Gauertänrischer Anzeiger zugleich bochenblatt für die Kreise Prilon, Büren, Stadt u. Amt Rüthen. Erscheint am Montag, Mitwoch u. Sonnabend und kostet in Brilon bei der Expedition 23 Sgr., durch die Post bezogen, portofrei, 27½ Sgr. halbjährlich. 110. L8. Sonnabend, 5. März 1853. Inserate und Velanntmachungen kosten erstere 6 Pf., letztere 1 Sgr. die dreispaltige Petitzeile oder deren Raum.— Briefe und Gelder werden franoo erbeten. Politische Neuigkeiten. Berlin, 26. Febr. Man hat sicheren Grund zu der Annahme, daß die Eröffnung von Conferenzen zur Erneuerung des Zollvereins schon im nächsten Monate zu erwarten steht, da bereits mehrere Regierungen des Zollvereins ihre Zustimmung zum Vertrage vom 19. Febr. erklärt haben. — 27. Febr. Von hiesiger Seite wird die neuenburger Frage nächstdem alles Ernstes wieder aufgenommen werden. Graf Pourtalés, der frühere diesseitige Gesandte in Konstantinopel, ist allerdings in Familien=Angelegenheiten nach der Schweiz gereist; es steht jedoch fest, daß ihm zugleich der Auftrag geworden ist, die dortigen Verhältnisse zu sondiren, und der Graf hat ausdrücklich seine Abreise der in dem neuenburger Staatsrathe eingetretenen Krisis wegen beschleunige. Ein sehr entschiedenes Auftreten erwartet man von Seiten des deutschen Bundes, und soll dies das erste Lebenszeichen der durch den Handelsvertrag erzielten politischen Einigung zwischen Oesterreich und Preußen werden. Berlin, 28. Febr. In den Gefängnissen und Corrections=Anstalten Preußens befinden sich gegenwärtig etwa 90,000 Sträflinge. Am 24. Febr. war für die katholische Fraction der zweiten Kammer ein Mittagessen angeordnet, an dem auch katholische Mitglieder der ersten Kammer und ein Theil der katholischen Pfarrgeistlichkeit Berlins Theil nahmen. Der Abgeordnete Graf Joseph zu Stolberg=Westheim brachte den ersten Toast aus auf Se. Maj. den König. Magdeburg, 22. Febr. Schon seit fast acht Tagen hat man hier bei einer nur mäßigen Kälte einen beinahe ununterbrochenen Schneefall, so daß Straßen und Felder mit einer mehrere Fuß hohen Schneedecke belegt sind. Tyneveue velg. Köln, 23. Febr. Frau Raveaux, die nun wieder bei Brüssel, in Laeken wohnt, hat sich vor einigen Wochen mit einem ehemaligen Mitgliede des Stuttgarter Rumpfparlamentes, einem aus der Pfalz gebürtigen Flüchtlinge, verlobt. Kassel, 26. Febr. Die Berathungen der Landstände über die neue Verfassungs=Urkunde gehen ungestört ihren Gang. Die städtischen Behörden remonstriren gegen ihnen ungesetzlich erscheinende Zumuthungen ganz bescheiden und befolgen sie, sobald mit Strafen vorgeschritten wird; die kriegsgerichtlich Verurtheilten sitzen ihre Strafzeit heiter und vergnügt ab und incommodiren das Ministerium nicht einmal durch Begnadigungs=Gesuche; es geschieht also alles, was ein billig denkendes Ministerium verlangen kann, und doch behält man den Kriegszustand. Die Vernehmungen der Mitglieder der letzten Stände=Versammlung dauern fort. Vor einigen Tagen ist auch Schwarzenberg im Castell abgehört worden. Frankfurt, 26. Febr. Der fürstlich lichtensteinsche Bundestags=Gesandte, Herr v. Linde, hat in der letzten Sitzung der Bundes=Versammlung sich lebhaft dafür interessirt, daß der Bundestag an England auch seinerseits eine Rote mit denselben Beschwerdepunkten richte, wie es Oesterreich in Bezug auf das Asyl=Recht gethan hat. Ob dies in Form eines officiellen Antrages oder einer vertraulichen Anregung geschah, ist noch nicht bekannt. Eben so wenig, ob die Bundesversammlung näher darauf einzugehen beschlossen habe. Mannheim, 24. Febr. Durch Schneefall und Schneewehen aufgehalv, iamer gestern sämmtliche Züge von Heidelberg unregelmäßig bier an. z. Die auf heute angesetzt gewesene Urtheils=Verkündigung in dem Processe gegen Professor Gervinus wurde auf nächsten Dinstag vertagt. Carlsruhe, 27. Febr. Höheren Befehl zufolge sind die Schützen in Freiburg an die Schweizergrenze marschirt. Andere Truppen sollen folgen. Hamburg, 27. Febr. Die vorige Nacht ist wieder ungeheuer viel Schnee gefallen; die Post und der Bahnzug nach Hannover ist heute Vormittags von hier nicht abgegangen. Bremen, 28. Febr. Man erhält soeben die betrübende Nachricht, daß Se. Königl. Hoh. der Großherzog Paul Friedrich August von Oldenburg am gestrigen Tage, Vormittags 11 Uhr, plötzlich und sanft entschlafen ist. Der Verewigte war am 13. Juli 1783 geboren; er folgte seinem Vater, dem Herzog Peter Friedrich Ludwig, den 21. Mai 1829 in der Regierung, und nahm am 28. desselben Monats den großherzoglichen Titel an. Ihm folgt sein Sohn aus zweiter Ehe, Nicolaus Friedrich Peter, geb. den 8. Juli 1827 und vermählt den 10. Febr. vorigen Jahres mit der Prinzessin Elisabeth Paulina Alexandrina von Sachsen=Altenburg. Die Todesnachricht wird auch über die Grenzen des Großherzogthums Oldenburg hinaus mit aufrichtiger Trauer aufgenommen werden. 22. Febr. Sicherem Vernehmen nach hat man sich am 19 d. der Festung Ofen eines zugereisten Menschen bemächtigt. der eine. ard versuch auf den Erherzog Statthalter machen wollte. Wien, 24. Febr. Nach der Beruhigung, der man sich schon hingegeben hatte, war das Wiederauftreten der Eingenommenheit von Kopf und Augen sehr Besorgniß erregend, der gestrige Tag ein beengter! Dr. Schuch nurde zur Consultation zugezogen. Die verflossene Nacht war mit Unterbrechungen suerg nicht aeiogen. — 25. Febr. Es ist Erleichterung im Zustande des Kaisers eingetreten. e Nacht genoß er ruhigen Schlaf, dem nur leichtes Fieber vorhergeganDas Commando des Observations=Corps an der türkischen Grenze ist jetzt vollständig bestellt. Der Ober=Befehlshaber ist der Banus Jellachich. — Oesterreich ist, wie es heißt, fest entschlossen, peremptorisch die Fortweisung Mazzini's und Kossuth's vom englischen Boden zu fordern, und im Weigerungsfalle keinem britischen Unterthau die Ueberschreitung der österreiAichen Gernges u gfalen. die Gerüchte sind, die hier erzählt werden, davon hat die Erzählung mit dem bei Libeny vorgefundenen Schnupftuche, worauf, wie mehrere Liefsge, Blätter meideten, eine Kosuthsche Proelanatien gedruckt gewesen sein sou, ein hinreichendes Pröbchen geliefert. Ein Schnupftuch ist freilich bei dem Mörder gefunden worden, die angeblich darauf gedruckte Proclamation aber scheint nur in der Phantasie jener Journale bestanden zu Febr. Oesterreich hat vom Divan die Ausweisung aller Flüchtlinge gefordert, auch jener, die zum Islam übergetreten sind, und zwar um so nachdrücklicher, als gerade die letztere Klasse die gefährlichere ist, weshalb es denn auch unter den von dem Grafen Leiningen gestellten Forderungen ausdrücklich heißt:„Ausweisung aller Flüchtlinge, auch der Renegaunterstützt die österreichischen Forderungen, und man verbrgerz 2 5 5, u hem alein noch zu danken sei, wenn die Versandlungen „. ungedrochen worden sind. Jetzt unterhandelt nur noch Rußland, va Graf Leiningen bereits Oesterreichs Ultimatum übergeben hat, und wird nun von dem Erfolge des russischen Bevollmächtigten abhangen, ob die an den Grenzen zusammengezogenen Truppen Befehl zum Vorrücken erhalten, oder ob sie in ihren gegenwärtigen Standquartieren verbleiben. — Se. Maj. soll wiederholt versichert haben, daß der Stoß, welchen der Meuchelmörder gegen das Haupt des Monarchen führte, mit solcher Gewalt an den Knochen aufstieß, daß der Kaiser im ersten Augenblicke wähnte, den Schuß einer Pistole hinter dem Rücken gehört zu haben. Wien, 26. Febr. Der Meuchelmörder Libeny ist zum Tode durch den Strang verurtheilt und das Urtheil heute vollzogen worden. — 27. Febr. Se. Maj. der Kaiser haben die verflossene Nacht gut verbracht und fühlen sich seit dem Erwachen gestärkt. Wien, 2. März. Se. Maj. der Kaiser schreitet zwar in der Genesung rasch vor, doch hat derselbe für minder wichtige Angelegenheiten seinen Vetter, den Erzherzog Wilhelm, zu seinem Alter-Ego ernannt. (Erzherzog Wilhelm Franz Karl, geboren 21. April 1827, ist der dritte Sohn des am 30. April 1847 verstorbenen Erzherzogs Karl und der am 29. December 1829 verstorbenen Prinzessin Henriette von Nassau=Weilburg. Derselbe ist k. k. General=Major, Inhaber des Infanterie=Regiments Nr. 12 und Coadjutor des Hoch= und Deutschmeisterthums des deutschen Ritter=Ordeus. Pesth, 19. Febr. Die Gefangennehmung der Spießgesellen Libeny's bestätigt sich. Einer derselben soll den Auftrag gehabt haben, ein Attentat auf den Erzherzog Albrecht auszuführen. Dieser kaiserliche Prinz hat sich indeß furchtlos in den Straßen von Pesth gezeigt. Das Militair hat strenge Befehle erhalten. — Zahlreiche Verhaftungen finden fortwährend statt. Gestern sollen dreißig wirklich Compromittirte eingezogen worden sein, darunter zwei Bürger, die schändlich genug gewesen, in einem Gasthause auf die Gesundheit des verruchten Mörders zu trinken. Bern, 23. Febr. Unheimliche Gerüchte beunruhigen die Bevölkerung und weisen auf ein schweres Gewitter hin, welches gegen die Schweiz im Anzug ist. Man spricht in wohlunterrichteten Kreisen von einem vertraulichen Schreiben des Kaisers Napoleon, welches durch dritte Hand dem Bundesrath mitgetheilt worden sei. Napoleon soll darin versichern, seinen Bemühungen einzig sei es gelungen, den Kanton Tessin vor einer militärischen Occupation durch die Oesterreicher zu bewahren. Jedoch solle die Schweiz nicht vergessen, daß die Mächte in ihrem Rechte seien, und Grund hätten, sich über revolutionäre Umtriebe zu beschweren und daß er entschlossen sei, mit seinen Verbündeten auf Entfernung der Flüchtlinge zu dringen; er erwarte übrigens, der Bundesrath werde aus eigenem Antriebe die geeigneten Mittel ergreifen, um die Neutrakität der Schweiz zu sichern. Bern, 25. Febr. Die Radicalen fordern eine sofortige bestimmte Erklärung an Oesterreich, daß, wenn dasselbe die Maßregeln gegen Tessin nicht unverzüglich aufhebe, mit der Ausweisung der in der Schweiz lebenden 8000 oder wenigstens der sich im Kanton Tessin befindenden 6000 Oesterreicher werde geantwortet werden. Paris, 25. Febr. Man beschäftigt sich in den Salons viel mit der Ausweisung der Gräsin Solms. Diese schöne junge Dame ist die Tochter des englischen Gesandten in Athen, Sir Thomas Wyse, und der Lätitia Bonaparte, Tochter von Lucian Bonaparte, und also Cousine des Kaisers. Die Gräfin Solms hat manche wunderliche Streiche gemacht, die ihrem kaiserlichen Vetter Besorgniß einflößen. Sie wollte, wie man sagt, auf einem parifer Theater auftreten und im Hippodrom im Luftballon aufsteigen. Sie soll feindselige Reden gegen die Kaiserin ausgestoßen und durch ihre Schönheit die Eifersucht der Prinzessin Mathilde erregt haben. Die Gräfin Solms empfing in ihren Salons viele Legitimisten. Man durfte dort nur im Hof=Costume erscheinen. — Der 24. Febr. ist doch nicht ganz ohne Demonstration vorübergegangen. Auf eine Verabredung zogen 10,000 Republicaner gestern Abends in kleinen Abtheilungen von zwei bis drei Mann an der Säule der Bastille vorüber und grüßten das Denkmal. — In der Rivolistraße errichtet man ein großes Post=Bureau für das Haus des Kaisers. Paris, 27. Febr. Die Gräfin Solms wird sich nach Belgien begeben, und dort Memoiren veröffentlichen. Sie war als Kind ein Liebling Louis Napoleon's. Die Familie Solms ist sehr entrüstet, daß man in Deutschland ihren Ursprung im straßburger Schlachthause sucht. Die Gräfin ist an mehreren Höfen wohl bekannt. Der König von Neapel wollte sie gern zur Ehrendame machen. Sie lehnte die Ehre aber mit kurzen Worten ab. — Man spricht noch immer davon, daß das Witthum der Kaiserin Eugenie, wie das Marie Louisens, auf fünf Millionen festgestellt werden solle. Paris, 28. Febr. Die erste Ursache zur Ungnade Narvacz's ist dessen Weigerung, den Herzog Munoz, Gemahl der Königin Mutter, zum Prinzen von Geblüt zu ernennen. Man wollte bei einer so kühnen Maßregel das Gewicht des Namens Narvacz's in die Wagschale werfen. Der Marschall gab aber seine Zustimmung nicht, obgleich man ihm selbst den Prinzentitel versprochen hatte.— Eine große Zahl der hier lebenden Polen sind heimlich in türkische Dienste getreten. Paris, 28. Febr. Wie man aus guter Quelle hört, sind mehrere Offiziere der pariser Garnison verhaftet worden. Während man einerseits behauptet, es handle sich um ein orleanistisches Complot, wird andererseits die Sache mit der Angelegenheit des Obersten Charras in Verbindung gebracht. — 1. März. Hier ist das Gerücht verbreitet, das englische Cabinet leiste entschiedenen Widerstand gegen die von der österreichischen Regierung in Betreff Kossuth's und Mazzini's gemachten Reclamationen. Triest, 27. Febr. Hier ist die Nachricht eingegangen, daß Omer Pascha bereits von der hohen Pforte den Befehl zur Einstellung der Feindseligkeiten erhalten hat, während an die auf dem Marsche befindlichen österreichischen Truppen der Befehl ergangen ist, Halt zu machen. Italien. Einer Correspondenz der Times aus Rom zufolge herrscht im Kirchenstaate und auch in der Hauptstadt desselben unter der Bevölkerung eine nicht weniger regierungsfeindliche Stimmung, als in der Lombardei, und in den Gefängnissen wimmelt es von politischen Verbrechern. Nach Berichten aus Rom vom 20. d. in den Debats wird das nächste Consistorium am 4. März stattfinden. Acht neue Cardinäle sollen in demselben ernannt werden. Lombardei. In Mailand ist alles Singen und Pfeisen auf den Straßen unter Androhung sofortiger Verhaftung verboten. Selbst in den Kirchen ist der Gesang untersagt, keine Messe darf mit Gesang begleitet werden. Auch Processionen und Leichenzüge sind verboten. Rußland. Die kaiserlich russische Regierung hat in Anbetracht des Umstandes, daß anständige und mit guten Papieren versehene Fremde in den größeren Städten, vorzüglich des Königreichs Polen, die Vergnügungen der niederen und mittleren Volksklassen besuchten und durch vorsichtig angeknüpfte Unterredungen und leichte Anspielungen den Verdacht geheimer Agenten der Umsturzpartei aus sich gezogen haben, strenge Maßregeln Betreffs der Fremden getroffen. Krakau, 22. Febr. Der sonst gut unterrichtete Correspondent des Czas theilt diesem Blatte aus Wien eine äußerst wichtige Nachricht mit: daß nämlich vin Wien Behufs einer bewaffneten Intervention die Ueberschreitung der Grenze Bosniens bereits beschlossen sei.: Man kann nicht umhin, einer zweiten curiosen Mittheilung aus Posen an den Czas zu erwähnen, die aus Anlaß der in nenester Zeit von den Mitgliedern der Rechten den polnischen Deputirten in den Kammern gegenüber bethätigten rücksichtsvollen Achtung vor polnischer Nationalität auf tiefer liegende Gründe als die bisherigen schließt, und namentlich darauf hinweist, ndaß Preußen für die bewaffnete Neutralität, durch die es Frankreich, bei eventueller Theilung der Türkei, in Schach halten soll, durch einen Theil vom Congreß=Polen(Königreich) entschädigt werden solle, und daß also die Freundlichkeit jener Partei eine Captatio benevolentiae der künftigen Unterthanen bezwecke. London, 25. Febr. Disraeli war gestern Abends im Unterhause und stimmte für die Russell'sche Inden=Bill. Man glaubt jedoch, daß er, in Folge einer Uebereinkunft mit der weiland protectionistischen Partei, sich des Sprechens in dieser Frage enthalten wird. Chronicle behauptet mit Bestimmtheit, daß er diesen Compromiß mit den Derbyiten eingegangen sei. London, 28. Febr. Das seit einigen Tagen hier verbreitete Gerücht, Oesterreich sei entschlossen, die Ausweisung(nach einigen sogar die Auslieferung) Kossuth's, Mazzini's u. s. w. von der englischen Regierung zu verlangen, und Preußen und Frankreich seien gesonnen, diesem Begehren durch eine gemeinschaftliche Note mehr Nachdruck zu geben, veranlaßt heute die Times zu einem geharnischten Artikel, der um so bedeutsamer erscheinen muß, als die Times von allen englischen Blättern am wenigsten im Verdacht stehen kann, die Agitation der Flüchtlinge zu rechtfertigen. Diesmal tritt das genannte Blatt mit englischem Stolze vor sein Publieum. Aus Montenegro ist zu berichten, daß Osman Pascha nach hartnäckigem Kampfe zwei Brücken genommen, hingegen Omer Pascha eine Niederlage erlitt, in Folge deren die Montenegriner 500 Gefangene und große Beute(darunter die türkische Kriegscasse) machten. Konstantinopel, 12. Febr. Die Hauptforderungen Oesterreichs beziehen sich auf die Unabhängigkeit Montenegro's, Einziehung der Landengen bei Klek und Sutorina in das österreichische Gebiet, freie Ausfuhr des bosnischen Bauholzes nach Oesterreich; persönliche Entschuldigung des Eultans bei Sr. Maj. dem Kaiser wegen der in der Flüchtlings=Angelegenheit Oesterreich zugefügten Beleidigung; Entfernung der politischen Flüchtlinge und Nenegaten von der österreichischen Grenze; Erledigung aller seit Jahren anhängtgen Privatforderungen und Leistung der diesfälligen Entschädigungen im Gesammt=Betrage von mehr als 50 Millionen Gulden. Jede Vermittelung wurde österreichischer Seits ausgeschlagen, und die Verlegenheit der Pforte ist groß. Kein Geld, kein Militair und revolutionäre Elemente in allen Provinzen. Die Pforte sandte einen Armenier, Dout Oglu, Hülfe rufend nach Paris. Uebrigens soll Frankreichs Vertreter alle Minen springen lassen, um ein Nachgeben der Pforte zu hintertreiben, und verselben nöthigenfalls alle nur erdenkliche Hülfe zugesagt haben; auch England sähe es nicht ungern, wenn Oesterreich sich zu Handlungen hinreißen ließe, die den Briten Gelegenheit geben, als ngetreuen Bundesgenossen der Türkei Repressalien gegen Oesterreich zu gebrauchen. Asien. Eine neue Ueberlandpost ist in Triest angekommen. Der Krieg gegen die Birmanen dauerte fort. Die Birmanen hatten den Aeng=Paß mit einer bedeutenden Truppenmacht besetzt. Pegu(vermuthlich die Provinz, nicht die Hauptstadt gleichen Namens) war von ihnen wieder occupirt. Am 8. und 9. Jan. hatten sie die Belagerung der Hauptstadt aufgehoben und waren, auf die Nachricht hin, daß General Steel sich gegen Tehoygyt in Bewegung gesetzt hatte, abgezogen, um diesen Platz zu vertheidigen. Von Prome und Meadame haben sie sich zurückgezogen. Einem Gerüchte zufolge war in Ava eine Empörung ausgebrochen und der alte König abgesetzt und verjagt worden. Der neue König, hieß es, wolle mit den Engländern Frieden schließen und hatte zu diesem Zwecke die Truppen nach Ava zurückbeordert.— Unter den englischen Soldaten grassirten Diarrhoe und Fieber.— Geschäfte in Indien schlecht.— Die Rebellion in China geht mit großen Verwüstungen Hand in Hand. Gemeinnütziges. Man nimmt einen Salz hat auflösen lassen, und wischt die gefrornen Stellen damit. Pasauseh, Winuten sud se vom Eise frei und das Wasser i6 Buntes. Brilon, 3. März. Als Nachtrag zu den.guten alten Wintern= in voriger Nro. d. Bl. folgende interessante Mittheilung. Im Winter 1844 war der Neckar gänzlich und lange zugefroren. Schwerbeladene sechsspännige Frachtwagen fuhren über den Fluß, um so das Brückengeld bei Heidelberg zu ersparen. Nach einer alten Volksfitte verfertigten die Küfer auf dem Neckar ein Weinfaß, Bauernmädchen backten Leberklöße und führten unter Musik Tänze auf dem Eise auf.— In vielen Familien findet man noch Bilder aus dem Jahre 1812, welche das Leben und Treiben auf dem damals ebenfalls zugefrorenen Neckar darstellen, der förmlich eingerichtete Buden, Weinschenken und Studentenkneipen trug. Briefkasten. Die=Geschichte a. d. Lebenn soll in nächst. Nr. angesangen werden.— Es sind uns von verschiedenen Verfassern Leitartikel über die amerikanische Monroe=Doctrin, den preuß.=österr. Handelsvertrag, die französischen Finanzen und Montenegro zugegangen. Sie sollen der Reihe nach abgedruckt werden. Ueber Montenegro hat der Verfasser zwar Neues in gedrängter Fassung vorgebracht, wir legen indeß den Art. noch einige Nr. zurück, da dieser Gegenstand in d. Bl. bereits wiederholt besprochen. Verdings=Anzeige. Zufolge Verfügung der Königlichen Regierung hierselbst soll die Unterhaltung der Schieferdächer auf nachgenannten herrschaftlichen Gebäuden, als: I. Im Kreise Arnsberg, dem Jesuiter= und von Dücker'schen Hause zu Arnsberg, den Gymnasial= und Pfarrgebäuden zu Weddinghausen, der Capelle und der Caplanei zu Rumbeck, dem Pfarr= und Küsterhause zu Oehlinghausen, dem Pfarrgebäude zu Belecke und Mülheim, auch der Kirche nebst Thurm, sowie dem Küsterhause am letztern Orte, den Kloster=Gebäuden zu Brenschede. II. Im Kreise Meschede, dem Pastorat= und Rentamtsgebäude zu Meschede. UI. Im Kreise Brilon, dem Pfarrgebäude zu Düding= hausen, zu Bontkirchen, zu Giershagen und Obermarsberg, der Stiftskirche am letztern Orte und der Capelle zu Giershagen, auch auf dem Küstelberge, entweder nach Kreisen getrennt oder aber im Ganzen für die 8 Jahre: 1860, beide einschließlich, öffentlich an den Mindestfordernden verRedigirt unter Verantwortlichteit des Verlegers. dungen werden. Der Verding umfaßt die Unterhaltung von übrerhaupt 1031 31/60 Quadrat Ruthen Schiefergedeck, und der Anschlag beträgt pro Jahr 171 Thl. 27 Sgr. 7 Pf. Der Termin hierzu steht auf den 16. März dieses Vormittags 11 Uhr, im Badehause der Erben Wilke hier an, wozu ich Unternehmungslustige mit dem Bemerken einlade, daß nur solche beim Verdinge concurriren können, welche sich über ihre Zuverläßigkeit und Vermögens=Verhältnisse durch beglaubigte Atteste auszuweisen im Stande sind. Die betreffenden Bedingungen liegen drei Tage vor dem Termine in der Behausung des Unterzeichneten in den gewöhnlichen Geschäftsstunden zur Einsicht offen. Arnsberg, den 25. Februar 1853. Der Bau=Inspektor, 168.) Verdings=Anzeige. Gemäß Höherer Entscheidung ist der im vorigen Jahre abgehaltene Verding wegen Erneuerung der Bedachung auf dem Kirchenthurme zu Mülheim an der Möhne, bestehend: 1) in Schieferdecker=Arbeit mit Material, zum Betrage von 2) in Schreiner=Material, zum Betrage von Thlr. Sgr. Pf. 394 1 6 86 10— zusammen 480 11 6 nicht genehmigt worden, und soll ein abermaliger Verding dieser Arbeit statt haben. Zu diesem Ende steht Termin auf den 16. März dieses Vormittags 10 Uhr, im Badehause der Erben Wilke hier an, wozu Unternehmer hiermit eingeladen werden. Anschlag und Bedingungen liegen drei Tage vor dem Termine in der Behausung des Unterzeichneten in den gewöhnlichen Geschäftsstunden zur Einsicht bereit und es wird den Unternehmungslustigen noch bemerkt, daß sie sich über ihre Zuverläßigkeit und VermögensVerhältnisse durch beglaubigte Atteste im Termine auszuweisen haben. Arnsberg den 25. Februur 1853: Der Bau=Inspektor, 169.) Verpachtung. Die Domänen Lanbach— im Fürstenthum Waldeck, ½ Stunde von Rhoden, 3 Stunden von Arolsen und 2 Stunden von der Kassel=Paderborner Eisenbahn entfernt— und Georgenhof— 1 Stunde von voriger entlegen—, zu welchen außer den nöthigen Wirthschaftsgebäuden, Brennereigerechtigkeit und Hudeberechtigung für 700 bis 800 Stück Schaafvieh gehören und zwar zu ersterer: an Garten, gua u. 600 77 0 # A c k e r l a n d 4 0 4 n 1 5## Wiesen 65 62 zusammen 47600 340 und letzterer an Garten muß u 400 119 0 Ackerland 2# 259n 330 Wiesen 671 911 Huden 104y 115 zusammen 43600 1180 in Morgen zu 120 Colenberger Ruthen, sollen vom 1. Mai 1854 anfangend zusammen auf zwölf Jahre nach Meistgebot verpachtet werden. Zu diesem Zweck steht Tagefahrt an auf Donnerstag den 28. April d. J.Vormittags 10 Uhr im Sitzungszimmer unterzeichneter Behörde. Pachtliebhaber, die sich über den Besitz landwirthschaftlicher Kenntnisse und hinreichenden Vermögens genügend ausweisen können, sind hiermit eingeladen, am gedachten Tage zu erscheinen, die Pachtbedingungen—, welche auch von heute ab gegen die Schreibgebühr abgegeben werden—, zu vernehmen und ihre Gebote zu thun. Arolsen, am 26. Febr. 1853. Fürstlich Waldeck'sche Staatsregierung, Abth. f. Finanzen. Varnhagen. 170.) Diebstahl. Der wegen Diebstahls jetzt dahier in Untersuchung und Haft befindliche Christoph Küthe aus Giebringhausen, hiesigen Kreises, hat kürzlich ein noch in gutem Zustande befindliches Mannshemd von groben Leinen verkauft, über dessen redlichen Erwerb derselbe sich auszuweisen nicht vermag. dies Hemd wahrscheinlich vom Christoph Küthe entwendet worden, so werden im Interesse der Untersuchung alle diejenigen, welche über dieses Hemd, welches besonderer Merkmale entbehrt, Auskunft zu ertheilen vermögen, ersucht, dem unterzeichneten Gericht oder ihrer nächsten Polizeibehörde die geeigneten Mittheilungen zu machen. Corbach, den 28. Februar 1853. Fürstlich Waldeck. Kreisgericht Abth. III. rh Mogk. Verkauf. Von dem Nachlasse der Wittwe Posthalter Lohmann dahier sollen Dienstag, am 8. dieses Monats, in der Wohnung des Kreisgerichts=Director Lohmann sämmtliche Mobilien, als: Schränke, Koffer, Sopha's, Stühle, Leinenzeug, Betten, Metallund Porcellan=Geräthe 2c.— und am 9. dieses Monats, in der Wohnung des Wirths Adam Ramroth sämmtliche Grundstücke, 36 an der Zahl, öffentlich meistbietend und mit Bewilligung einer sechsmonatlichen Creditfrist, bei Mobilien sowohl, als Grundstücken, verkauft werden. Der Verkauf beginnt an beiden Tagen 9 Uhr Vormittags. Die nähern Bedingungen sind bei dem Herrn Gerichts=Taxator Philipp Schlüter dahier einzusehen. Kaufliebhaber werden eingeladen. Brilon, den 4. März 1853. Die Erben Wittwe Lohmann. 172.) Verkauf Der Unterzeichnete beabsichtigt am 12. März d. J. Vormittags 1 Uhr im Koch'schen Gasthause zu Bigge, sein an der Straße belegenes Wohnhaus nebst Garten, öffentlich meistbietend, unter annehmbaren Bedingungen zu verkaufen. Dasselbe besteht aus Fachwerk, ist 2stöckig, liegt nahe bei der Kirche, ist in gutem baulichen Zustande und eignet sich zu jedem Geschäft, besonders zur Wirthschaft. Kauflustige werden hierdurch mit dem Bemerken eingeladen, daß die inneren Räume desselben jeder Zeit gesehen werden können. Bigge, den 27. Februar 1853. Kraft, Schreinermeister. 11) Lehrlings=Gesuch. Bei dem Unterzeichneten kann ein junger Mensch, welcher die Mechanik zu erlernen gesonnen ist, als Lehrling eintreten. Hierauf Reflectirende wollen sich entweder schriflich oder mündlich an mich wenden.— Zugleich empfiehlt sich derselbe mit seinen mechanischen Instrumenten, und sichert prompte und reelle Bedienung zu. Arolsen, den 1. März 1853. Georg Friedrich Müller, 175.) Hofmechanikus u. Graveur. UNION. Reisegelegenheit nach Amerika über Liverpool. Magdeburger Vieh-VersicherungsGesellschaft versichert unter den liberalsten Bedingungen Pferde, Esel, Rindvieh, Schafe, Ziegen und Schweine gegen alle Verluste, welche aus dem Absterben in Folge von Krankheiten oder Seuchen, ferner aus dem Absterben, Abschlachten oder Tödten bei plötzlichen Unglücksfällen hervorgehen, und sind nähere Auskunft, Statuten, Antragsformulare zu empfangen bei 173.) Garl Reimann Agent zu Brilon. Die Expeditionen erfolgen regelmäßig in jeder Woche. Die Preise sind auf's billigste gestellt und d.e Beförderung ist als prompt und solide rühmlichst bekannt.„. amggee Zum Abschluß von Vertragen empfiehit sich, Brilon,„ 176.) Carl Keimann. Ein donnerndes Lebehoch der Fräulein Rika Franke zum heutigen Nach, mensfeste. Das ruft dir zu, dein dich ewig liebender Freund aus weiter Ferne. 5. März 1853. 177.) Oi#es schwarze engl., den Krug § 2 Sgr.; rothe, das Fläschchen 4 Sgr.; blaue d. Fl. 5 Sgr.; Encre rouge carminée, d. Fl. 7 fgr. 6 Pf; Carmin veritable d. Fl. 9sg. 6 Pf., bei M. Friedländer. Druck und Berlag von M. Friedländer in Brilon.