*• N..gS Su! für Castrop=Rauzel und Umgebung Jahra Castrayer Zeitun“ Der Stadtanzeiger erscheint wöchentlich kmal. Wochenhzzugsprets Anzeigenpreis: 1 mm hoch und 33. mm breit gge geatz 62. Juhih. Eustloper Veitunig 50 pig, Ponbestelloreis 2 RM. monatlich, Erlatzansprüche können anzeigen 1 mm„och, und 72 mi, bret„72. Fl., Rachigtz ne, „t bei Störungen im Eischernen infolge höherer Gewalt nucht, gestelt, den vom F. d. P, A, beragesgge genge ie.: Arrg L. Ja,.; werden Drua und Verlag: Geschw Schmitz in Castrop=Rauxel. Preisliste Nr. 2. Für Platzwünsche, auch für die durch Rauxeler Neuefte Nachrichten Zaupischliftleltet, Verantworlich für den Tertell: Fzan; aufgegebenen, sowie für andeutlich geschriebene, Austräige wird g= gohlatt 9e):####y,: zaurel. Ba. fs. 36 1700. Ca. Nr. 2151 Castov, nachm tags zuvor ersülungsort u. Gerichtstand Castop=Rautel. fer Tageblalt Amtliches Veröffentlichungsblau für den Landgerichtsbezirk Dortmund. Allgemeines Kreisblau für den Stadtkreis Castrov=Raurel. Nr. 65 Freitag, den 6. März 1936 Jeppenn sahel ader Judbrutschiand Das neue Luftschiff hat in achtstündiger Jahrt in vollem Umfange seine Lufttüchtigkeit erneut bewiesen— Ein Besuch über München— Großer Triumph deutscher Technik dub. Friedrichshafen, 5. März. 23. 129 ist Donnerstag um.55 Uhr zu seiner zweiten Fahrt aufgestiegen. Die Führung hat wiederum Dr. Eckener. An Bord befinden sich einschließlich des Führer=, Ingenieur- und Fahrpersonals 90 Personen, darunter Oberstleutnant Breithaupt, Referent für Luftschiffahrt beim Reichsluftfahrtministerium, und Commander Peck von der amerikanischen Marine. Als man gegen 8 Uhr das Werftgelände betrat, lag noch starker Bodennebel. Trotzdem wurde in der Halle am Klarmachen des Schiffes gearbeitet. In den Motorgondeln saßen bereits die Monteure. Sie prüften die Motoren und ließen sie auf Touren laufen. Die Sandsäcke wurden abgenommen, die Ankertaue freigemacht. Das Schiff wurde ausgewogen. Dann öffneten sich die riesigen Tore der Halle, wie von unsichtbarer Hand auseinandergeschoben. Führer= und Ingenieurstab traten noch einmal zu einer kurzen Besprechung zusammen und bestiegen hierauf die Führergondel. Dann erfolgte das letzte Auswiegen des Schiffes. Mit dem Kommando: „Gondel loslassen!" und„Luftschiff marsch!“ wurde 93. 129 gegen 8 45 Uhr aus der Halle gezogen. Die Köche sahen zu den Küchenfenstern heraus. 28. 129 über München Das Luftschiff benutzte seine erste größere Fahrt dazu, der Hauptstadt der Bewegung einen Besuch abzustatten. Es erschien um 12.25 Uhr bei bedecktem Himmel über München und kreuzte in etwa 150 Meter Höhe langsam über der Stadt, die gerade um diese Zeit beim Schul- und Geschäftsschluß außerordentlich stark belebt ist. Ueberall bildeten sich an den Straßen und Plätzen Menschenansammlungen, die die prachtvolle Fahrt des überraschend eingetroffenen Luftriesen mit Begeisterung verfolgten. Besonders fiel das geringe Motorengeräusch allgemein auf. Um 12.15 Uhr war das Luftschiff über der Stadt Starnberg. Nach achtstündiger Fahrt glatt gelandet Mit seiner zweiten, nahezu achtstündigen Fahrt, die, wie schon berichtet, u. a. nach München führte, hat das neue Luftschiff L3. 129 in vollem Umfange seine absolute Lufttüchtigkeit bewiesen. Nachdem das Schiff nach seiner gegen 15 Uhr erfolgten Rückkehr nach Friedrichshafen noch eine Stunde über dem Bodensee gekreuzt hatte, erschien es um 16.20 Uhr über dem Werftgelände, auf dem bereits die Haltemannschaften angetreten waren. Nach kurzem Manövrieren wurde um 16.40 Uhr die glatte Landung vollzogen. Kapitän Lehmann über die zweite Zeppelinfahrt Die zweite Fahrt des L3 129 vom Donnerstag, die ursprünglich als Abnahmefahrt für die Behörde gedacht war, galt als Fortsetzung und Wiederholung der komplizierten Meß= und Steuerungsversuche. Die Versuche wurden zunächst etwa zwei Stunden lang in zahlreichen Kreuzfahrten über den See vorgenommen und hatten ausgezeichnete Ergebnisse. Dann drehte das Schiff in Richtung München ab, das, wie Kapitän Lehmann in einer Unterredung feststellte, unter dem Jubel der dortigen Bevölkerung um die Mittagsstunde überflogen wurde. Der Isar folgend, erreichte das Schiff eine Zeitlang dicken „Dreck". Ueberhaupt war das Wetter während der ganzen Fahrt diesig und dunstig, so daß es mit der Sicht nicht weit her war. Die höchste erreichte Höhe betrug 1200 Meter.„Auch die Verpflegung haben wir ausprobiert“, meinte Kapitän Lehmann, zündete sich dabei seine Pfeife an und schmunzelte über das ganze Gesicht. Ueber die nächsten Pläne befragt, teilte Kapitän Lehmann mit, daß bei einigermaßen anständigem Wetter Freitag morgen die Zulassungsfahrt stattfinden wird. Wegen der starken Inanspruchnahme mit Ueberseefahrten werde zunächst wenig Zeit übrig bleiben für Pläne, die außerhalb des bereits festgelegten Programms liegen. Ob schon Mitte nächster Woche eine große Fahrt mit geladenen Gästen durchgeführt werden könne, sei noch unbestimmt. Der Aegas untwortel Mit dem Beginn von Verhandlungen unter Beachtung der Bestimmungen des Völkerbundspaktes einverstanden dnb. Addis Abeba, 5. März. Der Kaiser hat auf den Vorschlag des Dreizehner=Ausschusses wie folgt geantwortet: Wir haben Kenntnis genommen von dem Telegramm, das Sie im Namen des DreizehnerAusschusses meinem Außenministerium übermittelten. Alle Völkerbundsmitglieder wissen, daß wir alles, was möglich war, bereits vor Ausbruch des Krieges getan haben, um durch gerechtes Verhalten entsprechend dem Geist des Völkerbundes den Frieden zu bewahren. Unter Verletzung seiner internationalen Verpflichtungen und trotz der bis jetzt getroffenen Maßnahmen setzt Italien seinen Angriff fort. Wir sind mit dem Beginn von Verhandlungen unter Beachtung der Bestimmungen des Völkerbundspaktes einverstanden und nehmen Kenntnis davon, daß die Vorschläge vom Dreizehner=Ausschuß gemacht worden sind und daß die Verhandlungen im Geiste und Rahmen des Völkerbundes stattfinden sollen.— Unsere ausführliche Antwort empfangen Sie durch Vermittlung unseres Vertreters in Paris. gez. Haile Selassi. Das neue deutsche Luftschiff„L. E. 129“ B Ren u cähg O 1 he Dies Amprns## W u Was auf den Fahrten noch ausprobiert wurde, war der Funkbetrieb. Während am Mittwoch der Langwellensender in Verkehr mit der Küstenfunkstation Norddeich ausprobiert wurde, wobei größte Lautstärke erzielt und alle Erwartungen übertroffen wurden, ist heute der Kurzwellenbetrieb durchgeführt worden. Darüber wußte Funkoffizier Speck etwa folgendes zu erzählen: „Wir haben zunächst einmal den Sender auf Welle 17 bis 70 Meter abgestimmt und danach mit einer Reihe von amerikanischen Küstenfunkstellen den Verkehr ausgenommen. Auf Welle 24 Meter gelang es, die Küstenfunkstelle Shattam sowohl telegraphisch, als auch telephonisch zu erreichen. Telegraphisch klappte die Sache fabelhaft. Wir stellten uns vor:„Hier ist LZ. 129, machen zweite Probefahrt und stimmen Sender ab.“—„Hallo, hier ist Shattam, wir hören Sie gut und danken für den Anruf“, war die AntDerselbe Versuch wurde nachher telephonisch gemacht.„Ist das nicht wunderbar?“ meinte der Funkoffizier. Wir drücken bei Bad Töls auf den Knopf und schon meldet sich eine 7000 Klm. entfernte Station bereits auf den zweiten Anruf. Dabei muß man bedenken, daß dies während der Tageszeit geschehen ist. Wir haben die größte Lautstärke gehabt und die Sache hat uns einen Riesenspaß gemacht.“ Funkoffizier Speck gab abschließend noch einige allgemeine Erklärungen über die Sende= und Empfangsanlage des Luftschiffes, die getrennt nebeneinander mit je 200 Watt arbeiten. Auf der für Freitag vorgesehenen Zulassungsfahrt sollen Peilversuche gemacht werden, deren Ergebnisse ebenfalls mit Interesse erwartet werden. Englische Auerkennung für 93 129 onb. London, 5. März. Der neue deutsche Zeppelin beschäftigt die Aufmerksamkeit der englischen Oeffentlichkeit außerordentlich. Die Blätter bringen lange Berichte über den ersten Versuchsflug am Mittwoch und melden, daß der Flug voll und ganz befriedigt habe. Das neue Luftschiff stelle in jeder Hinsicht eine Verbesserung gegenüber dem„Graf Zeppelin“ dar. „Daily Telegraph“ schreibt in einem Leitaufsatz, der deutsche Glaube an den verkehrstechnischen Wert des Luftschiffes sei durch kein Unglück erschüttert worden. Allerdings glaube man nicht mehr an den militärischen Wert der Zeppeline. Die Ueberzeugung, daß das Luftschiff einen regelmäßigen Postverkehr über den Nordatlantik durchführen könne, stütze sich auf die bemerkenswerten Leistungen des„Graf Zeppelin“, der den Atlantik mehr als 100mal ohne ernstlichen Unfall überquert und annähernd 12000 Fahrgäste befördert habe. Es sei etwas Großartiges um die Zähigkeit, mit der die deutschen Konstrukteure an dem Gedanken festhielten, daß das lenkbare Luftschiff zu einem brauchbaren Passagier= und Frachtträger über lange Strecken gemacht werden kann. Die Konstrukteure haben die Richtigkeit ihrer Ueberzeugung bewiesen und man werde dem größten aller Luftschiffe mit seiner friedlichen Aufgabe nur gute Wünsche entgegenbringen. Sein Erfolg werde den Wunsch nach der Luftpostbeförderung durch Motorenflugzeuge bestärken. Der Kampf zwischen den beiden Flugformen sei noch nicht entschieden. Der neue Zeppelin sei als ein wirkliches Schiff der Lüfte mit Unterbringungsmöglichkeiten für 50 Fahrgäste und 10 Tonnen Fracht gebaut worden. Dieses Ziel könne Flugzeug allerdings noch nicht erreichen, aber auch das Flugzeug habe noch große Verbesserungsmöglichkeiten.— Die„News Chroniele" schreibt, daß, nachdem kein Zeppelin jemals wieder zur Kriegführung benutzt werde, jedermann Deutschland zu seinem sieghaften Erfolg mit dem neuen Luftschiff beglückwünschen könnte. Die Beflaggung der Wehrmachtsgebäude am Heldengedenktag dub. Berlin, 5. März. Der Führer und Oberste Befehlshaber der Wehrmacht hat angeordnet, daß zur Erinnerung an die Gefallenen des Weltkrieges am Sonntag, dem 8. März 1936, dem Heldengedenktag, die Dienstgebäude der Wehrmacht neben der Reichskriegsflagge die frühere schwarz= weiß=rote Kriegsflagge mit dem Eisernen Kreuz halbstock setzen. Die Schiffe der Kriegsmarine legen große Flaggentrauer an mit der früheren schwarz=weiß(Scher!—.)roten Kriegsflagge im Großtopp. Nr. 65 Schhureit Pomsuroidel Addis Abeba meldet den Abwurf von 40 Bomben— Englische Meldungen aus Dessie bestätigen die Nachricht onb. Addis Abeba, 5. März. Wie in der abessinischen Hauptstadt verlautet, sollen am Mittwochmorgen italienische Bombengeschwader die Ortschaft Koram, wo sich das englische Rote Kreuz und die fahrbaren englischen Feldambulanzen befinden, angeflogen haben und mit ungefähr 40 Bomben belegt haben. Wie von abessinischer Seite weiter erklärt wird, fehlten noch genaue Einzelheiten vom Vorfall. Die Verluste betrügen zur Zeit, soweit festzustellen, zwei Tote und drei Verwundete. Der italienische Bombenabwurf sei, wie behauptet wird, trotz der weithin sichtbaren englischen Flagge und der Flagge des Roten Kreuzes erfolgt. Das Rote=Kreuz=Zeichen sei auch breit auf dem Boden aufgespannt gewesen, überall dort, wo sich Zelte mit Verwundeten und Pflegern befunden haben. London. Nach englischen Meldungen aus Dessie bestätigt es sich, daß die britische Verbandstelle in Koram, deren Standort den Italienern vor einiger Zeit mitgeteilt worden war, von einem italienischen Flugzeug aus niedriger Höhe mit Bomben belegt wurde. Sieben Verwundete sollen getötet, drei Zelte, darunter das Operationszelt, ganz oder teilweise zerstört worden sein. Außerdem seien durch den Bombenabwurf mehrere Lastwagen sowie Ausrüstungsgegenstände der Verbandstation beschädigt oder unbrauchbar gemacht worden. Ein Bericht der verantwortlichen Stellen ist von Abessinien aus an die britische Regierung abgesandt worden. Das Personal der Verbandstelle besteht aus einem Londoner Chirurgen sowie vier weiteren Aerzten, vier Sanitätsoffizieren, sechs britischen Unteroffizieren und 40 ausgebildeten eingeborenen Gehilfen. Ferner waren hier 20 Askaris zugeteilt. Die Mitteilung der englischen Regierung über den Standort dieses Verbandplatzes war am 18. Februar in einer Unterredung des britischen Botschafters in Rom Mussolini erfolgt. Sir Eric Drummond mit Italienische Erklärung zum Bombenabwurf bei Koram Rom. Zu den Nachrichten über einen Bombenabwurf auf eine englische Rot=Kreuz=Station in Koram wird von italienischer Seite an Hand von Nachrichten aus dem italienischen Hauptquartier mitgeteilt, daß ein italienisches Flugzeug am 3 März südlich von Koram in unmittelbarer Nähe eines abessinischen Lagers eine Kraftwagenkolonne von etwa 30 Wagen entdeckte. Die Vegleitmannschaft sei eben im Begriff gewesen, die Wagen zu entladen. Da die Kisten mit dem Rot=Kreuz=Zeichen versehen waren, sei das Flugzeug, um genauere Feststellungen zu machen, tiefer geflogen, wobei aus der Nähe der mit dem Rot=Kreuz=Zeichen gekennzeichneten Gruppe das Abwehrfeuer eröffnet wor. den sei. Ohne das Feuer zu erwidern, sei das italienische Flugzeug zurückgeflogen. Als das Flugzeug tags darauf wieder an die Stelle zurückkehrte, sei es neuerdings beschossen und auch getroffen worden. Bei dem später angeordneten Bombenabwurf habe sich bald dichter Rauch entwickelt, was als ein Beweis für das Vorhandensein eines Munitionsdepots betrachtet wird. Auf keinen Fall, so wird in der italienischen Verlautbarung hinzugefügt, sei Italien etwas davon bekannt gewesen, daß in dieser Gegend englische Rote=Kreuz=Abteilungen stünden. Vielmehr sei die italienische Regierung erst in einer englischen Note davon verständigt worden, daß englische Rote=Kreuz=Abteilungen sich auf dem Wege von Dessie nach Koram befinden. Diese Mitteilung' der englischen Botschaft sei auch an das italienische Oberkommando in Ostafrika weitergegeben worden. hirota mit der Kabinektsbildung beauftragt dnb. Tokio, 5. März.(Ostasiendienst d. DNB.) Außenminister Hirota wurde im Laufe des Donnerstag vom Kaiser mit der Regierungsbildung beauftragt. Der Prinz Konoye, der vor ihm diesen Auftrag erhalten hatte, hat die Kabinettsbildung endgültig abgelehnt. Hirota bekleidet seit dem Jahre 1934 den Posten des Außenministers. Da er früher Botschafter in Moskau war, gilt Hirota als guter Kenner der Sowjetunion und Ostasiens. Aus politischen Kreisen verlautet, daß die Betrauung Hirotas mit der Kabinettsbildung bereits die Zustimmung der militärischen Kreise gefunden habe. Jedenfalls ist es bekannt, daß der Außenminister bisher zur Armee in ungetrübter Beziehung stand. Es wird daher in weiten Kreisen die Auffassung vertreten, daß sich Hirota mit Erfolg seines Auftrages entledigen werde. Allerdings ist die Frage der Besetzung des Kriegsministeriums noch nicht geklärt. Der bisherige Außenminister Hirota erklärte, daß das vorläufige Regierungsprogramm Frieden und Zusammenarbeit nach außen und einen ausgleichenden Kurs nach innen vorsehe. Um Handlungsfähige Aegierung die Spannungen im Heer zu beseitigen, seien durchgreifende Reformen auf wirtschaftlichem und sozialpolitischem Gebiet geplant. Es sei allerdings unmöglich, eine radikale Kursänderung durchzuführen. Schließlich brachte der Minister noch zum Ausdruck, daß zur Wiederherstellung der Disziplin im Heer strenge Maßnahmen beabsichtigt seien. Nanking setzt drei Divisionen gegen die Bolschewisten ein wus wied viatten umwörien. des französischen Botschafters in Rom?— Eingreifen Mottas? onb. Paris, 5. März. Nach dem Appell des Dreizehnerausschusses an die Kriegführenden beteiligten sich die Genfer Sonderberichterstatter der Pariser Blätter fleißig an dem Rätselraten um die Antwort Italiens. Man ist in französischen Kreisen augenscheinlich nicht sehr hoffnungs99.„ K Der Bericht des Echo de Paris aus Genf im allgemeinen recht skeptisch gehalten. Man glaubt dort, daß Mussolini nicht zustimmen werde, da die Verhandlungen im Rahmen des Völkerbundes stattzufinden hätten. Die Außenpolitikerin des Oeuvre meint auf Grund von verschiedenen Meldungen, die beim Völkerbund eingelaufen seien, Mussolini werde vielleicht annehmen, aber unter unannehmbaren Bedingungen. Er dürfte erklären:„Wir verhandeln nicht unter den Sühnemaßnahmen. Hebt die Sühnemaßnahmen auf, dann können wir verhandeln.“ Aber selbst wenn diese Schwierigkeit ausgeräumt wäre— so urteile man in Völkerbundskreisen— würden die Friedensaussichten nicht größer sein, denn nach seinem Siege könne Italien auf Gebietsabtretungen nicht verzichten. Der Berichterstatter des Matin meldet aus Genf, Flandin habe den französischen Botschafter in Rom beauftragt, bei Mussolini dringlich stellig zu werden. Der Botschafter solle Mussolini erklären, der Appell an die Kriegführenden sei aus dem Gefühl aufrichtiger Freundschaft geboren. Sollte er aber erfolglos sein, so werde seine Wiederholung unmöglich sein, ohne Frankreich politisch ernsthaft bloßzustellen. Falls Italien glaube, jede Aussöhnung zurückweisen zu müssen, dann müsse sich Frankreich an die Bestimmungen des Völkerbundsvertrages und an die in Genf beschlossenen internationalen Entscheidungen halten. Die etwaigen Folgen eines Austritts Italiens aus dem Völkerbund werden vom Genfer Berichterstatter des Jour als sehr ernst angesehen. Ebenso wie der Jour fürchtet aber auch die Republique vor allem Rückwirkungen einer Weigerung Italiens auf Locarno. Wenn sich Frankreich seiner Einstellung zur kollektiven Sicherheit getreu, an den Sühnemaßnahmen beteilige, dann dürfe sich England nicht wundern, wenn Frankreich neue Bürgschaften für Locarno fordern werde, da es die italienischen Bürgschaften verliere. Es werde dann England fragen, ob es bereit sei, die etwas unbestimmte Sicherheit durch zweiseitige Abkommen zu verstärken. Man habe Grund zu der Annahme, so schließt das Blatt, daß diese Fragen bereits zwischen Flandin und Eden aufgeworfen worden seien. dub. Peiving, 5. März. Die Zentralregierung hat den Einsatz von drei Divisionen gegen die in die Provinz Schansi eingedrungene Rote Armee angeordnet. Chinesische Nachrichten besagen, daß die Führer der chinesischen Sowjetrepublik, die im Juni 1935 in der Provinz Szetschuan gegründet worden ist, in der zweiten Hälfte des vergangenen Jahres planmäßig die bolschewistischen Streitkräfte im Norden der Provinz Schensi zusammengezogen habe. Die englische„Pt. and Tientsin Times" beschäftigt sich mit diesen Vorgängen in einem Leitaufsatz. Sie setzt dabei die chinesischen Bolschewisten den russischen gleich und betont, das die chinesischen Sowjets scharfe nationalistische Töne anschlügen. Das Blatt glaubt, daß die chinesischen Bolschewisten bewußt das Eingreifen Japans berausfordern wollten, um die Nankingregierung in die javanfeindliche Front hineinzumanövrieren oder zu stürzen. Die Zeitung glaubt, daß die Bolschewisten auf Grund ihrer neuen Taktik großen Zulauf von vaterländisch gesinnten Chinesen haben werden. Die Befürchtung des Blattes, daß die Bolschewisten auch hinter der Front gründliche Vorarbeit leisten werden, scheint sich zu bestätigen. Donnerstagmorgen sind auf der Peivingbahn Sabotageakte verübt worden. Südlich von Tschengtschau sind ein Expreßzug und ein Güterzug entgleist. Es gab mebrere Tote und Verwundete. Rom. Der österreichische Vizekanzler Starhem= berg ist von Mussolini empfangen worden. Die steinles aufgerieren Die Schwierigkeiten bei der Bildung einer Regierung scheinen in den letzten zwei Wochen in Athen eyer größer als kleiner geworden zu sein. Als der König nach seiner Rückkehr den politischen Parteien ausnahmslos die Versöhnungshand entgegenstreckte, wurden bereits aus den Kreisen, die am meisten dazu beigetragen hatten, um dem König die Rückkehr zu ermöglichen, Befürchtunger geäußert, daß diese großmütige Haltung nur zu leicht falsch ausgelegt werden könne. Wenigstens ein Teil dieser Befürchtungen scheint sich bereits jetzt zu bestätigen, was aus bedeutungsvollen Einzelheiten hervorgeht, die erst jetzt bekannt werden. Bezeichnend ist z.., daß die Landarbeitervartei, die unter der Führung von Vavanastasiu steht. sich noch am Sonntag. also unmittelbar vor der Kammereröffnung, sehr ausführlich über die Frage unterhalten hat, ob die Partei in Anbetracht ihrer republikanischen Zielsetzung nicht vor der Ablegung des AbgeordnetenEides in Form irgendeiner Kundgebung ihre republikanische Einstellung betonen sollte. Es hat sich dann ein Ausweg gefunden, bei dem die Abgeordneten ihr revublikanisches Gewissen gerettet haben, ohne zu einer Demonstration zu greifen, die bei einer solchen Situation wahrscheinlich beträchtlich zur Verschärfung der Stimmung beigetragen hätte. Viel wichtiger aber ist die Tatsache, daß es überhaupt zu derartigen Erwägungen hat kommen können, und diese Einstellung macht es auch verständlich, wenn aus militärischen Kreisen immer wieder Anregungen gekommen sind, der König solle sich auf die Verhandlungen der Parteien überhaupt nicht weiter einlassen, sondern ein Kabinett mit Sondervollmachten berufen, schlimmstenfalls ein Militärkabinett. Der König hat sich zu einer solchen Maßnahme nicht entschlossen. Wenn aber der Freitag nicht die erwartete Entscheidung bringt, so ist es wohl nach wie vor durchaus nicht unmöglich, daß der König zu einem Ausweg in dieser Richtung greifen muß, um eine handlungsfähige Regierung für die allernotwendigsten Maßnahmen zu erhalten, denn das Fehlen einer wirklich bevollmächtigten Regierung wirkt sich allmählich nicht nur auf dem Gebiete der Innenpolitik. sondern auch außenpolitisch aus. Die griechische Außenpolitik hat. nachdem durch die Rückkehr des Königs eine Stabilisierung der Verhältnisse gesichert schien, einen starken Auftrieb erhalten, wobei nicht zu verkennen ist, daß es sich teilweise um eine Neuorientierung handelt. Viel beachtet wird der Besuch des neuen Prasidenten der ägyptisch=griechischen Gesellschaft, Mohammed Taher Pascha, der sich sehr ausführlich über das umfangreiche Programm einer engeren Fühlungnahme zwischen Aegypten und Griechenland geäußert hat. Die Bemühungen in dieser Richtung sind in der letzten Zeit in Athen immer lebhafter geworden, und Worte, daß das Mittelmeer die beiden nicht trennt, sondern verbindet, kann man in der letzten Zeit in Athen wie in Alexandrien immer wieder hören. Aber zur Durchführung aller dieser Anknünfungen muß zunächst einmal eine Gleichmäßigkeit der inneren Entwicklung gesichert sein, und dazu wird man vielleicht, falls die politischen Parteien von sich aus nicht Vernunft genug aufbringen, mit einem etwas kräftigeren Druck nachhelfen müssen. Vielleicht wird auch die Wirtschaft, die ja bereits hervorgetreten ist, noch weitere Anstrengungen machen, um dem König hier ihre Mithilfe anzubieten und gleichzeitig den Parteipolitikern von sich aus etwas Bescheid zu sagen. Der Verlauf der Schlacht gegen kas Imru— Der schleunige Rückzug des Gegners verhinderte seine vollständige umklammerung Daily Mail für sofortige Prüfung der Vorschläge des Fuhrers So will er aus ganz zuverlässiger Quelle von einem Aufsehen erregenden Schritt des schweizerischen Bundesrates für auswärtige Angelegenheiten, Motta, erfahren haben, der am Dienstagnachmittag bei mehreren Mitgliedern des Achtzehnerausschusses auf die Rückwirkungen eines Oelverbots und eines Austritts Italiens aus dem Völkerbund auf die Schweiz hingewiesen haben soll. Die Stellung der Schweiz, so soll Motta erklärt haben, werde außerordentlich heikel, wenn zwei seiner großen Nachbarmächte nicht mehr dem Völkerbund angehörten. In diesem Falle werde die Teilnahme an den Völkerbundsarbeiten sehr schwierig, und es müsse eine Volksbewegung gegen den Völkerbund befürchtet werden. Die Genfer Diplomaten seien der Ansicht, Italiens Fortgang aus Genf könne außerordentlich schwerwiegende Folgen für das System der kollektiven Sicherheit haben. Die radikalsozialistische Republique ist der Ansicht, daß das Schicksal der Oelmaßnahmen nicht mehr von Genf abhänge, sondern von Rom. dnb. Asmara, 5. März(Funkspruch des Kriegsberichterstatters des DRB.) Ueber den Verlauf der großen Schlacht im Schire=Gebiet wurden jetzt vom italienischen Hauptquartier die näheren Einzelheiten bekanntgegeben. Danach begannen am 26. Februar die Vorbereitungen zu dem großen militärischen Schlag, der zur Vernichtung der 30000 Abessinier, die unter Führung des Ras Imru bei Selaklaka westlich von Aksum standen, führen sollte. Am 29. Februar begann das 2. Korps von Selaklaka aus in westlicher Richtung vorzustoßen, während das 4. Korps, dem starke Abteilungen der Eingeborenen=Truppen und Schwarzhemden angehören, den Mareb=Fluß überschritt und den Vormarsch in nordsüdlicher Richtung. antrat. Eine kleinere abessinische Abteilung zog sich vor dem 4. Korps zurück und stieß zur abessinischen Hauptmacht, die durch ständige Angriffe aus dem Hinterhalt den Vormarsch des 2. Korps aufzuhalten versuchte. Nichtsdestoweniger erreichte das Korps sämtliche vorgezeichneten Stellungen und traf Vorkehrungen für den entscheidenden Schlag. Gegner, der die italienischen Linien zu durchstoßen versuchte, wurde unter wütendes Artillerie= und Maschinengewehrfeuer genommen, das bei ihm schwere Verluste verursachte. Als die Italiener am 3. März früh zum vernichtenden Gegenstoß ausholen wollten, zog der Feind es vor, sich zurückzuziehen. Sein Rückzug endete schließlich mit einer wilden Flucht über den Takazze, da die italienischen Flugzeuge sofort die Verfolgung aufgenommen hatten und sich außerdem berittene EingeborenenAbteilungen auf die Spuren des fliehenden Gegners hefteten. den der Schlacht von Schire waren, wie in vorhergehenden Schlachten, sehr hoch. Die Zahl der Toten und Verwundeten zählt nach Tausenden. Die italienischen Verluste werden auf etwa 700 Tote beziffert. Die Wasserversorgung des 4. Korps während des Marsches durch das Wüstengebiet von Addi Abo wurde durch zeuge gesichert, von denen zwei vermißt werden. Die Bevölkerung der von den Italienern neu besetzten Gebiete hat sich sofort unterworfen. Die Bewertung der Kämpfe Nur der schleunige Rückzug des Gegners verhinderte seine vollständige Umklammerung, die das inzwischen durch das unwirtliche Gebirgsland von Addi Abo vorstoßende 4. Korps vollziehen sollte. Wenn der italienische Plan, die Heeresgruppe des Ras Imru vollständig zu vernichten, auch nicht völlig gelungen ist, so zählt diese Armee für den Kampf vorläufig nicht mehr mit. Die abessinischen Verluste in Asmara.(Funkspruch des Kriegsberichterstatters des DRB.) Man ist hier der Auffassung, daß die abessinische Nordfront infolge des italienischen Sieges in der Schlacht im Schire=Gebiet, der über den östlichen abessinischen Flügel gegen Ras Imru erfochten wurde, endgültig zusammengebrochen ist. Der abessinische Häuptling hat zweifellos einen taktischen Plan nach europäischem Muster gehabt. Man glaubt hier, daß sich Ras Mulugheta am Amba Aladschi eine neue Verteidigungsstellung hätte schaffen können, wenn er auf dem rechten abessinischen Flügel nach der strategisch nicht ungeschickten Schlacht am Amba Aradam die Gewalt über seine Truppen hätte behalten können. Auch Ras Imru auf dem linken Flügel ist geschickt genug gewesen, sich auf keinen Entscheidungskampf einzulassen, der zur völligen Vernichtung geführt hätte, sondern nach einem Eingangsgefecht den Rückzug zu wählen, der allerdings auch in eine wilde Flucht ausartete. Völlig versagt haben Ras Kassa und Ras Seyoum im mittleren Frontabschnitt. Sie bissen sich in ihre Tembien=Stellungen fest und erlagen so den vernichtenden italienischen Schlägen. Voraussichtlich werden die italienischen Truppen in den nächsten Tagen die Takazze=Linie besetzen. Sie bildet eine natürliche Verteidigung und Angriffsbasis. Hier können die Italiener ruhig abwarten, ob und wie die Abessinier sich zu den letzten Kämpfen verhalten werden und ob vielleicht von Europa in irgendeiner Form eingegriffen wird, um die völlige Zertrümmerung des abessinischen Reiches zu verhindern. dnb. London, 5. März. Das Rothermere-Blatt „Daily Mail“ kommt am Donnerstag auf die im„Paris Midi“ erschienene Unterredung mit dem Führer zurück. In einem Leitaufsatz schreibt das Blatt, daß die Wiederbelebung der Sühnepolitik in Genf durch Eden leider die Aufmerksamkeit von der eindrucksvollen Erklärung Hitlers abgelenkt habe. Für den Frieden Europas und das Wohlergehen Frankreichs und Deutschlands sollten seine Vorschläge ohne weiteren Aufschub aufgegriffen und freundschaftlich geprüft werden. Ein großer Teil der französischen öffentlichen Meinung fühle, daß der Pakt mit Räterußland ein schwerer Fehler war. Einflußreiche Kreise in Paris glaubten, daß eine offene Besprechung der Vorschläge Hitlers zwischen englischen, französischen und deutschen Vertretern nur Gutes tun könne. Im schlimmsten Falle würden sie eine undurchsichtige Lage aufklären. Im besten Falle könnten sie hoffnungsvolle Ergebnisse in der Förderung des Weltfriedens haben. Prestes verhaftet dub. Rio de Janeiro, 5. März. Der berüchtigte Anführer der Kommunisten in Südamerika Luiz Carlos Prestes konnte am Donnerstagfrüh in einem Vorort von Rio de Janeiro verhaftet werden. Prestes wurde bereits ins Hauptpolizeiamt eingeliefert. Ein amerikanischer Kommunist, der der Polizei den Schlupfwinkel des Kommunistenhäuptlings mitgeteilt hatte, beging auf der Polizeiwache Selbstmord. Riesenbrand in einer chilenischen Stadt Santiago de Chile. Die Stadt Castro auf der Insel Chiloe wurde von einem Riesenbrand heimgesucht. Der größte Teil der Gebäude ist zerstört worden. Ueber 5000 Menschen wurden obdachloDa der Winter bevorsteht, werden die Obdachlosen wahrscheinlich in andere Bezirke gebracht werden Der Dampfer„Atlas“ und der Aviso„Foca“ gingen Erbe zur ersten Hilfeleistung mit Pionieren und Poli zisten an Bord nach Castro ab. Die Zahl der Opfe: des Unglücks steht noch nicht fest. NSK. Zwischen Wiehengebirge, Minden, wo der leichtem Wellensch zur norddeutschen gesegnetes Stückch vensberger klingt und klang er von der zaube landes umwoben schichte jenes fre Bauernstammes v der„Sattelmeier“ diesem Gebiet an Ravensberg ist ist heilige Erde sächsische Art seit Hier war es, w jahrzehntelangen um Stammesehr und seine Getrer lagen und viele oder Verbannung 1150 Jahre sin schlechter kamen der Name des sä des Ravensberge Stolz genannt, se für die wahrhaft geweckt hat. Bei meier haben si treue Anhänglick den heutigen Ta meierhöfen istd Bauernkraft bew Das Ravensbe 30 alte Sat stehung auf die größte Anzahl d Gegend um En Eichenwinseln ve Ringstmeier. Meierjohann, Be Hiddenhausen 1 Kranz von Sage telpunkt immer steht, hat sich in westfalischen Sa Mag sein, daß v entsprossen sind, schichtlicher Kern westfälischen Bai Geschichtlich er nach seiner Beke Ueberwinder Ka als Lehen erhie aus der Zeit de seine Lehnsleute genannt, auf d Enger, Widukin Kirche zu Enge graben, und die Volke des Rave Die Höfe der sprünglich Gru standen und Si Grundeigentum: muß vor Zeiten Der Sattelmeie Wappen, an den hofes zu erkenn Bedeutung des flachte, hat sich eines gesattelter meier stets gesa gesatteltes Roß teres aus ihrem herzog. Im spé Widukindshöfe Edelherren von 18. Jahrhunder Bauern, die sto mehr als ta rung und Wa Wohl haben den Sattelmeic so daß ihnen il zusehen ist. Ge gischen Bauern mit den Pferde füge aus eiche weiten Dielenr Seiten aufgestel Ackergäule ihr königliche Höfe meier sitzen, un licher Art, wen ererbten Besitz Mancher Ar Sattelmeier biin besonderen Sattelmeier o Tagen um die ein Uhr mittag zu Enger ge lichkeit begi hofes, wo die dem Leichenbe Leichenpredigt gesattelte Pfer feierlichem Zu zogenen Wage führt, hinter Sattelpfer stätte in der K Sattelmeier g Führer zum le tür schaut wie keiten in der Herrn auf sein wo der älteste „Namen des 4 wirft. Uralt ist di Sattelmeiers ng ner Regiein Atbei in zu sein. politischen shand entkreisen, die , u m d e m fürchtunger ng nur zu igen scheint bedeutungsetzt bekannt ie Landührung von onntag. also z. sehr aushat, ob die ischen Zielgeordnetenebung ihre te. 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Nicht allein, weil er von der zauberhaften Romantik des Weserberglandes umwoben ist, sondern weil mit ihm die Geschichte jenes freien und markigen niedersächsischen Bauernstammes verknüpft ist, der als das Geschlecht der„Sattelmeier“ seit mehr als tausend Jahren in diesem Gebiet an der Weser bodenständig ist. Ravensberg ist germanisches Kernland, ist heilige Erde Widukinds und Teuts, wo niedersächsische Art seit jeher machtvolle Ausprägung fand. Hier war es, wo der Sachsenherzog Widukind in jahrzehntelangen Kämpfen gegen Karl den Franken um Stammesehre und Väterfreiheit stritt, bis er und seine Getreuen der fränkischen Uebermacht erlagen und viele von ihnen durch Niedermetzelung oder Verbannung vernichtet wurden. echt deutscher Treue zwischen Führer, Mann und Roß, Ahnen= und Gefolgschaftstreue lebt fort in diesem Brauchtum. Die seit Widukinds Tagen blutsmäßig vererbte Kraft echten Bauerntums wurzelt fest im Hofe des Sattelmeiers, der in unseren Tagen durch die nationalsozialistische Erneuerung und die Auffassung vom Erbhof ein bedeutsamer Rückhalt verliehen ist. Menschengeschlechter können kommen und vergehen, aber der Besitz, der bäuerliche Hof, muß dauern. Nirgends tritt uns ein wurzelechtes, im Blut und Boden fest verankertes Bauerntum so machtvoll entgegen, als wie bei den westfälischen Sattelmeiern deren Höfe inmitten der alten Eichenkämpe die Stürme von elf Jahrhunderten überdauerten und die verpflichtendes Erbe bis in unsere Tage geblieben sind. Innerlich sind die Sattelmeier des Ravensberger Landes heute noch die zähen, querschädligen Bauern von einst, die in unverbrüchlicher Treue festhalten an Sippenstolz und Stammesehre, an alten Sitten und Gebräuchen, und in sturm=, donner= und blitzdurchbebten Nächten sieht der niedersächsische Bauer noch heute den Sachsenherzog Widukind, wie er auf schneeweißem Roß in schwarzen Wetterwolken durch sein altes Land reitet! Dr. Karl Meysemeyer. Die aiten Kampfer von Westfaten Nub Vorbereitung der großen Wiedersehensfeier in herne Beschaffung von 800 Freiquartieren 1150 Jahre sind seitdem ins Land gegangen. Geschlechter kamen und gingen. Aber noch heute lebt der Name des sächsischen Stammesherzogs im Volke des Ravensberger Landes, ja, er wird mit neuem Stolz genannt, seitdem unsere Gegenwart den Sinn für die wahrhaft großen Führer des Volkes wieder geweckt hat. Bei dem Bauerngeschlecht der Sattelmeier haben sich die alte Freiheitsliebe und die treue Anhänglichkeit am Althergebrachten bis auf den heutigen Tag lebendig erhalten, in den Sattelmeierhöfen ist die seit Widukinds Tagen vererbte Bauernkraft bewahrt geblieben. Das Ravensberger Land weist heute noch etwa 30 alte Sattelmeierhöfe auf. deren Entstehung auf die Zeit Widukinds zurückgeht. Die größte Anzahl dieser alten Höfe treffen wir in der Gegend um Enger an. Hier liegen unter krausen Eichenwivseln versteckt, die stolzen Sattelhöse der Ringstmeier, Altemeier. Ebmeier. Nordmeier, Meierjohann, Barmeier, Meier zu Hücker. Meier zu Hiddenhausen und anderer mehr. Ein bunter Kranz von Sagen und Erzählungen, in deren Mittelpunkt immer wieder die Heldengestalt Widukinds steht, hat sich im Laufe der Jahrhunderte um die westfälischen Sattelmeier und ihre Höfe geflochten. Mag sein, daß viele dieser Sagen der Volksphantasie entsprossen sind, in vielen aber steckt auch ein geschichtlicher Kern und wird uns zugleich die Seele des westfälischen Bauernvolkes offenbart. Geschichtlich erwiesen ist, daß der Sachsenherrzog nach seiner Bekehrung zum Christentum von seinem Ueberwinder Karl großen Besitz im Ravensbergischen als Lehen erhielt. Seine getreuen Waffengefährten aus der Zeit der Sachsenkämpfe setzte er dann als seine Lehnsleute oder Verwalter,„Sattelmeier" genannt, auf den Höfen ein, die heute noch um Enger, Widukinds Wohnsitz, gelegen sind. In der Kirche zu Enger liegt der Sachsenherzog auch begraben, und die Grabstätte wird noch heute im Volke des Ravensberger Landes hoch verehrt. Die Höfe der westfälischen Sattelmeier waren ursprünglich Grundhöfe die über anderen Höfen standen und Sitze der Verwaltung herrschaftlichen Grundeigentums waren. Auch ein Erbrichteramt muß vor Zeiten mit ihnen verbunden gewesen sein. Der Sattelmeier Nordmeier führt noch heute ein Wappen, an dem die alte Bedeutung des Erbrichterhofes zu erkennen ist. Später, als die ursprüngliche Bedeutung des Wortes„Sadelhof“ immer mehr verflachte, hat sich sinngemäß daran die Vorstellung eines gesattelten Pferdes geknüpft. Daß die Sattelmeier stets gesattelt zur Folge bereit sein oder ein gesatteltes Roß stellen mußten, ergab sich ohne weiteres aus ihrem Gefolgschaftsverhältnis zum Sachsenherzog. Im späteren Mittelalter gerieten die alten Widukindshöfe in die Abhängigkeit der Grafen und Edelherren von Ravensberg und Lippe, seit dem 18. Jahrhundert aber sind die Sattelmeier freie Bauern, die stolzesten des Landes, Erben einer mehr als tausendjährigen Ueberlieferung und Wahrer kernigen Bauerntums. Wohl haben veränderte Zeiten rein äußerlich an den Sattelmeierhöfen manchen Wandel geschaffen, so daß ihnen ihr ehrwürdiges Alter nicht mehr anzusehen ist. Geblieben aber sind bei den ravensbergischen Bauernhäusern die mächtigen Steildächer mit den Pferdeköpfen im Giebel, die wuchtigen Gefüge aus eichenen Ständern und Querbalken, die weiten Dielenräume, auf denen das Vieh zu beiden Seiten aufgestellt ist und auf deren Tenne die breiten Ackergäule ihre Tränke haben. Wirklich, es sind königliche Höfe, in denen die westfälischen Sattelmeier sitzen, und auch die Menschen selbst sind königlicher Art, wenn sie als freie Männer über den altererbten Besitz schreiten. Mancher Art sind die Vorrechte, die die Sattelmeier bis auf den heutigen Tag bewahrt und in besonderen Ehren gehalten haben. Stirbt ein Sattelmeier oder seine Frau, so werden an drei Tagen um die„Königsstunde" zwischen zwölf und ein Uhr mittags die Glocken in der Wittekindskirche zu Enger geläutet Die Begräbnisfeierlichkeit beginnt auf der Diele des Sattelmeierhofes, wo die Totenbahre unter dem„Luitbalken", dem Leichenbalken, aufgestellt ist. Während der Leichenpredigt schaut durch die offene Dielentür das gesattelte Pferd herein. Dann wird der Sarg in feierlichem Zuge auf einem von sechs Pferden gezogenen Wagen zur Wittekindskirche in Enger geführt, hinter dem Wagen wird das siebente, das Sattelpferd, geführt. An Widukinds Grabstätte in der Kirche wird der Sarg niedergesetzt: der Sattelmeier grüßt als Getreuer seinen Herrn und Führer zum letzten Male. Durch die offene Kirchenkür schaut wiederum das Sattelpferd den Feierlichkeiten in der Kirche zu, dann geleitet es den toten Herrn auf seinem letzten Gang zum offenen Grabe, wo der älteste Heuermann des Sattelmeiers im „Namen des Pferdes“ drei Erdschollen auf den Sarg wirft. Uralt ist dieser Kult, der beim Begräbnis eines Sattelmeiers noch heute geübt wird. Er zeugt von Besondere Bedeutung auch für Castrop=Rauxel Die alten Kämpfer der Ider Adolf Hitlers treifen sich, wie wir bereits kurz meldeten, in diesem Jahre in Herne zu einer großen Wiedersehensseier, Wenn im Sommer die Alte Garde von Westjalen=Suo in Herne aufmarschiert, so hat der Tag für die Städte Herne. Castrop=Rauxel Wattenscheid, die früher zu dem Bezirk Bochum gehörten, eine besondere Bedeutung. An dem Aufmarschtage jährt es sich zum 10. Male, daß in Herne in den Anfangsjahren einer der größten Aufmärsche stattfand, deren Träger der Bezirk Bochum mit dem damaligen Bezirksleiter Josef Wagner war. Vor zehn Jahren waren die Sturmabteilungen im Bezirk Bochum noch nicht in einer Standarte zusammengesaßt, sondern in dem Regiment„Ruhr". So bildete Bochum mit Wattenscheid die 1. Kompagnie, Castrov=Rauxel und Sodingen die 2. Kompag= nie. Herne die 3. Kompognie des 1. Bataillons. Hierzu kam noch die Bochumer 8. Kompagnie. Die Organisation des Herner Freiheitstages lag in Händen des damaligen SA.=Führers Otto Schramme. Zwei Tage lang stand Herne im Jahre 1926 im ZeiIchen der Hakenkreuzbanner, und der Aufmarsch verlief damals, was allgemein Bewunderung erregte. jast ohne jegliche Zwischenfalle. Der Marxismus hatte es vorgezogen. vollkommen ruhig zu sein angesichts der 2000 SA.=Männer. An diesem Tage erhielt auch der Gau Westfalen die erste Kavelle. Es war die Gau=SA.=Kapelle. die auf Anordnung des damaligen Gauleiters Dr. Goebbels gegründet wurde. Die Mittel für die Ausrüstung der Kavelle wurden durch Bausteine beschafft, die in Westjalen und am Niederrhein verkauft wurden. An dem Aufmarsch nahmen die beiden Gauleiter Dr. Goebbels und Karl Kaufmann, Hamburg, sowie Gau=SA.=Führer Viktor Lutze teil. Alle drei werden auch in diesem Jahre den Marsch voraussichtlich wieder mitmachen. In Herne sind schon die Vorbereitungen für den Aufmarsch im Gange und das gute Verhältnis zwischen den SA.= Männern und Parteigenossen in diesen Städten. die früher zu dem Bezirk Bochum gehörten und manchen Strauß gesochten haben, wird an diesem Tage wieder aufgefrischt werden. Am Tage vor dem Aufmarsch findet ein Fackelzug statt, dem sich eine Wiedersehensfeier anschließt. Glücksautomaten und Glücksspiele, über Schwindel der verschiedensten Art usw. Aber auch zahlreiche andere Stellen werden mitwirken. So hat das Nahrungsmittelunter: suchungsamt zugesagt, die Ausstellung zu bereichern durch Material über Lebensmittelsälschungen. Milchkontrolle. Nachweis von Alkohol im Blut bei den Beteiligten eines Verkehrsunsalls u. dergl. Die Feuerwehr wird die Verhütung von Brandgejahren zeigen, die Wach= und Schließgesellschaft die Arbeit des Bewachungsgewerbes, die Baupolizei die Maßnahmen zur Sicherung des Eigentums vor Unfall= und Brandgefahr, der Straßen vor Verkehrsgefahren. Die Reichspost will eine Sammlung salscher Marken beisteuern, die Gesundheitspolizei Material über die Bekämpfung von Volkskrankheiten und die Zollbehörde über die Bekämpjung des Schmugglerwesens. Ferner wird die Gewerbevolizei jalsche Maße und Gewichte zeigen, der Reichsluftschutzbund die vorbeugenden Maßnahmen gegen Gejahren aus der Luft. Auch die Besatzungszeit soll auf der Schau entsprechend berücksichtigt werden. Sie wird u. a. durch französische Fälschungen deutschen Reichs= und Notgeldes. durch Aktenmaterial und das sogenannte„Schuldkonto von Weitmar“ vertreten sein. Letzteres ist ein Brett aus dem ehemaligen Militärgesängnis in Bochum=Weitmar. in das sich alle Deutschen s. Zt. durch Einschneiden oder Einkritzeln ihres Namens verewigten, die von den Franzosen nächtlicherweile dort vervrügelt und mißhandelt wurden. Die Spitzenorganisationen des Handels. Gewerbes und Handwerks sagten zu, daß sie dafür sorgen wollen, daß die Ausstellung auch von diesen beschickt würde, soweit sie im Zusammenhang mit dem Ziel und Wollen der Schau stehen. Die erforderlichen Stände stehen kostenlos zur Verfügung. Mitteilungen über die Beteiligung sind bis Sonntag dieser Woche an das Polizeipräsidium in Bochum. Abtlg. Ausstellung, zu richten. Die Platzverteilung wird am Montag oder Dienstag der kommenden Woche erfolgen, worüber den Anmeldenden noch näherer Bescheid zukommt. Weitere Anmeldungen— auch aus Castrov=Raurel! sind sehr erwünscht, da es die Absicht der Polizei ist. im Zusammenwirken aller interessierten Kreise eine Ausstellung zustande zu bringen. die Einblick in die vielseitige, verantwortungsvolle Arbeit der Polizei im Dienste der Allgemeinheit gibt. Iinn und Zwen der Honzeiaastiarungswoche vom 15. bis 20. März 1936 Wer macht mit bei der PolizeiAusstellung in Bochum? In der Zeit vom 15. bis 20. März findet im ganzen Reiche eine Polizei=Aufklärungswoche statt, um in allen Teilen des Volkes für die verantwortungsvolle Arbeit der Polizei aller Dienstzweige Verständnis und den Willen zu zweckentsprechender Mitarbeit zu wecken und zu festigen. Die Polizei, die doch der engste Mittler zwischen Staat und Bevölterung ist. will in dieser Aufklärungswoche zunächst einmal die gesamte Tätigkeit der Polizei der großen Oeffentlichkeit vor Augen führen. Weiter ist es der Zweck dieser Woche, die Bevölkerung darüber zu belehren, wie sie selbst die Arbeit der Polizei unterstützen kann und muß. Es ist vorgesehen, an jedem Tag der Woche ein Thema besonders herauszustellen, und zwar in folgender Weise: Sonntag, 15. März:„Publikum und Kriminalpolizei". Montag 16. März:„Verkehrsunfälle und ihre Verhütung". Dienstag, 17. März:„Wie schütze ich mich vor Betrügern?" Mittwoch, 18. März:„Kampf dem Dieb und Einbrecher!" Donnerstag, 19. März:„Schutz dem Kind"(Sittlichkeitsdelikte). Freitag, 20. März:„Wer ist der Mörder?"(Behandlung eines Kapitalverbrechens). Die Veranstaltungen werden ihrer Natur gemäß hauptsächlich von den Polizeibeamten getragen, daneben werden der Rundsunk. der Film. die Presse. die Justiz u. a. in den Dienst dieser Aufklärungswoche gestellt werden. Eingeleitet wird sie durch eine Rundfunkansprache des Reichsministers des Innern, Dr. Frick. Im Laufe der Woche folgt ein Rundsunkgespräch des Befehlshabers der Polizei, General Daluege. mit dem Staatssekretär Freißler vom Justizministerium, außerdem werden drei Fachvorträge über den Deutschlandsender und kriminalistische Kurzhörspiele über die einzelnen Reichssender gegeben. Diese gehen etwa in folgender Form vor sich:„Besuch mich mal am Abend!“(Wohnungseinbruch).„Besserer Herr sucht Anschluß!"(Heiratsschwindel).„Ein heißes Fußbad“(Heilmittelschwindel).„Mir kann so etwas nicht passieren!"(Taschen= diebstahl) u. ä. Im Reichosender Köln wird ein polizeilicher Fachmann an Hand der Morgenmeldungen die kriminalistischen und sonstigen volizeilich lehrreichen Ereignisse der letzten 24 Stunden besprechen. In den Lichtsvieltheatern sollen Kriminalkurzfilme aufklärender Art im Rahmen des Programms lausen. Die Presse wird täglich in Artikeln über die vielsertige Tätigkeit der Polizei berichten und warnend und aufklärend wirken. Die Justiz wird in der Aufklärungswoche besonders lehrreiche Kriminal= und Verkehrsunfallsachen ansetzen und zu den Gerichtsverhandlungen interessierte Kreise einladen. Im ganzen Reich wird auch ein Plakat in den Geschäften zum Aushang kommen, das auf die Polizeiausklärungswoche hinweist. Die Einzelhandelsgeschäfte sollen angehalten werden, ihre Schaufenster in den Dienst der Sache zu stellen. So ist z. B. daran gedacht, daß Fahrradhändler und Eisenwarengeschäfte Sicherheitsschlösser u. dergl. zeigen. Man denkt sich das Fenster des Fahrradhändlers auch so: Ein Fahrrad, eine Tafel: Welche Teile muß dein Fahrrad im Interesse der Verkehrssicherheit besitzen? Oder: Was mußt du von deinem Fahrrad wissen? Marke. Nummer. Merkmale usw. Durch rote Bänder zwischen Tafel und Fahrrad soll dann jeweils auf die betreffende Stelle des Fahrrades hingewiesen werden. Die Polizeiausstellung Im Rahmen der Aufklärungswoche der Polizei beabsichtigt das Polizeipräsidium von Bochum außerdem in Bochum, im Hause Goethestraße 2 eine Polizeiausstellung zu veranstalten, die nach den Mitteilungen, die bei Gelegenheit einer am Mittwoch mittag an Ort und Stelle der kommenden Ausstellung abgehaltenen vorbereitenden Besprechung gemacht wurden, recht interessant und reichhaltig zu werden verspricht. Die Stadtverwaltung Castrov=Rauxel. die zu dieser Vorbesprechung neben vielen anderen städtischen und staatlichen Behörden. Organisationen der Partei, von Handel. Gewerbe und Verkehr sowie der Presse ebenfalls eingeladen war, wurde durch Polizeikommissar Klann vertreten. Polizeirat Keß, der die Erschienenen im Namen des zu seinem Bedauern verhinderten Polizeipräsidenten Schletmann begrüßte, wies in kurzen Ausführungen auf die Bedeutung der Polizeiaufklärungswoche, im besonderen der geplanten Polizeiausstellung, hin. Die Einrichtung der Ausstellung ist Kriminalrat Krüger übertragen. Dieser teilte mit. daß neben der geplanten Ausstellung, die am 15. 3. in Bochum eröffnet werden soll, auch die reichhaltige Lehrmittelsammlung der Kriminalvolizei im Polizeipräsidium gezeigt werden soll. Während aber die erstere der gesamten Oeffentlichkeit geöffnet sein wird, soll die letztere nur ausgewählten Kreisen gezeigt werden, da es nicht der Zweck der Aufklärungswoche ist, dunklen Elementen Anschauungsunterricht zu erteilen. Ein großer Teil des polizeilichen Materials wird aber der eigentlichen Ausstellung zur Verfügung gestellt. Der Gesichtspunkt, unter den die Ausstellung gestellt wird, ist die Vorbeugung. Es soll gezeigt werden, wie man sich vor Verbrechern. Schwindlern. Betrügern und vor Unfällen bewahren kann. Die Ausstellung wird daher in der ersten Abteilung, die von der Schutzvolizei eingerichtet wird. die Verhütung von Vertehrsunfällen, die Verkehrszeichen, Verkehrsvorschriften usw. zeigen. In der zweiten Abteilung wird die Kriminalvolizei Aufklärung aus ihrem Arbeitsgebiet vermitteln. Sie wird z. B. behandeln Sicherungsmaßnahmen gegen Einbruch, gegen Fahrraddiebstahl. gegen Falschgeld. sie wird Aufklärung geben über verbotene Castrov=Rauxel, den 6. März 1936. Vorwitziger Kiekindiewelt Nun muß es aber endgültig Frühling werden! Das war jedenfalls die Meinung des vorwitzigen Kiekindiewelt, der sich im farbenfrohen Gewand auf „große Fahrt“ wagte und dabei in die„Jagdgründe“ des Otto Gödde von der Marienstraße in Obercastrop geriet. So wurde er zur Neuauflage des Redaktionsschmetterlings, und es gehört sich, daß an dieser Stelle von ihm„Notiz“ genommen wird. Diese zarten Gebilde aus der Wunderwerkstatt der Natur werden manchmal durch einen leichten kalten Windhauch von der Bühne des Naturlebens hinweggeweht: aber oft gelingt es einem solchen frühzeitigen Zitronenvogel, ähnlich wie Mauersuchs, großer Fuchs. Pfauenauge und Admiral. in irgend einem rechtzeitig bezogenen Versteck Zeiten der Not. in denen Kälte und Futtermangel bestehen, zu überwinden, um sich beim nächsten sonnigen Vorfrühlingstag wieder für einige Stunden lustig im Freien zu tummeln. Es sind Lebenskünstler, die die guten Augenblicke im Dasein zu kosten verstehen. Das bewies auch Otto Göddes Jagdbeute. Als wir sie nach gebührender Besichtigung wieder den Märzwinden anvertrauten wippte er ein paar Mal vrüsend mit den dünnen Fühlern und den bunten Falterflügeln und dann ging es— heidi!— ab in die goldene Freiheit. 8. März letzter Einkopssonntag! Bekundet eure Opferbereitschaft Der letzte Eintovssonntag des Winterhilfswerkes 1935/36 findet am 8. März statt. Des Eintovfgericht ist die große Tischgemeinschaft der deutschen Nation geworden. So wie im Felde Offizier und Mann. Arbeiter und Student aus dem gleichen Topf ihr Dörrgemüse und ihre Grauvensupve aßen, so bekennen wir uns heute wieder durch das Eintovfgericht zur unauflöslichen Schicksalsgemeinschaft. Jeder. der sich als Kamerad seiner deutschen Brüder fühlt, muß sich daher am Eintopfgericht beteiligen, denn mit den Ersparnissen aus dem Eintovfgericht können wir unseren notleidenden Volksgenossen tatkräftige Hilfe bringen. Leider gibt es immer noch Menschen, die sich von dieser Feier ausschließen. Das sind schlechte Kameraden! Es gibt wohl keinen Ausdruck. der verächtlich genug ist, solche Menschen zu kennzeichnen. Wer nicht zu ihnen gehören will, der beteiligt sich am Eintopfessen und bekundet auch am letzten Eintopssonntag seine Opferbereitschaft. heldengedenkfeier auf Zeche„Erin“ Wieder nähert sich der Sonntag Reminiscere. der Tag. an dem das Deutsche Volk seiner im Weltkriege gefallenen Brüder gedenkt. Auch die Belegschaft der Zeche„Erin“ hat es sich seit Jahren angelegen sein lassen, für ihre im Völkerringen gebliebenen Arbeitskameraden eine würdige Gedenkfeier zu veranstalten. Einundeinhalb Hundert der Eriner Gefolgschaft zählen zu den zwei Millionen gefallener deutscher Streiter und Kämpfer. Wahrlich, damit hat die Belegschaft der Zeche„Erin“ dem Vaterlande ein großes. hehres Opfer gebracht. Eineinhalbhundert Lücken waren beim Apvell nach dem Signal„Das Ganze Halt“ in den Reihen der Knappen von Erin“. Sie blieben auf der Kamfstatt, auf dem Felde der Ehre, sie starben für uns. für Deutschland. Die Verwaltung der Zeche„Erin“, die Betreuerin ihrer Gefolgschaft, war sich der Pflicht, und des Dankes ihren gefallenen Knappen gegenüber be wußt. Sie setzte ihnen in der Lohnhalle, dem Orte der öfteren Zusammenkunft der Gefolgschaft, ein künstlerisches Ehrenmal. den Toten zu stetem. ehrenden Andenken. Den Lebenden aber zur Mahnung. der Helden stets zu gedenken und der Pflicht. dem Werke. dem Volke. dem Vaterlande gegenüber stets so nachzukommen, wie es die taten, deren Namen das Ehrenmal kündet. Die Alt=Knappen der Zeche„Erin“, der Vertrauensrät, der Gefolgschaftsführer rufen nun für Sonntag nachmittags 5 Uhr die gesamte Gefolgschaft wieder zur Gedenkfeier am Ehrenmal in der Lohnhalle auf. Besonders sind auch die Angehörigen der Gejallenen, sowie die Bewohner des Stadtteiles Castrov eingeladen, die. solange die Zeche„Erin' stebt, mit der Anlage auf Gedeih und Verderb verbunden sind. Nach den Ansprachen folgen Gesangvorträge der Altknapven. Ebenso wirken zwei Posaunenchöre mit. Die Lohnhalle wird in ganz neuem Gewande erscheinen und einen würdigen Rahmen für die Feier bilden. Whw.=Opferschießen des Schützenvereins Castrop-Kauxel-Ost Auch die Schützen stehen im Kampf gegen Hunger und Kälte nicht zurück. Sie wollen dem WHW. die Erträge aus einem Opferschießen restlos zuführen. Zu diesem Opferschießen, das am 7. März 1936 auf dem Stand des Wirtes Neuhaus=Klöster im Dorie Rauxel beginnt. ist die gesamte Einwohnerschaft herzlich eingeladen. Den 5 besten Schützen winken neben der Genugtuung. an dem großen Hilfswerk aktiv beteiligt gewesen zu sein, als Anerkennung noch schöne Preise. 3 Schuß kosten 20 Pig. Es wird an folgenden Tagen geschossen: Samstag, den 7. März, von 14 Uhr ab, Sonntag, den 8. März, von 10 Uhr ab. Mittwoch, den 11. März. von 14 Uhr ab. Samstag, den 14. März, von 14 Uhr ab. Sonntag, den 15. März, von 10 Uhr ab. Gewaltiger Sammelerfolg! Zahlen der DAF.=Sammlung aus Süd=Westfalen Vergangenen Sonnabend und Sonntag griff bekanntlich die Deutsche Arbeitsfront als größte Organisation nicht nur Deutschlands sondern der ganzen Welt, auf der ganzen Linie in den Kampf gegen Hunger und Kälte ein. Die Männer der Arbeit wollten jetzt gegen Ende des Winters noch einen heftigen Schlag gegen die Not tun. Durch restlosen Einsatz ist ihnen dieses Vorhaben so glänzend gelungen, daß alle bisherigen Sammlungen bei weitem in den Schatten gestellt werden. Lassen wir einmal die bisher vorliegenden Zahlen Bertraden attein=kacht start Die Froni der Betriebsgemeinschaft Die Voraussetzungen für die Schafjung einer neuen Sozialordnung sind Frieden. Arbeit und Aufbau. Ein Frieden ist aber dann wahr und echt, wenn er nicht befohlen zu werden braucht. Frieden muß aus der Ueberzeugung und aus dem Vertrauen wachsen. Es ist selbstverständlich, daß eine solche Entwicklung ihre Zeit braucht, denn viele unserer Volksgenossen haben den größten Teil ihres Lebens nur Klassenkampf und Standeshader kennengelernt, und sie waren von Mißtrauen erfüllt gegen die, die nicht ihres Standes waren. Solche Zeiten lassen sich nicht mit einem Federstrich beseitigen. Das neue Vertrauen in die Ehrlichkeit des anderen muß auf breitester Grundlage wachsen. In den kleinsten Zellen muß es vorhanden sein. Das Vertrauen des Menschen zu sich selbst muß zum Glauben an die Gemeinschaft werden! Gerade in unserem Arbeitsleben ist Vertrauen vonnöten, denn dort hatte der Klassenkampf die Wurzeln der echten Kameradschaft angefressen. Interessen der Arbeiter— Interessen der Unternehmer waren die beiden Pole. um die das Arbeitsverhältnis aufgebaut war. Betriebsräte sorgten dafür. daß der Kampf gegeneinander immer im Fluß blieb. und nicht zuletzt auch dafür, daß außerbetriebliche und allgemeinvolitische Fragen mit in diese Auseinandersetzungen hineingezogen wurden. Interessen! Vor lauter Interessen vergaß man das wichtigste, nämlich den gemeinsamen Arbeitsplatz. Nicht teressen stehen in der ersten Linie, sondern die Arbeit selbst. Das soll nicht bedeuten, daß es heute keine Interessen mehr gäbe, vielleicht mehr denn je. Aber es sind die Interessen der Gemeinschaft und der Arbeit. Gemeinsam arbeiten, heißt auch gemeinsam Interessen regeln. Die Bewegung ist die Verkünderin einer sozialistischen Idee. eines Sozialismus, der aus der Blutsgemeinschaft kommt und nicht für eine Klasse bestimmt ist. Dieser Sozialismus fragt nicht nach Kapital, sondern nach Arbeit. Adolf Hitler hat Arbeit geschaffen auch ohne Kapital. Von der Arbeit geht auch die Gestaltung des Betriebes, die kleinste Funktion des Soziallebens, aus. Hier soll die Gemeinschaftsarbeit ihre Grundlage finden. Arbeitgeber und Arbeitnehmer sollen hier zueinander finden und zusammen um Leistungs= und Wertarbeit ringen. Der Arbeitgeber soll hierbei der Führer sein, dem als Berater die Männer des Vertrauens der Gefolgschaft zur Seite stehen. Dieser Vertrauensrat hat eine weit größere und schwerere Aufgabe als der Betriebsrat von einst. Denn noch war es in der kurzen Zeit nicht möglich. überall solche Menschen hinzustellen, die man als richtige Führer und Gefolgsmänner ansprechen kann. Es kommt daher darauf an, daß die richtigen Menschen, die, wie das Gesetz es verlangt. über„vorbildliche menschliche Eigenschaften“ verfügen und die Gewähr bieten, daß sie„jederzeit rückhaltlos für den nationalsozialistischen Staat eintreten“, ihren Platz bekommen. In den Vertrauensrat gehören Kerle und keine Radfahrer= und Kriechernaturen! Persönlichkeiten werden auch immer das Vertrauen nach beiden Seiten haben Das Vertrauen erringt man nicht, wenn man besser als die anderen„Heil Hitler“ rusen oder schwungvoller reden kann, sondern wenn man ehrliche und sachliche Arbeit im Sinne des Nationalsozialismus leistet. sinn der Vertrauensratswahlen Bei den Vertrauensratswahlen am 3. und 4. April werden die Betriebsgemeinschaften darüber ihr Urteil zu fällen haben, ob die Männer, die sie im Vorjahre gewählt haben, sich des Vertrauens würdig gezeigt haben, oder ob bessere Arbeitskameraden an ihre Stelle treten sollen. Und wenn in einem Betriebe eine Anzahl Nein=Stimmen zusammenkommt. so soll man sich davor hüten, zu glauben, daß dort etwa schlechte Nationalsozialisten sind. sondern man soll es schon richtig betrachten: Da ist irgend etwas im Vertrauensrat oder in der Betriebsführung nicht in Ordnung! Das ist ja gerade der Sinn dieser Vertrauensratswahl, daß es sich um keine Listen=, sondern um eine Personenwahl handelt. Die Wahl soll der Prüfstein dafür sein, ob sich einer das Vertrauen nur hat schenken lassen, oder ob er es auch zu erringen gewußt hat. Für die DAF. ist es ein wertvoller Fingerzeig, ob der Vertrauensrat den Sinn der Schulung richtig ersaßt hat oder nicht. Hier zeigt es sich, ob er die beste Voraussetzung zum Nationalsozialisten besitzt, nämlich Kamerad zu sein. Denn das wird entscheiden und nicht, wenn hier und da sachliche Gegensätze vorhanden sind. Die Vertrauensratswahlen werden zeigen, wie weit der Boden für die neue Sozialordnung bereits feste Form angenommen hat und wie weit die Arbeitskameradschaften ihre richtigen Vertrauensmänner gefunden haben. Jeder soll mitarbeiten an der Gestaltung seines Arbeitsplatzes, denn hier ruht die wirtschaftliche und soziale Kraft unseres Volkes. und hier soll das neue Werden wurzeln. Deswegen soll der Schafsende selbst bestimmen und sich die Organe schaffen, die ihm die nötigen Voraussetzungen für höchste Leistung gewährleisten. Witten stehen noch aus. Die Form der Vertrauensratswahl Listenwahl oder Einzelwahl? Laut AOG. stellt der Führer des Betriebes gemeinsam mit dem Betriebswalter im März jeden Jahres die Liste der Kandidaten für den Vertrauensrat auf. Die Gefolgschaft hat zu der Liste durch Geheimabstimmung Stellung zu nehmen, d. h. sie kann die einzelnen von ihr nicht anerkannten Kandidaten durch Ausstreichung des Namens ablehnen. Bei der Vertrauensratswahl handelt es sich nicht um eine Listenwahl, wie in der Zeit des Parlamentarismus, sondern die Vertrauensratswahlen stellen reine Personenwahlen dar. Der Wähler gibt so viele Stimmen ab, wie Kandidaten auf der Liste des Betriebes stehen. Er hat also die Möglichkeit, jeden einzelnen Kandidaten anzuerkennen oder abzulehnen. Bei einer Auswertung des Hundertsatzes der Nein=Stimmen kann sich mithin nur zeigen, wie weit Betriebsführer und Betriebswalter der DAF., als die maßgeblichen Leute, für die Aufstellung der Kandidatenliste die Zustimmung ihrer Gefolgschaft fanden. Keineswegs aber ist der Hundertsatz der Nein=Stimmen etwa gleichbedeutend mit der Summe derer, die die DAF. ablehnen. Wie vor jeder Vertrauensratswahl führt die DAF. auch in diesem Jahre in allen Betrieben einen großen Propagandafeldzug durch, in dem die führenden Männer von Partei und Staat sowie alle Reichsredner der DAF. zu den Gefolgschaften sprechen. Dieser Propagandofeldzug ist nach dem Vorhergesagten keine Wahlpropaganda im üblichen Sinne, denn es werden nicht Stimmen für eine Liste geworben. Er verfolgt vielmehr den Zweck, den Gefolgschaften die Idee der Betriebsgemeinschaft sowie die Aufgaben des Vertrauensrates im Gegensatz zum Betriebsrat vergangener Zeit klarzumachen und zu erreichen, daß die Gefolgschaften unter sich die charakterlich Saubersten, beruflich Tüchtigsten und weltanschaulich Besten zum Ehrenamt des Vertrauensmannes wählen. Eine besondere Bedeutung gewinnt die Vertrauensratswahl 1936 noch im Hinblick auf den Aufbau der sozialen Selbstverantwortung, in der die Vertrauensräte das„Rekrutendepot“ für die Arbeitsausschüsse der einzelnen Wirtschaftsgruppen darstellen. Castrop-Kauxels Tiefbau im Jahre 1935 Den Hauptanteil an den Tiefbauarbeiten im vergangenen Jahre hatte die Herstellung des Erdplanums der Verbandsstraße NS VIII von der Köln=Mindener Bahn bis zur Adolf=Hitler=Straße. Bei diesem Erdbau handelt es sich um ein Projekt von 75000 RM. Dem ausgeworsenen Betrage nach an zweiter Stelle stand die Oberflächenbefestigung von 20 Straßen mit 68.700 am Bodenfläche und die Herstellung einer Einstreudecke auf der Straße Am Stadtgarten und der Glückaufstraße. Eine wichtige Arbeit war ferner die Befestigung des Marktvlatzes im Stadtteil Icern. Der Platz erhielt aus einer Größe von 4500 gm eine Einstreudecke, die den derzeitigen Verkehrserfordernissen in jeder Weise gerecht wird. An weiteren Straßenbauarbeiten sind zu nennen: die Befestigung des südlichen Zugangsweges zur Kampfbahn mit einer Einstreudecke, die Erneuerung des Gleispflasters auf der Münsterstraße und Wittener Straße, die Verbreiterung des Eisenbahnüberganges an der Münsterstraße. die Herstellung einer Teerdecke auf der Dorlohstraße: die Anlage eines Bürgersteiges mit Rinnen an der Hubertusstraße und die Neupflasterung des Hofes des Feuerwehrgerätehauses im Stadtteil Merklinde. Außerdem wurde eine große Reihe von Kanalisationsarbeiten ausgeführt. Es wurden im verflossenen Kalenderjahr 2600 lausende Meter neue Kanalrohre gelegt. Das städtische Kanalnetz ist damit auf eine Gesamtlänge von 63 Klm. angewachsen. Die Arbeiten im vergangenen Jahre betrafen die Kanalverlegung in der Castrover, Josefund Germanenstraße, ferner Kanalneubauten in der Marktstraße und in der Rauxeler. Amt=, Mittel= und Jahnstraße. Ferner wurde mit weiteren Kanalisationen in der Bergund Amtstraße begonnen. Für das städtische Straßennetz einschließlich der Aschenwege in einer Gesamtlänge von 147419 Meter sind die notwendigsten Verbesserungsarbeiten außerdem durchgeführt worden. Von der Städt. Frauenschule Mit dem Unterricht in der Pflege des gesunden Säuglings und Kleinkindes an der hiesigen dreijährigen Frauenschule des städtischen Oberlyzeums ist Kinderarzt Dr. Brehme, Castrop=Rauxel 1. betraut worden. Der Brehme, von dessen ehrenvoller Ernennung zum Dr. med. hahil. durch die Universität Würzburg wir kürzlich berichtet haben, wird. entgegen anderslautenden Gerüchten, wie wir erfahren. Castrov= Rauxel nicht verlassen, sondern auch weiterhin in unserer Stadt seine Praxis als Kinderarzt ausüben. Der nächste Viehmarkt in Castrop-Kauxel Der nächste Viehmarkt in unserer Stadt findet am Montag, dem 9. März 1936, auf dem Viehauftriebsplatze an der Marktstraße statt. Chor= und Orchesterkonzert zum Heldengedenktage Zum Heldengedenktage am 8. März 1936 führt Städt. Musikdirektor Max Spindler mit dem Städt. Orchester Gelsenkirchen zwei große Orchesterwerke im Fellingschen Saale auf. Wir haben an dieser Stelle schon eingehender sowohl von Richard Strauß„Tod und Verklärung" als auch von Ludwig van Beethovens 3. Symphonie in Es=Dur der „Eroika“ gesprochen. Das Straußsche Werk wird erstmalig hier aufgeführt und dürfte schon aus diesem rein äußerlichen Grunde dem größten Interesse begegnen. Auch Beethovens„Eroika“ wird ganz das erste Mal in unserem Konzertsaal gespielt. Teile daraus hat vor Jahren in der musikgeschichtlich reichen Vorkriegszeit der erste Dortmunder Städtische Musikdirektor und Prosessor Georg Hüttner hier wiederholt gespielt, insbesondere den berühmten Trauermarsch mehrere Male, aber auch der erste Satz ist hin und wieder bei seinen Programmen anzutreifen, einmal sogar das Scherzo. Man war früher also garnicht so sehr ängstlich bei den zykliichen Werken. Gebot es die Not oder andere Umstände. nahm man eben einzelne Sätze. Als Ganzes erklingt aber die„Eroika" am 8. März auch zum ersten Male. Daneben führt der Chor des Städt. Konzertvereins ein neueres Werk auf. Dafür müssen wir unserem Max Spindler ganz besonders Dank sagen. Mit Wagemut und Eifer nimmt er sich der jüngeren Komponistengeneration an. Bravo! Das ist in diesem Konzertwinter neben Haas. Klusmann, Brands=Buys. nunmehr schon die vierte Neuigkeit. Es ist die lyrische Kantate für zwei Solostimmen, Gem. Chor und Orchester von Max Donisch, die im Frühjahr 1935 erstmalig in Westdeutschland von Generalmusikdirektor Leopold Reichwein in Bochum ausgeführt worden ist. Sonst ist dieses Werk in Westdeutschland auch noch nicht gebracht worden. Wir sehen auch an dieser Tatsache, Castrov=Rauxel ist auf dem Vormarsche. Mit Freuden erinnern wir uns noch an die damalige Reichweinsche Aufführung, so daß wir auch hier allen unsern Musikfreunden nur empfehlen können, sich diese günstige Gelegenheit, ein modernes Chorwerk am Orte zu hören, nicht ungenützt entgehen zu lassen. Leider müssen wir darauf verzichten, auch durch dieses Werk an dieser Stelle einen kleinen informatorischen Gang zu machen, da wir trotz eifrigen Bemühungen nicht in den leihweisen Besitz der Partitur gelangen konnten. Also am Heldengedenktage im Fellingschen Saale zur Aufführung von Strauß „Tod und Verklärung" und Beethovens„Eroika"! „Der Prinz von Homburg“. kommt nach Castrop-Kauxel Am letzten Theaterabend dieser Svielzeit bringt das Westfälische Landestheater am Dienstag. dem 24. März, abends 8 Uhr. im Saale des Wichernhauses die Aufführung des vaterländischen Meisterwerkes„Der Prinz vom Homburg“ von Heinrich von Kleist. „Schwiegersöhne“ Ein rassebiologisches Schauspiel Im Auftrage des Reichsausschusses für Volksgesundheit beim Reichs= und Preußischen Ministerium des Innern reist eine Künstlerschar seit dem 13. 10. 1935 durch alle Gaue Deutschlands und bringt ein Schauspiel„Schwiegersöhne“ fast Abend für Abend zur Aufführung. Das Stück soll, wie wir hören, demnächst auf Veranlassung der hiesigen Kreisgruppe des Bundes der Kinderreichen auch in Castrov= Rauxel gegeben werden. Es handelt sich dabei um ein Schauspiel, das aus dem Leben gestaltet ist und mit erschütternder Wucht die Tragik der Zusammenkoppelung gesunder Menschen mit Rassefrenden und Erbkranken aufzeigt. In Szene gesetzt ist die Aufführung von Heinz Georges, der uns aus seiner früheren Tätigkeit beim Westfälischen Landestheater in bester Erinnerung ist. Eine Reihe namhafter Künstler stehen ihm bei der Darstellung zur Seite. Nähere Mitteilunegn ergehen noch. schluß der Rückreise) gelten. Die Karten werden mit der für Sonntagsruckfahrkarten üblichen Fahr preisermäßigung von einem Drittel in allen Verbindungen ausgegeben, für die Fahrkarten des gewöhnlichen Verkehrs aufliegen. In Verbindungen, für die fertiggedruckte Sonntagskarten nicht aufliegen, sind die Festtagsrückfahrkarten spätestens am zweiten Tag vor Antritt der Reise zu lösen oder zu bestellen. Mit Festtagsrückfahrkarten können alle Eil=, SchnellFD=, FFD= und die in den Fahrplänen mit I. bezeichneten Züge— unter Zuzahlung der tarifmäßigen Zuschlage— benutzt werden; nur die in den Fahrplänen mit FDt bezeichneten Triebwagen sind ausgeschlossen. Der Vorverkauf der Festtagsrückfahrkarten erfolgt bereits neun Tage vor dem ersten Geltungstage, also ab 30. März. Die Fahrpreisermäßigung für kinverreiche Familien wird auch bei Festtagsrückfahrkarten gewährt, da diese tariflich als Sonntagsrückfahrkarten gelten. An der zehntägigen Geltungsdauer der Arbeiterrückfahrkarten ändert sich nichts. Kurzarbeiterwochenkarten und solche für Angesteute konnen auch in der Woche vor und nach Ostern auf die gewöhnlichen Anträge für Arbeiter= und Angestelltenwochenkarten ausgegeben werden. Schulsammlung des BoA. Der Reichs= und preußische Erziehungsminister hat im Einvernehmen mit dem Reichs= und vreußischen Innenminister und dem Reichsschatzmeister der eine Schulsammlung für den Volksbund für das Deutschtum im Ausland angeordnet, die von Schülern und Schülerinnen vom 10. Lebensjahr ab im Familienkreis durchgeführt wird. Die Ergebnisse der Sammlung dienen volksdeutschen Kultur= und Wohlfahrtsausgaben im Ausland. Der BDA. teilt hierzu noch folgendes mit: Die reichsdeutsche Schule soll ihre Verbundenheit mit der auslandsdeutschen Schule durch Opfer und Hilfeleistung bekunden. Die deutschen Jungen und Mädel. die im arteigenen Staat eine Erziehung in deutschem Geist und deutscher Sprache als eine Selbstverständ lichkeit erhalten, sollen für ihre Kameraden draußen eintreten, denen der deutsche Bildungsweg und die Teilnahme an deutschen Kulturgütern oft außerordentlich schwer gemacht wird. Mit dieser Bekundung der deutschen Volksverbundenheit über die Grenzen hinweg geht der BDA. einen Weg. den auch alle anderen Völker und ihre Volkstumsverbände als selbstverständliches Recht in Anspruch nehmen. Wenn nun in der zweiten Hälfte des März deutsche Jun gen und Mädel aus allen Schulen im Eltern= und Familienkreis um einen Beitrag für ihren Sammel block zur Behebung kultureller und sozialer deutscher Not im Ausland bitten, werden sie sicherlich offene Herzen und Hände finden. Draußen wird von unseren Volksgenossen um ihres Volkstums willen im mer wieder Hingabe von Dasein und Leben. Preis gabe des Arbeitsplatzes, ja manchmal sogar der Gang in Kerker und Verbannung gefordert. Hier geht es nur um eine Gabe an Geld um einen wahrlich nicht unberechtigten Beweis für die selbstverständliche kulturelle Verbundenheit aller deutschen Menschen. Sicherheitsbeiräte und Unfallausschüsse im Bergbau Für die Sicherheitsbeiräte und Unfallausschüsse be den Oberbergämtern hat jetzt der Reichs= und Preu ßische Wirtschaftsminister besondere Bestimmungen erlassen. Danach beruft das Oberbergamt zu seiner Beratung bei der Durchführung wichtiger allgemeiner Maßnahmen auf dem Gebiet der Grubensicherheit einen Beirat, der die Bezeichnung„Sicherheitsbeirat des Oberbergamts“ trägt. Zur Beratung über die Durchführung von Maßnahmen, die aus Anlaß eines größeren Unglücksfalles auf einer Grube erforderlich sind, bildet das Oberbergamt aus den Mit gliedern des Beirats einen oder mehrere Ausschüsse (Unfallausschüsse). Aus den Bestimmungen ist noch zu erwähnen, daß die Mitglieder des Beirats ihre Tätigkeit ehrenamtlich ausüben. In den Beirat werden Führer und Vertrauensmänner von Betrieben des Oberbergamtsbezirkes in gleicher Zahl berufen. 44 Fahrraddiebstahl Am 2. Februar, in der Zeit von 19.15 bis 20.30 Uhr. wurde vor dem Hause Marktstraße 15 ein Herrentourenrad. Marke„Presto". Nummer unbekannt, gestohlen Vor Ankauf wird gewarnt! Die Geltungsdauer der FesttagsRückfahrkarlen zu Ostern Die Reichsbahn gibt auch in diesem Jahre zu Ostern Festtagsrückfahrkarten aus. die zur Hin= und Rücktfahrt an allen Tagen vom 8. April(Mittwoch vor Ostern) 0 Uhr bis zum 16. April(Donnerstag nach Ostern) 24 Uhr(spätester AbZeitschristenschau „hör mit mir Ein ganzes Dorf spielt Schach! Unter dieser originellen Ueberschrift bringt— hör mit mir— in seinem neuesten Heft einen interessanten Bildbericht aus dem Harzdorf Ströbeck, wo seit altersher groß und klein sich im Schachspiel üben. Schulkinder, die mit dem Schachbrett auf der Straße umherlaufen, sind dort keine Seltenheit!— Das neueste Heft unserer Funkzeitschrift ist auch weiterhin durch eine Fülle besonders wertvoller und anregender Bildberichte ausgezeichnet! Da finden wir zum Heldengedenktag eine Bildfolge aus der Marinegedächtniskirche in Wilhelmshaven, die, in ihrer Art einzigartig, an die Ruhmestaten unserer Marine im großen Krieg erinnert. Auch das Titelbild ist dem Tag des Heldengedenkens gewidmet.— Anläßlich einer Reihe von wichtigen Schulfunksendungen bringen wir, von maßgebender Stelle unterstützt, eine Betrachtung„Deutsche in Südosteuropa“ in Wort und Bild.— Zu der Weiterführung des wertvollen Mozart=Zyklus im deutschen Rundfunk steuert das neue Heft einen tief durchdachten und illustrierten Aufsatz des Saarbrücker Rundfunkintendanten Dr. Raskin bei.— Die ungewöhnlichen Erfolge deutscher Technik und Wertarbeit, die sich letzthin sowohl in der Fertigstellung des neuen Luftschiffes„L2 129“, wie auch in den erfolgreichen Probefahrten unserer neuen windschnellen Dampflokomotiven zeigten, haben uns zu einer Bildseite veranlaßt, die des aktuellen Interesses besonders sicher ist.— Die Frauenseite zeigt außer einigen aparten Köpfen eine Serie vorzüglicher Fotos von geschmackvollen Wohnräumen nebst einer Plauderei über moderne Raumkunst. Die Filmseite ist einer Reihe erfolgreicher neuer Filme gewidmet. In funktechnischen Teil begegnen wir einem Vorberich über die sehr bedeutsamen Neuerscheinungen auf dem Gebiet, der Koffer=Batterie=Empfänger. Zwei packende Kurzgeschichten u. ein größerer Artikel über den seinem Ende sich nähernden Tanzkapellenwett bewerb des deutschen Rundfunks bestimmen den guten Eindruck des Textteils. Auch der Stimmzettel. um als Hörer am Reichsausscheidungskampf der Tanzkapellen teilzunehmen, sehlt nicht und ermoglicht so die persönliche Teilnahme und Mitwirkung bei der bevorstehenden großen Reichssendung. ist alles getan, um das neueste— hör mit mir Heft besonders vielseitig und inhaltvoll zu gestalten Karten werden üblichen Fahrin allen Verkarten des geedruckte Sonne Festtagsrückten Tag vor bestellen. Mit Eil=, Schnellnen mit I. beder tarifmäßiur die in den riebwagen sind gsrückfahrkarten rsten Geltungsinderreiche tfahrkarten gegsrückfahrkarten ungsdauer der nichts. KurzAngestellte könOstern auf die r= und Angeden. 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Fei Hsia hatte es nicht schwer, oft mit der jungen Engländerin zusammen zu kommen, denn die beiden jungen Menschen hatten die gleichen Interessen— sie schätzten altes chinesisches Volkstum, unterhielten sich häufig darüber und beschlossen eines Tages, eine Expedition auf eigene Faust in die Berge Südchinas zu machen, um dort an Ort und Stelle ihre Studien zu betreiben. Der Vorschlag war von Fei Hsia ausgegangen. Sein Glück kannte keine Grenzen, als die junge Engländerin sogar seinen Heiratsantrag annahm. Die Expedition, die man in die Provinz Kuangsi im südlichen China unternehmen wollte, wurde so gleichzeitig zur Hochzeitsreise. Ein harmlos aussehender Bambuszaun... Gegen Ende des vergangenen Jahres brach man auf. Gemeinsam streiften die beiden jungen Leute durch die noch wenig erforschten Gebirgssiedlungen, um dort bei den einfachen Hirten, die sie antrafen, ihre volkskundlichen Studien zu machen. Ihre Ausbeute übertraf die kühnsten Erwartungen. Das Glück schien den jungen Studenten in jeder Beziehung hold zu sein. Niemand konnte ahnen, daß diese glücklichen Tage in Kuangsi ein so furchtbares Ende nehmen sollten. Auf dem Wege von Lucheng nach Lowan nahm die Tragödie ihren Anfang. Fei Hsia und seine junge Frau verloren in der wilden, weglosen Gebirgslandschaft die Richtung. Sie irrten stundenlang umher. Endlich entdeckten sie einen der zahlreichen Tigerjägerpfade, dem sie bis zum Einbruch der Dunkelheit folgten. Irgendwann bemerkte dann Fei Hsia plötzlich einen harmlos aussehenden Bambuszann vor sich. Nacht der Schrecken Fei Hsia bat seine junge Frau zu warten. Dann tastete er sich vorsichtig ein Stück vorwärts. Kurz darauf ertönte ein markerschütternder Schrei. Der junge Chinese war in der Finsternis in eine Tigerfalle gestürzt. Schwere Steine und Baumklötze prasselten mit ihm in die Tiefe. Wimmern und lautes Stöhnen von unten verrieten, daß Fei Hsia schwer verwundet sein mußte. Seine Frau erfaßte sofort die furchtbare Lage, in die Fei Hsia geraten war. Sie tat ihr möglichstes, um Hilfe zu bringen, aber so sehr sie auch alle ihre Kräfte anspannte und sich die Hände blutig scheuerte, sie brachte es nicht fertig, die schweren Steine, die gedacht waren, einem Tiger den Weg zu verlegen, fortzuwälzen. Es war eine Nacht des Schreckens und der Verzweiflung. Endlich hatte sie wenigstens so viel erreicht, daß der in die Tiefe Gestürzte wieder Luft bekam. Alle Versuche, Fei Hsia aus der Tigerfalle herauszuziehen, scheiterten jedoch Mit dem Versprechen. Hilfe zu holen, machte sich die erschöpfte junge Frau gegen Morgen auf den Weg. Vom Hochwasser angespült Stunde um Stunde verging. Feis Frau kehrte nicht zurück. Vielleicht war ihr etwas zugestoßen? Sie mochte von Räubern oder von Tigern überfallen worden sein! Die Todesangst verlieh dem jungen Chinesen jedenfalls Riesenkräfte, und so gelang es ihm tatsächlich, nach unsäglichen Mühen aus der Tigerfalle herauszukommen. Mühsam schleppte sich der Schwerverletzte auf dem Weg zurück. Wenn er vor Erschöpfung zusammenzubrechen drohte, dann kroch er auf allen Vieren. Nur weiter, immer weiter! Es ging nicht um ihn, sondern um seine Frau. Endlich stieß er auf Menschen. Es waren Tigerjäger, die wohl auf dem Wege sein mochten, um nach der von ihnen errichteten Falle zu sehen Die Worte kamen nur stammelnd von seinen Lippen. Man zimmerte in aller Eile eine Bahre zusammen, legte den Verunglückten darauf und trug ihn fort. Er sollte nach Lucheng gebracht werden. Nach einem mehrstündigen Marsch gelangten die Männer mit ihrer traurigen Last an die Furt eines Flusses. Zwischen dem Schilf, vom Wasser umspült, lag eine weibliche Leiche. Das Hochwasser des Flusses mochte die Leiche angeschwemmt haben. Fei Hsia ringt mit dem Tode Die Jäger hatten düstere Ahnungen. Sie sprachen kein Wort zu Fei Hsia, der todmüde und wund auf seiner Bahre lag. Aber irgendwie mußte der doch die Gedanken seiner Retter erraten haben. Er sah sie plötzlich mit einem vor Entsetzen entstellten Gesicht an, stürzte mit lautem Aufschrei von der Bahre und rannte zu der Toten hin. Dort brach er zusammen. Die Tote war in der Tat seine Frau. Vermutlich hatte die junge Engländerin auf ihrer verzweifelten Suche nach Hilfe den Fluß zu überqueren versucht, war aber dann von den Wellen des hochgehenden Flusses mitgerissen worden. Es ist anzunehmen, daß die arme Frau, die von den Anstrengungen der vorhergegangenen Nacht noch völlig erschöpft gewesen sein mußte, gar nicht mehr die Kraft gehabt, sich zu retten. Fei Hsia ist in das Krankenhaus von Wuchow am West=River übergeführt worden Dort ringt er mit dem Tode. Von seinen schweren Sturzverletzungen wird er sich, wie die Aerzte hoffen, langsam erholen können, aber trotzdem ist sein Schicksal besiegelt, denn Fei Hsia tung ist dem Wahnsinn verfallen. Er deliriert Tag und Nacht und schreit in seinem Wahn nach seiner jungen Frau, die nie mehr zu ihm zurückkehren wird, denn der West=River hat sie für sich behalten.... Der englische Altertumsforscher Herbert Winlock befindet sich mit einer Expedition in Aegypten, um dort im Auftrage des Metrovolitan=Museums in Newyork Ausgrabungen vorzunehmen. Seine Arbeiten haben einen bedeutungsvollen Erfolg aufzuweisen, denn es gelang ihm, in Der el Bahari Grüfte freizulegen, die aus der Regierungszeit der Königin Hatsevuth stammen und dazu bestimmt waren. die sterblichen Ueberreste hoher Würdenträger aufzunehmen. Die Stätte liegt nicht fern von Luxor, und die Sachverständigen haben erkannt, daß die Gräberetwadreitausendfünfhundert Jahre alt sind. also um hundert Jahre älter als die Grabkammern des Tut=anch=Amon. Es sind im ganzen 267 Grabkammern gefunden worden, die alle im Tal der Könige liegen, aber es hat sich herausgestellt, daß kein königlicher Sproß hier begraben wurde. Eine Friedensfürstin des Altertums Die Entdeckung hat das Augenmerk der Geschichtsforscher auf die Regierungszeit der Königin Hatsevuth gelenkt. deren Ratgeber in Der el Bahari die letzte Ruhestätte fanden. Diese königliche Frau schenkte ihrem Lande eine lange und friedensvolle Zeit, die sie zur Aufnahme von Handelsbeziehungen zu fremden Völkern benutzte. Sie sandte ihre Handelsflotte weit fort, um Produkte des Landes auszuführen und andere fremdartige dafür einzutauschen. So kam die Kunde von ägyptischer Lebensart in das Ausland und verband dank der Budapest. Dieser Tage heiratete unter großer Anteilnahme der Bevölkerung der Gewinner des Haupttreffers der ungarischen Nationallotterie die Witwe des Mannes, der das Glückslos viele Jahre lang gespielt hat und es erst vor der letzten Ziehung abgab. Der junge Rechtsanwalt Szabo war durchaus nicht abergläubisch. Er war ein zielbewußter, fleißiger Mensch, dem alle seine Freunde eine große Karriere voraussagten. Nie in seinem Leben hätte er es sich träumen lassen, daß noch einmal der Aberglaube seinem Schicksal eine grundsätzliche Wendung geben könnte, Als Szabo vor vielen Jahren seine junge Frau, eine Schauspielerin, heimführte, trat eine Zigennerin an das Brautpaar heran und bat, das Schicksal aus den Handlinien der Braut lesen zu dürfen. Der Rechtsanwalt, der die Zigeunerin für eine Schwindlerin hielt, wollte seiner Frau die Freude nicht verderben, warf der Zigeunerin einige Pengö zu und ließ sie gewähren. „Ihr seid das dritte Kind eurer Mutter, schöne Frau“, begann die Zigeunerin,„und Ihr Mann ist auch das dritte Kind seiner Mutter. Die Zahl drei wird euch Glück bringen. Ich sehe überhaupt viel Glück, Glück in der Liebe und Glück in der Lotterie. Einmal kommt der Haupttreffer. Die Ziffern eurer Geburtstage und eure Glücksziffer sind die Nummer des Loses.“ Immer Nieten, nichts als Nieten Die Hochzeitsgesellschaft lachte und die Zigennerin machte sich mit ihrem Geld aus dem Staube. Nur der Rechtsanwalt war nachdenklich geworden. Er zergrübelte sich lange den Kopf, woran es die Zigeunerin erkannt haben mochte, daß er und auch seine Frau noch zwei ältere Geschwister hatten. Schließlich kam er zu dem Entschluß, wirklich Lotterie zu spielen. Seine Frau war am 6. Mai geboren und er am 5. Januar. Die ersten Ziffern des Loses lauteten also 6551, dazu die Zahl drei, ergab Losnummer Weitsicht der Königin schon vor mehr als fünftausend Jahren entfernte Völker auf primitive Art. Darstellungen auf den Temveln jener Zeit nehmen auf diese friedensvolle Expansion Bezug. Sie zeigen Schiffe, die mit Waren beladen sind, fremde Menschen und fremde Sitten und Gebräuche. Die Fürstin muß über eine gewaltige Hofhaltung verfügt haben, denn nach Funden aus der Zeit war das Heer ihrer Hofbeamten groß. Jedoch: trotz hoher Staatsausgaben gelang es ihr, das Budget durch einen lebhaften Export nicht nur auszugleichen. sondern darüber hinaus erhebliche Ueberschüsse zu erzielen. Pietätvolle Wanderung Lange suchte die Altertumsforschung nach der Grabkammer dieser bedeutenden Frau. der man den Ehrennamen einer„Elisabeth des Altertums“ gab. Aber als man sie im Jahre 1903 wirklich fand, mußte man entdecken, daß sie leer war. Der Grund dafür war sehr einseitig. Die Mumien der altägyptischen Könige wurden mit allem Pomp und mit aller Prachtentfaltung beigesetzt. Räuber aber pflegten sich fast regelmäßig mit besonderer List an diese Grabkammern heranzumachen und sie auszurauben. Darum nahm man die Mumien aus den besonders gefährdeten Grabkammern wieder heraus und brachte sie in unbekannten Grüften unter. So geht denn die Suche nach der Grabstätte der Königin Hatseputh weiter. Herbert Winlock hofft. sie zu finden und damit der Welt wertvolle Aufschlüsse geben zu können. 65513. Dieses Los kaufte er bei der ungarischen Nationallotterie, und zwar ungeteilt. Aber er hatte Pech. Alljährlich kam das Los als Niete heraus. Ja, es war nicht ein einziges Mal auch nur ein Freilos. Szabo ließ sich nicht beirren. Nur die Ausdauer macht es, sagte er sich. Er arbeitete in seinem Beruf mit aller Anspannung, hatte bald eine große Praxis und war keineswegs auf die Glücksgöttin Fortuna angewiesen. Nachdem er gut zehn Jahre sein Heil mit Losnummer 65513 vergeblich versucht hatte, wurde er ungeduldig. Die Zigeunerin hatte die Reihenfolge der Geburtsdaten nicht genau angegeben. Vielleicht war es richtiger, wenn er seine eigenen Ziffern voranstellte? Szabo tauschte sein Stammlos gegen Losnummer 51653 ein Er tat das mehr aus Spielerei, als aus fanatischer Leidenschaft. Nervenzusammenbruch über das Mißgeschick Die nächste Ziehung kam heran und was geschah?— Los 65513, das alte Stammlos des Rechtsanwalts Szabo, brachte den Hauptgewinn, und Szabos neues Los war eine Niete. Als der Rechtsanwalt die Nachricht in der Zeitung las, bekam er einen Tobsuchtsanfall. Er litt gewiß keine Not. Er lebte in geordneten Verhältnissen und entbehrte das Geld des Hauptgewinnes nicht, aber die Tatsache, daß ihm gewissermaßen im letzten Augenblick die Millionensumme entgangen war, konnte er nicht verwinden. In einem unbeobachteten Augenblick jagte er sich eine Kugel in den Kopf. Natürlich berichteten die Zeitungen über den tragischen Tod des angesehenen Rechtsanwalts und über die seltsame Laune der Göttin Fortuna. Es konnte nicht ausbleiben, daß auch der glückliche Gewinner des Haupttreffers, ein wohlhabender Mann in gesetzten Jahren, davon erfuhr. Eines Tages erhielt die Witwe des Rechtsanwalts ein Paket, das Geldscheine im Werte von 100 000 Pengö enthielt. Es war ein Geschenk dieses Mannes. Die Freude der Witwe war groß; denn obwohl ihr Mann stets gut verdient hatte, hatte er doch keine bedeutenden Ersparnisse gemacht, so daß sie bisher fast mittellos dastand. Sie konnte also die 100 000 Pengö nur zu gut gebrauchen. Frau Szabo lernte den Spender kennen, als sie sich bei ihm bedanken wollte. Er war nicht nur äußerst zuvorkommend, sondern machte auch keinen Hehl daraus, daß er sich in die noch immer schöne Frau auf den ersten Blick verliebt hatte. Seine Gefühle wurden erwidert und so ging denn die Prophezeiung der Zigeunerin zuletzt doch noch in Erfüllung. Kam auch nicht der Haupttreffer zu Frau Szabo, so kam doch, als jetzt die Hochzeit gefeiert wurde, Frau Szabo zum Haupttreffer. Tanzen Sie Hula=Hula? Vor einiger Zeit hat ein Mann in Newbyork eine Tanzschule eröffnet. Um sein Institut bekannt zu machen, gab er in mehreren amerikanischen Zeitungen eine Anzeige auf, mit der er auf einen angeblich neuen Modetanz hinwies. Es handelte sich um den Nationaltanz der Kanaken, der auch Hula=Hula genannt wird. Hula=Hula war von den Kolonialbehörden jedoch schon vor längerer Zeit verboten worden. Angeblich soll er jetzt aber in verbesserter Form— gesellschaftsfähig!— wieder auferstanden sein. Was man von dieser Gesellschaftsfähigkeit zu halten hat, geht aus den übrigen Anpreisungen des Inserats hervor. Der närrische Tanzmeister aus Newyork teilt nämlich mit, daß seine Schüler alle auch ein richtiges Kostüm, aus einem Grasröckchen und einer Blumenkette bestehend, erhalten können. Echt Hawai also! Uebrigens findet auch Fern=Unterricht durch Briefe statt. Schade, daß der Fasching schon vorbei ist. Die„Hatz“ mit dem„Hula=Hula“ hätte gerade noch gefehlt. Die Grasie von Bar r. Baisurt Wo ist der Leichnam der Königin hatseputh?— Grabkammern, hundert Jahre älter als Lut-anch-Amon Sehenanisse der Werdung „Welche handschuhnummer hat Willy Fritsch?“— Allwissenheit als Geschäftsobjekt— Die Kartothek der zehntausend Wünsche In der Familie Mayer in Kötschenbroda ist ein kräftiger Stammhalter angekommen. Schon nach wenigen Tagen erhält das überraschte Ehepaar Kaufangebote auf Kinderwagen und Säuglingswäsche von Spezialfirmen in den verschiedensten Städten des Reiches. Herrn Mayers Nichte, Fräulein Niedlich, aber hat sich soeben mit Herrn Herbert Müller verlobt. Ihr trägt die Post alsbald Offerten in Brautausstattungen und Wohnungseinrichtungen ins Haus. Zugleich melden sich ein auswärtiger Innenarchitekt, der dem jungen Paar das neue Heim einzurichten sich erbietet, und Automobilfirmen von nah und fern, die auf ihre Weise zu seinem Fortkommen beitragen wollen. Ist dann der Bund fürs Leben endlich geschlossen, so werden Herr und Frau Müller noch mit Werbebriefen von Versicherungsgesellschaften überschüttet, die Haus und Hof, Leben und Gesundheit wirtschaftlich gesichert wissen wollen. Tritt jedoch einmal ein Todesfall in der Familie ein, so geben sich, ohne daß man sie gerufen hat, Sarglieferanten und die Hersteller von Grabdenkmälern die Türklinke einander in die Hand. Fragt man jedoch diese geschäftstüchtigen Zeitgenossen nach der Veranlassung ihres Besuches oder ihrer Werbezuschrift, so erhält man gewöhnlich eine nichtssagende oder ausweichende Antwort. Das Glück wird korrigiert Wer ist nun diese geheimnisvolle Macht, unter veren Kontrolle unser gesamtes Privatleben von der Wiege bis zum Grabe zu stehen scheint? Eine Schicksalsfügung, ein Zufall oder auch nur ein Zusammentreffen besonderer Umstände? Nein keines davon, sondern nur ein Zweig der modernen Werbung. Selbst das ist kein Zufall, wenn man ein Lotteriespiel zugeschickt erhält, dessen Nummer auffallenderweise mit unserer Glückszahl, unserer Autonummer oder der Nummer unserer Lebensversicherungspolice haargenau übereinstimmt. Natürlich ist man in diesem Falle nur allzu leicht dazu geneigt, das„Glückslos“, als das man es zu erkennen glaubt, zu bestellen, ohne daran zu denken, daß hier nicht das Schicksal, sondern ein höchst prosaisches Geschäftsunternehmen seine Hand im Spiel gehabt hat. Der betreffende Lotteriekollekteur ist eben Abonnent eines Auskunfts= bzw. Adressenbüros, das ihm die uns genehme Zahl verraten hat. Es gibt allein in Berlin gegen dreißig Adressenverlage, die ihr Material hauptsächlich aus der Tagespresse entnehmen und jeden einzelnen, scheinbar noch so geringfügigen privaten oder öffentlichen Vorgang in ihren Karteien sorgfältig registrieren. Große Adressenverlage haben Tausende von Kunden, von denen jeder einen anderen Wunsch hat. Sie müssen daher so gut wie allwissend und auf allen wirtschaftlichen Spezialitäten beschlagen sein. Kennen Sie schon unser Asthmamittel? Da hat z. B. eine pharmazeutische Großfirma ein neues Asthmamittel herausgebracht. Auf Bestellung erhält sie von ihrem Adressenverlag umgehend die Anschriften von 12 000 Kurärzten im ganzen Reich, wobei noch besonders darauf geachtet werden wird, daß es sich um Mediziner handelt, die bereits eine größere eigene Praxis und damit einen entsprechenden Einfluß auf die als Abnehmer in Betracht kommenden Asthmakranken haben. Nach wenigen Tagen haben diese 12000 Kurärzte die ersten Werbebriefe der Herstellerfirma in Händen, deren neues Erzeugnis hierdurch mit einem Schlage bekannt gemacht wird. Will es sich aber der Produzent besonders leicht machen, so befaßt er sich überhaupt nicht mit der Versendung der Werbeschriften, sondern überläßt dies gänzlich dem Adressenverlag. Wird irgendwo ein neues Schulhaus erbaut, ein städtisches Kanalisationsnetz angelegt, eine Wanderherberge desinfiziert, oder ein Denkmal errichtet, sogleich werden die hieran geschäftlich interessierten Spezialfirmen von ihrem Adressenverlag darüber unterrichtet. Selbst die handelsgerichtlichen Eintragungen im ganzen Reiche kann man sich fortlaufend mitteilen lassen. Es liegt auf der Hand, daß durch diese in aller Stille vor sich gehende Tätigkeit der Adressenverlage die Geschäftsumsätze in allen Branchen bedeutend erhöht werden, was letzten Endes auf das gesamte Wirtschaftsgebiet anregend einwirkt. Wer kommt zur Olympiade nach Berlin? Damit sind jedoch die Aufgaben der Adressenverlage noch lange nicht erschöpft. Auch Privatwünschen der verschiedensten Art wissen sie gerecht zu werden. Da will z. B. ein sämtliche in der Presse der ganzen Welt erscheinenden Abhandlungen über die Blutlaus zugeschickt erhalten, Schriftsteller und Journalisten benötigen Belege ihrer im ganzen deutschen Sprachgebiet erscheinenden Artikel, ausländische Gesandtschaften hingegen sämtliche Zeitungen, in denen über das von ihnen vertretene Land irgend etwas geschrieben steht. Ein Geologe will wissen, wo in letzter Zeit auf dem ganzen Erdball Petroleumvorkommen entdeckt wurden; ein Börsenspekulant, was das Ausland zu einer bestimmten Finanztransaktion meint; ein Kunstmaler, wo sich gerade der amerikanische Millionär befindet, der ihm vor Jahren einen Auftrag zugesagt hat. Filmbegeisterte heischen Auskunft, welche Handschuhnummer Willy Fritsch hat, was Greta Garbos Lieblingsblumen sind, oder wann Hans Albers Geburtstag hat. Auch die umfangreichen„Briefkästen" der Filmzeitschriften, in denen bekanntlich auf die zum Teil verrücktesten Anfragen geantwortet wird, decken ebenso wie die übrige Fachpresse ihren Bedarf vielfach bei Adressenverlagen. Schließlich vermögen derartige Unternehmen sogar in die Zukunft zu sehen, indem sie auf Anfrage den großen Berliner Hotels fortlaufend mitteilen, welche wohlhabenden Persönlichkeiten voraussichtlich demnächst zur Olympiade in die Reichshauptstadt kommen werden. Natürlich erfährt man dies nicht aus Zeitungsausschnitten, doch haben die Adressenverlage auch noch andere, streng geheim gehaltene Quellen, aus denen sie ihre Weisheit schöpfen. Gewährsmänner im ganzen Reich unterstützen sie in ihrer Arbeit. Klub der Vollblutmillionäre Nur das Geld spielt eine Rolle In London sind in den letzten Jahren sehr viele Klubs gegründet worden, was den Leuten, bei denen nur das Geld eine Rolle spielt, gar nicht so recht gepaßt hat, denn wo bleibt unter solchen Umständen die Exklusivität? Um diesem „Mißstand“ abzuhelfen, ist nun in der CorkStreet, im vornehmsten Londoner Westen, der „Klub der Vollblutmillionäre“ ins Leben gerufen worden. Die Mitgliedsbeiträge sind so hoch gestaffelt, und außerdem müssen so zahlreiche Empfehlungen beigebracht werden, wenn man in diesem Klub Mitglied werden will, daß diese vornehmen Herren nun in der Tat die Hoff nung haben dürften, ganz unter sich zu sein Hoffentlich kommt dabei auch etwas heraus...! S UUDeU NUssseer Roman um eine absonderliche Begebenheit von A. von Sazenhojen Urheber- Rechtsschuts: Drei Quellen-Verlag, Königsbrück(Bez Dresden) Anna=Marias Augen bleiben auf dem himbeerfarbenen Rand zwischen den andern weißen Papieren in der Brieftasche haften, bis er sie wieder schließt. Wenn er sie ansehen würde, müßte sie weinen. Sie will tapfer sein. Was sind vier Wochen? Der Stationsvorstand kommt und grüßt. Er legt die Hände auf dem Rücken zusammen und schaut nach rechts die Schienen hinab. Eine ganz kleine, schneeweiße Wolke steigt auf und kommt näher und näher. Da wirft sich Anna-Maria an Georgs Brust. Er kann kaum zufassen. Dann... ist sie fort. „Fahr' zu, Michel!“ Sie springt auf den Jagdwagen und reißt ihr kleines, weißes Taschentuch heraus. Die Straße läuft entlang dem Fahrdamm. Sie wird noch eine kleine Weile neben ihm herfahren. Es ist besser, als so dastehen und warten, bis man nichts mehr sieht. Es sind keine Luxuspferde, die dicken Schimmel vor dem leichten Jagdwagen. Dazu reicht es den Echtern nicht mehr. Aber sie haben gestanden und haben Stallfeuer. Sie blähen ihre rosa Nüstern weit auf, gespannt sich mit breiter Brust dem Winde entgegen zu werfen. Michel schnalzt mit der Zunge. Die Schimmel tauchen in die Sielen, wie eine Feder spielt hinten der Wagen. Anna=Maria schaut nach rückwärts. Jetzt steht der Zug. Jetzt steigt er ein. Jetzt taucht die Schnellzugsmaschine aus der kleinen Station, für die sie viel zu groß erscheint. Jetzt hat sie schon wieder die brausende Schnelligkeit. „Fahr'! Fahr'!“ ruft Anna-Maria und steht im Wagen auf. Mit der Linken hält sie sich an der Lehne des Vordersitzes und hält ihr weißes Tüchlein in der Rechten. Michel schwingt die Peitsche. Es ist nicht nötig. Die Schimmel finden das Getöse da hinten aufreizend. Sie werfen sich in Galopp. Der Wagen schnellt hin und her. Anna=Maria klammert ihre Linke fester. Jetzt sind sie mit der Maschine auf gleicher Höhe. Der Tender... der erste Wagen... nichts! Der zweite... nichts! Die Schimmel nehmen das Wettrennen auf. Es schleudert Anna=Maria wieder auf den Sitz zurück. Der dritte Wagen... auch nicht! Der letzte? „Anna=Maria!“ schreit Georg auf. Dann flattern noch zwei weiße Tüchlein. Aber bald saugt sie der weiße Nebel ein. Die Schimmel fallen in Trab. Was sind vier Wochen? Um dieselbe Minute fast stellt Theodor Spitzli seinen schwarzen Turm vor den weißen König und sagt:„Matt!“ Konrad Echtern schiebt nervös die Figuren zusammen.„Ich habe nicht aufgepaßt. Jetzt muß der Zug schon fahren. Das Kind tut mir leid.“ Theodor Spitzli lächelt mild und tröstend: Vier Wochen sind bald vorüber.“ * Der Gesandte, Herr von Schramm, hat Georg herzlich die Hand gedrückt.„Freut mich, lieber Echtern, daß Sie pünktlich wieder da sind. Ihr Gesuch ist noch nicht erledigt. Wir haben viel Arbeit. Es sind ein paar unangenehme Grenzzwischenfälle gewesen. Sie werden ja informiert sein. Zollgeschichten. Wir haben einen Notenwechsel mit der Türkei. Mit meinem Urlaub wird es wohl Essig werden. Ich kann nicht mehr fort, vielleicht höchstens noch auf zwei Tage.“ Ueber Bukarest ist noch immer Sonne. Sie scheint pünktlich von 11 bis 4 Uhr. Dann leuchtet alles: die bunten Tücher der Frauen, wenn sie zum Markt fahren, die weißen Flächen der Wagen, das ganze frohe, farbige Spiel des südlichen Lebens, die flachen Dächer voll Blumen, die grüngoldenen Kuppeln der Kirchen. Um 4 Uhr geht Konrad Echtern immer von der Gesandtschaft in seine Wohnung. Er hat zwei Zimmer in einem kleinen Haus im Villenviertel. Es ist ein kleiner Garten davor, in dem noch Blumen blühen. Seine ganze Seele ist erfüllt von Anna-Maria. Die Erledigung auf das Gesuch muß doch jetzt jeden Tag kommen. Und wieder: Anna=Maria! Immer: Anna=Maria! Er fühlt die Liebe, was sie eigentlich ist, als die elementare Kraft zur Einheit. Sie füllt einfach aus, Gedanken, Seele, die Zeit und alles. Es gibt nichts anderes mehr. Was sonst noch ist und getan werden muß oder getan wird, ist ganz automatisch. „Anna=Maria...!“ So geht er durch die Straßen Bukarests seiner Wohnung zu. So sind zehn Tage vergangen. Der Gesandte hat seinen zweitägigen Urlaub genommen und ist schon wieder zurück.„Heute ist Empfang beim schwedischen Botschafter“, sagt er,„ich bitte, daß Sie auch kommen, lieber Echtern.“ Georg erwidert:„Wenn Sie befehlen.“ „Ja.“ Und wieder der Heimweg durch die lauten, bunten Straßen. Das Leben gibt heute eine starke Resonanz. Er spürt sie, ohne sich ihr bewußt zu werden. Es schwingt nur eine große Freude mit: „Anna=Maria, das Leben wird schön!“ Als er die Treppen hinaufsteigen will, öffnet seine Hauswirtin eine Tür. „Der Telegrammbote war da für den Herrn Attaché.“ „So“, sagt Georg ruhig. Es kommt ja öfter vor, daß ein Telegramm abgegeben wird. Es kann etwas Dienstliches sein. Vielleicht zeigt ihm auch Hans Klött seinen gelungenen Flug an. Er hat es ganz vergessen. „Armer Freund!“ denkt er und hängt Mantel und Hut auf. Auf dem Schreibtisch liegt heute nichts weiter als das kleine, weiße Rechteck des Telegramms.„Kein Brief!' denkt Georg enttäuscht. Er setzt sich und reißt langsam die rote Verschlußmarke durch. „..: Anna=Maria heute nacht gestorben...“ Er legt das Blatt nieder. Er schaut ins Leere. Ein kleines, starres Lächeln steht in den Mundwinkeln. Phantasien solche Phantasien Nach einer Weile senkt er den Kopf wieder auf das Blatt.„Anna=Maria heute nacht... gestorben“, liest er laut. „Anna=Maria heute... nacht... gestorben“, sagt er es nach. Es wird dämmrig im Zimmer. Es wird dunkel. Eine Laterne leuchtet auf der Villenstraße auf. wirft einen Lichtkegel herein. In diesem Lichtkegel lieg. das weiße Blatt auf der Briefmappe.—— Eine Uhr schlägt. Es ist 8 Uhr. Da reißt es Georg in die Höhe. Er steht steif aufgerichtet vor dem Schreibtisch und steckt das Telegramm ein. Dann dreht er den Lichtschalter auf, läßt die Tür offen, reißt im Vorzimmer Hut und Mantel an sich und eilt fort. „Wie bitte?“ fragt der Taxichauffeur. „Schwedische Botschaft!“— Diener stürzen herbei und nehmen Mantel und Hut ab. Sie haben plötzlich verdutzte Gesichter.— Im Saale wird eben der erste Tango getanzt. Sie Der Brief! Er blättert in seiner Brieftasche, wirft Papiere hinunter, läßt sie achtlos liegen. „Mein Georg! Wir haben gestern den ersten Schnee gehabt. Ich habe mich darüber gefreut, denn bald kommt Weihnachten, und dann bist Du wieder da. Ich bete alle Tage, daß dein Gesuch schon bewilligt ist. Ich hole Dich im Schlitten von der Bahn ab. Das wird lustig!...“ „Bitte, Ihre Fahrkarte!“ sagt der Schaffner. „Wohin fahren Sie?“ Georg steckt hastig den Brief ein.„Zürich... Nein, es ist ganz unmöglich...“ „Wie bitte, Zürich?“ „Nein, nicht Zürich.. Konstanz!“ Wenn ein Unglück geschehen wäre, würde es Onkel anders... er würde gleich depeschiert haben, was... „Sie müssen in Zürich umsteigen! Da haben Sie Papiere verloren!“ sagt der Schaffner und schiebt die Abteiltür energisch zu. Funkenregen fliegt an den Fenstern vorbei und eine schwarz starrende Nacht, in der alles möglich wird, Tod und Vernichtung. Georgs Hirn arbeitet sprung= und fieberhaft. Wenn er über eine Böschung saust, der Zug, würde dann ein Telegramm den Draht entlang laufen: Zug entgleist, fünfzig Tote oder mehr .7 Ja, man kann schnell tot sein. „Anna=Maria heute nacht gestorben...“ Seine Stirn schlägt hart auf die schmale Fensterbrüstung auf. Ein Herr geht über den Gang, bleibt stehen und schaut herein. Dann schiebt er leise die Tür zurück. Es kommt vor, daß im Abteil sich Leute erschießen oder erschossen werden. Warum liegt dieser Mensch so da? Er berührt seine Schulter. „Fehlt Ihnen etwas?“ Da hebt Georg den Kopf. Seine Lippen bewegen sich fast unhörbar. Maria...“ versteht der Herr nur und zieht sich diskret und beruhigt zurück. Es wird Morgen. Er kommt fahl und reißt ein paar schreiende Plakate am Rande einer Stadt aus der Dämmerung. Es wird Tag. Ein Novembersturmtag! Zeitungsverkäufer rufen frierend am Expreß entlang:„Kölnische Zeitung ... Münchner Neueste Nachrichten... Berliner Abendblatt...“ Kellner balancieren Servierbretter in Schulterhöhe. Georg starrt auf das alles, ohne zu begreifen. „Nehmen Sie nichts?“ ruft ein Pikkolo zu ihm herauf.„Schinkenbrote, 20 Pfennig! Sie können heißen Kaffee haben, wenn Sie wollen!“ Da zieht Georg den Vorhang vor. Es wird nicht besser, es wird ärger.„Wenn doch ein Unglück geschehen wäre? Gestorben?“ In seiner Der deutsche Gesandte in Rumänien, Herr von Brust wird die Qual so groß, daß sie das Atmen Schramm, ist einen Kopf größer als alle andern serschwert. Ee erschönft ihn und neitscht ihn im Saale. Georg geht an allen vorbei und auf ihn zu. Er grüßt die Damen nicht. Er sieht nichts. Er ist im Straßenanzug, und man sieht nach ihm. In Viktor von Schramms Stirn kerbt sich eine senkrechte Zornfalte.„Ist der Echtern verrückt geworden?“ „Bitte um Urlaub!“ sagt Georg. Die in der Nähe herumstehen, hören auf zu sprechen. Der Ton dieser Stimme hat sie verstummen lassen. Die Dame, die mit Schramm gesprochen hat, zieht fröstelnd die Schultern hoch. Aus Georgs steifer Hand nimmt der Gesandte das Blatt.„Anna=Maria heute nacht gestorben.“ Gott sei Dank, er hat schon geglaubt, die Kriegserklärung sei da.„Wer ist denn das?“ will er fragen, aber der Blick in Georgs Gesicht schneidet die Frage durch.„Reisen Sie!“ winkt er mit der Hand. Hinter Georg bildet sich ein Kreis Neugieriger. „Wer war denn das?“„Was stand denn in dem Telegramm?“ Der Gesandte läßt die Fragen unbeantwortet. „Darf ich bitten, gnädige Frau?“. Und er reicht seiner Dame den Arm. Georg ist auf dem Bahnhof. Am Schalter fragt der Beamte zweimal. Georg hält mit eiskalter Hand die Eisenstange, die den Weg reguliert, den die Menschen zum und vom Schalter zu nehmen haben. „Welche Klasse? Bitte, welche Klasse?" Dann schiebt der Beamte einfach eine geschriebene Fahrkarte hinaus für den Orient=Expreß Konstantinopel—Zürich—Paris. Grorg legt einen größeren Schein hin und steckt die Karte ein. „Lallo! Bitte, Sie! Sie sollen zurückkommen! Sie bekommen noch Geld heraus.“ Georg wendet den Kopf nicht. Er hört es nicht. Er weiß nicht, daß der Ruf ihm gilt. Da läuft ihm ein Herr nach und schiebt ihm das Geld in die Manteltasche.„Sind Sie eigentZu Hause angekommen, legt er Mantel und lich verrückt? Geld findet man doch nicht auf der Hut in dem kleinen Vorzimmer ab, sieht dann Straße!“ nur auf den Schreibtisch, ob der Brief im gro= Im Zuge wird Georg ruhiger. Er kommt wießen, starken, violetten Umschlag auf der Mappe der zum Denken. Das Bewußtsein, auf dem liegt, setzt sich nieder, liest voll Andacht, legt den Wege zu ihr zu sein, beruhigt ihn, tut ihm gut. Brief neben sich, rückt den Stuhl näher und) Ex hat jetzt eine wahnsinnige Hast, heimzuschreiot kommen. Das Telegramm hat keine Unterschrift. Bukarest erlöscht im Abend, taucht wieder auf Es kann nicht vom Onkel sein. So hätte er nie im Lichterglanz seiner Nacht, lockt und ruft mit depeschiert. Es wird sich aufklären! Es muß ein schreienden Plakaten und laufenden Lichtern. Irrtum sein! Anna=Maria stirbt nicht so!! Er Er weiß davon nichts. müßte es gefühlt haben. Er hat noch gestern „Anna=Maria— einen Brief bekommen. erschwert. Es erschopft ihn und pellschrihn wieder auf. Er ist allein im Abteil. Es sind wenig Reisende im Zug. Im Nebenabteil sagt jemand:„Das ist ein unheimlicher Fahrgast da nebenan! Ich beobachtete ihn. Entweder er starrt vor sich hin... oder er geht immer hin und her. Man sollte den Schaffner aufmerksam machen. Er hat auch kein Gepack.! Der Schaffner zuckt nur die Achseln. Er ist ein Mensch, der sich nur mit Tatsachen abgibt. * Als die Eigentümerin der Villa in Bukarest, die Georg bewohnt hat, in der Frühe die Zimmer aufräumen will, sind Flur und Tür weit offen. Das elektrische Licht brennt in den grauen Tag hinein. Das Bett ist unberührt. „Da könnte einem alles gestohlen werden! Mein Gott, wie leichtsinnig! Er ist weggefahren ohne Kündigung und ohne die Miete zu bezahlen. Nein! Seine Koffer sind ja noch da, seine Wäsche, seine Anzüge! Sie macht Schranktüren und Kommodenfächer auf und geht kopfschüttelnd zur Nachbarin.„Mit den Zimmerherren... ja, mein Gott, wenn man halt darauf angewiesen ist.“ „Zürich!“ ruft der Schaffner.„Wenn Sie umsteigen wollen... auf Bahnsteig 3 steht Ihr Zug.— Die Glashalle des Züricher Bahnhofes durchgellt ein Schrei. Ein Herr ist aus dem noch fahrenden Zug gesprungen. „Ist ihm etwas geschehen?“ „Ist er überfahren worden?“ „Nein, es hat ihn nur geschleudert. Er ist gleich wieder auf und weiter.“ Der dicke Herr sagt:„Was ich die ganze Zeit betont habe, aber niemand hat auf mich gehört! Wer sich keiner Schuld bewußt ist, springt nicht aus einem fahrenden Im Konstanzer Zug tritt ein Kontrolleur zu Georg:„Ich bitte um Ihren Ausweis!“ Dann stutzt er:„Herr von Echtern! Verzeihung, es ist schon gut! Ich brauche den Paß nicht. Ich danke Ihnen.“„Dummes Gefasel von den Leuten!“ murrt er ärgerlich vor sich hin und schließt die Türe.— Konstanz. Es ist wieder Abend. Die Angst steigt. Mit eiskalten, kaum bewegten Lippen fragt Georg einen Chauffeur:„Können Sie mich nach Riedenberg fahren?“ „Bitte“, sagt dieser und öffnet den Schlag. Georgs Hände verkrampfen sich in die Polsterung. Er hat vor marternden Gedanken keinen anderen Ausweg mehr; er betet. „Laß es nicht geschehen sein, Herrgott! Laß es nicht wahr sein! Erbarme dich meiner, Maria, Mutter Gottes...“ Anna=Maria! Komm mir entgegen und erlöse mich! Ich ertrag' es nicht mehr!" Die Blutbuchen stehen schon kahl, erleuchtete Fenster schauen durch das Gitterwerk ihrer Aeste. Im weißen Saale ist Licht. Ueber Georgs Lippen quillt ein Ton. Der Fahrer wendet sich um.„Bitte, haben Sie etwas gesagt?“ Georg schüttelt den Kopf. Da fragt der Chauffeur:„Das ist Riedenberg, nicht wahr? Wohin soll ich fahren?" Da streckt Georg die Hand aus und weist auf die drei erleuchteten Fenster des Schlosses. Der Chauffeur nickt. Das Tor ist offen. Georg muß sich gegen den Schlag lehnen, während er den Fahrer entlohnt. Der schaut mit jungem Gesicht teilnahmsvoll nach dem erleuchteten Haus und auf seinen Fahrgast und wieder zurück. Er sieht Georg noch nach, wie er den breiten Weg durch den Park zum Schloß geht. Dann steigt er seufzend ein und wendet. Friedrich stürzt, von der Glocke hochgerissen, ins Vestibül. Sein erstickter Gruß ist ein Aufschluchzen. Christine kommt und hält den Mantel, den Friedrich abgenommen hat, unschlüssig und ängstlich über dem Arm. Niemand hat bisher gesprochen. Dann kommt... Theodor Spitzli. Er wischt mit blendend weißem Taschentuch seine Brille und rotgeränderten Augen.„Wir haben Sie nicht so rasch erwartet!“, sagt er mit weinerlicher Stimme. Georg tastet sich durch die drei hindurch gegen die eichene Treppe. Er zieht sich am Geländer hinauf. Es geht langsam. Dieser Anblick beugt Friedrichs Gestalt still weinend in sich zusammen. Christine wirft den Mantel über das Geländer. Sie ist ratlos. Sie will irgend etwas tun und weiß nicht was. Spitzli geht hin und her in der Halle. Er spricht zu sich und reibt dabei noch immer die Brillengläser.„Ich bin ja nicht verpflichtet! Warum tut man sich so was an? Es bricht einem das Herz... man sollte nicht Menschenfreund sein! Man sollte nicht...“ Da kommt von oben ein aufbrüllender Schrei ... ein einziger... eine tödliche Stille folgt. Christine fährt mit der Hand an ihrer Schürze herunter. Dann packt sie Friedrich am Arm. „Man muß doch nachschauen! Man kann ihn doch so nicht lassen!“ Und sie geht als erste, wartet und horcht und geht wieder. Friedrich ist neben ihr und hinter den beiden, ein paar Stufen tiefer, Spitzli. Oben bleibt alles still. Als Christine die Tür aufmacht, kommt er ihr entgegen. Er spricht rasend rasch, tonlos und über sie weg. „Warum hat man den Sarg zugemacht? Ich glaube es nicht! Man hätte den Sarg nicht zumachen sollen, bevor ich nicht da war! Man soll ihn wieder öffnen! Man soll sofort schicken, daß jemand kommt, der ihn aufmacht!“ Und dann mit sinkendem Blick:„Warum weinst du, Friedrich? Man kann ja jetzt nichts sagen, bevor der Sarg nicht offen ist.“ Er tastet sich über den silbernen Glanz hin und schiebt die Blumen leise beiseite. Da sagt Spitzli neben ihm:„Es ist nicht mehr zu ändern! Sie müssen sich fassen!“ Georg wendet langsam, mit einem fragenden Ausdruck, wie ein Mensch, der auf eine Erklärung wartet, das Gesicht ihm zu. „Es ist nicht mehr zu ändern!“ sagt Spitzli noch einmal. Es ist demütig gesagt, wie eine Entschuldigung für das harte Schicksal und wie es Spitzlis Art ist, etwas zu sagen.„Sie müssen sich fassen!" Das klingt wie eine Bitte, und er legt ihm die Hand auf den Arm. Trotz des sanften Tones steht es wie gehämmert in der Luft: Es ist nicht mehr zu ändern! Es kommt vor Georgs todtrauriges, schwerzverzerrtes Gesicht, vor seine hohe Stirn, langsam aus der Ferne, aus dem großen Nichts, legt sich über alles, füllt Saal und Leben, wird zu einer Schwere wie Blei, wie Berge... und wirft ihn nieder. Er fällt mit dem Oberkörper über die silbrig schimmernde Wölbung, gleitet an ihrer Glätte ab, stürzt mit ausschlagenden Armen in brechende Kränze „Barmherziger Gott!!“ schreit Christine und fängt einen brennenden, hohen Kandelaber auf, der mitgerissen wurde. Dann ist nichts als Friedrichs Schluchzen, wie er sich über seinen jungen Herrn beugt. Da sagt Christine in lautem Weinen:„Man muß ihn doch aufheben! Er wird nicht mehr bei sich sein! Ich hab’ mir's gleich gedacht. Wir hätten ihn nicht so jäh... ach Gott, ach Gott! Faß an, Friedrich! Nimm ihn unter die Schultern! Machen Sie uns die Tür auf, Herr Professor, bitt' schön.“ (Fortsetzung folgt.) 100080Der Westfalens Turner vorbildlich 5177,39 RM. für die Winterhilfe Die Beiträge der westfälischen Turnvereine für das Winterhilfswerk haben in diesem Jahre eine erfreuliche Höhe erreicht, die beweist, daß sich alle Vereine ihrer Pflicht weniger vom Glück gesegneten deutschen Volksgenossen gegenüber bewußt sind. Fast alle Vereine. sehr oft in vorbildlicher Weise gerade kleine Landvereine, haben durch irgendwelche Veranstaltungen Beträge für das WHW. aufgebracht Insgesamt konnte bisher die westfälische Gaugeschäftsstelle über den stattlichen Betrag von 5177,39 RM. quittieren. Wieder 10 000 Zuschauer in Hamburg Rastenburg gegen Hamburg diesmal:2 Auch der zweite Tag des Auftretens des Weltmeisterpaares und der Olympiasieger im Eiskunstlauf, Maxie Herber und Ernst Baier, war für Hamburg ein voller Erfolg. Die Kunsteisbahn war genau wie am Dienstag völlig überfüllt, und dem deutschen Meisterpaare wurden auch am Mittwoch stürmische Ovationen dargebracht. Im Rahmenprogramm gab es wieder ein Eishockeyspiel zwischen Rastenburg und Hamburg Zur allgemeinen Ueberraschung blieben diesmal die Hamburger knapp mit:1(:0,:1,:0) erfolgreich, nachdem die Ostpreußen am Dienstag glatt mit:0 gesiegt hatten. Die Paarungen für Barmen Erste Runde der Niederrhein=Gaumeisterschaft Nachdem die drei Bezirke des Gaues 10 ihre Meister ermittelt haben, kann die erste Runde der Niederrhein=Gaumeisterschaft steigen, die am Samstag, 7. März, in Barmen stattfindet. Die Paarungen für diesen Kampfabend sind: Fliegengewicht: Krumphaar(Elberfelder BS.)— Kaiser(Helios Aachen),.#g, Se, Bantamgewicht: Westhoff(Eiverfeld BC.)— Theißen(Dürener BC.). Federgewicht: Muller(Elberfelder BC.)— Scholten(Heros Ruhrort). Leichtgewicht: Herchenbach(Faustk. Elberfeld) Meuser(Hückelhoven). Weltergewicht: Nölgens(Dürener BC.)— Pruß (Astoria Beea).... Auighu.“ 80 Mittelgewicht: Renard(Post Buisburg)— Wego (Helios Nachen).. 866#. Halbschwergewicht: Rosentranz(SSvgg. Barmen) Schwergewicht: Runge(Elberfelder BC.)— Knurr (BC. Alsdorf). Die Sieger dieser acht Begegnungen bestreiten die zweite Runde und damit den Endkampf um die *„„ Beuischer Sieg in Aewyden Wie Kilian=Vopel trotz Strafrunden gewannen Die beiden Dortmunder Berufsfahrer Kilian und Vopel haben in den Vereinigten Staaten eine unerhörte Erfolgskette hinter sich. Was vor ihnen keine Mannschaft erreichte, die beiden Westfalen brachten es fertig: sie gewannen hintereinander sechs Sechstagerennen in Montreal, Pittsburgh, Chikago, Milwaukee und zweimal in Newyork. Besonders der letzte Erfolg im Newyorker FebruarSechstagerennen ist Kilian=Vopel nicht leicht gemacht worden. Der„Deutsche Radfahrer“ weiß darüber interessante Einzelheiten zu berichten und schreibt:„In der Nacht zum 27. Februar, als die Fahrer bereits mit 91 Stunden den größten Teil der Sechstagefahrt zurückgelegt hatten. spielte der bei den Rennfahrern wenig beliebte Schiedsrichter Frank Kramer wieder einmal den Gestrengen, der zahlreiche Strafen über verschiedene Teilnehmer verhängte, weil diese seiner Ansicht nach ihre Chancen nicht genügend wahrnahmen. Zu den Betroffenen gehörten sonderbarerweise auch Kilian=Vopel, obwohl die beiden Dortmunder während der ganzen Dauer des Rennens sich immer an der Spitze behaupteten. In 20 Minuten hagelte es insgesamt Strafen in Höhe von 300 Dollar. Mehrere Mannschaften wurden auch mit Strafrunden belegt. Zu den„Opfern“ gehörten auch wieder hier KilianVopel und Broccardo=Severgnini. Dennoch rückten die beiden Deutschen, deren Ueberlegenheit ganz auffällig war, schnell wieder an die Spitze des Rennens, die sie nach 115 Stunden mit DebruykerVerhaegen teilten. Nach diesem Zeitpunkt waren 3235,395 Kilometer zurückgelegt worden. Auch in den Kämpfen des letzten Abends, denen wieder eine riesige Zuschauermenge beiwohnte, konnten sich Kilian=Vopel erfolgreich mit Rundenvorsprung an der Spitze behaupten. Obwohl Debruyker=Verhaegen und Ignat=Diot zum Schluß ihre Anstrengux: gen verdoppelten, gelang es diesen Pauren nicht mehr, die beiden Deutschen noch einzuholen. Der Jubel, der diese beiden Helden der amerikanischen Sechstagerennen dieses Winters auf ihrer Ehrenrunde umtobte, war unbeschreiblich, die Gegner und auch die Strafrunden des Herrn Kramer hatten diesen verdienten Erfolg der beiden Dortmunder nicht zu verhindern vermocht. Kilian=Vopel können deshalb auf diesen Sieg besonders stolz sein. Gaumeisterschaft am 15. März in Düsseldorf gegen die in der ersten Runde kampffrei gebliebenen Bezirksmeister. Diese sind(vom Fliegen= bis gewicht): Scheid(Post Duisburg), Bartels(Essen 23), Ostländer(Helios Aachen), Kartz(BuFC Oberhausen), Knoth 1(Deutscher SC Düsseldoxf), Isenburg(Post Düsseldorf), Kleinholdermann(De Homberg), Schön(Be Katernberg). Kücze Sporionzen Portugal bei den Olympischen Spielen Eine wichtige Sitzung hielt das portugzesische olympische Komitee in Lissabon, unter dem Vorsitz von Dr. Jose Pontes ab, der erst kürzlich aus Garmisch=Partenkirchen zurückgekehrt war. Es wurde zunächst einstimmig der Beschluß gefaßt, eine giesische Olympia=Expedition nach Berlin zu schikken, und zwar wird Portugal die Wettbewerbe im Reiten, Schießen und Fechten bestreiten. Dagegen ist die Frage noch nicht entschieden, ob auch eine Mannschaft zum Fußballturnier angemeldet werden soll, doch ist nach dem großartigen Erfolg des deutsch=portugiesischen Länderkampfes damit zu rechnen, daß unser Gegner von Lissabon in Berlin nicht fehlen wird. Englische Meisterschaftsspiele Die noch am Pokal=Wettbewerb beteiligten Mannschaften holten ihre Meisterschaftsspiele am Mittwoch nach. Die Elf von Arsenal bestätigte ihre ausgezeichnete Form durch einen:=Sieg über den Tabellendritten Derby County. schlug Chelsea mit:1 und Wolverhampton Wanderers besiegten Grimsby Town mit:0. erregte in der 2. Liga der zahlenmäßig hohe Sieg von Fulham mit:0 Toren über Bury. Barnsley fertigte Bradford mit:1 ab, während Tottenham Hotspurs und Notts Forest nur:1 unentschieden spielten. Zwei Boxweltmeister siegten Die beiden amerikanischen Boxweltmeister im Feder= und Leichtgewicht, Freddi Miller und Tommy Cantoneri, waren in ihren folgreich. Miller mußte in Florida gegen den Amerikaner Sarona über die volle Distanz von 15 Runden gehen und landete einen knappen Punktsieg. Weit erfolgreicher war Cantoneri in Newyork, wo er den wenig bekannten Hasaiko schon in der zweiten Runde k. o. schlug. für 100 Kilo berechnet werden.— Roggenkleie(in RM für 100 Kilo brutto einschl. Sack ab Mühle. einschl. Verladungskosten daselbst). gesetzt. Mühlenverkaufspreis für die Preisgebiete 1 10.10, II 10.15. IV 10.30. V.95. VI 10.40. VII 10.45. VIII 10,10. XI 10.30, XII 10.40. XIII(Bln.) 10.45, zuzüglich .30 RM Ausgleichsbetrag für 100 Kilo. Bei Roggenvollkleie kann ein Aufschlag von 1,00 RM berechnet werden.— Für 50 Kilo in Reichsmark ab Station: Erbsen Viktoria. neu 18.00—20.00(feinste Sorten über Notiz): kleine Erbsen 17.00—18.00; Futtererbsen 12.50—13.50: Peluschken 17.50—18.50; Ackerbohnen 11.25—12.25; Wicken: Deutsche 15.00— 15.50. Ostsee 15.00—15.50: Russenwicken 15.00— 15.50: Futterwicken.50—9,25; Lupinen. blaue 13.75 bis 14.50: Luvinen gelbe—: Seradella, neue 19.00—21,50 unglasiert: Leinkuchen, Basis 37%. ab Hamburg.65 incl..30.=.: Erdnußluchen. Basis 50%. ab Hamburg.45 incl..65.=.: Erdnußkuchenmehl. disch. Mahlung..05 incl..=.: Trockenschnitzel. ab Fabrik.57; extrahiertes Soyabohnenschrot. 45%, ab Hamburg.75 incl..80 .=.: dito. 45%. ab Stettin.95 incl..80.=.: Kartoffelflocken. Parität waggonfrei Stolv. Namslau als Verladestatien..95 brutto für netto incl. Papiersack; dito. Parität Berlin.60 brutto für netto incl. Papiersack. Grotzmarkt für Getreide und Futtermittel e. B. zu Dortmund Erzeugerpreise für die Festvreisgebiete der Provinz Westfalen Dortmund, 5. März. Weizen. 76/77 kg. Preisged. WXVIII 212, W XV 210, W XIII 207, W XII 206. W IX 203; Roggen, 71/73 kg. Preisgebiet R XVIII 177, R XVI 175, R XV 173, R XIII 171. R XI 169; Hafer, 48/49 kg. Preisgebiet H XIX 175. H XVIII 174, H XVI 172. H XV 171. H XIV 170. H XIII 168: Futtergerste, 61/62 kg. Preisgebiet G XIV 184, G XIII 182, G XII 181, G XI 179, G X 178 RM. Handelsvreise, Frachtlage Dortmund. Weizen mit Kontingentmarken Mühlenfestpreis 216. Roggen mit Kontingentmarken Mühlenfestvreis 179. Westfälischer Futterhafer nicht angeboten. Westfälische Futtergerste nicht angeboten. Weizenmehl, Type 790, W XVIII 28.35, W XVI 28.35, W XIII 27.85. W XII 27.85, W IX 27,85; Roggenmehl, Type 997, R XVIII 23.15, R XVI 23.00, R XV 22,95, R XIII 22.75, R XI 22.55; Weizenkleie, Preisgebiet W XVIII 12.05. W XVI 11.95, W XIII 11.75, W XII 11.70. W IX 11.55; Roggenkleie, Preisgebiet R XVIII 10.80. R XVI 10.70. R XV 10.55, R XIII 10.45, R XI 10.30. Mehl: Grundpreise für Weizen= und Roggenmehl, Weizenund Roggenkleie. Die Zuschläge bzw. Handelsspannen errechnen sich nach den gesetzl. Bestimmungen. Handri und Indastele in engen Grenzen. Stärker gedrückt waren hier Hallesche Salz mit minus 2 Prozent und Kabel Rheydt mit minus 1 Prozent. Dahlbusch Vorzüge wurden etwas höher aus dem Markt genommen. Märkte Berliner Metall=Notierungen Berlin, 5. März.(Amtlich.) Elektrolytkupfer (wilebars) Promdi, eif Bamdurg, Sremen vder dam 51.25; Lriginal=Hütten=Aluminium. 98 Verte gingen Farheningzstrie auf ¼ Prozent e., vI3 99 Prozent, in Blocken 144: 96.. in Watz= ober höhter Basis um. Der Montanmarkt hatte über: Drahtbarren 148: Neinnicker. 98 bis 99# nt. # u fige Kurse. Mannesmann setzten 960 RM für 100 kg: Silber in Barren. ku. 1000 Bericht der Rheinisch-Westtälischen Borse Düsseldorf, 5. März. Die sche Börse eröffnete heute in stiller Haltung. Kaufaufträge lagen nur in geringem Umfange vor, doch fand das herauskommende Material glatt Aufnahme, wenn sich auch teilweise leichte Kursabbröckelungen ergaben.(wirebars) prompt, eif Hamburg Bremen oder Auf dem Markt der fortlaufegd, notierten Rotterdam 51.25: Lrieinal=pütten=Alumiztum. 9e Verte gingen Farheninzustrie auf ¼ Prozent er hig 99 Prozent, in Blouen 144: dg. in Wutz= oder höhter Basis um. Der montanmarkt hatte über Drahtbarren 148: Neinnickel. 98 bis 99 Prozen wiegend rualalsige Alfe., Mannermann fehrr-f 209 Rm. fal 100 ig: Silber in Barren, ca. ¾ Prozent niedriger ein, konnten sich aber vor= sein, 36—39 MM, per Kilo. ibergehend erholen, um dann aber wieder auf JU3xonmärkte den Anfangskurs zurückzugehen, Rheinstahl zirka Garenmarnte 1 Prozent gedrückt, Ver. Stayr büßten 28 Pro. Berliner Getreidegroßmart eot ein, Hie feicht gerag, wag Hahlbusch wur, Verlin. 5. März.(Zu= und Abschläge für Weizen, boppener, hert be, Sewonyen, Zhinenwerten Roagen und Futtergetreide gemäß Anordnung des den unveranve.-sah)t, Von Glektrowerte ver Getreidewirtschaftsverbandes„Kurmark“.) Weizen erzielten Mugg letzte,Kurse. Eletrowereg v.(für 1000 Kilo in RM): Mari eseizen. Durchnachlassigt, aber gehalten. Nur Siemens kamen schnittsqual.(an Auswuchs. Besatz, Bruch. Schmacht1½ Prozent schwächer zur Notiz. Etwas lebhaf korn, Rost sind zusammen 32 zulässig), Gewicht pro teres Geschäft entwickelte sich am Kalimarkt wie- hl. 76/77 Kilo, frei Berlin 212, gesetzl. Erzeugerder in Wintershall, wobei sich der Kurs aber kaum preis für die Preisgebiete W VI 200, W VII 20 besitz zirka 20 Pfg, höher gehandelt. Industrie= IW XIV(Bin) 208; gesetlicher Mühlenveskaufs: obligationen nicht einheitlich, 6prozentige Krupp vrei= 1000 Zilg Hu.); Mäs, Roggen, Durchvaren erhöht im Handel. Stahlbonds teilweise schnittsgual.(an Auswuchs, Besat, Bruch, SchmachtSsscu. venbörse tendiante:# hlan, korn sind zusammen 2% zulässig). Gewicht pro hl. An der heutigen Kuzenvoise tenvierten Rohten= 71/73 Kilo, frei Berlin 175; gesetzl. Erzeugervreis werte eher lustlos und leicht abgeschwächt. Con= für die Preisgebiete R V 163, R VI 164, R VII stantin der Große waren 100 RM. billiger ange 165, R VIII 166. R X1 169. R KII 170. R KII boten, ebenso lagen Heinrich und Langenbrahm(Bln.) 171: gesetzl. Mühleneinkaufspreis plus.00 niedriger im Angebot. Der Braunkohlenmarkt RM: Stimmung: ruhig.— Gerste(für 1000 Kilo Kohlenwerten waren Kalikuxe gefragt. Beienrode, gesetzlicher Erzeugexpreiz. für, Pig tr 126 # Beienrode pefergeg, 166. 6 zn nu. d im un. e K 1 6. gewannen bei einigen umsazen zirka 10 RMt.,) Hafer(für 1000 Kilo in RM): Märk. Hafer. Von Ascherslebenwerten gingen Ransbach auf Durchschnittsqual., Gewicht pro hl. 48/49 Kilo, gegestriger Basis um. Die übrigen Werte dieses setzlicher Erzeugerpreis für die Preisgebiete II IV Konzerns konnten ihre Kurse voll behaupten. 156, H VII 160. I K 163. H KI 165, II XIII 168. 790+.25 RM. Type 610+.00 RM.— Kleie: Weizenkleie(in RM für 100 Kilo brutto einschl. Sack ab Mühle einschl. Verladungskosten daselbst): Arnswalde) 11.40. VII“(Luckau=Calau) 11.40. VIII 11.50, IX 11.60, X 11.60, XII 11.70. XIV 11.85. zuzüglich.30 RM Ausgleichsbetrag für 100 Kilo. Bei Weizenkleie kann ein Aufschlag von.50 RM Viehmärkte Osnabrücker Viehmarkt Osnabrück, 5. März. Am heutigen Viehmarkt standen zum Verkauf: Rinder 45, darunter Ochsen 1. Bullen 6. Kühe 37, Schweine 429, Färsen 3, Schafe 5. Kälber 145. Preise für 1 Pfund Lebendgewicht in Pfennigen: Bullen: 41; Kühe: a) 39—40, b) 35 bis 36. c) 31; Färsen: 42; Kälber: a) 58—64, b) 50—57, c) 35—49: Schweine: a) über 300 Pfund 54.50, 270—300 Pfund 53.50. 240—270 Pfund 52.50. 200—240 Pfund 50.50, 160—200 Pfund 48.50. 120 bis 160 Pfund—. unter 120 Pfund—. Sauen: a) 52,50. Marktverlauf: Rinder lebhaft. Kälber lebhaft. Schweine zugeteilt. Nächster Markt am 12. 3. 1936.(Die vorstehenden Preise sind Marktvreise am Osnabrücker Schlachtviehmarkt und nicht mit Stallpreisen zu verwechseln.) Amtliche Berliner Devisenkurse Erichssegen mußten sich bei einigem Umsatz einen H XIV 170.— leichten Kursabschlag gefallen lassen. Bernhards=im hall wechselten zu unveränderten Kursen den BeDer Kohlenaktienmarkt war abgeschwächt. Im Umsatz waren Ewald=König Ludwig, die 1 ProStimmung:—. Weizenmehl(ohne Ausland). Type 790(Basis=Type), nach Skala Prof. Mohs(in RM für 100 Kilo brutto einschl. Sack): gesetzl. Erzeugervreis für die Preisgebiete Bezirksst. X der.=V. Berlin): II 27.25. III 27.25, V 27.25, VI 27.70, VII:(Soldin=ArnsUmsatz waren Ewald=König Ludwig, die 1 Pro= walde) 27.70, VII:(Luckau=Calau), 27.85, VIII 28.10. zent einbüßten. Bergb. Lothringen gelangeen IX 28.10, K 28.10, XII 28.30, XIV 28.55: mit 1025 sleichfalls 1 Prozent niedriger Hehgntptez. Von Ausland.50 RM. mit 202, 30 Ro.. gleichfalls 1 Prozent niedriger zur Notiz. Nie Ausland.50, RM, mit 20%.00 RM Aufgeld: zuverrhein. Bergb. dagegen gut beyauptet. von züglich.00 AM Frachtausgleich, bei nonahme von den Kaliaktien waren Burbach bei kleinem Ge= mindestens 10 To, frei, Empfangsstaziog gemöß cäft leicht gebessert,. trat im Börsen=Ordnungen der Zugl e 100 Zilg brutio ein Eine wesentliche A verlauf. Feldmühle Prozent höher bezahlt wurden. Ver. Stahl erfuh vj 21.65. VII 21.80. VIlI 21.90, KI 22.25. KII 22.35. ken ebenso wie Wintershall einen Kursabschlag KII1(BIn.) 22.45; zuzüglich.50 RM Frachtausvon ½ Prozent. gleich, bei Abnahme von mindestens 10 Tonnen frei Im Einklang mit den übrigen Marktgebieten Empfggastation gemäß Anordnungen, der Pigthielten sich die Umsätze auch auf dem Kassamarkt schaftlichen Vereinigung: Type 810+.50 f, Md Geld 1 Briet .678 41.97 54.81 46.80 12.275 16.40 .682 42.01 54 91 46.90 12.505 16.44 168.93 169.27 19.76 19.80 .654.666 Berliner Börsenkurse vom 5. März 1936 Anleihen: D..-Anl. 27 0-Anl v 29 Banken: Lom.- u. Privat-Bk Otsch. Bk u Diskt Dresdner Bank Reichsbank kh.-Westf. BodenCred Verkehrswerte: Reichsbahn.-A Hapag Vordd Lloyd Brauereien: Dortm Aktien Dortm. Ritter Dortm Union Schlegel-Scharp Wicküler-Küpper Sonstiges: Aku A E. G. Semberg 1. P. hem Ind. Gelsenont Ceutsch aimler Mot. tsch. Erdöl 1 Licht u. Kratt schw. Bergw -Farbenind elten-Guillaun riedrichshütte ebhard& Co elsenk Bergu —+ bedeutet ohne 100⅝ 92½ 93.— 9 3. 186## 122½ 123⅜ 16 7% 96. 198. 106 6⅜/ 8. ½ 97 109¼ 134½ 293½ 151 ¼ 12 100% 92⅞ 93. 931. 186 ½ 122 ½ 73 ¼ 6% 18. 166¾ 95 ¼ 199. 105 50½ 3% 9:— 87. 98 1 110 92 151 1 105 Angebot und Ges. t. el. Ont Goedh. Gebr. Goldschmidt Harpener Berg Hoesch=Eisen-KölnNeuessen Kali Aschersieben Klöcknerw Köln Gas u Elek W. Kreift Kromschröder G. Kronprinz Metall Küppersbusch Lahmeyer Mannesm.-Röhren Mansfeld Maschb-Untern Mälh Bergw. Phönix Bergy Rhein Braunk Rh Elektrizität Rhein-Spiegel Rhein-Stahl Rh.-Westt Elektr Rhein-West Kalk Roddergrube Salzdetfurth Schött. Herm Schwelm-Eisen Siemens u. Halske Stolb Zinkh. stollwerck Westdtsch Kaufh Ver. D. Nickel Ver Glanzst Elbt Ver Stahlwerke Warstein Gruben Wasserw Gelsenk Nachfrage. 5 3. 127¼ 119 105 110. 88¾ 83¾ 78 ¾ 1495 118.— 82 .1¾ 83¼ 32— 3 8% 125 114½ 127¼ 183— 180 75 ½ 6 ½ e 64% 4 3. 5. 3. 128 ½ 108½ 05¼ 110½ 90⅞ 84•4 78½ 149¾ 118.— 128½ 8. ¾ 132.— 83⅛ 130½ 218¾ •6¾ 115. 12 117½ 1 0. 75.— 96 ½ 142 .8 84. * 4 1 150½ Westeregeln Westdtsch. Kaufhof West-Draht Hamm Westfällsche Landesbankanl.: 5% Prov Feine. 2“ 6% dto. 26 6% dto. 20 R 1 5% Komm. Obl. 28 /20 5% dto. 30 R. 5% Goldpfdbr R* Westf Provinzialznlefhe-Auslosg Festverzinsliche Werte: % Preuß Ld-Bi anstalt R 19 5% dto. 4 5% dto. 11 5% dto. 13/1“ 5% dto 21 % dto Komm 20 5% dto. 16 5% dto. 6 5% dto 8 % Pr Centr-Boc u. Pfdbr Fm. 1 % dto. Komm.Obl.! urchschnittsk de Steuer tutscheine 10½ 21 1253 94.— 94.— 92⅞ 93.— 95½ 110 97 97. 97. 97— 67.— 94 ¾ 245 49 96 7 94 79 120% 31 ¼ 94.— 94.— 94.— 92⅞ 927 110% 97.— 97.— 97.— 77.— 97.— 94% 4% 4¾ 96— 94— .9 Wenn die Schilddrüse versagt... Interessante Zusammenhänge im Drüsensystem unseres Körpers.— Die Geißel des Kretinismus.— Von H. Frank-Obermüller Wer längere Zeit bei unseren südlichen Nachbarn, den Schweizern, geweilt hat, wird, sofern er mit offenen Augen durch die Welt gegangen ist, eine auffallende Beobachtung gemacht haben: das außerordentlich häufige Auftreten von Kretinismus, an Kretinismus Leidenden, einer Krankheit, die bei uns erfreulicherweise so gut wie gar nicht vorkommt, in der Schweiz und noch einigen anderen— vor allem gebirgigen Ländern— aber so häufig auftritt, daß man sie geradezu als endemisch bezeichnen kann. Es handelt sich dabei um eine Entwicklungskrankheit, die sich vornehmlich in idiotischer Geistesschwäche, sodann in eigenartigen körperlichen Mißbildungen äußert. Das Leiden geht von einem krankhaften Zustande der Schilddrüse aus; fast bei allen Kretins tritt eigenartigerweise Kropf auf. Der endemische Kretinismus ist— geographisch gesehen— weniger verbreitet als der Kropf. Wo aber die letztere Krankheit häufig auftritt, zeigt sich auch der Kretinismus. In Europa gilt dies, abgesehen von der Schweiz, vor allem von den Pyrenäen, den spanischen Hochflächen, Südschweden, den Karpathen und dem Balkan, in Uebersee vornehmlich von den südamerikanischen Hochländern, Brasilien, Niederländisch=Indien, Sibirien und China. In erster Linie werden weit von der See gelegene Binnenländer betroffen. Sie sehen wunderlich aus, die bedauernswerten Menschen, die am Kretinismus leiden. Es sind kleine Gestalten— sie werden selten mehr als 1,20 bis 1,50 Meter groß— mit vorstehenden Backenknochen, breiter, eingesunkener Nasenwurzel, schlecht proportionierten Körperformen und kurzen Beinen. Die Kretins gewähren also einen wenig anziehenden Anblick. Dazu kommt der nur schwach entwickelte Verstand— wenn man es nicht geradezu mit Idioten zu tun hat— und das Bild eines Kretins ist fertig. Nach Ansicht verschiedener Forscher soll der Kropf an sich schon ein Zeichen von Entartung sein, das auf Kretinismus deutet. Dagegen läßt sich aber vieles sagen, vor allem die Tatsache spricht dagegen, daß in zahlreichen Fällen der Kropf mit einer normalen geistigen Entwicklung gepaart geht. Bei einzelnen Kretins ist die Schilddrüse klein, bei anderen stellt sie geradezu selbst einen Kropf dar— mithin ein Gegensatz, der aber nur scheinbar besteht. Eine mikroskopische Untersuchung des Kropfes zeigt nämlich, daß hier das Drüsengewebe fast völlig degeneriert ist. Auch bei diesen Kranken ist mithin die Schilddrüse in Wirklichkeit nur klein und minderwertig, wie groß auch ihr Umfang sein mag. Diese Entartung der Drüse finden wir nun bei Kretins meist schon in frühem Alter, zuweilen sogar vor der Geburt. Gewöhnlich tritt sie zwischen dem vierten und zehnten Lebensjahre auf. Genaue Untersuchungen anderer Drüsen mit innerer Abscheidung bei Kretins haben gezeigt, daß sowohl die Hypophyse(Gehirnanhang) und die Brustdrüse(Bröschen) als auch die Keimdrüsen bestimmte Veränderungen aufweisen. Beim Gehirnanhang deutete diese Veränderung darauf hin, daß diese Drüse gewissermaßen den Ausfall der Leistung der Schilddrüse wieder auszugleichen suchte. Ihr Drüsengewebe nahm zu. Es mag zugegeben werden, daß der Kretinismus ein sogenanntes polyglandulares Leiden ist, d. h. ein solches, bei dem mehrere Drüsen mit innerer Absonderung in Mitleidenschaft gezogen werden. Soviel darf indessen als feststehend gelten, daß nicht alle Drüsen in gleichem Grade betroffen werden. Die Schilddrüse wird zuerst und am stärksten erfaßt, die übrigen erst in zweiter Linie. Auch die anderen Organe des Körpers, die Haut, die Knochen, das Gehirn, das Herz, die Blutgefäße und das Rückenmark weisen beim Kretin gewisse Abweichungen von der Regel auf. Von dem Zeitpunkt, in dem die Entartung der Schilddrüse einsetzt, wird es abhängen, welche Organe im besonderen betroffen werden. Es sind dies nämlich jene, die sich gerade in einem bestimmten Entwicklungsabschnitt befinden. Man hat den Kretinismus durch Verabreichung von fremdem Schilddrüsengewebe zu heilen versucht. Der Erfolg dieses Verfahrens ist aber sehr ungleichmäßig. Man gelangt im allgemeinen nur dann zu einer Heilung, wenn das Medikament schon frühzeitig verabfolgt wird. Das bietet aber nicht unbedeutende Schwierigkeiten, da ja die Symptome der Krankheit gewöhnlich nicht vor dem vierten Lebensjahre sichtbar werden, und dann ist es nicht selten schon zu spät. Angesichts des engen Zusammenhangs zwischen Kretinismus und Kropf hat man auch der Untersuchung des letzteren in neuerer Zeit erhöhte Aufmerksamkeit zugewandt. Wir wissen heute, daß diese Entstellung durch den Mangel an gewissen Vitaminen und durch bestimmte Vergiftungen verursacht wird. Seit * Bceelnee Bcret 1536 wurde die alte Dominikanerkirche„Sankt Petri auf dem Schlotzplatz“ zur Hof= und Domkirche erhoben. Der jetzige Berliner Dom ist der vierte Bau der Domkirche. Das Gotteshaus auf dem Schloßplatz wurde, nachdem die Entwürfe Andreas Schlüters für einen völligen Neubau verworfen waren, in den Jahren 1717 und 1718 völlig erneuert. Friedrich der Große ließ 1747 den Dom auf dem Schloßplatz abbrechen und einen Neubau im Lustgarten errichten, der 1820 nach Plänen Schinkels umgebaut wurde. Die letzte historische Feier in diesem Dombau war die Aufbahrung Kaiser Wilhelms I. 1894 wurde der Grundstein zu dem jetzigen, von Baurat Raschdorff errichteten Domgebäude gelegt. Im heutigen Dom erinnern vor allem die drei alten Glocken, von denen die älteste aus dem Jahre 1471 stammt, und die Särge der Hohenzollerngruft an die lange Geschichte des Berliner Doms. Der älteste Sarg stammt aus dem Jahre 1595. Das Grabdenkmal des Kurfürsten Johann Cicero stammt von dem Meister Peter Vischer aus Nürnberg. Die Sarkophage der Königin Sophie Charlotte und König Friedrichs I. sind Meisterwerke Andreas Schlüters. Die Reihe der Prediger an der Berliner Domkirche weist eine große Zahl berühmter Namen auf, wie D. J. Jablonski, dem Mitbegründer der Berliner Akademie der Wissenschaften, Brüderbischof Hengstenberg, Rudolf Kögel, Stöcker, Dryander u. a.(Scherl—.) Der Dom in seiner jetzigen Gestalt Blick in die Hohenzollerngruft des Berliner Doms Das bronzene Grabmonument des Kurfürsten Johann Cicero(gestorben ein Werk des berühmten Erzgießers Peter Vischer in Nürnberg 1499), Die drei Glocken, von denen die älteste 460 Jahre, die jüngste 400 Jahre alt ist etwa einem Jahrzehnt sind die Aerzte in der Lage, die Entstehung des Kropfes von vornherein zu verhindern, und zwar durch Jodbeigabe in den Speisen in Form von Jodsalz oder Vollsalz(Kochsalz mit etwas zugesetztem Natriumjodid). Daß der Genuß von Jod der Kropfbildung in der Tat entgegenwirkt, dafür sprechen verschiedene, aus der Erfahrung gewonnene Tatsachen. So ist beispielsweise der Kropf in Japan eine unbekannte Erscheinung, was man damit erklärt, daß die Japaner Meerespflanzen in großer Menge genießen, die alle jodhaltig sind. Dagegen ist in dem jodarmen China die Zahl der am Kropf Leidenden außerordentlich groß. Professor I. F. Meclendon, der sich mit diesen Fragen eingehend beschäftigt hat, teilt auf Grund seiner Beobachtungen in den Alpenländern mit, daß in einer Schule in Bergamo alle jene Kinder keinen Kropf aufwiesen, die Lebertran und damit Jod bekamen. Aehnlich günstige Ergebnisse weiß der Gelehrte aus anderen Schweizer Kantonen zu berichten. Wie kommt es nun, daß die oben genannten Gebirgsländer, ehemals vergletscherte Gebiete, nun Gegenden mit stark verbreitetem Kropfvorkommen und häufigem Kretinismus sind? Die Erklärung dürfte darin liegen, daß die Gletscher den einst verhältnismäßig jodreichen Boden weggeräumt haben, während der seit der Eiszeit gebildete junge Boden noch nicht die Zeit gehabt hat, genügend Jod anzureichern. Daher fehlt der auf ihm wohnenden Bevölkerung heute die Möglichkeit, aus der Pflanzenwelt das nötige Jod aufzunehmen. Das Geheimnis der Pfütze Wissenschaftler durchforschen die Zweite Oimension— Von Dr. Kurt Seppin Jedermann weiß, daß die stillen Wasser die tiefsten sind. Jedermann weiß auch, daß gerade die mißachtete Pfütze voll wimmelnden Lebens ist, wenngleich wir nur ein kleines Tröpflein unter die Lupe oder besser unter das Mikroskop nehmen. Das Neueste aber sind die Geheimnisse, die uns die schillernde Oberfläche eines solchen trüben Wässerleins zu entschleiern aufgibt. Sie zeigen sich vor allem, wenn wir Oel auf die Fläche gegossen haben, um die Brut der Kerbtiere zu vernichten. Dann breitet sich ein unendlich dünner, glitzernder Film über den Spiegel. Immerhin genügt er, um dem Ungeziefer die Luft abzuschneiden, nicht wahr? Aber neuerdings ist man zu der Erkenntnis gelangt, daß man den Tod auf eine elektrische Herkunft zurückführen kann. Weil nämlich solche Kräfte auch in derartig dünnen Schichten leben und wirken. Diese neue Weisheit macht auf den ersten Blick einen Eindruck, als sei sie äußerst nebensächlich. Und das erscheint auch begreiflich, wenn man bedenkt, daß der Ueberzug in der Tat von einer ungeheuren Winzigkeit ist. Müssen doch nicht weniger als fünf Billionen Moleküle auf jedem Quadrat einer Pfütze stehen, wenn sie die Larven ersticken sollen. Immerhin ist die Sache wichtig genug, daß die Forscher sie zum Anlaß genommen haben, ein Bombardement aus Elektronen auf solche Schichten zu eröffnen. Und man hat die Folgen dieser eigenartigen Beschießung mit Muße studiert. Die Schlüsse, die der Forscher gezogen hat, sind denn auch so weitreichend, daß sie die Allgemeinheit interessieren dürften. Man ist nämlich zu der Ueberzeugung gelangt, daß alle festen Körper mit einer winzigen Schicht bedeckt sind, die aus Wasser und Oel oder aus einem Gemisch beider besteht. Natürlich ist diese Schicht recht dünn, nämlich nicht dicker als ein Molekül. Aber man kennt ja Schichten, die noch dünner sind. Longmuir fand zum Beispiel Filme, die nur die Dicke eines Atoms aufwiesen. Ein Atom wäre wirklich klein genug. Aber die Wissenschaftler geben sich damit nicht zufrieden. Sie sind wieder an die Pfütze gegangen. An deren Oberfläche lassen sich nämlich die buniesten Farbenspiele auch dann beobachten, wenn nicht zuvor Oel darüber gegosOhne Hirn keine Puppel Von verschiedenen Forschern wurde bereits nachgewiesen, daß der Kopf einer Kerbtierlarve, beispeilsweise von Fliegen oder Maden, vollauf ausreichend für die Verpuppung ist. Schon vor mehr als einem Jahrzehnt hat Koper die Ansicht vertreten, das Raupengehirn sei eine Art Drüse mit innerer Absonderung, die ein Hormon für die Verpuppung erzeugt. Die Arbeiten des Genannten sind durch die deutschen Zoologen Caspari und Plagge fortgesetzt. Nach ihnen hören die Raupen des Ligusterschwärmers und einiger anderer Schmetterlingsarten kurz vor dem Beginn der Verpuppung mit der Nahrungsaufnahme auf. In dieser„kritischen Periode“ beginnen sie zunächst unruhig umherzulaufen, um danach eine Farbänderung durchzumachen. So wird die Raupe des Ligusterschwärmers, die erst grün war, braun; der Vorgang vollzieht sich 10 bis 12 Tage vor der Verpuppung. Schnürt man indessen den Raupen vor dem kritischen Stadium den Brustteil ab, so verpuppt sich allein die vordere Körperhälfte, während der andere Teil noch geraume Zeit als Raupe weiter leben kann. Bei späterer Abschnürung verpuppen sich beide Hälften. Verlieren noch fressende Raupen das Gehirn, dann leben die Tiere 35 Tage weiter, ohne sich indessen zu verpuppen. Die Versuche zeigen, daß die Gehirnzellen einen Stoff absondern, der die Verpuppung erst ermöglicht. sen worden ist. Als Ursache kommt niemand anders als das Licht in Frage. Dessen Strahlen treffen auf die blanke Oberfläche und bringen dort jenes Funkeln hervor, das uns so unscheinbar und alltäglich dünkt, dem scher aber unerhörte Erkenntnisse vermittelt. Wie die Sonne ihre Strahlen auf die Pfütze wirft, richtet der Gelehrte seine Strahlenquelle auf die unendlich dünnen Filme, und es ist noch nicht abzusehen, welch unerhörte Neuigkeiten uns diese Arbeiten bescheren werden. Hier in der Zweiten Dimension sind vielleicht Geheimnisse zu entschleiern, seltsam wie die Offenbarungen der Vierten, der Geisterdimension. KUNST- LEBEN · WISSEN Arbeiterpartei beantragt Mißtrauenserklärung zur englischen Aufrüstungspolitik Die arbeiterparteiliche Opposition wird am kommenden Montag in der großen Aufrüstungsaussprache des Unterhauses zu dem Regierungs49,2 Millionen Dfund... Die Voranschläge für die englische Armee onb. London, 5. März Die Voranschläge der Armee für das Haushaltsjahr 1936 wurden am antrag, in dem zu den Aufrüstungsmaßnahmen Donnerstag veröffentlicht. Sie betragen 49,2 ersucht wird, einen Abänderungsantrag ein= Millionen und weisen im Vergleich zum Vorjahr bringen. seine Zunahme von 5,7 Millionen Pfund aus. Die In diesem Antrag heißt es u.., daß die Si= Kopfstärke der Armee wird auf 158 400 Mann cherheit Englands und der Frieden der Welt erhöht(152 200 im Jahre 1935). nicht dadurch erhalten werden könne, daß man! In einer Begleitschrift des Kriegsministers sich auf Rüstungen verlasse, sondern nur durch Duff Cooper wird darauf hingewiesen, daß eine entschlossene Politik der internationalen! die Modernisierung der Küstenverteidigung und Verständigung durch ein Festhalten an den Völ= der Luftabwehrbatterien fortgesetzt werde. Zur kerbundssatzungen, durch allgemeine Abrüstung, Zeit würden Versuche mit einem stärkeren Abdurch eine Verbesserung des internationalen wehrgeschütz durchgeführt. Außerdem werde mit Arbeiterstandards und durch eine wirtschaftliche allem Nachdruck die Ausrüstung der Territorial= Zusammenarbeit zur Beseitigung der Kriegs=larmee mit Luftabwehrwaffen weitergetrieben. ursachen. Das Unterhaus könne sich daher nicht! Die neuen Voranschläge für die Armee sind mit einer Politik einverstanden erklären, die Si=l die höchsten seit dem Jahre 1923, in dem ein cherheit lediglich in nationalen Rüstungen suche Betrag von 52 Millionen Pfund im Haushaltsund die das ruinöse Rüstungswettrennen zwi= plan erschien. Für Sondermaßnahmen in Verschen den Nationen, das unvermeidlich zum bindung mit dem italienisch=abessinischen StreitKriege führe, verschärfe.]fall ist ein Betrag von 1,5 Millionen Pfund aus„Das Unterhaus“, so heißt es weiter,„ist über geworfen die Vorschläge über die Umstellung der Industrie Ebenso wie bei dem Haushaltsplan der Marine muß auch bei den Voranschlägen für die Armee ausdrücklich betont werden, daß in der Gesamtziffer die in dem Weißbuch erwähnten Pläne nicht berücksichtigt sind. Duff Cooper teilte ferner mit, daß beschlosauf Kriegsbasis beunruhigt, da hierdurch die Gewinne der Rüstungsfabrikation ungeheuer vermehrt werden und die organisierte Arbeiterschaft ernstlich bedroht wird. Das Unterhaus hat kein Vertrauen zur britischen Regierung, deren unwürdige und zweideutige Außenpolitik unnötig zu dem gegenwärtigen Zustand der Unruhe in der Welt beigetragen hat.“ Baldwin stellt die Vertrauensfrage dub. London, 5. März. Die englische Regierung hat beschlossen, in der Unterhausaussprache über das Rüstungs=Weißbuch am kommenden! Nun ist er gestorben, der lustige und allzeit zu Montag oder Dienstag die Vertrauensfrage zu tollen Späßen aufgelegte Mr. William de Vere stellen. Baldwin will im Unterhaus einen An- Cole. Ganz England betrauert ihn, denn ganz trag einbringen, in dem die Abgeordneten auf= England hat über seine Streiche gelacht und ihn Aufrüstungsplänen zuzu=wegen seiner überraschenden Einfälle bewundert. gefordert werden, den auftuntungepinnen duhr Er war ein Spaßvogel, den man mit Recht einen Wrer Attlee wird für die Till Eulenspiegel nennen konnte. Alle seine Streiche Der Oppositionsführer allee wiro fur dis hatten einen tiefen Sinn, waren gewissermaßen Arbeiterpartei einen Gegenantrag stellen. Es philosophische Lehren in Narrenkleidung. Zwei besteht aber auch die Möglichkeit, daß der extreme große menschliche Schwächen mußten immer wieder Flügel der Konservativen, der das Programm als Zielscheibe seines Spottes dienen. Die eine als unzulänglich empfindet, seinerseits einen war der Bürokratismus und die andere die erstersen worden sei, die Kavalleriedivision in eine mechanisierte Division umzuwandeln, die mit der Tankbrigade vereinigt werden solle. Besondere Sorge verursache dem Kriegsministerium der Rückgang der Stärke der Territorial= armee. Für die Verbesserung des Rekrutierungsfeldzuges seien besondere Maßnahmen in Aussicht genommen. Der Minister erklärte weiter, daß infolge der politischen Lage im Ausland eine gewisse Neuverteilung der Truppen stattgefunden habe. Die Vermehrung der Kopfstärke der regulären Armee sei besonders auf Maßnahmen in Verbindung mit der Luftabwehr und der Küstenverteidigung zurückzuführen. Die Zahl der Pferde werde dagegen auch in diesem Jahre wieder um über 1500 vermindert. Bei der Kavallerie werden zwei Regimenter in motorisierte Kavallerieregimenter umgewandelt. Eines dieser Regimenter liegt in England, das andere in Aegypten. Die Stärke der Territorialarmee betrug am 1. Januar 1936 7264 Offiziere und 121 056 Mannschaften. Das bedeutet eine Vermehrung des Offiziersbestandes um 234, aber eine Abnahme des Mannschaftsbestandes um 2400. Zum Schluß wird darauf hingewiesen, daß sich das neueste leichte Tankmodell als ein Erfolg bewiesen habe. Unglanes Talenspirgei gesir2ren Die lustigen Streiche des Nr. William de Dere Cole den war, der konnte als geheilt von diesen Schwä Hrbgßtag posisezsch gHgepertl 675. chen gelten, der erinnerte sich aber auch nicht sehr gern jenes Schalks, der ihn mit der Narrenpritsche zu derb gezüchtigt hatte. Der falsche Prinz von Abessinien Es ist nun schon viele Jahre her, da meldete sich frinz von Antrag gegen die Regierung einbringt. Führende konservative Blätter bemühen sich heute, die Opposition von der Notwendigkeit des Aufrüstungsprogramms zu überzeugen. Sie versuchen dabei, die Gewerkschaften gegen die politische Arbeiterpartei auszuspielen. Daily Telegraph meldet, daß sich der Gewerkschaftskongreß und die Leitung der Arbeiter=]######nn in—c partei bisher noch nicht über eine gemeinsame Aterinien enz. Gefglagn#egsschif der„Prit Stellungnahme zu den Regierungsvorschtägen bessinien mit Gewvite zu einer Inspektion an. Stellungnahme zu de.... 314n fer wurde auch feierlich empfangen, ließ sich durch einigen konnten. Die Gewerkschaften neigten dag ganze Schiff führen, sprach seine Anerkennung nämlich der Ansicht zu, daß das Programm in aus und lüftete erst seine Maske, als die Schiffsseiner industriellen Auswirtung große Vorteile besatzung gründlich auf den Leim eingegangen war. für die Arbeiterschaft mit sich bringe. Natürlich steckte unter der Maske des„Prinzen von Die Morningpost schreibt, ein großer Teil der Abessinien“ kein anderer als Mr. William de Vere Arbeiterbewegung einschließlich der Gewerkschaft= Cole. Seine Landsleute nahmen ihm diesen Streich ler sehe in der deutschen Wiederaufrüstung eine keineswegs übel, obwohl der falsche Prinz vor Geso ernste Drohung, das er geneigt sei, die par= richt verurteilt werden mußte. ischen Erwägungen zurückzustellen.! Ein anderes Mal legte er die englische univernleipolitischen Erwragungen zurnagustene. tätsstadt Cambridge herein. Er erschien als Sultan Die Ernennung des neuen Verteidigungsmi= von Sansibar im stilechten bunten Kostüm auf der nisters ist bisher noch nicht erfolgt. Möglicher Bildfläche und nahm die Huldigungen der Vertreweise wird Baldwin seine Entscheidung in der ter der Universität und der städtischen Behörden Unterhausaussprache mitteilen. Der Name des gnädig entgegen. Auch in diesem Falle ließen sich neuen Ministers wird wahrscheinlich erst einige seine Opfer restlos täuschen. Verwunderlich war Tage später bekanntgegeben werden. das übrigens nicht, denn Mr. Cole verstand es meisterhaft. Maske zu machen. Außerdem verfügte er über so viele Freunde, die bereit waren, ihn bei seinen Späßen zu unterstützen, daß auch der geringste Verdacht, der bei seinen Opfern vielleicht aufkam, schon von vornherein zerstreut wurde. Londoner Verkehrszentrum stillgelegt Zu den verkehrsreichsten Plätzen der Londoner City gehört Piccadilly=Cirkus. Hier erschien plötzlich eine große Kolonne von Arbeitern, die mit Spitzhacke und schweren Eisenhämmern daran ging. Prunf. den Verfehteheamten wuste niemand, was diese Arbeitstagung des preußischen Staatsrates dnb. Berlin, 5. März. Am Donnerstag hatte Ministerpräsident General Göring den preußischen Staatsrat zu einer Arbeitstagung nach Berlin ins Haus der Flieger einberufen. Im Verlauf der Tagung sprach Reichsjustizminister Dr. Gürtner über das Thema„Recht pflege in revolutionären Zeiten“. Ministerpräsident Göring hielt grundsätzliche Ausführungen über die Stellung des Nationalsozialismus zur Rechtspflege. An seine Stellungnahme schloß sich eine Aussprache an, in der auch Dr. Frank und Gauleiter Julius Streicher das Wort ergriffen. Im Anschluß hieran hielt der stellvertretende Chef der Geheimen Staatspolizei, Reichsfuhrer SS. Himmler, einen großangelegten Vortrag über die Organisation des Geheimen Staatspolizeiamtes. Berlin. Der Führer und Reichskanzler hat dem ehemaligen Schneider Albert Gustav Harke in Wupvertal aus Anlaß der Vollendung seines 100. Lebensjahres ein persönliches Glückwunschschreiben und eine Ehrengabe zugehen lassen. Brüssel. Der polnische Außenminister Beck trat am Donnerstag um 11.51 Uhr in Begleitung seiner Gemahlin mit dem Berliner Schnellzug die Heimreise nach Warschau an. Auf dem Bahnhof hatten sich zum Abschied neben dem Ministerpräsidenten van Zeeland u. a. der volnische Gesandte Jackowski und der französische Botschafter Laroche eingefunden. Zwei neue Sabotagefälle in der englischen Kriegsmarine London. Die Morgenblätter berichten über zwei neue Sabotagefälle in der Kriegsmarine, und zwar auf dem Schlachtkreuzer„Revulse“. 32000 Tonnen. der sich zur Zeit in Portsmouth befindet und sich demnächst der Mittelmeerflotte anschließen soll, sowie auf dem in Weymouth liegenden Unterseeboot „H 28". Daily Telegraph erklärt dazu, daß die Admiralität die Angelgenheit sehr ernst beurteilt. Gewinnauszug 5. Klasse 46. Preußisch=Suddeutsche (272. Preuß.) Klassen=Lotterie Ohne Gewähr Nachdruck verboten der Plas volizetlich aogesperti, so daß die Kolonne in aller Ruhe arbeiten konnte. Bei den Elektrizitätswerken glaubte man, es würden Gasrohre gelegt und bei den Gaswerken vermutete man, es würden neue Kabel gelegt. Jeder glaubte, die andere Behörde sei zuständig und man brauche sich um die ganze Angelegenheit nicht zu kümmern. Es war ja auch noch nie dagewesen, daß ein Privatmann auf eigene Faust„gebuddelt“ hätte. Und doch war es hier der Fall. Nachdem die Kolonne Piccadilly=Cirkus kreuz und quer mit tiefen Gräben durchzogen batte, erschienen sie nicht mehr an ihrem Arbeitsplatz. Die„Arbeiter" zogen vielmehr ihren Frack an und begaben sich in einen Klub, wo sie verschmitzt lächelnd den Ausgang der Sache abwarteten. Nachdem die Polizei lange genug vor dem tot daliegenden Piccadilly=Cirkus gewartet hatte, zog man Erkundigungen ein, warum denn die Arbeit stocke und dabei stellte es sich heraus, daß sich Mr. William de Vere Cole wieder einen Scherz erlaubt hat. Ganz England lachte und die Behörden von London hatten zum Schaden auch noch den Spott zu tragen. Französische Frontsoldaten wünschen Gleichwellen-Kundfunk Berlin—Breslau—konigsberg am 7. März beendet dub. Berlin, 5. März. Der GleichwellenRundfunk der Reichssender Berlin, Breslau und Königsberg, der seit dem 2. März versuchsweise durchgeführt wird, erreicht am Sonnabend, dem 7. März, um 18.45 Uhr, sein Ende. Während der Reichssender Berlin sein Programm an diesem Tage ohne Unterbrechung fortsetzt, tritt für Annäherung dnb. Berlin, 5. März. Henri Pichot, der Präsident der Legion Federale, der größten französischen Frontkämpferorganiscktion, veröffentlicht durch den„Kyffhäuser“ eine„Botschaft on die deutschen Frontsoldaten“ in der es u. a. b: griegsteluch Ich glaube, daß die Kriegzstrnnchmer, in sem Tage ohne Unterbrechung fortsetzt Leutschland und Frankreich die besten Mitt=ldie Reichssender Breslau und Konigsberg ab ler der Verständigung zwischen unseren 18.45 Uhr Funkstille von einer Stunde ein. Ab beiden Ländern sind Es ist die gegenseitige 19.45 Uhr sind beide Reichssender wieder auf Achtung, die die Männer der Front füreinander ihrer normalen Welle zu empfangen. Reichsempfinden, die aus ihnen die geeignetsten Wort= sender Breslau auf Welle 315,8 m/950 kHz. und führer des Willens zur Annäherung gemacht hat. Reichssender Königsberg auf Welle 291 m/1031 Innerhalb eines jeden Landes und von einem 4Hz. Sie nehmen um diese Zeit ihren eigenen Lande zum anderen haben die Kriegsteilnehmer von Berlin getrennt laufenden Programmbetrieb das Vorrecht, als erste zu sprechen. wieder auf und bringen der Hörerschaft ihr groWeil ich an diese Mission der Frontkämpfer ßes Sonnabend=Abendprogramm. Auee, untween. Ig„" Die Runsfunthoter=Weien. nir au: K, schland gestellt wurden..: antwol Es wäre unnötg, so oft— selbst, nach.——.2, slenversuches besonders wichtig, sind. Erfre ken— an das Heldentum des Krieges zu erin= licherweise kann festgestellt werden, vaß schon nern, wenn wir schon im Frieden den einfachen jetzt viele Hörer ihre Erfahrungen dem Rundund elementaren Mut hätten, das zu sagen, was funk schriftlich mitgeteilt haben. Die Reichsvir für richtig und vernünftig hielten. sendeleitung spricht allen denen, die den GleichDer nächste Weg, eine Schwierigkeit zu lösen, wellenversuch unterstützten, ihren Dank aus und st sie zu kennen und sie nicht zu verbergen. Ge= bittet, auch fernerhin Zuschriften zum Gleichwiß, es ist die Aufgabe der Regierungen unserer wellenversuch an die Reichssendeleitung, Berlin, beiden Länder, die Probleme zu lösen, die im zu richten unter Augenblick vor uns stehen. Aber wir, die Front= Peobachtung“, soldaten, wir haben das Recht und die Pflicht, gemeinsam eine Atmosphäre des Vertrauens zu chaffen, ohne die kein glücklicher Ausgang der Diskussion möglich ist. Lage zu sein, irgendwelche Beweise für seine Behauptungen zu erbringen, und der ferner seine Beschuldigungen auf das gesamte Deutschtum auszudehnen versuchte. Sowohl Angeklagte wie Verteidiger wiesen die Unterstellungen des Staatsanwaltes entrüstet zurück, dessen Ausführungen am besten gekennzeichnet wurden durch den Ausruf eines Verteidigers:„Das ist nicht mehr auszuhalten. Wir sitzen hier als Juristen nicht in einer politischen Versammlung!“ Den Gepflogenheiten solcher Prozesse folgend, verlangte der Staatsanwalt die Erkennung von Gefängnisstrafen gegen sämtliche Angeklagten, also gegen Leute, die sich in ihrem Verhalten nichts vorzuwerfen haben, es sei denn, daß allein schon die Tatsache der Zugehörigkeit zum Deutschtum in der Tschechoslowakei als Schuld angesehen wird. glaube antworte ich gern auf die Fragen, die! Die Rundfunkhörer werden erneut darauf hinnit aus Deutschland gesteult ,wurven— und ich gewiesen, daß iyre Beobachtungen über die autworte ohne Umschweife oder Hintergedanken. Empfangsverhattnisse wayrend des GleichwelEs wäre unnötig, so oft— selbst nach 18 Jah- lenversuches besonders wichtig sind. Erfreudem Stichwort„SenderProzeß gegen Sudetendeutsche dnb. Märisch=Ostrau, 5. März. In Mährisch= sche durchgeführt. Bezeichnend dieser Prozesse war besonoers das Plädoyer des Berlin. Der Führer und Reichskanzler bat der Staatsanwaltes, der den insgesamt 18 AngeFrau Angela Niemann in Clovvenburg aus Anlaß klagten, darunter führenden Persönlichkeiten der Vollendung ihres 100. Lebensjahres ein ver wirtschaftlicher und kultureller Körperschaften, 8„Slücwunschschreiben und eine Ebrensabe Untriebe gegen den Staat vorwarf, ohne in der zugehen lassen. Flottenspionage in Amerika dnb. Washington, 5. März. Die in Los Angeles erscheinende Zeitung„Evening Herald and Expreß“ berichtet von einem aufsehenerregenden Fall von Spionage. Es sind geheime Marineakten, die auf die Flottenmanöver von 1934 Bezug haben, sowie Pläne neuester Flugzeugmodelle an eine ausländische Macht verkauft worden. Die Auslandsmacht wird nicht genannt. Wie das Blatt weiter berichtet, berate über den geheimnisvollen Spionagefall die Grand Jury des Bundesgerichtes, die über die Frage der Verfahrenseröffnung zu entscheiden hat. Das Justizministerium in Washington gibt, wie nicht anders zu erwarten, keine Einzelheiten über die Spionageangelegenheit, bekannt. Es 215399 217474#1816S 21980 wurde lediglich mitgeteilt, daß der 27jährige 223421 227081 228007 231702 Harry Thompson sich wegen unbefugten Tragens der Marineuniform seit mehreren Wochen in Haft befindet. Thompson habe aber Mithelfer gehabt. Der eine von diesen, Willard Kames Turtine, sei verhaftet. Ein dritter, dessen Name nicht genannt wird, sei der Mittäterschaft dringend verdächtig; er befinde sich seit mehreren Wochen auf der Flucht. Die Spuren führen an die Westküste, man nimmt an, daß er den Kontinent bereits verlassen und über den Pacifik geflohen sei. Auf sede gezogene Rummer sind zwei gleich hehe Gewinne gesallen, und zwar je einer auf die Lose gleicher Rummer in den beiden Abteilungen I und II 128080 157096 22. Ziehungstag 4. März 1936 In der heutigen Vormittagsziehung wurden Gewinne über 150 M. gezogen 2 Gewinne zu 10000 M. 215162 6 Gewinne zu 5000 M. 48644 86835 14 Gewinne zu 3000 M. 34536 61060 183888 220464 277386 39412“ 4686 10163 18 Gewinne zu 2000 M. 20026 4959x, lU##s“ 106319 135006 141118 195351 201701 351641 46 Gewinne zu 1000 M. 16896 24689 24964 30004 40974 50070 77961 118904 144706 163044 171020 173448 189270 210946 224193 235425 242880 269633 269724 317847 325030 330141 380696 102 Gewinne zu 500 M. 1220 14691 14796 17426 24886 33513 43025 46164 53815 55099 61965 77210 82096 85556 94093 100113 106659 134729 134814 138232 156886 171053 174959 183091 183364 190978 193667 199131 202948 207863 212172 222387 240301 241603 248840 263529 267813 292540 293751 314060 320213 321945 326605 331693 336424 340331 351065 351685 358685 369536 374713. 374 Gewinne zu 300 M. 2280 5162 5198 7812 9487 11297 11929 16189 16341 18283 18815 21700 23004 24875 29318 30908 32757 34773 34826 37071 39392 44940 47164 51219 51375 51501 51703 53132 59438 60432 62759 65214 66283 69197 70666 71373 76606 78432 81799 83128 83647 86302 92278 94465 99033 100202 106778 107747 108679 112336 113456 114016 114371 116882 118799 131510 131761 134390 136172 146207 149426 151367 156275 156387 156439 157204 157407 157759 158535 159357 160005 164991 165016 167179 168178 171366 172007 173301 174441 177081 177217 179636 188981 191300 193128 193979 193994 196058 196159 197763 198298 201107 201142 204174 204991 206292 205573 211968 212057 217350 218874 222730 222956 223550 226794 227414 229673 231034 233027 236379 237130 238362 242565 243744 243829 249512 252532 254334 257672 258671 259693 267682 268753 269797 27165 273191 274494 275335 278968 280190 282524 283785 285504 286393 287529 288082 293670 295331 295399 295402 298382 296738 302754 302780 306648 307532 307781 308242 314053 314247 314583 319904 321321 330269 332415 333368 333515 335639 339994 340094 340634 341188 342410 346545 348147 350091 357131 367690 369743 362398 364085 364375 366633 371578 374107 379080 379218 379885 380107 382002 383939 384744 385646 388119 389886 399402 399596 In der heutigen Nachmittagsziehung wurden Gewinne über 150 M. gezogen 2 Gewinne zu 10000 M. 346862 8 Gewinne zu 5000 M. 36003 43646 214811 363978 4 Gewinne zu 3000 M. 258174 372070 28 Gewinne zu 2000 M. 14677 68424 87393 91144 132067 164115 238669 258316 269669 289339 296485 361776 362018 380139 42 Gewinne zu 1000 M. 3259 29395 35837 40149 46674 65641 70595 120109 137463 139532 144510 177919 190598 217740 253668 264310 317739 328089 337611 350274 375640 86 Gewinne zu 500 M. 6593 17643 21961 29221 29711 32028 50468 51376 55203 58353 59878 64112 78728 91149 120025 124954 128124 134949 148927 169782 174753 178336 180444 184212 189879 197543 198363 202704 208805 213724 234192 234296 239248 268172 292062 293618 296965 304803 305588 309345 314842 332624 356371 278 Gewinne zu 300 M. 300 3770 8689 10481 13891 13920 14136 14498 15713 17140 23080 23975 26525 26918 27398 30499 31325 38240 39883 40780 44210 44282 48068 50850 54097 58864 60197 62506 70862 74963 75307 76612 77069 88422 88998 93019 93022 94042 95999 101636 103501 105148 106451 113382 113725 122511 124875 127024 132349 133822 137439 140765 141610 144463 144951 149812 150489 151644 154913 156209 156898 157912 160803 163077 163684 173420 175007 180624 191532 196430 196599 197728 198135 208912 222382 223078 702 235675 243514 248241 252530 264041 264948 265561 267063 270917 272944 283069 283336 290064 290127 291960 300741 301353 301556 305327 306754 306920 308949 311042 311810 312481 314030 319527 325963 327053 329757 337054 337859 339171 340603 347114 352088 356840 362975 363652 364597 366079 366640 370635 370952 371291 376609 376844 379459 381210 381797 382568 386300 393593 393719 Im Gewinnrade verblieben: 2 Gewinne zu je 1000000, 2 zu je 50000, 2 zu je 30000, 4 zu je 20000, 30 zu je 10000, 54 zu je 5000, 100 zu je 3000, 242 zu je 2000, 702 zu je 1000, 1254 zu je 500, 4662 zu je 300 Mk. haben Sie auch gewonnen! Ausspielung der Schutzpolizei des Polizeipräsidiums Bochum (Fortsetzung aus der vorigen Ausgabe uns. Zeitung) Ausspielung am 3. März 1936— Vormittag— Serie„gelb“ Nr. 37, 75, 209. 398, 448, 474, 602, 693, 734, 736. 940. 1085. 1272, 1288. 1370. 1457, 1616. 1627, 1881. 2009, 2059, 2164, 2347, 2493, 2733, 2749, 2795, 2813, 2917. 2966. 3137, 3216, 3352, 3414, 3483, 3697. 4288, 4302, 4329, 4438, 4688. 4788, 4799, 5031. 5155, 5389, 5545, 5659, 5758, 5802, 5823, 5970, 5983, 6081, 6162, 6379. 6731, 6836, 6872, 6930, 7057, 7156, 7169, 7463, 7734, 7737, 7745. 7815, 7943, 7947, 7958, 8134, 8259, 8337, 8455. 8678, 8752, 8865, 8966, 8973, 9003, 9027, 9100. 9260, 9322, 9325, 9434, 9460, 9479. 9569. 9627, 9828. 9851, 9931. 9943. 9965. 10015, 10020, 2893. 4188, 5135. 5866, 6915. 8666. 9131. 9712. 10039. 10565, 10189, 10239. 10308, 10335, 10354, 10407. 10486. 10582, 10641, 10673, 10881, 11314, 11341. 11529. 1565. 11655, 11676, 11846. 11868. 12121, 12250, 12350. 2402, 12517, 12539, 12796. 12936. 13052, 13105. 13201. 3354, 13357, 13442, 13715, 13828, 13874, 13902, 14103. 4174, 14280, 14301, 14354, 14473, 14545, 14577, 14586, 4604, 14617. 14704. 14888. 14968, 14989, 15017, 15050, 5173, 15373, 15421, 15428, 15530, 15592, 15899, 16203. 16412, 16580, 16669, 16718, 16797, 16799, 16925, 17190, 17251, 17384, 17420, 17433, 17482, 17581. 17739. 17837, 17850. 17922, 18143, 18172, 18184. 18289. 18391. 18394. 18441, 18525. 18627. 18638. 18693. 18754, 18970. 19057. 19060, 19094, 19315, 19318. 19376, 19386, 19422, 19513, 19584, 19776, 19798. Serie„violett“ Nr. 268, 365. 409, 523, 526, 533, 544, 598, 645, 712, 49. 945, 1090, 1164. 1197. 1475, 1669. 1675, 1684. 1711. 1624 16991. 17689 18245. 18635 19144. 19564. Nr. 1299. 2833. 3941. 4919. 6512. 8891. 10209 13302. 14226. 14676. 16240 17130. 18555 19539. Ausspielung am 3. März(Nachmittag) Serie„rot“ 441. 453, 498, 519, 795, 336. 1313. 2858. 4020. 5128. 6603. 1317. 2902. 4093. 5136. 6668. 1032. 2588. 3212. 4493. 6005. 8210. 1112. 2673. 3380 4723, 6030 8816, 1955, 2113, 2197. 2964, 3009. 3130. 4104. 4439. 4442. 5197. 5687, 5859. 7363. 7470, 7756. 9329, 9341, 9596, 9664, 9718. 9780, 10143. 10211, 11427, 11842, 11984, 12546, 12919. 13395. 13531, 13759, 13963, 14010. 14123. 14247, 14252, 14269, 14362, 14440, 14533. 14680. 14856, 15171, 15269, 15435, 15570, 16269, 16406, 16461, 16474, 16663, 16798, 17299, 17446. 17601, 17711, 17809, 18367, 18698. 19072, 19139. 19244, 19251, 19258, 19952, 19961. 19962, 19997. 1155. 2763, 3821. 4724. 6310. 8823. 10155. 13003. 14173. 14664. 16154. 16966, 18101. 19118. 599. 603. 62 1715. 3185. 5062. 5773, 7738. 18 3313, 5107 6334 7857 Serie„grün Nr. 118, 222, 293, 327, 384, 42 750. 1195. 1378. 1484, 1504. 1697. 2546. 2786. 2907, 2962, 3138, 3145. 3494, 4019. 4221, 4283, 4514, 4955, 5255, 5397, 5420, 5454, 5624, 5752, 6588. 6814, 7337, 7359, 7572, 7729, 8579, 8679, 9321, 9376, 9630, 9763, 9930, 10409, 11175, 11218, 11236, 11553, 11578. 11681, 11702. 11842, 11988. 12178, 12497, 12570, 12727, 12857, 12976, 13361, 13473, 13617, 13697, 13711, 13789, 13980, 14199. 14450. 14581. 14605. 14614, 14633. 14763, 14779. 14784, 14845, 14874, 14876, 15416, 15788. 16115, 16519. 16557. 16748. 17088. 17176, 17277, 17497, 17654, 18195, 18332, 18352, 19213, 19460, 19821. Serie„gelb“ Nr. 108. 263. 267, 315, 453, 708, 843, 949. 977 1736, 2028, 2055. 3481, 3541, 3567. 4570, 4929, 5118. 5964, 6021, 6024. 22. 744. 2266. 3465. 5225. 6362, 7922, 11012, 11816, 12965 13954, 14649. 15715. 17141. 18368. 2046, 2921. 3736, 4942. 5987, 7106, 8153, 8809, 9748. 2059, 2374, 2970, 2984. 4011. 4181, 568. 3060. 4209. 5275. 6338. 7304. 2645. 3210 4445. 5307. 6396. 7384. 8305. 749. 3451. 4715. 5346. 6587. 7622, 8487. 9451. 1121, 1231 2824, 2871. 4089, 4403. 5547, 5564. 6953. 1472. 2997. 4475. 5706. 7130. 5063, 5205, 6002, 6022. 7185, 7263. 8156, 8233, 8265. 8853, 8994, 9123, 9262, 9776. 9820. 9872, 9962. 10085. 10118, 10166. 10215, 10469. 10550, 10595, 10657, 10751. 10875, 10910, 11003, 11065. 11252, 11345, 11456, 11470. 11474, 11684. 11740. 11758. 11812, 11847, 11961, 12081. 12130, 12399, 12564, 12756, 12915, 12936, 13058. 13159. 13169, 13405. 13466, 13666. 13724, 13732, 13751, 13763, 13887, 13912 13954. 13993, 14051. 14076, 14198, 14233, 14628, 14714. 14953. 15037, 15436, 15452, 15564, 15658, 15894, 15904. 16009. 16218. 16861, 16958. 16990. 17123, 17416. 17435. 17471. 14238, 14289. 14301. 14404, 15114, 15121, 15138, 15261 15689, 15846, 15881, 15883, 16327, 16674. 16768. 16858. 7135. 17140, 17170. 1740 7607, 17681, 17688, 17868. 17875, 17922, 17977, 18076, 8206, 18261, 18346. 18353, 18386, 18421, 18507, 18553. 8580. 18628, 18942, 18993, 19029, 19171, 19193. 19319. 9374, 19412, 19439, 19493, 19571, 19603, 19606, 19706. 2221. 3603. 5122, 6224. 7541. 8654. 2288. 3730. 5200 6264. 7641. 9165, 6842. 7898, 7936. 8467, 8530. 8567, 8607. 9947. 10032, 10181, 10277, 11015, 11116, 11225. 11475, 11527, 11692, 11742, 11835, 11913, 12051. 12386, 12567, 12613, 12932, 13149. 13301, 13584. 14258, 14277, 14536, 14607, 14839, 14903, 15010, 15859, 15868, 16529, 16833, 17304, 17437, 17496, 18659, 18783, 18850, 19690, 19691, 19742. Serie„violett“ 1068. 2439. 4064. 5265. 6278. 7709. 9598. 11325. 12115. 14016. 15800 18215 Nr. 1500. 2953. 4416. 5811. 7129. 8259. 9532. 10227. 11654. 12940. 14911. 15620. 17754. 19634. 563 247 3526. 5071. 6531. 7799. 8989. 601, 758, 848. 857 2483. 3562. 5223, 6696. 7845. 9198. 565. 3868, 5457. 6795. 7863. 9271. 2688. 3933. 5609, 6806, 8112. 9439. 41. 80, 168, 486, 1664, 2253, 2256. 3075,=3079, 3160. 4438, 4596, 4806. 6015, 6303, 6522, 7447, 7671, 7706, 8366. 8440. 8576. 9723, 9728. 9874. 10039. 10064, 10104. 10317, 11188. 11297, 11384, 11507, 11568. 11716. 11717, 12217, 12224, 12375, 12670. 13238, 13365. 14011, 14146, 14304, 14370. 14920, 14973, 15289, 15344, 15377, 15350, 15804, 15995, 16126, 16852, 16918, 17102, 17849, 17904, 18149, 18626, 19002, 19231. 19972. 1260, 2753. 4343. 5715. 7047. 8147. 9507, 10212, 11580 12778, 14738, 15538, 17159 19530, Großer Ersolg der Fronkbilderausstellung „Vorn“ In 10 Tagen 5000 Besucher Dortmund. Das„Haus der Kunst", Dortmund, Am Königswall, das zur Zeit die Frontbilderausstellung„Vorn“ beherbergt, bildet gegenwärtig im geistigen Leben unserer Stadt einen Hauptanziehungspunkt nicht nur für die alten Frontsoldaten, sondern auch für die Nachkriegsgeneration, deren Sinn für heldische Lebensauffassung durch den Nationalsozalismus wieder geweckt wurde. Welche starken Wirkungen von den Frontbildern des Frontkämpfers und Malers Otto Engelhardt=Kyffhäuser ausgehen, kann man immer wieder bei allen Besuchern, gleichgültig ob es sich um aktive Kriegsteilnehmer oder um andere Volksgenossen handelt, feststellen. Es ist daher nicht zu verwundern, daß der Zustrom von Tag zu Tag zugenommen hat und bereits vorgestern der 5000. Besucher gezählt werden konnte. Alle bisherigen Besucher sind von dieser Ausstellung ausnahmslos begeistert und regen durch Weitergabe der hier empfangenen tiefen Eindrücke in ihrem Bekannten= und Freundeskreise zu weiterem Besuche an. Auch wir nehmen gern erneut Gelegenheit, auf diese Ausstellung empfehlend hinzuweisen, deren Werke in selten hohem Maße als volksverbundene und artbewußte deutsche Kunst zu bezeichnen sind. An alle Volksgenossen, die dieser Ausstellung bisher noch fernblieben, ergeht daher der Ruf: Schenkt dieser wertvollen Veranstaltung der Stadt Dortmund Eure Aufmerksamkeit und nehmt durch eine Besichtigung Anteil am Fronterlebnis des großen Weltkrieges. Bergmann vermißt Herne. Vermißt wird seit dem 29. Februar der Bergmann Emil von Hören, am 14. November 1894 zu Herne geboren. Herne. Leibnizstraße 39 wohnhaft gewesen. Beschreibung: etwa.68 Meter groß. dunkelblondes, links gescheiteltes Haar. kleiner gestutzter Bart. niedrige Stirn, lückenhafte Zähne. leicht hinkender Gang. Bekleidung: blaue Schirmmütze, dunkler Ueberzieher, dunkler Anzug, dunkelbrauner Pullover, dunkelblaues Pulloverhemd mit Kragen. normale Unterhose, schwarze dicke Wollstrümpfe, schwarze Halbschuhe(Gr. 43). Wer kann über den jetzigen Aufenthalt des Vermißten Angaben machen? Ein Gräberfeld aus vorchristlicher Zeit Haltern. In der Nachbargemeinde Lavesum fand man bei Anlegung eines neuen Friedhofes eine ganze Anzahl Bodenfunde, die darauf schließen lassen, daß dort, wo jetzt ein christlicher Friedhof angelegt wird, bereits in vorchristlicher Zeit eine allgemeine Bestattungsstelle gewesen ist. Auch eine gut erhaltene Urne hat man gefunden. Es mag daran erinnert werden, daß nicht weit von Lavesum die weit bekannte Römersiedlung lag, in der man das alte Aliso vermutet. Beaufsichtigt die Kinder! Essen. Am vergangenen Sonntag verschwand in Karnav ein dreijähriges Mädchen. Das Kind wurde kurz vor 14 Uhr zum letzten Male von Bekannten gesehen. Die Eltern. die vergeblich nach dem Kind gesucht hatten. verständigten am Nachmittag die Polizei. die ihrerseits die weiteren Schritte einleitete. Vom Polizeiamt Bottrov ging schließlich die Mitteilung ein, daß das Kind tot aus dem Sammelbecken der Pump= und Kläranlage Bottrov=Welheim geborgen worden sei. Weil in Karnav Gerüchte umgingen, das Kind sei von fremder Hand ins Wasser gestoßen worden, wurde die Kriminalpolizei zur Auf. klärung eingesetzt. Nach dem bisherigen Ermittlungs. ergebnis ist das Kind an die kanalisierte Boye gelausen, in der Nähe der Eisenbahnbrücke Karnap. Oberhausen an der steilen Böschung ausgerutscht und ins Wasser gefallen Die starke Strömung hat das Kind schnell nach der Kläranlage getrieben, wo es vor dem Eisenrechen als Leiche gesunden wurde.— Dieser traurige Fall zeigt wieder einmal, wie wichtig eine ständige Beaussichtigung der kleinen, unverständigen Kinder ist, damit sie vor Schäden und vielleicht sogar vor dem Tode bewahrt bleiben. Etwa zehntägiger Meineidsprozeß vor dem Schwurgericht Münster. Am 23. März beginnt vor dem hiesigen Schwurgerichte eine neue Schwurgerichtstagung unter dem Vorsitze des Landgerichtsdirektors Langes. An diesem Tage wird gegen Karl Weyers aus Ibbenbüren wegen Körperverletzung mit Todeserfolg verhandelt. Man rechnet damit, daß diese Verhandlung nur den Vormittag in Anspruch nehmen wird; denn an dem Nachmittag des gleichen Tages beginnt bereits ein Meineidsprozeß gegen Heinrich Hennemann und Genossen aus Freckenhorst, in dem eine ganze Reihe von Meineidsfällen zur Verhandlung kommen wird. Das Landgericht ist der Ansicht, daß dieser Prozeß mindestens zehn Tage dauern wird. Wieder Kontrollzektel bei Verkehrskontrollen Durch Erlaß des Reichs= und Preußischen Innenministers wird künftig für Verkehrskontrollen die Ausgabe von Kontrollzetteln wieder eingeführt, soweit es sich nicht lediglich um Nachprüfungen gelegentlich der lausenden Ueberwachung des Straßenverkehrs handelt. Im Gegensatz zu früher dürfen jedoch die Kontrollzettel während der Fahrt nicht sichtbar angebracht oder getragen werden, da dadurch Fahrzeugführer, deren Fahrzeuge oder Paviere nicht in Ordnung sind, vorzeitig gewarnt würden und der Zweck der Kontrollen in vielen Fällen vereitelt werden würde. Ein Mißbrauch der Kontrollzettel. die bei nochmaliger Kontrolle greifbar bereit zu halten sind. soll durch Angabe der Kontrollzeit, der Fahrzeugart, des Besitzers usw. möglichst ausgeschlossen werden. Frische Secfttone zu bekann! blng. Peisen Bückinge stets frisch — GUEE Castrop Münsterstr. 3 Bochumer Str. 88 Zwungsversteigerung Am 7. März sollen, öffentlich, meistbietend, gegen Barzahlung versteigert werden: 1. um 9 Uhr in Castrov=R. 1, Marktstraße 14(Wirt Haller): Büfett, Credenz, Tisch, Stühle, Klavier, Arbeitswag., Hanomag= zugmaschine, Spülbecken, Zementund Steinstusen, Nohre, Teppich, Sofa, Sessel, Schwein, Bücherchrank, Ledertuchsofa; 2. um 10 Uhr in Castrop=R. 3. Adolf=Hitler=Straße 81(Wirt Meier): in verschiedenen Mengen: weiße 1Schürzen, Herrensocken, Handschuhe, Kinderjäckch., Wagendecken, Herrenkragen, Herrentücher, Mützen, Gummigürtel, Schillerkrag., Ladeneinrichtungsgegenstände. (Die Versteigerung dieser Gegenstände findet bestimmt statt). Anschließend ebendaselbst: um 11 Uhr: Klavier, Bücherschrank, acht Radios, Flachwagen, Wringer. Fleischfreßer. OGV., Kaiser=Friedrich=Str. 10. Des ist gar nicht so schwer zu entscheiden, wenn Sie sich über den vermutlichen Ausgang kler sind. Des seizt aber eine gewisse Geselzeskenntnis voraus. Die erringen Sie fast mühelos durch die „Deutsche Rechts-Fibel“, das große Selbstunterrichts- und Nachschlagewerk für des Deutsche Reichsrecht. Bitte lernen Sie des Werk kennen. Senden Ste den anhängenden Sutschein ein. 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Morgenruf .00 Kalenderblatt. anschließend Zeit, Wetter, Wasserstandsmeldungen .10 Frauenturnen .25 Sendevause 10.15 10.45 11.50 12.00 13.00 13.15 14.00 14.15 15.00 15.45 16.00 18.00 19.45 20.00 20.10 standsmeldungen Handwerksburschen wandern Hörfolge von Hans Joachim Quardorff Sendepause Hier spricht der Bauer Die Werkvause Mittagsmeldungen 1 Glückwünsche Mittagskonzert Mittagsmeldungen 2 Allerlei von Zwei bis Drei Sendevause Wirtschaftsmeldungen Wir hören alte und neue Hausmusik Musik zum Feierabend Momentaufnahme Erste Abendmeldungen Freude ins Haus Zwei Stunden fröhlicher Feierabend Nachtmusik 22.30 Sonnabend, 7. März .00 Choral. anschließend Leibesübungen .30 Fröhlich klingt's zur Morgenstunde .00 Nachrichten, anschließend Probieren geht über Studieren. Also orobieren Sie's endlich mal mit einer kleinen Anzeige im tadtanzeiger. Kleidungs- Einkauf hö hst bequem: Durch unser Venzählungssystei! 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Sendepause Bauer merk auf Die Werkvause Mittagsmeldungen 1 Glückwünsche Fortsetzung des Konzertes Mittagsmeldungen 2 Allerlei von Zwei bis Drei Für unsere Kleinen Sendevause Wirtschaftsmeldungen Der frohe Samstagnachmittag des Reichssenders Köln Zur Unterhaltung Zum Feierabend Momentaufnahme Erste Abendmeldungen Wer spendet, darf sich was wünschen Großes Wunschkonzert des Reichssenders Köln zum Sonnlag, 8. März .00 Hafenkonzert .00 Zeit. Wetter, Wasserstandsmeldungen .05 Feierstunde. Streichquartett =Moll von Joh. Brahms .30 Sendevause 10.00 Heldische Feier 10.30 Blasmusik und Lieder der Bewegung 11.45 Reichssendung: Heldengedenktag. Staatsakt in der Staatsover unter d. Linden 14.00 Für große und kleine Kinder: Die Goldkiste. Ein Kasperlspiel v. M. Radestock 14.30 Der Ahn pflanzt einen Baum 16.00 Nette Sachen aus Köln 18.00 Dämmerstunde auf den alten Hösen von Dalarne. Ein Bild aus der Landschaft alten schwedischen Bauern tums 19.00 Abendmusik 19.45 Sportvorbericht 20.00 Wo bist du. Kamerad? 20.30 Konzert am Heldengedenktag 22.00 Zeit. Wetter. Nachrichten 22.30 Unterhaltungskonzert anzei