**" B A V für Castrop=Rauzel und Umgebung 5T. Jahrg. Castroper Zeitung Rauxeler Neueste Nachrichten K antliche und snanztelle unzeigen 1o Vf. Jamilen=Anzeigen 6 Reklamen 1 uum doch und 72 mm breit 40). Für die Aufnahn von Anzeigen an vorgeschtiebenen Tagen und Plägzen kann keine Gewöhr übernommen werden— Eiwa gewährter Rabatt erlischt bei Konkursen, Zwangsvergleichen und gerichtlichen Klagen.— Schluß der Anzeigenannahme 4 Uhr nachmittags. Der Stadtanzeiger erscheint wochentäglich und kostet wöchentlich 69 AD ftei Haus, durch die Post.50 RM monatlich— Ersagansprüche können nicht derücksichtigt werden, falls durch hödere Gewalt oder Streite Störungen im Erscheinen entsteden. Rotationsdruck und Beilag: Geschwister Schmitz, Castrop=Rauxel. Verantwortlicher Schriftlelter Franz Josef Pruye, Castrop=Rauxel. Postscheckkonto: 18 996 Dortmund. Ru 2131 u. 2132 Castrop=Rauxe Bladenhorster Tageblatt Amtliches Veröffentlichungsblatt für den Landgerichtsbezirk Dortmund. Allgemeines Kreisblatt für den Stadtkreis Castrop=Rauxel. Nr. 280 Freitag, den 16. Oktober Zeute Kostmmung im Reichsrag Volkerbund beschileßt gegen Fapan=Amerikas Juzlehung Fortsetzung der Keichslagsaussprache Berlin, 15. Oktober. Reichstagspräsident Löbe eröffnet die heutige Reichstagssitzung um 1 Uhr. Vor Eintritt in die Tagesordnung verlangt Abgeordneter Becker, Schlesien(Komm.) die sofortige Beratung eines kommunistischen Antrages dahingehend, daß die Wenzeslausgrube bei Neurode beschlagnahmt und den Bergarbeitern zur Verfügung gestellt wird. Die sofortige Beratung des Antrages wird abgelehnt. Die Aussprache über die Regierungserklärung wird fortgesetzt. Abg. Simpfendörfer(Chr.=Soz.) fordert eine Außenpolitik, die alle Kräfte der Nation in den Dienst der nationalen Befreiung stelle und zum Kampf um die Achtung und Gleichberechtigung unter den Großmächten benutze. Der Volksdienst fordere ein rasches und energisches Durchgreifen auf dem Gebiete des Kartellwesens. Nur durch sofortige Reseitigung aller ungerechtfertigten Preisbindungen könne das Schlimmste verhütet werden, nur dann könne auch die notwendige Anpassung der Lohntarife durchgeführt werden. Weiter fordert der Redner eine Planwirtschaft mit Eingliederung der Arbeiterschaft in den Produktionsprozeß als gleichberechtigten Faktor neben Unternehmer und Kapital. Ferner fordere der Volksdienst die unverzügliche Durchführung des angekündigten Schutzes der landwirtschaftlichen Veredelungsproduktion. Zu einer Diktatur werde der Volksdienst nicht die Hand bieten. Er glaube aber, daß es ein nationales Unglück wäre, wenn man die radikalen Rechtsgruppen für immer und von vornherein grundsätzlich von der Mitarbeit und der Verantwortung ausschließen wollte. Im Anschluß daran wirft er die Frage auf, was die Harzburger Forderung nach Beseitigung des heutigen Systems bedeuten solle. Wenn man sogar die Verständigung mit Frankreich wolle, worin solle dann noch der Unterschied bestehen zwischen einer neuen und der jetzigen Außenpolitik. Zum Schluß wendet sich der Redner gegen die Ausnutzung und Vertiefung der konfessionellen Unterschiede im Dienste parteipolitischer Ziele, wie sie die nationale Opposition betreibe. An das Zentrum richtet er die Forderung: Geben Sie dem evangelischen Volksteil mehr als seither den deutlich erkennbaren Beweis loyalen Willens, vor allem dort, wo Sie die politische Macht haben! Abg. Dingeldey Der Herr Reichskanzler hat in seinen Ausführungen wiederholt und mit Entschiedenheit den Gedanken ausgesprochen, daß die deutsche Reichsregierung die erste gewesen sei, die unter den Regierungen der großen Nationen den schweren Weg der Unpopularität gegangen sei. Ich stehe nicht an, diese Erklärung in vollstem Umsange zu unterstreichen. Das war der Ausgangspunkt seiner Tätigkeit. Weil er den Mut zur Unpopularität hatte, weil er die Notwendigkeit einer absolut von den bisherigen Wegen abweichenden Entwicklung sowohl der finanziellen wie der wirtschaftspolitischen Dinge in Deutschland an der Spitze und an den Ausgangspunkt seiner Tätigkeit gestellt hatte, deshalb gaben wir ihm unsere Unterstützung. Ich möchte, bevor ich in eine Betrachtung der Entwicklung seit jenen Tagen eintrete, eines allen anderen voranstellen: Wenn jetzt die Meinung meiner Freunde über die einzuschlagenden Methoden und über das Ergebnis der bisher durch die Reichsregierung ergriffenen Maßnahmen abweicht von denen des Herrn Reichskanzlers, so ist es mir ein Bedürfnis, diesen Betrachtungen eines voranzustellen, daß auch im Streit der Parteien und im Gewoge der Leidenschaften bei uns in Deutschland nichts untergehen darf, wenn überhaupt die Brücken von einem Volksteil zum anderen nicht vollends zerstört werden sollen. Ich möchte erklären, daß die Hochachtung und Verehrung vor dem vaterländischen Willen, vor dem sittlichen Ernst und vor den hervorragenden Fähigkeiten der Persönlichkeit des Reichskanzlers bei meinen Freunden selbstverständlich unbeeinflußt von jeder Meinungsverschiedenheit über die Richtigkeit der Methoden unverändert erhalten bleiben. Es war ganz selbstverständlich, daß unter dem parlamentarischen System der Weg des Mutes zur Unpopularität gleichbedeutend sein mußte, und zwar mit dem Weg der immer weiteren Entfernung von den parlamentarischen Parteien. Aber auch ich sah und sehe heute keine andere Möglichkeit, und zwar noch auf lange Zeit. Die Form, in der dieser Abmarsch der Regierung von den parlamentarischen Parteien sich ausdrückte, ist das System der Anwendung des Artikels 48 der Verfassung gewesen. Es hat sich hier gezeigt, daß die Reichsverfassung nicht angepaßt ist den Regierungsmethoden, die zur Abwehr dringender Notstände erforderlich sind. Die Regierung hätte deshalb das Aeußerste daransetzen müssen, die psychologische Vorbereitung für ihre Maßnahmen im Volke zu schaffen.(Sehr richtig!) Daran hat es gefehlt. Es ist auch der Fehler aus der Kriegszeit wiederholt worden, daß man dem Volke den ganzen Ernst der Lage verschwieg. Uebertriebener Pessimismus ist sicherlich schädlich, aber noch weniger wird dem Volke genutzt durch einen Optimismus, der durch die Entwicklung der Dinge immer wieder in allerkürzester Frist Lügen gestraft wird.(Lebhafte Zustimmung rechts.) In der Zeit, als die Krise ihren Höhepunkt erreicht hatte und das Volk in größter Besorgnis auf die Regierung schaute, da fehlte das erlösende Wort des Reichskanzlers.(Zurufe der Sozialdemokraten: Was soll er denn sagen? Sagen Sie es doch!) Das werde ich nachher tun. Wir haben eine ungeheure Fehlleitung des Kapitals in Deutschland gehabt.(Abg. Dittmann(Soz.): Sind dafür vielleicht die Marxisten verantwortlich?) Gewiß ist auch zum größten Teil die Privatwirtschaft dafür verantwortlich(Hört! Hört! links). Die Milliarden aber, die von der öffentlichen Hand in den Wohnungsbau gesteckt worden sind, können jetzt schon zum größten Teil volkswirtschaftlich als verloren betrachtet werden. Die Fehler liegen vor allem auch auf dem Gebiete der Löhne und Gehälter.(Große Unruhe links. Rufe der Sozialdemokraten und Kommunisten: Endlich ist es heraus, was er will!) Wir haben den Kanzler unterstützt, indem wir ihm die Ausschaltung der parlamentarischen Hemmungen durch die lange Reichstagspause ermöglicht haben. Er hat bald darauf in einer Notverordnung entgegen allen Zusicherungen die Wirtschaft mit neuen schweren Steuern belastet. In den Wochen nach der furchtbaren Bankenkrise erschöpfte sich die Tätigkeit der Regierung nur in langen Beratungen über die Bankenkontrolle, aber es kam von der Regierung nicht die Parole, die dem Volke in jener Zeit schwerster Erschütterungen neues Vertrauen hätte geben können. Dr. Breitscheid hat die Privatwirtschaft für die ganze Wirtschaftsnot verantwortlich gemacht und erklärt, sie habe versagt. In Deutschland ist aber die Privatwirtschaft durch die Gesetzgebung so gefesselt worden, daß ihr jede Bewegungsfreiheit genommen ist. Ist es besser, wenn eine kleine Zahl von Arbeitern gesicherte Löhne hat, oder wäre es nicht besser, wenn möglichst viele Menschen, wenn auch zu veränderten Bedingungen, wieder in Brot und Arbeit kommen? Die Ersparnismaßnahmen, die bei der Arbeitslosenversicherung geplant waren. sind durch den Einfluß der Sozialdemokratie verhindert worden. Ich habe mich gefreut über den Satz in der Kanzlerrede, daß in dem Verhältnis der Arbeitgeber zu den Arbeitnehmern die freiwillige Arbeitsgemeinschaft beider Teile besser wäre, als der staatliche Eingriff der Schlichtungsbehörden. Ich frage mich nur, was die Regierung gehindert hat, diesen begrüßenswerten Grundsatz schon vor einem halben Jahr oder früher durchzusetzen. Reichskanzler Dr. Brüning: Wir waren im Vorjahre zu Pfingsten nahezu soweit, diese Arbeitsgemeinschaft zustande zu bringen und dann ist sie von einem bestimmten Teil der Industrie im letzten Augenblick zerschlagen worden.(Lebhafte Hört!=Hörtl=Rufe.) Abg. Dingeldey: Der starke Einfluß, den die Sozialdemokratie auf die Regierung ausübt, läßt uns befürchten, daß d. Kanzler auch dieeinigen Teile seines Programms nicht durchsetzen wird, die wir grundsätzlich billigen. Der Reichskanzler hat mit Bedauern festgestellt, daß die Bildung einer nationalen Konzentrationsregierung in Deutschland nicht möglich gewesen sei. Ich habe wiederholt öffentlich und auch von Mann zu Mann dem Reichskanzler geschworen, einen Schritt in aller Oeffentlichkeit unter Einsetzung des äußersten Druckes und der Autorität der Reichsregierung zu unternehmen, um die Tatsache festzustellen vor allem Volk, ob die Bildung einer nationalen Konzentrationsregierung unmöglich ist und wen dafür die Verantwortung trifft. Diese Feststellung wird auch für die kommende Entwicklung von größter Bedeutung sein. Die Kommunisten werden in diesem Winter versuchen, unter Ausnutzung der Not gewaltsam den Staat aus den Fugen zu heben. Wir erwarten, daß solchen Versuchen mitleidlos entgegengetreten wird. In dieser Notzeit dürfen die nationalen Kräfte des Volkes nicht weiter der Verzweiflung und Opposition überlassen werden. Sie müssen von der Regierung zur Mitarbeit herangezogen werden. Man muß ihnen die Möglichkeit geben, an der verantwortlichen Regierung des Staates mitzuwirken. Wir wollen nicht davon lassen, die Brücke zu zeigen, die den Herandrängenden geschlagen werden muß. Allerdings lehnen wir die Methoden, mit denen Dr. Oberfohren uns gestern gegenübertrat. ab. Wir sind der Ansicht, daß der Versuch des Kanzlers, sein Progamm mit den sozialdemokratischen Bundesgenossen durchzuführen, aussichtslos ist. Aus all diesen Gründen sind wir trotz des Vertrauens, das wir dem Kanzler pesönlich entgegenbringen, nicht davon übezeugt, daß unser Volk auf diesem Wege den schweren Winter überstehen kann. Meine Freunde sind daher nicht in der Lage, den Kanzler zu stützen. (Lebafter Beifall bei der Deutschen Volkspartei). Abg. Leicht(Bayerische Volkspartei) spricht dem Kanzler seine Anerkennung dafür aus, daß er unermüdlich für das Wohl des Vaterlandes gearbeitet habe. Wenn das Vertrauen zu Deutschland, so betont er, nicht schon noch tiefer gesunken ist, so ist das zurückzuführen auf die Person des Kanzlers. Das enthebt uns allerdings nicht der Pflicht, gewisse Maßnahmen der Regierung auch zu kritisieren. Notwendig ist in dieser schweren Zeit die schleunige Inangriffnahme der Winterhilfe. Wenn man freilich eine Winterhilfe organisiert nur für diejenigen, die das Hakenkreuz oder das Stahlhelmabzeichen tragen, so hat das mit christlicher Nächstenliebe nichts zu tun.(Zuruf von den Nationalsozialisten: Herr Prälat! Sie haben das Christentum mit Löffeln gegessen!"— Der Präsident rügt diesen Zuruf.) Wir erstreben die Verständigung zwischen den Arbeitgebern und Arbeitnehmern. Dieser Verständigung wird aber nicht dadurch gedient, daß die Unternehmerverbände vorher mit einem Programm in Form eines Ultimatums kommen, dem dann die Gewerkschaften ein Ultimatum entgegensetzen. Die Notverordnungen dürfen nicht benutzt werden, um in allen möglichen Fragen die Länderhoheit zu verletzen. Der Redner empfiehlt in diesem Zusammenhang die bekannten Aenderungsanträge der Bayerischen Volkspartei. Er verlangt weiter Einschränkung der Einfuhr ausländischer Nahrungsmittel, vor allem der chinesischen Eier. Der gefährlichen Entwicklung der Großkonzerne müsse die größte Aufmerksamkeit zugewandt werden. Wir begrüßen vor allem die entschiedene Ablehnung aller Inflationspläne durch den Reichskanzler. Eine Regierung, die nochmals eine Inflation herbeiführen wollte, würde mit Recht vom Volke weggefegt werden. Wenn das Dritte Reich da ist...(Abg. Stöhr(Nat.=Soz.):... dann brauchen wir Sie auch!"). Es freut mich, daß ich auch im Dritten Reich unentbehrlich bin. (Heiterkeit). Meine Weltanschauung ist aber die der christlichen Liebe und nicht des Hasses. Wenn Dr. Oberfohren unter Hinweis auf Harzburg sprach, daß dort Leute gewesen seien, die für eine Idee ihr Leben lassen wollten, so weise ich auf den Stifter der christlichen Religion hin, der für seine Idee sein Leben ließ. Es brennt im deutschen Vaterlande. Der Reichskanzler hat uns alle zum Löschen aufgerufen. Da sollten wir in christlicher Liebe zusammenarbeiten und uns gegen diejenigen wenden, die bei dem Rettungswerk die Schläuche zerschneiden wollen.(Beifall.) Abg. Dr. Weber(Staatspartei) wendet sich gegen Beschränkung der Pressefreiheit durch die Notverordnung. Es würden auch Zeitungen verboten, die durchaus auf republikanischem Boden stünden und weiter nichts begangen hätten, als eine Indiskretion aus dem Ministerium bekanntzugeben, wie zum Beispiel ein Blatt in Württemberg, das von einem beabsichtigten Gehaltsabbau berichtet hatte. Zur Harzburger Rede Schachts kann ich nur sagen: Wer wie ich Herrn Schacht seit vielen Jahren kennt, fragt sich, wie ein früherer Reichsbankpräsident so etwas verantworten will. Schacht versucht sich mit allen Mitteln eine Position bei denen zu schaffen, die ihn vorher bis aufs Messer bekämpft haben. Die Harzburger Rede Schachts kann ich nur als leichtfertig bezeichnen(Zustimmung). Wir haben die vorgestrige Rede des Knazlers begrüßt. Sehr erfreut sind wir, daß es das Zentrum jetzt endgültig abgelehnt hat, das Experiment mit einer Rechtsregierung zuzulassen. Abg. Döbrich(Landvolk) verweist auf frühere programmatische Erklärungen seiner Partei, daß eine Reichsregierung, die kraftvoll und entschlossen vorgeht, auf das Vertrauen und die Mitarbeit des Landvolkes rechnen kann. Wir können die Uebereinstimmung vieler. Punkte der Regierungserklärung mit unseren Wünschen anerkennen. Aber es erfüllt uns mit Bedenken, daß der Kanzler immer wieder auf die Solidarität der Völker baut. Er hätte vielmehr in die eigene Kraft unseres Volkes Vertrauen setzen müssen. Nicht durch noch so geschickte Verhandlungen finden wir den Weg zur Freiheit, sondern nur durch Zusammenfassung der letzten Kräfte deutscher Arbeit und deutschen Willens. Mit schwersten Bedenken erfüllen uns die Notverordnungsbestimmungen, die ein Gefühl der Rechtsunsicherheit erzeugen müssen und in verschiedenen Punkten auch kaum mit der Reichsverfassung vereinbar sind. Die in der letzten Notverordnung zur Erleichterung der gemeindlichen Wohlfahrtslasten getroffenen Anordnungen bedeuten eine einseitige und durch nichts begründete Bevorzugung der großen Städte auf Kosten des flachen Landes. Wir können uns nicht des Eindrucks erwehren, daß für den Kanzler die Fragen der Landwirtschaft Fragen zweiten Grades gewesen sind. Wir haben auch nicht das Vertrauen, daß die Regierung ihren Aufgaben zur Rettung des Bauernstandes lösen wird und befürchten, daß auch die weiteren Maßnahmen nur teilweise angegriffen werden. Wir wollen den Weg für neue Verhandlungen und eine nach unserer Auffassung mögliche Regierungsbildung freimachen, die der Schwere der Lage entspricht. Deshalb stimmen wir den Mißtrauenanträgen zu. Abg. Ziegler(Sozialistische Arbeiter=Partei) nennt die Neugründung seiner Partei das Produkt der Unduldsamkeit der SPD. gegenüber sozialistischer Gesinnung. Die Regierung Brüning sei reaktionärer und arbeiterfeindlicher als irgendeine der vorherigen Regierungen. Dieser kapitalistische Staat könne nie zu einem sozialistischen werden. Bald wird den Gegnern unserer Partei das Lächeln über uns vergehen. Wir haben in Breslau 200 Uebertritte und im ganzen über 2000 Neueintritte zu verzeichnen. Abg. Aufhäuser(6P9) spricht von einem verschärften Kampf der natio nalen Opposition gegen die Arbeiterschaft(Zurn rechts: Gegen die Bonzen, nicht gegen die Ar beiter!). Der Redner, bei dessen weiteren Aus führungen die Rechte den Saal verläßt, besprich dann unter wiederholten lärmenden Zurufen de Kommunisten die Errungenschaften der Arbeite auf gewerkschaftlichem Gebiet. Die Sozialdemo kratie verlange eine Senkung der Lebensmittel ##r Zuttermittelzölle. Hausdichte den Vers gemacht: n. Dingeldens Red „Hörst du das Glöckchen Dingel=Dingel=dey Die Totenglocke der Volkspartei!“ (Heiterkeit). In einem Falle Notverordnung nach Harzer nämlich die Möglichkeit zum versicherung. rieche auch die neue Käse. Sie nehme Abbau der SozialHeckert(Kommunist) lärt, die Falschmeldung eines Abendblattes von kommunstischen Abkommandierungen habe die 12 Uhr vertagt. Die Abstimmungen sollen bestimmt am Freitag erfolgen, wahrscheinlich in den späten Nachmittagsstunden. Entscheidung der Wirtschaftspartei erst eine Stunde vor der Abstimmung Berlin, 15. Okt. Die Reichstagsfraktion der Wirtschaftspartei war am Donnerstag während Die 6239 stimmt für die Rißztrauensanträge Gericht üiber den Forigang der Besprechungen Berlin, 13. Okt. Der Reichstagsabgeordnete Dr. Rosenfeld teilt mit:„Gegenüber Pressenachrichten, daß die sechs Vertreter der Sozialistischen Arbeiterpartei im Reichstage sich bei der Abstimmung über das Mißtrauenvotum gegen die Regierung sich der Abstimmung enthalten würden, mit der Regierung entgegen zu nehmen. Die Haltung der Wirtschaftspartei bei den Abstimmungen soll in einer neuen Fraktionssitzung eine Stunde vor Eröffnung der Vollsitzung am Freitag durch Abstimmung in der Fraktion festgelegt werden. Starte Gegenfage im Preußischen Tandtag 25. Mißtrauensantrag gegen die Regierung Berlin, 15. Oktober Zu Beginn der Donnerstag=Sitzung des Preußischen Landtages fordert Abg. Kerff(K) die sofortige Freilassung des im Bombenleger=Prozeß zu sieben Jahren Zuchthaus verurteilten Bauernführers Claus Hein, trauensanträge durch das Landvolk zum Ausdruck, da es die Ansicht vertrete, daß der Einfluß der Sozialdemokratie in der preußischen Regierung schuld sei an den gegenwärtigen Verhältnissen. Nach kurzen Bemerkungen der Abgeordneten Riedel(Dem.), Leonhardt(WP) und Kliesch(Chr.=Soz.) erklart Abg. Leinert(): Der Landtag begehe jetzt der gegenwärtig im Zuchthaus Celle seine Strafe ein Jubiläum, denn es sei zurzeit zum 25. Male abbüßt. Das kommunistische Verlangen, einen von den Rechts= oder Linksparteien beantragt entsprechenden Antrag sofort zu behandeln, schei= worden, der Statsregierung das Vertrauen zu tert am Widerspruch der Sozialdemokraten. entziehen. Wenn das Ziel der Rechten und der Sodann wird die politische Aussprache über die Kommunisten der Bürgerkrieg sei, zu dessen VorMißtrauensanträge gegen das Staatsministerium bereitungen auch mit gemeinen Anschuldigungen usw. fortgesetzt. gearbeitet werde, dann müßten sich die anderen Ein Regierungsvertreter beantwortet zunächst Parteien zusammenfinden, um diesen Anschlag die deutschnationale Große Anfrage über die abzuwehren. seinerzeitige Einschränkung des Zahlungsmittel= Abg. Borck(DN) verbittet sich eine Wendung verkehrs dahin, daß die inzwischen wieder besei= in den Ausführungen des Abg. Leinert, als ob in tigten Notbestimmungen der Reichsregierung auf Harzburg Vorbereitung zum Landesverrat gediesem Gebiete im Interesse der Wirtschaft erforderlich gewesen wären. Abg. Stendel(2BP) erklärt, daß seine Fraktion den Mißtrauensanträgen zustimmen werde. Die Worte des Reichskanzlers, daß das Volk in der heutigen Notzeit zusammenzufassen sei, unterstreicht der Redner, betont aber, daß man die Gegensätze im Volke nicht vertiefen dürfe. Das tue aber die heutige Politik in Preußen. Unerhört sei es, daß der Ministerpräsident in einer öffentlichen Rede im Berliner Sportpalast den Ausdruck„Schweinebande“ übernommen habe, um die Parteien des Volksentscheides damit zu bezeichnen. Je eher die Regierung abtrete, umso besser. Abg. Keller(DL) betont, die preußische Bevölkerung empfinde es allmählich als eine Gefahr, wie die Staatsregierung mit den verfassungsmäßigen Rechten umspringe. Der Redner protestiert gegen die Nachsichtigkeit, die die Regierung gegenüber der Gottlosen=Bewegung beträge um 1500 Millionen Mark. Die zuerst genannten Zahlen betreffen übrigens nur die Mehrlasten, die für die noch nicht abgelaufenen Teile der Haushaltsjahre 1930 und 1931 geschätzt wurden. Auf ein volles Jahr umgerechnet(Jahresmehrlast) ergibt sich eine weitere erhebliche Mehrlast von mehreren 100 Millionen, z. B. bei der Krisensteuer allein, die nur mit 385 Millionen Mark für die zweite Hälfte des Jahres 1931 eingestellt ist, ein Mehr von 385 Millionen, da sie für das ganze Jahr 1932 700 Millionen beträgt. Inzwischen sind nun aber Ländernotverordnungen, z. B. die preußische Notverordnung erlassen, die neue Mehrbelastungen gebracht haben und endlich hat die neue Reichsnotverordnung vom 6. Oktober d. J. diese Mehrlast um außerordentliche Beträge, die leider bisher noch nicht bekanntgegeben sind, verschärft. Der Reichsfinanz= minister hätte alle Veranlassung, namentlich auch um des Eindrucks auf unsere Reparationsgläubiger willen, ein zahlenmäßig genaues Gesamtbild aller dieser neuen Lasten zu geben. Wir stellen daher nunmehr ausdrücklich die Frage an den Reichsfinanzminister, wie es mit dieser Gesamtmehrbelastung steht und erwarten eine bestimmte Antwort. Beschlüsse des Reichsrates Berlin, 15. Oktober. Der Reichsrat erledigte am Donnerstag den Gesetzentwurf über die Arbeitsruhe am 24. Dezember. Der bayrische Gesandte Dr. v. Preger beantragte, den allgemeinen Ladenschluß am 24. Dezember gegenüber der Vorlage um eine halbe Stunde zu verlängern, also auf 17.30 festzusetzen und die Beschäftigung des Personals bis spätestens 18 Uhr kunde und bringt die Unterstützung der Miß= vertagt. trieben worden wäre.(Rufe links: Verbrecher seid ihr!) Es sei eine gute Tat, zu versuchen, die Mißstände zu beseitigen. Die Revolution sei ein Verbrechen am Volk gewesen, wie es schlimmer nicht gedacht werden könne.(Anhaltende stürmische Unterbrechungen.) Das starre Festhalten an den Tarifverträgen sei ein Unglück. Bald würden die Schritte der Kolonnen von Harzburg über das heutige System hinwegschreiten.(Stürmischer Beifall.) Abg. Prelle(Deutsch=Hann.) erkennt die Verdienste Preußens in der Vergangenheit um das Zustandekommen einer Einheit im„kleinen Deutschland“ an, meint aber, es wäre von Preußen nun eine große Tat, wenn es dem Reich Platz machen wolle. Seine Freunde würden den Mißtrauensanträgen gegen das preußische Kabinett zustimmen, vor allem wegen der Notverordnungen, die gegen die demokratischen Grundrechte der Verfassung verstoßen. Darauf wird die Beratung auf Freitag 10 Uhr Issener Brief Hllers an Bruning Nicht gegen Brünings Person, sandern gegen Jas Ssen München, 15. Oktober. Adolf Hitler veröffentlicht heute auf der ersten Seite des„Völkischen Beobachters“ einen offenen Brief an Reichskanzler Brüning, der sich mit dessen Reichstagsrede befaßt und der insgesamt 2½ Seiten des Blattes füllt. Hitler knüpft an die Aeußerung Brüning an, er werde sich lieber jeden Tag als Landesverräter beschimpfen lassen, als nur einen Augenblick die Nerven zu verlieren und erklärt hierzu, kein Nationalsozialist, am wenigsten er(Hitler) selbst hege nur den leisesten Verdacht an der Unantastbarkeit der Person Brünings und seines persönlichen Wollens. Brüning habe in seiner Reichstagsrede den Anschein zu erwecken versucht, als ob er vergeblich die Nationalsozialisten an der Regierung habe beteiligen wollen. Dem müsse Hitler widersprechen. Die nationalsozialistische Bewegung sei bewußt seit dem 14. September von der Verantwortung ausgeschaltet worden. Ihm sei nichts bekannt von irgendeinem Schritt Brünings in der Richtung einer Heranziehung der National= sozialisten zur Verantwortung. Der Kampf gegen das Kabinett Brüning sei nicht nur moralisch berechtigt, sondern im Interesse unseres deutschen Volkes eine geschichtliche Notwendigkeit. Die Wandlung eines Staatsmannes würde nur durch den Erfolg gerechtfertigt, nicht aber durch den guten Willen. Die Einstellung des Kanzlers, zuerst das Reich finanziell und wirtschaftlich zu sanieren, um dann in Revisionsverhandlungen einzutreten, habe völligen Schiffbruch erlitten, Offentheit finden, das vor der We was## Nationalsozialisten seit Jahr und Tag den. Man würde vielleicht mehr willige Ohren Die Voraussetzung hierzu aber sei die geistigsittliche und moralische Regeneration unseres Volkes. Eine kraftvolle Außenpolitik habe erst dann Aussicht auf Erfolg, wenn vorher eine Gesundung des Volkes im Innern erfolgt sei. Niemand könne nach außen eine nationale Politik betreiben, wenn er als einzige Kraftreserve hinter sich Pazifisten, Marxisten und Demokraten besitze. Die wahre Aufgabe des Reichsheeres sei die Landesverteidigung, die Verteidigung der Interessen der Nation nach außen. Die Regierung Brüning jedoch wolle nunmehr das Reichsheer vor allem nach innen einsetzen, um das System zu schützen und zu halten. Der„Offene Brief“ schließt folgendermaßen: „So sehr ich die höchste Achtung vor Ihrer Person hege, so sehe ich in der Ueberwindung Ihres Systems und Ihrer Regierung die Beseitigung des letzten Hindernisses zum Siege der klar zutage tretenden Kraft unseres Volkes! Heye für allgemeine Wehrpflicht Halle a. d. Saale, 15. Oktober. Der Stahlhelm veranstaltete gestern abend eine stark besuchte öffentliche Kundgebung, in der der frühere Chef der Heeresleitung, Generaloberst a. D. Heye, sprach. Seine Ausführungen gipfelten in der Forderung, daß das deutsche Volk seine Wehrfähigkeit wieder erhalten müsse. Er sagte:„Es wäre ein Verbrechen für unser armes Vaterland, den Krieg zu wünschen. Ich rassele nicht mit dem Säbel, aber ich will ihn zur Seite haben, wenn wir ihn im Notfalle gebrauchen. Wir brauchen die allgemeine Wehrpflicht. Das alte Römerwort: si vis pacem para bellum, sei eine Binsenwahrheit, und Deutschland müsse den Mut und die Offentheit finden, das vor der Welt zu verkünzuzulassen. Für den Antrag der Reichsregierung auf Wiederherstellung der vom Ausschuß gestrichenen Bestimmung über die Schankstätten sand sich im Reichsrat keine Mehrheit. Dagegen wurde der banrische Antrag über die Verlängerung allgemeinen Ladenschlusses mit 47 gegen 19 Stimmen angenommen. Mit dieser Aenderung wurde die Vorlage vom Reichsrat genehmigt. Zustimmung fand eine Verordnung über Sprengstoffe. Schließlich wurden die Durchführungsbestimmungen zu den Erhebungen über die Steuerpflicht der öffentlichen Betriebe vom Reichsrat angenommen. Es wird bestimmt, daß die öffentlichen Betriebe, soweit ihr Betriebsvermögen 1930 mehr als 100000 RM. betragen hat, für die drei letzten vor dem 1. April 1931 abgeschlossenen Wirtschaftsjahre Erhebungsbogen auszufüllen haben. Diese Verpflichtung gilt auch für private und gemischt=wirtschaftliche Betriebe, die den Versorgungsaufgaben dienen. Eine Feststellung der Nationalliberalen Korrespondenz Berlin 15. Okt. Die NLC. teilt mit: Der „Vorwärts“ brachte eine Meldung. der Reichspräsident habe dem Abgeordneten Dingeldey mitteilen lassen, daß er in der augenblicklichen Situation keinen Parteiführer empfangen könne. Er möge sich an den Reichskanzler wenden. In dieser Form trifft die Behauptung des„Vorwärts“ nicht zu, die offenbar auf eine Indiskretion zurückgeht, die jedoch nicht dem Büro des Reichspräsidenten zur Last fällt. Wir müssen es uns auch aus grundsätzlichen Erwägungen versagen, in der Oeffentlichkeit auf Verhandlungen einzugehen, die zwischen dem Abgeordneten Dingelden und dem Büro des Reichspräsidenten stattgefunden haben. Wie die Stiarers ihre Geschäfte machten vorausgesagt hätten. Die staatspolitische Aufgabe von heute heiße Gleichberechtigung unseres Volkes mit den anderen Nationen. Das bedeute Beseitigung des Friedensvertrages von Versailles und Aenderung des ganzen Unterjochungssystems. finden, als man anzunehmen geneigt sei. Die Reichswehr sei, obwohl sie einen Torso darstelle, ein außerordentlich gutes und zuverlässiges, wenn auch zahlenmäßig völlig unzureichendes Instrument, und sie trage mit Recht heute wieder den Ehrentitel einer Lehrtruppe der Welt. Wie hoch ist die gesamte Abgabenbelastung! Dritter Tag des Sklarek-Prozesses Berlin, 15. Okt. Bei Beginn des zweiten Verhandlungstages des Sklarek=Prozesses fehlen die Angeklagten Bürgermeister Schneider und Diplom=Kaufmann Ludwig. Auf die Erklärung von Stadtbankdirektor Schmitt, daß er nicht mehr in der Lage sei, seinen Verteidiger zu bezahlen, bestellt das Gericht Rechtsanwalt Glogauer als Offizial=Verteidiger des Stadtbank= direktors Schmitt. Stadtbankdirektor Hoffmann erklärt, daß selbstverständlich zwischen ihm und den Brüdern Sklarek Beziehungen bestanden hätten, da die Sklareks als hochehrenwerte und hochanständige Herren gegolten hätten. Es sei eine dienstliche Anweisung dahin ergangen, möglichst enge Beziehungen zwischen den Stadtbankdirektoren und den Kunden der Stadtbank zu pflegen. Die Sklareks seien stets über alle Vorgänge im Rathaus bestens unterrichtet gewesen. Der Vorsitzende weist Hoffmann darauf hin, daß mit der Anordnung, die Stadtbankdirektoren sollten mit den Kunden gesellschaftliche Beziehungen pflegen, keineswegs ein Besuch von Nachtlokalen gemeint sein könne. Leo Sklarek behauptet, daß eine Tantieme von 10 000 RM., die zunächst verweigert worden sei, schließlich doch an Hoffmann ausgezahlt worden sei. Auf die Frage des Staatsanwaltschaftsrates Dr. Weißenberg, ob Willi Sklarek vor dem Kriege den Offenbarungseid geleistet habe, antwortet dieser bejahend. Auch bei Leo Sklarek wird festgestellt, daß er vor dem Kriege einen Offenbarungseid geleistet hat. Da sich wegen dieser Fragestellung Streitigkeiten zwischen Verteidigung und Staatsanwaltschaft ergeben, erklärt Dr. Weißenberg, er wolle dadurch beweisen, daß die Sklareks ihr Vermögen erst durch die Betrügereien an der Stadtbank erlangt hätten. Bei den rechtlichen Ausführungen zwischen Gericht, Verteidigung und Staatsanwaltschaft, ob Stadtrat Gäbel und Bürgermeister Kohl bei der Ausübung ihrer Aemter als Aufsichtsrats= mitglieder der KVG. als Beamte anzusprechen gewesen seien, erklärt Obermagistratsrat Dropmann, daß bei Gesellschaften, deren Gesellschaftsanteil zum größten Teil im Besitze der Stadt wäre, die Aussichtsratsmitglieder unbedingt als Beamte anzusehen seien. Der Vorsitzende geht dann auf die Zusammenhänge mit der Berliner Anschaffungsgesellschaft ein. Die Brüder Sklarek bestreiten, daß die BAG. eine Vorauszahlung geleistet hat. Sie behaupten vielmehr, die Bücher seien von dem Der größte Wirtschaftsprozeß: Geschäftsführer Kieburg gemeinsam mit dem Stadtamtmann Schettler, der jetzt als Sachverständiger fungiere, gefälscht worden. Kieberg habe Schettler betrunken gemacht, so daß dieser alles getan habe, was Kieberg wollte. Auch der Berliner Bürgermeister Scholz habe davon gewußt und die ganze Angelegenheit erst später aus politischen Gründen aufgedeckt. Nachdem Rechtsanwalt Dr. Pindar erklärte, daß jede Zahl in den Bilanzen der BAG. gefälscht sei, fragte der Vorsitzende den Bürgermeister Kohl, um was er sich als Aussichtsratsmitglied der BAch. eigentlich gekümmert habe. Kohl erwiderte, daß er sich auf seinen Geschäftsführer Kieberg verlassen habe. Auf den Vorwurf des Vorsitzenden, daß von der BAG. zum Teil sehr schlecht eingekauft worden sei, erklärt Leo Sklarek, daß sie bei der Uebernahme der KVG. schlechte Waren aus der Kriegszeit mitgenommen hätten, weil sie deshalb den großen Monopolvertrag mit der Stadt Berlin erhalten hätten. Im weiteren Prozeßverlauf werden die Aufträge der KBG. an die Firma Sklarek im Jahre 1924 erörtert. Bei Besprechung eines Auftrages auf Wintermäntel in Höhe von 305.000 RM. fragt der Vorsitzende, ob die Brüder Sklarek den Auftrag ordnungsgemäß erhalten und ob sie niemals Aufträge infolge von Bestechung bekommen hätten. Leo und Willi Sklarek erklärten darauf, daß dies niemals der Fall gewesen sei. Im Gegensatz dazu behauptet die Staatsanwaltschaft, daß Kohl bereits 1923 von den Sklarek bestochen worden sei. Nunmehr kommt ein Brief zur Sprache, den die Sklareks an Bürgermeister Kohl geschrieben haben und in dem sie Konfektionsstoffe für 300000 RM. anboten. Stadtkämmerer Karding bewilligte daraushin der K VG. einen Kredit zum Einkauf billiger Waren für 250000 RM. Die Sklareks lieferten die Waren im Durchschnitt 12 v. H. teurer als in dem Angebot versprochen. Auf eine neuerliche Offerte der Sklareks wurde vom Stadtkämmerer Karding der KVG. eine halbe Million bewilligt. 400000 RM. gingen sofort auf das Stadtbankkonto der Gebrüder Sklarek. Bei der Besprechung des Komplexes BAG. behauptet Degner, er könne für sich den Ruhm in Anspruch nehmen, Kieberg gestürzt zu haben, da er im Aufsichtsrat gesagt habe, daß Kieberg nicht mehr zu vertrauen sei. Bei der Besichtigung des Warenlagers habe er nämlich festgestellt, daß dort hauptsächlich Attrappen stünden. Der Magistrat habe jedoch nach Degners Angaben nichts unternommen.— Das Gericht vertagte sodann den Prozeß auf Freitagvormittag. Beginn des„Zudag Prozesses Die Anklage gegen die leitenden Direktoren der zusammengebrochenen Frankfurter Allgemeinen Versicherungs=Gesellschaft Am gestrigen Donnerstag begann in Aber das darf nicht dazu verleiten, die FavagFrankfurt a. M. der Prozeß gegen die asfäre zu unterschätzen. Sie ist in vielen Beleitenden Direktoren der im August 1929 ziehungen außerordentlich symptomatisch für alle usammengebrochenen Frankferter Augs= späteren Wirtschaftszusammenbrüche. Immer Hergt antwortet Dietrich genau gewußt, daß Dr. Oberfohren die Gesamtbelastung an Steuern, Gehaltsabzügen und soBerlin, 15. Oktober. In einer Pressebesprechung zialen Mehrlasten im Reiche und bei den Länantwortete Abg. Hergt(Dutl.) auf die Aus= dern und Gemeinden gemeint hat. führungen, die Reichsfinanzminister Dietrich am Mittwoch im Reichstag in Erwiderung det Rede des Abg. Dr. Oberfohren gemacht hat. Er Diese Last ist nicht bloß 5 Milliarden, sondern sie ist heute schon weit höher. führte u. a. aus: Die Ausführungen des Reichs Schon vom 1. Januar 1937, 65s, JJuli. 123), s inanzministers sind ein bloßes Fechterkunststück(Zeigrhsßt,gvon anderthalb 99=4gzzgjarden nie gewesen. Dr. Oberfohren hat gesagt: Gesamtbelastung mehr als fünf winngarven Mt. Heieeson. An. Brrssohee Iuc Peinhe. Die Steuergesetzgebung, die wir in den letzten Jahren erlebt haben, hat dem deutschen Volk fünf Milliarden Steuern gebracht. Der Reichsfinanzminister hat darauf geantwortet, daß die vom Reich in dieser Zeit ausgezusammengebrochenen Frankfurter Allgemeinen Versicherungsgesellschaft(Favag). Auf Grund der Notverordnung wird die Verhandlung vor der Großen Strafkammer stattfinden, so daß also eine Berufung nicht möglich ist. Der Prozeß wird sowohl an Länge wie an Umsang alle bisherigen deutschen Strasprozesse weit übertreffen; er dürfte mehr als vier Monate dauern. Zwei Jahre hat es gedauert, ehe die Schuldigen an dem ersten großen Zusammenbruch, durch den die jetzige Wirtschaftskrise ausgelöst wurde, vor Gericht gezogen werden konnten. In dieser Zeit ist der Skandal der Frankfurter Allgemeinen, der vor zwei Jahren in vorderster Reihe des Interenses nand, etwas in den Hintergrund getreten. für Reich, Länder und Kommunen. Sie setzt sich zusammen aus Steuern und Zöllen in Höhe von 2285 Millionen Mark, wobei Gemeinde=Bier=,sesses stand, Getränke= und Bürgersteuer, weiter auch Kür=[Die jüngsten Ereignisse haben ein übriges dazu zungen an Gehältern in Höhe von 912 Millionen beigetragen, um rückschauend selbst den Verlust Den aupur;[Mark und der Reichsversorgung von 85 Mill. von 70 bis 90 Millionen, der der deutschen Wirtschriebenen Steuern nur 1750 Millionen Mark Mark hierin nicht enthalten sind und endlich aus schaft daraus erwachsen ist, als sast unbedeutend betragen hätten. Dabei hat der Minister ganz der Erhöhung der Arbeitslosenversicherungsbei=Verscheinen lassen. 4 spalleren Virrchaftszusar wieder wieder haben sich dabei dieselben Erscheinungen gezeigt. Die maßgebenden Leute haben sich— noch über thre großen Bezüge hinaus— Sondervergütungen zugeschanzt, sie haben versucht, sich persönlich zu bereichern und sind zum Schluß nicht davor zurückgescheut, Verluste aus Privatgeschäften auf ihr Unternehmen zu überwälzen. Wohl nirgends— wenn man vom Fall Nordwolle absieht— in solchem Umfang wie bei der Favag. Angeklagt sind sieben Personen: die FavagDirektoren Becker, Kirschbaum, Lindner und Schumacher, der Generaldirektor der zum Konzern gehörenden Vereinigten Berlinischen und Preußischen Versicherung, Mädje und die Leiter der Konzernbank„Südwestdeutsche Bank“, Sauerbrey und Fuchs. Der wahre Hauptschuldige erscheint— was den Prozeß vom kriminalistischen Standpunkt besonders interessant machen dürfte, — nicht auf der Anklagebank. Es ist der bereits Ende 1927 gestorbene Generaldirektor Dumke, der führende Mann in der deutschen Versicherung, E: Nr. 280 Zweites Blatt des„Stadtanzeigerd für Castrop=Rauxel und Umgebung“ Freitag, den 16. Oktober 1931 Castrop=Rausel Castrop=Rauxel, den 16. Oktober 1931 Herbst Kurbelt die Sonne mit strahlenden Armen den neuen Tag: Früh schon dehnt sich die Landschaft. Noch flattert die Nacht, ein schlanker Falk, mit schwarzen Flügeln über schwingenden Höhn. Gelb aber schwirren im Osten die Wege, der Fluß zwischen den Ufern der Berge. Horch: Winde rufen über die Wälder, rusen Namen mit silbernen Lauten, deinen Namen und den meinen. Nun springt das Orchester der großen Fahrt: es knattern die Funken vom Tau in den Gräsern; Antennen=Masten der Wälder, flammend vom Abschied verweht, singen die mächtigen Lieder atmenden Lichtes von Wolken und reitenden Wassern, letztem Jubel der Vögel. Trunken taumelt der Falk über die Berge von dannen. Da züngeln heimlich, tiefer durch den Tann, die rostroten Feuer des Herbstes; rotblühende Wolken, wie Heidekraut und Erika, hängen die Buchen gekugelt voll von Festigkeit und rieselndem Blättergetön. Nur Tage noch, und die Berge sind müde vom schweren Schritt und dem Echo des Sommers. Aber schon klopft unter der Bäume Rinden mit horchendem Herzen das Leben! Karl Vogler. Die neuen Wohlfahrtsrichtsätze ab 1. November Die Verhandlungen zwischen den Regierungspräsidenten von Arnsberg und Düsseldorf und den Vertretern der Bezirksfürsorgeverbände über die Senkung der Richtsätze für Wohlfahrtsunterstützungsempfänger haben zur Festsetzung neuer Richtsätze geführt, die in den nächsten Tagen amtlich bekannt gegeben werden. Die dabei vorgenommene Senkung tritt für alle Gemeinden einheitlich entgegen dem Erlaß nicht am 1. Oktober, sondern am 1. November in Kraft. Die neuen Richtsätze stellen sich danach vom 1. November an wie folgt: a) Alleinstehende im eigenen Haushalt 36 RM. b) Haushaltungsvorstand 36 RM. c) Ehefrau oder Personen im Haushalt von Angehörigen 18 RM. d) Kinder bis zu 14 Jahren 14 RM. e) Kinder von 14 bis zu 21 Jahren 14 RM. Demnach erhalten vom 1. November an monatlich: ein Ehepaar ohne Kinder 54 RM. ein Ehepaar mit einem Kind 68 RM. ein Ehepaar mit zwei Kindern 82 RM. ein Ehepaar mit drei Kindern 96 RM. ein Ehepaar mit vier Kindern 110 RM. ein Ehepaar mit fünf Kindern 120 RM. (Höchstsatz) Für die gehobene Fürsorge tritt der bisherige prozentuale Aufschlag von 25 v. H. hinzu, jedoch nur für den Hauptunterstützungsempfänger. Die neuen Sätze gelten für diesen Winter bis 1. April 1932. In den Sätzen ist der Betrag für Winterbrand enthalten, der vom 1. April 1932 in Wegfall kommt. Kleingärten und Arbeitslose Es ist charakteristisch für die heutige Zeit und für die Notlage im Industriegebiet, daß die Kleingartenbewegung ein Ausmaß annimmt wie nie zuvor. Und es ist wiederum charakteristisch, daß die Bewegung in den Bezirken am stärksten ist, in denen auch die stärkste Arbeitslosigkeit herrscht. Die Bewerbungen um Kleingärten haben im Laufe dieses Jahres um Zehntausende zugenommen. Es ist natürlich kein Denken daran, daß alle Bewerbungen berücksichtigt werden können. Denn keine Kommune verfügt über soviel Freigelände. Immerhin wird alles getan, um den Ruf nach Kleingärten wenigstens einigermaßen zu befriedigen. Man legt jetzt sogenannte Erwerbslosen=Kleingärten an. Das Gelände hierfür wird nur für mehrere Jahre zur Verfügung gestellt. Diese Arbeitslosenkleingärten unterscheiden sich von den Dauerkleingärten wesentlich. Während die Dauerkleingärten, die als öffentliche Grünanlagen gelten und in Erbpacht gegeben werden, nur nach bestimmten Vorschriften bebaut werden dürfen, gelten diese Vorschriften für die Erwerbslosen=Kleingärten nicht. Sie sind lediglich Nutzgärten. Auch werden sie nicht auf Kosten der Kommunen angelegt. Diese stellen vielmehr nur das Gelände und das Material zur Verfügung, während die Arbeiten von den Pächtern selbst vorgenommen werden müssen. Für die Erwerbslosen bedeuten die Kleingärten eine nicht unwesentliche Erleichterung des Haushalts, denn im Durchschnitt beläuft sich der Reinertrag eines Kleingartens jährlich auf rund 200 RM. Man sollte dieser Bewegung auch in Castrop= Rauxel die ihr gewiß gebührende Beachtung schenken! Wachsender Anwinle gegen ven Schatabbau haupt erst beruht, aufrecht zu erhalten, wenn man gechen vergeht, ist dies nur allzu erklärlich. Thadie geplanten Zugriffe nach der sachlichen und##a, die heitere Muse, regiert daher Bühne und persönlichen Seite hin wirklich durchführen will, zz— um Film die Sonne zu geben, die den Henner mit Entsetzon erfüllen die ab#r bie uns im Leben hitter fehlt Am heutigen Das Verfahren, unter dem Vorwand der Finanznot durch Notverordnung ohne zeitliche Befristung umstürzende grundsätzliche Aenderungen am Bildungswesen vorzunehmen, findet weiterhin energische Ablehnung. Wir geben folgende Simmen wieder: Erklärung der Konferenz der deutschen Hochschulrektoren.(Germania vom 11. 10. 1931) „... Die deutsche Rektorenkonserenz ist davon überzeugt, daß die aller Kenntnis der deutschen Hochschulen baren Kräfte, die hier am Werke waren, sich in solchem Ausmaß nicht hätten durchsetzen können, wenn der preußische Minister für Wissenschaft, Kunst und Volksbildung den ihm unterstellten und seiner Fürsorge anvertrauten Hochschulen den tatkräftigen Schutz in der Stunde der Gefahr geleistet hätte, den sie von ihm zu erwarten berechtigt sind.“ Friedrich Muckermann S. im Düsseldorfer Tageblatt vom 10. 10. 1931 „.... Was hier vor sich geht, sind harte Eingriffe nicht nur in die finanzielle Gebarung, sondern in das Wesen der deutschen Bildung und Tradition überhaupt. Zurzeit besteht in Preußen die Koalition zwischen Zentrum und Sozialdemokratie, über deren Notwendigkeit zu urteilen Sache der Politiker ist. Mag aber auch solch eine Notwendigkeit bestehen, so müssen wir um so entschiedener darauf hinweisen, daß Koalitionen nicht erkauft werden durch Schacher um die Kultursubstanz der deutschen Nation. Ein merkwürdiger Staat das, der auf seinen höheren Schulen die Kommunistenführer heranzieht, die das Ergebnis solcher Notverordnungen einmal sein werden..... Notverordnungen sind nicht die rechte Methode, um eine organische Reform durchzuführen. Reichen sie schon im Wirtschaftsleben nicht weit, so müssen sie gänzlich versagen im Bezirke der Bildung.“ Staatsrat Block im Darmstädter Tageblatt vom 6. 10. 1931 „... Es ist ganz unmöglich, die Leistungshöhe unserer deutschen Schule, auf der die Möglichkeit des Wettbewerbs mit den volkswirtschaftlich und staatspolitisch günstiger gestellten Ländern überdem Großteil seiner Werke spricht und das Filmpublikum immer wieder von neuem in seinen Bann zwingt. In einer Zeit, in der den meisten Menschen unter dem Druck der Alltagssorgen das Lachen vergeht, ist dies nur allzu erklärlich. Thadie ven Kenner mi Enteven ersanen, die über mit einer erschütternden Ahnungslosigkeit gefordert werden...“ Vossische Zeitung vom 9. 10. 1931: „.... Die jüngsten Sparmaßnahmen in der Schule, die in ihren letzten Konsequenzen den bisherigen Bildungsstand des Volkes ernstlich gefährden, haben weite Kreise in Bewegung gesetzt. Auch im Bereich der Wissenschaft sind die Folgen verhängnisvoll.. Wissenschaft und Kunst sind aber vielleicht die einzigen Waffen, die uns im Konkurrenzkampf der Völker verblieben sind. Dies Kapitel angreisen, heißt die letzte Wasse verkaufen, um dem Heute leben zu können.“ Ausland für deutschen Schulabbau Die Fortsetzung der Notverordnungspolitik gegen das Schulwesen ist geeignet, zu unserem wirtschaftlichen Verfall auch den kulturellen— kaum in dem wieder gutzumachenden— zu fügen. Daß daran fabelhaft dressierten Pferd„Silberkönig“, die gewisse Kreise des Auslandes nicht ohne Interesse Hauptrolle spielt. Ein Lustspiel und ein Kultursind, ergibt sich aus folgender Stelle in Nr. 1231 film vervollständigen das reichhaltige Programm. der Preußischen Lehrerzeitung vom 13. 10. 1931:#huen.umm „.... Der Abbau unseres Schulwesens erfolgt Siaiten Schwerin zum großen Teil unter dem Druck des Auslan= 076„Arminig“ des. In London wie in Paris hat man dem 936 Reichskanzler gesagt, Deutschland gebe zuviel für Es wird darauf aufmerksam gemacht, daß der seine Schulen aus, da müsse gespart werden...] Vereinsabend der DIK.„Arminia“ am Freitag, Weniger friedlich Gesinnte überlegen vielleicht, ob man diese Kraftquellen nicht rechtzeitig verstopfen oder verunreinigen solle. Die Franzosen Film und sucht uns im Film die Sonne zu geben, die uns im Leben bitter fehlt. Am heutigen Tage startet im Roland=Theater„Trara um Liebe,“ ein neues Werk Meister Eichbergs, dem der Ruf vorangeht, daß es wieder ein hinreißender Treffer und Lachschlager geworden ist. Eichberg ist es gelungen, sich diesmal die Mitwirkung des unvergleichlichen Felir Bressart zu sichern, der als österreichischer Vorkriegsmajor und Festungskommandant wahre Lachstürme entfesselt. Der Liebhaber ist der charmante Georg Alerander, während die Frauenrollen mit der reizenden Martha Eggerth. dem neuen Eichbergstar. der beliebten Maria Paudler und der unverwüstlichen Senta Soeneland besetzt ist. Außerdem wirkt der lustige Ernst Verebes und der aus Hollywood zurückgekehrte Anton Pointer in Eichbergs „Trara um Liebe“ mit. Das weitere Programm des Roland=Theaters bringt den spannenden Sensationsfilm„Piraten des gelben Flusses“ mit dem hier so gern gesehenen Richard Dir und„Maskierte Banditen". in dem Fred Thomson mit seinem bekannten, dem 16. Okt.. abends 20 Uhr, im Vereinssaal haben ja die Erfahrung der deutschen Regeneration durch den Schwung einer neuen Erziehung nach 1806 schon einmal gemacht stattfindet. Den Bemühungen des Präses und des Vorstandes ist es der DJK.„Arminia“ gelungen, die Genehmigung zur Benutzung des Sportplatzes der TIK.„Adler“ Raurel zu erhalten. Es ist vorgesehen, an diesem Abend auch Man kann der Preußischen Lehrerzeitung nur kraftler Pgnignnichaft aufzustellen. Die Jugendzustimmen, wenn sie fortjährt: Schwerin, die Interesse 's gute oder schlechte Versasung, der deut werden gebeten, an diesem Abend zu erscheinen. schen Schult ist eine außenpolitische Latsache von gtaut.„ d übend zu erscheinen. entscheidender Bedeutung. Und unsere nationale Stadtteil Rauxel=Bahnhof Würde ist dabei mindestens so engagiert wie beim Heeresetat! Der Abbau von Schuistenen in Gastrop=Käuxer Mit dem heutigen Tage treten an den evan=] Durch den Stellenabbau ist der Klassendurchgelischen Volksschulen folgende Personalveränderungen ein: 1. Die Bewerber bzw. Bewerberinnen: Trottenburg— Bismarckschule, Unglaube— Hindenburgschule, Scherer— Pestalozzischule, Bergmann— Pestalozzischule, Knod— Lutherschule, önnebeck— Goetheschule sind von der Regierung abberufen worden. Die von ihnen verwalteten Lehrstellen sind ausgehoben. 2. Lehrer Klauke— Gustav=Adolfschule, und Lehrerin Middelmann— Melanchthonschule, sind an die Pestalozzischule versetzt. der Evangel. Frauenhilfe Rauxel Die Evangelische Frauenhilfe Raurel konnte vor einigen Tagen ihr Jahresfest, unter großer Teilnahme begehen. Selbstredend war es im bescheidenen, dem Ernste der Zeit angepaßten Rahmen gehalten. Pastor Obermener konnte in der Begrüßungsansprache eine Reihe von Gästen schnitt in den evangelischen Volksschulen auf rund Frauen vorgetragenen Gedichten zunehmen, daß ein weiterer haus und Le Brünningyuus und Fehrer Golczyk nach Schrader(Unna) mit ihrem Vortrag: Hagen versetzt. Dadurch ist an diesen Schulen und Ernte“. In seiner, treffender Weise verstand . assendurchschnitt auf rund 52 Kinder ge sie es, Saat und Ernte auf die zartesten und feinAr u. it ien Familienangelegenheiten anzumenden, wo sie ##ur die ratholischen Volksschulen sind Schritt für Schritt Ursache und Wirkung als Saat bisyer Abbaumaßnahmen noch nicht erfolgt. Doch und Ernte mit ihren Folgen für das Familien= wird auch hier in den allernächsten Tagen mit keben hinstellte und so allen anwesenden Frauen ihnen gerechnet werden müssen. Wenn auch an das Gewissen zu schärfen wußte. So war der den katholischen Volksschulen 50 Kinder als ganze Vortrag gehalten und getragen von einem Klassendurchschnitt angenommen werden, wird heiligen Ernste. Und das aufmerksame Lauschen ein Abbau von 20 bis 25 Stellen anzunehmen gab der Rednerin die Ueberzeugung, daß sie für sein. alle das richtige Wort gefunden hatte. Mit einem phien könnte dann, sofern kein besonderer Brief beigefügt wird, zur ermäßigten Drucksachengebühr erfolgen. Auf Grund dieser Meinungsäußerung des Reichspostministers kann man den Stellensuchenden nur empfehlen, ihren Bewerbungspapieren einen Zettel anzufügen, auf dem es heißt: Rücksendung dieser vervielfältigten Zeugnisabschriften und Photographien erfolgt zur ermäßigten Drucksachengebühr. Sie werden dann nicht mehr so oft wie bisher über den Verlust dieser für sie wertvollen Unterlagen zu klagen haben. Der Schlachthof im Monat September 1931 genannten Monat wurde im städtischen Schlachthof geschlachtet und untersucht: 1 Pferd, 196 Rinder, 64 Kälber, 601 Schweine, 14 Schafe, 2 Ziegen. Zusammen: 878 Schlachttiere. Als untauglich für den menschlichen Genuß wurden beschlagnahmt und vernichtet: 1 Kalb, 1 Schwein, 1 Pferd, 370 Lungen, 80 Lebern, 15 Mägen und Därme, 35 sonstige Organe. Als minderwertig wurden beanstandet und der Freibank überwiesen: 6¼ Rinder, 4 Kälber. Als bedingt tauglich wurden beanstandet: 1 Rind, 1 Schwein. solchen Beifall für seine Darbietungen, daß es sich zu verschiedenen Zugaben verstehen mußte. Herbstdelegiertentag der Arbeitervereine des Dekanats Castrop=Rauxel Der Herbstdelegiertentag der Männer=, Arbeiter= und Knappenvereine des Dekanates Castrop= Raupel, findet am Sonntag, dem 18. Oktober, nachmittags 4 Uhr im Saale der Wirtschaft Richter am Bahnhof Rauxel statt. Der Versammlung geht um 3 Uhr eine Andacht in der Herz=JesuPfarrkirche vorauf. Neben den Delegierten sind auch die Mitglieder der Bezirksvereine willkommen. Motorraddiebstahl Bühnenvolksbund Keine Portoverbilligung für Bewerbungsschreiben Der Reichspostminister hat erneut Anträge auf Portvermäßigung für Stellengesuche abgelehnt. Er hat aber dem Abgeordneten Lambach, der sich für diese Portoverbilligung eingesetzt bat, eine Anregung für die Verbilligung der Kosten für die Rücksendung von Zeugnisabschriften gegeben, worin es heißt: Die Kosten für die Rücksendung von Zeugnisabschriften und Photographien können von den stellensuchenden Angestellten dadurch verbilligt werden, daß sie diese Abschriften durch eine der zur mechanischen Vervielfältigung von Schriftstücken in Büros vielfach gebraachten Maschinen (Typenflachdruck, Hektograph, Muligraph usw.) anfertigen, was ihnen wohl meist ohne wesentlichen Ausgaben möglich sein wird. Die Rücksendung der Zeugnisabschriften#en PhotograDer„Wallenstein“ am kommenden Sonntag ist Wahlvorstellung für alle Serien. Auf diese Vorstellung(Premiere) wird besonders aufmerksam gemacht, da es sich um die Sonderveranstaltung anläßlich des zehnjährigen Bestehens der Theatergemeinschaft Bochum=Duisburg handelt. Vorverkauf ab heute. Als nächste Pflichtvorstellung der Serien A und C ist das Lustspiel„Nina“ vorgesehen(Ende Oktober) und für die Serie B Anfang November„Die Andacht zum Kreuze“ von Calderon. Heute(Freitag) abend ist für die Castrop=Rauxeler Mitglieder des Bühnenvolksbundes die erste Pflichtvorstellung dieses Jahres. Es wird das dreiaktige Lustspiel„Das große Objekt“ E. Conried gegeben. Die Spielleitung hat Viktor Ahlers. Beginn 20 Uhr, Ende 22.15 Uhr. Neuanmeldungen von Mitgliedern nimmt die Buchhandlung Franz Lambertz, Münster Straße, entgegen. Heute: Militärkonzert Es sei nochmals empfehlend auf das Militärkonzert hingewiesen, das heute abend.15 Uhr im großen Saale des Kolpinghauses vom Reichswehrschulorchester Neuwied=Oberbieber unter Leitung von Musikdirektor Knirsch stattfindet. Auch das am Mittwochabend in Langendreer gegebene Konzert war für das Orchester ein voller Erfolg. Es sand bei stark besetztem Hause Vor der Wirtschaft Wellinghoff am Remberg in Dortmund=Hörde ließ Dienstag abend gegen 21 Uhr der Schuhmacher Otto W. aus Castrop= Rauxel sein Motorrad IX 24 455 für kurze Zeit unbeaussichtigt stehen. Dieses rot angestrichene Rad wurde ihm gestohlen. Von dem Täter fehlt noch jede Spur. Drei Ladendiebinnen gefaßt Am 15. 10. 1931, gegen 18 Uhr, wurden in dem Kaufhause Epa in der Herner Bahnhofstraße drei Frauen dabei beobachtet, als sie von verschiedenen Auslagetischen Waren an sich nahmen und damit verschwinden wollten. Sie wurden gestellt und der Polizei übergeben. Die entwendeten Sachen, wie Wolle, Zahnbürsten, Kragen und eine Haarspange wurden ihnen abgenommen. Die Festgenommenen wurden von der Kriminalpolizei als drei Ehefrauen aus Castrop=Rauxel festStadtteil Castrop Rauxeler Booken-Prozession Sonntag nachmittag findet die historische Prozession zum Kreuz in Rauxel statt. Die Prozession geht um 2 Uhr von der St. Lambertuskirche aus. Es wird gerade in dieser Notzeit erwartet, daß sich die Gemeindemitglieder recht zahlreich an der Aufrechterhaltung der alten Tradition beteiligen. Ein neuer Eichberg=Film im Roland=Theater Unter den Pionieren des deutschen Films steht SSJgd Pichgeg 3u und Produzenten Richato Eichverg mit an allererster Stelle. Mehr als 80 Filme sind unter seiner Leitung entstanden und haben ihren Weg als Träger deutschen Humors und deutscher Bildkunst in die Welt angetreten. Obgleich Richard Eichberg eine Reihe großer Erfolge auf dem Gebiete des ernsten Ausstattungs= und Spannungsfilms zu verzeichnen hat, verdankt er seinen Ruhm doch vor allem seinem unverwüstlichen, kernigen Humor, der aus kurzen Schlußzwort und dem gemeinsamen Gesang des Frauenhilfsliedes fand die Feier ihren Abschluß. Stadtteil Habinahorst Ausfall eines Theaterabends Das vom Vorstand des Evangel. Volksvereins Habinghorst für kommenden Sonntag geplante Drama„Volk ohne Gott“, gespielt von der Evangelischen Landesbühne Dortmund, muß wegen der wirtschaftlichen Lage ausfallen. Stadtteil Ickern Im Silberkranze Das Fest seiner silbernen Hochzeit feierte dieser ag#s Ehepaar Carl Kremer, Am Kär. Dem Jubelpaar nachträglich ein herzliches„Glückauf!“ Filmvorführung Am Montag, dem 19. Oktober, zeigt die Evangelische Bildkammer Witten den Film„Nanuk. der Eskimo“, im Lutherhause. Nachmittags um 5 Uhr ist Kindervorstellung, Eintritt 10 Pf.; abends um 8 Uhr für Erwachsene, Eintritt 20 Pf. Aus der Nachbarschaft Herne Silberhochzeit konnten dieser Tage Eheleute Richard Jauer, Börnig, Gerther Strage 34, im Kreise ihrer Familie begehen. Der Jubilar steht seit Jahrzehnten im Dienste der Straßenbahn=Gesellschaft Herne—Castrop Rauret und erfreut sich bei seinen Vorgesetzten und Kollegen des besten Rufes. Der Straßenbahnerverein Herne=Castrop=Rauxel ließ es sich nicht nehmen, durch eine Deputation dem Jubelunter Ueberreichung eines Geschenkes seine Glückwünsche darzubringen. seine Gottesdienstordnung der Synagogengemeinde Freitagabend.15 Uhr. Samstagmorgen.30 Uhr. Zeirschristenschau „Ich eröffne die Sitzung“, unter diesem Titel Gisselas hrse Gr. 43) einenudeuer Su. Verschnlschleten der Voltovertelungs antesten die jebt zum Verkauf d Sagan in Schlesien. Kreise Al Capapes sortgeführt. Thraler, Konzerik, Vortragr Olympia Dortmund Das schon seit einigen Tagen mit größter Reklame angekündigte Gastspiel Paul Beckers setzt nunmehr im Rahmen eines besonderen SpitzenVarietee=Programms endgültig am 16. Oktober ein. Paul Beckers ist nach Otto Reuter der bestbezahlte Humorist Deutschlands. Er hat sich besonders durch seine Burleske:„FliegentütenHeinrichs Glück“ einen großen Namen geschaffen und sein Auftreten gilt in jeder Stadt als Sensation des Tages. Aus dem Varietee=Teil seien erwähnt: die „10 Asgards“, die besten Schleuderbrettakrobaten des Kontinents,„8 Bredwins“ equilibristische Neuheiten,„4 Gleos“ Trampolin=Künstler bester Klasse,„2 Adellys“, eine Musikalrevue ohnegleichen. Trotz des Gastspiels Paul Beckers, sind die Preise nicht erhöht worden und betragen nachmittags.30 Uhr: 30 Pfg. bis 1 M und abends .15 Uhr: 60 Pfg. bis 2 M. SSeentbinper Bereinsnachrichten unter dieser Rubrik werden die Zeile mit 40 Pf., mindestens jedoch mit 2 Mark für jede Meldung berechnet Kath. Jungmännerbund St. Lambertus Heute halten wir um 6 Uhr im Kolvinghause unseren festgesetzten Heimabend der Jungenschaft ab. Es ist für reiche und gute Unterhaltung, wie Preisschießen, Kegeln und andere Spiele gesorgt. Sorgt ihr nun, daß ihr recht zahlreich und pünktlich zur Stelle seid, damit wir diesen Abend noch ba#er ausgestalten können, wie den letzten. Wir beenden den Abend gegen 8 Uhr. Eingesandt Nachhall zur Kirchenvorstandswahl in Habinghorst Anläßlich der am 30. 9. stattgefundenen Wahl des Kirchenvorstandes der katholischen Kirchengemeinde Habinghorst wurde eine zweite Liste aufgestellt. Zur Vorbereitung der Wahl wurden am 28. 9. einige Herren zu einer vertraulichen Sitzung eingeladen. Bei dieser Gelegenheit wurden von bisherigen Kirchenvorstandsmitgliedern auf Wunsch Aufklärungen über feststehende Jahresausgaben u. a. auch über die Vergütung für den Kirchenkassenrendanten gegeben. Darob große Entrüstung beim Herrn Frisse, der sich nunmehr als Kirchenkassenrendant bezeichnete. Unter Abdruck einer Erklärung des Herrn Pfarrers wird in der„Castrop=Rauxeler Volkszeitung“ (Nr. 283 vom 12. 10.) behauptet, Herr Frisse habe für seine Arbeit nie eine Vergütung beansprucht und auch nie eine solche erhalten. Dazu erwidern wir, weil die Castrop=Rauxeler Volkszeitung uns ihre Spalten für eine Erwiderung nicht zur Verfügung stellen will, an dieser Stelle folgendes: Im Jahre 1926 wurde auf Grund einer bischöflichen Verordnung ein vollständig neuer Kirchenvorstand gewählt. Eine Wahl des Kirchenkassenrendanten erfolgte seiner Zeit innerhalb des neuen Vorstandes nicht; auch wurde nicht bekannt gegeben, daß Herr Frisse als Rendant bereits 1908 auf Lebenszeit gewählt worden sei. Dagegen wurde 1926 ein Steuerausschuß gewählt. Diesem oblagen u. a. Prüfung und Erledigung der Kirchensteuer=Reklamationen und Vorvrüfung des aufgestellten Jahresetats. Da die Erhebung der Kirchensteuern dem Küster obliegt, und der Etat vom Herrn Pfarrer selbst aufgestellt wurde, wissen wir nicht, welche besonderen Obliegenheiten für den Rendanten noch übrig bleiben. Gelegentlich der Vorbereitung zur letzten Wahl wurde im kleinen, vertrauten Kreise— nicht wie im Artikel der Castrop=Rauxeler Volkszeitung vom 12. 10. angegeben, in öffentlicher Versammlung— darauf hingewiesen, daß dem Kirchenvorstand manches vorenthalten sei u. a. die Namhaftmachung eines Rendanten. Mit uns werden wohl viele Katholiken der Meinung gewesen sein, daß der Küster der Rendant sei. Bei Befragung nach den einzelnen Ausgaben haben wir dann auch wahrheitsgemäß darauf hingewiesen, daß im Haushaltsplan für den Rendanten seit Jahren 100 RM. in Ausgabe gestellt worden sind. Wir sind der Meinung, daß es nicht nur ein Recht, sondern eine Pflicht eines Kirchenvorstandsmitgliedes ist, den Steuerzahlern auf Wunsch über die Verwendung der Gelder Aufklärung zu geben. Sind die Zahlen in dem uns zur Prüfung vorgelegten Haushaltsplan richtig, dann haben wir die Wahrheit gesagt, sind uns dagegen irreführende Zahlen vorgelegt, dann mag die Bevölkerung urteilen, wer Schuld an dem„haltlosen“. Gerüchte hat. Dann stellen wir aber weiter die Frage, warum die 100 RM. jährlich erneut angesetzt wurden, und wie der Betrag verwendet worden ist, falls ihn Herr Frisse nicht bekommt bzw. nicht angenommen hat. Zu dieser Erwiderung sei ferner hinzugesetzt, daß wir als Mitglieder der Steuerkommission jahrelang uneigennützig der katholischen Sache mindestens im Maße des Herrn Frisse dienten. A. Kusma. J. Schröder. Wie wird das Wetter? Wetterbericht der Wetterdienststelle Essen Das kräftige Hochdruckgebiet über England beherrscht die Wetterlage von West= und Mitteleuropa vollkommen. Noch immer hielt die Nordströmung auf seiner Ostseite so weit an, 1 daß es nur an ganz geschützten und verdunstungsreichen Stellen zu Nebel kam. Nur Ostdeutsch= land hatte noch abklingendes Rückseitenwetter mit vereinzelten Schauerniederschlägen. Der Schwerpunkt des starken Hochdruckgebietes verlagert sich ohne Verflachung weiter östlich. Ein umfangreiches Tiefdruckgebiet liegt südlich von Grönland. Ein Vorläufer ist bereits über Island in das Nordmeer gewandert und beeinflußt die skandinavische Westküste durch starke Niederschläge. Vorhersage für Freitag: Auf Ost, später auf Südost drehende leichte Winde. Trocken. Mäßig warm. Morgens Nebel bei Temperaturen um Null Grad. Wahrscheinliche Weiterentwicklung: bei südlichen Winden Fortbestand der herrschenden Schönwetterlage. Die Bitletung des Srolenwder 1s) in Gasttop=Kaufel 1. Reteorologische Einzelheiten: Der September d. Is. hatte das außergewöhnlich niedrige Temperaturmittel von 10,7 Grad; er war mehr als 3 Grad zu kalt. Die höchste Temperatur, 23 Grad, wurde am 1. September nachmittags beobachtet. Die niedrigste Temperatur, 2 Grad Kälte, trat am 24. September vor Sonnenaufgang ein. Am 1. September sank die Wärme nicht unter 14,5 Grad, dagegen stieg sie am 24. September nicht über 9 Grad. Der 2 September hatte noch die sommerliche Durchschnittswärme von 19 Grad; anderseits brachte es der 23. September nur auf das dem November entsprechende Mittel von 4,3 Grad. Nur an fünf Tagen lag die Durchschnittswärme höher als das normale Monatsmittel(13,9 Grad); aber bereits an 16 Tagen blieb sie unter 10 Grad. Das mittlere Wärmeminimum berrug 6,6 Grad, das mittlere Maximum 15,3 Grad. Die Tagesmittel hatten eine durchschnittliche Veränderlichkeit von 1,6 Grad. An 2 Tagen trat schon Frost ein. Der mittlere Luftdruck des Monats betrug reduziert 764½ Millimeter. Den höchsten Stand hatte das Barometer am 15. September morgens mit 773 Millimeter reduziert, den niedrigsten mit 748 Millimeter am 5. September morgens. Die kalte Witterung des Monats wurde bedingt durch das Vorherrschen kalter Winde aus nördlicher Richtung; nordwestliche bis nördliche Winde wehten an 16 Tagen, nordöstliche an 4 Tagen. Nur an 10 Tagen wehten mildere Winde, und zwar südwestliche bis westliche an 8 Tagen, südliche an 2 Tagen. Der Himmel war an 13 Tagen vorwiegend bedeckt, an 10 Tagen wechselnd bewölkt und an 7 Tagen vorwiegend heiter. Der September hatte eine Gesamtniederschlagsmenge von 40.2 Millimeter, d. s. nur 60 Prozent der normalen Monatsmenge. Niederschläge fielen an 15 Tagen. Die größte Regenmenge fiel im Betrage von 9,2 Millimeter am 3. September, die kleinste, 0,1 Millimeter, brachte der 14. Sept. Gewitter gab es an 1 Tag, Nebel an 8 Tagen, Reif an 3 Tagen. 2. Verlauf der Witterung: Die beiden ersten Tage verliefen trocken und warm. Am 3. September gab es nachmittags ein Gewitter mit 9,2 Millimeter Regen. Die drei folgenden Tage waren meist trübe mit Regenfällen, die 1,3 Millimeter, 3,1 und 7,7 Millimeter Niederschlag ergaben. Trockenes, kühles Wetter herrschte am 7. und 8. September. Der 9. Sept. war bei wechselnder Bewölkung kühl mit leichten Regenschauern nachmittags und abends(0,4 Millimeter). Die beiden folgenden Tage waren trocken und kühl, aber freundlich. Am 12. September trat nachmittags Bewölkung ein, und ein mehrstündiger Regen brachte 4,8 Millimeter Niederschlag. Der 13. September verlief unfreundlich und rauh bei lebhaftem Nordwestwind. Leichte Schauer brachten 1,2 Millimeter Regen. Der 14. September war bei wechselnder Bewölkung kühl mit einem leichten Schauer am Nachmittag (0,1 Millimeter). Am 15. September trat morgens der erste Reif ein. Der. Tag verlief trocken und kühl. Trocken und bedeutend wärmer war das Wetter an den 3 folgenden Tagen. Der 19. September brachte meist trübes Wetter mit 2 Millimeter Regen. Die beiden nächsten Tage waren kühl mit Regenschauern, die 0,4 und 5 Millimeter Niederschlag ergaben. Am 22. u. 23. September herrschte trockene und sehr kühle Witterung. Der 24. September brachte den ersten Frost(2 Grad Kälte). Vormittags trat Bewölkung ein, und es gab nachmittags 1,2 Millimeter Regen. Die beiden folgenden Tage waren trübe und wärmer mit leichten Regenfällen(1,8 und 0,3 Millimeter). Die vier letzten Tage des Monats waren wieder kühler und mit Ausnahme des 28. September, der 1,7 Millimeter Regen brachte, trocken und angenehm. Kn. Nachtbereitschaftsdienst der hiesigen Apbtheken Südgebiet der Stadt Freitag, den 16. Oktober 1931 von 7 Uhr abends bis 7 Uhr morgens: Alte Apotheke, Wittener Straße. Nordgebiet der Stadt Central=Apotheke, Harkortstr. 49, Castrop=Rauxel 5 Von Samstag, den 10. Oktober 1931, bis Freitag, den 16. Oktober 1931 einschließlich: Industrie=Apotheke(Dr. Hering), Castrop=Rauxel 4 Kronprinzenstraße. Staatliche Polizei: Sammelnummer 2241 Ueberfallkommando: Fernruf Nr. 3000 Feuermeldung: Fernruf Nr. 2000. Die städtische Sanitätswache und der Krankenwagen sind zu erreichen während der Dienststunden der Stadtverwaltung unter Stadtzentrale und außerhalb der Dienststunden sowie zur Nachtzeit unter Fernruf Nr. 3051. Katholisches Krankenhaus: Fernruf Nr. 2577. Evangelisches Krankenhaus: Fernruf Nr. 2590. Wichtige Fernrufe für Dortmund-West Dortmund=Kirchlinde: Krankenhaus Fernruf Nr. 82 933 Freiw. Sanitätskolonne vom Roten Kreuz, Wache Fernruf Nr. 82 780. Dortmund=Lütgendortmund: Katholisches Krankenhaus St. Barbara Fernruf Nr. 82 300, 82 307 Evangl. Krankenhaus Fernruf Nr. 82 803. Dortmund=Bövinghausen: Sanitätswache der Freiw. Sanitätskolonne Fernruf Nr. 82 539. Dortmund=Marten: Arbeiter=Samariter=Kolonne Fernruf Nr. 82 666. „Steins um Sebenslocgr Theaterabend des Kath. Gesellenvereins Schwerin am Sonntag, dem 18. Oktober im Kasinosaale Der Katholische Gesellenverein veranstaltet am Sonntag, dem 25. Oktober er. im Zechen=Casino= Saal einen Theater=Abend(Stuhlreihen). Zur Aufführung gelangt das Volksschauspiel„Steine am Lebenswege“ von Schare und Webels in fünf Aufzügen. Aus dem Inhalt dieses für die Jugend so lehrreichen Stückes sei folgendes gegeben: Der Berghofbauer Karl Hoolbert hat nur einen Sohn— er ist sein Stolz, sein Erbe. Werner, der Sohn, hat Künstlerblut in seinen Adern. Maler möchte er werden. Seine Liebe für diese Kunst ist groß, zumal sein Talent allgemein bewundert wird. Sein Vater verfolgt mit Groll des Sohnes Absicht. Werner soll Erbe und Verwalter der Heimatscholle sein und bleiben. Da tritt eines Tages eine Wendung ein. Regierungsrat Wyenberg wird auf den jungen Maler aufmerksam, er erkennt seine hohe Begabung und sucht nun den Vater zur Freigabe des Sohnes zwecks Weiterbildung zu bewegen. Der Bauernstolz des Vaters tritt hart gegen den Wohltäter auf. Eine große dramatische Szene zeigt die Gegensätze zwischen Vater und Sohn. Werners Entschluß steht fest: er zieht in die Welt, um sein Talent zu schulen. Werner ist bald, in allem unterstützt von dem Regierungsrat, ein anerkannter Künstler, dessen Werke preisgekrönt und hoch bezahlt werden. Eine weitere Entscheidung tritt ein. Loni, die Tochter des Regierungsrates, liebt den erfolgreichen Künstler, und da sie bereits nach dem Willen ihres Vaters einem ungarischen Rittmeister versprochen ist, drängen die Konflikte zu einem Zusammenbruch des bisher so freundschaftlichen Verhältnisses zwischen Werner sie ins Rutschen kommen und sich selbst und andere Fahrzeuge in Gefahr bringen. Also baut man die Straßen mit einseitigem Profil wieder um. Man kann diese Arbeiten jetzt allenthalben beobachten. und seinem Wohltäter. Werner glaubt, mit der Liebe Lonis alle Steine aus seinem Lebenswege geräumt zu haben. Doch bald nahen neue Schicksalsstürme. Rolf, der Bruder Lonis, ein Mensch mit dünkelhaftem Ehrbegriff, verfolgt mit neidischen Blicken den ruhmgekrönten Weg Werners. Mit zynischer Kälte erinnert er eines Tages Werner daran, daß er früher nur ein„Bauernbursche“ war. Eine große dramatische Szene bringt den vollendeten Abbruch mit dem Hause des Regierungsrates. Loni wird, trotz aller Zerwürfnisse mit dem Elternhaus, Werners Frau. Aber der Erfolg Werners und das lururiöse Leben haben Loni geblendet. Werner verfolgt mit stillem Kummer die anspruchsvollen Lebensfreuden seiner Frau. Als sein krankes Kind stirbt, und Loni, anstatt mit Mutterliebe das sterbende Kind zu pflegen, in der Todesstunde des Kindes in fröhlicher Gesellschaft tanzt, gerät Werner in volle Verzweiflung. Die nun aufsteigenden Kouflikte zermürben Werner an Körper und Seele kehrt er ins Elternhaus zurück. Zuviel waren der Steine, die seinen Lebensweg zermürbten.— Das Stück. mitten aus dem Leben gegriffen, wird jeden Besucher zum Nachdenken veranlassen. Für die Eltern wie für die Jugend wird die Aufführung dieses Volksstückes lehrreiche Stunden bieten. Die Spielschar des Gesellenvereins hat in der Vorbereitung nichts versäumt, um den Theaterabend zu einem guten Gelingen zu bringen. Der Eintrittspreis ist auf 50 Pf. gesetzt, damit es manchem vergönnt ist, trotz der schlechten Wirtschaftlichen Lage, den Theaterabend zu besuchen. Die Gesellen haben die arbeitslose Zeit durch eifriges Proben ausgenützt, um ihren Freunden und Gönnern einige lehrreiche und angenehme Stunden zu bereiten. Möge diese Mühe, im Sinne der Allgemeinheit vollbracht, ihnen gelohnt werden durch recht guten Besuch des Theaterabends. Velthattends=Haltahne Der tödlichen Berrehtsaltfatte Die allermeisten Unfälle sind auf die Gleichgültigkeit der Fahrer zurückzuführen Die neueste Statistik der Verkehrsunfälle liegt jetzt vor. Hiernach sind im Jahre 1929 5867 Personen bei Verkehrsunfällen zu Tode gekommen. Die Steigerung gegenüber 1928 beträgt 904 Personen. Auf 100000 Einwohner kommen im Jahre 1929 9,3 Personen gegen 8,2 im Jahre 1928. Das Jahr 1980 bringt zweifellos eine Steigerung dieser so bedauerlichen Unfälle. Auch im Jahre 1931 haben sich, wie die Essener Verkehrswacht mitteilt, die Unfälle trotz der Abstellung vieler Wagen nicht wesentlich verringert. Dies beweisen zur Genüge die monatlichen Unfallmeldungen. Wie die Verkehrswacht feststellte, sind die allermeisten Unfälle auf die Gleichgültigkeit der Fahrer zurückzuführen, die in der Mißachtung der gegebenen Verkehrsvorschriften und der Verkehrseinrichtungen ihren Grund haben. Hierzu gehört in erster Linie die Nichtbeachtung des Vorfahrtsrechtes. Maßgebend für die Voraussetzung des Vorfahrtsrechtes ist nicht nur das ungefähr gleichzeitige Eintreffen an der Straßenkreuzung. Es sind die gesamten Umstände, wie Breite und Anlage der kreuzenden Straßen, Fahrweise und Fahrgeschwindigkeit der kreuzenden Fahrzeuge, ihre Entfernung vom Kreuzungspunkte, Ruhe und Sicherheit des Fahrers usw. von Bedeutung. Das an sich vorfahrtsverpflichtete Fahrzeug braucht daher das Vorfahrtrecht des anderen nur dann zu beachten, wenn unter Berücksichtigung dieser gesamten Umstände die Möglichkeit eines Zusammenstoßes ausgeschlossen ist. Es muß also ein gefahrloses Vorbeikommen unbedingt gegeben sein. Diese Voraussetzungen gelten selbstverständlich nur für gleichwertige Straßen. Nach einer Gerichtsentscheidung ist ein gefahrloses Vorbeikommen und die Möglichkeit zur Vermeidung eines Zusammenstoßes nur dann gegeben, wenn das andere Fahrzeug mehr als 15 Meter von der Kreuzung entfernt ist. Bei einer Entfernung von 35—45 Meter könne das Vorfahrtrecht jedoch nicht in Anspruch genommen werden. Der Vorfahrtberechtigte ist von dem ihm auferlegten Pflichten und der Voraussehbarkeit eines Unfalles, die immer eine große Rolle spielt, nicht entbunden. Es war doch nicht das richtige Mittel Vor einigen Jahren ging man an mehreren Stellen dazu über, die Straßen, die einen regen Automobilverkehr ausweisen, umzugestalten. Hauptsächlich wurden solche Straßen umgestaltet, die ein starkes Gefälle haben. Während die Straßendecken im allgemeinen von der Mitte aus nach beiden Seiten hin abfallen, baute man die Straßen mit starken Gefällen innerhalb der Kurven so aus, daß die Straßendecke infolge der Erhöhung auf einer Seite nur noch eine einseitige Neigung aufwies. Man wollte durch diesen Umbau das Gefahrenmoment in den Kurven mindern. Jetzt aber zeigt es sich, daß man beim Umbau der Straßen, der hauptsächlich von den Verkehrskreisen gefordert wurde, schlecht beraten war. Für die Personenkraftfahrzeuge erwies sich die Neuerung allerdings sehr vorteilhaft, während sie für die Lastkraftfahrzeuge das Befahren der Kurven noch erschwerte. Man hatte übersehen, daß die Straßenkurve mit einseitigem Provil wohl den schnellfahrenden Fahrzeugen eine Erleichterung bietet, nicht aber den langsam fahrenden Fahrzeugen. Die langsam fahrenden Fahrzeuge kommen in den Kurven mit einseitigem Profil sehr leicht ins Rutschen, besonders wenn sie noch einen Anhänger führen. Jetzt heißt die Parole im Straßenbau wieder: Straßendecken mit zweiseitigem Profil. Man will lieber die kleineren Fabrzeuge zwingen, die Kurven langsam zu nehmen, als die schweren Fahrzeuge dauernd der Gefahr auszusetzen, daß Handel Die Emissionstätigkeit im August Keine Auslandsanleihen Berlin, 15. Oktober. Nach Mitteilung des Sta= tistischen Reichsamts betrug die Emissionstätigkeit im August 279 Millionen RM. gegenüber 110 Millionen RM. im Juli und 170 Millionen Reichsmark im Juni 1931. Die Zunahme hat ihren Grund in der Erhöhung der Aktienemissionen, die durch die Bargründung der Garantie= und Akzeptbank mit 200 Millionen RM. Aktienkapital angewachsen sind. Die Ausgabe von Schuldverschreibungen(nur Wertvapiere von Bodenkreditanstalten und Hypothekenbanken) betrug dagegen nur 65 Millionen RM. gegenüber 90 Millionen RM. im Vormonat. Auslandsanleihen wurden im August 1931 überhaupt nicht ausgenommen gegenüber 0,4 RM. im Juli und 2,3 Millionen RM. im Juni. 364 Millionen RM. Ausfuhrüberschuß im September Berlin, 15. Okt. Die deutsche Handelsbilanz für September stieg mit einem Ausfuhrüberschuß von 364 Millionen RM gegen 322 Millionen RM. im August. Einschließlich der Reparationssachlieferungen erhöht sich der Ausfuhrüberschuß auf 378 Mil lionen RM. gegenüber 348 Millionen RM. im August. Die Einfuhr ist mengenmäßig schwach gestiegen, wertmäßig von 454 auf 448 Millionen RM. gefallen. Diese geringe Veränderung der Einfuhr ist jedoch nur das Ausgleichsergebnis zweier entgegengesetzter Bewegungen, denn die Einfuhr von Rohstoffen und halbfertigen Waren allein hat erneut stark, und zwar um 16 Millionen RM. oder um.5 v. H. abgenommen, während die Einfuhr von Lebensmitteln und Fertigwaren gestiegen ist. Die Ausfuhr beträgt im September 812 Millionen RM. gegenüber 776 Mill. RM. im August. Hinzu kommen Reparationssachlieferungen im Werte von 28 Millionen RM. gegenüber 26 Millionen RM. im August. Die Ausfuhrsteigerung zeigt sich dem Werte nach im wesentlichen bei den Fertigwaren, deren Absatz um 30 Millionen RM. zugenommen hat. Der Werte nach zugenommen hat auch die Lebensmittelausfuhr, die um fünf Millionen RM. gestiegen ist, während die Ausfuhr von Rohstoffen und halbfertigen Waren, obwohl sie der Menge nach um fünf v. H. gestiegen ist, wertmäßig eine leichte Abnahme erfahren. Dortmunder Pferdemarkt Dortmund, 15. Okt. Auftrieb: 465 Pferde und 9 Wagen aller Art. Der Handel war flau. Es kosteten: a) Kaltblüter: beste Arbeitspferde und Stuten 550—675 RM., zweite Arbeitspferde 325 bis 550 RM., dritte Arbeitspferde 200—325 RM. zweijährige Pferde 350—450 RM.; b) Warmblüter: beste Arbeitspferde und Stuten 500 bis 625 RM., zweite Arbeitspferde 300—500 RM., dritte Arbeitspferde 175—300 RM.; c) Kreuzungen: beste Arbeitspferde 400 bis 525 RM., zweite Arbeitspferde 300—400 RM., dritte Arbeitspferde 170—300 RM. Der nächste Markt findet am 29. Oktober statt. Dortmunder Getreidebörse Dortmund, 15. Okt. Es notierten: westf. Weizen 22.75—23, westf. Roggen 20.75—21, westf. Hafer 15—16.50, ostfr. Hafer 17—18, ostpr. Gerste 19.50—20, ausl. Gerste 19.50—20, Platamais 21, Cinquantinomais 21.50, Weizenmehl(Grundpreis) Sondermahlung 33—33.25, Bäckermehl mit Austauschweizen 35.50—35.75, Roggenmehl(70 Prozent) 30.25—30.50, ostd. Roggenmehl(70 Proz.) 29.50, Weizenkleie.50—10, Roggenkleie.75 bis .00, Trockenschnitzel.25—.50, Zuckerschnitzel.75 bis.25. Diese Preise sind Großhandels=Verpreise und verstehen sich per 100 Kilo waggonfrei Dortmund in Ladungen von 15 Tonnen; bei Mehl zu den Mühlenkonventionsbedingungen. Tendenz: ruhig. Nr. 280 rittes Blatt des„Stadtenzeigers für Castrop=Rauxel und Umgebung“ N Splerund Spoel Freitag, den 16. Oktober 1931 Das Sporlprogrumm vom Jonntag Südost— Westdeutschland in der Vorrunde um den Bundespokal des TFB steht am kommenden Sonntag allen Fußballersgnissen, ziemlich voran. Bekanntlich ist dieses #in acht Tage verschoben worden und zieht nun allein die Fußball=Aufmerksamkeit auf sich. iSektzeutschland, trist in Breslau einen sehr fahrlichen Gegner. Die Kombination Schalfe 04= Alenzgnnig Nachen, die der westdeutsche Spiel„usschuß, aufgestellt hat, erscheint zwar stark und erweckt Vertrauen, ooch muß man bedenken, daß südostdeutschen sich in den letzten Jahren mächtig gemacht haben. Einen westdeutschen Sieg dürsen wir aber getrost erwarten. dies und das: u ishalle shrer Pes Samst eine neue Tennishalle iyrer Bestimmung übergeben. Im Er„finden wir neben Nourney r. Heitmann Spiele der bekannten Tennislehrer Richter, Roß, Liebenau, Lamprecht und „In der Schwerathletik werden die Abnahmeprüfungen im Gewichtsheben um die Deutsche S3czuschestzmesterschaft sortgesetzt. In Verlin hat die Speg Nord ihre Prüfung abzulegen. In Essen treffen sich Heros=Dortmund und Essen 03 im Mannschafts=Ringkampf. Bei den Turnern finden die Ausscheidungskämpfe der Rheinländer für den Kunstturnkampf Rheinland=Westfalen in Wuppertal=Elberfeld statt. Die Westsalen haben ihre Probe schon hinter sich, Rheinland wird nunmehr für Köln sich vorbereiten. „Bsa Pli wird, ein„Ständiger Ring“, den „Oddo Weichard“ leitet, eröffnet. Es boxen am Samstag in Köln=Deutz: Schink—Klockhaus, Mohr=Düsseldorf— Wewer=Köln. Der Reisterschaftsbetrieb zeigt folgende wichtige Begegnungen an: Fortung=Düsseldorf— Tüsseldorf 99. BsL Venrath TurasKarmnen Deldorf— Eller(lt. Jugeng warar. id Bagugt S Misheimer So em. B9 Köln Kuigenger SV. FV Neuendorf—. SB Elz. SC 01 Neuwied— TB Manen. Rot=Weiß=Essen Tcecgdbee. 81— SchwarzTus Bochum. Sterkrade— Homberger SpV. Sp Osterfeld— Duisburger SpV. SC 08 Unna— Hammer SpVg. Bornssia=Rheine—. Spög Herten. Hemer.08— BfB Weidenau. Hüsten 09— Hagen 72. SpV Kassel— Hessen=Hersfeld.— wird es nun nach Halbzeit immer interessanter. — 1. FC Nürnberg. D SV München— München 60. Union=Böckingen— Stuttgarter Kickers, PfB Karlsruhe Phönix=Karlsruhe. Spfr Saarbrücken Fanffürt sas ienbacher Kickers— Eintracht. Fägrmetige Frankfurt— Union=Niederrad. Wormatia=Worms— FVag Kastel. FSV Mainz . iu„ Alemannia=Vorms.— Mitteldeutschland hesanderant der Verbandsvokalrunde, die eine woäter an Zen Kussziefbült als der Pokalmeister vterschaft ngh. en um die Deutsche Meisterschaft teilnehmen darf.— Stettin und Breslau tragen einen Fußballstädtekampf aus. Eug93un Irland treffen sich am Samstag in Als Nachzügler: „.„ Fe Wentbeutschiand . Das J. Vorrundenspiel um den Bundespokal in Breslau pokal=Vertretung an diesem Wochenende zurück der Geaner aasten anzweiseln, sosern Mitzsel zrmervostens. Kelner liegt noch immer ##letzt darnieder und, wie wir hörten, kann auch Schalker Ersatzmittelstürmer Nattkämper Hier heißt es natürlich einen geeigneten Ersatzmann finden, der die Verbindung zwischen Szevan und Kuzorra schaffen Wie sich die Schalker, die schon ziemlich „abgespielt“ sind, mit ihrer Aufgabe abfinden werden, steht auch noch nicht fest. Szepan ist bedürsen die Platzleute auf keine leichte Schulte# genommen werden, denn sonst dürfte es au Sonntag eine Ueberraschung geben. Tuß Mengede— Preußen Bochum Die Bochumer Preußen weilen zu Gast bei den TuBs Mengede und werden gegen diese alles aus sich herausgeben müssen, wollen sie in der Besitz der beiden Punkte gelangen. Normaler weise sind die Gäste durch ihre größere Spiel erfahrung und durch den besseren Sturm höhet zu bewerten, aber auf dem Fußballfelde entschen det nun einmal die Tagesform und auch das — Glück. Fortung— Schwarz-Weiß am 18. Novbr. Wir erfahren, daß der SC Schwarz=Weiß=Essen für den 18. November(Buß= und Bettag) der westdeutschen Fußballmeister Fortuna=Düsseldor zu einer Gesellschaftsbegegnung auf dem Essenet Uhlenkrug verpflichtet hat. in Preslau au Fedend Diesa, udallverbandes „aa rtcten####es Spiel ist um acht Tadsuggnspoben worden und steigt nun nachträgreat, Kür den größere Aufmerksamkeit erSidost zieh#esten— und ebenso auch für küdost— ist die Begegnung natürlich sehr wichtig: Lierzulande legt man noch einiges Gewicht auf den Bundespokal, den man nicht oft besessen hat und der für die Rheinländer eine sehr begehrenswerte Trophäe ist. So treffen sich denn zwei starke Mannschaften, die einen reizvollen Leistungsvergleich abgeben, Riderhall sinde Breslauer Bublikum großen den wird. Wir hofsen, um diesen Gedanken einmal„anzuspinnen“, daß es dem Westen nicht analog den Brandenburgern ergeht; er ssranst er auf den Pokal reflektiert, verliert, # W die Prandenburger Spieler ja entgegen der„Weisung“ ihrer Herren handelten. Es spielen: Westdeutschland Mellage Lepper höper Reichmann Tibulski Czepan Jaceck Handball Des Nordens handballfront Am kommenden Sonntag, 18. Oktober. treifen sich in Aachen Norddeutschland und Westdeutschland im Handballpokal=Zwischenrundenspiel. Der Norden hat folgende Elf nominiert: Bockmühl(Polizei Hannover); Hische(Post Hannover)— Roever(Hannover 96); Oeverdick Schmahl—Grablen(alle Polizei, Hamburg); vom grünen Tisch Weber Valentin Kuzorra Rothardt kanntlich garnicht gut in Form und etwas Bode 1a) Pravien(altg Polizei, Hamburg „maroder, die lange Bahnsahrt wird der Mann=(Bode(Hannover 96— Aoschit(Kost Hannover schaft auch ziemlich zusetzen. Rechnet man noch Haunave. Lombural— Blume(Polige verschiedene andere Imponderabilien mit ein aundder)— Bruie(Volizei Hamburg. Boxsport Primo Carnera contra Ernst Gühring Mitte Dezember in Berlin? Stuttgarter Schwergewichtler Ernst GühDer Der handballpokalkampf West—nord „Nachen läßt ebenfalls aufhorchen. Dieses Zwischenrundenspiel sieht den Westen in fester Haltung, nachdem er in der Vorrunde schon Berlin ausgeschaltet hatte. Ein Sieg der Westdeutschen ist nach den Leistungen von Münster durchaus möglich, wenn auch die norddeutsche Front beachtliche Stärken ausweist. In Weißenfels trifft Mitteldeutschland auf den Süden; hier erwarten wir die Mitteldeutschen in Front, obwohl der Süden Ueberraschungen schaffen kann.— Die ebenfalls einen bedeutenden Handballkampf. Im Krefelder Grotenburg=Stadion sind Rheinland und Westsalen Gegner. Die rheinische Mannschaft setzt sich zum größten Teil au5,„Spielern des deutschen Turnermeisters T3. Krefeld=Oppum zusammen und dürfte sich auch Shauseg, IHnnen, Iu Budauest beigcen an Samstag und Sonntag zwei bedeutende Treffen: Lapester Warsrate Stadtelf der Bukommt es z..3 am Sonntag garn Oesterreich Auderkampf IIn, Die Stockballer sind im Schwung schon am Samstag ein Städtekampf zwischen Duisburg und Köln. In Bealin. treffen sich die Vertreter der Reichshauptstadt und Münchens. Berlin hat dabei eine sogenarate Nationalmannschaft auf dem Felde, sinden dann noch interessante Gesellschaftstresfen statt: Etuf— Kölner HC; Rasselberg— Schwarz=Weiß=Essen. Wenk Joppich Steuer Hanke Heinzel Lohrmann uc Hoffmann Südostdeutschland Schiedsrichter: Bietzer=Tanzig. Blaschke Langer Woyt Prussek K41ng, das Breslauer Pusbikumi, so seht der nen nicht überstark auf dem Felde. Immerhin müßte diese Mannschaft sich durchsetzen. Die ehrgeizigen Südostdeutschen, haben schon verschiedentlich verblüssen können. Ihre Mannschaft ist nach verschiedenen Proben dürsten die Schlesser nicht an den Besten heran= Tezember in Berlin Sorautzschzungen aist, absinden.=Ra, waren woie led Iza us vur dem Aochiut beten. Die un. eragestzungen gibt, absinden. Na, warten wir terzeichnungen sollen heute oder morgen vollzogen werden. Brasilien nicht in Los Angeles Neuouflage Schmeling— Sharkey amerikanischen Olympischen Komitee] Mar Schmeling äußerte sich West ist Favorit, Bschunzschau. 54 etwas bänglich um die! Weltmeister Mar Schmelina äußert: seht ge, aus den Paodter viet scherer als ausce dal uis sell muecht Rögen Zedreag wrden. Kleantuag, baut bun der Siag Stnrick lur aur vem greioe, wvewiß ist die Kombination Schalteate geben. Das brasilianische de nerg nicht überraichend geuesen sei. Er habe Alemannigzucen reat glücklich und gesund. Un=lebensalls, an dem 3t Komite beichloßz sestlaus Amerig ein Kampsangcbot von Miken Valsere Deckung ist aut und kamvsersahren, aber mitsa die Regierung Erochitson Miamiu in Febrnar in der gglorreichen Ungewisheit“ im Fusball kann einen Zuschuß von etioa 20s00 Ri. Ir leisten. den Titel. Ferner zusierte isch ade; uidt ium * daß es im nächsten Jahre zu einer Neuauflage Schmeling— Sharken kommen kann. Der Weltmeister soll nämlich seinen Titel gegen den SieLöigauen Lampf Sharkey-Tempsey verKeisterschäft sspieleim Kahr vezirt 18TSetaber“ tiant schn-Sonntag, der daß sich die kleinen Leute gegen die etwas kör halmeiterichalt im Nuhrbezitrt vor: Die Ahz, Verich vielenden Csen=Neiter Zur dseget. vlctluus des Spielproggamms erfolgte bisher Die hallensaison beginn! in der Leichtathletik. In Offenburg ist ein interSticher Jiasehar mit deutscher und franMerger heeun Es starten Körnig, Lam„%%##n.#eitzer, Helber, Brechenmacher und An Franzosen Keller, Oberle, Hemmer und — Die Wiener Athletikmeisterschaften sind sehr gut besetzt. Es startet hier auch der Argentinier Zabala; Kusoszinski und Kosziak=Brünn sind auch dort zu finden. Auf den holzbahnen der Radsportler mird, ehenfalls debütiert. Die Westsalenhalle bringt zum Saisonauftakt einen Steherkampf, an dem u. a. Metze, Gilgen, Blekemolen und Schön ehmen. Mit einem 100=Kilometer=Mann= schaftsfahren tritt der Berliner Sportpalast in die Saison ein. Es starten u. a. Guimbretiere„Siegel=Thierbach, Ehmer=Kroschel.— Püllslgt, Sportvalast kommt ein Drei=StundenMannschaftsfahren zum Austrag. Unter den teilnehmenden Mannschaften finden wir: Chourn=Fabre, Foncaux=Merviel, Tonani=v. Hepel.„Tedrgeve=Hacsendonkr. In Paris startet im Vel''Hiv Weltmeister Falck=Hansen und trifft auf Faucheur, Scheerens, Martinetti, Gerardin, Bergamini und Cozenz; Erich MöllerPillard=Linard=Wambs treffen sich im Stehersampf. Ein Zeitfahren über 9100 Meter kommt auf der Autorennbahn von Linas=Monthlery zum Austrag. Zürich=Oerlikon beschließt die Sommersaison mit Sawall, Krewer, Grassin, Läuvis undw. Suter. Im Fliegerkampf tressen sich Richli. Danen, Kaufmann und Dinkelkamp. Der Landesverband Rheinland der TRI ermittelt im Neusser Stadion seine Meister über 1 und 10 Kilometer. planmäßig, da keine Ausfälle, hervorgerufen durch, Witterungsunbilden usw., zu verzeichnen Gruppe Gelsenkirchen Castrop 02— Castrop 11 =Derby in Castrop auf der Kampfbahn an der Ludwigstraße zwischen Castrop 02 hesuch seßen.“ am Sonntag einen MassenBezirtäliag sichefe Neulinge haben bisher in der #######g sich sehr tapfer geschlagen. Castrop 02 als Tabellenletzter hat alle Ursache, sich anzustrengen, wenn er gegen die eifrigen Gäste ein Unentschieden herausholen will. Union Gelsenkirchen— Germania herne Der Tabellenführer der Gelsenkirchener Gruppe empfängt im Südpark Germania Herne und sollte auch nach diesem Treffen die Spitze weiter behalteu, 2a. die Gäste nicht so stark einzuschäßen sind, werden zu Khusten.u eigenem Platze gefährlich der große Hlat im Zudem dürste den Germanen große Plav im Südpark nicht sonderlich behagen, während er den Platzleuten gerade Gelegenheit, gibt, das gewohnte Sustem zu entfalten. zirchenergten also mit einem Siege der GelsenSchalke 04— Westsalia herne der Gestellung der gesamten Sturmreihe zum Pokal=Vorrundenspiel in Breslau gegen Südostdeutschland wagen es die Schalfer zum Meisterschaftspiel gegen die Herner Westfalen anzutreten. Wir glauben, daß die Knappen auch Slas Die Gieäher“ schue eigenem niederhastent zu können Jagt derner niederhalten zu konnen. Vergangenen Sonntag allerdings bereiteten die Westfalen den bisher ungeschlagenen S3 Höntrop die erste Niederlage. Die Schalker müssen also auf der Hut sein. Gruppe Essen Essen 99— Pfl-SpFr Essen Radrennbahn Zis Dzef die Vereinigten aus dem Essener Westen, Echugrz=Pee gg.e schweren Riederlage gegen nen. Dia seht wa ers verloren zu haben scheiIpielergis lesten Sonntag infolge Ferlser.= ille voliändg ungebaut worden Jüs verlor dazu noch den ausgezeichneten Mittelläuser durch Platzverweis. Aber auch sonst zeigBesonderes. Essen verlich spielenden Essen=Wenter ourchsetzen werden. Rol-Weiß Essen— Schwarz-Weiß Essen „Der Spitzenreiter, Schwarz=Weiß, weilt am vlatz as Der Gast bei den Rot=Veißen auf dem Platz an der Vogelheimerstraße. Der Platzver„esroangs ii gegen B/3= Essen einen etwas glücklichen Sieg herausHalss u scheint sich langsam auf aufsteigender rinie zu verinden. Schwarz=Weiß Essen hat aber Spiele alle Qualitäten für sich und dars, auch Ziese beisuuntverlust gestatten Kampf, einsammeln. Essen-West 81— Schwarz-Gelb Gladbeck gasslas Jzezisz. 1— Schwarz=Gelb Gladbeck, die dem(zculinge der Bezirksliga, tressen sich auf dem Plate an der Keplerstraße. Die Platzherren präsentierten sich am letzten Sonntag gegen den Spitenreiter in ganz großer Form und hatten ein gunstigeres Ergebnis verdient. Die Gladbecker holten sich zwei Punkte von dem Tabellenletzten in sicherer Manier und beherrschen ein schnelles Kombinationsspiel. Auf eigenem Platz und heimischem Publikum sind die Essen=Wester 5, Smer zu nehmendes Hindernis, wovon der her detenlchuengt erwarten daher den Platzverein nach einem verteilten und spannenden Kampf knapp in Front. Werden 08— BB Allenessen Altenessen scheint sich auf alte Tage besinnen, denn er konnte am letzten Sonntag #is, ichnellen Horster überraschend glatt mit:2 avfertigen. Gegen Werden 08, die einen Platz in kleinen Ausmaßen besitzen, werden die Altensäezsch Srbschtia zu kämpfen haben, wenn „ zu guterletzt in den Besitz der beiden Punkte setzen wollen. Die Werdener sind auf eigenem Platze sehr gefährlich. Gruppe Bochum=Dortmund Sportfreunde Dortmund— 523 Werne sterschaltswpielen recht wenig. Die Sporfreunde wielzn im Felde einen guten Ball, versagen aber in dieser Tnselzett uoch kein Sates gamtugge. in dieser Spielzen noch tein Spiel gewinnen können. Paviersorngenät müsten als die Dari, boch wieder ein Zazner au. 18ice, Ger munder das Tressen gewinnen. i5 satzt deeg; bal f, da der druck, nacha tnats net bi1“ sagt Dr. A. und gast ruhig zut agt Dr. n. und gehr ruhig weiter. Radsport Charlier Deneef in Berlin Ein weiteres bekanntes Sechstagepaar wurde der. Leitung des Berliner Sportvalastes vas lichtst ung zwar die beiden Belaier Charlier und Denees. Die Besetzung scheint also in Berlin 90 Pehan.... Reunen beginnt am Keine Ruhepause bei den sir days #scapptlich, rden schon seit langem immet nnder Antegungen gegeben, um die Sechstagerennen, die oft geradezu langweilig sind, farbiger ein Fsuau“: So wollte man auch zwischen den einseten: Tagen eine Ruhepause von 6 Stunden ößeren Ausruhens Ffahrern eine Möglichkeit Wiederbeginn guch schürga dann beit wieverbeginn auc scharfere Rennen gefahren werden könnten. Der Vorstand des BAR hat sich ebenfalls mit dieser Angelegenheit befaßt und ist es augenblicktlich ist. alsg Jah“, 0 zu lasen wie den internationalen Ziegeso gestaptur eiterbin nach internationalen Regeln gestartet wird. Leichtathletik Dave Comone amerikanisch. Marathonsieger Paul de Brunn nicht in Form „von Neuyork nach Igeizglische Melen wurde von den in Kauada in der guten Zeit von.=.=322 Stunden gewonNaris Aul Khasen Saut uis un der 1se-Lone Humor Konsultation Dr. A. hat es nicht gern, auf der Straße wenn Der Landarzt lessen gewinnen, Ufr hörde— Zus Bochum Die Begegnung zwischen Vfr Hörde und Tus 1ln dokta“. wan mir Stimmt Polizist(zum Betrunkenen. „Was machen der auf der Gasse sie da?“— kämpfe gegen den Alkohol!“ 2 K. Kus und far Boörlmund West Dortmund=Marten Silbernes Dienstjubiläum w. Am 15. Oktober konnte der Stadtinspektor Wilhelm Rauft auf eine 25jährige erfolgreiche Tätigkeit im Dienste der Stadt Dortmund zurückblicken Der Jubilar erfreut sich bei seinen Vorgesetzten. Kollegen und der Bevölkerung allgemeiner Wertschätzung und Beliebtheit. Seit dem 1. September 1914 bekleidet der Jubilar das Amt eines Standesbeamten. Er gehört dem Presbyterium der evgl. Kirchengemeinde an. Für die Stadt Dortmund überbrachte Obermagistratsrat Textor, für die Beamtenschaft Oberstadtinspektor Topf die Glückwünsche. Wir schließen uns den Glückwünschen an. Ad multos annos! Dortmund=Kirchlinde Konrektor Joosten* Gestern, Mittwoch, starb nach langem Krankenlager Konrektor a. D. Joosten aus Kirchlinde. Jahrzehntelang war er an der eval. Volksschule in Kirchlinde tätig und hatte sich die Liebe und das Vertrauen des Kirchlinder Schulkollegiums, der Eltern und Kinder im reichsten Maße erworben. Dortmund=Dorstfeld Einen Sack Mehl gesunden Der Lehrling Heinrich Pappelbrink fand am Dienstag um 20 Uhr auf dem Dorstfelder Hellweg in Dortmund=Dorstfeld vor dem Hause Nr. 20 einen Sack Mehl. Diesen Sack gab er bei der Polizeiwache in Dorstfeld als Fundsache ab. Es wird angenommen, daß dieser Sack Mehl von einem Wagen heruntergefallen ist. Dortmund=Huckarde Kohlendiebstahl In der Nacht zum Mittwoch versuchten in Dortmund=Huckarde gegen Mitternacht etwa 100 Personen, von der Zeche„Hansa“ Kohlen zu stehlen. Ein Schutzpolizeibeamter, der gegen 11 Uhr an der Zeche vorbeikam, wollte die Diebe vertreiben. Er konnte sich allein jedoch nicht durchsetzen. Er wurde mit Steinen, Flaschen und Büchsen beworfen. Die Flaschen enthielten Carbid und Wasser, die beim Aufschlagen laut knallend zersprangen. Der Beamte begab sich zur Polizeiwache und rief das Ueberfallkommando an. Als das Ueberfallkommando an der Zeche erschien, ergriffen die Kohlendiebe die Flucht. Stadtteil Bövinghausen Bewußtlos aufgefunden o. Donnerstag mittag wurde der Radfahrer Laufer aus Gerthe im Eisenbahntunnel in Dortmund=Bövinghausen bewußtlos aufgesunden. Er war bei der Fahrt durch den Tunnel mit großer Geschwindigkeit gegen die Mauer gefahren. Dabei erlitt er einen Armbruch und eine Gehirnerschütterung. Die Freiwillige Sanitätskolonne vom Roten Kreuz brachte ihn nach Lütgendortmund ins Krankenhaus. Dortmund=Lütgendortmund Raubüberfall Auf der Limbeckerstraße in Dortmund=Lütgendortmund wurde Dienstag abend kurz nach 20 Uhr die Filialleiterin Margarete Ludwig aus Witten a. d. Ruhr von einem unbekannten Manne plötzlich angefallen, der ihr die Aktentasche au sder Hand riß. Dieser Mann entkam mit der Aktentasche unerkannt. In der Aktentasche befanden sich Lebensmittel sowie eine Handtasche aus der Hand riß. Dieser Mann entkam fallene kann nur angeben, daß der Täter einen dunkelblauen Anzug trug und ungefähr 1,70 Meter groß ist. Dortmund=Mengede Verkehrsunfälle in Mengede In Dortmund=Mengede wurde auf der Käte=Kollwitz=Straße an der Ecke Knepperstraße am Dienstag um 12,30 Uhr die sechsjährige Käte A. aus dere Knepperstraße 8 von dem Personenauto IX 44693 angefahren, als sie gerade über die Straße lief. Das Kind stürzte auf die Fahrbahn und zog sich erhebliche Verletzungen im Gesicht, an den Händen und Füßen zu. Das Mädchen soll direkt vor das Auto gelaufen sein. Der Führer des Autos brachte das verletzte Mädchen sofort zu einem Arzt, der die erste Hilfe leistete. Dann brachte der Kraftfahrer das Kind zu seinen Eltern in die Wohnung.— Vor dem Hause Altenderner Straße 228 kam es am Dienstag um 18 Uhr zu einem Verkehrsunfall. Der Bergmann Karl L. aus Dortmund=Mengede wollte an dieser Stelle mit seinem Mutorrade IX 39 775 den Radfahrer Ernst L. überholen. Der Radfahrer zog eine Handkarre hinter sich her. Er bog, ohne ein Zeichen zu geben, nach rechts ein. Im selben Augenblick wurde er auch schon von dem Motorrade ersaßt und umgeworsen. Der Unfall verlief recht glimpflich.„ Es wurde kein größerer Schaden angerichtet. Eindrach deim Finanzamt=Essen=Vst Für 320 000 RM. Steuer= und Stempelmarken gestohlen Essen. In der Nacht zum Donnerstag drangen Geldschrankknacker in das im Mittelpunkt der Altstadt gelegene Finanzamt Essen=Ost ein. Sie öffneten mit Nachschlüsseln die Haustür und eine Verbindungstür zum Kassenraum und erbrachen das Sicherheitsschloß an der mit Blech beschlagenen Holztür des Tresorraumes. In dem Tresorraum befanden sich zwei große eiserne Geldschränke, auf die es die Täter abgesehen hatten. Mit Schweißbrennern schnitten sie die Schlösser aus der Schranktür heraus und konnten so die Geldschränke mühelos öffnen. Sie entwendeten 910 RM. in bar, für 100 000 RM. Börsenumsatzsteuermarken und Landesstempelmarken im Werte von 220000 RM. Was die oberen Kommunalbeamten verdienen Duisburg. Der Sozial=Wirtschaftlichen Korrespondenz des Gesamtverbandes(Nr. 39/1931) entnehmen wir folgendes: In der Preußischen Notverordnung vom 12. September sind Richtlinien für die Festsetzung der Bezüge von Gemeindebeamten aufgestellt, die die Gehälter der Oberbürgermeister, Bürgermeister und Beigeordneten nach vergleichbaren Gruppen der Staatsbeamten eingruppieren. Wie sehr nicht ohne Schuld auch der Gemeinderäte und Stadtverordneten die oberen Kommunalbeamten in den letzten Jahren überbezahlt wurden, zeigen die Spitzengehälter der Stadt Duisburg, die 420 000 Einwohner zählt. Nach den Richtlinien der Preußischen Notverordnung hat der Duisburger Oberbürgermeister 18000 Mark Jahresgehalt zu beanspruchen; er erhielt und erhält tatsächlich 38160 Mark, also 20 160 Mark zuviel. Dem Ersten Beigeordneten stehen nach der Notverordnung 15000 Mark Jahresgehalt zu; tatsächlich erhielt er 19728 Mark. Acht Beigeordneten standen je 10000 Mark zu; tatsächlich erhielten sie je 17000 Mark. Zwei Beigeordneten standen je 10000 Mark zu; tatsächlich erhielten sie je 14000 Mark. Der an diese 12 obersten Beamten der Stadt Duisburg jährlich zuviel bezahlte Betrag macht also die stattliche Summe von 89000 Mark aus. Selbst unter Berücksichtigung des 20prozentigen sogenannten freiwilligen Verzichts, den man unlängst durch die Zeitungen gehen ließ, bleibt immer noch eine Ueberzahlung von 45000 Mark. Aber das sind nur die Spitzengehälter. Der Sparkassendirektor beispielsweise bekommt 21000 Mark, der Generaldirektor der Städtischen Werke 27000 Mark, sein kaufmännischer Direktor 18000 Mark, der Theaterintendant 40000 Mark, wovon die Stadt allerdings nur die Hälfte zu tragen hat. 39 obere Beamte der Stadt Duisburg beziehen zusammen 596000 Mark. Tatsächlich hätten sie normalerweise nur 370000 Mark zu beanspruchen, so daß sie 225000 Mark, also beinahe eine Viertelmillion Mark, zuviel erhalten. Beheinisch toostsattsch Ziloufitiegeotet Neuregelung der Angestelltentarife im Ruhrbergbau Die Neuregelung des Gehalts= und Rahmentarifs für die kaufmännischen und technischen Angestellten des Ruhrbergbaues ist am Mittwoch in einer Vereinbarung vor dem Schlichter Prof. Brahn zustande gekommen. Nach dieser Vereinbarung werden sämtliche Gehälter ab 1. Oktober um 7 v. H. ermäßigt. Ferner wird das Hausstandsgeld der nicht nach der RVO. krankenversicherungspflichtigen Angestellten(d. h. der über der 300==Grenze liegenden) von 10 auf 5 RM. herabgesetzt. Diese Einkommensregelung ist mit einmonatiger Frist, zum ersten Mal zum 30. November 1931 kündbar. In dem Rahmentarif sind hauptsächlich die Bestimmungen über Krankfeiern, die bisher einen Streitpunkt nicht nur zwischen den Tarifbeteiligten, sondern auch gegenüber der Knappschaft gebildet haben, neu gefaßt worden. Ferner wurde vereinbart, daß Minderleistungsfähige auf der Grundlage des Tarifvertrages nach Maßgabe ihrer Leistungsfähigkeit bezahlt werden sollen. Im übrigen wurden im wesentlichen einige redaktionelle Aenderungen vorgenommen. Der Rahmentarif ist erstmalig zum 30. September 1932 mit sechswöchiger Frist kündbar. Verurteilung von Pferdedieben Dortmund. An drei schönen Pferden auf einer Weide im Stadtteil Westhausen, die den Vereinigten Stahlwerken gehörten, fand der vorbestrafte Metzger Paul Wolfram Wohlgefallen. Er veranlaßte seine Freunde, den auch vorbestraften Kellner Holtrop und den Schreiner Dietzel mit ihm die Tiere zu entführen. Mit den Pserden zogen die Diebe zum Pferdemarkt, wo sie nach Verkauf des einen Gauls aufsielen und festgenommen wurden. Die Vorbestraften, Wolfram und Holtrop, wurden vom Schöffengericht wegen des Pferdediebstahls mit 1 Jahr, Dietzel mit 3 Monate Gefängnis bestraft. Werbung für deutsche Schiffe Dortmund. Der Verkehrsverein Dortmund hat beschlossen, bei Seereisen in erster Linie für deutsche Schiffe zu werben und einzutreten. Dieser Beschluß hätte eigentlich überflüssig sein sollen. Todessturz einer Geisteskranken Dortmund. In geistiger Umnachtung stürzte sich die 69jährige Ehefrau Therese Römer aus dem Fenster ihrer im 3. Obergeschoß des Hauses Steinstraße 4 gelegenen Wohnung auf die Straße. Mit gebrochenen Gliedern und zerschmettertem Schädel wurde sie aufgehoben und besinnungslos in das Luisenhospital eingeliefert, wo sie einige Stunden darauf starb. Lebensmüde Dortmund. Aus dem Hardenberghafen wurde gestern die Leiche des ledigen 47 Jahre alten Arbeiters Johann Wagner aus der Schleswiger Straße geborgen. W. war kurze Zeit vorher, weil er des Lebens überdrüssig geworden, ins Wasser gegangen. Raubüberfall Dortmund. Die Filialleiterin Margarete Ludwig aus Witten wurde abends auf dem Heimwege im Stadtteil Lütgendortmund von einem Unbekannten plößlich angefallen und ihrer Aktentasche, in der sich außer Lebensmitteln eine Handtasche mit 5 Mark Bargeld besand, beraubt. Der Mann entkam mit seiner Beute. Zwei Raubüberfälle Bochum. In der Nähe der Turnhalle an der Jahnstraße wurde der Fuhrmann Anton R. von mehreren ihm unbekannten Männern um Feuer angegangen. Als der angesprochene kein Feuer seben konnte, wurde er überfallen und zu Bosen geworfen. Die Täter entrissen ihm Taschenuhr mit Kette und einen kleineren Geldbetrag. Auf der Wiemelhauser Straße gingen mehrere junge Burschen an eine Frau heran, entrissen ihr die Handtasche und flüchteten. In der Tasche befanden sich 60 RM. Bargeld und mehrere Quittungen. Hausbrand durch einen Luftballon Wanne=Eickel. In einem Hause an der Karlstraße brach ein Dachbrand aus, dessen Entstehungsursache nicht gerade alltäglich ist, zu gleicher Zeit aber auch als dringende Warnung angesehen werden mag. Ein Schreiner hatte einen Papierballon, den er mit einem mit Spiritus getränkten Wattebausch versehen hatte, angezündet und dann fliegen lassen. Der brennende Ballon flog auf das Dach des Hauses und setzte die Strohdocken in Brand. Das Feuer konnte jedoch bald gelöscht werden. Tagung des Gesamtverbandes evangelischer Volksvereine in Gelsenkirchen Gelsenkirchen. Der Verband evangelischer Volksvereine Westdeutschlands, der in den Unterbezirken Dortmund, Iserlohn, Bochum, Gelsenkirchen, Essen und Vest Recklinghausen 72 evgl. Arbeiter=, Volks= und Männervereine vereint hat und im erfreulichen Aufblühen begriffen ist, hielt seine Herbsttagungn am Sonntag, dem 11. Oktober ds. Is. in Gelsenkirchen ab. Die erschienenen Vereinsvertreter, etwa 200 an der Zahl, wurden nach der vom Kreisvorsitzenden Pfr. Peter=Bismarck gehaltenen Andachtsstunde vom Verbandsvorsitzenden Pfr. Hochdahl=Dortmund=Hörde herzlichst begrüßt. Pfarrer Hochdahl hielt auch in überaus eindrucksvollen Ausführungen den Hauptvortrag über das Thema: Kirche und Freidenkertum, in welchem er auch Mittel und Wege zeigte, wie die Verbandsvereine in dem Kampf gegen die Kirche aktiv sein müssen. Zu der Winterarbeit der Einzelvereine wurden Richtlinien gegeben. Kurse, Führertagungen und Ausspracheabende sind z. T. schon begonnen oder werden jetzt anfangen. Zur Frage der sich steigenden Sonntagsentheiligung wurden entsprechende Maßnahmen gefordert. Auch zu der wirtschaftlichen Notlage wurde Stellung genommen und in einer Entschließung allen Vereinen die Pflicht auferlegt, mit allen Mitteln den notleidenden Brüdern zu helfen. Die nächste Verbandstagung soll im Februar 1932 in Dortmund=Hörde stattfinden. Kinder mit Streichhölzern Wattenscheid. Auf dem freien Gelände zwischen Mark und Ewaldstraße brannte ein Strohschober des Landwirts Oberhagemann nieder. Die sofort angestellten Ermittlungen ergaben, daß Kinder, die mit Streichhölzern gespielt haben, das Feuer verursacht haben. Der entstandene Schaden beläuft sich auf 2000 RM. Eine ganze Familie bewußtlos aufgefunden Essen. Die am Bahnhof Hügel wohnende Familie des Klempnermeisters August Malchow wurde in ihren Betten bewußtlos aufgefunden. Die herbeigerufene Polizei stellte gleich fest, daß in der darunter gelegenen Wohnung des Eisenbahners Kehrmann, der mit seiner Familie am Was hören wir heute? Freitag, den 16. Oktober 1931 .45 Leibesübungen. Dr. Ludwig Bach .00 Wettervorhersage und Zeitangabe .05 Morgenkonzert .00 Wiederholung der Wettervorhersage, Zeitangabe und Wirtschaftsmeldungen 10.15 Gymnastik für Frauen. Hilde Bremus 10.30 Erste Meldungen und Zeitangabe 10.40 Schallplattenkonzert 11.20 Schulfunk für die Oberstufe höherer Lehranstalten: Französische Unterhaltung 12.00 Schallplattenkonzert 12.50 Wetterbericht 12.55 Nauener Zeitzeichen, Mittagsmeldungen u. Zeitangabe 13.05 Mittagskonzert des Orchesters des Arbeitsamtes Dortmund, Leitung: Hans Salger 14.30 Funkwerbung. Photo=Brenner=Köln: Erlebnisse eines Photo=Amateurs 15.80 Wirtschaftsmeldungen und Zeitangabe 15.50 Kinderstunde. Els Vordemberge: Aus unserer Werkstatt 16.20 Jugendfunk: 1. Laurenz Kiesgen: Köln vor 100 Jahren. 2. Josef Breuer: Wir lernen das Schachspiel 17.00 Vesperkonzert, Streichquartett des Westdeutschen Rundsunks 18.00 Frauenstunde. Martha Dönhoff, MdL.: Ein Frauentreffen im Zeichen der Zeit.(Zur diesjährigen Hauptversammlung des Bundes Deutschen Frauenvereine) 18.20 Meister der Naturschilderung. Dr. Josef Vernhart: Grenzen der Tierliebe 18.40 Englische Unterhaltung. Lektor Dr. C. Bennett— Lektorin A. Rüschkamp=Whitehead 19.00 Wetterbericht, Zeitangabe, Wirtschaftsmeldungen und Sportvorbericht 19.15 Vom Tage 19.30 Bauen und Wohnen. Dr. Wellenstein: Be19.55 Erste Abendmeledungen völkerungsbewegung und Wohnungsmarkt 20.00 Uebertragung aus Neuyork: Worüber man in Amerika spricht. Kurt G. Sell 20.15 Abendmusik des Kleinen Orchesters des Westdeutschen Rundfunks, Leitung: Eysoldt 21.00„Der Prozeß gegen Schinderhannes.“ Hörspiel von Curt Elwenspoek. Spielleitung: Rieth. Vor= und Nachspiel: Zeit: November 1803 in Mainz Anschließend etwa 22.05: Letzte Meldungen, Bericht über das geistige Leben, Sportbericht Anschließend bis 24.00: Konzertübertragung aus dem Hotel Zur Post“ Wuppertal=Elberfeld, Kapelle: Mischa Graef Naate Münsterstr. 20 Jirseh Abend vorher verreist ist, wahrscheinlich durch Fahrlässigkeit ein Brand entstanden ist, wodurch eine sehr starke Rauchentwicklung entstand. Kohlenoxndgase waren in die Wohnung von M. eingedrungen, wodurch die schlafenden vier Angehörigen betäubt wurden. Sofort angestellte Wiederbelebungsversuche waren von Erfolg gekrönt. Schwerer Verkehrsunfall Essen. Auf der Altenessener Straße wurde der achtjährige Fritz Gerullis von einem Personenkraftwagen überfahren. Das Kind erlitt schwere Kopf= und innere Verletzungen. Sein Zustand ist ernst. war— Tells Grschos Eine Geschichte, die nicht von Schiller ist Essen. Allwöchentlich ist in Essen Pferdemarkt; allwöchentlich bemüht sich auf ihm um die Pferde seines Besitzers ein Pferdeknecht, der durch den Namen Tell— Nachname natürlich— und gewisse Uebertriebenheiten in Bezug auf das Format eines gewissen Körperteils hervorsticht. Und das letzterwähnte Merkmal, die wirklich nicht alltägliche Ausstattung der natürlichen menschlichen Landungsfläche ist— der Ausdruck möge in diesem Falle bitte nicht mißverstanden werden— der Kernpunkt der nachstehenden Geschichte. Wie so oft steht so eines Tages der Pferdeknecht Tell auf dem Essener Pferdemarkt und ist eifrig bemüht, den modernen Ruf der Schönheitspflege auch auf seine Pfleglinge auszudehnen. Mit Striegel und Pferdebürste ist, wie gesagt, Tell eifrig bemüht, seine Tiere zu solchem Höchstmaß von Reizen zurecht zu frisieren, daß der eventuelle Pferdekäufer mit Leidenschaft 10 Prozent mehr anzulegen veranlaßt wird, als er beabsichtigt hat. Für jemand, der viel freie Zeit hat, findet sich überall auf der Straße ein unterhaltsames Schauspiel, und es ist nicht einmal zu verwundern, daß ein wohlbeleibter Herr namens Winterberg an dem hingebungsvollen Pferdestriegel Tells ein ungleich größeres Gefallen fand als an dem betrunkenen Landstreicher im Rinnstein gegenüber. Jedenfalls stand er Stunden und Stunden und beobachtete Tell, wie der sich an seiner Arbeit selbst begeisternd, um die Pferde bemühte. Es ist schon erwähnt worden, daß Tell durch gewisse körperliche Eigenschaften besonders hervorstach, und diesem Umstand trug der wackere Pferdeknecht auch im allgemeinen vorsichtig Rechnung. Nur diesmal beim Enthusiasmus des Striegelns vergaß er Tatsachen, die er niemals hätte vergessen sollen, wurde etwas zu schwungvoll und ausholend in seinen Bewegungen, und so geschah es, daß plötzlich seine Manchesterbuxe mit emvörtem Krach zu einem klaffenden Riß zersprang. Selten zeigt jemand Sinn für Humor, wenn ihm die eigene Gesäßbekleidung den Dienst versagt, und so ist es auch nicht besonders verwunderlich, daß auch der Pferdeknecht Tell in diesem Falle kein besonderes Verständnis für die Lachkrämpfe des zuschauenden Herrn Winterberg aufbringen konnte. Es ist sogar verständlich, daß ein böser Zorn in seiner erschreckten Seele aufsprang, daß dieser Zorn sich zu dunklen Rachgelüsten zusammenballte, um sich dann spontan zu entladen. Mit der linken Hand die Reste der Hose zusammenhaltend, packte Tell mit der Rechten seine Pferdeschere, ein ebenso mächtiges wie rostiges Instrument und schleuderte es nach dem, vor Lachen wie ein Pudoing zitternden Winterberg. Ein böser Zufall wollte es, daß Tells Geschoß den vor Lachen auf und abwogenden Bauch des Herrn Winterbergs gerade bei einer Gipfelbewegung traf und dort mit der Spitze stecken blieb. Zu Winterbergs und Tells Glück richtete die Schere an diesem, für ein Instrument ihrer Art immerhin ungewöhnlichen Platze, keinen allzu großen Schaden an. Herr Winterberg mußte allerdings für einige Tage in das Krankenhaus übersiedeln, sah sein fettumpanzertes Leben aber keinen Augenblick vom Tode oder besonderen Schmerzen bedroht. Tell, der Mann mit der geplatzten Buxe, aber sah sich nun wegen Körperverletzung mittels eines gefährlichen Werkzeuges vor Gericht gestellt und hatte die allzu plötzliche Explosion seines begreiflichen Grolles mit vier Monaten Gefängnis zu bezahlen. Er verabschiedete sich vom Gericht mit der Bemerkung, daß ihm das Absitzen dieser Strafe aus deutlich sichtbaren Gründen keine allzu großen Schwierigkeiten bereiten werde. Belt Munsterrauts Wer wird Oberbürgermeister von Münster? Münster. Das Rätselraten um die Wiederbesetzung des freiwerdenden Oberbürgermeisterpostens hat insofern eine Klärung erfahren, als der Bocholter Oberbürgermeister Dr. Schmitz, noch ehe der Wahlausschuß die Bewerbungen und Bereitstellungen geprüft, zurückgezogen hat. Es gehen natürlich allerhand-Gerüchte mit„totensicheren“ Zusicherungen. Wir wollen nun weder den einen noch den anderen der neuen Bewerber herausgreisen, da vielfach die Behauptungen über die einzelnen Kandidaten sich diamentral entgegenstehen. Interessant ist jedoch, daß immer mehr die Vermutung sich Bahn bricht, man werde vielleicht dem Oberbürgermeister Sperlich den Posten erneut übertragen(zumal er sich bekanntlich der Stadt zur Verfügung gestllt hat), und läßt sich dabei einmal von dem Gedanken leiten, daß man dann die nicht unerheblichen Kosten seiner Pensionierung sparen würde, wie man auch immer mehr anerkennt, was Dr. Sperlich getan hat, um Münster seinen Charakter als Hauptstadt der Provinz Westfalen zu erhalten. von Der Brauosikster Gesasn! Einem Landwirtssohn wurden zahlreiche Brandstiftungen nachgewiesen—„Ich verspürte einen unwiderstehlichen Drang zum Brennen“. Tecklenburg. Derweil sich die Osnabrücker Polizei in haltlosen Verhaftungen, die neue Erregung in die Bevölkerung hineingetragen haben, ergeht, hat die fürchterliche Brandstiftungs=Epidemie in Nordwestfalen und dem Osnabrücker Land durch das planmäßige Vorgehen der vereinigten Landjäger von Telgte und Westbevern nunmehr eine sensationelle Aufklärung gesunden. Der Oberlandjäger Einhoff in Telgte verhaftete den 29jährigen Landwirtssohn K. Wieleg aus BrockWestbevern, der seltsamer Weise bei allen Bränden der letzten Zeit, kurz nach der Entstehung auf der Brandstätte weilte. Der Verdacht verstärkte sich beim letzten großen Brand des Gutshofes Schneidenharn. Darauf erfolgte die Festnahme. Als sich nun W. beim Verhör in endlose Widersprüche verwickelte, sagte ihm der vernehmende Oberlandjäger die Brandstiftungen auf den Kopf zu und konstruierte die einzelnen Fälle dem überraschten W. an Hand der Ermittelungen und auch der von W. gemachten Angaben so geschickt, daß W. unter der Last der Beweise zusammenbrach und ein umfassendes Geständnis ablegte. Danach gibt W. zu, den Gutshof„Große Burlage“ am 15. 9. in Westbevern, die Scheune eines Kötters in Westbevern=Brock, den Gutshof LütkeBurlage bei Telgte und auch den Gutshof seines Schwagers Schniedenharn durch Feuer zerstört zu haben. An den zahlreichen übrigen Brandstiftungen, die eine frappante Aehnlichkeit mit den bewiesenen haben, bestreitet der Verhaftete noch die Täterschaft, obgleich die Ermittelungen es als wahrscheinlich ansehen lassen, daß ein großer Teil noch auf das Konto des W. kommt. Die weiteren Nachforschungen nach den Gründen dieser Brandstiftungen haben zu gleich sensationellen Ergebnissen geführt. Während W. aussagt, daß er durch einen unwiderstehlichen inneren Drang zum Brennen immer wieder bestimmt worden sei, wird das wirkliche Motiv wohl in Geldgier zu suchen sein. Jeweils nach den Bränden veranstaltete W. große Zechgelage und kostspielige Spritztouren; auch wurde festgestellt, daß bei verschiedenen Bränden, u. a. bei dem Großbrand auf Hof Schniedenharn größere Geldbeträge entwendet wurden. Im Augenblick dauern die Ermittelungen noch an. Vergebliches Suchen nach einer Ertrunkenen Gr. in Osnabrück in Stellung. Als sie einen Spaziergang gemacht habe, sei sie von einem Manne angesprochen worden, der ihr ein Betäubungsmittel unter die Nase gehalten habe. Aus der Ohnmacht erwacht, habe der Täter ihr den Lauf eines Revolvers vor den Kopf gepreßt mit der Drohung, sie zu erschießen, wenn sie schreie. Der Wüstling habe ihr dann in der linken Hand 15 tiefe Schnittwunden beigebracht und ihr nochmals einen Schlag versetzt, der sie wiederum bewußtlos gemacht habe.— Der Landjäger ging mit dem Mädchen zum angeblichen Tatort, fand dort aber nur alte Fußspuren. Bei einer eingehenden Vernehmung gestand Helene M. dann ein, daß sie den ganzen Ueberfall fingiert habe, weil es ihr in der bisherigen Stelle im Gasthof nicht mehr gefallen habe. Dieser vorgetäuschte Ueberfall wird für das junge Mädchen jetzt noch zweifellos ein gerichtliches Verfahren zur Folge haben. Schwere Diphtheritis=Epidemie Dülmen. Unter den Schulkindern ist es in den letzten Wochen hier zu schweren Diphtherie=Erkrankungen gekommen. Mehrere Todesfälle waren zu verzeichnen, und noch gegenwärtig schweben mehrere Kinder in Todesgefahr. Der Grund für die Ausbreitung dieser furchtbaren Krankheit soll in ungenügenden Vorbeugungsmaßnahmen zu suchen sein. Kommissarischer Bürgermeister in Hervest=Dorsten Hervest=Dorsten. Wie nunmehr amtlich feststeht, hat der Regierungspräsident den Bürgermeister der Stadt Dorsten kommissarisch zum Bürgermeister des Amtes Hervest=Dorsten vorläufig für 2 Jahre bestellt. Die äußerst bedrängte Kassenund Finanzlage des Amtes Wulfen, die sich durch den katastrophalen Niedergang der gewerblichen Wirtschaftszweige des Amtes in den letzten Wochen immer mehr zugespitzt hat, zwingt zu rigorosen Sparmaßnahmen. Da durch eine Personal= union zwischen der Stadt Dorsten und dem Amte Hervest=Dorsten erhebliche Ersparnisse gemacht werden können(vorerst nur bei dem Gehalt des Bürgermeisters, im Laufe der nächsten Zeit im Verwaltungsapparat des Amtes und der Stadt und auf weitere Sicht durch planmäßige Zusammenarbeit des Amtes und der Stadt auf allen Fachgebieten), mußte auch diese Sparmöglichkeit ausgenutzt werden. Die ungeheure Not des Amtes und seiner Gemeinden zwang, von diesem Mittel Gebrauch zu machen, das das Gesetz vom 29. 7 1929 dem Regierungspräsidenten bezüglich der Verwaltung des Amtes durch den Bürgermeister der Stadt ausdrücklich in die Hand gegeben hatte. Die Bevölkerung des Amtes HervestDorsten befindet sich zurzeit in begreiflicher Erregung. Die Amtsvertretung hat die Stellung des Antrages auf kommissarische Ernennung des Bürgermeisters der Stadt abgelehnt. Es soll zu Protestversammlungen kommen. Die Bevölkerung des Amtes wittert wieder das Gespenst der Eingemeindung; nach unseren Informationen aber ganz zu Unrecht. An der Organisation des Amtes Hervest=Dorsten und seiner Gemeinden soll nichts gerüttelt werden. Amt und Gemeinden bleiben im Aufbau und in Verwaltung unverändert wie bisher bestehen. Der einzige Unterschied gegenüber früher ist infach der, daß an der Spitze des Amtes der kommissarisch ernannte Bürgermeister der Stadt Dorsten steht. Es liegen klare und eindeutige Erklärungen der Aussichtsbehörde darüber vor, daß von einer Aenderung der Organisation des Amtes und seiner Gemeinden wie auch von einer eotl. Eingemeindung keine Rede sein könne. Mit Eingemeindung hat die Personalunion nicht das geringste zu tun. Hervorzuheben ist ferner, daß die Regelung nur für begrenzte Zeit getrofsen wird. Es ist von der Aussichtsbehörde erklärt worden, daß die Regelung, falls sie sich nicht bewährt. nach Ablauf dieser Frist wieder rückgängig gemacht werden könnte. Diese Erklärung der Aussichtsbehörde verdient festgehalten zu werden. Kommunistensturm auf das Siegener Rathaus Siegen. Am Mittwoch nachmittag hatten sich etwa 200 Kommunisten in mehreren Trupps in den Nebenstraßen zusammengerottet und drangen plötzlich unter lautem Johlen und Schreien gegen das Rathaus vor. Die Beamten der im Rathaus untergebrachten Polizeiwache wurden mit Steinen und Schüssen empfangen. Die Polizei erwiderte das Feuer. Obwohl ungefähr zwanzig Schüsse gewechselt wurden, scheint niemand verletzt worden zu sein. Die Kommunisten wurden von der Polizei in die Nebenstraßen abgedrängt, wobei mehrere Beamte durch Steinwürfe leicht verletzt wurden. Der Rathaussturm scheint von langer Hand vorbereitet gewesen zu sein, denn, wie festgestellt wurde, war die Mehrzahl der Teilnehmer von auswärts gekommen. In den Abendstunden war die Ruhe wiederhergestellt. Kotverbronung und Keafrechtspsiege Die Ausführungsbestimmungen des Preußischen Justizministers Wie der Amtliche Preußische Pressedienst mitMünster. Am Montag fand man auf der Veranda eines zwischen der Warendorfer Straße und Pleistermühle gelegenen Bootshauses die Kleider eines Mädchens, das allem Anscheine nach den Tod in der Werse gesucht hatte. Es soll sich um die Schwester eines hiesigen Steuerbeamten handeln. Mehr war darüber nicht zu erfahren. Noch heute mittag unternommene Versuche, die Leiche aus der Werse zu bergen, waren erfolglos. Vorsicht mit glühender Asche Münster. Es wird leider nur zu oft beobachtet, daß man auf die Brandgefahr durch nicht erkaltete Asche Rücksicht nimmt. Man schüttet die Asche in den Mülleimer und glaubt, damit alle Gefahr beseitigt zu haben. Wie sehr man sich dabei täuschen kann, zeigte am Mittwoch nachmittag ein Kellerbrand im Hause Augustastraße 8. Dort hatte die Waschfrau heiße Asche in den Mülleimer geschüttet, neben dem ein Hause Torf lag. Wahrscheinlich hatte sie dabei die nötige Vorsicht außer Acht gelassen. Denn bald entstand ein Kellerbrand, zu dessen Löschung die Berufsfeuerwehr herbeigerufen werden mußte. Fingierter Ueberfall Sie wollte nicht in der Stellung bleiben und brachte sich 15 Schnittwunden bei Lengerich i. W. Das Lehrmädchen Helene Mutert auf Lotte erschien zusammen mit ihrer in Hasbergen wohnenden Schwester bei dem Landjägermeister Haase in Hasbergen und zeigte eine mit 15 schweren Schnittwunden bedeckte Hand vor. Auf die Frage, wie sie daran gekommen sei, gab Helene M. an, sie sei im Gasthause teilt, hat der Preußische Justizminister Schmidt soeben die folgenden Ausführungsbestimmungen zu den in der Dritten Verordnung des Reichspräsidenten vom 6. 10. 1931 vorgesehenen Ersparnismaßnahmen auf dem Gebiete der Strafrechtspflege erlassen: I. Die Dritte Verordnung des Reichspräsidenten vom 6. 10. 1931 bezweckt auf dem Gebiete der Strafrechtspflege eine Verminderung der Bagatellstrafverfahren, die bisher eine starke Belastung der Strafverfolgungsbehörden, der Gerichte und der Staatsfinanzen bedeuteten. Die Verfolgung von Uebertretungen soll sich nach der Notverordnung auf solche Taten beschränken, bei denen die Rücksicht auf das öffentliche Interesse die Bestrafung gebietet. Strafverfahren, die auf Privatklage des Verletzten anhängig werden, kann das Gericht wegen Geringfügigkeit einstellen, wenn nach pflichtgemäßem Ermessen des Richters ein schutzwürdiges, berechtigtes Interesse des Privatklägers an der Bestrafung des Angeklagten nicht besteht. Um zu verhindern, daß die Staatsanwaltschaft, die häufig bisher bei Streitigkeiten in Anspruch genommen wird, die vorwiegend nicht strafrechtlicher Natur sind, und deren Austragung vor die Zivil= oder Verwaltungsgerichte gehört, gibt die Notverordnung die Möglichkeit, dem Anzeigenden eine Frist zur Verfolgung seiner Ansprüche vor den Zivil- und Verwaltungsgerichten zu setzen. Nach fruchtlosem Ablauf der Frist kann die Staatsanwaltschaft das Verfahren einstellen. Der Preußische Justizminister weist in den Ausführungsbestimmungen die Staatsanwaltscharf an, von diesen Möglichkeiten der Notverordnung, Verfahren einzustellen, in allen geeigneten Fällen Gebrauch zu machen. Er weist ferner darauf hin, daß es im Sinne der Verordnung des Reichspräsidenten liege, überall da, wo bereits nach den Vorschriften der Strasprozeßordnung die Einstellung von Verfahren wegen 22TAS Arzte-Gutachten! Jede Bohne Qualität jeder Tropfen Cenuß jede Tasse Gesundheit das ist Kaffee Hag! In jedem Peket ein Gutschein. Im Weihnechtsmonet auf 40 Gutscheine 1 imit. Altilberdose mit Kaffee Hag gretis Geringfügigkeit der Schuld und der Folgen der Tat möglich sei, weitherzig zu verfahren, soweit nicht im Einzelfalle besondere Bedenken entgegenständen. II. Die Notverordnung des Reichspräsidenten sieht serner vor, daß Strafsachen von großem Umsang vor die Große Strafkammer als erste Instanz gebracht werden können, wenn eine gerichtliche Voruntersuchung stattgesunden hat und zu erwarten ist, daß die Hauptverhandlung mehr als 6 Sitzungstage in Anspruch nehmen wird. Der Preußische Justizminister ordnet an, daß die Staatsanwaltschaft bereits im Vorverfahren rechtzeitig ihr Augenmerk darauf zu richten habe, ob mit Rücksicht auf den Umfang der Sache die Hauptverhandlung vor der Großen Strafkammer in Aussicht zu nehmen und demgemäß die Eröffnung der Voruntersuchung zu beantragen sei. III. Die Notverordnung des Reichspräsidenten schränkt sowohl in Privatklagesachen als auch in den vor die Große Strafkammer zu bringenden umfangreichen Verfahren die Möglichkeit der Rechtsmittel ein. Der Preußische Justizminister weist dementsprechend darauf hin, daß der mit der Verordnung verfolgte Zweck darüber hinaus ganz allgemein seitens der Staatsanwaltschaft Zurückhaltung bei der Einlegung und Durchführung von Rechtsmitteln erfordere. Die Staatsanwaltschaft solle grundsätzlich ein Rechtsmittel nur einlegen, wenn es im Einzelfall durch wesentliche Interessen der Rechtspflege geboten erscheint, und wenn mit einiger Wahrscheinlichkeit auf einen Erfolg des Rechtsmittels zu rechnen sei. In der Regel dürfe daher ein Rechtsmittel auch nicht lediglich wegen Verletzung strafrechtlicher oder prozessualer Vorschriften eingelegt werden, wenn die Entscheidung im übrigen der Sachlage entspreche. Die Einlegung eines Rechtsmittels, das sich nur gegen das Strafmaßz wende, solle im allgemeinen auf diejenigen Fälle beschränkt werden, in denen die erkannte Strafe in einem offenbaren Mißverhältnis zur Schwere der Tat stehe. Die vorsorgliche Einlegung von Rechtsmitteln empfehle sich nur in solchen Fällen, denen in erhöhtem Maße eine politische oder soziale Bedeutung zukomme. Kein Zusammenschluß Plettenberg. Die Gemeindevertretung der Landgemeinde Plettenberg lehnte die Eingemeindung des Amtes Plettenberg nach der Stadt Plettenberg ab. Das Sängerfest des Deutschen Sängerbundes in Frankfurt a. M. 1932 Der Gesamtausschuß des Deutschen Sängerbundes hat in seiner letzten Sitzung beschlossen, daß das 11. Deutsche Sängerbundesfest, das für 1932 in Frankfurt a. M. vorgesehen ist, unter allen Umständen stattfinden wird, selbst wenn sich ergeben sollte, daß bei der letzten verpflichtenden Anmeldung die Zahl der Teilnehmer erheblich zurückgehen sollte. Dabei ging der Ausschuß von der Erwägung aus, daß es sich bei diesem Fest um eine ernste, künstlerisch hochstehende, Veranstaltung handelt, die heute mehr als je dazu bestimmt ist, zu zeigen, daß trotz aller wirtschaftlichen Nöte das deutsche Volk auch weiterhin an der Pflege einer seiner edelsten Kulturgüter festhält. Weiter war bestimmend, daß das 11. Sängerbundesfest in unlöslichem Zusammenhang mit dem Goethejahr 1932 steht und daß die gesanglichen Veranstaltungen des Festes diesem Umstand in weitestgehendem Maße Rechnung tragen. Eine zeitliche Trennung von dem Goethejahr ist deshalb, nachdem die Vorbereitungen der Vereine für diese Ausführungen in vollem Gange sind, nicht mehr denkbar. Bemerkt sei dabei, daß von der preußischen Staatsregierung eigens für das Frankfurter Fest ein Staatspreis, und zwar ebenfalls unter Bezugnahme auf das Goethefest ausgesetzt worden ist. Sollte die Zahl der Teilnehmer erheblich zurückgehen, so dürften allerdings wesentliche Aenderungen des festlichen Gesamtrahmens eintreten, ohne daß jedoch das Programm der Hauptausführungen geändert wird. Im übrigen wird der Rahmen des Festes der Wirtschaftslage angepaßt werden. Der Uebergangene Zum 100 Geburtstag Kaiser Friedrich III. Die Tragik seines Lebens, aber auch die des deutschen Volkes war, daß er nur„der Kronprinz“ blieb. Erst 56jährig kam er zur Regierung, und schon nach 100 Tagen trug man seine Leiche zu Grabe. Heute können wir ermessen, daß der Ausfall dieser Persönlichkeit sich als ein Hauptgrund für den Niedergang des Reiches ausgewirkt hat. Denn schon persönlich war Friedrich so geartet, daß er jene besonderen Forderungen zu erfüllen imstande war, die die Geschichte an einen neuzeitlichen Kaiser von Deutschland stellte. Er war nicht nur der Sohn eines Soldaten. Seine Mutter war die Enfelin Karl Augusts von Weimar und diese erzog ihn in der ihr heimatlichen Ideenwelt deutscher Klassik zu reiner Menschlichkeit, d. h. aber zu einem Ideal des deutschen Bürgertums. Doch auch ohne dies war Friedrich Repräsentant der für uns Deutsche polltisch furchtbarsten Epoche: Aufgewachsen mit den 48ern, in einer Zeit des Widerspruchs gegen engherzige Beamtenherrschaft, als nicht die Kraft des Heeres, sondern leidenschaftliche Bewegung des Volkes Fortschritte des Staates auf allen Gebieten hervorrief. Daraus erwuchsen ihm seine politischen Ideale. Beseelt von fürstlichem Selbstgefühl, wollte er zwar keine Parlamentsherrschaft nach englischem Muster. Doch verlangte sein nicht minder lebendiges Rechtsgefühl, die durch Verfassung verbrieften Rechte des Volkes anzuerkennen und gewissenhaft zu wahren:„Ich werde der erste Fürst sein, der, den verfassungsmäßigen Einrichtungen ohne allen Rückhalt zugetan, vor sein Volk zu treten hat.“ Schon während der Konfliktsjahre war er als„Hort der Freiheit“ Hoffnung all derer, die in weitere Zukunft dachten. Gleich nach seiner Thronbesteigung erklärte er dem anders gerichteten Kanzler,„im Reiche wie in Preußen die Regierung in gewissenhafter Beobachtung der Bestimmungen von Reichs= und Landesverfassung führen zu wollen“. Oberstes Gesetz bei allem sei „die Hebung der öffentlichen Wohlfahrt". Mutig zog er daraus die Konsequenz religiöser Duldung, die Schwaden des Kulturkampfes wegsegend:„Ein jeglicher unter ihnen(den Bekenntnissen) steht meinem Herzen gleich nahe—, haben doch alle gleichmäßig in den Tagen der Gefahr ihre volle Hingebung bewährt.“ Gleicherweise versprach er, allen Sozialistengesetzen zum Trotz, „das wirtschaftliche Gedeihen der verschiedenen Gesellschaftsklassen zu heben, widerstreitende Interessen derselben zu versöhnen und unvermeidliche Mißstände nach Kräften zu mildern". Zugleich gab er zu verstehen— da horchen wir noch heute auf—, es sei allerdings unmöglich,„durch Eingreifen des Staates allen Uebeln der Gesellschaft ein Ende zu machen". Als eine wesentliche Ursache des sozialen Unglücks galt ihm, so hoch er höhere Bildung schätzte, die charakterschädigende Halbbildung: sie wecke Lebensansprüche,„denen die wirtschaftlichen Kräfte der Nation nicht genügen können“. Verwurzelung des Menschen in christlicher Sitte sei deshalb die erste Forderung der Zeit. Er nahm die Krone nicht davon aus. So wäre er den Gefahren der Kaiserkrone entgangen, denen sein ihm allzu junger Sohn dann zum Opfer fiel. Gustav Frentag erkannte sie als so groß, daß er ihretwegen das Kaisertum überhaupt ablehnte. Sei doch der Kaiser beim Fortbestand der einzelnen Landesregierungen nur zur Repräsentation verpflichtet: „Aller Glanz der Majestät, die Staatsaktion bei vornehmen Besuchen, die Hosämter, die Schneiderarbeit in Costüm und Dekorationen werden zunehmen, und wenn sie erst einmal eingeführt sind, immer größere Wichtigkeit beanspruchen... Und wie im Heer und Zivildienst, wird(durch Hinaufrückung des Monarchen) auch im Volke ein höfisches und serviles Wesen sich einschleichen“, wo schon die weniger hohen Fürsten in der Lage seien,„gleich Schauspielern auf der Bühne zwischen Blumensträußen und lautem Beifallklatschen begeisterter Zuschauer dahinzuwandeln. während in der Versenkung die vernichtenden Dämonen lauern“. Friedrich erklärte gleich bei seinem Regierungsantritt, nur„ein auf der gesunden Grundlage von Gottesfurcht in einfacher Sitte aufwachsendes Geschlecht“ werde den Gefahren widerstehen können,„welche in einer Zeit rascher wirtschaftlicher Bewegung, durch Beispiele hochgesteigerter Lebensführung einzelner, für die Gesamtheit erwachsen". Darum sei im öffentlichen Dienst allem unverhältnismäßigem Aufwand entgegenzutreten, insbesondere der Großmannssucht der Städte. Der Beamtenapparat sei zu verringern, um bei Verminderung der Stellen die Bezüge zu erhöhen. Diesem Willen, die Staatsgewalt auf das Unerläßliche zu beschränken, kam des Kronprinzen freiheitliche Vorstellung von Aufbau und Gestalt des neuen Reiches entgegen. Nach„zeitgemäßen vorurteilslosen Grundzügen“ plante er bereits das, was wir heute„Reichsreform“ nennen. Das zugegeben„eingefleischte Preußenherz“, Wilhelms I. verlangte noch kurz vor der Kaiserproklamation, wenn schon er„das Kreuz tragen“ solle, möge man es wenigstens nicht der Preußischen Armee zumuten, sich„deutsche Namen“ und Bezeichnungen gefallen zu lassen". Dementgegen fühlte der Kronprinz sich„nur noch als Deutscher". Scharf verurteilte er die eigensüchtigreichsfeindliche Haltung der deutschen Landesher= ren: Er könne es„den Völkern, weiß Gott, nicht verdenken, wenn sie, des Harrens müde, sich gegen die Fürsten und mehr noch gegen ihre Kabinette wenden und mit ihnen abrechnen. Diese heillosen partikularistischen Minister sind außer Stande, deutsch zu fühlen“. Er freue sich„über jede demokratische Bewegung, welche sich gegen die heillosen Kabinette richtet“. Kurz:„Ich könnte meinen Standpunkt nicht besser kennzeichnen, als indem ich die schwarz=rot=goldene Fahne und Farbe als Bundes= und Reichszeichen und den Reichsadler an den Helmen des gesamten Heeres verlangte“. Bismarck hat kein Mittel gescheut, diese freiheitliche Haltung des Kronprinzen als„englisch“ zu verdächtigen, als den landesverräterischen Einfluß der Tochter Queen Victorias, seiner Gattin. Ein so herzerquickend inniges Verhältnis das Kronprinzenpaar zusammenhielt— wir wissen, daß Friedrich längst ehe die Engländerin „Herrin seiner Jugend“ wurde, von den zukunftsträchtigen Ideen der 48er beseelt war. Um sö verwerflicher die Praktiken Bismarcks und seiner Leute, diesen„liberalen“ Kronprinzen kalt zu setzen. Man machte ihn zum Protektor der Museen“ und räumte ihm als Höchstes die Inspektion der süddeutschen Armeekorps ein. Friedrich wußte sehr wohl. weshalb er seine Tagebuchaufzeichnungen im Schloß zu Windsor verbarg — als Prof. Geffcken sie nach seinem Tode veröffentlichte, wurde er wegen Landesverrats eingekerkert—, wie noch die Kaiserin Friedrich 1901 auf dem Sterbebette in aller Heimlichkeit um Mitternacht ihre Briefe in zwei Kisten, die als „Porzellan“, deklariert waren, nach England schaffen ließ, so daß die Geheimpolizisten das nach ihrem Tode auf Befehl Wilhelms II. von einer Schwadron Kavallerie umlagerte Schloß vergeblich durchsuchten. Die Folgen solcher Machenschaften lasten heute auf uns. Wir haben den Kaiser entbehren müssen, von dem Gustav Freytag sagte, er sei der Freund freiester Bewegung aller ehrlich Tätigen. selbst dann noch, wenn diese seine eigenen Gedanken angriffen. Der blendende Erfolg der absolutistischen Machtpolitik Bismarks ließ einen solchen Kronprinzen für immer breitere Kreise im Unrecht erscheinen und damit die Ideen von 1848, d. h. die politische Selbständigkeit des deutschen Volkes, immer mehr zusammenschrumpfen. Es kam ein Geschlecht auf, das, des selbständigen Denkens ungewohnt, den Aufgaben der Zeit nicht mehr gewachsen war. Doppelt tragisch, wenn dies politisch so unmündig gemachte Volk vor die Notwendigkeit gestellt wurde, die steuerlos gewordene Regierung selbst in die Hand zu nehmen in dem Augenblick, wo es einen Weltkrieg verloren hatte. Dr. W. B. Copyright by Verlag Neues Leben Bayr. Gmain 18 Nachdruick verboten Roman von Kurt Martin— „Aber wer hat Verrat getrieben, Hilde? Wer hat noch den Aufbewahrungsort gewußt?“ Sie senkte traurig den Kopf. „Dein Vater und du und Ruth— und ich. Ich habe darum gewußt, Klaus!“ „Du Liebe du, du sorgtest dich ja mehr als Vater um die Papiere.“ „Salenzyca hat es mir gesagt: Man verdächtigt mich.“ „Laß das, Hilde! Niemand ist unschuldiger als du!— Aber denke: Es muß doch noch ein Mensch um das Geheimnis gewußt haben. Ich mutmaßte schon, ob nicht Agnes durch irgendeinen Zufall davon erfuhr.“ „Agnes?— Nein!“ „Dann könnte es nur noch eine Möglichkeit geben.“ „Welche?“ „Vater hat selbst zu einem Menschen darüber gesprochen. — Vielleicht weiß er das jetzt gar nicht mehr— oder er will es nicht zugeben.“ „An wen denkst du?“ „An Lia Rissander.“ „Die Tänzerin?“ „Ja! Ich kann mir nicht helfen, ich mißtraue ihr.— Es uind da verschiedene Dinge, die mir aufgefallen sind.“ „Und sie sollte dann ihr Wissen einem Feinde deines Vaters anvertraut haben?“ „Es wäre dann schon so, daß sie von diesem Unbekannten angestiftet wurde, Vater auszuhorchen.“ „Von Salenzyca?“ „Wer weiß? Da ist Lokadziej— dann Lautroit, der Maler— dann Professor Komitako und Dr. Kanomoki.“ „Und Max Ohlemark.“ Der?“ Die Tür öffnete sich. Olga Salenzyca winkte Hilde. „Rasch!“ Noch einmal umschlang das Mädchen den geliebten Mann, dann eilte es rasch auf den Gang hinaus. Olga Salenzyca schritt vor ihr her, die Treppe hinab, durch die Halle und wieder empor. Hilde huschte in ihr kleines Zimmer. Die Tür ward versperrt. Verwirrt sah sich Hilde um.— Was war das?— War das alles ein Traum gewesen?— Hatte sie wirklich Klaus gesehen, mit Klaus gesprochen?— Ja, das war Wahrheit, kein Traum!— Und Wahrheit war, daß Klaus sie liebte, daß er sie mit ganzem Herzen liebte!— War das aber nicht Unglück für ihn?— Was konnte sie tun, um ihm zu helfen?— Tapfer bleiben, hatte er gebeten.— Ob Olga Salenzyca einmal wiederkam?— Oh, sie wollte sie bitten und beschwören, doch wenigstens Klaus zu retten. Vielleicht war es möglich, daß er entkam!— Und drüben, im anderen Flügel des Hauses, stand Klaus Klüber am Fenster und breitete die Arme aus.„Frei den! Frei sein und Hilde sein eigen nennen zu durfen!— Das ist dann das Glück.“ Stimmen drangen von außen herauf. Alsbald ward seine Tür aufgestoßen. Leo Salenzyca kam herein. Hart und drohend war sein Blick. Ein grausamer Zug lag um seinen Mund.„Ich habe mit Ihnen zu sprechen, Herr Dr. Klüber." Klaus sah ihn kühl an.„Bitte, was wünschen Sie?" „Sie kennen meine Bedingungen!— Fräulein Ohlemark bekommt von heute ab nicht mehr Speise und Trank.— Wollen Sie die Folgen verantworten?“ Klaus' Stimme klang abweisend.„Die Folgen Ihres Handelns habe nicht ich zu verantworten. Sie selbst werden für diese Folgen aufzukommen haben. Vor allem werden Sie eines Tages mir Genugtuung geben!“ Leo Salenzyca fuhr drohend auf.„Vergessen Sie Ihre Lage nicht!— Sie sind mein Gefangener!“ „Ja, das weiß ich. Wie ein Räuber haben Sie mich überfallen.“ „Seien Sie vorsichtig mit Ihren Worten! Ich kann Sie sonst an einen anderen Ort bringen lassen.“ „Ich erwarte von Ihnen nichts Gutes!“ „Sie sind es, der mein Verhalten Ihnen gegenüber bestimmt.— Klar und deutlich jetzt: Wollen Sie mir die Geheimnisse des Giftgases„Omega“ offenbaren oder nicht?“ „Ich denke nicht daran! Eine Erfindung, die in meinen Augen eine verderbliche, unglückselige ist, die der Menschheit kein Segen, die ihr ein Fluch werden würde, die soll nie und nimmer von mir einem Menschen offenbart werden, damit dieser Mensch sie ausnützt und seinen und seiner Partei gewalttätigen Plänen dienstbar macht.“ „Und Sie glauben, daß ich mich mit Ihrer Erklärung begnüge?— Das sind ja alles Lügen!“ „Ich verbiete Ihnen, mich einen Lügner zu heißen, Herr Salenzyca!“ „Sie wollen mir also weiterhin Widerstand leisten?“ „Ich lehne es ein für allemal ab, über das Giftgas, das mein Vater erfand, mit Ihnen zu sprechen. Sie werden von mir nie etwas darüber erfahren. Geben Sie die Hoffnung auf!“ Salenzyca lachte häßlich auf.„Ihre Liebe zu Fräulein Ohlemark ist also nicht weit her!" „Was geht Sie meine Liebe an!“ „Viel!— Sie wollen also lieber das Mädchen, das Sie liebt, opfern, als daß Sie reden?“ „Sie werden Hilde kein Leids antun!“ „Da frage ich Sie nicht!— Das Mädchen wird jetzt hungern und dürsten. Aber glauben Sie nicht, daß es dabei bleibt! Sprechen Sie in drei Tagen immer nach nicht, so wird Fräulein Hilde Ohlemark als Helfershelferin ihres Vetters Max Ohlemark nach Warschau ins Gefängnis übergeführt.“ Klaus stieß in höchster Erregung hervor:„Was sagen Sie?“ „Ich werde das Mädchen politischer, landesfeindlicher Umtriebe beschuldigen. Sie wird unter Anklage gestellt.— Sie ist dann für Sie auf alle Zeit verloren!— Sie haben ihren Tod auf dem Gewissen!" Klaus riß einen Stuhl empor.„Elender Schurke!" Ein rascher Sprung rettete Salenzyca vor dem Schlag. Der Stuhl zersplitterte krachend an der Tür. Salenzyca schrie:„Noch eine Gewalttat, und des Mädchens Schicksal ist besiegelt! Ich warne Sie!" Klaus starrte den Mann haßerfüllt an.„Sie sind ein Teufel!“ „Scheinbar lieben Sie das Mädchen also doch voller Leidenschaft.— Seien Sie aber vorsichtig! Ich habe nicht lange Geduld. Glauben Sie nicht, wenn Sie schweigen, ich werde mich damit begnügen, ich werde Sie eines Tages von hier fortlassen!— Sie bleiben hier, bis mein Ziel erreicht ist!— Glauben Sie auch nicht, ich spreche nur leere Drohungen aus! — Max Ohlemark ist verhaftet. Er wurde in Dobromierzyce auf meine Anzeige hin festgenommen und sitzt in Warschau in Haft. Er ist des politischen Mordes an Daniel Lokadziej angeklagt.“ Klaus Klüber forschte mißtrauisch:„Er soll Daniel Lokadziej erwürgt haben?“ „Ja! Er hat ihn erwürgt und beraubt.“ „Das bezweifle ich noch.“ „Man wird Sie nicht um Ihre Ansicht fragen!“ „Was sagt er aus?“ „Das kann Ihnen ja gleichgültig sein. Genug, er ist angeklagt!— Nun geben Sie acht! Fräulein Ohlemark hat mir selbst gestanden, daß sie ihren Vetter in Dobromierzyce suchen wollte. Weshalb?— Man könnte sehr leicht auf den Gedanken kommen, daß sie seine Helfershelferin ist, daß sie gleichfalls zum Zwecke der Spionage sich nach Dobromierzyce begeben hat. Es ließe sich unter Umständen sogar nachweisen, daß das Mädchen seinen Aufenthalt hier bei mir benützte, um zu spionieren. Es erwartet Hilde Ohlemark dann das gleiche Schicksal wie ihren Vetter!— Wollen Sie das?“ " Klaus Klüber schloß die Augen. Er konnte den Mann da an der Tür nicht mehr ansehen; er hätte ihn sonst niederschlagen müssen.„So gemein könnten Sie handeln!" „Sie sollen nur sehen, welche Folgen Ihr Widerstand heraufbeschwören würde.“ „Warum soll das Mädchen leiden, wenn ich mich Ihren Wünschen nicht willig zeige? Warum werfen Sie nicht mich ins Gefängnis?“ „Weil das nicht klug gehandelt wäre.“ „Und Sie glauben, mich hier so ohne weiteres von der Welt absperren zu können? Man wird mich suchen und meine Spur finden.“ Salenzyca lachte voller Spott und Hohn auf. „Hoffen Sie nicht zuviel in dieser Beziehung! Es war bereits jemand am Tor draußen und hat nach Ihnen gefragt. „Wer?“ „Sie sind neugierig! Aber ich will es Ihnen sagen. Der Mann nannte sich Bert Ibenstein!“ „Herr Ibenstein war hier?“ „Ja! Es wurde ihm gesagt, Sie hätten mit Fräulein Ohlemark das Haus, in dem Sie Gastfreundschaft genossen hatten, bereits verlassen. Sie seien mit mir im Auto nach Warschau gefahren und haben sich dort beide von mir verabschiedet, um die Heimreise anzutreten.— Sie sehen, ich spreche ganz offen.“ Klaus dachte nach.„So ist das also!— Mein Vater wird wenigstens wissen...“ „Er wird nichts wissen! Er wird nichts mehr von Ihnen hören und sehen, wenn Sie meinen Wunsch unerfüllt lassen.“ Salenzycas Stimme veränderte sich plötzlich. Ein bösartiges Lächeln flog über sein Antlitz.„Es gibt noch einen Weg!— Geben Sie mir den Ring, den Sie dort am Finger tragen!“ Ueberrascht sah Klaus auf seinen Feind. „Diesen Ring?— Nein!— Der Ring ist ein Andenken an meine tote Mutter.“ „Geben Sie mir den Ring!" „Sie wollen mich also auch noch ausrauben?“ „Sie werden den Ring wiederbekommen. Geben Sie ihn her! Es ist besser, Sie erfüllen meinen Wunsch, ohne daß ich Zwang anwenden muß.“ „Sie planen eine neue Teufelei!“ Salenzyca riß die Tür auf. Stoszief stand davor. „Komm herein!“ Der Diener trat neben seinen Herrn ins Zimmer. Er blickte finster auf Klaus Klüber.„Was soll ich?“ Salenzyca gebot.„Herr Dr. Klüber, Sie geben mir jetzt den Ring! Ich werde sonst Stosziej befehlen, Ihnen Fesseln anzulegen.“ Da streifte Klaus den Ring vom Finger und legte ihn auf den Tisch.„Ich füge mich der Gewalt.“ Salenzyca griff hastig danach.„Diesen Ring kennt Ihr Vater. Er weiß, daß der Ring Ihr Eigentum ist, daß Sie ihn trugen. Ich werde Sie vielleicht gar nicht mehr mit meinen Wünschen belästigen, Herr Dr. Klüber. Ich werde Ihren Vater aufsuchen und ihn fragen, was ihm lieber ist, den Ring und seinen Sohn wiederzusehen, oder nur den Ring zurückzuerhalten. Er wird sich gewiß für jenes entscheiden.“ Klaus maß den Sprecher verächtlich.„Sie wollen Ihr Erpressungsmanöver auch bei meinem Vater versuchen?“ „Ich will sehen!— Seien Sie versichert, Ihr Herr Vater wird keinen Widerstand wagen!“ „Sie wollen also meinen Vater aufsuchen?“ „Wahrscheinlich.“ „Hoffentlich läßt er Sie sofort verhaften!" Salenzyca grinste.„Ich rate ihm das nicht. Ich werde ihm sagen, daß ich Auftrag gegeben habe, Sie und Fräulein Ohlemark zu töten, wenn ich innerhalb dreier Tage nicht wieder hier bin oder telegraphisch das vereinbarte Zeichen gegeben habe.“ „Sie Teufel!“ „Ich werde ihm einige Papiere vorlegen, die ihm beweisen, daß ich nicht leere Drohungen ausspreche.— Sie sollten also ernstlich wünschen, daß Ihr Herr Vater spreche!— Noch besser wäre es freilich. Sie würden mir diese Reise ersparen. Er maß Klaus finster.„Wenn ich nämlich reise, bin ich aller Versprechen ledig, die ich Ihnen gab. Ich versprach Ihnen, daß Sie und Fräulein Ohlemark gemeinsam von hier fortkönnten, sobald Sie mir gesagt haben, was ich zu wissen wünsche, und sobald die Richtigkeit Ihrer Angaben durch entsprechende Versuche nachgewiesen ist.— Diese Zusage ist dann hinfällig. Ihr Vater sicherte sich nur Ihre Freilassung für den Fall, daß er spricht.— Das Mädchen bleibt aber dann hier! Sie können dann zu hundert Behörden laufen; keine wird Ihnen helfen, daß Sie das Mädchen jemals wiedersehen. Bedenken Sie das!" 11. Bert Ibenstein betrat den kleinen Laden Semjon Rastowlowitschs in der Karlgasse.„Guten Tag, Herr Rastow= lowitsch! Da bin ich schon wieder einmal. Sie sehen, wenn man Altertümer sammelt, ist man immer auf der Suche nach einem Gegenstand, den man noch nicht besitzt.“ Semjon Rastowlowitsch kam, sich die Hände reibend, auf den Gast zu. „Zu dienen, Herr Doktor!“ M6 g.— „Zeigen Sie mir doch nochmals die alten Waffen, vie Sie mir gestern vorlegten! Vielleicht könnte ich mich doch zum Kauf entschließen.“ „Sehr gern!“ „Ja, das sind ja ein paar ganz hübsche Stücke.— Aber Waffen japanischen Ursprungs besitzen Sie gar nicht? Ich interessiere mich nämlich ganz besonders für asiatische Arbeiten.“ „Da kann ich leider nicht dienen.“ „Sehr schade! Sie haben derartige Waffen auch nicht besessen?“ „Und haben doch so viele Dinge hier in Ihrem Laden!“ „Ja, es kommt allerhand zusammen.“ „Haben Sie in Ihrer Wohnung auch noch Raritäten?“ „Nein.— Das heißt— ein paar alte Schränke habe ich dort stehen.“ „Was, Schränke?“ „Gewiß!— Und einen alten Schreibtisch.“ „Das interessiert mich, Herr Rastowlowitsch!“ „Es ist schöne Arbeit. Alte, gute Arbeit.“ „Kann ich diese Möbelstücke nicht einmal sehen?“ „Oh doch! Hier habe ich nur keinen Platz. Ich kann die Schränke nicht hierherstellen. Sie müßten dann schon einmal in meine Wohnung kommen.“ „Warum nicht! Wohnen Sie weit fort?“ „Nur ein paar Häuser entfernt.“ „Das trifft sich ja gut! Können wir nicht gleich einmal hingehen?— Oder kann ich allein zu Ihrer Wohnung gehen? Ist jemand da?“ „Nein, ich muß schon mitkommen.“ „Wenn aber inzwischen jemand etwas bei Ihnen kaufen will?“ „Er wird wiederkommen.“ „Na, schön!— Und die Waffen sehe ich mir dann später noch einmal an.“ Er verließ mit Semjon Rastowlowitsch den Laden. Sie schritten die Gasse abwärts. Vor dem Hause Nummer 24 blieb Bert Ibensteins Begleiter stehen.„Hier wohne ich, im Hinterhaus. „Gut, ich komme mit Ihnen!“ Semjon Rastowlowitsch schritt voran, durch den Hausgang und über den Hof— den Weg, den der Detektiv bereits kannte. Und wieder erklang oben aus einem Zimmer des zweiten Stocks Geigenspiel. Bert Ibenstein blieb stehen.„Da spielt ja ein Künstler!" „Oh, er spielt gut!“ „Wer ist das?“ „Ein Freund von mir.“ „Ich möchte den Herrn kennenlernen!— Ich spiele nämlich auch Geige.“ „Mein Freund ist krank, Herr Doktor. Er kann keine Besuche empfangen.“ Das ist schode.“„„ N 14 Tami, Sie stiegen die Treppen hinaus. Oven offnere Semjon Rastowlowitsch die Tür. Sie betraten einen düsteren Gang und von da aus eine kleine Stube, die mit Möbeln vollgepfropft war. „So, da sind die beiden Schränke, Herr Doktor.“ „Ah, das ist ja etwas sehr Seltenes sogar! Um siebzehnhundertfünfzig gearbeitet, was?“ „Sie haben ein gutes Auge.— Es ist richtig.“ Bert Ibenstein betrachtete die Schränke eingehend und verriet seine Kauflust.„Das ist etwas für mich! Und der Schreibtisch? Paßt er vielleicht zu den Schränken?" „Er gehört dazu, ja; aber er steht im Zimmer meines Freundes, und ich will meinen Freund nicht stören.“ „Ich halte mich ja gar nicht auf. Nur einen Blick!“ Semjon Rastowlowitsch zauderte. Die Möglichkeit, ein gutes Geschäft zum Abschluß zu bringen, reizte ihn offensichtlich. Aber scheinbar wollte er auch nicht gern den Freund belästigen. Endlich erklärte er:„Ich will ihn fragen. War. ten Sie!“. Er öffnete rasch die Tür und glitt schnell in das Zimmer, die Tür hastig hinter sich zuziehend. Bert Ibenstein schritt behutsam näher und lauschte. Aber er vernahm nur ein leises Flüstern. Es war kein Wort zu verstehen. Drinnen erklangen Schritte. Die Tür ging auf. Semjon Rastowlowitsch lud mit einer Handbewegung seinen Gast zum Nähertreten ein.„Mein Freund hat sich zur Ruhe gelegt.“ Himmer nov—i Bert Ivenstein say sich in einem Zimmer von mittlerer Größe. An den Wänden hingen ein paar alte Kupferstiche. Auf dem Tisch lag die Geige. Die eine Ecke des Gemaches schloß ein dunkler Vorhang ab, der wohl das Bett von dem Wohnraum abtrennte.— Dort also hielt sich der Geiger auf, dort weilte der Mann, den Lia Rissander aufsuchte, und der sie mit einem Ruf leidenschaftlicher Freude begrüßte. Rastowlowitsch trat an die Wand beim Fenster.„Hier steht der Schreibtisch!“„ (Fortsetzung folgt.) vor dem Aufsichtsrat und Kollegen zitterten, und der deshalb ungestört in der Favag wirtschaften konnte. Freilich entschuldigt das nicht, daß seine Nachfolger nach seinem Tode das gleiche Spiel fortsetzten und weiter Anssichtsrat, Gläubiger und Oeffentlichkeit gröblich betrogen. Es ist auch der Staatsanwaltschaft nicht restlos gelungen, den ganzen Kompler— der Favagkon= zern hatte mehr als sechzig Tochtergesellschaften im In= und Ausland— restlos aufzuklären. Vieles von dem, was die Direktoren taten, ist mit den heutigen Strafgesetzen nicht zu erfassen; so zum Beispiel der kunstvolle Aufbau eines„Privatkonzerns“, von nicht weniger als zwanzig Gesellschaften, die dunkle Geschäfte mit der Favag machten. Aber besonders krasse Fälle lassen sich sogar mit unserem unvollkommenen Wirtschaftsstrafrecht fassen. So zum Beispiel die Sondervergütungen, die sich die Favagdirektoren für die Vermittlung eines Aktienverkaufs zahlen ließen. Der Aussichtsrat bewilligte diese Vergütung von nicht weniger als 500000 Mark, weil ihm vorgespiegelt wurde, es handle sich um der eigenen Gesellschaft fernstehende„Vermittler". Die Summe wurde dann in bar von Direktor Mädje in einem Handkoffer von Berlin nach Frankfurt gebracht und hier verteilt. Ein anderes Mal ließen sich die Vorstandsmitglieder Sonderervgütungen zukommen, obwohl— was dem Aussichtsrat verheimlicht wurde,— mehr als die Hälfte des Jahresgewinns zur Deckung eins 2 Millionen=Verlustes bei einem Spritgeschäft diente. Diese Beispiele ließen sich beliebig fortsetzen. Bald hat der eine, bald der andere Direktor sich auf Kosten der Gesellschaft bereichert. Zu diesem Zwecke mußten die Verluste immer wiederverschleiert, die Bilanzen immer wieder gesälscht werden. Dividenden wurden gezahlt, obwohl die Gesellschaft sich das Geld dazu pumpen mußte.Die guten Jahre, auf die man immer hoffte, wollten und wollten nicht kommen und so wuchsen die Verluste ständig. Als sich der Vorstand entschloß, den— bis dahin völlig ahnungslosen—. Aufsiktsrat ins Vertrauen zu ziehen, war es zu spät. Die Favag brach zusammen, das Vertrauen in Deutschland begann zu wanken und die Krise setzte ein. Der Gattlenle=Plozest 4. Tag Lübeck, 15. Oktober. Die Beweisaufnahme am derten Verhandlungstag im Calmette=Prozeß bendelte zunächst die Vorgeschichte der Einführung der CalmettePräparate in Lübeck. Dr. Altstaedt berichtet über die Versuche, die von deutschen und ausländischen Gelehrten mit den BGG=Präparaten an Menschen und Tieren vorgenommen worden seien. Bei dem Versuch der Professoren Wagner und Lange im Jahre 1929 habe man den neugeborenen Säuglingen nur dreimal ein Zehntel Gramm gegeben, während z. B. Meerschweinchen 1 Gramm und Lämmer dreimal ein Gramm erhalten hätten. Auch bei eingehenden Versuchen bei Erwachsenen habe man gute Ergebnisse erzielt. Dr. Altstaedt erörtert dann die Experimente des Arztes Dr. Butzmann. Von 203 Kindern, die er mit BGG. fütterte, sei nur ein Kind an Gehirntuberkulose gestorben. Dr. Altstaedt betont ferner, er habe sich auf Grund von Vergleichszahlen über die Säuglingssterblichkeit in Lübeck und Berlin für berechtigt gehalten, das Calmette=Verfahren einzuführen, weil diese Statistik erwiesen habe, daß die Sterblichkeit in Lübeck größer als in Berlin jewesen sei. Bei den Erörterungen über die Menschenversuche sagte Dr. Altstaedt aus, daß er der Ueberzeugung sei, daß man mit einem Mittel, das sich bei Tierversuchen als unschädlich erwiesen habe, einen Menschenversuch wagen könne und müsse, denn ohne den Versuch beim Menschen könne die Wissenschaft keine Fortschritte machen. Ein Nebenkläger stellte den Antrag, Senator Mehrlein die gegen das Calmette=Verfahren gerichteten Stimmen aus der Literatur zu unterbreiten und ihm die Frage vorzulegen, ob er bei Kenntnis dieser Stimmen seine.s Einwilligung zur Einführung des Calmette=Verfahrens gegeben hätte. Auf die Frage, ob Dr. Alstaedt das in Lübeck hergestellte BEG. für genau nach den Vorschriften des Pasteur=Institutes angefertigt gehalten habe, erwiderte dieser, er habe Dr. Dencke die Originalkultur selbst übergeben. Nachdem Deycke ihm gesagt habe, die Möglichkeit, den BGG. in Lübeck herzustellen, wäre gegeben, hätte er selbstverständlich annehmen müssen, daß der BCG. in Lübeck mit dem im Pasteur=Institut hergestellten vollkommen identisch sei. Dr. Hans Much, Hamburg, betonte mit Nachdruck, daß die inzwischen angestellten Untersuchungen in Deutschland den Nachweis erbracht hätten, daß der BGG. zur Virulenz zurückkehren könne. Kurz darauf wurde in die Mittagspause eingetreten. Die Staatsanwaltschaft beanstandet, daß man der Lübecker Oeffentlichkeit keine volle Aufklärung über das Calmette=Verfahren gegeben habe. Man hätte mitteilen müssen, daß es sich bei dem Calmette=Präparat um einen lebenden Bazillus handelt. Der Rechtsvertreter der Nebenkläger, Dr. Wittern, weist darauf hin, daß der Antrag, den die Eltern stellen mußten, das Wort„Schutzfütterung" enthalten habe. Ein Antrag, der einer Mutter kurz nach der Geburt eines Kindes zur Unterzeichnung vorgelegt werde, werde jedoch selten von ihr gelesen. Es scheine, als ob man die Verantwortung für das Verfahren auf die Eltern abwälzen wollte. Die Nachmittagssitzung wurde durch ausgedehnte Sachverständigen=Erörterungen ausgefüllt. Die Verhandlung wurde später auf Freitag vormittag vertagt. Eine Mintärde mehr für Kastangen! Das wäre eine seltsame Vorbereitung! . für die Amerikareise Lavals Paris, 15. Okt. Dieser Tage war eine Sitzung des Obersten Kriegsrats, der auch Vertreter des Finanzministeriums beiwohnten. Die sozialradikale Republique weiß als Ergebnis dieser Beratungen mitzuteilen, daß der Heereshaushalt für das nächste Haushaltsjahr um eine Milliarde erhöht werden wird. Nach der Darstellung der Republique sieht es so aus, als ob Laval im Hinblick auf seine bevorstehende Reise nach Washington versuchte habe, auf die betreffenden Ministerien(Krieg=, Luftfahrtministerien und Kriegsmarine) einzuwirken, sie möchten ihre neuen Forderungen einschränken. Aber „Weder Herr Maginot, noch Herr Dumont, noch Herr Dumesnil haben es trotz Anregungen des Herrn Laval der geringsten Ausgabenverminderung zugestimmt. Die Mehrheit— wir betonen die Mehrheit— des Obersten Kriegsrats hat sich diesen drei Verschwendern angeschlossen. Es handelt sich darum, den Rüstungswettlauf einzustellen! Aber man beschleunigt im Gegenteil das Tempo! Möglicherweise ist all das beeinflußt durch eine aufrichtige Sorge um die nationale Verteidigung. Möglicherweise täuschen sich die Leute aus ehrlicher Ueberzeugung. Aber da sie sich auf die Kosten Frankreichs, auf Kosten des Friedens, für unser Volk und für die anderen Völker täuschen, rusen wir halt zu“. Laval wird also nach Amerika kommen, um dort über die Abrüstungsfrage von einem um eine Milliarde erhöhten Heereshaushalt aus zu verhandeln. Es entspricht dies einer alten und erfahrungsgemäß erfolgreichen Taktik der französischen Außenpolitik: vor Verhandlungsbeginn die Ansprüche und Forderungen plötzlich noch gewaltig zu steigern, damit man auf keinen Fall unter die Linie dessen, was man unbedingt erreichen möchte, herunter muß sondern von den überspannten Forderungen selbst noch möglichst 50 vH. oder mehr dazugewinnt. Heute zwischen 19 und 20 Uhr wird Laval im Ministerium des Innern an die Presse eine Ansprache richten, die auch durch Rundsunk verbreitet werden wird. Diese Rede dient gleichfalls der Vorbereitung für Washington. Havas meldet aus Washington eine Erklärung Stimsons. Stimson spricht von den Befürchtungen einer französischen Zeitung, der Präsident Hoover werde dem Ministerpräsidenten Laval klipp und klar Vorschläge unterbreiten, die dieser entweder annehmen oder ablehnen müsse. Eine solche Absicht besteht nicht. Man werde Laval keinerlei Verhandlungprogramm aufnötigen. Der französische Ministerpräsident könne selbst die Gegenstände wählen, die zu erörtern er für notwendig halte. Der Finanzminister Flandin hat gestern nachmittag mehrere Stunden lang mit dem Gouverneur Moret. der Bank von Frankreich, mit den Ministerialdirektoren des Finanzministeriums Escallier und Bizot sowie mit dem Finanz= attachee der französischen Botschaft in London, Rueff, verhandelt, um die Finanzfragen zu prüsen, die Laval in Washington mit Hoover und der amerikanischen Regierung zu besprechen gedenkt. Laval wird morgen vormittag 8 Uhr vom Bahnhof St. Lazare nach Le Havre abfahren, dort einem ihm zu Ehren veranstalteten Empfand der Stadtverwaltung beiwohnen und am Nachmittag sich auf der Isle=de=France einschiffen. Seine Rückkehr erfolgt am Dienstag, dem 3. November, Am 12. November sollen Senat und Kammer zu. sammentreten. Vertrauensvotum für die neue spanische Regierung Madrid, 15 Okt. Der neue Ministerpräsident Azana, der nebenbei auch das Kriegsministerium verwaltet, hielt in der Nationalversammlung seine Antrittsrede, in der er als Regierungsprogramm in der Hauptsache die Verabschiedung der Verfassung, die Durchführung der Agrarreform und die Aufstellung des neuen Haushaltsgesetzes bezeichnete. Er gab zum Schluß der Hoffnung Ausdruck, die Kammer möge sich baldigst zu angespannterer Arbeit aufraffen. Bezeichnend für den neuen Kurs sind die folgenden Sätze seiner Rede:„Wir werden republikanisch für alle Spanier regieren, wobei aber die Hauptsache die Rettung der Republik bildet. Im Notsall werden wir zu den äußersten Mitteln greisen. Wenn die Republik nicht respektiert werden sollte, werden wir sie fürchten lehren.“ Die Nationalversammlung billigte anschließend unter stürmischem Beifall das erbetene Vertrauensvotum. Auch der Kölner-Zug=Anschlag auf Matuschkas Schuldkonto? Wien, 15. Oktober. Bei der Aussprache der deutschen, österreichischen und ungarischen Kriminalisten über den Attentäter Matuschka tauchte die Vermutung auf, daß Matuschka auch das Attentat gegen den Kölner Schnellzug im Frühjahr dieses Jahres verübt habe. Der Anschlag geschah gleichfalls zu einer Zeit, in der Matuschka von Wien abwesend war. Das entspricht dem Tatbestand bei den anderen Anschlägen. Kriminalrat Gennat hat daher sein Berliner Dezernat angewiesen, die Nachforschungen auch in dieser Richtung zu führen. Alle Siegerländer Vergarbeiter gekündigt Siegen, 15. Oktober. Da die Verhandlungen mit den Bergarbeitergewerkschaften über Lohnkürzungen ergebnislos verliefen, haben die Unternehmer sämtlichen Siegerländer Bergleuten am heutigen Donnerstag die Kündigung zugehen lassen. Von dieser Maßnahme werden 4000 Bergarbeiter betroffen. Neue Verhandlungen sind auf den 16. Oktober angesetzt. Ein Jubiläum beim Verein Deutscher Zeitungsverleger Kommerzienrat Dr. Heinrich Krumbhaar 10 Jahre Vorsitzender des Vereins Deutscher Zeitungsverleger Liegnitz, 16. Oktober. Am heutigen Tage kann der Verein Deutscher Zeitungsverleger den Tag begehen, an dem vor zehn Jahren der heutige Vorsitzende des Vereins, Zeitungsverleger Dr. Heinrich Krumbhaar, Liegnitz, als Nachfolger von Dr. Robert Faber zum 1. Vorsitzenden des Vereins gewählt wurde. Sein Wirken im Verein Deutscher Zeitungsverleger ist in diesen zehn Jahren ruhmvoll und erfolgreich gewesen. Mit fester Hand hat der mit einem seinen Instinkt für die wirtschaftlichen Zusammenhänge begabte Mann den Verein durch die schweren Jahre der Nachkriegszeit und Inslation gesteuert. Krumbhaar ist Vorstandsmitglied im Arbeitgeberverband für das Deutsche Zeitungsgewerbe, Mitglied des Präsidiums der Reichsarbeitsgemeinschaft der Deutschen Presse, die während seiner Amtszeit gegründet worden ist. und Vorstandsmitglied vieler hervorragender Einrichtungen des deutschen Zeitungsgewerbes. Und auch heute ist Dr. Krumbhaar wieder der Mann, der den Verein Deutscher Zeitungsverleger durch die Stürme der schweren Krisentage zu bringen hat und sicher auch nach seinen bisherigen Erfolgen durchbringen wird. Hapan, Amerira und der Böilerbund Die Antwort Japans in Genf eingetrossen Genf, 14. Okt. Die Antwort der japanischen Regierung auf die Anfrage des Völkerbundsrates, ob Japan mit der Zuziehung der amerikanischen Regierung zu den Ratsverhandlungen über den japanisch=chinesischen Streitfall einverstanden sei, ist am Donnerstagnachmittag getroffen. Der Inhalt der Note wird jedoch streng geheim gehalten. Der Fünfer=Ausschuß wurde sofort zur Prüfung der Note einberufen. Ueber den Inhalt der Note verlautet, daß die japanische Regierung ihren Botschafter Yoshisawa angewiesen hat, grundsätzliche rechtliche Bedenken gegen die offizielle Zuziehung eines Nichtmitgliedsstaates des Völkerbundes geltend zu machen und darauf hinzuweisen, daß der Völkerbund ein derartiges Verfahren nicht zuläßt. Die sehr lange japanische Note soll, wie verlautet, in einer vorsichtig und allgemein gehaltenen Form abgefaßt sein und soll auch den grundsätzlichen japanischen Standpunkt hinsichtlich einer sofortigen Räumung der besetzten mandschurischen Gebiete behandeln. Die japanische Note steht nunmehr vollkommen im Vordergrund des Interesses. Sollte die Zuziehung der amerikanischen Regierung auf ernsten Widerspruch Japans stoßen, so ist geplant, einen Mehrheitsbeschluß im Rat herbeizuführen und die amerikanische Regierung trotz des japanischen Widerspruches einzuladen. Erwogen wird ferner auch die Inkraftsetzung des Kellogg=Paktes, was jedoch insofern neue Schwierigkeiten bereitet, da damit zwangsläufig auch die Moskauer Regierung zu den Verhandlungen zugezogen werden müßte. Der Fünfer=Ausschuß gegen Japans Bedenken Genf, 15. Okt. In den Ratsverhandlungen über den japanisch=chinesischen Streit ist am Donnerstagabend eine Wendung eingetreten. Im Fünfer=Ausschuß lag die japanische Antwortnote vor. Japan stützt seine hauptsächlich rechtlichen Bedenken gegen die Hinzuziehung der Vereinigten Staaten auf den Artikel 4, Abs. V. des Völkerbundsvaktes Er wirft die Frage auf, ob ein Mitgliedstaat oder ein Nichtmitgliedstaat, der an einem vor dem Völkerbundsrat schwebenden Streit nicht interessiert sei, zu den Ratsverhandlungen zugezogen werden könnte. In der Geheimbesprechung ist beschlossen worden, die Bedenken Japans als unbegründet anzusehen, da die jetzt vorgesehene Hinzuziehung Amerikas— ein weiterer Schritt in der bereits seit langem bestehenden Fühlungnahme des Reoviverunschlag Völkerbundes mit Amerika in der Frage des fernöstlichen Streites auszufassen sei. Infolgedessen stehe der Hinzuziehung Amerikas kein Hindernis im Wege. Die bereits ausgearbeitete Einladungsnote an Amerika wird noch am Donnerstag abgesandt werden. Man nimmt jedoch allgemein an, daß dieser auffallende Schritt des Völkerbundsrates, in dem ausdrücklich die rechtlichen Bedenken Japans übergangen werden, nicht ohne Fühlungnahme und Zustimmung der japanischen Regierung erfolgt. In unterrichteten Kreisen besteht der Eindruck, daß Japan nunmehr selbst zu einer Zurückziehung der Truppen schreiten wird. In den leitenden Kreisen des Völkerbundsrates wird jetzt die Lage weit günstiger beurteilt. Verlegung des Sitzes der Nanking=Regierung? London, 15. Okt. Nach einem bei der KantonRegierung eingetroffenen Telegramm beabsichtigt die Nationalregierung, die chinesische Hauptstadt von Nanking nach Loyang(Honanfu) zu verlegen. Die alte chinesische Hauptstadt Loyang liegt etwa 30 Kilometer südlich vom Gelben Fluß und etwa 500 Kilometer nördlich vom Jangtse. Sie ist keinerlei Angriffsgefahr von der See her ausgesetzt und ist 120 Kilometer von der PekingHankau=Eisenbahn entfernt. Die japanische Kolonie räumt Nanking London, 15. Okt. Der englische Gesandte Sir Miles Lampson und der amerikanische Gesandte Johnson sind in Nanking eingetroffen, um sich mit der dortigen Regierung über die mandschurische Frage zu besprechen. Die gesamte japanische Kolonie in Nanking, mit Ausnahme der Beamten, hat beschlossen, die Stadt wegen der japanfeindlichen Haltung der Chinesen zu verlassen. Insormationsfahrt amerikanischer Diplomaten in der Mandschurei London, 15. Okt. Nach einer Meldung des „Daily Telegraph“ ist trotz der japanischen Erklärung vor dem Völkerbund, keine Einmischung Dritter dulden zu wollen, in der Mandschurei eine Untersuchung der Lage von amerikanischer Seite im Gange. In japanischen Kreisen hat die Informationsfahrt des amerikanischen Generalkonsuls von Charbin zusammen mit einem Beamten der amerikanischen Botschaft in Tokio tiefe Verstimmung hervorgerufen, da man aus dieser Fahrt ein gewisses Mißtrauen der Amerikaner gegen die offizielle japanische Darstellung der Vorfälle in der Mandschurei herausliest. auf Einen Schiichter Seit dem Ruhrschiedsspruch von den Kommunisten verfolgt Wuppertal, 15. Okt. Heute nacht wurde die Wohnung des Beigeordneten Dr. Bragard(Zentrum), der gleichzeitig staatlicher Schlichter ist, scharf beschossen. Dr. Bragard war gerade nach Hause gekommen und hatte in der Wohnung Licht gemacht, als plötzlich von der Straße durch ein Fenster 12 bis 15 Schüsse fielen, ohne ihn jedoch zu treffen. Auf Grund der Geschotzeinschläge und der Art der Geschosse wurde festgestellt, daß die Schüsse offenbar aus zwei verschiedenen Pistolen abgegeben sind. Der Revolveranschlag auf den Beigeordneten, der im übrigen unter anderm die Personalangelegenheiten in der Stadtverwaltung zu beabeiten hat, erhält dadurch eine besondere Beleuchtung, daß Dr. Bragard einer der drei Schlichter im Ruhrschiedsspruch war und seitdem von den Kommunisten, wie dies die letzte Stadtverordnetenversammlung zeigte, mit besonderm Haß verfolgt wird. Raubüberfall auf ein Dortmunder Pfarramt Dortmund, 15. Okt. Donnerstagabend gegen 19.15 Uhr wurde auf das katholische Pfarramt in der Arminiusstraße im Stadtteil Dorstfeld ein Raubüberfall verübt. Fünf Männer erschienen in diesem Hause und schellten. Der Haushälterin, die öffnete, kamen die Männer verdächtig vor. Ihr Versuch, die Tür schnell wieder zu schließen, mißlang, denn einer der Täter stellte den Fuß zwischen die Tür, worauf die ganze Bande in das Haus eindrang. Die Haushälterin wurde überwältigt und geknebelt. Dann durchsuchten die Räuber die ganze Wohnung. Sie gaben auch einige Schüsse ab. Wahrscheinlich wollten sie den dauernd bellenden Hund erschießen. Dann entfernten sie sich in Richtung Marten. Was gestohlen wurde, steht noch nicht fest. Die Täter sind unerkannt entkommen. ZurZeit des Ueberfalls war die Haushälterin allein in der Wohnung. Die Kriminalpolizei hat die Ermittlungen sofort ausgenommen., Radfahrer von Straßenbahn zermalmt Dortmund, 15. Okt. Heute mittag wurde ein Radfahrer, der in den Brüderweg einbiegen wollte, von einem Straßenbahnwagen, dem er im letzten Augenblick auszuweichen versuchte, erfaßt und fünf Meter weit mitgeschleift. Alle Bemühungen, den Bedauernswerten aus seiner qualvollen Lage zu befreien, waren vergebens. Erst als der Wagen mit einer Winde gehoben war, konnte der Verunglückte geborgen werden, doch war der Tod bereits eingetreten. Die Leiche war gräßlich entstellt. Kurze Reidungen Im Manteltarif, Arbeitszeit= und Lohnstreit des oberschlesischen Steinkohlenbergbaues ist der Schiedsspruch vom 8. Oktober vom Reichsarbeitsminister für verbindlich erklärt worden. * Der Präsident der Oesterreichischen Bundesbahnen. Edgar Franz Penzig ist am Donnerstag in seiner Wohnung in Vöslau im Alter von 67 Jahren an einem Schlaganfall gestorben. * Auf der rumänischen Hofjagd am Mittwoch wurden der deutsche Gesandte Graf Schulen burg und der italienische Luftfahrtminister Balbo durch verirrte Schrotkugeln leicht verletzt. * Das mexikanische Kabinett ist zurückgetreten. Der frühere Präsident Calles hat sich bereit erklärt, im neuen Kabinett das Kriegs= und das Marineministerium zu übernehmen. * Das Parteilokal der Neuköllner National= sozialisten in der Richardstraße 85 ist am Donnerstagabend in der achten Stunde über fallen worden. Die nationalsozialistische Darstellung spricht von 30 bis 35 Kommunisten als Täter. Es seien etwa 20 Schüsse durch die Tür abgegeben worden. Die von der lipptschen Regierung angekündigte Notverordnung ist jetzt herausgegeben worden und enthält eine wesentliche Verwaltungsreform des Landes, die erhebliche Einsparungen bringen soll. * Der Völkerbundsrat hat am Donnerstagabend in einer vierstündigen außerordentlich stürmischen Geheimsitzung mit 13 Stimmen gegen die Stimme Japans grundsätzlich beschlossen die amerikanische Regierung zur offiziellen Teilnahme an der Tagung des japanisch=chinesischen Konfliktes einzuladen. Der Film nach Richard kichsberg's Vorlage„Liebe und Trompetenblasen“. Die ersten Pressestimmen über„Trara und Liebe“. ..„Trara und Liebe“ die Neugestaltung des entzückenden Filmlustspiels„Liebe und Trompetenblasen“ im Tonfilm ist eine prächtige Leistung. Eine Leistung der Regie, für die Richard Eichberg zeichnet, und ebenso der Mitwirkenden.. Dresdner Nachrichten vom 23. 8. 31. Ein neues Tonfilm-Lustspiel und ein großer Erfolg. Hübsche Gesangeinlagen beleben die Szene; es gibt manchmal nicht endenwollender Beifall. Nach Liebe und Trompetenblasen dürfte dieser neue Film zu den stärksten neueren Lustspielerfolgen rechnen. Diesen Film muß jeder gesehen haben. Im weileren Programm bringen wir den hervorragenden Sensationsfilm „Pirafen des gelben Flusses“ mit Richard Dix und als dritten Film Fred Thomson mit seinem glänzend dressierten Pferd „Silberkönig“ in „Aackferte Bändifen Außerdem Lustspiel und Kulturfilm Rorand-Pieurer Ein Spielplan, der nicht überboten werden kann! 1 Das Gastspiel des berühmten : sächsischen Original- Komikers PAUL BECKERS mit seinem Ensemble in der tollen urwüchsigen Posse: Fliegentüten-Heinrichs-Glück 4. Der große Varieté-Teill u. a. 10 ASGAROS, die Schleuderbrett-Akrobaten von Klasse 4 CIEOS Der große Trampolin- Akt Celia Brandt Das Genie an zwei Flügeln Sidney u. 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