Behrbeit— Gerechttgiett— Gemeinwehl. GN „ Almtliches Organ für Sodingen, Holthausen und Börnig mit der mit der Sraits=Zugabe: Volkszeitung erscheint wöchenttwal, Montags, Mittwochs Freitags und Samstags. bonnementspreis beträgt viertelnlich ei ins Haus gebracht oder durch die Post bezogen(ohne Bestellgeld) ..." Mark.20 Expedition: Sodingen Schulstr. 48 es-Gunsgenier, Serieheung Panren ieufe Aeee e e en. i er Pelse 1c (Verbunden mit„Castroper Zeitung“, amtliches Organ für die Stadt Catrop und die Nemter Ranpel und Rengede.) Castroper Zeitung=sowie in den, Neuest Nachrichten= für Raugel, Habinghorst, Grafe Samstag, den 21. November. Anzeigen, welche am Erscheinungstag bis spätestens 7 Uhr morgens einzusenden sind, werden mit 19 Pfg die 1 spaltige Petitzeile oder deren Raum berechnet. Bei größeren Anzeigen und mehrmaliger Aufnahme wird entsprechender Rabatt. bewilligt.— Reklame 30 Pfg. Telephon, Amt Castrop, Nro. 63. Erstes Blot. Rückblich auf die Woche. wieder geheilt und hat man doch schon seit mehreren, Tagen, mit wieder geheilt und hat man doch schon seit mehreren Tagen mit der Veröffentlichung täglicher Bulletins aufgehört. Wir wollen nicht verfehlen, daß es Ueberängstliche giebt, die besorgen, daß die jetzt entfernte Wucherung allerdings ungefährlich, aber doch die Vorläuferin einer späteren ernsteren Erkrankung sei. Nun die Möglichkeit, daß dem so ist, kann allerdings nicht geleugnet werben, die Wahrscheinlichkeit aber ist glücklicherweise eine äußerst geringe. So dürfen wir denn hoffen, daß die Gefahr vorüber, überhaupt nicht existiert hat und daß der Kaiser, der nach übereinstimmendem Urteil auch des Auslands ein außerordentlicher Herrscher ist, der deutschen Vaterlande noch recht lange erhalten bleibe.“ sLeilich das Verhängnis hereinbrechen kann, das hat.“ 7. eser Woche wieder sehen können. Darmstadt, vor kurzem no# Schauplatz freudiger Festtage, hat plötzlich Trauerschmuck antegen müssen. Das einzige Töchterchen des Großherzogs, das mit dem Vater die Zarenfamilie nach Skierniewice begleitet hatte, ist einen Tag bevor sie heimkehren sollte, vom Tode ereilt worden. Man hatte vorher nichts von einer Erkrankung gehört, selbst die nächsten Verwandten erhielten die erste Nachricht von der Erkrankung nur wenige Stunden vor der Todesnachricht. Natürlich war alle Welt verblüfft über den rapiden Verlauf der Krankheit, der dies auch auf eine Vergiftung schließen ließ, die durch eine Fahrlässigkeit herbeigeführt sein konnte. Indessen nun ist nichts mehr zu ändern, und mit der kleinen Prinzessin ist das letzte Band, das den Großherzog von Hessen an die Mutter des Kindes, die von ihm geschiedene Prinzessin von Sachsen=Koburg verknüpfte, für immer zerrissen. In Preußen hatte man in letzter Woche vollauf mit Betrachtungen zu tun über das Ergebnis der am 12. November stattgefundenen Urwahlen, durch welche die Zusammensetzung des Abgeordnetenhauses wenig geändert worden ist. Wie die Abgeordneten genau auf die verschiedenen Fraktionen zu verteilen sind, weiß man noch nicht. Auch konnte man das vor der Feststellung des Ergebnisses der am 20. November stattgefundenen Abgeordnetenwahlen nicht wissen. Dieses aber war deshalb besonders zweifelhaft, weil die Sozialdemokraten, bei denen in fast einem Dutzend Wahlkreisen die Entscheidung lag, entschlossen zu sein schienen, die konservativen Kandidaten zu wählen, wenn ihnen nicht von liberaler Seite die Eroberung einiger Mandate ermöglicht würde als Entgelt dafür, daß sie liberalen Kandidaten zum Siege verhelfen wollten. Der Umstand, daß der Reichstag noch immer nicht einberufen worden ist, wird allgemein dahin gedeutet, daß der Zusammentritt des Reichstages dieses Mal ungewöhnlich spät, vielleicht gar erst am 8. oder 10. Dezember erfolgen sollte. In diesem Falle könnte aber der Reichstag, der doch eine Reihe von Tagen vor dem Weihnachtsfeste seine Arbeiten einstellen muß, so herzlich wenig zu Stande bringen, daß es wahrlich vernünftiger wäre, ihn vor Weihnachten überhaupt nicht mehr einzubese..##en### uum nach zu er—-Thnen### Von sonstigen Ereignissen wäre nur noch zu erwähnen, daß der Aufstand in Deutsch=Südwest=Afrika zwar eine Tatsache ist, daß aber die englischen Blätter seine Bedeutung offenbar stark übertrieben haben. Im Auslande hat sich besonders bemerkenswertes in letzter Woche nicht ereignet. Die Kaiserin von Rußland ist an einer Mittelohrentzündung erkrankt, und das soll sie und den Zaren verhindert haben, ihre Absicht, zur Beerdigung der in Wlacheten den letzten Landtag verließ, hat bis jetzt 20 Mandate F v; Ptt Erkrankung des Karen murde in Elberseld=Barmen, in Hall, in Bieleseld und in Teltowckharlottenburg. Glücklichenfalls könnte die Freisinnige Volkspartei in gleicher Stärke im neuen Landtag wie im alten auftreten. Die Freisinnige Vereinigung, die zuletzt 10, Mandate zählte, wird nicht einmal diese Zahl aufbringen. Bis getzt sind 6 Mandate sicher. Zu entscheiden ist noch über zwei bisherige gase worden sei. sel dos Mninan, das die Pherte versprchen Poseneatbele in dos Mondak. Fraklonslose veidsen 5i sett 8gezächt. ihrer Obhut plötzlich gestorbenen kleinen hessischen Prinzessin wieder nach Darmstadt zu kommen, auszuführen. Auch die Nachricht von der Erkrankung der Zarin kam ganz unerwartet. Mittelohrentzündung pflegen sonst nicht so plötzlich aufzutreten. Die Nachricht von der gleichzeitigen Exrrankung des Zaren wurde dementiert. Die Gefahr eines Konfliktes Rußlands mit den ostasiatischen Mächten dauert fort. Die letzten Nachrichten lassen diese Gefahr sogar wieder bedrohlicher erscheinen. Auch im nahen Orient ist noch nicht jede Gefahr beseitigt. Nach alter Gewohnheit versucht die Pforte ihre berechtigte Verschleppungspolitik, antwortete zögernd auf die russisch=österreichische Note und machte allerlei Einwände, wollte handeln usw. Aber die Mächte Der österreichisch=ungarische Wirrwarr hält gleichfalls an. In Ungarn dauert die Obstruktion fort, und zwischen den Premiers der beiden Reichshälften hat sogar ein parlamentarisches Rededuell stattgefunden. Titza erklärte im Parlamente rund heraus, Dr. Körber habe in Ungarn nix tau seggen und was er sage, erkläre und kommentiere, sei ohne Belang. Das richtigste positive Ergebnis der Woche dürfte sein der erfolgte Abschluß des den Kanalbau betreffenden Vertrages zwischen den Vereinigten Staaten und der neuen Republik Panama, wonach die erstere gegen eine Entschädigung von 10 Mill. Dollars einen zehn bis zwölf Meilen breiten Landstreifen zu beiden Seiten des zuerbauenden Kanals erhalten. Politische uebersicht. Zu den preußischen Landtagswahlen. Nach der neuesten Aufstellung ist der Stand der Parteien nach dem Ergebnis der Wahlmännerwahlen, wie folgt: Die Konservativen, die im letzten Landtag über 144 Mandate verfügten, besitzen bis jetzt 134 sicher. Ueber bisherige Mandate ist noch zu entscheiden: über je zwei in Teltow=Charlotten= burg und in Bieleseld, über je eines in Czarnikau=Filehne, Wanzleben und Marburg. Neue Kandidaturen stehen noch in Frage: je zwei in Danzig, in Breslau und in Elberfeld=Barmen, je eine in Pleß=Ryonik, Halle, Bielefeld, Hersfeld und Oberlahnkreis. Die Konservativen haben Aussicht, mit einem kleinen Gewinn aus dieser Wahl hervorzugehen. Das Zentrum, das in der letzten Session 100 Mandate stark war, hat bis jetzt 93 Mandate sicher. Unentschieden sind noch 5 bisherige Mandate in den Wahlkreisen Pleß=Rybnik, Lingen und Hamm=Soest. Ueber je eine neue Kandidatur des Zentrums ist noch zu entscheiden in Danzig, Breslau=Stadt und St. Goarshausen. Auch in Neuwied=Altenkirchen winkt ihm ein neues Mandat. Alles in allem dürfte das Zentrum höchstens mit einem kleinen Verlust zu rechnen haben....44— Seicen ue. Die Nationalliberalen, die in der letzten Session über 75 Mandate verfügten, haben bis jetzt 74 Mandate sicher. Mandate, die sie bisher besaßen, und für die die Entscheidung bei der Urwahl noch nicht gefallen ist, haben sie bei der Hauptwahl in folgenden acht Wahlkreisen zu verteidigen: Elberfeld=Barmen, Neuwied=Altenkirchen, Halle, Flensburg, Bielefeld, Kassel=Land, Oberlahnkreis und St. Goarshausen. Außerdem steht ein neues Mandat für die Nationalliberalen in folgenden sechs Wahlkreisen noch in Frage: Teltow=Charlottenburg, Wanzleben, Fallingbostel, Bielefeld, Hamm=Soest und Marburg. Nach der Lage in den einzelnen Wahlkreisen, in denen die Entscheidung noch fällt, kann man für die Nationalliberalen auf ein Gesamtergebnis von etwa 85 Mandaten oder einen Gewinn von etwa 10 Mandaten gegen 1898 rechnen. Die Freikonservativen besaßen zuletzt 58 Mandate, bis jetzt haben sie davon 50 sicher. Zu verteidigen sind am 20. November je ein Mandat in Halle und in Fallingbostel. Neue Kandidaturen stehen noch zur Wahl in Czarnikau=Filehne, in Flensburg und in Lingen. Die Freikonservativen müssen heute schon mit einem Verlust von einigen Mandaten rechnen. — Der Kaiser hat sich über den Prozeß Bilse eingehend Bericht erstatten lassen. Der Kriegsminister und der Chef des Militärkabinetts sind mit dem Auftrage betraut worden, die Angelegenheit mit hervorragenden Heerführern zu beraten und ganze Arbeit, auch in einschlägigen Personenfragen zu machen. — Die„Köln. Vztg.“ meldet: Das Zentrum in Pleß=Rybnik lehnte ein Kompromiß mit den Polen ab, worauf letztere ihre Wahlmänner aufforderten, sich der Abstimmung zu enthalten. Damit ist die Wahl von 3 Konservativen gesichert. Das Zentrum verliert die drei Sitze. — Die Berliner Polen haben sich an den Vertreter des fürstbischöflichen Delegaten, Dekan Frank, gewandt mit der Bitte, für die polnischen Angehörigen der Diözese Berlin, in umfangreicherer Weise als bisher den polnischen Gottesdienst einzurichten. Die Polen verlangen u. a. alle Sonntage Predigten in polnischer Sprache. Auch sollen die Taufe, Trauungen, Beichten und Begräbnisse in polnischer Sprache vorgenommen werden. — Zum Bilse=Prozeß schreibt der bekannte Oberst Gaedke im„Berl. Tagebl.“: „Man möchte gern über Forbach als über ein ganz vereinzeltes Vorkommnis möglichst stillschweigend hinweggehen; aber leider ist in dem letzten Jahre zuviel zusammengekommen, was dies verhindert. Gewiß, noch ist das Heer und ist das Offizierkorps in seinem Kern gesund; gewiß kommt heutzutage manches an die Oeffentlichkeit, was früher mit dem Mantel der Liebe bedeckt werden konnte; gewiß entstehen auch in anderen Ständen und Berufen bedenkliche Sachen. Aber ein so geschlossener Stand an so exponierter Stelle hat eben auch ganz besondere Pflichten, denen er sich nicht leichtfertig entäußern kann: noblesse oblige. Und dann, ich weiß wirklich nicht, ob irgendwo seit langen Jahren soviel Verfehlungen im Kreise einer engumgrenzten Gesellschaft festgestellt worden sind; es handelt sich nicht um die Sünden einzelner, sondern um verrottete Zustände innerhalb eines ganzen Offizierskorps. Das Schlimme ist ja, daß der Metzer Prozeß einen Schatten über das deutsche Heer gleiten läßt— hoffentlich nur einen vorübergehenden. Man wirft die Schuld auf die kleinen Garnisonen, aber nicht mit vollem Recht. Gewiß in manches dort nicht ideal, aber müssen denn andere gebildete Leute nicht ebensolange, ja manchmal zeitlebens dort zubringen, ohn Die Holzrechtler. Sensations=Roman aus dem Fichtelgebirge von G. Schätzler=Perasini. 8)(Nachdruck verboten.) Er machte kein Hehl aus dieser seiner Meinung, umso verwunderlicher mußte es erscheinen, daß sich Vinzenz Lechner bereit erklärte, bei dem feierlichen Empfang zugegen zu sein, ja sogar seine Tochter Marie dazu bestimmte, dem neuen Gutsherrn einen großen Blumenstrauß zu überreichen. Weshalb Lechner sich zu solchem Vorgehen entschloß, daß in schroffem Gegensatze zu seinem sonstigen Verhalten stand, dies vermochte Nimand zu sagen. Daß man den Namen Lechner in Fuchsberg nicht gerne in den Mund nahm, oder denselben mit einem vielsagenden Achselzucken begleitete, hatte seine guten Gründe. Man verkehrte und sprach eben nicht gern von einem Mann, auf dem ein schwarzer Verdacht lastete seit füufzehn Jahren schon. Und Vinzenz Lechner hatte sich niemals die geringste Mühe gegeben, sich reinzuwaschen, ja er brach sofort ein Gespräch ab, welches eine verfängliche Wendung nahm und die Vorfälle der vergangenen Zeit berührte. Sogar eine Gerichtskommission war eines Tages im Hause des Lechners erschienen. Das Resultat des Verhörs, welches der Bauer zu bestehen hatte, war, daß die Kommission unverrichttter Dinge wieder abzog. Die Bauern im Dorf zeen um so mehr die Achseln. Man konnte dem Lechner eben nichtstebeweisen. In den Augen de Dorfbewohner blieb er erst recht der Schuldige. Den Kopf gesenkt, mit den Blicken am Boden haftend ellte Lechner weiter. Plötzlich stutzte er. Ein Lichtschein ftel über den Weg. Er hemmte den Schritt und schaute auf. An den grauen Mauern oben hing eine Laterne. Ein Vorsprung der Mauer schützte ihn vor dem heftigen Anprall des Sturmes. Ein von den Wagenrädern übel mitgenommener Eckstein wurde matt von dem Flackerschein der Lampe beleuchtet. „Da kauerte sie damals; zitternd und blaß wie der Tod“— murmelt er. Ein Fenster klirrte hinter ihm und erschrocken rannte der alte Bauer weiter.., Schäft#. C. Er beschrieb einen weiten Bogen um sein Gehöft. Die Seinen schliefen wohl schon alle, wenigstens würde sich Niemand um ihn weiter bekümmern.„ 44.54128 Metuuc, 1 e Scet Vinzenz Lechner schob sich durch dichtes Gebüsch und blieb dann stehen.„— m Vor ihm lag der schwarze Sumpf mit seinem trägen schlammigen Wasser, der Totenweiher, wie die Dörfler das unheimliche tiefe Loch nannten. 644 4 85a—t. In den Sträuchern ringsum rauschte und flüsterte es und dem Bauern deuchte es, als höre er die Erzählung einer tieftraurigen, entsetzlichen Mär. Nicht weit entfernt von da stand die Rückwand seines Gehöftes, aber Lechner rührte sich lange nicht von der Stelle. Eine geheime Macht schien ihn an den Platz zu fesseln. Allmählich wurden die Wolken am Himmel über Fuchsberg hinausgetrieben denn der Wind hatte sich womöglich noch verstärkt. Durch einen Wolkenriß blickte ein Teil der Mondscheibe und spiegelte sich in dem träge daliegenden Wasser des Sumpfes. Vinzenz Lechner schob den Kopf weit vor und machte mit der Hand eine Bewegung, als wolle er ein Bild verscheuchen das gespensterisch vor seinen Augen aufstieg,## 2 Ein Aechzen drang dabei aus der Tiefe seiner Brust. Fast unmittelbar darauf erscholl ein kurzes Lachen. Der Bauer fuhr jäh zurück. Ha!“ Wer ist da in der Nähe!“ rief er. In dem schwachen Mondlicht, welches nun herrschte, bemerkte Lechner die Gestalt eines Weibes, welches am Rand des Sumpfes humpelte. „Ich bins blos, Bauer,“ sagte das Weib ihm Näherkommen in fast spöttischem Ton.„Ich hab' muir's wohl denkt, daß Du draußen sein könntest, weil Du im Haus nirgends zu sehen bist. Morgen ist ja doch die Nacht, wo Du—“ „Schweig', Walburg!“ unterbrach sie Lechner auf das Heftigste. „Wast hast Du in den Nächten auf meinem Hof zu suchen?“ „Meinen Sohn den Franz'l“ antwortete das alte Weib. „Er wollte der Marie noch diesen Abend Blumen bringen, die sie sich morgen in's Haar stecken soll beim Empfang des gnädigen Herrn.“ „Ihn mit samt seinen Blumen werfe ich zum Haus,hinaus,“ fuhr der Bauer zornig empor. Zu mir kommt bei Tag und nicht in der Nacht.“ Die Alte ließ sich gar nicht aus ihrer Ruhe bringen. „Früher aber kam man doch auch bei Nacht,“ meinte sie. „Gib dich zur Ruh' Bauer! Der Franz'l konnt nicht früher kommen, die Blumen hat er ja erst nach völliger Dunkelheit im Schloßgarten— gestohlen.“ „Und das sagst Du so offen?“ „Dir schon!“ kicherte die Alte.„Sind ja für die Marie. Warum soll er sie da nicht aus dem Schloßpark nehmen dürfen?“ War es ein gewisser Ton, der dem Bauer auffiel oder nur das pochende Gewissen, genug, er zuckte zusammen und fragte: „Was soll Dein dummes Geschwätz, Walburg? Ich hab' Dich lang bedienstet, bis die Zeiten so schlecht wurden, daß ich keine Wirtschafterin mehr brauchen konnte! Was ich Dir Dutzendmal schon gesagt hab', sag' ich Dir nochmals: Halt den Franz'! Deinen Sohn von meinem Hof und dem Mädel fern. Die Vertraulichkeit paßt mir nicht. Noch sind.s Kinder und es hat keine Gefahr, ich will aber nicht, daß sie in dem dummen Gedanken aufwachsen, als könnt' später ein Liebespaar daraus werden." „Wär' Dir's nicht recht?“ fragte die Alte höhnisch. „Du hörst es ja doch!“ rief Lechner zornig.„Also richt Dich darnach. Der Nazi wird den Hof übernehmen, wenn ihn bis dahin nicht die Advokaten in die Tasche stecken und Maria wird Bäuerin. So hab ich's beschlossen und dabei bleibt's. Und jetzt mach', daß Du weiterkommst.“ Er wollte rasch dem Hause zuschreiten, kam jedoch nicht an der Alten vorbei, ohne daß diese ihm geantwortet hätte: „Schön hast'red't, Bauer! Also aus dem dummen Razt und Deiner Tochter möchtest ein Paar machen? Wirst wohl noch mit Dir reden lassen, wenn's an der Zeit ist! „Nichts will ich wissen: hol“ Euch der Kuckuk!" „Laß Dich warnen, Lechner!“ klang es wie Rabengekrächze. „Denk an die Nacht vor fünfzehn Jahren!“ Lechner packte die Alte am Arm. Geschens 14e) Bas ∆4 Sollte nicht wirklich mane des Offizierlorps liegen 7 Und in großen Städten auch vorkommen“ Nur daß es hier nicht so leicht bekannt wird. Die Sünde kann hier mehr im Verborgenen blühen. Sollte nicht vielleicht die Zeit gekommen sein, die inneren Resormen mehr in der Vordergrund zu schieben, und nicht das ganze Heil ausschließlich in äußeren Vermehrungen zu suchen? Wenn in Forbach unter dem Begriffe der Kameradschaft sich der Kampf aller gegen alle, Klatsch und geheimes Uebelwollen, rücksichtsloser Eigeanutz und Mißtrauen barg, sind ähnliche Verhältnisse— wenn auch nicht so graß und so gehäust wie dort— nicht auch anderswo wenigstens zu spüren? Ist das Verhältnis zwischen Vorgesetzten und Untergebenen, ihr gegenseitiges Vertrauen, die Hingabe an einen großen Zweck wirklich überall so ideal, wie die Schönfärber behaupten? Ist wirklich im ganzen Heere kein Hauch von Streberei zu spüren, das, was man im Heere das rücksichtslose Wegschreiten über die Leichen der Vorvermänner nennt! Ich glaube, das sind nachdenkliche Fragen, deren Beantwortung der Forbacher Prozeß auf die Lippen drängt. Von den Ehebruchskandalen nicht zu reden— auch eine eigene Art von Kameradschaft, ein wenig kommunistisch und Zukunftsstaat. Aber das ist ein zu häßlicher Gegenstand.“ Zur Ehrenrettung Forbachs sei übrigens bemerkt, daß dies keineswegs ein so armseliges Nest ist. Es hat über 10000 Einwohner und liegt in schöner Gegend. „Aus Deutsch=Südwestafrika. Aus Kapstadt san die Bache Venden geschsanet. Die ansest ereg u i deur Aetzuhl mungans inr dur Veriche gesklächtet und werde versalg. vele Huaberte, weiche an der üirch. Amerike. Der neue Panomakanaloertrag ist nun Nachmitags 3 Uhe fonden sich die. 9 Veier teitnadmen. mehr unterzeichnet worden. Danach erhallen die Verein, dem großen Saale Vereinemtgleder in Staaten abselute Souveränetät über das Landgebiet von ein, daß die Zaspüllomment steich 10—12 englischen Meilen Breite zu beiden Seiten des ein Pläschen erobernd 66 noch Konals. Ferner erhalten die Verein. Staaten die Er= recht urgemütlich im Ver. n vor“e laubais, eine Linie an den Endpunkten mit Befesigungen groß:„Kaffeschlacht“ leitete zu versehen und polizeilich zu überwachen. Die Städte meinsame Lieder, BühnenauFüg. Panama und Colon behalten ihre Selbstverwaltung unter jungen Damen, und sonsteuuu.e sstentvolen der Oberhoheit der Republik so lange, wie sie die Ordnungs der Gemütlichkeit gewidmeten wenigen Stunden und die Regelung der Gesundheitsverhältaisse zur Zufrieder= entschrinden. Zum guten Schl, wiede heit der Vereinigten Staaten aufrechterhalten. Die Nicht= sammlung zum besten Bedürf eierfüllung dieser Bedingung giebt den Vereinigten Staaten war ein solcher, daß der Vereiaue der Stgg das Recht, die genaue Ecfüllung ihrer Wünsche durchzu= 1 mit unterstügen kang.— Bemer“: setzen und sogar Cewalt anzuwenden, um sich Gehorsaml die Bewittung seitens des Her v zu erzwingen. Panama erhält 10 Milionen Dolars. war, wie sie für den billgzen seiche Der Vertrag sieht serner vor, daß der Kanal neutal und— nicht besser geboten werden..4 Person allen Völkern zu den gleichen Bedingungen geöffnet bleibt.]“ Der Windthors#b S 64. — Ein Telegramm aus Colon belagt: An Bord des Versammlung mit.deeeeu e mutte die wonatiche uare Bachiaee is,S ppesefella„Aus Kapiadt gperikauschen Depeschenboats„Magsover“ helen die Bochom in. te p, scio an dr an 22. k. Ait. u. gegen Rtachrichten uber die Vorgange in Warmbad vor, 1 Vertreter Panamas eine Konferenz ab und beschl.— 1 29 uu sgende Vertreierversammlung auf Sonntaz, den sedoch ergeben dieselben immerhin noch ein klares Büd eine Wiedervereinigung mit Kolumbien ahzulehnen... Die Ditglieder werden in dieser Verüber das, wos sich witklich ereignet hat. Es wird gee erklärten der kolumbischen Friedenskommisson, daß die Ver mmiung feundlicht eingeladen. Sehr erwünscht wird meldet: Ein Offiser der Kappolizel, welcher über die Er: sicherung derselben über Zugeständuisse Kolumdens und Auf dergu der unterstütenden Mitglieder bein. Uatel= einer erneuten Erwägung des Kanalvertrages zu spä fäme, esanter Portrag. sehr uterhebung der Hottentotten in Deutsch=Südwestafrika Untersuchungen angestellt hat, erklärt, die Aufständischen rechneten mit einem Vorgehen der Deutschen gegen sie und würden einer erneuten Erwägung des Kanalverirages zu spar kame. effanter Volirag. Kauer uid aus Vonanohaikt en Obangslas wuisgalt, artangse dielboumtsce Kasenueg un den emertascn Geuniadsekaunn und Aschlug nur Vuckaten urch Vendelwats de. Vork voer, Stagten Bagang san soicher Wese amuerkeanen hatsch, tigten, die eine Drohung gegen Kolumbien bedeuten würde. Das Staatsdepartement wies Beaupié an, die Mitteilung der Anerkennung zu wiederholen und die guten Dienste der Vereinigten Staaten zur Beilegung der Streitigkeiten zwischen Panama und Kolumbien anzubieten.— Aus Santo Domingo wird vom 17. d. Mts. gemeldet: In schritten habe. Sie erklärten dem Offizier, welcher an der Furt Dienst hatte, sie wollten keinen Angriff auf die Kapkolonie machen oder in Berührung mit der Polizei kommen. Die Hottentotten berichteten ferner, es seien bisher noch keine Deutschen in Warmbad von Keetmannshoop eingetroffen. Die Besatzung sei noch am Leben; die Deutschen hätten Warmbad niemals in Brand gesteckt. Die Bondelzwarts fragten schon, ob sie in die Kapkolonie übersiedeln dürften, wenn sie von den Deutschen vertrieben würden. Wie der Kaiserliche Generalkonsul in Kapstadt meldet, besagen die letzten von der Grenze eingegangenen Depeschen, daß das Hauptlager der Bondelzwards in den Karasbergen von den deutschen Truppen umzingelt sei, die übrigen Stämme sich ruhig verhalten und Warmbad noch in den Händen der Deutschen sei. Die Obduktion der Leiche der Prinzessin Elisabeth von Hessen hat ergeben, daß die Prinzessin am Unterleibstyphus ungefähr eine Woche nach der Erkrankung gestorben ist. Die unmittelbare Todesursache war eine sehr starke Vergiftung durch Typhusgift.— Wie die„Darmstädter Ztg.“ meldet, ist die Kaiserin von Rufland durch eine Entzündung im Ohr am Reisen verhindert; infolge dessen konnten der Kaiser und die Kaiserin an der Beisetzung der Prinzessin Elisabeth nicht teilnehmen. — Im Alter vom 89 Jahren ist das Mitglied des preußischen Herrenhauses Exzellenz Graf v. SchönrauSchwerinsburg gestorben. Ausland. lichen Eigentumsgrenzen nicht übereinstimmt und bei Grenzstreitigkeiten als Beweismaterial nicht mehr verwendet werden kann. Zu den dadurch entstehenden Kosten leistt der Staat einen angemessenen Zuschuß. Zwecks gäherr Erligterung dieser Angelegenheit haf der verr Landrak Freiyerr von Rynsch zu Dortmund Sitzungen der betreffe den Gemeindevertretungen anberaumt, und nommen, doch gelang es den Aufständischen nicht, in die Stadt einzuziehen. Vom amerikanischen Kreuzer„Baltmere“ wurden Seesolddaten gelandet. Um das amerikanische Konsulat und um die Shippinc=Compagny sind Schutzwachen aufgestellt. Frankreich. Von verschiedenen Seiten meldet man als sicher, daß der Kriegsminister Andree als Ergebnis der seit April im Anschluß an die damalige Interpellation Jaure's geführten Untersuchung über die in den Dreyfusakten des Kriegsministeriums enthaltenen Fälschungen neue Tatsachen festgestellt habe, die einen Antrag auf Revision des Prozesses von Rennes zur Folge haben würden. „'Action“, fordert bereits dazu auf, die Revision, auch als politischen Kampf wider die Reaktion, wieder aufzunehmea. — Der Ausschuß, welcher mit der Frage der Trennung zwischen Kirche und Staat betraut ist, hat den Artikel 2 des Gesetzentwurfes des Abgeordneten Briand angenommen. Der Artikel lautet: Die Republik beschützt durch die Bezahlung oder Nichtbezahlung, direkt oder indirekt, unter irgendwelchen Formen oder aus irgendwelchen Gründen keinen Kultus. Sie erkennt keine Vertreter eines Kultus an und stellt keinem unentgeltlich ein Lokal zur Verfügung zur Ausübung eines Kultus und zur Wohnung seines Vertreters. — Rastlos weiter jagt der einmal entfesselte Glaubenshaß auf die schiefen Ebene. Das haben uns die traurigen Jahre des Kulturkampfes bei uns gelehrt, das beweisen auf's neue die Vorgänge in Frankreich. Es hat einem Bürger von Frankreich sichtlich imponiert, daß Combes alle Kruzifixe aus den Schulen hinauswerfen läßt. Dann richtet er nun eine Eingabe an die französische Kammer, sie möchte die Streichung sämtlicher Heiligen im Kalender befehlen, damit er endlich diese Beigabe des Aberglaubens und der ärgsten Rückständigkeit verliere. Der Mann ist konsequent, das muß man ihm allerdings lassen. An Stelle der Martyrer und Heiligen könnte man ja dann die Königsmörder, die Volkeaufwiegler und die Federhelden setzen, welche mit ihren Skandalschriften die Sittlichkeit der Völker untergraben haben. In solcher Gesellschaft würden sich allerdings die radikalen und sozialistischen Führer recht wohl befinden. England. Der König und die Königin von Italien trafen am 17. Noobr. in Windsor ein. An beiden Orten bereitete ihnen die Bevölkerung einen enthusiastischen Empfang. Der König und die Königin begrüßten die hohen Gäste auf das Herzlichste und geleiteten sie nach Windsor Castle. Wie das Wolff'sche Telegraphenbureau meldet, haben sich die hohen Herrschaften gegenseitig auf beide Wangen geküßt! Das geneigte Publikum schrie dazu Hurra! Unsere Geschichtsschreiber werden sich hoffentlich dieses welthistorische Ereignis merken. Türkei. Am 16. d. Mts. sind die Botschafter der Entente=Mächte bei der Pforte wegen der Antwort bezüglich der Reformsorderungen nachdrücklich vorstellig geworden.— Nach Mitteilung der Pforte an die Botschafter der letzten Nacht kam es hier zu einem heftigen Kampfe. zwar Raurel und Habinghorst am Montag den 23. d.., Es wurde ein allgemeiner Angriff auf die Stadt unter= nachmittags 3 Uhr, in dem Hotel Strotkamx=Rauxel und Frohlinde, Merklinde und Bövinghausen beim Wirt Hovemann=Merklinde am selben Tage, nachmittags 5 Uhr. Unter dem Vorsitze des Herrn Amtsveiwalter v. Wehren fand am Dienstag im Amtshause zu Castrop eine Amtsversammlung statt. Die Jahresrechnung pro 1902 wurde in Einnahme auf 96 975 Mk. und in Ausgabe auf 105 896 Mk. festgesetzt. Der Vorschuß bträgt 8920 Mk., welcher durch die für die Stadtverwaltung Castrop und für das Amt Sodingen vorgelegten Ghälter usv., in Höhe von ca. 19000 Mk., entstanden ist. Die Jahresrechnung pro 1901 wurde endgültig abgenommen. Die Einnahmen betragen 181 609 Mk., die Ausgaben 166 364 Mk. und der Bestand 15 245 Mk. Zwei Punkte wurden infolge Verfügung des Kreisausschusses vertagt. Das zur Besoldung der nichtangestellten Bureaubeamten ausgeworfene Pauschquantum wurde um 900 Mf. erhöht. Der Polizeisergeant Kahl wurde endgültig mit Pensionsberechtigung angestellt und demselben die bei dem alten Amte Castrop und dem Amte Sodingen verbrachte Dienstzeit auf das Besoldungsdienstalter angerechnet. Das Bedürfnis zur Anstellung eines Polizeibeamten für Frohlinde wurde anerkannt; die Gründung der Stelle soll sesolen Unbäinge beschaft werben. * Bahnhof Ranxel. Rüde Burschen sind die Berg5sse 3ao. Pr. und Fr. K. aus Habinghorst; in der Wirsschaft Wessel gerieten die beiden mit einem Kollegen in Wortklaubereien. Der Witt setzte die Krakehler an die Luft; als Revanche bombardierten die Hinausgeworfenen das Haus. Ein Ziegelstein flog durch die Fensterscheiben und verwundete einen Gast nicht unerheblich. Die Polizei nahm die Unholde in Gewahrsam. * Meiderich. Der Arbeiter Körner tötete seine Frau, indem er ihr mehrere Messerstiche in die Brust versetzte. Körner, ein Trinker, wurde verhaftet. Entscheidungen. G Lavinghorst. Der Bergmann Fr. Hitzthaler besuchte im ober derard m eine“, Freund Kanowska hierselbst, benahm sich Gust schart slegelhaft, gaß die Hausgenossen des K. ihn an die Luft setzten. In der Wut richtete er den bei sich führenden Revolver auf die Hinausbeförderer und verwundete den Bergm. durch einen Schuß. Die Strafkammer verurteilte den geshzrischen Merischer, u 1 Johr Gesiggig. den be #.' Bövinghausen. Wegen Mißhandlung, Sachbeschädigung, Beleidigung, Bedrohung, ruhestörenden Lärms und Hausfriedensbruch verurteilte die Strafkammer den Bergm. A. Höner von hier zu 4 Mon. Gefängnis. Betrunken kam der Mensch nach Haus, mißhandelte seine im Bett liegende Mutter; diese flüchtete zu ihren Mietsleuten, der betrunkene Sohn verfolgte die Mutter und machte sich hier der anderen angedeuteten Vergehen schnldig. Jetzt hat er Gelegenheit über seine Ungezogensest eschehenten..— Keur Angne Lokales und Provinzielles. Castrop, den 21. November 1903. * Totenfest. Am morgigen Tage, dim letzten Sonntage des Kirchenjahres, begehen unsere evangel. Mitbürger das Totenfest. Ein stiller, wehmütiger Gedenklag, an dem wir in ernster Stimmung zum Gottesacker pilgern, ein Gedenkzeichen der erinnernden Liebe auf den Hügeln niederzulegen. Jeder Grabhügel bedeutet einen Geden stein für eine vollendete Pilgerfahrt auf dieser Erde, sie, die darunter ruhen, haben alle ausgerungen nach Hoffnungen und Enttäuschungen, die ihnen das Leben brachte. Müde haben sich Tausende nach dem ewigen Schlummer, der aller Unruhe und Rastlosigkeit ein Ziel setzt, gesehnt, sehnsuchtsvoll haben sich andere wieder an das Leben geklammert, von dem plötzlich zu scheiden so schwer ist. Sie ruhen in Frieden, uns bleibt die Erinnerung und die Pflicht denen, welche uns einen geraden, rechten Weg durch ein Leben der Tätigkeit wiesen, nachzueifern, auszuhalten in ernsten Stunden, die niemanden erspart bleiben, wie jene ausgehalten haben.— Wir schauen auch manches vergessene Grab, versunken und zerfallen; Schuld und Gerechtigkeit, sie ruhen eng aneinander gebettet in der Erde, und wenn ein scheuer Blick einen solchen Platz trifft, so wollen wir doch daran denken, daß das Grab alles sühnt, daß die ewige Liebe nicht mit diesem Leben erlischt. Es bleibt ein nie verhallendes Mahnwort: Rasch tritt der Tod den Menschen an! Kein Rang, kein Stand, kein Alter schützt vor dem grimmigen Schnitter, der unerbittlich seines Weges geht. * Als Knappschafts=Zahnarzt für den hiesigen Bezirk wurde der prakt. Zahnarzt C. Ritter, früher Gelsenkirchen, hier angestellt. Derselbe hat seine Praxis hier, Dortmunderstraße 4, eröffnet. * Vom Deutschen Flottenverein. Die rührige Leitung der hiesigen Ortsgruppe des Deutschen FlottenVereins in Gemeinschaft mit dem hiesigen Marine=Verein bietet nicht nur ihren Mitgliedern, sondern der ganzen Stadt Gelegenyeit, sich sowohl Anregung und Belehrung, als auch hohen künstlerischen Genuß zu verschaffen. Die erstklassigen kinematografischen Apparate des Deutschen Flotten=Vereins werden(an Abenden) in reichhaltigem Programm Bilder von unserer Marine bringen. Denen, die deutsche Meere und deutsche Kriegeschiffe mit eigenem Auge gesehen haben, werden diese Vorführungen hochgehaltene Erinnerungen neu beleben; allen anderen geben sie eine lebendige Vorstellung von der Größe unserer Macht zur See, ein getreues Bild, wie die verschiedenen Arten von Kriegsschiffen gebaut und eingerichtet sind und wie auf ihnen in Manneszucht und Pflichterfüllung gearbeitet wird, um des Vaterlandes Größe und Wohlfahrt zu sichern. Die Vorführungen finden Freitag den 27. November, nachmittags 2 Uhr und 4½ Uhr für die Schüler und abends 8½2 Uhr für die Erwachsenen im Kaisersaal des Herrn Meibert hierselbst statt. Der Eintrittspreis beträgt für die Mitglieder des deutschen FlottenVereins auf dem 1. Platz 50 Pfg., auf dem 2. Platz 30 Pfennig pro Person, für Nichtmitglieder 1. Platz 75 Pfg., 2. Platz 50 Pfg., Gallerie 30 Pfg.(Näheres besagen die aushängenden diesbezügl. Plakate, sowie die in der kommenden Woche erscheinenden Inserate.) * Elisabeth=Verein. Die Jahresversammlung des„Elisabeth=Vereins“ fand am Donnerstag den 19. d. ., dem Namenstage ihrer Patronin, in dem Saale des Wetterbericht. Wetter am 22. Nov.: Stark wolkiges, stellenweise aufheiterndes, trockenes, kaltes Wetter mit Frost. Im Osten etwas Schnee. 23. Nov.: Teils nebliges, teils heiteres, trockenes Wetter. nachts und morgens Frost, hei Tage etwas wärmer. uck und Verlag von Heinrich Schmitz, Castrop. Anfertigung Vorst sowie Reparature Franz Heinemann, Castrop, Widumerstraße 14. Lisckenekblaus garantiert rein, per Pfd. 90 Pfg. Tafel- und HiegelChokorade von köstlichem Geschmack, nahrhaft und gesund(Durststillend) in allen Qualitäten und Pr BauliPfd. 90 Pfg. per Somn Schhedei Castrop, Maktplatz 12. I, reine als durchkus völlwektiger doppelt Jo teueren Kochb lang besbähr! Ptringende 28 Mansfordere ausdrücklich Palmin. Nachahmungen sind meist schlicht und ranzig. Frisch eingetroffen bei: August Schürmann, Cqürop. Tüchtiges evay elisches Mädchen für Hausalbeit#espcht. 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Tierschutz=Verein Ca Sonntag dest 22/ Nov. er., nachmittägs 6 Uhr: General=Versammlung im Lokale des Herrn Fr Westerbusch. Der Vorstand. „COMCOAD SAMS abe CRSTher. 1. 11.03, Uhr: Vereins-Abend. Puppentöpfe und reizende Puppenpenu den von echen Haar. rien und isen##und feinen fmachtugen und beschel kartenagen. aasflehten in W. Wagener, Friseur. Reben der Castron. Apotheke, Stissop. Nr. 87. •PTIHT für Hals=, Nasen= u. Ohrenleiden, Geisenkirchen, Dessentlicht Bergarbeiter= X8 Vet. 3½ Uhr, für Castrop, Rauzel und am Sonntag den 22. Novesnber im kathok. Gesellesthause = Tages=Ordnung: 1. Besprechung über die Organ#ion. 2. Besprechung über die Lage dek Be garbeiter. 8. Knappschafts=Angelegenheiten. Die Bergleute der oben bezeichneten Bezirke werden ersucht, an dieser Versammlung recht zahlreich sich zu beteiligen. Die Einberuter. ur Gls Anbrangt Westenhellweg 9. Inhaber: Nie. Hoffmann, Dortmund, hellweg 9. Westenkashütte Hoffmann, lan=, Glas= und Bezugsquelle für anzen Aussteuern . 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Nach dem Konzeit: Tanzkränzchen. Gntree im Vorverkauf.00 Mk., an der Kasse 1,50 Mk. Karten im Vorverkauf sind zu haben bei den Herren Anderhoff(Gesellenhaus), Verkenbusch, Sellinghoff, Westerbusch, Wagener und bei sämtlichen aktiven Mitgliedern. Zu zahlreichem Besuch ladet ergebeust ein Der Vorstand. 95 ** zf 4e f S Herne, Schnhossträße 81. Sprechstunden:—6 Uhr. Sonntags 10—1 Uhr. Für alle von mir gelieferten Betten übernehme ich langjährige Ove:...### mit doppelt gereinigten und Federn geslt. Aarantte und find alls ste Vollständig. 1 Eisenbettstelle.50 1 Federbett.50 1 Steppdecke.50 .50 1 Kissen Dik. 17.00 Vollst 1 Holz 1 Fede 1 Kisse 1 Ste###decke 1 Strcsack, seit big, Bei Nr.90. tstelle 14.50 11.00 .50 .25 .75 33 00 mk. Vollständig. Bett Nr. 140. Holzbettstelle 17 Matratze u. Keilkissen 9 Feder=Oberbett 13 Feder=Unterbett 11 Kissen.00 6 Buck. 56.00 925. Vollständig. Bett Nr. 50. 1 Holheitf. d#lte deutch, utt hor hem Gaupt 21 1 SprungsederMatratze m. Keil 25 1 Feder=Oberbett 15 Mk. 1 Feder=Unterdett 12 2 Kissen.50 7 Mit. 80.00 Jedes Teil ist einzeln käuflich. Das Füllen der Betten geschieht in Gegenwart der graufer. Pn. Krenhenn, str 25:“ Castrop. * „„„ 5 Nummer 184. gür dier Reoarion Breutung: GirsreSpec Gorrtrirur. Duk und Verlag von d. Schut Schmitz in Coktrop.„ 24*§"(vurm. Ph. Culdaut) Castrop. Amtliches Organ für die Stadt Castrop und die Aemter Rauxel und Mengede Gefälligkeits- und Tauschwechsel. Gegen den obersten Grundsatz im kaufmännischen Leben, Treu und Glauben, wird leider im Wechselverkehr zuweilen in bedenklicher Weise verstoßen. Daß vielseitig mit Gefälligkeitswechseln gearbeitet wird, bekannt; allein wenn sie zwischen einigermaßen solventen Geschäftsleuten, die in geschäftlichem oder privatem Verkehr stehen, gegeben werden, braucht damit nicht gerade eine große oder unbedingte Gefahr verbunden zu sein. Eine Täuschung liegt in gewisser Beziehung allerdings auch in diesen Fällen vor, da die Voraussetzung bei Diskontierungen und Begebungen das Vorhandensein einer reellen Grundlage des Wechsels bildet. Ungleich schlimmer und gefährlicher liegen aber die Verhältnisse inbezug auf die sogenannten Tauschwechsel. In solchen Wechseln hat sich in den letzten Jahren ein förmlicher Handel herausgebildet. Es wird öffentlich zum Wechselaustausch aufgefordert und animiert, zwei Firmen, oft auch mehrere, treten derartig in Verbindung, daß sie ihre Accepte austauschen, das heißt, daß sie gleiche Summen, zu ungefähr dem gleichen Zeitpunkt fällig, ausschreiben, um dadurch sogenannte gezogene Wechsel zu erhalten. Diese werden entweder diskontiert oder den Lieferanten in Zahlung gegeben, und werden somit als ein Mittel benutzt, um momentanen Geldverlegenheiten abzuhelfen. Es giebt Kommissionäre, die sich ausschließlich mit der Vermittelung derartiger Geschäfte befassen. Im Auslande. besonders aber von Budapest aus, soll ein schwunghafter Handel mit solchen Papieren betrieben werden. Solange alles glatt aeht, die Wechsel und Gegenwechsel eingelöst werden, läßt sich die Machenschaft mit den Tauschwechseln fortsetzen. So bald aber nur ein Glied in der Kette versagt, liegt die Gefahr vor, daß sämtliche beteiligte Personen geschädigt, unter Umständen ruiniert werden. Sobald nämlich eine der miteinander in Verbindung stehenden Firmen ihre Accepte nicht einlöst, zieht sie die übrigen nach. Denn wenn ein Kaufmann nicht sehr situiert ist— und dies ist bei den Austauschsbedürftigen wohl selten der Fall— ist er meist nicht imstande, den doppelten Betrag seiner eigenen Verpflichtungen zu zahlen, wie dies durch Einlösung der Tauschwechsel erforderlich wird. Bei den Konkursen stößt man denn auch häufig auf solche Tauschwechsel; ja sie sind oft als die eigentliche Ursache der Zahlungseinstellung zu betrachten. Daß die Hergabe sogenannter Kellerwechsel als Betrug bestraft werden kann, ist unzweifelhaft; aber auch die Ausgabe der Tauschwechsel bietet außer dem materiellen Verlust in strafrechtlicher Beziehung eine Gefahr, die oft nicht genügend beachtet wird. Die Begebung von Tauschwechseln kann nämlich sehr leicht eine Bestrafung wegen„Vorspiegelung falscher Tatsachen" nach sich ziehen. Lokales und Provinzielles. Castrop, den 21. Nooember 1903. * Der Allgemeine Knappschaftsverein zu Bochum hat soeben seinen Jahresbericht für 1902 erstattet. Den nach mehr als einer Richtung hin bedeutsamen Ausführungen entnehmen wir, daß in dem genannten Jahr, den wirtschaftlichen Verhältnissen entsprechend, die Zahl der Vereinsmitglieder von 257906 am Schlusse des Vorjahres zunächst auf 255 158 im ersten und 238119 im zweiten Vierteljahr sank, dann auf 246.026 im xitten und 252891 im letzten Viertelsahr wieder anwuchs. DurchStggegegen des ganzen Jahres hat die Mitgliederzahl schnitt bar“.: Die Muasegschaft veragen. Im JahresdurcheDiecer Zuch 41] die Belegschaft um 5978 Mann abgenommen. druc seckgang in per Mitgliederzahl auf der einen und die die wirtschaftliche Lage verursachten weniger günstigen Lohnverhältnisse der Arbeiter auf der andern Seite hatten zur daß die Beitragseinnahmen des Vereins sowohl bei der und Pensions, als bei der Invaliditäts= und Alterskasse Zert gu. hersez#es Vorjahres zurückblieben. Durch den Zuwachs der Ueberschusse und durch ihre eigenen Einnahmen, Zinsen usw., haben die für die Krankenkasse und die Pensionskasse einerseits und die Invaliditäts= und Alterskasse anderseits getrennt zu Gesanchase Ssälie Wb ogen Bschlädbe Kr inr Llie jahre und bei der Invaliditäts= und Alterskasse 27980068 M. gegen 25 149185 M. im Vorjahr. Stellt man dem Vermögen bei der Kranken= und Pensionskasse die am Schlusse des Jahres Wikene und Finderrenten Invaliden., Witwen= und Kinderrenten) gegenüber, so ergiebt sich, daß dieses grischsigend, große Vermögen doch nur ausreichen würde, um diese serptlichtzungen für die Dauer von 3 Jahren's1o Monat zu er—##e endgültige Entscheidung über eine Satzesänderung im Sinne der neuen Bestimmungen des Gewerbe=Unfallversicherungsgesetzes sowie über andere Wünsche und Forderungen, namentlich der Gleichstellung der sogenannten alten Invaliden und Witwen in ihren Renten mit den neuen Satzungen unterstehenden Invaliden und Witwen, wurde bis nach Vorliegen eines versicherungstechnischen Gutachtens ausgesetzt, dessen Ausarbeitung nammen hats es=Rat Dr. Mietsch zu Wilmersdorf=Verlin überDer Schneidun Eine Musterehe. de as Stzneider Schulz steht vor dem Schöffengericht unter der Anklage der Sachbeschädigung. Er soll diese begangen haben, indem er sich von einem Bootsverleiher einen Kahn mietete und Stiche ließ, sodaß das Boot erst nach Tagen Vorf.: Angelagter Schulz, Ihr Cisgentümers zurüchgelangte. Natur, daß ich der wenducht vogg Tersehen ist so eigenartiger den Tage nicht... gege, Sie wären an dem betreffenden Tage nicht ganz nüchtern gewesen.“— Angekl.:„Stimmt überhaupt alloholisce Jugem a. nichtem, wie ick die Abstinenzler..1 Pors.gtten vin; ick zähle mir nämlich zu Ae gause hest Sescheiben e eimn SKeaun Selenzah uich Fragengstalt Pront.— Vor.:„Erzäihsen Sie furz den Bor.—.: diese solide Schranke von meiner besseren Hüfte trennt und ia in Folje dessen det erste Mal während unsere Ehe reden kann, ohne det ick mit'n Stiebelknecht unterbrochen werde. Wenn ei pahr is, det Ehen im Himmel jeschlossen werden, denn muß uns der leibhaftige Jottseibeiuns zusammengebracht haben. Ick bin keen besonders frommer Mensch, aber eenen Platz im Paradies hab ick schon so jut wie sicher, denn in der Hölle bin ick jetzt um wat bitten tu, denn kommt mir mein ehelichet Weib jrob. Wenn ick wat fordere, denn massiert se mir Bände nack mich. un Jesen sorgochen Phite. denn edne schon enmal widersprochen hätte, denn lebte ick heute nich mehr...“— Vors.: Sprechen Sie endlich zur Sache!“— Angekl.:„Det jehört zur Sache, Herr Jerichtshof, denn nu wer'n Sie voch verstehen, wat ick jetan habe. Eenet Sonntags wurde ick zu eenen Ausfluck, SczZa ue uitsenommen. Draußen anjelangt, mußte ick mein Rese op“ weit ich ig Wdie wir mitten usf der habe, um Jotteswisen a Versehen mirs Ruder naßgespritzt Haof vm. Wie senut sich Pgei.“, blead siyen, sont schlächt der Svor um. Sie setzt sich wieder hin und unjlücklicherweise wiederNoch dner wodnen Vatiagng ded Sderneüldonten von Westfalen ist der Milchverkauf im Umherziehen auch während des sonntäglichen Gottesdienstes gestattet, nur muß jedes Geräusch, namentlich das Läuten mit der Glocke unterbleiben. * Münster. Die Königl. Regierung hat zu Gunsten des Amtmanns K. den Konflikt erhoben, nachdem der Domänenpächter Sch. aus der Gegend von Recklinghausen gegen den Amtmann eine Klage auf ca. 500 Mk. Schadenersatz angestrengt hatte. Ein Bergmann hatte vor einiger Zeit zwei Hunde aufgegriffen und davon dem Amtmann Mitteilung gemacht. Als dem Bergmann die Unkosten für die Unterhaltung der Hunde zu groß wurden, beantragte er die Versteigerung der Hunde. Unter den Hunden befand sich auch ein Jagdhund, welcher dem Domänenpächter Sch. gehört hatte. Bei der Versteigerung erhielt Dr. med D. den fraglichen Hund für 31 Mk. zugeschlagen. Der Erlös der Versteigerung wurde an den Bergmann abgeführt, welcher die Hunde verpflegt hatte. Inzwischen hatte Domänenpächter Sch. sich große Mühe gegeben, um in den Besitz des Hundes zu gelangen: er hatte ohne Erfol; öffentlich 50 Mark für die Wiedererlangung seines Jagdhundes ausgeboten. Als schließlich Sch. Kenntnis davon erhielt, daß sein Hund versteigert worden sei, verlangte er von dem Amtmann 500 Mk. Entschädigung, meil dieser die Fundbestimmungen nicht beachtet und die Auffindung des Hundes nicht ausreichend bekannt gemacht habe; der Hund habe mindestens einen Wert von 500 Mk. gehabt; Sch. behauptet sogar, er hätte den Hund nicht für 1000 Mk. verkauft. Die Königliche Regierung behauptet aber in ihrem Konflikt, daß der Amtmann seine Pflicht erfüllt habe und daß ihm ein Versehen nicht zur Last falle. Der 1. Senat des Oberverwaltungsgerichts erklärte den Konflikt der Königl. Regierung auch für begründet und stellte das gerichtliche Verfahren gegen den Amtmann endgültig ein, da ihm eine Ueberschreitung seiner Amtsbefugnisse nicht zur Last falle. * Auf dem Bohrturm zu Mersch im Münsterlande ist man auf Kohlen gestoßen. Wie man erfährt, hatte man schon einige Flötze in ganz dünner Schichtlage durchgebohrt, bis man auf dieses Flötz stieß. * Hüsten. Einen schauerlichen Tod fand ein Arbeiter von hier auf der Ruhr=Lippe Kleinbahn: Als der von Soest kommende Zug sich wieder in Bewegung setzte, sah man in den Rädern Teile eines menschlichen Körpers. Der Mann war auf der Strecke überfahren und buchstäblich zermalnt worden. * Essen. Die Nr. 963 der„Rheinisch=Westfälischen Zeitung“ von Sonnabend ist auf Anordnung der Staatsanwaltschaft wegen Majestätsbeleidigung beschlagnahmt worden. Es handelt sich um eine Londoner Korrespondenz, die aus der Wochenschrift„Truth“ eine„Interessante Unterredung des verstorbenen Professors Mommsen über den Deutschen Kaiser" wiedergiebt. * Duisburg. In Bruckhausen brach ein von der Gewerkschaft Deutscher Kasser über die Straße gelegtes Dampfrohr. Die Dampfmassen drückten eine Mauer ein, drangen in ein Haus und verbrühten einen im Bett liegenden Techniker. Der junge Mann suchte im Zimmer Deckung zu finden und sprang zuletzt zum Fenster hinaus auf die Straße, wobei er neitere Verletzungen erlitt. Er scheint durch den Schreck irrsinnig geworden zu sein, denn er zerschlug die Tür zum Laboratorium der Gewerkschaft Deutscher Kaiser und brach schließlich ohnmächtig zusammen. Eine Frau aus demselben Hause wurde ebenfalls verbrüht. Auch ein Jubiläum, das bei der jetzigen Wahlzeit m tteilensweit ist, wird uns aus Mettmann gemeldet. Der dortige Rentner und frühere langjährige Stadtverordnete G. Vohwinkel ist seit mehr als 50 Jahren als Wahlmann gewählt worden, nämlich seit Bestehen der preußischen Verfassung. Gasan Sxefeld. Erschossen hat sich wahrscheinlich in einem omau von Geistesgestörtheit in der Oppumer Eisenbahnwerkstäte ein Maschlast.— Aus der Strosansalt Anrat wurde ein Strafgefangener dem hiesigen Gericht vorgeführt, um als Zeuge vernommen zu werden. Auf der Rückfahrt sprang der Gefangene au; dem in Fahrt befindlichen Zuge und entkam. Der Entsprungene konnte bisher nicht eingefangen werden. * Nachen. Die bisherige Neutral=Moresneter Spielgesellschaft eröffnet am 15. Dezember in Korfu eine Spielbank, die gegen ein Million jährlicher Abgabe von der griechischen Regierung auf 36 Jahre konzessionieert sein soll. Aus aller Welt. Berlin. Ein schnelles und trauriges Ende erreichte eine in Zielenzig stattgehabte Hochzeitsfeier. Als die Hochzeitsgesellschaft fröhlich bei der Tafel saß, sank plötzlich die Schwester der jungen Frau mit dunkel verfärbtem Gesichte leblos von ihrem Stuhle. Ein schnell herbeigeholter Arzt konnte nur noch den infolge eines Gehirnschlages eingetretenen Tod der jungen Dame feststellen. Das zu fest geschnürte Korsett war die Todesursache.— Die Rheinische Metallwaren= und Maschinenfabrik hatte ein Patent für Geschosse mit Tiefenwirkung angekündigt. Auf Einspruch der Firma Krupp ist heute das Patent vom Patentamt endgültig versagt.— Hannover. Der Kriegerverein in Mardorf wurde wegen sozialistischer Wahlagitation einer Anzahl Mitglieder aus dem Kreisverbande der Kriegervereine ausgestoßen.— Nach siebenjährigem Schlaf erwacht ist am Sonntag infolge eines Feuerlärms das 48 Jahre alte Fräulein Gesine Meyer in Grambke bei Bremen. Sie ist am 17. Dezember 1886 eingeschlafen, nachdem sie vorher mit Unterbrechung von 8 Jahren schon ein Jahr geschlafen hatte. Sie hat ein blühendes Aussehen und ist geistig vollständig normal.— Marienwerder. Die Fischerfrau Witt aus Grenzdorf stürzte sich und ihre zwei Kinder in die Elbinger Weichsel. Die Mutter und ein Kind sind ertrunken, das andere ist gerettet.— Von seinem Bruder versehentlich in die Augen geschossen wurde während einer Jagd unlängst der Gutsbesitzer Prigann aus Günterzoß(Posen). Der Verunglückte wurde sofort in die Königliche Klinik nach Berlin gebracht. Aber auch hier konnte keine Rettung gebracht werden; auf beiden Augen erblindet wurde P. jetzt entlassen.— Schneidemühl. In Belzig erschoß der Schuhmachergeselle Behnke sich und seine Braut.— Langenschwalbach. Auf den umliegenden Höhen trat in der vorigen Nacht der erste Schneefall ein, der natürlich nicht von Dauer war.— In Groß=G rau wurde der Sattler Wagner, der in der Aktienzuckerfabrik beschäftigt ist, beim Riemenauflegen von der Maschine erfaßt und in Stücke zerrissen.— Nürnbe g. Das Schwurgericht verurteilte den Weichensteller Weigert aus Erlangen, der den Berliner Nachtschnellzug durch Werfen von Schwellen auf das Gleis gefährdet hatte, um durch die rechtzeitige Entderkung dieses„Attentats“ sich eine Belohnung zu verdienen, zu 7 Jahren Zuchthaus.— Paris. Das Blatt„Petite=Parisienne" veröffentlicht eine Unterredung mit der ehemaligen Kronprinzessin von Sachsen bei Madame de St. Victor, bei welcher die ehemalige Kronprinzessin auf Schloß Ronno zu Besuch weilt. Madame de St. Victor erklärt, sie werde mit der Prinzessin in der nächsten Woche nach der Insel Wight reisen, wo die Prinzessin eine Freundin besuchen will. Die Prinzessin ist keineswegs verlassen, an ihrem Geburtstage erhielt sie 2500 Briefe und Karten mit Sympatiekundgebungen. Die Großherzogin von Toskana weilt auf Schloß Ronuo bei ihrer Tochter, letztere habe den Urheber der bekannten Ereignisse der letzten Zeit vollständig vergessen, ihr einziger Kummer bildet die Trennung von ihrem Gatten und ihren Kindern. Madame de St. Victor erklärt weiter, trotz der großen Reserve, welche sie sich auferlegen müsse, könne sie mitteilen, daß eine demnächstige Versöhnuag nicht ganz unwahrscheinlich sei(.?)— Ein aus Belgien ausgewiesener Mädchenhändler namens Aubert mitsamt seiner Geliebten wurden hier verhaftet. Eine Haussuchung führte eine genaue Buchführung zutage, die enthüllte, daß Aubert jährlich 20 bis 30000 Franken verdiente. Die Polizei ist mehreren Helfern auf der Spur und zahlreiche Verhaftungen stehen bevor.— London. Der„Daily Mail“ wird aus New=York gemeldet: Ein amerikanischer hatte annonziert, daß er 5000 Dollar für ein Ohr biete, das einem Millionär angesetzt werden soll, dem das Fehlen eines Ohres ein Hindernis zur Heirat ist. Von vielen Personen, die ein Ohr anboten, kamen sieben in eine engere Wahl und unter diesen wies ein Deutscher von 40 Jahren, der als Gastwirt Bankerott gemacht hat, ein Ohr von der richtigen Eröße auf. Die Operation soll am Dienstag stattfinden. Der Name des Verkäufers und des Käufers des Ohres bleiben geheim.— Ein junges Mädchen fand in einem öffentlichen Park zu Holyhead eine mit Dynamit gefüllte Blechbüchse. Das Kind wurde infolgedessen von zahlreichen Personen umringt; hierbei entfiel demselben die Büchse und explodierte. Zwölf Personen, darunter auch das Mädchen, wurden schrecklich verstümmelt. holt sich det Verfahren noch zwee oder drei Mal. Ick befürd das Schlimmste, und wie wir noch zwee Meter von't Ufer sind, springe ick mit eenen Satz raus, um mir rechtzeitig decken zu können. Dab i kippt der Boot um und meine Frau fällt in't Wasser, wat jlücklicher Weise nich tief war. Als sie, naß wie eene jebadete Katze an't Ufer hochkletterte, warf sie mich eenen Blick zu, wie wenn een Tiger liebäujeln tut, und sagte: Hilf mich raus, damit ick Dich det Jenicke brechen kann! Det war for mir. Ick ergriff die Flucht und kam erst nach Hause. nachdem ick mir drei Tage lang Mut jetrunken hatte. Was aus den Kahn jeworden is, weeß ick nich.“— Frau Schulz als Zeugin, sagt aus:„Wat er jesacht hat, stimmt allens, bloß hat er verschwiejen, det er mir absichtlich mits Ruder pitschenaß jespritzt hat, dech get Boot hat er mit Absicht umjekippt! Der undankbare Mensch, den ick in eene schwache Stunde nachs Standeshabe...“—„Jawohl,“ ruft Schulz dazwischen,„deshalb seh' ick ooch immer so mitjenommen aus! Wenn ...“ Der Vorsitzende beendet diese Kontreverse mit einem energischen Verweise an beide. Im Uebrigen wird der Angeklagte freigesprochen und der geschädigte Bootsverleiher auf den Weg der Zivilklage verwiesen. Beim Hinausgehen seufzt Schulz: „Ick kenn een Herz for det ick bete, und dieset Herz schlägt nur uff mich.“ * * wissen war das Vermögen der„toten Hand“ u marr u besonders auch die Sozi, nicht scharf genug Hensen Zi, Diesen Leuten geben wir folgende Zahlen zum NachWiener Rathschich Hasiayr=sbilang über das Vermögen des Kronen auf. 7Rea, weist einen Besitzstand von 11/16594,/672 se gräibt diag nan dieses Kapital nur zu 5 Proz, verlionen Kronen Ea jährliches Einkommen von rund 556 Millionen Kronen. Es unterliegt keinem Zweifel, daß Rothschild bedeutend nutzbringender angelegt hat. Doch bleiben wir gern hei dieser Summe, um nicht der Uebertreibung beschuldigt zu werden. Wer nachdenken will, hat dann reichlich Material. Wie viel tausend Menschen müssen heute schinden kanfend Mark Piag Igen zusamm tausend Mark Klostervermogen zusammengerechnet werden können, schreit eine gewisse Presse die Welt voll. Wo sind denn die Liebeswerke, die von diesen Milliardären ins Leben gerufen und unterhalten werden...? Wie fruchtbar ist dagegen das Klostergut. Aber man läßt sich an der Klosterpforte Speisen, seine Kinder von Klosterfrauen großziehen, sich von barmherzigen Schwestern in kranken Tagen pflegen und versorgen und am Biertische und in Versammlungen schimpft man über das Ver; mögen der„toten Hand“. Neues Imprägnierungsverfahren gegen Feuersgefahr. In der Warschauer Vorstadt Praga wurden am 5. Novbr. Versuche mit feuersicheren Materialien gemacht. Die mit einer neuerfundenen Substanz gesättigten Gegenstände sollen den vernichtenden Einwirkungen des Feuers nur bei außerordentlich hoher Temperatur erliegen. Die Versuche ergaben sehr günstige Resultate. Nicht nur mit der Substanz imprägniertes Holz, sondern mit Petrolenm begossenes Stroh verglomm nach und nach und verkohlte nur an den Teilen, die zu wenig oder garnicht gesättigt waren. Mit der Substanz gesättigte, leicht entzündbare Gewebe, wie Fenstervorhänge und leichte Kleiderstoffe büßten weder ihre Eigenschaften, noch ihre Farbe ein und werden absolut feuersicher. Den Angaben des Erfinders zufolge sind die Unkosten der Imprägnierung verhältnismäßig niedrig; die Sättigung eines Strohdaches z. B. erfordert nur 10 bis 12 Rubel Kostenaufwand. Den Versuchen wohuten der Chef der Warschauer Feuerwehr, die Brand meister aller Feuerwehr=Abteilungen, die Gehilfen des Polizeidirektors und Vertreter der städtischen Behörden bei. *„ * Das Gewicht der Stadtväter. Nach altem Gebrauche wurde dieser Tage in High Wycombe(England) der Bürgermeister und die neuen Stadtväter von dem Polizeiinspektor, der zugleich Inspektor der Maße und Gewichte ist, öffentlich gewogen. Das Gewicht eines jeden Stadtvaters wird genau notiert und für ewige Zeiten aufbewahrt. Es wird nicht gemeldet, ob man Stadtväter, die zu leicht befunden werden zurückweist!! Bedauerlich ist es, daß sich das Gewicht des Gehirns nur schwer feststellen läßt, sonst könnte man vielleicht aus dem Gehirngewicht sich ein Urteil über die Fähigkeiten der einzelnen Herren bilden, und die Wähler hätten leichte Arbeit. Mache den geehrten Bewohnern von Sodingen, Börnig und Umgegend die ergebene Mitteilung, daß ich die Niederlage von ser, Bismarck, Dampf-Bäckerei, übernommen habe und liefere Näglsch: Frisches Kasseler Brodszu P8, 30 u. 52 Pfg., große Paderbönner 6———— 70 Pfg., große Mangbrede——.—— 70 Pfg., Schwarzbrod+-—————— 70 PfgMilch=Stuten-—— zu 20, 33 u. 65 jeden Samstag ff. Mürbe=Stuten zu 48 u. 98 Pfg. Ferner ## f. Spekulatius, per Pfd. zu 150, 80/ Pfg. u..20 Ml. Alle Sorten Zwiund Hochachtungsvoll O. Niederdrenk, Sodingen, Schulftr. 48a. Zur Schachizeit empfehle: Pfeffer, Aelken, Engl. Gewürz(Pimmet), Mahoran, Muskatblüte, Muskatnüsse, Cumin, Satpeter, alles in bester Quchität. ontd heichen. Zentral-Drogerie, Castrop am Markt. 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Sah ich einen alten Ritter im Feld, so schickte mich mein Vater zu ihm hin und dann sah ich, daß dort kein Ritter war, sondern ein alter Weidenstamm, den ich für einen Kriegsmann angesehen hatte. Der nach meiner Einbildung über die Straße kriechenden Schlange mußte ich sofort nachlaufen und dabei entdeckte ich, daß ein dürrer Ast auf dem Wege lag und sich im Wind bewegte. Erblickte ich gar einen riesigen Bären am Hügelrand, dann half kein Zittern und kein Weinen: ich mußte zum Bären gehen und lachte schließlich, wenn das schreckliche Zotteltier sich in eine kurze Dornhecke verwandelte. Wollte ich vor einem schrecklichen Geheul oder vor einem unheimlichen Geplätscher eiligst entfliehen, so mußte ich so lange stehen bleiben und holchen und raten, woher das Geräusch stamme, bis ich mich davon überzeugt hatte, daß das Geheul von einem Mühlrad erzeugt werde und im Fluß eine Fischotter plätscherte u. s. w. So mußte ich auch einst wohl eine Viertelstunde in der Kälte stehen, bis ich herausbrachte, daß ein ganz gräßliches Gequikse und Geknarr von einem schwer beladenen Wagen auf hartgefrorener Schneebahn herstamme.“— *** Vom Schlossergesellen zum Doktor der Rechte. Der ehemalige Schlossergeselle Schlachzinkowski ist, wie die „Elb. Ztg.“ meldet, zum Doktor der Rechte ernannt worden. Schlachzinkowski ist 1874 in Schneidemühl als der Sohn eines Eisenbahnarbeiters geboren. Bis zu seinem 14. Jahre besuchte er die Volksschule und trat dann bei einem Rechtsanwalt in Schneidemühl als Schreiber ein. Von 1890 bis 1892 erlernte er darauf das Schlosserhandwerk und bestand die Gesellenprüfung mit Auszeichnung. Bald darauf begab er sich auf die Wanderschaft. Hierbei führte ihn sein Weg nach München; er zog gelegentlich die Aufmerksamkeit der Franziskaner auf sich, die ihn für das Abiturientenexamen vorbereiteten. Aber die geistliche Laufbahn gefiel ihm nicht. Er hatte schon die Tonsur erhalten und trug das Cewand eines Franziskanermönches, da entzweite er sich mit dem Orden und trat aus dem Kloster aus Es gelang ihm, andere Gönner zu finden, und nachdem er ein halbes Jahr die Oberprima eines Gymnasiums in München besucht hatte, wurde er 1899 mit dem Zeugnis der Reife entlassen. Darauf studierte er in Breslau drei Jahre Jurisprudenz und wurde jetzt Referendar und Dr. juris. ** * Ich weiß nicht, was soll es bedeuten...“ Vom Rhein wird der„Frankfurter Zeitung" geschrieben: Nun soll leider auch der Loreleyfelsen sein Denkmal erhalten! Ein Verein in St. Goarshausen will diesem„längst empfundenen Bedürfnisse" abhelfen. Wir wissen nicht, was der romantischteste Fels des ganzen Rheintals verschuldet hat, daß die Denkmalswut des zwanzigsten Jahrhunderts auch ihn treffen soll. Wenn wir an dem trotzigen, stolzgetürmten Felsenbilde jetzt vorbeifahren, so blicken wir wohl hinauf, um zu schauen, ob die geheimnisvolle Fee nicht droben sitze, und unsere Phantasie beschäftigt sich, durch Heines herrliches Volkslied angeregt, mit der sagenhaften Gestalt der Loreley, deren Gesang sich mit dem Gebrause der Fluten mischt. In Zukunft— wenn der abenteuerliche Plan verwirklicht werden und sich dort oben das Denkmal„aus weißem Marmor, 12 Meter hoch“ erheben sollte— wird das anders werden. Wir hören schon im Geiste, wie die Rheinreisenden einander zurufen: „Haben Sie„sie“ gesehen?“ Und dazu noch dic anmutenden Backsischausrufe:„Reizend!"„Entzückend!"„Himmlisch!" „Großartig!“ Von Romantik keine Spur mehr!— Zu der Sache wird berichtet, daß sich für den zuerst im Jahre 1875 aufgetauchten Plan und Entwurf Kaiser Wilhelm., Kronprinz Friedrich Wilhelm, der König von Bayern usw. interessiert hätten, daß aber die Errichtung des Niederwalddenkmals der Ausführung im Wege gestanden habe. Nun, das Denkmal auf dem Niederwalde ist längst fertig, man hat aber nichts davon vernommen, daß ein Loreley=Denkmal von irgend einer Seite gewünscht würde! Wir wollen hoffen, daß wir auch weiterhin davon verschont bleiben; schließlich möchte sonst nach und nach eine ganze Allee von Marmorstatuen am Rhein emporwachsen und zu dem Ausspruche anreizen:„Ich weiß nicht, was soll es bedeuten!“ Von den Wahlen. Die Berliner Volkszeitung schreibt: Folgende Wahlgeschichte wird uns vom Tage der Urwahlen mitgeteilt: Ein Urwähler 1. Klasse(einziger Wähler) tritt an den Wahktisch: „Wen wählen Sie?“ „Mich selbst.“ „Nehmen Sie die Wahl an?“ „Nein.“ Der Wahlakt muß noch einmal vollzogen werden: „Wen wählen Sie?“ „Mich selbst.“ „Nehmen Sie die Wahl an?“ „Nein.“ Der Wahlakt wird zum dritten Male vollzogen: „Wen wählen Sie?“ „Mich selbst.“ „Nehmen Sie die Wahl an?“ „Nachdem ich wiederholt abgelehnt, sehe ich durch meine dreimalige Wiederwahl, daß ich das Vertrauen meiner Mitbürger in überraschend hohem Maaße genieße und fühle mich daher gedrungen, die Wahl zum Wohlmann mit Dank anzunehmen.— Diese Wahlgeschichte gehört, so bemerkt der„M..“., zu den unsterblichen Anekdoten, denn sie taucht unfehlbar auf, so oft das preußische Abzeordnetenhaus gewählt wird. Wir haben diesmal bereite sorgen voll auf sie gewartet, und atmeten beruhigt auf, als wir sie endlich in dem Berliner Blatt erblickten. Ta sie indessen die Lächerlichkeit des Dreiklassen=Wahlsystems ganz gut veranschaulicht und ein Unsinn nicht oft genug gerügt werden kann, haben wir es für unsere Pflicht gehalten, den altvertrauten Scherz auch unsererseits wieder aufzuwärmen. * Unsere Kinder. Mutter:„Mein Junge muß von der Pike auf dienen. Wer andern befehlen will, muß früher selbst an ihrer Stelle gewesen sein.“— Söhnchen:„Mama, wie lange warst Du denn Dienstmädchen?“ Zieht nicht. Lehrer: Hans, Du vist ein entsetzlicher Faulpelz, ich will's Deinem Vater sagen!“— Hans(dessen Vater Rentner ist): „Herr Lehrer, der tut selber nichts!“ Münchener Gespräch. Kremplhuber:„No, wia war's denn bei der Eröffnung von dem neu'n Restaurant?— Grandler:„I sag' Dir, so a Gemeinheit is mir no net vorkema. Ei''schenkt hamms unter all'm Hund und ma hat se net beschwei'n kinna, weil's Bier nix kost' hat.“ ** Scharfsinnig. Wiener:„I rath' Dir, Freunderl, steig' nicht in den letzten Wagen eines Zuges, der beutelt Dir die Seel' aus dem Leibe.“— Ungar:„Begreis' ich nicht. Wonn ist dos bekannt, worum Direktion letzten Wogen mitnimmt und nicht wegloßt zu Ohnnehmlichkeit von Reisenden. * Raffiniert. Hausierer(der in einem Lokale, wie früher, wiederum gute Geschäfte gemacht hat, zum Hausknecht):„Draußen vor der Tür steht.t' neuer Konkurrent, werfen Se mer hinaus, damit der denkt, hier is nix zu machene Geschäft.“ „* * Hilfsbereit. Student(zu seinem Kollegen, der ihm über Geldmangel klagt): Wenn Du Geld brauchst, dann komm' nur zu mir, dann suchen wir zusammen einen, der uns pumpt! „* * Kleiner Irrtum. Backfisch:„Da wirft man uns Frauen immer unsere Eitelkeit vor, und nun höre ich, daß es beim Militär extra Putzstunden giebt!“ Nr. 22. „ uur Unterhaltungsblatt der Lastroper Zeitung und Sodinger Volks-Zeitung. Druck und Verlaz vos Heinrich Schmig Der Gemeindearzt. 22) Roman von M. Elsborn. [Nachdruck verdoten. Rudolf kniete am Boden. Er ließ einen Rosenkrans durch die Finger gleiten und betete. Keinen Blick verwandte er von der braunen Perlenschnur, und manchmal küßte er das Kreuz. Sein Gesicht war blaß und friedlich. Eine halbe Stunde beobachtete Eugen den Kranken. Dana trat er zu ihm, legte ihm die Hand auf die Schulter und sagte freundlich:„Herr von Heidenbruck, Sie haben jetzt genug gebetet, kleiden Sie sich an, es ist so schönes Wetter, daß wir eine Ausfahrt machen wollen— nicht wieder zu Fuß, sondern mit der Eisenbahn, es wird Ihnen wohltun.“ Da schüttelte Rudolf den Kopf.„Meineegleichen fährt nicht mit der Eisenbahn, wenn ich reise, so reise ich in meinem Staatswagen.“ Eugen verstand ihn. Tas war eige königliche Geberde, mit der der Kranke seine Worte begleitete. Er hielt sich für ein geköntes Happz„„ g 16„„ Doktor Jelliner gab Frau Mathiloe ein Zeichen, daß er sie allein sprechen müsse.„Vielleicht lassen Sie Ihren Schwager bitten, indessen hierzubleiben," flüsterte er. Frau Mathilde blickte ihn verstört und bitter an. „Bemühen Sie sich ins Wohnzimmer, Herr Doktor, sagte sie ausweichend, ich werde Ihnen gleich nachkommen.“ Dann drückte Sie auf die elektrische Glocke. Eugen begegnete im Haueflur einem Mädchen, welches auf das Zeichen herbeicilte. Von seinen eigenen Gedanken umrauscht, trat Eugen in das Wohnzimmer. Er halte gehofft, Gisela zu finden, da saß aber nur Herr Julius von Heidenbruck, den Blief, den er gestern Abend erhalten, zum so und so vielten Male lesend. Der alte Herr sah müde, beinahe krank aus. Eugen grüßte. Es fiel ihm auf, daß Herr von Heidenbruck verlegen, fast scheu von seinem Briefe aufsah; er schob’s auf die Erschütterung, die Rudolfs Wahaausbruch naturgemäß zur Folge haben mußte. Der alte Mann tat ihm leid— er nahm's auch nicht übel, daß er ihn ignorierte. Bald darauf kam Frau Mathilde herein. Eugen mußte ihr's sagen, daß Rudolfs Ueberführung in eine Heilanstalt unerläßlich sei. Es war eine Totenstille, die seinen Worten folgte. Mild und weich hatte er gesprochen, und doch wußte er, daß jedes seiner Worte eine Marter für die Eltern war. Frau Mathilde brach endlich in einen Weinkrampf aus. Herr von Heidenbruck kümmerte sich nicht darum, er saß mit gefalteten Händen und stierte vor sich hin. Eugen ging leise hinaus. Er wollte Onkel Joachim suchen — blieb doch noch das Schwerste zu sagen, daß Rudolfs Ueberführung in ein Sanatorium zu seiner eigenen, wie zur allgemeinen Sicherheit noch heute bewerkstelligt werden müsse. Er traf das Stubenmädchen im Hausflur— die fragte er nach Herrn Joachim.... Kuumt a: Wisse. E s. 4. Die junge Person sah ihn erstaunt un:„Wissen Sie's nicht, Herr Doktor, daß Herr Joachim heute früh um 5 Uhrheimlich mit der jungen Frau abgereist ist?“ Eugen traute seinen Ohren nicht. „Ganz gewiß, Herr Doktor, sie haben sich sortgeschlichen und nichts mitgenommen als den Käffg mit dem Papagei. Den Gärtner hat Herr Joachim indessen vor die Tür postiert, daß er die Wache bei Herrn Rudolf halte und den Heirschaften viele Empfehlungen ausrichte. Er hat ihm dafür eine Zehneuldennote geschenkt." „Wer ist jetzt zur Aufsicht bei Herrn Rudolf?“ fragte Eugen von plötzlicher Angst befallen. „Das gnädige Fräulein.“ 660 Da hatte Eugen das Madchea fast niedergestoßen, so schnell drängte er sich an ihr vorbei. Er eilte den Gang hinauf hastig stieß er die Tür auf. Nun stand sie vor ihm, mitten in dem hellen Sonnenstrahl, der durch die hohen Fenster fiel. Ihr Auge hing an seiner verbundenen Stirn, und es flammte von innerer Helle, und da war nichts in ihrem Herzen, was sich nicht in dem Blick gespiegelt hätte, mit dem sie ihn anschaute. Eugen stand vor ihr in seliger Verwirrung. Er neigte sich über ihre Hand und küßte sie, und da geschah es, daß Gisela ihrer selbst vergaß, oder daß sie erleuchtet wurde von der Sehkraft ihres verklätten Herzens— sie empfand, daß sie die Seine sei in alle Ewigkeit, und ihr Blut— ihr Blut — wie brannte es in den Wangen— o, all das unermeßliche Glück! Rudolf kniete noch immer im Gebet. Manchmal hörte man eine abgerissene Bitte:„Erlöse uns von dem Uebel“ oder:„Bitt für uns“— er war friedlich und ruhig. Und die zwei Andera wagten kein Wörtchen zu sprechen— es rauschte so selig on ihnen vorbei— da dröhnten draußen Frau Mathildes Schritte. Inmitten ihres Schmerzes war ihr der Gedanke eingefallen, der Doktor könne zu Rudoif gegangen sein. Nachdem, was sie erlebt und gesehen, sollte er Gisela nicht wieder in den Weg kommen. m.24 Schmete Sie sah geärgert aus, als sie ins Zimmel krat. Dowohl sie keinen festen Anhaltspunkt hatte, beunruhigte sie Giselas Aussehen, das war kein alltägliches Gesicht. „Du kannst Deine Sachen packen, Gisela, wir geyen in die Stadt zurück,“ Damit schickte sie sie sort. nd Osela ging. D. 14 ,u4 2 en. 8. An der Tür wandte sie sich noch einmat an Sügen. Der stand jetzt wie verwandelt— stumm und düster. Nun sagte ihm Frau Mathilde, daß sie mit ihrem Manne einig geworden sei, morgen nach Wien zurückzugehen. Es sollten die ersten Autoritäten zu einem Konsilium zusammengerufen werden; das ließ sich hier draußen nicht bewerkstelligen. Eo# 5 95 ∆ S S P5EE #n.* G F USTULT Ue A UBUPZGMUPZZENN. Söusexg oinaSTST SNE E85.93 5 S. Beöge 8 10 •ESLagS# .-PT.SMMIEES PU3-ZUBNTON 5 5 EEEEEEESTEE SS5RRNRRANR RR-3RRRC 2 PPOOOSTBRSEER SESSUTESE BECROATn. # o S 9.—2 92 BBS333G: PBUHODAE agseu S S WpSESN“ ETPAEETZ a OFzUER Sie das meine Sorge sein, Herr Doktor,“ sogte eiche Kaschase dag Csch 8lchk ier Bun den „Lassen St sie kalt. ## Speegs Gesicht wurde ganz finster. Da erging kein einziges ### un ihn, sich des Kranken weiter anzunehmen! Dr eite nach Hause. Dort saß Johanne unter der Veranda. das schried de sest niede id Nacht eingesaln— Eugen trat auf sie zu. „Fräulein Johanne, wollen Sie ein Liebeswerk verrichten Sie schaute fragend auf. Ssc g reante im Schloß bedarf einer Pflegerin! Johange .*„Ich bin gestern Abend nichtsfreundlich von Frau Mathilde geschieden; hatte ich sonst wohl den ganzen Morgen hier sitzen können, ohne nach Rudolf zu sehen?“ Und sie fragte, wie es mit dem Kranken stehe, Eugen gab eine ernste Antwort. Er sagte auch, daß Onkel Joachim Gertrud Wige nach Aneritae wude— dent sad se, vielicht auf den Johanne sprang auf.„Das ist eine Heldentat von Joachim!“ Becde, Sesfage ad sie staugendsan,„Fräulein Johanne, er hat fremde ics wsäite se, rief sie begeistert, ner hat das Rechte geton, und uh mochte#n dafür segnen! Denken Sie doch nur, welch gräßlichem Schicksal Gertrud verfallen war— einen Wahnsinnigen zum Manne und einen Drachen zur Schwiegermutter!— versetzen Sie sich in die Lage." ute burn imn Sen. Drachen“ „Jetzt verstehe ich erst, weshalb Sie mich zu Rudolf schicken möchte", sagte Johanne,„Gertrud war seine Wärterin— cut, ich gehe hin. .. Sie räumte eilig ihre Popierstreischen zusammen.„Meine Anze Sicherheit habe ich Rudolf gegenüber verloren,“ sprach sie vabei,„schauen Sie, Doktor, ich glaube, Gisela könnte besser mit ihm fertig werden, als ich.“ „Nein!" Johanne sah verwundert zu ihm auf. Er hatte das„Nein!“ so leidenschaftlich ausgestoßen, wie einen unvollendeten Satz, und jetzt wandte er sich um; er ging im langsamen Schritt die Terrasse auf und ab— Johanne sah's, er war in seinem Innern erregt. Sie trug ihre Papierschnitzel in's Gaststübchen hinauf und kam mit Hut und Sonnenschirm zurück. Er wanderte da noch immer auf und ab. „Ich gehe jetzt, Doktor Jellinek.“ Sie reichte ihm die Hand. Er hielt sie sonderbar fest in der seinen—„Fräulein Johanne, versprechen Sie mir, Gisela nicht allein mit dem Kranken zu lassen!“ „Sie sah ihn groß an— ihr Blick fiel auf seine schwarze Stirnumde, und va verstand sie, was er meinte. Sie gelobte, über Gisela zu wachen. Aus dem räflischen Erlaugnisleben. Am späten Nachmittage, als Frau Jellinek gerade ihre Rosen begoß, trat ein Dienstmann ins Gärtlein. Er verlangte in Frau von Heidenbrucks Namen die Doktorrechnung. Der alten Frau stieg ein flüchtiges Rot in die welken eeritage derr die schrötige Mann in seiner groben Mundart den—######sagte. Sie hatte solch innerlich heilige Achtung vor dem Beruf ihres Sohnes, daß es ihr völlig weh tat, wenn so einer baher kam und ohne Umstände nach der Rechnung fragte, gerade wie bei einem Geschäftsmann, wo ihr Sohn doch nicht am Seibr huug und sich von niemand etwas zahlen ließ. dem's unser Herrgott nicht reichlich gegeben hatte. ausen maste. chete, sotaß ar bom direikt in den (Schluß folgt.) Blättert man in älteren polnischen und russischen Propagandaschriften, so findet man fast in jeder Nummer Schilderungen von Gewalttaten der Schergen des russischen Autokratismus, die jedem fühlenden Menschen Entsetzen einflößen. Der 6. Novemberist einer der vielen Gedenktage traurigster Art. Im sibirischen Gefängnis Kara saßen 1888 die politischen Gefangenen, die zu Zwangsarbeiten verurteilt waren. Ende 1888 war es gekommen, daß die politische Gefangene Kowalska nicht aufgestanden war, als der General=Gouverneur vom Amurgebiet, Korf, in ihre Zelle getreten war. Die Gefangene war im höchsten Grade schwindsüchtig. Sie konnte nicht aufstehen. Korf ordnete an, daß die Gefangene zur Strafe in das gewöhnliche Gefängnis Wierchojansk überführt werden sollte. Der Kommandant von Kara Masinkow ließ die Ueberführung in geradezu barbarischer Weise ausführen. Die Kowalska, fast schon im Sterben, wurde unbekleidet vom Lager gerissen und zur Wache gebracht. Masinkow wußte von alledem. Empört über diese Handlung, wandten sich die weiblichen politischen Gefangenen mit einer Beschwerde an die Behörden und forderten die Beseitigung Masinkows als Haupttäters. Selbstverständlich wurde die Forderung unberücksichtigt gelassen. Die Frauen wandten das letzte Mittel an: den— Hungerstreik. 16 Tage lang nahmen sie keine Nahrung zu sich, bis der Kommandant seine Entlassung einreichte. Das Entlassungsgesuch wurde nicht angenommen. Der Hungerstreik begann von neuem, dauerte diesmal acht Tage und wurde erst eingestellt, als versichert wurde, daß Mosinkow versetzt werden würde. Bald überzeugten sich die Gefangenen, daß man sie belogen hatte. Die Folge war, daß die Gefangenen wieder keine Nahrung zu sich nahmen— diesmal 22 Tage lang. Viele lagen schon erschöpft im Sterben. Die Gefängnisverwaltung entschloß sich, zur gewaltsamen künstlichen Ernährung zu schreiten. Die Qualen der hungernden und aussterbenden Leidensgenossen sehend, entschloß sich die Gefangene Nadiezda Sigida, sich selbst zu opfern und damit die anderen zu retten. Die Nadiezda erklärte, daß sie dem Kommandanten Masinkow etwas Wichtiges mitzuteilen hätte. Als sie zu Masinkow geführt wurde, schlug sie ihm ins Gesicht und erklärte ihn für einen Nichtswürdigen! Sie tat es in der Hoffnung, daß sie selbst zum Tode verurteilt werden würde— daß aber dann der Kommandant nicht im Amte bleiben könnte. Sigida wurde erst in den Karzer, dann in das Kriminalgefängnis überführt. Nach langem Briefwechsel sandte der General= gouverneur Korf einen Befehl, der besagte, daß von nun an die politischen Gefangenen— genau so wie„Verbrecher“— der Prügelstrafe unterworfen werden sollten. Als der Befehl den männlichen Gefangenen vorgelesen wurde, erklärten sie, daß die Ausführung der körperlichen Züchtigung an ihnen stets Todesfälle nach sich ziehen würde. Sie ersuchten darüber nach Petersburg zu depeschieren. Nach zwei oder drei Tagen kam nachstehende Antwort:„An der Sigida soll gemäß den Vorschriften die körperliche Züchtigung wegen tätlicher Beleidigung des Kommandurten vollzogen werden.“ Nach dem Gesetz muß vor Ausführung der Strafe der Arzt gehört werden und bei der Exekution anwesend sein. Der Arzt lehnte es ab, anwesend zu sein und erklärte, daß die Sigida herzkrank wäre und nicht imstande, die Strafe zu überstehen. Der Gefängnisverwalter benachrichtigte hiervon seine höhere Behörde, deren Antwort aber lautete:„Führt die Strafe ohne Arzt aus.“ Trotzdem schwankte der Verwalter noch. Am 6. November kam Bobrowski nach Kara, ging in das Kriminalgefängnis— und in einer halben Stunde war die Henkerarbeit verrichtet... Sigida erhielt 100 Rutenstreiche und starb nach zwei Tagen. Als die Nachricht hierüber an die weiblichen politischen Gefangenen Kowalska, Smirnicka und Kaliuzna kam, die gleichfalls im Kriminalgericht saßen, nahmen sich die drei Frauen das Leben 93 5 * 22 52 S 2: S—2 S 9 3 S* S 3. S 2 9— So 8 S 5 5 S10 SE 0 = S 55 8 3 10 ## 2 S 8S8 2 durch Vergiftung. Die anderen Frauen erfuhren davon nichts. Als die Nachricht in das Gefängnis der Männer gelangte, nahmen an dreißig politische Gefangene? Gift. Die Gefangenen unter ihnen der Bruder von Sigida— starben. Die übrigen wurden von den Behörden gerettet. Der politische Gefangene Hekker schoß sich dreimal an den Kopf— kam aber mit bloßen Verletzungen davon. So endete das Drama. Eines der vielen, die das russische Unterdrückungssystem stützen. Mas ist der Selbstmord: Der Selbstmord des italienischen Minister Rosanos wurde bekanntlich darauf zurückgeführt, daß seine Hände in parlamentarischen Fragen nicht rein waren, und daß er Enthüllungen seiner Gegner fürchtete. Jetzt wird bekannt, daß Rosano, der wohl kein charakterreiner aber energischer Mann ist, schon früher Selbstmord versucht hat, wenn auch damals aus idealistischen Gründen. Es wird daran erinnert, daß er einmal in einer seiner glänzendsten Verteidigungsreden den Selbstmord zu definieren versuchte und daß er die Rede unter donnerndem Applaus schloß, indem er sich selbst als.ispiel hinstellte. Er sagte damal:: „Was ist der Selbstmord? Er ist eine edle Feigheit, weil feige jener ist, der sich im Lebenskampfe für besiegt erklärt; er ist eine edle Feigheit, weil aus der Kraft der Selbstaufopferung sich die Helden und Märtyrer bilden. Und zum Selbstmord fühlen sich die sanften und schwachen Charaktere hingedrängt, die angezogen sind von dem Schauer des Unbekannten. Der Selbstmord ist nur der letzte Entschluß, den man nach langem Kampf ergreift. So lange man hofft, hat man die Kraft zu leben; im Augenblick, in dem man die Hoffnung verliert, muß man sterben. Edle und große Seelen, wie bescheidene und untergeordnete Geister, nie aber gemeine Naturen können sich zu dem unfreiwilligen Verbrechen verstehen. Man braucht dafür keine Beispiele im Altertum zu suchen. Bringt uns nicht jeder Tag Kunde von Selbstmorden? Unendlich sind die Widersprüche und der Kampf im Gemüt des Selbstmörders. Der Selbstmörder weiß, was er tut, und das beweist die Geschichte eines mißlungenen Selbstmordes, die mir einmal ein Freund erzählte. Dieser lernte, jetzt sind es 21 Jahre her, ein Mädchen kennen und lieben, nachdem er alle Vergnügen und Leiden der Welt ausgekostet hatte. Es wurde ihm versprochen, unter der Bedingung daß er sich eine Position schaffe. Und siehe da, der aus dem Geleise gekommene junge Mann wurde ruhig, verständig und geduldig, er begann zu arbeiten, machte mit 23 Jahren sein Abiturientenexamen und erlangte kurze Zeit später dank beschleunigter Studien seine Befähigung zum Advokaten. Das Glück schien ihm nahe. Da starb meinem Freunde der Vater. Er hatte geglaubt, ein kleines Vermögen zu erben, aber der Vater hinterließ nichts an Aktiven als eine Uhr mit Kette, an Passiven 100000 Lire. Der junge Advokat schwur, daß er die Ehre seines Vaters retten und die Gläubiger befriedigen werde(und er hat den Schwur redlich gehalten. Anm. d..), und verlangte von den Verwandten die Hand seines Mädchens, das keine Eltern mehr hatte. Als diese aber hören, daß der Jüngling vermögenslos ist, ziehen sie ihr Wort zurück. Er entscheidet sich für den Selbstmord. Eines Tages nimmt er von seiner Mutter Abschied und reist ins Sorrentinergebiet, in jenes Städtchen, wo die Geliebte wohnte. Er will zu ihr hinaufsteigen, aber die Pforte bleibt ihm für immer verschlossen. Da lehnt er sich an das Tor und schießt sich die Kugel in den Kopf. Die Hand aber zittert ihm, er verfehlt das Ziel. Er war nicht tot, er fühlte nur eine große Mattigkeit im Gehirn, und es schien ihm, als ob die Tür sich hinter ihm öffnete. Der Selbstmörder stand gerade auf den Beinen. Nach dem Schuß aber brach er zusammen. Liebevolle Hände pflegten ihn. Der junge Mann hat später sein angebetetes Mädchen geheiratet. Und dieser beste Freund von mir, den ich sehr gut kenne, meine Herren, bin ich.“ Jetzt legte der Minister Hand an sich, weil er fürchtete, daß eine von ihm verbrochene recht gemein politische Bestechungsgeschichte ans Licht kommen würde.... Arzept zur Zeiterkeil. Zuerst schau ins Herz, und spül' es richt aus, Dann wasch' alle Selbstsucht recht tüchtig heraus, Dann nimm Geduld und Nachsicht zur Hand, Und schüttle sie um mit etwas Verstand. Nicht Leichtsinn, doch leichten Sinn rühr' darein, Ein bischen Witz, doch gerieben sein; Kauf' etwas Milde und fröhlichen Mut, Gläubiges Hoffen und ruhiges Blut. Ein Tröpflein Güte sei auch dabei, Das macht vom vergangenen Weh dich frei. Viel guten Willen, recht feste Kraft Und Menschenliebe, die hilft und schafft. Dies alles rühr' zusammen sein Und nimm es mit frommem Herzen ein; Und pochl's dann noch und will's nicht zur Ruh, So blicke bittend nach oben dazu! Dann wirst Du es sehen— dann kommt dir der Mut Und alles andre wird wieder gut, Die Träne trocknet, die Lipp: lacht— Und keiner weiß, wie du's gemacht!“ Aneköbten. Methusalem auf dem Hühnerhofe. See# gegenwärtigen in Ungarn stattfindenden Geflügelausfteuung befindet sich u. a. auch eine Henne im ehrwürdigen Alter von 26, sage sechsundzwanzig Jahren. Ihr Eigentümer ist der Felsö=Muszlaer Landmann Peter Juhäß, ein leidenschaftlicher Geflügelzüchter, der für seine Pfleglinge eine genaue Geflügelstammrolle führt. Ein nach allen Regeln eines Stammbaumes angefertigter behördlich anerkannter Auszug weist das Alter dieser Methusalems aus dem Geschlecht der Hühner in zweifelloser Weise nach. Und— Alter schützt vor Torheit nicht— die Henne legt noch Eier! Als Seitenstück zu dieser alten Henne führt Karl Jentsch in Neiße ir der„Frankf. Ztg.“ eine alte Ente vor, deren Dasein er Seite 208 seiner Lebensbeschreibung(Wandlungen") mit folgenden Worten erzählt habe:„Der Hühnerhof des Schönauer Pfarrhauses hatte eine große Merkwürdigkeit: ein uraltes klapperdürres Entenpaar, das in zärtlichster Ehe lebte; wo er hin watschelte, dahin watschelte sie mit, und niemals sah man sie auch nur zehn Zoll von einander entfernt. Vorm Schlachtmesser wren sie sicher; Pfarrer Menzel würde es für die größte Ruchlosigkeit gehalten haben, ein so seltenes Eheglück zu zerstören, sei es durch den gleichzeitigen Mord beider Gatten, sei es durch eine noch grausamere Trennung. Und eines morgens verkündigte Johanna, die Wirtin, glückstrahlenden Antlitzes, daß die Entenurgroßmutter, die seit Jahren nicht mehr gelegt hatte, ein Ei gelegt habe. Dieser Jubel! Und diese Blückwünsche! Und diese ehrenvollen Anerkennungen des außerordentlichen Verdienstes! Eine Beglückwunschkur bei Hofe ist nichts dagegen. Ein viel höheres Alter haben, wie noch hinz gefügt sein mag, einzelne Gärse erreicht. Ein Naturwissenschaftler, dessen Zeugnis nicht in Zweifel gezogen werden darf, Whillugly, hatte den sicheren Beweis, daß eine Gans ein Jahrhundert lang gelebt hatte, und Buffon behauptet, daß das Leben des Schwans noch länger ist. Einige Schriftsteller bewilligen ihm sogar zwei bis drei Jahrhunderte. Mallerten besaß das Gerippe eines Schwaus, der 307 Jahre gelebt hatte. ** * Fort mit dem Aberglauben! Eine hübsche Warnung vor Aberglauben und törichter Furcht richtet„Der Schutzengel“, eine Beilage der Donauwörther„Monika“ an die Adresse der Jugend. Ein Mitarbeiter des Blattes, der sich„Onkel Ludwig“ nennt, erzählt folgendes: „Wenn der Onkel Ludwig als kleiner„Schul=Ludwig“ mit seinem lieben Vater nachts im Freien ging, dann fürchtete er sich vor vielen Dingen. Bald sah er drüben im Feld inen Mann stehen, mit einem große: Helm und langen Schwert, bald hörte er ein schreckliches Geheul, dann meinte er wieder, eine Schlange