit ihre nächtlichen Konzerte. Dann sind die Katzenfrauen und=Jungfrauen hinter dem Kater her und umringen ihn. Wer etwas von Gesang versteht, hört leicht heraus, daß im vollen Chore er den Baß und die Frauleute je nach Alter und Können Sopran oder Alt singen. Nach den einzelnen herzerweichenden Liedern setzt ein allgemeines Ohrseigen ein. Wer kennt dann die liebenswürdige, ihre Jungen so treu bewachende Katzenmutter wieder, wer die so schamig tuende jungfräuliche Jungkatze! Bei solchen Liebesfesten sind sie alle wie aus Rand und Band. Wenn es dem Kater zu toll wird, holt er sich plötzlich eine der Schönen, saßt sie beim Wickel und holt sich das, was ihm zukommt. Dabei wird viel Wolle gelassen und ohne Kratzen und Fauchen. ohne Beißen und Janken auf beiden Seiten geht es nicht. So sind die mondhellen Märznächte auch heute noch von Lärm und Liebesliedern erfüllt und die Menschen haben ihre Freude daran. Heinrich Haslinde. Das Städt. Verkehrsami bleibt bestehen Der Reiseverkehr=Umsatz beim städtischen Verkehrsamt betrug: 1930: 98 900.— RM., 1931: 78100.— RM., 1932: 76 700.— RM., 1933: 71 200.— RM. 1934: 66 300.— RM., 1935: 63 100.— RM. Der Rückgang liegt begründet in dem schweren Niedergang der Straßenbahnen. Während an dem Umsatz von 1930 die Srtaßenbahnen noch mit über 90 000 RM. beteiligt waren, betrug der Umsatz von den Straßenbahnzeitkarten 1935 nur noch etwas über 40 000 RM. Bedeutend angewachsen ist dagegen der Umsatz an Eisenbahn=, Flug= und Schiffskarten und zwar von rund 8000 RM. im Jahre 1930 auf rund 22 000 RM. im Jahre 1934 und 18000 RM. im Jahre 1935. Das städtische Verkehrsamt als solches bleibt bestehen. Es vereinigt in sich wie bisher das Verkehrsamt, das Presseamt, das Stadtarchiv. die Verwaltungsbücherei und die Verwaltung des Heimatmuseums. Ferner besteht, wie schon seit Jahren, zwischen dem Nachrichten= und Verkehrsamt und dem städtischen Verwaltungsgericht nach wie vor die Personal=Union. Neuartige Brutgelegenheiten in Castrop-Kauxel Es unterliegt keinem Zweisel, daß ein großer Teil unserer heimischen Vogelwelt in seinem Bestand bedrohlich zurückgeht. Insbesondere ist das der Fall bei den Höhlenbrütern, wenn man ihnen nicht künstliche Nistgelegenheiten schafft. Zu den in dieser Hinsicht seit vielen Jahren bewährten Ristkästen sind in der letzten Niststeine und Nistlochplatten getreten, die in Mauern und Gebäuden eingemauert, demselben Zweck dienen. Niststeine sind Kunststeinblöcke mit ausgespärtem Risthohlraum. Sie sind zwar bei der Anschaffung teurer als Nistkästen, dafür aber unbegrenzt halt 4 8 bar. Der Riststein wird wie ein Mauerstein eingemauert. Er kann aber auch nachträglich in ein entprechend ausgeschlagenes Loch eingesetzt werden. Bei den ähnlich zu verwenden Nistlochplatten bilden die Platten mit dem Flugloch die Vorderseite, während der Brutraum einfach in der Mauer ausgepart wird. Den ersten Versuch mit derartigen Nistgelegenheiten mocht in Castrop=Rauxel jetzt der Friseur Wagener aus seinem Grundstück an der Wittener Straße. Vogelschutzfreunde seien auf die Gelegenheit, sich diese Neuerung anzusehen, besonders aufmerksam gemacht. Dort ist auch alles Nähere über Beschaffung. Einbau usw. zu erfahren. Man lann nur den Wunsch haben, daß das Beisviel recht viel Nachahmung findet! Wechselhingabe ist nicht Barzahlung In weiten Kreisen, nicht zuletzt kaufmännischen. ist die Ansicht verbreitet, die Hingabe eines über einige Monate lausenden Wechsels sei genau so gut wie Barzahlung. Aus dieser Aufsassung ergeben sich oft genug Schwierigkeiten. Abgesehen etwa davon. daß dem Wechselgläubiger aus der Lauszeit des Wechsels ein gewisses Risiko erwächst, entstehen leicht Meinungsverschiedenheiten darüber, ob der Wechsel zum vollen Betrag angenommen oder ob ein Abzug stattfinden soll. Umgekehrt darf derjenige, der bar zahlt, aus der Barzahlung nicht das Recht herleiten. in einem ihm genehmen Umjang Kassaskonto abzuziehen. Denn Barzahlung ist grundsätzlich als die übliche und wünschenswerte Zahlungsweise zu betrachten, die nicht ohne weiteres noch mit einem Rabatt belohnt werden muß. Auch über die Scheckhingabe bestehen bisweilen irrige Auffassungen. Wie in einem jetzt erneut verkündeten Aufruf über „Disziplin und Verantwortungsgefühl im kaufmännischen Zahlungswesen“ mit Recht gesagt wird, dürfen Schecks nur ausgegeben werden, wenn im Augenblick der Vorlage für Deckung gesorgt ist. d. b. der betreffende Betrag vorhanden ist. Der Scheck ist nämlich kein Kreditvavier: Der einen Scheck in Zahlung nimmt, hat nicht die Absicht, dem Scheckaussteller eine Zahlungsfrist einzuräumen. Er erwartet, daß hinter dem Scheck ein ausreichendes Guthaben steht. Wer rechtzeitig für das erforderliche Guthaben sorgt und etwa bei einer Sparkasse entsprechende Beträge auf Girokonto ansammelt. braucht sich darüber keine Sorgen zu machen, wie ein von ihm ausgegebener Scheck bei Vorlage beglichen werden soll. Auf jeden Fall ist es lebhaft zu begrüßen, daß durch Kundgebungen verantwortlicher Selbstverwaltungskörver der Wirtschaft immer wieder auf die Notwendigkeit hingewiesen wird, im Zahlungs= und Kreditverkehr Ordnung und Diszivlin zu halten. Denn dadurch wird auch die Arbeit der berufenen Kreditinstitute. der Sparkassen und anderer Einrichtungen, zum Besten der gesamten deutschen Wirtschaft unterstützt. Der Rückstrahler am Fahrrad Die Reichsbahn gegen die Boppeinamten „Sie erschwere eindeutige Bezeichnung“ Am 1. April dieses Jahres jährt sich zum 10. Male der Tag an dem die Mittelstadt Castrov=Rauxel ins Leben trat. 10 Jahre trägt unsere Stadt nun schon den Doppelnamen als lästiges Odium, obschon die Unzweckmäßigkeit inzwischen so ziemlich von allen in Frage kommenden Instanzen bescheinigt wurde. Zu den vielen abfälligen Urteilen über die Dovvelnamen kommt gerade jetzt ein weiteres von Seiten der Reichsbahn, also von einer Stelle, die man auf dem Gebiete des Verkehrswesen gewiß als Autorität ansehen muß. Sie antwortet jetzt dem Herner Verkehrsverein auf eine Eingabe um Umbenennung der Bahnhöse Herne und Börnig in Herne Hauptbahnhof und Herne=Börnig folgendes: „Nach Durchführung der Umgemeindungen im rheinisch=westfälischen Industriegebiet im Jahre 1928 wurde allgemein die Notwendigkeit der Anpassung der Bezeichnung der Bahnhöse an die neuen Ortsbezeichnungen geprüft. Es wurde hierbei als zweckmäßig erkannt, die alten seit Jahrzehnten eingebürgerten Bahnhofsbezeichnungen zur Vermeidung von Fehlleitungen und sonstigen Unregelmäßigkeiten im Eisenbahnverkehr beizubehalten. Auch die Erkenntnis, daß Doppelnamen niemals eine Betriebsstelle so eindeutig bezeichnen können, wie kurze einfache Bezeichnungen, war dafür bestimmend, grundsätzlich nur in den Fällen eine Aenderung schon bestehender Dovvelnamen vorzunehmen, wo offensichtlich die bisherige Bezeichnung unrichtig geworden war. Wir bedauern daher. Ihrer Anregung. die Bahnhofsbezeichnung Börnig in„Herne=Börnig" abzuändern. nicht folgen zu können. Abgesehen von den erheblichen uns entstehenden Kosten für eine Aenderung der Bahnhofsbezeichnung müssen wir schon wegen der vielen zu erwartenden Berufungen von einer weiteren Verfolgung der Angelegenheit absehen. Damit erübrigt sich auch die von Ihnen gleichfalls beantragte Einführung der Bahnhofsbezeichnung„Herne=Hbf.“ Der Zusatz „Hbs.“ kann übrigens nur solchen Bahnhösen beigelegt werden, die als Ansteigebahnhöse einen groten und nach mehreren Richtungen sich verteilenden Verkehr aufzuweisen haben. Diese Voraussetzung trifft jedoch für den Bahnhof Herne nicht zu.“ Wie recht die Reichsbahn damit hat, wenn sie oben sagt, daß Doppelnamen in ihrem Betrieb„eindeutige Bezeichnungen erschweren", wissen alle die es angeht. An dieser Stelle ist schon übergenug die Rede von Fehlleitungen und Unregelmäßigkeiten. die sich aus dem Dopvelnamen Castrov=Rauxel ergeben, die Rede gewesen, daß es sich erübrigt, darauf noch besonders einzugehen. Es genügt für heute festzustellen, daß auch die Reichsbahn als solche Gegnerin von Dopvelnamen ist. möglich daß dadurch auch in Castrov=Rauxel. die Bestrebungen auf die Namenvereinfachung. die anderenorts schon vielfach mit Erfolg durchgeführt wurde, wieder ausgenommen werden. Neue Wertstosse auf der Teipziger Messe Leichtmetalle an Stelle von Eisen und Stahl— Eine neue nichtrostende Stahllegierung Porzellan als Werkstoff in der Bauwirkschaft Die diesjährige Leinziger Frühjahrsmesse bringt wieder eine Fülle von neuen Werkstossen, ferner eine Verwendung von hekannten Materialien für Zwecke. die solange anderen vorbehalten waren. Es ist bemerkenswert, daß eine so eng an die Verarbeitung von Eisen und Stahl gebundene Firma wie BorsigRheinmetall Klaus hat Unglück gehabt. Bei einem Zusammenstoß mit einem Kameraden ist der Rückstrahler an seinem Fahrrad abgebrochen. Und gerade heute wollte er mit Kameraden einen Landausflug machen. Zeit zur Revaratur hat er jetzt nicht mehr, die Verabredung drängt und so fährt er ohne Rückstrahler los. Sein Gewissen beruhigt er damit. daß er ja vor Dunkelheit zurück sein wird, daß also der Rückstrahler gar nicht erforderlich ist. Nach einer lustigen Fahrt durch das schöne Waldtal macht man sich auf den Heimweg. Aber plötzlich gibts an dem Rade eines Kameraden eine Panne. der Reisen platzt und bekommt„Plattsuß". Da beide kein zeug bei sich haben, müssen sie zu Fuß bis zum nächsten Dorf die Räder schieben. Das verursacht eine ärgerliche Verspätung, so daß sie erst bei Dunkelheit in die Stadt kommen. Um das Unglück voll zu machen, fallen sie hier einer Polizeistreise, die alle Räder kontrolliert, in die Hände. Diese hat dann den Klaus wegen des fehlenden Rückstrahlers zur Anzeige gebracht und auch das Gericht, bei dem er gegen die polizeiliche Strafverfügung Einspruch einlegte, verurteilte ihn. Sein Hinweis darauf, daß er gehofft habe, bei Tageslicht zurückzukommen. konnte ihn nicht retten. In den Urteilsgründen führte das Gericht aus, daß nach§ Reichsstraßenverkehrsordnung alle Fahrzeuge(mit Ausnahme der Schubkarren. Handschlitten und Kinderwagen) an der Rückseite Schlußlichter oder Rückstrahler führen müssen. Von einer zeitlichen Begrenzung auf die Dunkelheit spricht das Gesetz nicht, sondern es fordert die dauernde Mitführung eines Rücktrahlers der als Bestandteil der Fahrzeugausrüstung anzusehen ist... 4ug 8 Der geschilderte Vorfall zeigt ja auch, baß unerwartete Umstände eintreten können, die die Absicht. bei Tageslicht zurückzukehren, vereiteln. Dann bildet aber ein Fahrrad ohne Rückstrahler auf der Straße eine Gefahr für den Verkehr. Nach§ 25 der von der nationalsozialistischen Regierung neugefaßten Reichsstraßenverkehrsordnung hat sich aber jeder Teilnehmer am öffentlichen Verkehr so zu verhalten. daß er keinen anderen schädigt oder mehr behindert oder belästigt, als nach den Umständen unvermeidbar ist. Klaus hat seine Strafe bezahlt und hat. als er später selbst ein Auto in der Dunkelheit gelenkt hat. eingesehen, wie nötig es im Interesse der Sicherheit des Straßenverkehrs ist, daß der Autofahrer durch den Rückstrahler des Fahrrades rechtzeitig auf diese kleinen Fahrgenossen der Landstraße aufmerksam gemacht wird. Vorbereitungen der Post für den Osterverkehr Der Reichspostminister hat angeordnet, daß für den bevorstehenden Festverkehr zu Ostern alle bereitungen zu treffen sind, die eine glatte und schnelle Abwickelung sicherstellen. Für den Karfreitag kann eine vom Sonntagsdienst abweichende Regelung des Postbeförderungsdienstes getrossen werden. Die Annahme und Verteilung von Postwurfsendungen ist vom 8. bis 14. April ausgeschlossen. Papierkörbe warten auf Benutzung! An den wichtigsten Verkehrspunkten unserer Stadt sind die bekannten Papierkörbe so vorteilhaft angebracht, daß sie nicht übersehen werden können. Diese Abfallsammler tragen wohl nur die Aufschrift „Papier“. sind aber gern bereit. Reste aller Art. besonders Obstschalen in Verwahr zu nehmen. Diese stummen Hüter der Ordnung fühlen sich nicht sonderlich wohl. wenn ausgerechnet in ihrer nächsten Umgebung sich Abfälle aller Art breitmachen. Gerade in dieser Zeit der Apfelsinen und Bananen beobachtet man oft, wie die tückischen Schalen achtlos auf den Bürgersteig oder die glatte Asphaltstraße geworsen werden, um dann bei der ersten besten GeLeichtmetalle der verschiedensten Zusammensetzung ausstellt und zwar gegossen. geschmiedet, gepreßt und in Spritzguß hergestellt. Aluminium und seine Legierungen, die zu etwo 93 Prozent als beimische Erzeugnisse anzusprechen sind. erobern sich immer weitere Gebiete der Metallindustrie, wie auch schon die vergangene Automobilausstellung erkennen ließ. Daß dadurch die deutsche Devisenwirtschaft weitgehend entlastet werden kann, liegt klar auf der Hand. Obschon gewaltige Mengen des Aluminiumrohstoffes. des Bauxits, eingeführt werden müssen, wozu noch große Gewichtsmengen von Aluminiumschrott kommen. stellen die daraus hergestellten Fertigwaren doch einen wichtigen Ausfuhrartikel dar. der Devisen in viel größerer Menge hereinbringt. So ist denn auch die Bilanz der deutschen Aluminiumwirtschaft stark aktiv. Zu den Werken, die in erheblichem Umfange die Umstellung von devisenbelasteten Werkstossen auf Leichtmetalle vorgenommen haben, gehören unter anderen auch die Felten und Guilleaume=Werke. die besonders elektrotechnisches Material zeigen. Röchling in Saarbrücken bringt einen neuen nichtrostenden Stahl auf den Markt. Es ist bekannt, daß die bisberigen nichtrostenden Legierungen bei sonst hervorragend guten Eigenschaften eine bläuliche Färbung zeigten. wodurch sie sich von anderem Stahl unterschieden. Gerade diese Färbung bewog gewisse Käuferkreise aber, Ganzstahlwaren aus nichtrostendem Stahl für den Hausgebrauch abzulehnen. Die neue Legierung eignet sich besonders für die Besteckherstellung, weil die Färbung stark an Neusilber erinnert. Dadurch kann dieses Metall durch Röchlings nichtrostenden Stahl ersetzt werden. Die Käufer erhalten dann Gegenstände, die wie Neusilber aussehen, jedoch haltbarer und vor allem nichtrostend sind. Diese drei Eigenschaften müssen Bestecke und andere Artikel für den Tischgebrauch haben, sollen sie Käufer finden. Insonderheit ist es die neusilberartige Färbung. die nicht gern vermißt wird, wie jahrelange Erfahrung beweist. Die neue Legierung läßt sich wie wirkliches Neusilber verarbeiten, erspart aber die Verwendung größerer Mengen von Nickel. Gewisse ausfallende Werkstoffe werden jetzt auch wieder durch emaillierte Gegenstände ersetzt. Die Emaille ist wesentlich verbessert worden: in besonderen Fällen ist sogar geschmolzenes Quarz an ihre Stelle getreten. Einen breiten Raum in der Auswahl neu angewandter alter Werkstoffe nimmt auch das Porzellan ein. Es ist den Chemikern gelungen. Zusammensetzungen zu finden, die in Bezug auf Haltbarkeit auch größte Ansprüche zu befriedigen. Vor allem in der Bauwirtschaft lassen sich Bedarfsartikel. die der Einwirkung von Wasser und anderen Flüssigkeiten längere Zeit ausgesetzt sind. aus Porzellan herstellen. In erster Linie sind hier zu nennen Wasserleitungen. Leitungen für säurehaltige Abwässer und ganze Säureleitungen. Kondenswasserleitungen für Motoren. Filter für Brunnenanlagen. Bierleitungen in Schankwirtschaften, die man übrigens seit einiger Zeit schon aus Glas gefertigt haben kann. und sogar Heißwasserspeicher. In den letztgenannten werden die eigentlichen Wasserbehälter im Innern aus Porzellan hergestellt. und sie haben sich vorzüglich bewährt an einer Stelle, wo bisher fast ausschließlich Kupfer Verwendung fand. Eine zeitlang schien es. als sollte die Verarbeitung von Rohrleitungen aus Porzellan an der Frage der Verbindung zwischen den einzelnen Rohrenden scheitern: aber auch hier sind erfolgreiche Lösungen gesunden worden. Theater. Konzerte, Vorträge Aerztliche Fortbildungsgemeinschaft in Bochum Auf den am Mittwoch, dem 11. März 1936. 20 Uhr. in der Verwaltungsakademie Bochum stattfindenden Vortrag des Prosessors Dr. Brandes. Leiter der orthovädischen Klinik der Städtischen Krankenanstalten in Dortmund über„Die spinale Kinderlähmung und die orthovädische Behandlung ihrer Endstatien“ wird nochmals hingewiesen. Eintrittskarten sind noch vor Beginn des Vortrages an der Abendkasse zu haben. Feitschristenschau Westermanns Monatshefte Oberstleutnant a. D. Dr. Wilhelm Solger gibt in der Märzfolge von Westermanns Monatsheften Aufschluß über die overative Bedeutung des deutschen Angriffs auf Verdun, der am 21. Februar 1916. also vor 20 Jahren. begann. Er berichtet über die wahre Absicht General von Falkenhayns, der den Angriff auf Verdun nicht als Hauptinhalt seiner Pläne betrachtete, sondern nur als ersten Schritt, der als Mittel dienen sollte, um die Entscheidung an anderer Stelle herbeizuführen. Zum Heldengedenktag 1936 erinnert Werner Beumelburg in seiner Novelle Herr Leutnant, ich glaube...“ an die unvergeßlichen Taten der Frontkämvfer des Weltkrieges. Ernst Kammerer erzählt in dem Aussatz„Vier malen die Autobahn" von 4 Münchener Malern. die den Bau der Autostraßen in mehreren Gemälden. besonders im Hinblick auf die Umgestaltung der Landschaft, festgehalten haben, denn nicht nur verkehrstechnisch und volkswirtschaftlich sind die Reichsautobahnen von großer Bedeutung, sondern auch für die Kunst, die sich ausgerusen fühlt, den Bau der Autostraßen darzustellen und zu rühmen. Hervorragende Wiedergaben dieser Gemälde vervollständigen den Beitrag.„Das Auto von morgen" betiteln die Ingenieure B. u. H. von Römer ihre Abhandlung über neue Bauformen und neue Treibmittel in der Autoindustrie. Von unterhaltenden Beiträgen sind zu erwähnen: Die Fortsetzung des Romans von Hermann Eris Busse.„Der Tauträger".„Der Wolf“ eine Erzählung von Martin Raschke und die Novelle„Jelsons Offiziere“ von Alions v. Czibulka. Elf farbige Wiedergaben nach Aquarellen von Leo Nyssen schmücken den Aufsatz„Essen“ von Karl Sabel. in dem die Industriestadt auf ihre landschaftliche Schönheit untersucht wird. Besondere Beachtung verdient die Würdigung des letzten Werkes von G. Stammler„Im Herzschlag der Dinge" durch Hellmut Langenbucher. Auch die Beiträge„Vom Recht der Ehefrau“ von Dr. jur. Alexander Elster.„Südafrika. das Land der Gegensätze", von Dr. Marc. R. Breyne und„Die guten Räuber"(Nützlinge unserer Gärten) von O. Nebelthau werden Interesse finden. Auf die vielen, meist mehrfarbigen Kunstblätter und Einschaltbilder sei besonders hingewiesen. Probenummer auf Wunsch kostenlos vom Verlag in Braunschweig. legenheit sich als böswillige Gleiter unter die Sohlen des ahnungslos dahergehenden, friedlichen Bürgers zu legen. Kleine und größere Unfälle und häßliche Begleiterscheinungen vielfältiger Art sind das Produkt dieser Rücksichtslosigkeit und des Mangels an Ordnungsliebe. Bequem und gleichgültig sind jene Personen, die selbst einen in der Nähe hängenden Restesammler unbenutzt lassen. Zudem tragen die achtlos weggeworfenen Abfälle sicher nicht zur Verschönerung des Straßenbildes bei. Also: Mehr Ordnungssinn und Verantwortungsgefühl! Papierkörbe warten und klagen an! Fur die Hausfrau Küchenzektel für die Woche vom 9. bis 15. März 1936 (Zusammengestellt von der Abtlg. Volkswirtschaft— Hauswirtschaft im Deutschen Frauenwerk) Montag: Rosenkohl, Kartosseln, Rumsteak. Dienstag: Grünkernsuvve, Fischtlops in Kaperntunke. Kartoffeln. Salat.(1 Pfund Fisch roh durch die Fleischhackmaschine drehen. Speckwürfel gelb werden lassen und Zwiebeln darin dünsten. zum Fischfleisch geben: Senf. Salz. Pseffer, Semmelmehl und Milch dazugeben. Den weichen Fischteig gut durchkneten. nochmal durch die Fleischhackmaschine drehen, eigroße Klops formen und in offenem Topf in kochendem Wasser garziehen lassen.) Mittwoch: Weiße Bohnen in Zwiebeltunke, Kartosseln. Gins Donnerstag: Gulasch aus Schweine= und Rindfleisch. Kartoffeln. Bohnensalat aus KonservenFreitag: Fischauflauf mit Sauerkrautsalat. Samstag: Kartofselsupve. Sonntag: Kalbsbraten. Möhrengemüse und Kartoffeln, Semmelpudding mit Weinschaumtunke. Nährwert der Fische und des Fleisches Zum morgigen Fisch=Dienstag „Fleisch“, die Muskulatur unserer Schlachttiere. und„Fisch“, das Muskelfleisch unserer See=, Flußund Teichfische, sind nach Ausbau und den hauptsächlichen chemischen Bestandteilen, den Eiweißstofsen, das gleiche; das neben vorwiegend Wasser darin enthaltene Eiweiß(rund 20 Prozent) gehört zu den biologisch höchstwertigen und am besten ausgenutzten Nährstoffen. Neben diesen Tatsachen sind alle anderen wirklichen oder vermeintlichen Unterschiede von untergeordneter Bedeutung, weil sie sich ausgleichen lassen. Ein etwaiges geringeres Sättigungsgefühl läßt sich beim Konsumsisch durch Backen in Fett. durch Beigabe setthaltiger Speisen(z. B. Gemüse) leicht wettmachen; auch mageres Rindfleisch erfordert eine Beigabe von Fett bei der küchenmäßigen Verwendung. Vitamine enthalten die Fleischsorten und die mageren Fische nicht: aber gerade das Fett der Fettfische(Hering. Bücking usw.) und der Fischlebertran sind ausgezeichnete Vitaminquellen. während das Schweinefleisch niemals in seinem Fett Vitamine aufweist. Fische zeigen im allgemeinen keine Krankheiten. Konsumfische sind leicht verdaulich und deshalb auch für Kinder geeignet. im allgemeinen leicht schmackhaft und abwechslungsreich bereitbar und auch gut in der Diätküche(besonders für Zuckerkranke) zu verwenden. Sowohl Fleisch als Filk haben einen nicht unbeträchtlichen Teil an Abfällen: diese sind besonders groß beim Fisch mit Kopf: das neuerdings erhältliche Fischfilet enthält, wie schieres Fleisch. keine Abfälle. Diese Tatsachen müssen die Bevölkerung. die Leiter der Gaststätten=, der Kantinenküchen usw. und besonders die Hausfrauen wissen, um auf Grund des Preises zu den verschiedenen Zeiten entscheiden zu können, ob Fleisch oder Fisch billiger ist. Konsumfische werden immer preiswert sein. Durchweg das billigste und einschränkungslos das beste Nahrungsmittel genannt zu werden. kann aber das Fleisch ebensowenig beanspruchen, wie Einsichtige den Fisch als nach allen Richtungen hin dem Fleisch überlegen bezeichnen und den Nährwert des Fleisches herabsetzen werden. Kampf dem Bettlerunwesen Am Mittwochmorgen wurde in der Beisenkolonie in Datteln ein Mann bemerkt, der von Haus zu Haus ging und bettelte. Der Bettler, der aus Castrov=Rauxel stammt, wurde festgenommen und nach Feststellung des Tatbestandes und seiner Personalien wurde er entlassen. Gegen ihn ist ein Strafverfahren eingeleitet. Lokaler Svort Costrop 02— BB. Gelsenkirchen 12:1 Es mögen an die 1200 Zuschauer gewesen sein, die Zeuge dieser Auseinandersetzung waren. Dieses Sviel bot nicht das sportlich schöne Bild wie die erste Begegnung in Gelsenkirchen. Die technischen Feinheiten vermißte man, dafür erlebte man einen tyvischen Punktekampf. Die Castrover mußten schwer kämpfen, um die Leute aus Gelsenkirchen niederzuhalten. Castrovs Sieg ist schwer erkämpft worden. Der Ersatz=Mittelstürmer sand erst in der zweiten Hälfte den richtigen Kontakt. Die beiden Halbstürmer konnten gefallen, sie hatten ein Kämpferherz. wogegen ihre Nebenleute zu zaghaft ein grifsen. Den besten Eindruck hinterließ Castrovs Läuserreihe. Das Schlußdreieck war immer Herr der Lage, der Treffer der Gäste war für Schaub unhaltbar. Die Elf der Gäste war gut. Ueberhaupt hatte ihre Elf kaum einen schwachen Punkt. Der Nährwert und der biologische Wert des Fischfleisches stehen aber über allem Zweisel erhaben fest. Im Interesse unserer Volksernährung, die auch durch das mannigsach herrichtbare Fischfleisch abwechselungsreich gestaltet werden kann, ohne unwirtschaftlich zu werden, sollten diese Grundlagen allgemein bekanntgegeben werden, damit die Allgemeinheit nicht einseitig, sondern dem Stand der Ernährungswissenschaft entsprechend unterrichtet wird. Ein Regenschauer geht nieder, als das Sviel beginnt. Castrop liegt im Angriff und man bekommt spannende Momente vorm Tor der Gäste zu sehen. Verschiedentlich stellt Gelsenkirchens Torwart sein Können unter Beweis. Bald gestalten die Gäste das Sviel offener und erzielen ein Tor. aber der Schiri hatte bereits abseits gepfisfen. Die Gelegenheit, die Führung an sich zu reißen, verpaßt Castrops Linksaußen und Mittelstürmer durch zaghaftes Sviel: aber kurz darauf erzielt Castrov das erste Tor. Von der Linie holt sich der Rechtsaußen den Ball. gibt zum Linksaußen, der vlaziert einschießt. Einen weiteren Erfolg der Castrover macht der Schiri durch Abseitsflöten zunichte. Mit:0 wird gewechselt. Im zweiten Teil des Sviels können die Castrover kein Bein auf die Erde bekommen. Das Schlußdreieck und Läuferreihe müssen sich nur auf die Abwehr beschränken. Dann folgt eine Minute des Schweigens zu Ehren der Gefallenen. Allmählich machen sich die Castrover frei. und das Gästctor kommt des öfteren in Gefahr. In der 20. Minute erhält der Linksaußen von rechts den Ball und diesmal setzt er sich entschlossener durch und kann auf:0 stellen. Das Resultat höher zu schrauben, liegt wohl in der Luft, aber das Schlußdreieck der Gäste wehrt alle Angriffe ab. Durch plötzlichen Schuß des Halblinken stellen die Gelsenkirchener auf:1. Durch diesen Ersola angespornt, wersen sie die ganze Mannschaft nach vorn. Aber der Ausgleich wird durch die aufopfernde Arbeit der Castrover verhindert. Man ist froh, als dann der Schlußpfiff ertönt. Alte Herren Castrov 02— Alte Herren Münster:2 Schlechte Angewohnheit „Der Hahn. den ich gestern bei Ihnen gegessen habe. Herr Wirt, hat mir aber schwer im Magen gelegen. Von drei Uhr morgens an konnte ich nicht mehr schlafen.“ „Ja, das war so seine Zeit weckte das Biest.“ Punkt drei Uhr geworrol. 0Cstiel Saschinm=kendede gestarzt Internationales Schwimmsportfest in Düsseldorf Sieben Rekorde: Valborg Christensen schwamm Wektrekord über 100 nleter brust Die dänische Schwimmexpedition, die in ganz Deutschland sehr schöne Erfolge erzielte, absolvierte ihren letzten Start am Sonntag beim großen Schwimmfest in Düsseldorf. Wie in allen westdeutschen Städten, so war auch das Stadtbad an der Kettwiger Straße am Sonntagnachmittag voll besetzt. Ausrichter war der Schwimmverein Düsseldorf 98. und die ausgezeichnete Veranstaltung gestaltete sich zu einem Schwimmfest der Rekorde. denn es wurden nicht weniger als insgesamt sieben neue Bestleistungen in dem samosen Schwimmbad aufgestellt. Valborg Christensen schaffte:22.8! Im 100=Meter=Brustschwimmen für Frauen präsentierte sich die junge dänische Schwimmerin Valborg Christensen in ganz prächtiger Form und schaffte auf der guten Bahn die fabelhafte Zeit von :22.8 und stellte damit eine neue Weltbestleistung auf. Der alte Rekord wurde von Hanni Hölzner mit:23.4 um nicht weniger als 6 Zehntel Sek. unterboten. Dieser Weltrekord ist noch um so höher zu bewerten, da die Dänin diese Zeit sogar ohne Kampf im Alleingang erzielte. Der Dortmunder Nachwuchsschwimmer Joachim Balke. der bereits in Krefeld durch seine gute Leistung auffiel, stellte über 100 Meter Brust einen neuen deutschen Rekord mit:11.2 Min. auf. Balke ist erst 18 Jahre und besitzt gute Veranlagung. Besonders auf den ersten 50 Meter. die er im Schmetterlingsstil bewältigte, war er sehr schnell. In Krefeld schaffte er diese Strecke in neuer deutscher Bestzeit von:12.4. Der junge Westfale wird also von Veranstaltung zu Veranstaltung besser, und man wird bestimmt noch von ihm hören. Außerdem fünf dänische Rekorde Nach den Leistungen der dänischen Schwimmexvedition in Deutschland ist man allgemein zu der Ueberzeugung gekommen, daß Dänemark bei den Olymvischen Spielen 1936 in Berlin in den Schwimmkonkurrenzen eine erste Rolle spielen wird. Sämtliche Schwimmerinnen und auch der Rekordschwimmer Finn Jensen sind noch sehr jung. ihr Alter liegt zwischen 15 und 18 Jahren. Insbesondere die holländischen Rekordschwimmerinnen Willie den Ouden und Rita Mastenbroek werden in den dänischen Schwimmerinnen ernsthafte Konkurrenten bekommen. Beim Düsseldorfer Sportfest waren nicht weniger als fünf dänische Landesrekorde zu verzeichnen. Ragnhild Hveger und Tove Brunstroem erzielten je zwei und Finn Jensen einen Rekord. Sehr großen Beifall bekam wieder die erst 15jährige Ragnhild Hveger. Ganz spielend schaffte sie über 400 Meter Kraul die gute Zeit von:18.6, so daß der Weltrekord von Willie den Ouden mit:16 schon in Gefahr ist. Einen weiteren Rekord stellte sie über 100 Meter Kraul mit:08.3 auf. Die dänische Rückenschwimmerin Tove Brunstroem schraubte den Landesrekord über 200 Meter Rücken ohne Anstrengung von:58 auf:52.3 und im 100Meter=Rückenschwimmen schaffte sie die dänische Rekordzeit von:18.3. Anni Stolte=Düsseldorf belegte in diesem Rennen den zweiten Platz. Die fünfte dänische Landesbestleistung erzielte Finn Jensen mit:45.4 über 200 Meter Brust. Sieger wurde in diesem Rennen der Dortmunder Balke mit:43.1. Erst zum Schluß waren die Nixen aus Charlottenburg in der 3X50=Meter=Kraulstaffel vor der Kovenhagener Schwimmunion erfolgreich. Ihre Kunst im Springen zeigten wieder Eurovameister Leo Esser und sein Schüler Lorenz aus Wünsdorf. Mit einer Gedenkfeier an die Gefallenen des Weltkrieges schloß die Feier. Weltrekord: 400 Meter Brust in Internationales Schwimmfest in Duisburg Aus Anlaß des 25jährigen Bestehens veranstaltete der 1. Duisburger Damenschwimmverein am Samstagabend ein internationales Schwimmfest mit Start der Kopenhagener Schwimmer. Das Ereignis des Abends war der Weltrekord des Dänen Finn Jensen unter amtlicher Kontrolle auf rekordfähiger 25=Meter=Bahn. Er bewältigte die 400Meter=Bruststrecke in:45 Min. und konnte damit den von Erich Rademacher(Hellas Magdeburg) im Jahre 1927 in Amerika(New Haven) mit:50,2 Min. aufgestellten Rekord beträchtlich unterbieten. Diese Weltbestleistung dürfte allerdings als dänischer Rekord kaum Anerkennung finden, da die Zeit nicht von drei Zeitnehmern genommen wurde Die erst 15jährige Dänin Ragnhild Hveger siegte erwartungsgemäß über 200 Meter Kraul vor der Charlottenburgerin Halbsguth. Tove Brunstroem holte sich sicher das 100=Meter=Rückenschwimmen vor der Düsseldorferin Anni Stolte und über 200 Meter Brust blieb Trude Wollschläger(Duisburg) in Abwesenheit von Martha Genenger siegreich. Das 100=Meter=Kraulschwimmen holte sich Gisela Arendt(Nixe Charlottenbueg) wieder sicher vor ihrer Landsmännin Hilde Salbert und der Kopenhagenerin Arndt Zum Abschluß kam noch ein Wasserballspiel zwischen Duisburg 98 und Sparta Köln zum Austrag Die Quisburger präsentierten sich in ganz großer Form und gewannen haushoch mit:0°(.). Kiefer schwamm Weltrekord Einen neuen Weltrekord stellte der Amerikaner Ad. Kiefer in Chicago über 150 Bards Rücken auf. Er verbesserte seinen eigenen im Vorjahr in Aarhus=Dänemark erzielten Rekord von:33,9 auf :32,3. Im Lande der Roten Erde fiel auch am zweiten März=Sonntag die Entscheidung in der Abstiegsfrage nicht, denn durch Ueberraschungssiege von TuS Bochum und Erle 08 und einem Unentschieden, das aus Höntrov gemeldet wurde, läßt die Klärung auf sich warten. Die Entscheidung dürfte am kommenden Sonntag fallen, denn hier trifft Erle 08 auf Preußen Münster. Bei einem Siege der Erler allerdings ständen drei Vereine mit je 14 Pluspunkten fest: was sich dann ergibt, bleibt abzuwarten. Diesmal ging es viermal um Sieg und Punkte und und wieder durfte man feststellen, daß es ohne Ueberraschungen nicht geht. Es will schon was heißen, wenn Tus Bochum gegen Westfalia Herne zu den beiden Punkten kam. Die Bochumer waren sich der Tragweite des Sviels voll bewußt und spielten wie aus einem Guß. um zum guten Schluß zu einem einwandfreien:=Siege zu kommen. Nicht minder gefiel Erle 08. Die Erler trafen in Herten auf die dortige Spielvereinigung und sicherten sich einen schönen:=Erfolg. an den nur der größte Optimist geglaubt haben dürfte. Erle kann es noch zum Keinte Räruug Im Gau Niederrhein konnte am zweiten MärzSonntag die Lösung der Abstiegsfrage noch nicht restlos herbeigeführt werden Schwarz=Weiß Essen vermochte den einen zur endgültigen Sicherstellung notwendigen Punkt gegen Rot=Weiß Oberhausen nicht herausholen, mußte sich vielmehr vor 8000 Zuschauern verdient mit:0 geschlagen bekennen, so daß man den nächsten Kampf der Schwarz=Weißen gegen Turn Düsseldorf abwarten muß. Union Hamborn ist dagegen nicht mehr zu retten, obwohl der Neuling in Benrath gegen den letztjährigen Gaumeister ein:1 erzielte. Union Hamborn kann zwar noch auf 11 Punkte kommen, die augenblicklich auch Schwarz=Weiß Essen aufzuweisen hat, aber die Jonier müssen schon allein wegen ihres schlechteren Torverhältnisses absteigen. Borussia Gladbach, die am Sonntag spielfrei war, hat dagegen noch die Möglichkeit, sich zu retten, wenn sie die beiden letzten Spiele gegen Fortuna Düsseldorf und VfL. Preußen Krefeld gewinnt, und Essen seine beiden letzten Treffen zu Hause gegen Turn Düsseldorf und VfL. Benrath verliert. Im übrigen haben sich nach den überraschenden Ergebnissen des 8. März einige Veränderungen in der Tabelle ergeben. So konnte Rot=Weiß Oberhausen durch das:0 in Essen den VfL. Benrath vom zweiten Platz verdrängen und Hamborn 07 durch den 3t1=Sieg über VfL. Preußen Krefeld dicht zu den Benrathern auflaufen. Fortuna Düsseldorfs schwache Verfassung kam in Hochfeld gegen den Duisburger FV. 08 auch zahlenmäßig zum AusOpschruf stieß Weltrekord In der Düsseldorfer Tonhalle fand am Wochenende eine große Schwerathletik=Veranstaltung statt. Ausrichter war der SS=Nachrichtenzug I/20 Düsseldorf in Gemeinschaft mit dem Düsseldorfer AC von 1886. Im Mittelpunkt des Abends stand das Gewichtheben einiger Mitglieder der Olymvia=Kernmannschaft. Etwa 1000 Zuschauer wohnten der Veranstaltung bei. Ovschruf=Trier schaffte im Mittelgewicht, und zwar in beidarmigem Stoßen mit 301 Pfund einen neuen Weltrekord. Der alte Rekord wurde von ihm selbst mit 295 Pfund gehalten. wurde aber kürzlich von dem Aegypter Tuni mit 299 Pfund verbessert. Außerdem verbesserte der Trierer den deutschen Rekord im Reißen von 225 Pfund(Ismayr) auf 226 Pfund. Da der Reichssportwart Max Wolff=Essen selbst zugegen war und die genaue Nachvrüfung der Gewichte erfolgte, wird der Anerkennung der Rekorde nichts mehr im Wege stehen. Im Rahmenprogramm gab es noch Boxund Ringkämpfe mit meist lokaler Besetzung. Dr. Sarosi, Ungarns berühmter Fußball=Mittelstürmer, wird wahrscheinlich auch diesmal nicht gegen Deutschland spielen können. 1934 fehlte Sarosi in Frankfurt infolge Erkrankung und diesmal macht ihm eine Knöchelverletzung zu schaffen, die er sich am letzten Sonntag im Spiel gegen Bocskai Debreczin zugezogen hat. Guten wenden. aber im letzten Sviel heißt es aufpassen und kämpfen. Auch das Unentschieden aus der Begegnung SV Höntrov— Preußen Münster von:1 überrascht, denn hier hatte man den Höntrovern die weitaus größeren Chancen gegeben. Es kam aber wieder einmal anders, und mit viel Glück konnten die Höntrover. nachdem die Münsteraner lange Zeit die Führung hatten, doch noch zum Schluß den Gegentreffer erzwingen. Die vierte Begegnung stand dann in der Kampfbahn Glückauf in Gelsenkirchen=Schalke an, wo etwa 10.000 Zuschauer die Revanche von Schalke 04 gegen Sus Hüsten erlebten. In Hüsten mußten damals die Schalker einen Punkt lassen. Diesmal jedoch klappte es bei dem Meister wieder ausgezeichnet und nach überlegenem Sviel kamen die Knappen zu einem verdienten:=Siege. Die Sviele: Schalfe 04— Hüsten 09:0 Tus Bochum— Westfalia Herne:0 SV Höntrov— Preußen Münster:1 SpVa Herten— Erle 08:4 am Aiederrheint druck, denn der neue Gaumeister mußte sich eine 211=Niederlage gefallen lassen, so daß die Duisburger an die sechste Stelle vor Krefeld vorrückten. Turn Düsseldorf behielt im Freundschaftsspiel über den Duisburger SV. mit:3 die Oberhand. Zwei deutsche Reister besiegt: Schmedes und Murach! Weit und schwer ist der Weg zur Meisterschaft. aber nicht minder leicht ist es, sie zu behaupten. Das stellt sich immer wieder heraus, am Samstagabend erneut bei den Meisterschaftskämpfen der zwei letzten Bezirke im Gau Westfalen der Amateurboxer. Zwei deutsche Meister wollten hier die letzte Hürde zur Gaumeisterschaft nehmen und— wurden besiegt. Schmedes und Murach! In den Endkämpfen des Bezirks Industrie im ausverkauften Bochumer Schützenhof hielt der Nationale Jakubowski aus Bochum den deutschen Leichtgewichtsmeister Schmedes=Dortmund nach Punkten nieder und nicht besser erging es dem Weltergewichtsmeister Michel Murach aus Schalke in Münster. Er wurde von seinem Klubkameraden Alfred Radomski in der Endrunde des Bezirks Münster in der Halle Münsterland nach Punkten besiegt. In beiden Fällen entschied die große zweite Runde der Sieger den Kampf. Der Gau Westfalen wird trotzdem Schmedes und Murach zu den Deutschen Meisterschaften melden. Das Bild in Zahlen Gau Niederrhein Eishackey in Düsseldorf Zehlendorfer Wespen— Brüssels Eishockenklub 14:0 Im westdeuschen Eisstadion zu Düsseldorf standen sich am Wochenende die Eishockeymannschaften der Zehlendorfer Wespen und Brüssels Eishockeyklub gegenüber. Die Belgier traten ohne die Kanadier an und hatten selbst, mit zwei Düsseldorfer Svielern antretend. gegen die„Wespen“ nichts zu bestellen. Die Berliner siegten ganz wie sie wollten. die Torschützen waren Bedford. von Lindenau. Schwarz. Roberts und Klitz. Der Veranstaltung wohnten 1500 Zuschauer bei. Die einzelnen Drittel waren:0,:0,:0. Viktoria Lindvaintner und Faltermeier zeigten schöne Kunstlaufvorführungen und ernteten großen Beifall. Am Mittwoch und Donnerstag dieser Woche spielen die Zehlendorfer Wespen gegen die Eishockeymannschaft von Birmingham. Im Eiskunstlaufprogramm stellt sich Vivi Anne Hulten vor. Deutscher Eishockeysieg über Bienlinghum Marie Herber und Ernst Baier in Berlin Zum ersten Male nach den großartigen Erfolgen in Garmisch=Partenkirchen und Paris stellten sich die Olymviasieger und Weltmeister im Paarlaufen Matie Herber=Ernst Baier, am Samstag im Berliner Sportvalast vor. Eine eindrucksvolle Siegerehrung eröffnete den Abend. Umrahmt von der Jugendabteilung des Berliner Schlittschuh=Clubs und inmitten der Eishockeyspieler nahmen HerberBaier die Glückwünsche der Reichsstadt entgegen. Fachamtsleiter Kleeberg würdigte in einer kurzen Ansprache die Leistungen unserer Olymviakämpfer aus Berlin Eva Prawitz=Otto Weiß. Heinz Sames. die Eishockeyspieler und ganz besonderes die Eurovameister. Olympiasieger und Weltmeister Marie Herber und Ernst Baier. Unser berühmtes Kunstlaufpaar wurde mit Blumen vollständig überschüttet. Auch Reichsminister Rudolf Heß wohnte der Ehrung bei und ließ ihnen einen Blumenstrauß überreichen. Unter großem Beifall ernannte der Vereinsführer des Berliner Schlittschuh=Clubs. F. M. Busse. Herber=Baier in Anerkennung ihrer Verdienste um den deutschen Sport zu Ehrenmitgliedern seines Vereins und überreichte beiden einen großen Lorbeerkranz. Dann führten Marie Herber=Ernst Baier ihre Olympiakür vor. Unter lautloser Stille verfolgte das bis auf den letzten Platz besetzte Haus das Programm. Dann aber brach ein Jubel sondergleichen ein, der sich wiederholte, als die beiden nach dem ersten Drittel des Eishockeyspieles einzeln liefen und schließlich noch ein drittes Mal nach Walzertakten über das Eis gingen. Im Eishockeyspiel trug der Berliner SC in stärkster Besetzung mit sämtlichen Olymviateilnehmern über das„Ahornblatt“— Birmingham mit:3 (:1,:0,:2) einen verdienten Sieg davon. Die Berliner befanden sich in sehr guter Form, allen voran Gustav Jgenecke, der auch das erste Tor schoß. Kürer Bieg der Anuppen Sus hüsten:0 geschlagen— Tus Bochum und Erle 08 melden Siege Abfllegsfrüge noch ungekiatt Essen verliert— Union Hamborn spielt in Benrath:1— Fortuna Düsseldorf in Buisburg geschlügen arverraschangen um Aiinlelehenn In engster Wahl: Tura Bonn und KCfR. das Bild im Gau Mittelrhein bringt von Sonntag zu Sonntag keine Klärung, so daß man sich nach dem augenblicklichen Stand schon bis zum 22. März vertrösten muß, wo die Entscheidung fallen muß. Das in Köln getivvte Unentschieden zwischen VfR Köln und Sülz 07 erwies sich als eine Niete. BfR führte wieder den Sturm in neuer Besetzung vor und konnte die Sülzer sicher und jederzeit mit:1 niederhalten. Ein Ergebnis, das überraschen muß, wenn man bedenkt, daß sich die Parteien im Hinspiel unentschieden(:2) trennten. Die Rivalen von Köln=Nord, die sich ebenfalls im ersten Spiel unentschieden trennten, lieferten sich einen hartnäckigen Kampf. den der„Club“ erst in letzter Minute für sich entscheiden konnte. 211 war die Ausbeute. Das wäre also die Ueberraschung des Sonntags, daß sich der Mülheimer Spielverein in Bonn von dem Bonner FV schlagen ließ. Wohl waren gewisse Schwächen im Angriff der Mülheimer bekannt und es war vorauszusehen, daß der Sieg ihnen nicht leicht fallen würde. Aber ein Unentschieden hätte den Erwartungen entsprochen. So lautete die Quote:1 für FV. Nur:0 spielte der Tabellenführer in Trier und hat damit alles geholt. was zu holen war. Die Trierer wußten, was bei diesem Treffen auf dem Spiele stand. Eine Nieder= lage— und der Abstieg war unvermeidlich. Und Tura? Nur ein Sieg konnte die Spitzenposition endgültig sichern. So steht der Kölner CfR der Tura gefährlich auf den Fersen, und erst die kommenden Sonntage werden hier Klarheit schaffen. Gaumeisterschafts=Vorrunde in Wuppertal Die Ergebnisse der Vorrundenkämpfe: Fliegen: Kaiser(Aachen) schlug Krumphaar(EBC) dank größerer Reichweite knapp nach Punkten. Bantam: Westhoff(EBC) besiegte nach fesselndem Kampf Theißen(Düren) nach Punkten. Feder: Müller(EBC) mußte sich der größeren Reichweite von Scholten(Ruhrort) beugen, dessen Rechtsauslage ebenfalls ein Nachteil für Müller war. Scholten siegte nach Punkten. Leicht: Herchenbach (VEF) schlug Meuser(Hückelhofen) nach Punkten. Welter: Pruß(Duisburg=Beeck) schlug Nöllgen (Düren) durch technischen k. o. Der Schlagansatz war klar tief, wurde aber vom Ringrichter nicht gesehen. Mittel: Wego(Aachen) unterlag dem körverlich stärkeren Quisburger Renard nach Punkten. Halbschwer: Rosenkranz(Barmen) schlug in seiner beherzten Angriffsart Graf(Eschweiler) sehr sicher nach Punkten. Schwergewicht: Runge (EBC) schlug Knur(Alsfeld) nach Punkten. Deutscher Turntag am 18. April Hauptpunkt: Selbstauflösung der DT Der wahrscheinlich letzte Deutsche Turntag. der die Selbstauflösung der Deutschen Turnerschaft und ihre Eingliederung in den Deutschen Reichsbund für Leibesübungen bringen wird, findet nunmehr am 18. April in Berlin statt. Es ist der 23. Turntag und nach dem Turntag des Jahres 1930. auf dem die erste Entschließung der Turnerführer zu einer gemeinsamen Arbeit aller deutschen Leibesübung treibenden Verbände gefaßt wurde, zweifellos der wichtigste. Die Tagung am 18. April wird nicht öffentlich sein, es sei denn, daß der Führerstab für einzelne Tagungsabschnitt die Oeffentlichkeit zuläßt. Die Gauführer berusen nun die Teilnehmer aus ihren Gauen. Sie müssen zu zwei Dritteln aus Amtsträgern der Gaue und der Kreise- und zu einem Drittel aus Amtsträgern der Vereine bestimmt werden. Außerdem sind die obersten Verwaltungs= und Fachwarte der OT satzungsgemäß Mitglieder des Turntages. 188 A 4 Bezirksklasse: Gau Westsalen Gelsenkirchen: VfB Bottrov— Gelsenkirchen 07 .0. Schwarz=Gelb Gladbeck— XB Eickel:1. Union Gelsenkirchen— SC Hassel:1. Castrop 02— B2 12 Gelsenkirchen:1. Westfalia Buer— Horst=EmBochum: StV Werne— Wattenscheid 09.30:1. aC Schwelm— SC Dahlhausen:3. Witten 92— Preußen Bochum:3, MBV Linden— Tura Alten= voerde:0. Sportring Gevelsberg— Hattingen 04 ausgefallen.„„„ Perimuns Dortmund: Vorussia Vorrmund— TusV gede:0. DSC Hagen— Alemannia Dortmund:1. Svortfreunde Dortmund— Dortmund 95:4. Arminia Marten— BV Brambauer:1. Wetter 1910 gegen BC Bövinghausen:1. SC Hörde— HaMünster: Schwarz=Weiß Meckinghoven— Münster 08:1. Viktoria Recklinghausen— Rheine 09 •2. Borussia Rheine— SuS 13 Recklinghausen:1. Bockum=Hövel— Sis Ablen:3. BV Abeine Vorwärts Gronau•2.„„6i4f4 Minden: SpVag Beckum— Spogg Schilbesche:2. VfB Bielefeld SvVag Hamm:1. Union Herford gegen Borussia Lippstadt:1. Teutonia Livpstadt— SuS Herford:0. Arminia Bielefeld— VfL Salzuflen•0. Westf. Brackwede— Bielefeld 06=07:1. Arnsberg: Arnsberg 09— BE Siegen:3. SuS Menden— SV Klafeld:1. BfB Weidenau— Hemer 08:2. Sportfreunde Siegen— B3 Netphen :1, SpVag Olve— VfR Siegen verlegt. Handball VfL Hagen— Grün=Weiß Bielefeld:7 Arminia Bielefeld— Schalke 04:5 Sute Wene von Lampeet 6500 Zuschauer beim Frankfurter hallensportfest—. Borchmeyer wieder vor Leichum Gau Niederrhein Gruppe 1: SV. Baesweiler— Kreuzauer SC 05 :0; Dürener SV.— Jugend Düren:2; Rhenania Würselen—. Grün=Weiß Eschweiler 610 Düren 99— Alemannia Lendersdorf:0; Alemannia Aachen— Ratheim 13:0; Eintracht Gladbach— Schwarz=Weiß Giesenkirchen:0. Gruppe 2: Kleve 63— Kaldenkirchen:2; Viktoria Rheydt— Rheydter SV.:4; Spaxtfreunde Krefeld— Union Krefeld:3; Viktoria Mennrath — SC. Gladbach:6; Viktoria Goch— SV. Gruppe 3: Düsseldorf 99— BfR. Ohligs:5; Ratingen 04— VfB. Hilden:2; Teutonia Düsseldorf— SSV. Velbert:2; VfB. Uerdingen— Solingen=Gräfrath:0. i, ag.0. Gruppe 4: SV Lintfort— Meibericher SV.:0, Meiderich 06— SC. Osterfeld:2. Gruppe 5: Preußen Essen— BV Altenessen:1; Tura Essen— Essen=West 81:0; Dinslaken=Lohberg— BV. Stoppenberg:2; Osterfeld 16— 1. Gruppe 6: SSB. Haan— SSB. Elberfeld.4; BV. Lüttringhausen— Schmarz=Weiß,„Pazpen :1; SC. Cronenberg— Tus Konsdorf Lennep— SSV. Nemscheid:0; Germania Elberfeld— SC. Sonnborn 07:2; SSVgg. Barmen— Germania Küllenhahn:3. Pokal=Wiederholungsspiele: SV. 13 Düsseldorf—. BV. 04 Düsseldorf.0; Eller 04— SVag. Henkel Düsseldorf:3; SSL. Oberkassel— SV. Mörsenbroich:1; preußen— Homberger SV.:1; VfvB. Alsum SV. Bergbau Westende:0; Viktoria Kellersberg — SV. Stolberg:1; VfR. Aachen— VfL. Aachen 05.4. ganb. Handvau Tura Barmen— Alemannia Aachen:8; SV. Lintfort— Rasensport Mülheim=Ruhr:10; WV. Krefeld=Oppum— Kupferhütte Duisburg 277. Das zweite Hallensportfest, das die Ortsgruppe Frankfurt des Reichsbundes für Leibesübungen am Wochenende in der Festhalle durchführte, wurde in jeder Beziehung ein großer Erfolg. 6500 Zuschauer ließen in der weiten Halle nur wenige Plätze frei. Die Zahl der Mitwirkenden ist mit rd 1000 nicht zu hoch gegriffen. Trotz der politischen Bedeutung des Tages, auf die der RfL.=Ortsgruppenführer Söhngen hinwies, hatten sich zahlreiche Ehrengäste mit dem Gaubeauftragten dee Reichssportführers, Gruppenführer Beckerle. und dem Frankfurter Oberbürgermeister Dr. Krebs an der Spitze einAus den sportlichen Kämpfen und den Vorführungen hoben sich der Sprinterdreikampf und das Kugelstoßen heraus. Den Sprinterdreikampf gewann der Stuttgarter Borchmeyer knapp mit 17 Punkten vor Leichum mit 16, während der Mannheimer Neckermann mit 12 Punkten den Platz belegte. Leichum hatte die ersten 70 Meter knapp in 7,9 Sek. vor Borchmeyer mit der gleichen Zeit gewonnen, während Borchmeyer die 60 Meter in.8 vor Leichum mit der gleichen Zeit und den entscheidenden dritten Lauf von 70 Meter in 7,5 Sek. wieder vor Leichum(gleiche Zeit) und mann für sich entscheiden konnte. Der Frankfurter Hornberger belegte in sämtlichen drei Läufen den vierten Platz. Beim Kugelstoßen hatte der Saarbrücker Lampert mit dem ersten Wurf von 15,45 Meter den Sieg sicher. Bei den fünf Versuchen lieferten sich Luh und der Amerikaner Lyman einen harten Kampf um die Plätze, den Luh mit 15,07 Meter glatt für sich entscheiden konnte. Der Amerikaner Lyman brachte es überraschenderweise nur auf 1458 Mieter..(44s holten Ein Paarlaufen der Leichtathleten Haag=Creter vom SV. 98 Darmstadt mit 2716 Meter in 7½ Minuten vor Hohlbein=Kaufmann(Post Frankfurt), die 40 Meter zurücklagen. Unter zwölf Mannschaften holte sich 3ESV. Franksurz, Hei, den Leichtathletik=Senioren eine 6mal=Rundensta##. in :14. Ein Schuler=Fußball=Städtespiel wurde von einer Stadtmannschaft Frankfurt mit:0 gegen eine Schulen=Auswahl gewonnen. Im Handballspiel schlug die Frankfurter Eintracht eine Stadtmannschaft Frankfurt=Offenbach verdient mit:4 Ein erstmals in einer Halle gezeigtes Sechserradballspiel gewann RV. Wanderlust Erfurt knapp mit :0 gegen RV. Oberrad. Stadtsportverein Frankfurt sicherte sich im Hockeyspiel einen knappen:0Sieg über XC 14 Frankfurt. Licht=Luft=Bad Frankfurt triumphierte im Faustball mit 10:6 puntten über 36SB. Frankfurt.. 85u Die Vorführungen hatten ebenso wie die Kämpfe gutes Niveau. Eine Reck=Auswahlriege der Frankfurter Großvereine fand ebenso starken Beifall wie die Darbietungen dreier Kunstradfahrer, Walther (Mainz=Bischofsheim), Rehberger(Zeilsheim) und Cheuring(Frankfurt). 200 Frankfurter Turnerinnen zeigten Ball= und Keulengymnastik, die Turner noch ein feines Tischspringen. Ganz ausgezeichnet und exakt waren die abschließenden Freiübungen des PsV. Frankfurt. Die Kapelle der Schutzpolizei bestritt den musikalischen Teil und erntete für den Großen Zapfenstreich dankbare Anerkennung. Die Organisation klappte tadellos. Teinnerungen Werden Gau Jußball im Reich Ostpreußen: 1. Entscheidungsspiel: Prussia Samland Königsberg— Hindenburg Allenstein:2. Pommern: 1. Entscheidung: Stettiner SC.— Prandenbug: Herita Beck. Bestage, a. ge. lin.1: Blau=Weiß Berlin.— BiB, Pankow.0. Schlesien: Vorwärts RSV Gleiwitz— Breslau 06:1; Ratibor 03— Breslau 02:0; Preußen Hindenburg— BsB Breslau•2... geinz, Sachsen:„Polizei Chemnitz— Waae. :2; Sportfreunde 01 Dresden— SC. Planitz:1; Dresdensia Dresden— BC. Hartha:4; Dresdne SC.— Eintracht Frankfurt(Ges.):1; Risaer SV.— Guts=Muts Dresden(Ges.):2. : V i k i o r i a 9 6 M a g d e b u r g— S p V g g. E r furt.1; 1. FC. Lauscha— Cricket Viktoria Magdeburg 211; Wacker Halle— gag.Begzhen SC. Erfurt— Sportfreunde„ue.2, 02— VfB. Leipzig(Ges.):6; Bessau 05— Chemnitzer BC.(Ges.)•1; Eintracht Altenourg Fortuna Leipzig(Ges.).3.„ 2 gItaug 9 Nordmark: TSV. Eimsbütte.— Fe. altona 30 :1; Phönix Lübeck— Hamburger SV.:1. Niedersachsen: Eintracht Braunschweig— Werder Niebersachsen: Eintrag— 3z0 Beine:0; Bremen:2, Algermissen 11— Vso. Pem“, g. Borussia Harburg— Rasensport Harburg•2, ur= minia Hannover— Komet Bremen:0. Nordhessen: SV Kassel— Germania Fulda•0; SV. Friedberg— Amicitia Viernheim:2. Südwest: FK. Pirmasens— Wormatia Worms 311; FSV. Frankfurt— Stuttgarter Kickers•1; Kickers Offenbach—. Kar'sruher F6. 211, SV. Wiesbaden— Borussia Neunkirchen:0. Baden: SV. Waldhof— 1 FC. Pforzheim:0; VfB. Mühlburg—. Germania, Brötzingen:0; Freiburger FC.— VfR. Mannheim:3. Württemberg: SVgg. Cannstatt— SC. Stuttgart•0; Sportfreunde Stuttgart— SSV. Ulm :5; FV. Zuffenhausen— Ulmer FV. 49:0; SV. Feuerbach— Sportfreunde Eßlingen:2. Bayern: 1860 München— 1. FC. Nürnberg:0; SV. Fürth—. Bayern München:2. Noch kein Meister in Brandenburg Die Fußballmeisterschaften in Brandenburg 1935 entbehrten wirklich nicht der Spannung. Auch der vorletzte Spieltag hat die Frage nach dem neuen Meister noch nicht beantwortet. Allerdings ist der Kreis der Bewerbei durch das Ausscheiden des Titelverteidigers Hertha BSC.— Nowawes 03 siegte am Gesundbrunnen mit:0(:0) sicher und verdient— kleiner geworden. Minerva, der die letzte Niederlage durch Nowawes gehörig in die Glieder gefahren war, schlug Wacker 04 knapp mit :1 und setzte sich dadurch an die Tabellenspitze. Die Blaugelben haben mit 29:13 Punkten den Schlußstand erreicht, doch auf die gleiche Zahl von Punkten kann noch der Berliner SV. 92 kommen, wenn Die modernen olymvischen Spiele schauen auf das stattliche Alter von 40 Jahren zurück. Der heutigen Jugend ist von diesen lang zurückliegenden sportlichen Ereignissen nur wenig bekannt. So ist es fast in Vergessenheit geraten, daß den ersten Olymvischen Svielen der Neuzeit. 1896 in Athen. eine Reihe schöner Erfolge davontrug. Der kleine Turner Schumann eroberte zwei Goldmedaillen. Er siegte im Turnen am Langpferd. gewaltiges Aufsehen erregte aber sein Sieg im griechisch=römischen Ringkampf. Der Deutsche war mit seinem durch das Turnen gestählten Körver viel gewandter als seine zum großen Tei stärkeren Gegner. Als er in seinem Schlußkampf einen riesigen Engländer mit Schwung auf die Schultern gelegt hatte, gratulierte ihm von Griechenland mit dem scherzhaften Ausspruch. er nun vovulärer sei als das gekrönte Haupt selbst. In den leichtathletischen Uebungen waren die Leistungen sehr bescheiden. So gewann der Amerikaner Garret das Diskuswerfen mit ganzen 20 Meter. Allerdings darf nicht vergessen werden. daß der Sieger in Athen überhaupt zum ersten Male die Scheibe warf und von unserer heute so hoch entwickelten Technik keinen blassen Schimmer hatte. Der größte Triumvhator der ersten Olymvischen Sviele war unzweifelhaft der Gewinner des klassischen Marathonlaufes Spiridon Louis. den wir fast genau 40 Jahre nach seinem großen Erfolg auch in Berlin sehen werden, wenn der Olymvier am Eröffnungstage zusammen mit dem Schlußläufer der Fackelstaffel das Stadion betritt und den aus dem Olymvischen Hain überbrachten Oelzweig als Zeichen für die friedliche und völkerverbindende Kraft der Olymvischen Spiele auf der Ehrentribüne übergeben wird. Trubel der Weltstadt Paris fanden die zur Jahrhundertwende an der Seine veranstalteten zweiten Weltspiele, nicht, den ihnen gebührenden festlichen Rahmen. Die deutsche Mannschaft erstritt drei olymvische Siege. Die Ruderer von Germania Hamburg belegten den ersten Platz im Senior=Vierer. Hoppenberg holte sich das 200Meter=Rückenschwimmen und außerdem gab es eine dritte Goldmedaille durch den Sieg unserer Mannschaft in der heute nicht mehr 5X40=Meter=Staffel. Amerikaner unter sich Das war im Jahre 1904 in St. Louis. Die Vankees waren damals in den Leichtatbletikkämpfen nicht zu schlagen. Der damalige„Sprinterkönig“ Archie Hahn gewann das 60=, 100- und 200=MeterLaufen. Einen Dovvelsieg feierte in den längst aus dem Olymvischen Programm gestrichenen Svrungwettbewerben aus dem Stand der spinnenbeinige Ray C. Ewry, der es im Weitsprung auf .60 Meter und im Hochsorung über.66 Meter brachte. Der spätere Lehrmeister der deutschen Mittelstreckler, James D. Liohtbody, wurde Olymviasieger im 800=Meter=Lauf in der damals glänzenden Zeit von:56 Minuten. Mit sechs eroberten Goldmedaillen schnitt die sehr kleine deutsche Mannschaft ausgezeichnet ab. Zwei erste Plätze gab es im Kunstturnen durch Spindler im Dreikampf und Weber im Sechskampf. Der Berliner Altmeister Rausch feierte einen Dopvelsieg im Freistilschwimmen über 880 Dards und eine englische Meile. Zacharaias wurde Sieger im 440=Vards=Brustschwim= men und Brack im 100=Meter=Rückenschwimmen. 1908 in London Die englische Hauptstadt erlebte das erste moderne Olymvia größeren Stils. Der englische König und der bei allen Veranstaltungen vonzählig versammelte Hof gaben dem Fest eine besondere gesellschaftliche Note. Die Leistungen waren auf der ganzen Linie hervorragend. Der südafrikanische„Spring. bock" Reginald Walker durchlief die 100 Meter in 10.8 Sekunden. Der schon 28 Jahre alte Amerikaner Melvon W. Shevvard gewann die 800 Meter von der Svitze aus in:52 Minuten gegen LungbiItalien und unseren Hans Brann. Die deutsche olympische Staffel kam binter USA und gor Aln: garn auf einen guten zweiten Platz. Dr. Trielo über 400 Meter und Hans Braun über 800 Meter trugen den größten Teil des Erfolges. London war auch ein erfolgreiches Fest für die deutschen Schwimmer. Die Magdeburger stellten mit Bieberstein (100 Meter Rücken) und die Hamburger mit dem Turmspringer Zürner die Olymviasieger. Schlechte Erinnerungen an Stockholm Ohne Zweifel waren die 1912 in Stockholm durch. geführten letzten Olymvischen Sviele vor dem großen Weltbrand die schönsten und die größten. Die wenig angenehmen Erinnerungen beziehen sich daher nur auf die ausgebliebenen sportlichen Erfolge unserer Mannschaft. die aber auch reichlich viel Pech entwickelte. Da war einmal der 100Meter=Lauf. wo unser bester Mann. Richard Rau, durch die Taktik der Amerikaner zu neun Starts im Zwischenlauf gezwungen wurde und dadurch die Nerven verlieren mußte. In der gleichen Weise wurde er rem unvergeßlichen Mittelstreckenmeister Hans Braun der Weg zum Sieg verlegt. Die deutsche 4X100=Meter=Staffel wurde wegen eines angeblich falschen Wechsels herausgehängt, obwohl durch Lichtbild die Unhaltbarkeit des Spruches nachgewiesen werden konnte. Die Pechsträhne riß auch bei den Schwimmern nicht ab. Bretting mußte den ihm sicheren zweiten Platz im 100=Metgr=Freißil: schwimmen dem Amerikaner Hunag überlasse. wegen Verlassens seiner Bahn nicht bestraft wurve. Ein kleiner Trost waren die Siege von Bathe im 200=Meter=Brustschwimmen und Günther im Kunstspringen. Einen herrlichen Sieg feierte der Ludwigshafener RV im Vierer mit Steuermann und im Tennisturnier gewannen Frl. Köring und H. Schomburgk die Goldmedaille. Gauvorschlußrunde in Hamm Die Meisterschaften der Amateur=Boxer Die Bezirksbesten der Bezirke Arnsberg und Minden stehen sich am 13. März im Hammer Westenschützenhof in der Vorschlußrunde zur Gaumeisterschaft gegenüber. Mit Ausnahme des Halbschwergewichtskampfes stehen die Gegner in den einzelnen Paarungen fest. Es sind folgende, vom Fliegenbis zum Schwergewicht: Ochsenfahrt=Gevelsberg gegen Prasuhn=Herford. Wagner=Hamm— Hebrock= Herford. Leibold=Wickede— Schermutzki=Bielefeld. Dirkes=Hamm— Pörtner=Herford. Koch=Soest gegen Meier=Herford. Blum=Altena— Ellerbrock=Biele= feld. Dörver=Hamm— Hönemann=Bünde. Württembergs Amateure in Rom:10 geschlagen Eine württembergische Amateurboxstaffel, die sich nur durch den Frankfurter Schwergewichtler Jost verstärkt hat, mußte auf ihrer Italienreise eine ehrenvolle:10=Niederlage in Rom hinnehmen. 1500 Zuschauer wohnten im ausverkauften Theatro Jovianelli dem Treffen bei und erlebten hervorragenden Sport. Ein Fehlurteil verkündete das römische Kampfgericht nach dem Kampf Bernlöhr— Musina. Obwohl Bernlöhr stets klar überiegen war, sprach man dem Italiener den Punktsieg zu. Die Ergebnisse vom Fliegengewicht aufwärts waren: Valli(Rom) schlug Haußler(.) nach Punkten; Giagnono(Rom) schlug Schmitt„(.) nach Punkten; Bandel(.)— Fabriani(nom) unentschieden; Rea(Rom) schlug Hehr(.) nach Punkten; Leitner(.) schlug Peroti(Rom) nach Punkten: Held(.) schlug Binazzi(Rom) nach Punkten; Musina(Rom) schlug Bernlöhr(.) nach Punkten; Jost(.)— Paoletti(Rom) unentschieden. Ausscheidungsturnen für Mailand Olympia=Kernmannschaft trifft sich in Leipzig Unter der Oberleitung vom Männer=Turnwart Schneider(Leipzig) stellen sich die 34 besten beutschen Geräte=Turner zu einem zweitägigen Ausscheidungsturnen, das am 16. und 17. März in Leivzig vor sich gehen wird. In diesen Prüfungskämpsen sollen die 16 besten deutschen Turner ermittelt werden, von denen die acht Besten als Ländermannschaft die Reise nach Mailand antreten, wo am 5. Mai Italiens starke Nationalstaffel unser Gegner sein wird. Eine Einladung, nach Leipzig zu komGaugruvve Süd: Winter=Frankfurt a. M. Hörniß=Frankfurt a.., Beckert=Neustadt, Stangl. Friedrich, Kindermann. Geistbeck, Schmelcher(alle München), Volz=Schwabach, Stadl=Konstanz, Mainz. Münder. Betzler(beide Göggingen), Weischedel=Stuttgart. Lütinger=Ludwigshafen. Gaugruppe West: Sich, Seeligmann(beide Düsseldorf), Schneider=Remscheid. Sandrock=Immigrath. Fink=Marburg, Frey=Bad Kreuznach. Gaugruppe Nord: Lorenz=Hannover, SteffensGaugruppe Ost: Tölke, Mock(beide Berlin), Schwarzmann=Wünsdorf. Kleine. Müller(beide Leuna), Limburg=Ruhla, Pludra=Forst, LeuschelThalbeim. Haustein=Leipzig. Povp=Schleiz und Werler=Mylau. er am nächsten Sonntag sein Schlußspiel auf dem Preußen=Platz gegen Viktoria 89 gewinnt. In diesem Falle sind die Schmargendorfer Meister, da trotz der Punktegleichheit das bessere Torverhältnis zu ihren Gunsten entscheidet. Wer den Spandauer SV. in die Bezirksklasse begleitet, steht noch nicht fest. „Germania“ steuert auf Sieg Deutscher Seglersieg am Lido'Albaro Mit Stolz stellt die kleine deutsche Seglerexvedition, die mit zwei Jachten an der Internationalen Seglerwoche in Genua teilnimmt, eine sich ständig steigernde Form der neu konstruierten„Germania 3“ fest. Die Kruppsche Jacht holte sich nach hartem Kampf auch den zweiten Lauf zur=Quadratmeter= =Klassen=Wettfahrt und führt nunmehr um den Rylard=Preis mit achten Punkten vor den Italienern„Aria“ mit vier und„Orietta“ mit zwei Punkten.„Vaterland“, die zweite deutsche Jacht, liegt mit null Punkten an vierter Stelle. Deutsche Wasserballer in Ungarn Der bereits seit einiger Zeit geplante Wasserballkampf Deutschland— Ungarn wird nunmehr endgültig am 12. Juli in Fünfkirchen stattfinden. Aller Voraussicht nach soll eine verstärkte Nachwuchs mannschaft die Reise nach Ungarn machen, da man nicht vorhat, die deutsche Olympia=Sieben zu schicken. Ungarns Wasserballer, die bekanntlich in Los Angeles vor Deutschland Olymviasieger wurden. haben große Sorgen. Es mangelt ihnen an barten Trainingspartnern, außerdem aber auch am talentierten Nachwuchs. Es dürfte heute schon feststehen. daß Halassy, Tertessi, Nemeth und„Suny“ Homan= nai auch in Berlin wieder der ungarischen Nationalmannschaft angehören. Nach den am 18. und 19. Juli in Budapest stattfindenden Landesmeisterschaften folgt am 26. Juli ebenfalls in der ungarischen Hauptstadt der Wasserball=Länderkampf gegen USA. Carneras neuester Sieg: Gastanaga in der 5. Runde k. o. Im Newyorker Madison Square Garden kam der italienische Riese Primo Carnera mit dem starken Spanier Isidore Gastanaga zusammen. Der Kampf sollte über zehn Runden gehen, war aber schon in der fünften zu Ende. Hier siegte der 50 Pfund schwerere Italiener durch k. o. * Der Münchener Leichtgewichtsborer Josef Schleinkoser hält sich noch immer in Südamerika auf. Einen zweiten Kampf hat er bisher aber nicht erhalten. Jedes Projekt zerschlug sich. Nunmehr hofft Schleinkofer, daß er in den nächsten Tagen gegen José Suarez Franco in Buenos Aires antreten kann. Vorerst im Gau und in der Gruppe Deutsche Mannschaftsmeisterschaft im Gewichtheben Die Mannschaftsmeisterschaftskämpfe im Gewichtheben sind in allen Gauen des Fachamtes Schwerathletik in vollem Gange, in verschiedenen Gauen sogar schon beendet. So steht im Gau 9(Westfalen) in Hörde 29 bereits der diesjährige Meister fest. Nach einer Verfügung des Reichssportwartes für Gewichtheben müssen bis zum 1. April des Jahres alle Gaumeister ermittelt sein, die dann bis zum 1. Juli die Gruppenmeisterschaft auskämpfen. Die 16 Gaue sind in vier Gruppen aufgeteilt: Gruppe Ost: Gau 1, 2, 3, 4, 5 und 6(Gruppenleiter: Jünemann=Berlin). Gruppe Nord: Gau 7, 8, 9 und 12(Gruppenleiter: Haverkamp=Wattenscheid)e. Gruppe West: Gau 10, 11 und 13(Gruppenleiter. Gruppe Süd: Gau 14, 15 und 16(Gruppenleiter: Die Endkämpfe um die Deutsche Mannsddaftsmeisterschaft werden erst nach den Olympischen Spielen durchgeführt. Schwimmfest in Paris Eine Reihe von hervorragenden holländischen Schwimmerinnen waren am Wochenende die Gäste des internationalen Schwimmfestes der Pariser Möven“, unter ihnen auch die Weltrekordlerin Willie den Ouden. Die Halländerin startete am ersten Tage in einem 50=Meter=Kraulschwimmen, das sie in 30 Sek gegen die Französin Rene Blondeau(31.8) gewann Ihren zweiten Erfolg holte sie sich über 100 Meter Kraul. wo sie in der ausgezeichneten Zeit von 1·05.6 wieder gegen Rene Blondeau(:12) siegreich blieb. Weitere holländische Siege gab es im 400=Meter=Kraulschmimmen durch Frl. Timmermann, die in 5 48.6 die Französin Fleuret(:52.4) schlug und über 100 Meter Brust, wo Brouwers=Rotterdam mit 1·24,8 einen neuen holländischen Rekord aufstellte Weit abgeschlagen kam Letellier=Paris in:32,6 als Zweiter ein. Trabrennen in Gelsenkirchen 1. Glückauf=Preis: 1. Stall Forelles' David Bingen(K. Rothkovf), 2. Karl., 3. Palmetto Lee. Toto: Sieg 17, it. 41, Platz: 10, 11. 11:10. 2. Bergbau=Rennen: 1. O. Schneiders' jun. Phädra(Th. Beckmann), 2. Otti Anvil. 3. Grafschaft. Toto: Sieg 25. it. 44, Platz 13, 14. 14:10. 3. Hütten=Preis: 1. B. Lackmanns' Morgenfried (K. Gillar), 2. Granit, 3. Hera., 4. Bernstein. Toto: Sieg 28. it. 140, Platz 14, 29. 21, 29:10 4. Stahl=Preis: 1. Th. Weyers' Maria R.(R. Hartseil), 2. Anitas Schwester, 3. Erna Bacon. Toto: Sieg 23. it. 55. Platz 14, 19. 18:10. 5. Industrie=Rennen: 1. Geschw. Abels' Heide(C. Pütz), 2. Virginius, 3. Adda. Sieg: 26. it. 33. Platz 11. 10. 14:10. 6. Eisen=Preis: 1. Ahrens' Daisy(Bes.), 2. Peter Duffy jun., 3. Lottie.. Toto: Sieg 156. it. 47. Platz 44. 2310. 4— 7. Hochosen=Preis: H. v. Eickens Vogel(E. Jung). 2. Loni Watts, 3. Graf Geßler. Toto: Sieg 19, it. 22. Platz 10, 10:10. S UrUrose PreWcTTTT Roman um eine absonderliche Begebenheit von A. von Sazenhofen Urheber- Rechtsschutz: Drei Quellen-Verlag, Königsbrück(Bez. Dresden) Da senkt Georg den Kopf.„Ich möchte wissen, wie lange ein Mensch sich quälen muß, bis er... in einem kleinen, eingeschlossenen Raum ... erstickt." Dabei schauen seine Augen mit einem starren Blick durchs Fenster in den monderhellten Park hinaus. Und Hans hatte einen zuckenden Stich in der Brust.„Jetzt denkt er wieder daran!" Er sagt rasch:„Mein lieber Georg, jeder Tod ist eigentlich ein Erstickungstod, und das wird man überhaupt nicht gewahr, weil die Besinnungslosigkeit vorausgeht.“ „Das weißt du nicht“, sagt Georg und springt vom Thema ab.— Das dumpfe Hämmern der Maurer in der Gruft, die eine Wand durchbrechen, ist im ganzen Park zu hören. Es dringt durch die offenen Fenster und legt sich lähmend auf alles. „Man könnte... vergessen... aber so kann man nicht vergessen!“ sagt Christine in der Küche und wischt sich mit der Schürze über die Augen. Wie lange die Leute überhaupt brauchen?! Man muß nur die Maurer im Hause haben, die kriegt man nicht mehr hinaus.“ Friedrich und Christine haben ein schönes Legat erhalten und sind übernommen worden. Alles ist beim alten geblieben. „Du“, sagt Christine und hält Friedrich am Aermel fest,„in die Gruft dürft's ihn nicht hinunterlassen! Da passiert ein Unglück! Mußt besser aufpassen, Friedrich! Gestern hat er schon auf den Stufen gestanden. Ich bin gleich gerannt und hab' geschrien,'s Essen wär' angericht, obwohl es noch gar nicht so weit war.“ Es treibt Georg herum. Seine Nächte sind ohne Schlaf. Seine Vorstellungen verdichten sich immer qualvoller:„Scheintot...“ Es setzt sich in ihm fest:„Man hat Anna=Maria scheintot begraben.“ Wenn er davon spricht, wird Hans ungeduldig, darum sagt er nichts mehr davon. Aber das Schweigen ist noch schlechter. Hans sieht es wohl, aber er kann sich nicht helfen. Er hat alle Argumente schon verschossen wie Pfeile, die ins Nichts fliegen. Er kann ihn nur immer wieder aufreißen:„Komm mit, wir fliegen über den See, es ist schön, über Wasser zu fliegen!" Georg tut es aus Rücksicht für den Freund, der ihm viel opfert. Einmal an einem Abend, als Friedrich gewohnterweise im Schlafzimmer nach etwaigen Befehlen fragt, geht Georg rasch und nah auf ihn zu, legt ihm beide Hände auf die Schultern. „Von dir glaube ich, daß du mir die Wahrheit sagst. Wie hat Anna=Maria ausgesehen, als... sie im Sarge lag?“ Friedrich lehnt mit dem Rücken an der Tür. Er ist ganz erschrocken. Die Knie zittern ihm. „Wie im... Leben, Herr Baron... so schön! Man hat denken können... sie schläft nur.“ Die Arme Georgs fallen schwer herunter. „Danke“, sagt er tonlos, und Friedrich schließt voll Schrecken und zitternd die Tür hinter sich. In dieser Nacht legt sich Georg nicht nieder. Er geht gepeinigt auf und ab. Dann irrt er durch den Park und steht auf den Stufen zur Gruftkapelle, auf deren bemoosten Steinen frischer Kalk verschüttet ist, und lehnt mit der Stirn am kalten Pfosten. Die Türe ist versperrt. „Wo haben die Maurer den Schlüssel hingetan?“ Beim Frühstück fragt er:„Wer sperrt die Gruftkapelle am Abend ab, wenn die Arbeiter gegangen sind?“ „Ich“, sagt Hans und schaut ihn an. „Du?“ „Ja, ich.“ „Wie weit sind sie denn?" „Sie sind noch nicht fertig.“ „Wie sieht es denn unten aus?“ „Mein Gott, Georg, wie soll es ausschauen? Wie es eben in einer Gruft ausschaut.“ „Ich meine, hat man die Särge verschoben?“ „Ein paar, ja. Man mußte ja einen Gang freibekommen.“ „Auch den... den von...“ „Nein, den nicht.“ Und rasch ablenkend:„Ich fahre heute nach Konstanz. Ich muß mir Rasierseife kaufen, Haare schneiden lassen und so. Bitte, komm mit! Du kennst die Geschäfte, wo man da hingeht.“ Aber am Abend bricht es doch aus.„Ich kann nicht mehr... ich kann nicht mehr! Wenn du nicht willst, daß ich noch verrückt werde daran, muß ich sie... noch einmal sehen.“ „Barmherziger Himmel!“ sagt Hans und springt auf.„Da nimm lieber gleich einen Revolver und schieß dich nieder! Jetzt... nach bald einem Jahr! Was soll dir denn das helfen? Was bezweckst du denn damit? Man läßt die Toten ruhen!" Georg geht langsam und totenbleich auf ihn zu.„Wenn ich weiß, daß sie nicht... scheintot war, sondern wirklich tot... will ich mich zufrieden geben und denken, Gott hat es so gewollt. Aber... ich halte die Vorstellung nicht mehr ich hole aus! Ich halte es nicht mehr aus! Hab' doch ein wenig Mitleid mit mir! Ich habe den Friedrich gefragt, wie sie ausgesehen hat... im Sarg. Er hat gesagt: wie im Leben.“ „Der Friedrich ist ein Esel!" fährt Hans zornig auf.„Viele Tote sehen aus wie im Leben. Was soll denn das beweisen?" Georg geht von ihm weg und fällt in einen Stuhl.„Laß mir meinen Willen!“ sagte er tonlos, und dann plötzlich, fest, mit erhobenem Kopf: „Niemand kann es mir verbieten! Auch du nicht! Ich tue es, weil ich muß! Ich muß! Begreifst du das endlich? Ich kämpfe mich seit Wochen damit ab.“ Und springt wieder auf.„Ich weiß, du meinst es gut. Ich weiß, du tust, wie du glaubst, daß es für mich gut ist. Es ist verkehrt! Man muß mich zur Entscheidung über diese Frage kommen lassen.“ Hans faßt rasch nach seiner Hand und hält ihn im Schritt auf.„Weißt du, was dich erwartet? Du hast die Erinnerung an eine Schönheit. Dann wirst du die Erinnerung haben an... eine Zerstörung.“ „Anna=Maria kann mir nichts zerstören, auch der Tod nicht... auch die Verwesung nicht.“ Hans schüttelt den Kopf wie zu einem schweren Irrsinn.„Und was soll es denn eigentlich beweisen? Was denn? Ob sie... scheintot war? Und wenn sie es war, wie soll sich das erhellen?" „Ja, das erhellt sich. Wenn ein Mensch. im Sarge aufwacht, muß er sich rühren. Er muß den Kopf wenden, die Arme bewegen... er muß... er muß...“ Und aufstöhnend stürzt Georg auf seinen Stuhl hin, schlägt die Arme auf den Tisch und läßt die Stirn niederfallen. „Du bist grausam gegen mich! Du quälst mich, statt zu helfen!“ Hans tritt zu ihm hin, dreht seine Schultern zurück, daß er sich aufrichten muß.„Du nimmst alle Verantwortung auf dich?“ „Ja.“ „Gut... wann willst du?“ „Jetzt gleich.“ „Hol deine große Taschenlampe. einen Schraubenschlüssel." Die Bäume des Parks stehen als große Dunkelheiten gegen einen wolkigen Himmel, den ein unsichtbarer Mond matt erhellt. Der Kiesweg verengt sich langsam und läuft unbekiest wie ein moosiger Waldweg weiter. An der Nordmauer des Parkes stehen die massiven Dunkelheiten der Kapelle und des Pavillons. An der Nordmauer entlang führt dieser leicht bemooste Parkweg weiter und verbindet diese beiden Bauten, die so verschiedene Aufgaben haben: dem Leben und der Freude zu dienen und dort drüben dem Tod und der Erinnerung. Sie sprechen nicht miteinander. Sie gehen im Dunkeln. Es soll niemand davon wissen. Auf den runden Stufen der Kapelle stolpert Georg. Hans fängt ihn auf. Eine Sekunde zuckt es in ihm: Umkehren! Umkehren! Da sagt Georg heiser:„Gib mir den Schlüssel!" Der Schlüssel knirscht laut im Schloß. Die Kapelle erhellt der Scheinwerfer, fährt am Altar hoch und senkt sich wieder zu Boden. Mitten in den weißen Steinplatten gähnt die schwarze Tiefe er Gruft.„eine Ginb. um Ju. Tchnitmers Georg krampft seine Linte um das Schnitzwerk eines Betstuhls und schaut hinab. Es flimmert von unten herauf, matt, unbestimmt. Hans rührt ihn an.„Willst du umkehren?“ „Nein.“ „Dann gib acht, daß du nicht fällst. Ich gehe voraus.“ Scheinwerfer in einer Gruft! Er kann nicht alles auf einmal erfassen, nur das Nächste. Das Nächste sind welke Kränze, Schleifen und ein Haufen Steine und Mörtel. Hans nimmt ein Feuerzeug aus der Tische und zündet die Petroleumlampe an, die die Maurer sich mitgebracht haben. Sie hängt an der Wand. Dann wenden sie sich beide dem silbernen Sarg zu. Er steht links und sticht ins Auge, während rechts von Georg die Särge schwarz aufeinander stehen. Hans wirft einen Blick auf Georg. Er steht mit vorgesunkenem Oberkörper.„Komm, Georg, laß sein!“ Da reißt er sich auf.„Nein. Wo sind... wo hast du denn die Schlüssel für die Schrauben?" Es knirscht... zäh... langsam... knirscht und wirft das Echo an die Wölbung. Es ist schwer. Es ist mühsam, verrostete Schrauben zu drehen. Georg liegt auf den Knien und seine zitternden Hände können nicht viel ausrichten. Hans aber, die Zähne fest zusammengebissen, hantiert eifrig mit dem Schraubenschlüssel. In ihm ist jetzt nur mehr der Wunsch, die furchtbare Situation so rasch wie möglich zu beenden. Dann sagt er:„Wir haben sie schon alle. Willst du.. dann faß jetzt unten an. Willst du ihn ganz abheben, oder genügt es einen Spalt?“ „Ganz...“ In der nächsten Minute stürzt der schwere metallene Sargdeckel zu Boden. Klirrend hallt und zittert es nach.. 4mansurs.5. Hans eilt zu Georg, der schwanreno seine Schulter anfaßt.„Siehst du sie auch... so wie ich... so... wie ich? Ich bin doch nicht mehr... Siehst du sie denn auch so...?“ Und jauchzend:„Sie ist gar nicht tot... sie lebt!“ Er stürzt vornüber in Ekstase:„Anna=Maria! Anna=Maria, komm!“ Mit fliegenden Händen packt Hans zu. Er ist schneebleich.„Georg, Georg! Ich bitte dich, nimm dich zusammen! Steh' auf! Was ist? Ich weiß nicht. Laß mich her! Geh fort! Laß mich her!" Er drängt ihn zur Seite und beugt sich breit über den Sarg, verdeckt ihn mit dem Körper, spricht hastig und beschwörend:„Du mußt nicht denken, daß sie lebt! Unmöglich! Oder ja... möglich ... aber nicht hier. Das hier ist eine... Puppe. Das ist keine Leiche. Es ist eine Puppe von Wachs. Georg!“ Er springt auf und rüttelt den Zusammengesunkenen, der gegen schwarze Särge gelehnt ist.„Du hast keine Phantasien. Ich sehe es genau so wie du. Eine Puppe, die ihr ähnlich sein muß. Schau her! Greif an!“ Und er reißt den Schleier herunter.„Greif her! Greif her! Du fühlst es: Wachs!“ Da sagt Georg mit einer Stimme, die irgendwie eine Kraft gewonnen hat:„Deshalb habe ich das tun müssen! Laß mich her!" Als Hans zurückweicht, beugt sich Georg tief und hebt Anna=Maria aus Wachs aus dem silbernen Sarg auf seine stark gewordenen Arme herauf und wendet sich der Treppe zu. „Um Gottes willen, wo willst du denn hin damit?“, Gan ui. „Da sagt Georg ganz trocken:„Wan wird sie zur Untersuchung brauchen.“ Und er steigt aufwärts und trägt seine wunderbare Last in weißer Seide, mit dem wächsernen Madonnengesicht, durch die Kapelle, die eine silberne Wolke so erhellt, daß ein paar Heilige mit goldenem Flitter aufscheinen, hinaus in den Park und weiter an der Mauer entlang. Betäubt und betroffen eilt ihm Hans nach. „Wo trägst du sie denn hin?" „In den Pavillon. Ich hab' den Schlüssel bei mir, denn ich war nachmittags noch dort.“ Als aber die weiße Seide über den blauen Brokatstuhl rieselt und durch die geschlossenen Jolousien ein Strahl des wandernden Mondes das süße Gesicht trifft, das so sprechend ähnlich ist, da muß Hans beide Arme um den laut Aufschluchzenden werfen. „Komm! Komm! Gehen wir jetzt! Jetzt ist's genug! Komm!“. Er zieht den in allen Gliedern Zitternden mit Gewalt fort.„Nicht mehr! Nicht mehr! Genug!“ Draußen dreht Hans den Schlüssel im Schloß und steckt ein.„Wir müssen noch einmal zurück“, sagt er energisch.„Die Lampe löschen und den Sarg wieder schließen, sonst ist morgen das Gerücht im gnzen Dorf, und das kann sehr viel schaden.“ Noch einmal fährt der Scheinwerfer durch die Kapelle und in die Tiefe hinunter. Noch einmal klirren Schrauben und knirschen. Dann ist der Sarg wieder zu, die Lampe ausgelöscht, die Kapelle versperrt. mir nichts mehr. Ich will sie nur noch einmal sehen... daß ich es wirklich glauben kann.“ Da gibt Hans zögernd die Tür frei. Noch immer totenbleich, schwankt Georg durch die Halle. Hans winkt Friedrich ab, der aus der Küche kommt. Im Wohnzimmer oben geht er an einen Wandschrank und schenkt zwei Gläser Kümmel ein.„Trink, Georg!“ Er stürzt selber eins hinunter, schenkt noch einmal ein.„Trink, damit man wieder zu sich kommt!“ Da faßt Georg nach seiner Hand.„Ich danke dir, Hans! Willst du mir auch weiter helfen?“ „Ja, das ist klar.“ Da hebt Georg seine Augen auf.„Ich habe es gefühlt, daß etwas ist... aber das habe ich nicht erwartet. Hans, ich will jetzt stark sein. Es gilt jetzt einen Kampf.“ Und dann zögernd:„Glaubst du, daß sie... noch lebt?“ „Ja, das glaube ich, denn das, was geschehen ist, beweist, daß sie von einem Menschen für sich genommen worden ist.“ In Georgs Pupillen tritt ein fiebriger Glanz. „Ich will mein Leben lang suchen und dafür Rache nehmen! Gib mir den Schlüssel zum Pavillon! Ich will mich jederzeit überzeugen können, daß ich es nicht geträumt habe... denn so was kann man träumen.“ Hans wehrt sich, aber dann legt er doch zögernd den Schlüssel in Georgs Hand. „Ich danke dir! Du brauchst jetzt nichts mehr für mich zu fürchten! Gewiß nicht!" „Gebe es Gott!“ sagt Hans zweifelnd,„es wär’ nicht zu verwundern.“ Die Nacht ist schlaflos. Hans hat sich auf den Diwan in Georgs Schlafzimmer gelegt und spürt wach dem leisen Schwingen des Bodens unter Georgs lautlosen Tritten nach.„Leg' dich doch nieder!“ „Stört es dich?“ „Das nicht, aber ich will, daß du ruhst, du brauchst es!“ Aber Georg wandert weiter... auf und ab ... auf und ab. Plötzlich reißt er die Tür auf. Hans schnellt empor und wirft sich vor diese Tür. Wohin?“ „Ich bitte dich... laß mich!“ „Nein! Es ist genug für heute!“ Und ringend sucht er ihn wegzudrücken. Da stöhnt Georg auf.„Laß mich... es macht Mit feuchten Haaren kommt Georg zum Frühstück. Er war im grauen Morgen durch den Nebel über feuchte Wiesen gelaufen. Er spricht nicht. Hans schiebt ihm das silberne Semmelkörbchen zu.„Iß doch!“ „Ich kann nicht.“ Friedrich kommt. Sein Gesicht ist ängstlich und gramvoll.„Herr Baron“, sagt er stockend,„die Maurer haben gesagt, ich soll fragen... aber ich habe ihnen gleich gesagt, es geht nicht, es darf nichts gerührt werden daran. Aber sie haben gesagt, dann lassen sie die Arbeit stehen. Ich soll fragen, ob der Sarg der Baroneß nicht auf die Seite geschoben werden darf. Sie können mit dem großen Mörteltrog nicht vorbei. Der Gang ist zu eng.“ Georg hebt den Kopf, schaut eine Sekunde gedankenlos in das alte Gesicht vor ihm und sagt dann ruhig:„Sie können ihn auf die Seite schieben.“ Als Friedrich die Tür geschlossen hat, steht Hans auf.„Das ist nicht mehr zu ertragen! Nimm deinen Hut und Mantel, und komm' mit tir!" „Wohin?“ Hans sagt ungeduldig:„Man muß aus dem Haus! Man muß das Ganze hinter sich lassen! So kann man sich nicht klar werden, wo man anpacken soll und was zu tun ist. Wenn ich an meiner Maschine sitze und die Erde klein wird, dann kommen die Gedanken klar und sachlich.“ Georg folgt willenlos. * Die Köpfe der Passanten heben sich, und ihre Hände weisen in den Himmel hinauf. Es ist Mittag, und die Sonne scheint glitzernd auf die Tragflächen eines Flugzeuges über dem See. Man kann vor Sonne kaum schauen... Luft, Wasser und der silberne Vogel sind ein Glanz. Aengstliche meinen:„Er kreist seit zwei Stunden. Es dürfte ein französisches Flugzeug sein! Warum er immer in derselben Kurve über den See fliegt? Das hat was zu bedeuten! Das ist kein gewöhnlicher Sportflieger!“ Am Abend senkte sich der Vogel im glatten Gleitflug zur Erde, auf einer weiten Wiese hinter dem Schloß. Hans schnallt seine Kappe auf. „So, das war gut! Da droben findet man die Wege, die man auf der Erde zu gehen hat. Nur in der Distanz werden einem die Sachen klar. Da hast du den Schlüssel, Georg, sperr die Scheuer auf!“ Und Georg geht zu der großen Scheuer des Bauern Winterstein, die breite Schiebetüren hat und die der dicke Winterstein an Hans für seine Maschine vermietet hat, weil sie gerade leer ist und der Bauer sie nicht braucht. Georg hat etwas Farbe im Gesicht. Er fühlt sich freier und leichter und sagt freundlich: „Friedrich, nach dem Essen kommst du ins Bibliothekzimmer. Wir haben mit dir zu reden.“ Um einen kleinen, niederen Tisch stehen drei Klubsessel. Hans rückt die Zigaretten zurecht und zündet sich eine an. „So, Friedrich“, sagt Georg,„komm' näher, und setz' dich.“ „Herr Baron“, stottert Friedrich erschrocken und schaut auf den Sessel, der ihm gewiesen ist. „Ich kann doch nicht...“ „So nimm dir einen andern Stuhl, wenn du dich nicht da hineinsetzen willst. Hör' zu! mußt dir Mühe geben, dich an jede Einzelheit zu erinnern.“ Er beugt sich vor und sieht dem Alten scharf ins Gesicht und sagt langsam und deutlich:„Mein Freund und ich haben den Sarg meiner Braut geöffnet. Der Sarg ist... leer!“ In die Totenstille hinein fällt ein scharf klappender Laut. Hans fängt Friedrich auf, der sich bescheiden auf den äußersten Rand des Stuhles gesetzt hatte, der mit ihm umgefallen wäre. Sie warten, bis sich der Alte erholt hat. Er wischt sich mit zitternder Hand über die Stirne. Hans läßt ihn nicht aus dem Blick. Aber vor diesem sprachlos entgeisterten, toderschrockenen Gesicht wird er freundlich und sagt erklärend: „Jeder kleine Umstand, Friedrich, merken Sie gut, fällt ins Gewicht und kann der Untersuchung eine andere Richtung geben. Es ist klar, daß ein Verbrechen vorliegt, und dies Verbrechen muß aufgedeckt werden.“ Georg steht auf, geht an den kleinen Wandschrank und schenkt ein Glas Wein ein.„Trink das, Friedrich, damit du wieder zu dir kommst!“ Friedrich nimmt das Glas, beugt sich vor und preßt seine Lippen ehrfürchtig auf die Hand, die es ihm reicht. Dann rinnen die hellen Tränen über sein Gesicht. Es ist Mitleid mit seinem jungen Herrn und ein Entsetzen, das ihn noch immer erzittern läßt. Er hat Angst, den Wein zu verschütten, und muß das Glas erst einmal niederstellen, ehe er es zum Munde führen kann. „So, Friedrich, beruhige dich jetzt, und besinne dich gut!“ (Fortsetzung folgt.) Frunze nsase Teulungererfaufe Erklärungen Flandins und eine deutsche Entgegnung dnb. Paris, 8. März. Nach den Beratungen der Minister und General- und Admiralstabchefs hat Flandin am Sonnabendabend die Presse empfangen und folgende Erklärung abgegeben: Am 28. Februar hat eine Pariser Zeitung eine Unterredung des deutschen Staatsoberhauptes veröffentlicht, die einen feierlichen Aufruf für die deutsch=französische Aussöhnung enthielt. Diese Kundgebung hat die volle Aufmerksamkeit der französischen Regierung gefunden. Sie hat übrigens nicht gewartet, bis diese Kundgebung erfolgte, um ihren Annäherungswunsch zwischen beiden Ländern zu bekunden. Der Außenminister hatte diesem Wunsch in seiner Kammerrede öffentlich Ausdruck verliehen, obwohl seit mehr als einem Jahr die deutsche Regierung es unterlassen hat, auf die Eröffnungen(Quvertures) zu antworten, die ihr gemacht wurden, und obwohl die Reichsregierung, als sie ihm vergangenen November vom französischen Botschafter nachdrücklichst aufgefordert wurde, ihr Einverständnis zum Abschluß eines Luftpaktes zu geben, auf die internationale Lage verwiesen hat, um jede Verhandlung zu vertagen Am 29. Februar ist dem französischen Botschafter in Berlin die Weisung erteilt worden, in dringlicher Weise um einen Empfang beim Reichskanzler nachzusuchen und ihn zu bitten, genau zu bestimmen, auf welcher Grundlage er die Möglichkeit für eine Annäherung sehe, welche Frankreich ebenso sehr wünsche wie Deutschland. Botschafter Francois=Poncet hat dieser Anweisung sofort Folge geleistet. Im Verlaufe eines Empfanges beim Reichskanzler Hitler in Anwesenheit des Außenministers von Neurath am 2. März wurde ihm geantwortet, daß man die Angelegenheit prüfen werde und der französischen Regierung in kürzester Frist genaue Vorschläge unterbreiten. Um die angebahnten Verhandlungen zu erleichtern, hat die Reichsregierung ersucht, vorläufig Stillschweigen über den Besuch des französischen Botschafters zu beobachten. Diesem Wunsche wurde entsprochen. Nachdem Francois=Poncet gestern unterrichtet wurde, daß Reichsaußenminister von Neurath ihn heute morgen zu sehen wünsche, hat der französische Botschafter eine Denkschrift erhalten, durch die die Reichsregierung in einseitiger Weise den Vertrag von Locarno verleugnet(repudié) und ihre Absicht ankündigt, ihren Beschluß unverzüglich durchzuführen. Indessen ist im Locarnovertrag ausdrücklich vorgesehen, daß er in Kraft bleiben soll bis zu einem gegenteiligen Beschluß des Völkerbundsrates. Die Reichsregierung zieht den französisch=sowjetrussischen Pakt heran, dem sie eine unrichtige Auslegung gibt und den sie als im Widerspruch zum Locarnovertrag hinstellt. Sie übersieht dabei die Rechtfertigungen, die die französische Regierung in dieser Hinsicht seit fast einem Jahr gegeben hat und die die Unterstützung der übereinstimmenden Ansicht der anderen Unterzeichner des Locarnovertrages erhalten haben. Welchen Wert die Reichsregierung auch diesem Vorwurf beimißt, so hätte sie, wenn ihr der diplomatische Weg nicht genügt hätte, das Schlichtungsverfahren einschlagen müssen, das für einen solchen Fall vorgesehen ist. Auf die Frage, ob die heute morgen übergebene Denkschrift die am Montag dem französischen Botschafter versprochene Antwort darstelle, ist geantwortet worden, daß dieses Schriftstück die Grundlagen darstelle, auf denen spätere Meinungsaustausche fruchtbar sein könnten und daß die Antwort auf die Anfrage Frankreichs in der Denkschrift enthalten sei. Das Werk der Verständigung und Aussöhnung müßte in diesem Falle die einseitige Kündigung eines freiwillig abgeschlossenen Vertrages zur Grundlage haben. Gleichzeitig würde die vollendete Tatsache gegeben sein, denn entgegen den von Deutschland übernommenen Verpflichtungen habe dieses bereits heute militärische Abteilungen in die Rheinlandzone entsandt. Die Regierung hatte die Pflicht, diese Tatsache der öffentlichen Meinung zur Kenntnis zu geben. Die Regierung hat mit Sorgfalt die deutsche Denkschrift geprüft, und, ohne anderen Maßnahmen vorzugreifen, sich mit den anderen Unterzeichnern des Locarnovertrages in Verbindung gesetzt, um eine gemeinsame Opposition angesichts einer einseitigen Verleugnung der Vertrage herbeizuführen. Dem Vertrag getreu hat sie beschlossen, den Völkerbundsrat mit der Angelegenheit zu befassen. Hierzu wird bemerkt: Der Kernpunkt der Erklärungen des französischen Außenministers Flandin an die französische Presse ist die Behauptung einer falschen Auslegung des französisch=russischen Paktes durch Deutschland und der Nichtberücksichtigung der französischen Rechtfertigungen, die vor einem Jahre erfolgten. Diese Rechtfertigungsversuche wurden aber seinerzeit von der Reichsregierung als ungenügend zurückgewiesen und die vier Beschwerdepunkte des deutschen Memorandums sind unbestritten geblieben. Diese fußten, wie jedermann erkennen muß, auf den Erklärungen, die Flandin selbst vor der Kammer abgegeben hat. Darüber hinaus enthält die Presseinformation Franzäschenglischen Vorschtio...; die fran##schrenglischen Vorschlage vom 5. Februar 1935 seien ohne untwort, sondern die Vorschläge des Führers aus seiner Reichstagsrede vom 21. Mai 1935. Nicht Deutschland hat Verhandlungen über einen Luftpakt abgelehnt, vielmehr hat Frankreich diese vereitelt, da es sie vom Abschluß eines Ostpaktes, eines Donaupaktes, einer Abrüstungskonvention und anderen unerfüllbaren Voraussetzungen abhängig machte. Die deutsche Darstellung des Besuches des Botschafters beim Führer und Reichskanzler, die aus Anlaß des Interviews im„Paris Midi“ erfolgte, ist bereits gestern richtiggestellt worden. Wenn Herr Flandin behauptet, Deutschland hätte vor seinem Schritt ein internationales Schiedsverfahren anrufen müssen, um die Unvereinbarkeit des französisch=russischen Bündnisses mit Locarno festzustellen, so genügt es, dem die Frage entgegenzuhalten, warum denn Frankreich seinerseits sich als berechtigt angesehen hat, trotz des ihm sofort mitgeteilten deutschen Rechtsstandpunktes durch den Abschluß seines Bündnisses ein Fait accompli zu schaffen. „Unannehmbar für Frankreich“. Beschlüsse des französischen Ministerrates— Wird Frankreich auch dieses Mal die Chance einer europäischen Verständigung verpassen? dnb. Paris, 8. März. Ueber den französischen Ministerrat wird kurz vor 14 Uhr(MEZ.) folgende amtliche Verlautbarung veröffentlicht: „Die Minister haben sich am Sonntagvormittag im Elysee unter dem Vorsitz des Präsidenten der Republik Lebrun versammelt. Außenminister Flandin hat dem Ministerrat die letzten Mitteilungen zur Kenntnis gebracht, die er über die Lage erhalten hat. Der Ministerrat hat die deutsche Denkschrift geprüft. Er hat sie als unannehmbar befunden. Der Ministerrat hat den Beschluß gebilligt, unverzüglich und gemäß dem Lorcarnopakt dnb. Berlin, 8. März. Im Mittelpunkt der Feiern des Heldengedenktages stand die Feier der Wehrmacht als Staatsakt in der Berliner Staatsoper Unter den Linden. In der Loge des Führers nahmen das gesamte Reichskabinett und die obersten Führer der deutschen Wehrmacht Platz. Der Führer, der bei seinem Erscheinen mit dem Deutschen Gruß empfangen wurde, sprach kurze Zeit mit dem greisen Heerführer des Weltkrieges, Generalfeldmarschall von Mackensen, und wies ihm den Platz zu seiner Rechten an. Die weihevollen Klänge des Trauermarsches der Eroica, gespielt von der Staatskapelle Berlin unter Leitung von Generalmusikdirektor, Professor Peter Raabe, leiteten die Feierstunde ein. Dann nahm der Reichskriegsminister und Oberbefehlshaber der Wehrmacht, Generaloberst von Blomberg, das Wort zu einer Gedenkrede. Reichskriegsminister Generaloberst von Blomberg erinnerte einleitend an den Heldengedenktag des vergangenen Jahres, der für immer im Bewußtsein deutscher Menschen verbunden bleiben werde mit dem vorhergehenden Tag, dem Gründungstag der neuen deutschen Wehrmacht. Wie jener Tag der Beginn eines neuen Abschnittes deutscher Geschichte gewesen sei, eines Abschnittes, der nur einem Ziele diene, dem Frieden Deutschlands und dem Frieden der Welt, so diene auch das Geschehnis des gestrigen Tages diesem Zweck. Der Führer habe im Rheinland die volle Staatsoberhoheit wiederhergestellt und darüber hinaus politische Angebote gemacht, deren Annahme den Frieden in Europa sichern könne. Möge die Vernunft und nicht die Leidenschaft die Entschließungen der Staatsmänner Europas leiten. Der Minister gedachte dann der Millionen Gefallenen, deren wir immer in unauslöschlicher Dankbarkeit gedenken werden. Dieser Dank gelte auch den Blutzeugen der nationalsozialistischen Bewegung und den Opfern der Freikorps und der Frontkämpferbünde. Auch der Angehörigen der jungen Wehrmacht, insbesondere ihres jüngsten Teiles, der neuerstandenen Luftwaffe, die den Soldatentod gestorben seien, gedächten wir in stolzer Trauer. Aber wir wollen an diesem ernsten Tage, so sagte der Minister, nicht halt machen an den Grenzen der Völker und der Staaten. Wir zollen unseren Dankestribut den tapferen Soldaten unserer früheren Verbündeten und unseren Achtungsstribut ben nicht minder tapferen Gegnern im Weltkriege. Wir gedenken in dieser Stunde auch Seiner Majestät des verstorbenen Königs Georg V. von Großbritannien und erinnern uns mit gleicher Anteilnahme der Todesstunde eines anderen großen Soldaten, des Marschalls Pilsudski. In seiner weiteren Ansprache warnte der Reichskriegsminister vor der falschen Romantik des frisch=fröhlichen Krieges und ebenso vor dem falschen Bild eines unentwegten Heroismus. Der große Durchschnitt seien nur Menschen mit allen ihren Schwächen und Gebrechen gewesen, die die Schlachten schlugen, sie konnten nicht alle Helden sein, aber sie taten in der übergroßen Mehrzahl treu ihre Pflicht. Dann wies der Minister auf das Werk Adolf Hitlers hin, dem die neue Wehrmacht ihr Bestehen verdanke. „Der Treueid, der uns im Leben und im Sterben an den Führer, seine Weltanschauung und sein Werk bindet, ist uns tiefste Pflicht und freudigstes Bekenntnis.“ den Völkerbundsrat zu befassen und eine Beratung mit den Signatarmächten des Locarno= vertrages zu eröffnen. Diese Beratung wird am Dienstag in Paris erfolgen. Der Kriegsminister General Maurin erstattete Bericht über die Sicherheitsmaßnahmen, die vom ersten Augenblick an durchgeführt worden sind, sowie über die von der Regierung angeordneten Truppenbewegungen. Er wurde ermächtigt, ebenso wie der Kriegsmarineminister und der Luftfahrtminister die ergänzenden Maßnahmen vorzubereiten, die die Umstände erfordern würden. Eine Mitteilung wird den Kammern durch die Regierung zu Beginn der Dienstagnachmittagsitzung gemacht werden.“ * Alles, was von deutscher Seite Frankreich bisher angeboten wurde, haben die Franzosen stets als unannehmbar bezeichnet und abgelehnt: 1. Jede Abrüstung überhaupt war für die Franzosen unannehmbar, 2. ein zweimal 100000=Mann=Heer war für die Franzosen unannehmbar, 3. ein dreimal 100000=Mann=Heer war für die Franzosen unannehmbar, 4. das Flottenabkommen mit England— das einzige Begrenzungsabkommen überhaupt — war für die Franzosen unannehmbar, 5. die Vorschläge über einen Luftpakt hat Frankreich nicht angenommen; sie waren für die Franzosen unannehmbar, 6. und das qualitative Flottenabkommen? Auch hier hat Frankreich sich beiseitegestellt und abgelehnt, mit Deutschland zu verhandeln. 7. am 7. März hat der Führer neue weitgehende Vorschläge zur Befriedung Europas gemacht. Frankreich hat bisher immer abgelehnt. Wird es auch dieses Mal die Chance verpassen? Zum Schluß seiner Rede unterstrich der Minister die Tatsache, daß dieses erste Jahr der Wehrfreiheit zugleich ein Jahr des Friedens gewesen sei. Die Schuld am allgemeinen Wettrüsten liege wahrhaftig nicht bei Deutschland, das nur das eine Ziel habe, in Sicherheit und Ruhe an seinem friedlichen Aufbau arbeiten zu können. „Wir wollen keinen Angriffskrieg, aber den Verteidigungskrieg wollen wir nicht fürchten müssen. Auch das neue Deutschland hofft und wünscht, daß der Krieg als Mittel der Politik und als Gestalter der Völkerschicksale verschwindet. Aber er wird nur verschwinden, wenn man die Ursachen der Kriege beseitigt. Das Deutschland Adolf Hitlers ist heute schon stark, stärker als es je ein Deutschland der Vergangenheit war,— vielleicht nicht stärker durch die Zahl der Bataillone, aber unendlich stärker in der Cinheit und Kraft seines Glaubens und Wollens. Darin sehen wir Soldaten die reichste Ernte des neuen Deutschland. In diesem Lichte erblicken wir auch das Ergebnis des ersten Jahres der wiedergewonnenen Freiheit. Diesem Ziel dient unsere Arbeit jetzt und in der Zukunft.“ Im Gedenken an die gefallenen Helden senkten sich, während die Musik leise das Lied vom guten Kameraden spielte, die Fahnen der alten Regimenter. Das Deutschland= und das Horst=WesselLied beendeten die Feier in der Staatsover. Gefallenenehrung und Vorbeimarsch am Ehrenmal Schon während des Staatsaktes hatte sich eine gewaltige Menschenmenge Unter den Linden und im Lustgarten angesammelt. Zu beiden Seiten des Einganges zum Ehrenmal standen Offiziersabordnungen mit gezogenem Degen. Der Führer schritt, begleitet von Generalfeldmarschall von Mackensen, Reichskriegsminister von Blomberg, General der Artillerie Freiherr von Fritsch, Admiral Raeder und General der Flieger Göring zunächst die Front der vor dem Zeughaus aufgestellten Truppe ab und begab sich dann mit seiner Begleitung in das Ehrenmal, wo er einen von zwei Offizieren getragenen großen Kranz niederlegte und mehrere Minuten lang in tiefem Gedenken verweilte. Den Abschluß der Feier bildete der Parademarsch von zwei Kompagnien des Heeres, einer Kompagnie Kriegsmarine und einer Kompagnie Flieger vor dem Führer. Nach Beendigung des Vorbeimarsches suchten der Führer und Generalfeldmarschall von Mackensen noch die auf einem bevorzugten Platz neben dem Ehrenmal untergebrachten Schwerkriegsbeschädigten auf, mit denen sie sich längere Zeit unterhielten. Explosion dnb. Mailand, 8. März. In der großen Mailänder Auto= und Flugzeugmotorenfabrik Isotta=Fraschini erfolgte Samstag um ½5 Uhr eine große Explosion. Bis jetzt wurden 15 Tote aus den Trümmern geborgen. Die Zahl der Opfer dürfte sich noch erhöhen. Die Explosion ereignete sich in einem Metallschmelzofen mit großer Stichslamme. Das Gebäude, in dem der Ofen stand, wurde in Trümmer gelegt. Die anderen Abteilungen der Fabrik wurden nicht beschädigt. Der Knall war in einem Umkreis von 15 Kilometer zu hören. Ein Knabe, der sich in der Nähe der Fabrik aufhielt, wurde durch den Luftdruck 10 Meter weit fortgeschleudert. Die Ursache der Explosion ist noch nicht geklärt. Der Völkerbundsrat zum 13. März einberufen dnb. Genf, 8. März. Beim Völkerbundssekre. tariat ist Sonntagabend das Telegramm der französischen Regierung eingetroffen, in dem wegen der deutschen Maßnahmen in der entmilitarisierten Zone die sofortige Einberufung des Völkerbundsrates beantragt wird. Das Telegramm der französischen Regierung ist von dem Völkerbundssekretariat sofort den übrigen Mitgliedern des Völkerbundsrates sowie der belgischen und deutschen Regierung mitgeteilt worden. Wie verlautet, wurde dabei an die deutsche Regierung die Anfrage gerichtet, ob sie sich bei der Prüfung der Angelegenheit vertreten lassen wolle. Der amtierende Ratspräsident Bruce=Australien hat den Rat auf Freitag, 13. März, vormittags 11 Uhr, einberufen. Auch die belgische Regierung hat in einem kürzeren Telegramm den Völkerbundsrat mit der Angelegenheit befaßt. Konferenz der Locarnomächte am Dienstagvormittag in Paris onb Paris, 8. März. Die Beratung der Locarnomächte wird, wie ergänzend zum Ministerrat verlautct, am Dienstagvormittag im Kabinett des Außenministers Flandin im Quai'Orsay stattfinden. England wird durch Cden, Belgien durch Vanzeeland, Italien durch Cerruti vertreten sein. Außenminister Flandin wird nicht in der Lage sein, sich zu den Beratungen des Achtzehnerausschusses nach Genf zu begeben. Frankreich wird auf dieser Sitzung durch Paul-Boncour vertreten sein. Flandin muß Dienstag nachmittag in der Kammer anwesend sein, weil die Regierung beabsichtigt, eine Erklärung über die von Deutschland ergriffenen Maßnahmen abzugeben. Flandin beavsichtigt, sich am Donnerstag an dem Beginn der Aussprache über die Ratifizierung des französisch=sowjetrussischen Paktes zu beteiligen. K Kardinalerzbischof Schulte an den Oberbefehlshaber der Wehrmacht dnb Köln, 8. März. Kardinalerzbischof Schulte hat an den Oberbefehlshaber der Wehrmacht, Generaloberst von Blomberg ein Telegramm gesandt, in dem er der denkwürdigen Stunden, da die Wehrmacht des Reiches wiederum als Hüterin des Friedens und der Ordnung in das deutsche Rheinland ihren Einzug hält, die berufenen Waffenträger: unseres Volkes mit ergriffener Seele und eingedenk des erhebenden Beispiels opferbereiter Vaterlandsliebe, ernster Manneszucht und aufrechter Gottesfurcht, das unser Heer von jeher der Welt gegeben hat, begrüßt. Unterredung mit dem Bischof von Mainz dub Berlin, 7. März. Der Bischof von Mainz, Dr. A. Spohr, empfing an diesem rheinischen Freiheitstag einen Mitarbeiter des„Berliner Lokalanzeigers“ zu einer Unterredung. Der Bischof erklärte: Ich habe die Rede des Führers gehört und sehe nunmehr das Volk dieser Stadt in freudiger Erregung über die zurückgewonnene Freiheit, ein Volk, das friedlich ist und in Ruhe seinem Beruf nachgehen will, ein Volk, das aus seinem christlichen Glauben heraus nichts sehnsüchtiger verlangt als den Frieden und die Harmonie, den schönen Zusammenklang der Herzen unter den Volksgenossen— und über die Reichsgrenzen hinaus. Das letzte Wort betonte der Bischof ganz besonders. Er fuhr dann fort: Man wünscht hier den Zusammenklang aus ungestörtem Glauben christlicher Liebe und jener edlen Zucht, die von jeher als kostbares Angebinde deutschen Wesens gegolten hat. Der Bischof schloß seine Ausführungen: Diese Bevölkerung ist friedliebend, so wie das ganze Volk östlich vom Rhein. Kabinekt Stojadinowitsch zurückgetreten dub Belgrad, 7. März. Die Regierung Stojadinowitsch ist zurückgetreten. Der Präsident der Skupschtina verlas um 19 Uhr ein Schreiben des Ministerpräsidenten, in dem dieser mitteilte, daß das Kabinett an der Sitzung des Hauses nicht teilnehmen könne, weil es seinen Rücktritt eingereicht habe, der auch angenommen worden sei. Der Präsident der Skupschtina schloß hierauf die Sitzung und vertagte sie auf unbestimmte Zeit. Italien nimmt Völkerbundsappell an dub. Rom, 8. März. Im italienischen Ministerrat wurde die grundsätzliche Annahme des Völkerbundsappells beschlossen. Seutschslans winl keiten Krieh Die Feier des heldengedenktages— Der Staatsakt in der Staatsoper Frankreich denskonfer onb. Paris, 7 erklärt man, d „flagrante Vertrages darst mächte noch an kündigung ergat Locarno=Vertrag Der Vorsitzen der Kammer, T Notwendigkeit z des Auswärtige Regierung, daß die die Lage erh müsse die Verst Zusammenhalts Die Pariser der Reichsregier Der„Temp mal stellt Deuts Tatsache der ei Verletzung eines Deutschland kü neue Regelung Rückkehr nach( man nie Ve oder Verhandli man dürfe sich Tatsache, eine mit einer rohe befindlichen Ve angetan sei, d und das Vertr zu festigen. Fur das E Rheinlandzone oder schlechten in dem französi geglaubt. Fran so sicher, daß Aussicht gestell Auslegung de: trages dem I Haag unterbre Führer seine aufrichtig aue willens Deutso angesichts der sachen ins Ge Lage würden eine gemeinsal Haltung versti aufdrängen, d den Europas( Blick, Kaltblüti Das„Jou die Ereignisse gung, aber vorrufen. Nach einig schließt das 2 ohne reich und zu tun. 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In politischen Kreisen erklärt man, daß der deutsche Schritt eine „flagrante Verletzung“ des LocarnoVertrages darstelle, da weder an die Signatarmächte noch an den Völkerbundsrat eine Vorankündigung ergangen sei, wie sie in Artikel 8 des Locarno=Vertrages vorgesehen sei. Der Vorsitzende des Auswärtigen Ausschusses der Kammer, Bastid, erklärte, er sehe nicht die Notwendigkeit zu einer dringlichen Einberufung des Auswärtigen Ausschusses Er vertraue der Regierung, daß sie die Vorkehrungen ergreife, die die Lage erheische. Die einzige praktische Folge müsse die Verstärkung des französisch=englischen Zusammenhalts sein. Die Pariser Presse berichtet über die Schritte der Reichsregierung in großer Aufmachung. Der„Temps“ schreibt u..:„Wieder einmal stellt Deutschland Europa vor die vollendete Tatsache der einseitigen Kündigung und der Verletzung eines frei unterzeichneten Vertrages.“ Deutschland kündige Locarno und schlage eine neue Regelung vor, wobei es die Aussicht seiner Rückkehr nach Genf geltend mache. Gewiß dürfe man nie Verhandlungen ablehnen oder Verhandlungen die Tür schließen, aber man dürfe sich auch nicht verhehlen, daß die Tatsache, eine Aufforderung zur Verhandlung mit einer rohen Verletzung(!!) eines in Kraft befindlichen Vertrages zu verbinden, nicht dazu angetan sei, die Verhandlungen zu erleichtern und das Vertrauen zu einem neuen Abkommen zu festigen. Für das Einrücken der Wehrmacht in die Rheinlandzone habe Deutschland einen guten oder schlechten Vorwand benötigt. Es habe ihn in dem französisch=sowjetrussischen Pakt zu finden geglaubt. Frankreich sei seines guten Rechtes(!) so sicher, daß Außenminister Flandin in Aussicht gestellt habe, daß der Streit über die Auslegung des französisch=sowjetrussischen Vertrages dem Internationalen Schiedsgericht im Haag unterbreitet werden möge. Wie auch der Führer seine Handlungen darstellen wolle, wie aufrichtig auch die Beteuerung des Friedenswillens Deutschlands sein möge, nichts(!) falle angesichts der einfachen Beredsamkeit der Tatsachen ins Gewicht. Angesichts des Ernstes der Lage würden die interessierten Mächte sich über eine gemeinsame Politik und die gemeinsame Haltung verständigen, ehe sich ihnen Umstände aufdrängen, die eine Bedrohung für den Frieden Europas(!!) seien, und die vor allem klaren Blick, Kaltblütigkeit und Entschlossenheit erheische. Das„Journal des Debats“ schreibt, die Ereignisse des Sonnabend könnten Erregung, aber nicht Ueberraschung hervorrufen. Nach einigen Verdächtigungen Deutschlands schließt das Blatt, die erste Pflicht sei, nichts ohne reichliche Ueberlegung zu sagen Frankreichs zend und zu tun. Die Regierungen Frunkreichs und Englands, die untätig gewesen seien, als sie die Ereignisse noch hätten verhüten können, würden ihre Fehler nicht gutmachen, sondern nur verschlimmern, wenn sie leichtfertig unvernünftige Entschlüsse fassen würden. Nach dem„Temps“ sagt der Abgeordnete Franklin Bouillon,„15 Jahre absichtlicher Selbsttäuschung, Verzichtleistung und Feigheit haben zu dieser Lage geführt. Wer nicht will, daß Frankreich stirbt, muß für die Einigkeit eintreten und die schlechten Hirten wegjagen. Das ist die erste Bedingung, um die uns drohende Katastrophe zu vermeiden.“ London. Die erste Aeußerung eines der führenden Politiker Englands zu den Vorschlägen des Führers ist die George Lansburys, des greisen ehemaligen arbeiterparteilichen Führers, der bekanntlich die Führung der Partei im vorigen Sommer niederlegte, weil er aus seiner pazifistischen Ueberzeugung heraus nicht glaubte, Sühnemaßnahmen zustimmen zu können. Er sagt:„Diejenigen, die den Frieden wünschen, sollten es der Regierung dringend nahelegen, daß sie Herrn Hitler beim Wort nimmt. In einem Brief an den Bürgermeister von Poplar, in dem er sich mit der Erklärung des Fuhrers beschäftigt, schreibt Lansbury:„Ich sehe nichts, was Europa denn anderes hätte erwarten können. Weder bei uns noch in Frankreich ist eine Mobilisierung erforderlich, es sei denn, daß man den gesunden Menschenverstand mobilisiert. Diejenigen, die den Frieden wünschen, müssen sich zusammentun, um unsere Regierung entschieden aufzufordern, daß sie die Forderung nach einer neuen Friedenskonferenz, und diesmal nach einer wirklichen Friedenskonferenz, unterstützt. Geheime Verhandlungen, geheime Pakte, das muß alles aufgegeben werden. In diesen Tagen darf keiner von uns unserem tödlichen Feinde, der Furcht, unterliegen. Das britische Parlament und das britische Volk haben Gelegenheit erhalten, die Welt von der Barbarei fortzuführen. Der neue Friedensvertrag muß derart sein, daß er Deutschland, Italien und Frankreich wie auch der übrigen Welt Gleichberechtigung gibt, und zwar sowohl im Hinblick auf die Rüstungen als auch auf die wirtschaftliche Entwicklung“ Rom. Amtliche italienische Kreise wahren zu den Entschlüssen der Reichsregierung allergrößte Zurückhaltung und enthalten sich vorerst ausdrücklich jeder Stellungnahme. Als erste italienische Zeitung nimmt der „Ottobre“ zu dem deutschen Vorgehen Stellung. Er erklärt, es sei in diesem Augenblick nichts zu tun, als seine wesentliche Ursache festzustellen. Ohne die englischen Feindseligkeiten gegen das asrikanische Unternehmen gegen Italien, glaubt das Blatt, hätte Deutschland diesen Schritt nicht getan. Brüssel. Die Wiederherstellung der vollen Souveränität Deutschlands in der entmilitarisierten Zone hat in der belgischen Hauptstadt ungeheures Aufsehen erregt. Die Blätter berichten ganz ausführlich über die Reichstagssitzung und heben in Fettdruck die wichtigsten Stellen des deutschen Memorandums hervor. Aber auch die positiven Vorschläge des Führers über die Schaffung eines neuen, wirksamen Systems der Friedenssicherung in Europa werden bereits in Schlagzeilen herausgestellt. Die bis jetzt erschienenen Kommentare verraten, allerdings eine durchaus feindselige„Einstellung gegenüber dem deutschen Schritt und zeigen geringes Verständnis für die konstreuktiven deutschen Befriedungsvorschläge. Die„Nation Belge“ zieht die Schlußfolgerung:„Wir müssen rüsten und feste Bündnisse schließen, die durch sorgfältige Militärabkommen verstärkt werden müssen"(!!). Der marxistische„Peuple“ überläßt es seinem ständigen außenpolitischen Leitartikler, einem Ost. juden, die Absichten Deutschlands in gewohnter Weise zu entstellen. Das Bild, das sich aus diesen ersten Aeußerungen ergibt, ist naturgemäß einseitig. Erst in den nächsten Tagen wird man volle Klarheit darüber haben, wie die öffentliche Meinung in Belgien sich gegenüber der neuen Lage verhält, und welche Schlußfolgerungen sie daraus zieht. Moskau. Die sowjetamtliche TASS berichtet über den Inhalt des Memorandums, ohne indessen dazu Stellung zu nehmen. Bemerkenswert ist, daß in den bisherigen Meldungen aus Berlin mit keinem Wort auf jenen Teil der Rede Bezug genommen wird, der sich besonders eingehend mit Sowjetrußland befaßt. Offenbar sucht man bei den leitenden Stellen nach einer richtigen„Deutung“, um die Worte des Führers sodann in einer für den Bolschewismus geeignet zurechtgemachten Form den russischen Lesern vorzusetzen. Prag. Sämtliche Abendblätter veröffentlichen die Erklärung des Reichskanzlers in großer Aufmachung, enthalten sich aber bis jetzt jeder eigenen Bemerkung dazu. Nur das Abendblatt der tschechischen Oppositionellen,„Narodni Listy“, meint, daß man sich zweifellos an der Schwelle ernster Ereignisse befinde. Man wird in Prag zunächst abwarten, was Paris und London dazu zu sagen haben. Wien. Eigene Stellungnahmen enthalten die Blätter noch nicht. Auch die offiziellen Stellen beobachten vor der Hand Zurückhaltung. Kowno. Die Führerrede wurde in Litauen mit größtem Interesse aufgenommen. In politischen Kreisen hört man, daß vor allem die Stelle des Memorandums, die sich mit den Ostfragen beschäftigt, insofern mit großer Befriedigung aufgenommen worden ist, als darin eine veränderte Stellungnahme Litauen gegenüber erblickt wird. Dagegen kommt in den gleichen Kreisen eine gewisse Zurückhaltung zum Ausdruck, da man sich noch nicht ein Bild machen kann, was unter der ausgesprochenen Voraussetzung im Hinblick auf einen wirksamen Ausbau der Memel=Autonomie gemeint ist. Budapest. In maßgebenden Kreisen ist das allgemeine Interesse ausschließlich auf das Vorgehen der Reichsregierung konzentriert. Man erklärt, daß Deutschland nach dem sowjetrussisch= tschechoslowakischen und sowjetrussisch=französischen Bündnispakt durchaus das Recht hatte, sich als bedroht anzusehen. Von geschichtlicher Bedeutung sei es, daß der Führer und Reichskanzler nach der Außerkraftsetzung des Locarno=Abkommens sofort positive, aufbauende Vorschläge den gesamten europäischen Mächten vorgelegt und damit einwandfrei den unbestreitbaren Friedenswillen Deutschlands erwiesen habe. Die Bereitschaft Deutschlands zum Abschluß von Nichtangriffsverträgen mit Frankreich und Belgien, zum Abschluß des Luft=Abkommens mit den Westmächten und zum Eintritt in den Völkerbund beweise nunmehr endgültig vor der ganzen Welt, daß Deutschland von sich aus die Initiative für den friedlichen Aufbau Europas ergriffen habe. Die Verantwortung für die weitere europäische Entwicklung liege jetzt in Paris und London. Amsterdam. Besonders hervorgehoben wird hier die Tatsache, daß der Führer auch der niederländischen Regierung angeboten hat, an dem neu zu schaffenden System der Nichtangriffspakte teilzunehmen, und daß Deutschland sich bereit erklärt, als gleichberechtigter Staat in den Völkerbund zurückzukehren. Stockholm.„Nya Dagligt Allehanda“ erklärt im Leitaufsatz, der mit„Locarnos Ende“ überschrieben ist, u.., Frankreichs eigensinniges Festhalten an unausstehlichen Einschränkungen der Souveränität der deutschen Großmacht habe die Früchte getragen, die es tragen müssen. Das Blatt erklärt u.., die Militarisierung der Rheinlandzone könne den Bankerott der europäischen Politik der Nachkriegszeit bedeuten. Basel. Im Bundeshaus zu Bern wird die Rede als die bedeutsamste außenpolitische Kundgebung Deutschlands seit Uebernahme der Macht durch den Nationalsozialismus betrachtet.„Die guten Absichten der deutschen Regierung über die Wiederaufnahme der Zusammenarbeit in der internationalen Politik, also im Völkerbund", schreibt die„Nationalzeitung",„sind für die Schweiz ganz allgemein und insbesondere als Völkerbundsstaat von größter Bedeutung.“ Die „Baseler Nachrichten" behaupten, infolge des Einzuges der deutschen Truppen sei die Beistandspflicht der Garantiemächte gegenüber Frankreich gegeben. Newyork. Die Nachmittagsblätter bringen die Führerrede mehrspaltig auf der ersten Seite. Sie heben einleitend die Angebote des Führers zur Herstellung eines wirksamen Friedens in Europa sowie seinen Hinweis auf die Politik Wilsons Pervor. ,. Ins4 Sin Der bekannte amerikanische Journalist Viereck veröffentlicht folgende Erklärung: „Es besteht kein Grund für die Welt, sich über die Tatsache aufzuregen, daß Deutschland beschlossen hat, Besitz von seinem eigenen Landesteil zu ergreifen. Das Vorgehen Hitlers war nach der Verletzung des Locarno=Paktes durch einige seiner Unterzeichner unvermeidlich. Die Wiederangliederung des deutschen Rheinlandes an das Deutsche Reich beseitigt den größten Gefahrenpunkt für den europäischen Frieden, weil sie endgültig die letzte Spur der unterschiedlichen Behandlung tilgt, die Deutschland von seinen Versoiller Feinden aufgezwungen war. Die Meisterrede Hitlers, in der er sein Vorgehen begründet, ist keine Herausforderung zum Krieg, sondern zum Frieden.“ Dr. Goebbels zum Reichswahlleiter bestellt dub Berlin, 8. März. Die Reichswahlkampfleitung wurde vom Führer dem Reichsminister, Reichspropagandaleiter Dr. Goebbels, übertragen. Die Reichspropagandaleitung hat mit ihrem gesamten Mitarbeiterstab mit sofortiger Wirkung ihren Sitz bis Ende des Wahlkampfes nach Berlin verlegt. Die Anschrift lautet: Reichswahlkampfleitung der RSDAP, Berlin W 9, Wilhelmplatz—8, Fernruf A 1(Jäger) 0014. Auslegung der Stimmlisten am 21. und 22. März anb Berlin, 8. März. Nachdem der Termin für die Reichstagswahl auf Sonntag, den 29. März 1936, festgesetzt ist, hat der Reichs= und Preußische Minister des Innern angeordnet, daß die Stimmlisten und Stimmkarteien am 21. und 22. März 1936 auszulegen sind. Die beteiligten Dienststellen sind durch Funkspruch beauftragt worden, sofort alle Vorbereitungen zu treffen. und nun die Kennerte Der Einzug der Truppen in Frankfurt, Bonn, Düsseldorf und Köln dub. Berlin, 8. März. Während bei der größeren Zahl der neuen rheinischen Garnisonen der Einzug der deutschen Wehrmacht bereits am Sonnabend erfolgt war, trafen in Frankfurt, Bonn und Düsseldorf die Kolonnen erst am Sonntag früh ein. In Frankfurt a. M. herrschte noch völlige Dunkelheit, als auf dem Südbahnhof kurz nach 6 Uhr der erste Zug mit einer Artillerieabteilung eintraf. Trotz der frühen Morgenstunde hatten sich zahlreiche Volksgenossen eingefunden, um das militärische Schauspiel mitzuerleben. Nachdem die Mannschaften die Wagen verlassen hatten und die Pferde, Geschütze und Bagagewagen ausgeladen waren, richteten Gauleiter Sprenger und Oberbürgermeister Dr. Krebs herzliche Begrüßungsworte an die neue Garnison, in deren Namen der Regimentskommandeur dankte. Kurz vor 7 Uhr traf dann auf dem Ostbahnhof eine zweite Artillerieabteilung ein. Auch sie wurde vom Gauleiter und dem Oberbürgermeister herzlich besrußt.„7 74ur flrahanher S Ueber Bonn lag schon strahlender Sonnenschein, als der Einzug der neuen Garnison erfolgte. Die Infanterie war frühmorgens auf dem Westbahnhof eingetroffen, die Artillerie wurde in Oberkassel ausgeladen und marschierte von dort über die Rheinbrücke in die Stadt. Auf der Rheinpromenade wurde aus beiden Abteilungen dann die Kolonne gebildet, die kurz nach 11 Uhr durch die Stadt marschierte und überall von dem Jubel der Bevölkerung empfangen wurde. Die Begeisterung der Bevölkerung konnte durch die Absperrmannschaften nicht gehemmt werden. In Düsseldorf, wo gestern bereits eine Fliegerabteilung eingetroffen war, trafen am Sonntagmorgen Artillerieabteilungen ein, denen auch hier langanhaltende Willkommenskundgebungen bereitet wurden. Es ist 11,30 Uhr. Vor dem Hotel Excelsior, im Schatten der Kölner Domtürme, sind führende Persönlichkeiten des neuen Standortes, der Partei und der Behörden versammelt. Sie kommen! geht es endlich durch die Reihen, und an der Rampe der Hohenzollernbrücke werden die ersten grauen Stahlhelme sichtbar. Lafetten rasseln hinterher. Heilrufe werden drüben laut, Arme recken sich den Ankömmlingen entgegen, die Bewegung pflanzt sich fort, und dann braust auch über unsere Köpfe ein einziger Willkommensgruß hinweg. In straffer Haltung, mit blankem Degen, grüßt der voranreitende Offizier, Augen rechts sitzen die Mannschaften stramm auf den Protzen, Blumen fliegen ihnen entgegen, und in die soldatischen Gesichter schleicht sich ein leises, vergnügtes Lächeln. Dr. Goebbels spricht zum Gau Berlin Eröffnung des Wahlkampfes mit einer machtvollen Großkundgebung in Berlin anb Berlin, 7. März. Der Wahlkampf der RSDAP für die Reichstagswahlen am 29. März wird am Dienstag, dem 10. März, mit einer Großkundgebung des Gaues Groß=Berlin beginnen. Reichsminister Dr. Goebbels wirv um 20,15 Uhr in der Deutschlandhalle sprechen. Die Kundgebung wird auf den Berliner und den Deutschlandsender, den Sportpalast, die Tennishalle, die Pharus=Säle, den Saalbau Friedrichshain, die Neue Welt und 200 weitere Säle in Berlin übertragen, so daß der größte Teil der Berliner Bevölkerung Gelegenheit haben wird, den Gauleiter von Berlin und Reichspropagandaleiter der R. S. D. A. P. zu hören. Gesetz über das Reichstagswahlrecht vom 7. März 1936 dub Berlin, 8. März. Im Reichsgesetzblatt vom 7. März wird ein Gesetz über das Reichstagswahlrecht veröffentlicht. Das Gesetz lautet: Die Reichsregierung hat das folgende Gesetz beschlossen, das hiermit verkündet wird: § 1. Reichstagswähler sind außer den deutschen Staatsangehörigen, die nach der ersten Verordnung vom 14. November 1935(Reichsgesetzbl. 1 S. 1333) zum Reichsbürgergesetz vorläufig als Reichsbürger gelten, auch die deutschen Staatsangehörigen deutschen oder artverwandten Blutes, die am Wahltage 20 Jahre alt sind, sofern sie nicht vom Wahlrecht ausgeschlossen sind oder sofern nicht die Ausübung ihres Wahlrechts ruht (§ 2 des Reichswahlgesetzes). Die Bestimmungen der§§ 2 und 5 Abs. 2 der genannten Verordnung findet Anwendung. § 2. Wer, ohne wahlberechtigt zu sein, eine Stimme abgibt, wird mit Gefängnis und mit Geldstrafe oder mit einer dieser Strafen bestraft. § 3. Der Reichsminister des Innern ist ermächtigt, die zur Durchführung dieses Gesetzes erforderlichen Vorschriften zu erlassen. Er kann die Bestimmungen des Reichswahlgesetzes über die Wählbarkeit und über die Verteilung der Sitze auf die Bewerber in den Wahlvorschlägen ändern und die im Reichswahlgesetz vorgesehenen Fristen verkürzen. Berlin, den 7. März 1936. Der Führer und Reichskanzler Adolf Hitler Der Reichsminister des Innern Frick Verordnung des Führers über die Auflösung und Neuwahl des Reichstages vom 7. März 1936 onb Berlin, 8. März. Im Reichsgesetzblatt wird die Verordnung des Führers und Reichskanzlers über die Auflösung und Neuwahl des Reichstages veröffentlicht: In der Absicht, dem deutschen Volke die Gelegenheit zu geben, der mit dem heutigen Tage abgeschlossenen dreijährigen Politik der Wiederherstellung der nationalen Ehre und Souveränität des Reiches, verbunden mit dem aufrichtigen Bestreben nach einer wahren Völkerversöhnung und Verständigung auf den Grundlagen gl#cher Rechte und gleicher Pflichten, seine feierliche Zustimmung erteilen zu können, löse ich den Reichstag mit Ablauf des 28. März 1936 auf. Die Neuwahlen zum Reichstag finden am Sonntag, dem 29. März 1936, statt. Berlin, den 7. März 1936. Der Führer und Reichskanzler Adolf Hitler Der Reichsminister des Innern Frick Deutsch-litauische Unterhaltungen über eine Normalisierung der beiderseitigen Beziehungen dub. Berlin, 8. März. Wie verlautet, haben zwischen der deutschen und der litauischen Regierung Unterhaltungen darüber stattgefunden, ob auf die Organe der öffentlichen Meinungsbildung in dem Sinne einzuwirken sei, daß die Berichterstattung in der Presse und im Rundfunk des einen Landes über Staatsmänner, Regierungsmaßnahmen und Vorgänge des anderen Landes in sachlichem Ton geschieht und die Leitartikel der Presse sich der gleichen Einstellung befleißigen. Wie wir hören, sind beide Regierungen der Ansicht, daß eine derartige Einwirkung bald vorgenommen werden soll, damit die Beziehungen beider Länder normalisiert und die Behandlung der zwischen ihnen schwebenden Fragen sowie die zu treffenden Maßnahmen in einer Atmosphäre der Ruhe und Sachlichkeit vor sich gehen können. instrumentes, ja auf seine Schwerfälligkeit und Unverwendbarkeit in einem europäischen Kampf. Wir haben diese Auffassung immer bekämpft, nicht weil wir irgendwie der Ueberzeugung sind, daß der Deutsche an sich unterlegen wäre, sondern weil wir alle wissen, daß auch der Zahl ihr besonderes Gewicht zukommt. Wir sind aber um so mehr dankbar über die Aufklärung, die gerade in der französischen Kammer von Herrn Herriot über die aggressiv militärische Bedeutung Rußlands gegeben worden ist. Wir wissen, daß diese Darlegungen Herrn Herriot von der Sowjetregierung selbst gegeben wurden und sind überzeugt, daß diese nicht den geistigen Inspirator des neuen Bündnisses mit falschen Aufklärungen bedient haben kann, ebenso wie wir nicht zweifeln an der wahren Wiedergabe dieser Informationen des Herrn Herriot. Nach diesen Informationen aber steht erstens fest, daß zutreten und nach neuen Wegen zu suchen, um eine Lösung dieser Fragen in einem für alle nützlichen Sinne zu ermöglichen. die russische Armee eine Friedensstärke von 1 350000 besitzt, daß sie zweitens 17½ Millionen Mann Kriegsstärken und Reserven umfaßt, daß sie drittens mit der größten Tankwaffe ausgestattet ist und viertens über die größte Luftwaffe der Welt verfügt. Die Heranziehung dieses gewaltigsten militärischen Faktors, der auch in seiner Beweglichkeit und in seiner Führung als ausgezeichnet und jederzeit einsatzbereit geschildert wurde, in das mitteleuropäische Spielfeld zerstört jedes wirkliche europäische Gleichgewicht. Es verhindert außerdem jede mögliche Abschätzung der erforderlichen Verteidigungsmittel zu Lande und in der Luft für die davon betroffenen europäischen Staaten und insonderheit für das allein als Gegner in Aussicht genommene Deutschland. Diese Riesenmobilisierung des Ostens gegen Mitteleuropa steht aber nicht nur buchstabenmäßig, sondern vor allem auch dem Sinne nach im Gegensatz zu dem Geiste des Locarnopaktes. Nicht wir als Betroffene allein haben diese Empfindung, sondern sie lebt in unzähligen einsichtsvollen Männern in allen Völkern und ist auch — publizistisch und politisch belegt— überall offen vertreten worden. Am 21. Februar wendete sich an mich ein französischer Journalist mit der Bitte, ihm ein Interview zu gewähren. Da mir mitgeteilt wurde, daß es sich um einen jener Franzosen handele, die sich genau so wie wir bemühen, Wege zur Verständigung zwischen den beiden Völkern zu finden, wollte ich um so weniger eine Ablehnung aussprechen, als ja auch eine solche sofort als Zeichen meiner Mißachtung der französischen Journalistik gewertet worden wäre. Ich habe die gewünschten Aufklärungen gegeben, so wie ich sie in Deutschland selbst hundert= und tausendmal offen ausspreche, und ich habe noch einmal versucht, mich an das französische Volk zu wenden mit der Bitte um eine Verständigung, an der wir mit ganzem Herzen hängen und die wir so gerne verwirklicht sehen möchten, ich habe aber weiter mein tiefes Bedauern ausgesprochen über die drohende Entwicklung in Frankreich durch den Abschluß eines Paktes, für den unserer Ueberzeugung nach keine zu begreifende Notwendigkeit vorlag, der aber im Falle seiner Realisierung eine neue Sachlage schaffen müßte und würde. Dieses Interview ist, wie Sie wissen, aus Gründen, die uns unbekannt sind, zurückgehalten worden und erschien erst am Tage nach der Ratifizierung in der französischen Kammer. So sehr ich entsprechend meiner Ankündigung in diesem Interview auch in der Zukunft bereit sein werde und aufrichtig gewillt bin, dieser deutsch=französischen Verständigung zu dienen, weil ich in ihr ein notwendiges Element der Sicherung Europas vor unübersehbaren Gefahren erblicke, und weil ich mir für beide Völker aus keinem anderen Verhalten irgendeinen möglichen Vorteil versprechen kann, oder auch nur zu sehen vermag, wohl aber schwerste allgemeine und internationale Gefahren erblicke, so sehr zwang mich die Kenntnis von der endgültigen Abmachung dieses Paktes nunmehr, in eine Ueberprüfung der dadurch entstandenen neuen Lage einzutreten und die daraus notwendigen Konsequenzen zu ziehen. Diese Konsequenzen sind sehr schwere, und sie tun uns und mir persönlich bitter leid. Allein ich bin verpflichtet, nicht nur der europäischen Verständigung Opfer zu bringen, sondern auch den Interessen meines eigenen Volkes zu gehorchen. Solange ein Opfer bei der Gegenseite auf Würdigung und Verständnis stößt, will ich mich gern auch zum Opfer bekennen und werde dem deutschen Volke das gleiche anempfehlen. Im Augenblick, in dem aber feststeht, daß ein Partner diese Opfer entweder nicht mehr bewertet oder würdigt, muß sich daraus eine einseitige Belastung Deutschlands ergeben und damit eine Diskriminierung, die für uns unerträglich ist. Ich möchte aber in dieser geschichtlichen Stunde und an diesem Platze noch einmal das wiederholen, was ich in meiner ersten großen Reichstagsrede im Mai 1933 ausgesprochen habe: das deutsche Volk wird lieber jede Not und Drangsal auf sich nehmen, als von dem Gebot der Ehre und dem Willen zu. Freiheit und der Gleichberechtigung abzustehen. Wenn das deutsche Volk für die europäische Zusammenarbeit etwas wert sein soll, dann kann es diesen Wert nur haben als ein ehrliebender und damit gleichberechtigter Partner. Im Augenblick, in dem es aufhört, diesen charakterlichen Wert zu besitzen verliert es auch jeden sachlichen Ich möchte weder uns noch die übrige Welt betrügen mit einem Volk, das dann nichts mehr wert sein würde, weil ihm das natürlichste Ehrgefühl mangelt. Ich glaube aber auch, daß man selbst in der Stunde so bitterer Erkenntnis und schwerer Entscheidungen nicht versäumen darf, für die europäische Zusammenarbeit trotz allem erst recht einMemorandum an die Signatarmächte des Locarnopaktes Der Kanzler fährt fort: Ich habe mich daher weiter bemüht, in konkreten Vorschlägen der Empfindung des deutschen Volkes Ausdruck zu geben." z um seine Sicherheit besorgt, für seine Freiheit zu jedem Opfer bereit, zu einer wirklichen, aufrichtigen und gleichbewerteten europäischen Zusammenarbeit aber jederzeit gewillt ist. Nach schwerem inneren Ringen habe ich mich daher namens der deutschen Reichsregierung entschlossen, heute der französischen Regierung und den übrigen Signatarmächten des Locarnepaktes folgendes Memorandum überreichen zu lassen: Sofort nach dem Bekanntwerden des am 2. Mai 1935 unterzeichneten Paktes zwischen Frankreich und der Union der sozialistischen Sowjetrepubliken hat die deutsche Regierung die Regierungen der übrigen Signatarmächte des Rheinpaktes von Locarno darauf aufmerksam gemacht, daß die Verpflichtungen, die Frankreich in dem neuen Pakt eingegangen ist, mit seinen Verpflichtungen aus dem Rhein=Pakt nicht vereinbar sind. Die deutsche Regierung hat ihren Standpunkt damals sowohl rechtlich als politisch ausführlich begründet und zwar in rechtlicher Beziehung in dem deutschen Memorandum vom 25. Mai 1935, in politischer Beziehung in den vielfachen diplomatischen Besprechungen, die sich an dieses Memorandum angeschlossen haben. Den beteiligten Regierungen ist auch bekannt, daß weder ihre schriftlichen Antworten auf das deutsche Memorandum noch die von ihnen auf diplomatischem Wege oder in öffentlichen Erklärungen vorgebrachten Argumente den Standpunkt der deutschen Regierung erschüttern konnten. In der Tat hat die gesamte Diskussion, die seit dem Mai 1935 diplomatisch und öffentlich über diese Fragen geführt worden ist, in allen Punkten nur die Auffassung der deutschen Regierung bestätigen können, die sie von Anfang an zum Ausdruck gebracht hat: 1. Es ist unbestritten, daß sich der französischsowjetische Vertrag ausschließlich gegen Deutschland richtet. 2. Es ist unbestritten, daß Frankreich in ihm für den Fall eines Konfliktes zwischen Deutschland und der Sowjetunion Verpflichtungen übernimmt, die weit über seinen Auftrag aus der Völkerbundssatzung hinausgehen und die es selbst dann zu einem militärischen Vorgehen gegen Deutschland zwingen, wenn es sich dabei weder auf eine Empfehlung oder überhaupt auf eine vorliegende Entscheidung des Völkerbundsrates berufen kann. 3. Es ist unbestritten, daß Frankreich in einem solchen Falle also das Recht für sich in Anspruch nimmt, nach eigenem Ermessen zu entscheiden, wer der Angreifer ist. 4. Es steht somit fest, daß Frankreich der Sowjetunion gegenüber Verpflichtungen eingegangen ist, die praktisch darauf hinauslaufen, gegebenenfalls so zu handeln, als ob weder die Völkerbundssatzung, noch der Rheinpakt, der auf diese Satzung Bezug nimmt, in Geltung wären. Dieses Ergebnis des französisch=sowjetrussischen Vertrages wird nicht damit beseitigt, darin den Vorbehalt gemacht hat, zu einem militärischen Vorgehen gegen Deutschland dann nicht verpflichtet zu sein wollen, wenn es sich durch ein solches Vorgehen einer Sanktion seitens der Garantiemächte Italien und Großbritannien aussetzen würde. Diesem Vorbehalt gegenüber bleibt schon die Tatsache entscheidend, daß der Rheinpakt nicht etwa nur auf Garantieverpflichtungen Großbritanniens und Italiens, sondern primär auf den im Verhältnis zwischen Frankreich und Deutschland festgesetzten Verpflichtungen beruht. Es kommt deshalb allein darauf an, ob sich Frankreich bei der Uebernahme dieser Vertragsverpflichtungen in jenen Grenzen gehalten, die ihm im Verhältnis zu Deutschland durch den Rheinpakt auferlegt worden sind. Das aber muß die deutsche Regierung verneiDer Rheinpakt sollte das Ziel verwirklichen, sichern, daß Deutschland einerseits und Frankreich und Belgien andererseits in ihrem Verhältnis zueinander für alle Zukunft auf die Anwendung militärischer Gewalt verzichten. Wenn bei dem Abschluß des Paktes bestimmte Ausnahmen von diesem Kriegsverzicht über das Recht der Selbstverteidigung hinaus zugelassen wurden, so lag, wie allgemein bekannt, der politische Grund hierfür allein darin, daß Frankreich schon vorher gegenüher Polen und der Tschechoslowakei bestimmte Bünonispflichten übernommen hatte, die es der Fee der absoluten Friedenssicherung im Westen nicht opfern wollte. Deutschland hat sich aus seinem guten Gewissen heraus damals mit diesen Einschränkungen des Kriegsverzichtes abgefunden. Es hat die von dem Vertreter Frankreichs auf den Tisch von Locarno gelegten Verträge mit Polen und der Tschechoslowakei nicht beanstandet, allein unter der selbstverständlichen Voraussetzung, daß diese Verträge sich an die Konstruktion des Rheinpakts anpaßten und keinerlei Bestimmungen über die Handhabung des Artikels 16 der Völkerbundssatzung enthielten, wie sie in den neuen französisch=sowjetischen Abmachungen vorgesehen sind. Dem entsprach auch der der damals der deutschen Regierung bekannt gewordene Inhalt dieser Sonderabmachungen. Die im Rheinpakt zugelassenen Ausnahmen sind allerdings nicht ausdrücklich auf Polen und die Tschechoslowakei abgestellt, sondern abstrakt formuliert worden. Es war aber der Sinn aller hierauf bezüglichen Verhandlungen, nur einen Ausgleich zwischen dem deutsch=französischen Kriegsverzicht und dem Wunsche Frankreichs nach Aufrechterhaltung seiner schon bestehenden Bündnisverpflichtungen zu finden. Wenn sich daher Frankreich die abstrakte Formulierung der im Rheinpakt zugelassenen Kriegsmöglichkeiten jetzt zunutze macht, um ein neues Bündnis mit einem militärisch hochgerüsteten Staat gegen Deutschland abzuschließen, wenn es so die Tragweite des von ihm mit Deutschland vereinbarten Kriegsverzichte weiterhin und in so entscheidender Weise einschränkt und wenn es dabei, wie oben dargelegt, nicht einmol die festgesetzten formellen rechtlichen Grenzen innehält, so hat es damit eine völlig neue Lage geschaffen und das politische System des Rheinpaktes sowohl dem Sinne nach als auch tatsächlich zerstört. Die letzten Debatten und Beschlüsse des französischen Parlaments haben erwiesen, daß Frankreich trotz der deutschen Vorstellungen entschlossen ist, den Pakt mit der Sowjetunion endgültig in Kraft zu setzen, ja eine diplomatische Unterredung hat ergeben, daß sich Frankreich schon jetzt an die von ihm geleistete Unterzeichnung dieses Paktes vom 2. Mai 1935 als gebunden ansieht. Gegenüber einer solchen Entwicklung der europäischen Politik kann aber die deutsche Reichsregierung, will sie nicht die ihr pflichtgemäß anvertrauten Interessen des deutschen Volkes verwahrlosen lassen oder preisgeben, nicht untätig bleiben. Die deutsche Regierung hat bei den Verhandlungen der letzten Jahre stets betont, alle sich aus dem Rhein=Pakt ergebenden Verpflichtungen solange zu halten und erfüllen zu wollen, als die anderen Vertragspartner auch ihrerseits bereit sind, zu diesem Pakte zu stehen. Diese selbstverständliche Voraussetzung kann jetzt als von Seiten Frankreichs nicht mehr erfüllt angesehen werden. Frankreich hat die ihm von Deutschland immer wieder gemachten freundschaftlichen Angebote und friedlichen Versicherungen unter Verletzung des Rhein=Paktes mit einem ausschließlich gegen Deutschland gerichteten militärischen Bündnis mit der Sowjetunion beantwortet. baues der garantierten Autonomie des Memelgebietes bereit, auch mit Litauen einen solchen Nichtangriffspakt zu unterzeichnen. 7. Nach der nunmehr erreichten endlichen Gleichberechtigung Deutschlands und der Wiederherstellung der vollen Souveränität über das gesamte deutsche Reichsgebiet sieht die deutsche Reichsregierung den Hauptgrund für den seinerzeitigen Austritt aus dem Völkerbund als behoben an. Sie ist daher bereit, wieder in den Völkerbund einzutreten. Sie spricht dabei die Erwartung aus, daß im Laufe einer angemessenen Zeit auf dem Wege freundschaftlicher Verhandlungen die Frage der kolonialen Gleichberechtigung sowie die Frage der Trennung des Völkerbundsstatuts von seiner Versailler Grundlage geklärt wird. Männer, Abgeordnete des Deutschen Reichstages! In dieser geschichtlichen Stunde, da in den westlichen Provinzen des Reiches deutsche Truppen soeben ihre künftigen Friedensgarnisonen beziehen, vereinigen wir uns alle ter einer gro Kultur. Damit hat der Rhein=Pakt von Locarno aber seinen inneren Sinn verloren und praktisch aufgehört, zu existieren. Deutschland sieht sich daher auch seinerseits nicht mehr als an diesen erloschenen Pakt gebunden an. Die deutsche Regierung ist nunmehr gezwungen, der durch dieses Bündnis neugeschaffenen Lage zu begegnen, einer Lage, die dadurch verscharft wird, daß der französisch=sowjetische Vertrag seine Ergänzung in einem genau parallel gestalteten Bündnis=Vertrag zwischen der Tschechoslowakei und der Sowjetunion gefunden hat. Im Interesse des primitiven Rechtes eines Volkes auf Sicherung seiner Grenzen und zur Wahrung seiner Verteidigungsmöglichkeiten hat daher die deutsche Reichsregierung mit dem heutigen Tage die volle und uneingeschränkte Souveränität des Reiches in der demilitarisierten Zone des Rheinlandes wieder hergestellt. Um aber jeder Mißdeutung ihrer Absichten vorzubeugen und den rein defensiven Charakter dieser Maßnahme außer Zweifel zu stellen, sowohl als ihrer ewig gleichbleibenden Sehnsucht nach einer wirklichen Befriedung Europas zwischen gleichberechtigten und gleichbeachteten Staaten Ausdruck zu verleihen, erklärt sich die deutsche Reichsregierung bereit, auf der Grundlage der nachstehenden Vorschläge neue Vereinbarungen für die Aufrichtung eines Systems der europäischen Friedenssicherung zu zwei heiligen inneren Bekenntnissen: erstens zu dem Schwur, vor keiner Macht und vor keiner Gewalt in der Wiederherstellung der Ehre unseres Volkes zurückzuweichen und lieber der schwersten Not ehrenvoll zu erliegen, als jemals vor ihr zu kapitulieren, und zweitens zu dem Bekenntnis, nun erst recht für eine Verständigung der Völker Europas und insbesondere für eine Verständigung mit unseren westlichen Völkern und Nachbarn einzutreten. Nach drei Jahren glaube ich so, mit dem heutigen Tage den Kampf um die deutsche Gleichberechtigung als abgeschlossen ansehen zu können. Ich glaube, daß damit aber die erste Voraussetzung für unsere seinerzeitige Zurückziehung aus der europäischen kollektiven Zusammaarbeit weggefallen ist. Wenn wir daher nunmehr wieder bereit sind, zu dieser Zusammenarbeit zurückzukehren, dann geschieht dies mit dem aufrichtigen Wunsche, daß vielleicht diese Vorgänge und ein Rückblick auf diese Zusammenarbeit auch bei den anderen europäischen Völkern zu vertiefen. Wir haben in Europa keine territorialen Forderungen zu stellen. Wir wissen vor allem, daß die Spannungen, die sich entweder aus falschen territorialen Bestimmungen oder aus den Mißverhältnissen der Volkszahlen mit ihren Lebensräumen ergeben, in Europa durch Kriege nicht gelöst werden können. Wir hoffen aber, daß die menschliche Einsicht mithelfen wird, das Schmerzliche dieser Zustände zu mildern und Spannungen auf dem Wege einer langsamen revolutionären Entwicklung in friedlicher Zusammenarbeit zu beheben. Und insbesondere empfinde ich mit dem heutigen Tage erst recht die Notwendigkeit, die Verpflichtung zu würdigen, die uns die wiedergewonene nationale Ehre und Freiheit auferlegen, Verpflichtung nicht nur unserem eigenen Volk gegenüber, sondern gegenüber den übrigen europäischen Staaten. So möchte ich denn an dieser Stelle noch einmal die Gedanken, die ich in den 13 Punkten meiner letzten Rede hier ausgesprochen habe, in die Erinnerung der europäischen Staatsmänner zurückrufen mit der Versicherung, daß wir Deutsche gerne alles tun wollen, was zur Verwirklichung dieser sehr realen Ideale möglich und nötig ist. Reine Parteigenossen! zu treffen. 1. Die deutsche Reichsregierung erklärt sich bereit, mit Frankreich und Belgien über die Bildung einer beiderseitigen entmilitarisierten Zone sofort in Verhandlungen einzutreten und einem solchen Vorschlag in jeder Tiefe und Auswirkung unter der Voraussetzung der vollkommenen Parität von vornherein ihre Zustimmung zu geben. 2. Die deutsche Reichsregierung schlägt vor, zum Zweck der Sicherung der Unversehrbarkeit und Verletzbarkeit der Grenzen im Westen einen Nichtangriffspakt zwischen Deutschland, Frankreich und Belgien abzuschließen, dessen Dauer sie bereit ist, auf 25 Jahre zu fixieren. 3. Die deutsche Reichsregierung wünscht, England und Italien einzuladen, als Garantiemächte diesen Vertrag zu unterzeichnen. 4. Die deutsche Reichsregierung ist einverstanden, falls die Kgl. Niederländische Regierung es wünscht, und die anderen Vertragspartner es für angebracht halten, die Niederlande in dieses Vertragssystem einzubeziehen. 5. Die deutsche Reichsregierung ist bereit, zur weiteren Verstärkung dieser Sicherheitsabmachungen zwischen den Westmächten einen Luftpakt abzuschließen, der geeignet ist, der Gefahr plötzlicher Luftangriffe automatisch und wirksam vorzubeugen. 6. Die deutsche Reichsregierung wiederholt ihr Angebot, mit den im Osten an Deutschland grenzenden Staaten ähnlich wie mit Polen Nichtangriffspakte abzuschließen. Da die litauische Regierung in den letzten Monaten ihre Stellung dem Memelgebiet gegenüber einer gewissen Korrektur unterzogen hat, nimmt die deutsche Reichsregierung die Litauen betreffende Ausnahme, die sie einst machen mußte, zurück und erklärt sich unter der Voraussetzung eines wirksamen AusSeit drei Jahren führe ich nun die Regierung des deutschen Reiches und damit das deutsche Volk. Groß sind die Erfolge, die mich die Vorsehung in diesen drei Jahren für unser Vaterland erringen ließ. Auf allen Gebieten unseres nationalen, politischen und wirtschaftlichen Lebens ist unsere Stellung gebessert worden. Ich darf an diesem Tage aber auch bekennen, daß mich in dieser Zeit zahlreiche Sorgen bedrückten und unzählige schlaflose Nächte, arbeitsüberfüllte Tage begleiteten. Ich konnte dies alles nur tun, weil ich mich nie als Diktator meines Volkes, sondern stets nur als sein Führer und damit als sein Beauftragter gefühlt hatte. Ich habe um die innere Zustimmung des Volkes zu meinen Idealen einst vierzehn Jahre gerungen und bin dann dank seines Vertrauens von dem ehrwürdigen Generalfeldmarschall berufen worden. Ich habe aber auch seitdem alle meine Kraft nur aus dem glücklichen Bewußtsein geschöpft, mit meinem Volke unlösbar verbunden zu sein als Mann und als Führer. Ich kann diese geschichtliche Periode der Wiederherstellung der Ehre und Freiheit meines Volkes nicht abschließen, ohne das deutsche Volk nunmehr zu bitten, mir und damit allen meinen Mitarbeitern und Mitkämpfern die nachträgliche Zustimmung zu erteilen zu all dem, was ich in diesen Jahren an oft scheinbar eigenwilligen Entschlüssen, an harten Maßnahmen durchführen und an großen Opfern fordern mußte. Ich habe mich deshalb entschlossen, am heutigen Tage den Deutschen Reichstag auf zulösen, damit das deutsche Volk sein Urteil abzugeben vermag über meine und meiner Mitarbeiter Führung. In diesen drei Jahren hat Deutschland wieder zurückerhalten seine Ehre, wiedergefunden seinen Glauben, überwunden seine größte wirtschaftliche Not und endlich einen neuen kulturellen Aufstieg eingeleitet. Dies glaube ich vor meinem Gewissen und vor meinem Gott aussprechen zu dürfen. Ich bitte jetzt das deutsche Volk, mich in meinem Glauben zu stärken und mir durch die Kraft seines Willens auch weiterhin die eigene Kraft zu geben, um für seine Ehre und seine Freiheit jederzeit mutig einzutreten und für sein wirtschaftliches Wohlergehen sorgen zu können und mich besonders zu stützen in meinem Ringen um einen wahrhaften Frieden. Warum soll den zwecklose der keinem! gültigen En konnte und und durch d ren Das deutsche daß das französ Ich habe vers ten Klassenkamz im Sinne einer es ist mir dies möglich sein, da päischen VolksSphäre des U herauszuheben höheren Einsich Ich habe m ebenso zäh Gleichberecht oder so dur auch das Ve für die No gegenseitige Wenn mir abe nationalen Geg doch diese Zusa so muß ich den lehne und lehn dern mit dem spruch erheben scher. Ich liebe weiß, daß es n ihm das Leben möglich ist. Ich will ni das nicht n sein ganzedas Graue national Ich zitteref aus unserem a werden soll, w destruktiven u zenden asiatise bolschewistische de. 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Das deutsche Volk ist nicht interessiert daran, daß das französische leidet und umgekehrt: Wo liegt der Vorteil für Frankreich darin, wenn Deutschland in Not verkommt? Welchen Nutzen hat der französische Bauer, wenn es dem deutschen schlecht geht oder umgekehrt? Oder welch ein Vorteil bietet sich für den französischen Arbeiter etwa aus der Not des deutschen? Welchen Segen könnte es aber auch für Deutschland bringen, für den deutschen Arbeiter, den deutschen Mittelstand und das deutsche Volk überhaupt, wenn Frankreich vom Unglück heimgesucht würde? Die Ersten deuischen keuppen in=Kol Tergediches Matsen um den Feieden Ich habe versucht, die Fragen einer fast erfüllten Klassenkampftheorie im inneren Deutschland im Sinne einer höheren Vernunft zu lösen, und es ist mir dies gelungen. Warum soll es nicht möglich sein, das Problem der allgemeinen europäischen Volks- und Staatengegensätze aus der Sphäre des Unvernünftigen, Leidenschaftlichen herauszuheben und unter das ruhige Licht einer höheren Einsicht zu stellen? Ich habe mir jedenfalls einst geschworen, ebenso zäh und tapfer für die deutsche Gleichberechtigung zu kämpfen und diese so oder so durchzusetzen, wie umgekehrt aber auch das Verantwortungsgefühl zu stärken für die Notwendigkeit einer europäischen gegenseitigen Rücksichtnahme und Zusammenarbeit. Wenn mir aber heute von Seiten meiner internationalen Gegner aus vorgehalten wird, daß ich doch diese Zusammenarbeit mit Rußland ablehne, so muß ich demgegenüber folgendes erklären: Ich lehne und lehnte sie nicht mit Rußland ab, sondern mit dem auf die Herrschaft der Welt Anspruch erhebenden Bolschewismus. Ich bin Deutscher. Ich liebe mein Volk und hänge an ihm. Ich weiß, daß es nur dann glücklich sein kann, wenn ihm das Leben nach seinem Wesen und seiner Art möglich ist. Ich will nicht, daß über das deutsche Volk, das nicht nur weinen, sondern auch durch sein ganzes Leben herzlich lachen konnte, das Grauen der kommunistischen internationalen Haßdiktatur gesenkt wird. Ich zittere für Europa bei dem Gedanken, was aus unserem alten menschenüberfüllten Kontinent werden soll, wenn durch das Hereinbrechen dieser destruktiven und alle bisherigen Werte umstürzenden asiatischen Weltauffassung das Chaos der bolschewistischen Revolution erfolgreich sein würde. Ich bin vielleicht für viele europäische Staatsmänner ein phantastischer, jedenfalls aber unbequemer Warner. Daß ich aber in den Augen der bolschewistischen internationalen Weltunterdrücker als einer der größten Feinde gelte, ist für mich nur eine große Ehre und eine Rechtfertigung meines Handelns vor der Nachwelt. Ich kann nicht verhindern, daß andere Staaten ihren Weg gehen, den sie nun einmal glauben, gehen zu müssen oder wenigstens gehen zu können, aber ich werde es verhindern, daß auch Deutschland diesen Weg in das Verderben antritt. Und ich glaube, daß dieses Verderben in dem Augenblick seinen Einzug halten würde, in dem die Staatsführung sich selbst zum Verbündeten einer solchen destruktiven Lehre wollte. Ich sehe keine Möglichkeit, dem deutschen Arbeiter die mich so tief bewegende Gefahr des Unglücks eines bolschewistischen Chaos klar zu machen, wenn ich selbst als Führer der Nation mich in enge Beziehungen zu dieser Gefahr bringen wollte. Ich will auch hier als Staatsmann und Führer des Volkes alles das tun, was ich vom einzelnen Volksgenossen erwarte und verlange. Ich glaube nicht, daß die engere Berührung mit einer Weltanschauung, die für ein Volk verderblich ist, für Staatsmänner nützlich sein kann. Wir haben in der deutschen Geschichte der letzten zwanzig Jahre ja Gelegenheit gehabt, Erfahrungen auf diesem Gebiete zu sammeln. Die erste Fühlung mit dem Bolschewismus im Jahre 1917 brachte ein Jahr später uns selbst die Revolution. Die zweite Berührung mit ihm genügte, um in wenigen Jahren Deutschland knapp an den Rand des kommunistischen Zusammenbruchs zu bringen. Ich habe diese Beziehungen gelöst und damit Deutschland vor diesem Verderben zurückgerissen. Nichts wird mich bewegen können, einen anderen Weg zu gehen als den, den mir Erfahrung, Einsicht und Voraussicht vorschreiben. Und ich weiß, daß diese Ueberzeugung tiefstes Gedanken- und Ideengut der ganzen nationalsozialistischen Bewegung geworden ist. Mit zäher Beharrlichkeit werden wir die sozialen Probleme und Spannungen in unserem Volke auf dem Wege einer fortgesetzten Evolution lösen und damit uns des Segens einer ruhigen Entwicklung versichern, die allen unseren Volksgenossen zugute kommt. Und was dabei an immer neuen Aufgaben an uns herantritt, erfüllt uns mit der Freude desjenigen, der ohne Arbeit und damit ohne Aufgaben nicht zu leben vermag. Wenn ich diese grundsätzliche Einstellung auf die europäische allgemeine Politik übertrage, dann ergibt sich daraus für mich dub Köln, 7. März. Wenige Minuten nach 12 Uhr brauste die erste Flugzeugstaffel der Luftwaffe über Köln hinweg. Die Kölner Bevölkerung, die überall in Gemeinschaftsempfang die Rede des Führers im Reichstage hörte, grüßte die Flugzeuge mit erhobener Rechten und donnernden Heilrufen. Auf den Straßen um die Rheinbrücke, um den Dom und am Ring stauten sich die Menschenmengen. Noch wenige Minuten vor 12 Uhr hatte sie keine Ahnung von den kommenden Ereignissen. Aber dann verbreitete sich die Kunde von dem Einzug der deutschen Truppen in die bisher entmilitarisierte Zone wie ein Laufseuer durch die Straßen der Rheinmetropole. * Köln, 7. März. Nachdem der Einmarsch der deutschen Truppen in Köln durch das Erscheinen einer Fliegerstaffel bereits angekündigt war, zog gegen 12.45 Uhr als erste Abteilung eine Flakbatterie mit ihren Mannschaftswagen über die Hohenzollernbrücke in Köln ein. Unbeschreiblicher Jubel der begeisterten Kölner Bevölkerung empfing diese ersten Sendboten der jungen deutschen Wehrmacht. Die Menschenmassen, die die Straßen an der Hohenzollernbrücke und um den Dom herum säumten, grüßten die Truppen mit dem deutschen Gruß. Der Oberbürgermeister von Köln, Dr. Riesen, war der Abteilung bis zur rechten Rheinseite entgegengefahren und führte sie selbst über die Hohenzollernbrücke in die Stadt. Auch in den übrigen Straßen wurde der Abteilung ein begeisterter Empfang zuteil, um so mehr, als man mit Recht annahm, daß diese Abteilung in Zukunft in Köln ihren Standort haben würde. Die Batterie rückte dann zum Flughasen Köln ab. die anterschelouug Caropas in zwei Hatsten! in jene Hälfte, die sich aus selbständigen und unabhängigen Nationalstaaten aufbaut, aus Völkern, mit denen wir tausendfältig durch Geschichte und Kultur verbunden sind und mit denen wir in alle Zukunft genau so wie mit den freien und selbständigen Nationen der außereuropäischen Kontinente verbunden bleiben wollen; und in eine andere Hälfte: die von jener unduldsamen und einem allgemeinen internati##nalen Herrschaftsanspruch erhebende bolschewistische Lehre regiert wird, die selbst den ewigsten und uns heiligen Dies. und Jenseitswerten die Vernichtung predigt, um eine andere, uns in Kultur, Aussehen und Inhalt abscheulich vorkommende Welt aufzubauen. Mit ihr wollen wir außer den gegebenen politischen und wirtschaftlichen internationalen Beziehungen in keine sonstige innere Berührung kommen. Es liegt nun eine unendliche Tragik darin, daß als Abschluß unserer langjährigen aufrichtigen Bemühungen um das Vertrauen, die Sympathien und die Zuneigung des französischen Volkes ein Militärbündnis abgeschlossen wurde, dessen Anfang wir heute kennen, dessen Ende aber wenn die Vorsehung nicht wieder einmal gnädiger ist, als es die Menschen verdienen, vielnicht von unabsehbaren Folgen sein wird. Ich habe mich in den letzten drei Jahren bemüht, langsam, aber stetig, die Voraussetzungen für eine deutsch=französische Verständigung zu schaffen. Ich habe dabei nie einen Zweifel darüber gelassen, daß es zu den Voraussetzungen dieser Verständigung die absolute Gleichberechtigung und damit die gleiche Rechtswertung der beiden Völker und Staaten gehört. Ich habe aber bewußt in dieser Verständigung nicht nur ein Problem gesehen, das auf den Wegen von Pakten gelöst wird, sondern ein Problem, das zunächst den beiden Völkern psychologisch nahegebracht werden muß, da es nicht zur verstandes=, sondern auch gefühlsmäßig vorbereitet werden soll. Ich habe daher auch oft den Vorwurf bekommen, daß meine Freundschaftsangebote keine konkreten Vorschläge enthalten hätten. Dies ist nicht richtig. Was konkret zur Entspannung der deutsch=französischen Beziehungen überhaupt vorgeschlagen werden konnte, habe ich auch mutig konkret vorgeschlagen. Ich habe einst nicht gezögert, mich dem konkreten Vorschlag einer Rüstungsbeschränkung von 200 000 Mann anzuschließen. Ich habe mich, als dieser Vorschlag dann von den verantwortlichen Verfassern selbst preisgegeben wurde, mit einem ganz konkreten neuen Vorschlag an das französische Volk und an die europäischen Regierungen gewendet Aber auch der 300000=Mann=Vorschlag erfuhr Ablehnung. Ich habe eine ganze Reihe weiterer konkreter Vorschläge zur Entgiftung der öffentlichen Meinungen in den einzelnen Staaten und zur Reinigung der Kriegsführung und damit letzten Endes zu einer, wenn auch langsamen, so aber sicheren Abrüstung gebracht. Es ist ein einziger dieser deutschen Vorschläge wirklich berücksichtigt worden. Der realistische Sinn einer englischen Regierung hat meinen Vorschlag der Herstellung einer dauernden Relation zwischen der deutschen und englischen Flotte, die ebenso den Bedürfnissen der deutschen Sicherheit entspricht wie umgekehrt Bedacht nimmt auf die enormen überseeischen Interessen eines großen Weltreiches, angenommen. Und ich darf wohl darauf hinweisen, daß bis heute noch dieses Abkommen der praktisch einzig existierende wirkliche verständnisvolle und daher gelungene Versuch einer Rüstungsbegrenzung geblieben ist. Die Reichsregierung ist, wie Sie wissen, bereit, diesen Vertrag durch eine weitere qualitative Abmachung mit England zu ergänzen. Ich habe den sehr konkreten Grundsatz ausgesprochen, daß die Sammelprogramme einer internationalen Paktomanie ebenso wenig Aussicht auf Verwirklichung besitzen wie die Generalvorschläge einer unter solchen Umständen von vornherein schon als undurchführbar erwiesenen Weltabrüstung. Ich habe demgegenüber betont, daß nur schrittweise an diese Fragen herangetreten werden kann und zwar nach der Richtung des vermutlich geringsten Widerstandes hin. Ich habe aus dieser Ueberzeugung heraus den konkreten Vorschlag auch für einen Luftpakt entwickelt, unter der Zugrundelegung gleicher Stärke für Frankreich, England und Deutschland. Das Ergebnis war zunächst eine Mißachtung dieses Vorschlages und dann die Hereinführung eines neuen, in seinem militärischen Ausmaß unberechenbaren osteuropäisch=asiatischen Faktors in das europäische Gleichgewichtsfeld. Ich habe mich jahrelang also mit konkreten Vorschlägen abgegeben, allein ich stehe nicht an, zu erklären, daß mir mindest ebenso wichtig als die sog. konkreten Vorschläge die psychologische Vorbereitung für die Verständigung erschienen ist, und ich habe auf dem Gebiete mehr getan als ein aufrichtiger fremder Staatsmann jemals überhaupt auch nur erhoffen durfte. Ich habe die Frage der ewigen europäischen Grenzrevisionen aus der Atmosphäre der öffentlichen Diskussionen in Deutschland genommen. Man steht leider nur zu oft auf dem Standpunkt, und dies gilt besonders für ausländische Staatsmänner, daß dieser Einstellung und ihren Handlungen keine besondere Bedeutung zukommt. Ich darf darauf hinweisen, daß es mir genau so möglich gewesen wäre, als Deutscher die Wiederherstellung der Grenzen vom Jahre 1914 moratisch als mein Programm aufzustellen und publizistisch und oratorisch zu vertreten, so wie das etwa französische Minister und Volksführer nach dem Jahre 1871 getan haben. Meine Herren Kritiker sollen mir auch auf diesem Gebiet nicht jede Fähigkeit absprechen. Es ist viel schwerer für einen Nationalisten, einem Volk zur Verständigung zuzureden, als das umgekehrte zu tun. Und es würde für mich wahrscheinlich leichter gewesen sein, die Instinkte nach einer Revanche aufzupeitschen, als das Gefühl für die Notwendigkeit einer europäischen Verständigung zu erwecken und dauernd zu vertiefen. Und dies habe ich getan. Ich habe die deutsche öffentliche Meinung von Angriffen solcher Art gegen unsere Nachbarvölker befreit. Ich habe aus der deutschen Presse jeden Haß gegen das französische Volk entfernt. Ich bemühte mich, in unsere Jugend das Verständnis für das Ideal einer solchen Verständigung hineinzubringen und zwar sicherlich nicht erfolglos. Als vor wenigen Wochen die französischen Gäste in das olympische Stadion, in Garmisch=Partenkirchen einzogen, da hatten sie vielleicht Gelegenheit festzustellen, ob und inwieweit mir eine solche innere Umstellung des deutschen Volkes gelungen ist. Diese innere Bereitwilligkeit aber, eine solche Verständigung zu suchen und zu finden, ist wichtiger als ausgeklügelte Versuche von Staatsmännern, die Welt in ein Netz juristisch und sachlich undurchsichtiger Pakte zu verspinnen. Dieses Bestreben von mir war aber doppelt schwer, weil ich in derselben Zeit Deutschland aus der Verstrickung eines Vertrages lösen mußte, der ihm seine Gleichberechtigung raubte, an dessen Aufrechterhaltung aber— ob mit Recht oder Unrecht ist nebensächlich— das französische Volk geglaubt hat, interessiert sein zu müssen. Ich habe dabei gerade als deutscher Nationalist für das deutsche Volk noch ein weiteres besonders schweres Opfer bringen müssen. Es ist bisher wenigstens in der neueren Zeit noch nie versucht worden, nach einem Krieg dem Verlierer sonveräne Hoheitsrechte über große und alte Teile seines Reiches einfach abzusprechen. Ich habe nur im Interesse dieser Verständigung dieses schwerste Opfer, das man uns politisch und moralisch aufbürden konnte, getragen und wollte es weiter tragen, nur weil ich glaubte, einen Vertrag aufrechterhalten zu sollen, der vielleicht mithelfen konnte, die politische Atmosphäre zwischen Frankreich und Deutschland und England und Deutschland zu entgiften und das Gefühl einer Sicherheit auf allen Seiten zu verbreiten. Ja, darüber hinaus habe ich oft und auch hier in diesem Hause die Auffassung vertreten, daß wir nicht nur bereit sind, diesen schwersten Beitrag für die europäische Friedenssicherung zu tragen, solange auch die anderen Partner ihre Verpflichtungen erfüllen, sondern daß wir in diesem Vertrage überhaupt den einzig möglichen weil konkreten Versuch einer europäischen Sicherung erblicken. Ihnen, meine Abgeordneten, ist der Inhalt und Sinn dieses Vertrages bekannt. Er sollte zwischen Belgien und Frankreich einerseits und Deutschland andererseits für alle Zukunft die Anwendung von Gewalt verhindern. Durch die schon vorher abgeschlossenen Bündnisverträge Frankreichs ergab sich leider die erste, wenn auch den Sinn dieses Paktes noch nicht aufgebende Belastung. Deutschland leistete zu diesem Pakt den schwersten Beitrag, denn während Frankreich seine Grenze in Erz, Beton und Waffen armieren und mit zahlreichen Garnisonen versah, wurde uns die fortdauernde Aufrechterhaltung einer vollkommenen Wehrlosigkeit im Westen aufgebürdet. Dennoch haben wir auch dieses erfüllt in der Hoffnung, durch einen solchen Beitrag dem europäischen Frieden zu dienen und der Verständigung der Völker zu nützen. Es steht mit diesem Pakt nun in Widerspruch die Abmachung, die Frankreich im vergangenen Jahre mit Rußland eingegangen und bereits unterzeichnet hat, und deren Bestätigung durch die Kammer soeben erfolgt ist. Denn durch dieses neue französisch=sowjetische Abkommen wird über dem Umweg der Tschechoslowakei, die ein gleiches Abkommen mit Rußland getroffen hat, die bedrohliche militärische Macht eines Riesenreiches nach Mitteleuropa hereingeführt. Es ist dabei das Unmögliche, daß diese beiden Staaten in ihrer Abmachung sich verpflichten, ohne Rücksicht auf eine entweder bereits vorliegende oder zu erwartende Entscheidung des Völkerbundsrates im Falle einer europäischen östlichen Verwicklung die Schuldfrage nach eigenem Ermessen zu klären und dementsprechend die gegenseitige Beistandsverpflichtung als gegeben zu betrachten oder nicht. Die Behauptung, daß in diesem Pakt durch eine angefügte Einschränkung die erste Verpflichtung wieder aufgehoben würde, ist unverständlich. Denn ich kann nicht in einem Punkt ein bestimmtes Verfahren als ausdrücklichen Bruch mit einer sonst geltenden Verpflichtung festlegen und damit als bindend annehmen, um in einem weiteren Punkt festzustellen, daß gegen diese anderen Verpflichtungen nicht gehandelt werden soll. In diesem Falle würde die erste Bindung unvernünftig und damit eben unverständlich sein.“ Dieses Problem ist aber zunächst ein politisches Problem und als solches in seiner schwerwiegenden Bedeutung zu werten. Frankreich hat diesen Vertrag nicht abgeschlossen mit einer beliebigen europäischen Macht. Frankreich hatte schon vor dem Rheinpakt Beistandsverträge sowohl mit der Tschechoslowakei als auch mit Polen. Deutschland nahm daran keinen Anstoß, nicht nur, weil diese Pakte zum Unterschied des französisch=sowjetischen Paktes sich den Völkerbundsfeststellungen unterwarfen, sondern weil sowohl die damalige Tschechoslowakei wie besonders Polen primär stets eine Politik der Vertretung der nationalen eigenen Interessen dieser Staaten führen werden. Deutschland hat nicht den Wunsch, diese Staaten anzugreifen und glaubt auch nicht, daß es im Interesse dieser Staaten liegen wird, einen Angriff gegen Deutschland vorzunehmen. Vor allem aber: Polen wird Polen bleiben und Frankreich Frankreich. Sowjetrußland aber ist der staatlich organisierte Exponent einer revolutionären Weltanschauung. Seine Staatsauffassung ist das Glaubensbekenntnis zur Weltrevolution. Es ist nicht feststellbar, ob nicht morgen oder übermorgen auch in Frankreich diese Weltanschauung erfolgreich sein wird, sollte aber dieser Fall eintreten— und als deutscher Staatsmann muß ich auch damit rechnen— dann ist es sicher, daß dieser neue bolschewistische Staat eine Sektion der bolschewistischen Internationale sein würde, d.., die Entscheidung über Angriff oder Nichtangriff wird dann nicht von zwei verschiedenen Staaten nach deren objektiven eigenen Ermessen getroffen, sondern von einer Stelle aus direktiv erteilt. Diese Stelle aber würde im Falle dieser Entwicklung nicht mehr Paris, sondern Moskau sein. So wenig Deutschland in der Lage ist, schon aus rein territorialen Gründen Rußland anzugreifen, so sehr wäre Rußland jederzeit in der Lage, über den Umweg seiner vorgeschobenen Positionen einen Konflikt mit Deutschland herbeizuführen. Die Feststellung des Angreifers wäre dann, weil unabhängig von der Bestimmung des Völkerbundsrates, wohl von vornherein gewiß. Die Behauptung oder der Einwand, daß Frankreich und Rußland nichts tun würden, was sie eventuell Sanktionen aussetzen könnte, — und zwar von Seiten Englands oder Italiens— ist belanglos, weil es nicht zu ermessen ist, welcher Art wirksame Sanktionen gegen eine so überwältigende weltanschaulich und militärisch einige Konstruktion überhaupt sein könnten. Wir haben jahrelang vor dieser Entwicklung besorgt gewarnt. Nicht, weil wir sie mehr zu fürchten haben, als andere, sondern weil sie eines Tages von furchtbaren Folgen für ganz Europa begleitet sein kann. Man hat diese unsere ernstesten Bedenken abzutun versucht mit dem Hinweis auf die Unfertigkeit des russischen Kriegs(Fortsetzung Aus Westbeutschrull! Große allgemeine Rassehundeschau Reges Interesse der Hundezüchter aus Westsalen und Nachbarbezirken Dortmund. Das offizielle Programm und die Meldescheine für die„Große Allgemeine Rassehundeschau“, die am 22. März 1936 vom Allgemeinen Kynologischen Verein Groß=Dortmund e. V. (Ortgruppe des Reichsverbandes für das Deutsche Hundewesen) in den Hallen des Dortmunder Magerviehhofes veranstaltet wird, sind vor einigen Tagen zum Versand gelangt. Gegenüber der ursprünglichen Tageseinteilung ist eine wesentliche Erweiterung des Programms dieser für den Hundesport bedeutsamen Veranstaltung insofern eingetreten, als es gelungen ist, der Ausstellung eine große Dressurprüfung für Diensthunde aller Art(mit Spezialleistungen) und ein Windhundrennen anzugliedern. Hierdurch dürfte die Anziehungskraft, die die Hundeausstellungen in Dortmund von jeher auf Hundezüchter und Hundeliebhaber in starkem Maße ausübten, erheblich gesteigert werden. Daß die Ausstellung in der Beschickung mit Rassehunden aller Art ein vorzügliches Ergebnis zeigen wird, kann aus den bereits jetzt vorliegenden zahlreichen Anmeldungen mit Sicherheit geschlossen werden. Von besonderer Bedeutung ist, daß dieses rege Interesse nicht nur von westfälischen Züchtern, sondern darüber hinaus auch von solchen der Nachbarprovinzen bekundet wird. Meldeschluß für die Dortmunder Hundeausstellung ist der 15. März 1936. Zwei Menschen in höchster Gefahr verbrüht zu werden Bochum. In dem Betriebe eines Werkes im Stadtteile Weitmar platzte auf einer Lokomotive während der Rangierarbeiten plötzlich das Standrohr, und die heißen Dämpfe, die mit voller Gewalt ausströmten, bedrohten Lokomotivführer und Heizer aufs schwerste. Dem Heizer gelang es, die Maschine auf ein totes Gleis zu steuern, da der Lokomotiv= führer bereits infolge der Verbrühungen seinen Dienst nicht mehr versehen konnte. Schnell zu Hilfe eilende Arbeitskameraden sorgten dafür, daß den beiden schwer bedrohten Menschen schnell geholfen wurde. Auch der Heizer hatte inzwischen erhebliche Verbrühungen erlitten. Durch eigene Unvorsichtigkeit zu Tode gekommen Datteln. Der 63jährige Heinrich Idahl hatte sich auf der Walderseestraße nach Jungensart auf seinen vierrädrigen Handwagen gesetzt. die Deichsel zwischen die Beine genommen und bewegte sich nun, mit den Beinen gehend sitzend vorwärts. Ein herankommender Personenwagen gab Warnungszeichen, damit I. sich rechts halte. Kaum aber war der Wagen ungefähr neben dem Idahl, als dieser mit seinem Wagen nach links bog und natürlich von dem Personenwagen angefahren wurde. Bei dem schweren Anprall wurde der leichtfertige Mann zur Seite geschleudert und blieb mit doppeltem Schädelbruch bewußtlos liegen. Man brachte ihn zwar in eine Privatwohnung und rief einen Arzt. Doch war Idahl inzwischen der schweren Verletzung erlegen. Zigaretten rauchen beim Benzinfaß ist gefährlich Recklinghausen. In einem Garten an der Reitzensteinstraße lag ein leeres Benzinjaß. In seiner nächsten Nähe zündeten sich zwei Arbeiter Zigaretten an, ohne sich um die Gefährlichkeit des Handels zu kümmern. Was zu erwarten war, geschah: Mit surchtbarem Krachen flog der Tank auseinander und verletzte einen 19jährigen jungen Mann am Unterleib schwer. Man mußte ihn ins Krankenhaus bringen. Der andere kam mit leichteren Verletzungen davon. Die uniere Körperhälfte zerquetschl Marl. Auf der Zeche„Brassert“ geriet der verheiratete Ziegeleiarbeiter auf dem Wege zur Waschkaue unter einen Eisenbahnwaggon. Ihm wurde die untere Körperhälfte zerquetscht. Trotzdem blieb der Mann bei voller Besinnung und erlag erst einige Stunden später seinen furchtbaren Verletzungen. Drei eseiner Kinder sind noch schulpflichtig Lastkraftwagen überfährt einen Kinderwagen Reisenpanne verursacht schweren Verkehrsunfall Gladbeck. Mittwoch gegen 11,30 Uhr ereignete sich auf der Winkelstraße in Gladbeck ein schwerer Verkehrsunfall, der glücklicherweise aber kein Todesopfer forderte. An einem die Winkelstraße befahrenden, schwer beladenen Lastkraftwagen der Firma Strangmann, platzte der rechte Vorderreisen, und der Fuhrer des Lastkraftwagens verlor die Gewalt über sein Fahrzeug. Hierdurch geriet der in Fahrt befindliche Lastkraftwagen von der Fahrbahn ab und fuhr plötzlich nach rechts in einen an die Straße grenzenden Garten. Zufälligerweise befand sich in gleicher Höhe mit dem Lastkraftwagen eine Frau mit ihrem Kinderwagen, in dem ein 9 Monate altes Kind lag. Der Kinderwagen wurde von dem Kraftwagen erfaßt und zur Seite geschleudert, wobei der Säugling aus dem Kinderwagen herausfiel und mit gebrochenen Beinen schwer verletzt liegen blieb. Der Kinderwagen selbst wurde gänzlich zertrümmert. Die Mutter des Kindes geriet unter den Lastkraftwagen zwischen beide Vorderräder, und der Wagen fuhr über sie hinweg. Wie durch ein Wunder kam sie lediglich mit einem Schlüsselbeinbruch davon. Mutter und Kind wurden von der Sanitätswache in das St.=Barbara=Hospital eingeliefert. Tragischer Unglücksfall mit ködlichem Ausgange In betrunkenem Zustande aus dem Fenster gestürzt Gelsenkirchen. Am Mittwochmorgen gegen 8,40 Uhr wurde der Kaffeehausbesitzer Robert Tietze aus Gelsenkirchen von Hausbewohnern im Hofe seines Hauses in einer Blutlache liegend aufgefunden. Tietze war ohne Besinnung und wurde ins Marien= hospital geschafft. Wie die polizeilichen Feststellungen ergeben haben, ist der Verunglückte im betrunkenem Zustande aus dem Fenster seiner Wohnung, die im dritten Stock liegt, gefallen und hat sich bei dem Sturz einen doppelten Schädelbruch zugezogen. Alle ärztliche Kunst, den Schwerverletzten noch am Leben zu halten, wai vergebens. Tietze ist, ohne die Besinnung wedererlangt zu haben, gegen 22 Uhr am gleichen Tage seinen Verletzungen erlegen. Fahrlässige Brandsliftung gefährdet eine Schule Unna. Auf dem Speicher neben der evangelischen Schule in Alte Heide kam ein Sohn der in der Schule wohnenden Famlie mit offenem Feuer den auf dem Speicher lagernden Sachen zu nahe. Im Nu stand der ganze Dachstuhl in Flammen, konnte aber so rechtzeitig von der Feuerwehr gelöscht werden, daß das Feuer auf seinen Herd beschränkt blieb und die Gefahr von der Schule abgewendet wurde. Der Mord in Schloß holle vor der Aufklärung Bielefeld. Am 9. Juni 1932 wurde in Schloß Holte der junge Gastwirt Dresselhaus mit Kopfwunden in seinem Bett aufgefunden. Die Ermittlungen ergaben, daß der Wirt durch Hammerschläge getotet worden war. Obwohl die Gegend damals von Reichswehr abgesucht worden war, konnte man den Täter nicht fassen. Von der Landeskriminalpolizei Dortmund sind die Ermittlungen erneut aufgenommen worden. In dringendem Verdacht der Täterschaft steht ein vorbestrafter Einbrecher, der zur Zeit eine längere Zuchthausstrafe verbüßt und mehrere Einbrüche im übt hat. Kreise Wiedenbrück verNichtsnutzige Burschen setzen ein vollbesetztes Auto in Brand Barntrup. In dem benachbarten Reinebeck verübten einige übermütige Burschen allerhand Unfug, schleppten auch einen zentnerschweren Stein auf die Fahrbahn einer lebhaft befahrenen Verkehrsstraße, und auf diesen fuhr ein Kraftwagenbesitzer M. mit seinem, außer ihm noch mit vier Fahrgästen besetzten Wagen Durch den Anprall auf den schweren Stein wurde der Benzintank beschädigt, und im Nu stand der ganze Wagen in Flammen. Glücklicherweise gelang es der Umsicht und Besonnenheit des Autobesitzers, sich und die übrigen vier Insassen schnellstens aus dem brennenden Wagen zu befördern. Die Brandgefahr, vor allem auch die Gefahr für das Leben der Wageninsassen wurde noch wesentlich erhöht durch die Tatsache, daß in dem Wagen ein 4000 Meter langer Film eines hiesigen Lichtspieltheaters befördert wurde. Wer Radio hörf, muß eine gute Funkzeitschrift lesen. Bitte lassen Sie sich einmal ein Probeheft von der Funkzeitschrift„hör mit mir“ von Ihrem Boten oder in unserer Ge schäftsstelle geben. Sie werden erstaunt sein, wie reich dieses Helt für 10 Pfennige ausgestattet ist: Neben den übersichtlichen Programmen aller deutschen Sender und aller wichtigen ausländischen Stationen großer Kupfertiefdruckteil, Unterhaltung, Funktechnik u. v. a. REICHSSENDER KÖLN Montag, den 9. März Dienstag, den 10. März .00 Choral, anschließend Leibesübungen .30 Frühkonzert .00 Nachrichten, anschließend Choral, Morgenruf .00 Ratschläge für den Küchenzettel der Woche .15 Frauenturnen .30 Sendepause 10.15„Und draußen hungern die Tiere“, Hörfolge von Dr. Fritz Nothardt 10.45 Was brachte der Sportsonntag? 10.55 Sendepause. 11.50 Hier spricht der Bauer 12.00 Die Werkpause 13.00 Mittagsmeldungen 1 Glückwünsche 13.15 Schloßkonzert 14.15 Lustiger Rätselfunk des Reichssenders Köln 14.45 Schlachtviehmarktberichte dann Sendepause 15.45 Wirtschaftsmeldungen 16.00 Der Erzähler 17.55 Gemüsenotierungen 18.00 Fröhlicher Alltag 19.45 Kleine Bücherkunde des Reichssenders Köln 20.10 Montag=Abendausgabe 20 Das Schatzkästlein 23.00 Tanzmusik Choral, anschließend Leibesübungen .30 Frühkonzert Nachrichten, anschließend Choral, Morgenruf Kalenderblatt, anschließend Zeit, Wetter, Wasserstandsmeldungen Frauenturnen Sendepause Zeit, Nachrichten, Wasserstandsmeldungen 10.15 Deutsche Bauern in Bessarabien Hier spricht der Bauer Mittagskonzert Mittagsmeldungen 1 Glückwünsche Mittagsmeldungen 2 Kleine Musik 15.00 Sendepause 15.45 Wirtschaftsmeldungen 16.00 Literaturwissenschaft als Dienst am Volke 18.00 Unterhaltungskonzert 19.45 Momentaufnahme 20.00 Erste Abendmeldungen 20.10 Abendmusik 22.00 Zeit, Wetter, Nachrichten 22.20 10 Minuten Schach 22.30 Englische Unterhaltung 22.45 Französische Unterhaltung 23.00 Funkstille .00 .00 .00 .10 .25 10.00 11.50 12.00 13.00 14.00 14.15 DruckSadfen für Industrie Handwerk, Handel und Gewerbe GESCHW. 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