Bahrdeit— Gerechtigkeit— Gemeinwobl. 9— : Pmisorrilung erscheint wochen.. mel. Montags, Mittwochs Freigs und Samstags. ennementspreis beträgt viertelins Haus gebracht oder durch i Pou bezogen(ohne Bestellgeld *""" Mark.20„.... Expedition: Sodingen Schulstr. 48 c. (Verbunden Alnitliches Organ für Sodingen, Holthausen und Börnig Sit der „Universal=Chronik. Anzeigen, welche am Erscheinungstag bis spätestens 7 Uhr morgens einzusenden siod, werden mit 10 Big die 1 spaltige Petitzeile oder deren Raum berechnet. Bei größeren Anzeigen und mehrmaliger Aufnahme wird entsprechender Rabatt. bewilligt.— Reklame 30 Pfg. Telephon, Amt Castrop, Nro. 63. mit„Castroper Zeitung“, amtliches Organ für die Stadt Castrop und die Nemter Rauxel und Menzede.) Die Anzeigen der„Volkszeitung“ finden kostenfr. Aufnahme in der, Castroper Zeitung“, sowie in den„Neuest. Nachrichten“ für Rauxel, Habinghorst, Graf Schwerin, Merklinde, Bövinghausen, Frohlinde un eie K Kaiser Wilhelm operiert. Die„Nordd. Allg..“ ist ermächtigt, zu veröffentlichen, daß Kaiser Wilhelm sich am Samstag einer kleinen Operation unterzogen hat: Professor Schmidt entfernte auf operativem Wege einen Stimmlippen=Polypen des Kaisers. Die Operation verlief glatt. Der Kaiser muß sich bis zur vollständigen Heilung des Stimmgebrauchs enthalten. Ein am selben Tage ausgegebenes ärztliches Bulletin meldet: Der Kaiser verbrachte den gestrigen Tag ruhig im Zimmer und schlief nachts unterbrechungslos. Das Aussehen der kleinen Wunde ist durchaus zufriedenstellend, Schmerzen und sonstige Halsbeschwerden sind nicht vorhanden. Polypen sind Geschwülste, welche mit einem Polypen Aehnlichkeit haben, weil sie auf einer freien Oberfläche gestielt aufsitzen. Fast alle Polypen entstehen durch eine durch chronischen Katarrh der Schleimhaut, auf welcher sie sitzen, hervorgerufene Wucherung; ihrerseits tragen sie wieder zur Fortdauer des Katarrhs bei. Nach Entfernung des Polypen verschwindet der Katarrh meist sehr rasch. Die Polyven der Rachenhöhle sind hin und wieder krebsartige Geschwülste und erfordern noch dringender als die anderen Polypen die Entfernung auf operativem Wege. Man entfernt die Polypen durch Abschneiden oder, um die dabei entstehende Blutung zu vermeiden, durch Abquetschen mit der Drahtschlinge mit nachfolgender Kauterisation, durch Abbrennen mit der glühenden Schlinge oder durch Abbinden. Ein medizinischer Mitarbeiter der„Köln. Vztg.“ schreibt zu der Angelegenheit folgendes:„Nach dem im Extrablatt mitgeteilten Ergebnisse der Untersuchung handelt es sich bei der Erkrankung des Kaisers um einen Stimmbandpolypen. Die Polypen zählen zu den sogenannten gutartigen Geschwulsten; sie entstehen im allgemeinen bei chronischen Entzündungen der Schleimhaut des Kehlkopfes, indem an einigen Stellen die Schleimhaut in abnormer Weise wächst und wuchert. Die Erscheinungen, welche ein Kehlkopfpapillon macht, richten sich nach der Größe, Form und dem der Geschwulst. Zunächst werden die Stimmbänder natürlich in ihrer Beweglichkeit und Schwingungsfähigkeit gehindert und es entsteht eine schnarrende, belegte Stimme, im schlimmsten Falle Heiserkeit. Wird die Geschwulst, welche vielfach am vorderen Vereinigungswinkel der Stimmbänder. sitzt, groß und gerät die an einem Schleimhautstiel sitzende Geschwulst in die Stimmritze, so kann leicht ein derartiges Ereignis Atemnot, ja im schlimmsten Falle Erstickungsanfälle herbeiführen; auch sind die beweglichen, d. h. an einem Stiel sitzenden Geschwulste imstande, beständigen Hustenreiz hervorzurufen und zu unterhalten. Nach den Untersuchungen von Professor Orth handelt es sich um einen einfachen sogenannten Kehlkopfschleimhautpolypen, für dessen gründliche Entfernung die Autorität des weltbekannten Prdf. Schmidt in Frankfurt wohl hinreichende Gewähr bieten dürfte. Gänzliche Schonung des Stimmorgans, also Vermeiden des Sprechens, wird natürlich für einige Wochen erforderlich sein.“ Nach diesen fachmännischen Ausführungen und den tatsächlichen Angaben der amtlichen ärztlichen Berichte ist an der Gutartigkeit der kleinen Geschwulst nicht zu zweifeln. Ein Anlaß zu Besorgnissen für das Befinden des Herrschers liegt somit zur Zeit Gott sei Dank nicht vor. Das traurige Ende des Kaisers und der Kaiserin Friedrich ist nur zu geeignet, bei solchen Erkrankungen beunruhigende Gerüchte auftauchen zu lassen. Durch die schnelle Feststelle und Veröffentlichung des Tatbestandes ist allen derattigen sensationellen Erfindungen ein für allemal ein Riegel vorgeschoben worden. Vor einigen Jahren, als eine Balggeschwulst im Gesicht des Kaisers entfernt werden mußte, hat man aus demselben Grunde sich veranlaßt gesehen, sofort den Sachverhalt mitzuteilen. Die Hohrechster. Sensations=Roman aus dem Fichtelgebirge von G. Schätzler Perasini. 31(Nachdruck verboten.) Er achtete nicht einmal auf die Richtung, welche er nahm, so daß er gar nicht bemerkte, daß er in einem Bogen wieder gegen das Dorf zugekommen war. Plötzlich stutzte er. Aus dem dichten Gebüsch tretend, befand er sich auf einer Waldlichtung, über welche der Mond, durch einen Wolkenriß schauend, einen grellen Lichtschein warf. Waldner blieb stehen. Der Atem drang ihm keuchend aus der Brust. Er mied diesen Ort am Tage, wenn es irgendwie möglich wax, in der Nacht kam er erst recht nicht mehr hierher. Nicht mehr! Denn einmal stand er hier, in der Nacht vor Mariä Geburt vor fünfzehn Jahren. Was damals geschah, das lag als Geheimnis im tiefsten Grunde seiner Brust gebettet. Hier hatte er einen Gegner tot vor sich liegen sehen, das brechende Auge zum Nachthimmel emporgerichtet, der damals klar wie ein Riesenzelt, geschmückt mit tausend funkelnden Sternen sich über die Welt spannte. Wie sich die Sache damals verhielt, dies wußte unter allen Lebenden nur der Förster Waldner— und noch Einer. Angenehm war die Errinerung nicht, denn der Förster knirschte hörbar mit den Zähnen. „Muß mich der Teufel gerade hierher führen!" stieß er durch die Lippen. Der heftige Wind hatte vorhin eine schwarze Wolke über den Mond gejagt, so daß Waldner eine Weile im Dunkeln stand. Jetzt fuhr von neuem ein Windstoß über den Forst, rüttelte die Baumkronen, daß sie ächzten und brach splitternd die Aefte. Ein kleines, sumpfiges Wasser durchquerte die Waldlichtung. Aus diesem Wasser stiegen graue Dunststreifen auf, beleuchtet von dem Mondstrahl, der schräg in einem spitzen Streifen auf diesen Waldfleck siel. Die grauen Dunstschleier verflatterten, bildeten phantastische Figuren und alle schienen sich nach einer bestimmten Stelle der Lichtung hinzuziehen, schienen sich um den mächtigen Stamm einer alten Eiche zu schlingen, welche dort stand. Mittwoch, den 11. November. elsh Politische Uebersicht. Deutschland. — Die Nachrichten über das Befinden des Kaisers lauten beruhigend. Im allgemeinen ist man geneigt, der Versicherung der Aerzte, daß die Erkrankung der Stimmbänder völlig harmloser Natur sei, Glauben zu schenken und nur die Erinnerungen an die Krankheitesymptome bei Kaiser Friedtich rufen Zweifel wach, ob die Genesung eine vollkommene sein wird. Sämtliche Blätter drücken die zuversichtliche Hoffnung aus, daß das Leiden, wie es offiziös versichett wird, durchaus gutartiger Natur sei. Der Umstand, daß der Kaiser die Regierungsgeschäfte keinen Augenblick aus der Hand läßt und nach wie vor Audienzen erteilt, hat viel zur Beruhigung beigetragen. Auf der Börse neigte man anfangs dazu, die optimistische Aussassung nicht zu teilen, doch hob sich die Stimmung. als die Ungefährlichkeit der.krankung von den maßgebenden Aerzten erklärt wurde. Wegen der Unpäßlichkeit des Kaisers fand die onläßlich des Geburtstages Königs Eduards von England im Neuen Palais in Aussicht genommene größere Frühstäckstafel nicht statt. — Die Blätter melden: Erzbischof Dc. v. Stablewski von Posen übergab wegen schwerer Erkrankung die Leitung der Erzdiözese dem Weihbischof Likowoki. — Die Sozialdemokratie und der Boykolt. Die sozialdemokratische Parteileitung sieht sich genötigt, von Amtswegen den Unfug einzuschränken, daß Geschäftefirmen von den Genossen boykottiert werden, weil sie den Interessen der Partei nicht Vorspanndienste leisten wollen. Die Parteileitung erläßt nämlich aus Anlaß eines besonders krassen Falles im„Vorwärts“ folgende Rüge: „Ein konkreter Fall—„Volksblatt für Hessen und Waldeck“. Nr. 255 vom 31. v. Mts.— giebt uns Veranlassung, darauf hinzuweisen, daß es unzulässig und mit der Wahrnehmung der Interessen der Partei unvereinbar ist, Firmen deshalb zu boykottieren, weil dieselben sich weigern, in dem Parteiblatt zu inserieren. Leider ist der Vonkott in dem Kampf, den die Arbeiterklasse zur Wahrung ihrer Interessen zu führen hat, nicht zu entbehren. Doch dafür trifft die Verantwortung nicht die Arbeiterklasse, sondern ihre Gegner. Deshalb darf der Boykott auch nur im äußersten Notfalle zur Anwendung kommen. Als Unfug muß es bezeichne: werden, wenn sich der Verlag oder die Redaktion eines Parteiblattes herausnimmt, den Lesern des Blattes zu empfehlen, Geschäfte zu boykottieren, weil dieselben sich weigern, in dem Blatt zu inserieren. Die Verhängung des Boykotts darf nur rach sorgfältiger Prüfung der hältnisse, durch Beschluß der organisierten Arbeiterschaft des Ortes bezw. des Kreises geschehen Niemals kann und darf ein Verlag oder die Redaktion eines Parteiblattes ein so gewagtes Experiment auf eigene Hand in Szene setzen, durch das den Gegnern Waffen in die Hand gedrückt werden, deren Anwendung die Partei schwer schädigen müssen.“ Ausland. Holland. In der letzten Sibung des Schieds. gerichtshofes gab Bowen bekannt, daß José Paul der venezolanische Vertreter in der gemischten venezolanischamerikanischen Kommission sein wird. Clunat(Frankreich) erklärte dann, die Blockademächte hätten dem Sinne der Haager Konvention zuwidergehandelt, indem sie den Krieg begonnen hätten, ohne erst eine befreundete Macht um Vermittlung anzugehen. Venezuela habe niemals nur mit den Blockademächten verhandeln wollen und habe die Regelung aller Forderungen gewollt. Italien. Der neuernannte Finanzminister Rosano hat sich am 9. d. M. in Neapel erschossen. Der Grund des Selbstmordes dürfte in der von den Sozialisten gegen ihn eröffneten Preßkampagne zu suchen sein. Noch am Samstag erschien in einem Savoyer Blatt ein Artikel, der Rosano mehrfacher Bestechungen beschuldigte. Auf diese Veröffentlichung hin ersuchte der Ministerpräsident Gioletti den Rosano brieflich, sich zu verantworten. Rosano antwortete mit dem Selbstmord. — Zum Selbstmord des Finanzministers Rosano erhält ein Berliner Blatt aus Rom folgende Aufklärung: „Die Ursachen des sensationellen Dramas liegen ziemlich klar zu Tage. Minister Rosano war in letzter Zeit die Zielscheibe der heftigsten persönlichen Angriffe seitens der sozialistischen, demokratischen und konservativen Presse, und noch erst kürzlich wurde ihm direkt ins Gesicht gesagt, er habe seinen Einfluß als hervorragender und skrupelloser" Deputierter wiederholt für Geldsummen verkauft. Am meisten Aufsehen erregt ein Fall, der soeben durch die Presse ging und durch seine Behandlung in den ersten Blättern wie„Gazette del Popolo“ und„Giornale'Italia“ zu einem parlamentarischen Skandal zu werden drohte. Rosano wurde nämlich bezichtigt, er habe 1898 für fünftausend Franken einen wegen Teilnahme am Aufstand zu Zwangsdomizil verurteilten Sozialisten Bergamaschi in Freiheit setzen lassen. Bergamaschi selbst erzählt die seltsame Geschichte samt allen dabei angewandten Kniffen im Blatt„Roma“.— Wie weiter verlautet, hatte Gioletti am Sonnabend eine Unterredung mit Rosano und ersuchte ihn, sich gegen die peinlichen Anklagen zu rechtfertigen. Rosonosversprach das und reiste nach Neapel; aber statt sich an die Gerichte zu wenden, griff er zum Revolver. Man erinnert sich übrigens, daß Rosano schon früher einmel einen Selbstmordversuch gemacht hat. Der Tod Rosanos befreit das neue Kabinett von der Gefahr der seitens der Sozialisten angedrohten„Moralkampagne“. — In dem am 9. d. Mts. abgehaltenen Konfistorium, dem alle anwesenden Kardinäle beiwohnten, hielt der Papst eine Ansprache religiösen Charakters, in der er betonte, daß die Kirche dem Fortschritte und der Wissenschaft nicht feindlich gegenüberstehe. Am Schlusse würdigte der Papst die Verdienste der neuernannten Kardinäle Merry del Val und Callegari. Spanien. In Barcelona ist eine anarchistische Verschwörung entdeckt worden, zu dem Zwecke, Sprengstoffe in öffentliche Gebäude zu schleudern. In einem Hause wurden fertige Dynamitpatronen, Zünder und Kugeln beschlagnahmt. Der Inhaber der Wohnung entkam. Die verbrecherischen Weisungen gingen von Pariser Anarchisten aus. Amerika. Der Schneider Lewis Bronstein aus Brooklyn, der den Präsidenten Roosevelt zu sprechen wünschte, wurde in Washington verhaftet: Bornstein trug einen Revolver bei sich. er ste eiteter er ite eit er che. Macht zog es seine Augen nach jener Stelle. Plötzlich stieß er einen halberstickten Ruf aus und trat einen Schritt vor. Der Windstoß vorhin hatte die Wolken vor dem Mond buchstäblich in Fetzen gerissen, so daß das Silberlicht sich über Wald und Feld ergoß. Nur am Fuß der Eiche lag ein Schatten. Der obere Teil des Stammes war beleuchtet. Ein armseliger Kranz hing dort, aus Tannenreis cewunden... Aber nicht dies war es, was den Förster so jäh erfaßte. In dem Schatten am Stamm kauerte ein Weib und als das Donnergrollen einige Sekunden aussetzte, vernahm der Förster deutlich die Worte: „Und vergieb uns unsere Schuld—“ In einem Schluchzen brach der letzte Ton. 2. Kapitel Blind geweint. In einem kleinen Häuschen, wie sie das Dorf Fuchsberg fast durchwegs aufweist, saß an diesem Abend ganz allein in ihrer Stube eine Frau. Katharina Burger war Witwe seit 15 Jahren. Damals jung und schön und voller Lebenslust, glücklich, weil ein braver Mann sie beimführte, war sie heute kaum mehr ein Schatten der vergangenen Tage, das Bild eines zerstörten Lebens. Katharina war dunkel gekleidet wie immer. Sie befand sich in etwas besseren Verhältnissen als mancher andere Dorfbewohner, da sie eine kleine Erbschaft gemacht hatte und der alte Lechner sie auch noch unterstützte, wo er konnte. Lechner, der bereits die Sechzig auf dem Rücken hatte, ging ihr an die Hand, so oft sich eine solche Gelegenheit bot. Und darauf brauchte man bei Katharina nicht lange zu warten, denn die Aermste war so gut wie erblindet. Die Dämmerung war bereits in Nacht übergegangen, ohne daß Katharina Licht gemacht hätte. Wozu auch? Sie sah ja doch nichts! Sie saß auf einem niederen Schemel und drehte einen kleinen Kranz in den Händen, den sie selbst gewunden hatte. Er war nicht schön geworden, sah sie doch schlecht oder fast nichts, aber zwischen die grünen Reiser hatte sie die heißen Tränen gewunden, die darauf niedertropften. Sie zählten am Trone des Ewigen wohl mehr als der teuerste Schmuck. Jetzt ging die Tür der Stube auf. Lechner trat ein. Es war eine hohe, kräftige Gestalt, so daß er sich bücken mußte, um nicht am Türrahmen anzustoßen. „Gut'n Abend Kathrin',“ sagte er.„Da bin ich. Hast mich wissen lassen, ich möcht' Dir einen Dienst erweisen. Was soll ich?: Er hatte in seiner kurzen, rauhen Weise gesprochen. Katharina hörte aber dennoch das Mitleid aus seiner Stimme. Sie wußte ja doch, wie gut es dieser Mann mit ihr meinte, welche Stütze er ihr war. Und doch lag keine zwingende Ursache, keine Pflicht für ihn vor, sich auf solche Art der Bedauernswerten anzunehmen. Daran mochte Katharina auch heute wieder denken, denn sie sagte:„Wie gut Ihr zu mir seid, Lechner! Ich weiß nicht, wie ich das um Euch verdient hab.““ „Sprich nicht davon,“ schnitt er ihr fast schroff das Wort ab.„Du weißt es wohl, daß ich's nicht leiden kann.“ Unruhig war dabei sein Blick durch das Dunkel der Stube geirrt und er fuhr sich mit der arbeitsschweren Hand nach der Stirne. Aber Katharina konnte nichts von dieser Bewegung sehen. Da sie geduldig schwieg, so fuhr Lechner mit gepreßter Stimme fort: „Aus Mitleid, aus Christenpflicht steh' ich Dir zur Seite. Katharina, laß es Dir doch endlich daran genügen. Du solltest es doch gewohnt sein die fünfzig Jahre her! Da weinst schon wieder, hast wohl gar den ganzen Mittag geweint? Du weißt doch, daß der Doktor gesagt hat, nur durch beständiges Weinen wärst Du fast erblinder! Du machst Dein Uebel ja alleweil schlimmer.“ Katharina trocknete die Augen und sagte: „Nehmt mir's heute nicht Uebel, Lechner! Ihr wißt je doch so gut wie ich, daß heute die Nacht ist, in der vor 15 Jahren mein armer Jakod erschossen worden ist!“ Ein leichtes Zittern packte die träftige Gestalt Lechnars. Er war heftig zusammengezuckt und versetzte nun betroffen: hab nicht daran gedacht.:(Fortsotzung folgt) Lokales und Provinzielles. Castrop, den 11. November 1903. * Kollekte. Gegenwärtig wird zu gunsten der Marsberger Anstalt für blödsinnige Kinder und Epileptische bei den katholischen Einwohnern unserer Stadt die vom Herrn Oberpräsidenten der Provinz Westfalen bewilligte Haus=Kollekte abgehalten werden. Diese Kollekte wurde von den hochw. Herren Bischöfen von Paderborn und Münster warm empfohlen. Graf Schwerin. Eine geringe Betriebsstörung, infolge dessen die Belegschaft während des Nachmittags aussetzen mußte, entstand gestern im neuen Schacht, indem ein Wage, verschiedene Latten der Schachtbekleidung loßriß. Der Schaden ist inzwischen geheilt. * R a u x e l. D a s R e s u l t a t d e r d i e s j ä h r i g e n P e r s o n e n s t a n d s Aufnahme zeigt ein Anwachsen der Bevölkerung um 1167 nämlich von 11 311 auf 12 478 Personen und zwur sind in der Gemeinde Sesizeheu 138 Familien mit 1074(gegen das Vorjsahr Habinghorst 830 4335 Merklinde 170:„„ 960 20 Rauxel 951„„ 5133 Persogen vorhanden. Der Konfession nach sind 8567 Katholiken, 94 Protestanten, 14 Juden, 63 Dissidenten. 459 Kostwirte hielten 1063 Kostgänger. Im Bezirk wohnen 3066 Polen 265 Massuren, 18 Italiener, 374 Oesterreicher, 49 Holländer und 1032 Prozeat.=samntzunachme in Prozent ausgedrückt ist den auf Säuferlisten verzeichneten Personen eingereiht, versteht es der Gelegenheitsvon hier doch noch immer, seiner Trunksucht Genüge zu leisten und seine Ehefrau zu handeln.„Gesterg,wpolle derselbe seine Ehefrau, nachdem ine ordenliche Mißhandlung voraufgegangen war, mit Petroleum begießen, als zum Glück der eiligst herbeiTätlsseten abiest. 3 den Rasenden von„weiteren Sodingen. Einwohnerzahl bei der die s n.. Vers Standesaufnahme. Gemeinde3sährigen prisonenBörnig 391 Familien, 1502 ch 748en 100• " 833„„(a1h,#20 cv. 1 Diss. Sa. 2251 2599„ 1768„ 37„„ 4404 2594„ 1181„ 38„„ 3803 Holthausen Sodingen Sa. An“ — Sodingen 805 723 1947 6695 3697 10468 gegen 9716 Es würden 377 Kostwirte mit 777 Kostgängern gezählt. Von den bezw. inläindische Polen, nicht preutische Statsangehörige * Börnig=Sodingen. Die Einweihung unserer neuen Lirche ist definitiv auf den 8. Dezember festgestellt. Herr st Keweloh in Castrop ist vom hochwürdigsten Herrn Bischof beauftragt, dieselbe vorzunehmen.(Die feierliche Konsekration wird später geschehen, wenn wieder das hl. Sakrament der Firmung in unserem Dekanate gespendet wird.) Die Feier nimmt folgenden Verlauf: Am Vorabende wird das Fest mit den neuen Glocken eingeläutet. Am Festtage selbst ist die Frühmesse wie sonst um ½8 Uhr in der Notkirche.(Sitzgelegenheit wird sich während der Frühmesse nicht bieten, da die Bänke tags zuvor in die neue Kirche transportiert werden.) Um 10 Uhr beginnt die Weihe der neuen Kirche, welche ungefähr ½ Stunde dauern wird. Nach derselben wird das Allerheiligste in feierlicher Prozession mit Musik aus der alten zur neuen Kirche getragen. Gegen 10¾ Uhr beginnt das feierliche Levitenamt, worin der hochwürdige Herr Dechant die Festpredigt halten wird. Der Kirchenchor wird die Feier durch polyphonen Gesang verherrlichen. Nachher findet um 1 Uhr beim Herrn Theodor Nöthe ein Festessen(ohne W statt. Das trockene Kuvert kostet nur zwei Mart. um 5 Uhr ist im geräumigen Saale des Herrn Heinrich Bergmann in Sodingen großes Volksfest. Zur Unterhaltung der Teilnehmer werden Gesang= und Musik. stücke vorgetragen und Lichtbilder vorgeführt. Um die Unkosten zu decken, werden Eintrittskarten zu 50 Pfg. verkauft, welche zur Teilnahme an dem Festessen und dem Volksfeste berechtigen. Damit Stockungen an den Eingängen der Festlokale möglichst vermieden werden, sind Eintrittskarten schon im Voraus zu haben. Kinder unter 14 Jahren haben zu dem Volksfeste freien Zutritt. Möge der heißersehnte Tag für unsere ganze Gemeinde ein Tag reichen Segens und heiliger Freude werden. * Kirchlinde. In hiesiger Gemeinde fand man gestern Morgen den schwer verletzten Tagelöhner Hermann Haim aus Merklinde. Derselbe lag auf der Straße und hatte Arm= und Beinbrüche, anscheinend von einer Ueberfahrung her, erlitten. Er wurde dem Krankenhause Kirchlinde überwiesen. Haim hatte sich vorgestern Morgen von seiner Arbeitsstätte entfernt und scheint auf dem Nachhausewege überfahren zu sein. Gestern Mittag ist derselbe gestorben. * Dortmund. Herr Bergwerksdirektor Hilbck hat Aussicht, als Vertreter der Kreise Altena=Iserlohn in den Landtag gewählt zu werden. Der zum Finanzrat ernannte Landgerichtsrat Noelle hat die Annahme der auf irn gefallenen Wahl abgelehnt, wodurch die Aufstellung eines anderen Landtagskandidaten notwendig geworden ist. Als zweiter Abgeordneter kandidiert in dem genannten Wahlkreise Herr Kommerzienrat Herbers=Iserlohn. Letzterer sowie Herr Finanzrat Noelle waren die bisherigen Vertreter. * Dortmund. Ein von der Arbeit heimkehrender Arbeiter erlitt unterwegs einen Schlaganfall und war sofort tot. Da Uhr und Portemonnaie fehlte, ist anzunehmen, oaß die Leiche beraubt wirde. * Dortmund. Einen sog. Sonntagsdieb, den Schlosser Stöcker, dem neun schwere Diebstähle zur Last gelegt wurden, verurteilte heute die Strafkammer zu einer Zuchthausstrafe von neun Jahren. Der Staatsanwalt hatte fünfzehn Jahre Zuchthaus gegen den Dieb, der bereits eine längere Zuchthausstrafe hinter sich hat, beantragt. * Bochum. Die Sozialdemokratie des Wahlbezirkes Bochum=Dortmund hat nunmehr Kandidaten für die Abgeordnetenwahlen aufgestellt. Es sind dies der Abgeordnete Otto Hué=Essen, der Arbeitersekretär Paul WolfBochum. * In Günnigfeld überfiel auf der Hauptstraße der Friseur Kramer ohne jede Veranlassung zwei ruhig des Weges gehende Bergleute und brachte ihnen mehrere Messerstiche bei. Der eine wurde auf der Stelle getötet, der andere lebensgefährlich verletzt. Der Mörder ist verhaftet. * Isselhorst. Während am Donnerstag ein hiesiger Einwohner sich nach Gütersloh zum Gericht zur Vernehmung als Zeuge begeben hatte, benutzten seine Frau, Schwager und Schwiegermutter die Gelegenheit dazu, um unter Mitnahme von Hab und Gut nach Osnabrück abzudampfen. Das Gesicht des heimkehrenden Ehemannes kann man sich denken. * Durch einen unglücklichen Zufall hat der Knecht einer Firma in Lippspringe seinen eigenen Vater überfahren. Der Vater saß auf der beladenen Karre, fiel herunter und kam unter ein Rad. Der Tod trat sofort ein. Essen. In der Sonntagnacht wurde in der Borbeckerstraße der Kutscher Berger von dem 17 jährigen Dachdeckergesellen Thürken ermordet. Der Mörder floh auf die Dächer der in der Borbeckerstraße gelegenen Häuser und mußte von der arlarmierten Feuerwehr heruntergeholt werden. Berger hatte Thürken und zwei Mitschuldige wegen eines an ihm begangenen schweren Diebstahls angezeigt, weswegen einer der beiden Genossen Thürkens zu 7 Monaten Gefängnis verurteilt worden war. Die beiden Genossen Thürkens wurden ebenfalls verhaftet. Dem Ermordeten wu de durch 16 Stiche, bei denen das Messer durchgezogen wurde, die ganze Brust zerfleischt. * Oberhausen. Der Monteur Mäurer von hier arbeitete seit einigen Tagen in der Maschinenanlage der Zeche „Minister Achenbach“ bei Mengede. Am Montag stürzte er aus einer Höhe von 12 Meter ab und blieb als Leiche liegen. * Aus dem 1. Stockwerk seiner Wohnung in Oberhausen stürzte der 72 Jahre alte frühere Schuldiener Gildebaus. Der Mann starb gleich darauf an den schweren Verletzungen. * Ruhrort. Diebe raubten in der Sonntagnacht das Goldwarengeschäft von Kulmann aus. Uhren, Ketten usw. im Werte von zirka 25000 Mk. wurden gestohlen. Der Schaden ist durch Versicherung gedeckt. * Heißen. Der Lehrhauer Joh. Bröckelmann, welcher erst kürzlich vom Militär zurückgekehrt war, stürzte auf der Zeche Rosenblumendelle hier ca. 100 m tief in den Schacht und war sofort tot. * Duisburg. Böse hereingefallen sind die Straßerräuber, die zwischen Meiderich und Ruhrort einen Holländer überfielen und ausraubten. Unter anderem erbeuteten sie auch einen Vierzigauldenschein, und ohne zu ahnen, daß sie es nur mit einer sehr schlechten Fälschung zu tun hatten, schickten sie den einen damit zu einem Ruhrorter Bankhause, wo er sofort als vermeintlicher Falschmünzer verhaftet wurde. Die Untersuchung ergab den richtigen Sachverhalt, und nun sitzen alle drei— 18jährige Fabrikarbeiter— hinter Schloß und Riegel. * Düsseldorf. Ein Dienstmädchen hatte ein Zimmer zu bohnen. Aus Versehen nahm es anstatt Terpentin Benzin, welches Feuer fing. Augenblicklich stand das Mädchen in Flammen und starb unter schrecklichen Schmerzen. * Düsseldorf Wie kürzlich mitgeteilt, wurde in Heiligenhaus eine Falschmünzerbande, welche seit einiger Zeit das bergische Land mit falschem Gelde überschwemmt hat, verhaftet; jetzt ist ein weiteres Mitglied dieser Gesellschaft dingfest gemacht, und zwar in der Person des Gelbgießers Karl L. aus Velbert. Man fand in seiner Wohnung einige Stangen einer eigenartigen Metallmischung von hohem Silberglanze. Die Verhaftung erfolgte auf Grund der Beschuldigung eines gefangenen Falschmünzers. * Barmen. Ueber den Nachlaß des früheren Bankdirektors Hermann Fischer von hier, der kürzlich in einem Eisenbahnabteil auf der Fahrt nach Kassel Selbstmord verübte, ist bekanntlich jetzt das Konkursverfahren eröffnet worden.— Als sich Fischer in einem Eisenbahnwagenabteil 1. Klasse bei der Station Paderborn erschossen hatte, da konnte man bald nachher in allen Zeitungen lesen, daß Herr Fischer unzweiselhaft irrsinnig gewesen sei und schon in früheren Jahren bisweilen Spuren von Irrsinn gezeigt habe. Bei vornehmen Leuten pflegt in solchen Fällen stets Irrsinn vorhanden zu sein. Wir möchten übrigens wirklich annehmen, daß fast alle Selbetmörder zur Zeit des Selbstmordes nicht geistig normal sind; wir glauben aber auch, daß dies bei armen Selbstmördern ebensowohl zutrifft wie bei vornehmen. Mißliche Verhältnisse haben die Leute zur Verzveiflung getrieben, und in solchem Zustand ist der Geist des Menschen wohl nicht so ganz klar.— Fischer war ein sehr reicher und angesehener Mann. Er hatte aber sein Vermögen verloren, wahrscheinlich durch verunglückte Spekulationen oder durch allzu großen Aufwand oder durch beides. * Vor etwa 3 Monaten stürzte sich die 22 Jahre alte Tochter einer Elberfelder Familie aus einem Fenster der im zweiten Stock belegenen elterlichen Wohnung in den Hof hinab. Das Mädchen trug schwere Verletzungen davon, doch gelang es, sie am Leben zu erhalten. Die Bedauernswerte hat nun in einem Anfalle von Schwermut zum zweitenmale den Sprung gewagt, diesmal allerdings mit dem Erfolge, daß sie auf der Stelle tot war. * Haßlinghausen. Am vergangenen Sonntag wurde ein 15jähriger junger Mann von dem Rendanten Hibs auf der Jagd erschossen. * Krefeld. Stadtrentmeister Schulz ist wegen Unterschlagung amtlicher Gelder angeblich in Höhe von 26,000 Mk. verhaftet worden. Er hat sich freiwillig der Staatsanwaltschaft gestellt. * In der Sonntagnacht wurden in Köln zwei junge Leute erstochen; wegen eines Mädchens waren die Getöteten mit anderen Burschen in Konflikt geraten, der einen so traurigen Ausgang nahm. * Trier. Der Verhandlungstermin der Klage Hoensbroech gegen Dasbach ist auf den 1. Dez. angesetzt. * Zum Verweser des Bistums Mainz wurde Domkapitular Engelhardt ernannt. * Mainz. Einige junge Burschen von hier fanden im Walde einen Fuchsbau. Einer der Burschen, ein junger Mann von achtzehn Jahren, kroch in den Fuchsbau hinein, wobei dieser plötzlich zusammenbrach. Erst nach Verlauf einer halben Stunde gelang es, den jungen Mann, doch als Leiche, aus dem Bau herauszugraben. * St. Johann. Ein furchtbarer Raubmord ist hier vor 14 Jahren passiert, ohne daß es bisher gelingen wollte, den Täter zu ermitteln. Es wurde damals ein Arbeiter auf der Saarbrücke überfallen, seines sauer verdienten Lohnes beraubt und dann in die Saar geworfen. Der Beraubte klammerte sich fest an das Gitter an, worauf ihm der Morder die Finger abschnitt, so daß der Unglückliche ins Wasser fiel und ertrank. Der Verbrecher hat nun in angetrunkenem Zustande seinem Freund gegenüber sich seiner vielen Taten gerühmt, zu welchen auch die Mordgeschichte gehört. Der Freund zeigte den Unmenschen der Polizei an, welche ihn alsbald verhaftete. Er gestand den Mord ein und so wird dieser jetz, nach 14 Jahren, seine Sühne finden. Hier bewahrh#itet sich wieder einmal das alte Speichwoit: Es ist nichts so sein gesponnen, es kommt aus Licht der Sonnen. * Wiesbaden. Im Prozeß der Firma Moet et Chandon gegen die Firma Söhnlein in Schierstein vegen Verwendung von deutschem oder französischem Sekt bei der Taufe der Kaiserjocht„Meteor“ in Amerika wurde in der am Samstag erfolgten Urteilsverkündung die französische Firma abgewiesen und ihr auch die Kosten des Gegeganwalts auferlegt. * Auf dem Bahnhof zu Stolberg veisuchte eine Frau Sommer den Zug zu besteigen, als dieser sich bereits in Bewegung gesetzt hatte. Sie konnte sich nicht halten und stürzte unter die Räder, wobei die Frau sofort getötet wurde. Entscheidungen. * Castrop. Diebische Kostgänger hatten die Eheleute Gemüsehändler Wiemann im August d. J. In der Nacht zum 3. Sept. wurde bei Wiemann ein Einbruchsdiebstahl ausgeführt. Als Täter wurden ermittelt die Kostgänger Wiemanns, die Handlanger A. Vockerodt und Th. Keilhaus. Die Angeklagten waren geständig. Das Gericht verurteilte Vockerodt, der wegen Diebstahls schon verschiedentlich vorbestraft ist, zu 2 Jahren Zucht haus und 5 Jahren Ehrverlust. Keilhaus kam mit 9 Monaten Gefängnis davon. * Merklinde. Des Diebstahls im wiederholten Rückfalle machte sich der Arbeiter Heinrich Tereszynski am 14. Sept. ds. Is. dadurch schuldig, daß er seinem Arbeitskollegen Borbeck eine Taschenuhr mit Kette und drei weiteren Arbeitern verschiedene Kleidungsstücke entwendete. Der Angeklagte, der schon 3½ Jahre Zuchthaus verbüßt hat, wurde zu einem Jahr und drei Monaten Zuchthaus und fünf 5 Jahren Ehrverlust verurteilt. zum Prozeß Westerski. Die„Frankf. Ztg.“ schreibt: Der Prozeß, welcher der Gräfin und dem Grafen Wesierski=Kwilecki wegen Kindesunterschiebung gemacht wird, und der seit langen Tagen die Spalten der Zeitungen und den großen Schwurgerichtssaal in Moabit füllt, nähert sich langsam seinem Ende. Wenigstens nach dem ursprünglich ausgegebenen Programm, durch welches die Zeit, welche man dieser Sache widmen wollte, annähernd begrenzt wurde. Wie sehr durch Ladung neuer Zengen und Wiedervornahme der alten eine Verzögerung eintreten wird, läßt sich nicht genau erkennen. Jedenfalls müßte nach der Anzahl der bereits erledigten Vernehmungen ein sicheres Bild des wahren Sachverhalts heute schon gewonnen sein, wenn Sicherheit hier überhaupt zu erwarten ist. Aber wer die Gerichtsverhandlung verfolgt oder gar mitangesehen hat, der wird über dieses„Wenn“ stark im Zweifel sein. Die Frage an die Geschworenen ist klar und einfach die, ob der gerichtskundige Knabe, den die Gräfin für ihren Sohn erklärt, dies wirklich, oder ob er zur Rettung des Majorats unterschoben ist. Eine solche Frage läßt, ganz anders als die meisten richterlichen Urteilsfragen, keinerlei Nuancen zu. Da giebt es kein Mehr oder Weniger an Schuld, und im Fall der Schuldbejahung vermutlich keinen Milderungsgrund. Nur ein knappes Ja oder Nein kann darauf erfolgen. Das ist die Schwierigkeit dieser Verhandlung. Wie in einem spannenden Kolportageroman, in dessen letzter Lieferung die Lüftung eines Geheimnisses erfolgen soll, schwebt über ihr— umso fühlbarer, eben weil es sich um eine so klare und sinnenfällige Frage handelt— die Unsicherheit; unaufhörlich, als gelte es ein Kinderspiel, pendelt das Zünglein an der Wage der Beweise hin und her; die wirkliche Wahrheit wissen bisher immer nur noch die Insassen der Anklagebank, und die machen widersprechende Angaben. Die Gräfin ist dabei gefaßt und ruhig, als ob sie an ihrer Unschuld einen unfehlbaren Schutz hätte. Sie sieht aus wie eine zu Jahren und Umfang gekommene Gräfin Dubarry— im Geschmack des Rococco ist ihr weißes Haar nach oben zurückgestrichen, und das wohlgenährte Gesicht mit den gleichfalls nach oben geschweiften Brauen hat das vorspringende Profil jener Perückenträgerinnen des 18. Jahrhunderts; dazu die Stechbrille, die sie nicht aus den Händen läßt und zum Fixieren ihrer Umgebung benutzt, wenn sie nicht gerade bei einer besonders „intimen“ Stelle des Verhörs sich mit rotem Kopfe abwendet. Einmal barg sie wie ermüdet ihr Gesicht lange unter den Händen, und in diesem Augenblicke hätte man sich allerdings nicht gewundert, wenn sie ihre Unschuldsbeteuerung widerrufen hätte. Aber im allgemeinen fällt sie nicht aus der Fassung. Sie nippt an ihrem Rheinweinglas, das der Gerichtsdiener ihr von Zeit zu Zeit füllt, lächelt bei einer harmlosen Pikanterie, die gelegentlich fällt, und hört im übrigen schweigend zu, als wäre sie eben Zuhörerin. Auch an ihrem schwersten Tag, wo die Tochter ihrer angeblich verstorbenen Mithelferin als Hauptbelastungszeugin gegen sie auftrat— mit dem romantischen Hintergrund, es sei der Wunsch der verstorbenen Mutter auf dem Totenbett gewesen, daß das geheimnisvolle Verbrechen aufgedeckt werde— auch an diesem Tage verlor die sympatische Matrone mit den nur ein wenig zu klugen Augen die Haltung nicht. Eine Empfindung wird man nicht los: Wenn diese Frau wirklich wegen Mangels an Beweisen freikommt, so ist sie am nächsten Tag dieselbe, die sie vor ihrer Verklagung war, eine große Dame in den Salons ihrer über die Provinz Posen verbreiteten Familie, und mit dem singenden fragenden Ton, mit dem Polinnen deutsch sprechen, sagt sie dann im Gespräch:„Oh, meine Liebe, was soll ich Ihnen sagen, man war nicht sehr galant mit mir in Berlin!" Sie selbst wird sich nie verraten, und ihr Mann, dieser wohlfrisierte Bühnengraf, mit dem erloschenen Gesicht und den von verfallenen Backen herabhängenden Bartkoteletten, wird nie das Spiel verderben; so harmlos wie er in seiner Gefaßtheit auszu sehen sich bemüht, ist er woßl nicht. Zwischen ihm und seiner Frau sitzt die Hebamme, die erst das beglaubigte Attest ausgestellt, und dann, zur Rettung ihres„Gewissens“ sich selbst beschuldigend, es widerrufen hat; mit ihrem mageren roten Bäuerinnengesicht, finster und abweisend, als ob sie selber Richterin wäre, macht sie einen nicht minder sicheren Eindruck, und wenn man von vorn herein das Gefühl hat:„Iya des juges“, so wird man durch diese Selbstanklägerin, auch wenn gegen sie der Verdacht der Bestochenheit erhoben wird, noch darin bekräftigt. Aber kann man solche Gefühle zu Urteilen machen, und kann man die vorliegenden Beweise für voll nehmen? Die Geschworenen und das Richterkollegium, die hundert Zeugen, die in Scharen abwechselnd die Bänke besetzen, und die dicht ausharrende Zuhörerschaft hinter den Schranken und an den hohen gotischen Galeriefenstern, sie alle sind auf den letzten, noch unentschiedenen Gesamtschluß begierig, auf das Ja oder Nein, das hier viel dramatischer wirken muß, als in den meisten Verhandlungen. Es ist auch in dem piltoresk zusammengewürfelten Verhandlungsbild viel Reiz für das Publikum: was man gerade in Berlin sonst nicht zu sehen bekommt, sieht men hier; eine unbekannte Gesellschaftsordnung, neben der Gräfin die ihr Kind stillende Magd, Weiber im Umhärgetuch, die vom Dolmetscher förmlich inquiriert werden müssen, plötzlich ganz fremde, mit der Handlung kaum noch zusammenhängende Personen, z. B. eine alte Frai aus Krakau, die keine rechte Vorstellung hat, wohin und wozu sie eigentlich von zu Hause berufen wurde; das alles und die saf tigen Pikanterien des Sittenbildes fesseln gleichfalls das aufwerksame Auditorium. Der größte Reiz aber ist die Schwierigkeit des Falles. Und darüber vergißt man, daß es sich un nichts anderes handelt, als um die Berteidigung einer polnische Majorats=Legitimität. Aus aller Welt. Das Oberkriegsgericht in Hannover verurteilte den Füsilier Jakubowski wegen Ermordung der Wirtschafterin Doris Kohlmeyer auch in der erneuten Verhandlung zum Tode; die bei dem früheren Verfahren erkannten Nebenstrafen bleiben ebenfalls in derselben Weise bestehen. Das Gericht hob hervor, daß der Angeklagte die Tat mit Ueberlegung begangen habe; dies gehe schon daraus heroor, daß er die tötlichen Streiche mit ungewöhnlicher Wucht ausgeführt habe. Bei seiner Abführung außerte der Mörder, der das Urteil gelassen aufgenommen hatte, er habe nur Angst vor dem„Kopfabhack.“, es sei ihm lieber, wenn er totgeschossen würde, er wolle in ein m Gnadengesuch darum bitten. Posen. Der„Dziennik Pozuosli“ meldet: Erzvischof v. Stablewski übergab wegen schwerer Erkrankung die Leitung der Erzdiözese dem Weihbischof Likowski.— Ein Ausschlitzer treibt hier sein Unwesen. Am Freitag wurde einem Mädchen der Oberschenkel bis auf den Knochen aufgeschlitzt; am Seinstag wurde ein zweites Mädchen angefallen, der Täter entkam j ooch. Ein der Tat verdächtiger Mensch wurde verhaftet.— Die Gräfin Lonyay ist nach der„Fr. Pr.“ schwer krank in Wien eingetroffen und wurde in das Hotel Imperial gebracht.— Der in Krakau verstorbene polnische Bürger Mossakowski verschrieb sein ganzes, sechs Millionen Kronen betragendes Vermögen für Stipendien, zur Hälfte für Gymnasiasten, zur anderen Hälfte für Universitätshörer. Gatlonz. Der italienische Bauunternehmer Alois Cedolin aus Venedig verübte aus unbekannten Gründen Selbstmord, indem er eine Dynamitpatrone unter dem Arm zur Explosion brachte. Cedolin wurde völlig zerstückelt.— Paris. Der Kassationshof hat nach mehrstündiger Verhandlung den Revisionsantrag von Friedrich und Therese Humbert verworfen und das auf 5 Jahre Einzelhaft lautende Urteil des Schwurgerichts endgültig bestätigt. Romain und Emile Daurignac hatten nicht gegen ihre Verurteilung protestiert.— Brüssel. Das seit langem erwogene Projekt einer elektrischen Schnellbahn zwischen Brüssel und Antwerpen hat neuerdings durch die bedeutsamen Ergebnisse auf der Versuchsstrecke Berlin=Zossen eine überaus wirksame Förderung erhalten. Im Auftrage des Eiseubahnministers hat sich der Kabinettchef Gerard in Begleitung zweier Ingenieure nach Berlin begeben, um an Ort und Stelle die epochemachenden Versuche der deutschen Ingenieure zu studieren. Wie der„Soir“ meldet, sind die Herren vollkommen überzeugt von der praktischen Nutzbarmachung der dort in Augenschein genommenen Versuche zurückgekehrt und steht— nach sicheren Erkundigungen— die Verwirklichung des seit lauge schwebenden Planes in allernächster Nähe. Es wird sich dann die Verbindung zwischen diesen beiden Städten in dem verschwindend kleinen Zeitraum von 10 bis 15 Minuten vollziehen lassen.— New=York. Ueber das Feuer der 11. Avenue, dem 25 Menschenleben zum Opfer fielen, berichtet der„Daily Telegraph“, daß wenigstens die dreifache Anzahl Menschen umgekommen sein würden, wenn nicht die Feuerwehr in der heroischsten Weise eingeschritten wäre. Die Feuerwehrleute kletterten auf Leitern zu den Fenstern und stießen die von Entsetzen ergriffenen Hausinsassen in die Rettungsnetze hinab, die unten von anderen Feuerwehrleuten und Polizisten gehalten wurden. In dem 5 Stock werke hohen Gebäude waren nicht weniger als 200 Menschen zusammengepreßt. Es waren Italiener, Ungarn, Oesterreicher, Irländer und Deutsche; man nannte das Haus wegen seiner gemischten Bevölkerung„Haus aller Nationen". Das Feuer brach in dem untersten Stockwerk aus und drang durch den Luftschacht bis zum obersten vor. Noch ehe die Insassen sich der Gefahr bewußt geworden waren, stand die Treppe in hellen Flammen. In verzweifeltem Kampfe suchten die Leute die Rettungsvorrichtungen zu erreichen. Den meisten gelang dieses auch. Viele aber erwachten nicht schnell genug und erstickten in ihren Betten, oder in den Gängen, die zu den Rettungsausgängen hinführten. Die Stellung, in der man die Verunglückten fand, ließ erkennen, daß der Todeskampf ein surchtbarer war. Eine Frau hielt ihr Kind fest an die Brust gepreßt. An einer Tür fand man eng verschlungen die Leichen von fünf Männern. Sie hatten offenbar um diese Tür gekämpft und dadurch deren Oeffnen unmöglich gemacht. Zwei andere Leichen hatten sich gegenseitig an die Gurgel gefaßt.— Aus Virginia=City wird gemeldet: Bei dem Brand des Kearsargebergwerks in Summit sind 7 Bergleute umgekommen. Man befürchtet, 50—75 Bergleute, die sich noch unter Tage befinden, seien ebenfalls umgekommen.— Aus San Frauzisco wird berichtet: Großes Aufsehen erregt hier der Selbstmord dreier Damen der besseren Gesellschaft. Miß Isabella Clark, die Tochter und Erbin des verstorbenen W. S. Clar, beging Selbstmord., indem sie sich in ihr Zimmer einschloß und die Gashähne aufdrehte. In ihrem Testament hinterließ sie ihr schönes Haus und zwei Millionen Dollars ihrer Schwester in Chikago. Unter ihren Papieren fand man ein Exemplar der Statuten eines— Selbstmordklubs! Die Unglückliche glaubte, sie wäre schwindsüchtig, und ihre Jurcht vor der Krankheit veranlaßte sie zu der unseligen Tat. Am nächsten Tage vergiftete sich Miß Adelina Waldorf, eine gute Freundin von Miß Clark, durch Trinken von Karbolsäure, und 24 Stunden später ertränkte sich Miß Hertha Page, eine Freundin der beiden Damen, im Meere. Alle drei Damen gehörten reichen Familien an. Die Selbstmorde scheinen mit den Regeln des Selbstmordklubs zu sammenzuhängen, dem die drei Damen angehörten. Wahrscheinlich so schließt der Bericht, wird die soziale Stellung der Mitglieder des Klubs die Behörden dazu führen, zu untersuchen, ob die überlebenden Mitglieder nicht als wahnsinnig behandelt werden sollen. Civilstand des Amtes Sodingen vom 2. bis 7. November 1903. Geburten. Ein Sohn: Bergm. Heinr. Molle, Börnig. Bergm. Ernst Schwabe, Holthausen.„„e 9. Eine Tochter: Johann Brechmann, Sovingen. Kesseiheizer Martin Mrozek, Börnig. Bergm. Philipp Schneider, Börnig. Bergm. Theodor Holtemann, Holthausen. Bergm. Hch. Schneider, Börnig. Heiraten. Hülfsweichensteller Friedr. Freymuth, Holthausen mit Anna Joltemann(gen. Büchte), Börnig. Sterbefälle. Elfriede Borgmann, Sodingen, 4 Monate. Karl Sudbrack, Börnig, 1 J. Johanna Aufermann, Holthausen, 5 Mon. Nach Holthausen: Einen solchen Blödsinn nachzudrucken, können Sie uns doch wohl nicht zumuten. Wetter am 12. November: Teils heiteres, teils wolkiges, meist trockenes Wetter mit Nachtfrost, bei Tage ziemlich mild. Wetter am 13.: Etwas wärmeres, ziemlich trübes, windiges Boster ait Verern. Redaktion, Druck und Verlag von Heinrich Schmitz, Castrop. „„ 5 In der am 8. dss. Mts. stattgehabten Vorbesprechung für die Landtagswahlen sind folg. Heirenals Wahlmänner der betr. Bezirke aufgestellt worden, welche wir hiermit unsern Mitbürgern für die am dfs. Mis stattfindenden Wahl ergebenst in Vorschlag bringen. Sodingen, I Wahlbez rk(Wahllokal Wirt Borgmann.) I. Abteilung: Wahlmann: Geschäftsführer Hoffmann. II. Abteilung: Wablmann: Wirt Fr. Wiesmann. III. Abteilung: Wahlmann: Bergmann C. Meißner. Sodingen, II. Wahlbezirk(Wahllokal Wirt Wiesmann.) I. Abteilung: Wahlmunn: Landwirt Schulte genannt Tappe und Bäckerm ister Valentin. II. Abteilung: Wahlmann: Bergmann W. Lau ud Ziegelmeister Fr. Depenbrock. III. Abteilung: Wahlmann: Maschinist Fr. Schunberg und Rottenführer Kritz Wentzki. Sodingen, III. Wahlbezirk(Wahllokal Wirt Wiedenhöfer) 1. Abteilung: Wahlmann: Rendant Eckey und Hauptlehrer Wilh. Kniewel. II. Abteilung: Wahlmann: Händler Corist. Muller Schachtsteiger Chr. Klemcyer. III. Abteilung: Wahlmann: Knappschafts=Aeltester Fr. Dietz und Lokomotivführer Emil Müller. Börnig.(Dorf) I. Wadlbezirk(Wahllokal kath. Schule.) 1. Abteilung: Wahlmann: Rentner Fritz Lueg. II Abteilung: Wahlmann: Landwirt Siepmann. III. Abteilung: Wahlmann: Bergmann W. Schierbaum. Börnig,(Börniger Büsche) II. Wahlbezirk(Wahllokal kath. Schule bei der kath. Kirche) 1. Abteilung: Wablmann: Bäckermeister W. Markmann. I1. Abteilung: Wahlmann: Aufseher Ho. Sundermeyer und Berginv lide Joh. Meyer III. Abteilung: Wahlmann: Berginvalide Chr. Naumann. Holthausen,(Do f) I Wahlbezirk(Wahllokal kath. Schule.) 1. Abteilung: Wahlmann: Landwirt Anton Bethake, II. Abteilung: Wahlmann: Kötter Wilh. Eckcy. III. Abteilung: Wahlmann: Beramann Wilh lm Sehrbruch Holthausen, II. Wahlbezirk(Wahllokal ev. Schule Börsinghausen.) I. Abteilung: Wahlmann: Bergwerk der ktor H. Heyer und Betriebsführer L. Hohberg. II. Abte lung: Wahlmann: Landwirt H. Lu#g und Witt Fr. Döhmann. I. Abteilung: Wahlmann: Schießmeister Ed. Dürdaut und Rottenführer Hoffmana. Holthausen,(Landwehr) III. Wahlbezirk(Wahll kal ev. Schul“.) I. Abteilung: Wahlmann: Faorikant F. W. Kömper und Lehrer Fr. Lirsen. 11. Abteilung: Wahlmann: Steiger a. d. Fritz Rose. III. Abte lung: Wahlmann: Ausseher Öch. Langhoff und Bergnann Ludwig Rihter. Es bedirf wohl nicht der besonderen Betonung diß es im Interesse unserr Mitbürger liegen muß, diese deutsch und christlich gesinnten Männer als Wahlmänner am 12. dis. Mis. ausgehen zu lassen. Sodingen, den 9. November 1903. Katiene Feren. eröffnet. in Castrop Uebr das Vermögen des Buchbinder zu Mengede, Friedhofstraße 6, Uheute, am 9. vormittags 10¾ Uhr, des Konkursverfa Konkursverwalter Rechtsanwalt Beck Konkursforderungen And bis zum 3. Januar 1994, bei dem Gerichte anzumelden. Gläubigerversammlung#m* 4. Dezember 1993, vormittags 11 Uhr. Prüfungste min###. 4 15. Januar 1904, vormittags 11 Uhr. Offener Arkest mit Anzeigepflicht bis 1. Dezember 1903. Castrop, den 9. November 1903. ann" Niemeyer ember 1903“, neuer ein findet Koniglicher Amirgericht. chung. Gemeindekasse 902 liegt vom ge lang zu er Wohnung schneten Nov. 1903. evorsteher: Schemhoff. Freundl. möbliertet Mansart zu vermieten, mit Näheres Wittener S aertes Gegen den Einrahmer Michael Kaezmarkiewiez, geboren am 29. Juli 1876 zu Walkow, Kreis Koschm u, zuletzt in Herne wohnhaft, welcher flichtig ist, ist die Untersuchungshaft wegen Rückfall=Diebstahls verhängt. Es wird ersucht, denselben zu verhaften und in das nächste Gerichtsgefängnis abzuliefern, sowie zu den diesigen Akten 3. L. Nr. 52/03 sofort Mitteilung zu machen. Dortmund, den 5. Novbr. 1903. Bekanntmachung. Es kommt wiederholt vor, daß dienstliche Sendungen mit meiner versönlichen Adresse versehen werden. Hierdurch entstehen nicht selten unliebsame Verzögerungen in der Erledigung der Sachen. Ich ersuche daher, sämtliche Sendungen, sofern sie nicht rein persönlicher Natur sind, mit der Adresse zu versehen: „Bürgermeisteramt Castrop“. Castrop, den 9. November 1903. Der Bürgermeister: Wynen. Bekanntmachung. Freitag den 13. Nov. er., vormittags 12/ Uhr, werde ich inerklind#beim Wirt Pattbof 1 Pf 1 zwe 1 Se und öffentlich gegep Baor, Gastron, Wörmsdorf, Gerichtsvollzieher. ehgeschirr, fetdekarre, Ziehkarre ter# Bier z ungsweise leigern. n 11. November 1903. Veranntmachung. Donnerstag den 12. Novbr., vormittags 9½ Uhr, werde ich beim Wirt Meidert folgende gebrauchte und&a Stunden vorher zu besichtigende Sichen, als: 1 rotes Plüsch'=Sopha, 4 Lorbeerbäume 1 ziehtisch, 2 guße Zadenlampen rat, 2 Anrichte teke, 1### 2 Stühle öffentlich mei zahlung verstei Hierauf Ro der Breuscht als: Kaffee, Gelee, Zigarren, Zigarretten, Tabak, Weine, Kognak usw. Caftrop, den 10. November 1903. Georg Meyer, Auktionatox. SachenWsenmareilauer 11. und 12. 6s3. Mts. von vormittags##0 Uhr und nachmittags 4 Uhr an im Lokale des Herrn Schaumann statt. W. Arzinger. Anktionator wer Keichon Nr. H 50—80 Proz. verd. jeder redegew. #rr und Lame standes durch#. Seidel, Kattowitz a. S. Ausgesprungast Händ werden sofort glatt##und weich nich Anmendung von Pelper's sehe gete0 Tube, 25 und 50 Pig gur sel Lito Lennewig. Cast op Kaufen Weizen u zu döchste 4. s oggen preise e am Hafen rtmund. Verkaufs schen Konkurs masse, Meine für = Kostenlose= Anlieferung und Aufstellung der Möbel. 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Tynnie zu Castrop, am Depnerstag tden 12.(November, RindVieh-—44.2264 die zu Cystro Sonntag nachmittagt Ver im Vrein des Herrn W. Schulte=Becker. Tages=Ordnung: 1. Zahlung der Beiträge vom vierten Quartal pro Mk. 1 Pfg. Wegen Jahresschluß wird um pür ktsiches Erscheinen dringend ersucht., Der Vorstand. Castroper Dannerstag 17 Baneucher sovezper, Vönnerftag, abends punkt im die herzlichsten zünsche SegensWenn auf Silbermyrtenzweiger Heut' die Freudenkräne taut, Wenn ein dankerfüllter Jubel.* Grüßen Bräutigam und Brauk. Wenn von fünsundzwanzig Jahren, Treueste Gattenliebe spricht, Und des Jubelpaares Hände, Zärtlich in einander flecht. Woll'n wir unsere Festesgabe Auf des Hauses Schwelle legen, Daß sie dort für alle Glück bereite, Heil und Segen! Gewidmet von seinen Gehülsen. Tagesforpung 1. Platzfrags. 2. Ballotage. 3. Wettspiel mit Hamm. 4. Allgen eines. Der Vorstand. Tr An Preit's, Bt, 6. Verkauf am Abend u. nachsten Tag. 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