Nr. 371 0f1T ANb IA..se f. für Castrop=Rauzel und Umgebung 60 Jahra Castrayor Zoitung Der Stadtanzeiger erscheint wöchentlich Zmal Wochendezugsprete Anzeigenpreis: 1 mm hoch und 22 mm breit 4 Pfg. Text02. Jahig. Eastl opel Heilung 55 Big Postbestellpreis 2 RM monatlich, Erlayansorüche können anzeigen 1 mm hoch und 72 mm breit 25 Pig. Nachlaß nach Nonosto Nachrichton bei Störungen im Erscheines intolge doberer Gewall uicht gestell, den vom 2. d. D.., herauszegebenen ,Zichztligien.„Z. 31., 21.: Kauxeler Neueste Nüchrichten Bladenhorster Tageblatt Veröffentlichungsblau für den Landgerichtsbezirl Dortmund. Allgemeines Kreisblau für den Stadtkreis Castrov=Raurel. * D o n n e r s t a g, d e n 2 7. J e b r u a r 935 Hupuns=Haupisiadrin Ridlenhzustunls Ministerpräsident Okada, Admiral Saito und General Watanabe getötet.— Ein Dutsch junger Offiziere Lokio gibt amtlich bekannt (Ostasiendienst des DRB.) Das japanische Kriegsministerium veröffentlicht folgenden amtlichen Bericht über die Vorgänge am Mittwoch: „Heute früh um 5 Uhr haben Gruppen junger Offiziere angegriffen 1. Die Residenz des Ministerpräsidenten. Ministerpräsident Okada wurde getötet. 2. Die Wohnung des Siegelbewahrers Admiral Saito. Auch er wurde sofort getötet. 3. Die Wohnung des Leiters des Militär=Erziehungswesens General Watanabe. Er wurde ebenfalls sofort getötet. 4. Der frühere Siegelbewahrer Makino wird vermißt. 5. Bei einem Angriff auf die Amtswohnung des Hofmarschalls Suzuki wurde letzterer schwer verletzt. 6. Finanzminister Takahaschi wurde in seiner Wohnung verletzt. Die Zeitung„Asahi“ wurde stillgelegt. Die jungen Offiziere wollten den Fürsten Saionsi, das letzte überlebende Mitglied des Rates der Alten, die alten Minister, die Kapitalisten, die Bürokraten und die Parteien beseitigen, da sie in innen= und außenpolitisch schwerer Zeit unsere Staatsform zerstören wollten. Die jungen Offiziere wollen durch ihr Vorgehen die Gerechtigkeit im Staate wiederherstellen, um den Bestand der kaiserlichen Staatsform zu sichern.“ Zwei beschwader nach Tokio und Osaka beordert Das Marineministerium teilt mit, daß zum Schutz und zur Aufrechterhaltung der Ordnung das 1. Geschwader nach Tokio und das 2. Geschwader nach Osaka beordert worden sind. Aus Yokusuka sind in einer Vorstadt von Tokio Marinetruppen eingetroffen. Die Herbeiholung dieser Truppen wird vom Marineministerium als vorbeugende Maßnahme bezeichnet. Alarmzustand in Lokio Um 15 Uhr japanischer Zeit ist über Tokio der Alarmzustand verhängt worden. Amtlicherseits wird dies als Vorsichtsmaßnahme bezeichnet, die es ermögliche, die Ruhe und Ordnung sowie die lebenswichtigen Betriebe unter militärischen Schutz zu stellen, obwohl— wie man betont, in der Hauptstadt voll und ganz Ruhe und Ordnung herrschen. Das 1. und das 2. Geschwader, die vom Marineministerium nach Tokio und Osaka beordert wurden, dürften erst am Donnerstag an ihren Bestimmungsorten eintreffen. Die Küstenwachtflotte ist aus Yokohama nach Tokio beordert worden. Sie befindet sich gegenwärtig in Schibaura zwischen Yokohama und Tokio. Wie jetzt bekannt wird, ist General Watanabe, der Inspekteur für militärisches Erziehungswesen, am frühen Morgen um 6 Uhr von Männern in Militäruniformen in seiner Wohnung ermordet worden. General Watanabe wurde im vergangenen Jahr Nachfolger des Generals Mazaki, den man zu der aktivistischen Richtung zählte. Erste Meldungen dub. London, 26. Febr. Reuter meldet aus Schanghai, daß der japanische Militärputsch von 3000 Mann des 3. Infanterieregiments der in Tokio stehenden ersten Division ausgeführt worden sei. Im Morgengrauen des Mittwoch besetzten sie das Regierungsgebäude, das Innenministerium, die Wohnungen des Ministerpräsidenten und des Innenministers und die Polizeizentrale, nachdem sie überall den Widerstand der Wachen überwunden hatten. Einheiten der kaiserlichen Gardedivision seien angewiesen worden, die Aufständischen aus den besetzten Gebäuden zu vertreiben. Das Schicksal des Ministerpräsidenten Admiral Okada und des Innenministers Goto sei ungewiß. Man vermutet jedoch, daß sie zum mindesten gefangengenommen, wenn nicht ermordet worden seien. Die erste Division, die sich an dem Ausstand beteiligt haben soll, habe kürzlich Marschbefeh! für die Mandschurei erhalten und sei mit scharfen Patronen ausgerüstet worden, anstatt mit den vom Innenministerium gelieferten blinden Patronen. Nach einem chinesischen Bericht sei der Streich von jüngeren Armeeoffizieren eingeleitet worden. Die Hintergründe onb. Tokio, 26. Febr. Die aktivistischen Kreise innerhalb von Heer und Marine, die schon seit langer Zeit Forderungen erhoben haben, die auf Beseitigung des jetzigen Kabinetts und die auf die Einsetzung einer von Einflüssen jeder Art freien Regierung und die Ausschaltung der Parteien hinzielen, haben einen Umsturzversuch gemacht. Gewisse japanische Militärkreise, die über einen großen Anhang im Lande verfügen, fordern die Führung der Außenpolitik und wollen durchgreifende Reformen im Innern in Angriff nehmen. Hierzu gehören staatliche Kontrolle der Wirtschaft. Beseitigung des Einflusses des Kapitals. gerechte Verteilung der Lasten und durchgreifende Hilfe für die arbeitende Bevölkerung. Das Ziel des Umsturzes ist, eine starke autoritäre Regierung an die Spitze eines geschlossenen und einheitlichen Volkes zu stellen. Neue japanische Regierung Aus Tokio einlaufende Meldungen besagen, daß der Kaiser die Bildung eines neuen Kabinetts angeordnet habe. Der japanische Reichstag ist für den 20. April einberufen worden. Der Handstreich onb London, 26. Febr. Der Handstreich wurde in den frühen Morgenstunden des Mittwoch durchgeführt, als sich das 3. Regiment der 1. Division auf dem Weg. zum Bahnhof befand, wo die Verladung nach der Mandschurei vonstatten gehen sollte. Unterwegs trennten sich größere Abteilungen unter Führung des Hauptmanns Nonaka und anderer Offiziere von der Haupttruppe und besetzten die strategischen Punkte der Stadt Tokio. Im Verlaufe dieser Aktion bemächtigten sich die Truppen des Kriegsministeriums, des Kabinettsbüros des Innenministeriums und der Polizeidirektion. Ferner wurde eine Abteilung in die Wohnung des Ministerpräsidenten, Admiral Okada, gesandt, der ermordet wurde. Bei der Besetzung der öffentlichen Gebäude stießen die Putschisten nur auf schwachen Widerstand. Anschließend soll es jedoch zu Aufruhrakten und Brandstiftungen gekommen sein. Doch liegen hierüber keine zuverlässigen Nachrichten vor. Nach Meldungen, die aus der Mandschurei in Peiving eingetroffen sind, richtet sich der Staatsstreich in keiner Weise gegen den Thron. Die Aufständischen sollen vielmehr erklärt haben, daß sie hinter dem Kaiser stehen. Von den drei Ermordeten galt Admiral Saito, der sich auch in der Politik einen Namen gemacht hatte, als Anhänger einer gemäßigten Außenpolitik, während sich der Ministerpräsident Okada den radikalen Vertretern einer imperialistischen! Politik in China widersetzt haben soll. Der Finanzminister Takahaschi wird als ein Gegner erhöhter Militärausgaben bezeichnet, die fast die Hälfte des Gesamthaushaltes ausmachen. Goko Innenminister Nach einer Mitteilung der japanischen Botschaft in London hat Innenminister Goto, einem Telegramm aus Tokio zufolge, die Geschäfte des Ministerpräsidenten an Stelle Okadas übernommen. Ueber das Schicksal Gotos herrschte bekanntlich zunächst Ungewißheit. Japans Berliner Botschaft Die japanische Botschaft erklärt zu den Meldungen über die Vorgänge in Tokio: 1. Nach den bis jetzt hier vorliegenden amtlichen Meldungen ist eine Gruppe Soldaten in die Räume einiger Behörden in Tokio eingedrungen, das Auswärtige Amt jedoch, sowie andere Zentralstellen sind hierbei keineswegs in Mitleidenschaft gezogen. Ueberhaupt ist der Vorfall durchaus nicht so bedeutend, wie ihn die hiesige Mittagspresse aufgezogen hat. Es besteht begründete Aussicht, daß bald wieder Ruhe und Ordnung hergestellt werden. 2. Die Botschaft ist überzeugt, daß der Vorfall nicht, wie es in den Pressemeldungen dargestellt wird, ein sogenannter Militärputsch unter organisierter Leitung durch Heereseinheiten ist, sondern daß es sich lediglich um Einzelaktionen einiger junger Offiziere handelt. Die Lage in Tokio Weitere Nachrichten aus Japan wollen wissen, daß die Regierung die Lage völlig beherrschte. Die Börsen und Banken in Tokio hätten wieder ihren Betrieb aufgenommen. Ebenso sei die Börse von Osaka wieder geöffnet. Tokio selbst sei unter kriegsmäßige Polizeikontrolle gestellt worden. Gerüchte, wonach ein hoher Beamter der Mitsu=Bishi=Bank in Tokio ermordet worden sei, haben sich nicht bestätigt. Hofmarschall Suzuki, der Führer der SeiyukaiPartei, wurde mißhandelt und dabei schwer verletzt. Der frühere Siegelbewahrer Makino, der ebenfalls angegriffen wurde, wurde im Gesicht leicht verletzt. Er konnte entkommen. Seine Leibwache erschoß den Anführer der Meuterer, mit denen es zu einem Gefecht kam. Die Meuterer eroberten das Landhaus Makinos und setzten es in Brand. Auf den Fürsten Saionji wurde kein Anschlag verübt. Eine Abteilung Marine ist nach Tokio gebracht worden, wo sie die Ministerien bewacht. Die Meuterer scheinen noch immer das Hauptquartier der städtischen Polizei besetzt zu halten. Der Polizeipräsident von Tokio, der verletzt wurde, bereitet einen Angriff auf das Gebäude vor, um es zurückzunehmen. Erklärung der Putschisten dub. Washington, 26. Febr. Hiesige diplomatische Kreise erhielten aus Tokio die Nachricht, daß die Führer der militärischen Erhebung allen Zeitungen Tokios eine Erklärung zuleiteten, in der die Erhebung damit begründet wird, daß das Ministerpräsident Okada Finanzminister Takahashi (Scherl—.) haterge sepansche Laohinaetsch nese und nesr vom wahren japanischen Geist entfernt und in die Vorrechte des Mikados widerrechtlich eingegriffen habe. Die Erklärung, die von Hauptmann Nonoka und Hauptmann Ando vom 3. Tokioter Infanterieregiment unterschrieben ist, führt als Beweis für obige Behauptung den Londoner Flottenvertrag von 1930 an. In der Erklärung heißt es weiter:„Falls diese Lage weiterhin bestehen bleibt, wird das Verhältnis Japans zu China, Rußland, England und den Vereinigten Staaten einen Explosionspunkt erreichen.“ Was damit gemeint ist, sagt die Erklärung nicht. Die Führer der Erhebung gaben weiter bekannt, daß gegen 23 Uhr Berliner Zeit(14 Uhr japanischer Zeit) eine neue Erklärung verkündet werden würde. Es wird weiter berichtet, daß Tokio und ganz Japan unter strenger militärischer Ueberwachung stünden. Berlin. Der Führer und Reichskanzler hat dem Präsidenten der Dominikanischen Republik anläßlich des Unabhängigkeitstages seine aufrichtigsten Glückwünsche übermittelt. Berlin. Der Führer und Reichskanzler hat Seiner Kgl. Hoheit Prinz Carl von Schweden zum 75. Geburtstag aufrichtige Glückwünsche übermittelt. Brüssel Die Fraktionen der katholischen Partei in Kammer und Senat hielten am Dienstag eine gemeinsame Sitzung ab um zu der Militärvorlage Stellung zu nehmen Ministerpräsident van land war in Begleitung der übrigen katholischen Minister erschienen Er ergriff sofort nach Eröffnung der Sitzung das Wort und begründete in längeren Ausführungen die Notwendigkeit der vom Kriegsminister geforderten Maßnahmen. Jicserung des Jaisrernachwacsses Die Ausmusterung des Führernachwuchses der A59Ap.— Grundsätzliche Ausführungen Dr. Leys in Bochum Spankens Tage Nur unverständlicher Optimismus könnte dazu verleiten, die 35 noch ausstehenden Sitze des neuen Parlaments in Madrid der spanischen Rechten gutschreiben zu wollen. denn es ist nicht anzunehmen. daß diese 35 Abgeordneten im künftigen varlamentarischen Leben en bloc Schulter an Schulter gegen die Linksparteien stehen werden. Das neue Kabinett mit Azana als Ministerpräsident kann demnach vorläufig ungestört und zunächst auch ohne große Besorgnisse für die Zukunft an sein Werk geben. Das politische Leben Spaniens während der letzten Jahre mit seinen Erschütterungen. Aufständen und seinem häufigen Kabinettswechsel hat eine Situation geschaffen, die besonders einer Links=Regierung wie der jetzigen alle Möglichkeiten zum Niederreißen der bestehenden Zustände bietet. Die ersten Verordnungen und zusätzlichen Gesetze. die der neue Ministerpräsident erlassen hat. kennzeichnen diesen Weg auch schon zur Genüge. Zuchtbäuser und Gefängnisse leeren sich oder wechseln mindestens ihre Insassen und die politischen Gefangenen bekleiden zum Teil schon wieder die Stellen und Aemter, die sie nach dem schweren Aufstande im Jahre 1934 verlassen mußten. Allem Anschein nach will die neue Regierung auf diesem Gebiete ganze Arbeit verrichten, denn die Neubesetzungen und Auswechselungen erstrecken sich bis auf die untersten Stellen der Verwaltung. Die spanische Armee und die Polizei machen den gleichen Prozeß durch. Eines der meistumkämpften Gesetze, das dem Siedlungswesen galt. ist sofort außer Kraft gesetzt worden, was natürlich zur Folge hatte, daß die Großgrundbesitzer nicht weiter in den Genuß der Ablösungsgelder kommen und die Rückgabe von Grundbesitz kommt sowieso nicht mehr viel in Betracht, weil ja ein großer Teil des Adels und der Kapitalisten überhaupt außer Landes gegangen ist. Der Ruck von rechts nach links scheint sich zunächst einmal mehr auf das innenvolitische Leben auszuwirken, als auf das außenvolitische. Bekannt ist lediglich, daß sich die spanische Regierung als unbedingt völkerbundstreu erklärt hat. was außenpolitisch gesehen im Augenblick lediglich in der Sanktionsfrage in Erscheinung treten dürfte. Wie weit die Sozialisierungsmaßnahmen auf steuer= und finanzpolitischem Gebiete gehen werden. ist wohl noch nicht ganz entschieden und auch selbst im Lande nicht zu übersehen. Das Geschäftsleben beginnt allmählich wieder zu arbeiten, und dem spanischen Geschäftsmann bleibt wohl vorläufig nur die Hoffnung, daß von allzu scharfen Maßnahmen mit Rücksicht auf die damit verbundene Kapitalabwanderung aus dem Lande abgesehen wird. Völlig unklar ist auch noch die Weiterentwicklung des parlamentarischen Lebens. Die Regierung wird kaum den Rechtsvarteien und ovpositionellen Gruppen die Möglichkeit geben, eine rege Provaganda zu entfalten. Man hört jedoch, daß die katholische Volksaktion wieder auf dem Plan ist und daß sogar— entgegen allen Erwartungen— Gil Robles von seinem Urlaub keinen Gebrauch machen will. Bis zum Zeitpunkt der Wahlen hatte diese katholische Partei jedes Paktieren mit der Linken aufs schärfste abgelehnt. Bei ihrem Hange zu Kompromissen ist es jedoch nicht ausgeschlossen, daß sich Gil Robles, in der Hoffnung auf einen Wechsel in der Zukunft. auch jetzt zur Kompromißpolitik versteht. Der Einzelhandel sammelt für das winterhilfswerk dnb. Berlin, 26. Febr. Am 29. Februar und 1. März wird von der Deutschen Arbeitsfront die letzte Sammelaktion dieses Winters für das Winterhilfswerk durchgeführt. In allen Betrieben und Dienststellen werden sich Gefolgschaftsmitglieder und Betriebsführer in den Dienst des deutschen Hilfswerks stellen. Sie werden gemeinsam für die notleidenden Volksgenossen sammeln und selbst ihr Opfer bringen. Innerhalb der großen Sammelaktion, die von der Deutschen Arbeitsfront durchgeführt wird, ist am 29. Februar auch eine Sammlung der Einzelhandelsgeschäfte bei ihren Kunden vorgesehen. Die Wirtschaftsgruppe Einzelhandel richtet an alle Kaufleute sowie an sämtliche Mitarbeiter in den Einzelhandelsbetrieben die Bitte, sich mit allen Kräften in den Dienst dieses Schlußappells des diesjährigen Winterhilfswerks zu stellen. Durch die Sammlung in den Einzelhandelsgeschäften wird nicht nur die Verbundenheit von Kaufmann und Verbraucher, sondern ihre gemeinsame Bereitschaft, auch während des üblichen Tagewerks der notleidenden Volksgenossen zu gedenken und ihnen zu helfen, eindeutig zum Ausdruck gebracht. Die Kaufleute werden am besten die richtige Form finden, auch ihre Kunden am 29. bruar zur tätigen Mithilfe am Opferwerk des deutschen Volkes aufzurufen. Die Wirtschaftsgruppe Einzelhandel hofft, daß ihr Ruf alle Kaufleute noch erreicht und mit dazu beitragen möge, dem Winterhilfswerk am Abend des letzten Februartages durch gemeinsames Opfer der Kaufleute, mit Arbeiter und Kunden, gefüllte Sammelbüchsen aus den Einzelhandelsbetrieben abzuliefern. Studium in Danzig! dub. Danzig, 25. Febr. Die deutsche Studentenschaft Danzig ruft auch in diesem Jahre die deutschen Studenten auf, durch ihr Studium an der Technischen Hochschule Danzigs die Bande zwischen dem Reich und der„Freien Stadt“ zu festigen. Um jedem reichsdeutschen Studenten die Transferierung seines Monatswechsels sicherzustellen, ist bis zum 20. März d. I. Anmeldung bei der Deutschen Studentenschaft ersorderlich. Diese wird dann die Errichtung eines Devisenkontos bei der Gesellschaft von Freunden der Danziger Hochschule veranlassen. Es wird empfohlen, sich möglichst frühzeitig zu melden, da nur eine begrenzte Anzahl neuer Konten eröffnet werden kann. Fragen jeder Art beantwortet das Werbeamt der Deutschen Studentenschaft Danzig—. Anschrift: Technische Hochschule. rwd. Bochum. Im Zuge der großen Ausmusterungsaktion für den Führernachwuchs der RSOAP nahm Reichsorganisationsleiter Dr. Ley am Mittwoch, zusammen mit den übrigen Mitgliedern der Ausmusterungskommission, im Gauhaus des Gaues Westfalen=Süd in Bochum die Ausmusterung der aus dem Gau WestfalenSüd für die Führerausbildung ausersehenen Männer der Partei vor. An der bedeutsamen Handlung, die mit großem Ernst und peinlicher Genauigkeit vor sich ging, nahmen neben den Kreisleitern zahlreiche führende Männer der Bewegung aus dem ganzen Gaugebiet teil. Stellvertretender Gauleiter Stürtz leitete die dem eigentlichen Ausmusterungsakt voraufgehende kurze Feierstunde mit Worten der Begrüßung ein. Er gab der Erwartung Ausdruck, daß diejenigen, auf die die Wahl falle, sich der Tragweite dieser Entscheidung für ihr ganzes Leben bewußt seien. Höchste Bereitschaft zum Einsatz aller Kräfte und letzte Opferwilligkeit werde von ihnen verlangt, höchste Befriedigung aber auch werde ihnen dafür geboten, indem sie ausschließlich dem Orden der Partei und damit dem deutschen Volke dienen dürfen. In grundsätzlichen Ausführungen legte Reichsorganisationsleiter Dr. Ley Ziel und Wesen der neuen und einzigartigen Erziehungsarbeit an dem Führernachwuchs der Partei dar. Er unterstrich die Bedeutung der Führerfrage als die Hauptfrage der Zukunft Deutsch= lands. Es gelte, den Nachwuchs für die politische Leitung der Partei sicherzustellen. Dr. Ley ging auf die verschiedenartigen Formen der nationalsozialistischen Schulungsarbeit nach der Machtübernahme ein. Die beste Auslese, die beste Schulung und Erziehung habe der Kampf der RSDAP geboten. Die Entwicklung nach der Machtergreifung weise andere Methoden der Auswahl und Erziehung. In der neuen Form der Auslese und Ausbildung des Führernachwuchses glaube er, den richtigen Weg gefunden zu haben. In drei neugeschaffenen Burgen „Vogelsang“ in der Eifel,„Crössinsee“ in Pommern und der Burg„Sonthofen“, die Dr. Ley die Ordensburgen der Partei und die Horte der nationalsozialistischen Weltanschauung nannte, werde die Erziehung des Führernachwuchses aus allen deutschen Gauen vor sich gehen. Das Ziel sei allein ausgerichtet auf den Dienst an der Gemeinschaft, auf den Einsatz für das deutsche Volk. Dr. Ley betonte die überragende Stellung der Partei: „Die Partei will herrschen, sie muß herrschen, d. h. führen, und niemals darf sie den Anspruch darauf aufgeben. Die unerhörte Machtfülle, die die Partei hat und die sie jedem Amtsträger gibt, bedingt aber auch ein ebenso unerhörtes Maß von höchster Verantwortung.“ Wer versagt und wem die Partei das Braunhemd auszieht, der sei vernichtet auch in seinem persönlichen und privaten Leben, das müsse sich jeder stets vor Augen halten. Eindringlich wandte sich Reichsorganisationsleiter Dr. Ley an die Parteigenossen, die sich nun freiwillig und zunächst auf ein Jahr diesem Orden verschreiben. „Und wenn Sie sich,“ erklärte Dr. Ley,„uns verschreiben, dann werden wir Sie auch mit Ihrem ganzen Menschen verlangen und alle Zeit beanspruchen.“ Die Ansprüche seien hoch und die Forderungen hart. Für den, der sich dem Orden einmal verschrieben habe, gebe es kein Zurück. Hart seien aber auch die Folgen eines Versagens. Die neuen Methoden der Heranbildung des Führernachwuchses umfaßten vor allem die Erziehung und Erprobung des Charakters, des Mutes, der Manneszucht und der Kameradschaft. Die besten Lehrer, die Deutschdnb. London, 26. Febr. Die Morningpost weist in einem Leitaufsatz darauf hin, daß der Kommunismus die treibende Kraft unter der neuen spanischen Regierung sei. Man müsse sich an die Worte Trotzkis erinnern:„Spanien kommt als nächstes Land dran!“ Die schreckliche Gefahr des Kommunismus beunruhige nicht nur Spanien, sondern die ganze übrige Welt. Die Sowjet=Union, so schreibt das konservative Blatt, erhebe Anspruch darauf, in die Gemeinschaft der Nationen einzutreten. Die französische Republik solle sogar— mit mehr Vertrauen, als klug erscheine— einen Vertrag mit Räte=Rußland abschließen. Dennoch betreibe Sowjet=Rußland noch überall seinen Plan einer roten Revolution. Heute sei es in Spanien, gestern war es in Südamerika. Die kommunistische Wühlarbeit in Süd=Wales und an anderen Stellen Englands sei bekannt. Vor den Gerichten Indiens seien mehrere Fälle kommunistischer Aufwiegelung abgeurteilt worden. Der Völkerbund befasse sich mit dem offenen Krieg, niemand nehme aber Notiz von der unterirdischen kommunistischen Kriegsführung, die ohne Unterlaß von einem seiner Mitglieder zur Zerstörung der übrigen betrieben werde. Tatsächlich könnten das Blutvergießen und die Leiden, die der Klassenkampf hervorrufe, grausamer land, sei es auf weltanschaulichem, geschichtlichem, rassenbiologischem, wirtschaftlichem und sozialpolitischem Gebiet zur Verfügung habe, würden hier eingesetzt werden. Denkbar einfach aber streng sei die Werkang für die Auswahl des Führernachwuchses, frei von jeder Bindung an irgendeine Klasse oder Vorbildung. Drei Grundsätze bestimmten die Auswahl: die körperliche Gesundheit, die rassische Eignung und der Beweis bisher bereits vollbrachter Leistungen für die Gemeinschaft, für die Partei. So sei die Gewähr gegeben, daß aus der Tiefe des Volkes immer und nur die Besten ausersehen würden. Nicht Theologen, sondern glaubensstarke Männer gelte es zu erziehen, nur sie brauche Deutschland. Wir glauben nicht, damit schloß Dr. Ley, daß man nur mit dem Wisonb Berlin, 26. Febr. Nach einer Mitteilung des Obersten Ehren= und Disziplinarhofes der DAF hat der Reichsorganisationsleiter der N. S. D. A. P. und Reichsleiter der DAF, Dr. Ley, eine Anordnung erlassen, durch die allen Volksgenossen, die bisher aus der Daß ausgeschlossen worden sind, die Möglichkeit gegeben wird, ihren Ausschluß unter gewissen Voraussetzungen einer erneuten Nachprüfung unterziehen zu lassen. Angesichts der überragenden Stellung der DaF im Leben der Nation, so heißt es im Informationsdienst der DAF, bedeutet ein Ausschluß aus der DaF mit Wahrscheinlichkeit für den Betroffe. nen einen nie wieder gutzumachenden Verlust. Durch die seit einiger Zeit geschaffene Gerichtsbarkeit der DAF ist für jedes Mitglied die größtmögliche Sicherheit gegeben, daß die überaus harte Strafe eines dauernden Ausschlusses tatsächlich nur den trifft, der sie voll und ganz verdient hat. Da nach den bisher geltenden Richtlinien für den Ausschluß von Mitgliedern aus der Daß diese Sicherheit mangels geeigneter Gerichte nicht immer in vollem Maße vorhanden Wer muß zum onb. Berlin, 25. Febr. Die Reichsleitung des Arbeitsdienstes gibt über die Einberufungen zum Reichsarbeitsdienst, Frühjahr 1936, bekannt: A) Zum April 1936 werden einberufen: 1. Arbeitsdienstpflichtige, die in der Zeit vom 1. Januar bis zum 31. März 1915 geboren sind, und die bei der Musterung 1935 „tauglich 1 oder 2“ befunden wurden, soweit sie nach ihrem„Vorläufigen Entscheid“ für die Einberufung zum 1. April 1936 vorgemerkt sind. 2. Wehrmachtfreiwillige, die von ihren Truppenteilen zum 1. Oktober 1936 angenommen sind, und die ihrer Arbeitsdienstpflicht noch nicht genügt haben, soweit sie nicht ausnahmsweise von der Ableistung des Arbeitsdienstes ausdrücklich befreit wurden; 3. Bewerber, die sich als„vorzeitig Dienende“ oder„länger dienende Freiwillige" um Einstellung in den Reichsarbeitsdienst beworben haben, soweit sie bis 10. März 1936 eine Mitund tödlicher sein als Konflikte zwischen den Nationen. Es sei Zeit, daß dieser Verräterei ein Ende gemacht werde. Das Blatt schließt mit der Forderung, man müsse dem Genossen Litwinow und Stalin mitteilen, daß sie nicht gleichzeitig die Verbündeten und die Feinde des Westens sein könnten. Es gebe genug Unruhen und Schwierigkeiten in der Welt ohne diese künstliche Aufwiegelung zur Gewalttätigkeit, Grausamkeit und Zerstörung. Sowjetrussische Offiziere als kommunistische Verschwörer in Polen onb. Warschau, 26. Febr. Die Warschauer Staatsanwaltschaft beschäftigt sich mit Nachforschungen über die Persönlichkeiten einer vor längerer Zeit aufgelösten kommunistischen Gruppe von 26 Mitgliedern. In diesem Zusammenhang wurde festgestellt, daß diese Gruppe anfangs von einem gewissen Kowalski geleitet wurde, der später in die Sowjetunion geflohen ist. Dieser Kowalski heißt, wie die Untersuchung ergab, in Wirklichkeit Jodlowski und ist zur Zeit Kommandeur einer Tankbrigade in Leningrad. Auch ein zweiter Leiter der aufgelösten kommunistischen Gruppe, Bortnowski, der in die Tschechoslowakei geflohen ist, war Generalstabsoberst der Noten Armee. sen Führer machen kann, die charakterlichen Eigenschaften sind ungleich wertvoller. Gesunde Menschen tun uns not, die glaubensstark an der Idee festhalten, denn ewig wird der Grundsatz gelten, daß in einem gesunden Körper auch ein gesunder Geist wohnt. Stellvertretender Gauleiter Stürtz schloß die Feierstunde mit einem Sieg=Heil auf den Führer. — Alsdann wurde die Ausmusterung der für den Führernachwuchs Ausersehenen durchgeführt. Neuer Treuhänder für Schlesien onb. Berlin, 26. Febr. Der bisherige kommissarische Treuhänder der Arbeit für das Wirtschaftsgebiet Schlesien, Reichnow, ist vom Reichsund preußischen Arbeitsminister für eine andere Verwendung im Reichsdienst in Aussicht genommen und vom 2. März 1936 ab in das Reichsund preußische Arbeitsministerium berufen worden. Zu seinem Nachfolger ist der preußische Staatsrat Walther Schuhmann, M. d.., Berlin, in Aussicht genommen, der zunächst mit der kommissarischen Führung der Treuhänderdienstgeschäfte beauftragt wird. gewesen sein mag, erscheint es recht und billig, dem bisher von einem Ausschluß betroffenen Volksgenossen die Möglichkeit zu geben, in dieser Angelegenheit eine Entscheidung der Ehren= und Disziplinargerichte der DaF herbeizuführen. Es muß betont werden, so heißt es weiter, daß durch die eventuellen Neuaufnahmen die Rechtskraft der früheren Ausschlüsse nicht berührt wird und daß eine Anrechnung der zwischen Ausschluß und Neuaufnahme liegenden Zeit auf die Mitgliedschaft nicht in Frage kommt. Auch können keinerlei Ansprüche wegen angeblich ungerechtfertigten Ausschlusses erhoben werden. Nach der neuen Verordnung können sich die bisher ausgeschlossenen Volksgenossen zunächst an ihren Kreiswalter wenden, der das Gesuch gegebenenfalls an den Gauleiter weiterleitet, gegen dessen Entscheid wieder Beschwerde bei dem zuständigen Ehren= und Disziplinargericht des Gaues gegeben ist. Als letzte Instanz kann der Oberste Ehrenund Disziplinarhof der DAF angerufen werden. Die Frist, innerhalb der Anträge gestellt werden können, läuft am 31. März 1936 ab. Revensolenst. teilung über ihre erfolgte Annahme erhalten. B) Bis zum 1. Oktober 1936 werden zurückgestellt: a) Arbeitsdienstpflichtige des Jahrganges 1935, die bei der Musterung 1935„bedingt tauglich“ befunden wurden; b) Arbeitsdienstpflichtige, die in der Zeit vom 1. April bis 31. Dezember 1915 geboren sind, soweit sie„sommerbeschaftigten Berufen“ angehören(z B. Landwirtschaft, Forstwirtschaft, Gärtnerei, Fischerei, Bau= und Baunebengewerbe und Binnenschiffahrt). e) Von den Arbeitsdienstpflichtigen, die in der Zeit vom 1. April bis 31. Dezember 1915 geboren sind, und die nicht zu den sommerbeschäftigten Berufsgruppen zählen, wird ein erheblicher Teil noch zum April 1936 einberufen, der Rest bis 1. Oktober 1936 zurückgestellt. d) Die endgültige Entscheidung über die Einberufung oder Zurückstellung ergeht nur schriftlich. Zwischenbescheide werden nicht erteilt. Anfragen können nicht bearbeitet werden und sind daher zwecklos. e) Arbeitsdienstpflichtige des Jahrganges 1915, die seit der Musterung ihren Wohn oder Aufenthaltsort oder innerhalb des Ortes ihre Unterkunft wechselten und hierüber noch keine Meldung erstattet haben, machen sich strafbar, wenn sie nicht unverzüglich ihre Anschrift dem Meldeamt für den Arbeitsdienst melden, das ihren„Vorläufigen Entscheid" ausgefertigt (gestempelt) hat. f) Die Arbeitsdienstpflichtigen werden dringend davor gewarnt, ihre Arbeitsplätze aufzugeben oder sonstige Maßnahmen zu treffen, ehe sie im Besitz ihrer schriftlichen Einberufung sind. Deutscher Motorschoner bei Jütland eingefroren dnb. Kopenhagen, 26. Febr. Die Schiffahrt in einer Reihe dänischer Gewässer wird allmählich immer stärker durch Eisbildung behindert. Am stärksten ist dies augenblicklich im Limfjord in Jütland und in der Bucht von Köge an der Ostküste Seelands der Fall. In den Häfen Lögstör, Thisted, Saeby und in der Kögebucht liegt eine Reihe von Schiffen fest und wartet auf Eisbrecherhilfe, um ausfahren zu können. Im Limfjord ist ein deutscher Motorschoner namens „Veto“ eingefroren. Der Schiffer, der über das Eis das Land erreichte, soll erklärt haben, daß das Eis an vielen Stellen zwei Meter dick sei. Kosnaus Spiel in der Wen irfe englische Stellungnahme gegen das Doppelspiel Moskaus Eine Wichligs Kuoronuug Ausgeschlossene MA3-Mitglieder bekommen noch eine Chance— Bis zum 31. März neue Aufnahmeanträge möglich Nr. 57 Zweites Blatt des Stadtanzeigers Ue Castrov=Nauzel und Umgehung Donnerstag. den 27. Februar 1936 Dieerste Prurerschaa unseres Zeintarmaftums Erinnerungen an vergangene Tage— Photos und Bilder aus der Zeit vor der Bildung der Mittelstadt Castrop-Rauxel Wie wir bereits mitteilte; wird am Samstag die erste Sonderschau des Heimatmuseums der Stadt Castrov=Rauxel eröffnet und der Oefsentlichkeit zugänglich gemacht. Bereits vor zwei Jahren hatten wir in Castrop= Rauxel einmal eine in ähnlichem Rahmen gehaltene Schau. Es war die Hakenkreuzausstellung. mit der damals im Stadtverordnetensitzungssaale das Jubiläumsjahr unserer Stadt eingeleitet wurde. Die Ausstellung wurde s. Zt. vom Museum der Nachbarstadt Herne zusammengestellt. Se kam von dort zuerst nach Castrop=Rauxel um dann ihren Weg durch eine große Zahl deutscher Städte zu machen. Zwischen der damaligen und der heutigen Schau liegen die Heimatausstellung der 1100=Jahrseier und die Gestaltung des neuen Heimatmuseums von Castrov=Rauxel. Beides— Heimatmuseum wie Heimatausstellung— haben eine erfreuliche Belebung des Interesses an der Geschichte unserer Heimat gebracht. Und so konnte man es wagen. erstmals eine Sonderschau aus rein heimatlichem Gebiete aufzuziehen, um damit die Reihe der in regelmäßigen Zeitabschnitten geplanten Sonderveranstaltungen unseres Heimatmuseums einzuleiten. Die Idee und Durchführung dieser ersten Sonderschau ging von der Stadtarchivverwaltung aus. Die im Stadtarchiv vorhandene große Sammlung interessanter Bilder von den historischen Castroper Rennen. bildete den Grundstock. Er wurde in sustematisch betriebener Aufbauarbeit durch eine Menge anderer Bilder. Ansichtskarten. Photos. Stezzen, usw aus den Jahren vor der Bildung der Mittelstadt Castron= Rauxel am 1 April 1926 ergänzt Verschiedentliche Aufruse in der Tagespresse machten die Oefsentlichkeit auf diese für die Geschichte unserer Stadt so wichtige Arbeit aufmerksam und erbaten die Mithilfe aller Bevölkerungskreise. Erfreulicherweise sind diese Aufrufe nicht ungehört verhallt. Besonders lebhaften Widerhall fanden sie im Süden unserer Stadt, der denn auch in der Ausstellung weit besser vertreten sein wird, als der Norden. Doch ist jetzt noch Gelegenheit, diesen „Schönheitsfehler" zu beseitigen. Noch einmal ergeht an alle Stellen des Nordens unserer Stadt die Bitte um Ueberlassung von vor dem 1. April 1926 gemachten Straßen=, Häuser=, Festlichkeitsaufnahmen. sei es als Geschenk oder als Leihgabe. Bilder. die bis Freitag mittag im Stadtarchiv(Wittener Str.) eingereicht sind, können noch systematisch in die Sonderschau eingeordnet werden. Natürlich gilt dasselbe auch von etwo noch zur Ausstellung zugedachten Bildern aus dem Süden unserer Stadt. Der Aufbau der Sonderschau erfolgt im Raum 1 des Heimatmuseums(Archiv und Statistik), der unlängst eine äußerst zweckmäßige Neuordnung erfahren hat. Durch Beschaffung von besonderen Wechselrahmen wurde die Ausstellung der vorhandenen alten Urkunden. Karten. Notgeld usw. aus den Schaukästen der Tische und Vitrinen an die Wände verlegt. Die so freigewordenen Tische und Vitrinen dienen nun der Aufnahme der Bilder. Ein Teil derselben wird aber auch als Wandschmuck benutzt oder in Wechselrahmen untergebracht werden. Insgesamt werden nach dem jetzigen Stande der Dinge gegen 150 Bilder zur Ausstellung kommen. Besonders interessieren dürften die teilweise schon Jahrzehnte alten Bilder von Straßenzügen unserer Stadt. Man kann an ihnen ersehen, wie sehr sich das„Gesicht unserer Stadt“ in der Zeit, die zwischen diesen Aufnahmen und heute liegt, verändert hat. Besonders lehrreich ist in dieser Hinsicht ein altes Bild von der damaligen Kronpginzenstraße. der heutigen Adolf=Hitler=Straße. Kaum ein Haus ist dort noch im Zustande der damaligen Aufnahme vorhanden. Nicht viel anders ist es aber auch mit den Bildern aus dem südlichen Stadtteil, so insbeAls wertvoll ist auch die Abteilung bekannte Castrov=Rauzeler Bürger anzusprechen. Aus ihr sei heute nur der letzte Bewohner des Reichshoses Castrov, der Arzt Dr med. Noeren, wenigstens namentlich genannt. Daß daneben Mulvany und Toole. die Urväter der heimischen Industrie und der Castrover Rennen. nicht sehlen, versteht sich bei deren Bedeutung für die Entwicklung des heimischen Wirtschaftlebens von selbst. Aber auch sonst bietet gerade diese Abteilung viel Bemerkenswertes. Wir werden darauf noch bei einer späteren Gelegenheit besonders zurückkommen. Bilder, die man in der Sonderschau sehen wird Bild: Archiv des Stadtanzeigers. Das Haus Goldschmied ing im Jahre 1893 sondere denen von der Wittener Straße und vom Altstadtmarkt. Letzterer ist bei einer Aufnahme von einer Kriegervereinsfestlichkeit sogar noch ungepflastert. Die Bilder alter Vereinsfestlichkeiten bieten für die damaligen Teiluhmer noch den besonderen Reiz, sich auf ihnen zu entdecken und festzustellen. wie man„Anno Tobak“ ausgesehen hat. Das Gleiche gilt auch von den zahlreichen Photos von Castrover Rennen. die wie oben schon gesagt wurde, den Grundstock für den Aufbau der ganzen Sonderschau bilden und die bei der Bedeutung. die diese weltberühmten Sportveranstaltungen besaßen. auch überörtliches Interesse für sich beanspruchen dürfen. Das älteste Industriebild aus unserer Stadt, das aus der Ausstellung gezeigt wird, ist ein Bild der Zeche„Erin“, das die Anlagen so zeigt, wie sie in den siebziger Jahren des vorigen Jahrhunderts sich den Augen des Beschauers zeigten. Vergleiche mit ebenfalls ausgestellten neueren Aufnahmen lassen deutlich die stetige fortschreitende Entwicklung unserer heimischen Industrie erkennen. Mit Aufnahmen vertreten sind weiter Streik=, Kriegs=, Nachkriegs= und Besatzungszeit. Doch sind hier noch viele berechtigte Wünsche unerfüllt geblieben, weil viele Volksgenossen leider noch immer nicht die Wichtigkeit der Aufbewahrung solcher Bilder an öffentlicher Stelle eingesehen haben. Es könnte gewiß gerade hier noch viel ergänzt werden, wenn sich alle Besitzer von Aufnahmen aus der Mobil= und Demobilmachungs=, sowie der Besatzungszeit entschließen könnten. diese dem Stadtarchiv als Geschenk oder als Leihgabe zur Verfügung zu stellen. An alle, die es angeht, sei also an dieser Stelle nochmals die Bitte gerichtet, ihrem Herzen den bewußten Stoß zu geben und sich in der angeregten Weise in den Dienst der Heimat= und Volksgemeinschaftspflege zu stellen. 1. Mor- Tteosnusontung, diF WHN In Castrov=Rauxel ist es besonders notwendig. daß jeder in dieser Hinsicht seine Pflicht tut, weil die Gemeinden, aus denen die Mittelstadt Castrov=Rauxel gebildet wurde, keinerlei Wert auf archivalische Arbeit legten. Dazu kommt noch, daß bei der früher hier so stark fluktuierenden Bevölkerung auch kaum eine Familie systematisch derartige Bilder gesammelt hat. Was noch vorhanden ist, findet sich zerstreut in den Familien. Es ist daher höchste Zeit, daß hier derartige Zeugen der Vergangenheit dem Archiv zugänglich gemacht werden, wenn sie nicht im Lause der Zeit verloren gehen sollen. Die Erfahrung lehrt, daß derartige Bilder im Familienbesitz kaum länger als eine Generation Interesse behalten. Ist dieses aber erst geschwunden, so fallen sie in Unkenntnis des Wertes, den sie für die Allgemeinheit haben, leider meist der Entrümpelung zum Opfer. So ist es heute schon überaus schwer, Bilder aus dem Castrov=Rauxeler Leben vor 1900 zu bekommen. Deshalb sehe jeder einmal seine Schubladen, seine Postkarten= oder Photoalben durch, ob er daraus nicht in richtiger Betätigung des Volksgemeinschaftssinnes für das Stadtarchiv bzw. für die 1. Sonderschau unseres Heimatmuseums etwas stiften kann. Die Sonderschau„Erinnerungen an vergangene Tage“ ist von Samstag nachmittag 3 Uhr ab der Allgemeinheit zugänglich Für sie wird kein besonderes Eintrittsgeld erhoben. Im Monat März berechtigt die Lösung einer Bildkarte sowohl zum Besuch des Heimatmuseums wie auch der Sonderschau. Geöffnet ist die Sonderschau den ganzen Märzmonat über bis zum 29. März einschließlich an allen Mittwoch und Samstagen von—7 Uhr und an allen Sonntagen von 10 bis 13 Uhr. Möge die Sonderschau recht zahlreichen Besuch finden und so die vielen Mühen, die das Zusammentragen und Sichten des Ausstellungmaterials bereitete, lohnen! Jeder Besucheer wird, das darf schon heute gesagt werden, gerade bei dieser heimatkundlichen Sonderschau auf seine Kosten kommen und interessante Einblicke in das Werden der„Industriestadt im Grünen“ gewinnen. Iin goidenen=Mhrkentrunze Franz und Josefine Mues, holzstraße 46 Bild: Archiv des Stadtanzeigers. Tierschaufest am Germane nhügel in Alt=Castrop Am heutigen Tage kann ein biederes Castrov= Rauxeler Ehevaar, das weitesten Kreisen bekannt ist, das Fest seiner goldenen Hochzeit feiern. Es ist dies der Invalide Franz Mues, Holzstraße 46 und seine Ehefrau Josefine, geb. Meinert. Der goldene Jubelbräutigam ist ein geborener Rauxeler. während die Jubelbraut dem Münsterlande entstammt und in Buldern geboren wurde. Die allezeit harmonisch und glücklich verlaufene Ehe wurde mit einer Reihe von Kindern gesegnet. von denen am heutigen Ehrentage vier, nämlich ein Sohn und drei Töchter. neben 6 Enkeln und 2 Urenkeln den Eltern bzw Großeltern die herzlichsten Glückwünsche zum Ausdruck bringen können. Franz Mues war lange Jahre auf der Zeche „Erin" tätig, wo er sich infolge seiner Anstelligkeit und seines regen Arbeitseisers großer Beliebtheit bei seinen Vorgesetzten und seinen Arbeitskameraden erfreute. Seine zahlreiche Familie hieß ihn neben dem Bergmannsberufe im Nebenamte auch noch besonders bei festlichen Veranstaltungen und vor allem an den Tagen der historischen Castrover Rennen Nebenverdienst als Kellner suchen. Er erzählt noch heute gern aus dieser arbeits= und erlebnisreichen Zeit seines Lebens. Namentlich sind die Anekdoten interessant, die er vom„tollen Bomberg" weiß, den er zunächst dadurch kennt. daß seine Frau aus Buldern stammt, wo bekanntlich der Baron von Romberg den größten Teil seines Lebens verbrachte. Weiter ist er mit diesem durch seine vielen„Streiche" und„Eulenspiegeleien" berühmt gewordenen„Kabaleeren" noch durch seine Tätigkeit als Kellner an Castrover Renntagen in nähere Tuchfühlung gekommen. Denn der Baron von Romberg pflegte s. Zt. kaum einen Castroper Renntag auszulassen. Er kam dann mit seinem treuen „Leibdiener Dachs“ im hochnoblen Vierspänner angefahren. Sein Hauptquartier, in dem es stets besonders lustig und aufgeräumt zuging, war die Wirtschaft„Zum scharfen Eck“. Hier floß dann der Sekt in Strömen, erreichte die Begeisterung Rekordhöhen. Franz Mues und seine Ehefrau haben allezeit recht sparsam gewirtschaftet und sich so die Erfüllung ihres Herzenswunsches, den Erwerb eines eigenen Häuschens, gestatten können. Das Leben hat sie oft hart angesaßt. Schlimm war es namentlich, als Franz Mues in verhältnismäßig jungen Jahren Invalide wurde. Aber weder er noch seine Frau ließen den Kovf hängen. Im Gegenteil, sie schafften und sorgten beide nun mit verdoppeltem Eiser. um den Lebensunterhalt für die Familie zu gewinnen. Franz Mues führte lange Zeit, bis in die Nachkriegsjahre hinein. die Wartehalle an der Münsterstraße, die zunächst auf der Seite bei Mönnich stand und später auf die gegenüberliegende Seite vernflanzt wurde, wo sie dann in den letzten Jahren sich eine erneute Versetzung gefallen lassen mußte. Seit seiner Verheiratung zählt das Jubelbrautpaar Mues zum Bezieherstamm des„Stadtanzeigers“ bzw. der„Castrover Zeitung“, 50 volle Jahre durfte ihnen unsere Zeitung Begleiterin durch ihr Leben sein und sie über das Geschehen in Heimat und Welt unterrichten Zu dem doppelten goldenen Jubiläum. das die allverehrten Eheleute Franz und Josefine Mues somit am heutigen Tage festlich begehen können. auch unsererseits die herzlichsten Glückwünsche! Mögen beide Goldiubilare sich noch recht lange einer guten körverlichen und geistigen Gesundheit erfreuen! Wie hoch schätzen Sie den Wert Ihrer Arbeitskraft? Wer zum Beispiel von seinem 30. bis 65. Lebensjahr durchschnittlich 250 Mark im Monat verdient, hat in diesen 35 Jahren ein Gesamteinkommen von 105 000 Mark. Ein Vermögen also, das sich bei steigendem Einkommen noch wesentlich vergrößert.— Welche Summe errechnen Sie selbst als Gesamtwert Ihrer Arbeitskraft?— Das Ergebnis macht Sie sicher stolz, und dies mit Recht, denn die Arbeitskraft ist tatsächlich ein wertvoller Besitz.— Was wird aber, wenn das Schicksal Ihre Rechnung nicht aufgehen läßt, wenn Sie Ihrer Frau und Ihren Kindern vorzeitig entrissen werden? Diese Frage beschäftigt jeden verantwortungsbewußten Familienvater und hat viele zu dem Entschluß gebracht, ihr kostbarstes Gut, ihr Leben und ihre Arbeitskraft, ausreichend zu versichern. So gerüstet und von einer drückenden Sorge befreit, können sie ruhiger und darum erfolgreicher schaffen; sie haben die Gewißheit, daß aus der Lebensversicherung, ganz gleich, wie lange sie leben, eines Tages die volle Versicherungssumme ihren Hinterbliebenen oder ihnen selbst zur Verfügung steht. Frau und Kinder sind dann nicht mittellos einer ungewissen Zukunft preisgegeben. Der Gedanke der Lebensversicherung gewinnt von Jahr zu Jahr mehr Anhänger; heute bestehen in Deutschland schon 22 Millionen Lebensversicherungsverträge. Gehören Sie auch schon zu dieser Gemeinschaft der Verantwortungsbewußten? Der Nern des westsalischen Korstandsgevickes Ueber 100 Prozent über dem westfälischen Durchschnitt Feierliche Einführung des neuen Arbeitsamisdirektors Wie wir gestern bereits kurz mitteilten, hat am Dienstag Regierungsrat Dr. Freydank. der bisher im Reichsamt für Arbeitslosenversicherung in Berlin beschäftigt war, die Leitung unseres Arbeitsamtes übemnommen. Aus diesem Anlaß sand im Sitzungszimmer des Arbeitsamtes in Herne eine Einführungsfeier statt, an der neben dem Präsidenten des Landesarbeitsamtes Dr. Gartner und der Gefolgschaft des Arbeitsamtes Vertreter aller Behörden und Parteidienststellen des Bezirkes der drei Emscherstädte Castrov=Rauxel. Herne und WnaneEickel erschienen waren. U. a. sah man Kreisleiter Niever. Standartenführer Scheunemann. Kreiswalter der DAF. Wessel. Oberbürgermeister Günnewig sowie Bürgermeister und Kreisleiter BönnebruchAlthoff aus Wanne=Eickel, ferner Reigerungsrat Bruns vom Finanzamt Herne. Magistratsrat Abee und den Stellvertreter des Kreisleiters von Castrov= Rauxel. Der stellvertretende Arbeitsamtsleiter Pg. Eckey begrüßte die Erschienenen und übergab dann dem Präsidenten Dr. Gärtner das Wort. Dieser führte nach kurzer Begrüßung an die Ehrengäste u. a. aus: Die zahlreiche Beteiligung aller Parteistellen und Behörden an der Einführung des neuen Arbeitsamtsdirektors sei ihm ein erfreulicher Beweis dafür, daß das Herner Arbeitsamt ein den ihm übertragenen Aufgaben entsprechendes Ansehen habe. Weiter wies er darauf hin, daß das Arbeitsamt nicht immer solch guten Klang und Namen gehabt habe. Bis zur Machtübernahme sah die große Oeffentlichkeit in den Arbeitsämtern ein sinnfälliges Zeichen dafür, wie tief Deutschland gesunken war. Erst seitdem der Führer der Macht übernahm und als seine erste und größte Aufgabe die restlose Beseitigung der Arbeitslosigkeit erklärte, bekamen die Arbeitsämter einen neuen Inhalt ihres Aufgabenkreises, und auch die Arbeit, die dort geleistet wurde. sand wieder Anerkennung. Wir dürfen annehmen, daß die Arbeitsämter die besonderen Helfer unseres Führers bei dieser seiner ersten und größten Aufgabe sind. Das soll und kann uns immer wieder den neuen Schwung und neue Arbeitslust geben. Deshalb ist heute auch die Stellung eines Arbeitsamtsdirektors etwas ganz anderes als früher, da sie nur die Verwaltung der Arbeitslosigkeit bedeutete. Heute kann in dieser Stellung Positives. Aufbauendes geschafft werden, weshalb auch die Besetzung dieses Postens von großer und praktischer Bedeutung ist. Die Tätigkeit der Arbeitsämter hat sich seit der Machtübernahme auf die verschiedensten Möglichkeiten der Arbeitsbeschaffung und Unterbringung der Arbeitslosen erstreckt. sten, die uns neben den Aufgaben der Arbeitsvermittlung noch die Verpflichtung auferlegt, diese Menschen davor zu b. pahren, daß sie daran zweiseln, daß ihnen versönlich das Werk des Führers auch noch den Arbeitsplatz wiedergeben wird. Diese Aufgabe ist schwierig, aber besonders wichtig und sie vermag solche Volksgenossen, die vielleicht noch abseits stehen, dem Führer zuzuführen. Diese Aufgabe der Hilfsbereitschaft allen Volksgenossen gegenüber kann nur erfüllt werden bei einem. offenen Vertrauens= und Kameradschaftsverhältnis. Vom Führer des Betriebes aber geht der Geist aus. der den ganzen Betrieb bestimmt. Deshalb sind nicht nur die fachlichen Leistungen entscheidend. sondern auch der Geist mit dem er seine Mitarbeiter erfüllt. Präsident Dr. Gärtner wandte sich dann an Dr. Freydank von dem er wisse, daß er diese für die Leitung des Arbeitsamtes erforderlichen Anlagen habe. Er kenne ihn schon aus seiner Tätigkeit in Schlesien, als Dr. Freydank in Breslau tätig gewesen sei. Dort habe Dr. Freydank in einem Gebiet größter industrieller Arbeitslosigkeit viel Not kennengelernt und an ihrer Beseitigung mitgeholfen. Das Reichsamt für Arbeitslosenversicherung habe ihn dann in das Amt eines Prüfers nach Berlin berufen, aber noch einmal habe Dr. Freydank seine Fähigkeiten und Kräfte in jener Gegend einsetzen dürfen, als ihm vorübergehend die Leitung eines großen industriellen Arbeitsamtsbezirkes in Sachsen übertragen worden sei. in dem er die notwendige Umstellung und Neuorganisation habe durchführen müssen. Er werde auch hier die Fühlung mit allen varteiamtlichen und behördlichen Stellen zu behalten wissen, könne dabei aber auch an eine Tradition anknüpfen, die er hier vorfinde. Denn das Verhältnis. das unter seinem Vorgänger. Oberregierungsrat Dr. Schmidt, zwischen dem Leiter des Arbeitsamtes und den Angestellten bestanden habe, und die Zusammenarbeit mit den Parteistellen und Behörden sei vorbildlich gewesen. Zum Schluß hob Präsident Dr. Gärtner noch einmal die besondere Notlage im Herner Arbeitsamtsbezirk hervor, in dem noch etwa 9000 Wohlfahrtserwerbslose vorhanden seien, eine Zahl, die nur von Dortmund, also einem bedeutend größeren Bezirk. um etwa 1000 übertroffen würde. Deshalb müsse das Herner Gebiet besondere Beachtung und Betreuung finden. Er versicherte, daß von Seiten des Landesarbeitsamtes alle mögliche Hilfe und Unterstützung geleistet werden solle. Nach dem Präsidenten des Landesarbeitsamtes nahm der Betriebs= gemeinschaftswalter Obersturmführer Mena das Wort. Er gab die Versicherung ab, daß die Gefolgschaft des Herner Arbeitsamtes sich mit allen Kräften für die Lösung der großen Aufgaben einsetzen und daß jeder seine Pflicht erfüllen werde. an dem Platz. an den er gestellt würde. Als letzter Redner ergriff Arbeilsamtsdirektor Regierungsrat Dr. Freydank das Wort. Nach fast dreijähriger Tätigkeit an der Hauptstelle sei es ihm vergönnt, wieder an vorderster Stelle die Arbeitsschlacht mitzuschlagen. Als er gestern in Herne eingetroffen sei, habe man ihn mehrfach gefragt, ob er nicht betrübt sei. von Berlin ausgerechnet nach Herne verschlagen worden zu sein. Darauf müsse er erwidern, daß es ihm zunächst eine besondere Freude sei. wieder unter dem Landesarbeitsamtspräsidenten Gaertner arbeiten zu dürfen. dann komme er in ein wohlvorbereitetes Amt. das zu den größten Erfolgen befähigt und durch die bisherige rastlose Tätigkeit seines Vorgängers. Dr. Schmidt. das Machtinstrument geworden sei. das es jetzt darstelle. Außerdem habe er aus seiner Erfahrung als Soldat vor und im Kriege die Westsalen als Menschen schätzen gelernt, die das Letzte hergäben, um das gesteckte Ziel zu erreichen und deren Siegeswille nicht zu brechen sei. Darum sei er gern nach Herne gekommen. Er werde unter allen Umständen unter Einsatz seiner ganzen Persönlichkeit versuchen, das Erreichte zu halten und weiter auszubauen. Dabei bitte er alle, sich wie bisher voll und ganz für die Erreichung dieses Zieles einzusetzen, dann werde auch er sich für seine Mitarbeiter in jeder Weise einsetzen. Als Ziel und Ideal solle ihnen stets vorschweben, auch den letzten Arbeitslosen einer gewinnbringenden Tätigkeit zuzuführen. Diese Arbeit sei die schönste, idealste und befriedigendste. die man sich denken könne. Dazu sei nötig, im Amte zusammenzuhalten und Schulter an Schulter zu kämpfen. Begeisterndes Vorbild dabei müsse für jeden der Wille sein, sich mit unbeugsamer Begeisterung und nicht zu übertreffendem Idealismus für seine Aufgaben einzusetzen. Dann werde man das Ziel. wenn auch nicht von heute auf morgen. so doch langsam aber sicher erreichen. Mit einem Sieg=Heil auf den Führer und dem Horst=Wessel=Lied fand die Einführungsseier ihr Ende. Gastros Kauxeier im Kandsanralter Zusammen 821 Jahre alt— Nur Vertrelerinnen des„zarten Geschlechts“ Im ersten Jahre wurden maßenmäßig Arbeitsmöglichkeiten gesucht. um möglichst viele Volksgenossen zunächst ihrer Arbeitslosigkeit zu entreißen, wobei nicht so sehr darauf gesehen wurde, ob jemand an den seinen Wünschen und Neigungen entsprechenden Arbeitsplatz kam. Eo galt eine Bresche zu schlagen in die ungeheure Arbeieslosigkeit, um dadurch zunächst einmal das Vertrauen der Volksgenossen zu gewinnen und damit eine Grundlage. auf der die systematische Arbeit fortgesetzt werden konnte. die dann im zweiten Jahr in Angriff genommen wurde Nun galt es. die Volksgenossen dorthin zu bringen. wohin sie gehörten. Nun galt es auch. an die Hochburgen der Arbeitslosigkeit heranzugehen. und während im ersten Jahr die Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen in erster Linie den Jugendlichen zugute gekommen waren, mußten nunmehr auch die Familienväter in Arbeit gebracht werden. Deshalb die Maßnahmen der Sverrgebiete: des Arbeitsplatzaustausches, des Verbotes der Einstellung von Jugendlichen unter 25 Jahren. So wurde die Arbeitsschlacht im zweiten Jahr der nationalsozialistischen Regierung systematisiert und organisiert. Im dritten Jahr hieß es. die Belebung des Arbeitsmarktes auf die Privatinitiative zu übertragen. Das Schwergewicht der Neueinstellung in Arbeitsplätze konnte mit Erfolg auf die Privatwirtschaft umgelegt werden. So stehen wir nun vor der Tatsache, daß insgesamt die Arbeitslosigkeit schon um zwei Drittel zurückgedrängt worden ist. Aber es sind noch besondere Notstandsgebiete vorhanden und im Arbeitsamtsbezirk Herne befinden wir uns im Kern des westfälischen Notstandsgebietes. Der Arbeitsaratsbezirk Herne ist in ganz Westsalen der am höchsten belastete Arbeitsamtsbezirk. dessen Arbeitslosigkest um 100 Prozent höher liegt als der Durchschnitt Westfalens. Dabei handelt es sich nicht im wesentlichen um Arbeitslose. die von der Arbeitslosenfürsorge und der Krisenfürsorge unterstützt werden. sondern zum größten Teil um Wohlfahrtsunterstützte, also um langjährige Arbeitslose, die immer wieder auf Arbeit warten müssen. Es sind im Herner Arbeitsamtsbezirk immer noch etwa 9000 Wohlfahrtserwerbslose da, eine Zahl, die noch umso erschütternder wirkt, wenn man bedenkt, daß unter der Bergarbeiterbevölkerung zwei Drittel der Arbeitsuchenden im Alter von 25 bis 40 Jahren stehen, vollkräftige Arbeiter und Familienväter, um die wir uns besonders kümmern müssen. Und wenn man bedenkt, daß sie zum größten Teil schon vor 1932 arbeitslos waren, dann erkennt man erst die ganze Not, die sich hinter solchen Zahlen verbrigt. Wir erkennen daraus aber auch die Verpflichtung. die wir diesen Volksgenossen gegenüber haben. Und wenn diese im Verkehr mit dem Arbeitsamt vielleicht manchmal nicht den Ton finden, den man im allgemeinen verlangen muß. dann soll man beden ken, daß diese Volksgenossen hier vielleicht zum ersten Mal mit einer behördlichen Stelle zusammen kommen und daß für sie der erste Eindruck oft entscheidend ist, wie der Staat sich zu ihnen einstellt. Wir müssen diese Menschen den Eindruck gewinnen lassen, daß wir, wenn wir auch nicht immer gleich helfen können, doch den besten Willen haben, mit allen Kräften ihr Los zu mildern. Wir wollen bedenken, daß es Menschen sind. die jahrelang immer vergebens gehofft haben und für die versönlich die großen Erfolge in der Arbeitsschlacht noch nicht spürbar geworden sind. Hier haben wir eine ungeheuer große Erziehungsaufgabe zu leiEs ist ein schöner Brauch, daß der Reichssender Köln alltäglich den Volksgenossen seine Glückwünsche übermittelt, die ihr 90. Lebensjahr vollenden. Diese besondere Ehrung ist angebracht— und für den Rundfunk technisch durchführbar—— weit nicht viele Volksgenossen dieses hohe Alter erreichen. Daran ändert die Tatsache nichts, daß es schon Tage gegeben hat, an denen der Ansager dem Kölner Mikrophon die Glückwünsche für mehr als ein Dutzend Volksgenossen und Volksgenossinnen anvertrauen konnte Das Kölner Sendegebiet ist sehr groß. es umfaßt neben der Provinz Westfalen das angrenzende Rheinland und den westlichen Teil der Provinz Hannover und Livve. Der weitaus größte Teil dieses Bereiches ist sehr dicht bevölkert. Daraus kann man schon ersehen, daß die Volksgenossen im mindestens 90 Jahre betragenden Rundfunkalter sehr dünn gesät sind. Die Statistik gibt genaueren Aufschluß. Sport, moderne Lebensführung. Gesundheitspflege und die Kunst der Aerzte verlängern heute zwar das Lebensalter des deutschen Volkes. aber dennoch hält der Tod in allen Lebensaltern reiche Ernte. Ein Blick in die neueste Sterbetafel(für das Jahr 1933) zeigt, daß von 100000 Volksgenossen nur 81 580 40 Jahre. 76 279 50 Jahre. 66 079 60 Jahre. 46 751 70 Jahre. 18 476 80 Jahre alt werden Es sterben also von diesen 100000 Menschen in einem Alter von 40—50 Jahren 5301. von 50 bis 60 Jahren 10 200. von 60 bis 70 Jahren 19328 und im Alter von 70 bis 80 Jahren 28275 Volksgenossen. 90 Jahre alt. also ins sogenannte„Rundfunkalter". treten aber von 100000 Volksgenossen nur 1673 Personen ein. Nur 10 von diesen erreichen noch das 100. Lebensjahr. Nachdem nun Ende Januar und Mitte Februar bereits zwei Castrov=Rauxelerinnen„durch den Aether beglückwünscht werden konnten, nämlich Maria Ignaszak, Roonstraße 93.(geb. 27. 1. 1845) und Berta Jerzenbeck, Graf=HaeselerStraße 11(geb. 15. 2. 1844), kommt als nächste unserer Mitbürgerinnen Elisabeth Hülsmann, Feldstraße 6(geb. 2. 3. 1844) an die Reihe. Während bisher Castrov=Rauxel mit seinen rund 58 000 Einwohnern monatlich wenigstens einen Volksgenossen im Rundfunkalter stellte. kommt jetzt nach dem 2. März eine große Pause. Erst nach fünf Monaten wird nämlich, nach dem jetzigen Stande der Dinge, erst der nächste Castrov=Rauxeler einen Rundsunkglückwunsch zum Geburtstag erwarten dürfen. Es ist dies Isabella Bramkamp, Ickerner Straße 78(geb. 6. 8. 1846). Ihr folgt gleich am nächsten Tage die nur einen Tag jüngere Maria Pavenheim. Bladenhorster Straße 20. Von jetzt ab ist Castrov=Rauxel bis zum Jahresschluß jeden Monat einmal auf der Glückwunschliste des Reichssenders Köln vertreten. Im Monat Seotember wird die älteste Einwohnerin unserer Stadt, Fiiederike Heid. Adolf=Hitler=Straße 185a(geboren 5. 9. 1843), 93 Jahre alt. Am 1. Oktober tritt als diesjährige„Rundsunkjüngste" von Castrov=Rauxel die an diesem Tage vor 90 Jahren geborene Agnes Callenberg, Zevvelinstraße 12. ins 91. Lebensjahr. Der Name unserer Mitbürgerin Ida Pohlmann Emscher Straße 14a. wird am 27 November anläßlich ihres 93. Geburtstages im Rundfunk genannt werden. Am Tage vor Weihnachten wird Elisabeth Berensmann, Körner Straße 11(geb. 24. 12. 1845). den würdigen Beschluß der Castrov=Rauxeler Einwohner im„Rundsunkalter" bilden. Dem aufmerksamen Leser wird es nicht entgangen sein, daß es sich bei all diesen neun genannten Rundfunkalten ausschließlich um Vertreterinnen des „zarten“ Geschlechts handelt. Diese Erscheinung ist aber durchaus nicht auffällig. Sie entspricht im Gegenteil der allgemeinen Erfahrung. nach der das berufliche Erwerbsleben den Mann schneller aufreibt, als die Gesundheit der Frau durch ihre Tätigkeit als Hausfrau und Mutter beeinträchtigt wird. Von den neun ältesten Einwohnerinnen unserer Stadt werden am Schlusse dieses Jahres eine im 94., drei im 93., zwei im 92. und drei im 91. Lebensjahre stehen. Zusammen haben die neun„Stadtältesten" 821 Lebensjahre auf ihrem Rücken. Das ergibt für jede von ihnen ein Durchschnittsalter von ca. 91¼ Jahren. Hoffen wir, daß alle Neun, dank der Gnade des Herrn über Leben und Tod. noch recht oft ihren Geburtstag und damit den Durchspruch eines für sie bestimmten Glückwunsches durch den Reichssender Köln erleben In diesem Sinne allen Neun ein kräftiges„Glück auf!“ für den ferneren Lebensweg! Stadttreis Castrov=Rauxel, den 27. Fehruar 1936. Oeffentliche Sitzung der Katsherren Die Bürgerschaft ist herzlich eingeladen Am heutigen Donnerstag. nachmittags 4 Uhr, findet die angekündigte Besprechung der Natsherren unserer Stadt in der neuen Aula des Städt Oberlyzeums statt. Sie ist wegen der besonderen Wichtigkeit der Tagesordnung der Oessentlichkeit zugänglich. Man kann nur wünschen, daß recht viele Volksgenossen aus Castrop=Rauxel von dieser Möglichkeit, der Beratungen beizuwohnen und dadurch einen Einblick in die Lage unserer Kommunalverwaltung zu gewinnen. Gebrauch machen. Samstag und Sonntag große Reichsstraßensammlung Die Deutsche Arbeitsfront im Dienste des Winterhilfswerkes Am Samstag und Sonntag dieser Woche findet die 6. und letzte Reichsstraßensammlung statt. die alle voraufgegangenen Reichsstraßensammlungen in der Großzügigkeit ihrer Anlage bei weitem übertreffen wird. Die Deutsche Arbeitsfront hat sich für diese Tage in den Dienst des Winterhilfswerkes gestellt. Gerade weil die schaffenden Menschen die Not in allen ihren Auswirkungen kennen, werden sie sich für diese Aktion des Winterhilfswerkes mit besonderem Eifer einsetzen. Am Samstag, dem 29. Febr., findet vormittags vor Beginn der Dienstzeit in sämtlichen DAF.- und KdF.=Dienststellen ein Betriebsappell statt, bei dem die Sammlung eröffnet wird und der Dienststellenleiter als erster seine Gabe in die Büchse wirft. Gleichzeitig finden in den Betrieben, soweit es praktisch durchführbar ist. Sonderbetriebsappelle statt, in denen auf die Bedeutung und die großen Leistungen des Winterhilfswerkes hingewiesen wird. Betriebsführer und Betriebswalter eröffnen die Büchsensammlung als erste mit ihrer eigenen Spende. Auch die Geschäfte des Einzelhandels sind am Samstag in diese große Sammeiaktion einbezogen. Der Heldengedenktag in Castrop=Rauxel Der Heldengedenktag des deutschen Volkes wird auch in diesem Jahre am Sonntag Reminiscere. also am 8. März, feierlich begangen. In Berlin wird an dem genannten Tag in der Staatsover um 12 Uhr ein feierlicher Staatsakt stattfinden, bei dem der Reichskriegsminister von Blomberg die Ansprache hält. die durch Rundsunk übertragen wird. Die Ordnung des Tages im ganzen Reich wird durch da: Reichsministerium für Volksaufklärung und Provaganda im Einvernehmen mit dem Reichskriegs ministerium bestimmt. Mit der Leitung und Durchführung der Feier in Standorten der Wehrmacht hat das Reichskriegsministerium die Standortältesten beauftragt, die gemein'amen Feiern mit den Behörden. den Organisationen der NSDAP. und den Verbänden zu veranstikten. In den übrigen Städten usw., die nicht Standorte der Wehrmacht sind. obliegt die Ordnung des Tages den obersten Hoheitsträgern der NSDAP. im Einvernehmen mit dem Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge. In Castrov=Rauxel ist eine feierliche Kranzniederlegung durch die Vertreter der Partei. der Behörden und der Verbände am Kriegerehrenmal in Ickern vorgesehen. Bei dieser Gelegenheit wird auch die übliche Gedenkfeier abgehalten, in deren Mittelpunkt eine Gedenkrede steht. Einführung des Arbeitsbuches Das Arbeitsamt Herne teilt mit: „Vom 1. Februar 1936 ab werden die Arbeitsbücher für diejenigen Betriebsgruppen ausgestellt. die in der ersten und zweiten Bekanntmachung nicht aufgeführt sind. Dazu gehören folgende Betriebsgruppen: 1. Holz= und Schnitzstoffgewerbe. 2. Nahrungs= und Genußmittelgewerbe. 3. Verkehrsgewerbe. 4. Oeffentlicher Dienst und private Dienstleistungen, ohne die häuslichen Dienste. Es wird darauf aufmerksam gemacht, daß für alle Betriebsgruppen Arbeitsbücher für sämtliche beschäftigten und erwerbslosen Arbeiter und Angestellten auszustellen sind. Die vorgeschriebenen Antragsformulare sind beim Arbeitsamt Herne bzw. bei den Arbeitsamts=Nebenstellen Wanne=Eickel und Castrov=Rauxel kostenlos zu erhalten." Beachtei die Arbeitszeitverordnung! Die Kreisbetriebsgemeinschaften„Handel und Handwerk" der Deutschen Arbeitsfront Castrov=Rauxel übersenden uns folgenden Hinweis mit der Bitte um Veröffentlichung: „Aus gegebener Veranlassung machen die Kreisbetriebsgemeinschaften„Handel und Handwerk“ der DAF. die Inhaber von Handels= und Handwerksbetrieben auf die Beachtung der Arbeitszeitverordnung aufmerksam. Es sei darauf hingewiesen, daß die regelmäßige werktägliche Arbeitszeit der Beschäftigten. ausschließlich der Pausen. 8 Stunden nicht überschreiten darf. Der Betriebsführer hat jedoch das Recht. seine Gefolgschaft über diese Höchstarbeitszeit hinaus an 30 Tagen im Jahre mit Mehrarbeit bis zu 2 Stunden täglich zu beschäftigen. Die Beschäftigten, mit Ausnahme der Lehrlinge, haben für diese Mehrarbeit Anspruch auf eine angemessene Vergütung über den Lohn hinaus. in Form eines Zuschlages von 25 Prozent. Es sind in der letzten Zeit von den Strafgerichten schwere Strafen(2 Wochen Gefängnis bzw. 10000 RM. Geldstrafe) wegen wiederholter Uebertretung der gesetzlich festgelegten Arbeitszeit verhängt worden. Es liegt daher im Interesse eines jeden Betriebsführers, wenn er der Arbeitszeitverordnung und den diesbezüglichen Bestimmungen des Treuhänders der Arbeit die gebührende Beachtung schenkt. Die Uuterstützungszahltermine im März Die Unterstützungszahltermine sind im Monat März 1936 voraussichtlich wie folgt: Für den Süden: Mittwoch, 4. März; Samstag, 14. März; Dienstag. 24. März 1936. Buchstaben=Einteilung: —L von.00 bis.30 Uhr. —3 von.30 bis 11.00 Uhr. Für den Norden: Donnerstag. 5. März: Montag, 16. März: Mittwoch. 25. März 1936. in der Zeit oon—11 Uhr. Eine Buchstabeneinteilung besteht hier nicht. Die Unterstützungsempfänger werden in ihrem eigenen Interesse dringend gebeten, ihre Unterstützung unter allen Umständen in den festgesetzten Zahlstunden abzuholen, da dann nur die allseitig erstrebte schnelle und reibungslose Zahlung erfolgen kann. Unterstützungsempfänger die vor den für sie festgesetzten Zahlterminen an Amtsstelle erscheinen, erschweren das Zahlgeschäft erheblich. Nal.=Soz. Kriegsopferversorgung Castrop-Kauxel Frohe Stunden verlebten die Hinterbliebenen der NSKOV.(Nat.=Soz. Kriegsopferversorgung) anläßlich ihres diesjährigen gemeinschaftlichen Kaffeetrinkens im Lokale Meier im Norden und bei Thiel im Süden der Stadt. Recht bald kam bei Kaffee und Kuchen eine frohe Stimmung auf und unbeschwert von den Sorgen des Alltags gaben sich unsere Hinterbliebenen und Kameradenfrauen den auf sie einströmenden Eindrücken hin. Lieder zur Laute wechselten mit reichhaltigen Darbietungen des Castrov= Rauxeler Tanzkreises und machten das gemütliche Beisammensein zu einem Erlebnis. an welches sich alle, alt und jung. stets gern erinnern werden. Fahrraddiebstahl Am 22. Februar. gegen 18.30 Uhr, wurde vor einer Wirtschaft an der Schieferbergstraße ein Damenfahrrad. Marke„Sieger“. Nr. 284 814, gestohlen Vor Ankauf wird gewarnt. Nr. 57 Drittes Blatt des„Etadtanzetgers für Castrov= Raugel und Umgebung O BEFAE PASPAS PG Ein Tatsachenbericht von H. Timmermann Copyricht by Knorr u. Hirth. G. m. b.., München 1935 16. Fortsetzung. Am 11. Januar trafen Arne Borg mit seinen 69 Kilo und Charlton mit seinen 80 Kilo zusammen über die 140 Bards. Die unbestechlichsten und nüchterniten australischen Fachmänner. die Arne Borg beim Training studiert hatten. brauchten sich nicht lange zu besinnen, auf wen sie tippten. Auf Charlton natürlich. Das Publikum war an diesem Tage ein wahnsinnig gewordener Hausen von Bestien. Um die Eintrittskarten wurden erbitterte Schlachten geschlagen. Sie bestanden nicht nur aus Drängeln. Schieben, Zerren und Stoßen nebst Flüchen aller Sorten, sondern sie bestanden aus ganz reellen Handgemengen. ganz reellen Schlägereien und aus echtem australischem Blut. Um die Schwimmbahn waren schließ lich achttausend Menschen versammelt und kein Taschentuch wäre mehr unterzubringen gewesen. Das Rennen begann und niemals hatte Arne in seinem an Beifallsgebrüll und Begeisterungsgeschrei so erjahrenen Leben einen solchen donnernden. anhaltenden sich steigernden Orkan von menschlichen und unmenschlichen Stimmen vernommen. Er hörte es wie im Traum In den ersten 110 Pards führte er. Auf den letzten 110 Bards brach er zusammen. Er fühlte sich von dem gespenstigen Australier wie gejagt. Zuerst glaubte er, dieses Tempo durchhalten zu können. aber dann spürte er ein heftiges Brennen im Halse und sein Herz begann einen merkwürdigen und beängstigenden Tanz. Niemals bisher hatte er derartige beunruhigende Erscheinungen an sich wahrgenommen. Als er sich endlich zusammenriß und zum Spurt ansetzte, fühlte er in seinem Nacken einen undefinierbaren eiskalten Griff und seine Arme und Beine kamen ihm vor wie gelähmt. Durch einen Nebel hindurch sieht er Charlton in schäumender Bahn davonspurten. Er kann es nicht ändern. Oh Arne Borg, du elegantester und bester aller Tänzer. Kartoffelleser und Sackhüpfer! Charlion siegte in der Zeit von:11.8 Minuten. indessen Arne Borg:28.2 Minuten gebrauchte, und um gut 15 Meter geschlagen wurde Die Tribünen glichen einem Tollhaus. Die Australier bekamen samt und sonders einen Tobsuchtsanfall vor Freude. Erwachsene Männer warfen sich rücklings in die Menge. stramvelten mit Händen und Füßen und schrien, daß man fürchten konnte. ihre Stimmbänder würden zerreißen. Cowboys und Hirten. die jeder Gefahr in der Stepve getrotzt hatten. saßen auf dem Boden und weinten wie die Kinder. Frauen bekamen Schüttelfrost vor Jubel und würdige höhere Beamte kletterten wie die Baumassen sinnlos vor Enthusiasmus die Bänke hinauf und hinunter. Arne wurde vom Galgenhumor gepackt und er unternahm etwas Reizendes: er griff sich ein kleines Ruderboot, setzte Charlton hinein und ruderte den Sieger im Bassin durch die Ehrenrunde. Die Tribünen konnten nicht mehr vor Wonne, sie konnten nur noch schluchzen. Arne richtete sich auf und hob die Hand, bat um Stille und völlig erschönft versank das Publikum in sofortiges Schweigen. Arne brachte ein dreifaches Hoch auf den neuen Meister aus und von diesem Augenblick an vergötterte Australien und insbesondere die australische Presse den bezaubernden Schweden.„ W(m Ma Dann kam es prompt, wie es kommen mußte und wie es für Arne nicht gut war. Er wurde von Einladungen erdrückt. Er mußte Morgen um Morgen mit prominenten Bürgern spazierenfahren und frühstücken. Er mußte Mittag um Mittag mit schönen australischen Landestöchtern promenieren. Er mußte Abend um Abend unterwegs sein und Rede um Rede halten. Er wohnte bei seinem Freunde und Landsmann. dem Kapitän Lundgren in Drummoyne, einer Villa vor der Stadt. Aber er war selten zu Hause. Er war nicht allzu oft im Wasser. also viel zu schnell, viel zueschnell und Charlton holte mehr und mehr auf. Und dann ereignete sich eine groteske Tragödie. Arne besand sich plötzlich in einem sonderbaren, dicken, milchigen Sumpf, er war in einen Wust von Zeitungen und Programmblättern geraten, die das gedankenlose Publikum ins Bassin geworfen hatte. Er wurde um einen ganzen Meter geschlagen. Und nach dieser neuen Niederlage hatte er verständlicherweise keinen reizenden Einfall mehr. Tief niedergedrückt verließ er das Stadion und machte lsich mit seinem schweigenden Freunde still danon. Er hätte sich ohrseigen können für sein verhängnisvolles. undiszipliniertes Verhalten Mit:26.2 Minuten 5 Sekunden war er schlechter geschmommen als eine Woche zuvor beim Training im gleichen Wasser. Die dritte Begegnung mit Charlton führte über 860 Barde. Kun 22 u. N 6. Nach der erbarmungswürdigen Form in der sich Arne durch sein blödsinniges Verhalten auf der langen Seereise und durch sein ebenso blödsinniges Benehmen an Land besand, und nach den bisher mit Carlion gemachten, bitteren Erfahrungen, bestanden für ihn auch nicht die bescheidensten Aussichten. Trotzdem ging er in einer merkwürdig ausgekratzten Stimmung an den Start. Wieder war The Domain Bathe bis auf den letzten Platz ausverkauft Jedermann hatte auf Charlton getivnt. Aber es ereignete sich etwas Unerwartetes. Trotzdem der Sydneyer Boy wie der Saian loslegte. gelang es Arne. noch bei 440 Pards in Führung zu bleiben und bei 770 Dards mit dem verblüfften Australier gleich zu liegen. Allerdings holte dann auf den letzten 110 Dards Charlton einen Vorsprung von acht Sekunden heraus und wurde Sieger. Aber Arne hatte etwas Beglückendes erlebt! Er ne hatte gefühlt, daß er nahe daran sei, seine beste Form wieder zu finden Und ziemlich zufrieden stieg er diesmal aus dem Wasser mit der selsenfesten Gewißheit:„Jetzt bin ich an der Reihe.“ * Das australische Publikum verfolgte mit einer noch niemals dagewesenen Leidenschaft die Schwimmkämpfe und in einem noch nie erlebten Fieber schloß es Wetten ab. Jeder und alles wettete. Man wettete über die Form von Borg und Charlton, man wettete über die Anzüge, mit denen sie in den Kahinen erschienen, um sich umzuziehen, man wettete über die Gesichter, die jeder nach dem Kampf machen würde, man wettete, wettete, wettete. Der winzige, schwer überarbeitete Schuhvutzerjunge von Borgs kam sogar aus seinem dunklen Winkel vorgeschossen. als Arne einmal durchs Portal ging, um ihm mit sorgendurchfurchter Stirn mitzuteilen, daß er drei Schilling auf ihn gemettet habe. Die höchste Wette auf Arne schloß ein australischer Großmogul ab, sie betrug 1000 englische Pfund und der Mann verlor sein Geld restlos. Die beiden Matadoren selber kamen bei dieser Begeisterungs=Evidemie nicht gerade schlecht weg. Charlion wurde überschüttet mit handgreiflichen Geschenken, mit goldenen Uhren. Armbändern. Ringen. Nadeln Knövsen, Zigarettenetuis. Feuerzeugen und einer Unmenge anderer lostbarer Dinge. Auch Arne erhielt Tag um Tag. in Seidenvavier eingenackt, bisweilen von Blumen begleitete, wundervolle Lederkästchen, in denen sich noch wundervollere Geschenke befanden. Und meistens lag ein Brief dabei, in dem ihm für sein vorzügliches sportliches Verhalten trotz seiner Niederlagen herzlich gedankt wurde. Fabriken überschickten ihm ganze Ausstattungen von seidenen Hemden. Strümpfen. Schuhen. Krawatten und ganze Serten nrachtvoller Koffer aus teuerstem Leder türmten sich in seinen Zimmern. 44 M224nn g. Und wenn sie noch nicht ausgetrunken sind, dann lagern heute noch im Keller eines australischen Freundes in Sydnen 350 Flaschen des ältesten und edelten Weines. j bi. van 1am4 Miß Glayds Moncrieff die von ganz Australien vergötterte und angebetete schöne Overettendiva von Sydney, war von Arnes sportlicher Anmut nach seinen Niederlagen so außer sich, daß sie dafür einen Sondervreis stiftete, eine unerhört auserlesene Perle. die Arne im Balfour=Hotel feierlich überreicht wurde. 6 67453 Ansonsten, es muß gesagt werden, ansonsten ersoff Arne in Champagner. Die Australier tranken bei aller und jeder Gelegenheit Champagner, morgens mittags und abends und dazwischen Champagner. Champagner, Chamvagner. Und Arne tat mit. 664 (Fortsetzung folgt.) Donnerstag, den 27. Februar 1935 Karnenalsherrlichkeit, ein dreifaches„Helau!" dem toten Karneval. Der Spuk war verrauscht.— Aber am Katermittwoch früh um 11.11 Uhr trafen sich Elserrat und Unentwegte ganz still am Ufer des Aasees, um dort„auch den letzten Rest von Asche“ aus den schwer gerunften Geldbörsen zu spülen. Kind ertrunken Warendorf. Das 1½jährige Kind der an der Paderborner Straße wohnenden Familie Daudt war in den Garten gelausen und dabei in den hinter dem Hause herfließenden Bach geraten, der augenblicklich Hochwasser führt. Die Eltern. die das Kind vermißten, riesen die Nachbarn um Hilje herbei. und so gelang es auch, das Kind aus dem Wasser zu bergen. Aber es war nicht mehr ins Leben zurückzurusen. Motorradfahrer vom Lastzug überfahren und gekötel Ladbergen. Der in der Bauerschaft Wester wohnende Fahrradhändler Michel stieß auf der Straße nach Greven mit einem von dort kommenden Lastzug aus Rhendt zusammen und wurde dabei auf der Stelle getötet. Rheitiisch Westfätisch. Zilbuntisgeotel Beile und Messer aus der sleinzeil gefunden Schmalenberg. Bei verschiedenen Grabungen am Südwestabhange des Mörth fand man Steinbeile und =Messer. Die Untersuchungen durch einen Detmolder Geologen hatten das Ergebnis, daß sich hier in der mittleren Steinzeit eine Siedlung besunden haben muß, zumal hier auch noch kleine Bachläufe nachzuweisen sind. Durch weitere Grabungen hofft man näheren Ausschluß über diese Siedlung zu erhalten. 800 Jahre altes hirschgerippe ausgegroben Isselhorst. In der Nähe des Aalbusches bei Ebbesloh fand man bei Kanalisierungsarbeiten etwa einen Meter tief ein Tiergerippc. das vorsichtig geborgen und dem Bielcfelder Museum übergeben wurde. Dort stellte man fest, daß es sich um das Gerivpe eines Hirsches handelte, das etwa 800 Jahre dort in der Erde gelegen hatte. Mädchen vermißt und nach fünf Tagen wiebergehanden Hartum. Seit dem 18. Februar. abends 11 Uhr. wurde hier die bei dem Bauern v. Behren bedienstete Landwirtschaftsgehilfin Emma Knoll vermißt. Zeugen, die sich bei der Polizei meldeten, wollten an diesem Abend einen in auffallend schnellem Tempo daberiagenden Motorradfahrer mit einer Dame auf dem Soziussitz beobachtet und gehört haben, daß die Begleiterin laute Schreie ausstieß. Nach 5 Tagen wurde das Rätsel gelöst. Man fand die 19jahrige auf dem Scheunenboden ihres Dienstherrn unter dem Stroh versteckt, wo sie sich aus Furcht vok Scheiten über ihren nächtlichen Ausflug verborgen gehalten hatte. Das 103. Lebensjahr erreicht Aurich. Der alte van der Velde. über den wir vor einem Jahr berichten konnten, daß er ins 103. Lebensjahr eintrat. ist jetzt an der Schwelle des 104. Jahres angelangt. In jungen Jahren hat er sogar für die heutigen Verhältnisse allerhand von der Welt gesehen und auf Wanderschaft Italien. Rußland und Amerika kennen gelernt. Am 16. Januar traf er zum zweiten Male auf Charlton. diesmal über die 220 Bards. Und dieses Rennen über eine kürzere Strecke mußte er unter allen Umständen gewinnen, denn er war unter allen Umständen der Schnellere von beiden. Auf längere Strecken konnte Charlton seine zähe und ausdauernde Bärenkraft ausnützen, auf kürzeren Strecken aber mußte, mußte, mußte er unterliegen. Und diesmal waren auch sämtliche Fachleute der Ueberzeugung, daß Arne Borg es schaffen würde. Das Rennen fand abends bei künstlicher Beleuchtung statt und wieder spielten sich unbeschreibliche Szenen ab. Zwischen Polizei und Publikum und innerhalb des Publikums floß das Blut in Strömen. In der nahen und weiteren Umgebung des Bades war jede Erhebung, jeder Zaun, jede Mauer. jedes Dach. jeder Schornstein, jeder Baum. jede Bodenwelle jede Telegraphenstange von Menschentrauben behangen und die Sanitätswagen mußten wie die Wiesel herumjagen, um die Gestürzten oder Heruntergeworfenen möglichst schnell fortzuschaffen und neue zu holen. Das Rennen war sehr aufregend da die Bogenlampen nicht imstande waren, den weiten Wasserwiegel genügend zu erleuchten. Als Arne erschien, donnerte der Abendhimmel von Heja=Rusen und das war ein gutes Zeichen dafür, daß er viele Freunde im Publikum hatte Nach dem Start benahm sich Arne sinn= und kopflos wie niemals zuvor Er ging mit einem irrinnigen Aufengstempo davon. Er nahm die 11 Pards, also die halbe Strecke. in:01.2 Minuten. „Kasse— Sippe— Siedlung“ März=Ausstellung in der Städtischen Gemäldegalerie Bochum Bochum. Im Monat März. beginnend am Sonntag, dem 1. März, wird in der Städtischen Gemäldegalerie eine Ausstellung„Rasse— Sippe— Sied= lung" durchgeführt, deren Träger die Kreisleitung Bochum der NSDAP. ist Die Ausstellung zerfällt in drei Abteilungen. In der Abteilung„Rasse" werden große und kleine Fotos. plastische und graphische Darstellungen und andere Bildtafeln über Rasse= und die damit in Verbindung stehenden Fragen der Erbhygiene und die Gefahren der Erbkrankheiten gezeigt. Es handelt sich dabei um das Material der gleichnamigen Ausstellung des Gauschulungsamtes des Gaues Westfalen=Süd der RSDAP. Die Abteilung„Sippe“ umsaßt Stamm= und Ahnentaseln aller Art. Familiengeschichten in Buchform, wertvolle Originalurkunden aus Familienarchiven. bildliche Darstellungen sowie Anleitungen und Literatur für Familienjorschung. Die dritte Abteilung, die sich mit Fragen der Siedlung beschäftigt, enthält vielseitige Bildtaseln über bevölkerungspolitische Angelegenheiten sowie Gegenstände aus der Früh= und Vorgeschichte, wie z. B. Stein= und Bronzewerkzeuge u. ä. Die Ausstellung vermittelt einen ausgezeichneten Einblick in die Landeskunde, das Volkstum und die Heimatpflege des engeren Industriegebietes zwischen der Ruhr und der Emscher......„ Die Eröffnung der Ausstellung findet am Sonntag. dem 1. März. 11 Uhr. statt. Sie ist werktäglich von 8 bis 22 Uhr. Sonntags von 10 bis 18 Uhr geöffnet. Der Eintrittsvreis beträgt für Erwachsene 30 Pfg., für Teilnehmer an Besichtigungen von Vereinen und Verbänden 20 Pfg., und für Kinder 10 Pfg. Ein Mann durch Anfahren ködlich verletzt Bochum. Auf der Hauptstraße in Langendreer wurde gestern ein Mann von einer Kraftdroschke angefahren. Mit einer schweren Gehirnerschütterung mußte man ihn dem Krankenhause zuführen, wo er kurz nach der Einlieferung verstorben ist Einbruch in eine katholische Kirche Wattenscheid. Im Stadtteile Sevinghausen wurde in der Nacht zum Montag in der katholischen Kirche ein Einbruch verübt. Die Polizei fahndet mit Eiser nach dem Verbrecher. Verrocchio=Gedenkfeier im Ialienischen Stel Münster. Die 500. Wiederkehr des Geburtstages des florentinischen Bildhauers Andrea Verrocchio gab dem Italienischen Zirkel der westfalischen Landesuniversität Veranlassung zu einer Gedenkfeier, zu der sich eine große Zahl von Freunden der italienischen Sprache und Kunst zusammengesunden hatten. u. a. als Vertreter des Rektors der Dekan der Philosophischen Fakultät. Pros. Dr. Trier, und der italienische Generalkonsul in Köln. Comm. Pervan. Im Mittelpunkte der Darbietungen stand der Vortrag Prof. Dr. Wackernagels über das künstierische Schaffen Verrocchios. Münsters„Karneval in der Stratosphäre“. begraben Münster. Die leitenden münsterischen Karnevalisten hatten schon recht daran getan, diesen„Karneval in der Stratosphäre“ zu fetern. Denn da schien es auch nicht in Ordnung zu sein. Den ganzen Sonntag über herrlichstes Vorfrühlingswetter, am Montag vom frühen Morgen bis in die späte Nacht hinein ein tyvischer münsterländischer Landregen. der allerdings die Rosenmontagsstimmung nicht beeinträchtigen konnte, und wer am Dienstag in der Morgenfrühe aus dem Fenster schaute(oder noch über die Straße heimwärts wankte), wird sich nicht wenig gewundert haben, das schönste Schneetreiben zu sehen, das bis in die Abendstunden anhielt. Muß man da nicht an„Karneval in der Stratosphäre" denken? Jedenfalls aber war es die richtige Stimmung für die„Unentwegten“, sich unter Führung Sr. Tollität zu dem allerletzten Karnevals=Frühschoppen zusammenfinden. bis ein geruhsamer Nachmittag sie sanft hinüb### itete in den Abend, da es hieß, auch von diesen, chönen Karneval Abschied zu nehmen. Und wie vor 400 Jahren die Karnevalsgilde der„Ipsenbrüder“ auf dem Prinzivalmarkte ihrem„Doktor“ die schwersten Vorwürfe machten. daß er sie betrogen habe und deshalb verbrannt werden müsse, so fand auch dieser Karneval seinen tragischen Schluß. In den letzten Tagesstunden sammelten sich Prinz Helmut I. mit Hofmarschall Egon und Leibgarde gemeinsam mit dem Elferrat und den Unentwegten. alle in närrischer Trauerkleidung, um auch von diesem Karneval für immer Abschied zu nehmen. Kurz vor Mitternacht brachen alle, nachdem ein Trauermarsch Karnevals Ende angekündigt hatte, in ein steinerweichendes Jammern und Geheule aus, das sich fortgesetzt steigerte, das Licht verdunkelte sich, und mit dem Schlage der Mitternachtsstunde sanken Se. Tollität Prinz Helmut l. auf eine improvisierte Bahre und wurde bei tropsenden Taschentücherr und herzzerreißendem Schluchzen und Wimmern durch die ganzen Räumlichkeiten getragen. Und dabei geschah das Wunderbare, daß— wie es kam, das dürfen wir nicht verraten— Prinz Helmut l. auf einmal hinter seiner eigenen Bahre herschritt. Plötzlich kam alles wieder zur Besinnung. der Karnevalsmarsch, als Trauermarsch gespielt. brach ab. eiserne Ruhe trat ein. Und dann flogen Kapnen und Mützen. Orden und Ehrenzeichen närrischer Pracht in die Mitte des Saales auf einen großen Hausen, obenauf die Insignien prinzlicher 3000 Jahre altes Kasiermesser mit dem hakenkreuz Stade. Bei den Grabungen der letzten Jahre im Kreise Stade hat man an neun Stellen Bodenfunde mit dem Hakenkreuz gemacht wobei es sich zum größten Teile auf der Standfläche von Urnen fand. Besonders interessant ist ein aus Bronze geschaffenes Rasiermesser mit einnunktiertem Hakenkreuz, dem man von fachmännischer Seite ein Alter von 300 Jahren zuweist. Theater, Konzerte, Vorträge Spielplanänderung im Bochumer Stadttheater Wegen Erkrankung im Personal mußte für Freitag. den 28. Februar. eine Spielplanänderung vorgenommen werden, und zwar wird anstelle des„Prinzen von Homburg" nunmehr Goethes„Egmont“ in der neuen szenischen Ueberarbeitung, die auf Grund der Goethe=Festwoche beim Ehrengastspiel in Weimar in Szene ging gebracht werden. Die Inszenierung besorgte Dr. S. Schmitt. Die Titelrolle spielt Willi Busch. Die musikalische Leitung(der vollständigen Musik Beethovens) hat Kavellmeister Emil Pecters inne. Der Abend bleibt, wie vorgesehen, dem Gelben Ring vorbehalten. Karten in allen Preislagen sind noch im Vorverkauf und an der Abendkasse erhältlich. Anzeigenteil Bevor Sie eine Wasch= oder Wringmaschine keufen, besichtigen Sie bittte unverbindlich unsere Handwaschmaschinen 48.— 37.50 32. Wassermoloren 32.— 22.— 18. Wringer 19.50 14.30 10.50 Wassermotor-Waschmaschinen 75.— 54. 33.— Elektro-Waschmaschinen 150.— 135.— 110.Wäschepressen(kein Reißen, kein Zerren) 33. Kastenwagen 24.50 21.50 19.50 Bis 12 Monate Ziel KEUE“ Annehme von Ehe(Nur) standsde lehen und Kinderbehüfe CASTROP-R. Münsterstr 21 S So TOTssssaessesoe Roman von Arnold Dalentin Copyright by Verlag Neues Leben, Bayr. Gmain# Nachdruck verboten 11 Fest sah ihm der Meister ins Auge:„Halten Sie sich im Sitzungssaal auf und wenn Hein etwa mit mehreren Leuten eindringen sollte, halten Sie ihn mit Ahmed von Daisy Brent und Said zurück. Ueber diese beiden hat der Unsichtbare besondere Bestimmungen getroffen und sie dürfen auf keinen Fall in die Hände der Polizei fallen. Halten Sie sich von den Kellern fern. Dort wartet eine angenehme Ueberraschung auf die Polizei, und wir wollen nicht, daß dem Retter Saids dabei etwas Unangenehmes passiert. Und noch eins: wir haben keinen Anlaß, Ihnen zu mißtrauen, aber hüten Sie sich vor Verrat! Keinen Augenblick würden Sie Ihres Lebens sicher sein! Und nun gehen Sie auf Ihren Posten! Ich höre die Stimme von Frau Herrig!“ Schweigend verneigte sich Schneider und ging. Tailor winkte Ahmed auf dem Flur zu sich heran und zischte ihm leise zu:„Hab acht auf den Diener mit dem Backenbart. Er darf jetzt nicht fort. Ich traue ihm nicht.“ Forschend blickte der baumlange Araber Schneider nach:„Soll ich ihn erledigen, wenn er verschwinden will?“ „Ja, doch nur betäuben. Er hat sich immerhin Verdienste erworben.“ Und als nach einer Viertelstunde sich der Diener leise aus dem Hause stehlen wollte, ergriff ihn eine starke Hand am Arm und sagte:„Wohin, Freund?" „Ich will mir nur etwas zu rauchen holen!“ „Komm, ich habe echt ägyptischen Tabak. Ich werde dir geben. Heute ist hier nicht alles sicher und jeder Arm wird gebraucht.“ Schneider wollte und konnte kein Aufsehen erregen wegen eines bißchen Tabak. So kam es, daß niemand die Bedeutung des Bootshauses kannte und daß es den Hauptverbrechern gelang, auf diesem Weg zu entkommen. Als Tailor Daisy angeblich zur Beruhigung ihres nervösen Herzens jene Spritze gegeben hatte, die sie zwar nicht betäubte, aber in einen völlig apathischen, willenlosen Zustand versetzte, erlebte das junge Mädchen die nächsten Ereignisse wie im Traum, gleichsam wie ein unbeteiligter Zuschauer. Starr saß sie im Sitzungssaal neben dem Medium und blickte teilnahmslos die Mitglieder an. Als Hein dann mit blitzenden Augen, den Revolver in der Hand, den Raum betrat, erkannte sie ihn zwar mit flüchtigem Erstaunen, vermochte sich aber nicht zu einer Handlung aufzuraffen. Als dann das Licht ausging und der Tumult losbrach, folgte sie willig der festen Hand, die sie hinter den Vorhang durch eine Tapetentür in einen Aufzug hineinschob. Unten angekommen, sah sie ohne Verständnis, wie der Meister einen elektrischen Schalter herumwarf und sich grinsend zu Tailor neigte:„In zwei Minuten wird das Feuer ausbrechen.“ Dann hörte sie ihn fragen:„Zum Teufel, wo ist Said?“ „Ich hab ihn im Dunkel nicht fassen können, er muß seinen Platz verlassen haben!" Fluchend fuhr der Orientale noch einmal mit dem Fahrstuhl hoch. Doch finsteren Auges kam er sofort wieder herunter.„Zu spät, die Polizei ist schon oben. Für den Augenblick ist er uns verloren. Wir müssen später sehen, daß wir ihn befreien. Das laßt nur meine Sorge sein. Nun rasch fort!“ Daisy wurde in eine enge Röhre geschoben, in der gerade ein Mensch Platz hatte. Tailor trech vor ihr und der Meister hinter ihr, so daß eine Flucht unmöglich war. Sie dachte auch gar nicht daran, sondern führte nur in dumpfem Erstaunen die Befehle aus, die man ihr erteilte. Nach kurzer Zeit mündete die Röhre in einen breiten Gang und auf einer Treppe stiegen die Flüchtlinge in das Bootshaus empor. Leise rief ihnen die Stimme der Frau Herrig zu:„Seid ihr alle da?“ Aergerlich antwortete Tailor:„Said fehlt. Doch jetzt ist keine Zeit zu Erklärungen. Hast du etwas auf dem Wasser beobachtet?" „Ja, ein Boot mit drei Männern fährt unter der Mauer hin und her!“ „Das werden wir rammen, da können die Burschen nicht erst lnge Spektakel machen und die anderen auf das Wasser hetzen.“ Drüben im Hause ging jetzt der Höllenlärm los. Flammen schlugen aus den Fenstern. Vergnügt rieb sich der Meister die Hände. Dann fragte er leise:„Alles bereit? Auch die Waffen? Ich bleibe am Steuer, du erledigst die Burschen draußen, wenn sie uns angreifen sollten!“ Leise schob sich das gut geölte Tor zur Seite und man erkannte im Feuerschein des brennenden Logenhauses das Boot. Zwei Männer standen aufrecht und blickten nach dem Feuer hin. Der dritte saß mit dem Rücken nach dem Bootshaus. Rasch wurde der Motor in Gang gesetzt und mit zusammengebissenen Zähnen lenkte der Meister das Boot gerade auf den Kahn zu. Wir wissen schon, daß die Polizisten die Gefahr zu spät bemerkten und daß der Schuß, den der eine noch abgeben konnte, keinen Schaden anrichtete und von den Mannschaften an Land nicht gehört wurde. Wie ein Pfeil schoß das Fahrzeug in die Nacht hinaus. In der Nähe von Potsdam bei einer Kahnstation hielt es. Eine dunkle Gestalt zeigte sich und sagte mit dumpfer Stimme: „Der bestellte Wagen steht oben.“ Tailor ging mit den beiden Frauen eiligst hinauf. Der Meister gab noch die letzten Instruktionen und ging dann zu dem finsteren Bootsmann zurück. Er gab ihm eine reichliche Belohnung, dann kehrte er in das Motorboot zurück. Nach fünf Minuten kam ein etwas gebückt gehender alter Herr wieder. „Also bringt das Boot in den Schuppen und erwartet Nachricht. Es darf vorläufig nicht auf den See.“ Dann ging er in die Nacht hinaus. Inzwischen war der große Tourenwagen mit Daisy und ihren beiden Gefangenenwärtern schon weit in der Mark Brandenburg. Daisy schlief bald ein und erwachte erst an der Grenze. Die Revision ging schnell vonstatten, denn alle Pässe waren in Ordnung. Der telegraphische Anruf der Polizei an die Zollämter kam eine Stunde später an. Doch hatte man zwei Männer und zwei Frauen angegeben. So schöpfte die Grenzstelle auch nachträglich keinen Verdacht, und ungehindert bestiegen die Flüchtlinge in Wien den Zug nach Triest. Sie waren in dem Abteil allein und Tailor gab Daisy zur Vorsorge noch eine Spritze mit dem Betäubungsmittel. Schon im Auto hatten Tailor und Frau Herrig ihr Aeußeres verändert, auch Daisy war durch Schminke und andere kosmetische Mittel ein ganz anderes Aussehen gegeben worden. In Triest ließ Tailor die beiden Frauen eine Weile allein, um die Schiffskarten zu besorgen. Die Wirkung des Betäubungsmittels hatte etwas nachgelassen und Daisy trat, von den aufmerksamen Blicken Frau Herrigs verfolgt, an das Büfett. Fliegend schrieb sie an Schneider eine Karte: „Fahre nach Aegypten. Daisy.“ Gab sie mit flehentlichen Blicken dem Fräulein und nahm dann etwas Obst mit zu dem Tisch. Eine lärmende Gesellschaft hatte den Wartesaal betreten und die Aufmerksamkeit der alten Frau einen Moment abgelenkt. Blaß, aber ruhig trat Daisy zum Tisch zurück. Schmeichlerisch fragte Frau Herrig:„Nun, Daisy, wie gefällt Ihnen die Reise? Sie müssen uns doch dankbar sein, daß wir Sie gerettet haben! Es wäre doch sehr peinlich für Sie gewesen, wenn Sie ins Gefängnis hätten gehen müssen.“ „Gewiß, liebe Frau Herrig, aber ich kann mich wirklich nicht besinnen, wie die Uhr in meine Handtasche gekommen ist. Ich habe auch nicht die mindeste Erinnerung, daß ich sie jemand weggenommen haben soll. Könnte sie nicht jemand absichtlich hineingetan haben, um mir zu schaden?“ „Nun hören Sie mal, liebes Kind“, sagte ihre Peinigerin höhnisch,„meinen Sie, daß Ihnen das jemand geglaubt hätte? Kleptomanie oder so etwas, ja? Die Polizei würde sich doch an die Tatsachen halten. Die alte Dame hatte den Verlust ja schon gemeldet und wenn nicht dieser Ueberfall erfolgt wäre, hätten wir doch alle Mitglieder nach der Sitzung bitten müssen, sich im eigenen Interesse einer Leibesvisitation zu unterziehen. Und da wäre die Uhr eben doch bei Ihnen gefunden worden. Könnte es nicht sein, daß Sie in einem Moment der Geistesverwirrung danach gegriffen haben, ohne recht zu wissen, was Sie tun?“ schloß sie lauernd. Verzweifelnd und doch entschlossen antwortete das junge Mädchen:„Ich weiß mich wirklich an nichts zu erinnern und fühle mich rein vor meinem Gewissen. Gewiß war ich an dem Abend in einem merkwürdigen Zustand, den ich noch gar nicht an mir kannte. Ob es doch die Wirkung der Spritze war, die mir Herr Tailor gab?“ Tailor war zurückgekommen und hatte die letzten Worte gehört. Finster herrschte er sie an:„Schämen Sie sich! Wir tun alles, um Sie zu retten, und nun sind Sie auch noch undankbar! Ich hätte mich gar nicht mit Ihnen belastet, wenn meine Tante nicht für Sie gebeten hätte. Wenn Sie gerne ins Kittchen wollen, bitte gehen Sie, wir werden Sie nicht halten. Aber der Tod sitzt Ihnen im Nacken, wenn Sie ein Wort von uns verraten. Noch schwebt der furchtbare Arm des Unsichtbaren über seinen Feinden, und auch der Meister wird nicht müßig sein. Also gehen Sie ruhig!" Etwas unruhig hatte Frau Herrig ihm zugehört, dann sagte sie schmeichlerisch:„Aber, Fred, sei doch nicht so aufgebracht. Sie weiß sich eben gar nicht zu erinnern, wie sie zu der Uhr gekommen ist. Leider“, wandte sie sich zu Daisy,„bleibt doch die Tatsache bestehen, daß Sie sie nun eben haben und kein Mensch wird Ihnen glauben, wenn Sie behaupten, ein anderer hätte Sie Ihnen in die Handtasche gesteckt. Ich wüßte auch wahrhaftig nicht, warum. Also nehmen Sie Vernunft an. Es wäre doch Unsinn, unter den gegenwärtigen Verhältnissen nach Berlin zurückzukehren. Fahren Sie mit uns nuch dem sonnigen Süden, in das Land der Palmen und Pyramiden. Da werden Sie etwas abgelenkt und inzwischen wächst Gras über die Geschichte.“ Tailor fügte hinzu:„Wenn Sie jetzt gehen, werden wir Sie auf der Stelle von der Polizei durchsuchen und festnehmen lassen. Das müssen wir tun, sonst denken unsere Freunde in Berlin sogar, wir hätten die Uhr genommen. Als ob wir so etwas nötig hätten. Also entschließen Sie sich. Es wird Ihnen niemand etwas tun, wenn Sie vernünftig sind!“ Daisy überlegte. Sie zwang sich zu ruhigem Denken und kam schließlich zu der Ueberzeugung, daß sie am besten täte, mitzufahren und sich den Anschein der Unterwerfung zu geben. Auch bestimmte sie der Gedanke, die Leute nicht aus dem Auge zu verlieren und so vielleicht zur endgültigen Lösung beitragen zu können. Sie hoffte im stillen auch, aus Aegypten Nachricht nach Berlin geben zu können oder bei Gelegenheit zu entwischen. Hätte sie geahnt, was ihr bevorstand, würde sie trotz der Drohung der beiden zurückgefahren sein. So aber antwortete sie:„Sie mögen wohl doch recht haben. Ich werde lieber mit Ihnen fahren und abwarten, wie sich die Dinge in Berlin entwickeln. Meine Unschuld muß sich ja schließlich herausstellen.“ Einer plötzlichen Eingebung folgend, fragte sie:„Ich verstehe den Zusammenhang noch gar nicht. Warum sind Sie denn geflohen? Haben Sie denn einen Grund, die Polizei zu fürchten?" Hysterisch lachend antwortete Frau Herrig: „Aber, liebes Kind! Sie wissen doch, daß wir die Leiter der Loge waren und, trotzdem man uns nichts Gesetzwidriges nachweisen kann— es hat ja jedes Mitglied bescheinigt, daß es freiwillig eingetreten ist und sich den Regeln unterworfen hat—, so genügt doch schon die Tatsaste, daß die Loge nicht angemeldet war und sogar an einem geheimen Orte tagte, uns in alle möglichen unangenehmen Fragereien und Situationen zu verwickeln. Da ist vor allem Ihr sauberer Freund Hein schuld. Warum ließ er uns nicht zufrieden? Können wir dafür, wenn eine alte Frau oder ein alter Mann ihrem Leben ein Ende machen, um mit den lieben Abgeschiedenen für immer vereint zu sein?“ Barsch unterbrach sie Tailor:„Wozu diese langen Erklärungen? Wir die Polizei fürchten? Lächerlich! Eher haben uns die Herren zu fürchten! Was vermögen sie gegen die Macht des Unsichtbaren, der sie stets durchschaut und hundert Hände zur Abwehr bereit hat. Was wir mit der Polizei haben, mein Fräulein, das werden Sie schon rechtzeitig erfahren. Jetzt ist weder Ort noch Gelegenheit zu großen Auseinandersetzungen. Wir fahren auf einem italienischen Dampfer, der im Morgengrauen die Anker lichten wird. Am besten ist es, wir gehen bald an Bord. Eure Garderobe und was sonst noch gebraucht wird, könnt ihr in Alexandrien ergänzen. Die paar Tage Seefahrt erfordern keinen besonderen Aufwand.“ Neugierig betrat Daisy das Schiff. Es machte einen leidlich sauberen Eindruck. Ein Schiffsoffizier begrüßte sie sehr zuvorkommend. Sie wurden in ihre Kabinen geführt. Daisy teilte natürlich mit Frau Herrig eine Donvelkabine, aus Schlafraum mit Bad und Wohnraum bestehend. Tailor war nebenan einquartiert. In Alexandria mußte sie staunen über das Völkergewirr, das den Ankommenden entgegenströmte, und ihnen in allen möglichen Sprachen Waren und Dienste anpries. Sie kannte den Orient noch nicht. Darum machte alles zunächst einen tiefen Eindruck auf ihr empfängliches Gemüt. Unter dem vielen Neuen, das auf sie einstürmte, vergaß sie fast die Veranlassung ihres Hierseins und die Ungewißheit ihres künftigen Schicksals. Uebrigens hielt man sich nicht lange auf. Nach Erledigung einiger Einkäufe ging es mit dem DZug weiter nach Kairo, Masr el Kashira der Araber. Auch hier trieb Tailor zur Eile, mietete ein Motorboot, und in rascher Fahrt ging es noch eine Tagereise nilaufwärts. Schließlich wurde bei einem Palmenhain angelegt und Frau Herrig erklärte:„Nun sind wir gleich da. Eine Viertelstunde von hier liegt El Kuwaisise,„Die Schöne“, So haben wir unsere Plantage getauft, und Sie werden gleich beurteilen können, ob wir den Namen mit Recht gewählt haben.“ Eiligst kamen einige Araber herbei, um bei der Verladung des Gepäcks zu helfen und mit tiefen Verbeugungen ihre Herrschaft zu begrüßen. „Die kurze Strecke können wir zu Fuß gehen. Wenn wir angemeldet wären, würde uns Ibrahim, unser Verwalter, Reittiere geschickt haben“, meinte Frau Herrig, sich zufrieden umschauend. Mit einem halb spöttischen, halb mitleidigen Blick auf Daisy fügte sie hinzu:„Hier sind Sie sicher, liebes Kind, es wird Ihnen schon gefallen.“ Hinter den Palmengruppen lagen große Bananenpflanzungen, dann Apfelsinenhaine und Felder mit Aprikosen. „Weiter draußen flußabwärts sind noch Weizen= und Maisfelder. Auch ein Versuchsfeld für Baumwolle haben wir eingerichtet.“ Ueberrascht fragte das Mädchen:„So gehört Ihnen die Plantage schon lange? Nun kann ich Ihre Sehnsucht nach dem Süden verstehen. Es ist wirklich prächtig hier.“ In einer mütterlichen Aufwallung schloß Frau Herrig sie in die Arme und sagte: „Liebste, wenn Sie vernünftig sind und sich den Tatsachen fügen, wird Ihnen all diese Herrlichkeit eines Tages gehören!" Ueberrascht und bestürzt machte sich Daisy frei.„Mir? Wieso denn?" „Warten Sie noch einige Tage, dann wird sich alles entscheiden!“ Geheimnisvoll zwinkerte sie ihr zu und führte sie dann nach dem Wohngebäude, das abseits von den Wirtschaftsgebäuden, inmitten eines herrlichen Palmengartens lag. Die nächsten Tage wurde das Mädchen mit einer gewissen zarten Aufmerksamkeit behandelt. Tailor ließ sich nicht sehen. Sie glaubte zuerst, er wäre wieder fortgefahren, doch hörte sie einmal seine laute Stimme mit dem Verwalter schelten. Frau Herrig dagegen wich selten von ihrer Seite. Auch sonst wurde sie unauffällig beobachtet. Sie bemerkte auch bald, daß stets Frau Herrig oder eine Dienerin zur Stelle war, selbst wenn sie sich nur im Garten ergehen wollte. Als sie einmal etwas ungehalten die alte Frau zur Rede stellte, lächelte diese geheimnisvoll und antwortete:„Gedulden Sie sich nur noch kurze Zeit, dann wird sich alles finden. Alles wird gut werden, wenn... wenn Sie vernünftig sind!“ Schon wieder dieser Hinweis auf die Vernunft, die sie zeigen sollte. Ein böser Verdacht stieg in ihr auf. Wilde Gedanken von orientalischen Harems und lebenslanger bitterer Sklaverei gingen ihr durch den Kopf. Eines Morgens nahm Frau Herrig sie liebevoll um den Hals und eröffnete ihr:„Liebste, heute kommt das Glück zu Ihnen. Sie haben es in der Hand, reich und mächtig zu werden oder auf Nimmerwiedersehen zu verschwinden. Ueberlegen Sie sehr reiflich. Daisy war natürlich äußerst gespannt auf das große Glück. Bitter erwartete sie einen Antrag Tailors und schüttelte sich bei dem Gedanken, seine Frau sein zu müssen. Lieber den Tod als diese Erniedrigung! Doch sie täuschte sich. Nachmittags wurde sie in Frau Herrigs Zimmer gerufen. Der Raum war mit verschwenderischer Pracht ausgestattet. Klopfenden Herzens sank sie auf einen Diwan. Leise öffnete sich die Tür und herein trat eine hohe, gebieterische Gestalt. Es war ein Mann von jugendlich kraftvollem Aussehen. Man hätte seine Züge edel nennen können, wenn nicht unbeugsame Härte um Kinn und Lippen gelegen hätten. Flammende Augen sahen dem erschauernden Mädchen bis auf den Grund der Seele. Mit tiefer, wohlklingender Stimme sagte der Mann:„Daisy Brent, ich liebe dich! Du bist mir vom Schicksal bestimmt, dem einzigen Herrn, den ich über mir erkenne. Werde freiwillig mein, und ich will dich auf die Höhen der Menschheit führen. Nicht nur alles, was die Erde an Schönheiten bietet, will ich dir zu Füßen legen, auch das Reich der Geister wirst du beherrschen lernen!“ Blaß und erschrocken hörte Daisy zu. Dann faßte sie sich und sagte:„Verzeihen Sie, das ist aber doch eine seltsame Werbung. Wer sind Sie denn eigentlich?“ Rätselhaft blickte der Mann ihr ins Auge: „Du willst meinen Namen wissen? Wohlan, es sei! Aber wisse zugleich, daß du dann nur noch die Wahl hast, mein zu sein oder in den Tod zu gehen!“ Stolz richtete er sich auf und wie Fanfaren klangen seine Worte:„Ich bin die Macht. Ich bin der Herr der Geister. Ich bin der Unsichtbare Hypnotiseur! Nur zwei Menschen kennen mich in meiner wahren Gestalt. Du bist der dritte, dem ich mich offenbare. Jeder, der frevelnd versucht hat, mein Angesicht zu schauen, hat es mit dem Tode büßen müssen. Und auch dir, Daisy Brent, droht der Tod, wenn du mir nicht ebenso unbedingt ergeben wirst wie die beiden anderen, Frau Herrig und Tailor. Nun wähle: mich oder den Tod!“ Die Sinne drohten dem jungen Mädchen zu schwinden, so furchtbar war die Ueberraschung. Gewaltsam raffte sie sich zusammen und antwortete mit leiser Stimme:„Es kommt alles so plötzlich und unerwartet. Wollen Sie mir nicht etwas Zeit lassen?“ Schweigend sah sie der unheimliche Gast an. Dann sagte er langsam:„Daisy Brent, du spielst mit deinem Leben. Morgen früh fahre ich nach Kairo und dann auf kurze Zeit nach Europa zurück. Du fährst freiwillig mit zum amerikanischen Konsulat. Dort lassen wir uns trauen. Mädchen! Ich könnte dich zwingen, wie ich jeden bezwinge, der sich mir entgegenstellt. Ich lese in deinen Gedanken wie in einem offenen Buch. Du schwankst zwischen ja und nein. Du wirst hier Herrin oder gehst morgen als Sklavin nilaufwärts und verschwindest für immer in dem Harem eines abessinischen Häuptlings. Das ist schlimmer als der Tod für ein Mädchen deiner Erziehung.“ (Fortsetzung folgt!) Abbir Vir Fritz Legner 1 OpeeeWieder stebt der Sport an der Ruhr und mit ihm der im Westen des Reiches an der Bahre eines tüchtigen und aufrechten Kameraden. In Essen verschied am Dienstagmorgen Fritz Legner. der Fachamtsleiter der Leichtathleten im Kreis Essen, nach einem langen und schweren Leiden, das er mit der ganzen Stärke eines festen Charakters trug. Die Essener Svortgemeinde trauert um seinen Heimgang, denn sie verliert in Fritz Legner ungemein viel. Er war ein unermüdlicher Arbeiter und ein hervorragender Kovf. den seine verantwortungsvolle berufliche Tätigkeit im Ruhrtalsverrenverein nicht hindern konnte, seinem geliebten Sport in Treue zu dienen. Das tat er bis zu seinem letzten Atemzuge. Fritz Legner war auch einer der ältesten und tüchtigsten Svortiournalisten an der Ruhr und vereinte eine feine Beobachtungsgabe mit einem umfassenden sportlichen Wissen. Er war in allen Rasensvortarten genau so wie in der Leichtatbletik ein fähiger Kopf. Fritz Legner wurde 1888 in Stolv in Pommern geboren und kam schon recht früh zur jungen deutschen Sportbewegung. Später siedelte er nach Frankfurt a. M. über und trat dort in den Vorkriegsjahren in der Meisterstaffel der Frankfurter Eintracht hervor. holte sich auch die süddeutsche Meisterschaft über 100 Meter und erwarb sich viele Verdienste. Später kam er dann nach dem Westen und lief dort noch in den ersten Nachkriegsjahren in der Staffel des überall sehr geschätzten Essener Svortvereins von 1899 zusammen mit dem unneraessenen Willy Guyenz, Worm und Peil. Mit 32 Jahren noch holte er sich in dieser Staffel schöne Siege. Ununterbrochen gehörte dann sein Schaffen der Essener Leichtathletik. Er wurde Leiter der Essener Trainingsgemeinschaft und Führer des Fachamtes des Kreises Essen und alle, die mit ihm zu tun hatten, wissen, wie sehr ihm die Förderung des Svortes am Herzen lag. Schwerkrank kam er in der letzten Woche von seiner Kur in Kissingen zurück und nun wurde er abgerufen. Der Sport im Westen wird ihm aber ein ehrendes Andenken bewahren. Deut'sche Handballmeisterschaft 1936 Für die Durchführung der Endspiele um die Deutsche Meisterschaft sind vom Fachamt Handball alle Einzelheiten festgelegt worden. Die Spiele der Männer werden in den vier Gaugruppen in einer Dovvelrunde ausgetragen. Die 16 Gaumeister sind nachstehenden Gaugruppen zugeteilt: Grupne 1: Ostpreußen. Brandenburg. Schlesien. Grunve 2: Pommern, Mitte, Nordmark. NiederGrunne 3: Westfalen. Mittelrhein. Württemberg. Gruvve 4: Niederrbein, Hessen, Südwest, Baden. Die Sviele der Vorrunde werden am 19., 26. Anril und 3. Mai ausgetragen. die Termine der Rücksviele sind der 10., 17. und 24. Mai.— Die Meisterschaftsendsviele der Frauen werden nach dem Pokalsystem durchgeführt, und zmar findet die Vorrunde am 3 Mai und die Zwischenrunde am 17. Mai statt. Die Vorentscheidungen der je vier letzten Mannschaften bei den Männern und Frauen werden wieder gemeinsam veranstaltet. Die beiden Sviele der Vorschlußrunde sind für den 7. Juni. die Endspiele für den 21. Juni festgesetzt. Die Vorschlußrunde um den Handball=Pokal Der Wettbewerb der Gaumannschaften um den Handball=Pokal wird am 22. März mit den beiden Svielen der Vorschlußrunde fortgesetzt. Es stehen sich an diesem Tage gegenüber: Niederrhein und Schlesien in Mülheim(Ruhr): Schiedsrichter ist Konert=Magdeburg; und Gau Baden und Südwest in Mannheim: Schiedsrichter ist Ackermann=Hannover. Nacholympische handball=Spiele Auf der ersten Tagung der Führer der internationalen Handballverbände in Berlin wurde auch ein vorläufiger Plan für die nach dem olymvischen Turnier in Aussicht genommenen Sviele der Auslandsmannschaften in Deutschland aufgestellt. Diese nacholymvischen Spiele der ausländischen Turnierteilnehmer sollen in erster Linie dazu beitragen. den internationalen Svielverkehr der jungen Handballbewegung zu fördern und die einzelnen nen durch das Sviel einander näher zu bringen und fester zu verkünfen. Dex ggrläuzsige, Spielplan. für den die Termine noch nicht sennenen, lautet Oesterreich— Deutsche Nationalelf in Magdeburg. Ungarn— Gau Sachsen in Leipzig. Dänemark— Niedersachsen in Braunschweig und Bremen. Schweden— Pommern=Brandenburg in Stettin. Polen gegen Schlesien in Breslau und Ovpeln. Schweiz gegen Südwest in Darmstadt. Frankfurt=Main oder Stuttgart, Luremburg— Baden in Mannheim. Holland— Westfalen in Minden. Frankreich gegen Hessen in Kassel und Amerika— Nordmark in Hamburg oder Bremen. Etwas vom Oster-Fußball Die Auswahlmannschaft des Gaues Nordbessen seht zu Ostern auf Reisen und spielt am Karfreitag. 10. April. in Stettin gegen den Gau Pommern und am Ostersonntag. 12. April, Gau Mitte. Im Rahmen einer Ostlandkundgebung ist für den 17. Mai ein Städtespiel Danzig— Kassel Volen wurden V,gArzeC Boien;,- 3- Be Kiel für zwei Spiele gegeg.„## Posen und Leh Lodz sowie der Berliner SV 92 von Slonsk Schwientochlowitz eingeladen. Der ASV Nürnberg spi am Karfreitag in Breslau gegen den dortigen 06. für den 24. April haben die Breslauer den 1. FC Kattowitz vernflichtet. Kürze Spoeioizen Das 50.„Internationale“ von Dr. Bauwens Der bekannte Kölner Schiedsrichter Dr. Bauwens wird am 8. März den Fußball=Länderkampf Frani reich— Belgien im Pariser Stadion Colombes leiten. Der Kölner feiert bei vieser Gezegenheit gig seltenes Jubiläum, handelt es sich den um die 50. internationale Begegnung, die unter seiner Leitung vor sich geht. Frankreich will einen Verbandskapitän Frankreichs Fußball mußte in letzter Zeit einige veinliche Niederlagen hinnehmen. Jetzt ist man darangegangen. Fehlerquellen bei der Auswahl der Spieler abzustellen und auch sonst verschiedene Neuerungen zu treffen. Vor allem soll die Verantwortung über die Aufstellung der Länderelf nur noch bei einigen Verantwortlichen liegen. Den Posten des„Verbandskavitäns“ wird aller Wahrscheinlichkeit nach Gaston Barreau übertragen erhalten. Lazek bleibt Eurovameister Im Wiener Zirkus Renz kämpfte am Dienstagabend der Eurovameister im Halbschwergewicht, Heinz Lazek. gegen seinen anerkannten Herausforderer, den Holländer Rhinus de Boer. Von der ersten Runde an hatte der Wiener den Kampf in der Hand vor allem war er in der= Reichweite und in der Größe bevorteilt. Er war technisch weit besser und führte bis zur fünften Runde hoch nach Punkten, als der Holländer oberhalb des linken Auges so stark verletzt wurde, daß er in der Pause zur sechsten Runde den Kampf aufgeben mußte. Lazek verteidigte also seinen Titel mit Erfolg. Der Wiener wird sich nunmehr um die von der IBIl neu ausgeschriebene Weltmeisterschaft im Halbschwergewicht bewerben, für die bis zum 20. April die Meldungen abzugeben sind. Offermanns will Europameister werden Hubert Ofden Tirel eines Europameisters. Der Verband Deutscher Faustkämpfer hat die Bewerbung an die 3BU. weitergeleitet. Der Fliegengewichtstitel ist zurzeit frei, da die Begegnung zwischen den Franzosen Angelmann und Gydé nicht fristgemäß zustande kam. oder Verordnung nichts anderes bestimmt ist: Frachtverrechnung(Parität) Frankfurt am Main für alsbaldige Lieferung. Die Meblvreise verstehen sich für Abnahme von mindestens 10 Tonnen frei Empfangsstation, gemäß Anordnung der W. V. Für Mühlenfabrikate gelten die Bedingungen des Reichsmühlenschlußscheines. Neue Punktwertung im Berussboxsport Frankfurt, 26. Febr. Weizen, 76/77 kg, gut, geEine neue Punktwertung wurde vom Fachamts=#sund. trocken, W XIII 209. W XVI 212. W XIX ihrer Rüdiger für den deutschen Berufsboxsport 216. W XX 218; Roggen, 72/73 kg. gut, gesund. Der Deutsche Fliegengewichtsmeister 6 fermanns=Neuß bewirbt sich um den Titel süh.:„Aüdiger für den deutschen Verufsborsport eingeführt. Während bisher jede Runde dem besseren Boxer mit fünf Punkten gutgeschrieben wurde und der schwächere entsprechend weniger (kleinste Differenz ¼ Punkt) erhielt, wird von jetzt ab jede jede Runde mit 20 Punkten gewertet und die kleinste Differenz durch einen vollen Punkt ausgedrückt. Diese Punktwertung wurde bei Europa= und Weltmeisterschaften schon seit längerer Zeit angewandt. Der Vorsprung von einem Punkt genügt jetzt schon zum Siege. Reichssportlehrer Waitzer in Essen Im Lyzeum in Bredeney spricht am Mittwoch, 11. März, der Reichssportlehrer der deutschen Leichtathletik, Josef Waitzer, zu den Essener Leichtathleten Alle Gaubesten des Kreises und die Uebungsleiter werden seine Hörer sein. Der Reichssportlehrer wird aus dem reichen Schatz seiner Erfahrungen sicherlich allen Besuchern des Lehrganges viel zu vermitteln haben und es ist sicher, daß der verdienstvolle Pionier der deutschen Leichtathletik auch in Essen einen stattlichen Zuhörerkreis finden wird. Sie alle werden für das Training ihrer Vereine wertvolle Anregungen bekommen. Eishockey=Endspiel in München Das verregnete Endspiel um die Deutsche Eishockenmeisterschaft zwischen dem SC. Riessersee, und dem Berliner Schlittschuh=Club wurde neu angesetzt. Am 6. März kommen die Endspielpartner im Münchener Prinzregenten=Stadion zusammen Auf der neuen Kunsteisbahn in Nürnberg konnte das Spiel wegen Terminschwierigkeiten nicht durchgeführt werden. 216. W XX 218: Roagen, 72/73, ig, gut, ge trocken, R XII 172, R XV 175, R XVIII 179. R XIK 181: Sommergerste für Brauzwecke 225—230: Weizenmehl. Tyve 790. Svez. 0 aus Inlandsweizen. W XIII 28.25. W XVI 28.15: W XIX 28.50: W KX 28.85: Roggenmehl. Type 997. R XII 22.45. R XIII 22.80. I XVIII 23.30. R XIX 23.50; Weizennachmehl 16.75—17.00: Weizenfuttermehl 13.00— 13.25; Weizenkleie. W XII 10.65. W XVI 10.80. W XIX 11.00. WXX 11.10: Roggenkleie. R XII .95. R XV 10.15 R XVIII 10.40. R XIX 10.50: Sozyaschrot mit Monovolzuschlag(Fabrikvreis ab süddeutscher Fabrikstation) 16.00; Palmkuchen mit Monovolzuschlag(Fabrikpreis ab süddeutscher Fabrikstation) 16.80: Erdnußkuchen mit Monovolzuschlag(Fabrikvreis ab süddeutscher Fabrikstation) 18.30: Trockenschnitzel.04: Heu südd., gut. gesund. trocken..90—.00: Weizen= und Roggenstroh. drahtgevreßt.50—.80: Weizen= und Roggenstroh, gebündelt.40 bis.70. Tendenz: ruhig.— Die Preise für Weizen und Roggen sind Großhandelspreise der Mühlen der genannten Preisgebiete. Für Futtergerste und Hafer Großhandelspreise ab Station. bei Wasserverladung über 100 t .00 RM mehr. Für Weizen= und Roggenkleie: Mühlenfestvreis ab Mühlenstation. soweit sie in den Bereich der Landesbauernschaft Hessen=Nassau fallen. Mehle: zuzüglich.50 RM Frachtausgleich. Hander und Indastele Rheinisch-wrsHäl. Börsenbericht Düsseldorf, 26. Febr. Die Tendenz der heutigen Rheinisch=westfälischen Börse gestaltete sich nicht einheitlich, doch betrugen die Kursabschwächungen nach unten und oben nur Prozentbruchteile. Das Geschäft hielt sich infolge der geringen Unternehmungslust in engen Grenzen. Von den fortlaufend notierten Werten waren die Montanpapiere teilweise nachgebend. Nach der gestrigen Abschwächung gaben Deutsche Erdöl heute wiederum 1¼ Prozent nach, auch Mannesmann und Hösch mußten sich Kursabschläge von zent ca. gefallen lassen. In Ver. Stahl war die Umsatztätigkeit wieder rege. Nach unveränderter Eröffnung bröckelte der Kurs später ¼ Prozent ab. Rheinstahl lagen gut behauptet. Maschinenwerte waren gedrückt, Muag waren ½/ Prozent rückläufig. Zu mehrfachen Umsätzen kam es am Chemiemarkt in Farben, die bis 3/8 Prozent niedriger aus dem Markt genommen wurden. Elektroaktien still. Kleines Geschäft hatten RWE. zu knapp gehaltenen Kursen. Von den Kaliwerten war nur Wintershall beachtet, die ihren Kursstand vorübergehend um ¾ Prozent erhöhten, denselben jedoch nicht aufrechterhalten konnten. Renten tentierten freundlich. Altbesitz wurden mit 11,35 RM. erhöht gehandelt. Von Industrieobligationen waren einzelne Serien Stahlbonds leicht anziehend. Sehr fest lagen Reichsbahn=Vorzüge, die zunächst leicht anziehend ., hörse verkehrte ruhiger Die Die heutige Kuxenborse verkehene rühiger. Die Kohlenwerte lagen bis auf Carolus Magnus ruhig, die 50 RM. schwächer und Langenbrahm, die bei einem Umsatz 100 RM. nachgaben. Der Braunkohlenmarkt war weiter umsatzlos. Am Markt der Kaliwerte blieben die kleinen Aschersleben=Kuxen weiter gesucht, wobei es zu Umsätzen auf letzter Basis in Habighorst und Neusollstedt kam. Braunschweig Lüneburg und Mariaglück lagen leicht gedrückt. Die Elsässerwerte waren ebenfalls umsatzlos. Nennenswerte Kursänderungen traten am Kohlenaktienmarkt nicht ein. Lediglich Niederrhein. Bergb. wurden auf ungefähr letzter Basis umgesetzt. Kaliaktien geschäftslos. rhein., 71/73 kg. ab Erzeugerstation R 15 17.10. R 18 17.50: Futtergerste, rhein., 59060 kg. ab Erzeugerstation G 12 17.90. G 14 18.20: Hafer, rhein., 48/49 kg. ab Erzeugerstation H 13 16.60. H 16 17.00. H 18 17.20, H 19 17.30: Industriegerste frei Schiff Uerdingen 22.00—22,75: Weizenmehl. Type 790. für W 19 28.50. W 16 28.50: Roggenmehl, Type 997. für R 15 22.95, K 18 23.15: Roggenschrot. Type 1800. für K 15 19.45. K 18 19.65: Weizenkleie. Grundpreis für W 16 11.95. W 19 12.15. Handelspreis 12.50: Weizengrießkleie(Bollmehl) 13.65—14.00 Weizennachmehl 16.25 17.00: Roggenkleie. Grundpreis R 15 10.35. R 18 10.80. Handelsvreis 11.15: Roggen= und Weizenstroh.70—.80, Haferstroh 2,70. Wiesenheu.50—.00: Luzernheu.50—.00. Frankfurter Grotzmarkt für Getreide und Futtermittel Getreide. Trockenschnitzel und Oelkuchen ohne Sack Mühlenfabrikate mit Biertreber mit Sack. Die Preise verstehen sich für Getreide je Tonne. für die übrigen Waren je 100 kg. soweit durch Gesetz Viehmärkte Dortmunder Zucht= und Faselviehmarkt Dortmund, 26. Febr. Zum heutigen Zucht= und Faselviehmarkt wurden aufgetrieben: 676 Stück. Großvieh 182. Ferkel. Läufer und ältere Futterschweine 11. Kälber 30. Der Handel war in Großvieh sehr langsam, Ueberstand. Es kosteten: Hochtragende u. frischmelkende Kühe: 1. Sorte 520—550, 2. Sorte 450—510, 3 Sorte 380—440; Rinder kosteten 375—480, beste Tiere über Notiz bezahlt. Der Handel war am Schweinemarkt langsam(Durchschnittsqualität und Durchschnittsvreise). Es wurden bezahlt:—6 Wochen alte Ferkel 18—21.—8 Wochen alte Ferkel 21—26.—10 Wochen alte Ferkel 27—31, 10—12 Wochen alte Ferkel 32—36. Läuferschweine,—5 Monate alte, kosteten 59—70; ältere Futterschweine(einschl. magere Sauen)—. Abfallende Ware entsprechend niedriger. suchte Spitzentiere entsprechend höber. Sämtliches zum Markt aufgetriebenes Vieh ist gegen Maulund Klauenseuche geimpft.— Der nächste Markt findet am 4. März statt. Osnabrücker Zucht= und Nutzviehmarkt Osnabrück, 26. Febr. Auftrieb: Kühe und Rinder 87. Schweine 560. Es kosteten: Milchkühe: 1. Sorte 410—510, 2. Sorte 300—400, 3. Sorte 230—300, 4. Sorte 190—230; Rinder: 1. Sorte 370—450. 2. Sorte 320—370. 3. Sorte 200—300, 4. Sorte 160 bis 200. Ferkel:—8 Woche alte 14—20.—13 Wochen alte 20—25: Läuferschweine 25—33 RM per Stück. Tendenz: Rindvieh langsam. Schweine gut. Der nächste Markt findet am 4. März statt. Amtliche Berliner Devisenkurse 26 Februar 25 Februat Argent.(Puen.-Air Belg.(Brüss.Hnln. Cänem fegenhof Donzie Porzig Enolano(Lercen Frankre ch(Faris ollond irnsteicon und Foltercon) talien(Rom u. H oil.) Jurosi elg., 7####1. Berliner Börsenkurse vom 26. Februar 1936 26. 2 Anleihen: D..-Anl. 27 D..-Anl. v. 29 Banken: &a Privat-Bk Im weiteren Börsenverlauf konnten Rheinstahl einen Kursgewinn von 1 Prozent und Mannesmann einen solchen von ½ Prozent buchen. Ver. Stahl waren nach der vorübergehenden Abschwächung wieder erholt. Farbenindustrie konnten sich nur knapp behaupten. Der Kassamarkt lag im Einklang mit den übrigen Werten gleichfalls ruhig. Die größten Tagesgewinne erzielten Bonner Bergb. mit plus 3 Prozent. Hilgers Maschinen kamen nach der Wiederzulassung heute wieder erstmalig mit 90 Dortm. Aktien zur Notiz. Die Börse schloß gut erholt. Dortm. Ritter Dresdner Bank Reichsbank Rh.-Westt. BodenCred. Verkehrswerte. Keichsbahn.-A Hapag Vorda. Lloye Brauereien: 5 2. 26 2125. 2 26 25 Märkte Berliner Metall=Notierungen Berlin, 26. Febr.(Amtlich.) Elektrolutkupfer (wirebars). prompt. cif Hamburg, Bremen oder Rotterdam 51.50: Original Hütten=Aluminium. 98 bis 99 Prozent. in Blöcken 144: dgl., in Walz= oder Drahtbarren 148: Reinnickel. 98 bis 99 269 RM für 100 kg: Silber in Barren. ca. 1000 fein. 37.00—40,00 RM per Kilo. Warenmärkte Rheinischer Großmarkt für Getreide u. Futtermittel Köln, Abteilung Krefeld Krefeld, 26. Febr. Weizen, rhein., 76/77 kg. ab Erzeugerstation W 16 20.80, W 19 21.20: Roggen, Dortm. Union Schlegel-Scharp. Wicküler-Küpper Sonstigen: Ako 4. E. G. Sembere I. P. chem. Ind. Gelsens ont. Cautsch. hatmler Mot. Rtsch. Erdöl 21. Licht a. Kraft dechw. Berzw. -Farbenind elten-Cuillaume riedrichshdtte rebhard& Co. eisenk. Berzu 100 93.— 92½ 92½ 1811 122 ¾ 16⅝ 18¾ 95% 202.— 108¼ 173 37 ¼ 94 ¼ 176.— 100 110¼ 133.151% 115. 100 93. S 2¼ 92. 187. 122½ 122¼ 16 ¼ 18¼4 96.— 1061 52¼ 37½ 90¼ 174. 100 111¾ 133.— 152% 116.— 106 Ges 1. el. Unt. Goedb Gebr. Goldschmidt Harpener Berg Hoesch-Eisen-KölnNeuessen Kall Aschersleben Klöcknerw Köln Gas u. Elek W. Kreift Kromschröder G. Kronprinz Metall Küppersbusch Lahmeyer Mannesm.-Röbren Mansteld Maschb.-Untern. Mülh. Bergw. Phönix Bergw. Rhein. Braunk Rh. Elektrizität Rbein-Spiegel Rhein-Stahl Rb.-Westf. Elekt: Rhein-West Kall Roddergrube Salzdetfurtb Scbött. Herm. Schwelm-Eisen Siemens u. Haleke Stolb Zinkh. Stollwerck Westdtsch. Kaufb Ver. D. Nickel Ver Glanzet Elbt Ver. Stahlwerke Warstein Gruben Wasserw. Gelsenk. 128 3 109 107 112¼ 91½ 127½ 86 ¾ 77 ¼ 72.— 99 •6 127% 86¾ 131 ¾ 83 134% 322.— 127.— 88½ 116.— 127⅛ 173 97½ 141½ 88% 66 129½ 107.— 112. 91½ 128¼ 86¼ 77 ¼ 81.— 145½ 128 87 ½ 131¾ .¾ 135½ 220 127.— 116½ 127¼ 186.— 20. 17 5% 75⅛ 98— 141. 85⅞ 67.— 149.— Westeregein Westdtsch. Kaufhol Wer Draht Hamm Westlälische Landesbankanl. 6% Pror heing 2: %5 dto. 24 625 dto 27 K 6% Komm. Obl. 28.20—9 625 dto 30 N. 675 Goldpfdbr R Westf Provinzialanlethe-Auslosg. Fest: zinsliche Werte: %5 Preuß Ld.-Bir anstalt R. 19 %5 dto. 4 6% dto. 11 %5 dto. 13/11 %5 dto. 21 6% dto Komm 20 %5 dto. 16 6% dto. 6 6% dto. 6% Pr Centr-Boc u. Pfdbr. Fm. 1 6% dto Komm.= Obl! Durchschnittsk. der Steuergutscheine 123 31⅞ .5 94. 94.— “. 93. 93. 95 ¼ 109% 97. 97. 97. 97. 97. 94¾ 94¾ 94¾ 95. 96. 122¼ 21 125¼ 94.— 94.— 4— 927 82¾ 95. 109% 97.— 97.— 97.— 97.— 97.— 94% 94¾ 94¾ 95.— 86¼ 94.— 108 93“. 108.7 -* dedeutet ohne Angebot und Nachfrage. KÖNST-LESEN-VUISSEN Die größten Büchereien der Erde Tatsachen und Zahlen— Die an Zahl größte Bibliothek der Welt besitzt heute Paris in seiner NationalBibliothek(„Bibliothéque Nationale"). Sie enthält 4,3 Millionen Bände, darunter 500 000 Zeitschriften und 145000 Handschriften.— Die zweitgrößte ist die Kongreßbibliothek in Washington, die fast 3,5 Millionen Bände umfaßt. Die größte beutsche Bücherei ist die Preußische Staatsbibliothek in Berlin, Unter den Linden 38. Sie umfaßt über 2 Millionen Bände. Ihr im Jahre 1914 seiner Bestimmung übergebener Prachtbau ist gegenwärtig wohl das größte Büchergebäude der ganzen Welt. Sie hat einen großen Lesesaal mit 400 in konzentrischen Kreisen angeordneten Leseplätzen und einen großen Zeitschriftenraum, je einen schönen, großen Raum für Musikwissenschaft, für orientalische Werke, für Handschriften, für Karten, Filmstreifen usw. Ihr angegliedert sind noch drei große Büchereien: die Universitätsbibliothek, die 1933 allein 382 199 Bände und über 300 000 Universitäts= und Schulschriften enthielt; und angegliedert sind auch der Gesamtkatalog der Preußischen Bibliotheken und das Auskunftsbüro der deutschen Bibliotheken. Am 31. März 1933 enthielt diese große Gesamtbibliothek 2128 707 Bände, dazu 56.810 Handschriften, 404 238 Autographien, 333 506 Karten und über 180000 Einblattdrucke, Bilder und Porträts sowie 2504 Lautaufnahmen. Im Vergleich mit ihr ist die Deutsche Bücherei in Leipzig, die Schöpfung und das Eigentum des Börsenvereins der Deutschen Buchhändler, mit etwas über 1 Million Bänden jetzt noch„klein". Aber sie soll ihrer Bestimmung gemäß die gesamte vom 1. Januar 1913 an erscheinende deutsche und fremdsprachige Literatur des Inlandes und die deutschsprachige des Auslandes sammeln, nach wissenschaftlichen Grundsätzen ordnen und aufbewahren. Ihr jährlicher Zuwachs beträgt jetzt rund 70000 Bände, und der heutige Bau hat ein Fassungsvermögen von rund 1,5 Millionen Bänden.— Auf Erweiterungs= bauten, die von zukünftigen Geschlechtern ausgeführt werden können, ist weitschauend Bedacht genommen: der ganze Bau ist so angelegt, daß dereinst 10 Millionen Bände untergebracht werden können. Das Gebäude der Deutschen Bücherei ist 1914 bis 1916 errichtet worden. Im Frühjahr 1934 aber wurde, da für die nächsten zehn Jahre mit einem Zuwachs von 700000 bis 800000 Büchern gerechnet werden muß, bereits der erste große Erweiterungsbau nötig. Dem Hauptbau wird deshalb jetzt der Ostflügel angegliedert, mit einem weiteren Lesesaal. Nun wird Platz werden täglich für 1800 Leser; denn während im Jahre 1923 nur 120 Von Fritz Alfred Zimmer Besucher täglich zu verzeichnen waren, sind es im Jahre 1933 rund 1400 gewesen. Im Jahre 1944 soll dann der Westflügel errichtet werden, der den Bedarf der nächsten zehn Jahre decken wird. In Abständen von zehn Jahren sollen dann die Aufstockungen der beiden Flügel erfolgen, die zunächst nur in vier Geschoßen errichtet werden. Die zur Verfügung stehenden Bauflächen werden etwa 200 Jahre ausreichen.— Es wird die Bibliothek der deutschen Nation. Eine Bücherei, wie kein Volk der Erde sie besitzt. * Auch München, Wien und London haben große staatliche Büchereien, die alle weit über eine Million Bände haben. Ihnen nahe kommen die großen Universitäts=Bibliotheken, namentlich die deutschen: die von Straßburg, Breslau, Darmstadt, Dresden, Göttingen, Heidelberg, Leipzig und Tübingen. Von ihnen hat jede 300 000 bis 500000 Bände; die Straßburger zählt sogar 900000. * Europa ist an Bibliothekenreichtum mit 120 Millionen der bücherreichste Erdteil. Davon entfällt ein Viertel allein auf das Deutsche Reich. Die deutschen und österreichischen Bibliotheken zusammen enthalten über 44 Millionen Bücher. Stellte man sie nebeneinander, so wären dies 1263 Kilometer, was der Luftlinie von Berlin bis Neapel entspricht. Aufeinander gelegt, ergäbe es eine Höhe 150mal so hoch wie der höchste Berg der Erde, der Mount Everest.— Verteilte man die Bibliotheken der Stadt München unter ihre Einwohner, so könnte jeder fünf Bücher mit nach Hause nehmen. * Die beträchtlichste Zahl von LiebhaberBibliotheken in Deutschland hat heute Berlin. So hat ein Herr Arnold Reimann über 5000 Bände in Besitz, die zum allergrößten Teile von der Reformation und dem Humanismus handeln; die Bücherei von Gustav Gottschalk hat über tausend Bände allein zur Faust=Literatur, der Geheime Justizrat Robert Lessing hat 10000 Bände von Schriften seines Vorfahren, des Dichters Lessing, und von Werken über ihn; die Bibliothek des Freiherrn von Lipperheide umfaßt 5500 kostümgeschichtliche Bücher, dazu 2470 Jahrgänge von Modezeitungen und Mode=Almanachen, sowie über 30000 Handzeichnungen, und die von Dr. Grießbach über 5000 Bände nur beletristischer Literatur aus aller Herren Länder—(Die Privat= und Liebhaber=Bibliotheken: nach Feststellungen von Professor O. Weise). * Das größte Rohlager von Büchern auf der Erde aber hat der Verlag Reclam in Leipzig, der Verleger der weltbekannten„Reclams Universalbibliothek“, die die Nummer 7000 überschritten hat. Die Rohlager des Verlags Reclam, in denen die fertig gedruckten, aber noch nicht gehefteten Druckbogen aufbewahrt werden, umfassen zusammen mit dem Lager der fertigen Bücher rund 30 Millionen Nummern. Kleinigkeiten vom Karneval Frau Bonna und Prinz Karneval Obwohl der„Kölner Karneval“, der Inbegriff des rheinischen Karnevals, sozusagen beinahe vor den Toren Bonns gefeiert wird, hat auch diese Stadt den Ruf, eine Hochburg des Karnevals zu sein. Hier erreicht die Zeit des ausgelassenen Faschingstreibens in den Tagen von der„Weiberfastnacht"(20. Februar) bis zum Aschermittwoch ihren Höhepunkt. Während in der Weiberfastnacht die Frau— verkörpert in der„Bonna“— das eigentliche Regiment führt, behauptet Prinz Karneval in den anschließenden Tagen unbestritten das Feld. An den Haupttagen mit ihren großen traditionellen Bällen entwickeln die Stadtsoldaten mit ihren schmucken blau=rot=weißen Uniformen auf den Straßen ihr närrisch=heiteres Soldatenleben, machen ihre Streitmacht gegen„Griesgram und Muckertum“ mobil, arretieren aus der Menge heraus und entlassen die„Verhafteten" erst wieder, nachdem diese für die Armen gespendet haben. Der Rosenmontag bringt den prunkvollen Faschingszug, der— trotz der Nähe von Köln— durch ein Spalier von mehr als 100000 Zuschauern durch die Straßen zieht. Bis zum Dämmern des grauen Aschermittwochs, an dem der Karneval mit einem echten Kateressen— mit Fisch — begraben wird, geht der närrische Trubel. Ein Glas Sekt umsonst beim Münchener Fasching Münchens Prinz Karneval,„Seine Tollität Prinz Willy I. von Narro=Monachia“, ist in diesem Jahre in den kurzen Tagen seiner Herrschaft besonders freigiebig. Jedem Besucher seiner großen Heerschau, der Ausstellung „Schatzkammer des Prinzen Karneval“, und der jeweils Mittwochs, Sonnabends und Sonntags stattfindenden Prinzen=Tees läßt Se. Tollität ein Glas Sekt gratis und franko überreichen.— Kein Wunder, daß die Münchener Faschingsstimmung großartig ist! Die schöne Reichshauptstadt(Scherl—.) Ein Blick von der Spreeseite her auf das Reichstagsgebäude 1 Die nordischen Luren Von Carl Johann Perl In den Museen von Kopenhagen, Stockholm, Lund, Schwerin, Hannover und Berlin findet der Besucher in den frühgeschichtlichen Abteilungen merkwürdig geformte und kunstvoll verzierte Blechblasinstrumente, die unter dem Namen Luren zu den kostbarsten und interessantesten Funden aus der Bronzezeit gezählt werden. Man hat seit 1797 im ganzen siebenunddreißig Luren und drei sogenannte Urformen von Luren gefunden, darunter vierzehn in nahezu unversehrtem Zustand. Der letzte Fund glückte 1911 in Deutschland. Er förderte bei Daberkow, Kreis Demmin in der Provinz Pommern, das Lurenpaar zutage, das im Berliner Staatlichen Museum für Vor= und Frühgeschichte als vielbewunderte Kostbarkeit aufbewahrt wird. Seit Daberkow gelang weder in Skandinavien noch in Norddeutschland ein neuer Fund. Diese Lurenfunde haben von Zeit zu Zeit von sich reden gemacht. Die skandinavische Forschung hat sich sehr viel mit ihnen beschäftigt, und auch in Deutschland ist vor zwanzig Jahren eine von der Geschichtswissenschaft vielbeachtete Arbeit erschienen. Dies alles ging vornehmlich die Archäologen an, während die Musikwissenschaft von sich aus gesondert dazu Stellung nahm. Von Anfang an spaltete sie sich in zwei Lager. Die eine Gruppe von Musikhistorikern nahm zwar die Tatsache zur Kenntnis, daß diese altertümlichen Instrumente aus Bronze in den Ostseeländern, und nur dort, aufgefunden wurden, bezweifelte jedoch das mutmaßliche Alter und stellte den geographischen Ursprung ernstlich in Frage. In dieser Beleuchtung erschienen die„rätselhaften altnordischen Luren“ möglicherweise als Ergebnis einer späteren Einfuhr aus dem Süden. Die andere Gruppe gab sich sofort einer kulturgeschichtlichen Utopie hin. Sie übersah das Alter dieser Funde, formte sich ein nordisches romantisches Altertum, deutete die äußere Form der Instrumente symbolisch und steckte mit ihrer Schwärmerei sogar die Komponisten an, die sich eine Renaissance der Luren erträumten. Daß man zu Fontanes Zeiten auf dem Rathausturm in Kopenhagen zur Sonnenwende auf mehr oder weniger modernisierten Luren Fanfaren blies oder in Bayreuth in der„Götterdämmerung“ Luren als Requisiten benutzte, hat weniger zu sagen als der verhängnisvolle Irrtum mancher Forscher, die aus dem häufigen Vorkommen von Lurenpaaren auf eine Zweistimmigkeit in der damaligen Musik schlossen. Das Wort„Lur“ stammt aus der dänischen Sagaliteratur. Ob sich vor dem ersten Fund von 1797 in Jütland irgendeine Erinnerung an die Luren im dänischen Volk erhalten hat, ist zweifelhaft. Heute jedenfalls wissen wir nur so viel, daß mit dem zuletzt gefundenen Paar in Daberkow merkwürdigerweise auch das letzte Glied dieser Instrumentengattung aus dem Torfmoor aufgetaucht ist. Zusammen mit einigen in dänischen Mooren gefundenen stehen sie am Ende einer kunstgewerblichen Reihe, die ihren Anfang fünf Jahrhunderte früher hat. Das allein ist ein so gewaltiger Zeitraum, daß begreiflicherweise der Musikgeschichtler davor zurückschreckt, Forschungen daran zu knüpfen. Gewiß liegen die Anfänge der Tonkunst in einem noch tieferen Dunkel als etwa die der Sprache, aber angesichts eines derartigen Fundes gehen wir fehl, wenn wir im bisher üblichen Sinne an ihm musikalische„Entwicklungsgeschichte" treiben wollen. Mit„Primitivität“ haben diese von allen kunstgewerblichen Fachleuten anerkannten Meisterwerke bronzezeitlicher Gußtechnik wirklich nichts zu tun. Anders gesehen hilft uns auch die über und über beanspruchte kulturhistorische Reihung Aegypten— Vorderasien— Hellas— Rom — Abendland nicht das geringste. Das Verbreitungsgebiet der Funde ist eng begrenzt, die Entstehungszeit wurde bei jedem Stück fast auf das Jahrhundert genau mit untrüglichen Beweisschlüssen festgestellt, und nichts auch nur annähernd Aehnliches an Instrumenten hat sich, sei es im Süden oder Osten, innerhalb jener Zeitperiode finden oder auch nur annehmen lassen. Wir müssen uns also, wenn wir diese schönen, wohlklingenden und ideal rein gestimmten Instrumente betrachten, mit ganz anderen historischen Einstellungen vertraut machen. Vor uns ersteht jene Epoche der jüngeren Bronzezeit, von 1200 bis 800 v. Chr., die Zeit etwa, in der die Ramsesiden in Aegypten herrschten, Saul, David und Salomo Könige Israels waren; die Zeit, in der der trojanische Krieg und die Dorischen Wanderungen liegen, in der Karthago gegründet wurde und Lykurg in Sparta seine Gesetze schrieb. Eine tonkünstlerische Vorstellung, die sich mit diesen Ereignissen zeitlich verknüpfen ließe, besitzen wir nicht. Wir kennen von indischen und ägyptischen Grabfunden und Steinbildern her kultische Posaunen, Harfen, Flöten und Pauken, die annähernd gleich alt mit unseren Luren sind. Von der mit ihnen ausgeführten Musik wissen wir nicht das mindeste. Alle theoretischen und ästhetischen Ueberlieferungen setzen erst ein halbes Jahrtausend später ein. Nun hat sich im europäischen Norden, zumal in den Ländern der Luren, schon während der südlichen Völkerwanderungen der vormetallischen Epoche Ruhe, Seßhaftigkeit und damit ein Aufschwung der Kultur vorbereiten können. Mit dem Geschenk des Kupfers, mit der Begründung der ersten Metallkultur, bekam die menschliche Schöpferkraft ein Material, das sie zu den großartigsten Leistungen anregte. Wir besitzen Funde schon aus der frühesten Bronzezeit, also etwa aus dem 18. Jahrhundert, die Naturhörner zeigen, an denen bronzene Umkleidungen am Mundstück, in der Mitte und am Schallstück vorkommen. Ein Jahrhundert später sind die Hörner bereits ganz aus Bronze, das Mundstück ist das umgebogene Rohrende. Nun werden die Rohre immer dünner und länger und gleichmäßig konisch gebaut, sie erhalten ihre phantastisch schöne Windung und sind aus verschiedenen Teilen mit einer märchenhaft geschickten Technik zusammengeschweißt; die Mundstücke werden immer besser, und aus dem schmalen Rand am Schallausgang wird die pompöse verzierte Schallscheibe, die das Hauptmerkmal der Lure ist Dieser letzten Periode gehören die Luren von Daberkow an, die Berlin besitzt. Obwohl sie nur zum Teil erhalten sind, ist der Eindruck, der von diesen Kunstwerken ausgeht, so groß, daß sich ihm kein Mensch, der für Musik Verständnis hat, entziehen kann. Die eine Schallscheibe ist vollständig, die zweite zur Hälfte abgebrochen. Hier sind zwei Reihen von Buckeln, im ganzen fünfundzwanzig, innerhalb konzentrischer Kreise gegossen. Die Rohre haben die unglaubliche Dünnheit von teilweise einem Millimeter, die Länge ist 1,67 Meter. Die Rohre sind, wie stets bei Paaren, im Gegensinne gewunden: wenn man sie bläst, ist das eine Rohr nach rechts, das andere nach links gerichtet. Das Mundstück ist kesselförmig mit abfallender Kante, für einen Posaunisten von heute ideal spielbar. An diesen beiden Instrumenten, die reiner Guß sind, nicht getriebe Arbeit, kann man auch die unversehrte Schönheit der goldbraunen Bronze bewundern, die das hannoversche Torfmoor so gut erhalten hat. Der Klang der Luren, dessen Farbe zwischen unserem Waldhorn und unserer Posaune liegt, muß ebenso weich wie tragfähig gewesen sein. Er kann nach menschlichem Ermessen nie orgiastischen, stets nur vergeistigten Ausdruck wiedergegeben haben. Die Form, diese feierlich geschwungene Form mit der großen Schallscheibe, kann nie kriegerischer, stets nur kultischer Verwendung gedient haben. So ersteht vor unserem Bewußtsein ein tonkünstlerisches Ideal, das uns das Fehlen jedes schriftlichen Dokuments verschmerzen läßt. Gewiß hat sich das Gehör des Menschen in der seither verstrichenen Zeit von drei Jahrtausenden vielfältig gewandelt. Allein es muß von jeher der vornehmste Sinn der Vernunft gewesen sein: diese Erkenntnis drängt sich beim Betrachten dieser ebenso schönen wie zweckmäßigen Instrumente auf. Irische Kirchenfürsten fordern Untersuchungsausschuß über die Religionsunruhen— Kardinal Mac Nory über die kommunistische Wühlarbeit in Irland dub. Belfast, 26. Febr. Der Primas von Irland, Kardinal Mac Rory, und der Bischof von Down und Connor, Dr. Madgian, fordern in ihrem diesjährigen Fastenbrief erneut eine Untersuchung der Ursachen, die im vorigen Sommer zu den blutigen Unruhen in Belfast geführt haben. Dr. Madgian weist darauf hin, daß innerhalb der letzten vier Jahre in Belfast dreimal große Ausschreitungen stattgefunden hätten, bei denen sowohl Menschenleben als auch Sachschäden zu beklagen gewesen seien, nämlich in den Jahren 1932, 1934 und 1935. Im vergangenen Jahre sei jedes Kirchspiel in Belfast mit einer einzigen Ausnahme davon betroffen worden. Tausende von Bürgern seien gezwungen worden, ihre Arbeitsplätze zu verlassen. Man habe Tausende aus ihren Heimstätten vertrieben und ihrer Rechte beraubt, ihr Brot zu verdienen. Beide Kirchenfürsten verlangen die Einsetzung eines Ausschusses, um die Wahrheit ans Licht zu bringen. Die Behauptungen des Ministerpräsiden von Nordirland, wonach die Mitteilungen über die Verfolgung der Katholiken in Nordirland unwahr und niederträchtige Nachrichten seien, die jeder Begründung entbehrten, würden sich bei einer solchen Untersuchung als falsch erweisen.„Wir können nicht vergessen,“ so erklärt der Kardinal,„daß im Juli jeden Jahres das Leben der Katholiken fast ebenso gefährdet ist, wie zur Pennarzeit.“(Dieser Vergleich bezieht sich auf die Massenverfolgung und Rechtloserklärung der Katholiken und ihrer Religion unter den Strafgesetzen Englands) Der Kardinal weist ferner darauf hin, unter dem Decknamen„Vereinigte Front“ in vielen Teilen der Westgrafschaften eine getarnte kommunistische Bewegung bestehe. Er beschreibt diese Bewegung als einen Versuch, den Kommunismus unter dem Mantel des Patriotismus nach Irland zu schmuggeln. In einigen Ländern, so fährt der Kardinal fort, rüste sich die Tätigkeit der Vereinigten Front gegen den Faschismus, aber in Irland zogen sie es vor, sich als Republikaner hinzustellen, in der Annahme, mit dieser Methode die Jugend des Landes zu gewinnen. Der Kardinal beklagt noch, daß sich das Filmgeschäft im Besitz vor Gesellschaften befinde, die nicht irisch seien, eine Bemerkung, die in Belfast als auf die Juden bezüglich ausgelegt wird. Aumpf ist die Paron Dr. Ley vor 40 000 Arbeitern in Bochum Eden beantwortet außenpolitische Unterhausanfragen onb. London, 26. Febr. Im Unterhaus wurden Mittwoch wieder eine Reihe von außenpolitischen Anfragen gestellt. Der Abgeordnete Mander fragte, ob Besprechungen zwischen den Vertretern der Wehrministerien Englands, Frankreichs und Deutschlands sowie der anderen Vertragsunterzeichner stattgefunden hätten oder beabsichtigt seien im Zusammenhang mit Schritten, die man möglicherweise zur Erfüllung des Vertrages von Locarno tun müsse, und ob im Mittelmeer ähnliche Besprechungen beabsichtigt seien. Eden erwiderte, daß er auf beide Teile der Frage nein antworten könne. Der Abgeordnete Bellenger wollte wissen, ob die deutsche Regierung irgendwelche Vorstellungen wegen des französisch=sowjetrussischen Paktes erhoben habe und ob die Haltung Deutschlands gegenüber dem Locarnovertrag in irgendeiner Weise durch die Bestimmungen des französischsowjetrussischen Paktes geändert worden sei. Eden antwortete, daß die deutsche Regierung die Unterzeichnermächte des Locarnovertrages am 26. Mai 1935 über ihre Ansichten bezüglich der Auswirkung des französisch=sowjetrussischen Paktes auf den Locarnovertrag unterrichtet habe. Diese Haltung werde erneut auseinandergesetzt und erweitert dargestellt in der Mitteilung vom 21. Februar(die bekannte Stellungnahme zur irrtümlichen Auffassung Herriots. Die Schriftl.), die in der Londoner Presse am folgenden Tage veröffentlicht worden sei. Der Abgeordnete McLay fragte, ob die Regierung beabsichtige, Deutschland aufzufordern, seine Gebiets orderungen und seine Ansichten über die Rohstoff=Frage beim Völkerbund vorzubringen. Eden antwortete, die Antwort auf den ersten Teil der Frage laute nein; bezüglich der zweiten Frage machte er den Abgeorone##n darauf aufmerksam, daß die Regierung die Rohstoff=Frage zur Zeit erwäge. Bochum. In einer der größten Kundgebungshallen des Westens, der 40000 Personen fassenden Halle der Bochum=Gelsenkirchener Straßenbahnen, in der im Dezember 1934 der Stellvertreter des Führers gesprochen hatte, fand am Mittwochabend die gewaltige und eindrucksvolle Großkundgebung der Deutschen Arbeitsfront statt. Eine mächtige Rednertribüne war an der Stirnseite, die von großen Hakenkreuzfahnen bedeckt war, errichtet worden. Diese Arbeitshalle mit ihren hohen wuchtigen Eisenträgern hatte eine wirkungsvolle Ausgestaltung erfahren. Kleine Hakenkreuzfahnen und große Plakate gaben der Kundgebungshalle eine sinnvolle Aufteilung. Von 19 Uhr ab strömten unablässig die Schaffenden der Stirn und der Faust in die Halle, die bis zur größtmöglichen Ausnutzung besetzt war. Eine Kapelle unterhielt die Massen, Mitglieder der Werkscharen in ihren schmucken blauen Uniformen nahmen vor der Rednerteibüne Aufstellung. Unter den Klängen des Badenweiler Marsches und den Begrüßungsrufen der Werkjugend traf Dr. Ley um 20 Uhr in Begleitung des Stellvertretenden Gauleiters Stürtz in der Halle ein.— Der Reichsorganisationsleiter hatte am Nachmittag Gelegenheit genommen, die Werkstätten des größten Bochumer Werkes, des Bochumer Vereins, und hier besonders die unter dem Motto„Schönheit der Arbeit" erstellten Räume zu besichtigen. Größtes Interesse löste bei ihm ferner die Besichtigung der schmucken Wohnsiedlung Höntrop aus, wie er sich ebenso anerkennend über die zu bauende Schwefelbadanlage auf dem Gelände des Bochumer Vereins aussprach. Dr. Ley unterhielt sich auch hier immer wieder mit den Kameraden der Arbeit und sprach mit ihnen über ihre persönlichen Anliegen und Angelegenheiten. Nachdem Dr. Ley die Fronten der ihn begeistert begrüßenden Werkscharen abgeschritten hatte, erfolgte der Einmarsch der zahlreichen Fahnen, die sich links und rechts um das Rednerpodium grupvierten. Ein mitreißender Vorspruch und ein Lied der Werkscharen leiteten die Kundgebung .„oa St in Mt Gauwalter der Durf Stein meldere dem Reichsorganisationsleiter:„42 180 Männer der Arbeit zur Großkundgebung angetreten!“ Er begrüßte Dr. Ley in den Mauern der Stadt der Kohle und des Eisens. Bei seiner Besichtigung im größten Werk der Stadt sei er Zeuge gewesen, welch gewaltige Werke der Arbeiter der Stirn und der Faust schaffe. Er habe auch gesehen, daß Führer und Gefolgschaft gewillt sind, im Sinne der nationalsozialistischen Revolution zu arbeiten.„Wir werden nicht eher ruhen, bis sich auch der letzte Arbeiter zu uns bekannt hat.“ Mit diesen Worten schloß Gauwalter Stein. Der Beginn der Rede des Reichsorganisationsleiters war ein Bekenntnis zum nimmer erlahmenden Kampf. „Es gibt nichts ohne Kampf. Das sehen wir jeden Tag aufs neue“, führte der Reichsorganisationsleiter u. a. aus. „Ob jemand innerhalb oder außerhalb dieser Halle ist, für jeden gilt die Frage: Bist du gewillt, zu kämpfen oder erträumst du aus Feigheit oder Bequemlichkeit ein Leben nach paradiesischer Art, ohne Kampf und ohne Anstrengung, ohne Mühe und ohne Einsatz?" „Jeder“, führte Dr. Ley weiter aus,„ist für mich ein Marxist, der von der Gemeinschaft, von seinen Volksgenossen mehr verlangt, als er bereit ist, für diese Gemeinschaft zu geben.“(Anhaltender Beifall). „Diese Idee“, sagte Dr. Ley,„ist ein großes Erziehungswerk an unserem Volke, ein Hinüberziehen aus einer falschen Welt der Vergangenheit und der Unvernunft in eine neue Welt der Einsicht. Die nationalsozialistische Revolution ist der Sieg der Vernunft über die Unvernunft. Wenn die Menschen vernünftig und einsichtig sind, ist es durchaus möglich, diese Welt schöner zu machen.“ (Beifall). In längeren Ausführungen zeichnete Dr. Ley ein Bild des Zusammenfalls, des Zusammenbruchs.„Nur einer war da, der an Deutschland glaubte, und wegen dieses unbändigen Glaubens eines einzigen Mannes und Soldaten war das Schicksal noch einmal gnädig mit uns.“ Nach kurzen Ausführungen über den gigantischen Kampf der nationalsozialistischen Bewegung und einem Blick über unsere Nachbarländer beschäftigte sich Dr. Ley mit der Frage, wie es heute denn in Deutschland aussieht.„Deutschland ist schöner geworden,“ sagte er unter dem Beifall der 40000. Unter diesem Leitwort behandelte er dann die Leistungen unseres Volkes und insbesondere die Anstrengungen, die die Deutsche Arbeitsfront gemacht hat. Kurz streifte Dr. Ley die Lohnfrage, wobei er darauf verwies, daß wir soviel nachzuholen haben, daß diese Frage erst später angeschnitten werden kann. Eindeutig sagte er aber den Kameraden der Arbeit, daß sie unter anderen Bedingungen dann ganz bestimmt angeschnitten und einer gerechten Lösung zugeführt wird. Heute brauchen wir vorerst noch vieles andere. In einem besonderen Abschnitt seiner leidenschaftlichen Rede sagte Dr. Ley, daß die Erfolge der letzten drei Jahre wachsen werden. Er führte aus, was er bereits auf seinem Programm hat: Zwei Großschiffe werden gebaut, die jeweils 1600 Volksgenossen befördern können; ein großes Seebad mit 22000 Betten wird errichtet, und so geht es weiter von Jahr zu Jahr. Uns wird man jedenfalls„immer im Kampf und dann immer vor der Front finden. Mit dem Gelöbnis, sich stets und nur für Deutschland einzusetzen, schloß der Reichsorganisationsleiter seine Rede, der minutenlanger Beifall folgte. Gauwalter der DAF Stein sagte dem Reichsorganisationsleiter den Dank der versammelten Arbeitskameraden und gelobte, daß die Schaffenden der Stirn und der Faust in Bochum sich wie ein Mann für die Ideen und Ziele des Führers einsetzen werden. Mit dem Deutschlandund dem Horst=Wessel=Lied fand diese Großkundgebung ihren Abschluß. Feierliche Beisetzung deutscher-Boot=Helden in Warna dnb. Warna, 26. Febr. Nach mehr als zweijähriger Arbeit war es dieser Tage gelungen, das deutsche-Boot 45 zu heben, das am 6. November 1916 auf eine russische Mine gelaufen und gesunken war. Die sterblichen Ueberreste der 13 Mann starken Besatzung konnten geborgen werden. Am Mittwochvormittag fand nun auf dem Kriegerfriedhof in Warna die feierliche Beisetzung der Gefallenen statt. Der Bürgermeister hatte für den Vormittag Geschäfts= und Arbeitsruhe angeordnet, so daß die Bevölkerung den deutschen Helden und ehemaligen Waffenbrüdern die letzte Ehre erweisen konnte. Von allen Häusern wehten Trauerfahnen. Die gesamte Garnison und die Marineabteilung von Warna nahm an dem Begräbnis teil. In dem großen Trauergefolge sah man viele in Bulgarien lebende Deutsche. Das Reich vertraten Konsul von Ungelter und Militärattaché Generalmajor Friderici. Die Helden wurden in einem gemeinsamen Grab beigesetzt, auf dem ein riesiges Holzkreuz errichtet wird, das die bulgarische Armee den gefallenen deutschen Waffengefährten in treuem Gedenken setzt. Unter den zahlreichen Kranzspenden befanden sich auch Kränze des bulgarischen Königs, des Kriegsministers und der bulgarischen Armee. Berlin. Eine besondere Freude wurde am Mittwochnachmittag den Mitgliedern des Balletts der erfolgreichen Ausstattungsrevue„100000 PS.“ in der Deutschlandhalle zuteil, als Reichsminister Dr. Goebbels auf ihrem kameradschaftlichen Zusammensein im Hause der Kameradschaft der deutschen Künstler erschien, um eine Stunde in ihrem Kreise zu verweilen. Gewinnauszug 5. Klasse 46. Preußisch=Süddeutsche (272. Preuß.) Klassen=Lotterie Ohne Gewähr Nachdruck verdoten Auf jede gezegene Nummer sind zwei gleich hehe Gewinne gefallen, und zwar je einer auf die Lose gleicher Nummer in den beiden Abteilungen I und II 15. Ziehungstag 25. Februar 1936 Geschenns uus dein Kuslaud Einfuhr von Butter, Käse, Schmalz und Eiern im Reisefernverkehr dnb Berlin, 26. Febr. Durch die dritte Verordnung über Einfuhrerleichterungen vom 3. Dezember 1935 war die Einfuhr von Butter, Käse, Speck, Schmalz und Eiern in Mengen bis zu je 1 Kilogramm von der Notwendigkeit der Vorlegung eines Uebernahmescheines befreit, wenn sie im Reisefernverkehr oder als Geschenksendung des Auslandes eingeführt werden. Diese Ausnahmeregelung war bis zum 29. Fehruar 1936 befristet. Da sich das Verfahren im allgemeinen bewährt hat, wird nunmehr gemäß der vierten Verordnung über Einfuhrerleichterungen vom 21. Februar 1936(Reichsgesetzblatt Nr. 16 vom 26. Februar 1936) die Erleichterung über diesen Zeitpunkt hinaus unbefristet fortbestehen. Mit Rücksicht darauf, daß sich bei Speck und Schmalz auf Grund der bisherigen Regelung Schwierigkeiten infolge der veterinärpolizeilichen Bestimmungen ergaben, wurde jedoch davon abgesehen, für diese Waren die Regelung zu verlängern. Um Mißverständnisse auszuräumen, ist in der vierten Verordnung ausdrücklich klargestellt, daß neben dem darin erwähnten Unterschiedsbetrag Zoll und Ausgleichssteuer bei der Einfuhr erhoben werden. Die Erleichterung bezieht sich also lediglich auf die Freistellung von der Vorlage eines Uebernahmescheines. Es sei nochmals darauf hingewiesen, daß es sich bei den Sendungen nachweislich um Geschenke des Auslandes handeln muß, und daß Zahlungen an den ausländischen Absender oder Auftraggeber in irgendeiner Form die Anwendung der Erleichterung ausschließt. Einige ausländische Firmen haben nämlich versucht, die Verordnung geschäftlich auszunutzen und durch Rundschreiben und Anzeigen auf die Möglichkeit des Warenbezuges gegen Bezahlung auf Grund dieser Verordnung aufmerksam gemacht. Ein solcher Mißbrauch der Verordnung zur Einfuhr gegen Bezahlung ist strafbar und die Sendung unterliegt in diesem Falle der Beschlagnahme. Grubenunglück auf der Zeche „Victoria“ in Lünen Zwei Todesopfer dnb. Dortmund, 26. Febr. Im Untertagebetrieb der Zeche Victoria in Lünen bei Dortmund ereignete sich ein schwerer Grubenunfall. Durch Steinfall aus dem Hangenden wurden die Hauer Otto Krisch aus Bork und Georg Rahmann aus Lünen=Horstmar verschüttet. Trotz der sofort aufgenommen Rettungsarbeiten gelang es erst nach neun Stunden, an den Unglucksherd heranzukommen. Die beiden Verschütteten konnten nur als Leichen geborgen werden. Die Verunglückten stehen im Alter von 30 Jahren. Sie waren verheiratet und Väter mehrerer Kinder. Berlin. Der Reichs= und preußische Minister des Innern hat für das 11. Polizei=Hallensportfest am 3. März dieses Jahres einen eyrenpters für den Sieger im Kugelstoßen gestiftet. Leni Riefenstahl beim Duce dnb. Rom, 26. Febr. Der italienische Regierungschef empfing am Mittwoch Leni Riefenstahl zu einer ½ stündigen Unterredung. Mussolini zeigte während dieser Unterredung großes Interesse für die Arbeit der Künstlerin und besonders für ihren letzten Film über die deutsche Wehrmacht. Er erkundigte sich lebhaft nach ihrem Plan für ihr Olympia=Filmwerk. Während ihres kurzen Aufenthaltes in Rom fand Leni Riefenstahl überall eine sehr herzliche Aufnahme. Das Propagandaministerium veranstaltete zu ihren Ehren einen Tee, bei dem sie den italienischen Staatssekretär im Propagandaministerium, Aligheri, zahlreiche namhafte italienische Persönlichkeiten sowie zahlreiche Vertreter der deutschen Botschaft und der deutschen Presse begrüßen konnte. Italienisches Dementi Rom. An maßgebender italienischer Stelle wird auf das bestimmteste in Abrede gestellt, daß eine italienische Persönlichkeit zurzeit mit dem Auftrag in London weile, zusammen mit dem italienischen Botschafter Vorschläge auszuarbeiten, die zur Beilegung des italienisch=abessinischen Streitfalles der englischen Regierung unterbreitet werden sollten. Alle einschlägigen Nachrichten seien frei erfunden. Den Gegner und sich selbst erschossen Duisburg. Mitten im Hochbetrieb des Karnevals brach in einem Wirtshaus in Ruhrort ein Streit aus, der der Festlichkeit ein jähes Ende bereitete. Es war bereits 2 Uhr nachts geworden, als plötzlich ein 23jähriger Mann einen anderen Gast zur Rede stellte, unmittelbar darauf eine Schußwaffe aus der Tasche zog und seinen Gegner durch einen sofort tödlich wirkenden Schuß niederstreckte. Der Täter richtete dann die Waffe gegen sich selbst und brachte sich einen Kopfdurchschuß bei. Er wurde schwer verletzt ins Krankenhaus gebracht und starb in den Vormittagsstunden des Aschermittwochs. Die Beweggründe zur Tat sind noch unbekannt. Berlin. Der Führer und Reichskanzler hat der Frau Luise Ebeling in Roßdorf aus Anlaß der Vollendung ihres 100. Lebensjahres ein persönliches Glückwunschschreiben und eine Ehrengabe zugehen lassen. In der heutigen Vormittagsziehung wurden Gewinne über 150 M. gezogen 2 Hewinne zu 10000 M. 94240, 18946 391120 6 Gewinne zu 5000 M. 162283 182400 391139 6 Gewinne zu 3000 M. 87480 245072 282373 22 Gewinne zu 2000 M. 38175 39622„59369 99409 118849 128971 143509 218477 205143 42 Hepinne zu 1000 M. 72434 129611 143430 180850 187870 195227 195358 200992 22445 230985 244509 248996 253453 254411 374287. 302795 323664 325052 339109 370858 100 Gewinne zu 500 M. 293 3224 5532 12 20532 24804 26533 33577 44906 68034 69029 69903 74485 75458 81327 81849 83443 107222 119181 127853 133243 139147 144243 152318 71103 176616 188594 190580 192509 202392 217517 219352 248603 284297 292544 295371 38387 383333 37080f 37600s 376262 376833 4235 jeo3!“ eo5 9105 35 Jei Szis 8g 363 4i5 44003 44532 46066 41010 48178 94328 54013 54799 56090 60957 61864 62454 64678 66680 66737 67351 67588 66648 69613 73456 74789 74854 76057 76776 80202 83606 84407 90126 94092 94306 94847 98046 99883 104769 105230 108591 109639 110434 111180 111754 114515 117902 121632 122240 122312 123665 124819 25756 129624 130591 132511 138406 142270 143044 143986 145609 146931 149336 152025 154471 164180 166987 169685 170773 174730 174746 176854 177034 178068 179700 184222 185231 185811 187185 189674 180935 192541 192823 193065 197919 196842 200695 204998 209492 210853 216673 223338 223822 227991 230117 233035 235972 236086 236912 239103 248134 248527 251397 252312 253388 256874 260518 265453 271575 273463 274055 279751 280953 284177 285060 285548 285438 293622 293678 294462 295818 296145 299340 303758 306560 307659 307956 308076 313291 316363 318346 319129 322448 322842 33332: 324326 325649 328370 330405 331373 336318 337762 341395 345211 395336 351964 357101 358014 358595 359611 361164 361570 362143 363138 S66633 338483 37881s 380622 38155s 36286 38973; auagg 390692 391333 391380 392138 396566 397495 In der heutigen Nachmittagsziehung wurden Gewinne über 150 M. gezogen Sewinne in 5000 N. 202665 356427 382108 10 Geriugs gg 3000 M. 23391 119636 163936 22 Gewinne zu 2000 N. 30158 69683 83668 33363 333353 126897 207206 219606 308623 1000 T. 138960„6633s 47187 3405o 135t7 1833b 2333 337 3333 249399 292631 340774 345508 364937 68 Gewinne zu 500 M. 18496 27905 32410 37420 42422 47568 52311 77830 86418 90404 16459 129952 147161 14780s 161982 196220 197890 207003 208085 211170 213979 228486 250160 256751 266719 277282 317320 338468 357408 368236 379402 384354 397101 354 Gewinne zu 300 M. 46 452 840 1057 8190 12101 13153 13659 16039 26358 27713 34894 38546 39266 40936 42414 44222 46805 50405 52785 55340 57819 60072 61796 61975 63682 69979 75684 81031 81296 81766 82118 85238 85434 86920 91311 92646 93547 99112 101026 101836 102456 106221 106331 109664 111521 113097 116390 121337 124614 125475 127519 128739 129436 131033 132311 134774 136602 141197 143832 144188 145934 147937 149700 150391 152193 152448 157462 160968 161078 162228 170779 171032 172630 172696 180629 187145 187647 189432 189651 190596 195512 197413 198851 199366 199468 199543 202403 208028 206896 210362 215176 220618 223145 229133 230932 232807 234116 241856 245726 249409 249714 252366 257419 263338 265129 265702 265849 266930 267130 271960 275683 276213 278904 280420 285657 286374 289411 290921 293419 293646 293949 294216 295743 296373 300953 306716 307803 309165 310863 311166 312881 314301 315997 317130 317942 318601 318958 319583 319861 321900 322469 325520 326984 326823 329778 330182 330193 331131 333735 337218 339904 346990 348243 348433 349610 354713 357559 357706 364642 366128 368668 370649 375580 377193 382533 383385 383477 383545 385331 389502 398834 Im Gewinnrade verblieben: 2 Gewinne zu je 1000000, 2 zu je 50#00), 2 zu je 30000, 6 zu je 20000, 58 zu je 10000, 122 zu je 5000, 202 zu je 3000, 474 zu je 2000, 1472 zu je 1000, 2512 zu je 500, 9440 zu je 300 Mi „E Pentes Reund Kreuzerfahrten eines glückhalten Schilles— Eine Million Gold als Liebesgabe für die Reichsbank Der amtliche Bericht vom 4. März 1916 meldete:„S. M. S. Möwe, Kommandant Korvettenkapitän Burggraf und Graf zu Dohna=Schlodien, ist heute nach mehrmonatiger erfolgreicher Kreuzfahrt mit vier englischen Offizieren, 29 englischen Seesoldaten und Matrosen, 166 Köpfen seindlicher Dampferbesatzungen— darunter 103 Indern— als Gefangenen, sowie einer Million Mark in Goldbarren in einem heimischen Hafen eingelaufen. Das Schiff hat 15 feindliche Schiffe aufgebracht und zum Teil versenkt. Den von der „Möwe“ gelegten Minen ist u. a. das englische Schlachtschiff„Edward VII.“ zum Opfer gefallen.. „Möwe“— ursprünglich zum Transport von Bananen bestimmter Dampfer, 4500 Tonnen verdrängend— ein ordentlicher Kasten also. Im Kriege zum Hilfskreuzer umgebaut, fast vollwertiges Kriegsschiff. tüchtig armiert und für alle Zwecke verwendbar. Von außen sein angemalt wie ein harmloses Handelsschiff mit Aufbauten. Masten und Kränen. Macht sich gegen Ende des Jahres 1915 unter seinem Kommandanten Korvettenkapitän Graf zu Dohna auf den Marsch. Befehl:„Minen legen an verschiedenen Stellen der seindlichen Küste— dann Kreuzerkrieg führen.“ Paar Monate war sie unterwegs. Der damalige englische Marineminister Balfour wurde über den„Fall Möwe“ im Unterhaus intervelliert. Antwortete:„Die„Möwe“ entschlünfte unseren Patrouillenschiffen in der Verkleidung eines Küstendampfers und gelangte dann glücklich um das nördliche Island herum nach Haus. 15 Schiffe waren auf der Strecke geblieben. In einer wunderbar dunklen Dezembernacht ging die Sache los. Da trat jener eigenartige Vogel den Flug aus dem deutschen Hasen an. der ihm bisher Heimat gewesen war. Die rabenschwarze Nacht lag voll dickem Nebel. Es ging auf Englands Küste zu. um die Spitze Jütlands herum. vor der sich ein paar Monate später das große Treffen der seindlichen Schlachtflotten, die Seeschlacht am Skagerrak, abspielte. Als der Morgen graut. winken von ferne die Schneegivsel Norwegens. Sie werden kleiner und verschwinden. Es geht auf westlichen Kurs. Die nächsten Tage bringen herrlichen Sonnenschein. Der Nebel ist plötzlich verschwunden, der Horizont klar und alles überblickbar. Die Engländer sind nicht auf dem Posten; kaum eine Rauchfahne ist zu sehen, kein Union Jack flattert im Winde. Die„Möwe“ legt ungehindert ihre „Eier“ immer sorgfältig in genau abgemessenen Zwischenräumen, damit die Sperre vollständig wird. Diese Eier sind in der Tat ungewöhnlich, schwarze Riesen von beinahe Mannshöhe und keins wiegt weniger als 20 Zentner. Minen nennt man sie in der Kriegssprache, und sie müssen sehr sorgfältig behandelt werden, damit sie vorzeitig auf ihrem Mutterschiff nichts Böses anrichten können. Von Minute zu Minute versinkt eine in der Tieje, und wenn auch das Barometer fällt, wenn es in Strömen gießt und bösartige Schnee= und Hagelschauer einsetzen, die Arbeit darf nicht unterbrochen werden. Bei dem Sauwetter hat man wenigstens die Gewähr, daß nichts dazwischen kommt; denn auch die englischen Patrouillenboote wissen, daß das Spazierenjahren bei Windstärke 10—12 kein Vergnügen ist. Zwei auf einen Schlag Das war ein guter Anfang. In der Offiziersmesse wird die sunktelegraphische Abendzeitung verkündet. Sie enthält die Nachricht, daß das englische Schlachtschiff„King Edward VII.“ auf eine Mine gelaufen und gesunken ist. Sollte es eins von den „Möweneiern“ gewesen sein, die dem Riesen zum Verhängnis wurden? Diese Annahme sollte sich später bestätigen. Am 11. Januar— so erzählt Graf Dohna in seiner Schilderung der ersten Möwenfahrt— wird um 10 Uhr vormittags eine Rauchwolke gemeldet. Man kommt näher, es ist ein ordentliches Schiff von beträchtlicher Größe und fast zur gleichen Zeit taucht auch an der Backbordseite eine Rauchwolke auf Nur nicht entgehen lassen; aber hübsch der Reihe nach. Also Nr. 1 zuerst. Signal:„Stop!“ Die deutsche Kriegsflagge geht in die Höhe: Name?—„Farringford“—„Schiff sofort verlassen!"— Mannschaft besteigt gehorsam das Boot trotz des hohen Seeganges und gehi an Bord der„Möwe".„Farringjord“ kriegt ein paar Kugeln in den Leib und beginnt zu sinken. Nr. 2 will flüchten. Es wird dunkel und man schickt ihr schnell eine Granate nach. Aber erst bei der zweiten Granate stockt das Schiff. Das Brisenkommando geht an Bord und stellt näheres fest. Dampfer„Corbrigde“ hat 4000 Tonnen Kohle an Bord und ist von Cardiff nach Brasilien bestimmt. Aber auch die„Möwe“ kann die Kohlen gebrauchen. und der Dampfer erhält Befehl im Kielwasser zu folgen. Der Anfang war vielversprechend. Am nächsten Morgen kommt ein anderer Dampfer in den Kurs der„Möwe“, der sogar der englischen Regierung gehört und Kohlen nach einer südafrikanischen Station bringen soll. Nachdem die Besatzung an Bord der„Möwe“ ist wird er versenkt So geht es Tag für Tag. Der Kommandant wird ein wenig wehmüttg. wenn er daran denkt, wie schnell das unersättliche Meer seine Opfer erbarmungslos verschlingt. Eine Weile nachher noch ist die Stelle zu erkennen durch die aus der Tiefe aussteigenden Luftblasen. Boote. Spieren. Holzteile und Geräte treiben sich herrenlos am Untergangsort herum; aber Wind und See sorgen dafür, daß schon nach wenigen Stunden diese Ueberreste einstiger Herrlichkeit nach allen Himmelsrichtungen vertrieben sind Dann kommt die Geschichte mit der„Avvam“. die sich später als ein besonders fetter Bissen herausstellte. Man befindet sich jetzt in der Nähe einer vielbefahrenen Dampferroute auf der Westseite der Britischen Insel. Und vor allem muß man sich vor den Dampfern hüten, die eine Einrichtung der Funkentelegraphie besitzen. Sie könnten allzu leicht Hilfe herbeirufen: aber Bedenken dürfen in diesem Falle nicht ausschlaggebend sein: denn der Dampfer. der da austaucht, ist ein sehr großes Schiff und hat aller Wahrscheinlichkeit nach die gefürchtete Radioanlage. Als man näher kommt, läßt sich der Name erkennen „Appam“ steht mit Goldbuchstaben auf dem Heck zu lesen. Die vorhandene Liste der Dampfer aller Nationen wird schnell durchgesehen. Da steht es: „Avvam. englischer Dampfer 7800 Tonnen. Passagiere und Funktelegraphie".—„Stoppen Sie sofort!“, geht das Signal boch: aber erst auf einen Warnungsschuß hin wird der Befehl befolgt In der Zwischenzeit müssen sie drüben in der Funkkabine tüchtig arbeiten. Die Geschütze der„Möwe“ werden auf die Funkenstation gerichtet. Die Funksprüche hören auf. und die„Möwe“ kommt näher und entdeckt dabei, daß an Bord der„Apvam“ englische Kriegsschiffmatrosen in Uniform sich bemühen, eine kleine Schnellfeuerkanone schußfertig zu machen. Ein zweiter Warnungsschuß. Die Leute am Geschütz verschwinden drüben. Zwei Boote werden von der „Möwe“ hinübergeschickt. Man kann erkennen, welche Aufregung auf der„Appam“ herrscht. Auf den Decks erscheint eine Fülle von Menschen. Sie lausen in großer Aufregung durcheinander. versehen sich mit Schwimmwesten und erwarten offenbar das Schlimmste. Kamerun-Deutsche werden befreit Im Gegensatz zu dieser angsterfüllten Menge steht eine kleine Gruppe von 30 Menschen an der Reeling und winkt aufgeregt und freudig zu der„Möwe“ hinüber. Es ist unverständlich, aber bald löst sich das Rätsel. Es sind Landsleute. 20 Deutsche mit drei Frauen und acht Kriegsgefangene von der Kameruner Schutztrupe. Man hatte sie im Hasen von Duala auf die„Appam“ gebracht, um sie in England zu internieren. Das ist eine unverhoffte Befreiung. auf die sie nicht gerechnet haben. Sie werden sofort auf die„Möwe“ herübergebracht und erscheinen mit strahlenden Gesichtern auf dem deutschen Schiff. Eine weitere sehr angenehme Ueberraschung bildet nach der Durchsuchung der„Apvam“ die Nachricht, daß sich in ihren Tresors eine Geldsendung von etwa einer Million Mark in Gold befindet. Schleunigst wird die kostbare Last auf die„Möwe“ gebracht. Im ganzen 16 Kisten. von denen 14 Goldbarren und zwei Goldstaub enthalten. Eine schwierige Frage ist allerdings: Was soll mit den vielen Menschen auf der„Avvam“ geschehen? Es sind nicht weniger als 25 Mann der Besatzung und 160 Passagiere. Sie alle auf der„Möwe“ unterzubringen, ist ausgeschlossen; denn alle verfügbaren Räume sind schon längst übervoll belegt. Es wird also eine Prisenbemannung unter Führung eines„Möwe“=Offiziers zusammengestellt und nach der„Appam“ hinübergeschickt. Sie übernehmen die Leitung des großen Dampfers. der jetzt seine Fahrt im Kielwasser der„Möwe“ fortsetzt. Nach der genauen Durchsuchung des Bestandes an Kohlen und Proviant an Bord des englischen Dampfers beschließt der„Möwe“=Kommandant, das Schiff nach den Vereinigten Staaten zu schicken, die damals allein für die Bergung einer Prise in Betracht kamen. Es ist! zwar eine unfreiwillige Reise, der sich die 160 Passagiere anschließen müssen: aber das Geheimnis der! „Möwe“ darf in diesem Augenblick noch nicht gelich, tet werden. Am 15. Februar, sast genau wie man vorher berechnet hatte, traf der englische Dampfer„Appam“ zum größten Erstaunen der amerikanischen Küstenwächter mit der deutschen Kriegsflagge am Heck auf der Reede von Newport News ein. Sein Eintressen erregte ungeheures Aufsehen; denn niemand konnte sich erklären, wie die deutsche Kriegsflagge urplötzlich jenseits des Ozeans erschien. Die Verhandlungen mit der amerikanischen Regierung führten dazu, daß die Engländer und Neutralen auf der „Appam“ am nächsten Tage freigelassen wurden. Die „Appam“ wurde als Prise anerkannt und durfte danach in dem amerikanischen Hasen beliebig lange verweilen. Die„Möwe“ aber setzte ihre Kreuzerfahrten fort, und es gelang ihr bei der Heimfahrt wie bei der Hinjahrt die Kette der britischen Vorvostenboote unerkannt zu durchbrechen. In den ersten Märztagen wird die deutsche Insel Amrum gesichtet Deutsche Kriegsschiffe tauchen., großer Zahl auf. und als die „Möwe“ Helgoland passiert, hat sie bereits ein Ehrengeleit von drei Wachtkreuzern, vier Linienschiffen und zahlreichen Torpedobooten. Durch festlich beflaggte Schiffsreihen geht es hinein in den heimischen Kriegshafen. Harte Arbeit hatte das glückhafte Schiff hinter sich; aber nicht geringer war der Erfolg. Glück war natürlich auch dabei, das immer mit den Tapferen und Tüchtigen ist. 15 große Schiffe waren dem Gegner abgenommen, und die Beute von einer Million in Goldbarren konnte die Reichsbank zu jener Zeit besonders gut gebrauchen. Wo sind hühner gestohlen? Wer kann Angaben machen? In der Nacht zum 25. Februar. gegen.20 Uhr, flüchtete auf der Schürbankstraße in Gerthe ein Radfahrer vor einem ihm entgegenkommenden Schutzvolizeibeamten, ließ ein Fahrrad im Stich und entkam unerkannt durch die Gärten. Auf dem Gepäckträger des Rades befanden sich in einem Sack 6 lebende und 2 tote Hühner und zwar 5 weiße, 1 schwarzes, 1 schwarzgraues und 1 gelbweißes Huhn. die offenbar aus einem Diebstahl herrühren. Das Fahrrad ist ein älteres Herrenrad mit schwarzem Rahmen, gelben Felgen, englischer Lenkstange mit roten Griffen. Das Vorderrad hat rote und das Hinterrad graue Bereisung. Der Radfahrer ist ca. .75 Meter groß und schlank. Er trug Gamaschen oder Stiefel, einen hellen Mantel und einen dunklen. gelblichen Hut, den er ebenjalls zurückgelassen hat. Beachtet und benutzt die in den Straßen und Anlagen autgestellten Papierkörbe Wie wird das Wetter? Wettervorhersage für Donnerstag: Bei leichtem Morgennebel tagsüber wolkig, noch geringe Niederschläge, etwas Schnee im Bergland. Temperaturen in der Nacht unter 0 Grad. über Tag ansteigend bis auf 4 bis 5 Grad bei Winden aus westlichen Richtungen. Wettervorhersage für Freitag: Meist trocken. aber mild, bei Winden aus West, des Nachts liegen die Temperaturen noch um 0 Grad. Wahrscheinliche Weiterentwicklung: Bei unveränderten Temperaturen keine wesentliche Aenderung. Der Kurier des Zaren der gewalfigste aller Fürne ab 28. 2. im Gloria-Theater Hand-, Wasser- u. Elektro- WIDEF Waschmaschinen Krksch in allen Preislagen in größter Huswahl bei Castrop. Münstersir. 21 Pshrrrtz •2•-.40 Etwas, das immer angenehm unter der täglichen Post auffällt. ist der schön gedruckte Briefbogen! E Maria Gründgens Lembele Abgeschlossene Etage, 5 Zimmer, zum 1 April zu vermieten.(10 Grafe, Castrov=R. 1. Frohlinder Straße 60. Wohnung, evtl. geteilt. zu vermieten. Wittener Straße 161. 2 Zimmer= Wohnung in der Altstadt. zum 1. 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