Altester Anzeiger für das Sauerland Das„S. V.“ erscheint jeden Werktag früh und kostet monatlich a) durch die Post und unsere Boten 1,75 G.=M. zuzügl. Bestellgeld; b) in unserer Geschäftsstelle abgeholt 1,75 G.=M. Einzelpreis 10 G.=Pf. Bestellungen nehmen alle Postanstalten sowie jeder Briefträger entgegen. Störungen durch höhere Gewalt und Ausstand rechtfertigen keine Ersatzansprüche.:: Geschäftsstellen Frankfurterstr. 16 und Bahnhofstr. 3.— Fernruf 2.Postscheckkonto Köln 10 158 Gegr. 1840. Amtliches Kreisblatt des Kreises Olpe Anzeigenpreise: 1 Millimeter Höhe in der 35 Millimeter breiten Spalte im Ortsverkehr 8 Goldpfennige, auswärtige Anzeigen 10 Goldpfennige;; Reklamen 1 Millimeter Höhe in der 75 Millimeter breiten Text=Spalte, 40, Goldpfennige. Auslandsanzeigen: Valutaaufschlag. Bei Auskunftund Offertenannahme und Weiterbeförderung entsprechende Zuschläge. Anzeigen Rechnungen sind innerhalb 8 Tagen zahlbar, andernfalls Zinszuschläge in Höhe der Bankzinsen..... Nr. 277 Dipe, Mittwoch, den 26. Rovember 1924 84. Jahrg. Die bisherigen Erfolge der deutschen Die Deutschnationalen 1919 und 1924. :: Berlin, 25. Nov. Als Aufakt zu dem volksparteilichen Parteitag hat Außenminister Stresemann als Parteivorsitzender eine Rede gehalten, die weit hinausreicht über den Rahmen einer parteipolitischen Rede, ja die, wenn man sie genau studiert, eigentlich vor den Reichstag gehört hätte als sogenannter Rechenschaftsbericht über die Außenpolitik Deutschlands. Es war die Rede eines Staatsmannes, und von irgendwie einseitig eingestellter Parteipolitik nichts zu vernehmen. Mit Recht bezeichnet der Außenminister das Jahr 1924 als das Jahr, das einen sichtbaren Umschwung zum Besseren gebracht hat, in dem zum ersten Mal Anzeichen dafür erschienen, daß auch auf der Gegenleite die Erkenntnis der Notwendigkeit des Zusammenarbeitens der Völker und eines friedlichen Ausgleichs ihrer Interessen sich Bahn bricht. Stresemann knüpfte an an die Räumung von Dortmund und wies mit vollem Recht darauf hin, daß nach dem Abbruch des opferreichen Ruhrkampfes nicht nur Frankreich allein, sondern auch die übrigen Alltierten unseren Bemühungen um gütliche Beilegung des gefährlichen Konfliktes noch verständnislos und ablehnend gegenüberstanden. Tatsächlich hat ja auch selbst zu Ende 1923 und zu Beginn von 1924 in Deutschland niemand zu hoffen gewagt, daß nicht nur eine baldige Räumung des Ruhrgebiets in Aussicht gestellt sei, sondern sogar in die Tat umgewurde. Noch wichtiger ist beinahe zweifellos die Beseitigung der Zollschranken und die wiederhergestellte Einheit zwischen besetztem und unbesetztem Deutschland, die vor allem der deutschen Wirtschaft zugute kommt. Langsam aber zusehends stellen sich die guten Folgen dieses in London erreichten Fortschrittes ein. Das entscheidet allein auch schon bei Beurteilung der Frage, ob die deutsche Außenpolitik bisher richtig war, das heißt erfolgreich geführt ist, und die weitere Frage, ob die Haltung der Reichsregierung auf der Londoner Konferenz richtig war oder nicht. Wenn auch die Londoner Konferenz unsere Erwartungen nicht ganz erfüllt hat, was ja auch nicht von größten Optimisten erwartet werden, durfte, so hat sie doch sichtbare Vorteile gebracht. Man denke nur an die Anerkennung der Gleichberechtigung Deutschlands, das wiederbeginnende weltpolitische Ansehen Deutschlands als Großmacht usw. Man darf aber über eins bei einer Rückbetrachtung der Londoner Konferenz nicht hinwegsehen, nämlich das bedeutende Moment, das hier nicht eine Endlöjung getroffen ist, daß das Dawesgutachten nicht eine bleibende Lösung bedeutet, sondern lediglich ein erster Schritt ist Das Dawes=Gutachten hat für seine Durchführung sich selbst eine Reihe von Voraussetzungen gestellt, die, wenn sie durch den Gang der' ganzen wirtschaftlichen Entwicklung Deutschlands nicht erfüllt werden, von selbst seine Aenderung mit sich bringen. Es ist aufgebaut auf dem Gedanken des Wiederaublühens eines frei sich entwickelnden deutschen Wirtschaftslebens, wie es in den Vorkriegsjahren in so hoher Blüte stand. Damit deutet es selbst schon an, daß alle durch den Krieg gebrachten Fesseln ohne weiteres gesprengt werden müssen. Auf wirtschaftlichem Gebiet sollen jedenfalls die Folgen des Krieges verschwinden und ausgemerzt werden, und sind erst einmal die Völker wieder durch das wirtschaftliche Zusammenarbeiten genähert, so werden auch die politischen Annäherungen nicht ausbleiben. Schritt für Schritt kommen wir hier vorwärts und Erfolge treten oft noch nicht einmal sofort sichtbar zutage, geschweige denn wäre es politisch töricht einen sofortigen Enderfolg zu erwarten. Es bleiben noch eine Reihe schwerer Aufgaben zu bewältigen, aber die abfällige Kritik, wie sie zum Teil geübt wird, ist nicht nur unrecht, sondern auch unsinnig. Und für die Erfolge der Regierung auf außenpolitischem Gebiet sprechen gegenüber einer solchen abfälligen Kritik die Worte des Dankes und der Anerkennung, die aus allen Kreisen des besetzten Gebietes der Regierung ausgesprochen worden sind. Die Vorteile des Londoner Paktes in ihren Einzelheiten vom Zustandekommen der 800 Millionenanleihe an sind ja schon genügend besprochen worden. Das Aufblühen der deutschen Wirtschaft, die Stabilität der Mark, die ganz Deutschland nach den furchtbaren Leiden der Inflation wieder aufatmen und aufleben läßt, sprechen beredtes Zeugnis. Daß es aber zusehends vorwärts geht, das bezeugt der Ausbau der deutschen wirtschaftlichen Beziehungen mit dem Auslande. Mit den Vereinigten Staaten von Amerika, Spanien und neuerdings auch der Schweiz sind Handelsbeziehungen bereits abgeschlossen. Mit England, Frankreich, Belgien, Türkei und Rußlind schweben zur Zeit diese Handelsvertragsverhandlungen, mit Italien, Japan, Polen und anderen Staaten steht ihr Beginn unmittelbar bevor. Bei allem wird von deutscher Seite der leitende Grundsatz der deutschen Handelspolitik aus der Vorkriegszeit, nämlich der der gegenseitigen Meistbegünstigung zur Basis der Verhandlungen gemacht. Wir können das jetzt umso mehr als am 19. Januar 1925 die uns im Vertrag von Versailles auferlegte einseitige Meistbegünstigung abläuft. Das sind doch alles Erfolge der deutschen Außenpolitik, die in erster Linie dem Kabinett Marx zuzuschreiben sind. Gegenüber innerpolitischen Bestrebungen diese Erfolge verkleinern zu wollen, oder in Abrede zu stellen, ist es gerade jetzt vor den Wahlen geboten, dem deutschen Die Gegenüberstellung Leitartikel. 1919. Peinliche Erinnerungen. deutschnationaler Erklärungen von 1919 und 1924 besagt mehr als lange Die Breslauer Deuschnationale Volkspartei erklärt zu den Wahlen zur Nationalversammlung: Breslau, den 7. Jan. 1919. Von seiten jüdischer Mitbürger gehen uns noch immer verschiedene Anfragen hinsichtlich unserer Stellungnahme gegenüber den jüdischen Deutschen zu. Hierzu erklären wir: Wir sind keine konfessionelle Partei, anerkennen alle Bekenntnisse in gleichem Maße und wünschen für alle freie Betätigung ohne jede Einschränkung. Wir betonen, ganz besonders, daß wir eine neue Partei mit neuem Programm sind. Da wir unserem Programm gemäß jede Klassenherrschaft verwerfen und freie Entfaltung aller geistigen Kräfte wünschen, sind wir auch gegen jede Zurückstellung der jüdischen Religionsgemeinschaft gegenüber der christlichen Kirche. Dementsprechend sichern unsere Forderungen hinsichtlich des Schulunterrichts, die sich aus dem naturgemäß allgemeinchristlichen Charakter des Staates ergeben, auch der jüdischen Religion volle Freiheit. Wir legen ganz besonderes Gewicht auf die Erhaltung der Familie und aller mit dieser Frage zusammenhängenden Forderungen, ein Wunsch, bei dem wir uns mit jedem religiös gesinnten Juden einig sein werden. Jeder jüdische Deutsche, der auf demselben deutschnationalen Standpunkt wie unsere Parlei steht, kann demnach ohne Bedenken unsere Partei vertreten und bei den kommenden Wahlen für sie stimmen. Um irgendwelchen Verdächtigungen von vornherein die Spitze abzubrechen, wird erklärt, daß das jeht vielfach verteilte antisemitische grüne Flugblatt „Deutsches Volk sehe klar“ wie ähnliche Veröffentlichungen von unserer Partei weder verbreitet noch irgendwie gebilligt werden. Deutschnationale Volkspartei, Breslau. Und der Humor dieser Mauserung besteht darin, daß sich unter den gegenwärtigen Deutschnationalen tonangebende Männer wie Reinhold Georg Quaatz und Oscar Maretky und andere befinden, die infolge ihrer jüdischen Abstammung berufen sind, als„waschechte Arier“ für die Parole„christlich und völkisch" einzutreten. 1924. Der Aufruf der Deutschnationalen im Oktober 1924 lautet: Unsere Partei bleibt wie sie war: monarchistisch und völkisch, christlich und sozial. Unsere Ziele ben wie unser Name: deutsch und national. Unsere ruhmreichen Farben bleiben: schwarz=weiß=rot. Und unser Wille ist fester denn je: ein Deutschland zu schaffen, frei von Judenherrschaft und Franzosenherr= schaft, frei von parlamentarischem Klüngel und demokratischer Kapitalherrschaft, ein Deutschland, in dem wir und unsere Kinder wieder aufrecht und stolz unsere Pflicht tun wollen. In dem zweiten Aufruf vom 28. Oktober heißt es: Auch in diesem Kampf bleibt unsere Parole: christlich=völkisch=national—sozial. Sie verlangen dann für das ganze Reich„im deutschen und völkischen Geist Bekämpfung der jüdischen Vorherrschaft," fordern„ein christliches Schulgesetz“ und stellen schließlich fest:„ Der Wegweiser, vor dem das deutsche Volk am 7. Dezember im Reich und in Preußen steht, hat nur zwei Armc. Der eine zeigt nach rechts, der andere nach links. Rechts: Christentum, Vaterland gesunde Wirtschaft— links: Unglaube, revolutionäre Wirrnis und wirtschaftliche Ruinen. Kurze Berichte vom Tage. Schweden sandte die Antwort auf das deutsche Memorandum betr. Eintritt Deutschlands in den Völkerbund. Schweden will dafür eintreten, daß Deutschland einen ständigen Ratssitz erhält. Der Vizemarschall des engl. Luftfahrwesens besuchte gestern die Luftfahrtabteilung des Reichsverkehrsministeriums. Es wurden die deutsch=englischen Luftverkehrsmöglichkeiten wie auch die uns auferlegten Baubeschränkungen besprochen. Zu einem endgültigen Ergebnis gelangte man nicht. * An die Stelle von Zaglul Pascha tritt Ziwar Pascha. Man hofft in Kairo, daß weitere britische Maßnahmen nicht notwendig sind. * Der engl. Gesandte in Kairo, Lord Allenby, händigte dem bei der Verfolgung der Mörder des Sirdar verwundeten Polizisten 1000 Pfd.= 20000 G. M. aus. Die Königin von Belgien weilt in Paris und wurde vom Präsidenten Doumergue besucht. * Der französische Botschafter am Vatikan verläßt in dieser Woche seinen Posten. * Die„Chikago Tribune“ meldet aus Washington, der Senat würde sich voraussichtlich am internationalen Gerichtshof beteiligen. * Die amtlichen amerikanischen Kreise in Washington vertreten die Ansicht, auch ein Anrecht auf einen Teil der Reparationszahlungen zu haben. * Die Reichshauptkasse hat in der Zeit vom 11.—20. November einen Ueberschuß von 6685 388 Reichsmark gehabt. Der Schuldenstand der Reichshauptkasse aus Rentenbankwechseln ist unverändert geblieben. (85 Millionen.) * In Dänemark tritt die Maul= und Klauenseuche in sehr starkem Maße auf. Volke immer wieder vor Augen zu halten, wie wenig Hoffnung im allgemeinen in den weitesten Kreisen bestand überhaupt etwas zu erreichen und wie viel demgegenüber in Wirklichkeit bis heute zustande gekommen ist. Mit Gewalt können wir heute keine Politik treiben, denn dazu gehören Machtmittel, über die wir nicht verfügen. Und so bleibt, uns nichts anderes übrig, als geschickt jede Position auszunutzen um Schritt für Schritt vorwärts und aufwärts zu kommen. Erfolge, die auf solche Weise errungen werden, haben aber auch dafür den einen Vorteil, daß sie auf besserer Grundlage fundiert sind, als lediglich durch Faustpolitik und Machtpolitik dem Gegner aufgezwungene Verträge. Die Frauenwelt hat mit ihrer Stimmabgabe bei den Wahlen zur Nationalversammlung, den deutschen bürgerlichen Staat gerettet. Sie hat eine rein sozialistische Mehrheit in der Nationalversammlung verhindert. Jetzt ist es die Aufgabe der deutschen Wählerinnen, die seitherigen Grundlagen die einer Politik der Völkerversöhnung und des inneren Wiederaufbaues Deutschlands zu dienen geeignet sind sicherzustellen. Von der Stimmabgabe der deutschen Frauenwelt hängt außerordentlich viel ab. Deshalb muß erreicht werden, daß erstens keine Wahlflauheit einreißt, und zweitens, die Wählerinen geschlossen für das Zentrum stimmen. Es ist unverkennbar eine Besserung der deutschen Wirtschaftslage im Werden begriffen. Das verdanken wir der klugen Außenpolttik des Kabinetts Marx. Besserung der Wirtschaftslage bedeutet für die Frauenwelt Verringerung der Familiensorgen, Erhöhung der Einkaufsmöglichkeiten, Sicherung des Familien= friedens, Verbesserung der Wirtschaftslage bedeutet aber auch erhöhte Ausbildungsmöglichkeiten für die heranwachsende Jugend, Befriedigung der kulturellen Bedürfnisse, Sicherung der öffentlichen Ordnung und der Stetigkeit des polttischen und gesellschaftlichen Lebens. Alles Dinge, die das Lebenselement der Mädchen und Frauen berühren. Die Wählerinnen sind aber ganz besonders berufen, Religion, Jugend und Tugend zu schützen und der christlichen Volkspartei, dem Zentrum, zum Siege zu verhelfen. Keine Flausen! Keine andere Partei steht der katholischen Jungfrau, Frau und Mutter näher wie die deutsche Zentrumspartet. Kein Katholikenausschuß irgend einer anderen Partei kann sich so wie das Zentrum auf die Vergangenheit in Wahrung der reitgiösen Interessen der deutschen Katholiken berufen. Darum weg mit der Wahlmüdigkeit! Alle katholischen Wählerinnen treten mit Eifer in den Wahlkampf ein, sie kämpfen und wählen für die deutsche Zentrumsparte!! Der Reichskanzler in Bonn. WTB Bonn, 24. Nov. In einer stark besuchten Versammlung wandte sich heute Reichskanzler Dr. Marx entschieden gegen die scharfen Wahlkämpfe, wobei er besonders den Versuch zurückwies,f die Person des Reichspräsidenten in den Wahlkampf zu zerren. Eingehend legte er dar, daß die Behauptung der Rechtspresse, es sei verfassungswidrig, daß Reichspräsident Ebert heute noch im Amte sei, unrichtig und unbegründet sei. Er schilderte, wie der Reichspräsident seit 1920 wiederholt und entschieden auf eine Neuwahl drängte, die jedoch immer aufgeschoben wurde, zunächst wegen der Verhältnisse in Oberschlesien und später im Oktober 1922. Als die Neuwahl bereits für den 3. Dezember 1922 in Aussicht genommen war, wurde vom Reichstag mit überwiegender Mehrheit von 314 Stimmen beschlossen, die Amtszeit des Reichspräsidenten bis zum 30. Juni 1925 zu verlängern. Trotzdem drängte er im Februar 1924 mit Entschiedenheit darauf, daß der Antrag der Deutschnationalen auf gleichzeitige Wahl des Reichstages und des Reichspräsidenten noch im damaligen Reichstage zur Verhandlung kommen sollte, der aber mit großer Mehrheit abgelehnt wurde. Marx stellte neuerdings fest, daß die im Auslande verbreitete Behauptung, 4 große politische Organisationen seien an den Präsidenten herangetreten, um eine Neuwahl des Staatsoberhauptes mit den bevorstehenden Reichstagswahlen zu sichern, unrichtig ist. Desgleichen wies er den einen Vorwurf, daß der Reichspräsident in die Regierungsgeschäfte eingreife, als unwahr zurück, wobei er nochmals be dauerte, daß der Reichspräsident in dieser Weise in den Wahlkampf gezerrt werde, die in anderen Ländern einfach unmöglich ist. Das Staatsoberhaupt müsse unbedingt aus den Tageskämpfen herausgelassen werden. Reichskanzler hat den Reichstag aufgelöst, weil er keine tragfähige Regierungsmehrheit mehr hatte. Das bisherige Kabinett war aus den drei Mittelparteien(Zentrum, Deutsche Volkspartei und Demokraten) zusammengesetzt und diese hatten nur 187. Abgeordnete hinter sich. Der Reichstag aber zählte 472 Abgeordnete. Hinzu kam, daß die ständige Krisenmacherin die Deutsche Volkspartei, unbedingt aus der Regierung ausscheiden wollte. Reichskanzler Marx versuchte, den deutschen Parteihader zu überwinden und die große Volksgemeinschaft zu schaffen, indem er, die Deutschnationalen und die Sozialdemokraten in seine Regierung aufnahm. Das haben die Deutschnationalen verhindert. Sie wollten die politische Macht an sich reißen. Das konnte die Regierung aus außen= wie innenpolitischen Gründen nicht mitmachen, und so blieb nichts anderes als die Reichstagsauflösung übrig. Versteigerung esenas beuschen Sigenus. WTB London, 24. Nov. Heute nachmittag fand im Winchesterhouse in der Broadstreet eine Versteigerung früheren deutschen Eigentums im jetzigen Britisch-Kamerun statt. Der Versteigerer teilte bei Eröffnung der Auktion mit, das zur Versteigerung kommende Eigentum werde auf Anordnung der Verwaltung des vorhandenen Eigentums für die britische Regierung verkauft. Auf die Frage eines Anwesenden, ob er von ihm gekauftes Eigentum auf Deutsche weiter übertragen könne, gab der Versteigerer bejahende Antwort. Auf eine weitere Frage, ob der Käufer den Schutz Englands genieße, antwortete der Versteigerer, das verstehe sich von selbst. Es wurden zunächst verkauft: eine Besitzung von 34550 Acres, *) 6 Meilen westlich von Victoria für 9000 Pfund. Als ein Anwesender um die Bekanntgabe des Namens des Käufers bat, erklärte der Auktionator, wie bei allen Verkäufen, werde auch hier kein Name genannt. Wetter wurde eine Oelpalm= und Gummiplantage für 2500 Pfund und eine ähnliche Pflanzung für 2000 Pfund, eine Besitzung von 32000 Acres für 22 500 Pfund und eine weitere von 14000 Acres für 10000 Pfund, verkauft. Ferner wurden bezahlt 8000 Pfund für 6000 Acres, 3000 Pfund für 828 Acres, 1100 Pfund für 1200 Acres. Eine aus drei Räumen bestehende Fabrikanlage wurde für 50 Pfund verkauft. Die Victoria Molyka=Besitzung von 31000 Acres wurde für 78000 Pfund verkauft. Im Auktionssaale war eine Anzahl von Deutschen anwesend. *) Acre gleich 40,5 Ar gleich 292 Ruten. Die Versteigerung des früheren deutschen Besitzes in Kamerun. WTB London, 25. Nov. Von den in London versteigerten 23 früheren feindlichen Besitztümern in Kamerun wurden gestern 22 zum Preise von 130 000 Pfund Sterling an einen Londoner Kaufmann verkauft. Der Käufer erklärte, er werde die Objekte nicht an deutsche Staatsangehörige weiter verkaufen. Wie steht das Zentrum zur Frage der Aufwertung? Von der Rheinischen Zeutrumspartei ist eine Flugschrift herausgegeben, welche die Aufwertungsfrage eingehend behandelt. Verfasser sind Reichstagsabg. Landgerichtsdirektor Dr. Schetter und Oberlandesgerichtsrat Schumacher.— Diese Flugschrift ist ganz besonders geeignet zur Aufklärung über den Stand der Aufwertungsfrage. Sie kann bezogen werden von der Druckerei der„Rheinischen Volkswacht" Köln, Domstraße 8. Einzelpreis 0,10 M., 100 Sick. 5 M. WTB Newyork, 25. Nov.(Drahtb.) Wie aus Lake Hurst gemeldet wird, hat das Zeppelin=Luftschiff Z. R. 3. seine Halle heute früh verlassen und in Südwest nach Bowling Field=Washington Kurs genommen, wo es heute nachmittag von der Gemahlin des Präsidenten Coolidge auf den Namen„Los Angeles“ getauft wird. Die Zuverlässigkeit einer Zeitung hängt nicht von ihrer Größe ab. Aber es ist eine allbekannte Tatsache, daß die Leute mit einer großen Mundsertigkeit sehr leichtfertig mit der Wahrheit umgehen. Neugestaltung des Steuersystems. :: Berlin, 25. Nov. Wie notwendig eine völlige Neugestaltung des heute geltenden Steuersystems ist, haben die amtlichen Veröffentlichungen der letzten Zeit mit aller Deutlichkeit erwiesen. Man muß übrigens auch feststellen, daß in diesen amtlichen Darstellungen sich recht auffallende Widersprüche befinden. Als die übrigens sehr mäßige und in ihren Wirkungen kaum nach außen erkennbare Milderung gewisser bestehender Steuern bekanm gmacht wurde, ward das mit den erheblich höheren Eingängen begründet, die in der Tat über Erwarten groß sich gestalteten. Wer über diese Dinge näher unterrichtet ist, weiß, daß das tatsächlich der Fall ist. Nun aber, nachdem in diesen Tagen der Abschluß des Reichshaushaltes für 1924 amtlicherseits bekannt gemacht wurde, sprach man geradezu demonstrativ wiederholt von Fehlbeträgen, obwohl in dieser selben Darstellung mitgeteilt wurde, daß man hoffe, daß die Ueberschüsse das Defizit alsbald beseitigen würden. Ob wohl der Herr Reichsfinanzminister der Meinung war, daß die Steuerzahler wegen der Ankündigung von Steuermilderungen übermütig werden? Es ist in der Tat gründlich dafür gesorgt, daß es keinem deutschen Staatsbürger dieser Steuerpflichten wegen zu wohl wird! Aber zu bunt ist dieses Steuernetz schon lange. Die Reichsregierung selber mußte in ihren verschiedenen amtlichen Bekundungen zugeben, daß wir uns in einem Steuerwirrwarr befinden, der noch erklärt und in etwa gerechtfertigt werden konnte durch die Wirrnisse der Inflationszeit, der aber jetzt so rasch als möglich verschwinden muß. Wir haben heute noch eine ganze Reihe von Steuern, die unter dem Zeichen der Inflation, also vor über einem Jahr in der Tat unerläßlich waren, um unter allergrößter Einschränkung das Reich und seine Wirtschaft vor dem völligen Zerfall zu retten. Es hat sich damals darum gehandelt, vor allem die Notenpresse stillzulegen, um die ungeheure Geldzeichenvermehrung, die immer weiter das Geld verschlechterte, aufzuhalten. Es hat sich damals weiter darum gehandelt, mit robusten Mitteln den Ausgleich im Haushalt in Ausgaben und Einnahmen vorzunehmen und beides sollte dann die Stabilisierung der Währung und der neu geschaffenen Rentenmark bewirken. In der Tat hat diese Eisenbart= Kur auch geholfen und es ermöglicht, daß wir heute in der Tat nicht nur eine Balancierung des Reichshaushalts, sondern auch recht erhebliche, bereits in die Hunderte von Millionen in Gold gehende Ueberschüsse im Reichshaushalt haben. Infolgedessen wird nun jetzt— und auch das Reichsfinanzministerium könnte in diesem Punkte etwas beweglicher sein— an die Schaffung eines wirklichen Steuersystems, an die Herstellung einer Steuerordnung und an die Vereinfachung unseres ganzen Steuerwesens hinsichtlich der Veranlagung wie der Erhebung der Steuern herangetreten werden. Die Vorarbeiten dafür sind allerdings schon seit längerem im Gang, aber man ist offenbar etwas zu ängstlich in der Ergreifung von Maßnahmen, die allerdings einen entscheidenden Bruch mit der Steuerpolitik des letzten Jahres bedeuten müßte, wobei festgestellt sei, daß diese Steuerpolitik die einzig mögliche war, um uns vor dem gänzlichen Verfall zu retten. Nachdem aber heute andere Voraussetzungen sind, hat der deutsche Staatsbürger den Anspruch, daß ein offenbares Unrecht beseitigt wird und auch im Steuersystem die Grundbedingungen der Gerechtigkeit und des sozialen Ausgleichs erfüllt sind. Zusammenstoß zwischen Bismarckbündlern und Reichsbannerleuten. WTB Berlin, 25. Nov. In Hamburg kam es zu einer heftigen Prügelei zwischen Anhängern des Bismarckbundes, die von einer nationalen Kundgebung kamen und Angehörigen des Reichsbanners, die aus einer Versammlung in Altona zurückkehrten. Dem„Tag“ zufolge mußte eine Anzahl der Bismarckbündler sich in ärztliche Behandlung begeben. Das Aufkommen aus der Grunderwerbssteuer in Preußen. In der neuesten Nummer der Statistischen Korrespondenz, des amtlichen Publikationsorgans des Preußischen Statistischen Landesamts, werden ausführliche, mit reichem Zahlenmaterial versehene Angaben über, die bisherigen Ergebnisse der preußischen Grunderwerbssteuer während des ersten Halbjahres 1924 veröffentlicht. Der Amtliche Preußische Pressedienst entnimmt diesen Ausführungen folgende Angaben: Das Gesamtaufkommen während der Berichtszeit belief sich danach auf 28,3 Millionen Goldmark; von dieser Summe entfielen 15,4 Millionen(ist 54,2 v. H.) auf die Grunderträge und 12,0 Millionen(ist 45,8 v. H.) auf die Zuschläge. Während das Gesamtaufkommen an Grunderwerbssteuer im Januar erst 4 GPf. auf den Kopf der Bevölkerung ausmachte (wovon auf die Grundbeträge allein 2 GPf. entfielen), stellten sich die entsprechenden Kopfbeirage in den Monaten Februar bis Juni auf: 9(5) 16(9), 21(11), 15(8), 13(7) GPf. Da die Steuer gemäß den Bestimmungen des Grunderwerbssteuergesetzes vom 12. 9. 1919 in der Regel 4 v. H. des steuerpflichtigen Wertes beträgt so würde bei Zugrundelegung dieses Besteuerungssatzes der Wert der im ersten Halbjahr 1924 im Freistaat Preußen veräußerten Grundstücke rund 384 Millionen GM. betragen haben. Das Gesamtaufkommen aus der Grunderwerbssteuer einschließlich der Zuschläge betrug während des ersten Holbjahres 1924 im Freistaate Preußen 79 GPf. auf 1 Einwohner. In der Stadt Berlin(222) war der Kopfbetrag fast dreimal, im Regierungsbezirk Köln(163) auch noch mehr als doppelt so hoch. Sonst standen nur noch drei Bezirke über dem Staatsdurchschnitt, nämlich Schleswig mit 122, Düsseldorf mit 86 sowie Coblenz mit 83 GPf.; von Magdeburg (77), Wiesbaden(77) und Hannover(73) wurde der staatliche Durchschnittsbetrag wenigstens annähernd erreicht. Für die übrigen Regierungsbezirke ergeben sich wesentlich geringere Kopfbeträge; 11 erreichten noch nicht die Hälfte des Staatsdurchschnittes, und besonders gering war die Kopfbelastung in Königsberg (26), Gumbinnen(25), Köslin(24), Schneidemühl (23), Allenstein(19) und Oppeln(15 GPf.) Die kommunalen Zuschläge zur Grunderwerbssteuer machten im Durchschnitt 84,4 v. H. der Grundbeträge aus. Dieser hohe Durchschnittssatz wurde von 15 Regierungsbezirken noch übertroffen mit über 90 v. H. in Düsseldorf(91,4) Stettin(92,4), Lüneburg(92,7), Sigmaringen(93,1), Osnabrück (93 4), Breslau(934), Minden(93,5), Potsdam (96.4), Erfurt(96.4), Stralsund(99.4) und Berlin (100). Bei 10 Bezirken, also bei nicht ganz einem Drittel betrugen die Zuschläge noch nicht 70 und bei den folgenden weniger als 60 v. H. der Grundbeträge: Magdeburg(59,9), Königsberg(54,9) und Schleswig(50,2). Am Gesamtaufkommen an Grunderwerbssteuer im ersten Halbjahr 1924, das sich unter Ausschluß der Zuschläge auf 15 4 Mill. GM. belief, war die Stadt Berlin allein mit 27,6 v. H. beteiligtz ihr Anteil übertraf noch den der gesamten Rheinprovinz im Betrage von 22,7 v. H. beträchtlich Diese beiden Landesteile brachten also zusammen rund die Hälfte der ganzen Grunderwerbssteuer auf, während sich ihr Bevölkerungsanteil auf noch nicht ganz 30 v H. beläuft. Von den Provinzen mit den nächst höchsten Anteilen müssen sich schon Westfalen, Schleswig=Holstein und Sachsen zusammentun, um nur den rheinischen Anteil um ein geringeres zu übertreffen. Die Summe ihrer Anteile beträgt 235 v. H. Auf alle übrigen Landesteile entfielen zusammen auch nur 26,3 v. H. des Gesamtbetrages, also noch weniger als die Stadt Berlin allein aufbringt. Berücksichtigt man nicht bloß die Grundbeträge, sondern auch die zur Grunderwerbssteuer erhobenen Zuschläge, so erhöht sich der Anteil Berlins am Gesamtaufkommen der Steuer im Betrage von 28•3 Mill. GM. auf 29,9 v. H., das sind 2.34 v. H. mehr, als sein entsprechender Anteil bei den Grunbeträgen ausmachte. Bei den übrigen Provinzen beträgt der Unterschied gegenüber ihrem prozentualen Anteile an den Grundbeträgen“ allein nur in einem Falle mehr als 1 v. H. Auf Schleswig=Holstein entfielen nämlich vom Gesamtaufkommen der Grundbeträge 7,71 v. H., während sein entsprechender Anteil an Grundbeträgen plus Zuschlägen bloß 6,28 v. H. ausmachte. Lohn= und Gehaltsfragen. Einigung im Lohnstreit der Betriebs= und Verwaltungsarbeiter des Reichs. () Berlin, 25. Nov. Der Vorwärts bringt eine Mitteilung von den Gemeinden- und Staatsarbeiterverbänden, wonach die Lohnverhandlungen im Reichsfinanzministerium für die Betriebs= und Verwaltungsarbeiter des Reiches gestern nachmittag zum Abschluß gelangt sind. Die Lohnerhohung, die vom 16. November ab gilt, beträgt zwischen 9 und 12 Prozent. Vor einer Aussperrung der Metallarbeiter in ganz Thüringen. WTB Greiz, 25. Nov. Gestern hatte der Verband Thüringischer Metallindustrieller bekannt gegeben, daß ab heute sämtliche Betriebe wieder geöffnet seien, nachdem der Reichsarbeitsminister den Schiedsspruch für verbindlich erklärt hatte. In Greiz erschienen heute viele Arbeiter vor den geöffneten Betrieben, wurden aber von den Streikposten zurückgedrängt, sodaß die Arbeit nicht wieder ausgenommen werden konnte. Heute werden vom Arbeitgeberverband weitere Verhandlungen geführt. Man befürchtet eine Gesamtaussperrung in ganz Thüringen. Schiedsspruch in den Lohnverhandlungen des Bergbaues. WTB Essen, 25. Nov.(Drahtb.) Wie schon gemeldet, konnte in den heutigen Lohnverhandlungen des Bergbaues keine Einigung erzielt werden, zwischen den Parteien, es wurde daher eine Schlichtungskammer gebildet, die folgenden Schiedsspruch fällte: 1. Der Tarifschichtlohn des Reparaturbaues wird vom 1. 12. 24 an auf M. 6.10 erhöht. 2. Die übrigen Löhne der Lohnordnung ändern sich entsprechend. Im übrigen bleibt die Lohnordnung unverändert. Erklärungsfrist läuft bis zum 29. 11. 24. Das bedingt eine Lohnerhöhung von 8,9 Prozent. Die Beamtenorganisationen zu der Besoldungsneuregelung. B23 Berlin, 25. Nov. Die Beamtenspitzenverbände mit Ausnahme des Reichsbundes der höheren Beamten nahmen heute vormittag in einer gemeinsamen Sitzung zu dem Ergebnis der Besoldungsaktion Stellung. Das Ergebnis der Beratungen war die Annahme einer Entschließung, in der es heißt: Die geringe Verbesserung der Besoldungssätze trägt den berechtigten Ansprüchen der Beamten in keiner Weise Rechnung. Trotzdem ist durch den vorliegenden Beschluß des Reichsrats die Besoldungsaktion formell zu einem vorläufigen Abschluß gekommen. Die Spitzenorganisationen können sich diesem Ergebnis nicht zufrieden geben und werden nach dem Zusammentritt des neuen Reichstages die Aktion erneut aufnehmen. Das Ziel bleibt, durch eine verhältnismäßig stärkere Hebung der Beamten der unteren und mittleren Besoldungsgruppen das Unrecht vom Juni 1924 zu beseitigen und eine grundsätzliche Besoldungsreform durchzusetzen. Die Spitzenverbände fordern daher ihre Mitglieder auf, bei den bevorstehenden Wahlen dafür einzutreten, daß eine den Beamten sowie den allgemeinen Arbeitnehmer= und Verbraucherinteressen gerecht werdende Zusammensetzung der Parlamente gesichert wird. WTB Newyork, 25. Nov.(Drahtb.) Das Zeppelin=Luftschiff Z. R. 3. erschien um 12,50 Uhr über Washington. Es mußte in geringer Höhe verschiedentlich Rundflüge machen und flog dann nach Bowling Jield. WTB Berlin, 25. Nov.(Drahtb.) Der Reichsanzeiger teilt mit, daß der Staatssekretär im Reichsfinanzministerium Zapf in den einstweiligen Ruhestand versetzt worden ist. Ueberfall. WTB Berlin, 22. Nov. Vorgestern abend wurde in Berlin gegen 7 Uhr an der Ecke des Krone= und Markgrafenstraße ein Juwelenhändler von drei angetrunkenen Arbeitern überfallen und zu Boden geworfen. In der Notwehr zog der Ueberfallene seinen Revolver und tötete einen der Angreifer durch einen Schuß ins Herz und verletzte, einen anderen durch zwei Schüsse. Der dritte blieb unverletzt und wurde verhaftet. Der Ueberfallene hat, wie zahlreiche Zeugen bestätigen, die Schüsse in der Notwehr abgegeben. General von Nathusins wird begnadigt. WTB Paris, 26. Nov.(Drahtb.) Wie aus parlamentarischen Kreisen verlautet, wird die Freilassung des Generals von Nathusius im Laufe des morgigen Tages erfolgen. Der Präsident der Republik hat bereits vormittags die Begnadigungsakte unterzeichnet. Handelsvertragsverhandlungen. Eine englische Blätterstimme zu den deutschenglischen Handelsvertragsverhandlungen. WTB London, 25. Nov. Der diplomatische Berichterstatter des Daily Telegraph schreibt zu den deutsch=englischen Handelsvertragsverhandlungen: Die deutschen Vertreter hätten mit ihren englischen Kollegen im Schatzamt und im Handelsamt beraten. Ueber die 26prozentige Reparationsabgabe habe ein vierstündiger Meinungsaustausch stattgefunden. Die brittschen Sachverständigen hätten gegen ihre Aufhebung Einwendungen erhoben, indem sie erklärten, daß diese Abgabe nichts mit Tariffragen zu tun habe und das einzigste Mittel für England sei, während der ersten zwei Jahre der Laufzeit des Dawesberich= tes Reparationen zu erhalten. Die Reparationsfrage und die Frage der wirtschaftlichen Verträge sollen getrennt behandelt werden. Den deutschen Forderungen nach Aufhebung der unterschiedlichen Behandlung gegenüber deutschen Banken, der deutschen Schiffahrt und deutschen Seeleuten und bezüglich des Ankaufes von nichteisenhaltigen Metallen wird in beträchtlichem Maße stattgegeben werden. Loucheur über die deutsch-französischen Handelsvertragsverhandlungen. WTB Paris, 25. Nov. Der ehemalige Minister Loucheur erklärte einem Mitarbeiter der Journee Industrielle Deutschland habe ebensosehr wie Frankreich ein Interesse daran, daß die Handelsvertragsverhandlungen rasch beendet werden. Deutschland könnte für seine Industrie das Recht verlangen zu leben, aber auch Frankreich habe für seine Industrie das gleiche Recht zu beanspruchen. Die wirtschaftliche Rivalität in der Schwerindustrie könnte für die beiden Völker ein Element wirtschaftlicher Beunruhigung und damit auch der Vorläufer politischer Beunruhigung werden. Trotzdem sei er der Ansicht, daß man über diese Frage nicht allein mit Deutschland verhandeln dürfe. Verhandlungen über die Frage von Kohle und Stahl dürften zwischen Frankreich und Deutschland nicht ohne Beteiligung Belgiens und Englands stattfinden. Man müßte sich auf wirtschaftlichem Gebiet auf das gleiche Terrain begeben, auf das man sich hinsichtlich des politischen Friedens in Genf begeben habe. Wirtschaftsverhandlungen mit Rußland. Die Vertreter des Reichswirtschaftsministeriums haben in den kommenden Wochen und Monaten ein außergewöhnliches Maß von Arbeit zu bewältigen. Mit England, Frankreich, Belgien, Italien, Rußland und Polen sowie noch mit einer Reihe anderer kleiner Staaten müssen Handelsverträge abgeschlossen werden. Am 10. Januar 1925 erlischt die Bestimmung des Artikels 280 des Versailler Vertrages, wonach Deutschland allen Völkern einseitig die Meistbegünstigung gewähren muß. Es ist außerordentlich schwer, mit jeder Macht gesondert zu verhandeln, da es keinen Normativvertrag gibt, nach welchem die einzelnen Verträge abgeschlossen werden könnten. Am 17. November sind die deutsch=russischen Handelsvertrags=Verhandlungen durch eine feierliche SitMicher Ehrlichs Wahlzeiterlebnisse. („Ein politischer Roman“.) 2) Geschäftliche Gründe führten Herrn Ehrlich in den nächsten Tagen nach München. Als er durch die Straßen dahin schlenderte, fielen ihm schwarzweiß=rote Plakate auf, die in Riesenlettern in die Welt hinausschrien, daß am Abend der völkische Führer Dr. Dinter im Löwenbräukeller sprechen werde über„Der dunkle Punkt in der völkischen Bewegung" Das war sicher die Gelegenheit, sich einmal über die völkischen Ziele zu unterrichten und die Männer der kommenden goldenen Zeit sich näher anzusehen. Herr Ehrlich fand Gnade vor den Hitlerleuten in Windjackten, die den Saaleingang bewachten und wurde eingelassen. Der Saal war stark besetzt. Auf einmal erhoben sich tosende Rufe: Heil Dinter! Heil Streicher! Es waren nämlich eben die beiden von der Richtung Ludendorff aus der völkischen Bewegung ausgeschlossenen Führer in den Saal getreten. Von Streicher hatte Herr Ehrlich noch im Gedächtnis, daß derselbe am 31. Oktober in einer Versammlung jene, die ihn ausgeschlossen, als„feile Subjekte, niederträchtige Verleumder und gemeine Fälscher", bezeichnet hatte. Das konnte ja recht heiter werden, wenn diese Leute redeten. Herr Ehrlich freute sich darüber, daß er so wenigstens gleich die„richtige" Seite der Völkischen kennen lerne. Dr Dinter redete mit sehr viel Temperament und nicht einmal ungeschickt. Aus der langen zweistündigen Rede blieben Herrn Ehrlich besonders die nachstehenden Aussprüche und Eindrücke haften: „Vor einem Jahre wurde Verrat geübt von unseren Gegnern, heute von unseren Führern (Pfuirufe,„sogenannte Führer“). Unser Vertrauen zu Ludendorff war grenzenlos, aber die erste Enttäuschung mußten wir erleben, als dieser große deutsche Mann, trotz des gegenteiligen Rates Hitleys, sich ins Parlament wählen ließ. (Hörtl Hört! Ahal) Auf einmal waren die Fraktionen die Hauptsache geworden, die Bewegung schlief ein, die Führer hatten keinen Blick mehr für das was außerhalb der Parlamente vorging Die Neulinge und Dilettanten blieben in der Führung. Diese Professoren, Apotheker und wie sie alle heißen, haben nur Nutzen ziehen wollen! (Stürmischer Beifall.) Sie treffen die völkische Bewegung in einer Situation an, die einen verzweifeln lassen muß, wenn man an die Führung denkt, wo sie keinen Führer hat, wo die letzten Wahlschulden noch nicht bezahlt sind.. Man wollte nicht, daß Hitler herauskäme aus dem Gefängnis, weil er sonst mit eisernem Besen in diesen Sumpf gefahren wäre.(Stürmische Zustimmung.) Ich schätze Ludendorff als Heerführer, als Organisator und politischen und völkischen Führer muß ich aus meinem bittersten Erleben heraus meine Erfahrung gründlich revidieren.(Zurufe: Wir alle! Bravo!) In der Landtagsfraktion selbst sitzen Verräter.(Stürmischer Beifall. Rufe: Butmann! Zurufe: Alle!) In der Landtagsfraktion sind Leute, die bewußt oder unbewußt(Zwischenrufe: Bewußt!) ein falsches Spiel treiben, die Beauftragte von Jesutten(!), Freimaurern und Juden sind, die beauftragt sind, unsere Führer zu erledigen und damit Hitler zu treffen Einem solchen Führer kann ich nicht vertrauen. Und wenn ich ein ehrlicher Mensch bin, so muß ich diesen Führer bekämpfen(sehr richtig!). Wer nicht versteht, durch die Menschen hindurchzusehen und die Tatsachen auseinander zu halten, wer einen Organismus, eine Volkssewegung vernichtet und ihn durch eine große kunstvolle Maschine ersetzen will, daß er nur auf den Knopf zu drücken braucht, daß er bloß zu befehlen zu brauchen glaubt mit alles pariert, von dem behaupte ich, daß er keine Ahnung von polttischem Führertum hat. Der Deutsche bäumt sich auf, wenn er wie ein Stück Sklave stumm dumme blöde Befehle ausführen soll.(Sehr richtig!) Was ist denn heute von der ganzen alten nationalsozialistischen Partei noch übriggeblieben, wo sind denn die Arbeiter in den Fraktionen? Da sind die Generäle, Majore, die Obersten, die Offiziere, aber wo sind die Arbeiter? Glaubt ihr, daß es möglich ist, unsere Partei zu einer Arbeiterpartei zu machen mit diesen Excellenzen, diesen Majoren, diesen Obersten und Offizieren(dröhnender Beifall), obgleich ich diese Helden alle kindisch verehre? Die Eingebildetheit von Monokel= und Stehkragentum muß über Bord geworfen werden. Ein jeder Arbeiter ist soviel wert, wie jeder Doktor, wie jeder Apotheker, wie jede Excellenz(demonstrativer Beifall). Diesen Reichstagskandidaten nicht eine einzige Stimme(jubelnde Zustimmung). Den Männern, die man herausgeworfen hat, griff man an die Ehre, weil man ihnen sachlich nichts anhaben konnte, man stieß sie aus, ohne ihnen Gelegenheit zur Rechtfertigung zu geben, sa. sagte ihnen noch, auch wenn sie sich rechtfertigen könnten, blieben sie doch ausgeschlossen. (Stürmische Rufe: Schweinekerle, Schuftigkeit, Lausbuben!) In diesen und ähnlichen Redewendungen ging der Redestrom des Dr. Dinter volle zwei Stunden lang. Da hatte Herr Ehrlich schon genug von den Rechtsradikalen. Von Leuten, die sich so gegenseitig mit Schmutz bewarfen, war sicher das Heil Deutschlands nicht zu erwarten. Es schien ihm, daß sich nicht bloß die eine Seite, sondern auch die andere nach Kräften blamiert habe und daß keine so recht sauber sei. Auf dem Nachhausewege dachte Herr Ehrlich, dem früher noch nie ein derartiger Gedanke gekommen war, allen Ernstes daran, am 7. Dezember überhaupt nicht zur Wahl zu gehen. (Fortsetzung folgt.) Wie Papst Pius II einen deutschen Gelehrten ehrt. Von unserm eigenen römischen Berichterstatter. Der langjährige Vorsteher der vatikanischen Bibliothek und jetzige Kardinal Ehrle, ein Württember= ger, feierte letzthin seinen 80. Geburtstag, in einer beneidenswerten geistigen und körperlichen Frische. Der hl. Vater hat es sich nicht nehmen lassen, seinem früheren Chef in der Vaticana bei dieser Gelegenheit ein Fest zu veranstalten, wie es die sonst je stillen Räume des Vatikans selten gesehen. Nach italienischem Brauche wurde eine„accademia" zu seiner Ehre veranstaltet, zu welcher der hl. Vater und die Kurienkardinäle, sowie das diplomatische Korps und eingeladene Gäste aus aller Herren Länder erschienen, besonders Abordnungen wissenschaftlicher Körperschaften und Institute. Denn welcher Historiker kennt nicht„Pater Ehrle“, dem in letzter Linie die Erschließung des vatikanischen Geheimarchivs zu verdanken ist, jener unerschöpflichen Fundgrube weltgeschichtlicher Ereignisse. Ein merkwürdiger Zufall wollte, daß, während das offizielle Italien pomphaft an diesem Tag seinen Sieg bei Vittorio Veneto feierte, den es als entscheidend für sich ansieht, drinnen im Vatikan der auf diesen Tag fallende 80. Geburtstag Kardinal Ehrles gefeiert wurde, fast eine Symbolisterung der Pax Romana, die nur Kulturwerte und keine Kriege und Siege will, und für die Versöhnung der feindlichen Völker wirkt. Als erster zollte dem Jubilar seinen Tribut der Belgier Pater Berlier, der in französischer Sprache das Lebenswerk Ehrles schilderte. Dann sprach Monsignore Mercati, der jetzige Leiter der Biblitheca Vaticana und schließlich der direkte Nachfolger Ehrles in der Viticana und jetzige Papst Pius 11., in launischer Weise an ein lateinisches dietum anknüpfend, Kardinal Ehrle eine Prachtausgabe seiner„Miscellanea" überreichend. Kardinal Ehrle, der Typus des bescheidenen deutschen Gelehrten der alten Schule, dankte gerührt über alle diese ihm unverdient erscheinende Ehre, da er nichts weiter getan, als daß er die Schätze der Battcana als Bibllothekar, wie es seine Pflicht war, geordnet und der Welt zugänglich gemacht habe. Musik und Gesang der Germaniker verschönerten die Feler, wobei besonders das schöne und poesievolle deutsche Marienlied fiel:„Es blüht der Blumen eine, auf ewig grüner Au.“ So ehrte Papst Pius 11. deutschen Gelehrtenfleißt zung in Moskau eingeleitet worden. Die amtliche bolschewistische Zeitung Iswestija benutzte die Gelegenheit, um dem deutschen Kapital eine Warnung zu erteilen. Der deutsche Botschafter Graf Brockdorff=Rantzau hatte in seiner Eröffnungsansprache der sowjetrussischen Auffassung weitgehend Rechnung getragen, indem er ausdrücklich anerkannte, daß jedes Land das Recht behalten solle, sein Wirtschafts=System nach eigenem Ermessen aufzubauen. Darin ist eine ausdrückliche Anerkennung des Außenhandelsmonopols enthalten, welches die Sowjetregierung unter keinen Umständen aufgeben will. Wie hinderlich ein solches Monopol für die Belebung der Wirtschaftsbeziehungen zwischen beiden Ländern ist, hat sich schon unter der sogenannten N. W. P.(Neue Wirtschaftliche Politik) herausgestellt, die in den letzten Zeiten der Leninschen Herrschaft getrieben wurde. Mit dem steigenden Einfluß Sinowjews und seiner linksradikalen Freunde sind die Daseinsbedingungen für das ausländische Kapital in Rußland immer schlechter geworden. Es ist ein Zeichen für die große Unternehmungslust deutscher Industrieller und Kaufleute, wenn trotzdem fast die Hälfte der gesamten von der Sowjetregierung erteilten Wirtschaftskonzessionen an Deutsche gegeben worden ist. Mit der Warnung, welche die Iswestija dem deutschen Kapital erteilt, wird höchstens das Gegenteil erreicht. Bisher war der Handelsverkehr mit Rußland wenig erquicklich und überdies nicht einmal durchweg nutzbringend. Das englische Kapital hat sich an dem russischen Kohtenhausen mehr als einmal die Finger verbrannt; der Sinowjew=Brief vom Oktober wird nicht gerade zur Ausdehnung des Warenverkehrs zwischen England und Rußland beitragen. Voraussichtlich wird das Frankreich Herriots, das bekanntlich am 28. Oktober die Sowjetregierung anerkannt hat, eifriger als bisher geschäftlich sein Heil in Rußland versuchen. Wir Deutschen können diesen Bestrebungen mit größter Ruhe zusehen. Wir wissen, daß es der Sowjetregierung nicht erst bei den Handelsbeziehungen, sondern schon bei den Handelsvertragsverhandlungen in erster Linie auf die Schaffung von Propaganda=Möglichkeiten ankommt. Mit dem russischen Flachs und Manganerz, ja schon mit dem diplomatischen Notenverkehr über die Ausgestaltung der Wirtschaftsbeziehungen werden weltrevolutionäre Ideen in die Länder Mittel= und Westeuropas eingeführt. Die starken Zweifel, welche viele gute Kenner Rußlands daran hegen, ob unter den gegenwärtigen Machthabern in Moskau überhaupt ein lebhafer Warenverkehr geschaffen werden kann, sind durch die Entwicklung bisher nicht widerlegt worden. Unter der Herrschaft des Kommunismus ist die russische Wirtschaft nicht nur in ihrer Ertragsfähigkeit, sondern auch in ihrer Zuverlässigkeit bei der Abwicklung von Lieferungsverträgen bedenklich gesunken. Der Abschluß fester Handelsvereinbarungen zwischen Deutschland und Rußland ist notwendig; vor überschwenglichen Hoffnungen wegen des sich daraus entwickelnden Warenverkehrs muß jedoch eindringlichst gewarnt werden. England und Aegypten. Beginn der Räumung Sudans durch die ägyptischen Offiziere und Mannschaften. WTB London, 25. Nov. Reuter meldet aus Kairo vom 24. November 5,15 Uhr abends: Die Räumung des Sudans durch die agyptischen Offiziere und Mannschaften sei planmäßig im Gange. Ein englisches Balaillon veranstallele nachmillags in Kairo eine Parade. Das ägyptische Parlament habe einen Ausschuß ernannt um die von der Opposinion und den Anhangern. Zaglul Paschas unterbreiteten Anträge zu prufen und eine Prorestkundgebung zu entwersen, der dem Hause vorgelegt werden soll. Starke Verfolgung der englisch-ägyptischen Krise durch französische diplomatische Kreise. WTB Paris, 25. Nov. Havas veröffentlicht eine Erklärung halbamtlichen Ursprungs, in der es heißt, in franzesischen diplomatischen Kreisen verfolgte man mit großer Spanung die englisch=ägyptische Krit Man hege die Hoffnung, daß der Konstikt dem Schiedsspruch des Volkerbundes unterbreitet werde, obgleich Aegypten noch nicht Mitglied des Völkerbundes sei, könne dieses Verfahren vorteilhafterweise eingeschlagen werden, wie dies bei dem Konflikt von Wilna geschehen sei, mit dem sich der Völkerbund befaßt habe, obwohl Litauen damals noch nicht zugelassen war. Was die französische Regierung betreffe, so sei sie durch den Vertrag von 1904 hinsichtlich der Aufrechterhaltung des englischen Protektorates über Aegypten, gebunden. Sie müsse sich also vollkommen außerhalb des Konfliktes halten. Proteste des ägyptischen Parlaments gegen das engtische Vorgehen. WTB London, 26. Nov. Morningpost zufolge beschloß die ägyptische Kammer in ihrer gestrigen Sitzung, Proteste gegen das englische Vorgehen an alle Parlamente und an den Völkerbund zu richten. Der Genfer Korrespondent des Daily Telegraph meldet, in Kreisen des Völkerbundes wird es nicht für wahrscheinlich gehalten, daß irgend ein Mitglied des Bundes im Völkerbundsrat eine Intervention in der agyptischen Angelegenheit beantragen wird, da die ägyptische Frage als eine innere Angelegenheit angesehen wird, die nicht unter die Befugnis des Völkerbundes falle. Das neue ägyptische Kabinett gebildet. WTB Kairo, 25. Nov. Das neue ägyptische Ministerium ist gebildet. Das Portofeuille für auswärtige Angelegenheiten ist dem Gesandten in Rom, Ahmeo Zulficar angeboten worden. Ziwar Pascha fuhrt dieses Amt bis zum Eintreffen der Antwort Zutficars. Im ganzen Lande herrscht vollkommen Ruhe. Man ist allgemein der Ansicht, daß im Hinblick auf Zaglul Paschas Rede in der Kammer das Parlament dem neuen Kabinett dus Vertrauen aussprechen wird. Die Lage in Aegypten beruhigend. WTB London, 25. Nov. Reuter meldet aus Kairo vom 24. November 11 Uhr abends: Das ganze Land ist jetzt vollkommen ruhig. Man ist allgemein der Ansicht, daß das Parlament, ein Vertrauensvotum für die neue Regierung annehmen wird. Die Atmosphäre habe sich außerordentlich gebessert. Die Lage ist beruhigend. Der Wortlaut der ägyptischen Protestnote genehmigt. WTB London, 25. Nov. Times meldet aus Kairo, daß der Senat und die Kammer spät nachts den Wortlaut des Protestes an die Parlamente der Welt gegen„Großbritanniens Handlungen", die gerecht und hart sind, obgleich alles von Aegypten getan wurde, was möglich war, um die britischen Forderungen zu befriedigen, genehmigten. Das Parlament beschloß ferner, beim Völkerbund zu protestieren und ihn zu bitten einzugreifen, um eine Ungerechtigkeit zu verhindern. Blätterstimmen zu der ägyptischen Krisis. WTB London, 24. Nov. Die ägyptische Krisis wird von der ganzen Presse eingehend besprochen. Mit Ausnahme des Daily Herald erklären sich die Blätter im wesentlichen mit dem Vorgehen der britischen Regierung einverstanden. Die Times sagen, es könne kein Zweifel darüber bestehen, daß die Regierung so habe handeln müssen, wie sie gehandelt habe. Es liege nicht nur im englischen Interesse, sondern im Interesse aller zivilisierten Nationen, besonders der Mächte, die in Nordafrika vertreten seien, daß der beginnenden Anarchie, die durch die Machtlosigkeit oder durch die Duldung der ägyptischen Regierung genährt worden sei, Einhalt geboten werde, bevor es zu spät ist. Daily Telegraph schreibt, gegenwärtig scheine die ägyptische Regierung geneigt zu sein, eine anmaßende Haltung einzunehmen. Aber es stehe außer Zweifel, wie schließlich die Antwort lauten werde. Morning Post führt aus, die gegenwärtige Lage sei eine Folge der Schwäche, die Großbritannien gezeigt habe. Die Note an Zaglul Pascha berechtige zu der Hoffnung, daß diese schmachvolle Geduld zu Ende sei. Die Antwort Zaglul Paschas sei unbefriedigend und ausweichend. Wenn er bei seiner Haltung beharre, werde England wahrscheinlich im Interesse des Schutzes der Ausländer die Kontrolle, wenigstens über gewisse lebenswichtige Dienstzweige, wieder übernehmen. Dally Mail sagt, die Regierung habe einen guten Anfang auf dem Gebiete der Außenpolitik gemacht. Die Noten an Rußland und an die ägyptische Regierung zeigten die Festigkeit die bei der Behandlung gefährlicher Lagen erforderlich sei. Daily Expreß bemerkt, die britische Regierung werde bei einem festen und unnachgiebigen Auftreten die volle Unterstützung des Publikums in England und sicher auch in den Dominions hinter sich haben. Von den liberalen Blättern ist nur die Westminster Gazette ohne Vorbehalt mit der Note einverstanden. Daily Chronicle äußert sich zurückhaltend und findet die Nate in manchen Beziehungen für unnötig hart. Die Forderung einer Geldentschädigung sei Großbritanniens nicht würdig. Ein endgültiges Urteil werde sich erst fällen lassen, wenn bekannt sei, welche Maßnahmen Allenby ergreifen werde, und wenn man erfahre, wie die Pläne der Regierung und die Hilfsmittel zu ihrer Durchführung seien. Daily News schreibt, ein wesentlicher Punkt der Note sei die Forderung, die bisherige Politik aufzugeben und sich die volle Kontrolle über den Sudan zu sichern.— Das Blatt tritt dafür ein, daß die Regierung um ihre ehrlichen Absichten zu zeigen, vorschlagen sollte, den Sudan unter dem Mandat des Völkerbundes zu verwalten. Eine bessere Sicherung der Rechte des Sudans und des ägyptischen Volkes könne es nicht geben. Das Arbeiterblatt Da'ln Herold führt aus, seit Jahren habe der brittsche Imperialismus nach einem Varwand für die Aufhebung der ägyptischen Autorität im Sudan Ausschau gehalten. Er benutze setzt, die Mordtat in Kairo für seine Zwecke. Das Ultimatum fordere nicht nur die völlige Aufaabe des Sudans durch Aegnpten, sondern auch die Abschaffung eines größeren Teiles der Unabhängigkeit Aegyptens. England habe den Völkarbund absichtlich unbeachtet gelassen und statt dessen die Methoden der alten Dinlomatie. nämlich das Ultimatum, das von Schlachtschiffen und Batonetten unterstützt werde. gewählt. Außordem habe England tatsächlich den Kampf mit allen Nölkorn des Orients wieder eröffnet. Der„Dally Herald“ hat wohl den Nagel auf den Kopf getroffen.) Amerikanische Hilfe für dertsche WTB Berlin, 24. November. Dem Zentralausschuß für ausländische Hilfe sind durch Vermittlung der amerikanischen Quäker aus den von dem Komitee des Generals Allen gesammelten Mitteln neuerdings 150000 Dollars zur Verfügung gestellt worden. Das Geld soll nach den Bestimmungen zum Einkauf von Lebertran, Bettzeug. und Vorräten von Ainderkrankenhäusern. Heimen u. Fürsorgestellen vermendet werden. Ferner haben die amerikanischen Quäker aus eigenen Mitteln 50000 Dollar, die zur Schaffung von Zentralstellen zur Bekämpsung der Tuherkulose unter Kindern benutzt werden sollen, zur Verfügung gestellt. schenken möchte, damit sie auf die Frage:„Was soll ich tun?" stets die rechte Antwort finden kann. Eine kurze Inhaltsangabe möge statt vieler Worte versuchen, den reichen Inhalt des Buches aufzuzeigen: In 28 kleinen Kapttelchen wird die Geschichte der Familie Limbach erzählt, vom ersten Mutterglück an bis zur Rückschau auf das ganze Leben, durch die Großmutter. So wird die Erziehung nicht nach einem schönen Systeme theoretisch abgehandelt, sondern im steten Flusse einer anziehenden Erzählung dem Leser ein Bild der Erziehung geboten, wie es das Leben bietet. Keine Schwierigkeit bleibt unberücksichtigt, wie ein paar Kapitelüberschriften zeigen: Kindersprache, Kindergebet, Weihnachten, Spielende Kinder, Wahrheitsliebe, Haus und Volksschule, Kinderkrankheit und Verwöhnung. Dienstboten, Nächstenliebe. Haus und Gymnasium, Aufklärung Ein Tanzkränzchen und viele andere. Mögen recht viele Mütter das Büchlein lesen und immer wieder lesen— zum Segen der Kinder! Doktor der Forstwissenschaft. WTB Berlin, 24. Nov. Die forstwissenschaftlichen Hochschulen sind nunmehr den Universitäten, den technischen, landwirtschaftlichen und tierärztlichen Hochschulen gleichgestellt worden und können den Titel eines Doktors der Forstwissenschaften verleihen. Bücherschau. Am Landestor. Roman von A. Bernard. Oktav (4 u. 252 S.) Freiburg i. Br. 1924. Herder. Gebunden in Halbleinwand G.=M. 4.20 Dies B'ah führt in ein vielumkämpftes Land, nach Böhmen und in eine wilde Zeit, die Zeit der Hussiten und der Religions= und Nationalkriege ihrer Zeit. Ein farbenkräftiges buntes Bild aus dem Ausgange des Mittelalters wird uns geboten. Um die Grenzstadt Nachod. das Einfallstor des Böhmerlandes schlägt die wilde Zeit besonders hohe Wogen.: In diesen wilden und harten Stürmen des Jahrhunderts treten uns Menschen entgegen, die trotz aller Rauheit, trotz wilden, ungebärdigen oder auch sklawisch verschlagenen Charakters unsere Teilnahme erregen. F. E. Am Wege des Kindes! Niemand steht so nahe am Wege des Kindes, denn die Mutter. Sie beglückt es vom ersten Augenblicke seines Lebens und ihr Bild folgt dem Kinde bis zu seiner Sterbestunde. Keiner hat eine so große Freude, keiner aber auch eine so große Verantwortung, an der Entwicklung des Kindes. Niemandem möchte man darum eine ernstere Vorberatung auf die Erziehung des Kindes wünschen, als der zukünftigen Mutter. Es ist darum zu begrüßen, daß der Verlag Herder u. Co., Freiburg das Büchlein„Am Wege des Kindes“ von M. Faßbender neuerdings in 6.—8. Auf loge wieder herausgebracht hat. Es ist ein köstliches Büchlein, das man jeder jungen Frau, jeder Braut, Ortsnachrichten aus dem Kreise Olpe !! Olpe, 26. Nov. Der heutige Abend wird für die Zentrumspartei der Stadt Olpe ein großer Abend. Zwei von der Provinzial=Versammlung der Partei für den Preußischen Landtag aufgestellte Kandidaten werden im Saale des kathol. Vereinshauses(früher Boge) zu den Wählern sprechen. Abgeordneter Jos. Schmelzer, allen Olpern Zentrumswählern ein guter Bekannter und lieber Freund und Dompropst Dr. Linneborn von Paderborn, auch ein Sauerländer von Geburt. Mit der Aufstellung des Paderborner Dompropstes hat die Zentrumspartei unseres Wahlkreises einen äußerst glücklichen Griff getan. Dr. Linneborn war viele Jahre hindurch Professor des Kirchenrechtes an der Bischöflichen Akademie zu Paderborn. Da er einen Ruf als Lehrer desselben Faches an die Universität Bonn erhielt, wußte der damalige Bischof von Paderborn Dr. Karl Joseph Schulte ihn für Padervorn zu erhalten; zum Dank dafür erhielt Linneborn ein Kanonikat von der Domkirche zu Paderborn deren Propst er nun ist. Dr. Linneborn gilt mit Recht als eine Autorität auf dem viel umstrittenen rechtlichen Grenzgebiet zwischen Kirche und Staat, wie zahlreiche Veröffentlichungen und Aufsätze von ihm beweisen. Viele Gutachten auf diesem Rechtsgebiete entstammen seiner Feder. So wird er sicher der Zentrumspartei ein sicherer Berater sein in den Aufgaben, die der Partei bezw. dem Landtage bezüglich des neuen Konkordates zwischen dem apostolischen Stuhl und dem preußischen Landtage harren. Zentrumspartet ist auch zu beglückwünschen, daß sie eine solche Kraft erhält.— An alle Zentrumswähler der Stadt: Männer und Jünglinge, Frauen und Jungfrauen ergeht darum der Ruf:„Kommt alle heute abend in Massen zur Versammlung. Jeder, der sich vor allem, für Kulturpolitik, wie sie insbesondere vom Zentrum getrieben wird und getrieben werden muß, interessiert, bleibe der Versammlung nicht fern. —! Olpe, 26. Nov. Wegen der heute abend stattfindenden Wahlversammlung ist die nächste Versammlung des Windthorstbundes nicht heute, sondern am Mittwoch, dem 3. Dez.(Siehe Anzeige.) Drolshagen, 26. Nov. Eine große Schwindlergesellschaft wurde vorgestern abend von der hiesigen Polizei festgenommen. Es handelt sich um 5 Herren und 1 Dame, die nachmittags mit einem Lastwagen nach Olpe gekommen waren und dort an Geschäftsleute Eier massenhaft absetzten. Ein Olper Geschäftsinhaber hatte Verdacht geschöpft, und den Inhalt einer gekauften Kiste gezählt. Anstatt— wie angegeben— 700 Stück, enthielt sie nur 500 Stück, wovon fast die Hälfte faul waren. Genau so verhielt es sich mit dem Kisteninhalt, den diese Gesellschaft an andere Geschäfte verkauft hatte.— Inzwischen war der Kraft# agen in nichtung Drolshagen weiter gefahren. Ein geprellter Olper Kaufmann telephonierte flugs an einen Drolshagener Kollegen, er möge die Polizei verständigen, damit der Wagen angehalten werde. Wie sich herausstellte, waren diese Eierhändler Betrüger und Schwindler, die ohne Legitimation, ohne Wondergewerbeschein etc. ihr unsauberes Geschäft betrieben. Auf die Frage der Polizei, welchem Staate sie angehörten, antwortete der Führer der Bande in keckem Tone:„Ich bin ohne Staat, international". Später stellte sich heraus, daß es sich um einen galizischen Juden handelt. Er gab an, eine der größten Exportfirmen Deutschlands zu vertreten. Auf eine telephonische Rückfrage antwortete besagte Firma, daß sie den Vertreter nicht kenne. Dieser;„staatenlose Schlemihl“ soll auch ein Zechpreller sein, der Schecks mit falschem Namen unterschrieb.— Einer der Schwindler erklärte u. a., es seien nur 6 Kisten Eier„an Bord“ des Autos, während es in Wirklichkeit über 10 Kisten mit je 1440 Eiern enthielt. Die Truppe wurde festgenommen, die Eier wurden beschlagnahmt und im Amtshaus abgeliefert. Der Chauffeur, wurde von der Polizei auf freien Fuß gesetzt und fuhr mit dem leeren Wagen, welcher der Fa. Fritz Rügge, Fuhr= und Möbeltransport, Gelsenklrchen gehörte, in Richtung Olpe zurück. Hoffentlich gelingt es den Nachforschungen der Pollzei, diese Affäre restlos aufzuklären. :: Wenden, 26. Nov. Auf die am heutigen Abend stattfindende kommunalpolitische Versammlung wird nochmals aufmerksam gemacht. Die Vorsitzenden der Ortsgruppen werden gebeten, sich zu Besprechung 1 Stunde vorher, um 7 Uhr abends bei Wurm einzufinden. II Römershagen, 26. Nov Zu der für den vergangenen Sonntag hier einberufenen Zentrumsversammlung war die Wählerschaft unserer Gemeinde recht zahlreich erschienen Der Redner, Oberschullehrer Günther=Werl beleuchtete in seinen Ausführungen ausgehend von der Parteizersplitterung in unserem Vaterlande und ihren Ursachen, das Wesen der echten Volksgemeinschaft. Klar und überzeugend wies er nach, daß diese nur auf christlicher Grundlage erstehen kann und daß von den christlichen Parteten nur das Zentrum in diesem Sinne die Partei der wahren Volksgemeinschaft sei. Der starke Beifall der Zuhörer bekundete dem Redner, daß seine Worte gezündet hatten und berechtigt uns zu der Hoffnung. daß am 7. Dez. die alte Treue zum Zeutrum in unserer Gemeinde sich wiederum bewähren wird. :: Attendorn, 26. Nov. Richtfest des M.=G.=V. Cäcilia. Es dürfte in der Geschichte eines Männer, gesangvereins einzig dastehen, daß ein Verein in dieser schweren Zeit, den vor 8 Monaten gefaßten Plan, ein eigenes Vereinshaus zu bauen, auch wirklich zur Ausführung bringt. Dieses hat der rühmlichst bekannte Männergesangverein„Cäcilia=Atten= dorn unternommen, und am Cäcilientage hat der Verein zur größten Genugtuung bereits das Richtfest feiern können. Nach den Plänen des Stadtbaumeisters Stritter ist der Bau unter mühevollen Arbeiten der Sänger, durch das Entgegenkommen der Unternehmer und Handwerker, die Unterstützung der Mitglieder, Freunde und Gönner entstanden. Es ist ein stattlicher Bau in herrlichster Lage, der eine Bereicherung des Landschaftsbildes der Stadt Attendorn darstellt, der dem Gesangverein Cäcilia zur Ehre gereicht. Das Haus dient nicht nur den Mitgliedern der Cäcilia, als Vereinsheim, sondern es steht jedem Gast offen. Damit aber nicht genug, soll es erholungsbedürftigen Dirigenten als Genesungsheim dienen, ein edler Zweck, der noch viele abseits stehenden Vereine, Gesangesfreunde usw. veranlassen sollte, zum Baufonds des Vereins— es kostet noch recht viel Geld— eine kleine Spende, und sei sie auch noch so gering, beizusteuern. Das Richtfest selbst verlief in der schönsten und erhabensten Weise. Nach einem Richtspruch des Zimmermeistexs Plugge, wechselten Gesänge und Reden ab, in denen in dankbarer Freude der Verdienste des Erbauers Hern Stritter, der Seele des Baues, Herrn Carl Laymann, der Handwerker und Spender zum Baufonds, sowie der fließigen Mitglieder gedacht wurde. Dann ging es mit Gesang zum Vereinslokal, wo die Mitglieder bei Gesang, Gerstensaft und Reden noch einige Stunden sich der getanen Arbeit freuten. Provinzielles. WTB Oberhausen, 25. Nov. Totgequetschl. Ein Rangieraufseher wurde am 21. November auf dem hiesigen Bahnhof zwischen zwei Puffer gedrückt und derart verletzt, daß er gestorben ist. WTB Mainz, 25. Nov. Betriebsschließung. Die hiesige Filiale der Zündholzwarenfabrik Stahl=NölkeKassel hat ihren Betrieb am Freitagabend geschlossen. Die Arbeiter und Arbeiterinnen, denen schon vor acht Tagen gekündigt worden war, wurden am Freitag wegen Mangels an Rohmaterialien restlos entlassen. Es kommen etwa 100—110 Personen in Betracht WTB Kaiserswerth, 25. Nov. Raubüberfall. Am Samstagabend wurde der letzte von Duisburg kommende Wagen der Düsseldorf=Duisburger Kleinbahn am Kesselberg von drei maskierten Räubern überfallen, die mit vorgehaltenem Revolver die Geldtasche des Schaffners verlangten, die dieser verweigerte worauf sie von einem dritken Räuber entrissen wurde Der Führer des Wagens wurde während dieser Zeit von einem anderen Räuber in Schach gehalten. Der einzige Fahrgast hatte bei dem Ueberfall sofort die Flucht ergriffen. Die Räuber entkamen unerkannt. Berliner Getreidebörse. () Berlin, 25. Nov. Amtliche Produktennotterungen in Goldmark. Weizen Märkischer 21,8—22.5 (stetig). Roggen Märkischer 21,0—21,4.(schwächer). Gerste Sommergerste 22,0—24,6; Winlergerste u. Futtergerste 19,0—20(stetig). Hafer Märkischer 17,0—17,6, Pommerscher 15,9 bis 16,7(stetig). Weizenmehl 29,5—32,5(stetig). Roggenmehl 28,75—32(stetig). Weizentleie 13,75—13,8(stetig). Roggenkleie 12—12,2(stetig). Nichtamtliche Rauhfutternotierungen ab Station per 50 Kg. Weizen= und Roggenstroh drahtgepreßt 1,10—1,25; Haferstroh drahtgepreßt 0,90—1,10 Reggen= und Weizenstroh bindfadengepreßt je nach Frachtlage Gebündeltes Roggenlangstroh je nach Frachtlage; Heu, gutes 3,05—3,25; Heu handelsüblich 2,10—2,30; Kartoffeln weiße 1,80; Kartoffeln rote 2,10 Kartoffeln gelbfleischige 2.70. Wiederaufnahme des handelsrechtlichen Lieferungsgeschäftes an der Berliner Produktenbörse. WXB Berlin, 24. Nov. Der Vorstand der Berliner Börse, Abteilung Produktenbörse, beschloß in seiner heutigen Sitzung, das seit Ende Juli 1914 ruhende Lieserungsgeschäft für Getreide mit den schon vor einiger mitgeteilten und vom Reichsrat genehmigten Aenderungen ab 1. Dezember 1924 wieder aufnehmen zu lassen Es ist gestattet der Handel für alle Monate, vorläufig aber über Mai hinaus. Es weiden amtliche Ansangs= und Schlußnotierungen festgestellt werden, und zwar Ansangsnotierungen nicht vor 12,30 Uhr Schußkurse um 2 Uhr. Sonnabends erfolgt die Feststellung der Schlußkurse um 1,15 Uhr. In Betracht kommen für dasshandelsrechtliche Lieserungsgeschäft Weizen, Roggen, Haser, Mais und Roggenmehl. Von der Deutschen Bank. WTB Berlin, 24. Nov.(Drahtb.) Der Aufsichtsrat der Deutschen Bank schlägt auf Grund der Goldmark=Eröffnungsbilanz vom 1. Januar 1924 die Umstellung des Akt.=Kapitals von 1500 Millionen Papiermark im Verhältnis von 10:1 auf 150 Millionen Goldmark vor. Außerdem ist eine gesetzliche Reserve von 50 Mill. G.=M. angesetzt, ferner werden 2500000 dem„Dr. G. von Siemens=Fonds“ überwiesen. In der G.=M.=Eröffnungsbilanz sind die aus der letzten Kapitalerhöhung der Bank zur Verfügung stehenden auf 40 Goldmark aufgestellten eigenen Aklien aufgeführt, die inzwischen an ein Konsortium unter Führung des Bankhauses J. Henry Schröder u. Co. verkauft sind u. nach Genehmigung der Goldmarkeröffnungsbilanz durch die Generalversammlung an das Konsortium geliefert werden. Das Konsortium beabsichtigt, diese Aktien für längere Zeit im Ausland zu plazieren. Die deutsche Bank hat sich einen Anteil an den Gewinnen des Konsortiums vorbehalten, der der Reserve der Deutschen Bank nach Abwickelung der Geschäfte zugeführt werden soll. Druck und Verlag: Verlagsanstalt J. I. Ruegenberg, Olpe. Verantwortlich für die Gesamtredaktton P. Hüttemann, Olpe: für den lokalen und goo vinztellen Teil, Feuilleton und Vermischtes:# Rademacher=Olpe; für die Berliner Redaktion: 8.# Krauß, Berlin=Schöneberg. Beutrumspartel Der Stadl=Eipe. Heule Mittwoch, den 23. Kodemder abends 8 Uhr ****„*„ im kath. Vereinshause. Redner: Landtagskandidat, Dompropst Dr. Linneborn, Paderborn und Abg. Schmelzer. Zentrumswähler erscheint in Massen! Am Samstag, dem 29. Rovember, ci. nachm. ½3 Uhr werde ich in Niederstenhammer, Stat. Sondern Krs. Olpe im Auftrage des Dr. Fr. 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