Nr. 58 Pee Prik, An Aunhen für Castrop=Rausel und Umgebung so Jahre Kastrayo Loitun Der Stadtan###ger erscheint wöchentlich Zmal Wochendezugsprets Anzeigenvreis: 1 mm hoch und 22 mm 62. Jähig. Eastl opel Henung 50 vig Posbestelloreis 2 RM monatlich Ersatzansorüche können anzeigen 1 mm hoch und 72 mm breit 25. Pig., Nachlaß nach „ der Storungen im Erschernen intolgg, böherer Gewalt nuicht gestellt, den gom W. d. D. W, deraustgeheng#,„ Wg. kirr,.„Ju, 8; Rauxeler Neueite Nachrichten verden„Fzuz und Verlag„Heichw Schmiz in Cakrov=Raurel Preislißte Nr 2. Für Flazwünsche, auch fur die eu gzrzcpichee Gung eiet Evmcier erweyee##### Hauptschristleiter, geragtmortlich,„ für den Terttell: Frani zugegeneneg,„lowie für unZepiug„.SPieigen gunihse ird •„* 9 gohlgt“ Josef Pruoe in Castzop=Rauxe!„Anzeigeglellgr, Wihelm keine Gewahr abernommen Schluß der Anzeigen=Annahme 4 Uhr Blabenhoifter Tagevlatt Welter in Castrop=Rauxel. BA. j. 36 1815. Sa.=Nr. 2151 Castrop. nachm. tags zuvor Erfüllungsort u. Gerichtsstand Castrop=Rauxel. Amtliches Veröffentlichungsblau für den Landgerichtsbezirl Dortmund. Allgemeines Kreisblau für den Stadtkreis Castrov=Raurel. ** En Freitag, den 28. Jebruar 1936 Der Rassenpunt=Lansthieel Lärmende Aussprache in der entscheidenden Kammersitzung— Die Beratungen vorübergehend abgebrochen— Man sah erhobene Fäuste— Eine Sitzung voller Mißverständnisse 353:164 Stimmen dub. Paris, 27. Febr. In der Donnerstagnachmittagsitzung der Kammer, die sich mit der Frage der Ratifizierung des französisch=sowjetrussischen Paktes befaßte, ereignete sich ein lärmender Zwischenfall, der den stellvertretenden Kammerpräsidenten zur vorübergehenden Unterbrechung der Sitzung veranlaßte. Zunächst hatte der rechtsgerichtete Abgeordnete Amidieu du Clos gegen die Ratifizierung gesprochen. Dann nahm der ebenfalls rechtsgerichtete Abgeordnet Henriot das Wort. Er rollte erneut den bekannten Fall Eberlein auf, indem er Unterlagen dafür erbrachte, daß die Dritte Internationale sich nicht an die Bestimmungen des zwischen Frankreich und Sowjetrußland geschlossenen Anerkennungsvertrages gehalten hat, der die Nichteinmischung in die inneren Angelegenheiten beider Länder bestimmt. Als Henriot im einzelnen angab, welche Summen der in Straßburg verhaftete Eberlein, der eine führende Rolle in der Dritten Internationale spielt, an französische kommunistische Zeitungen usw. verteilt hat, unterbrachen die Kommunisten den Redner durch andauernden Lärm, in dem die Worte Henriots untergingen. Der Lärm legte sich vorübergehend, als der Abgeordnete Creyssel die Tribüne bestieg, um ebenfalls gegen die Ratifizierung zu sprechen. Nach längerer Unterbrechung konnten die Beratungen wieder fortgesetzt werden. Im Anschluß an die Aussprache schritt die Kammer zur Abstimmung. Sie ergab, daß sich 353: 164 Abgeordnete für die Ratifizierung des sowjetrussisch=französischen Paktes aussprachen. Mißverständnisse in der Kammer Die Abstimmung in der Kammer scheint von lauter Mißverständnissen begleitet gewesen zu sein. Zunächst hatten viele Abgeordnete nicht verstanden, daß sie über die Ratifizierung abzustimmen hätten, sondern glaubten, daß sie über den Schluß der Aussprache abstimmen sollten. Außerdem hatte die Regierung es versäumt, die Vertrauensfrage zu stellen, die nachträglich trotz der Erklärung des Ministerpräsidenten(die nur ein moralisches Gesicht hat) auch nicht nachgeholt werden konnte. Italien lehnt Unterzeichnung des Flottenvertrages ab onb London, 27. Febr. In ihrer Unterredung mit Eden und der britischen Flottenabordnung hat die italienische Abordnung, Preß Association zufolge, darauf hingewiesen, daß sie zurzeit nicht bereit sei, einen Flottenvertrag zu unterzeichnen. In einer hierauf bezüglichen amtlichen Mitteilung wurden als Gründe für diese Haltung sowohl die technischen Schwierigkeiten, die sich auf die Größe der Schlachtschiffe und die Frage der Lücken zwischen Schlachtschiffen und Kreuzern beziehen, als auch die Schwierigkeiten in der Verfahrensfrage angeführt. Der Verlautbarung zufolge kam später eine Besprechung mit der französischen Abordnung zustande, in der die Lage im Lichte der italienischen Haltung erörtert wurde. Sühnemaßnahmen und Flottenvertrag Italiens Gründe für die Nichtunterzeichnung Der italienische Botschafter Grandi sprach Donnerstag bei Eden vor. An der Besprechung nahmen außer mehreren Mitgliedern der italienischen Flottenabordnung auch der Erste Lord der Admiralität sowie der Erste Seelord teil. Preß Association bemerkt hierzu, daß diese Zusammenkunft einem Schritt der italienischen Abordnung auf der Flottenkonferenz folge, volitische Fragen aufzuwerfen, nachdem man sich vorher ausschließlich mit technischen Fragen beschäftigt habe. Unter diesen politischen Fragen befinde sich auch die Frage der Sühnemaßnahmen. Der italienische Vorschlag gehe wahrscheinlich dahin, die italienische Unterschrift unter den Flottenvertrag von der Zurückziehung der Sühnemaßnahmen abhängig zu machen. Die Engländer hätten den italienischen Vorschlag entschieden abgelehnt. Valowin Gegrunder Wehriannt Die Gleichschaltung der hauptwaffengattungen in England Darauf nahm ein soztalistischer Abgeordneter das Wort, um die Haltung seiner Partei darzulegen. Als auf der Rechten fortwährend Protestrufe laut wurden, begab sich der sozialistische Abgeordnete Brake auf die rechte Seite des Hauses und setzte sich neben die Abgeordneten der äußersten Rechten, um sie an den Zwischenrufen zu verhindern. Es entstand ein großes Durcheinander. Verschiedene rechtsgerichtete Abgeordnete versuchten, Brake von der rechten Seite des Hauses zu entfernen, während sich die Kammerdiener vergeblich bemühten, die Abgeordneten auf ihre Plätze zurückzubringen. Man sah erhobene Fäuste und der Sitzungssaal war von ungeheurem Lärm erfüllt. Die Sitzung wurde schließlich aufgehoben. Es dauerte jedoch noch einige Minuten, bis sich das Knäuel auf der rechten Seite des Hauses löste. onb London, 27. Febr. Baldwin gab am Donnerstag im Unterhaus eine Erklärung über die seit langem erörterte Frage der Koordinierung oder Gleichschaltung der drei Hauptwaffengattungen ab. Danach hat die Regierung beschlossen, daß der Ministerpräsident den Vorsitz des britischen Reichsverteidigungsausschusses beibehalten soll, daß aber ein Minister zum stellvertretenden Vorsitzenden der dem Ausschuß angehörenden Unterausschüsse über Wehrpolitik und Bedarfsdeckung ernannt werden soll, dem der Ministerpräsident folgende Aufgaben übertragen wird: 1. Die unausgesetzte Ueberwachung der Armee und der Fertigkeit des Verteidigungsausschusses, die Gleichschaltung der zur Durchführung bestimmten Maßnahmen und die monatliche Berichterstattung an den Ausschuß oder an irgendeinen von diesem ernannten Unterausschuß; Herausstellung von Maßnahmen, die noch nicht aufgegriffen worden sind oder zu langsam durchgeführt werden. 2. Bei Abwesenheit des Ministerpräsidenten übernimmt der betr. Minister den Vorsitz des Verteidigungsausschusses sowie der angegliederten Ausschüsse. 3. Eine weitere Aufgabe des Ministers wird die persönliche Fühlungnahme mit den verschiedenen Stabschefs sein. Er erhält auch das Recht, den Ausschuß unter seinem Vorsitz einzuberufen, falls er dies für notwendig halten sollte. 4. Ferner übernimmt der Minister den Vorsitz des Hauptausschusses für den Offiziersersatz. 5. Der stellvertretende Vorsitzende des Reichsverteidigungsausschusses wird die Pflicht haben, alle für die Verbesserung der Organisation geeignet erscheinenden Vorschläge zu machen. Dem bereits bestehenden Ausschuß für den Entwurf gemeinsamer Pläne werden drei Offiziere beigeordnet werden, und zwar je einer von der Armee, der Flotte und der Luftstreitkräfte. Der Name des in Aussicht genommenen stellvertretenden Vorsitzenden wird in Kürze bekannt. gegeben werden. Baldwin teilte mit, daß das Weißbuch über die englische Aufrüstung am kommenden Mittwochnachmittag zur Verfügung stehen wird, und daß die Aussprache hierüber am Montag und Dienstag der folgenden Woche stattfinden soll. Zur Begründung der eben angeführten Beschlüsse weist Baldwin auf die in den letzten Jahren zunehmende Arbeit des Kabinetts und insbesondere des Ministerpräsidenten hin, ein Umstand, der eine Entlastung dringend erforderlich mache. Die Ernennung eines stellvertretenden Vorsitzenden des Verteidigungsausschusses bedeutet nicht, daß sich der Ministerpräsident der letzten Verantwortung für die Zusammenarbeit der Verteidigung entziehen werde, noch kann von einer Schwächung der Verantwortlichkeit der einzelnen Wehrminister gesprochen werden. Aus alledem habe sich ergeben, daß es in naher Zukunft eine große Reihe wichtiger und schwieDeutschlands neueste Züge wurden der Oeffentlichkeit vorgeführt Dienstag veranstaltete die Reichsbahn Fahrten mit dem Henschel=Wegmann=Zug und der neuen rsig=Lokomotive an denen Vertreter der Behörden und der Presse teilnahmen. Diese neuesten hrzeuge bilden einen Markstein in der Entwicklungsgeschichte der deutschen Eisenbahn. Der Hen=Wegmann=Zug entwickelte eine Durchschnittsgeschwindigkeit von 150 Stundenkilometer und wird bedeutende Verkürzung der Reisewege auf langen Strecken bringen. Der Zug mit der Borsigomotive hat eine Maximalgeschwindigkeit im gewöhnlichen Verkehr von 175 Stundenkilometer erreichte er auf dieser Fahrt 192 Kilometer Bemerkenswert ist, daß der Bremsweg für den ganZua bei einer Geschwindigkeit von 150 Kilometer nur 1000 Meier beträgt. Unsere Bilder zeigen ie be aue Gose, ug ägmete und uchte de naue Beesehisgeltese er 43 die neue Borsig=Stromtinien=L Tanken. Das Winterhilfswerk im Monat März onb. Berlin, 27. Febr. Endkämpfe entscheiden. Der März als letzter Monat des Winterhilfswerks 1935=36 findet das ganze deutsche Volk geeint im Willen zum Durchhalten bis zum Enderfolg. Die 6. Reichsstraßensammlung am 1. März wird von der Deutschen Arbeitsfront durchge. führt. Zum Verkauf gelangt an diesem Tage eine von der Odenwälder Elsenbeinindustrie hergestellte Narzisse. Der folgende Sonntag(8. März) vereinigt zum letzten Male die große Tischgemeinschaft unseres Volkes um den Eintopf. Die deutsche Polizei aber läßt es sich nicht nehmen, ihre Verbundenheit mit allen Volksgenossen, deren Schutz und Wohl ihre Lebensaufgabe ist, erneut unter Beweis zu stellen. Sie wird am 21. und 22. März, dem„Tag der deutschen Polizei“, nochmals für das WHW werbend auf die Straße gehen. Einzelne Gaue haben überdies noch örtliche Veranstaltungen vorgesehen. Eine eigene WHW=Abschlußplakette wird in diesem Jahre nicht herausgegeben. Tue jeder sein Bestes, nach fünf Monaten des Kampfes den Endsieg erringen zu helfen. Neue Verordnungen des preußischen Landeskirchenausschusses dnb. Berlin, 27. Febr. Zur Wiederherstellung der Ordnung in den Kirchengemeinden und Kirchenkreisen hat der altpreußische Landeskirchenausschuß eine Verordnung erlassen, die den kürzlich vom Reichskirchenausschuß aufgestellten Richtlinien entspricht. In Zukunft wird die Selbstverwaltung der Kirchengemeinde durch den Gemeindekirchenrat allein ausgeübt, zugleich gehen auf ihn die Befugnisse der größeren Gemeindevertretung über. Gleichzeitig hat der altpreußische Landeskirchenausschuß eine Verordnung erlassen, nach der die bisherigen Rechtsausschüsse durch neue ersetzt werden. Diese vom Landeskirchenausschuß neu zu bildenden Rechtsausschüsse sind unabhängige Kirchenbehörden, die, ebenso wie im Staat die Gerichte, bei ihren Entscheidungen nur dem Gesetz unterworfen sind. hauszinssteuerzuschüsse in erster Linie für Kleinsiedlungen und Volkswohnungen ndz. Berlin, 27. Febr. Der Reichs= und preußische Arbeitsminister hat an die Landesregierungen einen Erlaß gerichtet, in dem auf Grund der neuen gesetzlichen Bestimmungen Richtlinien für die Verwendung der Rückflüsse der Hauszinssteuer=Hypotheken gegeben werden. Das Ziel der Aenderung der Reichsgrundsätze für den Kleinwohnungsbau sei, mit den knappen öffentlichen Mitteln eine möglichst große Wirkung zu erzielen. Die Beihilfen sollten nur dazu dienen, die bei vielen Bauvorhaben vorhandene Finanzierungslücke zu schließen. Die Festsetzung eines Höchstbetrages für das Beihilfedarlehen solle ferner dazu führen, daß nur solche Wohnungen und Siedlungen mit den Rückflüssen der Hauszinssteuerhypotheken gefördert werden, die so billig und bescheiden sind, daß sie für die minderbemittelte Bevölkerung wirklich geeignet sind. Von einer vollständigen Umarbeitung und Neufassung der Reichsgrundsätze habe er bewußt abgesehen, um einer künftigen reichsgesetzlichen Regelung des ganzen mit den Hauszinssteuerhypotheken zusammenhängenden Fragengebietes nicht vorzugreifen. Um diese Vereinheitlichung zu fördern, ersucht der Minister die nachgeordneten Behörden, unbedingt dafür Sorge zu tragen, daß die Rückflüsse in erster Linie für solche Bauvorhaben eingesetzt werden, die den Vorschriften des Reiches über Kleinsiedlungen und Volkswohnungen, in den Landkreisen auch über Eigenheime für ländliche Handwerker und Arbeiter sowie über Heuerlingswohnungen angepaßt sind. riger Verteidigungslagen geben würde, die unablässige Aufmerksamkeit verlangten. Da keine Aussicht zu bestehen scheine, daß sich die Anforderungen an den Ministerpräsidenten irgendwie vermindern würden, sei man nach Durchprüfung des ganzen Problems zu dem Ergebnis gekommen, daß der Ministerpräsident auf dem Gebiete des Verteidigungswesens eine besondere Unterstützung haben müsse. Der Reichsverteidigungsausschuß werde nach wie vor ein wesentliches Bindeglied in allen Wehrfragen bleiben. Chinus Vohschäfter denn Juhster Der neue chinesische Botschafter überreicht dem Führer sein beglaubigungsschreiben dub Berlin, 27. Febr. Das Deutsche Reich hatte ebenso wie andere Großmächte bereits im Vorjahre seine bisherige Gesandtschaft für China in Peking zur Botschaft erhoben und sie gleichzeitig nach Nanking verlegt. Demgemäß wurde auch die chinesische Gesandtschaft in Berlin in eine Botschaft umgewandelt Als Nachfolger des im Januar dieses Jahres auf einen anderen Posten versetzten Gesandten Liu hat der Präsident der Nationalregierung der chinesischen Republik nunmehr als ersten chinesischen Botschafter in Deutschland Seine Exzellenz Tien=Fong Scheng nach Berlin entsandt. Der neuernannte Botschafter wurde Donnerstag vom Führer und Reichskanzler zur Ueberreichung seines Beglaubigungsschreibens im„Hause des Reichspräsidenten“. Wilhelmstraße 73, empfangen Botschafter Scheng richtete bei Ueberreichung seines Beglaubigungsschreibens und des Abberufungsschreibens seines Vorgängers an den Führer und Reichskanzler eine Rede in seiner Landessprache. die in deutscher Uebersetzung wie folgt lautet: Herr Reichskanzler! Es gereicht mir zur besonderen Ehre, heute Eurer Exzellenz mein Beglaubigungsschreiben überreichen zu dürfen, durch welche Seine Exzellenz der Herr Präsident der Nationalregierung der chinesischen Republik mich zum Außerordentlichen und Bevollmächtigten Botschafter beim Deutschen Reich ernannt hat. Gleichzeitig gestatte ich mir, Eurer Exzellenz das Abberufungsschreiben meines Vorgängers, des Herrn Ministers Liu Chung=Chieh, zu überreichen, welcher die Ehre hatte, einige Jahre hindurch die chinesische Republik beim Deutschen Reich zu vertreten. Ich möchte ferner nicht unterlassen, Eurer Exzellenz im Namen meiner Regierung den verbindlichsten Dank auszusprechen für die Aufnahme, deren Herr Minister Liu ChungChieh seitens der Reichsregierung teilhaftig gewesen ist. Ich bin stets ein großer Bewunderer des deutschen Geistes, der das deutsche Volk in schwerem Ringen zum Sieg geführt hat. Die deutschen Errungenschaften auf politischem und wirtschaftlichem, ferner auf kulturellem und technischem Gebiet, haben bei mir größte Bewunderung gefunden. Ich betrachte es als eine große Ehre, der erste Botschafter meines Landes in Deutschland zu sein und hier in engere Beziehung mit deutschen Persönlichkeiten treten zu können. Die Beziehungen zwischen unseren beiden Ländern sind stets die denkbar freundschaftlichsten gewesen. Sie haben in den letzten Jahren insbesondere auf wirtschaftlichem und kulturellem Gebiet merkliche Vertiefung erfahren. In der gegenseitigen Erhebung der Vertretungen zu Botschaften ist auch ein sichtbarer Beweis dafür zu erblicken. Ich werde es mir stets zur edelsten Pflicht machen, diese bestehenden freundschaftlichen Beziehungen zwischen beiden Staaten zu pflegen und zu fördern und gebe mich der angenehmen Hoffnung hin, daß Eure Exzellenz und die Reichsregierung mich bei der Durchführung meiner Aufgabe unterstützen werden. Ich gestatte mir, Ihnen. Herr Reichskanzler, für das Wohlergehen Eurer Exzellenz und des Deutschen Reiches meine aufrichtigsten Wünsche hierdurch auszusprechen. Der deutsche Reichskanzler antwortete mit folgender Ansprache: Herr Botschafter! Ich habe die Ehre, aus den Händen Eurer Exzellenz das Schreiben entgegenzunehmen, durch das Seine Exzellenz der Herr Präsident der Nationalregierung der chinesischen Republik Sie als Außerordentlichen und Bevollmächtigten Botschafter bei mir beglaubigt. Gleichzeitig empfange ich das Abberufungsschreiben Ihres Herrn Vorgängers, des Gesandten Liu Chung=Chieh, dessen erfolgreiche Bemühungen um eine Vertiefung der politischen, wirtschaftlichen und kulturellen Beziehungen zwischen Deutschland und China ich dankbar anerkenne. Die hohe Wertschätzung, die Sie für das deutsche Volk und seine Errungenschaften auf den verschiedensten Gebieten zum Ausdruck bringen, findet bei uns freudigen Widerhall. Deutschland legt Wert darauf, die freundschaftlichen Beziehungen, die seit langem zwischen unseren Ländern bestehen, sorglich zu pflegen und zu vertiefen. Die Erhebung der beiderseitigen diplomatischen Vertretungen zu Botdnb. Berlin, 27. Febr. Flandins Plädoyer in der Kammer zu Gunsten des französisch=sowjetrussischen Paktes brachte, wie die Deutsche Diplomatisch=Politische Korrespondenz u. a. ausführt, keine neuen Gesichtspunkte, die Deutschland eine Aenderung seines Urteils hätten ermöglichen können. Ueberdies sei Flandin auf die von deutscher Seite immer wieder gegen den Pakt pflichtgemäß geltend gemachten Einwände nicht weiter eingegangen. Gegenüber der Ansicht Flandins, daß der Russenpakt in rechtlicher Hinsicht durch den Einbau in den Rahmen von Genf und Locarno gerechtfertigt sei, müsse immer wieder geltend gemacht werden, daß diese These in den entscheidenden Punkten einer genauen Prüfung standhalte. Denn entscheidend sei nicht die äußerliche Wahrung der Form, sondern entscheidend sei vielmehr, daß der Russenpakt nach seiner ganzen Vorgeschichte und nach den in ihm liegenden Möglichkeiten im Widerspruch zum Geist und Sinn des Locarno=Abkommens stehe. Der Locarno=Vertrag hat, so schreibt die Deutsche Diplomatisch=Politische Korrespondenz, bekanntlich den beiden garantierten Mächten ihre Grenzen gesetzt. Wenn sie für den einen Teil ihre Geltung behalten sollen, dann ist die Voraussetzung dafür die, daß die für den anderen Teil gesteckten Grenzen in gleichem Maße und mit der gleichen Loyalität eingehalten werden. Für Frankreich sind diese Grenzen doppelter Art: Sie sind einmal geographischer Natur, schaften ist ein Zeichen dieses Willens und ein Ausdruck der Freundschaft, die unsere Völker verbindet. Daß Sie als der erste Botschafter Chinas in Deutschland es als Ihre vornehmste Pflicht betrachten, die mannigfachen freundschaftlichen Verbindungen zwischen unseren beiden Ländern zu fördern und auszubauen, begrüße ich lebhaft und bitte Sie versichert zu sein, daß Sie hierbei stets meine und der Reichsregierung vollste Unterstützung finden werden. Die freundlichen Wünsche, die Eure Exzellenz für das Wohlergehen des Deutschen Reiches und für mich persönlich ausgesprochen haben, erwidere ich mit bestem Dank und heiße Sie, Herr Botschafter, im Namen des Deutschen Reiches herzlich willkommen. Hieran schloß sich eine Unterhaltung des Führers mit dem Botschafter, der ihm alsdann die vier diplomatischen Mitglieder seiner Gesandtschaft vorstellte. dub Berlin, 27. Febr. Der Reichssportführer von Tschammer und Osten hielt am Donnerstagabend auf einem Empfang des Außenpolitischen Amtes eine längere Rede, die einen Rückblick auf die 4. Olympischen Winterspiele und einen Ausblick auf die 11. Olympischen Spiele gab. Der Reichssportführer ging zunächst auf die politische Bedeutung der sportlichen Länderkämpfe im Ausland ein und erinnerte in diesem Zusammenhang vor allem an den großen Fußballkampf in England, der dem englischen Volke zeigen sollte, daß die deutschen Sportler anständig kämpfen und ebenso anständig verlieren könnten. Auf die glanzvollen Tage von Garmisch=Partenkirchen eingehend, stellte der Reichssportführer fest, daß die Olympischen Winterspiele noch nie einen solchen Resonanzboden für die Verständigung unter den Völkern gefunden hätten, wie gerade diesmal. Die 4. Winterspiele in Garmisch=Partenkirchen waren von allem Glück begünstigt und brachten neben einem Rekordbesuch auch ein wahres Rekordwetter, Weit über 1000 Kämpfer aus 28 Ländern stellten sich vor fast eine Million Zuschauern zum friedlichen Wettstreit. Entsprechende Höchstzahlen konnte der Reichssportführer über die technischen Einrichtungen in onb London, 24. Febr. Die ungeklärte Lage in Japan findet weiterhin die ungeteilte Aufmerksamkeit nicht nur der englischen Oeffentlichkeit, sondern auch der Londoner Amtsstellen. Nach den letzten hier eingegangenen Berichten steht am Donnerstag jedes öffentliche Gebäude von Bedeutung in Tokio unter dem Schutz von Militär, das in der Nacht in die Hauptstadt einrückte. Während die der Zensur unterliegenden unmittelbaren Nachrichten aus Tokio besagen, daß die Stadt wieder ruhig sei, erklären über Dairen einlaufende Meldungen, die Lage sei von einer endgültigen Regelung weit entfernt, zumal auf der Todesliste der„Armeepatrioten“ noch eine Reihe weiterer Staatsmänner stehe. Nach englischen Meldungen waren in den frühen Morgenstunden des Donnerstag die Putschisten noch im Besitze der von ihnen besetzten Gebäude, doch sollen sie sich bei Gewährung zum anderen betreffen sie die Entschlußfreiheit, die Initiative zur Intervention. Daraus ergibt sich, daß Frankreich, nachdem es nun einmal den Locarno=Vertrag abgeschlossen hat, nicht weiter die Freiheit für sich in Anspruch nehmen konnte, seine Interventionspolitik, die auf die Tschechoslowakei und Polen beschränkt war, auf Räume und Möglichkeiten auszudehnen, die beim Abschluß des Locarno=Vertrages nicht vorgesehen waren, und die zwangsläusig für Deutschland das Risiko, in einen Konflikt mit Frankreich verwickelt zu werden, erhöhen müssen. Der LocarnoVertrag hat die Eigenmächtigkeit einer kriegerischen Aktion zwischen Deutschland und Frankreich ausschalten wollen. Wenn Frankreich hier nun geltend macht, daß sein etwaiges Eingreifen im Zusammenhang mit dem Russenpakt als eine Handlung im Rahmen des Völkerbundes betrachtet werden müsse, so steht der für diesen Fall eingenommene Standpunkt in auffälligem Widerspruch mit jenem, den es im Mittelmeer eingenommen hat. Denn hier machte Frankreich zur Voraussetzung einer Hilfeleistung(zu Gunsten Englands), daß eine gemeinsame Völkerbundsaktion vorliegen müsse. Im Falle des Rufsenpaktes wird aber gerade umgekehrt die Möglichkeit einer eigenmächtigen Beistandsleistung (zu Gunsten der Sowjetunion) vorbehalten. Sie soll auch dann erfolgen, wenn kein Genfer Beschluß dazu ermächtigt. Ja, das Ausbleiben einer einstimmigen Ratsentscheidung vermag im Gegenteil gar den Bündnismechanismus auszulösen. Beim Verlassen des Hauses erwies die Ehrenwache dem Botschafter militärische Ehrenbezeugungen wie bei seiner Ankunft. Die Rückfahrt zur chinesischen Botschaft erfolgte unter den eleichen Formen wie die Hinfahrt zum„Haus des Reichspräsidenten“. Einige Zeit später empfing der Führer und Reichskanzler in der üblichen Weise den neuernannten Gesandten der Vereinigten Staaten von Mexiko. Herrn Dr. Leonides Andreu Almanzan, um ein Beglaubigungsschreiben und das Abberufungsschreiben seines Vorgängers, Dr. Leopoldo Ortiz, entgegenzunehmen. Die bei dieser Gelegenheit gehaltenen Reden brachten die zwischen beiden Völkern von alters her bestehenden großen Sympathien und die aufrichtige Freundschaft zum Ausdruck, die seit einem Jahrhundert zwischen Deutschland und Mexiko herrscht, und die auch im Weltkrieg keine Trübung erfahren hat. Nach Abschluß der Empfänge begab sich der Führer in den Ehrenhof des„Hauses des Reichspräsidenten", und schritt dort die Front der Ehrenwache ab. Hierauf fuhr er im offenen Kraftwagen durch die Wilhelmstraße nach der Reichskanzlei zurück. Er wurde hierbei von der Menge, die sich als Zuschauer zahlreich in der Wilhelmstraße eingefunden hatte, begeistert begrüßt, wofür der Führer freundlich dankte. Garmisch=Partenkirchen nennen. Mit weit über 100 Mikrophonen brachte es der Rundfunk auf 40 Sendungen täglich, die zum Teil in 18 Sprachen übermittelt wurden. Der Film fing das großartige Geschehen mit Hilfe von 55 Operateuren ein. Die Reichspost vermittelte 51000 Ferngespräche aller Art bis zu einer Stunde Dauer. 14000 Telegramme bis zu 500 Wörtern mußten abgewickelt werden Der Eingang der Postsendungen betrug.5 Millionen und der Zugang annähernd 2 Millionen. Täglich wurden für 20000 RM. Olympiamarken verkauft. Die Deutsche Reichsbahn zeigte sich gleichermaßen dem riesigen Verkehr gewachsen. Am Schlußsonntag brachten 52 Züge 80000 Fahrgäste nach Garmisch=Partenkirchen. Der Reichssportführer fuhr dann u. a. fort: Zum äußeren Geschehen gesellte sich das unerhörte Erlebnis der Kameradschaft aller Teilnehmer der kämpfenden Nationen. Es mögen vielleicht manche von ihnen voreingenommen nach Deutschland gekommen sein, doch unter der Sonne von Garmisch= Partenkirchen schmolz das Eis der Voreingenommenheit dahin. Ich vergesse aber auch nicht, in diesem Zusammenhang den Widerhall zu erwähnen, den die Winterspiele von Garmisch=Partenkirchen in der Presse des Auslandes und in den Reden der für die Olympischen Spiele verantwortlichen Männer gefunden haben. freien Abzuges in ihre Kasernen zur kampflosen Uebergabe bereit erklärt haben. Irgendwelche besonderen Maßnahmen gegen die Putschisten, die auch jetzt noch regelmäßig ihre Verpflegung erhielten, seien, so viel man sehen könne, nicht getroffen worden. Eine spätere Meldung besagt, daß die Beamten des Innenministeriums zur Wiederaufnahme ihrer Arbeit aufgefordert worden seien, da die Putschisten das Gebäude geräumt hätten. Donnerstag früh um 6 Uhr hatten die Mitglie. der des geschäftsführenden Kabinetts Goto, die trotz ihres Rücktrittsgesuches gebeten wurden, vorläufig im Amte zu bleiben, eine Besprechung mit den Mitgliedern des Obersten Kriegsrates, an die sich eine Aussprache mit den Vertretern des Kriegsministeriums und des Generalstabes über die Abwehrmaßnahmen anschloß. Auch der Kaiser von Japan hatte im Laufe des Tages mehrere Besprechungen über die Lage. General Kaschii, der zum Militärgouverneur von Tokio ernannt worden ist, veröffentlicht einen Aufruf, in dem er die Bevölkerung auffordert, bei der Aufrechterhaltung von Ruhe und Ordnung mitzuwirken und den umlaufenden Gerüchten keine Aufmerksamkeit zu schenken. In dem Aufruf heißt es, dem„Evening Standard“ zufolge, der Grund für die Verhängung des Kriegsrechtes sei die Notwendigkeit, Schutzmaßnahmen gegen die „Roten" zu treffen. Das Kriegsrecht sieht u. a. eine scharfe Zensur für alle Nachrichten aus Japan vor.— Die diplomatischen Vertreter der in Tokio beglaubigten Mächte sprachen am Donnerstag im japanischen Auswärtigen Amt vor, um ihr Beileid zum Tode der japanischen Staatsmänner auszudrücken. An Stelle des ermordeten Takahaschi ist Machida zum vorläufigen Finanzminister ernannt worden. Akulow soll operiert werden dnb. Moskau, 27. Febr. Der aus Stockholm mit einem Flugzeug nach Moskau geholte schwedische Gehirnchirurg traf am Donnerstag hier ein. Er soll eine Operation an dem Generalsekretär des Zentralexekutivkomitees der Sowjetunion, Akulow, vornehmen, der einen Unfall auf der Eisbahn erlit'en hat. Akulow war früher Generalstaatsanwalt der Sowjetunion. Seit Juni 1935 amtiert er als Generalsekretär des Zentralexekutivkomitees der Sowjetunion. Sein Vorgänger auf diesem Posten war Jenukidse. Entscheidung in Tokio nicht vor Freitag fruh! Donnerstag abend wurde in Tokio bekannt, daß die Putschisten versprachen, Freitag früh in ihre Kaserne abzurücken, und zwar in voller Bewaffnung und mit Bagage. Die Entscheidung fällt also spätestens Freitag früh. Die Regierungsagentur Domei spricht von einem Kompromiß, das zwischen den Generalen Mazaki und Abe einerseits und Führern der jungen Offiziere andererseits zustande gekommen sein soll. Takahaschi seinen Verletzungen erlegen Finanzminister Takahaschi ist, wie amtlich bekanntgegeben wird, am Mittwoch seinen schweren Verletzungen erlegen. Prinz Saionji, der einzige noch lebende„alte Staatsmann“, der sich vorübergehend nach Schizuoka zum Oberpräsidenten begeben hatte, ist am Donnerstag in sein Landhaus nach Oditsu zurückgekehrt. Neue Enthüllungen über die kommunistische Wühlarbeit in Polen onb. Warschau, 27. Febr. Ueber die kommunistische Wühlarbeit in Polen, auf die der Innenminister Raczkiewicz in seiner kürzlichen Rede im Seim besonders hingewiesen hat, bringt eines der Blätter des polnischen Regierungslagers weitere Einzelheiten. Dabei wird vor allem auf die Gefahren der neuen Taktik der Komintern hingewiesen, nicht offen von Seiten der kommunistischen Partei aufzutreten, sondern andere politische Gruppierungen kommunistisch durchzusetzen. Die Kommunisten versuch en, so schreibt das Blatt, in alle politischen Gruppen einzudringen, die aus irgendeinem Grunde mit der Regierung unzufrieden seien. So drängen sie nicht nur in die marxistischen Gewerkschaften, sondern auch in nationale Organisationen und in die bäuerlichen Parteien ein und suchten dort Einfluß zu gewinnen. Besonders richte die kommunistische Arbeit ihre Aufmerksamkeit auf die Verbände der dörflichen Jugend und der Arbeiterjugend, auf den nationalistischen Sokolverband, auf den Verband der kath. Jugend und endlich auf Jugendorganisationen an den höheren Schulen. Das Blatt fordert daher zur größten Wachsamkeit gegenüber dem Feinde Polens auf, der sich unter tausend Namen zu decken suche und unter einer vielgestaltigen Maske seine Arbeit verrichte. Schüsse auf Persouenkraftwagen rwd. Bochum, 27. Febr. Zu dem Attentat auf den Kraftwagen des Diplomingenieurs Albert Schürhoff aus Gevelsberg, das am 19. Februar gegen 23 Uhr auf der Landstraße von Haßlinghausen nach Gevelsberg verübt wurde, kann erfreulicherweise mitgeteilt werden, daß in dem Befinden der verletzten Ehefrau Schürhoff eine Besserung eingetreten ist. Es wird damit gerechnet, daß die Frau mit dem Leben davonkommt. Trotz angestrengter und eingehender Nachforschungen der am Tatort weilenden Mordkommission der Landeskriminalpolizeistelle Bochum hat der Täter bisher nicht ermittelt werden können. Alle Volksgenossen werden erneut auf die vom Regierungspräsidenten ausgesetzte Belohnung von 500 Mark aufmerksam gemacht und gebeten, nach wie vor an der Aufklärung mitzuwirken und der Polizei zweckdienliche Mitteilungen zu machen. Inzwischen hat sich der dringende Verdacht eines weiteren Attentats auf einen Kraftwagen ergeben. In der Nacht vom 15. zum 16. Februar — vom Samstag zum Sonntag— befuhr ein Autodroschkenbesitzer aus Linderhauser die Kölner Straße von Milspe nach Schwelm. Mehrere Insassen des Wagens haben gegen 2 Uhr in der Gegend Rahlenbecke, kurz hinter dem Eisenbahnviadukt, zwei kurz auseinanderfolgende Schüsse gehört, die anscheinend von zwei dort am Straßenrand stehenden verdächtigen Personen abgegeben worden waren. Die Schüsse trafen jedoch nicht. Alle Volksgenossen werden gebeten, auch diesbezügliche Beobachtungen der Polizei mitzuteilen. Der Frauenmord in Duisburg rwd. Duisburg, 27. Febr. Der Mord an der Prostituierten Aenne Müller ist von der Kriminalpolizei Duisburg jetzt restlos geklärt worden. Der Täter, dessen Festnahme bereits berichtet wurde, hat in der vergangenen Nacht ein umfassendes Geständnis abgelegt. Er hat die Aenne Müller im Laufe einer heftigen Auseinandersetzung durch mehrere Hiebe mit einem Schraubenschlüssel erschlagen und die Leiche nach Zerstückelung mit einer Papierzerschneide=Maschine zu den verschiedenen Fundorten gebracht. Gegen den Mörder ist Haftbefehl erlassen worden. Berlin. Der Führer und Reichskanzler empfing heute den neuernannten deutschen Gesandten für Estland. Frohwein. Paris. Der eine der Direktoren der Zeitung „Action Francaise“. Maurras. und der verantwortliche Geschäftsführer Delest sind am Mittwoch aufs neue im Zusammenhang mit den Ermittlungen über den Anschlag auf Leon Blum verhört worden. London. Ueber das Ergebnis der gestrigen Kabinettssitzung berichten die Morgenblätter, daß die englische Regierung auch jetzt nicht die Absicht habe. bei den bevorstehenden Genfer Beratungen über die Frage einer Oelausfuhrsperre führend voranzugehen. Nach wie dor andereindur Die Deutsche Diplomatisch-Politische Korrespondenz zur Flandin-Rede Gihmpische Spleie=Beenn 133 Eine Rede des Reichssportführers auf einem Empfangsabend des Außenpolitischen Amtes Rodkf keins Aiäeung ni ronto Nr. 58 weites Slatt des Stadtanzeigers ür Caktrov=Rausel und Umselane Freitag, den 28. Februar 1936 Aaushaltsplan sar 1030 Oberbürgermeister Dr. Anton ist optimistisch— Stadtkämmerer Burgermeister Schulze zur Finanzlage der Stadt— Die alten Steuersätze bleiben— 200000 RM. für außerordentliche Schuldenabdeckung— 1899800 RM. ungedeckter Fehlbetrag bei 1944000 RM. Wohlfahrtslasten Aus der Sitzung der Ratsherren N 8124 Die für gestern einberufene Beratung der Ratsherren der Stadt Castrop=Rauxel wurde um 4 Uhr vom Oberbürgermeister Dr. Anton in der Aula der Höheren Mädchenschule eröffnet. Vor Eintritt in die Tagesordnung gedachte er der Todesovfer auf der Zeche„EmscherLivve“ und des NS=Landesstellenleiters der Schweiz Gustloff. Zu ihren Ehren erhoben sich die Anwesenden von den Sitzen, um ihnen ein kurzes Gedenken in ehrfürchtigem Schweigen zu widmen. sden. bes—3, Heskernlschaelftses aidet ait sehe schwach im Saale vertreten, doch sei immerhin gegen früher schon ein Fortschritt zu verzeichnen. Mit Entschuldigung sehlten die Ratsherren Paulus. Flender und Vogt Die Stadtverwaltung war u. a. vertreten durch Bürgermeister Schulze: Stadtbaurat Schmitz Magistratsrat Abbee. Schlachthofdirektor Dr. Wilvers, Stadtarzt Dr. Schick. Rechnungsdirektor Kuhn und Verwaltungsdirektor Kortkamp, die im Laufe der Beratung des öfteren Gelegenheit nahmen. Aufklärung über ihr Arbeitsgebiet betreffende Fragen zu geben. Zunächst wurde den Ratsherren durch den Oberbürgermeister Kenntnis von der Erteilung der Entlastung der Jahresrechnung 1933 seitens des Regierungspräsidenten gegeben. desgleichen von dem Ergebnis der vorgenommenen Prüfung der Jahresrechnung. Bei dieser Gelegenheit teilte Oberbürgermeister Dr. Anton auch mit, daß das seither städtische Reisebüro am 7. März verlegt und am 1. April endgültig in Privatleitung übergehen werde. Er bat. der Einrichtung auch weiterhin das Interesse zu bewahren und sie im Bedarfsjalle in Anspruch nehmen zu wollen. Weiter wurden die Ratsherren zur Genehmigung einer Anzahl von über= und außerplanmäßiger Ausgaben des Haushaltsplanes für 1935 Heniäden aul den Schshalbol. Jols Fül dir Be. hebung eines Heizkesselschadens in der Hindenburgschule. 7000 RM für Kleinrentnerunterstützung usw. Daran schloß sich eine kurze Beratung über die 4. Nachtragshaushaltssatzung für das Rechnungsjahr 1935. die Mitteilung über den Erlaß eines 1. Nachtrages zur kommunalen Verwaltungsgebührenordnung und Verlängerung der Geltungsdauer der Gebührenordnung über den 31. 3. 1936 hinaus. über die Festsetzung der Müllabfuhrgebühren, der Kanalbe= nutzungsgebühren und der Schlachthofbenutzungsgebühren für das Rechnungsjahr 1936. Da letztere sich durchweg innerhalb der gewohnten Grenzen hielten, erfolgte keine Wortmeldung. Den Hauptteil der Sitzung, die über vier Stunden währte, nahm die rusen, daß die Ueberweisungssteuern von 690000 RM. auf 990000 RM. hochschnellten und auch die Grundvermögenssteuern um 24000 RM. anzogen. Dafür ging allerdings die Einnahme bei den Gewerbesteuern um 56.000 RM. zurück. Die Gemeindezuschläge waren hier zwar um 79 800 RM. gestiegen, dafür wurde aber die Senkungsentschädigung des Staates um 135000 RM. gekürzt. Ob wir die in diesem Jahre unverändert übernommenen Senkungsentschädigungen bei der Gewerbesteuer im vollen Umfange bekommen, ist zweiselhaft, weil diese Senkungsentschädigung künftig solchen Gemeinden nicht mehr gezahlt werden soll, deren Finanzlage als einigermaßen gesichert anzusehen ist. Es kommt also darauf an, wie die Ministerialinstanz unsere Finanzlage ansieht. Ich möchte glauben, daß die Entscheidung für uns günstig ausfallen wird: denn ich wies ja bei Betrachtung der Wohlfahrtsausgaben schon darauf bin, daß wir ohne Reichsund Staatsbeihilfen nicht auskommen. Dann kann man aber auch von einer gesicherten Finanzlage nicht sprechen. Bei der Grundvermögenssteuer ist die Senkungsentschädigung von vornherein mit 14000 RM. niedriger eingesetzt, weil sie für den sogen. älteren Neuhausbesitz nicht mehr gezahlt wird. Als Aufkommen der Steuerpflichtigen sind bei der Gewerbesteuer rund 100000 RM. mehr veranschlagt, während die Bürgersteuer mit 36.000 WAN Veratung der Gaushaltsfahung für das Bechilungsfähr 1930 in Anspruch. Sie wurde in Verbindung mit der] Unter Berücksichtigung der Aenderungen, die sich Besprechung der Haushaltspläne für 1936 durchge= inzwischen schon als notwendig gezeigt haben, schließt führt. Die Haushaltssatzung selbst, die den Rats= der diesjährige Nettohaushalt ab: dr„##### Lalande# Martlaut; in der Einnahme mit in der Ausgabe mit herren vorgelegt wurde, hat folgenden Wortlaut: „Auf Grund der§§ 83 ff. der Deutschen Gemeindeordnung vom 30. 1. 1935(RGBl. I S. 49) wird nach Beratung mit den Ratsherren folgende Haushaltssatzung festgestellt: S 1. Der dieser Satzung als Anlaae beigefügte 4 272 736 6 250 230 4 1977 494 4 2 619 800 § 1. Der dieser Satzung als Anlage beigefügte zu verzeichnen ist Haushaltsplan für das Rechnungsjahr 1936 wird am Bariahre### im ordentlichen Haushaltsplan Der ungedeckte Fehlbetrag beträgt somit gegenüber im Vorjahre, sodaß eine Minderung um 642 306 in den Einnahmen auf in den Ausgaben auf „Im Vorjahre betrug die Nettoeinnahme 4 502.596 „„ gm. RM., die Nettoausgabe 7 122 396 RM. Bei der Ein5 672 700 NM., nahme ist also ein Rückgang um 230140 RM., bei 7572 500 RM., der Ausgabe ein solcher von 872 446 RM. zu verzeichnen. Aus dem Unterschiede be der Zahlen ergibt sich die eben erwähnte Minderung des Fehlbe1899 800 RM., trages um 642 306 RM. Die Weniger=Einnahme ist in der Hauptsache in dem Rückgange der Reichswohlfahrtsbeihilfe um 350 000 RM. begründet, der in der WenigerAusgabe für Wohlfahrtserwerbslose von rund 850 000 RM. seine natürliche Erklärung findet. ltsplan] Die Zahl der unterstützten Parteien ist in der 435 665,75 RM., Erwerbslosenfürsorge in der Zeit vom 1. 4 1935 bis RM., 1. 2. 1936 von 2323 auf 1693, also um 684 Parteien 435 603.49 2— zurückgegangen, dafür ist aber die Zahl der übrigen unterstützten Parteien von 1781 auf 1934. also um § 2. Die Steuersätze für die die für jedes Rechnungsjahr neu festzusetzen sind, 1. April 1935 4103 Parteien somit mit einem ungedeckten Fehlbetrag von im Nebenhaushaltsvlan über die Hauszinssteuerhypotheken=Verwaltung in den Einnahmen auf 73 440 RM., in den Ausgaben auf 73 440 RM., und im außerordentlichen Haushalto#lan in den Einnahmen auf: in den Ausgaben auf festgesetzt. werden wie folgt festgesetzt: 1. Grundvermögenssteuer I am 300 lich veranlagten Grundbetrages(bei dem älteren Neuhausbesitz ist der Steuersatz auf Grund der Verordnung vom 19. Oktober 1933 auf 150 v. H. gesenkt). Grundvermögenssteuer II 260 v. H. des staatveranlagten Grundbetrages.(landwirtschaftgärtnerisch benutzter Grundbesitz), Gewerbesteuer(einschließlich Zweigstellensteuer) a) nach dem Ertrage 560 bzw. 672 v. H. des staatlich veranlagten Grundbetrages. b) nach der Lohnsumme 2320 bzw. 2784 v. H. des staatlich veranlagten Grundbetrages. 4. Bürgersteuer 500 v. H. des Reichssatzes. § 3. Der Höchstbetrag der Kassenkredite, die im ..# sonen unterstützt. v. 5. des staat: gwährend allo;. 1 Februar 1936 3573 Parteien mit 8524 Perlich lich. 3. dann noch, daß die Arbeitslosigkeit weiter bekämpft wird und Reich und Staat der Stadt einstweilen noch weiter helfen. Oberbürgermeister Dr. Anton dankt anschließend dem Vorredner für seine Ausführungen. Die Lage könne, so juhr er dann fort, gewiß noch nicht als rosig bezeichnet werden; man habe im Gegenteil alle Veranlassung zu sparsamem Wirtschaften. Unter dieser Losung sei auch die Aufstellung der Haushaltspläne erfolgt Er warne davor. in das Horn hinein zu tuten. als ob es Castrov= Rauxel besser gehe als anderen Kommunen. Derartige Neidereien dürften im nationalsozialistischen Staate eigentlich gar nicht vorkommen. Mit lebhaftem Dank und aufrichtiger Freude gedachte Redner dann der im letzten Jahre stark zu Tage getretenen Initiative der heimischen Industrie, durch die die Erwerbslosigkeit weiter gesenkt werden konnte. Nach diesen allgemeinen Ausführungen begann zst. während die Bürgersteue.r, mit.36 000 Oberbürgermeister Dr. Anton mit der DurchRM. höher eingesetzt ist. An Ueberweisungssteuern sprechung der gesamten Haushaltspläne. In Beging werden 43.500 RM. mehr erhofft. Die im Vorjahre verwies er auf die den Erlauterungen zum Entwurf bei der Bürgersteuer auf 30.00 RM. geschätzte Min= deg Haushaltsplanes durch Rechnungsdirektor Kuhn derungsentschädigung ist nicht eingegangen. vorgesetzten allgemeinen Bemerkungen, auf die wir Erfreulich ist die Entwicklung bei der Schulden= noch morgen zurückkommen werden. Perwattang. Die Allgemeine Verwaltung erfordert einen Die Schulden sind gegenüber dem Vorjahre von 7 727 250 RM. auf 7325 150 RM., also um 402 100 Zuschuß von 207872 RM., RM. zurückgegangen. Es wurden 150.000 RM. die Polizeiverwaltung einen solchen von 289 300 planmäßig und 130000 RM. außerplanmäßig ge= RM, die Bauverwaltung 518 900 RM. Eam dig nar 9 Tahran für die Nor 22“; o Sahberchattung 318 u0 2c tilgt. 70000 RM., die vor 2 Jahren für die Verbandsstraße NS. VIII ausgenommen waren. wurden vom Siedlungsverband übernommen. Der Kassenkredit wurde um 100000 RM. gekürzt, während die geplante Umschuldung von Bürgschaften in Höhe von 37000 RM. an der ablehnenden Haltung des Ministers scheiterte. Neu hinzugekommen sind nur 85 000 RM. sogen. Innenverschuldung. Obwohl mit dem 1. Oktober 1936 die bis dahin ausgesetzte„Tilgung Hauverwaltung 518900 RM. Während sich bei der Betriebsverwaltung: Schlachthof mit 74 700 RM., Fuhrpark mit 37100 RM., Müllabfuhr mit 129000 RM. selbst tragen, erfordern die Badeanstalten bei 6800 RM Einnahmen, an Ausgaben 18 200 RM Die Anschlagsäulen ergeben einen Ueberschuß, da 3500 RM. Einnahmen bei rund 150 RM. Ausgaben zu erwarten sind. Die Friedhöfe sind in der Einnahme mit 8500 und in der Ausgabe mit 27700 RM. in Ansatz gebracht. Bei den Städt. 1. Oktober 1936 die bis dahin ausgesetze„Fleung mit 27 700 RM. in Ansatz gebracht. Be der Umschuldungsanleihe mit rund 51 000 RM. ein Gasthäusern werden 8600 RM. an Einnahmen, bei setzt, beträgt der gesamte Mehraufwand des Schul= 4750 RM. an Ausgaben erwartet. Die erstmalig bedendienstes nur 6000 RM., weil infolge des Schul= sonders ausgeführte denrückganges 45000 RM. weniger für Verzinsung aufzubringen sind. Eine Entlastung im Schuldendienst erfährt vor allem die Badeanstalt. weil das zum Bau s. Zt. ausgenommene Notstandsdarlehn nunmehr ganz getilgt ist. Dadurch eine Senkung des Zinsendienstes von 12971 RM. auf 6231 RM. ein und der Zuschuß für die Badeanstalt gehi ersreulicherweise von 20 300 auf 11 400 RM. zurück Einen Rückgang des Schuldendienstes verzeichnet auch die Tiefbauvetwaltung mit 14000 RM., sowie Fuhrvark und Volksschulverwaltung, diese allerdings nur mit geringeren Beträgen. Ungünstig wirkt sich die Sache bei der Liegenschaftsverwaltung aus. Dort steigt der Schuldendienst von 49376 RM. auf 56 626 RM. an. weil unglücklicherweise gerade die für diese Verwaltung ausgenommenen Anleihen fast ausschließlich umgeschuldet sind. Um hier auszugleichen, ist im außerordentlichen Haushaltsvlan eine verstärkte Anleihetilgung vorgesehen. Das „Gartenverwaltung“ schließt in der Einnahme mit 7200 und in der Ausgabe mit 26 800 RM. ab. Der Gesamtzuschußbedarf der Betriebsverwaltung bezifsert sich auf 43.000 RM. gegenüber 68 295 RM. im Vorjahre. Bei der Schulverwaltung finden wir. daß der Haushaltsvlan für die Volksschule in der Einnahme 110 110 RM. ausweist und in der Ausgabe 633 900 RM. beim Realgymnasium sind an Einnahmen 79 250 RM. und an Ausgaben 237 900 RM. in Ansatz gebracht, beim Oberlyzeum mit Frauenschule sind die entsprechenden Zahlen 55 900 und 144900 RM., bei der Städtischen Berufsschule 56 100 und 100 500 RM. und bei der Bergmännischen Berufsschule 40 RM. und 1100 RM. Insgesamt erfordert das Schulwesen der Stadt Castrov=Rauxel eine Ausgabe von 1123 500 RM. In der Abteilung Kunst und Wissenschaft sind für Stadtbücherei. VolksbildungsveranstaltunWährend also im April 1935 etwa jeder 6. Einwohner öfentlich unterstützt wurde, bezieht heute nur noch etwa jeder 7. Einwohner Unterstützung. Dennoch stehen die Gesamt=Wohlsahrtsausgaben auch heute noch auf recht beträchtlicher Höhe Einer Gesamtausgabe von rund 1 100 000 RM. im Jahre 1927 stehen rund 2350000 RM. im Jahre 1936 gegenüber. Das sind 1 250000 RM. mehr. In Anbetracht dieser Zahl bedarf es eines weiteren Beweises dafür wahrlich nicht, daß die hohen Wohlfahrtsausgaben auch heute noch die Finanzkraft der Stadt wesentlich beeinflussen und ihre schnellere Aufwärtsentwickelung hindern. Wir sind deshalb auch weiterhin auf Reichs= und Staatsbeihilfen angewiesen wenn geordnete Kassenverhältnisse bestehen bleiben sollen.— Daneben ist natürlich auch weiterhin noch größtmöglichste Sparsamkeit unbedingtes Erfordernis. Unter Gesichtswinkelist auch diesmal wieder der Gesienice Bisteno Iie Keas lac.sis el. je Kopf betragen, also um 5,40 RM. je Kopf zurückgegangen sind. 9 X. Der Poanverrag ver Ranentrevtte, vir:., diesem Gesichtswinkel ist auch diest laufenden Rechnungsjahr zur Aufrechterhaltung Haushaltsplan aufgestellt. Einsparungen sind überdes Betriebes der Stadtkasse in Anspruch genom; all da erfolgt, wo sie möglich waren. men werden dürfen, wird auf 250 000 RM. fest: Die höheren Ansätze, die sich hier und da vorsind 148 126 5 finden, haben sich meist zwangsläufig ergeben. wie z. B. die Erhöhung der Provinzialabgaben um 14 000 RM., der Umlage des Siedlungsverbandes um 12000 RM. und des Landesschulkassenbeitrages um 20000 RM infolge Steigerung der sogenannten mnebeträge, die zur Bestreitung von Mehrstellen infolge Rückganges der Schülerzahl. Nur auberordentlichen Haushaltsplane= bei einigen wenigen Positionen wurder aus eigener werren im Rechnungsjahre 1936 Entschließung die Ansätze gegenüber dem Vorjahre gesetzt. In diesem Höchstbetrage sind 146 126.56 RM. Kassenkredite enthalten, die auf Grund früherer Ermächtigungen aufgenommen und noch nicht zurückgezahlt sind. § 4. Darlehnsbeträge, die zur von Ausgaben des dienen sollen. nicht aufgenommen.“ Zur Haushaltssatzung und zu den Haushaltsplänen machte Stadtkämmerer Bürgermeister Schulze folgende Ausführungen: Wie schon in den allgemeinen Vorbemerkungen zu den Erläuterungen des diesjährigen Haushaltsblanes hervorgehoben ist, wird auch diesmal der Daushaltsplan von den immer noch verhältnismäßig bohen Wohlfahrtslasten ungünstig beeinflußt. erhöht, weil dies dort unbedingt notwendig erschien. z. B für Schul=. Turn= und Spielgerate und für die Gebäudeunterhaltung bei den Volksschulen um 7500 RM.. für Volksbildungsveranstaltungen um 1500 RM. Bemerkenswert ist die Entwicklung bei der Steuerverwaltung. Hier ist der Ueberschuß von 2 494 200 RM im Vorjahre auf 2 604 608 RM., also um 110 108 RM. gestiegen. Im Vorjahre betrug diese Steigerung 221 500 RM., in der Hauptsache dadurch hervorgeAusgaben. Den größten Umfang im Haushaltsplan nimmt noch immer die Wohlfahrtsverwaltung Veraleich gäcdlen vertälitntenäig ges sißz, Sie eriorder an Vexgelgeeigtsgge Aufnahme neuer Schulden auch weiterhin geboten. Bei der allgemeinen Verwaltung sind die Perso= 2 347300 Rp, stehen 403.300 RM, an Einnahmen nalausgoben, um 48370 RM. gestiegen.„Die Gründe gegenüber, so daß hier ein Zuschußbedarf von sind in den Erläuterungen zum Haushaltsvlane ein 1 gggg Far vorhanden ist des bedeutet 23.30 Koe gebend dargelegt. Neueinstellungen sind nicht beabsichtigt. Bei der Bauverwaltung ist neben dem bereits erwähnten Rückgange des Schuldendienstes eine Ersparnis von 11 500 RM für die Straßensprengung eingetreten. Bei den übrigen Verwaltungen treten nur geringe Aenderungen ein. Im außerordentlichen Haushaltsplane ist eine Reihe von Arbeiten vorgesehen, die aus Beihilfen oder Fondsbeständen bezahlt werden können. Förderung des Wohnungsbaues und Arbeitsbeschaffung waren für die Auswahl der Projekte maßgebend. Alkes in allem genommen gibt der Gesamthaushalt für 1936 zwar noch kein so frohes Bild, wie man es sich im Interesse der baldigen Gesundung der städtischen Finanzen wünscht: immerhin zeigen sich aber auch diesmal wieder doch beachtenswerte Ansätze zur Besserung, die uns zeigen, daß es auch bei uns wieder langsam bergauf geht. Auf steuerlichem Gebiete kann sich die Besserung der Wirtschaft, die 1935 eingesetzt hat erst im Rechnungsjahre 1937 auswirken. Es besteht deshalb begründete Hoffnung, daß der nächste Haushaltsplan sich günstiger gestalten wird. als der diesjährige. Bedingung ist allerdings auch enüber, so daß hier ein Zuschußbedarf 1 944 000 Km. vorhanden int. das bedeutet 33.30 RM. Anzelgentell Bevor Sie eine Wasch= oder Wringmaschine kaufen, besichtigen Sie bittte unverbindlich unsere NLU Handwasenmaschnen 48.— 37.50 32.— Wassermoloren 32- 22.— 18.— Pringer. 19.30 14.50 10.30 Wassermolor-Waschmaschinen. 75.— 64.- 33.— zlektro-Waschmaschinen 150.— 135.— 110.— Waschepressen(kein Reißen, kein Zerren) 33.— Kastenwagen........... 24.30 21.30 19.50 Bis 12 Monate Ziel FFEATN Annchme von Ehe-(Nur) dustdsieben un be 9 Gunderbechie 46/809.8 bönsterste. se Einwohner unserer Stadt. Getrennt wird nun auch das Gesundheitsamt aufgeführt, auf dessen gesteigerte Bedeutung Oberbürgermeister Dr. Anton besonders aufmerksam machte. Es erfordert bei 7600 RM. Einnahmen 133 300 RM. Ausgaben, mithin einen Zuschuß von 125 700 RM. Bei dieser Gelegenheit teilte der Oberbürgermeister auch mit. daß es ihm bisher nicht gelungen sei. den erforderlichen zweiten Stadtarzt zu beschaffen. Doch stehe er jetzt mit einer Aerztin in Verhandlungen, die voraussichtlich zur Anstellung führen würden. Die Finanzverwaltung schließt mit 2 190 800 RM. Ueberschuß ab. Auf Einzelheiten wird noch näher zurückzukommen sein. Dasselbe ist der Fall bei dem zum Schluß der Sitzung zur Besprechung stehenden Außerordentlichen haushaltsplan für das Rechnungsjahr 1936 der für den Umbau des Ratskellers zu Diensträumen 16 500 RM. vorsieht, serner für Verkehrswerbung 350 RM., für Befestigung des östlichen Bürgersteiges der Bahnhofstraße von Alleebis Wilhelm= und von Münster= bis Ringstraße 25 000 RM., für Ausbau der Schlageterstraße von der Wittener Straße bis zur Marktstraße 14 400 velle Dreier und aus dem Marktplatz in Ickern die RM., für Restarbeiten an der Verbandsstraße Kreiskapelle der Deutschen Arbeitsfront. 149 000 RM., für Ausschließung des Geländes an der] In dieser Zeit werden die Männer der Arbeit. Jahnstraße für die Eigenheimsiedlung der Berg= gleich ob Führer der Betriebe. Vertrauensmänner mannssiedlung 30000 RM., Reichsdarlehen für die oder Amtswalter der DAF., die schönste Plakette des Errichtung von 40 Wohnungen an der Straße„In WHW. 1935 36. die Narzisse. zum Kauf anbieten. der Wanne“ 43000 RM. zur Weiterleitung an Am Sonntag. dem 1. März, morgens 9 Uhr, wird Zahret der Velrirde und Gesbigsmanner summein gemeinsam für das Whw. Am kommenden Samstag. dem 29. Februar und Sonntag. dem 1. März findet die erste Sammelaktion der Deutschen Arbeitsfront für das Winterhilfswerk als Abschluß=Sammlung statt. Auch in Castrov=Rauxel werden wie im ganzen Reichsgebiet die Führer der Betriebe gemeinsam mit ihren Vertrauensmännern und den Amtswaltern der Deutschen Arbeitsfront für das WHW. 1935/36 sammeln. In Castrov=Rauxel wird das gut organisierte Netz der Deutschen Arbeitsfroni auch den letzten Volksgenossen mit der kleinsten Svende zum Wohle der Aermsten der Armen erjassen. Während am Samstag morgen in den Dienststellen der DAF. und den Dienststellen der KdF., sowie in den Betrieben und Geschäften gesammelt wird. steht der Sonntag für die groß angelegte Haus= und Straßensammlung zur Verfügung. Am Samstag nachmittag konzertiert ab 17 Uhr auf dem Altstadtmarkt die Bergmanns=Kavelle der Zeche„Graf Schwerin". am Bahnhof Rauxel die Kavelle Neusert. auf dem Kronprinzenplatz die Kadie Ruhr=Livve=Siedlungs=Gesellschaft: 48000 RM. für die Errichtung einer Einfriedigungsmauer am Städt. Schlachthof. 6000 RM. für die Herstellung eines Entwässerungskanals zwischen Kaiser- Friedrich=Straße und dem alten Landwehrbach, 2700 RM. für Kanalisierung der Pallasstraße zwischen Amt= und Wilhelmstraße. 6500 RM. für Kanalisierung eines Teiles des Schwarzen Weges und der Verbindungsstraße zwischen diesem und der Dornbachstraße. 67·000 RM. für die Errichtung einer Turnhalle an der Pestalozzischule,(doch ist die Planung noch nicht als endgültig zu betrachten, da der Oberbürgermeister vorab noch die Ratsherren zu weiteren Planungen auf dem Gebiete der Schulverwaltung hören will). 6500 RM. für die Errichtung eines Arbeitsraumes für Chemie und eines weiteren Raumes für Nadelarbeit in der Frauenschule. 1500 RM. für Anschaffungen für das Städtische Heimatmuseum. 1200 RM. für die Ergänzung der Stadtbücherei 300 RM. für das Stadtarchiv. 200000 RM. aus verschiedenen Fonds zur außerordentlichen Schuldentilgung. 3500 RM. für Errichtung eines Stallgebäudes an den städt. Wohnhäusern Dornbachstraße 20 u. 22. 415.75 RM. für Zahlung eines Aufwertungsbetrages an den Bergmann Otto Koch. Zu einzelnen Posten sprachen die Ratsherren Holfeld. Schmitt, Huxel. Schlitzer, Schon, Mückenheim, Becker. Wegner. Koch. Ihnen wurde auf ihre Fragen bzw. Anregungen vom Oberbürgermeister bzw. vom betrefsenden Dezernenten geantwortet. Oberbürgermeister Dr. Anton schloß die öffentliche Sitzung nach mehr als vierstündiger Dauer mit einem Worte des Dankes an die Ratsherren und die Presse, daß sie den Verhandlungen mit solchem Interesse folgten. Er gab dann nochmals seiner Genugtuung und seinem Optimismus für die Zukunft Ausdruck und verwies dabei erneut auf die erfreuliche Initiative, die von der heimischen Industrie sowohl im Süden als auch im Norden der Stadt entjaltet werde. Die Ansätze zu einer recht erheblichen Belebung des Arbeitsmarktes seien so schon zu spüren. Das alles danke man in erster Linie dem Führer Adolf Hitler. Mit einem dreifachen„SiegHeil!" auf ihn wurde die öffentliche Sitzung, der noch eine nichtöffentliche folgte, geschlossen. schlagartig das Sammlerkorps der DAF. in Erscheinung treten. Die Straßen= und Häusersammlung nimmt zu diesem Zeitpunkt ihren Anfang. Ab 11 Uhr werden die Bergmannskapelle Schwerin, die Kapelle Neufert, die Kavelle Dreier und die Kreiskapelle der DAF. auf den Marktplätzen die Bewohner wieder mit einem Platzkonzert erfreuen. Um 20 Uhr ist die Straßensammlung beendet. Anschließend sammeln noch einmal die Führer der Betriebe mit ihren Vertrauensräten und den Amtswaltern der DAF. in allen Gaststätten und Lichtspielhäusern unserer Stadt. Der 29. Februar und der 1. März werden unter dem Motto:„Wir Schaffenden kennen die Not und helsen mit" stehen. Für Castrov=Rauxel gilt die Losung: „Wille+ Arbeit— Erfolg". Aus diesem Anlaß findet am heutigen Freitag. abends 19.30 Uhr. in der Ortsgruppe Castrov=Rauxel=Süd bei Haller und in der Ortsgrupve Castrov=Rauxel=Nord in der Wirtschaft Meier, Adolf=Hitler=Straße 81. ein Avpell statt. in welchem der Senderuf des Reichsorganisationsleiter und Führers der Deutschen Arbeitsfront. Pg. Dr. Robert Ley, übertragen wird. Es ist Ehrenpflicht aller Führer der Betriebe. aller Vertrauensratsmitglieder und Amtswalter der Deutschen Arbeitsfront. zu diesem Avvell zu erscheinen: daselbst erfolgt die Ausgabe der WHW.=Abzeichen und Sammelbüchsen. diejenigen, die Berlin noch nicht gesehen haben. Wie. der macht es die NS.=Gemeinschaft„Kraft durch Freude" uns möglich, aus billige Weise nach Berlin zu kommen. Schon im Vorjahr war die Beteiligung überaus gut. das Interesse hat aber angehalten. so daß wiederum Sonderzüge die Volksgenossen aus Westfalen=Süd in die Reichshauptstadt bringen müssen. Daß dabei Castrop=Rauxeler Volksgenossen nicht fehlen, versteht sich von selbst. Das hiesige Kreisamt„Kraft durch Freude" hat in richtiger Weise provagiert und so konnte es der zuständigen Stelle 17 Castrop=Rauxeler Teilnehmer melden, die am heutigen Tage die Fahrt nach Berlin mit den anderen aus unserem Gau mitmachen und zwar nach folgendem Fahrplan: Hinfahrt: am 28. Februar ab Hagen.18 Uhr. an Berlin Potsdamer Bahnhof 18.27 Uhr. Rückfahrt: am 1. März ab Berlin Potsdamer Bahnhof 22.30 Uhr. an Hagen.10 Uhr. Reisebüro morgen durchgehend geöffnei Das Reisebüro des Städt. Verkehrsamtes ist am Samstag. dem 29. Februar, durchgehend bis abends 19 Uhr und am Sonntag. dem 1. März, mittags von 11 bis 13 Uhr zum Erneuern der Straßenbahnzeitkarten geöffnet. Städt. Musikdirektor Max Spindler diri giert Werke von Rich. Stranß. Max Donisch und Ludwig van Beeihoven 25 Jahre im Castroper Schuldienst Stadttreis Castrop=Rause! Castrov=Rauxel, den 28. Februar 1936.“ „Tag der weißen Narzisse“ Am 1. März sammelt die DAF. für das Winterhilfswerk Wiederum steht auf künstlerischem Gebiete, dank der Initiative unseres Städt. Musikdirektors Max Spindler. ein wichtiges Ereignis vor der Tür. Im Konzert der NSKG. dirigert er Werke von Richard Strauß. Max Donisch und Ludwig van Beethoven. Man muß in der Tat erstaunt ein über den zielstrebigen Kulturwillen unseres Musikdirektors, der in kaum glaublich kurzer Zeit unserem gesamten Musikleben den charaktervollen Stempel seines künstlerischen Willens in einem Ausmaße ausgeprägt hat, wie es nicht allzuhäufig zu registrieren ist. So weit man auch in der wirklich nicht inhaltsarmen Musikgeschichte unseres 1100jährigen Castrovs zurückblättert, eine ähnlich intensivierte Spanne Zeit künstlerischer Betätigung finden wir kaum. trotzdem auch alten Dezenien— wir erinnern nur an die zahlreichen Konzerte eines Georg Hüttner und Franz Merkert— nach den von uns rekonstruierten Konzertvrogrammen zahllose Höhenunkte auf musikalischem Gebiete beschert worden sind. Und das muß man einmal zur Ehre unserer Vorfahren sagen, damit es die Nachfahren nicht gänzlich vergessen, diese künstlerischen Ereignisse fanden früher in Castrop stets überfüllte und gänzlich ausverkaufte Häuser, und das zu einer Zeit, in der das hiesige Schwergewicht kulturellen Lebens noch bei den Theateraufführungen der verschiedensten Wanderbühnen, des Dortmunder Theaters(Gast viele) und der kaum glaublich reichen Laiensvielbetätigung lag. Bei Durchsicht dieser aus alten Akten und Zeitungen zusammengesuchten Terminkalender muß man immer wieder staunen. Und deshalb glauben wir auch, daß die Castrov= Rauxeler sehr wohl zu würdigen wissen, was sie an ihrem Städt. Musikdirektor Max Spindler besitzen. Seine Programme. stets gut gesehen und klug im Aufbau. sichern eben unserem alten ehrwürdigen Gemeinwesen nicht nur die gesunde Linie der Aufwärtsentwicklung, sondern tragen auch in erster Linie mit dazu bei, daß man auch anderen Ortes sich wundert über den Reichtum und die Mannigfaltigkeit gerade unseres Musiklebens. Langsam aber sicher sickert auch diese Erkenntnis. O utich, konnt sie di= schänen Di#de# 5# dank der rührigen Werbearbeit der RSKG., bei den seder Heutsche kennt sie, die schonen Lieder, die auch bisher noch Fernstehenden durch. Das beweist ald besingen. Sie singen und sagen von die ständig im Steigen begrissene Besuchszisser der einzelnen Veranstaltungen. Und so glauben wir. auch diesem Abend. an dem Spindler sich als Straußund Beethoven=Intervret betätigen wird, die günstigsten Voraussagen machen zu dürfen. Nicht nur das Programm selbst beansprucht größtes Interesse. sondern auch vor allem die überaus glückliche Auswahl des Orchesters und der Solisten. Man muß es unserem Max Spindler schon zugestehen. er hat eine wirklich seine Hand gerade bei der Auswahl der Mitwirkenden. Wir verdanken ihm doch die Bekanntschaft so mancher ersten Größe auf dem Konzertvodium. So wird auch dieses Mal der Abend seine Zugkraft nicht verfehlen. da eine Adelheid Holz, bei uns allen noch in denkbar bester Erinnerung von der ersten örtlichen Aufführung von Beethovens Neunter. die Sovranpartie und Anni Bernards die Altvartie der Kantate„Das Gleichnis“ von Max Donisch singen werden Allseitig gespannt ist man aber auch auf den ersten Richard Strauß in unserem Konzertsaal. Wer hat sich nicht schon einmal am Radio an der Farbenpracht des Straußschen Orchesters erfreut. Und doch, jede Rundfunkübertragung muß gerade bei ihm nur als Ersatz angesprochen werden. Die richtige faszinierende Pracht seines Orchesterklanges zeigt sich nur im Konzertsaal. Wer sich also schon einmal am Radio von diesen Wellen entzücken ließ und sei es auch nur der herrliche Walzer aus dem„Rosenkavalier" gewesen, komme am 8 März in den Fellingschen Saal Er wird uns Recht geben und mit uns hingerissen und berauscht sein von dieser Klangpracht, wie sie eben nur ein Richard Strauß schrieb. Auf die Werke des Abends werden wir an dieser Stelle noch einmal eingehender zurückkommen. Das Konzert beginnt pünktlich abends um 8 Uhr im Fellingschen Saale. Karten sind an der Abendkasse und in den bekannten Vorverkaufsstellen der NSKG. Castrop=Rauxel zu haben. den Odenwato besingen. Liebe und Leid, von Land und Menschen. von Wald und Fluß; aber keines von ihnen singt von den Narzissen, die zu uns aus dem Odenwald kommen. Und doch erblühen sie dort. Nicht auf den Wiesen. nicht im Grund bei den Büschen, sondern in den Händen der Menschen in fleißigen Werkstätten. Schon im vorjährigen Winterhilfswerk hatte um dieselbe Zeit das Edelweißabzeichen des Winterhilfswerkes die deutsche Nation wieder auf diesen eigenwilligen und formschönen Erwerbszweig aufmerksam gemacht. Das Winterhilfswerk hat damals mit einem Schlag den Ruf dieser Klein= und Hausindustrie wieder in das Bewußtsein der Nation getragen. Die kleine Narzisse ist ein Kunstwerk für sich. Es ist geradezu ein Genuß die Entstehung dieser kleinen Blume aus Kunstharz und Knochen mitzuerleben. Sie ist eines der schönsten und gefälligsten Winterhilfsabzeichen. Und so steht zu hoffen, daß gerade diesem Abzeichen ein ganz großer Erfolg beschieden sein wird. Das Zeichen dieses Kampfes. die weiße Narzisse, muß an diesem Tage von jedem Volksgenossen getragen werden, der nicht selbst mit der bittersten Not zu ringen hat. Mit diesem Zeichen werden Millionen ihren Dank bekunden für das Werk des Führers. das ihnen den Arbeitsvlatz erhielt oder wiedergab. Role Kreuz-Geldlotterie 1936 Die Veranstaltung der Roten Kreuz=Lotterie mit einem Spielkapital bis zu 600 000 RM.(600 000 Lose zu je 1 RM.) und einem Gesamtgewinnbetrage von 170000 RM.(21543 Gewinne einschl. 1 Prämie) ist dem Deutschen Roten Kreuz, Preuß. Landes=Männerverein, Landesverwaltung Berlin, zugunsten des Deutschen Roten Kreuzes. Preuß. Landes=Männer= vereins und des Deutschen Roten Kreuzes. Reichsfrauenbundes(für die Vaterländischen Frauenvereine in Preutzen) genehmigt worden. Ziehungstage 8. bis 11. September 1936. Am gestrigen Tage konnte Fräulein Lehrerin Agnes Exnei von der Viktoriaschule auf eine 25jährige Tätigkeit im Schuldienst zurückblicken. Die Silberjubilarin die eine gebürtige Castroverin ist. hat ihre ganze Dienstzeit dem heimischen Schulwesen gewidmet. Nach Abschluß der seminaristischen Ausbildung in Arnsberg durch die erste Lehrerprüfung wurde ihr mit dem 27. Februar 1911 ein Lehrauftrag für den Schulverband ihrer Vaterstadt erteilt. Mit großer Umsicht. Berufshingabe und Liebe zur Jugend hat sie ihre verantwortungsvolle Lehr= und Erziehertätigkeit all die Jahre zu Nutz und Frommen unserer heranwachsenden weiblichen Jugend ausgeübt. Ihre hervorragenden menschlichen und vädagogischen Eigenschaften ließen sie bei ihren Vorgesetzten und Mitarbeitern, sowie bei der Elternschaft und den Kindern besondere Hochachtung und Verehrung gewinnen. Seitens der Stadtverwaltung wurde der Jubilarin ein äußerst ehrendes Anerkennungs= und Dankschreiben zu ihrem gestrigen Ehrentage zuteil. Wir schließen uns den darin zum Ausdruck gebrachten guten Wünschen gern mit einem kräftigen„Auf viele weitere Jahre segens= und erfolgreicher Arbeit!“ an! Der Frauenschulabend der Obersekundauerinnen Die morgige Wiederholung des Unterhaltungsabends der Frauenschule ist rein intern für die Schülerinnen. Es war sooo schön... „Spät kommt er, doch er kommt!“ So könnte man ein Wort Schillers aus seiner„Wallenstein"=Trilo= gie(nach kleiner Ummodelung) auch von diesem Bericht sagen. Schon liegt das Fest. von dem er handelt, fast acht Tage hinter uns: aber es war auch „sooo schön", daß der Schriftführer sich erst vier Tage„erholen“ mußte, ehe er die Feder ansetzen und schreiben konnte. Das ist gewiß der beste Beweis dafür, daß auf der Feier wirtlich etwas los war! Uebrigens, wenn die Mannen der 1. Kompagnie des Schützen=Bataillons Rauxel=Bahnhof von der Schützengilde Castrov=Rauxel=Nord loslegen, dann ist immer etwas gefällig: dann„wackelt", wie man zu sagen pflegt.„die Wand“. So war es auch am letzten Samstag der Fall, als„die Erste“ im festlich geschmückten Saale der Wirtschaft Richter ihre Fastnachtsfeier durchführte. Jubel und Trubel in allen Räumen des Standquartiers war die Losung. und dank der Vorarbeiten von Führung und Ausschuß hielt die gute Stimmung. die gleich nach Beginn der Feier aufkam. in gleicher Form bis zum Ende an. Feldwebel Sieger begrüßte die Gäste, unter denen auch der Major des Bataillons Friedrich Kunst war, mit kurzen und markanten Worten. Schutze Udo Franke trug u. a. ein selbstversaßtes Gedicht vor. das in satirischer Weise die Vorzüge der Führer der Komvagnie schilderte und viel Beifall auslöste. Eine gute Kavelle sorgte für flotte Tanzmusik. so daß die Stunden im Fluge enteilten. Gern hätte mancher sich einen Eingriff ins Räderwerk der Zeit erlaubt: aber es hätte ja doch nichts genutzt! Neidische Hähne hätten auch dann, wenn alle Uhren stillgesetzt worden wären. den Anbruch des Morgens verraten. Und nach Hause hätte man schließlich auch kaum noch sväter gehen können, ohne„bös auszufallen". Jedenfalls, das Karnevalsfest der„Rauxeler Ersten der Nördlichen“ war in Ordnung. Es wird noch lange Stoff zu schönen Erinnerungen bieten. Im Silberkranze Die Eheleute Steiger Heinrich Haake. AdolfHitler=Straße 185a. konnten im Kreise ihrer Familienangehörigen in bester Gesundheit in diesen Tagen das Fest ihrer Silberhochzeit begehen. Dem allverehrten Jubelvaar nachträglich ein herzliches„Glück auf!“ für den ferneren, hoffentlich noch recht langen und recht glücklichen gemeinsamen Lebensweg! 17 Castrop-Kauxeler fahren nach Berlin Mit„Kraft durch Freude" zur Automobilund Motorrad=Ausstellung Die Internationale Automobil= und MotorradAusstellung in Berlin, die am 15. Februar durch den Führer eröffnet wurde, hat genau wie die Ausstellungen in den Vorjahren das größte Interesse beim Publikum wachgerufen. Jeder. der es eben ermöglichen kann, sie zu besuchen, nimmt die Gelegenheit wahr. Darüber hinaus nehmen aber diejenigen die billigen Sonderfahrten wahr, die in Berlin Bekannte oder Verwandte besuchen wollen. Aber auch Die Olympia=Kerumannschaft in Dortmund Der Schwimmverein Westfalen Dortmund veranstaltet am 21. und 22. März 1936 im Dortmunder Südbad, anläßlich seines 40jährigen Jubiläums Einladungs=Wettkämpfe. Auf Anordnung des Fachamtsschwimmwarts wird die gesamte Olymvia=KernMannschaft an den Start geben. so daß Dortmund zum ersten Male alle deutschen Meister und Rekordschwimmer und=Schwimmerinnen im Kampfe sehen wird. Die im Herbst umgebaute. rekordfähige Schwimmbahn in der Herrenhalle des Südbades wird an diesen Tagen Kämpfe zu sehen bekommen. wie sie in Dortmund noch nie gezeigt worden sind. Der Vorverkauf für diese Veranstaltung beginnt am 1. März Wie wird das Wetter? Wettervorhersage für Freitag: Auf Südwest drehende, lebhafte, leicht böige Winde, wolkig bis bedeckt mit geringen Niederschlägen. Temperaturen auf 5 bis 6 Grad ansteigend. nachts um 0 Grad schwankend. im Berglande noch leicht unter 9 Grad liegend. Wettervorhersage für Sonnabend und wahrscheinliche Weiterentwicklung: Bei zeitweise aufreißender Bewölkung nur geringe Niederschläge, Temperaturen wenig ansteigend. Knappschaftliche Rentenzahltermine der Knappschaftszahlstelle Castrop=Rauxel für den Monat März 1936 Nr. 58 Drittes Blatt des„Etadtanzeigere für Caltrov=Nauxel und Umgebung“ Freitag, den 28. Februar 1933 Die Seinacht MPerwaldvon-Orickauf, Pfälzer Siedler im Kampf mit den lrokesen— Nikolas Hercheimers Sieg und Tod Fehruer Sonnabend ## No. 40-305 Am amerikanischen Unabhängigkeitskrieg, der besonders in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts die Urwälder am Schohari und Mohawk durchtobte, haben deutsche, insbesondere Pfälzer Siedler einen sehr regen Anteil gehabt. Ihr leitender Geist und Besehlshaber der Milizen war der General Nikolas Herchheimer, der in der Urwaldschlacht von Oriskany vor 160 Jahren schwer verwundet wurde und an den Folgen seiner Verletzung starb. Das ganze nordamerikanische Land besand sich in Gärung. Die Engländer hatten schon in den ersten Jahren der Kolonisation, hauptsächlich aber gegen Ende des 17. Jahrhunderts ihre Hand ausgestreckt. um die besten Gebietsteile in ihren Besitz zu bringen. Zum Teil war ihnen das bereits gelungen, und die Kolonien waren überlausen von Günstlingen der englischen Regierung, denen die Krone nicht nur die fettesten Aemter, sondern auch ungeheure Strecken wertvollen Landes verschrieb. Das nach den Kolonien übertragene Feudalsystem hatte die Kastenbildung gefördert, und so standen sich bereits zu jener Zeit zwei Parteien gegenüber— die des Volkes und jene der, mit den Beamten Hand in Hand gehenden. Geld= und Landaristokraten. Das führte nach und nach zum Beginn der amerikanischen Unabhängigkeitskriege. Das ganze Land war in der Rüstung. um seine Freiheit zu verteidigen. Auch die in den Urwaldtälern des Schohari und des Mohawk wohnenden Pfälzer waren nicht müßig geblieben. Uebung im Gebrauch der Wassen war eine Selbstverständlichkeit; denn sie standen auf bedrohtem Posten und waren sich der Tatsache wohl bewußt. daß sie über kurz oder lang den Angriff der nach Kanada geflüchteten königstreuen Engländer zu erwarten hatten. Das war eine besonders gefährliche Gesellschaft, die in ihrem Rachedurst nicht davor zurückschreckte, die in dem Grenzgebiete umherstreisenden Indianer durch reiche Geschenke und Versprechungen auf ihre Seite zu ziehen. Die Gerüchte besagten, daß englische Abgesandte sich in den Lagern des mächtigen Stammes der Irokesen befanden, und die Amerikaner versuchten alles. die Rothäute zu bewegen, sich neutral zu verhalten. Im ganzen Mohawktal kannte man den General Nikolas Herchheimer. Nicht nur die Pfälzer Siedler, seine Landsleute, schworen auf ihn. Auch die Amerikaner gingen blind für ihn durchs Feuer. Jetzt hatte er das Wagnis unternommen, mit 400 seiner Milizsoldaten das am oberen Susquehannah gelegene Irokesendorf Unadilla aufzusuchen, um dem bekanntesten der Irokesenhäuptlinge einen Besuch abzustatten. Aber Herchheimer kam zu spät. Die Engländer waren schon vor ihm dagewesen, hatten glänzende Geschenke gebracht, und so schlugen alle Bemühungen sehl, den Häuptling für die amerikanische Sache zu gewinnen. Die Engländer hatten nämlich beschlossen. eine mächtige Flotte von Neuyork aus den Hudion hinaufzusenden, um die Neu=EnglandKolonien zu trennen, um sie dann einzeln umso leichter unterwersen zu können. Zur selben Zeit sollte der Oberst St. Leger mit 800 Soldaten und 1000 Irokesen in das Mohawktal eindringen und den Amerikanern in die Flanke fallen. Herchheimer wußte, das Land war jetzt in höchster Gefahr. Es mußte einen Kampf auf Leben und Tod geben, um die mühsam errungene Freiheit zu erhalten. Riesenbäume, die wild im Sturme rauschten. Die herabströmenden Regenmassen, die niederbrechenden Aeste zwangen die Kämpfenden zum Einstellen des Gemetzels. Endlich erdröhnten vom Fort hinüber drei aufeinanderfolgende Kanonenschüsse: das verabredete Zeichen, daß man einen Ausfall unternommen hatte. Frischer Kampfesmut durchzuckte die Deutschen. und als Trommelwirbel und Hörnerschall den Befehl zum Vorrücken gaben, zogen sich die Irokesen mit den Engländern schleunigst zurück. Der Besatzung des Forts Stanwix war es gelungen, durchzubrechen, das seindliche Lager zu verbrennen und dem Feind in den Rücken zu fallen. Als der Abend nahte, war der Kampf beendet: aber weit über 200 Deutsche lagen tot am Boden. Auch Nikolas Herchheimer. der tapfere General, der zuletzt noch halb bewußtlos das Gesecht geleitet hat, war dem Tode nahe. Er starb bald darauf an dem surchtbaren Blutverlust, den er erlitten. Neue Verstärkungen regulärer Truppen trafen ein, und schließlich gelang es den Amerikanern, die Engländer mit ihren verbündeten Irokesen sendgültig zu schlagen. Sie verloren über 10000 Mann, jast alle Geschütze und große Vorräte an Munition. Der Obelisk im Mohawktal Aus dem Urwaldgebiet des Mohawktales sind heute fruchtbare Viehweiden geworden. Auf einem niedrigen Hügel liegt das Grab Nikolas Herchheimers und darüber erhebt sich ein hochragender Obelisk aus weißem Marmor, den der Staat Neuyork seinem tapferen Verteidiger setzen ließ. Auch auf dem Schlachtfeld bei Oriskany, in der Nähe jener Schlucht, deren Boden das Blut der Pfälzer und ihrer Feinde getrunken hat, erhebi sich ein ähnliches Denkmal, dessen Bronzetafeln Szenen jener Kämpfe vor 160 Jahren in plastischer Darstellung verewigen. Herchheimer ist dargestellt, wie er. verwundet in seinem Sattel sitzend, die brennende Pseise in der Hand. Befehle erteilt. Die Stadt Herkimer am Mohawkfluß trägt noch heute den ins Englische übertragenen Namen des tapferen Mannes. SM DM O.8 214597 9 S 101 15 1e17 18 9202 n. P Trbrun: ##1 A DE 8 2151121314 s4 81M #A4S SUUR 2 u4-4 928.0 20 * (□8 seanebend, 29. Johr. SOPNC Wie der Langnam=Verein entstand Düsseldorfer Kohlentage vor 65 Jahren Aufruf zu den Waffen General Herchheimer organisierte den Widerstand. Alles, was Wafsen tragen konnte. Jünglinge. Männer und Greise, folgte seinem Aufruf. Sie sollten sich dort versammeln, wo heute die Stadt Herkimer liegt. Zu jener Zeit lag dort das Fort Danton, das etwa 1000 Mann aufnehmen konnte. Ein Kampf bis aufs Messer stand bevor. Und jeder wußte, daß. wenn man unterliege, von den Rothäuten keine Gnade zu erwarten war. Der erste Angriff der unter dem Obersten Si. Leger vereinigten Engländer und Indianer mußte auf das kleinere Grenzsort Stanwix erfolgen. und bald darauf lief bei den Pfälzern die Meldung ein, daß die Feinde mit der Belagerung begonnen hätten. Es galt also. nicht nur das Fort zu entietzen, sondern die Feinde auch im offenen Felde zu schlagen. An den Besehlshaber des kleinen Forts sandte Herchheimer einen Boten. um ihn von dem Anmarsch der Pfälzer zu unterrichten. In der Nähe des Forts mußte eine Schlucht durchschritten werden. Kaum befanden sich die Deutschen in ihrer Mittc. als plötzlich von allen Seiten das Kriegsgeheul der Irokesen und krachende Salven ertönten— ein Ueberfall, wie er in den Urwaldkämpfen zur Alltäglichkeit gehörte. Aber die Pfälzer verloren ihre Kaltblütigkeit nicht In jahrelangen Kämpfen ähnlicher Art waren sie gestählt. Sie bissen die Zähne zusammen und bemühten sich, den furchtbaren Anprall abzuwehren. Jeder nahm seine ganze Kraft zusammen und hieb stach oder schoß. Herchheimer wurde gleich zu Beginn des Kampfes schwer verletzt. Eine Kugel tötete sein Pferd und zerschmetterte ihm die Kniescheibe. Während der Kampf unten tobte, ließ er sich auf eine kleine Anhohe tragen, wo er auf einem Sattel sitzend und gegen den Stamm einer Buche gelehnt mit lauter Stimme seine Milizen anfeuerte, bis sie den ersten wütenden Ansturm zurückgeworsen hatten. Kaltblütig setzte er seine Pfeise in Brand, ohne auf die Kugeln und das Zischen der Pfeile zu achten Laut und ruhig gab er seine Befehle ordnete an, daß je zwei seiner Leute hinter die mächtigen Baumstämme kraten um nicht ungeschützt zu sein. Während der eine seine Flinte lud, stand der andere schußbereit. feuerte dieser. so legte der Kamerad das Gewehr an. um die anstürmenden Gruppen niederzuknallen, die damit rechneten, daß der andere seine Flinte nicht so schnell laden konnte. Diese Anordnung bewährte sich vorzüglich Plötzlich verwandelte sich die unter den Ukwaldkronen ohnedies herrschende Dämmerung in liese Dunkelheit. Ein schweres Gewitter war heraufgezogen und entlud sich über den Wivfeln der Am 26. Februar 1871 waren im deutschen Hauptquartier zu Versailles die Friedenspräliminarien durch den Grafen Bismarck und den französischen Minister Thiers unterzeichnet worden. Die deutsche Belagerungsarmee bereitete sich auf den 1. März. den Tag ihres Einzuges in Paris. vor. Niemand ahnte, daß sich der Krieg zwischen Frankreich und dem neugegründeten Deutschen Reich noch Monate lang hinziehen werde. Es mußte mit einer baldigen Heimbeförderung der deutschen Truppen gerechnet werden. Damit drohten schwere wirtschaftliche Mißstände. die sich als eine Begleiterscheinung des Krieges. aber keineswegs durch ihn allein hervorgerufen. gezeigt hatten, in eine Verkehrskatastrophe auszumünden. Schon seit Kriegesbeginn hatte die verarbeitende Industrie Westdeutschland. unter einem empfindlichen Kohlenmangel gelitten. Tausende von Bergarbeitern waren zum Heer eingezogen worden. Die Ruhrkohlenförderung war von rund 12 Millionen Tonnen im Jahre 1869 auf rund 11.8 Mill. To. in 1870 gefallen, während gleichzeitig die Befriedigung der industriellen Kriegsbedürfnisse eine wachsende Nachfrage nach Kohle hervorgerufen hatte. Der Durchschnittsvreis der Ruhrkohle. der 1869 mit.27 Mark ie To noch ein Krisenpreis gewesen war, hatte sich 1870 auf.72 Mark erholt und zeigte zu Anfang des Jahres 1871 die Tendenz weiteren starken Steigens.(Er betrug 1871 bereits 7 Mark. stieg 1872 auf.40, 1873 auf 10.93 und erreichte 1874 mit 11.03 Mark den Höchststand, um 1875 infolge des schweren wirtschaftlichen Zusammenbruches ruckartig auf 7,26 Mark zurückzufallen). Mit dem anfänglichen Steigen der Preise hätte sich die verarbeitende Industrie wohl abgesunden, wenn nicht der bedenkliche Kohlenmangel eine gefährliche Entwicklung in Aussicht gestellt hätte und dazu nicht noch ein schwererer Wagenmangel in die Erscheinung getreten wäre. Die privaten [Eisenbahngesellschaften, die seit der Verdrängung des wirklich fortschrittlichen Eisenbahnministers von der Heydt durch eine nur dem Namen nach fortschrittliche Landtagsmehrheit einer kurzsichtigen, eigensüchtigen Dividendenvolitik verfallen waren, hatten seit Jahren der wirtschaftlichen Entwicklung nicht mehr Rechnung getragen.„Ein idollischer Bahnpartikularismus“, so berichtet Winschuh in seiner Geschichte des Langnamvereins. „herrscht unter den verschiedenen Bahnlinien. Das Betriebssystem ist rückständig. Es dauert drei bis vier Tage. um Wagen vier oder sechs Meilen zu befördern. Güter= und Personenzüge sind nicht getrennt. Es gibt keine Verladebahnhöse. Umschlagsplätze und praktische Ausladevorrichtungen an den Wagen". Der Krieg hatte schlagartig die Mängel in den deutschen Eisenbahnverhältnissen„enthüllt. Wenn nun die Heimbeförderung der in Frankreich stehenden deutschen Heere einsetzte, so war ein völliges Verkehrsdurcheinander zu befürchten. Da war es Konrad Bertelsmann, der Besitzer der„Vorwärts=Spinnerei" in Bielefeld, der einen für die Reform der Verkehrszustände einleitete, indem er zusammen mit dem Hagener Metallindustriellen Wilhelm Funcke alle bekannteren westdeutschen Industriellen auf den 28. Februar 1871 zu einem Kohlentag nach Düsseldorf einlud. Der erste Düsseldorfer Kohlentag wurde wider Erwarten mancher Kreise zu einem großen Erfolg der westdeutschen Wirtschaft. Im Ruhr=Bergbau, wo man unter Führung des Essener Bergbauvereins schon lange um Verbesserung der Verkehrsverhältnisse gekämpft hatte, ohne dabei die Unterstützung einer organisierten Verarbeitungsindustrie zu finden. befürchtete man, daß der Kohlentag nur eine Stimmungsmache gegen den Bergbau werden solle. „Gegen die Kohlenproduzenten“. so schrieb am 26. Februar Dr. Natorv, der Geschäftsführer des Bergbaulichen Vereins. an Mulvany. den Gründer der„Hibernia".„scheint mir hauptsächlich die Versammlung sich rüsten zu wollen, anstatt die Ursachen der gegenwärtigen Uebelstände zu suchen, wo sie liegen, im Kriege und in dem Mangel an Bahnlinien und Betriebsmaterial auf den Eisenbahnen. Auch Kommerzienrat Haniel ist derselben Ansicht... Sehr erwünscht wäre es, wenn Sie sich an der Debatte beteiligten. Es ist nicht unwichtig. daß auch einmal die Verbraucher unserer Kohlen sich dafür anstrengen, wofür unser Verein schon so lange und nur mit bedingtem Erfolg tätig gewesen ist.“ Die versönliche Aussprache zwischen den Bergwerksleitern und den kohleverbrauchenden Industriellen brachte schnell die Erkenntnis zum Sieg. daß es sich um gemeinschaftliche wirtschaftliche Interessen handelte. In Düsseldorf wurden Grundsätze aufgestellt. nach denen später der Langnamverein als geschlossene Vertretung der westdeutschen Gesamtwirtschaft mit bestem Erfolge gearbeitet hat. Vor allem verlangte der erste Kohlentag eine Vereinheitlichung im Eisenbahnwesen, und es ist bemerkenswert, daß auch eine vorzeitige Entlassung der Bergleute. Eisenbahner und Flußschiffer aus dem Heeresdienst gefordert wurde. Das erinnert daran, daß 44 Jahre später. nach Ausbruch des Weltkrieges. der Bergbau wieder mit den Militärbehörden um jeden Mann ringen mußte. weil die letzteren die ausschlaggebende Bedeutung der Kohle für die Kriegsführung nicht rechtzeitig erkannten. Bereits am 30. März 1871 fand in der Düsseldorfer Tonhalle der zweite Kohlentag statt. Die Bergbehörden und eine Reihe von Eisenbahn= direktionen hatten der Einladung Folge geleistet. Der Hauptredner, der Ire Mulvany, der geniale Schöpfer einer neuzeitlichen irischen Wasserwirtschaft. seit 15 Jahren mit der westdeutschen Wirtschaft und mit Deutschland als seiner Wahlheimat eng verbunden. wurde an diesem Tage in seiner ganzen Bedeutung als Verkehrs= und Wirtschaftspolitiker aus dem Kreis des Bergbaus herausgehoben und von der westdeutschen Gesamtwirtschaft als ein Führer von hohem Rang erkannt. Es kam zur Gründung eines Vereins rheinisch=westfälischer Industrieller zur Hebung des gesamten Verkehrs, der kurz darauf unter Führung Mulvanys als Verein zur Wahrungder gemeinsamen wirtschaftlichen Interessen in Rheinland und Westfa len seine öffentliche Wirksamkeit eröffnete. Seit Fürst Bismarck in einer seiner Reichstagsreden den großen neu in die Erscheinung getretenen westdeutschen Wirtschaftsverband in den Kreis seiner Betrachtungen gezogen und ihn mit der dem großen Staatsmann eigenen sprachlichen Prägnanz launig der Verein mit dem langen Namen genannt hatte. weiß alle Welt, was der Langnamverein ist. Bestbrutschrotte Neues Gebäude für das Bergbau-Museum geplant Bochum. Das Bergbau=Museum ist seit 1928 in den alten Hallen des früheren Schlachthofes untergebracht. In den acht Jahren, in denen das Museum gewaltig wuchs und zum größten und bedeutungsvollsten Bergaumuseum der Welt wurde. stellte sich heraus, daß die Räume seiner Bedeutung nicht mehr entsprechen. Die Bergbaugewerkschaftskasse als Besitzerin des Museums und die Stadtverwaltung Bochum haben einen Plan für ein großes Museum aufgestellt. Mit den Arbeiten hierfür soll in Kürze begonnen werden. Todessturz eines Nachtwächters Bochum. Im Stadtteile Grumme=Vöde war der 58jährige Nachtwächter Heinrich Pankok bei seinem nächtlichen Kontrollgange auf ein Baugerüst gestiegen, trat dabei jedoch auf ein kippendes Gerüstbrett und stürzte in die Tiefe, wo er später von Bauarbeitern mit einem Schädelbruch und schweren inneren Verletzungen gefunden wurde. Einige Stunden später starb der pflichttreue Mann, der noch eine Familie zu ernähren hatte. Das Unglück auf Emscher-Lippe Vier Vergleute tot Datteln. Wie die Zeche„Emscher=Livve“ mitteilt. konnten die Leichen der Verschütteten, unter denen sich auch der Fahrsteiger besand. am Dienstag abend gegen 19 Uhr geborgen werden. Die Zahl der Todesopfer der Verschütteten beläuft sich damit auf vier. Zwei von den sechs Verschütteten konnten lebend geborgen werden. Küchenbrand durch spielende Kinder Wattenscheid. In einem Hause der Lohackerstraße spielten alleingelassene Kinder mit einer brennenden Kerze in der Küche und setzten dadurch Bett= und Leibwäsche in Brand. Glücklicherweise kamen auf das Geschrei der Kinder Hausbewohner herbei, und es gelang diesen, den Brand schnell zu löschen, ehe er weiteren Schaden anrichten konnte. Durch hänseln in den Tod getrieben Oelde. Wie gefährlich es ist, emofindliche Menschen aus irgend einem Anlasse ständig zu hänseln. davon gab der 24jährige Karl K. hier einen erschütternden Beweis. K. hatte sich seinerzeit den Tod seiner Mutter so sehr zu Herzen genommen, daß er sich an ihrem Grabe die Pulsader öffnete, konnte jedoch durch rechtzeitiges Eingreisen noch vor dem Verbluten gerettet werden. Das wurde ihm nuns von seinen Kameraden wiederholt vorgehalten. K. nahm sich das so zu Herzen, daß er sich jetzt unweit des Gutes Arthausen vor einen Güterzug warf, der ihn auf der Stelle tötete. Bluttal im Alkoholrausch Essen. In der Nacht zum Dienstag kam es vor einem Lokal in der Segerothstraße zu einer Auseinandersetzung zwischen mehreren Perionen, die zum Teil unter der Einwirkung des Alkohols standen. Einer der Beteiligten zog eine Pistole und gab sechs Schüsse ab Ein junger Mann wurde in die Brust getroffen und schwer verletzt. Auch eine unbeteiligte Frau erlitt eine Schußverletzung am Fuß. Der Schütze flüchtete, konnte aber bald von einigen beherzten jungen Leuten gestellt und der Polizei übergeben werden. Die Verletzten wurden den Städtischen Krankenanstalten zugeführt. Der Provinzial-Sieger-Ehreupreis für Schweinezuchl 1935 vergeben Münster. Gelegentlich der Prämiierung von 98 Ebern und 52 Sauen, die zur 42. Versteigerung der Abteilung Münsterland des Landesverbandes westfälischer Schweinezüchter ausgetrieben waren, konnte der Landesfachwart für Schweinezucht, Bauer Wilh. Berkemeier(Lengerich), den vom Reichs= und preußischen Minister für Ernährung und Landwirtschaft gestifteten Provinzial=Sieger=Ehrenpreis für die beste züchterische Leistung auf dem Gebiete der westjälischen Schweinezucht vergeben. Ihn erhielt der bekannte Züchter Bernhard Weddeling=Gerding. Gemenkrückling beim Ramsdorf. und zwar in erster Linie wegen seiner überragenden Erfolge auf der vorjährigen Westfalenschau in Dortmund. Außerdem hatte die Landesbauernschaft Westsalen für die beiden Spitzentiere der Eber= und Sauenklasse dieser Versteigerung zwei Ehrenpreise gestiftet. Sie fielen in der Eberklasse an Josef Röttgermann. Everswinkel. für einen„Serenissimus"=Sohn und in der Sauenklasse an Vernhard Lepping. Horfeld bei Borken. für eine„Gencrals“=Tochter. Von der Güte des aufgetriebenen Matcrials dieser Versteigerung zeugt am besten die Tatiache, daß in der Eberklasse 53 und in der Sauenklasse 22 Preise und Anerkennungen vergeben wurden. Von den 53 Preisen in der Eberklasse fielen 24 in den Kreis Warendorf. 7 in den Kreis Borken. 6 in den Kreis Tecklenburg. 5 in den Kreis Coesfeld, je 4 in die Kreise Beckum und Münster und 3 in den Kreis Iburg. von den 22 in der Sauenklasse 7 in den Kreis Borken, je 4 in die Kreise Münster und Warendorf. 3 in den Kreis Coesfeld. 2 in den Kreis Tecklenburg. und je 1 in die Kreise Ahaus und Iburg, so daß die vergebenen 75 Preise und Anerkennungen in beiden Klassen auf folgende Kreise kamen: Warendorf 28. Borken 14. Coesfeld. Münster und Tecklenburg je 8. Beckum und Iburg je 4 und Ahaus 1. Eine Schwarzdrossel mit weißem halsring Münster. Von einer ganz seltenen Naturerscheinung in der Vogelwelt weiß der„M..“ zu berichten. Im südlichen Stadtteile, zwischen der Annen= und Blücherstraße, wird seit einiger Zeit eine Schwarz= drossel beobachtet, die einen vollkommen ausgeprägten weißen Halsring hat in der Art, wie man das gelegentlich bei Fasanenhähnen beobachten kann. Uebrigens zeigt auch das Brust= und Rückengesieder stellenweise grau=weiße Tupfen. Das Tierchen ist sehr zutraulich und sucht gemeinsam mit seinen kohlnechschwarzen Artgenossen das Futter, ohne etwa non diesen gemieden oder verspottet zu werden. holskenfritz ertrunken Sendenhorst.„Holskenfritz" nannten ihn alle, weir er ständig Holzschuhe trug. Weil er zu den Landstreichern ohne festen Wohnsitz" gehörte, kampierte er. seitdem er nicht mehr bei den Bauern als Knecht arbeitete. in Scheunen. Er trank gern„einen“, und darum hatte man ihn schon einmal aus einem Graben gefischt. Jetzt fand ein Mädchen, das Wäsche spülen wollte. den 63jährigen ertrunken in einem Leich. Wahrscheinlich hatte er zuviel Fastnacht geseiert. 8 Si SsTSsserosesS Roman von Arnold Valentin Copyright by Verlag Neues Leben, Bayr. Gmain Nachdruck verboten 12 Lange noch starrte Daisy wie gebannt auf den Samtvorhang, hinter dem der Unsichtbare lautlos verschwunden war. Sie fühlte sich wie zerschlagen. Frau Herrig huschte herein und riet ihr schluchzend:„Kind, sagen Sie ja! Sie werden reich und mächtig und können sich alle Wünsche erfüllen. Er ist nur furchtbar für seine Feinde, aber mild und gütig zu seinen Freunden. Schlagen Sie sich Hein aus dem Kopf. Er ist mit dem Tode gezeichnet und selbst wenn er davonkommen sollte, sind Sie ihm unerreichbar. Sie haben keine Wahl. Denken Sie um Gottes willen nicht, daß es eine leere Drohung sein soll, was er Ihnen gesagt hat. Tausende von Frauen würden Sie um Ihr Los beneiden!“ „Ich kann nicht! Er ist zu furchtbar! Weiß ich denn, ob er nicht schuld ist am Tode meiner Mutter? Und ich sollte ihn heiraten? Eher sterbe ich!" Langsam und mit bitterem Ernste antwortete die alte Frau:„Es stirbt sich nicht so leicht im Frühling des Lebens. Und es gibt noch Schlimmeres als den Tod. Wissen Sie, was Ihnen bevorsteht, wenn Sie morgen nein sagen?“ Ganz nahe rückte sie zu Daisy heran und flüsterte ihr heiser ins Ohr:„Sie werden morgen abend unseren arabischen Dienern preisgegeben! Allen! Hören Sie? Allen! Es sind fanatische Anhänger ihres Herrn. Keiner wird ihn verraten. Und dann kommen Sie für den Rest Ihres Lebens in den Harem eines Schwarzen! Kind, Kind, seien Sie bloß vernünftig! Wie können Sie in dieser Lage bloß noch schwanken?" Daisy sagte schluchzend:„Aber, liebste Frau Herrig, Sie haben doch auch Menschen lieb gehabt, Sie haben immer gesagt, Sie sind meine mütterliche Freundin, Sie wollen mir die Mutter ersetzen. Nun beweisen Sie es mir! Helfen Sie mir aus dieser furchtbaren Zwangslage, zeigen Sie mir einen Weg zur Flucht!“ Traurig erwiderte sie:„Daisy, Sie wissen nicht, was Sie verlangen. Zunächst einmal müssen Sie sich klar sein, daß ich Ihnen gar nicht helfen könnte, selbst wenn ich wollte. Sie werden von allen Seiten bewacht: eine Flucht ist ganz ausgeschlossen. Aber trotzdem ich Ihre Freundin bin, sage ich ganz offen, daß ich Ihnen gar nicht zur Flucht helfen will, denn der Mann, der Sie begehrt, der furchtbare Herrscher im Reiche der Geister, ist— mein Sohn!“ Ueberrascht und entsetzt fuhr Daisy zurück: „Ihr Sohn?— O Gott!“ Sie schlug die Hände vors Gesicht und ließ ihren Tränen freien Lauf. Dann sagte sie:„Lassen Sie mich überlegen. Ich kann gar keinen klaren Gedanken fassen. Morgen früh sage ich Ihnen Bescheid. Ich werde wohl ja sagen müssen, aber ich muß mir erst über alles klar werden.“ Befriedigt nahm Frau Herrig sie um die Schulter und führte sie auf ihr Zimmer. Mechanisch kleidete sie sich aus und lag ruhelos auf ihrem Lager. Dumpf tönte es immerfort in ihr: Du bist verloren, verloren, verloren! Sie wußte, den Wächtern auf dem Hofe mit ihren Hunden würde sie kaum entgehen. Und selbst wenn es ihr gelänge, wohin sollte sie sich menden? Sie hatte gehört, daß meilenweit keine Ansiedlung zu finden sei. Sollte sie i! iin Leben ein Ende machen? Aufatmend dachte sie an einen kleinen Dolch, den sie von Hein geschenkt bekommen hatte und den sie immer bei sich trug. Sie sprang von ihrem Lager und nahm die Waffe in die Hand. Hell funkelte der Stahl im bleichen Mondlicht. Doch ihr Lebenswille empörte sich gegen dieses gewaltsame Ende. Ihre Vernunft riet hr: Zu diesem letzten Schritt ist immer noch Zeit. Versuche es zuerst anders. Er hat ja gesegt, er will erst nach Europa. Da vergeht ja einige Zeit, bis er wiederkommt. Inzwischen findet sich vielleicht eine Gelegenheit zur Rettung. Und wenn nicht, so bleibt dir der Stahl immer noch. So überlegte sie lnge. Am Morgen war sie entschlossen, ihr Jawort zu geben, um Zeit zu gewinnen. Sie zwang sich sogar zu einem Lächeln, als sie Frau Herrig ihren Entschluß kundtat. Aufatmend sagte die alte Frau:„Gott sei Dank, mein liebes Kind, daß Sie so vernünftig sind. Nun wirst du meine Tochter. Ich werde nun du zu dir sagen. Komm zu ihm! Er heißt Leonard oder Lionel.“ Wieder durchschauerte es Daisy, als sie dem unheimlichen Manne gegenüberstand und in seine unheimlichen Augen blickte. Sie sagte mit bebender Stimme:„Ich liebe Sie nicht. aber auf Anraten Ihrer Mutter werde ich Sie heiraten. Vielleicht lerne ich Sie noch lieben!" Durchdringend blickte er sie an:„Daisy Brent, du gibst dich also freiwillig in meine Hand, höre: Von nun an bist du hier Herrin, aber über dir schwebt stete mein Wille. Er muß dir Gesetz sein von diesem Augenblicke an. Wir fahren jetzt nach Kairo zum Konfulat. Dort lassen wir uns trauen. Sieh diesen Ring. Ein Druck auf die Feder, und eine keine Nade! fährt in deine Haut beim ersten Versuch des„ Verrats! An der Spitze ist Kurare, das Pfeilgift der Indianer Brasiliens. Ich fahre dann weiter, ihr anderen kehrt zurück. Ein alter Bekannter wird euch hierher begleiten. Du hast ihn für meinen Feind gehalten, er ist aber einer meiner treuesten Diener. Nun macht euch fertig.“ Eiligst wurde alles vorbereitet und gegen Mittag fuhren sie mit Frau Herrig und Tailor in einem schnellen Motorboot nilabwärts. In Kairo ging es durch winklige Gassen und schmutzige Viertel zum Hause eines Arabers, der den Unsichtbaren mit tiefer Verbeugung empfing. Dort wurde übernachtet. Bei der Zeremonie auf dem amerikanischen Konsulat hielt der Mann Daisys Hand fest. Sie fühlte den tödlichen Ring und konnte keinen Versuch zur Befreiung unternehmen. Als Frau Herrig junior verließ sie das Konsulat und mußte trotz des Ernstes der Situation lächeln. So komisch kam sie sich vor. In ihr Quartier zurückgekehrt, schrieb sie auch an ihre Bank, es solle ihr eine größere Summe nach Kairo überwiesen werden. Sie duldete auch mit geschlossenen Augen, daß Mann sie in seine Arme schloß und sie heiß und verlangend küßte. Dann verabschiedete er sich. Kurze Zeit darauf trat ein großer, kräftig gebauter Araber ins Zimmer und begrüßte Frau Herrig und Tailor. Verwundert sah ihn Daisy an. Erenahm vergnügt seinen schwarzen Vollbart ab, und fassungslos starrte das Mädchen in das Gesicht Dr. Schneiders. Er wollte ihr die Hand geben, aber empört wandte sie sich ab:„Pfui, Sie Verräter! Ihnen habe ich mein ganzes Vertrauen geschenkt!“ Achselzuckend wandte sich Schneider ab und sagte:„Na, denn nicht. Was wollen Sie denn? Sie sind eine reiche Frau geworden, wie ich höre. Denken Sie doch nicht immer an diesen Dummkopf Hein. Er kann doch Ihrem jetzigen Manne nicht das Wasser reichen!“ Höhnisch fügte Tailor hinzu:„Ja, ja, liebe Schwägerin. Herr Schneider hat uns immer auf dem laufenden gehalten über alles, was dein sauberer Freund Hein ausgeheckt hatte! Er hat uns auch von deinem dummen Verdacht erzählt, als ob wir schuld wären an dem Tode deiner Mutter.“ Frau Herrig unterdrückte eine Träne, als sie hinzufügte:„Das hat auch mir immer so wehe getan. Wir waren von ihrem Hinscheiden genau so schmerzlich berührt und überrascht wie du.“— Daisy war sprachlos über so viel Heuchelei und Falschheit und faßte in diesem Augenblick den Entschluß, falls es keine Rettung mehr geben sollte, erst den Unsichtbaren und dann sich zu töten, wenn er zurückkehre und seine Gattenrechte geltend machen sollte. Stumm vor Ingrimm saß sie bei den anderen auf der Rückfahrt in dem Motorboot. Schneider und Frau Herrig unterhielten sich lachend und scherzend. Nur der Bericht Schneiders über die letzten Ereignisse in Berlin, über einen vergeblichen Versuch, Said zu befreien, und über die Gefangennahme der beiden Helfer wurde in arabischer Sprache gegeben. Nun merkte Daisy auch, daß man von dem eigentlichen Strome abbog in einen stillen Seitenarm. Bei der ersten Fahrt war ihr dieser Umstand entgangen. Auch Schneider betrachtete trotz der lebhaften Unterhaltung aufmerksam die Gegend. Er hatte seinen Vollbart wieder angelegt. Auf der Plantage wurde er als hakim, als Arzt, vorgestellt und die Diener wurden ihm zu Gehorsam verpflichtet. Damit war er aus der Reihe der Diener des Unsichtbaren auf die Stufe der persönlichen Freunde und Helfer gerückt. Ruhelos wälzte sich Daisy auf ihrem Lager hin und her. Traurig überdachte sie ihre verzweifelte Lage. Nun hatte sie auch Schneider verraten! Und er war der einzige, dem sie vertraut hatte. Wie schalt sie sich nun, daß sie ihrem Liebsten, ihrem Hans Hein, nicht gefolgt war. Der Morgen graute. Plötzlich erwachte Daisy aus ihrem unruhigen Halbschlummer und starrte wie hypnotisiert auf die Tür. Ein leises Geräusch ließ sich hören, dann sah sie, wie etwas Weißes durch den Spalt geschoben wurde: ein Stück Papier. Hastig sprang sie von ihrem Bett und las zu ihrer größten Ueberraschung:„Verzweifeln Sie nicht. Rettung naht. Ich muß so tun, als ob ich Ihr Gegner wäre. Ich weiß noch nicht, wer Ihr Mann ist. Das muß ich herausbekommen, wenn die Gesellschaft hierher gelockt wird. Bis dahin behandeln Sie mich recht feindselig. Vernichten Sie diese Zeilen sofort! Sonst setzen Sie alles aufs Spiel.“ Das konnte nur von Schneider sein. Sollte er doch ihr Freund sein, oder war es nur eine Falle? Sollte sie den Zettel aufheben und ihn Frau Herrig zeigen? Doch eine innere Stimme warnte sie, und sie zerriß schließlich das Papier in unzählige kleine Fetzen. Eine neue leise Hoffnung war in ihr erwacht. Sie beachzate Schneider die nächterzegg ger gcht. sondern schloß sich ganz und scheinvar vertrauensvoll an Frau Herrig an. 13. Dr. Hans Hein hatte schwere Stunden durchzumachen. Er hatte verzweifelte Anstrengungen gemacht, irgend eine Spur der Verschwundenen aufzufinden, aber es war ihm nicht gelungen, irgend etwas von Belang zu erreichen. Aus Frau Herrigs Vorliebe für den Orient, aus dem Umstand, daß die Hauptverbrecher arabisch sprachen und arabische Diener= schaft hatten, ließ sich vermuten, daß sie sich nach dem Orient gewendet hatten. Doch konnten sie es eben aus diesem Grunde auch unterlassen haben und irgendwo in der Schweiz oder in Italien ruhig die Entwicklung der Dinge abwarten. Er hatte gerade wieder negative Berichte von Vertrauensmännern aus Konstantinopel und Alexandria erhalten und schritt entmutigt, in düstere Gedanken versunken, in seinem Zimmer auf und ab. Ob Daisy tot war? Doch was konnte ihr Tod der Bande nützen? Dann hätten sie sie doch nicht mitgeschleppt. Denn freiwillig konnte sie nicht mitgegangen sein. Es mußte doch auf ihr Geld abgesehen sein, und um dies zu erreichen, mußten wieder irgendwelche Zwangsmaßnahmen angewendet werden. Vielleicht wollte man auch ihre Person haben. Er wagte nicht, den Gedanken zu Ende zu denken. In ohnmächtiger Wut ballte er die Fäuste gegen den unsichtbaren Feind. Dann zwang er sich zu ruhigem Denken. „Eine schwache Hoffnung bleibt noch“, sprach er vor sich hin,„die Gesellschaft! Ich muß die Gesellschaft eintreten! Schneider muß gestrichen werden in der Mitgliederliste, und dann wird es sich ja herausstellen, ob er der Verbindungsmann war, das fehlende Glied zwischen Geisterloge und der Gesellschaft, oder ob noch ein anderer da ist. Irgendwie werden sie doch versuchen, das Geld von Frau Brent sich anzueignen. Mir ist bloß nicht klar, wie sie das machen wollen. Aber jetzt, wo die Loge geschlossen ist, und sie aus den armen Verblendeten nichts mehr herausholen können, werden sie wohl doch alle Hebel in Bewegung setzen, um das Geld zu erlangen. Sollte die Orientreise dazu dienen? Merkwürdig, alles weist nach dem Orient!“ „Sie haben recht", ließ sich die Stimme des Inspektors Kramm vernehmen, der lächelnd eintrat,„alles weist nach dem Orient! Ich kann Ihnen eine wichtige Nachricht bringen! Leider haben wir wieder zu spät an den Umstand gedacht, der vielleicht sofort zur Auffindung Ihrer Braut geführt hätte, nämlich ihr Bankkonto. Es fiel mir gestern ein, zu versuchen, ob sich nicht hier der Hebel ansetzen ließe. Wäre es mir doch 14 Tage eher eingefallen!" Erregt faßte ihn Hein am Arm:„Was meinen Sie? Haben Sie etwas erfahren?" „Nur Ruhe. Jetzt nützt es nichts mehr. Also ich ging zur Bank und erkundigte mich nach Fräulein Brents Konto. Da erfuhr ich zu meinem Schrecken, daß sie es vor etwa 14 Tagen telegraphisch geschlossen hat und an eine Bank in Kairo hat überweisen lassen. Eine telegraphische Anfrage bei der ägyptischan Bauk ergab die Nachricht, daß der größte Leil des überwiesenen Geldes in bar abgehoben wurde." Wild klagte sich Hein an:„Wir Idioten, da haben wir ein paar Wochen kostbare Zeit vergeudet mit allen möglichen unnützen Anfragen bei Zollämtern und Polizeistationen. Was nützt der beste Steckbrief! Die Gesellschaft wird ihr Aussehen verändert haben. Vielleicht haben sie sich auch getrennt. Und auf diese naheliegende Möglichkeit sind wir nicht gekommen. Es ist zum verzweifeln!" Beruhigend sagte Kramm:„Trösten Sie sich. Wir wissen doch wenigstens daß Fräulein Brent noch lebt und wahrscheinlich in Aegypten sich aufhält. Uebrigens haben wir auch schon andere Schritte ergrifen und es ist wohl an der Zeit, Ihnen alles mitzuteilen, was wir schon unternommen haben.“ Und er erzählte dem sprachlos zuhörenden Schriftsteller, wie die Polizei schon soweit sei, daß sie ihre Hand auf einige Mitglieder der Bande legen könnte. Nur der Hauptverbrecher, der Unsichtbare selbst, sei noch unbekannt in Bezug auf seine Person und seinen Aufenthalt. Die geplante Reise der Psychologischen Gesellschaft nach dem Orient werde auch hier die Lösung bringen, wie er zuversichtlich hoffe. Der Inspektor war ganz einverstanden mit Heins Plan, sich bei der Gesellschaft als Mitglied zu melden. Schneiders Ausschluß durchzusetzen und die Orientreise auf jeden Fall mitzumachen, um ein wachsames Auge auf die Mitfahrenden zu haben und vielleicht dazu beizutragen, die geheimnisvolle Mittelsperson zwischen der Gesellschaft und der Verbrecherbande zu entdecken. Auf sein Anmeldungsgesuch erhielt der Schriftsteller ein liebenswürdiges Schreiben des Vorstandes, sich zu der nächsten Sitzung der Gesellschaft einzufinden und einen Vortrag aus dem Gebiete der Seelenkunde zu halten, um seine Befählgung nachzuweisen und den Grad seines Interesses zu bekunden. Hein wählte sich den Einfluß der Seelenkräfte auf den Körper, Mienenspiel Körperfunktionen und Krankheiten. Er bereitete sich gründlich vor und ging ruhig in die Sitzung. Der Vorsitzende, Geheimrat Ammer, empfing ihn und stellte ihn zunächst den Herren des Vorstandes und dann der Versammlung vor. Dann hielt er seinen Vortrag und wies besonders auf die außerordentliche Beherrschung des Körpers durch den Willen hin, wie sie sich bei den Derwischen und den indianischen Jogis zeigt. Er sprach die Hoffnung aus, daß die Reise nach dem Orient gute Ergebnisse für die Wissenschaft auch auf dem Gebiete seines Vortrages haben möchte. In der Aussprache wurde der Wunsch laut, doch nun möglichst bald die Reise zu beginnen. Der Vorsitzende gab zur Kenntnis, daß eine Kommission, bestehend aus ihm, Dr. Sinn und Professor Krieger, die notwendigen Vorbereitungen getroffen habe und daß die Reise in vier Tagen angetreten werden könne. Wo irgend die Möglichkeit bestände, psychologische Einzeluntersuchungen vorzunehmen, sollte dies getan werden, die Psyche der orientalischen Völker zu beobachten und zu ergründen und somit auch dem jungen Zweige der Völkerpsychologie neues Material zu liefern. Die Teilnehmerliste sei nun abgeschlossen und neue Teilnehmer müßten wenigstens bis Konstantinopel Sonderkarte lösen. Freudige Erregung zeigte sich bei den Mitgliedern, und lebhafte Gespräche über die Reise bewiesen das allgemeine Interesse, das man dem Unternehmen entgegenbrachte. Auch Hein wurde von Dr. Sinn und anderen Herren ins Gespräch gezogen. Scharf beobachtete er die einzelnen Mitglieder, um irgend einen Anhaltspunkt zu gewinnen. Besonders die Herren vom Vorstand nahm er unter die Lupe: doch kopfschüttelnd mußte er sich gestehen, daß er nicht die leiseste Spur finden konnte. Und doch sagte ihm eine innere Stimme, daß sein unheimlicher Feind sich mitten unter der Gesellschaft befinden müsse. Als die Aufregung über die Reise etwas abgeebbt war, meldete sich Hein noch einmal zum Wort. Er führte aus:„Mein Herren, ich muß Ihnen leider die Mitteilung machen, daß ein Unwürdiger es verstanden hat sich in die Reihen dieser hochachtbaren wissenschaftlichen Gesellschaft einzuschleichen.“ Er machte absichtlich eine Pause, um durch einen schnellen Rundblick sich zu orientieren, welchen Eindruck seine Worte gemacht hatten und ob vielleicht ein besorgtes Aufhorchen das schlechte Gewissen eines Mitgliedes offenbaren würde. Doch er hatte sich getäuscht. Er sah nur Erstaunen und Befremden in den Gesichtern. Der Vorsitzende ermahnte ihn ernst:„Herr Doktor, Sie haben eben eine schwerwiegende Behauptung aufgestellt. Hoffentlich sind Sie imstande, sie auch zu beweisen. Wen meinen Sie?“ „Ich meine einen gewissen Dr. Schneider. Er mag vielleicht auf okkultistischem Gebiete tüchtig sein, aber sein Vorleben ist derart, daß er nicht hierher gehört.“ „Wieso denn? Schneider? Ein tüchtiger Wissenschaftler! Was ist mit ihm?“ Erregt und unwillig tönten Hein diese Ausrufe entgegen. Doch er winkte ruhig ab:„Herr Schneider ist zu neun Monaten Gefängnis verurteilt worden. weil er seine hypnotischen Kräfte zu verbrecherischen Zwecken benutzt hat. Ich habe diese Information vom Polizeipräsidium und bitte einige Herren, dort anzurufen, um sich Gewißheit zu holen.“ Der Vorsitzende nickte und begab sich mit einigen Herren ins Nebenzimmer, um anzufragen. Ernst kehrte er zurück und verkündete der Versammlung, daß Dr. Hein mit seiner Behauptung recht hätte und daß der Herr Schneider tatsächlich wegen des genannten Vergehens verurteilt worden sei. Er bat um Vorschläge, wie er sich nun verhalten solle. Dr. Sinn meldete sich, geißelte in erregten Worten die Unverschämtheit Schneiders, mit dieser Vergangenheit sich in die Gesellschaft einzudrängen, und beantragte, seinen Namen auf der Mitgliederliste zu streichen und ihn aus der Gesellschaft hinauszuwerfen, wenn er es wagen sollte, sich noch einmal in einer Sitzung zu zeigen. Niemand sprach gegen den Antrag, und er wurde zum Beschluß erhoben. Befriedigt rieb sich Hein die Hände und sagte sich: So, jetzt kann Schneider die Reise nicht mitmachen, und der andere muß nun irgend einmal meinen Verdacht erregen, wenn er aus seiner Reserve heraustritt. Ich werde höllisch aufpassen! Er ahnte nicht, daß er selbst schon längst unter Bewachung stand und daß man nur auf eine Gelegenheit wartete, um ihn unschädlich zu machen. Auch wußte er nicht, ob der Unsichtbare anwesend sei und wer es sein könnte. Und doch hatte er sich soeben liebenswürdig mit ihm unterhalten. Als Hein sich verabschiedete, sahen ihm ein paar funkeinde Augen nach und der Blick verhieß nichts Gutes. (Fortsetzung folgt!) Rolbir Das Skifest des Nordens eröffnet Set Das große nordische Skifest, die Holmenkol=Rennen, wurde am Mittwoch mit dem 50=KilometerDauerlauf eröffnet. Entsprechend der großen norwegischen Beteiligung siel auch das Ergebnis a Unter den acht Ersten plazierten sich nur zwei Finnen. Sieger wurde Peter Saetermyrmoen, der die nicht allzu schwere Traditionsstrecke in:08.8 zurücklegte, mit 24 Sekunden Vorsorung vor seinem norwegischen Landsmann Andreas Hverven und dem Finnen Toikka. Die Beteiligung war einfach ausgezeichnet, gingen doch nicht weniger als 140 Läufer auf die lange Strecke. unter ihnen je drei Finnen. Amerikaner und Javaner. Deutschland hatte zum Skimarathon nicht gemeldet und Schweden ist überhaupt nicht vertreten. 10 Grad Kälte herrschten morgens um 10 Uhr am Start. Der Himmel war etwas bewölkt. doch brach um die Mittagsstunde die Sonne durch, sehr zur Freude der Tausende von Zuschauern. Der Start und das Ziel lagen wie üblich am Stimuseum in Froineseteren. In einer großen Schleife nach Norden durch hügeliges Gelände mit stellenweise dichtem Waldbestand wurde die Skihütte Kikutstuen erreicht, von wo es wieder zum Ziel zurückging. Schon nach 30 Kilometer lagen die Norweger vor allen Ausländern klar in Front. Die beste Zeit hatte Annar Ryen mit:22:30. doch fiel die gesamte Grupve, die er anführte, auf dem weiteren Wege wieder zurück und Ryen selbst wurde nur Vierter..., Patr Tahlermormaen 9. Das Ergebnis: 1. Peter Saetermyrmven=Norwegen:08:08. 2. Hverven=Norwegen:08:32, 3. Toikka=Finnland:10.14, 4. Ryen=Norwegen :13:10. 5. Slora=Norwegen:13:11, 6. UlsethNorwegen:14:00. 7. Lundby=Norwegen:14:00. des Nennungsergebnis— über 1000 Meldungen gezeitigt, so daß man schon sagen darf, daß das diesjährige Dortmunder Turnier wieder ganz groß Der sportliche Ablauf der Turniertage bringt vom 10. bis 15. März insgesamt 25 Wettbewerbe, für die Geldpreise von über 25000 Mark zur Verfügung stehen. Außerdem winken den Siegern eine ganze Reihe wertvoller Ehren= und Züchtervreise. Die einzelnen Prüfungen bringen neben leichten. mittelschweren und schweren Reit= und Springprüfungen auch Prüfungen für Gespanne. Ein Glanzpunkt des Turniers wird allabendlich die große Schaunummer„Waffenklang und Freiheitssang“ sein. Dortmunder Westfalenturnier Vom 10. bis 15. März in der Westfalenhalle Reitertage sind immer besondere Tage sportlichen Erlebens. Das bestätigte jüngst das Berliner internationale Reit= und Fahrturnier und das bewiesen in den vergangenen Jahren in der schönsten und größten westdeutschen Svorthalle, in der Westfalenhalle, die großen Märzturniere des Reichsverbandes für Zucht und Prüfung deutschen Warmbluts. Und nun wird wieder zu großen Reitertagen aufgerufen, denn das diesjährige Westfalenturnier steht vor der Tür, fordert als eine für ganz Westdeutschland bedeutsame Veranstaltung das Interesse weitester Publikumskreise. zumal alle Vorbedingungen gegeben sind für einen großartigen Verlauf. Die Ausschreibungen zum Turnier haben, wie das bereits kurz berichtet wurde, ein ganz hervorragenAntwerpen: unverändert Immer noch Deneef=Dekunscher In der Spitzengruppe des Antwervener Sechstagefeldes sind auch in der Nacht zum Mittwoch kaum Aenderungen eingetreten. Lediglich AertsMagne sind eine Runde zurückgefallen; dafür rückten Dietus=Deryck auf. Schön=Ronsse, die sich bisher sehr passiv verhielten, haben ihre Position in der Kopfgruppe behauptet. Dagegen sind PützfeldRaes schon bis auf zwölf Runden zurückgefallen. Kürze Sporineitzen Klein gegen Griselle in Solingen Am kommenden Samstag wird in Solingen eine Berufsboxkampf=Veranstaltung aufgezogen, in deren Mittelpunkt die Begegnung im Schwergewicht zwischen dem Solinger Erwin Klein und dem Franzosen Maurice Griselle steht. Der Westdeutsche hat in seiner verhältnismäßig kurzen BerufsboxerLaufbahn schon schöne Erfolge zu verzeichnen, und sicherlich wird er auch dem Franzosen einen großen Kampf liefern. Im zweiten Hauptkampf treffen sich im Bantamgewicht Remscheid(Solingen) und der Dortmunder Schäfer. Remscheid ist zurzeit der beste deutsche Bantamgewichtsboxer, zuletzt konnte er noch Meister Riethdorf nach Punkten besiegen. Der Kampf ging aber nicht um den Titel. Im Weltergewicht sind Prodel=Köln und KönigLüdenscheid die Gegner. während Tabat=Köln mit Zicho=Hamm durch die Seile klettert. Deutsche Tennisspieler in Monte Carlo An den Kämpfen um den Butler=Pokal. der alljährlich für Paare in Monte Carlo ausgespielt wird. werden sich deutscherseits von Cramm=Lund und Henkel=Kleinschroth beteiligen. Unter den zahlreichen Bewerbern befinden sich Boussus=Brugnon. Lesueur=Martin=Legeav. Palmieri=Rado, de Stefani=del=Bono und der schwedische König„Mister E“ mit Nyström als Partner. Im Frauendoppel um den Beaumont=Pokal sind die Französinnen Mathieu=Belliard und die Engländerinnen StammersTorke Favoriten. Allais französischer Abfahrtsmeister In Chamonix wurden die französischen Abfahrtsmeisterschaften ausgetragen. Sieger wurde bei den Männern Emile Allais(Paris) in:18.3 Min. vor seinem Landsmann André. Der Norweger Kaarby belegte nur den fünften Platz. Er kam wie auch Allais— an einem Steilstück zu Fall, doch war der Franzose schnellet wieder auf den Brettern. Bei den Frauen kam die Pariserin Zizi du Manour in:21.3 Min. vor der Schweizerin Boulaz zum Siege. Frankreich— England der Soldaten Vor 20000 Zuschauern trafen sich im Pariser Buffalo=Stadion die Militär=Mannschaften von Frankreich und England. Der Kampf endete:2 Bei der Halbzeit führten die Franzosen mit:0, aber ihr Sturm war nicht schußkräftig genug, um die zahlreichen Torgelegenheiten auszunutzen. In der französischen Mannschaft spielten u. a. die bekannten Nationalen Llonse(Tor) und Beck und Nuic(Sturm). Toni Merkens wieder hergestellt Der Kölner Amateur=Weltmeister Toni Merkens mußte einige Wochen vausieren. Nach 14tägigem Krankenlager hat sich Merkens ausgezeichnet erholt. so daß er schon in den nächsten Tagen wieder das Olympiatraining im Kölner Stadion aufnehmen kann. Neuer Weltretord von Walter Spence Der bekannte amerikanische Brustschwimmer Walter Spence konnte bei einem Schwimmfest in Chicago über 100 Meter Brust einen neuen Weltrekord aufstellen. Er verbesserte die alte Weltbestleistung von Higgins von:10.8 auf:10.2 Min. Großer Preis von Pau Der Große Preis von Pau, der am kommenden Sonntag vom Club Basco=Beanais durchgeführt wird, sieht zwölf Wagen am Start. Ueber die 276.9 Kilometer gilt Tazio Nuvolari mit dem neuen Alfa Romeo als Favorit, aber auch Brivio(Alfa Ronec, Sommer iche-emeg, fowil Clascelin, auf ati werden in diesem Rennen eine Rolle spieAusland 1,50 RM. mit 20%.00 RM Aufgeld; zuzüglich.50 RM Frachtausgleich, bei Abnahme von mindestens 10 To. frei Empfangsstation gemäß Anordnungen der Wirtschaftlichen Vereinigung.— Roggenmehl(in RM für 100 Kilo brutto einschl. Sack), Type 997(nach Skala Prof. Mohs): gesetzt. Erzeugerpreis für die Preisgebiete(Bezirksst. X der Berlin): I 21.10, II 21.20, IV 21.45. V 21.55. VI 21.65, VII 21.80. VIII 21.90, XI 22.25. XII 22.35. XIII(Bln.) 22.45; zuzüglich.50 RM Frachtausgleich, bei Abnahme von mindestens 10 Tonnen frei Empfangsstation gemäß Anordnungen der Wirtschaftlichen Vereinigung: Type 815+.50 RM. 790+.25 RM. Type 610+.00 RM.— Kleie: Weizenkleie(in RM für 100 Kilo brutto einschl. Sack ab Mühle einschl. Verladungskosten daselbst): gesetzt. Mühlenverkaufspreis für die Preisgebiete II 11.15. III 11.20, V 11.30. VI 11.35, VII!(Soldin= Arnswalde) 11.40. VII?(Luckau=Calau) 11.40. VIII 11.50. IX 11.55. K 11.60. XII 11.70. XIV 11.85; zuzüglich.30 RM Ausgleichsbetrag für 100 Kilo. Bei Weizenkleie kann ein Aufschlag von.50 RM für 100 Kilo berechnet werden.— Roggenkleie(in RM für 100 Kilo brutto einschl. Sack ab Mühle, einschl. Verladungskosten daselbst), gesetzl. Mühlenverkaufspreis für die Preisgebiete I 10.10, II 10.15, IV 10.30. V.95. VI 10.40. VII 10.45. VIII 10,10. XI 10.30, XII 10.40. XIII(Bln.) 10.45, zuzüglich .30 RM Ausgleichsbetrag für 100 Kilo. Bei Roggenvollkleie kann ein Aufschlag von 1,00 RM berechnet werden.— Für 50 Kilo in Reichsmark ab Station: Erbsen Viktoria. neu 18.00—20.00(feinste Sorten über Notiz); kleine Erbsen 17.00—18.00; Futtererbsen 12.50—13.50; Peluschken 17.50—18.50; Ackerbohnen 11.25—12.25: Wicken: Deutsche 13.00— 15.50. Ostsee 15.00—15.50: Russenwicken 15.00— 15.50: Futterwicken.50—.50: Luvinen, blaue.50 bis.25; dito. gelbe 13.75—14.50: Seradella neue 19.00—21,50 unplombiert: Leinkuchen. Basis 37%, ab Hamburg.65 incl..30.=.: Basis 50%. ab Hamburg.45 incl..65.=.: Erdnußkuchenmehl, disch. Mahlung..05 incl..=.: Trockenschnitzel. ab Fabrik.52; extrahiertes Soyabohnenschrot. 45%, ab Hamburg.75 incl..80 .=.: dito. 45%. ab Stettin.95 incl..80.=.: Kartoffelflocken. Parität waggonfrei Stolv. Namslau als Verladestation..95 brutto für netto incl. Paviersack; dito. Parität Berlin.60 brutto für netto inel. Papiersack. meo). Sommer(Alfa Romeo) sowie Etan Maserag. Gerden imn viesem Aennen, eine-Rolle spielen. Seyr gespannt ist man auf die beiden neuen Bugattis. die von Wimille und Lehoux gesteuert werden. Als einzige Dame wird Frl. Helenis das Rennen mitmachen. Großmarkt für den Nährstand zu Dortmund e. V. Erzeugerpreise für die Gebiete der Provinz Westfalen Dortmund, 27. Febr. Weizen, 76/77 kg. W XVIII 210. W XVI 208. W XIII 207. W XII 204. W IX 201: Roggen. 71/73 kg.. Preisgebiet R XVIII 175. R XVI 173. R XV 171. R XIII 169. R XI 167: Hafer, 48/49 kg.. Preisgebiet H XIX 173, H XVIII 172. H XVI 170. H XV 169. H XIV 168. H XIII 166: Futtergerste. 61/62 kg.. Preisgebiet G XIV 182. G XIII 180. G XII 179. G XI 177. G X 176 RM. Handelsvreise Frachtlage Dortmund. Weizen mit Kontingentmarken Mühlenfestvreis 214. Roggen mit Kontingentmarken Mühlenfestvreis 177. Westfälischer Futterhafer nicht angeboten. Westfälische Futtergerste nicht angeboten. Weizenmehl. Grundtype 799. W XVIII 28.25. W XVI 28.25. Hanssi und Industel. Berliner Börsenbericht Berlin, 27. Februar. Obwohl die Bankenkundschaft auch heute wieder kleine Aufträge an den Markt gelegt hatte, die sowohl die Kauf= als auch die Verkauf.seite betrafen, zeigte die Börse selbst zunächst stark abwartende Haltung im Hinblick auf die heute zu erwartende Entscheidung in der Dividendenfrage bei den Vereinigten Stahlwerken. Infolgedessen wurde das Geschäft nach Erledigung der Publikumsaufträge außergewöhnlich still, so daß bei einer ganzen Reihe von Werten überhaupt keine Anfangsnotierungen zustande kommen konnten. Montane setzten eher etwas schwächer ein, so Vereinigte Stahl verte um 44.35; im Verlauf 9gerfiste nucht nur stunde konnte allerdings der Erklaf.c nur aufgeholt, sondern darüber hinaus noch ein kleiner Gewinn erzielt werden. Laurahütte ermäßigten sich um%. Schlesische Zink und Stolberger Zink nach der vorangegangenen Steigerung um ½% bezw.%. Von den variabel gehandelten Braunkohlenwerten kamen nur Deutsche Erdöl und Eintracht(minus bezw. plus%) sowie Ilse Genußscheine(unverändert) zur Notiz. Kaliaktien blieben völlig gestrichen. Von chemischen Werten waren Farben ½% (152⅜). Eine Sonderbewegung zeigte sich auch heute wieder in Gummi= und Linoleumwerten, von denen Conti=Gummi um%, Deutsche Linoleum um 4¼% anzogen. Während Elektrowertmit Ausnahme von AEG.(plus%) fast durchweg zu Vortagsschlußkursen umgesetzt wurden, überwogen bei Tarifpapieren stärtergen se4tn chungen. So lagen Rheag Kassakurs 13476, Schlefische Gozgg2,#agegl.esirz Schlessen 128 und HEW. 942 Por. uhezlsch Drahtwerte verkehrten nicht ganz ernzurig Autoaktien zeigten in Reaktion auf die ge####ge Haussebewegung in diesen Papieren eine Ermäßi zung um ea. ½ 7. Das gleiche galt zunächst für Deutscheer Eisenhandel, die indessen einen fangsverlust von 1½% sogleich wieder um aufholen konnten. Sonst sind noch Junghal mit minus 1½%, Metallgesellschaf. 7% und Bemberg mit plus ½% als stärker verändert zu erwähnen. Am Rentenmarkt setzte sich die Erhelung Reichsaltbesitzanleihe um ¾4.38 auf zeug, wie. Die Umschulnugsanleihe wurde auch e, der unverändert notiert. Die gestern Awas, steren späten Reichsschulbbuchtrgeggigggn#en um 44% auf 97 nach. Industrievongansnen(0. wie Auslandsreten wurden, sofern Notierungen erfolgten, wenig verändert festgesetzt. Blankotagesgeld verteuerte sich erneut auf 2¾ ., un Pert e, duer Galg. at 402 Vesiy, gerlauf der Böre u. aun werdende Ergebnis der Bilanzsitzung#. den Vereinigten vidende von Stahlwerken, nachdem eine Di3½% zur Ausschüttung vorgeschlagen wird, hatte zunächst bei der Aktien selbst einen Rückgang bis auf 84¾(Vortagsschluß 86¼) zur Folge. Später trat eine Erholung bis auf 85¾ ein, da die gemeldeten Ziffern allgemein mit Befriedigung ausgenommen wurden. An den übrigen Märkten hielten sich Kursschwankungen von etwa ¼ bis ½% die Waage. Kräftiger gebessert waren Schuckert mit plus 1% und Muag, die bereits zu Beginn ¾% höher einsetzten, mit plus%, während Schubert und Salzer um 1% und Hoesch um ¼% zurückgingen. Am Rentenmarkt herrschte heute Geschäftsstille, so daß kursmäßige Veränderungen von Belang kaum zu verzeichnen waren. Industrieobligationen lagen still. Privatdiskontsatz unverändert%. 154. H VII 158. H X 161. H XI 163. H XIII 166. H XIV 168: Stimmung: ohne Geschäft.— Weizen mehl(ohne Ausland). Tyve 790(Basis=Type), nach Skala Prof. Mohs(in RM für 100 Kilo brutto einschl. Sack): gesetzl. Erzeugervreis für die Preisgebiete Bezirksst. X der.=V. Berlin): II 27.15. III 27.15, V 27.15, VI 27.60. VII:(Soldin=Arnswalde) 27.60. VII“(Luckau=Calau) 27.75, VIII 28.00. IX 28.00. X 28.00. XII 28.40. VIX 28.70; mit 10% W XIII 27.75. W XII 27.75. W IX 27.75: Roggenmehl. Grundtype 997, R XVIII 23.15. R XV 22.95. R XIII 22.75. R XI 22.55; Weizenkleie. Preisgebiet W XVIII 12.05. W XVI 11.95 W XIII 11.75. W XII 11.70. W IX 11.35: Roggenkleie. Preisgebiet R XVIII 10.80. R XVI 10.70. R XV 10.55, R XIII 10.45. R IX 10.30. Mebl: Grundoreise für Weizen= und Roggenmehl. Weizenund Roggenkleie. Die Zuschläge bzw. Handelsspannen errechnen sich nach den gesetzt. Bestimmungen. Amtliche Berliner Devisenkurse Hrgent. Buen.-Air. Belg.(Brüss c. Hntw.) änem(Fopenhac. Oonzie Corzig Enolono lLorcon Frankre ch(Paris Pollond An sterdam und Hottercam) talien(Rom u. H all.) Jutesl elg., 2e7 lorwegen(Oslo) Oesterreich(Wien) Schweden(Stockh. Schweiz(Zürich, Posel, Bern Span.(Illadr., Barcel Tschechoslow.(Prag Ver. St. v. Ameriko Tlew Vork! 81.23 34.01 029: 81.39 34.07 10.315 81.20 34.10 10.295 81.36 34.06 10.215 .460 464 .461].465 Märkte Berliner Metall=Notierungen 27. Febr.(Amtlich.) Elektrolytkupfer Berliner Börsenkurse vom 27. Februar 1936 Rotterdam 51.50: Original Hütten=Aluminium. 98 bis 99 Prozent. in Blöcken 144: dgl., in Wald= voer Drahtbarren 148: Reinnickel, 98 bis 99 Prozent. 269 RM für 100 kg: Silber in Barren. ca. 1000 fein. 37.00—40.00 RM per Kilo. 2. 2/46 2. 97 2 26 2 27 26 Anleihen: O..-Anl. 27 0-Anl 29 100½ 100 Warenmärkte Berliner Getreidegroßmarkt Berlin, 27. Febr.(Zu= und Abschläge für Weizen. Roggen und Futtergetreide gemäß Anordnung, des Getreidewirtschaftsverbandes„Kurmark“.) (für 1000 Kilo in RM): Märk. Weizen. schnittsaual.(an Auswuchs. Besatz. Bruch. Schmachtkorn. Rost sind zusammen 3% zulässig). Gewicht pro bl., 76/77 Kilo. frei Berlin 210. vreis für die Preisgebiete W VI 198. W VII 199. W VIII 200. W IX 201. W X 202. W XII 204. W XIV(Bln.) 206: gesetzlicher Mühlenverkaufsvreis plus.00 RM: Stimmung ruhig.— Roggen (für 1000 Kilo in RM): Märk. Roggen. schnittsqual.(an Auswuchs. Besatz, Sruch. Schmacht. korn sind zusammen 2% zulässig). Gewicht pro hl. 71/73 Kilo, frei Berlin 173; gesetzl., Erzeugerpreie für die Preisgebiete R.161. R VI 16., h V 163. R VIII 164, R IX 167. R KII 168. R XIII (Bln.) 169: gesetzl. Mühleneinkaufspreis plus.00 RM: Stimmung: ruhig.— Gerste(für 1000 Kilo in RM): Braugerste, feine. neu. frei Berlin 221 bis 224, ab märk. Stanon—..„ Station 212—215; Braugerste, gute, frei Berlin 216—220. ab mark. Station 207— 211: Industriegerste(Sommergerste) frei Berlin 207 bis 210. ab märkischer Station 198—201(feinste Sorten über Notiz. Stimmung: ohne Geschäft. Futtergerste. Gewicht pro hl. 59/62 Kilo: gesetzlicher Erzeugerpreis für die„Preisgebiete G V 166. G VI 167. G VII 169. G VIII 172. G IX 174. — Hafer(für 1000 Kilo in RM): Märk. Hafer. Durchschnittsqual., Gewicht pro hl. 48/49 Kilo. gesetzlicher Erzeugerpreis für die Preisgebiete H IV Banken: Com.: u. Privat-Bi Otsch. 8k u Diakt Dresdner Bank Reichsbank Th.-Westl BodenCred. Verkehrswerte. Keichsbahn.-A Hapat Nordd. Lloyd Brauereien: Dortm. Aktien Dortm. Ritter Dortm. Union Scblegel-Scharp. Wicküler-Küpper Sonstiges Ako 4 E. G. Sewbers I. P. bem lnd. Gelsen oot Cautsch. laimler Mot. Rtech. Erdöl 21 Licht a Kraft ##sche Bergu -Parbenind elten-Guillaume riedrichshötte Jebhard& Co. reisenk Berzu 92* 65 ¾ 923 186¾ 93.— 92½ 93½ 123. 123. 167 18% 97.— 202.— 18 1 122 ¾ 16% 18 ¾ 88½ 202. 106 ¼ 173¼ 37½ 90 100% 110¼ 134 152 114 104¼ 173— 37 ½ 90 ¼ 176. 100% 110¼ 33. 1312 115. Ges 1. el. Ost. Goedb Gebr. Goldechmidt Harpener Berg Hoesch-Eisen-KölnNeuessen Kall Aschersieben Klöcknerw Köln Gas u. Elek W. Kreitt Kromschröder G. Kronprinz Metal) Koppersbuseb Lahmever Mannesm.-Röbren Mansteld Maschb-Ostern Molb Bergw. Phönis Bergw. Rhein Braunk Rb. Elektrizität Rhein-Spiegel Rbein-Stabl Rb.-Westi. Elekt: Rhein-West Kall Roddergrube Saledetfurtb Schött. Herm Schweim-Eisen Siemens a. Haleke Stolb Zinkh Stollwerck Westdtsch Kaufb Ver. D. Nickel Ver. Glanzst Elbt Ver Steblwerke Warstein Gruben Wasserw. Gelsen 128% 108 110¼ 128% 109. 107 112¼ 91. 126¼ 86 77¾ 76. 1. 1 146 120 ½ 127¼ 86% 131 ¾ 8. 19 133½ 91½ 127½ 86 ¾ 77 ¼ 73.— 99 6— 219¾ 116½ 127¼ 183½ 20. 16¾ 127% 86 ¼ 131¾ 83½ 134% Westerezein Westdtsch. Kaufbo. Wer: Draht Hamm Westlälische Landesbankanl.: 675 ###5 %5 222.— 127.— 88½ 116. 127½ 75 98 1/ 142½ 139 84¾ 66— 149 175— 97½ 141 ¼ Prov heing 25 dto. 26 dto 27 R Komm. Obl 28/29—3 65 dto. 30 N: 675 Goldpfdbr R Westt Provinzialanleihe-Auslosg. Fest zinsliche Werte: 6% Preuß Ld.-Br anstalt R 10 123 3 31 109% 86⅞ 661 dto. 4 dto. 11 dto. 13/15 dto. 21 dto Komm 27 dto. 16 dto. dto. Pr Centr.-Boc Pidbr Fm. 1 6% dto Komm.= Obl! Durchechnittsk. der Stevergutscheine 625 6% 6# 6% 6% 6% ## #5 * 94 94. 94 123 31⅞8 125·4 93 927 95½ 97. 97. 97. 97 97. 94%. 94¾ 943 95.— 94.— 94.— 99.— 93.— 93.— 9514 109% e6. 94 108. 97.— 97.— 97.— 97.— 97.— 94% ge% 94% 95.— 96.— 94.— 100.7 —* bedeutet ohne Angebot und Nachtrase. Von=Heientoschwindleen unto Antten Hocsstapteeinnen Ihee ehpen und ihre Meitsöden Ein Verbrechertyp, der immer wieder vor Gericht steht, und vor dem nicht genug gewarnt werden kann, ist der des Heiratsschwindlers Nachdem schon der„Heiratsvermittlungs=Schwindel“ in Nr. 24 der Deutschen Justiz 1934 behandelt worden ist, sollen im folgenden der Heiratsschwindler, sein Typ seine Methoden und seine Opfer charakterisiert werden. Ein besonders gewiegter Heiratsschwindler ist vor kurzem von einem deutschen Gericht wegen Betrugs im Rückfalle zu 15 Jahren Zuchthaus verurteilt worden. nachdem er in insgesamt zehn Fällen in skrupelloser Weise seine Opfer um 42 500 RM betrogen hatte Seine„Existenzgrundlage“ bildete ein kleines Rechtsbüro. Seine„juristische". Tätigkeit bestand darin, schlechte Mahnbriefe zu schreiben und Vorschüsse einzutreiben. Je nach dem sozialen Stand seiner Opfer— zu ihnen gehörten Hausangestellte, Lehrerinnen, Töchter wohlhabender Bürgerfamilien und auch eine Dame der sogenannten besten Gesellschaft— gab er sich als Rechtsberater, Syndikus oder Rechtsanwalt aus. Er renommierte mit seinen Einkünften und dem vornehmen Umgang, den er habe. Mit großem Geschick verstand er es. in seine Erzählungen Namen von Klang einzuflechten. Als sehr erfolgreich erwies sich der Trick, bei den Zusammenkünften mit den heiratslustigen Frauen einen Dritten hinzuzuziehen, dessen Aufgabe darin bestand, die Angaben des Schwindlers zu unterstreichen, seinen Charakter und seine Fähigkeiten zu loben und auf diese Weise die Glaubwürdigkeit des Schwindlers zu bestätigen. Besuchten die Frauen den Schwindler in seinem Büro, so verstand er es zumeist so einzurichten, daß zu diesem Zeitpunkt Bekannte mit dem Aussehen wohlhabender Leute oder Personen mit klingendem Namen sich bei ihm einfanden, Dinge, die ihre Wirkung nicht verfehlten. Raffiniert wußte er die kleinen menschlichen Schwächen und Eitelkeiten seiner Opfer und ihrer Angehörigen auszunutzen. In einem der ihm zur Last gelegten Fälle hatten Schwester und Schwager der Braut erhebliche Bedenken gegen den Bräutigam wegen dessen großsprecherischen Gebahrens. Die Braut und deren Vater jedoch waren der Meinung, daß man ihr die gute Partie nicht gönne. Der Schwindler nutzte diesen Glauben und stärkte ihn, so daß die Warnung wirkungslos blieb. Schon vor der Verlobung übergab der Vater der Braut dem Schwindler die Mitgift in Höhe von 5000 RM. Daß seine Tochter einige Tage vorher ihre eigenen Ersparnisse zur Anzahlung für ein Auto hergegeben und außerdem die Abzahlungswechsel für diesen Kauf unterschrieben hatte, ahnte er nicht. Da die Braut über ihr selbständiges Vorgehen ein schlechtes Gewissen hatte, war der Schwindler sicher davor, daß der Vater der Braut zunächst etwas von diesem Geschäft erfahren würde. Kurz vor der Hochzeit erhielt er nochmals 1000 RM. Zum Hochzeitstage erschienen zwar die Gäste, aber nicht der Bräutigam. der ortsabwesend war und sich mit Krankheit entschuldigen ließ. Auch das genügte noch nicht, um die Braut und deren Vater davon zu überzeugen, daß sie einem Schwindler in die Hände gefallen waren. In einem anderen Falle war die Braut von dritter Seite gewarnt worden. Sie setzte sich daraufhin mit der Polizei in Verbindung und sollte diese bei einem neuen Zusammentreffen benachrichtigen. Sie brachte es jedoch nicht über sich, ihr Vorhaben durchzuführen. Der Schwindler und sein Komplize, „Herr Assessor“, verstanden es, das Mädchen wiederum so vertrauensselig zu machen, daß es beiden sogar eine Vollmacht gab, auf Grund deren sie durch einen Rechtsanwalt den auf einer Seereise befindlichen Vater des Mädchens zur Auszahlung eines größeren Geldbetrages veranlassen wollten. Der Briefstil des Schwindlers war derartig schlecht, daß er, als er durch eine Anzeige Verbindung mit einer sehr vermögenden Witwe erhielt, gar nicht selbst einmal zu schreiben wagte. Einer seiner Bekannten schrieb für ihn die ersten Liebesbriefe. Nachdem die persönliche Verbindung hergestellt war, gelang es dem Schwindler, von dieser Frau nach und nach 5500 RM., ein Auto und die Anteile an einer G. m. b. H. zu erlangen. Betrachtet man die Fälle, die nahezu täglich als Heiratsschwindel zur Aburteilung gelangen, dann sind es im wesentlichen drei Kategorien von Frauen, die diesen Betrügern zum Opfer fallen: Unerfahrene Hausgehilfinnen, Verkäuferinnen, Büroangestellte usw., die einige Ersparnisse haben; ältere Mädchen aus den sogenannten bürgerlichen Kreisen. die sich bis dahin vergeblich nach Ehe und Mutterschaft gesehnt haben, schließlich wohlhabende oder reiche alleinstehende Frauen und Witwen. So verschieden alle diese Personen nach Herkunft, Bildung und Lebensstellung sind, so übereinstimmend ist ihr Aeußeres. Es sind nämlich nur die von der Natur nur dürftig Bedachten, Unscheinbaren, Häßlichen oder die Ueberalterten, die nicht oder nicht mehr zu den von den Männern begehrten Frauen zählen, wobei seltene Ausnahmen diese Regel nur bestätigen. Auf jene bedauernswerten Frauen hat es der Heiratsschwindler abgesehen, denn er weiß genau, daß die nichtbegehrte Frau alles opfert, um das Ziel ihrer Träume zu erreichen, daß sie sich persönlich und finanziell sehr zugänglich zeigt und daß sie sich so langsam und sicher ausplündern läßt. Andererseits weiß sowohl der Anfänger als auch der rückfällige Betrüger ganz genau, daß seine dürftigen oder brutalen Versuche, auf das Entgegenkommen oder die Gebefreudigkeit seines Opfers einzuwirken, bei schönen oder vielbegehrten Frauen äußerst zweifelhaft oder zwecklos sind. Diese stellen Ansprüche, wollen in jeder Hinsicht umworben sein, und dazu reichen die persönlichen Fähigkeiten und finanziellen Mittel des Betrügers zumeist nicht aus Eine Selbstverständlichkeit der Natur und eine bittere Lehre für die Opfer der Heiratsschwindler! Die Typen der Heiratsschwindler und die Methoden ihres Vorgehens sind ganz verschieden. Sie finden sich in allen sozialen Schichten und sind in allen möglichen Schattierungen vertreten: vom kleinen Gelegenheitsbetrüger, der sich der Hausgehilfin oder Verkäuferin gegenüber als biederer Kaufmann oder Beamter ausgibt, über den Berufsbetrüger, der einen in sicherer Position befindlichen Akademiker vortäuscht, bis zum hocheleganten Großbetrüger, der sich als Schloßherr, Großkaufmann und dergl aufspielt und dessen ständiger Aufenthalt elegante Badeorte und große Luxushotels sind Es sind keineswegs immer Männer von äußerer Schönheit, die mit bezauberndem Lächeln Frauenherzen zu erobern vermöchten. Wie die Gerichtspraxis zeigt, sind es vielmehr oft Männer, bei deren Anblick und Anhören es unbegreiflich erscheinen muß, wie es ihnen gelingen konnte, Frauen und junge Mädchen zu betören und ihnen unter den unwahrscheinlichsten Vorwänden das Geld zu entlocken. Es wäre dringend zu wünschen, daß alle heiratslustigen Frauen und Mädchen, vor allem diejenigen älteren Jahrganges. einmal einen Blllk in den Geschaftsbeirtre eines Heiratsschwindlers werfen könnten. Die Anbahnung, das Kennenlernen des Opfers erfolgt zumeist in der Weise, daß der Schwindler eifrig die Heiratsinserate in Zeitungen und Zeitschriften studiert und nach den ihm Gewinn versprechenden Angeboten seine Fühler unter falschem Namen ausstreckt. Nicht selten dienen dem Betrüger aber auch Veranstaltungen gesellschaftlicher Art. die Einführung in vornehme Klubs oder in Sportvereinen dazu, die Bekanntschaft solcher Gesellschaftskreise zu machen, bei denen Geld zu vermuten ist. Dort suchen sie sich mit sicherem Spürsinn die geeignet erscheinenden Objekte heraus, um deren Schwächen zu erkennen und geschickt auszunutzen Fast immer kommt ihnen hierbei die Unerfahrenheit und oft kaum glaubliche Vertrauensseligkeit ihrer Opfer und deren Angehörigen zu Hilfe. Gewisse Kategorien von diesen Heiratsschwindlern pflegen sich unter der Maske des biederen kleinen Beamten mit gesichertem Einkommen vor allem an heiratslustige Hausangestellte heranzumachen, die in dem Glauben, später einmal pensionsberechtigt zu sein, nur allzu gern ihre oft sauer verdienten Ersparnisse dem Betrüger zwecks Einrichtung der Wohnung oder zu sonstigen Anschaffungen zur Verfügung stellen. In den sozial gehobeneren Schichten sind vor allem elegantes Auftreten und vornehme Kleidung das Handwerkszeug des Schwindlers, der es sich etwas kosten läßt, dafür aber auch ein Vielfaches seiner Unkosten aus dem „Geschäft“ herausholt. Um sich den Anschein eines „Gentleman“ zu geben, legt er sich nur allzu gern den Doktortitel oder einen hochtrabenden adligen Namen zu erzählt gewandt von angeblichen Weltreisen und eigenen Gütern oder Schlössern, die natürlich auf dem Monde liegen. Das gehört zum Großbetrüger und verfehlt selten seine Wirkung. Ist einmal die Bekanntschaft angebahnt, dann spricht der Schwindler von seinen großen Fähigkeiten oder seinem guten Einkommen, die anscheinend, eine angenehme und sichere Zukunft in Aussicht steuen. Sein sehnlichster Wunsch ist es, möglichst bald ein eigenes Heim zu besitzen. Gar nicht so selten wird dabei förmlich im Eilzugstempo ewige Liebe und Treue geschworen. Er möchte so gern heiraten. aber gerade jetzt, in diesem Zeitpunkt liege sein Vermögen infolge widriger Umstände fest. Bald müssen hierfür als Ausreden im Augenblick unverkäuflicher Grundbesitz, Devisenschwierigkeiten usw. herhalten, bald ist das Vermögen wegen unberechtigter Steuerforderungen beschlagnahmt oder es liegt in einer baldigen Erbschaft oder gar im Auslande fest. Um diese Schwierigkeiten zu beseitigen, sind gewisse Maßnahmen erforderlich, für die es aber leider eben gerade an Geld, an einigen hundert oder tausend RM. fehlt. Beliebte Tricks, um Geld aus den Heiratslustigen herauszuholen, sind auch das kurz vor dem Abschluß stehende totsichere große Geschäft oder die neue Stellung. Es fehlt im letzten Augenblick bloß das Geld für die Kaution oder für sonst eine letzte geschäftlich unbedingt notwendige Maßnahme oder für wichtige repräsentative Anschaffungen, wie z. B. für einige Anzüge, ein Auto usw. Alles das wird in einer Weise vorgebracht, die aufs genaueste der Leichtaläubigkeit und Intelligenz des Opfers angepaßt ist. Nicht selten werden dazu rührselige Geschichten erzählt, die auf das Mitleid der heiratslustigen Frau spekulieren. Die Hoffnung auf die Ehe seitens der Frauen kommt hierbei dem Vorgehen der Schwindler in weitgehendem Maße entgegen: sie lassen sich betören und geben das verlangte Geld. Ist das Opfer aber einmal in die Falle gegangen. dann wird es fast immer bis zum letzten Groschen ausgepreßt. Etwaiges Mißtrauen wird durch angeblich reiche Freunde, die in Wirklichkeit Teilhaber des Gauners sind, oder durch gefälschte Auskünfte zerstreut. Den betrogenen Frauen fällt es erfahrungsgemäß schwer, sich selbst einzugestehen, daß sie einem Schwindler in die Hände geraten sind. Vielfach, weil sie ihre Hoffnung auf Ehe nicht zerstört sehen und ihren Reinfall nicht zugeben wollen. In einer ganzen Anzahl von Fällen liegt die Erklärung dafür, daß die Frauen an einen Schwindel nicht glauben wollen, darin, daß der Schwindler es verstanden hat, sie zur geschlechtlichen Hingabe zu bewegen. Dadurch werden naturgemäß die heiratslustigen Frauen, vor allem diejenigen, die sich vorher noch nicht mit einem Mann eingelassen hatten, ganz besonders stark an ihn gebunden. Für den Schwindlei ist dieser Verkehr nur Mittel zum Zweck; er weiß, daß dann seine Opfer nur noch fester an ihn gekettet sind. Die Nahanwenouug Dieser kurze Ueberblick über das Treiben der Heiratsschwindler dürfte zur Genüge deren Gefährlichkeit gekennzeichnet haben; denn er zeigt eine Sorte Betrüger, deren Opfer neben materiellen Verlusten vor allem schwere seelische Schäden erleiden und deren Lebensglück in vielen Fällen zerstört wird. Der nationalsozialistische Staat, der in der Ehe und Familie die Keimzelle des Staates sieht, hat das denkbar größte Interesse daran, den Heiratsschwindler als den gemeinsten Typ aller Betrüger auszurotten. Dem Heiratsschwindler drohen daher exemplarische Zuchthausstrafen und gegebenenfalls die Sicherungsverwahrung bis an sein Lebensende. Freilich darf der Kampf gegen die Heiratsschwindler nicht unnötig erschwert werden. Frauen und Mädchen, die gern heiraten möchten, dürften auch ihrerseits nicht blindlings einem ihnen nur kurze Zeit bekannten Manne, der ihnen schon nach wenigen Zusammenkünften die Ehe in Aussicht stellt, vertrauen. Eine Anfrage beim Einwohnermeldeamt der Ortspolizei wird vielfach genügen, um die Identität der Person, die sie kennen gelernt haben, festzustellen. Auch die Beobachtung seiner Lebensgewohnheiten, seiner beruflichen Tätigkeit wird hinreichende Rückschlüsse auf die Persönlichkeit des Bewerbers zulassen. Tauchen Zweifel an der Glaubwürdigkeit des Mannes auf. dann wird vielfach schon nach kurzer Zeit eine Beobachtung seiner Wohnung— soweit sie auffindbar ist einigen Aufschluß über ihn geben können; denn der Heiratsschwindler hat meist weder einen Beruf, noch eine feste Wohnung. Ist der Bewerber ein berufsmäßiger Heiratsschwindler, so wird er zweifellos auch mit anderen heiratslustigen Frauen in Verbindung stehen und diese zu einer anderen Stunde des Tages aufsuchen, vielleicht auch in seine Wohnung einladen. Ergibt sich der Verdacht. es mit einem Heiratsschwindler zu tun zu haben, dann muß— das kann nicht genug betont werden — schon bei diesem Verdacht unbedingt die Kriminalpolizei verständigt werden, damit solche Elemente rechtzeitig, bevor sie wieder Unheil angerichtet haben, unschädlich gemacht werden können. Ist aber ein Mädchen oder eine Frau das Opfer eines solchen Heiratsschwindlers geworden, dann darf die Bestrafung dieser Gauner nicht unnötig dadurch erschwert und ihnen das Betrügen leicht gemacht werden, daß den zuständigen Behörden— Polizei. Staatsanwaltschaft oder Amtsgericht— der Fall nicht zur Anzeige gebracht wird. Wenn auch ein solches Verhalten aus Scheu vor der Vernehmung, insbesondere in der späteren Gerichtsverhandlung und aus Scham über den eigenen Reinfall durchaus verständlich ist, so muß dennoch im Interesse der Volksgemeinschaft die Anzeigeerstattung sofortige Pflicht der betrogenen Frauen sein Denn nur dann ist es möglich, den Verbrecher zu fassen und weitere Betrügereien an anderen Frauen und Mädchen zu verhindern. Durch ihr Schweigen würden sie lediglich dem Zerstörer ihrer Eheträume zu weiterem verbrecherischen Treiben Beistand leisten. Das weibliche Gegenstück des Heiratsschwindlers ist die intime Hochstaplerin, eine äußerlich meist ansprechende oder interessante Erscheinung. Sie tritt unter falschem Namen äußerst elegant und gewandt auf spricht mitunter mehrere Sprachen und ist im Sport ebenso sicher wie am Spieltisch; kurz, sie ist mit allen Wassern gewaschen und nur schwer zu fassen. Diese Verbrecherinnen entstammen meist einfachsten Kreisen und entwickeln sich aus der ihnen eigenen Abenteuerlust und Arbeitsscheu oder einem krankhaften Geltungsbedürfnis. Ihre Laufbahn ist ganz verschieden. Meist beginnen sie in jungen Jahren als Verhältnis eines reichen Mannes und werden dann zur Kokotte, die je nach Begabung und Mut sich mitunter auch als Gehilfin von Hoteldieben, als Anreißerin von Falschspielern oder gar als Agentin eines kommunistischen oder marxistischen Spionagebüros betätigt. Diese Verbrecherinnen reden den Männern, die ihnen in die Hände fallen, nicht von Heirat und Ehe. Daran liegt ihnen gar nichts. Sie wollen Geld, das sie sich durch Betrug oder Erpressung zu verschaffen versuchen. Sie betreiben daher ihr „Gewerbe“ vorzugsweise in den finanziell bessergestellten Kreisen der sogenannten Gesellschaft. Als „große Damen“ flirten sie am Strand unserer Seebäder, in großen Luxus= und Sporthotels, in eleganten Cafés usw. Geschickt wissen sie Männer mit Geld, Rang oder Namen an sich zu fesseln, um sie erst unauffällig anzuborgen und dann in raffinierter Weise auszuplündern. Ist es gar zu intimeren Beziehungen mit ihnen gekommen, dann wird dem Betreffenden mit dem angeblichen Ehemann, der in Wirklichkeit nicht oder nur in der Gestalt eines Zuhälters existiert, und mit Skandalaffären gedroht, was natürlich dem Betroffenen höchst peinlich ist. Bei einem solchen Reinfall wäre es grundfalsch, etwa nach dem alten Sprichwort „Der Kavalier zahlt und schweigt" zu handeln, denn unzählige Existenzen, Familien und Geschäftsunternehmen sind dadurch schon zugrunde gerichtet worden. Auch hier muß schon beim bloßen Verdacht der Hochstapelei— mag es unter Umständen für den Betrogenen auch unangenehm sein— unverzüglich die Polizei verständigt werden, um weitere Betrügereien zu verhüten. Die arme alte„Mademoiselle Jeanne“ Feuerwehrautomobile rasen in Paris durch die Rue Vignon. bleiben vor einem hohen Miethause stehen. Oben im vierten Stock brennt es. Es soll Lebensgefahr bestehen. Irgend eine alte Frau hat ihren Petroleumofen umgestoßen, und jetzt steht ihre armselige Wohnung in hellen Flammen. Die Feuerwehrleute stürmen die Treppen hinauf. schlagen mit der Axt die Wohnungstür ein, dicke schwarze Rauchschwaden schlagen ihnen entgegen. Viermal Millionär— fünfmal Pleite Der Lebensweg eines Automobilkönigs Noch vor wenigen Jahren war der greise Mr. William C. Durant einer der Gewaltigsten in der Wallstreet. Er war vielfacher Millionär. kontrollierte eine ganze Reihe großer Firmen und konnte mit Recht zu den amerikanischen Automobilkönigen gezählt werden. Heute aber ist er völlig ruiniert. Er hat Konkurs angemeldet. Einer unermeßlichen Schuldenlast kann er lediglich den Wert seiner persönlichen Garderobe entgegenstellen. der auf einige hundert Dollar geschätzt wird. Doch der 74jährige sieht keineswegs mutlos in die Zukunft. Ein restloser Vermögensverlust ist ihm nichts Neues. Viermal ist er schon vielfacher Millionär gewesen. Immer wieder brachen seine Finanzen zusammen. aber immer wieder wußte er innerhalb überraschend kurzer Zeit ein neues Vermögen aus der Erde zu stampfen. Er ist der Typ des wagemutigen und des selbstbewußten amerikanischen Geschäftsmannes. dem das Sviel mit Millionen zur Leidenschaft geworden ist und der nicht davor zurückschreckt, alle seine Habe auf eine Karte zu setzen. Seine geschäftliche Laufbahn begann er mit einem winzigen Kapital als Wagenbauer in dem Städtchen Flint im Staate Michigan. Damals war er 21 Jahre alt. Schon im Jahre 1904 hatte er sich soweit emvorgearbeitet, daß er die Buick=Motor=Company ins Leben rufen konnte. Seiner Geschäftstüchtigkeit kam selbstverständlich die große Konjunktur zu Hilfe. die den gesamten Automobilbau belebte. Die Lebenskurve des Mr. Durant stieg jetzt steil in die Höhe. 1908 erwarb er die Cadillac=Company. aus der er unter dem Namen General=Motors=Corvoration eine neue Firma formte. Der Siegeszug der General Motors. die bald in der ganzen Welt berühmt war, ist bekannt. Doch Durant hatte Pech. Im Jahre 1910 mußte er die gesamte Firma für die Kleinigkeit von 23 Millionen Dollar veräußern. Er hatte Verbindlichkeiten, die dieses Vermögen restlos verschlangen. Aber sechs Jahre später war Durant schon wieder so weit, daß er sich die Kontrolle über die General Motors zurückerobern konnte. In der Zwischenzeit war von ihm die berühmte ChevroletMotors=Corvoration ins Leben gerufen worden. Aber der Rückschlag ließ nicht lange auf sich warten. Während der Depression des Jahres 1921 geriet Durant in arge Schwierigkeiten. Wer jedoch geglaubt hatte, der Automobilkönig liege jetzt bilflos am Boden, der mußte sich eines anderen überzeugen. Durch ein glückliches Börsenmanöver gelang es Durant. innerhalb von 48 Stunden sechs Millionen Dollar zu„machen“. Er widmete sich jetzt ganz dem aufregenden Börsenspiel. Einmal gewann er das Spiel, einmal verlor er es. Augenblicklich ist Durant wieder im Verlust. Aber wer kann sagen. wie lange. Eines Tages ist er sicher wieder obenauf. Aus einer Ecke tönen ersterbende Schreie. Ein Feuerwehrmann im Asbestmantel kneift die Augen zusammen und springt mit raschen Sätzen in das brennende Zimmer, tastet sich in die Ecke und erscheint wenige Minuten später mit einem Menschen auf dem Arm bei seinen Kameraden. Er hat die Wohnungsinhaberin geborgen, sie ist von den Flammen entsetzlich zugerichtet: ihr Leib ist fast verkohlt. aber sie lebt noch immer. Man bringt sie ins Krankenhaus und hofft, daß der Tod sie recht bald erlösen möge. Wenige Stunden später ist die Unglückliche tot. Der Standesbeamte registriert:„Jeanne Laneau. Näherin. Alter: siebenundsiebzig Jahre“. Und als man die Tote zu Grabe trägt, folgt keine Menschenseele ihrem Armensarg. Das schnellebige Paris hat wieder einmal vergessen, hat wieder einmal einen Menschen verloren. der einst Ehre und Ansehen genoß und dem die Pariser Künstlerwelt zu Füßen lag. Mademoiselle Jeanne ist tot Wer war Mademoiselle Jeanne?— Auf dem Place des Pyramides steht das Denkmal der Jeanne’Arc. der heiligen Jungfrau von Orleans. In stolzer, edler Haltung reitet sie auf einem Streitroß, das Banner. das Tausende und Abertausende in den Kampf geführt hat, in der Rechten emvorgereckt. Ein Meisterwerk des berühmten französischen Bildhauers Emanuel Fremiet. Der Reisende, der nach Paris kommt. bewundert ehrfurchtsvoll das Standbild, das sich jedem Franzosen unauslöschlich ins Herz eingeprägt hat. Die jugendlich schönen ernsten und festen Züge der Reiterin sind die genaue Verkörverung alles dessen. was Geschichte. Ueberlieferung und Sage von dem Heldenmädchen berichten. Und doch hat der Bildhauer kein Phantasiegebilde geschaffen. Er hat ein Modell gehabt, das ihn zu diesem Kunstwerk inspirierte. Und dieses Modell war Jeanne Valérie Laneau,„Mademoiselle Jeanne“, wie die damals Berühmtgewordene allgemein genannt wurde. Der Name Mademoiselle Jeanne blieb, aber niemand wußte mehr, wie die arme Näherin dazu gekommen war. 1874 wurde„ihr“ Denkmal enthüllt. Damals war sie eine gefeierte Schönheit. aber dann lebte sie mehr als sechzig Jahre lang in ärmlichsten Verhältnissen als Näherin. Auch Mademoiselle Jeanne war wie das Heldenmädchen von Orleans ein Bauernmädchen. Geboren in einem Dorf im Jura, verbrachte sie ihre Jugend mit dem Hüten der Viehberden ihres Vaters. Der Zufall wollte es, daß der Bildhauer Emanuel Fremiet in der Nähe ihres Dorfes seine Ferien verbrachte. Er hatte den Auftrag für ein Reiterstandbild der Jeanne'Arc erhalten und war auf der Suche nach einem geeigneten Modell. Als er die kleine Jeanne zu Gesicht bekam— sie war damals fünfzehn Jahre alt— war er entzückt. Er nahm sie mit sich nach Paris und sie enttäuschte ihn nicht. Die kleine Jeanne vermochte die graße Jeanne 'Arc so vortrefflich darzustellen, daß sie innerhalb weniger Wochen das begehrteste Modell der Pariser Maler und Bildhauer war. Man feierte sie, verehrte sie und— vergaß sie, als sie älter wurde. Fünfhundert Jahre nach dem Flammentod der Jeanne’Are starb nun auch— so fügte es ein seltsames Schicksal—„Mademoiselle Jeanne“ den Flammentod. Fro. Prinz Karneval festgenommen Stuttgart. Erst jetzt wird ein Vorfall bekannt, der würdig ist, in die Reihe der bekannten Schwabenstreiche eingereiht zu werden. Eine Faschingsgesellschaft aus einem kleineren württembergischen Städtchen zog in die Nachbarstädte, um dort für den großen Faschingsumzug am Rosenmontag Propaganda zu machen. Als„Prunkstück“ des Zuges wurde natürlich der Prinz Karneval persönlich mitgeführt, der an der Spitze seiner Getreuen jeweils in die Stadt einfuhr. In Heidenheim sollte dieser Eroberungsfeldzug jäh gestört werden. Das Auge des Gesetzes hatte entdeckt, daß der Faschingsumzug der auswärtigen Karnevalsgesellschaft ja garnicht polizeilich gemeldet war. Hier galt es einzugreifen. Kurzerhand nahm der wackere Polizeidiener den Prinzen Karneval fest und lieferte ihn auf die Polizeiwache ein. Da saß nun der entthronte Prinz und er wurde nicht eher freigelassen, bis er sich bereit erklärt hatte, 2 Mark„Lösegeld“ zu zahlen. Daß dieser Zwischenfall nur zur Steigerung der Faschingslaune beitrug, braucht nicht besonders erwähnt zu werden. Beutschee Insteunsieg in Horlagal Die deutsche Elf fiegte in Lissabon mit:1— Hohmann= Kitzinger-Lehner die Torschützen— 30 000 Zuschauer Die zweite Fußballschlacht wurde im Olympiajahr 1936 nach dem grandiosen Sieg über SpaLeber 600 000 Besucher auf der Autoschau Berlin. Die Automobilausstellung wurde Donnerstag von rund 45000 Personen besucht. Damit hat die Gesamtbesucherzahl bereits 600 000 überschritten. Berlin. Der Führer und Reichskanzler sandte dem Gauleiter und Staatsrat Otto Telschow in Harburg zum 60. Geburtstag ein Glückwunschtelegramm. Warschau. Am 28. Februar tritt in Warschau der von der Regierung einberufene„Große Wirtschaftsrat“ zusammen, an dem Vertreter der Regierung. der Industrie, des Handels. der Landwirtschaft und des Handwerks. insgesamt rund 250 Personen, teilnehmen werden. Gewinnauszug 5. Klasse 46. Preußisch=Süddeutsche (272. Preuß.) Klassen=Lotterie Ohne Gewähr Nachdruck verboten nien(:1) Donnerstag geschlagen. Es war der 125. Länderkampf der deutschen Nationalmannschaft und wurde nach einem dramatischen Kampf nach 90 Minuten mit:1(:0) wieder für uns entschieden. In einem wahren Hexenkessel hat die deutsche Mannschaft einen Kampf geliefert, der an Spannung so schnell nicht übertroffen werden kann. Die Nervenanstrengung, die unsere Elf während des Spiels zu überstehen hatte, ver dient eine Erhöhung des Gesamtlobes. Die Mannschaften kommen... Als die beiden Nationalmannschaften in das Spielfeld einlaufen, wird ihnen stürmischer Beifall gezollt. Die deutsche Elf nimmt sofort vor der portugiesischen Tribüne= Aufstellung und erhebt die Rechte zum Deutschen Gruß. Dann folgen die beiden Nationalhymnen und der portugiesische Mannschaftsführer Gustave überreicht unserem Mannschaftsführer Fritz Szepan Blumenstrauß und Wimpel. Bei der Auslosung gewinnt Portugal die Wahl Dem Schiedsrichter Escartin, Spanien, stellen sich dann die Mannschaften. Erste Halbzeit: Hohmann:0 Sofort vom Anstoß an liegen die Portugiesen im Angriff und jeder Vorstoß wird von den Zuschauern mit lautem Getöse begleitet. Die Gastgeber haben sich zunächst besser gefunden, ihre Angriffe sind blitzschnell spielen hoch und flach, während die deutsche Elf vorerst nicht in Fahrt kommen kann. Erst in der siebten Minute folgte der erste deutsche Angriff durch Szepan, der an Hohmann lertete Siemetsreiter verschießt. Unsere Eli Nach dem Wechsel: Kitzinger und Lehner Unsere Elf drückt sofort auf das Tempo und schon nach zwei Minuten nach Wiederbeginn heißt die Partie•0 für Deutschland. Bei einer Ecke für uns kommt der Ball an die 16=MeterGrenze, der deutsche Läuzer Kitzinger braust heran und erwischt den Ball mit dem Kopf, und schon sitzt Nr 2. Das war ein Meisterstück des Schweinfurters, wie man es selten zu sehen kommt. Der Schalker Fritz Szepan gibt eine genaue Vorlage zu Lehner, der mit anschließendem scharfen Schrägschuß von rechts in die Ecke funkt: •0 für Deutschland und damit stand der Sieg unserer Elf bereits fest. Nach einem Gegenvorstoß der Gastgeber wird Buchloh verletzt und muß vom Platz getragen werden. Jakob springt für ihn ein und hütet trotz seiner von Barcelona her verletzten Hand mit gewohnter Meisterschaft das Tor. Aber durch ein Mißverständnis in der deutschen Hintermannschaft wurde den Portugiesen doch noch der Ehrentreffer möglich. Der Halbrechte Silva wurde nicht angegriffen, und in der 16. Minute fiel so mit einem schnellen und scharfen Schuß für Jakob unhaltbar das:1. Die Kritik Die deutsche Elf hat in Lissabon ein fabelhaftes Spiel gezeigt. Sie verlor in diesem Hexenkessel keinen Augenblick die Ruhe und ließ sich auch durch die tosende Anfeuerung der 30 000 nicht gefährden. Buchloh und Jakob machten ihre Sache ausgezeichnet. Münzenberg war besser als der gute Tiefel, vor allem sein Stellungs= und Kopfballspiel war hervorragend. Goldbrunner stellte den portugiesischen Innensturm kalt und fand dabei immer noch Zeit, den Sturm mit durchdachten Vorlagen zu bedienen. Kitzinger wartete mit einem ausgezeichneten Stellungsspiel auf, und von Janes bekam man den Eindruck, daß er in der Form nachgelassen hat. Siemetsreiter und Lehner waren zwar gute Flügelstürmer, aber restlos überzeugt haben sie nicht. Szepan war die Ruhe selbst und wieder einmal der geistige Leiter des Spieles. In allen kritischen Situationen behielt er den kühlen Kopf und an ihm richteten sich auch immer wieder seine Kameraden auf Siffling kam nicht an seine gewohnte Form heran, aber Hohmann erfüllte mit seinem schnellen Spiel die Erwartungen. Bieupendahnunglack i Sstamout Drei Todesopfer, 15 Schwerverletzte Auf jede gezogene Rummer sind zwei gleich hohe Gewinne gefallen, und zwar je einer auf die Lose gleicher Nummer in den beiden Abteilungen I und II 16. Ziehungstag 26. Februar 1936 In der heutigen Vormittagsziehung wurden Gewinne über 150 M. gezogen 8 Gewinne zu 5000 M. 40269 166072 188466 8 Gewinne zu 3000 M. 80478 103107 201114 18 Gewinne zu 2000 M. 107556 125353 259118 279378 282223 311627 316176 356176 386469 66 Gewinne zu 1000 M. 4941 13794 18972 24470 24818 25940 26490 30364 45697 49457 103060 81641 N86iz Mggöss Nh ng 36 2 84835 335316 Szzhz 331565 33165. 9b.oint f. 50 F. 34575 Ssse 4061 41232 1 34d8 Picess 1525s 172|87 189662 1663 207661 213625 230377 246973 251599 25243 262129 264110 273686 275541 279547 281762 282804 292328 312836 313682 322370 329559 337616 343555 345318 346499 35208] 35340 369282 377575 381942 384659 50 Gewinne zu 300., 1761„2006, 8052 8146 9273 9880 12951 13376 14255 18436 18479 .823 18959 19224 22414 32858 36610 37218 38449 42058 43985 476 2 50009 51626 53640 85013 57183 61050 641.4 69728 73578 74087 74116 74148 77398 78041 78097 80043 85160 86036 86229 86938 89108 89961 90596 90812 89956 92274 93219 93564 93945 93969 96030 96488 96716 101671 101807 104799 105916 107415 110281 114625 115133 117428 118868 19714 121221 123567 123861 124311 125058 125908 129794 131305 131772 131849 135159 141577 142214 143311 144642 146608 148854 150436 151530 152732 152950 156524 156634 157466 158968 160661 161151 162286 163808 165148 165474 165493 166472 166565 167552 16930% 169924 173173 176234 177432 180593 181487 183097 183389 183812 186587 189008 193129 197408 198967 200487 210648 211711 213816 214030 220905 226992 228632 230190 258202 241539 246317 249883 257766 259140 .9156 261730 263271 264130 264652 273564 274230 282599 283985 284632 285335 289781 293349 294607 297308 298736 298943 301338 305022 311161 317526 320247 321199 322953 325278 325561 326178 330101 333834 334623 338629 339238 340720 340790 343534 344102 344393 344733 349456 350134 350715 361469 363651 366783 367115 367450 371356 371708 372001 374206 377294 379919 381486 385162 393177 394421 394599 395062 396613 In der heutigen Nachmittagsziehung wurden Gewinne über 150 M. gezogen 4 Gewinne zu 10000 M. 183937 387928 leitele, aber Siemets####lter verschießt. Unsere Elf spielte immer noch ohne sonderlichen Zusammenhang. Die Portugiesen spielen mit vollem Einsatz und Münzenberg muß dann zweimal in letzter bekunde retten. Die erste Ecke für Deutschland wird dann von Szepan über die Latte geköpft. Nachdem anschließend Buchloh das Leder mit aller Ruhe faustete, kommt allmählich System ins deutsche Spiel. Plötzlich ist der Mittelstürmer Soeiro vors deutsche Tor, Buchloh stürzt heraus, Soeiro verliert aber in der Aufregung den Ball und schießt aus kürzester Entfernung neben das deutsche Tor. Stark angefeuert kämpfen die Portugiesen unverdrossen weiter. Eine zweite und dritte Ecke für Portugal bringt für diese nichts ein. Plötzlich bricht der deutsche Sturm durch, das Führungstor fällt, als keiner damit gerechnet hatte. In der 22. Minute paßt Siffling an Fritz Szepan, dieser köpft das Leder zu Siemetsreiter, der ebenfalls mit dem Kopf den Ball an den freistehenden Hohmann lenkt und schon sitzt zum ersten Mal der Ball im portugiesischen Tor.:0 für Deutschland, der Jubel in der deutschen Kolonie war sehr groß. Der Bombenschuß von dem Benrather kam aus etwa 14 Meter Entfernung und war für Reis unhaltbar. Einige Angriffe der Portugiesen werden von der deutschen Hintermannschaft gebannt, insbesondere Münzenberg fällt wieder durch sein energisches Dazwischenfahren auf, aber auch Buchloh zeigt sich von der besten Seite. Die vierte Ecke für Portugal verläuft dann ebenfalls im Sande. Siffling ist im deutschen Angriff etwas schwach und findet keinen rechten Kontakt, sein Abspiel ist etwas ungenau. Kurz vor dem Seitenwechsel spielt sich vor dem deutschen Tor noch eine heikle Szene ab, als plötzlich der Linksaußen Nuez freistehend gegen die Latte schießt. Bei einem weiteren Vorstoß scheidet Nuez aus und nach dem Wechsel springt für ihn Valadas ein. dub Istambul, 27. Febr. In Istambul ereignete sich gegen Mitternacht ein schweres StraßenbahnWngtug.... Straßenkahmmgeen kam frEin vollbesetzter Straßenvahnwagen kam infolge der Feuchtigkeit auf einer abschüssigen Strecke ins Rutschen. Die Bremsen versagten und mit rasch wachsender Geschwindigkeit fuhr der Wagen auf der geraden Strecke etwa 100 Meter bis unterhalb des Rathauses von Pera, wo die Straßenbahn in scharfer Kurve in die Bankstraße einzubiegen hat. An dieser Stelle entgleiste der Wagen und warf sich mit voller Wucht gegen ein Haus, dessen Außenmauer des Erdgeschosses durchstoßen wurde. Gellendes Geschrei erfüllte die dunkle, menschenleere Straße. Unter den Trümmern des Wagens und den Stücken der durchbrochenen Hausmauer lagen die 30 Fahrgäste, von denen drei auf der Stelle getötet worden waren. Alle übrigen wurden teils schwer, teils leichter verletzt. Von den 15 Schwerverletzten liegen vier Personen hoffnungslos danieder. Die Bewohner des beschädigten Hauses, die durch den Rammstoß aus dem Schlaf geweckt wurden, kamen mit dem Schrecken davon und beteiligten sich mit den Nachbarn an den Rettungsarbeiten. Als der Wagen ins Gleiten kam, hatte sich der Insassen eine Panik bemächtigt, weil alle das bevorstehende Unglück an der unweit liegenden scharfen Kurve voraussahen. Da der Wagen überfüllt war, gelang es im Gedränge niemand, ihn zu verlassen; nur einige Fahrgäste von den Plattformen konnten noch rechtzeitig abspringen. Der Iuni Haupinlann Unglaubliche Anschuldigungen gegen die Polizei onb. Trenton, 27. Febr. Staatsgouverneur Hoffman hatte den Belastungszeugen Whited am letzten Sonnabend persönlich verhört. diese Privatvernehmung veröffentlicht der Gouverneur nunmehr Einzelheiten, wobei er erklärte, daß er dabei die Unglaubwürdigkeit dieses Zeugen nachgewiesen habe. Whited, so behauptet Gouverneur Hoffman, sei ein Teil der für die Aufklärung des Lindbergh=Falles ausgesetzten Belohnung versprochen worden. Außerdem habe man diesem Belastungszeugen vor der„Identifizierung“ Hauptmanns mehrfach dessen Lichtbild gezeigt. Der Gouverneur erklärte weiter, Whited habe am 26. April 1932 in einer von ihm unterschriebenen Erklärung ausgesagt, daß er keine verdächtigen Personen oder Kraftwagen in der Nähe der Besitzung des Obersten Lindbergh gesehen habe. Trotzdem sei Whited am 6. Oktober 1934 317362 366997 10009S 139322 136466 221772 318281 19241 43770 63637 4 Gewinne zu 5000 M. 4 Gewinne zu 3000 M. 8 Gewinne zu 2000 M. 898465 110 88454 896er 148900 152368 192101 196282 212434 214643 215152 219031 226831 270157 289651 294322 295681 312675 337060 377104 ½/4 Gewinne zu 500 M. 1032 4238 6388 10763 25505 37624 51088 68678 71712 8713] 93872 138304 144150 155681 161060 187364 201190 206937 214680 219948 221144 222462 228347 228730 232227 246185 247758 250728 261299 267514 272422 277842 281024 285150 307807 309369 313375 313637 326555 333358 355542 369439 377935„362887 392882 248 Gevine“,3B6, Tj6zgg 16331 3g13 P 26564 27212 28044 3329] 34288 34715 35364 37707 37755 38713 40767 42469 42536 42923 44652 46132 46897 49292 32;36 59669 b6335 55863 62260 665es 70930 34786 gg7gs 76902 84082 88397 88894 89185 89600 89805 90964 92686 92842 96298 96747 97480 100024 102457 105838 108047 113122 116214 119635 120142 121046 122225 127286 128826 136523 137955 38491 144540 147299 150739 152378 152726 56877 158076 159016 161878 164350 166181 169zos t71ges 180025 1806ss j8gzss 16115 188272 190632 193497 J86 4/8 36565 197130 97448 200752 201754 20184S 202870 388966 204692 205482 205734 206134 206537 3964 213008 215509 218557 218605 318319 83216 38645s 237783 272802 373346 3766a3 282218 287589 3636 3B63sz 29994 99553 306463 310367 33/613 B3s 33iz3 Sseo Bitzis Sizab Biesi Stis Mbie 361997 366256 370546 371276 371360 373071 374364 378139 380926 331767 382383 384301 385126 388407 390975 391052 394931 395209 397319 Im Gewinnrade verblieben: 2 Gewinne zu je 1000000, 2 zu je 5000, 2 zu fe 80/70, 6, zu je 20000, 54 zu je 10000, 110 zu je 5000, 190 zu je 3000, 448 zu je 2000, 1362 zu je 1000, 2328 zu je 500, 8732 zu je 300 Mk. Iiiegerlangnen un der Aorofront Flüchtende abessinische Truppen werden unter Feuer gehalten Addis Abeba, 27. Febr.(Funkspruch des dnb. Addis Abeba, 27. Fehr,(Funksp Kriegsberichterstatters des DRB.) Seit dem großen Siege über Ras Mulugheta herrscht an der ganzen Nordfront rege Fliegertätigkeit. Versprengte abessinische Truppen, die südwärts flüchten, werden ständig unter Feuer gehalten. An der Verfolgung beteiligen sich auch die Bewohner der Gegend südlich von Amba Aladschi. Aus Dessie stammende Gerüchte besagen, daß im abessinischen Hauptquartier Unstimmigkeiten herrschten. Der Negus soll die Forderung seiner Ratgeber und Heerführer, persönlich an die Front zu gehen, um das Kommando zu übernehmen, abgelehnt haben. Mit der Niederlage Ras Mulughetas ist das militärische Vorgehen an der Nordfront zweifellos noch nicht abgeschlossen. Wie Ras Imru, Ras Seyoum und Ras Pascha den mittleren und den westlichen Teil der Nordfront halten werden, ist noch ungewiß. Ein Dementi Der Kaiser von Abessinien dementiert Friedensvorschläge Der Kaiser von Abessinien hat die Gerüchte, wonach er Friedensvorschläge gemacht haben soll, als unzutreffend bezeichnet. Die abessinische Abordnung für Genf hat, so erklärt er, niemals einen Auftrag erhalten, irgendwelche Vorschläge zu machen. Sie sei im Gegenteil streng angewiesen worden, Friedensvorschläge, falls solche von Italien gemacht werden sollten, nur zur Prüfung entgegenzunehmen und weiterzuleiten. Der Kaidensvorschläge, die eine Abtretung abessinischen Gebietes enthalten, von ihm zurückgewiesen würden.— Nach den in Addis Abeba vorliegenden Frontberichten sind im Norden und Westen von Neghelli neue Vorpostengefechte mit italienischen Truppen im Gange. An der Front von Ogaden herrscht Ruhe. heeresbericht Nr. 137 Der italienische Heeresbericht Nr. 137 hat folgenden Wortlaut: „An der Eritrea=Front und an der Somalifront entwickelt die Luftwaffe eine intensive Tätigkeit. Am Engpaß von Ezba an der Nordfront haben unsere Flieger trotz lebhafter Luftabwehr des Gegners abessinische Verteidigungswerke bombardiert Eine Aufklärungsstaffer hat das Gebiet von Avergalle bis zum Takazze durchflogen. An der Somalifront hat die Lu#tmaffe die Ernach Newyork gebracht worden, wo er Hauptmann als jenen Mann wiederzuerkennen vorgab, den er zweimal in der Nähe des Besitzes von Lindbergh gesehen habe. Am Sonnabend soll nun Whited, nach den Angaben des Gouverneurs, zugegeben haben, daß ihm durch einen Polizeibeamten eine Entschädigung von 35 Dollar für jeden Tag seines Aufenthaltes in Newyork sowie ein Drittel der ausgesetzten Belohnung versprochen worden sei. Die„Newyork Daily News“ weiß von einem aufsehenerregenden Fund des bekannten Chemikers und Erfinders eines neuen Fingerabdruckverfahrens, Dr. Erasmus Hudson, zu berichten, der im Prozeß von Flamington für die Verteidigung ausgesagt hatte. Danach soll Dr. Hudson mit Hilfe ultravioletter Strahlen festgestellt haben, daß die Leiter, die im Indizienbeweis für die Beteiligung Hauptmanns an der Ermordung des Lindberghkindes eine wichtige Rolle gespielt hatte, in Wirklichkeit von der Polizei untergeschoben worden sei. Dr. Hudson habe, wie das Blatt meldet, feststellen können, daß die Löcher der Nägel der berühmten 16. Leitersprosse, deren Holz angeblich aus der Wohnung Hauptmanns stammte, nur 18 Monate alt gewesen wären. Hingegen seien die anderen Nagellöcher mindestens vier Jahre alt und vor der Entführung des Kindes geschlagen worden. Diese Entdeckung, so schreibt das Newyorker Blatt, deute darauf hin, daß die Polizei, die das Haus Hauptmanns nach dessen Verhaftung gemietet habe, die fragliche Sprosse der kurz vor dem Prozeßbeginn selbst eingefügt habe. Gouverneur Hoffman beabsichtigt angeblich sein Beweismaterial über einen Meineid der Belastungszeugen den Geschworenen vorzulegen und einen neuen Staatsanwalt einzusetzen. Dieser neue Staatsanwalt würde mit der Verfolgung der angeblichen falschen Zeugen beauftragt werden. Dr. Frick und der Herzog von Sachsen=Coburg und Gotha zum Geburtstag des Prinzen Carl von Schweden Stockholm. Anläßlich des 75. Geburtstages des Prinzen Carl. des Präsidenten des schwedischen Roten Kreuzes, vergffentlicht„Stogkboims Tionin= An der Somalifront hat die Luftwaffe die Er. Poten Kreuzes, veröffentlicht„Stockholms Tidninkundungsflüge bis nach Arero und Mega ausge; gen“ Stimmen der Welt über die Arbeit des„Rodehnt. Der Häuptling des Somalistammes der ten=Kreuz=Prinzen“ im Dienste der Menschlichkeit Gherra, Hassan Gababa, hat unseren politischen und des Friedens. Unter diesen Stimmen aus vieBehörden in Dolo seine Unterwerfung angezeigt Der Stamm der Gherra, der das untere Tal de: Daua Parma bewohnt, hatte bereits die italien sche Herrschaft durch die Konvention von Lug (20. Dezember 1895) und durch die Abmachun gen von Sancurar(21. Februar 1896), die auf italienischer Seite von Vittorio Bottego unterzeichnet wurden, anerkannt.“ ino des Friebens. Unter diesen Stimmen aus birlen Ländern der Welt ist Deutschland durch Reichsninister Dr. Frick. durch den Präsidenten des deutchen Roten Kreuzes. Herzog von Sachsen=Coburg= sotha, und durch den Schriftsteller Edwin Erich eninger vertreten. Berlin. Der Führer und Reichskanzler hat den Botschafter in Madrid zum Botschafter in Paris ernannt. Ansere Fagend facht Tehestenen Beispiele aus dem Alltag Eine der schönsten Aufnahmen vom Führer zeigt ihn mit einem blonden Mädel im Arm. Der Führer als Freund der Jugend! Ihr. deren Organisation seinen Namen trägt, gilt seine ganze Liebe und Sorge. Des Lebens Ernst lernt die heutige Generation in besonderem Maße kennen. Nun tauchen für die Jugendlichen, die zu Ostern aus der Schule entlassen werden. neue Schwierigkeiten auf: die Beschaffung einer Lehrstelle. Noch sind nicht alle untergebracht, die vor ein oder zwei Jahren die Schule verließen. Gar nicht selten sind die Fälle sozialer Bedürftigkeit, in denen schnelle Abhilfe not tut. Ein Volksgenosse schildert uns seine Lage: nicht nur für die leidende Frau, auch für seine drei unmündigen Kinder hat er zu sorgen. Da der eine Sohn 1934 nicht untergebracht werden konnte, ließ ihn der Vater ein neuntes Schuljahr durchmachen. Auf Vorschlag der Berufsberatung des Arbeitsamtes ging der Junge Ostern 1935 zur Landhilfe nach Ostpreußen. Sein sehnlichster Wunsch. Maschinenschlosser zu werden, ging auch nach der zu Anfang des Winters abgelegten günstigen Berufseignungsprüfung noch nicht in Erfüllung. Auch einen anderen Beruf würde der schon seit Jahren der HJ. angehörende Junge gern ergreisen, wenn sich nur eine Lehrstelle fände. Von der gesunden Einstellung eines schon 1933 aus der Schule entlassenen Jugendlichen zeugt die auf die Frage nach dem Berufswunsch gegebene Antwort:„Ich nehme jede Arbeit an, da ich noch keine Lehrstelle habe". Der Volksschüler lernt nebenher noch Englisch und Kurzschrift, doch wäre es bedauerlich, wenn dem Wunsche des Jungen. dessen Zeugnis nur gute Noten aufweist und der gerne eine kaufmännische oder Verwaltungslehrstelle annähme, nicht entsprochen werden könne. Der Sohn eines erwerbslosen Maurers. der Aelteste von 6 Geschwistern, verließ 1935 die Schule und möchte Feinmechaniker werden. Nach dem Ergebnis der Eignungsprüfung kommt er für diesen Beruf durchaus in Frage. Der frische ausgeweckte Junge wird vom Lehrer geschildert als stiller Arbeiter, der in der Gemeinschaft immer anfaßt ohne Aufforderung. Der in bescheidenen Verhältnissen lebenden Familie würde durch die Beschaffung einer geeigneten Lehrstelle sicher eine große Sorge abgenommen. Einen sehr gediegenen Eindruck macht auch ein Abiturient des Jahrganges 1934. Der Vater. ein kleiner Handwerker, ließ dem Sohn eine gute Schulbildung angedeihen. Nun bewirbt sich der sehr gewissenhafte, zuverlässige Mensch schon längere Zeit um eine kaufmännische Lehrstelle, die er sicher zur Zufriedenheit seiner Vorgesetzten ausfüllen würde. Da ist ein Mädel, das recht gute Schulzeugnisse aufweist, die zu der Annahme berechtigen, daß es dereinst eine tüchtige Kontoristin abgeben wird. Als sich Ostern 1935 keine Lehrstelle sand, absolvierte das Mädchen seine Haushaltsjahre. Nebenher mußte zu Hause immer tüchtig mitgeholfen werden. Leid und Arbeit kennt diese Familie zu gut. Manchmal hat die Tochter unter den Anfällen des hirnverletzten Vaters, eines hundertprozentigen Kriegsbeschädigten, zu leiden, ein Umstand. der es erfordert, daß das Mädchen möglichst wenige Tagesstunden zu Hause verbringt. Endlich sei der Fall einer Witwe hier angeführt. deren Ehemann infolge eines Kriegsleidens 1932 starb. Die kärgliche Pension reicht für die in sauberen und geordneten Verhältnissen lebende Mutter und ihre 5 unmündigen Kinder kaum aus. Die beiden ältesten Söhne, von denen jetzt einer zum Heeresdienst gemustert wurde, erlernten ein Handwerk und stellen den größten Teil ihres Verdienstes der Mutter zur Verfügung. Zu Ostern verläßt wieder ein Sohn die Schule, der am liebsten eine Lehrstelle in der Verwaltung annähme. Der brave, fleißige Junge könnte dadurch das schwere Los seiner Mutter wesentlich erleichtern. Diese wenigen Beispiele zeigen, daß die aus der Schule entlassenen Jugendlichen arbeiten und einen Beruf gründlich erlernen möchten. Deshalb ergeht an alle Betriebsführer und Handwerksmeister der dringende Avpell: Gebt unserer Jugend Lehrstellen! Meldet sie der Berufsberatung des Arbeitsamtes. deren genaue Kenntnis jedes einzelnen Falles ermöglicht es, jeweils dort zu helfen, wo es am nötigsten erscheint. Aus erzieherischen und nationalpolitischen Gesichtspunkten heraus darf keine jugendliche Arbeitskraft brach liegen. Großes ist auf dem Gebiete der Arbeitsbeschaffung schon erreicht worden. dank der Tatkraft des Führers. Helfen wir ihm. das gigantische Aufbauwerk zu fördern durch die Verwirklichung der Parole: Zu Ostern 1936 kein Jugendlicher ohne Lehrstelle! Aus dem Weser= und Emsland Paderborn erhält die größte Wollhalle Deutschlands Paderborn. Unsere alte Paderstadt mit ihrem über hundert Jahre alten. weit und breit berühmten Wollmarkt, erhält dank der unter nationalsozialistischer Führung geschaffenen Neugestaltung des Wollmarktes eine Einrichtung, die sie zum Mittelpunkte der gesamten westdeutschen Wollerzeugung machen wird. Denn seit November v. Is. sind nach Niederlegung der alten Glashütte hunderte fleißiger Hände dabei, auf diesem rund 10 Morgen großen Gelände eine große Wolleinlagerungshalle mit den üblichen Nebengebäuden zu errichten, die schon voraussichtlich am 1. April dem Betriebe übergeben werden soll. Trägerin dieses großzügigen Unternehmens ist. wie Landwirtschaftsrat Ebbinghaus im„W..“ ausführt. die Reichswollverwertung EmbH. Berlin, die alleinige, von sämtlichen deutschen Schafhaltern aus Eigenmitteln geschaffene und von der Reichsregierung beauftragte Verkaufsorganisation für die inländische Schurwolle, die neben ihren drei bisherigen Wollstavelplätzen in Berlin, Königsberg und Ulm in Paderborn ihre vierte Verkaufsabteilung einrichtet. Dieser fällt die Aufgabe zu. alle in den Landesschafzuchtverbänden Westfalen. Rheinland. Hessen und Hannover erzeugte gröbere Wolle restlos zu erfassen. nach den Richtlinien der deutschen Marktordnung für Schurwolle nach den landwirtschaftlichen Festpreisen zu bewerten und in die Kanäle der Textilindustrie zu schleusen, die für die Sicherstellung der Bekleidung unserer Volksgemeinschaft zuständig sind. Wie groß die Aufgabe der Paderborner Sammelstelle sein wird, erkennt man am besten daraus, daß der jährliche Wollanfall aus Zehntausenden von Einzelschafhaltungen der genannten Erzeugungsgebiete— gering geschätzt— 55 000 bis 66000 Zentner Schmutzwolle im Gesamtwerte von etwa 7 Millionen RM. beträgt. Die schon flott im Werden begriffene riesige Wolleinlagerungshalle wird aus drei 12 Meter hohen. 20 Meter breiten und 100 Meter langen Längshallen bestehen, die sich aus vier Verbindungshallen von 7 Meter Höhe, 19 Meter Breite und gleichfalls 100 Meter Länge, das Ganze gut gliedernd. erheben, so daß die gesamte Halle bei einer Breite von 95 Metern freitragend eine Gesamtfläche von 11 200 Quadratmetern oder 4½ Morgen überdacht. Paderborn erhält damit die größte Wollhalle Deutschlands. Umfangreiche Belichtungsanlagen in den mit Ruberoid belegten Dächern und in den Seitenwänden nach den neuesten Erfahrungen werden diesem in guten künstlerischen Formen geplanten Bauwerke in allen Teilen die für eine Wollbewertung und=Besichtigung erforderliche Lichtfülle bieten. Ein zweigleisiger Bahnanschluß und die erforderlichen Nebengebäude ergänzen diese gewaltige Anlage, die unsere Paderstadt zu einer der bedeutendsten Wollhandelszentren Deutschlands machen wird. Zwei ködliche Unglücksfälle Lippstadt. Der hier wohnende vierzigjährige Eisenbahnschaffner Flötotte geriet beim Rangieren von Güterwagen auf dem Bahnhof Anröchte zwischen die Rampe und die Puffer eines Güterwagens und mußte mit schweren inneren Verletzungen dem hiesigen Dreisaltigkeits=Hospital zugeführt werden Kurz nach der Einlieferung erlag Flötotte, der erst seit einigen Monaten verheiratet ist, seinen schweren Verletzungen.— Ein in dem Dorie Berenbrock wohnender Arbeiter. Vater einer Familie von acht unversorgten Kindern, wurde auf dem Wege nach Erwitte. von anderen Arbeitern, von einem Lastzuge überfahren, tödlich verletzt ausgesunden. Bald darauf ist der Mann im Marienhospital zu Erwitte seinen furchtbaren Verletzungen erlegen. 275 Jahre Reklorat- und Mittelschule Lengerich. Die frühere Rektorat= und jetzige telschule in unserer Stadt kann in diesem Jahre auf ein 275jähriges Bestehen zurückblicken. Die Gedenkseier, zu der Rektor Stoves eine Festschrift verfaßt hat, wird am nächsten Freitag in leider beschränktem Rahmen abgehalten werden. Traditionsecke Der älteste hackeläueroffizier In Hannover starb im 89. Lebensjahre der Major a. D. Arthur Kehl, geb. in Essen, wo sein Vater Justizrat war.— Kehl 2 war der letzte noch lebende Offizier der Hacketäuer, der die für das Regiment so ruhmreiche Schlacht bei Beaum la Rolande am 28. November 1870 mitgemacht hat. Er selbst wurde verwundet und mußte deshalb. weil er beim Reiten behindert war. frühzeitig den Frontdienst ausgeben. Sein älterer Bruder fiel in der Schlacht. Entwürfe für das neue Ehrenmal der 39er Das Füsilier=Regiment General Ludendorff(Niederrheinisches) Nr. 39. das Res.=Ins.=Regt. Nr. 39 und das Landwehr=Ins. Regt. Nr. 39 haben gemeinsam einen Wettbewerb für ein Ehrenmal der 39er in Düsseldori ausgeschrieben. Die eingegangenen Entwürfe sind von Samstag. dem 29. Februar. 14 Uhr. bis Sonntag. den 15. März. in den oberen Räumen des Kunstvalastes zu Düsseldorf ausgestellt. Achtung! 25. hessische Division! Ehemalige Angehörige der 25. Hessischen Division (Inj.=Regt. Leibg. 115. 116. 117. 118) treifen sich am zweiten Sonnabend jedes Monats in Dortmund im Lokale Liebherr„Zum Stadttheater“ in der Kuhstraße. Nächstes Zusammentressen also am 14. März. abends 8 Uhr. Noch unbekannte Kameraden sind herzlichst eingeladen. „Goeben“ und„Breslau“ An die Kameraden der ehemaligen MittelmeerDivision und Orientkämpfer der Marine ergeht der Aufruf zu einem Erinnerungstreifen am 17 und 18. Oktober d. Is. in Hamburg, das unter Leitung unseres damaligen Flottenchefs. Exzellenz Admiral Souchon, steht. Kameraden, sammelt euch in den Ortsgruppen der Mittelmeer=Kameradschaft. Wo solche nicht vorhanden, wolle man Auskunft einholen beim Kameraden August Hirsch. Hamburg 36. KarlMuck=Platz 1. in dessen Händen die Vorbereitung des Treffens liegt. Zur Konfirmation Konfirmanden- Anzüge echt blaue, erprobte Qualitäten, beste Verarbeitung und la Ausstattung, mit lang. od. kurz. Hose 23.— 27.— 31.35.— 42.— 45.— Mützen. Oberhemden und Kragen Castrop=Rauxe! Münsterstraße 14 Suche zum 15. März für größ. Haushalt(fünf Personen), ehrl., fleißige(15 hausgehilfin, die alle Hausarbeiten übernimmk.(Waschfrau vorhand.). Vorzustellen von 10—12 Uhr vormittags u.—6 Uhr nachm., auß. Sonntags. Frau Karl Schmitt. Castrov=R. 2. Kaiserstraße 18. 1. Etage. Leeres Zimmer zu vermieten.(78 Zu erfragen im Stadtanzeiger. Rette(11 Mansarde, leer sofort zu vermieten. Herd kann nicht aufgestellt werden. Münsterstr. 14 (mittl. Schelle). nsere Suter Zeie Sofe Reichssender Köln Freitag, 28. Februar .00 Choral. anschließend Leibesübungen .30 Frühkonzert .00 Nachrichten, anschließend Choral. Morgenruf .00 Kalenderblatt, anschließend Zeit. Wetter, Wasserstandsmeldungen .10 Frauenturnen .25 Sendevause 10.15 Zeit, Nachrichten, Wasserstandsmeldungen 10.15 Deutsche Luftfahrt 10.45 Sendevause 11.50„Hier spricht der Bauer“ 12.00 Die Werkvause 13.00 Mittagsmeldungen 1 Glückwünsche 13.15 Fortsetzung des Konzertes 14.00 Mittagsmeldungen 2 14.15 Allerlei von Zwei bis Drei 15.00 Sendevause 15.45 Wirtschaftsmeldungen 16.00 Wir und die Welt 18.00 Musil zum Feierabend 19.45 Momentaufnahme 20.00 Erste Abendmeldungen 20.10 Soldaten— Kameraden 22.00 Zeit Wetter. Nachrichten 22.20 Theater im Westen 23.00 Nachtmusik. Der Kurier des Zaren der gewaltigste aller Fülme ab 28. 2. im Gloria-Theater Bevor Sie naushalwaren und Porzellan kaufen, besichtigen Sie in Ihrem eigenen Interesse unsere gepllerten Abteilungen. Preiswürdigkeit, Auswahl und Qualität werden sie Hauthaus oberratchen Kauthaus Castrop Nünsterstraße 21 Samstag, 29. Februar .00 Choral. anschließend Leibesübungen .30 Fröhlich klingt's zur Morgenstunde .00 Nachrichten. anschließend Choral. Morgenruf .00 Kalenderblatt. anschließend Zeit, Wetter, Wasserstandsmeldungen .10 Frauenturnen .25 Sendevause 10.00 Zeit, Nachrichten. Wasserstandsmeldungen 10.15 Aus germanischer Frühzeit 10.45 Kindergarten 11.15 Was ist los im Sport? 11.25 Sendevause 12.00 Die Werkvause 13.00 Mittogsmeldungen 1 Glückwünsche 13.15 Buntes Wochenende 14.00 Mittagsmeldungen 2 15.15 Allerlei von Zwei bis Drei 15.00 Kinder, wir basteln! 15.30 Sendevause 15 45 Wirtschaftsmeldungen 16.00 Wir schalt. am Schalttag um 18.00 Das Kammerquintett spielt 19.00 Zum Feierabend 19.45 Momentaufnahme 20.00 Erste Abendmeldungen 20.10 Der Abend der Ueberraschungen 22.00 Zeit. Wetter, Nachrichten 22.30 Und morgen ist Sonntag! Sonntag, 1. März .00 Hafenkonzert .00 Zeit. Wetter, Wasserstandsmeldungen .05 Funk ins Blaue .20 Uebertragung aus Herne: Männerchorkonzert .55 Sendevause 10.00 Helden des Alltags 10.30 Ja, wenn man so eine Musik hört... 11.20 Heitere Hausmusik Allerlei von Zwölf bis Zwei 14.00 Und nun lacht über Wilhelm Busch. Ein Spaziergang durch seine Bilderbücher 14.45 Lustiger Rätselfunk des Reichssenders Köln 15.15 Unser ist das Land 16.00 Nette Sachen aus Köln 18.00 Wo bist du. Kamerad? 18.30 Wir sagen den neuen Monat an 19.15 Frühlingsstimmen 19.45 Sportvorbericht 20 00 Großer Bunter Abend 22.30 Tanzmusik Beamter sucht(5 100.— nm. gegen gute Zinsen. Schriftliche Angebote unter Nr. 593 an den Stadtanzeiger. DrücSachen für Industrie und Handel Brielrogen Mitleilungen Briefumschläge Rechnungen Posikarten Zirkulare GESCHW. SCHMITZ Castrop- Rauzel Fernrut 2151 u. 2152 Ein treudiges kreignis ollder die Veranlassung zum Einkau von Möbel Textillen usw. Der kluge Geschäftsmarn bringt sich deher rechtzeitig durch eine Anzeide im „Stadlanzeider in emplehlende Frinnernn