„„ Far Casiropskauker aiie ungeu Se. Johng Hostrader Zeiung Rauxeler Neueste Nachrichten Bladenhorster Tageblatt Vo, 9 In Fosthezeagrels 2 gMl nonatich zusoriche konnen der Eihrungen im Erscheinen intolge voderer Gewal. uichi geltell verten Feus und Verlag, Getag, Scmis, 2. Hateov=Nautel Kofts Prus, in Cakrov=Kaurel Welter in Caktrop=Kauzel. DA. 1. 36 1915. Sa.=Nr. 2151 Cestrop. Anzeigenpreis: 1 mm doch und 22 mm breit geizgg Fnatz erzeigen 1 um„geg und 22 um breiszgscheflnsen, 2g6zz gl den vom W. 9. D. W. herauszegebenen„Nichtlinsen, 3. Jt., Bil: Preislitzte Nr. 2 Für Flauwünsche guch für die dur g. gezolereheg * Vlauwünsche, auch für die durch Fern aufgegebenen, sowie für undeutlich geschriebene Aufträge wird keine Gewähr bernommen Schluß der Anzeigen=Annahme 4 Uhr nachm tags zuvor Erfüllungsort u. Gerichtskand Castrop=Rauxel. Nr. 47 Montag, den 17. Jebruar Die Automobilausstellung ist eröffnet Erozsnlung dee Rulonsonlausstenluug der Kraswogenpres.Zegnsiag is seif zur ge erpeodie sautheische Hummd n Vetulichen dub. Berlin, 15. Februar. Mit einer großangelegten, für die ganze Industrie richtungwersenden Rede eröffnete heute mittag der Führer und Reichskanzler in der Halle I des Ausstellungsgeländes am Kaiserdamm die Internationale Automobil= und Motorrad= Ausstellung Berlin 1936. Der Feier wohnten die Reichsregierung, fast das gesamte Diplomatische Korps, die Reichsund Gauleiter, zahlreiche Staatssekretäre, namhafte Vertreter der SA., der SS. und des RSKK sowie anderer Gliederungen der Partei, viele Offiziere der Wehrmacht und Vertreter der Industrie. der Wirtschaft und des Handels bei. Die ganze Umgebung des Ausstellungsgeländes steht seit den frühen Morgenstunden im Zeichen dieses großen wirtschaftlichen Ereignisses. Tausende von Kraftwagen haben alle den Funkturm zum Ziel. Der Führer inmitten der Werksangehörigen Während sich der Ehrenraum immer mehr mit den Gästen füllt, waren Männer der Motorabteilung des RSKK. mit ihren Sturzhelmen aufmarschiert, um vom Kaiserdamm ab Spalier zu bilden und zugleich die Zehntausende zählenden Zuschauer zurückzuhalten. Ein Kraftschützenzug hat vor der Halle I mit Fahnen Aufstellung genommen. Lange vor der angesetzten Zeit künden Heilrufe vom Kaiserdamm aus die Ankunft des Führers. Vor der Halle wird der Führer vom Korpsführer Hühnlein und dem Präsidenten des Reichsverbandes der Deutschen Automobilindustrie, Allmers, begrüßt. Unter den Klängen des Präsentiermarsches schreitet der Führer in Begleitung des Korpsführers Hühnlein die Front der angetretenen RSKK.=Formationen ab. Kurze Zeit verweilt der Führer vor der Halle. Er winkt dann ein kleines Mädchen heran, daß ein Blumensträußlein für den Führer bereitgehalten hatte und durch die Sperre nicht durchgelassen worden war. Unmittelbar am Eingang übergeben einige BDM.=Mädel dem Führer ebenfalls Blumensträuße. In der Vorhalle waren Werksangehörige zahlreicher an der Ausstellung beteiligter Firmen in ihren blauen Arbeitskitteln angetreten. Jeden einzelnen in der ersten Reihe begrüßt der Führer mit Handschlag und geht dann mitten in die blaue Schar der Werksangehörigen hinein, um sich kurz mit diesem und jenem zu unterhalten. Dann wendet er sich nach der anderen Seite der Halle und begrüßt hier ebenfalls die angetretenen Werksangehörigen. Ein brausendes Heil folgt ihm nach, als er den Ehrenraum betritt, und nochmals donnert ihm ein Heil nach, als der persönliche Adjutant des Führers, Obergruppenführer Brückner, sämtlichen angetretenen Werksangehörigen die Einladung des Führers zu einem Besuch in der Reichskanzlei übermittelt. Der Badenweiler Marsch klingt auf, die 3000 Ehrengäste erheben sich von ihren Plätzen, als der Führer erscheint und seinen Platz einnimmt. Das Philharmonische Orchester intoniert den Huldigungsmarsch von Liszt und leitet über zur Begrüßungsansprache des Präsidenten der Deutschen Automobilindustrie, Geheimrat Allmers. Begrüßungen geben. Das Tempo des Verkehrs und damit des menschlichen Lebens ist schneller geworden. Kontinente werden in Tagen miteinander verbunden. Wüsten haben ihre Schrecken verloren, die tote Zeit qualvoller Reisen wird abgekürzt und damit einer nützlichen Verwertung freigemacht Ungeheuere neue Industrien sind entstanden Physik und Chemie arbeiten Hand in Hand, technische Forderungen aufzustellen und ihrer Erfüllung die materialmäßige Voraussetzung zu geben. Der Motor erfordert nicht nur neue Metalle und Legierungen infolge der besonderen Bedingungen seiner Konstruktion, sondern neue Kraftquellen für seinen Betrieb, und wie immer, beginnt sich damit die Sorge der Menschheit mit den Fragen der notwendigen Rohstoffe zu beschäftigen. Wenn einst in grauester Vorzeit Weidegründe oder Salzquellen bestimmend wurden für den Lebensweg und damit das Lebensschicksal einzelner Stämme, und später Eisenoder Metallvorkommen das politische Handeln der Völker beherrschten, dann sind es heute Kohle und Oel, die als unersetzbare Lebensgüter die Richtungen unseres politischen und wirtschaftlichen Denkens bestimmend beeinflussen. ... um dem schnellen Vergessen entgegenzutreten! Nachdem der Präsident des Reichsverbandes der Deutschen Automobilindustrie, Allmers, ein Sieg=Heil auf den Führer ausgebracht hatte, richtete der Werksangehörige Senftleben im Namen der Werksangehörigen aller Betriebe der Automobilindustrie das Wort an den Führer. Dann sprach der Rennfahrer von Brauchitsch. Mit starkem Beifall empfangen, betrat der Führer und Reichskanzler das Rednerpodium. Die Ansprache des Führers Ve uan Eisenbahnen, die Oonstruk Der Führer führte aus: Männer und Frauen! Seit ich zum ersten Male die Ehre hatte damals noch im Auftrage des verewigten Herrn Reichspräsidenten— die deutsche internationale Automobilausstellung in Berlin zu eröffnen, sind drei Jahre vergangen. Am 11. Februar 1933 sprach ich die Hoffnung aus, daß es dem Zusammenwirken aller verantwortlichen Stellen gelingen würde, gerade auf dem Gebiet unseres nationalen wirtschaftlichen Lebens eine Befruchtung zu erreichen, auf dem wir— gemessen an dem Stande der übrigen Welt— am meisten zurückgeblieben waren. In dem heute überblickbaren wirtschaftlichen Entwicklung der Menschheit bemerken wir fortgesetzt das abwechselnde Vorherrschen bestimmter Produktionen, die ihren Epochen einen besonderen und bemerkenswerten Charakter verleihen. Bedürfnisse entstehen, suchen und finden ihre Befriedigung, um neuen Bedürfnissen und ihrer Erfüllung Platz zu machen. Es gab Zeitalter, in denen die menschlichen Arbeitskräfte vorwiegend in einem übergroßen Ausmaß für gewaltige Bauwerke eingesetzt wurden, in anderen wieder beschäftigte sie die Wirtschaft in der handwerklichen Herstellung von bestimmten Gütern des Friedens oder Sachen des Krieges. Neu erschlossene Gebiete wieder verlagern die menschliche Arbeitskraft auf die Bewältigung des Handels und damit des Verkehro Die Manufakturen des 18 Jahrhunderts gehören genau so zum Bilde diese Zeit. wie ein halber Jahrhundert später bereits der Bau von Eisenbahnen, die Konstruktion von Lokomotiven und Waggons den Beginn einer neuen Epoche ankündigten. Dann wieder ist es die moderne Beleuchtungstechnik, die ungeahnte wirtschaftliche Entwicklung in sich birgt. Die Elektrizität beginnt ihren Siegeszug. Sie befruchtet die Industrien der Völker. Der Motor in der Weltwirtschaft Seit vor ungefähr 50 Jahren ein Deutscher einen wesentlichen, weil erfolgreichen Anstoß zur Befriedigung der alten Sehnsucht nach einem selbstbeweglichen Wagen durch seine Erfindungen gegeben hat, erobert sich die Motorenfabrikation in einem ungeahnten und kaum vorstellbaren Ausmaß ihre dominiexende,„Stellung in der heutigen Weltwirtschaft. Das Pferd und der Büffel, die seit vielen Jahrtausenden der menschlichen Entwicklung ihre animalische Zugkraft liehen, werden abgelöst durch die Maschine. Im Motor erhielt die Menschheit jene bewegliche und überall einsetzbare Kraft, die zu einer der entscheidensten Umwälzungen geführt hat, die wir seit Beginn des menschlichen Kulturlebens feststellen können. Auf wie viele Gebiete die Motorisierung anregend, befruchtend oder wohl auch revolutionär umgestaltend gewirkt hat, vermag man kaum auf den ersten Blick zu ermessen. Die Entwicklung des Kraftwagens und die dadurch inspirierte, ja überhaupt erst ermöglichte Erfindung des Flugzeuges haben dem menschlichen Verkehr nach der Einführung der Eisenbahn einen im Gesamtausmaß noch gar nicht absehbaren Impuls geWie lähmend war es daher für uns alle, daß das deutsche Volk, das seinem ganzen Wesen, seiner Entwicklung und seinen Lebensnotwendigkeiten nach zu den ersten wirtschaftlichen Faktoren der Welt gerechnet werden muß, gerade auf dem so ausschlaggebenden Gebiet der Motorisierung gegenüber der anderen Welt in einen großen, ja geradezu schmählichen Rückstand gekommen war. Es lag in der Atmosphäre der hinter uns liegenden traurigen Zeit des korrupten Verfalls, ein solches Geschehen als etwas gottgegebenes und natürliches hinzunehmen oder womöglich mit dem Hinweis auf eine eben gerade auf dem Gebiet vorhandene mindere Veranlagung und Befähigung des deutschen Volkes zu rechtfertigen. Es gibt ja nichts Einfacheres, als die Minderwertigkeit eines Regimes in einen Minderwertigkeitskomplex der Regierten zu verwandeln. Es scheint mir nun gerade am heutigen Tage zweckmäßig zu sein, schon um dem schnellen Vergessen der Meuschheit entgegenzutreten, die Punkte herauszustellen, die psychologisch verantwortlich waren für den trostlosen Verfall unserer Motorund damit Verkehrswirtschaft überhaupt, d. h. also jener Wirtschaft, die zurzeit als die gewaltigste Industrie anzusprechen ist und die damit dieser unserer heutigen Zeit den besonderen und charakteristischen Stempel aufzuprägen berufen ist. .. jeder menschliche Fortschritt nimmt den Ausgang von wenigen Einzelnen 1. Verantwortlich für diesen Verfall war auf Seiten des Verbrauchers die aus der sozialdemokratischen Gleichheitstheorie stammende Auffassung einer notwendigen Entwicklung der Menschheit zum Primitiven, um auf diesem Wege durch die Proletarisierung des Lebensniveaus aller die mögliche einheitliche Ebene finden zu können. Diese mehr als primitive Tendenz ging von der beschränkten Auffassung aus, daß er menschliche Fortschritt seine Wurzeln in der kollektiven Masse besitze und mithin auch als kollektive Erscheinung zu werten oder abzulehnen sei. Tatsache ist aber, daß jeder menschliche Fortschritt, geistig und sachlich gesehen, den Ausgang nimmt von wenigen Einzelnen. Geistig, indem nur aus der Phantasie Einzelner die Erfindung kommt und nicht aus dem Querschnitt einer kollektiven Anstrengung. Sachlich, indem jede menschliche Erfindung, ganz gleich ob in ihrem Wert erkannt oder verkannt, zunächst immer als ein zusätzlicher Genuß des gewohnten Lebens erscheint und damit als ein Luxusartikel für einen mehr oder weniger beschränkten Kreis. Nicht einmal, sondern leider sehr oft ist es sogar möglich, daß dieser Kreis von der lieben kollektiven Mitmenschheit sogar noch als verrückt angesehen wird, wie dies bei unseren großen Erfindern Benz und Daimler ja auch tatsächlich der Fall war. Es ist daher eine wirklich fortschrittliche Entwicklung nur möglich unter der Voraussetzung der Respektierung der individuellen Schöpferkraft, wie der ebenso individuellen geistigen Aufnahme= bezw. materiellen Abnahmefähigkeit. Es ist kein Beweis für die Unrichtigkeit, sondern nur der Beweis für die Richtigkeit dieser Behauptung, wenn sich der marxistische Staat, um auf seinen geistigen Kollektiv=Krücken der Menschheit langsam nachhumpeln zu können, praktisch von den individuell organisierten Volkswirtschaften die einzelnen Ingenieure, Konstrukteure, Betriebsleiter und Inspektoren, Chemiker usw. ausborgt, um mit ihrer gütigen Beihilfe seine originalmarxistische Wirtschaft aufzuziehen. Denn damit wird ja nur bewiesen, daß ebenso wie die andere Welt ohne den Bolschewismus ihre Kultur zu erreichen vermochte, der Bolschewismus ohne die Hilfe der anderen Welt selbst als komAmerikas neueste Kriegomaschine In Anbetracht des wachenden Wettrütens=Pef= Tanz, den wit int Biülde seden, sang unterholb munistische Eigenerscheinung nicht bestehen könnte. Diese Erkenntnis ist wichtig, weil die intensive Förderung gerade unserer modernsten Verkehrswirtschaft abhängig ist von der vollen Freizügigkeit eines Volkes, sich ihrer zu bedienen, und zwar nicht nur von der gesetzlichen, sondern vor allem auch von der psychologischen Freizügigkeit. Es ist so wenig asozial, sich einen Kraftwagen zu kaufen, als es einst asozial gewesen war, sich statt der herkömmlichen geölten Haut ein modernes Glas in sein Fenster einzusetzen. Die Entwicklung einer solchen Erfindung geht zwangsläufig noch im praktischem Gebrauch von einigen wenigen aus, um dann immer größere Kreise zu ziehen und allmählich doch alle zu erfassen. Es war daher kein Zufall, daß den niedrigsten Prozentsatz an Kraftwagen neben dem kommunistisch=marxistischen Sowjetrußzland das damals ebenfalls marxistisch regierte Deutschland aufwies. Die Luxus=Besteuerungstheorle 2. Da auf die Dauer die Ideologie der Masse nicht ewig im Gegensatz stehen kann und wird zur Ideologie der Regierenden und umgekehrt, war es nur zu verständlich, wenn aus dieser gemeinsamen Wurzel der Unkenntnis und Unvernunft heraus die Regierenden entsprechend der marxistischen Primitivs=Theorie auch ihrerseits das Automobil als etwas nicht Notwendiges und damit als etwas Ueberflüssiges ansahen und demgemäß besteuerten. Ein kapitaler Denkfehler übrigens, aus dem zu ersehen war, wie sehr auch unsere bürgerliche wirtschaftliche Einsicht bereits versagt. Denn die sogenannte LuxusBesteuerungs=Theorie ist überall dort ein Unsinn, wo nach aller menschlicher Voraussicht der Luxus ein Allgemeingut zu werden verspricht. Man soll vor allem nicht jene Produktionen besteuern, die noch in der Entwicklung begriffen sind, sondern solche, deren Entwicklung ersichtlich schon als abgeschlossen gelten kann. Daß man dann aus einem so falschen Denken heraus alle jene besonderen Maßnahmen vernachlässigte oder überhaupt unterließ, die geeignet sein konnten, die Entwicklung dieser so unerhört erfolgversprechenden und aussichtsreichen Industrie zu fördern, braucht kaum noch erwähnt zu werden. Finanzamt und Polizeidirektionen arbeite. ten gemeinsam an der möglichst gründlichen Erdrosselung und Ausrottung der deutschen Kraftverkehrsentwicklung und damit der Kraftverkehrswirtschaft, und es ist ihnen— dieses Kompliment kann den marxistisch=zentrümlichen Regierungen nicht vorenthalten werden— der gemeinsame Angriff wunderbar gelungen. (Heiterkeit.) Während in Amerika rund 23 Millionen Kraftwagen fuhren und jährlich—4 Millionen neue fabriziert wurden, gelang es den vereinten Bemühungen dieser Volks- und Staatsführungen, die Zahl der Kraftwagen in Deutschland auf knapp 450 000 zu beschränken und die Fabrikationsziffer im Jahre 1932 auf 46000 herabzusenken. 3. Die Wirtschaft selbst. Wenn es schon schlimm war, daß die Volks= und Staatsführungen, von solchen Vorstellungen beherrscht, für die Entwicklung der Motorisierung kein Verständnis aufbrachten, dann war es aber mindestens ebenso schlimm, daß die deutsche Wirtschaft, wenn auch vielleicht unbewußt, sich dennoch ganz ähnlichen Gedanken ergab. Preisgestallung der Keastwagen Sie wurde sich daher auch nicht ganz klar, daß der Kraftwagen ein Instrument der Allgemeinheit werden muß, oder daß sonst die um ihn schlummernde allgemeine Entwicklungsmöglichkeit ausbleibt. Der Kraftwagen ist entweder ein kostspieliges Luxusobjekt für einzelne Wenige und damit für die gesamte Volkswirtschaft auf die Dauer nicht tragbar oder er soll der Volkswirtschaft wirklich den gewaltigen Auftrieb geben, zu der er seinem ganzen Wesen nach befähigt ist, und dann muß er vom Luxusobjekt einzelner Weniger zum Gebrauchsobjekt für alle werden. (Lebhafter Beifall.) Und hier ist sich die deutsche Kraftwirtschaft— und ich befürchte fast— auch heute noch nicht allgemein— nicht ganz im klaren gewesen darüber, daß die Gesamtentwicklung der deutschen Kraftwagenfabrikation nur dann eine wirklich erfolgreiche sein kann, wenn sie in ihrer Preisgestaltung gleich läuft mit dem Einkommen der von ihr zu erfassenden Käuferschichten.(Lebhafte Zustimmung.) Die Frage nach der Zahl der Kraftwagen, die Deutschland vertragen kann, ist sehr einfach zu beantworten. a) Der Wunsch nach dem Kraftwagen ist in unserem Volke zumindest genau so lebendig wie in jedem anderen, ja ich möchte geradezu sagen, daß die Sehnsucht nach ihm, weil er unserem Volke vorenthalten wird, sich bei uns besonders eindrucksvoll zeigt. Den besten Beweis dafür sehen Sie, meine Herren, in den enormen, einzigartigen Besucherzahlen gerade dieser Ausstellungen. Sie sind die schärfste Widerlegung der Auffassung jener, die noch vor wenigen Jahren glaubten, auf diese Ausstellungen, weil doch belanglos und uninteressant, überhaupt verzichten zu können. Das deutsche Volk hat genau dasselbe Bedürfnis, sich des Kraftwagens zu bedienen, wie, sagen wir, das amerikanische. Es ist oberflächlich, für Amerika die Zahl 3 oder 24 Millionen Kraftwagen als natürlich und verständlich anzusehen und für Deutschland die Zahl von 5- oder 600000, wobei das deutsche Volk zahlenmäßig etwas mehr als die Hälfte der Bevölkerung der Nordamerikanischen Union ausmacht. Nein, die volkliche Bedingung ist auch in Deutschland gegeben. b) Die Voraussetzung für die Erfüllung dieses Wunsches kann aber keine andere sein wie in der übrigen Welt: d.., der Preis des einzelnen Wagens muß dem Einkommen seines möglichen Käufers entsprechen. Das heißt also: es wird Menschen geben, die in der Lage sind, 20000 Mark und mehr für einen Kraftwagen zu opfern, weil ihr Einkommen ein entsprechendes ist, aber ihre Zahl wird nicht sehr groß sein. Die Senkung der Kosten auf 10000 Mark ergibt schon eine viel größere Zahl von entsprechend Kauffähigen. Und die Senkung der Wagenkosten auf 5000 Mark mobilisiert wieder eine größere Schar von dafür geeigneten Einkommensträgern, d. h. also: wenn ich in Deutschland auf einen Kraftwagenbestand von 3 oder 4 Millionen zu komden hoffe, dann müssen der Preis und die haltungskosten dieser Kraftwagen eine ähnliche Staffelung aufweisen wie die Einkommen der 3 oder 4 Millionen der dafür in Frage kommenden Käufer.(Starker Beifall.) Ich empfehle der deutschen Kraftverkehrswirtschaft, sich einmal von diesen Gesichtspunkten aus ein Bild über das Einkommensverhältnis der 4 oder 5 Millionen bestgestellten Deutschen zu verschaffen und sie werden dann verstehen, verstehen, weshalb ich mit rücksichtsloser Entschlossenheit die Vorarbeiten für die Schaffung des deutschen Volkswagens durchführen lasse und zum Abschluß bringen will, und zwar, meine Herren, zum erfolgreichen Abschluß.(Stürmischer Beifall.) Ich zweifle nicht, daß es der Genialität des damit betrauten Konstrukteurs sowie der späteren Produzenten in Verbindung mit höchster na ionalwirtschaftlicher Einsicht aller der daran Beteiligten gelingen wird, die Anschaffungs=, Betriebs= und Erhaltungskosten dieses Wagens in ein tragbares Verhältnis zum Einkommen dieser breiten Masse unseres Volkes zu bringen, wie wir dies in Amerika in einem so glanzvollen Beispiel bereits als gelungen gelöst sehen können. Der Volkswagen und der teuere wagen Es ist dabei ein bedauerlicher Irrtum, wenn irgend jemand meint, daß eine solche Entwicklung die Käufer der besseren und teueren Wagen nach unten zum Volkswagen hin verschieben wird. Nein, meine Herren, dieser Wagen wird eine neue Mobilisierung von Millionen durchführen, aus denen Hundert ausende entsprechend der fortschreitenden Hebung ihres Lebensniveaus den Weg zum besseren und schöneren Wagen nur um so leichter dann finden werden(Beifall). Der Ford=Wagen hat nicht die besseren und teueren Automobile Amerikas verdrängt, sondern im Gegenteil, er hat die enormen Massen amcrikanischer Käufer erst aufgelockert und mobilisiert, die später gerade auch den teureren Fabrikaten zugute gekommen sind. Indem wir also für einen neuen deutschen Volkswagen zwei oder drei Millionen Käufer finden werden, wird ein Teil schon im Laufe ihrer Lebensentwicklung ganz natürlich von selbst zum teureren, weil besseren Wagen übergehen. Ein großer Teil wird nie einen teureren Wagen zu kausen in der Lage sein. Nicht aber, weil er dem Herrn Fabrikanten Soundso keinen Gefallen erweisen möchte, sondern weil er seines bescheidenen Einkommens wegen dies nicht kann. Diese Millionenzahl aber einfach deshalb vom Genuß eines solchen modernen Verkehrsmittels überhaupt auszuschließen, weil man nicht Gefahr laufen will, daß von den 2 oder 3 hunderttausend besser Situierten sich vielleicht einige dann den billigeren Wagen kaufen könnten, würde nicht nur menschlich unanständig, sondern auch wirtschaftlich unvernünftig sein.(Lebhafte Zustimmung.) Denn dies heißt dann nichts anderes als die gewaltigste Wirtschaftsentwicklung für unser Volk und unser Land aus ebenso eigensüchtigen wie kurzsichtigen Erwägungen künstlich abstoppen. Ich weiß, daß ich der deutschen Wirtschaft damit eine sehr große Aufgabe stelle, aber ich weiß auch, daß der Deutsche nicht weniger fähig ist als irgend jemand anderer auf der Welt. Und Dinge, die an einem Platz der Erde gelöst worden sind, müssen auch in Deutschland ihre Lösung finden können.(Zustimmung.) Im übrigen wird gerade der port in große Teile unseres so armen Europas überhaupt nur möglich sein, wenn wir zu einer ganz neuen Preisgestaltung kommen, die ihrerseits wieder abhängig ist von der Höhe der Produktionsziffer, die wir im eigenen Land erreichen. Die Registratoren unserer Rot! Auch ein anderer Grund zwingt uns, die Ausgaben unseres deutschen Volkes in eine Richtung zu führen, die nationalwirtscha tlich für uns erträglich ist. Es hat ja früher einmal eine Zeit gegeben, in der es als nicht sehr anständig galt, einem Menschen sein bescheidenes Einkommen oder gar die Not vorzuhalten, die ihn bedrückte. Mit fortschreitender Zivilisation kennen wir heute Journalisten und Polititer anderer Völker, d. h. sie gehören ja meistens einem hierfür besonders erwählten Volke an, die uns fast jeden Tag mit schadenfroher Eindringlichkeit die leider nur zu bittere Wahrheit vorhalten, daß wir ein armes Volk von Hungerleidern sind, dem der liebe Gott seine sondere und verdiente Züchtigung dadurch zuteil werden läßt, daß er ihm abwechslungsweise Butter, Margarine, Schmalz, Eier usw. entzieht.(Heiterkeit.) Sachlich haben natürlich diese Registratoren unserer Not ohne Zweifel recht. Wir sind zuviel Menschen auf einem zu kleinen Lebensraum. Es fehlen uns Kühe und Schweine und Schafe usw., aber nur weil uns der Grund zu ihrer Erhaltung fehlt. Was der deutsche Bauer und Landwirt aus unserem Boden herausholt, grenzt einfach an das Wunderbare. Allein umsomehr sind wir verpflichtet, die Ausgaben des deutschen Volkes weniger durch Belehrungen zu regulieren als durch die Schaffung eines natürlichen Anreizes. Wenn einige Millionen unseres Volkes sich bei dem Konsum von nicht ganz notwendigen Lebensmitteln etwas einschränken würden, um ihre Kaufkraft auf ein Gebiet hinzulenken, auf dem wir sie volkswirtschaftlich ohne weiteres befriedigen können, dann würde dies manche Schwierigkeiten unserer Ernährung sofort beseitigen. Ich sehe in der Erzeugung eines der breiten Masse von zwei oder drei oder vier Millionen Menschen erreichbaren Wagens und in der Sicherstellung einer tragbaren Erhaltung desselben eine auch von diesem Gesichtspunkt aus nationalwirtschaftlich schwerwiegende Tat. Und, meine Herren, glauben Sie mir, die Schwierigkeiten, unter denen heute die ganze Welt wirtschaftlich zu leiden hat, können nur beseitigt werden, wenn an die Stelle einer ebenso oft unvernünftigen wie rücksichtslosen Wahrnehmung eigener Interessen die größere Rücksicht auf die Gesamtinteressen tritt. Denn letzten Endes wirkt sich gerade dies, indem der Nutzen ja doch allen zugute kommt, auch für den Einzelnen erfreulich aus. Wohin eine Nationalwirtschaft gerät, wenn dieser größere Blick verlorengeht, das haben gerade Sie, meine Herren von der deutschen Automobilindustrie noch vor vier Jahren am eigenen Leibe gespürt; wollen wir uns alle gemeinsam dies ein warnendes Beispiel sein lassen und eine Mahnung für die Zukunft. Der nationalsozialistische Wirtschaftsgedanke ist entweder in Deutschland erfolgreich oder die deutsche Wirtschaft als solche würde allmählich erlahmen, so wie wir dies vor wenigen Jahren ja erlebt haben. Ich glaube aber, meine Herren, daß wir gerade angesichts unserer heutigen Jahresschau der deutschen Automobilproduktion mit stolzer Zuversicht an die uns gestellten Aufgaben herantreten dürfen. Denn was ist in diesem Jahre nicht wieder in Deutschland geleistet worden, und zwar, meine Herren, dank der nationalsozialistischen Staats= und Wirtschaftsführung und vor allem dank der nationalsozialistischen Gesinnung, die unser Volk trotz der verständlichen Hoffnungen unserer Feinde ergriffen hat.(Begeisterte Zustimmung.) Vergleichen Sie die rein wirtschaftlichen Erschütterungen und ewigen Kämpfe anderer Länder mit dem ruhigen Frieden unserer eigenen nationalen Produktion. Vergessen Sie nicht, meine Herren, das große Verdenst, das neben all Ihren eigenen Fähigkeiten der Genialität unserer Erfinder, Techniker, Chemiker, unserer Betriebsführungen und unserer Geschäftsleute, jedem deutschen Arbeiter zukommt, der in der Erkenn nis der Lage unseres Volkes und unserer Wirtschaft seine ausgezeichnete, ja oft einzigartige Kraft und Geschicklichkeit finanziell so bewertet, daß man wirklich von einem nationalsozialistischen Idealismus sprechen kann und muß.(Erneuter starker Beifall.) Denn diese glanzvolle Automobilschau ist nicht nur ein glanzvolles Dokument unseres motortechnischen Könnens, sondern ein ebenso glänzendes Dokument der wirtschaftlichen Vernunft und Einsicht der daran Beteiligten, eine Leistung unseres national=wirtschaftlichen inneren Friedens. Und wenn uns für die Zukunft ganz große Aufgaben gestellt sind, meine Herren, dann dürfen wir an ihrer Erfüllung umsoweniger zweifeln, als das heute Geschaffene uns das höchste Recht gibt, eine solche Hoffnung zu hegen. Zwei Momente möchte ich hier nur besonders herausgreifen: 1. Die Not der deutschen Brennstoff=Versorgung. deren ausschlaggebende Bedeutung wir in der Jetztzeit gerade auch politisch ermessen können, kann als überwunden angesehen werden. Der Weg zum deutschen Brennstoff ist frei.(Stürmischer Beifall.) Gerade auf diesem Gesamtgebiet haben unsere Chemiker und Erfinder wahrhaft Bewunderungswürdiges geschaffen. Und vertrauen Sie auf unsere Entschlußkraft, dieses theoretisch Geschaffene praktisch zu verwirklichen. 2. Sie finden in dieser Ausstellung zum ersten Mal Reifen aus deutschem synthetischen Gummi. Und ich bin glücklich. Ihnen und dem deutschen Volk hier mitteilen zu können, daß die Erprobungen, die von der Wehrmacht seit ungefähr einem Jahr vorgenommen worden sind, zu dem Resultat führten, daß dieser synthetische Gummi den natürlichen Roh-Gummi an Dauer und Haltbarkeit um 10 bis 30 v. H. übertrifft.(Langanhaltender, stürmischer Beifall.) Was sonst noch an Neuem und Schönem uns durch diese Ausstellung gezeig: wird, kann das deutsche Volk in wenigen Stunden besehen. Was es vielleicht aber nicht sehen wird, ist der unendliche Fleiß und sind die unermeßlichen Anstrengungen, die hinter einer solchen Gemeinschaftsleistung stehen. Und was es vielleicht nicht sehen wird, das sind vor allem aber die hunderttausende deutscher Familien, die daraus das tägliche Brot erhalten. An sie vor allem möchte ich als der Führer des deutschen Volkes alle anständigen Deutschen erinnern, wenn sie sich im einzelnen die Frage vorlegen, ob und welchen Wagen sie sich kaufen sollen.(Beifall.) Die Regierung wird ihre Gesamteinstellung dem Kraftwagenverkehr gegenüber beibehalten. Der nationalsozialistische Staat wird die gestellte Aufgabe mit allen seinen Kräften unterstützen. Er wird die Produktion nach allen Möglichkeiten ördern, die Haltung der Wagen zu erleichtern trachten, den deutschen Betriebsstoff dafür steigern und sicherstellen und die notwendigen Straßen bauen. Dies ist unser altes Programm aus dem Jahre 1933 und wird es für die Zukunft bleiben. Sehen wir nun, was aus diesem Programm gewachsen ist. Indem ich Ihnen allen, die Sie an diesem großen Werk beteiligt sind, oder als todesmutige Fahrer für unsere Wagen und Motorräder die großen internationalen Trophäen errangen, danke, erkläre ich, so schloß der Führer unter langanhaltendem Beifall, die Deutsche Internationale Automobil=Ausstellung in Berlin 1936 für eröffnet. Der erste Rundgang Die Rede des Führers wurde mit einem Beifallssturm aufgenommen. Auch an ihren Höhepunkten erfolgten stürmische Kundgebungen. Während das Lied der Deutschen und der Freiheitsgesang Horst Wessels erklingt, öffnet sich langsam der Riesenvorhang, der den Versammlungsraum von der eigentlichen Autohalle trennt, und gibt den Blick frei in die Ausstellung, die Zeugnis ablegt vom Erfindungsgeist der Techniker und Konstrukteure und von deutscher Wertarbeit. Unter den Klängen des Liedes„Flieg, deutsche Fahne, flieg!" betritt der Führer in Begleitung des Präsidenten des Reichsverbandes der Automobilindustrie, Allmers, gefolgt von seiner näheren Umgebung, die Autohalle zur Besichtigung. Sie fühlen die vene Feit im Zweierbob Sie fuhren die beste Zeit im Ein Bildtelegramm des Bobs„Schweiz 2“ mit Feierabend=Beerli. der im zweiten Rennlauf der Zweierbobkämpfe am Freitag mit:20.31 die beste Zeit des Tageo fuhr. In der Gesamtzeit der beiden ersten Rennläufe zeigte sich jedoch„Amerika 1“ überlegen.(Scherl, M. Montag, den 12. Februar 1936 8 PPTAAI OPAS DPST — ee e b e Ein Tatsachenberichl von H. Timmermann Copyright by Knorr u. Hirth. O. m. b.., München 1935 12. Fortsetzung von Colombes hatte beDie Sonnenschlacht Sounen„.., Mtu#n ma, bis Nusalagephaft In den ersten Kilometern war die Angelegenheit soweit erledigt und die Medaillen verteilt, denn die drei Läuser hatten zwischen sich und die übrigen Teilnehmer einen solchen Abstand gelegt, daß von diesen zu sprechen sich nicht mehr lohnte. Allein trabten die drei Manner dahin. und außer den Schatten der Bäume, den traurig hängenden Blumen der Wiesen und den völlig verlassenen Häusern hatten sie so gut wie keine Zuschauer Höchstens daß ihnen aus verglasten Augen die Beamten der Kontrollstellen verdurstet entgegenstierten oder daß die hundemüden und von nichts erschöpften Sanitätsmannschaften, die auf ihren Tragbahren herumlagen. ihnen einen leeren Blick gönnten Vom Himmel herunter ließ die Sonne ihr tödliches Licht fallen und erchlug alle Energie. Eine gigantische Leistung menschlicher Willenskraft. Unter diesem tödlichen Licht erledigten Sportsmänner aus der ganzen Welt die Aufgabe, die ihnen gestellt worden war. Junge Männer dachten nicht daran, aufzugeben, weil sie durch die Hölle laufen Dieses tödliche Lich; konnte die drei besten dieser Männer nicht ersticken Zwar warfen die ausgedörrten Felder die Hitze wütend zurück zwar flimmerte die Luft als ob sie selber taumeln müßte, zwar glich die ganze Welt einem einzigen, mitleidslosen Backosen... aber da liesen drei Läufer durch die trostlose Landschaft.„ 89116 Nurm; und sein landsmännischer Freund Ritola machten es wie immer wenn sie eine lange Strecke zusammen liefen; sie erleichterten sich die Sache und führten abwechselnd. Und Wide machte es, wie er es immer zu machen pflegte, wenn er mit den beiden eine lange Strecke lief: er blieb ihnen dicht auf den Serten" 9 Lasen Ihurt u Aber der Backosen loderte und loderte. Und unter seinem glühenden Gewölbe lichtete sich das tapfere Feld der Läufer alsbald. Die härtesten Langstreckenläufer mit dem härtesten Training. die besten Männer ihres Landes, sie begannen allmählich in dem Schweiß zu ertrinken, der literweise an ihnen herablief, und in der unnachgiebigen Luft zu ersticken, die wie glühende Lava durch ihre keuchenden Lungen schoß. Die Kövfe begannen zu sinken. Der Atem begann zu stocken Das Herz drohte zu zersoringen. Die Knie begannen zu brechen. Sie konnten kaum mehr Fuß vor Fuß setzen. Der Vorsorung der Spitzengruppe, die ihr gespenstiges Tempo beibehielt, wuchs ganz gewaltig an. Die drei einsamen Männer vorne. die durch eine anscheinend vollkommen verlassene, ausgetrocknete. feuerspeiende Landschaft trabten, waren merkwürdig anzusehen. 126.4t M Sie liesen immer noch dicht aufgeschlossen: Nurmi mit seinem beinahe maskenhaft unbeweglichen Gesicht, mit dem sanften Ausdruck seiner Augen und dem rhythmischen Auf und Nieder seiner Arme... dann der um mehrere Fahre ältere Ritola, das Antlitz schon schmerzhoft verzerrt von der furchtbaren Anstrengung und hinter diesen beiden Wide mit hochrotem Gesicht und dem berbissenen Ausdruck eines Mannes. der einem vagen Traume folgt. Sie hatten noch etwas mehr als drei Kilometer bis zum Ziel im Stadion zu laufen. Da brach das Gesicht des Schweden auf einmal wie auseinander. Der verbissene Ausdruck erlosch und eine große, fast rührende Hilflosigkeit breitete sich in seinen Zügen aus. Wieder und wieder fuhr er sich mit beiden Armen über die triesende Stirn. Dann öffnete er weit den Mund, ließ die Arme sinken— und wurde langsamer... und fiel Meter um Meter zurück... hoffnungslos. Er senkte den Kopf. Er wollte nicht sehen, wie die beiden großen Götter da vor ihm weitertrabten mit ihrer unbegreiflichen. unschlagbaren, unschlagbaren, unschlagbaren Regelmäßigkeit und traumhaften Schnelligkeit. Wide merkte kaum, daß er von zwei Läufern aus dem übrigen Feld überholt wurde, zuerst von dem Amerikaner R. E Johson und gleich darauf von dem Engländer E. Harver. Die beiden waren zwar von der Spitzengruppe noch weit entfernt gewesen, lagen aber erheblich vor dem Feld der anderen Teilnehmer. Wide war erledigt. Er hatte sich ausgegeben. um das Tempo der beiden Finnen durchzuhalten. Sechs höllische Kilometer lang hatte seine Kraft ausgereicht um mit ihnen gleichen Schritt halten zu können. Sechstausend zermürbende Meter lang hatte er die wunderbare Gewißheit, den Besten der Welt gleich zu sein. Jetzt war es aus. Weit vorne aber, unsichtbar längst für Wide, liesen die beider Freunde ihr einsames Rennen weiter. Einmal führt Nurmi. einmal führt Ritola. Und dann kommt die Minute. in der auch Ritola unter die furchtbaren Räder des Sonnenwagens gerät. Er wird langsamer. Bis zum Ziel büßzt er gegen Nurmt 85 Sekunden ein. Das entspricht einer Differenz von 500 Metern. Als Erster betritt Nurmi. vollkommen allein, das Stadion. Er sieht unwahrscheinlich frisch aus. als ob er einen Spaziergang gemacht hätte. Und die vielen Tausende von Menschen, die avathisch das Eintreffen des Siegers erwartet hatten. wurden vom Anblick dieses herrlichen Sportsmannes so fasziniert, daß sie alle Hitze und alle Müdigkeit augenblicklich vergaßen und in einen wilden Taumel gerieten. Ein ungeheurer Beifall überschüttete den Finnen. Seine Zeit war 32145,8 Minuten. Eine hervorragende Zeit für diese zehn Kilometer Gelände. Nurmi hatte schon das Zielband zerrissen, als Ritola im Eingang zum Stadion erschien und die 500 Meter lange Endbahn betrat. Nach mehr als einer Minute tauchte der Amerikaner Johnson auf, und damit waren die drei Medaillen verteilt. Die Zeit von Ritola war 34:19.4 Die Zeit von Johnson 35:21. Beide waren außergewöhnlich erschöpft. Die Zuschauer aber unter den schattenspendenden Tribünendachern und auch das olymvische französische und auch das internationale Komitee ahnten nicht. welche Tragödien sich unter den übrigen Teilnehmern ereignet hatten. Manche hatten sich unter Aufbietung ihrer allerletzten Kräfte Meter um Meter weiter geschleppt. schon halb ohnmächtig, in wahrhaft herorischer Haltung und Gesinnung, um mit ihrem Lande innerhalb der Mannschaftswertung zu bleiben. Der Hitzschlag und der Sonnenstich hatten gewütet. Umsorgt von Sanitätsmannschaften und Aerzten lagen sie längs der entsetzlichen Strecke, einem verirrten olymvischen Gedanken geopfert. Im Stadion selbst bekamen auch die Zuschauer einen klaren Begriff von der gewaltigen Ueberanstrengung. der sich die Läufer ausgesetzt hatten. Einer dieser herrlichen Sportsleute wurde kurz vor dem Ziel vom Hitzschlag getrossen und brach zusammen. Bevor aber irgend jemand von den vielen. die von allen Seiten herbeieilten, um ihm zu helfen. ihn erreicht hatte, stemmte sich der Gestürzte auf beide Ellenbogen, kam auf die Knie, richtete sich mit ungeheurer Anstrengung und Mühe wieder hoch, kam auf die Beine. taumelte, und unter der fassungslosen und verstummten Ergriffenheit der Massen schlevpte er sich weiter... in seiner halben Bewußtlosigkeit nach der salschen Seite... von überall her überschütteten ihn die Zuschauer mit verzweifelten Rufen... er schien sie verwundert zu vernehmen... drehte sich um.. brach wiederum zusammen.. richtete sich wiederum auf... taumelte wieder weiter... und endlich kroch er über die Ziellinie. Viele Zuschauer hatten diesen letzten Kampf eines Mannes mit seiner Energie und diese beinahe antike Szene nicht mitansehen können, sondern die Hände vors Gesicht genommen und fassungslos geweint. Es war vielleicht die größte Leistung. die auf diesem Olympia ein Mensch vollbrachte. Sie blieb nicht die einzige, die sich angesichts der immer mehr entsetzten Zuschauer vollzog.„ An fünfter Stelle erschien im Eingang des Stadions ein Läufer, der versuchte, sich irgendwo in der Luft anzuklammern. Statt nach links in die Bahn einzubiegen, bog er nach rechts ein. Sein Gesicht war kupferrot und seine Augen stierten auf den höllischen Boden. der unter ihm brannte. Es war der Spanier Audia, und er hatte einen schweren Sonnenstich. Wieder und wieder wurde er durch Zurufe aus dem Publikum aufmerksam gemacht, und wie im Traume reagierte er auf diese Zurufe, drehte sich wieder und wieder um, wankte im Kreise auf und ab. stürzte zusammen, raffte sich wieder auf. lief wieder im Kreise. bis er endlich endgültig zusammenbrach, bewußtlos liegen bleiben mußte und weggetragen wurde. Es war kaum mehr mitanzusehen. Man sah einen Franzosen in der Zielgeraden lang in die Bahn schlagen, er rührte sich nicht mehr, man schaffte ihn auf der Tragbahre weg Der Sieg Finnlands in der nationalen Länderwertung stand noch nicht sicher trotz der beiden ersten Plätze. die Nurmi und Ritola belegt hatten, denn noch sehlte der dritte Finne. Er erschien erst an achter Stelle im Stadioneingang. (Fortsetzung folgt.) „Schonheit der Ardei im Schlachtdekried Besuch im Schlachthof der„Weleg“ in Castrop-Kauxel Trirr klingelt der Redaktions=Fernsprecher. Das Amt„Schönheit der Arbeit" der Deutschen Arbeitsfront lädt zur Besichtigung des Schlachthofes der Westsälischen Lebensmittel=Gesellschaft ein. Samstag morgen 8½ Uhr geht es. drei Mann hoch, mit der Straßenbahn dem„hohen Norden“ zu. Mitten auf der Adolf=Hitler=Straße verlassen wir den Wagen.„„ 6 Eng „Wir sind am Ziel!“ sagt unser Führer. 2— 2—?" Von einem Schlachthof ist nichts zu sehen. „Ist es noch weit?" „Nein, wir sind da!"— 2—2—* Nur etwa zwanzig Schritte durch eine Lücke zwischen zwei Häusern, und dann stehen wir tatsächlich schon vor dem Betriebe, dem unser Besuch gilt. Es ist gerade großes Reinemachen. Aus den Schläuchen spritzen Wassermengen und treiben alles. „was nicht dahin gehört" durch ihren Druck in die zahlreichen Abläufe. So ist es schon auf dem Hofe. so ist es auch in den einzelnen Räumen in die uns nach kurzer Begrüßung der Betriebsleiter der Westsälischen Lebensmittel=Gesellschaft, Bauer, hineinführt.„ 10 976r r Man hatte uns erst um 10 Uhr erwartet, und entschuldigt sich, daß man uns noch nicht„klar Deck“ vorführen könne. Uns war es aber durchaus angenehm, daß wir in die volle Betriebsamkeit des „samstäglichen Bades“ hineingerieten, denn wir wollten ja nicht den Betrieb so sehen, wie er sein könnte, sondern so wie er ist. Hier hatte man jedenfalls die Gewißheit, daß man sich nicht um die Schaffung von„Potemkinschen Dörfern" bemüht hatte, die sonst ja bei„Beleuchtungsproben gelegentlich von Pressebesichtigungen auch heute noch nicht ganz aus der Mode gekommen sein sollen. Linker Hand am Eingang liegt das„Büro“. in dem es ganz nach emsiger Tätigkeit aussieht. Es ist gleichsam die Gehirnzentrale des ganzen Betriebes. Aber es interessiert weniger als die technischen Räumlichkeiten, die in dem hohen luftigen Geschosse zu ebener Erde und in dem darüber 1932 aufgesetzten ersten Stockwerk untergebracht sind. Was überall zunächst ins Auge springt, ist die überaus saubere und hygienisch einwandfreie Bekachelung des Fußbodens und dei Innenmauern. Wieviel weiße Glasurplatten mögen wohl zur Bekleidung der Wände der einzelnen Räume benötigt worden sein:„ängan unz e und Schinf, Im Vorratsraum hängen Würste und Schinken an langen Stangen. Sie trocknen vor, bis sie in eine der drei Räucherkammern kommen, in die wir einen Blick wersen können. nachdem die schweren, rauchgeschwärzten Türen geöffnet sind. Aus den Kammern dringt ein sich leicht kräuselnder Rauch. der ein wenig in die Augen beißt, über nicht unangenehm schmeckt. Der Nauch steigt vom Fußboden Die große Wurstküche der Westsälischen Lebensmillel-Gesellschaft aus hoch. Er kommt von einem Häuflein Buchenholzsägemehl. dem zur Erzielung des bekannten guten Aromas der westjälischen Räucherwaren Wachholder(natürlich nicht in der bekannten „flüssigen“ Form!) zugesetzt wurde. Zum Anheizen dient ein Glasflammrohr. Drei bis vier Tage hängen in diese ndurch zwei Geschosse bis zum Dach gehenden Räucherkammern die Würste, eine Woche dauert es. bis die Schinken fertig sind. Dann führt man uns in den eigentlichen Schlachtraum. den wir unseren Lesern hier im Bilde zeigen können. Er ist zwar seit dem Jahre 1934. seit der Einführung des allgemeinen Schlach:zwanges in der Stadt Castrov=Rauxel seiner eigentlichen Bestimmung entzogen. Geschlachtet wird in ihm nicht mehr. Das geschieht jetzt im städtischen Schlachthof. Aber der Raum dient nun einem neuen Zweck: er ist der Wurstjabrikazion dienstbar gemacht worden. Riesige Kochkessek. Arbeitstische. Mangmulden. Wurst= und Zerlegmaschinen füllen die große Halle. Aehnlich ist auch noch ein zweiter Raum eingerichtet, der früher allein die ganze Wurstherstellung innerhalb seiner vier Wände sich abwickeln sah. In dem Verbindungsstück zwischen den beiden Räumen ist die große Kühlanlage eingebaut. die so eingerichtet ist, daß sie sich automatisch einschaltet, wenn die Temperatur in einem der von ihr betreuten Räume über 4 Grad steigt. und ebenso auch selbsttätig wieder ausschaltet, wenn sie auf unter 2 Grad fällt. In den Kühlhallen sah man eine Schweinehälfte neben der anderen hängen. Einen besseren Beweis für die Ueberwindung der Knavvheit des Schweinefleisches konnte man sich gar nicht denken! In einer Kühlhalle war auch Gefrierfleisch untergebracht. Die fachkundige Führung. Schlachtermeister Stäger. bezeichnete es als erstklassig und machte zur Erläuterung auf dessen besonders Prima=Eigenschaften ausmerksam. Auch die bis zum Rande gefüllten Pökelbottiche zeugen mit ihrer Fülle von Fleisch und Speckstücken dafür, daß die Krisis in der Schweinefleisch= und Fettversorgung vorbei ist. Denselben Eindruck gewinnt man, wenn man die in großen Mulden der Verarbeitung zu Schmalz entgegensehenden Schweineslomen sieht. Auf Befragen hörte man von zuständiger Seite. daß die eigentliche„Schweinenot“ nur zwei Wochen dauerte und daß die weitere Verknappung dann nur auf die Unvernunft der Verbraucher, nun mit Gewalt noch einmal Schweinefleisch essen zu wollen. zurückzuführen war Zuc Zeit stehen dem Betrieb bereits wieder 60 Prozent des von ihm in der Stichprobenzeit verarbeiteten Schlachtviehes zur Verarbeitung zur Verfügung, doch könnte diese Prozentzahl schon wieder erhöht werden. Ein Viertel des Schweinefleisches wird zu Wurstwaren und Räucherschinken verarbeitet, während drei Viertel im frischen Zustande zum Verkauf gelangen. Der gute Eindruck, den die unteren Räume in ihrer Gesamtheit wie in allen Einzelheiten auf den Beschauer machen, wird in den„Abteilungen“ des oberen Stockwerkes noch verstarkt. Auch hier findet man überall die gleiche Sauberkeit und Zweckmäßigkeit. Sie dienen in der Hauptsache der Lufttrocknung der Wurstwaren und dei Aufbewahrung der Fertigfabrikate bis zur Ueberführung in das Zentral=Lebensmittellager oder in eine der hiesigen acht Fleischverkaufsstellen der Westfalischen Lebensmittel=Gesellschaft. Weiter ist hier auch ein recht behaglich eingerichteter Aufenthaltsraum für die unverheirateten Gefolgschaftsangehörigen eingerichtet, die im Betriebe verpflegt werden Er entspricht in allem den Anforderungen der Richtlinien, die das Amt „Schönheit der Arbeit“, der Deutschen Arbeitsfront ausgestellt hat. Das gleiche ist zu sagen, von der großen mit Badewanne und mehreren Brausen ausgestatteten„Waschkaue", die der Gefolgschaft zur Verfügung steht. Eine kurze Sitzpause im Aufenthaltsraum gibt Meister Stäger der aus der„Gottinger Wurstgegend“ stammt. Gelegenheit, durch ein paar Kosthappen von seiner Kunst zu überzeugen. Sein besonderer Stolz ist die„grobe Leberwurst“, die aber auch wirklich ein Leckerbissen ist. Doch auch die anderen Wurstsorten haben es in sich. Kein Wunder, daß die Nachfrage nach ihnen nicht nur in den hiesigen, sondern auch in den auswärtigen Verkaufsstellen so groß ist Betriebsleiter Bauer erzählt dann noch etwas aus der Geschichte des Betriebes, auf den in diesem Jahre gerade der Tert des alten Soldatenliedes „Schier dreißig Jahre bist du alt“ paßt. Er ist nämlich im Jahre 1906 entstanden. weil die Entwicklung der Industrie die Bevölkerung so raich anwachsen ließ, daß der Einzelhandel der Lebensmittelversorgung allein nicht gerecht werden konnte. Die so geschaffenen Werkskonsumanstalten wurden aber im Jahre 1929 ausgelöst und von der Westsälischen Lebensmittel=EmbH.(Weleg) übernommen. einer Großfirma, zu der Privatversonen sowohl als Gesellschafter wie auch als Abnehmer gehören. Insgesamt beschäftigt die„Weleg“ 220 Personen, davon 13 im Schlächtereibetrieb. Die„Weleg" besitzt zur Zeit 35 Verkaufsstellen, davon 16 in Castrop=Rauxel. Das große, links(von der Altstadt aus gesehen) an der Kaiserstraße, kurz vor dem Zechenbahnübergang gelegene Lagerhaus dürfte wohl allen Lesern bekannt sein. Ein anschließend rasch durch ihn gemachter Gang überzeugte von der auch dort herrschenden Sauberkeit und Zweckmäßigkeit. Doch das nur nebenbei! Der Zweck der Besichtigung ist jedenfalls voll erreicht. Es wurde gezeigt. daß„Schönheit der Arbeit im Schlachtbetrieb". die zunächst wohl etwas„utovistisch" anmutet, durchaus möglich ist. Wir freuen uns feststellen zu dürfen. daß der heimische Betrieb der„Weleg“ den Anforderungen auch in dieser Hinsicht voll und ganz entspricht. Stadttreis Custrop=Käufer Castrop=Rauzel, den 17. Februar 1936. Rund um das Wochenende Draußen ist die Kälte der letzten Tage wieder vom„abessinischen Regenwetter“ abgelöst. Aber je trüber der Himmel, oesto heiterer die Karnevalsstimmung, die nun auch in den Castrov=Rauxeler Sälen und Wirtschaften immer mehr zum Durchbruch Ein Ring der Freunde des Heimalmaseums. Ziele und Vorleile einer solchen Gründung Die Ausgestaltung der Eintrittskarte für das Heimatmuseum zu einem monatlich wechselnden beimarkundlichen Photo hat dazu geführt, daß sich bereits 82 ständige Bezieber dieser interessanten Bildfolge gefunden haben. Das leg: einen Gedanken nabe, der übrigens, wie wir hören, auch schon zuständigen Orts seit längerer Zeit erwogen wird. Wie wäre es, wenr man diese 82 ständigen Bildabnehmer zum Grundstock eines Vereins zur Förderung un'eres Heimatmuseums machen würde? Wir denken uns die Sache so: Unser Heimatmuseum braucht zweierlei: Einmal Besucher und zum andern Geld. Beides wäre durch das Inslebenrufen eines„Ringes der Freunde des Städtischen Heimatmuseums" zu erreichen. Unser Vorschlag geht dabin, daß man für einen möglichst geringen Jahresbeitrag diesem„Freundesring" den ständigen Besuch des Heimatmuseums und der Sonder chauen, soweit dafür nicht überhaupt besondere Eintrittsgelder infolge zu hoher Unkosten zu erheben sind. ermöglicht und seinen Mitgliedern überdies die Bildphotos zur Verfügung stellt. Wir gehen dabei von der Verausetzung aus, daß enwetter" abgelöst. Aber je das Heimatmuleum Allgemeingut werden muß und desto heiterer die Karnevals=schlagen daher einen Jahresbeitrag von nur 1 RM. Oeso######## vor„Wer freiwillig mehr zablen will, lasse sich in die Reihen der„Gönner“ mit—5 RM JahresWeiamneuns uil deien Gersälan ui untd an jetzt heraus, weil wir nicht wollen, daß durch die neue Vereinigung der Sammlung für das WHW. oder etwa den kulturell gewiß hoch zu wertenden leitung so viel Einladungen zu„gemütlichen Kavvenfesten" und zu„karnevolistischem Treiben", daß es unmöglich war nachzukommen. Es feierten, um nur einiges zu nennen. Turner, Sportler. Schützen. Sangesbrüder. Heimatvereine usw. usw. Ueberall gingen die Wogen der Stimmung und Begeisterung haushoch, insbesondere gilt das auch von der KdF.=Veranstaltung, die unter dem Zeichen des Prinzen Karneval am Samstag im Saale der Wirtschaft Thimm im Stadtteil Habinghorst aufgezogen wurde Ganz groß war auch der Kameradschaftsabend der Schachtanlage Ickern der Klöckner=Werke, der am gleichen Abend die Gefolgschaftsmitglieder schöne gemütliche Stunden im Saalbau Müller erleben ließ Im Süden feierte Samstag der Verein ehemaliger Pioniere und Verkehrstruppen sein Silbernes Jubelfest, das in jeder Hinsicht einen schönen Verlauf nahm. Das gleiche läßt sich vom Familienabend behaupten, mit dem am Sonntag die Krieger= und Landwehrkameradschaft Castrov im Hallerschen Saale seine Jahreshauptversammlung beschloß. Die Schachtanlugen Erin. Zallern 1/3 u. Weiter seien von den mannigsachen örtlichen stellen in diesem Jahre zu Ostern eine Anzahl Berg„Ereignissen„hier wenigstens dem Namen nach noch jungleute ein. Diese erhelten eine besondere prakdie Veranstaltung des Vereins tische, schul Bestrebungen der RS.=Kulturgemeinde irgendwie Abbruch getan wird. Das WöW. 1935/36 geht seinem Ende zu. Die RS.=Kulturgemeinde dürfte sich inzwischen so gefestigt haben, daß für sie kaum mehr die Gefahr des Abspringens besteht. Es erscheint daher geboten, die Frage jetzt anzuschneiden und ins Rollen zu bringen. Wenn der Vorschlag seine Verwirklichung findet, wird sich einmal der Besuch des Heimatmuseums und damit die Kenntnis um die Dinge der Heimat zweiselsohne sehr heben, zum anderen werden aber auch für Neuanschaffungen für das Heimatmuseum nicht unbeträchtliche Mittel gewonnen werden. Beides wäre aber bestimmt gleich begrüßenswert. Den Gedanken in die Tat umsetzen heißt also„zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen". Deshalb„Hau ruck!“— Auf zur Tat! Wir hoben auch in Castrov=Rauxel in den letzten Jahren so viel Erfahrung im Organisationswesen gemacht, daß sich der Verwirklichung dieses Vorschlages keine unüberwindlichen Hindernisse entgegenstellen dürften. Gerade unser Heimatmuseum verdient es durch geschicktes Organisieren zur Sache der ganzen Bevölkerung unserer Vaterstadt gemacht zu werden. Die Anfänge dieses kulturell bedeutungsvollen Instituts sind so erfreulich, daß es den weiteren Ausbau. beruhend auf breitester Grundlage, lohnt. Zeigen wir alle, daß das Heimatbewußtsein, daß wir alle in den Wochen der 1100 Jahrfeier so stolz an den Tag legten, kein Strohfeuer, sondern echte Herzenssache, wirkliche Begeisterung für Blut und Boden war! Helsen wir alle mit. wenn der Ruf „Freunde".„Gönner“ oder„Förderer" des Heimatmuseums zu werden. an uns ergeht! Arbeitsamtsdirektor Dr. Schmidt, der sich von seiner] Im Polizeibezirk Recklinghausen(Hamm. Bochum, v„###iade, hat wird am Hagan Dortmund) wied ab 15 Fohruar d. A gegen Sieuermahnung An Zahlung der rückständigen. nachfolgend aufge. führten Steuern und Abgaben wird mit Frist bis zum 23. Februar 1936 erinnert: Steuern und Abgaben von Grundbesitz für Februar 1936, fällig am 15. 2. 1936. Gewerbesteuer vom Ertrage(4. Vierteljahr 1935) fällig am 15. 2. 1936. Gewerbesteuer von der Lohnsumme für Januar 1936, fällig am 15. 2. 1936. Bürgersteuer(1. Vierteljahr. Kalenderjahr 1836). fällig am 10. 2. 1936. Schulgeld für den Monat Februar 1936. fällig am 15. 2. 1936. Getränkesteuer für den Monat Februar 1936 fällig am 10. 2. 1936. Beiträge zur Landwirtschafts=Berutsgenossenschaft (Umlage 1934, letzte Rate), fällig am 15 2 1936. Im Falle verspäteter Zahlung wird ein einmaliger Säumniszuschlag von 2 Prozent des rückständigen Steuerbetrages erhoben. Die kostenpflichtige Beitreibung beginnt am 24. Februai 1936. Dieser Termin hat auf die Erhebung des vorgeschriebenen Zuschlages keinen Einfluß. Castrop=Rauxel. den 17. Februar 1936. Die Stadtkasse als Vollstreckungsbehörde. Gefolg chaft bereits verab chiedet hat, wird am Dienstag. dem 18 Februar. vom Präsidenten des Landesarbeitsamtes in Gelsenkirchen in sein neues Amt eingeführt. Arbeitsgelegenheit Im Arbeitsamtsbezirk Elbing(Ostvr.) werden Devutanten mit Hofgänger gesucht. Meldungen nimmt das Arbeitsamt in Herne, Hermann=Göring= Straße 2. Zimmer 5. entgegen. Einstellung von Bergjungleuten Die Schachzanlugen Erin, Zollern 1/3 u. Zollern 2 eben die Veranstaltuna des Vereins technischer Grubenbeamten und die Jahreshauptversammlung des Stadtverbandes der Heimattreuen Vereine erwähnt. Jedenfalls hatte es dieses Wochenende im Gegensatz zum letzten Male wieder sehr in sich. Auf eine ganze Anzahl von Veranstaltungen soll noch ausführlich zurückgekommen werden. ein. Diese erhelten eine lische und turnerisch=sportiiche Ausbildung bis zum Hauer Für die Einstellung kommen nur solche Jungen in Dagen, Vortmund) wird ab 15. Februar v. J. gegen jeden Fahrer eingeschritten, der leichtfertig oder unbedacht diese Gefahren mißachtet und an Straßenkreuzungen oder Straßeneinmündungen seine Geschwindigkeit nicht so herabsetzt, daß er jederzeit seiner Pflicht genügen kann, nötigenfalls rechtzeitig anzuhalten. In schweren Fällen rücksichtslosen Fahrens werden die Fahrzeuge sichergestellt. Meldepflicht bei Wohnungswechsel Für die Arbeitsdienstpflichtigen des Jahrganges 1915 Es liegt Veranlassung vor. darauf hinzuweisen, daß Angebörige des Jahrganges 1915, die mit ihrer Einberufung zum Arbeitsdienst zum 1. April 1936 rechnen müssen, beim Wohnungswechsel verpflichtet sind. ihre Anschrift dem Musterungsamt für den Arbeitsdienst sofort mitzuteilen. Nachträgliche Ummeldungen, die bisher versäumt Jungen in wurden, sind sofort nach Erscheinen dieser BekanntFrage de Ostern dieses Jahres aus der Schule gabe bei dem zuständigen Musterungsamt nachzukommen oder im vorigen Jahre den Schulbesuch ab= holen; letzter Termin hierfür ist der 18. Febr. 1936. geschlossen haben. Vorbedingung ist, daß dieselben Die Arbeitsdienstpflichtigen des Jahrganges 1915 geistig und körverlich gesund sind und Lust haben, werden ausdrücklich darauf hingewiesen, daß sie sich 1. Sonderschau des Heimatmuseum: Eröffnung am 1. März 1936 Die erste Sonderschau unseres Heimatmuseums, die Heimatbilder aus der Zeit vor der Bildung der Mittelstadt Castrov=Rauxel bringen soll ist inzwischen so weit gefördert, daß mit der Eröffnung dieser gewiß alle Castrov=Rauxeler Volksgenossen besonders interessierenden Ausstellung für Sonntag, den 1. März 1936. zu rechnen ist. Weiteres Bildgut, vor allem aus dem Norden unserer Stadt, ist noch willkommen. Es muß allerdings im Laufe der nächsten Tage zur Anmeldung auf dem Städt. Archiv(Wittener Straße) gelangen. Es braucht nur leihweise hergegeben zu werden den Bergmannsberuf zu ergreifen. Anmeldunger können zu den unten angegebenen 16 Zeiten auf den Büros des Ausbildungswesens Erin, Zollern 1/3 und Zollern 2 in Begleitung des Vaters. der Mutter oder des Vormundes erfolgen: hierbei ist das Schulentlassungszeugnis und ein vom Jungen selbstgeschriebener Lebenslauf vorzulegen Zeiten zur Anmeldung: Erin: Jeden Mittwoch und Freistrafbar machen(bis zu 150 RM. Geldstrafe oder entsprechende Haft), wenn sie ihrer Meldepflicht gemäß Zisfer 4 des bei der Musterung 1935 erhaltenen„Vorläufigen Entscheides über die Heranziehung zum Arbeitsdienst“ innerhalb drei Tagen nach erfolgtem Umzuge nicht nachkommen. Die Anschrift des für die Ammeldung zuständigen Musterungsamtes für den Arbeitsdienst ist durch tag in der Zeit von—13 Uhr und 16—18 Uhr. den Stempel auf dem„Vorlausigen Entscheid" zu Zollern 1: Jeden Montag. Dienstag. Mittwoch ersehen. und Freitag in der Zeit von—11 Uhr. Zol= Traditiongecho lern 2: Joden Montag. Dienstag. Donnerstag in Trubirioneruir Perhalte Tee Sankronzungen Achlung! Klraßburger Feldartillersten! Bechunten an Straßenkreuzungen Die ehemaligen Angehörigen des 2. OberelsässiNach den Vorschriften der Reichsstraßenverkehrs= schen Feldartillerie=Regiments Nr. 51 und dessen ordnung ist die Geschwindiakeit, der Fohrzeuge 10 Kriegssoxmationen, die Reserve=Feldagtislerie. Regi: ar hraucht nur leihmeise hergegehen zu merden sordnung ist die Geschwindigkeit der Fohrzeuge so Kriegsformationen, die Reserve=Feldartillerie=RegiEs braucht nur leibweise bergegeben zu werben einzurichten, daß nötigensalls rechtzeitig angehalten menter Nr. 57. 239 und 271. Leichte Kolonnen Nr. Der Besitzer, der lich durch das Herleihen ein große; merden kann(§ 35 ua. II Absatz). 938, 1326, 1327: Artillerie=Munitions=Kolonnen werden kann(§ 35 a. II Absotz). Die weit überwiegende Anzahl aller Verkehrsunfälle ereignet sich an Straßenkreuzungen und Straßeneinmündungen, weil diese Fahrvorschrift außer acht gelassen wird An jeder bebauten und dadurch mehr oder weniger unübersichtlichen Straßenkreuzung oder Straßeneinmündung muß, unabhängig von der Verkehrslage. neuen Arbeilsamtsdirektors steis mit dem Eintritt unerwarteter Gesahren geRegierungsrat Dr. Freydank. der bekanntlich rechnet werden und deshalb in diesem Gefahrenraum m Nachfolger des in gleicher Eigenschaft nach das Fahrzeug rechtzeitig zum Halten gebracht wercher herrjenen Arheitsamtsdirektors Dr. den können. Von der Pflicht der Vorsicht und Rücksichtnahme wird der Fahrer auch nicht durch ein bestehendes Vorfahrtsrecht entbunden. Verdienst um die Allgemeinheit erwirbt. bekommt also nach Schluß der Sonderschau sein Eigentum im gleichen Zustande, in dem er es hergab, wieder zurück. Dienstantrikt bes nenen Arbeisanisrechbers Regierungsrat Dr. zum Nachfolger des in gleicher Eige Gelsenkirchen berufenen Arbeitsamtsdirektors Dr. Schmidt ernannt wurde, tritt seinen Dienst am Arbeitsamt Herne am Montag, dem 24. Februar, an. 938. 1326, 1327; Artillerie=Munitions=Kolonnen 2/XV. 3/XV. 1355, 1356, 1357 und Insanterie=Munitions=Kolonne Nr. 2 treffen sich in Dortmund am 31. Mai und 1. Juni 1936(Pfingsten) zu einem großen Regimentswiedersehen. Kamerad, der du im Frieden unvergeßliche frohe und heitere Stunden in der schönen Garnisonstadt Straßburg i. Els. verbracht hast, der du während des Krieges Schulter an Schulter Unerhörtes mit deinen Kameraden ersebtest, jetzt wird dir in Dortmund Gelegenheit gegeben. all die vielen Erlebnisse im Kreise deiner Kameraden auszutauschen. Anmeldungen sind zu richten an den Führer des Regimentsvereins Hermann Schmidt. Düsseldorf, Adlerstraße 53. Lokaler Spor! Castrop 02— 1B. Eickel:1 Das schlechte Wetter hatte zur Folge, daß nur 300 Zuschauer diesem Treisen beiwohnten. Aber diese wenig Unverzagten kamen voll und ganz auf ihre Kosten. Vor ihren Augen wickelte sich ein tyvischer Punktekampj ab. Wenn der Boden auch gerade nicht ideal war so sah man doch ein flottes und interessantes Sviel. Trotz der hohen Niederlage der Gäste war das Spiel keineswegs eine einseitige Angelegenheit. Als man mit:1 in die Pause ging. dachte wohl niemand daran, daß das Ergebnis so hoch ausfallen würde. Gegen Mitte der zweiten Hälfte, leßzen die Göste aus Grund des schweren Bodens nach: dagegen hatte Castrovs Elf das bessere Stehvermögen. Sehr vorteilhaft wirkte Lewandowski als Mittelläufer. Im Sturm waren Breder und Idkowiak die treibenden Kräfte, beide rissen den Sturm immer wieder nach vorn und durch ihre ideenreiche Arbeit kam auch dies hohe Ergebnis zustande. Castrops Schlußdreieck hatte genug zu tun, um Eickels Sturm im Schach zu halten. Schaub glänzte verschiedentlich bei der Abwehr Bei den Gästen war der Halbrechte der geistige Fuhrer. Eickels Torwart konnte die hohe Niederlage nicht vermeiden: im Gegenteil. er hatte noch reichlich Glück bei der Abwehr. Flott beginnt das Spiel. Unverständlicherweise wird aber eine unnötige Härte hineingetragen; doch der Schiri unterbindet immer rechtzeitig. Eine Ueberlegenheit der Castrover ist festzustellen. aber vor dem Tor des Gegners haben die 02er Pech. Einen unverhofften Schuß Lewandowskis meistert der Gästehüter. In der 15. Minute kann dann Broder zum 1. Treffer einköpfen Das Spiel ist weiter verteilt; aus beiden Seiten vermag man das Tor nicht zu finden oder die Verteidiger können immer rechtzeitig klären. Eickels Rechtsaußen kommi blitzschnell durch, seinen Flankenschuß kann der Linksaußen aufnehmen und erzielt so den Ausgleich. Wohl haben Castrops Mittelstürmer und Rechtsaußen noch Gelegenheit. Erfolge zu erzielen. aber ihre Schüsse versehlen das Ziel. Mit:1 gebt es in die Pause. Nach Wiederanstoß sind nur zehn Castrover im Felde. Bald darauf erscheint jedoch Lietze der verletzt wurde und die Castroper kämpfen ausopfernd. um eine Entscheidung herbeizuführen Castrops Innensturm müht sich vergeblich ab, das Leder durch die vielen Beine zum Tor zu befördern. Blitzschnell ist Parzysz II dazwischen gesegt und schießt beherzt ein.°1. Einen Strafstoß Lewandowskes lenkt der linke Verteidiger ins eigene Netz.:1. Ziemlich verhalten spielen die Castrovei die nächsten 20 Minuten. Dann kommt plötzlich Leben in Castrovs Sturm. Vor allem die beiden Halbstürmer legen sich mächtig ins Zeug. Durch präzise Vorlage kann Guschok Nr. 4 erzielen, und zwei Minuten danach spielt sich Broder durch und stellt au:1. Der 6. Treifer war das Ergebnis aus einer Flanke Guschoks die Parzysz II verwandelt. Trotz alledem kämpfen die Gäste weiter. Fast mit dem Schlußpfiff schlängelt sich Idkowiak durch und kann das Endergebnis herstellen. 2. Castrop 02— 2. TB. Eickel:1. Theater. Konzerte, Vorträge „Jakobe von Baden“ Das tragische Schicksal einer Herzogin Zur bevorstehenden Erstaufführung der „Jungen Bühne“ im Bochumer Stadttheater Auch Castrop=Rauxel interessiert Die Geschichte der Herzogin Jakobe von Jülich, Mark und Ravensberg interessiert auch uns in Castrop=Rauxel, denn unsere Heimat gehörte jahrhundertelang zur Grafschaft Mark. in deren Reformationsgeschichte die Vorfälle am Düsseldorfer Hof, besonders die um Jakobe von Baden, eine wichtige Rolle spielten. Wer das Schicksal der unglückseligen Jakobe von Baden, der Gattin des Herzogs Johann Wilhelm von Cleve, Mark und Ravensberg in seiner ganzen Tiefe erfassen will, muß sich ein wenig mit den historischen Umständen vertraut machen, in deren Zeichen die Zeit der Jakobe stand. Jakobe von Baden, eine junge vielbegehrte Prinzessin, lernt in früher Jugend den Grasen Philivo von Manderscheid kennen und verlobt sich mit ihm Es scheint, als sei der Herzogin ein Leben ohne Politik, ohne Ränke an der Seite dieses hochherzigen Ritters bestimmt. Da bricht das Schicksal mit unwiderstehlicher Gewalt herein: Jakobe wird ausersehen, die Gattin des späteren Herzogs Johann Wilhelm von Jülich zu werden und durch diese Ehe die immer weiter um sich greifende Gegenreformation zu kräftigen und zu fördern. Die Herzogin kommt nach Düsseldorf, und in dieses neblige und feuchte Land am Niederrhein und versucht mit Mitteln und Kräften, die ihr zugewiesene Aufgabe zu erfüllen und zu einem Ziel zu führen. Ein Erfolg war ihr jedoch nicht beschieden. Bösartige Räte des herzoglichen Hauses, vor allem aber Sibylle, die Schwester des Herzogs, und die Räte Schenkern und Ossenbroich vermochten es durch teuflische Mittel. der Herzogin jedwede Sympathie zu rauben und sie völlig zu vereinsamen. Kleine menschliche Irrtümer, vielleicht auch große, wurden so umgedeutet und geschickt miteinander verbunden, daß sich allmählich um die Herzogin ein sagenhafter Ruf einer dämonischen Verführerin und Giftmischerin verbreitete. Ein tatsächlicher Verstoß gegen die Sitte führte zu ihrem Fall. Man entdeckte eine Liebschaft zwischen ihr und einem jungen Ritter Dietrich von Hall. Jakobe wurde des Ehebruchs angeklagt und ins Gefängnis geworfen Zu jener Zeit war Johann Wilhelm. ihr Gemahl. schon dem Wahnsinn verfallen. ein ursnrünglich genialer Mensch, der aus und Schwurmut über die unglücklichen Verhältnisse in seinem engsten Familienkreise und in seinem Lande in einen Zustand kindlicher Einsalt versiel, der merkwürdigerweise oft von hellsichtigen Augenblicken durchbrochen wurde. Jakobe machte noch verschiedene Versuche, den Bann, der um sie gesegt war, zu durchbrechen. Aber sie waren erdichter: selbst die kaiserliche Masistät befaßte sich mit der Angelegenheit der Jakobe von Baden. Und eines Tages sand man die unglückliche Herzogin erdrosselt in ihrem Gemach, das ihr als Gefängnis zugeteilt war. Jakobe zeigte Würgmale; man mußte assg annehmen, doß sie in der Nacht erdrosse!! wurde Wer der Mörder war, hatte man nie erfahren. Ueber ihrem Ende liegt undurchsichtiges Dunkel. Es darf aber bestimmt angenemmen werden daß die ewigen Verfolger und Peiniger der Jakobe Sibolle. Schenkern und Ossenbroich zum mindesten von dem Morde wußten, wenn sie ihn nicht gar angestiftet haben. Der Dichter Eduard Reinacher, der lange am Rhein ansässig war, hat diesen Stoff aufgegrissen und ihn, von allen überflüssigen historischen Zutaten und Schlacken gereinigt, gleichsam in die schicksalhafte Urform gebrach:. Die Beziehung der Jakobe zu ihrem früheren Verlobten Hans Philipp von Manderscheid und zu ihrem späteren Gemahl Johann Wilhelm sind auf die gültigste und sinndeutendste Basis gestellt, und zwar läßt Reinacher Hans Philipp in der Zeit, da Jakobe im Kerker schmachtete, noch einmal auftreten(was allerdings historisch nicht bewiesen ist) und mit dem Herzog Johann Wilhelm um die Herzogin streiten. Jakobe will mit Hans Philipp fliehen, sie versucht, sich von dem unseligen Gatten zu lösen; aber sie vermag nicht, über das Elend dieser menschlichen Kreatur hinweg in die Freiheit zu schreiten, und so bleibt sie bei ihm. Alle Bemühungen Hans Philipps sind erfolglos. Sie löst die Fesseln ihres Gatten die Fesseln mit denen Hans Philipp ihren Gatten unschädlich machen wollte Hans Philipp wird bei seinem Versuch ihr beizustehen überrascht. Von den Schüssen der Wache getroffen, sinkt er entseelt an der Leiche Jakobes nieder Der einzige Ueberlebende ist Johann Wilhelm. Ihn packt Grausen und Entsetzen über die Sinnlosigkeit dieses dopvelten Todes. Das Reinachersche Stück stellt in seiner ganz ausgesparten und lediglich auf die drei Handlungsträger gestellten Drametik einen neuen Typ des historischen Dramas dar. Es ist in der Haltung ähnlich dem„Einsamen“ von Hanns Johst. Ueber die ans Erpressionistische anklingende Stilformung hinaus teilt er gerade mit diesem„Einsamen“] Johsts(der übrigens wie Reinacher zu den wenigen neu gestaltenden Dramatikern zählt) das Verhältnie zum Chaotischen, dem aber trotzdem der Glaube an ein überirdisches Gesetz gegenühersteht. Und so wächst auch aus der„Fakobe von Raden“ trotz des tragischen Endes der beiden ein gläubiges großes Menschentum auf. Das Bochumer Stadttheater und die ihm angeschlossene„Junge Bühne“, bringen das Werk im Studio, um den Bochumer Theaterfreunden auf diesem Wege das interessante Drama zu zeigen. Gemäß den Aufgaben, die sich die„Junge Bühne" bei ihrer Gründung stellte, gibt sie dieses Werk außer jeder Vormiete, wobei natürlich den Mitgliedern der Vormieten und den Mitgliedern der NS.= Kulturgemeinde noch besondere Vergünstigungen trotz der außerordentlich niedrig gehaltenen Preise zufallen. In diesem Falle also verwirklicht die „Junge Bühne“ ihren Vorsatz, unbekannten Werken den Weg in die Oeffentlichkeit zu ebnen. selbst bei der Gefahr, daß das Erperiment mißlingen sollte. Der Abend dürfte in ganz Westdeutschland stärkstes Interesse finden, und es wäre den Freunden des Bochumer Theaters anzurgten die Premiere wahrzunehmen, da sich vielleicht keine andere Gelegenheit mehr ergeben wird, das Werk im Bochumer Stadttheater zu sehen. Es lei nochmals auf die außerordentlich billigen Preise hingewiesen Die Leitung des Abends liegt in den Händen von Walter Thomas. Die drei Roslen sind mit Heidi Kuhlmann. Fritz Brand und Willi Busch besetzt. Das Bühnenbild entwarf Dr. Harrn Mänz. Kanellmeister Emil Peeters hat zu dem Werk eine Eingangsbaffade komponiert, die von Fräusein Mia Roll gesungen wird. Die Erstaufführung der „Jakobe“ wird am Dienstag, dem 18. Februar, stattfinden. Spielplan des Stadttheaters Dortmund Montag 20 Uhr: 6. Sinsoniekonzert.— Dienstag 20 Uhr:„Toska“.— Mittwoch 20 Uhr:„Maria Stuart.— Donneretag 20 Uhr:„Flammendes — Freitag 20 Uhr:„Die Zaubergeige“.— Samstag 20 Uhr:„Syrung aue dem Alltag“.— Sonntag 20 Uhr:„Krach im Hinterhaus“. S•** Raoniuug dee GihmnptscheilKin!? ffe. Maraitonlauf jUe Schweden Kandou von Englund abgelost Drei Medaillen für Biklund— Bikström— Eglund 1000 beim Start Fast wolkenlos blaute am Samstagmorgen wieder der Himmel über Garmisch=Partenkirchen, als der vorletzte Tag der Olymvischen Winterspiele schon die ersten Schlachtenbummler auf dem Wege zum Skistadion sab, wo um 8 Uhr der große Kampf der 36 Skimarathon=Läufer gestartet wurde. Groß wie der kämpferische Einsatz der Läufer auf den langen 50 Kilometer war auch die Erwartung der Massen, wer sich in diesem gigantischen Kampf durchsetzen würde. Schließlich standen schon 1000 Besucher bei 8 Grad Kälte in der blinkenden Morgensonne, als mit dem Tschechen Ivan Swatos der erste der 36 Bewerber sich auf dem Weg machte. Neun, die ursprünglich auch ihre Meldung abgegeben hatten, waren nicht dabei. Es fehlte der Grieche Negrovontes. Karlis Bukaß aus Lettland. der Javaner Sekido. mit Paul Kanevs wieder ein Lette. William Clark aus Kanada und auch Lars Bergendahl aus der norwegischen Streitmacht, der mit Influenza im Bett lag und mit heißem Herzen den Kampf seiner Landsleute verfolgte. Mit Herbert Dahbolinsch blieb der dritte Mann aus Lettland dem Start fern. ebenso sein Landsmann Riekstensch, der Rumäne Kovacs und der kleine Ginzo Damada aus dem Fernen Osten. Vom Start zum Ziel... In Abständen von je einer Minute verließen dann die restlichen 35 Läufer den Start, nachdem der Tscheche Ivan Swatos den Auftakt gemacht hatte. Gut gemeinte Ratschläge und anfeuernde Worte ihrer Landsleute begleiteten sie. 5000 waren es inzwischen schon geworden, die alle mit ihren Landsleuten hofften und bangten... Schweden auf dem Weg zum Siege Der als Zweiter gestartete Schwede Axel Vikström hatte sich bald an die Spitze gesetzt und passierte die erste Kontrolle beim Kilometer 8 nach einer Laufzeit von 36:14 Min. Es folgten dann der Italiener Scalet in 37:41, während der zuerst abgegangene Tscheche bereits drei Minuten mehr benötigt hatte. Am schnellsten war jedoch bis zu diesem Punkte der Schwede Nils Eglund mit 36:08. der den vier Minuten vor ihm gestarteten Deutschen Otto Marx, der mit 42:29 sehr langsam war, schon überholt hatte. der Tscheche Mihalek hatte Skibruch und gab auf. Die zweite Kontrolle lag nach zwölf Kilometer bei Part— nach einer Abfahrt vom Reintaler=Hof. die Vikström in 54:50 durchlief. Es folgten dann Scalet in 56:21. Swatos in 57:52 und der schon zur vierten Stelle aufgerückte Nils Eglund in 53:05. Marx kam in:02.45 durch. Ponn in 59:38. Geiser in:00:30 und Mathias Wörndle in der besten Zeit von 58:50. Eglund relativ vor Vikström Dann wurde die erste Verpflegungsstation nach 19.5 Kilometer erreicht; der noch immer führende Vikström wurde mit:23:59 registriert, doch war sein Landsmann Eglund mit:24.13 noch eine Minute schneller gelaufen. Im hinteren Teil des Feldes hatte der Schwede Viklund mit dem Finnen Karvinnen aufgeschlossen und beide trieben sich gegenseitig zu immer schnellerem Lauf an. Nach halbem Wege veränderte sich die Reihenfolge nur unmesentlich. Die in 1000 Meter Höhe gelegene Kontrolle beim Kilometer 25 durchlief Vikström an der Svitze in :56.08. aber Eglund war in:54:25 scon dichtauf. Das Rennen wurde nun mehr und mehr fesselnd, denn das schwedisch=finnische Verfolgungsrennen am Ende des Feldes zwischen Viklund und KarRes ie e eice e eceäche vinnen in:54:56, Eglund, Vikström und Bergström in:56:48. Erst dann folgte mit Arne Tuft in:57:45 der erste Norweger vor dem Finnen Franz Heikkinen in:59:23 und dem zweiten Norweger Sperre Brodahl in.02.05. Der Festgignt, teleuropäer war zu dieser Zeit der Jugosle Smolej mit:05:35, der um 15 Sekunden schneller war als der Finne Kalle Heikkinen. Viklund vor dem Sieg Noch hatten aber die Läufer das Schwerste nicht überstanden. Die sechste Kontrolle nach 36 Kilometer lag in 1080 Meter Höhe und erst dann konntens bei einer Abfahrt durch einen Wald wieder neue Kräfte gesammelt werden. Vikström lag hier noch immer vor Eglund in Front. Die weißgekleideten Gestalten jagten kurz hintereinander vorbei. Noch war Eglund mit seiner Laufzeit um knapp eine Minute schneller sein Landsmann, aber nun kam der kritische Punkt des Marathenlgutgs., Die Sonne war höher und höher hinaufgeklettert. der Schnee unter den Einwirkungen der Strahlen in den oberen Lagen feucht und vapvig geworden, wer hier nicht richtig gewachst hatte, der verlor unbedingt an Zeit. Die vier Deutschen hatten vorher den Wendepunkt nach 25 Kilometer in folgenden Zeiten durchlaufen: Wörndle:07.35. Ponn:10.40. Deiser:10.52 und Marx in:20.50. Eglund hatte sich bei seiner Jagd auf etwas verausgabt, sein Zeitvorsprung schmolz gegen den mit der Gleichmäßigkeit einer Maschine vorwärtsströmenden Vikström mehr und mehr zusammen. Zwar hielt sich Eglund mit:45.00 nach 39 Kilometer noch an zweiter Stelle hinter dem inzwischen an Karvinnen vorbeigegangenen Viklund. der nur:41:00 benötigte, aber auf den letzten 10 Kilometer verlor er erheblich an Boden Der Norweger Per Samuelshaug hatte sich bei einem Sturz den Arm verletzt und streckte die Waffen. Vier Schweden vor Finnland und Norwegen Im Skistadion wurde inzwischen den 10000 Besuchern die Ankunft des ersten Läufers verkündet. Bald tauchte am Hang eine weiße Jacke auf. es war der Schwede Vikström, der fast das ganze Rennen dem Felde den Weg gezeigt hatte und damit eine ganz außerordentliche Leistung vollbrachte Die Riesenanstrengung war ihm nicht einmal so anzumerken, denn in:33:20 ging er unter den brausenden Jubelrufen seiner Landsleute ziemlich frisch durch das Ziel. Auch der zweite war ein Schwede. Nils Eglund, der sich in dem Verfolgungskampfe etwas aufgerieben hatte und in:34:10 hinter seinem Landsmann zurückblieh. Der Jugoslawe Smolei kam als nächster ein und schien mit seiner Zeit von 3·47.40 der beste Mitteleuropäer zu sein. Diesen Ehrenplatz machte ihm jedoch fouee; der Musil in einer noch besseren Zeit streitig. Der Die Ueberraschung des Eishockeyturniers: England die goldene, Kanada die silberne und Amerika die bronzene Redaille Kanada schlägt die Tschechoslowakei :0 Neben den beiden Endläufen im Zweierbob und dem Ski=Marathon kam Samstag vormittag im Eisstadion auch noch das Eishockeyspiel der Endrunde zwischen dem Weltmeister Kanada und der Tschechoslowakei zum Austrag. Bei herrlichem Winterwetter und leichtem Wind jahen die 8000 erschienenen Zuschauer einen eindeutigen:=Sieg der Ahornblätter.— In der 10 Minute eröffnete der kanadische Verteidiger Kitchen den Torreigen, und zwei Minuten später war es Sinclair, der das Ergebnis auf:0 stellte Anschließend fabrizierte Peka ein Selbsttor und kurz vor Ablauf des ersten abschnitts schraubte Neville das Resultat auf:0 — Im nächsten Drittel wurde das Tempo etwas stürmischer Die Kanadier bewiesen jetzt ihre hohe erlebte der Kampf noch eine Steigerung und vor dem englischen Tor spielten sich heikle Situationen ab Die treibende Kraft bei den Amerikanern war Garrison, aber auch Stubbs machte dem englischen Torhüter Foster sehr viel zu schaffen. Dieser präsentierte sich in ausgezeichneter Form, so daß auch das reguläre Drittel ohne Tore endete. Die Engländer stürmten nur mit zwei Mann und hatten fünf Spieler zur Deckung zurückgezogen. Bis dahin spielten die Amerikaner offensichtlich besser und hätten ein Tor verdient gehabt. Erste Verläugerung ohne Entscheidung Auch die erste Verlängerung von zweimal 5 Minuten brachte keine Entscheidung Das Trefsen war immer noch sehr schnell und die Stürmer warteten mit wilden Vorstößen auf und versuchten so zu einer Entscheidung zu kommen. Beide Hintermannschaften deckten ganz ausgezeichnet und insbesondere schaften deckten ganz ausgezeichnet und insbeionde der englische Torhüter Foster war einfach nicht zu Eishockenkunst und gestalteten das Spiel bon# überwinden Als einmal Smith und Garrison gut überlegeng gaher ein Tor ehen“ Iiu dex Haßten Mi, durchgekommen waren und den Puc an Roß weiterakon warfen sich drei englische Spieler auf das überlegen, aber ein Tor der Ueberseeleute wurde wegen Fußfehlers nicht gegeben In der siebten Minute schoß nun Neville das fünfte Tor und in der 11. Minute machte Murray das halbe Dutzend voll — Mit diesem Ergebnis schienen sich die Ahornblätter zufrieden zu geben, denn sie zeigten im letzEilreirrafer der IV. Olympischen Winterspiele 1936 in Garmisch-Partenkirchen Wettbewerb Olympia=Sieger (goldene Medaille) Zweiter (silberne Medaille) Dritter (bronzene Medaille) Elis Wiklund(Schw.)[Axel Wikström(Schw.) Erik Larsson(Schw.)[Oddbjörn Hagen(Norw.) Oddbjörn Hagen(Norw.) O. Hoffsbakken(Norw.) Sven Eriksson(Schwed.) Guzzi Lautschner(.) 50 Kim=Dauerlauf: 18=Klm.=Langlauf: Ski=Kombination: Sprunglauf:(Birger Ruud(Norw.) Abfahrt=Torlauf, Männer Franz Pfnür(Deutschl.) Abfahrt=Torlauf, Frauen: Christel Cranz(.) 4mal=10=Klm.=Staffel:(Finnland, 500==Eis=Schnellaufen:(Ivar Ballangrud(Nw) 1500==Eis=Schnellaufen: Charles Mathisen(Nw.) 5000==Eis=Schnellaufen: Ivar Ballangrud(Nw.) 10 000==Eis=Schnell.:[Ivar Ballangrud(Nw.) Eiskunstlaufen, Männer: Karl Schäfer(Oesterr.) Eiskunstlaufen, Frauen:[Sonja Henie(Norw.) Eiskunstlaufen, Zweier=Bob: Vierer=Bob: Eishocken: Paare: M. Herber=E. Baier(.) „U. S. A. 1“ „Schweiz 2“ England Käthe Grasegger(.) Norwegen Georg Krog(Norwegen) Ivar Ballangrud(Nw.) Birger Wasenius(Fi.) Birger Wasenius(Fi.) Ernst Baier(Deutschl.) Cecilia Colledge(Engl.) Geschw. Pausin(Oest.) „Schweiz 2“ „Schweiz 1“ Kanada Nils Englund(Schw.): Pekka Niemi(Finnland) Sverre Brodahl(Norw.) Reidar Andersen(Norw.) Emile Allais(Frankr.) Laila Schou Nilsen(.) Schweden Leo Freisinger(USA) Birger Wasenius(Fi.) Antero Ojala(Finnland) Max Stiepl(Oesterreich) Felix Kaspar(Oesterr.) Vivi=Anne Hulten(Sch.) Rotter=Szollas(Ungarn) „U. S. A. 2“ „England 1“ I. S A. vierte am Ziel war der Tscheche Swatos. dann kamen, nur um wenige Minuten voneinander getrennt, die beiden Finnen Kalle und Franz Heikkien von denen Franz mit:42:44 ein gutes Rennen lief. Inzwischen wurde jedoch von der letzten Kontrolle der Schwede Eillies Viklund als Sieger und Anwärter auf die Goldmedaille in dem schwersten aller Skirennen gemeldet. Und als der große Schwede dann durch das Ziel kam, da konnte man den Jubel seiner Landsleute wohl verstehen, als sie ihren Mann in einem förmlichen Triumphzuge davontrugen. Vilund— Vikström— Eglund Der Kampf der Skimarathonläufer am Samstag. morgen wurde für Schweden zu einem herrlichen Triumph. Auch nicht einer der großen Läufer von den übrigen skandinavischen Nationen vermochte in die Front der Schweden einzubrechen und einzigartig war schließlich das Ende: Drei Medaillen für Schweden Abertausende harrten um die Mittagsstunde im Stistadion der Ankunft der Läufer, unter ihnen auch der deutsche Gesandte in Wien, von Paven. Endlich liefen dann die ersten ein. Einer kam nach dem anderen und schließlich stand das Endergebnis fest 1. und Olymviasieger Eillis Viklund=Schweden :30:11 2. Arel Vikström=Schweden:33:20 3. Rils Eglund=Schweden:34:10 4. Dialmar Bergström=Schweden:35:50 Nicht nur Olympiasiea und Goldmedaille fielen an Schweden, auch die Silberne und Bronzene holten sich Schwedens große Läufer. Der Triumph konnte nicht vollkommener sein! durchgekommen waren und den Puc an, Roß weite gaben, warfen sich drei englische Spieler auf Eis und hielten so die Scheibe auf. Die erste Verlängerung endete ebenfalls torlos. Auch die zweite Verlängerung ohne Tor Die zweite Verlängerung von zweimal 10 Minuten brachte wiederum ein gleichmäßig verteiltes Spiel, doch ohne Tore, denn die Klassetorhüter Foster und Moone ließen einfach keine Erfolge zu. Der englische Sieg war einmal in greifbarer Nähe. Shappell hatte sich hervorragend durchgespielt, drei Meter vor dem Ziel kam er zu Fall und die Chance war vorbei. Kurz vor Schluß gab es noch ein Handgemenge zwischen dem amerikanischen Verteidiger Shaughnessey und dem Engländer Davey. Beide Svieler wurden vom Schiedsrichter auf eine Minute hinausgestellt. Nach 65 Minuten stand die Partie immer noch:0. Wieder:0, die Punkte werden geteilt In der dritten Verlängerung von 10 Minuten versuchten die Enaländer mit aller Kraft. das Unentschieden zu halten. Es war ein gigantischer Kampf um das entscheidende Tor. aber bei den hervorragenden Torhütern und Verteidigern auf beiden Seiten waren einfach keine Erfolge zu erzielen. Auch diese Verlängerung brachte keinen Erfolg.(Ealanh Turziaen. England Turniersieger Das Internationale Komitee verfügte, daß kein neues Spiel angesetzt wird und die Punkte geteilt werden. Damit ist England Turniersieger, während die Entscheidung um den zweiten Platz am Sonntag im Kampf Kanada gegen USA fällt. Das letzte Eishockeyspiel: Kanada besiegt USA:0 Der Führer anwesend.— Wieder ausverkauftes Haus Die Kanadier begannen das Treffen sofort mit heftigen Angriffen und glänzenden Kombinationen zwischen Farguharson und Neville. Schon in der ersten Minute schoß Neville nach einem solchen schönen Vorstoß für Kanada das erste Tor. Die Amerikaner mußten minutenlang sich auf ihr Spieldrittel beschränken, denn die Kanadier drängten sehr stark, forcierten ständig das Tempo und waren besonders mit ihren Durchbrüchen weit gefährlicher als die Amerikaner. Erstes Drittel:0 für Kanada. — In der Pause zum zweiten Abschnitt umlagerten die ausländischen Gäste die Haupttribüng und bestürmten den Führer um Autogramme. Dge.,#, rer tat ihnen gern den Gefallen, und sa herrla#e, ten Drittel nur einige Kunststücke, und das Publikum war von dieser, Voxsührigaxz ggftl,noch=einmaf rer tot ihnen gern den Gesallen, und Zum Schluß umspiette Faxrauharzer, noo ginmat an der Haupttribüne großer Hetrieb.— Das Spiel sämtliche Tschechen und erhoyre, durch ein Bracht, sefbst sah Kanada sofort wieder im Angriff, trotz* Sei“, dem wäre beinahe der Ausgleich. gefallen, als tor das Ergebnis auf•0. und dann war das Rull zu Ruli England gegen USA ohne Entscheidung Ereignis am Samstagabend war dieses Hockentreffen, denn hier wird sich entscheiden, ob England durch einen Sieg über USA die erste Goldmedaille erringen wird. Die Amerikaner versuchten im ersten Dritel die Engländer durch blitzschnelle Durchbrüche zu überrumpeln. Zweimal war Garrison allein mit dem Puc durch, aber Foster vollbrachte phantastische Leistungen und wehrte die Angriffe der Amerikaner ab. Auf der anderen Seite hielt Moone im amerikanischen Tor ebenfalls ganz ausgezeichnet, so daß der erste Spielabschnitt torlos ausging. Vor Beginn des zweiten Abschnitts feuerte die stark vertretene amerikanische Kolonie mit„Ra=Ra=Ra, USA“ an. Die Amerikaner zeigten einige schöne Vorstöße, dann mußte Moone zwei Schüsse von Daven halten. Gleich darauf prallte ein Schuß von Smith von der Bande ab, Rowe erwischte die Scheibe, aber Foster vollbruchte wieder eine Glanzleistung und rettete England vor einem Verlusttreffer Der amerikanische Sturm spielte zeitweise sehr gut zusammen. insbesondere Rowe und Garrison waren sehr gefährlich. Die Engländer waren im Abwehrspiel gut, so daß auch das zweite Drittel:0 ausging. Das Spiel wurde vor Ablauf dieses Abschnitts sehr hart. Auch das reguläre Schlußdrittel brachte einen ausgeglichenen Kampf beide Hintermannschaften deckten ganz ausgezeichnet, so daß alle Angriffe ohne Erfolg blieben. Kurz vor dem Seitenwechsel Smith durch war, aber den kanadischen Torwart Moore anschoß. La Ratte mußte dann wegen einer Regelwidrigkeit heraus, dann war Spain aus dem zweiten amerikanischen Sturm durch, verliert aber kurz vor dem Ziel die Scheibe. La Ratte und Neville wurden dann für eine Minute herausgestellt. Kaum ist La Ratte wieder auf dem Eise, da muß er erneut die Spielfläche verlassen, und zwar diesmal sogar für zwei Minuten. Die„Ahornblätter“ drängen weiter leicht, aber es fallen keine Tore vor Ablauf des zweiten Spielabschnitts.— Der letzte Abschnitt des Treffens endete evenfalls torlos, so daß Kanada mit•0 siegreich blieb. Zum Schluß versuchten noch die Amerikaner in einem letzten Ansturm. dem Spiele noch eine Wendung zu geben. Aber alles war vergebens. Der Schlußtabellenstand der Endrunde: England 8 2 1 0 7: 1 Kanada 3 2 0 1 9: 2 USA 3 1 1 1 2: 1 Tschechoslowakei 3 0 0 3•14 •1 •2 •3 :6 SK. Belgrader SK gefällt in Düsseldorf Jugoslawiens Fußballmeister, der Belgrader stellte sich nach seiner so erfol.reichen Gastspielreise durch England und Frankreich zum ersten Male auf deutschem Boden gegen Fortung Düsseldorf vor. Der niederrheinische Gaumeister kämpfte ohne die Nationalspieler Bender. Wigold und Kobierski und erzielte ein:=(:=) Unentschieden. Janes als Mit tekläufer war der beste Mann. Speingernding=Tieges Raus Der Führer beim Großen Sprunglauf— 150 000 Zuschauer im Stadion Am Schlußtag der 4. Olympischen Winterspiele spannte sich über Garmisch=Partenkirchen ein graubedeckter Himmel. Die tiefhängenden Wolken schüttelten trotz der herrschenden 3 bis 4 Grad Kälte von Zeit zu Zeit eisige Tropfen nieder. Vor der eindrucksvollen Schlußfeier der„ceremonie protocolaire“ wurden die letzten olymvischen Wettkämpfe ausgetragen. Am Vormittag stand der große Sondersprunglauf zur Entscheidung an. der durch Birger Rund mit einem neuen Norwegersieg endete. Lange vor dem auf 11 Uhr festgesetzten Beginn des Springens auf der Großen Olympiaschanze war das Skistadion dicht besetzt. Kopf reihte sich an Kopf und allein schon das wogende Menschenmeer bot einen phantastischen Anblick. Alle Rekorde, die bisher in bezug auf Zuschauerziffern aufgestellt worden sind, wurden in Garmisch=Partenkirchen gebrochen. Selbst das berühmte Springen auf Holmenkol, unweit der norwegischen Hauptstadt, das für unsere Begriffe bisher richtungweisend war, ist weit in den Schatten gestellt worden. Das Springen auf der Großen Olympiaschanze Ein aus der Erinnerung kaum zu löschendes Bild bot sich kurz vor Beginn des mit fieberhafter Spannung erwarteten Springens der Weltbesten auf den schmalen Brettern. Der Hang des Gudiberges war von einem schwarzen Menschenband umsäumt. Dicht unter den grauen Wolken flackerte und schwelte— für wenige Stunden noch— das Olympische Feuer. Ein halbes Hundert Springer. die Auslese unter den Besten der Welt. war inzwischen den Berg zum hohen Holzgerüst des weit hinausragenden Anlaufturmes hinaufgeklettert. Während einige Springer, wie die Norweger Sörensen. Beck und Andersen. der Oesterreicher Dellekarth und die Deutschen Eisgruber. Bader usw., die ungeduldig harrenden Zuschauer durch einige Probesprünge erfreuten, erschien kurz vor 11 Uhr der Führer, jubelnd begrüßt. Zu dem Reichskanzler gesellten sich auf dem Balkon des Olymviahauses weiterhin Ministerpräsident Hermann Göring. Reichsminister Dr. Frick, die Mitglieder des JOC mit Prinz Gustaf Adolf von Schweden. Exz. Tscaprabikoff=Bulgarien, Baron Schimmelpenninck van der Oiie=Holland, Dr. Th. Schmidt=Oesterreich, ferner die Staatssekretäre Lammers und Dr. Pfundtner sowie viele andere führende Männer des Staates, der Bewegung. der Wehrmacht und des internationalen Sportlebens. Ein Böllerschuß eröffnete den Wettbewerb. der in zwei Gängen durchgeführt wurde. Jeder Sorung wurde durch ein Raketensignal angezeigt. Den kühnen Menschenflug der rd. 50 Bewerber leitete der Jugoslawe Novsak ein. Der Tscheche Budarek ersetzte seinen Landsmann Steinmüller und für den Amerikaner P. O. Satre sprang Walter Bietila. Ihre Meldungen erfüllten nicht die beiden Ungarn Balantoni und Darabos. Nach einem guten 54er des Jugoslawen kam gleich danach der Japaner Miyajima in sehr schöner Haltung auf 63.5 Meter. Die gleiche Weite erreichte der Kanadier Baadsvik. Der Amerikaner Mikkelsen kam in einem sehr unruhigen Flug auf 69.5 Meter. aber der als Achter über den Bakken gehende Norweger Kaare Wahlberg setzte sich mit einem wundervollen Sorung von 73 Meter Weite vorläufig an die Svitze.. Der Finne Tiihonen kam mit klappernden Brettern bei 71.5 Meter zum Stehen. In herrlicher Fahrt segelte dann der Japaner Tatsuto durch die Luft, aber die Vorlage war doch zu groß und riskant und ein Sturz bei 70 Meter unvermeidlich. Marr sprang 71.5 Meter Als erster Deutscher erreichte der Thüringer Hans Marr in gutem Stil 71,5 Meter. Hinter ihm landete der Norweger Arnold Kongsgaard in tadelsfreier Haltung bei 74.5 Meter. In fast norwegischem Stil erreichte dann der Finne Lauri Valonen. der beste Springer in der Kombinationsprüfung. 73.5 Meter. Sehr sauber erzielte der Japaner Adachi 73 Meter. dagegen ruderte der bei 71.5 aufsetzende Kanadier Moebraeten sehr heftig mit den Armen und das gleiche war bei dem Amerikaner Fredbeim festzustellen, dessen 73.=Meter=Sprung durch die schlechte Haltung beeinträchtigt wurde. Der zweite Deutsche Anton Haselberger sprang gut. aber mit 64 Meter zu kurz. Wie ein Vogel flog dann Birger Rund, der kleine Springerkönig aus Norwegen. durch die Luft. Bewundernswert seine schmale Skiführung, die weite. in den Hüften abgeknickte Vorlage und das gut durchgedrückte Kreuz. Seine Weite betrug 75 Meter. Sven Eriksson am weitesten Der Pole Czech und der Schweizer Badrutt sielen gegen den Norweger erheblich ab. Der Finne Paelli stürzte. Iguro=Japan ist mit stilrein durchgestandenen 74,5 Meter der Beste von seinen Landsleuten. Unter größter Anteilnahme sah dann die Riesenmenge dem Sorung des großen Schweden sven Eriksson entgegen. Kraftvoll schwang der Schwede sich vom Schanzentisch ab. jedoch in der Luft wankte er ganz leicht und da er die Arme dicht angelegt hatte, mußte er das Gleichgewicht mit dem Körper herstellen. Groß ist der Beifall, als eine Weite von 76 Meter, der weiteste Sprung im ersten Durchgang, verkündet wird. Aber in Stil und Haltung hatte Birger Rund seinen großen Rivalen übertroffen. Hinter Kurt Körner, der, wie sein engerer Landsmann Paul Kraus. hinter den Erwartungen zurückbleibt, die Weiten betragen nur 62 und 67 Meter, springt Reidar Andersen wieder in prächtigem Stil 74 Meter. Mit einem 71er beschließt der Finne Murama den ersten Durchgang. Bereits jetzt schien es klar, daß der Ausgang des letzten olymvischen Skiwettbewerbes in Garmisch= Partenkirchen nur zwischen Birger Rund und Sven Eriksson liegen würde. Die Svannung der 150 000 Zuschauer in und um das Skistadion batte ihren Höherunkt erreicht, als der zweite Durchgang begann. Im allgemeinen wurden hier die im ersten Lauf erzielten Weiten mit wenigen Ausnahmen übertroffen. So kam gleich der wieder den Reigen eröffnende Jugoslawe Novsak auf 58.5 Meter. Der Erzgebirgler Paul Kraus setzte, wie schon vorher, in schöner Haltung bei 62.5 Meter auf. Der Norweger Wahlberg war mit 72 Meter kürzer als im ersten Gang. Auch Hans Marr erreichte mit 69 Meter seine Leistung zuvor nicht mehr. Der Norweger Kongsgaard und der Pole Stanislaus Marusarz erreichten beide je 66 Meter in sehr gutem Stil. Die Japaner Tatsauta und Adaschi gingen wieder aufs ganze, mußten aber ihre allzu große Bravour mit Stürzen bezahlen. Der Amerikaner Fredheim fegte dann mit einem ungeheuren Schwung durch die Luft. aber wie alle seine Landsleute— meist waren sie norwegischer oder schwedischer Abstammung— sprang er unsicher, mit schlechter Skiführung und stark mit den Armen rudernd. nur auf Weite. Das Kampfgericht. das aus Guy Schmidt=Deutschland. Asp=Norwegen und Straumann=Schweiz bestand. bewertete jedoch in erster Linie den Stil. Haselberger verbesserte sich um 3 Meter auf 67 Meter Weite. Dann segelte wieder Birger Rund in seiner fabelhaften Haltung durch die Luft, aber mit 74.5 Meter war der kleine Norweger„kürzer" als im ersten Gang. Die Spannung war daher bis auf den höchsten Punkt gestiegen, als ruhig und beherrscht Schwedens größter Springer am Ablauf stand. Eriksson kam gut ab. er stand diesmal ruhig in vorbildlicher Haltung in der Luft, setzte wieder bei 76 Meter völlig sicher auf und raste unter dem Beifallssturm der Zuschauer den Auslauf hinunter. Wer hat den großen Kampf gewonnen?! Das ist die Frage. die nach dem Sprung des Schweden von den Tausenden erörtert wird. Eriksson erzielte in beiden Gängen mit je 76 Meter die größte Weite. Wird die bessere Haltung und der elegantere Stil des kleinen Norwegers ausreichen, um ihm zum zweiten Male die höchste Note und den Olympiasieg einzubringen? Und dann fiel die Entscheidung des Kampfgerichtes: Norwegens Soringerkönig lag vor dem verwegensten Springer aus dem Lande Gustaf Wasas. aber hinter dem Schweden folgte mit Reidar Andersen schon wieder ein Norweger. Die Deutschen: 10.— 12.— 17. und 18. Rang für uns. Im Kampf mit den großen Springern der skandinavischen Nationen hielten sich die Deutschen recht wacker. Unser bester Mann war der Thüringer Hans Marr. der sich den 10. Rang holte. Kurt Körner folgte ihm auf dem 12. Franz Haselberger auf dem 17. und Paul Kraus auf dem 18. Platz. Das Bild in Zahlen Niederrhein: Fortuna Düsseldorf 15 12 BfL Benrath 15 8 Rot=W. Oberhausen 15 9 VfL=Preußen Krefeld 15 7 SB Hamborn 07 15 7 FB 08 Duisburg 14 6 Turn Düsseldorf 15 6 Schw.=Weiß Essen 14 3 Union Hamborn 15 3 Borussia Gladbach 15 3 Fm Schalke 04 SV Höntroo 14 9 Germania Bochum 14 8 Westfalia Herne 15 7 SuS Hüsten 09 14 4 SyVg Herten 13 4 Preußen Münster 14 3 Tus Bochum 15 4 Erle 08 14 4 Union Recklinghausen 15 2 Westfalen: 14 13 Tura Bonn Kölner CfR Mülheimer SV Bonner FV SpVg Sülz 07 Kölner SC 99 Tus Neuendorf VfR Köln Westmark Trier Eintracht Trier 1 2 3 2 5 4 5 2 1 1 Mittelrhein: 15 S 4 14 15 15 14 15 15 15 15 15 5 6 6 7 8 8 10 10 0 3 3 6 5 5 6 9 9 12 3 3 5 5 3 6 5 7 9 11 36:11 30:19 22:12 35:29 23:22 19:28 24:23 28:34 16:33 16:38 76: 7 37•27 28:14 29:27 41:29 15:25 12:31 21:44 26:44 18:55 37•24 33:23 30:19 24:22 20:21 30:26 27:30 29:27 25:31 18:50 26: 4 20:10 19:11 16:14 16:14 13:15 13:17 :19 •22 •22 27: 1 20: 8 19: 9 16:14 13:15 12:14 11:17 10:20 :19 :25 20:10 17:11 17:13 17:13 16:12 16:14 15:15 13:17 10:20 :23 Vomdensteg der Anuppel. Tus Bochum schlägt hüsten knapp:1— Zwei Spielausfälle Der Wettergott meinte es am 16. Februar wieder einmal nicht gut und nach dem eingetretenen Tauwetter und dem niedergegangenen Regen befanden sich die Plätze in einem sehr schlechten Zustand. Das bedingte, daß von den fünf angesetzten Punktespielen zwei ausfallen mußten, und zwar Spielvereinigung Herten gegen Erle 08 und SV Höntrop— Münster In den drei restlichen Spielen gab es eine nette Ueberraschung denn der vom Abstieg bedrohte Tus aus Bochum kam gegen den SuS Hüsten 09 zu einem achtbaren:=Siege und rettete damit 2 wertvolle Punkte. Die Herner Westfalia traf daheim auf Germania Bochum u. mußte das bessere Können der Bochumer, die mit:0 fiegreich die Heimreise antraten, anerkennen. Hier hatten die Punkte für den einen wie den anderen keine Bedeutung denn beide Gegner liegen sicher. Und dann kam das Spiel des Meisters Schalke 04 gegen den Tabellenletzten Union Recklinghausen In der Kampfbahn„Glückauf“ sahen die Besucher nur eine Mannschaft im Felde stehen: Schalke. Mit nicht weniger als 15:1 stellten die„Knappen“ ihre Klasseüberlegenheit fest. Als die Schalker bereits mit 11:0 führten, gaben sie dem Gegner die Möglichkeit. zum Ehrentreffer zu kommen. Das war aber auch alles. Schalke beherrschte jederzeit das Spiel und siegte nach Gefallen. Trotz des hohen Sieges brauchten sich die Schalter noch nicht einmal voll auszugeben. und wie klar die Ueberlegenheit war, beweist die Tatsache, daß Mellage ganze zwei Bälle zu halten bekam Die Ergebnisse: Westfalia Herne Germania Bochum:2 SpVgg. Herten— Erle 08 ausgef. Schalke 04— Union Recklinghausen 15:1 SB Höntrop— Preußen Münster ausges. Tus Bochum— SuS Hüsten 09:1 Gruppe 3: BV Wald— Eintracht Düsseldorf:3. Düsseldorf 99— Eller 04:4. SSV Oberkassel— BfR Ohligs:2. Teutonia Düsseldorf—. Solingen= Gräfrath:4. BfB Uerdingen— Ratingen 04 verlegt. SSV Velbert— BfB Hilden ausgefallen. Gruppe 4: Meidericher SpV— Homberger SpB (Ges.=Sp.):2. Tura Duisburg VfvB Ruhrort:1. (GesSn):2. Tura Duisb.— Vfv B Ruhrort:3. SV Düssern— Duisburg 99:1. Viktoria Wehofen— VfvB Lintfort:0. Duisburger SpV— Duisburg Gruppe 5: Sp Ve Sterkrade— BB Altenessen:2. Kray 04— Tura Essen:0 abgebr., BfB Speldorf gegen Dinslaken=Lohberg ausges.. Preußen Essen — 1. FE Styrum ausgef.. Essen=West 81— RotWeiß Essen ausgef., Polizei Wesel— Osterfeld Gruppe 6: SC Cronenberg— Schwarz=Weiß Barmen ausges.. SSV Haan— Tus Ronsdorf:1. BV Lütiringhausen—. SSV Elberfeld:1. Germania Elberfeld— Germania Küllenhabn:0. SSvoe Barmen— VfL Lennev ausgef. Handball BV Solingen 98— T3 Krefeld=Oppum•2 Kupferhütte Duisburg— BfB Aachen:2 Rasensport Mülheim— Rhen. Düsseldorf 10:3 SB Lintfort— Tura Barmen •4 Rinlerikus Bleg in Jweierdor Die deutschen Bobs belegen den 5. und 6. Platz Auch am Samstag bot sich schon zu früher Stunde wie an den Tagen zuvor das nun schon bereits selbstverständlich gewordene Strömen der Schlach= tenbummler zu den Kampfstätten. Ihr ersteres Ziel war die Bobbahn droben am Rießerkopf wo die Zweierhobs um 8 Uhr den Endkampf aufnahmen Gro., ar wieder der Zuschauerwall an den marlantesten Plätzen der Bahn. denn alle wollten die entscheidenden zwei letzten Läufe sehen. USA nicht zu holen Die meisten unter ihnen waren sich zwar darüber klar, daß den führenden Amerikanern kaum noch der Sieg zu nehmen war, und wurden nur noch von der Frage beherrscht, ob sich die Schweiz endgültig zwischen den ersten und zweiten amerikanischen Schlitten würde schieben können. Pünktlich um acht Uhr dröhnte wieder der Startschuß durch den herrlichen Morgen.'s erster fegte der Bob„Schweiz 1“ mit Reto Capadrutt am Steuer über den Kurs, erreichte aber mit:34,09 nur eine mäßige Zeit. Man forschte nach dem Grund und stellte fest, daß die Bahn durch Schneeabla erungen in den Kehren langsamer geworden war. Das ging auch aus den weiteren Zeiten im ersten Durchgang hervor. Selbst „USA“, der große Favorit, kam lange nicht an die Zeiten des Vortages heran. Immerhin fuhr Brown als dritter Starter wieder das beste Rennen der ersten Gruppe::25,39. Sein Landsmann Colgate auf„USA 2“ kam dann in der zweiten Gruppe mit der bis dahin besten Zeit von:24,80 durch das Ziel. Deutschland rückt auf Die zwei deutschen Bobs, die nach den ersten Läufen etwas zurückgefallen waren, setzten alles daran, um ihren Rang zu verbessern.„Deutschland 1“ mit Kilian=v Valta, kam auch in sehr schöner Fahrt durch die Kehren und schaffte die 1600 Meter in:26,63. Sehr gut fuhr aber auch Fritz Grau am Steuer des zweiten deutschen Bobs, der in :26,94 über den Kurs kam. Im letzten Durchgang setzten dann die Deutschen alles daran, um sich nach vorne zu arbeiten. Unser zweiter Bob erreichte hier auch:23.78 und hatte damit in der Gesamtwertung den sechsten Rang sicher. Kilian=v Valta auf „Deutschland 1“ riskierten ebenfalls alles und „Schweiz 2“ fuhr Rekord—:19,88! Mit einer phantastischen Fahrt wartete dann aber Feierabend am Steuer des zweiten Bobs der Eidgenossen auf Tollkühn riß er den Schlitten durch die Kehren und mit.19.88 hatte er einen neuen Rekord für Zweierbobs aufgestellt und war damit dicht an den Bahnrekord der Viermannschlitten herangekommen. „Luxemburg 2“ gestürzt. Zum guten Schluß stellte sich auch noch der einzige Sturz in den vier Durchgängen der Zweierbobs ein.„Luxemburg?“ mit Koch=Wagner war der Pechvogel. Zwischen der Bayernkurve und dem Kaspareck versagte anscheinend die Steuerung und der Sturz war nicht mehr zu vermeiden. Wagner wurde von der Bremse weg auf die Böschung geschleudert, kam aber mit dem Schrecken davon. Koch erlitt eine leichte Prellung, Die Medaillen:„USA 1“—„Schweiz 2“ „USA 2“ Neben der Fahrt des zweiten amerikanischen Bobs, der im letzten Lauf mit:22,16 auswartete, wartete man vor allem auf den Start von„USA 1“ mit Brown am Steuer. Die Amerikaner fuhren wohl außerordentlich schnell, aber sie waren auch auf eine sichere Fahrt bedacht und kamen so auf :20,38. Das war die erste Goldmedaille für die Vereinigten Staaten von Nordamerika bei den Olympischen Winterspielen 1936 in Garmisch=Partenkirchen.„USA 2“ holte sich die Bronzene Medaille, aber die Silberne ließ sich„Schweiz?“ nicht entreißen. Unsere zwei deutschen Bobs kamen hier zwar nur auf den fünften und sechsten Rang, aber für die inoffizielle Länderwertung sind das wertvolle Punkte Der englische Bob schaffte einen schönen vierten Platz. Schweiz— die Heimat der Bobfahrer Kritisch betrachtet haben die Bobrennen in Garmisch=Partenkirchen wertvolle Erkenntnisse vermittelt. Die zwei ersten Plätze der Eidaenossen im Viererbob und der zweite Rang von Feierabend im Zweierbob sind ein Beweis dafür, daß die Schweiz die Heimat der Bobfahrer ist. Aber auch die Vereinigten Staaten von Nordamerika schoben sich nachdrücklich in den Vordergrund. Der Olympiasieg und der dritte Platz im Zweierbob sind für U bestimmt feine Erfolge Sehr zufrieden durfte auch schafften die sehr gute Zeit von:23,85, das war England mit der Bronzenen Medaille im Viererbob für uns der fünfte Rang. und dem vierten Platz der Zweimannschlitten sein. Bezirksklasse Gelsenkirchen: Spogg. Röhlinghausen—. Horst Emscher:0 abgebr., Schw.=G. Gladbeck— Geisenkirchen 07:4, Castrop 02—. TB Eickel 711, BB 12 Gelsenkirchen— SC Hassel:1, Union Gelsenkirchen— SV Rotthausen:4—. Bochum: STV Werne— Fu. Schwelm:0. Witten 92— Wattenscheid 09=30:0 abgebr., Sportring Gevelsberg— Witten 07:1. Dortmund: DSC Hagen—. VfL Kamen:1, VfL Wetter—. Arminia Marten:2. Münster: Meckinghoven— SuS Hüls:4, Münster 08— Rheine 09:0. Borussia Rheine— Vorwän. C. nau:3 Bockum— BV Rheine 111 abg. Minden: Beckum—. SpVgg. Hamm.1, Teutonia Lippstadt— BfB Bielefeld:0. Bielefeld 06=07— VfL Salzuflen:0 Arnsberg: SuS Menden—. Jahn Werdohl:2 abgebr., VfB Weidenau— BE Siegen(Gesellsch.= Spiel):3. Turn Düsseldorf entgehl der Abfliegsgefahl Wichtiger:=Sieg über Hamborn 07— Rot=Weiß Oberhausen gewinnt Am Sonntag wurden in der Niederrhein=Gauliga nur zwei Spiele durchgeführt. Turn Düsseldorf ließ den SB Hamborn 07 mit:1(:0) hinter sich und kam damit zum ersten Sieg in der zweiten Serie Dieser Erfolg war für die Düsseldorfer Blauweißen von überaus großer Bedeutung. denn nun dürften sie mit 13 Pluspunkten der Abstiegsgefahr endgültig entgangen sein. Im zweiten Sviel blieb Rot=Weiß Oberhausen knapp mit:1(:0) über den Duisburger FV 08 siegreich, so daß die Oberhausener bie auf einen Punkt an den VfL Benrath berangekommen sind. ihm also die zweite Stelle noch streitie machen können. Das Sviel Schwarz=Weiß gegen VfL Benrath fiel aus und soll später, an einem noch zu bestimmenden Termin. nachgeholt werden Fortuna Düsseldorf traf in einem Freundschaftsspiel auf den mehrfachen jugoslawischen Meister. Beogradski SK Belgrad, der ein gutes Sviel lieferte und zu einem verdienten:1(:0) kam. Turn Düsseldorf— Hamborn 07•1 Rot=Weih Oberhausen— Duisburger F 08:1 •0 :1 •2 •0 :2 Bezirksklasse Gruppe 1: Kreuzauer SC 05— Jugend Düren :2. Viktoria Kellersberg— BfB Aachen 10:0. SV Baesweiler— Rhenania Würselen:2. Dürener SvV— Alemannia Lendersdorf:3. Alemannia Aachen— Alemannia Mariadorf•3. SpV Ratheim— Düren 99:2. Gruppe 2: Viktoria Rheydt— SpV Dohr:0. Eintracht Gladbach—. Viktoria Goch:1. Kalden= kirchen— Rheydter SpV:3. Union Krefeld— Odenkirchen 05=07:3. Giesenkirchen— Sportft Kreseld:1. Tura Bonn noch an der Spitze Volles Programm im Mittelrheingau Daß die Eintrachtler aus Trier gegen den Mülheimer SV. nicht viel zu bestellen haben würden, haben wir schon in der Vorschau dargelegt. Daß der Sieg aber im Kanter ausfallen würde, haben die wenigsten erwartet.•0 war die Quote des MéV. Knapper schon endete die Begegnung zwischen Sülz 07 und dem Bonner FV. Nach spannendem Kampf konnten die Platzherren mit :1 die Oberhand behalten. Der Kölner Ortskampf zwischen KKC. 99 und dem BfR. Köln hatte größtes Interesse ausgelöst und eine ansehnliche Zuschauermenge umsäumte die Anlage, um Zeuge eines stets fesselnden Kampfes zu werden. Nach einer Pausenführung von:0 für BfR. lautete das Endergebnis:2 für KSc. Tura Bonn ist in heimischer Umgebung sehr gefährlich. Das mußten auch die Neuendorfer erfahren, die eine anständige Schlappe von•0 mit nach Hause nahmen. Und zum Schluß noch ein knapper Sieg des Kölner CfR. über Westmark Trier von:1, der in Trier errungen wirde. Mülheimer St.— Eintracht Trier SpVg. Sülz 07— Bonner FV. Kölner SC. 99— BfR. Köln Tura Bonn— TuS. Neuendorf Westmark Trier— Kölner CfR. Bezirksklasse Gruppe 1: Viktoria— Blau=Weiß:2. Deutz 05 gegen Bayenthal:4. Union 05— Kölner BV 07. Zündorf—..=Gladbach:1, Wolsdorf—. BfL Gruppe 2: Preußen— Bonner BC.:2, Rbenania— SV Beuel:0. Schwarz=Weiß— Kölner BC :3. Nivves 1912— Vingst 05:2. Godesberg 08 gegen Phönix:3. Gruppe 3: Bruche— Gummersbach:1. Herdorf gegen Betzdorf:1. Mudersbach— Waldbröl:1. Derschlag— Brachbach:7. Gruppe 4: Rheinland Mayen— Heimbach=Weiß :2. Engers— Niederlahnstein•0. Kottenheim— Urbar:1. Horchheim— Plaidt:7. Gruppe 5: Koblenz 1900— Andernach:3. Neuenahr— VfL Koblenz:3. Weitersburg— Lützel:2. Neuwied SC— Viktoria Neuwied:2. Gruppe 6: Zewen— Neumagen•0. Ehrang— Moselland:0. Wittlich— Cröv kampflos für Wittlich.„ Mae 9. 2ic, Gruppe 7: 1. J0 Jbar— Kreuznach:1. Tiesenstein— Enzweiler:1. Kirn— Meisenheim:1, Sobernheim— Algenrodt:1. Poleus Fußballsieg über Belgien Bei trübem, nebligem Wetter waren im Brüsseler Heyselstadion rund 15000 Zuschauer erschienen. um dem Fußball=Länderkampf Belgien—. Polen beizuwohnen. Die Polen zeigten ein gefälliges Stürmerspiel. kamen bereits nach zwei Minuten durch Pic zum Führungstor und sieben Minuten nach dem Wechsel durch den schußgewaltigen God zum zweiten, den Sieg sicherstellenden Treffer. Belgiens Elf war trotz der:=(:=)Niederlage im Feldspiel überlegen, hatte sogar nach dem Wechse leichte Vorteile, doch Polens Abwehr war nicht zu überwinden. — w*..„„ Roman von Arnold Dalentin Copyricht by Verlag Neues Leben, Bayr. Gmain Nachdruck verboten An einem schönen Sommermorgen marschierte eine lustige Gesellschaft durch das Reimsbachtal und machte im Gasthaus halt. Unter allerlei Scherzen wurde gefrühstückt und der Plan für die Wanderung besprochen. Am Nebentische saß ein hochgewachsener Mann mit ernsten, scharfgeschnittenen Zügen. Er hörte sich amüsiert die mehr oder weniger derben Scherze an, die immer wieder Gelächter bei den Herren und Damen des Wandertrupps hervorriefen. Plötzlich erhob er sich, trat zu einem wohlbeleibten, älteren Herrn, den er als den Führer erkannt hatte, und sagte:„Gestatten Sie, daß ich mich vorstelle, Dr. Schneider aus Berlin. Ich nehme an, daß Sie hier gut Bescheid wissen, und möchte Sie bitten, mich Ihnen anschließen zu dürfen, da ich dasselbe Ziel habe und in der Gegend fremd bin.“ Ruhig musterte ihn der dicke Herr:„Wenn Sie kein Spaßverderber sind und mit den Wölfen heulen können, nur zu. Was die Wegkenntnis betrifft, so sind Sie an die richtige Adresse geraten. Wir kennen hier jeden Weg und Stes.„... 45... Einer der Wanderburschen blickte zum Fenster hinaus und rief:„Seht doch einmal, was da für eine merkwürdige Tante vorüberAlles blickte interessiert hinaus. Eine ältere Dame in städtischer Kleidung ging vorüber. Sie blickte wie verstört gradaus und antwortete auf die Scherze, die man ihr zurief, nur mit einem starren Blick. Dann bog sie in den Pfad ein, der zum Hornschloß Auch Dr. Schneider hatte hinausgeblickt und ein flüchtiges Zucken war über sein Gesicht geglitten. Doch niemand hatte es bemerkt. Nach kurzer Zeit brach die Gesellschaft auf und stieg langsam den steilen Pfad zum Hornschloß empor. Unterwegs erzählte der Führer von allerlei Sagen, die sich um die altersgraue Hornsburg woben. So langte man allmählich auf dem Plateau an. Zwei junge Leute waren dem Trupp etwas voraus. Plötzlich stießen sie einen lauten Schrei aus und zeigten nach oben. Zu ihrem Entsetzen sahen die Wanderer eine weibliche Gestalt von der steilsten Stelle der Burgruine auf das Plateau herabstürzen. Ungeheure Erregung bemächtigte sich aller. Ein paar Schritte, brachten sie zu der Stelle, wo die Unglückliche lag. Bestürzt erkannte man die ältere Dame, über die man vor kurzer Zeit noch gespottet hatte. Dr. Schneider sah ernst auf den Körper der Frau.„Ich bin Arzt. Lassen Sie mich sehen, ob noch Rettung möglich ist. Ich bitte die Herren, währenddessen alle Zugänge zur Burg abzusuchen, ob irgendein menschliches Wesen in der Nähe ist.„„ Ar433, fef. Die Männer faßten ihre Bergstöcke fester und entfernten sich. Nach kurzer Zeit stellte der junge Arzt fest, daß Menschenkunst hier nichts mehr auszurichten vermochte. Der Tod mußte sofort eingetreten sein, da Bruch der Nackenwirbel vorlag. Stumm wartete man auf die Rückkehr der Männer. Sie hatten das Felsmassiv umkreist, zwei waren auch hinaufgestiegen. Doch niemand war gesehen worden. Nur eine Handtasche wurde gefunden. Man öffnete sie und fand einen Brief an Frau Edith Brent, 3. 3t. Bad Charlottenbrunn. Als Absender war angegeben Daisy Brent in Berlin. Der Inhalt des Briefes zeigte, wie besorgt die Tochter um die Gesundheit der Mutter war, und meldete ihre Ankunft zu einem Besuche am Abend desselben Tages. „Das arme Mädchen“, meinte eine der Frauen,„wer wird ihr die schreckliche Nachricht beibringen?" Wie mag das bloß passiert sein? Ist es Selbstmord? Ist sie fehlgetreten, liegt also ein Unglücksfall vor? Mord kann es nicht sein, denn es war ja niemand in der Nähe. So schwirrten die Meinungen durcheinander. Dr. Schneider schien als einziger einen klaren Kopf behalten zu haben. Er nahm die Führung in die Hand und willig ordnete sich ihm alles unter. Er bat zwei Herren, ins Dorf hinunterzugehen und den Amtsvorsteher zu benachrichtigen, zugleich auch für eine Bahre Sorge zu tragen. Zwei andere sollten mit ihm bei der Leiche bleiben, bis der amtliche Tatbestand aufgenommen sei. Der Amtsvorsteher erschien mit zwei Trägern, nahm den Vorfall zu Protokoll und ließ die Leiche nach dem Dorf hinunterschaffen. Dr. Schneider, nahm es auf sich, am Abend der entsetzten Tochter von dem traurigen Ende ihrer Mutter Kenntnis zu geben. Daisy Brent war ein schlankes Mädchen von zarter Schönheit. Prächtiges, dunkles Haar umrahmte ein allerliebstes Gesicht, in dem besonders die großen, lebhaften Augen euffielen. Doch schien sie für ihr Alter und Geschlecht sehr heherzt zu sein. Als ne sich vom ersten, furchtbaren Schrecken erholt hatte, sprach sie leise:„Ich habe schon immer etwas Derartiges befürchtet.“ „Darf ich fragen warum?“. „Das ist eine längere Geschichte.“ „Bitte erzählen Sie nur. Mich interessiert es als Arzt und als Mensch, zu hören, wie es zu diesem für Sie so schmerzlichen Unglücksfall gekommen ist.“ Zögernd berichtete ihm nun Daisy, daß ihre Mutter bis zu ihrer Heimkehr nach Deutschland— sie hatte lange Jahre in Amerika zugebracht— körperlich und geistig völlig gesund gewesen sei. Dann hätte sie zufällig die Bekanntschaft einer Frou Herrig gemacht, die auch in Amerika gewesen war. Diese Frau sei eifrige Spiritistin und hätte ihre Mutter allmählich bekehrt und in ihren. spiritistischen Zirkel mitgenommen. Von da an hätte sich das Wesen ihrer Mutter merkwürdig verändert.„Jeden Abend um 10 Uhr verfiel sie in einen seltsamen Zustand, ihre Augen wurden starr und sie hielt wirre Reden, aus denen ich nur entnehmen konnte, daß sie sich anscheinend mit einem Geist unterhielt und ihm Gehorsam versprach.“ Dr. Schneider nickte nachdenklich und sagte: „Da muß sie ja schon tief von der spiritistischen Lehre erfaßt gewesen sein. Sind Sie nicht einmal mitgegangen: „Meine Mutter und Frau Herrig, die mir übrigens von Anfang an unsympathisch war, haben oft versucht, mich mitzunehmen, aber ich habe mich immer aus einem unklaren Gefühl heraus geweigert.“ „Das wird Ihnen ein guter Engel eingegeben haben“, bemerkte der Arzt ernst,„sonst lägen Sie vielleicht neben ihr. Ich traue dieser Frau Herrig und ihrem Geisterzirkel nicht sehr.“ „Das habe ich auch nie getan, und doch kann ich nichts nachweisen und nichts unternehmen. Aber indirekt haben diese Geisterleute sicher die Schuld an dem Tode meiner Schneider half dem jungen Mädchen, die nötigen Schritte zur Beerdigung zu ergreifen, und verabschiedete sich dann von ihr mit herzlichen Trostworten und der Bite, ihn in Berlin gelegentlich zu besuchen. So blieb das ganze Drama vorläufig ein Geheimnis. „Und so, meine Herren, glaube ich, Ihnen nachgewiesen zu haben, daß der Nahversuch in der Telepathie, der Gedanken= und Willensübertragung ohne Hilfe des gesprochenen Wortes, ein unsichtbares Experiment ist und bleiben wird. Es gibt zu viel Möglichkeiten der Selbsttäuschung. Die sogenannte Telepathie mit Anfassen der Hände oder des Unterarmes womöglich am Puls habe ich als eine grobe Täuschung nachgewiesen, weil nicht einmal eine mediale Veranlagung dazu gehört, das leise Zucken der Muskeln, das rasche Ansteigen des Pulses zu bemerken, wenn man in der Nähe der zu suchenden Person oder des zu findenden Gegenstandes angelangt ist. Und auch bei Versuchen ohne Berührung kann es sich schwer unterscheiden lassen, ob wirkliche Gedankenübertragung vorliegt oder eine überragende Leistung des Unterbewußtseins, das blitzschnell jedes Zucken der Augen, jedes noch leise, vielleicht dem Experimentator selbst nicht bewußte Vorsichhinsprechen des zu Uebertragenden erfaßt. Erst wenn eine gewisse Entfernung zwischen Medium und Versuchsleiter gelegt wird, wenn eine dritte Person unmittelbar vor dem Versuch das Thema angibt, das auch noch möglichst neutral gewählt werden muß, sind Vorbedingungen für ein einwandfreies Gelingen der reinen dankenübertragung etwa nach der Wellentheorie gegeben. Derartige Fernversuche sind bisher nur in geringer Zahl angestellt worden und wissenschaftlich einwandfreie Prüfungen konnten nicht vorgenommen werden. So bleibt im wesentlichen das ganze Gebiet als Neuland zur Bearbeitung für unsere Forschung vor uns liegen und ich hoffe, daß es uns gelingen wird, recht bald zu positiven Ergebnissen zu kommen.“ 27 Dr. Sinn, ein freundlich aussehender älterer Herr, schloß seinen Vortrag und verließ das Rednerpult. Geheimrat Ammer, der Vorsitzende der Gesellschaft für psychologische Forschung, dankte dem Vortragenden herzlich für seine aufschlußreichen Ausführungen, und leitete die anschließende lebhafte Aussprache. Manches Für und Wider wurde erwogen, schließlich gelangte man aber im wesentlichen zu demselben Ergebnis wie Dr. Sinn, der übrigens als Autorität auf dem telepathischen Gebiet galt. Danach erhob sich Geheimrat Ammer, eine hochgewachsene, gebieterische Erscheinung mit langem, weißem Haar und Bart. Tiefe Bewegung verriet sein Auftreten, als er der Versammlung die verblüffende Mitteilung machte, daß eine reiche amerikanische Dame, eine Frau Brent, der Gesellschaft die große Summe von 100.000 Dollar vermacht habe mit der Bestimmung, daß der Vorsitzende frei darüber verfügen könne im Interesse der okkultistischen Forschung. Alles sprang erregt auf, und freudig rief man durcheinander:„Da sind wir ja mit einem Schlage aller Sorgen ledig! Nun können wir gute Medien heranholen, denn wir brauchen ja nicht mehr zu sparen! Nun können wir endlich die große Der Geheimrat beschwichtigte die Aufregung und fragte:„Hat jemand die Erblasserin gekannt?" Ales verneinte. 8651 „Da muß sie doch irgenowo von uns gehört haben und unsere Zeitschrift gelesen haben.“ Dann schlug er sich vor den Kopf:„Halt, ich hab's! Ich besinne mich, daß vor einiger Zeit eine ältere Dame mit Namen Brent in Bezleitung einer Tochter bei mir in der Sprechstunde erschien. Sie war schwer nervenleidend und ich habe sie nach Charlottenbrunn geschickt. In meinem Wartezimmer liegt unsere Zeitschrift auf. Da wird sie es wohl geProfessor Krieger fragte:„Ja, es ist doch aber eine Tochter da, wie Sie sagten. Nehmen wir ihr nicht das Erbteil weg?“ „Ich habe Erkundigungen einziehen lassen. Es ist nur die eine Tochter vorhanden und sie hat beim Tode ihres Vaters ein eigenes Erbteil ausgezahlt bekommen, von dem sie sorgenfrei leben kann. Deshalb glaube ich, wir brauchen uns ihretwegen keine Sorge zu machen und können das unverhoffte Erbe mit gutem Hewissen antreten:„ g M Dr. Sinn meldete sich:„Es tut mir leid, aber diese Erbschaft ist doch etwas schleierhaft, so angenehm sie uns ist. Ich kann mir nicht helfen, wir nehmen dem Mädchen eben doch das Geld weg. War denn die Mutter überhaupt bei Abfassung des Testaments voll zurechnungsfählg““„eartate: Si. hat ha Der Vorsitzende antwortete:„Sie hat das Testament von einem Notar aufsetzen lassen und bei der amerikanischen Botschaft hinterlegt. Beide Stellen haben nichts von irgendeiner geistigen Störung der Erblasserin erwähnt. Es ist also alles mit rechten Dingen zugegangen und ich lasse nun abstimmen, ob die Gesellschaft das Erbe antreten will oder Alle stimmten dafür, nur Dr. Sinn enthielt sich der Stimme und schüttelte besorgt den „Er hat ein zu zartes Gewissen“, sagte leise Professor Krieger zum Vorsitzenden.„Das Mädchen hat doch genug zum Leben.“ Ammer erhob sich wieder:„Ich stelle also fest, daß die Gesellschaft das Erbe annimmt, und werde der amerikanischen Botschaft diese Erklärung übermitteln. Doch glaube ich, ist recht und billig, wenn wir Fräulein Brent als Mitglied bei uns aufnehmen und sie auch zu der Orientreise einladen, die wir ja gewissermaßen von ihrem Gelde unternehmen.“ „Das wir ihr gewissermaßen gestohlen haben“, murmelte Dr. Sinn. „Herr Kollege, Ihr Zartgefühl in Ehren, aber es ist doch besser, der Wissenschaft wird gedient, als daß ein Mädchen, das schon wohlhabend ist, auch diese Summe noch erbt?“ Aber Dr. Sinn konnte sich nicht beruhigen. Er hatte ein zu zartes Gewissen. 3. Daisy war wie vor den Kopf geschlagen, als sie bei der Eröffnung des Testaments in der amerikanischen Botschaft erfuhr, daß ihre Mutter den größten Teil ihres Vermögens einer ihr völlig unbekannten wissenschaftlichen Gesellschaft vermacht hatte.„Aber das ist ja ganz unmöglich“, rief sie bestürzt aus,„sie hat ja nie etwas von dieser Gesellschaft erwähnt. Das kann doch nicht mit rechten Dingen zugegangen sein. Sie hat mir stets gesagt, daß ich einmal alles erben soll, und mir Ratschläge gegeben, das Geld vernünftig zu verwenden.“ Der Gesandschaftssekretär zuckte die Achseln. Der Notar sagte:„Es ist ja bedauerlich, daß Sie so enttäuscht worden sind, aber Ihre Frau Mutter hat mir in Gegenwart von Zeugen dieses Testament diktiert und Sie werden es kaum anfechten können.“ „Hat sie nicht einen verstörten Eindruck auf Sie gemacht, Herr Notars, Sie war in der letzten Zeit manchmal so seltsam.# kommt alles bloß von diesem unheimlichen Spiritistenzirkel. Aus freien Stücken hätte sie das nie getan.“ u#. Mstr. Wpi Langsam erwiderte der Notar:„Mein liebes junges Fräulein! Wenn Sie irgendeinen Verdacht haben, so wenden Sie sich an die Behörde. Aber zu meinem Bedauern muß ich Ihnen erklären, und mein Bürovorsteher wird Ihnen das bestätigen, daß nicht der mindeste Anhaltspunkt dafür vorliegt, daß Ihre Frau Mutter bei der Abfassung des Testaments nicht im Vollbesitz ihrer geistigen Kräfte gewesen wäre. Im Gegenteil, ihre Sprache war so klar und bestimmt, als ob sie sich schon vorher alles genau zurecht gelegt hätte. Daß sie auch an Sie gedacht hat, zeigt sich doch darin, daß sie Ihnen ihren Schmuck und ihre sonstige bewegliche Habe vermacht hat. Daraus werden Sie immerhin soviel lösen können, um gut über die nächsten Jahre hinwegzukom!„Nein, das ist es nicht“, sagte das junge Mädchen leise,„ich habe genügend Einkommen aus meinem väterlichen Erbteil. Es ist mir nicht um das Geld. Mir kommt das Testament nur so unheimlich vor, weil meine Mutter mich sehr lieb hatte und über alles offen mit mir sprach. Und über diese für mich so wichtige Angelegenheit hätte sie mir nichts gesagt? Und kurz nach der Ablieferung des Testaments ist sie verunglückt.“ „Ja“, sagte ungeduldig der Sekretär, Aerger ist ja menschlich verständlich, aber seien Sie vorsichtig, Beschuldigungen gegen irgend jemand zu erheben, wenn Sie nicht auch die nötigen Beweise dafür bringen können. Wenn Sie solche finden, steht Ihnen natürlich jede Hilfe zur Verfügung. Da aber Ihre Gründe zur Anfechtung des Testamentes nur unklare Gefühle ohne positive Beweisgrundlagen sind, würde ich Ihnen raten, die Anfechtung nicht erst auszusprechen. Dadurch wird die Sache in die Oeffentlicheit gezerrt und Sie warnen die Schuldigen, wenn überhaupt welche vorhanden sind. Gelingt es Ihnen aber. irgendeine Unrechtmäßigkeit festzustellen, so kann immer noch hinterher das Testament durch Gerichtsbeschluß für ungültig erklärt werden, und da keine anderen Leibeserben vorhanden sind, würde Ihnen ja sowieso alles zufallen. Die Gesellschaft, welche vorläufige Erbin ist, wird ja nicht gleich große Summen ausgeben. Also, wie entscheiden Sie sich?“ „Ich nehme das Testament an“, antwortete Daisy Brent leise,„aber ich werde alles versuchen, hinter dieses unselige Geheimnis zu „Wie wünschen Ihnen viel Glück dazu. Bitte unterschreiben Sie diese Erklärung. So, nun wären wohl alle Formalitäten erfüllt. Haben Sie sonst noch einen Wunsch? Rum denm, auf Webegezeize gpe z. Aten zuseommen und gepo funern glaubte er eine Verabreoung. Im Innern glaubte er nicht im mindesten, daß ein Grund vorläge, gegen das Testament vorzugehen, und schrieb Daisys Haltung nur dem begreiflichen Aerger zu, die große Summe nicht bekommen zu In trübe Gedanken versunken ging das, Es klopfte leise und die Pensionsinhaberin, Frau Schmidt, trat ein. Sie war eine, reso; lute Dame und hatte Herz und Mund auf dem rechten Fleck. Schon lange hatte sie Daisy wegen ihrer natürlichen, offenen Art ins Herz geschlossen, gink Bi. mar. „Nun, liebes Kind, wie war'?“ Düster, wie aus einem schweren Traum erwachend, blickte das junge Mädchen auf und seufzte:„Ach, es war schrecklich.„Ein ganz schlimmer Verdacht ist in mir aufgestiegen.“ Und nun brach sie leidenschaftlich los und erzählte von dem Testament, das die Mutter unmöglich bei klarem Verstande abgefaßt haben könnte. Aber wer konnte nur dahinterstecken? Wenn die Geisterloge oder eines ihrer Mitglieder geerbt hätte, wäre ja die Situation Sehr ernst sagte die alte Frau:„Liebe Daisy, ich bin ganz Ihrer Meinung. Wie ich Mutter gekannt habe, wäre sie gar nicht stande gewesen, Sie gewissermaßen zu enterben. Sie waren ja ihr Ein und Alles. Ir gendeine unheimliche Macht steht dahinter, und wer weiß, ob diese Macht nicht auch fü den Unglücksfall verantwortlich ist.“ „Das habe ich auch schon vermutet. Meine Mutter war wohl nervös, aber doch nicht geistesgestört, und ich habe mir von Anfang an weder einen Selbstmord noch einen Unglücksfall erklären können. Aber andererseits war doch niemand in der Nähe. Das ist doch damals von dem Arzt festgestellt worden. Ich sehe schon, allein werden wir nicht zum Ziele bonmen....—., doch Dr. Heinz= siel „Daisy, Sie kennen voch Dr. Heint“ fiel Frau Schmidt lebhaft ein. „Ja, freilich, ich war auch auf mehreren Abendgesellschaften mit ihm zusammen“, antwortete Daisy,„aber er ist doch Kriminal= schriftsteller, nicht Kriminalbeamter, denke „Ja, er ist Kriminalschriftsteller. Aber, wie ich gehört habe, soll er eine hervorragende kriminalistische Fähigkeit besitzen, so daß er schon öfters zur Aufklärung geheimnisvoller Verbrechen von der Polizei herangczogen worden ist. Er wird sich unserer Sache sicher anneh„Das hoffe ich auch“, antwortete das junge Mädchen, ohne verhindern zu können, daß verräterisches Rot über ihr Gesicht zuckte. „Nun, dann will ich gleich mal anrufen.“ Sie kam nach kurzer Zeit wieder.„Er wird sofort herankommen. Als er Ihren ,Sgnag hörte, war er gleich bereit.“ Und, ranieg fügte sie hinzu:„Sie brauchen nicht wieder rot zu werden, liebes Kind, ich will Ihnen auch in Herzensangelegenheiten eine Mutter sein, und Hein ist ein durchaus ehrenhafter Mensch, wenn mir auch seine Beschäftigung mit Verbrechern weniger behagt.“ (Fortsetzung folgt.) Die Sihinpischen Winnlerspiets Beendel Ehrung der Sieger in Gegenwart des Führers— Das Olympische Feuer erlischt dub. Garmisch=Partenkirchen, 16. Febr. Das ganze Olympiadorf ist voll erwartungsfroher Menschen, die in zahllosen Sonderzügen und Omnibussen hierhergekommen sind, um der Schlußfeier der Olympischen Winterspiele 1936 beizuwohnen. Das weite Stadion leuchtet im Glanz der allmählich untergehenden Sonne, der gleichen Sonne, die während der ganzen Olympischen Winterspiele über dem Olympiadorf und dem ganzen Werdenfelser Land so wundervoll geleuchtet und mit beigetragen hat zu dem einzigartigen Erfolg der Olympischen Winterspiele. Nur der Schnee, der am Eröffnungstage in so überreichem Maße gefallen ist, und das ganze Stadion in ein tiefwinterliches Kleid gehüllt hat, ist inzwischen geringer geworden. Die Südhänge um das Stadion sind da und dort schon so gut wie schneelos, gerade recht für die vielen Tausenden, die von hier aus die abendliche Feierstunde erleben wollen. Um das weite Rund des Stadions wehen heute zum letzten Male die Fahnen der 28 olympischen Nationen. Am Fahnenmast zwischen der großen und kleinen Sprungschanze flattert das große weiße Tuch mit den fünf Olympischen Ringen: die Olympische Flagge, die am Tage der Eröffnung der Winterspiele feierlich aufgezogen worden war. Zwischen dem Auslauf der großen und kleinen Schanze, gegenüber dem Olympia=Haus, ragen die drei Masten zum Himmel, an denen in wenigen Stunden die Flaggen der Siegernationen in die Höhe gehen werden. Angehörige der Reichskriegsmarine werden diesen Ehrendienst übernehmen. Oben auf dem Feuerturm neben der kleinen Sprungschanze lodert zum letzten Male das Olympische Feuer. Endlich ist die feierliche Stunde der Schlußzeremonie angebrochen. Strahlend schön und warm scheint die Sonne. Die weißen Berggipfel grüßen ins Stadion. Der Innenraum des gewaltigen Ski=Stadions ist zum Bersten gefüllt. Aber auch draußen stehen Tausende und Abertausende, die wenigstens aus den Lautsprechern die Stunde miterleben wollen. Vor der Ehrentribüne am letzten Teil des Auslaufplatzes steht ein langgestreckter Tisch mit Medaillen, die den Siegern überreicht werden, davor ein dreistufiger Aufbau; auf der mittleren und höchsten Stufe wird der Sieger eines jeden Wettbewerbes, zu seiner Rechten der Träger der Silbernen, zu seiner Linken der der Bronzenen Medaille stehen. Der Führer kommt Wenige Minuten vor 5 Uhr schallen Heilrufe von draußen in das Stadioninnere, die sich zu einem einzigen Jubelruf der Massen vereinigen, als der Führer mit dem Präsidenten des Internationalen Olympischen Komitees, Graf BailletLatour, auf der Ehrentribüne erscheint. In der Begleitung des Führers befanden sich wie am Vormittag Reichsminister Dr. Goebbels, Gauleiter Staatsminister Adolf Wagner, während sämtliche Reichsminister, Reichsleiter und Gauleiter, die Mitglieder des Internationalen Olympischen Komitees und der internationalen Sportverbände, Mitglieder des Diplomatischen Korps, unter ihnen der französische Botschafter in Berlin, Francois Poncet, wie die ausländischen Militärattachés und viele hohe Offiziere der Wehrmacht ihre Plätze auf der Ehrentribüne bereits eingenommen hatten. Feierliche Stille liegt einen Augenblick über dem weiten Rund. Dann ertönen knappe Kommandos, Trommelwirbel setzt ein, Marschmusik erklingt, die Kämpfer marschieren ein. An der Spitze marschieren die Militärpatrouillenläufer, die siegreichen Alpini voran, hinter ihnen die Finnen und Schweden. Vor der Ehrentribüne erweisen sie den militärischen Gruß. Ihnen folgen die Sieger im 4X10-Klm.= Lauf, Finnen, Norweger und Schweden, die Ersten des 18=Klm.=Langlaufs, und alle empfängt brausender Jubel, der sich noch steigert, als die erste deutsche Preisträgerin, Christel Cranz, die Siegerin im alpinen Skilauf, erscheint. Zu ihrer Rechten schreitet Käthe Grasegger, zu ihrer Linken die reizende Norwegerin Laila Schou=Rilsen. Franz Pfnür, der Sieger des Abfahrtlaufes, hat zur Rechten den blonden Gustav Lantschner, zu seiner Linken den famosen Franzosen Allais. Nach den Preisträgern im Kombinationslanglauf folgen die Sieger im Spezialsprunglauf mit dem Norweger Birger Rund in der Mitte, und endlich wieder, mit Sonderbeifall bedacht, die tapferen Kämpfer des Eishockeyturniers, an der Spitze die Engländer mit dem Trauerflor um den Arm. Auch die Eishockeyspieler entbieten den Olympischen Gruß, und nun kommen die Sieger im Eiskunstlaufen, zunächst die Damen, in der Mitte glückstrahlend lächelnd Sonja Henie. Ihnen folgen die Olympiasieger im Kunstlauf der Herren, die siegreichen Paare, an der Spitze Maxie Herber und Ernst Baier. Es folgen dann die Sieger im Eisschnellauf, im Zweierbob und Viererbob. Auch die siegreichen Eisschützen in ihren malerischen Trachten ziehen, mit Jubel überschüttet, an der Tribüne entlang, auf der alle Wettkampfteilnehmer Platz genommen haben. Mit der Front zur Ehrentribüne nehmen die Helden Aufstellung. Zu ihren Längsseiten stehen die Fahnen der Nationen. Dann kündet der Generalsekretär des Organisationskomitees, nachdem der Präsident des internationalen Komitees, Graf Baillet=Latour, und zwei Mitglieder des JOC., der Präsident des Organisationskomitees Ritter von Halt, der Reichskriegsminister und der Reichssportführer die Ehrentribüne verlassen haben, um vor dem Tisch mit den Plaketten und Ehrenurkunden Halt zu machen, die Preisverteilung mit den Worten an: Achtung, Olympiasiegerehrung. Siegerin im Abfahrtslauf und Slalomlauf für Damen, Christel Cranz=Deutschland. Großer Jubel erfüllt die Arena, als Christel Cranz in der Mitte des Podiums, zu ihrer Rechten Käthe Grasegger, zu ihrer Linken Laila Schou, steht. Am höchsten Siegesmast und dem Mast zur Rechten gehen die deutsche, zur Linken die norwegische Flagge hoch, gehißt von einer Signalabteilung der Reichsmarine. Kanonenschüsse dröhnen ins Tal. Das Vereinigte Musikkorps der Reichswehr spielt die deutsche Nationalhymne. Graf Baillet=Latour überreicht jedem einzelnen die rote Mappe mit dem Siegesdiplom und die Medaille. Wieder geht die deutsche Flagge an zwei Masten hoch, als die Medaillen für den Abfahrtsund Vorlauf der Männer verteilt werden. Dann steigt Norwegens Banner an allen Siegesmasten auf; denn die erfolgreichste Nation der IV Olympischen Winterspiele hat im Lang= und Sprunglauf alle olympischen Ehren eingeheimst. Schwedens Flagge und die Hymne„Du schöner, du treuer, du bergehoher Nord“ künden den Sieger im 18=Klm.=Langlauf und den des 50=Klm.= Dauerlaufs. Zum ersten Male flattert am Siegesmast dann Finnlands Flagge für den 4X10= Klm.=Staffellauf. Mit erhobener Rechten grüßt der Führer der siegreichen Staffel zur Ehrentribüne. Wieder weht Norwegens Flagge beim Spezialsprunglauf, dann steht Sonja Henie auf dem Mittelpodest in leuchtend weißem Skidreß, zu ihrer Rechten die blonde Cecilia Colledge, zu ihrer Linken die kleine zarte Schwedin Vivianne Hulten. Oesterkeichs Hymne klingt auf; Weltmeister Karl Schäfer hat zu seiner Rechten den Deutschen Ernst Baier, zu seiner Linken seinen Landsmann Kaspar. Ein gewaltiger Jubel steigt zum abendlichen Himmel, als Maxie Herber und Ernst Baier erscheinen, zur Rechten das junge Geschwisterpaar Pausin=Oesterreich, zur Linken die Ungarn Rotter=Szolles. Zum dritten Male rauscht die deutsche Flagge empor, ertönen die deutschen Nationalhymnen. Nicht weniger als dreimal ist Ivar Ballangrud, der zum ersten Male seit dem Bestehen der Winterspiele drei Goldmedaillen erringen konnte, der Mittelpunkt des Jubels, als die Sieger der Eisschnelläufe ausgezeichnet werDer Führer bei seinen Arbeitern Die Gefolgschaftsmitglieder der Automobilindustrie seine Gäste im Kaiserhof onb. Berlin, 15. Februar. Die 130 Arbeiter und Gefolgschaftsmitglieder der Automobilindustrie aus ganz Deutschland, die am Vormittag der feierlichen Eröffnung der Internationalen Automobil= und Motorradausstellung beigewohnt hatten, waren anschließend Gäste des Führers und Reichskanzlers im Kaiserhof zu einem Mittagessen. Zur freudigen Ueberraschung der Arbeiter erschien gegen 17 Uhr der Führer in ihrem Kreise und verweilte mehr als eine Stunde bei ihnen. Den festlichen Abschluß des Eröffnungstages der diesjährigen Automobilausstellung bildete in Anwesenheit des Führers die Erstaufführung der großen Ausstattungsrevue„100000 PS“ in der Deutschlandhalle, die in 20 Bildern die Verkehrsentwicklung vom Altertum bis zur Gegenwart zeigt und während der Zeit der Ausstellung allabendlich aufgeführt wird. Lange vor Beginn setzte schon der Zustrom der Massen zur schönsten Halle Europas ein. Eine ununterbrochene Kette von Kraftwagen brachte immer neue Besucher und bald war die geräumige Halle bis auf den letzten Platz besetzt. Der Aufmarsch der Massen vollzog sich dank der vorzüglichen Organisation reibungslos. Ein neuer Gewaltakt der Staatsanwaltschaft von Verviers dnb. Malmedy, 15. Februar. Wie der„Landbote“ mitteilt, hat die Staatsanwaltschaft von Verviers eine neue Gewaltmaßnahme gegen die Buetgenbacher Bürger ergriffen. Zahlreiche Bekannte und Verwandte hatten zur Bestreitung der Kosten in dem vor kurzem abgelaufenen Prozeß 10 Buetgenbacher freiwillig und ohne jede Aufforderung Geld bereitgestellt. Ein Treuhänder der 10 Verurteilten hatte auf diese Weise eine Summe von 1800 Frank zur Verfügung. Die Staatsanwaltschaft beauftragte nun die Gendarmerie, dieses Geld zu beschlagnahmen, was auch geschehen ist. Welche rechtlichen Grundlagen die Staatsanwaltschaft zu diesem Vorgehen hat, ist unbekannt. 80 000 Besucher auf der Autoschau Starkes Auslandsinteresse onb. Berlin, 16. Febr. Wie nicht anders zu erwarten war, bildet die internationale Automobil= und Motorrad=Ausstellung Berlin 1936 einen Anziehungspunkt besonderer Art. Am Sonntag, dem ersten Tage der Ausstellung, gingen über 80.000 Besucher durch die Drehsperren in den Hallen am Kaiserdamm. Allein 45 Sonden. Nur einmal löst ihn sein Landsmann Charles Mathisen auf dem höchsten Siegerplatz ab. Der Kapitän der englischen Siegermannschaft im Eishockey, Carl Erhardt, nimmt aus den Händen Graf Baillet=Latours die so heiß erkämpfte Trophäe entgegen, während Kanada mit der silbernen und Amerika mit der bronzenen Medaille ausgezeichnet werden. Bei der Ehrung der Bobfahrer machen die Sieger im Viererbob den Anfang und zweimal leuchtet von den Masten die Flagge der Schweiz, das weiße Kreuz im roten Feld, während vom dritten Mast der Union=Jack weht. Zum ersten Male steigt für den Sieg im Zweierbob das Sternenbanner Amerikas auf dem höchsten Siegesmaste auf. Auch hier hat die Schweiz die silberne Medaille errungen. Damit ist die Ehrung der olympischen Sieger beendet. Hier schließt sich die Ehrung der Siegreichen in den Vorführungswettbewerben an. An den drei Masten gehen drei olympische Fahnen in die Höhe. Der Reichskriegsminister nimmt die Preisverteilung vor, bei Italien, Finnland und Schweden, während der Reichssportführer den erfolgreichen österreichischen und deutschen Eisschützen die Preise übergibt. Der Präsident des Organisationskomitees und der Generalsekretär, Baron Le Fort, begaben sich zu den Fahnen der 28 Nationen, und während der Präsident an die Spitze einer jeden Fahne das Erinnerungsband der IV. Olympischen Winterspiele setzte, hallen von den Bergen Salutschüsse der Gebirgsbatterie durch das Tal. Die Dämmerung ist hereingebrochen. Die Abteilungen des Reichsheeres, die das Stadion bis zur Höhe hinauf umsäumen, entzünden ihre Fackeln. In feierlicher Stille tritt der Präsident des JOC., Graf Baillet=Latour an das Mikrophon der Ehrentribüne und erklärt die Winterspiele in französischer Sprache für beendet: „Nachdem wir Reichskanzler Adolf Hitler, dem deutschen Volke, den Vertretern Garmisch= Partenkirchens und den Organisatoren der Spiele unseren Dank ausgesprochen haben, erklären wir im Namen des Internationalen Komitees die IV. Olympischen Winterspiele 1936 für beendet und laden Sie für diesen Sommer nach Berlin ein, um mit uns die Feier der XI. Olympiade zu erleben.“ Die Hunderttausende haben sich während der Worte Baillet=Latours von ihren Plätzen erderzüge aus dem Reich mußte die Deutsche Reichsbahn einsetzen, um den hohen Anforderungen gerecht zu werden. Außerdem waren auf dem Messegelände 70 große Reiseomnibusse eingetroffen, von denen erstaunlich viel Auslandswagen waren. Ueberhaupt ist das Interesse des Auslandes besonders groß. Die Ausstellungsleitung macht ausdrücklich darauf aufmerksam, daß die Hallen bereits um 9 Uhr geöffnet sind. Die Revue„100000 PS“ in der Deutschlandhalle war ausverkauft. Besuch Litwinows in Japan? dnb. Tokio, 15. Febr.(Ostasiendienst des DRB.) Die Möglichkeit eines Besuches des sowjetrussischen Außenkommissars Litwinow in Japan wird in politischen Kreisen lebhaft erörtert. Die japanische Nachrichtenagentur Domei hatte bereits kürzlich aus Moskau gemeldet, daß man in gewissen politischen Kreisen Japans den Wunsch geäußert habe, durch einen Besuch Litwinows in Tokio zu einer direkten Aussprache über die kritischen japanisch=sowjetrussischen Beziehungen zu gelangen. Derartige Wünsche seien über den Tokioter Vertreter der amtlichen sowjetrussischen Telegraphenagentur weitergeleitet worden. Die Richtigkeit dieser Meldung wird nunmehr von der Taß bestätigt. Wie Domei weiter meldet, liegen im japanischen Auswärtigen Amt über derartige Reisepläne keine amtlichen Nachrichten vor. Man müsse aber, so heißt es weiter, einen Besuch Litwinows in Tokio als nicht ungünstig einschätzen. Diese Aeußerung des Auswärtigen Amtes glauben verschiedene japanische Politiker als eine gewisse Ermutigung für etwaige Reisepläne Litwinows ansehen zu können. In Anbetracht der Zuspitzung der Lage im Fernen Osten und der Häufung von Grenzkonflikten würde ein derartiger Besuch in diesen Kreisen als politisch hoch bedeutsam betrachtet werden. Hochbahnunglück in Newyork dub. Newyork, 15. Febr. Im Westen Newyorks fuhr ein Hochbahnzug in einen auf einer Station haltenden Hochbahnzug hinein. 19 Fahrgäste wurden verletzt. Die Feuerwehr mußte den Fahrgästen von der Straße her mit Leitern zu Hilfe kommen. Weiter kirchliche Morgenfeiern im Rundfunk Berlin. Die Reichssendeleitung teilt mit: In einigen Zeitungen ist die Nachricht verbreitet, daß mehrere Reichssender die im Programm angesetzten Uebertragungen der kirchlichen Morgenfeiern abgesetzt hätten. Diese Nachricht ist unzutreffend. Die in dem Programm vorgesehenn kirchlichen Morgenfeiern finden an den berreffenden Sendern wie bisher statt. hoben und die Häupter entblößt. Langsam sinkt die Olympische Flagge, das weiße Tuch mit den fünf Ringen, nieder, das Olympische Feuer, das der Welt die Stätte olympischen Friedens gezeigt hat, verlöscht. Salutschüsse erdröhnen, eine Scheinwerferbatterie schickt Strahlenbündel über die Höhen des Gudiberges zum nächtlichen Himmel. Magnesiafeuer sprüht zu beiden Seiten der Aufsprungbahn empor und aus dem silbernen Licht schießt plötzlich ein Skispringer über die Schanze. Hinter ihm folgen in rascher Abfahrt sechs Kämpfer der deutschen Skimannschaft. Sie halten die Olympische Flagge in den Händen, die Flagge, die 1928 in St. Moritz, 1932 in Lake Placid über den Kampfstätten wehte. Sie bringen die Flagge zur Ehrentribüne, wo ihr Graf Baillet=Latour den Olympischen Gruß erweist. Die Fahnenträger der 28 Nationen und die ruhmgekrönten Sieger verlassen das Stadion. Die Olympische Flagge wird eingerollt. Ein Brillantfeuerwerk ist leuchtender Abschluß der Feierstunde. Erfüllt von dem Erlebnis dieser schönen Stunde ziehen die Massen zurück ins Olympiadorf. Der Führer, umtost von dem Jubel der unübersehbaren Menschenmassen, verläßt mit dem Präsidenten des JOC, Graf Baillet=Latour, und seiner übrigen Begleitung, der sich alle führenden Personen des Internationalen Sportlebens anschließen, die Ehrentribünen. Allmählich leert sich die Kampfstätte. Die IV. Olympischen Winterspiele 1936 in Garmisch=Partenkirchen gehören der Vergangenheit an. * 28 Nationen haben um den Siegeslorbeer gerungen. 12 von ihnen haben olympische Ehren davongetragen, aber auch die 17 Nationen, deren Kämpfer ehrenvoll den Besseren unterlagen, sind nicht leer ausgegangen. Sie haben olympischen Dank geerntet, haben ritterliche Kameradschaft und sportliche Gemeinschaft erfahren und gegeben. Auf viele, viele Tausende aus allen Ländern der Erde hat sich dieser Geist übertragen. Es gibt kein schöneres Ruhmesblatt für Teilnehmer, offizielle Schlachtenbummler und für das veranstaltende Land, als die von der ganzen Welt einmütig getroffene Feststellung, daß über diesen Spielen wahrhaft olympischer Frieden lag und daß der olympische Geist auch weiterhin außerhalb der sportlichen Wettbewerbe alle verband. Wenn die IV. Olympischen Winterspiele zum friedlichen Ausgleich der Nationen beigesragen haben, dann ist der Wunsch erfüllt, der Deutschland bei der Ausrüstung beseelt hat und mit dem es die liebgewordenen Gäste bei den 11. Olympischen Spielen in Berlin empfangen wird, wenn die Olympische Glocke in wenigen Monaten die Jugend der Welt ruft. Es leben die 11. Olympischen Spiele. Wiederholung der Führerrede im Rundfunk am Montagabend onb. Berlin, 15. Febr. Die Rede des Führers und Reichskanzlers anläßlich der Eröffnung der Internationalen Automobil- und Motorrad=Ausstellung wird am Montag, 17. Februar, in der Zeit von 22.20 Uhr bis etwa 23 Uhr über alle deutschen Sender wiederholt werden. Wichtige Personalveränderungen in der altpreußischen kirche dnb. Berlin, 15. Febr. Mit Wirkung vom 1. März 1936 treten in der juristischen Leitung der meisten Konsistorien der Evangelischen Kirche der altpreußischen Union wichtige Veränderungen ein. Der bisherige Präsident des Evangelischen Konsistoriums in Magdeburg, D. Loycke, ist als weltlicher Vizepräsident in den Evangelischen Oberkirchenrat berufen worden. Der bisher mit der Führung der Geschäfte des Präsidenten im Evangelischen Konsistorium der Mark Brandenburg in Berlin beauftragte Oberkonsistorialrat Dr. Fretzdorff wird als Konsistorialpräsident nach Magdeburg versetzt. Der Oberkonsistorialrat im Evangelischen Ober= kirchenrat, Rapmund, ist zum Konsistorialpräsidenten in Berlin ernannt worden. Der bisher mit der Führung der Geschäfte des Präsidenten des Konsistoriums in Königsberg i. Pr. beauftragte Oberkonsistorialrat Dr. Tröger wird zum Präsidenten ernannt. Im Evangelischen Konsistorium in Stettin übernimmt der Konsistorialpräsident D. Wahn wieder sein früheres Amt. Mit der Führung der Geschäfte des Präsidenten des Evangelischen Konsistoriums in Breslau ist der dortige Oberkonsistorialrat Dr. Fürle beauftragt worden. Mit der Führung der Geschäfte des Konsistorialpräsidenten in Münster i. W. ist der zum Oberkonsistorialrat ernannte Oberkirchenrat Dr. Thümmel, der bisher in der Finanzabteilung beim Evangelischen Oberkirchenrat tätig war, beauftragt worden. Der Oberkonsistorialrat Heyer in Münster wurde in den Evangelischen Oberkirchenrat in Berlin berufen. Mit der Führung der Geschäfte des Konsistorialpräsidenten in Düsseldorf ist der zum Oberkonsistorialrat ernannte Konsistorialrat Dr. Jung in Düsseldorf beauftragt worden. Die Pariser Kundgebung der Volksfront, die für Sonntagnachmittag ihre Anhänger zu einem von den Behörden erlaubten Umzug auf die Straße gerusen hatte, ist ohne besondere Zwischenfälle verlaufen. Neben der demonstrierenden Menge waren auch zahlreiche Neugierige unterwegs. Der Dank des Führers an das 39R. dub. Garmisch=Partenkirchen, 16. Febr. Der Führer und Reichskanzler hat an den Präsidenten des Internationalen Olympischen Komitees, Graf von Baillet=Latour, folgendes Schreiben gerichtet: „Sehr verehrter Herr Präsident! Der glanzvolle Verlauf und Abschluß der IV. Olympischen Winterspiele 1936 in Garmisch=Partenkirchen veranlaßt mich. Ihnen, Herr Präsident, und den anderen Mitgliedern des Komitees für Ihre außerordentlich hervorragende Tätigkeit meinen und des deutschen Volkes tiefgefühlten Dank zum Ausdruck zu bringen. Weiter bitte ich Sie, Herr Präsident, diesen Dank und unsere höchste Bewunderung all jenen Mitwirkenden zu übermitteln, die als Kämpfer und Kämpferinnen bei diesen olympischen Spielen die Welt durch ihre herrlichen Leistungen in höchster Spannung hielten und mit Begeisterung erfüllten. In aufrichtiger Verehrung bin ich, Herr Präsident, Ihr Adolf Hitler.“ „Echo de Paris“ bewundert die winter-Diympiade onb. Paris, 16. Febr. Am Tage des Abschlusses der Winterspiele in Garmisch=Par enkirchen schreibt„Echo de Paris“:„Alle in Garmisch= Partenkirchen versammelten ausländischen Journalisten waren überrascht, den Reichskanzler Adolf Hitler in Garmisch zu sehen. Wie viele Regierungschefs würden sich persönlich so einsetzen? Reichskanzler Hitler kam nach Garmisch nicht als amtlicher Besucher, sondern als sportlicher Zuschauer, der mit fachmännischem Auge das Können der Ski= und Schlittschuhläufer verfolgte. Man muß auch die Bemühungen der Bevölkerung von Garmisch hervorheben, die Winterspiele zu einem Erfolg werden zu lassen. Man müßte an ein Wunder glauben, daß in Garmisch so viele Ausländer aus allen vier Ecken der Welt untergebracht wurden, man müßte an ein Wunder glauben, weil die Bahnen in solcher Eile, aber tadellos, gebaut wurden. Das sind aber keine Wunder. Es sind die Ergebnisse einer beharrlichen, monatelangen Arbeit. Wir bewundern nicht grundsätzlich alles, was unsere Nachbarn jenseits des Rheines tun, aber wir dürfen es zugeben, daß sie in Garmisch allen europäischen Olympiade=Veranstaltern, ja vielleicht sogar allen Weltveranstaltern eine Lehre erteilt haben.“ Fristverlängerung für Umbauarbeiten dnb. Berlin, 15. Febr. Nach den bestehenden Vorschriften müssen die mit Reichszuschüssen geförderten Umbau= und Teilungsarbeiten spätestens am 31. März 1936 beendet sein. Da nach dem Reichsarbeitsministerium zugegangenen Mitteilungen dieser Termin bei einem großen Teil der Arbeiten nicht eingehalten werden kann, hat der Reichsarbeitsminister die Frist bis zum 30. Juni verlängert. Der Führer eröffnet die Internationale Automobil= und Motorradausstellung Auf unserem Bilde sieht man den Führer bei seiner Eröffnungsrede in der Ehrenhalle Strafverfahren gegen Maurras Der Anschlag auf den französischen Marxistenführer onb. Paris, 15. Febr. Der Untersuchungsrichter hat den verantwortlich zeichnenden Geschäftsführer der royalistischen Zeitung„Action Francaise“ und den Direktor dieser Zeitung Maurras im Rahmen der Untersuchung wegen des Anschlages gegen den sozialistischen Abgeordneten Leon Blum verhört. Er hat gegen den verantwortlich zeichnenden Geschäftsführer Anklage wegen Aufreizung zum Mord und gegen Maurras wegen Beihilfe zur Aufreizung zum Mord erhoben. Maurras erklärte darauf, er fühle sich zurückgesetzt dadurch, daß der Untersuchungsrichter ihm nur die zweile Rolle zuweise, und ihn nur der Beihilfe beschuldige. Versammlungsverbot für die„Action Francaise" In der Provinz haben die Präfekten zahlreiche Versammlungen, die die„Action Francaise" geplant hatte, auf Grund eines Schreibens des Innenministers untersagt. In mehreren Städten kam es zu leichten Zusammenstößen. In Grenoble hat Mobilgarde Kundgeber feindlicher politischer Richtungen zerstreuen müssen, die in eine Schlägerei verwickelt waren. Einige Personen wurden verletzt. In Dieppe kam es zu Handgreiflichkeiten zwischen Zeitungsverkäufern verschiedener politischer Richtungen. In Rantes haben mehrere hundert Mitglieder der Volksfront vor dem Klubhaus der„Action Francaise“ eine Kundgebung veranstaltet, sie wurden jedoch von der Polizei auseinandergetrieben. Schlacht bei Enderta gewonnen Siegesmeldungen des italienischen Heeresberichts Nr. 199 dnb. Rom, 16. Febr. Ueber die Schlacht von Enderta hat das italienische Propagandaministerium Sonntag abend als amtliche Mitteilung Nr. 126 folgenden weiteren Heeresbericht des Marschalls Badoglio veröffentlicht: Die Schlacht von Enderta, die am 11. Februar begonnen wurde und am 15. Februar mit erbitterten Kämpfen südlich von Makalle ihren Höhepunkt erreichte, ist gewonnen. Das erste und dritte Armeekorps haben unter Ueberwindung des zähesten Widerstandes des Heeres von Ras Mulugeta alle ihnen zugewiesenen Ziele erreicht. Auf dem Amba Aradam, dem Bollwerk der feindlichen Verteidigung, weht die italienische Flagge, die von einer Abteilung Schwarzhemden der von seiner kgl. Hoheit dem Herzog von Pistoja befehligten Division„23. März“ gehißt worden ist.“ Die Meldung des amtlichen italienischen Heeresberichtes über neue Waffenerfolge an der Eritreafront, der am Sonntag um 14 Uhr in ganz Italien durch den Rundfunk bekanntgegeben, worden war, hat überall lebhaften und nachhaltigen Eindruck hervorgerufen. In politischen Kreisen wird der Ansicht Ausdruck verliehen, daß der gemeldete italienische Sieg, der in dreitägigem Kampfe unter Teilnahme von fünf italienischen Divisionen Schwarzhemden und Truppen errungen worden sei, für das abessinische Heer einen weiteren schweren Schlag bedeute, der nach dem Erfolg Grazianis an der Südfront auch an der Nordfront die militärische Ueberlegenheit Italiens zeige. Obwohl noch keine näheren Einzelheiten bekannt sind, glaubt man doch in italienischen Kreisen, daß das in der Landschaft Enderta stehende abessinische Heer schwerste Verluste erlitten habe und in der Auflösung begriffen sei. Man weist jedoch darauf hin, daß eine Ausnutzung und Erweiterung des Erfolges durch scharfe Verfolgung der Abessinier angesichts der bereits einsetzenden Regenzeit und bei dem schwierigen gebirgigen Charakter des ganzen Landes vorerst zweifelhaft sei. Außerordentlich schwere Verluste in den Kämpfen an der abessinischen Nordfront dnb. Asmara, 16. Febr. Bei den nach den Verlautbarungen des amtlichen Heeresberichtes abgeschlossenen schweren Kämpfen um den Aradam=Berg an der Nordfront, sollen die Abessinier nach nicht amtlichen Schätzungen gegen 6000 Tote und 15000 Verwundete verloren haben. Die Verluste auf italienischer Seite seien, so heißt es, mit rund 1000 Toten und Verwundeten zu veranschlagen......,.n der.t 8i., Die großen Schwierigleiten der bei viesen Kämpfen zu lösenden militärischen Aufgabe ergibt sich aus der Tatsache, daß der Gebirgsstock des Aradam fast bis zu einer Höhe von 3000 Meter ansteigt und sich über ein Gebiet erstreckt, das von Westen nach Osten eine Länge von acht Kilometer und von Norden nach Süden eine Breite von etwa drei Kilometer aufweist. vorgezeichnet sind. kamen ihr einige aus der Weltelite bedrohlich nahe, aber am Samstag in der freien Gestaltung, weit weg von den strengen Formen der Pflicht, ließ Sonia Henie sie alle weit zurück. Sie steht auf einsamer Höhe, genau wie Karl Schäfer bei den Männern, und keine wird ihr vorerst die Krone nehmen können. Schon als die graziöse Norwegerin zum guten Schluß auftauchte, da setzte die Begeisterung ein. „Häseken!" tönte es über das Stadion hinweg— das waren die Berliner, die„ihre Sonja“ schon so oft im Sportvalast sahen. Die Weltmeisterin trug violette Seide mit einem Blumensträußchen auf der linken Schulter. Und dann trug sie ihre Kür vor. Zunächst etwas nervös und mit leichten Hemmungen. aber schon nach den ersten Takten hatte sich das gelegt. Nun zieht sie die Zuschauer voll und ganz in ihren Bann. Sie ist im Aufbau und in der Ausführung ihres Vortrages einfach ohne Fehl. Pirouetten. weiche Sprünge und reife Technik verschmelzen zu einem harmonischen Ganzen und Lauf und Musik ist eines. Ihre Kür ist wirklich ein Meisterstück und Sonja unbestritten eine Klasse für sich. Noch ein wundervoller Mond und dann schwebte Sonja in der für sie tyvischen Haltung aus— nur sie konnte Olympiasiegerin sein. Ihre Kür war das eindrucksvollste Erlebnis des Samstags im Kunsteisstadion. Samstagabend verkündete das Preisgericht das amtliche Ergebnis im Kunsteislaufen für Frauen. Wie erwartet, sicherte sich die mehrfache Weltmeisterin Sonja Henie=Norwegen die Goldene Medaille. und ihre stärkste Rivalin, die Engländerin Cecilia Colledge. die Silberne, während die Schwedin Vivianne Hulten sich in der Kür sehr gut bewährte und die Belgierin Liselotte Landbeck auf den vierten Platz verweisen konnte. Das amtliche Ergebnis lautet: Platzziff. Pkt. 1. und Olympiasiegerin Sonja Henie Norwegen 2. Cecilia Colledge=England 3. Vivianne Hultén=Schweden 4. Liselotte Landbeck=Belgien 5. Maribel Vinson=USA 6. Hedie Stenuf=Oesterreich 7. Putzinger=Oesterreich 8. Viktoria Lindvaintner=Deutschl. Vom Führer begnadigt Berlin. Der Führer und Reichskanzler hat den durch das Schwurgericht in Oppeln wegen Ermordung des Fleischermeisters Ringel aus Leschnitz zum Tode verurteilten 27jährigen Wilhelm Murlowski zu lebenslänglicher Zuchthausstrafe begnadigt, weil der Verurteilte noch unbescholten war und sich bis zu der Tat allseitig eines guten Leumunds erfreute. Geselliges Beisammensein der Olympiakämpfer in der KdF=Halle Garmisch=Partenkirchen. Die KdF=Halle im Olympiadorf erlebte kurz vor Abschluß der Olympiade noch einmal festliche Stunden. Die RSG.„Kraft durch Freude" im Gau München=Oberbayern hatte alle Olympiakämpfer für Samstag abend zu einem geselligen Beisammensein geladen. Alle an den olympischen Kämpfen beteiligten Nationen hatten der Einladung Folge geleistet. Zusammenstöße in Vordeaux Paris. In Bordeaux kam es Sonnabend zwischen Anhängern der Action Francaise und politischen Gegnern zu Zusammenstößen. Die Polizei mußte eingreifen, um die Ruhe wieder herzustellen. Die Zwischenfälle entstanden dadurch, daß Sozialisten Flugblätter verteilten, durch die Arbeiter zur Teilnahme an den Protestkundgebungen der Volksfront am Sonntag aufgefordert wurden. Gewinnauszug 5. Klasse 46. Preußisch=Süddeutsche (272. Preuß.) Klassen=Lotterie Ohne Gewähr Nachdruck verboten Auf jede gezogene Nummer sind zwei gleich hohe Gewinne gefallen, und zwar je einer auf die Lose gleicher Rummer in den beiden Abteilungen I und II Die Fradennar für Sonsa Sonsa henie vor Cecilia Colledge und Vivianne Hulten 25 um Sonsa Sie alle waren im Bann der wundervollen künstlerischen Darbietungen der Weltelite im Eiskunstlauf. Sie alle wollten es miterleben, wie Norwegens„Eiskönigin“ Sonja Henie im Wettbewerb mit 25 der besten Eiskunstläuferinnen der Welt erneut ihre einzigartige Kunst herausstellen würde. Hertha Frey=Derler aus Bern war die erste. die sich ihnen in der Kür vorstellte. Sie bot ein recht nett ausgearbeitetes Programm. das sie mit einer prächtigen Mondkombination beendete, aber zur allerersten Klasse fehlt ihr doch noch etwas. Cecilia Colledge noch nicht so weit Unter starkem Beifall der Massen erschien dann auch schon Cecilia Magdalen Colledge. Sonja Henies große Rivalin. Gebannt=folgten die Abertausende der Kür. Viele wurden von ihr hingerissen. aber dem Mann vom Bau. der nüchtern und sachlich die Dinge wertet, blieb doch manche Schwäche nicht verborgen. Zudem hatte die Engländerin etwas Pech. Bei einem Salchow=Sprung mußte sie sich mit der Hand auf das Eis stützen— und auch das übersehen die strengen Kampfrichter nicht. Man bekam jedenfalls den Eindruck, daß eine Cecilia Colledge in dieser Form einer Sonja Henie noch nicht gefährlich werden kann. Wiener Schule zeigten hintereinander Gretl Lainer. Oesterreichs akademische Weltmeisterin. und Liselotte Landsbeck. die nun ja für Belgien startet. Zwischendurch sab man dann recht nette Sachen. aber doch keine eigentlichen Höhepunkte für die verwöhnten Augen. Viktoria Lindvaintner schwächer als sonst Groß war der Beifall. als Deutschlands Meisterin. Viktoria Lindvaintner im blauen Seidenkleid auf dem blinkenden Eise erschien. Sie legte eine sehr gute Kür hin. fabelhaft in der Körverhaltung. Aber nichte täuschte darüber hinweg: sie war leicht nervös und ihrem Vortrag feblte die unerschütterliche Ruhe. Herrlich waren ihre Pirouetten. aber den Sprüngen fehlte die Weichheit. Die Viktoria. die in Berlin die Meisterschaft vor Maxie Herber bolte, war besser. Hedy Stenuf=Oesterreich war zweifelsohne einer der Glanzpunkte in der Kür. Sie lief sehr flüssig und betonte vor allem die Sprünge, wie den Axel=Paulsen und Salchow. Hervorragende Pirouetten zwischendurch und ein großartiges musikalisches Empfinden verschafften ihr eine gute Wertung. die aber trotzdem für manchen unter den Zuschauern nicht hoch genug ausfiel. Liebe, kleine Etsuko Ein Mädel hat in Garmisch=Partenkirchen bestimmt die Herzen im Sturm genommen: Etsuko Inada. Ein Kind noch. aber ein großes Talent. In weiße Seide gekleidet, schwebte die kleine Javanerin mit einer Meisterschaft, die mit ihren elf Jahren weit voraus ist, über das Eis. Ein Vortrag voller Schwierigkeiten. von denen man nicht weiß, wie sie die zierlichen Glieder meistern. Wundervoll der geschmeidige Uebergang von den schnellen zu den langsamen Pirouetten. Alle waren von ihrem Vortrag beeindruckt, und auch die Richter werteten Ausführungen und Schwierigkeit gleich hoch. Abertausend Hände knatterten Beifall. Vivianne Hulten in rotem Samt mit einer weißen Kappe lief edel und in höchster Vollendung. Wundervoll weich waren ihre Sprünge und voller Eleganz die Pirouetten. Noch die eine oder andere Schwierigkeit mehr. und die Schwedin wird in ihrem Vortrag noch vollkommener sein. Nach der Wertung der Richter war ihr einer der ersten Plätze sicher. Sonja Henie, das„Häseken“, aus einsamer Höhe Neue Namen mögen auftauchen und neue Talente. aber vorerst strahlt immer noch einer in vollem Glanz: Sonja Henie. Nie wurde das deutlicher, als in der Kür von Garmisch=Partenkirchen. In der Pflicht noch. in denen die Figuren streng 5. Ziehungstag 13. Februar 1936 In der heutigen Vormittagsziehung wurden Gewinne über 150 M. gezogen 4 Gewinne zu 6000 M. 226631 349870 .Hewinne zu 3000 M. 198781 207723 228600 16 Gewinne zu 2000 M. 14377 35681 48436 72497“ 96001 236201 340681 391498 3590g golgg gan 60 Gewinne zu 1000 M. 6494 30303 60111 89762 101703 106120 122735 135744 137907 158006 173808 175218 198986 205191 252403 263102 267109 276248 293963 309668 311686 313636 321206 345500 346085 354172 363096 92 Sevinne zu 300 N. 11962 21839 31836 39708 99337 1s42is 12914] 135015 140436 14103 155803 164981 180296 218231 228196 230410 239342 241933 255730 267447 262886 272673 284914 300587 306399 307906 313352 313729 318018 327709 331016 365438 365458 369920 379306 381595 386485 395168 399891 392 Gewinne zu 300 M. 4252 6699 6791 12612 13948 14310 15606 18677 26177 30178 34670 35098 42621 45105 47130 47366 48654 50084 52024 53726 63884 55996 61646 61971 65253 65855 66645 67066 67206 68591 69248 72177 31303 134623 13628s 133633 138771 149389 140665 141675 145922° 151775 152647 160320 160589 160906 162558 168242 169915 170088 171842 172486 176542 179272 186727 186807 187224 188581 195063 195501 196325 198186 198963 199122 200715 209733 210010 210778 212638 215557 216869 219878 220129 220998 223224 223612 224490 226641 227354 230121 230502 231320 233289 237322 238017 241336 242749 243657 249265 252199 252256 252794 256666 258309 261777 263880 265468 266705 267000 270617 273307 278312 283264 283616 284116 286140 287934 289314 292065 293132 293613 296126 297076 297379 298267 304209 305201 305755 305816 306875 307552 307838 309000 313010 315310 315599 317058 317179 318694 318797 322346 322588 323028 323718 324800 325883 328960 332666 334926 337850 343176 351294 351772 352736 354974 357351 358069 358281 362245 363972 368281 368718 369022 372323 374763 377617 378251 379322 382350 384178 384454 384781 385439 385724 387527 390016 390621 390760 391025 391968 393295 397018 In der heutigen Nachmittagsziehung wurden Gewinne über 150 M. gezogen 6 Gewinne zu 3000 M. 76330 252640 360162 14 Gewinne zu 2000 M. 72899 134006 168206 44 Lepinte K8 10 Ne 133118.45663 5533 84778 166724 189838 196856 216911 279417 303522 307558 319670 327299 336904 343950 58 Gewinne zu 600 M. 8730 10361 16339 25632 37311 45944 49058 93249 93951 118165 140058 159274 167670 182012 196950 BA8z B 36261s 317602 33338 333169 366552 381662 29233 36733 Safas 66o4r 6727e 67892 69389 71364 73297 73743 74183 74472 76518 78043 82536 84608 85261 88714 90181 92128 104649 104784 106382 118020 119199 124400 124518 126144 126326 133654 138359 138364 139523 141573 144031 144566 146473 147509 147655 148277 160940 151272 151329 152012 152302 155408 166335 156536 169319 1 63514 164240 166755 168708 172415 176643 176737 180997 181512 181679 183586 189447 96647 200957 206513 211827 213223 213290 214401 217074 220198 222664 222803 222949 224924 228805 229642 234783 239923 24765 249267 261092 264750 264825 267257 271906 277380 277967 278875 290119 292490 292577 296018 298790 299458 303621 306367 309129 313239 316393 317685 318615 318732 318736 319038 319673 321186 322245 323324 326913 334692 334819 336091 335288 335493 33592 336569 337137 339985 347317 349981 352071 363349 365912 367693 360369 360899 369731 872718 372861 378833 378952 379949 384814 386167 386895 388450 388947 389049 393560 399710 Im Gewinnrade verblieben: 2 Gewinne zu e 1000000, 2 zu je 100000, 4 zu je 50000, 4 zu je 30000, 16 zu je 20000, 90 zu je 10000, 174 zu se 5000, 338 zu je 3000, 814 zu je 2000, 2476 zu je 1000. 4168 zu je 300. 16262 zu je 300 Mk. Aus Westbrutschratts Aus dem rheinisch=westsälischen Inbastrirgroirt Bochum erhält ein Schwefelbad Bochum. Als dritte Stadt in Westdeutschland erhält nun auch Bochum in diesem Jahre ein Schwefelbad. das in einer Ausdehnung von 50 mal 25 Meter an den Schlackenhalden des Bochumer Vereins errichtet wird. Mit den Arbeiten wird sofort begonnen, um das Bad noch in diesem Jahre in Betrieb nehmen zu können. Gründung einer Arbeitsgemeinschaft für Heimal und Volkstum Wanne=Eickel. In Gemeinschaft mit dem Oberbürgermeister von Wanne=Eickel hatte der Kreisleiter der NSDAP., Kreis Wanne=Eickel, auf Dienstag abend zur Gründung einer Arbe tsgemeinschaft für Heimat und Volkstum in die Stadthalle eingeladen. Dieser für das Kulturleben unserer Stadt wichtigen Versammlung wohnten u. a. bei: als Vertreter des Gauschulungsleiters für Westfalen=Süd der Geschäftsführer der NS.=Kulturgemeinde. Di. Marquardt(Bochum), als Vertreter des Landeshauptmanns und des Westfälischen Heimatbundes der Adiutant des Landeshauptmanns. Jepter. außerdem die Vertreter der verschiedensten Parteidienststellen. In den Begrüßungsansprachen betonten Kreisleiter Bönnebruch=Althoff und Oberbürgermeister Günnewig. im Sinne unserer völkischen Erneuerung liege es, zur Erhaltung der natürlichen und eigengearteten Stammeseigenschaft Heimat= und Volkstumspilege zu treiben, und im Industriegebiete sei dies dopvelt notwendig, da hier Angehörige der verschiedensten deutschen Stämme, zum Teil außerhalb ihrer heimatlichen Landschaften nebeneinander leben. Das gelte ganz besonders für Wanne=Eickel, das wie kaum eine andere Stadt durch den Bergbau und den Bergmann das innere und äußere Gepräge erhalten hat. Hier haben sich die besonderen Formgesetze des Ruhrgebietes tyvisch ausgeprägt und im Rhythmus der Arbeit ein ganz neues Volkstum geschaffen. Darum solle die neue Arbeitsgemeinschaft die sinnvolle Zusammenfassung und zielstrebige Führung aller auf dem Gebiete der Heimat= und Volkstumspflege tätigen und interessierten örtlichen Kräfte sein. Zur Mitarbeit berufen seien alle Gliederungen der Bewegung und die von ihr betreuten Verbände, alle Kultur= und Landsmannschaftsvereine. Handwerk. Handel und Industrie, jedes Einzelnen Mitarbeit sei willkommen. Die neue Arbeitsgemeinschaft werde mit ihrer Tätigkeit erfassen: Sivvenforschung, Volkskunde. Naturschutz. Pflege der Bau= und Kunstdenkmäler. Schrifttum. Zeitgeschichte. Archivwesen, Volkskunst, überhaupt alles, was unter den Begriff„Heimat und Volkstum“ falle, ganz besonders aber für die Errichtung einer Fachstelle für Bergbau eintreten, um davon aus den Bergmann in die Pflege von Heimat und Volkstum einzuschalten. Die neue Arbeitsgemeinschaft steht unter dem Schutze des Kreisleiters der NSDAP. Den Vorsitz führt Kreiskulturwart Groll. Federführend ist das Kulturamt der Stadt Wanne=Eickel mit seiner neuen Abteilung „Heimat und Volkstum“. Einen wertvollen Beitrag zu dieser Gründungsversammlung boi Hauptschriftleiter Dr. Brevohl(Gelsenkirchen) mit seinem Vortrage über die bedeutungsvollen Ergebnisse seiner Forschungen über das Volkstum des Industriegebietes. Die neue Arbeitsgemeinschaft, die eine ihrer wesentlichsten Aufgaben in dem Ausbau des Heimatmuseums sieht, wird in der Zeit vom 7. bis 14. Juni mit einer groß angelegten Heimatwoche werbend an die Oeffentlichkeit treten. Gefaßter Straßenräuber Recklinghausen. Wie bereits gemeldet, wurde am Sonntagabend in Recklinghausen auf offener Straße auf raffinierte Weise ein Mann von einem Straßenräuber überfallen Der ermittelte Täter, der 34= jährige Johannes Stoppelkamp aus RecklinghausenSüd= Grullbad 84, wurde festgenommen. In die Enge getrieben, hat er sich zu einem Teilgeständnis bequemt. Er hat u. a. zugegeben, in einer Wirtschaft an der Herner Straße dem überfallenen Mann die Brieftasche entwendet zu haben. St. wurde dem Amtsgericht vorgeführt, das gegen ihn Haftbefehl erlassen hat. Gasexplosion im Bahnhof Sieele-West Ein Toter, ein Schwerverletzter Essen=Steele. Im Bahnhof Steele=West entstand eine schwere Gasexplosion, wobei der bei der Reichsbahn beschäftigte Installateur Jakob Poschlod aus Steele tödlich verunglückte, während sein Arbeitskamerad aus Kupferdreh schwere Verletzungen davontrug. Der Verunglückte führte Arbeiten an einer Wasserleitung aus, in deren Nähe sich auch eine Gasleitung besand. die bei der Explosion ausgerissen wurde. Außer den beiden Handwerkern besand sich niemand in dem Raum der Toilette. Eine Frau in der Bahnhofshalle wurde durch den starken Druck zu Boden geworsen. Die Explosion zerstörte die gesamte Herrentoilette. Der etwa 15 Zentimeter dicke Betonboden wurde in Stücke gerissen. Feuerwehr und Polizei waren schnell zur Stelle Der Reiseverkehr wurde nicht unterbrochen. Gerichtskermin im Gasthaus Duisburg. Das Duisburger Gericht hielt im „Gasthaus zum Vater Rhein“ in Duisburg=Ehingen einen Termin ab. in dem gegen einen Kraftjahrer aus Hilden wegen fahrlässiger Tötung verhandelt wurde. Der Kraftfahrer hatte ein dreieinhalbjähriges Mädchen, das den Fahrdamm überqueren wollte, vor der Schwelle des elterlichen Hauses tödlich überfahren. In dem der Verhandlung voraufgehenden Lokaltermin auf der Landstraße wurde festgestellt, daß es sehr wohl möglich gewesen wäre. auf dem 20 Meter langen Bremsweg den Kraftwagen zum Halten zu bringen wenn die Bremsen in Ordnung gewesen wären. Aber das war nicht der Fall. Der Angeklagte hatte einen unversicherten Kraftwagen(Baujahr 1927) benutzt, von dem er wußte, daß die Bkemsen nicht einwandfrei arbeiteten. Das Gericht bestrafte den Kraftfahrer mit neun Monaten Gefängnis. Zuchthaus für ungetreuen Vormund Duisburg. In seiner Eigenschaft als Vormund hatte der Angeklagte Friedrich Schneider seit 1926 rund 10000 RM Mündelgelder veruntreut und zum Teil für recht lebenslustige Zwecke verbraucht. Dies gelang ihm um so leichter, als er es verstanden hatte. Jahre hindurch als angesehener und ehrenhafter Mann zu gelten bis eines Tages seine schamlose Tätigkeit aufgedeckt wurde. Als er in Haft genommen werden sollte, fand man ihn mit geöffneter Pulsader, doch will er nach seiner Darstellung nur einen Aderlaß vorgenommen haben. Trotz seines Geständnisses versagte das Gericht ihm mildernde Umstände und verurteilte ihn zu drei Jahren Zuchthaus und fünf Jahren Ehrverlust. Aus dem Münsterland Mit einer Zange die Schädeldecke zerschlagen Verl. Aus nichtigem Grunde entstand hier gelegentlich einer Festlichkeit ein Streit. bei dem der Tischler Johannes Eickenbusch von drei Gegnern angegriffen wurde. Einer von ihnen schlug den Eickenbusch mit einer Zange so heftig auf den Kopf. daß diesem die Schädeldecke zertrümmert wurde. Einige Stunden später ist er im Landeskrankenhause zu Paderborn gestorben. Die drei Streithähne wurden bereits dem Amtsgerichtsgefängnis in Gütersloh zugeführt. Abhaltung des ersten Dorfgemeinschaftsabends Velve. Zur Pflege alter Sitten und heimatlichen Brauchtums wird hier am 16. Februar der u. W. erste Dorfgemeinschaftsabend abgehalten. der beachtenswerterweise auch auf den Rundsunk übernommen wird. Die Veranstaltung ist durch den Kreisringleiter. Lehrer Rohlmann, vorbereitet als Abend des Heimatortsringes Velve und wird den ländlichen Bräuchen im Februar angepaßt sein. Neunzehnjähriger kauft ohne Geld eine Kuh Münster. Der 19jährige Jüngling hatte kein Geld. kaufte abei von einem Bauern in Kattenvenne eine Kuh zum Preise von 348 Mark. Kleinigkeit.„In Glandorf zahle ich gleich“, sagte der Jüngling. Der Bauer zog mit seiner Kuh und dem Jüngling also nach Glandorf Kurz vor dem Dorfe seufzte der Jüngling:„Vielleicht kann ich doch nicht gleich das Bargeld auftreiben. Ich werde einen Scheck geben. den können Sie dann in Kattenvenne gleich einlösen.“ Und um zwei Mark bat der Jüngling noch zum Telephonieren. Der Bauer gab eine Mark her. Franz brachte die Kuh weg. telephonierte und beschaffte sich ein Wechselformularbuch. Der Bauer bekam seinen„Scheck“ auf einem Formular. Das Wort „Wechse!" war durchgestrichen Der„Scheck“ lautete auf 350 Mark. Wohl dachte Franz, die Kuh schnell mit Profit gegen Bargeld anderweitig verkaufen zu können, bevor der Bauer den„Scheck" irgendwo vorlegte. Der Bauer begab sich auf den Weg nach Kattenvenne zurück, wurde aber von einem alten Mann eingeholt, der warnte: die Sache sei nicht richtig Nie und nimmer könne der Jüngling eine Kuh kaufen. Die Kuh stehe da und da So stellte der Bauer seine Kuh wieder glücklich sicher. Der Jüngling wurde festgesetzt und wurde jetzt dem Schöffengericht Münster vorgeführt, das gegen ihn wegen Betruges vier Monate Gefängnis aussprach. Der Jüngling nahm die Strafe an. Aus dem Weser= und Emsland Bauernhof eingeäschert Die Ernte= und Heuvorräte vernichtet Bielefeld. Am Mittwoch brach auf dem Anwesen des Landwirtes Bruneforth im nahen Ummeln ein Brand aus, der sich vom Brandherde in der Wohnstube aus schnell über Wohnhaus. Stallungen und Scheune ausbreitete. Dem kräftigen Zugreisen der Feuerwehren gelang es zwar. alle Möbel zu retten und auch das Vieh aus den schon brennenden Stallungen noch ins Freie zu treiben. Die Besitzung wurde jedoch vollständig eingeäschert. Die Tochter des Dreizehnlindendichters 85 Jahre all Paderborn. Elisabeth Weber, die einzige Tochter des Dichters von Dreizehnlinden. Friedrich Wilhelm Weber, vollendete am 13. Februar ihr 85. Lebensjahr. Eine große Vorfreude wurde der Hochbetagten Mitte Januar dieses Jahres zuteil, als der Führer im Livver Land auf der Grevenburg weilte und sie von ihm empfangen wurde Bei der Gelegenheit unterhielt sich der Führer längere Zeit mit ihr über ihren Vater und seine dichterischen Werke. Schon zu Lebzeiten des Dichters war die Tochter Elisabeth die Sekretärin des Vaters und die stille Helferin an seinem dichterischen Werk. Die Urschrift des bekannten Evos„Dreizehnlinden“ legte der Dichter als 64jähriger im Jahre 1877 der Tochter als Geschenk unter den Weihnachtsbaum, um ihr damit seinen Dank zu bekunden. Elisabeth Weber. die Jahrzehnte lang des Vaters rechte Hand im ärztlichen Berufe war. wachte gleichzeitig mit viel Verständnis und Liebe über sein dichterisches Werk. Als Betreuerin des Weberschen Nachlasses stand sie allen Weberbiographen mit Rat und Tat zur Seite. Sie selbst gab die gesammelten Werke des Dichters mit einer knappen biographischen Einführung heraus und später auch eine Sammlung unter dem Titel: „Die Weltweisheit des Dichters von Dreizehnlinden“ Die hand durchschossen Der Unterarm abgequetscht Detmold. In der Gegend von Altendonov hatte ein Jäger auf der Fuchsjagd die entsicherte Büchse an einem Riemen über die Schulter gehängt und die Hand auf die Mündung des Laufes gelegt Während des Gehens scheint wohl ein Zweig den Hahn gelöst zu haben Jedenfalls ging der Schuß los und durchschlug dem Schützen die Handiläche.— Der in der Gemeinde Haustenbeck wohnende Landwirt Heinrich Becker bekam beim Dreschen den rechten Unterarm in die gefährliche Strohvresse. Der Unterarm wurde ihm vollständig abgequetscht. 5 Morgen Land zur Seidenraupenzucht vorbereitet Warburg. In der Nachbargemeinde Scherfelde hat sich der Händler Karl Sch. schon seit längerer Zeit mit der Seidenraupenzucht beschäftigt und bereits beachtenswerte Erfolge erzielt Jedenfalls haben ihn seine Erfahrungen dazu ermutigt, daß er ein sonst wenig ertragreiches Grundstück von rund 5 Morgen Größe erworben hat, um hier einen Großbetrieb für Seidenraubenzucht anzulegen. Mit dem Vorbereiten des Bodens zum Pflanzen der Maulbeersträucher hat man schon begonnen. Brennendes Auto vom Zuge mitgeschleift Halle i. Wests. Vor einigen Tagen fuhr zwischen Oldendorf und Hesseln der Viehhandier Droege aus Werther mit seinem Personenkraftwagen in voller Geschwindigkeit gegen einen jahrenden Zug. Bei dem Zusammenstoß explodierte der Benzintank des Wagens. der sofort in Flammen stand. Der brennende Wagen wurde etwa 100 Meter mitgeschleift. Droege war auf der Stelle tot. Durch die vereinten Bemühungen von Fußgängern und Angehörigen des Arbeitsdienstes konnte der Brand gelöscht werden. Von Rhein, Mosel und Saar Neuer Stadtkämmerer in Köln Dr. med. Dr. jur. Tuerk Köln. Wie das Städtische Presseamt mitteilt. hat Stadtkämmerer Kiwit die Absicht, sich in der freien Wirtschaft zu betätigen. Er scheidet deshalb aus dem Dienste der Stadt Köln aus. Als Nachfolger wurde der bisherige Regierungsrat beim Oberpräsidium der Rheinprovinz. Di. med Dr. jur. Tuerk, berufen. Dr Dr. Tuerck ist am 10. September 1893 geboren. Er studierte von 1912 bis 1914 Medizin in Tübingen und machte den Weltkrieg von 1914 bis 1918 als Frontsoldat bei der Feldartillerie und später bei der Fliegertruppe mit, wobei er mehrmals verwundet wurde. Nach dem Kriege promovierte er zum Dr. med. Dann nahm Dr. Tuerk das Studium der Rechtswissenschaften auf. machte seinen jurtstischen Doktor und trat als Regierungsreserndar in die Regierung in Köln ein. Im Weiher ertrunken Erkelenz. In dem Ziegelweiher in Erkelenz trug sich ein schweres Unglück zu. Drei Mädchen im Alter von 15 bis 20 Jahren benutzten den nur mit einer dünnen Eisschicht überzogenen Weiher zum Schlittschuhlausen. Plötzlich brach das Eis in der Mitte des Weihers ein. Während sich zwei Mädchen retten konnten, ging ein zwanzigjahriges Mädchen unter und verschwand vor den Augen der Kameradinnen. Rettungsversuche scheiterten, da die Eiskruste immer mehr abbröckelte. Hierauf wurde die Feuerwehr alarmiert, die mit Leiter und Balken die Unglücksstätte absuchte. Nach fast einstündiger Arbeit konnte die Leiche des Mädchen geborgen werden. Sc e M Von Kirsch’ne Miele sagte Tante, die was von Waschmaschinen kannte Münsterstraße 21 Ausstellungsraum Münsterstraße 16 Inserieren sichert Erlolg! S Zder= celllatsreune häli den Stadtanzeiger für Castrop=Rauxel und Umgebung das alte, beliedte Heimatblal! Etwas, das immer angenehm unter der täglichen Post auffällt.... ist der schön gedruckte Briefbogen! Sutes Papler, wirkungsvolle Textanordnung und eauberer Druck sind Merkmale dafür, daß man Sinn für guten Geschmack und Qualität hat. Auch bei den Drucksachen heißt es„Sutos Aussehen bestimmt den guten Eindruck“. Drum legen Sie Wert auf gute Geschäftsdrucksachen. Bestellen Sie bei uns. Wir führen nur gute Paplere und liefern den bekangt sauberen Druck. Handelsdruckerei Geschw. Schmitz Castrop-Rauzel 1 Sa-Ruf 2151 Weg. Heirat d. jetzigen, sauber. kinderliebes Zweit=(10 mädchen für 1 Tage gesucht. Frau Dr. Stratmann, Zechenbahn Schwerin. Wer besucht Private? Gute Konsumartikel! Anfrag. schriftl. an d. Geschäftsstelle des Stadtanzeigers unter Nr. 580.(513 HierVerirage steis vorrälig. DruckereiGeschw. Schmitz Herne, Bahnhotstraße 3a— c 15.-RM Anzanl., Wochenrate ab.- RM Herne, Bahrhofstraße 3a— Anzanl ab10-RAWochenrate ab.-RA Wainet SSEN REICHSSENDER KÖLN Montag, 17. Februar .00 Choral, anschließend Leibesübungen .30 Frühkonzert .00 Nachrichten. anschließend Choral, Morgenruf .00 Kalenderblatt, anschließend Zeit, Wetter, Wasserstandsmeldungen .10 Frauenturnen .25 Sendepause 10.00 Zeit, Nachrichten, Wasserstandsmeldungen 10.15 Achtung! Hier spricht der Berufsberater! 10.35 Was brachte der Sportsonntag? 10.50 Sendepause 11.50 Bauer merk auf! 12.00 Die Werkpause 13.00 Mittagsmeldungen 1 Glückwünsche 13.15 Fortsetzung des Schloß= konzertes 14.00 Mittagsmeldungen 2 14.15 Leistiger Rätselfunk des Reichssenders Köln 14.45 Wirtschaftsmeldungen 1 Schlachtviehmarktberichte 15.00 Sendepause 15.45 Wirtschaftsmeldungen 2 16.00 Froh zu sein bedarf man wenig... Zwei frohe Stunden mit viel Musik u lustigen Erzählungen 17.55(bemüsenotierungen 18.00 Aus beliebten Opern 19.45 Achtung! Hier spricht der Berufsberater! 20.00 Erste Abendmeldungen 20.10 Montagabendausgabe— und, zwischendurch Westdeutsche Wochenschau 22.00 Zeit. Wetter. Nachrichten 22.30 Wo bist du. Kamerad? 23.00 Nachtmusik Dienslag, 18. Februar .00 Choral, anschließend Leibesübungen .30 Frühkonzert .00 Nachrichten, Choral, Morgenruf .00 Kalenderblatt, anschließend Zeit, Wetter, Wasserstandsmeldungen .10 Frauenturnen 10.00 Zeit, Nachrichten, Wasserstandsmeldungen 10.15 Das Sudetenland in den Augen großer Deutscher 11.40 Reichsbetriebsappell der DAF. Uebertragung aus den Krupp=Werken in Rheinhausen. Pg. Dr. Ley spricht zu den kommenden Vertrauensratswahlen 12.00 Die Werkpause 13.00 Mittagsmeldungen 1 Glückwünsche 13.15 Fortsetzung des Konzertes 14.00 Mittagsmeldungen 2 14.15 Allerlei von Zwei bis Drei 15.00 Sendepause 15.45 Wirtschaftsmeldungen 16.00 Unter freiem Himmel. Eine bunte Folge von Erlebnissen mit Menschen, Tieren und Pflanzen in aller Welt und zwischendurch Musik 17 45 Achtung! Hier spricht der Berufsberater! 18.00 Musik zum Feierabend 19 45 Momentaufnahme 20.00 Erste Abendmeldungen 20.10 Fastelovend zesamme! Karnevals=Ringsendung aus Köln 2200 Zeit. Wetter. Nachrichten 22 20 Kurzschriftdiktat 22.30 Spanische Unterhaltung 22 15 Englische Unterhaltung 23.00 Funkstille