Pee.Ma Anapte,inm für Castrop=Rausel und Umgebung 62. Jahrg. Castroper Zeitung v. 9- Losbeßeloreis 2 FM monatlich, Erlagansoriche können hoch und 72 breit 25 Vig. Nachlaß nach Pauvolor Pougsto Nachrichtan v. Soteu, uus Verlag, Beisg Sanng in Lasleg=entel, den don M. v. D. Przolasge auc bir die Luich Kersberchet Kauxetei Neueste Nachrichten aufgegebenen, sowie für undeutlich geschriebene Austräge wird Bladenhorster Tageblatt Welter in Castrop=Rauxel. Du. s. 36 1815. Sa.Nr. 2151 Castrov, nachm. tags zuvor. Ersülungoort u. Gerichtskand Castrov=Rauxel. Nr. 41 Amtliches Veröffentlichungsblau für den Landgerichtsbezirl Dortmund. Allgemeines Kreisblau für den Stadtkreis Castroy=Raurel. Dienstag, den 11. Februar 1936 Jeeinunge sde=Lengtonien.....,! Jacharbeiter, handwerker und Musiker haben günstige Aussichten dnb. Berlin, 10. Febr. Zu Beginn jedes Vierteljahres werden Freiwillige für den Flottendienst der Kriegsmarine eingestellt. Meldung jederzeit. Dienstzeit vier bis fünf Jahre, für Unteroffiziere zwölf Jahre und mehr. Besonders günstige Aussichten bestehen für Freiwillige, die einen der folgenden Berufe drei Jahre erlernt haben: Schlosser aller Arten, Elektriker aller Arten, Feinmechaniker, Mechaniker, Schmiede, Kupferschmiede, Klempner, Installateure, Former, Musiker aller Instrumente. Die Freiwilligen müssen deutsche Reichsangehörige, deutschblütig, wehrwürdig, unbescholten und unverheiratet sein. Folgende Geburtsjahrgänge kommen zur Zeit in Betracht: 1913, 1914, 1915, 1916, 1917, 1918, für die Einstellungen im Jahre 1937 auch: 1919. Die Bewerber sollen für ihr Alter gut entwickelt, kräftig gebaut und frei von solchen Fehlern(insbesondere ansteckenden Krankheiten) sein, die ihre Gesundheit, Beweglichkeit und Ausdauer nennenswert beeinträchtigen. Sie müssen nach marineärztlichem Urteil tauglich sein. Angehörige des Jahrgangs 1915 und jüngere, die zum 1. Oktober 1936 und später eingestellt werden, müssen den Arbeitsdienst abgeleistet haben. Der Reichsarbeitsdienst stellt Marinefreiwillige, die für die Kriegsmarine angenommen sind, jährlich zum 1. April oder 1. Oktober bevorzugt ein. Das Einstellungsgesuch ist mit dem Vermerk: „Gesuch um Einstellung in den Flottendienst" an den II. Admiral der Ostsee(Einstellung) in Kiel oder an den II. Admiral der Nordsee(Einstellung) in Wilhelmshaven zu richten. Frühzeitige Meldung ist schon mit Rücksicht auf den Arbeitsdienst notwendig. Dem Einstellungsgesuch sind beizufügen: a) von Gemusterten der Musterungsausweis und gegebenenfalls der Ersatzreserve==Schein, von Nichtgemusterten der Freiwilligen=Schein, zu erbitten von der polizeilichen Meldebehörde, b) ein ausführlicher, selbstgeschriebener Lebenslauf. Dieser muß mindestens enthalten: Vor= und Zuname, Geburtstag und-ort, Angaben über Schulbesuch, Beruf und Beschäftigung oder Arbeitslosigkeit nach der Schulentlassung, über etwa abgeleisteten Arbeitsdienst, genaue und deutliche Anschrift, c) ein Briefumschlag mit Anschrift des Bewerbers und d) zwei Lichtbilder des Bewerbers. Vorstellung in Kiel oder Wilhelmshaven ohne ausdrückliche Aufforderung dazu ist nur erwünscht, wenn der Bewerber im Besitz genügender Barmittel für die Hin= und Rückreise ist. Ridleilhzastand in Jheten Beschwerde an die Mandatskommission des Völkerbundes onb. Jerusalem, 10. Febr. Die Lage im Generalstreik hat sich verschärft. Man erwartet die offizielle Verkündung des Kriegsrechts über ganz Syrien. Das englische Konsulat in Damaskus hat eine Militärwache erhalten, da die Menge über englische Rundfunknachrichten stark empört ist. In den Meldungen war behauptet worden, die Streikenden trügen sich mit Plünderungsabsichten. Am Sonntag kam es in Damaskus wiederum zu Zusammenstößen. Auf beiden Seiten gab es Verwundete. Zwölf Personen wurden festgenommen. Die Hausbesitzer sollen beschlossen haben, die Ladenmieten für die Dauer des Streiks zu erlassen. Am Sonntag wurde auch in Tripolis gestreikt. Man befürchtet ein Uebergreifen des Ausstandes auf das Libanon=Gebiet. Der Präsident der syrischen Kammer hat ein Protesttelegramm an den Völkerbund und das französische Außenamt gerichtet, worin er Verwahrung wegen des Blutvergießens in Homs und in Hama einlegt. Ebenso haben sich 50 Mitglieder des Parlaments des Irak beschwerdeführend an die Mandatskommission des Völkerbundes gewandt und dabei die französische Syrien=Politik für die augenblickliche Lage verantwortlich gemacht. Wie gerüchtweise verlautet, soll General Weygand, der augenblicklich in Aegypten weilt, sofort nach Syrien abreisen. Sowjetrussische Entschuldigung in Reval onb. Reval, 10. Febr. Der sowjetrussische Gesandte in Reval hat heute im Namen seiner Regierung der estländischen Regierung gegenüber sein aufrichtiges Bedauern über die am 5. Februar erfolgte Verletzung des Grenzrechtes durch drei sowjetrussische Militärflugzeuge ausgedrückt und mitgeteilt, daß der Vorfall einer strengen Untersuchung unterzogen worden sei. Diese Erklärung des Gesandten ist, wie hier hervorgehoben wird, im Gegensatz zu früheren ähnlichen Vorfällen mit überraschender Schnelligkeit erfolgt. Muritionsfabriken in England onb. London, 10. Febr. Wie„Daily Herald“ meldet, wird zur Zeit eine große Zahl neuer Munitionsfabriken in England eingerichtet, um den dringenden Regierungsaufträgen nachkommen zu können, die von den bereits bis zur Grenze ihrer Leistungsfähigkeit arbeitenden Munitions=Großfirmen nicht mehr bewältigt werden können. Die neuen Fabriken sollen in der Hauptsache Granaten herstellen. Besonders werden Firmen herangezogen, die im Besitze von Stahlgießereien sind. In der Ortschaft Leiston in Suffolk ist eine seit vier Jahren stillgelegte Fabrik wieder eröffnet worden, um einen großen Regierungsauftrag auf Granaten durchzuführen. Zu diesem Zwecke werden tausend Arbeiter auf mindestens ein Jahr neu eingestellt. 75 000=RM.=Gewinn gezogen Berlin. In der Montagsziehung der 5. Klasse der Preußisch=Süddeutschen Klassenlotterie fiel ein 75000=RM.=Gewinn auf die Los=Nr. 313 153. Das Los wird in der 1. Abteilung in Achtellosen in Hessen, in der 2. in Achteln in Baden gespielt. Neues Euhihsases Küdinlen? Bildung eines britischen Wehrministeriums? dub. London, 10. Februar.„Morning Post“ meldet, eine zweite Umbildung des Kabinetts Baldwin, die bereits kurz vor den Neuwahlen in Aussicht gestellt worden war, werde voraussichtlich Anfang März durchgeführt. Der Hauptgrund für die Umbildung sei die Notwendigkeit, den englischen Marineminister Lord Monsell zu ersetzen. Lord Monsell habe wiederholt seine Absicht mitgeteilt, sich aus dem aktiven politischen Leben zurückziehen und nur bis zum Abschluß der Flottenkonferenz im Amt bleiben zu wollen. Da, wie man glaube, die Flottenkonferenz ihre Arbeiten bis Ende Februar abschließen könne, sei es wahrscheinlich, daß bereits der Nachfolger Lord Monsells die im März fälligen Haushaltsvoranschläge der Flotte im Unterhaus vorlegen werde. Das Blatt erinnert daran, daß Winston Churchill und der Haupteinpeitscher der Regierung, Margesson, seinerzeit als etwaige Nachfolger Lord Monsells genannt worden seien. Ein neuer Anwärter sei auch der ehemalige Außenminister Sir Samuel Hoare. In gutunterrichteten Kreisen glaube man, daß Baldwin sobald wie möglich Sir Samuel Hoare wieder eine führende Stellung im Kabinett verschaffen werde. Unwahrscheinlich sei es aber, daß Hoare für den neu zu schaffenden Posten eines Wehrministers ausersehen sei, dem die Durchführung des englischen Aufrüstungsprogrammes übertragen würde. Vielmehr sei das Kabinett zu dem Schluß gekommen, daß der Vorschlag, ein Wehrministerium zu bilden, dem die drei Ministerien für Krieg, Flotte und Luft untergeordnet würden, undurchführbar sei. Gleichzeitig mit Lord Monsell werde Baldwin möglicherweise auch den bisherigen Luftminister Lord Swinton ersetzen wollen, der sich ebenso wie Monsell nicht mehr an den letzten Unterhauswahlen beteiligt hatte und ins Oberhaus berufen worden war. Angesichts des großen Umfanges des englischen Aufrüstungsprogrammes wwerde jedem Personalwechsel unter den militärischen Ministerien allergrößte Bedeutung beigemessen. Man nehme an, daß es auch zu einigen weiteren Personalwechseln in anderen Ministerien kommen würde. Ein Antrag für die Bildung eines Wehrministeriums wird am Freitag dieser Woche von Konteradmiral Sueter im Unterhaus eingebracht werden. Bei dieser Gelegenheit wird es voraussichtlich zu einer kleineren Aussprache über Rüstungsfragen kommen. Im Oberhaus wird am Dienstag ein die englische Aufrüstung behandelnder Antrag erörtert werden. Gülfiige Lage des krornismdentes dnb. Berlin, 10. Febr. Die winterliche rückläufige Bewegung im Arbeitseinsaz ist im Januar, wie die Reichsanstalt für Arbeitsvermittlung und Arbeitslosenversicherung berichtet, vor allem unter dem Einfluß der milden Witterung, beinahe vollständig zum Stillstand gekommen. Während die Zahl der Arbeitslosen im Dezember um 524000 anstieg, hat sie im Januar 1936 nur um 12000 oder 0,5 v. H. zugenommen. Diese günstige Entwicklung bestätigt den im vorigen Bericht gegebenen Hinweis, daß das frühzeitige Frostwetter und die Arbeitspause während der Feiertage die Ursachen für das unverhältnismäßig starke Ansteigen der Arbeitslosigkeit im Dezember gewesen sind. Ende Januar wurden bei den Arbeitsämtern 2520000 Arbeitslose, d. h. rund 453000 weniger als im winterlichen Höchstpunkt des Vorjahres, gezählt. Die Festigung des Arbeitseinsatzes im Januar ist hauptsächlich auf die Wiederinangriffnahme 8 anScäg R R von Außenarbeiten zurückzuführen. Demzufolge haben in den Saisonaußenberufen die Arbeitslosen um rund 14000 abgenommen. In den mehr konjunkturabhängigen Berufen war noch eine Zunahme um 26000 zu verzeichnen. Sie ist jedoch in der Hauptsache, wie im Holzgewerbe, Gast= und Schankwirtschaftsgewerbe, Nahrungsmittelgewerbe sowie bei den Angestellten ebenfalls jahreszeitlich bedingt und zum Teil auf die Rückkehr aus berufsfremder Außenarbeit zurückzuführen. Die Zahl der in der Arbeitslosenversicherung und Krisenfürsorge unterstützten Arbeitslosen nahm im Januac noch um 127.000 auf 1 536 000 zu. Dagegen ging die Zahl der nichtunterstützten Arbeitslosen um 112000 zurück. Auch die anerkannten Wohlfahrtserwerbslosen haben noch um 4000 auf 374000 abgenommen. Die Zahl der Notstandsarbe#ter betrug Ende Januar 162000. In gebietlicher Hinsicht war die Entwicklung im Januar verschieden. Fünf von den dreizehn Landesarbeitsamtsbezirken konnten bereits einen leichten Rückgang in der Arbeitalosenzahl meiden. Aber auch in den Landesarbeitsamtsbezirken, die insgesamt noch einen Zugang an Arbeitslosen zu verzeichnen hatten, befindet sich eine Reihe von ländlichen Arbeitsamtsbezirken, in denen ebensalls bereits eine Entlastung im Arbeitseinsatz eingetreten ist. Der Kundfunk darf Schallplatten senden! dub. Berlin, 10. Febr. Vor dem Kammergericht Berlin wurde am Montag in zweiter Instanz das erstinstanzliche Urteil des Landgerichts Berlin vollinhaltlich bestätigt. Danach ist der Rundfunk berechtigt, Musikschallplatten ohne Zustimmung der Schallplattenhersteller zu senden. Soweit es sich um die Kosten des Rechtsstreites handelt, hat sich das Kammergericht auf einen für den Rundfunk günstigeren Standpunkt als das Landgericht gestellt. Es hat entschieden, daß die Schallplattenhersteller%0 und der Rundfunk ½0 der Kosten zu tragen haben. Das Kammergericht ist zu dieser Entscheidung aus der Erwägung heraus gekommen, daß die reinen Vortragsplatten gegenüber den früher im Rundfunk gesandten Musikschallplatten nur einen ganz geringen Hundertsatz ausmachen. Suln Nurmela, der mit zu der siegreichen finnischen Staffel gehörte, die am Montagmittag den Ski=Staffellauf knapp vor Norwegen gewann. (Presse=Bild=Zentrale—.) Auf der Bobbahn wird noch trainiert Die Bobrennen sind bekanntlich verschoben worden, so daß die Teilnehmer noch Zeit haben, ein gründliches Training auf der Bahn durchzuführen. Unser Bild zeigt einen Viererboh, in Garmisch= Partenkirchen.(Schirner— D4.) Gießen. Am Montagnachmittag versuchten zwei Mädchen im Alter von 15 und 9 Jahren, auf der dünnen Eisdecke eines Leiches bei der Grube Friedrich in Trais Horloff Schleifen zu ziehen. Wenige Meter vom Ufer entfernt brachen die beiden Kinder plötzlich ein und gingen unter. Ein achtjähriger Knabe, der ihnen zu Hilfe kommen wollte, brach ebenfalls ein. Alle drei Kinder ertranken. hodza und Tuchatschewski in Paris Neue Pariser Besprechungen dnb. Paris, 10. Febr. Der tschechoslowakische Ministerpräsident Hodza, der sich zur Zeit in Paris aufhält, hatte am Montagvormittag eine Unterredung mit dem Generalsekretär am Quai 'Orsay, Legér. Der sowjetrussische General Tuchatschewski, der am Sonntagabend aus London kommend in Paris eingetroffen ist, wird sich voraussichtlich zwei Tage in der französischen Hauptstadt aufhalten, bevor er nach Moskau zurückkehrt. Tuchatschewski wird u. a. mit dem französischen Kriegsminister Maurin, dem Kriegsmarineminister Pietri und Luftfahrtminister Déat zusammentreffen. Am Montagvormittag hatte er eine Unterredung mit dem Chef des Großen Generalstabes, General Gamelin. Zusammenkünfte mit dem Chef des Admiralstabes, Vizeadmiral Durand=Viel und dem Chef des Generalstabes des Luftheeres, General Pujo, sind ebenfalls vorgesehen. Der tschechoslowakische Ministerpräsident hatte am Montagnachmittag eine einstündige Unterredung mit Flandin. Beim Verlassen des Quai 'Orsay erklärte er, er sei glücklich feststellen zu können, daß er mit Flandin in allen Punkten über die politische Lage in Europa im allgemeinen und in Mitteleuropa einig sei, und dies selbst in den heikelsten Einzelheiten. Japan greift die Kohsloff-Frage auf onb. Tokio, 10. Febr. Der Sprecher des Auswärtigen Amtes betonte in einer Erklärung, daß der Weltfrieden solange gefährdet sei, als das Grundproblem der Völkerverständigung, die Neuaufteilung der Rohstoffgebiete, nicht gelöst sei. Alle vom Völkerbund ausgehenden Bemühungen, den Frieden zu festigen, seien wegen der Nichtbeachtung der Rohstoff=Frage zum Scheitern verurteilt. Deuischiund graßi seinen toien Wilhelm Gustloffs letzte Jahrt durch Heimalland Einheitsfront=Tagung ond Sonderzug Singen- Stuttgart, 10. Febr. Begleitet vom Klang dumpfer Jungvolk=Trommeln hat der Sonderzug mit den sterblichen Ueberresten des Landesleiters Gustloff Singen verlassen. Er tritt nun seine 15stündige Fahrt an, um den Gefallenen in seine Heimat zu überführen. Die ganze Welt soll es sehen: So ehrt Deutschland seine Helden! Der Leiter der Auslandsorganisation, Gauleiter Bohle, geleitet selbst seinen dienstältesten Landesgruppenleiter in seine deutsche Heimat, an seiner Seite jeweils der erste politische Hoheitsträger aller Gaue der RSDAP, die auf der Fahrt berührt werden. 50 politische Leiter und die Leiter der nationalsozialistischen Gliederungen der Landesgruppe Schweiz nehmen an der letzten Fahrt teil. Im Auftrage des Reichsjugendführers begleitet Oberbannführer Müller die Leiche Gustloffs, der Inhaber des Goldenen Ehrenzeichens der HI war. Aus jedem Haus, das an der Bahnstrecke liegt, grüßen Volksgenossen mit erhobener Rechten den Zug. Auf allen Bahnhöfen stehen Abordnungen und Formationen. Die Schulklassen warten längs der Strecke. Die Betriebsgefolgschaften von großen Werken, die unmittelbar an der Strecke liegen, stehen im Werkskleid vor ihrer Fabrik. Kraft= und Radfahrer entbieten stumm den letzten Gruß. Streckenarbeiter auf dem Bahnkörper und Bauhandwerker auf ihrem Gerüst halten inne in ihrer Arbeit und grüßen mit der Rechten, in der Linken ihr Arbeitswerkzeug. Zwischen Singen und Tuttlingen kommen wir aus dem badischen ins württembergische Gaugebiet. Vom Flugplatz Böblingen ab begleitet ein Flugzeug den Sonderzug nach Stuttgart. Die Gedenkfeier auf dem Stuttgarter " Hauptbahnhof Auf dem Bahnsteig 9 des Hauptbahnhofes, der mit Fahnen und Blattpflanzen würdig geschmückt ist, haben sich mit den Ehrenformationen die führenden Männer von Partei und Staat eingefunden. Um 10,25 Uhr läuft der Sonderzug in die Halle zu kurzem Aufenthalt auf der weiten Reise nach dem Norden ein. Im gleichen Augenblick klingt, gespielt von der SA=Standartenkapelle 119, leise das Lied vom guten Kameraden Als das Lied vom guten Kameraden verklungen war, sprach Gauleiter Dr. Hellmuth.„Bei der Schreckenskunde von dem Mord an dem Landesleiter Gustloff", so führte er aus,„erinnerten wir uns 13 Jahre zurück, seit wir in MainFranken das erste Mordopfer der Bewegung zu beklagen hatten, und wir stellten fest, daß die Urheber des Verbrechens dieselben Feinde des Dritten Reiches waren. Er wird fortleben mit den Namen der Großen der Nation, die, wie Schlageter und Horst Wessel, einzogen in Walhall.“ Auch auf den weiter berührten Stationen Erfurt und Halle fanden würdige Trauerfeiern statt, die von der tiefen Anteilnahme und der großen Empörung dei Bevölkerung beredtes Zeugnis gaben. „Eine schmachvolle Kundgebung“ onb Zürich, 10. Febr. Die„Neue Züricher Zeitung“ berichtet in ihrem lokalen Teil vom 7. Februar, Morgenblatt, über eine Versammlung des neugegründeten„Schweizerischen Freiheitskomitees“, das sich aus kommunistischmarxistischen Elementen und aus Leuten, die man der politischen Boheme zuschreiben dürfe, zusammensetzt, also eine marxistisch getarnte Massenunter kommunistischer Führung in Mexiko— Schwere Ausschreitungen in Tampico— Fünf Todesopfer ond. Mexiko=Stadt, 10. Febr. Der„Ausschuß zur Verteidigung des Proletariats“ ruft für den 21. Februar zu einer Tagung auf, die der Schaffung einer Einheitsfront der Arbeiterschaft die auf. Gauleiter Murr tritt heran und nimmt mit soll Die Sagung dürfte unter kammunisti=l bewegten Worten Abschied von dem taten nen fonl. Die Tagung burste unter kommunistischer Führung stehen. bellegten Worten abschier von dem toten Parteigenossen. So wie unser Herz erfüllt ist, so führte Dn Camnien kam ar hei einen komnmmistisch er u. a. aus, mit Schmerz, so sind wir auch erIn Tampico lam es bei einer kommuntstischen füllt mit Empörung und Entrüstung über die Kundgebung gegen die Staatsregierung zu schwe Meucheltat eines feigen Juden. Möge Dein Tod ren Ausschreitungen. Die Teilnehmer feuerten der Welt die Augen öffnen über die Gefahr des auf Parteigänger der Regierung. Fünf Personen Judentums! Der Witwe des Toten wendet sich wurden getötet und 18 verwundet. unsere aufrichtige und herzliche Anteilnahme zu. Möge der Allmächtige ihr die Kraft geben, das schwere Leid zu tragen, an dem eine ganze Nation Anteil nimmt. Nach seiner Ansprache legte der Gauleiter und Reichsstatthalter Murr am Sarge einen prächtigen Kranz nieder. Der Königsmordprozeß onb. Paris, 10. Febr. Im Prozeß gegen die Mörder des jugoslawischen Königs wurde am Montag die Zeugenvernehmung fortgesetzt. Der Polizeikommissar von Melun, der als erster den Angeklagten Kralj vernommen hat, erklärte, dieser habe ihm gestanden, daß er in Aix en Provence 1500 Francs erhalten habe. Diese Ausgabe veranlaßte den Vorsitzenden zu der Feststellung, daß man es also mit bezahlten Mördern zu tun hätte. Einer der Verteidiger der Angeklagten meinte dazu, daß in diesem Falle der Preis des Blutes nicht sehr hoch gewesen wäre. Der Angeklagte behauptete, er habe seine Aussagen unter einem gewissen Zwang gemacht, denn der bei der ersten Vernehmung anwesende Beamte des jugoslawischen Innenministeriums habe eine Schlinge in einen Strick gemacht, was ihn eingeschüchtert habe. mobilisation darstelle. Von der ersten Maßnahme, der Gewinnung von Freiheitskämpfern dieses Komitees, schreibt das Blatt, sei im folgenden u. a. die Rede: „Wir könnten uns darauf beschränken, den Leser von einem Vorkommnis in Kenntnis zu setzen, das besser als alle Beweise schreckhaft deutlich den Geist dieser durch„antifaschistische" Schlagworte zusammengetrommelten Versammlung aufblitzen läßt Nur mit Avscheu schreiben wir es nieder, daß tosender Beifall die rein registrierende Bemerkung eines Redners quittierte, daß am Tage vorher der Landesgruppenleiter der NSDAP in der Schweiz das Opfer eines Attentats geworden sei. Was heißt es, daß der Redner sofort die Mordtat verurteilte? Verräterisch und für jeden Anständigen unerträglich „elementar“ war der blinde Fanatismus dieser Menschen hervorgebrochen, um deren Gunst ein „Freiheitskomitee" warb. Was müßte, so fragt man sich bestürzt und auf das tiefste niedergeschlagen, aus unserer wahren Freiheit, was müßte aus unserem Staat werden, wenn Menschen sich zu deren Hütern und Paladinen machten, die zuchtlos ihren aufgepeitschten politischen Antipathien verfallen? Man hätte von einem Freiheitskomitee, in dem auch einige bisher in der Oeffentlichkeit angesehene Männer sitzen, erwarten dürfen, daß es mutig in einer sehr deutlichen Erklärung von dieser schmachvollen Kundgebung Abstand nehme— selbst auf die Gefahr hin, den Laden mangels Zuspruchs gleich wieder schließen zu müssen. Es ist nicht geschehen...“ Nochf nein Gesianonts Jeesetol Main-Franken grüßt den Toten Auch die Bevölkerung Main=Franken gab ihrer Trauer um den ermordeten Landesleiter Gustloff erhebenden Ausdruck. Eine große Menschenmenge umsäumte den Würzburger Hauptbahnhof, die dem Landesleiter das letzte Geleit geben wollte. dnb. Schwerin, 10. Febr. Zu Beginn der vierten Verhandlungswoche im Seefeld=Prozeß kommen zwei Mordfälle zur Erörterung, die sich in der Nähe von Berlin ereignet haben. Zunächst werden die Zeugen in der Mordsache an dem elfjährigen Schüler Erwin Wischnewski aus Brandenburg(Havel) vernommen. Die als Zeugin aufgerufene Mutter Wischnewskis kann nur aussagen, daß ihr Junge lustig und guter Dinge zum Spielen auf die Straße gelaufen sei. Er habe versprochen, mittags wieder nach Hause zu kommen.„Seitdem habe ich ihn lebend nicht wiedergesehen.“ Ein 13jähriger Schüler aus Brandenburg bekundet, daß er zu der Zeit, als Wischnewski verschwand, von einem alten Mann in Brandenburg angesprochen worden sei. der ihm eine Weintraube schenken wollte. Der Junge dankte aber und lief davon. Seefeld wird jetzt wieder aus der Anklagebank herausgeführt und muß sich seinen Mantel anziehen und seinen Hut aufsetzen.„Ja, das ist der Mann von damals" erklärt der kleine Zeuge mit aller Bestimmtheit. Seefeld bestreitet wiederum. Er erklärt, daß seine Person nicht in Frage kommt. Eine wichtige, für Seefeld äußerst belastende Aussage macht sodann ein weiterer Zeuge, der am 8. Oktober, am Tage des Verschwindens Wischnewscis, mit dem Rade unterwegs war. um Beiträge für die Versicherungsgesellschaft einzukassieren. Gegen 17½ Uhr habe er in der Nähe der Schonung einen kleinen Jungen mit einem alten Mann getroffen. Er hatte den Eindruck, als seien die beiden Großvater und Enkel. Auffällig war ihm die Begegnung deshalb. weil der alte Mann den Jungen, der einen müden und schläfrigen Eindruck machte, geradezu gewaltsam hinter sich herzog.„als wenn man ein Lamm zur Schlachtbank führt". Am anderen Tage traf der Zeuge den alten Mann allein in Brandenburg wieder. Als er in der Zeitung vom Seefeld=Prozeß las, erinnerte er sich sofort an die seltsame Begegnung. Er meldete sich darauf bei der Polizei. Seefeld muß wiederum Mantel und Hut anziehen. Sofort ruft der Zeuge:„Ja, das ist der Mann von Schabenseder in Ininalener Schwerer Verlust der englischen Filmindustrie Staat um 90 000 nm. geschädigt Abgefeimter Rentenschwindler unschädlich gemacht dnb. Recklinghausen, 10. Febr. Auf Veranlassung der Staatsanwaltschaft wurde in Waltrop der 43jährige Franz Seiler festgenommen und in Untersuchungshaft gebracht. Es liegt erdrückendes Beweismaterial dafür vor, daß Seiler schon seit 1914 durch Betrügereien den Staat in empfindlicher Weise geschadigt hat. Seiler war im August 1914 zum Kriegsdienst bei der Kraftfahrtruppe eingezogen worden. Bald die Kurbel eines Kraftfahrmeldete er, daß ihm die Kurbe zeuges gegen die Brust geschlagen sei. Schließlich weilig unterbrochen werden. wurde Seiler schwer krank und verstand es, eine stellte, Schauspieler, Techniker und andere sind 7......„# lton. Er daher por# hergehend arbeitslag On den Atoliera onb. London, 10. Februar. In der Nacht zum Sonntag brach in den Filmateliers der größten englischen Filmgesellschaften in Elstree ein Feuer aus, das großen Schaden anrichtete. Es gelang zwar, des Feuers innerhalb von wenigen Stunden Herr zu werden; trotzdem ist ein Schaden von rund zehn Millionen Mark entstanden. Personen sind nicht zu Schaden gekommen. Ueber das Großfeuer besagen Einzelheiten folgendes: Es wurden bei der britischen Dominions=Filmgesellschaft alle drei Filmbühnen sowie 40 Ankleideräume und 24 Geschäftsräume vollständig zerstört. British International Pictures haben ebenfalls drei Filmbühnen, ferner 36 Ankleideräume samt Inhalt sowie die Aufnahmeabteilung eingebüßt. Die Aufnahmen mehrerer Großfilme müssen zeitEtwa 1000 Angehohe Kriegsbeschadigtenrente zu erhatten. Er#baher vorübergehend albenslos. on ven Ateliers war angeblich lungenkrank, klagte über Schmer= der British Dominions=Film=Corporation ist die zen im Kehlkopf und war stark heiser. Vor eini=gesamte Tonfilmanlage zerstört ger Zeit wurde nun Seiler einer Klinik in Mün= worden. Auch die gesamte Garderobe und die ster zur Beobachtung seines Gesundheitszustan= Kulissen wurden ein Raub der Flammen. Die des überwiesen. Im Gegensatz zu dem Befund Beseitigung der Trümmer und der Wiederaufder früheren ärztlichen Untersuchungen wurden dort Tuberkelbazillen nicht gefunden. Die Aerzte der Klinik schöpften Verdacht, zumal ihnen gewisse Verletzungen am Kehlkopf des Seiler seltsam erschienen. In dem Taschentuch des„Schwerkriegsbeschädigten“ wurde eine kleine Ampulle bau wird mindestens ein halbes Jahr dauern. Der Riesenbrand in Elstree, dessen ungeheuere Feuergarben kilometerweit zu sehen waren, hat die besten Hoffnungen der britischen Filmindustrie vernichtet. Allein die Tatsache, daß mehrere Großfilme, die gerade in Arbeit waren, mit Tuberkelbazillen gefunden. Die Oeffnung einstweilen nicht fortgeführt werden können, beeines Koffers, den Seiler mit in die Klinik gebracht hatte, förderte sieben Flaschen Tuberkelvazillen, eine gewisse Säure und eine scharfe Bürste zum Vorschein. Säure und Bürste hatte Seiler dazu benutzt, um durch Bearbeitung des Kehlkopfes die Heiserkeit herbeizuführen. Der Volksschädling hat durch seine Betrügereien den Staat um mindestens 90000 RM. geschädigt. deutet für die Gesellschaften einen großen Verlust. Die gesamte Szenerie muß neu geschaffen werden, und zwar vermutlich an anderer Stelle. Flinke Statistiker haben bereits errechnet, daß die Flammen stündlich um 50000 Mark an Werten verschlungen haben. Am schwersten betroffen ist die British Dominions=Film=Company. Ihr Fundus ist nahezu restlos vom Feuer verschlungen worden. Der Gesamtschaden wird jetzt schon mit sechs Millionen Mark angegeben. Etwas besser sind die British International Pictures weggekommen. Auch in ihrem Betrieb sind zwar drei Tonfilmbühnen vollständig zerstört worden, immerhin aber sind sechs wenigstens so weit erhalten geblieben, daß sie wieder in Betrieb genommen werden können. Beim British International Pictures rechnet man mit einem Schaden von drei Millionen R M. Noch am Sonntag setzte eine wahre Völkerwanderung der Londoner nach Elstree ein. Sie bekamen aber nicht viel mehr zu sehen als einige rauchende Trümmerhaufen. Auch Filmkünstler waren erschienen. Ana Neage und Sidney Howards irrten in dem Chaos umher und suchten nach ihren Theater=Garderoben, die in Rauch aufgegangen waren. Einen eigenartigen Verlust hat der englisch=amerikanische Schauspieler Clive Brook zu beklagen. Er sammelt nämlich Schnurrbärte. Sein Schnurrbart=Museum soll in seiner Art berühmt gewesen sein. Worauf der Brand zurückzuführen ist, weiß man bis jetzt noch nicht. Angesichts des Aussehens der Brandstätte hat man auch nicht viel Hoffnung, es nachträglich festzustellen. Die Flammen brachen etwa eine Stunde nach Mitternacht im Dach eines Ateliergebäudes aus. Sie griffen mit unheimlicher Geschwindigkeit um sich, was bei der Anhäufung leicht brennbaren Materials nicht weiter verwunderlich ist. Die Feuerwehr konnte nach Lage der Dinge nicht viel ausrichten. Sie mußte sich damit begnügen, die benachbarten Gebäude zu schützen. Die Negative einiger bereits fertiggestellter neuer Filme wurden im letzten Augenblick von Angestellten unter Lebensgefahr aus dem brennenden Gebäude geborgen. Seit ihrem Bestehen hat die englische Filmindustrie einen Brand von diesem Ausmaß nicht erlebt. damals. Ich lasse mich nicht davon abbringen. Ich bin meiner Sache völlig sicher und kann es beeiden.“ Ein Kriminalbeamter erklärte zur Ergänzung, daß der Zeuge sogar schon früher den Angeklagten auf einem Bilde herausgefunden hatte. auf dem Seefeld zusammen mit mehreren anderen photographiert war. Staatsanwalt:„Ich lege dieser Aussage größte Bedeutung bei. Ich bitte die Sachverständigen, besonders auf die Aeußerungen des Zeugen zu achten. daß der Junge ebenso wie im Falle Thomas aus Wittenberge einen müden und schläfrigen Eindruck machte, so„wie ein Lamm. das zur Schlachtbank geführt wird“. Seefeld hat auf alle diese Beweismomente nichts anderes zu erwidern, als daß er nicht in Frage komme. Zu Beginn der Verhandlung kam es zu einer Erörterung über die unklaren Eintragungen. die Seefeld wiederum in der Zeit, als der kleine Tieke verschwand. in seinen Notizblock gemacht hatte. Der Angeklagte gibt auf Befragen keine deutliche Antwort. Am Tage. an dem der kleine Tieke verschwand, ist an Stelle der Ortsangabe das Wort„Oktober“ neben dem Datum eingezeichnet. Ferner sind die Orte Spandau und Nauen im Notizblock Seefelds aufgeführt. Ein Gastwirt aus Oranienburg. bekundete sodann, daß der kleine Tieke zusammen mit einem alten Mann ein oder zwei Tage vorher in seinem Lokal gewesen sei. Der Zeuge habe beobachtet, wie der Alte dem Jungen einen Groschen geschenkt und dieser sich dafür Schokolade gekauft habe. Der Zeuge habe darauf zu Günther Tieke, den er gut kannte, gesagt:„Günther, du mußt jetzt nach Hause gehen!" Der Kleine sei dann auch weggegangen und der Zeuge habe noch einige Worte mit dem alten Mann gewechselt. Vorsitzender:„Ist der Angeklagte der Mann. den Sie damals mit dem kleinen Günther gesehen haben?“ Zeuge(mit voller Bestimmtheit):„Er ist es ohne jeden Zweifel.“ Angeklagter Seefeld:„Kommt garnicht in Frage. meine Herren!" Vorsitzender:„Angeklagter, auch dieser Zeuge gehört zu den vielen, die Sie mit einem kleinen Jungen gesehen haben, der dann später verschwunden ist und ermordet wurde.“ Seefeld:„Und wenn sie alle kommen, so weiß ich doch, daß es Seefeld nicht gemacht hat. Seefeld kommt da nicht in Frage.“ Erschütternd sind die Aussagen der gramgebeugten Eltern des unglücklichen Kindes. welche die letzten Augenblicke schildern, in denen sie ihr Kind zum letzten Male gesehen hatten. Der alte Zuchthäusler Seefeld hört gespannt. aber ungerührt ihre Bekundungen mit an. Mit erstickter Stimme erzählt die Mutter des toten Kindes, daß ihr Junge am Sonntagnachmittag, zwei Tage vor seinem Verschwinden. in die Wohnung gekommen sei und zu ihr gesagt habe:„Mutti. ich spiele lieber hier, denn draußen steht ein alter Strolch, der wollte mich mitnehmen.“ Vorsitzender:„Rührt sich denn nichts bei Ihnen, wenn Sie die Frau in ihrem Schmerz hier sehen?" Der Angeklagte Seefeld hat aber nur seine alten Phrasen auf diesen Vorhalt und entgegnet angesichts der weinenden Mutter, die zusammengesunken vor dem Richtertisch sitzt:„Meine Person kommt nicht in Frage. Auch weitere Zeugen, die den kleinen Tieke zusammen mit einem alten Mann am 2. Oktober gesehen hatten, erkannten fast alle in dem Angeklagten den Begleiter des Jungen wieder. Am Dienslag beginnt die Verhandlung erst in den Nachmittagsstunden; der Vormittag bleibt sitzungsfrei. Es soll die Zeugenvernehmung in dem Mordfall Korn(Lübeck) erfolgen. Drei Anwesen in Flammen Dingolfing(Isar). Der Flecken Reisbach war am Montag früh der Schauplatz eines großen Brandunglücks. Auf bisher noch nicht geklärte Weise entstand im Anwesen des Einwohners Leeb im Krankenhausviertel Feuer. Der Brand brach um acht Uhr aus. Das Feuer griff äußerst rasch um sich, da es an den hölzernen Nebengebäuden reiche Nahrung fand. Um neun Uhr standen bereits drei Anwesen in hellen Flammen. Den Bemühungen der Feuerwehr gelang es, wenigstens ein Anwesen zu retten. Zwei Anwesen und mehrere Wirtschaftsgebäude wurden zerstört. Nr. 41 Zweites Blatt des Stadtanzeigere ür Castrov=Raurel und Umgedung Dienstog, den 11. Februar 1936 —„ und Eilnde. Der Meister der„Magdeburger Kalskungeln“.— Otto v.(juericke staré vor 250 Jahren Ein Mann, der in der Geschichte deutscher Technik noch lange nicht genug gewürdigt wird, der Physiker, Baumeister und Diplomat Otto von Guericke(geboren 1602, gestorben 1686), später Bürgermeister von Magdeburg und Brandenburgischer Rat, war auch der Erfinder der Luftvumpe, des Barometers und der Elektrisiermaschine. Als das grauenvolle Wüten und Zerstören in deutschen Landen, das man später den Dreißigjährigen Krieg nannte, seinen Anfang nahm, war Otto von Guericke, der Sohn eines angesehenen Magdeburger Bürgers, etwa sechszehn Jahre alt. Er hatte eine sorgfältige Erziehung genossen und studierte dann gründlicher und länger als es zu jener Zeit üblich war auf den Hohen Schulen zu Leipzig. Jena und Leyden. Sein eigentliches Studium war wohl die Rechtswissenschaft; aber nach der Sitte seiner Zeit beschäftigte er sich auch mit Sprachen, Physik. Mathematik, mit Mechanik und militärischem ** 6 4 Jahren die er der Ingenieurwesen, In den secs Jahren, die er de Ausgestaltung seines Allgemeinwissens widmete. hatte er auch England und Frankreich bereist, und als er 1624 nach Magdeburg zurückkehrte, war der damals 22jährige schon weit über die Dinge hinaus. mit denen die anderen reichen Patriziersöhne zu prunken pflegten Nach seiner Verheiratung verschlimmerte sich die allgemeine volitische Lage. Die Schweden und die Kaiserlichen nahten heran. Das Land um Magdeburg wurde Kriegsgebiet und Otto Guericke, dessen Fähigkeiten man lange erkannt hatte, wurde vom Rat seiner Vaterstadt zum Schutz= und Kriegsherrn Magdeburgs ernannt. Die große, befestigte Stadt an der Elbe spielte im Dreißigjährigen Kriege eine besondere Rolle. Sie hatte sich offen für Schweden, d. h. für den Protestantismus, erklärt und wurde seit Ende 1630 von dem kaiserlichen General Papvenheim abgesperrt und blockiert. Im nächsten Frühjahr erschien dann auch der kaiserliche Heerführer Tilly, um die Stadt zu belagern und einzunehmen. Guericke tat, was seine Pflicht war. Er organisierte den Widerstand mit allen Mitteln, die zur Verfügung waren, aber was half es, der Hunger wütete in Magdeburg. Die lange Einschließung hatte die Festung von Lebensmitteln entblößt und am 20. Mai 1631 mußte Magdeburg kapitulieren. Was dann geschah, ist bekannt. Die Bürger legten selbst Feuer an, um nichts in die Hände der verhaßten Kaiserlichen fallen zu lassen. Tillys Scharen hausten wie die Teufel. Pardon wurde nicht gegeben. Die Toten häuften sich zu Bergen, und Magdeburg wurde in dieser Zeit buchstäblich entvölkert. Vor allem richtete sich die Wut natürlich gegen den tapferen Verteidiger Guericke. Sein Haus, das nicht rechtzeitig genug in Flammen ausging, wurde als eines der ersten geplündert, er selbst gefangen genommen und in Tillys Lager gebracht. In dieser Zeit hätte Guericke selbst nichts mehr für sein Leben gegeben. Und es war auch nur dem Einfluß seines Schwiegervaters zu danken, das man ihn gegen ein mühselig zusammengebrachtes Lösegeld von dannen ziehen ließ. Er war heimatlos geworden und die Seinen in alle Winde verstreut, und zu Fuß wanderte er durch die verwüsteten Landstraßen, kaum soviel im Besitz, um sein Leben fristen zu können. Aber er profitierte von dem Wissen, das er in mechanischen Dingen erworben Hier brachte er Pistolen in Ordnung. dort wurde ihm eine Uhr zur Revaratur übergeben. In Braunschweig zog man ihn heran, um beim Festungsbau zu helfen. Dann erhielt er eine ähnliche Stellung in Erfurt und schließlich war es soweit, daß er wieder nach Magdeburg zurückkehren konnte: denn die Kaiserlichen hatten unter dem Ansturm Gustav Adolfs die Stadt räumen müssen und Guericke kam gerade zurecht, um beim Wiederaufbau der Festung zu helfen. 1646 wurde er als Belohnung für seine großen Verdienste um die Stadt zum Bürgermeister gewählt— ein Posten, den er 30 Jahre hindurch bekleidete. Und man hätte keinen Besseren für dieses Amt finden können. Die Stadt mußte viel verhandeln, um sich bei den umliegenden hohen Herren wieder Geltung zu verschaffen. Der Bürgermeister Guericke besorgte alles in einer Person. Er war Verwaltungsbeamter und Oberster Ratsbaumeister. Er wurde Gesandter und entledigte sich seiner divlomatischen Missionen, die ihn weitherum in die Lande führten, mit großem Geschick. Die Zwischenzeit verwandte er, um seine naturwissenschaftlichen und technischen Versuche fortzuführen. Wunderkugeln widerstehen dem Pferdezug 1654 kam Guericke auch als Gesandter Magdeburgs nach Regensburg, wo Kaiser Ferdinand III. einen glänzenden Reichstag abhielt. Der Kaiser hatte von dem tüchtigen Bürgermeister Magdeburgs gehört, von seinen zahlreichen merkwürdigen Versuchen, einen durch die Luftvumve erzeugten„leeren Raum" herzustellen, an dessen technischer Durchführung damals niemand glauben wollte. Davon wollte der Kaiser etwas sehen: denn Guericke hatte sich ja bereit erklärt, seine Magdeburger Wunderkugeln vorzuführen, zwei schwere, große Halbkugeln aus Kupfer. die luftleer gepumpt der Kraft von 16 Pferden widerstehen sollten. Für den Kaiser und seinen glänzenden Hofstaat war das Ganze freilich kaum mehr als eine willkommene Unterhaltung; aber Guericke wußte, daß er nur auf diese Weise die Richtigkeit seiner Lehre begründen konnte. Auf einem freien Platz in Regensburg wurden die großen Kupferhalbkugeln lose zusammengesetzt, und durch ein Ventil mit der Luftvumpe verbunden. Nachdem die Pumpe eine Weile ihre Arbeit getan hatte, ließen sich die Kugeln schon nicht mehr voneinander lösen. An jeder Kugelhälfte wurden Pferde vorgespannt, erst zwei, dann vier, dann acht. Sie zogen kräftig an: aber es gelang nicht, die nur auseinandergelegten Halbkugeln auseinanderzureißen. Der äußere Luftdruck preßte sie so fest auseinander, daß jede Kraftanstrengung vergeblich blieb, die Kugelhälften voneinander zu lösen. Erst als das Ventil geöffnet wurde und Luft in den Hohlraum gelangte. sielen die Kugelhälften von selbst auseinander. Das war das Experiment mit dem luftleeren Raum. Die vielbezweiselte absolute Luftleere war damit bewiesen. Guericke hatte die Gegner seiner These besiegt. Er baute dann ein erstes Manometer zum Messen des Druckes von Gasen und Dämpfen. das sich vortrefflich bewährte. Das„Guerickesche Wassermännchen“. Eine andere Aufgabe lockte den willensstarken Mann. Er suchte nach einem Instrument, um den Luftdruck anzuzeigen und sand auf diese Weise das Barometer. Es war ein mächtiges Gerät, das erste Guerickesche Barometerz denn„da die Natur des schweren Quecksilbers noch nicht erforscht war, mußte eine leichtere Flüssigkeit verwendet werden, nämlich Wasser. An der Wand seines Hauses ließ Guericke senkrecht eine hohe Röhre anbringen, die an ihrem unteren Ende in einem mit Wasser gefüllten Gefäß stand. Der Druck der Luft preßte die im luftleeren Barometerrohr befindliche Flüssigkeit, in diesem Falle also das Wasser, so hoch ermvor, bis ihr Druck dem Luftdruck das Gleichgewicht hielt. Auf dem Wasserspiegel im Innern der Röhre schwamm das „Wassermännchen", das einen Mann mit ausgestrecktem Arm darstellte, der anzeigte, wie hoch das Barometer stand Es wäre zwar auch ohne„Wassermännchen“, gegangen: aber jene Zeit liebte diese kleinen schmückenden Attribute. Das Schwanken des Luftdruckes stand natürlich mit der Veränderung des Wetters in Verbindung. und das Riesenbarometer arbeitete zuverlässig ohne die geringste Störung. So konnte Guericke das Wetter um 1660 mit einiger Bestimmtheit voraussagen. Das Werk des Magdeburger Bürgermeisters fand zahlreiche Bewunderer, besonders als auch noch das Thermometer hinzukam, das er mit einem festen Nullpunkt und einer vergleichbaren Skala versah. Die Naturbeobachtungen führten ihn noch weiter. Aus einer Schwefelkugel, durch die er einen Stab als Achse steckte, wurde die erste, freilich sehr primitive Elektrisiermaschine, an der man die Gesetze der elektrischen Anziehung und Abstoßung verfolgen konnte. Aber die große umwälzende Bedeutung der Guerickeschen Versuche und Erfindungen läßt sich erst ermessen, wenn man ihre Fölgeentwicklungen übersieht. Er selbst schuf nur die Grundlagen, öffnete das Tor zu den Erkenntnissen, die einer späteren Zeit erst dienstbar werden konnten. Ein Prophet der Naturerkenntnis Guericke hatte zu seinen Lebzeiten oft über das geringe Verständnis geklagt, das man seinen Arbeiten entgegenbrachte. Er schrieb ein berühmtes Buch über die Versuche, die er gemacht und fand damals. als er es vollendet hatte, keinen Verleger, der es drucken wollte. Als sich dann ein Buchhändler in Amsterdam bereit erklärte, das Werk zu übernehmen, wurde ihm kein klingender Lohn dafür. Außer diesem Buche der Exverimente schrieb er noch eine Chronik der Stadt Magdeburg, die eine anschauliche Schilderung der Geschichte der Stadt im 17. hundert und insbesondere ihre Belagerung durch Tilly enthält. Bis zehn Jahre vor seinem Tode bekleidete er das Amt des Bürgermeisters. Dann schied er freiwillig aus dem Amt. um seinen Lebensabend in Ruhe zu verbringen. Aber er mußte im hohen Alter für seine Heimatstadt noch viele Unterhandlungen führen. die Reisen bis nach Nürnberg. Prag und Wien notwendig machten. Als 1681 die Pest in Magdeburg einzog, siedelte Guericke zu seinem Sohne nach Hamburg über, wo er als 84jähriger im Jahre 1686 die Augen schloß.— Seine erste Luftvumpe und die beiden berühmten„Magdeburger Halbkugeln“ sind noch heute im Deutschen Museum Münchens zu sehen. Kaulagenondung der Gemeinden Neue Richtlinien für die haushaltsführung Der Reichs= und preußische Innenminister hat zugleich im Namen des Finanzministers umjangreiche Richtlinien für die Haushaltsführung der Gemeinden und Gemeindeverbände in Preußen im Jahre 1936 erlassen. Er weist darauf hin, daß die Gesundung der Gemeindefinanzen im abgelaufenen Rechnungsjahre 1935 weitere Fortschritte gemacht und die Zahl der Gemeinden mit ausgeglichenem Haushalt erfreulich zugenommen habe. Dies dürfe aber nicht darüber hinwegtäuschen, daß noch sehr viele Gemeinden erhebliche Schwierigkeiten zu überwinden haben und eine noch größere Anzahl von einer nachhaltigen Sicherung der Haushaltslage noch weit erntfernt ist. Die für 1935 aufgestellten Grundsätze müßten daher auch für das neue Rechnungsjahr Anwendung finden. Das sei um so nötiger, als die gesamte öffentliche Finanzwirtschaft immer mehr als Einheit gesehen und behandelt werden müsse Deshalb müsse sie auch immer stärker auf die zentralen Aufgaben eingestellt werden, die im Vordergrund des großen nationalen Aufbauwerkes des Führers stehen. Für die Gemeinden folge daraus ganz allgemein auch weiterhin der Zwang zu äußerster Sparsamkeit. Ausgabenerhöhungen seien grundsätzlich zu vermeiden. Im übrigen sei für alle Gemeinden im Rechnungsjahre 1936 das oberste sinanzpolitische Gebot: Rücklagenbildung und zusätzliche Schuldentilgung. Es müsse Ehrenpflicht der Gemeinden sein, durch weitgehenden Verzicht auf Inanspruchnahme neuer! und durch verstärkte Rückzahlung alter Kredite die Ziele der Reichsführung wirksam zu fördern, um den Kapital= und Geldmarkt für die durch den Aufbau unserer Wehrmacht bedingten erhöhten Anforderungen freizumachen und zu stärken. Die Ansammlung von Rücklagen sei um so dringlicher, als die Gemeinden in den nächsten Jahren nicht damit rechnen können, die für Erneuerungen und Erweiterungen benötigten Mittel dem Kapitalmarkt zu entnehmen Kreditanträge der Gemeinden würden daher nur noch in den seltensten Fällen genehmigt werden. Steuern. Gebühren und Beiträge sollen grundsätzlich erst dann gesenkt werden, wenn die Rücklagen in der erforderlichen Höhe gebildet sind. Soweit ausreichende Rücklagen vorhanden sind, sollen die dann noch verfügbaren Mittel im weitesten Umfang zur zusätzlichen Schuldentilgung eingesetzt werden. Nach den bisherigen Ergebnissen der Reichsschuldenstatistik sei zwar 1935 das Anwachsen der gemeindlichen Verschuldung endlich zum Stillstand gekommen. die Gesamtverschuldung der Gemeinden sei jedoch mit 11,8 Milliarden so groß, daß ein Stillstand nicht genüge, sondern unbedingt eine fühlbare Verminderung des Gesamtschuldenstandes eintreten müsse. Die Vermehrung der Schuldenlast, zu der das Reich in Durchführung des Wehrmachtaufbaues genötigt sei. müsse durch wesentliche Verminderung der gemeindlichen Verschuldung möglichst ausgeglichen werden. wurde dankbar und beifällig angenommen. Nachdem unter der Leitung des Landsmannältesten Kramwinkel der bisherige Vorsitzende einstimmig wiedergewählt war, ernannte dieser seine Mitarbeiter für das Jahr 1936. Bezüglich des Vereinsheims. des Landsmannschaftsabends und der Beiträge wurde alles beim alten gelassen. Die Fastnachtsfeier des Vereins soll. wie der Leiter des Vergnügungsausschusses mitteilte. am Rosenmontag in den Räumen der Wirtschaft Haller unter dem Motto: „Et gaiht nir üöwer de Gemüödlichkeit. Wenn de Vadder met de Moder un de Kiärmis gaiht" stattfinden. Der Vorsitzende berichtete dann noch über die korvorative Mitgliedschaft des Vereins im Westfälischen Heimatbund, im Stadtverband der Heimattreuen Vereine der Stadt Castrov=Raurel und im SchallplattenVolksverband Berlin. Dabei verwies er empfehlend besonders auf den Westialentag, der im Mai in Soest abgehalten wird, und auf die Oberschlesien=Abstimmungsieier, die für den 29. März im Saale der Wirtschaft Richter seitens der beiden hiesigen Ortsgruppen des Bundes heimattreuer Schlesier e. V. geplant wird. Mit einem Sieg=Heil auf den Führer, der das deutsche Volk sich wieder auf die Bedeutung von Blut und Boden besinnen ließ, schloß die Jahreshauptversammlung, der ein gemütliches Beisammensein im Kreise der Landsleute folgte. Custeop=Kaußet Castrov=Rauxel, 11. Februar 1936 Reifeprüfung am Städtischen Oberlyzeum Castrop-Kauxe! Alle Oberprimanerinnen haben das Ziel erreicht! Unter dem Vorsitz des Oberschulrates Dr. Etterich sand gestern vormittag die Reiseprüfung am Städt. Oberlyzeum statt. Alle 5 Oberprimanerinnen haben die Prüjung bestanden. Die Namen sind:, Renate Anton, Gertrud Fischer, Elisabeth Köchling. Klara Middeldorf und Margarete Wagner. Das Reisebüro des Städt. Verkehrsamtes gehl in Privalhände über Das Reisebüro des Städt. Verkehrsamtes wird mit dem 1. April d. J. in Privathände übergehen. Es wurde im Juli 1929 ins Leben gerufen, um auch auf dem Gebiete des Reisens und des Verkehrs der Bevölkerung Castrop=Rauxels die Umstände und Unkosten durch Inanspruchnahme auswärtiger Büros zu ersparen. Da sich seinerzeit kein Privatmann fand. einen solchen für Castrov=Rauxel neuartigen Geschäftsbetrieb zu eröffnen, ergriff die Stadtverwaltung selbst die Initiative und gliederte dem städtischen Verkehrsamt das Reisebüro an. Nachdem nunmehr jedoch die Bemühungen der Stadtverwaltung, eine private Stelle für das Büro zu interessieren. von Erfolg gewesen sind. wird das Reisebüro ab 1. Avril 1936 in andere Hände. und zwar in den Besitz der örtlichen Hauptvertretung der „Westfälischen Landeszeitung". Altstadtmarkt 2, übergehen. Der Umzug wird bereits in der ersten Märzhälfte erfolgen. Volrslun untd Gellklat Aus der Jahresarbeit des Münsterländer-Vereins Castrop-Kauxel Die Jahreshauptversammlung des MünsterländerVereins Castrop=Rauxel sand am Sonntagnachmittag 5 Uhr im Vereinsheim W. Kleimann statt. Nach den Begrüßungsworten gedachte der Vorsitzende Landsmann Pruys der drei Toten, die der Verein im letzten Jahre zu beklagen hatte. Es sind dies der Kassenwart Ferdinand Hüffer und die Landsleute Heinrich Lütke=Uhlenbrock und Franz Pällmann. Zwei von ihnen. Hüffer und Pällmann, fielen Unglücksfällen zum Opfer. Die Versammelten erhoben sich zu Ehren der Toten in stummem Gedenken von den Sitzen. Den Jahresbericht erstattete der Schriftwart Landsmann Drügge. Aus ihm ging hervor, daß sich der Verein im letzten Jahre, dem achten seines Bestehens. weiter gut entwickelt hatte. Neben den wöchentlich Samstags im Vereinsheim oder bei anderen Wirten, die Landsleute sind. abgehaltenen landsmannschaftlichen Abenden wurden in üblicher Weise unter Anknüpfung an alte Heimatbräuche die„BlaueMontags=Feier", die„Maibegrüßung", das KinderSommerfest und die„Sünte=Klaos=Feier met Knabbelniärten“ veranstaltet. An der Maibegrüßung nahmen Landsleute vom Verein„Alte Münsterländer" Gelsenkirchen teil. Der Besuch wurde im Herbst anläßlich des silbernen Jubelfestes des Gelsenkilchener Brudervereins erwidert, wobei die Laienspielschar des Castrop=Rauxeler Münsterländer=Vereins auf besonderen Wunsch des Jubelvereins die plattdeutsche Posse„Ener mott hieroden“ zur Aufführung brachte und damit nicht nur viel Beifall, sondern auch besondere Anerkennung in der Gelsentirchener und Essener Presse sand. Am Erntedankiest unternahm der Münsterländer=Verein Castrop=Rauxel eine Autobusfahrt, die bis ins Emsland nach Geeste bei Lingen führte und die Teilnehmer in rein ländlicher Umgebung diesen nationalen Tag besonders eindringlich miterleben ließ. Aus dem Bericht des Kassenwarts. Landsmann Wilmsen, ist hervorzuheben, daß die jinanzielle Lage des Vereins trotz größerer im Laufe des Jahres erfolgter Anschaffungen durchaus gesund ist. Die Kassenprüfer. Landsleute Johann Wenge und Pettruv. fanden nichts zu erinnern. Sie zollten der guten Kassenprüfung ihre Anerkennung und beantragten Entlastung der Vereinsführung, die einstimmig erteilt wurde. Der Vorsitzende erstattete Bericht über die Vereinsbücherei, die im letzten Jahre durch die Anschaffung weiterer Werke der NS.=Bewegung und verschiedener Spenden vermehrt wurde, und über die heimatkundliche Sammlung. die bestimmungsgemäß bei der Eröffnung des Heimat= museums der Stadt Castrop=Rauxel als Leihgabe zur Verfügung gestellt wurde. K4mpum 9 Der Leiter des Heimatmuseums. Rektor i. R. Kramwinkel. nahm die Gelegenheit wahr, um den Landsleuten für das dem Heimatmuseum der Stadt Castrop=Rauxel bewiesene Interesse herzlichst zu danken und sie um weitere Mitarbeit bei der Ausgestaltung der Sammlungen zu bitten. Er verwies dabei auf die Abhandlung des„Stadtanzeigers“, die sich mit Recht für eine stärkere Betonung des bäuerlichen Kulturgutes neben der heimischen Industrie im Heimatmuseum einsetzte. Die Vereinsführung versprach, durch ein Rundschreiben die Landsleute um die Beschaffung weiterer Ausstellungsstücke für das Heimatmuseum zu ersuchen. Die Anregung. für die Mitglieder des Münsterländer=Vereins besondere Führungen durch das Heimatmuseum zu veranstalten, fand den Beifall des Museumsleiters, der sich selbst als Führer zur Verjügung stellte. Weiter erklärte sich Rektor i R. Kramwinkel bereit, an Vereinsabenden Vorträge aus der Vor= und Frühgeschichte unserer Heimat zu halten. Das liebenswürdige Anerbieten Kameradschaftsabend der s5. Am Samstag. dem 8. Februar, fand im Saale der Wirtschaft Wessels ein Kameradschaftsabend des 3. Zuges III. Sturm. Aug. Pfaff. gemeinschaftlich mit den FM.=Mitgliedern statt. Nach Begrüßung der Gäste durch den Untersturmführer Mückenheim hielt der Sturmbannführer der 30. Standarte. Plötz, eine Ansprache und überzeugte von der Notwendigkeit einer engen Zusammenarbeit zwischen aktiven und FM.=Mitgliedern. Er überreichte den FM.=Mitgliedern. Frau Engels. Generotzki und Herrn Schürk eine silberne Nadel als Auszeichnung für lange FM.=Mitgliedschaft. Der Schulungsleiter Hönnich hielt einen Vortrag über die straffen Dienstvorschriften in der SS., betonte die Notwendigkeit einer ehernen Manneszucht. Ganz besondere Forderungen werden in rassenpolitischer Beziehung an den Ss.=Mann gestellt. Er hat die Ahnentafel bis zum Jahre 1800 aufzustellen und darf ein Verlöbnis nur mit Genehmigung seiner Dienststelle eingehen. Der Abend. der umrahmt war von Sprechchören, Gedichtvorträgen und musikalischen Darbietungen. war ganz auf die Festigung echten Kameradschaftsgeistes abgestimmt. Nach Abschluß des offiziellen Teils wurden einige gemütliche Stunden bei Musik und Tanz verlebt. D. A. Kreisbetriebsgemeinschaft Castrop-Kauxel „Bau“ Die Kreisbetriebsgemeinschaft„Bau" veranstaltet am Freitag. dem 14. Februar. 20 Uhr, in der Wirtschaft Meier. Castrov=Rauxel 3. Adolf=Hitler= Straße 81. eine Versammlung für sämtliche Volksgenossen. die der Reichsbetriebsgemeinschaft„Bau“ angehören. Da der Gaubetriebsgemeinschaftswalter und dessen Stellvertreter anwesend sein werden. verspricht die Fachschaftsversammlung sehr interessant zu werden. An alle Betriebsführer und Gefolgschaftsmitglieder ergeht daher der Appell. vollzählig zu erscheinen. Neues von den Werkscharen Wo werden Werkscharen aufgestellt? Im Hinblick auf die besonderen Arbeiten, die den Werkscharen als Stoßformationen in den Betrieben gegeben sind, wurde die bisherige Gliederung der Werkscharen wie folgt geändert: Werkscharen werden in allen Betrieben aufgestellt. in denen eine Mindeststärke von einem Führer und 15 Werkscharmännern zu erreichen ist. Die Höchststärke soll ein Führer und 93 Mann nicht überschreiten. Für Betriebe, in denen die Mindeststärke nicht zu erreichen ist, wird die Durchführung der Werkscharaufgaben gesondert geregelt. Können in einem Betriebe mehrere Werkscharen mit über 93 Mann aufgestellt werden, so darf jede einzelne Werkschar nicht mehr als einen Führer und 62 Werkscharmänner haben. Die Werkschar wird in Trupps mit einer Durchschnittsstärke von 31 Mann gegliedert. Alle bisberigen Anordnungen über Gliederung der Werkscharen sind durch diese Bestimmungen ausgebober.„„„ Ma Für die Wertscharen ist eine neue Mutze eingeführt, die aus dunkelblauem Tuch sich der Form der SS.=Feldmütze anpaßt, am oberen Teil wird das DAF.=Abzeichen angebracht. Ginrommensteder und Tebensversicherung Ein wichtiges Kapitel Die künfligen Aufgaben des Dep. Auch nach der Schaffung der Luftwaffe sind dem Deutschen Luftsport=Verband wichtigste Ausgaben gestellt. 9251725 Der Reichsminister oer Luftfahrt, General der Flieger Göring, hat den Reichsluftsportführer. Oberst Mahncke, mit der Vorbildung des fliegerischen Nachwuchses beauftragt. Damit ist das Arbeitsgebiet des DLV. klar umrissen. In Modellarbeitsgemeinschaften des Deutschen Jungvolks werden alle Jungen vom 10. Lebensjahr ab, die sich später in der Zivil= oder Militär=Luftfahrt betätigen wollen, zusammengesaßt. Eigens dafür ausgebildete Werklehrer überwachen die erste handwerkliche Schulung. Mit Pavier werden die ersten Versuche angestellt und allmählich aus Holz und Leinwand die richtigen Modelle angesertigt. Zu dieser Zeit schon wird der Pimpf an genaueste Arbeit gewöhnt, denn Fehler von einem Millimeter können den Erfolg beim Wettbewerb infrage stellen. Mit dem 16. Lebensjahr erfolgt die Ueberführung dieser deutschen Jungen in die Luftsportscharen der HJ. im DLV. Hier wird beim Bauen von Gleit= und Segelflugzeugen der Grundstein gelegt für die notwendige gegenseitige Achtung zwischen Bodenversonal und Flugzeugbesetzung. Gleichzeitig erzieht der Flugdienst zu wahrer Kameradschaft: Zehn Helfer sind am Hang nötig, damit Einer fliegen kann. Nach Vollendung des 18. Lebensjahres wirv die Uebernahme in einen Segelfliegersturm des DLV. durchgeführt. Die durch Svort Gestählten, in theoretischem und praktischem Werkstatt= und Flugdienst Bewährten meldet der DLV. dem Reichsluftsportführer. Freudig erwarten die Segelflieger ihre Einberufung zum Ehrendienst für Volk und Vaterland bei der stolzen Luftwaffe. Eifrig sparen schon die Kleinsten, aber nur durch die Zusammenarbeit des ganzen Volkes können die zur Erfüllung der Aufgabe erforderlichen Mittel aufgebracht werden. Ehrenpflicht jedes Deutschen ist es deshalb. einzutreten in den Deutschen Luftsport=Verband! Jahreshauptversammlung im Turn- und Sportverein Ickern Die Jahreshauptversammlung des Turn= und Sportvereins Ickern 1912 zeigte durch den Jahresbericht des Vereinsführers Thiel und der Fachwarte ein Bild steter Auswärtsentwicklung des Vereins, was auch schon rein zahlenmäßig durch den Mitgliederausschwung auf fast 400 zum Ausdruck kommt. Die Fachwarte berichteten von erfolgreicher turnerischer Arbeit und mannigfachen Siegen der Turnerinnen und Turner im vergangenen Jahre. aus denen der Dopvelsieg im Staffellauf„Quer durch Castrov=Rauxel" besonders hervorragt.„„„ g. ia.4 Auch die finanziene Lage des Vereins ist nach den Berichten der Kassenprüfer dank der unermüdlichen Arbeitskraft des Kassierers Thr. Haake eine äußerst gute. Vereinsführerstab und die Aemter der einzelnen Fachwarte blieben auch im neuen Jahre in den altbewährten Händen. Der Vereinsführer schloß die Versammlung nach Erledigung verschiedener interner Vereinsangelegenheiten mit der Bitte und dem Wunsche um weitere tatkräftige Mitarbeit auch im neuen Bunde, daß aus ihm dermaleinst eine neue„größere Deutsche Turnerschaft" entstehen möge Karneval bei den Stenographen Wegen der großen Bedeutung der Lebensversicherung für die Familie rechnet der Staat die Beiträge für Lebensversicherungen zu den nicht einkommensteuerpflichtigen Sonderausgaben. Lebensversicherungsbeiträge können nach dem neuen Einkommensteuergesetz vom 16. Oktober 1934 zusammen mit anderen Versicherungsbeiträgen und Bausparkassenbeiträgen bis zu 500 Mark vom steuerpflichtigen Einkommen abgesetzt werden. Dieser Betrag erhöht sich aber um 300 Mk. für die Ehefrau, 300 Mark für das erste Kind. 400 Mark für das zweite Kind. 600 Mark für das dritte Kind. 800 Mark für das vierte Kind und je 1000 Mark für das fünfte und jedes weitere Kind. Mithin kann ein Familienvater mit drei Kindern Versicherungsbeiträge bis zu 2100 Mark im Jahr in Abzug bringen. Nach dem alten Einkommensteuergesetz betrugen die Grenzen für diese Abzüge zwar 600 für den Ledigen, dagegen nur je 250 Mark für die Ehefrau und jedes Kind. Allerdings muß bei der Steuerberechnung beachtet werden, daß für den zur Steuer Veranlagten 200 Mark für Sonderausgaben von Amts wegen abgezogen werden, auch wenn er überhaupt keine Sonderausgaben hat, und daß für den Lohnsteuerpflichtigen 480 Mark für Sonderausgaben und Werbungskosten schon in der Lohnsteuertabelle in Abzug gebracht worden sind. daß also nur die Sonderausgaben, die diese Pauschalbeträge überschreiten, für die Herabsetzung des steuerpflichtigen Einkommens besonders nachgewiesen werden müssen. Weiter muß beachtet werden, daß in der Einkommensteuertabelle und in der Lohnsteuertabelle Einkommensteuerstufen jeweils von einem niedrigsten bis zu einem höchsten Betrag gebildet worden sind. daß also innerhalb dieser Stufe stets dieselbe Einkommensteuer erhoben wird. Eine Steuerermäßigung ergibt sich erst, wenn man in eine tiefere Einkommensteuerstufe gelangt. Die Spanne zwischen der Einkommensteuer der einzelnen Stufen ist bei dem Ledigen am höchsten und wird für den Verheirateten mit steigender Kinderzahl immer geringer. Machen wir uns das an einem Beisviel klar. Jemand wird mit einem Einkommen von 7500 Mark zur Einkommensteuer veranlagt. Er hat weder. Lebensversicherungsbeiträge noch sonstige Sonderausgaben aufzuwenden. Ihm werden von Amts wegen Einkommen abgezogen, so daß er Einkommensteuer für 7300 Mark Einkommen zu zahlen hat. Dadurch wird aber seine Einkommensteuer trotzdem nicht vermindert, da für Einkommen von 7200 Mark bis 7750 Mark die gleiche Einkommensteuer zu zahlen ist. Wenn wir aber bedenken, daß für einen Angestellten mit einem Einkommen von 6000 Mark bis 2700 Mark der Angestelltenversicherungspflichtgrenze. Angestelltenversicherungsbeiträge in Höhe von 300 Mark jährlich bezahlt werden müssen, dann wird doch wohl jeder. der ein Einkommen von 7500 Mark hat, aus eigenem Entschluß einen Betrag von mindestens 300 Mark für eine Lebensversicherung aufwenden. Dafür kann ein Dreißigjähriger bei jeder deutschen Lebensversicherungsgesellschaft eine Lebensversicherung über etwa 9000 bis 10000 Mark erwerben, die im Todesfalle sofort und im Erlebensfalle nach dreißig Jahren, hier also im sechzigsten Lebensjahre, ausgezahlt würden. Mit diesem Lebensversicherungsbeitrag von 300 Mark, immer vorausgesetzt, daß keine sonstigen Sonderausgaben nachgewiesen werden, würde sich nun das Einkommen des Betreffenden auf 7200 Mark vermindern. Damit würde aber der Steuerpflichtige in die nächsttiefere Einkommensteuerstufe von 6750 bis 7250 Mark gelangen. Das würde für einen Steuerpflichtigen, dem Kinderermäßigung für zwei Kinder gewährt wird, eine Steuersenkung von 556 Mark auf 496 Mark bewirken. Mithin würde in diesem Falle der Staat gewissermaßen 60 Mark von dem Lebensversicherungsbeitrag von 300 Mark oder 20 Prozent dieses Beitrages bezahlen. Bei einem Ledigen würde sogar die Steuer von 1384 Mark auf 1264 Mark sinken, so daß er nur 180 Mark seines Lebensversicherungsbeitrages von 300 Mark aus eigener Tasche bezahlen muß, während ihm 120 Mark oder 40 Prozent des Lebensversicherungsbeitrages durch die Einkommenssteuerermäßigung ersetzt werden. Das zeigt schon allein unter diesem Gesichtspunkte, daß die Ansicht, der Ledige brauche keine Lebensversicherung, irrig ist. Diese besondere Begünstigung des Ledigen in diesem einen Fall stellt aber keineswegs einen Widerspruch zu der gerade in den neuen Steuergesetzen zum Ausdruck kommenden Bevölkerungspolitik des nationalsozialistischen Staates dar. Vielmehr dürfte dadurch der Ledige schon frühzeitig veranlaßt werden, für seine künftige Familie die nötige Sicherung durch eine Lebensben aufzuwenden. Ihm werden von amisHame##. 200 Mark pauschal für Sonderausgaben vom versicherung zu schaffen. Aus dem heimischen Voertiager Marine-Hitler-Jugend Westfaler Schulung des jungen Nachwuchses Am 8. und 9. Februar sand in Marienselde bei Gütersloh eine Führertagung der MHJ.=Gefolgschaftsführer statt. Diese Gefolgschaftsführer vertraten insgesamt 2300 Jgg. des Gebietes Westfalen der HJ., die im blauen Dienstanzug für den Seegeltungs. gedanken des Deutschen Volkes marschieren. Die Führer der Gefolgschaften in den Bannen und die Marinesachbearbeiter und die Ausbilder kamen zum ersten Male in einer Tagung zusammen, um sich Arbeits= und Richtlinien geben zu lassen. Die Hitler=Jugend. als die größte Jugendorganisation der Welt, hat viele und mannigfaltige Aufgaben zu lösen. Unter diese Aufgaben fällt auch der Gedanke der Seegeltung, der im Reich 35000 HitlerJungen marschieren läßt. Die Arbeit, die zu leisten ist, ist eine gewaltige. Als Erstes muß die weltanschauliche und körperliche Ertüchtigung im nationalsozialistischen Sinne an vorderster Stelle betrieben werden. Als Zweites kommt die zusätzliche seesportliche Schulung. Es muß ein einwandfreier Nachwuchs für unsere Kriegs= und Handelsmarine erzogen werden. Die Igg. der MHJ. im Binnenlande sind eines Tages die Vertreter der Deutschen Nation dort draußen. Die Marine=Hitler=Jugend sieht ihre Aufgabe deshalb in der Heranziehung einer jungen Generation. die sich dieser Aufgaben voll bewußt ist. Es werden deshalb in allen deutschen Gauen Igg. der HJ. im blauen Dienstanzug marschieren, da ja nicht die Durchführung einer beruflichen seemännischen Vorbildung Aufgabe der HJ. ist, sondern die H3. will den Gedanken der Seegeltung und die Notwendigkeit der Deutschen Seefahrt in die junge Generation hineintragen. Im Gebiet Westfalen ist in jedem Bann eine MHJ.=Gefolgschaft, die in ihrem Ausbildungsdienst sich darauf schult, einmal Vertreter Deutschlands auf der See zu werden. Der Ausbildungsdienst umfaßt eine ganze Reihe von Kenntnissen. Die Führer der Kameradschaften werden zu diesem Zwecke in dem Seesportlager in Haltern am Stausee zur seesportlichen Schulung zusammengezogen. Die Schar= und Gefolgschaftsführer besuchen die Reichsseesportschule I der„Gorch=Fock“ die kürzlich durch den Reichsjugendführer ihrer Bestimmung übergeben wurde. Ihre schon zur Tradition gewordene alljährliche Karnevalsseier veranstaltete die Deutsche Stenographenschaft, Ortsgruppe Castrop=Rauxel, am Samstagabend im Kolvinghaus. Im Verlauf der heiteren, faschingsbeschwingten Programmfolge nahm der Vereinsführer Lehrer Bruno Kreutner Gelegenheit, kurz zu den in großer Zahl erschienenen Schriftfteunden zu sprechen. Er gab u. a. das Ergebnis des Ortsgruppen=Leistungsschreibens bekannt, das bei 33 Teilnehmern 26 Preisträger verzeichnen konnte. Die Urkunden wurden den erfolgreichen Stenographen überreicht. Ueber die Vereinsarbeit in den kommenden Wochen und Monaten machte der Vereinsführer folgende interessante Einzelheiten bekannt: Am Dienstag, dem 18. Februar. 20 Uhr, beginnt in der Berufsschule ein neuer Anfängerlehrgang. Am Montag. dem 17. Februar. macht der zur Zeit noch geführte Anfängerlehrgang seine Abschlußprüfung. Die Ortsgruppe besitzt jetzt 3 Schreibmaschinen und ist bemüht, tüchtige und fingerfertige Schreibmaschinenschreiber heranzubilden. In Kürze beginnt ein neuer, der zweite Lehrgang im Schreibmaschinenschreiben, zu dem schon am Dienstag. dem 18. Februar, 20 Uhr, Anmeldungen in der Berufsschule, Münsterstraße, entgegengenommen werden. In Ausrichtung auf das große Gaugebiets=Schreiben am 6. Juli in Witten sollen die regelmäßigen Uebungsabende in der Woche besonders ausgestaltet werden, um bei dem Gauwettschreiben die Heimatfarben mit Erfolg zu vertreten. Es wird jetzt in drei Abteilungen jeden Dienstag geübt. Vereinsführer Kreutner bat um die tätige und zielstrebige Mitarbeit eines jeden und forderte von allen Mitgliedern, ihre Leistungen zu steigern, damit die Ortsgruppe in Witten in allen Geschwindigkeiten erfolgreich abschneiden könne Bei der sich rasch entwickelnden Fröhlichkeit sorgten Vereinsmitglieder für die nötige Karnevalsstimmung. Schriftfreund H. Kahl betätigte sich als Humorist. Heinz Schulte sang gemütvolle Paul= Lincke=Lieder und Hans Görtz war ein wachsamer. würdiger Vertreter der Polizei. der die Paragraphen seines Gesetzbuches in voetische Formen gegossen hatte. Konsetti, Luftschlangen und Pritschen waren begehrte Artikel, die auch äußerlich die buntbewegte# Karnevalsheit berbeizauberten. Arminia Marten— O5C. hagen:1 Der Gast hielt mehr. als man von ihm erwartet hatte. Neben einer großen Anhängerschaft brachte er einen unbeugsamen Siegeswillen mit. Die Hagener waren den Martenern körverlich weit überlegen. Zudem bevorzugten sie das Kopfspiel und spielten sehr schnell. Die Umstellung der Martener Mannschaft stellte sich als ein Fehlgriff heraus. Der Sturm kam bei der guten Hagener Abwehr kaum zur Geltung. Bei einer kleinen Ueberlegenheit der Hagener fiel kurz vor der Halbzeit das Tor gegen Marten. Nach der Pause spielten die Gäste defensiv, um den Vorsprung zu halten. Die Martener kamen mehr und mehr auf. und als Korte in den Sturm ging, fiel kurz vor Schluß der längst erwartete Ausgleich. Die Martener kamen nicht zum Siege, weil sie, wie so häufig, zu spät mit dem Endspurt einsetzten. Viktoria Derne— BV. 11 Castrop:1 BV. 11 konte die Niederlage der 1. Serie in Derne wieder gut machen. Mit eisernem Kampfeswillen gingen seine Mannen ins Sviel, das den Dernern schon bald zeigte, daß sie eine andere Mannschaft vor sich hatten als damals. Die Derner wurden nun sehr hart, so daß ein grober Verstoß des Derner Rechtsaußen gegen den Castrover Hüter nach etwa 19 Minuten Spieldauer zu einer kurzen Unterbrechung des Svieles führte. Die Ueberlegenheit der BVer fand dann ihren Ausdruck durch ein von Gronau in der Mitte der ersten Svielhälfte geschossenes Tor. Nach der Pause drängte Derne. vom Publikum angefeuert, stark. aber die Hintermannschaft von BV. 11 war nicht zu schlagen. Selbst ein Elfmeterball konnte nicht ausgenutzt werden. Am Ergebnis wurde nichts mehr geändert. BV. 11 hat dadurch seinen Tabellenstand erheblich verbessern können Brambauer 17 9 3 5 37:24 DSC. Hagen 16 7 6 3 26:20 Hagen 72 18 9 2 7 30:39 Sportfr. Dortmund 18 9 1 S 37:26 Bövinghausen 19 6 5 S 34:36 VfB. Alemannia 15 5 3 7 26:31 HSC. 17 4 5 8 30:35 VfL. Wetter 16 3 4 9 28:38 DSC. 95 16 2 4 10 18:38 VfL. Kamen 18 2 2 14 15:57 Gruppe Bochum Spiele gew. un. verl. 17 9 Witten 92 Wattenscheid 17 9 Preußen Bochum 16 9 Dahlhausen 17 8 Linden 16 7 FC. Schwelm 17 6 Westfalia Bochum 15 5 Altenvoerde 16 6 Gevelsberg 17 6 STV. Werne 15 4 Witten 07 16 2 Hattingen 04 17 1 Tore 31:24 39:27 34:25 39•31 36:27 32:26 31:32 31:38 32:34 23:24 21:33 23:51 21:13 20:12 20:16 19:17 17•21 13:17 13:21 10:22 :24 :30 Punkte 23:11 22:12 21:11 20:14 17:15 17:17 15:15 14:18 14:20 13:17 10:22 10:: 1. Kreisklasse Gruppe B Sportfr. Schwerin— Rasensp. Kirchlinde:2 Das hätten die savorisierten Sportfreunde sich nicht träumen lassen! Ungeachtet des überlegenen Spiels der Sportfreunde, schossen die Kirchlinder zwei unverhoffte Tore, die den Sieg für sie sicherstellten. Die ganze zweite Halbzeit waren die Sportfreunde so drückend. daß das Spiel sich nur im Strafraum der Kirchlinder abwickelte. Aber elf Mann standen vor dem Tore und ließen keinen Torerfolg zu. Mit viel Glück verließen die Kirchlinder als Sieger den Platz. Die 2. Mannschaft Sportfr. holte gegen Bövinghausens 2. Mannschaft einen:=Sieg heraus. Der Stand der Tabellen nach dem 9. Februar 1936 Westfälische Bezirksklasse Gruppe Gelsenkirchen „Der 23. Febraut Fest der Presse Südwestsalens Ueberaus lebhafte Anteilnahme und großen Anklang findet allenthalben die Ankündigung des ersten Pressefestes, das die Verbandskreise des Reichsverbandes der Deutschen Presse im Gau Westfalen=Süd am 29. Februar in der Westfalenhalle durchführen. Sofort nach den ersten Notizen über das Fest sind bereits eine ganze Anzahl schöner Preise für die Tombola gestiftet worden. Um Irrtümern von vornherein vorzubeugen, sei mitgeteilt, daß dieses Fest, das die Presse gibt, von jedem deutschen Volksgenossen besucht werden kann. d. h. wenn er sich rechtzeitig mit einer Eintrittskarte versieht. Karten sind in Castrop=Rauxel im Vorverkauf zum Preise von 3 Mark(an der Abendkasse 5 Mark) u. a. in der Geschäftsstelle des Stadtanzeigers. Münsterstraße 24, zu haben. Die Fundpolizei meldel: 1 Paket mit Oelsardinen=Dosen gesunden! Eigentumsansprüche sind bei der Ortsvolizeibehörde. Kirchvlatz 3, geltend zu machen. Fahrraddiebstahl Auftrieb zum Viehmarkt Zum Viehmarkt am Montag, dem 10. Februar 1936. waren 627 Schweine ausgetrieben. Es kosteten 6 Wochen alte Schweine 18—20 Mark.—8 Wochen alte Schweine 24—28 Mark.—10 Wochen alte Schweine 28—32 Mark. 10—12 Wochen alte Schweine 32—36 Mark. Größere Schweine kosteten entsprechend mehr. Der Verkauf war gut. Der nächste Viehmarkt in Castrov=Rauxel findet am Montag, dem 9. März statt. Am 5. Februar 1936 gegen 20 Uhr wurde auf der Münsterstraße ein Herrenfahrrad(Marke Brennabor) gestohlen. Vor Ankauf wird gewarnt! Die Eierknappheit eine Folge der : Vergrößerung des Arbeitseinkommens Am Eiermarkt herrscht eine gewisse Verknappung: man wäre aber im Irrtum, wenn man annehmen wollte, dieser geringfügige Mangel sei eine Folge des verringerten Angebotes. Nach den Berechnungen des Institutes für Konzunkturforschung war vielmehr in den letzten Monaten die verfügbare Eiermenge etwas größer als im Vorjahre. Der Bedarf muß also gewachsen sein. Die Verstärkung der Nachfrage mag zum Teil mit der vorübergehenden knapven Versorgung der Fett= und Schweinefleischmärkte zusammenhängen, sie ist aber in der Hauptsache eine Folge der Vergrößerung des Arbeitseinkommens. Die Erhöhung des Einkommens, wie sie für Millionen unserer Volksgenossen durch die Eingliederung in den Arbeitsprozeß erreicht wurde. verursachte— wie kürzlich bei der Butter— nun die Erhöhung des Eierverbrauchs. Nach früheren Feststellungen war in Arbeiterhaushaltungen eine Einkommensteigerung um 10 v. H. mit einer Zunahme des Eierverbrauchs von 11 v. H. verbunden, während bei den Angestellten und Beamten die Steigerung nur 7 v. H. bzw. 5 v. H. betrug. Aus diesem Vergleich geht hervor, daß sich die Nachfrage nach Eiern in den letzten Jahren ganz erheblich gesteigert haben muß. Für die Zukunft läßt sich daraus die Lehre ziehen, daß der Bauer seine Anstrengungen verdoppeln muß, um mit der wachsenden Nachfrage durch eine Vergrößerung der inländischen Erzeugung Schritt zu halten. Verkehrsunfall Am 6. Februar gegen.45 Uhr geriet ein Personenkraftwagen mit Anhänger auf der Recklinghauser Straße beim Ausweichen eines Radfahrers ins Schleudern und fuhr in den Straßengraben. Personen wurden nicht verletzt. Der Wagen wurde stark beschädigt. Wie wird das Wetter? Wetteraussichten für Dienstag: Meist leicht wolkig. einzelne Schneeschauer, besonders im Beraland. Temperaturen auch weiter unter 0 Grad. nachts strenger Frost, lebhafte Winde aus östlichen Richtungen. Wetteraussichten für Mittwoch: Abnehmende Schauertätigkeit, mäßiger bis strenger Frost. „Wie, bitte?“ knallt Flotows gellende Stimme in ihre Antwort hinein.„Habe ich recht verstanden? Onkel Crewer sagten Sie doch?— Standen Sie denn auf so vertrautem Fuße mit dem Zeugen Crewer?“ „Ach, wir hatten viele gemeinsame Interessen.“ „Zum Beispiel in bezug auf Stettner—“ Hella ist einen Augenblick verblüfft. Warum ist der Mann denn so schrecklich nervös und erregt? denkt sie.— Dann antwortet sie, im Ton noch immer erstaunt und betroffen: „Ja, in gewissem Sinne auch in bezug auf meinen Verlobten.“ „Sie unterhielten sich viel mit Herrn Crewer über den Angeklagten?“ „Jawohl, vorzüglich in der letzten Zeit.“ „Was heißt das: in der letzten Zeit, Fräulein Burger?" Als Entgegnung auf diese Frage erzählt Hella bereitwillig von ihrer ersten Unterhaltung mit Crewer über Stettner, kurz bevor sie am gleichen Abend mit diesem bei der Gesellschaft im Heim des Sanitätsrats bekannt wurde. Auch über Crewers Warnung vor Stettner in der Liebigstraße vorm Wäschegeschäft berichtet sie und über die mysteriösen Andeutungen des alten Herrn in bezug auf die dunkle Vergangenheit ihres Verlobten. „So?“ unterbricht Flotow plötzlich.„Herr Crewer wußte darüber genau Bescheid?“ „Ja, sehr genau sogar. Mein Verlobter hatte ihm ja selbst davon erzählt.“ „Ach, sehr interessant— Angeklagter, stimmt das, was Fräulein Burger da sagt?“ wendet er sich zu Stettner. „Jawohl, Herr Vorsitzender.“ „Danke!" Aufrichtig und fast herzlich klingt dieses „Danke!“ Flotow triumphiert!. Stettner— Crewer.. Crewer— Stettner. Langsam beginnt sich das Rätsel zu lösen— „Danke, Fräulein Burger, ich brauche Sie nicht mehr." Mit diesen Worten entläßt er Hella. Beim Verlassen des Saales kreuzt sich ihr Blick mit dem Geliebten. Beide Augenpaare leuchten einen Augenblick auf.— Das Publikum im Rücken der beiden hat nichts von diesem Blick bemerkt. Flotow entging er nicht. In ermüdender Reihenfolge marschieren dann nacheinander weiter auf: Herr Ackermann aus München— Hotelbesitzer und Hotelpersonal des Herrschinger Kurhauses— und der Münchener Taxichauffeur, der den Senator abends 9 Uhr von Herrsching nach München zurückfuhr, damit dieser den Schnellzug nach Würzburg noch rechtzeitig erreichen konnte. Die Aussagen dieser Zeugen bringen jedoch nichts wesentlich Neues. Nach den vorangegangenen Sensationen ist es für die Wackeren schwer, mit ihren Aussagen und in ihrem Auftreten noch besonderes Interesse auszulösen. Langsam und allmählich beginnt das Publikum den Saal zu verlassen. Als die zehnte Abendstunde angebrochen ist, sind alle, Gericht und Angeklagter, Verteidigung, Berichterstatter und Publikum abgespannt und erschöpft, denn man hat mit Ausnahme der einstündigen Pause nach Stettners Zusammenbruch den ganzen Tag über ohne jede weitere Unterbrechung verhandelt. Punkt 21,30 Uhr hebt der Vorsitzende die heutige Sitzung auf. Morgen früh 10 Uhr ist Lokaltermin am Tatort! In letzter Minute bestimmt er noch die Teilnahm. imtlicher fünf Zeugen, die nach Auffindung der Leiche und vor dem Erscheinen der Mordkommission den Tatort betreten hatten. Das sind: der Konsul, Glasemann, der alte Bediente, Professor Bodenheimer und Crewer.— Crewer vor allem, meint Flotow im stillen. Als Dr. Wirth sich in Begleitung des Angeklagten und Dr. Hauffes schon auf dem Korridorgang befindet, kommt ihm ein Telegraphenbote nachgeeilt und übergibt ihm ein Telegramm. Wirth öffnet es und liest: „Habe Bericht von Lebenslauf Stettner in Zeitung gelesen— kenne Stettner senior persönlich— abfahre 11 Uhr abends Darmstadt— ankomme 8 Uhr früh in T.— Bornstedt.“ Sofort begibt sich Dr. Wirth mit diesem Telegramm zum Vorsitzenden, den er glücklicherweise in seinem Zimmer antrifft. 21. Während der Dauer des Moroprozesses schickt die Expedition des Tschen„Generalanzeigers“ täglich vier Zeitungsverkäufer nach jedem Erscheinen einer neuen Nummer ihres Blattes in das Moraviussche Werk. Alle vier Boten werden ihre Ware reißend los, denn das Personal der Maschinen. und Motorenfabrik E. A. G. Moravius fiebert vor Neugierde nach den neuesten Prozeßberichten. Die Nachricht in der heutigen Morgennummer, daß Stettner vom Senator zu dessen Haupterben ausersehen war, hat wie ein Bombe eingeschlagen. Als der Konsul am frühen Morgen im Auto durch die Fabrik fährt, rast alles in den Kontorräumen der Verwaltungsgebäude an die Fenster, um im Moment des Aussteigens sein Gesicht zu sehen. Auch die wenigen Menschen seines Personals, die mit ihm im Laufe des Vormittags in persönliche Fühlung kommen, betrachten ihn verstohlen, ob nicht die Spur irgendwelcher Gemütsbewegung an ihm wahrzunehmen ist. Aber Hans Jürgen Moravius hat sich ausgezeichnet in der Gewalt. Die neugierigen Späher tommen nicht auf ihre Rechnung. Weder sein Gesicht, noch seine Haltung verraten, was in ihm vorgeht. Er begegnet allen Angestellten, mit denen er zu tun hat, mit der gleichen reservierten Verbindlichkeit in Geste und Ton wie sonst auch. Seine Disziplin ist bewundernswert. Er benimmt sich wie ein echter Moravius! Seitdem der Bruder gestorben ist, ist er überhaupt nicht wiederzuerkennen. Alles Weiche, Schlappe, alles Besinnliche, alles für ihn ein ganzes Leben lang Typische ist von ihm abgefallen. Solange der große Bruder noch lebte, hat er sich diesen Luxus einer persönlichen Eigenart leisten können, weil er nur sein Ressort zu verwalten brauchte. Seine Freizeit hatte er aber nach Gutdünken zur Kultivierung seiner eigenen Persönlichkeit benutzen können. Da hatte er es sich erlauben dürfen, ein bißchen schwärmerisch und romantisch und auch ein bißchen gefühlsduselig zu sein. Seit des Bruders Tod aber ist das anders geworden. Da hat er keine Zeit mehr übrig.„Semper paratus“— Immer bereit sein!“, der Wahlspruch aller großen Führer des Unternehmens, muß jetzt auch sein Leitspruch sein. Seine heutige, nach außen hin zur Schau getragene Ruhe ändert natürlich nichts an der Tatsache, daß er bitter unter dem Skandal leidet, den das Bekanntwerden des brüderlichen Testamentsentwurfs hervorgerufen hat. Wer ihn an diesem Nachmittag des zweiten Verhandlungstages im ehemaligen Büro des Bruders, das er jetzt als Seniorchef benutzt, beobachten könnte, wie er verzweifelt die Mittagsblätter mit den skandalösen Ueberschriften durchblättert, müßte grenzenloses Mitleid mit ihm haben. Nach dieser Lektüre auch nur äußerlichen Gleichmut zu bewahren, geht fast über seine Kraft. Nachdem er alles gelesen hat, läßt er sich von Glasemann nach der Stadt fahren, wo er an irgendeiner Straßenecke aussteigt, um sich für den Rest der Fahrt nach dem Landgericht ein Taxi zu nehmen. Dort angekommen, schreitet er, begafft von der herumstehenden sensationshungrigen Menge, die Stufen zum Haupteingang hinauf. Raschen Schrittes eilt er weiter ins zweite Stockwerk, wo sich der große Schwurgerichtssaal befindet. Eine dunkle Ahnung treibt ihn, als ob er etwas versäumen könne, und jetzt, gerade jetzt der Verhandlung als Zuhörer beiwohnen müsse. Als er im zweiten Stock anlangt, sieht er eine dichte Menschenmauer vor den Türen zum Haupteingang des Schwurgerichtssaales stehen. Durch sie hindurchzukommen, scheint unmöglich. Also wandert er noch ein Stockwerk höher zum Galerieeingang. Auch dort trifft er auf wartende Menschenknauel. Hier aber erkennt man ihn und tritt zur Seite. Vor der Tür fragt ein Schutzmann nach seiner Eintrittskarte. Hans Jürgen besitzt keine solche Karte.—„Mein Name ist Moravius,“ erklärt er dem Schupomann.„Lassen Sie mich bitte hinein.“ Seine Stimme ist dringlich und hat etwas von dem Moraviusschen Energieklang, dem subalterne Gemüter nur schwer widerstehen können. Nach kurzem Zögern gibt der Schupo die Tür frei. Auf der Galerie bleibt Hans Jürgen hinten am Eingang stehen. Er kann zwar die Personen im Saal nicht sehen, aber das gesprochene Wort versteht er gut. Es genügt ihm.— Gerade wird Crewer vernommen. Er hört dessen warmes Eintreten für den Angeklagten und seine laue Stellungnahme zur Persönlichkeit des Ermordeten. Das nimmt Hans Jürgen sehr übel. Weiß Crewer denn nicht, was er der Familie Moravius, ihrem Namen und ihrem Ruf schuldig ist? Und wenn August Georg zehnmal falsch gehandelt hat, die Menge geht das nichts an. Gegen sie, gegen ihre Neugierde und Schadenfreude müßte Crewer den Toten schützen. Grausen aber packt ihn, als er nach der Pause, während welcher er sich still in eine Ecke drückt, um nicht erkannt zu werden, die Verlesung des römischen Briefes mitanhört.— In höchster Erregung verläßt er die Galerie, mit lautem Knall die Tür hinter sich zuschlagend.— Während er durch die Räume des Landgerichts die Treppen zum Ausgang hinuntereilt, wahrt er nach außen hin noch einigermaßen seine Fassung, wenn er auch die hektische Röte der Erregung von seinem Gesicht nicht wegzaubern kann. Draußen auf der Straße aber verliert er alle Haltung. Auch äußerlich! Da bewegt ihn nur noch ein Gedanke: Nach Rom zu diesem Tonsi! Ihm das Material abkaufen! Nicht die ganze Schande aufdecken lassen! Retten, was noch zu retten ist! Nach Rom! Nach Rom! Sofort, zur selben Stunde noch! Wie war doch gleich die Adresse?— Via Fanagosta! Und„Via Fanagosta, Via Fanagosta, Via Fanagosta" flüstern seine blutleeren Lippen unentwegt, während er barhäuptig und im offenen Mantel durch die Straßen rennt. Er hat seinen Hut auf der Galerie des Schwurgerichtssaales liegenlassen, sodaß ihm jetzt der Sturm durch sein schütteres Haar fährt. Verdutzt bleiben die Leute auf der Straße stehen, als sie den irren Alten an sich vorbeitaumeln sehen. Die knallrote Haut über den Backenknochen im Greisengesicht, seine flatternden schneeweißen Haare und die im Selbstgespräch sich immerfort bewegenden Lippen geben ihm etwas Unheimliches. Die meisten Menschen, die sich verwundert nach ihm umblicken, erkennen ihn nicht, weil sie gar nicht auf den Gedanken kommen, daß dieser taumelnde irre Greis der sonst so gepflegte und soignierte Konsul sein könnte. zu Hause in der Villa angekommen, rennte er in die Portierswohnung. Da die Korridortür offensteht, durchquert er die kleine Diele und geht sofort ins Wohnzimmer der Familie Glasemann, weil er weiß, daß dort irgendwo an der Wand das Haustelephon hängt. Schnell läßt er sich mit dem Bordmonteur des Privatflugzeuges verbinden:„Fertigmachen!— Lange Reise! — Komme gleich——— Aus!— Dann hängt er den Hörer hin und verläßt wieder das Zimmer. Im Vorsaal trifft er auf die aus dem Keller zurückkehrende Frau Glasemann, die bei seinem Anblick hell aufschreit, weil sie glaubt, einem Gespenst zu begegnen. Ohne ein Wort zu sagen, rennt er an ihr vorbei zur Tür hinaus. „Dumme Pute“, murmelt er vor sich hin, als er die Stufen der breiten, von weichen Teppichen belegten Marmortreppe hinaufeilt. Ueber den Flugplatz von T. braust der Sturm. Wahnsinn, bei solchem Wetter zu fliegen, denkt der Bordmonteur des Moraviusschen Privatflugzeuges, als er den„Semper paratus“ aus dem Schuppen herauszieht. Während er noch schimpft, hört er das Telephon im Hangar klingeln. Am Apparat vernimmt er Glasemanns Stimme.„Abbauen!“ sagte Glasemann.„Es wird nicht verreist.“— Als der Monteur fragt, warum, meint jener:„Fragen Sie lieber nicht——“ Etwas später klingelt es auch bei Crewer an. „Sofort zum Konsul kommen. Es ist etwas passiert,“ meldet man dort. „Um Gottes willen, er hat die Zeitungsartikel gelesen,“ ist Crewers erster Gedanke. Und sein zweiter: „Er wird sich doch nichts angetan haben?“ In fliegender Hast zieht er sich an, bestellt ein Taxi, steckt zwei Briefe, die auf seinem Schreibtisch liegen, zu sich und rennt den Treppenflur hinunter. „Schnell! Schnell! Zietenstraße! MoraviusVilla!“ ruft er dem Chauffeur des inzwischen vorgefahrenen Taxi zu. Als er das Moraviussche Haus betritt, kommt ihm das Ehepaar Glasemann aufgeregt entgegen und teilt ihm die Schreckensbotschaft mit, daß man vor etwa einer Stunde den Konsul auf der breiten Treppe zum Hochparterre mit dem Gesicht nach oben, die Arme weit von sich gestreckt, wie leblos daliegend aufgefunden habe. Dabei hält Frau Glasemann das Abendblatt des„General= anzeigers" noch in der Hand, das sie vor Crewers Kommen gerade gelesen hatte. Unwillkürlich fällt dessen Blick auf die Riesenüberschrift des heutigen Prozeßberichtes. Sie lautet:„Der Untergang eines großen Geschlechtes!“ Mit Mühe machte sich Crewer von der Frau los und eilte, so rasch ihn seine alten Beine tragen wollen, ins zweite Stockwerk zu Hans Jürgens Schlafzimmer. Auf dem Korridor begegnet ihm Professor Bodenheimer, der eben aus dem Zimmer des Kranken kommt. Bodenheimer teilt ihm mit, daß der Konsul von einem schweren Schlaganfall mit vollständiger rechtsseitiger Lähmung heimgesucht worden sei. Da auch die Herztätigkeit äußerst schwach sei, müsse man stündlich mit seinem Ableben rechnen Im Augenblick weile ein: junge Krankenschwester, die er, Bodenheimer, mitgebracht habe, bei ihm. Dann geht er noch einmal mit Crewer ins Zimmer zurück, wo jedoch der Kranke weder von ihm noch von Crewer irgendwelche Notiz nimmt. Hans Jürgen liegt unbeweglich wie ein Toter da. Sein Atem geht kaum spürbar. Nur in seinem linken Auge scheint ein Fünkchen Leben zu glimmen.— Gegen 11 Uhr nachts holt man den Geistlichen. Stumm und gelähmt, vermag sich der Sterbende nicht mehr zu äußern. Nur das linke Auge sieht den Pfarrer fortgesetzt flehentlich und verzweifelt an. Der Blick dieses Auges, der alle Sünden eines Lebens beichten möchte, schneidet dem Priester ins Herz.— Nach Weggang des Pastors bleiben die Schwester u. Crewer allein bei dem Sterbenden im Zimmer zurück. Die Schwester sitzt neben seinem Bett, während Crewer etwas weiter entfernt in einem großen Lehnstuhl in der Nähe des Fenstecs Platz genommen hat. Es herrscht eine unheimliche Stille im Sterbezimmer. Die junge und noch nicht allzu erprobte Schwester fühlt sich reichlich ungemütlich im Zusammensein mit den beiden Greisen. Der eine, unbeweglich daliegend, sieht mit seinem einen seltsam belebten Auge wie ein Wesen aus, das schon vom Jenseits nach dieser Welt zurückblickt. Und auch der andere, im Lehnstuhl hockende Greis benimmt sich höchst merkwürdig. Er wendet keinen Blick von dem Sterbenden, als wolle er sich unter keinen Umständen den Augenblick entgehen lassen, in welchem jener den letzten Atemzug tun wird. Die im Schein des gedämpften Krankenlichtes bläulich schimmernden Rauchschwaden von der Sakramentshandlung des Pfarrers durchziehen noch immer den Raum, und der süßliche Myrrhenduft legt sich schwer auf den Atem. Alles zusammen ergibt eine gruselige und beinahe irreale Atmosphäre. In diese sonderbare Stimmung hinein beginnt der Sterbende plötzlich die linke Hand ein wenig zu bewegen. Mit Anstrengung gelingt es ihm, sie einige Zentimeter über die Bettdecke zu erheben. Anscheinend will er auf irgend etwas im Zimmer hinweisen, denn er winkelt den Arm in die Richtung der neben ihm sitzenden Krankenschwester. Diese aber kann sich nicht erklären, was er meint. Hilflos blickt sie zu Crewer, der sich erhebt und, ohne ein Wort zu sagen, zum Nachttischchen geht, das hinter dem Stuhl der Schwester steht. Erschrocken springt diese von ihrem Sitz neben dem Krankenbett auf und weicht bis zur Tür zurück. Sie fürchtet sich vor dem Alten. Sein eingefallenes, gelbliches Greisengesicht, sein gebeugter Körper und die langsamen, schleppenden Schritte, mit denen er auf sie zukommt, lassen ihn ihr wie eine riesige Spinne erscheinen.— Crewer aber, der ihr ängstliches Zurückweichen gar nicht beobachtet hat, zieht das obere Fach des Nachttischchens auf, wobei eine kleine, etwa zehn Zentimeter lange und hohe Kassette zum Vorschein kommt. Schnell packen seine zitternden, alten Hände den Gegenstand und lassen ihn in der Hosentasche verschwinden. Im selben Augenblick aber scheint noch einmal Bewegung in den Sterbenden kommen zu wollen. Heftig wie ein Pendel schlägt seine linke Hand über der Bettdecke auf und nieder, und seinem Munde entringt sich ein gurgelnder Laut. Die groteske Hilflosigkeit dieser Geste wirkt schauerlich. Noch einmal atmet ein ganz dünner, fast pfeifender Ton aus seinem Munde, dann ist er wieder ganz ruhig.— Starr und gläsern liegen die Augen in den Höhlen.— Hans Jürgen Moravius ist tot.— Der Greis aber, der die Kassette gepackt hatte, fällt bitterlich schluchzend vor dem Bett in die Knie.— Da eilt die Schwester aus dem Zimmer. Am ganzen Körper zitternd, weckt sie die Portiersleute. Schnell kleidet sich Glasemann an und folgt ihr zum Totenzimmer. Der noch immer ganz aufgeregten Schwester, die ihm von ihrem Erlebnis mit Crewer erzählt hat, erklärt er unterwegs beruhigend:„Sie müssen das verstehen, Schwester. Er war doch sein bester Freund!“ Als sie das Zimmer wieder betreten, kniet Crewer noch immer vorm Bett des Toten. 22. Der Tod des Konsuls, der unter der Rubrik „Letzte Nachrichten“ im Sperrdruck der.schen Morgenblätter gemeldet wurde, löste in der Bevölkerung.s geringere Bestürzung aus, als eigentlich zu vermuten stand. Allgemein wurde er als mitfolgende Begleiterscheinung des für die Familie Moravius hereingebrochenen Gottesgerichtes bewertet. Beinahe über Nacht hatte die große und früher so angesehene Familie bei der Einwohnerschaft Ts vollständig ausgespielt. Die ganze Bevölkerung fühlte sich durch das Verhalten des Ermordeten seinem unehelichen Sohn gegenüber persönlich beleidigt. Was hatte sich dieser größenwahnsinnige Mensch denn eigentlich eingebildet gehabt, daß er ein lebendiges Wesen wie einen leblosen Gegenstand behandelt hatte, den man von einem Aufbewahrungsort an den andern legt und den man nur deshalb nicht wegwirft, weil man ihn vielleicht doch noch einmal zu brauchen wähnt? Pfui Teufel noch einmal. Und über seinen Bruder, den eben verstorbenen Konsul, dachte man im Augenblick nicht viel anders. Nicht schade um ihn, sagten die Bürger.s. Wird auch nicht viel besser gewesen sein als der„Alte“. Gut, daß er tot ist. Das ganze Geschlecht war schon lange zum Sterben reif— usw. Hatte der Tod des Konsuls bei der Levölkerung nur verhältnismäßig geringen Eindruck gemacht, so hatte er beim Gericht umso größere Aufregung hervorgerufen. Der ganze Prozeßapparat drohte dadurch ins Wanken zu geraten. Alle Termine wurden gefährdet. Was sollte man zum Beispiel mit dem heutigen Vormittag beginnen? An die Abhaltung des Lokaltermins war unter den gegebenen Umständen nicht zu denken. Da aber andererseits der große Schwurgerichtssaal für den Vormittag schon vergeben war, kam man in die größte Verlegenheit, wo die Ersatzverhandlung stattfinden sollte. Denn verhandelt mußte werden! Flotow war unerbittlich! Glücklicherweise findet sich ein kleiner Sitzungssaal, der für den heutigen Vormittag noch nicht belegt ist. Der kleine Raum, der mehr einem großen Zimmer als einem Saal ähnelt, entspricht natürlich in keiner Weise den Anforderungen einer so wichtigen Verhandlung. Er bietet außer den Verhandlungsteilnehmern mit Mühe und Not gerade noch den Berichterstattern Platz. Aber niemand stört sich an diese Begrenztheit des Raumes, denn alle sind mit Spannung auf die kommenden Ereignisse geladen. Flotow, der nach seiner Unterredung mit Wirth gestern nacht noch eine lange Besprechung mit Staatsanwalt Gryphius gehabt hatte, will sofort mit einer neuerlichen Vernehmung Crewers beginnen. Leider stellt sich bei Namensaufrufung des Zeugen heraus, daß dieser noch gar nicht im Gerichtsgebäude anwesend ist. Als man bei ihm zu Hause anruft, gibt's eine neue Ueberraschung! Von dort kommt nämlich die Mitteilung, daß er die ganze Nacht über nicht zu Hause gewesen und bis zur Stunde auch noch nicht zurückgekehrt sei. Flotow ist sehr beunruhigt.— Ist's möglich, sollte er schon geflohen sein—— Jetzt, kurz vor dem Ziel, wo er den alten Verbrecher vielleicht doch noch zu überführen hoffte, jetzt soll dieser ihm im letzten Augenblick entwischt sein—— Aber Flotow braucht sich nicht lange zu sorgen. (Fortsetzung folgt.) Ein Aiunn kanzi un die Wen Wie ich Greta Garbo kennen lernte— Autogrammjäger unterm Bett— harald Kreutzberg erzahn Zum Abschluß einer Gastspielreise durch das ganze Reich gab Harald Kreutzberg in der Berliner Philharmonie seinen letzten Tanzabend in Deutschland vor Antritt einer neuen, großen Amerika=Reise. Der Künstler erzählte aus diesem Anlaß einem unserer Mitarbeiter interessante Einzelheiten aus seinem Werdegang. Der Weg zum Weltruhm Harald Kreutzberg erblickte im Jahre 1902 in Reichenberg das Licht der Welt. Er verlebte seine Jugend in Dresden und zeigte schon als Sechsjähriger eine erstaunlich künstlerische Begabung und ausgesprochene Musikalität. Nach anfänglicher kunstgewerblicher Betätigung fand Kreutzberg volle innerliche Befriedigung erst im Tanz, wozu ihm Abendkurse in der berühmten Wigman=Schule die ersten Anregungen gaben. Max Terpis entdeckte als erster seine überragende Begabung und berief ihn in seine Tanzgruppe nach Hannover, um ihn schon ein Jahr später an die Staatsoper nach Berlin mitzunehmen, wo Kreutzberg bald die Stellung des ersten Solotänzers bekleidete. In dem Tanz des Hofnarren aus dem Ballett„Don Morte“ des Komponisten Friedrich Wilckens, in dem er übrigens seinen ständigen Mitarbeiter und musikalischen Begleiter fand, erregte er solches Aufsehen, daß er umgehend für die Salzburger Festspiele verpflichtet wurde, wo er in der Rolle des Zeremonienmeisters in Gozzis„Turandot“ seinen internationalen Ruf begründete. Ein sich hieran anschließender rascher Aufstieg brachte Kreutzberg Gastspielverträge mit allen Ländern. Er war infolgedessen auch der erste, der die Vereinigten Staaten dem modernen Tanz erschloß Alljährlich führen Kreutzbergs Gastspielreisen durch Europa und Amerika, doch auch Japan und China, diese Länder urältester Tanztradition, hat er für seine einzigartige, aus dem Vollen schöpfende Kunst erobert. Die„Göttliche“ mit der Hornbrille „Ihren Höhepunkt“, erzählt Harald Kreutzberg, „erreichte meine letzte Amerika=Reise im vergangenen Jahr mit einem großen Tanzabend, den ich in Los Angeles gab. Ganz Hollywood hatte sich hierzu eingefunden. Noch nie sah man so viel schöne Frauen und interessante Männer in einem Saal. Da waren unter anderen Mae West, die gegenwärtig höchstbezahlte amerikanische Filmdarstellerin, Marlene Dietrich, Joan Crawford, Catherine Hepburn, Silvia Sidney, Claudette Colbert, John Gilbert, Clark Gable und noch viele weitere Leinwandgrößen anzutreffen Nur eine, die berühmteste von ihnen allen fehlte: Greta Garbo. Nachdem der Beifallssturm verrauscht war, traten die Gäste einer nach dem anderen auf die Bühne, um mich zu dem Erfolg des Abends zu beglückwünschen. Unter ihnen befand sich auch eine höchst einfach, ja beinahe ärmlich gekleidete große, hagere Frau in einem Wolljumper, die um den Hals geschlungen einen billigen Schal und auf der Nase eine mächtige Hornbrille trug. Auch diese in der Tat mehr als seltsame Erscheinung sprach mir mit tiefer, dunkler Männerstimme und festem Händedruck Anerkennung für meine Darbietungen aus. Kaum eine Stunde später sah ich dieselbe merkwürdige Frau, diesmal allerdings ohne Hornbrille, doch sonst in derselben einfachen Aufmachung inmitten strahlender Eleganz auf einer großen Abendgesellschaft wieder. Es war— Greta Garbo, die es in ihrer bekannten Menschenscheu fertiggebracht hatte, meinem Tanzabend unerkannt beizuwohnen und jetzt erst gezwungenermaßen an das Licht der Oeffentlichkeit trat.“ Die Japaner klatschen nicht „Von den Vereinigten Staaten“, fährt Kreutzberg fort,„ging es dann nach Japan und China Außer in Tokio gab ich auch in Osaka, Kyoto und Kobe erfolgreiche Gastspiele Schon auf dem Schiff, mit dem ich aus Amerika ankam, begrüßte mich mein späteres Publikum mit Blumen und Fähnchenschwenken. Außerdem wurde ich buchstäblich auf Schritt und Tritt photographiert Selbst in meiner Garderobe und meinem Hotelzimmer war ich niemals vor Autogrammjägern und Kameraleuten sicher. Wenn ich dann abends todmüde vom Auftreten und all den Ehrungen nach Hause kam, pflegte ich stets jedesmal vor dem Schlafengehen noch einmal unter das Bett zu leuchten, ob darunter nicht etwa einer mit der Leica oder dem Autogrammstift verborgen lag. Sogar eine eigene Ausstellung wurde anläßlich meiner Anwesenheit in einem bekannten japanischen Warenhaus veranstaltet. Und in Tokio brachten die örtlichen Magazine ganze Lebensbeschreibungen, denen zu meiner größten Ueberraschung Zeichnungen aus der Zeit der Kunstakademie beigefügt waren, die im Original nur meine Schwester besitzt. In Anbetracht all dieser Ehrungen berührte es mich um so merkwürdiger, daß nach meinem ersten Auftreten in Japan das Publikum keineswegs applaudierte, sondern still und abwartend sitzen blieb. Dafür riefen aber alle meinen Namen, was in Japan die übliche Beifallsbezeugung ist. Erst nach einigen Abenden hatte man von den anwesenden Europäern gelernt, zum Zeichen der Befriedigung ebenfalls in die Hände zu klatschen.“ Die Pest als Reisebegleiterin Weniger erfreulichere Eindrücke gewann Harald Kreutzberg von seinen Gastspielen im Lande der Mitte. In Schanghai herrschte gerade die Pest, als er dort auftrat. Auch war das Publikum sehr gemischt. Man sah im ganzen Saal jeweils nur vier oder fünf Chinesen. Der Großteil der Besucher hingegen setzte sich aus allen in China vertretenen Nationen, meist Europäern und Amerikanern, zusammen.„ Volle zwolf Tage verbrachte dann der Tänzer, dem Stillsitzen das Schrecklichste ist, was ihm widerfahren kann, im Sibirienexpreß, der ihn unentwegt durch Rußlands weite Steppen trug. Diese Zeit trostloser Einförmigkeit vertrieb er sich wie in allen diesen Fällen mit künstlerischen Scherenschnitten, Rahnond, der Laidwierie Der Schrecken von Grenelle— In betrunkenem Zustande gestellt und erschossen Drei Jahre lang stand Grenelle unter dem Terror eines Banditen, der seine eigenen Methoden hatte. Das kleine Städtchen wagte es nicht, sich gegen die unverschämten Uebergriffe des Burschen aufzulehnen oder die Polizei zu benachrichtigen. Aus Angst vor der Rache. sagte man, denn dieser Raymond Petit sollte über einen großen Anhang verfügen. Und wer mit ihm zu tun bekam, der zog totsicher den kürzeren.„„ 67 Die kleinen Gewerbetreibenven von Grenelle also waren dem Treiben des Raymond Petit wehrlos ausgeliefert. Man nannte ihn nur den„Tätowierten". weil sein ganzer Körper jene Verzierungen aufwies, die der Stolz mancher Seeleute sind. Der Tätowierte ging folgendermaßen zu Werke: Wenn er Geld oder Ware brauchte, ging er am hellen Tage in irgendein Geschäft und nahm sich, was er haben wollte. Natürlich, ohne jeden Gegenwert zu hinterlassen. Er wollte sogar noch gelobt sein, daß er nicht heimlich, sondern offen stahl. Denn der Bursche wußte zu genau, daß keiner der Geschädigten eine Anzeige erstatten würde. Einer hatte das einmal gewagt. aber ihm waren dann von Unbekannten die Geschäftsräume zertrümmert worden. „Der„Tätowierte' ist in der Rue Einoux!“ Eines Tages läutete das Telephon beim Kommissar Bonnet. Eine Frauenstimme meldete sich. Ob der Kommissar den berühmten Banditen Raymond Petit fangen wollte. Natürlich wollte der Kommissar. Nun. dann solle er freundlichst nach der Rue Einour fahren, wo sich der Gesuchte in einem kleinen Cafe aufhalte. Zwei Minuten später saß der Kommissar im Wagen und steuerte nach der angegebenen Stelle. Der Bandit war dort nicht mehr zu finden, aber an Hand von Aussagen verschiedener Gäste war es dann möglich, ihn in einem Hotel aufzustöbern, wobin er sich zurückgezogen hatte. Als er das Herannahen der Beamten bemerkte. floh er in das Hinterhaus. Seine Freundin empfing den Kommissar und erklärte, freundlich lächelnd. der„Tätowierte", den der Herr Kommissar doch sicherlich suche, sei vor einiger Zeit geflohen. Trotzdem ließ der Kommissar das ganze Haus von oben bis unten durchsuchen, und schließlich fand man Raymond in einer Kammer. Er hatte die Unvorsichtigkeit begangen, den Schlüssel im Schloß stecken zu lassen. Als er merkte, daß die Beamten ihn gefunden hatten, rief er aus: „Wer hier hineinkommt, wird erschossen!" In diesem Augenblick wurde die Tür geöffnet, und die Beamten schossen die Magazine ihrer Revolver leer. Der Verbrecher wurde tödlich verletzt. In Grenelle hat sein Tod ein tiefes und befreiendes Aufatmen zur Folge gehabt. worin er es im Laufe der Jahre gleichfalls zu großer Meisterschaft gebracht hat. Die neuerliche Amerika=Reise Harald Kreutzbergs wird nur einige Monate dauern, da er bis zum Olympia wieder zurück sein will. Am 1. August wird er das große weltsportliche Ereignis im Olympia=Stadion zu Berlin mit seinem berühmten Königstanz und anderen Eigenschöpfungen im Rahmen einer Eröffnungskundgebung aus der Taufe heben helfen. Ein Kleister der Housstapelet Privatdozent Dr. med. Zeßler“— Es war unmöglich, von ihm nicht hereingelegt zu werden Man muß sich schon der berüchtigsten Hochstapler der Kriminalgeschichte erinnern, wenn man einen Vergleich mit dem erst 34 Jahre alten Erich Zeßler ziehen will, dessen fantastische Laufbahn in einer dreitägigen Verhandlung vor der Großen Strafkammer des Landgerichts Berlin einen jähen Abschluß gefunden hat. Er selbst hat unter dem Titel„Die Lüge“ eine „wissenschaftliche“ Abhandlung veröffentlicht, in der er unter anderem den Lebenslauf berühmter Hochstapler einer kritischen Würdigung unterzieht. Niemand hätte damals geglaubt, daß der Verfasser„Privatdozent Dr. med. Erich Zeßler“ selbst ein Zunftgenosse seiner Untersuchungsobjekte war, und daß der Titel der Schrift seinen ganzen Lebensinhalt bedeutete. Oberleutnant d. R. aus eigener Machtvollkommenheit Schon mit 16 Jahren versteht es der hoffnungsvolle Gymnasiast, Sammelbüchsen mit der =Boot=Spende des Jahres 1917 an sich zu bringen und in die eigene Tasche zu leeren. Im Kriege hat er nie eine Kugel pfeifen hören, aber er fälscht einen Militärpaß, bescheinigt sich die Teilnihme an der Flandernschlacht, befördert sich zum Gefreiten, macht ganz nebenbei eine schwere Gasvergiftung durch, wird Unteroffizier, Vizefeldwebel und entläßt sich aus dem Heeresdienst mit dem Patent als Oberleutnant d. R. Außerdem verleiht er sich das E. K. 1 und 2. Nach dem Kriege entdeckt er in sich den großen Wohltäter. Er sammelt für die Armen und Waisen, für die Hungerhilfe, für tuberkulöse Kinder, nimmt Spenden für das Rote Kreuz entgegen und sammelt für notleidende Akademiker. Ergebnis: Volle Taschen und eine Serie von Gefängnisstrafen, die aber offenbar den Verbrecher nicht mehr zu bessern vermögen. Selbst die eigene Frau ahnte nichts Im Jahre 1924 folgt eine romantische Eheschließung mit einer Ausländerin. Am Krankenbett läßt er sich trauen, wahrscheinlich um ein Aufgebot zu vermeiden, denn er hatte sich als „Schriftsteller und Dr. jur.“ ausgegeben. Als er im Jahre 1932 mit seiner zweiten Frau vor den Standesbeamten trat, war er zur Abwechslung „Privatdozent und Arzt“, obwohl er es nur knapp bis zum Einjährigen gebracht hatte. Sogar die eigene Frau täuschte er, so daß sie erst aus dem jetzigen Verfahren erfuhr, daß sie die Frau eines erheblich vorbestraften Verbrechers geworden war. Als„Dr. phil. und Studienassessor“ hält der ungemein intelligente Angeklagte Vorträge über Psychologie und Heilpädagogik. Er findet Anstellung in Schulen, düpiert Schulräte und Fachmediziner und gründet schließlich die„Deutsche Heilpädagogische Gesellschaft". Vorstandsmitglied wird ein angesehener Mediziner, den der gerissene Gauner zu täuschen wußte. Ferner nimmt er in den Vorstand einen ehemaligen Zellengenossen aus dem Untersuchungsgefängnis auf. Eine Badereise wird organisiert Typisch für sein ganzes Denken ist der folgende kleine Vorfall. Zeßler verspürt eines Tages im Sommer Lust, an die Östsee zu fahren. Flugs gründet er ein„Landjugendheim Dr. Zeßler“ in dem mittellose Kinder Aufnahme finden sollen. Er nimmt fünf oder sechs Kinder auf, deren Eltern aber durchaus nicht mittellos sind, sondern einen ganz schönen Pensionspreis zahlen müssen. Dann veranlaßt er verschiedene Industriefirmen, einige hundert und tausend Mark für den wohltätigen Zweck zu stiften. In diesem Stile wäre es sicherlich weitergegangen, wenn nicht die Polizei eines Tages zugegriffen, und den Großbetrüger hinter Schloß und Riegel gesetzt hätte. Den Schlußstrich zog jetzt die 15. Große Strafkammer, indem sie Zeßler auf fünf Jahre ins Zuchthaus schickte und ihm die bürgerlichen Ehrenrechte auf fünf Jahre aberkannte. Der Liedesirann von Hurks Ein verliebter Postschaffner— Der magische Zirkel des herrn Sylvain „Iise! Die Keonbonle.. In den Dschungel des Matto Grosso abgestürzt— Verzweifelte Rotrufe— Sieben Männer kämpfen mit dem Tod Mitten in den Urwäldern des Matto Grosso. der grünen Hölle Brasiliens, kämpfen sieben Männer einen verzweifelten Kampf um ihr Leben. Diese Männer gehören zu der Besatzung und zu den Reisenden einer großen brasilianischen Verkehrsmaschine, die vor 14 Tagen in Para, in Nordbrasilien, zum Flug nach Bolivien gestartet ist. Der erste Teil des Fluges in das Innere des Landes verlief ohne Zwischenfälle. In Baraca wurde die vorgeschriebene Zwischenlandung vorgenommen. Am nächsten Morgen ging es dann weiter. Stunde für Stunde liefen befriedigende Funksprüche von Bord des Flugzeuges ein.„Alles wohl! Halten Kurs Südsüdwest!" Mit einem Schlag hörten diese Funksprüche dann auf. Sämtliche Radiostationen Brasiliens wurden sofort benachrichtigt. Zwei Tage und zwei Nächte lang experimentierte man auf allen Wellen, in der Hoffnung, von den offensichtlich Verunglückten eine Meldung aufzufangen. Endlich am dritten Tag kam von einem Radiobastler aus Südbrasilien die Nachricht, daß er rätselhafte Zeichen aufgefangen habe. So wurde eine erste Spur von den Verschollenen gefunden. In der Folgezeit gelang es hin und wieder, mit der provisorischen Sendestation der Schiffbrüchigen des Flugzeuges in Verbindung zu treten, so daß man sich ungefähr ein Bild davon machen kann, wie sich die Tragödie abgespielt hat. Unter Wilden und Bestien Danach scheint die Verkehrsmaschine auf dem Flug über die Urwälder des Matto Grosso plötzlich einen Motorschaden erlitten zu haben. Und zwar setzten beide Motore gleichzeitig aus. Der Geistesgegenwart des Piloten gelang es. Passagiere und Besatzung heil zu Boden zu bringen, aber das Flugzeug ging bei der Landung in den Baumkronen völlig in Trümmer. Nur die Sendestation konnte noch geborgen werden. Sie bildete die letzte Hoffnung der Unglücklichen, die ein widriges Schicksal in die gefährlichen, noch völlig unerschlossenen Dschungel zwischen Santo Jose de Chiquitos und Rabare verschlagen hatte. Endlich gelang es ihnen auch, eine Verbindung mit der Außenwelt herzustellen. „Wir sind in einer entsetzlichen Lage,“ so lautete die erste Botschaft,„denn die Eingeborenen haben uns entdeckt und verfolgen uns Tag und Nacht mit ihren Giftpfeilen.“ Am übernächsten Tag meldete der Pilot dann, daß Calmados, der Mechaniker, von einem Jaguar angefallen und schwer verwundet worden sei.„Es wimmelt hier von wilden Tieren, die unserer Fährte durch den Urwald folgen. Entsetzlich leiden wir auch unter den Schlangen, die plötzlich von den Bäumen auf ihr Opfer herab9 0: In der französischen Hauptstadt hat sich ein Fall ereignet, der wieder einmal beweist, daß die Dummen nicht alle werden. Dort genoß schon seit vielen Monaten ein gewisser Sylvain Henri=quez den Ruf, ein Meister der Magie zu sein. Er hielt in seinem Zirkel regelmäßig Séancen ab, die sehr zahlreich besucht gewesen sein sollen. Auch der biedere Postschaffner Chaisemartin hörte eines Tages von diesem Meister der Magie, Herrn Sylvain Henri=quez. Ob das wohl der richtige Mann sei, der ihm seinen Kummer abnehmen könne? so überlegte Herr Chaisemartin gleich, als er von den Wunderdingen zu hören bekam, die angeblich in dem magischen Zirkel geschahen. Der Postschaffner Chaisemartin hatte nämlich wirklich Kummer. Erst vor einem Jahr hatte er sich mit einem hübschen, jungen Mädchen verheiratet, aber das Glück, das er sich erträumt hatte, war ausgeblieben. Seine Yvonne betrog ihn sogar mit anderen Männern, während er seinem Beruf nachging, was eben daher kam, daß seine kleine Frau ihn nicht liebte. So ein Liebestrank, von dem Magier Herrn Sylvain Henri=quez zubereitet, müßte hier doch Wunder wirken können, dachte sich der Postschaffner Chaisemartin, und so begab er sich denn bereits am nächsten Tag in die Sprechstunde des Meisters. Eine ganze Fabrik muß es sein... Der Meister hörte sich die Beichte des armen, unglücklich verliebten Postschaffners in aller Ruhe an. Dann runzelte er die Stirn, ging eine Weile von den Bäumen auf ihr Opfer berab mit verschränkten Armen in dem Zimmer auf wir und wehrlgg, denn mit den wenigen).., meinte schließlich, daß sei zwar ein schießen. Wir sind wehrlos, denn mit Revolvern, die uns zur Verfügung stehen, konnen wir nicht viel ausrichten. Könnt ihr keine Hilfe schicken? Wir marschieren nach Süden, auf die bolivianische Grenze zu!“.„9 Zwei Tage lang traf dann überhaupt reine Nachricht mehr ein. Die Funksprüche, die in den folgengen Tagen aufgefangen wurden, waren so verstümmelt, daß man sie nicht mehr zu entziffern vermochte. Offensichtlich gingen die Batterien der provisorischen Sendestation zur Neige. Das Letzte, was man entziffert zu haben glaubt, läßt darauf schließen. daß die einem fast sicheren Tod Geweihten einen furchtbaren Kampf mit Krokodilen zu bestehen hatten.„Hilfe! Die Krokodile...“ damit brach dieser letzte Funkspruch ab. Seitdem hat man nichts mehr gehört. Es müßte ein Wunder geschehen, wenn die sieben Männer aus der Hölle des Matto Grosso lebend zurückkehren. mit verschränkten Armen in dem Zimmer auf und ab und meinte schließlich, daß sei zwar ein besonders komplizierter Fau, aber aussichtslos sei die Sache andererseits auch wieder nicht. Auch der passende Liebestrank könne selbstverständlich zubereitet werden— angeblich hatte der Meister Henri=quez die Formel von einem indischen Zauberer erhalten— aber wegen eines Bechers — das lohne sich nicht für ihn! Außerdem sei das ein besonderes Geschäftsgeheimnis mit dieser Zauberformel, und er werde den gewünschten Liebestrank, wenn er ihn schon zubereite, nur im Großen fabrizieren. Mit einem Wort: Eine ganze Fabrik für Liebestränke müsse errichtet werden. Herr Chaisemartin kratzte sich verlegen den Kopf. Schließlich war er doch ein armer Mann, und wo sollte er nun die Kapitalien zur Errichtung einer Fabrik hernehmen? Aber auch in diesem Punkte wußte der Meister einen Ausweg. Wozu er denn tagtäglich an der Postkasse sitze und die Millionen durch seine Finger gleiten lasse, so meinte Herr Henri=quez mit einem bedeutungsvollen Blick zu Herrn Chaisemartin hin. Der war ob dieser Andeutungen zunächst ganz entsetzt, aber der Meister wußte ihm das alles so schön auszumalen mit dem„Liebestrank von Paris“ — so sollten auch die Etikette auf den Flaschen lauten, die von der zukünftigen Fabrik zu liefern wären— und dann dachte der Postschaffner Chaisemartin auch noch an seine Yvonne... Als er jedenfalls den Meister verließ, gab er diesem das Versprechen, für das notwendige Geld zu sorgen. Ein Leben in Saus und Braus Jetzt, nachdem die ganze Sache herausgekommen ist, behauptet der Postschaffner zwar, daß er Herrn Henri=quez ein solches Versprechen nie gegeben habe, sondern daß ihn dieser hypnotisiert habe müsse, aber das eine steht jedenfalls fest, daß Herr Chaisemartin im Laufe der Zeit an 4 Millionen Frank aus der Postkasse unterschlagen hat. Er lieferte das Geld pünktlich ab und wartete nun, daß der Meister Henri=quez endlich die Fabrik zur Herstellung des Liebestrankes von Paris aufmachen würde. Der„Meister“ dachte aber gar nicht daran, eine solche Fabrik aufzumachen. Er nahm das Geld in Empfang und führte mit den erbeuteten Summen ein Leben in Saus und Braus. Bei seiner Verhaftung soll er auch nicht mehr einen Centime von den vielen Millionen gehabt haben, die ihm der unglückliche Postschaffner nach und nach übergab. Mit der Zeit wurde Letzterem das ewige Warten scheinbar doch zu dumm. Er drängte. Endlich erhielt er dann eines Tages von dem Meister der Magie auch den gewünschten Liebestrank. Es war gar nicht einfach, der klugen Yvonne diesen Zaubertrank unter irgendeinem Vorwande aufzuschwätzen. Geholfen hat das Tränklein natürlich nichts, es sei denn, daß die Polizei zufällig hinter die Affäre kam und zu guter Letzt den gerissenen Gauner Sylvain Henri=quez und sein willenloses Opfer verhaftete. Und nun können die magischen Sitzungen: beiden also vorerst im Gefängnis stattfind: Krollbil, Optooo wro Tsttor Zeitplan der Olympischen Bobrennen Das Organisationskomitee hat die Oberleitung der Bobwettbewerbe bevollmächtigt, folgende neue Termine für die Olympischen Bobrennen festzulegen: Dienstag, 11. Februar: ab 8 Uhr morgens 1. und 2. Lauf für Viererbob. Mittwoch, 12. Februar: ab 8 Uhr morgens 3. und 4. Lauf für Viererbob Donnerstag, 13. Februar: Ruhetag; die Bahn ist geschlossen, um Ausbesserungsarbeiten vorzunehmen. Freitag, 14. Februar: ab 8 Uhr morgens 1 und 2 Lauf für Zweierbob Samstag, 15. Februar: ab 8 Uhr morgens 3. und 4. Lauf für Zweierbob. Entgegen den bisherigen Gepflogenheiten gibt es keinen Vorlauf, es gehen vielmehr im Viererbobrennen drei und im Zweierbobrennen vier Spurbobs über die Bahn, die von den nicht am Wettbewerb teilnehmenden Maschinen drei der verschiedenen Nationen gestellt werden. Bobtraining am Sonntag Am Sonntagmorgen war die Olympia=Bobbahn für das Training dei Viererbobs freigegeben. Mit wenigen Ausnahmen waren alle Nationen zur Stelle, doch begnügte sich ein Teil der Fahrer mit einer Fahrt und stellte den zweiten Lauf bis zum Nachmittag zurück. Die schnellste Maschine stellte der Schweizer Weltmeister Reno R. Capadrutt. der bei der zweiten Fahrt:20,23 Min benötigte. Sehr gut war auch der Italiener Alberto Della Beffa, der den Bob Italien 1 in:20,41 Minuten über die Bahn jagte. Der zweite amerikanische Bob wurde von Fox sehr verhalten in:29,30 über die Bahn gesteuert. Die Zeiten: USA. 1:25,96 und:20,98, USA. 2 eine Fahrt::29.30; Belgien 1:28.96, Belgien 2:27.02; Deutschland 1(Kilian):22.26 Deutschland 2 mit Trott:22.48; Deutschland 3 mit Wiese:24,41; England 1:21.31; Italien 1 :25,49 und:20,41; Italien 2:26,31 und:23.36: Oesterreich 1:26,95 und:24,86; Schweiz 1:21,46 und:20.23; Rumänien 1:29,91, Schweiz 2, zweiter Lauf,:20,55; Frankreich 1:24.43; Italien 3:24,35. Die Austragung der Bobrennen Der Beginn der Rennen ist an allen Tagen um 8 Uhr morgens angesetzt. Sollte durch irgendwelche Umstände die Austragung der dritten und vierten Läufe nicht möglich sein, so werden die Zweiten der jeweiligen ersten beiden Rennen zur Ermittlung der Sieger und der Plätze gewertet. Entgegen den früheren Gepflogenheiten fallen auch die sonst üblichen Vorrennen aus, da bei einer Beteiligung von insgesamt 16 Fahrzeugen in jedem Lauf die Bahn zu stark beansprucht wird. Es werden an dem Eröffnungstage einer jeden Prüfung lediglich die ausgewählten Mannschaften einiger Nationen zum Spuren über die Bahn geschickt. und zwar gehen vier Viererschlitten und drei Zweierschlitten als Vorspann über die Strecke. Vorschlußrunde in Homberg Niederrhein=Amateure suchen ihre Meister In Homberg führte am Sonntagabend der Bezirk 2 im Gau Niederrhein der Amateurboxer die Vorschlußrunde für die Meisterschaft 1936 durch. Der Besuch war ausgezeichnet und die Kämpfe standen natürlich auf der entsprechenden Stufe. Ueberraschungen hat es keine gegeben, denn schließlich darf man den Punktsieg des alten Ringsuchses Kartz aus Oberhausen über den talentierten Duisburger Franz nicht als solche werten. Das Feld der Bewerber hat sich nun so weit gelichtet, daß am kommenden Samstag in Essen das Finale steigen kann. Im Mittelgewicht fiel der Kampf zwischen Renard=Duisburg und Mattern=Katernberg aus, da der Essener mit einem ärztlichen Attest erschien und so aus dem Wettbewerb ausschied. Für ihn sprang der Mülheimer Mattern ein, der im Einlagekampf von Renard glatt ausgepunktet wurde. Kand um den Gedischen Jupoall Das Warten auf die ersten Gaumeister in den deutschen Fußballgauen hält weiter an. Obwohl verschiedene Vereine auf dem Sprung zum Titel stehen, sind doch alle Voraussetzungen hierfür noch nicht erfüllt. Im Süden hat der 1. FC Nürnberg seinen Vorsprung in der Bayern=Liga durch den:=Sieg über die SoVag Fürth wieder auf drei Punkte vor Bayern München ausgedehnt. Vier Sviele stehen nochaus, aber man darf erwarten, daß der Club es schaffen wird. Der SV Waldhof ging mit dem VfR Mannheim wenig freundschaftlich um und bestätigte seine Anwartschaft auf die Meisterschaft von Baden durch einen:=Sieg. In Württemberg hat sich das Schicksal des SV Feuerbach endgültig entschieden. Er wurde vom BfB Stuttgart mit:2 geschlagen. Die Sportfreunde Stuttgart verloren durch ein:3 gegen Zuffenhausen mit einem Punkt den Anschluß an die Kickers und dem FV Stuttgart. In Südwest wurde Eintracht Frankfurt Tabellenführer, die aus Saarbrücken einen hohen:=Sieg nach Hause brachte. In Nordhessen ist die Lage weiter ungeklärt, denn Borussia Fulda und Hanau 93 gewinnen ihre Sviele, wenn auch zwar meist knapp, mit einer gewissen Regelmäßigkeit, und so hat es ganz den Anschein, als wenn der eine Punkt Vorsorung, den Hanau 93 auf der Verlustseite hat, für die Meisterschaft ausreicht. Werder Bremen will in Niedersachsen anscheinend doch noch Hannover 96 das Feld räumen, denn die Bremer wurden am Sonntag von Hildesheim 06 mit:0 besiegt. Der VfL Osnabrück gestaltete seinen Abstieg aus der Gauliga mit einem :=Sieg über Borussia Harburg sehr eindrucksvoll. Einen Punkt aus zwei Spielen braucht Eimsbüttel in der Nordmark, um Meister zu werden. Am Sonntag mußte der HSV mit:3 daran glauben. Die Polizei Chemnitz macht es in Sachsen durchaus richtig. Mit:0 wurde der VfB Leipzig sehr eindrucksvoll bezwungen, wenn auch der Dresdener SC mit einem:2 gegen die Sportfreunde Dresden nicht zurückstand. Im Gau Mitte steht Jena erneut mit Vorsprung an der Tabellenspitze. Hertha=BSC übernahm die Tabellenführung Einen Höhevunkt hatte Brandenburgs Gauligafußball am zweiten Februarsonntag. Minerva 93. das nach dem schwererkämpften Siege die Tabellenspitze erobert hatte, traf vor 25000 Zuschauern im Poststadion auf Hertha=BSC. Wie so oft in den letzten Jahren. hatte Sobeck seine Elf auf die Minute in Schwung. Brandenburgs langjähriger Gaumeister holte sich einen:=Sieg und übernahm damit vorerst die Tabellenführung. Glückt es Hertha. auch die stark aufgekommene Elf von Tennis=Borussia zu bezwingen, dürfte auch in diesem Jahre der Brandenburger Gaumeister Hertha=BSC heißen. Auch die übrigen Kämpfe brachten durchweg Ueberraschungen. So verlor Viktoria 89 gegen Wacker 04 mit:3. Nowawes, vom Abstieg stark bedroht, besiegte BlauWeiß Berlin mit:2. Tennis=Borussia hatte gegen den Spandauer SV nichts zu schlagen. Mit:1 siegten die Veilchen wie sie wollten. Lenz führt den Sturm... Deutschlands Elf gegen Spanien Der Deutsche Fußball=Bund hat für den FußballLänderkampf gegen Spanien am 23. Februar in Barcelona folgende Mannschaft aufgestellt: Jakob (Regensburg) Haringer Münzenberg (München)(Aachen) Janes Goldbrunner Gramlich (Düsseldorf)(München)(Frankfurt) Lehner Hohmann Lenz Szepan Fath (Augsb.)(Benrath)(Dortm.)(Sch. 04)(Worms) Es ist mit einer Ausnahme die gleiche deutsche Mannschaft, die den schweren Kampf gegen England in London bestritt. Lediglich in der Angriffsreihe ist der Innensturm durch die Hereinnahme des Dortmunder Lenz umbesetzt worden. Die Aufstellung der deutschen Elf für den 27. Februar in Lissabon folgenden ersten Länderkampf gegen Portugal wird erst an Ort und Stelle vorgenommen. Aus diesem Grunde machen noch fünf Spieler die Reise mit. und zwar: Tor: Buchloh (BfB Speldorf), der Verteidiger Tiefel(Eintracht Frankfurt), der Läufer Kitzinger(aC Schweinfurt 05), die Stürmer Siemetsreiter(Bayern München) und Siffling(Mannheim=Waldhof). Die Wahl des Schiedsrichters des deutsch=spanischen Länderkampfes ist auf den bekannten belgischen John Langenus gefallen. Beuische Saswinrenordr Kasseler Nationales Schwimmfest— Fischer egalisiert den Europarekord über 100 Rleter Kraul Auch dem 2. Tag des Kasseler Schwimmfestes war in jeder Beziehung ein voller Erfolg beschieden. Das erneute Antreten der Olympia=Kernmannschaft hatte an die 1000 Zuschauer angelockt, die recht spannende Kämpfe mit hervorragenden Leistungen zu sehen bekamen. In dem Kasseler Hallenbad, das erneut seine Eignung für großangelegte Wettkämpfe bewies, gab es zwei neue deutsche Bestleistungen. Unser Kraulstreckenmeister Hellmuth Fischer=Bremen konnte über 100 Meter 57,8 Sek. herausholen und damit einen neuen deutschen Rekord aufstellen. Fischer führte vom Start weg und siegte unangefochten von seinen Klubkameraden Heibel(:01.3) und Leisewitz. Ganz ausgezeichnet schwamm auch Gisela Arendt=Nixe Charlottenburg. die ihren erst am Vortag aufgestellten Rekord über 100 Meter Kraul verbesserte. Im großartigen Stil erreichte sie die fabelhafte Zeit von:07.2, gefolgt von Frl. Pollack, Spandau(:09.), und der Breslauerin Ulla Groth. die:10.7 benötigte. In einem Kopf=an=Kopf=Rennen konnte der deutsche Meister Gaucke=Stettin im 200=Meter=Kraulschwimmen mit :16.4 über Fischer=Bremen, der nach:16.5 unterlag. triumphieren. Einen hochinteressanten Kampf gab es auch im 200=Meter=Brustschwimmen, wo es Sietas=Hamburg gelang. kaum sichtbar vor seinem alten Rivalen Schwarz=Göppingen anzuschlagen. Beide erzielten:34 Minuten. Den dritten Platz belegte Ohligschläger=Trier mit:44.4 vor BalkeDortmund. Im 100=Meter=Rückenschwimmen für Frauen konnte Gisela Arendt einen weiteren Erfolg erringen. Sie siegte in der guten Zeit mit:22 vor Stolte=Düsseldorf, die eine Zehntelsekunde mehr benötigte und der deutschen Meisterin Rupke=Ohligs. Großen Beifall fand der deutsche Meister im Kunstspringen Esser, der diesmal den Svieß umdrehte und seinen Schüler Lenz besiegte, der am Vorsonntag in Bremen dem Meister das Nachsehen gegeben hatte. Es kämpften: Fliegen: Hauser=Hamborn schlägt WeitkämverRuhrort nach Punkten: Kuchta=Homberg unterlag Scheid=Duisburg nach Punkten. Leicht: Kartz=Oberhausen schlägt Franz=Duisburg nach Punkten. an.616; Gihach..i) Welter: Peter=Essen besiegt Albach=Meiderich knapp nach Punkten; Golawski=Ruhrort unterlag Pruß=Beeck knapp nach Punkten. Halbschwer: Fox=Essen besiegt TerschürenHomberg knapp nach Punkten: KleinholdermannHomberg Punktsieger über Berger=Beeck. Die Endkämpfe am kommenden Samstagabend im Zirkus Hagenbeck in Essen bestreiten nun vom Fliegen= bis zum Schwergewicht: Scheid=Duisburg— Hauser=Hamborn; BartelsEssen 23— Unnau=PSV Essen: Scholten=Ruhrort gegen Greulich=Hamborn: Kartz=Oberhausen— BatzRuhrort: Peter=Essen 23— Pruß=Astoria Beeck: Renard=Duisburg— Schmidt=Friedrichsfeld: Fox23— Kleinholdermann=Homberg und SchönKaternberg— Hoffmann=Altenessen. Westsatischer Nachwaufs in Bbelinand Gute Leistungen beim westfälischen Jugendschwimmen Unter sehr zufriedenstellender Beteiligung wurde am Sonntag im Dortmunder Südbad zum zweiten Male ein westfälisches Gaujugendschwimmfest durchgeführt. Obwohl eine Reihe der vorjährigen Besten fehlte, die mittlerweile in die Männerklasse übergesiedelt sind, gab es gute Leistungen, die eine erfreuliche Aufwärtsentwicklung verrieten. Dem Dortmunder Bachmann als westfälischem Gaumeister war erwartungsgemäß der Sieg über 200 und 400 Meter Kraul nicht zu nehmen. Rundmund(Erkenschwick) holte sich das 100=Meter=Rückenschwimmen in der beachtlichen Zeit von:14.4 vor dem Wittener Gaolitza. Ueber 200 Meter Brust schwamm Romanski(Erkenschwick) ein ausgezeichnetes Rennen, wahrend sich Witten 84 in den Staffeln durchsetzte. Auch bei der weiblichen Jugend war das Leistungsniveau nicht schlecht. Die Dortmunder Germanin benötigte für die 200 Meter Brust nur:21.5 und ließ das übrige Feld klar hinter sich. In der 3X100Meter=Bruststaffel blieb Germania Dortmund vor dem Damen=SV Bochum erfolgreich. Das Springen endete bei der männlichen Jugend mit einem knavven Siege von Ernst(Iserlohn) über Lorenz(Erkenschwick), und bei der weiblichen Jugend war die Westfalenmeisterin Olga Eckstein vom SV Neptun Erkenschwick nicht zu schlagen. Erst mit ziemlichem Abstand folgten Fastenrath(Lüdenscheid) und Mahlmann(Bochum) auf den Plätzen. Die wichtigsten Ergebnisse: Männliche Jugend: 100 Meter Rücken: 1. Rundmund(Erkenschwick):14.4 Min.; 2. Gavlitza(Witten 84):22.4 Min.: 3. Westermann(Erkenschwick). — 200 Meter Brust: 1. Romanski(Erkenschwick) :12.2 Min.; 2. Herzogenrath(Gladbeck 13):16 Min.; 3. Schmidt(Lüdenscheid 01) und Clemens (Witten) in:17 Min.— 200 Meter Kraul: 1. Bachmann(Westfalen Dortmund):25.2 Min.; 2. Höhle(Witten 84):27 Min.; 3. Schroer(Gladbeck 13):41.8 Min.— Springen: 1. Ernst(Iserlohn 95) 44.53 Punkte: 2. Lorenz(Erkenschwick) 41.90 Punkte.— 3X100=Meter=Lagenstaffel: 1. SC Witten):54,4 Min.; 2. Neptun(Erkenschwick):04 Min.; 3. Westfalen Dortmund:06.5 Min.— 4X50=Meter=Schmetterlingestilstaffel: 1. SC Witten 84:30.4 Min.: 2. Westfalen Dortmund:37.4 Min.; 3. Neptun Erkenschwick:44.2 Min.— 400 Meter Kraul: 1. Bachmann(Westfalen Dortmund) :16.4 Min.: 2. Rundmund(Erkenschwick):24.3 Min.: 3. Meißner(Wassersport Herringen). Weibliche Jugend: 200 Meter Brust: 1. Müller (Germania Dortmund):21.5 Min.: 2. Werne (Neptun Lüdenscheid):26 Min.: 3. Höwecke(Germania Dortmund):27.5 Min.— Springen: 1. Eckstein(Neptun Erkenschwick) 30.40 Punkte; 2. Fastenrath(Lüdenscheid 01) 25.53 Punkte: 3. Mahlmann Damen=SV Bochum) 24.80 Punkte.— 100 ter Kraul: 1. Lindner(Neptun Erkenschwick):20 Min.— 100 Meter Rücken: 1. Brockhaus(Iserlohn 95):41.5 Min.; 2 Werne(Neptun Lüdenscheid):42.6 Min.: 3. Lindner(Neptun Erken schwick):42.8 Min.— 3X100=Meter=Bruststassel: 1. Germania Dortmund 1. Mannschaft:02.8 Min. 2. Damen=SV Bochum:06.2 Min.; 3. Hagen 9“ :07.5 Min.; 4. Lünen 08:20,4 Min. Gau Mittelrhein Bezirksklasse: Gruppe 1: Kölner BV 07— Blau=Weiß:3: Bayenthal— Zündorf:2; Deutz 05— Troisdorf :3:.=Gladbach— BfL Poll:0: Siegburg gegen Wolsdorf:2. Gruppe 2: Phönix— Rhenania:2; Kölner FV 1902— Jugend Kalk:2: Vingst 05— Godesberg 08:1: Schwarz=Weiß— Preußen:1: Bonner BC gegen Kölner BC:3. Gruppe 3: Herdorf— Mudersbach:2; Bruche gegen Eitorf:2; Waldbröl— Derschlag:0: Gummersbach— Brachbach:1. Gruppe 4: Rheinland Mayen— Horchheim:4: Niedermendig— Plaidt:4: Niederlahnstein gegen Kottenheim:3: Heimbach=Weiß— Engers:2. Gruppe 5: VfL Koblenz— Koblenz 1900:6: SC Neuwied— Niederbieber:1: Weitersburg— Andernach:0: Viktoria Neuwied— Neuenahr:1. Gruppe 6: Rost Trier— Wittlich:1: Zewen— Trier=Süd:2; Ehrang— Konz kampflos für Ehrang. Gruppe 7: Kirn— Enzweiler:2: Meisenheim gegen 1. FC Idar:3: Oberstein— Tiefenstein:2: Kreuznach— Sobernheim:2; Algenrodt— SV Idar:0. Dortmund gewinnt den Hallentenniskampf:2 Die starke Gladbach=Rhendter Vertretung geschlagen Der in der Tennishalle der Dortmunder Westfalenhalle durchgeführte Städtewettkampf Dortmund gegen Gladbach=Rheydt endete mit dem überraschenden:=Siege der Dortmunder. Obwohl Heiling in der Dortmunder Vertretung wegen Krankheit fehlte, so zeigte doch der für ihn spielende Freitag durch seinen Sieg über den spielstarken Dilthey=Gladbach seine gute Form. Bei den Linksrheinischen fehlte der angesagte Krefelder Dr. Heitmann. So hatten die Rheinländer ihren stärksten Mann in Hungerberg. der den Dortmunder Stadtmeister Dr. Freistein:4.:2 und später auch Müller:2, 10:8 schlug. Den schönsten Kampf lieferten sich der Dortmunder Hohrath und Elschenbroich=Gladbach. Erst nach drei Sätzen, als der Gladbacher schon:0 führte, schaffte Hohrath nach zwei Stunden doch mit :6.:6,:6 den Sieg. Münnighoff=Dortmund zeigte ebenfalls einen vorzüglichen Kampf gegen den Gladbacher König. der schließlich:2,:6.:6 verlor. In den beiden Doppelspielen schlugen Hohrath= Freistein die Gladbach=Rheydter Dilthey=Elschenbroich:2, 10:8. und Münnighoff=Müller gaben Hungerberg=König:1,:2 das Nachsehen. Ergebnisse(Dortmunder Svieler zuerst genannt): Dr. Freistein— Hungerberg:1,:4: Münnighoff— König:6.:3.:2; Hohrath— Elschen= broich:6,:6,:6; Freitag— Dilthey:1.:7; Müller— Hungerberg:6.:10: Dilthey=Elschen= broich— Hohrath=Freistein:6.:10; HungerbergKönig— Müller=Münnighoff:6.:6. Schön-Piet van Kempen überlegene Sieger im Kölner 100=Kilometer= Mannschaftsrennen Zu dem 100=Kilometer=Mannschaftsrennen in der Kölner Rheinlandhalle batten sich am Sonntag 4000 Zuschauer eingefunden. Von Anfang an war die Mannschaft P. v. Kempen=Schön dem übrigen Felde turmhoch überlegen. Bei einem Massensturz mußten Küster und Rausch das Renenn aufstecken, auch Piinenburg trug einen Schlüsselbeinbruch davon und mußte die Bahn verlassen. An Stelle von Charlier nahm der Holländer Kaers das Rennen auf. Die Ergebnisse: 100=Kilometer=Mannschaftsrennen: 1. Piet van Kempen=Schön 21 Punkte, :12,30(zwei Stunden mit 91.840 Kilometer, neuer Bahnrekord), fünf Runden zurück: 2. Kaers=Deneef 22 Pkt., 3. Ignat=Diot 16 Pkt., 4. Ehmer=Korsmeier 15 Pkt.: sechs Runden zurück: 5. Slaats=Hürtgen 12 Pkt.; sieben Runden zurück: 6. Müller=Clignet 18 Pkt. Ein Omnium wurde von Oszmelle=Steffes mit 24:23 Punkten gegen Ignat=Diot gewonnen. während ein Ausscheidungsfahren Schnitzler vor Hürtgen und Kaers an sich brachte. Vorher hatte Piinenburg ein Punktefahren mit 21 Punkten vor Kaers(13) und Walter für sich entschieden. Neuer Weltrekord von Higgine Auf einem Schwimmfest glückte dem bekannten amerikanischen Schmetterlingsstilschwimmer I. Higgins ein neuer Weltrekord im 200=Vards=Brustschwimmen. Er verbesserte die bisherige Weltbestleistung des Franzosen Cartonnet von:25.2 auf :24,1. Higgins hält auch mit:10,8 den Weltrekord über 100 Meter Brust. Undee Von Ven P. Sihin... Atitterss.? nlt SdensasPAe...... Festliches Bild kurz vor dem Ziel des Abfahrtslaufes am Freitag Unter den wehenden Fahnen erwarten die Zuschauer die einzelnen Läufer des Skirennens der WinterOlympiade, die hier kurz vor dem Ziel noch einen Steilhang zu durchfahren haben.(Scherl—.) Birger Rund im Ziel Als erster Skiwettbewerb der 4. Olymvischen Winterspiele wurde der Abfahrtslauf für Männer und Frauen durchgeführt, bei dem Birger Rund nicht zu schlagen war. Hier sieht man den Norweger beim Durchfahren des Zieles.(Presse=Bild=Zentrale..) Franz Pfnür, der Sieger der zweiten Goldenen Olymviamedaille. geht durchs Ziel.(Scherl—.) Bildtelegramm von den Olymvischen Winterspielen: Gusta Lantschner, der die Silberne Medaille für Deutschland in der Kombination errang. Christl Cranz gewinnt die erste Goldmedaille Scherl—.) Die Siegerin der ersten Goldenen Olympiamedaille wird gefeiert Christl Cranz. die Gewinnerin der ersten Goldenen Olymviamedaille, wird nach ihrem Siege im Damen= Slalomlauf gefeiert.(Scherl—.) Bildoben: Nach dem deutschen Siege über die schweizerische Olympia=Eishockeymannschaft Nach dem Eishockeyspiel Deutschland— Schweiz, das für unsere Farben mit:0 endete, beglückwünschen die Schweizer ihre deutschen Gegner zu dem schönen Erfolg.(Scherl—.) Bildlinks: Reichsminister in der „Kraftouraf Freuer Han. Der Stellvertreter des Führers, Reichsminister Rudolf Heß. besuchte die„Kraft=durch=Freude"=Halle in Garmisch=Partenkirchen und gab auch zwei kleinen Sängern Autogramme.(Scherl—.) Am Ziel des Abfahrtslaufes Unter den zahlreichen Zuschauern, die sich am Ziel des Abfahrtslaufes eingefunden hatten, sah man u. a. auch Reichsminister Dr. Frick und Reichssportführer v. Tschammer und Osten, die unser Bild zeigt. (Presse=Bild=Zentrale—.) Annnuns=Sreingt dis Ecsts Voldmeounte Der 4X10-Kilometer-Staffellauf— Zunächst führten die Norweger, im Endkampf aber konnte sich der finnische Schlußmann durchsetzen— Falscher Wechsel brachte Deutschland um die bessere Plazierung Garmisch=Partenkirchen ist immer noch von der Freude über die zwei feinen olympischen Siege in der alpinen Kombination beherrscht. In dieser Feststimmung klang natürlich auch der Sonntag aus. Aber dennoch war alles schon wieder am frühen Morgen des Montag auf den Beinen, denn hier wurde ja nun die große 4mal=10=Kilometer= Skistaffel gestartet. Die Sonne, die am Sonntag noch strahlend über dem Werdenfelser Land stand, war wieder von dichten Wolkenvorhängen verdeckt. Schwer hingen die Schneewolken am grauen Himmel. Aber trotzdem die Freude des Wintersportvölkchens konnte nichts mindern Freilich war das Interesse an der mit 16 Mannschaften großartig besetzten Prüfung nicht so augenfällig wie an den Tagen zuvor, aber trotzdem hielt wieder eine stattliche Menge das Skistadion besetzt. Hier spielten sich ja alle Staffelwechsel ab und dort lag auch das Ziel. Zu sehen war so schon allerlei. Schweden und Finnen auf der Jagd hinter Norwegen Die Streckenwahl für die 4mal=10=Kilometer= Skistaffel war recht glücklich. Der Kurs setzte sich aus zwei völlig verschiedenartigen Teilen zusammen. Der erste setzte mit einem längeren Flachlauf ein und führte dann zügig mit wenig Anstieg und Abfahrt weiter. Ihn hatten die Läufer Nr. 1 und 3 zu laufen. Anderen Charakter hatte aber die Strecke für den 2. und 4. Läufer, sie war ausgesprochen alpin, mit starken Anstiegen und langen Abfahrten durchsetzt, aber trotzdem für jeden Läufer ohne Schwierigkeiten zu nehmen. Der erste Läufer jeder Nation hatte einen zusätzlichen Weg von etwa ein Kilometer zu machen, da der Start nicht im Skistadion, sondern am Kochelberg lag. Dort stellten sich kurz vor 9 Uhr die ersten Läufer der 16 Mannschaften in der ausgelosten Reihenfolge auf. Dann ertönte pünktlich ein Kanonenschuß und wie aus der Pistole geschossen stoben die Läufer davon. Vorne weg unser Friedl Däuber, der Finne Nurmela und Gddbjörn Hagen aus Norwegen. Schnell war ihre Fahrt und mit unerhörtem Tempo zogen sie dem Skistadion entgegen. Dort sahen die Zuschauer eine schon etwas veränderte Situation An der Spitze lag nun Nurmela vor Hagen, Däuber, dem Tschechen Musil, dem Italiener Menardi und Knap=Jugoslawien. Etwa 30 Meter zurück folgten die übrigen Läufer. Nach der Hälfte der Rundenstrecke, also bei 5 Kilometer, bietet sich folgendes Bild: Norwegen führt vor Finnland. Schweden, Italien, der Tschechoslowakei. Polen, Frankreich, Jugoslawien, Deutschland, Oesterreich und Japan. Der Norweger Hagen liegt auch beim Kontrollpunkt.2 Kilometer vor dem Finnen Nurmela und dem Schweden Berger. Zwei Minuten später kommt der Italiener Gerardi durch, dem der Tscheche Mihalek dichtauf folgt. Nur eine Minute später ist aber auch der Pole Gorski durch, hinter dem der Franzose Gindre herjagt. Im Abstand von weiteren zwei Minuten taucht der Jugoslawe Knap auf, gefolgt von dem Amerikaner Torrison und erst eine Minute später geht Friedl Däuber, der erste Mann der deutschen Staffel vorbei, der für alle eine herbe Enttäuschung ist. Der Bayer scheint sich„verwachst" zu haben und kann nur mit Mühe dem schnellen Tempo folgen. Das ist natürlich für alle Deutschen, die sich längs der Strecke aufgebaut haben, eine bittere Erkenntnis. Man sieht es deutlich, daß ihm vor allem die Anstiege besondere Schwierigkeiten bereiten, denn hier verliert er stets Boden. Und dann liegt einen Kilometer weiter immer noch der Norweger vor dem Finnen und Schweden. Die drei skandinavischen Nationen haben nun schon zwei Minuten Vorsprung gegen Italien und der Tschechoslowakei. Im weiteren Abstande von zwei Minuten kommen die Polen und eine Minute später Frankreich. Die Jugoslawen führen mit weiterem Rückstand von einer Minute eine Gruppe, bestehend aus den Läufern von Amerika und Deutschland. an. Gleich darauf erschien am Hang des Gudiberges auch schon der Norweger Hagen zur Ablösung. Hoffsbakken lief als zweiter Mann für Norwegen weiter, 150 Meter vor den dicht zusammenliegenden Finnen und Schweden. Nurmela wechselt mit Karppinnen und der Schwede Berger reicht seinem Landsmann Larsson die Hand zur Ablösung. Man notiert folgende Zeiten: Hagen lief 43:34 der Finne benötigte 44:34 und der Schwede 44:45. Italiens erster Läufer Gerardi wechselte in 45:49 und der Tscheche Mihalek mit Musil in 45:50 Weiter stellte man für die ersten Läufer folgende Zeiten fest: Polen 46:37 Frankreich 47:15, Jugoslawien 48:34, Oesterreich 49:19, Deutschland 49:22, ASA. 49:25, Japan 51:38, Bulgarien 52:32, Lettland 56:25, Rumänien 59:56, und für die Türkei:12,59. Diese schlechte Zeit ersten türkischen Läufers kam natürlich etwas überraschend, aber bei einer Nachfrage hatte man des Rätsels Lösung schnell heraus. Erces war bei der Abfahrt gestürzt, hatte sich den Daumen verletzt, mußte verbunden werden, und das kostete natürlich allerlei Zeit. Unerhörter Kampf um die Führung Mit frischer Kraft machten sich nun die neu eingesetzten Leute auf die zweite Strecke und in ihr stach vor allem der unerhörte Kampf zwischen dem Schweden Larsson um den zweiten Platz hinter dem führenden Norweger mit dem Finnen Karppinnen hervor. Schließlich schaffte es nach einem beispiellosen Energieeinsatz der Schwede. Beim Punkt 13.5 Kilometer lag Hoffsbakken=Norwegen vor Larsson und Karppinnen Erst zwei Minuten zurück folgte der Italiener Menardi und vier Minuten später die Tschechoslowakei. Zwei Minuten nachher kam der Pole Orlewicz durch, dann nacheinander Frankreich, Amerika, Oesterreich, Jugoslawien, Japan, Bulgarien und Lettland innerhalb von einer Viertelstunde. Beim Kilometer 15.3 liegen dann noch immer die drei skandinavischen Nationen an der Spitze der tollen Jagd: Norwegen, Schweden, Finnland. Hinter ihnen die Tschechoslowakei und Polen. So ist das Bild auch beim Punkt 17.8 Kilometer, wo die Norweger zwei Minuten vor Schweden und Finnland lagen Die Spitze war also immer noch dicht geschlossen und die kräftezehrende Jagd zwischen dem Schweden und Finnen hatte den Abstand zu dem führenden Norweger immer kleiner werden lassen. Die Nationen wechselten dann wie folgt: Hoffsbakken=Norwegen 39:33, Larssen=Schweden 39:39, Karppinnen=Finnland 39:56, Italien 40:59, Tschechoslowakei 42:14. Polen 42:55 und dann folgte als siebenter Deutschlands Meister Willy Bogner, der ein unerhört scharfes Tempo gelaufen war und in 41:29 die deutsche Staffel vom 10. auf den 7. Platz vorgebracht hatte. Frankreich wechselte in 46:06, Amerika in 44:24, Oesterreich in 45·00, Jugoslawien 47:22. Japan 45:49 Bulgarten 52:08, Lettland 50:15, Rumänien 50:23 und als letzter die Türkei. Norwegen arg in Gefahr Natürlich konnte so das Ende nur noch zwischen den drei großen Ski=Nationen aus dem Norden Europas liegen. Norwegen setzte nun Sverre Brodahl ein, dem seine zwei Landsleute einen Vorsprung von über einer Minute übergaben. Der Norweger setzte alles daran, um ihn zu behaupten und verlor tatsächlich nur wenige Sekunden, trotzdem der Finne Lähdi und der Schwede Häggblad wie toll hinter ihm herhetzten Sie geben förmlich ihr Letztes, aber sie schaffen es nicht. Nach einem verzweifelten Kampf über die 10 Kilometer wechselt Brodahl 49:52 vor Lähdi 39:49 und Häggblad 40:34. Fast eine Minute vor den zwei Verfolgern geht der Norweger Biarne Iversen ab. Dann verschwindet die blaue Jacke des finnischen Schlußmannes Jalkanen und eine Minute nach ihm jagt der Schwede Matsbo auf seiner Spur hinterher. Die deutschen Hoffnungen trug auf diesem Teil der Strecke unser Leutnant Herbert Leupold. Der große Läufer aus Schlesien enttäuschte nicht die Erwartungen und überholte den Polen und brachte Deutschland auf den 6. Platz hinter den drei skandinavischen Nationen, Italien und der Tschechoslowakei. Nach den drei ersten Läufern stellten sich die folgenden Nationen wie folgt zum letzten Wechsel ein: Italien 41:51, Tschechoslowakei 41:27, Deutschland 41:37, Polen 44:35, Frankreich 44:23. USA. 45:02, Oesterreich 45:13. Jugoslawien 44:51, Japan 45:57, Lettland 48:25, Rumänien 48:35. Bulgarien 53:59 und zum guten Schluß die Türkei. Und dann siegte Finnland vor Norwegen und Schweden Alles schaute nun natürlich auf dem letzten Teil der Strecke nach dem kommenden Sieger aus, und genau so unerhört wie der Energieeinsatz der an der Spitze kämpfenden drei Skandinavier war die Spannung der Abertausende auf der Strecke und am Ziel. Der Kampf um die Führung hatte es aber auch wirklich in sich. Immer noch führte der Norweger Iversen knapp vor dem Finnen Jalkanen und beim Punkt 35.3 Kilometer hatte Iversen immer noch drei Sekunden Vorsprung vor dem Finnen. Zwei Minuten später war es aber geschehen. Nun hatte es Jalkanen geschafft und Zentimeter um Zentimeter kämpfte er den restlos erschöpften Norweger nieder. 15 Meter lagen schließlich im Ziel zwischen Jalkanen und Iversen und damit hatte Finnland den großen 4mal=10=Kilo= meter=Staffellauf gewonnen Es war ein herrlicher Sieg und nie wurde er heißer erkämpft als hier. Der Norweger Iversen gab bestimmt alles für den Sieg seines Landes. aber der verbissene Wille allein tat es schließlich auch nicht mehr. Die Türkei steckte nach dem 3. Wechsel das Rennen auf, da sie aussichtslos im Rennen lag. Das Ergebnis der 4mal=10=Kilometer=Staffel: 1. Finnland(Nurmela, Karppinnen, Lähdi, Jalkanen):41.32 2. Norwegen(Hagen. Hoffsbakken, Brodahl, Iver3. Schweden(Berger, Larsson, Häggblad, Matsbo) :43:03. 4. Italien(Gerardi, Menardi, Demets. Kasebacher) .50,05.,„(Wih.a m 5. Tschechoslowarei(Mihaler, Mufil, Berauer, Simunet):51,56. 6. Deutschland(Däuber, Bogner, Zeller, Leupold) :54,54. Karl Schäfer führt Die Eiskunstläufer im Pflichtlauf Charakter, innere haltung und Die neuen Voraussetzungen für die Zulassung als Rechtsanwalt ndz. Berlin, 10. Febr. Anstelle der von der Reichsjustizverwaltung bisher auf diesem Gebiet erlassenen Vorschriften hat der Reichsjustizminister jetzt neue Richtlinien aufgestellt, nach denen in Zukunft Angelegenheiten der Rechtsanwälte in Deutschland bearbeitet werden. Was die Zulassung als Rechtsanwalt anlangt, so gehen die Richtlinien unter Hinweis auf die Rechtsanwaltsordnung davon aus, daß die Befähigung zum Richteramt vorliegen muß und daß bei einem Gericht nicht mehr Rechtsanwälte zugelassen werden, als einer geordneten Rechtspflege dienlich ist. Der neue anwaltliche Probe- und Anwärterdienst soll nur diejenigen aufnehmen, die sich nach ihrer Einstellung zu Volk und Staat, nach Charakter und innerer Haltung, nach ihren Fähigkeiten und ihrer Pflichttreue für den Beruf des Rechtsanwalts eignen. Der Antrag der Bewerber ist binnen drei Monaten nach dem Bestehen der großen Staatsprüfung bei dem Oberlandesgerichtspräsidenten zu stellen, zu dessen Bezirk der Bewerber zuletzt gehörte. Der Bewerber muß nachweisen, ob und welche Strafen er erlitten hat, ob er sich kommunistisch betätigte, wie es mit seiner politischen Haltung und seinem Verhältnis zur Wehrmacht bestellt ist. Die Mitwirkung des Bundes NS=Deutscher Juristen und der Reichsrechtsanwaltskammer stellt der Minister sicher. In den Uebergangsvorschriften werden besondere Vergünstigungen für alte Kämpfer der NSDAP freiwillige Wehrmachtsangehörige ermöglicht. Der Streik der Londoner Fleischer beendet dnb. London, 10. Febr. Einer amtlichen Mitteilung zufolge wird die Fleischverteilungszentrale Smithfield am Mittwoch früh wieder geöffnet werden. Der Streik der Fleischer ist damit beendet. Die Arbeitnehmer hatten für die Wiederaufnahme der Arbeit folgende Forderungen gestellt, die sämtlich erfüllt wurden: 1. daß alle Leute wieder eingestellt werden, 2. daß innerhalb von drei Tagen nach der Wiederaufnahme der Arbeit der Schlichtungsausschuß zusammentreten soll, um die Forderung der Arbeitnehmer im Schlichtungswege zu regeln. Die Gewerkschaftsvertreter haben erklärt, daß der Vollzugsausschuß verpflichtet sei, einen amtlichen Streik auszurufen, wenn es nicht gelingen sollte, eine Regelung herbeizuführen. Dreifacher Mörder und Brandstifter von der Danziger Kriminalpolizei verhaftet dnb. Danzig, 10. Febr. Am vorigen Mittwoch brannte in Tragheim im Danziger Werder ein Haus nieder, wobei das Ehepaar Runschkowski und dessen kleines Kind ums Leben kamen. Es stellte sich dann heraus, daß die Familie durch Beilhiebe getötet worden war und der Mörder das Feuer angelegt hatte, um die Spuren zu verwischen. Die Kriminalpolizei hat ietzt die Tat aufgeklärt. Der 21jährige Bruder des Ermordeten Johannes Runschkowski, der unter dringendem Tatverdacht verhaftet worden war, hat unter dem Druck des vorhandenen Beweismaterials gestanden, seinen Bruder sowie dessen Ehefrau und das Kind erschlagen und zur Verwischung der Spuren die Wohnung in Brand gesteckt zu haben. Als Grund für seine Tat gibt der Mörder Streitigkeiten mit seinem Bruder an. Nach dem vorläufigen Geständnis will der Täter nur 15 Gulden geraubt haben. Gewerbelehrer sollen bei Handwerksinnungen Mitglieder sein Berlin. Der Reichsstand des deutschen Handwerks hat mit der Reichsfachschaft Vl im NS. Lehrerbund ein Uebereinkommen getroffen, wonach die Gewerbelehrer, die nach der ersten Verordnung über den vorläufigen Aufbau des Handwerks Innungsmitglieder werden, einen Jahresbeitrag von sechs RM. zu entrichten haben, gleichviel, ob sie einer oder mehreren Innungen beitreten. Der Reichserziehungsminister bemerkt hierzu, daß die Mitgliedschaft zu einer Innung wesentlich dazu beitrage, die Unterrichtserteilung in der Berufsschule lebensnäher und damit wirksamer zu gestalten. Er ersucht die zuständigen nachgeordneten Stellen, die Berufsschullehrkräfte auf diese Möglichkeit hinzuweisen und ihnen in ihrem Interesse den Beitritt zur Innung nahezulegen. Keine Einstellungsgesuche an das Reichskriegsministerium Berlin. Der Reichskriegsminister und Oberbefehlshaber der Wehrmacht gibt bekannt: „Es besteht Veranlassung, darauf hinzuweisen, daß es unzulässig ist, Personen, die sich um Einstellung in die Wehrmacht bewerben, deren Einstellung bestimmungsgemäß jedoch nicht zulässig ist, an das Reichskriegsministerium zu weisen, um ihre ausnahmsweise Einstellung zu erbitten. Bewerber, die die Absicht äußern, sich unmittelbar an das Reichskriegsministerium oder andere staatliche Stellen zu wenden, sind vielmehr darauf aufmerksam zu machen, daß solche Gesuche zwecklos sind und ihnen nur unnötige Kosten verursachen. Leichter Kraftwagenunfall des Komponisten Hans Pfitzner Berlin. Der Münchener Komponist Professor Hans Pfitzner erlitt bei einem Zusammenstoß zwischen einer Kraftdroschke und einer Straßenbahn in Charlottenburg einen leichten Unfall. Hans Pfitzner, der in der Droschke saß, trug eine leichte Verletzung an der rechten Hand und eine kleine Schnittwunde am Kopf davon. Nachdem er sich auf der Rettungsstelle hatte verbinden lassen, konnte er seine Berliner Wohnung aufsuchen. Hitlerjugend und Rundfunk Langenberg. In der Jugendherberge Langenberg(Rhld.) fand ein Kurzlehrgang der Stellenleiter Rundfunk der Banne und Jungbanne unter Leitung des Leiters der Rundfunkabteilung der Gebietsführung 10 Ruhr=Niederrhein statt. Den Stellenleitern wurden die Ausrichtung und die Aufgaben für das Jahr 1936 gegeben. Im Rahmen des Lehrganges sprachen u. a. Gebietsführer Deinert, der Intendant des Reichssenders Köln Pg. Dr. Glasmeyer, Gaufunkwart Pg. Schwerter und HI=Funkleiter Lindenschmidt. Die Teilnehmer hatten außerdem Gelegenheit, die Sendeanlagen des Reichssenders Köln in Langenberg zu besichtigen. Im Olympia=Kunsteisstadion war am Montagnachmittag wieder Hochbetrieb Emsig waren die Eiskunstläufer dabei, ihre Pflichtfiguren auf die spiegelblanke Fläche zu zeichnen und sie kamen rüstig voran Der Pflichtlauf ist nun recht gut gefördert. Am Montagnachmittag um 5 Uhr lag der Oesterreicher Karl Schäfer unangefochten an der Spitze und kaum einer wird ihm den Rang streitig machen können. Hinter ihm hat sich eine Art Gruppe von gleichwertigen Leuten gebildet in der der Kanadier Wilson, der Engländer Sharp, unser Meister Ernst Baier, der Engländer Jack Dunn und das neue österreichische Talent Kaspar liegen. fünf Leute trennt dann wieder ein sichtbarer Abstand von einer zweiten Gruppe, die die zwei Ungarn Pataky und Tertak, den Japaner Hasegawa, den Finnen Nikkanen, den Engländer Dates, Linhart=Oesterreich und den Amerikaner Lee umfaßt. Auch im restlichen Feld der Bewerber hat sich das Können ziemlich deutlich abgegrenzt und auch hier sind klar zwei Gruppen zu erkennen. Reiterer siegt im Eisschießen Nicht im Rahmen des olympischen Programms liegen die internationalen Wettbewerbe im Eisschießen. Sie wurden am Montag mit einem internationalen Wettkampf fortgesetzt. Die Besetzung war hervorragend und auch das Interesse entsprechend. Den Sieg holte sich der Oesterreicher Reiterer mit 15 Ringen vor Brunner=Deutschland mit neun, Wolffinger=Tschechoslowakei neun, Lawugger=Oesterreich neun, Kalckschmid=Oesterreich neun. MoserDeutschland fünf. Marx=Oesterreich vier. BielmeierDeutschland drei. Arnhold=Tschechoslowakei einen und Großmann=Tschechoslowakei einen. Klar zur Zwischenrunde Die Auslosung zum Eishocken Die Vorrundenspiele im Eishockey hatten es bestimmt schon in sich, aber von noch größerem Interesse wird nun die Zwischenrunde getragen sein. Es ist erklärlich, daß man in allen Lagern mit fieberhafter Spannung auf die Auslosung wartete. Nun, am Montagvormittag, hat das Los gesprochen. Die Internationale Eishockeyliga kam zur Auslosung der Zwischenrunde zusammen Deutschland spielt in der Gruppe 1 zusammen mit dem großen Eishockenvorbild Kanada. Ungarn und England, während die anderen vier Länder die Gruppe 2 bilden. Gruppe 1: Kanada. Deutschland, Ungarn. England. Gruppe 2: USA., Schweden. Tschechoslowakei, Oesterreich Der Spielplan der Eiehockey=Zwischenrunde Die Spiele der Zwischenrunde des Olympia=Eishockeyturniers wurden am Montagabend wie folgt festgesetzt: Dienstag, 11. Februar: 14.30 Uhr Oesterreich gegen Schweden anschließend USA gegen die Tschechoslowakei(beide auf dem Rießer See); 20 Uhr Deutschland gegen Ungarn(Eisstadion). Mittwoch, 12. Februar: 14.30 Uhr Kanada gegen Ungarn, anschließend Tschechoslowakei gegen Schweden; 20 Uhr Deutschland gegen England, anschlie ßend USA gegen Oesterreich(alle Eisstadion) Donneretag, 13. Februar: Ungarn gegen England, USA gegen Schweden. Tschechoslowakei gegen Oesterreich. Kanada gegen Deutschland. Ort und Zeiten der Spiele vom Donnerstag werden noch bekanntgegeben. Italiens bisherige Verluste in Ostafrika onb. Rom, 10. Febr. Durch eine amtliche Mitteilung des Kriegsministeriums werden heute die Gesamtverluste der italienischen Heimatarmee seit Beginn des Afrika=Feldzuges bekanntgegeben. Sie belaufen sich auf 844, von denen 427 im Gefecht gefallen sind, 396 starben im Dienst oder durch Krankheit, 4 infolge von Verwundungen und 17 werden vermißt. Ueber die Hälfte dieser Toten entfällt auf den Monat Januar; davon sielen 341 im Gefecht, 4 starben durch Verwundungen und durch Krankheiten 92. An der Somalifront fielen im letzten Monat 3 Offiziere und 10 Unteroffiziere, Soldaten und Schwarzhemden, an der Eritreafront 24 Offiziere, 24 Unteroffiziere, 30 Soldaten und 250 Schwarzhemden. Bomben auf Dessie Schweres Unwetter über dem abesfinischen Hochland Addis Abeba, 10. Febr. Am Sonntag sind völlig unerwartet sieben italienische Bombenflugzeuge über Dessie erschienen und haben und eine Reihe benachbarter Ortschaften mit etwa 100 Bomben belegt. Nach abessinischen Angaben hat dieser Bombenabwurf nur Opfer unter der Zivilbevölkerung gefordert, da Dessie seit Wochen frei von Truppen sei und nur noch den Hauptsammelplatz für ausländische Verbandstellen darstelle. Die Zahl der Opfer wird von den Abessiniern mit einem Toten und zwei Verwundeten angegeben. Am Sonntag und in der Nacht zum Montag sind über das gesamte abessinische Hochland ungeheure Wolkenbrüche mit schwerem Hagelschlag niedergegangen. Zusammenstoß zwischen Lastkraftwagen und Straßenbahn Düsseldorf. Auf dem Hindenburgwall fuhr am Montag ein Lastkraftwagen, der nicht rechtzeitig zum Halten gebracht werden konnte, gegen einen Anhänger der Straßenbahn, in dem sich Schulkinder befanden. Nur dadurch, daß der Kraftwagenführer seinen Wagen in die Flingerstraße abzubiegen versuchte, ist größeres Unheil verhütet worden. Der Straßenbahnanhänger wurde aus den Schienen gesetzt und beschädigt. Zwei Kinder erlitten durch Glasscherben leichte Schnittwunden. Der Kraftwagen selbst wurde durch den Zusammenstoß so stark in Mitleidenschaft gezogen, daß er abgeschleppt werden mußte. Zwei Knaben im Eise eingebrochen und ertrunken Andernach. Im benachbarten Plaidt brachen am Montagnachmittag zwei 11jährige Knaben auf dem zugefrorenen Freibadesee ein und ertranken. Bis jetzt konnte nur die Leiche eines der ertrunkenen Knaben geborgen werden. Es handelt sich um die Kinder des Bahnassistenten Peters und des Arbeiters Peter Leyendecker aus Plaidt. Beheitiisch Wostfaltsch Hill untiegertel Großkundgebung der 913. Hauptamtsleiter Claus Selzner spricht in der Westfalenhalle Dortmund. Als Auftakt zu den diesjährigen Vertrauensratswahlen spricht am Sonntag. dem 16. Februar. 11 Uhr. der engste Mitarbeiter Dr. Leys. Hauptamtsleiter Parteigenosse der Westfalenhalle zu den Betriebswaltern. Betriebsführern und zu den Kreis= und Ortswaltern des gesamten Gaubereiches der Deutschen Arbeitsfront im Gau Westfalen=Süd. Aus berufenem Munde werden den führenden Männern der Arbeit Richtlinien, Ziel und Zweck der Vertrauensratswahlen erläutert, um bis in die kleinsten Heuen und Blocks ihren erfolgreichen Widerhall zu finden. Diese Wahlen haben in diesem Jahre eine ganz besondere Bedeutung. Es gilt, unserem Führer melden zu können, daß seine Soldaten der Arbeit so treu zu ihm stehen und von solchem Vertrauen zu ihm beseelt sind, wie seine Kämpfer der SA. und SS. und seine Soldaten unserer stolzen Wehrmacht. Die Leitung dieser Großveranstaltung wird der Gauwalter Parteigenosse Ernst Stein. MdR., Leiter der Bezirksarbeitskammer der DAF. Westsalen=Lippe, übernehmen. Verheirateter Bergmann ködlich verunglückt Dortmund. Der 29jährige verheiratete Hauer Otto Potthoff. Vater zweier kleiner Kinder, geriet im Untertagebetriebe der Zeche„Minister Stein“ unter niederbrechende Gesteinsmassen. Zwar gelang es. den Verunglückten lebend zu bergen, doch ist er nach zwei Tagen seinen Verletzungen erlegen. Zwei Arbeiter södlich verunglückt Bochum. Auf dem Weitmarer Werke des Bochumer Vereins wurde der 25jährige Hilfsarbeiter Karl Tiemann bei Ausschachtungsarbeiten verschüttet und in einem anderen Betriebsteile dieses großen Werkes der ledige Arbeiter Josef Karolczak von einer herabfallenden Kranstange getroffen. Beide Arbeiter sind kurze Zeit später ihren schweren Verletzungen erlegen. Neuer Fahr- und Wanderweg nach dem Helenenturm Witten. Auf dem westlichen Ausläufer des Ardeygebirges, dem waldgekrönten Helenenberg in Witten, steht— gleichsam als Wahrzeichen der Ruhrstadt— der über 30 Meter hohe Helenentuxm, Durch ein großzügiges Straßen= und Wegenetz nunmehr der langgestreckte Rücken des hoch die Stadt überragenden Helenenberges dem Wanderund Fahrverkehr erschlossen werden. Es wird daher bald möglich sein, auch den Helenenturm mit Fahrzeugen zu erreichen. Damit geht ein langgehegter Wunsch vieler Besucher der Ruhrstadt in Erfüllung. und der schöne, aus mächtigen Bruchsteinen erbaute Aussichtsturm, der bisher vielen zu weit abseits von den Hauptwanderwegen lag, wird in Zukunft mit zu den viel aufgesuchten Zielen des Ruhrtales gehören. Der Rundblick von der obersten Plattform des Turmes ist von überraschender Schönheit. Nach Norden und Nordwesten dehnt sich in unendlicher Weite das Industrieland aus. Nach Süden schweift der Blick über das Ruhrtal und weithin über das Ardeygebirge und die Bergzüge des Sauerlandes und des bergischen Landes— ein Rundblick, der allen unvergeßlich sein wird, die das Ruhrland lieben. 62 Uhren durch Einbruch gestohlen Gelsenkirchen. Einbrecher zertrümmerten nächtlicherweile an dem an der Bismarckstraße gelegenen Geschäfte des Uhrenhändlers Linne eine Schaufensterscheibe und 62 Damen= und Herrenuhren sowie sonstige Schmuck= und Nutzgegenstände im Gesamtwerte von rund 1000 RM wurden gestohlen. Ein verdächtiger Mann konnte festgenommen werden. Tödlicher Sturz vom Leiterwagen Bottrov. Auf der Horster Straße fiel der 61jährige Invalide., der leicht angetrunken war und auf einem Leiterwagen stand, von dem Wagen auf die Straße und erlitt so schwere Verletzungen, daß er bald darauf starb. Das Deutsche hygiene. auf der Essener Ausstellung„Das Leben“ Essen. Die Bedeutung des Deutschen HygieneMuseums in Dresden für die Volksgesundheit geht weit über den Rahmen unseres Vaterlandes hinaus. In jahrzehntelanger zäher Arbeit hat es der sächsische Industrielle K. A. Lingner fertig gebracht, aus den kleinsten Anfängen heraus dieses einzig dastehende Institut zu schaffen und ihm Weltgeltung zu geben. Sein Nachfolger Georg Seiring, der heutige Präsident, hat trotz Krieg und Krise diese Weltgeltung erhalten und vermehren können. Die internationalen Ausstellungen von 1930=31 in Dresden. die Eröffnung des monumentalen Museumsbaues im Jahre 1930, die Weltausstellung in Chikago 1933 und die vorjährige Berliner Ausstellung„Wunder des Lebens“ sind Marksteine auf dem Wege dieser Entwicklung. In diesem Jahre hat es die Essener Ausstellungsgesellschaft unternommen, im Rahmen ihrer großen Ausstellung für Volksgesundheit„Das Leben“ das einzigartige Material des Deutschen Hygiene=Museums als ideellen Mittelpunkt zur Schau zu stellen. Zwei Todesopfer des Verkehrs Duisburg. Am Schwanentor befand sich eine 16jährige Radfahrerin aus Meiderich in gleicher Fahrtrichtung mit einem Lastzug. der aus Trecker und zwei schwer beladenen Anhängern bestand. Auf bisher unaufgeklärte Weise stürzte die Radfahrerin u. kam vor die Räder des zweiten Anhängers zu liegen, die ihr über den Körver hinweggingen. Die Verunglückte ist an den erlittenen Verletzungen gestorben.— Im Stadtteil Hamborn wurde auf der Kaiser=WilhelmStraße ein 37jähriger Mann tot ausgesunden. Nach den kriminalpolizeilichen Feststellungen muß der Mann in der Zeit von.30 bis 3 Uhr von einem unbekannten Kraftwagen angefahren, auf das Straßenpflaster geschleudert und hierbei tödlich verletzt worden sein. gemacht, den Brauch der Rosenmontagsseier wieder lebendig zu machen. Wer abseits von den großen Städten in kleineren münsterländischen Gemeinden Karneval mitseiern will, der hat dazu Gelegenheit entweder in Beckum oder in den benachbarten Gemeinden Rietberg und Neuenkirchen. So feiert der Westsalen ebenso wie der Rheinländer oder der Süddeutsche seinen Fasching, seinen Karneval. Wer aber immer an einem westfälischen Karneval teilgenommen hat, der wird das eine erlebt haben, daß ein Unterschied besteht zwischen der rbeinischen Fröhlichkeit und der westfälischen Art, ein Volksfest zu seiern. Vielleicht überlegt er sich's einmal, was schöner war, und die meisten werden dann zu dem Bekenntnis kommen, daß die aus dem westfälischen Volks= und Brauchtum überlieferten westfälischen Karnevalsfeste dem Besucher soviel echte Freude gaben, daß er von da ab in jedem Jahr aufs neue schwört:„Immer wieder zum Karneval nach Westfalen.“ Mit dem Kraftwagen in die Küche Bielefeld. Im nahen Sternhagen fuhr ein Milchlieferwagen beim Wenden gegen den Kotten eines Kohlenhändlers, drückte die Wand ein und geriet in die Küche. Zum Glück war dort niemand anwesend, so daß nur Sachschaden zu verzeichnen war. Altwestsälisches Bauernhaus durch Feuer sches Siedlerland in Brastlien" beschreibt Maria Kahle. Wichtig für jeden Gartensreund ist, was Otto Nebelthau vom Erdmirer erzählt. Höchst anregend berichtet der berühmte Lichtbildkünstler Albert Renger=Patzsch, wie er zum Photographieren kam. Abgeschlossen werden die geschichtlich aufschlußreichen und bisher noch nirgends abgedruckten Erinnerungen aus dem Nachlaß der Kaiserin Marie Luise Sie schildern die Hochzeit mit Napoleon und den Wiener Kongreß. zerstört Aus dem Mü Karneval in Westfalen Münster. Jedesmal wenn die Zeit des Faschings. des Karnevals herankommt, dann lebt auch in Westfalen die Freude an diesem Volksfest immer wieder von neuem auf. Von Jahr zu Jahr kann man eine steigende Tätigkeit auf diesem Gebiete feststellen und heute ist es nicht mehr allein Münster, das seinen Karneval feiert, sondern ein althergebrachter Fastnachtsdienstagszug wird in dem sauerländischen Städtchen Attendorn gepflogen. Die Großstädte Hagen und Bochum haben mit Erfolg den Versuch Hopsten. Das schöne altwestfälische Bauernhaus des Bauern Gerhard Meese in der Nachbargemeinde Schale wurde nebst den angrenzenden Stallungen durch eine schwere Feuersbrunst vollständig zerstört. Vor allem der etwa 25 Klm. von hier entfernten Ibbenbürener Feuerwehr, die nach Anruf mit ihrer Motorspritze in 25 Minuten an der Brandstelle war. ist es zu danken, daß das neue Wohnhaus nur leicht beschädigt wurde. Der größte Teil des Eingutes konnte gerettet werden. 400 Eier und 17 Pfund Butter beschlagnahmt Werne a. d. L. Der in Oberberge wohnende Händler., der hiesigen Einwohnern Bauernbutter und ungestemvelte Eier anbot und auch nicht im Besitze eines gültigen Gewerbescheines war, wurde von der Polizei gestellt, und es wurden bei ihm 17 Pfund Bauernbutter und 400 Eier beschlagnahmt. Zeitschriftenschau Belhagen u. Klasings Monatshefte Ein neuer Dichter wird den Lesern von Velhagen u. Klasings Monatsheften im Februarheft vorgestellt: Der Westfale Herbert Koch, der der Zeitschrift seine erste große Erzählung„Die wilde Jagd“ anvertraut hat, ein Werk, das vom Zauber des deutschen Waldes wie nur je eine echte romantische Schöpfung erfüllt ist. Die andern erzählenden Beiträge des Heftes, das besonders reichhaltig auch mit Kunstbeilagen und Bildern ausgestattet ist, stammen von Mia Munier=Wroblewska, Richard Eßwein und Helmut Paulus. Kasimir Edschmid, der bekannte Dichter und Reiseschriftsteller, schildert. unterstützt von farbigen Aufnahmen, das alte und das neue Rom und gibt nicht bloß Stimmung, sondern auch praktische Winke. Besonders zeitgerecht sind einige Sportaussätze: Die Plauderei des Grafen Baudissin „Equiven reiten für ihr Land“ ist mit seltenen internationalen Aufnahmen bebildert: Kurt Seeger berichtet von„Seltsamen Skiabenteuern". Strömungen der Gegenwart spiegelt Trude Sands illustrierte „Schule der Anmut“ die nicht länger ein Vorrecht des Berufstänzers sein soll. Ihre„Fahrt durch deutHrone, Bahnhotstraße 3a—C Zahlungserleichterung u. Annahme v. Ehestandsdarleh Zwangsversteigerung Donnerstag. den 13. Februar, um 11 Uhr werde ich in Castrov= Rauxel 1. Marktstraße 14(Wirtschaft Haller) Büfett, Anrichte, Standuhr, Ausziehtisch, 6 Stühle mit Ledersitz, Klavier, 2 Sessel mit Stoffbezug. Rauchtisch m. Service, Teppich, 19 Sekt=, Weinu. Biergläser, 2 Tablette, Tablett m. 6 Likörgläsern, Kaffeeservice(3teilig.), 1 Dutzend Bestecke, Ladeneinrichtung, anschließend in verschiedenen Mengen weiße Schürzen, Herrensocken, Handschuhe, Trainingsanzug, Kindersöckchen, Wagendecken, Herrenkragen, Herrentücher, Mützen, Gummigürtel, Schillerkragen und Drogenartikel öffentlich, meistbietend geg. Barzahlung versteigern. Die Versteigerung findet bestimmt statt. Fleischfreßer, Obergerichtsvollz. Kaiser=Friedrich=Straße 10. Mietverträge steis vorrätig Die ist der Schlüssel zu Tausenden von Wohnungen, in die der Kaufmann seine Angebote bringen muß, um seinen Umsatz zu steigern Hand-, Wasser- u. Elektro- VIDCTL Waschmaschinen Kixsen in allen Preislagen in gröbter Nus-gei(aptog, Münsiersir. 21 ist unsere Selbstklebe-Postkarte für die Schreibmaschine. Das Praktische an diesen Postkarten ist: Man braucht sie nur einmal in die Maschine spannen. In einem Zuge wird die Adresse und der Text geschrieben, Ist der Text zu Ende geschrieben, wird der AdressStreiten umgeklappf(Abb..) und angedrückt. Die Postkarte ist dann (Abb..) versandfertig. Probieren Sie einmal diese praktischen Karten, wenn sie Ihnen noch nicht bekannt sind. Sie werden feststellen, daß diese Karten die Arbeit an der Schreibmaschine wesentlich erleichtern. Wer Radio hört, muß eine gute Funkzeitschrift lesen. Bitte lassen Sie sich einmal ein Probeheft von der Funkzeitschrift„hör mit mir“ von Ihrem Boten oder in unserer Ge schäftsstelle geben. Sie werden erstaunt sein, wie reich dieses Heit für 10 Pfennige ausgestattet ist: Neben den übersichtlichen Programmen aller deutschen Sender und aller wichtigen ausländischen Stationen großer Kupfertiefdruckteil, Unterhaltung, Funktechnik u. v. a. Handelsdruckerei Oeschw. 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Druckerei und Verlagsanstalt Castrop=Rauxel, Münsterstr. 24 Sammelnummer Ruf 2151 Einkreis-Dreirohr-Empfänger Es ist durchaus nicht ein Vorrecht der Großempfänger, die für heutige Verhältnisse notwendige Trennschärfe aufzuweisen, auch preiswerte Kleinempfangsgeräte können heute so trennscharf gebaut werden, daß ein genußreicher Fernempfang möglich ist. Dies beweist der Blaupunkt 3 W 15! Es handelt sich hier um eine einfache Einkreis==RöhrenSchaltung. Die Schaltung des Gerätes ist folgende: Der 3 W 15 hat vier bedienbare Knöpfe. Das scheint vielleicht auf den ersten Blick ein Nachteil zu sein. stellt sich jedoch für die Leistungsfähigkeit des Gerätes als Vorteil heraus. Dadurch, daß die Rückkopvelung bedienbar ist und daß man für jeden Wellenbereich 4 Antennenabgriffe einstellen kann, ist die Möglichkeit gegeben, mit geschickter Bedienung einwandfreien Fernempfang herauszuholen. Das notwendige Geschick ist schnell erworben. Eine sehr verständlich abgesaßte Anteilung vermittelt auch dem Ungeübten bald das hierzu notwendige Verständnis für die Bedienung des Gerätes. Von äußerster Wichtigkeit ist im Interesse guter Empfangsleistungen die Verwendung einer guten Hochantenne. Bei keinem Gerät gilt der Satz„eine gute Hochantenne erspart eine Hochfrequenzstufe“ mehr als beim Einkreiser. Die Klangqualität wird dadurch erreicht, daß für den 3 W 15 der gleiche Lautsprecher verwendet wird, wie ihn der Blaupunkt=Großsuver 4 W 95 enthält. Unterstützt wird der Lautsprecher in seiner guten Wiedergabe durch das akustisch wirkungsvolle Gehäuse. Nicht unerwähnt soll bleiben. daß eine Tonblende im 3 W 15 eingebaut ist, die je nach Wunsch die Einstellung von heller und klarer bis zu dunkler und weicher Wiedergabe gestattet. Auch der Anschluß eines zweiten Lautsprechers ist möglich, wobei der eingebaute abgeschaltet werden kann. Den Freunden guter Schallvlattenmusik wird es ferner lieb sein, daß der Anschluß einer elektrischen Abtastdose möglich ist. Es ist bekannt, daß hierdurch die Wiedergabe einer Schallvlatte ganz ungemein gewinnt.