für Castrop=Rausel und Umgebung Ser. Jchng, Lohrober Zeitung Der Stadtanzeiger erscheint wöchentlich, Imal, Wochendezugsprete 50 Pig, Postbestellpreis 2 RM. monatlich. Erlatzansorüche können bei Störungen im Erscheinen infolge höherer Gewalt nicht gestellt verden Drua und Verlag: Geschm Schmiz in Cakron=sauzel Hauptschriftleiter, verantwortlich für den Teztteil: Kran; Mel.:.##ehre##, Soizer Parit, Anzeigenleiter: Wilheln Welter in Castrop=Rauxel. DA. XII. 35 1788. Sa.=Nr. 2151 Castrop. Lanscter dauserlachichen Bladenhorster Tageblatt Veröffentlichungsblau für den Landgerichtsbezirt Dortmund. Allgemeines Kreisblau für den Stadttreis Castrov=Rauxel. Nr. 23 Freitag, den 24. Januar Tilwilow-Letot siaf un arugauh Die sowjetrussische Beschwerde gegen Uruguay vor dem Völkerbundsrat— Litwinow versucht, die Schuld auf Uruguay zu schieben— Törichte und haltlose Verdächtigungen gegen Deutschland und Italien Uruguays Rechtfertigung dnb. Genf, 23. Jan. Die sowjetrussische Beschwerde gegen Uruguay wegen des Abbruches der diplomatischen Beziehungen wurde am Donnerstagvormittag vom Völkerbundsrat in öffentlicher Sitzung behandelt. Als Vertreter Uruguays, das gegenwärtig dem Völkerbund nicht angehört, nahm dessen langjähriger Genfer Vertreter Guani am Ratstisch Platz. Der sowjetrussische Vertreter Litwinow gab in weitschweifigen Ausführungen, die von unbewiesenen Behauptungen und belanglosen Phrasen strotzten, eine ausführliche Darstellung des Streitfalles, wobei er sich selbstverständlich bemühte, alle Schuld auf Uruguay zu schieben. In seiner ¾ stündigen Rede stellte er zunächst die Behauptung auf, daß es sich nicht um die Interessen der beiden Länder handele, sondern um allgemeine Interessen. Die Interessen der Sowjetunion würden durch den Beschluß Uruguays praktisch gar nicht berührt. Litwinow bemühte sich dann um den Nachweis, daß der Abbruch der diplomatischen Beziehungen einen„Bruch“ im Sinne des Artikels 12 und eine offensichtliche Verletzung des Völkerbundspaktes darstelle. Scheinheilig erklärte der Vertreter der Sowjetunion, daß weder die Sowjetregierung noch die Sowjetvertretung in Montevideo noch irgendwelche andere Beauftragte der Sowjetregierung kommunistische Kreise in Uruguay oder in einem benachbarten Staat aufgewiegelt oder unterstützt hätten, denn „die Sowjetregierung hält unabänderlich an ihrer Politik der Nichteinmischung in die inneren Angelegenheiten anderer Staaten fest"(!!). Zum Schluß erklärte der Sowjetvertreter, die uruguayische Regierung habe bei ihrem Vorgehen zweifellos „auf die Vorurteile spekuliert, die in reaktionären Kreisen vieler Länder gegen die Sowjetunion gehegt würden", wobei er sich in ebenso törichten wie haltlosen Verdächtigungen gegen Deutschland und Italien erging. Nach Litwinow ergriff der Vertreter Uruguays das Wort. Er betonte, daß das Vorgehen seines Landes eine Handlung der Solidarität mit seinen Freunden und Stammesverwandten in Südamerika gewesen sei und überdies ein Akt der Notwehr, über die allein das pflichtgemäße Ermessen der Regierung von Uruguay zu entscheiden habe. Uruguay habe seit 1926 theoretisch und seit 1933 tatsächlich in diplomatischen Beziehungen zur Sowjetunion gestanden, und es habe durch die Ausweisung des dnb. Paris, 23. Jan. Nachdem Herriot und der Vorsitzende der radikalsozialistischen Kammergruppe, der Abgeordnete Delbos, die Kabinettsbildung abgelehnt haben, hat Präsident Lebrun den radikalsozialistischen Senator Sarraut mit der Regierungsbildung beauftragt. Sarraut hat das Angebot grundsätzlich angenommen. Die Bemühungen Sarrauts Senator Albert Sarraut hat im Laufe des Donnerstagnachmittags seine Beratungen begonnen und eine längere Unterredung mit Laval gehabt. Anschließend empfing Sarraut eine Anzahl politischer Persönlichkeiten, deren Mitarbeit oder zum mindesten Unterstützung Voraussetzung für das Gelingen seiner Aufgabe ist. Man hat jedoch schon jetzt den festen Eindruck, daß weder mit der Bildung einer Regierung der Volksfront, die sich also aus Mitgliedern der Radikalsozialisten, Sozialisten und Kommunisten zusammensetzen müßte noch mit einem rein radikalsozialistischen Kabinett zu rechnen ist. Sarraut bemüht sich, ein Kabinett der Konzentration zusammenzubringen, das Sowjetvertreters einen Zustand wiederhergestellt, der vor 1933 bestanden habe, und zwar ohne Beanstandung Moskaus oder daß darüber ein Konflikt ausgebrochen wäre. Die Verweigerung der weiteren Ausübung sei im vorliegenden Falle zur Sicherung der inneren und äußeren Ordnung des Landes unbedingt notwendig gewesen, da die kommunistische Propaganda in Südamerika ihr Gehirn in der Sowjetgesandtschaft in Montevideo gehabt und sich in dem benachbarten und befreundeten Brasilien in tragischer Weise ausgewirkt habe. Uruguay wolle Arbeit, Ordnung und Frieden. Die Sowjetpropaganda in der dem Lavals sehr ähnlich sehen dürfte, sich wahrscheinlich aber mehr auf links stützen wird. Die Radikalsozialisten, die einen Erfolg Sarrauts nach der einen oder anderen Richtung hin begrüßen würden, haben sich im Laufe des Nachmittags noch einmal versammelt und ihren Vorsitzenden Daladier beauftragt, Sarraut die Glückwünsche der Partei zu überbringen und ihm mitzuteilen, daß sie bereit seien, eine Regierung zu unterstützen, die nachstehende drei Punkte an die erste Stelle ihres Programms setze. 1. Verteidigung des Franks gegen die Spekulation, 2. die Verteidigung der öffentlichen Freiheit gegen die Umtriebe der sogenannten Bünde, 3. die Wiederaufrichtung der Außenpolitik im Rahmen und in Uebereinstimmung mit den Grundsätzen des Völkerbundes. Sarrauts Besprechungen noch nicht benbel Um 19 Uhr französischer Zeit hatte Sarraut seine Besprechungen mit den verschiedenen politischen Persönlichkeiten noch nicht beendet. Es war daher auch noch nicht möglich, dem StaatsWelt und insbesondere in Südamerika richte sich gegen die Grundlage der Familie, der sozialen Ordnung, der Religion und die Kultur überhaupt. Der letzte Kongreß der Komintern spreche eine so eindeutige Sprache, daß es auch nach Auffassung der amerikanischen Regierung. die im August vorigen Jahres der Sowjetunion mitgeteilt worden sei, keines weiteren Beweises für die organisierte Wühlarbeit Moskaus bedürfe. Die Unterscheidung zwischen der Sowjetregierung und der Kommunistischen Internationale sei nicht aufrechtzuerhalten, denn Stalin sei der tatsächliche Herr der Sowjetunion. Aloisi gegen Litwinow Zum Schluß der Vormittagssitzung wies Baron Aloisi nachdrücklich die in der Rede Litwinows enthaltene Anspielung auf Italien zurück. Er erklärte, Italien brauche keine Spekulation und keinen Vorwand, um sein Vorgehen, das es zum Schutze seiner Rechte und seiner Sicherheit unternommen habe, zu rechtfertigen. Es habe den Mut, sich zu seinem Vorgehen zu bekennen und müsse es ablehnen, daß in einer Ratssitzung, die mit dieser Angelegenheit nichts zu tun habe, durch einige hingeworfene Worte der Versuch gemacht werde, die italienische Politik zu kennzeichnen. Was die Haltung dew italienischen Presse gegenüber der Sowjetunion betreffe, so sei sie nur eine Antwort auf die Angriffe der Sowjetpresse. Titulescu Berichterstatter Nachdem die Vertreter der beiden Parteien alle ihre, Gründe vorgebracht hatten, schlug der Ratspräsident vor, den rumänischen Außenminister Titulescu zum Berichterstatter für diese Frage zu ernennen, wobei offen bleibt, ob der Bericht bei der gegenwärtigen oder erst bei der nächsten Tagung vorgelegt werden soll. Titulescu soll von dem dänischen Außenminister Munch und dem spanischen Vertreter Madariaga unterstützt werden. präsidenten eine endgültige Antwort zu erteilen. Nach seiner Unterredung mit dem Vorsitzenden der Radikalen, Daladier, empfing Sarraut den ehemaligen Ministerpräsidenten Chautemps, den gegenwärtigen Postminister Mandel und den Vorsitzenden der radikalsozialistischen Kammerfraktion, Delbos. Tebran Genasteagt Jucraut Er will ein Kabinekt der Konzentration bilden eder der königlichen Hofhaltung hielten die Ehrenwache,(Deutische Presse Photo=Zentrale..)— Rechts: Die Veriündung der Königs=Protlamation vor der Londoner Börse. Nach der roklamation im St.=James=Palast wurde die Proklamation auch noch an weiteren Eduard VIII. dankt dem Führer dnb. Berlin, 23. Jan. Seine Majestät König Eduard VIII. von England hat die Beileidskundgebungen des Führers und Reichskanzlers zum Ableben des Königs Georg V. mit einem Danktelegramm beantwortet, das in Uebersetzung wie folgt lautet: „Die Königin, meine Mutter, vereinigt sich mit mir in aufrichtiger Danksagung, Herr Reichskanzler, für Ihre freundlichen Beileidsbezeugungen und die Versicherung des Mitgefühls der deutschen Reichsregierung und des deutschen Volkes an dem schweren Leid, das durch den Tod des Königs, meines geliebten und verehrten Vaters, über uns und die britischen Bölker gekommen ist. Edward R..“ Glückwünsche zum 50jährigen Militärjubiläum des Generals a. D. von Loßberg dub. Berlin, 23. Jan. Aus Anlaß des 50jährigen Militärjubiläums, das General der Infanterie a. D. von Loßberg, Lübeck, am 23. Januar begeht, haben der Reichskriegsminister und Oberbefehlshaber der Wehrmacht sowie der Oberbefehlshaber des Heeres die nachfolgenden Glückwunschtelegramme an den verdienten General gesandt: „Anläßlich Ihres heutigen Ehrentages übermittle ich Ihnen, sehr verehrter Herr General. dem im Kriege und in der Nachkriegszeit gleich hochverdienten Generalstabschef und Truppenführer, meine und der Wehrmacht aufrichtigsten Glückwünsche. Generaloberst von Blomberg, Reichskriegsminister und Oberbefehlshaber der Wehrmacht.“ „Zum heutigen 50jährigen Gedenktage des Dienstantritts sage ich Ew. Exzellenz im Namen des Heeres aufrichtige Glückwünsche, denen ich in aufrichtiger Verehrung die meinigen hinzufügen darf. General der Artillerie Freiherr von Fritsch, Oberbefehlshaber des Heeres.“ Aufruf der letzten Betriebsgruppen zur Ausstellung der Arbeitsbücher dub. Berlin, 23. Jan. Der Stand der Durchführungsarbeiten bei der Ausstellung der Arbeitsbücher ermöglicht es. nunmehr auch die letzten Betriebsgruppen zur Ausstellung der Arbeitsbücher aufzurufen. Dies ist durch eine dritte Bekanntmachung des Präsidenten der Reichsanstalt mit Wirkung vom 1. Februar 1936 geschehen. Zu dieser dritten Gruppe gehören folgende Betriebsgruppen: 1. Holz= und Schnitzstoffgewerbe, 2. Nahrungs= und Genußmittelgewerbe. 3. Verkehrswesen, 4. Oeffentlicher Dienst und private Dienstleistungen(ohne die häuslichen Dienste). Ueber die Zugehörigkeit der Betriebe zu den Betriebsgruppen erteilen die Arbeitsämter in Zweifelsfällen bereitwillig Auskunft. Zur Vermeidung von Mißverständnissen wird ausdrücklich darauf aufmerksam gemacht, daß die Zweite Verordnung des Reichsarbeitsministers zur Durchführung des Gesetzes über die Einführung eines Arbeitsbuches vom 17. Januar 1936(Reichsgesetzblatt I S. 24) sich lediglich auf diejenigen Betriebsgruppen bezieht, die in der ersten Bekanntmachung des Präsidenten der Reichsanstalt vom 18. Mai 1935 genannt sind. Die Verordnung des Reichsarbeitsministers gilt demnach noch nicht für die jetzt aufgerufenen Betriebsgruppen. befahren der französischen Ponnn Mit dem soeben demissionierten Kabinett Laval ist die 99 Regierung, welche die französische Republik seit dem Untergang des dritten Kaiserreiches besaß von der Bühne des Geschehens abgetreten, und die Bevölkerung wird vielleicht chon in der nächsten Woche Gelegenheit bekommen, das 100 Kabinett, das Jubiläumskabinett, durch Neuwahlen vorzubereiten. Gleichgültig. wo man immer stehen mag, man wird Herrn Laval nicht bestreiten können, daß er in entschlossener Weise in schwerster Krisenzeit das Staatsruder als Ministerpräsident ergriffen hat. nachdem er schon seit dem Oktober 1934 die außenpolitischen Geschicke Frankreichs leitete. Man kann seine Wirksamkeit in zweierlei Richtung betrachten. Auf dem Gebiete der Außenpolitik waren ihm anfangs für sein Land bedeutende Erfolge beschieden, bis die drohenden Wolken des Abessinien=Konfliktes auch seinen Stern verdunkelten. Anknüpfend an die Paktpläne seines ermordeten Vorgängers Barthou, verstand er es, das französische Staatsschiff in weit vorsichtiger Weise durch die Stürme der internationalen Politik zu steuern. Größere außenpolitische Aktivität entfaltete er erst in Rom, als er im Januar 1935 den Freudschaftspakt mit Italien unterschrieb und damit eine alte Spannung anscheinend beseitigte. Die Ereignisse haben es gewollt, daß gerade hier seine Außenpolitik scheiterte, denn während er auf der einen Seite die Interessen Frankreichs als Völkerbundsstaat wahrnehmen mußte, zwang ihn das Freundschaftsverhältnis zu Italien in die äußerst undankbare Rolle eines Vermittlers hinein, an der er dann auch gründlich Schiffbruch erlitt. In seine Amtstätigkeit fällt ferner das Londoner Communiqué, dessen Auswirkunen allerdings bisher noch nirgends recht sichtbar geworden sind. Es kamen die Tage von Stresa, die aber nicht die Front zusammenbrachten, die man in Frankreich mit allzu vorschnellem Optimismus herbeisehnte, denn der immer schärfer werdende Konflikt zwischen Rom und Addis Abeba führte zu solch einschneidenden Aenderungen der weltpolitischen Lage, daß die gesamten Ansätze zu einer Befriedung der internationalen Situation in ihren Keimen stecken blieben. Fraglich, ob ein Nachfolger auf dem Posten des französischen Außenministers oder Ministerpräsidenten den zerrissenen Faden wird wieder knüpfen können! Auf dem Gebiete der Innenpolitik traf Herr Laval eine Lage an, die der vor einem Staatsbankerott verzweifelt ähnlich sah. Und selbst seine Gegner müssen heute zugeben, daß nur sein Mut zur Unpopularität, sein hartes Eingreifen in die Finanzmaschinerie der Republik den Staat in den Herbsttagen des Jahres 1935 vor einer gewaltigen Finanzkatastrophe bewahrte. Gewiß hätte es Laval sich leichter machen können, wenn er den Plänen Daladiers und Reynauds gefolgt wäre und einer Devalvation des Franken zugestimmt hätte. Er zog im Interesse des Landes die unpopuläre Notverordnungspolitik jenen vagen Spekulationen vor und brachte es tatsächlich fertig. rund zehn Milliarden am laufenden Budget einzusparen und auch den Haushalt für 1936 entsprechend zu verkleinern. Auch hier wieder: Fraglich, ob ein Nachfolger auf seinem Posten andere und bessere Wege zu gehen versteht! Naathsumose Ersahung des Faules V. Eger:„Innerhalb der kirche ist ein besseres Verständnis für das eigentliche Wollen des Nationalsozialismus anzustreben dnb. Berlin, 23. Jan. Der Landeskirchenausschuß der Evangelischen Kirche der Altpreußischen Union trat zum ersten Male mit den neugebildeten Provinzialausschüssen zu einer gemeinsamen Sitzung zusammen. Aus diesem Anlaß gab Generalsuperintendent D. Eger eine Erklärung über die Grundsätze ab, von denen sich die Kirchenausschüsse bei ihrer Arbeit leiten lassen. Die Aufgabe der Kirchenausschüsse, so führte D. Eger aus, sei zeitlich und sachlich insofern begrenzt, als ihnen eine bestimmte Frist gewährt sei, nach deren Ablauf sie vor die Vertrauensfrage seitens der Kirche gestellt würden. Es sei nicht Aufgabe der Ausschüsse, Glaubens= und Bekenntnisfragen zu entscheiden. Das vom Staate gesteckte Ziel sei eine freie Evangelische Kirche im Dritten Reich.„Ihrer Aufgabe“, so führte D. Eger aus,„werden deshalb die Ausschüsse nur dann gerecht, wenn sie nicht nur in Loyalität, sondern in aufrichtiger Treue zum Staate stehen und rückhaltlos die von ihm gewollte deutsche Volksgemeinschaft bejahen und praktisch fördern helfen. Diese Volksgemeinschaft gründe sich auf dem Vertrauen zum Führer. Die Kirche hat sich in dieser Gemeinschaft einzuordnen, ja, sie ist eingeordnet.“ In diesem Zusammenhang wies D. Eger auf die Aufgabe hin, dafür zu sorgen, daß innerhalb der Kirche ein besseres Verständnis für das eigentliche Wollen des Nationalsozialismus entstehe. Sicherlich, so erklärte er, sei es notwendig, Theologie zu treiben. Aber die Wirklichkeit, in die hinein die Kirche das Evangelium zu verkünden habe, müsse auch verstanden werden. Sonst komme es dahin, daß die Kirche als Ganzes den Zusammenhang mit der Wirklichkeit verliere. „Wir leben nicht auf einer Insel, sondern wir wollen die Kirche hineinstellen mitten in das werdende Reich der Deutschen.“ Das Evangelium, so erklärte D. Eger zum Schluß, gehöre nicht in die Ecken und Winkel, sondern Oeffentlichkeit. Es hieße dem Evangelium Abbruch tun, wenn es aus der Oeffentlichkeit zurückgezogen würde. Zur Verkündigung des Evangeliums aber sei ein entsprechendes Kirchentum und eine Ordnung der Kirche notwendig; denn zu keinem anderen Zweck sei kirchliche Ordnung und Verwaltung da, als zur Verkündigung des unverkürzten Evangeliums in unserem deutschen Volk. Die Entwitniung Banzig. Eine Erklärung des Danziger Senatspräsidenten zum Jahresbericht des Völkerbundskommissars— Klare Scheidung der Meinungen dub. Genf, 23. Januar. Der Danziger Senatspräsident hat zu dem bekannten Jahresbericht des Völkerbundskommissars in einer ausführlichen Erklärung, die am Donnerstag vom Völkerbundssekretariat veröffentlicht worden ist, Stellung genommen. Die wesentlichen Stellen der Erklärung lauten folgendermaßen: „Sie, Herr Oberkommissar, vertreten den Standpunkt, daß die Regierung der Freien Stadt Danzig in ständig machsendem Maße eine verfassungswidrige Politik getrieben habe. Dieser ungeheuerliche Vorwurf hätte nach meiner Auffassung eines Beweises bedurft, an dem es in ihrem Bericht fehlt. Ich meine, daß eine Politik, die sich in Uebereinstimmung mit der unabhängigen Rechtsprechung des höchsten verfassungsmäßigen Gerichtshofes befindet, nicht gegen die vom Völkerbund garantierte Verfassung verstoßen kann. Die vom Rat des Völkerbundes in ihrer Verfassungsmäßigkeit angezweifelten Gesetze haben das Ergebnis der Volkstagswahl vom 7. April 1935 in keiner Weise beeinflußt. Artikel 79 der Danziger Verfassung gewährleistet die freie Meinungsäußerung durch Wort und Schrift nicht schlechthin, sondern nur innerhalb der gesetzlichen Schranken. Das gilt auch für die Presse. Das politische Einschreiten gegen die Presseorgane war daher zulässig und notwendig, da die skrupellose Hetzarbeit der gemaßregelten Zeitungen nicht die öffentliche Sicherheit und Arbeitsdienstpflicht der Abiturienten dub Berlin, 23. Jan. Der Reichserziehungsminister macht bekannt, daß Abiturienten mit Studiumsabsicht mit halbjähriger Verpflichtung in den Reichsarbeitsdienst eingestellt werden, sofern sie das 17. Lebensjahr vollendet haben und arbeitsdiensttauglich sind. Die Meldung zum Arbeitsdienst hat persönlich oder schriftlich bis zum 31. Januar 1936 bei dem zuständigen Meldeamt des Arbeitsdienstes zu erfolgen. Hierzu haben sich die Abiturienten bei dem für sie zuständigen Polizeirevier einen Freiwilligen=Schein für den Arbeitsdienst zu besorgen. Es wird ausdrücklich bemerkt, daß sich diese Anordnung nur auf die Abiturienten bezieht, die studieren wollen, um ihnen die Immatrikulation zum Herbst 1936 zu ermöglichen. Raipfgeiaininel un der Aorosront Eine große Schlacht an der abessinischen Nordfront Das Schulgeld 1936 an den höheren Schulen ndz. Berlin, 23. Jan. Im Einvernehmen mit dem Reichs= und preußischen Innenminister und dem preußischen Finanzminister hat der Reichsund preußische Erziehungsminister durch Erlaß an die nachgeordneten preußischen Behörden bestimmt, daß das Schulgeld an den öffentlichen höheren Schulen in Preußen 1936 den Betrag von 240 RM. nicht übersteigen darf. An den vom Staat unterhaltenen und vom Staat verwalteten höheren Schulen ist vom 1. April 1936 ab dieser Betrag zu erheben. Von den Erziehungsberechtigten, die durch Ausbürgerung die Reichsangehörigkeit verloren und nicht die Staatsangehörigkeit eines Landes erworben haben, bei dem die Gegenseitigkeit verbürgt ist, wird das Doppelte des für Inländer geltenden Schulgeldsatzes erhoben. Dadurch erzielte Mehreinnahmen sind zu Schulgeldermäßigungen für begabte und bedürftige Schüler zu verwenden. Wieder Goldabfluß aus der Bank von Frankreich ins Ausland Paris. Im Zusammenhang mit der Ministerkrise beginnen sich wieder finanzielle Spekulationen auszuwirken. Dem„Matin“ zufolge sind in drei Tagen vom 19. bis 21. Januar bereits über 600 Millionen Franken Gold aus den Kellern der Bank von Frankreich ins Ausland abgeflossen. onb. Addis Abeba, 23. Januar. Seit dem 20. Januar ist, abessinischen Frontmeldungen zufolge, an der Nordfront, nördlich von Makalle, eine große Schlacht im Gange. Die abessinischen Truppen greifen nach diesen Berichten die Italiener Tag und Nacht an, nachdem sie vorher einen italienischen Angriff zurückgeschlagen hatten. Einzelne abessinische Abteilungen haben verschiedene italienische Stützpunkte und Artilleriestellungen im Sturm genommen und Tanks im offenen Kampf angegriffen. In die Schlacht griffen auch italienische Flugzeuge ein. Ein großer dreimotoriger Caproni=Bomber wurde, so verlautet, von dem abessinischen Kommandanten Dagne Wodadj abgeschossen. Nach abessinischen Zählungen sollen die Italiener einige tausend Tote zu beklagen haben. Auch große Beute behaupten die Abessinier gemacht zu haben, darunter einige Feldbatterien mit der dazu gehörigen Munition. Wie weit die Stadt Makalle selbst noch im Kampfgebiet liegt, läßt sich hier nicht feststellen. Der italienische heeresbericht onb Rom, 23. Januar. Der neue italienische Heeresbericht, der als amtliche Mitteilung Nr. 104 veröffentlicht wird, besagt:„An der EritreaFront sind seit gestern harte Kämpfe im Gange, bei denen besonders eine Division Schwarz= hemden in Anspruch genommen wird. Bei unseren politischen Behörden des Gheralta=Gebiets haben sich einige Unterführer mit 114 Mann gemeldet, die ihre Waffen abgeliefert haben. An der Somalifront hat Graziani in Negelli die ersten Weisungen für die politische und militärische Neuordnung es Gebietes Galla Borrana gegeben.“ Bomben und haael über der Nordfronk Seit zwei Tagen sind über das Hochland von Andabit bis zur Nordfront ungeheuere Regenfälle niedergegangen, die von starken Hagelschlägen begleitet waren und die Straßen für Tage unbenutzbar machen.— Nach abessinischen Meldungen von der Nordfront haben tagelang starke Bombenangriffe im Wolkait=Gebiet insbesondere am Setit=Fluß stattgefunden. Es sei den abessinischen Truppen gelungen, bei einem Angriff von vier italienischen Flugzeugen drei abzuschießen. Die Gesamtzahl aller bisher abgeschossenen italienischen Flugzeuge wird von abessinischer Seite auf 13 geschätzt. Die Volksfront stiftet für Abessinien ein Feldlazarett Paris. Ein französisches Feldlazarett, das aus Kreisen der Volksfront gestiftet wurde, soll. einer Meldung des„Oeuvre“ zufolge, in den nächsten Tagen nach Abessinien abreisen. Englische Rekordausfuhr von Flugzeugen London. Die Ausfuhr britischer Flugzeuge und Flugzeugmotoren erreichte im vergangenen Jahre eine bisher noch nie dagewesene Höhe. Ihr Wert betrug rund.7 Millionen Pfund. Mehr als 70 Staaten und Gebiete traten als Käufer auf. Aegyptische Kabinektskrise Der Wafd verlangt die alleinige Regierungsbildung onb. Kairo, 23. Januar. Die ägyptische Regierungskrise soll nach Auffassung des Wafd in der Weise gelöst werden, daß das neue Kabinett ausschließlich aus Mitgliedern des Wafd gebildet wird Er hätte jedoch nichts dagegen einzuwenden, wenn zu den Verhandlungen mit England auch Führer der Einheitsfront hinzugezogen würden. Es erscheint möglich, daß der Wafd auch bereit sein würde, für die Dauer der Verhandlungen mit England einige Führer der Einheitsfront als Minister ohne Geschäftsbereich in das Kabinett aufzunehmen Vorläufig bestehl Nahas Pascha jedenfalls darauf, daß die Ressortsminister nur Wafd=Mitglieder sein können. Ordnung, sondern in einzelnen Fällen sogar die Staatssicherheit gefährdete. Ueber die Rechtmäßigkeit der Auflösung des Allgemeinen Arbeiterverbandes der Freien Stadt schwebt zur Zeit ein Verfahren vor der Verwaltungskammer des Danziger Landgerichts. Termin zur mündlichen Verhandlung steht am 30. Januar 1936 an. Eine Besorgnis, daß das Verfahren verzögert werden könnte, ist danach nicht gegeben. Mit Rücksicht auf das schwebende Verfahren hält der Senat die Erörterung dieser Angelegenheit zur Zeit für untunlich. Das Schreiben fährt fort: „Wirklich ernste politische Ausschreitungen haben sich in Danzig weder im letzten Jahr, noch in den ganzen 2½ Jahren nationalsozialistischer Staatsführung ereignet, wie schon daraus hervorgeht, daß der politische Kampf in dieser ganzen Zeit kein Todesopfer gefordert hat. Soweit es zu Ausschreitungen gekommen ist, ist die Polizei, die ohne Ansehen der Person und Partei gegen jeden Rechtsverletzer vorgeht, ihrer ohne weiteres Herr geworden. Ueber die Garantie des Völkerbundes glaube ich mich eingehend genug in meiner Antwort vom 11. Januar 1936 in der Frage der Wahlpetition geäußert zu haben. Nach meiner Meinung ist die rechtliche Lage klar und eindeutig. Die Garantie kann niemals zu einer Einschränkung der aus der Souveränität der Freien Stadt Danzig sich ergebenden Rechte führen, was der Yshii=Bericht vom 17. November 1920 grundlegend ausführt.“ Das Schreiben des Senatspräsidenten schließt: „Die Danziger Oppositionsparteien, die sich ständig mit Petitionen über angebliche Verfassungswidrigkeiten unmittelbar an den Kommissar und an den Völkerbund wenden, scheinen übersehen zu haben, daß ihnen ein Weg nach Artikel 19 Abs. 2 der Verfassung offen steht. Diese Bestimmung verpflichtet den Volkstag, einen Untersuchungsausschuß einzusetzen, wenn auch nur ein Fünftel seiner Mitglieder es beantragt und die Gesetzlichkeit oder Lauterkeit einer Regierung oder Verwaltungsmaßnahmen angezweifelt wird. Von dieser Möglichkeit haben die Oppositionsparteien bisher keinen Gebrauch gemacht. Es scheint uns aber Grundsatz des Völkerbundsrates zu sein, sich erst dann mit den inneren Angelegenheiten Danzigs zu beschäftigen, wenn bereits alle rechtlichen und legalen Mittel einer anderweitigen Regelung erschöpft sind.“ Deutschland— Polen Gemeinsame Sitzung des deutschen und des polnischen Regierungsausschusses— Verständigung über den Warenverkehr im Februar onb. Warschau, 23. Januar. In den Tagen vom 16. bis 22. Januar 1936 fand in Warschau eine gemeinsame Sitzung des deutschen und des polnischen Regierungsausschusses statt, deren Aufgabe es ist, den Warenverkehr zwischen beiden Ländern auf Grund des Wirtschaftsvertrages vom 4. November 1935 ständig zu überwachen und richtungweisend für den Handelsverkehr zu wirken. Mit Rücksicht darauf, daß die Ausfuhr einiger landwirtschaftlicher Waren aus Polen aus Saisongründen sehr bedeutend war, die deutsche Einfuhr nach Polen und der Freien Stadt Danzig dagegen bisher die ursprünglich festgesetzte Höhe nicht erreicht hat, haben die Regierungsausschüsse beschlossen, den polnischen Ausfuhrplan für den Monat Februar 1936 bedeutend herabzusetzen. Sofia. Nach einer Mitteilung des Innenministers ist das Nationalkomitee der legalen mazedonischen Emigrantenverbände in Bulgarien auf Grund des Gesetzes über das Verbot der Parteien aufgelöst worden. In den frühen Morgenstunden des Donnerstag besetzte die Polizei die Büroräume des Komitees und beschlagnahmte das gesamte Archtv. * Nr. 23 Zweites Blatt des Stadtanzeigers ür Castrov=Nauzel und Umgedung Freitag, den 24. Januar 1936 Die ersten Schille auf dem Suez=Ranak— Wektreiseverkehr und Kriegsteausporte Der in den letzten Jahren sehr starke Weltreise= und Handelsverkehr durch den Suezkanal nach den östlichen Teilen des Weltmeeres ist in den letzten Monaten durch die zahlreichen Kriegstransporte weiter verstärkt worden. Truppentransvorte wechseln ab mit zahlreichen italienischen Dampfern, die Munition und Giftgase in das Kriegsgebiet hinüberschaffen. Die Einnahmen der Kanalgesellschaft haben sich um viele hunderttausend Pfund dadurch erhöht. Man kann es sich heute kaum vorstellen, daß diese unentbehrliche Schiffsstraße erst im Jahre 1869 eröffnet wurde, und daß die große Hasenstadt Port Said zu jener Zeit nur aus einigen Häusern und ein paar Hütten aus Palmenzweigen bestand. Man pflegt zu sagen. in Port Said hat man Europa hinter sich, und in seliger Hoffnung steigt der Orient auf, das Land der Träume und des Sonnenscheins. Es kann allerdings auch umgekehrt sein; dann kehrt man aus der Ferne zurück so daß sich in Port Said gewissermaßen die getäuschten und die noch hofinungsfrohen Weltreisenden begegnen. Dabei darf nicht vergessen werden, daß vor einigen 70 Jahren Ferdinand Lesseps auf einer Ausstellung in Lonoon sich müde redete, um öffentlich die Durchführbarkeit eines Kanals über die Landenge von Suez zu beweisen. Die Engländer hielten Lessevs damals für einen Schwärmer. Und wenn es ihm nicht gelungen wäre. den Khediven Ismael Pascha von Aegypten für das Kanalprojekt einzunehmen. dann hätte es mir dem Bau vielleicht noch gute Weile gehabt Nachdem der Khedive viele Millionen Franken hergegeben hatte, sing er an, zaghaft zu werden. Es fanden sich neue Leute. die Kanalaktien zeichneten: aber die Hauptsache war es jetzt, das große Werk zu vollenden. Die Weltfeier, die die Einweihung umrahmen sollte, sand im November des Jahres 1869 statt. Tausende von Gästen aller Nationen waren der Ehre gewürdigt worden, zur Feier eingeladen zu werden: Fürsten, Minister, Gelehrte und Künstler. Am Tage vorher hatte eine Hochflut den Festplatz bei Pord Said unterspült. Und ein Heer von Arbeitern war gerade fertig geworden, den Platz für die Feier neu herzurichten. Rechts und links vom Kanaleingang erhoben sich Riesenobelisken, die zwischen sich die verhüllenden Segeltücher trugen. Der Fürstenvavillon im ägyptischen Stil bot Platz für die Vertreter aller Höfe. Die Kaiserin Eugenie, die Gattin Navoleons III., bildete den Mittelpunkt des Festes. Von deutschen Gästen war zugegen: der Kronprinz von Preußen— der spätere Kaiser Friedrich—. der Postminister von Stephan, sowie eine ganze Anzah. von Gelehrten. Eine auffallende Erscheinung war ferner Henrik Ibsen. Zur linken des erwähnten Pavillons hatte der Imam Platz genommen, zur Rechten zelebrierte der Beichtvater der Kaiserin Eugenie. der Abbe Bauer, vor einem Altar die Messe. Am Schluß der kirchlichen Feier bestieg er einen erhöhten Punkt. begrüßte die Gäste und die Zeugen des historischen Momentes und rief dann mit lauter Stimme:„Herab mit der Scheidegrenze, die der Geist der Welt längst überflügelt hat, herab mit der Scheidewand! Von heute ab soll es keinen Abend und keinen Morgen geben— es soll Tag sein. Kommt ihr fernen Völker Indiens, wir strecken euch die Hand entgegen und hier im Kanal von Suez sei die fruchtbringende Verbindung von Asien und Europa.“ Die Leinenwände fielen. Kanonendonner aus Hunderten von Geschützen erfüllte die Luft dazu die Musik aller Nationalhymnen der Welt. Der nächste Akt war das Besteigen der Schiffe, die eine riesige Flotte bildeten und als erste den Kanal hinunterfuhren. Jedet war mit seinen Gedanken beschäftigt — so erzählt ein deutscher Teilnehmer— im Bewußtsein, einem großen, historischen Ereignis beizuwohnen. Als die Riesenflotte langsam den Kanal nach dem Roten Meer hinunterdampfte, erhoben sich Tausende von Pelikanen und Flamingos. und Tausende von Störchen sahen verwundert diesem Schauspiel zu, das ihrem beschaulichen Leben an dieser Stelle bald ein Ende machen sollte. Zelte für 30 000 Menschen In Port Said, das heute eine große Hasenstadt ist, standen nach dem Bericht jenes Augenzeugen damals acht Häuser und eine Reihe von Hütten aus Palmen= zweigen. Um die 30000 Menschen unterzubringen. hatte man im weiten Umkreis Zelte errichtet. 15 000 Beduinen lagerten um einen Hügel, auf dem Signalapparate die Ordnung aufrecht erhielten. 5000 Derwische wohnten in einer breiten Zeltstraße sich gegenüber. Die Zelte waren aus Brokatstofsen und präch#tig geschmückt. Jedes Zelt war auf einen bestimmten Ton gestimmt. Die orientalischen Bewohner rauchten am Tage Zigaretten genau wie die europäischen Gäste. Am Abend zeigten sie sich in ihrem Glanz, ließen Taranteln und Schlangen die Kehle hinuntergleiten, verschluckten Säbel oder schlugen so oft mit dem Kovf auf einen Hausen eckiger Steine bis die Zuschauer annehmen mußten, es mache ihnen ein besonderes Vergnügen.„Diese Schwärmer waren von Marokko aus bis Indien zusammengelesen worden. um den Fremden einen Begriff von dem Sektenwesen zu geben. 2000 wohnten außerdem auf den Schiffen und 8000 lebten zu zweit in Zelten. Vor je zwei Zelten stand ein großer Behälter mit Wasser und ein Neger. der das kühle Naß. das eigentlich warm war, verabreichte. In den Straßenblocks dieser Zeltstadt standen große Baracken, in denen die auserlesensten Mahlzeiten, von französischen Köchen zubereitet, serviert wurden. Aber bei dieser Fülle von Menschen war trotzdem alles zu eng. Das große Diner z. B. mußte vier= bis fünfmal hintereinander wiederholt werden, so daß, wenn einer am Tisch Platz genommen hatte, hinter seinem Stuhl sich drei bis vier andere wartend ausstellten, um für den nächsten Gang Platz zu finden. Alle Speisen und der Wein waren von erster Qualität. Der Kanonendonner hörte während der ganzen Festtage nicht auf Musik erscholl aus allen Zelten. und zu sehen gab es genug Da die Kaiserin Eugenie am Abend nicht zum Ball erscheinen konnte, wurde um vier Uhr nachmittags bei hellem lichten Tage das ihr zu Ehren bestimmte Feuerwerk abgebrannt. während sich zur gleichen Zeit eine berückende Phantasie von 15000 Beduinen absvielte. Phantastisch war das Leben am Abend. Ein Lichtermeer erfüllte die Zeltstadt, alle Vorhänge waren geöffnet. Wie ein Traum aus einer Märchenwelt kam es den meisten vor. In Ismaila am Suezkanal, wo die Reise der Gästeflotte endete, hatte der Khedive die größten Krieger Aegyptens versammelt. Eine ganz große orientalische Begrüßung war vorgesehen. Der deutsche Gast aus jener Zeit erzählt:„Ich saß zur Rechten auf dem Diwan und erhielt die Ehrenpseise. Sie hatte ein Mundstück, das ganz aus Bernstein bestand und mit Brillanten besetzt war. Das Rohr daran war mehrere Fuß lang. Wenn ich, da ich nicht rauchte, diese Auszeichnung abgeleynt hätte, wäre sie auf einen französischen Major gefallen, dem ich sie nicht gönnte. Die Unterhaltung wurde lebhaft, ich rauchte wie ein Kutscher, doch fühlte ich bald, daß der Angstschweiß mir von der Stirne rann. Ich kürzte die Unterhaltung ab und stand bald darauf mitten in der Wüste— ein Jammerbild der Seekrankheit...“ Das war die feierliche Eröffnung des Suezkanals in den Novembertagen des Jahres 1869. Sechsundsechzig Jahre sind seitdem vergangen. Port Said ist eine große englische Stadt geworden, und der Verkehr auf dem Kanal hat sich um das Vielfache gehoben. Nur die Vergnügungsreisenden scheinen seltener geworden. Dafür furchen Schiffe mit Granaten beladen das Wasser des Kanals. dessen Ufer sich nach und nach immer mehr zu einem waffenstarrenden Festungswall entwickeln dürften. om Sihnptschen ahr 1ee in dem die größten internationalen sportlichen Wettkämpfe der ganzen Welt erstmals auf deutschem Boden stattfinden, fühlt jeder mit der Zeit lebende deutsche Volksgenosse in sich selbstverständlich das Bedürfnis, sich über die Geschichte der olumpischen Wettkämpfe genauer zu unterrichten. Der„Stadtanzeiger für Castrov=Rauxel und Umgebung" kommt diesem Streben entgegen. Er beginnt in den nächsten Tagen mit der Veröffentlichung einer Arbeit Hermann Timmermanns, der in fesselnder Weise Tatsachenberichte aus dem so spannenden Verlauf der bisherigen Olympiakämpfe bringt. ist der Titel dieser wirklich für jeden lesenswerten und aufschlußreichen Artikelserie. Sie bietet keine nüchternen Statistiken oder Rückschauen, sondern läßt wie im Film olymvisches sportl. Geschehen miterleben. J00 Mitglieder der Kos. in Gastrop=Kauxer Durch Werbung muß die Mitgliederzahl bedeutend erhöhl werden, denn Castrop-Kauxel liegt im Gau Westfalen-Süd bei 22 Kreisen an der 17. Stelle! Von der Arbeit der NöV. Der Sinn der Volksgemeinschaft und das Verantwortungsbewußtsein eines jeden zu einem jeden ist im Herzen eines jeden deutschen Volksgenossen tief verankert. Was vor Jahren noch als eine Unmöglichkeit erschien, verspottet und belacht wurde, heute ist es uns selbstverständlich: 65 Millionen bilden nicht mehr Dutzende von Parteien, Klassen, Ständen, Interessenkreisen, sondern das deutsche Volk! In allen ist die Erkenntnis gereift, daß der einzelne nur leben kann, wenn sein Volk lebt und daß er ohne sein Volk nichts ist. Jeder weiß, daß seine eigenen Interessen, sein Ich zurückstehen muß, wenn es das Volk gilt. Aus dieser Erkenntnis Heraus. die heute, mit Ausnahme der Ewiggestrigen und der immer Besserwissenden. allen gehört, sind wir zu jedem Opfer bereit, wenn es die Nation gilt. Dieser durch den Nationalsozialismus erwachte Wille von Millionen findet am besten seinen Ausdruck in den großen Aktionen der Selbstbilfe. der NS.=Volkswohlfahrt und dem Winterhilfswerk des deutschen Volkes. Diese Aktionen werden von jedem getragen, jeder opfert für sie, jeder hat teil daran und jeder auch als Teil des Volkes spürt deren Segen. Die NS.=Volkswohlfahrt ist der als Organisation sichtbar gewordene Wille eines Volkes, seine Zukunft zu sichern. Millionen stehen in den Reiben der NSV. Ihr soziales Gewissen gebietet ihren äußersten Einsatz. Durch die Sommermonate fahren die Züge mit den Ferienkindern, holen sich Tausende Deutscher in den Heimen an der See. im Gebirge. auf dem Lande Erholung, finden Millionen Rat und Beratung und tatkräftige Unterstützung in ihrem täglichen Kampf um die Gesunderhaltung, kurz, die NSV. umsaßt und ersaßt jeden deutschen Menschen als kleinen Teil eines großen Volkes. Auch die großzügig durchgeführte und sich schon erfolgreich auswirkende Divhtherie=Schutzimpjung der Castrov=Rauxeler Kleinund Schulkinder vor einem Jahr war ein Werk der NSV. Aber auch im Winter arbeitet die NSV., ihre Aktionen lausen weiter. Immer wieder werden Kinder in Heime verschickt, bekommen Mütter Erholung und Gesundheit, gehen die Beratungsstunden weiter und werden alle die vielen kleinen und großen Aufgaben dieser Riesenorganisation durchgeführt. Jetzt, im zweiten Kampfabschnitt gegen Hunger und Kälte, werden schon die Vorbereitungen für die Frühjahrs= und Sommerarbeit getrossen, geben die ersten Anordnungen heraus. Die Möglichkeit für diese riesigen Ausgaben der NS.=Volkswohlfahrt bilden die Mitglieder. Sie sind die Basis, auf der die Organisation für alle arbeitet und um die Gesundheit aller kämpft. Wenn das Winterhilfswerk an erster Stelle steht, so soll man dabei nicht die NS.=Volkswohlfahrt vergessen. Jeder, der sein monatliches Ovfer für das WHW. bringt. Sammelabzeichen erwirbt und an den Eintovssonntagen opfert und durch Zurverfügungstellung seines eigenen Ichs dazu beiträgt, diesem großen Winterkampf des deutschen Volkes zu einem Siege zu verhelfen, darf mit Stolz von den Leistungen und Zahlen des Winterhilfswerkes sagen: Das sind auch meine Zahlen, ich habe mitgeholfen, diese Erfolge zu erringen. Jeder soll aber auch an die NSV. denken, die ihn braucht. Gerade bei uns in Castrov=Rauxel. das Notstandsgebiet ist und als solches, wie die am Dienstag dieser Woche im„Stadtanzeiger“ veröffentlichte Rechnungsablage der NSV. über das WHW. in den Monaten Oktober. November= Dezember 1935 erst noch dartat, ganz erhebliche Zuschüsse erhält, sollte sich jeder Volksgenosse sagen, daß es auf die Mitwirkung aller ankommt, um den schweren Kampf gegen alle unsere Volkskraft bedrohenden Mächte erfolgreich führen zu können. Daß die Ovferfreudigkeit der Castrov=Raureler sich gegenüber dem Vorjahre in erfreulichem Maße gesteigert hat, hat an dieser Stelle schon bei früheren Anlässen, wie bei den Ergebnissen der Eintopf= und Straßensammlungen und den Eintragungen in das„Buch des Opfers“ anerkannt werden können. Diese erhöhte Ovserfreudigkeit muß nun aber bei der jetzt einsetzenden Werbetätigkeit für die NSV. ebenfalls zum Ausdruck kommen, indem alle Volksgenossen, die dazu nur eben in der Lage sind. die Mitgliedschaft der NSV. erwerben. Bisher steht Castrov=Rauxel mit 3062 Mitgliedern in der NSV.=Statistik unseres Gaues Westjalen=Süd prozentual an der 17. Stelle der 22 Kreise bei.25 Mitgliedern je 100 Einwohner. Vergleichsweise sei erwähnt, daß Herne mit 4624 Mitgliedern und einem Prozentsatz von.6 und Wanne=Eickel mit 4540 bzw. 4,92 noch schlechter dastehen als Castrop=Rauxel. Dortmund stellt 37079 Mitglieder—.89 Prozent der Einwohnerschaft. Bochum nimmt mit.55 Prozent seiner Einwohnerschaft als NSV.=Mitglieder, im Gau die 6. Stelle ein. An erster Stelle im Gau Westfalen=Süd steht Arnsberg, das 10384 Mitglieder, gleich 13.60 Prozent der Einwohnerzahl, zählt. Wir müssen dabei noch bedenken, daß der Gau Westfalen=Süd im Reiche nicht an erster Stelle steht, sondern nur an 22. Denn nur.44 Prozent aller Einwohner unseres Gaues sind Mitglieder der NSV. Das ist sehr betrüblich, wenn man bedenkt, daß z. B. der Gau Mainjranken jast doppelt so viel. nämlich 13.21 Prozent der Einwohner als Mitglieder in der NSV. zusammengeschlossen hat. Der Gau Hannover=Ost steht im Reiche an zweiter Stelle mit 12.50 Prozent, dann folgen Gau Düsseldorf mit 12,04 Prozent und Gau Koblenz=Trier mit 11.20 Prozent. Der Gau Pfalz=Saar zählt.07 Prozent der Bevölkerung zu Mitgliedern der NSV.. während der schlechteste Gau, der Gau Bayrische Ostmark, nur 4,70 Prozent in der NSV. zusammenfaßt. Das Verhältnis liegt in Castrov=Rauxel mit 5,25 Prozent zwar noch über dem Durchschnitt des am schlechtesten gestellten Gaues des Reiches; trotzdem haben wir allen Grund, alle unsere Kräfte zusammenzunehmen. Deshalb muß die Werbetätigkeit für die NSV.. die in diesen Tagen in ganz Castrop=Rauxel in besonderem Maße ausgenommen wird, die Beachtung aller Volksgenossen finden. Werdet Mitglied der NSV.! Helft mit an ihren großen Aufgaben! Das ist jetzt die Parole. Und wenn dann die Blockwalter der RSV. mit den Fragebogen in die Haushaltungen kommen, dann sollen wir alle uns darin einzeichnen. Denn den geringen Monatsbeitrag für die Rev. wird jeder, der sich in Arbeit und Brot befindet, noch aufbringen können. hat er doch dann auch die innere Befriedigung. Mitträger einer der größten und segensreichsten Einrich des nationalsoztaltstischen Deutschland zu sein. Darum sage keiner Nein, dem es die wirtschaftlichen Verhältnisse ermöglichen. Mitglied der NSV. zu werden! Voraussetzung für die Mitgliedschaft ist, daß man arischer Abstammung ist, keinem Orden. keiner Freimaurerloge oder einem ähnlichen Geheimbunde angehört. Die Aufnahmegebühr beträgt 50 Pfennig. der monatliche Mindestbeitrag für Mitglieder der Partei. der SA., SS., des RSKK. 50 Pfennig. für Nichtvarteigenossen.— Mark. Ueber die großartigen Leistungen der NSV. in Castrop=Rauxel haben wir schon oft berichtet und wir haben jetzt bei der Durchführung des Winterhilfswerkes wieder die beste Gelegenheit, zu beobachten. welchen Segen, welche Freude die NSV stifret, wie manche Not sie lindert, welch großes Elend sie oft beseitigt. Und weil Castrov=Rauxel Notstandsgebiet ist, reichen die in Castrov=Rauxel aufgebrachten Geldspenden nicht aus, um all die Hilfsmaßnahmen durchzuführen; es bedarf der Unterstützung durch den Gau. An Geldspenden sind in Castrov=Rauxel in den drei letzten Monaten des Vorjahres insgesamt 51 038,63 RM. eingekommen. die verausgabten Gelder betragen in dem diesjährigen Winterhilfswerk aber bisher schon 153 441.07 RM. Aus diesen Zahlen mag jeder erkennen, daß das Gerede, das Geld. das in Castrov=Raurel zusammenkomme, werde zum Teil abgeführt, haltund sinnlos ist. Im Gegenteil, der Gau unterstützt unser Gebiet sogar noch durch beträchtliche Zuwendungen. die es ermöglichen, all unseren notleidenden Volksgenossen Hilje zu bringen. Dies mag uns allen noch mehr Anlaß sein. der NSV. als Mitglied beizutreten, um nicht außerhalb dieser großen Gemeinschaft zu stehen. die sich mit allen Mitteln für den Wiederaufstieg unseres Volkes einsetzt. Auch Du, gerade Du, mußt Mitglied der NSV. Castrov=Rauxel werden! Und zwar jetzt! Das Winterhilfswerk wird in Kürze, am 31. März. abgeschlossen. Aber dann ist die Verpflichtung jedes Volksgenossen zur praktischen Mitarbeit an der Verwirklichung nationalsozialistischen Ideengutes nicht erloschen. Als Mitglied der NSV. muß er dann mithelsen, das große soziale Werk des Führers, für das er die NSV. geschaffen hat. durchzuführen. Daher seid Sozialisten der Tat, tretet der NSV. bei! 100 Rechlsungeirgenheiten im Führe 1833 Die Tätigkeil der As.=Rechisbetreuungsstelle beim Castrop-Kauxeler Amisgericht Im Silberkranze Stadttreis Castrov=Rauxel, den 24. Januar 1936. 9 ist Zeit... Im verflossenen Jahr meldeten sich eine Million Teilnehmer zum Reichsberufswettkampf. Sie kamen freiwillig. getrieben von der Freude an der Leistung. Der deutsche Jungarbeiter kennt Gott sei Dank wieder Freude an der Arbeit. Aus dieser Freude. verGunden mit der Selbständigkeit, die man von ihm verlangt, erwächst das Vertrauensgefühl. Dieses aber ist die Voraussitzung für deutsche Qualitätsarbeit. In dem Zusammenklang der drei Dinge lieg: das Geheimnis des deutschen Erfolges. Der dritte Reichsberufswettkampf. der Ausdruck eines Leistungswillens ist, wie ihn noch keine Jugend bekundete, bedeutet wiederum einen Meilenstein auf dem Wege. leistungsjähigen Facharbeiternachwuchs heranzubilden. Er bringt Klarheit über den Leistungsstand, und dann liegt es bei jedem Einzelnen. hieraus Kraft und Entschluß für die weitere Ausbildung zu ziehen. Nach ist es Zeit, deine Anmeldung für den 3. Reichsberufswettkampf. der vom 2 bis 16. Februar stattfindet. abzugeben. Tausende deiner Kameraden und Kameradinnen sind, zum Wettkampf bereit warum willst du fehlen? Deine Anmeldung nimmt die örtliche Dienststelle der Deutschen Arbeitsfront entgegen. 5. Reichsstraßensammlung des Winterhilfswerkes am 2. Februar Am Sonntag. dem 2. Februar 1936. findet die 5. Reichsstraßensammlung des Winterbilfswerkes des deutschen Volkes statt. Diese 5. Reichsstraßensammlung wird wie die erste des WHW. 1935/36 von SA., SS., RSKK. und NSDStB. durchgeführt. Es gelangt ein Lederabzeichen zum Verkauf. das die Wolfsangel zeigt. Die Sammlung steht wie der ganze Monat Februar unter dem Satz: In Treue verschworen zum Volk! Die besher durchgeführten Straßensammlungen der Winterhilfe haben besonders im Gau Westjalen=Süd einen guten Erfolg gezeigt. Es ist selbstverständlich. daß auch diese Sammlung den vorhergehenden in keiner Weise nachstehen wird Ausruhen und Stillstand, das sind bei uns zwei unbekannte Begriffe— es gehi weiter! Und immer mehr stoßen zur Idee der Volksgemeinschaft, immer mehr Volksgenossen werden von dieser Idee durchdrungen, so daß jeder Avvell an das Pilichtbewußtsein im Herzen des deutschen Volksgenossen jedesmal einen größeren Erfolg nach sich zieht. Am 2. Februar beweisen wir das! Die beim hiesigen Amtsgericht eingerichtete NS.= Rechtsbetreuungsstelle ist die zentrale Zusammensassung der gemeinnützigen Rechtsberatungen in Castrov=Rauxel. Die Rechtsbetreuung wird ehrenamtlich von dem im Bund Nationalsozialistischer Deutscher Juristen zusammengeschlossenen Rechtsanwälten unter der Oberaussicht des Reichsrechtsamtes der NSDAP. ausgeübt. Dadurch ist die Gewähr dafür gegeben, daß die Rechtsauskunft durch die berufenen Vertreter fremder Interessen und durch vorgebildete Kenner des Rechts und der Rechtsprechung in sachgemäßer Weise und in Uebereinstimmung mit der neuen Rechtsordnung erfolgt. Bis zum 31. Dezember 1935 wurden von der hiesigen NS.=Rechtsbetreuungsstelle in eingehender Beratung 166 Rechtsangelegenheiten bearbeitet und zwar aus den verschiedensten Rechtsgebieten. Ausgeschlossen waren gemäß den getroffenen Abgrenzungsvereinbarungen mit den zugelassenen Rechtsberatungsstellen der Gliederungen der NSDAP. und der ihr angeschlossenen Verbände die diesen besonders zugewiesenen Rechtsgebiete. So ist die Rechtsberatungsstelle der Deutschen Arbeitsiront für ihre Mitglieder auf dem Gebiete des Arbeits= und Sozialversicherungsrechts zuständig: die Rechtsberatet der RS.=Volkswohlfahrt können Rechtsberatungen auf dem Gebiete des Wohlfahrts= und Fürsorgerechts ausüben. Anspruch auf die ehrenamtliche NS.=Rechtsbetreuung haben alle deutschen Volksgenossen. welche zur Aufbringung der gesetzlichen Rechtsanwaltsgebühren u. Auslagen außerstande sind. Diese Voraussetzung wird grundsätzlich in allen Fällen anerkannt. in welchem die gesetzlichen Voraussetzungen für die Bewilligung des Armenrechts gegeben sind. insbesondere bei Arbeitslosen. Krisenund Wohlfahrtsunterstützungsempfängern, sowie bei Schwerkriegsbeschädigten. Soweit diese Voraussetzungen nicht glaubhaft gemacht werden können, ist die Bedürftigkeit zu prüfen. Stellt sich hierbei oder später heraus, daß die Voraussetzungen der Bedürftigkeit unter Berücksichtigung aller in Betracht kommenden Umstände nicht gegeben sind, so ist die unentgeltliche Rechtsbetreuung abzulehnen. Die Rechtsbetreuung beschränkt sich im wesentlichen auf die Erteilung von mündlichen Rechtsauskünften. Umsangreichere Angelegenheiten werden nach wie vor auf den Büros der einzelnen Rechtsanwälte erledigt, insbesondere auch die Anjertigung von Schriftsätzen in lausenden Rechtsstreitigkeiten. Mißbräuchliche Ausnutzung der Rechtsbetreuungsstelle durch Personen. welche zur Zahlung der gesetzlichen Gebühren in der Lage sind, werden streng geahndet: gewohnheitsmäßige Querulanten werden zurückgewiesen. Um eine übermäßige Inanspruchnahme der NS.= Rechtsbetreuungsstelle, namentlich in geringfügigen Angelegenheiten und eine mißbräuchliche Ausnutzung zu verhindern, wird zur teilweisen Deckung der durch die ehrenamtliche NS.=Rechtsbetreuung entstehenden baren Auslagen ein Unkostenbeitrag von.20 RM. erhoben. der bei besonders umfangreichen und langwierigen Beratungen mit Einversändnis des Rechtsuchenden auf.30 RM. für jede Rechtsbetreuung erhöht werden kann. Andererseits kann auch der Unkostenbeitrag von.20 RM. in Fällen besonderer Not und völliger Mittellosigkeit gänzlich erlassen werden. Die Beratungsstunden für die NS.=Rechtsbetreuung finden jeden Donnerstag. nachmittags in der Zeit von 16—17 Uhr, im Amtsgerichtsgebäude. Zimmer Nr. 18(Sitzungssaal) statt: falls der Donnerstag ein Feiertag ist, am Freitag nachmittag. Es steht zu erwarten, daß die NS.=Rechtsbetreuungsstelle, wie im bisherigen Umfange auch im neuen Jahre den minderbemittelten Volksgenossen mit ihrer Rechtsberatung zur Seite steht Nach dem Willen des Führers soll kein deutscher Volksgenosse im Dritten Reich ohne einen sicheren und fachkundigen Rechtsschutz sein; in diesen Dienst haben sich auch die Anwälte des hiesigen Amtsgerichts eingereiht und sich in anerkennenswerter Weise zum Wohl des Ganzen und zum Schutz des deutschen Rechtes zur Verfügung gestellt; sie werden auch weiterhin alle Auskünfte und Rechtsfragen nach bestem Wissen und in Uebereinstimmung mit der Rechtsordnung jedem Rechtsuchenden beantworten. Ansere Altstadt Schagen=schnitten gat ab Das letzte Bezirksgruppenschießen der Gruppe„Industriegebiel“ Bürgerschützenverein Castrop-Alkstadt Dritter im Kleinkaliberschießen Bei dem letzten Bezirksgruppenschießen der Bezirksgruppe„Industriegebiet", im wests. Schützenbunde zu Gelsenkirchen beteiligten sich eine Reihe Schützenvereine aus der näheren Umgebung. Die Bedingungen waren: für Großkaliber je eine Gruppe von vier Schützen, für Kleinkaliber je fünf Schützen. Jeder Schütze hatte 15 Schüsse nach den Meisterschaftsbedingungen des Westfälischen Schützenbundes. In Diovter=Freihand errang der Hattinger Schützenverein mit 561 Ringen den 1. Preis. bei Diovter=Auflage erzielte der Bürgerschützenverein „Freischütz“ Herne mit 595 Ringen den zweiten. der Bochumer Schützenbund von 1862 mit 555 Ringen den dritten. Schützenverein Ludwigstal. Welper a. d. Ruhr, mit 453 Ringen den vierten Preis. Im Schießen mit der Wehrmann=Büchse Freihand fiel dem Bochumer Schützenbund mit 706 Ringen der zweite Preis, dem Hattinger Schützenverein mit 642 Ringen der vierte Preis zu. Bei dem Schießen Weyrmann=Auflage holte sich der Schützenverein Alt=Herne mit 618 Ringen den zweiten, der Hattinger Schützenverein mit 606 Ringen den dritten und der Bochumer Schützenbund mit 501 Ringen den vierten Preis. Im Kleinkaliber. Klasse B. fiel dem Hattinger Schützenverein mit 613 Ringen der zweite, dem Schützenverein Castrov=Rauxel=Alt= stadt mit 587 Ringen der dritte, dem Bürgerschtzenverein Bochum=Weitmar mit 580 Ringen der fünfte, dem Schützenverein„Weidmannslust“ Herne mit 576 Ringen der sechste Preis zu. In der Klasse A. Kleinkaliber, holte sich die Jungschützenahteilung der Deutschen Eiche in WelverKuyr mir 487 Ringen den vierten Preis. Sonntag: Kammerorchesterkonzer Jean Nattermann spielt das Klavierkonzert in=Dur von Joseph Haydn Im Kammerorchesterkonzert der NSKG. unter Leitung unseres Städt. Musikdirektors Max Spindler spielt Jean Nattermann am 26. Januar. abends um 8 Uhr, im Wichernhause der Altstadt das Klavierkonzert in=Dur von Joseph Handn. das 1784 erstmalig im Druck erschien und neben dem =Dur=Konzert desselben Meisters den Höhepunkt in Klavierkonzerten darstellt. In technischer namentlich aber in musikalischer Hinsicht ist es ein Opus, das größtes Interesse verdient Seine für die damalige Zeit und insbesondere für Hayon schon recht vollgriffig anmutende Technik, der große Schwung seiner Passagen und die nachschlagenden Oktavengänge geben dem Solisten in dieser Hinsicht eine bescheidene Möglichkeit zur Entfaltung einer gewissen Brillanz. Auch die Koloristik des begleitenden Orchesters ist überaus reizvoll zu nennen. Besonders der Mittelsatz, der aus einem achttaktigen Tutti entwickelt wird zeigt die hohe Kunst thematischer Entwicklung. Besonders in dem bedeutsamen Zwiegespräch zwischen Orchester und Soloinstrument über einem ganz schlichten Motiv. wird ein überaus reicher Ausdruck der Empfindung ausgebreitet. Der am stärksten fesselndste Teil ist das Rondo=Finale Ongharese“ mit seinen zwei, die eindrucksvolle Schilderung des magyarischen Charakters Hervorhehenden, Mollteilen. Namentlich das zweite „Minore gemahnt mit seiner weitgespannten melodischen Linie und mit seiner leidenschaftlichen Kraft fast an Beethoven. Mit diesem Konzert hat unser Jean Nattermann schon auf Dortmunds Konzertvodium sich große Erfolge erspielt, so daß damals alle Kritiker einstimmig— ein durchaus seltenes Vorkommen— des Lobes voll waren über die Wiedergabe des Konzertes. Wir wollen uns steuen, daß wir noch einmal Gelegenheit haben, das Werk und den Künstler hier am Orte zu hören. Wünschten sich doch schon lange recht viele Musiktreunde, auch in diesen Konzerten dem einen oder anderen unserer einheimischen Pianisten zu begegnen. Ganz besonders aber wird die Jugend erfreut sein, einmal einen der Ihrigen auch im Jugendkonzert begrüßen zu können. Denn noch immer war es so. wo und wann Nattermann auch auftrat, immer hatte er die begeisterte Jugend und die, die sich im grauen Haat ein jugendliches empfängliches Herz bewahrt hatten. auf seiner Seite. Wohl selten hat ein einheimischer und auswärtiger Künstler bei uns soviel rauschenden Beifall und freudig bejahende Anerkennung gesunden, wie gerade unser Jean dessen Entwicklung zu verfolgen uns stets eine freudige und bleibende Erinnerung aus dem Musikleben der Stadt Castrop-Rauxel sein wird. Mögen drum recht viele am Sonntag den Weg zum Wichernhaus finden. Karten zu dem Abend sind in den durch Plakate kenntlich gemachten Vorverkaufsstellen noch zu haben. Die Mitglieder der Jugendgruppe der NSKG. brauchen nur einen Eintrittsvreis von 20 Pfg., die Nichtmitglieder 30 Pfg. zu bezahlen Alles andere ist aus den Plakaten ersichtlich. D. Haardt. Der Frohe Samstagabend.... der NSc.„Kraft durch Freude“ ist morgen. Samstag, dem 25. Januar, 8 Uhr, bei Felling Nur noch einen Tag und der Samstag. an welchem der erste„Frohe Samstagabend“ der RSG. „Kraft durch Freude" stattfindet, ist da. Ungeduldig wird diese Veranstaltung des Kreisamtes Castrov=Raure erwartet. Doch werden alle Besucher des Groß=Parietés auf ihre Kosten kommen: denn die verpflichteten Künstler sind„ianz jroß“ wie der Berliner zu sagen pflegt. Keiner wird enttäuscht werden. Für jeden ist etwas Besonderes verpflichtet. Nun, lieber Volksgenosse, liegt es an Dir. Wenn Du noch eine Karte erstehen willst, dann hurtig zu Deinem KdF.=Wart, zur Ortsgruppe Nord oder zum Kreisamt, ehe Du das Wort hören mußt: Ausverkauft! Für die Neugierigen kurz die Programmfolge: Kurt Riedel=Manke, ein routinierter Ansager und ideenreicher Komiker. Er wird schon mächtig einheizen und auch die ganz„Erhabenen" zum Lachen bringen. Wenn gar PilsNaumann, die bekannten Rundfunkkomiker. ihre Witze und Schnurren abfeuern, dann heißt es den Bauch halten vor Lachen. Einmal muß ja Ruhepause für die Lachmuskeln eingelegt werden. Alberto. ein meisterhafter Jongleur. wird beweisen, daß wilddurcheinanderwirbelnde Teller, Keulen, Bälle und Reisen immer wieder mit Armen, Beinen und Händen aufgefangen werden. Lene Helwa, eine Vertreterin des zarten Geschlechts. tanzt beschwingt über die Bühne und freudig werden alle Zuschauer ihr Beifall spenden. Richardo erregt Staunen. Richardo wird balancieren, daß die Nerven fast zerreißen. Ein ganz großer Könner. Jetzt der Clou des Abends:„Franias HundeRevue". Staunen, immer wieder Staunen über das Können unserer kleinen vierbeinigen Freunde. Ihre mit viel Geduld und Fleiß eingeübten Kunststückchen werden zu langanhaltendem Beifall zwingen. Tollvatschig und verwegen purzelt dann Pevi. der Kaskadeur über die Bretter, daß einem Hören und Sehen vergeht. Sein Ruf: Ein vollendeter Künstler. Bunt setzt sich die Folge fort. Erardo der Mann mit der Maske. Struppke. der rächende Hund usw. Im wahrsten Sinne des Wortes— dieser Abend vermittelt wirkliche„Kraft durch Freude Billige Fahrgelegenheit nach Berlin Zur„Grünen Woche" in Berlin. verbunden mit der deutschen Jagd=Ausstellung. vom 25. Januar bis 2. Februar. in den Ausstellungshallen am Kaiserdamm. ist Gelegenheit gegeben, mit einem Sonderzug am 1. Februar zu fahren. Der Sonderzug verläßt Bielefeld am 1. Februar. 11.05 Uhr, an Berlin 17.54 Uhr. Rückfahrt von Berlin am 3. Febr., .00 Uhr. Die Sonderzugsteilnehmer erhalten eine Ermäßigung von 50 Prozent bereits ab Dortmund. dazu Gelegenheit gegeben, zur„Grünen Woche" nach Berlin ab Dortmund für 18.60 RM. hin und zurück zu kommen. Interessenten werden gebeten, sich umgehend im Reisebüro des Städtischen Verkehreamtes. Wittener Straße 28, Fernruf 3052, die Sonderzugskarten zu bestellen. In diesen Tagen konnten die Eheleute Karl Schütze! Am Knie 1. das Fest der Silbethochzeit begehen. Dem allverehrten Silberiubelpaar nachträglich ein herzliches„Glückauf“ für den ferneren. hoffentlich noch recht langen und recht glücklichen gemeinsamen Lebensweg! Missionssonnlag der Evgl. Gemeinde Ickern Am letzten Sonntag hielt Missionsinspektor Liz. Delius aus Barmen einen Missionsgottesdienst. In seiner Predigt zeichnete er ein anschauliches Bild von den mancherlei Röten, mit denen die Mission zu ringen hat. aber auch von den Hoffnungen, die sie in ihrer Arbeit stärken. Dabei bedarf sie dringend jeder nur möglichen Unterstützung der Heimatgemeinde. So kommt den Sammlungen für die Mission erhöhte Bedeutung zu. In unserer Gemeinde war im letzten Jahre der Ertrag der Dankovferbüchsen insgesamt 75.19 RM. Mit den Sammlungen an der Kirchtür im Haupt= und Kindergottesdienst konnte ein Betrag von 143.48 RM. an die Mission abgeführt werden. Möchten diese Gaben den Gebern und der Mission reichen Segen bringen! Am Nachmittag war Versammlung des Evangel.= kirchlichen Männerdienstes. Nach den von dem Schriftführer Berke und dem Kassierer Slagges erstatteten Jahresberichten erzählte Missionsinspektor Liz. Delius an Hand von überaus interessanten Lichtbildern aus der Missionsarbeit im früheren Deutsch=Südwestafrika. Missionsfest der Evgl. Gemeinde habinghorst Am kommenden Sonntag feiert die Evgl. Gemeinde Habinghorst ihr Missionsfest. Den Gottesdienst und den Kindergottesdienst hält Pastor Viering aus Barmen. Nachmittags um 5 Uhr findet im Gemeindesaale eine Versammlung mit Vortrag statt. Die Gemeinde wird zur Teilnahme am Missionssonntag herzlichst eingeladen. Aus dem Jahresbericht der Evgl. Frauenhilfe habinghorst In der letzten Monatsversammlung der Frauenhilfe Habinghorst legte der Vorsitzende Rechenschaft über die Einnahmen und Ausgaben des Vereins im vergangenen Jahre. Aus dem Tätigkeitsberichte ging hervor, daß die Frauenhilfe auch in diesem Jahre in aller Stille viel Gutes gestiftet hat. Zur Konfirmation wurde mehreren Familien Hilfe geleistet. Im Laufe des Jahres wurden bedürftige Familien unterstützt und zu Weihnachten in manches Haus Freude gebracht. Evgl.-kirchl. Männerverein Bövinghausen Bei einigermaßen gutem Besuch hat der Evgl.= kirchl. Männerdienst Bövinghausen seine Monatsversammlung am letzten Sonntag gehalten. Dem Kassierer Haake konnte nach Prüfung der Kasse Dank gesagt werden für seine gute Kassenführung. Es folgte ein Bericht über die kirchliche Lage und ein Vortrag über die Christianisierung Deutschlands. Eine anregende Aussprache folgte. In der nächsten Monatsversammlung wird Generalsekretär Martin sprechen. Die Fundpolizei meldet: 1 Aktentasche gefunden Eigentumsansprüche sind binnen Jahresfrist bei der Ortspolizeibehörde. Kirchplatz 3. geltend zu machen. Fahrraddiebstähle Am 14. Januar, zwischen 18 und 19 Uhr, wurde vor dem Hause Bahnhofstraße 252 ein Herrenfahrrad. Marke Seiler. Nr. 20 591 und am 17. Januar. gegen 15.30 Uhr, vor dem Hause Ickerner Straße 1 ein Damenfahrrad, Marke Dürkopp, Nr. 44 277, gestohlen. Verkehrsunfall Am2 Januar. gegen 18.05 Uhr, wurde auf der Recklinghäuser Straße ein Radfahrer von einer Zugmaschine angefahren und erheblich verletzt. Er fand im Krankenhaus Aufnahme. Gebt nur den handwerkern Aufträge, die eine handwerkskarte besitzen Die Handwerkskammer zu Dortmund schreibt: „In die Handwerksrolle der Handwerkskammer werden nur diejenigen Handwerker eingetragen, die die Voraussetzungen für die selbständige Ausübung eines Handwerks erfüllen. Wer sich heute im Handwerk selbständig machen will, muß die Meisterprüfung abgelegt haben. Für diejenigen Handwerker. die bei Erlaß dieser neuen gesetzlichen Regelung schon selbständig waren. gelten Uebergangsbestimmungen. Die in die Handwerksrolle eingetragenen Handwerker, die berechtigt sind, ein Handwerk selbständig zu betreiben, erhalten eine von der Handwerkskammer ausgegebene Handwerkskarte, die das Lichtvild des Inhabers trägt und mit dem amtlichen Siegel der Handwerkskammer versehen ist. Personen. die eine solche Handwerkskarte nicht besitzen, also auch nicht in die Handwerksrolle eingetragen sind, müssen, wenn sie handwerkliche Arbeiten selbständig ausführen, als Schwarzarbeiter angesehen werden. Die Auftragserteilung an solche Schwarzarbeiter führt zu Unannehmlichkeiten und Bestrafung sowhol de Schwarzarbeiters als auch des Auftraggebers. Es ist aber auch nicht sozialistisch, derartige Schwarzarbeiter zu beschäftigen. Der Schwarzarbeiter entzieht sich allen sozialen und steuerlichen Pflichten gegenüber Volk Staat, weil er gewerbevolizeilich nicht erfaßt ist. Seine Arbeit ist ferner eine minderwertige, weil er nicht die zur Ausübung eines selbständigen Handwerks notwendige Ausbildung erfahren und die entsprechenden Prüsungen abgelegt hat. Um sich vor eotl. Strafen zu schützen und um den Kampf gegen die Schwarzarbeiter zu unterstützen. bitten wir alle Volksgenossen. die Aufträge an selbsranoige Handwerker zu vergeben, sich stets von dem betreffenden Handwerker die Handwerkskarte vorlegen zu lassen, um sich zu überzeugen, ob derselbe gesetzlich auch tatsächlich berechtigt ist, ein Handwerk selbständig auszuüben. Nur solchen Handwerkern. die im Besitze einer Handwerkskarte sind, bitten wir Aufträge zu erteilen.“ * Nr. 23 Drittes Blatt des„Stadtanzeigere für Castrov= Rauxel und Umgedung“ Freitag, den 24. Januar 1936 Rheltllsch=wbestratisch. Iilbuittiegeotel und Graf Friedrich Droste von Resselrode f Der Einzelhandelsbeirat der Industriehandelskammer Dortmund tagte Dortmund. Die erste Sitzung des Beirats der Einzelhandelsvertretung im neuen Jahre sand unter der Leitung des Vorsitzenden der Einzelhandelsvertretung, Herrn Hövener=Bohe, Castrov=Rauxel, statt. Sie gab einen Rückblick über die im vergangenen Jahre geleistete Arbeit und machte darüber hinaus die Mitglieder des Beirates mit den im Jahre 1936 zu bewältigenden Aufgaben bekannt. Einleitend gab Herr Hövener=Bohe einen Bericht über die Tätigkeit der Einzelhandelsvertretung im Jahre 1935. Die Aufgabe der Einzelhandelsvertretung besteht darin, so führte er u. a. aus, die mannigjachsten Interessen des Einzelhandels wahrzunehmen und somit Sachwalter einer objektiven Wirtschaftspflege zu sein Durch die Schaffung der Einzelhandelsvertretung ist dem Einzelhandel ein starkes Rückgrat geschaffen worden, denn sie hat die Macht, durch Antragstellung von sich aus die Initiative zur Durchführung berechtigter Interessen des Einzelhandels zu ergreifen. Im Jahre 1935 konnte die Einzelhandelsvertretung auf verschiedene Erfolge zurückblicken. So ist z. B. auf Anregung der Einzelhandelsvertretung hin, durch eine Verordnung des Reichs= und Preuß. Wirtschaftsministers vom 3. 12. 1935 Groß=Dortmund in verschiedene Gemeindebezirke aufgeteilt worden. Die Bekämpjung von unlauteren Wettbewerbshandlungen hat weitere Fortschritte gemacht Das Einigungsamt für Wettbewerbsstreitigkeiten wurde in zahlreichen Fällen angerufen. Die Verfahren wurden in der Ueberzahl durch einen Vergleich beendet: in den restlichen Fällen ist ein Gutachten erstattet worden. Desgleichen sind auf dem Gebiete der Bereinigung des Rabattunwesens und in der Unterbindung unzulässiger Zugaben Erfolge zu verzeichnen gewesen. Der Vorsitzende sprach zum Schluß den Wunsch aus, daß im neuen Jahre die Fortentwicklung weitergehen möge, das Gemeinschaftsgefühl sich weiter stärke, damit etwaige Schwierigkeiten durch eigene Kraft überwunden werden könnten. Im Anschluß an diese Ausführungen gab Herr Ortner eine Uebersicht über die Lage im TextilEinzelhandel im Jahre 1935. In gleicher Weise beschäftigte sich Herr Brokemver mit der Geschäftsentwicklung im Lebensmittel=Einzelhandel. An die Berichte schloß sich eine lebhafte Aussprache an. bei der die Vertreter der verschiedenen Zweige des Einzelhandels Wünsche und Anregungen vorbrachten. Der Geschäftsführer der Einzelhandelsvertretung. Dr. Möller, sprach dann über die Praxis des Einzelhandelsschutzgesetzes im Jahre 1935. An Hand einer Statistik über die bearbeiteten Geschäftseröffnungsanträge wurden die segensreichen Auswirkungen des Gesetzes näher beleuchtet. Sodann behandelte dei erste Geschäftsführer der Handelskammer. Dr. Hugo, wirtschaftspolitische Tagesfragen. Er wies vor allem darauf hin, daß der Einzelhandel ein wichtiges Glied innerhalb des wirtschaftlichen Geschehens und mit dem Schicksal der gesamten Wirtschaft eng verbunden sei. Zum Schluß seiner Ausführungen betonte Dr. Hugo, daß die Beiratsmitglieder versichert sein könnten, daß die Geschäftsführung der Kammer alles tue, um dem mittelständischen Einzelhandel die notwendige Unterstützung zu gewähren. Der Vorsitzende der EHV. schloß die Sitzung mit einer Maynung an die Vertrauensmänner des Einzelhandels, im Jahre 1936 wieder mit derselben Umsicht und Tatkraft wie im vergangenen Jahre den Interessen des Einzelhandels zu dienen, zum Nutzen der Gesamtheit. Ein dreifaches„Sieg=Heil" auf Führer. Volk und Vaterland bekräftigte diesen Willen. Weltkampfleiter=Schulung Dortmund. Der Reichsberufswettkampf 1936. der größte Leistungswettstreit oder deutschen Jugend überhaupt, tritt nach dreimonatiger Vorbereitung in das entscheidende Stadium der Durchführung. Aus diesem Grund findet im Gau Westfalen=Süd der Deutschen Arbeitsfront am kommenden Sonntag. dem 26. Januar 1936. eine großzügige Schulungstagung von 1100 Wettkampfleitern und Wettkampfleiterinnen des Gaues statt Ihr Ziel ist es, einmal eine einheitliche Ausrichtung aller Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen zu erhalten und dementsprechend eine einheitliche Bewertung aller Arbeiten zu erreichen. Darüber hinaus gilt es aber, in gemeinsamer Zusammenarbeit und versönlicher Fühlungnahme zu erkennen und zu meistern. Auf der kurzen Eröffnungskundgebung sprechen zunächst der Gauwalter der DAF. und Leiter der Arbeitskammer Westsalen=Livpe. Pg. Ernst Stein. M. d. R. und der Gebietsführer der HI., Pg. G. A. Langanke. Auf der anschließenden Tagung werden sodann der Gaujugendwalter der DAF., Pg. Kärl Treeck und die Gaujugendreferentin der DAF., Ign. Martha Schulze mit ihren Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen die letzten Richtlinien und Anregungen geben. um den Reichsberufswettkampf 1936 im Gau Westfalen=Süd zu einem vollen Erfolge zu gestalten. Große Verkehrsstockung im Betrieb der Dortmunder Straßenbahnen Dortmund. Am Mittwoch entstand im Betrieb der Dortmunder Straßenbahnen eine große Verkehrsstockung, als plötzlich gegen 15 Uhr der Strom ausblieb. Das dauerte mehr als eine halbe Stunde. so daß die Wagen auf der Strecke stehen bleiben mußten. Vielen Fahrgästen, die noch Zuganschlüsse erreichen wollten gelang dieses nicht, wodurch manchem große Unannchmlichkeiten bereitet wurden. Erst gegen 15.35 Uhr konnte der Fahrbetrieb wieder aufgenommen werden, und gegen 18 Uhr waren alle Bahnen wieder in ihrem alten Plan. Invalide tödlich verunglückt Bochum. Der im Stadtteil Linden wohnende Invalide Franz Nowak lief in aller Eile aus seiner Am Poter gelegenen Wohnung hinaus und unmittelbar gegen einen herankommenden Straßenbahn= wagen. Dadurch erlitt er einen doppelten Schädelbruch,. der um folgenden Tage seinen Tod herbeiführte. Herten. Auf Schloß Herten starb im Alter von gut 50 Jahren Graf Friedrich Droste zu Vischering von Nesselrode=Reichenstein nach längerer Krankheit. Seit 1529 ist das Schicksal Hertens mit dem der Familie Nesselrode aufs engste verbunden. Denn in diesem Jahre erwaben die von Nesselrode die ehemalige Burg. die 1540 zu dem heutigen Schlosse umgebaut wurde. Ganz besonders viel verdankt unsere Gemeinde der gräflichen Familie, die sich besonders stark für die Schaffung von Siedlungen für die Bevölkerung und deren kirchliche Betreuung einsetzte. Im Schacht lödlich verunglückt Hamm. Während der Mittagsschicht geriet im Untertagebetriebe der Zeche„Königsborn“ der Anschläger Becker aus Hilbeckezwischen Steinwagen und Schachtgerüst und starb kurz darauf an inneren Verletzungen. Großkundgebung der 9AF. in Essen Essen. Die Deutsche Arbeitsfront beginnt das neue Kampfjahr mit einer machtvollen Kundgebung in der Ausstellungshalle 5 in Essen. Am Dienstag. dem 28. Januar. spricht der Reichspressechef und Reichsleiter der NSDAP., Pg. Dr. Dietrich, zum Thema:„Das Wirtschaftsdenken im Dritten Reich“. Ab Essen-Mühlheim zum Fußballänderspiel gegen Spanien Essen. Die Deutsche Lufthansa hat sich entschlossen. zu dem am 23. Februar in Barcelona stattfindenden Fußballänderspiel Deutschland gegen Spanien einen Sonderflug von Essen=Mülheim aus über StuttgartGenf durchzuführen. Der Flugpreis beträgt für den Hin= und Rückflug zusammen 275 RM. und liegt damit erheblich unter dem normalen Flugpreis. Der Hinflug wird voraussichtlich am 22. Februar um 7 Uhr ab Essen=Mülheim erfolgen. der Rückflug am 24. Februar früh ab Barcelona. In dem Flugpreis sind die Kosten für Uebernachtung und Verpflegung nicht enthalten. „Goldmacher“ Tausend erneut wegen Betruges verurteilt Mülheim. Das Schöffengericht verurteilte nach zweitägiger Verhandlung den als„Goldmacher“ Tausend unrühmlich bekannten Franz Tausend wegen fortgesetzten Betruges zu einer Gefängnisstraje von 1 Jahr und 6 Monaten. 3 Monate der Strafe werden auf die Untersuchungshaft angerechnet. Der 52 Jahre alte Franz Tausend war vor 5 Jahren in München nach einer aufsehenerregenden Verhandlung wegen Betruges zu 3 Jahren und 8 Monaten Gefängnis verurteilt worden. Nach Verbüßung dieser Strafe tauchte er im Herbst 1934 wieder auf und benutzte dabei seine alte Methode, seinen Lebensunterhalt durch Schwindeleien zu fristen. Diesmal handelte es sich nur um ein Opfer. Tausend hatte eine Pensionsinhaberin kennengelernt, der er vorschwindelte, er besitze nicht nur wesentliches Vermögen und ziehe daraus ein hohes Einkommen, sondern er sei nach wie vor in der Lage. Gold machen zu können. Er brauche nur Ruhe und bescheidene Mittel. Ruhe und Mittel wurden ihm gewährt. Tausend löste aber keine seiner Versprechungen ein und schädigte dadurch seine Gönnerin um einen erheblichen Betrag. Aus dem Sauerland Die Amazone mit dem Beil Unna. Zwischen einem gewissen H. und einer Witwe F. kam es wegen Mietstreitigkeiten zu einer scharfen Auseinandersetzung, in deren Verlaufe die unerschrockene Amazone ein Beil ergriff und damit ihrem Gegner einen Schlag gegen den Rücken und einen anderen an den Korf versetzte Man mußte den unterlegenen Vertreter des starken Geschlechts ins Krankenhaus bringen. Nach der Vernehmung der Frau war H. der Angreifer. 83jähriger Mann vom Auto angefahren und ködlich verletzt Hohenlimburg. Als ein 83jähriger Invalide die Mühlenbergstraße überqueren wollte, wurde er von einem Personenauto angerannt und zu Boden geschleudert. Man brachte ihn schwer verletzt ins Elseyer Krankenhaus, wo er einige Stunden später gestorben ist. Ein Findling als Denkmal für den Dichter des Westfalenliedes Menden. Wie der hiesige Amtsbürgermeister in einer Versammlung bekannt gab, soll dem Dichter des Westsalenliedes. Emil Rittershaus an der Stelle, die ihm der Ueberlieferung nach die Anregung zu seinem Westfalenliede gab. ein Gedenkstein in Form eines Findlings errichtet werden, auf dem die erste Strophe der Westfaleuhymne in einer Marmortafel angebracht werden soll. Wilde Waldjagd auf einen Verbrecher Meschede. Lange hatte die Polizei nach einem berüchtigten Verbrecher gesucht, dem mindestens zehn Einbrüche in der hiesigen Gegend nachgewiesen werden können. Zuerst spürte man den Burschen im Warsteiner Walde auf. Es gelang ihm jedoch vom Enster Knick zum Stimm=Stamm zu flüchten. Dann ging es wieder zurück in den Warsteiner Wald, und als dann die Polizei Verstärkung erhielt, gelang es nach vielstündiger Jagd. den vollständig ermatteten Verbrecher oberhalb Wideys zu fassen. Man brachte ihn ins hiesige Amtsgerichtsgefängnis. Professor Fuchs über die Grabungen an der Lusdorskirche Paderborn. Die Busdorikirche ist in den letzten Jahren. veranlaßt durch die Grabungen in der nächsten Nähe dieses uralten Baudenkmals, mächtig in das Interesse der Kunsthistoriker getreten. Es war daher besonders dankbar zu begrüßen, daß der bekannte Kunsthistoriker Professor Fuchs im hiesigen Altertumsverein einen Lichtbildervortrag über die Ergebnisse dieser Grabungen und die aus ihnen heraus geschaffene Retonstruktion dieses nach dem Muster der früheren Kirche des hl. Grabes in Jerusalem geschaffenen Zenbaues hielt. von dem uns noch das Hauptwerk mit den Türmen erhalten ist. Der Munn, der neun MenscheniedenLeitele Ein stiller held des Alltags Kürzlich sandte der Führer und Reichskanzler an den ehemaligen MitrovaKellner Gottfried Hafkemeyer ein Anerkennungsschreiben und ein Geldgeschenk als Dank für die tapferen Rettungstaten Hafkemeyers, der innerhalb weniger neun Menschenleben rettete. Jahre Es gibt Menschen, die dazu bestimmt zu sein scheinen. Anderen zu helfen, ihnen Kraft und Lebensstärke zu verleihen oder sie aus den Armen des zupackenden Todes herauszureißen. Zu ihnen gehört auch der frühere Mitropa=Kellner Gottfried Hafkemeyer, den wir in seiner kleinen Wohnung in Köln treffen und dessen Geschichte wir aufmerksam verfolgen. Sie ist die Erzählung eines namenlosen Helden des Alltags, dem heute neun Menschen ihr Leben verdanken. Hafkemeyer packte zu. auch wenn die Krallen des Todes sich schon tief in das Fleisch seiner Opfer eingegraben hatten und wenn es hieß, schier unüberwindlich erscheinende Schwierigkeiten zu überbrücken unter dem Einsatz des eigenen Lebens. Drei Kinder im brennenden Haus Die erste Rettungstat des braven Kölner geschah im Jahre 1921. Hafkemeyer war wieder einmal in seiner Heimatstadt Osnabrück zu Besuch. Es war ein wunderschöner Sommerabend, wie ein etwa achtzehnjähriges Mädchen sich in selbstmörderischer Absicht in den Fluß stürzte. Sofort sprang er nach und rettete das lebensmüde Mädel vor dem Tode des Ertrinkens. Ein Jahr war vergangen. Hafkemeyer weilte einige Tage in Worpswede bei Bremen, um sich von dem anstrengenden Dienst zu erholen Plötzlich ertönt um Mitternacht ein Ruf durch die Stadt: „Großfeuer!" Aus dem brennenden Haus eilen Frauen und Männer, nur notdürftig bekleidet, sie versuchen das Letzte zu retten, was ihnen lieb und wert erscheint. Auf einmal vernimmt man herzzerreißende Hilfeschreie Im obersten Stock brüllen drei Kinder im Alter von acht. zehn und vierzehn Jahren, die man in der Aufregung vergessen hatte. An die Fensterscheiben dieses Zimmers schlagen die Flammen Jetzt erfassen sie das Fensterkreuz und drohen in das Innere des Zimmers hineinzufressen. Wieder ist es Hafkemeyer, der den Kampf mit dem entfesselnden Element wagt, sich auf eine Leiter schwingt und durch das glühende Fensterkreuz in das Zimmer der Kinder springt. Helfen, helsen... koste es was es wolle! Ein Spiel um Leben und Tod! Jetzt hat er die Kinder gejaßt jetzt, jetzt wird er sie zum Fenster tragen und... krachend fällt die Decke über den vier Menschen zusammen. Brennende Balken, glühende Bretter drohen sie zu erschlagen. Aber der mutige Mann deckt die Kinder mit seinem eigenen Körver, rafft noch einmal alle Energie zusammen, befreit sich der kochenden Glut schwerer Lasten und erreicht Ziel: Drei Kinder dem Tode zu entreißen! Rettungstat unter der Ei1925! Der Dienst hat den Holland geführt. In einer Freistunde Wattenmeer. Wieder hört er zwei K rufen. Die Flut hat sie überrascht und tobend will das Meer mit schäumenden Fesseln die Kinder in seinen Bann ziehen, hinaus in die endlose Weite der See. Keiner wagt den Versuch. die hilflosen Kinder dem brausenden Meer zu entreißen. Hafkemeyer gelingt wieder unter dem Einsatz seines Lebens die mutige Rettungstat. Ein Jahr später. Wieder führt ihn sein Weg nach Osnabrück. Ein etwa 22jähriges Mädchen stürzt über einen Ankerring am Kanal. rollt mit seinem Fahrrad auf die Eisdecke und bricht ein. Mag man es Schicksal oder Bestimmung nennen: wieder ist Hafkemeyer dabei. Wieder wagt er den Kampf mit dem Tode. Fünfzehn Meter schwimmt er unter der Eisdecke, um an die Verunglückte zu gelangen. Die eisige Kälte droht. die Glieder zu lähmen: aber nach langem. schwerem Ringen erreicht der Lebensretter mit dem Mädchen das Ufer. Sie ist besinnungslos, nur schwach klopft das Herz unter dem frierenden Körper. Stunden vergehen, da schlägt das Mädchen die Augen auf und reicht ihrem Retter dankbar die Hand. Im Jahre 1927 ist er Zeuge eines Bootsunfalles auf dem Rhein. Auch hier gelingt es. einen Ertrinkenden rechtzeitig an Land zu bringen. Am von sein 14. November 1928 vollbringt dann Hafkemeyer seine letzte Rettungstat. Geländer Frau, die der sich schwingt sich eines Nachts über das Hohenzollernbrücke in Köln. um eine in den Strom gestürzt hat, zu retten. In der Dunkelheit springt er fehl und stößt unter Wasser mit dem Kopf auf ein Pfeilerfundament. Hafkemeyer ist schwer verletzt: aber er reißt alle Kräfte noch einmal zusammen und faßt mit der letzten= Energie die lebensmüde Frau und zieht sie unter de Anstrengungen ans Land. den größten „Lebensgefährlich" lautete der Besund des Arztes. als er Hastemeyer im Krankenhaus untersucht hat. Zwei Jahre muß er hier liegen und mit grauenvollen Schmerzen seine Rettungstaten bezahlen. Fast ständig vendelt er zwischen Leben und Tod. In dieser Zeit ertrinkt seine Frau während des Badens. Regungslos liegt er auf dem Bett. Nie mehr wird er anderen helfen können. Als man ihn aus dem Krankenhaus entläßt, ist Hafkemeyer ein gebrochener Mann. arbeitsunfähig und müde. „Aber ich hab es gern getan“, sagt der brave Mann, und seine Augen erfüllt der Glanz berechtigten Stolzes. Neun Menschen verdanken ihm ihr Leben. Ein stiller Held des Alltags beendet hier seine wunderbare Geschichte, durch die kraftvoll die Melodie wahrer Menschenliebe und Kameradschaft klingt. R. E. Porter. Von Rhein, Mosel und Saar Ein geisteskranker Fassadenkleiterer Düsseldorf. Am Dienstag gegen.30 Uhr wurde die Feuerwache Julius=Hoffmann=Straße nach der Grasenberger Allee alarmiert, wo ein 60jähriger geisteskranker Mann an der Fassade eines Hauses herumkletterte in der Absicht, sich auf die Straße zu stürzen. Straßenpassanten alarmierten die Feuerwehr. Der eintreffende Löschzug richtete sofort die mechanische Leiter auf und breitete das Sprungtuch aus. um den Mann bei einem etwaigen Sturz aufzufangen. Es gelang, durch beruhigende Zurufe den Mann zu überreden, an seinem augenblicklichen Ort zu verharren. bis Feuerwehrleute ihn ergreifen und zum Fenster hereinziehen konnten. Beim Ergreisen des Mannes wurde sestgestellt, daß er versucht hatte. sich mit einem Küchenmesser die Pulsader durchzuschneiden. Es wurde ein Notverband angelegt. Der Mann wurde zur Heil= und Pflegeanstalt Grafenberg transportiert. Schwindelmanöver mit einem verfallenen Zwangzigmarkschein Neuß. In einer hiesigen Wirtschaft zahlte ein Schwindler seine Zeche mit einem außer Kurs gesetzten Zwanzigmarkschein. Kurze Zeit wäter wurde festgestellt, daß der Zwanzigmarkschein keinen Wert mehr hatte. Es war lediglich noch zu ermitteln, daß der Mann eine Eisenbahnkarte in Richtung.Gladbach gelöst hatte. Leider war es nicht mehr möglich, ihn bei der Ankunft des Zuges in.Gladbach in Empfang zu nehmen, da die Polizei in.Gladbach etwas zu spät in Kenntnis gesetzt worden war. Der nach 13 Jahren aufgeklärte Mord Neuwied. Vor 13 Jahren war ein Schiffer namens Gobel bei Urmitz in den Rbein gestoßen worden und ertrunken. Die Staatsanwaltschaft hat während der ganzen Zeit bis heute nach dem Täter gefghndet, und erst jetzt ist es gelungen. Licht in die Sache zu bringen. Nach den bisherigen Verlautbarungen hat sich die Sache, mit wenigen Worten gesagt, folgendermaßen abgespielt: Der W. Höfer, zuletzt in Duisburg, war nach Auseinandersetzungen dem schon an den Rhein gegangenen Matrosen Gobel aus der Gastwirtschaft. in der sie zusammen gesessen hatten. gefolgt. Der Rhein führte Hochwasser. Höfer trat auf den Matrosen zu und warf ihn mit einem Stoß in die hochgehende Flut. Diesem gelang es, wieder an Land zu kommen, er wurde aber von H. mit Fußtritten zurückgestoßen und versank. Ein Mann. der die Szene beobachtete, wurde dem inzwischen in Duisburg verhafteten Höfer gegenübergestellt. Der Beschuldigte gab an, von nichts zu wissen, gab aber auf die Aussage hin die Tat zu. Er sei an dem Abend erheblich betrunken gewesen. Die weiteren Ermittlungen müssen abgewartet werden. Ein 14jähriger Junge als Brandslister Mettmann. In der Nacht zum Samstag ist hier Lagerhaus einer Eisenhandlung durch Flammen Zahlreiche Waren wurden ebenfalls ig ist es nunmehr der Arbeit der Polizei gelungen, die Entstehungsursache des Brandes aufzuklären. Es wurde festgestellt, daß am Samstag abend ein 14jähriger Junge auf dem Dachboden des Hauses mit Feuer gespielt hatte. Dabei hatte er nicht bemerkt, daß Funken in die auf dem Dachboden lagernden Hobelspäne sielen und weiterglimmten. In der Nacht kam dann der Brano zum Ausbruch und führte zur Vernichtung des Gebäudes. das zerstört worden. vernichtet. Ueber Sonntag di Eiserne hochzeit Krefeld. Das seltene Fest einer eisernen Hochzeit. das nach einer Unterbrechung von 39 Jahren nunmehr wieder in Krefeld gefeiert werden konnte, begingen die Eheleute Hesper von hier. 88 bzw. 89 Lebensjahre hat das Jubelvaar. das körperlich und geistig außerordentlich rüstig ist, hinter sich gebracht. Stadtrat Dr. Hürten mit seiner Begleitung überbrachte die Grüße und Glückwünsche der preußischen Staatsregierung und den Glückwunsch des preußischen Ministerpräsidenten Göring. Gleichzeitig überbrachte er dem Jubelvaar ein Staatsgeschenk und übermittelte die Glückwünsche des Krefeld=Uerdinger Oberbürgermeisters Dr. Heuyng. Als besonderes Geschenk der Stadt übergab Dr. Hürten einen prächtigen Geschenkkorb. Sängerkundgebung der Westmark am 19. Juli in Saarbrücken Saarbrücken. Der Gau Westmark Sängerbund gebung. die isdecke tapferen Mann nach spaziert er am ei zwei Kinder um Hilfe Aus dem Weser= und Emsland Uraufführung in Bielefeld Bielefeld. Das Bielefelder Stadttheater unter Leitung des Intendanten Leon Beer wird am r der Fchruar dir Or ruttH 16 rau: die Overette„Drei kleine Fräulein zur Uraufführung bringen. Den Text schrieb Theo Halton, die Musik Siegfricd Schulz. die Inszenierung erfolgt durch den Oberspielle Bielefelder Stadttheaters Ernst Ebeling. EIE keiter des im Deutschen rüstet zu einer gewaltigen Sängertung##n am 19. Juli in Saarbrücken stattfinden soll. Wie noch erinnerlich, sollte die letzte Gaukundgebung des ehemaligen Saarsängerbundes am 18. September 1934 in Saarbrücken stattfinden. Diese Kundgebung wurde aber vom Präsidenten Knox im Interesse der Aufrechtethaltung von Ruhe und Sicherheit verboten! Nun wird Saarbrücken in diesem Jahre am 19. Juli eine Sängerkundgebung von bisher in Saarbrücken noch nicht gekannten Ausmaßen erleben. Bis jetzt haben sich bereits fast 40 000 Sänger und Sängerinnen gemeldet. Dabei steht die Meldung des Kreises Groß-Trier noch aus. Bis zum 15. Mai müssen sämtliche Chöre des Gaues Westmark so eingeübt sein, daß sie konzertreif sind. Dann werden in den einzelnen Orten Schulungswertungssingen stattfinden. Die Leistungen werden oabei von den einzelnen Kreis=Chormeistern werden Am Vormittag des 19. Juli werde Sälen Saarbrückens große Konzerte Nachmittag wird Saarbrücken einen großen Festzug erleben. Den Höhepunkt des Tages bildet eine Massensängerkundgebung auf dem Befreiungsfeld. genrüft den in allen stattfinden. Am Geschickt steuert sie ihren kleinen Wagen durch die engen Gäßchen der Altstadt. In der schmalen Barfüßergasse aber hat sie Mühe, an dem mächtigen, fast die ganze Straßenbreite einnehmenden Moraviusschen Automobil vorbeizukommen, das zufällig vor dem feudalsten Lokal der Stadt, das den seltsamen Namen„Gewürzhaus“ trägt, auf seinen Besitzer wartet. Nachdem Hella mit Mühe das protzige Hindernis passiert hat, bemerkt sie plötzlich wenige Straßenzüge weiter, wie ihr Wagen ins Schleudern gerät. Erschrocken stoppt sie ab und steigt aus.— Schöne Geschichte, denkt sie. Hier mitten in der Altstadt eine Panne— als Frau— und allein. Als Hella den Schaden besieht, stellt sich heraus, daß am rechten Hinterrad keine Luft mehr im ist. Vermutlich war sie beim Ausweichen in der Barfüßergasse mit dem Hinterteil des Wagens gegen eine Bordkante gestoßen. Mit dem Auswechseln des Reifens wird die Angelegenheit erledigt sein. Schneller als sie gedacht, ist der Schaden behoben, denn ein paar kräftige Altstadtgestalten sind ihr bei der Arbeit behilflich. Als sie im Begriff steht, ihre Helfer zu entlohnen, fährt gerade der Moraviussche Wagen an ihr vorüber. Beim Einsteigen öffnen ihr beflissen die Altstadtmänner den Wagenschlag. Sie nickt ihren nächtlichen Kavalieren freundlich dankend zu, stellt den Motor an und braust davon. Durch die restlichen Gassen der Altstadt hindurch geht's über den Altmarkt mit seinem herrlichen Rathaus und den alten traditionsreichen Ständehäusern aus dem eigentlichen Zentrum heraus an den Anlagen des großen Stadtparks vorüber. Plötzlich stutzt sie. Steht da nicht am Rand des Bürgersteiges schon wieder das Moraviussche Auto?! Komische Sache, denkt sie. Diese dreimalige Begegnung in knapper Stundenfrist. Beinahe schicksalhaft mutet das an! Instinktiv schaltet sie das Scheinwerferlicht ihres Wagens ein. Im Moment des Vorbeihuschens am Moraviusschen Wagen aber sieht sie außer dem wütenden Gesicht des über die Blendung erbosten und schimpfenden Chauffeurs zwei Gestalten mit hochgeschlagenen Mantelkragen und tief in die Stirn gezogenen Hüten vom Auto aus in einen der Parkwege verschwinden. Beide drehen sich bei dem plötzlich aufleuchtenden Scheinwerferlicht erstaunt um, wenden aber sofort wieder die Köpfe in Richtung des dunklen Parkes. Hella hat das ganz bestimmte Gefühl, daß die beiden nicht erkannt sein möchten. Der kurze Augenblick des Vorbeifahrens hat ihr aber trotzdem genügt, um in einer der beiden Gestalten den Senator August Georg Moravius zu erkennen. Die Physiognomie des anderen blieb ihr dagegen unkenntlich. Aufgefallen war ihr nur, daß dieser andere einen unnatürlich großen, gänzlich unmodernen Schlapphut trug, der sein ganzes Gesicht beschattete. Was veranlaßt den unromantischen, sicherlich nicht naturerpichten Senator zu diesem nächtlichen Spaziergang in solch seltsamer Begleitung? denkt Hella verwundert. Vor allen Dingen aber: Was veranlaßt die beiden, sich so unheimlich zu vermummen, und warum wendeten sie so schnell ihre Köpfe weg, um nur ja nicht erkannt zu werden?— Sicherlich ist es nicht ohne Bedeutung, daß ich ihnen gerade jetzt begegnen mußte, spinnt sie ihre Gedanken weiter.— Gleichzeitig aber kündigen sich auch andere und anscheinend vernünftigere Erwägungen in ihrem Denken an. „Du siehst Gespenster, meine Liebe!“ sagen ihr diese., die Spannung über den Ausgang des Londoner Geschäfts macht dich nervös. Ueberall siehst du den Feind. Von früh bis abends spukt der Name Moravius durch dein Hirn. Sei doch nicht hysterisch! Warum soll Moravius nicht nach stundenlangem Aufenthalt in der Stickluft eines Restaurants in Begleitung eines Bekannten solch nächtlichen Spaziergang unternehmen? Sind deine interessanten und„seltsamen“ Wahrnehmungen nicht vielleicht nur Produkte einer überhitzten Phantasie? Wie kann es denn überhaupt möglich sein, in solch sekundenknappem Augenblick, wie es der Moment des Vorbeifahrens war, so genaue und präzise Feststellungen zu machen, wie du dir einbildest!" Im Für= und Widerst eit solcher Gedanken rast sie die Landstraße entlang den heimatlichen Penaten zu. Lu Hause angekommen, kann sie den Wagen gar nicht schnell genug in der Garage unterstellen. Mit raschen Schritten eilt sie die Freitreppe zum Hauseingang hinauf, in der Hoffnung, ihren geliebten„Pa“ noch munter zu finden und ihm die neueste Neuigkeit dieser nächtlichen Begegnung mit Moravius zu erzählen. Hella hat Glück, denn Richard Burger ist noch mach. Er hat gleichfalls auf die Tochter gewartet, weil er ihr auch eine Mitteilung zu machen hat. Ehe aber Hella ihre hochinteressante Neuigkeit beim Vater anbringen kann, berichtet ihr dieser, daß Sanitätsrat Dr. Crewer, ein alter Freund des Hauses, um 9 Uhr und später noch einmal um 10 Uhr angerufen habe, um sie persönlich zu sprechen. Nach zweimaligem vergeblichem Anruf habe dieser ihn dann gebeten, ihr die Einladung zu einer am morgigen Abend in seinem Hause stattfindenden Gesellschaft zu übermitteln. Schmunzelnd erzählt ihr der Vater, daß der Sanitätsrat ausdrücklich betont habe, diese Einladung gelte aber speziell für sie allein. Der morgige Abend bei ihm solle nur ein Abend für junge Leute werden. Außerdem hätte Crewer noch verlauten lassen, daß er mit einer hochinteressanten Attraktion aufwarten werde. Eine Persönlichkeit sei geladen, die auch sie, Hella, ganz bestimmt interessieren werde, wobei Crewe, wie Vater Burger lachend berichtet, versichert habe, daß damit nicht Staatsanwalt Feldmann gemeint sei, obwohl dieser auch erscheinen werde.— Feldmann liebt nämlich Hella Burger leidenschaftlich. Aber leider erfolglos. Seine sogenannte hundertprozentige Mannlichkeit kann der selbst sehr energischen und zielbewußten, aber auch sehr empfindsamen und fraulichen Hella Burger nur mäßig imponieren. Hella muß bei der Namensnennung Feldmanns ebenso wie bei der Erwähnung der versprochenen„Attraktion“ lächeln. „Soll ich vielleicht wieder einmal verkuppelt werden?“ meint sie und muß dabei an die krampfhaften Bemühungen der.'schen Gesellschaft denken, sie unter allen Umständen unter die Haube zu bringen. Daß„Onkel Crewer" aber, wie sie den alten Sanitätsrat scherzend zu nennen pflegt, sich jetzt auch einen Kuppelpelz bei ihr verdienen will, verblüfft sie doch einigermaßen. Trotzdem ist sie sofort entschlossen, seiner Einladung Folge zu leisten, denn zu den Abendgesellschaften, die der alte, originelle Kauz gibt, sind meist wirklich interessante und unterhaltende Leute eingeladen. Nachdem der Vater seiner Tochter die Crewersche Einladung übermittelt hat, ist es für sie endlich so weit, von ihrer sensationellen nächtlichen Begegnung zu erzählen. Zu Hellas großem Verdruß nimmt ihr„Pa“ den Bericht keineswegs mit dem ihrer Meinung nach gebotenen Ernst auf, sondern scheint sich eher ein bißchen darüber zu amüsieren. Das Resultat seiner Entgegnungen jedenfalls ist: Warum soll Moravius nicht nachts einmal im Stadtpark spazieren gehen? Dann beendet er das nächtliche Gespräch, der Tochter die vor Erregung heißen Backen tätschelnd, mit den Worten: „Ueber die Jahre, wo du dich vor dem schwarzen Mann fürchtest, bist du doch eigentlich hinaus.“ Hella jedoch ist keineswegs geneigt, die liebenswürdige und scherzhafte Meinung des Vaters über ihr nächtliches Erlebnis zu teilen. Noch im Traum rast sie in ihrem kleinen Wagen hinter dem großen Moraviusschen Auto her, an dessen Steuer ein unheimlicher Unbekannter sitzt mit einem riesigen, vorsintflutlichen Schlapphut auf dem Kopf.— 5. Vorm großen Toilettenspiegel ihres Schlafzimmers steht Hella Burger und„macht sich zurecht“ für die heutige Einladung zu Crewer. Sie hat nicht viel nachzuhelfen. Der gesunde und gebräunte Teint und die ebenmäßigen Züge ihres Gesichts würden durch Auftragen von Schminke und Lippenrot nur verlieren. Hella Burger ist mit dem Bild ihrer Erscheinung im Spiegel sehr zufrieden. Ihre prüfenden Blicke haben an der schlanken durchtrainierten, dabei aber durchaus weiblich wirkenden Figur nichts auszusetzen. Die fast klassisch schönen Züge ihres Gesichts könnten in ihrer Ebenmäßigkeit im Gesamteindruck vielleicht ein wenig kalt und streng erscheinen. Aber die braunen, mandelförmig geschlitzten Augen, deren Blick einen leichten Hang zur Melancholie verrät, und ihr voller, ein wenig sinnlicher Mund lassen eine solche Wirkung nicht aufkommen. Beides, Augen wie Mund, bilden eine starke, aber reizvolle Kontrastwirkung zum übrigen Teil des Gesichtes. Diese aparte Gegensätzlichkeit bewirkt vermutlich auch den starken Reiz, den sie auf die Männerwelt ausübt, obwohl diese Wirkung den meisten Männern kaum begreiflich erscheint, weil sie Hella Burger ihrem Wesen und Benehmen nach für eine kühle Natur halten. Die Tatsache ihrer großen kommerziellen Begabung und ihrer überdurchschnittlichen Intelligenz, die sich für die Außenwelt auch in der sorgfältigen Auswahl ihres Umgangs dokumentiert, ist natürlich keinerlei Beweis für Unweiblichkeit in ihrem Fühlen und Denken. Die Tatsache, daß Hella Burger mit 26 Jahren noch keinen Mann gefunden hat, erklärt sich ganz einfach daraus, daß ihr bisher noch niemand begegnet ist, der sie so stark interessiert und gefesselt hätte, um den Entschluß oder auch nur Wunsch zu einer festeren gegenseitigen Bindung in ihr aufkommen zu lassen. Auf den heutigen Abend freut sie sich sehr, weil sie weiß, daß er für sie nicht verloren sein wird. Auch ohne das Auftreten der von ihrem alten Freund Crewer angekündigten„Attraktion“ wird sich auf seiner Veranstaltung nicht langweilen. Sie hat sogar eine unbestimmte und geradezu freudige Vorahnung, als ob sie sich besonders„ut unterhalten werde. Daß sie ihrerseits„gefallen wird“, darüber ist sie sich nach einem letzten Blick in den Spiegel durchaus klar.— Sehr vergnügter Stimmung am Steuer ihres kleinen Wagens sitzend, fährt sie bald darauf in ansehnlichem Tempo die große Landstraße an der Weser entlang nach T. hinein. Inzwischen erwartet der Sanitätsrat a. D. Dr. Manfred Crewer in seinem Arbeitszimmer das Eintreffen seiner Gäste. Crewer bewohnt die Parterrewohnung und erste Etage der zweistöckigen Villa einer verwitweten Justizrätin, die in dem methusalemischen Alter von 88 Jahren steht. Deren 61jährige gleichfalls verwitwete Tochter führt ihm den Haushalt. Der Sanitätsrat a. D. ist ein feiner, liebenswürdiger alter Herr ohne jeden Familienanhang. Der alte Mann hat ein Leben hinter sich, das durch eine seltene Tragik gekennzeichnet ist.— Dieser jetzt sechsundsiebzigjährige, für sein hohes Alter aber noch sehr rüstige und besonders der Jugend sehr zugetane Greis ist schon seit vierzig Jahren ohne Beruf. In der Blüte seiner Mannesjahre mußte er ihn aufgeben und gleichzeitig eine noch vielversprechende Karriere als Wissenschaftler. Zu der Zeit, als ihn dieses Unglück traf, war er ein geschätzter und gesuchter Gynäkaloge mit einer Riesenpraxis in., der nebenbei noch in der zwei Stunden entfernten Universität von H. interessante und vielbesuchte Vorlesungen als Privatdozent hielt. Seine tragische Schuld bestand darin, daß er durch Impfung mit einem von ihm propagierten Serum eines bulgarischen Professors,„Stomlow“ nicht weniger als acht Kinder getötet hatte. Der Prozeß, den die Eltern gegen den„Mörder ihrer Kinder“, wie sie ihn vor Gericht nicht mit Unrecht nannten, angestrengt hatten, erbrachte den einwandfreien Beweis, daß der Tod der armen Kleinen nicht so sehr durch das Serum des bulgarischen Professors herbeigeführt war als durch die Unachtsamkeit und Nachlässigkeit Crewers bei der Anwendung dieses Impfmittels. Die einzige Erklärung für die allen, nicht zuletzt Crewer selbst, unverständliche Nachlässigkeit war wahrscheinlich ein Zustand äußerster Ermüdung gewesen, hervorgerufen durch die offensichtliche berufliche Ueberanstrengung infolge seiner Doppelbeschäftigung als Privatdozent und Spezialarzt.— Der Sturz Crewers aus den Höhen beruflicher und gesellschaftlicher Anerkennung in die Niederungen berechtigter und unberechtigter Diffamierung war furchtbar gewesen. Am schmerzlichsten und erschütterndsten waren jedoch für ihn die Erfahrungen, die er bei dieser Gelegenheit mit seinen Mitmenschen gemacht hatte. Einzig die Brüder Moravius hatten sich damals zum großen Erstaunen der Mitwelt seiner angenommen. Vor allem war es August Georg gewesen, der den Freund bei der finanziellen Regelung der Affäre unterstützt und ihm in den folgenden Jahren mit Rat und Tat zur Seite gestanden hatte. Die tiefe Verbundenheit, die hierdurch zwischen dem unglücklichen Medizinmann und dem großen Geldfürsten entstanden war, hat auch unverändert bis zum heutigen Tag angehalten. — Ist für die Bindung zu August Georg vor allem ein Gefühl der Dankbarkeit ausschlaggebend, so ist die innige Freundschaft, die ihn mit dessen Bruder Hans Jürgen verknüpft, mehr das Ergebnis gemeinsamer geistiger und seelischer Interessen.— Die ganz neue, erst seit Monaten bestehende Freundschaft Crewers mit dem technischen Betriebsleiter des Moraviusschen Werkes, August Stettner, aber ist Hans Jürgen ebenso unverständlich wie wiederum Crewer Hans Jürgens auffällig starke Abneigung gegen seinen neuen Freund unbegreiflich erscheint. Heute könnte Crewer als vermögender Privatmann und Duzfreund der mächtigen Brüder Moravins schon lange wieder mit Würden und Ehren in der'schen Gesellschaft ausgenommen sein, denn die Millionen Totenleiber ehemals blühender Jünglinge und Männer auf den Schlachtfeldern des Weltkrieges haben die acht Kinderleichen längst in Vergessenheit gebracht. Aber Crewer bedankt sich herzlich. Er sucht sich seine Gesellschaft in den Kreisen der jüngeren, mit Erinnerungen an die damaligen Vorkommnisse nicht belasteten Generation oder im Verkehr mit den vielen erst in den letzten zwei Jahrzehnten zugezogenen Familien, wie zum Beispiel den Burgers. Seine viele Freizeit, die ihm seit vierzig Jahren zur Verfügung steht, hat er nach seinem Geschmack verwendet. Seit reichlich zwei Jahrzehnten beschäftigt er sich eingehend mit psychologischen und psychoanalytischen Studien und hat auch nach unverbindlichen Urteilen aus Fachkreisen ein ausgezeichnetes Buch geschrieben, das er unter anderem Namen zusammen mit einem bekannten Psychiater, der deshalb im Augenblick gerade bei ihm zu Besuch weilt, herausgeben will. Als die schöne alte Schweizeruhr im Crewerschen Arbeitszimmer acht Uhr schlägt, geht über des Sanitätsrats Gesicht ein Schmunzeln.— Jetzt wird gleich der erste Gast das Haus betreten, denkt er.— Wie zur Bestätigung ertönt von der Straße der fröhliche Hupenruf eines stoppenden Autos. Auch ohne dieses Hupensignal, das er kennt, wüßte Crewer, daß es Hellas Wagen ist.— Crewer hat das schöne und gescheite Mädchen aufrichtig gern, und Hella ihrerseits hat schon viele Viertelstunden mit dem alten Herrn verplaudert, wobei sie dem klugen Seelenkenner manche Nöte ihres Herzens entdeckte, die sie selbst „ihrem geliebten Pa“ nicht hatte anvertrauen wollen. Der gütige und taktvolle Mann hatte ihr dabei manches gute Wort gesagt, das ihrer jungen, aber im Grunde doch recht einsamen Seele wohlgetan hatte.— Die jetzt folgende beiderseitige Begrüßung ist denn auch so herzlich, wie die zweier guter alter Freunde nur sein kann. Crewers gütige Greisenaugen hinter den großen goldumränderten Brillengläsern blinzeln Hella belustigt an, als er ihr erklärt: „Mein liebes Hellakind, vor allem müssen Sie mir nicht böse sein über die kleine List, die ich angewendet habe, um Sie vor dem Eintreffen meiner übrigen Gäste ein Viertelstündchen für mich allein zu haben. Sie sind nämlich von mir mit teuflischer Berechnung bereits auf eine halbe Stunde früher als alle anderen eingeladen worden, weil ich mit Ihnen etwas sehr wichtiges zu besprechen habe.“ läßt sich mit Grazie in einen der wundervoll gefederten Polstersessel fallen und blickk den Sanitätsrat halb belustigt, halb fragend an: „Lieber Onkel Crewer", erwidert sie,„ich bin gespannt, was Sie mir für sensationelle Geheimnisse, die die übrigen Gäste nicht wissen sollen, anzuvertrauen haben.“ „Geheimnisse, sagen Sie, liebe Hella?— Vielleicht! Sensationell— auch möglich! Strengste Diskretion aber— die conditio sine qua non! Uns das letztere zu versichern, haben wir beide wohl nicht nötig“, meint der alte Herr in Entgegnung ihrer Frage. Hella, die sich bei Crewers Worten in dem großen molligen Sessel ein wenig aufgerichtet hat, betrachtet ihren alten Freund gespannt. Dieser aber ist jetzt sichtlich gehemmt, weil er über eine Sache sprechen möchte, die ihn persönlich sehr berührt. Er nimmt die große goldene Brille von den Augen, hält sie gegen das Licht, zieht ein seidenes Taschentuch aus der Rocktasche, hüstelt hinein... und macht noch etliche solche kleine Verlegenheitsgesten, ehe er sich entschließt, fortzufahren. Seine Augen sind während des nachfolgenden Berichtes fest und groß auf Hella gerichtet und seine Haltung macht den Eindruck eines Menschen, der entschlossen ist, dem anderen sein ganzes Vertrauen entgegenzubringen. „Liebe Hella“, erklärt er ihr, ich möchte Sie heute um einen Rat oder, besser gesagt, um eine kleine Hilfeleistung bitten. Ein Freund von mir, ein feiner, anständiger Kerl, tragt einen Kummer mit sich herum, dessen Ursachen in unsagbar tragischen Verwicklungen seiner Vergangenheit zu suchen sind. Ich kann Ihnen darüber leider keine präzisen Angaben machen, da der Betreffende mein Ehrenwort erhalten hat, daß ich mit niemand über die mir von ihm gemachten Eröffnungen sprechen werde. Meine Versicherung muß Ihnen genügen, daß dieser Mensch auf dem besten Weg ist, seinen Verstand zu verlieren, wenn sich niemand findet, dem es vermöge seines Taktes und seines seelischen Feingefühls gelingt, ihn von seinen Gedanken an diese ihn so bedrückende Vergangenheit zu befreien.— Ich möchte ihm gern helfen und ich wüßte außer Ihnen niemand, der mich dabei ein wenig unterstützen könnte.— Es handelt sich übrigens um den technischen Betriebsdirektor der Firma Moravius: August Stettner.“ Hella ist aufs äußerste überrascht. Sowohl durch die absonderliche Bitte des Sanitätsrates wie ganz besonders durch die Namensnennung Stettners. Selbstverständlich ist ihr dessen Name nicht unbekannt. Sie hat schon viel von den bedeutenden Fähigkeiten dieses neuen Maroviusschen Betriebsleiters gehört. Auch die große Protektion, die dieser von seiten des Senators genießen soll, und die angebliche Spannung zwischen Stettner und Hans Jürgen Moravius sind ihr bekannt. Außerdem vermutet sie natürlich, und wahrscheinlich mit Recht, daß der neue, der väterlichen Firma angekündigte Auftrag von „Gray Brothers" zum guten Teil den Rachegelüsten seines Vorgängers und Nachfolgers Marquard zuzuschreiben ist. Im Augenblick ist sie von dem Gehörten so benommen, daß sie gar keine Worte zu einer Entgegnung findet. Es herrscht daher für Sekunden ein etwas peinliches Schweigen zwischen den beiden, das schließlich der Sanitätsrat als erster wieder bricht. „Liebes Hellakind“, äußert er,„hat Sie meine Bitte oder meine Erzählung so überrascht, daß Sie mir nicht antworten können?“ „Beides, lieber Onkel Crewer! Beides!“ erwidert Hella schnell.„Vor allem bin ich mir gar nicht klar, welcher Art eine solche Hilfeleistung sein soll.“ Mit feinem und gütigem Lächeln entgegnet ihr Crewer darauf: „Vor allem nicht direkter Art, liebe Hella! Da können Sie ganz beruhigt sein. Sie selbst bleiben mit Ihrer Person durchaus im Hintergrund, das verspreche ich Ihnen. Ich bitte Sie lediglich um die Liebenswürdigkeit, während des heutigen Abends ein wenig auf das Benehmen meines Freundes zu achten und mir das Resultat Ihrer diesbezüglichen Beobachtungen morgen oder bereits noch im Laufe des heutigen Abends mitzuteilen. Ein Bekannter von mir, der Tübinger Psychiater Professor Hellwig, der in diesen Tagen bei mir zu Besuch weilt und den Sie im Laufe des Abends auch noch kennenlernen werden, interessiert sich nämlich gleichfalls für den Fall. Wir hoffen beide, den armen Stettner auf vsychoanalytischem Weg zu heilen, und wären glücklich, wenn uns zu diesem Zwecke außer unseren eigenen Feststellungen noch die Wahrnehmungen eines intelligenten Laien zur Verfügung ständen.“ (Fortsetzung folgt!) * Nnen=Juli= Futt Westdeutsche Hochschulmeisterschaft Fußball: Universität Köln— Universität Bonn :0(:0) Auf dem Platz am Aachener Tor erkämpfte die Fußballelf der Universität Köln einen sicheren:0= Sieg in der Vorrunde zur westdeutschen Fußballmeisterschaft über den Gast aus Bonn. Großen Anteil an dem Erfolg hatte der rechte Läufer Braun. Auch Kölner Sieg im Handball In Dortmund mußte im Vorrundenkampf zur westdeutschen Hochschulmeisterschaft im Handball die Elf dei Hochschule für Lehrerbildung die Ueberlegenheit der ersten Kölner Mannschaft anerkennen. Mit 14:3(:2) fiel der Sieg an die Kölner, die besonders nach dem Wechsel tonangebend waren. Die zweite Handballmannschaft der Kölner Studenten trennte sich von den Vertretern der Universität Münster:5(:). Eine Verlängerung ließ die eintretende Dunkelheit nicht mehr zu, so daß dieses Vorrundenspiel wiederholt werden muß. Hilde Sperling behauptet sich Intern. Deutsche Hallen=Tennismeisterschaften Am Mittwochvormittag hat sich bei den Internationalen Deutschen Hallen=Tennismeisterschaften in Bremen als erste Teilnehmerin die frühere Essenerin Hilde Sperling=Krahwinkel(Dänemark) bereits für die Vorschlußrunde qualifiziert, da sie ohne Spiel eine Runde weiter kam. Die Bremerin Frl. Huchting verzichtete darauf. gegen die deutsche Exmeisterin anzutreten.— Im Gemischten Dopvel stehen die Polen Jedrzejowska=Tloczynski gleichfalls schon unter den letzten Acht". Frl Adamson=Henkel ließen Frl. Schinke=Bräuer leicht mit:3,:2 hinter sich. Im Frauendovvel haben neben Frl. Adamson=Frl. Iribane auch Hilde Sperling=Horn durch einen glatten:=,:=Sieg über Frau Isaac=Röls Frau Springer die Vorschlußrunde erreicht. Derbe Ueberraschungen am Nachmittag Der Nachmittag brachte derbe Ueberraschungen. Im Männereinzel schaltete zunächst der Jugoslawe Pallada den Franzosen Christian Boussus mit:6. :3.:4 aus und anschließend wurde der polnische Davispokalspieler Tloczynski von dem französischen Nachwuchsspieler Jamain mit:1.:6,:5 besiegt. Werner Menzel zeigte gegen Malfroy ein sehr gutes Sviel und siegte:3.:2. Die übrigen Favoriten setzten sich durch, so daß die„letzten Acht“ wie folgt feststehen: Henkel. Gentien. Dr. Dessart. Ellmer. Szigeti. Pallada, Menzel und Jamain. Bei den Frauen spielte sich Frl. Jedrzejowska über Frau Gleerug hinweg(:3,:6,:4) in die Vorschlußrunde. Ansonsten gab es fast durchweg die erwarteten Ergebnisse. Dies und das Olympique Lille bei Fortuna Düsseldorf Die französische Profimannschaft Olympique Lille wurde jetzt von Fortuna Düsseldorf für den 14. Juli nach Düsseldorf verpflichtet. Olymvique gehört zur ersten französischen Berufsspieler=Liga und ist zurzeit Spitzenreiter. Das Rücksviel trägt Fortuna am 16. August in Lille aus. Um die westdeutsche Wasserballmeisterschaft Die Spiele um die westfälische Wasserballmeisterschaft wurden jetzt mit zwei Treffen fortgesetzt. Blau=Weiß Bochum besiegte Lünen 08 eindeutig mit 13:0(:0) und Westfalen Dortmund besiegte Sanitäts=SV Dortmund mit:2(:). Amateurboren: Stuttgart— Rom 13:3 Die Amateurborstaffel von Rom trug ihren ersten Kampf in Deutschland am Mittwochabend in der Stuttgarter Stadthalle aus. Vor gutem Besuch mußten die Italiener die technische Ueberlegenheit der Württemberger anerkennen, die im Gesamtergebnis mit 13:3 Punkten siegten. Allerdings gaben die Gäste im Weltergewicht durch Uebergewicht die Punkte kampflos ab. Die drei erzielten Punkte resultierten aus drei unentschiedenen Kämpfen von Nardessi(Fliegen). Fogia(Feder) und 'Otavi(Schwergewicht). dier Lou Brouillard beunruhigt auch heute noch die französischen Boxsvortkreise. Ein klares Bild. ob der Kanadier den Weltmeister tief geschlagen hat. ist nicht zu gewinnen. Von einem sofortigen Revenchekamrs kann zunächt keine Rede sein. Brouillard möchte zwar noch in den nächsten Tagen einen Kampf in Paris austragen, doch steht heute schon fest, daß er am 7. Februar ab Cherbourg nach Newyork zurückkehren wird. Eishockey in Prag Die Eishockey=Nationalmannschaft der Tschechoslowakei wurde am Mittwoch auf der Prager Kunsteisbahn einer weiteren Prüfung unterzogen. Ueber den österreichischen Meister EK Engelmann siegten die Tschechen bei leichtem Regen nur knapp mit:5 (:0,:3,:). Brüsseler Sechstagerennen In der zweiten Nacht des Brüsseler Sechstagerennens verdrängten Buysse=Billiet die an der Svitze liegende Mannschaft Charlier=Deneef von der ersten Stelle, während das deutsch=belgische Paar Schön=Aerts mit zur Spitzengruppe aufrückte. In der dritten Nacht gab es im Stande des Brüsseler Sechstagerennens kaum Veränderungen. obwohl die Fahrer vor zahlreichen Zuschauern immer wieder neue Jagden anzettelten. Zur Svitzengruppe rückten noch die Belgier Depuaw=van Nevele auf. während die schwachen Mannschaften immer mehr Boden verloren. Der Däne Falck=Hansen gab wegen seiner in Kovenhagen erlittenen Sturzverletzungen auf. Sein Partner Dannholt setzte mit zehn Verlustrunden allein das Rennen fort. Kilian=Vovel Sieger in Milwaukee Die beiden Dortmunder Sechstagefahrer Kilian] Vovel gewannen abermals ein Sechstagerennen. und zwar diesmal das von Milwaukee. Sie legten insgesamt 4046.635 Kilometer zurück und erreichten eine Punktzahl von 4430 vor Walthour Croßley mit 4025 Punkten und Peden Audy mit 2870 Punkten. Albert Richter wieder daheim Der deutsche Berufsfliegermeister Albert Richter ist am Mittwoch wieder nach Köln zurückgekehrt. Nach mehr als dreiwöchigem Krankenlager hat er das Baseler Spital verlassen dürfen. Allerdings mußte er dem behandelnden Arzt die Zusicherung geben, daß er sich vorläufig in keiner Weise sportlich betätigen will. Richter hat sich von seinen Baseler Sturzverletzungen soweit wieder erholt, daß er sich in diesen Tagen in die Eifel begeben kann, wo er an einem ruhigen Platz bald seine frühere Gesundheit und damit gute Kampfform wiederzuerlangen hofft. Handel und Inldastele In Eintracht Dortmund vor OSV Hörde der Dortmunder Eintrachthalle wurde Italien lockert den Boykott Parteisekretär S. E. Starace hat in seiner Eigenschaft als Präsident des italienischen olymvischen Komitees die angeschlossenen Verbände angewiesen. bei internationalen Veranstaltungen auf italienischem Boden alle ausländischen Meldungen anzunehmen, wenn es sich um Sportfeste handelt, die im internationalen Terminkalender der verschiedenen internationalen Svortverbände aufgeführt sind. Es können also auch Sportler aus den Sanktionsstaaten auf italienischem Boden starten. Gustav Eder wieder in Köln Der deutsche Eurovameister im Weltergewicht. Gustav Eder. ist von seiner Erholungsreise nach den Kanarischen Inseln wieder nach Köln zurückgekehrt. Vorläufig bleibt Eder noch in Deutschland, denn er glaubt bestimmt, daß der Kampf mit Marcel Thil zustandekommt Eder möchte natürlich am liebsten in Deutschland kämnfen, aber er nimmt selbstverständlich auch den Kampf des französischen Mittelgemichtsmeisters in Paris an. Aus diesem Grunde ist die geplante Amerikareise vorerst noch nicht spruchreif. Von Brouillard fährt zurück Der Ausgang des Weltmeisterschaftskampfes zwischen dem Titelhalter Marcel Thil und dem KanaBericht der Rheinisch-Westiälischen Borse Düsseldorf, 23. Jan. Bei geringem Geschäft eröffnete die Rheinisch=Westfälische Börse überwiegend schwächer. Glattstellungen der Kulisse, die auf Gerüchte über einen dividendenlosen Abschluß bei Krupp zurückzuführen sind, führten zu weiteren Kursabbröckelungen. Farbenindustrie setzten ¼% niedriger ein und verloren„nach den ersten Umsätzen%. Auch die übrigen fortlaufend notierten Werte waren rückgängig. So gaben von Montanaktien Mannesmann und Rheinstahl je%, Stahltrust zunächst% und dann noch einmal 1% nach. Zu niedrigeren Kursen waren ferner Deutsche Erdöl im Handel. Gut behaupten konnten sich Dahlbusch und Buderus, die bis zu ¾% höher lagen. Elektromarkt nur knapp gehalten. Zu etwas schwächeren Kursen gingen RWE um. Von Kaliwerten waren Wintershall nach der letzten Aufwärtsbewegung heute ¾% niedriger im Handel. Am Markt der Sonderwerte schwächten Westdeutsche Kaufhof ¼% ab. Dortmunder Union blieben unverändert gefragt, Rentenwerte still. Altbesitz eine Kleinigkeit leichter, Industrieobligationen eher nachgebend, Reichsbahnvorzüge unverändert. Im Gegensatz zur schwächeren Berliner Tendenz verkehrte der Kuxenmarkt in fester Grundstimmung bei teilweisen Kurserhöhungen. Am Kohlenkuxenmarkt setzten Carolus unter lebhaften Umsätzen ihre gestrigen Kurssteigerungen mit 100 Reichsmark fort. Deutschland und Diergardt hatten ebenfalls mehrfache Umsätze auf gestriger Basis. Letztere blieben auch nach Festsetzung der Notiz zum Höchstkurse gesucht. Langenbrahm verloren dagegen bei einigem Umsatz ca. 200 RM. Der Braunkohlenkuxenmarkt lag weiterhin still, jedoch kursmäßig gut behauptet. Von Kalikuxen waren Beienrode und Wintershall mit kleinen Kursbesserungen im Verkehr. MarieLuise wechselten zu letzten Preisen den Besitzer. Die Nachfrage für die übrigen Werte des Aschersleben=Salzdetfurth=Konzerns hält an, es steht auch kulantes Angebot gegenüber. Für Elsässer Werte zeigte sich auf letzter Grundlage kaum Interesse, jedoch kamen hierin Abschlüsse nicht zustande. Auf dem Kohlenaktienmarkt war die Haltung leichtatbletischer Jugend=Vereinskampf zwischen den eher schwächer. Regere Umsätze hatten Bergb. Mannschaften der Eintracht, des Olymvischen Sportvereins Hörde und des Dortmunder SC 95 in drei Altersklassen durchgeführt. Im Gesamtergebnis siegten die Eintrachtler mit 33355 Punkten vor den OSV Härde mit 25361 und dem Dortmunder SC 95 mit 25 361 Punkten. Gute Leistungen gab es besonders in der Klasse der 17= und 18jährigen. Im Hochsorung blieb Obling=Eintracht mit.70 Meter erfolgreich. im Weitsprung erzielte Meinhardt=Eintracht.92 Meter. und Born=Eintracht stieß die Kugel mit 13.42 Meter weit. In der Einzelwertung lag in dieser Klasse Born mit 2610 Punkten vor Obling mit 2529 Punkten in Führung. Lothringen 1% niedrigerer Grundlage Lothringen Genüsse waren ebenfalls ½% leichter im Verkehr. Niederrhein. Bergb. gut behauptet. Von den Kaliaktien wurder Adlerkali 2% fester gesucht, doch kam Material nicht heraus Burbach lagen gut 1% niedriger. Im Börsenverlauf traten wesentliche Kursänderungen nicht ein. Der Kassamarkt lag ebenfalls bei ruhigem Verkehr abgeschwächt. Die Börse schloß still und unverändert. Märkte Berliner Metall=Notierungen Berlin, 23. Jan.(Amtlich.) Elektrolytkupfer (wirebars), prompt. cif Hamburg. Bremen oder Rotterdam 49¾: Original Hütten=Aluminium, 98 —99 Prozent. in Blöcken 144: dgl. in Walz= oder Drahtbarren 148: Reinnickel. 98-99 Prozent. 269 RM für 100 ka: Silber in Barren. ca. 1000 fein. 37,25—40.25 RM. per kg. Berliner Getreidegroßmarkt Berlin, 23. Jan.(Zu= und Abschläge für Weizen, Roggen und Futtergetreide gemäß Anordnung des Getreidewirtschaftsverbandes„Kurmark".) Weizen (für 1000 Kilo in RM): Märk. Weizen Durchschnittsqual.(an Auswuchs. Besatz. Bruch. Schmachtkorn. Rost, sind zus. 3% zuläss.). Gewicht pro hl 76/77 kg. frei Berlin 208: ges. Erzeugerpr. für die Preisgebiete W VI 196, W VII 197. W VIII 198. W IX 199. W X 200. W XII 202. W XIV(Bln.) 204: gesetzt. Mühleneinkaufspreis plus 4 RM: Stimmung: ruhig.— Roggen(für 1000 kg in RM): Märk. Roggen. Durchschnittsqual.(an Auswuchs. Besatz. Bruch. Schmachtkorn sind zusammen 2% zulässig). Gewicht vro hl 71/73 kg. frei Berlin 171: gesetzl. Erzeugervreie für die Preisgebiete R V 159. R VI 160 R VII 161. R VIII 162. R KI 165. R KII 166. R XIII(Bln.) 167; gesetzt. Mühleneinkaufspreis plus 4 RM: Stimmung: ruhig.— Gerste (für 1000 kg in RM): Braugerste, feine neu, frei Berlin 227—231, ab märk. Station 218—222: Braugerste, gute. frei Berlin 222—226, ab märk. Station 213—217: Industriegerste(Sommergerste) frei Berlin 218—221. ab märk Station 209—212; Futtergerste. Gewicht pro hl 59/62 kg. gesetzl. Erzeugerpreis für die Preisgebiete G V 164. G VI 165, G VII 167, G VIII 170. G IX 172; Stimmung: ruhig.— Hafer(für 1000 kg in RM): Märk. Hafer. Durchschnittsqual., Gewicht vro hl 48/49 kg, gesetzl. Erzeugerpreis für die Preisgebiete H IV 152, H VII 156. H X 159. H XI 161, H XIII 164, H XIV 166: Stimmung: ohne Geschäft.— Weizenmehl(ohne Ausland). Type 790(Basis=Type) nach Skala Prof. Mohs(in RM für 100 kg brutto einschl. Sack): gesetzl. Erzeugervreis für die Preisgebiete(Bezirksst. X d..=V. Berlin): II 27.05, III 27.05. V 27.05. VI 27.50. VII:(Soldin=Arnswalde) 27.50. VII: (Luckau=Calau) 27.50, VIII 27,65, IX 27.90, X 27.90, XII 28.30. XIV 28.60; mit 10% Ausland zuzügl. .50 RM Frachtausgleich, bei Abnahme von mindestens 10 Tonnen frei Empfangsstation gemäß Anordnungen der Wirtschaftlichen Vereinigung.— Roggenmehl(in RM für 100 kg brutto einschl. Sack), Type 997(nach Skala Prof Mohs): gesetzl. Erzeugervreis für die Preisgebiete(Bezirksst. X d. W. V. Berlin): I 21.10, II 21.20. IV 21.45, V 21.55. VI 21.65 VII 21.80. VIII 21,90, XI 22.25, XII 22,35. XIII(Bln.) 22.45; zuzügl..50 RM Frachtausgleich, bei Abnahme von mindestens 10 Tonnen frei Empfangsstation gemäß Anordnungen der Wirtschaftlichen Vereinigung: Type 815+-.50 RM. Type 790+.25 RM. Type 610+2,00 RM.— Kleie: Weizenkleie(in RM für 100 ka brutto einschl. Sack ab Mühle einschl. Verladungskosten daselbst): gesetzt. Mühlenverkaufspreis für die Preisgebiete II 11,15. 1I1 11.20. V 11.30. VI 11.35. VII:(Soldin=Arnswalde) 11.40, VIl=(LuckauCalau) 11.40. VIII 11.50. IX 11.55, X 11.60, XII 11.70, XIV 11.85: zuzügl..30 RM Ausgleichsbetrag für 100 kg. Bei Weizenvollkleie kann ein Aufschlag von.50 RM berechnet werden.— Roggenkleie (in RM für 100 kg brutto einschl. Sack ab Mühle einschl. Verladungskosten daselbst): gesetzl. Erzeugerpreis für die Preisgebiete I 10.10, II 10.15. IV 10.30. V.95, VI 10.40. VII 10.45. VIII 10.10, XI 10.30. XII 10.40. XIII(Bln.) 10.45; zuzüglich.30 RM Ausgleichsbetrag für 100 kg. Bei Roggenvollkleie kann ein Aufschlag von.00 RM für 100 kg berechnet werden.— Für 50 kg in RM ab Stat.: Erbsen, Viktoria. 21.50—22.50(feinste Sorten über Notiz): kleine Erbsen 19.50—20.50: Futtererbsen 12,50— 13.50: Peluschken 17.50—18.50; Ackerbohnen 11.25— 12.25: Wicken: Deutsche 15.00—15.50; Ostsee 15.00— 15.50: Russenwicken 15.00—15.50; Futterwicken.50 —10.50: Lupinen, blaue.75—.25; Lupinen, gelbe 12.50—13.00: Seradella, neue, 21—23(unplomb.): Leinkuchen, Basis 37 Proz., ab Hamb..65 incl..30 .=.: Erdnußkuchen, Basis 50 Proz., ab Hamb., .45 incl..65.=.: Erdnußkuchenmehl, deutsche Mahlung.05 incl.=.: Trockenschnitzel ab Fabrik .46: extrah. Soyabohnenschrot. 45 Prozent. ab Hamburg.75 incl..80.=.: dto., 45 Prozent ab Stettin, 7,95 incl..80.=.: Kartoffelflocken. Parität waggonfrei Stolv. Ramslau als Verladestation .75—8,80 brutto für netto incl. Paviersack: dito. Parität Berlin.35—.40 brutto für netto incl. Paviersack. Erzeugerpreise für die Gebiete der Prov. Westfalen Dortmund, 23. Jan. Weizen, 76/77 kg. Preisgebiet W XVIII 208. W XVI 206, W XIII 203. W XII 202. W IX 199: Roggen, 71/73 kg. Preisgebiet R XVIII 173. R XVI 171. R XV 169, R XII1 167. R XI 165: Hafer. 48/49 kg. Preisgebiet B XIX 171. H XVIII 170. H XVI 168. H XV 167. B XIV 166. H XIII 164: Futtergerste. 61/62 kg. Preisgebiet G XIV 180. G XIII 178. G XII 177. G X1 175. G X 174 RM. Handelsvreise Frachtlage Dortmund. Weizen mit Kontingentmarken Müdlenfestvreis 212. Roggen mit Kontingentmarken Mühlenfestvreis 175. Westfälischer Futterhafer nicht angeboten. Westfälische Futtergerste nicht angeboten. Weizenmehl, Grundtype 799. W XVIII 28.15 W XVI 28.15, W XIII 27.65. W XII 27.65. W IX 27.65: Roggenmehl. Grundtype 997. R XVIII 23.15. R XVI 23.00. R XV 22.95. R XIII 22.75. R XI 22.55: Weizenkleie. Preisgebiet W XVIII 12.05 W XVI 11.95. W XIII 11.75. W XII 11.70. W IX 1135: Roggenkleie, Preisgebiet R XVIII 10.80. R XVI 10.70. R XV 10.55, R XIII 10.45. R IX 10.30. Mebl: Grundvreise für Weizen= und Roggenmehl. Weizenund Roggenkleie. Die Zuschläge bzw. Handelsspannen errechnen sich nach den gesetzl. Bestimmungen. Diehmärkte Osnabrücker Viehmarkt Osnabrück, 23. Jan. Am heutigen Viehmarkt standen zum Verkauf: Rinder 81, darunter Ochen 1, Bullen 2, Kühe 72. Schweine 408, Färsen 6, Schafe —. Kälber 129.(Preise für 1 Pfund Lebendgewicht in Pfennigen): Bullen: b) 41. Kühe: a) 41. b) 39—41, c) 32—37; Färsen: a) 41; Kälber, Doppellender: a) 61—65, b) 53—60, c) 43—55; Schweine: a) 54.50. b) 54.50. c) 52.50. d) 50.50, e) 48.50; Sauen: a) 52,50 b)—. Marktverlauf: Rinder gut, Kälber mittel, Schweine zugeteilt. Nächster Markt am 28. Jan. 1936.(Die vorstehenden Preise sind Marktpreise am Osnabrücker Schlachtviehmarkt und nicht mit Stallpreisen zu verwechseln.) Amtliche Berliner Devisenkurse Berliner Börsenkurse vom 23. Januar 1936 43 1 221 2: 1. 221 61 42.1. 100½ 87 85½ 86 184% 189. 121% 15 ½ 16 ½ Ges. f. el. Unt. 100½ Goedb. Gebr. Goldschmidt Harpener Berg Hoesch-Eisen-KölnNeuessen Kali Aschersleben Klöcknerw. Köln Gas u. Elek. W. Krefft Kromschröder G. Kronprinz Metall Küppersbusch 871 96. 66% 134. 121 15½ Lahmeyer 16¾ Mannesm.-Röhren Mansfeld Maschb.-Untern. Mülh. Bergw. Anleihen: D..-Anl. 27 D..-Anl. v. 29 Banken: Com.- u. Privat-Bk. Otsch. Bk. u. Diskt. Dresdner Bank Reichsbank Rh.-Westf. BodenCred. Verkehrswerte: Reichsbahn.-A. Hapag Nordd. Lloyd Brauereien: Dortm. Aktien Dortm. Ritter Dortm. Union Schlegel-Scharp. Wicküler-Küpper Sonstiges: Aku A. E. G. Bemberg I. P. Chem. Ind. Gelsenk Cont. Cautsch. Daimler Mot. Otsch. Erdöl El. Licht u. Kraft Eschw. Bergw. -Farbenind. Felten-Guillaume Friedrichshütte Gebbard& Co. Gelsenk. Berzw. *„ bedeutel onne Angebot und Nachtrage. 127 127% Westeregeln 107½ 107. Westdtsch. Kaufhof 109 ¼ 110% West-Draht Hamm 108 12 103½ Westfälische 87% Landesbankanl.: 120% 112 31½ 32 ½ 86 1, 127 82% 78 83½ 94. 6% Prov. Feing. 25 79½ 6% dto. 26 82 6% dto. 27 R 1 —..“ 6% Komm. Obl. 136½ 134½ 28/29—3 — 6% dto. 30 R 4 126% 6% Goldpfdbr. R 1 922, Westf. Provinzial126— anleibe-Auslosg. Festverzinsliche Werte: 126.— 81. 126/ 77¼ 784 195 anstalt R. 6% dto. dto. dto. dto dto. Komm dto. dto. dto. 6% %5 6% 6% 6% 6% %5 4 11 13/15 21 20 16 6 8 6% Pr. Centr-Bod. u. Pfdbr. Fm. 1 6% dto Komm.Obl.! 53% 63% 92 ¼ 921. 94% 109 ¼ 97.— 97.— 97.— 97.— 97.— 94 94% 94* 95.— 96 ¼ 93 ½ — Steuergutscheine 109.4 94.— 93 ¼ 93 ¼ 92 7 927 94 ¾ 100¼ 97 ¾ 97% 97 ¾ 97 ¾ 47% 94% 94% 94% 95.— 96 ¼ 100 Bild links: Sie trainieren fürs Winter=Olympia Garmisch=Partenkirchen bereitet sich eine große Zahl internationaler Eiskunstläufer und=läuferinnen auf die kommenden großen Wettkämpfe vor. Hier sieht man(von links) die schwedische Meisterin Vivianne Hulthen, unser Meisterpaar Maxie Herber und Ernst Baier sowie die Engländerin Gweneth Butler in einer Uebungspause.(Presse=Bild=Zentrale—.) „„Ace Anntcessleie Mmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmm in Sdelnisch Purkennlechen 730 Was die Kamera erbeutete Die Sieger der deutschen Skimeisterschalten Willi Bogner(München), Christel Cranz(Freiburg), Deutscher Skimeister 1936 Siegerin im Torlauf Das Olympia=Eisstadion ist gerüstet An der Stätte der Olymvischen Winterspiele in Garmisch=Partenkirchen steht schon alles im Zeichen der kommenden großen Kämpfe. Jeden Tag wird die Eisfläche sorgfältig behandelt. Auf unserem oberen Bild sieht man eine neuartige„Hobelmaschine“, durch die die Eisdecke geglättet wird, um dann mit einer neuen Eisschicht überzogen zu werden.— Wie man auf dem unteren Bild sieht, wird aus einem Faß. das auf einem fahrbaren Karren montiert ist. feinstrahlig Wasser auf die Fläche gebracht und durch eine nachgezogene Decke gleichmäßigr: teilt, so daß es keine Unebenheiten gibt. (Schirner—.) Sonja zeigt ihre Kunst vor dem Arbeitsdienst Als Dank für die hervorragenden Vorbereitungsarbeiten zur Durchführung der Deutschen Eislaufmeisterschaften lief die schwedische Olympia=Siegerin und mehrfache Weltmeisterin im Eiskunstlauf. Sonja Henie, ihre Olympia=Kür vor den Männern des Reichsarbeitsdienstes, die an der Stätte der Olympischen Winterspiele ihren Dienst versehen. (Deutsche Presse=Photo=Zentrale—.) Zu nebenstehendem Bild: Auch bei schlechtem Wetter wird das Skisprungtraining nicht unterbrochen So wie am Neujahrstage beim Eröffnungsspringen auf der Olympiaschanze in Garmisch wird es auch bei den Olymvischen Winterspielen sein: fehlt der Schnee auf der Sprungschanze, wird er herangeschafft. Arbeitsdienst und Reichsheer werden dann eingesetzt, um Schnee auf die Sprungschanze zu schaffen und eine gute Abwicklung der Wettkämpfe zu ermöglichen. (Schirner—.) 5 Ringe- Symbol der Olumpia Bild links: Die Flagge für die Olympischen Winterspiele in Garmisch=Partenkirchen. Das Symbol der Olympischen Spiele, die OlympiaFlagge, die über den Olympischen Winterspielen in Sankt Moritz und Lake Placid geweht hatte, wurde jetzt von dem Amerikaner Stavens dem Sieger beim Zweierbobrennen in Lake Placid. dem Präsidenten des Organisationskomitees Dr. Karl Ritter von Halt(links), übergeben. Nun wird die Flagge vom 6. bis 16. Februar in Garmisch=Partenkirchen wehen. Nach Beendigung der Winterspiele wird sie dort bis zu den Winterspielen 1940 aufbewahrt.(Atlantik—.) Bild rechts: Auch Amerikas Olympia=Kämpfer in Garmisch=Partenkirchen. Nach den Schweden und Japanern sind nun auch die amerikanischen Teilnehmer an den Olymvischen Winterspielen in Garmisch=Partenkirchen eingetroffen, wo sie sofort mit dem Training begonnen haben. Vor illem die amerikanische Bobmannschaft, die beechtigte Aussichten auf Erfolg hat. interessiert in Garmisch=Partenkirchen. Wir bringen hier ein Bild der gesamten amerikanischen Bobmannschaft nach ihrer Ankunft am Schauplatz der Olympi schen Winterspiele. Der tole=Ronig in London Feierlicher Zug von der Station Kings-Croß zur Westminster=Hall dnb. London, 23. Jan. Der tote König wurde am Donnerstag von Sandringham in seine Hauptstadt übergeführt, in der er über 25 Jahre lang über die Geschicke seines Reiches gewacht hat. Hunderttausende von Menschen saumten die Straßen, als nach der Ankunft des toten Königs in einer schlichten, aber eindrucksvollen Prozession der kurze Leichenzug von der Station KingsCroß seinen Weg zur Westminster=Hall nahm. Die Kirchenglocken läuteten und überall standen die Menschen in stummer Ergriffenheit. Beim Herannahen des Zuges in der White=Hall entblößte alt und jung das Haupt, als die Lafette mit dem Sarg des toten Herrschers und dahinter die vier Söhne des heimgegangenen Fürsten, darunter König Eduard VIII., vorüberzog. Am Eingang zur Westminster=Hall erwartete Königin Mary bereits den Leichenzug. Feierliches Schweigen lag über der unübersehbaren Menschenmenge, als die Ehrengarde das Gewehr präsentierte und die Aufbahrung vonstatten ging. Nach einer kurzen Andacht kehrte König Eduard Vlll. und die Königliche Familie nach dem Buckingham=Palast zurück. Noch lange Zeit nachher waren die Straßen schwarz von Menschen und der Fahrverkehr kam nur mühselig wieder in Gang. Eine Botschaft Eduards VIII. an das Unterhaus Eine Gedenkrede Baldwins Im Unterhaus verlas am Donnerstagnachmittag der Sprecher folgende Botschaft König Eduard VIII.:„Ich bin sicher, daß das Unterhaus den Tod meines geliebten Vaters tief betrauert. Er widmete sein Leben dem Dienst an seinem Volk und der Erhaltung der verfassungsmäßigen Regierung. Er war stets von seinem tiefen Pflichtgefühl erfüllt. Ich bin entschlossen, ihm auf dem Wege zu folgen, den er mir vorgezeichnet hat.“ Ministerpräsident Baldwin legte hierauf dem Hause zwei Anträge zur Annahme vor, deren einer eine Adresse des Beileids an den neuen König zum Hinscheiden König Georgs ist. In dieser Adresse heißt es, daß der selbstlose Dienst des Verstorbenen an der Oeffentlichkeit für immer in herzlichem und dankbarem Angedenken gehalten werde. Gleichzeitig stellt die Adresse eine Ergebenheitskundgebung für den neuen König dar, von dem das Unterhaus überzeugt sei, daß er im Namen der göttlichen Vorsehung während seiner ganzen Regierung die Freiheiten seines gesamten Volkes schützen werde. Der zweite Antrag fordert eine Beileidskundgebung an die Königin Mary, die stets der Ergebenheit und der Zuneigung des Unterhauses versichert sein dürfe. In einer Rede schilderte Baldwin dann die Vorzüge der englischen Verfassung. Die geistige Macht der Krone Englands, so erklärte er, sei heute größer als zu irgendeiner Zeit der Vergangenheit. Baldwin schilderte hierauf die Persönlichkeit des neuen Königs, der eine genauere Kenntnis aller Klassen seiner Untertanen habe als irgendeiner seiner Vorgänger. Er habe reiche Erfahrung in den Geschäften des Landes, besitze eine umfassende Verständigungsbereitschaft und besitze das Geheimnis der Jugend in der Reife des Alters. Nachdem Baldwin seine Rede unter dem Beifall des Hauses geschlossen hatte, unterstützte Mayor Attlee im Namen der arbeiterparteilichen Opposition die beiden Anträge des Ministerpräsidenten. Attlee beendete seine Rede mit herzlichen Worten der Begrüßung an den neuen König, von dem alle wünschten, daß seine Herrschaft langandauerd, segensreich und friedvoll sein möge. Nach einer weiteren Rede von Archibald Sinclair wurden die beiden Anträge dann ohne Abstimmung angenommen. Das Unterhaus vertagte sich hierauf bis zum 4. Februar. Abschluß der Führertagung in München onb. München, 23. Jan. Die nationalsozialistische Parteikorrespondenz meldet: Am Donnerstag versammelte sich unter dem Vorsitz des Stellvertreters des Führers das gesamte obere Führerkorps der Partei, die Reichsleiter, Gauleiter und Amtsleiter der Reichsleitung sowie die Gruppenführer der SA., SS. und RSKK. im historischen Festsaal des alten Münchener Rathauses— erstmals seit seiner Wiederherstellung — zur Fortsetzung der am Mittwoch begonnenen großen Arbeitstagung.— In instruktiven Vorträgen wurden die Versammelten über wichtige Einzelfragen informiert. Der Reichssendeleiter des deutschen Rundfunks, Pg. Hadamovsky, gab einen Ueberblick über die deutsche und europäische Rundfunksituation und kennzeichnete die beabsichtigte zukünftige Entwicklung des deutschen Rundfunks. Anschließend sprach Generalleutnant, Pg. Milch, der dem Führerkorps der Parrei einen ausführlichen Bericht über den gegenwärtigen Stand der deutschen Luftwaffe gab. — Die Führertagung fand am Donnerstagabend ihren Abschluß mit einem kameradschaftlichen Beisammensein, zu dem der Stellvertreter des Führers geladen hatte. Berufsschulen unterstützen den Reichsberufswettkampf Die Organisation in du. Ha. Regelung und besondere Anordnungen für die Olympischen Winterspiele König Georg V. letzte Unterschrift Bei der Huldigung für König Georg im Oberhaus sprach u. a. auch der Erzbischof von Canterbury in rühmenden Worten über den Verstorbenen. Er lobte seine Selbstlosigkeit, seine Beständigkeit und seine Pflichttreue. Er habe, so berichtete er, die Ehre gehabt, hierfür ein besonderes Beispiel in den letzten Stunden des Königs erleben zu dürfen, als der König den letzten Kronrat abgehalten habe. Der König habe beim Empfang des Kronrates, durch Kissen gestützt, gebrechlich in seinem Stuhl gesessen. Auf die Verlesung der Anordnung, die die Einsetzung eines Staatsrates vorgesehen habe, habe er die übliche Formel:„gebilligt“ klar aussprechen können. Dann habe er sich wiederholt bemüht, dieses letzte Staatsdokument mit eigener Hand zu unterzeichnen. Als er aber gesehen habe, daß diese Anstrengung zu groß für ihn sei, habe er seinem Kronrat nur noch freundlich zulächeln können. Es sei eine Szene gewesen, die niemand vergessen werde.— Wie verlautet, enthält das letzte vom König unterzeichnete Staatsdokument als Unterschrift nur ein unleserliches Zeichen. onb. Berlin, 23. Jan. Der Reichsminister des Innern, Dr. Frick, gibt im Einvernehmen mit dem Stellvertreter des Führers, Reichsminister folgendes bekannt: 1. Die sportliche Durchführung der Spiele nach den olympischen Bestimmungen obliegt ausschließlich dem Präsidenten des Organisationskomitees Dr. Ritter von Halt. 2. Den Einsatz der deutschen Nationalmannschaft leitet ausschließlich der Präsident des Deutschen Olympischen Ausschusses, Reichssportführer von Tschammer und Osten. Ihm obliegt auch die Vertretung des deutschen Sports bei allen Verpflichtungen repräsentativer Art, soweit diese nicht nach den olympischen Bestimmungen Sache des Organisationskomitees ist oder von der Reichsregierung selbst übernommen wird. 3. Die Leitung der staatlichen Maßnahmen, die von den zuständigen Reichs., Staats= und Gemeindebehörden für den reibungslosen Verlauf der Spiele zu treffen sind, ist dem Staatssekretär Pfundtner im Reichsministerium des Innern übertragen. 4. Soweit Parteiangelegenheiten durch die Spiele berührt werden, obliegt die Entscheidung dem Gauleiter Adolf Wagner=München. 5. Der beschränkte Platz in den olympischen Kampfstätten in Garmisch=Partenkirchen macht es dem Organisationskomitee unmöglich, Ehrenkarten und Dienstkarten in größerer Zahl als bisher vorgesehen auszugeben. Aus dem gleichen Grunde ist auch nicht möglich, eine besondere Begleitung der Ehrengäste(Adjutanten usw.) zu den Kampfstätten zuzulassen. Anträge auf vermehrte Zuteilung von Ehren= oder Dienstkarten oder auf Zulassung von Begleitern können daher nicht berücksichtigt werden. Es wird erwartet, daß den Anweisungen der Leiter des Ehrendienstes auf den Kampfstätten selbst unter allen Umständen entsprochen wird. 6. Die Olympischen Spiele sind in erster Linie eine Angelegenheit internationalen sportlichen Wettkampfes. Es ist daher erwünscht, daß auch die Zuschauer in den olympischen Kampfstätten sportliche Kleidung und nicht Uniform tragen. Serseid starn Gelaster Die Verhandlung unter 2 dnb. Schwerin, 23. Januar. Am Donnerstagvormittag wurde unter Ausschluß der Oefsentlichkeit im Mordprozeß Seefeld die Erörterung über die Sittlichkeitsverbrechen an minderjährigen Knaben fortgesetzt, die Seefeld in vier Fällen zur Last gelegt werden. Es ist ein erlösender Gedanke, daß die neugeschaffenen Gesetze zur Regelung der Erbgesundheitsfrage derartige Verbrechen von triebhaften Unholden unmöglich machen. Der Prozeß Seefeld ist geradezu ein Schulbeispiel für die Notwendigkeit dieser Gesetze. Im Zusammenhang mit den Verbrechen Seefelds kam die Sprache auch auf die Zeit der letzten Morde bei Schwerin, wo Seefeld im Schweriner Vorort Görries bei guten Bekannten im Februar und März 1935 sein Standquartier hatte, das er zwischendurch für drei Wanderungen von je acht Tagen Dauer verließ. An den Mordtagen dieser Zeit war Seefeld nicht in Görries. Während seines Aufenthaltes in Görries erzählte Seefeld der Familie, bei der er wohnte, sehr merkwürdige Schauermärchen, lusschluß der Oeffentlichkeit worunter sich offensichtlich Seefelds geheimste Gedanken verbargen. An seinem Geburtstag, den Seefeld damals in Görries feierte, schenkte er seinem Gastfreund eine Tabakpfeife in Totenkopfform als Erinnerungsstück an„diesen letzten Geburtstag seines Lebens“, wie Seefeld damals betonte. Weiter erzählte Seefeld in Görries, wie er jetzt selber zugibt, eine Schauergeschichte, die besonders in ihrem Schlußsatz wie eine Zukunftsahnung oder wie ein verschleiertes Mordgeständnis klingt. Der Angeklagte sagt jetzt, diese Geschichte habe er nur weitererzählt, und nennt schließlich auch mit sehr undeutlicher Aussprache den Namen und den Wohnort einer Frau, von der er diese höchst eigentümliche Schauergeschichte zuerst gehört haben will. Nachdem unter weiterem Ausschluß der Oeffentlichkeit die Vernehmung des Angeklagten zu seinen Sittlichkeitsverbrechen und zu seinen Erzählungen von tödlichen Giften abgeschlossen war, wurde das Schwurgericht bis Freitag 9 Uhr vertagt. Der Zwischenfall von Swatau Scharfer japanischer Protest onb. Tokio, 23. Januar. Wie bereits gemeldet, wurde am Dienstag in Swatau, einem Hafen an der südchinesischen Küste, ein japanischer Polizist ermordet. Wie aus einem Bericht des Blattes„Tokio Asahi Shimbun“, der sich eingehend mit diesem Zwischenfall beschäftigt, hervorgeht, sollen die örtlichen chinesischen Behörden sich geweigert haben, den japanischen Konsul bei der Suche nach den Mördern des Polizisten zu unterstützen. In japanischen Kreisen vertrete man die Auffassung, daß durch dieses Verhalten eine Zuspitzung der Lage eingetreten sei. Wie aus dem Zeitungsbericht weiter hervorgeht, hat der japanische Konsul einen scharfen Protest bei den chinesischen Behörden wegen des Zwischenfalls eingelegt, während gleichzeitig ein japanischer Kreuzer den Schutz der Japaner in dem Hafen übernommen hat. Vor der Aufklärung eines furchtbaren Verbrechens Jahns für Juhelahsignen Das schwere Verkehrsunglück bei Lohhoff vor Gericht dnb. München, 23. Jan. Am 7. Juni v. J. wurde unweit von Lohhoff auf der Strecke München—Freising ein Essener Kraftwagen von einem Rangierzug erfaßt. Zwei Insassen des Kraftwagens, der Prokurist Ludwig Sondermann und die Kaufmannsehefrau Maria Uhl, wurden auf der Stelle getötet, der mitfahrende Angestellte Erich Stoffers starb am nächsten Tag an den schweren Verletzungen. Drei Wagen des Zuges entgleisten. Nunmehr hatten sich vor dem Schöffengericht München=Au der Lokomotivführer Martin Bauer und der Zugführer Josef Knott wegen fahrlässiger Tötung zu verantworten. Die Anklage wirft Knott vor, es versäumt zu haben, daß die Station Lohhoff rechtzeitig und zuverlässig von dem Herannahen des Rangierzuges verständigt wurde. Bauer sei mit zu hoher Geschwindigkeit gefahren, nämlich mit 50 Klm., während nach den Fahrdienstvorschriften die Geschwindigkeit bei solchen Rangierfahrten im allgemeinen 25 Klm. nicht überschreiten darf. Da auf der Strecke Gleisumbauarbeiten vorgenommen wurden, waren für das Zugpersonal noch besondere Vorsichtagnordnungen ausgegeben worden. In der Verhandlung gab Knott an, daß er nach dem Dienstbefehl gehandelt und deshalb als sicher angenommen habe, daß die Schließung der Schranken rechtzeitig veranlaßt worden sei. Der Angeklagte Bauer gab zu, eine Geschwindigkeit von mehr als 25 Klm. gehabt zu haben, doch habe auch er angenommen, daß alle Vorsichtsmaßregeln getroffen worden seien. Nach längerer Beratung verkündete das Schöffengericht folgendes Urteil: Die Angeklagten Knott und Bauer werden jeder wegen drei Vergehen, der fahrlässigen Tötung und eines Vergehens der fahrlässigen Transportgefährdung im Zusammenhang mit einem Vergehen der berufsfahrlässigen Körperverletzung zu je drei Monaten Gefängnis verurteilt. In der Begründung heißt es, Bauer hätte auf wenigstens 200 Meter Entfernung sehen müssen, daß die Schranke nicht geschlossen war. Er hätte rechtzeitig halten können. Die von ihm ergriffenen Maßnahmen seien zu spät gekommen. Knott war als Zugführer für die Sicherheit der Fahrt verantwortlich. Er hat seine Maßnahme aber nicht so weitgehend getroffen, um das Unglück zu verhindern. Vier Personen mit Rattengift vergiftet? dnb. Mainz, 23. Januar. Wie der Pressedienst des Landgerichts Mainz mitteilt, wurde in den Leichen des im Juli 1930 verstorbenen Gastwirts Erich Vogler und des im Mai 1932 verstorbenen Friseurs Ludwig Seitz aus Mainz=Kostheim Tallium=Gift, das in Rattengift enthalten ist, festgestellt. Weiter waren der Stiefsohn der Frau Vogler und der Installateur Keum, beide aus Mainz=Kostheim, ebenfalls an Tallium=Vergiftung lebensgefährlich erkrankt. Sie hatten furchtbare Gliederschmerzen und Haarausfall und waren fast völlig erblindet. Diese Krankheitserscheinungen sind nach dem Gutachten des Sachverständigen typische Folgen der Tallium=Vergiftung. Als der Tat dringend verdächtig, befindet sich die Ehefrau Frieda Vogler aus Mainz= Kostheim in Untersuchungshaft. Sie hat in den Jahren 1929 bis 1934 öfter eine Frau Margarethe Rocker, eine Kartenlegerin, besucht, die dringend verdächtig ist, bei der Angelegenheit ihre Hände im Spiel gehabt zu haben. Beide Frauen sprechen von einem„Onkel Erhardt", von dem angenommen wird, daß er die von den Frauen bei ihren Giftmorden benutzten angeblichen„Verkalkungstabletten“ geliefert hat. Berlin. Die diesjährigen Madeira=Fahrten der NSG„Kraft durch Freude“ finden im März und Avril statt. 8000 deutsche Arbeiter werden auf acht Ueberseedampfern von Hamburg zu einer großen Atlantikfahrt ausreisen. Eine Anweisung des Reichserziehungsministers dnb. Berlin, 23. Jan. Der Reichs= und preußische Minister für Wissenschaft, Erziehung und Volksbildung hat, wie im Vorjahr, in einer Verfügung an die preußischen Regierungspräsidenten und Unterrichtsverwaltungen der Länder vom 21. Januar 1936 die Gemeinden angewiesen, den Reichsberufswettkampf der deutschen Jugend vom 2. bis 15. Februar weitestgehend zu unterstützen. Die Räume und Einrichtungen der Berufsschulen sollen danach, wie die Presse= und Propagandastelle für den Reichsberufswettkampf mitteilt, im Interesse einer reibungslosen Durchführung kostenlos für den Wettkampf zur Verfügung gestellt werden. Soweit die Veranstaltungen innerhalb der Berufsschulen stattfinden, ist dafür Sorge zu tragen, daß Leiter oder Lehrer der Schulen zur Verhütung von Personenoder Sachschäden die Aufsicht führen. Ferner soll an den gewerblichen, kaufmännischen, hauswirtschaftlichen und ländlichen Berufsschulen der Unterricht in dem erforderlichen Umfange ausfallen. Von den Leitern und Lehrpersonen dieser Schulen wird erwartet, daß sie sich wiederum freudig und tatkräftig in den Dienst des Wettkampfes der deutschen Jugend stellen.“ Verantwortungslose Betriebsführer in Schutzhaft genommen dnb. München, 23. Jan. Die bayerische politische Polizei hat verschiedene Personen in Schutzhaft genommen, weil sie als Betriebsführer ihren Verpflichtungen zur Abführung der Krankenkassen= und Arbeitslosenversicherungsbeiträge nicht nachgekommen sind. Ein solches Verhalten stellt nicht nur eine schwere Schädigung der sozialen Einrichtungen dar, sondern auch eine Schädigung betroffener Arbeitnehmer, die im Falle Krankheit oder Erwerbslosigkeit unverschuldeterweise schwere Nachteile erleiden. Zwölf Menschen erfroren Anhalten der Kälte in Nordamerika dnb. Newyork, 23. Januar. Ueber dem ganzen Gebiet von Zentral=Montana bis Illinois, von der kanadischen Grenze bis zu dem nördlichen Teil des Staates Missouri herrschte am Mittwoch eine Kälte, wie sie in diesen Gegenden seit vielen Jahren nicht mehr vorgekommen ist. Zahlreiche Orte melden Temperaturen von minus 29 Grad Celsius bis minus 48 Grad Celsius. In Minnesota, das minus 48 Grad Celsius meldete, ist der Verkehr fast vollkommen lahmgelegt, ebenfalls das Geschäftsleben. Jede Tätigkeit im Freien ist unmöglich. Bereits zwölf Personen sind erfroren. Die Aerzte haben alle Hände voll zu tun, um die Ungezählten zu behandeln, die sich ihre Hände und ihre Füße erfroren haben. In nicht weniger als zehn Staaten wüteten schwerste Wintergewitter. Die Schulen sind in diesen Gegenden geschlossen. Zahlreiche Personen= und Güterzüge sowie Autobusse blieben auf den Strecken liegen. Im Staate Ohio, und zwar in dem Ort St. Clairsville, waren Schulautobusse von den Schneestürmen völlig eingeschneit worden. In den Autobussen befanden sich über 100 Schulkinder. Allein dem Eingreifen berittener Polizeibeamter, die nach mehrstündigem Ritt die Wagen aus dem Schnee herausschaufelten, ist es zu verdanken, daß die Kinder gerettet wurden. Morgenfeier der SA im Deutschlandsender Berlin. Der Deutschlandsender überträgt am Sonntag. 26. Januar. 10 Uhr. aus Stuttgart eine Morgenfeier der SA=Gruppe Südwest. Die Feier findet statt im Rahmen der regelmäßigen Reichssendungen, die von den Formationen der Bewegung gestaltet werden und Zeugnis ablegen sollen von der in ihnen geleisteten kulturellen Arbeit. Die Lage an der Pariser Universität Paris. Die Schließung der Rechtsfakultät der Universität Paris, die bereits seit zwei Wochen besteht, ist noch nicht wieder aufgehoben worden Von dieser Maßnahme sind rund 6000 Rechtsstudenten betroffen, die nach wie vor die Entlassung des Professors Jeze und die Wiederaufnahme der Vorlesungen fordern. 5 Monate Gefängnis für Tierquälerei Hilden. Am 23. August v. Is. wurde von verschiedenen Zeugen beobachtet, wie der Lenker eines Flachwagens auf der Landstraße zwischen Hassel und Hilden mit einem Peitschenstiel das Pferd in emvörender Weise mißhandelte, um es zum Galopp anzuspornen. Bei der Ankunft in Hilden brach der Gaul erschöpft zusammen und blieb in einer Blutlache auf der Straße liegen. Es blieb nichts andedes übrig. als das Pferd durch einen Gnadenschuß von seinen Leiden zu erlösen. Der 47 Jahre alte Lenker des Fuhrwerkes wurde vom Amtsgericht in Gerresheim wegen Tierquälerei zu 5 Monaten Gejängnis verurteilt. Gegen dieses Urteil hatte er Berufung eingelegt. Da die Beweisaufnahme vor der Kleinen Strafkammer die Handlungsweise des Angeklagten in noch viel schlimmerem Lichte erscheinen ließ, als in erster Instanz, zog der Angeklagte seine Berufung zurück und gab sich mit den 5 Monaten Gefängnis zufrieden. Diebe luden sich zu Gast Mayen. Die Kriminalpolizei konnte hier ein sauberes Kleeblatt festnehmen. Die drei Gauner hatten ausfindig gemacht, daß eine Wohnung einige Wochen unbeaufsichtigt war. Sie drangen in die Räume ein und packten großen Mengen Wäsche und Kleidungsstücke in Kisten und Kosser und nahmen sie mit. Als Krönung ihrer Frechheit brachten sie es fertig, sich auf einige Tage in der Wohnung häuslich niederzulassen, dort zu kochen und zu schlafen Abends brannten die„Herren Einbrecher" natürlich auch Licht und lasen Bücher. Die gestohlenen Sachen waren inzwischen in Koblenz versteckt worden. Die Diebe wären sicherlich noch nicht entdeckt worden. hätte nicht die Hausangestellte einen Besuch im Hause gemacht. Sie gewahrte verdächtige Spuren, benachrichtigte die Polizei, die die überraschten Diebe festnehmen konnte. Sehnsuchl nach dem Kittchen Ein Pantoffelheld flieht aus der Ehe Aachen. Strafanstalten haben manchmal recht seltzame Gäste, und man kann auch nicht sagen, daß die „Pensionäre“ sich aus Freiwilligen zu rekrutieren pflegen. Darum wird man verstehen können, daß der Direktor der Strafanstalt„Mulenshöh“ große Augen machte, als ihm zu später Abendstunde ein Mann vorgeführt wurde, der mit einem Schwall schönster Bittworte um Aufnahme in das Gefängnis bat. Nach einem umständlichen Kreuzverhör kam der Anstaltsdirektor endlich dahinter, daß es dem späten Besucher auf ein Freiquartier in einer Gefängniszelle ankam. Er befand sich nämlich auf der Flucht vor seiner„Tanthivpe“ und sehnte sich, wie weiland der weise Diogenes. nach der Stille und Abgeschiedenheit einer„Tonne“. Solche Art Freiquartier ist aber nun einmal im Gefängnisstatut nicht vorgesehen, und so gab sich der menschenfreundliche Anstaltsdirektor die größte Mühe, seinen späten Gast wieder zur Heimkehr ins„traute Heim" zu bewegen. Unser ausgerissener Pantofselheld verharrte aber standhaft auf seinem Verlangen. Die eigenartige Szene drohte plötzlich für den Eheflüchtling zum Tribunal zu werden, da mit einem Male stürmisch an der Gefängnispforte geläutet wurde, und der Wachtmeister mit allen Zeichen größter Verwirrung eine Frau in die Amtsstube führte, die schnurstracks auf den flüchtigen Ehemann losging und ihn beim Kanthaken packte. In aller Heimlichkeit war die Frau nämlich ihrem Manne nachgeschlichen, und sie zeigte sich fest entschlossen, unter Umständen unter Anwendung ihrer ehelichen Gewalt, ihn nach Hause zu schleppen. Der verdatterte Gatterich flüchtete aber in den Schutz des Anstaltsdirektors. und erst als dieser die„Holde“ zur Güte mahnte, ließ sich„Männe“ ins Schlepptau nehmen und in den heimischen Hasen zurücklotsen.— Ueber das vermutliche„Nachsviel“ dieser kleinen Tragikomödie war nichts zu erfahren. Um sich das auszumalen, muß der Leser sich schon auf seine Phantasie verlassen. Der„Valer der Leica“ gestorben Frankfurt a. M. Im städtischen Krankenhaus in Bad Nauheim starb nach langem schwerem Leiden Oskar Barnack. der„Vater der Leica", wie er in Fachkreisen genannt wurde. Barnack. der aus Mitteldeutschland stammt, war eine echte stille und bescheidene Erfindernatur. der seine Erfindung stets weiter beobachtete und neu ausbaute. Er hat nur ein Alter von 55 Jahren erreicht und wohnte zuletzt in Wetzlar an der Lahn. Hilberjubilar Karl henkell Wiesbaden. Der Seniorchef des Hauses Henkell u. Co., Karl Henkell. beging am 20. Januar sein Silberjubiläum als Jubilar der Firma. Er wurde im Jahre 1888 in Mainz geboren. Nach dem Besuch des Gymnasiums in Mainz studierte er an der Handelshochschule in Genf und trat am 20. Januar 1911 in die Firma ein. Sein Dienstjahr leistete er beim Hessischen Gardedragoner=Regiment Nr. 23, dem er von 1910 ab als Reserveoffizier angehörte. Den Weltkrieg machte er von Anfang bis zum letzten Tage mit, unter anderem als Adjutant der 96. Reserve=Infanterie=Brigade. Seit Beendigung des Krieges lebt der Jubilar in Wiesbaden Eine große Reihe von Ehrenämtern hat der Jubilar Karl Henkell im Laufe der 25 Jahre bekleidet. Unter anderem hat er fast 25 Jahre der Wiesbadener Industrie= und Handelskammer seine Mitarbeit gewidmet. Auch dem Sport ließ er eine tatkräftige Förderung angedeihen. Seit mehreren Jahren ist er Reichsfachamtsleiter im Deutschen Reichsbund für Leibesübungen für den gesamten Golfsport. Einstellung als Fahnenjunker der Nachrichtentruppe Freiwillige, die im April 1937 nach Ablegung der Reifenrüfung einer neunstufigen höheren Lehranstalt als Fahnenjunker bei der Nachrichtentruppe eintreten wollen, müssen ihre Gesuche bis 29. Februar 1936 an den Kommandeur der Nachrichtentruppe 5. Stuttgart. Akademie, einreichen. Dem Gesuch ist beizufügen: 1. Geburtsurkunde, 2. das Reisezeugnis bzw. das letzte Schulzeugnis. 3. zwei Lichtbilder(Paßbilder) des Bewerbers, 4 ein selbstgeschriebener ausführlicher Lebenslauf. 5. der Musterungsschein von bereits gemusterten Bewerbern. 6. Urkunden über Nachweis der arischen Abstammung. Das Gesuch an eine der Nachrichten=Abteilungen zu richten, ist zwecklos. Alle Studentenbundskameraden herhören! Alle die Männer, die früher im NSD.=Studentenbund waren und heute irgendwo im Gau WestfalenSüd tätig sind, werden hiermit gebeten, uns sobald wie eben möglich ihre Anschrift zuzusenden. Wir wollen alle, auch wenn wir nicht mehr studieren, gemeinsam daran arbeiten, daß von den Hoch= und Fachschulen des Gaues Westfalen=Süd Männer in das Volk gehen, die in Beruf und Kampf nur den Führer kennen und das, was wir in seinem Auftrage für Volk und Land schaffen! Sendet uns Eure Anschriften an die Gaustudentenbundsführung Westfalen=Süd, Dortmund, Hindenburgdamm 203. Lohnzahlung für den Tag der Musterung Der Treuhänder der Arbeit für das Wirtschaftsgebiet Brandenburg veröffentlicht in seinen„Amtl. Mitteilungen" die nachstehende grundsätzliche wichtige Entscheidung: Besteht für den Tag der Musterung eine Verpflichtung zur Zahlung des Lohnausfalles? Im Wehrgesetz wird ausdrücklich darauf hingewiesen, daß niemandem aus der Erfüllung seiner Pflicht ein Nachteil entstehen darf. Die Musterung der Wehrpflichtigen ist eine öffentlich=rechtliche staatsbürgerliche Verpflichtung. Wenn jedoch in dem als Tarifordnung weitergeltenden Reichstarifvertrag für das Baugewerbe im§ 5 Ziffer 11 die Geltung des§ 616 B6B. auf einige Fälle beschränkt wird und hierbei die Musterung nicht berücksichtigt worden ist, so lediglich aus dem Grunde, weil es zurzeit der Abjassung des Reichstarifvertrages keine Musterungen im heutigen Sinne gab. so daß man ohne weiteres die Musterung den öffentlich=rechtlichen Verpflichtungen wie sie am Schlusse des§ 5 Ziffer 11a ausgeführt werden, gleichstellen muß. Feirschristenschau Münchner Illustrierte Presse Der große Tag der auswärtigen Diplomaten in Berlin ist der Neujahrsempfang beim Führer, der die Botschafter, die Gesandten und Geschäftsträger der Staaten der ganzen Erde im Hause des Reichskanzlers an der Wilhelmstraße vereinigt. Wir können einen Blick in die Vorgänge des Neujahrsempfanges tun, wenn wir den großen Bildbericht über die Ereignisse in der neuesten Nummer der „Münchner Illustrierten Presse" betrachten. Weit hinaus über unsere Erde führen uns die Bilder, die das Schicksal des Mondes in 50000 Millionen Jahren behandeln. Nun, bis dahin hat es noch gute Weile und inzwischen bleiben wir auf unserem Planeten und zwar in München, bei den schönen Frauen, schönen Moden und dem schönen Fasching von denen ein anderer Bilderaufsatz dieses Heftes erzählt. „hor mit mir“ Rekrut bei der Luftwaffe Das neueste Heft unserer Funkzeitschrift hör mit mir— enthält einen zweiseitigen Bildbericht, der in ausgewählten Aufnahmen Evisoden aus dem Dienst in einer Seefliegerschule unserer jungen Luftwaffe zeigt. Jeder. der sich für unsere neuerstarkende Wehrmacht interessiert, wird diesen Seiten besondere Aufmerksamkeit entgegenbringen.— Aus Anlaß der bevorstehenden Sonderwerbeaktion für das Winterhilfswerk bringen wir einen Bildbericht„Not lehrt helien“ der ein besonders schönes und markantes Beisviel für die vorbildliche Hilfsbereitschaft deutscher Arbeiter gibt. Den britten Jahrestag der Machtübernahme am 30. Januar feiern wir dadurch, daß wir an Wahrzeichen einer neuen deutschen Baukunst den machtvollen Aufbauwillen des Dritten Reiches in besonders schönen und klaren Beispielen zeigen. Der Biloteil bringt im übrigen noch: Die Frauenseite mit einem volkswirtschaftlich wertvollen Hinweis auf Seefischgerichte, eine vielseitig interessante Theaterseite und eine Montage zu dem erfolgreichen deutsch=französischen Tonfilm„Die klugen Frauen". Im technischen Teil des neuen— hör mit mir—Heftes begegnen wir einem Bericht über die Wiederaufnahme des Fernsch=Programmbetriebes. Eine spannende Kurzgeschichte schrieb Waldemar Augustiny. Neben der ausführlichen Kritik werden vor allem eine Reihe von Hörbriefen gelesen werden. die beim Deutschlandsender aus Anlaß seines großen Wunschkonzertes eingegangen sind. Auch sonst ist wieder alles getan, um das neue— hör mit mir— Heft zu einer freudig begrüßten, regelmäßigen Begleiterscheinung der Rundsunkwoche zu gestalten. Wie wird das Wetter? Wettervorhersage für Freitag: Mäßige Winde zwischen West und Nordwest, leicht wolkig, nur vereinzelt Schauer. Tagestemperaturen bis etwa 3 Grad Wärme ansteigend. leichter Nachtfrost, im Berglande anhaltend leichter bis mäßiger Frost. Wettervorhersage für Sonnabend und wahrscheinliche Weiterentwicklung: Bei allmählich wieder über West zurückdrehenden Winden erneut eintretende Veränderlichkeit mit für die Jahreszeit milderen Temperaturen. Heitere Ecke Paletten Noch immer schminken sich die Frauen. Farbvaletten laufen über den Kurfürstendamm. Und von so einer Mondainen möchte ich erzählen: Die beste Freundin war gestorben. Die Mondaine ging zum Begräbnis. Drückte dem Bestleidtragenden die Hand: „Entschuldigen Sie, daß ich nicht weine ich empfinde den Schmerz genau so stark wie Sie— es ist nur wegen meiner getuschten Augen—“. Schöner Brandschaden „Fein, so'ne Feuerversicherung! Nicht bloß, daß das vermaledeite Klavier verbrannt ist— ich krieg's auch noch bezahlt!“ Alter Manche Frauen können das nicht lassen. „Wie alt schätzen Sie mich?" „Vierundzwanzig. gnädige Frau.“ Sie errötete: „Oh— Sie schmeicheln!" Er sagte: „Nein. Aber ich habe mir angewöhnt, auf solche Fragen stets die Hälfte der Jahre zu sagen, wie ich denke.“ Verdienst ohne Lohn Als es noch die echten Berliner Schusterjungen gab. hatte Anton. ein hervorragendes Mitglied dieser Gilde. wieder einmal einen furchtbaren Streich geliefert. Der Meister schwang drohend den Knieriemen. „Weeste ooch, wat du davor verdienst?" rief er wütend. Anton sah ihn treuberzig an. „Lassen Se man sind, Meester, davor verlange ick nischt.“ Knopf in der Suppe Simm löffelt Suppe. In der Suppe schwimmt ein Knopf. Simm tobt: „Was? Ein Hosenknopf in der Suppe?“ Der Wirt wundert sich: „Na und? Verlangen Sie etwa in einer Suppe für zwanzig Pfennig eine ganze Hose?" We vesch Peeceee A Durch vorgewärte Luts lst eine vationelle Orennstoftaueanigeng Reichhalt. Auswahl In allen Preisen u. Ausführungen 4nssen Sie elcn die Vortüge en. klüren Unsere Ve kräfte beraten Sto fachmänalseh ohes Puthindich. für Sie K AE WSETSN Hn tesl den Sadlanteiger! Empfehle mich zum(B7 Aufarbeiten und zur Neuanfertigg o. Sofas, Conches usw. Original SchlarassiaEveda liefert gut und billig Polsterei Vierhaus, BahnhofStraße 31 u. 37. Kräftiger Jung. für sämtl. gesucht. Arb. (1 Kolonialwaren= Großhandlung Fritz Nehring. Castrop=R. 1. Holzstraße 30. Die Anzeige wirbt! Uberragend in Leistung u. Kohlenersparnis sind die weltbekannten Juno-Ofen nur bei Castrop. 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Der kluge Geschäftsmann bringt sich daher rechtzeitig durch eine Anzeige Im „Stadtanzeige für Castrop-Rauzel und Umgebung“ emplehlende KEIUNSSENDER KUEN Freitag, 24. Januar .00 Choral. anschließend Leibesübungen .30 Frühkonzert .00 Nachrichten, anschließend Choral. Morgenruf .00 Kalenderblatt. anschließend Zeit. Wetter, Wasserstandsmeldungen .10 Frauenturnen .25 Sendepause 10.00 Zeit. Nachrichten, Wasserstandsmeldungen 10.15 Ostvreußisches Gold in aller Welt. Hörszene von F. Luft 10.45 Sendepause 12.00 Musik am Mittag 13.00 Mittagsmeldungen 1 Glückwünsche 14.00 Mittagsmeldungen 2 14.15 Allerlei von Zwei bis Drei 15.00 Sendevause 15.45 Wirtschaftsmeldungen 16.00 Wir und die Welt 18.00 Leipziger Kaleidoskop 19.45 Momentaufnahme 20.00 Erste Abendmeldungen 20.10 Soldaten— Kameraden 21.25 Sendepause 21.30 Rede des Reichsluftfahrtministers General Göring 22.00 Zeit. Wetter. Nachrichten 22.30 Musik unserer Zeit. Querschnitt durch die Volksoper „Die Zaubergeige" von Werner Egk Sonnabend, 45. Januar .00 Choral. anschließend Leibesübungen .30 Fröhlich klingt's zur Morgenstunde .00 Nachrichten, anschließend Choral. Morgenruf .00 Kalenderblatt, anschließend Zeit, Wetter, Wasserstandsmeldungen .10 Frauenturnen .25 Sendevause 10.00 Zeit, Nachrichten, Wasserstandsmeldungen 10.15 Weißt du noch. Kamerad? Vom Kampj und Sterben des Hitler=Jungen Herbert Norkus 10.45 Kindergarten 11.15 Was ist los im Sport? 11.30 Sendevause 12.00 Musik am Mittag 13.00 Mittagsmeldungen 1 Glückwünsche 14.00 Mittagsmeldungen 2 14.15 Allerlei von Zwei bis Drei 15.00 Kinderstunde 15.45 Wirtschaftsmeldungen 16.00 Der frohe Samstagnachmittag des Reichssenders Köln 18.00 Da sitzt der Wurm drin Drei Kurzszenen von Wilh. Saure 19.00 Die Woche klingt aus 19.45 Momentaufnahme 20.00 Erste Abendmeldungen 20.10 Spaziergang durch das Land der neuen Overette 22.00 Zeit. Wetter. Nachrichten 22.20 Wo bist du Kamerad? 22.50 Und morgen ist Sonntag Sonntag, 26. Januar .00 Hafenkonzert .00 Zeit. Wetter. Wasserstandsmeldungen .05 Funk ins Blaue .15 Wer ist ein Mann? Der glauben kann! Eine ErnstMoritz=Arndt=Gedenkstunde .45 Sendepause 10.00 Bunter Sonntagmorgen 11.30 Kantate von Johann Seb. Bach:„Geist und Seele wird verwirret" 12.00 Musik am Mittag 12.55 Glückwünsche 14.00 Für unsere Kleinen Hans Däumling geht auf Reisen 14.30 Das Lied von der Treue 15.00 Lustiger Rätselfunk des Reichssenders Köln 15.20 Ein Tag beim Arbeitsdienst im Emsland 16.00 Nette Sachen aus Köln 18.00 Tristan und Isolde. Hand lung in drei Aufzügen von Richard Wagner 18.00 Josef Magnus Wehner: Tristan und Isolde, eine Erzählung 18.15 bis 19.40: 1. Aufzug 19.40 Sendevause 19.45 Sportvorbericht 20 00 Kleine Stücke großer Meister 20.35 bis 22.00: 2. Aufzug 22.20 Funlbericht vom 7. internationalen Reit= und Fahrturnier 22.30 Sendevause 22.35 bis 23.50: 3. Aufzug *