**."" A O für Castrop=Rauzel und Umgebung 62. Jahrg. Castroper Zeitung Jeezznzigen eichem wöchentig imai Wochenbezugspreie Enzeigenoreie: 1 mm soch und 22 mm breit 4 Vig. TertUrrouy'g. uftt vo pig Postbestellpreie 2 RM monatlich Ersagansprüche können anzeigen 1 mm hoch und 72 mm breit 25 Pig. Nachlaß nach Raurolor Nouoste Nachrichten“ Stetungen im Erscheinen infolge döberer Gewal, nicht gestelli, den vom W. d. D. W. herausgegebenen Richtlinsen. 3. Zt. gili Rauxeter Neuene Nachrichten Verssn..„Frus und Verlag,„Heichg, Schmin in Castoo=Raurel Preisliste Rr 2. Für Plazwünsche, auch für die durch Fernsprecher „ Hauptschriftleiter, verantwortlich für den Textteil: Franz aufgegebenen, sowie für undeutlich geschriebene Aufträge wird Bladenhorster Tagehlatt dese#ruoe in Cakrov=Kaurel Anzeigenleiter: Milhelm keine Gewähr übernommen Schluß der Anzeigen=Annahme 4 Uhr Stabenhörffel Tageviallt Welter in Castrop=Rauxel. DA. s. 36 1815. Sa.=Nr. 2151 Castrop. nachm tags zuvor Erfüllungsort u. Gerichtsstand Castrop=Rauxel. Veröffentlichungsblau für den Landgerichtsbezirl Dortmund. Allgemeines Kreisblan für den Stadtkreis Castrov=Raurel. Nr. 61 " Montag, den 2. März 1936 Die Leipziger miesse Eroffnel Die Lage der Weltwirtschaft— Ungenutzte Reichtümer— Import von Rohstoffen, Export von Fertigfabrikaten Währungsdiskussionen— Deutscher Erfindergeist schafft neue Werkstoffe dnb. Leipzig, 1. März. Vor den zur Eröffnung der Messe nach Leipzig gekommenen in= und ausländischen Pressevertretern hielt Dr. Goebbels eine Rede, in der er u. a. ausführte: „Nahezu 18 Jahre sind nunmehr vergangen seit Beendigung der furchtbaren Katastrophe des Weltkrieges, der fast alle Völker der Erde an den Rand des Abgrundes brachte und das Räderwerk der Weltwirtschaft fast völlig stillstehen ließ. Ist es nun in diesen 18 Jahren gelungen, das Getriebe der internationalen Wirtschaft wieder in einer Weise in Gang zu bringen, daß für die Völker Glück und Wohlstand zurückkehren und die zwischenstaatlichen ökonomischen Spannungen ausgeglichen werden konnten? Die Lage der Weltwirtschaft ist die, daß die einen in ungenutzten Reichtümern geradezu ersticken und die anderen in Armut verkommen, Zustände, die auf der einen Seite zu immer weitergestecklen imperialistischen Forderungen führen und auf der anderen Seite dem Gift der Anarchie in erschreckender Weise willkommenen Nährboden bieten. Die Wirtschaftsnöte, unter denen die Welt seit vielen Jahren leidet, sind im wesentlichen unter dem Einfluß politischer Vorgänge und politischer Tendenzen entstanden. Durch das Versailler Diktat wurde ein Grundsatz zum Ausgangspunkt einer beabsichtigten neuen Weltordnung genommen, der jeder Vernunft und jeder Erfahrung hohnspricht und deshalb die schlimmsten Folgen haben mußte, nämlich, daß es den an der Wirtschaft der Welt beteiligten Völkern umso besser gehen muß, je schlechter es einem und zwar einem sehr wesentlichen Bestandteil dieser internationalen Wirtschaft, nämlich Deutsch= land geht. Wirtschaftliche Unvernunft Die Krönung der wirtschaftlichen Unvernunft aber bedeutete es, daß man der zerstückelten und verarmten deutschen Wirtschaft aus den im Kriege erworbenen Verdiensten und Kapitalansammlungen Milliardenbeträge als Anleihen zu unerhört hohen Zinsen gab, um auf diese Weise noch ein Geschäft zu machen! Diese anscheinende Wohltat der internationalen Kapitalmächte mußte naturgemäß eines Tages einer Plage werden, und zwar für alle Teile, die an diesem wirtschaftlichen Wahnsinn beteiligt waren, für die Schuldner wie für die Gläubiger Die ganze Welt wurde allmählich in ein Schuldensystem verstrickt, aus dem sich schließlich die einzelnen Völker nur dadurch lösen konnten, daß sie die Bezahlung der Schulden einstellten, weil sie andernfalls elend zugrunde gegangen wären. Diese Entwicklung, in die der Welthandel durch unsinnige politische und politisch beeinflußte wirtschaftliche Methoden hineingetrieben wurde, hat sich in den letzten Jahren in geradezu verheerender Weise auf die Handelsbeziehungen der Völker ausgewirkt und dazu geführt, daß heute der Welthandel Formen angenommen hat, die man vor Beginn dieser allgemeinen Verwirrung sicherlich als grotesk und unerträglich bezeichnet hätte. Im Zuge dieser Entwicklung erfolgten erhebliche wirtschaftliche Umstellungen und auch starke Veränderungen in der Bedarfswirtschaft und Ernährungslage der Völker, durch die im einzelnen zwar vielfach Erfolge erzielt, im ganzen aber der Welthandel immer weiter auf Bahnen gelenkt wurde, die der wirtschaftlichen Vernunft und dem natürlichen Ausgleich der ökonomischen Kräfte in der Welt diametral entgegenlaufen. Am besten läßt sich das aufzeigen an den fortgesetzten Störungen in der Rohstoffwirtschaft, die ja gekennzeichnet ist dadurch, daß Produktions= zentren und Bedarfszentren— von wenigen Ausnahmen abgesehen— sich nicht decken.“ Verteilung der Rohstoffe Der Minister erläuterte dann durch ausführliche statistische Angaben die ungleiche Verteilung der industriellen Rohstoffe auf die Länder der Erde und fuhr darauf fort: „Diese ungleichmäßige Verteilung der Rohstoffe wäre nun an sich noch kein weltpolitisches und weltwirtschaftliches Problem im heutigen Ausmaß, wenn ein gesunder handelspolitischer Austausch möglich wäre. Das ist aber bei den jetzt geltenden Methoden der Weltwirtschaft und Weltpolitik leider nicht der Fall. Kapitalistische Verblendung, politische Boykottpropaganda und vollkommene Unsicherheit auf dem Gebiete der Währungen stehen dem entgegen. Für die rohstoffarmen Länder ist der Import von Rohstoffen unlösbar verknüpft mit dem Export von Fertigerzeugnissen. Sie müssen ihre Waren auf den Weltmärkten absetzen, um als Gegenwert Rohstoffe hereinzunehmen. Wie aber kann dieser normale Außenhandel, von dem alle Völker Nutzen haben, gedeihen, wenn zu den sonstigen handels= und zollpolitischen Schwierigkeiten noch die fortgesetzten Veränderungen der Verrechnungsmaßstäbe der Währungen hinzutreten? In fast allen Ländern der Welt ist die Währung in den letzten Jahren einer gewissen Abwertung anheimgefallen, aber überall zu einem unterschiedlichen Zeitpunkt und in verschiedenen Graden. So ist man denn im Zeitalter des Fernflugverkehrs und des Radios wieder zu den primitivsten Methoden des Warentausches nach der Methode Glasperlen gegen Elefantenzähne übergegangen. Man hilft sich mit Clearings aus; aber diese zweiseitige Methode tut dem Welthandel, der von Natur aus vielseitig sein muß, Gewaltan. Es ist das ungefähr so, wie wenn der Inhaber eines Herrenartikelgeschäftes seinen Tabaklieferanten mit Hosenträgern bezahlen muß. Er kann nur soviel rauchen, als der Tabaklieferant Hosenträger annehmen will. Man wird zugeben, daß diese Methode, auf die Weltwirtschaft angewandt, auf die Dauer zum Bankrott führt. Und sie wird angewandt! Im Jahre 1935 vollzogen sich notgedrungen 60 v. H. des deutschen Außenhandels auf dem Wege des Verrechnungsverkehrs, etwa 20 v. H. gingen im Kompensationsverkehr vor sich und nur 20 v. H. ergaben Bardevisen. Der Währungswirrwarr kommt auch in der Verteilung der monetären Goldvorräte zum Ausdruck. Ein Vergleich dieser Goldvorräte in den wichtigsten Staaten zeigt die sprunghaften Verschiebungen, die sich da fortgesetzt ergeben. Jede neue Währungsdiskussion, die augenblicklich an die Goldblockländer anknüpft, schafft neue Unruhe und führt zu wirtschaftlich unfruchtbarem Hinundhertransportieren von Goldbarren und Goldmünzen. Vergessen wird dabei, daß der Wohlstand des einzelnen wie der Völker auf die Dauer nicht gesichert und gefördert werden kann, indem man tote Goldklumpen hin= und herschleppt, sondern nur durch wirkliche Zusammenarbeit, durch bessere Verteilung der Rohstoffe und eine Beseitigung der bis auf ein Höchstmaß gestiegenen Handelshemmnisse. In den Vereinigten Staaten befindet sich mit 24,6 Milliarden zurzeit nahezu die Hälfte der monetären Goldvorräte der Welt. Sind sie darum die glücklichste Nation der Erde? Nein! Die Zahl von rund neun Millionen Arheitslosen spricht dagegen eine erschütternde Sprache. Ich führe das alles nicht an, weil Deutschland unter diesen Verhältnissen am schwersten litt. Deutschlands Arbeitslosenzahl, seit der nationalsozialistischen Revolution um fast fünf Millionen verringert, ist im Verhältnis zu anderen, reicheren Ländern noch als gering zu bezeichnen. Deutscher Erfindergeist und deutsche Willenskraft haben es verstanden, zahlreiche natürliche RohEins Entscheibenos Jchslauft Die abessinische Nordfront zusammengebrochen— Blutiger Bajonettkampf Ansturm auf die besetzte Stellung— Artillerie- und Flugzeugbombardement dub. Rom, 1. März. Die„Agenzia Stefani“ teilt in der amtlichen Mitteilung Nr. 42 mit: Marschall Badoglio drahtet von der Eritrea=Front, daß die Armee Ras Kassas sich in Auflösung befindet. Seit Freitag ist an der abessinischen Nordfront eine große italienische militärische Aktion im Gange, die zum Ziele hat, die Armeen des Ras Kassas und des Ras Seyoums einzuschließen. Im Hauptquartier ist man der Ansicht, daß dieses Ziel so gut wie erreicht ist, und daß damit die abessinische Nordfront als zusammengebrochen gelten könne. Gleichzeitig mit dem Vormarsch des ersten Korps, der zur Besetzung des Amba Aladschi führte, hat das Eingeborenen=Korps, unterstützt vom dritten Korps. im Tembien=Plateau eine großzügige Aktion gegen Ras Kassa und Ras Seyoum eingeleitet, die mit rund 70000 Mann fortwährend Durchbruchsversuche in Richtung Hausien unternahmen. Während das dritte Korps sich südwestlich vom Ghewa=Fluß vorfühlte, trat das EingeborenenKorps zum Vormarsch nördlich von Addi Abbi in südlicher Richtung an und konnte am 28. Februar früh die stark befestigte abessinische Stellung auf dem Work Amba, was Goldberg bedeutet, durch überraschenden Sturmangriff nehmen. Alpenjäger und Schwarzhemden, die dem Eingeborenen=Korps beigegeben sind, erstiegen vom Gegner unbemerkt den fast 2000 Meter hohen Bergkamm und warfen den völlig überraschten Feind in blutigem Bajonettkampf hinunter. Trotz stärksten Artillerie= und Flugzeugbombardements. unter dem die Abessinier reihenweise fielen. versuchten sie, die Stellung den ganzen Tag hindurch wieder zu stürmen, mußten aber abends unter italienischem Druck das Feld räumen, auf dem sie über 3000 Tote, darunter den Oberführer und fünf Unterführer zurückließen. Die italienischen Verluste des Tages werden mit etwa 500 Toten angegeben. Das dritte Korps hatte inzwischen die Ghewa=Linie und somit den rückflutenden Gegner im Rücken zu packen bekommen. Am 29. Februar haben die Italiener ihre militärische Aktion fortgesetzt sie ist aber noch nicht völlig abgeschlossen. Allgemein ist zu sagen, daß an der Nordfront nur noch die Armee des Ras Imkiru kampffähig ist. Der Vizegouverneur hat an die begeisterte Menge vom Pressehaus aus eine Ansprache gehalten, in der er die erfolgreichen Kämpfer feierte. Die hiesigen militärischen Stellen erklären, Abessinien habe vom rein militärischen Gesichtspunkt aus heute bereits den Krieg verloren. In abessinischen Kreisen wird erklärt, daß die italienischen Truppenbewegungen in Richtung auf Amba Aladschi anhielten, daß aber nähere Einzelheiten aus dem abessinischen Hauptquartier nicht eingetroffen seien. Die„Agenzia Stefani“ meldet kurz daktionsschluß amtlich aus Asmara: Die am 27. Februar in Tembien begonnene Schlacht kann als gewonnen betrachtet werden. Der Feind schlug sich erbittert, um sich der Einschließung zu entziehen. Die Armee Ras Kassas ist vernichtet. Die Verluste des Feindes sind sehr schwer. Es wurden riesige Mengen Waffen, Tiere und Material erbeutet. Das Schicksal Ras Kassas ist das gleiche wie das des Mulugheta. Die Flugwaffe ist daran, den Sieg auszuwerten. stoffe durch gleichwertige oder gar überlegene künstliche zu ersetzen. Neue deutsche Werkstoffe Zurzeit stehen in Deutschland drei neue Werkstoffe im Vordergrund: 1. Del aus Kohle, die sogenannte Kohlehydrierung, 2. heimische Faserstoffe, durch die nach Durchführung des heimischen Faserstoffprogramms etwa 25 v. H. der bisherigen Einfuhr und damit etwa 100 bis 150 Millionen RM. Devisen gespart werden können; 3. der synthetische Kautschuk. Ehandelt sich dabei um ein ganz neues Produkt, Buna genant, von dem der Führer erst kürzlich feststellen konnte, daß es dem natürlichen Kautschuk in verschiedener Beziehung überlegen ist. So wirkt sich die systematische Abschließung einer hochstehenden Nation von den Gütern der Erde letzten Endes gegen diejenigen aus, die in ihrer Verblendung glauben, sich durch die Ausschaltung eines Konkurrenten bereichern zu können. Denn was ist die logische Folge der Erfindung solcher hochstehenden künstlerischen Werkstoffe? Doch nur die, daß die entsprechenden natürlichen Rohstoffe überflüssig werden und keinen Absatz mehr finden. Schon heute„zeigt sich, daß die mit natürlichen Rohstoffen gesegneten Länder in steigendem Maße auf ihren Reichtümern sitzen bleiben und nicht mehr die nötigen Absatzmärkte finden. Man kann sich ohne viel Phantasie vorstellen, was es für die Rohstoffländer bedeutet, wenn nun in vermehrtem Umfange ein Unabhängigwerden der Bedarfszentren von natürlichen Rohstoffen hinzutritt. Grauenvoll ansteigende Arbeitslosigkeit, Hunger und soziale Erschütterungen müssen die Folgen sein. Wie gesagt, Deutschland kann dieser Entwicklung immer noch mit Ruhe entgegensehen. Wir werden die Aufgabe zu meistern wissen, unseren Bedarf zu decken. Schon haben wir sie ein gutes Stück ihrer Lösung entgegengeführt. Mag es auch noch Jahre dauern, bis wir diese Gefahr endgültig gebannt haben, gelingen wird es uns. Auch gegen die Bedrohung durch eine internationale Anarchie ist das Deutschland Adolf Hitlers immun. Aber wir schauen mit Sorge auf andere Länder. Man beseitigt Gefahren nicht, indem man den Kopf in den Sand steckt. Schon erhebt überall als unausbleibliche Folge des weltwirtschaftlichen Wahnsinns die Anarchie drohend ihr Haupt. Soziale Revolten, brennende Kirchen, Sabotageakte an Heer und Marine, unaufhaltsames Anschwellen der kommunistischen Wahlstimme in aller Welt, das sind warnende Zeichen. Wie lange wollen die Verantwortlichen diesem gefährlichen Spiel mit dem Feuer noch zuschauen? Gewiß hat man vielfach versucht, durch Weltwirtschaftskonferenzen die Gefahren zu bannen. Aber diese Konferenzen haben stets wie schlechte Aerzte nur an den Symptomen der Krankheit herumkuriert, ohne die eigentlichen Ursachen zu beseitigen. Notwendig ist ein Zahlungsverkehr auf stabiler Grundlage, Beseitigung der unhaltbaren Schuldverstrickungen aus dem Weltkriege und aus den unsinnigen Schulddiktaten und die Möglichkeit, gute Ware für gutes Geld kaufen zu können. Es mehren sich einsichtige Stimmen in der ganzen Welt, die das Uebel beim Namen nennen. Mögen sie gehört werden, ehe es zu spät ist! Denn Europa und seine Völker wollen den Frieden und die Wohlfahrt allerwenigstens als einzige Kriegsbeute aus dem schweren Weltringen von 1914 bis 1918 endlich nach Hause bringen. Jeder, der dazu, abseits von Phrase und Verblendung, einen Weg zeigt, macht sich um die Menschheit verdient. Die alten Methoden haben sich als unbrauchbar erwiesen. Wo sind die Verantwortlichen, die neue, bessere nicht nur erkennen, sondern auch zur Anwendung bringen? Zwei Arbeiter verschüttet und tot geborgen Zwickau. Beim Bau der Abwässerleitung der Mulde=Wassergenossenschaft an der Pölbitzer Muldebrücke wurden am Freitag die Arbeiter Eduard Kutenia aus Zwickau und Rudolf Wollin aus Siegmar=Schönau durch einbrechende Erdmassen verschüttet. Nach mehrstündigen Rettungsarbeiten konnten sie nur noch als Leichen geborgen werden. Die revolutionäre Biedinung in Japan Eine Revolution in. sagen wir, europäischem Sinne kann es in Japan garnicht geben. Die meisten Schlußfolgerungen, die aus den Meldungen über die Vorgänge in Tokio gezogen werden. selbst von der doch sicherlich gutunterrichteten englischen Presse, zeigen, daß man über die inneren Gründe des kleinen Militäraufstandes noch nicht ganz im klaren ist. Man kann nur das annehmen, daß die nationalen Aktivisten aus ihrer Empörung gegen die alten hemmenden Staatsmänner handeln zu müssen glaubten und daß sie sich über den Erfolg ihrer Aktion vielleicht garnicht im Klaren waren. Sie haben alles gewagt in der Voraussicht, daß ein energischer Vorstoß Wandel bringen werde Und das scheint ja auch der Fall zu sein, da bereits über die Bildung einer Regierung verhandelt wird, die den Forderungen der breiten Masse mehr Rechnung trägt. Und damit kommt man zum tieferen Sinn dieser wie aller bisherigen japanischen Revolutionen oder Aufstände oder, wie die letzte anzusehen ist, Aktionen. Damit kommt man zu der Frage, welche Forderungen hat die breite Masse? Es ist doch immerhin auffällig, daß sich Offiziere zum Dolmetsch dieser Forderungen machen. Aber auch dafür gibt es eine Erklärung. Schon in allen Büchern, die in den beiden letzten Jahren über Japan geschrieben wurden, geschrieben von Japanern selbst oder besten Kennern des Landes, wurde der Meinung Ausdruck gegeben, daß das Jahr 1935 eine Revolution oder richtiger eine notwendige Umwälzung in Japan bringen werde. Das Jahr ist vorübergegangen, die jetzige Aktion junger.fiziere aber ist wohl nicht von den Ankündern der Umwälzung in Rechnung gestellt worden, wenn man auch annehmen kann, daß sie die gleichen Ziele verfolgte, die die kommende Revolution auslösen sollte. Die jungen Offiziere verfolgten die Beseitigung der alten Staatsmänner, von denen sie behaupten, sie schmälern den nationalen Staatsgedanken Japans und widersetzen sich den notwendigen sozialen Reformen. Sie behaupten weiter, bessere Nationalisten zu sein als die alten, die auf ihrem Programm zum Tode verurteilt worden sind. Alle Revolutionen in Japan sind nur mit dem Kaiser, wie immer betont wird, gemacht worden. Nicht mit Mitwirkung sondern mehr unter sympathisierender Zustimmung des Kaisers. Nur dann hätten sie Erfolg gehabt. Und wenn Tote am Wege blieben, so will das in Japan nichts bedeuten. Der Politik, einer Idee werden ohne weiteres Opfer gebracht. Und werden die jetzigen Anführer des Putsches verurteilt, so nehmen sie das Urteil ohne Murren hin mit der Ueberzeugung, etwas Gutes erreicht, dem Volke und dem Staate gedient zu haben. Selbst aus der Masse des Volkes gekommen, kennen die jungen Offiziere die Not und die Ausbeutung der breiten Schichten der Bevölkerung. Sie sind infolgedessen Antikapitalisten. Ob es sich um Anhänger der marxistisch=nationalen Parteien oder der national=sozialen Parteien handelt, beide Richtungen schwören auf den Kaiser, sie schwören auf Japan, sie verfolgen die Beseitigung des privaten Kapitals und verlangen die Ueberführung des Kapitals in das Eigentum des Staates. Diese Forderung ist aus der Tatsache zu verstehen, daß Japan in wenigen Jahren zu einem Industrieland erster Ordnung geworden ist, die gesamte Industrie sich in wenigen Händen vereinigt hat und daher von wenigen Männern eine Diktatur ausgeübt wird, die selbstverständlich Unwillen erregen muß. Einmal wegen der schlechten Bezahlung der Arbeiter, sodann wegen der Abneigung gegen soziale Einrichtungen. Daß Japan den Weltmarkt braucht und damit die schaffende Industrie, davon sind auch die Träger der antikapitalistischen Ideen überzeugt. Sie wollen sogar mehr: sie wollen die rücksichtslose Vertretung japanischer In eressen in der Welt, daneben aber eine strenge Zusammenfassung innerjapanischer Interessen, Festhalten an alten Ueberlieferungen, Neuordnung nur in dem Umfange, als es sich für die Besserung der breiten Schichten als notwendig erweist. Solidarität der Schaffenden onb. Berlin, 29. Febr. Die von der Deutschen Arbeitsfront durchgeführte Reichsstraßensammlung für das Winterhilfswerk 1935/36 ist in vollem Gange. In den Betrieben und Geschäften kreisten bereits am Sonnabend die Sammelbüchsen. Allenthalben mahnten die Plakate, Sprechchöre, Umzüge, Platzkonzerte, Film und Rundfunk, uns in die Front dieser großen Hilfsaktion gegen die noch unbezwungene Not einzureihen. Etwa 1¼ Millionen Männer aus den Dienststellen der DAF. und der RSG.„Kraft durch Freude“ sowie aus den Betrieben erfüllen, wie die„Deutsche Arbeitskorrespondenz“ mitteilt in diesen Tagen ihre Pflicht als Sammler Sie appellieren an uns alle, nach unteren Kräften zu geben. Schaut dabei nicht auf Rang und Namen derer, die eure Opfer fordern Sie alle. ganz gleich, ob Generaldirektor oder Betriebsleiter, ob Amtswalter oder Blockwalter, dienen der Pflicht. Wenn dir die Sammelbüchse öfter hingehalten wird, dann laß es nicht bei der einmaligen Gabe bewenden, sondern gib, soviel und so oft du kannst. Das Echo muß ein Ergebnis sein, das jeden, der dazu beitrug, mit ehrlichem Stolz erfüllt. Vekunnimächung sUe Gewerder für die Führerlaufbahn im Reichsarbeitsdienst dub. Berlin. 28 Febr. Vorbedingunge für den Antrag: Vorbedingungen für die Annahme eines Antrages für Anwärter für die Führerlaufbabn sind: 1. Das vollendete 17. Lebensjahr und die Einwilligung der Eltern oder des Vormunds: 2 Nachweise über die arische Abstammung: 3. Unbescholtenheit welche durch Beibringung eines polizeilichen Führungszeugnisses und Strafregisterauszuges nachzuweisen ist. Bewerbung: Die Bewerbung um Aufnahme als„Führeranwärter“ geschieht mittels eines schriftliches Gesuches, welches dem Arbeitsgauführer einzureichen ist Sie kann vor Eintritt in den dienst wie auch während der Dienstzeit im Arbeitsdienst erfolgen. Im letzteren Falle ist sie auf dem Dienstweg vorzulegen. Bewerbungsunterlage bungen sind beizufügen: Ein handschriftlicher Lebenslauf ein Lichtbild. ferner Bescheinigung zu Ziffer—3. Abschrift des letzten Schul= oder Berufszeugnisses, etwaige Bescheinigungen über die Zugehörigkeit und Betätigung in der HJ oder einer anderen Gliederung der NSDAP und Bescheinigungen über besondere Leistungen. Auswahl der„Führeranwärter": Die Aufgaben des Arbeitsdienstes stellen hohe Anforderungen an seine Führer. Es ist daher notwendig. an den Führernachwuchs nehen der zu fordernden eindeutigen beiahenden Einstellung zum nationalsozialistischen Staat hohe Anforderungen in charakterlicher. körverlicher und geistiger Beziehung zu stellen. Die endgültige Annahme als„Führeranwärter" erfolgt daher erst zum Ende einer sechsmonatigen Dienstzeit als Arbeitsmann unter Berücksichtigung der eingereichten Unterlagen und der dienstlichen Beurteilung der Persönlichkeit und der Leistungen des Bewerbers. Die Laufbahnen im Arbeitsdienst Im Arbeitsdienst gibt es eine untere Führerlaufwelche die Dienstgrade— Truppführer— Obertruppführer— Unterfeldmeister— einschließt. und eine mittlere und obere Führerlaufbahn. welcher die Führer vom Feldmeister an aufwärts angehören. Zwischen diesen Laufbahnen besteht keine starre und für den einzelnen endgültige Trennung. Der Ausbildungslehrgang für alle Laufbahnen ist im ersten Abschnitt, welcher einschließlich des einjährigen Wehrdienstes zwei Jahre umfaßt. gemeinsam. Während dieser Ausbildungszeit besteht kein Unterschied zwischen Anwärtern für die untere und solcher für die mittlere und obere Führerlaufbahn. Trupnführerausbildung: Diese zweijährige Probedienstzeit bezweckt die Ausbildung zum Truppführer und umfaßt: 6 Monate Dienstleistung als Arbeitsmann— 3 Monate Teilnahme an einem Lehrgang einer Trunnführerschule, bei erfolgreichem Lehraangsbesuch 3 Monate Dienn als außernlanmäßiger Truppführer und 1 Jahr aktiver Die untere Führerlaufhahn: Bei Bewährung zum Ende des zweiten Probedienstjahres nach Maßgabe der freien Stellen— die Ueber nahme als vlanmäßiger Truvpführer in den Reichsarbeitsdienst. Vor der Uebernahme hat sich der Anwärter auf eine ununterbrochene Dienstzeit von mindestens 10 Jahren zu vervflichten. In der unteren Führerlaufbahn erfolgt bei guter Beurteilung und in der Reibenfolge des Heranstehens nach dem Dienstalter die Beförderung zum Ohertrunnführer Obertrunpführer, welche sich nach Leistungen dazu einnen werden. werden nach Waßgabe der freien Stellen vom Reichgarbeitsführer zum Unterfeldmeister ernannt. Befähigten Führern der unteren Laufbahn ist die Möglichkeit gegeben, nach Ablegung einer Prüfung in die mittlere Laufbahn aufzurücken. Die mittlere Führerlaufbahn: Zum Ende des zmeijährigen Probedienstes werden aus den Anwärtern die Bestgeeignetsten als Führeranwärter für die mittlere Laufbahn ansgemählt. mährend die übrigen— wie im vorigen Absatz beschrieben— nach Einaeben der zehnjährigen Verpflichtung. in der unteren Laufbahn verbleiben. Entsnrechend den haben Anforderungen, welche an die Führer der mittleren Laufbahn gestellt werden. wird bei der Auswahl der Anwärter auch ein strenMaßstab angelegt. Nehen dem besonderen Persänlichkeitsmert müssen bei Führeranwärtern für die mittler= und damit auch unter Umstanden für die ohere Führerlaufbahn eine angemessene geistige Veranlagung und eine Bildungsböhe gefordert werden, die der durchschnittlichen Bildungshöhe der Absolnenten einer höheren Schule im allgemeinen entsoricht Der Nachweis kann nicht nur durch das Abgangszeugnis einer häberen Schule erbracht werden. sondern auch durch Bestehen einer besonderen Prüfung. Beaabten Führeranwärtern. die nicht das Abgangszengnis einer höheren Schule besitzen, sich aber nach ihrem Versönlichkeitsmert für die mittlere Führerlaufbahn eignen, wird die Möglichkeit geboten. sich auf diese Prüfung vorzubereiten. Feldmeisterausbildung: Der„weitere Ausbildungsgang der„Führeranwärter für die mittlere Laufbahn" umfaßt ein drittes Jahr. von welchem 8 Mangte der Ausbildung an einer Feldweisterschule dienen. Nach erfolgreichem Besuch der Feldmeisterschule erfolgt die Ernennung zum Unterfeldmeister nach einer anschließenden mehrmonatigen Bewährung im Außendienst als Unterfeldmeister erfolgt die Ernennung zum Feldmeister. Die weitere Ausbildung der Führer im Arbeitsdienst erfolgt auf den Bezirksschulen und der Reichsschiise des Arbeitadienstes Zu der angeführten einheitlichen Ausbildung allee Führer treten für besondere Dienstzweige, wie z. B. Verwaltung. Fachausbildungen in Lehrgängen auf den Schulen des R9D und auf höheren außerhalb des Arbeitsdienstes binzu. Zur-fsillung bestimmter Fachaufgaben bei den höheren Dienststellen des Reichsarheitsdienstes(nawentlich bei der Verwaltung und bei der Arbeitsplanung) sind vom Feldmeister an aufwärts„AmtsWf Stellen können solche Führer übernommen werden die den Sonderaufgaben entsprechende Eignung besitzen. Versorgung: Die ausscheidenden Führer und Ihre Hinterbliebenen sind auf Grund des§ 24 des Reschgarheitedienstgesetzes versoraungsberechtigt. Die Versorgungsansnrüche regelt ein zur Zeit in Vorbereitung befindliches Versorgungsgesetz. „Längerdienende Freiwillige". Neben den beschriebenen Führerlaufbahnen besteht für solche junge Männer, welche Lust und Liebe dazu haben. die Möglichkeit des Dienens als„Längerdienender Freiwilliger". Die„Längerdienenden Freiwilligen“ verpflichten sich. über die pflichtmäßige Dienstzeit von 6 Monaten hinaus mindestens 1 Jahr. zu dienen. Dienstzeit muß vor Einberufung zum aktiven Wehrdienst abgeleistet werden. Längerdienende Freiwillige, welche am 1. April eintreten, dürfen also nicht dem Jahrgang angehören, welcher am darauffolgenden 1. Oktober zum aktiven Wehrdienst eingezogen wird, sondern müssen jünger sein. z..: Am 1. 4. 36 in den Arbeitsdienst eintretende „Freiwillige“ dürfen nicht dem Geburtenjahrgang 1915 angehören. soweit dieser am 1. 10. 36 zum Wehrdienst einberufen wird. sondern müssen jünger sein. Sie erreichen die Dienstgrade eines Vormannes. Obervormannes und außerplanmäßigen Truppführers und können bei Erfüllung der Vorbedingungen auch als„Führeranwärter" übernommen werden. Nach dreimonatigem Probedienst erhalten sie als Abzeichen Schulterklappen mit zweifarbigen Freiwilligenschnüren. Die„Freiwilligen" bekommen eine höhere Löhnung, welche zur Zeit für den Vormann.50 RM täglich. Obervormann.75 RM täglich, apl. Truppführer.— RM täglich beträgt. Arbeitsmänner. die während ihrer Pflichtdienstzeit im Reichsarbeitsarbeitsdienst die Eignung zum Vormann nachgewiesen haben, können nach Ablegung ihrer aktiven Wehrdienstzeit— nach Maßgabe der freien Stellen — als Vormänner in den Reichsarbeitsdienst übernommen werden. Bernn, Bresiau und Konigsderg Versuchsweise Gleichwellensendung onb. Berlin, 29 Febr. In der Zeit vom 2. bis 7. März 1936 werden die drei Reichssender Berlin, Breslau und Königsberg nicht wie gegenwärtig auf verschiedenen Wellenlängen arbeiten, sondern versuchsweise auf gleicher Welle senden. Infolgedessen werden für diese Zeit nicht drei verschiedene Programme, sondern ein Gemeinschaftsprogramm übertragen. Als Gleichwelle ist für diesen Versuch die jetzige Berliner Welle um 356,7 m/841 Kilohertz gewählt worden. Die Hörer des Reichssenders Berlin brauchen die Einstellung ihres Rundfunkgerätes nicht zu verändern. Die Hörer des Reichssenders Breslau und des Reichssenders Königsberg dagegen finden während dieser Zeit ihren Reichsender nicht mehr auf der gleichen Stelle der Abstimmskala, sondern etwas weiter links oder rechts bezw. weiter oben oder unten. Wer eine mit Sendernamen bezeichnete Skala besitzt, braucht nur Berlin einzustellen. Dieser auf sechs Tage beschränkte Versuch, der mit drei räumlich ziemlich nahe beieinanderliegenden Reichssendern zum ersten Male durchgeführt wird, soll zeigen, ob auf diesem Wege der deutschen Wellenknappheit gesteuert werden kann, so daß dann mit den freiwerdenden Wellen die kulturpolitisch wünschenswerte Versorgung der verschiedenen deutschen Gaue mit eigenen Programmen ermöglicht werden kann. Allerdings werden bei diesem sechstägigen Versuch die freiwerdenden Wellen nicht benutzt, da eine umfassende Beobachtung auf dem Gebiete der bisher auf diesen drei Wellen sendenden Reichssender durchgeführt wird und gleichzeitig die Mitarbeit der Rundfunkhörer bei diesem Empfang der Gleichwelle dringend erwünscht ist. Die Rundfunkhörer werden deshalb gebeten, den Versuch unter allen Umständen durch das Abhören der Gleichwelle zu unterstützen. In gewissen Gebieten werden voraussichtlich Empfangsstörungen auftreten, so daß ein Empfang der Gleichwelle nicht möglich ist. Es kann auch sein, daß diese Erscheinung zu verschiedenen Tageszeiten wechselt, und der Tagesempfang zum Beispiel gut, der Nachtempfang schlecht ist. Es wird darum gebeten, alle derartigen Beobachtungen an die Reichssendeleitung, Berlin, unter dem Stichwort„Senderbeobachtung“ einzusenden. In den Gebieten des Gleichwellenrundfunks ist der Deutschlandsender gut hörbar, so daß die Hörer bei einem Versagen des Empfanges nötigenfalls mit dem Empfang auf den Deutschlandsender übergehen können. usdAp.=Hoheitszeichen für die Mütze der DAF.-Walter und KdF.=Warte onb. Berlin, 29 Febr. Der Reichsorganisationsleiter der RSDAP. und Reichsleiter der Deutschen Arbeitsfront, Dr. Robert Ley, hat folgende Anordnung erlassen: Der Stellvertreter des Führers hat den DAF.= Waltern und KdF.=Warten in Anerkennung ihrer Verdienste das Recht zum Tragen des Hoheitszeichens der RSDAP. an der DaF.= Müße verliehen. Sn Zu dieser Anordnung sind, wie das Presseam. der DAF. mitteilt, folgende Ausführungsbestimmungen ergangen: Das Hoheitszeichen darf nur von den DAF.= Waltern und Kd"=Warten an der DAF.=Mütze getragen werden, die sich im Besitze eines vorschriftsmäß gen Personalausweises befinden Das silberne Hoheitszeichen(Flügelspannweite 49 mm., Höhe 33 mm.) wird in der Mitte des oberen Mützenteils getragen. Die Anbringung sonstiger Abzeichen und Kokarden, insbesondere am unteren Mützenteil (Kopfband mit schwarzer Eichenlaubverzierung) ist untersagt. Die DAF.=Mütze wird seitens der DAF.=Walter und KdF=Warte ohne Ausnahme mit Lacklederriemen getragen. Das Hoheitszeichen ist von der Reichszeugmeisterei bezw. deren zugelassenen Verkaufsstellen zu beziehen. In Abänderung der Anordnung des Reichsorganisationsleiters Nr. 2,35 vom 19. 1935 wird zur RSBO=Uniform die DAF.=Mütze mit Hoheitszeichen, wie vorstehend aufgeführt, getragen. Seefeld legt Revision ein dnb. Schwerin, 29. Febr. Der Knabenmörder Seefeld hat gegen das Todesurteil, das am 22. dieses Monats vom Schweriner Schwurgericht verhängt worden ist, durch seinen Verteidiger Revision einlegen lassen. Telegrammwechsel des Führers mit der türkischen Handelskammer für Deutschland onb. Berlin, 29 Februar. Die türkische Handelskammer für Deutschland hat anläßlich ihrer Jahresversammlung nachstehendes Telegramm an den Führer und Reichskanzler gerichtet: „Die anläßlich der neunten Jahresversammlung zusammengekommenen deutschen und türkischen Mitglieder der türkischen Handelskammer für Deutschland gestatten sich, dem großen Führer des deutschen Volkes ihre größte Hochachtung und Verehrung zum Ausdruck zu bringen und gleichzeitig die besten Wünsche für das Weitergedeihen des edlen deutschen Volkes sowie für Euer Exzellenz persönliches Wohlergehen zu übermitteln. Versammlungspräsident Botschafter Hamdi Arpag.“ Der Führer hat drahtlich hierauf wie folgt geantwortet: „Euer Exzellenz und den zur neunten Jahresversammlung vereinigten deutschen und türkischen Mitgliedern der türkischen Handelskammer für Deutschland danke ich für Ihre mir telegraphisch übermittelten Grüße. Ich erwidere sie mit den besten Wünschen für Ihre gemeinsame weitere Arbeit im Dienste der wirtschaftlichen Beziehungen unserer beiden Länder. Adolf Hitler.“ Urteil in dem großen Abtrelbungsprozeß Motel und andere onb. Berlin, 29. Febr. In dem großen Abtreibungsprozeß gegen den 42jährigen staatenlosen russischen Juden Dr. med. Motel, genannt Max Kleinmann, und andere wurde Sonnabendmittag das Urteil vom Berliner Schwurgericht verkündet. Die Verhandlungen dauerten seit dem 6. Januar dieses Jahres. Der Hauptangeklagte Motel, der bereits einschlägg wegen fahrlässiger Tötung vorbestraft ist, erhielt wegen gemeinschaftlicher gewerbsmäßiger Abtreibung in Tateinheit mit fahrlässiger Tötung unter Verletzung der Berufspflicht zehn Jahre Zuchthaus, 30000 RM. Geldstrafe und 10 Jahre Ehrverlust. Der 41jährige Arzt Dr. med. Woldemar Hoefel wurde wegen gewerbsmäßiger Abtreibung in Tateinheit mit jahrlässiger Tötung zu sechs Jahren Zuchthaus und fünf Jahren Ehrverlust verurteilt. Der 39 Jahre alte Arzt Dr. med. Erwin Stankow erhielt vier Jahre Zuchthaus und fünf Jahre Ehrverlust. Die Ausübung des Berufs als Arzt wurde dem Angeklagten Kleinmann auf die Dauer von fünf Jahren, den Angeklagten Hoefel und Stankow auf die Dauer von je drei Jahren untersagt. Die Helferinnen der drei Aerzte wurden gleichfalls zu Zuchthausstrafen verurteilt. Die 53jährige angeklagte Frau Erna Schmitz, geborene Breitsprecher, erhielt wegen gewerbsmäßiger Beihilfe zu gewerbsmäßiger Abtreibung zwei Jahre Zuchthaus und drei Jahre Ehrverlust, die 63jährige Frau Margarethe Kanzler, geborene Grocholl, ein Jahr Zuchthaus und drei Jahre Ehrverlust und die 70jährige Frau Elisabeh Leistikow, geborene Grocholl, zwei Jahre Zuchthaus und drei Jahre Ehrverlust. Die Ausübung des Berufs und Gewerbes als Hebamme, Masseuse und Heilkundige wurde diesen drei verurteilten Frauen auf die Dauer von je drei Jahren untersagt. Der Angeklagte Kleinmann unterhielt ein regelrechtes Abtreibungsinstitut. Er wurde bei seinen„Operationen“ von den beiden Angeklagten Hoefel und Stankow unterstützt. Den Angeklagten sind insgesamt 59 Fälle des Verbrechens gegen den§ 218 nachgewiesen worden. Es ist aber wahrschemlich, daß sie sich noch in weitaus größerem Maße schuldig gemacht haben. Die mitangeklagten Hebammen haben den gewissenlosen Aerzten die Frauen zugeführt. Es wurden im Durchschnitt Hororare von 70 bis 300 Mark im Einzelfalle gezahlt. Nr. 61 Zweites Blatt des Stadtanzeigers Ur Castrev= Rauzel und Umgebung Montag, den 2. März 1936 DVRRK„„ RArii Nru, unt Ein Kundgang durch die 1. Sonverschau des Tatrop=Kauxeter=Heimalmnaseums Zwei Tage war nun die erste Sonderschau unseres Heimatmuseums der Oeffentlichkeit zugänglich. und schon darf man sagen, daß sie im Aufbau, wie in ihrer Wirkung auf das Publikum einen vollen Erfolg bedeutet. Durch die rührige Sammlertätigkeit des Leiters des Städtischen Archives. Stadtsekretär Helmut Neidhard; sind in der zur Verfügung stehenden kurzen Zeit rund 150 Bilder aus der Geschichte der Stadt Castrop=Rauxel vor dem Jahre 1926 zusammengebracht worden Leider kommt dabei der Norden aus Gründen. die außerhalb der Macht des Veranstaliers liegen, etwas sehr zu kurz Aber vielleicht gibt gerade dieser Umstand den Bewohnern des Nordens einmal den Anstoß. sich ihrerseits auch zu bemühen, daß ihr engerer Heimatbezirk künftig im Heimatmuseum und bei den weiterhin noch zu veranstaltenden Sonderschauen besser vertreten ist. Bei dem mangelnden Interesse. das die früheren Amts= und Gemeindeverwaltungen leider archivarischen Dingen gegenüber an den Tag legten, ist eben die Mithilje der Bevölkerung, um für die Zukunft und die Allgemeinheit zu retten und zu erhalten. was noch auszutreiben ist, unbedingt in noch weit höherem Maße erforderlich. Deshalb sei auch bei dieser Gelegenheit noch einmal die Bitte um Mitarbeit an der Ausgestaltung unseres Heimatmuseums nachdrücklichst wiederholt. Gerade im Dritten Reiche. in dem man sich wieder auf die hohe Bedeutung von Blut und Boden, von Vorgeschichte und Geschichte besinnt, ist es für jeden einzelnen Volksgenossen unbedingte Pflicht, zu seinem Teil das Mögliche zur Pilege von Heimatsinn und Heimatgeschichte beizutragen. Man kann sich bei aller Reichhaltigkeit des in der ersten Sonderschau ausgestellten bildlichen Materials aus der Geschichte der Stadt Castrop=Rauxel nicht des Eindruckes erwehren, daß vieie bereits lange hier am Platze anlässige Familien gewiß noch viel zur Bereicherung der Schau hätten beitragen können. wenn sie gewollt hätten. In anderen Städten vom Alter und der Bedeutung unseres Gemeinwesens hat der Avvell zur Mitarbeit an der Gestaltung ähnlicher Schauen noch weit schönere Erfolge gezeitigt. Immerhin ist die Schau auch so außerordentlich interessant und ausschlußreich geworden, so daß sie den Besuch aller Castrov=Rauxeler im höchsten Maße verdient Mit den vielen Ausstellungsstücken sind die Schaukästen und die Wände des Raumes 1 des Heimatmuseums dicht belegt oder behängt worden. und kam s. Zt. aus Veranlassung des„Rennausschusses" nach Castrop, wo es auf dem Rennplatz eine Zwischenlandung mit Passagierwechsel machte. Bemerkenswert und namentlich auch für die vielen mit auf die Bilder gekommenen„alten Castrover" besonders interessant sind auch die Bilder von der Einweihung des Marktbrunnens. der bekanntlich das einzige Reitersport=Denkmal in Deutschland ist, am 25. August 1912. Ein großes Bild trägt die Widmung und Unterschrift des Schöpfers des schönen Denkmals, des Professors Grasegger=Köln. Wie man an den Bildern sieht, ist die Angelegenheit., 3t. im alten Castrov ordentlich geseiert worden. Viel Beachtung wird gewiß auch die älteste Karte der Köln=Mindener Bahn vom Jahre 1846 finden. Damals hieß der jetzige Bahnhof Castrop mal Willi Sibbe mit seinem Pinsel eine übersichtliche aquarellierte Zeichnung des Rennvlatzgeländes zur Zeit der höchsten Blüte der Castrover Rennen geschafsen hat. Natürlich fehlt hier auch nicht das Bild des Vaters der Castrover Rennen: Mister Toole ist mit seinem„historischen“ Ziegenbock „Billy“ vertreten.(Siehe unsere Abbildung!). An der Stirnwand des Saales hängen in einem Rahmen die Bilder der Kinder Mulvanys Fanny und Thomas: neben ihnen ist Rektor Luther und der letzte Bewohner des Reichshoses Castrop, Dr. Nören, zu sehen, der um 1860 Arzt in unserer Heimatstadt war. Der Stahlstich, der ihn im Bilde der Nachwelt überliefert, wird sicher viel Interesse erwecken. Neben diesem Wechselrahmen hängt eine Reproduktion des Reichshoses, nach einem vom derzeiEin Rundgang durch die Sonderschau Archiv des Toole, der Valer der Castroper Kennen mit dem Ziegenbock„Billy“ Bei der Besichtigung beginnt man den Rundgang am besten an der Wandfläche links am Eingang. Zunächst fällt hier der Blick auf eine große. von Günther Korloska nach der Abbildung einer französischen illustrierten Zeitschrift geschaffenen Photographie vom Vergarbeiterausstand im Jahre 1912. Man sieht hier die Zeche„Erin". im Hintergrund und davor eine Militärvatrouille, wie sie die Bochumer Straße mit schußbereitem Gewehr unter dem Arm abschreitet. Es folgt dann zunächst noch„Castorve“. Erst 1878 wurde die Umbenennung vollzogen. nachdem die Emschertalbahn in Betrieb genommen wurde. Hübsch wäre es, wenn sich irgendwo auch noch Fahrkarten. Fahrvläne usw aus der „guten alten Zeit“ zur Ergänzung auftreiben ließen! In den Glaskästen vor dieser Wand sind zunächst tigen Zeichenlehrer des Realgymnasiums Walter Röseler geschaffenen Bilde. An der anderen Seite der Wand sieht man im Wechselrahmen Photos des ersten Geschichtsschreibers der Stadt Castrop=Rauxel. des„alten Lehrers" Karl Schröder, das Relief des ältesten Bürgerhauses unserer Stadt (Röwer. Mühlenstraße 14), das von August Schlieker geschaffen wurde. Daneben hängen Aquarelle von Halver„Feierabendstimmung im Victorhafen“ und„Industrielandschaft mit Blick auf Zeche „Friedrich der Große". Weiter ist. abgesehen von den Urkunden und der Stadtgeschichte, noch das große der Stadt zur 1106 Jahrseier von der Familie Mulvano geschenkte Oelbild zu nennen, auf dem dargestellt ist wie Mister Toole als Starter das Feld des Castrover Rennens auf die Reise schickt. Erwähnt sei weiter an dieser Wand auch die Sammlung von neun Photos von der Landung des Parseval= Luftschiffes„Charlotte“ am 12. Juni 1912. Das nach der Großherzogin von Sachsen=Meininger benannte Luftschiff war vor dem Kriege im Luftschisshafen Wanne=Herten stationiert die ältesten Bilder aus der Stadtgeschichte untergebracht. Es sind dies Photos von der Zeche „Erin“ aus dem Jahre 1870, der alten St.= Lamberti=Kirche vor dem Jahre 1889. vom ältesten Bürgerhaus(Röver. erbaut 1665) von der Altstadt um 1890. Gesamtansichten um die Jahrhundertwende und aus dem Jahre 1920; weiter sind hier neben einer Revroduktion des ältesten bekannten Rennbildes aus Castrov. eines Aquarells vom Jahre 1874 aus dem Besitz der Nachkommen des Starters Toole in Düsseldorf(das wir hier abbilden). Gesamtansichten des Rennplatzgeländes aus dem Jahre 1907 und 1909 zu sehen Das alte Castrover Rennen ist dank der Geschenke des ehemaligen Rennkomitees und besonders auch des früheren Bürgermeisters Wynen überhaupt auf der Ausstellung überaus gut vertreten. Man kann es so vor seinen geistigen Augen wiedererstehen lassen und in allen Einzelheiten mit all seinem Drum und Dran miterleben, zudes ersten Bürgermeisters von Castrov Leo Wynen und des letzten Landrates des Landkreises Dortmund Dr. Klauser, die s. Zt. von den Franzosen in der Besatzungszeit beide von Castrov aus ausgewiesen wurden. Daneben hat ein anschauliches Oelbild vom ehemals auf dem Germanenhügel stehenden Saalbau Platz gefunden. Die Kästen vor dieser Wand sind mit den statistischen Schaubildern der Viehzählung von 1933 und der Bevölkerungs= und Bebauungsdichte von 1849 und 1934 ausgefüllt, die den meisten Lesern ja schon von Besuchen der Jubiläums=Ausstellung und des Heimatmuseums her bekannt geworden sein dürften. Das Gleiche dürfte auch bei dem Modell vom Bennertor der Fall sein das Adolf Dawin in sauberer und anschaulicher Weise gearbeitet hat und das ein Baudenkmal unserer Heimat, das im Jahre 1843 der Spitzhacke zum Opfer fiel, der Nachwelt übermittelt. Das älteste bekannte Bild vom Castroper Rennen von 1874 Die zweite Längswand(rechts vom Eingang) weist eine vollzählige Notgeldsammlung unserer Stadt aus. Dabei sind auch die großen Originalentwürse Walter Roeselers ausgestellt, die dieser für die 25= und 50=Psennig= und die 1= und==Scheine der Stadt Castrov ansertigte. Weiter hängt dort das Intarsienbild, das Wilhelm Diel vom Reichshof Cast rov bzw. vom Mühlenteich schuf und die große Radierung Karl Nageldiecks vom einzigartig schönen Kamin des Hauses Goldschmieding. In den Kästen vor dieser Wand werden u. a. gezeigt: Der alte Kirchvlatz 1913. das Rauxeler Pestkreuz am alten Standort, der Brandpütt an der Ringstraße. der Besuch Kaiser Wilhelms anläßlich des Grubenunglücks auf Zeche„Lothringen“(Gerthe) im Jahre 1912. Schlachthofbesichtigung 1916, das ehemalige Försterhaus des Grafen Westerbolt, das heute auf dem Gelände der Teerverwertung vollständig umbaut ist. die Wilhelm=Tell= Freilichtaufführung im Jahre 1922, der Reichsjugendwettkampf 1925. Castrover Karneval von 1897 usw. Besonderes Interesse dürften wohl die beiden Bilder vom Grabmal des aus Castrop stammenden Bochumer Bürgermeisters Maximilian Greve beanspruchen, der in der Nachbarstadt von 1843 bis 1873 seines Amtes waltete. Diese Bilder dürften wohl noch allen Castrop=Rauxelern unbekannt sein. Es ist daher besonders dankenswert, daß es dem Stadtarchiv gelungen ist, sie für diese Sonderschau zu beschaffen. Recht gut ist dann das höhere Schulwesen unserer Stadt auf der Schau zur Geltung gekommen. Hier hatte die goldene Jubelfeier des Oberlyzeums im Vorjahre anerkennenswerte Pionierdienste geleistet. So sieht man u. a. ein Klassenbild der höheren Töchterschule von 1894. die Grundsteinlegung der Rektoratschule von 1905. die Einweihungsseier der Rektoratschule von 1906. die Sedanjeier der höheren Schulen von 1906 usw. Die Franzosenzeit ist durch Bilder von der Truppenvarade und dem Promenadenkonzerte auf dem Altstadtmarkt, der Festnahme des Bürgermeisters Wynen. der Besetzung der Rochus= und der Canisius= chule(Rauxel=Bahnhof) und der Posten vor dem Oberlyzeum, das bekanntlich dann Sitz der Division war, dem„Krummen Grenzpfahl von Schwerin" vertreten. Daneben hat auch ein historisch wertvolles Bild von der Abfahrt der französischen Kriegsgefangenen vom Bahnhof Rauxel am 21. November 1918 Platz gesunden. Weiter ist hier noch eine Sammlung von alten Ansichtskarten aus Castron=Raurel zu sehen. Erwähnt seien hiervon nur folgende: Tierschaufest am Germanenhügel. Marktplatz um die Jahrhundertwende, Ringstraße 1907. Mühlenteich. Zeche„Graf Schwerin“ 1907. Bülowplatz in alter Gestalt. Zeche„Victor 3/4“ in früheren Jahren. In den in der Mitte des Saales stehenden Vitrinen sind untergebracht: Bilder vom Rathausbau 1904 (damals Amtshaus Rauxel), vom 40jährigen Stiftungsfest des Krieger= und LandwehrVereins Castrov im Jahre 1906, vom goldenen Jubeljest des MGV.„Lederhalle" im Jahre 1905: auf diesen Bildern werden sich gewiß auch viele der Ueberlebenden entdecken können, um mit Freuden der damals verlebten schönen Stunden zu gedenken. Traurige Erinnerungen weckten die Bilder von jener großen Katastrophe, der im Jahre 1918 infolge einer Pilzvergiftung so viele Castrover Kinder zum Opfer fielen. Man sieht hier die Abreise der Kinder und die vielen blumenbedeckten kleinen Särge sowie das von der Stadt über ihrem Gemeinschaftsgrabe errichtete schöne Ehrenmal. Weiter wurden hier noch ausgestellt: Bilder vom Lehrerkollegium der Rektoratschule, desgleichen Klassenbilder von 1890 und 1900. Die Geschichte der Evgl. Gemeinde Castrop ist dargestellt durch eine alte aquarellierte Zeichnung der alten Kirche, ein Lichtbild vom alten Friedhof. Abschied der Glocken 1917. Ankunft der neuen Glocken 1921. Pflanzung der Luthereiche vor dem Wichernhause 1917. alte Pastorat auf dem Biesenkamp. Modell und Grundriß der neuen Kirche usw. Ferner sind noch zur Ausstellung gebracht Photos der in Castrov=Rauxel gefundenen alten Urnen. sowie ein Album mit großen Bildern von dem großen 1908 unter Anteilnahme der ganzen Stadt gefeierten Wohltätigkeitsbazar, ein Bild der Zeche„Erin“ von 1903. der Wittener Straße von 1900. der Kronvrinzenstraße um die Jahrhundertwende und vom alten Kokereibetriebe. Den Abschluß dieses mittleren Teiles der Ausstellung nach dem Eingang zu bildet das prächtige Modell der altehrwürdigen St.=Lamberti=Kirche welches zur 1100=Jahrfeier in fleißiger Arbeit von Mitgliedern der Kolvingsfamilie der Altstadt geschaffen und dann dem Heimatmuseum geschenkt wurde. An dieser Aufstellung, die natürlich nur das Wichtigste hervorheben konnte. vermag jeder Leser zu sehen, daß die erste Sonderschau wirklich einen interessanten Einblick in unsere Heimat, wie sie früher war, zu bieten vermag. Zweck dieser„Rundgang"=Beschreibung ist, zum Besuch anzuregen. Der Besuch wird für jeden um so wertvoller. weil eine klare und gute Beschriftung für die notwendige Erklärung der einzelnen Bilder sorgt. Deshalb: Auf zur Sonderschau des Heimatmuseums! Bist Dee auch Mitglied der 9130? Bild: Archiv des„Stadtanzeigers“. Stadttreis Castrov=Rauxel, den 2. März 1936. Vorienzionnlag Hitletjagens=Graacht= Wenns? Große Tagung der Oberbürgermeister und Landräte Südwestsalens Die Wochen der Jahreshauptversammlungen und die Tage des Karnevals sind nun glücklich vorüber. Die Zahl der Saalveranstaltungen ist stark abgeebbt. und der Mensch besinnt sich so lang'am wieder auf die Schönheiten„da draußen", die nach und nach nun wieder ans Licht der Sonne kommen wollen. Wer Augen hat zu sehen, der merkt, daß der Frühling kommen will. Bescheiden, vielen unsichtbar. beginnen die braunen Blattknospen sich zu regen und zu dehnen. Aber vorsichtig halten sich die grünen Blättchen und die es noch werden wollen, in dem schützenden braunen Röckchen zurück. Die Vorlenztage mit dem Schwellen der Blattund Blütenknospen und dem Tasten der Amseln und Lerchen nach den alten lieben Melodien lassen Wintersunbill vergessen und erfüllen die Herzen mit Frühlingshoffen. Das schöne Wetter wurde gestern nicht nur von Spaziergängern, sondern auch von den Sammlern der DAF ausgenutzt, die unentwegt ihre Büchsen für das WHW. schwangen und gar manchen Groschen durch den Schlitz wersen ließen. So recht zu der Vorlenzstimmung paßte auch das hübsche Narzissenblümchen, das gestern kaum an einem Mantel fehlte. Alle die spendeten und opferten, mögen sich bewußt sein, daß sie damit dazu beitrugen Sonne in die Herzen der Volksgenossen zu tragen, die immer noch nicht wieder in den Produktionsprozeß eingeschaltet werden konnten. Auch sie hofsen auf den Frühling. der ihnen Arbeit geben soll. Möge ihre Erwartung durch die neue Arbeitsschlacht in Erfüllung gehen! Von größeren Veranstaltungen ist bei diesem Wochenendrundblick nur das 10jährige Stiftungsfest des Bio=Vereins Castrov=Raurel zu nennen, das allen Besuchern gestern im Richterschen Saale einige schöne Stunden bescherte. Wir werden auf den Verlauf der Veranstaltung noch ausführlicher zurückkommen. Kriegssammlung des Stadtarchivs Castrop-Kauxel Der Aufruj um Ueberlassung von Feldvostbriefen. Feldvostkarten. Lichtbildern aus der Kriegszeit. Flugblättern. Extrablättern sowie sonstigen Kriegserinnerungsstücken an das Satdtarchiv von Castrov= Rauxel, den wir vor einiger Zeit verössentlichten. hat bereits eine erfreuliche Wirkung gehabt. Es ist bereits eine ganze Anzahl interessanter Sachen aus den Jahren 1914 bis 1918 zur Ablieferung gelangt. um bei einer späteren Gelegenheit der Allgemeinheit zugänglich gemacht zu werden. Um die Kriegssammlung unseres Stadtarchivs noch mehr zu fördern. sei sie hierdurch noch einmal in aller Erinnerung wachgerufen: Wer noch über„Kriegsandenken" verfügt. stelle sie dem Stadtarchiv geschenk= oder leihweise zur Verfügung. Besonders willkommen sind Photos und Druckschriften aller Art. die irgendwie mit dem Kriege in Zusammenhang stehen. Wer seine Sachen dem Stadtarchiv überläßt, stellt sie für die Allgemeinheit sicher. In den Familien erlöscht allmählich das Interesse und die Gefahr des Verlustes wird immer größer. Daher ist das Stadtarchiv der rechte Ort der Aufbewahrung für Kriegsandenken aller Art. Zur: Unfallverhütungs-Preisausschreibea für Vergleute Das Unfallverhütungsvreisausschreiben der Sektion II der Knavschaftsberufsgenossenschaft das im Dezember vorigen Jahres errassen wurde hat auf der Zeche„Erin" die Beteiligung von 11 Gefolgschaftsmitgliedern gefunden, die fristgemäß bis zum 31. Januar 1936 ihre Vorschläge einreichten. Von diesen Einsedungen wurden bestimmungsgemäß die drei besten durch die Unfallbeauftragten und Vertrauensmänner der Schachtanlagen ausgesucht und an das Preisgericht der Sektion II weitergeleitet. Es sind dies die Arbeiten von Franz Rau. F. Seibel und Emil Zaib. Weiter beteiligten sich von der Eriner Gefolgschaft noch: Wilh Nasemann. Fritz Blau. Heinrich Oetzel. Franz Ovolka. Wilhelm Loskant. Franz Clement. Otto Hembd und Wilhelm Niesmann. Mit KdF. in Urlaub Wohin 1936? Wir bringen heute das vorläufige Fahrtenprogramm der NS.=Gemeinschaft„Kraft durch Freude". um allen Volksgenossen die Gelegenheit zu geben, sich fürhzeitig ihren Urlaub so festzulegen, daß sie an einer ihnen passenden Fahrt teilnehmen können. Die Urlaubsfahrten: 24. 4.— 2. 5. Ammergau; 9. 5.— 17. 5. Mosel; 15. 5.— 23. 5. Schwarzwald; 27. 5.— 4. 6. Allgäu; 5. 6.— 13. 6. Harz; 6. 6.— 14. 6. Nordsee; 10. 6.— 18. 6. Eifel; 12. 6.— 28. 6. Ostpreußen; 12. 6.— 29. 6. Chiemsee; 13. 6.— 29. 6. Nordsee; 17. 6.— 25. 6. B. Wald; 20 6— 28. 6. Ahrtal; 26. 6.— 4. 7. Nordsee; 27. 6.— 11. 7. Nordsee; 1 7.— 8. 7. Rhön; 1. 7.— 17. 7. Rügen; 3. 7.— 12. 7. Allgäu; 3. 7.— 19. 7. Fichtelgebirge;.7.— 11. 7. Spessart; 3. 7.— 12. 7. Schwarzwald; 3. 7.— 12. 7. Bodensee; 4. 7.— 12. 7 Rheintal, 4. 7— 12. 7. Harz; 8. 7.— 16 7. Omnibusfahrt Soest; 8. 7.— 16. 7. Omnibus= fahrt; 8. 7.— 17. 7 Eisel; 9. 7.— 17. 7. Weserbergland; 10. 7.— 19. 7. Berchtesgadener Land; 10. 7— 26. 7. Ammergau; 10. 7.— 26. 7. Ostpreußen; 15 7.— 23. 7 Eisel; 16. 7— 24. 7. Omnibusfahrt; 16. 7.— 24. 7. Omnibusfahrt; 24. 7.— 1. 8. Omnibusfahrt; 24. 7.— 1 8. Omnibusfahrt; 24. 7. 9. 8. Ammertal; 24. 7.— 9. 8. Allgäu; 24. 7.— 1. 8. Harz; 25. 7— 2. 8. Ostsee; 21. 7.— 8. 8. Eifel; 1. 8.— 9. 8 Omnibusfahrt; 1 8.— 9. 8. Omnibus= fahrt, 1. 8.— 16. 8 Schwarzwald; 4. 8.— 5. 9. Ostpreußen; 5. 8.— 5 9. Ostpreußen; 5. 8— 13. 8. Westerwald; 7. 8.— 14. 8 Rheinpfalz; 7. 8.— 16. 8. Schwarzwald; 7. 8.— 24. 8. Oberschlesien; 7. 8.— 24. 8. Ostpreußen; 7. 8.— 21. 8 Rügen; 7. 8.— 16. 8. Bodensee; 7 8.— 24. 8. Allgäu; 8. 8— 16. 8. Rhein; 8 8— 16. 8. Harz; 9. 8— 17. 8. Omnibus= fehrt; 9. 8.— 17 8. Omnibusfahrt; 10. 8.— 28. 8. Ostpreußen; 14. 8— 30. 8 Traunstein; 15. 8.— 30 8 Eisel: 18. 8.— 26. 8. Spellgrt: 19..— 26 3 Thüringen; 21. 8.— 29. 8. Notuser, 2b. 8.— 3. v. Die 53. im haushaltsplan der Stadt Castrop-Kauxel Bei Gelegenheit der Beratung des Haushaltsplanes durch die Ratsherren wies Oberbürgermeister Dr. Anton bei der Besprechung der Wohlfahrtsverwaltung u. a. auch auf die Notwendigkeit der Errichtung von Jugendheimen in unserer Stadt hin. Er knüpfte dabei an an eine Tagung der Oberbürgermeister und Landräte des Gaues Südwestfalen, die am letzten Mittwoch unter der Leitung des Regierungspräsidenten Dr Runte in Dortmund abgehalten wurde. Die Tagung wurde mit einer Feierstunde der HJ. im Festiaal des alten Rathauses eingeleitet. Die Arbeitstagung eröffnete Regierungspräsident Dr. Runte im Magistratssitzungskaale mit einer Begrüßungsansprache. Er brachte zum Ausdruck, daß sich auf der ersten Tagung im neuen Jahre die maßgeblichen Vertreter von Bewegung und Staat im Regierungsbezirk Arnsberg in Erkenntnis der hohen Bedeutung der Arbeit in, an und mit der nationalsozialistichen Jugend zusammengesunden hätten, um die wichtigsten Fragen der staatlichen Jugendarbeit und Jugendbetreuung zu besprechen. Regierungsvizepräsident Dellenbusch umriß in längeren, grundsätzlichen Ausführungen die Aufgaben der staatlichen Jugendarbeit. Im Gegensatz zur staatlichen Jugendpflege von früher sei es heute Aufgabe der Behörden, in kameradschaftlicher Zusammenarbeit mit der HI das Leben der gesamten Jugend auf die Staatsjugend auszurichten. Der Jugenddezernent des Regierungspräsidenten. die Kreisjugendwarte und Kreisjugendwartinnen seien schlechthin Mittler und Bindeglied zwischen HJ. und Behörden. Hinsichtlich der Heimfrage der HJ. bezeichnete der Redner die Lage noch als gänzlich unbefriedigend und die Heimnot der HJ. in den Großstäbten als geradezu erschütternd. Vorbild für die Lösung dieser brennenden Frage müsse das Werk des Jugendherbergswesens sein. Das Landjahr. eine Erziehungseinrichtung des nationalsozialistischen Staat; habe sich in den zwei Jahren seines Bestehens bewährt und sei aus der heutigen Erziehungsarbeit an der Jugend nicht mehr wegzndenken. Der Staat wolle durch das Landjahr in erster Linie die Arbeit der HJ. erleichtern und fördern. Der Dezernent für Jugendpflege und körverliche Ertüchtigung bei der Arnsberger Regierung, Dr. Sälter, behandelte ebenfalls in einem längeren Referat die Heimnot der 53. Er zeichnete ein ausführliches Bild von der Notwendigkeit und dem augenblicklichen Stand der Heimbeschaffungsaktion im Regierungsbezirk. In keinem der 25 südwestfälischen Stadt= und Landkreise sei die Frage der Heimbeschaffung auch nur annähernd gelöst. Dortmund bei vielsweise besitze bei rund 540 000 Einwohnern nur neun HJ.=Heime. die den Anforderungen eines wirklichen Heimes entsprächen und als brauchbar anzusehen seien. Durch zahlreiche Beispiele und an Hand einer Reihe Lichtbilder wies Dr. Sälter im einzelnen die große Heimnot der südwestfälischen HJ. nach. Regierungspräsident Dr. Runte betonte, daß allet Kampf und alle Arbeit des Nationalsozialismus vergeblich sei, wenn es nicht gelänge. der nationalsozialistischen Jugend als dem kommenden Träger des Staates die Heime zu schafsen, die diese Jugend für ihre Arbeit und Erziehung unbedingt benötige. In der anchließenden eingehenden Aussprache, an der sich auch der Gebietsführer der HJ., Langanke. beteiligte. kam klar und eindeutig der einheitliche Wille zum Ausdruck. der Heimnot der HJ. in Südwestfalen mit allen zur Verfügung stehenden Kräften zu Leibe zu gehen. Nachdem die Landjahrbezirksführerin Ruff einen Einblick in die Arbeit und die Lage des Landjahres gegeben hatte, faßte Regierungspräsident Dr. Runte abschließend noch einmal das Ergebnis der Tagung zusammen und schloß mit den Worten: „Wir wollen als nationalsozialistische Beamte mit allem Ernst und mit aller Liebe an den Aufgaben der staatlichen Jugendwartung weiterarbeiten, und ich bin gewiß, daß wir in jedem Jahre dem uns gesteckten Ziele, der Jugend die ihr notwendigen Heime zu schaffen, näher kommen werden!" Die Kaumnot der H5. in Castrop-Kauxel führte bekanntlich in Castrov=Rauxel im vorigen Herbst zur Grundsteinlegung für ein Hitlerjugend=Heim im Norden unserer Stadt. Das Haus konnte vor einigen Wochen gerichtet werden und ist inzwischen so weit gefördert worden. daß es in absehbarer Zeit in Benutzung genommen werden kann. Im neuen Haushaltsvlan der Stadt Castrov=Rauxel für das Jahr 1936 ist erstmalig zur„Ansammlung eines Fonds zur Errichtung von H.=Heimen“ ein Betrag von 2000 RM. eingesetzt worden. Bei der Begründung dieser Summe betonte Oberbürgermeister Dr. Anton. daß die Notwendigkeit weiterer würdiger HJ.=Heime für Castrop= Rauxel von der Regierung und von der Bevölkerung nicht bestritten werden könne. Er erklärte weiter. wie er es schon bei Gelegenheit der Grundsteinlegung des HJ.=Heimes im Norden getan hatte, daß das nächste HJ=Heim im Süden errichtet werde. Weiter sieht der Haushaltsvlan von Castrov=Rauxel für 1936 erstmalig den Betrag von 1000 RM. für die Ausstattung von HJ.=Heimen vor. Die bereits im vorigen Etat stehende Summe von 1300 RM. für„Jugendpflegerische Maßnahmen der Hitlerjugend“ wurde für 1936 dem Bedürfnis entsprechend auf 1400 RM. erhöht. Nach dem Plan soll dieses Geld wie folgt verteilt werden: 50 RM. an den Kreisiugendpfleger für bare Auslagen. 50 RM. an die Kreisiugendpflegerin für bare Auslagen. 500 RM. an den Bund deutscher Mädel und 800 RM. an das Deutsche Jungvolk und die Hitlerjugend. Erwähnt sei in diesem Zusammenhange noch, daß die Stadt Castrov=Rauxel für verwandte Zwecke noch 200 RM. für den Deutschen Jugendherbergsverbar d. Gau Sauerland. und 50 RM. für das Deutsche Jugendarchive V. Berlin in den Haushaltsvlan eingesetzt hat. Die Stadt ist korvoratives Mitglied der genannten Organisationen..„ Gran Baurel im BahMan sieht also daß auch Caurov=nauxer im Rahmen des Möglichen bestrebt ist, der Jugendbewegung die nötige Förderung zuteil werden zu lassen. heutigen Anforderungen nur genügen, wenn es weiter ausgebaut wird. Dazu ist unbedingt notwendig. daß die Zahl der Förderer wächst. Heute wenden wir uns in erster Linie an die Gemeinschaftskassen. Jeder Betrieb, jede Behörde, jede Organisation, jeder Svortverein, auch Gesangvereine. kameradschaftl. Vereine. Schulen. Innungen. Krankenkassen usw., usw., soweit sie sich irgendwie für unsere Jugend auch nur interessieren, müßten DSH.= Mitglied werden. Förderung der Jugendherbergen. aus denen deutsche Jungen und Mädel Kraft. Freude. Gesundheit und Frohsinn. Liebe zu Volk. Vaterland und Heimat mit nach Hause bringen. ist eine Aufgabe, für die alle Gemeinschaftskassen einen Jahresbeitrag verantworten können. Die große deutsche Erziebungsgemeinschaft, der NS.= Lehrerbund. hat im Gau Westsalen=Süd als erste NS.=Großorganisation den Weg vorgezeichnet. der in schönster Weise den Interessen des Jugendberbergswerkes und damit den Interessen der Jugend entspricht. Die Gauamtsleitung hat allen ihren Untergliederungen den Erwerb der körverschaftlichen Mitgliedschaft im Reichsverband für Deutsche Jugendherbergen zu einem angemessenen Beitrag nahegelegt. Damit zeigt die Erzieherschaft nicht nur ihr warmherziges Verstehen, sie zeigt auch einen Weg. auf dem andere Großorganisationen, die ein Herz für unsere Jungen und Mädel haben, ebenfalls an der Jugendertüchtigung zu ihrem Teile mithelfen können. Der Ruf der Jugend„Schafft uns Jugendherbergen!“ darf nicht ungehört verhallen. Den niedrigsten Jahresbeitrag von.— RM. wird man auch dort noch flüssig machen können, wo kein besonderer Posten im Haushaltsplan vorgesehen ist. Nähere Auskunft erteilt der DIH.=Ortsverband Castrov=Rauxel.(Dr Hartung. Zeppelinstr. 10). Eisel; 26. 8.— 4. 9. Erzgebirge; 4. 9.— 14. 9. Schwarzwald; 16 9.— 23. 9. Lüneburger Heide; 18. 9.— 28 9 Mosel; 11. 10.— 18. 10. Rhein. Seefahrten: Vom 26 4.— 2. 5.„Der Deutsche"; 22. 5.— 28. 5. „Monle Sarmiento"; 17 6.— 23. 6.„Oceana“; 21. 7— 27 7.„Monte Olivia“; 12. 8.— 18. 8. „Oceana“; 28. 8— 3 9.„Monte Sarmiento". Die Fahrtpreise werden nur in dem Mitte März erscheinenden reichbebilderten Jahresreise=Programmheft„Wohin 1936“ bekanntgegeben. Anni Vernards, der Liebling der Kölner Konzertgemeinde, singt im Chor= und Orchesterkonzert am 8. März 1936 Die Altvartie der lyrischen Kantate„Das Geheimnis“ von Max Donisch singt Anni Bernards= Köln. Ueberall. wo die gefeierte Künstlerin bisher auf dem Podium erschien, eroberte sie sich im Sturm die Herzen aller Zuhorer. Neben ihrem Hauptbetätigungsfeld in Körn, wo sie unter Proj. Broell Bachkantaten und Bachs=moll=Messe im letzten Jahre mit größtem Erfolge sang. finden wir sie in Beilin unter Pros. B. Kittel bei Mozarts Requiem in Bern und Köln bei Bachs WeihnachtsOratorium in Zürich Bachkantaten. in Münster unter Pabst Brahms Altraphsodie. in Oberhausen Beethovens Missa solemnis. in Gelsenkirchen. Gladbeck und Essen Haas„Lebensbuch Gottes". dessen Uraufführung unter Schüler ihr anvertraut war. und in Bochum unter Pros. Reichwein bei der ersten westdeut'chen Aufführung auch die Altvartie von Max Donisch„Das Gleichnis“ singen. Im Künstlerverein zu Bremen feierte sie als Liedersängerin große Triumphe. denen sich die des Reichs=Bachfestes in Leipzig unter Proi Straube würdig an die Seite stellten. Wir ehen also unser Städt. Musikdirektor hal es auch mit dieser Verpflichtung erneut bewiesen, daß er eine überaus glückliche Hand bei der Ausnahl der Solisten besitzt. Nach den übereinstimmenden Urteilen der uns vorliegenden Presseberichte, von zum Teil anerkannten Kavazitäten, steht unser Konzertiaal abermals vor einem großen Ereignis. Hier lese und staune man selbst: Kölnische Volkszeitung: Die junge Kölner Altistin A.., die bei diesem Auftreten in Essen, dank ihrer großen Musikalität und ihrer prachtvollen stimmlichen Mittel Aufsehen erregt hat. Essener Volkszeitung: A. B. mit ihrer sammetweichen, beseelten Stimme, mit der Inbrunst erlebter Mystik Allgemeine Musikzeitung Berlin: diese Partie wurde von dem satten Alt A. B. vorbildlich wiedergegeben. Züricher Tageblatt:... von A. B. mit vorbildlicher Klarheit der Diktion und in strenger. stimmlich schlackenloser Formung ausdrucksvoll gesungen. Allgemeine Musikzeitung: Von den Solisten ragte vor allen Dingen di: Altistin A. B. hervor. Sie zeichnete sich durch schöne Klarheit ihres Stimmklanges und die Musikalität ihres Singens in besonderem Maße aus. Leivziger Neueste Nachrichten: Den stärksten Eindruck machte A. B.... Der ungemein klare Alt.... Westdeutscher Beobachter: In A. B. hatte man sich eine Altistin von hohen Qualitäten verschrieben. Eine prachtvolle Stimme, die mit erdenklicher Sicherheit und Können geführt ist, und die zudem die Innerlichkeit und Erschövfung des Ausdruckes im geistlichen Liede mitbringt. Baseler Nachrichten: Wie überzeugte doch in ihrer Stärke und Innerlichkeit die Altistin A. B. Paderborner Anzeiger: Von den sollstischen Leistungen waren die der Altistin A. B. die reifsten. Sie erwies sich als eine Künstlerin von Rang. Sie zeigte sich nicht nur im Besitze einer wohlklingenden und schön ausgeglichenen Altstimme. sondern auch ihr Vortrag zeugte von einer hochstufigen Reise und einer ganz ausgezeichneten Interpretationskunst. Küchenzektel für die Woche vom 2. bis 8. März 1936 Mitgeteilt vom Deutschen Frauenwerk. Gau Westfalen=Süd, Abt. Volkswirtschaft— Hauswirtschaft Montag: Kohlsalat mit Kartoffeln gemischt, Frikadellen. Pellkartoffeln pellen, warm in Streifen schneiden, Kohl hobeln, roh schichtweise mit den Kartoffelscheiben in Topf oder Auflaufform geben, helle Specktunke herstellen, mit Essig abschmecken, über die Kartoffeln geben und gut in Wasserbad oder Backosen ziehen lassen. Dienstag: Gebundene Knochenbrühe, gedünsteter Fisch mit Kartoffeln und Gurkentunke. Mittwoch, Grüne Bohnen, Kartoffeln, BratDonnerstag: Blumenkohlauflauf, Preißelbeerschnee...., Gerinzstign und.7. Freitag: Gemusesuppe, Heringlipp und Pellkartoffeln. Samstag: Graupenbrei mit Backpflaumen. Sonntag: Labskaus. Kartoffeln mit wenig Wasser ankochen. Fischstücke darunter mischen. Speckwürfel gelb werden lassen. reichlich Zwiebeln darin anbräunen und über die Fischkartoffeln geben, gut abschmecken. Wochenendfunk von Schiffen auch bei Erholungsreisen„Kraft durch Freude“ Für die Teilnehmer an Ausflugsfahrten deutscher Schiffe wird nach einem Erlaß des Reichspostministeriums ein sogenannter Wochenendsunkverkehr von See nach Deutschland und dem Gebiet der Freien Stadt Danzig zu ermäßigten Gebühren eingerichtet. Er gilt für alle im Kalenderjahr 1936 von der NSG.„Kraft durch Freude" veranstalteten Erholungsseefahrten. sowie die Wochenend= und Vergnügungssonderfahrten deut'cher Schisfe in der Ostsee und Nordsee. nach dem Kanal und nach norwegischen Häfen bis zur Höhe von Drontheim. Die Funktelegramme erhalten den gebührenpflichtigen Dienstvermerk„WE““ die Schmuckblattausfertigungen den Vermerk„WFI.“. Die Wortgebühr beträgt statt 75 Pig. nur 30 Pig Ferner sind Seefunk gespräche zulässig in Richtung von See nach Deutschland. nach dem Gebiet der Freien Stadt Danzig und nach dem Ausland im Durchgang durch Deutschland Für ein Dreiminutengespräch nach Deutschland ist eine ermäßigte Gebühr von 5 RM.= zu entrichten. Humor Ohne Interesse Der Autohändler sagte zu Herrn Pseiffer: „Da hätte ich einen sehr schönen Wagen für Sie. Sieht gut aus. läuft großartig, wenn Sie sich um nier Uhr nachmittags hineinsetzen, sind Sie um acht Uhr in Hannover!" „Schön“, sagt Pseiffer,„aber das ist kein Auto für mich.“ „Warum?“ „Was habe ich um 8 Uhr in Hannover zu tun?“ Im Atelier „Wie findest du mein neues Gemälde?" „Zum Anbeißen!" „Zum Anbeißen! Das ist doch ein Sonnenuntervens „Ach so— ich dachte, es ware ein Spiegelei mit Schinken!" Anzeigentell Schäfft Jagenöhervergrn! Organisationen ovfern für die Jugend! Durch den Einbau des Reichsverbandes für Deutsche Jugendherbergen in die Reichs=Jugendführung ist die Jugend selbst Hauptträger und Hauptschaffer des Jugendherbergswerkes geworden. Das soll jedoch nicht so verstanden sein, daß die Erwachsenen jetzt die Gelegenheit benutzen, um die Fahnen des Jugendherbergswerkes zu verlassen. Die Jugend richtet ihren Ruf„Schafft uns Jugendherbergen!“ gerade an die Erwachsenen. Denn Förderung der Jugend und ihrer Gesundheit an Leib und Seele wird immer eine dei vornehmsten Aufgaben großherziger Männer und Frauen sein müssen, die sich zur Jugend bekennen. Leuchtende Zeichen dieser Opferbereitschaft sind die 2200 Jugendherbergen. die heute in hervorragender Weise der Staatsjugend und ihren Aufgaben dienen. Jetzt zu Beginn des neuen Wanderjahres erhebt die Jugend wieder ihren Ruf:„Schafft uns Jugendherbergen!" Wenn das Jugendherbergswerk, das längst über seine ursprüngliche Aufgabe. Unterkunftsstätten zu bieten hinausgewachsen ist, um Heimstätten zur Gemeinschaftserziehung zu stellen, kann den Bevor Sie eine Wasch= oder Wringmaschine kaulen, besichtigen Sie bittte unverbindlich unsere Siu Handwasenmasch nen 48.— 37.50 32.— Wassermoloren 32.— 22.— 18.— Vringer 19.30 14.30 10.50 Nastermotor-Wasenmaschinen 75.— 64- 53.— Elektro-Waschmaschinen 150.— 138.— 110.— Wäschepressen(kein Reißen, kein Zerren) 39.— Kastenwagen 24.30 21.30 10.90 Bis 12 Monate Ziel # COAFAKAUKT Annanme von ene NVIF U stendsde lehen und Kinderbeihllte CASTROP-R. Pünsterstr. 2“ *•**" No00 meos Snlso Bleins siegr und bernert Das große Jubiläumsschwimmen des Sv. Poseidon Berlin Sietas am Sonntag vor Balke Es war nicht das Jubiläum irgend eines Vereins. sondern des über Deutschlands Grenzen hinaus bekannten Berliner Schwimmklubs„Poseidon". Die„Poseidonen“ hatten dazu Schwimmer aus Deutschlands Svitzenklasse und tschechische, dänische und schwedische Gäste geladen. Das gewaltige Programm war auf zwei Tage verteilt. Der Samstagabend im Berliner Stadtbad brachte in der ersten Konkurrenz. in der Lagenstaffel der Frauen. wo Tove Brunstroem. Valborg Christensen und Ragnbild Hveger die deutsche Staffel Habsguth. Engelmann, Salbert in:45.2 schlugen, eine Zeit, die um .3 Sekunden besser ist als der deutsche Rekord der Nixe Charlottenburg. Ueberraschend kam die Niederlage Erwin Sietas' über 200 Meter Brust. Der Dortmunder Balke holte während der ersten fünfzig Meter im Schmetterlingsstil so viel Vorsprung heraus, daß Sietas ihn nicht mehr gefährden konnte. Fin Jensen=Kovenhagen wurde nur Fünfter. Ueber 100 Meter Kraul mußte sich in dem Schweden Ake Julin ein weiterer Gast weit geschlagen geben. Julin kam hinter Fischer. Heiko Schwarz, Heibel und Wille nur auf den 5. Platz. Im 400=MeterKraulschwimmen setzte sich Preese=Bremen sofort an die Spitze vor Przywara, während der Schwede Biörn Berg zunächst noch zurücklag, dann aber 50 Meter vor Schluß den Oberschlesier überholte und hinter dem Bremer den zweiten Platz belegte. Im Springen fehlte die Europameisterin Hertha Schieche, so daß Frl. Heinze=Schöneberg keine Gegnerin hatte. Bei den Männern setzte sich Leo Esser nach den Pflichtsprüngen an die Svitze. Im 100Meter=Kraul der Frauen sah man dem Zusammentreffen von Gisela Arendt(Nire Charlottenburg) und Dänemarks Meisterin Ragnhild Hveger mit Interesse entgegen. Die Charlottenburgerin war jedoch klar überlegen und siegte in:09.8. während Hveger nur Vierte wurde. Ueber 200 Meter Kraul der Männer waren die Bremer unter sich, da Ake Julin nicht startete. Fischer siegte in:20.6 vor Freese. Martha Genenger war beim 200=MeterBrustschwimmen nicht am Start. So kam Hanni Hölzner=Plauen zu einem sicheren Sieg in:08.6 vor der Dänin Nilsen und ihrer Landesschwester Christensen. Einen dänischen Sieg gab es im abschließenden Rückenschwimmen der Frauen über 100 Meter, das Tove Brunström in:21.8 vor Atta Heiling=Dortmund und Ruth Halbsguth=Nire an sich brachte. In einem Wasserballspiel trat Schweden mit seinem berühmten Tormann Naumann gegen den deutschen Meister Weißensee 96 an. Es bildete einen der Höhepunkte des Abends. Weißensee gewann mit:5. Auch der zweite Tag des Internationalen Jubiläum=Schwimmfestes des SV Poseidon Berlin brachte ausgezeichnete sportliche Leistungen. Wohl das spannendste Rennen war das 200=Meter=Brustschwimmen der Männer, in dem Erwin Sietas und der Dortmunder Balke abermals zusammentrafen. Diesmal ließ der Hamburger den wieder auf den ersten 50 Meter im Schmetterlingsstil schwimmenden Westfalen nicht so weit fort wie am Vortage und lag auf der letzten Bahn klar in Front. Balke kam zwar zum Schluß mächtig auf. aber Sietas konnte sich noch als Sieger in:45.6 ins Ziel retten. Balke benötigte:47.4 und ließ Paul Schwartz= Göppingen(:50.6) und den Dänen Finn Jensen (:51.3) sicher hinter sich. Bei den Frauen kam Hanni Hölzner, die die ersten 100 Meter in:29.3 zurücklegte, über 200 Meter Brust wieder in:10.4 zu einem sicheren Siege vor Traute Engelmann (Nixe Charlottenburg):13.5 und der Dänin Edel Nielsen=Kovenhagen(:15). deren Landesschwester Tove Brunström das 100=Meter=Rückenschwimmen mit gleicher Ueberlegenheit in neuer dänischer Rekordzeit von:19,3 gewann und damit ihre eigene Bestleistung um sechs Zehntelsekunden verbesserte. Gisela Arendt(Nixe Charlottenburg) wurde Zweite in:23.9. Im gleichen Wettbewerb der Männer war Schwarz=Wünsdorf in:10 abermals erfolgreich vor Simon=Gladbeck(:11.5) und Reise=Berlin. Fischer=Bremen gewann erwartungsgemäß das 100=Meter=Kraulschwimmen in der guten Zeit von 59.2 vor Heiko Schwartz=Magdeburg(:00.). Heibel=Bremen(:01.2) und dem Schweden Biörne Borg(:01.). Einen Bremer Sieg gab es auch in der 4X100=Meter=Kraulstaffel, die Leisewitz, Witt. Heibel und Fischer in:16.3 vor dem Stockholmer Kappsimmingsklubb in:19.2 gewannen. Ganz überlegen war die Dänin Ragnhild Hveger im 400=Meter=Kraulschwimmen, das sie in neuer dänischer Rekordzeit von:27(bisher:27,7) vor Ruth Halbsguth(:52) gewann. 800=Meter=Kraulrekord von Arendt Im 800=Meter=Kraulschwimmen gab es einen neuen deutschen Rekord von Heinz Arendt. Der jetzt 18jährige Berliner Poseidone lag fast über die ganze Strecke in Front. wurde von dem Bremer Freese stark bedrängt, der nur bei etwa 450 Meter für kurze Zeit die Spitze hatte. Im Endspurt kam der Bremer an den Berliner wieder heran und erzwang ein totes Rennen in 10:37.2. Da Freese aber die Wenden nicht ganz einwandfrei ausgeführt hatte. konnte nur Arendt als neuer deutscher Rekordmann anerkannt werden. Bisher hatte Freese die Bestleistung aus dem Vorjahre mit 10:50.4 inne. Bachmann=Dortmund gab vorzeitig auf. Prziwara=Hindenburg lag weit zurück.— Im 100Meter=Kraulschwimmen der Frauen war Gisela Arendt groß überlegen und siegte in:09.5 vor der Spandauerin Schmitz(:11.5) und der Dänin Ava Arndt. Ursula Pöllack=Spandau und Elli LohmarBonn, die im toten Rennen in:11,8 an dritter Stelle lagen. Weiß überrascht im Kunstspringen Ueberraschungssieger im Kunstspringen wurde der Dresdner Weiß mit 113.30 Pukten vor Leo EsserWünsdorf 125.73. Lorenz=Wünsdorf und MahraunBerlin. Damit hat sich der amerikanische Stil das erste Mal in Deutschland durchgesetzt. Der Schwede Oelander kam über den letzten Platz nicht hinaus. — In der Lagenstaffel wurden die Bremer, bei denen Heibel unter 59 Sek. schwamm. in:09.6 disqualifiziert, ebenso Hamburg 79, so daß Stockholm Sieger wurde. Bei den Frauen kamen die Dänen erwartungsgemäß zum Erfolge. Koch keinle Niarung Schalke 04 schlägt Germania Bochum knapp:1( Erle 08 und 5V. Höntrop trennen sich unentschieden Tus Bochum:2 geschlagen Die Tageskarte in der westfälischen Fußballgauliga wies am ersten Märzsonntag wiederum fünf Meisterschaftsspiele auf. die bei herrlichstem Wetter restlos durchgeführt wurden. Wenn auch in bezug der Meisterschaft— Schalke 04 steht bereits als Gaumeister fest— alles im klaren ist, so geht das Interesse für die Spiele des Abstiegs nach wie vor weiter. Auch der letzte Sonntag brachte noch nicht die Entscheidung und der BegleiKanp, Eisne Enntscheidung Pokalendspiel Südwest— Sachsen:2(:2,:2) u. V. Daß man sich von dem Endspiel um den Deutschen Fußball=Pokal zwischen Südwest und Sachsen sehr viel versprochen hatte, ging eindeutig aus dem ausgezeichneten Besuch von 35000 Zuschauern im Frankfurter Waldstadion hervor. Wer nun in der Erwartung gekommen war, einen Sieg der Süddeutschen zu erleben, der wurde arg enttäuscht. Es reichte trotz zweimaliger Verlängerung eben nur zu einem Unentschieden von:2. und Deutschland ist vorerst noch ohne Pokalmeister. Nachdem in letzter Stunde noch die Südwestelf durch die Nationalspieler Gramlich, Fath und Tiefel verstärkt worden war, gab man den Sachsen nicht allzu viele Gewinnchancen, ja, selbst an ein Remis hatte schwerlich jemand gedacht. Zweimal 60 Minuten Spiel aber kein Pokalmeister! Der Gau Sachsen erbrachte damit den Beweis, daß es mit seinen Erfolgen über Pommern(:). Baden(:3) und Brandenburg(:0) schon etwas auf sich gehabt haben muß Bis zum:2 war man schon nach der ersten Halbzeit. Als die Südwestdeutschen nach kaum 30 Minuten mit:0 in Front lagen— Schmidt und Heldmann waren die Torschützen— glaubte man reichlich verfrüht an einen klaren Sieg. Die Wendung kam mit der letzten Viertelstunde in der der Sachsen Sturm zu hoher Form auflief. Dem Chemnitzer Helmchen war es vorbehalten, durch zwei ungeheuer scharfe Schüsse auf :2 zu stellen. Nach dem Wechsel ging es mitunter geradezu mörderisch her, aber die Entscheidung blieb aus Die zweimalige Verlängerung von je 15 Minuten brachte keine Aenderung.:2 also— und das war alles Eindrücke vom Spiel Dieser Pokalendkampf war für den Frankfurter Fußballsport wieder einmal die gegebene Sache. Riesig war die Anteilnahme Bunt bewegtes Bild. Verhältnismäßig früh setzte schon der Zustrom der Massen ein und schließlich gaben rund 35000 Zuschauer dem Großkampf den äußeren Rahmen Auf der Ehrentribüne gewahrte man Gauleiter Svrenger, Oberbürgermeister Dr. Krebs und Felix Linnemann vom DFB. Glänzendes Wetter begünstigte das Spiel Dann kamen die Mannschaften: Südwest: Kersten(FSB Frankfurt): Leis. Tiefel (beide Eintracht Frankfurt); Gramlich(Eintracht Frankfurt), Sold(F2 Saarbrücken), Mantel(Eintracht Frkf.). Schulmeyer(SV Wiesbaden). Möbs. Schmidt(beide Eintracht Frankfurt), Heldmann (FsB Frankfurt). Fath(Worms) Sachsen: Kreß(Dresdner SC), Brembach(Tura Leipzig) Kreisch(Dresdner SC), Müller. Reichert (beide Polizei Chemnitz). Rose(SpVgg. Leipzia): Kund(Dresdner Sä), Munkelt(Pol. Chemnitz), Machate(Gutsmuths Dresden), Helmchen, Schneider(Polizei Chemnitz). Trotzdem sich beiden Mannschaften in den ersten 15 Minuten verschiedene Torgelegenheiten boten, blieben Erfolge aus. Dann drängte Südwest leicht und konnte nach 25 Minuten in Führung gehen. Kreß im Sachsen=Tor stürmte dem angreifenden Schmidt entgegen, aber es war reichlich verfrüht gewesen. Der böse Schnitzer kostete ein Tor. Schon in der 28. Minute hieß es:0 für Südwest. Der Halblinke Heldmann nahm einen famosen Flankenball von Schulmeyer präzise auf und sandte unhaltbar ein. Das gab langanhaltenden Beifall. Unmittelbar darauf waren die Sachsen an der Reihe. Bei ihrem dritten Eckball„fischte“ sich Helmchen den von der Latte zurückgeprallten Ball und Gegentor 1 war fertig. Die überaus sichere Verteidigung der Sachsen unterband im weiteren Verlauf alle Angriffe des Gegners. Drei Minuten vor dem Wechsel gefiel Kund in einer großartigen Sache. Mit dem Ball am Fuß brauste der Dresdner an der Außenlinie entlang, ließ Leis hinter sich, um nun das Leder an Helmchen abzuspielen. Im gleichen Augenblick war Kersten auch schon geschlagen.:2 und Halbzeit. Es war vorauszusehen, daß es in dem gleichen ungeheuren Tempo nicht weitergehen konnte. Und so war es auch, wenngleich auch mit derselben Einsatzbereitschaft weitergekämpft wurde. Hier und da machten sich allerdings leichte Mängel bemerkbar Erst gegen Schluß setzte sich die Südwest=Elf betont in Szene. Viel fehlte nicht, und Sachsen wäre mit:3 geschlagen worden, jedoch Kreß konnte den Drehball von Fath soeben noch erwischen. Der Südwesten hatte in der ersten Verlängerung im Felde leichte Vorteile, das Publikum ging lebhaft mit, zu Erfolgen reichte es aber nicht. Auf der Gegenseite ließ Helmchen keine Chance ungenutzt Dem sächsischen Schlußdreieck wurde in der zweiten Verlängerung mächtig zugesetzt. aber Kreß ließ sich nicht mehr schlagen. Zwei Stunden Kampf ohne Entscheidung.— Das Ergebnis entspricht dem Spielverlauf Ausgezeichnet waren beiderseits die Stürmerleistungen Neuauflage in dresden? Noch kein neuer Termin für das BundespokalEndsviel. Ein Termin für die Wiederholung des Bundespokal=Endspieles zwischen den Gauen Südwest und Sachsen steht bis zur Stunde noch nicht fest. Der Kampf wird aber erst in einigen Wochen stattfinden können, da die nächsten Sonntage bereits mit wichtigen Terminen belegt sind. Auch über den Austragungsort wurde noch keine Entscheidung getroffen. Aller Wahrscheinlichkeit nach wird aber nur Dresden in Frage kommen. ter von Union Recklinghausen wird sich erst noch finden müssen. Trotz allem stand die Begegnung Germania Bochum— Schalke 04 im Vordergrund des Interesses, denn man war gespannt, wie die Bochumer sich gegen den Meister durchsetzen würden. Vor recht gutem Besuch— 12000 Besucher hatten sich eingefunden— schlug sich die Germania recht tapfer und blieb nur knapp mit:2 geschlagen. Allerdings muß festgestellt werden, daß Schalke ohne Szevan und Kuzorra antrat, mithin also arg geschwächt den Kampf aufnahm. Bei Berücksichtigung aller Umstände hätten die Bochumer ein Unentschieden herausholen können, das nach den gezeigten beiderseitigen Leistungen nicht unverdient gewesen wäre.— Tus Bochum. eine Mannschaft. die sich in letzter Zeit recht gut herausgemacht hat. traf diesmal in Herten auf die Spielvereinigung und wurde hier glatt mit:1 geschlagen. Die Bochumer spielten weit unter Form, was ihnen die Punkte kostete.— Erle 08 kam daheim gegen den SV Höntrov zu einem achtbaren Unentschieden von :2, das aber mehr als schmeichelhaft ist, denn die Höntrover zeigten sich im zweiten Svielabschnitt überlegen und hätten bei besserer Ausnutzung der sich bietenden Torgelegenheiten sicherlich beide Punkte mit nach Hause nehmen können. Die bereits dem Abstieg verfallene Union aus Recklinghausen traf in Hüsten auf 09 und mußte eine weitere Niederlage einstecken, die mit:5 recht eindeutig ist. Eine recht harte Auseinandersetzung lieferten sich Preußen Münster und Westfalia Herne. Während die Herner schon lange aller Sorgen enthoben sind. stand für Preußen Münster recht viel auf dem Spiel und mit dem knappen:=Siege wurden zwei sehr wertvolle Punkte erkämpft. Das Bild in Zahlen Deutsche Fußballelf gegen Ungarn Ein westdeutscher Sturm Nach seinen zwei feinen Siegen über Spanien und Portugal hat der Deutsche Fußballbund bereits recht früh seine Elf aufgestellt, die am 15. März in Budapest gegen Ungarn spielen wird. Sie steht wie folgt: Sonnrein(Hanau 93); Münzenberg(Alemannia Aachen), Munkert(1. FC Nürnberg); Janes(Fortung Düsseldorf), Sold(FV Saarbrücken), Kitzinger(Schweinfurt 05); Elbern(Bonn=Beuel), Gellesch(Schalke 04), Lenz(Borussia Dortmund), Szepan, Urban(beide Schalke 04).“ Wir möchten diese Mannschaft die„Elf der jungen Talente“ nennen. Es wird manchen überraschen, daß der DFB gerade nach Budapest für den schweren Kampf gegen die Magyaren nicht die„Länderspielveteranen“ schickt. Aber genau wie er, so haben auch wir volles Vertrauen zu den Nachwuchsspielern. Der rein westdeutsche Sturm mit den drei Schalkern, dem gefährlichen Reißer Lenz und dem schnellen Rheinländer auf dem rechten Flügel wird sich bestimmt ausgezeichnet ausmachen. In der Läuferreihe setzte man einmal für den Münchener Goldbrunner den vorzüglichen Saarländer Sold ein und auch Kitzinger neben ihm ist ein Mann, auf den man sich verlassen kann. MünzenbergMunkert haben in Sonnrein einen Spieler hinter sich, der sich schon oftmals hervortat. Er wird in Budapest nachweisen müssen, ob er in die Klasse der Jakob, Buchloh und Jürissen gehört. Ersatzleute sind der Villinger Verteidiger Gramlich, Jupv Rasselnberg vom VfL Benrath und Jürissen=Oberhausen. Schalke 04 in Ostpreußen Der FE Schalke 04 wird anläßlich seines Kampfes gegen den Ostpreußenmeister innerhalb der Vorrundenspiele zur Deutschen Fußballmeisterschaft zwei weitere Kämpfe auf ostpreußischem Boden austragen. Der SC. Planitz hat für die Östertage zwei gute deutsche Vereinsmannschaften verpflichtet. Karfreitag stellt sich der VfL. Benrath in Planitz vor, während Ostermontag Wormatia Worms Gegner der Westsachsen sein wird. Voriand=Basseldorf sleist sest Union Hamborn und Borussia Gladbach kaum noch zu retten Der erste März=Sonntag brachte einige wichtige Entscheidungen. Zunächst wurde die Meisterfrage restlos geklärt. Fortuna Düsseldorf benötigte, um alle Eventualitäten auszuschalten, aus dem Kampf gegen Hamborn 07 wenigstens einen Punkt, und den hat sie mit dem:1(:0) errungen. Die Leistung des neuen Meisters, der den VfL Benrath als Titelträger ablöst, konnte allerdings nur wenig überzeugen, wenn man auch berücksichtigen muß, daß Bender und Wigold fehlten und Pesch durch Kuckelkorn(gut) ersetzt war.— Für den Abstieg haben sich Union Hamborn und Borussia Gladbach„qualifiziert“ beide Mannschaften erlitten wieder Niederlagen, so daß sie nun kaum noch Hoffnung hegen können. Mitglied der Gauliga zu bleiben. Union Hamborn, unterlag den Essener Schwarz=Weißen nach härtestem Kampf mit:1 10:). während Borussia Gladbach dem Dutsburger FV 08 mit•0(:0) die Punkte überlassen mußte Die Essener dürften sich jetzt endgültig in Sicherheit gebracht haben VfL Benrath wurde mit Turn Düsseldorf nicht fertig. die Gäste, die im ersten Spiel mit:2 geschlagen wurden, konnten diesmal mit:1(1 0) den Spieß umdrehen Turu ist damit dem Abstieg ebenfalls entgangen. Zwei Freundschaftsspiele vervollständigten das Prozramm VfL=Preußen Krefeld traf auf eine Mannchaft der Marine Wilhelmsyaven, die mit:3 :2) die Ueberlegenheit der Westdeutschen anerkennen mußte Rot=Weiß Oberhausen blieb über Kurhessen Kassel mit:1(:0) erfolgreich. Im übrigen konnte man am Sonntag durchweg die Feststellung machen daß die Meisterschaftsspiele nicht zur angesetzten Zeit begannen und der Anpfiff oft bis zu 10 Minuten Verspätung erfolgte. Also in Zukunft bitte etwas mehr Pünktlichkeit. Tura Bonn noch an der Spitze Daß Tura Bonn über den KSC. 99 nicht siegreich bleiben konnte, ja sogar eine knappe:0Niederlage einstecken mußte, kommt für den Fachmann doch etwas überraschend, denn die Form der Bonner ließ einen glatten Sieg als durchaus möglich erscheinen. Die gerechte Lösung fand das Treffen CfR. Köln und Mülheimer SV. Mit:1 trennten sich beide Mannschaften nach interessantem Spielverlauf. Auf heimischem Platz konnte die Eintracht aus Trier die Mannen aus Sülz niederhalten, die über ein:1 nicht hinauskamen Spannender war schon der Kampf, der übrigens sehr torreich auslief zwiichen Neuendorf und dem Bonner FV. Nicht weniger als acht Tore wurden getreten, wovon die Neuendorfer fünf für sich buchen konnten. während die Bonner nur zu drei kamen. In Gesellschaftsspiel erzielte BfR. Köln gegen Borussia Neunkirchen ein Unentschieden:1. Vereinspokal, 1. Jwischenrunde Herber-Baier siegen im Daarlauf Gau Niederrhein BV 04 Düsseldorf—. SpV 13 Düsseldorf 111 n. Verl., BfB Hilden— SC Hilden:1. SC 13 Gerresheim— Teutonia Düsseldorf:1, Ratingen 04 — BC 05 Grafenberg:2, SpVgg. Neuß=Weißenberg— Düsseldorf 99:4. SpVga Henkel Düsseldorf— Eller 04 111 n. Verl., SpV 18 Mörsenbroich— SSV Oberkassel:2 n. Verl., Eintracht Düsseldorf— VfR Holthausen:5. 3V 12 Essen— Essen 86:3 BV Stoppenberg— Steele 03:0, Essener BC 05— BV Altenessen:3. BV 16 Essen — Rot=Weiß Essen:4, Werden 08— Kray 04 :6. Sportfreunde Katernberg— Preußen Essen :1, Essen 81—. SpV Osterfeld 06:0. SpV Boslar— Kreuzau 05:3, Sportfreunde Uerdingen— SpV 06 Düren:1, SpV Merken— Jugend Düren:1. Düren 99— Columbia Drove.1, FC Siersdorf— SpV Mersch f. Siersd. gew., Viktoria Arnoldsweiler— Viktoria Schlich. 411, SV Kelz — SC Merzenich:6. SpC. Osterfeld— SpBg Sterkrade:5. BfB Mülheim—. Vorwärts Mülheim:1, Viktoria Wehofen— Elmar Alstaden :3. Polizei Wesel— Dinslaken:3. Emmerich 09 — Dinslaken=Lohberg:6. 1. FC Styrum— Rasensport Mülheim:0. Haan 06— SpV 09 Solin= gen:2, BV Solingen 98— Solingen=Gräfrath :2, Tus 1910 Weyer— Wald 03:2 n. Verl., Remscheid 07— BV 1910 Remscheid:1, BfR Ohligs— Beyer=Leverkusen 211 n. Verl., TuS 04 Manfort— SpV 1910 Monheim:1. BV Lüttringhausen—. Küllenhahn:1, Lennev— Alemannia Vohwinkel:3. SSvVg Barmen— SpV Wichlinghausen•0, Borussia Velbert— SSV Velbert:2, SpV Langenberg— Schwarz=Weiß Barmen:2. SSV Elberfeld— Germania Elberfeld:1. Sonnborn 07— Tus Ronsdorf•3 nach Verl., SC Cronenberg— VfB Velbert•2 u. Vl., Düsselward— Kleve 63:6, Viktoria Goch— Uedem•0 VfL Wedau— SpV Duisburg:2 n Verl., TB Lintfort— SpV Lintfort:4, Borussia Rheinhausen—. SpVgg Hochheide:0 n. Verl. Homberger SpV— Tus Rheigpgeußen:2 n. Vl SV Bergbau=Westende—. Vfvw Alsum 111 n. Vl. VivB Ruhrort— Duisburg 1900:0. Tura 88 Duisburg— Tus Vorwärts Hamborn 99:0. Europameister, Olympiameister und— Weltmeister Mit einem herrlichen Triumph für Maxie Herber und Ernst Baier schloß die Eiskunstlauf=Groß= veranstaltung im Pariser Sportpalast in den späten Nachtstunden des Samstags ab. Zum ersten Male glückte es einem deutschen Paar, Europameister. Olympiasieger und Weltmeister zu werden. In kürzester Frist— nur fünf Wochen lagen zwischen Berlin, Garmisch=Partenkirchen und Paris— vollbrachten Maxie Herber=Ernst Baier diese großartige Leistung. Es stand von vornherein fest, daß für den Titek nur die Deutschen und die österreichischen Geschwister Ilse und Erik Pausin in Frage kamen, zumal die Ungarn Rotter=Szollas auf die Verteidigung ihrer Meisterwürde verzichteten. Voll Spannung sahen die Tausende dem großen Zweikampf entgegen, der den Höhepunkt des Abends nach der Entscheidung bei den Männern bringen mußte. Das Los hatte es so gewollt, daß beide Paare unmittelbar hintereinander liefen, zuerst das österreichische. Die zwei Pausins befanden sich in prächtiger Form, leicht und unbeschwert führten sie ihr technisch ausgefeiltes Programm vor, bewältigten sie seine Schwierigkeiten mit echt wienerischer Anmut. Paris war begeistert. Riesenbeifall rauschte auf. Die Preisrichter werteten die Ausführung durchschnittlich mit.6, die Schwierigkeit mit.4. Lautlose Stille herrschte, als Maxie Herber=Ernst Baier nach herzlichem Empfang zu ihrer berühmten Kür ansetzten. Sie führten sich mit einer großen Spirale vorwärts und rückwärts und schon hatten sie die Zuschauer für sich gewonnen. Ihr einzigartiges Können wurde von der ersten bis zur letzten Sekunde von Beifallsstürmen begleitet. Nach einem gemeinsamen Wendesprung folgte ein Spreizsprung aus dem Stand, übergehend in eine Mondschrittkombination mit anschließendem Spitzdreher, Pirouetten und gemeinsamer Wage=Piroutre. Hier war eine Harmonie zwischen Musik und Lauf, verschmolzen durch ein vollendetes technisches Können. Eine Tanzschrittkombination durch die ganze Bahn löste sich in einem Schlangenbogen rückwärts auf, ein Schlangenbogen=Walzer mit gemeinsamem Axel=Paulsen und das gesamte übrige Olymviaprogramm wickelte sich ab. Dann setzte ein Beifallssturm ein, wie ihn der Sportvalast noch selten erlebte. Und die Preisrichter? Sie werteten die Ausführung mit 5,9, 5,7, 5,8, 5,5, 5,7, durchschnittlich also mit 5,7 und die Schwierigkeit mit.7, 5,8. .8, 5,6,.7, was den gleichen Durchschnitt von.7 ergibt. Was aber noch wertvoller ist: Alle fünf Preisrichter setzten das deutsche Paar einhellig auf den ersten Platz. Karl Schäfer zum achten Male Weltmeister Im Pariser Sportpalast wurde am Samstag die Weltmeisterschaft der Männer im Eiskunstlaufen beendet. Wie nicht anders zu erwarten war, konnte Karl Schäfer(Wien) wie in Berlin und Garmisch= Partenkirchen alle seine Mitbewerber hinter sich lassen und damit zum achten Male Weltmeister werden. Bis auf den letzten Platz war die weite Halle gefüllt, als der erste der 17 Teilnehmer sich den Preisrichtern stellte, um seine Kür zu laufen. Weltmeister Karl Schäfer führte sein bekanntes Programm in meisterhafter Form vor. Wie spielend bewältigte er die schwierigsten Figuren und ihre Uebergänge. Seine Leistung wurde mit größtem Beifall belohnt. Auch die Preisrichter versagten mit ihrem Noten=Durchschnitt 5,7 für die Ausführung und.6 für die Schwierigkeit die Anerkennung nicht. Damit war Schäfer der Titel sicher. Sein großer Widersacher Graham SharpEngland. der mit seinem knappen Abstand hinter Schäfer bei der Pflicht die Ueberraschung von Paris schuf, enttäuschte etwas. — VfB Uerdingen 311. SV Krefeld•0. Sportfr. Krefeld— Dülken:1, Kaldenkirchen— FC Uerdingen:1 n. Verl., BfB Hochneukirch— Schwarz=Weiß Giesenkirchen:0. &amC Geistenbeck— Odenkirchen 05=07:1, BV SpeickGladbach— Viktoria Rheydt:1, Rheydter SpV — Viktoria Mennrath:0. Eintracht Gladbach— SC Gladbach:3, ASA Aisch— Alemannia Aachen:0. Rhenania Würselen— Germania Dürwiß:3, SC Engelbert=Rote Erde—. Grün=Weiß Eschweiler•0. Alemannia Mariadorf— Rhenania Rote Erde:2. SV Stolberg— Viktoria Kellersberg:0 n. Verl., SV Bäsweiler— Preußen Hastenrath•2. BiB 05 Nachen— BfB 08 Aachen.“ n. Verl., SC Weoberg— Union Schafhau######. VfR Wegberg— Union Schafhausen 211, JiR Palenberg— Viktoria Schalbruch:2, SV Holsweiler — SV Ratheim:0. Privatspiel in der Gauliga Rot=Weiß Oberhausen—. Kurhessen Kassel 411. VfL Preußen Krefeld— Marine Wilhelmshaven 83. gafkn Handball Alemannia Aachen— WV Krefeld=Oppum:3, BV Solingen 98— SV Lintfort:3.=Sp., Rhenania Düsseldorf— Kupferhütte Duisburg:6. Die Ergebnisse der Pokalspiele: Gau Westfalen Castrop 02— Hörder Verein:0. SC Hörde— Hansa Dortmund:1. BV Heeren— Borussia Dortmund:4, Edelstahlwerke— BV Brambauer:4. Urania Lütgendortmund— Merkur Dortmund 2: Dorstfeld 09— Sportfr. Dortmund:4. BC Bövinghausen— Castrov 11•0, MBV Linder„ Tus Henrichshütte:0, Herbede— Hattingen 04 :4. VfL Wetter— Volmarstein:1, Eilve— Hagen 72:2. Sportring Gevelsberg— Linderhausen 10:0. DSC Hagen— Witten 92:1. Svielvag. Ehrenfeld— SC Dahlhausen•1. gegen Westfalia Bochum:3. STV Werne— BfB Gerthe:1. Preußen Wanne—. TB Eickel:2. Svielvgg. Röhlinghausen— Constantin Herne 1! Gelsenguß=Alemannia— SB Rottbgusen,.7, F 1910— Union Gelsenkirchen:4. BV 12 kirchen— Hüllen 07:0. Gelsenkirchen 07— BfB Gelsenk'rchen:0. Westfalia Scherlebeck— SC Hassel: 3, Meckinghoven— Suderwich:0(nach Verl.), Recklinghausen 13— Gladbeck:1. Gelsenkirchen 06 Scholven— Horst=Emscher:2. Dülmen gegen Viktoria Recklinghausen:1. Westfalia Buer gegen Südstern Herten:1. Bockum=Hövel— Fortung Ahlen:3. VfR Soest— Borussia Lippstadt :4. Preußen Werl— Hamm 03=04:2, Kamen gegen Unna 08=Altenbögge 310. Münster 08— Post Münster:0. Spielvgg. Beckum— Westfalia Ahlen :1. SuS Ahlen— Tus Neubeckum:0. Voßwinkel gegen Arnsberg 09:5. FC Bocholt 1900— VfB Bottrov:3. Rödin zhausen— SuS Herford:4, Union Herford— OOppendorf:0. Wiedenbrück Arminia Bielefeld:5. Gütersloh— Svielvgg. Schildesche:3(n. Verl.), Rheda— Bielefeld 06=07 :3(n. Verl.), BfB Bielefeld— SuS Hamm 05 :0. Teutonia Livpstadt—. Salzkotten:1, Paderborn 08— Westfalia Brackuede:3. BfL Salzuflen gegen Helpup:0, Vorwärts Gronau— BV Rheine :1. Gellendorf— Rheine 09:2(n. Verl.), Olve gegen Langenau:0(n. Verl.). Westfälische Bezirksklasse Gruppe Dortmund: Dortmund 95— TuBV Mengede:4, Alemannia Dortmund— Arminia Marten:1. Gruppe Bochum: Wattenscheid 09=30 gegen FC Schwelm:0. Preußen Bochum— Tura Altenvoerde:0. Handball: Grün=Weiß Bielefeld— Preußen Paderborn:7 Schalke 04— MSV Münster 13:7 DSC Hagen— VfL Hagen 11:4 VfL Benrath in Stuttgart Das Osterfußballturnter des VfB. Stuttgart wird eine hervorragende Besetzung erhalten, sind doch vier der bekanntesten deutschen Mannschaften verpflichtet worden Der Gau Niederrhein ist durch den PfL Benrath vertreten; außer dem Veranstalter werden noch von führenden Mannschaften aus dem Reich Tennis=Borussia Berlin und Werder Bremen teilnehmen. Hower wur nicht zu schlagen Sicherer Punktsieg über Werner Selle Mit einer so zugkräftigen Tageskarte wie am Freitagabend hat der Berliner Sportvalast schon lange nicht mehr aufgewartet. Zunächst bot er die Weltmeisterschaftsausscheidung zwischen unserem Eurovameister Gustav Eder und dann brachte der Abend noch obendrein den Kampf um die Deutsche Schwergewichtsmeisterschaft zwischen Meister Hower(Köln) und dem Duisburger Werner Selle. Allein, ganz so schlimm mit dem Andrang war es nicht, wie es sich der Veranstalter gedacht hatte. Das Haus war wohl sehr gut besetzt, aber ausverkauft war es nicht. Sicherlich hat das unfreundliche und schlechte Wetter in Berlin manchen Interessenten. der sich die Kämpfe gern angesehen hätte, ferngehalten. Nachdem der bessere Techniker Stegemann im Einleitungskampf Leopold in sechs Runden sicher ausgepunktet hatte, erschienen auch schon der Deutsche Schwergewichtsmeister und sein Herausforderer im Ring. Hower brachte 91.5 Kilogramm. Werner Selle 98.4 Kilogramm. Der Kampf ging über zwölf Runden und wurde von dem Meister sicher nach Punkten gewonnen, der damit auch seine Krone behielt. Selle konnte den Meister nicht so zum Kampfe fordern, wie man es sich gedacht hatte. Wohl machte er einen farbigen Kampf. aber reif für die Meisterschaft ist er noch nicht. Er muß doch noch einiges hinzulernen. Vor allem sein Schlagansatz war viel zu durchsichtig und in Berlin reichte auch sein Stehvermögen nicht aus. Gerade in der zweiten Hälfte des Kampfes punktete sich der Meister hier seinen Sieg zusammen. In den ersten Runden hielt sich der jüngere und auch körverlich stärkere Selle recht wacker und Hower hatte keinen Vorteil. Dramatisch wurde die dritte Runde. Selle stach einige sehr schöne Linke. aber als er einmal für einen Moment zauderte, traf ihn Hower an seinem empfindlichen Kinn genau und Selle mußte bis„5“ zu Boden. Er hatte sich aber schnell wieder erholt, kam recht gut auf und brachte Hower ein Wunde am linken Auge bei. Trotzdem war auch noch diese Runde offen, denn Hower holte sich eine Verwarnung wegen Genickschlags und damit waren seine kleinen Vorteile dahin. Nach einer matten vierten Runde zog Hower seinen Herausforderer ständig in den Schlagaustausch und buchte kleine Vorteile. Von der sechsten Runde an legte der Meister los. Selle mußte manches wegstecken, gab aber auch noch fleißig zurück. Nach einer erbitterten siebten Runde schwamm Selle in der achten und neunten leicht, nachdem ihn Hower mehrfach am Kopf getroffen hatte. Mehr und mehr ließ der Herausforderer dann nach und beendete den Kampf ziemlich matt, während Hower noch über Reserven verfügte. Gustav Eder Punktsieger über Roth Im Hauptkampf des Abends kamen unser Eurovameister Gustav Eder aus Dortmund und der belgische Meister Gustave Roth zur Weltmeisterschaftsausscheidung im Mittelgewicht zusammen. Es war ein herrliches Gefecht voller technischer Feinheiten und reifer Boxkunst. Unser Meister hatte mit dem klugen Belgier allerlei Mühe, ehe er den großen Verteidigungskünstler nach Punkten bezwungen hatte. Bis weit über die Hälfte des Zwölfrundenkampfes war der Fight noch vollkommen offen und erst zum guten Ende schaffte Eder den Punktsieg. Gustav Eder brachte 67,1 Kilogramm in den Ring. der Belgier 73.5 Kilogramm. Eder startete langsam und Roth bewies sofort in den ersten Runden, daß er ein ausgezeichneter Konterboxer ist und aus dem Rückzuge heraus alle Chancen wahrzunehmen versteht. Bis zur zweiten Runde lag er im Vorteil, aber in der dritten und noch mehr in der vierten hatte sich unser Meister auf ihn eingestellt. Dann kämpften zwei wirkliche Meister mit all ihrer Kraft und Erfahrung. Die Punkte. die Eder mit seinem Offensivgeist sammelte, glich Roth durch äußerst geschickte Konterarbeit auf dem Rückzuge aus. Beifall gab es nach jeder Runde. Roth bearbeitete dann die Körvervartien des Deutschen. allerdings oft mit zu tief angesetzten Schwingern. um Eder die„Luft zu nehmen". Der Belgier kreiste wie ein Wiesel um den Eurovameister,„kam" selbst nie und mußte immer erst zum Kampf gestellt werden. Bis zur siebten Runde war der Kampf noch immer offen. Eder warf den Belgier dann mit kurzen rechten Kopfhaken in die Seile und landete Schlagserien auf den Körver, mußte schließlich aber der ausge###ichneten Linken des Belgiers weichen. Von der uchten Runde an übernahm Eder aber langsam und sicher die Führung. Er kämpfte verbissen um jeden kleinen Vorteil und. trotzdem der Belgier ein Meister der Verteidigungskunst ist, mußte er nun dem Deutschen weichen. In der neunten und zehnten Runde zeigte er deutlich Wirkung. Die elfte Runde war die härteste des ganzen Kampfes. Eder erzwang mit einer geradezu wütenden Verbissenheit den Schlagaustausch, aber der Belgier wußte sich immer wieder aus den heiklen Situationen zu entwinden. Unter großem Beifall des Hauses wurde dann schließlich Eders Punktsieg verkündet. Esser=Köln und Bernhardt=Leipzig trennten sich im Leichtgewicht nach sechs Runden unentschieden. Ungarns voraussichtliche Eif Nach den großen Siegen der deutschen Nationalmannschaft in Barcelona und Lissabon trifft man in Ungarn umfangreiche Vorbereitungen, zum 12. Länderkampf gegen Deutschland am 15. März in Budapest die stärkste ungarische Mannschaft aufzubieten. Der Verbandskavitän Dr. Dietz hat vorläufig folgende Elf in Aussicht genommen: Szabo (Hungaria): Sternberg(Uivest), Biro(Hungaria); Szalav(Uivest), Turav(Hungaria), Dudas(Hungaria): Cseh 2(Hungaria), Vincze(Uivest). Dr. Sarosi, Toldi(beide Ferencvaros), Titkos(Hungaria). In die engere Wahl kommen noch: die Läufer Sebes(Hungaria). Hamori(Ferencvaros). Szues(Uipest) und die Stürmer Markos(Bocskai). Kardos. Sas(beide Hungaria) und Kemenv(Ferenevaros).„4mme i. 4 Im Vorspiel der Veranstaltung auf dem Hungariaplatz tritt die ungarische Amateur=Länderelf. die zur Teilnahme am Olymvischen Fußballturnier in Berlin in Aussicht genommen ist, gegen die Krakauer Städtemannschaft an. Von den bisherigen Länderspielen hat Ungarn fünf. Deutschland nur drei gewonnen. Das letzte Sviel fand am 14. Januar 1934 in Frankfurt a. M. statt und brachte einen:=Sieg der Deutschen. Wintersportmeisterschaften der NSDAP in Oberschreiberhau Hatte schon der Langlauf zahlreiche Zuschauer angelockt, so wurde das Springen zu einem Glanzpunkt des ganzen Wintersporttreffens. Schon in den Vormittagsstunden setzte ein gigantisch anmutender Autoverkehr auf den engen Straßen und Gassen ein, und in den ersten Nachmittagsstunden fluteten dann die Zuschauer zur HimmelsgrundSchanze, die sich trotz leichten Schneeregens in gutem Zustand befand. Allerdings war der Schnee stumpf, so daß Rekordweiten nicht erzielt wurden. Aber die Leistungen waren durchweg gut, vor allem bei der HI. Es ist bemerkenswert, daß die Haltung fast aller jugendlichen Springer tadellos war, obwohl für die H3 keine Wertungsnote gegeben wurde. Langlaus in Holmenkollen Die Nordländer nicht zu schlagen Holmenkoll hatte wieder einen großen Tag. Bei 4 Grad Kälte traten zum 17=Kilometer=Langlauf nicht weniger als 2000 Teilnehmer an, die zum Speziallanglauf und zur Kombination. teils aber auch nur zu einem der beiden Wettbewerbe gemeldet hatten. Bei guten Schneeverhältnissen gab es hervorragende Leistungen, allen voran natürlich wieder die Norweger, die in ihrer Heimat im Langlauf nicht leicht zu schlagen sind. Die beste Zeit erzielte der Olympiasieger Oddbjörn Hagen. der Gewinner der Kombination in Garmisch=Partenkirchen. mit:13:12 Stunden. Als famoser Springer dürfte er auch hier die besten Chancen haben, seinen Vorjahrssieg zu wiederholen. Zweiter und Gewinner des Spezial=Langlaufs wurde der Norweger Annar Ryen in:13:45 vor dem Finnen Husu mit :14:00 Stunden. Genau die gleiche Zeit benötigte der norwegische Olymviazweite Olaf Hoffsbakken. Mit Arne Larsen folgte wieder in:14:55 ein Svezialläufer vor seinem Landsmann Ragnar Ring= stad mit:14:59. dem Dritten in der Kombination. Die nächsten Plätze belegten Oskar Gjöslin in :14:03. Andreas Hverven in:14:18. Olaf Oekern in:14:19 und Gunnar Stalsberb in:15:54 Std. In der Kombination belegte unser Meister Willy Bogner in:22:58 den 40 Platz. Franz Reiser kam in:33:17 an die 75. Stelle. Im Speziallanglauf war Hieble in:22:42 Stunden als 70. der beste Deutsche vor Bogner als 103., Hechenberger (:27:20) als 144., Speckbacher(:29:50) als 162. und Franz Reiser als 176. Fußball im Reich Ostvreußen: VfB Königsberg— Prussia Samland Königsberg:3. Pommern: Viktoria Kolberg gegen Hertha Schneidemühl:5. Brandenburg: Hertha=BSC Berlin— Tennis=Borussia:3. Minerva 93— Nowawes 03:3. Blau=Weiß Berlin Berlin— Berliner SV 92:3. Schlesien: in Beuthen: Schlesien— Ostoberschlesien:3. Vorwärts Breslau— Preußen Hindenburg:1. Sachsen: Gutsmuths Dresden— BC Hartha:1. Wacker Leipzig— Sportfreunde 01 Dresden 111. Riesaer SV— BfB Leipzig(Ges.):4. BfB 03 Dresden— Dresdner SC(Ges.):1 Mitte: Svielvgg. Erfurt — Wacker Halle:2. 1. SB Jena— SC Erfurt:1. SV Steinach 08— Cricket=Viktoria Magdeburg:2. Dessau 05— Viktoria 89 Berlin(Ges.):2. Sportfreunde Halle— Fortuna Leipzig(Ges.):4. Jußball in England Im englischen Fußball interessierten am Samstag vor allem die Pokalspiele um den Eintritt in die Vorschlußrunde. Für die Ueberraschung sorgte Fulham. das über Derby County, einem Vertreter der Svitzengruppe der 1. Liga, glatt und eindeutig mit:0 triumphierte. Bekanntlich vermochte sich Fulham zuletzt erst nach dreimaliger Wiederholung gegen Chelsea durchzusetzen. Aber noch ein zweiter Vertreter der 2. Liga. Sheffield United. qualisizierte sich für das Vorfinale. In Tottenham Hotspurs schlug sie einen Vertreter der gleichen Liga ziemlich glatt mit:1. Das gleiche Ergebnis erzielte Grimsby Town auf eigenem Platz gegen Middlesbrough, während Arsenal die zweitklassige Vertretung von Barnsley mit:1 ziemlich sicher ausschaltete. Somit haben sich je zwei Mannschaften der 1. und 2. Liga für die Vorschlußrunde qualifiziert. In der englischen ersten Liga konnte es sich der Tabellenführer Sunderland erlauben, zwei Punkte einzubüßen. Er unterlag gegen Preston Northend nach ziemlich aufregendem Kamnf mit:3. Während Stoke City gegen Bolton Wanderers mit:1 gewann, konnte Huddersfield Town nur einen Punkt gegen Blackburn Rovers(:1) retten. Die Abstiegsfrage bleibt für Aston Villa weiterhin kritisch. Zwar gewann Villa gegen Livervool mit :0. jedoch gingen auch die übrigen Clubs nicht erfolglos ab.— In der zweiten Liga behält trotz Untätigkeit Sbeffield United die Tabellenspitze, da Westham United es nicht verstand, die Chance einer alleinigen Führung wahrzunehmen. Westham verlor:1 gegen Burnley. Hier scheint die Frage nach dem Sieger noch vollkommen offen, denn auch Charlton Atbletik und Tottenbam Hotspurs können noch sehr leicht für die Tabellenspitze in Frage kommen. In Schottland wartete Aberdeen mit einer ziemlichen Ueberraschung auf. Diesmal wurde es sogar auf eigenem Platz geschlagen. Glücklicher Sieger war Arbroath. Celtic Glasgom hat nunmehr eine klare Führung erlangt und besiegte Clyde überlegen mit:0. Kilian-Vopel Sieger Sechstageschluß in Newyork Das 60. Sechstagerennen in Newyork wurde zu einem herrlichen Triumph der Dortmunder KilianVovel. Sie waren die einzigen deutschen Teilnebmer in diesem schweren Rennen und lagen mit den besten amerikanischen und euroväischen Mann; schaftsfahrern im Kampf. Allein schon der Verlauf ließ erkennen, wie stark die Deutschen fuhren und auch in den letzten Stunden der temvoreichen Fahrt stellten sie ihre überlegene Klasse heraus. Zum guten Schluß lagen sie mit einer Runde Vorsprung vor allen übrigen Bewerbern und holten sich damit ihren 6. Sieg in amerikanischen Sechstagerennen— und das in ununterbrochener Reihenfolge! Die vielen Zuschauer feierten sie nach ihrem Siege stürmisch. Eine Runde zurück belegten die Belgier Verhaegen=Debruyler, die erst gegen Schluß des Rennens nach vorne kamen, den zweiten Platz vor den Franzosen Ignat=Diot. Zurückgelegt wurde die beachtliche Strecke von 4139,235 Kilometer. Radrennen in Brüssel Vor wiederum nur mäßigem Besuch wurden in Brüssel die üblichen Wochenendradrennen abgewickelt. Ein Stundenrennen hinter Zweisitzerführung gewann erwartungsgemäß Piet van Kemven mit einer Gesamtleistung von 48.645 Kilometer vor de Caluwé(470 Meter zurück) und Bruneau(940 Meter zurück).— Das Omnium wurde eine sichere Beute von Arlet mit 2 Punkten vor Degraeve(4) und Thossens(). Trabrennen zu Gelsenkirchen 1. Eröffnungsrennen: 1. F. Marks' Diabolo(I. Schleyer), 2. David Bingen, 3. National. Toto: Sieg 24. it. 53, Platz 12. 13. 26:19. 2. Begrüßungsvreis: 1. H. Iflands' Peter., (K. Gillar). 2. Brillant. 3. Granit, 4. Baumberger. Toto: Sieg 85. it. 46. Platz 16. 15. 19. 24:10. 3. Reminiscere=Preis: 1. H. Sistermanns' Brauner David(F. Knies). 2. Vogel. 3. Maria R. Toto: Sieg 15. it. 26. Platz 12. 13. 16:10. 4. Oculi=Rennen: 1. B. Kuhmanns' Grafschafter (C. Pütz), 2. Hedwiga, 3. Viginius. Toto: Sieg 15. it. 39. Platz 13. 17:10. 5. Karnevals=Preis: 1. E. Gerbaulets' Mallorca (W. Büchel), 2. Elektra Silk. 3. Otti Anvil. Toto: Sieg 25. it. 31. Platz 15. 14:10. 6. Lätare-Rennen: 1. W. Henzes', Abenteurer (Bes.). 2. Lottie., 3. Patschuli. Toto: Sieg 55. it. 105. Platz 22. 39. 23:10. 7. Judika=Preis: 1. M. Rivolls' Loni(W. Dahmen), 2. Grafschaft. 3. Dirigent. Toto: Sieg 23, it. 71. Platz 12, 20. 17:10. Loo den=Keugen! Die Eierdiebe und Restplünderer— Der schlimmste Feind des Jungwildes Die Gau= und Kreisjägermeister haben für März eine allgemeine, gründliche Krähenbekämpfung angeordnet. Wie wichtig diese Maßnahme ist zeigt der folgende Artikel. Krähen werden im allgemeinen vom Weidmann als Gelichter bezeichnet Tatsächlich sind Raben und Nebelkrähe, die letztere ganz besonders, die schlimmsten Feinde des gehegten Wildbestandes. Aber auch die farbenbunten Gesellen aus dem Geschlecht der Raben sind Banditen, die hinter ihrer Scheinheiligkeit nur Mörder= und Diebesgelüste verbergen: vor allem Häher und Elster. Im Herbst und Winter findet eine regelrechte Invasion der Krähenarten bei uns statt Zu Tausenden kommen sie aus den Ostländern, ja sogar aus den sibirischen Tundren und suchen hier Wohnung und Nahrung. Ja, bei Köslin in Pommern hat man an zwei Tagen die Zahl der durchziehenden Eichelhäher auf 17000 geschätzt Dazu kommt noch in manchen Wintern der nordische Tannenhäher, der ebenfalls in großen Zügen ankommt Nun ist eine zugweise Rückwanderung all dieser Rabenarten nicht zu beobachten. Meist bleiben die ungebetenen Gäste bei uns, sie vereinzeln sich und machen sich reichlich unbeliebt Der Jäger, der Heger seines Wildes ist, weiß ein Lied davon zu singen. Es wäre nicht schlimm, wenn im Winter das eine oder andere Stück Fallwild angenommen würde, wenn das bei der Treibjagd angeschossene Häschen, das sich schwer wund im Gesträuch birgt, den Krähen zum Opfer fällt. Dadurch entsteht höchstens dem Fuchs eine unerwünsche Konkurrenz. Nein, jetzt im Frühjahr entwickelt sich das Krähengezücht zum größten Feind allen Niederwildes Junghäschen muß sterben Da sind offen im welken Grase am Seerande die Gelege der Wildenten Von den scharfäugenden Krähen werden sie sicher gefunden und— geplündert Die Enten sind gegen den scharfen Rabenschnabel der Räuber völlig wehrlos Die Nester der Rebbühner die Gelege der Fasanen. ohnehin allzu sorglos angelegt. sind erwünschte Fundstätten für das schwarzgraue Gelichter. In der Ackerfurche drückt sich das erste Junghäschen. Es ist so hilflos. so ganz auf seine Mutter angewiesen, daß es ein Jammer ist Die aber hat schon wieder Liebesgeschichten im Kopf und nicht Zeit, sich um ihr Junges zu sorgen Aber da streichen zwei Graukrähen heran, äugen scharf in die Felder. Krah. krah. da liegt etwas Sie fallen ein. hüpfen schief zur Stelle, wo das Häschen sich ängstlich drückt— und stoßen mit dem Dolchschnahel zu. Das gequälte Piääh des kleinen Tieres verklingt bald und der Junghase ist dahin. Wie frech die Eierdiebe find. beweist ein anderer Vorfall An einer Stelle des Schilfwaldes erklang schrilles Schreien, von Raubvögeln. Zwei Rohrweihe stießen fortwährend aber anscheinend resultatlos nach dem Schilf Als die Männer hinzukamen. stieg von da eine Krähe auf, die inzwischen das Rest der Rohrweihe geplündert hatte und sich von dem starken Raubvogel absolut nicht hatte stören lassen Adler und Wanderfalken werden verärgert Mitten in einem See liegt eine sogenannte Möwenburg. Sie ist geschützt, dort brüten Hunderte von Möwen Dort erscheint nun Tag für Tag eine Graukrähe Sofort erheben die Mäwen ein mörderisches Geschrei, sie kennen den Eierdieb genau Wieviel Nester mag er wohl schon geleert haben? Dann erscheint dort in jedem Winter ein Seeadlerpaar Die Massen an Bleßbühnern. Enten. Tauchern bietet ihm erwünschte Beute. In ihrer Begleitung sind aber stets einige Krähen. Hat der Adler seine Beute geschlagen und sitzt auf dem Eise, sie zu kröpfen. so hüpfen die Krähen bald näher und immer näher. Gewiß können sie es nicht wagen, nach dem starken Räuber zu stoßen. Aber das Gelichter ist dem stolzen königlichen Vogel zu verächtlich. Wer läßt sich auch gern mit Lumpengesindel ein! Er läßt die Beute liegen und schlägt lieber ein anderes Wild. Die Krähen aber kröpfen sich am Fund platzend voll. So treiben sie es auch beim Wanderfalken, der auch verärgert sein geschlagenes Huhn fahren läßt, nur um mit dem Krähenvolk nicht in nähere Berührung zu kommen Jetzt im Frühjahr heißt es daher mit Recht Kampf den Krähen, Tod dem Schwarz= oder Graurock! Selbstverständlich ist es, daß der Jäger, wenn er nur irgendwie in die Lage kommt. dem Krähenvolk mit der Flinte zu Leibe geht. Nun soll aber in der Schonzeit das Revier möglichst wenig beunruhigt werden Da wird eben der Schuß mit der Schrotflinte vermieden, dafür aber der kleine Einstecklauf für die 22=long=Patrone benutzt. Es ist zudem eine prachtvolle Uebung für den Kugelschuß Aber nur vereinzelte Krähen fallen dem Schuß zum Opfer. Das Hauptkampfmittel ist immer Gift. Und da die Krähe in dieser Zeit vornehmlich Eierdieb ist, dienen Eier als Giftstoff. Vorsicht mit Gifteiern Das Auslegen sogenanntek Phosphvreier wird jedes Jahr angeordnet. Natürlich ist der Eiinhalt mit Phosphor durchsetzt, aber man sollte nicht an die Selbstherstellung der Gifteier gehen Die Krähe bohrt in die Spitze des Eies ein Loch und schlürft den Inhalt. Nun tritt aber die Luft an den Inhalt heran und der Phosphor gerät bekanntlich bei Verbindung mit dem Sauerstoff der Luft in Brand. Die Krähen verschleppen die Eier gern. Ist solch ein Ei etwa von der Krähe in einen Strohstadel oder eine Feldscheune verschleppt worden, so ist leicht ein Brand fertig. dessen Ursache immer unklar sein wird. Jetzt gibt es aber im Handel fertige Phosphoreier, die jede Brandgefahr ausschalten und die billig zu erwerben sind Das Stück kostet etwa 25 Pfennig. Da aber für 1000 Morgen etwa 40 Eier genügen, ist die Ausgabe nicht bedeutend, steht jedenfalls in keinem Vergleich zum verhüteten Schaden. Strychnin sollte besser nicht verwendet werden Dieses stark wirkende Gift hat alkaloiden Charakter Es spaltet sich nicht so leicht wie andere Gifte im Körper auf, widersteht vielmehr lange Zeit der Fäulnie und hindert auch die Verwesung des Tierkörpers. der an Strychnin eingegangen ist. Nun werden die vergifteten Krähen aber oft von annoschles Vom=Pfans 1. April offiziell nur noch Kilogramm und Gramm— Uebergangszeit vorgesehen Mit dem 1. April 1936 wird eine Bestimmung des im Dezember 1935 ergangenen neuen Maßund Gewichtsgesetzes offiziell wirksam, die vor allem die deutschen Hausfrauen und den Einzelhandel interessiert: das Pfund verschwindet als Gewichtsbezeichnung aus dem Wirtschaftsieben. Es gibt dann nur noch Kilogramm und Gramm. Diese reichsgesetzliche Regelung dient, wie das Rdz in Einzelhandelskreisen hört, der Vereinheitlichung auf einem wichtigen Gebiet, die nicht nur die Gewichtsklarheit, sondern auch die Gewichtswahrheit fördert, denn das Pfund bedeutet durchaus keine einheitliche Mengenbezeichnung; enthält doch z. B. das englische Pfund, das dem Teehandel bisher zugrunde liegt, nur 450 Gr., und es gab oder gibt auch noch manche Packung, die die Hausfrau als„Halbpfundpackung“ empfindet und die dennoch nur 200 Gramm enthält. Bis um die Mitte des 19. Jahrhunderts hat in Deutschland sogar fast jede Stadt ihr eigenes Pfund gehabt. Das vom Zollverein angenommene Zollpfund zu 500 Gramm wurde erst 1858 in Deutschland allgemein gültig, mit Ausnahme von Bayern, das noch bis 1871 ein Pfund zu 560 Gr. hatte und erst von da ab das Zollpfund übernahm. Die damaligen Unterteilungen in Lot, Quentchen usw. sind allerdings schon seit langer Zeit aus dem allgemeinen Gebrauch verschwunden. Aus dem Sprachgebrauch wird sich das„Pfund“ allerdings kaum so einfach von heute auf morgen verdrängen lassen, es wird noch einige Zeit dauern, ehe sich die Bezeichnungen einhalb Kilogramm für Pfund, einviertel Kilogramm für das halbe Pfund und die weitere Unterteilung des Kilogramms bzw. die Bezifferung des Gewichtes in Gramm allgemein durchsetzt. Für eine Uebergangszeit hat der Minister erlaubt, daß die vorhandenen Bestände von Tüten und anderen Verpackungen mit Gewichtsbezeichnung nach Pfund aufgebraucht werden dürfen. Allerdings dürfen Neuanfertigungen solcher Verpackungsmittel nur noch mit Kilogramm beschriftet werden. Für Süddeutschland wird die Umstellung insofern schneller erfolgen, als man dort bereits seit langem nach Gramm rechnet. Uebrigens wird vom gleichen Termin ab, ebenfalls zur Vereinheitlichung und Vereinfachung, als einziges offizielles Längenmaß das Meter mit seinen Unterteilungen gelten. deren Tieren, Hunden, Katzen, Füchsen verschleppt und oftmals fallen eine ganze Reihe anderer Tiere dem noch lange wirksamen Gift zum Opfer. Der Aufruf zur Krähenvernichtung muß befolgt werden. In erster Reihe vom Jäger, dann aber haben auch Grundbesitzer allen Anlaß, die Bestrebungen des Jägers zu unterstützen. Haustiere sollen in dieser Zeit nicht auf die Felder gelassen werden Kinder und Personal sind streng darauf hinzuweisen, daß gefundene Eier liegen gelassen werden Meist werden sie ohnehin mit dem Totenkopf gekennzeichnet sein. Soll der Kampf gegen das schlaue Gelichter erfolgreich sein, so muß er eben mit allen Mitteln geführt werden können. Ettert, Halel Eure Ainder! Eine amtliche Warnung mit Lehren aus dem Seefeld-Prozeß Nachdem das Urteil über den vielfachen Knabenmörder Seefeld gesprochen worden ist, wird in dem Organ des Reichsjustizministers,„Deutsche Justiz“, eine amtliche Warnung an die deutschen Eltern gerichtet, ihre Kinder zu hüten. Seefeld wird als einer der gefährlichsten und furchtbarsten Sittlichkeitsverbrecher aller Zeiten bezeichnet. Es lebten aber noch weitere Sittlichkeitsverbrecher als Früchte einer sittlichen und moralischen Verseuchung des Volkes, wie sie durch die Machthaber des Systems betrieben wurde. Der Fall Seefeld habe einen eindringlichen Anschauungsunterricht für Kinder, Eltern und Erzieher gegeben. Seefelds Sittlichkeitsverbrechen fielen in das Gebiet der„Liebe zu Jugendlichen", der Pädophile. Das Fangnetz, das für Seefeld aufgestellt war, habe auch zahlreiche weitere Sittlichkeitsverbrecher eingefangen. Die amtliche Warnung schildert dann die Methoden Seefelds, der die Rolle des Biedermanns gespielt und den Namen Gottes gerne im Munde geführt habe. Er habe den Kindern alles Mögliche versprochen, so Hasen und Füchse mit ihnen im Walde zu fangen, sie an einem im Walde versteckten Schatz zu beteiligen, womit sie ihre Eltern unterstützen könnten. Ein Junge sollte Scnerglöachen Noch ist es an vielen Orten tiefer Winter, noch decken Schnee und Eis Felder und Wälder. Aber schon ist uns in diesen Tagen der allererste Frühlingsbote erschienen. Jedes Jahr begrüßt er uns zuerst, läßt es sich nicht nehmen, schon dann auf der Bildfläche zu erscheinen, wenn die Natur noch im tiefsten Schlummer liegt. Dieser Frühlingsbote ist das Schneeglöckchen. Diese kleine, weiße und unscheinbare Glockenblüte, die eigentlich gegen die prächtigen Blüten aller anderen Blumen verschwindet, hat für uns eine große Bedeutung. Sie spendet uns neue Hoffnung und neuen Mut für den kommenden Frühling, sie ist das Symbol für das Wiedererstehen der Natur, für den ewigen Kreislauf aller natürlichen Dinge. Darum erklärt es sich wohl auch, daß wir dieser kleinen Blume so viel innige Liebe entgegenbringen, daß wir uns freuen, wenn uns Gelegenheit gegeben ist, rasch ein Schneeglöckchen zu pflücken, oder ein kleines Bund für zehn oder zwanzig Pfennig zu erstehen. Der Mensch will nicht eine große Fülle großer und farbenprächtiger Frühlingsblumen haben, er ist für dieses kleine, unscheinbare weiße Frühlingsblümchen gerade so dankbar. Das Schneeglöckchen spendet uns nicht den zarten Duft des Maiglöckchens, es verwöhnt uns wahrlich nicht, so bescheiden und fast unscheinbar es aufgewachsen ist. Aber wir betrachten es als ein Leben, das da plötzlich unter dem weißen Luch hervorbricht, als etwas, das vermillionenfacht dieses ganze Erdreich mit einem Schlage lebendig und die Schneedecke verschwunden machen würde. Aus dem dankbaren Gefühl heraus, endlich wieder ein richtiges Frühlingsblümlein zu sehen, das nicht im Treibhaus groß geworden, sondern unter der Schneedecke gewachsen ist, kaufen wir ein Bündchen, nehmen es mit und stellen es in eine Vase. Dann ist auch bei uns zuhause schon solch ein kleiner Hauch vom jungen Frühling! vom Atarz oder Tenzing „Er möchte sich verstellen Der treibende, schaffende März. Verbüllt sich mit grauen Wolken. Als gält es Maskenscherz. Er spielt nur mit der Erde. Er neckt sie mit Eis und Schnee Und freut mit närrischer Laune Sich an der Liebsten Weh. Dann küßt er sonnenglühend Ihr tränennasses Gesicht. Bis sie mit Lerchenjubel Sich ihm zu eigen spricht.“ So schildert Angelika von Hörmann den Lenzmonat, der aller Frühlingssehnsucht die Erfüllung bringen soll. In unseren Breiten ist es vielfach oder zumeist noch nicht so weit, daß die ewige junge und allverklärende Frühlingswonne in ihrer sieghaften Herrlichkeit einherschreiten darf. Es faucht ein kalter Wind dazwischen, und Regenschauer und Schneegestöber verleihen vielfach dem Monat sein Gepräge. „Es ist ein Schnee gefallen: Denn es ist noch nicht Zeit. Daß von den Blümlein allen Wir werden hocherfreut.“ Nicht umsonst haben die Römer den März, den ersten Monat ihres Jahres. als„Martius mensis“ dem Kriegsgotte Mars geweiht, der ursprünglich auch der Gott des Frühlings und der Beschützer der Aecker und Fluren war. in beider Beziehung ein Kämpfer, hier um des Vaterlands heiligste Güter. dort um die heimische Scholle gegen alle ihr drohenden feindlichen Gewalten. Da feierten die Matronen Roms am 1. März ihre Matronalia zu Ehren Junos und Mars' und brachten ihnen ihre Opfer dar für alle glücklichen Mutterschaften. Es folgten die Saliaria. bei denen die Salier oder Marsdiener unter dem Absingen alter Festlieder an den Führer einen Brief über Kommunismus schreiben. Mit anderen Kindern wollte er Kastanien sammeln, Schlitten fahren und mit ganz kleinen Knaben Pferdchen spielen. Seefeld habe Geldbeträge bis zu drei Mark, Taschenlampen, Photoapparate, Uhren, Kleidungsstücke, Tabak, ein Fahrrad, Füllfederhalter, Süßigkeiten an seine Opfer verschenkt. Er habe sich auf alle Weise in das Vertrauen der Kinder einzuschleichen versucht, um schließlich zum Streicheln, Umarmen und Küssen sowie zu unzüchtigen Handlungen zu gelangen. Die Steigerung dieses Verkehrs habe wahrscheinlich deshalb zu den Morden geführt, weil erst der sterbende Junge ihm die letzte Befriedigung bot. Es lasse sich nur schwer übersehen, welche Schäden solche Sittlichkeitsverbrecher ihren Opfern in seelischer, moralischer und körperlicher Hinsicht zufügen. Der Verführer sei schuld, daß die Opfer meistens sich zu moralischer und charakterlicher Minderwertigkeit entwickeln und eine weitere Gefahrenquelle für Kinder bilden. Solchen Gefahren für die Jugend zu begegnen, sei der Staat und seine Gesetzgebung allein nicht in der Lage. Es bedürfe der ganzen Mitarbeit ihre Umzüge hielten. Der ganze Monat war eine heilige Zeit: da heiratete man nicht, unternahm keine Reisen oder sonstige wichtige Unternehmungen, bis dann am Tage der Anna Perenna. der altrömischen Jahresgöttin. der Becher der Freude und Lust geleert wurde und man sich gegenseitig Glück und Segen zu wünschen pflegte. Den Germanen war der März gleichfalls ein wichtiger Zeitabschnitt, in dem der Frühlingsgott gegen die gefürchteten Winter= und Reifriesen zu Felde zog und der in ihrem Banne liegenden Natur Freiheit brachte. Siegen und Unterliegen kennzeichnen diesen Kampf. bis der Feind überwunden am Boden liegt. Oft noch starke Kälte, tiefer Schnee und brausende Winde wollen die Lenzeswonne nicht aufkommen lassen. Ist es nicht so, daß auch bei sonst milden Wintern die Gewalten aus Niflheim erst im Lenzing mit Eis und Schnee uns heimsuchen. Noch vor zwei Jahren fiel im gebirgigen Schlesien am 10. März der Wärmemesser auf—34 Grad Celsius. In der Nähe von Weichau erfror ein Kind. und zwei Personen, die sich in der Dunkelheit verirrt hatten. wurden erfroren gefunden.„Der März versteht keinen Scherz". sagt eine alte Bauernregel. Auch im Jahre 1888 brachte er schwere Kälterückschläge. Die vielen Tausende haben sie gespürt, die am 16. März zur Beisetzung des Kaisers Wilhelm I. nach Berlin gekommen waren. Nicht anders war es im Kriegswinter 1916/17, wo am 8. März nach erneuter starker Kälte ein Schneetreiben einsetzte, wie es zu einer stimmungsvollen Weihnachtsfeier gehört. im März aber nicht recht mehr am Platze war. Nach der Ansicht der Alten soll Märzenkälte unter bestimmten Voraussetzungen eine gute Ernte verbürgen.„Im Märzen kalt und Sonnenschein soll eine gute Ernte sein.“ der Eltern, Erzieher und jedes einzelnen Volksgenossen. Die Warnung ermahnt die Eltern und Erzieher, die Kinder und Schutzbefohlenen systematisch dazu zu erziehen, daß sie sich nicht mit fremden Personen einlassen, eine Forderung zum Mitkommen auf jeden Fall ablehnen, keine Geschenke annehmen und keinen Versprechen Unbekannter Glauben schenken. Die Kinder müßten lernen, daß der Polizeibeamte ihr guter Freund ist.— Pflicht aller Volksgenossen sei es, mit persönlichem Schneid in Fällen dringender Gefahr selbst einzugreifen. Die Furcht um den„guten Ruf“ der Familie usw. dürfe nicht davon abhalten, Sittlichkeitsverbrecher sofort im Interesse der Volksgemeinschaft anzuzeigen. Die Warnung spricht dann von den Grenzen der Wissenschaft, die in Schwerin offenbar wurden. Solche Fehler für die Zukunft möglichst zu vermeiden, werde Gegenstand weiterer Erörterungen der zuständigen Stellen sein, ebenso die Frage der Neuorganisation des Vermißtenwesens. Mitarbeit von Presse, SA, Arbeitsdienst usw. bei der Suche nach verschwundenen Kindern sei geboten. Die nationalsozialistische Gesetzgebung gebe die gewisse Zuversicht, daß so scheußliche Verbrechen unmöglich werden, soweit nicht menschlicher Vorbeugung Grenzen gesetzt sind, wenn jeder einzelne Volksgenosse, so vor allem Eltern und Erzieher mitarbeiteten. Die Allgemeinheit müsse mit allen Mitteln, wie Vorbeugung, Unfruchtbarmachung, Entmannung, Sicherungsverwahrung und Bestrafung vor Sittlichkeitsverbrechern geschützt werden. Man kannte aber auch das andere Wort:„Märzenschnee tut den Früchten weh.“ Im Jahre 1458 hatte die Märzenkälte der sprießenden Saat großen Schaden getan. Eine verhängnisvolle Teurung war die Folge davon. Menschen und Vieh litten große Not. Das Wild kam vor Hunger aus den Wäldern und wagte sich bis an die Häuser und in die Dörfer. Aehnlich war es 1469. Da dauerte der Frost bis zum Tage Mariä Verkündigung(25.). Das Müdde Weizen galt am Hellweg 5 Schillinge. Roggen 3 Schillinge. Gerste 22 Pfennige: im Jahre Kindesmörder zum Tode verurteilt Oldenburg. Der 22 Jahre alte Albert Roestl aus Wardenburg in Oldenburg, der am 9. Dezember 1935 vorsätzlich und mit Ueberlegung seinen zwei Jahre alten Sohn getötet hat, indem er das Kind in die Hunte, einen Fluß in Oldenburg. warf. wurde am Donnerstagabend vom Oldenburger Schwurgericht zum Tode verurteilt. 1487 aus gleicher Ursache das Müdde Weizen 9. Roggen 8. Gerste 6, Hafer 3 Schillinge(17 Schillinge gleich 1 rhein. Goldgulden). Freilich bargen auch die milden Winter mit sonnigem Lenzing Gefahren in sich, indem Menschen und Vieh von Krankheiten heimgesucht wurden und das Ungeziefer sich zu wahren Landplagen vermehrte. Am 11. März 1581 verordnete beispielsweise der Soester Rat:„Die Schützerei ist wegen eingefallener Krankheit(Pest) binnen und draußen dies Jahr eingestellt, weil es allenthalben mit dem Sterben einreißt.“ Vor allem ist„nasser März des Bauern Schmerz". Weniger gefürchtet, vielfach als eine Wohltat empfunden werden die Frühlingsstürme: sie sind notwendig: „Nur unter Stürmen entsendet sein Werde Mahnend der Lenz aus dem dunkelen Schacht. Nur unter Stürmen erhebt sich die Erde. Wenn sie vom Schlafe des Winters erwacht. Diese befruchtenden Kämpfe in der Natur und das wieder erwachende Leben, der beginnende Auftrieb des Viehs auf die Sommerweide, überhaupt die ganze veränderte Lebensordnung im Frühjahr mögen für unsere Alten bestimmend gewesen sein. um diese Zeit den Frühlingsgerichtstag abzuhalten. die Landesversammlung, in der über Krieg und Frieden beraten und beschlossen wurde. Die merowingischen Frankenkönige hielten ihre Märzfelder als Heerschau ab. bis Pivin der Kurze sie in den Mai verlegte. Nicht der Mai. der März ist die Kampfeszeit. in der Natur wie im Völkerfrieden. „Willst du den Lenz. nun, so mußt du auch sorechen Stürme des Frühlings, brechet herein!“ Und durch die Frühlingsstürme klingt die frohe Botschaft vom Volksfrühling, der letzten Endes auch zum Völkerfrühling werden soll: „——— nicht ohne Streit, Nicht ohne Stürme kommt die Frühlingszeit: Wo Großes langsam werdend sich entfaltet. Da muß in Trümmer fallen, was veraltet.“ Nur die Kräfte der Ewigkeit sind unwandelbar. stehen unerschütterlich fest und gebieten über Werden und Vergehen. Wollen und Können, über alle Erscheinungen in der Zeiten Flucht. Lamprecht. S OU Ssrssberosseose A Koman von Bonold Dalentin Copyricht by Verlag Neues Leben, Bayr. Gmain# Nachdruck verboten 13 Hein und seine beiden Leidensgefährten wurden auf einen Karren geladen und ziemlich unsanft weiter durch den Busch gezerrt. Vorher hatte man ihnen die Augen verbunden. Die Binde wurde ihnen erst abgenommen, als sie sich in einem Vorratsraum sahen, der außer einem Haufen Mais in der Ecke nichts enthielt als etwas Stroh. Dr. Sinn wollte wieder seinem Aerger und seiner Entrüstung Ausdruck geben, aber einer der Wächter stieß ihm unsanft den Kolben in die Seite. Kurze Zeit darauf betrat ein finsterer Araber den Raum und schaute höhnisch lächelnd die Gefangenen an. „Wer ist der Führer?" Dr. Sinn meldete sich und protestierte energisch gegen ihre Gefangennahme und die unwürdige Behandlung, die man ihnen angedeihen ließ. Doch er erreichte nur, daß er von den beiden anderen abgesondert wurde. Hein, dem man nun den Knebel aus dem Munde nahm, holte erst tief Atem, dann ließ er eine donnernde Rede in arabisch los, das ja eine unerschöpfliche Fülle von Schimpfwörtern in seinem Sprachschatz besitzt. Doch hohnvoll antwortete der Araber auf deutsch:„Geben Sie sich keine Mühe, Herr Dr. Hein! Diesmal sollen Sie uns nicht entkommen. Die beiden anderen Male haben Sie Glück gehabt, aber nun ist ihre ruhmreiche Laufbahn als Kriminalist zu Ende. Die beiden anderen Herren werden wir wieder laufen lassen, wenn wir das Geld haben. Die sind zu dumm, als daß sie uns schaden könnten. Sie aber sind uns zu gefährlich. Diese Anerkennung mag Ihnen Ihr Schicksal versüßen. Zu seinem Schrecken erkannte Hein in dem Araber seinen alten Feind Tailor. Doch überwand er das kalte Grauen, das ihn zuerst gepackt hatte, und antwortete leise, aber entschlossen:„Ja, Sie haben mich jetzt in der Hand. Morden Sie mich nur ebenso, wie Sie so viele andere auf Ihrem Gewissen haben, Sie Schuftl“. „Regen Sie sich nicht auf, junger Mann!" erwiderte Tailor spöttisch.„Wir haben niemand gemordet. Diese Ansicht besteht bloß in Ihrer erregten Phantasie. Wir werden auch Sie nicht morden. Wir haben etwas Besseres für Sie. Sie werden gleich hören!" In diesem Augenblick öffnete sich die Tür und herein traten Daisy Brent, bleich wie der Tod, Dr. Schneider und in langem, weißem Vollbart der Orientale, der Meister aus der Geisterloge. Schneider blieb am Eingang stehen und antwortete nicht auf die Schmähworte, die ihm der beherzte Professor Krieger zurief. Der Meister trat langsam auf Hein zu, sah ihn durchdringend an und sagte:„Junger Mann, ich habe Sie mehrere Male gewarnt, sich mit mir zu messen. Sie mußten in diesem ungleichen Kampfe den kürzeren ziehen. Nun haben Sie sich Ihr Schicksal selbst zuzuschreiben, das hart und unerbittlich auf Sie herniederfallen wird. Morgen vormittag werden Sie auf ein Schiff gepackt, als Stückgut, wissen Sie? In den untersten Laderaum. Dann geht's nach Chartum und von dort nach Abessinien. Nun, Sie werden den Rest Ihres Lebens als Sklave eines wilden Häuptlings Dienste tun. Aber damit Sie sehen, wie großmütig ich sein kann, will ich Ihnen wenigstens noch einen letzten Abschiedsblick auf Ihre frühere Geliebte, meine jetzige Frau, gönnen.“ Rasend vor Grimm wollte Hein aufspringen und den verhaßten Feind zu Boden schlagen, aber die Fesseln hielten gut und so konnte er nur ohnmächtig stöhnen. Daisy sank halb besinnungslos beiseite. Auf einen Wink des Meisters führte sie Schneider sorgsam hinaus und ins Wohngebäude zurück. Der Meister aber sagte zu Hein:„Sie können uns ja nicht mehr schaden. Wissen Sie, was nun kommt? Ich bin schon immer ein sehr guter Schauspieler gewesen und verstehe mich ausgezeichnet auf Verkleidungen. Ich werde mir die Sachen von Ihrem famosen Dr. Sinn anziehen, mir ein ähnliches Aussehen geben und sofort mit meinem Motorboot nach Kairo fahren. Dort werde ich mit Hilfe seiner Papiere Ihr Geld abheben. Nun gehaben Sie sich wohl!“ schloß er ironisch. Dann ging er ins Wohnhaus und gab Schneider den Auftrag, schärfste Wachsamkeit in Haus und Gehöft zu wahren. Tailor sollte die Bewachung der anderen Gefangenen besorgen. Dann ging er mit einem Begleiter ins Dunkel hinaus. Rastlos strengten die beiden Gefangenen sich an, um eine Möglichkeit zur Befreiung zu finden. Hein dehnte und streckte seine Muskeln und spürte endlich, daß die Handfesseln sich lockerten. Er preßte die Handflächen so eng zusammen, wie es nur ging und langsam, ganz langsam zog er erst die eine, dann die andere Hand aus den Stricken heraus. Ueber eine Stunde war bei dieser äußerst schmerzhaften und anstrengenden Tätigkeit vergangen. Nun war die weitere Befreiung eine Kleinigkeit. Man hatte Hein wohl den Revolver abgenommen, den er in der Tasche trug, hatte es aber nicht für nötig befunden, ihn am ganzen Körper zu untersuchen. Er trug bei Ausflügen, die gefährlich werden konnten, stets Gamaschen. In der einen war ein schmales Messer, ein sogenannter Nicker, verborgen, in der anderen eine besonders flach konstruierte Pistole. Schnell nahm er beide Waffen aus ihren Verstecken heraus. Dann holte er tief Atem und kroch leise zu seinem Leidensgefährten, der ebenfalls keinen Schlaf hatte finden können. „Pst! Keinen Laut, Professor! Ich bin frei und werde Sie gleich losschneiden!" Professor Krieger war höchst überrascht, hatte sich aber so weit in der Gewalt, daß er sich mäuschenstill verhielt. Beide Männer waren nun frei und streckten und dehnten ihre Glieder, die von der Fesselung ganz steif geworden waren. Grimmig flüsterte Hein:„So, nun sollen die Kerle kommen! Nun sind wir durch eigene Kraft frei geworden. Wer weiß, ob Daisy oder Schneider Gelegenheit gefunden hätten, uns zu Hilfe zu kommen.“ „Schneider? Der Verräter? Der Schuft?“ zischte Krieger. „Leise! Er ist keiner, doch jetzt ist keine Zeit zu Erklärungen. Ich werde jetzt den sten anrufen und um Wasser bitten. Wenn er dann hereinkommt, schlage ich ihm den Revolver an den Schädel. Dann binden wir ihn und werden weiter sehen, was wir tun können.“ Laut fing er an zu stöhnen und zu jammern. Der Posten donnerte mit dem Kolben an die Tür:„Ruhe, ihr Kröten, sonst bekommt ihr die Peitsche!" Doch flehentlich bat Hein:„Wasser, bitte!“ Sie hörten, wie sich der Posten entfernte. Dann kam er wieder, schloß die Tür auf und schob einen Krug Wasser hinein. Das war sein Verderben. Wie eine Wildkatze sprang Hein auf ihn los, packte ihn an der Kehle und ehe der überraschte Beduine einen Laut von sich geben konnte, war er durch einen kräftigen Schlag an die Schläfe besinnungslos zu Boden gestreckt. Schnell wurde er hereingezogen, gefesselt und geknebelt.„So“, meinte Hein halblaut,„nun weiter!“ Sie drückten sich an der Wand des Gebäudes entlang und lauschten. Plötzlich vernahmen sie leise Schritte und zu ihrer Freude sahen sie Schneider und Daisy vom Wohnhaus her auf ihr verlassenes Gefängnis zuschleichen. Leise lachend meinte Hein:„Sehen Sie, jetzt sollen wir befreit werden! Schneider ist doch nicht so schlecht wie Sie denken.“ Der Professor wußte gar nicht, was er dazu sagen sollte. Schneider entdeckte die beiden und richtete die Waffe auf sie, aber Hein rief halblaut:„Nicht schießen, Schneider! Wir sind schon frei. Der Posten liegt gefesselt drinnen.“ „Donnerwetter, wie haben Sie das fertiggebracht? Doch noch immer ist Vorsicht geboten! Ein Posten mit einem sehr scharfen Hunde geht auf dem Grundstück hin und her. Pst! Dort kommt er! Ich werde zu ihm gehen und ihn erledigen! Der Hund muß erschossen werden. Die anderen Burschen schlafen oder sind drüben bei dem Vorratshaus am Flusse.“ Ruhig löste er sich aus dem Schatten, trat auf den Wächter zu und schlug ihn blitzschnell zu Boden. Zähnefletschend sprang der Hund auf Schneider zu. Doch ein schwacher Blitz und kurzer Knall, und die wütende Bestie rollte über den Hof. „Nun zunächst einmal aus dem Hof hinaus. Draußen sind wir sicherer.“ Leise ging es in der Richtung nach dem Lagerhaus. Als die Flüchtlinge ein Stück weg waren, hielten sie an, um zu beraten. Schneider sagte:„Um dort anzugreifen, sind wir zu schwach. Es sind mindestens zehn verwegene Burschen da. Wir müßten sie aus dem Hinterhalt niederschießen, aber das würde ich nur im Notfall tun, nämlich wenn das Polizeiboot den Weg verfehlt hat und nicht herangekommen ist. Vorläufig wollen wir noch abwarten. Herr Professor, bleiben Sie mit Fräulein Brent etwas zurück, verstecken Sie sich hier hinter diesen Busch. Hier haben Sie eine Pistole, Fräulein Brent ist auch bewaffnet. Hein, kommen Sie, wir beide wollen das Feld rekognoszieren.“ Schon von weitem erblickte man ein großes Feuer vor dem Lagerhaus. Die Araber lagen rundherum. Aber sie schliefen nicht alle. Ein Doppelposten stand vor dem Lagerhaus und gerade trat der finstere Tailor aus einer Seitentür und ging langsam zum Feuer. Er sagte zu dem Unterführer:„Also sorge für gute Wache. Ich will einmal hinüber und sehen, ob drüben alles in Ordnung ist.“ Im selben Moment knallte vom Flusse her ein Schuß. Schreiend fiel der Araber zu BoI den. Hastig sprangen die anderen auf und griffen zu den Waffen. Noch sahen sie keinen Feind. Sie zogen sich in den Schatton des Sse urie Mi: einem weiten Sprunge rettete sich Tailor ins Dunkel und lief Hals über Kopf in der Richtung nach der Pflanzung. Schon war er seitwärts von Hein und Schneider vorbei und stieß unvermutet auf Daisy und Professor Krieger. „Haha, schöne Schwägerin, auch hier? Du bist wohl im Bilde? Na warte, ich werde dich gleich wieder mitnehmen!" Ein kräftiger Stoß warf den Professor zur Seite. Daisy rief:„Rühren Sie mich nicht an oder ich schieße!" Doch hohnlachend schlug er ihren Arm zur Seite, der Schuß ging fehl und schon hatte er sie gepackt und zerrte sie trotz ihres Sträubens fort. Sie rief laut um Hilfe und zeigte so ihrem Verlobten den Weg. Tailor merkte den Verfolger erst, als er ihn wütend ansprang und ihn zu Boden riß. Doch auch Tailor war stark und gewandt. Es gelang ihm. Hein unter sich zu bekommen und ein Messer zu ziehen. Schon holte er zu tödlichem Stoße aus, da faßte sich Daisy ein Herz und schoß aus nächster Nähe. Lautlos brach der Verbrecher zusammen. Weinend und lachend schlossen sich die beiden Liebenden in die Arme. Dann sagte das Mädchen erschrocken:„Er wird doch nicht tot seig?“ Doch gemütvoll antwortete Hein:„Hoffentlich doch! Er würde ja sowieso gehängt.“ Nach einer kurzen Untersuchung des am Boden Liegenden fügte er hinzu:„Du hast gut getrofsen! Mach die keine Gedanken um den Schuft. Das war Notwehr im letzten Augenblick. Du hast uns beiden das Leben gerettet!“ Inzwischen war auch der Kampf am Lagerhaus zu Ende. Als die Araber ihren Auftraggeber fliehen sahen, wurden sie eingeschüchtert. Eine befehlende Stimme rief ihnen aus dem Dunkel zu: „Streckt sofort die Waffen und legt euch am Feuer nieder. Ihr seid von Uebermacht umzingelt und jeder Widerstand ist nutzlos.“ Die wilden Wüstensöhne berieten sich einen Augenblick. Dann trat einer vor und sagte keck:„Zeig dich, der du uns umzingelt haben willst. Sonst müssen wir dich für feig halten!“ Eine Gestalt in ägyptischer Uniform wuchs aus dem Boden empor.„Ein Polizeioffizier!“ flüsterten scheu die Beduinen. Doch blitzschnell drückte der Sprecher der Bande auf den Offizier los, der in den Arm getroffen zu Boden taumelte. Bevor der Bursche jedoch im Dunkel verschwinden konnte, streckte ihn Schneider mit einem wohlgezielten Schuß nieder. Nun stürmte die wütende Polizeimannschaft auf die übrigen los und in kurzer Zeit lagen alle verwundet oder gefesselt am Boden. Schneider trat herzu, auch Hein, Daisy und Krieger fanden sich ein. Sie sahen mit Verwunderung, wie Schneider dem Inspektor Kramm herzlich die Hand schüttelte. „Nun heraus mit den Gefangenen!“ befahl der ägyptische Polizeioffizier. Seine Armwunde war nur leicht, Kramm hatte ihn sofort verbunden und er konnte weiter die Führung behalten. Im Lagerhause war man natürlich mit größtem Interesse dem Kampfe gefolgt. Während die Gelehrten laut aufjubelten, als sie merkten, daß ihre Befreier den Sieg davontrugen, ließen die Leute der Schiffsbesatzung den Kopf hängen, als sie unter den Draußenstehenden auch Hein bemerkten. Die Gefangenen wurden von ihren Fesseln befreit und brachen in laute Dankesrufe aus. Der Polizeioffizier ließ sich nun den Hergang des Ueberfalls erzählen und nahm sich dann den Kapitän aufs Korn. Dieser stellte die Sache so hin, als ob er ebenso von den Angreifern überrascht worden wäre wie die Gelehrten. Doch als Hein ihn entrüstet entlarvte, brachte er sich mit einem schnellen Sprung in das Gebüsch in Sicherheit. Einige Schüsse wurden ihm nachgesandt, aber der Offizier sagte:„Laßt den Kerl laufen! Er ist genug bestraft durch den Verlust seines Dampfers. Schafft alle Gefangenen an Bord! Fünf Mann bewachen sie und schießen jeden nieder, der an sie heran will. Wir anderen wollen noch den Rest auf der Farm ausheben.“ Leise wurde das Grundstück umzingelt und die Araber, die sich noch in den Gebäuden aufhielten, wurden ohne nennenswerte Gegenwehr gefangengenommen. Als man der schrekkensbleichen Frau Herrig die Leiche Tailors zu Füßen legte, brach sie wimmernd zusammen:„Mein Sohn! Mein Sohn!“ Doch dann erhob sie sich wild und drohend: „Noch lebt der Rächer! Er wird euch furchtbar treffen, alle, alle!“ Aber ihr Mut sank, als man ihr mitteilte, auch ihr anderer Sohn werde morgen gefangengenommen werden und könne der gerechten Strafe für seine Untaten nicht mehr entaehen. Wie irre blickte sie ihre Peiniger an. Dann bekam sie einen Tobsuchtsanfall, so daß mehrere kräftige Männer nötig waren, um sie zu bändigen. „Auch in solch einem verdorbenen Herzen wohnt noch die Mutterliebe“, meinte Daisy erschüttert zu Hein.„Und ausgerechnet ich muß es sein, die ihr den einen Sohn genommen hat. Die alte Frau ist meistens ganz gut zu mir gewesen und tut mir aufrichtig leid.“ „Dein warmes Herz in Ehren, aber die Söhne waren doch beide Erzverbrecher und alle Mutterliebe durfte die Frau nicht dazu verführen, ihre Schandtaten, wenn auch nicht direkt mitzumachen, so doch zu begünstigen und zu decken. Und was Tailor betrifft, hättest du es lieber, ich läge kalt und stumm hier und du wärst in seinen Klauen? Er hätte doch Zeit gehabt, dich wegzubringen, denn die anderen waren beim Vorratshaus beschäftigt!“ Weinend und durch die vielen Gemütsbewegungen tief erschüttert, warf sich Daisy ihm in die Arme. Sanft beruhigte er sie. Doch nach kurzer Zeit rief Schneider: „Hein, kommen Sie! Wir müssen eilen, daß wir zur Bahnstation kommen. Fräulein Brent, kommen Sie nur auch gleich mit! Sie werden zwei große Ueberraschungen erleben.“ Während das Schiff von dem Polizeiboot ins Schlepptau genommen wurde und langsam wieder dem Hauptstrom zuglitt, machten sich Hein, Daisy, Schneider, Kramm und der Polizeioffizier nach der nächsten Bahnstation auf, die etwa 20 englische Meilen entfernt lag. Natürlich wurde der Weg zu Pferde zurückgelegt. Das Kommando auf dem Schiff führte in Abwesenheit des Offiziers sein Unterleutnant, dem Herr Müller, der Polizeibeamte vom deutschen Konsulat, beistand. Müller hatte in aller Ruhe das Nahen des Polizeibootes abgewartet und dann die nötigen Angaben gemacht, so daß man leicht der Bande hatte habhaft werden können. Als die kleine Reiterschar auf dem Bahnhof ankam, legitimierte sich der Offizier und verlangte eine Lokomotive mit Wagen im Staatsdienste. Telegraphisch wurde der kleine Extrazug von Siut herbeigerufen und erschien schon nach einer Stunde. Es wurde nach Norden telegraphiert, die Strecke freizuhalten. Die Beamten wurden in das Wichtigste eingeweiht und dann sauste die Lokomotive mit ihrer leichten Last los und entwickelte bald ihre Höchstgeschwindigkeit. Donnernd ging es durch die Stationen hindurch und die Sonne stand noch nicht sehr hoch am Himmel, als Kairo auftauchte. Vom Bahnhof ging's sofort mit Auto zur Bank. Alle: waren in fieberhafter Erregung, ob es gelingen würde, das Haupt der Bande, den gefährlichsten von allen Verbrechern dingfest zu machen. Wenn auch das Motorboot langsamer fuhr als der Ertrazug, so hatte der Bursche doch immerhin Vorsprung. Dieser nützte ihm allerdings nicht viel, da die Bank ihre Pforten erst um neun Uhr öffnete. Eine Viertelstunde vor dieser Zeit waren Hein und seine Begleiter in der Bank, wo sie sofort vom Direktor empfangen wurden. 16. „Herr Direktor, geben Sie sofort Anweisung, daß wir unauffällig benachrichtigt werden, wenn ein Herr kommt, der sich Dr. Sinn nennt. Er will eine große Summe abheben, die von Berlin auf das Konto der Pfychologischen Gesellschaft überwiesen worden ist.“ Der Bankdirektor war schon früher von der Polizei informiert worden, daß ein Raub im großen geplant sei, und hatte sofort Mitteilung gemacht, als ein hoher Betrag auf das Konto der Gesellschaft überwiesen wurde. Er stellte sich bereitwilligst den Herren zur Verfügung. Er gab sofort die nötigen Anweisungen an die Kassenbeamten. Kurz darauf stellte die Hauptkasse ein Telephongespräch ein. Dr. Sinn rief die Bank an, alles, was noch auf dem Konto stehe, flüssig zu machen in englischen und amerikanischen Banknoten und dann das Konto zu schließen. Schneider hatte mitgehört und sagte tiefaufatmend:„Ja, das war seine Stimme. Nun soll er uns nicht wieder entgehen! Der Kassenbeamte hatte ihm geantwortet, daß die Summe in einer Stunde zur Verfügung stehen würde.“ Kramm meinte gemütlich:„Nun, da wollen wir nur erst etwas frühstücken. Ich habe einen Mordshunger." „Wir dürfen aber auf keinen Fall das Bankgebäude verlassen! Er kann Späher aufstellen draußen und auch drinnen. Es ist sowieso schon ein verdächtiges Individuum im Schalterraum, wie ich mich eben durch einen flüchtigen Blick aus einem Kassenfenster überzeugte. Der Mann liest scheinbar sehr andächtig die Börsenberichte, aber ich bin sicher, daß er jeden scharf beobachtet, der den Raum betritt und wieder verlätzt“, sagte Schneider. Lächelnd bat der Direktor; doch eine kleine Erfrischung bei ihm einzunehmen. Er klingelte und ließ ein kleines Frühstück bringen. Die Herren langten wacker zu, denn die Eilfahrt durch das Niltal hatte hungrig gemacht. Daisy brachte vor Aufregung kaum einen Bissen herunter und trank nur hastig ein Glas Wein. Wie Schnecken schlichen die Minuten dahin. Hein versuchte einmal, eine Unterhaltung zu beginnen, und bat Dr. Schneider, zu erklären, wieso er sich nun auf einmal auf ihrer Seite befände und nicht mehr auf der des Unsichtbaren. (Fortsetzung folgt!) Drei neue Verordnungen Das Befriedungswerk in der Deutschen Evangelischen Kirche ond. Berlin, 29. Febr. Das Befriedungswerk innerhalb der Deutschen Evangelischen Kirche ist durch drei neue Verordnungen des Reichs= und Preußischen Ministers für die kirchlichen Angelegenheiten, Kerrl, weiter gefördert worden. Die 7. Verordnung zur Durchführung des Gesetzes zur Sicherung der Deutschen Evangelischen Kirche bestimmt die Bildung einer Kirchenregierung für die braunschweigische EvangelischLutherische Landeskirche. Zu ihren Mitgliedern hat Reichsminister Kerrl außer dem Landesbischof Dr. Johnsen=Wolfenbüttel Staatsrat und Staatsbankvizepräsident Bertram=Braunschweig, Landgerichtsdirekor Gerhard=Braunschweig, Oberkirchenrat Dr. Lambrecht=Wolfenbüttel und Pfarrer Rauls=Braunschweig ernannt. Gleichzeitig wurde eine Finanzabteilung bei dem braunschweigischen Landeskirchenamt unter dem Vorsitz von Oberkirchenrat Dr. Lambrecht in Wolfenbüttel gebildet. Im Einvernehmen mit dem Reichskirchenausschuß hat Reichsminister Kerrl durch die 8. Verordnung einen Landeskirchenausschuß für die Evangelisch=Lutherische Landeskirche SchleswigHolstein eingesetzt. Als Mitglieder gehören ihm neben dem Landesbischof Paulsen=Kiel an: Pastor Adolphsen=Itzehoe, Pastor Dr. Mohr=Flensburg, Propst Schetelig=Blankenese, Senatspräsident Stutzer=Kiel. Auf Grund einer 9. Verordnung des Reichsministers für die kirchlichen Angelegenheiten ist im Einvernehmen mit Landesbischof D. Marahrens für die Evangelisch=Lutherische Landeskirche Hannover eine Kirchenregierung gebildet worden, in der der Landesbischof den Vorsitz führt. Außerdem sind in die Kirchenregierung im Einvernehmen mit dem Landesbischof D. Marahrens berufen: Pfarrer Bosse=Radestorf, Oberlandeskirchenrat Dr. Mahrenholz=Hannover, Senatspräsident Redepennig=Celle und Superintendent Rose=Lüneburg. Die Tätigkeit des Kirchensenats und der vorläufigen hannoverschen Kirchenregierung ist damit beendet. Die Befugnisse der im April 1935 bei den Landeskirchenämtern in Hannover und Kiel gebildeten Finanzabteilungen bleiben unberührt. Die Oronuug Wiedee hergesten! Eine Mitteilung der japanischen Botschaft dnb. Berlin, 29. Febr. Die japanische Botschaft in Berlin teilt mit: Die jüngsten Ereignisse in Tokio sind endgültig zu Ende gekommen. Am 29. Februar um 13 Uhr japanischer Zeit(5 Uhr MEZ.) sind die Truppen in die Kasernen zurückgekehrt. Die Offiziere, die an den Vorgängen beteiligt waren, etwa 15 an der Zahl, sind vorläufig in der Dienstwohnung des Kriegsministers bis zur weiteren Entscheidung ausgenommen worden. Tokio behält militärische Sicherung Das Schicksal der inhaftierten Offiziere noch nicht geklärt dnb. Tokio, 29. Febr.(Ostasiendienst des DNB.) Von halbamtlicher Seite wurde in der Nacht zum Sonntag erklärt, daß weitere Entscheidungen erst nach dem Elntreffen des Fürsten Saionji zu erwarten seien. Die letzten Truppen rückten gegen Mitternacht ab Tokio wird jedoch weiter militärische Sicherung behalten. Ueber das Schicksal der inhaftierten Offiziere, deren Zahl auf 20 gestiegen ist, liegen bisher keine genauen Mitteilungen vor, insbesondere auch keine amtliche Bestätigung der Meldung, daß sie freiwillig aus dem Leben geschieden sind. Der Zustand des Hofmarschalls Suzuki, der schwer verletzt worden war, hat sich nach einer Blutübertragung gebessert. Der frühere Siegelbewahrer Makino entkam unverletzt und man sagt, daß er und der Fürst Saionji durch einen Gendarm gewarnt worden seien, der bei dem Ueberfall auf Saito mit dem Leben davonkam. Nach einer Erklärung des Kriegsministers, der die volle Verantwortung für die Vorgänge übernimmt, ist jetzt die ernsteste Frage, nachdrücklich für die Geschlossenheit im Heer zu sorgen und durch Aufklärung falsche Aufsassungen über den Begriff der Kaisertreue zu beLeistungsprüsung aller SA.=Führer onb. Berlin, 29. Febr. Die RSK. meldet: Am 24. Februar 1936 hat der Oberste SA-Führer folgenden Befehl erlassen: „Die Leistungen im Reichsberufswettkampf der SA. haben mir gezeigt, daß die SA. befähigt ist, die körperliche Ertüchtigung des deutschen Volkes im Sinne der völtischen Grundsätze des Nationalsozialismus erfolgreich durchzuführen. Diese körperliche Ertüchtigung auf möglichst weite Kreise des Volkes zu übertragen, ist eine besondere Aufgabe des SA.=Führerkorps. Ich ordne daher eine Leistungsprüfung aller SA.=Führer für den Herbst an. Das Ziel dieser Leistungsprüfung ist die Erringung der Lehr= oder Prüfberechtigung für das SA.=Sportabzeichen unter verschärften Bedingungen. Die Ausführungsbestimmungen erläßt der Stabschef. Er erstattet mir bis Ende des Jahres Meldung über das Ergebnis. Der Oberste SA.=Führer: gez.: Adolf Hitler.“ Mit vorstehendem Befehl hat der Führer das SA.=Führerkorps und damit die ganze SA. vor eine neue bedeutsame und für unser Volk entscheidend wichtige Aufgabesgestellt. Die grundlegende Erkenntnis, die der Führer uns gegeben hat, daß der rassisch stärkste Mensch sich auf allen Gebieten des Lebenskampfes am kräftigsten durchzusetzen vermag, wird durch die völkische Ertüchtigung entscheidend gefördert. Nur im gesunden Körper kann ein gesunder Geist voll zur Wirkung kommen. So bilden die Uebungen, die das SA.=Sportabzeichen fordert, einen nie versiegenden Kraftquell für den Nationalsozialismus und damit für die Partei, den Staat und unser gesamtes deutsches Volk. kämpfen. Heer und Volk müßten einander vertrauen und zusammenhalten. Auch Tanks hinzugezogen Nach den Einzelheiten, die zu den letzten Ereignissen in Tokio bekannt geworden sind, hat die Liquidation des Putsches— wenn sie auch im allgemeinen unblutig verlief— sich jedenfalls erst nach entschiedenem Einsatz militärischer Machtmittel erreichen lassen. Die Regierungstruppen wurden um.30 Uhr morgens(japanischer Zeit) planmäßig vorgeschoben, wobei Tameike sofort genommen wurde. Um.20 Uhr wurden sogar Tanks gegen die Aufständischen, die sich auf der Sanno=Insel festgesetzt hatten, eingesetzt. Um 10 Uhr schien noch keine Entscheidung gefallen zu sein. Um 12.50 Uhr wurde dann amtlich bekanntgegeben, daß das Militär die Unternehmung ohne einen einzigen Schuß beendet habe. Nur einige kleine Stützpunkte seien noch nicht genommen worden. Der größte Teil der Putschisten befinde sich jetzt wieder in den Kasernen. Von Seiten der Regierung ist bewußt unterschieden worden zwischen den Unteroffizieren und Mannschaften und den Offizieren, die ihre Untergebenen irregeführt hätten. Dies zeigt auch die Aufforderung des Generals Kaschii, in der er zur Uebergabe aufforderte. Diese Aufforderung war nur an die Unteroffiziere und Mannschaften gerichtet.... gi. 62 Darin hieß es, die Offiziere, die sich selbst als Rebellen bezeichneten, hätten sich außerhalb des Gesetzes gestellt. In einem Sonderaufruf an die Mannschaften werden diese aufgefordert, zu den kaiserlichen Fahnen zurückzukehren, Frauen und Mütter weinten um sie, weil sie ihrem Kaiser nicht gehorchten. Die 6. Reichsstraßensammiung Großer Sammelerfolg der Arbeitsfront— Dr. Ley sammelte fünf Stunden dnb. Berlin, 1. März. Am Sonntag fand im ganzen Reich eine Sammelaktion der DaF. für das Deutsche Winterhilfswerk, die 6. Reichsstraßensammlung, statt. Propagandaumzüge ganzer Betriebe und der in den Werkscharen zusammengefaßten arbeitenden Jugend, Korsofahrten mit Pferdefuhrwerken und Autos, von den verschiedensten Organisationen ausgeführte Platzkonzerte und schmetternde Trompetensignale gaben den Sammlungen den wünschenswerten äußeren und inneren Schwung und unterstützten die gut zwei Millionen Sammler. Der Reichsorganisationsleiter Dr. Ley ging als Führer seiner Organisation mit bestem Beispiel voran und ließ sich auf einer mittags und abends durchgeführten Sammlung die großen Sammelbüchsen füllen. Am späten Abend meldeten die meisten Bezirke restlosen„Ausverkauf“ der Abzeichen. Wieder war eine Schlacht gegen die Not erfolgreich geschlagen. hans=Schemm-Gedenkfeiern in allen Schulen ndz. Berlin, 29. Febr. Der Reichserziehungsminister gibt in einem Erlaß bekannt, daß am 5. März, dem Todestage des Gauleiters und Staatsministers Hans Schemm, in Bayreuth eine Gedenkfeier stattfindet. Am 6. März wird diese Feier, in deren Mittelpunkt die Gedächtnisrede des Gauleiters und Hauptamtsleiters des NS=Lehrerbundes. Wächtler, steht. in der Zeit von 11 bis 11.30 Uhr von allen Reichssendern und dem Deutschlandsender (mit Ausnahme des Reichssenders Berlin) übertragen. Der Minister hat angeordnet, daß im Rahmen einer Gedenkfeier allen Lehrern und Schülern Gelegenheit gegeben werden soll. die Uebertragung zu hören. arbeit darstelle. Der Minister schloß mit dem Gruß an den Führer und Reichskanzler. Auf die Worte des Ministers antwortete der Leipziger Oberbürgermeister, dessen Ansprache durch Lautsprecher in die Berliner Fernsehsprechstellen übertragen wurde. Die Teilnehmer begaben sich dann in die eigentliche Fernsehsprechstelle. Als erster sprach der Reichspost= und Reichsverkehrsminister mit dem Leipziger Oberbürgermeister Reichsleiter Rosenberg hatte Dr. Banneitz, der sich seit mehr als acht Jahren mit dem Fernsehproblem befaßt hat, zum Gesprächspartner, Staatskomissar Dr. Lippert, Oberst Fellgiebel als Vertreter des Reichskriegsministeriums, der Leiter des Reichsverbandes der deutschen Presse und Hauptschriftleiter des Völkischen Beobachters u. a. Nach einer Betriebspause wurden am Nachmittag die Fernsehgespräche für die deutsche und ausländische Presse und für die Arbeiter fortgesetzt, die an der Schaffung der Anlage Tag und Nacht gearbeitet haben, um sie pünktlich betriebsfertig zu übergeben. Fernsehsprechdienst Berlin—Leipzig dub Berlin, 1. März. Zum ersten Male auf der Welt ist durch die deutsche Reichspost ein Fernehsprechverkehr eingerichtet worden. Die erste Uebertragung von Fernsehbildern in Verbindung mit einem Ferngespräch auf große Entfernungen wurde am Sonntag zum Beginn der Leipziger Messe im Rahmen einer Feier in der Reichshauptstadt und in Leipzig durch den Reichspost= und Reichsverkehrsminister vollzogen Reichspostminister Freiherr von EltzRübenach begrüßte die Erschienenen und führte aus, daß vor 9 Jahren die Reichspost begonnen habe, sich mit der Fernsehtechnik näher zu befassen. „Die Stunde, die wir jetzt erleben, ist von einschneidender Bedeutung für die Geschichte des Nachrichtenwesens. Denn Kraftwagen und Flugzeug brachten uns die schnelle Beförderung über Land und Meer, Telegraph und Fernsprecher die zeitlose Uebermittlung des geschriebenen und gesprochenen Wortes über beliebige Entfernungen. Die Fernsehunterhaltung erfüllt einen weiteren Traum der Menschheit". Der Minister gab dann einer Freude darüber Ausdruck, daß die erste Verbindung gerade mit Leipzig, der alten und angeehenen Handels= und Messestadt, hergestellt sei und 9 den zahlreichen Messebesuchern des Auslandes ein neues Werk deutscher Technik vor Augen geführt werde, das einen Teil der großen AufbauVom Lichtpinsel abgekastet Erstes Fernsehgespräch Berlin—Leipzig onb. Berlin, 1. März. Während der ersten Fernsehgespräche zwischen Berlin—Leipzig erläuterte Oberpostrat Flanze die technischen Einrichtungen. Der Fernsehsprechdienst beruht auf den gleichen technischen Grundgedanken, wie das auf der letzten Funkausstellung von der Reichspost vorgeführte„Gegensehen". An den Endstellen befinden sich die Sprechzellen, die eine besondere Auspolsterung erfuhren. Außer dem üblichen Fernsprechapparat, über den das Gespräch geführt wird, enthält die Sprechzelle ein Bildfenster, in dem der Teilnehmer seinen Gesprächspartner sieht und eine Photozellenanordnung, die über entsprechende Verstärker= und Modulationsgeräte sein eigenes Bild über das Kabel senden. Für das Empfangsvi#o sind ausschließlich Braun'sche Röhren verwendet. Das fernempfangene Bild erscheint auf dem Fluorescenzschirm der Röhre, der von dem zeilenweise über diese Bildfläche bewegten Kathodenstrahl, dem sogenannten Lichtpinsel, zum Aufleuchten gebracht wird. Da die Intensität des Kathodenstrahls von der Bildmodulation gesteuert wird, „schreibt“ der Kothodenstrahl das fernempfangene Bild auf den Leuchtschirm, so daß das Auge den Eindruck eines vollständigen Bildes hat. Die Bilder bestehen aus 180 Teilen bei 25 Bildwechseln in der Sekunde. Rekordbesuch auf der Automobilausstellung 853 000 Besucher der Internationalen Automobil= und Motorradausstellung Berlin 1936 onb. Berlin, 1. März. Die Internationale Automobil= u. Motorradausstellung Berlin 1936 hat den Rekordbesuch von insgesamt 853000 Besuchern aufzuweisen. Obwohl die Ausstellungsdauer um zwei Tage kürzer als die des vergangenen Jahres war, liegt die diesjährige Besucherzahl nur wenig unter der Zahl der Besucher des Jahres 1935. Der Besucherzahl und den Ergebnissen nach kann man von einem außerordentlichen Erfolg sprechen. Mussolini an das italienische Volk Feldmesse für die Gefallenen von Adua dnb. Rom, 1. März. In Anwesenheit des Königs und Mussolinis wurde am Sonntagvormittag am Grabe des unbekannten Soldaten eine feierliche Feldmesse zu Ehren der heute vor 40 Jahren bei Adua gefallenen italienischen Krieger abgehalten. Zu der Veranstaltung waren alle Truppen der Garnison Rom einschließlich der Miliz sowie die militärisch organisierten Parteiverbände aufgeboten, die auf der Piazza Venezia und am Nationaldenkmal Aufstellung genommen hatten. Die Zugangsstraßen waren von einer nach Zehntausenden zählenden Menge besetzt, die nach der Messe und dem Abmarsch den Platz überflutete und stürmisch Mussolini zu sehen verlangte. Nur mit Mühe legte sich der Sturm der Ovationen, als Mussolini auf dem Balkon des Palazzo Venezia erschien und mit dem römischen Gruß Ruhe gebot. Er wolle, so klang dann seine klare, feste Stimme über den stillgewordenen, in reichem Flaggenschmuck stehenden riesigen Platz, in dem Gefühl, daß an diesem großen Tag der Sühne und des Sieges, wie er von der Revolution der Schwarzhemden gewollt sei, alle italienischen Herzen erfüllt, ihnen zurufen:„Unsere heldischen Soldaten rücken vor, die Tatsachen sprechen und werden noch mehr sprechen.“ Nicht enden wollende Beifallsstürme begleiteten diese Worte, und Mussolini mußte noch sechsmal auf den Balkon zurückkehren. Gewinnauszug 5. Klasse 46. Preußisch=Süddeutsche (272. Preuß.) Klassen=Lotterie Ohne Gewähr Nachdruck verboten Auf jede gezogene Rummer sind zwei gleich hohe Gewinne gefallen, und zwar je einer auf die Lose gleicher Rummer in den beiden Abteilungen I und II Der Beginn der Leipziger Messe dnb. Leipzig, 1. März. Die Leipziger Frühjährsmesse 1936 hat am Sonntag mit einem Besucherzustrom und einem Verkehrsumfang eingesetzt, wie er höchstens noch am Eröffnungstage der bislang stärksten Messe der Nachkriegszeit, der Frühjahrsmesse 1928, erreicht worden sein dürfte. Der Sonntagvormittag brachte einen beispiellosen Ansturm von Interessenten. Die Messebehörden erwarteten bereits angesichts der um ein Vielfaches höheren Voranmeldungen einen starken Sonntagsbesuch, doch standen diese Erwartungen in keinem Verhältnis zu dem eingetretenen Auftrieb. Bereits früh 9 Uhr waren die Straßen der Innenstadt, in denen sich die Messehäuser der Mustermesse befinden, dicht gefüllt. In allen Häusern war nur schweres Durchkommen durch Gänge und Stände. In den Mittagsstunden trat kaum eine irgendwie nennenswerte Entlastung ein. 18. Ziehungstag 28. Februar 1936 In der heutigen Vormittagsziehung wurden Gewinne über 150 M. gezogen 6 Gewinne zu 10000 M. 141453 175765 377902 4 Gewinne zu 5000 M. 128607 359395 10 Gewinne zu 3000 M. 8400 87554 245898 294387 336087„ 166 2689; 966016 Gewinne zu 2000 M. 43150 76891 8600 90281 128532 253978 271140 325209 54 Gewinne zu 1000 M. 40399 53706 71210 83022 109375 120276 121330 122277 133509 158359 160431 179412 202328 211381 222713 233616 235748 243447 253786 263630 308152 330055 331263 365997 375301 391912 394962 106 Gewinne zu 500 M. 6440 10298 14367 17340 17563 23021 28032 36240 45514 49250 51692 61265 62884. 65941 78227 84855 85549 87899 94236 103571 105979 115529 120942 126906 154798 165459 169618 178900 189197 192110 194543 207352 206810 216628 221193 230326 247970 253017 276420 289439 296860 299212 300762 815506 322746 334051 343423 355204 357300 364272 368083 381967 399924 352 Gewinne zu 300 M. 466 1154 1747,1972 2630 10778 11836 12694 14298 14343 14748 16963 21698 30584 32297 32517 37183 39687 41118 41440 41755 47857 52421 53674 55392 55617 60293 60614 60786 63153 64599 67376 72648 79473 84224 86849 91933 91938 92225 92526 94430 95048 96198 95280, 96213 86380 93678 100769 100832 102039 104680 110958 1488S 113850 115046 115218 116037 116234 120023 122340 125486 125820 126295 127167 129046 131545 134622 137660 138855 142248 145600 146617 146703 147453 149456 149775 162920 153061 153510 155659 156653 158672 159851 162289 163972 165865 167975 170561 179070 181594 182422 186733 181836 188446 189986 190893 193977 196825 196862 197361 198671 206161 207028 207705 208694 210119 210770 214228 216837 218779 218971 219978 220692 228573 229112 231601 232130 233598 237969 238407 240435 241759 246397 246615 254910 262883 262957 266651 268529 270991 272861 273008 273235 286077 295734 300848 302070 304413 304938 309520 310797 310896 316402 316520 316539 321359 326900 327363 333275 336686 342176 342260 344181 347687 349389 352158 354026 355065 356831 357922 359842 362806 367387 374913 375482 383105 386111 386447 387323 388624 396934 396616 396763 399145 In der heutigen Nachmittagsziehung wurden Gewinne über 150 M. gezogen 368721 153887 353340 Bluttat eines Betrunkenen Seinen drei Kindern den Hals durchschnitten dnb. Freiburg, 1. März. Am Samstagabend hat der 34 Jahre alte Wilhelm Melchers in dem Freiburger Vorort Haslach seinen schlafenden drei Kindern— zwei Mädchen und einen Knaben— im Alter von sechs, fünf und zwei Jahren mit einem Messer den Hals durchschnitten. M. befand sich durch übermäßigen Alkoholgenuß in einem gereizten Zustand. Der Täter wurde verhaftet. Beweggründe für seine Tat konnte er nicht angeben, er erklärte, er wisse selbst nicht, wie er dazu gekommen sei. Brüssel. Der polnische Außenminister Oberst Beck ist am Sonntagabend in Begleitung seiner Gattin, mit seinem Kabinettschef, einem höheren Beamten der Wirtschaftsabteilung seines Ministeriums und eines Finanzsachverständigen in Brüssel eingetroffen. Er wurde am Bahnhof von Außenminister Vanzeeland empfangen. 2 Gewinne zu 5000 M. 120199 6 Gewinne zu 3000 M. 230258 22 Gewinne zu 2000 M. 121499 250313 298041 307356 325680 374426 398873 54 Gewinne zu 1000 M. 33371 63873 89097 99606 118762 128959 136135 139329 185432 186536 205449 206331 208249 244682 256922 259458 272916 32385 373804 373867 379042 392966 397195 82 Gewinne zu 500 M. 1037 56917 68514 73127 81696 81649 118332 136554 156724 168888 170211 180661 182672 184270 196520 239174 240977 242066 271499 277390 260114 280130 302326 304117 306313 318526 337504 340281 348202 349509 274 Gewinne zu 300 M 252384 28073 318868 367784 11496 28780 47608 15314 30455 48084 66064 69354 74888 76552 97006 19613 28399 141429 151225 168013 18090 212964 234103 25163 268226 286235 29897 324049 362406 179880 394156 102535 119786 128620 143743 152048 168662 187805 214616 240986 253123 269065 292614 301034 328725 366139 381715 399746 21009 31585 52795 69830 81508 111025 119958 129169 143803 156441 176459 189056 218314 241259 253134 281026 292879 302418 331074 371992 382435 23729 39133 55428 70509 86999 3886 4969 10123 25893 26228 40239 57221 72770 87599 114434 120821 133150 145556 157760 76839 197229 219104 346649 257933 283889 294328 303244 334034 372183 386024 42429 62082 74764 92 89217 117274 122306 135118 148499 164699 177224 204141 223175 247346 261627 283910 295939 309979 334894 372299 386296 394415 220086 366793 79140 142641 236348 340512 66740 165818 193949 256530 285505 329586 394255 1138 27359 43521 63615 74810 9200 118277 128187 136547 149047 167404 180197 207349 233820 248200 263243 286013 296010 319468 369509 372489 387422 Im Gewinnrade verblieben: 2 Gewinne zu je 1000000, 2 zu je 50000, 2 zu je 30000, 6 zu je 20000, 46 zu je 10000, 100 zu je 5000, 160 zu je 3000, 376 zu je 2000, 1142 zu je 1000, 1978 zu je 500. 7410 zu je 300 Mr. Der Arkauo inn Hahte 1939 Ein Aufruf des Treuhänders der Arbeit Der Treuhänder der Arbeit für das Wirtschaftsgebiet Westsalen erläßt folgenden Aufruf: „In wenigen Wochen beginnt für die einzelnen Betriebe die Urlaubszeit. Ich richte deshalb schon heute die Bitte an alle Führer der Betriebe, mit den Vorbereitungen für die diesjährige Urlaubsgewährung bald zu beginnen und weise dabei besonders auf die Bedeutung eines ausreichenden Erholungsurlaubs für alle Gefolgschaftsmitglieder zur Erhaltung ihrer geistigen und körperlichen Leistungsfähigkeit hin. Im einzelnen ist bei Urlaubsgewährung 1936 folgendes zu beachten: 1. In allen Berufsgruppen, für die von mir Tarifordnungen erlassen worden sind. gelten die in diesen Tarifordnungen enthaltenen Urlaubsbestimmungen. Sie sind unabdingbar und können auch durch Vereinbarung nicht abgeändert werden. 2. In allen den Berufsgruppen, für welche alte Tarifverträge.s Tarifordnungen wieder in Geltung sind. gelten nach wie vor die dort enthaltenen Urlaubsbestimmungen. Ich richte aber an die Führer der Betriebe die Bitte. über diese alten tariflichen Regelungen dort hinauszugehen, wo sie den nachfolgenden Grundsätzen für die Urlaubsgewährung 1936 entgegenstehen, also ungünstiger sind. 3. Als Mindesturlaub für alle Gefolgschaftsmitglieder(gewerbliche Arbeiter und Angestellte) sind nach—12monatiger Tätigkeit im Betriebe sechs Werktage als Urlaubstage zu gewähren. Dieser Mindesturlaub soll für Gefolgschaftsmitglieder. die bereits längere Zeit der Gefolgschaft des betreffenden Betriebes angehören. in Staffeln auf 12 Werktage ansteigen Darüber hinaus empfehle ich für Gefolgschaftsmitglieder, die sich nachweislich an einer Ferienfahrt mit„Kraft durch Freude" beteiligen und dadurch vielleicht einige Tage mehr benötigen. nach Möglichkeit diesen erweiterten Urlaub zu gewähren. 4. Für Schwerbeschädigte(Kriegsopfer und Arbeitsopfer) soll grundsätzlich ein zusätzlicher Urlaub von etwa drei Tagen gewährt werden. Daß Gefolgschaftsmitglieder, die ihrer vaterländischen Ehrenpflicht im Arbeitsdienst oder im Wehrdienst nachkommen, dadurch bezüglich ihres Urlaubs nicht benachteiligt werden dürfen, ist eine Selbstverständlichkeit. 5. Für jugendliche Arbeiter und Arbeiterinnen. Angestellte und Lehrlinge unter 18 Jahren soll folgender Urlaub gewährt werden: im 1. Lehr= oder Berufsjahr 12 Werktage im 2. Lehr= oder Berufsjahr 10 Werktage im 3. Lehr= oder Berufsjahr 8 Werktage im 4. Lehr= oder Berufsjahr 6 Werktage Soweit die vorgenannten Jugendlichen nachweislich an einem Lager der Hitlerjugend oder des BDM. teilnehmen, soll ihnen ein Urlaub von 12 Tagen auch dann gewährt werden, wenn sie an sich nur Anspruch auf einen geringeren Urlaub hätten. Ich empfehle weiter, bezüglich der Zeit dieses Urlaubs für Jugendliche auf die Lager der HJ. und des BDM. Rücksicht zu nehmen und die Jugendlichen rechtzeitig zu beurlauben. Meine im vorigen Jahr ausgesprochene Bitte an die Führer der Betriebe, selbstverständlich allen Jugendlichen bereits im 1. Lehr= oder Berufsjahr. ohne Rücksicht auf vielleicht bestehende Karenzfristen in alten Tarifverträgen. Urlaub zu geben. wiederhole ich auch jetzt. Gerade nach der Zeit der Schule mit ihren langen Ferien ist das jugendliche Gefolgschaftsmitglied besonders erholungsbedürftig, da es sich erst an die neue Tätigkeit gewöhnen muß. 6. Der Urlaub soll den Gefolgschaftsmitgliedern nach Möglichkeit in den Monaten Mai bis Oktober gegeben werden. soweit nicht in Betrieben der Landwirtschaft oder in sommerlichen Saisongewerben die wirtschaftlichen Verhältnisse eine Verlegung des Urlaubs verlangen. 7. An die Hausfrauen richte ich ebenso wie im vorigen Jahr die dringende Aufforderung, auch allen Hausangestellten in diesem Jahre wieder einen Urlaub von—12 Tagen zu gewähren und dafür außer dem Lohn ein Kostgeld zu zahlen wofür als Anhalt Richtsätze der Versicherungsämter dienen können. 8. Den Gefolgschaftsmitgliedern soll vor Urlaubsbeginn der übliche Lohn bzw. Gehalt oder bei Akkordarbeiten ein betrieblich festzusetzender Durchschnittssatz ausgezahlt werden. Ein Urlaubsverzicht gegen Bezahlung ist unzulässig und abzulehnen. 9. Eine ganze Anzahl Führer der Betriebe haben durch Betriebsordnung oder auch durch Einzelvereinbarungen die vorstehend genannten Mindestsätze für den Urlaubs insbesondere für jüngere und auch für ältere bewährte Gefolgschaftsmitglieder wesentlich überschritten und Urlaub bis zu drei Wochen und darüber gewährt. Ich erwarte, daß selbstverständlich diese günstigeren betrieblichen Regelungen auch in diesem Jahre beibehalten werden. 10. Sollten etwa aus dem letzten Jahre noch fällige Urlaubsansprüche bei einzelnen Gefolgschaftsmitgliedern vorhanden sein, erwarte ich, daß der fällige Urlaub vor Beginn der neuen Urlaubsveriode gegeben wird oder auf Wunsch des Gefolgschaftsmitgliedes eine Zusammenlegung mit dem neu erlangten Urlaubsanspruch erfolgt, soweit es die betrieblichen Verhältnisse gestatten. Ich kann mit Freude feststellen, daß mir über die Urlaubsgewährung der Industrie im vergangenen Jahre Klagen sast von keiner Stelle zugegangen sind. über die Urlaubsgewährung in Handel. Handwerk und freien Berufen dagegen sind an mich außerordentlich zahlreiche Klagen gelangt. Ich erwarte, daß alle Führer der Betriebe, insbesondere auch gerade aus den letztgenannten Berufsgruppen. in diesem Jahr der Sorgepflicht für ihre Gefolgschaften nachzukommen und soweit Verpflichtungen durch Tarifordnungen noch nicht bestehen, freiwillig den vorgenannten Mindesturlaub für ihre Gefolgschaftsmitglieder zu gewähren. Ich behalte mir vor, dort, wo man glaubt. vorstehende Grundsätze nicht beachten zu müssen, durch Erlaß einer neuen oder Ergänzung einer alten Tarifordnung den vorstehenden Mindesturlaub rechtsverbindlich festzusetzen.“ Kunstmusik und Unterhaltungsmusik Die Stellung der Kunstmusik ist in den letzten Jahrzehnten durchweg von dem Niveau der wirklich erbauenden Musik zum vornehmen und artistischen Spiel gedrungen. Die Volksmusik als die unterhaltende Musik stieg zu Schund und Kitsch herab. Es ist nicht zu viel behauptet, wenn man sagt, daß der Künstler mehr zum Artisten als Musiker erzogen wurde, weil eben die musikalische Form eine größere Rolle spielte, als der seelische Gehalt der Kompositionen. Alte anerkannte musikalische Formenlehren wurden wohl hervorgesucht. Die Komvonisten gerieten aber trotz dieser sicheren Anhalte immer wieder in technische Spielereien, die sehr verblüffend waren. aber wenig Gehalt zeigten. Es muß unbedingt wieder die volksnahe Musik erstrebt werden. Die in der Experimentalmusik der vergangenen Evoche liegende Trugweisheit hat aus der wirklich deutschen Musik zu verschwinden. Es sind leider in der Musik genau so entartete Stilblüten als in den bildenden Künsten der Malerei und Plastik festzustellen, so daß es lohnenswert wäre. die Gegensätze ähnlich wie es durch die Ausstellung„Entartete Kunst" geschehen ist, auch durch musikalische Vorführungen kennen zu lernen Man erkennt auch in der liberalistisch=marxistischen Zeit anhaftende Musik neben der übertriebenen Ausdrucksweise jede Ablehnung des Natürlichen. Dieser Stil wurde s. Zt. als Futurismubezeichnet. Man kann nicht genug dankbar sein, daß diesen Leuten dieser Zukunftsglaube durch die Rüc. kehr zum Naturglauben zunichte wurde. Das natür, liche Musikempfinden, das fast jedem Menschen mitgegeben wurde, muß jedem Schöpfer für sein Werk bestimmend sein. Es muß mit dem Gedanken endlich ausgeräumt werden, daß die Musikwerke nur von einem Kreis sogen. wissenschaftlich begabter Musik. intellektueller verstanden werden kann. Musik ist mehr Gefühls= als Verstandessache. In den Ansangsgründen der Vokal= u. Instrumentallehre wird uns im historischen Teil klar, daß von jeher, bei allen Völkern die Musik sehr viel die Sprache war, namentlich bei den Naturvölkern. Alle großen Meister nahmen vielfach für große Meisterwerke die Kraft aus der Volksmusik. Hört man Grieg oder Chovin. der Typ der nationalen Empfindung des Schöpfers tritt uns fast in jedem Satz ihrer Schöpfung entgegen. Ein geniales Werk taucht fast immer durch einen Berufenen, geschöpft aus dem Tongut der Nation hervor. Wahre Volksmusik enthält viele Werte. die wahrhaft edles Seelenleben anfachen und erhellen können. Hierdurch ist eigentlich der Beweis erbracht, daß die Musik Allgemeinheit ist. Die Entfremdung, die wie bereits gesagt, durch technisch=artistische Spielereien beim Volksgenossen durchgängig eingetreten ist, muß unbedingt fallen. Es darf nur dem Wesen und dem natürlichen Empfinden gemäße Kunst dargeboten werden, um wieder Richtung und Ziel für unsere Volksmusik zu geben. Die Musik darf nicht nur ein sogen. Teil „des Gebildetsein" darstellen, sondern muß Gut eines jeden Volksgenossen werden. Zu diesem Standpunkt muß sich jede im öffentlichen musikalischen Dienste stehende Person oder Personenmehrheit bekennen im Interesse unseres wahrhaft kostbarsten Allgemeingutes: die wahre Volksmusik. P. Theater. Konzerte, Vorträge Wochenspielplan des Stadlthealers Dortmund Montag 20 Uhr: 7. Sinfoniekonzert.— Dienstag 20 Uhr: Maria Stuart.— Mittwoch 20 Uhr: Drei alte Schachteln.— Donnerstag 20 Uhr: Krach im Hinterhaus.— Freitag 19.30 Uhr: Aida.— Samstag 20 Uhr: Die Weiber von Redditz.— Sonntag 19 Uhr: Lohengrin. Miele-, Faller- u. a. 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März .00 Choral, anschließend Leibesübungen .30 Frühkonzert .00 Nachrichten, anschließend Choral, Morgenruf .00 Kalenderblatt, anschließend Zeit, Wetter, Wasserstandsmeldungen .10 Frauenturnen .25 Sendepause„ 10.00 Zeit, Nachrichten, Wasserstandsmeldungen 10.15 Das Bernsteinelschen. Ein Märchenspiel vom Ostseestrand von Lucy 10.45 Was brachte der Sportsonntag? 11.00 Sendepause 11.50 Hier spricht der Bauer 12.00 Schloßkonzert aus Hannover 13.00 Mittagsmeldungen 1 Glückwünsche 13.15 Fortsetzung des Konzertes 14.00 Mittagsmeldungen 2 14.15 Kleine Musik 14.45 Schlachtviehmarktberichte 15.00 Sendepause 15.45 Wirtschaftsmeldungen 16.00 Der Erzähler 17.55 Gemüsenotierungen 18.00 Fröhlicher Alltag 19.45 Kleine Bücherkunde des Reichssenders Köln 20.00 Erste Abendmeldungen 20.10 Montagabendausgabe .00 Zeit Wetter, Nachrichten 22.30 Das Schatzkästlein 23.00 Nachtkonzert Dienslag, den 3. März .00 Choral, anschließend Leibesübungen .30 Frühkonzert .00 Nachrichten, anschließend Choral, Morgenruf .00 Kalenderblatt, anschließend Zeit, Wetter, Wasserstandsmeldungen .10 Frauenturnen 10.00 Zeit, Nachrichten, Wasserstandsmeldungen 10.15 Die Nacht auf der Bergwiese. Eine abenteuerliche Geschichte aus Siebenbürgen von F. Reinesch 11.50 Bauer merk auf 12.00 Mittagskonzert 13.00 Mittagsmeldungen 1 Glückwünsche 13.15 Fortsetzung des Konzertes 14.00 Mittagsmeldungen 2 14.15 Allerlei von Zwei bis Drei 15.00 Sendepause 15.45 Wirtschaftsmeldungen 16.00 Der Arbeiterdichter Christoph Wieprecht spricht neue Gedichte 18.00 Unterhaltungskonzert 19.45 Momentaufnahme 20.00 Erste Abendmeldungen 20.10 Das Kammerquintett spielt zur Unterhaltung. 21.00 Uraufführung: Die fröhlichen Schuster. Ein heiteres Volksspiel von Eduard Reinacher 22.00 Zeit Wetter. Nachrichten 22.20 Kurzschriftdiktat 22.30 Englische Unterhaltung Spanische Unterhaltung 23.05 Funkstille Beamter sucht(6 100 nm. (kurzfristig) gegen gute Zinsen. Angebote unter Nr. 598 an den Stadtanzeiger erbeten. DrackSadfen für Industrie Handwerk. Handel und Gewerbe OrscHG SCHMITZ Castrog- Rauzel Fernrut 2151 u. 2152 Aeltester und größter Betrieb er Platze benn heu! wollten doch heute ins Kino gehen! Seht doch mal in der Zeitung nach! Dieses kleine Beispiel aus dem täglichen Leben beweist, wie sehr oft die Lebens=Gewohnheiten der deutschen Familie von der Zeitung abhängen. Die Zeitung bringt ihren Lesern eben nicht allein einen lückenlosen Bericht über die Ereignisse des Tages, sondern sie macht laufend auch allerlei wichtige Angaben, die sie täglich gebrauchen können. Wie wird das Wetter? Wo ist eine Wohnung frei? Wo kaufe ich mir ein Paar neue J: 5 Schuhe? Das sind einige von den vielen Fragen, die von der Zeitung gewissenhaft beantwortet werden. Für all das, was eine wirtschaftliche Haushaltführung anbelangt, findet man ausgezeichnete Ratschläge im Anzeigenteil. Große und kleine Firmen, Fabriken, die ganz Deutschland beliefern, und Geschäfte am Platze halten dort dauernde Verbindung in Wort und Bild mit den Käufern ihrer Waren. Woher hat denn z. B. die deutsche Hausfrau einen so feinen Sinn für vorteilhafte Einkäufe, woher erlangt sie eine so gründliche Kenntnis der Preise und ein sosicheres Gefühl im Abschätzen der Qualitäten? Aus der dauernden Beobachtung der Anzeigen! Es ist unverantwortlich, im 20. Jahrhundert keine Anzeigen zu lesen! Wer täglich aufmerksam den„Stadtanzeiger für Castrov=Rauxel und Umgebung“ liest, ist über alle Neuigkeiten, günstige Einkaufsgelegenheiten, Veranstaltungen usw. stets im Bilde. Nr.