*„„„ Se. ochng Koshrover Zeitung Rauxeler Neueste Nachrichten Bladenhorster Tageblatt für Castrop=Rauzel und Umgebung Den Stadianzeigen erscheim wöchentligh Jmat Wochenbeurggnneg Anzeigenorete: 1,3 ung“,e wmg breil 25 Pig, Nachlat nach 5o dio Gonbeledoreis 2 831 wonatl.cg Grsovon)p zuch, zeueg, dex vom B. S. D“ T. herausgegebenen Richtlinsen. 3. 3t. aili bes Stouungen, i— Eooene Heichg, Schaug sa Caktoo=Kautel Preislike Ne: Für Plazwünsche auch für die burch Fernlorecher esif Pras,— Cotashanf Larssilatn, Kisäls Ailn Gaeztistur gzisianngens. Lishisten Leisairgein 1936 Nr. 46 Pierke Etienne Flandin Kerriere und Politik des französischen Außenministers Ist mit dem Abtritt Lavals und dem Einzug Flandins aus dem Pariser Quai'Orsay das Ruder der französischen Außenvolitik berumgeworfen worden? Hat sich der neue Außenminister vorgenommen, mit seiner Politik dort wieder anzuknüpfen, wo der für den Frieden Europas so verderbliche Kurs seines Vorgängers Barthou durch das Marseiller Attentai jäh abgebrochen wurde? Diese Fragen stellt man sich gegenwärtig mit Besorgnis im französischen Volk, das seit Jahren eine Verständigung mit dem deut'chen Nachbarn herbeisehnt. und auch außerhalb Frankreichs überall dort, wo die verkrampfte diplomatische Geschäftigkeit der Pariser Regierungsstellen Bedenten und Unruhe auslösen muß An die Stelle der verhältnismäßig starken und dauerhaften Regierung der„Union nationale". in welcher der Ministerpräsident selbst die Außenpolitik leitete, ist ein schwaches Uebergangskabinett getreten, das bei der Vorstellung vor der Kammer eine große Linksmehrheit erhalten hat. aber doch nicht als ein eigentliches Ministerium der Linken anzusehen ist, da der neugewählte Präsident der größten Linksvortei, der kleinbürgerlichen Radikalsozialen, und gleichzeitige Führer der „Volksfront“, Edouard Daladier, der trotzdem als Vater des Vierervaktes und Gegner des Sowietkurses ein ausgesprochener Förderer der Verständigung mit Deutschland ist. weder die Leitung der Regierung übernommen. noch überhaupt ein Ministerium erhalten hat. Obwohl also das Kabinett Sarraut, dessen parteipolitische Schettierung absichtlich farblos gehalten wurde in der Hauptsache nur die Aufgabe hat, die Neuwahlen zur Kammer, die in zwei Monaten stattfinden werden. mit tunlichster Unvarteilichkeit durchzuführen, entsaltet es auf außenvolitischem Gebiet, begünstigt durch die Anwesenheit zahlreicher Staatsoberhäupter und leitender Minister in Paris. eine derartige Betriebsamkeit, daß das Parlament allmählich unruhig wird, und die außenvolitische Kommission der Kammer den Außenminister aufgefordert hat, vor ihr zu erscheinen und Rechenschait abzulegen. binett wurde nach wenigen Tagen gestürzt, und Millerand sah sich genötigt, den Elysee=Palast(den Sitz des französischen Staatspräsidenten) vorzeitig zu räumen. Doumerque trat damals die Nachfolge an. und Herriot wurde Ministerpräsident. Flandin aber hatte sich bei den Radikalsozialisten unmöglich gemacht und blieb sechs Jahre lang von jeglicher Regierungsteilnahme ausgeschlossen. Seine glänzend begonnene volitische Laufbahn wurde auf diese Weise jäh und nachhaltig unterbrochen. Erst als Tardieu im November 1929 sein erstes Kabinett bildete, wurde Flandin wieder hinzugezogen und erhielt zunächst das politisch unwichtige Handelsministerium. Laval. dessen Erbschaft er jetzt angetreten hat, war es, der ihn zu Beginn des Jahres 1931 zum Finanzminister aufrücken ließ. In dem Wahlkampj des Frühjahres 1932. der mit dem allgemein erwarteten Siege der Linken endete. setzte sich Flandin, obgleich er als Finanzminister noch zu dem Rechtskabinett Tardieu gehörte, bereits für eine Zusammenarbeit mit den Radikalsozialisten ein. Doch die Linke lehnte ihn auch weiterhin ab und erst 1934. als er inzwischen Vorsitzender der„Alliance démorcratique“ geworden war. gelang ihm auf diesem Wege der Eintritt in eine neue Regierung Seitdem hat er sich in der Spitzengruppe zu halten vermocht. Aber spätestens mit den Neuwahlen muß mit dem Kabinett Sarraut auch er wieder abtreten. 827 Kriege in 1000 Jahren Die Geschichte Europas im Lichte einer amerikanischen Statistik Der amerikanische Historiker Pitrim A. Sorokin und sein Landsmann General Golovin haben ausgerechnet, daß in den letzten 1000 Jahren von europäischen Nationen 827 Kriege geführt worden sind. Wenn auch Europa in diesem Jahrtausend kein jest umrissener Begriff gewesen ist, und wenn auch einige seiner großen Völker erst neuerdings zu einer nationalpolitischen Einheit gelangt sind, so bleibt dennoch die Statistik ausschlußreich genug und bietet ein erschreckendes Bild eines Teils der mit Blut geschriebenen Weltgeschichte. Nicht ohne Reiz ist es. aus dieser Statistik den verhältnismäßigen Anteil der euroväischen Nationen an diesen Kriegen festzustellen. Dieser Ausstellung gemäß hat Frankreich in diesem Jahrtausend 185 Kriege geführt. England 176. Rußland 151. Oesterreich 131. Svanien 75, Italien 32. Deutschland 23 und Holland 22 Kriege. Deutlicher als mit diesen Zahlen konnte wohl kaum bewiesen werden, wie friedliebend das deutsche Volk auch in der Vergangenheit immer gewesen ist, obgleich doch sein geschichtliches Werden und Reisen zum Unterschied von anderen Völkern ungeheuer schwer und mühselig war. Die Bedealung der Erzragungsschlacht ein Teil des Freiheitskamp fes der deutschen Nation Von stellv. Gau leiter Stürtz ren zurückblicken. Fälschlicherweise spricht man in solchen Fällen nur von sportlichen Erfolgen. gerade aber die Rennsiege sind es, die den Ruf deutschen Geistes, deutscher Technik und deutschen Könnens so im Auslande festigen. daß auf der nunmehr geschaffenen Basis ein Export von Bedeutung aufgebaut werden kann. Das Ausland weiß deutsche Wertarbeit wieder zu schätzen und kauft in steigendem Maße unsere Autos. Lastkraftwagen und Motorräder. Führten wir im Jahre 1932 nur für 28 Mill. RM. aus. so können wir erfreulicherweise feststellen, daß in zielbewußter Arbeit diese Summe sich im Jahre 1935 auf 50 Mill. RM. erhöhte. Das sind Zahlen, die für sich sprechen. Die deutsche Automobilindustrie ist zu einem ausschlaggebenden Faktor in unserer Wirtschaft geworden. sie hat sich unter den autoproduzierenden Ländern der Welt neben Amerika und Großbritannien den dritten Platz erkämpft. Die diesjährige Internationale Automobil= und Motorrad=Ausstellung in Berlin findet statt in einem Jubiläumsjahr: 50 Jahre besteht das Kraftfahrzeug. Diese Schau wird größer und gewaltiger werden als alle zuvor. Wir wollen auch nicht vergessen, daß es die Deutschen Benz und Daimler waren, die die Kraftfahrt für die Menschheit verwirklicht und durchgekämpft haben. Geradlinig geht der Weg des deutschen Autos von 1886 bis in unsere Tage.„ 5. 4ri, Lepammen Die Fesseln wurden der Autoindustrie genommen. Mit neuem Unternehmungsgeist und neuer Schafsenskraft können wir in die Zukunft schauen, weil der nationalsozialistische Staat in den vergangenen drei Jahren die Voraussetzungen für die erfolgreiche Entwicklung der deutschen Automobilindustrie schuf Gerk Sachs. Tatsächlich ist es der neue Außenminister. dem die unerwartete und auch ziemlich ungerechtfertigte Aktivität der französischen Außenpolitik zuzuschreiben ist Schon seit Jahren hat zweifelte Anstrengungen gemacht. Herr des Quai ’Orsay zu werden. Es war ihm nicht einmal gelungen, als er im November 1934 nach dem Rücktritt Doumerques selbst eine Regierung bildete. Damals mußte er. um Ministerpräsident zu werden. Laval als Außenminister von seinem Vorgänger übernehmen. Und diesmal ist es ihm nur auf Umwegen gelungen das erstrebte Ziel zu erreichen. Obgleich Vorsitzender einer Paxte der „Alliance démocratique). welche die zurückhatende Völkerbundsrolitik Lavals voll und ganz unterstützte, mußte er sich denjenigen Gruppen und Personen gegenüber, welche im Kabinett Sarraut maßgeblichen Einfluß ausüben, zu einem gewissen außenpolitischen Kurswechsel verpflichten, der auf eine stärkere Anlehnung an England und beschleunigte Ratifizierung des Sowietvaktes vom 2. Mai 1935 hinausläuft. Bei Pierre Etienne Flandin ist der politische Ehrgeiz eine starke treibende Kraft. Das geht aus seinem bisherigen Lebenslauf deutlich hervor. Am 12. April 1889 als Sohn des späteren Generalresidenten von Tunis geboren, eroberte er, kaum 25jährig. in den Maiwahlen des Jahres 1914 den vaterlichen Wahikreis im Devartement Vonne(nach dem Nebensiuß der Seine gleichen Namens so benannt). Bereits zwei Jahre vorher hatte er. für damalige Zeiten ein außerordentliches Ereignis, den Flugzeugführerschein erworben. Bei Ausbruch des Krieges zog er zunächst ins Feld, ließ sich aber bereits zu Beginn des Jahres 1915 ins Kriegsministerium versetzen, wo er besondere Aufgaben erhielt. Mit 31 Jahren wurde Flandin zum ersten Male Mirglied einer Regierung. Ihm wurde 1920 das Luftfahrtwesen, damals noch Unterstaatssekretariat. in dem scharf rechtsgerichteten Kabinett des „Nationalen Blocks“ anvertraut das von dem ehemaligen Sozialisten und späteren reaktionären Staatspräsidenten Millerand geleitet wurde. In der Hoffnung. durch die Protektion dieses damals außerordentlich eini ußreichen Politikers Karriere zu machen, sah sich Flandin indessen bald getäuscht. In den Maiwahlen der Jahres 1924 errang die Linke einen entscheidenden Sieg und ihr Führer. Edouard Herr:ot, lehnte es ab. die Berusung zum Ministervräsidenten aus den Händen Millerands. der gerade zum Präsidenten der Republik aufgerückt war. entgegenzunehmen Der Staatspräsident stellte darauf der der Kammer ein rechtegerichtetes Kabinett gegenüber. in dem Franco's Mar'al die Leitung erhielt und Flandin eine wichtige Rollc spielte. Das KaNSG. Nachdem der Führer und seine Bewegung in jahrelangem Ringen um die Seelen der deutschen Menschen die geistige Grundlage für die Ergreisung der politischen Macht geschaffen hatten und durch die Uebernahme der Macht am 30. Januar 1933 die Voraussetzungen für die Schaffung eines neuen Reiches hergestellt waren. trat die von manchen Deutschen vollkommen ungenügend gewürdigte Aufgabe der Sicherung der äußeren Unabhängigkeit Deutschlands immer deutlicher zutage. Ueber dem erbitterten Machtkampf im Innern waren, das muß leider festgestellt werden vielfach die großen Gefahren, die der deutschen Nation von außen drohten und drohen, von der breiten Masse des Volkes nicht in hinreichendem Maße erkannt und beachtet worden. Doch der geistige Umbruch des deutschen Volkes vollzog sich über alles Erwarten schnell. Neben inneren Reformen arbeitet der Führer mit aller Energie auf eine immer bessere Sicherung des Reiches nach außen hin. Deutschland errang im Jahre 1935 die Wehrfreiheit. Es rüstet auf und schafft sich militärisch die Sicherheit, die seiner Stellung im Leben der Völker angemessen und für es notwendig ist. Nichts wäre aber verfehlter, als angesichts dieser herrlichen Entwicklung die Dinge zu vergessen, die für die Sicherung der äußeren Freiheit ebenso notwendig sind wie Wehr und Waffen. Aus dieser Erkenntzis beraus hat der Reichsnährstand die Erzeugungsschlacht proklamiert. Im Gegensatz zu dem früheren liberalistischen System. das die Frage der Versorgung des deutschen Volkes als eine Frage der Welthandelsbeziehungen behandelte, vertritt der Reichsnährstand vor dem ganzen Volke das fundamentale Gesetz. daß nur das Volk wirklich die nationale Freiheit habe, das es vermag, sich die Nahrungsund Brotfreiheit zu sichern. Der Weltkrieg hat gezeigt, wie wenig Welthandelsbeziehungen nützen. Es darf wohl ohne Uebertreibung behauptet werden, daß der unglückliche Ausgang des Kriegs nicht durch militärisches Versagen, durch Mangel an Wehr und Waffen usw. verursacht wurde, daß aber der Mangel an Nahrungsmittel der verräterischen Provaganda internationaler Kreise die denkbar größte Unterstützung verlieh. Wenn nun der Reichsnährstand alles tut, um aus der so kleinen deutschen Scholle so viel wie möglich herauszuholen, damit sich das deutsche Volk dem Idealzustand der Nahrungs= und Brotfreiheit wenigstens immer mehr annähere, so leistet der Reichsnährstand damit eine Arbeit. die derjenigen der wehr= und waffenmäßigen Aufrüstung würdig an die Seite zu stellen ist. Jur Glöffnung der internationalen Autombol= ausstenung in Beriin Der Motor wird Volksgut NSK. Im Rahmen der deutschen Volkswirtschaft kommt der Automobil= und Motortadindustrie eine immer größere Bedeutung zu. und unter bewußter Förderung von Partei= und Staatsdienststellen konnte sich gerade dieser Industriezweig in den Jahren des Aufbaues stark entsalten. Wir brauchen nur die Zahlen der Neuzulassungen zu vergleichen, um festzustellen, daß der Gedanke einer Motorisierung Deutschlands keine Utovie mehr ist. Waren es 1932 nur 104 549. 1933 bereits 151 461. 1934 schon 244091 Autos. Lastwagen und Motorräder, die neu zugelassen wurden, so erhöhte sich für das vergangene Jahr die Zahl auf 331075. und das Jahr 1935 wird— das zeigt schon der Monat Januar— mit einer noch größeren Steigerung aufwarten. Der Besitz eines Autos ist eben im nationalsozialistischen Deutschland kein Luxus mehr, sondern eine Notwendigteit. Der Führer selbst hat auf seinen Kampffahrten durch Deutschland das Auto schätzen gelernt, und er war es— nicht die Automobilindustrie— der die kategorische Forderung nach einem Volksauto stellte; damit war allen Schaffenden der Autobranche das Ziel gesetzt, das da heißt: Das Auto muß Volksgut werden. Uns interessiert nicht, ob der Motor hinten oder vorn liegt. ob Vorder= oder Hinterrodantrieb das Auto weiterbewegt. ob Blumenhalter im Innern vorhanden sind und ein eingebauter Radiokasten Fahrer und Insassen mit schmelzenden Tönen erfreut: wir richten das Hauptaugenmerk auf eine Verbesserung der Fahreigenschaft unter besonderer Berücksichtigung des wirtschaftlichen Momentes. Mögen einige noch das Volksauto belächeln— auch die Autobahnen hielt man für eine Utovie—. wir wissen, daß es eines Tages da ist in einer Ausführung und Qualität sowie zu einem Preis, der es Tausenden von Volksgenossen ermöglichen wird, sich dieses Verkehrsmittels zu bedienen. Neben den deutschen Autofirmen mit Weltruf und der Industrie verdient das RSKK. unter Korpsführer Hühnlein eine besondere Erwähnung. Das Nationalsozialistische Kraftfahrkorp### ist als eine selbständige Gliederung der RSDAP. die Organisation. in der das Ideengut der Motorisierung besonders gepflegt wird.„Der scharfe Kraftfahrgeländesport ist das Gewissen der Industrie“ sagte einst Hühnlein. und so wird eben dieser Industrie in zahlreichen Sommer= und Winter=. Dauer= und Geländevrüfungs= sowie Geländeorientierungsfahrten Gelegenheit gegeben, ihre Werke und Leistungen unter Beweis zu stellen. Hier duldet man keine besonders konstruierten Repräsentationsautos, man fährt auf Serienwagen, solchen nämlich, wie sie der Käufer erhält; aus der Art und Weise. wie Wagen und Motor alle Strapazen überstanden und den Anforderungen genügten, können Industrie und Hersteller ihre Schlüsse ziehen. Auch auf große und außergewöhnliche Leistungen kann der deutsche Automobilsport in den letzten JahEinstellungstermin für Freiwillige der Luslwaffe 1 Berlin. Verschiedene Anfragen bei Dienststellen der Luftwasse und beim Reichsluftfahrtministerium haben gezeigt, daß vieljach Unklarheit über die Einstellungstermine von Freiwilligen der Luftwasse. insbesondere von Freiwilligen der Flakartillerie. Frühjahrs= und Herbsteinstellungen finden statt für die Fliegertruppe. die Luftnachrichtentruppe und das Regiment General Göring. Die Flakartillerie stellt nur in Herbt ein.„. g. ex8. Kenaen u Meldeschluß für die Frühjahrseinnenungen ist der 15. März Meldeschluß für die Herbsteinstellungen ist der 30. April.„,.: Men Win Wer sich also für die Flakartillerie melden will. muß dies bis zum 30. April getan haben. Die Dienstzeit beträgt bei der Flakartillerie ein Jahr: es ist aber erwünscht daß der Freiwillige eine pflichtung auf zwei Jahre eingeht. Die Dienstzeit beim Regiment General Göring beträgt zweieinhalb Jahre beim Eintritt im Frühjahr und zwei Jahre beim Eintritt im Herbst. Wegen weiterer Auskünfte wende man sich an die nächstgelegene Dienststelle der Luftwaffe oder das für den Wohnsitz zuständige Wehrbezirkskommando bzw. in der entmilitarisierten Zone an die Untere Ersatzbehörde. Eine Liste der Inhaber des Ehrenkreuzes Berlin. Zur Aufstellung des Verzeichnisses der Namen der Ehrenkreuz=Inhaber hat der Oberbefehlshaber des Heeres eine Anordnung erlassen. Danach haben mit der Einreichung der Nachträge am 1. Avril 1936 die Verleihungsstellen die Zahl der von ihnen bis zu diesem Zeitpunkt verliehenen Ehrenkreuze, getrennt nach Frontkämpfern. Kriegsteilnehmern. Witwen und Eltern zu melden und außerdem die Zahl der noch nicht erledigten Anträge anzugeben. Die„Rein“=Sager bei den Vertrauensratswahlen Berlin. Bei der Eröfinung eines Kurses für die Schulungswalter dei Deutschen Arbeitsfront in Werlsee bei Berlin sprach der Reichsschulungsleiter der NSOAP. Dr. Frauendorfer. Er sagte u..: 1„Die bevorstehenden Vertrauensratswahlen sind keine politischen Wahlen! Das gilt es jedem Volksgenossen klarzumachen. Es ist nicht so, daß die Gefolgschaft eines Betriebes, die bei den bevorstehenden Wahlen mit„nein“ stimmt, nicht nationalsozialistisch ist. Das Urteil ist vielmehr so zu werten. daß die Gefolgschaftsmitglieder mit einer schlechten Betriebsführung nicht einverstanden sind. Diesen Willen des Führers, die Wahlen nicht nach politischen Gesichtspunkten durchzuführen, gilt es. in den Betrieben zu verwirklichen. Es muß auch hier besonders auf das Wirken unserer Gegner aufmerksam gemacht werden. Glauben Sie nicht, daß unsere Bewegung keine Feinde besitzt! Sie sind jedoch nicht zusammengeschlossen in einer nach außen sichtbaren Organisation. sondern vereinigt durch eine festgefügte gleiche geistige Haltung Nach dem alten Freimaurertrick suchen sie sich als nach außen hin betonte Nationalsozialisten möglichst weit in den Vordergrund zu schieben, um die Bewegung von innen zu bekämpfen.“ Nachiiche Ardeit für die Gesumtheit Die Leistung und der Persönlichkeilswweri des schöpferischen Unternehmers Dr. Schacht zeichnet die Aufgaben halb sei es nicht Aufgabe der Wirtschaftskammern. Kundgebungen zu veranstalten, sie müßten vielmehr wirtlich sachliche Arbeit leisten, die dem Nutzen der Gesamtwirtschaft dienlich sei. Schacht wies auf die Notwendigkeit hin, die neugeschaffene Organisation der gewerblichen Wirtschaft auf alle Möglichkeiten weiterer Vereinfachungen zu überprüsen und die einzelnen Betriebe von zu hohen Organisationeheiträgen so weitgehend wie möglich zu entlauen. Hannover. Die durch Anordnung des Reichswirtschaftsministers errichtete Wirtschaftskammer Nieder= sachsen in Hannover. deren Bereich die Provinz Hannover. Oldenburg und Braunschweig umsaßt, trat im großen Sitzungssaale der Industrie= und Handelskammer zur konstituierenden Sitzung ihres Beirates zu ammen. An der Tagung nahm Reichewlttschafts. 10 weitgehend m winite: Du, Sco Rinistertaldirelloren g; Eine enge und verkändnisvolle lachliche Zulammenministerium die Ministeriald. Dr. Vo arbei, der gewerblichen Wirkchaft mit der DAs. und Dr. Wiendegen. 0 Hede ssei der Sinn der von ihm gewünickten und von dem Der Leiter der Wirtschaftskammer, Ewaio 9... Führer gebilligten Leipziger Vereinbarungen Präsiden; der Industrie, und Handelskammer######ses freilich nover, begrüßte den Reichswirtschaftsminister Dr. gung und Schacht, die Gäste und die Beitatsmitglieder und dex Versönlichkeitswert des schöpferischen Unternahm in feierlicher Form die Verpflichtung der Bei=#er verlonumen sei der Sinn der von ihm gewünichten und von dem Han Führer gebiniglen Leiziger Velemearungen wober und Handelskammer# e freilich notwendig sei, daß dann auch die Leiratsmitgliedet vor Nachdem dann eine Reihe von Mitgliedrn des Beirates aus verschiedenen Teilen des Wirtschaftsbezirkes über Lage. Anregungen und Wünche der verschiedenen Wirtschaftszweige berichte; hatte deren Umsang und Bedeutung der Wirtschaft Niedersachsens ihr besonderes Gepräge geben begrüßte Reichswirtschaftsminister Dr. Schacht die durch die Errichtung und Tätigkeit der Wirtnehmers die ihm gebührende Achtung findet. Auf dem durch diese Vereinbarung vorgezeichneten Wege zur Beseitigung des Krisenkampfes müßten die Wirtschaftskammern und mit ihnen jeder Betriebsführer wirkungsvoll mitarbeiten. Besonders in den Vordergrund ruckte Dr. Schacht sodann die Forderung auf Steigerung der deutschen Ausfuhr: Als Einbruchsstelle scheint ihm. soweit es sich um den nationalistichen, aus„Christlich=Nationaler Partei“ und„Rumänischer Front“ gebildeten Flügel der Opposition handelt die Periönlichkeit VaidaVoevods, des Führers der„Rumanischen Front“. am meisten geeignet zu sein. Vaida kommt von der Nationalen Bauernpartei(Nationalzaranisten) ber. Er war bereits Chei der rumänischen Regierung. Die Prinzivien der nat onalzaranistichen Partei. die überdies in letzter Zeit einen ausgesprochenen Linkskurs einzuschlagen begann. scheinen ihm keines kämpferischen Einsatzes mehr wert zu sein. Andererseits kann seine neue politische Organisation. die„Rumänische Front“. nicht als Ausdruck eines modernen rumänischen Nationalismus gewertet werden. Dazu haften ihr viel zu viel in der Persönlichkeit ihres Führers begründete Schlacken der Vergangenheit an. Zu diesen gehört auch der Mangel an Bereitschaft zur entscheidenden Aenderung der rumänischen Außenpolitik. Vaida ist einer Persönlichkeit wie Titulescu gegenüber viel aufgeschlossener als seine parlamentorischen Verbündeten von der„Christlich=Nationalen Partei“. Cuza und Goga, die eher einen außenpolitischen Kurswech'el ernsthaft in Erwägung ziehen. Diese Erwägungen sind keineswegs nebensächlich. weil ein Rücktritt der gegenwärtigen Regierung Tatarescu eher die Betrauung eines nationalistischen als eines nationalzaranistischen Politikers mit der Regierung auslösen dürfte. Sollte Vaida Tataresen ablösen, so brauchte Tituleseu um seine Position nicht besorgt zu sein. Gefahr droht ihm nur von seiten Gogas und Cuzas. wenn— es Vaida nicht gelingen sollte, etwa um den Preis einer gemeinsamen Regierung von„Rumänischer Front“ und„Christlich Nationaler Partei“. jene von der Notwendigkeit der durch Titulescu verkörperten Außenpolitik zu überzeugen. Titulescu wird nichts unversucht lassen, um für seine außenpolitischen Pläne auch Anhänger unter der maßgeblichen Männern der„Christlich=Nationalen Partei“ zu gewinnen. Es wird von entscheidender Bedeutung für das politische Kräftesviel in Europa sein, welche außenpolitischen Folgen ein in den Bereich des Möglichen gerückter Regierungswechsel in Rumänien zeitigen würde. Die Entscheidung liegt bei der Krone. Und nur so dürfte sich die intensive Anteilnahme König Carols an den Pariser Besprechungen erklären lassen. Ob mit Tatarescu. oder mit Vaida oder anderen. die Schick alsfrage lautet. Ist Rumänien bereit, für den Bolschewismus die Schleusen zu öifnen, oder will es einen Teil jenes Dammes bilden. der Eurova vor größeren Anschlägen der Komintern bewahrt? schaftskammer für die gewerbliche Wirtchaft ge er wisse, daß die am Außenbandel. hezeiligten Wirt: gebene Möglichkeit der Fühlungnahme mit den Gemeinden. der Landwirtschaft und dem Verkehr. Eine solche Fühlungnahme. betonte ei sei notwendig. um den zuständigen Stellen dauernd ein Gesamtbild der wirtschaftlichen Lage zu geben. Des= land je erlebt habe. schaftskreise entschlossen seien, vierfur chre gunse Kraft einzusetzen. Damit diene die Wirtschaft den ihr vom Führer gstellten Aufgaben, dessen Tat die größte seelisch; nationale Erhebung sei. die DeutschSagaltelon,a n,Pizter! Stoßtzugiges=Angedet hansstaengl und die Harvard-Universität Der Präsident der Harvard=Universität. Conant. hat an die ehemaligen Ang.hörigen dieser amerikanischen Hochschule ein Rundschreiben gerichtet, in dem er unter Hinweis auf die bevorstehende Feier des 300jährigen Bestehens zur Aufbringung von Geldspenden ausruft. Die Universitä: beabsichtige. so heißt es in diesem Rundschreiben, zur Förderung ihrer wissenschaftlichen Ziele eine Reibe von neuen Lehrstühlen zu errichten und außerdem eine größere Anzahl von Stivendien für begabte Studenten aus allen Teilen des Landes auszuletzen. Die Mittel für die Verwirklichung dieser Pläne sollen durch eine Jubiläumsspende oer ehemaligen Schüler von Harvard aufgebracht werden g 8 Auch der Auslandsvressechef der NSDAp.. Dr. Ernst Hanfstaengl erhielt als ehemaliger Angehöriger der Harvaid=Universität diesen Bries ihres Präsidenten. Dr. Hansstaengl hat darauihin an Präsident Conant ein Antwortschreiben gerichtet, in dem er darauf hinweist, daß er auf seinen Brief vom 24. Oktober 1934 in der Angelegenheii der Ablehnung des von ihm angebotenen Stivendiums keine Aniwort erhalten habe. Bekanntlich hatte sich Dr. Hansstaengl seinerzeit bereit erklart. auf die Dauer eines Jahres einem Studentei der Universität Harvard den Besuch der Münchener Universität zu ermöglichen. Dieses großzügige, dem Gedanken der Völker=Verständigung dienende Angebot war von Präsiden: Conant schroff abge ehn: worden. wobei er sich zur Begründung darauf berief, daß der Nationalsozialismus angeblich die deutschen Universitäten durch Maßnahmen geschädigt habe, die den allgemeinen Grundsätzen der„Universitas" wiederSchreiben, mit dem der Auslandsvressechei der NSDAP. die Bitte um Unterstützung beantwortet, erinnert er Präsident Conant an diese ungerechtsertigte Kritik. Dr. Hansstaengi stellt dann weiter die Frage. ob er die Uebermittlung der schriftlichen Bitte um eine Spende so verstehen könne. daß die Harvard=Universität nunmehr ihren Standpunkt geändert habe und bereit ei. von ihm eine geldliche Unterstützung entgegenzunehmen. In diesem Falle würde er sich bereit erklären. den Betrag seines ursprünglichen Angebotes an die Harvard=Universität zu verzehniachen und ein Stivendium für den Besuch der Universttät München für die Dauer von zehn auseinanderfolgenden Jahren mit der Möglichkeit einer weiteren Verlängerung zu errichten. Die Sorge der Sowjels um den Fernen Osten Zand und Mühr Gegen das Farbenstudententum In einer Kundgebung des NS.=Studentenbundes. an der die Hochschulgruoven Hannover. Göttingen. Braunschweig Klausthal und Hann.=Münden teilnahmen, wandte sich, wie die„Köln. Zta“ aus Hannover berichtet Staatsrat Görlitzer(Berlin) jegen jene Studentenkreise, die heute glaubten, nachdem sich die Wogen des Korvorationskampfes ein wenig gelegt hätten, sie könnten wieder in ihrer Couleur austreten. Die Romantik sei zu ihrer Zeit sehr schön geween aber diese Zeit sei vorbei, weil sie die Welt ringsum nicht mehr wolle. Wer ihr heute buldige. verschlafe darüber die Gegenwart. Es sei möglich. daß diesem Traumzustand ein plötzliches und erschreckendes Erwachen folge. denn das Europa von heute habe ein ähnliches Gesicht wie das des Jahres 1914. Es sei deshalb auch nicht zu verstehen, wie Studenten. die ohnehin schon etwas geschenkt erhielten. nämlich das Recht zum Studium. sich darin erschöpften, die Frage zu klären. ob es noch Farbenstudenten geben solle. Der Führer habe drei Jahre auf die freiwillige Mitarbeit des deutschen Studenten gewartet. er sei schmählich enttäuscht worden. ] Wer sich abseits stelle, dürfe sich später einmal nicht über Schwerhörigkeit des Staates wundern. wenn er nach Arbeit und Brot frage. Wenn sich heute wieder Studenten mit Band und Mütze auf der Straße zeigten, dann sei das keineswegs mutig. Denn im heutigen Deutschland würde ihnen deshalb kein Haar gekrummt Es sei aber ein Zeichen höchster Begriffsstutzigkeit. Im übrigen werde. wenn die Hitler=Jugend einmal in kommender Zeit auf die Hochcnlen käme. eine derartige Sitte ohne jegliches Verbot sterben in dem Gelächter der Jüngeren. Es sei eine geschichtliche Fäl'chung, wenn die Schlacht bei Langemarck in vielen Kreisen als ein Vermächtnis der Korvorationsstudenten bezeichnet werde. Jene Regimenter. die mit dem DeutschlandLied auf den Lippen in den Tod gestürmt seien, hätten sich keineswegs nur ius Studenten. geschweige denn aus Farbenstudenten zusammengesetzt, sondern sie hätten in ihren Reihen viele einfache deutsche Arbeiter gehabt. Langemarck habe es von 1914 bis 1918 vieltausend nol an allen Fronten gegeben. Das Farbentragen sei abzulehnen, weil man nicht wolle, daß der Student hierüber den Weg zum andern Volkegenossen verfehle. Im übrigen gäbe es auch heute Farben. untei denen man sich in Ehren sehen lassen könne. Das Braun der SA., das Schwarz der SS. und das Grau des Arbeitsdienstes 400 Volksgenossen seien im Kampf für diese Farben gefallen, das bedeute wahrlich mehr als das Bluten unter der Mensur. Eins würde man allerdings von dem studentischen Brauchtum früherer Zeiten beibehalten: Die Ehre mit der Wasse in der Hand zu verteidigen Nut würde dieser Brauch nicht auf den Studenten beschränkt bleiben, sondern das gesamte Volk erfassen müssen. Die Satisjaktionsfähigkeit. die bereits zum jesten Bestandteil der Witzblätter geworden wäre lei vor dem Kriege eine der Grundlagen des Klassenkamvies gewesen Die Universitäten sollten nicht mehr wissenschaftliche Institute bleiben. sondern sie müßten darüber hinaus nationalsozialistische Führerschulen werden. Das sei die Aufgabe. die dem deut'chen Siudenten und Dozenten gestellt sei und der Verwirklichung harre. Moskau. Ueberraschend hat die Oessentlichkeit von einer politisch=militärischen Reise erfahren, die größte Bedeutung besitzt. Der Verkehrskommissar Kaganowitsch. Stalins Schwiegervater und seine rechte Hand. ist. nachdem er eine Inspektion des Eisenbahnab'chnittes bei Tomik vorgenommen hatte. plötzlich im Fernen Osten ausgetaucht, wo er eine Reihe wichtiger militärischer und volitischer Unterredungen mit den maßgebenden Leuten gehabt hat. Von besonderer Bedeutung ist, daß er nicht nur Chabarowsk. sondern auch Wladiwostok besucht hat und daß er sich nicht aus die Erteilung volitischer Ratschläge beschränkte, sondern die Arbeit der wichtigsten Industriezweige selbst kontrollierte und in Versammlungen den dortigen Arbeitern einzuschärsen suchte, worin ihre Pflichten bestehen würden. wenn es einma! Ernst werden sollte. Man sagt nicht zuviel, wenn man behauptet, daß die Lage im Fernen Osten heute die größte Sorge der Sowietregierung bildet. Unaushaltsam dringt Japan weiter auf dem asiatischen Festlande vor und verdrängt nicht nur die Moskauer Agenten, die sich in ihrer Tätigkeit in China immer mehr behindert fühlen. Auch militärisch scheint die Inselmacht selbst vor einer Einbeziehung der Aeußeren Mongolen. die bekanntlich unter Sowietherrschaft steht, in seine Machtsphäre nicht zurückzuschrecken. Die Meldungen von der mongolisch= mandschurischen Grenze klingen für die Regierung im Kreml immer ernster, und wenn auch die Verhältnisse im Fernen Osten derart sind. daß selbst ein Dutzend Tote bei einem der zahlreichen Grenzgesechte noch nicht den Ausbruch eines neuen Weltkrieges bedeuten, so hat Moskau doch nicht mehr damit zu rechnen, daß Javan vor jenen Gebieten halt machen wird. die von den Sowiets in Anspruch genommen werden. In der Presse wird seit Jahr und Tag gerodezu ein Kesseltreiben gegen Japan veranstaltet. Man schürt den Brand. und man trifft seine Vorbereitungen. Die im Fernen Osten stehende Armee unter dem Besehl von Blücher zählt zu den Elitetrupven des Roten Heeres, die bestens mit Flugzeugen. Tanks und anderen Kampimitteln ausgerustet sind. An den Usern des Ussuri=Flusses und am Baikalsee sind regelrechte Festungsgürtel ausgebaut worden. Die sibirische Eisenbahn ist unter militärische Kontrolle gestellt Dem Vernehmen nach hat sich die Sowjetregierung neuerdings einen Ausbau der Flotte im Fernen Osten besonders angelegen sein lassen. Natürlich sind nie Zahlen verössentlicht worden, jedoch soll Blücher über etwo 800 Tanks mittleren und schweren Kalibers verfügen, darüber hinaus über etwa 1000 Flugzeuge. darunter schwerste Bomber mit einem Aktionsradius. der es ermöglicht. Hunderte von Kilogramm Bomben auf Tokio und andere Hauptstädte abzuwersen. Bei der leichten Bauweise der javanischen Häuser bedeutet das eine Gefahr. die von Javan nicht gering eingeschätzt werden kann. Einen schwachen Abschnitt gibt es freilich in den Vorbereitungen der Sowiets, das ist die Eisenbahn. Der Ausbau der ganzen Strecke in eine zweigleisige Bahn ist zwar nahezu vollendet, wichtige Ergänzungsstrecken werden auch heute— bei etwa 30 bis 40 Grad Kälte— durch die zahlreichen politischen Gefangenen. die hier tätig sind. weiter gebaut, jedoch scheint der Geist der Arbeiter und die Qualität der von ihnen geleisteten Arbeit nicht derart zu sein, daß Moskau„dem Tag“ ohne Sorge entgegensehen könnte. Es ist heute noch unbekannt, ob es Litwinow, der in London eifrig bemüht war. die javanische Gefahr in möglichst grellen Farben zu schildern. gelungen ist, die englische Unterstützung zu erlangen. Nach der Ablehnung Amerikas, sich mit Moskau enger zu verbinden, ist die Sowjetunion jedenfalls vorläufig nur auf sich angewiesen, und wie es damit bestellt ist. wird Kaganowitsch seinem Herrn und Meister Stalin mitteilen können, wenn er nach der Besichtigung der fernöstlichen Truppen. der Anlegen von Wladiwostok und der sonstigen Kriegsrüstungen der Sowiets im Fernen Osten nach Moskau zurückgekehrt sein wird. Betrager mit wosicheren=Lspr Nach Riesenunlerschlagungen gerissenen Rennenschiebern ins Garn gegangen Frankfurt a. M. Vor der Großen Strafkammer begann ein großer Rennwettschwindelvrozeß gegen 19 Angeklagte. Der Prozeß dürfte drei bis vier Wochen dauern. Die den Angeklagten zur Last gelegten straibaren Handlungen wurden durch Strafprozesse aufgedeckt, in denen mehrere Angeklagte wegen umsangreicher Unterschlagungen abgeurteilt worden waren. Zwei dieser Unterschlagungsfälle spielten in Frankfurt wo der eine Angeklagte seiner Firma 335000 RM., der andere 19 000 RM. unterschlagen Rattlattten um Schelbeireue Mit dem oder gegen den Bolsch ewismus im Südosten Europas? hatte. Ein weiterer Prozeß hat soeben in Hannover begonnen: dort hat der Angeklagte 120 000 RM. unterschlagen während in einem Miesbadener Fall 200000 RM. veruntreut worden sind Einige der an den Unterschlagungen beteiligten Personen bemühten sich durch Wetten bei Pierderennen einen großen Gewinn zu machen, um die Versehlungen wieder gurzumachen. Ging die Sache schief, so gingen sie zu neuen Unterschlagungen über. In dem einen Frankfurter Fall stellte sich heraus. Ein interessantes Kavitel wird in dem Prozeß die Erörterung der Tatsache bilden. inwieweit sich die Betrüger ihre Ovfer gegenseitig zuschoben. Das soll ganz organisationsmäßig geschehen sein. Unter den Angeklagten befindet sich der frühere Vorsitzende des Berliner Unterweltvereins„Oleander". Die Mitglieder der Organisation sollen satzungsmäßig verpflichtet gewesen sein, die Namen ihrer Opfer weiterzugeben. Daraus erklärt sich wohl auch, daß Zeugen plötzlich von ganz fremden Personen telephonisch oder durch Besuch angegangen wurden. sie könnten gute Tivs erhalten. Am stärtsten belastet ist der Lieserant der gesälschten Deveschen. Er bediente sich bei der Anjertigung amtlicher Stempel. Die Telegramme bekam er von seinen Auftraggebern vergütet. Das Hauptgeschäft bei der Sache machten die falichen Berater. Es sind Fälle bekannt, in denen einer bis zu 10000 RM. von seinem Opfer erlangte. Die jüngsten politischen Gespräche in Paris wurden nach allen bisherigen Verlautbarungen nicht unwesentlich von zwei Männern beeinflußt: Litwinow und Tituleseu. Beide erachten der Abschluß eines Beistandsvaktes zwischen der Sowjetunion und Rumänien als notwendig. und Frankreich wurde oisenbar ein solches Abkommen nicht ungern sehen weil dann das erAbkommen nicht ungern sehen. weil dann das e, wünschte Verbindungestück zwischen Moskau und Prag vorhanden und die Pariier Negungen nicht unbeachtlich befriedigt wären. Auch König Carol hat anscheinend in Paris eine für einen konstitutionellen Monarchen nicht alltäglich außenvolitische Betriebsamkeit entsaltet. Inwiemert der rumänische Generalstab gegen die Pak wünsche Tienleecu= und seiner französischen Freunde Einspruch erhoben haben dürfte, ist im Augenblick nicht zu erkennen. Jedensalls haben sich englische Meldungen über die vollzogene Unterzeichnung eines rumänischsowjetrussischen Beistandapaktes bis jetzt nicht bestätigt. Man wird aber annehmen dürfen, daß Tituleseu seine Bemühungen. zu den gewünschten vertraglichen Vereinbarungen mit der Scwietunion zu gelangen. nicht einstellen wird. Seine außenpolitische Konzevtion ist zweifellos weniger den besonderen Gegebenheiten Süde steurovas und Rumäniens. als vielmehr den 1918 geschafienen französischen„Sicherheits" bedürfnissen ang vaßt und zielt auf einen weitgehenden Gleichklang der offiziellen Politik Bukarests mit der Frankreichs ab. Tituleseu erscheint somit neben Hodza, der die Außenpolitik seines Vorgängers Benesch fortsetzt, als ein nicht unwichtiger Sekundant des Quai’Orsay. Verkennt er die Gejahren, die durch den Abschluß eines Beistandspaktes zwilchen Rumänien und der Sowietunion für sein Land heraufbeschworen würden? Man wird jeststellen dürfen, daß sein Programm den geographtichen Voraussetzungen, der Trad tion rumänischer Politik und den Ansichten werter und einsichtiger Kreise seines Landes widerspricht Immerhin ist es Titulescu der parteipolitisch nur sehr locker gebunden ist. gelungen, auch mit der „Opposition“ Füntung aufzunehmen. In der Annahme, daß ein auch non ihm nicht ale aussichtalos bezeichneter innernolitischer Kursmech'el einen ebensolchen außenvolitischer Art nach sich ziehen könnte. scheint Titulesen bereits das Terrain zu sondieren. daß der Ungetreue bis zu 7000 RM. an einem Tage verspielt hat. Der andere. der die 19000 RM. unterschlagen und zum größten Teil verwettei hatte. berichtete, als er seelisch so weit zusammengebrochen war, daß er sich der Polizei stellte, er habe sich in den Handen einer vielkönfigen Hochstavlergesell chaft bejunden, die zu Rennwetten aufforderte und vorgab, ein todsicheres Gewinn'ystem herausgesunden zu haben Dea eifrigen Bemühungen der Kriminatpolize gelang es. die Bande deren Fäden nach Hamburg Berlin, Baden=Baden. München und Köln liesen, zur Strecke zu bringen. Der Trick der jetzt angeklagten Gauner bestand im wesentlichen darin, das Opfer zu Wetten zu veranlassen. Man versicherte, todsichere oder fabelhafte Tive zu haben Diese Tivs ließ man sich mit Beträgen bis zu mehreren hundert Reichsmark bezahlen, oder man wußte auf andere Art einen Vorteil berauszuschlagen, sei es durch Provisionen. Beteiligungen uw Es wurden gute Beziehungen zu Jockene und Rennställen sowie zum Ausland vorgetäuscht Telerhangespräche wurden markiert und gesälschte Telegramme aus Par's uw. den Opsern gezeigt, als sei eben ein neuer guter Tiv eingetrosien. „Maria Lindenhof“ nicht verkauft Münster Wie uns mitgeteilt wird, trifft die Meldung über den Verkauf der Anstalt„Maria Lindenhoi“ in Dorsten an den Orden der Alerianer in Neuß nicht zu. Verkaufsverhandlungen zwischen beiden Orden haben zwar geschwebt, doch sind diese ergebnislos abgebrochen worden. DieReindeberteein Von Gustau Leutelt Gust av Leutelt ist mit dem sudetendeutschen Eichendorff-Preis ausgezeichnet worden. Seine Erzählung„Die Heimarbeiterin“ entstammt den „Bildern aus dem Leben der Glasarbeiter“, enthalten im 3. Band der bei Adum Kratt in Karlsbadt erschienenen„Gesammelten Werke“ des Dichters Das blasse Gesicht des Mädchens steht nicht mehr in der ersten Jugendfülle, und aus seinen Zügen sieht ein ängstliches Gemüt nach der Umwelt. Aber das Flackern der tränenfeuchten Augen spricht noch von einem anderen, das mühsam zurückgedämmte Aufregung bekundet. Der Blick irrt ganz abwesend vom Weiß und Gold des Paneels zum gleißenden Nickelbeschlag der Windfangtür hin, ohne das Aussehen des vornehmen Raumes zu empfinden. Erst als sie nach dem Türzieher fehlgreift und dessen kaltes Metall ihren Handrücken kühlt, schreckt die Eilige auf. Hinter der zufallenden Tür bleibt sie einen Augenblick stehen, und da wollen der Atemlosen auch schon die Tränen kommen; aber als oben eine Tür geht, drängt sie die Verräterischen erschrocken zurück. Wie im Traum huscht sie empor, ein Stockwerk und noch eins. Es kommt ihr auch nicht zum Bewußtsein, wie von einer Stiegenwendung zur anderen die Räume nüchterner werden, und erst als sie vom Teppichläufer der Steinstufen auf die Holztreppe des Dachgeschosses tritt, legt deren wohlbekanntes Knarren der Huschenden nahe, daß sie doch schon daheim ist. Noch kreischen die ausgetretenen Dielenbretter des Ganges, so leich füßig auch das Mädchen über sie hinwegeilt, aber dann handhabt es den Schlüssel so völlig geräuschlos, und die schmale Tür geht so ruhig in ihren Angeln, daß selbst das leise Zwitschern des Zeisigs vom jenseitigen Gang herüber zu hören ist. Das Zimmerchen ist recht eng, eigentlich wiederum nur ein schmaler Gang; doch es ist mädchenhaft wohnlich eingerichtet, mit einem blitzblank gescheuerten Ofen im Eck und weißen Mullgardinen vor dem Fenster, das auf den Hof hinausgeht. Wieder bleibt die Eintretende augenblickslang hinter der Tür stehen und blickt verstört um sich, bevor sie ihr Paket auf den Tisch legt und den Hut vom Kopfe nestelt. Dann aber, mit einem plötzlichen Entschlusse, streicht sie ihre schlichten Haare glatt und stell sich vor den Spiegel. Lange blickt die Prüfende in das Glas und wiederholt füllen Ichneestuem (Löhrich—.) bild betrachtet. Als es nun auch um die Mundwinkel zu zucken anhebt, wendet sie sich entschlossen ab und murmelt: „Ja, schöner ist die Ilse schon, doch...“ Im gleichen Augenblick ist sie aber auch im Geiste wieder hinter jenem Parkgebüsch, zwischen dessen Zweigen die Entsetzte vorhin nach der Bank am Teich und Georg und Ilse gespäht. So deutlich konnte sie das alles sehen, und hatte mit der freien Rechten immer nach dem Herzen greifen müssen, um nicht laut herauszuschreien. Ihre Aufmerksamkeit galt dabei so ganz denen drüben, daß sie die kommenden Schritte überhörte. Erst als es nebenan kicherte, fuhr sie herum und blickte in ein grinsendes Männergesicht. „Trösten Sie sich, Kleine“, klang es dann an ihr Ohr.„Es gibt ja noch mehr Männer in Da war sie entsetzt fortgestürmt, voll Ekel, daß jener Gemeine auch an ihr Unglück tasten gekonnt. Noch jetzt glaubt das Mädchen, vor Scham darüber versinken zu müssen. Wie sie dann durch das Volk auf den Gassen und in ihr Zimmerchen gekommen ist, weiß Prüfenke in das Glas und wiederholt ftzlgg die Aufgeregte nicht mehr. Und nun war sich dabei ihre Augen mit Tränen, so daß sie alles vorbei und sie würde ihn nie, nie mehr die Quellenden mit dem Tüchlein wegtupfen sehen, den Treulosen. Wie hatte die Besche:dane ihn geliebt, anfangs zagend, ob sie sich IU. Es ist ein blasses Gesichtchen, dessen braune Augen um so schwermütiger aus dem Rahmen hersehen, je länger die Erregte ihr Gegendene ihn geriert, ansungs zagene, bo sie sich auch an die Seite des schönen Mannes stellen dürfe, dann beglück:, daß er ihr einige Aufund die Gebrochene ließ den Tränen freien Lauf. Es war ja nun alles, alles zu Ende. Aber aus den Blitzen der Erinnerung an ihn den Falschen, den Treulosen wuchs doch nach und nach die Vorstellung, daß er nicht gewahren dürfe, wie sehr sie um ihn trauere. Und wenn ihr auch die Zukunft fortan öde und freudlos dünkte, so fühlte die einsam gewordene doch das eine, daß sie sich stark machen müsse, um das Kommende zu überstehen. Wenn es aber wieder im gequälten Herzen emporwallte und Koseworte und zärtliche Erinnerungen daherschweben wollten, so gaben die ihrem Gefühl nur noch die Ueberzeugung, daß sie ihn nun ganz verachten müsse. Den Himmel flehte sie an mit ihren Tränen, mit dem Pochen ihres Herzens, mit dem Zucken ihrer Pulse und inbrünstig gestammelten Worten. Und wie die Gebete stiegen und die Stunden rannn, konnte auch der wilde Schmerz sein Recht nicht voll behaupten. Nun merkte die Leidvolle erst, daß ihr Kopf auf dem Päckchen ruhte, das am Tisch lag. Das Papier war von ihren Tränen durchnäßt worden und sie schlug es hastig zurück. Von der Arbeitgeberin kommend, war die Heimeilende Zeugin jener Untreue geworden und erinnerte sich jetzt des strengen Auftrages, die gekitteten Steine bestimmt bis morgen abzuliefern. Ach ja— arbeiten. Vergessen! Mechanisch stellt sie die Gerätschaften zudürfe, dann beglück:, daß er ihr einige Auf= Mechanisch stellt sie die Gerätschaften z merksamkeit erwies und endlich voll Glut, als recht und beginnt die gewohnte Hantierung. Kuß ihren Kopf an seine„Was ist?— Gürtalschnallen.“ Eine sellene Freude Im Winter 1935/36 (Scherl..) sie nach dem ersten Kuß ihren Netf an seine Schulter lehnen gedurft. Die Liebende war gewarnt worden, dem schönen Georg zu trauen, aber sie wäre für ihn jederzeit blindlings durchs Feuer gegangen. Er konnte doch nicht lügen, wenn er ihr immer wieder sagte, sie solle seine kleine Frau werden— In—stal—lateurs—gat—tin. Er hatte das Fremdwort scherzend so auseinandergezogen und ihr nach jeder Silbe einen Kuß auf die Lippen gedrückt. Ihre ganzen kleinen Ersparnisse hatte sie ihm dann anver raut, weil er sich doch selbständig machen wollte. Beim Werk sei man ihm aufsässig wegen dem und jenem, und er werde durch sein Arbeitsgeschick leicht als eigener Meister vorwärts kommen. Felsenfest hatte sie seinen Worten geglaubt. gespart und gedarbt und halbe Nächte hindurch gestichelt, um eine kleine Aussteuer zusammen zu bringen. Ja, sie war glücklich ge wesen, dies tun zu dürfen, hätte noch härter gearbeitet und mehr gedarbt, um den Mann zu erringen. Und jetzt— und jetzt...! DiGequälte mußte sich Luft machen und stie einen wilden Schrei aus; denn ihre Brust drohte zu zeripringen. Der Schrei brachte sie zur Besinnung Müde sank ihr Kopf auf den Tisch herab „s. ist,— Gurlerschnaue... Die glänzenden Steinchen liegen da wie hingestreute Brillan en. Noch zittern anfangs ihre Hände, wenn sie den Kitt in die kleinen Metallkessel bringen soll, aber bald sitzt Stein um Stein ordnungsgemäß an seinem Platz und ein fertiges Schmuckstück um das andere reiht sich auf der Tischplatte. Ein prahlendes Glitzern ist dann über ihr, und überstrahlt ganz jenes verstohlene in den Augen des Mädchens. Fast weh tut der Emsigen das Leuchten des toten Glasgesteines, doch sie beißt die Zähne aufeinander und arbeitet— arbeitet. Es war eine große Stille in der Stube; aber sie hörte aus ihr doch wieder und wieder das Lachen und die betörenden Worte des Ungetreuen. War es ihr eigenes Schluchzen, was dazwischen klang? Jemand rief sie, von weither.— Ihre verstorbene Mutter?— Und warum fürchtete sie sich denn. von der Arbeit aufzusehen? Die Augen vor ihr, die Augen! Aber dann fuhr sie empor. Den Pfiff vom pofe her, den kannte sie. So rief Georg. wenn sie hinabkommen sollte. Wild eilt sie zur Tür und dreht den Schlüssel im Schloß Wieder an die Arbeit. Die Hände fliegen vor Erregung und die Steinchen wollen sich nicht auftupfen lassen. Und die Pfiffe im Hof unten wiederholen sich ungeduldig. Da Stabhochsprung... Losgeschnellt! Schon im fluß! mit göttsichem Sleichbewicht Spannt er sich on dem Stab auf und flattert im Licht, Erreicht die Leiste und fliegt mit jähem Schwung Queröber, als wäre er Dogel und Katze im Sprung. er im fino verharre, haltet ihn an Er werfe den Stab zurück, erstarre im Bann, Er bleibe so, schwebe so. wolkenumgeben! In der Luft zerständtes, federleichtes Leben! Die Kräfte halten durch, erschlaffen nicht im Lauf, Er hebt sich über alle Känder, hoch. ganz hoch hinauf Und rust uns ron dort zu, schreit als Echo zurlick, Daß er zum Himmel strebt— der Ztem unseis Glücks. Kazimierz Wierzynski. — sie hätte aufschreien mögen— sein wohlbekannter Schritt auf der Treppe. Klopfen.— Stille. „Mach doch auf“, tönt es gedämpft draußen. Das Mädchen am Tisch hält mit der Linken seine rechte Hand fest, damit deren zitterndes Pochen nicht zum Verräter werde. „Was sollen die Dummheiten?“ klingt es gereizter.„Ich weiß, daß du zu Hause bist.“ Sie legt die Hände über die Ohren, um nichts zu hören. Ein starkes Rütteln an der Tür noch, ein entsetztes Umblicken am Tisch, und dann knarren draußen die Dielenbretter unter den hastigen Schritten des Forteilenden. Müde läßt die Zurückbleibende ihre Hände in den Schoß sinken und sitzt unbeweglich. Aber wie dann die Abendsonne so an das Fenster strahlt und deren Glutreflexe tausend Feuer in den Glassteinen vor ihr entzünden, greift sie wieder nach der Arbeit. Und sie fügt in den Schmuckstücken ein Glanzpünktchen an das andere, und wenn es glitzernd aus ihren Augen dazwischenfällt, so trockne: sie das Naß fast unwillig als ein tap,eres, kleines Mädel— die Heimarbeiterin. Am Rande der Clumpischen an.„„ 0„ Wunder auf Rhneeschuhen und andere Wckrersptere Vintersport=Meckwüedkigkeiten Uralter Skisport Sein Vorkommen wird bezeugt in der altgermanischen Heldensage, die Skiläufer hatten, wie griechische Gymnasten, ihren besonderen Gott; mindestens ebenso alt ist der Eislaufsport, der heute noch Göttinnen haben soll, die Sonja oder Maxie heißen. Man spricht sogar von Opfern... Bereits berichtet der Norweger Claus Magnus von Skiwettrennen norwegischer Bauern. Volkstümlich, auch auf dem Kontinent, wird das Skilaufen eigentlich erst dank Frithof Ransens Durchquerung Grönlands auf Schneeschuhen 1889; sieben Jahre später auch ersteigt ein deutscher Student zum erstenmal auf Schneeschuhen enen Alpengipfel, den Oberalpstock. Der Student hieß Wilhelm Paulke, später, war er Professor in Karlsruhe,„Westere Ankunft und Aufbruch zur Bärenjagd wurde bis hierher unterschlagen. Uebrigens sind einmal vier russische Soldaten von Poltawa in der Ukraine nach Petersburg gelaufen, 1800 Klm in 33 Tagen, tägvertjährige". Vor einigen Jahren sprang ein 56jähriger Kämpe 36 Meter von der Schanze, doch das war ihm zu wenig, also legte er noch einmal los und erreichte unter tosendem Jubel die 40-Meter=Marke. Jetzt war der Alte zufrieden. 1930 siegte bei einem dieser Rennen in seiner„Hundertjährigen=Klasse“ ein 72jähriger und sprang mit seinen urgrozväterlichen Schneeschuhen immer noch 15 Meter weit. Gehe hin und tue desgleichen! Aberglaube Wir sind ja alle aufgeklärt und vor allem dues Frlameig,,loon kim. in um Tagzm, tag“ Wir sind su aue aufgeinr. lich etwa 55 Klm., als Dauerleistung kaum je wissen wir ganz genau Bescheid mit allen Dineder arruicht gen der Technik, mit Autos, Flugzeugen Ra.o. Aber in jedem Wagen hängt irgendeine wieder erreicht. Militärische Skkläufer Ihre Formationen sind sehr alt, bereits um 1200 werden norwegische Soldaten, also bewaffnete Bauern— und Schneeschuhe im Gebirge verwendet. Gustav Adolf bediente sich ebensolcher Läu er als Boten, Karl XII. benutzte bereits kleinere Sk laufab eilungen zu überraschenden Vorstößen gegen den Feind. Aber erst zu Beginn des 18. Jahrhunderts ging man in Norwegen planmäßig an die gründung von miltärischen Schneeschuhabteispäter war er Professor in Karlsruhe, Weitere Grundung von militärischen Schneeschuhabteizehn Jahre spä er werden auf dem Feldberg lungen, zur Zeit des Siebenjahrigen Krieges im Schwarzwald zum erstenmal 36 Meter weit zählte man bereits einige Kompanien norwegischer Skiläufer zu je 100 Mann. Die Vergesprungen. Wie alt die Kunst des Schneeschuhlaufens in Nordostasien oder Nordamerika ist, weiß man nicht genau, wahrschemnlich ebenfalls Jahrtausende alt. Ausdauer Die längste Strecke der Olympischen Skibewerbe sind die 50 Klm.; der Welt bisher bester Läufer, Thorleif Haug aus Norwegen, gewann sie 1924 in 3 Stunden 44 Minuten bei furchtbarster Kälte. Die Zeiten allein besagen nicht viel, 1926 gewann der Sudetendeutsche Donth einen 50 Klm.=Lauf in den Beskiden in 3 Stunden, 16.41 Minu en; allerdings riß der Läufer vor einem Schncesturm aus, die Angst beflügelte den eilenden Schritt; vor Schneestürmen auszureißen ist keine Schande. Der Wasalauf in Schweden führt über 90 Klm., einst kamen zwei Läufer Arm in Arm als Sieger durch das Ziel nach 5 Stunden, 33:23 Minuten. Aber die Lappen lachen über solche Strekken und Geschwindigkeiten. Sie laufen bei 200 Kim, erst so richtig los. Von ihren Wundertaten auf Schneeschuhen berichtete der berühmte Forscher Nordenskiöld und wurde ausgelacht; da ging er hin und veranstaltete einen Nordenskiöldlauf. 460 Klm. könne ein Lappe in 57 Sunden, ununterbrochen laufand, zurücklegen, hatte Nordenskiöld erklärt; gut denn, man wollte es über die halbe Strecke ausproben. Demgemäß wurde eine Rennstrecke von 220 Klm. festgelegt und 30 Lappen vom Start gelassen, zehn kamen an, der Sieger war 37 Jahre alt und hatte 19 Stunden und 22 Minuten gebraucht, abgerechnet eine Zwangspause von einer Stunde; fünfzehn Meer hinter ihm kam ein vierzigjähriger Landsmann, sehr bald auch der dritte; der letzte im Ziel brauchte 26½ Stunde, drei Mann vor ihm war ein 57jähriger eingekommen. Von da an glaubte man Nordenskiöld. Denn die Lappen waren noch gar nicht müde, der dritte Sieger nahm am Ziel sein Gepäck auf die Schulter und lief nach Hause, und das hieß: noch einige Dutzend Kilometer. Zu Hause angekommen, meldete man ihm einen Bären; flugs machte sich der Läufer auf. schoß den Bären nieder und brachte ihn, 100 Klm. weit, nach Hause. Der Leser glaubt, man wolle ihm diesen großen Bären aufbinden. Aber die Geschichte des Skisports verzeichnet es so, nur das Stündchen Ruhepause zwischen 100 Mann. Vie. Ver wendung deutscher Schneeschuhbataiuone im Weltkrieg ist bekannt. Rennen der Hundertjährigen Nun glaubt der Leser, es werde ihm noch ein dicker Bär aufgebunden. Indessen gibt es in Norwegen tatsächlich Rennen der Alten mit Kiasseneintellung für„Sechzig= bis HunGlückspuppe, jeder Flieger hat seine Maskotte mit und wehe, wenn er sie vergißt, dann nutzt die beste Konstruktion nichts mehr, er traut ihr nicht. Und wie diese, so sind die andern Sportler auch abergläubisch. 1931 fuhr ein schwedischer Sciläufer nach Lake Plac d, um sich für 1932 zu akklimatisieren und mit der Rennstrecke vertraut zu machen. In Newyork angekommen erhält er ein Quartier in der 57. Sraße, sein Koffer trägt die Rr 57, sein Sparkassenbuch in Schweden hat die Nr. 57, seine Telephonnummer daheim ist 57 und seine Hutgröze beträgt 57; bei seinem letzten Rennen daheim hatte er die Startnummer 57, sein Eisenbahnplatz war 57 gewesen und seine Schiffskarte für die Heimreise trug ebenfalls die Nr. 57. Das ist reichlich. Aber die Zahlen wollten nicht allzuviel besagen. der Schwede gewann zwar nicht den Lauf über 50 Klm., wohl aber den 18-Klm.=Langlauf. Und das ist ja auch ganz nett. Johannes Vogel. Der Welse und der 3adter Von Margot Boger Ein alter Weiser ritt über Land. Seine Schüler umgaben ihn wie ein Schwarm Hornissen und stachen mit vieler müßiger Rede auf ihn ein, indessen er die überflüssigen Fragen mit freundlicher Geduld beantwortete. Am Abend wurden sie von einem heftigen Unwetter überrascht und kehrten in einem Bauernhofe ein. „Große Ehre widerfährt dir!“ sagten die Schüler zu dem alten Landmann, der ihnen Obdach bot.„Oeffne Küche und Keller und bewire uns, wie es seltenen Gästen zusommi“ Darauf zechten und lärmten sie mit Streiten und Prahlen. Als sich das Gewitter verzogen hatte, stiegen sie zu dem nahen Flusse hinab und trieben auf einem Kahne singend umher. Der Weise und der Bauer saßen inzwischen vor der Tür des Hauses. Von den regennassen Bäumen fielen vereinzelte große „An ihrem Betragen erkennst du ihre Unwissenheit aller Dinge.“ g616 Mint, 5. „Ich bin unwissender als sie meinte der alte Bauer.„Und dennoch begegnest du mir mit Hochachtung....i, haitelahrer 9. „Bist du jemals einem Weisheitslehrer als Schüler nachgelausen?“ fragte der Weise. „Gewiß nicht!“ sagte der Bauer beinahe entrüfet. Loine Eähne und Ental „Und wenn es beine Sohne und Enkel täten „Wenn sie es so wie diese da draußen trieben, so würde es mir nicht behagen!“ „Warum nicht?“ „Weil ich meine, daß sie mit Golt und der Pflicht, die er ihnen auf dieser Erde zuerteilte, in jeder Weise ihr Auskommen haben müßten!“ „Recht so!“ sagte der Weise.„Damit bekennst du, daß du mit Gott und der Welt Der elekteische Dies Der deutsche Afrikareisende Apel besuchte vor etwa 60 Jahren das abessinische Kaiserreich. In Harar wohnte er einer Gerichtssitzung bei. Eine Witwe verklagte ihren Schwager, ihr Geld entwendet zu haben Der Angeklagte leugnete beharrlich und schob die Schuld auf den einzigen Sohn der Witwe. Alle drei schrien mit großem Stimmenaufwand durcheinander, so daß man überhaupt nichts verstand. Apel aber gewann die Ueberzeugung, daß der verklagte Schwager wrklich der Dieb sein müßte. Er ging zu dem Richter und bat um die Erlaubnis, selbst einige Fragen stellen zu dürfen. Der Richter war einverstanden. Apel nahm nun den Angeklagten noch einmal ins Verhör. Der Alte, ein mohammedanischer Galla, rief Allah zum Zeugen für seine Unschuld an und bezeichnete den Knaben als den wirkl chen Dieb. Da ließ Apel durch seinen Diener eine Elektrisiermaschine holen, die er auf seine Reise mitgenommen hatte Er setzte sie auf den Richtertisch und sagte ernst:„Schaut her! Ein mächtiger Geist wohnt in diesem Gehäuse, mächtig in Luft und Erde, in Feuer und Wasser. Bist du unschuldig. Angeklag er, so wird der Geist dich gehen lassen. Doch bist du der Dieb, so wird dein eigener Mund, dich verdammen. Und nun tritt du heran. Sohn der Witwe, und befreie dich von dem Verg„ iner Spannung trat Unter augemeiner Spannung rrat der Knabe an den Kasten und aßte auf Apels Geheiß die Griffe der Maschine. Dann setzte der Deutsche sie in Bewegung, unterbrach jedoch den elektrischen Strom, so daß der Knabe nichts verspürte. Hierauf rief Apel den Oheim herbei. Der kam stolz und ruhig an, da er sich überzeugt hatte, daß die Maschine scheinbar ungefährlich war. Prahlerisch packe der die Handgriffe der Maschine und beteuerte von neuem seine Unschuld. Da gab Apel ihm die ganze Stärke des elektrischen Stromes zu kosten. Alsbald erhob der Sünder ein fürchterliches Gebrüll, seine Glieder krümmten sich, und Angst und Schwerz verzerrten sein Gesicht.„Gnadel Gnade!“ rief er,„befreie mich von dem Zauber, Herr! Es ist ja wahr! Ich habe das Geld gestohlen!" Apel erlöste den Alten von der Maschine. Der Richter sprach das Urteil, und die Menge betrachtete ehrfürchtig den fremden Mann, der einen so mächtigen Geist mit sich herumtrug. foe. Hin und wieder rauschte es schwer deln Auskommen gehabt hast! Und das ist der d und bieher. fetitg, Schluß aler Eroenweisheitl. Jene, die Tropfen. H# im feuchten Laube..g „Wohl weiß ich die Ehre zu wurdigen, daß ich dich, du welfester aller Sterblichen, beherbergen darf!“ sagte der ale Bauer.„Aber deine Schüler gesallen mir nicht.“ „Warum nicht?“ fragte der Weise lachend. Der Bauer erwiderte:„Wie kommt es, daß du mich mit Achtung behandelst, während deine Schüler wie mit einem unwissenden alten Tölpel mit mir umgehen? Wenn sie nicht meine Gäste wären, so würde ich sie ausweisen!" „Recht hast du“, entgegenete der Weise. „Jedoch, verhielte es sich anders, so würden jene nicht als Schüler mit mir durch die Gegend ziehen!“ „Wie soll ich das verstehen?" fragte der Bauer verlegen. jegzte Schluß aller Erdenweisheit! Jene, die du tadelst, haben dieses Auskommen nicht! Du aber hast es! Und deshalb behandelte ich dich mit Achtung als meinesgleichen. Denn wir sind Brüder vor Gott!“ „Du ehrst mich sehr!“ entgegnete der Bauer. „Aber ich bin trotz alledem ein unwissender alter Mann.“ „Du trägst alles Wissen, worauf es ankommt, unbewußt in dir! Du brauchst es nicht zu nennen! Man muß es nur denen bewußt machen, die es nicht in sich tragen!" „Und warum tragen sie es nicht in sich?“ forscht der alte Bauer eigensinnig. „Du fragst viel!“ erwiderte der Weise lachend.„Aber recht hast du! Das Gesetz ging ihnen verloren, in dem du lebst.“ „Was ist das für ein Gesetz?“ fragte der Bauer daghaft.„ang mit Eag umnd Bacht „Du lebst im Eintlang mit Tag und Nacht, mit Schlaf und Wachen, mit Werden und Vergehen! Du bist in das Gesetz eingefügt. Sie aber machen die Nacht zum Tage und wissen nichts von Gottes Daseinsgesetzen! Du wurzelst darin, sie treiben haltlos umher, wie jetzt lärmend auf dem Fluß. Doch tragen sie nicht allein die Schuld daran, denn ihre Vorfahren und deren Schicksale machten sie Treibenden. Deshalb muß man sie lehren, die verlorengegangenen Erkenn nisse wiederzugewinnen! Wenn alle Menschen so sicher lebten wie du, so brauchte es Leute meinesgleichen, die man Weisheitslehrer nennt, nicht Ich danke dir, daß du bei mir eingekehrt bist“, sagte der alte Bauex.„Das Lärmen deiner Schüler ist mir nicht mehr ärgerlich. Ich höre es plötzlich mit einem anderen Klang. Von da an lauschten sie schweigend in die Nacht. Am anderen Tage schieden sie als Freunde. den, sagt der Buenarenser. Denn die Verhöre und Untersuchungen der argen inischen Polizei sind nicht weniger gefürchtet als ettSatr ate ng In diesem Februar felert die argentinische Hauptstadt den 400. Jahrestag ihrer Grunoung hat dort lang an. Kosuik aus Vuches Rites Buenos Aires, die Haup stadt Argentiniens, die heute die größte Stadt Südamerikas und die sechstgrößte der Welt mit 2,2 Millionen Einwohnern ist, begeht in diesem Februar zum vierhundertsten Male den Tag hrer Gründung durch spanische, deutiche und holländische Abenteurerscharen, die unter dem Spanier Mendoza seinerzeit auf der Suche nach Gold und anderem irdischen Reichtum in der Bucht des Rio de la Plata, des„Silberstromes“, gelandet waren. Die Schachbrett=Stadt Buenos Aires ist in mancher Hinsicht eine eigenartige Stadt. Den ersten Eindruck von dieser Elgenart erhält man schon bei der Landung. Vom Hafen und dem anschließenden Ufer des Lo Plata aus lausen verschiedene Straßen kerzengerade weg, die nach je hundert Meter von senkrecht zu ihnen lau enden Straßen durchschnitten werden. Da auch die vom Hafen ausgehenden Straßen einen Aoftand von je 100 Meter haben, entstehen lauter quadratische Blöcke, die der Stadt— vom Flugzeug aus gesehen, das Aussehen eines riesigen Schachbretts geben. Jeder Straßenzug ist nach Metern numeriert. Ist ein Haus acht Meter lang, dann hat es in diesen Straßen nicht weniger als acht Rummern; ist es zwölf Meter lang, dann findet man es unter zwölf Rummern. Da diese Rummerierung nach Metern fortlausend ist, vom Anfang der Straße aus ergibt sich stets nicht nur die Möglichkeit, festzustellen, wieviel Meter man gelaufen ist— bei Hausnummer 800 also achthundert Meter—, sondern man kann sich damit auch sehr leicht zurechtfinden, vor allem da auch die nächste, parallel laufende Straß die gleichen Nummern aufzuweisen hat. Die freundliche Stadt Buenos Aires gehört zu den freundlichsten Städten der Welt, zu den Orten, in denen man seinem Mitmenschen— nicht nur dem fremden Besucher— mit aller Freundlichkeit in jeder Lage begegnet. Setzt man sich in der Stadtbahn mal in eine andere Klasse als in die, für die man die Karte gelöst hat, so wird man vom Schaf ner niemale in rauhen Tönen angeredet, sondern immer freundlich darauf verwiesen werdn, daß man sich in ein anderes Abteil begeben müsse. Mit dem Rauchen in Richtraucherabteilen ist es nicht viel anders.„Raucherabteilung befindet sich im nächsten Wagen, bitte!" bekommt man als einzige Zurech weisung, genau so freundlich, wie wenn man ohne Fahrkarte getroffen wird. Polizei— ohne viel Freunde Allerdings, ereignet sich irgendwo ein Unfall, auf der Straße oder sonstwo, und erscheint die Polizei, dann sind im Nu— mit Ausnahme der Schwerverletzten oder gar Getöteten— weit und breit keine menschlichen Wesen mehr zu erblicken. In Buenos Aires als Zeuge erscheinen? Unter keinen UmstänKinderwagen— ein Luxus Den Besuchern der Stadt am„Silberfluß“ wird es auffallen, daß die argentinischen Mütter und Kindermädchen fast ausnahmslos ohne Kinderwagen unterwegs sind. Ihre Babys schleppen sie qule schvergnügt auf den Armen umher— selbst in den Kinos, wo Babys gar nicht zu den seltenen Gästen gehören und ein munteres Babyschrei oft in die schönsten Liebesszenen schmettert—. denn Kinderwagen sind in Buenos Aires riesiger Luxus, im Gegensatz zu den Autos. die man gar nicht selten auch als Eigentum minderbemi telter Argentinier vorfinden kann. Sieht man wirklich einmal einen Kinderwagen, so darf man mit 99 Prozent Sicherheit annehmen, daß in dem Wagen ein junger Ausländer, vor allem Europäer gefahren wird. Elegante Meuschen Es ist unschwer herauszufinden, daß die Argentinier, vor allem die Bewohner der Hauptstadt, immer elegant angezogen sind, nicht einmal modern, aber hübsch und ordentlich. Sie geben, bei aller Bescheidenheit und geringer Bezahlung, etwas auf ihr Wenn dazu im Widerspruch zu stehen scheint, daß in den Gaststätten. Cafes usw. oft knöcheltief Schmutz. Papier, Zigarettenstummel, verschü teter Wein und ausgegossenes Wasser, starrt, dann muß man sich beim Verlassen dieser öffentlichen Stätten gleich wieder eine Korrektur gefallen lassen. Denn draußen an der Türe springt auf einen ein Stiefelputzer los, der mit affenartiger Behendigkeit sich der Schuhe annimmt, die drinnen im Lokal etwas schmutzig geworden sind, schmutziger, als draußen auf der Straße. Blitzblank reibt er die Schuhe, so daß sich kein Mensch mehr darum kümmert, wie es drinnen in der Gästestul ausgesehen haben mag. Nicht einmal die Damen lassen sich dabei einschüchtern. Regen ist eine unfehlbare Entschuldigung Der Regen von Buenos Aires ist eine eigene Sache. Das ist kein Regen wie bei uns, sondern da handelt es sich um regelrechte Wolkenbrüche, die alles in endlose Seen verwandeln, Straßen, Plätze und Felder. Draußen in den Vorstädten muß man— und die Buenarenser und Buenarenserinnen haben sich daran schon recht schön gewöhnt— über große Steine hüpfen, um trockenen Fußes aus den Häusern zu können. In größeren Straßen, die häufig unter der Ueberflutung durch den Regen zu leiden haben, werden nach Regenüberfällen eiserne Brücken über die Straßen gelegt, die nach dem Ablaufen der Wasser wieder eingezogen werden. Die Ueberflutungen durch den Regen sind bisweilen so stark, daß jeglicher Verkehr auf den Straßen unterbunden ist und Züge stehen still. kein Mensch kann an seinen Arbeitsplatz gelangen„Niemand, wird ihm darob einen Vorwurf mach n. oenn Regen ist in Argentinien ein ernsthafter Entschuldigungsgrund. w. S. Sis i Umgebung Wie, bist du nicht der Abt von Sankt Gallen? hurtig. als wär er vom Himmel gefallen. Wohlan, so sollst du von nun an es sein. Der Kol und der deatser eude eudt Bunun uun aaun gun mam aae aen. d vin eo ein Halser, der Kaiser war fnurtcg. 5o sehe idr zu Throne auc paset und prasetz.„ Demn wenn man wiu etisen Nur schade, sein Schäfer war klüger als er. Dem Kaiser ward's sauer in Hitze und Kälte. Iit hatt er kein Masser zu Schwarzbrgt und Wurst, Noch öfterer litt er gar Hunger und Durst. Das Pfäfflein, das wußte sich besser zu hegen. redlich beim Tisch und im Bette zu pflegen. Drei Männer umspannten den Schmeerbauch ihm nicht. Siunt voe uder zitze bes Sommers vorbei. In brennenver, bise des Shiamers,holbei, Das Pfäfflein spazierte vor seiner übtei. Das Beten und Fasten bekommt dir nicht soste## Zür daniet noch. Ihr höret das Gräachen fast wachlen, sagt man. den eurigen zwei tüchtigen Backen drei artige Nüsse zu Drei Monden von nun an bestimm ich zur Zeit. So will ich auf diese drei Fragen Bescheid. Zum ersten wann hoch ich in fürstlichem Rathe Zu Throne mich zeige im Kaiserornate. So sollst du mir sagen mein fromer Wardein. Wie viel ich wohl werth bis zum Heller mag sein. zweiten sollst du mir berechnen und sagen. Wie bald ich zu Rosse die Welt kann umjagen. Ich weiß, der Bescheid drauf ist dir nur ein Spiel. Aufs Härchen mir meine Es soll auch kein Tittelchen Wahres dran sein. Und kannst du mir diese drei Fragen nicht lösen. So bist du die längste Zeit Abt hier Verkehrt statt des Zaumes den Schwanz in der Hand. de Piciye Zerhrecher füihlt mehr Schpulität. Der vor dem bochveinlichem Halsgericht steht. Er schickte nach ein, zwei, drei Universstäten Und fragte be, ein zwei, drei Fakuttäten. Er zahlte Gebühren und Svorteln vollauf. Doch löste kein Doktor die Fragen ihm auf. Schnell wachsen bei herzlichem Zagen und Pochen Die Stunden zu Tagen. die Tage zu die Wochen vu deng Thagen Hald geld und bald ari Ich will dich belohnen mit Rang und mit Stabe Dein Vorfahr besteige den Esel zum Trabe. 0 e lerne fortan erst qusd juris verstehn. ernten, so muß man auch säen. hochfürstlichen Ehr Was Hänschen versäumt, holt Hans nicht mehr ein. Und mag den Durchläuchtigsten Stolz Nie hatt ich bei meiner nochutglt Ehr Geglaubt, daß so spottvol seil ich wär. Zum zweiten mußt du mir berechenen und sagen. ich zu Rosse die Welt kann umjagen. Auch keine Minute zu wenig und viel. Ist dir der Bescheid darauf auch nur ein Sviel? Herr. wenn ihr mit der Sonne früh sattelt u. reitet Und sie stets in einerlei Tempo begleitet. So setze ich Kreuz und mein Kävpchen daran. In zweimal zwölf Stunden ist alles gethan. Ihr seid mir ein vortrefflicher Haber. Ihr sattelt die Pferde mit Wenn und mit Aber. Der Mann. der das Wenn und das Hat sicher aus Hekkerling Gold schon gemacht. Denn was ihr Gelehrte für Geld auch erwerbt. So weiß ich den Hund doch vom Die. Ach lieber Hans Bendikt, das ist ja recht schade, Erbitte dir dennoch eige andere Gnade. Sehr hat mich ergetzet dein listiger Schwank. Drum soll auch wieder belohnen mein Dank Kaiser ich habe soeben nichts nötig. Doch weil Sie im Ernst mir zu Gnaden erbötig. So bitt' ich zu einem ehrlichen Lohn Für meinen hochwürdigen Herrn um Pardon. Hoch! Bravo. du trägst wie ich merke. Geselle. Das Herz und Kovi auf der richtigen Stelle. Dos der, un„ärhon dir in Gnaden gewährt ben un Gens ee gege. eeeheig dit ein Preiahreif becgert. Was denf ich, das salsch ist, das bring mir verai uie Ged uie ui Maus und ut tr un. Buz. un un die Galenr euchelen. Ihr meint, ich wär der Abt von Sankt Gallen. Han, Venhizt son tünftig die Schaf nicht mehr hüten, Ganz recht das kann von der Nahrhbeit vicht sallen. Dex Abr soll sein pflegen nach unserm Heboth Sein Diener derr Kaiser, Ihr fragt enern Sirzg. jumignst bis in seinem sansteligen Todt. Wißt, daß ich Hans Bendikt, sein Scäfer nur bin. 1Umsor Technn und Santsschaft Von Architekt Alwin Seifert, München Leusche un Geist und veun vicht wieder Cizzech a5 flste. Dann scheint aber schon zeitig der andere Aus„Tenne". soweit innerhalb der Scheune gedroschen wird. Das geschah und geschieht ja aber auch unter freiem Himmel. Also ist auch der außenliegende Dreschplatz eine Tenne, althochdeutsch„denni". Sel weitverzweigt sind diejenigen Worte, die sich aus dem althochdeutschen„seovf“, später„jurschovf„u vor) entwickelten. Ein„Schopi“, 3 S..„5 schovf“, eine„Schupse", ein„Schuvjen“.. Schuopen“, ein„Schober“. z. B.„Hen#chg der“ sind einige Namen aus der stattlichen### Hierbez handelt es sich meist um eine Ersatzscheune eine Notscheuer. oder aber um eine kleine lichkeit, meist nur um einen Verschlag, der an Westechab gi“ die heute vielgebrauchien transvortablen FeldUndeutsch ist der„Speicher“, entstaßdeg. Es it darunter meit ein Raum ig1,Saergharse boder bih uch manderorts nochgs faleg, ebensg wie„Boden“ zugleich ein Fusboden und ein als ein begehbarer Fusboden diente. Auch als „Heuboden“ ist das Wort verbreitet, so gut wie man auch„Heubühne“ sagt. 40. Todi. Straßenwesen, Diegrnem Zusatz von Sei,„ährmutter, der Nauur. er iu Letuiche Techur ennedtnen vit) Golic euer Lauiskas vi. Gels obeleisken sot. eide upoge raute Geld st vereänglich, beim Bauern eberso pie bein Soupb het ue der uv um Horzon, st der allzeit Städter Der F.„tue ggsechr von der Landschaft ist der uns umgebende, uns vertra# gegenwärtige kleine„tei, mritteriucher, iel Natur. von der uns Segen und Fluch gleiermaßen tein da: Fachnif pwesche di: Zeit jeweils dem Mentein der Leanit, weice Dv. Vet, g. Miz Ehrsurcht schen als Werkzeug in die Hand aa#. wurden diese Werkzeuge gebraucht bis in das Jahrbundert der Technik herauf. Wez, eg ascheft zggg der Naturkräfte glaubten wir die Bertschant über die Natur selbst gewonnen zu haben. verloren die Ehrfurcht. verloren Maß und Weisheit und sind drauf und dran. in übermütiger Verkennung der Landschaft, mit rechnendem Verstand die Natur und Alle Tochuft It. en, hakr) Fringer des Feuers i Promerbheus, Lupyise Z awerem Hasein, aber es ist ihdie Mohen u. Monwder, 2v. 27, vr, Hald gein, Lict als Helfer in. Iozstegz. e.scer ie ue hr Drob sucht er einen bleichen Auf Feldern. in Wäldern. an einsamen Oerten. So traf ihn auf selten betretener Bahn Hans Bendikt, sein Schäfer am Felsenhang an. nergänglich, beim Bauern ebenso wie be Städter. Der Enkel hat nichts mehr von der Entschädigung. die sein Grosvater verommen hat. Ihm bleibt nur die Schmälerung seiner Lebensba Landschaft ist die ewige Grundlage unseres Seins. des einzelnen wie seiner Sivve und seines, ganzen Volkes. Niemand darf es wagen, durch sein oder Lassen ihr Gesicht zu verändern. der ihr nicht Treuhänder sein kann dadurch, daß er dank seiner Kenntnis und Ueberschau für sein Handeln einstehen tann in voller Verantwortung vor allen kommenden beichlahtern. handwerkliche Kunst an stelle von Fabrikdutzenowurt Der Sinn für das handgeschmiedete Werbeschild Gnden wrch. g6e. Mancher G. Aber die Sache hat einen Haren. Mancher Geschäftsmann möchte gerne. Auch der Schmied oder Schlosser. den er befragt, möchte gerne. aber bieber ist noch keiner mit solchen Gedanken ge esnhuode der uo, wuich haihint nie eial egheigen ieten de L4gut, I, er ellen ezux eimermicter Ihr schwindet ja wahrtic oaoin wir ain Scheinen. Boro zu wersen, sr Maria und Joseph, wie hutzelt ihr ein? /gi, g 6 Mein Sixchen, es muß euch was angethan sein. Ach lieber Hans Bendikt, so mag sichs wohl Der Kaiser will gern an das Zeug mir was Er hat mir drei Nüß auf die Zähne gevackt. schwerlich der Belzebub selber wohl knackt.. Zum ersten, wann hoch ich im fürstlichen Rathe Zu Throne mich zeige im Kaiserornate. So soll ich ihm sagen, ein treuer Wardein. Wie viel ich wohl werth bis zum Heller mag sein. Zum zweiten soll ich berechen und sagen. Wie bald ich zu Rosse die Welt kann umjagen. Auch keine Minute zu wenig und viel. Er meint. der Bescheid darauf wär mir ein Spiel. Zum dritten soll ich ärmster von allen Prälaten Aufs Härchen ihm seine Gedonken errathen. Die soll ich bekennen getreu und allein. Es soll auch kein Tittelchen Wahres drau sein. Und kann ich ihm diese drei Fragen nicht lösen. So bin ich die längste Zeit Abt hier gewesen. So läßt er mich führen zu Esel durchs Land Verkehrt. statt des Zaumes den Schwanz in der Hand. Nichts weiter: erwidert Hans Bendikt mit Herr gebt euch zufrieden, das werd ich schon machen. Nur borgt mir euer Kreuzchen, euer Kävpchen u. So werd ich schon geben den rechten Bescheid. sprang wie ein Böcklein der Abt vor Behagen Mit Mantel u. Kävpchen. mit Kreuzchen u. Kragen Wurde Hans Bendikt zum Abte geschmückt Und hurtig zum Kaiser nach Hofe geschickt. Da thronte der Kaiser im fürstlichen Rathe. * Vu-got ein freuer=zägtdein. Wie viel ich wohl werth bis zum Heller mag sein. Gesetz, mit ihren Gaben den Begentren 2u, ver: Thlosser, den er hefragt, möchte nichten, wenn er nicht wachsam ist, ihm zur Höhe Zu bugner in noch keiner mit solchen Gedanken gekomMan gibt dem Teufel den kleinen Finege men. sehlt die Uebung, die Erjagrung. Da und er nimmt immer die ganze Hand. Man mas ie gibt es dann allerlei Kovizerbrechen. ihm geben, aber man muß wissen, mit wem man es zu mildern, haben Hugo Kükelhaus und Dr Es wäre, falch, nun man das Unbeil übersieht. zu Liphzgzil Es wäre falsch, nun man das Unheil übersieht. eu werkginstitut und dem Deutschen ogen, die Tehuf, it an alen schuld und be, über eine reich gebilderte und gemeinvertändliche Schrilt Vor verien ie wie eina vonge, Butt.uu., Aeber das Kuntschmiedehandgegu. die ersten Lokomotiven, die ersten Kraftwagen als Schramm(Verlag Alfred Metzner, Letuin. 55 Seiten. Teuselszeug verwinichte Wir können uns„um ui,.90 RM.) herausgegeven. unsere Aufgabe nicht drücken mit den technischen Mitteln unserer Zeit der Natur unser Sein und Brot abzuringen, die Landschaft zu unserem Lebensraum zu machen, so wie sie unsere Vorväter zu dem ihrigen umschufen. Aber die Grenze müssen wir sehen, bis zu der wir gehen dürfen, jene Grenze, die zehrendem Feuer. Dem in den Ueberlieferungen seines Berufes und seiner Landschaft Gebundenen waren Ahnung und Ehrfurcht sichere Führer. Unser wurzelloser Verstand kann Maß nicht halten, wenn Preis.90 RM.) herausgegeven. Ferner hat die Thüringische Landessteue für Handwerksförderung. Heimar eine Schrift„Handwerks= und Wirtshausschilder“ mit begleitendem Text von Dr. H. Malberg und Vorwort der Handwerkskammer Weimar(Verlag von Alexander Duncker=Weimar, 48 Seiten. Preis.80 RM.) gerBeide Schriften können allen Bauvolizeibehörden. Schlossern und Heimatfreunden warm empfohlen werden. Heimatpflege- die große Parole! unter der tarkräftigen Förderane unserer nationgl. sozialistischen Regierung in allen Teiten unserer Bevölkerung der Heimatgedanke erwacht und das wußtsein gestärkt worden, daß erst die wahre matliebe die echte. unzerstörbare Grundlage ist. auf der überzeugungstreue Vaterlandsliebe gedeihen und erstarken kann. So ist es denn auch leicht zu erklären, daß die unlängst mit so gewaltigem Erfolge abgehaltene erste Westfälische Kulturtagung in Dortmund und die ihr kurz darauf folgende erste große Naturschutztagung Westfalens in Münster in breiten Oeffentlichkeit unserer Heimatvrovinz einen ungewöhnlich starken nachhaltigen Eindruck hinterlassen haben Das ist vor allem zu erkennen, aus den beim Westsälischen Heimatbund noch fortgesetzt eingehenden zahlreichen Anmeldungen von Einzelund Firmenmitgliedern. Man erkennt daraus, das alles, was zur Pflege und Förderung des Heimat= gedankens bisher getan worden ist. allüberall bestee Verständnis und willfährige Aufnahme gefunden hat. Der Heimatgedanke in Westsalen marschiert wird sich zu einer großen unaufhaltsamen Bewegung auswachlen, die alle Stände undaperttshgsen saßt und sie eint in dem einen Gedanen.####, mar: Um die Mitgliedschaft zum Westfälischen Heimatbunde noch volkstümlicher als bisher zu gestalten. hat sich die Leitung des Heimatbundes entsclogen. nach dem Vorbilde des Westfälischen Kunstvereins seinen Mitgliedern regelmäßig eine Jahresgabe in Gestalt kleinerer, auf westfälischem Boven durah westfälische Künstter geschaffener Kunstgegenstände (Holzschnitte. Keramiken usw.) überweisen zu lassen. Dadurch wird einmal Westfalene Kunst und Kunstgewerbe neu belebt. und den Mitgliedern wird bewußt, daß sie neben der Pflege der Ideale auch reale Werte erhalten. Trotz dieses allgemein begrüßer werten Entschlusses soll übrigens, wie wir aus bester Quelle erfahren. der bisherige Jahresbeitrag von 3 RM. für das Einzelmitglied auch in diesem Jahre bestehen bleiben. Man darf wohl erwarten, daß in der nächsten Zeit noch recht viele Freunde der Hei mat und des Heimätgedankens ihre Einzelmitaliedschaft bei der Geschäftsstelle des Westfällsgg# matbundes in Münster(Landeshaus) werden, um auch zu ihrem Teile an der Förderung des großen Heimatgedankens beizutragen Rtheubser Versland tann maß ficht halten, Von der Entstehung bäueriichen Wortschages zfaltig sind in Deutschland deutschen schrieb man„stal". Dies Wort ist Wsese pdentich vonn Hr. Zzrichalteräune desl.„Siandor“, vo nan das Bieh Eiztelzecgugh ur die Bezeichnungez, iv,. Bieh, und der„Stelle“ zur Unterbringung. Seur zeachtuch für Diese Bielsetioket, ders Dtr. ur 1z H. Fasage dust eir Hanl Lorhens u. Erntestüchte dienen.— Ddie Verbreitung und BeRamen st ein Beweie Ih: in a11em Landschaften. bung e als von sast alen desen Augricken auch die altnordischen und althochdeutschen„ormen id Wurzeln bekannt sind. Sie erstrecken sich nicht nur durch die Binnenlandschaften unserer größeren Heimat, sondern sind auch im Hochgebirge und ar Berawäldern uither g WO, 68 Hch tung geWenn der banerische Bauer von seinem„Holzd.:: e boner, gt ader spricht, so erlennen zir das fast rein erhaltene althechdeutsche Wort wieder Unser weit gebräuchlicheres Wort „Stal!“ weist sich von selbst als wurzelgleich, mit die Verbundenheit des germanischen Südens in die Tarsache, daß ein danisches Wort aus altnordischem Stamme. nämlich„gamme“.— Stal zumal Schafstall. im deutsch=schweizerischen Bauernworte„gämmeli“, das ist eine„kleine Scheune", anzutreffen ist. Der Begriff„Scheune“ mit seinen verwandten Bezeichnungen ist geradezu ein Musterbeispiel das Bedürfnis des germanischen Menschen. dieser ländlichen Baulichkeit zahlreiche Namen zu geben. gehen erstmals— gedanklich übereinstimmend— nebeneinander die„Scheune". althochdeutsch„sciuginna".„scugii" und mittelhochdeutsch„schiune". „schiun", und dabei,„Scheuer" althochdeutsch sciura“ mittelhochdeutsch„schiure" und„schiuwer; Dieser Ausdruck muß zumindesten in Sachsen und Thüringen ebedem vorgeherrscht haben, denn Luther spricht meist nicht von einer Scheuge, sondern von Der Wald ist kein Gerümpellager Polizeiverwaltung kann Entrümpelung fordern Den deutschen Wald zu schützen und vor Verschandelung zu bewahren, ist Pflicht eines jeden. Es selbstverständlich, daß auch die Polizei sich ganz in den Dienst dieses Gedankens stellt. Im Kameral schaftsorgan der Deutschen Polizeibeamten wird jetzt eindringlich darauf hingewiesen, daß der Wald in der Nähe der Großstadt kein Gerümpellager werder dürfe. Wenn der Anwohner des Waldes, so heißt es in dem Organ der Polizeibeamten, insbesondere der Bewohner der Randsiedlungen. in Abgang gestelltes Hausgerät bequem loswerden will, daur wirft er es in den Wald. Hier lagern. bis sie Motten und Rost zerfressen. in Haufen leere Konservenbüchsen Marmeladeneimer, Sprungfedermatratzen. Reste von Fahrradgestellen, von Kinderwagen. durchlöcherte Waschschüsseln, dazu abgerissene Ta ten und anderes Gerümpel. Der Mensch wird hier zum Gegner der Kultur. die ihren ausoruck auch Waldschonung, finden soll Die Entrümpelu## dem altnordischen„stallr“ aus. Im Mittelhoch= einer Scheuer. der Waw#conung Huben soll Die.####mpelung des Waldes ist zur Beseitigung eingetretener Ordnungsstörung dringend geboten. Das Polizeiverwaltungsgesetz, das zur Beseitigung eictteten Störungen zwischen Handlungshaftung und Sachhaftung unterscheidet, gibt der Polizeiverwaltung das Recht, den Waldbesitzer zur Räumung des Waldes auszufordern, soweit es nicht möglich ist, den## zu ermitteln und in Anspruch zu nehmen. Reoierbeamte und Sonderstreisen der Polisei sollten bemüht sein, die Verschandelung des Waldes aufzuhalten. Frauenwelt und Heim Der hinterlistige Hausschwamm Oillionenwerke werden jährlich zerskört— Teuchte und dunkle Ecken— geführliche Grutstätten—. Die Bekämpfung des Schädlings. Von CMarie Luise Wolter Es gibt keinen größeren Frevler an unseren Wohnnugen und Häusern als den Hausschwamm, der auch heute noch trotz aller wissenschaftlichen Erkenntnisse und chemischen Hilfsmittel jährlich Millionenwerte unseres Besitzes zerstört. Wenn auch der Städter von diesem gefräßigen Gesellen wenig merkt— vielleicht nur darum, weil er hauptsächlich in Mietswohnungen lebt—, so ist der Schwamm doch auch aus den Städten noch lange nicht verschwunden, sondern fordert nach wie vor seine Opfer. Es vergeht kein Jahr, in dem nicht Häuser wegen des Schwammes völlig abgerissen werden. Hieraus geht schon die Vergeblichkeit aller Bemühungen um die Fernhaltung des Schwamms hervor, aber auch, wie nötig es ist, zu wissen, was der Hausschwamm für ein gefährlicher Geselle ist, wie er sich bemerkbar macht und wie man ihn vertreiben kann. Im Volksmund wird der Hausschwamm oft als„Tränenschwamm“ bezeichnet. Der Grund für diese eigentümliche Benennung ist darin zu suchen, daß der Pilz bei der Zerstörung der Zellulose sehr viel Wasser abscheidet, so daß das befallene Holz zu tropfen oder zu weinen beginnt. Der Pilz wächst nicht nur durch das Holz in langen Strähnen hindurch, sondern befällt auch Steinwände, kriecht die Tapeten empor und bevorzugt jede feuchte oder dunkle Verbreitungsgelegenheit. Die langen Fruchtsträhnen des Schwamms erreichen Längen von mehreren Metern, woraus es sich erklärt, daß der Schwamm oft weit entfernt von dem erkannten Herd wieder auftaucht und sein Vernichtungswerk fortsetzt. Wo der Pilz an die Oberfläche tritt, bildet er zunächst eine weiße, dann eine gelbliche, graue und rötliche Watteschicht, aus dessen Zusammensetzung und Gestaltung der Fachmann den echten Hausschwamm erkennt. Nicht alle pilzigen Beläge auf Hölzern sind Schwamm, sondern oft erweist sich die anfängliche Befürchtung, es mit diesem Parasit zu tun zu bekommen, bei genauerer Untersuchung als hinfällig. Allerdings darf man sich darüber nicht täuschen, daß auch die Lebenskraft eines ausgetrockneten und anscheinend ungefährlichen Schwamms nach Jahrzehnten wieder aufflackert und in vollem Umfange wieder zur Vernichtung bereit ist. Dies zu wissen ist vor allem beim Hauskauf wichtig, ebenso muß der Verkäufer den Befall von Hausschwamm bekanntgeben, sofern er Derartiges weiß. Ein Verschweigen des Vorhandenseins von Schwamm kann zur Nichtigerklärung des Kaufvertrages und zu Schadenersatzleistungen führen. Die Brutstätten des Hausschwamms sind feuchte und dunkle Winkel. Wo Luft und Sonne fehlen, gedeiht er schnell und verbreitet sich in kurzer Zeit über ganze Häuser. Am häufigsten wird er in den Balkenlagen über dem Keller beobachtet. Um ihn hier fernzuhalten, ist man bei neueren Bauten fast ausnamslos zur Verwendung von Steindecken übergegangen. Der Weg durch die Balkenlage in den Fußboden des Erdgeschosses ist nicht weit, ebenso das Weiterschleichen auf Nachbarbauten nicht schwer. Dem Gedeihen des Schwamms ist der Baugrund, in dem sich vegetabilische Stoffe befinden, ebenfalls sehr günstig. Wird daher ein Grund bebaut, auf dem sich einmal Viehställe und Dungstätten befunden haben, ist die größte Vorsicht geboten. Auch Holzmoder, Brand= und Bauschutt in Verbindung mit Feuchtigkeit gebieten Aufmerksamkeit. Selbst eine ständige Grundfeuchtigkeit ist verhängnisvoll. Daher sollte die isolierende Schicht aus Bitumen oder Teer in keinem auch noch so dicken und steinernen Fundament eines Gebäudes fehlen. Man erkennt den Hausschwamm bei nicht angestrichenem Holz an kleinen schwarzen Pünktchen, die allmählich zu einem watteähnlichen Belag wachsen. Ist das Holz gestrichen, so nimmt der Schwamm eine dem Anstrich ähnliche Farbtönung an, die fast immer ins gelbliche geht. Das befallene Holz tönt beim Beklopfen hohl und dumpf, außerdem verbreitet es einen muffigen Geruch in den Räumen. Längerer fester Aufenthalt in derartigen Räumen kann zu ernsthaften, typhusartigen Erkrankungen führen. Wie soll man sich nun gegen diesen hinterlistigen Feind schützen? Es war schon darauf hingewiesen worden, daß man beim Hausbau selbst Maßnahmen zur Verhütung von Hausschwamm durch entsprechende Wahl der Baustoffe treffen kann. Eine Anordnung von Belüftungszügen unter tief liegenden Dielenfußböden ist auch anzuraten. Ferner achte man darauf, daß beim Bau nur saftfreies Holz verarbeitet wird, weil der Schwamm noch im Saft stehendes Holz ungemein bevorzugt. Man wird sich auch davor hüten, den Raum zwischen Balken und Dielenlagen mit fruchtbarem, lebendigem Boden zu füllen, in welchem sich natürlich mikroskopische Lebewesen aufhalten und der Schwammbildung Vorschub leisten. Bei stark angegriffenem Holz sind Abwehrmaßnahmen er olglos. Am besten ist es, man reißt derartige Gebäude ab und läßt durch Fachleute den Baugrund keimfrei machen. Wird der Schwamm rechtzeitig entdeckt, kann man kleine Stellen mit Quecksilbersublimat in Kalkwasser, mit Antimerulium, Mykothanaton, Antimonin oder anderen chemischen Mitteln, die hierfür besonders geschaffen wurden, bestreichen. Auch weiß man, daß Salizylsäure den Hausschwamm völlig zerstört, so daß ihre Anwendung den Wert eines Hausmittels erhalten hat. Allerdings ist dies kein universelles Mittel; besser ist es in jedem Falle, den Fachmann zu Rate zu ziehen, vor allem, um festzustellen, ob es sich gleich immer um Hausschwamm handelt. Der Erfolg dieser Mittel ist jedoch niemals so sicher wie die bewußte Abwehr des Feindes durch vorbeugende Maßnahmne. Dinge aus Apfellinen. Apfelsinensalat, als Zugabe zu Fleischgerichten. ¾ Tasse Wasser, 1 Eßlöffel Essig, 1 Teelöffel Zucker, 1 Messerspitze Salz, 1 Messerspitze Senf, 1 Teelöfsel Butter werden erwärmt. Hierauf setzt man unter kräftigem Rühren drei gequirlte Eigelb hinzu und läßt die Soße langsam ziehen, aber nicht kochen. Dann nimmt man sie vom Feuer weg und schlägt sie weiter, bis sie erkaltet ist. Will man die Soße leichter und luftiger haben, so setzt man jetzt drei Eßlöffel geschlagene Sahne zu. Man schneidet nun vier geschälte Apfelsinen in Scheiben, entfernt die Kerne. Eine Banane wird in Scheiben geschnitten. Dies alles mischt man mit der Soße und gibt den Salat in eine Schüssel. Man kann auch noch Apfelscheiben dazwischen tun. Dieser Salat ist eine wohlschmeckende Beigabe zu Braten und Geflügel. Apfelsinenmarmelade. Neun große Apfelsinen und drei Zitronen werden abgewaschen und abgetrocknet. Man schneidet sie hierauf in dünne Querscheiben, die man in der Mitte aufteilt. Die Kerne werden entfernt. Scheiben und Saft werden in ein Porzellangefäß getan, worauf man drei Liter Wasser darauf gießt. Dann läßt man das Ganze einen Tag stehen, kocht es dann eine Stunde lang und läßt es wieder bis zum nächsten Tag stehen. Nun setzt man 4½ Pfund Streuzucker zu und läßt die Marmelade etwa eine Stunde kochen. Während des Kochens wird sie abgeschäumt. Man füllt sie heiß in gewärmte Gläser und bindet diese nach einigen Tagen zu. Das rate ich Dir? Nagelpflege tut not Die Nagelpflege ist etwas, was auch die vielbeschäftigte Hausfrau, und gerade diese, nicht außer acht lassen sollte. Denn ungepflegte Hände machen einen sehr schlechten Eindruck. Man soll die Finger für einige Minuten in heißem Seifenwasser baden, ehe man mit der Nagelbehandlung beginnt. Gut ist es, wenn man die Nägel nicht schneidet, sondern sie immer nur feilt. Auch sollte man jeden Abend vor dem Schlafengehen die Nagelränder mit etwas Vaseline bestreichen. Man braucht die Haut dann nur zurückzuschieben und nicht zu beschneiden. Wenn sich auf den Nägeln weiße Flecke zeigen, so ist das ein Zeichen, daß der Organismus zuviel Säure bildet, und man sollte seine Ernährung demgemäß etwas umstellen. Die Pflege der Augen Die Augen müssen, wenn sie klar und schön bleiben sollen, täglich gebadet werden. Man kauft sich eine kleine Augenbadeschale und füllt sie mit kaltem Wasser. Dann legt man die Augen so darauf, daß man sie öffnen und schließen kann. Auch ein Augenbad mit lauwarmem Wasser, den man ein klein wenig borsaures Natron zugesetzt hat, ist sehr wohltuend. Sind die Augen sehr ermüdet, so soll man sich eine halbe Stunde ruhig hinlegen und sich kleine Wattebäuschchen, die man in lauwarmer Milch angefeuchtet hat, auf die Lider legen. Man entspannt dabei den ganzen Körper, so daß nicht nur die Augen sich ausruhen können. Will man seine Wimpern verschönen, so bestreicht man jeden Abend vorm Schlafengehen die Wimpern mit ein klein wenig Vaseline, CMätter werden planmäßig geschult Die Leiterinnen der EASD.=Mütterheime in Heringsdorf RSK. Das Müttererholungsheim des Hauptamtes für Volkswohlfahrt in Heringsdorf ist aus kurzem Winterschlafe erwacht. Noch brausen Winterstürme über den menschenleeren Ostseestrand, noch liegt die breite Promenade, auf der im Sommer ferienfrohe Menschen dahinschlendern, öde und ausgestorden, noch ist von all dem frohen Leben, das hier später überall herrscht, nichts, gar nichts zu spüren— und doch ist es mit der Heringsdorfer Winterruhe vorbei. Nicht nur das große Kindererholungsheim ist nach kurzer Pause wieder mit einer erholungsseligen und vor allem erholungsbedür tigen Kinderschar aus allen deutschen Gauen bevölkert, nein, auch das noch ist es ja nicht so weit, noch sind es nicht erholungsbedürftige Mütter, die im Heim NSV. angekommen sind. Nein, diesmal sind es zwar auch Frauen, aber sie kommen nicht zur Erholung. sondern zu ernster Arbeit im Dienste der Müttererholung, der sonst dieses Haus dient. Mütterheimleiterinnen der RSV. sind es, die hier, zusammengerufen durch das Hauptamt für Volkswohlfahrt, einen achttägigen Kursus durchmachen sollen, der ihnen das nötige Rüstzeug für ihre schweren Alltagspflichten gibt. Sie kommen zu verantwortungsschwerer Arbeit, diese 35 Heimleiterinnen und Gausachbearbeiterinnen. Aber neben der Arbeit wird auch die Freude nicht verMüttererholungsheim hat seine gessen und es bleibt viel Zeit nicht nur zu Pforten wieder geöffnet. Hell leuchtet der herrlichen weiten Gängen am Strande und im Lampenschein aus allen Fenstern in die dunkle schönen Heringsdorfer Walde, sondern auch Win ernacht, und ob es draußen auch regnet zu mancher frohen Stunde und manchem Kurzund schneit, ob das Meer, von den kalten weil. Hier können sie erkennen, ob ihre Arbeit Stürmen aufgewühlt, sich weit in den verlassenen Strand hineinwühlt— im Hause ist es herrlich warm und gemütlich und der Blick aus den vielen, vielen Fenstern auf die tobende See ist auch im Winter einzigartig schön. „Die Mütter sind wieder da!“, so meinen die Heringsdorfer, als sie von dem neuerwachten Leben in„ihrem“ Müttererholungsheim in ihrem Mütterheim, das sie allein, nur auf sich selbst gestellt, leiten müssen, richtig ist, ob sie in ihrem Tun und Lassen so handeln, wie es die RSV. und damit die nationalsozialistische Bewegung von ihnen erwartet. Der Stundenplan dieser Tage ist geschickt zusammengestellt. Vorträge mit anschließender Aussprache wechseln mit praktischen Uebungen, mit Gesang und Spiel ab. Schon hören und sie freuen sich, daß damit wieder morgens vor dem Frühstück wird Gymnastik etwas Verdienst für die Kaufleute, für die getrieben, im Trainingsanzug— eine ganz Bäcker, Schlächter, Kolonialwarenhändler, aber Wagemutige hat sogar nur einen Badeanzug Die Dame am Volant (Busch Bild) auch für den Ansichtskartenhändler dicht am Strande in Aussicht steht. Sie freuen sich auf die Gäste der RSV., die ebenso wie die kleinen Insassen des Kinderheimes nicht nur für ein paar kurze„Saison"=Wochen ihren Einzug halten, sondern die das ganze Jahr über, mit Ausnahme der Weihnachtszeit, die Heime bevölkern und damit auch in der monatelangen stillen Zeit Leben und vor allem Verdienstmöglichkeiten in das Ostseebad bringen. Aber an— geht es hinaus auf die Promenade und an den Strand. Es ist zwar noch ganz finster, und vom Meer weht ein frischer Wind, aber bei Lauf, Alem- und Freiübungen spürt keine Frau die Kälte, und hinterher schmeckt das Frühstück um so besser. Ueberhaupt der Appetit! Es ist erstaunlich, was in diesen Tagen zusammengefuttert wird. Alle Angst um die schlanke Taille verschwindet, wie ja überhaupt jede innere Hemmung verlorengeht und aus den ernsten, verantwortungsbewußten Leiterinnen eine fröhliche Schar Kameradinnen wird, die die Sorgen ihres wirklich nicht immer leichten Alltagslebens ganz bewußt hinter sich liegen gelassen haben. Bei den praktischen Bastelversuchen, bei den Gesellschafts. und Scherzspielen geht es hoch her. Am Bastelnachmittag sollen die Frauen zur Anleitung in einfachen Handarbeiten für die Schützlinge in ihren Heimen angewiesen werden. Der Erfolg ist verblüffend! Wirklich nette Sachen entstehen unter den geschickten Händen der eifrig Lernenden, aber zuletzt sieht der große Aufenthaltsraum so fürchterlich aus, daß sich alle Leiterinnen darüber einig sind, daß sie bei sich im Heim eine solche Unordnung nicht dulden würden! Trotzdem ist dieser Werknachmittag nötig und keine Spielerei, denn gerade die Frage der Heimgestaltung in den Mütterheimen der NSV. ist überaus wichtig. Die Frauen, die hier in den Heimen, oft zum erstenmal in ihrem arbeitsreichen Leben zu einer Ruhe= und Erholungszeit kommen, wissen sehr oft, besonders im Anfang, mit ihrer vielen freien Zeit nichts anzufangen, und da muß die Hilfe der Leitung einsetzen, die ihnen Anregung und Anweisung zur Beschäftigung gibt, die aber auch darauf zu achten hat, daß sich die Frauen durch allzu eifrige Arbeit, zum Beispiel durch stundenlanges Stricken, nicht überanstrengen und damit die gewünschte Erholung illusorisch machen. Aber nicht nur praktische Anregungen werden von einer Mütterheimleiterin verlangt. Die ihr anvertrauten Schützlinge kommen auch in tausend Fragen des seelischen Lebens zu ihrer Betreuerin, von ihr die rechte Antwort und Hilfe erhoffend, und deshalb werden alle die immer wiederkehrenden Fragen zum Gegenstand lebhaf er Aussprache bei der Taguna. Die Mutter, die in den Erholungsheimen der NS.=Volkswohlfahrt Entspannung finden. sollen wieder lachen lernen, sie sollen nicht nur körperlich, sondern ebenso seelisch gestärkt zu ihren Familien zurückkehren. Daß dies die RSV. restlos erreicht hat, das bewies der Erfolg der Heringsdorfer Tage. KONST·LESER-WISSEN Eine alte Kirche wurde umgestaltet Die St.=Johannis=Kirche in Essen wurde nach einer durchgreifenden Umgestaltung nach den Plänen und unter der Leitung des Essener Architekten Reg.=Baumeisters Jung wieder dem Gebrauch übergeben. Der Ursprung der jetzigen Johanniskirche war eine kleine Taufkapelle, welche ungefähr an der Stelle des jetzigen Hauptaltars der Johannis=Kirche zwischen den beiden Säulenhallen der Münsterdiele stand. Vor dieser alten Taufkapelle lag ein freier Platz. Auf diesem Platz befand sich unter einer Linde ein Steintisch, der als„lapis sub tilia“ oft im Archiv der Essener Münsterkirche genannt wird. Ein jetzt noch in der Diele der Münsterkirche stehender runder Stein soll ein Bestandteil dieses Tisches gewesen sein. Zweifellos war diese ringsum etwas erhöhte Anlage vor der Taufkapelle eine Tingstätte aus germanischer oder sächsischer Zeit. Daher der Steintisch, bei dem der Gerichtsherr, ehedem der Gaugraf oder dessen Bevollmächtigter, der Schultheiß, Platz nahm. In der Regierungszeit der Aebtissin Sophia von Gleichen wurde nun diese inzwischen zur Pfarrkirche St. Johannis erweiterte Taufkapelle abgebrochen und, wie es in der Urkunde heißt, mit„gehawenen Steinen erbawet anno 1471“. Die quadratische Form der Kirche und der Umstand, daß man den Turm über dem Kirchenschiff erbaut hat und nicht vor dasselbe, lassen darauf schließen, daß man den Bau wegen des„Steins unter der Linde" nicht weiter westwärts entwickeln wollte. Später wurde dann unter der Regierung der Aebtissin Franziska Christina 1726—1776 in den beiden rechts und links vom Chor befindlichen Seitenschiffen je zwei Obergeschosse eingebaut. In dem ersten Obergeschoß des nördlichen Teils wurde die Orgel aufgestellt und darüber in dem zweiten Obergeschoß die Blasebälge. In dem ersten Obergeschoß des südlichen Teiles wurde ein Erker ausgebaut zum Chor hin, in welchem die Fürst=Aebtissin, wenn sie dem Gottesdienst in der JohannisKirche beiwohnte, Platz nahm, ihr Gefolge und die Stiftsdamen in dem Raum dahinter. Im Jahre 1767 wurde die früher hinter dem Hauptaltar befindliche Sakristei an der Nordseite und darüber ein Fachwerkaufbau zur Erweiterung der Orgelempore ausgebaut. Um 1820 ist die nördliche südliche und westliche Umfassungsmauer der Kirche, wahrscheinlich wegen der durchschlagenden Feuchtigkeit, außen verputzt werden. Diagonale, rillenförmige Behandlung der Hausteine sollte den Zweck haben, den Putz besser haften zu lassen. Jedoch nach einigen Jahren ist der Putz wieder abgefallen, so daß wir heute noch die merkwürdige Steinbehandlung sehen. Im Jahre 1935 entschloß sich der derzeitige Kirchenvorstand eine umfassende Verbesserung und teilweise Neugestaltung vornehmen zu lassen. Die äußere Veränderung besteht in der Schaffung neuer Eingänge an der Nordund Südseite der Kirche unter gleichzeitigem Ausbau von Windfängen. Architektonisch sollten sich die neuen Windfänge dem an sich anspruchslosen alten Baukörper völlig unterordnen. Ferner wurden die aus der Barockzeit stammenden Fenster hinter dem Hauptaltar an der Ostwand zugemauert, wodurch für das Innere eine geschlosVergrößerung eines Tierkopfes vom in Essen sene Chorwirkung erreicht und gleichzeitig für die edle Plastik des gleichfalls restaurierten Cruzifixus aus dem 15. Jahrhundert ein guter Hintergrund geschaffen wurde. Sodann wurde der aus dem Jahre 1767 stammende Fachwerkaufbau an der Nordseite, der gänzlich baufällig war, in Eichenholz erneuert unter Beibehaltung der alten Formen. Die Hauptarbeit erstreckte sich auf die Wiederherstellung des Inneren der Kirche. das in Chorgestühl der St.-Johannis-Kirche (Polo, Kraayvanger, Essen) seiner rauhen äußeren Schale für den Industriebezirk seltene Kostbarkeiten enthält. Das Chorgestühl, die sogenannte„stalla canonicorom“ ist im Jahre 1699 von dem Münsteraner Meister Dollar angefertigt worden. Wie es in dem Archiv der Essener Münsterkirche heißt, mußte Meister Georg Dollar die Sessel an der Zahl 20, jede Seite zehn, aus„reinem Eichenholz ohne Spindt“ für 300 Reichstaler anfertigen. Das Kapitel An den Rand geschrieben Aphorismen von Lothar Sachs Mancher glaubt größer zu erscheinen, wenn er keine Aufrechten neben sich buldet. Viele begnügen sich mit einer Richtung, weil sie kein Ziel haben. Nadelstiche verletzen mehr als Fausthiebe. Man kann für seine Ideale leben, aber nicht von seinen Idealen. Man kommt manchmal jemandem entgegen, um ihm— auszuweichen. * Bist du erfolgreich, lernen dich die Menschen kennen, hast du Mißerfolge, lernst du die Menschen kennen. Die Lüge der Augen ist schwerer zu entlarven als die Lüge der Zunge. Nicht alles ist sinnlos, wofür uns der Sinn fehlt. übernahm die Transportkosten von Münster nach Essen sowie sämtliche Reise= und Zehrkosten für den Meister und zwei Gesellen. Seiner Aufgabe entledigte sich der westfälische Meister mit künstlerischer Eleganz und einem feurigen Temperament, so daß uns moderne Menschen heute noch die lebendige Wärme der flott in Eichenholz geschnitzten jubilierenden Ornamente, Arabesken, Blumen und Tiere mitreißt. Eine Wiederherstellung des ursprünglichen Zustandes war technisch nicht möglich, so daß der Anstrich aus der Barockzeit beibehalten werden mußte, Eine Aebtissin aus sächsischem Geblüt hatte das Chorgestühl sowie das Orgelschnitzwerk in ihren Landesfarben Grün=Weiß behandeln lassen, welche Farben jetzt unter Erneuerung der Vergoldung beibehalten wurden. Viele schadhafte und abgebrochene Teile des Schnitzwerks sind nun ergänzt bezw. meisterhaft erneuert worden. Die Nebenaltäre, auch Meisterwerke aus der Barockzeit, die früher unglücklich überdeckt standen, erhielten einen günstigen Platz an der Westwand. An dem 1820 angebauten Aebtissinnenchor an der Südseite mit einem köstlichen Erker wurde nichts geändert, nur alles säuberlich in Form und Farbe neu hergerichtet. In den neuen Windfängen befinden sich Glasmalereien von Prof. Wendling, Bienen und Heuschrecken darstellend. Dies Motiv soll auf das Leben des heiligen Johannes anspielen, der sich nach der heiligen Schrift von Heuschrecken und wildem Honig ernährte. So wirken jetzt im neuen Gewande Hochaltar, Chorgestühl, Orgelgehäuse und Kanzel in einem Akkord zusammen, der eine andachtvolle, aber zugleich zuversichtlich=fröhliche Stimmung bei dem Besucher der Kirche ausDas Bauwerk steht unter Denkmalschutz. Sämtliche Wiederherstellungsarbeiten wurden in engster Fühlungnahme mit der kirchlichen und staatlichen Aufsichtsdehörde durchgeführt. Bilder aus dem Japan von heute Die Frauen im Leben und in der Häuslichkeit.— Stillstand der Europäisierung.— Japan besinnt sich wieder auf seine Eigenart] Von Hanna Liesk Die Neiversamttte halt Mittagsruhe Ein Schnappschuß aus dem Berliner Zoo. (Lilo Hansing—.) In den europäischen Ländern sehen die Frauen im allgemeinen gleich aus— sie tragen dieselben Hüte, dieselben Kleider, dieselben Handschuhe und Schuhe. Geht man aber durch die Straßen einer japanischen Stadt, so findet man ein merkwürdiges Durcheinander. Ein Teil der Japanerinnen ist nach europäischer Mode gekleidet, sie tragen an warmen Tagen ärmellose Kleider, zartfarbige Seidenstrümpfe, hochhackige Schuhe — während daneben wieder Japanerinnen gehen, die noch japanische Holzsandalen und Kimonos anhaben. Bei fast allen Japanerinnen aber findet man die gleiche Frisur: den echt japanischen kunstvollen Haaraufbau mit Spangen und Haarpfeilen, den sie seit Jahrhunderten in Japan getragen haben. Ganz ähnlich ist das Verhältnis in den Theatern. Auch dort eine seltsame Mischung aus Modernem und Echtjapanischem. Der erste Teil des Programms wird vielleicht durch eine hochmoderne Revue mit Tanzgirls und ähnlichen Zutaten bestritten, und der jüngere Teil der Besucher unterhält sich köstlich, während die älteren mißbilligend die Stirn runzeln; die zweite Hälfte des Programms aber wird durch Theater nach altem japanischem Stil und alter Tradition ausgeAuch auf allen anderen Gebieten des Lebens haben sich modernes Europa mit altem Japan gemischt. Der Handwerker, der vollkommen japanisch gekleidet und mit japanischen Werkzeugen ausgerüstet ist, benutzt dennoch... ein Fahrrad. Die Wohnungen weisen neben japanisch ausgestatteten Zimmern sehr oft auch etliche Räume mit europäischem Mobiliar au. Man spielt sogar Bridge, und das Telephon ist auch in den japanischen Häusern eine übliche und vielbenutzte Einrichtung..„ 59r u. tachauffeur# Ein durchaus tuchtiger Antochauffeur, der mit seinem Motor genau so gut Bescheid weiß wie seine europäischen Kollegen, schützt sich dennoch gegen Unfälle auf besondere, ausgesprochene japanische Art: er badet zum Beispiel an einem bestimmten Tage mitten im Winter in einem bestimmten heiligen Wasserfall, er ißt bestimmte Speisen nicht, vor allem keine Küken, keine Eier und keine Zwiebeln— und er trägt in seinem Rockfutter eingenäht ein Amulett, das ein unmittelbares Geschenk der Götter ist. Es ist seine felsenfeste Ueberzeugung, daß er auf der Stelle von der Rache der Götter getötet wird, wenn er eines der verbotenen Gerichte äße. Vermeidet er es aber und trägt das Amulett stets bei sich, so wird er sein Auto immer glücklich steuern. Verliert er jedoch sein Amulett, so kann er niemals wieder ein neues bekommen, und er gibt seinen Beruf Besonders groß sind in Japan die Gegensätze zwischen den Generationen, da die Alten natürlich noch ganz in den einstigen Traditionen leben. Ein Handwerker alten Stils wird jede übertragene Arbeit so ausführen, daß ein kleines Kunstwerk daraus entsteht, aber er braucht viel Zeit dazu. Wird ein junger Handwerker gerufen, so führt er die Arbeit schnell und zweckmäßig aus— aber das Künstlerische ist verloren gegangen. In Tokio tragen alle irgendwie beruflich tätigen Frauen europäische Kleidung, aber in vielen Fällen sehen sie in dieser Kleidung nur eine Art Uniform; auch beim Sport ist europäische Kleidung üblich,— in ihrem Privatleben aber legen auch diese modernisierten Japanerinnen immer noch mit Vorliebe das japanische Gewand an. Echt japanisch sind die Feste, die gefeiert werden. Das große Sommerfest, eine Art Sommersonnenwende, das„O Bon“ genannt wird, besteht darin, daß man sich gegenseitig zu machen, wenn man's mit andern treibt. Geschenke macht und daß man großen Drachenkopfmasken, die auf den Straßen gezeigt werden, die Zunge herausstreckt, zum Zeichen, daß man kein Lügner ist. Lügner bekommen nämlich eine zwiegestaltene Zunge, wenn sie sie am„O Bon“ den Drachenmasken herausstrecken. Im November findet die große jährliche„Vogelmesse“ statt, bei der in den Straßen eine heitere Karnevalsstimmung herrscht. Jung und Alt tragen lange Bambusstangen, an denen sich oben eine Art Bambusbesen befindet. Das japanische Neujahrsfest ist sehr reich an Zeremonien. Drei Tage lang empfängt die Familie Neujahrsbesuche, die bis in die kleinste Kleinigkeit nach einem vorgeschriebenen Zeremoniell verlaufen. Am Neujahrstage muß die Hausfrau vor Tagesgrauen einen Trunk Wasser aus dem Brunnen holen. Zu Neujahr werden besondere, komplizierte Gerichte und Backwerk bereitet, die zu bestimmten Zeiten und nach ganz bestimmten Regeln gegessen werden müssen. Auch man kleine Tannen und Bambusbüschel auf die Straße zur Erinnerung an die Vorfahren und als Zeichen von Patriotismus. Man hat in Japan sehr viele Symbole, die meisten Neujahrssymbole aber haben den gleichen Sinn:„Wohlergehen und langes Leben!“ Die meisten Neujahrsbesucher tragen ausgesucht schöne und kostbare japanische Kleider, aber natürlich gibt es auch einige, die selbst bei diesem Anlaß europäische Kleidung anlegen. Auch alle Handwerker und Lieferanten kommen, um Glück zu wünschen, und werden auf übliche Weise mit Tee, der auf ganz bestimmte Weise zubereitet wird, und den üblichen Neujahrsgerichten bewirtet. Auch die Bettler bekommen ihren Teil an der Bewirtung. Aber wenn die Bettler wohlgestärkt das Haus verlassen, wirft man ihnen oft, „zur Reinigung“, eine Handvoll Salz nach. Die Japankenner sind der Meinung, daß die Europäisierung Japans, die eine Zeitlang so ungeheure Fortschritte machte und die ganze alte japanische Kultur wegzuwischen drohte, neuerdings zum Stillstand gekommen ist und daß man in Japan sich darauf zu besinnen beginnt, daß es viel wichtiger ist, das starke Eigenleben des Volkes zu bewahren, als sich eine fremde Kultur anzueignen, die nur übernommen wurde und daher niemals bodenständig, sondern immer aufgepappt wirkt. Seuue 8 Fumür KillenAeiteger Aus Reisen Neidvoll höre ich immer zu, wenn andere Leute, braungebrannt und frisch gestärkt von ihrem Urlaub zurückgekehrt, von all den Herrlichkeiten schwärmen, die sie zu sehen bekommen haben weil ich nämlich bei meinen Reisen von einem merkwürdigen Pech verfolgt bin. Woher das kommt. weiß ich nicht: jedenfalls habe ich mich damit abgefunden, daß es so ist. Und. was das Schlimmste ist, es scheint nie aufhören zu wollen, daß mir überall nur Unheil widerfährt: denn erst vor vier Wochen hat in meinem Hotelzimmer in Leipzig ein Betrunkener zwei Stunden lang unter meinem Bett seinen Kragenknopf gesucht und ließ sich durch nichts davon überzeugen, daß er sich in der Tür geirrt habe und sein Eindringen in mein Zimmer zur nachtschlafenden Zeit nur dem Umstand zuzuschreiben sei, daß er dummerweise vergessen hätte. die Tür abzuschließen. Vor fünfundzwanzig Jahren, als ich Primaner war, habe ich es zum ersten Male erfahren, daß Reisen, so schön es auch ist, unter Umständen auch mit sehr. sehr großen Gefahren verknünft sein kann. Wir hatten damals eine Tour nach dem Spreewald gemacht, wo ich nichts Eiligeres zu tun hatte. als mich mit einer bildschönen Einheimischen anzufreunden und mit ihr ein Stelldichein zu vereinbaren. Und bewundert von meinen sämtlichen Mitschülern fuhr ich mit ihr nach Wodschowka. um dort Kaffee zu trinken. Ich weiß es noch wie heute, daß damals fünfzehn Primaner Mund und Nase aufsperrten und uns neiderfüllt nachblickten, als der Kahn in Lübbenau vom Kai abstieß. Wie im siebenten Himmel kam ich mir jedenfalls vor, da ich ja noch keine Ahnung hatte, welchen kläglichen Ausgang dieses harmlose Abenteuer nehmen sollte. Die holde Maid hatte mir nämlich total verschwiegen, daß sie schon einen richtiggehenden Bräutigam besaß. Und das war doch eigentlich eine große Dummheit von ihr, da ich abends bei der Rückkehr doch seine Bekanntschaft machte. Leider hatte er für mich keine allzu große Symvathie, denn er wollte sich gleich mit einem dicken Eichenknüppel auf mich stürzen. Wer weiß, welchen Ausgang die Sache damals genommen hätte. wenn er nicht, zum Glück für mich, über eine Baumwurzel gestolvert und ins Wasser gevlumpst wäre. Im Spreewald bin ich jedenfalls nie mehr gemesen, so schön es dort auch ist. Kurz nach dieser Geschichte fuhr ich mit meinem Vater in den großen Ferien nach Kovenhagen. Bei dieser Gelegenheit fühlte sich ein älterer Herr bemüßigt, gerade wich zu fragen ob ich vielleicht wüßte, wann die Sonne aufgehe. Diese Frage stellte er mir. als das Schiff bei herrlichstem Sonnenschein an dem Kreidefelsen von Stubbenkammer vorüberfuhr; sei es nun, daß ich von dem majestötischen Schausviel so ergriffen war, daß ich auf seine Worte nicht recht geachtet hatte, sei es aber auch, daß ich an diesem Morgen wirklich ein bißchen verdattert war, ich antwortete jedenfalls:„Ich glaube um 10 Uhr.“ Da die Sonne aber seit mehreren Stunden schon in strahlender Helle am Himmel stand. erhob sich ein derartiges Gelächter, daß ich mich wirklich ein ganz klein bißchen geschämt habe. Die Sache war insofern umso unangenehmer. weil ich mir ein Monokel eingeklemmt hatte, um auf diese Weise ein wenig mehr zu scheinen, als ich war. Und rausnehmen konnte ich es leider nicht, weil ich es mir mit Mastix festgeklebt hatte.(Es fiel nämlich sonst immer runter.) So stand ich also. eine Zielscheibe des Spottes. mit einem hilflosen Lächeln da und mußte gute Miene zum bösen Spiel machen, als ein ulkiger Berliner dem alten Herrn den guten Rat gab. mich lieber danach zu fragen, wann der Mond blake, da es möglich sei, daß ich das vielleicht besser wüßte. Mein Vater war über meine Dämlichkeit„suchsteufelswild", erklärte es für eine Affenschande, daß ich mich derart blamiert hätte und versicherte mir hoch und heilig, daß es das erste= und das letztemal gewesen sei. solch einen Dussel mitgenommen zu haben. Trotz dieses Schwurs waren wir ein Jahr später in Italien. Und hier ist mein Vater im Hafen von Genua vom Dampfer ins Wasser gefallen. Wie er dieses Kunststück fertiggebracht hat. weiß ich nicht: jedenfalls sah ich ihn zu meinem Entsetzen auf einmal unter Schreien und Fluchen über die Bordwand des etwas schrägliegenden Dampfers verschwinden. Ich war zwar daran gewöhnt, daß ihm solche Sachen öfters passierten. daß er z. B. beim Bilder einnageln mit der Leiter umkippte oder beim Umzug einen Spiegel oder auch einen Küchenschrank auf den Kopf bekam: diesmal sah es aber doch so aus, daß ich. wie schon gesagt, in hellster Aufregung war. Meine Befürchtung. er könne bei diesem unfreiwilligen Bad irgendwie zu Schaden kommen. war aber grundlos gewesen, denn nach 5 Minuten Schwimmen in dem öligen und schmutzigen Wasser des Genueser Hafens wurde er glücklich Frauen, Männer, AntwortenTante Hilde ist böse auf ihren Neffen. „Nie kümmert ihr euch um eure Tante!“ so schmollt sie.„nur wenn ihr Geld braucht, denkt ihr an mich!" Die Neffen protestieren: „Das ist nicht wahr, Tante! Du solltest einmal abends in unserem Zimmer Mäuschen sein und uns hören. Da geht es zwischen uns die ganze Zeit: meine Tante. deine Tante: meine Tante. deine Tante!" * Gemütvolle Frauen plauderten. „Mein Mann hat einen schweren Autounfall gehabt.“ „Und wo ist er jetzt?“ „In der Garage.“ „Dein Mann?“ „Nein. Der Wagen. Mein Mann ist im Krankenhaus.“ * Pussy geht an den Postschalter. „Ist ein postlagernder Brief für mich da?“ „Chiffre?" „A. B. 11.“ Der Beamte bedauert: „Nein. Hier ist nur ein Brief unter A. A. B. B. 1111.“ Pussy nickt: „Das ist er. Geben Sie her. Mein Bräutigam stottert.“ * Max möchte mit Minna minnen. Aber bei Minna ist ohne Ring nichts zu machen. Also steckt Max Minna einen Verlobungsring an den Finger. Minna bringt vor Vergnügen den Mund nicht mehr zu. „So ein schöner, so ein wunderschöner Verlobungsring.“ * Schönemann trägt einen fürchterlichen alten Hut. „Mit so einem verbogenen Hut laufen Sie herum?" „Das ist mein Talisman. Wenn ich ihn trage. habe ich Glück.“ „Wirklich?“ „Ja. Meine Frau hat nämlich erklärt, wenn ich den Hut aufsetze, geht sie nicht mit mir aus.“ Lusselspiel hochgehißt, mitsamt seinem Koffer. Natürlich hat alles vor Lachen geschrien, als er da triefend vor Nässe in einem wenig salonfähigen Aufzug fürchterlich mit dem Kapitän zu schimpfen begann, nur ich nicht. Ein gebranntes Kind scheut bekanntlich das Feuer: und so dachte ich unwillkürlich an die Ohrfeigen, die ich damals bekommen hatte, als mein Vater beim Aufspringen auf die Elektrische fehlgetreten war und von dieser bis zur nächsten Haltestelle mitgeschleift wurde. Damals hatte ich nämlich, wie alle anderen Zeitgenossen, auch schallend gelacht, als er sich da verzweifelt mit seinem Spazierstock an der Bahn festhielt und den feuchten Asphalt so sauber gemacht hatte, daß den Straßenfegern nicht mehr viel Arbeit übrig blieb. Durch dieses Vorkommnis gewitzigt blieb ich also diesmal ernst wie eine„Töpverschürze". Daher verstand ich es auch nicht so recht, daß er mich während der Seereise und leider auch noch später wie mit Argusaugen bewacht hat, ob ich nicht etwa doch heimlich lache. Offensichtlich traute er also dem Frieden nicht: ja, ich muß schon sagen. er wartete anscheinend nur auf den Augenblick. wo ich vor Lachen rausplatzen würde. Und so ist es auch zu erklären, daß er mir in einer Pension in Florenz vor Wut eine Apfelsine an den Kovf geworfen hat. Der Grund meiner Heiterkeit war allerdings ein ganz anderer gewesen. aber mein Vater dachte eben Tag und Nacht an nichts anderes als an sein merkwürdiges Abenteuer in Genua. Der Wurf mit der Apfelsine war ja schließlich nicht so gefährlich, so etwas kann schon einmal vorkommen: umso erstaunter war ich daher, als auf einmal sämtliche Gäste entsetzt aufschrien und in den Ruf ausbrachen:„Der deutsche Signore hat seinen Sohn ermordet!" Und erst allmählich kam ich dahinter, daß mein Vater eine Blutapfelsine als Wurfgeschoß benutzt hatte: ja, und die war nun bei dem Anprall geplatzt, so daß ich über und über mit rotem Saft bedeckt war. Zufällig hielt dann noch mein Vater, als der Kellner eintrat. ein großes spitzes Tranchier= messer in der Hand. das auch einige Spritzer abbekommen hatte. So war der Aufruhr unter den Gästen der Pension Quisisana einigermaßen erklärlich. Wenn es nun bei diesen vaar traurigen Erlebnissen geblieben wäre, dann würde ich mich ja nicht weiter beklagen, aber leider ist es nicht an dem. In Prag hat man mich z. B. aus Versehen in einer Bedürfnisanstalt eingeschlossen, so daß ich an diesem etwas ungemöhnlichen Ort die Nacht zubringen mußte. In Venedig ist mir die Hose in den Canale grande gefallen: in Paris lachen einige Leute noch heute darüber, daß ich in der Eile statt des Ueberziehers den Bademantel angezogen habe und in diesem etwas merkwürdigen Aufzug am Place Clichy auf den Autobus gewartet habe: und in Mecklenburg hat mich ein Bauer mit einem Kartoffelsack verwechselt und mich mit einer derartigen Wucht auf den Perron geworfen, daß ich der Meinung war. Ostern und Pfingsten fielen auf einen Tag. In Brüssel sind mir im Hotel die Stiefel gestohlen worden. und in Südschmeden bin ich vom Berg gefallen, so daß ich zum Vergnügen meiner Mitmenschen ohne Hosenboden nach Swinemünde zurückfahren mußte. Ja ja ich muß schon sagen; es ist ein förmlicher Fluch, der auf mir zu lasten scheint: und keiner kann mohl besser sagen als ich:„Wenn einer eine Reise tut, dann kann er was erzählen.“—mer. Die heimliche Freude „Nanu, Emil, ich dengge, du bisd uff'n Masgenball?“ „Nee, ich hawwe meine Alde alleene hingehn lassen!“ „Awwer Emil! Da läßt de dir doch ä Schbaß endgehn!“ „Echa, Alwin! Ich hawwe mei schdilles Vrgniechen! Ich kennde mich rammeln vor Lachen, wenn'ch mir vorschdelle, was der Gaffalier von meiner Aldn fr ä Gesichde machen werd wenn se de Masge rundrnimmt!“ SCHACH Schachaufgabe von Haus Rick „Westdeutscher Beobachter“ 1935 Matt in drei Zügen Silbenrätsel Nr. 1 8— an— bad— bahn— ben— de—e— ei — fa— fan— fi— ga— gau— ge— ger— gott— in— in— la— la— li— ling— lo — lös— log— met.- mor— nen— on— vi— re= rie— sa— saf— sen— sie— son — stirn— ta— te— ti— ti— t0— va Aus vorstehenden 44 Silben sind 14 Wörter zu bilden, deren Anfangs= und Endbuchstaben. beide von oben nach unten gelesen. ein Wort von Friedrich dem Großen ergeben. Bedeutung der einzelnen Wörter: 1 Musikinstrument 2 deutsch. Evigrammdichter des 17. Jahrh. 3 Nachwort 4 Ausgedienter 5 Sterngruppe im Bilde des Stiers 6 sommerliches Vergnügen 7 Truppengattung 8 Lederart 9 altrömisches Gewand 10 planmäßige Tilgung 11 schwedische Dichterin 12 Christbaumschmuck 13 Verkehrsmitte! 14 Schiffsgeländer Kreuzworträtsel Bedeutung der einzelnen Wörter a) vonlinko nach rechts: 1 schmaler Bergrücken, 4 Milchfett, 7 Stadt in Britisch=Indien, 8 Kröte, 9 weiblicher Vorname, 10 weiblicher Vorname, 12 Geschenk, 14 Titelheld eines Dramas von Shakespeare, 15 morgenländischer Titel, 16 Stadt in Thüringen, 19 ausländisches Lasttier, 22 Gewürz, 23 Gebirge in Rußland, 24 Gewürz, 25 Verwandte, 26 Salzlösung, 27 Haustier, 28 Schornstein; b) von oben nach unten: 1 Teil des Bestecks, 2 Kampfbahn, 3 Amtsgewand 4 Tadel, 5 Königreich in Hinterindien, 6 Längenmaß, 11 Niederschlag, 13 britische Provinz in Hinterindien, 16 Getreidebündel, 17 übergroßer Mensch, 18 Krebstier, 19 Name einer preußischen Königin, 20 Stadt in Griechenland, 21 Baumgang. 39073 Silbenrätsel Nr. 2 Aus den Silben ad. an. at. be. bel. ber. bi. char. da, de. der. doh. est. ey. go. hof. is. ko. lanz. lau, laub, le. le. le. li. li. lisk. lot, mus. nach. nau, nei, no. no. o. rau. re. riff. sa, she. so. sonn. ta. ta. ta. tag. ten. ter. tran. tri. un. ur. vents. vi. zi. zin sind 20 Wörter zu bilden, deren Anfangs. und Endbuchstaben beide von oben nach unten gelesen. einen sehr beachtengwerten Ausspruch und den Namen seines geistigen Vaters nennen sch ist ein Buchstabe). Die Mörter bedeuten: 1 Gattesglaube 2 peinlicher Jahresabschluß. T brandenburgische Stadt. 4 Snitzsäule 5 deutscher Dichter 6 Kröftigungsmittel 7 enalischer Richter 8 italienische Stadt 9 Sonntag vor Weibnachten 10 Fabelname des Löwen 11 nordamerikanischer Staat 12 Stadt in Ostpreußen 13 Erholungszeit 14 indischer Dichter und Denker 15 Heilmitte! 16 Schloß bei Potsdam 17 Hittgesang— Stadt am Mittelrbein.— 79 Probezeit der Nonne 20 gelebriger Vogel Auflösung aus voriger Nummer Schachaufgabe von Arwid Kubbel 1. Te6—56 Kf4—e4(a) 2. T h4+ Kdö, 3. Dbs matt.—... Kb3. 3. Dfl matt.—.. Kf4—f5(), 2. Df3- Kg5. 3. Les matt. Auch nach 1.... Kf4 g5(c) kommt die Hauptdrohung 2. Th6—h4 als stiller Zug zur Geltung! Ein gelungener„Böhme“ ohne weiße Bauern. Silbenrätsel 1 Macbeth. 2 Ankertau. 3 Christentum. 4 Hasenvanier. 5 Dachluke. 6 Jrawadi. 7 Caracas. 8 Hellebarde. 9 Altertum. 10 Ulanka. 11 Futteral, 12 Unstern. 13 Nachtrab. 14 Delagoabai. 15 Sirius. 16 Ibykus. 17 Erdachse. 18 Hammerstiel. 19 Defregger. 20 Ilmenau, 21 Concilium.— Mach dich auf und sieh dich um, reise mal'n bissel rum. Suchrätsel Geheimnisvoll! Am lichten Tag läßt sich Natur des Schleiers nicht berauben— Und was sie dir nicht offenbaren mag, das zwingst du ihr nicht ab mit Hebeln und mit Schrauben! Kreuzworträtsel a) 3 Pflaume. 8 All. 10 Konsul. 11 Laon 12 Brut, 13 Istar. 16 Blei. 17 Elf. 20 Gnu, 21 Aar. 23 Gerte, 24 Berg. 26 Egel. 27 Morgen. 28 Oie. 29 Kalorie.— b) 1 Kaliber, 2 Glaser. 4 Lob. 5 Anruf. 6 Usus. 7 Mut. 9 Loti. 14 Ren. 15 Lorelei. 18 Lug, 19 Latein, 20 Gorgo, 21 Argo. 22 Kerl. 24 Boa, 25 Ger. And Seiders dos mdewoww.... jeder ein Zauberer: Parass der Aileneouissthrcze Don der Dappnase bis zum Kanonenschlag— Alte und neue Überraschungstricks Eine einzige Nacht nur, zu Silvester, ist in Norddeutschland Hochkonjunktur in Scherzartikeln. Dafür sind es jedoch in Süd= und Westdeutschland gleich mehrere Wochen, in denen Zauber= und Ueberraschungstricks das Feld beherrschen. Nach Neujahr werden im Rheinland, in den dem Rheinland benachbarten westfälischen Städten, namentlich auch in Bayern, die verstaubtesten Pappnasen und Gesichtslarven wieder hervorgeholt, um dem Fasching damit in gänzlich veränderter Gestalt entgegentreten zu können. Auf dem Lande findet man im deutschen Süden oft noch Jahrbunderte alte, grenlich bemalte Masken, Hexen=, Dämonen= oder Tierköpfe darstellend, die Erzeugnisse einer wahren Volkskunst sind. Die Bauernburschen tollen damit durch Straßen und Wirtshäuser, sich selbst zum Ergötzen und den Mädchen zum Schrecken. In den Städten dagegen tragen die Faschinasmasken heute rein industrielles Gepräge. Meist sind es einfache, buntbemalte Papier= oder Papplarven mit oder ohne Schnurrbart, deren Träger sich darin als sein eigener Vater oder Großvater vorkommt. Zu den herkömmlichen Faschingsartikeln zählen weiter die Luftschlangen, die Konfettis und nicht zuletzt die Blasrohre aus Pappe, mit denen man„sinnige“ Aufschriften tragende Papierfeile auf sein reizendes Gegenüber schießt. Allerdings können diese auch manchmal ins Auge gehen, meshalb Vorsicht im Umgang mit diesen „Waffen“ geboten ist. Herz mit Reißverschluß Natürlich gibt es jedoch auch auf dem Gebiet der Scherzartikel jedes Jahr etwas Neues. Schon viele Monate vor Karnevalsbeginn denken ihre„Konstrukteure" darüber nach, welcher Zauber= oder Ueberraschungstrick wohl zum Schlager der nächsten„Saison“ werden könnte. Das Wohl und Wehe einer ganzen Industrie ist abhängig von diesen Erzeugnissen des Erfindungsgeistes. Vieles ist schon einmal dagewesen, anderes wieder erscheint unausführbar mit Rücksicht auf die Sicherheit der Mitmenschen. Scherzartikel, die Menschen oder Tiere verletzen oder sonstigen Schaden anrichten, haben keine Daseinsberechtigung. Im kommenden Fasching wird eine ganze Reihe neuer Scherzartikel auf den Markt gebracht. Liebessymbole spielen darunter die Hauptrolle. So gibt es z. B. das Herz als Tischkuvert. Natürlich handelt es sich um ein Herz mit Reißverschluß, das, alles in allem, gleich eine Liebeserklärung mit entsprechender Antwort und zwei Ringe aus Blei enthält. Neu herausgebracht werden ferner ein „Bandmaß der Liebe“, sowie ein„Liebesthermometer“, an dem man den Grad der jeweiligen Zuneigung genau ablesen kann. Schließlich sind auch spritzende Mänse nicht zu verachten, sowie Sicherheitsnadeln, die man durch die Nase ziehen kann. „Jeder sein eigener Zulukaffer“ ist die Devise ihrer Träger. Schon von vierzig Pfennig an erhält man Sitzkissen, die bei Benützung peinliche Geräusche von sich geben. Dieser Scherz ist allerdings wohl nicht jedermanns Geschmack. An Lärminstrumenten gibt es neben Kinderklappern für große Leute, Knallkorken, Trompeten und Quietschvorrich= tungen, die meist dann gerade in Tätigkeit treten, wenn man dies am wenigsten vermutet. Natürlich zählen auch Feuerwerkskörver und in mehreren Abständen hintereinander abknallende Kanonenschläge zum Handwerkszeug des Prinzen Karnenal. Diese dürfen jedoch nach polieeilicher Vorschrift nur dort abgebrannt werden, wo keine Feuergefahr besteht und Menschen nicht zu Schaden kommen können. Niedliche Scherze sind auch der künstliche Tintensleck aus Stoff, der plötzlich der Tante bestes Tischtuch ziert, und das bei jeder Berührung zerbrechende„Geschirr“, das natürlich in Wirklichkeit schon aus Einzelteilen besteht. Auch die„brennende“ Zigarette, die man dem Gast auf das Kleid fallen läßt, spielt als Ueberraschungsmoment eine große Rolle. Dann gibt es Ziaarren, die beim Anzünden erplodieren und kleine Frösche, die dem Beschauer ine Gesicht springen. Vervollständigt wird das Arsenal der Faschingsfreuden durch Knallbonhons aller Sorten. Wer sich als ein zweiter Bellachim fühlt, kann außerdem auch mit Karten. Münzenund Streichholztricks seinen Mitmenschen manche frohe Stunden bereiten. Auch der sogenannte„cartesianische Taucher“, eine Glasfigur, die in einer mit Wasser gefüllten Flasche in die Tiefe taucht und daraus immer wieder non selbst hochkommt, ist zu diesem Zmeck sehr begehrt. Die meisten dieser Zaubereien gelingen am besten in vorgerückter Stunde, wenn somohl der Geist der Vorführenden, als auch der der Zuschauer schon etwas„umnebelt“ ist. Tausende leben von der Narretei Auch gibt es allerlei nette Vermummungsscherze. Hauptrequisiten hierzu sind die künstlichen Bärte und wenn sie auch nur aus Watte bestehen. Dazu kann man eine Faschingsbrille mit wildrollenden Glasaugen anlegen und seinen eigenen Eselsohren überstülpen. Andere wieder bevorzugen riesige, innen hohle, Pappköpfe aus dem Tierreich und treten als Ochsen, Giraffen. Löwen oder Störche vor die Oeffentlichkeit. Nur wird es deren Trägern meist beld zu heiß sein, so daß sie froh sind, sich wieder in einen Menschen zurückverwandeln zu können. Alle diese Einfälle werden weit übertroffen durch die bei den Faschingszügen jeweils verwirklichten Ideen. Jedes Jahr gibt es in dieser Hinsicht etwas Neues. Meist werden noch im selben Fasching viele dieser Neuerungen vom Publikum übernommen und finden auf diese Weise den Weg von der Straße in die Häuser und auf die großen Karnevalsbälle. Auf diese Weise regiert die Narrheit wochenlang die Menschheit, nicht zuletzt zum Nutzen Tausender von Werktätigen, die von der Herstellung und dem Vertrieb von Faschings= artikeln leben. So zählt die Reichshauntstadt allein Hunderte von Fabriken und Großhandlungen. deren Hauptgeschäft in die Karnevalszeit fällt. Westfalens Karneval... Münder wor schon im Uittelalter eine fostnachtsfrohe Stadt Der närrische Prinz schwingt wieder sein Zepter über frohgesinnte Menschen. Einmal im Jahre, in der Fastnachtszeit, offenbart sich die heitere Seite des westfälischen Wesens. Fast jeder Verein muß seinen Maskenball haben und in Münster und einigen anderen Orten schlägt die Karnevalsfreude so hohe Wellen, daß die Veranstaltungen der drei Haupttage, insbesondere aber des Rosenmontags, als Volksfeste im wahrsten und schönsten Sinne anzusehen sind. Das Herz des westfälischen Karnevals schlägt in Münster. Wenn der organisierte Karneval auch erst etwa 100 Jahre alt ist, so liegen doch viele Zeugnisse dafür vor. daß die westfälische Hauptstadt schon im Mittelalter eine fastnachtsfrohe Stadt mar. Der münsterische Chronist Hermann von Korßenbroick behandelt in seiner hinterlassenen loteinischen Handschrift aus der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts auch die damals in Münster herrschenden Sitten und Gebräuche. Es fällt auf, daß er dabei den Fastnachtsbräuchen den breitesten Platz einräumt. Allerdings ist der Chronist nicht mit allem, was da geschieht, einverstanden. Er klagt, daß die Münsteraner den Karneval mit solcher Ausschmeifung feiern, daß sie glauben, bei dieser Gelegenheit sei ihnen jede Torheit erlaubt. Die ganze Stadt schallet etliche Tage und Nächte vom Lärm der Trommeln. Unter den Vermummten sah man viele scheußliche Larven: manche borgten sich auch die Tracht fremder Nationen. Die „Rauigkeit der Sitten“ wurde, so sagt KorFasching sstimmun ßenbroick, von keinem unter ihnen bemerkt, da sie alle Westphälinger sind und alle diese Torheit mitmachen. Wie sehr die Enwohner Münsters der Torheit ergeben seyn, erhellet auch daraus, daß einige reiche Jünglinge eine gewisse Gesellschaft, welche sie die Schenke, das ist ein Saufcollegium, nennen, unter sich errichtet, und um dieselbe zu schützen, mit gewissen Gesetzen bestätigt haben. Vorläufer des heutigen Rosenmontagszuges waren die damals von den Handwerkszünften veranstalteten Umzüge, von denen der der Metzger der größte und prunkvollste war. Der Chronist beklagt weiter, daß die fastnachtsfrohen Bürger von Münster oft die ganze Nacht hindurch fressen und saufen und sich arm, die Wirte aber reich machen. Sie fingen erst wieder an nüchtern zu werden, wenn die Geldbeutel gänzlich geleert sind. Andererseits wird anerkannt, daß sie dabei weniger sich selbst als anderen wohl wollten. Eine Schilderung vom Münsterschen Karneval um das Jahr 1830 zeigt, daß die „Rauigkeit der Sitten“ verschwunden, die Bedeutung des Festes aber noch in alter Frische vorhanden war. An den drei Fastnachtstagen wurde in Münster nicht gearbeitet; alle Schulen waren geschlossen. 116 Die Vereine veranstalteten Festzuge, meist (Grimm— M) zu Pferde und in Kostümen. Auf dem Prinzipalmarkt herrschte alle Tage über ein lebhaftes Treiben. Vor allem sah man die Schüler des Gymnasiums im vom Vater entliehenen Schlafrock und mit langer Pfeife, oft auch mit einem langen weißen Bart, herumstolzieren und sich mit den Mädchen necken. Höhepunkt des münsterischen Karnevals vor 100 Jahren war der Fastnachtsball im alten Komödienhaus, der sich teilweise auch außerhalb der Räume auf der Straße abspielte. An den Fastnachtstagen kam die alte deutsche Freigebigkeit besonders zu ihrem Recht. Es war Sitte, daß in jeder Familie offenes Haus gehalten wurde. In den Jahren vor dem Kriege, als das Kleingeld noch nicht so rar war, machten sich die Anwohner des Prinzipalmarktes und Roggenmarktes ein Vergnügen daraus, Hände voll Geldmünzen in den Trubel zu werfen. Unter den Masken entstand dann eine lustige Balgerei um die roten Pfennige und blanken Groschen. Den Beschluß des münsterischen Rosenmontagszuges macht nach alter Sitte der„Bettelwagen". Die ihn begleitenden„Bettelmönche" tragen an langen Stangen Klingelbeutel, die bis in die obersten Stockwerke der Häuser reichen. Der Sammel= ertrag kam früher der Städt. Armenkasse, heute dem Winterhilfswerk zugute. Das andere Gesicht Venedigs Ueber ganz Venedig lag um diese Zeit jene karnevalistische Atmosphäre, die alljährlich zweimal acht Tage vor dem„Clou“ zu spüren war. Die Maskeradenschneiderin auf der Viaprodeneia und der Via=colleoni war außerordentlich gut beschäftigt. Ganze Ballen von grün= und rotgefärbten Voilestoffen wurden verarbeitet, daneben werden Maskeraden a la Bajazzo und Narrenkostüme mit Schellen bevorzugt. In den Geschäften hatte man schon seit„Heilige Drei Könige“ keinen rechten Schneid mehr zu arbeiten, die jungen Schönen zählten jeden Tag bis zum 9. Februar. Und wenn der Abend mit den silbernen Sternen kam, dann schlenderten sie nachdenklich über die Rialtobrücke und sandten einen träumerischen Blick zum„Canale Grande“ hinunter. Faschingsgedanken hatten sie, zu große bevorstehende Freude machte schwermütig und rief Gedanken an einst wach. Vielleicht an den letzten Faschingstag des Vorjahres, wo man als Mädel stolz war, den schicksten„Cabiniere“ von ganz Venedig besessen zu haben. Und dann kam der große Aschermittwoch, der Tag. an dem keiner mehr die Larve zeigte, an dem alles wieder Wirklichkeit war. Vom 9. bis zum 17. Februar währte dagroße, offizielle Faschingstreiben in den Stra ßen Venedigs. Die Lokale hatten schon jet Karneval gemacht. Sie waren von Kopf biFuß auf Fasching eingestellt. Aus dem„Po last Romea“ drangen einem die abgerissenen Stücke zweier Musikkapellen entgegen, die eine jazzte, die andere spielte italienische Nationalweisen a la Santa Lucia, wobei allerdings zu bemerken ist, daß der„Palast Romea“ eine Gaststätte für den Fremdenverkehr ist. Das Ohr nahm soviel verschiedene und dauernd abwechselnde Eindrücke auf, daß man ohnedies glaubte, inmitten eines karnevalistischen Zentrums zu sein. Denn hier im Zentrum tönte gute und schlechte Musik aus den Lokalen, vom Palazzo Ducale und der Markuskirche kam feierliche, andüchtige Stille, aber westlich von Venedig im Porto Maghera, nahm das Hämmern und Stampfen von Maschinen kein Ende. Aber all diese Wirklichkeit war bald auf Tage verschwunden, denn ganz Venedig war verzaubert, der Faschingsreigen hob an. Bunte Mädchen und Männer zogen durch die Straßen und über die Plätze, und auf jenen annähernd 150 Kanälen spielte sich jenes romantische Leben und Treiben ab, was eft in Bilchern gelesen, aber selten miterlebt wurde. Wenn der Gondolier seinen Nachen mit sanftem Schlage übers Wasser beförderte, wenn eine Laute heiße Liebeslieder girrte und wenn buntfarbene Lampions jenen märchenhaften Glanz ausstrahlten, den wir Deutsche als das äußere Requisit der italienischen Nacht anprechen.„.„ 4 In diesen Tagen schon ging es in den Straßen und Gaststätten fidel und ausgelasen zu, aber drei Tage vor Fastnacht erreichte das Faschingsleben seinen Höhepunkt. Der karnevalszug mit seinen merkwürdigen Fijuretten, mit seinen Symbolen und Trachten. nit all seinem Jubel und Trubel, mit der Fülle des BIumenschmucks bewies uns die Liebe des Volkes zum Fröhlichsein, das Temperament, das heiße Blut des Südländers, der einmal aus seiner Haut heraus will. Der Deutsche, der dieses Leben und Treiben mit ansah, war entweder gebannt von der Größe des Ereignisses, oder er zeigte durch ein Heben seiner Schultern, wie unverständlich ihm dies alles war. Wer das italienische Volk nicht kannte, konnte auch für den italienischen Karneval, so wie er wirklich war, nicht Verständnis haben. In Deutschland feiert man auch Fasching, läßt den Prinzen Karneval seinen Einzug halten, formiert sich zu einem Zuge, in dem man Masken sieht und in dem gesungen wird. Aber das ist nicht der Fasching von Venedig, von Nizza oder sonstwo aus dem Süden. Der Deutsche ist bestimmten Dingen gegenüber grundsätzlich und konventionell, er kennt selbst im Faschingszug seine Grenzen(mit einigen Ausnahmen natürlich). Der'aliener kennt die Grenzen nicht, hier war im Fasching einer wie der andere. Man mußte aber— einmal gesehen— diesen Karneval von Venedig schön finden, wollte ihn immer wiedersehen und erinnert sich gern daran. Genau so, wie man vieles andere in Venedig schön fand, wie man vieles wiedersehen wollte, wie man sich an alles gern erinnerte. Denken wir nur an die Sehenswürdigkeiten architektonischer Kunst, an die Markuskirche, an die Kirche Santa Maria della Salute oder an den Dogenpalast denken wir an die Münze, an die Bibliothek. Das alles kam uns zu Bewußtsein, wenn wir später an jenes Venedig zurückdachten, das wir uns schon in unserer Kindheit Tage zu sehen erträumt hatten. Venedig früher zur Zeit des großen Karnevals im Februar! Winkerpracht im Werdenselser Land (Scherl—.) Links: Die besten Eiskunstläufer im Kampf Im Olympia=Eisstadion begann das Kunstpflichtlaufen der Männer. Von früh bis spät zeichneten die besten Läufer der ganzen Welt die vorgeschriebenen Pflichtübungen aufs Eis und erledigten den schwierigsten Teil des Kunstlaufs. Hier sieht man einen Blick über das dichtbesetzte Eisstadion während des Pflichtlaufens vor den Schiedsrichtern. Scherl—.) Rechts: Die Bobrennen haben begonnen Links: Franz Pfnür, der Beeister des Slaloms So elegant und sicher schwingt sich Franz Pfnür, der Gewinner der Goldmedaille im kombinierten Abfahrts= und Torlauf. durch die Slalomtore. Eine herrliche Aufnahme vom Wettbewerb. die so recht die angestrengte Willenskraft unseres Olympiasiegers zeigt. (Schirner—.) Unten: Prächtige deutsche Skimädel Man sieht von links: Christl Cranz. Frau Hadi Pfeiffer=Lantschner, Lisa Resch und Käthe Grasegger. (Presse=Bild=Zentrale—.) Am Dienstag früh jagten die ersten Viererbobs in zwei Rennläufen über die schmale kurvenreiche Strecke. Hier das buntbewegte Bild vom Startplatz der Olymvia=Bobbahn mit dem herrlichen Blick über das weite Alpental.(Sckerl..) Der Reichskriegsminister in Garmisch= Partenkirchen Reichskriegsminister Generaloberst von Blomberg wohnte dem herrlichen Erfolge unserer Skiläufer im olymvischen Torlauf bei. Hier sieht man den Reichskriegsminister am Ziel des Wettbewerbs am Gudiberg.(Scher,.) Der erste Stabwechsel der siegreichen Finnen=Mannschaft Die finnischen Läufer konnten beim 4X10=Kilometer=Staffellauf einen schönen Sieg für sich herausholen. Im Bilde der erste Wechsel der siegreichen Finnen=Mannschaft.(Scherl,.) Ballangrud gewinnt das erste olymvische Eisschnellaufen.(Scherl,.) Die Eihinpt kir Steiisch Purkennleusen in Onlören Als die Verhandlungen schließlich doch so weit abgeschlossen sind, daß Hella und Stettner schon die Koffer zur Abreise nach Sorrent gepackt haben, flattert ihnen in letzter Stunde noch ein Schreiben des Amtsgerichts in T. ins Haus. „Herrgott", stöhnt Stettner,„was wird das bloß wieder sein. Lebend bekommt ihr mich jetzt aber nicht wieder aufs Gericht! Ich reise, und zwar auf der Stelle! Oder noch besser—— ich bin überhaupt schon verreist. Mach' nur den Brief gar nicht erst auf, Hella. Er hat uns ja doch nicht mehr erreicht. Wir sind ja schon unterwegs——“ „Aber Peterle“, entgegnet sie lachend,„du hast doch selbst den Empfang des Briefes quittiert. Er kam doch als Einschreibebrief.“ Da gibt er sich lachend geschlagen und macht sich mit Hella, die gleichfalls geladen ist, auf den Weg zum Amtsgericht. Dort harrt ihrer eine Riesenüberraschung, denn es stellt sich heraus, daß der Zweck ihrer Ladung die Testamentseröffnung des Crewerschen Nachlasses ist. Zwei Tage vorher hatte dessen Beerdigung durch die Bestattungsanstalt„Pietät“ stattgefunden, wobei die einzige Leidtragende bei seinem Begräbnis seine alte Hausdame gewesen war. Bei Verlesung von Crewers letztem Willen aber erfahren Hella und Stettner, daß sie von dem Alten zu Haupterben seines stattlichen Vermögens bestimmt worden sind Nachdem sie sich von ihrem Staunen einigermaßen erholt haben, weigern sie sich ganz spontan, die Erbschaft anzunehmen. Erst nach stundenlangen Verhandlungen mit der Nachlaßbehörde kommen sie überein, die große Summe für einen Waisenhausfonds zu stiften. Die Oeffentlichkeit schüttelt über solche großzügige Geste den Kopf.— Geld riecht doch nicht, meint man.— Und die Verwunderung der braven Bürger Ts wächst noch mehr, als sich herumspricht, daß Stettner auch keinerlei Ansprüche auf die Moraviussche Erbfolge zu machen gedenkt. Er verzichtet gern. Herzlich gern! Er ist allzu lange unfreiwilliger Nutznießer dieses Moraviusschen Vermögens gewesen. Er hat genug davon! Frei will er sein! Frei von allen noch so losen Bindungen zu dieser Familie. Beim Heraustreten aus dem Gerichtsgebäude seufzt Stettner tief auf: „So! Das wäre nun auch erledigt. Schluß! Die Während die beiden Menschenkinder über den langen Landungssteg schreiten, klingt ihnen das gedampfte Rauschen der Brandung im Ohr, die die Grotten und Höhlen des Felsenufers überspült.— Am Dom und am Denkmal Tassos vorbei treffen sie auf einen schmalen Pfad, der in nicht unbeschwerlicher Steigung zum Kloster der „Grauen Schwestern“ hinaufführt.— Dort, vorm Eingang zum Kloster, bietet sich ihnen ein wunderbarer Ausblick. In der klaren und hellen Luft können sie über die unendliche Bläue des Mittelmeeres hinweg bis nach Capri blicken.„So schön dieser Blick ist, Stettners Sinn steht jetzt nicht nach genießerischer Landschaftsbetrachtung. Er ist voller Erwartung, was ihm die nächsten Stunden bringen und ob er hier die letzte und erschöpfende Auskunft über die Mutter erhalten wird. Er möchte es so gern. Möchte über der Mutter tragisches Geschick viel lieber hier von den frommen Schwestern als aus den schmutzigen Papieren der verstorbenen Amme unterrichtet werden.— Zögernd, mit vor Erregung zitternden Händen, zieht Hella an der altmodischen Handschelle des Klostertores. Plärrend schallt der lärmende Laut der Glocke aus dem stillen steinernen Bau zurück.— Es ist der gleiche Klang, den einst auch die Mutter im Ohr gehabt, als sie hier um Einlaß klingelte.— Nach einer Weile nähern sich schlürfende Schritte und bald darauf kommt im offenen Klappfensterchen ein altes Schwesterngesicht zum Vorschein. Stettner grüßt mit einem, ihm aus dem Pisaer Knabeninstitut in Erinnerung gebliebenen lateinischen Jesuitengruß, worauf ihnen sofort in der zuvorkommendsten Weise das Tor geöffnet wird. Da Stettner nicht in das Innere des Klosters hinein darf, muß an seiner Stelle Hella der Oberin ihr gemeinsames Anliegen unterbreiten. Ihre Aufgabe wird ihr wesentlich erleichtert, da sich unter den Schwestern zufällig auch eine Deutsche befindet. Stettner aber, der im Pförtnerinnenraum zurückbleibt, hat unterdessen reichlich Muße, durchs Fenster des kleinen Raumes die Gegend zu betrachten.— Er sieht nur Meer und blauen Himmel!— Meer— Himmel— Sonne— Italien! — Wie vertraut ist ihm das alles. Und doch wirkt es nicht stärker auf ihn als etwa die lebendige Erinnerung an einen lange zurückliegenden Besuch.— Seine Heimat ist das hier nicht. Das empfindet er jetzt sehr klar. Und dieses Meer vor seinem Blick, so schön und blau und südlich es daliegt, ist ihm ein fremdes Meer! Das Meer, das er liebt und an dem sein Herz hängt, ist ein ganz anderes! Es ist ein hartes und rauhes, ein manchmal düsteres und wildes Meer! Und seine Brandung tost und brüllt, überspült das Land und verschlingt oft ganze Inselteile. Aber dieses Tosen und Brüllen hat seine eigene Melodie. Für ihn ist's wunderbarste Musik!— Beethoven!— Ganz plötzlich springt ihn in Gedanken dieser Name an. Und Meer und Musik und Beethoven und düster und hart und wild und Heimat und noch einmal Heimat klingt es in ihm, während sein Blick teilnahmslos auf dem italienischen Meer und dem italienischen Himmel verweilt. Endlich kehrt Hella in Begleitung der Oberin und der deutschen Schwester zu ihm zurück. Die beiden Nonnen bringen einen großen Folianten mit, und die Oberin berichtet daraus, was über Christine Classens ehemaligen Aufenthalt im Kloster vermerkt steht: „Christine Classen,“ so liest sie mit ihrer ein wenig singenden Stimme,„geboren am 20. März 1865 auf K. in Friesland als Tochter der Fischersleute Claus und Dörte Classen, laut mit sich geführten Papieren, Mutter des am 10. Januar 1894 in Mailand geborenen Claus Classen, verstarb hier am 3. März des Jahres 1894. Ihre Beisetzung fand auf dem Einwohnerfriedhof der Stadt Sorrent statt. Totenschein und sämtliche Papiere der Christine Classen einschließlich der Geburtsurkunde des Claus Classen wurden am 11. April 1894 von dem Bürgermeisteramt in Sorrent an die Bürgermeisterei von K. geschickt. Eine Damenuhr, zwei Ringe, ein Medaillon, eine Kette, ein Armband, eine Bibel und ein Gesangbuch sowie 220 Lira und ein Goldstück im Werte von zwanzig deutschen Reichsmark wurden auf ausdrücklichen Wunsch der Verstorbenen an ihren, in der Obhut der Amme Bianca Tonsi beVergangenheit ist tot! Und jetzt: nach Sorrent! Zur Muterl.,„ 4 Jm Gefl„Komm nur, Peterle, komm!“ ruft ihm Hella, die schon zu ihrem kleinen Wagen vorausgeeilt ist, zu.„Komm nur! Wenn wir uns eilen, können wir noch den Nachmittagszug erreichen. Die Koffer sind ja schon gepackt!“ Mit zwei Sätzen ist Stettner beim Auto. Er setzt sich ans Steuer, stellt den Motor an, und wie auf Kommando lachen beide jubelnd auf, als das Geräusch des anspringenden Motors erEingr.....„atzranseräst Wissen sie doch, dieses Motorengerausch kundet nicht nur den Start zu ihrer augenblicklichen Rückfahrt nach K. an. Es ist vielmehr das Zeichen zu einer viel längeren und größeren Fahrt! Es ist das Startsignal zur Fahrt in ein neues Leben! Zur Fahrt ins Glück! 25. Herrlichste Frühlingssonne strahlt vom blauen italienischen Himmel, als Hella und Stettner an diesem wunderschönen Märzmorgen aus der Halle des Royal=Hotels in Neapel auf die Via Partenope hinaustreten. Kleine weiße Wellenkämme durchziehen die Wasserfläche des Mittelmeeres, das von unzähligen Segel- und Motorbooten belebt ist, während am steinigen Ufer, gegen das eine leichte Brandung schlägt, schon die Angler in Hemdsärmeln sitzen und mit bewundernswerter Geduld stundenlang ihre langen Ruten ins Wasser halten. Hella und Stettner besteigen eine der ortsüblichen alten Pferdedroschken und fahren an Santa Lucia vorbei in Richtung des Hafens zum Molo Imacolatella Nuova. Gebannt blicken sie auf die mächtige Rauchsäule des Vesuvs.— Unaufhörlich entströmen dicke Schwefelschwaden dem Schlund des riesigen Kraters und werden vom Frühlingswind in breiter Fläche nach Osten getrieben. Siegreich durchbricht sie die strahlende Morgensonne.— Die Vermischung der Sonnenstrahlen mit dem gelblich=grünen Schwefelqualm läßt die Luft gegen Osten zu in den buntesten und schillerndsten Farben zittern. Im Hafen gehen sie an Bord des Postdampfers Capri und fahren mit diesem an Hereulanum und Pompeji vorüber aus dem Golf ins offene Meer hinaus. Deutlich erkennen sie durchs Fernglas im Vorbeifahren den Weg. den vor zweitausend Jahren der Lavastrom vom Krater bis kurz vor die Tore Pompejis nahm.— Nach ungefähr anderthalbstündiger Fahrt kommt Sorrent in Sicht.— Ein unbeschreiblicher Anblick diese Stadt Tassos!— Italien!— Italien!— Fast wie Menschengesichter lachen ihnen die schresend hunten, auf sanftem Hügelrücken gelegenen und von der hellsten Mittegssonne beleuchnen Häusgen entgegen. Atsunge unsrrer Whardon non Gfornor bi Ungelöste Geheimnisse des Telteuraums— Mitllarden von Rerten onden die„zentrale Wolke“ Von H. Walter Cordes Schon seit anderthalb Jahrhunderten galt es als bekannte Tatsache, daß unsere Sonne mit ihrer Planetenfamilie nicht im Raume stillstand, sondern sich in Richtung auf den Stern Wega weiterbewegte. Später. als das Spektroskop uns die Schnelligkeit aller Sterne messen lehrte, ergab sich, daß die Geschwindigkeit der Sonne etwa 20 Kilometer je Sekunde beträgt oder 600 Millionen Kilometer jährlich. Bei solchen Fragen nach Sterngeschwindigkeiten erhebt sich aber immer das weitere Problem, in bezug auf welchen Punkt besitzt der Stern die genannte Geschwindigkeit? Für jeden, der sich auf der Erde dahin bewegt, ist der feste Erdbogen ein idealer Nullpunkt, der sich in Ruhe befindet. Aber wie steht es damit im Raume? Im interstellaren Raume findet sich nirgends ein fester Punkt. alles bewegt sich, und jeder Stern am Himmel besitzt eine eigene Schnelligkeit in bestimmter Richtung. Sagen wir also, die Sonne bewegt sich mit 20 Kilometer Geschwindigkeit in Richtung auf die Wega, so müssen wir eigentlich hinzufügen, daß dies unter Bezugnahme auf die in unserer Nachbarschaft stehenden Sterne gilt, die wir im Durchschnitt mit unbewaffnetem Auge sehen können. Messen wir dagegen die Bewegung der Sonne in bezug auf bestimmte Sterngruppen, so finden wir vielleicht ganz andere Werte. Nehmen wir den roten veränderlichen Stern Mira im Walfisch als Nullpunkt, so steigt die Sonnengeschwindigkeit auf 60 Kilometer je Sekunde, während daraus bei Zugrundelegung der kugelförmigen Sternhaufen gar 300 werden. Und dies gilt nun für eine ganz andere Richtung als vorher bei der 20=Kilometer= schnelligkeit. Welche Zahl ist die richtige? Man kann dazu nur sagen:„Das kommt darauf an“, nämlich darauf, was man als„Nullpunkt“ genommen hat. Die Wissenschaft ist heute zu der Ueberzeugung gelangt, daß die Milchstraße sich in rere große Gruppen zergliedert und daß nicht allein jede dieser Gruppen sich anders verhält und aus anderen Sternarten bestehen mag als die übrigen, sondern auch, daß sich das galaktische System als Ganzes dreht. Man stellt sich das etwa wie folgt vor. Inmitten des scheibenfärmigen Milchstraßensystems liegt die sogenannte„zentrale Wolke“, die mindestens 50 Milliarden Sterne umfaßt und— in gewisser Hinsicht— die gleiche Rolle spielt wie die Sonne in unserem Planetensystem Die ganze Umgebung der Sonne scheint sich als Ganzes um diesen Mittelpunkt zu drehen Die Geschwindigkeit dieser„lokalen Wolke“, wie sie meist genannt wird, beträgt etwa 275 Sekundenkilometer Unsere Sonne macht einen Bestandteil dieser Wolke aus und nimmt dadurch an ihrer Bewegung teil Die kugelförmigen Sternhaufen sind aber nicht an ihr beteiligt. Aus der Phnsik wissen wir, daß eine desartige Wolke nicht stabil sein kann, ohne sich um sie solbst herumzuwirdeln Wir können sie als eine Art Bienenschwarm betrachten, der sich in seiner Gesamtheit um den Mittelpunkt des Milchstraßensystems dreht, in dem aber andeterseits doch jeder Einzelstern seine besondere Eigenbewegung besitzt: diese Eigenbewegung der Sonne innerhalb der lokalen Wolke sehen wir widergespiegelt am Himmel in der Schnelligkeit der Steine am Himmel— einer Geschwindigkeit von 20 Kilometer in Richtung Wega. Wo die Sonne in dieser lokalen Wolke ihren Platz hat, können wir nicht mit Gewißheit sagen, dürfen aber mit Bestimmtheit annehmen, daß er etwa nahe der Mitte liegt. Wie viele Sterne im ganzen dazugehören, steht auch noch offen nach Schätzung sind es aber einige Milliarden. So viel kann man sagen, daß die Bewegung um den Mittelpunkt des ganzen Systems kreisförmig erfolgt, mit einem Durchmesser von 33.000 Lichtjahren, bei einer Umlaufszeit von rund 200 Millionen Jahren. Das läßt wiederum eine Schätzung zu auf die Gesamtzahl der Sterne im galaktischen System, deren Gesamtmasse 160millionenmal so groß wie die der Sonne ist. Davon entfällt allerdings ein Teil auf Rechnung dunkler Nebel und erloschener Sterne, so daß für die wirklich lichtgebenden Himmelskörper etwa das Hundertmilliardenfache übrigbleibt. Obgleich wir wissen, wo der Mittelpunkt unserer Milchstraße liegt— in der Richtung der hellen galaktischen Wolken im Sternbild des Schützen—, ist diese gewiß strahlende Stelle unseren Augentleider entzogen durch dunkle Stoffnebel, die nur ab und an einen Durchblick gestatten. Wir haben nun allmählich eine gute Vorstellung über die Zusammensetzung des Milchstraßensystems und die einzelnen Bewegungen seiner Teile. Wir dürfen uns nunmehr auch fragen, auf welche Weise ein solcher Zustand entstanden ist. Alle in diese Richtung zielenden Theorien bleiben natürlich vorläufig äußerst gewagt, indessen sind doch bereits verschiedene Ansichten geäußert, die nähere Betrachtung lohnen. So scheint es möglich, daß die Drehung der Milchstraße der Begegnung mit einem anderen Spiralnebel zu danken ist, mit der Folge, daß eine Art Gezeitenwirkung entstand, ganz ähnlich der, auf die man ja auch den Ursprung unnseres Planetensystems zurückführen zu können glaubt. Die Vertreter dieser Ansicht sagen sogar, vor wie ferner Zeit dieser gewaltige Vorgang sich abgespielt hat, denn damals bereits vorhandene Sterne müssen sich anders verhalten als später entstandene Die ersteren müßten sich z. B in langgestreckten, exzentrischen Ellipsen um den Mittelpunkt bewegen wie etwa die Kometen um die Sonne in einem Planeteninstem. Dies paßt auf die roten, veränderlichen Sterne mit kurzen Umlaufszeiten, und solche, die in bezug auf die Sonne über große Geschwindigkeiten verfügen Die zweite Gruppe indessen, die„Jüngeren“ unter den Kindern der „Milchstraßenfamilie“, würden sich— gerechnet zur Sonne und der lokalen Wolke— in fast kreisförmigen Bahnen bewegen. Roman von Gerhard Ritter Urheber-Rechtsschuts: Drei Quellen-Verlag. Königsbrück(Bez. Dresden) 1 findlichen kleinen Sohn Claus geschickt. Die Empfangsbestätigung dieser Sendung traf von der in Mailand auf der Via la Piama wohnenden Bianca Tonsi am 2. Mai 1894 hier ein.“ Wie eine Litanei hat die Oberin diesen Bericht heruntergebetet. Und wie ein Gebet ist er von den beiden Menschenkindern, von Hella und Claus Classen, mitangehört worden. Auf dem Weg bis zum Friedhof sprechen beide kein Wort. — Mit Mühe und erst nach langem Suchen wird das Grab gefunden. In wild überwucherndem Unkraut steht ein Granitstein, der im Laufe der Jahre fast ganz in die Erde eingesunken ist. Eine Inschrift ist nicht mehr zu erkennen. Doch der alte Totengräber schwört Stein und Bein, daß dieses Grab das einer deutschen Dame sei. Während Hella mit dem Totengräber verhandelt, bleibt Classen allein am Grab der Mutter. Nach einer halben Stunde muß er Abschied nehmen. Gegen ½6 Uhr geht der Dampfer nach Neapel zurück, und Hella und Claus müssen sich beeilen, um noch zu seiner Abfahrt zurechtzukommen. Auf dem Achterdeck des Schiffes sitzen sie in ihre Mäntel gehüllt und blicken auf das immer mehr in der Ferne verschwindende Sorrent zurück.— Die Natur stellt diesem Abschied der Sohnes von der Mutter die grandioseste Kulisse. Der ganze Horizont ist von der untergehenden Sonne glutrot erleuchtet.— Als der Sonnenball immer kleiner wird und allmählich die dunklen Nachtwolken am Himmel heraufziehen, übernimmt der Vesun die weitere Festbeleuchtung. Steil schießt aus seinem Krater die Flamme zum Himmel empor.— Gebannt verharrt der Blick der beiden auf dieser großartigen Feuersäule.— Ganz in die Betrachtung dieses wunderbaren Naturschauspieles versunken und der Erinnerung an die eben erlebten Stunden hingegeben, spüren sie die scharfe Brise des Abendwindes gar nicht, der um ihre Gesichter streicht. Erst durch den heulenden Schrei der Schiffssirene werden sie aus ihren Träumen gerissen.— Als sie sich erheben und nach dem Vorderdeck gehen, bietet sich ihnen ein unvergleichlicher Anblick: Von tausend und abertausend Lichtern der Stadt strahlend hell erleuchtet, liegt die Küste Neapels vox ihren Augen—— Noch in der Nacht fahren sie nach Rom, um am nächsten Morgen bei Herrn Alexander Tonsi in der Via Fanagosta 34 vorzusprechen. Leider treffen sie den Herrn nicht mehr an. Er hat bereits das Lokal seiner Mutter in Mailand übernommen. Claus und Hella müssen also in Mailand die Fahrt noch einmal unterbrechen. Am nächsten Abend erhalten sie dann von ihm in einer Hinterstube seiner Kneipe die Aufzeichnungen seiner verstorbenen Mutter. Zunächst ist er in seinen Forderungen ein bißchen unverschämt, aber dann macht er es doch sehr billig. Von der Erbschaft Christines an ihren Sohn ist allerdings nur noch die alte Bibel und das Gesangbuch vorhanden. Alles andere war von der gemütvollen Mutter Tonsis längst zu Geld gemacht worden. Während Hella und Claus nachts über den Simplon nach Deutschland zurückfuhren, finden sie in ihrem Abteil nur wenig Schlaf. Sie sind vollauf damit beschäftigt, das Matertal der würdigen Dame Bianca zu überprüfen. Es enthält Dokumente einer abgrundtiefen Gewissenlosigkeit. Gleich hinter Basel, während sie über den Rhein fahren, müssen sie der Paßkontrolle ihre Pässe vorweisen. Als der Beamte Stettners Staatenlosenpaß sieht, mustert er ihn ein wenig von oben herab. Claus nimmt's ihm nicht übel. Im Gegenteil: über sein Gesicht gleitet ein Lächeln stillen Triumphes. Ueber ein kleines, weiß er ja, wird er diesen Paß nicht mehr benötigen. Da wird er im Besitz eines regelrechten deutschen Reisepasses sein, in dem sein richtiger Name Claus Classen und alle übrigen notwendigen Personalien ordnungsgemäß eingetragen sein werden. Im=Zug, die glücklichen Gesichter an die Fensterscheiben gedrückt, blicken Claus und Hella freudestrahlend in die deutsche Landschaft hinaus. Jetzt sind sie wieder zu Hause! In der Heimat! Im Vaterland! Im Neunzig=Kilometer=Tempo saust der Zug an den Schwarzwaldbergen vorbei. Es ist eine Fahrt mitten in den Frühling hinein. Lange Zeit herrscht Schweigen zwischen ihnen. Jeder hängt seinen eigenen Gedanken nach. Heute — denkt Claus im stillen— würde die Mutter ein besseres Schicksal erwarten. Heute würde sie sich nicht von traditionsbefessenen Krämerseelen ins Ausland verschicken zu lassen brauchen, um ihr Kind zur Welt zu bringen Und wie zur Bekräftigung seiner Gedanken wendet er sich wieder Hella zu und bricht als erster das Schweigen. „Ich glaube, Liebling“, meint er, ihr zärtlich übers Haar streichend,„wir können mit dem Ergebnis der ersten Etappe unserer Fahrt ins neue Leben ganz zufrieden sein.“ Lanasam hebt sie den Kopf. Freudestrahlend flüstert sie:„Jawohl, Liebster! Das glaube ich auch. Wir können sehr zufrieden sein.— Du und ich— und— wir alle drei!“ Ende. Gustrop=Kaufr! Castrop=Rauxel, den 16. Februar 1936. Mutter Was bedeutet eigentlich das Wort„Mutter"? Die Mutter ist es, die uns ihre ganze Liebe anDer neue Tholmeister der Chotgemeinschaft „Diederhaut Zanl Mal was anderes! Das war der Grundsatz, der uns bei der Auswahl unseres neuen Romans Die Mutter ist es, die uns ihre ganz gedeihen läßt. vom ersten Lebenstage bis zum Tode. Als Kind merken wir nicht, wieviel Sorgen und schlaflose Nächte sie um uns gehabt hat. Viele Tränen sind geflossen, die wir nie gesehen haben. Manchen Aerger haben wir ihr gemacht und sie hat uns immer mit der gleichen Liebe bedacht. Sie hat uns Tugenden gelehrt und zum Guten angehalten. nichts hat sie für sich selbst beansprucht. Erst der Vater, dann die Kinder und was übrig blieb, es war meist nichts, das war der Mutter. Oft selbst krank, hat sie weiter für die Familie sich geopfert. Ist dies nicht ein Stück stilles Heldentum? Die Mutter hat immer den Grundsatz vor Augen gehabt: „Gemeinnutz geht vor Eigennutz“. Leider wird von einer Mutter viel zu wenig geredet. Unser Führer hat von seiner Mutter eine hohe Meinung. indem er schreibt:„Meinen Vater habe ich verehrt, aber meine Mutter geliebt“. Besser kann man von einer Mutter nicht reden. Mutter und Vaterland gehören zusammen, denn ohne Mutter ist ein Vaterland undenkbar. Darum deutsches Mädel, setze deinen ganzen Stolz darein, nicht nur mal Frau zu sein, sondern Mutter, umgeben von einer frohen. gesunden Kinderschar. Dann erst bedeutet die Ehe für Dich das wahrhaft höchste Glück, es ist doch so schön, für Menschen sorgen zu können, die man liebt. Dr. haus Wedig-Bonn Zum Nachfolger Dettingers, der bekanntlich vor längerer Zeit einer ehrenvollen Berujung zum Chorleiter des MGV.„Liederkranz“ in Stuttgart folgte. wurde jetzt der Dirigent des Bonner MGV., Dr. Hans Wedig, gewählt. Der Neugewählte, der bis jetzt gleichzeitig auch Kreischormeister des rheinischen Sängerkreises 11 war. stand mit 56 Bewerbern in der Wahl. Seine Wahl erfolgte gleich ohl einstimmig. wie s. Zt. Dettinger. sowohl den Dortmunder Lehrer=Gesangverein, einschl. des Frauenchores. als auch die Chorgemeinschaft„Liederhalle=Harmonie“ Castrop=Rauxel leiten. Der neue Chormeister entstammt dem Industriegebiet. Er wurde 1898 zu Essen geboren. Seinem Studium oblag er an der Bonner Universität und am Kölner Konservatorium. 1921 promovierte er zu Bonn in Musikgeschichte. Literatur und Kunstgeschichte zum Dr. phil. Von 1921—28 als Opernkavellmeister an den Theatern in Darmstadt. M Gladbach und Ulm tätig, übernahm er 1929 die Vertretung des Bonner Generalmusikdirektors und war von 1930—33 Leiter des Städt. Gesangvereins Bonn(Oratorien= und Sinfoniekonzerte). Seit 1930 ist Dr. Wedig Chormeister des„Bonner Männergesangvereins“. Außerdem leitete er viele Chöre und Orchester in Aufführungen eigener Chor= und Orchesterwerke in Aachen. Barmen. Berlin. Bochum, Essen, Freiburg. Heidelberg. Köln. Stuttgart. Wiesbaden u. a. In Dortmund dirigierte er bereits dreimal eigene Werke in den Städtischen Konzerten von Professor Sieben, das letzte Mal am 15. April 1935(Klavier= konzert B moll, ov. 7 mit Wilhelm Backhaus als Solist). Die Presse urteilt: Dr. Hans Wedig ist ein ausgezeichneter Komvonist— bedeutender Orchesterdirigent— einer der besten jungen Führer auf dem Männerchorgebiet, wo er Qualitäts=Tradition mit den neuen Ideen unserer Zeit in besonderer Weise zu vereinen versteht. Man darf wohl annehmen daß die nach langwierigem Sieben getroffene Wahl eine gute ist, die ganze Entwicklungsgeschichte des neuen Chormeisters der genannten Chorvereinigungen spricht dafür. daß er der Mann ist, der das von Dettinger in zielbewußter Arbeit Geschaffene fortführen und zur vollsten Entfaltung bringen wird. Die bewährte Sängertradition der beiden ältesten MännerGesang=Vereine unserer Stadt wird in ihm einen liebevollen Betreuer finden. Seine Aufgabe wird es vor allem sein. den von Dettinger in mühevoller Kleinarbeit aus den Chören des „Liederhalle" und MGV.„Harmonie" nach der Zusammenlegung zur„Chorgemeinschaft“, gebildeten Klangkörper weiter zu formen und durch intensive Schulung zu weiteren Erfolgen zu führen. Die Aufnahme der Tätigkeit des neuen Chormeisters wird wahrscheinlich schon im nächsten Monat erfolgen. Wir heißen Dr. Hans Wedig an seiner neuen Wirkungsstätte recht herzlich willkommen und rufen ihm zu seinem Wirken im heimischen Musik= und Konzertleben ein kräftiges„Glückauf" zu. Der Unsichtbare von Arnold Valentin leitete. Wir glauben, daß wir damit in Sinne aller Leser handelten, die gewiß die spannende Geschichte von Ansang bis Ende mit größtem Interesse verfolgen werden. legen, wie groß der Viehbestand in Castrop=Rauxel trotz der scheinbar alles überragenden Großindustrie noch ist. Auf dem Modell im Raum 1(Archiv und Statistik) des Museums ist das Ergebnis der Viehzählung der Jahres 1933 festgehalten. Für je 50 der damals gezählten Tiere wurde 1 Figur aufgesetzt. Für die über 40 000 Hühner stehen also da über 800 Hühner=Figuren. Ferner stehen da 131 Kaninchen, 115 holzgeschnitzte Schweinchen 119 Tauben usw. Da im Stadtgebiet nur 1 Esel gezählt wurde und dieser eine Esel durch einige witzige Umstände eine besondere Bedeutung erlangt hat, durfte er nicht fehlen. Auch für ihn wurde eine Figur hingesetzt. Die * 4 Aus der Bewegung Beim Mitglieder=Avpell der RSDAP. anläßlich der Trauerfeier für den ermordeten Landesgruppenleiter Gustloff wurden anschließend an den Gemeinschaftsempfang durch den Ortsgruppenleiter Wegner im Wesselsschen Saale gegen 40 Parteigenossen unter Aushändigung der Mitgliedsbücher verpflichtet Der Stellv. Kreisleiter Vogt hieß die neuen Parteimitglieder zur Mitarbeit men. Er wies sie vor allem darauf hin, daß die Mitgliedschaft in der Partei für sie erhöhte Pflichten bedeute. Bisch auch am Bienslag Ein zweiler Fischlag in der Woche zur Unterbringung der Massenfänge Erholungsaufenthalt in Frönspert 35 Volksgenossen aus Castrop=Rauxel, die mehrere Wochen im Erholungsheim der Deutschen Arbeitsfront Westfalen=Süd in Frönsvert weilten, kehrten in ihre Heimat zurück. Alle waren voll des Lobes über den Aufenthalt. der ihnen allen wirklich gut getan und sie mit neuer Kraft und neuem Arbeitseiser erfüllt hat. Zehr Mitglieder der hiesigen Arbeitsopferversorgung traten die Ausreise nach Frönspert an, um dort inmitten des schönen Sauerlandes ihren Erholungsurlaub zu verbringen. Nach den Meldungen aus den deutschen Fischereihäfen ist in den Monaten Februar bis April mit größeren Seefischanlandungen zu rechnen. Besonders werden Kabeljau, Seelachs. Rotbarsch und Schellfisch auf den Markt kommen und bei den zu erwartenden günstigen Fangergebnissen eine vielseitige und preiswerte Gestaltung des täglichen Speisezettels ermöglichen. Der Reichsnährstand und seine Hauptvereinigung der deutschen Fischwirtschaft werden alles dazu tun, um den Seefisch bis in die entferntesten Teile des Reiches schnell und preiswert zu schaffen, damit die reichen Fänge dazu dienen können die Fleischversorgung zu ergänzen. Jede Hausfrau weiß ja heute, daß Seefisch genau so nahrhaft ist wie Fleisch, und kennt die mannigfaltigen Arten der Zubereitung, die den Fisch in immer neuartiger Form zu einer gern gesehenen Abwechselung der Speisekarte werden lassen. Der Reichsnährstand hat gemeinsam mit der Hauptvereinigung mit sofortiger Wirkung für Februar. März und April die Provagierung eines zusätzlichen Fischtages für dringend notwendig gehalten, um die erwarteten Massenfänge restlos dem Verbrauch zuzuführen. Die Hausfrau soll es sich daher zur Pflicht machen. an diesen Fischtagen für die Hauptmahlzeit nur Fisch zu verwenden, ebenso wie in den Gaststätten und Verpflegungsgemeinschaften Fisch als Hauptgericht gereicht wird. Als Fischtag, der in jeder Woche eingehalten werden soll, ist für Westfalen und Rheinland der Dienstag festgesetzt. Die Fischtage werden sicher dazu beitragen, daß auch reiche Anlandungen in vollem Umjange der menschlichen Ernährung zugeführt werden können. Auch für ihn wurde eine Figur hingesetzt. Die Spielwarenfiguren sind samtlich handgeschnitzt uno stammen aus dem sächsischen Erzgebirge.— Der weiteren Erläuterung des Namens Industriestadt im Grünen“ dient die beigegebene Tafel mit der schematischen Aufteilung der Gesamtfläche Castrop= Raurels nach ihrer Verwendung. Der Text auf der Tafel verdient auch an dieser Stelle festgehalten zu werden. Er lautet:„Von allen Städten im Deutschen Reich stand Castrop=Rauxel 1933 mit seiner Handarbeiter=Bevölkerung an dritthöchster Stelle. Trotzdem beherbergte die Stadt 56 bäuerliche Erbhöfe, eine Zahl die von keiner anderen Industriestadt im Verhältnis zu ihrer Größe erreicht wird. Castrop=Rauxel führt daher mit Recht den Namen'„Industriestadt im Grünen“ Von den 4422 Hektar Gesamtfläche der Stadt waren Grünfläche 70.8 Prozent. Wohnfläche 133 Prozent Verkehrsfläche 8,5 Prozent, Industriefläche.4 Proz Ein 1600jähriges Märkyrergrab Zum Pfarrer von Wiedenbrück ernannt Pfarrer Friedrich lange Jahre Pfarrvikar rin war. wurde durch di Wiedenbrück versetzt. S wurde Pfarrvikar Josef Klüner, der bekanntlich von St. Franziskus Schwesie Bischöfliche Behörde nach Sein Nachfolger in Marten Blume aus Hagen=Haspe. Uebergangszeit für Schützenvereine Solange sich der Deutsche Schützenverband in der Umorganisation und seine jetzt ausgelösten bisherigen drei Unterverbände(Deutscher Schützenbund. Deutsches Kartell für Sportschießen und Reichsverband Deutscher Kleinkaliber=Schützenverbände) in Liquidation befinden, sind die Unterverbände als Abwickelungsstellen mit der Einziehung der Beiträge für das Jahr 1936 in der gleichen Weise beauftragt. wie sie diese im Jahre 1935 eingezogen haben. Jeder Verein des Deutschen Schützenverbandes hat daher für das Jahr 1936 an dieselbe Stelle. an die er 1935 seinen Beitrag abgeführt hat, den Beitrag für zahlen. Ebenso hat er allen sportlichen Anordnungen dieser Stellen im Jahre 1936 ebenso Folge zu leisten wie im Jahre 1935. Die Fundpolizei meldel: Ein Lederhandschuh gesunden! Theinamtisel eöffnei Mittmochs vnd Sometoge 16- 10 Sihr gebgue: Wiilbote und Sumstage h 19 Uhr Sonntags 10- 13 Uhr. 4 Eintrittegeld 10 Kpfa Xanten. Der Bischof von Münster weihte einen neuen Altar über der ersten Krypta des Tantener Domes ein, die über den Gräbern zweier christlicher Märtyrer der Tebäischen Legion vor 1600 Jahren errichtet wurde. Ueber diesem Grab wurde der spätere Tantener Dom in römischer, in fränkischer. dann in romanischer und zuletzt in gotischer Zeit gebaut bzw. umgebaut. Bezeichnend ist das Gutachten namhafter Kriminalanatomen über die beiden Skelette. die unter einer Mensa. einem Altartisch. tief in der Erde gesunden wurden. Aus ihrer zusammengekauerten Lage. aus Bruchstellen an einzelnen Knochen und aus nachweisbaren Bluttpritzern innerhalb der Skelette geht einwandfret hervor, daß der Tod durch äußere Gewalt herbeigefuhrt wurde. Der Grabsund ist so belassen worden, wie er seit 1600 Jahren besteht. Warum„Industriestadt im Grünen“? Eigentumsansprüche sind binnen Jahresfrist bei der Ortsvolizeibehörde. Kirchplatz 3. geltend zu machen. Bei der Einrichtung des Heimatmuseums war die Notwendigkeit gegeben, in dem Raum für Archiv und Statistik auch auf den Aufbau der Stadt hinzuweisen, die schon gleich nach ihrer Bildung den Beinamen„Industriestadt im Grünen“ erhielt. Zur Vermeidung trockener statistischer Darstellungen wurde der Auffälligkeit halber der Versuch unternommen, an Hand des Ergebnisses einer Viehjäh. Wenn Miele uam Kaller Auch Sie Können so wohnen! Besuchen Sie deshalb die Auskunfistelle: le hbücherei Frl. Lemberg, Castrop-Rauzel 1, Widumerstr. 3 der Eigenheimschau Dorimund Weißenburger Straße 3, Fernsprecher 34376 Unverb ndliche Beratung Verlangen Sie die wichtige Baumappe mit 50 Eigenheimen für.— RM. 50— 70% Ersparnis gegenüber Vollmischfütterung bei Aufzucht von Kälbern, Ferkeln usw., erstklassige Mastschweine, hochbewertete Kaninchen, gläu* zende Behaarung, erhöhte Eierablage durch M. Brockmanns Kälbernährmehl, Mischfutter auch für Kleintiere und Geflügel „Mastodon“. Eeprobte Tutterzusammenstellungen enthält M. Brochmanns „Ratgeber“. Neue(.) Ausgabe kostenlos in den Verkaufsstellen oder von M. Brochmann Fabr., Leipzig=Entritzsch „Mastodon"=Verkaufsstellen: Castrop=R. 1: H. Hethen Futterm. Münsterstu 35. W. Lamberz. Futterm., Bochumer Str. 71:..,2: Drog. G. Gotzmann:.=R. 4: A. Nohrer: Droa F. Stork. rah ht i sen 13 Jahren an Husten und asthmatischen Beschwerden. Mit Musta-Elvein in kurzer Zeit auf die Beine gekommen. A Steinwedel. Rostock, den 19.6 1933. Fritz Reuterstr. 26. 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