62. Jahrg. Castroper Zeitung Rauxeler Neueste Nachrichten Bladenhorster Tageblatt für Castrop=Rauzel und Umgebung e Sehedtenr eieen Aiheste uernd Aeheneeer Gns. Anr Zeitngter ichen aichute un 50 Pig, Potbestelpreis 2 Pos eb=Vvreis2 BW movatlich Ersakansprüche I. ##9.„Postbelteuptets 2 um monatlich, Erzagansprüche können dei Storungen im Erscheinen infolge döherer Gewalt nicht gestellt Haupischeiszieitee, e Vertthrctteite, verantwortlich für den Texttell: Frani Anzeigenpreis: 1 mm hoch und 22 mm breit 4 1 mm hoch und 72 mm breit 25 Pfg. Nachlaß nach den vom W. d. D. W. herausgegebenen Nichtlinien. 3. Zi. gilt Preisliste Nr. 2. Für Platzwünsche, auch für die durch Fernsprecher Anzeigenleiter: Wilhela keine Gewäht übernommen Schlaß vei Anzeigen=Annahne 4 Uhe Welter in Cakrop=Rauxel. DA. XII. 35 1788. Sa.=Nr. 2151 Castrov, nachm tags zuvor Erfüllungsort u. Gerichtzstand Cakrop=Rauxel. Pruys in Castrop=Rauxel. Veröffentlichungsblau für den Landgerichtsbeztri Dortmund. Allgemeines Kreisblan für den Stadttreis Costrov=Rauxel. Nr. 34 Dienstag, den 4. Jebruar 1936 Der Felozug Wied sbeigesehl „Die Regenzeit wird die Italiener nich, aufhalten“ dub. Paris, 3. Febr. Mussolini gewährte einem Vertreter des Paris Soir eine Unterredung, in deren Verlauf er sich recht zuversichtlich über den Fortgang des Feldzuges in Abessinien äußerte. Der Duce gab seiner Versicherung Ausdruck, daß die Abessinier nicht den Sieg davontragen würden. Auch die bevorstehende Regenzeit beeinflusse ihn in seiner Haltung nicht. Selbst wenn man annehme, daß es täglich vier Stunden regnen würde, so trete hinterher doch Sonnenschein ein, und diese Sonne sei für die Ermunterung seiner Soldaten sehr viel wert. 100 000 italienische Soldaten hätten außerdem schon eine Regenzeit mit durchgemacht und nicht sonderlich darunter gelitten. Die anderen würden sie ebenso überstehen. Auf alle Fälle würden die Abessinier sehr viel mehr darunter zu leiden haben; denn Italien würde immer die Möglichkeit haben, seine Truppen mit dem Notwendigen zu versorgen, was bei den Abessiniern nicht sehr sicher sei. Die Regenzeit werde die Italiener nicht aufhalten. Sicherlich seien die Schwierigkeiten des Geländes ungeheuer; aber das werde nicht daran hindern, den Feldzug mit der ganzen Langsamkeit fortzusetzen, die erforderlich sei. Sseeborg bei Suvich Die Auseinandersetzung über die Munitionskisten in der Rotkreuzstation dnb. Rom, 3. Febr. Der schwedische Gesandte Sseeborg ist am Montagnachmittag von Suvich im Außenamt empfangen worden. Wenngleich nähere Angaben über den Besuch fehlen, darf man doch annehmen, daß er die in dem italienischen Heeresbericht Nr. 108 erwähnte Aushebung von Munitionskisten bei der schwedischen Rotkreuzstation betroffen hat, zu dem auch die römische Abendpresse am Montag eine als offiziös bezeichnete Meldung der schwedischen Telegraphenagentur veröffentlicht. Das halbamtliche iornale'Italia bemerkt zu dieser schwedischen Auslassung, von schwedischer Seite werde jede Verantwortung der Aerzte und Krankenpfleger der Rotkreuzstation abgelehnt. Immerhin seien die 27 fraglichen Munitionskisten gefunden und an Ort und Stelle photographiert worden. Irgend jemand müsse sie also unter dem Schutz des Rote=Kreuz=Zeichens gebracht haben. Wenn das nicht von schwedischer Seite geschehen sei, so sei es von abessinischer Seite erfolgt, und damit werde der Beweis geliefert und erbracht, daß auf abessinischem Gebiet das Rote Kreuz selbst auf die Gefahr, den guten Glauben fremder Sanitätsmissionen zu täuschen und zu hintergehen, zum Schutz von Kriegsgerät mißbraucht wird. Der Erdöl=Ausschuß dub. Genf, 3. Febr. Die erste Sitzung des Sachverständigenausschusses für die Erdölsperre, an der ein Vertreter Venezuelas als Beobachter teilnimmt, war den formalen Grundlagen der Arbeit gewidmet. Es wurden zwei Unterausschüsse eingesetzt: der eine für Transportfragen, der andere für die Erzeugung und die damit zusammenhängenden Fragen. Es besteht der Eindruck, daß von keiner Seite auf eine Beschleunigung der Beratungen Gewicht gelegt wird. Auf Grund der Berichte der Unterausschüsse sollen die Sachverständigen folgende Fragen— und zwar in der angegebenen Reihenfolge— beantworten: 1. Verbrauch Italiens und seiner Kolonien an verschiedenen Erdölpunkten, a) Verbrauch in normalen Zeiten, b) gegenwärtiger Verbrauch; 2. Versorgung Italiens und seiner Kolonien a) in normalen Zeiten, b) in den letzten Monaten, e) Versorgungsmöglichkeiten einschließlich der Versorgung auf Umwegen, d) Beteiligung der verschiedenen Staaten an der Erdölversorgung Italiens; 3. Vorhandene Vorräte in Italien und seinen Kolonien. Möglichkeiten der Lagerung in Italien und anderswo; 4. Transportmittel; 5. Möglichkeiten des Ersatzes von Petroleumerzeugnissen durch andere Stoffe. Friedensbemühungen des Papstes dnb. London, 3. Februar.„Daily Telegraph“ meldet aus dem Vatikan, daß der Papst durch diplomatische Kanäle seine Bemühungen für eine Beilegung des italienisch=abessinischen Streites fortsetze, er versuche, die in Genf verFrterrung der Ainderreichen Ab 1. Juli 1936 10 km. im Monat für das 5. und jedes weitere Kind onb. Eisenach, 3. Febr. Staatssekretär Reinhardt gab am Montag auf der fachwissenschaftlichen Reichstagung der Zollbeamten einen Aus“".-##terur schnitt aus den Maßnahmen, die von der Reichs. Grundsätze des Nationalsozialismus. Im Verfinanzverwaltung in den ersten drei Jahren laufe seiner Ausführungen ging Staatssekretär Auttonatsozialistischer Sraarsfuyrung durchge Reinhardt besonders auf die segensreichen Auscherung der materiellen Voraussetzungen zum Aufbau der Wehrmacht und auf die Anpassung der Steuern an die bevölkerungspolitischen nationalsozialistischer Staatsführung durchgeführt wurden, um entscheidend an der sozialen, wirtschaftlichen und finanziellen Wiederaufrichtung des Volkes und am Aufbau der Wehrmacht mitzuwirken. Die Finanz= und Steuerpolitik im fortsetze, er versuche, die in Genf ver= mitzuwirken. Die Finanz= und Steuerpolitik im tretenen Regierungen zur Ausarbeitung einer neuen Reich sei in der Hauptsache abgestellt auf Friedensformel zu bewegen. l die Minderung der Arbeitslosigkeit, auf die SiEinpfunge und Besprecfungen Unverminderte diplomatische Geschäftigkeit am Montag Paris, 3. Febr. Die am Sonntag in Paris begonnene diplomatische Woche nimmt ihren Fortgang. Der Montag war der Tag der BalkanEntente. Außenminister Flandin hat dem bulgarischen König Boris einen Besuch abgestattet und König Boris am Nachmittag dem Präsidenten der Republik. Am Vormittag hatte Flandin eine Unterredung mit dem türkischen Außenminister, und heute nachmittag wird bei König Carol ein Essen stattfinden, an dem Ministerpräsident Sarraut, Außenminister Flandin und der rumänische Gesandte teilnehmen werden. Der Dienstag wird eine Zusammenkunft zwischen Flandin und dem Prinzregenten Paul von Jugoslawien bringen, der am Montagabend in Puris erwartet wird. Am Mittwoch wird Fürst Starhemberg, der seit Sonntag in Paris ist, bei den Verhandlungen in Erscheinung treten. * dnb. Budapest, 3. Febr. Von zuständiger Seite wird mitgeteilt, daß der ungarische Außenminister, der seit Sonntag in Paris weilt, an keinerlei sachlichen Beratungen weder direkt noch indirekt teilgenommen habe. Der Außenminister, dessen Pariser Aufenthalt privaten Charakter trage, verlasse am Montagabend Paris wieder. Zu den zahlreichen gegenwärtig in Paris geführten Verhandlungen über die Regelung der österreichischen Frage und des Planes des Donaupaktes wird in hiesigen Kreisen erklärt, daß bisher noch keinerlei Aufforderung an die ungarische Regierung gerichtet worden sei, an irgendwelchen Beratungen über den Abschluß eines Donaupaktes oder eines Paktes zur Sicherung der österreichischen Unabhängigkeit teilzunehmen. Man weist darauf hin, daß von Seiten Frankreichs und Rumäniens Versuche im Gange seien. Sowjetrußland in die angestrebte Paktregelung der Donaufrage und der österreichischen Frage mit einzubeziehen. Jedoch wird in hiesigen politiKreisen nach wie vor an dem bekannten bisherigen ungarischen Standpunkt festgehalten, daß eine Erörterung und endgültige Regelung der Donaufrage ohne die Beteiligung sämtlicher an den mittel= und osteuropäischen Fragen interessierten europäischen Großmächte nicht in Frage komme. wirtungen der Ehestandsdarlehen und die Gesetzgebung zur Bekämpfung der Arbeitslosigkeit ein. Besondere Maßnahmen der Reichsfinanzverwaltung gelten vor allem der kinderreichen Familie. In dieser Richtung liege auch eine Maßnahme, die vom 1. Juli 1936 in Kraft treten wird. Von diesem Tage ab sollen, wie der Staatssekretär ankündigte, neben den bisher an Kinderreiche gewährten einmaligen Kinderbeihilfen laufend Unterstützungsbeiträge in Höhe von 10 RM. im Monat für das fünfte und jedes weitere Kind an Volksgenossen gezahlt werden, deren Jahreseinkommen die 1800=RM.=Grenze nicht übersteigt. In dieser Anordnung sieht Staatssekretär Reinhardt die erste Maßnahme zur Einleitung eines großen Ausgleichs der Familienlasten in Deutschland. Der Reichsberufswettkampf der deutschen Jugend eröffnet In Anwesenheit des Reichsorganisationsleiters Dr. Ley(während seiner Rede) und des Reichsjugendführers Baldur von Schirach wurde im Berliner Sportpalast vor 20000 Jungen und Mädchen der diesjährige Reichsberufswettkampf eröffnet.(Scherl—.) hauszinssteuerrückflüsse für den Kleinwohnungsbau ndz. Berlin, 3. Febr. Der Reichs= und preußische Arbeitsminister hat die im vorigen Jahre über die Rückflüsse aus Hauszinssteuerhypotheken verhängte Sperre für das Rechnungsjahr 1936 aufgehoben. Vorausvergütung über Rückflüsse, die erst 1937 fällig werden, bleiben auch weiterhin gesperrt. Nach dem Erlaß des Ministehen den Gemeinden bis zu 7/10 der Rückflüsse für die Ausgabe neuer Baudarlehen zur Verfügung. Der Rest der bei den Gemeinden frei werdenden Rückflüsse soll durch die Wohnungsressorts der Länder zur Bildung eines Reservestocks zurückgehalten werden. Die Entscheidung über die Verwendung dieser Mittel behält sich der Minister noch vor. Soweit aus den frei gewordenen Mitteln Baudarlehen vergeben werden, sind dafür die Reichsgrundsätze für den Kleinwohnungsbau maßgebend. Der Minister kündigt an, daß diese Reichsgrundsätze in Kürze einheitlich für das Reich den Grundsätzen für die Förderung der Kleinsiedlung und des Baues von Volkswohnungen angepaßt werden. Der fünfte Eintopfsonntag onb. Berlin, 3. Februar. Der Leiter der Wirtschaftsgruppe Gaststätten= und Beherbergungsgewerbe teilt seinen Mitgliedern mit, daß für den 5. Eintopfsonntag am 9. Februar 1936 folgende drei Eintopfgerichte für die Gaststätten vorgeschrieben sind: 1. Suppentopf mit Einlauf und Rindfleisch, 2. Hammelfleisch mit grünen Bohnen, 3. Gemüsegericht vegetarisch oder mit Fleischeinlage. Die Festlegung dieser Eintopfgerichte gilt nur für Gaststätten. Keine Werturteile im Arbeitsbuch! ndz Berlin, 3. Febr. Die Arbeitsgemeinschaft der Industrie= und Handelskammern hatte der Reichsanstalt für Arbeitsvermittlung und Arbeitslosenversicherung die Frage vorgelegt, ob die Ergebnisse von Kurzschriftprüfungen in das neugeschaffene Arbeitsbuch eingetragen werden dürften Der Präsident der Reichsanstalt hat darauf grundsätzlich festgestellt, daß das Arbeitsbuch die Einsatzfähigkeit und=möglichkeit seines Inhabers nachweisen solle. Zu diesem Zwecke seien auf den Seiten 3 ff. Angaben über die Berufsausbildung und die bisherigen, gegenwärtigen und künftigen Beschäftigungen vorgesehen. Das Arbeitsamt habe auch die Ablegung der Kurzschriftprüfung im Arbeitsbuch zu vermerken, dagegen die Eintragung des Prüfungsergebnisses abzulehnen, soweit dieses ein Werturteil enthalte, weil Werturteile im Arbeitsbuch nicht vermerkt werden sollten. Das Arbeitsbuch solle und könne die Zeugnisse nicht ersetzen. Aigtisches Rastungererhaten „Das gewaltigste Rüstungsprogramm, das jemals in Friedenszeiten dem Unterhause vorgelegt worden ist“. onb. London, 2. Febr. Die Betrachtungen der Londoner Presse stehen völlig im Zeichen der bevorstehenden Unterhausaussprache über die Aufrüstung Englands zu Wasser, zu Lande und in der Luft. Der politische Mitarbeiter der Zeitung „People“ nennt die Pläne der Regierung das gewaltigste Rüstungsprogramm, das jemals in Friedenszeiten dem Unterhause vorgelegt worden sei. Das Blatt glaubt, daß die für die Ausgabendeckung erforderlichen Gelder rund 300 Millionen Pfund betragen werden, von denen ein Teil durch eine öffentliche Anleihe und der Rest durch Schatzanweisungen aufgebracht werden soll. Zweidrittel dieses Betrages, also rund 200 Millionen Pfund, sollen nach einem sich über sechs Jahre erstreckenden Bauprogramm für die Einstellung neuer Kriegsschiffe verwandt werden. Dieses Schiffsbauprogramm werde folgende Fahrzeuge umfassen: 11 Großkampfschiffe 36 Kreuzer, 120 Zerstörer, 30=Boote und 3 Flugzeugmutterschiffe. Die Kosten für die Schlachtschiffe werden auf je 7,5 Millionen Pfund veranschlagt, für einen Teil der Kreuzer auf je 3 Millionen Pfund, während die Flugzeugmutterschiffe zwischen 2,5 und 3 Millionen Pfund kosten werden. Auch das Bauprogramm für die britischen Luftstreitkräfte soll sich über einen Zeitraum von sechs Jahren erstrecken und 12000 neue Flugzeuge umfassen. Ferner ist der genannten Zeitung zufolge die Anlage von 30 weiteren Flughäfen geplant. Für die Armee wird alljährlich ein zusätzlicher Betrag von 4 Millionen Pfund ausgeworfen, der vorwiegend für die Beschaffung von Tanks und Panzerwagen verwandt werden soll. Darüber hinaus sollen Gelder bereitgestellt werden für Befestigungsarbeiten in Gibraltar, Singapore, am Suezkanal und in der Südsee. In Malta soll ein großer Flugzeugstützpunkt eingerichtet werden. Außerdem ist die Anlage von Militärflugplätzen in Indien und Australien genlant. Eine Meldung des„Sunday Chroniele" deckt sich im allgemeinen mit den oben wiedergegebenen Einzelheiten. Die Zeitung glaubt, daß die geplante Wehranleihe, die zu einem Zinssatz von 2 oder 2½ v. H. ausgegeben werden soll, eine Laufzeit von 20 Jahren haben werde. Die Schatzanweisungen, mit deren Hilfe der Restbetrag gedeckt werden soll, sollen je nach Bedarf von Zeit zu Zeit ausgegeben werden. Iwischeifan in Sreseld=prozen Ein mit Menschenblut getränktes Tuch wurde bei seiner Verhaftung in seinem Rucksack gefunden— Das Urteil des Sachverständigen dub Schwerin, 3. Febr. Die Verhandlungen im Mordprozeß Seefeld vor dem Schweriner Schwurgericht beginnen nunmehr in der dritten Verhandlungswoche in ein entscheidendes Stadium zu ereten. Während am Montag 18 Zeugen über die Aeußerungen Seefelds über sich und seine angeblichen„übersinnlichen Kräfte“ gehört werden sollen, werden am Dienstag die Zeugenvernehmungen zu den schwersten Punkten der Anklage, den zwölf Mordfällen. die Seefeld zur Last gelegt werden. beginnen. Bisher hat der Angeklagte diese Morde stets bestritten, während er die vier Sittlichkeitsverbrechen, die ihm außerdem vorgeworfen wurden, im wesentlichen zugegeben hat. Zu Beginn der Montagverhandlung kam es sofort zu einem bezeichnenden Zwischenfall Im Rucksack des Angeklagten war nach seiner Verhaftung ein braunes Tuch gefunden worden. das eigentümliche Flecken zeigte. Damals erklärte Seefeld auf Vorhalten des Oberstaatsanwalts in Gegenwart von mehreren Beamten, daß er das Tuch zum Einwickeln seiner Werkzeuge oder als Unterlage bei Uhrenreparaturen benutzt hätte. Es sei möglich. so meinte er weiter, daß durch ätzende Flüssigkeiten. die er bei diesen Reparaturen benutzt hätte, diese Flecken entstanden sein könnten. Unter großer Bewegung im Gerichtssaal teilte jetzt der chemische Sachverständige Professor Brüning das Ergebnis seiner inzwischen vorgenommenen Untersuchung des Tuches mit. Danach ist das Tuch, das Seefeld in seinem Rucksack hatte, durch und durch mit Menschenblut getränkt. Vorsitzender:„Nun, Seefeld, was sagen Sie dazu?“ Angeklagter Seefeld(erregt):„Das gibt's ja gar nicht. Ich habe dieses Tuch nie gesehen und ich habe auch nie eine Unterlage benutzt, wenn ich Uhren reparierte.“ Der Staatsanwalt schilderte darauf eingehend den Vorgang, als er Seefeld das Tuch aus seinem Rucksack vorgehalten habe. Der Angeklagte habe sofort erklärt, daß er das Tuch als Unterlage bzw. zum Einwickeln von Werkzeug benutzt hätte. Seefeld(dazwischenrufend):„Das stimmt nicht, kommt für meine Person nicht in Frage.“ Auch als andere Zeugen des damaligen Vorfalls die Erklärungen des Oberstaatsanwalts bestätigten, blieb Seefeld dabei, das Tuch nicht zu kennen. Vorsitzender:„Ueberlegen Sie sich ganz genau, Seefeld, ob Sie bei Ihrer Behauptung bleiben wollen. Genau so entschieden wie jetzt haben Sie auch in Abrede gestellt, mit dem Schüler K. zusammengewesen zu sein, der am letzten Freitag hier vernommen worden ist. Ihre Taktik ist jetzt genau so töricht wie damals; denn am anderen Tage haben Sie die Bekanntschaft mit K. zugegeben.“ Angeklagter Seefeld:„Und wenn Sie kommen mit was Sie wollen, ich weiß von dem Tuch nichts.“ Sodann wurde der Zeuge K. aus Groß=Breese vernommen, bei dem Seefeld gelegentlich Uhren repariert hatte. Im Laufe einer Unterhaltung habe Seefeld über seine Sorgen geklagt und geäußert, daß es das beste sei, aus dem Leben zu scheiden. Am glücklichsten wären die Menschen daran, die während ihrer Kindheit stürben. Er habe dann weiter gesagt:„Was denken Sie wohl. was ich für einen Kummer und für ein Leid mit mir herumschleppe; wie herrlich müßte es sein, im einsamen Walde bei Schwerin zu sterben.“ Weiter habe ihm der Angeklagte erzählt, daß es ein Gift gäbe, mit dem man sich schmerzlos das Leben nehmen könnte. Auf die Frage des Zeugen, was denn das für ein Gift sei, habe der Angeklogte geantwortet:„Ueber solche Sachen schweigt man. In den Apotheken bekommt man ein solches Gift nicht, und viele Aerzte kennen es überhaupt nicht.“ Seefeld hat einer Reihe weiterer Zeugen ebenfalls erzählt, daß er sich ein starkes Gift brauen würde, um sich das Leben zu nehmen, wenn er einmal sein Landstraßendasein nicht mehr führen könne. In allen Aussagen der Zeugen kehrt die Erzählung des Angeklagten von dem geheimnisvollen Gift wieder Ein Zeuge. den Seefeld vom Jahre 1931 an bis kurz vor seiner Verhaftung auf seinen Wanderungen hin und wieder aufgesucht hat, macht eine äußerst bemerkenswerte Aussage. Er bekundet auf Befragen, daß er häufig das braune Tuch bei dem Angeklagren Seefeld gesehen hätte, dessen Besitz Seefeld zu Beginn der Montagverhandlung so entschieden abgestritten hatte. Seefeld will auch jetzt von dem Tuch nichts wissen. Der Zeuge der mit dem Angeklagten häufig zusammengekommen ist, bleibt aber bei seiner Bekundung. Als Seefeld eines Tages wieder einmal bei ihm war, habe man abends davon gesprochen, daß in der Zeitung gestanden hätte, ein Uhrmacher sei bei Neu=Ruppin festgenommen worden. Seefeld habe darauf ein sehr aufgeregtes Wesen gezeigt. Er habe sich besonders für die fragliche Zeitungsnotiz interessiert Die Mutter des Zeugen machte daraufhin zu Seefeld die Bemerkung:„Sie sind ja so erregt, Sie werden wohl auch gesucht?" Dieser Vorfall spielte sich zwei Tage nach der Ermordung eines Knaben ab Am anderen Tage sei der Angeklagte weitergewandert. Zuvor habe er die Mutter des Zeugen gefragt, ob sie nicht einen Mantel für ihn habe Als der Vorsitzende Seefeld darauf hinweist, daß dieser Umstand doch verdächtig sei und der Angeklagte vielleicht bezweckt haben könnte, sich durch einen anderen Mantel unkenntlicher zu machen, kommt Seefeld wieder mit seiner ständigen Redensart:„Das kommt für meine Person gar nicht in Frage.“ Er versucht, die belastenden Aussagen dieses Zeugen als Schikane hinzustellen. Der Zeuge bleibt aber bei seinen Bekundungen und wird schließlich vereidigt. Mehreren Zeugen gegenüber hat Seefeld auch geäußert, daß er besondere Griffe kenne, mit denen man einen Menschen schnell töten könne. In der Nachmittagsverhandlung im Prozeß Seefeld wurde bekanntgegeben, daß am Dienstag mit der Erörterung der Mordfälle begonnen werden soll. Zuerst will das Gericht die 16 Zeugen vernehmen, die zu dem Fall des neunjährigen Gustav Thomas aus Wittenberge geladen worden sind. Der Junge verschwand am 22. März 1935. Er wurde einen Tag später in einer Schonung tot aufgefunden. Oberstes Gesetz der Dienst am Volke Die Reichshauptstadt von der Vertragsbindung mit einem jüdischen Volksschädling befreit onb. Berlin, 3. Febr. In dem seit langer Zeit laufenden Prozeß der Stadt Berlin gegen den jüdischen Geschäftemacher Isidor Neumann hat das Reichsgericht am Montag das Revisionsurteil verkündet, das die Auffassung des Kammergerichts vollauf bestätigt und die Reichshauptstadt dadurch endgültig von der aus der Systemzeit stammenden Vertragsbindung mit diesem. Volksschädling befreit hat. Im Jahre 1925 hatte die damalige Berliner Straßenbahnbetriebsgesellschaft m. b. H. an den Juden Neumann und seine Frau, die jetzt in der Tschechoslowakei leben, für Errichtung eines Kinos ein Grundstück in der Schönhauser Allee für jährlich 12.000 Goldmark bis Ende 1954 vermittelt. Die von den Mietern zu errichtenden Baulichkeiten sollten bei Vertragsende unentgeltlich an die Vermittlerin fallen. Neumann verpachtete das Grundstück mit dem inzwischen erbauten Lichtspieltheater=Kolosseum 1929 an eine Lichtspiel=GmbH. für jährlich 55000 Goldmark und eine einmalige Abfindung von 550000 Goldmark mit Verlängerungsrecht für weitere fünf Jahre. Diese GmbH. verpachtete 1930 das Grundstück wiederum für die gleiche Zeit an eine Gesellschaft, die jährlich 87.500 Goldmark zu zahlen hatte. Im August 1934 kündigte die Stadt Berlin, auf die die Straßenbahn übergegangen war, dem Neumann das Mietverhältnis fristlos und begründete die Kündigung damit, daß Neumann ein Volksschädling sei. Sie ist beim Kammergericht und beim Reichsgericht mit ihrer Räumungsklage durchgedrungen. Das Reichsgericht führt in seinem Urteil vom 3. Februar u. a. aus: Oberstes Gesetz für jeden Volksgenossen sei der Dienst am Volke, und die Vertragsdurchführung sei nicht mehr zuzumuten, wenn sie mit dieser obersten Pflicht unvereinbar sei. Der Stadt Berlin sei es nicht zuzumuten, einen Bestandteil ihres Vermögens durch einen so langjährigen Vertrag einem solchen Volksschädling zu belassen, der dann daraus für sich große Gewinne ziehe, nachdem er sich verbrecherisch auf Kosten des Reiches so erhebliches Vermögen erworben und sich auch weiterhin bis in die letzte Zeit steuerlich so schwer vergangen habe. Die erste Reichs-Segelflug-Führerschule in Deutschland eröffnet Reichsluftsportführer Oberst Mahnke in Vorkenberge dub. Essen, 3. Febr. Mit einem schlichten Weiheakt wurde am Montag die erste ReichssegelflugFührerschule in Borkenberge(Westfalen) durch den Reichsluftsportführer Oberst Mahnke in Anwesenheit von Vertretern des Deutschen Luftsportverbandes. der Reichsluftwaffe. der Wehrmacht, der Partei und ihrer Gliederungen sowie der Behörden feierlich ihrer Bestimmung übergeben. Nach kurzen Begrüßungsworten des Führers des Luftsportverbandes Gruppe 10— Westfalen— Boehmer, sprach Reichsluftsportführer Oberst Mahnke. Er legte eingehend Zweck und Aufgabe der ersten Reichssegelflug=Führerschule Borkenberge dar. die alle diejenigen, die in Führerstellen kommen sollen und wollen, schulen und ihnen den letzten Schliff geben solle. Im Vordergrund aller Arbeit jetzt und in der Zukunft stehe die Vorbereitung der flugbegeisterten deutschen Jugend für den Dienst im Flugwesen und in der Luftwaffe. Es gelte. die Jugend einzuführen in die Ideenwelt des Fliegers, ihr beizubringen, daß das Fliegen nicht in erster Linie eine Frage rein technischen Könnens. einer technischen Beherrschung des Flugzeuges ist. sondern eine Angelegenheit fliegerischer Leidenschaft. die alle Willenskraft des Menschen zusammenfaßt und wie ein nie erlöschendes Feuer gleich Herz und Sinn des Fliegers erfaßt. Dieser Fliegergeist habe seine beste Verkörperung in den Gestalten eines Richthofen. Bölcke. Berthold und vieler anderer Flieger des großen Krieges gefunden. Dann übergab der Reichsluftsportführer die Reichssegelflug=Führerschule ihrer Bestimmung mit dem Wunsch, daß aus ihr wahre Führer hervorgehen mögen. Polizei eingegriffen und die Ruhestörer gewaltsam entfernt hatte, konnte Frot sich in den Sitzungssaal begeben. Donaufrage nicht zeitgemäß Italiens Haltung zu den Paktbesprechungen dnb. Rom, 3. Februar. Die wiederauflebende Erörterung der Donaufrage in der internationalen Presse veranlaßte maßgebende Kreise zu dem Hinweis, daß auch diese Frage unter dem Eindruck der Sanktionspolitik von einem anderen Gesichtswinkel angesehen werden müsse. Die Donaufrage sei heute, wie man hier betont, nicht zeitgemäß. Der geplante Donaupakt sei in ein politisches System einbezogen gewesen, das heute nicht mehr bestehe. Die Sanktionen hätten einen neuen Gesichtspunkt in die Frage des Donauraumes gebracht, hervorgerufen durch die heutige Spaltung unter den Staaten, die an ihrer Lösung mitgearbeitet hätten. Zu den Gerüchten, daß Sowjetrußland die Sicherstellung für Oesterreich einnehmen sollte, verweist man hier darauf, daß bei den Erörterungen zum Abschluß eines Donaupaktes immer mehr an die Nachfolgestaaten und die an Oesterreich angrenzenden Staaten gedacht worden sei. Im übrigen sei nichts an der Tatsache geändert, daß Italien immer bereit sei, seine Aufgaben in Europa zu erfüllen. München. Der Führer empfing am Montag den Präsidenten des Organisationskomitees der 4. Olympischen Winterspiele Dr. Karl Ritter von Halt zur Berichterstattung über die Vorbereitungen zu den Winterspielen Der Führer sprach dem Präsidenten Ritter von Halt seinen Dank für die geleistete Arbeit aus und bat ihn, diesen Dank auch den übrigen Mitgliedern des Organisationskomi= tees zu übermitteln. Werftarbeiterstreik in Saint Nazaire onb. Paris, 3. Februar. Auf der französischen Werft von Penhoet in Saint Nazaire ist die Aufforderung zum Streik von allen Arbeitern mit Ausnahme der Meister und Lehrlinge befolgt worden. An den Eingängen der Werft stehen Streikposten. Die Streikenden sind im Laufe des Vormittags zu einer Sitzung zusammengetreten, um die Maßnahmen zu besprechen, die getroffen werden müßten, um im Falle einer längeren Ausdehnung des Streiks die bedürftigen Familien zu unterstützen. Man ist vorläufig noch im unklaren über das Verhalten der Arbeiter, die an den Umbauten der„Normandie“ in Le Havre, der Fertigstellung des Passagierdampfers„Stadt Oran“ in La Ciudad und den Arbeiten am Panzerkreuzer ünkirchen“ in Brest beschäftigt sind und die ausgefordert wurden, sich der Streikbewegung anzuschließen. Tödlicher Schuß in der Wachstube dnb. Gießen, 3. Februar. In der Wachstube der hiesigen Wach= und Schließgesellschaft kam am Montagvormittag ein Angestellter auf tragische Weise ums Leben. Ein Angestellter war damit beschäftigt, seinen Revolver zu entladen, als plötzlich ein Schuß krachte. Die Kugel drang seinem Kameraden in den Leib, so daß er auf der Stelle tot war. Die polizeilichen Ermittlungen wurden sofort aufgenommen. Berlin. Der Ausweis der Reichsbank vom 31 Januar 1936 zeigt mit einer Zunahme der gesamten Kapitalanlage um 359.4 auf 4699.0 Millionen RM eine durchaus normale Anspannung des Noteninstituts. Die Bolschewisten wühlen in Ehina Wenn in der europäischen Oeffentlichkeit von der sowjetrussischen Interessenspbäre in China einerseits und von dem japanischen Einflußgebiet einschließlich Mandschukuo andererseits die Rede ist. so stößt man vielfach auf die irrige Annahme, daß die Japaner weit größere Gebiete praktisch beherrschten als die Russen. In Wirklichlichkeit liegen die Dinge umgekehrt. Man darf nicht vergessen, daß die russische Einflußzone sich nicht nur auf das riesige Gebiet der sogenannten äußeren Mongolei beschränkt, sondern auch noch Chinesisch=Turkestan umfaßt. Bei der Geräumigkeit und Tiefe dieser großen Kraftzentren sowjetrussischer und japanischer Divlomatie konnte es nicht Wunder nehmen, daß eines Tages hier zwei Brandungswellen einander begegnen mußten. Solange aktuellere Tagesereignisse— man braucht nur an das erbitterte Ringen um die Ostchina=Bahn zu denken— das Schachsviel der großen Politik im fernen Osten zwischen den beiden Mächten beherrschte. trat dieses Spannungsmoment der großen Einflußzonen weniger in Erscheinung. Im Dezember vorigen Jahres aber war der Moment gekommen. in welchem sich der Schleier lüftete und einen Blick zuließ auf das große Ringen um die Beherrschung eines weiten Teiles des chinesischen Reiches. Man erinnert sich, daß in jenen Tagen plötzlich die angeknünften Verhandlungen zwischen Mandschukuo und dem auf dem Pavier selbständigen Volksstaat der äußeren Mongolei auf Grund der üblichen Grenzzwischenfälle, die man im fernen Osten nach Belieben konstruieren kann, zusammenbrachen. Gleichzeitig und ostentativ fanden ein vomvöser Empfang des Staatspräsidenten und des Kriegsministers der äußeren Mongolei in Moskau statt. bei dem das militärische Gepränge im Vordergrund stand. Hier zeigten sich also die Gegensätze endlich einmal offen und unverhüllt. Es zeigte sich, daß zwei starke Gegner unerbittlich in China einander näher rücken, und daß es nur noch eine Frage der Zeit ist, nach welcher Seite sich die Waage des Sieges neigt. Japan machte den Vorstoß über Mandschukuo nach der äußeren Mongolei. indem es Verhandlungen anknüpfen ließ. und durchblicken ließ, daß es geneigt sei. dem Volksstaat die alten feudalen Formen wiederzugeben: kurzum, indem man den Mongolen einen Köder hinwarf. Sofort erfolgte der sowietrussische Gegenstoß. die Verhandlungen mußten auf Befehl des Kreml abgebrochen werden. der offizielle Besuch in Moskau unterstrich die Abhängigkeit der Mongolen von den Sowiets. kurzum. der japanische Vorstoß war zurückgewiesen worden. Wer aber glauben wollte, daß nunmehr die Sowjetrussen endgültig ihre Herrschaft befestigt hätten. würde die Zähigkeit außer Betracht lassen. mit der Javan gewohnt ist, seine Ziele zu verfolgen. Man braucht nur an die jüngsten Ausführungen des javanischen Außenministers Hirota zu erinnern, um das Ziel Japans— ein ungeheurer asiatischer Block— zu erkennen. Damit würde man an den Lebensnerv der Sowiets gelangen, und so ist es weltpolitisch begreiflich, daß man die Faust schwer auf der äußeren Mongolei lasten läßt. um dieses wertvolle Bollwerk gegen den wachsenden javanischen Einfluß von Mandschukuo her nicht verlieren zu müssen. Wenn man von einer wachsenden Kriegsgefahr zwischen Sowjetrußland und Japan im Fernen Osten spricht. so würde man gut daran tun. diese Momente höher zu bewerten als manchen Grenzzwischenfall, der sich bedeutend leichter lokalisieren läßt. Liberté warnt vor den Sowjets „Die Politik der Volksfront treibt Frankreich in den Krieg" dnb. Paris, 3. Febr. In einer außenpolitischen Betrachtung erklärt die Liberté, die Politik der Volksfront treibe Frankreich in den Krieg. Der Teil der Regierungserklärung, der sich mit der Außenpolitik befaßt habe, sei derartig farblos gewesen, daß sich irgendwelche Stellungnahmen erübrigt hätten. Aber die Hast, mit der anschließend die Kammer die Ratifizierung des französisch=sowjetrussischen Paktes gefordert habe, scheinen diese leeren Worte nachträglich einen Sinn zu verleihen. Um Haaresbreite habe die Politik der Sühnemaßnahmen der Volksfront Europa in einen Krieg für den Negus geführt. Das Militärbündnis mit den Sowjets werde Frankreich noch sicherer in einen Krieg für Moskau treiben. Man werde einwenden, die Freunde der Kleinen Entente hätten Frankreich gebeten, den Pakt zu unterschreiben. Darauf gebe es aber nur eine Antwort. Das sei eine Politik der Abhängigkeit, selbst wenn es sich um Freunde handele, und nicht eine Politik der Selbständigkeit, wie sie ein großes Land wie Frankreich betreiben müßte. Außerdem habe Jugoslawien, die stärkste Militärmacht der Kleinen Entente, die Sowjets noch nicht anerkannt. Den weiteren Einwand, daß dieser Pakt wichtig für die französische Sicherheit sei, müsse man als einen Versuch bezeichnen, sich über die Erdkunde und die moderne Kriegstechnik lustig zu machen. Ist Frankreich also bereit, in einem sowjetrussischen Kriege die bolschewistischen Ideen zu verteidigen?, fragt das Blatt zum Schluß. Frot schon wieder geohrfeigt dnb. Paris, 3. Februar. Der ehemalige französische Innenminister Frot, den man für die blutigen Zwischenfälle vom 16. Februar 1934 verantwortlich macht und der schon oft das Opfer tätlicher Angriffe war, ist Montagnachmittag am Justizpalast in Paris wieder beschimpft und geohrfeigt worden. Er sollte als Rechtsanwalt in einem Prozeß auftreten. Kaum hatte er aber das Anwaltszimmer verlassen und war im Begriff, die große Freitreppe hinunter zu steigen, die in den Sitzungssaal führt, als er von einer Gruppe rechtsstehender Anwälte und anderer Persönlichkeiten angegriffen und ins Gesicht geschlagen wurde. Der Vorsitzende der Rechtsanwaltskammer versuchte vergeblich, die aufgeregten Gemüter zu beruhigen, aber erst nachdem die Nr. 24 Blatt des Stadtanzeigere Ur Castrov=Nauzel und Um Dienstag, den 4. Februar 1936 SLTA F PET SK Ein Tatsachenbericht von H. Timmermann Copyright by Knorr u. Hirth. G. m. b.., München 1935 5. Fortsetzung vor dem Ziel setzen die Lungen und Stimmbänder Tromveten und Autohupen der amerikanischen Zuschauer zum Endspurt ein: es kann icht en# geringsten Zweisel mehr geben, wer diesen 800=Meter=Lauf gewinnen wird. Sheppard! Amerika!! Der Abstand zwischen ihm und seinen Rivalen wird immer größer und aussichtsloser Und ein Srällen ein und seti aunderen stell vlöslich sein ## est sich gelassen wieder auf seinen Platz: der britische Favorit Just ist geschlagen, endgültig geschlagen und kommi nicht einmal für den zweiten Platz in Frage, denn soeben hat ihn der Italiener, Lunahi leicht überholt und laßt ihn weit „Als sich der Mann an der Spitze. Sheppard, noch 120 Meter vor dem Ziel befindet, starren die deutschen Zuschauer wie hypnotisiert auf die Aschenbahn hinunter, reißen die Lipven aus, aber beinabe keiner von ihnen vermag vor Erregung einen Ton hervorzubringen. So sehr überrascht sind sie. Und sie trauen ihren Augen nicht. 120 Meter vor dem Ziel löst sich der Deutsche Hangs Braun aus dem Felde und setzt unbekümmert um das höllische Tempo zu einem gradiosen Endspurt ein. Die Läufer, die ihn bisher begleitet hatten, scheinen plötzlich einfach stehen zu bleiben und nur der Ungar Bodor folgt ihm dicht auf den Fersen. 50 Meter vor dem Ziel gehi der Deutsche an dem Engländer Just vorbei. Und nun kämpft er einen unerhörten Kampf, Vor ihm, unschlagbar für den ersten Platz, rast Sheppard. Nach Sheppard, unschlagbar für den zweiten Platz. läuft Lunghi. Und um den dritten Platz streiten nun der Deutsche Braun und der Ungai Bodor. Schulter an Schulter jagen sie nebeneinander. Im kleinen deutschen Lager sind die wenigen Deutschen sassungslos vor Freude und Fieber. Metei vor dem Zielband löst sich Hanns Braun von dem Ungarn und kommt als Dritter durch die Linie „Ins gsutschen Lager weinen sie beinahe vor Glück Deutschland im härtesten Lauf dieser Olympia auf dem dritten Platz. Unter den größten Läufern der damaligen Zeit ein Deutscher als Dritter! Die vaar Dutzend Deutschen im Stadion haben keine Trompeten mitgehabt und auch keine Autohupen, sie haben keine Sprechchöre eingeübt und waren im Lärmmachen keine besonderen Spezialisten. „Aber, das Hurra, das einsam in dem gewaltigen Lärm der siegreichen Amerikaner unterging. dieses wenigen deutschen Kehlen, es war heißer und dankbarer, als aller Krach ringsumher. Dieses bescheidene Fähnchen deutscher Männer! Das genaue Ergebnis lautete: 1 Sheppard=Amerika:52.4 Minuten(Weltrekord und Olymvischer Rekord). 2. Lunghi=Italien 8 Meter zurück. Braun=Deutschland weitere—7 Meter zurück. 4. Bodor=Ungarn. 5. Just=England. 6. Hellstedt=USA Zum Endlauf trat USA. an mit seinen Kanonen Hamilton Cartmell. Taylor und Sheppard. —d PBaharmnit einen Kanonen Simon Racz. Rago Der Startschuß siel und das deutsche Fähnlein auf der Tribüne hielt die Daumen krampfhaft fest. Der deutsche 200=Meter=Mann war Hoffmann. Er hatte einen guten Start. Aber er wurde nicht nur von Hamitton mit 8 Metern, sondern auch noch von Simon mit über 3 Metern geschlagen. Der deutsche 400=Meter=Mann war Dr. Trieloff. Er begann seine Strecke mit einem Verlust von etwa #9 Metern gegen Taylor und 8 Metern gegen Nagy. [Gegen den Ungarn konnte der wackere Doktor durch ganz vorzügliches Laufen den Verlust ausholen. aber an ihm vorbeizugehen vermochte er leider nicht. So blieb die Reihenfolge bis zu den letzten Läusern: Amerika, Ungarn. Deutschland. Sheppard natürlich Shevpard lief dem sicheren Siege entgegen. Er hatte 15 Meter Vorsprung vor Hinter Bodor aber segte in einem Abstand von fünf Metern unaushaltsam Hanns Braun. ganze deutsche Hoffnung für den zweiten Platz. Und er enttäuschte diese Hoffnung nicht. „Bodor, dem die Niederlage gegen Braun noch schwer in den ehrgeizigen Knochen lag. Bodor lief ein unheimliches Temvo. Es gelang Braun nicht, Anschluß an ihn zu bekommen Aber auch dem Ungarn gelang es nicht, den Abstand zwischen sich und dem Deutschen zu vergrößern. Es wurde ein toller Kampf. „Das kleine Fähnlein Deutscher im Stadion murmelte sich heiser beruhigende Bemerkungen zu, in denen Brauns Endspurt Mittelpunkt war. Wartet nur, wartet nur, sein Endspurt Und sein Endspurt kam. Das deutsche Fähnlein nahm den Daumen aus den Innenflächen seiner Hände, explodierte, hob begeistert alle Fäuste zum Himmel und schrie. Sie konnten in dem betäubenden Tumult nicht hören, daß auch die Ungarn die Hände zum Himmel geworfen hatten und ebenso begeistert brüllten. Und beide hatten jeglichen Anlaß, zu jubeln. Insbesondere aber hatten die Ungarn Anlaß dazu. ihr„Elien“ schockweise durch das Stadion zu schmettern, denn auch ihr Landsmann Bodor hatte zu einem sehr blendenden Spurt eingesetzt. Zu einem sehr blendenden Svurt sogar: er verschenkte an seinen deutschen Gegner keine Haaresbreite. keinen Zentimeter, keine Fußspitze, die letzten vierzig Meter vor dem Ziel schwebten die Schultern der beiden beinahe genau nebeneinander her. Jeder von ihnen wußte, daß es in diesem mörderischen Lauf aus die letzte Haaresbreite, auf den letzten Zentimeter und auf die letzte, allerletzte Sekunde ankommen würde, anders war dieses schon tote Rennen laum zu gewingen. Im Ziele warf sich Hanns Braun in einem entscheidenden Sprung nach vorne... und wurde endgültig Zweiter. Die Deutschen auf der Tribüne sielen sich um den Hals. Ein deutscher Läufer von absolut großer internationalet Klasse war erstanden. Und indessen sie sich noch heiser schrien, ging langsam am Siegesmast als letzte Flagge die schwarzweiß=rote Fahne hoch. „Es war die letzte Konkurrenz dieser Olymvischen Spiele. 6 ] Die deutsche Leichtathletik=Mannschaft kam aus London nicht nur mit einem unbändigen Stolz. einem neuen Manne von Weltklasse, einer kostbaren Bronzemedaille und einer noch kostbareren Silbermedaille nach Hause, sondern auch mit einer unbändigen Entschlossenheit Sie hatten in London eine ganze Menge gelernt! Dingen hatten sie von den amerikanischen Sportsleuten ungeheuer viel gelernt. Nicht etwa ihren vorbildlichen Krach, ihre unsagbar verrückte Massenbrüllerei, ihre prachtvolle Lärmorganisation, nein, etwas viel Wertvolleres. „Sie hatten gesehen, daß es möglich war, einen Sieg nicht erst in der Kampfbahn, sondern schon lange vorher sorgfältig vorzubereiten. (Fortsetzung folgt.) Mit dem Liede der H3.„Vorwärts. vorwärts!" klang dieser Teil der Kundgebung aus. Nach dem Gedichte„Unter die Sonne“. unter die Erde“, das von einem Mitglied des BDM. vorgetragen wurde, und dem von der HJ.=Jungschar gesungenem Liede„Heilig Vaterland“ gab der Kreisjugendwalter und Wettkampfleiter Löhr noch Anweisungen für die örtliche Wettkampidurchführung. die wir bereits in unserer letzten Donnerstagausgabe zum Abdruck brachten. Insbesondere erinnerte wünstihran#sglich zum Unisormtragen und an punktliches Erscheinen. Unterbannführer Schach schloß die Kundgebung. an der u. g auch der Verbindungsmann der Schulen git der 53Reitgt Rademacher, teilnahm, mit den besten Wunschen für den Erfolg aller Teilnehmer. Die erste Schlacht ist geschlagen! Die ersten 206 Castrov=Rauxeler Madel und Jungen im Reichsberufswettkampf 1936 „Der Auirui zur Teilnahme am Reichsberufswert kampf 1936 hatte in den ersten Gruppen. die gestern in Castrop=Rauxel zum Messen ihres Berufskönnens antraten, ein kräftiges Echo gesunden. 128 Mädels und 58 Jungen aus dem heimischen Handel und 20 Jungfriseure rückten am Montag morgen— fast durchweg in der HJ.= oder BDM.= Uniform— mit dem vorgeschriebenen„Kampfgerät“ an. Während die Grupge„Handel“ in den Räumen der Städtischen Berufsschule die„Schlacht zu liefern“ hatte, war für die Jungfriseure das Kolvinghaus als„Stadion“ des Berufswettkampfes ausersehen. Kreisjugendwalter Löhr eröffnete den Reichsberufswettkampf 1936 für Castrov=Rauxel mit einer kurzen Begrüßungsansprache, in der er alle Teilnetmer nochmals mit allen für die Durchführung wichtigen Einzelheiten bekannt machte. Anschließend wies Wettkampfleiter Wilke nochmals auf die Bedeutung des Reichsberufswettkampfes hin, um allen Teilnehmern dann viel Glück für die Lösung der einzelnen Aufgaben zu wünschen Zum Zeichen des begonnenen Reichsberufswettkampfes wurden dann die Hakenkreuz= und die 53. Fahne unter Absingung des Liedes„Vorwärts. vorwärts schmettern die hellen Fansaren...“ feierlich gehißt. Divlom=Handelslehrer Schweigert nahm dann die Aufteilung der Teilnehmer nach Leistungsklassen vor, denen darauf ihre Arbeitsstätten und ihre zu losenden Aufgaben zugeteilt wurden. Bald steckten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer schon mitten im schönsten„Kovfzerbrechen" und „Rüsseknacken.„Auf, der ganzen Linie entorannte unter der gewissenhaften Arbeit der Aussichtsversonen der forscheste Wettkampf. Mit vollem Ernst rang alles um den Sieg. Alles war bestrebt, dem Leistungsgebot des Führers entsprechend, eine BestleiPähreh beingen. der Tchädel rauchie. Jechnen und Nachdenten e.„rauchte“, zeigte dort schon ein zufriedenes Schmunzeln, ein lustiges Augenzwinkern, daß gekommen" war, Die Eroffnung des Reichsverassweltrampfer in Gastrop=Kauxer Der Generalappell der Teilnehmer sach, diesem Erlebnis konnte man die Köpfe der ten schen.3har“ sich auf das Programmbeft senBescheidenheit fans, senten sich berleibe nicht aus vexartegeit, sondern aus brennendem Ehrgeiz. „Sie„ studierten da einen gewissen anderen WettEs gab da nämlich noch einen Wettbewerb, an den ammachen Tännie. Es gab noch die Olymvische Staffel! Donner und Doria. die Olymvische Staffe! „Ire das deutiche Fähnlein setzte sick zuversichtlich #.#inen Plätzen zurecht. Es hörte nicht mehr auf das amerikanische Tamtam. Es kümmerte sich auch nicht um die britische Niedergeschlagenheit. Das Fähnlein, hielt geschlossen den Daumen für die deutsche Staffel=Mannschaft. Diese trat jetzt auf der Aschenbahn zum Start an. Vier deutsche Läufer: und Hanns Braun. Die Stafsel stand. 200 Meter... 200 Meter 400 Meter... 800 Meter.er:: Im Vorlauf sollten die Deutschen auf die Mannschaften von Italien. Frankreich und Holland treifen. nur die holländische Mannschaft trat an mit den Läufern Koovs, Hoogveld. Henny und Evers Schon die deutschen 290=Meter=Männer gewannen jeder je 10 Meter. Und den Rest... den Rest erledigten Hanns Braun und Trieloff. von Deutschland gewonnen mitzstg 80 Metern in 3 Minuten und 43 einfünstel ücher Schweden und zom ernin üder Schweden und zum erneuten Gram Englands Amerika über England und Kanada „Die, Sitzation für Deutschland war alse genau wie agen Petern. Frchatte gegen Amerika und Susaff. treiten. And„weil der letzte Mann Amerikas Sheppard. der letzte Mann Ungarns vor und der letzte Mann Deutschlands Braun hieß, zerbrach man sich nicht lange die Köpse, wer die Stafsei gewinnen würde. Sheppard natürlich! Wer aber den zweiten Platz belegen würde, darüder konnte man sich den Kopf noch zerbrechen. Die Eröffnung des Reichsberufswettkampfes 1936 durch den Generalappell aller Teilnehmer konnte am Sonntagmittag in Castrov=Rauxel infolge des oege Rattsingen au dem Habinghorter MarktPs,###nen, sondern mußte im Wesselsschen Saale abgehalten werden. Stachlreichen hesezeg war se groß, daß der mit Saal so gut gefüllt war, daß pielz, Besucher sich mit einem Stehplatz begnügen ik leitete die Veranstaltung ein. bis Punkt 11.30 Uhr ein Fanfarenmarsch der Pimpfen den eigentlichen Beginn des Aktes ankündiste.„Ein von Heinrich Lersch gedichteter Vorspruch, der mehrstimmige Chor„Wir Werkleute all". „Von vielerlei Dienst“ und der Chor „Schlag zu!“, die von der Sing= und Laienspielschar der H3. vorgetragen wurden führten zur Begrüßungsansprache, die der Standartenführer der HJ. Unterbannführer Adolf Schach hielt. Er hieß im Namen dei HJ. zunächst den Hise Paaäshenie der RéDuP und die Vertreter und danttge.... 3trie berzlich willkommen uno bankte oann allen, die sich bereit erklärten, zum Gelingen des RBAK, beizutragen. Sein nament„##er„Dank galt den Handwerksmeistern und Betriebsführern, die Werkstätten für den Kampf zur Verfügung stellten, sowie all den Volksgenossen, die das Amt des Wettkampfleiters einer Gruppe übernommen haben. Wie beim RBWK., der nun zum dritten Male auch in Castron=Rauxel durchgeführt müßten alle Volksgenossen stets zusammenarbeiten, um der deutschen Jugend die bestmöglichste berufliche Schulung zuteil werden zu lassen. Die Gas se berusen d genus bewußt werden. Deuschlands Miecgag in das große Räderwerk für Deutschlands zieveraufbau einzugliedern. Das gette für der Kaufmann sowohl wie für den Handwerker und Arbeiter. HJ. und BDM seien sich bewußt, um was es im RBMK, gehe. dem stellvertretenden reisleiter der NSDAP. Vogi, daß der beste Teil der Castrop=Rauxeler Jugend angetieten sei. um im Rahmen des Reichsberufswettkampfes die Arbeit in Empfang zu nehmen, die vom Führer auferlegt sei. Stellv. Kreisleiter der n59Ap. Vogl der alten SA.=Kämpfer dem Führer in Berlin in At. Aussansch neursten. Das Ausland hat diesen Art in langen Berichten gewürdigt und dabei beohne das nationalsozialistische Deutschland nicht mehr auskommen könne. Wir alle haben nun die heilige Aufgabe, die Stellung, die von den alten SA=Kämpfern geschaffen wurde, auszubauen. Wir müssen vor allem sorgen, daß die deutsche Jugend so wird, wie sie der Führer haben In der Vorkriegszeit stand Deutschland wirtschaftlich unbestreitbar an erster Stelle. Aber da die Politik versagte, gingen wir aller Erfolge der Wirtmegschen sein, Jondern dürsen nicht Augenblicks. wir vor allem auf die voligriösten Wert segen Ausbilbung unerer Jugend 1036 im Hsizs, grober Vortenl gegen früher, daß auch die Studentenschaft und die Fachschulschaft teilnehmen und sich die Zahl der Teilnehmer um das Doppelte erhöht hat. Wir leben im Jahre der Olymvischen Spiele auf deutschem Boden,„Zu diesen svortlichen Wettkämpfen treten die Besten der Welt an. Der RBWK. ist eine Olympiade der Arbeit auf völkischer Grundlage. Er st ein Kampf um Tüchtigkeit und Gerechtigkeit. Er Geiia stischen Jugend zum nationalsozialistischen Deutschland, zum völkischen Werk des Führers bekunden. Er ist kein Erlatz für die GeEllenprsung und, auch leine Lehrlingszwischenlichste ein volitischer Wetkamps. J. der RSDAP, hat deshalk die 53. und die mit der Durchführung beaustragt. Durch den RBWK. soll gesunder Durchschnitt erzogen, aher keine Rekorde auf einzelnen Gebieten herangezüchtet werden. Deshalb sollen auch die in den Gaukämpfen auch auf sportlichen Gebieten geprüft werden. Der frühere Standpunkt, daß die Politik den Ich laate ohen(han ein u allemal überwunden. dankte im Namen des Kreisleiters herzlichst für die Bereitwilligkeit zur Mitarbeit und dann auch für den guten Besuch der Veranstaltung Dae beweise, daß man eingeschen habe, daß es ohne dir deutsche mehr gehe. Dei marristische Satz“ ser die Zukunft hat, hat die Jugend!“ ist hinfällig Iulunigen, wei die Jugend dat, dem gchört die Vor wenigen Tagen. so fuhr der Redner fort. haben wir alle im Rundfunk miterlebt, daß ein Teil Ich sagte even schon, wie ungemein wichtig gerade die politische Schulung ist. Vor allem die Jugend muß so erzogen werden, daß sie sich in der Politik voll und ganz auskennt: tut sie das nicht, so hat sie kein Recht, sich deutsch zu nennen. „Stchend hörte die Versammlung dann die Schlußdenen der Redner die Eröffnung des Kändete. Er sagten ir Deutsche Jugend! Als Stellv. Kreisleiter gebe ich. für den Kreie Castrov=Raurel folgendes Kommando: Deutsche Jugend, stillgestanden!— tampi süe Caitron. rampf für Caurop=Raurel ist hiermit eröffnet!" Er Grachte auf ihn schen die große Versammlung begeistert einstimmte. Sumunern, ein lustiges Aus man„der Sache auf den Grund diß es„klappte“. Die sogenannten„=.=.=.=Füchse" waren alsbald heraus zu erkennen. Ihr sicheres, ruhiges. schönes, flottes Arbeiten verriet sie. es. die Gruppe der Koneinzeinen Teilnehmerzdeit zu beobachten. Die so eisrig bei der Sochenen dieler Abieilung waren eistig bei per Sache, daß sie es verdienten, 100orgzentig in den Gauwettkampf zu gehen. geraghn: desr Eiser allein turs ja nun nicht. Das Ergebnis ist entscheidend. Hofsen wir das beste! azie Jungfriseure hatten morgens den theoretischen Kampf zu bestehen. Nachmittags maßen sie sich in der Praxis. wozu ihnen im Kolvinghause die geeigneten Modelle gestellt wurden. „der Bart ab“, dort gilt es.„die Haare zu schneiden“. Hier wünschte einer„modisch frisiert" gorgeeiur Prige orima und dauerhaft ondoliert“ zu werden. Auch im Herstellen von Perrücken konnte die Geschicklichkeit des Castrop=Raureler Friseur=Nachwuchses bewundern. Es war eine Liebhaberei, die angehenden„Verschönerungsräte“ in ihrer Emsigkeit und Geschäftigdigen Rugen den gut der sie vor strengen, sackununter Veweis stellten. Alles in allem. der erste Tag des Reichsberu'sIzan Kuehase Castrov=Rauxel ein Erfols hegrisen Hat. osenbarte, daß unere Jugend „Olompia der Arbeit“ gcht. diesen natie Stadttreis Castrov=Rauxel, den 4. Februar 1: Rund 50 000 Schuß für das Whw.! Das Preisschießen für das WHW. hat eine überaus zahlreiche Beteiligung gefunden. Es wurden an Wettbewerbstagen insgesamt in den 45 Wirtschaften rund 50.000 Schuß abgegeben, so für das WHW. eine hübsche Summe als Endergebnis verbucht werden darf. Eine besondere Anerkennung für die starke Anteilnahme am Preisschießen für das WHW. verdient die 4. Komvognie der Altstadtschützen(Castrover Holz). Am gestrigen Abend fand bei Ehlert ab 8 Uhr das anwerden wir morgen berichten. Unser neuer Polizeiamtsleiter gierung verietzien Regierungsrat Niew eich sit ReBessere Kennzeichnung der Kuhrschnellzüge 145h ia8 bruar hat die Reichsbahn für die Ruhrgneszüge eine zweckmäßige Neuerung eingeführt. Heis durch en die Ruhrschnellzüge in der Dunkel5es Leucdhtichisgd Petomotive angebrachtes gr5. Lichtmeß-Feier unter Krippe— Kreuz— Altar Kirchenmusikalische Feierstunde des Pfarr=Cäcilien= Chores von St. Lambertus Am vorgestrigen Sonntag des Nachmittags um 5 Uhr, veranstaltete der Pfarr=Cäcilienchor der St.= unter Leitung seines strebsamen und literaturkundigen Chormeisters Otto Kaufmann, in der wie immer bei solchen Gelegenheiten Sascute. Sgmußerizs=Pfarrkirche eine kirchenmustSchautarnen des Gastroper=Tarnvereins 1071 für das Winkethifswert Starker Besuch, gute Leistungen „Der. Lastrover Turnverein 1874 hatte, wie wir ar berausgestellte Höhe= gestern schon kurz berichteten, am Sonntag mit seihlien Stücken der latba, großen Criola. Die, ug9 dn einen überaus kalische Feiernunde. veren klar punkte, die Ansprache, Gebete und die Aussetzung Ullerheiligsten von gut gewählten Stucken der katho= großen Erfolg. Die große Turnhalle der Viktorialischen inusica sacra umrahmt wurden. schule war bis auf den letzten Platz besetzt Die „Hage hei gächlicher Echanle an diesem Licht scustung, die noben drei Stunden einen AusSls eier dien isechiste ie bialsiengechselncg Phelsenr inr dr der 2As. Teit, un das Kindlein in der Krivve, sang die Turnerinnen„Uchungen auf der Schwebekante“, ##r. speitg Leit vom Erlösungswerk Christi am denen sich die„Körverschule der Turner“ anschloß. use. Der dritte Teil givfelte in Huldigungsge Viel Beifall ernteten weiter das„Deutsche Fechten“ allerheiligsten Altarsakrament.“ und die„Turnerinnen am Barren“. interesanten Auzschnit aus der spezisch satholischen J der dann eingelegten Paule iprach Turnbruder Kirchenmusik und gewährte einen danlbar guittier= u#.... sspis ac ten. Einblick in ihren augenblicklichen Stand. über den Sinn des deutschen Turnens. Er führte aus, daß man bewußt das Schauturnen für das habe, um 1936 Banner= Spiele sei. Wettkampfalsten der musikalischen Feierstunde gchörten.(arten zum Ringen um den Siegespreis zulammenUeber die Wiedergabe der einzelnen Chöre durch kommen. is. Fäckzsner gunter O. Kaufmanns tüchtiger und Die eiompische ade, io sagte der a schgster egtung äst sich alles Weientliche da, st uralt und aus nordischchellenschem Geite ent. unn Auge behaltend, nur Gutes berichten. Der standen. Nach jahrhundertelanger Pause wurden Chor verfügt über schön klingendes Sopran= und die Olymvischen Spiele wieder aus der VergessenWinatergl., dem aualiatio und auantiatio dies beit berausgcholt. In diesen Jahre sichen sie vor neizmen durchaus, ebenbürtig zur Seite einer geschichtlichen Wende. Ihnen soll der volle stehen. Man hatte offensichtlich mit viel Liebe und Inhalt wieder zurückgegeben werden. Neben dem Sorgfalt studiert und entledigte sich mit großem Ge Faxper soll auch der Geist zu seinem Recht kommen. schick der nicht immer leichten Aufgabe. gegner erinnerte in diesem Zusammenhange an „Besonders ersreulich war festzustellen, daß die ditlers Worte auf der Stuttgarter Tagung der 0“ on geyaltenen Motetten und an den Satz per Antike on Haller und Vittorio sich durch dynamisch vorteilhafte und gut linierte Zeichnung auszeichneten. H. Bruckners„Locus iste“ und„Tantum ergo“ der Letzte in dieser Hinsicht herangeholt würde. Die Elite aber geböre in die Turn= und Sportvereine. ##.#sner, straifste Pflichtautfasung bezüglich der Durchschulung des Körvers herrsche. Nach der Wiederwehrhaftwerdung sei das besonders wichtig. In der Vorkriegszeit wurde das Verdienst der um die Vorbereitung für die Militärzeit allgemein anerkannt. Aus ihr gingen die besten und ausdauerndsten Soldaten hervor. So soll es auch in Zukunft sein. Darüber hinaus gilt es auch die schon in älteren Jahren, stehenden Volksgenossen für recht verstandene Leibesübungen zu gewinnen. Das Svortamt der NS.=Gemeinschaft„Kraft durch Freude“ hat vor allem die Aufgabe in diesem Sinne für die Pflege der Leibesübungen zu werben und zu wirken Der Jahnsche Turngedanke ist im deutschen Volkstum fest verwurzelt. Der Wille des Führers ist es. daß in diesem Geiste die Leibetübungen überall beHieben, wperden. Wenn Jahn von der Ewigleit des deutschen Volkstums sprach, dann ist er dadurch ein Ahnherr des Nationalsozialismus geworden. Unsere Aufgabe aber ist es, mit aller Kraft und unverbrüchlichster Treue zur Heimat und zum Volkstum säglen, damit Wettlampf zu wir, wenn es sein muß, im Ernstfall unseren Mann stellen können. Redner sch'# Nichts kann uns rauben Rotthausen Liebe und Glauben[Castrov 02 diesem Land. Union Gelsenkirch. Es zu erhalten Röhlinghausen Und zu gestalten Buer=Hassel Sind wir, ist vor allem die Jugend gesandt. Gelienkirchen 12 Den zweiten Teil der Vorführungen eröffneten wicherate dr uiche pachens Peeen, Das die Iszhere Zhorg auf der Sutgarter Taguns der or die„Kturner an Varen“ die aten Heren vigen Shg.sFvur“ e Seie e geur vozovon gechaltenen Motelten ago an den. Satz der Antike von„aelurden, GHeist im genien echit srech, während die Knaben br Kön Dis Be, uts unser wurde. wie üblich, ganz vorzügliches geleistet Höfers„Aenus pef“, lichevol entleimt, binterlies seiner Vemegung.se. ditlers und Turnbruder Dr. Eicholz gab imn Schlußwart Hernlia Voriminvonnene Freiheit, für Ehr und Nichr hageistert go0 der Hofnung Ausdruck, daß die Vorjührungen edtt“ — Redner Leben Der Spielverlauf: Gleich nach Anstoß stellte es sich heraus, daß diese Pokalbegegnung eine ziemflich zahme Angelegenheit würde. Die Gäste zeigten wenig Lust und Liebe, weshalb der Platzverein auch nicht das nötige Tempo ins Sviel brachte. Erst nach halbstündiger Spieldauer schoß Hirte das erste Tor. Bis dahin sand man den Hüter der Gäste steis aus seinem Posten. Das zweite Tor, einen Elfer. trat de Hooghe II. Mit:0 ging es in die Pause. Bis dahin hatte sich der Kampf fast stets in Kirchlindes Hälfte abgespielt. Nach der Pause konnten die Gäste ihre erstes Tor. erleichtert durch BVs Hintermannschaft. treten. Die sielen dann aber wieder mehr und mehr ab. BVs. Sturm war durch Hirte noch dreimal erfolgreich. Sie schienen sich zufrieden zu geben mit diesem Ergebnis Aber Leßmann machte zur Abwechslung noch das halbe Dutzend voll. Ais nun die Gäste verschiedentlich vorstießen, verschuldete Castrov einen Elfmeterball, der den zweiten Erfolg für die Gäste einbrachte.— Durch diesen Sieg hat sich der BB 11 für die nächste Pokakrunde qualisiziert, in die die Bezirksklasse mit eingreift. BV. 11 2. Jad.— ESV. 02 2. Jgd.:2. VfL. Habinghorst 1. Jgd.— BV. 11 1. Jgd. ausges. (Habinghorst nicht angetreten). Der Stand der Tabellen nach dem 2. Februar 1936 Westsälische Bezirksklasse Gruppe Gelsenkirchen un. verl. 1 und das Graduale vom Gründonnerstag vervollständigte den musikalischen Teil, in dem die charaktervolle Bearbeitung J. Hatzfelds von„Heiliges Kreuz“ cher für sich einnahm. in seierlicher Stille“ waren gut abge Pem Polzes ig zeigen und darzutnn, wie sehr unser eseien, enne Gu Pisescehuete euen. Sahretehae ale e. gse acher auugen de Scnahun im esgiutger Bashe. uck. Der Weionachtsintreitus ßago. cen, fur Ehr und Wehr begeinert dem deutschen Sport und dem deutschen Turnen#ck Hag es Kreus Jagesd, In Den z lie iun altiger Anteluchne aem beigetagen haoben dash uue Jeuc muit, dau Bioiachanter. Semeinsdegesaung shlang sein gemein. Ledten der Leidezibungen treibenden dentichen Ver=(Sumne abgesihrt werden dann. Der Turnverein Bis u. von St. Lanberans ues dez Keichen Meiters ud nachen den Prennu. Brg, Iues Busdalsicle woan de Brach drch V3e.. e eitrigt Da gonn von St. Lambertis tros des stlechten Meiters und zuge„Schztagerennens ader eines Fu.—uritr(weriunt ur 9ugeno burcg vrlege von Leibesübungen väre es schon, ihren Körver in erforderlicher Weise stählt, damit sie, Zeteit, st und sich in jeder Lage zurechtsinden kann. elöbnis treuer Mitarbeiterschaft am Werke bekundete die Versammlung durch ein „Sie=beil- und den Eelang der beiden Hlich ein 4 4 6 4 8 8 9 8 13 12 Gruppe Dortmund Spiele gew. un. verl. 11 2 3 11 1 3 10 2 4 9 3 5 9 2 6 7 5 3 S 1 8 16 15 16 17 17 15 1 Tore 52•23 48•24 27:19 32•24 35:29 20:18 35:36 31:40 27:40 16.25 22.40 11:38 Tore 38.19 43:23 42•21 37•24 28:34 25•19 33:24 Punkte 27:7 26:8 21:11 20•12 20:14 18:14 14:18 14:18 12:20 11:21 :27 :26 Punkto 24:8 23:7 22:10 21:13 20:14 19:11 Beherächung, diesser Art Musik zu zeigen soweit es i###s eine Ueberholung benötigende Orgelwerk in allem, eine schöne, stimmungsvolle und gehaltvolle musikalische Andacht= und Feierstunde. Bravo. Pfarr=Cäcilienchor von St. Lambertus! Vivant sequentes ad majoren Dei gloriam! —.— Ein Bombenerfolg... wird der„Frohe Abend“ am Donnerstag in der „Lichtburg". Kaiser=Friedrich=Straße eindringlicher und seierlicher werden. Feeregemeinschaft Eein gegrandet Verhandlungen wegen Auschluß des Ballspielvereins von 1911 Witten 92 Wattenscheid Preußen Bochum Dahlhausen Linden Westfalia Bochum FC. Schwelm Gerelsberg STV. Werne Altenvoerde Witten 07 Hattingen Schon seit längerer Zeit haben in unserer engeren! Es ist nicht der Sinr inseitie SHeimat Voratbeiten stattgesunden, um den Geban= Rekowdleute auszubfn Spitenkönner und mburgr, Kaiser=Friedrich=Straße ter, der Leibesübungen in immer weitere Volks, Vollsgenosen zu gewigr Diei., Wöelicht viele Mar der„Frohe Abend“ im Fellingschen Saglbau greise zu tragen. Gerade im füdlichen Stadtbezirk, der wahren Leibessbungen Pu Pesontien schon Tage vorher ausverlauft, so wird die elbe Ver. dessen Vevöllerugg zum größten Teil im Vergbau verschiedenen guenden verein in magen. Den Weter Sstslungz der Reg. Atez guish Frade an iam, Bechäitet ik. vo. Helan Mas ausgrachen uuu benduc sensporttiegen# ½hen zie at und Ra=stcher“ Schaiten delen. Einen Vombenersols wich Das es chr. Pir jaden 2e.:: ach9. die Aodlichet ae biecser„Krast burch Freide=Abend haben, denn der Plch it. leinen Leih Ueu den ane nationate scden beine Nseungen iun vliegen und ein Komen Kartennetlauf hat se Ktart eingesett, doß alen sechalten Las auch eir is uid leistungssähis zu Sret gten. Dieie Grunren weiden loiort mit Volsgenosen nur bringend geraten werden kann. dev“ recheg en ider eimnelne ein Antech auf bier Arbeit beoinnen. eringeno geraten werven rann, giggegensteic#en#inrichtungen und Uebungsmög= über 200 Volksgenossen warten schon auf die ersten e Se kurnen u. Sport hat. ist undelritten.„ Stunden der Sportgermeinichalt. Tagen enischaßsnzgerter it es, daß in den letzten Der übrige verlammlungsmäßige Teil wurde in zwende Schritte getan wurden, um herzerfrischender Deutlichkeit und Kürze erledigt. möglichst pielen der noch abseits stehenden Volksge Jach dem Avvell des Gedenkens in Führe nonen Gelegenbeit zum Vetrieb der Leibesübungen Vaterland nahm jecher Pararen; un Fudrer und hetaten Weiden tann, sich umgebend mit Eintrittskarten zu versehen. Der Eintrittsvreis beträgt 60 Pig. Jugend„Kraft durch Freude" ruft Euch! Jungen und Mädel! Die RSc.„Kraft durch Freude“ will euch am kommenden Donnerstag. dem 6. Februar. nachmittags um 5 Uhr in der„Lichtburg", Castrop=Rauxel 1. Kaiser=Friedrich=Straße. einen wirklichen fröhlichen Nachmittag vermitteln. ist für euch getan. Fröhlichkeit von Ansang bis Ende wird in der Lichtburg herrschen, denn wenn Kurt Riedel=Manke die einzelnen Künstler auf die Bretter, die die Welt bedeuten, bittet, dann werdet ihr begeistert in sein beliebtes„Peng“ einstimmen, und gleich ist der Kontakt hergestellt Nun liegt es an euch, ihr Jungen und Madel! Karten zum„Frohen Nachmittag“ in der„Lichtburg“ erhaltet ihr zum Preise von nur 20 Pig beim Kreisamt Kraft durch Freude", Castrop=Rauxel 1. Viktoriastraße 10. Preisschießen des Bürgerschützenvereins Vberastav e. 2. Castrov=Rauxel ist eine wirklich schießfreudige Stadt geworden. Das Preisschießen für das WHW. ist beendet. Das Preisschießen des Obercastroper Schützenvereins beginnt wieder!.— Bekanntlich mit sehr SS. Derne Eichlinghofen Habinghorst Lünen 05 Castrov 11 Lütgendortmund Lanstrov Lünen=Süd Viktoria Somborn möglichst vielen der noch abseits stehenden Volksgeinnerhasel eerbeit zum Verieb der, Leibesübungen a####halb einer leistungsfähigen Organisation zu dem 26. Januar. wurde in der stark besuchten Versammlung von Gefolgschaftsmitgliedern der Zeche„Erin" die„Sportgemeinde Erin“ gegründet. Damit ging der langgehegte Wunsch der bisher locker nebeneinander stchenden freiwilligen Uebungsgrupven, wie Schützen=, Schwimm=, Turnriege usw., in Erfüllung, durch eine straffe Organisation zu einem regelmäßigen Uebungsbetrieb zu kommen. In der Versammlung gab Bergassessor Kaiser. der als Beauftragter des Gefolgschaftsführers erschienen war, seiner Freude darüber Ausdruck, daß endlich der Gebanke des Zusammenschlusses verwirklicht würde. Er betonte, daß die Bestrebungen der Sportgemeinschaft von der Direktion nachhaltig unterstützt würden, bis auch der letzte Bergmann in das Sportbataillon eingereiht sei. Die Anwesenden wählten dann einmütig Verwaltungsinspektor Holfeld zum Führer wieder!— Rekanntsich der Sportgemeinschaft, a10 Ce Ge. aliche ginnt wieder an moraigen Mitwoch und dauert zungsseden uge uuuuu im wvortichen Verpal. bis Sonntag, den 9. Fehruar einschließlich Geschof., Fachleute in den dewährter sen wird mit den neuen sacheschüfsigen Lusthüchsen. Anwesenden die Gewisbeit, daß hier ganze Arlppell, des Gedenkens an Führer und Gemisheit mit steilnchmer die mun, daß ein wichtiger Abschnitt auf dem Wege zur volkhaften Leibeserziehung getan sei. „ Bedeutete der feste Zusammenschluß der freiwilligen Uebungsgruppen der Zeche„Erin“ einen wesentlichen Schritt zur Svortgemeinschaft folgte 8 Tage sväter. am Sonntag. dem 2. Februar. ein weiterer wichtiger Akt. Seit längerem waren mit dem Ballspielverein von 1911 Verhandlungen Handel Dortmunder Schlachtviehmarkt Dortmund, 3. Febr. Auftrieb: 358 Stück Großvieh, darunter 14 Ochsen, 15 Bullen, 306 Kühe. 22 Füchen.. Fresser, ferner 630 Kalher. 64 Schafe, eine Schweine. Der Marktverlauf war bei Großvieh—b zugeteilt.—d mittel. Kälbern sehr lang'am. Schweinen zugeteilt. Es wurden gezahl wohten Sportaus= H) 13 Buheni,9) 43.,5)(3.). 12—-43. Kühe: a) 43. Ge, Seieh Peat on Sen Baden für sin Su 36—42. 0) 77-35. dem jett die Sportgs ammenw gen zu ehnen Nach=se) 13.-43. Kälbet: 0) 35-66. vollender hattesgeguch se dae, Erin ihren Ausbau 6) 30-40. Schweine: o) 3650. „Tatte, war, auch für den Balspielverein die e) B25l.).), 5059)“. Voraussetzung zur Tat gegeben. In der außerordentlichen Mitgliederversammlung am letzten Sanntas schilderte der Vereinsführer die Gründe. „Erin“ sprachen, Daß er dam: Sportgemeinschaft „Erin" sprachen. Daß er damit im Sinne aller Vereinsmitlieder gehandelt hatte, bewies die einstimmige Stellungnahme aller Versammlungsteilnehmer. Färsen: a) 43. b) 43. b) 49—54. c) 41—48. a 55 22, 56,50. 6) I 55.50, 5) II 54.50. f) 50.50 g) 1 51.50, g) II 50.50—52.50. Wie wird das Wetter? Wettervorhersage für Dienstag: Mäßige danr staes duniig s Nordwest, in den Morgenkunmäitung.. oder neblig, bei wechselnder BeTagestenseraturc Schauet, Kionder im Verdland. der besonderen Beliebtheit aller Schützen erfreuten. Jeder Schießsportfreund sollte mal sein(lück mit diesen Sechsschüssigen versuchen! Baubuden-Einbruch In der Nacht zum 31. Januar wurden aus einer Sensliche Lederacken, 1. hranuer, Palover,.1 Hlaues mäßige Leibesübungen gau; diieht, butch teget, Vortnenw. 1 grauer ecal, eine hellaraue Jacke, ein gen zu kommen durch ersu döchtleltunHolied, Srsagtense: gon Verwaltungzinbeltor sagte u..: Die Sportgemeinschaft wolle durch ihre Tätigkeit eine Dienerin der Betriebsgemeinschaft und damit des Volksganzen Helegenheit.. schaftsmitglied Gelegenyett haben, durch Gesundheitsturnen eten Sceiteiunt nternschmer, Autros, alle weis= Kazuud vereimnelt Schauer. beionders in Vereslant. Nacht etwas über 0 Grad anteilgend. Ghoft„Eria“ iu hringen Sportaemeln. Winden wolig. Temperaturen um d Grad schwana: Srebes, witz Cana begz ise Palrzlangen und peraturen Modickeinliche Meiterentnichlung: Temnhr Ergebnis wird in nächster Feir verichtet werden. beständiger, Vortas unverändert, etwas BV. 11 Costrov— Bfk. Kirchlinde:2 In der Kirchlinder Eli hatte der BV. 11 einen Zekaleganer der ihm in dem ganzen Kampfe nicht men Augenblick gejährlich werden konnte. Die BV. Fannschaft zeigte nicht den nötigen Schneid, doch sie 5sle 298, Peleben,„Von den lschs Toren lonnte Hirte allein vier aus sein Konto buchen. Auf beiden Seiten wirkten Ersatzleute mit. Humor Auf der Höhe te des Pesung. Reisegelellichaft stieht am Kra nicht in Amerstaz haben Sie wohl „No. Aber bei uns haben wir ein Wasserfall. das würde auslöschen das hier— o. in 10 Minuten.“ f: Gleich nach Anstoß diese Pokalbegegnung eine heit würde. Die Gäste zeige. weshalb der Platzverein vo ins Sviel brachte. Erst auer schoß Hirte das erste den Hüter der Gäste stets zweite Tor. einen Elfer. :0 ging es in die Pause. ampf fast stets in Kirchlindie Gäste ihre erstes Tor. itermannschaft. treten. Die ieder mehr und mehr ab. dirte noch dreimal erfolgfrieden zu geben mit dienann machte zut Abwechsid voll. Als nun die Gäste verschuldete Castrov einen iten Erfolg für die Gäste Sieg hat sich der BB 11 e qualifiziert, in die die 02 2. Jgd.:2. — BB. 11 1. Jgd. ausges. nghorst nicht angetreten). tiehmarkt eb: 358 Stück Groß= Bullen, 306 Kühe. 22 alber. 64 Schafe. eine Carktverlauf war bei mittel. Kälbern sehr Es wurden gezahlt RM.: Ochsen a) 43. 12—43. Kühe: a) 43. Färsen: a) 43. b) 43. b) 49—54. c) 41—48. 1 55.50, b) I1 54.50. 0. g) II 50.50—52.50. Wetter? ustag: Mäßige in den Morgenstunbei wechselnder Beonders im Bergland. rer Abnahme über igend. doch: Bei schwachen um 0 Grad schwanerentwicklung: Temunverändert, etwas chaft steht am Kra is haben Sie wohl vir ein' Wasserfall. o. in 10 Minuten.“ Nr. 34 Aifere und KumlWirischaff Uom national mirtenb-ft!“ Be. Der 4. Februar erinnert an eine bemerkenswerte Etappe in den Kämpfen um eine Wasser: straße vom Rhein zur Elbe, die Jahrzehnte hindurch die Politik des preußischen Staats erfüllt haben. Am 14. März 1899 war dem Preußischen Abgeordnetenyaus ein Gesetzentwurf„betr den Bau eines Schiffahrtskanals vom Rhein bis zur Elbe“. Kanatvorlase: Hatte dasue.Ptoke 19. August 1899 u.i h. 6. Preußenbaus am August 1899 zu Fall gebracht Zu den 275 ablehnenden Abgeordneten hatten auch die Freisinnigen unter Führung Eugen Richters aus Hagen schärt gwail sie ein Abströmen der Ruhrkohle auf verbrauchenden.. ein Schädigung der kohleDen Industrie in den benachbarten Benarisches vor.. Die Regierung hatte durch diszivli. maitun dog.... etwa zwanzig höhere VerTepnaring e..d 41s konservative oder freikonhatten, ihren......ppoition gestanden icht iolten sesten Willen bekundet, den Kanalplan nicht fallen zu lassen. So hatte sich das Abgeordnetenhaus schon im Februar 1901 wieder mit einer sröbssnsaslvorlage zu befassen: dem Rhein=ElbeS Kanal waren als Locksveise für die „Ostelbier" der Großschiffahrtsweg Berlin—Stettin und einiges mehr hinzugefügt worden. Am 4. Februar 1901. vor nun 35 Jahren, wurden in. Plenum des Landtages die Kämpfe wieder aufvenommen. Das Ruhrgebiet stellte in ihnen der Regierung eine festgeschlossene Front von Kanalfreunden zur Verfügung, für die der Abgeordnete Schmieding aus Dortmund Heutung sinrach; gznar Sätzs von geschichtlicher Bekännen Sigu die Dauer“, so führte er aus. „konnen Sie ein so großes und bedeutsames Werk. wie es uns hier in der Vorlage gebracht wird— die aller deutschen, preußischen Ströme in der Mittellinie vom Rhein bis zur Weichel— gar nicht abweisen und zu Fall bringen. Ich gebe auch die Hoffnung nicht auf. daß, wie es uns früher gegelingen wirhden. es Elbelinie zu konstruieren. easce Plasthbeihaest Gel Leice. das Herz stück, die Verbindung zwischen Weser und Elbe, herausgebrochen Vier Jahre nach Schmiedings Rede, am 8. Fewurde die arg verstümmelte 38cgangenommen, die immerbin die Verwirtdes wichtigsten Teils aus dem Programm hrach tg uhrwirtschaft, den Rhein=Herne=Kanal „###etwa ein halbes Jahrhundert nach den ersten Erorterungen über seine Notwendigkeit. Man hat damals das Eintreten der Ruhrwirtschaft für die Kanalvläne vielfach als den Ausdruck eines krassen Eigennutzes hingestellt. Heute bestreitet niemand mehr, daß der Mittellandkanal, der ja nun endlich seiner Vollendung entgegengeht. eine große. ganz allgemein=vaterländische Angelegenheit ist. Der hitorjich, bedeutsague Teil der Regierungsbegründung allein hätte eine weitschauende Volksvertretung in eine einheitliche Front mit der Ruhrwirtschaft drängen müssen. Darin wurde gesagt: „Die Norddeutsche Tiesebene ist für die Anlegung Schassgsiehe biszu Weichsel reichenden Kanaihsrems von der Natur besonders geschaffen: Feichen von Pietzen welche die sahltrennen zi. Hurchhgug Porden fließenden Ströme zu ourchbrechen, um eine von Westen nach den ganzen Staat lausende Wasserstraße verschiedenen Stromgebiete verbindet... Der Wasserreichtum der gekreuzten Flüsse gewährleistet zugleich dessen ausreichende sindet sich danach in einer weit sange entwpichelt. ein Kanalioten in bei diesen Worten nicht daran, daß Tiefbau=Ingenieure von der Ruhr in den jüngsten Jahren berufen waren, in Belgien einen zu bauen, für dessen Linienführung ganze Gebirge durchschnitten werden mußten? Neben den allgemein=wirtschaftlichen Erwägungen hätten aber auch Rücksichten auf die Landesverzu Anfang des Jahrhunderts den Blick der Volksvertreter zugunsten des Mittellandkanals schärfen müssen. Das nervenzerreibende wirtschaitliche„Ringen um den Sieg, das im Welt###r, die Fronrtampfe begleitete, wäre nicht so urchtbar durch Transvortnöte erschwert worden, wenn den übermäßig beanspruchten Eisenbahnen ein großes ausgebautes deutsches Kanalsystem zur Seite gestanden hätte Wenn man heute etwa entschuldivell Hatlorial-wirtschäftlichen Schwergewicht des Kuhrbezirks daß die ersten Versuche der in diesen Fragen von der Ruhrwirtschaft unterstützten vreußischen Redie schon in den 80er Jahren des vorigen. Jahrhunderts den Bau des Mittellandkanals anstrebien, aus schwersten Eisenbahnnöten her### aus entstanden sind. Solche Nöteshaben 1870 zur Gründung des Langnamvereins geführt. Nicht einmal, nein oft haben strengen Winters nicht nur, sondern schssepeauns der Ernte im Herbst geradezu Verkehrsrarastrophen hervorgerufen, zu eingr„##stoviung der großen Verladebahnhöse im Kuyroezirk geführt, die einem völligen Chaos nahekam.„Eine so vielfache Hilflosigkeit", so erklärte ser 189091 Her Lanan von im Winter bei der Staatseisamverein,„wie sie dieser Winenchüllte, konn nicheonverwaltung in Preußen das Schmierstu damit entichuldigt werden, daß ##gt zu leicht gefriere und die geeigneten mehr auf Westwind dauernden Otwind, sondern losigteit mit einerichter seien. Diese Hilfsiagen im1 entschieden tiefere Gründe haben. Sie Vergangencheite un in den Unterlasungen der Schließlich war und ist es für ganz Deutschland gleichgültig, wenn es in seinem Wirtschaftsherzen, dem Ruhrbezirk, zu Verkehrskatastrophen kommt, die im Kriege und auch im Frieden unerträglichen Schaden zur Folge haben können. 93 Verobauvereins in Essen, die großen Motive der rwirtschaft in diesen auch heute noch gültigen Worten zusammen:„Der Bezirk des NiederWestjalens, für dessen Verkehr der von Ssisera d. Kanal dienen soll Gheip) erca Dortmund=Emskanals mit dem tung wert über die Grenzen wirtschaftlichen BecdenInteressenkreises hinaus. Es bedarf nur des Hinweises darauf, daß in diesem Bezirke fast die Hälfte des sämtlichen Kabiziert, des Finn Stcatsbahnen Distrite jährlich gueises darauf, daß in diesen Lähne gan... e“ als 300 Mill. RM. Deutschlande die in leinem Teile preußischen Staae teu zugunsten des preußischen Staates so entwickelt ist, wie hier, um zu erkennen, daß es sich hier um eine Frage von größtem Wert für den ganzen Staat handelt. Feit Senzstzens darf man jeitstellen, daß der henEssen, wie aus giesisterpräsdent. Ehrenbürger von acht, das ger ltigge einer Kundgebungen bervor. ## gewattige Schwergewicht des Landes zwischen Ruyr und Lippe einzuschätzen weiß. Dienstag, den 4. Februar 1936 Großunternehmen mit mehreren selbständigen Einzelbetrieben berufen werden. Die Arbeit desselben erstreckt sich auf die soziaen Angelegenheiten,„Die Beiratsmitglieder sino nur in beschränktem Umjange, und zwar aus den Einzelbetrieben zu entnehmen. Betriebsführer ein hobes. volksverbundenes Amt. Führer des Betriebes sein. heißt: kameradschaftlich und Vorbild sein. Der Titel „Betriebsführer“ ist jetzt ein Ehrentitel— Betriebsführer ist entweder ein Einzelunternehmer oder bei jurinichen Personen der gesetzliche Vertreter. Besitz der bürgerlichen Ehrenrechte ist Bedingung. Die Zahl der Vertrauensmänner beträgt: zwei für Betriebe mit 20—49 Personen; drei jür Betriebe mit 50—99 Personen; vier für Be 200. 30g Kers 199 Versonen; 5 jür Verriebe mit ##### Personen. Für jede weiteren 300 Be schaftigten und für jede angefangenen 300 Be tigten erhöhr sich die um einen Vertrauensmann. Im Höchtfalle komWas jeder von den VerkrauenKratswahlen Wissen maß Grundsätzliche Bestimmun gen, die zu beachten sind „Der auch in diesem Jahre als Reichswahlleiter von Dr. Ley bestimmte Hauptamtsleiter Parteige135 55 Jiste. 4. April fsest. Spätestens am 20. März sino ve Montanten auszulegen. t Vertrauensratswahlen! Das Wort sagt schon. um was es sich handelt. ast schon. ein Rat gewählt werden, dem der Arbeitsmang Vextrauen schenkt, dem aber auch der Funrer des Betriebes vertraut, der also das Vertrauen aller Kameaden in einer Betriebsgemeinschaft besitzt. hinaus muß er beim Betriebszellenobmann Keant 9osa Ppeti Leit1 der Deutschen Arbeitsauch in jeder anderen ameradichaftlich und bekannt und anerkannt letten Schutt des Klasenkampieg er ie esste esesce daise Saln, 95a. Sseiser geseiehee, Vartsialeserung wucde Die Vellsh Sräateporugseibewaste Führung, trauensrat ersetz, wurden durch den VerParteigliederung, dieser größten Organisation der auch der äußere Schein einer getrennten F die große Bedeutung der VertrauensDenischen viar volitisch ihren Eindruck ie aubenbei der Wahl der Gadans iher hi i—, der Gebante über die Betriebsgemeinschaft zur Volksgemeinschaft in den Vordergrund gestellt wird. nicht vorhanden Vet Obmann der RSsO. Führer des a oder ist er verhindert, so stellt der des Betriebes im Einvernehmen mit dem Betriebswalter der DAF. die Liste der Ve männer und ihrer Stellvertreter aus. Für die Bejugnis des Treuhänders der Arbeit, Vertrauensmänner und Stellvertreter zu berufen, falls ein Einvernehmen nicht zustande kommt, gilt§ 9 Abs. 2 wie Sesstss, zu5 Ordnung der nationalen Arbeit sour HurcHiähr: un 8 11 der zweiten Verordnung zur Durchfuyrung des Gesetzes zur Ordnung de nationalen Arbeit vom 10. 3. 1934.9“ ist den Gefolgschaften in Block= und Zellenversammlungen Gelegenheit zu Besprechungen über lagenen Kandidaten zu geben. Bei den orschlägen an den Betriebsführer ist die Auffassung der Gefolgschaft zu berücksichtigen, wenn nicht beson#rs Hründe dagegen stehen. Auch weibliche Gefolg##tslieder sollen bei Aufstellung der Listen in Stage rommen.—06 der Listen in anbelangt,. sa ist sie.; in. u.. an sich Inbelungt, so inr nie nur in einem selbständigen Betriebe möglich. Anselhitändige Nebenbetriebe und Betriebsbestanddem Hauptbetrieb in der Regel eine nicht geichein besonderer Vertrauensrat wird für sie nicht geschaffen. Wenn allerdings Nebenbetriebe und Helreont siud, gelien sie ais sethisenoige, mit Vertrauensräten zu betreuende Betriebe. Derartige meinschaft, sonstmie möslich wäre. Der Vertrauensgung uum.Je.. 4 Verbintänliche zuchssutrer, vermitteln, wo die versonliche Fuylung zwischen Betriebsführer und Gefolgschaft infolge des Umsanges des Betriebes ni Bei mehreren Betriebe ##sselben örtlichen Unternehmens richtet sich die Hoben diesg Goir“ sann jür jiehen enscheldet in Zmseleszgeden. Der Treitönder entscheidet in Zweiselsfällen. Stimmberechtigt ist jeder mindestens 21 Jahre alte Verriebsangehörige, der im Besitz der bürgerlichen Ehrenrechte ist. Ferutge des Vertrauensrates nicht, dagegen vorübergchend die Grundsadl von 3 Stäniden pielt leine Rolle; auch regelmäßig über in Tagesarbeit leistende Putzfrauen zählen 255, Beirat, wird erst nach der Vertrauenswahl gevildet. wieser muß vom Werksführer der einen Vertrauensmann. Im men aber nur 10 Vertrauensmänner in Frage sowie der Betriebsführer als Leiter des Ve Vetrauensmänner sollen nur solche Personen sein, die das 25. Lebensjahr vollendet haben und mindestens 1 Jahr Betriebsangehörige sind aber ich mindestens 2 Jahre im gleichen oder ähnlichen Berufs= oder Gewerbezweig Beschäftigung fanden. Sie müssen Mitglied der DAF. sein und ebenfalls die bürgerlichen Ehrenrechte besitzen. Außerdem sie vorbildliche Eigenschaften haben und die Gewähr rückhaltlosen Eintretens jür den natian ozialistischen Staat bieten. otionatbei Esanung der.“ Parteigenosen sollen bernsem mgerse.... Vertrauensmänner verufen werven, auch wenn sie jünger sind. Die nationalsozialistische Erziehung und das Erleben #8 Nationalsozialismus durch die Tat bewerten wir " ausgleich von Altersunterschieden. Weil aus den Vertrauensräten die Mitglieder für den Sachverständigenbeirat des Treuhänders und Beisitzer zu Zuverläsigtein=zeio men werden, it die Die Aufstellung von Wahllisten ist ohne Verzug von den Zellenobmännern und falls solche im Betrieb nicht vorhanden sind, vom Betriebswalter der DAF. vorzunehmen. Ist auch dieser nicht bestellt, wird vom der Arbeit der Vertrauensrat berusen. Die Liste Zertrauensmänner und ihrer Vertreter muß durch Aushang mindestens 2 Wochen vor dem ersten Abstimmungstag bekanntgemacht werden und zwar unter Angabe des Abstimmungsortes und der Zeit. Diese ind über alle diesbezüglch u waruu auf und erläßt eine Bekanntmac men und wieder abgegeben werden können. Der Ab. sen. die Dste der füir Die Abstimmung selbst ist geheim und erfolgt durch Stimmzettel, die unter fortlaufender Nummerierung die Namen der vorgeschlagenen Vertrauensmänner und Stellvertreter enthalten. Als Zustimmung gilt unveränderte Rückgabe, als Ablehnung, Durchstreichung des Stimmzettels. 475. ficsfgse helsge der Sste chie Klalscht Ses herscesch. s Gelsrn. dle Ceice. lie i: ensiorechende Enlcheldangen zrisitkvien. Wolen kennen uund und als ehrliche Maru. us sielbewust betont werden.— Gerechtiate stechbar sein. Sie müssen sich bewußt sein: land und nur für Deutschland: Der Reichsjugendführer kommt nach Dortmund nicg beche Taeil hus de Reichsberutswvertanzse, Beförderung des Geschäftsführers des Westf. Jugendherbergswesens Sesise sgne ealie en. eint lhien *° 6 14 Er will sie nicht sehen. Er will glauben, daß es vielleicht doch alles nicht wahr ist, daß sie vielleicht selbst nur das Opfer einer Täuschung geworden ist.— Natürlich, so wird es ja wohl auch sein. Bestimmt ist es sogar so! Warum bin ich nur nicht gleich darauf gekommen? fragt er sich.— Es ist doch so leicht, die Zusammenhänge zu erkennen. Moravius wird ihr telephoniert haben, daß ich heute abend hier bin, folgert er. Da wird sie sich haben überzeugen wollen, ob das tatsächlich der Fall ist, ob ich mein Wort gebrochen und sie gestern belogen habe.— Und wenn ich sie nun nachher sehe, wie soll ich ihr dann hier, unter den vielen fremden Menschen, meine Handlungsweise erklären?— Vielleicht denkt sie jetzt, in diesem Augenblick, immer noch, daß alles nur ein Mißverständnis ist, welches sich aufklären wird—.„Nein, Liebste, kein Mißverständnis! Ich bin schon das, was du nicht zu glauben wagst. Ich bin ein Schuindler, ein ganz kleiner, dummer, häßlicher Lügner“— und dabei steigt eine wahnsinnige Angst in ihm auf vor dem Augenblick, wo er die Bestätigung für seine Befürchtung, daß alles zu Ende ist, bekommen wird. Wo sie ihm sagen, nein, wo nur ihr Blick ihm verraten wird, was sie denkt:„Mit einem Lügner will ich nichts zu schaffen haben!"— Das aber wird er nicht ertragen können. Nein! Das kann er nicht ertragen. Wie ein Kind vor der Rute, fürchtet er sich vor diesem Augenblick. Nicht nur die Frau, die Geliebte geht ihm ja dann verloren, ihm wird auch der Mensch geraubt, mit dessen Hilfe er sich ein Heim schaffen wollte; einen kleinen bescheidenen Ersatz für das, was er ein halbes Leben lang vergeblich gesucht hat: die Heimat!— Das aber darf nicht geschehen!— Nur wenigstens die Hoffnung behalten möchte er. Ein Fünkchen Glauben, daß vielleicht alles wieder gut werden wird. Nur wenigstens nicht gleich, nicht schon in ein paar Minuten das Urteil hören müssen, daß alles aus, daß alles zu Ende ist. — Nur noch ein paar Stunden hoffen und glauben dürfen.— Und um sich diese Gnadenfrist selbst zu bewilligen, beschließt er, das Fest sofort wieder zu verlassen. Aber den Mann will er vorher erst noch sprechen, der ihm jetzt wieder alles zerstört, was er sich aufgebaut hat; der wieder, wie schon so oft, seinen Willen ausschalten möchte.— Diesen furchtbaren, unheimlichen Menschen— diesen Dämonen seines Daseins—. „Rufen Sie mir, bitte, den Senator heraus!" beauftragte er einen der Lakaien, die untätig im Vorraum herumstehen und, ebenso wie die Garderobefrauen, sein seltsam aufgeregtes Benehmen mit Staunen und Verwunderung beobachtet haben. Als der Senator herauskommt, bittet Stettner ihn, für fünf Minuten allein sprechen zu dürfen. Zuvorkommend fordert ihn August Georg auf, ihm in das kleine neben der Garderobeablage befindliche Empfangszimmer zu folgen. Neugierig und entsetzt horchen bald darauf die Garderobefrauen auf die wütenden und lauten Stimmen, die aus dem Zimmer heraushallen. Und neugierig, fieberhaft neugierig, belauschen zwischen den Garderobeständen stehend auch der Gymnasialdirektor Tom Uhlich und seine Tochter Carlotta diesen erregten Disput. Carlotta, die mit ihrem Vater für einige Augenblicke die Tafel verlassen hatte, um diesem aus der Innentasche ihres Mantels das so dringend benötigte Natronpülverchen zu holen, wird so Mitwisserin einer Sensation, die allen anderen entgeht. Furchtbare Worte vernehmen Vater und Tochter aus dem Ziimerchen und Satzsetzen dringen an ihr Ohr, die nicht gerade nach Geburtstagsgratulationen klingen. Trotzdem gelingt es ihnen aber nickt, den Sinn ganzer Sätze oder gar die Ursache dieses Streites zu erfassen. Nur als Stettner in maßloser Erregung das Zimmerchen verläßt, hören sie ihn im Türrahmen sich umwendend wütend zurückrufen:„Ich gebe darüber zugrunde, aber Sie sollen dafür büßen!“ Soweit nur irgend möglich, drücken sie sich nach der Wand, um von dem auf die Garderobeständer zustürzenden Stettner nicht bemerkt zu werden. Das gelingt ihnen auch. Der aufgeregte Stettner sieht sie nicht. Dafür können sie sein wutentstelltes Gesicht um so deutlicher erkennen. Außerdem aber machen sie in diesem Augenblick noch eine weitere, scheinbar unwichtige und fast lächerliche Feststellung, von der sie selbst nicht ahnen, daß diese in den nächsten Wochen und Monaten zur Ursache unsagbarer, verdienter und unverdienter Leiden für etliche Festteilnehmer dieses Abends werden soll. Stettner aber flieht nicht nur vom Fest und nicht nur aus dem Moraviusschen Hause, in seinem Wagen rast er durch die Nacht, fort von T. und fort von jeder nur entferntesten Möglichkeit, Hella begegnen zu können. Nach ungefähr anderthalbstündiger Fahrt langt er in der T. nächstgelegenen Großstadt H. an, wo er wie von Furien gehetzt, aus einem Nachtlokal in das andere jagt. Nur ein Gedanke kreist in seinem Hirn: keine Trennung von Hella! Keine Trennung von Hella! Wie er, der Schwerbetrunkene, auf seiner Rückfahrt von H. nach T. ohne Unfall über die Strecke gekommen ist, kann er anderen Tags selbst nicht mehr sagen. Auch über die Zeit, wann er zu Hause angekommen, würde er, wenn gefragt, keine Auskunft geben können. Er ist nur maßlos erstannt, als er am anderen Morgen gegen 7 Uhr früh von seiner Haushälterin und einem Schupomann geweckt wird, der ihn fragt, ob er der Besitzer des Autos K 44123 sei. Auf seine bejahende Antwort fordert ihn der Beamte auf, seinen Wagen, der quer über dem Bürgersteig stehe, in die Garage zu fahren.— Der eben aus der Reparatur gekommene Wagen bietet einen trostlosen Anblick. Beide Hauptscheiben sind zerschlagen, der Scheinwerfer zertrümmert, die Kotflügel vollständig zerbeult und der Kühler ist ein. gedrückt. Wahrscheinlich hatte Stettner bei seiner Rückkehr in der Betrunkenheit durch das verschlossene Gitter hindurchfahren wollen. Er entschuldigt sich bei dem Schupo und fährt den Wagen in die Garage. Nach dieser Unterbrechung schläft er dann weiter bis in die Nachmittagsstunden hinein. Mit schwerem Kopf erhebt er sich und nimmt ein heißes Bad. Beim Ankleiden bemerkt er im Spiegel zwei ziemliche Kratzer auf seiner rechten Wange, ohne daß er jedoch dieser Feststellung eine wesentliche Bedeutung beimißt. Nach dem Bad setzt er sich an den Schreibtisch, um einen Brief an Hella zu schreiben, der zu einem erschütternden Dokument menschlicher Verzweiflung und Reue wird. Sein Charatker sei nicht schlecht, schreibt er unter anderem, er sei nur lückenhaft. Fünfundzwanzig Jugendjahre ohne eigenen Willen und dreizehn Jahre mit gefesselten Willen durchs Leben gehen zu müssen, fördere die Entwicklung eines Charakters nicht. In ihm, dem Recht= und Heimatlosen seien nun einmal alle Instinkte der Verteidigung besonders stark entwickelt und aus einem solchen Instinkt heraus habe er wohl auch seine gestrigen und vorgestrigen Handlungen ihr gegenüber begangen. In dem Brief bittet er Hella weiter, ihm zu glauben, daß er sehr bemüht gewesen sei, vor seinem Erscheinen beim Moraviusschen Fest ihr seine Lüge vom Tage vorher zu gestehen und erinnert sie an seine Worte von dem Autounfall in., aus denen sie schon damals eine solche Absicht hätte heraushören können.— Als er nach Freimarken sucht, um den Brief zu frankieren, muß er feststellen, daß ihm seine Brieftasche fehlt. Wahrscheinlich war sie ihm in der vergangenen Nacht in H. aus seinem Frack gestohlen worden. Dieser Verlust ist deshalb für ihn besonders peinlich, weil sich zufällig sein Vertrag mit Morivius über die Nichtverwertung seiner Erfindung darin befindet. Müdigkeit und Niedergeschlagenheit sind aber so groß in ihm, daß er sich nicht einmal darüber besonders erregt. Irgendwo in seinem Schreibtisch findet er schließlich noch eine Marke und macht sich dann selbst auf den Weg, um den Brief in den nächsten Postkasten zu werfen. Bei seiner Rückkehr trifft er in der Diele seiner Wohnung auf zwei Herren, die ihn höflich begrüßen und fragen, ob er„Herr August Stettner“ sei.—„Ja, der bin ich“, antwortet er, wobei sein Blick auf seine alte Haushälterin fällt, die ganz verschüchtert im Hintergrund des Raumes steht und mit großen erschrockenen Augen dem Ablauf der Szene folgt. Auf seine bestätigende Antwort schlägt einer der Herren den Aufschlag seines Jacketts zurück, wodurch die Erkennungsmarke der Kriminalpolizei sichtbar wird. Für den Augenblick erschrickt Stettner sehr, faßt sich jedoch ziemlich schnell wieder:„Und——?“ fragte er, mit immer noch merkbarer Erregung in der Stimme.„Dürfen wir Sie bitten, uns zu folgen!“ entgegnen ihm die Beamten. Nach kurzem Zögern folgt er ohne Widerrede.— Widerstand wäre sinnlos! Für ihn, den Staatenlosen, ist nun einmal in dem Begriff„Polizei“ alle Macht der Welt verkörpert.— So schnell und bereitwillig fügt er sich der Aufforderung der beiden, daß er sogar darüber vergißt, sich von seiner Haushälterin, der die Tränen in den Augen stehen, zu verabschieden. Die alte Dame weiß nicht genau, um was es sich hier handelt, aber sie ahnt doch, daß ihr Brotgeber jetzt einen schweren Gang geht, und sie hat das Gefühl, daß sie ihn so bald nicht mehr wiedersehen wird. Unterwegs, in der Taxe, lehnt Stettner seinen Kopf an das schmutzige Tuchpolster des Wagens, dabei fallen ihm die Augen vor Ermattung zu. Während der ganzen Fahrt zum Polizeipräsidium hält er sie geschlossen. Er ist müde.— Ob mich die beiden jetzt wohl beobachten werden? denkt er. Sicherlich!— Was flüsterten sie denn nur die ganze Zeit miteinander? Vor mir braucht ihr doch keine Geheimnisse zu haben, liebe Leute!— „:1“ hört er da plötzlich ganz deutlich die Stimme des einen. Richtig, fällt ihm ein, heute war ja der große deutsch=italienische Fußballkampf in München!:1— so, so— sehr interessant! Fußballspiel— Italien— Deutschland—:1, schwirrt es durch seinen Kopf.— Habe ich denn jetzt an gar nichts anderes zu denken, wie an ein Fußballspiel, meint er. :1—•1—•1—— So was Dummes! Seit wann interessiere ich mich für Fußballresultate. Sorgen habe ich!— Beinahe muß er lächeln, so komisch findet er alles. So sehr wundert er sich über sich selbst. Warum ist er eigentlich nicht verzweifelt— warum hat er gar keine Angst— er weiß doch, wohin es geht! Plötzlich gibt es einen Ruck. Der Chauffeur der Droschke hat gebremst.— Mein Wagen bremst leichter, denkt er. Der von Moravius auch.— Als die Droschke gar nicht weiterfahren will, öffnet er die Augen, um den Grund des langen Haltens kennenzulernen. Da sieht er, wie sich die beiden Flügel der schweren Eisentür öffnen, über deren Schwelle jetzt die Droschke ganz langsam in den großen dunklen Hof des Polizeipräsidiums hineinfährt. Dunkel und schwer hallt vom nahen Dom der Klang der Glocken herüber, die gerade mit wuchtigen Schlägen das Ende des sonntäglichen Abendgottesdienstes auszuläuten beginnen.— 15. Der in kleinen und mittleren Provinzstädten übliche Sonntagvormittagsbummel hat sich bis auf die heutige Zeit auch in T. erhalten. Männer wie Frauen flanieren dann festtäglich gekleidet auf der großen und breiten Stadtparkpromenade auf und ab und freuen sich ihres Daseins. Denn es ist eine Freude und ein Genuß, das„liebliche Ich“ vor den Blicken der Mitmenschen spazieren zu führen.— Heute aber wird diese Feiertagspromenade der Bevölkerung.s grausam gestört, denn mitten in das geruhsame Bürgeridyll hinein knallen plötzlich die Schreie der Zeitungsverkäufer:„Extrablatt!“„Extrablatt!"— Im Nu sind die friedlichen Spaziergänger zu sensationslüsternen Zeitmenschen geworden.— Ueber alles die Sensation! Und die Sensation, die die Extrablätter melden, kann sich wahrhaftig hören und sehen lassen!„Der Senator August Georg Moravius ermordet!“ so lautete die Ueberschrift. Die Augen der Leser weiten sich. Gierig verschlingen sie den Inhalt der Sondermeldung: „Heute morgen gegen ½11 Uhr fand man den Senator August Georg Moravius mit einem Strick um den Hals vor seinem Bett liegend erdrosselt auf. Ueber den Täter sowie über die Motive zur Tat ist man sich vorläufig noch ganz im unklaren.“ Diese Schreckensmeldung bringt binnen Kürze die Bevölkerung.s in hellen Aufruhr. Den ganzen Nachmittag über werden die Redaktionen der Zeitungen von neuigkeitshungrigen Mitbürgern mit telephonischen Anfragen belästigt und um ausführlichere Auskunft über die grausige Tat gebeten. Leider weiß man auf den Redaktionen selbst noch nichts Genaueres.„Die Untersuchung dauert an“, ist das einzige, was man den Fragern zu antworten vermag. Wie ein Alb lastet die Nachricht von dem Mord auf den Seelen der Einwohner. Sogar die Radioüber= tragung des großen Fußballtreffens Deutschland— Italien aus München versäumen viele, weil sie sich nicht von den Debatten über die Ermordung des Senators losreißen können.— Nur bis K. zur Familie Burger ist die Schreckensmeldung noch nicht gedrungen, denn die Mitteilung durch den Norddeutschen Rundfunk haben Vater und Tochter nicht gehört. Ihnen steht der Sinn nicht nach Radiounterhaltung. Seit gestern hat sich Hella in ihrem Zimmer eingeschlossen und ist weder heute morgen, noch zum Mittagessen heruntergekommen.— Vater Burger sorgt sich sehr um sie.— Hella selbst aber ist verzweifelt. Und ihre Verzweifung steigert sich noch mit Ablauf jeder Stunde. Bringt ihr doch jeder neue Glockenschlag immer wieder die Bestätigung für die Feigheit des Geliebten, der nicht einmal jetzt den Mut findet, zu seinem Verhalten von gestern und vorgestern Stellung zu nehmen.— Nach 6 Uhr nachmittags, als ihr der Vater sagen läßt, daß sie am Telephon gewünscht wird, verläßt sie zum ersten Male ihr Zimmer.— Endlich ruft „er“ an, denkt sie.— Ihre Enttäuschung ist grenzenlos, als sie erfährt, daß nicht„er“, sondern der Staatsanwalt Gryphius, ein Bekannter von ihnen, der auch am gestrigen Fest bei Moravius teilgenommen hatte, sie zu sprechen wünscht. Es entspinnt sich dann zwischen ihr und dem Staatsanwalt folgendes Telephongespräch: „Hallo, hier Hella Burger.“ „Ah! Guten Tag, gnädiges Fräulein! Ist Ihnen der gestrige Abend gut bekomemn?“ „Danke vielmals— ganz gut!“ „Was sagen Sie denn zu der furchtbaren Tat?“ „Wie bitte—?“ „Ich meine, was Sie zu der Ermordung des Senators sagen?“ „Wie meinen Sie—?“ „Ja, wissen Sie denn noch nicht—?“ „Nein—!“ „Aber das ist ja kaum möglich, die ganze Stadt spricht ja davon. Haben Sie nicht die Rundfunkmeldung gehört?" „Wir haben heute das Radio abgestellt. Mir war nicht ganz gut—“ Wer lügt, muß ein gutes Gedächtnis haben, denkt der Staatsanwalt im stillen. Eben sagte sie noch, der gestrige Abend wäre ihr„ganz gut“ bekommen. „Ja, heute morgen ½11 Uhr hat man ihn vor seinem Bett liegend mit einem fingerdicken Strick um den Hals ermordet aufgefunden.“ „Entsetzlich!“ „Jal Grauenhaft!— Ich bin gestern abend ziemlich früh weggegangen.— Sind Sie noch lange dageblieben?“ „Ja, wir waren die letzten.“ „So? Sehr interessant! Sie waren die letzten—7“ „Warum finden Sie das so besonders interessant?" „Ich meine, für Sie muß das interessant sein, gnädiges Fräulein, weil Sie und Ihr Herr VaBoman von Gerhard Ritter Urheber-Rechtsschut:: Drei Quellen-Verlag. Königsbrück(Bez. Dresden ter demnach die letzten Festteilnehmer gewesen sind, mit denen der Senator gesprochen hat.“ „Das kann wohl sein.“ „Haben Sie übrigens Herrn Stettner gestern abend gesprochen?“ — nein!“ Hat recht lange gedauert, meint Gryphius, bis sie sich zu der Antwort entschlossen hat.„Wissen Sie eigentlich, wo er sich gestern abend vom Fest aus hinbegeben hat?“ Wieso ist ihm denn bekannt, daß Stettner gestern abend bei Moravius war? überlegt Hella. Dauert wieder ein bißchen lange, bis sie antwortet, stellt der Staatsanwalt fest. „Nein, das weiß ich nicht", beantwortet sie schließlich die Frage von Gryphius. „So, na dann grüßen Sie, bitte, Herrn Stettner von mir, wenn Sie ihn sehen.“ „Gern, Herr Staatsanwalt.“ „Empfehlen Sie mich, bitte, nochmals Ihrem Herrn Vater. Guten Abend, gnädiges Fräulein.“ „Guten Abend.“ Sofort eilt sie ins Zimmer zum Vater:„Pa, der Senator ist ermordet! Man hat ihn heute morgen erdrosselt vor seinem Bett gefunden!" — Burger wird kreidebleich. Hilflos fragend blickt er die Tochter an. Diese aber scheint nicht geneigt zu sein, sich mit dem Vater in ein Gespräch über das grausige Geschehen einzulassen. Nachdenklich, ganz mit ihren eigenen Gedanken beschäftigt, geht sie im Zimmer auf und ab. Burger hat den Eindruck, als ob die Nachricht von der Ermordung des Senators keineswegs den furchtbaren Eindruck auf die Tochter gemacht hat, wie auf ihn selbst.—Und seine Beobachtung ist richtig.— Hella ist tatsächlich jetzt gefaßter als vor dem Telephongespräch. Denn nun wird ihr Stettners heutiges Verhalten verständlicher.— Wahrscheinlich ist er durch den Tod seines Chefs derartig mit Arbeit in Anspruch genommen, daß er einfach noch nicht dazu gekommen ist, sie anzurufen. Hans Jürgen, wähnt sie, wird wahrscheinlich vollständig zusammengebrochen sein und so wird er, Stettner, zwangsläufig die sich durch den Tod des Senators erforderlich machenden dringendsten Entscheidungen allein treffen müssen.— Aber auch die Notwendigkeit dringendster Entscheidungen, findet sie, gibt ihm kein Recht, sie darüber zu vergessen oder befreit ihn gar von der Pflicht, sich vor ihr wegen seines gestrigen und vorgestrigen Benehmens zu rechtfertigen.— Uebrigens wird sie jetzt gleich einmal bei ihm anrufen, um festzustellen, ob er zu Hause ist.— Mit aller Kraft ihres Herzens wünscht sie, daß das nicht der Fall sein möge, denn sie möchte ja so gerne eine Entschuldigung auch für sein heutiges Verhalten finden. Sie kann und will nicht glauben, daß er sie so gering achtet, daß er es nicht einmal für nötig findet, sich vor ihr zu rechtfertigen. Nein, das kann und will sie nicht glauben! Damit eilt sie aus dem Zimmer auf die Diele ans Telephon, um sich mit Stettners Wohnung verbinden zu lassen. Richard Burger hat ihr Verschwinden aus dem Zimmer gar nicht bemerkt. Er kann die Schrekkensbotschaft nicht fassen.— Der Senator ermordet? Mein Gott, das ist ja nicht möglich, denkt er.— Gestern abend haben wir zusammen noch so viel erfolgversprechende Pläne für die Zukunft entworfen, und jetzt soll er schon tot sein? Ermordet?— Moravius hatte so fabelhafte Ideen gehabt und über Projekte gesprochen, die auch für ihn und sein Werk von größter Bedeutung hätten werden können!— Er erinnert sich noch ganz genau aller Einzelheiten seines gestrigen Gespräches mit ihm, und auch seine Aeußerungen über Stettner sind ihm in gutem Gedenken geblieben:„Wir müssen uns zusammentun, lieber Herr Burger, wir sind ja beide in gleicher Weise an ihm interessiert“, hatte er gesagt.„Ich im Hinblick auf mein Werk, Sie mit Beziehung auf Ihr Fräulein Tochter, Glauben Sir mir: dieser Mensch ist ein Narr! Ein ausgesprochener Narr!“. Und er, Burger, hatte ihm recht geben müssen, denn der Senator hatte vor ihm so fabelhafte und chancenreiche Pläne, Person Stettners betreffend, entwickelt, daß dieser tatsächlich ein Narr sein mußte, wenn er sich, wie der Senator immer wieder versichert hatte, mit Händen und Füßen dagegen wehrte.„Sorgen wir beide dafür“, hatte der Senator am Schluß seiner Aeußerungen über Stettner erklärt,„daß dieser arme Irre für uns nicht zum gefährlichen Irren wird.“ Und jetzt soll dieser Mann, dessen Scharfsinn und ungeheure Intelligenz er auch im weiteren Verlaufe des Abends noch so oft hatte bewundern können, tot sein? Und unsere Verabredung morgen, denkt Burger?— Ausl Erledigt! Der eine der beiden Partner ist vom Schauplatz des Lebens abgetreten. Tot! Ermordet! Erdrosselt!— Es ist nicht zu glauben, nicht zu fassen—.—. In diesen seinen Betrachtungen wird er gestört durch eine Mitteilung der Tochter, die plötzlich in großer Aufregung wieder ins Zimmer gekommen ist. In fliegender Hast berichtet sie von einer Auskunft des Telephonder die Stettnersche Telephonleitung plötzlich gesperrt sei. Gleichzeitig erzählt sie dem Vater auch von den seltsam inquisitorischen Fragen des Staatsanwalts. (Fortsetzung folgt.) OOtcer aio M Amtliche Berliner Deuisenkurse Argent.(Buen.-Hir) Belg(Brüss u. Antw.) Dänem(Kopenhag. Danzio Danzig) Enolond(London Fronkre ch(Paris Hollond Amsterdam und Rottercam) Italien(Rom u. ITloil.) Jugesl(Belg., Zagr. Berliner Börsenurse vom 3. Februar 1935 F VUinariere vom 3. Jebruar 1936 .Gadt, eien IDorum, IDeien, Jeienen Bdim Sauni. Anleihen: D.-Anl. 27 D.-Anl. v. 29 Banken: Com.- u. Privat-Bk Otsch. Bk u Diskt Dresdner Bank Reichsbank Rh.-Westt. BodenCred. Verkehrswerte: Reichsbahn.-A. Hapag Nordd Lloyd Brauereien: Dortm. Aktien Dortm. Ritter Dortm Union Schlegel-Scharp. Wickuler-Kupper Sonstiges: Aku A E. G. Bemberg I. P. Cbem Ind. Gelsenk Cont Cautsch. Daimler Mot. Dtsch Eroöl El Licht u Kraft Eschu Berzw. -Farbenind Felten-Guillaume Friedrichshütte Gebhard& Co. Gelsenk Bergw. —+ bedeutet ohne Ges t. el. Unt. Goedb. Gebr. Goldschmidt Harpener Berg Hoesch-Eisen-KölnNeuessen Kali Aschersleben Klöcknern Köln Gas u. Elek W. Kreitt Kromschröder G. Kronprinz Metall Küppersbusch Lahmever Mannesm.-Röhren Mansteld Maschb-Untern. Mülb. Bergw. Phöniz Bergw. Rhein Braunk Rb. Elektrizität Rhein-Spiegel Rhein-Stab Rh.-Westt Elektr Rhein-West Kalk Roddergrube Salzdetfurtb Schött. Herm. Schwelm-Eisen Siemene u Halske Stolb Zinkb. Stollwerck Westdtsch Kaufb. Ver D Nickel Ver Glanzst Elbt Ver Stahlwerke S.1 K. 3 130.— 112½ 114⅝ 112¾ 90½ 130.— 87.— 79— 83— 100— 137½ 119— 128 5/ 84½ 126 81½ 2193 97¼ 112¼ 129 ½ 21¾ 130⅝ 111½ 112½ 112½ 89½ 128 7/8 86 1/8 79.— 82½ 99⅞ 136— 129.— 84¾ 127— 80.— 136— 219.— 127½ 98.— 112¾ 129 ½ 121.— a Angebot und Westerezein Westdtsch. Kaufbo. West Drabt Hamm Westiälische Landesbankanl.: 6% Prov heing 25 6% dto. 26 6% dto. 27 R 6% Komm Obl. 28/29—3 %5 dto. 30 R 625 Goldpfdbr R: Westi Provinzialanleibe-Auslosg. Festv. zinsliche Werte: %5 Preuß Ld.=Br anstalt R 19 %5 dto. 4 %5 dto. 11 6% dto. 13/1: 6% dto. 21 6% dto Komm 20 dto. 16 dto. dto. 6% Pr Centr-Boc u. Pidbr Fm. 1 6% dto Komm.Obl! Durchschnittsk der Steuergutscheine 6% 6% 6% 122 32 36 20d 121½ 33½ 94. 93¾ 93¾ 93 93.— 95. 108¾ 97.— 97. 97. 97. 97.— 94¾ 94¾ 94¾ 95. 95 18 93% 108% 94.— 93¾ 93¾ 92¾ 92⅝ 94½ 109% 97.— 97.— 97.— 97.— 97.— 94¾ 94¾ 94¾ 95.— 96) 96% 108 Bericht der Rheinisch-Westfälischen Werthäpterborse Düsseldorf, 3. Febr. Bei zumeist stillem Geschäft war die Tendenz an der Rheinisch=Westfäl. Börse gut behauptet. Später waren die Umsätze besonders in einzelnen Montanwerten etwas reger. Montanaktien setzten bei ruhigem Geschäft meist mit wenig veränderten Kursen ein. Stahltrust, Mannesmann und Hoesch waren auf letzter Basis im Verkehr. Deutsche Erdöl konnten sich knapp behaupten. Rheinische Braunkohlen wurden etwas besser bezahlt. Von den Maschinenwerten gewannen Muag nach den ersten Umsätzen ½%. sonst zeigten sich von den fortlaufend notierten Werten Chemiepapiere eine ziemlich feste Haltung. Farbenindustrie wurden ½% erhöht mehrfach aus dem Markt genommen. Elektroaktien nicht einheitlich. Felten und RWE hatten bis zu 1% höheren Geldkurs. Schuckert waren 4% niedriger im Handel. Der Kalimarkt lag etwas schwächer. Westeregeln wurden ¾% und Salzdetfurth 1¾% billiger abgegeben. Wintershall gaben ¼% nach und blieben angeboten. Von den Sonderwerten gingen Westdeutsche Kaufhof vereinzelt ½% niedriger um. Festverzinsliche Werte überwiegend gebessert. Auf den Kuxenmärkten hielt die freundliche Tendenz an. Auf erhöhter Basis waren von den Kohlenkuxen Graf Schwerin im Handel. Ebenso erzielten Diergardt auf steigende Nachfrage einen Tagesgewinn von insgesamt 75 RM. Die übrigen Werte des Kohlenmarktes blieben zwar umsatzlos, jedoch gelangten diese auf letzter Basis zur Notiz. Nach Festsetzung der Notierung zeigte sich für Diergardt weiterhin Kaufinteresse, die ihren Tagesgewinn noch um weitere 25 RM. aufbessern konnten. Der Braunkohlenkuxenmarkt blieb ruhig, aber gut behauptet. Am Kalikuxenmarkt besteht für die Werte des Salzdetfurth=Ascherslebenkonzerns weiterhin gute Nachfrage. Braunschweig=Lüneburg gewannen bei einem Umsatz 125 RM. Gut gefragt blieben Hope und Ransbach=Kuxe, desgleichen Miriaglück, welche ihren Geldkurs um weitere 100 RM erhöhen konnten. Für Beienrode, Burbach und Wintershall zeigte sich gute Nachfrage, jedoch kamen Abschlüsse hier nicht zustande. Die Elsässerwerte lagen ziemlich unverändert. eng begrenzt. Publikumsaufträge waren nur in kleinem Umfange eingegangen, demzufolge zeigte auch die Kulisse nur geringe Unternehmungslust. An der freundlichen Grundstimmung hat sich indessen nichts geändert, sie erfuhr vielmehr eine weitere Festigung durch einige günstige Wirtschaftsmeldungen, von denen insbesondere der und der Bericht der Reichskreditgesellschaft starke Beachtung fanden Daneben verweist man auf die Verdoppelung der Zementausfuhr 1935 gegenüber dem Vorjahre. Am Montanmarkt gingen die Schwankungen über ¼% nach beiden Seiten kaum hinaus. Etwas stärker angeboten waren Rheinstahl die einen Anfangsverlust von ½%, später um ¼% erhöhten. Von Braunkohlenaktien waren Leopold Grube um 1½% auf pari befestigt. Von Kaliwerten erlitten Salzdetheine Einbuße von 3¼%. Von chemischen Papieren kamen Farben mit 153 um ¼% niedriger an, während sich Goldschmidt um ½% befestigten. Am Markt der Gummi= und Linoleumaktien wurden Harburger Gummi gegen letzte Notiz am 31. 1. um 4¼% höher angeschrieben. Ueberwiegend fester kamen Elektro= und Tarifwerte zur Notiz. Größere Umsätze fanden in Dessauer Gas und Charlottenburger Wasser bei um ¾% bezw erhöhten Kursen statt. Von Autowerten begegneten Daimler anhaltendem Kaufinteresse, sodaß der Kurs erneut um ¾% auf 103 ½% erhöht werden konnte. An den übrigen Märkten, an denen sich Abschwächungen und Besserungen von ¼ bis höchstens ½% etwa die Waage hielten, fielen mit stärkeren Veränderungen nur noch Engelhardt(plus 1½%), Eisenbahnverkehr(plus %) und Westdeutsche Kaufhof(minus%) auf. Nach den ersten Kursen behielten geringe Besserungen die Oberhand. Auftrieb: Großzvied Losen.... Bullen Kübe Färsen Fresser Lälber...... Schafe Schweine Ziegen Preise: Ochsen: vollfl. ausgem. a) jüngere 61.514 b) ältere sonstige vollfleischige a) jüngere fleischige gering genährte Bullen: jüngere vollfleischige sonstige vollfleisch. od. ausgemästete fleischige gering genäbrte Kühe: jüngere vollfleischige sonstige vollfleisch. od. ausgemästete fleischige gering genährte.. Färsen: vollfleischige, ausgemästete vollfleischige fleischige gering genährte Fresser: mäßig genährtes Jungvieh Kälber: Dopvellender bester Mast beste Mast= und Saugkälber mittlere Mast= und Saugkälber geringe Saugkälber gexinge Kälber....... Schafe: Stallmastlämmer holst. Weidemastlämmer Stallmasthammel Weidemasthammel mittl. Mastl. u. ältere Masthammel geringere Lämmer und Hammel beste Schafe mittlere Schafe. geringe Schafe Schweine: Fett= u. Speckschw. üb. 300 dto., vollfleischige vollfleischige von ca. 240—300 Pfd. vollfleischige von ca. 200—240 Pfd. vollfleischige von ca. 160—200 Pfd. fleischige von ca. 120—160 Pfd. fleischige unter 120 Pfd. Sauen sämlicbe Spesen den Haodel. ab Gewichtsverlust ein, müssen sich Erklärung der Tendenszeichen 1 stürmisch.“ lebhaft O flott. V gut. Im weiteren Börsenverlauf griff eine Erholung Platz. Bei lebhafterem Geschäft konnten Hoesch 4% und Ver. Stahl ½ anziehen, Mannesmann gleichfalls leicht gebessert. Berliner Börsenbericht Aktien uneinheitlich. Renten gehalten Berlin, 3 Febr. Zum Wochenbeginn blieb der Geschäftsumfang an den Aktienmärkten ziemlich Warenmärkte Berliner Getreidegroßmarkt Berlin, 3. Febr.(Zu= und Abschläge für Weizen. Roggen und Futtergetreide gemäß Anordnung des Getreidewirtschaftsverbandes„Kurmark".) Weizen Kilo in RM): Märk. Weizen Durchschnittsaual.(an Auswuchs. Besatz. Bruch. Schmacht. korn. Rost. sind zus 3% zuläss.). Gewicht vro b1 76•77 rei Berlin 210: ges. Erzeugerpr. für die Preisgebiete W VI 198. W VII 199. W VIII 200. W IX 201. W X 202, W XII 204, W XIV(Bln.) 206; gesetzt. Mübleneinkaufspreis vlus 4 RM: Stim„ Roggen(für 1000 Kilo in RM): Märk. Roggen Durchschnittsaual(an Auswuche Besatz. Bruch. Schmachtkorn sind zusammen 2% lässig). Gewicht pro h1 71/73 kg., frei Berlin 173: Erzeugerpreis für die Preisgebiete R V 161. R VI 162, R VII 163, R VIII 164, R XI 167, R XII 168. R XIII(Bln.) 169; gesetzl. Mühleneinkaufspreis plus.00 RM: Stimmung:—. Gerste vreis plus 4 RM: Stimmung: ruhig.— Gerste (für 1000 ka in RM): Braugerste, seine neu, frei Berlin 223—226, ab märk. Station 214—217; Brausöätezate frei Berlin 219—222, ab märk. Station 410—213; Industriegerste(Sommergerste), frei Berlin 213—216, ab märk. Station 204—207; feinste Sorten über Notiz. Stimmung:- Futtergerste. Gewicht pro hl. 59•62 kg, gesetzlicher Erzeugervreis für die Preisgebiete G V 166. G VI 167, G VII 169. G VIII 172, G IX 174: Stimmung: —. Hafer(f. 1000 kg in RM): Märk. Hafer, Durchschnittsaugl., Gewicht vro bl 48/49 kg, gesetzl. Erzeugervreis für die Preisgebiete H IV 154, H VII 158. H X 161. H XI 163, H XIII 166. H XIV 168: Siesgr Pye Fone 20d)“t.— Weizenmebl(ohne ausland). Aype 490(Basis=Type) nach Skala Prof Mohs(in RM für 100 kg brutto einschl. Sack): geErzeugervreis für die Preisgebiete(Bezirksst F. 2,„73 V. Berlin): II 27.15, III 27.15.V 27.15. VII:(Soldin=Arnswalde) 27.60. VII2 (Luckau=Calan) 27.75, VIII 28.00, IX 28.00 K 28.00. XII 28.40, XIV 28.70; mit 10% Ausland zuzügl. .50 RM Frachtausgleich, bei Abnahme von mindestens 10 Tonnen frei Empfangsstation gemäß Anordnungen der Wirtschaftlichen Vereinigung.— Roggenmehl(in RM für 100 kg brutto einsch! Sack). Type 997(nach Skala Prof Mohs): gesetz! Erzeugervreis für die Preisgebiete(Bezirksst X d .=V. Berlin): I 21,10, II 21.20, IV 21.45, V 21.55, VI 21.65 VII 21.80. VIII 21.90. K1 22.25 Kl1 22.35. S/7.(Binz), 22.45; zuzügl..80 RM Frachtausgleich, bei Aonahme von mindestens 10 Tonnen frei Empfangsstation gemäß Anordnungen der Wirtschaftlichen Vereinigung: Type 815+.50 RM. Type 790+.25 RM. Type 610+200 RM Weizenkleie(in Reichsmark für 100 kg brutto einschl., Sack ab Mühle einschl. Verladungskosten oaselbs: gesetzl. Mühlenverkaufsvreis für die Preisgebiete II 11,15. III 11.20. V 11.30. Vi 11.35. VII:(Soldin=Arnswalde) 11.40 VII“(LuckauCalau) 11.40. VIII 11.50. IX 11.55. X 11.60. XII i: Jod le. Bedansüel. 030 RM Ausgleichsbetrag von 050 Rm der ltleie kann ein Aufschlag in RM eür 100 osgentleie jur 100 kg.hrutto einschl. Sack ab Mühle einsphl, Verladungskogten daselbst): gesetzl. Erzeuger#a Preisgediete I 10.10, II 10.15, IV 10.30. xrr 10. 40. Koth(Ff 1045. vfl 1010. Ki 1030. Tin.) 10.45; zuzüglich.30 RM Ausgleichsbetrag für 100 kg Bei Roggenvollkleie kann ein Aufschlag von.00 RM für 100 kg berechnet werden.— Für 50 kg in RM ab Stat.: Erbsen. Reine Frssen 3.(einste Sorten über Roti); 18.50—19.50; Futtererbsen 12.50— Parität Berlin.40— Papiersack. brutto für netto incl. Großmarkt für den Nährstand zu Duisburg Duisburg 3. Febr. Rheinischer Weizen 21.60: Rheinischer Roggen 17.90: Weizenmehl(Grundtyve 790) für W XVI 28.50; Roggenmehl(Grundtyve 997) für R XVIII 23.15: Roggenschrot(Grundtyve 1800) für R XVIII 19.65; Weizenkleie(Bollmehl) Richtvreis 13.65—14,05; Weizenkleie. Handelsvreis 12.50: Weizennachmehl. Richtvreis 16.00—17.00; Roggenkleie. Handelspreis 11.15.(Die Preise verstehen sich per 100 kg. frei Waggon Quisburg in RM.— Die Mehlvreise verstehen sich ab Mühle.) Tendenz: Rheinischer Weizen wird von den Großmühlen nur zögernd ausgenommen. Dafür ist die Reichsstelle als Käufer aufgetreten. Roggen findet bei den Klein= und Mittelmühlen glatte Aufnahme. Futtergerste und Futterhafer sind nach wie vor angeboten. Industriegerste wird stark vernachigt. Mehlgeschäft ist ruhig. Die Nachfrage nach Kleie ist zur Zeit nicht so dringend. Bollmehl etwas mehr beachtet. Nachmehl vernachlässigt. 350: Pslzschlen 17.50—18.50: Ackerbohnen 11.25— 16 5c:#en: weutsche 15.00—15.50: Ostsee 15.00— 15.50: Aussenwicken 15.00—15.50: Futterwicken 9,00 %% Lpvinen, blaue.00—.50, Luvinen, gelbe 10.00—15,75. Seradella, neue. 19—22(unplomb.): „sluchen, Fo Hamburg 805 inel. .05 incl..=.: Trockenschnitzel ab Fabrik.52; extrahiertes Soyabohnenschrot, 45 Proz., ab Hamburg.75 incl..80.=.: dito. 45 Proz., ab Stettin.95 incl..80.=.: Kartoffelflocken. Parität waggonfrei Stolv. Ramslau als Verladestation.85 brutto für netto inel. Papiersack; dito. Frankfurter Grotzmarkt für Getreide und Futtermittel Getreide, Trockenschnitzel und Oelkuchen ohne Sack. Mühlenfabrikate mit Biertreber mit Sack. Die Preise verstehen sich für Getreide je Tonne. für die übrigen Waren je 100 kg. soweit durch Gesetz oder Verordnung nichts anderes bestimmt ist: Frachtverrechnung(Parität) Frankfur am Main für alsbaldige Lieferung. Die Mehlvreise verstehen sich für Abnahme von mindestens 10 Tonnen frei Empfangsstation gemäß Anordnung der W. V. Für Mühlenfabrikate gelten die Bedingungen des Reichsmühlenschlußscheines Frankfurt, 3. Febr. Weizen, 76/77 kg., gut, gesund. trocken W 13—. W 16—. W 19—. W 20 218; Roggen. 72/73 kg., gut. gesund. trocken R 12 172. R 15 175. R 18 179. R 19 181: Sommergerste für Brauzwecke 225 230: Weizenmehl Type 790 Spez 0 aus Inlandsweizen W 13 28.25, W 16 28.50. W 19 28.50, W 20 28 85: Roggenmehl. Type 997. K 12 22.45. R 15 22.80. R 18 23.30 R 19 23.50; Weizennachm. 17.00: Weizenfutterm. 13.25; Weizenkl. W 13 10.65. W 16 10.80, W 19 11.00. W 21 11.10: Roggenkleie R 12.95. R 15 10.15 R 18 R 19 10.59: Soyaschrot mit Monovolzuschlag(Fabrikvreis ab süddeutscher Fabrikstation) 16.20: Palmkuchen mit Monovolzuschlag(Fabrikpreis ab süddeutscher Fabrikstation) 16.90. Erdnußkuchen mit Monovolzuschl.(Fabrikor. ab südd. Fabrikstat.) 18.30: Trockenschnitzel. Großhandelspr..04: Heu. südd., gut. gesund. trocken.25; Weizen= und Roggenstroh, drahtgevreßt.60—.80: Weizen= und und Roggenstroh. gebündelt.50—.80.— Tendenz: rubig.„— Die Preise f. Weizen u. Roggen sind Großhanverspreise der Mühlen der genannten Preisgebiete. Für Futtergerste und Hafer Großbandelsg g, 8141ion bei Wasserverladung über 100 Müblenlermnees:„a9: Weizen= und Roggentleie: Mublensenbreis ab Müdlenstation. soweit ste in den Bereich der Landesbauernschaft Hessen=Rassau fallen Mehle: zuzüglich.50 RM Frachtausgleich. •T...-, 10 onlue Asolllk kit Kelch Sommersperre vom 15. Juni bis 1. August 1936 Das Fachamt Fußball teilt amtlich mit, daß im Hinblick auf die vom 1. bis 16. August stattfindenden Olymvischen Sviele die übliche Sommersperre in diesem Jahre früher gelegt wird, und zwar dauert sie vom 15. Juni bis 1. August einschließlich. In dieser Zeit ist die Durchführung von Fußballspielen verboten. Für Vereine in Gegenden, in denen während des Winters die Austragung von Svielen unmöglich ist, kann der Gaufachamtsleiter— in anderen Fällen nur der Reichsfachamtsleiter— Ausnahmen gestatten. Nachwuchs an die Front Keine Meisterschaftsspiele im Gau Niederrhein am 23. Februar Die Gauführung des Gaues Niederrhein. Fachamt Fußball, hat sich entschlossen, am Karnevalssonntag, dem 23. Februar. sämtliche Meisterschaftsspiele in allen Klassen des Gaues Niederrhein vom Programm abzusetzen. Der Sonntag soll dazu benutzt werden, auf breiter Basis eine Sichtung der besten Svieler des Gaues vorzunehmen, um auf diese Weise brauchbare Kräfte und neue Talente zu entdecken, die in späteren repräsentativen Svielen Verwendung finden sollen. Besonders in der Zeit nach Beendigung der Meisterschaftsspiele sind verschiedene größere Wettkämpfe— darunter Städtespiele, Sviele einzelner Kreise mit Kreisen und Städten anderer Gaue usw.— geplant. in denen der Nachwuchs seine Befähigung beweisen soll. Die Sichtung wird so vorgenommen, daß aus den zwölf Kreisen des Gaues je zwei Mannschaften zusammengestellt werden. Insgesamt kommen also zwölf Sviele zum Austrag, aus denen die besten Svieler namhaft zu machen sind. Gevaart werden jeweils die Mannschaften zweier benachbarter Kreise. die in verschiedenen Städten ihre Spiele austragen (z. B. würde bei einer zweimaligen Ansetzung Düren gegen Aachen das eine Spiel in Düren, das andere in Aachen stattfinden). Der finanzielle Reinertrag dieser Sviele ist für einen Fonds bestimmt, der die Unkosten von Fußballkursen im Duisburger Verbandsheim decken soll. Eishocken in Düsseldorf Diesmal siegten die Deutsch=Kanadier mit:1 Die Sonntagabendveranstaltung im westdeutschen Eisstadion war nicht so gut wie am Samstag besucht Das Eishockeyspiel stand aber wieder auf beachtlicher Höhe. Die deutsch=kanadische Mannschaft blieb diesmal über Amerika mit:1(:0,:1,:0) siegreich. Der Erfolg geht in erster Linie auf das Konto des kanadischen Sturms, der in ausgezeichneter Form war. Die Amerikaner kämpften dagegen etwas unglücklich und vor allem ihre Schlußangriffe um den Ausgleich waren zum Teil vom Pech verfolgt. Gleich nach Beginn des zweiten Drittels schoß Bedford nach schöner Zusammenarbeit mit Bell das Führungstor, das der Amerikaner Smith nach schönem Alleingang im Nachschuß etwa nach acht Minuten später aufholte. Zu Beginn des Schlußdrittels erzielte Brandt nach einem Alleingang und einer geschickten Täuschung der Verteidigung das Siegtor. Ein Kunstlaufprogramm mit Ulla Schwarz und dem Engländer Timlins vervollständigte das Programm. * Am kommenden Wochenende finden in Düsseldorf wieder zwei Eishockeyspiele statt, in denen der Queens=Club London, gegen die Zehlendorfer Wespen antritt. Die Sonntagsveranstaltung wird von„Kraft durch Freude" durchgeführt. Neuschnee und Frost in Ga.=Pa. Am Montag früh ist endlich der lang ersehnte Umschwung eingetroffen. Ueber Nacht hat es geschneit und gefroren; am Vormittag gegen 10 Uhr stand das Thermometer auf 0 Grad. In den Tälern hängen tiefe Schneewolken, man ist daher in Garmisch=Partenkirchen recht zuversichtlich, und man hofft für die nächsten Tage auf weiteren Schneefall und große Kälte. Ziems=Küster fuhren in Paris Die Kölner Mannschaftsfahrer Ziems=Küster hatten am Sonntag auf der Pariser Winterbahn keinen Erfolg. In einem Verfolgungsrennen über 4 Kilometer wurden sie von den französischen Straßenfahrern Pelissiers=Magne um 100 Meter geschlagen und im 100=Kilometer Mannschaftsrennen belegten sie drei Runden zurück nur den neunten Platz. Der norwegische Eurovameister Ivar Ballangrud hat in Davos auch den Weltmeistertitel erobert. der bereits im Jahre 1926 und 1932 in seinem Besitz war. Ivar Ballangrud ist damit auch erster Anwärter auf einen olompischen Sieg. Für die Durchführung der rd. 20 Läufe über die letzte 10 000=Meter=Strecke wurde viel Zeit benötigt, und die letzten Teilnehmer zogen noch in der Dunkelheit auf der Eisbahn ihre Kreise. Die beste Zeit lief diesmal der in Garmisch=Partenkirchen stark zu beachtende Finne Birger Wasenius mit 17:51.1 heraus; nur eine Sekunde mehr benötigte der Oesterreicher Max Stievl. während Ballangrud, der seinen Lauf gegen den Amerikaner Schröder in einem unerhört schnellen Temvo begann, das er jedoch später, als sein Gegner abfiel, verlangsamte, mit 17:57,1 nur auf den dritten Platz kam. Mit dieser immerhin noch glänzenden Zeit war jedoch sein Endsieg gesichert. Wieder sehr gut schnitten unsere Vertreter ab. Sandtner landete auf dem 12. und Sames auf dem 13. Platz. Die Kämpfe um die Deutsche Fußballmeisterschaft, wurden in allen Gauen mit wichtigen Spielen fortgesetzt. Es ist heute schon mit ziemlicher Sicherheit zu sagen, daß der Start zu den Endspielen in den vier Gruppen programmäßig am 5. April erfolgen kann. Der Dresdner SC hätte in Sachsen durch einen Sieg über die Polizei Chemnitz die Möglichkeit gehabt, zu der führenden Mannschaft des Gegners aufzurücken. Kein Wunder, daß 40 000 Zuschauer dem Spiel in Dresden beiwohnten. Sie erlebten einen glücklichen Sieg der Polizei Chemnitz mit 211, die ihren Vorsprung auf vier Punkte ausgedehnt hat und normalerwese nicht mehr einzuholen ist Der DSC. spielte eine Stunde lang klar überlegen und kam auch in der 51. Minute zum Führungstreffer, aber dann wurde Hartmann verletzt. Die Polizei bekam auch im Feldspiel Uebergewicht und erzielte dann die zwei siegbringenden Treffer. Fortuna Leipzig hat den dritten Platz durch einen:=Sieg über Dresdensia Dresden vorläufig behauptet. Der vorjährige Meister des Gaues Mitte, der 1 SV. Jena, hat seinen Vorsprung durch eine Niederlage gegen die SpVg. Erfurt von:2 eingebüßt und wird es noch mit den Sportfreunden aus Halle zu tun bekommen, die auch erst 10 Verlustpunkte haben. In der Nordmark ist die Meisterschaft von Eimsbüttel bei drei ausstehenden Spielen nicht gefährdet. Die Mannschaft war dem abstiegbedrohten MSV. Hansa Hamburg mit:0 nach Gefallen überlegen. Ganz aus dem Schwung gekommen ist trotz aller Neuerwerbungen Holstein Kie! Die Mannschaft wurde auch in Hamburg von HSV mit:1(:0) geschlagen. Die Entscheidung in Niedersachsen ist noch nicht gefallen. Wer schon an die Meisterschaft von Werder Bremen glaubte, der hatte mit dem Kampfgeist von Hannover 96 nicht gerechnet. Die Mannschaft blieb über Werder mit•3(:1) siegreich, obwohl sie durch eine Verletzung des Halbrechten nach der Pause mit nur zehn Leuten spielte. Dem Abstieg verfallen ist endgültig der VfL. Osnabrück. Die Lage in Nordhessen ist unverändert. Borussia Fulda und auch Hanau 93 beendeten ihre Spiele siegreich. Hanau 93 hat wohl weiter einen Punktvorsprung, aber ein Spiel weniger. Phönix Ludwigshafen steigt ab. In Neunkirchen hat sich endgültig das Schicksal des vorjährigen Meisters von Südwest, Phönix Die Schwimmwettkämpfe im Bremer Hansabad nahmen am Sonntag vor zahlreichen Vertretern des Senats, der Behörden und der Partei ihren Fortgang. Wie am Sonnabend wurden auch am zweiten Tage wieder überragende Leistungen in fast allen Konkurrenzen geboten. Die Charlottenburgerin Gisela Arendt benötigte diesmal für die 100Meter=Kraul=Strecke:08.4 Min. und verbesserte damit ihren erst am Vortage aufgestellten deutschen Rekord abermals um 1/10 Sek. In der Meisterklasse hatten die Favoriten in allen Wettbewerben schwer zu kämpfen, um sich zu behaupten. Freese=Bremen holte sich die 400 Meter Kraul in:01.6 und verwies Nüßke=Stettin in:02.9 klar auf den zweiten Platz. In der Klasse 1 a über 4X100 Meter Kraul siegte der Bremische Schwimmverband vor Magdeburg 96 in:08.3 durch das überlegene Können von Fischer und Heibel. Das 200=Meter=Brust= schwimmen der Meisterklasse brachte einen sehr scharfen Kampf zwischen Sietas und Schwarz=Göppingen, doch gewann der Hamburger in:43.9 mit einer Sekunde Vorsprung vor seinem Gegner, der zugleich mit Ohligschläger aus Trier anschlug. Im 100Meter=Rückenschwimmen der Meisterklasse siegte Schwartz=Wünsdorf in:09.5 vor seinem Landsmann Schlauch, der:10 Min. benötigte. Einen aufregenden Kampf brachten die 400 Meter Kraul der Meisterklasse. Der Bremer Freese schwamm hier ein großes Rennen, in dem Meister Nüßke nicht Die erste Weltmeisterin der Eisschnelläuferinnen ist die Amerikanerin Kit Klein, die in Stockholm den Titel allerdings nur ganz knapp gegen Verne Lesche=Finnland gewann. Im letzten und längsten Lauf über 5000 Meter lief Verne Lesche mit 10:15.3 einen neuen Weltrekord heraus. Den zweiten Platz belegte Kit Klein=USA. mit 10:18 vor der Japanerin Tako Kitani mit 10:20.3 und der Norwegerin Synnöve Lie mit 10:31,6. Diese Zeiten sind gleichzeitig neue Landesrekorde. Verne Lesche war auch Inhaberin der letzten Weltbestleistung mit 10:28.3. Im Gesamtergebnis aller vier Läufe zusammengerechnet ergab sich zwischen Kit Klein und Verne Lesche, die bekanntlich je zwei Läufe gewonnen hatten, nur ein geringer Unterschied. Nur mit dem Bruchteil, von Punkten fiel der Titel an Kit Klein mit 234.7 vor Verne Lesche=Finnland mit 235.61, Synnöve Lie=Norwegen mit 239.38, Minako Taki mit 241,39 und Tako Kitani mit 241,7 Punkten Ludwigshafen, entschieden. Die Mannschaft verlor mit:6 und muß den bitteren Weg in die zweite Klasse antreten Um den ersten Platz streiten sich der FK. Pirmasens, der überraschend von Kickers Offenbach mit:0 geschlagen wurde, und Eintracht Frankfurt, die gegen den FSV. Frankfurt:0 spielte, und die gegen Union Niederrad mit:1 siegreiche Wormatia Worms, die alle 20:8 Punkte haben. In Baden ist man mit den Spielen in Rückstand geraten. so daß Waldhof Mannheim selbst bei einem Vorsprung von drei Punkten noch nicht sicher ist.— Die Meisterschaft von Württemberg ist eine Stuttgarter Angelegenheit. SC. und Kickers trennten sich:1 im wichtigsten Spiel des Tages, so daß die Kickers mit 21:9 gegen 19:0 Punkten des SC. vorn bleiben. Brandenburgs Meisterschaftsentscheidung vertagt. Minerva 93 hätte bei einem Sieg über den VfB. Pankow die Meisterschaft des Fußballgaues Brandenburg so gut wie sicher gehabt, aber die Pankower schlugen den Favoriten und Tabellenführer knapp. aber nicht unverdient mit:3. Dadurch ist die Meisterelf von Hertha BSC. nach einem glatten:=Sieg über Viktoria 89 bis auf einen Punkt an Minerva herangerückt. Die Entscheidung wird das Rückspiel zwischen Hertha und Minerva am kommenden Sonntag bringen. Blau=Weiß und Tennis Borussia spielten:3. Das neue Unentschieden des 1. FC. Bayern München hat die Lage in Bayern in ein anderes Licht gerückt. Der Club ist nicht mehr so sicherer Meisterschaftsanwärter, wie es noch vor drei Wochen bei einem Vorsprung von 5 Punkten der Fall war. Die SpVg. Fürth liegt nur noch zwei Punkte zurück und wird in der Verfassung der letzten Spiele dem Pokalsieger noch sehr zu schaffen machen. Am Sonntag spielte der 1. FC. Nürnberg gegen Bayern München:1. In Ostpreußen ist der BuEV. Danzig weiter Favorit in der Abteilung A. Nur Prussia Samland könnte noch gefährlich werden. Hindenburg Allenstein ist auf dem besten Wege, Sieger der Gruppe 2 zu werden. Pommern meldet als ersten Abteilungsmeister den SC. Stettin, der mit:0 über den VfL. Stettin siegreich blieb. Eine Sensation gab es in der zweiten Gruppe, denn Viktoria Stolp ließ sich von Pfeil Lauenburg mit:1 schlagen, wird aber trotzdem Gruppensieger werden. mithalten konnte und mit einer Sekunde Vorsprung geschlagen wurde. Fischer=Bremen ließ sich erwartungsgemäß die 100 Meter Kraul nicht nehmen. die er sich in 58.7 Sek. vor seinem Klubkameraden Heibel und Schwartz=Wünsdorf sicherte. Eine Ueberraschung brachte das Kunstspringen. Der deutsche Meister Mahraun=Berlin und Lorenz=Wünsdorf verwiesen Eurovameister Esser auf den dritten Platz. Leo Esser sprang diesmal reichlich unsicher und kam bei zwei Auerbachsaltos schlecht ab. Im 200=Meter=Kraulschwimmen der Meisterklasse zeigte sich Heibel=Bremen von der besten Seite. Bei der letzten Wende lag er mit dem Stettiner Gauke gleichauf, schlug diesen aber in einem fabelhaften Spurt in:16 Min. glatt. Gauke schlug 1,5 Sek. später an. Das 100=Meter=Kraulschwimmen der Frauenklasse war eine Angelegenheit der in Hochform schwimmenden Charlottenburgerin Gisela Arendt. die mit:08.4 einen neuen deutschen Rekord aufstellte und Halbsguth und Groth=Breslau klar hinter sich ließ. Ein Wasserballspiel zwischen einer Gaumannschaft vom Niederrhein und den Wasserfreunden Hannover endete mit einer unerwartet bohen:=Nieder= lage der Wasserfreunde. Die Kölner Elf gegen die Normandie Zum Spiel der mittelrheinischen Gaumannschaft am 9 Februar in Le Havre gegen die Auswahlmannschaft der Normandie(Nordwest=Frankreich) wurde folgende Mannschaft aufgestellt: Mombre(MSV); Hönig(Allianz), Pütz(BfV); Kuckertz(KCfR), Hoofs(MSV), Bogel(KSC 99); F. Elbern(Beuel) Dahmen(KCfR), Euler(Sülz), Faust(Köln=Nord), Herbst(Tura). Die Mannschaft reist am 8. Februar nach Paris, von dort erfolgt am Sonntagmorgen die Weiterfahrt nach Le Hayre. Das in Brüssel am Montag vorgesehene Spiel gegen eine belgische Nationalprobemannschaft fällt aus. Radrennen in Stuttgart Am Mittwoch, 5. Februar, stellt sich die Stuttgarter Winterbahn in den Dienst des WöW. Das Hauptinteresse kommt den dritten Olymvia=Vorbereitungsrennen der besten deutschen Amateurfahrer auf Bahn und Straße entgegen. Die Amateure bestreiten einen Fliegerkampf, ein Runden=Zeitfahren. ein Verfolgungsrennen und ein 30=Kilometer= Mannschaftsfahren, in dem je ein Bahn= und ein Straßenfahrer gepaart werden. Außerdem findet ein Steherzweikampf zwischen Altenburger=Stuttgart und dem Schweizer Erne statt, der sich aus Kilometer=Zeitfahren.=Kilometer=Verfolgungsrennen und einem Rennen über 10 Kilometer zusammensetzt.— Deutsche Fußballmeisterschaft 1936 Die Gruppeneinteilung für die Endspiele Bekanntlich werden in jedem Jayr die Gruppen, in denen die Teilnehmer an der Vorschlußrunde um die Deutsche Fußballmeisterschaft nach Punktwertung ermittelt werden, erst zusammengesetzt Die Zusammensetzung für die kommenden deutschen Endspiele wurde vom Fachamtskeiter der Fachschaft Fußball endgültig wie folgt festgelegt. Gruppe 1(Gruppensportwart Wetz=Berlin): Gau 1 Ostpreußen, Gau 3 Brandenburg. Gau 5 Sachsen, Gau 9 Westfalen. Gruppe 2(Gruppensportwart Rave=Hamburg): Gau 2 Pommern Gau 4 Schlesien, Gau 7 Nordmark. Gau 8 Niedersachsen Gruppe 3(Gruppensportwart Dr. HagemillerNürnberg): Gau 6 Mitte Gau 13 Südwest. Gau 15 Württemberg Gau 16 Bayern Gruppe 4(Gruppensportwart Knehe=Dutsburg): Gau 10 Niederrhein. Gau 11 Mittelrhein. Gau 12 Nordhessen, Gau 15 Baden. Deutsche Nationalspieler Zu Beginn einer neuen Länderspielserie geben wir in der Anlage eine genaue Aufstellung der deutschen Nationalspieler mit Namen. Alter, Béruf. Verein und der Zahl der Länderspiele, die sich auf 21 Nationalspieler bezieht, die in besonderem Maße auch im Mittelpunkt kommender Länderspielereignisse stehen werden. Bei einem Blick auf die Berufsausübung unserer Nationalspieler zeigt sich, daß sie einer großen Anzahl von Berufen entstammen, daß Arbeiter der Faust neben Arbeitern der Stirn in der deutschen Nationalmannschaft stehen und so das Wort vom Volkssport Fußball auch innerhalb der Nationalmannschaft seine Bestätigung findet. Bei der Altersschichtung ist es sehr interessant festzustellen, daß gerade unsere„ältesten“ Spieler Szepan, Jakob. Gramlich, Goldbrunner und Hohmann zu den aktivsten Kräften unserer Ländermannschaft gehören und sich bis jetzt in ihrer Leistung noch immer gegen den auf breiter Front nachdrängenden Nachwuchs behaupten konnter. Bei der nachfolgenden Uebersicht lassen wir zuerst den Namen des Spielers, sein Alter(in Klammern), seinen Beruf seinen Verein und die Zahl seiner Länderspiele folgen(in Klammern). Tor: Jakob Hans,(27), Techniker, Schw. u. SV. Jahn Regensburg,(16). Buchloh Fritz.(26), Stadtsekretär, VfB. MülheimRuhr.(14). Verteidiger: Haringer Sigmund.(26), kaufm. Angestellter, Wacker=München,(15). Münzenberg Reinhold,(26). Architekt, Alemann'aAachen,(15). Tiefel Willi.(24), Kaufmann. Eintracht Ffrt.,(), Läufer: Gramlich Rudolf(27). Einkäufer Eintracht Ffrt., (20). Goldbrunner Ludwig,(27), Metzger, BayernMünchen,(11) Janes Paul.(23), Expedient, Fortuna Düsseldorf, (18). Zielinski, Paul,(24), städt. Angestellter, Union Duisburg=Hamborn,(14). Soldt Willi.(24), Chauffeur, B F. Saarbrücken.(). Kitzinger Albin,(23), Elektriker, FC. 05, Schweinfurt,(). Stürmer: Fath Josef(23), städt. Vorarbeiter, Wormatia Worms,(10). Lenz August.(24). Sortierer, Borussia Dortmund, (). Hohmann Karl.(27), Schuhmacher, VfL. Benrath, (18) Rasselnberg Josef.(22), kaufm. Angestellter, BfL. Benrath.(). Szepan Fritz,(28), städt. Angestellter, Schalke 04, (13) Pörtgen Ernst,(23), Malergehilfe, Schalke 04(). Lehner Ernst,(23), städt. Angestellter, Augsburg, (22) Simetsreiter Willi,(20), Bäcker, Bayern München,(). Siffling Otto.(23), Modellschreiner, MannheimWaldhof.(15). Conen Edmund,(21), kaufm. Angestellter, FV. Saarbrücken.(14). Auszeichnung für Dr. Ritter von Halt Am Sonntagnachmittag überreichte der Präst dent des bulgarischen olympischen Komitees, Exz. Tschaprachikov, im Namen seiner Majestät des bulgarischen Königs dem Präsidenten des Organisationskomitees für die 4. Olympischen Winterspiele 1936. Dr. Karl Ritter von Halt. den bulgarischen Zivil=Verdienstorden und dem Generalsekretär Baron Le Fort das Komturkreuz oes gleichen Ordens. Von Cramm muß gegen Kuhlmann kämpfen Am zweiten Tage des Tennisklubkampfes RotWeiß Köln— Rot=Weiß Berlin in der Kölner Tennishalle in der Schwalbengasse gab's wieder gute Spiele Unser Meister von Cramm, der am Samstag gegen Nourney verloren hatte, mußte auch gegen Kuhlmann kämpfen, um zum Siege zu kommen. Schließlich schaffte er es aber doch mit:3, :6,:7 Der Meister ist von seiner besten Form weit entfernt. Berufsfahrer starten in der RheinlandhallIm Mittelpunkt der nächsten Berufsfahrer=Radrennen in der Kölner Rheinlandhalle am Sonntag. 9 Februar, steht ein 100 Kilometer=Mannschaftsrennen,„Verpflichtet wurden bereits Zims=Küster, Ignat=Diot(Frankreich), Charlier=Deneef(Belgien) und Piet van Kempen=Piinenburg(Holland) sowie der Kölner Kolvenbach, der mit seinem Landsmann Kleine=Greve gepaart wird, der hier sein Debut als Berufsfahrer gibt. Die Ergeonisse in Eisschnenaufen Klein und Ballangrud Weltmeister Chsein Rrenol Lenorden Wener 100 Meter Kraul in:08,4— Deutscher Rekord Die Aufgaben der Arbeitsausschüsse nd; Berlin, 3 Febr. Wie bereits kurz gemelhat Reichsleiter Dr. Ley für die Arbeitsausschüsse, die als Prüfstein der sozialen Selbstverwaltung zur Regelung überbetrieblicher Fragen gebildet worden sind, in einer verbindlichen Geschäftsordnung Richtlinien erlassen, um eine fruchtbare Arbeit sicherzustellen. Die Geschäftsordnung führt im einzelnen Beispiele von überbetrieblichen Fragen auf, die von den Arbeitsausschüssen behandelt werden können. Es gehören hierzu der gesamte Inhalt der Tarifordnung, die Probleme der Unfall= und Krankheitsverhütung, die Erholungsfürsorge, der Mutterschutz und andere soziale Einrichtungen, der Leistungslohn und die Ausgestaltung der Akkordsysteme, der Zusammenhang von Lohn, Preis, Selbstkosten und Konjunktur, Nachwuchsfragen, Berufsumschulung, Verwertung von Erfahrungen in der Arbeitstechnik und schließlich Fragen wirtschaftspolitischer Art. Es wird dabei festgestellt, daß beispielsweise Devisen= und Rohstoffanforderungen einzelner Betriebe nicht zum Arbeitsgebiet der Arbeitsausschüsse gehören. Es soll dadurch vermieden werden, daß die Arbeitsausschüsse in unfruchtbare Debatten über Fragen verfallen, die mit der sozialwirtschaftlichen Entwicklung ihres Gebiets oder Gewerbezweiges nichts zu tun haben. Bei den Gauwaltern der Deutschen Arbeitsfront werden Büros der Arbeitsausschüsse errichtet, die die Tagesordnung für die Arbeitsausschüsse aufstellen und in objektiver Bearbeitung Unterlagen für die Beratungen bereitstellen. Lechtwagen faßel in Maeschnotonne Neun Soldaten zum Teil ernst verletzt— Verkehrsunglück in Detmold beh GDgtmalh 9(ehr. 40 ond. Welmold, 5. Feoruar. Der hiesige Einwohner Max Kemper fuhr am Sonntagvormittag mit seinem Kraftwagen in unverantwortlichem Tempo in eine Kolonne Soldaten, die vom Gottesdienst zurückkehrte. Neun Soldaten wurden verletzt, und zwar einer sehr schwer, drei schwer und die übrigen leichter. Der Kraftwagenführer scheint nicht ganz nüchtern gewesen zu sein. Er wurde sofort festgenommen und in das Amtsgerichtsgefängnis in Detmold eingeliefert. Das Verfahren gegen ihn wird beschleunigt durchgeführt. Vier Personen im Bekt durch blitzschlag getotet onb. Paris, 3. Februar., Ein eigenartiger Unfall, der vier Menschen das Leben kostete, ereignete sich in Biarritz. Während eines heftigen Gewitters schlug der Blitz in eine Hochspannungsleitung ein. Von hier aus sprang er auf die elektrische Leitung eines Wohnhauses über, in dem ein Arbeiter mit seiner Frau und acht Kindern wohnte. Auf bisher ungeklärte Weise kam der Strom in Verbindung mit den Eisenbettstellen des Familienvaters und seiner drei Söhne, die alle auf der Stelle getötet wurden. Die Ehefrau erlitt lebensgefährliche Brandwunden, als sie ihren Kindern zu Hilfe eilen wollte und mit den Bettstellen in Berührung kam. Die anderen fünf Kinder blieben unverletzt. Auch in anderen Häusern richtete der Blitzschlag erheblichen Sachschaden an. mehr als einer von diesen amtlich bestellten Kitzlern hat dann sein Leben lassen müssen. Im übrigen dauerte es, je nach der Natur und der wiverstandsfähigkeit der Einzelnen sehr verschieden lang, bis der Tod infolge Erschöpfung eintrat. Das ging dann sehr rasch— plötzlich begann das Herz zu streiken, und die Unglücklichen sanken tot zu Boden. Diese furchtbare Todesstrafe hat sich in manchen Gegenden Chinas sehr lange gehalten. Noch um die Jahrhundertwende sollen einzelne Fälle vorgekommen sein. 50 Todesopfer auf vereisten Straßen Nachlassen der Kälte in den Vereinigten Staaten onb. Newyork, 3. Febr. Die Kältewelle, die seit dem 22. Januar den amerikanischen Mittelwesten heimsucht, scheint ihrem Ende entgegen zu gehen. Die Temperaturen liegen auf 5 bis 15 Grad Celsius unter Null. Die völlig vereisten Straßen verursachen zahlreiche Verkehrsunfälle, bei denen 50 Personen getötet wurden. Mit 2500 Pfund Nahrungsmitteln an Bord starteten am Montag von Boston vier Flugzeuge, um den 3300 Bewohnern der seit über einer Woche durch riesige Eisfelder vom Festland abgeschnittenen NantucketInsel Hilfe zu bringen. Die Fleischbelieferung Londons lahmgelegt 600 Ortskrankenkassen weniger Die Beseitigung der Zersplitterung im Krankenkassenwesen Ndz. Berlin, 3. Febr. Ueber die Auswirkung der zur Beseitigung der Zersplitterung und Unübersichtlichkeit im Krankenkassenwesen erlassenen Anordnungen teilt Oberregierungsrat Grünewald vom Reichs= und Preußischen Arbeitsministerium im Reichsverwaltungsblatt mit, daß die auf Grund der Verordnung von Ende September eingeleiteten Verfahren dank der willigen Mitarbeit aller Beteiligten schon fast ausnahmslos zum 1. Januar 1936 abgeschlossen werden konnten. Wenn auch ein genauer zahlenmäßiger Ueberblick noch nicht vorliege, so könne doch festgestellt werden, daß bei weitester Berücksichtigung aller Verschiedenheiten die Zahl der Allgemeinen Ortskrankenkassen, die vorher rund 1700 in rund 1000 Versicherungsamtsbezirken betrug, um etwa 600 vermindert worden sein dürfte. Damit sei ein Ziel erreicht, das in der Vergangenheit oft erstrebt wurde, aber immer wieder an kleinlichen örtlichen oder persönlichen Widerständen scheiterte. Es wurden Versicherungsträger geschaffen, die in sich einen besseren Risikoausgleich ermöglichen. Gleichzeitig ist durch die Herabminderung der Zahl die Durchführung der Gemeinschaftsaufgaben der Krankenversicherung und die Aufsichtführung erleichtert worden. Wie der Referent weiter feststellt, konnte die Zahl der Innungskrankenkassen von 762 im Jahre 1933 auf 319 herabgesetzt werden. Von den rund 120 besonderen Ortskrankenkassen für bestimmte Gewerbezweige wurden diejenigen, deren Mitglieder hauptsächlich handwerklichen Betrieben angehören, in Innungskrankenkassen umgewandelt. Auch diese Vorschriften konnten zum 1. Januar bis auf wenige Ausnahmefälle durchgeführt werden. Die Umwandlung in Innungskrankenkassen erfolgte in 35 Fällen. In etwa 40 Fällen wurden die Kassen mit Allgemeinen Ortskrankenkassen zusammengelegt. Weitere 40 der besonderen Ortskrankenkassen bleiben bestehen. Der Referent berichtet weiterhin über die Ersatzkassen der Krankenversicherung, bei denen jetzt eine strenge Scheidung zwischen Sozialversicherung und Privatversicherung durchgeführt sei. Der faische Schalaezl Köpenickiade eines 17jährigen—„Sofort ins Belt“— Wie die Sache herauskam Der falsche Schularzt Mit merkwürdigen Streichen hat ein 17jähriger Bengel, der allerdings einen ganz bedeutend älteren Eindruck machen soll. wenn man ihn so sieht. die Stadt Lyon in Aufregung versetzt. Es handelt sich um einen gewissen Henri Bort, der sich in den Kovf gesetzt zu haben schien, seine Mitbürger an der Nase herumzuführen, was ihm dann tatsächlich auch eine Zeitlang gelungen ist. Während des Unterrichts ließ sich Bort bei dem Direktor einer der Volksschulen von Lyon melden und behauptete, den Auftrag zu haben, die Kinder auf ihren Gesundheitszustand zu untersuchen. In der Tat wies er auch ein diesbezügliches, von dem zuständigen Ministerium unterfertigtes Schreiben vor. Der Direktor war über den hohen Besuch sehr erfreut. Der Unterricht in sämtlichen Klassen wurde sofort unterbrochen, und der Direktor ließ es sich nicht nehmen. den Inspektor auf seinem Rundgang persönlich zu begleiten. Der„Schularzt“ erwies sich nicht nur als ein junger, sondern auch als besonders pflichteifriger Beamter. Er zog die Kinder versönlich ins Vertrauen, untersuchte sie gründlich, scherzte mit ihnen und schickte den größten Teil von ihnen— sofort ins Bett. Angeblich wegen ansteckender Krankhei". Kleinen kriegten zwar zunächst einen Schreck, aver dann ließen si es sich doch nicht zweimal sagen, packten ihren Ranzen und verschwanden. Der„Herr Doktor“ persönlich... Nach der Inspektion in den Klassen wünschte Doktor Bort von dem Direktor auch noch eine Aufstellung über die hilfsbedürftigen Kinder seiner Anstalt. Wie er angab. wollte er den Eltern noch persönlich einen Besuch machen, um nach dem Rechten zu sehen und gegebenenfalls Gesuche um Unterstützung zu befürworten. Mit einem Wort: ein so famoser Inspektor und Schularzt war in Lyon schon seit urdenklichen Zeiten nicht mehr eingetroffen. Der„Herr Doktor“ machte seine Ankündigung wahr und besuchte mehrere Familien. Die Leute staunten nur so. was ihre Kinder plötzlich alles für Krankheiten haben sollten. Das eine war angeblich tuberkulös, das andere hatte Krebs, hier war die Niere nicht in Ordnung. dort das Herz und die Nerven nicht, und so ging das weiter. Aber kein Mensch hätte es gewagt, zu widersprechen. vergaß Herr Dr. Bort doch nicht, darauf hinzuweisen, daß er einer der vorzüglichsten Internisten von ganz Paris sei... Eine unangenehme Aussprache Eine der Mütter. deren sechs Kinder nach Angaben des Herrn Dr. Bort durch die Bank schwer krank sein sollten, wurde schließlich mißtrauisch. Sie rief insgeheim ihren Hausarzt an und bat diesen. er möge doch rasch einmal herüberkommen. Dies geschab denn auch. Zwischen den„Kollegen“ fand nun eine recht unangenehme Aussprache statt. Der wirkliche Arzt prüfte den vermeintlichen Schularzt und Nieren. Aber das hätte er gar nicht nötig gehabt, denn schon auf ganz einfache Fragen blieb Herr Dr. Bort die Antwort schuldig. In die Enge getrieben, legte der junge Mann endlich ein umfassendes Geständnis ab.„Ich bin Henri Bort, 17 Jahre alt. und wollte mir einmal einen Spaß erlauben.“ Dieser Spaß wird dem jungen Mann allerdings etwas teuer zu stehen kommen, denn inzwischen ist von der Lyoner Staatsanwaltschaft gegen ihn bereits eine Klage wegen Amtsanmaßung angestrengt worden. dnb. London, 3. Februar. Die Fleischbelieferung Groß=Londons und der Londoner Grafschaften war am Montagmorgen infolge des Streiks von 8000 Angestellten und Arbeitern des Londoner Fleischmarktes vollständig lahmgelegt. Kurz nach Mitternacht beschlossen 3000 Marktgehilfen, in den Streik zu treten; 1000 Fleischträger und 4000 weitere Arbeiter wurden in den Streik hineingezogen. Streikposten besetzten die Eingänge zu den Markthallen und verhinderten jede weitere Fleischzufuhr. Tausende von Arbeitern waren versammelt; es kam zu mehreren Kundgebungen; starke Polizeiaufgebote sorgten für Aufrechterhaltung der Ordnung. Hunderte von Fahrzeugen waren in den Zufahrtsstraßen zum Markt vollkommen festgefahren, so daß sich eine schwere Verkehrsstockung entwickelte. Die Arbeitgeber traten in den frühen Morgenstunden zusammen, um eine Beilegung des Streikes zu erwägen. Die Streikenden veröffentlichten ein Manifest in dem sie einen Mindestlohn von vier Pfund wöchentlich, ferner die 40=Stunden=Woche und eine bezahlte Ferienwoche verlangen. Durch den Streik der Fleischer sind am Montag rund 10000 Personen arbeitslos geworden, da auch die Tranportarbeiter und verwandte, Berufe als Ergebnis des Fleischerstreiks die Arbeit einstellen mußten. Sollte der Streik länger andauern, so ist die Fleischversorgung gefährdet. Auf Veranlassung des Arbeitsministeriums haben Verhandlungen zwischen den Arbeitgebern und den Gewerkschaften stattgefunden, deren Ergebnis noch nicht vorliegt. Die Forderungen der Fleischer beziehen sich sowohl auf die Löhne als auch auf die Arbeitszeit. Die Polizei hat Vorsichtsmaßnahmen ergriffen, doch ist es bisher zur Störung der Ruhe und Ordnung nicht gekommen. An mehreren Stellen fanden Freiversammlungen statt, in denen die Streikführer Ansprachen an die Arbeiter hielten. Der Mord an der Schülerin Erna vogel aufgeklärt Die cinesische Joner Ist der Schlaf für den Menschen lebensnotwendig? dub. Berlin, 3. Februar. Ein Kindermord fand jetzt seine endgültige Aufklärung. Am 29. Januar wurde auf einem Gartengrundstück in Mariendorf die Leiche der seit Herbst 1935 vermißten 12jährigen Schülerin Erna Vogel gefunden. Zwei Tage danach gelang es der Kriminalpolizei, den Täter, den 25jährigen Albert Rüdiger aus Mariendorf, festzunehmen. Der Mörder hat ein Geständnis abgelegt. Er hat das Mädchen am 23. August 1935 in einer Gartenlaube ermordet. Gablonz(Tschechoslowakei). Die deutsche Universität in Prag hat aus der Stiftung eines unbekannten Amerikaners den Sudetendeutschen Eichendorff=Preis dem Dichter des Iser=Gebirgs, Gustav Leutelt, zugesprochen. Der Preis beträgt 5000 RM Vor einigen Tagen hat man in dem italienischen Städten Intra eine arme Frau entdeckt, die seit über 30 Jahren, seit dem Tag, an dem sie einem Kinde das Leben schenkte, keinen Schlaf mehr gefunden hat. Abgesehen von den seelischen Depressionen, die dieser Zustand für die heute 53jährige zur Folge hatte, soll sich die Frau im allgemeinen ihrer Gesundheit erfreut haben. Mindestens ist sie bis zu dem Zeitpunkt Krbendunigneder unter Annlage Die Devisenschiebungen beim Orden der Kanisius=Schwestern dnb. Berlin, 3. Febr. Vor dem Berliner Sondergericht begann am Montag ein neuer mehrtägiger Devisenprozeß gegen zehn katholische Ordensangehörige. Bei den Verfehlungen. die den Angeklagten vorgeworfen werden, handelt es sich in der Hauptsache um Schiebungen zu Gunsten des Mutterhauses der Kongregation der Kanisius=Schwestern in Freiburg(Schweiz). Der Orden unterhält in Deutschland vier Filialen. in Konstanz. Mainz. München und Bautzen. Da sich das Schweizer Mutterhaus seit 1928 in finanziellen Schwierigkeiten befand, forderte es in seinen auch in Deutschland verbreiteten religiösen Schriften zur Hergabe verzinslicher Darlehen gegen Frankenschuldscheine auf. Als die Devisengesetzgebung in Kraft trat. wurde das bei der Städtischen Sparkasse in Konstanz geführte Konto des Schweizer Mutterhauses auf den Namen der Konstanzer Filiale umgeschrieben, die dort angesammelten Beträge wurden aber trotzdem weiter zur Tilgung von Schulden des ausländischen Mutterhauses in Inalden verwendet. und zwar laut Anklage in Höhe von rund 32500 RM. Weitere 42000 Mark sind nach den Ermittlungen von der Konstanzer Filiale zu Lasten ihres Warenkontos an Inländer für das Mutterhaus gezahlt worden, das diese Zahlungen mit Sendungen von religiösen Büchern und Schriften des Kanisius=Werks abdeckte. Endlich sind von der Konstanzer Filiale rund 28000 Mark unmittelbar in die Schweiz geschmuggelt worden. Für die ungesetzlichen Zahlungen und Kavitalverschiebungen werden neben der 41jährigen Oberin Maria Breitner die 38jährige, mit den Kassengeschäften betraute Ordensschwester Franziska Schutzbier und die 40jährige Ordensschwester Christine Ruporecht aus Konstanz verantwortlich gemacht. Von der Mainzer Filiale sind laut Anklage unter Mitwirkung der 33jährigen Ordensschwester Elisabery wur seit Inkrafttreten der Devisenbestimmungen insgesamt 52000 Mk. über Konstanz nach dem Schweizer Mutterhaus verschoben worden, und zwar soll diese Summe in kleineren Teilbeträgen wiederum von den leitenden Ordensschwestern aus Konstanz über die Grenze geschmuggelt worden sein. Die Oberin Breitner soll weiter auch für die mitangeklagte 61jährige Ida Hugo aus Mainz. die Schwester des verstorbenen Mainzer Bischofs Dr. Ludwig Hugo, einen Betrag von 10000 Mark nach Freiburg(Schweiz) verbracht haben. Bei den übrigen Angeklagten liegt im wesentlichen nur ein Vergehen gegen das Volksverratsgesetz vor, da ausländische Guthaben, die beim Kanisius=Werk in Freiburg(Schweiz) bestanden. der Reichsbank nicht angemeldet worden sind. Is erste Angeklagte wurde die Ordensschwester Schutzbier aus Konstanz vernommen. Sie gab zu. daß ein Sammelkonto bei der Konstanzer Stadtbank bestanden hat. will aber nicht gewußt haben, daß es ungesetzlichen Zwecken diente. Andererseits erklärt sie jedoch, daß die Abhebungen von diesem Konto in einer recht komplizierten Weise„verschleiert“ worden seien. Im übrigen war die Angeklagte geständig, im Jahre 1934 zum Teil selbst. zum Teil durch Mitschwestern, 27·000 Mark unter dem Schutze der Ordenskleidung über die Grenze gebracht zu haben. ihrer Entdeckung ihrer harten und schweren Arbeit als Wäscherin nachgegangen. Dieser Fall in Intra scheint die allgemeine, auch medizinische Auffassung zu erschüttern, wonach der Mensch unbedingt den Schlaf zur Regeneration seiner Nervenkraft notwendig hat. Er tut es jedoch nur scheinbar, denn zweifellos handelt es sich hier um einen ganz ungewöhnlichen Ausnahmefall, dem Tausende und Abertausende von Fällen gegenüberstehen, die klar und deutlich beweisen, daß der Mensch ohne Schlaf tatsächlich einem langsamen, aber sicheren Erschöpfungstod entgegengeht. Auf dieser Erfahrung beruhte eine der furchtbarsten und grausamsten Foltern, die je von Menschenhirnen ersonnen war. Diese Folter, die darin bestand, wirkliche oder angebliche Verbrecher dadurch allmählich zu Tode zu bringen, daß man ihnen den schlaf verweigerte, war im Mittelalter teilweise auch bei uns bekannt, in China aber war sie Jahrhunderte lang überall verbreitet. Davon hat sie auch ihren Namen als chinesische Folter Der Wahnsinn verlieh ihnen Riesenkräfte. Der Verurteilte wurde zusammen mit einem Sklavenaufseher in eine Zelle gesperrt. Auf der einen Seite tat man nun alles, um den Todeskandidaten möglichst bei Kräften zu halten. Das heißt, man sorgte für eine durchaus normale und auskömmliche Ernährung. Nur eines gönnte man ihm nicht— den Schlaf. Jedesmal, wenn der Unglückliche von Müdigkeit übermannt wurde, trat der Sklavenaufseher in Tätigkeit. Er hatte die Aufgabe, den Mann wieder wachzukitzeln. Wie er das machte, war seine Sache. Es gab dazu Dutzende von Methoden, die an Teuflichkeit nichts zu wünschen übrig ließen. Ganz ohne Gefahr war diese Aufgabe für diese Sklavenaufseher allerdings auch nicht. Anfänglich mochten die Delinquenten noch verhältnismäßig leicht zu behandeln sein, aber mit der Zeit gerieten sie mehr und mehr in einen Zustand gefährlicher Erregtheit, der in Koller und WahnUebel auf der Unterelbe Zusammenstoß vor der Elbmündung dnb. Cuxhaven, 3. Februar. In der Nach zum Sonntag herrschte über der Elbmündung starker Nebel, der sich so stark verdichtete, daß am Sonntag in den frühen Morgenstunden der Schiffsverkehr völlig lahmgelegt wurde. Bis in die späten Nachmittagstunden hinein lagen etwa 30 Schiffe der verschiedensten Nationen zwischen Brunsbüttel und den Feuerschiffen vor Anker. Bei den Feuerschiffen Elbe 3 und Elbe 4 stießen am Sonntagnachmittag der holländische Dampfer„Sembilan“ und der dänische Dampfer„Dagmar“ zusammen, wobei beide Fahrzeuge Außenbordschäden über Wasser erlitten. Während der Holländer seine Reise nach Hamburg fortsetzen konnte, mußte der dänische Dampfer„Dagmar" bei Cuxhaven vor Anker gehen. Zugunfall bei Schongau Fünf Leichtverletzte dub. Augsburg, 3. Februar. Die Reichsbahn direktion Augsburg teilt mit: Am Sonnabend, 1. Februar, 19.10 Uhr ist der Nebenbahnzug Kaufbeuren—Schongau kurz vor der Einfahrt nach Schongau entgleist. Fünf Personen erlitten leichte Verletzungen. Das danebenliegende Gleis der Strecke Schongau—Kaufering wurde durch die umgestürzten Wagen gesperrt, so daß der Verkehr mit Kraftwagen aufrecht erhalten werden mußte. Im Laufe des Sonntags konnte die Verkehrsstörung wieder behoben werden. Die Ursache des Unfalls dürfte vermutlich auf eine Gleissenkung infolge der Schneeschmelze und der starken Regenfälle zurückzuführen sein. sinn ausarten konnte. Die Tobsucht verlieh den Verurteilten dann zuweilen Riesenkräfte, und London. Laut„Daily Telegraph“ soll der rumänische Außenminister Titulescu, in Paris vorgeschlagen haben, daß der Völkerbundsrat seine nächste Sitzung in Bukarest abhält. Ob dieser Vorschlag allgemein angenommen worden sei, sei noch nicht bekannt. Selbstmord auf dem Tritkbrekt eines fahrendenzuges Dortmund. In Dorstfeld brachte sich ein 29jähriger Mann aus Bochum=Werne auf dem Trittbrett eines jahrenden Zuges Schußverletzungen durch den Mund bei. Beim Absturz vom Zuge zog er sich außerdem weitere schwere Schädelverletzungen zu. Nachdem ein Reisender den Zug durch Ziehen der Notbremse angehalten hatte, wurde die Polizei verständigt, die die Ueberführung des Schwerverletzten in ein Dortmunder Krankenhaus veranlaßte, wo er starb. Diebstahl von Leder, Schuhen und Schuhmacherwerkzeugen Bochum. In der Nacht zum 31. Januar entwendeten Diebe aus einer Schuhmacher=Revaraturwerkstatt am Bövinghauser Hellweg in BochumGerthe 1½ Kuvon Sohlleder, 9 Paar gebrauchte Schuhe und zwar 3 Paar schwarze und 1 Paar braune Herrenhalbschuhe. 4 Paar schwarze Kinderschuhe. davon 3 Paar hohe und 1 Paar niedrige Schuhe, 1 Paar Jungenschuhe(hohe) Größe 40 und mehrere Schuhmacherhandwerkszeuge Wer kann Angaben machen? Zweckdienliche Angaben. die auf Wunsch vertraulich behandelt werden, erbittet das 5. Krim.=Kommissariat. Nebenstelle Bochum=Gerthe. Gründung einer Zeitungswissenschaftlichen Vereinigung Münster. Im hiesigen Universitätsinstitut für Zeitungswissenschaft spricht am nächsten Freitag der Erste Geschäftsführer des Deutschen Zeitungswissenschaftlichen Verbandes(Berlin), Josef Wilkens. Hauptschriftleiter des Organs des Reichsverbandes der deutschen Zeitungsverleger, des„Zeitungsverlag". über das Thema:„Zeitungswissenschaft und Zeitungspraxis“. Im Anschluß an diesen Vortrag wird der vom Präsidenten des D3V., Präsidialrat in der Reichspressekammer. Geheimrat Prof. Dr. Walter Heide, zum kommissarischen Leiter ernannte cand. phil. Wilhelm Müller. Leiter der Fachabteilung„Zeitungswissenschaft“, der Deutschen Studentenschaft Münster, die neue Zeitungswissenschaftliche Vereinigung Münster gründen. Aufgabe der neuen Vereinigung wird es sein, die im Zeitungs=, Zeitschriften= Flugschriften=, Film=, Rundfunk= und Theaterwesen Tätigen(Verleger. Schriftleiter. Mitarbeiter usw.) mit den Wissenschaftiern und Freunden dieser Forschungsgebiete in Politik. Wirtschaft. Kunst und Schule zusammenzufassen. Ergebnisse wisschenschaftlicher Arbeit zu vermitteln und Anregungen aus den einzelnen Arbeitsbereichen zu empfangen. Gründung einer westfälischen Provinzialstelle für Naturschutz Münster. Im Rahmen der ersten großen westfälischen Naturschutztagung und ihrer aus allen Teilen Westfalens außerordentlich stark besuchten öffentlichen Versammlung am Samstag nachmittag im großen Sitzungssaale des Landeshauses erklärte Landeshauptmann Kolbow die neue Westfälische Provinzialstelle für Naturschutz als gegründet und bezeichnete als ihre Aufgabe die Zusammenfassung der Bezirksstellen untereinander, der Verbindung mit dem Heimatbund. Bund„Natur und Heimat" und den übrigen Einrichtungen landschaftlicher Kulturpflege in Westsalen zu dienen. Den Vorsitz dieser Provinzstelle führt in Vertretung des Oberpräsidenten der Landeshauptmann. Ihr Geschäftsführer ist der Provinzialbeauftragte für Naturschutz, also der Direktor des Naturkundemuseums. Als Mitglieder dieser Provinzstelle berief der Landeshauptmann im Einvernehmen mit dem Reichsjorstmeister folgende 10 fachkundige Persönlichkeiten: die vier Bezirksbeauftragten für Naturschutz. und zwar im Regierungsbezirk Münster Dr. Graebner, für den Regierungsbezirk Minden Oberpostinspektor Kuhlmann(Bielefeld) und im Regierungsbezirk Arnsberg Lehrer Lienenkämper. sowie im Gebiete des Siedlungsverbandes Ruhrkohlenbezirk Mittelschullehrer Oberkirch. ferner den Provinzjägermeister. Freiherrn v. Schorlemer(Lippstadt), als Vertreter des Landesbauern= führers Forstasfessor Murmann und Dr. Lochte(Lengerich) von der Landesbauernschaft Westfalen, als Sachverständigen für Landesplanung den demnächstigen Geschäftsführer des Landesplanungsverbandes Westfalen, für den Naturschutzausschuß des Sauerländischen Gebirgsvereins Kaufmann Münker(Hilchenbach) und schließlich Ministerialrat Dr. Rothert vom Oberpräsidium in Münster. Wieder ein Radfahrer vom Auto gelötet Appelhülsen. Am Freitag. abends gegen 8 Uhr. wurde am Ausgange des Dorfes der Eisenbahnarbeiter Theodor Daldrup der auf seinem Fahrrade nach seinem Heimatorte, dem Nachbarorte Bösensell fuhr. von einem in Richtung Münster kommenden Kraftwagen aus Münster von hinten hei angefahren und jast auf der Stelle getötet. Daldrup war verheiratet und Vater von vier Kindern. Fünf Kühe und ein Zuchlbulle durch Kurzschluß gelölet Borghorst. Auf dem Hofe des Bauern Niederhageböck in der Bauerschaft Wilmsberg erlosch am Freitag abend gegen 10 Uhr plötzlich das elektrische Licht. Als der Pächter des Hoses, Heinrich Spitthoff nach der Ursache sah, mußte er im Kuhstalle zu seinem Schrecken sehen, daß von seinen 22 Kühen ein Zuchtbulle und fünf Kühe tot im Stalle lagen. Die Untersuchung ergab. daß die an Ketten angebundenen Tiere durch elektrischen Strom getötet worden waren Im Eisenbeton des Stalles war Kurzschluß eingetreten und die Ketten hatten den Strom auf die Tiere übergeleitet. Sonderbarerweise waren nicht alle Tiere gegen den Strom empfindlich gewesen, sondern das zweite, dritte, fünfte, sechste, achte und zehnte Tier getötet worden. Eine Mühle durch Feuer vernichtet Ahaus. In der Nacht zum Samstag wurde in dem benachbarten Wüllen die Mühle des Besitzers Menke durch Großfeuer vernichtet. Etwa zehn Zentner Korn verbrannten mit ihr. Trotz des Eingreisens der hiesigen und der Wüllener Feuerwehr war die Mühle nicht mehr zu retten. Wie das Feuer entstanden ist, steht noch nicht fest. Die Robelpreis-Familie Den Nobelpreis für Physik erhielten 1903 Professor Curie und Frau für die Entdeckung des Radiums und Poloniums: 1911 erhielt ihn die Witwe Curie für ihre radiochemischen Forschungen. Ende vorigen Jahres Tochter und Schwiegersohn Curies, das Professorenvaar Joliot, aus dem gleichen Grunde. Diese Nobelpreisdynastie steht in der Geschichte der Entdeckungen einzig da, ebenso wie die Familie Curie in der Geschichte der Radiumjorschung. Den letzten Preis erhielt sie für die Entdeckung der künstlichen Radioaktivität. Es war bereits bekannt, daß Aluminium bei Bestrahlung mit Radium durch die Einwirkung der Alpha=Strahlen in Silizium umgewandelt wird. Joliot=Curie entdeckten nun, daß nach andauernder Bestrahlung mit diesen Alpha=Strahlen das Aluminium selbst Strahlen aussendet, weil es in eine radioaktive Phosphorart übergeht, also in einen künstlich hergestellten radioaktiven Stoff. Nach dieser Entdeckung von Joliot=Curie setzte eine umfangreiche Forschertätigkeit auf dem Gebiete der Herstellung künstlicher, radioaktiver Stoffe ein: und man hat nun solche auch aus anderen Elementen erhalten kön. nen, auch aus schweren Metallen. Ein neues Gebiet der Atomphynk ist hier im Entstehen. Bei den bis jetzt erhaltenen künstlichen radioaktiven Elementen ist die Zeitspanne, während der sie Strahlungen aussenden, noch zu kurz, um sie zu medizinischen Zwecken zu benutzen; es dürfte aber sicher bald gelingen, auch solche von genügend langer Lebensdauer zu erhalten. Damit wäre nicht nur eine Unabhängigkeit von den natürlich vorkommenden radioaktiven Elementen, sondern auch eine bedeutende Verbilligung dieser kostbarsten aller Stoffe erreicht, was besonders uns zustatten käme, da Deutschland keine bedeutenden natürlichen Radiumvorkommen besitzt. John Astors Flucht vor der Arbeit Neuyork. Seiner vorüvergehenden Tätigkeit als Bankangestellter mit 20 Dollars Wochenlohn müde, hat John Astor, der Erbe des Multimillionärs. seinen freiwillig gewählten Beruf wieder aufgegeben. „Meine Arbeit brachte zu wenig ein“, erklärte er seinem Vorgesetzten.„Bis 5 Uhr nachmittags im Büro zu sitzen, bedeutete, daß ich nie vor 6 Uhr zu Hause war. Außerdem mußte ich am nächsten Morgen stets früh aufstehen, um pünktlich zur Arbeit zu erscheinen.. Einen Tag nach seinem Austritt aus der Bank stieg der Millionärssohn an Bord seiner Luxusyacht. die ihn an die französische Riviera bringen soll. wo er sich von der anstrengenden Tätigkeit als kleiner Angestellter zu erholen beabsichtigt. Auch in Albanien fällt der Schleier... Ein fortschrittlicher Erlaß König Zogus— Passiver Widerstand der„reiseren Jugend“ Tirana. Kemal Atatürks Beispiel hat auch in Albanien Schule gemacht. König Zogu. dieser fortschrittliche Monarch. tat einen entscheidenden Schritt in der Europäisierung seines Landes, als er den Frauen das Tragen des altüberlieferten Schleiers verbot. Darüber hinaus eröffnete er eine Mädchenschule, wo europäische Kleiderkultur und Körverpflege in den Lehrplan ausgenommen wurden. Die weibliche Jugend Albaniens soll sich immer mehr der Lebensführung ihrer westlichen Schwestern anvassen. Ganz Albanien sieht mit Spannung dem Tage entgegen, die den mohammedanischen Schleier für immer in die Rumpelkammer verbannt. Es ist fraglich. ob das königliche Dekret in der gewünschten Form durchgeführt wird. Albaniens Weiblichkeit scheidet sich in zwei feindliche Lager: während die jungen Mädchen sich gerne und willig den Anordnungen des Königs fügen, stehen die„reisere Jugend“ und die alten Frauen auf der Gegenseite. Diese wollen sich um keinen Preis von ihren jahrhundertealten Bräuchen trennen, und man erwartet so etwas wie einen passiven Widerstand dieser Kreise. König Zogu aber weist daraushin, daß Albanien mit den übrigen Nationen Europas Schritt halten müsse und sich nicht an überlebte Sitten, die nicht einmal rein albanischen Ursprungs seien, klammern dürfe. Humor Das besorge ich! Minna wird zu einem älteren Freund der Familie gesandt, um ihn zum Abendbrot einzuladen. Der etwas altmodische Herr entgegnet feierlich: „Sagen Sie, ich werde so frei sein, auszuwarten!" Darauf Minna:„Nee, det lassen Se man, det Uffwarten besorje ick schon janz alleene. Sie sollen man bloß essen kommen.“ Am rechten Ort Wunnicke besucht ein freindes Restaurant. Bringt der Kellner ihm beim Beginn des Essens eine Schüssel Salat und stellt sie auf den Tisch. „Was soll das Grünzeug?" fragt Wunnicke mißtrauisch. „Das macht Appetit“, sagt der andere zuvorkommend. Wunnicke zieht die Augenbrauen hoch. „Brauch ick jetzt nicht“ brummt er,„bringen Sie mir den Salat nachher, wenn ich satt bin. Jetzt habe ich noch Appetit genug.“ Eigenartig ausgedrückt Menageriebesitzer Kaul hat ein gutgehendes Geschäft, so gut, daß er es teilen kann. So reist er mit der einen Hälite der Menagerie in Norddeutschland herum, die Gattin mit der anderen in Süddeutschland. Eines Tages vereinigen sie sich beide in einer süddeutschen Stadt zu gemeinsamem Wirken. Und er kündigt an: „Durch das Zusammentreffen mit meiner Frau hat sich die Zahl und Sehenswürdigkeiten meiner Bestien vermehrt." Begabung Herr Knallvrotz sieht die Rechnungen seiner Frau durch. Alle Kleider. Mäntel und Kostüme findet er da verzeichnet, die seine Gattin sich hat nach und nach mit List und Ueberredung von ihm bewilligen lassen. Und er seufzt schwer: „Amalie, du wärest ein großartiger Feldherr geworden.“ „Aber ich bitte dich. Heinrich——“ „Na ja doch, ich meine nur, du eroberst dir auch erfolgreich ein Stück„Staat' nach dem andern— Entdeckung Wir sitzen beim Abendessen. Vater wickelt einen Rollmovs auseinander. Peter sieht das und ruft erstaunt: „Vati. fressen denn Rollmöpse Gurken?" Die Trommel Erichs Kind hat Geburtstag. Erichs Freund kauft für Erichs Kind eine Trommel. „Glaubst du, daß sich Erichs Kind darüber freut?“ Tütze lachte: „Nein. Aber daß sich Erich darüber ärgert.“ Der Bergführer Die Dame aus der Stadt nahm sich einen Bergführer. Die Dame aus der Stadt ließ sich führen. Unentwegt ging ihr Plapvermäulchen. Die Gewalt der Natur stand machtlos. „Was empfinden Sie so. wenn Sie Fremde führen?“ Nichts.“ „Machen Sie das täglich?“ „Ja.“ „Ist das nicht sehr anstrengend?" „Ja.“ „Was strengt Sie mehr an, das Hinaufführen?" „Nein.“ „Das Hinabführen?“ „Nein.“ „Was dann?“ Der Bergführer brummte: „Das ewige Fragen!" Der Fall ist erledigt „Herr Ober“. fragte das Mädchen, das zu spät zum Rendezvous kam.„erinnern Sie sich, daß hier um 5 Uhr ein Herr nach einer Dame in blauem Kostüm fragte?“ „Ja, das tat er“ berichtete der Kellner.„Und als er bis gegen 7 Uhr gewartet hatte, ging er weg — zusammen mit einer Dame im braunen Kostüm.“ Harte auf den Herrn! Pfalm 37, 34. Nach längerer, geduldig ertragener Krankheit verschied heute meine innigstgeliebte Frau, unsere liebe Tochter. Schwester, Schwägerin und Tante * Erente geb. Wohrmann im Alter von 34 Jahren. Die trauernden Hinterbliebenen: Anton Boenke Familie Wöhrmann Castrov=Rauxel 1, den 2. Februar 1936. Ringstraße 43. Die Beerdigung findet statt am Mittwoch, dem 5. Februar 1936. nachmittags.15 Uhr. vom Evgl. Krankenhause aus. Sollte jemand aus Versehen keine besondere Nachricht erhalten haben, so diene diese als solche.(16 Bevor Sie Haushallwaren und Porzellan kaufen, besich tigen Sie In Ihrem eigenen Interesse unsere gepllecten Abteilungen. Preiswürdigkeit, Auswahl und Qualität werden Sie überraschen Castrop. Münsterstraße Isse unsere gepllecten Abnauthaus Kirsch Cafe Corso Dortmund Mittwoch bis Sonntag .,.,.,., 9. Febr., nachm. u. abends Original Kölner Karnevals-Maskenschau Kölner Karneval auf Reisen— Eine Schau schöner, humorvoller Kostüme Stlmmung, Gesang,/ Tanz, Humor Für wenig Geld Wirs für den„Stadtanzeiger für Castrop-R. u. Umgb. denn seit über 60 jahren setzt er sich für die Interessen Deiner engeren Heimat in besonderer Weise ein Treue um Treue Der kluge Kaufmann baut vor. 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