UnhernnTsacren-Perostrinet Altester Anzeiger für das Sauerland Das„S. V.“ erscheint jeden Werktag früh und kostet monatlich a) durch die Post und unsere Boten 1,90 G.=M. einschl. Bestellgeld b) in unserer Geschäftsstelle abgeholt 1,50 G.=M. Einzelpreis 10 G.=Pfg. Bestellungen nehmen alle Postanstalten sowie jeder Briefträger entgegen. Störungen durch höhere Gewalt und Ausstand rechtfertigen keine Ersatzansprüche.:: Geschäftsstellen Frankfurterstr. 16 und Bahnhofstr. 3.— Fernruf 2. Postscheckonto Köln 10.158 Amtliches Kreisblatt des Kreises Olpe Anzeigenpreise: 1 Millimeter Höhe in der 35 Millimeter breiten Spalte im Ortsverkehr 8 Goldpfennige, auswärtige Anzeigen 10 Goldpfennige;; Reklamen 1 Millimeter Höhe in der 75 Millimeter breiten Text=Spalte, 40 Goldpfennige. Auslandsanzeigen: Valutaaufschlag. Bei Auskunft und Offerten=Annahme und Weiterbeförderung entsprechende Zuschläge. Anzeigen=Rechnungen sind innerhalb 8 Tagen zahlbar, andernfalls Zinszuschläge in Höhe der Bankzinsen..... Nr. 213 Olpe, Donnerstag, den 11. September 1924 84. Jahrg. Vnn V. stungen un die Kirche. Reform der Lehrerbildung.— Tirpitz öffnet sein Archiv.— Die Arbeitszeitfrage.— Frankreich beteiligt sich an der Anleihe.— Kampf im Baugewerbe beigelegt. Die Schuldlüge. Im Lichte von Weimar, Versailles und London. Von Reichsminister a. D. Dr. Bell, Vizepräsident des Reichstages.— Bei den kritischen Beratungen über das Londoner Abkommen haben die Rechtsparteien wiederum Veranlassung genommen, einen Rückblick zu werfen auf die Vorgänge des Juni 1919 in der Weimarer Nationalversammlung, insbesondere die Zustimmung zum Versailler Zwangsdiktat und die Behandlung der Schuldlüge. Obgleich der Sachverhalt so klar gestellt ist und einwandfrei feststeht, daß sich jede weitere Erläuterung erübrigen sollte, gebietet doch die Verhütung zukünftiger Geschichtsklitterung und Legendenbildung, noch einmal die historischen Tatsachen in gedrängter Kürze herauszuheben. Wenn es deutschvölkische Abgeordnete mit durchsichtiger Tendenz wiederum unternommen haben, von dem„Verbrechen“ der Unterzeichnung zu reden und dabei die Schuldlüge in ein besonders grelles Licht zu stellen, so wird diese Schilderung den tatsächlichen Verhältnissen keineswegs gerecht, sondern bedeutet lediglich eine systematische Entstellung des wahren Sachverhalts. Bekannt ist, daß von den Mitgliedern der Zentrumsfraktion, nachdem die Entente kategorisch die Beibehaltung der Ehrenpunkte— Schuld= lüge und Auslieferung— verlangte und zwar mit ultimativer Frist von wenigen Stunden, 64. Abgeordnete, darunter alle vier Zentrumsminister, sich für die Ablehnung entschlossen hatten, während nur 14 Mitglieder aus den besetzten Gebieten dafür eingetreten waren. Als die Situation dann auf das höchste gespannt war, jede Regierungsumbildung an den negativen Erklärungen der vom Reichspräsidenten angesprochenen Parteiführer scheiterte und Reichsverfall, Chaos, Bürgerkrieg und feindlicher Einmarsch unmittelbar bevorstanden, bemühten sich die nach dem Weggange der Minister und Parteiführer des Zentrums im Sitzungszimmer des Weimarer Schlosses verbliebenen Führer anderer Parteien dadurch einen Ausgleich zu finden, daß man der Regierung und den übrigen Parteien nahelegte, eine erneute Abstimmung nicht herbeizuführen, sondern die Reichsregierung als durch die am Tage vorher stattgehabte und mit großer Mehrheit erfolgte Abstimmung für ermächtigt zu erklären, dem Versailler Vertrag auch unter Beibehaltung der vorher ausgeschalteten„Ehrenpunkte" zuzustimmen. Zur nämlichen Stunde war vom Chef der Obersten Heeresleitung, General Groener, eine Mitteilung eingegangen, daß die Reichswehr sich der Reichsregierung auch bei Annahme des Friedensvertrages zur Verfügung stelle, falls der Reichswehrminister eine befriedigende Erklärung darüber abgebe, daß er alles darangesetzt habe, um die Ehrenpunkte auszuschalten. Diese Erklärung gab der Reichswehrminister ab, und dadurch wurde angesichts der furchtbaren und verzweifelten politischen Gesamtsituation eine neue Lage geschaffen, die es ermöglichte, die aufs äußerste gefährdete Reichseinheit zu retten. Ueber den weiteren Verlauf dieser im letzten Augenblicke umgestalteten Situation schreibt der frühere Vizepräsident Payer in seiner Erinnerungsschrift: „Von Bethmann=Hollweg bis Ebert“ auf Seite 303 den Tatsachen entsprechend folgendes: „Die Regierung und die sämtlichen Parteivertreter traten wieder zusammen. Sofort verlangte der Zentrumsminister Bell mit großer Lebhaftigkeit, daß sämtliche Fraktionen! nicht nur sich verpflichten sollten der Regierung aus ihrem Schritt keinen Vorwurf zu machen, sondern auch noch ausdrücklich anerkennen müßten, daß die Regierung und die zustimmenden Parteien aus vaterländischer Gesinnung handeln. Anfänglich schien alles einverstanden. Man sprach davon, daß Schiffer für alle der Unterzeichnung widersprechenden Parteien die Erklärung abgeben solls. Dieser redigierte bereits an einem Entwurf. Da behielt sich Schulz=Bromberg wieder die Entscheidung seiner Fraktion auch über diese Frage vor Ohm stimmten nun Dietrich und etwas zurückhaltender auch Posadowsky zu. Man einigte sich in höchster Eile, daß die einzelnen Fraktionen gesondert ihre Erklärung abgeben sollten, was dann auch im Plenum seitens der drei der Vertragsannahme widersprechenden Parteien geschah. In letzter Minute ging dann die Note mit der Annahmeerklärung ab. Mir imponierte der Männerstolz, mit dem die Rechtsparteien auf diejenigen herabzusehen pflogen, die damals dem Vaterland das Opfer gebracht haben, offen für die Unterzeichnung des Friedensvertrages einzutreten, immer sehr wenig, wenn ich an jene Stunden ernstlicher Verantwortlichkeit und an die Art zurückdenke, wie der Vertrag durch das freundwillige Entgegenkommen seiner Gegner zustande kam Man kann den Vorgang auch zum Anlaß von ernsten Betrachtungen darüber nehmen, von welchen Zufälligkeiten bisweilen das Schicksal der Völker, ja der Welt abhängt.“ Besondere Beachtung verdient die von der äußersten Rechten in ihren agitatorischen Schriften und Reden immer wieder verschwiegene oder entstellte Tatsache, daß der Friedensvertrag keineswegs vorbehaltslos, sondern nur unter dem ungeheuerlichsten Gewissensdruck, der in der Geschichte aller Kulturstaaten ohne Vergangenheit ist, mit schärfstem Protest in letzter Stunde angenommen worden ist. Der damalige Reichskanzler hat in der Sitzung rom 23. Juni 1919 zu Weimar die Stellungnahme der Reichsregierung mit aller Schärfe vor der ganzen Welt wie, folgt formulert:. 6. Wemsn,— „Die Regierung der deutschen Republik ist bereit, den Friedensvertrag zu unterzeichnen, ohne jedoch damik anzuerkennen, daß das deutsche Volk der Urheber des Krieges sei und ohne eine Verpflichtung nach Art. 227—230 des Friedensvertrages zu übernehmen. Die Entente hat unseren Vorbehalt,— betr. der Ehrenpunkte— abgelehnt, sie will uns das Schuldbekenntnis auf die Zunge zwingen, will uns zu Häschern unserer angeschuldigten Landsleute machen; es soll uns nichts, garnichts erspart bleiben. Unsere Hoffnung, mit dem einzigen Vorbehalt einer Ehrenbewahrung bei unseren Gegnern durchzudringen, war nicht sehr groß. Aber wenn sie auch noch geringer gewesen wäre, der Versuch mußte gemacht werden. Jetzt wo er mißlungen, an dem sträflichen Uebermut der Entente gescheitert ist, kann und muß die ganze Welt sehen; hier wird ein besiegtes Volk an Leib und Seele vergewaltigt wie kein Volk je zuvor.“ Nach dem flammenden Protest der Reichsregierung gaben die Parteivertreter rückhaltslos und unumwunden die vereinbarte Ehrenerklärung für die dem aufgezwungenen Friedensdiktal zustimmenden Parteien ab, wobei der Vertreter der deutschnationalen Volkspartei dann erklärte, daß diese als selbstverständlich voraussehe, daß jedes Mitglied der Nationalversammlung seine eigene Stellung nach bestem Wissen und Gewissen einnehme. Am Schlusse dieser denkwürdigen Sitzung, worin die große Mehrheit der Nationalversammlung unter dem beispiellosen Gewissensdruck sich zur Annahme entschied, gab der Reichstagspräsident unter dem stürmischen Beifall des Reichstages nach Hervorhebung dieser bedeutungsvollen historischen Kundgebung folgende Erklärung ab: „Ich möchte wünschen, daß der Geist, der sich zum allergrößten Teil in dieser Nationalversammlung soeben kundgegeben hat, sich auch hinausträgt in unser Volk. Es wäre nun noch das allerschlimmste, wenn wir nach Vorgängen alter Jahrzehnte, die glücklich hinter uns liegen in Schmähungen und Verdächtigungen gegen die vaterländische Gesinnung unserer Mitbürger uns ergehen wollten. Ich hoffe, daß man treu in der gesamten Bevölkerung, daß man namentlich in der Presse dafür ein Verständnis hat und gewillt ist, nunmehr einträchtig die ungeheuren Lasten, die uns jetzt bevorstehen, auf sich zu nehmen, getragen alle zusammen von dem heiligen Willen vaterländischer Liebe. Im übrigen empfehlen wir unser unglückliches Vaterland dem Schutze des barmherzigen Gottes“. Es steht aber unwiderleglich fest, daß von den zur Ablehnung entschlossenen Parteien nichts geschehen ist, um die Annahme des Versailler Vertrages zu verhindern, was in den wenigen Stunden bis zum Ablauf der Ultimatumsfrist ein Leichtes gewesen wäre, sondern daß sie im Gegenteil der Regierung und den anderen Parteien auf jede erdenkliche Weise eine Brücke zu bauen mit Erfolg bemüht waren. Von durchschlagender Bedeutung ist auch die Tatsache, daß in der entscheidenden Sitzung der deutschen Nationalversammlung vom 23. Juni 1919 die Erörterung der Friedensfrage überhaupt nicht auf der Tagesordnung stand, sodaß der Widerspruch eines einzigen Abgeordneten genügt hätte, um die Erörterung unmöglich zu machen. Der Reichstagspräsident hat aber nach Mitteilung übriger Tatsachen damals laut Sitzungsprotokoll ausdrücklich erklärt:„Ich stelle fest, daß ein Widerspruch nicht erfolgt.“ Nachdem dann die Reichsregierung beschlossen hatte ein Mitglied des Auswärtigen Ministeriums mit der Unterzeichnung zu beauftragen, verlangte in letzter Stunde die Entente die Unterzeichnung durch zwei Reichsminister. Es handelte sich dabei um einen reinen Formalakt, da jegliche Erörterungen und Verhandlungen von vornherein ausgeschlossen waren. Nur im Interesse des vor der schlimmsten Kalastrophe stehenden deutschen Volkes und Vaterlandes ist auf ein dringliches Ersuchen des Reichspräsidenten und der Reichsregierung von dem Reichsminister Dr. Bell dessen wiederholte und nachdrücklichste Gegenvorstellungen bezügl. seiner persönlichen Stellungnahme und des von ihm geleiteten Reichskolonial 1Ministeriums vergeblich blieben, das sein Gewissen unerträglich bedrückende Opfer der Mitunterzeichnung des Zwangsdiktats, schwerer für ihn als das eigene Leben gebracht werden. Durch diese einwandfreie Sachdarstellung erledigt sich der Vorwurf, daß in irgendeiner Form der Kriegsschuldlüge zugestimmt worden sei. Mit dem Versailler Zwangsdiktat haben sich weder die damalige Regierung, noch die zustimmenden Parteien, noch namentlich auch die damaligen Unterzeichner innerlich irgendwie abgefunden. Das Zwangsdiktat ist eben in der ungeheuerlichsten Weise unter Ausnutzung unserer furchtbaren Zwangslage gegen unseren schärfsten Protest von uns erpreßt worden. Auf diesen unverrückbaren Standpunkt sollten sich. alle Deutschen, ohne Unterschied der Stände und Partei, einigen und gegenseitig die Ehrlichkeit ihrer Ueberzeugung und ihrer nationalen Gesinnung anerkennen, gleichviel ob sie für oder gegen die Unterzeichnung sich entschieden haben, so wie es in jener denkwürdigen Sitzung vom 23. Juni 1919 in Weimar feierlich festgelegt worden ist. Aber auch der Vorwurf, daß inzwischen keine genügende Aufklärung über die Kriegsschuldlüge erfolgt sei, ist durchaus ungerecht. Die Reichsregierung hat nichts versäumt, was zur Klarstellung des Sachverhalts irgendwie geeignet war. Die amtlichen Veröffentlichungen der Reichsregierung sprechen in Verbindung mit veröffentlichtem Inhalte der russischen Geheimarchive eine so deutliche Sprache, daß kein ehrlicher Kritiker mehr an den Vorwand und das Märchen von der alleinigen Schuld Deutschlands am Kriege glauben kann. Insbesondere aber haben auch die Zentrumspartei und vornehmlich ihre am heftigsten und ungerechtesten dieserhalb angegriffenen Mitglieder alles getan, um unter Rechtsertigung ihrer einwandfreien Stellungnahme zum Versailler Zwangsdiktat die Kriegsschuldlüge vor aller Welt klarzulegen. Hierzu ist eine unablässige Aufklärung in der Presse des Inlandes und auch des Auslandes erforderlich, wie dies gerade von Mitgliedern der Zentrumsfraktion in vorbildlicher Weise geschehen ist. Hervorragende Leistungen in dieser Hinsicht auch erfolgt durch die ausklärenden Schriften der Arbeitszentrale der deutschen Verbände zur Aufklärung der Schuldlüge. Nachdem inzwischen seit Kriegshegimn 10 Jahre verflossen sind, darf die Erwartung ausgesprochenwerden daß die tiefbedauerliche Kriegspsychose und die damit verbundene gehässige Stimmung allmählich einer Grundeinsteilung der Vernunft und der Versöhnung Platz macht. Oeffnen dann alle Regierungen, so wie es von der deutschen Reichsregierung rückhaltlos geschehen ist, zur historischen Feststellung des Sochverhalts ihre Geheimarchige und unterbreitet man allseitig die Eatscheidung über die Kriegsschuld einem wirklich unparleiischen Schiedsgerichtebofe, dann wird aus dieser unbefangenen Entscheidung eine gründliche Revision des auf die alleinige, Verantwortlichkeit Deutschlands aufgebauten Versailler Zwangsdiktates und vor allem eine grundlegende Aenderung des ganzen Geistes von Versailles herzuleiten sein. Staatliche Leistungen an die Diözesanverwaltungen. Hauptausschuß des Preußischen Landtages.. schwierig zeige, anderseits sogar durch Erhebung des 0) Berlin, 11. Sept Der Hauptausschuß des Kompetenzkonfliktes den Berechtigten den Weg der Preußischen Landtages verhandelte heute weiter über ordentlichen Gerichte verlege. Die beiden vom Gedie geistige und allgemeine Verwaltung des Ministe= richtehof für Konspetenzkonflikte erfolgten Urteile hätriums für Wissenschaft, Kunst und Volksbildung. Von ten übrigens bereits durch eine Auanstät der juristibesonderer Bedeutung war der schei. Wissenschaft, Professor, Fischer(Breslau) eine Vortrag des Staatssekretärs Becker vernichtende Widerlegung erfahren. Durch eine erüber die von der preußischen Regierung beabsichtigte neute Anfrage an den Minister stellte Dr. Eismann Reform der Lehrerbildung. fest, daß derselbe nicht glaube, durch Papiermark die Die seitherigen Verhandlungen zwischen Preußen von ihm bei der gestrigen Beratung anerkannten fortund dem Reiche über die Lehrerbildung hätten leider bestehenden Verpflichtungen des preußischen Staates zu keinem Ziele geführt. Sie seien gescheitert an der gegen die Diözesanverwaltungen erfüllen zu können. Kernfrage, die ihrerseits wieder beeinflußt war Nur etatstechnische Schwiecigkeiten hätten entgegengevon übertriebenen Forderungen gewisser Kreise aus standen, so betonte demgegenüber ein Ministerialverder Lehrerschaft. Staatssekretär Becker hob zunächst treter, wenn die konkordatsmäßigen Beträge in den einen negativen Gesichtspunkt hervor, nämlich Ab- Etat nicht eingesetzt seien. Tatsächlich würden jedoch lehnung des Universitätsstudiums für Volksschulleh- bis zur endgültigen Vereinbarung mit dem Apostolirer. Das Universitätsstudium sei nicht der richtige schen Stuhl die Ausgaben an die Diözesen aus den Weg zur Ausbildung des Volksschullehrers, da es ihn sogenannten„widerruflichen Beihilfen" gezahlt. für ein ganz falsches Berufsideal erziehe, so daß die Angenommen wurde schließlich ein Antrag des Ziele der Volksschule überhaupt bedroht würden. Als Zentrums, wodurch das Staatsministerium ersucht positive Gesichtspunkte für die Lehrerausbildung ver= wurde, die auf rechtlicher Verpflichtung der Gesetze belange das Ministerium die Abschlußprösung einer ruhenden staatlichen Leistungen an religiöse Gesellhöheren Schule und besonders pädagogische Fachbil- schaften alsbald wieder herzustellen und den Zeitbedung, welche das auf der höheren Schule begonnene wissenschaftliche Werk weiter fördere und die Kandidaten sozial und ethisch für ihren zukünftigen Beruf schulen müsse. Dabei müsse für die religiöseAusdürfnissen anzupassen. Ferner wurde ein Antrag des preußischen Landesverbandes jüdischer Gemeinden, bedürftigen Synagogengemeinden Zuschüsse zur Besoldung ihrer Lehrer bildung vor allem mit Rücksicht auf die konfessionelle zu bewilligen, auf Antrag des Zentrums, dieselben Volksschule Sorge getragen werden. Eine solche Aus= nach denselben Grundsätzen zu gewähren, die für die bildung seit mit der Methode der rein verstandesmäßi Zuschüsse für die christlichen Konfessionen gelten, angen Universitätsbildung nicht zu erreichen. Gegenüber genommen. dem Verlangen nach Universitätsbildung müsse der Lehrerstand den Mut haben, aus sich selbst heraus das ihm entsprechende Berufsideal zu entwicklen. Dieses verlange neben der individuellen Charakterbildung vor allem die Erziehung zum Gemeinschaftsmenschen. Dies setze dann wiederum die konfessionelle Gliederung der pädagogischen Fachausbildung voraus, ohne daß deshalb anderen Weltanschauungen die von ihnen gewünschte Ausbildung versagt werden solle. Die Besprechung dieser Vorschläge wird in den nächsten Tagen durch die Parteien erfolgen. Zur allgemeinen und geistigen Verwaltung nahm nochmals Pros. Dr. Lauscher das Wort, um den Minister zu fragen, ob vor Aufstellung des Etats mit seinen für die Diözesanverwaltungen verminderten Beträgen der apostolische Stuhl gehört worden sei. Der Minister sagte zu, daß das nicht geschehen sei, weil bei Aufstellung des Etals die Zeit gedrängt habe; die Verhandlungen seien jedoch noch im Gange. Zur Rechtfertigung der durch das Ministerium erfolgten Anrufung des Gerichtshofes für Kompetenzkonflikte gegenüber rechtlichen Forderungen von Kirchengemeinden nahm Ministerialdirektor Dr. Fleischer zu längeren Ausführungen das Wort. Ihm entgegneten vom Zentrum die Abgg. Dr. Lauscher und Dr. Eismann. Letzterer wies besonders auf den großen Verlust von idealem Kapital namentlich an Staatsfreude und Vertrauen zum Rechtsstaate hin, der dadurch verursacht werde, wenn die Staatsregierung einerseits sich zur Erfüllung von Annahme fanden folgende Zentrumsanträge: Das Staatsministerium zu ersuchen, dafür Sorge zu tragen, daß endlich auch katholische Theologen in Oberschulratsstellen und in Stellen in der Zentrale berufen werden. Ferner: Das Staatsministerium zu ersuchen, im Hinblick auf die schwere Schädigung, die dem Schulwesen im besetzten Gebiet durch die fortgesetzten Beschlagnahmungen von Schulgebäuden seitens der Besatzungsbehörden zugefügt wird, gemeinsam mit der Reichsregierung darauf Bedacht zu nehmen, daß diesem Uebelstande nach Möglichkeit durch die Hergabe anderweitiger öffentlicher Gebäude oder beschleunigte Fertigstellung der von den Besatzungsbehörden angeforderten Bauten abgeholfen bzw. vorgebeugt wird. Ferner wurde vom Zentrum der Antrag eingebracht: mit Rücksicht auf die außerordentliche Bedeutung, die dem deutschen Buche, zumal in dem von der ausländischen Kulturpropaganda besonders heimgesuchten Gebiete gegenwärtig zukommt, die für Volksbüchereien bereitgestellten Mittel erheblich zu verstärken. Deutschland. WTB Kassel, 10. Sept. In einer vertraulichen Sitzung beschloß die Stadtverordnetenversammlung, ihren Abbaubeschluß vom 14. Juli aufzugeben und ihn durch eine neue Formulierung zu ersetzen. Nach ihm sollen Oberbürgermeister Scheidemann u. Stadtrat Rosenstock erst November in den vorläufigen RuRechtsforderungenhestand versetzt werden. Die Neugestaltung unseres Finanzwesens. Schon seit langem sind Bestrebungen im Gange. um eine völlige organisch: und systemansch: Neugestaltung unseres Fi#mesens durchzuführen. Taisächlich lassen sich die gegenwärtigen Verhaltnisse auf dem Gebiete des Steuerwesens nicht mehr länger aufrechterhalten. Die jetzige Zahlungsform, aber auch die Art und Weise der Einschätzung und der Steuerberechnung durch den Steuerpflichtigen selber, führt nachgerade zu Hemmnissen sowohl für diese Steuerpflichtigen wie für die Behörden, die einen ordnungsgemäßen Geschäftsgang und auch den Steuerertrag auf das empfindlichste in Frage stellen. Solche Maßnahmen waren schließlich noch zu vertreten in den Zeiten währungspolitischer Unsicherheit. Oetzt aber, da wir nun schon über dreiviertel Jahr eine stabile Währung haben. und nachdem mit der Annahme der Londoner Vereinbarungen die Erhaltung dieser Stabilität nach menschlichem Ermessen als ziemlich gesichert betrachtet werden kann, muß auch das gesamte Steuerwesen einer organischen Neugestaltung unterworfen werden. Die auch zur Untersuchung dieser Frage eingesetzte Verwaltungsabbaukommission hat ein ausführliches Gutachten erstattet, das sich vorwiegend auf Verwaltungsmaßnahmen erstreckt.(Siehe Nr. 212 des„S. V.) Das Gutachten kommt zu dem Schluß, daß die Nachprüfung der Geschäftslage und des Personalbestandes von Finanzämtern und Landesfinanzämtern habe erkennen lassen, daß die wichtigste Voraussetzung für eine erhebliche Verringerung der personellen und sachlichen Unkosten die Vereinfachung unserer Steuergesetzgebung ist. Nur bei einer solchen grundlegenden Vereinfachung der Gesetze ist eine wirkliche erhebliche Ersparnis möglich. Ueber Art und Ziel der Steuergesehzgebung kann kein Zweifel bestehen. Die Steuergesetze müssen einerseits tragbar und gerecht sein, und dabei doch erhebliche Einnahmen zeitigen, andererseits sollen sie an einfache Merkmale anknüpfen und sowohl für den Steuerzahler als den Steuerbeamten leicht verständlich sein. Tragbar ist eine Steuer nur dann, wenn sie den damit Belasteten nicht nur das Existenzminimum, sondern auch die Möglichkeit des Vorwärtskommens läßt. Zu hohe Steuersätze, die auch von guten Steuerzahlern als nicht tragbar empfunden werden, verletzen den obersten Grundsatz jeder vernünftigen Steuerpolitik, nach der von Ausnahmefällen abgesehen— die Steuern nur aus dem Ertrage der Volkswirtschaft entrichtet werden, nicht deren Substanz in Anspruch nehmen dürfen, und führen unrettbar zu Umgehungsversuchen. Sie schädigen die Steuermoral und zwingen den Fiskus zur Einstellung eines großen und teueren Ermittelungsapparates, daneben wirken sie lähmend auf die Volkswirtschaft, indem sie ihr die für die Fortführung der Betriebe unentbehrlichen Mittel nehmen. Noch verletzender als das Bewußtsein, selbst eine zu hohe Steuer zu tragen, ist aber für den Belasteten das Gefühl, daß andere im Vergleich zu ihm wenig zahlen. Als gerecht wird eine Steuergesetzgebung nur empfunden, wenn sie alle Kreise im Verhältnis zu ihrer Leistungsfähigkeit so gleichmäßig wie möglich erfaßt, wenn kein Teil der Bevölkerung von ihr geschont oder gar verschont wird. Daher muß die steuerliche Gesamtlast durch Reichs= Länder= und Gemeindesteuern für alle Wirtschaftskreise annähernd gleich bemessen sein. Daß sie sehr hoch sein muß, bedingt unsere finanzielle Notlage. Diese wird aber auch von der großen Menge der Beteiligten eingesehen. Sie zahlen selbst sehr hohe Steuern ohne Widerspruch, wenn sie nur gerecht sind. Daß die Steuergesetze dem Begriffsvermögen des Publikums angepaßt sein müssen, ist eine Forderung, die keiner Begründung bedarf. Auf der anderen Seite muß natürlich auch der Beamte in der Lage sein, die gesetzlichen Bestimmungen voll zu beherrschen und anzuwenden. Das Wichtigste ist also, die Gerechtigkeit unserer Steuergesetzgebung wiederherzustellen und jedem Steuerzahler dieses Gefühl einer gerechten steuerlichen Verhandlung zu vermitteln. Sodann müssen die Steuergesetze, was in den letzten Jahren nicht der Fall war, einfach sein. Die Plakkereien bei den Finanzämtern sind in der Hauptsache auf den Mangel der Einfachheit der Steuergesetze zurückzuführen. Sodann wird man versuchen müssen, unter Verzicht auf die bisher grundsötzlich übliche Regelung der Einkommens= und Vermögenssteuer, völlig neue Bahnen zu beschreiten. Vor allem wird es sich bei der künftigen Steuergesetzgebung darum handeln müssen, die übertriebene Individualisierung zu vermeiden. Man wird auch wieder dazu schreiten müssen, die vierteljährlichen Zahlungen bei der Einkommensteuer unter Wegfall der bisherigen sehr lästtgen Vorauszahlungen zu veranlassen und zwar auf Grund von Steuerbescheiden, die von den Finanzäm= tern auszustellen sind, damit der Steuerzahler auch weiß, was er zu bezahlen hat. In den beteiligten Ministerien werden nun die Verhandlungen über diese Fragen weiterzuführen sein, und man kann erwarten, daß auch die gesetzgeberischen Faktoren der Beordnung dieser wichtigen Dinge jetzt ihre erhöhte Aufmerksamkeit widmen. Kleine politische Nachrichten. WTB Berlin, 10. Sept. Großadmiral von Tirpitz entschloß sich, wie die Vlätter berichten, zur Veröffentlichung seines Archives ohne Einschränkung. Die Publikation wird noch im Spätherbst im Cottaschen Verlag erfolgen. WTB Berlin, 10. Sept. Wie die Vossische Zeitung aus Budapest berichtet, hat die ungarische Regierung sich nunmehr auf den Standpunkt gestellt, daß der verhaftete Deutsche katsächlich der Erzbergermörder Heinrich Schulz ist. Man erwartet, daß das Auslieferungsverfahren vor Ablauf der vorgeschrittenen sechs Wochen erledigt sein wird. Rhein und Ruhr WTB Düsseldorf, 10. Sept. Nach den Verfügungen des Hauptvorstandes des Deutschen Roten Kreuzes sind die abgebauten, zurückgekehrten Eisenbahner von den Fürsorgestellen des Deutschen Roten Kreuzes in Betreuung zu nehmen. Die Betreuung dauert nach den Beschlüssen des Hauptvorstandes volle vier Monate. Auch in Bezug auf die Freigabe der Wohnungen hat die Zentralstelle des Deutschen Roten Kreuzes seit Monaten durch Verhandlungen mit den Besatzungsbehörden und mit der Regie erfolgreiche Arbeit geleistet. Es sind in Düsseldorf bisher rund 400 Wohnungen an die zurückgekehrten Eisenbahner freigegeben worden. Die Reichsbahndirektionen haben Hand in Hand mit dem Deutschen Roten Kreuz alles getan, um eine Linderung der Not der abgebauten Eisenbahner herbeizuführen. WTB Essen, 10. Sept. In der ersten Septemberwoche(31. 8.— 6. 9.) mußten im Kohlenbergbau infolge Absatzmangels in 87 Fällen 113534 Feierschichten eingelegt werden. WTB Dortmund, 10. Sept. Nach einer Verfügung des Generals Degoutte ist von der Mitternachtsstunde vom 8. zum 9. September ab der Warenverkehr zwischen dem besetzten und unbesetzten Gebiet einer Ein= und Ausfuhrbewilligung nicht mehr unterworfen. WTB Ludwigshafen, 10. Sept. Das Zollhaus auf der Rheinbrücke ist mit dem heutigen Tage wegbefördert worden, dagegen bleibt das Zollbüro am Bahnhof zur Abwicklung laufender Geschäfte, insbesondere zur Zurückgabe der für Kraftwagen zurückgelegten Kautionen geöffnet. WTB Speyer, 10. Sept. Wegen der Zwischenfölle in Lauterecken, wo der französische Bezirksdelegierte wegen angeblicher Unruhen den Bélagerungszustand verhängt hatte, ist zwischen den deutschen und französichen Behörden eine Regelung der Lage herbeigeführt worden. Der Belagerungszustand ist mit dem heutigen Tage aufgehoben. WTB Paris, 11. Sept. Ere Nouvelle schreibt, Herriot hat in London den Deutschen im besetzten Gebiet Amnestie gewährt. Wie wir aber aus sicherer Quelle erfahren, wird diese Amnestie nicht durchgeführt. In Dortmund sind die Gefangenen nicht freigegehen und die Kriegsgerichte verurtielen weiter wie in den schön sten Tagen der Poincareschen Zeit. Den skandalösen Zuständen müsse endlich ein Ende gemacht werden. Es sei nötig, die Wiederaufnahme der Beziehungen zu Deutschland auf moralischem Gebiet durch die Amnestie und auf materiellem Gebiet durch einen Handelsvertrag anzubahnen. WTB Dortmund, 11. Sept Auf Grund der Verfügung des kommandierenden Generals der Rheinarmee sind heute die ersten politischen Gefangenen enklassen worden. Die übrigen noch in Haft befindlichen Gefangenen sehen in den nächsten Tagen ihrer Entlassung entgegen. Diese folgen von Tag zu Tag nach Prüfung der Akten. WTB Elberfeld, 11. Okt. Nach der inzwischen aufgehobenen Zollkontrolle sind die auf den Behnhöfen Bohwinkel und Lennep vorgesehenen längeren Aufenthalte bei den Schnell=, Eil= und Personenzügen nicht mehr erforderlich. Die Reichobahndirektion wird daher zum Samstag, dem 20. September, einen neuen Fahrplan einführen, durch den die Verkehrszeiten der Züge zwischen Vohwinkel=Köln, VohwinkelDüsseldorf. Lennep=Solingen=Düsseldorf, sämtlich und zwischen Barmen=Ritterhausen=Vohwinkel und Barmen=Ritterhausen=Lennep zum Teil verändert werden. Die Fahrplanberichtigungen werden in Kürze auf den Bahnhöfen zum Aushang gebracht werden. WTB Koblenz, 11. Sept. Der Oberpräsident der Rheinprovinz Dr. Juchs hat bei der Wiederaufnahme der Regierungsgeschäfte, an die Bevölkerung der Rheinprovinz eine Kundgebung gerichtet, in der er u. a. sagt:„Ich bin gewillt, nachdrücklichst an der allgemeinen Befriedung mitzuwirken, indem ich den aufrichtigen Wunsch und die zuverlässige Hoffnung ausspreche, daß wir auf dem in London angegebenen Weg der Verständigung durch allseitiges Entgegenkommen möglichst bald zu einem dauernden Frieden und zu der von uns so innig ersehnten Freiheit gelangen. Der Gedanke der Gemeinsamkeit, der die Provinz stark gemacht hat, soll ihr auch weiterhin als Leitstern vorausleuchten. Opfersinn und Arbeit, Selbstzucht und Achtung vor den göttlichen und menschlichen Gesetzen werden die Provinz und das Vaterland aus dem Dunkel der Gegenwart in eine leichtere Zukunft hinüberleiten.“ WTB Koblenz, 11. Sept. Gestern trat die deutsche Delegation mit der Rheinlandskommission wieder in Verbindung, um die Verhandlungen, die drei Tage geruht hatten, wieder aufzunehmen. In den einzelnen deutschen Unterausschüssen und in einer gemeinsamen Delegationssitzung wurde über die Amnestie, die Rückkehr der Ausgewiesenen und über die Zollfrage verhandelt. Gleichzeitig tagte auch der für Forstfragen eingesetzte Ausschuß. Nach den bisherigen Verhandlungen wird in Kürze über die Rückkehr der Ausgewiesenen eine Entscheidung erfolgen. In den Verhandlungen über die Personen, die im Rhein= und Ruhrgebiet als Beamte tätig waren und deren Indienststellung von der deutschen Behörde gewünscht wird, ist noch kein abschließendes Urteil erzielt worden. Heute vormittag wurden die Verhandlungen wegen der Indienststellung der Beamten wieder ausgenommen. Man rechnet damit, in den nächsten Tagen eine Einigung erzielen zu können. Das„hysterische“ Halsband und die Katzenpfote. Copyright vy M. Feuchtwanger, Halle a. S. 8, Von Gräfin Eusemia von Adlersfeld-Ballestrem. Nun zur Sache Wie Sie liebes Fräulein v. Harlaching wissen, oder auch vielleicht nicht wissen werden, hatte ich nur ein Kind, einen Sohn, der aber ein Jahr vor meinem Gatten starb. Dieser hinterließ einen Sohn der nun fünf Jahr alt, Fürst von Vogelsburg ist, und hier bei mir erzogen wird. Seine Mutter, meine Schwiegertochter also, ist eine Russin aus vornehmem Haus, die mein Sohn sehr gegen meinen Willen geheiratet hat— nicht ihrer Nation wegen oder weil sie arm wie Job war, denn das fiele bei mir nicht ins Gewicht, sondern weil sie eine taube Nuß ist, die nichts im Kopf hat, als von einem sogenannten Vergnügen ins andere zu hetzen, ihren Putz und— den Spieltisch. Ich weiß nicht, ob Sie die verwitwete Erbprinzessin von Vogelsburg gesehen haben— sie ist ein kleines, braunes Ding mit einer von Sommersprossen besprenkelten Stumpfnase, mit Augen wie schwarze Schleben, einem großen Munde, mager wie ein Gerippe, und einem ewigen, girrenden Lachen. Also, nichts weniger als schön, trotzdem verdreht sie allen Männern rettungslos die Köpfe, kokettiert nach Noten, und verschwenderisch ist sie, daß einem die Haare darüber zu Berge stehen. Wodurch sie natürlich permanent bis über die Ohren In Schulden steckt, die ich die Ehre habe, bezahlen zu bürfen, da sie mit ihrer anständigen Appanage bei dieser Veranlagung selbstverständlich nie auskommt. Das Geld ist für sie einfach ein unverstandener, unsaßbarer, unmöglicher Begriff, was leider von ihren Lieseranten in schamlosester Weise ausgenutzt wird. Lieber Himmel, sie, die als junges Mädchen ihre Strümpfe stopfen und gewendete Kleider tragen mußte, läßt sich jetzt Korsetts für zweitausend Mark und mehr machen, läßt sich ihre Kleider von Pasquin in Paris„ereieren“, deren Preis einem das Wasser in die Augen treibt! Und alle Vorstellungen erwidert sie mit ihrem ewigen Lachen, wofür ich jedesmal mit Vergnügen mit einer kräftigen Watsche gutttieren möchte. Nun, alles hat irgendwo einmal seine Grenzen, darum habe ich nach den letzten gesalzenen Rechnungen und der Aufforderung, SpielWTB Genf, 11. Sept. In der heutigen Vormittagssitzung der Völkerbundsversammlung erschien der österreichische Bundeskanzler Dr. Seipel, um während seines hiesigen Aufenthaltes als erster österreichischer Delegierter an der Tagung teilzunehmen. Er wurde von zahlreichen Delegierten umringt und zu seiner Wiederherstellung herzlich beglückwünscht. Der Präsident der Versammlung, Motta, begrüßte ihn mit einer kurzen Ansprache und gab der Hoffnung Ausdruck, daß Bundeskanzler Seipel noch lange seinem Vaterlande auf dem Gebiet der Wiederaufrichtung dienen könne, deren Mitbegründer er sei. Die Versammlung spendete lebhaften Beifall, während der Bundeskanzler sich dankend verneigte. WTB Genf, 10. Sept. In einer Erklärung, die der österreichische Bundeskanzler Dr. Seipel Sonderberichterstattern abgab, sprach er seinen Dank aus für die überaus liebenswürdigen Worte, die ihm von der Völkerbundsversammlung gewidmet wurden und sagte u. a.:„Wie ich zum Völkerbund stehe und welche Bedeutung ich ihm zuschreibe, ersehen Sie daraus, daß ich gerade mit der Arbeit im Völkerbund meine Wiederkehr in die öffentliche Tätigkeit beginne. Mögen Einwendungen, Bedenklichkeiten, politische und technische Schwierigkeiten auch noch viele Zeit und Arbeit erfordern, bis das, was hier ausgesprochen wurde, ein unverlierbarer Gegenstand der Ueberzeugung und eine von allen Seiten praktisch anerkannte Grundlage der Politik werden kann." Die Zeit wird für den Frieden streiten und die Arbeit durch den Ausbau der obligatorischen Schiedsgerichtsbarkeit den Frieden zu sichern, wird nicht mehr erlahmen. Daß im Völkerbund in allem, was das Wohl der Völker angeht, der lebendige Geist herrscht und die große Form der Worte durch den Buchstaben besiegelt wird, das ist mein Wunsch. WTB Genf, 10. Sept. In der Völkerbundsversammlung, erkannte der Führer der ungarischen Delegation, Graf Apponyl, die Wirksamkeit des Völkerbundes in der Finanzsanierung Ungarns, insbesondere Englands Hilfe an. Er forderte dann für 4 Millionen der durch den Trianiner Friedensvertrag von Ungarn losgelösten Magyaren wenigstens kulturelle Sicherung. Die Handhabung des Minderheitsgesetzes durch den Völkerbund sei unzuverlässig. Die Minderheitenfrage müßte unverzüglich durch die Vertreter der Minderheit dem Rat vorgetragen und von diesem dem internationalen ständigen Gerichtshof übermittelt werden. WTB Genf. 10. Sept. Apponyi unterstrich dann feierlichst daß die Abrüstung der besiegten Staaten in den Friedensverträgen ausdrücklich als Voraussetzung für die allgemeine Abrüstung angenommen wurde. Jedes Wort mit Nachdruck betonend und mit weithin schallender Stimme erklärte er, daß, nachdem Ungarn entwaffnet worden sei, es jetzt auch das Recht habe, die Einhaltung der feierlichst eingegangenen Verpflichtungen zu fordern. Es sei unmöglich, daß Ungarn völlig waffenlos sei, während die anderen Staaten, bis an die Zähne bewaffnet blieben. Auch der Völkerbundspakt verlange die gleichmäßige Behandlung aller Staaten in der Abrüstungsfrage. Wir brauchen Ehrlichkeit unter den Nationen und das sei nicht möglich, solange gewisse Staaten einem Ausnahmeregime unterworfen sind. Der Friede, für den Herriot und Macdonald eingetreten, seien, sei nicht möglich, solange nicht jedes Ausnahmeregim verschwindet. Unter diesen Voraussetzungen begrüße er den Schritt, der in den letzten Tagen erzielt wurde. Niemand habe ein Recht, die Verwirklichung des Schiedsgedankens im Rahmen der Abrüstungsfrage „ unmöglich zu erklären, nachdem es möglich gewegen sei, in die deutsch=französische Reparationsfrage ein Schiedsgericht einzufügen. Als Apponyi die Tribünen verließ, wurde er wie bei Beginn der Rede, auf zahlreichen Bänken des Hauses, vor allem bei den ehemals neutralen Staaten und bei den englischsprechenden Delegierten mit lebhaftem Beifall bedacht. Auch Leon Vourgois, der als einzigster französischer Delegierter der Rede beiwohnte, klatschte Beifall. WTB Genf, 10. Sept. Die zweite bedeutsame Rede in der heutigen Nachmittagssitzung der Völkerbundsversammlung hielt der englische Staatssekretär des Innern Henderson. Er trat für ein enges Zusammenwirken zwischen den Völkerbundsorganisationen und dem internationalen Arbeitsamt ein, dessen wichtige Arbeit durch die lebhafte Unterstützung der anderem Organisationen im Interesse der Arbeiterklasse gefördert werden könnte. WTB Genf, 11. Sept. Im Laufe einer nicht öffentlichen Sitzung beschäftigte sich der Völkerbundsrat mit der Frage seines Untersuchungsrechts betreffend die Rüstungen gewisser Länder. Dem Rat ist in seiner Tagung vom vergangenen Juni hierüber ein Antrag der englischen Regierung zugegangen, der sich auf die Ausführung des dem Rat in dem Vertrag von Trianon St. Germain und Neuilly zuerkannten UnNur 1 Nk. 50 efg. kostet ein selbsegrbackener üchen nach folgenlom otPHCLept. „ e#n 101. wohnt Weis Zubereilung. ien Tei., tolt##n nach Relichen iunn odrnick ans und belegt gut gefett##e Randbieone damit. A's Belag verwender man entstei zuckertt Zweg#n eingezu kreteAptelschmitten 0er sonst des Gos. 1u das Obst sehr sattig, so Cein m. Warkmeni““ gantrn Tig reohlich mit S##n i werameer und twa Zurker— DieseRezept se üuf für zwei mitt. Isro##e Kuchen Verlang n Sie vallstandig Rezeprbücher in den Ge schäften wen vergeiffen urch Postkarte gratis r ko vo Dr. A. Oeller, Nährmitelsbrik, Bielefeld. schulden in der Höhe von rund 100000 Mark zu bezahlen, mein feierliches Wort gegeben, daß die Erbprinzessin von mir keinen roten Heller mehr zu erwarten hätte. Die Rechnungen wollte ich noch einmal bezahlen, die Spielschulden aber nicht, und damit basta. Nun, sie kennt mich und weiß, daß wirklich nichts mehr zu holen ist, wenn ich einmal mein Wort gegeben habe; sie zuckte mit den Achseln, lachte als ob ich ihr den größten Spaß erzählt hätte, und verduftete. Den Tag darauf, vor etwa vier Wochen, kam sie wieder angewirbelt: ob ich ihr nicht das berühmte Halsband zu einem lebenden Bilde leihen wollte, in welchem sie bei irgendeiner Wohltätigkeitsvorstellung stehen sollte. Gern habe ich ihr diesen Wunsch nicht erfüllt, weil ich das Halsband nicht aus den Händen geben mag, aber sie bettelte so sehr, daß ich schließlich nachgab, indem ich ihr den Schmuck dringend ans Herz legte. Ich habe ihn ihr dann durch meinen Haushofmeister in dem eigens dazu gefertigten Kasten zugesandt mit dem Befehl, ihn ihr nur persönlich abzugeben, damit ich sicher war, daß er in ihre Hände kam. Am Tage nach der Vorstellung sollte er mir zurückgebracht werden, was aber nicht geschah, mich jedoch bei der notorischen Fuselei und Unordnung meiner Schwiegertochter noch nicht beunruhigte. Als aber eine Woche verging, ohne daß ich das Halsband wieder hatte, schickte ich meinen Haushofmeister, es abholen zu lassen; statt des Schmuckes jedoch brachte er mir einen Brief der Frau Erbprinzessin, in welchen sie mir mit der größten Unverfrorenheit mitteilte, daß sie das Halsband um 100000 Mark verkauft habe! Ich trüge es ja doch nicht, und da ich mich gewelgert hätte, ihr diese Lappalie zu geben, was sie einfach für schmutzigen Geiz halte, so habe sie sich auf diese Weise eben zu der Summe für ihre Ehrenschulden verholfen.— Damit war ja nun für mich das Maß voll. Ueber meine Gefühle dabei will ich schweigen— dafür fehlen mir ohnedem die Worte. Natürlich setzte ich sofort alles in Bewegung, den mir so teuren Schmuck zurückzuerlangen und erfuhr zunächst wenigstens, an wen meine Schwiegertochter ihn verkauft hatte: nicht etwa an ein Museum, an einen Liebhaber oder Kenner, sondern ausgerechnet an ein ganz ordinäres Weib, eine„neue Reiche“, die Witwe eines einfachen Handwerkers, der seine kleinen Ersparnisse in Aktten auf eine Silbermine in Mexiko angelegt hatte. So lange er lebte, hatte er nichts davon, als das hübsch bedruckte Papier, das er sich trotz seiner Wertlosigkeit aber zum Andenken aushob; nach seinem Tode jedoch entwickelte sich die Mine plötzlich in ungeahnter Weise, und lieferte ungeheure Erträge. Ob auf eigene Inttiative oder wohlberaten, weiß ich nicht, kurz, die Witme kaufte nun alle ihr nur erreichbaren, bisher für wertlos gehaltenen Aktien auf, und wurde dodurch zur viettachen Milltenärtn. Sie zog nun and ihiem ammlichen Fäuschen in der Vorstadt in eln Pans. wo sie jetzt die große Dame spielt. Ihr Name ist—“ „Ktautwurschel“ fiel Hedwig ein.„Ich kenne sie. ich gebe ihr Unterricht—“ „Unterricht?“ niederholte die Fürstin ersunt„ um alles in der Welt, die Frau ist doch ungefähr so alt nie ich.- in was läßt sie sich denn unterrichten!“ „H. in vielen nützlichen Dingen— für ihre Laufbahn als große Dame,“ erwiderte Hedwig lachend. „Even jetzt z. B. lerne ich ihr— essen. Durchlaucht machen ein ungläubiges Gesicht, aber was unsereins eben in der Kinderstube lernt, ist für die gute Frau Krantwutscht zur Zeit noch ein Buch mit sieben Siegeln Sie soll ja sinanziell ein wahres Genie sein; Gesellschaftlich freilich ist sie noch reichlich unmöglich, aber sie ist sonst eine gute Seele und hat Humor. Mit dem Unterricht im Essen habe ich bis dato wesentliche Erfolge noch nicht erzielt; ich kann es ihr nicht abgewöhnen, mit dem Messer zu essen, dann damtt ins Salgfaß zu fahren, die Arme während der Fütterung aufzustemmen und die Kuchenkrümel mit naßgemachtem Finzer vom Teller aufzu.unlen. Sie leckt auch gelegentlich neh den Souceniöfse. ab und wischt sich den Mund mit dem Handrücken— dich ich bitte um Verzeihung, Duichlaucht unterbrochen zu haben.“ Durchlarcht aber winkte nur beruhigend mit der Hant, benn sie lachte so, daß ihr die Tecnen nos den Augen liefen. „Das ist ja zum Begraben!“ guttschte sie vor Vergnügen.„Gibt es denn so etwas? Ist es ein Ernährungszweig, alten Schchteln nachträglich Manieren einzupanken? Lieber Himmel, der Spruch hat schon recht:„Man wird alt wie eine Kuh, und man lernt immer noch dazu!" Liebes Fräulein von Harlaching, durch Ihre Unterbrechung sind wir gleich ein gutes Stück weiter gekommen, wie Sie gleich hören werden. Also besagte Frau Krautwurscht hat das Halsband,— wie und auf welchem Wege, durch wessen Vermittlung gehört nicht zur Sache— um hunderttausend Mark gekauft; ich schickte nun eine Vertrauensperson zu ihr, sie zu einem Rückverkauf an mich zu bewegen, was resulverlief: die alte Person, die doch sicher von dem ga gunnert des Schmuckes keinen blassen Schimmer hal, bestund darauf, ihn zu behalten, und damit Punktich, lo schwer es mir wurde, zu anderen Mitteln greifen. Ich schrieb ihr eigenhändig, indem ich sie darauf aufmerksam machte, daß mir das Halsband — gestohlen worden sei; falls sie also nicht darauf eingehen wollte, mir den Schmuckgegen die Erstattung der von ihr gezahlten Kaufsumme auszuliefern, würde ich mich genötigt sehen, sie wegen Hehlerei zu verklagen. Die Antwort durch die Hand ihres Sekretärs war kurz und bündig: sie habe das Halsband direkt aus der Hand Erbrinzessin gekauft; hätte diese das Ding durch eine Stage wohl büten, das der Welt durch solch ein große Gloce zu büngen und der Win dulcgh(elch einen Familienskandal eine nette Schadenfreude zu bereiten. Im übrigen dächte sie nicht oaran mir das Halsband zurückzugeben und stellte mir alle ferneren Schritte großmütig anheim. Nun ja, mit # auf den Familienskandal hatte sie freilich meine schwüche Seite berührt; ich scheue tatsächlich davor zurück; mithin war dieser Schuß ins Blaue geeiniger Ueberlegung erwiederte ich der Frau Krautwurscht, sie möchte die Konsequenzen gütigst ga#ertassen; falls die Klage gegen sie indes nicht sosen erfeige, möchte sie sich nicht in der Hoffnung wiegen, daß ich davon Abstand genommen hätte. Aber oder nicht, ich rechne mit Bestimmtheit darauf, den Schmuck in Bälde wieder in meinen Besitz zu bringen, machte nochmals darauf aufmerksam, daß er gestohlenes Gut und es von mir sehr entgegenkomu r echen wvenn ich den von ihr bezblten Betrag voll zuranerstutten wolle. „Und nun, liebes Fräulein von Hrlaching, komme ich auf meine Annonce: der darin erwähnte Streich besteht einfach darin, der Frau Krautwurscht gegen Zesssanguug Mark das entführen. Eine Hauptschwierigkeit gegen die Ausführung dieses notwendig gewordenen Gewaltaktes ist ja dadurch schon überwunden, daß Sie die Frau Krautwurscht schon kennen und Zutritt in ihrem Hause haben, was herbeizuführen also nicht mehr nötig wäre. Sind Sie bereit, diesen Auftrag gegen die ausgeschriebene Summe zu übernehmen?“ Hedwig war, als die Fürstin zu des„Pudels Kern“. kam, unwillkürlich aufgestanden, und stammelte nun blaß und bebend: tersuchungsrechts bezog. In Beantwortung einer Anfrage der Militärkemmissiog legt auf Antrag Lord Parmoors der Völkerbundsrat Wert darauf, genau festzustellen, daß die Rüstungen, zu deren Prüfung die Militärkommission aufgefordert würde, der Ausführung desUntersuchungsrechts angepaßt werden soll wie es ebenfalls im Vertrage von Versailles vorgesehen ist. Damit wird die gestrige Meldung des WTB aus Genf bestätigt, wonach die Arbeiten der Militärkommission sich bereits auf die Ausführung der Militärkontrolle in Deutschland erstrecken. WTV Genf, 10. Sept. Im Völkerbundsrat, der heute nach einwöchiger Pause wieder zusammengetreten ist, kam die Frage der Liquidierung des Besitzes der beiden Danziger Staatsangehörigen Schauer und Ruetzen durch die polnische Regierung zur Sprache. Nachdem die Frage der Zuständigkeit des Rates bereits früher durch die beiden Rechtssachverständigen Botella=Spanien und Muden=Schweden in bejahendem Sinne gelöst war, beschloß der Rat vor Eintritt in die Frage selbst die juristischen Sachverständigen, mit der Ausarbeitung eines Rechtsgutachtens zuerst zu betrauen um noch in dieser Tagung eine Entscheidung zu fällen. Morgen wird der Rat in die Behandlung der Frage der Ausweisung Danziger Staatsangehöriger aus Polen eintreten. Ausland. WTB London, 10. Sept. Reuter meldet aus Schanghai, infolge der gefährlichen Lage in Schanghai sind in den Nordbezirken 1200 britische, amerikanische, japanische und italienische Marinesoldaten gelandet worden. Außerdem sind in Schanghal die Freiwilligen mobilisiert worden. Nach Mitteilungen von dem Militärgouverneur von Tschekiang ist die zweite Armee von Tschekiang von 20000 Mann am 7. September morgens in Richtung Ihing vorgerückt. Gestern vormittag traf eine Meldung ein, daß die Tschekiangstreitkräfte nur 10 Meilen von Ihing entfernt seien, dessen Fall für heute erwartet wird. Das Hauptziel dieser Truppen bildet Tschangtschau, wo sich das Kiangsuhauptquartier befindet. WTB London, 10. Sept. Der diplomatische Berichterstatter des Daily Telegraph erfährt, daß zwischen London und Washington ein vorläufiger Meinungsaustausch über die Frage einer gemeinsamen Aktion der Mächte zur Wiederherstellung des Friedens und der Ruhe in China im Gange sei. WTB. London, 10. September. Renter meldet aus Schanghai: Die Franzosen errichteten Stacheldrahtsperren in den Straßen, die nach der chinesischen Stadt führen. WTB. London, 10 September. Renter meldet aus Sehanghai: Ischauglso Lin setzte die Konsuls der fremden Länder in Mukden amtlich davon in Kenntnis Lu Jung Hsgang zu unterstützen. In Stadt und Provinz Nanking wurde ein Kriegsrecht proklamiert. Die Versicherungsgesellschaften verlangten von den Mitgliedern der fremden Kolonien eine monatliche Versicherungsprämte von zwei Prozent für Kriegsschäden zu zahlen. Sie haben dabei gute Abschlüsse erzielt. Die Truppen von Tschiang Tsu können auch weiterhin noch wenig an Boden gewinnen, weil die Truppen von Tscheklang ihre Stellung fest in Händen halten. WTB Paris, 10. Sept. Der Berliner Berichterstatter des Echo de Paris, hatte eine Unterredung mit dem Reichsbankpräsidenten Dr. Schacht, in der dieser u. a. erklärte: Die Atmosphäre ist unbestreitbar besser. Ich habe jetzt volles Vertrauen in den Erfolg der 800=Millionen=Anleihe. Ein Scheitern dieser Anleihe hätte übrigens das Scheitern der Londoner Abmachungen bedeutet. Ich bedauere natürlich, daß die französischen Unterhändler sich nicht zur Räumung des Ruhrgebietes in einer lürzeren Frist entschlossen. In der ganzen Welt hätte man dann begriffen, daß Europa endlich in Frieden leben wollte. Die Ideale Owen Youngs erscheinen mir sehr vernünftig. Nach allem, was ich im Laufe der letzten Monate gesehen und gehört habe, ist Owen Young der Mann, der in keiner Weise beeinflußbar ist. Er hat den Willen den wirtschaftlichen Frieden wiederherzustellen und ich bin überzeugt, daß Owen Young keinerlei zärtliche Gefühle für Deutschland hegt, aber er hat ein Gefühl für die Gerechtigkeit. Der Generalagent für die deutschen Zahlungen und der Präsident der Emissions= bank sind dazu berufen, zusammenzuarbeiten. Ich bin davon überzeugt, daß unsere Arbeit jetzt in sehr befriedigender Weise vonstotten gehen wird. Auf die Frage, über die bevorstehenden deutsch-französischen Handelsvertragsverhandlungen erwiderte Schacht, ich bin überzeugt, daß die Wiederherstellung normaler wirtschaftlicher Beziehungen unerläßlich ist, um ein wahrhaftes Friedensgefühl aufkommen zu lassen. Ich bin auch nicht der Ansicht, daß ein solcher Handelsvertrag eine Schädigung für den englischen Handel bedeuten würde. oder andere Baum draufgeht, so soll das garnichts besagen. Im Wald glbt es noch genug Bäume. Waldund Wiesenblumen reiße man gleich büschelweise ab. Von dem Zeug steht geuug herum, und wenn man der Blumen überdrüssig wird, kann man sie la in den nächsten Straßengraben werfen. Pflückt man Grün von den Eichen und Buchen, so begnüge man sich nicht mit einigen Zweiglein, sondern reiße möglichst, ganze Aeste ab. Wenn schon, denn schon! Es kommt zwar vor, daß so verletzte Bäume verdorren und absterben daran können aber auch andere schuld gewesen sein! Olpe, 11. Sept. Goldenes Jubiläum des „Preußischen Standesamtes.“ Am 1. Oktober d. Is. jährt sich zum 50. Mal der Tag, an dem„Preußische Standesämter eingesetzt wurden(Gesetz über die Beurkundung des Personenstandes und die Form der Eheschließung vom 4. März 1874 Ges. S. S 95). VorAber leider treten diese Ausschüsse viel zu wenig oder überhaupt nicht zusammen. Heinrich Malworm, Bezirks=, Jugend=, Turn= und Spielwart. Wir haben die vorstehenden Darlegungen veröffentlicht, um dem Frieden auf dem Gebiete der Jugendpflege zu dienen. Denn die Jugendpflege braucht den Frieden! Herr Maiworm will gemeinsame Arbeit der Jugendführer; er betont, daß dem religiösen Moment in der Jugendpflege das Turnen usw. sich unterzuordnen hat, daß die körperliche Durchbildung der Jugend in der deutschen Turnerschaft eine hohe vaterländische Aufgabe ist; er wünscht persönliche Aussprache über strittige Punkte auf neutralem Boden, nämlich dem waren die Pfarrämter allein die Stellen, die den Jugendpflegeansschüssen. Das sind u. E. Vorüberhaupt urkundliche Register führten. Durch oben= schläge, die der Beachtung wert sind und auf Grund bezeichnetes Gesetz wurde jedoch der nötige Wandel, deren man zu einem befriedigenden Abschluß kommen im Hinblick auf die Stellung und das Aufstreben kann. Deutschlands geschaffen. Es wurden also„behördliche Standesämter“ eingesetzt. Großes haben die „Preußischen Standesämter“ geleistet. Der preußische, der deutsche Standesbeamte haben das Standesamt zu hohem Ansehen in der Welt gebracht. Mit berechtigtem Stolz darf es daher am 1. Oktober auf die verflossenen 50 Jahre zurückschauen. In dieser Zeit, wo sich Deutschland anschickt, wieder zu alten Ehren emporzusteigen, wird das„Standesamt" und seine tüchtige, pflichtgetreue Beamtenschaft tatkräftigst mitarbeiten. Und so wünschen wir ein weiteres Blühen und Gedeihen. Die erste Ernennung der Standesbeamten und ihre Stellvertreter für den Reg.=Bez. Arnsberg zum 1. 10 74 finden wir im Extra=Blatt zum 36. Stück des Amtsblattes der Königlichen Regierung zu Arnsberg von 1874. Für den Kreis Olpe finden wir da nachstehende Herren verzeichnet: 1. Olpe Stadt und Amt Olpe: Bürgermeister Halbfas. 2. Attendorn Stadt: Bürgermeister Heim. 3. Amt Drolshagen, umschließend die Gemeinden des Amtes: Standesbeamter: Amtmann Neuhaus Diese Friedensverhandlungen werden aber zweckmäßig bei Anwesenheit beider Parteien, also etwa in den genannten Ausschüssen geführt und nicht in endlosen Zeitungsartikeln. Förde, 11. Sept. In der unter Attendorn in Nr. 212 ds. Blts. erscheinenden Mitteilung über das am 7. Sept. in Attendorn stattgefundene Bundesschießen ist insofern ein Irrtum unterlaufen als es heißen muß: daß in der 1. Gruppe den 4. Preis nicht Jos. Schürmann in Attendorn, sondern Jos. Böhler in Förde errungen hat. Der Schützenverein Förde hat also bei Beteiligung von 80 Schützen von den 20 Preisen den 4., 6. und 10. Preis errungen. Drovinzielles Drolshagen, Beigeordneter Casimir Bone in Drols= anmittelbar aus der Nähe der Grube entnommer hagen, 1. Stellv. Lehrer Rötz das. 2. Stellv. 4, Amt ren, 55 Prozent und mehr Schwefel, dagegen die * Salchendorf, 9. Sept.(Untersuchung auf Schwefelgehalt.) Gelegentlich der starken Raucheinwirkung der Röstöfen der Grube Stahleisen hatte die Gemeinde an irgendeine Prüfungsstelle Gras= bezw. Heuproben zwecks Untersuchung des Schwefelgehaltes eingesandt. 34 Die Prüfung hatte ergeben, daß die Proben, welche WaP Meinerzhagen, 9. Sept. Schornsteinbauer mitsamt in Betracht schwesei entHier stürzte kürzlich ein Wenden, umschließend die Gemeinden des Amtes: ben der für die Raucheinwirkung nicht Standesbeamter: Amtmann Weingarten zu Wenden. kommenden Wiesen nur 7 bis 8 Prozent 1. Stellv. Beigeordneter Weingarten zu Wenden 1./bielten. Stellv. Bureaugehülfe Gustav Weingarten 2. Stellv. 5. Amt Attendorn, umschließend die Gemeinden des Holzwarenfabrik von Gebr. Groll der repariet werden Amtes: Standesbeamter: Amtmann Dahm zu Alten= sollte, ab. Der Bedauernswerte wurde mit dorn. 1. Stellvertreter Bürgermeister Heim zu Al=Becken= und Knieverletzungen ins Lüdenscheider Krautendorn, Kreisger. Sekretär, Richter zu Attendorn, kenhaus gebracht. 2. Stellv. 6. Standesamtsbez. Rahrbach umschlie=* Dillenburg, 9. Sept. Ein marokkanischer Serßend die politische Gem.(Amt Bilstein) Standesbeam= geant aus Dutsburg desertierte. Er wurde dieser WTB Dortmund, 11. Sept. Der Kampf im Baugewerbe beigelegt. Am Montag, dem 8. September, fanden unter dem Vorsitz des Reichs= und Staatskommissars Mehlich Einigungsverhandlungen statt. Es kam zu einer Einigung, der nunmehr beide Parteien zustimmten. Der Inhalt des Abkommens lautet: 1. Der Schiedsspruch vom 4. 9. 24 wird von den beiden Parteien anerkannt. Die Arbeit ist nach Möglichkeit wieder aufzunehmen. Maßregelungen finden nicht statt. 2. Der nach dem Schiedsspruch zu zahlende Lohn stellt sich wie folgt: ab 15. 9. 24 im Lohngebiet A: Maurer 0,78, Bauhilfsarbeiter 0,65, Tiefbauarbeiter 0,61. Im Lohngebiet B: Maurer 0.75, Bauhilfsarbeiter 0,61, Tiefbauarbeiter 0,53. Ab 2 Oktober im Lohngebiet A: Maurer 680, Bauhilfsarbeiter 0,68, Tiefbauarbeiter 0,61. Im Lohngebiet B: Maurer 0,76, Bauhilfsarbeiter 0,64, Tiefbauarbeiter 0,54. In den übrigen Lohngebieten entsprechend, wobei in den Randgebieten die Abslufung in prozentualem Verhältnis entsprechend der vorliegenden Regelung stattfinden soll. 3. Der Absatz 3 des Schiedsspruches fällt fort Berlin, 11. Sept. Der preußische Landtag tritt, wie nunmehr endgültig feststeht, am Dienstag, 23. September, nachmittags 3 Uhr, zu seiner 333. Sitzung zusammen. Auf der Tagesordnung slehen nicht weniger als 23 Punkte. WTB Genf. 11. Sept. Der Direktor des internationalen Arbeitsamtes, Albert Thomas, welcher nach den soeben abgeschlossenen Berner Verhandlungen zwischen den Arbeitsministern von England, Frankreich, Belgien und Deutschland über den Achtstundentag und die Ratifizierung der Washingtoner Konvention nach Genf zurückgekehrt ist, empfing heute vormittag die internationale Presse. Er sagte, der Achtstundentag werde bis heute noch nirgends strikte durchgeführt. In Deutschland allerdings sei bis 1923 streng an dem Achtstundentag festgehalten worden. Besondere Verhältnisse hätten aber es dann Ortsnachrichten aus dem areise Gipe. Regen Es regnet— regnet——, ungezählte Tropfen Mit leisen Fingern an mein Fenster klopfen, Der Sommergarten, der in Sonne lag, Blickt still und weinend in den trüben Tag. Und alles grau— des Sommers reiche Farben, In dunklen Schleiern eingehüllt, verdarhen— Tief auf dem Tal liegt bleich ein Nebelmeer, Der Wind treibt düstre Wolken vor sich her. Die roten Rosen sind herabgesunken, In tausend Tränen ist ihr Duft ertrunken, Und jedes weiche Blütenblättchen weint, Ob denn die Sonne niemals wieder scheint? Nur Dunst und Schatten auf den stillen Wegen, So müde schleicht das Leben durch den Regen— Mein Herz, das ganz in Sommerwonne lag, Blickt sonneseltend in den grauen Tag. E. v. Collani. 00 Olpe, 11. Sept.„Verhaltungsmaßregeln“ für Ausflügler. Es empfiehlt sich, im Wald und auf der Heide — oder wo man sonst einherwandert— möglichst viel Geräusch zu machen. Einige Autohupen oder Triller= pfeisen scheinen für diesen Zweck hervorragend geeignet Auf Leute, die sich im Wald aushalten, um die dort herrschende Ruhe zu genießen, braucht man keinerlei Rücksicht zu nehmen. An den Lagerplätzen lasse man nach Möglichkeit stets einige Andenken in Gestalt von abgelegten Käsepapieren, Wursthäuten und Sardinenbüchsen zurück. Derartige Utensilien verschönern das Landschaftsbild ungemein, und die nachher kommenden Spaztergänger freuen sich immer, wenn sie an den vorhandenen Religuten sehen, daß es anderen Zeitgenossen hier gut geschmeckt hat. Eine weitere Verschönerung des Landschaftsbildes besteht in der Kunst, große Herzen mit Namensanfängen in die Baumrinde zu schneiden. Ein sinniger Brauch! Wenn dabei der eine ter: Gem. Verordneter Peter Kaiser zu Rahrbach, Kommunalrendant Schulte 1. Stellv. Lehrer Wirth in Rahrbach, 2. Stellv. 7. Elspe umschließend die politische Gemeinde(Amt Bilstein) Standosbeamter: Gem.=Vorsteher Arens zu Elspe, Vorsteher=Stellv. Schötter in Elspe 1. Stellv. Post=Expediteur Jch. Funke in Elspe 2. Stellvertreter. 3 Bilstern, umschließend die politischen Gemeindmn Kiechve'schede und Förde: Standesbeamter: Amtmar zu Bilftein, Gemeindeverord. Schmelzer Stellv. Amtssparkassenrendant Kremer das 2. Stellv. 9. Saalhausen, umschließend die Gemeinden Lenne und Saalhausen: Gemeindevorst. Rameil zu Saalhausen, Vorst. Stellv. Schulte in Saalhausen, 1. Stellv. Lehrer Esleben das. 2. Stellv. 10. Kirchhundem, umschließend die Gemeinden Kohlhagen, Heinsberg Oberhundem und Kirchhundem: Standesbeamter: Amtmann Brüning zu Kirchhundem, Vorst. Stellv. Johann Kremer in Kirchhundem 1. Stellv. Bureaugehülse Heinrich Schmidt in Vasbach 2. Stellv. Drolshagen, den 10. Sept. 1924. Turnerschafts- und kirchliche Jugendvereine. (Ein Verschlag zu gemeinsamer Arbeit.) 1. Grundsätzliches. Wenn Jahns Werk eine Entwicklung genommen hat, die jeden Volks= und Vaterlandsfreund mit aufrichtiger Freude erfüllen muß, so dürften wir diese Tatsache in erster Linie dem großzügigen Gedanken zuschreiben, den Jahn mit seiner Forderung ausdrückte: Alle Stände und alle Konfessionen auf dem Turnboden vereinigt zu sehen. Wenn wir diesen Grundgedanken festhalten, und die Lage der deutschen Turnerschaft durchdenken, so müssen wir uns zu der Anschauung durchringen, daß deutsches Turnen in nach konfessionellen Gesichtspunkten abgegrenzten Zirkeln betrieben, als eine ideale Lösung des Problems nicht betrachtet werden kann. Ebenso wenig, wie man es verstehen würde, wenn unsere deutschen Krieger= und Feuerwehrvereine sich in die verschiedenen kirchlichen Richtungen auflösen wollten, ebensowenig kann deutsches Turnen unter dem Gesichtswinkel einer politischen oder kirchlichen Richtung betrachtet werden. 2. Die Eigenart der kirchlichen Jugendpflege. Im Vordergrund der Arbeit der kirchlichen Jugendpflege steht naturgemäß die Bewahrung der Jugendlichen durch religiöse Einwirkung. Diesem Ziel haben sich die anderen Teil des Arbeitsproblems, also auch das Turnwesen, unterzuordnen. Wir erkennen an, daß die Betonung ernster, christlicher Charakterbildung sehr anziehend und bewahrend auf manchen jungen Mann gewirkt hat und sind die letzten, die die segensreiche Arbeit in den Gesellen= und Jünglingsvereinen in Abrede stellen wollen. 3. Die Eigenart der Turnvereine. Bei uns ein anderes Ziel: Stärkung der Volks= und Wehrkraft, herbeigeführt durch vollkommene körperliche Durchbildung der Jugendlichen. Diese schafft die Grundbedindungen für den späteren Eintritt in die dem gleichen Ziele zustrebenden Frauen= und Männerabteilungen. Wenn wir so die ganze Arbeit unserer einzelnen Abteilungen überschauen, so sehen wir bei dieser großen Teilnehmerzahl die große Wahrscheinlichkeit der Erhaltung unserer Volkskraft. Es bahnt sich vor allem auch der Verkehr unter allen bürgerlichen Kreisen auf dem Turnboden an. Die Stärkung des Heimatgefühls und des vaterländischen Gedankens wird durch die Teilnahme an unserem großen Gau=, Kreisund Turnerschaftsveranstaltungen gefördert. 4. Die Möglichkeit eines Zusammenwirkens im Sinne des Ministerial=Erlasses vom 18. 1. 1911. Wir müssen es als unsere Aufgabe betrachten, die Herren Pfarrer und kirchlichen Jugendpfleger über unsere Arbeiten durch persönliche Aussprache usw. aufzuklären; um die Entwicklung, die das Jugendund Damenturnen zu nehmen scheint, in solche Bahnen zu lenken, die auf rein turnerischem Gebiete ein friedliches Zusammenwirken möglich macht. Es muß Aufgabe unserer Orts= und Kreisjugendpflegeausschüsse sein, unter Berücksichtigung der Eigenart der jeweiligen örtlichen Verhältnisse mit Ruhe und Geduld im Sinne einer Verständigung zu wirken. Tage von der hiesigen Polizei hier verhaftet., Ueber seine Uniform hatte er sich einen alten Drillanzug gezogen und sich unterwegs einen Hut erbettelt. Zurzeit befindet er sich in Schutzhaft auf der Wache, bis von der Regierung Nachricht eingelaufen ist, was mit ihm werden soll. * Orke bei Sachsenberg, 9. Sept. In unserem Orte haben die Ratten ein leinhalb Zentner schweres Schwein übersallen, von den Ohren aus das Gehirn Hartmann angefressen und getötet. Ein Nachbar hatte seinen Bilstein 1. Stall abgebrochen und viele Ratten waren übergesiedem Fabrikschornsteine der mit sich gebracht, daß von dem Achtstundentag abgewichen wurde. Durch die Berner Verhandlungen über die Frage der Ratifikation der Washingioner Konvention durch die vier großen Industrieslaaten sei ein wichtiger Schritt vorwärts getan. Deutschland werde eine Reihe von Zusicherungen erhalten, die nach seiner Ansicht auch Deutschland, die Annahme der Konvention ermöglichen werden. WTB. Berlin, 10. 9. Die Bergarbeiterverbände haben den Schiedsspruch über die Lohnregelung bei den südlichen Randzechen abgelehnt. Die Gruppe der Heizer, Maschinisten und Uebertagearbetter der christlichen Metallarbeiter lehnten den Schiedsspruch ebenfalls ab. Ta* Verberg, 9. Sept. Eine„Mars“= Einem bekannten hiesigen Spaßvogel ist ein origineller Scherz geglückt. Gegen Einbrechen der Dunkelhelt, als die Wolken jede Beobachtung am Sterneuhimmel verhinderten, verstel er auf den Gedanken, den Windvogel seiner Kinder steigen zu lassen und band dann an das untere Ende des Schweifes eine in den schönsten Farben schillernde Papierfackel. Herrlich erleuchtet und schön anzuschauen, zog sie kurz darauf am stockdunklen Himmel ihre Bahn, bald stärker, bald schwächer leuchtend, bald weniger, bald stärker bewegt. Der Mann band nun den Windvogel fest, ging auf die Dorfstraße und in die Schenken, um jeden auf das herrliche Naturwunder aufmerksam zu machen. Es dauerte gar nicht lange und schon war der„Mars“ entdeckt. Die Vermunderung über das herrliche Aussehen und schöne Natur=Schauspiel von seiten dieser „Fachlente“ war allgemein. Seitens der Landleute wurde sein Erscheinen zwar mit gemischten Gefühlen ausgenommen, well er doch von ihnen als die Urfache des schlechten Wetters angesehen wird. Als später der „Mars“ abging, zogen die Beobachter mit langen Gesichtern und ihren Fernrohren heim. Es ist selten ein mlose Scherz so erfolgreich gewesen; in der ganzen Gegend verursachte er viel Vergnügen. * Frankfurt a. M., 9. Sept.(Ein starkes Stück). In der Schuhindustrie verwendet man Korkschrott zu Sohleinlagen. Der Händler Heinrich Balzer hatte Korkschrott zu 8,80 Mark eingekauft und am gleichen Tage für achtzig Mark verkauft. Die Wucherabteilung des Amtsgerichts verurteilte B. zu sechs Wochen Gefängnis, umgewandelt in 500 Mark Geldstrafe und außerdem zu 150 Mark Geldstrafe. Sport. Spielvereinigung Olpe. Ballspielverein Plettenberg=Grüne 1. Els— Sp.=V. Olpe 1. Elf 3:4. Vom schönsten Fußballwetter begünstigt, fuhren unsere Spieler nach Plettenberg um gegen die dortige Elf ein Freundschaftsspiel auszutragen. Punkt Zeinviertel Uhr stellten sich die Unfrigen dem Unparteitschen. Jedoch spielt Olpe mit nur 10 Mann, dazu noch 3 als Ersatz. Plettenberg kommt daher gui auf und bringt unser Tor oft in Gefah:, aber die bekannte ist.klärt, und unterbindet jede Kombination des Gegners. Besser jedock arbeitei der Mittelstürmer von Olpe. Er versucht durch langes Flankenwechseln die 3 Stürmer immer von neuem vor das Plettenberger Tor zu bringen, was ihm auch gelingt. Der Erfolg kann nicht ausbleiben. Plettenberg kommt gut auf und, schon hängt der Ball im Netz, mit 1:1 werden die Seiten gewechselt. Nach Halbzelt nimmt Plettenberg das Spiel in die Hand und schon bald lautet das Resultat 321 für Plettenberg. Jetzt setzt die Olper Elf alles daran, um das Resultat zu bessern. Der Mittelstürmer übernimmt die linke Sturmselte und bringt das Tor des Gegners öfters in Gefahr durch sehr gute Vorlagen, die vom Halbrechten gut aufgenommen und eingedrückt werden. Der Schiedsrichter trennte beide Mannschaften beim Stande von 4:3 für Olpe. Jedoch sei erwähnt, daß die Olper Elf zuletzt voriges Jahr gespielt, mithin ihr altes Können noch nicht wieder erreicht hat. ] Am kommenden Sonntag wird die Elf in bester Aufstellung sich einmal wieder ihren Anhängern in Olpe zeigen, auf ihrem eigenen Sportplatz, den der Verein nach einhalbjähriger Arbeit nun fertiggestellt hat. Der Platz ist der größte und schönste des BezirLetzte Telegramme. WTB Berlin, 10. Sept.(Drahtb.) Nach einer Meldung der Zeit stattete der General Allen, der ehemalige Befehlshaber der ameri kes. Darum ihr Olper Sportanhänger: am kommenden Sonntag auf zum Kreuzberg! Wirtschaftliches Berlin, 10. Sept. Die Deutsch=Atlantische Telegraphengesellschaft hatte durch den Vertrag von Verkanischen Besatzung, Staatssekretär Maltzahn verloren. Den Bemühungen ihres als Vertreter des Reichsaußenministers sitzenden(des Geschäftsinhabers der Diskontogesellschaft) ist es jetzt gelungen, die Wiederherstellung eines einen längeren Besuch ab. min Berlin, 10. Sept. Zu den Widersprechenden Meldungen über die Notifizierung der Erklärung der Reichsregierung in der Kriegsschuldfrage erfahren wir folgendes. In der Kundgebung vom 29. August ds. Is. ist angekündigt worden, daß die Reichsregierung Anlaß nehmen werde, die Erklärung in der Kriegsschuldfrage den fremden Regierungen zur Kenntnis zu bringen. Da es aus technischen wie aus diplomatischen Gründen nicht möglich war, diese Notifizierung gleichzeitig mit der Abgabe der Erklärung vorzunehmen, mußte der hierfür erscheinende Zeitpunkt zunächst vorbehalten bleiben. In der Zwischenzeit ist an die Regierung eine Reihe von Wünschen und Anregungen insbesondere aus wirtschaftlichen Kreisen hinsichtlich der Form und des Zeitpunktesherangetragen worden. Das Reichskabinett wird Anfang nächster Woche nach Rückkehr des Reichskanzlers und des Außenministers zu einer Sitzung zusammentreten, um sich über die Form und der Notifizierung schlüssig zu werden. WTB Madrid, 11. Sept. Der amtliche Bericht über die Lage in Marokko lautet:„Die Stellung ist in der letzten Nacht geräumt worden. Die Spanier hatten dabei nur einen Verwundeten. General Primo de Rivera hat mitgeteilt, daß die Ausführung des vom Direktorium gefaßten Planes unter den besten Aussichten begonnen habe. direkten deutsch=amerikanischen Kabels von Emden über die Azoren nach Newyork zu sichern. Die Finanzierung erfolgt durch eine Obligationsanleihe, welche die Firma W. A. Harriman u. Co. in Höhe von 3,8 Millionen Dollar in den Vereinigten Staaten plaziert. Auch Frankreich beteiligt sich an der 800 Millionen=Anleihe. Nach Mitteilungen aus französischen Finanzkreisen ist darauf zu rechnen, daß mit etwa 40—50 Miltionen Goldmark an der 800 Millionen bezifferten Deutschland=Anleihe aus dem Dawesgutachten auch die französischen Bank= und Wirtschaftskreise sich beteiligen. Die nötigen Vorbereitungen sind bereits getroffen. Druck und Verlag: Verlagsanstalt H IX Ruegen verg, Olpe. Verantwortlich für die Gesamtr=daktior. I. V.: P. Hüttemann=Olpe; für den lokalen und provinziellen Teil, Feuilleton und Vermischtes: A. Rademacher=Olpe; für die Berliner Redaktion: J. B. Krauß, Berlin=Schöneberg; für den Reklamenund Anzeigenteil: Ed. Ruegenberg, Olpe. Der heutigen Aufla eunseres Blattes liegt ein Pro pekt der Firma Joh. Eicker& Co., Dieringhausen, bei, worauf wir unsere Leser besonders aufmerksam machen. Portige-Berten Füllkräftige Federn und Daunen, Bettbarchent echt fürkisch rol— ger. federndicht. Bekannt durch die seit über 50 Jahren erprobten guten Qaalitäten! 10s. Tühker! Wesll. Str. 42 UEFE Fernspr. 294 Am Sonntag, dem 14. Sept. dss. Is. von 11 Uhr vormittags bis 1 Uhr mittags hält der Schützenverein Bleche in der Nähe von Bleche ein Vogelschießen ab. Zur Vermeidung von Unglücksfällen wird hiermit vor dem Betreten des Weges von Bleche nach Lüdespert, so wie der in der Nähe dieses Weges gelegenen Fluren gewarnt. Drolshagen, den 6. Sept. 1924. die Polizei=Verwaltung: Der Amtmann. Regensburger Marien=Kalender Preis 60 Pfennig, Ruegenberg'sche Buchhandlung Bahnhofstraße. Olpe, Frankfurterstr. Sichtenstangen! Spitzenknstppel, 125 x 5/8 cm O dauernd gegen Kassa zu kaufen gesucht. wi11 H g. A. Hauses, Holzgeschäft, Rüsverwerk 5 Oberbundem i W Tüchtige Wärmer und Schraubendreher stellen sofort ein 112995 Ruegenberg'sche Eisenwerke, G. m. b. H., Olpe. verschiedener Marken wie Brennabor, Dürkopp usw. Besonders möchte ich hinweisen auf mein vorzügliches Angebot in Spezia=Rädern welche ausstassiert sind wie folgt: la. 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Donnerstag, Freitag und Samstag abends 8 Uhr wirdinder Rochuskapelle für die liebe Verstorbene gebetet. Schöne junge Ferkel hat abzugeben j12988 Johann Dornseiffer, Gerlingen, Kr. Olpe. Frischen Fisch, Roheßbückinge, Bratheringe Rollmops, neue holl Vollheringe empfiehlt j12992 Wwe. Joh. Liebler, Olpe. la, srischen Schellfisch a. bolländ. Salzheringe a. vollfette Holländer=, Schweizer- und Camenbert=Käse, a. frische kleine Einmachgurken empfiehlt 112994 Jos Feidmann, Olpe Nachruf. Der Akademische Verein„Grotenburg" erfüllt hiermit die traurige Pflicht, allen lb A. H. A. H. und V. B. v. B. mitzuteilen, daß sein lieber Vereinsbruder cand. mach. Tehannes Heuer am Dienstag, dem 9. September 1924, infolge einer Blinddarmoperation verstorben ist. Wir verlieren in ihm einen begeisterten Vereinsbruder, der durch sein offenes, heiteres Wesen unser aller Freundschaft erwarb. Er wird uns unvergeßlich sein! Hannover, den 9. September 1924. A. V.„Grotenburg I. A.: Hesse, f. 0. Hebrauche Ata— und Im Haus lieht's stete bei Dir wie Sonntag aus.— Mit Ara MMAing Nachruf. Gestern verschied nach kurzem Leiden unser lieber Turnbruder Johannes Heller. Wir verlieren in dem Entschlafenen einen treuen Freund, dessen wir stets gedenken werden. 112991 Olpe, den 10. September 1924. Turnverein Olpe. Den Mitgliedern wird zur Pflicht gemacht, sich an der Beerdigung zu beteiligen. kannst Du alle Sachen blihblank u. appetitlich machen. Zwei mit guten Schulzeugnissen versehene Jungen für Modellschreinerei bezw. leichte Werkstattarbeit gesucht. Zu erfragen in der Exp. ds. Bl. j12962 Ein fast neuer Damen-Winterhut zu verkaufen. Von wem, sagt die Geschäftsstelle ds. Bls. 112975 Raßschafte werden schnell u. sauber angefertigt. Garantie für gute Patzform. Heinr. Reperich, Schästemacherei, Olpe, Winterbergstr. 53. Schlosser= u. Klempnerarbeiten aller Art, Reparaturen landw. 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