Pee Baib Mom..3 11.. für Castrop=Rauzel und Umgebung Sr. Jahrg. Castroper Zeitung Rauxeler Neueste Nachrichten Bladenhorster Tageblatt Veröffentlichungsblatt für den Landgerichtsbezirk Dortmund. Allgemeines Kreisblatt für den Stadttreis Castrop=Rauxel. K das um frei danz. burch die Bell 10 um umnalich— Ersagansprüche können nicht berücksichtigt werden, falls durch hödere Gewalt oder Streiks Stbrungen im Erscheinen entstehen. Rotationsdruck und Berlag: Geschwister Schmitz, Castrop=Raurel. Verantwortlicher Schriftleiter: Franz Josef Pruys. Castrop=Rauxel. Postscheckkonte: 13 906 Dortmund. Rus 2131 u. 2192 Castrop=Rauxe Anzeigenpreis: 1 mm hoch und 25 am drett 8 Pf. auswärtige. amtliche und sinanzielle Anzeigen 10 Pl. Hamillen=Anzeigen# 9f. Rehlamen 1 mm hoch und 72 um breit 49 Pl. Für die Aufnahme von Anzeigen an vorgeschriebenen Tagen und Pläten kann keine Gewähr Abernommen werden— Eiwe gewahlter Nabatt erlächt bei Konkursen, Zwangsoergleichen und gerichtlichen Llagen.— Schluß der Anzeigenannahme 4 Uhr nachmittags. Nr. 292 Mittwoch, den 28. Oktober 193 Nähiger Beriaaf der engiischen Wählen Vör dem Zusammentrilt des beatschen Wirtschaftsveirals Beratungent Der Iilbustrts Erstmalig unter Leitung Krupps Berlin, 28. Okt. Am Freitagnachmittag tritt das Präsidium des Reichsverbandes der Deutschen Industrie zu einer wichtigen Sitzung zusammen. Zum ersten Male wird der neue Präsident des Reichsverbandes, Krupp von Bohlen und Halbach, diese Tagung leiten, die sich mit allen aktuellen Wirtschaftsfragen beschäftigen wird. Im Vordergrund stehen die Probleme, die mit der Einberufung des Wirtschaftsrats in Verbindung stehen. Daneben wird eingehend über die Devisenwirtschaft gesprochen werden, über die Dr. Müller=Oerlinghausen referieren wird Auch die Frage der Neuregelung des Aktienrechts wird nach einem Referat Dr. von Simons erörtert werden. Kabinettsberatungen über den Wirtschastsbeirat Berlin, 27. Oktober. Das Reichskabinett trat Dienstagnachmittag zusammen, um Fragen im Zusammenhang mit dem bevorstehenden Zusammentreten des Wirtschaftsbeirates zu behandeln. Nach dreistündiger Beratung vertagte das Kabinett die Weiterberatung auf Mittwoch. Die preußische Notverordnung am Donnerstag vor dem Staatsrat Berlin, 27. Okt. Der preußische Staatsrat, der am Dienstag zu einem dreitägigen Sitzungsabschnitt zusammengetreten ist, beschloß, die Aussprache über die preußische Notverordnung am Donnerstag stattfinden zu lassen. Der preußische Innenminister, der Kultusminister und der stellv. Finanzminister sollen aufgefordert werden, an der Beratung teilzunehmen, mit der auch die Erörterung der Verordnung über die staatliche Sicherheitsleistung zugunsten der Landesbank der Rheinprovinz verbunden wird. Die nächste Sitzung des Staatsrates findet am Mittwochnachmittag statt. Zur Beratung steht u. a. die Vorlage über die beabsichtigte Verkleinerung des Staatsrates, die nach dem Vorschlag des Verfassungsausschusses abgelehnt werden soll. 205 Millionen RM. Reichsbahn=Anleiheergebnis Berlin, 27. Okt. Nachdem der Zeichnungstermin für die steuerfreie Reichsbahnanleihe, soweit die Ausnahmebestimmungen in Frage kommen, abgelaufen ist, ist ein Ueberblick über das Ergebnis der Zeichnungen möglich. Es sind insgesamt 205 Millionen RM. gezeichnet worden, die restlos dem Reichsbahn=Arbeitsbeschaffungsprogramm zugute kommen. Die Anleihe bleibt aber noch bis zum 31. Dezember aufgelegt, so daß wahrscheinlich noch weitere Zeichnungen aufgenommen werden. Nächste Woche Besun der Reichelageanuschuse Berlin, 27. Okt. Die ersten Reichstagsausschüsse sind bereits für die nächste Woche einberusen worden. Am 4. November beginnt der olkswirtschaftliche Ausschuß seine Arbeiten. Auf der Tagesordnung stehen die Anträge über das Zugabewesen. Am 6. November tritt der Sozialpolitische Ausschuß zusammen. Zunächst werden in diesem Ausschuß nur Petitionen beraten. Am 9. November wird der Reichstagsausschuß für landwirtschaft= liches Siedlungswesen in die Aussprache über die Siedlung am Rande der Großstädte eintreten. Auch der Kriegsbeschädigtenausschuß ist für die ersten Novembertage einberufen worden. Weitere Ausschutzeinberufungen sind in Vorbereitung. Mit der Einberufung des Haushalfausschusses ist erst für Mitte November zu rechnen. Gegenwärtig tagte der Rechnungsausschuß, der die Reichshaushaltsrechnung des Jahres 1930 prüft. Diese Arbeiten werden etwa bis Mitte des Monats dauern und im Anschluß daran soll dann der Haushaltsausschuß zusammentreten. Der Schiedsspruch im Reichsbahnlohnstreit Berlin, 27. Okt. Amtlich wird mitgeteilt: Der Schiedsspruch für die Reichsbahn sieht im wesentlichen die gleich im Anfang des Verfahrens vom Schlichter vorgesehene Vertagung vor, jedoch mit der Maßgabe, daß das Tarifverhältnis grundsätzlich verlängert und damit der Arbeitsfriede zwischen den Parteien bis zur endgültigen Erledigung gewährleistet wird. Er stützt sich darauf, daß die Notverordnungen dem Sinne nach davon ausgehen, daß die Lohnregelungen der anderen öffentlichen Behörden vorweg erledigt und die Regelung bei der Reichsbahn erst zeitlich anschließend getroffen werden soll. Da diese anderen Verhandlungen unmittelbar bevorstehen und die Gewerkschaften den Schiedsspruch bereits angenommen haben, darf wohl auch mit der Annahme durch die Reichsbahnverwaltung gerechnet werden. Voraussichtlich keine Ermäßigung der Zuckersteuer für die Wirtschaft Berlin, 26. Okt. Der Reichstag hatte am 16. Oktober eine Entschließung angenommen, die die Reichsregierung ersuchte, zugunsten des Weinbaues die Luckersteuer für den Zucker zu streichen, den der Weinbau für die Verbesserung des Weines braucht. Hierzu wird von maßgebender Stelle erklärt, daß das Reichskabinett sich mit dieser Entschließung noch nicht beschäftigen konnte. Es werde auch sehr schwierig sein, dieser Forderung des Reichstages nachzukommen, weil neben dem Weinbau andere Wirtschaftszweige, so die Imkerei. die Schokoladen= und Süßwaren=Industrie usw., gleiche Wünsche wiederholt angemeldet hätten mit dem Hinweis darauf, daß der Absatzrückgang neben den hohen Produktionskosten das Verlangen dringlich mache, die Zuckersteuer für den von der Industrie verbrauchten Zucker zu beseitigen. Weiter wird hervorgehoben, daß eine entsprechende Ermächtigung, die der Reichsfinanzminister früher für die Imkerei gehabt habe, wieder beseitigt wurde, und daß eine Novelle zum Zuckersteuergesetz notwendig wäre, wenn den Wünschen der Wirtschaft Rechnung getragen werden sollte. Durch eine solche Novelle würden aber die Einnahmen des Reiches empfindlich beeinträchtigt, da z. B. allein bei der Schokoladenund Süßwarenindustrie die Senkung der Zuckersteuer auf den alten Satz einen Einnahmeausfall für das Reich von etwa 15 Mill. RM. verursache. Diesen Absichten stehe die gesetzliche Vorschrift entgegen, wonach das Reich keine Ausgabe ohne Deckung bewilligen könne. Aufhebung der bayerischen Notverordnung vom Verfassungsausschuß abgelehnt München, 27. Oktober. Der Verfassungsausschuß des bayerischen Landtages besaßte sich am Dienstagnachmittag mit den Anträgen der Kommunisten, der Deutschnationalen und der Nationalsozialisten auf Aufhebung der bayerischen Notverordnung vom 26. August. Die Antragsteller begründeten ihre Forderung damit, daß die bayerische Regierung zu derartigen weitgehenden Maßnahmen nicht berechtigt sei. Ministerpräsident Dr. Held betonte, daß die bayerische Regierung zum Erlaß der Notverordnung berechtigt sei und daß sich der bayerische Staat in einem Notzustand befunden habe. Man könne sich überhaupt fragen, wie es um die finanzielle Lage Deutschlands stünde, wenn nicht durch die Notverordnungen eingegriffen worden wäre. Bei der Abstimmung wurden sämtliche Anträge auf Aufhebung der Notverordnung mit 10 gegen 9 Stimmen abgelehnt. Gegen die Anträge stimmten nur die Bayerische Volkspartei, während sich die Sozialdemokraten und die Vertreterin der Deutschen Volksvartei der Stimme enthielten. Ein kommunistischer Antrag auf Abänderung der Notverordnung wurde gleichfalls abgelehnt. Deatschland auf den Zdung Pian verwiesen Die Reparationsinitiative Paris, 27. Oktober. Pertinax weiß aus Washington, zweifellos nach Aeußerungen Lavals selbst, zu berichten, daß die französische Regierung demnächst der deutschen den Rat erteilen werde, sie möge im Rahmen der durch den Youngschen Plan vorgeschriebenen Bestimmungen die B33. ersuchen, daß diese den beratenden Sachverständigenausschuß einberuse, damit er noch während des Hooverschen Moratoriums Deutschlands Zahlungsfähigkeit nachprüfe. Es würde dann das im Youngschen Plan selbst vorgesehene Moratorium in Betracht kommen. Was die Haltung der amerikanischen Regierung betrifft, so wird, gleichfalls aus der Umgebung Lavals, versichert, daß diese sich zwar ihre Handlungsfreiheit bewahre, aber auf der andern Seite versprochen habe, sich zu den französischen Absichten wohlwollend zu verhalten. Mitte Januar ein neuer Schritt Deutschlands! Washington, 28. Oktober. Man ist hier allgemein der Auffassung, daß Deutschland die im Young=Plan vorgesehenen Möglichkeiten benutzen werde, um Hilfe noch vor Ablauf des Moratoriums zu erlangen. Es wird viel damit gerechnet, daß Deutschland Mitte Jannar 1932 um eine solche Hilfe nachsuchen werde. Man ist ferner der Meinung, daß durch die Besprechungen auch der Standpunkt Frankreichs in der Reparationsfrage eine Festigung erfahren habe. Was plant Frankreich? Paris, 27. Oktober. Nach Gerüchten aus amerikanischer Quelle, die der Nenyork Herald wiedergibt, soll Ministerpräsident Laval sofort nach seiner Rückkehr beabsichtigen, die französische Regierung um die Ermächtigung zur Einberusung einer Konferenz der an der Reparations= frage interessierten Nationen einschl. Deutschlands zu ersuchen. Aufaabe dieser Konserenz würde es sein, über die Möglichkeit einer weite ren Reporationsherabsetzung zu entscheiden und einen neuen Zahlungsplan vorzubereiten, der Präsident Hoover als Ersatz für das am 1. Juli 1932 ablaufende Moratorium zur Begutachtung unterbreitet werden könnte. Diese Weltkonferenz würde nach allgemeiner Ansicht in Paris Ende November oder Anfang Dezember zusammentreten. Andererseits kommt der Außenpolitiker des Echo de Paris in einem Kommentar auf seine gestrige Ankündigung zurück, daß die französische Regierung die Einberufung des im Youngplan vorgesehenen Konsultativ=Komitees vorschlagen würde, und fragt: Werde Deutschland den Rat, den die französische Regierung ihm erteilen würde, befolgen und bei der internationalen Zahlungsbank die Ernennung des Konsultativkomitees beantragen, das während des Moratoriums Deutschlands Zahlungsfähigkeit abschätzen soll? Wenn Deutschland ihn ablehnt, sagt das Blatt, und erklärt, daß alle Young=PlanKlauseln einschließlich die betreffend das Konsultativkomitee durch das Hooverfeierjahr bis zum 1. Juli 1932 aufgehoben seien, wie werden sich dann die Vereinigten Staaten verhalten? Sie haben ihre Aktionsfreiheit behalten, aber versichert wird französischerseits, daß sie versprochen haben, eine wohlwollende Haltung einzunehmen. Auf jeden Fall scheint es nicht so, daß wir künftig eine neue brüske Initiative Hoovers zu befürchten haben. Frankreichs Vormachtstellung Washington, 27. Oktober. Während man in amerikanischen Geschäftskreisen das französischamerikanische Kommunique eifrigst auf einen möglichen Einfluß bei der Behebung der Wirtschaftskrise hin studiert, sind viele politischen Beobachter der Ansicht, daß die Besprechungen in Washington die Führung Europas fest in der Hand Frankreichs gelassen haben. Frankreichs Herrschaft über Europa stehe jetzt fester gegründet als zu irgendeiner Zeit Napolcons I. Zwar habe Laval keine Revision des zahnlosen Kellogg= Briand Paktes gefordert und auch einen Sicherheitepakt habe er nicht erhalten. Dafür habe er sich aber das stillschweigende Zugeständnis gesichert, daß Frankreich wenigstens zurzeit ein Recht auf eine Garantie seiner Sicherheit habe, und zwar durch die Unterhaltung des stärksten europäischen Heeres. Der deutsche und englische Botschafter bel Seinien Berlin, 26. Oktober. Der deutsche und der englische Botschafter wurden, nach einer Meldung Berliner Blätter aus Washington, am Montag, und zwar jeder einzeln, vom Staatesekretär Stimson empfangen, der mit ihnen die von Präsident Hoover. und Laval ausgegebenen Erklärungen besprach. Keine Isolierung Washingtons in der Schaldeltage Berlin, 26. Oktober. Zur Frage der Bedeutung der über die Washingtoner Besprechungen herausgegebenen Erklärungen wurde einem deutschen Pressevertreter in Washington gegenüber an maßgebender Stelle betont, daß hier tatsächlich keine Absicht bestehe, sich von der internationalen Schuldenfrage zu isolieren. Im Gegenteil, der wichtigste Punkt der Unterredungen mit Laval sei die Diskussion von Mitteln und Wegen, wie man Deutschland helfen könne. Nach reichlicher Erwägung des Für und Wider habe es sich als am praktischsten herausgestellt, das Problem durch die im Young=Plan vorgesehene Maschinerie anpacken zu lassen. Je eher das geschehe, desto besser sei es. Bekanntlich sei auf Sachverständigenkonferenzen, wie sie unter dem Youngplan wahrscheinlich einberufen würden, stets Amerika vertreten; und wenn die erste Erregung über das Kommunique, das notwendigerweise mit Rücksicht auf die innerpolitischen Situationen in Frankreich sowohl wie in Amekita gewisse „Worte gebrauchte, um gewisse Gedanken zu verbergen“, vorbei sei, werde man auch in der dentschen öffentlichen Meinung den Sandynnkt einnehmen, daß der Stein nunmehr bald ins Rollen gebracht sei und Deutschland hieraus in erster Linie Nutzen ziehe. Laval nach Frankreich abgereist Neuyork, 27. Oktober. Der französische Ministerpräsident Laval ist kurz nach Mitternacht (nach 6 Uhr früh ME3) mit der„Isle de France“ aus Neuyork nach Frankreich abgereist. Auf einem Abschluß=Bankett, das die französische Handelskammer in Neuyork zu seinen Ehren veranstaltete, erklärte der Ministerpräsident zu seinen Unterhaltungen mit Hoover:„Von nun an wissen wir, wo wir stehen, was wir wollen, was wir erwarten können und was von uns erwartet werden kann". Das Ergebnis der Unterhaltungen werde zweifellos eine engere Zusammenarbeit zwischen den Vereinigten Staaten und Frankreich sein, um„unsere Kultur gegen die Gefahren, denen sie ausgesetzt ist, zu schützen“. Laval vermied es, auf Einzelheiten der Washingtoner Besprechungen einzugehen. Er unterstrich lediglich, daß die Bemühungen nicht umsonst gewesen seien. Telegrammwechsel Hoover—Laval Paris, 27. Okt. Laval erhielt an Bord der „Ilse de France“ von Hoover und Stimson Danktelegramme für den erfreulichen Ausgang der Washingtoner Besprechungen. Laval erwiderte dem Staatspräsidenten folgendes:„Ich danke Ihnen für Ihr Telegramm und kehre befriedigt über das Ergebnis unserer herzlichen Besprechungen nach Frankreich zurück. Ich bin überzeugt davon, daß diese Ergebnisse sowohl für die französisch=amerikanischen Beziehungen wie auch für die Wiederherstellung des Vertrauens in der ganzen Welt nutzbringend sein werden. Ich bitte Sie, Ihrer Gattin meine Empfehlung zu übermitteln, und ihr noch einmal für die Aufmerksamkeit zu danken, die sie meiner Tochter erwies. Nehmen Sie auch meinen herzlichen Dank für den Empfang und denjenigen des amerikanischen Volkes entgegen.“ Immer neue Goldsendungen für Frankreich Paris, 27. Okt. In Cherbourg traf am Dienetag der deutsche Dampfer„Dresden“ mit 232 Faß Gold im Werte von 400 Millionen Franken ein. die für verschiedene Pariser Großbanken bestimmt sind. Im Laufe des Tages werden noch zwei weitere Dampfer mit der gleichen kostbaren Ladung erwartet. Schärfste Kritik Vorahs an den Bastsagtoner Ertiärungen Neuyork, 26. Okt. Senator Borah, der wegen seiner Haltung gegenüber Laval mit Glückwunschtelegrammen aus aller Herren Länder überschwemmt wird, übte in einer Unterredung mit der Presse schärfste Kritik an der Washingtoner amtlichen Mitteilung. Er betonte, die Erklärungen Hoovers und Lavals seien vollkommen nichtssagend. Vielleicht hätten das die beiden Staatsmänner auch beabsichtigt. Schärfer Ichammrusteg Lrrahs mit dem Volnischen Gesandten Senator Vorah sagt dem polnischen Gesandten in Washington die Wahrheit Washington, 27. Okt. Die politische Sensation in Washington ist ein scharfer Zusammenstoß zwischen dem hiesigen polnischen Gesandten Filipowicz und dem Vorsitzenden des Auswärtigen Ausschusses, des Senators Borah. Borah hatte mit dem polnischen Gesandten bei dem Abschiedsempfang für Laval am Sonntagabend in den Räumen der französischen Botschaft eine Aussprache über seine Aeußerungen über den Weichsel=Korridor. Diese Unterredung trug einen rein privaten und vertraulichen Charakter. Der polnische Gesandte hielt es jedoch für nötig und gegen die Abmachungen, eine offizielle Verlautbarung über die Unterhaltung herauszugeben. in der gesagt wird, daß Borahs Kenntnisse der mittelenropäischen Zustände„durchaus mangelhaft“ seien. Senator Borah war über diesen unerwarteten Ausfall des polnischen Diplomaten höchst überrascht, da der Gesandte die Vertraulichkeit gebrochen hatte. Er sah sich infolgedessen veranlaßt, den Angriff des polnischen Gesandten in einer öffentlichen Erklärung zu beantworten. Borah sagt in seiner Verlautbarung, er habe erwartet, daß die Unterhaltung privater Natur bleiben würde. Er sei daher sehr überrascht gewesen, als Journalisten ihn von der amtlichen Verlautbarung der polnischen Gesandtschaft unterrichteten. Er, Borah. habe keinerlei Absicht gehabt. über die Unterhaltung mit Herrn Filivomicz etwas zu sagen. Er bedauere, daß das Gedächtnis des Gesandten hinsichtlich dieser Unterhaltung sehlerhaft zu sein scheine. Zeugen der Unterredung mit Filipowicz erzählen, der polnische Gesandte habe in der Unterhaltung behauptet, daß das Gebiet des Danziger Korridors zu 80 v. H. von Polen bewohnt sei. Borah habe dem volnischen Gesandten darauf erwidert, daß der Korridor in absehbarer Zeit zu 100 v. H. von Polen bewohnt sein würde, wenn die polnische Regierung ihre gegenwärtige Entdeutschungspolitik weiter verfolge. Der Zwischenfall zwischen Borah und Filipowcz erregte in Washingtoner volitischen Kreisen größtes Aussehen, da bisher noch kein diplomatischer Vertreter des Auslandes dem Vorsitzenden des Senatsausschusses für auswärtige Angelegenheiten„mangelhafte Kenntnisse“ der volitischen Verhältnisse vorgeworfen hat. Die Entdeutschung des Weichselkorridors 66 v. H. der deutschen Kinder ohne deutschen Schulunterricht Dirschan, 27. Okt. In dem letzten Tätigkeitsbericht des polnischen Unterrichtsministeriums über die Schulvwerhältnisse im Weichselkorridor wird u. a. erklärt, daß überall, wo 18 deutsche Kinder vorhanden waren, ihnen der Unterricht in deutscher Sprache als Fach gesichert war. In Orten mit mehr als 40 deutschen Kindern beständen deutsche Klassen und deutsche Minderheitsschulen. Im Gegensatz hierzu hat der Deutsche Schulverein in Polen festgestellt, daß 66 v. H. der deutschen Kinder im Weichselkorridor ohne deutschen Unterricht sind. Weiter macht der deutsche Schulverein 75 polnische Schulen namhaft, die sämtlich von über 18 deutschen Kindern besucht werden, in denen seit 1920 aber niemals deutscher Unterricht erteilt worden sei. derte. Gegen Mittag waren die Straßen in so tieses Dunkel gehüllt, daß sogar die Nebelsackeln angezündet werden mußten. Durch die ungünstigen Wetterverhältnisse waren auch die Wahlkraftwagen, die Schlepperdienste leisten sollten, stark behindert, so daß in den Parteibüros bereits mit einem Rückgang der Wahlbeteiligung gerechnet wurde. Späterhin verstärkte sich aber der Zustrom zu den Wahllokalen. Aus einzelnen Teilei Londons besonders aus dem Osten. werden Rekordbeteiligungen gemeldet, teilweise 85 v.., eine für England ungewöhnlich hohe Zahl. Auch in Glasgow und in anderen Industriegegenden des Nordens war die Beteiligung sehr gut. Allgemein nimmt man an, daß die Wahlbeteiligung, die sich im Jahre 1929 aus 78 v. H. stellte, dieses Mal mindestens ebenso hoch sein wird. Die Wahlwetten bei Lloyds stiegen weiter zugunsten der Nationalregierung und wurden mit einer Mehrheit von 210 zugunsten der Regierung notiert. Die Ansichten der Wahlsachverständigen über die Größe der Mehrheit gehen jedoch stark auseinander. 7— Timten Macdonald hat von allen Freunoen aus der Arbeiterpartei zahlreiche Briese erhalten, die ihm vollen Erfolg wünschen. Ihm stehen in seinem Wahlkreis 100 Kraftwagen für Schlepperdienste zur Verfügung. Irgendwelche Ruhestörungen sind bis zu den Abendstunden nicht vorgekommen. Nur aus einem Stadtteil Londons wird gemeldet, daß dort ein Ziegel durch die Fensterscheibe eines konservativen Wahlautos geworfen wurde. Es wurde jedoch niemand verletzt. Vergnügte Wahlnacht in London London, 27. Oktober. Trotz dichten Nebels und ungeachtet der schlechten Zeiten haben es sich die Grattols=Koschles von Berltit Bankett in der italienischen Botschaft Berlin, 27. Okt. Am Montag abend veranstaltete aus Anlaß der Anwesenheit des italienischen Außenministers Grandi der italienische Botschafter Orsini Baroni ein Bankett, zu dem der Nuntius Orsenigo, ferner die Botschafter von Amerika, England, Frankreich, Rußland und Japan sowie deutscherseits Reichskanzler Brüning, die Reichsminister Dr. Dietrich und Stegerwald, der preußische Innenminister Severing. die Staatssekretäre Dr. Meißner, Dr. Pünder, von Bülom und Dr. Weißmann, der deutsche Botschafter in Rom, Dr. von Schubert, Reichsbankpräsident Dr. Luther, der Chef der Heeresleitung, General von Hammerstein. der Chef der Marineleitung, Admiral Baeder, General von Schleicher, Oberbürgermeister Dr. Sahm. ferner eine Anzahl Beamte des Auswärtigen Amtes geladen waren. Londoner nicht nehmen lassen, alter Gewohnheit gemäß die Wahlnacht möglichst vergnügt zu verbringen. Aus der Provinz sind viele Tausende nach der Hauptstadt geströmt. Hotels und Restaurants erfreuen sich glänzenden Während des Tanzes und während des Essens werden die Wahlergebnisse bekanntgegeben, die je nach der Parteieinstellung mit lauter Freude oder mit Hohn ausgenommen werden. Die Zeitungen geben sich alle Mühe, die Ergebnisse einem möglichst großen Publikum zugänglich zu machen. An den belebten Punkten der Stadt werden die Wahlergebnisse auf der Leinwand gezeigt. Eine Zeitung des Lord Rothermere hat das Publikum in die Alberthall eingeladen. Annähernd 8000 Menschen sind dort versammelt und erfreuen sich an Darbietungen aller Art, die jeweilig der Bekanntgabe der Wahlergebnisse folgen. Donnerstag erste Kabinettssitzung nach den englischen Wahlen London, 27. Okt. Macdonald hat die Mitglieder der Regierung ausgefordert, am Donnerstag aus ihren Wahlkreisen nach London zurückzukehren. so daß am Nachmittag die erste Kabinettssitzung nach den Wahlen abgehalten werden kann Wie es heißt, wird das Kabinett bei dieser Gelegenheit verschiedene wichtige Angelegenheiten, vornehmlich außenpolitischer Natur beraten und die bei Eröffnung des neuen Parlaments zu verlesende Thronrede entwerfen. Das neue Parlament wird am Dienstag. dem 3. November, zu seiner ersten Sitzung zusammentreten und als erste Amtshandlung den neuen Sprecher des Hauses wählen. Der Rest der Woche wird hauptsächlich mit der Vereidigung der Abgeordneten ausgefüllt sein. In der Mordsache Mosel bisher kein Ergeons Grandi besichtigt Berlin, 27. Okt. Nachdem die offiziellen Empfänge und Besprechungen des italienischen Außenministers Grandi am Montagabend mit einem Bankett in der italienischen Botschaft abgeschlossen wurden, besichtigte Grandi am Dienstagvormitag die Berliner Museen. Am Nachmittag wird auf seinen besonderen Wunsch eine private Fahrt durch Berlin stattfinden, die vom Flughafen über die Britzer Siedlung nach Neubabelsberg führen wird und die Ufa=Ateliers besichtigt werden sollen. Die„Limes“ zum Grandi=Besuch London, 27. Okt. Ihre Meldungen über den Besuch Grandis in Berlin versieht die„Times“ als einzige Morgenzeitung mit dem Kommentar, daß infolge der bedeutungsvollen Zusammenkunft Hoover=Laval von den Brüning=GrandiVerhandlungen keine großen Entscheidungen zu erwarten waren. Immerhin habe der Besuch das Gute gehabt, daß sich Grandi vor seiner Reise nach Washington durch persönlichen Augenschein über die Lage in Deutschland unterrichtet habe, aus welchem Grunde man auch Mussolinis Rede über die Revision des Versailler Vertrages zusammen mit Grandis Aeußerungen während seines Berliner Aufenthaltes gewisse Bedeutung beimessen müsse. Die Pariser Presse zum Grandi=Besuch Paris, 27. Okt. Neben den Meldungen aus Washington beanspruchen auch die Berichte der Berliner Korrespondenten in der Pariser Frühpresse einen weiten Raum. Der Berichterstatter des„Echo de Paris“ erklärte u.., daß Reichskanzler Dr. Brüning nicht den Wunsch gehabt habe, sich in den Unterredungen mit Grandi die Händebinden zu lassen. Die deutsche Regierung habe verstanden, daß es in aller erster Linie notwendig sei, eine Verständigung mit Frankreich herbeizuführen. Das„Petit Journal“ äußert sich in gleichem Sinne, abgesehen von einer gewissen Uebereinstimmung in den Anschauungen in der Frage der Abrüstung und der Reparationen sei kein deutsch=italienisches Aktionsprogramm ausgearbeitet worden. Grandis Abreise aus Berlin Berlin, 27. Oktober. Außenminister Grandi hat nach dreitägigem Aufenthalt in Berlin am Dienstagabend die Rückreise nach Rom angetreten. Vor dem Hotel Esplanade und am Anhalter Bahnhof hatte sich eine größere Anzahl von Neugierigen eingefunden, die den italienischen Gästen einen Abschiedsgruß zuriefen. Die Poltzei hatte wieder umfangreiche Sicherheitsmaßnahmen getroffen. Reichskanzler Brüning, Botschafter von Schubert, Staatssekretär von Bülow und andere leitende Herren des Auswärtigen Amtes hatten sich zur Verabschiedung eingefunden. Der Reichskanzler und der italienische Botschafter überreichten Frau Grandi prächtige Blumensträuße. Der Kanzler geleitete Grandi und seine Gattin an den italienischen Salonwagen, der dem fahrplanmäßigen Zuge angehängt war. Nach herzlicher Verabschiedung setzte sich der Zug um 10.12 Uhr in Bewegung. Wer war der Herr und wer die Dame? Dortmund, 27. Oktober. Von einer weiteren wichtigen Beobachtung erhielt die Mordkommission am Montag Kenntnis. Es handelt sich um die Beobachtung eines Zeugen, der am Mordtage, also am Montag, dem 21. September 1931, gesehen hat, wie ein Herr und eine Dame an diesem Tage zwischen 17 und 19 Uhr das Haus Lindemannstraße Nr. 9 betreten haben. Der Zeuge beschreibt diese beiden Personen nur ungenau. Er hat sich eigentlich nur die Dame näher angesehen, die nach seiner Ansicht sehr elegant gekleidet war. Sie hatte eine auffallend schöne schlanke Figur und trug einen Mantel von weinroter Farbe. Der Herr hatte einen Coupeekoffer in der üblichen Größe bei sich. Der Zeuge hat deutlich gesehen, wie diese Beiden vom östlichen Bürgersteig der Lindemannstraße quer über die Straße direkt zum Hause Lindemannstraße 9 gingen. Beide haben dann dieses Haus betreten. Die Kriminalpolizei hat alle Hausbewohner befragt, ob sie diese beiden Personen gesehen oder empfangen haben. Beide haben jedoch bei keinem dieser Hausbewohner vorgesprochen. Es muß daher angenommen werden, daß diese Beiden die Familie Moser aufgesucht haben. Die Kriminalpolizei bittet, daß sich diese Beiden im PolizeiPräsidium, Rathenauallee 1, Zimmer 73, melden mögen. Falls sich diese beiden Personen nicht melden, muß die Kriminalpolizei annehmen, daß sie mit dieser grausigen Mordtat irgendwie in Verbindung stehen. Weiterhin bittet die Mordkommission, daß sich alle diejenigen, die an diesem Tage die beiden Personen gesehen haben, ebenfalls in dem angegebenen Zimmer der Mordkommission melden. Es ist nicht ausgeschlossen, daß diese Beiden mit der Straßenbahn zur Lindemannstraße gefahren sind. Es wird daher gebeten, daß sich auch derjenige Straßenbahnschaffner melde, der diese Beiden gesehen hat. Es ist bedauerlich, daß die Mordkommission von einer so wichtigen Beobachtung erst so spät Kenntnis erhält. Während der Aufruf zur Meldung als Zeuge von der Mordkommission sonst in der Mordsache Moser recht rege Beachtung gefunden hat, ist dieser Zeuge nicht bei der Kriminalpolizei erschienen. Er hat seine Beobachtung lediglich Bekannten erzählt, die ihn immer wieder darauf hinwiesen, zur Mordkommission zu gehen. Er befürchtete viele Laufereien und blieb deshalb zu Hause. Iu der Zwischenzeit hat die Mordkommission ihre Ermittlungstätigkeit auch auf den früheren Bekannten= und Freundeskreis der Familie Moser ausgedehnt. Ehe die Familie Moser nach Dortmund kam, wohnte sie ungefähr 20 Jahre lang in Köln. Beamte der Dortmunder Mordkommission haben unn in Köln umfangreiche Ermittlungen in dem früheren Bekanntenkreise der Familie Moser und zahlreiche Vernehmungen durchgeführt. Diese Nachsorschungen wurden auch in Kevelar, Koblenz, Düsseldorf und Wuppertal=Elberfeld fortgesetzt. Sie sind nunmehr abgeschlossen. Sie haben zu keinem positiven Ergebnis geführt. Alle in Frage kommenden Personen konnten ein einwandfreies Alibi nachweisen. Es haben sich auch keine Anhaltspunkte dafür ergeben, daß der oder die Täter von diesem Personenkreis aus zu suchen sind. Schwerer Verkehrsunfall Dortmund. Zu einem schweren Verkehrsun fall kam es Dienstagnachmittag gegen 14.50 Uhr in Tortmund=Lütgendortmund auf der Provinzialstraße an der Ecke Bövinghauser Dorfstraße. Die 7jährige Ruth Scheffler befuhr die Provinzialstraße mit ihrem Fahrrade in südlicher Richtung. Gleichzeitig kam hinter ihr in derselben Richtung der Personenkraftwagen IX+ 24547, der von einem H. Kr. aus Castrop=Rauxel geführt wurde. Das kleine Mädchen bog nun plötzlich mit ihrem Fahrrade von der linken Straßenseite aus nach rechts herüber, um in die Bövinghauser Dorfstraße zu gelangen. Kr. konnte so plötzlich seinen Personenwagen nicht mehr zum Halten bringen. Das Kind wurde angefahren und umgeworfen. Der Unfall ereignete sich in der Nähe der elterlichen Wohnung. Es wurde mit dem Personenwagen ihres Va ters in das Katholische Krankenhaus nach Dort mund=Lütgendortmund gebracht. Das Mädchen hat nach Angaben des Aerztes einen Schädelbruch und einen Schlüsselbeinbruch davon getragen. Es schwebt in Lebensgefahr. Die Kriminalpolizei hat sofort ihre Ermittlungen ausgenommen. Nach den bisherigen Zeugenaussagen zu urteilen, scheint jedoch den Führer des Personenwagens keine Schuld zu treffen, da das Kind ganz plötzlich kurz vor dem Auto nach rechts abbog, so daß der Führer das Unheil nicht mehr abwenden konnte. Rähiger Beriauf der englischen Wählen Kommanisten Trabsichtigen Spreugstoff Anschlage Sie haben Spreugstofflager über ganz Deutschland verteilt Bis zu 85 Prozent in London an der Urne London, 27. Okt. Auch die letzten Tage des Wahlkampfs verliefen ohne Schwung und haben keine eigentliche Begeisterung wecken können. Die heutige Morgenpresse ist ebenfalls auffallend ruhig, und man findet nirgendwo einen Ton, den man nicht schon seit vierzehn Tagen gehört hätte. Ueberraschungen in letzter Stunde sind ebenso ausgeblieben wie neue Schlagworte. Es ist deshalb verständlich, daß die meisten Blätter an erster Stelle den Leser auffordern, überhaupt zu wählen. Diese Mahnung ist vor allem auch deshalb verständlich, weil infolge der allgemein herrschenden Erwartung eines großen Sieges der sogenannten nationalen Parteien eine gewisse Gleichgültigkeit der Wähler nur zu leicht eintreten kann. Eine eigenartige Haltung nehmen die Uberalen Blätter ein, die auch heute noch nicht wissen, welche Wahlparole sie ausgeben sollen. So bringt das liberale News Chronicle es fertig, in einem Leitaussatz zunächst nachzuweisen, daß eine starke nationale Regierung unbedingt nötig sei, um dann weiter die Wähler auszufordern, keine Anhänger des Schutzzolls zu unterstützen. Was der Wähler mit einer solchen Parole anfangen soll. dürfte wohl auch das News Chronicle nicht wissen. Eine größere Verwirrung kann schlechtendings nicht in die liberalen Kreise hineingebracht werden. Die konservativen Zeitungen suchen besonders dadurch Stimmung zu machen, daß sie die weitere Abnahme der Arbeitslosen um rund 30000 seit dem 20. Oktober— der Gesamtrückgang der Arbeitslosen in den letzten drei Wochen beträgt 88000— als ein Ergebnis der nationalen Regierung darstellen. Infolgedessen sieht man in den volkstümlichen konservativen Blättern Bilder gegenübergestellt von rauchenden Fabriken und Schlangen von Arbeitslosen vor den Arbeitsämtern mit den Ueberschriften:„Unter einer nationalen Regierung Wohlstand ter einer sozialistischen Regierung Ruin.“ unDie Wahlwetten an der Londoner Börse zeigten bei ihrem gestrigen Schluß eine Mehrheit von 201 zugunsten der nationalen Regierung. Der König ist gestern nach London zurückgekehrt. Man hat einen besonderen Ferndrucker im Buckinghampalast aufgestellt, der die Wahlergebnisse sofort mitteilt. Auch ist der Pariser Polizeipräsident Chiappe gestern in London eingetroffen, um die Maßnahmen der englischen Polizei zur Aufrechterhaltung der öffentlichen Ordnung zu studieren und daraus für die französischen Wahlen im kommenden Frühjahr Lehren zu ziehen. Die automatischen Lichtsignale, wie sie zurzeit auf der Oxford Street in Betrieb sind, sollen dabei auf ihren Wert für die Verkehrsregelung untersucht werden. Die ersten Wahlergebnisse werden nicht vor 28 Uhr deutscher Zeit erwartet. Der Rundsunk wird bis 4 Uhr morgens Wahlegebnite mitteilen. Man hofft, bis dahin etwa 215 Wahlergebnisse von im ganzen 615 vorliegen zu haben. Die Zeitungen werden eine Reihe von Sonderausgaben sowohl während der Nacht wie im Laufe des morgigen Tages herausbringen. Günstiger Ausgang für die Nationalregierung London, 27. Okt. Am Wahltag herrschte in London dichter Nebel, der den Verkehr in den Vormittagsstunden ganz außerordentlich behinBerlin, 2. Okt. Ueber die Untersuchung der Sprengstoff=Funde bei dem Kommunisten Ueberbrück wird noch berichtet, daß die Kommuuisten über ganz Deutschland Sprengstofflager verteilt haben, die mit den gestohlenen Sprengstoffen aufgefüllt werden. Bei Ueberbrück wurden genaue Karten mit dem deutschen Eisenbahnnetz gesunden, woraus geschlossen wird, daß bei etwaigen Unruhen jede Sprenggruppe der Kommunisten einen gewissen Bezirk zugewiesen erhält, innerhalb dessen sie Anschläge gegen die Reichsbahn ausführen kann. Der Ausweis des Ueberbrück lautet auf den Namen Genosse Otto. Eine Unterschrift unter diesem Ausweis fehlt, sie war durch ein Geheimzeichen ersetzt. Ueberbrück erhielt für seine Tätigkeit als Expedient ein Gehalt von 300 RM. Bei der Herstellung der Sprengcper muß er Gehilfen gehabt haben, sie werden von der Polizei gesucht. Gegen einen bekannten Berliner Kommunisten richtet sich ein besonders starker Verdacht. Eine Annahme der ungarischen Polizei Budapest, 27. Okt. Die Budapester Polizei, die sieberhaft an der vollständigen Aufklärung der Verbrechen Matuschkas arbeitet, soll jetzt Beweise gefunden haben, daß Matuschka seine Anschläge im Auftrage einer kommunistischen Terrorstelle ausgeführt hat, und zwar soll ein Telegramm gefunden sein, in dem Matuschka bestimmte Anweisungen zur Durchführung seiner Verbrechen gegeben werden. Große Sprenastoffmengen in Radbod beschlagnahmt Hamm. 27. Okt. Wie der„Westf. Anzeiger“ erfährt, ist es der Polizei gelungen, in Radbod einen großen Sprengstofsvorrat aufzufinden und zu beschlagnahmen. Der Sprengstoff dürfte in Geseke gestohlen worden sein und hat auch zur Herstellung von Handgranaten Verwendung gefunden. Diese Handgranaten sind erstmalig beim letzten wilden Streik im Ruhrgebiet benutzt worden. Es gelang auch, einige Verhaftungen vorzunehmen. Der Sprengstoff war mit Sprengkapseln und Zündschnur versehen. Die Ermittlunden werden fortgesetzt. Der kommunistische Sprengstoffdiebstahl in Geseke Essen, 27. Okt. Zu der Wiederauffindung eines großen Teiles des vor einigen Wochen aus dem Sprengstofflager eines Steinbruchs in Geseke in Westfalen geraubten Dolorits erfährt die RW3: Schon in den Tagen des letzten wilden Streiks der RGO. im Ruhrbergbau wurden einige Personen, insgesamt etwa 12 festgenommen, die Sprengbomben bei sich trugen, deren Herstellung erkennen ließ, daß das in Geseke gestohlene Sprengstofsmaterial verwandt worden war. Die eigentlichen Urheber des Sprengstoffraubes, denen 1½ Zentner des hocherplosiblen Dolorits. über 400 Sprengkapseln und eine beträchtliche Menge Zündschnur in die Hände gefallen war. blieben trotz aller Nachforschungen im Dunkel. Als jetzt in Hövel drei Erwerbslose, Mitglieder des antifaschistischen Kampfbundes, gegen die sich der Verdacht richtete, daß sie an der Organssierung kommunistischer Terrorgruppen starken Anteil hatten. von der politischen Polizei festgenommen wurden. ergaben sich im Verlauf des Verhörs Anhaltspunkte für eine Beteiligung der drei an dem Geseker Sprengstoffraub, die jedoch entschieden ab gestritten wurde. Immerhin verwickelten sie sich in Widersprüche und es gelang der Poltzei bei ihren weiteren Nachforschungen, einen großen Teil des in Gesete geraubten Dolorits aufzufinden. Die drei Verhafteten haben inzwischen ) (6 Nr. 292 Zweites Bkatt des„Etabtanzeigerd für Castrop=Rauxel und Umgebung“ Mittwoch, den 28. Oktober 1931 Dis Burgersteder far Vs. Ausschneiden! Aufheben! Die Durchführungsbestimmungen zur Bürgersteuer 1931 enthalten eine Reihe wichtiger Aenderungen gegenüber dem Vorjahre. Hervorzuheben ist insbesondere die Einführung einer allgemeinen Freigrenze. Zugleich ist auch die strittige Frage geklärt worden, wann ein Steuerpflichtiger als„selbständig auf eigene Rechnung lebend“ anzusehen ist; denn nur unter dieser Voraussetzung besteht nach dem für das Rechnungsjahr 1931 maßgebenden Notverordnungsrecht die Bürgersteuerpflicht. Ferner sind die Arbeitgeber in mehrfacher Hinsicht entlastet worden. Der Bürgersteuer unterliegen die im Gemeindebezirk wohnenden Personen, und zwar Personen, die in dem Gemeindebezirk ihren Wohnsitz, und Personen, die im Inland keinen Wohnsitz, aber in dem Gemeindebezirk ihren gewöhnlichen Aufenthalt haben. Steuerberechtigt für den vollen Steuerbetrag ist die Gemeinde, in deren Bezirk der Steuerpflichtige am 10. Oktober 1931 wohnte. Dies gilt auch dann, wenn der Steuerpflichtige nach dem Stichtag seinen Wohnsitz in den Bezirk einer anderen Gemeinde verlegt. Hat der Steuerpflichtige im Inland einen mehrfachen Wohnsitz, so ist für das Rechnungsjahr 1931 nur diejenige Gemeinde steuerberechtigt, die nach dem Stand vom 26. Oktober 1931 die höchste Bürgersteuer erhebt. Von der Bürgersteuer sind befreit: Personen, von denen anzunehmen ist, daß ihre gesamten Jahreseinkünfte 500 Mark nicht übersteigen. Die Befreiung gilt nicht für Personen, deren landwirtschaftliches, forstwirtschaftliches und gärtnerisches Vermögen, Grundvermögen und Betriebsvermögen unter Zugrundelegung der Einheitswerte vom 1. Januar 1928 zusammen 5000 Mark übersteigt. Das Vermögen von Ehegatten, die nicht dauernd voneinander getrennt leben, ist zusammenzurechnen. Als gesamte Jahreseinkünfte gilt der Betrag, den der Steuerpflichtige voraussichtlich im Kalenderjahr 1932 als Einkünfte im Sinne des Einkommensteuergesetzes erzielen wird. Hierbei sind die wirtschaftlichen Verhältnisse vom jeweiligen Fälligkeitstag zugrunde zu legen. Hinsichtlich des Arbeitslohnes ist zur Berechnung der gesamten Jahreseinkünfte von dem Lohn auszugehen, der bei der nächsten auf die Fälligkeit folgenden Lohnzahlung zu zahlen ist. Hinsichtlich des sonstigen Einkommens sind die voraussichtlichen gesamten Jahreseinkünfte des Kalenderjahres 1932 im Wege der Schätzung zu ermitteln; hierbei kann von dem festgestellten oder schätzungsweise ermittelten Einkommen des Steuerabsnchitts 1931 ausgegangen werden. Die Bürgersteuer darf nicht erhoben werden von Personen, 1. die am Stichtag vom Wahlrecht ausgeschlossen oder rechtlich in der Ausübung ihres Wahlrechts behindert sind oder bei denen an diesem Tage die Ausübung des Wahlrechts ruht; 2. die am Fälligkeitstag Arbeitslosenunterstützung oder Krisenunterstützung empfangen; 3. die am Fälligkeitstag lausend öffentliche Fürsorge genießen(insbesondere die Kleinrentner); 4. die am Fälligkeitstag Renten aus der reichsgesetzlichen Sozialversicherung empfangen und ihr gesamtes Jahreseinkommen 900 Mark nicht übersteigt. Liegen diese Voraussetzungen nur an einem Fälligkeitstag vor, so gilt die Befreiung nur für den an diesem Fälligkeitstag zu entrichtenden Teilbetrag der Bürgersteuer. Die Höhe der Bürgersteuer bei dreifachem Landessatz Da das Dreifache des Landessatzes in den meisten Gemeinden zur Norm wird, sei hier die entsprechende Staffel gleich ausgerechnet wiedergegeben. Die Bürgersteuer beträgt bei einem Jahreseinkommen des Steuerpflichtigen in dem maßgebenden Steuerabschnitt 1. unter der einkommensteuerfreien Grenze 9 M 2. über der einkommensteuerfreien Grenze am 10. der März, der am und Die Bürgersteuer wird in gleichen Teilbeträgen fällig 1. bei Arbeitnehmern, die neben Arbeitslohn nur sonstiges Einkommen bis 500 Mark haben, wenn die Höhe der Steuer im Verhältnis zu den Mindestsätzen der Bürgersteuerverordnung mehr als 250 v. H. beträgt; jeweils Monate Januar, Februar, April, Mai und Juni 1932; 2. bei Veranlagten, wenn die Höhe Steuer mehr als 200 v. H. beträgt, jeweils 10. der Monate Dezember 1931, Februar März 1932; 3. bei veranlagten Arbeitnehmern, die neben Arbeitslohn mehr als 500 Mark Einkommen haben, soweit die Bürgersteuer durch Einbehalten eines Lohnteils erhoben wird: an den oben bezeichneten Tagen, soweit sie auf Grund eines zusätzlichen Bescheids erhoben wird: jeweils am 10. der Monate Dezember 1931 und Februar 1932. Wie wird die Bürgersteuer erhoben? 1. Von Steuerpflichtigen, die Arbeitslohn erhalten und neben dem Arbeitslohn kein sonstiges Einkommen oder ein solches von nicht mehr als 500 Mark haben: durch Einbehalten eines Lohnteiles. Dasselbe gilt für Pflichtige mit sonstigem Einkommen von mehr als 500 Mark, sofern infolge des sonstigen Einkommens eine höhere Steuer, als sich aus dem Arbeitslohn allein ergibt, nicht begründet wird; 2. von Steuerpflichtigen, die Arbeitslohn nicht erhalten, bei denen aber eine Einkommensteuerveranlagung vorgenommen wird: auf Grund eines besonderen Steuerbescheids; 3. von Steuerpflichtigen, die neben dem Arbeitslohn sonstiges Einkom men von mehr als 500 Mark haben, sofern infolge des sonstigen Einkommens eine höhere Steuer, als sich aus dem Arbeitslohn allein ergeben würde, begründet wird: durch Einbehalten eines Lohnteiles sowie auf Grund eines zusätzlichen Steuerbescheids. Von Steuerpflichtigen, die Arbeitslohn erhalten und neben dem Arbeitslohn kein sonstiges Einkommen oder ein solches von nicht mehr als 500 Mark haben, wird die Bürgersteuer in ihrem vollen Umfang auf der Steuerkarte 1932 angefordert; bei der Bemessung der Steuer bleibt das sonstige Einkommen unberücksichtigt. Dies gilt entsprechend für Pflichtige mit sonstigem Einkommen von mehr als 500 Mark, sofern infolge des sonstigen Einkommens eine höhere Steuer, als sich aus dem Arbeitslohn allein ergibt, nicht begründet wird. Der Arbeitgeber, in dessen Diensten der Arbeitnehmer am jeweiligen Fälligkeitstag steht, hat bei der nächsten auf die Fälligkeit folgenden Lohnzahlung den zu entrichtenden Teilbetrag der Bürgersteuer vom Arbeitslohn einzubehal ten und binnen einer Woche an die in der Steuerkarte bezeichnete Gemeindekasse ab zuführen. Sehr wichtig ist eine neu vorgeschriebene Anzeigenpflicht für säumige Arbeitgeber. Führt nämlich ein Arbeitgeber die einbehaltenen Bürgersteuerbeträge nicht innerhalb einer Woche nach der Einbehaltung an die Gemeinden hat er dies bis zum Ablauf dieser Frist Gemeindebehörden anzuzeigen. Eine lassung der Anzeige ist strafbar. Einer Bezeichnung der einzelnen Steuerpflichtigen, für die die Steuer einbehalten und abgeführt ist, bedarf es nicht. Der Arbeitgeber hat die einbehaltenen Beträge in dem zu führenden Lohnkonto gesondert anzuschreiben und die Belege über die Abführung an die berechtigten Wohngemeinden bis zum Ablauf des dritten auf die Lohnzahlung folgenden Kalenderjahres auszubewahren. Steht der Steuerpflichtige an einem Fälligkeitstag nicht in einem Dienst=oder Arbeitsverhältni s so hat er, sofern nicht eine der Befreiungsvorschriften Platz greift, den Teilbetrag selbst an die Gemeindekasse zu entrichten. Hat ein Arbeitgeber für die Auszahlung des Arbeitslohnes an Monatslohnempfänger maschinelle Einrichtungen getroffen, deren wirtschaftliche Ausnutzung auf der Voraussetzung beruht, daß die auszuzahlenden Beträge möglichst lange Zeit unverändert bleiben, so kann ihm das Landesfinanzamt auf Antrag gestatten, bei den in Betracht kommenden Lohnempfängern die Bürgersteuer 1931 in der Zeit vom Januar bis Dezember 1932 in zwölf gleichen Monatsbeträgen einzubehalten. Hört die Lohnzahlung an einen Arbeitnehmer im Laufe des Jahres auf, so kann der an die Gemeindekasse bereits abgeführte oder noch abzuführende Bürgersteuerbetrag, der noch nicht vom Lohn einbehalten ist, in einer Summe bei der letzten Lohnzahlung einbehalten werden. Von Steuerpflichtigen, die Arbeitslohn nicht erhalten, bei denen aber eine=Einkommensteuerveranlagung vorgenommen wird, wird die Bürgersteuer durch einen besonderen Steuerbescheid angefordert, welche Anforderung außer der Aufforderung zur Zahlung die Höhe der einzelnen Teilbeträge, den Zeitpunkt ihrer Fälligkeit sowie die Gemeindekasse enthält, an die die Bürgersteuer zu entrichten ist. Bei den Steuerpflichtigen, die Arbeitslohn und Einkommen von mehr als 500 Mark haben, und bei denen infolge dieses sonstigen Einkommens eine höhere Steuer, als sie sich aus dem Arbeitslohn allein ergeben würde, begründet wird, wird die Bürgersteuer sowohl durch Einbehalten eines Lohnteils als auch auf Grund eines zusätzlichen Steuerbescheids erhoben. In diesen Fällen ist sowohl der Bürgersteuerbetrag festzustellen, der sich nach dem Arbeitslohn allein ergeben würde. Von den übrigen Steuerpflichtigen wird die Bürgersteuer durch öffentliche Bekanntmachung angefordert. Bei Ehegatten, die nicht dauernd voneinander getrennt leben, wird die Bürgersteuer von bei den Ehegatten zusammen angefordert. ab, so diesen UnterBei Aenderung der Einkommensteuerveranlagung Tritt eine Aenderung der Einkommensteuerveranlagung infolge Berichtigung, Rechtsmittelentscheidung oder dergleichen ein, die 1. eine Ermäßigung der Bürgersteuer zur folge hat, so hat die Gemeinde die Steueranforderung zu berichtigen; ist die Anforderung durch die Steuerkarte erfolgt, so händigt die Gemeinde dem Arbeitnehmer eine entsprechende Bescheinigung zur Vorlage bei dem Arbeitgeber aus. Beträge, die der Steuerpflichtige bereits zuviel entrichtet hat, werden ihm erstattet; 2. eine Erhöhung der Bürgersteuer um mehr als eine Stufe mit sich bringt, so ist der Mehrbetrag besonders anzufordern; er wird einen Monat nach Empfang der Anforderung fällig. Im übrigen ergibt sich die Höhe der Bür gersteuer in jedem Fall aus dem Einkommen im Steuerabschnitt 1930. Der Landessatz ermäßigt sich 1. für Personen, die einkommensteuerfrei sind, auf die Hälfte des Landessatzes, der für Personen mit einem Jahreseinkommen von nicht mehr als 4500 Mark gilt. Die Ermäßigung gilt nicht für Personen, deren landwirtschaftliches, forstwirtschaftliches und gärtnerisches Vermögen, Grundvermögen und Betriebsvermögen unter Zugrundelegung der Einheitswerte zusammen 10000 Mark übersteigt. Das Vermögen von Ehegatten, die nicht dauernd voneinander getrennt leben, wird zusammengerechnet; 2. für die Ehefrau, sofern die Ehegatten nicht dauernd getrennt leben, auf die Hälfte des Landessatzes, der für den Ehemann gilt. Hierbei bestimmt sich der für den Ehemann geltende Landessatz nach dem Jahreseinkommen, das die Ehegatten zusammen haben; die Ehegatten haften als Gesamtschuldner für das Eineinhalbfache des auf den Ehemann entfallenden Steuerbetrages. Die katseihäste Arsache der Grabenexpioston aufe Jeche„Monl Gens“ Kritik an den Sicherheitsvorschriften der Bergbehörde—„Unzulängliche Kontrolle in den Abbaustößen und Orts=Vortrieben Das offizielle Organ des Deutschen Berg=Schlagwetter hinzugekommen sein. Ueberhaupt arbeiterverbandes, die„Bergbau=Industrie“, ver= ist der Ausgang der Explosion auf einem der öffentlicht, wie wir bereits gestern in einem kur=beiden Ortsbetriebe zu suchen. Die Sohlenstrecke zen Auszuge mitteilten, wichtige Ausführungen war nur etwa 10 Meter vorgetrieben und mit Schlagwetter= über die vermutliche Ursache der explosion auf Mont=Cenis, in denen es u. a. heißt: „Als uns die Nachricht von einer großen Grubenkatastrophe auf Mont=Cenis erreichte, saßte uns Entsetzen. Wie ist das möglich, trotz Gesteinsstaubverfahren? Zustände wie auf Anna 2: Hohlräume, große Schlagwettermengen? Oder sollten es ungeschützte Abbaustöße sein? Ungefähr das letztere hat sich dann später als Ursache herausgestellt. Es ist vorgeschrieben, daß die einzelnen Abbaustöße gegeneinander durch Wandersperren abgeriegelt sein sollen. Das Oberbergamt geht dazu über, die Zechen von den Wandersperren zu entbinden. So ergeben sich Abbaufluchten von 500, ja in einem Falle sogar 700 Meter Höhe. Kommt es vor einem derartigen Abbaustoß zu einer Explosion, so sind die darin befindlichen Leute— und deren Zahl ist nicht gering— schutzlos und verloren! Die„Bergpolizeiverordnung über die Anwendung von Gesteinsstaub zum Schutze gegen Schlagwetter= und Kohlenstauberplosionen“ bestimmt im§ 3, daß Abbaubetriebe eines Abbauflügels gegeneinander mit Wandersperren abzuriegeln seien, wenn der Abstand von Kohlenstoß zu Kohlenstoß mehr als 15 Meter beträgt. Auf der Zeche Mont=Cenis war das Gesteinsstaubverfahren den Vorschriften entsprechend durchgeführt. Diese Zeche hat auch noch keinen Antrag auf Entlastung von den Wandersperren an das Oberbergamt gestellt. Man hatte es aber auch nicht notwendig, weil dort sehr wenig Wandersperren eingerichtet sind. Das erreicht man dadurch, daß man die Abstände zwischen den Abbanstößen unter 15 Meter hält. Die Explosion nun wurde hauptsächlich genährt durch den Kohlenstaub des westlichen Abbaustoßes zwischen der Sohlenstrecke, der Teilsohle und dem einer Sonderbewetterung versehen. Am unteren Stoß wurde eine Luttentour mitgeführt, die an sich ordnungsmäßig eingerichtet war. Die Wetterbewegung in der Lutte erfolgte durch Preßluftdüse. Am oberen Stoß entlang wurden gemeinsam mit dem Streckenvortrieb einige Meter Kohle mit abgebaut und dort dem Abbaustoß vorangehend Holzpfeiler gesetzt. Ueber den Holzpfeilern bzw. zwischen diesen und dem Kohlenstoß wurde noch eine Hilfs=Sonderbewetterung mitgeführt, bestehend aus zwei Lutten. Auch dort wurde eine Düse zum Wetterantrieb benutzt. Diese den Umständen nach unbedingt notwendige Hilfswetterlutte hat vor der Explosion etwn 4 Meter rütwärts gehangen. Da Sauglutten bekanntlich nur die unmittelbar vor der Luttenmündung befindlichen Wetter ansaugen, bestand in der Firste vor dem Vortriebstoß eine mangelhafte Bewetterung. Dort mußten sich bei einer einigermaßen starker Entgasung Schlagwetter ansammeln. Das Flöz gehört zur gefährlichen Fettkohlenpartie. Der Streckenvortrieb auf Ort 2 stand nur etwa 4 oder 5 Meter gegen den unteren Abbaustoß vor. Da man aber mit der Störungsgebiet vorbeifuhr, Schlagwetteraustritten stark dort befand sich deshalb eine mit einem Ventilator. Die ist uns in ihren Einzelheiten Solche Streckenvortriebe bewetterungen sind Strecke an einem hatte man mit zu rechnen. Auch Sonderbewetterung Einrichtung selbst unbekannt. samt den Sonderimmer eine erhöhte vorgetrieben, ohne jegliche Sicherung der darin arbeitenden Belegschaft. Das Unglück wäre um das Mehrsache größer gewesen. Hier hat unsere Kritik einzusetzen an den vorhandenen bergpolizeilichen Vorschriften. Unter Vertreter in der Grubensicherheitskommission für den Oberbergamtsbezirk Dortmund und in der Hauptkommission hat auf die Gefahren aufmerksam gemacht. Er hat nicht nur die Entlastung der Werke von den Wandersperren kritisiert, sondern eine grundsätzliche Vorschrift für Sicherungen der Abbanstöße untereinander gefordert. Erledigt wurde die Frage nicht. Sie sollte in einer Sitzung des Sonderausschusses für Schlagwetterund Kohlenstaubfragen behandelt werden. Das war schon im Dezember 1930. Diese Sitzung hat bisher noch nicht stattgesunden. Aus Geldmangel wahrscheinlich. Ist das Leben der Vergarbeiter nicht einmal mehr die Ausgaben einer solchen Sitzung wert? Hier wird ein ernstes Wort mit dem Finanzminister zu reden sein, der mit der Beschneidung der Geldmittel die Entwicklung auf dem Gebiete der Grubensicherheit hindert. Der für die Erplosion auf Mont Cenis in Frage kommende Abbanstoß ist nur etwa 50 Meter hoch. Und dabei zählte man sofort 9 Tote und 27 Verletzte, wovon 8 weitere gestorben sind. Es eibt im Ruhrbergbau Abbanstöße, die noch einmal so hoch und noch höher sind und von denen mehrere übereinander liegen, ohne gegeneinander mit Sperren geschützt zu sein. Is unsere Kritik an den vorhandenen Vorschriften sind unsere Forderungen nicht berechtigt? Im Allgemeinen sage: Zechen und Vergbebörden, daß in den Abbaustößen selbst das Gesteinsstaubverfahren nicht angewandt werden könnte. Ganz richtig ist das nicht. Man kann auch dort das Gesteinsstaubverfahren durchführen, allerdings auf Kosten des Betriebes. Die Durchführung würde die Gewinnungsarbeit erschweren. Wir denken dabei nicht an die Vollstreuung. vielmehr an Wandersperren oder ähnliche Vorrichtungen. Wenn man an eine Sicherung in den Abbauflößzen nicht herangehen will— geht die technische Entwicklung weiter, dann wird man sich auch dazu bequemen müssen—. dann müssen wir zum Schutze der Bergarbeiter verlangen, daß zuverlässige Sicherungen zwischen den Abbaustößen arundsätzlich durchgeführt werden. Wir verlangen ferner, daß eine andere Behandlung der Frage der Ortsvortriebe Platz greift. Diese Feuerlöcher haben schon Unheil genug angerichtet. Die Kontrolle ist vollkommen unzulänglich. Die Wetterkontrolleure revidieren kurz vor der Morgenschicht. also nachdem die Betriebe bereits stundenlang geruht haben. Man weiß aber, daß die Entgasung mit der Aufnahme der Kohlengewinnung bedeutend zunimmt. Auch die Steiger sollen zwar während der Schicht die Betriebe kontrollieren, doch weiß man, wie das zugeht. Durch die Nationalisierung sind sie oft gar nicht in der Lage, es regelrecht durchzuführen. Wie schon gesagt, beschränkte sich die Explosion auf den erwähnten Abbaustoß und die beiden Ortsvortriebe. Dort sind die Toten gefallen mit starken Brandwunden und Gasvergiftungen. In der Nachbarschaft erfolgten Verletzungen entweder durch mechanische Einwirkung(Erplosionsstoß oder durch die Nachschwaden. Vor den erwähnten Betrieben sand man auch die Merkmale der Explosion, wie starke Kohlenstaubverkrustung und sonstige Hitzewirkungen. Ueber die Entzündungsursache besteht zurzeit keine Klarheit. Angenommen wurde zuerst eine Schlagwetterentzündung durch einen Schuß, der dann den Kohlenstaub zündete. Geschossen wurde nur im Nebengestein der beiden Streckenvortriebe. Der Schietzmeister befand sich zur Zeit der Explosion auf der fünften Sohle. Schwerverletzte haben bekundet, daß zur Zeit der Ervlosion geschossen worden sei. Ob nach dieser Seite hin Klarheit geschaffen werden kann, ist fraglich. Man hat aber eine elektrische Mannschaftslampe gefunden, und zwar auf Ort 2. deren Teile Schmelzmerkmale zeigen. Einzelheiten sind uns nicht bekannt, jedoch kann auch eine elektrische Lampe bei schlechter Beschaffenheit Schlagwetter entzünden. Eine Wetterlampe kommt als Entzündungsursache kaum in Frage. Die einzige im Erplosionsfeld befindliche Benzinsicherheitskampe war im Besitz des Steigers. Er befand sich zur Zeit der Erplosion in der Nähe der Gesteinsstaubschranke, wo er tot aufgefunden wurde. Die Lampe war zwar zertrümmert, doch geschah dieses sicherlich durch den Erplosionsschlag. Die Merkmale lassen erkennen, daß die Explosion im Abbaustoß sowohl von unten nach oben wie auch von oben nach unten geschlagen ist. Deshalb läßt sich auch der Ausgangspunkt nicht bestimmen. Die Heftigkeit der Erplosion war sehr stark, und wenn man den zur Erplosion in Betracht kommenden Raum vergleicht, war auch die Flammenbildung äußerst stark. In der Sohlenstrecke ist die Flamme trotz starker Einstaubung mit Gesteinstaub etwa 125 Meter weit nach vorn geschlagen. Sie erstickte in einer Staubschranke, die sich zehn Meter vom Querschlag der Teilsohle entfernt in der Ortsstrecke befand. In etwa 25 Meter Entfernung von diesem Querschlag hat die Erplosionsflamme zwei nicht weit voneinander entfernte Brände verursacht, also nachdem sie in der eingestaubten Strecke bereits einn Weg von über 100 Meter durchlaufen hatte“. Gefahr im Bergbau. Diese Ansicht ist wohl Allgemeingut aller verantwortungsbewußten fachkundigen Menschen. Wegen der vorhin genannten Störung befand sich oberhalb Ort 2 kein Abbaubetrieb. Das ist ein glücklicher Zufall. Ohne diese Störung hätte man nachdem auf Mont Cenis gebränchlichen Abbaumethoden die Abbaustöße zwischen der Teil= und Gurgeln Sie mal im Konzert! 322—natürlich trocken Ort 2. Auf den beiden Ortsbetrieben werden der fünften Sohle möglichst kurz hintereinander mit desist angenehmer und geht öberel!! .— und—.50 Castrop=Rausel Ium besten der Vinterhile: Castrop=Rauxel, den 28. Oktober 1931 Das Presse=Echo der Konzessionsentziehung wegen Steuersäumigkeit Unter der Ueberschrift„Der Castrop=Rauxeler Magistrat rechtfertigt sich wegen seines Vorgehens gegen einige Gastwirte“ brachte am gestrigen Dienstag auch die„Herner Ztg.“, die von uns bereits am Samstag veröffentlichte zweite Mitteilung des Magistrats über das Konzessionsentziehungsverfahren gegen steuersäumige Gastwirte. Der amtlichen Mitteilung hängt das Blatt folgenden Zusatz an: „So plausibel diese Erklärung des Castrop= Rauxeler Magistrates auch klingen mag, es ist und bleibt ein unhaltbares und in mittelalterliche Gepflogenheiten zurückfallendes Verfahren, den Steuerschuldner um seine Eristenz zu bringen. Mag es sich bei den betr. Wirten auch um hartnäckige Steuerschuldner handeln — wo sind die Steuerzahler, die mit einem frommen Wunsch für den Staat auf den Livven das Steueramt betreten?!— es gibt andere Wege, sie zur Einhaltung ihrer Steuerpflicht zu zwingen, als diesen, gegen den wir uns nicht aus Parteinahme für die betr. Gastwirte, sondern aus prinzipiellen Erwägungen heraus wenden.“ Die„Langendreerer Zeitung" nahm gestern ebenfalls unter der Ueberschrift„Das neueste Bütrokratenstück einer Stadtverwaltung“ ebenfalls kritisch zu der Angelegenheit Stellung. Ihre Ausführungen decken sich mit denen, die wir bereits am Freitag der Vorwoche an dieser Stelle als erste Auslassung der„Herner Zeitung“ wiedergaben. Ratenweise Gehaltszahlung und Wohnungsmiete Theaterabend des Knuppen und Arbeiter Vereins Fi. Bardara In einer im Preußischen Landtag eingebrachten Kleinen Anfrage hatten die Abgeordneten Ladendorff und Mentz(WP.) das Staatsministerium um Auskunft ersucht, ob es bereit sei. unverzüglich auf die Reichsregierung einzuwirken, daß Anordnungen getroffen werden, durch die diejenigen Haus= und Grundbesitzer. die durch die Notverordnung über die ratenweise Auszahlung von Dienstbezügen nicht in den Besitz ihrer vollen Mietseinnahme zum Zahlungstermin gelangen, vor wirtschaftlichen Schäden in gleichem Umfange geschützt werden, wie dies Angestellten und Beamten gegenüber geschehe. Der Preußische Wohlfahrtsminister antwortet darauf wie folgt: Nach§ 7 der Durchführungsverordnung zur Verordnung des Reichspräsidenten über die Auszahlung von Dienstbezügen vom 18. Juli 1931 sind Mietsschuldner nicht berechtigt, infolge ratenweiser Zahlung ihrer Bezüge ohne weiteres auch ihre Mietszahlungen ratenweise ohne Rechtsfolge zu leisten. Dies gilt vielmehr nur dann. wenn die fällige Mietzahlung ohne eigenes Verschulden unmöglich ist. Es hat sich bisher nicht feststellen lassen, daß aus dieser Vorschrift den Vermietern wirtschaftliche Schäden entstanden sind. Zu der gewünschten Einwirkung auf die Reichsregierung besteht danach zurzeit kein Anlaß. Notverordnung und Krankenkassen Wie uns die Deutschnationale Krankenkasse in Hamburg, die mit ihren 450000 Versicherten zu den größten Versicherungsunternehmen Deutschlands zählt. soeben mitteilt, hat sie jetzt abermals eine Senkung ihrer Betträge durchgeführt. Es ist dies bereits die dritte Beitragsermäßigung seit dem Erscheinen der 1. Notverordnung zur Krankenversicherung. Dank besonderer Maßnahmen konnte der namhafte Abbau der Beiträge vorgenommen werden, ohne durch ihn den Kern des Leistungsprogramms zu erschüttern. Im besonderen blieb der hervorragende Schutz im schweren Krankheitsfall voll gewahrt. Der GDA gegen Erhöbung der Arbeitslosen= versicherungs=Beiträge für Angestellte In diesen Tagen ist die Mitteilung verbreitet worden, daß eine neue Notverordnung bevorstehe, die die arbeitslosenversicherungsvflichtigen Angestellten mit ihrem vollen Gehalt. also bis zu 7000 monatlich, zur Arbeitslosenversicherung heranziehen will. Wie wir hören, hat der Gewerkschaftsbund der Angestellten gegen eine solche Sonderbelastung der Angestellten sofort den schärfsten Einspruch erhoben. Er hat darauf hingewiesen, daß die Angestellten durch den Gehaltsabbau sowie die verschiedenen Steuer= und Versicherungsabzüge bereits derart belastet seien, daß ihnen eine derartige Sonderbelastung bis zu 13 A monatlich unmöglich zugemutet werden könne. Im übrigen setze eine solche Erweiterung der Beitragserhebung ganz selbstverständlich auch einen entsprechenden Ausbau der Leistungskassen voraus. Keine Einführung der sonntagslosen Arbeitswochen einer Kleinen Anfrage mehrerer Abgeordneter des Christlich=Sozialen Volksdienstes war auf die Bestrebungen in der Flaschenglas= und Kunstseidenindustrie hingewiesen worden, die sonntagslose, russische Arbeitswoche einzuführen und die Betriebe vollig kontinuierlich zu gestalten. Da in einem Einzelfalle bereits die Genehmigung für die sonntaglose Arbeitswoche erteilt worden war, wurde das Staatsministrium gefragt, ob es bereit sei, die Sonntagsruhe zu schützen und für eine möglichst wettgehende Ausdehnung derselben zu sorgen. Wie der Amtliche Preußische Pressedienst mitteilt, hat der Preußische Minister für Handel und Gewerbe folgende Antwort auf die Kleine Anfrage erteilt: Die von dem Gewerbeaussichtsamt Düsseldorf in einem Einzelfalle versuchsweise und befristet erteilte Genehmigung zu einem ununterbrochenen Sonntagsbetrieb in einer Flaschenfabrik, die von der Einführung eines=Schichtenbetriebes und damit von der Einstellung einer größeren Zahl Arbeitsloser abhängig gemacht war, ist auf Veranlassung des Handelsministeriums nicht verlängert worden. Die Genehmigung war bereits am 30. September d. J. abgelaufen. Zum Besten der Winterhilfe der St. Lamber= tuspfarret hatt der Knappen= und Arbeiterverein St. Barbara am vergangenen Sonntag einen Theaterabend im großen Saale des Kolvinghauses veranstaltet. Schien es auch zunächst ein Wagnis, in der jetzigen Zeit mit einem Theaterabend an die Oeffentlichkeit zu treten, so konnte der Verein doch die erfreuliche Feststellung machen, daß der gute Zweck. der mit der Veranstaltung verbunden war, recht viele Besucher an diesem Abend den Weg zum Kolpinghause finden ließ, um für einige Stunden ein ernstes Bild von den Leiden und Bedrückungen, denen die Bevölkerung Rußlands, vor allem soweit sie sich einen religiösen Sinn bewahrt hat, seitens der Bolschewisten ausgesetzt war und noch heute ist, auf sich einwirken zu lassen. Zur Aufführung gelangte das 4aktige Schauspiel von Josef Eckerskorn„Kreuz und Sowjetstern“, das den Kampf der Bolschewisten gegen Gott und seine Kirche zum Hintergrunde hat. Die Aufführung war auch diesmal wieder ein voller Erfolg für die eifrige und rege Spielschar des Vereins, die unter der guten Leitung ihres Obmannes Paul Donsbach im Interesse der guten Sache sich zur Verfügung gestellt hatte. Der Saal war von einem erwartungsfreudigen Publikum voll besetzt, als um 7,30 Uhr der Vorhang vor dem Geschehen auf der Bühne sich hob. Die einzelnen Spieler waren mit größtem Eiser bei der Sache und taten ihr möglichstes, um einen Erfolg sicher zu stellen. Das tragische Schicksal des edlen Russen=Bauen Polsky, seiner beiden Söhne Szergej und Feodor, des Jungpriesters, völlig ungekünstelt u. natürlich dargestellt von Wilhelm Risse, Koch und August Temme, hielt die Besucher die 4 Akte hindurch in seinen Bann. Der Dorfälteste Borowitsch wurde in seiner ganzen Brutalität von Heinrich Lambertz sehr gut wiedergegeben. Besonders gut wußte Paul Donsbach die ihm zusagende Rolle des Rotgardisten Jermak. eines ehemaligen Studienfreundes Feodors, den die Leidenschaft für den Alkohol später den Bolschewisten in die Hände getrieben hatte, in seiner ganzen seelischen Zerrissenheit bis zu seinem Bekenntnis zu Feodor zu gestalten. Gemeinsam geben beide für ihren Glauben in den Tod. Auch die übrigen Darsteller, wie Heinrich Richter als Richter Sbornik, Wilhelm Lobbe als Regierungskommissar Gurkow, Franz Temme als Bauer Korotscha und nicht zu vergessen Frohnhöfer als der Vagabund und Spitzel Kai, die übrigen Rotaardisten. der Gerichtsdiener und die der Verurteilung beiwohnenden Bauern, beherrschten ihre Rollen und trugen zum Gelingen des Ganzen bei. Maria Berger sprach vor Beginn einen auf die Geschehnisse hinwetsenden Prolog und erschien zum Schluß der Handlung ds Genius am Grabe Feodors und Jermaks knienden Vater und Sohn. Der Schlußakt brachte lebhaften Beisall der der Handlung mit sichtbarem Empfinden folgenden Besucher. Die Spielschar des Vereins kann mit dem Verlauf des Theaterabends sehr zu frieden sein. Erfreut sein wird aber auch gewiß der Präses des Vereins. Pfarrer Becker, der für die Winterhilfe der St. Lambertuspfarrei für die Armen und Bedrängten einen recht ansehnlichen Ueberschuß aus diesem Theaterabend rechnen darf. Nachtbereitschaftsdienst der hiesigen Apothearn Südgebiet der Stadt Mittwoch, den 28. Oktober 1931 von 7 Uhr abends bis 7 Uhr morgens: Alte Apotheke, Wittener Straße. Nordgebiet der Stadt Central=Apotheke, Harkortstr. 49, Castrop=Rauxel 5 Von Samstag, dem 24. Oktober 1981 bis Freitag. dem 30. Oktober einschließlich: Industrie=Apotheke(Dr. Heringl. Castrop=Rauxel Kronprinzenstraße. Staatliche Polizei: Cammelnummer 2241 Ueberfallkommando: Fernruf Nr. 3000 Feuermeldung: Fernruf Nr. 2000. Die städtische Sanitätswache und der Krankenwagen sind zu erreichen während der Dienststunden der Stadtverwaltung unter Stadtzentrale und außerhalb der Dienststunden sowie zur Nachtzeit unter Fernruf Nr. 3051. Katholisches Krankenhaus: Fernruf Nr. 2577. Evangelisches Krankenhaus: Fernruf Nr. 2590. Wichtige Fernrufe für Dortmund-West Dortmund=Kirchlinde: Krankenhaus Fernruf Nr. 82 933 Freiw. Sanitätskolonne vom Roten Krenz, WachFernruf Nr. 82780. Dortmund=Lütgendortmund: Katholisches Krankenhaus St. Barbara Fernruf Nr. 82 300. 82 307 Evangl. Krankenhaus Fernruf Nr. 82 803. Dortmund=Bövinghausen: Sanitätswache der Freiw. Sanitätskolonne Fernruf Nr. 82539. Dortmund=Marten: Arbeiter=Samariter=Kolonne Fernruf Nr. 82.666. Spser des Bellehrs Statistik des Präsidialbezirks Bochum für das 3. Vierteljahr 1931 13 Tote 501 Verletzte In Castrop=Rauxel Abnahme der Personenund Sachschaden Die Statistik der Verkehrsunfälle im Präsidialbezirk Bochum für das 3. Vierteljahr des Jahres 1931 zeigt keine nennenswerte Minderung der Verkehrsunfallzissern. Die nachstehenden Zahlen umfassen sämtliche beim Polizeipräsidium Bochum gemeldeten Verkehrsunfälle, die sich in den Stadtbezirken Bochum, Wattenscheid, Herne. WanneEickel, Castrop=Rauxel und Witten ereignet haben. Die eingeklammerten Zahlen beziehen sich auf das gleiche Vierteljahr des Vorjahres. Insgesamt ereigneten sich 652(702) Unfälle, bei denen 18(20) Personen getötet und 501(526) verletzt und 567(608) Fahrzeuge beschädigt wurden. Von den ums Leben Gekommenen waren 5(4) Kinder unter 14 Jahren, 6(16) Männer und 2 Frauen. Unter den Toten befanden sich 10 Fußgänger und 3 Fahrzeugbenutzer. Bei 501 verletzten Personen handelt es sich um 93(97) Kinder und 408(429) Erwachsene, 170 Fußgänger und 331 Fahrzeugbenutzer. An den Verkehrsunfällen waren 637 Kraftfahrzeuge, 52 Straßenbahnen, 1 Eisenbahn, 149 Radfahrer, 57 bespannte Wagen, 14 Handwagen und 174 Fußgänger beteiligt. Auf die einzelnen Städte verteilen sich die Unfallziffern wie folgt: Bochum 383(353) Unfälle, 5(6) Tote, 309(244) Verletzte, 298(286) Sachschäden. Wattenscheid 45(59) Unfälle, 2(3) Tote, 39(44) Verletzte, 31(51) Sachschäden. Herne 67(110) Unfälle, 1(2) Tote, 49(86) Verletzte, 77(92) Sachschäden. Wanne=Eickel 43(51) Unfälle, 2(2) Tote, 26(35) Verletzte, 42(53) Sachschäden. Castrop=Rauxel 46(46) Unfälle, 2(2) Tote, 33(47) Verletzte, 40(54) Sachschäden. Witten 68(83) Unfälle, 1(5) Tote, 45(70) Verletzte, 79(72) Sachschäden. Bei den vorgenommenen Kontrollen mußten 62 Lastkraftwagen, 89 Anhänger, 28 Personenkraftwagen und 120 Krafträder, insgesamt 244 Kraftfahrzeuge wegen Verkehrsunsicher: heit polizeilich sichergestellt werden. Mietermäßigung in Bergmannssiedlungen Die Treuhandstelle Essen hat eine weitere Erleichterung in den Mietzahlungen in den Bergmannssiedlungen im Bereich der Treuhandstelle Essen beschlossen, die rückwirkend ab 1. Juli d. J. in Kraft tritt. Die am 25. Juni 1981 beschlossene Mietsermäßigung in besonders bedürftigen Fällen erhält folgende abgeänderte Fassung:„Eine Mietsermäßigung nach Maßgabe der nachfolgenden Bestimmung soll auf besonderen schriftlichen Antrag allen denjenigen Mietern gewährt werden, deren Einkommen zuzüglich des Einkommens der in der Wohnung mitlebenden Familienangehörigen bestimmten Beträge nicht übersteigt. Die Mietsermäßigung beträgt 10 Prozent der Friedens= bzw. Grundmiete bei einer Friedensmiete von 20 bis 24 RM. und 20 Prozent bei einer Friedensmiete von 24 RM. an und mehr. Für die ab 1. November 1930 bezogenen Neubauwohnungen— ganz gleich, in welchen Orten sie errichtet sind— kommen die Mieten für Orte mit über 100000 Einwohnern in Frage. Die Abänderung des Beschlusses vom 25. Juni d. J. ist erfolgt mit Rücksicht auf die kinderreichen Mieterfamilien. Stadtteil Castrov Heute: Märchenspiel im Wichernhaus Heute nachmittag 5 Uhr findet im Evgl. Gemeindehaus die Erstaufführung des Märchenspiels„Hänsel und Gretel“ statt, deren Reinertrag für eine Weihnachtsbescherung armer Kinder bestimmt ist. Der billige Eintrittspreis von 15 Pfg. dürfte trotz der Notzeit doch noch recht vielen Eltern ermöglichen, ihre Kinder zu dieser Aufführung zu schicken und ihnen so eine Freude zu machen. Stadtteil Raurel=Dorf Versammlung des MGB Rauxel=Dori Am Sonntagabend fand eine Versammlung des MGV Rauxel=Dorf im Ratskeller statt, die sich recht guten Besuches erfreute. Die Sitzung wurde vom ersten Vorsitzenden Hövener pünktlich eröffnet. Als wichtigster Punkt der Tagesordnung wurde über das Wiederaufnehmen der Vereinsarbeit verhandelt. Nach langer eingehender Aussprache beschlossen die 22 anwesenden ehemaligen Sänger des Vereins trotz der Not der Zeit die Probenarbeit wieder aufzunehmen. Acht neue aktive Sänger traten schon an diesem Abend dem MGV Rauxel=Dorf bei. Es wurde beschlossen, die eigentliche Neugründungsversammlung am Sonntag, dem 8. November, abends um 8 Uhr wieder im Ratskeller abzuhalten. Zu dieser Versammlung sollen nochmals die diesmal teils verhinderten, teils nicht erschienenen alten Mitglieder vollzählig eingeladen werden. Der für den Verein so wichtige Abend stellte also klar den Wunsch aller Beteiligten heraus, den alten, mit der Geschichte unserer engeren Heimat eng verbundenen Verein wieder neu zu beleben. Als Ausdruck gemeinsamen u. durch die Gemeinschaft eng verbundenen Strebens um unser schönes und herrliches deutsches Volkslied ließ der erste Vorsitzende Hövener die Versammlung in dem kernigen und beziehungsreichen Westfältschen Sängerspruch„Ein schlichter Sang“ ausklingen. Stadtteil Dingen Doppel=Quartett„Graf Schwerin“. Dingen Das bekannte Doppel=Quartett„Graf Schwerin 3“ Dingen veranstaltet am Sonntag, dem 15. November 1931, nachmittags 5 Uhr im Vereinsheim Rüther sein diesjähriges Herbstkonzert. Während der erste Teil des Programms Lieder von Neumann enthält, gelangen im 2. Teil Kompositionen von Othegraven zum Vortrag. Die Leistungen des Quartetts sind hinreichend bekannt. Als Solistin ist die in Musikkreisen sehr geschätzte Sopranistin Tia Liedemann, Dortmund gewonnen worden, die Werke von Schubert, Liszt, Schmitt=Gregor und Müller=Franz singt und von Musikdirektor Eckartz am Flügel begleitet wird. Den vielen Anhängern des Quar= tetts steht also wieder ein musikalischer Genuß bevor. Der Eintrittspreis beträgt der Zeit entsprechend 50 Pfennig. An das Konzert schließt sich der Hausball des Vereinswirts an. Wartet der Wettergott mit einem schönen Herbstsonntage auf, so ist bestimmt mit einem vollen Haus zu rechnen. Stadtteil Habinghorst Ein Huhn aus dem Stall gestohlen In der Nacht zum 26. Oktober wurden aus einem Stall in der Augustastraße ein graues Huhn entwendet. Wer kann im vorstehenden Fall der Polizei über den Täter Angaben machen? Zeirschristeuschau Hochland. Monatsschrift für alle Gebiete des Wissens, der Literatur und Kunst. Hrsg. von Prof. Karl Muth. Verlag Kösel, München. Aus dem Inhalt des Oktoberheftes: Die himmelschreiende Sünde. Ernste Betrachtungen zur Bodenfrage. Von Pros. Karl Muth.— Nach langem Regen. Gedicht von Johannes Kirschweg.— Deutsch=französische Erbseindschaft? Von Dr. Walter Hagemann.— Die Treue. Erzählung von Ludwig Tügel.— Das Dritte Reich. Schicksale einer Idee. Von Prof. Dr. Alois Dempf.— Elisabeth von Thüringen und Konrad von Marburg. Von Otto Karrer.— Sünde. Gedicht von Richard von Schaukal.— Die neue Zeitkrankheit. Von „Else Hasse.— Kritik: Neue Romane. Von Dr. Heinrich Lützeler.— Priestergestalten aus unserer Zeit: Dr. Karl Sonnenschein und Kaplan Fahsel. Von Oberstudiendirektod Dr. Otto Knapp.— Rundschau: Der Nürnberger Katholikentag.— Erzbischof Kordax.— Die französische Kirche unter Leo XIII.— Wilhelm Raabe.— Ludwig Tügel.— Otto Herbigs Pastelle.— Erben des Buches?— Fabrikation von„Größen" am Lausenden Band.— Kunstbeilagen: Otto Herbig.„Liegende im Wald"„Bei Albano",„Schlafender Knabe“.„Am Wasser“. Das neueste Heft der Zeitschrift„Die Gendung"(Verlag Hermann Reckendorf GmbH., Berlin SW 68) beginnt mit einer sehr zeitgemäßen Betrachtung über den Gemeinschaftsempfang von Rundfunkdarbtetungen; es wird dafür geworben. daß die glücklichen Besitzer von Empfangsgeräten ihre Freunde und Nachbarn einladen möchten. am Hören teil zunehmen, besonderes dann. wenn Vorträge gesendet werden, die zur Diskussion geeignet sind. Der großen Sensation der kommenden Woche der Uraufführung des Violinkonzerts von Igor Strawinsky, das auf Anregung des Berliner Intendanten komponiert worden ist, und von den meisten deutschen Sendern weitergegeben werden wird, widmet der bekannte Musikkritiker H. H. Stuckenschimdt einen lehrretchen Artikel. Die Freunde der Technik werden## durch dieses neueste Heft der„Sendung". durch die Bauanweisung für einen Zwei= und Drei=Röhren=Empfänger für Gleich= und Wechselstrom mit eingebautem dnnamischen Lautsnrecher auf ihre Rechnung kommen. Hierzu noch der über 30 Sei ten starke Programmteil. 4 Büchertisch Das Goethedenkmal Als ein würdiges Goethe=Denkmal darf das diesjährige Weihnachts=Jahrbuch des VdB.:„Im Zeichen Goethes“ benannt werden. Besonders interessant und für kulturelle Arbeit dieses älte sten und größten deutschen Buchverbandes sehr bezeichnend ist die Bekanntgabe, daß es dem VdB. durch mühseliges Sammeln gelungen ist, die statt liche Anzahl von 26 Goethe=Original=Briefen erworben zu haben, die er im Goethe=Gedächtnisjahr denjenigen seiner aktivsten Mitglieder, die in der Ausbreitung des vom VöB. erstmalig geschaffenen Buchverbands=Gedankens eine persön liche ideelle Aufgabe erblicken, völlig kostenlos überreicht. Näheres hierüber enthält das oben erwähnte BdB.=Jahrbuch 1931/32, das allen In teressenten kostenlos und unverbindlich von der Hauptgeschäftsstelle des Volksverbandes der Bu cherfreunde Berlin=Charlottenburg 2, Berliner Str. 42 43, übersandt wird. Dieses 160 Seiten starke Jahrbuch mit seinem literarisch vorbildlich ausgewählten Unterhaltungsstoff aus Werken u a. von Löns, London, Schickele, Mereschkowskij, Johannsen, aus einer Edison=Biographie und einer Enth-Biographie. und seinem ausgezeichne ten reichen Illustrationsmaterial repräsentiert in würdiger und überzeugender Weise die erstaunliche Leistungsfähigkeit des VöB. Millionen von BdB.=Büchern bilden heute den Grundstock der literarisch und künstlerisch hochwertigen Biblio theken jener vielen Hunderttausende, die sich die ser vorbildlich arbeitenden Organisation als Mitglieder angeschlossen haben. Welch überzeugender Beweis für die ungeschwächt starke Lebendigkeit des deutschen Volkes! Trotz der katastrovhalen Not der Zeit ist uns der Besitz einer eigenen Bibliothek und ihre planmäßige Erweiterung zu einer Lebensnotwendigkeit geworden, die wir uns erhalten müssen. An der Erfüllbarkeit dieser Verlangens hat die bis in die entlegensten Dörfer wirkende Organisation des Volksverbandes der Bücherfreunde verdienstvollsten Anteil. Bürger! In Eure Hand ist die Sauberkeit der Straßen und Anlagen gelegt MFE Nr 292 Drittes Blatt des„Etadtanzeigers für Costrop=Rauzel und Umgebung“ Mittwoch, den 28. Oktober 1931 Aas unld für Bortnand=West Dortmund=Marten Fahrraddiebstahl w. Am Montag wurden aus dem Flur der Bismarckschule zwei Fahrräder gestohlen, die von Fortbildungsschülern dort untergebracht waren. Dortmund=Kirchlinde Die Mitglieder des Elisabethvereins unter sich! Ein gemütlicheres Plauderstündchen als das in dem alljährlichen Kafseekränzchen des Elisabeth= vereins läßt sich kaum denken. Der weite Saal war voll von kaffeetrinkenden Frauen. Man plandert von der Not der Zeit, von der Familie zu Hause, und auch die Ehemänner werden durch den Kakao, nein, durch den Kafsee gezogen. Und als Krone des Festes: das Weihespiel der hl. Elisabeth! Manche Mutter hat es am Sonntag schon gesehen, aber hier, im gemütlichen Kreise wird es erst recht zum großen Erlebnis. Gut spielen die Jungmädchen, fast noch besser als am Sonntag, wo der volle Saal ein wenig beängstigte, aber bei den kritischen Augen der Mütter, unter denen auch die eigene sitzt, spielt es sich leichter. Und wunderschön und ergreisend ist dieses Spiel. Ist es doch eigens zur 700=Jahrfeier unserer volkstümlichsten Heiligen geschrieben worden! Dabei ist die heilige Elisabeth ein Mensch wie wir, freut sich und tanzt mit ihren Kindern, plauscht mit den Mägden und kämpft sich durch alle Not und Kümmernisse. Das Spiel packt den Zuschauer. Besonders die Rolle der Elisabeth wurde eindrucksvoll gegeben. Um sie gruppierten sich die anderen Schauspieler in großer Hingabe an das Spiel. Einzelne Personen herausgreifen, hieße die Harmonie des wunderschönen Ganzen stören. alle ohne Ausnahme machten es gut. Und über die Kinderchen in ihrem munteren Spiel und dem schönen Reigen als Waldmannchen u. a. mußte man sich wundern. Frl. Grothe als Spielleiterin hat die technischen und darstellerischen Schmierigkeiten ihrer rührigen Jungmädchentruppe auss Beste bewältigt. Frl. Daue, die die Reigen der Kinder eingeübt hatte, konnte mit ihrer Arbeit zufrieden sein. Wunderschön machte sich der vom Malermeister Finger künstlerisch ausgeführte Hintergrund der Bühne. Mit einem Wort: Es war ein schönes Fest und wird noch lange in der Erinnerung der Teilnehmer fortdauern. Kirchlinde 26 schlägt Hörde 04 Die Kämpfe um die Mannschaftsmeisterschaft im Ringen des Kreises III gingen nicht ohne Ueberraschungen ab. In der Gruppe A schlug Kirchlinde 26 den Favoriten Hörde 01 mit nicht weniger als 20:0 Punkten. Das hohe Ergebnis findet darin seine Erklärung, daß Hörde den Kampf beim Stande von:0 für Kirchlinde nach dem Leichtgewichtstrefsen kurzerhand abbrach wegen angeblicher Venachteiligung.— In der Gruppe B brachte Essen=West eine weitere Ueberraschung. Nachdem Witten 07 noch vor kurzem Heros 04 geschlagen hatte, siegten die EssenWester über Witten 07 mit 10:7.— Herne 20 unterlag gegen Duisburg=Hochfeld mit:0.— Kirchlinde führt jetzt in der Gruppe A. während Heros 91 in der Gruppe B in Front liegt. Dortmund=Mengede Ein nächtliches Abenteuer hatten zwei Frauen und zwei Männer aus Tortmund=Nette, die in der Nacht zum Montag gegen 3 Uhr nach Hause gingen Auf der Mengeder Straße in Dortmund= Mengede, ungefähr bei der Selbahn. sprangen plötzlich zwei Männer aus dem Straßengraben hervor und sielen über die Heimkehrenden her. Die Männer und auch die beiden Frauen wurden durch Fußtritte und Faustschläge mißhandelt. Es blieb ihnen weiter nichts übrig, als Reitaus zu nehmen. Sie wurden aber anfangs noch von den Tätern verfolgt. Eine ihnen begegnende Polizeistreise nahm sich dann der Ueberfallenen an und begleitete sie zu ihren Wohnungen. Die Täter hatten sich inzwischen aber schon aus dem Staube gemacht. Sie sind aber von den Ueberfallenen erkannt worden. Es sind zwei Bergleute aus Tortmund=Mengede, die wegen dieses heimtückischen Ueberfalles zur Anzeige gebracht wurden. Einer von den Ueberfallenen wurde recht erheblich am rechten Auge und am Kopfe verletzt. Die übrigen drei kamen glimpflich davon. Khenttisch=westfatisch). Zioustriegeotel und Dr. Günter Brand wurden zu Gerichtsassessoren ernannt. Diebesfrechheit Ein guter Fang.— Er schimpft mit dem Bestohlenen auf den Dieb Bochum. Bekanntlich wurden am letzten Verhandlungstage im großen Bochumer Kohlenschieber=Prozeß dem Gerichtsvorsitzenden, Landgerichtsdirektor Homoet aus dem Beratungszimmer sein Uebergangsmantel im Werte von 125 A gestohlen. Den Beamten der Bochumer Kriminal= polizei gelang es zwar noch im Laufe des gleichen Tages, den gestohlenen Mantel in einer Herner Privatpfandleihe zu finden, wo ihn der Dieb für 8 M versetzt hatte. Auf Grund der weiteren Nachforschungen ist nun auch der Täter selbst von der Kriminalpolizei ermittelt und festgenommen worden. Es handelt sich um einen bereits einschlägig erheblich vorbestraften Burschen aus Dortmund, der bei seiner Festnahme Ausweispapiere auf verschiedene Namen bei sich [führte und der außerdem bereits wieder von der Tortmunder Staatsanwaltschaft zweimal gesucht wurde. Der Festgenommene gab sich zunächst als ein gewisser Horst aus, bis dann schließlich seine richtigen Personalien festgestellt wurden. Der Bursche gab zu, am Vormittag den Mantel gestohlen und ihn dann in Herne versetzt zu haben. Nach dem Diebstahl besaß er sogar die Frechheit, wieder in das Gerichtsgefängnis zurückzukehren. Als der Gerichtsvorsitzende den Verlust seines Mantels bemerkte und auf die unsicheren Verhältnisse und die Diebesfrechheit im besonderen schimpfte, stand der wahre Täter neben dem Bestohlenen und behauptete ebenfalls, daß es eine Schweinerei sei, wenn dem Vorsitzenden aus dem Beratungszimmer sein Mantel gestohlen würde. Unterschlagung einer Kassiererin Bochum. Im Kaufhaus Alsberg wurde vor einigen Tagen in der Kasse einer Kassiererin ein größerer Fehlbetrag festgestellt. Bei der Untersuchung durch die Kriminalpolizei entstand der Verdacht der Unterschlagung. Die Kassiererin wurde festgenommen und dem Amtsgericht zugeführt. Nach den angestellten Ermittlungen haben die Unregelmäßigkeiten bereits im Jahre 1928 ihren Anfang genommen. Turch raffinierte Manipulationen hat es die Kassiererin verstanden, ihre Handlungen zu verschleiern. Da die Untersuchung noch im Gange ist, können Einzelheiten zurzeit noch nicht mitgeteilt werden. Was hören wir heute? Ruhrverband Essen Landesbank der Provinz Westfalen Bilanz am 30. September 1931 Großzügige Goethefeier Dortmund. Die Literarische Gesellschaft will in Mittwoch, den 28. Oktober 1931 .45 Leibesübungen. Dr. Ludwig Bach 700 Wettervorhersage und Zeitangabe .05 Morgenkonzert .00 Wiederholung der Wettervorhersage, Zeitangabe und Wasserstandsmeldungen .05 Die Frau im Staat. Dr. Emmy Wingerath: Die deutsche Frau im Schickial ihres Volkes 10.15 Gymnastik für Frauen. Hilde Bremus 1030 Erste Meldungen und Zeitangabe 10.40 Schallplattenkonzert 11.00 Funkwerbung mit Schallplatten 11.20 Musikalischer Schulfunk für Schüler aller Schulen vom 12. Lebensjahre an. Leitung: Studienrat Dr. Weber: Humor in der Musik. Mitwirkende: Orchester und Streichquartett des Westdeutschen Rundsunks 12.00 Schallplattenkonzert 12.50 Wetterbericht 12.55 Nauener Zeitzeichen, Mittagsmeldungen u. Zeitangabe 13.05 Mittagskonzert, Leitung: Eyfoldt 15.30 Wirtschaftsmeldungen und Zeitangabe 15.50 Kinderstunde. Uebertragung aus dem Zoologischen Garten: Aus der Vierkinderstube 16.90 Der Reformgcdanke in der internationalen Pädagogik. Pros. Völcker: Die französische Reformpädagogik und ihre internationalen Beziehungen 17.00 Vesperkonzert 18.00 Die Reichspost hat das Wort 18.15 Frauenstunde. Dr. med. Maria Zscholke: Ansteckende Krankheiten im Kindesalter(2 18.40 Meister der Naturschilderung. Prof. Dr. Buntendijk(Groningen): Vom Ausdruck des Männlichen und Weiblichen in der Natur 19.00 Wetterbericht, Zeitangabe. Wirtschaftsmeldungen und Svortvorbericht 19.15 Vor allem Gesundheit. Sanitätsrat Dr. Hartkopf: Aberglauben in der Medizin 19.35 Sozialpolitische Tagesfragen. Dr. Rosemarie Elscheid: Die Zuständigkeit des Arbeitsamtes bei Anträgen auf Arbeitslosenunterstützung 19.55 Erste Abendmeldungen 20.00 Abendkonzert, Leitung: Wolf 21.15(auch über den Deutschlandsender Königswusterhausen): Uraufführung„Das Bein.“ Groteskes Hörsviel von Eduard Reinacher Anschließend: Letzte Meldungen. Bericht über das geistige Leben. Sportbericht Anschließend bis 23.00: Nachtmusik, Leitung: Wolf 23.00 Meister des Jazz Wie aus den im Reichsanzeiger veröffentlichten Verbindung mit dem Stadttheater im nächsten Bilanzübersichten deutscher Kreditbanken usw. Jahre eine großzügige Goetheseier veranstalten. vom 30. September 1931 zu ersehen ist, schloß die Bilanz der Landesbank der Provinz Westfalen auf beiden Seiten mit 587 775000 RM. ab. Die Aktiven setzten sich zusammen aus: 199000 RM. Kasse. 2346000 RM. Guthaben bei Noten= und Abrechnungsbanken, fast ausschließlich bei deutschen Notenbanken, 1003000 RM. Schecks, Wechsel und unverzinsliche Schatzanweisungen, wovon 1000000 RM. bei der Reichsbank rediskontabel sind, 4470000 RM. Nostroguthaben bei Banken und Bankfirmen, innerhalb 7 Tagen fällig, 66 183000 RM. eigene Wertpapierc, 3857000 RM. dauernde Beteiligung bei anderen Banken und Bankfirmen, 144 492000 RM. Debitoren in lausender Rechnung, wovon auf Kredite an Banken, Bankfirmen, Sparkassen und sonstige Kreditinstitute 37022000 RM. entfallen und die sämtlich durch börsengängige Wertpapiere und sonstige Zweieinhalb Jahre Gefängnis wegen Totschlags Dortmund. Das Schwurgericht Dortmund verurteilte am Dienstag den Arbeiter Karl Segrese aus Dortmund, der am 24. August 1930 den Invaliden Otth Combrinck mit einem Beil nach voraufgegangenem Streit wegen einer verliehenen Geldsumme erschlug, zu zweieinhalb Jahren Gesängnis wegen Totschlags. Diebische Hausierer Dortmund. Zwei jugendliche Hausierer mit Seife, Schnurbändern, Scheuerpapier usw. entwendeten der Gemeindeschwester Emilie H. im Gemeindehaus Wambel eine Geldbörse mit Sicherheiten gedeckt sind, 337721000 RM. lang=120 Mark. Das Geld war dazu bestimmt, erfristige Ausleihungen gegen hypothekarische Siche= holungsbedürftige Kinder abzuholen. rung oder gegen Kömmunaldeckung, 1 082 000 MM. Bankgebaude, 1741000 RM. sonstige Immobilien! Strabonrauh und 24678000 RM. sonstige Aktiven. Die Passi= Gilugentüns ven setzen sich zusammen aus: 7800000 RM. Dortmund. Der 28 Jahre alte Arbeiter Franz aktiven bzw. Betriebskapital, 5961000 RM. Re= Strselecki ging, nachdem er schon bei seinen serven, 181 878000 RM. Kreditoren, von denen Schwiegereltern dem Alkohol reichlich zuge105079000 RM. innerhalb 7 Tagen, 51875 000 sprochen hatte, mit dem 22jährigen Arbeiter RM. darüber hinaus bis zu 3 Monaten und Franz Schäfer noch in verschiedene Kneipen im 21921000 RM. nach mehr als drei Monaten Norden der Stadt Dortmund, um seinen gewalfällig sind, 74938000 RM. Akzepte, 284 517000 itigen Turst zu löschen. Um die mitternächtliche RM. langfristige Anleihen bzw. Tarlehen, Stunde trafen sie auf der Straße den Arbeiter 32 651 000 RM. sonstige Passiven. Außerdem Merse, der sich mit Alkohol auch mächtig eingewerden ausgeführt: Eigene Indossamentsverbind= deckt hatte. Sie tranken die Flasche Schuaps, die lichkeiten mit 2781000 RM., wovon 498000 RM. Merse mit auf den Heimweg genommen hatte, Nostroguthaben bei Banken und Bankfirmen, wo-ulx Ffe###svon 6261000 RM. innerhalb7 Tagen fällig, gers Kierdung, nebst Tascheninhalt im Dunkel 571 000 RM. Tebitoren in lausender Rechnung. stachdeen#Pmsaser zur Besinnung gekommen nach Ihnen stehen an Passiven gegenüber: 9585 000 gnemer wieder zut Hennnung gerommen, nach RM. Kreditoren, wovon 9 160000 RM. innerhalb gchtse7 Tagen, und 428000 RM. innerhalb 3 Monaten Die beiden Straßenräuber hatten sich jetzt vor dem Schöffengericht zu verantworten. sällig sind, 12.000 RM. sanstige Passiven. Weitz Strfelecki, der schon 10 Vorstrafen wegen Eigenchgeter tumsvergehen und Körperverletzung zu verzeichwerden an eigenen Indossamentoverbinbichreiten nen hatte, wurde unter Jubilligung mildernder Umständen zu 2 Jahren 5 Monaten Gesängnis verurteilt, während Schäfer mit 1 Jahr 3 Monaten Gefängnis davonkam. Bemerkt sei, daß Str. seine Tat selbst als gemein bezeichnete. Essen. Der Vorsitzende des Ruhrverbandes Essen, Bergwerksdirektor Dr. Knepper, beruft die! 15. Genossenschaftsversammlung auf Montag, den 30. November ds. Is. ein. Ueberraschung von drei Eisenbahnräubern auf frischer Tat Duisburg=Hamborn. Auf dem Bahnhof Duisburg=Hochfeld=Süd wurde in der letzten Zeit ein bestimmter Güterzug nachts wiederholt von Diebeu heimgesucht. Die Polizei vermutete sofort das Wirken einer bestimmten Diebesbande. Aus diesem Grund legten sich in der vorletzten Nacht mehrere Eisenbahnüberwachungsbeamte auf die Lauer. Sie brauchten auch gar nicht lange zu warten, als plötzlich drei verdächtige Gestalten sich dem Eisenbahnkörper näherten. Man öffnete an dem gerade eingelaufenen Güterzug verschiedene Waggons und warf mehrere Ballen mit etwa 70 Psd. Stoffen, serner 2 Zentner Schuhwaren sowie zwei Karton mit Schuhen heraus. Man versteckte zunächst die Beute und wartete solange, bis der Güterzug wieder weitergefahren war. Dann wollte man die Beute fortschaffen. In diesem Augenblick grifsen die Beamten ein. Die Räuber konnten jedoch die Flucht ergreifen. Die Polizei nahm sofort die Verfolgang der Flüchteden auf und jagte den Polizeihund nach. Die Beamten sandten den Flüchtenden mehrere Schüsse nach. Einer von ihnen erhielt einen Schuß in den Oberschenkel und mußte sofort dem Krankenhaus zugeführt werden. In seinem Besitz wurde eine Taschenlampe und ein Taschenmesser gesunden, das zum Durchschneiden der Waggontürplomben benutzt worden war. Der zweite Täter konnte ebenfalls festgenommen worden, während der öritte noch flüchtig ist. Bei den Tätern handelt es sich um eine Bande, die bereits vor einiger Zeit wegen gleicher Delikte verurteilt worden war. Teilweise waren die Strafen noch nicht abgesessen. Die polizeilichen Ermittlungen sind noch im Gange. Raubüberfall auf einen Kassenboten Ein Täter gesaßt Duisburg=Hamborn. Gestern mittag kur; nach 12 Uhr wurde auf den Kassenboten der RhenusTransportgesellschaft ein Raubüberfall verübt. Als der Kassenbote das Verwaltungsgebäude der Gesellschaft auf der Ruhrortstraße betreten und 539000 RM. aufgeführt, von denen 133000 RM. innerhalb 14 Tagen fällig sind. Landesbank der Provinz Westsalen Die Tilgung der im Februar 1932 fälligen Rate im Betrage von 89 300 RM. der 6prozentigen Feingoldanleihe der Landesbank der Provinz Westfalen von 1927 erfolgt einer Mitteilung der Direktion zufolge durch Ankauf. Kündigung von Arbeitern auf dem Hörder Verein Dortmund. Auf dem Hörder Verein sind seit der geplanten Stillegung bereits rd. 200 Arbeiter entlassen worden und 190 stehen gegenwärtig in Kündigung. Vom Kongreß des Reichsbundes der Niederländer Tödlicher Unsall im Schacht Unna. Auf Schacht 2 der Zeche„Königsborn“ in Heeren geriet der Bergmann Adolf Steinhoff von hier nach Beendigung der Schicht bei der Ausfahrt an die elektrische Starkstromleitung u. wurde durch einen elektrischen Schlag tot zu Boden gestreckt. Der 31jährige Mann stand kurz vor der Hochzeit. Personalveränderungen im Oberlandesgerichtsbezirk Hamm Hamm. Im Bereich des Oberlandesgerichtsbezirk Hamm sind folgende Personalien festzustellen: Rechtsanwalt Friedrich Quaas beim Amtsgericht in Bochum mit dem Wohnsitz in Dortmund. Auf dem Kongreß des Reichsver= Wanne=Eickel wurde aus der Liste der Rechtsbandes der Niederländer wurde noch beschlossen, anwälte gelüscht. In diese Liste eingetragen den Sitz des Verbardes von Berlin nach Essen wurde Gerichtsaffesfor Hermann Vormbaum beim in verlegen und damit im Zusammenhange, den Amts- und Landgericht in Essen. OberlandesgeNächstjährigen Kongreß in Essen(nicht in Köln) richtsrat Boele in Hamm ist nach Düsseldorf verabzuhalten.= setzt worden. Die Reserendare Wilhelm Cramer Größte Auswahl in He. den, Oten und Waschmaschinen nur bei KIRSCH Castrop, Hünsterstr. 20 die erste Tür des Gebäudes hinter sich hatte, sprangen plötzlich zwei Räuber hervor, streuten ihm Pfesser in die Augen und versuchten, ihm die Tasche, die einen größeren Geldbetrag enthielt, zu entreißen. Der Ueberfallene rief um Hilfe. Es eilten sofort Angestellte der Gesellschaft herbei. Die Räuber ergriffen darauf auf bereitstehenden Fahrrädern die Flucht. Sie wurden von Passanten und einigen Angestellten verfolgt. Es gelang nach geraumer Zeit, einen der Täter. einen 25 Jahre alten Matrosen aus der Ruhrortstraße, festzunehmen und zu entwaffnen. Er wurde der herbeigerufenen Schnellhilfe übergeben. Der zweite Täter konnte bisher noch nicht gefaßt werden. Aus dem Sauerland Tragischer Tod Hagen. Ein 34jähriger Lokomotivführer war von seiner verreisten Mutter gebeten worden. von Zeit zu Zeit nach den Blumen in ihrer Wohnung in der Buschenstraße zu sehen. Er wurde dort tot aufgesunden. Nachdem er sich mit den Blumen beschäftigt hatte, kochte er sich eine Tasse Kaffee und schlief ein. Währenddessen löste sich der Gasschlauch und das Gas strömte aus, da der obere Hahn nicht geschlossen war. Der Lokomotivführer atmete das Gas ein und starb. bevor jemand aufmerksam wurde. Gegen eine Schranke gerast und schwer verletzt Brilon. Der Motorradfahrer A. St. beobachteie am Bahnhof im benachbarten Dedinghausen nicht. daß die Schranfe bereits geschlossen war. Er raste mit der Maschine in vollem Tempo gegen die Schranke, so daß diesc zerbrach. St. kam zu Fall. Man brachte ihn gleich ins Krankenhaus, wo schwere innere Verletzungen festgestellt wurden. Der Zustand des Verunglückten ist sehr ernst. Besprechung Wegen der Amfieblung der Arbeisosen im Rahrgeviel Meinungsverschiedenheiten Die Umsiedlung der arbeitslosen Industrie= und Bergarbeiter, die augenblicklich die Behörden und die Oeffentlichkeit in einem sehr starken Maße interessiert, ist gerade für das rheinisch= westfälische Industriegebiet von großer Bedeutung. Es hatten sich deshalb vor einigen Tagen die gartenbau. und landwirtschaftlichen Fachleute der Kommunen innerhalb des Ruhrsiedlungs= verbandes zu einer Besprechung zusammengesunden, die sich mit dem Thema:„Umsiedlung" besaßte. Es sei gleich von vornberein bemerkt, daß die Gegensätze in dieser Sitzung sehr hart aufeinanderprallten und daß es zu keiner einheitlichen Meinungsäußerung kam, die etwa als Richtlinie für die Umsiedlung hätte dienen können. Hauptsächlich standen sich zwei Meinungen gegenüber. Die eine Seite vertrat den Standpunkt, daß die Arbeitslosen im hiesigen Bezirk im Osten und im Nordosten Deutschlands angesiedelt werden müßten, da das Ruhrgebiet übervölkert sei und weil ir Zukann wohrscheinlich keine Möglichkeit mehr bestehe, die Arbeitslosen hier in der Wirtschaft wieder unterzubringen. Dieser Vorschlag wurde von der anderen Seite stark abgelehnt. Es wurde darauf hingewiesen. daß der Staat, der ohnehin jetzt in schwerer finanzieller Bedrängnis ist, niemals die Mittel für eine Umsiedlung nach Osten bzw. Nordosten aufbringen könnte. Sogar ein reicheres Land. als es Deutschland ist, könne die erforderlichen Gelder hierfür nicht aufbringen. Aber selbst wenn diese Umsiedlung vorgenommen würde, und wenn man jedem Siedelnden etwa 10 Morgen Land zur Verfügung gäbe, so wäre dieses Werk doch von vornherein ein Fehlschlag. Diese Kleinsiedler würden niemals gegenüber den Großlandwirten in den dortigen Bezirken bestehen können, zumal die deutsche Landwirtschaft ohnebin schon un gemein schwer gegen die ausländische Konkurrenz zu kämpfen hat. Der Vorschlag, der alsdann von dieser Seite unterbreitet wurde. scheint mehr Aussichten auf eine Verwirklichung und günstige Turchführung zu bieten. Dieser Vorschlag sieht die Siedlung der arbeit Kosen Industrie= und Bergarbeiter in der Peripherie der hießgen Städte bew. des Industriegebietes vor. Wenn diesen Siedlern auch nur etwa 1½ bis 2 Morgen zugewiesen werden können, so würde ihnen damit doch eine bessere Existenzmöglichkeit geboten, als wenn sie sich auf zehn Morgen Land im Osten Deutschlands durchschlagen sollten. Denn auf diesem etwa zwei Morgen großen Gelände könnten die Siedler wenigstens die Lebensmittelprodukte für sich selbst bzw. für ihren Haushalt erzeugen. Sie hätten dann ferner die Möglichkeit. Gemüse und derartige Erzeugnisse direkt auf den Märkten des Industriegebietes abzusetzen, und hierdurch einen kleinen Nebenverdienst zu erwerben. Damit werde ihnen allerdings noch keine Existenzmöglichkeit geboten. Man müßte für die erste Zeit hzw. für die ersten Jahre diesen Siedlern, soweit sie nicht irgend eine Rente beziehen, eine staatliche Unterstützung von etwa 50 RM. monatlich zukommen lassen. Später, wenn sich die Wirtschaftsverhältnisse etwas gebessert haben, könnte man diese Siedler als Kurzarbeiter beschäftigen, damit sie einerseits einen geringen Verdienst haben und andererseits noch genügend Zeit übrig behalten, um ihr Land zu bestellen. Man müßte ferner diesen Siedlern zur Pflicht machen, eine Ziege und wenigstens ein Schwein zu halten, damit sie nach Möglichkeit Selbstversorger werden. Die Hauptsache, so wurde auf der Besprechung betont, ist. den Arbeitslosen wieder Arbeit zu geben, damit die Arbeitskraft nicht unausgenutzt bleibt. Wenn dieser Gedanke durchgeführt würde, so würde das zugleich für die deutsche Volkswirtschaft eine jährliche Ersarnis von mehreren Hunderten Millionen Mark bedeuten, da alsdann entsprechend weniger Lebensmittel aus dem Ausland eingeführt werden brauchen. Rennen war Herr Möller im Restaurant Wilmerroth, wo sich auch andere Rennfahrer, die Direktion der Krefelder Bahn und Mitglieder des Wettfahrausschusses, mit Rechtsanwalt Dr. Siepermann an der Spitze, einsanden. Hier hat Möller folgendes erklärt: 1. Das Rennen um die Deutsche Meisterschaft über 100 Kilometer in Elberseld war eine Schienicht bezahlt, werde ich die Forderung verkaufen oder zedieren, damit Sawall vor den ordentlichen Gerichten belangt wird. Ich will den Prozeß selbst nicht führen, weil das zuviele Nerven kostet. Möller erklärte weiter, die Vorgänge in Elberfeld und Kopenhagen sind den Herren Schwarz und Eggert genau bekannt. Ich mache Ihnen diese vorstehende Mitteilundem Munsterland Zwei sehr schwere Unfälle durch Autos Münster. Auf der Industriestraße geriet am Samstag abend kurz vor 7 Uhr der ledige Arbeiter Burbank(Weseler Straße) unter den Lastwagen einer hiesigen Firma, trotz der Warnungssignale des Autoführers. Er wurde so schwer verletzt, daß er auf dem Wege zum Krankenhause starb. Am Sonntag abend kurz vor Mitternacht rannte der aus der Richtung Telgte in strammer Fahrt herankommende Motorradfahrer Hemann (Mecklenburger Straße) auf einen von der Brüderstraße auf die Warendorfer Straße einbiegendes Personenauto, wurde infolge Anpralls mit dem Kopfe gegen die Karosserie des Wagens geschleudert und mußte mit einem schweren Schädelbruch zum Franziskuohospital gebracht werden. bung. Ich fuhr in diesem Rennen mit Sawalligen als alter Freund in aller Offenheit, damit gegen Krewer. Ich hätte gewinnen können, aber Sie sofort gegen die beiden Fahrer die, geeigneten Sawall bat mich ihm den Sieg gegen Bezahlung Maßnahmen ergreifen. Die Sache läßt sich nicht zu überlassen. Die Hauptsache war. Krewer zur Strecke zu bringen und seine Entsendung nach Kopenhagen zu verhindern. Unser Plan gelang. Dank meiner Unterstützung konnte Sawall ungehindert gewinnen. Seinen Verpflichtungen mir gegenüber ist Sawall kurz vor den Weltmeisterschaften in Kopenhagen nachgekommen. vertuschen und man kann mit Sicherheit darauf rechnen, daß sich die Presse mit dieser Sache beschäftigen wird. Im Falle Elberfeld ist Ihnen ja Ihre Handlungeweise vorgezeichnet. Sie haben damals die Meisterschaft in Köln annulliert und müssen heute Sawall und Möller für preisverlustig erklären. Damit wird Krewer Deut2. Die Weltmeisterschaft über 100 Kilometer in scher Meister, an den Trikot und Medaille von Kopenhagen war auch eine Schiebung, und Herr Sawall abzugeben sind. Mit Kovenhagen wird Colignon hat auf dem Bankett in Antwerven sich ja wohl auch ide U6J, befassen. Sie wird nicht die Unwahrheit gesagt. Als ich und Sawall, sich wohl nicht so schlapp, zeigen wie im Falle von Möller, deren wahrich ehrenwörtlich benoch gelinde wiedergegeben allem die Sanierungsvernflichtungen für die örtausgaezebet. Die Kreditgrsuche an verschiebenen den Tiel los sein, Henn er Biuder Joch in mancher Harsz, igr., 1d. Peir-eisiget Bshesssiaten da die trostlose Lage Beziehung und legt Verpflichtungen auf, die ich durchgefahren ist. Mit deutschem Selbstverständlich gez. H. Stevens. nteresse eldlichen Leinberger endgültig bei Schalke 04 4000 Das Rätselraten um Leinberger hat nun ein eine Ende gefunden. Wie man schon lange in der uf= letzten Zeit annahm, hat der Er=Fürther seinen *: Weg zum FC. Schalke 04 gefunden. Die westvrocer, ige 5e Oktober=Gehalt stehen noch nicht die geringsten Mitteln zur Verfügung. Da die Beamtenorganisation die Vorbereitungen für eine Klageerhebung zwecks Erlangung der fälligen Gehälter getroffen hat versucht die Gemeinde in letztem dringenden S“=Ruf den Landtag um sofortige Sriserit. selie 9 sich dumm: ich habe mehrsach mit Sawall verhandelt und ihm schließlich deutsche Meistermannschaft erhält dadurch eine 1000 RM. nachgelassen, falls er sofort bezahlte. erwünschte Verstärkung. Leinberger hat SvortDas tat er nicht, und ich habe daher einen Zah= lehrerverträge mit VfB. Bottrop und Alemannia lungsbefehl gegen ihn losgelassen. Wenn er nun Dortmund abgeschlossen. vor Astza vo, ute riht eu, lehr ergut zud Hilse. Solte diese axsbleiben, dann werden die aa Aacologse H. Lebensgefahr scheint nicht mehr zu bestehen, aber Beamten auf dem Klagewege ihren Gehaltsan Fw Vtprp Des Theaters sein Zustand ist ig ernst, daß er noch nicht ver= spruch gestend machen und damit bei der Jahr Der Rabbleoit De3 nommen werden konnte. Vom deutsch=holländischen Grenzverkehr Benthelm. Nach amtlicher Mitteilung haben im dritten Vierteljahr 1931 beim Zollamt in Ventheim 52.002 Menschen die Grenze„überschritten. Nach Deutschland kamen hier 7077 beladene Güterwagen, darunter 3240 zum freien Verkehr abgesertigte Gemüsewagen. Nach Holland gingen bleiblich. 6239 beladene Güterwagen mit fertigen Kleidern,] Das Finanzelend Wirkwaren(Strümpfen, Handschuhen und Unterwäsche). Büchern, Zement, elektrischen Erzeugnissen und Maschinen. Die eingeführten Güterwagen enthielten frisches Gemüse(Salat, Gurken, Blumenkohl und Tomaten), Weintrauben. Rohtabak, Käse, Teerfarbstoffe. Kammgarn, Blumenzwiebeln, geräucherte Fische, lebende Hühner, geschlachtetes Geflügel und frische Blumen. lungsunfähigkeit der Kommune den Konkurs einleiten. Die Zahlungseinstellungen der Gemeinde und das Nichterfüllen ihrer Verpflichtungen gegen Krankenhaus und sonstigen Pflegeanstalten haben auch diese in große Zahlungsschwierigkeiten und am Ende des Konkurses gebracht. Wenn nicht nnerwartete Hilfe geschieht, ist dieser unausBankrott des größten Theatertrusts der Welt—. Die Brüder Ehubert— Allein in Neuyork 25 eigene Bühnen— Eine gigan tische Industrie geht zugrunde Die Shubert=Theatre=Coxporation, die in das ernste Stück wurde nicht sehr gepflegt, am ganz Amerika zahlreiche Theater besitzt, hat meisten bevorzugte man die Justige Operette. bei einer Schuldenlast von sast 50 Millioken Nicht alle Theater, in denen die Shuberts spielen Mark soeben die Zahlungen eingestellt. ließen, gehörten ihnen ganz; ein Teil wurde nur der Gemeinde erhellt am Fasanenmörder Warendorf. Dem hiesigen Oberlandjäger Schrewe gelang es in der Nacht zum Sonntag, in Möllers Heide bei Milte drei hier ansässige Arbeiter festzunehmen, die bei Mondschein mit Kleinkaliberbüchsen einen Fasan nach dem anderen abknallten. Sieben leckere Langschwänze hatten sie bereits zur Strecke gebracht. Töd durch elektrischen Strom Beckum. Der Arbeiter Johannes Kleinemeier aus Hellbach wollte bei Neubeckum ein Stück Ackerland umpflügen. Auf dem Felde lag ein abgebrochener Ankermast der zum Steinbruch der Wickingwerke führenden Lichtleitung von 220 Kunst und Industrie empfindet man in Europa meist als Gegensätze. Der Amerikaner versteht Resdanten Kresehient Katies die Sratale Iherslseazesgziähl- Lis.heaer ie 1ch. 34g#ag### ahr. seit 1918 zu bere zz, Saulezzeng werbsleben genau dasselbe wie eine Fabrik oder 140 000 RM. beistenern mußte. Zu dieser Riesen; ein Warenhaus; nämlich ein Mittel, Geld zu versumme wuchs dann noch der Wohlfahrtsetat auf dienen Dafür muß man dem Publikum natürlich 25 000 RM. pro Monat an und erreichte damit etwas Gutes liefern. Aber der Endzweck wird einen größeren Betrag, als die gesamte eingehende Einkommensteuer der Gemeinde ausmacht. Der eingehend begründete SOS=Ruf an den Landtag endet mit der Erklärung, daß die Gemeinde am Ende aller Kraft angelangt sei und keinen Pfennig mehr leisten könne! Acht Jahre Zuchthaus für den Einbrecherkönig Witzick Detmold. Die beiden Lippe. sowie das östliche und nördliche Westsalen wurden in den letzten Monaten von verwegenen Verbrechern heimgesucht, als deren Anführer der Einbrecherkönig Paul Witzick aus Werl festgestellt wurde. 21 schwere Einbrüche konnten ihm bewiesen werden. Die größten davon entfielen auf Detmold, wo kein größeres Geschäftshaus verschont blieb. Sensationell an seinen Straftaten war es, daß er bei Volt. Kleinemeier kam damit in Berührung und den gefährlichsten Einbrüchen nur allein arbeitete sank sofort zu Boden. Kollegen eilten sofort zur Hilfe herbei. Zwei Stunden lang wurden Wiederbelebungspersuche angestellt, die aber vollkommen erfolglos blieben. Der Tod war bereits eingetreten. Das Unglück ist um so tragischer, als Frau und sieben unmündige Kinder ihren Ernährer verloren haben. Ein Bergmann im Schacht zerrissen Ahlen. Der Bergmann Heinrich Steffen geriet bei der Einfahrt zur Frühschicht auf der Zeche „Westsalen“ zwischen den anscheinend vorher losgegangenen Förderkorb und die Schachtwand. Der Körper des Mannes wurde mitten durchgerissen. Der Tod trat natürlich auf der Stelle ein. Der Verunglückte war verheiratet und Vater vier unmündiger Kinder. Aus dem Weser= und Emsland Wieder eine Gemeinde bankerott! Sctober teine Beamtengehälter!— Durch die geschlossene Schranke gefahren S anden Landtag! Zwei Tote Osnabrück. Nach dem Zusammenbruch der Düren. Der Kraftwagen einer Hamburger westfälischen Gemeinde Dahlhausen bei Lippstadt Firma durchbrach zwischen den Bahnhöfen Düren folgt nunmehr mit Zahlungseinstellung und offe= und Laugerwehe die geschlossene und beleuchtete ner Bankerott=Erklärung die Gemeinde Varel. Schranke und wurde von einem Personenzug erDie ständig steigenden Wohlfahrtslasten, Bes faßt. Der Wagenlenker wurde schwer verletzt. Er schneidung der vom Staat und Reich überwiese; starb auf dem Wege zum Krankenhaus. Sein nen Mitteln, rapider Steuerrückgang und vor ihn begleitender 60jähriger Vater war sofort tot. Ail Sachen Motter=Salbalt Wie es nicht anders zu erwarten war, rückt in daß Möller versuchte Stevens wieder umzuund seinen Mittätern die Rolle der Posten zuwies. Als er vor kurzem das Detmolder Wasserwerk mit seinem Besuch„beehrte“, wurde er gefaßt. Als gerechte Strafe für seine Verbrechertaten erkannte das Gericht auf 8 Jahre Zuchthaus. Seine beiden lippischen Mitarbeiter A. und W. waren bereits vorher zu längerer Gesängnisstrafe verurteilt worden. Todessturz aus der Schiffsschaukel Lippstadt. Der 22jährige Sohn des in Herne wohnenden Kriminalbeamten Ummerstahl, der in Langenberg beschäftigt ist, stürzte hier aus einer Schiffschaukel und zog sich einen schweren Schädelbruch zu. Man brachte den jungen Mann sogleich ins Dreisaltigkeits=Hospital, wo er jedoch wenige Stunden nach seiner Einlieferung gestorben ist. Nach den bisherigen Feststellungen nimmt man an, daß U. in der Schaukel von einer Ohnmacht befallen worden ist. seiner Montagsausgabe das„Kölner Tageblatt“ in seinem„Kölner Sport=Tageblatt“ am Montag mit Einzelheiten über die Affaire Möller— Sawall, die sa bekanntlich am Wochenende im Mittelpunkt des deutschen Sportgeschehens stand, heraus. Man erfährt nun, daß Heinrich Stevens, der Ehrenbeisitzer im Vorstand des Bundes Deutscher Radfahrer, die Eröffnungen der Redaktion gemacht hat. Er ist der große„Anonymus von dem im Communique des BDR. die Rede war, und ihm hat Möller auch das Eingeständnis von der Schiebung gemacht. Es ist weiter interessant zu erfahren, daß Herr Stevens bereits am 16. Oktober dem Bund Deutscher Radfahrer und dem Verband Deutscher Radrennbahnen von den Aussagen Möllers Kenntnis gegeben hat, daß es also uns nicht mehr Wunder nimmt, wenn der BDR. am gleichen Tage der Veröffentlichung im KT. schon in Berlin mit Möller und Sawall„zu Gericht sitzen“ konnte und ein zurechtgebogenes Communique verössentlichte. Man erfährt von Herrn Stevens. daß diese Enthüllungen peinlichstes Erschrecken im Bund und Verband hervorgerufen haben und stimmen, da er einsah, welchen Staub die ganze Angelegenheit aufwirbeln würde und wie gefährlich ihm die Aussagen des Herrn Stevens werden könnten. Bevor wir die Abschrift jenes Briefes bringen, den Herrn Stevens am 16. Oktober an den Bund Deutscher Radfahrer und den Verband Deutscher Radrennbahnen schickte, sei noch angegeben, daß Herr Stevens voll und ganz zu seinem Wort steht, er also sich indirekt bereit erklärt, die Angelegenheit vor einem offiziellen Forum austragen zu lassen. Der Brief des Herrn Stevens lautet: An den Sportausschuß und Verband. Köln, den 16. Oktober 1031. 1. Herrn stellvertretender Bundesvorsitzender Eggert, Vorsitzender im Sportausschuß des BDR. Berlin. 2. Herrn Paul Schwarz, Präsident des BDR. Berlin, zurzeit Dortmund. Meine verehrten Herren! Am vergangenen Sonntag(11. Oktober waren Rennen in Krefeld, an denen sich auch Herr Erich nirgends verheimlicht; wenn auf den europäischen Theaterplakaten der Name des Regisseurs und vielleicht des Stars besonders fettgedruckt wird, so hämmert man auf amerikanischen Plakaten dem Publikum, den Namen des„producers“ ein. Der„producer“, der Unternehmer, verbürgt sich mit seiner ganzen Persönlichkeit für die Güte des Stückes und das Talent der Schauspieler, die er dem Publikum anbietet. Max Reinhardt war Schauspieler, wurde Regisseur und blieb das auch, als er sich Direktor eines Theaters, Leiter eines Theaterkonzerns nennen konnte. In den angelsächsischen Ländern von ihnen kontrolliert, d. h. sie besaßen die Mehrheit der Anteile. Auch in London waren sie an fünf Theatern beteiligt. Und da man in der guten Zeit in Amerika sehr viel ins Theater ging, da Vergnügungsstätten in europäischem Sinn kaum vorhanden sind, waren die Theater sehr oft ausverkauft. Es war ein glänzendes Geschäft, das so viel abwarf, daß die Shuberts auch Grundeigentümer wurden, Kinotheater kauften und sogar große Hotels besaßen. In der 44. Straße steht der Wolkenkratzer. in dem sich die Büros der Brüder Sbubert befinden. Auf dem Dach des Hauses hat sich der jüngere Bruder eine kleine Villa bauen lassen: das ist jener Jakob Shubert, den Jean Gilbert den Napoleon des Theaters genannt hat. Er hat ein Gedächtnis wie ein Konversationslexikon. Wenn 150 Stücke in seinen Theatern lausen, weiß er von jedem, wer die Regie hat und welche Stars spielen. Vormittags erledigt er erst seine Arbeiten im Büro, dann stürzte er auf ein paar Proben, und nun fährt er in Nachbarstädte. Bei den Inspektionsreisen durch die Vereinigten Staaten Shndert der ale Slcke untder sc, die aul Mlsi gegeben werden. Ex hat also auch seinerzeit in Amerika das Dreimäderlhaus herausgebracht, s5ch Sscaseine. Liestadtsend Aousohtike kann man engagieren. So wird man„producer“. Natürlich gibt es unter den producern Leute von sehr verschiedenen Qualitäten. In Neuvork sieß Bo,3Pchapert“ für Thubert. Der ättere die Ramen Selwyn, Crobsy Gaige, A. H. Voods, Bruder. Le Shubert, ist der Präsihezt, dges ganHerndon, Winthrov Ames, Gilbert Miller. Doch in“..) Hintergrung getreten, Immerhin, es ist an erster Stelle stand immer„Fhubert, dessen ui eleicht, etwa.000 Schauspieler, die se Zentralhüro einen ganzen Wolkenkratzer ein= nicht nimmt. Der vor seinen den Kaltes ais Khaitet. Kinscifik als gale, nisten, und er unternahm Eroberungszüge durch ganz Amerika. Jetzt hat Napoleon sein Waterloo erlebt. Der größte Theatertrust der Welt steht vor dem Konkurs. Die Zahl der führenden producers, die hier genannt worden sind, und von denen jeder eine große Theatermacht verkörpert, mag erstaunen. Aber in Neuyork gibt es fast 400 Theater mit durchschnittlich je.000 Plätzen, wobei natürlich die Kinos und ähnliche Unternehmen nicht mitberechnet sind. In den Vereinigten Staaten mag es insgesamt etwa 20.000 Theater geben. Sie sind nicht alle ernsthaft, man kann sie nicht in ihrer Gesamtheit als Pflegestätten der Kunst ansehen. Immerhin verdienen 75 Neuyorker Theater die Bezeichnung„erstrangig“, und etwa ein Drittel davon gehört der Shubert=Corporation. Die europäischen Besucher dieser Theater zucken im ersten Augenblick geringschätzig die Achseln, wenn sie die kleinen, unscheinbaren Eingänge dieser Häuser sehen. Sie sind sehr verwundert darüber, daß die Amerikaner, die doch so viel auf Aufmachung geben sollen, in dieser Beziehung weniger großartig als die Europäer bauen. Aber wenn sie das Innere dieser Kunsttempel betreten, sind sie überrascht. Prächtige Foyers, prunkvolle Wandelgänge und luxuriös ausgestattete Zuschauerräume übertrumpfen alles, was der Europäer erwartet. Das Stück, das gespielt wird, könnte besser sein. Die Ansprüche an den Inhalt sind nicht immer groß. Dafür ist das Zusammenspiel der Schauspieler hervorragend, die Inszenterung ist sorgfältig, man spürt, daß die Vorbereitung der Aufführung viel Zeit gekostet hat. Es ist eine Industrie, die mit Präzision arbeitet. Die Brüder Shubert waren stets dafür bekannt. die Erzeugnisse ihrer Industrie in der Güte zu steigern. Wieviel Theater sie beherrschten, konnte man immer nur ungefähr angeben. Man sprach von 300 und auch von 400 Theatern. Das war insofern salsch, als in der Hauptsache nur die Neuyorker Theater ständig spielten, während die Trupps, die von Neuyork aus durch die Städte der Vereinigten Staaten reisten lediglich Gastspiele gaben. Ein großer Teil der Häuser, in denen sie spielten, gehörte auch den Brüdern Thubert. In der guten Zeit sorgten diese Brüder jeden Abend für die Aufheiterung von etwa ür Kele Dtemaluirgen mit Dlese Dlamaslurger müssen sowieso ständig verfolgen, was sich an europätschen Theatern ereignet und wo ein Kassenerfolg winkt. Ein Heer von Uebersetzern hat die dramatische Produktion der Alten und der Neuen Welt durchzusehen und zusammenfassende Berichte zu liefern. Alles wird darauf gevrüft, ob ein Serienerfolg winkt; sonst lohnt die Arbeit nicht. Ist man aber entschlosen, ein Stück herauszubringen, so wird eine Mühe darauf verwandt, wie man sie in Eurova gewöhnlich nicht kennt. Gewiß, mit dem Autor ist man häufig nicht sehr gewissenhaft umgesprungen. Das„Hapoyend“, die rührende Liebesgeschichte, die gruselige Episode— all das mußte nach Möglichkeit in das Stück hineingeflochten werden, damit dem Geschmack des Publikums entsprochen wird. Aber dann wurde geprobt, geprobt. Umbesetzt, neu dekoriert, wieder geprobt. In eine kleine Stadt gefahren, das Stück aufgeführt, die Wirkung auf die Zuschauer geprüft. Und nach vielen Monaten konnte man endlich an die Premiere in Neunork denken. Auch dann war der Erfolg noch unsicher Aber wenn das Stück einschlug, lief es ein oder zwei Jahre hintereinander, und wenn Neunork abgegrast war, wurden die Truvps für die übrigen Städte zusammengestellt. Gute Kräfte, aber keine Stars, die für Neuyork gespart wurden und für den Wilden Westen zu teuer waren. Mit diesem System konnte man in den Vereinigten Staaten Geld scheffeln. Die Shuberts taten es. Sie waren nicht so literarisch wie David Belasco, der vor ein paar Monaten gestorben ist und einer größten producers der Vereinigten Staaten war. Nur nebenbei hatt er etwa fünfzig Stücke geschrieben, darunter„Madame Butterflu“ und„Das Mädchen aus dem Goldenen Westen“. Nein, die Shuberts waren Industrielle, Theaterindustrielle. Die Konsunktur ist schlecht, in der Wirtschaftskrise zerbrechen die Industrien Thuberts Schicksal. F. E. V. AMOL ertrischt- beiebt Möller aus Hannover beteiligte. Nach dem 600000 Amerikanern. Für Aufheiterung: denn Ohnmachten Ermadung Gro. vazen. Rerven, und Gleber merzen. Verstauchungen und Meag. 2Wost.(Nat., 4Zu=, Verrenkungen Gegen, Hrfergz. Mini. 3o) Neaunenn. fa. s3zt siche Mund. u Gorgeswoser penthel, om Sprit, 40 Mes.—., Aootheken u. Orogeren. Knappschaftliche Rentenzahltermine der Knappschaftszahlsielle Castrop=Rauxel Dier den Manck Ratender 90. Schäudungen südischer Friedhöse in Deutschland artigere Spielzeug unserer deutschen Heimarbeiter verdränge? Um sich die Not der Heimarbeiterbörfer vorzustellen, muß man an die Schilderungen des schlesie Dex ge#me###rein dettiche schen Weberelendes denken: Hier geht wirklich### Central=Verein deutscher Staatsbürger juetwas unaufhaltbar zu Grunde, was wir nicht dischen Glaubens, Berlin, hat ein erschütterndes nur aus Mitleid erhalten sollten, sondern auch, Dokument politischer und kultureller Verwilde. in Lt#fam##ug####n, un rung der Oeffentlichkeit unterbreitet. Es handelt sich um eine Zusammenstellung der seit dem Jahre 1923 bis 24. September 1931 erfolgten Schändungen jüdischer Friedhöse, die bis heute 106 Verwüstungen nachweist. Der Anhang berichtet weil in diesem alten traditionellen Spielzeug noch eine Menge volkskundlich wichtiger Vorstellungen lebendig ist und ein eigentümlicher Reiz, der nur in so alter Handwerkstradition möglich, und wenn verloren, aus Museen nicht mehr wiederzuerkennen ist Als in Norwegen die Not in außerdem von acht Synagogenschändungen. einigen armen und vom Verkehr in diesem riesengroßen und so schwach bevölterten Lande kaum erreichbaren Gebirgstälern bekannt wurde, da war es„guter Ton“, die in diesen Dörsern geDaß solche Untaten heute in Deutschland möglich sind, wirkt auf jeden sittlich empfindenden Menschen niederdrückend, und kein Wort der Verurteilung kann scharf genug sein. Taß diese alb eaeck alst eigniel Sesishie e. beglücken, hier an die arm:“ Techtsrasktalen bim, nasionaliaziastischen men Frauen und Kinder Kreise als Täter festgestellt und dem Richter zugesächten, statt gedankenlos führt werden. In den aufgeführten übrigen FölSpielzeug zu erstehen, len wurden die Täter bisher nicht ermittelt. Für ####st. und vielleicht seine volitische Ueberzeugung zu tämpfen, ist das saich sche. das weder schön noch dauerhaft dazu heiträgt, die letzten Arbeitsmöglichkeiten gute Recht dieser Aermsten ganz zu vernichten? Ich weiß, liebe Leserin, daß Du mir nun antworten wirst:„Ja, das bekomme ich doch nireines jeden Menschen, wenn aber die einfachste Pflicht der Sittlichkeit und Moral außer acht gelassen, wenn in blindem Fanatismus vor der Ruhe der Toten nicht mehr Halt gemacht wird. „„„„„„„„ Gars arnd„Wie soll ich denn die Herkunft einer dann muß jeder anständige Menich gegen eine Die Bieger beim DoK.=Herbitwaldlauf T eg. e ee esdbenne wbicher Pilghioste iK audh eu. Herostwulblauf käuferin nicht richtig erkennst!„Natürlich darfst tischer Kampf mehr, sondern nur Am letzten Sonntaa fand der Herbstlauf des! 2. Jugend=Klasse, 1500 Meter: Keit rr# ie Teiinehmer ans Gastran“; Eickelsz. Emil Starmann, Markomannia Castrov schnitten namentlich in zer zsgst..: 2 Keinn, Rgggenkamp,„Arminia Castrov, aut aß Hachstessendin den Jugendklasen reat s. Oswald Hermann, Markomannia Castro Ergebnisset bringen wir die ofiziellen z. Willy Vostenger) gigepannia.= Gagr kein voli„Weihnachtssaison“ politischer und geistiger Unreife und Hemmungsdie Du nicht warten bis zur (welch schreckliches Wort!)— dann hat natürlich losigkeit, ist die Frucht einer Erziehung, die niemand Zeit, auf solche Dinge einzugehen: füdischen Mitbürger treffen mill, aber u wenn Du aber setzt oder wenn Du gerade mal esanet zn 1. schen Peityurger tretten will, aber nur geeignet ist, den deutschen Namen vor der Welt herrop 0 Senioren, 5000 Meter: 1. Karl Brelver, Unitas Wanne=Eickel, 16,28 Min. 2 Kurt Gerhardts, Teutonia Wanne=E. 17,11.1 Min. 3. Kock, Falkenhorst Herne 17,24,2 Min. Anfärgerklasse, 3000 Meter: 1. Adalbert Frisse, Vikioria Habinghorst 2. Hermann Block. Adler Castrov 3. Valentin Kunzer. Roland Wanne=Eickel 4. Willy Telkemeyer. Siegfried Eickel 5. Josef Gast. Steafried Eickel 6. Franz Halten, Roland Wanne=Eickel 1. Mannschaftssieger: TIK Roland Wanne=Eickel 2. Mannschaftssicger: D IK. Adler Castrop. 1. Jugend=Klasse, 2000 Meter: 1. Konrad Dühling, Markomannia Castrop 2. Paul Richter. Roland Wanne=Eickel 3. Josef Winyek, Markomannia Castrov 4. Franz Kaltnowski, Arminia Sodingen 5. Bruno Sibbe, Markomannia Castrop 6. August Müller, Grün=Weiß Ickern 7. Paul Bagende, Germania Holthausen 8. Adolf Becker, Germania Holthausen 9. Paul Heiermann, Arminia Sodingen 10. Wilhelm Dewes, Sportfreunde 19 Herne 11. August Gößling, Germanta Holthausen 12. August Hester, Arminia Sodingen. 1. Mannschaftssieger: T IK. Markomannia Castrov 2. Mannschaftssieger: DJK. Arminia Sodingen. ein Kind beschenken willst, Dich erkundigen wür= abzuwündigen. Deutschland hat an finanziellem dest, man wurde Dir gewiß gern Auskunft geben Kredit viel verloren. Damit es nicht auch seinen und auf Deine Wünsche eingehen. Und wenn Du moralischen Kredit verliere, den Finger auf diese 1. Mannschaftsteger: Dö)8. Markomannia Caktrov Beißnachtsfreude zu machen könnteit Du u staten. Sclus mit sbolch häßlichen unstatt im letzten Augenblick alles„irgendwie“ zu bestellen, nicht heute schon an eine Bestellung sol=— cher„Volkskunst“ denken? Es gibt Firmen, die sich besonders dieser Dinge annehmen, aber auf Dachantenne köpft einen Lehrer viel zu wenig Verständnis bei den Käuferinnen guaa. reit stoßen. Nun. über Geschmacksdinge läßt sich be hnigsberg. In den Nachmittagsstunden des kanntlich streiten: aber nicht über die Frage, ob j3.,1#ktober ereignete sich hier ein furchtbares man jemand, der hungert, Arbeit geben oder Anglück, dem ein 29jähriger Junglehrer zum nehmen soll— darum tu auch Du, um dieser gro Opfer fiel. Der Lehrer wollte eine Radio=Anßen, aber allzu stummen Not zu helfen, soviel in tenne auf dem Dache des vierstöckigen Hauses, in Deiner Kraft steht: Dr. Dora Edinger, dem er wohnt, revarieren. Labei untersief ihm — ein Fehltritt; er stürzte in die Tiese, versing sich aber mit seinem Kopf in der Antenne, die er Die 9T will ein Pflicht=Turnjahr einführen! Im„Auftrage des Männer=Turnausschusses der DT trat ein Ausschuß zusammen, der den Plan für die Einrichtung eines„Pflicht=Turnfabres“ auszuarbeiten hat. Das Pflicht=Turnjahr ist so gedacht, daß sich junge Leute vom 17. Lebenssahr ab freiwillig verpflichten, in den Turnvereinen ein Jahr lang an einer plannjäßigen Ausbildung teilzunehmen. Die Ausbildung umsaßt angewandtes Turnen, Gegen die Zulassung von ausländischen Wanderarbeitern während der Arbeit um seinen Kopf geschlungen hatte, um die Hände frei zu haben. Turch die Wucht des Absturzes wurde der Draht mit solKraß zugezogen, daß er dem Lehrer buchstäbDie Deutsche Turnerschaft will mit der Einin diesen Jade noch die Zulastung von— 50 000 ausländischen Wandorarheitern bewilligt dieses Vilscht=Turnsahrea Iz. Tau ium Mlsg), ausländschen Banderarbeltern bewillgt Scint heitragang. worden, von denen allerdings infolge des streneiner von aillen politischen Pins. res ser gehandhabten Genehmigungsverfahrens nur hauarbeit für Prlt und 9 zeisr g(#twa 42000 angefordert wunden. Es wunde in arbeit für Volk und Vaterland teilnehmen zu der Kleinen Anfrage, darauf hingewiesen, daß auch diese Zahl angesichts der großen ErwerbsWie beidige ich mit drutsches Eine Pflicht zur Not=Weihnacht Wie wird das Wetter? Wetterbericht der Wetterdienststelle Essen des vorgestrigen Hochdruckgebietes Wer je Tett Nahrhunhertau narfargten, hte houtsche seucdörie Seit Jahrhunderten versorgten die deutschen vergessen Spielzeugschnitzer und zmaler in Oberbavern und gem Ver im Erzgebirge und Thüringer Wald die ganze Welt fast mit ihrem altertümlichen und vielleicht Wenn gerade deshalb dem Geschmack aller Kinder so kleinen Mädchen wohl auch noch nicht als zunentsprechenden„Nürnberger Tand“,(so genannt, zeigemäß verbieten werden, einmal genau anweil Nürnberg= seit alters der Verlagsort für sehen, so werden sic— sicher mit Erstaunen festdiese Ware war). Die Bergknappen des nicht mehr rentierenden erzgebirgtschen Bergbaus fanstellen, daß als Herstellungsland sehr oft z. B. Japan angegeben ist. Macht sich die deutsche Mutalnider Ktest Lasle eistzulstent. Jash in niächsen Jahr überhaupt keine ausländischen Wanderarbeiter mehr zugelassen werden, solange deutsche landwirtschaftliche Arbeitnehmer in nennenswertem Maße erwerbelos sind. ste auf. Der Essener Dienstbezirk bleibt zunächst Einflußbereich des Hochdruckgebietes. Vorhersage für Mittwoch: bis S5Tausitsahs sreßsien sinzi der„Amtliche mäßigen, um Süd drehenden Winden meist heiter. Len kis Birchealiseln Töitster Llsed ehetershaebs Seischbe 94s dieser winzig Stemuel auf dem so Miniter für Landwirichaft, Tominen und For, Seiter Vewbktunsiunahne und ankeigende Seriser, et fitesicher Beülebest von Freuen uird Hungerschug site de bedeutels Velche sten in seiner Autwort zugcsagt, daß Jas Siats, Temveraturen, sedoch noch Kindern, gerade vor dem Verhungern schützte, steller, damit tros Fracht dies Produkt das eigen= einsetzen wird. Theuter, Konzerte, Vorklüge Erstes Kammerkonzert Dortmund Im vollbesetzten Rathaussaal fand am Montag abend das erste Kammerkonzert des städt. Orchessers statt das uns Werke von Vivaldi, Bach und Schubert bescherte. Der erfreulich gute Besuch der Veranstaltung bewies, wie dankbar man diese neue Einrichtung der städt. Musikdirektion begrüßte, werden i1. Rahmen derselben doch mehr eder weniger bekannte Werke geboten, denen man sonst selten oder garnicht in unseren großen Konzertsälen begegnet. Vivaldis Concerto grosso in =Moll mit solistischer Verwendung von zwei Geigen und Cello eröffnete in seiner spielfreudigen unbekümmerten Art den abwechselungsreichen Abend. In seiner durchaus eigenmäßigen Schreibweise und seiner Vollendung im formalen Aufbau ist es durchaus fesselnd und läßt das Interesse das selbst ein J. S. Bach diesem italtenischen Großmeister durch die Orgelübertragung nicht nur dieses=Moll=Konzertes entgegenbrachte durchaus verstehen. Die Aufführung unter Sieben war trotz teilweise recht trockenem Ton der Soloinstrumente und anfänglicher Unausgeglichenheit, stilvoll und in ihrer unbekümmerten, spielfreudigen, unbeschwerten und dynamisch überzeugend gestuften Musizierfreudigkeit ein schöner Auftakt, der in Bachs bekanntem=Dur=Violinkonzert seinen Kulminationspunkt fand. Aus dem Kopfthema des ersten Satzes wird ein durch lockere und engere Beziehungen verknoteter Bau zu einer riesigen Da=Capo=Arie gespannt, deren sraftvoll männliche Art in der unbesiegbaren Lebensfreudigkeit des letzten Satzes ihr wahrhaftes Triumphlied feiert. In dem breiten, oisenkundig Turchführungscharakter zeigendem, saszienierendem Adagio in dem die Solovioline über einem Basso ostinato dahinzieht, hat die baroke Da=Capo=Arte ihre volle instrumentale Anerkennung durchgesetzt. Friedrich Enzens charaktervolle und von tiesem Bachschen Verständuis zeugende Wiedergabe wurde durch das trefflich begleitende Kammerorchester unter Siebens behutsam abdämpfender Leitung wesentlich unterstützt. Der zweite Teil des Programms war dem göttlichen Liedermeister Franz Schubert gewidmet. Aller Zauber beseligender Romantik walteten fessellos in den Sätzen des Cello=Konzertes, daß der treffliche Meistercellist Cassado nach Schuberts bekannter Arpeggione=Sonate im Großen und Ganzen recht pietätvoll, wenn wir von der unmöglichen Kadenz absehen, bearbeitet hat. Roser war dem in jeder Beziehung dankbarem, aber auch nicht geringe technische Anforderungen stellenden Werk, mit blühender Kantilnene ein berusener Interpret. Den Schluß des gehaltvollen Abends bildete die kleine Symphonie in=Dur. Es war ein eigener, wunderbarer Reiz, ihn, den populären Liedermeister und den genialen Schöpfer der=Dur= und=Moll=Symphonie auch einmal wieder in einem anderen symphonischen Werk zu hören; denn es ist doch in der Tat zu bedauern, daß all diese echt romantische Kunst bis auf die zwei genannten, fast garnicht bekannt sind. Dank gebührt dem Leiter Prof. Sieben dafür, daß er aus diesem köstlichen, ungehobenem Hort einmal diese kleine Symphonie in=Dur im lichten Glanze ihrer volksliedmaßigen Gemütsinnigkeit erstehen ließ. Sie ist mit ihren träumerischen Klängen der Holzbläser ein zartes, seines Bild voll süßer Anmut, in dem wir wohl nur trotz Fehlens von Pauken und Trompeten, die Verwendung der Klarinetten, der anmutigen Mädchen des Orchesters, schmerzlich vermissen. Sieben, vom Klangzauber dieser romantischen Welt nöllig hingerissen, ließ all die schönen und blühenden Melismen zu köstlich, klangapartlicher Telikatesse erstehen, so daß reicher Beifall des gutbesetzten Hauses, ihm und seinem kammermusikalisch delikat spielenden Orchener zuteil wurde.—.— Musikalische Veranstaltungen der Stadt Bochum Am Donnerstag, dem 29. Oktober findet die 1 städtische Kammer=Musik statt. Das Programm sieht folgende Werke vor: Dao Trio für Klavier,'d Violine und Cello, op. 70 Es=dur von Ludwig van Beethoven; das Trio für Klavier, Klarinette und Bratsche von Wolfgang Amandeus Mozart und das Streichquartett=dur. ov. 31, Nr. 4 von Robert Schumann. Ausführende: Das TreichlerQuartett: Haus Treichler, Oswald Wünsche, Fritz Geistseld, Karl Fränkler; Arno Schütze (Klavier) und Arthur Fischer(Klarinette). Tageskarten zum Preise von.75 bis 2 4 sind an der Kasse im Stadtheater sowie in den bekannten Vorverkaufsstellen zu haben. Für die vorgesehenen 6 Kammer=Konzerte sind noch gute Vormieteplätze zum Preise von 4, 6 und 8## an der Kasse im Stadtheater erhältlich. Die Vormietebeträge sind in drei Raten zahlbar. Die Kammer=Konzerte finden im städtischen Parkhaus statt und beginnen abends 8 Uhr. Die Abendkasse im Konzertlokal ist ab 7 Uhr geöffnet. Telephonische Bestellungen werden unter Nr. 68651 entgegengenommen. Reich oiunge bange trat der Unterschied noch mehr zu Tage, obgleich sich in den Gruppen mehrere überdurchschnittlich begabte Kinder befanden. Natürlich kann nach diesen Untersuchungen noch kein endgültiges Urteil gefällt werden, da dazu das Material noch c viel zu gering ist. Man wird also weitere Nach prüfungen abwarten müssen— immerhin zeigen die bisher gewonnenen Resultate, daß man sich davor hüten muß, die Lernfähigkeit Jugendlicher zu überschätzen. Humor Lernen Kinder wirklich leichter als Gerschere Wir nehmen meistens an, daß Kindern das Lernen bedeutend leichter fällt, als Erwachsenen. Gerade beim Erlernen von fremden Sprachen wird häufig das Kindesalter als das geeignetste betrachtet. Eingehende Untersuchungen des amerikanischen Gelehrten Prof. Thorndieke vom Institut für Erziehungswissenschaften an der Columbia=Universität, kamen allerdings zu einem Resultat, das der üblichen Meinung genau entgegengesetzt ist. Er konnte feststellen, daß bei Sprachkursen Personen zwischen 20 und 40 Jahren bedeutend größere Fortschritte machten als jüngere. Unter anderem verglich Prof. Thorndiet die Leistungen von Gruppen Ermichsener von 35 und mehr Jahren mit Gruppen von Schülern einer guten Privatschule. Die Schüler, deren Alter etwa zwischen 9 und 18 Jahren lag, hatten die doppelte Unterrichtszeit, erwarben aber nur die Hälfte des Sprachwissens der Erwachsenen. Nach klassischem Vorbild Besucher:„Bei dir ist ja alles gepfändet, lieber Freund; wie ist denn das zugegangen?“ Student:„Sehr einfach, der Beamte kam, sah und siegelte“. Auf den Grund gegangen Itmmie ist der Mann, der einer Sache auf den Grund gebt. So wollte er auch nachprüfen, ob die Schotten wirklich so geldgierig und geizig sind, wie tausend Witze es erzählen. Er fuhr also nach Glasgow, ließ Ecke Blucberrn=Laue und Kingsley=Street ein Halbveunntüick, in den Straßenschmutz fallen und wartete, b wirklich binnen zehn Sekunden ein Rudel Schut72, ich daraut Kürien wüirden, Aber nichts dergleichen geschah. Abends im Klub erzählt er schottischen Freunden sein Erlebnis und schließt: Ferseumdung dumme Rerleumdung:“ Zwei Minuten später saß er allein am Tisch. Die anderen hatten sich unauffällig davongemacht. Nach der bewußten Straßenecke * M 19..3 K K Ein Traum von Macht. Roman von Karl Wickerhauser. (Urheberschutz durch Presse-Verlag Dr. R. Dammert, Berlin SW. 68.) 1. Kapitel. Wieder war es heute nicht anders als gestern und vor ein paar Tagen: Kurt Niemann hatte verschlafen. Suchende Finger tasteten über die Nachttischplatte. Kalt, aber keine Uhr! Wo konnte die geblieben sein? Da erinnerte er sich. Die hatte der Pfandleiher. Und es war nichts mehr zu machen. Das kam von goldenen Uhren zur Konfirmation. Eine silberne wäre zuverlässiger gewesen. Aber auch so war es nur zu offenkundig, daß Niemann wieder verschlafen hatte. Nach der Helligkeit zu schließen, war es mindestens halb neun. Und zwecks Kontrolle dieser vorsichtigen Zeitschätzung mußte er bloß „Wilhelm!“ rufen. Keine Antwort. Sein Vetter, Wilhelm Overhoff, der Wand an Wand mit ihm in der Privatpension der Witwe Koritschan logierte, war natürlich schon längst ins Geschäft gegangen, der Streber! Immerhin wäre es gut gewesen, zugleich mit Overhoff in der Bankfirma Wernheimer zu erscheinen. Artur Wernheimer hatte ihm schon ein paarmal, und mit besonderem Nachdruck erst gestern, mitgeteilt, was er von diesem regelmäßigen Zuspätkommen halte. Und da das dicke Ende gewesen war: „Ein einziges Mal noch— und Sie fliegen!“, hatte Niemann das nicht unbegründete Vorgefühl, daß er also heute. Mittwoch, den 17. März, fliegen werde. Dagegen war zu dieser vorgeschrittenen Stunde gar nichts mehr zu unternehmen. Niemann überlegte. Er hatte kein Geld. Und wenn er den Laufpaß bekam...„Ich habe keinen Pfennig zu erwarten. Mein Gehalts= und mein Vorschußkonto, das ist'n Tizian von einer glatt ausgehenden Bilanz, ein oller Niederländer, ein Stilleben! Auf die Suche nach einem neuen Posten gehen. Mensch, zu irgendeiner öden Stellenvermittlung. Viel Glück und schönen Dank, wenn sich überhaupt etwas findet unter den lausigen Umständen. Warum, zum Kuckuck, bin ich nicht rechtzeitig aufgestanden!“ Der junge Mann überlegte zum soundso vielten Male, ob er nicht doch sich erheben solle, als plötzlich, ohne daß es geklopft hätte, die Tür aufging. Sie war seit Monaten nicht geschmiert und knarrte. Und ein kleiner Stein entweder oder auch ein Nagel, der sich zwischen unterem Türrand und Fußboden eingeklemmt hatte, machte ein widerlich kratzendes Geräusch, von welchem Niemann jedesmal eine Gänsehaut bekam. Er hatte sich herumgeworfen, um zu sehen, wer da eintrat. Der Briefträger. Aber nicht jener junge Kerl, der gewöhnlich die Post austrug; der immer freundlich und gut aufgelegt war; der meistens leise pfeifend die Stiegen heraufkam. Dies hier war ein andrer, ein ihm fremder Bote. Zur Aushilfe vermutlich, für kurze Zeit. Nein, Niemann hatte den Menschen vorher noch nicht gesehen; eine durchaus indifferente Erscheinung, wie man sie täglich zu Dutzenden erblickt und vergißt; in mittleren Jahren; und Kurt Niemann hätte kein besonderes Merkmal angeben können, wenn nicht dies, daß unter der Dienstkappe eine große, rötlich glänzende Glatze verborgen sein mußte. Der Alte legte ein umfangreiches und wohl auch schweres Paket auf den einzigen freien Stuhl, der dort an der Wand stand. Dann entfernte er sich wieder, wie er eingetreten war, ohne zu grüßen. Schon war er draußen. Die Neugierde trieb Niemann aus dem Bett. Er schlüpfte nicht erst in seine Filzpantoffel. Barfuß sprang er hin, die Sendung in Augenschein zu nehmen. „Kurt Niemann, Privatpension Koritschan, Berlin., Prinzenstraße.“— Das stimmte. Inhalt:„Geschäftspapiere?“ Da seine Finger den Bindfaden in der Eile nicht lösen konnten, riß er ihn weg. Er öffnete das grobe Papier der Umhüllung. Ein Pack Zeitungen! Niemann hatte unsinnigerweise irgendwelche Hoffnungen gehabt, ganz unbestimmte übrigens, den Inhalt des Paketes betreffend. Er mußte keinen zweiten Blick hinwerfen, er wußte schon alles. Eine Menge Nummern des„Beobachters“, jener Zeitung, die bei Kollegen und allen Personen seines oberflächlichen Verkehrs als sein Leibblatt bekannt war. Und da hatte sich jemand diesen albernen Scherz geleistet. Es gab einige, denen er diesen Dummenjungenstreich zutrauen konnte. Ein jeder von den ein, zwei Dutzend seiner Bekannten mochte auf die einfältige Idee verfallen sein. Demission der Regierung Briand Revolution in Griechenland Keine Veränderung der Lage Diese balkendicken Titelköpfe hatte er eben noch überfliegen können. Da stand auch noch irgend etwas von Spanien. Die Nummer, die obenauf lag, konnte nicht gar zu alten Datums sein, denn in den letzten Tagen bestand das gesamte politische Geschehen fast ausschließlich aus jenen Ereignissen in Frankreich, Spanien und Griechenland. 2. Kapitel. Im Bankhause Wernheimer, Ecke Leipziger und Friedrich= straße, herrschte das gewohnte Durcheinander von Kunden und Kontoauszügen, Auszahlung Prag und Paris und Stenotypistinnen, Schreibmaschinengeklapper und Angestellten, die sich aus ihren Arbeitsräumen auf den Gang zurückgezogen hatten und eine Frühstückspause einschoben. Bevor Niemann die Räumlichkeiten der Buchhaltung betrat, stattete er rasch der Personalabteilung einen Besuch ab. Es war sein Prinzip, sich mit sämtlichen Kollegen und Kolleginnen gut zu vertragen. Der Personalabteilung aber ließ er von jeher seine erhöhte Aufmerksamkeit angedeihen. So hatte er sich vor dem stets drohenden Abbau zu schützen versucht. Niemann wurde von seinem Freund Berthold Kiesling begrüßt:„Spät kommt Ihr— doch Ihr kommt!“ Kiesling war bekanntermaßen literarisch gebildet. Das mußte ein Zitat sein. Und Niemann fühlte sich geschmeichelt. Er fragte leise:„Was Besonderes los? Und wie steht's mit Wernheimer?“ „Habe heute noch nicht das Vergnügen gehabt. Aber er soll hervorragend schlechter Laune sein. Zwei von den schönen Kindern sollen total verheult vor ihrem Stenogramm gesessen haben. Sonst gibt's nichts Neues.“ „Weiß er, daß ich wieder nicht pünktlich angetreten bin?“ „Nach deinem Befinden hat er sich jedenfalls noch nicht erkundigt. Vielleicht ist er ahnungslos. Aber wenn schon— er wird dir nicht gleich den Kopf abreißen.“ Das war für Niemann ein sehr schwacher Trost, da er ja nicht den Kopf, sondern den Posten zu verlieren fürchtete. Aber nun mußte er wohl oder übel endlich in seine Abteilung. Als er die Tür in sein Zimmer aufstieß, wandte sich Wilhilm Overhoff um. „Na, da bist du ja! Herr Wernheimer läßt dir durch mich mitteilen, er hege das allerwärmste Interesse für dich. Er erwähnte noch, es handle sich um eine wichtige Beförderungsangelegenheit.“ Overhoff wußte, daß der Hieb saß. Und als Bestätigung dessen hörte er die Tür laut krachend zuschlagen. Polizeistunde. Zeichnung von Charles Cirod(Bavaria-Verlag. Gauting). Artur Wernheimer saß, klein und dick, an seinem Diplomatenschreibtisch. Er sah mit seinem glänzend braunen Schädelfell aus wie eine Bisamratte, die manchmal wütend, meistens aber in guter Laune war. Wernheimer sprach und sprach. Minutenlang. Doch auf einmal war Schweigen eingetreten. Kurt Niemann hörte die Stille. Und jetzt würde Artur zu allem Ueberfluß auch noch brüllen. Aber nichts dergleichen geschah: weil es ja schon geschehen war. Das Donnerwort Entlassung war leise ausgesprochen worden, und Kurt Niemann hatte es überhört. „Was steh'n Sie denn da noch lange herum? Ich sagte Ihnen doch, Sie sind entlassen. Und auf Ihre weiteren Dienste verzichten wir. Erholen Sie sich mal von der aufreibenden Tätigkeit. Sie könn' geh'n. Tach.“ Niemann nickte dem nunmehr ehemaligen Chef mit gekünsteltem Gleichmut zu und verschwand. Die Drehtür setzte ihn mit einem sanften Schwung auf die Straße. Er trottete die Leipziger Straße westwärts hinab. Der Potsdamer Platz war von dem Geschrei der Zeitungshändler erfüllt. Soeben waren die Mittagsblätter erschienen. Den langsameren Konkurrenten voran heulten die jungen Kolporteure, gut zu Fuß und mit unerschöpflichen Lungen. Die ersten Exemplare der Blätter gingen reißend ab. An dem Papier haftete der durchdringende Geruch der Druckerschwärze. Ueberall sah man die gelben Plakate, hörte man die Titelschreie des„Beobachters“. Niemann legte sein letztes und einziges Zehnpfennigstück in einer Nummer dieser Zeitung an. Zuallererst schlug er den volkswirtschaftlichen Teil auf. um nach den Notierungen zu sehen. Er las: „Börse von heute“ Weiter freundlich Die freundliche Grundstimmung, die gestern zum Durchbruch gekommen war, übertrug sich auch auf den Beginn der heutigen Börse. Dabei war das Geschäft zunächst außerordentlich gering. Aus Kreisen des Publikums lagen noch wenig Orders vor. In einigen Spezialwerten bekundete allerdings das Ausland wieder Kaufneigung.“ Sehr zufrieden mit der ökonomischen Situation kehrte Niemann zur ersten Umschlagseite zurück. Hier harrte seiner eine schwere Enttäuschung: Demission der Regierung Briand Revolution in Griechenland Keine Veränderung der Lage Das war ja Wort für Wort dasselbe, was er am Morgen mit einem flüchtigen Blick aus der gestrigen oder vorgestrigen Nummer ersehen hatte. „Absolut keine Veränderung der Lage“, so hätte man, wenn es nach ihm ging, drucken müssen. Und die ehrliche Versicherung, daß es nichts Neues gab, wäre das einzige Neue gewesen. Wohingegen man ihm mit so plumpen Mitteln das letzte Geld aus der Tasche zog. Und alle andern Wißbegierigen gingen dem„Beobachter“ so prompt, wie er selbst, auf den Leim. Mochten sie nur— er würde sie bestimmt nicht vor dem Hereinfall warnen. Trübselig ging er durch den tristen Hausflur, stieg langsam die einhundertdrei Stufen zu seinem Quartier empor. Da nichts auf ihn wartete, kam er noch immer zurecht. Diesmal aber blieb ihm die Witwe Koritschan nicht erspart. Kaum, daß er die Tür geöffnet hatte, stand die Pensionsinhaberin, wie aus dem Vorzimmerboden gewachsen, da. Voluminös, hochrot im Gesicht und unsauber. Sie hatte nur wenige Haare(freilich genug, daß man gelegentlich— er sah das Bild mit allen Einzelheiten vor sich— eines davon in der Suppe entdeckte). „Hier Niemann— eine Sekunde bitte. Die Miete für Februar=März— diverse Mahlzeiten...“ Ihre Miene war entschlossen, ihre Stimme Betteln und Drohen zugleich. Sie hielt dem säumigen Zahler die Rechnung vor die Nase. Und Niemann durfte nicht daran denken, an der Witwe vorbeizuhuschen oder ihre Worte zu überhören. „Ich brauche das Geld dringend, äußerst dringend!" Wie sie das sagte, empfand Kurt Mitleid mit ihr. Große Familie, kleiner Gesamtverdienst— niemals gab es Geld in diesem Hause. Aber er hatte ja auch keines. Er konnte sie doch nur vertrösten. Um eine überflüssige Debatte zu vermeiden, log er: „Sonnabend, Frau Koritschan, zuverlässig. Vom Ueberstundengeld.“ Wann hätte er je Ueberstunden gemacht! „Momentan selbst in prekärer Lage— Sonnabend auf den Pfennig.“ Niemann sah ihre Neigung an. Lärm zu schlagen. Doch die Enttäuschung war stärker als der Zorn und zudem klang ihr sein Versprechen glaubhaft. Sie sagte: „Also Sonnabend! Ich rechne damit!“ Warf ihm noch einen strafenden Blick zu und ging. Niemann tat ein paar tiefe Atemzüge. Das war ja noch glimpflich abgelaufen. Und bis Sonnabend hatte er Ruhe. In seinem Zimmer hielt er vergeblich Umschau, ob nicht doch irgend etwas unter seinen Habseligkeiten sich zum Versetzen eigene. Plötzlich stieß sein Fuß auf einen Widerstand. Er drehte das Licht an, um das Hindernis in Augenschein zu nehmen. Der Stoß Zeitungen von heute früh! Die Nummer, deren erste Seite er schon am Morgen überflogen hatte, lag obenauf. Sein Blick verweilte länger auf dem Druckbild. Sein Blick blieb hängen: Demission der Regierung Briand Revolution in Griechenland Keine Veränderung der Lage Las er denn immer und immer dasselbe? Wenn es auf der Welt nichts Neues gab, weshalb gaben sich die Zeitungen nicht einmal mehr die Mühe etwas Neues zu erfinden? Sie brachten die gleichen Meldungen wie vor ein paar Tagen! Niemann gedachte, diesen Fall offenkundigen Zeitungsschwindels zu untersuchen. Das Blatt, zu dessen Ankauf man in heute mittag geködert hatte, steckte noch in seiner Tasche. Er zog es hervor, um die beiden Nummern zu vergleichen. Sonderbar! Er wußte nicht, was er denken sollte. Er fand überhaupt keinen Unterschied. Dieselben fetten Typen der Titelkopfe, dieselbe Raumeinteilung. Nicht genug daran, daß es da und dort die gleichen Nachrichten waren— sogar die Kabarettreklame, die den Absatz„Briands letzte Rede“. unterbrach, war dieselbe. Niemann kannte sich jetzt überhaupt nicht mehr aus. Um über den merkwürdigen Fall mit sich selbst ins reine zu kommen, stellte er die Tatsachen einander gegenüber. Diese eine Nummer des„Beobachters“ hatte er zu Mittag gekauft. Das andere Exemplar hier hatte er mit der Morgenpost erhalten, es war also schon am Vorabend abgesandt worden. Und es waren die gleichen Nummern. Wie stand es mit dem Datum? Heute war der Siebzehnte— und Niemann sah sich die beiden Exemplare auch darauf hin an. Alles stimmte: sie waren beide vom 17. März. So oft er auch die beiden Zeitungen durchblätterte, das Resultat blieb das gleiche. Die vermeintlich alte Ausgabe. die ihm der Briefträger am Morgen gebracht hatte, war die von heute. Anderseits aber befand sich um die Zeit, da Niemann diese Nachrichten las, die Nummer von Rechts wegen noch im Druck. Denn um ein Uhr hatte er ja das andere Exemplar noch druckfeucht aus der Hand des Kolporteurs empfangen. Mit bebenden Fingern riß er den Pack Zeitungen auseinander. Die nächste Nummer— er traute seinen Augen nicht— war vom Achtzehnten. Da stand: Donnerstag, 18. März. „Morgen", flüsterte Niemann mit irrer Stimme.„Donnerstag, der 18. März, das ist morgen. Ich habe den„Beobachter“ vom morgigen Tag.“ (Fortsetzung folgt.) zugegeben, den Sprengstofs in Besitz gehabt und versteckt zu haben. Sie wollen jedoch nichts davon wissen, woher die Sprengstoffe stammen und wer sie ihnen übergeben hat. Eine Beteiligung an dem Raub bestreiten sie auf das entschiedenste. Zusammen mit dem Sprengstoff wurden auch Sprengkapseln und Zündschnüre gesunden. Die Nachforschungen der Polizei werden inzwischen fortgesetzt. Man glaubt, daß es möglich sein wird, dem Haupturheber der systematisch im ganzen Revier verübten kommunistischen Terrorakte durch die Verhaftungen der letzten Tage aus die Spur zu kommen. In der Reihe der Terrorakte, die von nachweislich kommunistischer Seite in den letzten Tagen verübt wurden, liegt u. a. der Bombenanschlag auf das Wohnhaus des Oberbürgermeisters in Essen und die Erschießung des Schutzpolizeioberwachtmeisters Niederwerfer in Gelsenkirchen=Schalke. Auf der Suche nach den Hintermännern Berlin, 27. Okt. Die Ermittlungen der Berliner Politischen Polizei nach den Hintermännern des kommunistischen Funktionärs Ueberbrück, in dessen Haus der große Sprengstoffund gemacht wurde, dauern noch an, und zwar sowohl in Berlin wie im Reich. Weitere Festnahmen sind in Berlin bisher nicht erfolgt. Ueberbrück bleibt trotz aller Vorhaltungen bei der bisherigen Taktik der Aussageverweigerung nor der Polizei. Der Untersuchungsrichter beim Reichsgericht, Landgerichtsdirektor Dr. Braune, wird voraussichtlich noch heute von dem bisherigen Ermittlungser= J gebnis der Polizei Kenntnis nehmen und dem Oberreichsanwalt Bericht erstatten. Die Raume des Zentralkommitees der KPD. im KarlLiebknecht=Haus wurden in später Nachtstunde heute freigegeben. Neue Munitionsfunde Niesky, 27. Okt. In der Umgebung von Petershain bei Niesky wurden bei erneutem Suchen nach etwa verborgenem Sprengstoff zwei Munitionslager und ein weiteres Waffenlager gefunden. Kriminalkommissar Siedentopf führt mit mehreren Beamten der Landeskriminalpoltzet Liegnitz bereits sei mehreren Tagen in der Sprengstoffangelegenheit bei Niesky durchgreisende Ermittlungen, die nunmehr zu neuen Funden führten. Beim abermaligen Durchsuchen der Barthelschen Wiese und des angrenzenden Waldgeländes, fanden die Kriminalbeamten an den Abhängen des Dammes. der die Wiese des Barthel begrenzt, zwei große Milchkannen mit Infanteriemunition, Pulver, einem Fernglas usw. tief eingegraben vor. In dem unwett der Wiese liegenden Wald war eine Kiste eingegraben, in der man Insanteriegewehre, Karabiner und Jaadgewehre sand. Die bereits festgenommenen Gebrüder Barthel in Petershain scheinen mit den Wassenfunden in engem Zusammenhang zu stehen. Wie weit die Waffenfunde mit der Mordsache##eliger=Scholz zusammenhängen, dürften die weiteren Nachforschungen ergeben. Vermutlich rühren die gestohlenen Jaadgewehre aus dem im voriaen Jahre in Petershain verübten Schloßeinbruch her. Volnische BehordenVeramassengewall sante Eiltfahrung Das Urteil im Danziger Menschenraubprozeß Danzig, 27. Oktober. Im Prozeß wegen der gewaltsamen Entführung des polnischen Studenten Balsam von Danzig aus polnisches Staatsgebiet durch drei polntsche Staatsangehörige wurde am Dienstagnachmittag das Urteil verkündet. Der Marineschüler Stephan Wochna wurde wegen schwerer Freiheitsberaubung in Tateinheit mit gemeinschaftlicher schwerer Körververletzung, Amtsanmaßung, intellektueller Urkundenfälschung und Paßvergehens zu einem Jahr und zwei Monaten Gesängnis verurteilt. Der mitangeklagte Wohlfahrt erhielt 130 Gulden Geldstrafe bzw. 15 Tage Gefängnis. Ter dritte Angeklagte, Radziejowski, ist bekanntlich vor dem Prozeß auf polnisches Gebiet geflüchtet. In seinem Plaidoyer wies der Staatsanwalt einleitend darauf hin, daß er die Anklage auf Menschenraub fallen gelassen habe. Es sei bedauerlich, daß die wirklich Schuldigen nicht auf der Anklagebank säßen. Für die Entführung seien politische Gründe polnischer Behörden maßgebend gewesen. Der entwichene Mittäter habe mündlich und schriftlich eingestanden, daß der Besehl zur Entführung von einer polnischen Behörde ausgegangen sei. Er habe serner gestanden, daß sein Mittäter, Swiatek, mit dem polnischen Generalstab zusammengearbeitet habe. In der Urteilsbegründung wurde ausgeführt, die Beweisaufnahme habe klar ergeben, daß Balsam auf Veranlassung und mit Zustimmung polnischer Behörden entführt worden sei. Radziejowskt habe eingestanden, eine Belohnung von 50 Zloty für die Beteiligung an der Entführung erhalten zu haben. Der Haftbefehl gegen beide Angeklagte wurde aufrecht erhalten. Die Untersuchungshaft wurde wegen hartnäckigen Leugnens nicht angerechnet. Als strafverschärfend wurde in Betracht gezogen, daß durch die Entführung des Balsam die Sicherheit und Ordnung Tanzis bedroht worden und die ganze Tat als ein schwerer Rechtsbruch anzusehen sei. Raubüberfall im Berliner Osten Zwei Täter verhaftet Berlin, 27. Oktober. Um die Mitternachtsstunde wurde im Nordosten Berlins an der Ecke der Friedrichsberger= und Palisadenstraße von drei jungen Burschen ein schwerer Raubüberfall auf einen Kaufmann verübt. Der Kaufmann Gustan Sch. war auf dem Nachhauseweg begrifsen, als er von drei Burschen überfallen und mit dem Tode bedroht wurde. Der Ueberfallene setzte sich verzweifelt zur Wehr und rief laut um Hilfe. Während einer der Burschen dauernd die Pistole auf ihn gerichtet hatte, schlugen ihn die anderen zu Boden und verletzten ihn durch Faustschläge am Kopf. Tarauf raubten sie ihm ein Paket mit einer größeren Geldsumme und eine Brieftasche mit Papieren. Auf die Hilferufe des Ueberfallenen eilte eine Polizetstreife herbei, die sofort die Verfolgung der Räuber aufnahm. Es gelang den Polizeibeamten, zwei der Burschen, den 23jährigen Paul Backner und den fast gleichaltrigen Erich Peschütter, festzunehmen. Das ce#raubte Geld konnte dem Kaufmann wieder zurückerstattet werden. Die verhafteten Räuber sind dem Raubdezernat des Berliner Polizeipräsisidiums zugeführt worden. Zwei Vergleute tödlich verunglückt Waldenburg, 27. Oktober. Im Betrieb des Tiefbauschachtes der Fürstensteiner Grube wurden bei der Arbeit unter Tage die Berghauer Köhler und Poppich verschüttet. Während Köhler sofort tot war, starb Joppich bald nach seiner Einlieferung in das Knappschaftslazarett. Vollbesetzter Autobus umgeschlagen Bukarest, 27. Oktober. In der Nähe von Constanza ereignete sich ein schweres Autobusunglück. Ein vollbesetzter Autobus schlug in einer Kurve um und begrub seine Insassen unter sich, wobei eine Person getötet und 13 schwer verletzt wurden. Zwanzig Dorfhäuser niedergebrannt Bukarest, 27. Oktober. Der rumänische Ort Gropeni ist von einem großen Schadenfeuer heimgesucht worden. Aus bisher unbekannter Ursache entstand ein großer Brand, dem bisher 20 Häuser zum Opfer gefallen sind. Der einsetzende starke Wind treibt die Flamme weiter und gefährdet die restlichen Häuser der Ortschaft. Der Brand dauert mit unverminderter Stärke an. Vorwarse Stiarers gegen Bulgermeister Schoch 20 Bahre Bernner Handelshochschate Eine Rede des Handelsministers Schreiber Berlin, 27. Oktober. Die Berliner Handelshochschule beging heute mittag mit einem Festakt ihr 25jähriges Bestehen. Gleichzeitig fand die Rektoratsübergabe an Professor Bonn statt. Nach seiner Ansprache über„Wirtschaftsgestaltung und Hochschulziele“, in der er die schwierige Lage der akademischen Jugend infolge der Wirtschaftskrise behandelte, nahm der preußische Handelsminister Schreiber das Wort. Er dankte für die Staatsregierung der Industrie= und Handelskammer, der eigentlichen Trägerin der Handelshochschule. Ihre Opserwilligkeit habe dem Staat erhebliche Ausgaben erspart. Die Staatsregierung wolle den hervorragenden Führer der Industrie= und Handelskammer Berlin, ihren Präsidenten Franz von Mendelssohn, besonders ehren, indem ste ihm die Goldene Staatsmedaille für Verdienste um Wirtschaft und Forschung verleiht. Der Hochschule selbst stiftet der Minister eine eigens von der Staatlichen Porzellanmannsaktur angefertigte Büste des Freiherrn vom Stein. Die Büste soll allen Gliedern der Hochschule ein steter Hinweis sein, im Sinne Steins zu wirken an dem Ausbau und Aufbau unseres großen deutschen Vaterlandes. Die neuen Ehrendoktoren und Ehrenbürger der Berliner Handelshochschule Berlin, 27. Oktober. Bei der Jubiläumsfeier der Berliner Handelshochschule gab im Auftrage des Senats der neue Rektor Professor Bonn die Ernennung von fünf Ehrenbürgern und neun Ehrendoktoren bekannt. Die neuen Ehrenbürger sind Pros. Dr. Mar Abt, der Prokurator der Handelshochschule, Staatssekretär a. D. Dönhoff, Staatssekretär a. D. von Seefeld sowie die Vizepräsidenten der Industrie= und Handelskammer, Direktor Dr. Gelycke und Kommerzienrat Michalski. Zu Ehrendoktoren wurden ernannt: Prof. Dr. Sombart, Pros. Hellauer(Frankfurt am Main), Prof. Dr. Heyman(Berlin), Geheimrat Kastl vom Reichsverband der Deutschen Industrie, der bekannte Kunstmäzen James Simon, Staatssekretär a. D. Oskar Meyer, Staatsminister a. D. Leipart, Präsident des Reichswirtschaftsrates, Sven Hedin und der amerikanische Botschafter in Berlin, Sackett. Otto Kahn vom Vorsitz des Direktorenrates der Metropolitan Opera in Neuyork zurückgetreten Neuyork, 27. Oktober. Der bekannte Neuyor ker Bankier und Förderer der deutschen Kunst in den Vereinigten Staaten, Otto Kahn, ist vom Vorsitz des Direktorenrates der Metropolitan Opera Compann zurückgetreten. Kahn begründet seinen Schritt, der einen verhängnisvollen Schlag für die Pflege der deutschen Oper in den Vereinigten Staaten bedeutet, mit anderweitigen beruflichen Verpflichtungen. Auf Vorschlag Kahns wurde Paul Cravath zu seinem Nachfolger gewählt. Kahn bleibt weiterhin Mitglied des Direktorenrats. George W. Ochs f Neuyork, 27. Oktober. Der Herausgeber der diplomatisch=geschichtlichen Monatshefte„Current History“, George Washington Ochs, ist im Alter von 69 Jahren in Neuyork an Herzschwäche gestorben. George Washington Ochs war der Bruder des Herausgebers der„Neuyork Times“. Adolf S. Ochs. Sein Magazin„Current History“ hat sich in der Nachkriegszeit besonders um die unpartettsche Behandlung der Kriegsschuldfrage verdient gemacht. In seinen Spalten ist zuerst auch die deutsche These über den Ursprung des Krieges von deutschen Bearbeitern dargestellt worden. Trauerseier bei Ankunft der Leiche des Fliegers Eimon Bremerhaven, 27. Oktober. Am heutigen Dienstag traf hier der Dampfer„Dresden" des Norddeutschen Lloyd mit der Leiche des mit dem Schleuderflugzeug„Neuyork“ verunglückten Fliegers Simon ein. Eine große Menschenmenge hat sich am Columbusvier eingesunden. An Bord der„Dresden“ begab sich eine Trauerabordnung unter Führung von Präsident Heinecken. Das Reichsverkehrsministerium, der bremische Senat und die Stadt Bremerhaven hatten Vertreter entsandt. Präsident Dr. h. c. Heinecken, Direktor Milch als Vertreter der Deutschen Lufthansa und die übrigen beamteten Persönlichkeiten hielten Ansprachen, in denen das tragische Geschick der beiden tödlich verunglückten Flieger— die Leiche des Funkers Wagenknecht konnte noch nicht geborgen werden— hervorgehoben und ihr Anden ken geehrt wurde. Die Leiche des Simon wird in seine Heimat überführt. Flugzeugzusammenstoß in England London, 27. Oktober. In der Nähe von Tidworth(Salisbury) stießen am Montagabend zwei Militärflugzeuge der Zentralfliegerschule in Netheravon zusammen. Nur einem der vier Insassen gelang es, sich durch Absprung mit dem Fallschirm zu retten, während die anderen drei, und zwar zwei Fliegeroffiziere und ein Unterloffizier, auf der Stelle getötet wurden. Beide Flugzeuge wurden schon durch den Zusammenstoß in der Luft vollkommen zerstört. Hierdurch erhöht sich die Gesamtzahl der getöteten britischen Milttärflieger in diesem Jahre auf 64. Wärmewelle in Rumänien Bukarest, 27. Oktober. Während fast in ganz Deutschland bereits fühlbare Kälte und besonders in Bayern große Schneefälle zu verzeichnen sind, ist in Rumänien eine Wärmewelle eingebrochen. Die Temperaturen sind zum Teil so hoch wie im Sommer. Bukarest wies am Montag sogar 81 Grad Wärme auf. * Sturmflut an der Riviera Mailand, 27. Oktober. Eine Sturmflut von unerhörter Heftigkeit hat er an der italienischen Riviera zwischen Nervi und Camogli schwere Verwüstungen angerichtet. Haushohe Sturzwellen drangen in die unmittelbar am Meer gelegenen Fischerdörfer Camogli, Necco und Sori ein und überschwemmten viele Gebäude und Wohnhäuser Im Kurort Santa Margherita Ligure wurden die Userstraßen längs des Meeres bis zu den Kaufläden unter Wasser gesetzt, und in der Nähe von Sestri Levante erreichten die Wellen sogar die Eisenbahnlinie. Ein Tankschiff erlitt während des Sturmes im Golf von Genua Steuerbruch, konnte aber noch Anker werfen, bevor es auf den Strand geworfen wurde. Kinobrand in Rumänien Bukarest, 27. Oktober. In einem Kino in Jassu brach gestern während der Abendvorstellung in der Kabine des Operateurs ein Brand aus. Das von Panik ergriffene Publikum stürzte den Ausgängen zu. In dem Gedränge wurden zahlreiche Frauen und Kinder schwer verletzt. Beim Ein treffen der Feuerwehr war die Kabine des Operateurs vollständig ausgebrannt. Der Ggehilfe des Operateurs konnte nurmehr als verkohlte Leiche geborgen werden. Bei den Löscharbeiten erlitten sechs Feuerwehrleute, die als erste in den brennenden Saal eindrangen, schwere Rauchvergiftungen. Junühuie der englandseindlichen Bewegung au, Chpern Scholtz wird autworten Berlin, 27 Oktober. Im Verlauf der Vormittagssitzung im Stlarel=Prozeß kommt man wieder unvermittelt auf den Bürgermeister Scholtz zu sprechen. Leo Sklarek macht dem Bürgermeister Vorwürse, daß er in Abwesenheit des Oberbürgermeisters Boeß die Gelegenheit benutzt habe, um zum Schlage gegen die Sklareks auszuholen. Der Oberstaatsanwalt erklärt hierzu, daß Bürgermeister Scholtz diese Behauptungen als Zeuge widerlegen werde. Leo Sklarek meint noch, daß die Stadt Berlin niemals in den Schmutz gezogen worden wäre, wenn man die Brüder Sklarek nicht verhaftet hätte. Durch versönliche Fühlungnahme hätte alles im Guten geregelt werden können. Calmette=Prozeß Lübeck, 27. Oktober. Im Verlauf der Dienstagsitzung werden mehrere Beweisanträge gestellt. Das Gericht stellte die Entscheidung über die Beweisanträge vorläufig zurück. Sodann wird der Präsident der Landesversicherungsanstalt der Hansestädte, Helms, als Zeuge vernommen, der sich zu den Beratungen des vom Gesundheitsrat eingesetzten Untersuchungsausschusses vom 17. Dezember 1929 äußerte. Dr. Tencke habe ihm erklärt, der BEG sei auf alle Fälle vollkommen unschädlich. Dann stellte der Vorsitzende noch einige Fragen an Senator Mehrlein. Tenator Mehrlein erwiderte u.., ihm habe die Mitteilung Dr. Altstaedts genügt, daß sich in der Aerzteversammlung kein Widerspruch gegen die Einführung des BEG geltend gemacht „Als nächster Zeuge wird der Oberarzt des Lübecker Allgemeinen Krankenhauses, Dr. Jannasch. vernommen, der an den Vorbereitungen er Einführung des Verfahrens in Lübeck hervorragend beteiligt war. Er erklärte, daß die Tuberkulosesterblichkeit in Lübeck seit Jahren unverändert geblieben sei, so daß man durchaus erwägen konnte, ob nicht ein weiteres Mittel zur Bekämpfung dieser Volksseuche angewandt werden könne. Er sei von der Unschädlichkeit des BCG fest überzeugt gewesen und habe diese Ansicht auch bei seinem Vortrag im Aerztlichen Verein zum Ausdruck gebracht. Das Röhrchen mit humanen Bazillen, das er im Aerztlichen Verein benutzte und das nachher wieder in das Laboratorium zurückgegeben wurde, sei besonders mit Leukoplast verschlossen gewesen und nicht geöffnet worden. Dann wurde in die Mittagspause eingetreten. In der Nachmittagssitzung stellt Dr. Frey den Beweisantrag, Professor Calmette kommissarisch darüber zu vernehmen, daß er das Präparat abgab, ohne daß in Lübeck die besondere Herstellung bekannt war. Weiter soll er darüber vernommen werden, daß er von der selbständigen Herstellung durch Professor Dr. Deycke vor dem Unglück nichts erfahren habe und daß er für ein Laborawie das Lübecker niemals sein Einverständnis zur Herstellung erteilt hätte. Sodann äußerte sich Oberarzt Dr. Welcker vom Allgemeinen Krankenhaus über die Zustände im Laboratorium, während die Schwester Else Schmidt über ihre Arbeit im Laboratorium vernommen wird. Eine Unstimmigkeit ergibt sich in der Frage der Anzahl von Kulturen insofern, als die Schwester Schütze stets von drei Kulturen des Kieler Stammes, die Schwester Schmidt von zwei und Prof. Lange von nur einer sprechen. Nach der Vernehmung von Dr. Vortahl wird dann die Verhandlung auf Mittwoch zur Besichtigung des Laboratoriums vertagt. Die Staatsanwaltschaft erkundigt sich bei Schultheiß=Patzenhofer Berlin, 27. Okt. Die Staatsanwaltschaft 1 hat bei dem neuen Vorstand des Schultheiß=Patzenhofer-Konzerns Erkundigungen eingezogen, um etwaige Versehlungen, die im Zusammenhang mit der Angelegenheit Katzenellenbogens stehen, aufzuklären. Festnahme weiterer Griechen London, 27. Oktober. Die englandseindliche Stimmung in Nordcypern nimmt, nach den letzten Meldungen, zu. Der Besehlshaber des Paphos=Bezirks hat vorsichtshalber die Ueberführung griechischer Staatsbürger auf die vor der Insel liegenden Kriegsschiffe angeordnet. Wegen Beteiligung an den Unruhen sind weitere Personen verhaftet worden, darunter ein Rechtsanwalt, ein Bankangestellter und ein Kommunistenführer. Der vor Famagusta eingetroffene britische Kreuzer„Colombo“ hat eine Matrosenabteilung gelandet, die den Ordnungsdienst in der Stadt versehen soll. Ungehorsamkeitsfeldzug auch auf Cypern London, 27. Oktober Auf der Insel Cypern sind im Laufe des Montags weitere englische Truppen aus Aegypten angekommen, während in Nicsia Panzerwagen eingetroffen sind, die bei der Verfolgung und Verhaftung der Rädelsführer Verwendung finden sollen. In Anlehnung an das von Gandhi in Indien gegebene Beispiel gehen die Bewohner Cyperns zu einem Ungehorsamkeitsfeldzug gegen die englischen Behörden über. Am Montag sammelte sich eine große Menschenmenge an einem Salzsee außerhalb der Stadt Limasol an und schickte sich an, das Salzmonovol der Regierung durch eigene Salzgewinnung zu umgehen. Nach Limasol sind sofort Truppenverstärkungen abgegangen. Englisch=griechische Besprechungen über Cypern Athen, 27. Oktober. Der griechische Ministerpräsident und der Außenminister statteten dem englischen Gesandten einen Besuch ab. In einstündiger Unterredung wurde die Lage auf Cnpern besprochen, wo nach hier vorliegenden Meldungen noch immer keine völlige Beruhigung eingetreten ist. Japan gibt nicht nach Tokio, 27. Oktober. Das japanische Außenministerium veröffentlichte am Montag eine Erklärung zu den Beschlüssen des Bölkerbundsrates. Danach sei die japanische Regierung der Ansicht, daß die Feststellungen des Völkerbundeim chinesisch=japanischen Streit nicht den Tatsachen entsprächen und daß die Beschlüsse die Verträge zwischen China und Japan verletzten. Der Streitfall könne nur durch chinestsch=japanische Verhandlungen geregelt werden. Da China nicht an Verhandlungen denke, müßten die japanischen Truppen selbstverständlich in der Mandschurei bleiben. Die Annahme der fünf Punkte, die die japanische Regierung am 9. Oktober mitgeteilt habe, sei die Vorbedingung für die Räumung. Ein dänischer Reiseschriftsteller von Wahabiten ermordet Kopenhagen, 27. Oktober. Der 30jährige Reiseschriftsteller Knud Holmboe ist, wie aus Amon in Transjordanien gemeldet wird, auf einer Pilgerreise von Palästina nach Mekka von Wahabiten ermordet worden. Holmboe lebte seit mehreren Jahren in Arabien. Er war zum Jolam über getreten und stand mit den meisten Eingeborenenstämmen auf freundschaftlichem Fuß. Holmboc hatte den Namen Alt Ahmed angenommen, trug mohammedanische Kleidung und hatte es sich zur Lebensaufgabe gemacht, die Sache unterdrückter Völker zu vertreten. Im Sommer weilte er einige Zeit in Dänemark, wo er auch sein letztes vielgelesenes Buch„Die Wüste brennt“ herausgegeben hat. Seine Reiseschilderungen erschienen in vielen Zettungen und Zeitschriften des Nor dens. Die letzte Reise hatte er im Auftrage der Kopenhagener Zeitung„Politiken“ angetreten. Man nimmt an, daß er von den Wahabiten als Spion angesehen und deshalb umgebracht worden ist. Er hinterläßt Frau und Kind, die in Kopenhagen wohnen. ∆ Heute mittag 2 Uhr wurde unser innigstgeliebter Sohn, unser lieber Bruder, Schwager, Onkel und Neffe Padr-Pifeie im blühenden Alter, versehen mit den hl. Sakramenten, von seinem langen, schweren Leiden erlöst. Um stille Teilnahme bittet Familie Josef Thiele Castrop-Rauxel 1, Dortmund und Soest, den 26. Oktober 1931. Das feierliche Seelenamt ist Donnerstag morgen ½7 Uhr in der Plarrkirche. Die Beerdigung findet statt, Donnerstag, den 29. Okt. 1931, nachm 4 Uhr vom Trauerhause,(Wittener Straße 54) aus. 281 MororFahrrad I Das ideele Verkehrsmittel für alle Berufe in Stadt und Land. Tausendfach erprobt. Glänzend bewährt. Steuer-und führerscheinfrei. 2 Gänge und Leerlauf. Geschwindigkeit 30 km. Brennstoff 2 Lauf 100 km. Preis in verchromter Ausführung mit VordergabelFederung und großem Sattel: Herrenrad RM 311.- Damenrad RM 321.Mielewerke A G. Gütersiohl Westt Ober 2000 Werksangehörige. zu haben in den Fahrradhandlungen. Ged b K . 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