OnnerinnPiyonevonenntl Altester Anzeiger für das Sauerland Das„S. V.“ erscheint jeden Werktag früh. Dermonatliche Bezugspreis beträgt 1.50 G.=M., die Einzelnummer kostet 10 G.=Pfg. Bestellungen nehmen alle Postanstalten entgegen. Störungen durch höhere Gewalt und Ausstand rechtfertigen keine Ersatzansprüche. Geschäftsstellen: Frankfurterstr. Nr. 16 und Bahnhofstr. Nr. 3.— Fernruf 2.— Postscheck=Konto Köln Nr. 10 158. Amtliches Kreisblatt des Kreises Olpe Gegr. 1840. Anzeigenpreise: 1 Millimeter Höhe im Ortoverkehr 8 Goldpfg., f. Auswärtige 10 Goldpfg. Reklamen 40 Goldpfennig: Offertengebühr 25 Goldpfg., umzurechnen nach dem am Tage der Zahlungen gültigen Berliner Dollar=Kurs Zahlbar bei Aufgabe, spätestens 3 Tage nachher, andernfalls Verzugszinsen berechnet werden. Eventuell gewährter Rabatt gilt nur als Kassen=Rabatt. Nr. 189 Oipe, Domerstag, den 16. August 1934 84. Jahrg. Die Besprechaugen der Deulschen alt den Veigiern und Franzosen. Um den Termin der Ruhrräumung und um ein deutsch=französisches Handelsabkommen. Die erste deutsch=französiseh=belgische Konferenz. genommen werden, daß die ganze Frage der Hanndan, 13 August.(Drahth.) Die hautige arste delspolitik Deutschlands in nächster Zeit eine NeureLondon, 13. August.(Drahtb.) Die heutige erste gelung erfahren wird. In englischen Kreisen glaubt effizielle französsch=belgischdeutsche Konferenz ist von man, daß die Konferenz Ende der Woche zu Endel entscheidender Bedeutung. Sie ist die erste wirkliche deutsch-französische Aussprache seit Friedensschluß. Alle brennenden Fragen werden erörkert werden: der Termin für die Räumung der Ruhr, die Militärkontrolle, die Sachlieferungen, die Grandsönz: für die Handelsverträge, die Wiedereinstellung der vertriebenen, vor allem der höheren Beamten. Alle drei deutsche Delegierte nehmen an der Konferenz keil. Am Abend kreten die großen 14 wieder zusammen. WTB London, 13. August.(Drahtb.) Nach Meldungen aus London begann heute vormittag 10.30 Uhr die Aussprache zwischen der deutschen, der französischen und der belgischen Delegation. Die deutsche Delegation wird hierbei durch Reichskanzler Dr. Marx, den Außenminister Dr. Stresemann und den Finanzminister Dr. Luther vertreten. Zur Besprechung kommt der gesamte Komplex der noch offen gelassenen Fragen: die militärische Räumung, die Militärkontrolle und die wirtschaftlichen Forderungen. WTB London, 13. August.(Drahtb.), Die Verhandlungen zwischen der deutschen, französtschen und belgischen Delegation haben heute vormittag 10.30 Uhr begonnen. Sie sind gegen 2 Uhr auf 5 Uhr mittags vertagt worden. Auf deutscher Seite nahmen daran teil, der Reichskanzler Marx, Außenminister Stresemann und Finanzminister Dr. Luther. Die für heute mittag angesetzte Sitzung des Rates der 14 ist abgesagt worden. Um 3 Uhr empfing der Reichskanzler ausländische Pressovertreier. Das entscheidende und wesentliche Stadium. WTB London, 13. August.(Drahtb.) Reuter erfährt, daß der heutige Tag wahrscheinlich das entscheidende und wesentlichste Stadium bringt, das die Reparationsfrage bis jetzt erreicht habe. Herriot und die belgischen Minister traten heute vormittag 10 Uhr 30 Minuten im Auswärtigen Amt mit Dr. Marx und Dr. Stresemann zu einer Besprechung zusammen. Wie verlautet, handelt es sich bei diesen Besprechungen um den Zeitpunkt der militärischen Räumung, die Militärkontrolle in Deutschland, das Problem der französischen Sicherheit und die Grundlagen für das in Aussicht genommene deutsch-französische Handelsabkommen. Anscheinend drücken die deutschen Delegierten darauf, daß das Datum der militärischen Räumung nicht über Januar 1925 hinausgezogen werde, während die Franzosen darauf bestehen, den Räumungstermin ungefähr ein den August 1925 oder noch später festzusetzen. Es scheint die Möglichkeit vorzuliegen, in dieser Frage zu einem Kompromiß zu kommen. In diesem Falle dürfte die Konferenz bald erfolgreich beendet sein. Militärische Räumung bis 51. Dezember 1924? 0 Paris, 13. August. Der Sonderberichterstatter des Intransigeant will wissen, daß in der Unterredung, die gestern zwischen Herriot, Macdonald, Marx und Dr. Stresemann stattgefunden habe, die GrundBelgisch=französische Meinungsverschiedenheiten über die Ruhrräumung. Uinien für die milstärische Räumung der Ruhr fesige, zosischer Industrie zu überschwemmen. legt worden seien. In unterrichteten Kreisen sei man habe darauf geantwortet, daß Frankreich Ueberzeugung, daß die Ruhr zum 31. Deder festen ueberzeugung, zember 1924 nicht nur von den zivilen Besatzungsbehörden, sondern auch von den Truppen völlig geräumt sein werde. Ein wichtiger Fortschritt in der Räumungsfrage. WTB London, 12. Aug. Evening Standard schreibt, ein wichtiger Fortschritt in der Richtung der Lösung der Frage der militärischen Räumung des Ruhrgebietes sei gemacht worden. Alle Parteien seien jetzt der Ansicht, daß die Konferenz vor Ende der Woche schließen werde. Das Blatt will erfahren haben, daß, wenn alles gut gehe, der Beginn der Ruhrräumung vor Ende des Jahres stattfinden werde. Verhandlungen über ein deutsch=französisches Wirtschaftsabkommen. WTB London, 12. August. Zu der von den Frauzosen aufgerollten handelspolitischen Frage und zu dem gestern, von Clementel überreichten Schriftstück hat die deutsche Delegation einen Gegenvorschlag übermittelt der sich von der französischen Auffassung im wesentlichen unterscheidet. Zwischen Clementel und Seydoux einerseits und Dr. Luther und Dr. Trendelenburg andererseits sind darüber Verhandlungen aufgenommen worden. Da, wie in Ententekreisen verlautet, von Belgten der Wunsch nach einem deutsch=belgischen Handelsvertrag ausgesprochen wurde, kann angehen werde. Auch bei einer schnellen Erledigung der Räumungsfrage dürfte die Herstellung eines Endprotokolls einige Zeit in Anspruch nehmen. Luther und Clementel London, 13. August.(Drahtb.) Der deutsche Finanzminister Luther hat gestern nachmittag eine zweistündige Unterredung mit dem französtschen Finanz= minister Clementel gehabt Der deutsche Finanzsachverständige Trendelenburg war bei der Unterredung zugegen; sie bezog sich auf die Voraussetzungen für die Unterzeichnung des französisch=deutschen Handelsvertrages..744=6n 85 Nach einer Havasmeldung wurde beschlossen, daß zwischen beiden Ländern bis zum Abschluß eines regelrechten Handelsvertrages ein modus vivendi zur Anwendung gelangen soll, dessen Umrisse in London noch vor Abgang der Konferenz festgelegt werden. Der Direktor im Pariser Handelsministerium, Serrus, ist mit der Abfassung eines Handelsvertragsentwurfes beauftragt und bereits nach London beordert worden. Serrus wird von Seydoux, dem Unterdirektor im Handelsministerium begleitet und mit dem deutschen Sachverständigen Trendelenburg konferieren. Ein prinzipielles Abkommen wird in London getroffen werden. Am 1. November werden deutsche und französische Bevollmächtigte in Paris zusammentreten, um den definitiven Handelsvertrag aufzusetzen. Der deutsche Gegenvorschlag zum Handelsvertrag. London, 13. August.(Drahtb.) Die deutschen Delegierten stellten dem gestern übermittelten Entwurf Clementel=Seydoux für den handelspolitischen modus vivendi heute einen Gegenvorschlag entgegen, der von dem französischen weit divergiert und zurzeit noch Gegenstand höchst schwieriger Verhandlungen ist, die auf deutscher Seite Luther und Trendelenburg führen. Der französische Entwurf sagt, daß diese Frage natürlich nicht mit der Frage der militärischen Räumung zusammenhänge, was zwar freundlich, aber nicht richtig ist. Immerhin ist dies doch symptomatisch für den immer deutlicher bekundeten Willen zur Versöhnlichkeit. Die Verhandlungen über das Handelsabkommen. Ueber die zweistündigen Verhandlungen, die gestern zwischen der deutschen und der französischen Delegation über die Frage des künftigen Handelsvertrages geführt wurden, melden die hiesigen Blätter: Es habe sich in der Hauptfache darum gehandelt, die Grundlinten eines modue vivendi=Abkommens festzulegen, das dem Abschluß eines definitiven Handelsvertrages vorangehen soll. Die Hauptschwierigkeiten habe die Frage der Zollfreiheit für die elsaß=lothringische Ausfuhr nach Deutschland gebildet. Zu Beginn der Verhandlungen hätten der Finanzminister Luther und der Staatssekretär Trendelenburg jede Konzession abgelehnt. Den Argumenten Clementels, der den Deutschen die Gefahr eines Wirtschaftskrieges mit Frankreich vor Augen geführt habe, sei es jedoch gelungen, eine leidliche Atmosphöre zu schaffen. Von deutscher Seite sei insbesondere geltend gemacht worden, daß Frankreich die Elsaß=Lothringen gewährten Vergünstigungen dazu benutze, Deutschland, das darüber keine Kontrolle habe, mit den Produkten franzu ühorschmemmen. Clementel bereit sei, sich mit einer Kontingentierung dieser Einfuhr abzusinden und Deutschland in dem künftigen Handelzvertrag entsprechende Kompensationen einzuräumen. Die von beiden Seiten mit großem Geschick geführte Aussprache habe immerhin zu dem erfreulichen Ergebnis geführt, daß die Verhandlungen über den Abschluß eines modus oivendi=Abkommens nummehr offiziell eingeleitet seien und daß man auf beiden Seiten den Wunsch habe, sie noch in London wenigstens in ihren Grundlinien, zum Abschluß zu bringen. Angesichte des technischen Charakters der zu behandelnden Fragen, ist man übereingekommen, ihre Vorbereitung einem Komitee deutsch=französischer Sachverständiger zu überlassen, dem von deutscher Seite außer Staats sekretär Trendelenburg zwei gestern von Berlin telegraphisch nach London beorderte Sachverständige, ven französischer Seite Seydoue und der Direktor im Handelsministerium, Serruys, angehören werden. Man hoffe, daß die Verhandlungen der Sachverständigen schon in dieser Woche zu Ende geführt werden können und daß die alliierten Minister noch in London zur Unterzeichnung des Abkommens gelangen werden. Wahrseheinlieber London, 13. August.(Drahtb.) Die Protokolle sind angenommen Die privaten Besprechungen mit Herriot über die Ruhrräumung schreiten fort. Es besteht große Hoffnung auf die Regelung der Eisenbahnerfrage. Samstag ist wahrscheinlich Schluß der Konserenz. WTB Paris, 13. August.(Drahtb.) Der Londoner Berichterstatter des Temps stellt erhebliche Meinungsverschiedenheiten zwischen der französischen und der belgischen Delegation in der Frage der militärischen Räumung des Ruhrgebietes fest. Theunis sei für eine sofortige Räumung und habe daraus kein Hehl gnmacht. Belgien verlange keinerlei Kompensationen als Gegenleistungen für diese Räumung: es stelle wenigstens keine dohingeyenden Forderungen auf. „Frankreich schränke zwar offiziell die Frist der weiteren militärischen Besetzung auf ein Jahr ein, möchte aber gern eine noch weitergehende Einschränkung in den Verhandlungen ausnutzen. Die beiden Vorschläge stimmen also keineswegs überein. Es sei einigermaßen natürlich, daß Theunis es Herriot überlasse, Verhandlungen mit den deutschen Ministern einzuleiten. Gestern abend erfolgte zwar anscheinend eine freimütige Aussprache zwischen Herriot und Theunis. Diese sei aber heute nach vier Wochen für eine wirksame gegenseitige Unterstützung Belgiens und Frankreichs ohne Zweifel zu spät. Dagegen glaubt der Sonderberichterstatter des Petit Parisien ohne Zweifel, daß die gestrige französisch=belgische Auseinandersetzung ein Zusammenarbeiten wieder ermöglichte. Herriot sprach mit Theunis und Hymans nicht nur über Räumung, sondern auch über die wirtschaftlichen Verhandlungen mit Deutschland. Es sei zu hoffen, daß Marx und Stresemann heute einem einheitlichen französisch=belgischen Problem gegenüber stehen würden Zur näheren Rennzeichnung des französischen Räumungsproblems schreibt Quolidien, wenn die Ruhrbesetzung nach Auffassung Herriots nicht von Bedingungen abhängig gemacht werden soll, so solle sie doch Konsequenzen nach sich ziehen. Diese Konsequenzen müssen politischer und wirtschaflicher Art sein. Auf politischem Gebiete handle es sich um die Wiederaufnahme der Militärkontrolle und um den Abschluß der deutschen Rüstungen. Deutschland müsse in London eine bestimmte Antwort auf die letzte Note der Botschafterkonferenz geben. In wirtschaftlichen Beziehungen müsse zwischen Frankreich und Deutschland ein Handelsvertrag zustande kommen, der in seinen maßgebenden Grundsätzen in London festzulegen wäre. Die Einleitung zu den Räumungsverhandlungen. WTB London, 13. Aug Wie der Sonderberichterstatter des WXB in Konferenzkreisen erfährt, sind die Verhandlungen über die Frage der militärischen Räumung eingeleitet durch die beiden Unterredungen, die Stresemann mit dem französischen Ministerpräsidenten Herriot hatte, die eine vor dessen Pariser Reise und eine andere gestern. Die Belgier haben sich bisher an den Verhandlungen nicht beteiligt. In den Vorbesprechungen zwischen Stresemann und Herriot wurde in der Ruhr= und Eisenbahnfrage eine gewisse Klärung erzielt insofern, als die Auffassungen darüber ausgetauscht wurden, was beide Parteien zugestehen könnten. Die offiziellen Verhandlungen zwischen den Delegationen Deutschlands und Frankreichs werden morgen vormittag beginnen. Was die Frage der Eisenbahner anbelange, so werde in Konferenzkreisen angenommen, daß die englische Zeitungsmeldung, daß für beide Parteien eine befriedigende Lösung gefunden werden könne, sich mit den Tatsachen im Einklang befände. Frankreich schlägt eine Konferenz zur Verteilung der deutschen Zahlungen vor. WTB Paris, 13. August.(Drahlb.) Die französische Delegation brachte den Vorschlag ein, der auf den Zusammentritt einer Konferenz zur Verteilung der deutschen Zahlungen abspielt. Der Vorschlag wird in der neuen Vollsitzung der Konferenz am Donnerstag Vormittag verhandelt werden. Er lautet: „Die alltierten Regierungen beschließen, daß alsbald nach Abschluß der Konferenz eine neue Konferenz der Finanzminister in Paris zusammentrete, 1. um die Verkeilung der von deutscher=Seite am 11. Januar 1923 verlangten Zahlungen einschließlich des Rettoertrages, den Frankreich, Belgien und Italien seit dem 11. Januar 1923 hüten, sowie ferner die Verteilung der von Deutschland seit der Aufnahme der Tätigkeit des Generalagenten für die Reparationszahlungen und während der ersten Jahre des Sachverständigenberichtes erzielten Leistungen zu regeln und 2. die durch Art. 1 des Finanzabkommens vom 11. 3. 1922 für die Jahre 1922 und 1923 vorgesehen Verrechnungen vorzunehmen. Loucheurs Cätigkeit in London. WTB Paris, 13. Aug. Wie Havas aus London meldet, hatte der ehemalige Minister Loucheur, der sich zurzeit in London befindet, heute vormittag eine Unterredung mit dem Finanzminister Clementel und dem Ministerpräsidenten Herriot. WTB Paris, 13. August.(Drahtb.) Der Sonderberichterstatter des Matin in London glaubt zu wissen, daß Loucheur den Ministerpräsidenten Herriot über die Eindrücke unterrichtet habe, die die Londoner Verhandlungen bisher im Parlament insbesondere in der aus 40 Abgeordneten bestehenden radikalen Linken der eigenen Parteien Herriots hinterlasserr habe. Der allgemeine Eindruck gehe dahln, daß Herrlot, nachdem er in der Frage der Räumung ste iseete ule iu un eschne ehe Punkten nachgegeben habe, notgedrungen den Handelsvertrag und ein Abkommen über die interalliierten Schulden jetzt nach Paris bringen müsse, ersteren als Gegenleistung für die Konzession an Deutschland, letzteres für die Konferenz an London. Die Reise des französischen Arbeitsministers. WTB Paris, 13. Aug. Ueber die Reise des französischen Ministers für öffentliche Arbeiten nach London ist folgende Mitteilung ausgegeben worden: Der Ministerpräsident hat den Minister für öffentliche Arbeiten nach London berufen, wo er über die Fragen im Zusammenhang mit der französisch=belgischen Eisenbahnregie im Rheinland und der Rückgabe der von den Allierten direkt betriebenen Industrie= und Bergwerksunternehmungen verhandeln soll. Der Minister hat Paris in Begleitung höherer Beamter der Eisenbahndirektion heute vormittag verlassen. Die Dienstagsarbeit. WTB London, 12. Aug. Nach den letzten Meldungen ergab sich heute vormittag im Rate der 14 Hauptdelegierten eine Meinungsverschiedenheit, da die deutschen Minister mit einigen Bestimmungen des Berichts der dritten Kommission über den Transfer der Reparationen unzufrieden waren. Die Frage wurde abermals an die Sachverständigen verwiesen. Theunis frühstückte mit Macdonald, der danach eine Besprechung mit den deutschen Delegierten hatte. Die Vollversammlung der Konferenz, an der auch die Delegierten der Kleinen Entente teilnehmen, ist heute nachmittag zusammengetreten. Die Vollsitzung des Dienstag. WTB London, 12. August.(Drahtb.) Der amtliche englische Funkdienst meldet: Eine Konferenz der alliierten und amerikanischen Delegationen wurde heute nachmittag unter dem Vorsitz Macdonalds abgehalten. Sie dauerte eineinhalb Stunden. Str Edward Walton, Oberkommissar von Britisch=Südafrika, war als Reichsvertreter zugegen. Der britische Premierminister berichtete, daß die verschiedenen Ausschüffe zufriedenstellende Fortchritte in ihrer Arbeit gemacht hätten, und erklärte, daß mit Ausnahme von zwei oder drei Punkten alle diese Arbeiten beendet seien. Er glaube, daß nur noch eine solche Versammlung der alltierten Delegierten vor der nächsten Vollsitzung mit den Deutschen notwendig sein werde. Er gab der Hoffnung Ausdruck, daß diese Vollsitzung die Beendigung der Arbeiten bedeuten werde Die Konferenz nahm Kenntnis von den Berichten der Ausschüsse, billigte alle Punkte und die verschiedenen Abänderungen und Zusätze, die gemacht wurden, seitdem die Deutschen an den Besprechungen teilnehmen. Die meisten dieser Aenderungen sind bereits bekannt. Von besonderem Interesse war die Zusatzbemerkung zu dem Bericht des ersten Ausschusses, der bestimmt, daß die Bezeichnung„vorsätzliche Verfehlung“ in dem Sinne gemeint ist, wie sie der britische Premierminister im Unterhause am 5. August gebraucht hat, und die klar erkennen läßt, daß ein überlegtes und absichtliches Verschulden mit dieser Redewendung gemeint ist, wo immer in den Dokumenten sie gebraucht wird. Außerhalb der Konferenz hat dem Vernehmen nach die Erörterung der Frage der militärischen Räumung des Ruhrgebietes während des ganzen Tages fortgedauert, ohne daß bisher über deren Ergebnis etwas Endgültiges bekannt ist. Die Verteilung der deutschen Jahlungen. Paris, 13. August.(Drahtb.) Eine Plenarsitzung der Konferenz hat gestern um 4 Uhr stattgesunden. Besprochen wurden die Berichte der verschiedenen Kommissionen; sie gelangten zur Annahme, ausgenommen einige noch unentschiedene Punkte. Die französische Delegation hat eine Resolution eingebracht, die die Einberufung einer Konferenz zur Verteilung der von Deutschland geleisteten Zahlungen vorsieht. Der Vorschlag wird im Laufe einer erneuten Plenarsitzung Donnerstag früh zur Sprache gelangen. Nach dem Londoner Havasvertreter ist man in Konferenzkreisen der Auffassung, daß eine oder zwei interalliierte Plenarsitzungen und eine einzige internationale Pienarsitzung ausreichen müßten, um die Arbeiten der Konferenz zu einem definitiven Abschluß zu bringen. Die Resolution der französischen Abordnung folgenden Wortlaut: hat Die verbündeten Mächte beschließen, daß eine Konferenz der Finanzminister in Paris unmittelbar nach Beendigung der Londoner Konferenz zusammentritt erstens zwecks Regelung der Verteilungsmodalttäten der seit dem 11. Januar 1923 von Deutschland geleisteten Zahlungen unter Einbeziehung des Rettogewinnes, den Frankreich, Belgien und Italien seit dem 11. Januar 1923 erzielt haben, ferner, um die Verteilung der Beträge zu regeln, die Deutschland von dem Augenblick ab, an dem der Generalagent für die Reparationszahlungen sein Amt tatsächlich angetreten hat, und während der ersten Jahre der Anwendung des Sachverständigenberichtes auszuführen haben wird; zweitens, um das Finanzabkommen vom 11. Januar 1925 ab kraft Artikel 1 für die Jahre 1922 und 1923 in Anwendung zu bringen. Die Ergebnisse der Arbeiten der Konferenz in diesem Punkte werden der Reparationskommission mitgeteilt werden. Das Finanzabkommen von 11. März 1922 bezieht sich auf die Rückerstattung der Besatzungskosten der amerikanischen Truppen. Der Staatssekretär Mollon, der sich zurzeit= in Schottland aufhält, wird eingeladen, an der Konferenz der alltierten Finanzminister teilzunehmen. Die Hoffnung auf baldiges Ende der Konferenz. WTB Paris, 13. Aug. Dem Sonderberichterstatter von Havas in London zufolge wird nicht damit gerechnet, daß die Konferenz vor Sonnabend zu Ende geht. Beim Abschluß der Arbeiten werde Macdonald in einer offiziellen Sitzung seine Freude darüber###1 Ausdruck bringen, daß es in London gelungen sei, eine Aera des Friedens und der Arbeit zu eröffnen und gleichzeitig anerkennen, daß noch zwei Fragen von hervorragender Wichtigkeit ungeregelt seien, die Entwaffnung Deutschlands und die Regelung der interalliierten Schulden. Die Sachverständigen, die die Konferenz über die interalliierten Schulden im Herbst vorbereiteten, würden in London bereits bestimmt werden. WTB London, 13. Aug. Der amtliche englische Pressedienst meldet: Macdonald sprach in der gestrigen Konferenz der alliierten und amerikanischen Delegation die Hoffnung aus, daß die Vollsitzung die Beendigung der Konserenzarbeiten bedeuten werde. In der Konferenz wurden alle seit der Anwesenheit der Deutschen in London getroffenen Abänderungen und Zusätze gebillig:. Von besonderem Interesse ist eine Zusatzbemerkung zu dem Bericht des ersten Ausschusses, die bestimmt, daß die Bezeichnung„vorsätzliche Verfehlung" immer im Sinne eines überlegten und absichtlichen Verschuldens gemeint ist Ueber die Fratze der militärischen Räumung, die den ganzen Tag über erörtert wirde, liegt noch kein endgültiges Ergebnis vor. macdonald besucht Stresemann und Luther. London, 13. August.(Drahtb.) Nach dem Newyork Herald hat Ramsay Macdonald gestern abend Stresemann und Luther einen Besuch in der Downing Street abgestattet. Ramsay Macdonald war über den Verlauf der Unterredung offenbar sehr zufrieden. Beim Abschied unterhielt man sich einige Augenblicke auf der Schwelle. Macdonalds Vertrauen zu Deutschland. WTB London, 12. Aug. Star zufolge hegt der britische Erstminister nicht die geringsten Zweifel, daß die Deutschen bereit sind, die Bedingungen des Dawesberichts durchzuführen. Er vertraue vollkommen darauf, daß bis Ende Januar nicht ein britischer Soldat jenseits des Rheins erforderlich sein werde. Das Ansehen des Reichskanzlers. London, 13. August.(Drahtb.) Gestern hat Marx mit Herriot und Theunis gefrühstückt. Es wird hier rationskommission jedesmal dann vertreten zu lassen, wenn von dem Sachverständigenplan die Rede sei. Das bedeutet nach Ansicht des genannten Berichterstatters, daß der amerikanische Staatsbürger ständig in der Reparationskommission anwesend sein werde. Die Bedenken der Deutschnationalen. Die Rechtspresse veröffentlicht eine Zuschrift aus Kreisen der deutschnationalen Reichstagsfraktion, in der es heißt: Von zahlreichen in Berlig auwesenden Mitgliedern der deutschnationalen Reichstag;fraktion wird die Entwicklung der Verhandlungen in London mit wachsender Sorge verfolgt. Es liegt die Gefahr vor, daß man keine Verbesserung der Sachverständigenvorschläge erreicht, sondern sogar noch in eine Verschlechterung einwilligen wird Bei allen Besprechungen wurde mit großem Ernst darauf hingewiesen daß die Stellung der deutschnationalen Reichstagsfraktion durch die von ihr beschlossenen 7 Punkte endgültig festgelegt worden sei. Eine Lösung, die diesen unverzichtbaren Forderungen nicht entspricht, wird die Zustimmung der Deutschnationalen Volks partei nicht finden können. De Margerie wieder in Berlin. Berlin, 13. August.(Drahtb.) Der französische Botschafter de Margerie ist gestern nach Berlin zurückgekehrt und hat die Leitung der französischen Botschaft wieder übernommen. Der Wortlaut des zwischen der deutschen Delegation und der Repko abgeschlossenen Abkommens. WTB London, 12. Aug. Das zwischen der deutschen Regierung und der Reparationskommission abgeschlossene Abkommen hat folgenden Wortlaut: In dem Wunsche, die Ausführung des Planes für nach die Erfüllung der Reparationsverpflichtungen und an2 deren finanziellen Verpflichtungen Deutschlands nach dem Vertrage von Versailles, wie er von dem ersten von der Reparationskommission ernannten Sachverständigenkomitee am 9. April 1924 der Reparations kommission vorgelegt worden ist, zu sichern— dieser Plan wird in dem Abkommen als Sachverständigenplan bezeichnet—, und in dem Wunsche, das Funktionieren des Sachverständigenplanes dadurch zu erleichtern, daß diejenigen zusätzlichen Abmachungen, wie sie zwischen der deutschen Regierung und den alliierten Regierungen auf der gegenwärtig in London abgehaltenen Konferenz noch vereinbart werden könnten, sobeit sie Gegenstände betreffen, die zur Zuständigkeit allgemein festgestellt, daß die Persönlichkeit des ge der Reparationskommission einerseits und der deutschen genwärtigen Reichskanzlers Marx einen unvorherge- Regierung andererseits gehören, in Kraft gesetzt wersehenen günstigen Faktor bei den gegenwärtigen Ver= den, vereinbaren die vertragschließenden Parteien handlungen darstellt Dieser eine Punkt tritt überall zutage. Marx ist besonders bei den Engländern beliebt, die ein unleugbares Verständnis für die Lauterkeit seines Charakters und seiner Gesinnung haben. Französischer Kabinettsrat. WTB Paris, 13. August.(Drahtb.) Heute nachmittag findet ein Kabineltsrat statt, in dem Zeitpunkt für den Wiederzusammentritt der Parlamente festgelegt werden soll. Nach dem Matin treten Kammer und Senat am 20. August 1924 zusammen. Rabinettssitzung in Berlin. 0) Berlin, 13. Aug. Die in Berlin verbliebenen Mitglieder des Reichskabinetts traten laut Tageblatt gestern zu einer Besprechung der schwebenden Fragen zusammen. Die Aussichten der Reparationsanleihe in Amerika. Newyork, 13. August. Der amerikanische Bankier Otto Kahn, bei seiner Rückkehr aus Europa über die Zukunft der deutschen Anleihe befragt, sagte nach einem Kabeltelegramm der Frkf. Zig. voraus, daß die Anleihe schon in der allernächsten Zeit untergebracht sein werde. Edgar Cisson, der Vizepräsident der Bankers Trust Co. erklärte:„Meiner Ansicht nach wird die ganze Angelegenheit binnen 14 Tagen geregelt sein. Die Aussichten sind sehr hoffnungsreich.“ Ständige Anwesenheit des Amerikaners in der Repko. WTB Paris, 13. Aug. Nach dem Londoner Sonderberichterstatter des Temps hat der arserikanische Vertreter, Botschafter Kellogg gestern erklärt, daß die Vereinigten Staaten beabsichtigen, sich in der Repafolgendes, wobei die Reparationskommission nicht nur in Ausübung ihre: Rechte handelt, die sie durch den Versailler Vertrag erhalten hat, sondern auch in Ausübung ihrer Vollmachten, die ihr durch die auf der oben angegebenen Konferenz vertretenen alliierten Regierungen inbezug auf alle im Sachverständigenplan behandelten, aber nicht im Teil 8 des Versailler Vertrags enthaltenen Zahlungsverpflichtungen verliehen wurden, die Deutschland auferlegt worden sind: 1. Die deutsche Regierung verpflichtet sich, alle geeigneten Maßnahmen zu treffen, um den Plan der Sachverständigen in Wirksamkeit zu setzen und sein dauerndes Funktionieren zu sichern. Insbesondere wird die deutsche Regierung a) alle notwendigen Maßnahmen treffen, um die Gesetze und Verordnungen, insbesondere die Gesetze betreffend die Bank, die Reichsbahn= und Industrieobligationen, die zu diesem Zweck erforderlich sind, in der von der Reparationskommission genehmigten Form zu verkünden und ihre Durchführung zu sichern; b) alle Bestimmungen anwenden, die in der Anlage 1 hinsichtlich der Aufsicht über die verpfändeten Einnahmen zum Zwecke der Sicherung der Jahresleistungen des Sachverständigenplans und hinsichtlich anderer Gegenstände enthalten sind. 2. Die Reparationskommission verpflichtet sich ihrerseits, alle geeigneten Maßnahmen zu treffen, um den Plan der Sachverständigen in Wirksamkeit zu setzen und sein dauerndes Funktionieren zu sichern, insbesondere a) die Ausgabe der deutschen Anleihe, wie sie im Sachverständigenplan vorgesehen ist, zu erleichtern; b) alle Aenderungen finanzieller und technischer Art vorzunehmen, die notwendig sind, um dem Sachverständigenplan volle Wirksamkeit zu geben 3. Die deutsche Regierung und die Reparationskommission verpflichten sich a) soweit das innerhalb der beiderseitigen Zuständigkeit liegt, diejeingen zusätzlchen Abmachungen auszuführen, die zwischen der deutschen Regierung und den auf der gegenwärtigen Londoner Konferenz vertretenen alltierten Regierungen noch abgeschlossen werden sollten, einschließlich aller Bestimmungen, die möglicherweise vereinbart werden, um den Sachverständigenplan in Wirksamkeit zu setzen oder Aenderungen ubezug auf die Einzelhe##en für das Funktionieren des genannten Planes vorzunehmen. Diese zusätzlichen Vereinbarungen sollen, sobald sie abgeschlossen sind. in Form einer zweiten Anlage der Urkunde beigegeben werden und sollen zur Unterzeichnung von zure: Milgliedern der Reperationskommission und von zwei gehörig bevollmächtigten Vertretern der deutschen Regierung bescheinigt werden. b) Alle Meinungsverschiedenheiten welche zwischen der deutschen Regierung und der Reparationskommission inbezug auf die Auslegung dieser Vereinbarung und ihrer Anlagen oder des Planes der Sachverständigen oder der deutschen Gesetzgebung, wie sie zur Ausführung des Sachverständigenplanes erlassen wird, sollen der schiedsrichterlichen Entscheidung und nach Methoden, wie sie die genannte Londoner Konferenz für die Frage der Auslegung des Planes den die Sachverständigen festlegten, unterbreitet werden. Durch diese Abmachungen werden die Bestimmungen über eine schiedsrichterliche Entscheidung, wie sie in dem Plan der Sachverständigen oder in einer der zugehörigen Anlagen oder in der deutschen Gesetzgebung vorgesehen sind, nicht berührt. 4. Sollte auf der Londoner Konferenz zwischen der deutschen Regierung und den alliierten Regierungen für die Inkraftsetzung des Sachverständigenplanes keine Uebereinstimmung erzielt werden, so wird die gegenwärtige Vereinbarung nichtig. London, 9. August 1924. Für die Reparationskommission: Louis Barthou, John Bradbury, Salvago Roggi, Leon Delacroix. Für die deutsche Regierung: gez. Dr. Marx. Rücksicht auf die Vorfälle an der Grenze worden. getroffen Ausland. Die ägyptische Bewegung gegen England. Aegyptische Cruppen gegen englisches Militär. WTB London, 13. Aug. Reuter meldet Kairo: Ein Bataillon ägyptischer Soldaten, das bei Atbura im Sudan mit Eisenbahnarbeiten beschäftigt wor, griff den englischen Kavallerieposten mit Steinwürfen an. Die Engländer gaben Feuer, wobei sie 10 Angreifer töteten und 9 verwundeten. Die aufsässigen Radetten WTB London, 13. Aug. Reuter. Nach hier eingetroffenen Meldungen veranstalteten die Kadetten der Militärschule Kortum mit Gewehren einen Zug durch die Stadt. Ihnen solgte eine große Menschenmenge, die von der Polizei rasch zerstreut wurde. Die Kadetten, die sich weigerten, ihre Waffen abzugeben, wurden von einer Kompagnie britischer Truppen umzingelt, entwaffnet und verhaftet. Die Gärung im Sudan. Auch in Port Sudan veranstaltete die Mannschaft eines ägyptischen Eisenbahnbataillons eine Kundgebung. Ein britisches Bataillon ist nach dem Sudan zur Verstärkung der dortigen britischen Truppen entsandt worden. Ernste Lage im Sudan. Evening Standard schreibt, eine Reihe von Ausschreitungen und Kundgebungen, die von ägyptischen Agitatoren organisiert worden seten, hätten im Sudan eine ernste Lage geschaffen. In maßgebenden Kreisen, sei man der Ansicht, daß diese Entwicklung die bevorstehenden Verhandlungen zwischen der britischen Regierung und Aegypten beeinträchtige. Das alte Pulversaß. Grlechenland und Jugoslawien gegen Bulgarien. Paris, 12. August.(Drahtb.) Die Pariser Blätter berichten von militärischen Aktionen Griechenlands und Jugoslawiens gegen Bulgarien. Die jugoslawische Regierung konzentrierte Truppen an der bulgarischen Grenze, und die griechische Salonikiarmee sei durch zwei Divisionen aus Athen verstärkt worden. Dese militärischen Maßnahmen sind angeblich mit don um eine Woche vertagt. Die Einstellung der türkisch=bulgarischen Verhandlungen WTB London, 13. Aug. Nach Blättermeldungen aus Konstantinopel berichtet eine amtliche Mitteilung die Einstellung der türkisch=bulgarischen Verhandlungen in Angora und die Tatsache, daß es nicht gelungen sei, eine Vereinbarung über die Luge der Bulgaren in Ostthrazien zu erzielen. Eine amerikanische Anleihe für Japan. WTB Newyork, 13. Aug. Durch Funkspruch. Die National=City=Bank kündigt die Ausgabe einer sechsprozentigen Anleihe von 22 Millionen Dollar in zwölf Teilen für die industriellen Werke in Japan an. Die Anleihe läuft auf drei Jahre, sie ist von der sapanischen Regierung bedingungslos garantiert und wird mit 99einviertel Prozent aufgelegt. WTB Newyork, 13. Aug. Durch Funkspruch. New York World meldet zu der japanischen Anleihe: Der Anleihevertrag bestimmt, daß die Anleihe in Kriegswie in Friedenszeiten ohne Rücksicht auf die Nationalität des Stückbesitzers rückzahlbar ist. Diese ungewöhnliche Festsetzung geht vermutlich auf has amerikanische Verbot der japanischen Einwanderung zurück und drückt die Befürchtung der amerikanischen Geldgeber aus, daß ein Krieg zwischen den Vereinigten Staaten und Japan in Zukunft nicht außerhalb des Bereiches der Möglichkeit liegt. Ein schweizer Einreiseverbot„für Russen. Nach einer Meldung der Vossischen Zeitung aus Zürich hat der schweizerische Bundesrat ein allgemeines Einreiseverbot für russische Staatsangehörige erlassen. Deuschland. Aus dem Auswärtigen Amte. WTB Berlin, 13. Aug. Der Oberregierungsrat in der Presseabteilung der Reichsregierung und ordentlicher Honorarprofessor der Universität Kiel Oswald Schneider wurde zum vortragenden Legationerat und Dirigenten in der Personalabteilung des Auswärtigen Amtes ernannt. Legationsrat Will Gesandter für Mexiko. Berlin, 13. August.(Drahtb.) Der bisherige politische Referent für Süd= und Mitteleuropa im Auswärtigen Amt. Vortragender Legationsrat Will, ist zum Gesandten in Mexiko ernannt worden. Der Posten war durch das im September vorigen Jahres erfolgte Ableben des Gesandten Graf Montgelas freigeworden. Der ursprünglich in Aussicht genommene Leiter der Ostasienabteilung im Auswärtigen Amt, Ministerialdirektor Knipping, ist wegen Abwickelung von Verhandlungen aus seinem bisherigen Tätigkeitsbereich noch nicht abkömmlich. Die Sowjetregierung bei der Verfassungsfeier in Moskau. Moskau, 12. Aug. Zu dem gestrigen Empfang in der deutschen Botschaft anläßlich des Jahrestages der Weimarer Verfassung war Tschitscherin mit den Mitgliedern des Kollegiums des Volkskommissariats des Auswärtigen und das diplomatische Korps erschienen. Der Glückwunsch der Griechen. WTB Athen, 12. August.(Drahtb.) Aus Anlaß des deutschen Nationalfeiertages stattete der Außenminister dem deutschen Geschäftsträger einen Gratulationsbesuch ab. General Calles nimmt Aufenthalt in Berlin. Berlin, 12. August.(Drahtb.) Der neugewählte Präsident der mexikanischen Republik, General Calles, wird am 19. August in Cuxhaven eintreffen. Der Präsident wird sich von dort nach Berlin begeben und hier mehrere Wochen Aufenthalt nehmen. Der Besuch des Präsidenten hat keinen offiziösen Charakter, da er sein Mandat als Präsident der mexikanischen Republik erst am 1. Dezember 1924 übernimmt. Die neuen Micumverhandlungen um eine Woche vertagt. WTB Berlin, 12. August.(Drahtb.) Die für heute in Düsseldorf angesetzten Verhandlungen über eine Verlängerung des Vertrages zwischen der Micum und dem Zweckverband der Metallindustriellen wurden nach einer Meldung des Tageblattes unter Hinweis auf die Besprechungen in Lon„Glang ich uemichact ut wacden üir bähe iu dunn. wieder, was er an ihnen getan; er haßte in ihnen selbst die Gewalt, die er sich antun mußte, Teufel in ihnen zu sehen. Und brach ihr Glanz dennoch durch die Schwärze, in die er sie angstvoll sich versteckte, standen sie als Engel über ihm, und so haßte er sie noch mit dem Neide der Teufel. Er hatte die Grenze Swischen Himmer und Etve. 38) Roman von Okto Ludwig. „Die Mutter hab ich lieb, den Onkel hab ich lieb,“ sagte das Kind:„dich mag ich nicht. Laß uns gehen, 9 S ogg westen, Oute He imsrigen Hahn.. noch mit dem Reide der Teufel. Er hatte die Grenze“ Frißz Neitenmair lachr im wuden Hoyn und schluchzt überschritten, über welche keine Rückkehr mehr ist. Allisglen Schmerz. Die Kinder sind sa nicht Wie er die Frau in ihrer Schönheit dort liegen soh, Tekr. Soi. gur und ar aer ut muct mehr Er ists. Erlstrat ihn noch einmal der Gedanke an, diese Schönheit Seine Kinder sino es. Er ar iyr Vater. Er, der ihm zu vernichten. Aber die einmal geweckte Erinnerung alles genommen, hat ihm auch die Kinder genommen. an den Augenblick, wo er todgefaßt vor dem Vater Das, was man dem Elendesten läßt. Wenn Er gehen lag, und an das, was der Vater mit ihm wollte, erKinder hingen sich an ihn; eher wies sich mächtiger und vertrieb ihn. Das Bild des Wülesz, Lier Liar schäne gwese vr tauschte nur die Personen. Weib yier, dies schone Weiv mit dem Engelsantlitz, Er malte es immer farbiger aus. Strahlen sam= eine milde Frande piag ib d war es Meineid. Er konnte, wenn der Bruder den chener aufregender Traum. Christiane lag in seinen entsetzlichen Plan auf sein Leben nicht aufgab, die Armen, wie gestern, er kämpfte wieder, aber diesmal Ausführung desselben erschweren, aber nicht unmög= siegte er nicht; er preßte sie an sich. Da stand der lich machen. In dem Zustande, in welchem Apollo= Bruder neben ihnen, und sie standen nicht mehr auf nius sich jetzt befand, konnte, ihm der Tod eher er= dem Gange zwischen Schuppen und Haus, sondern wünscht sein, als schrecklich; dann hatte aller Kampf, oben am Turmdach auf der fliegenden Rüstung. Der alle Gewissenspein, alle Sorge ein Ende; aber was Bruder wollte ihm die Besinnungslose aus den Arsollte aus dem Vater, was aus ihr und den Kindern men reißen, um sie zu mißhandeln; er warf im werden? Und hatte er sich nicht das Wort gegeben, schmerzlichen Zorne dem Bruder alles vor, was er sie vor Schande und Not zu bewahren? Diesen neuen an ihm und ihr getan und im Kampfe um das Weib Kampf beendete die Mitteilung des Vaters, Fritz stieß er ihn von der Rüstung. Er erwachte. Er wolle nach Amerika. Aber sie machte den alten Kampf wollte munter bleiben, um den Traum nicht noch einnur schwerer, indem sie dem Feinde neue Kräfte gab, mal durchträumen zu müssen. Als er die Augen öffEr wußte freilich, daß er entschlossen war, die Wünsche, die er verdammen mußte, nicht zur Tat werden auf das seibst die Lampe sebend all ihre Stritien sam seine wilde Freude, wor u den Gang zwischen Haus zu lassen, Aber die Wünsche selbsel Wenn tein du. melt und mehr Glanz von ihr gewinnt, als sie von derl und Schuppen hin= und hertrieb. Seine Arme beweg, beres vindernis mehr lrer Erstuntung im(Gewisang, Lampe; dieses Weib, Sein Weib, Seinsl auch Sein, ten sich so heftig, als vorhin, aber es waren nictht mutzte ihre Gewalt da rigt achsen“ Die wie alles, was einmal mein warl, Sie ist in ihren Gitterstäbe, mit denen er rang. Unterdes war der vorwürfe mit lhnen? Und die Entfernung von dem Kleidern zu Bett gegangen; sie kann die Stunde nicht Mond aufgegangen. Das Haus mit den grünen Lä, sochen ge sie in der läglichen Nähe einen unerschopt: erwarten, wo ich gehe; und ginge Er, diese Rosen, den lag so friedlich in seinem Schimmer da. Kein liven Erinnerungsguell hatten, machte wiederim die würden bleich, sie flöse sterbend in ihn hinüber, um Vorübergehender hätte ihm die Unruhe angesehen, die ihm ahne das We obf unmöglich. die es hinter seinen Wänden barg; keiner=den Ge zu ogne oas gegebene Wort oviag, unmpbrich, danken geahnt, den drin die Hölle fertig braute in Er war heflig ausgeregt und bedurste Ruhze. Diesen einem verlorenen Gefäß. Vormittag noch mußte er die Umkränzung des Turmesap.(daches mit der Blechzier vollenden, und Fahrzeug, Flaschenzug, Ring und Leiter wieder herabnehmen. Apollonius war milde vom Wachen und würden bleich, sie flösse sterbend in ihn hinüber, nicht getrennt von ihm zu sein. Wie sie auffahren würde, sagt ihr einer in den Traum hinein, den sie von ihm träumt, denn sie lächelt, er geht! Er, ihr— Nein! ich will nicht gehen! Nein! ich kann nicht gehen! Lieber tausendmal sterben! Und er hat ja dem Tode schon ins Angesicht ge= Kampfe, den die gefährliche Nähe des geliebten Wei= einzige Stunde, bis der Arbeitstag sehen, vor Stunden erst, als er vor dem Vater auf bes und das Wissen um des Bruders Betrug und em= sich nicht erst ausziehen und zu Bett legen. Er hatte der Rüstung hingestreckt lag. Es war ein Kinderspiel. pörenden Undank in ihm entzündet. Neben diesem sich bis jetzt des Sofas, das in seinem Zimmer stand, das Sterben, gegen solch ein Leben. Es war— denn war erst noch ein anderer Kampf aufgeglommen. Der noch nicht bedien, darauf zu liegen. Er vermied alles auch er war tat. Es wür es noch, wör guch Er noch Natar ichten nicht an d'; häse Aßlicht d. mn: unge zuer Marmaichlichung führen kannts, in alzsch chen und vom Sein Tritt mußte fest, sein Auge klar sein. Für die Kampfe, den die gefährliche Nähe des geliebten Wei= einzige Stunde, bis der Arbeitstag begann, wollte er auch er war woi. Es wür es noch, tour ulch Er noch tot. Und er wär an ihr gerächt, an ihr hier mit dem teuflischen Engelslächeln; und er wär an dem Vater gerächt, der ihn von Beaten riß, von seinem guten Engel. Und an den Knaben, die ihn zurückstoßen, an dem toten Aennchen, das ihn verderven half und noch Tag und Nacht ihn quält. Er wäre— aber er war’s ja nicht. Er mußte gehen; er wurde noch elender, als er schon war; und die er haßte, die ihn verdorben, wurden glücklich durch sein Gehen. Er machte sie alle wieder zu Teufeln, um von ihrem Varer schten nicht an die vose Absicht des Bruders zu was zur Verweichlichung führen konnte; ein gleich glauben. Vor dem Gedanken, den Arm der Obrig= starker Beweggrund war sein Bedürfnis, Dinge um keit zu senem Schutze aufzurufen, schanderte er sich zu haben, die er liebend hüten, an denen er bürzurück. Die Schmach für die Familie, wenn des sten und polieren konnte. Auch in dem Zustand von Bruders Tat bekannt wurde, mußte den Vater töten. Zerstörung und Ermüdung, worin er vom Vater kam Und vielleicht war auch des Bruders Seele noch zu vergaß er diese Schonung nicht. Er fuhr unwillkürretten, wenn es gelang, ihn zu überzeugen, daß er lich mit leise liebkosender Hand über den Bezug des geirrt. Aber wie? Wenn er— ihn versicherte, ihm Sofas und setzte sich dann auf den hölzernen Stuhl, schwur, daß er in der Frau nur die Schwester sehe? worauf er beim Schreiben saß. Hier kam ihm der Vor einem halben Jahre noch hätte er das beschwö Schlaf früher, als er es erwartet. Aber es war kein ren können: heute durfte er es nicht mehr, heute Schlaf, wie er ihn bedurfte; es war ein ununterbronete, war es Tag, und Zeil, an die Arbeit zu gehen. Er war aufgeregter erwacht, als er vom Vater gekommen. Er stand auf. Er hoffte, vor der frischen Morgenluft, vor der ernüchternden Wirkung des Wassers, das er sich nach seiner Gewohnheit über Kopf und Arme goß, würden die Bilder des Traumes, welche die Lebhaftigkeit der alten Wünsche, und damit der Gewissensvorwürfe über sie, noch immer steigerten, von ihm in sein Stübchen zurückfliehen. Aber es geschah nicht; sie gingen mit ihm und ließen ihn nicht los. Selbst über der Arbeit nicht. Imier wehte der Hauch des warmen Mundes an seiner Wange; immer fühlte er sich in ihrem schwellenden Umfangen, immer quollen ihm die leidenschaftlichen Vorwürfe gegen den Bruder, der bei ihm stand, aus dem Herzen herauf. Er kannte sich nicht mehr. Zu den Vorwürfen, die er sich deshalb machen mußte, kam noch die Unzufriedenheit, daß er sich nicht mit seiner ganzen Aufmerksamkeit bei der Arbeit wußte. Sonst hatte er gleichsam seine ganze heitere Tüchtigkeit mit hineingearbeitet in seine Arbeit, und diese mußte gut und dauerhaft ausfallen. Heute cam es ihm vor, als hämmerte er seine unrechten Gedanken hinein, als hämmerte er einen vösen Zauber zurecht, und die Arbeit könne nicht taugen, nicht haltbar werden. (Fortsetzung folgt.) Ortsnachrichten aus dem Kreise Olpe. Die heutige Mondfinsternis. Ueber die heutige Mondfinsternis schreibt Prof. Edm. Sittig in der Frankfurter Ztg.: Für das Jahr 1924 waren drei Sonnenfinsternisse und zwei Mondfinsternisse errechnet und angekündigt. Alle drei Sonnensinsternisse sind nur partielle, und keine von ihnen ist bei uns zu sehen. Zwei davon haben schon stattgefunden, am 5. März und 31. Juli, die letzte wird am 30. August vor sich gehen. Die beiden Mondfinsternisse dieses Jahres sind dagegen totale. Die erste ereignete sich am 20. Februar und war nur in ihrer zweiten Hälfte bei uns zu beobachten. Die letzte werden wir jedoch fast in ihrem ganzen Verlaufe auch in Ope verfolgen können und zwar in den Abendstunden des 14. August von Sonnenuntergang bis Mitternacht. Auf seinem Laufe um die Erde taucht der fast voll von der gegenüberstehenden Sonne beleuchtete Mond, von Westen nach Osten am Himmel unter den Sternen fortschreitend, zunächst in den Halbschatten der Erde ein. Dies beginnt nach mitteleuropäischer Zeit, die für alle Zeitangaben gewählt wurde, um 6 Uhr 33 Min. nachmittags, also schon zu einer Zeit, wo sich der Mond noch unter dem Horizonte befindet. Auch die erste Berührung mit dem Kernschatten der Erde von außen her findet für die Beobachter in unserer Stadt ebenfalls noch vor Aufgang des Mondes statt; denn sie tritt um 7 Uhr 31,3 Min. ein, der Mond geht aber erst drei Minuten später auf. Wir werden daher die fast voll erleuchtete Scheibe bereits mit einer leichten Einbuchtung am linken Rande unmittelbar über dessen Mitte aus dem Dunste des östlichen Horizontes emporsteigen sehen, dem 1. April 1924 bezugsfertig werdenden Bauten tritt die Steuerpflicht mit dem 1. April 1925 ein. Bauten, für welche die vom Reich, Staat oder Gemeinde gewährten Beihilfen mit wenigstens 40 v. H. ihres Goldwertes, berechnet nach dem Berliner Dollarkurse am Auszahlungstage der Beihilfen an den Bauherrn, zurückgezahlt worden sind, oder bis zum 30. September 1924 noch zurückgezahlt werden, sind von der Hauszinssteuer auf Antrag zu befreien. Der Ertrag der Steuer ist ausschließlich zur Förderung des Wohnungsbaues bestimmt. Mit Einführung der Hauszinssteuer für die mit Beihilfen aus öffentlichen Mitteln errichteten Neubauten sind etwaige Ansprüche, die sich in Bezug auf Rückzahlung und Aufwertung der gewährten Beihilfen ergeben könnten, als abgegolten anzusehen. Auch solche Neubauten unterliegen der Besteuerung, für welche die erhaltenen Beihilfen zurückgezahlt worden sind. Von einer Belastung der Um= und Einbauten, die nach der Steuernotverordnung ebenfalls vorgesehen war, ist wegen der mit der Durchführung verbundenen verwaltungstechnischen Schwierigkeiten abgesehen. Soweit sich aus der Besteuerung in einzelnen Fällen unbillige Härten ergeben, die nicht lediglich in den persönlichen Verhältnissen des Steuerschuldners begründet sind, kann der Finanzminister die Steuer ganz oder teilweise erlassen. Wegen der Besteuerung der nach dem 1. Juli 1918 mit Beihilfen aus öffentlichen Mitteln ausgeführten Wohnungsbauten, die dauernd land= oder forstwirtschaftlichen Zwecken zu dienen bestimmt sind, ergeht besondere Bestimmung. —.—, Neuenkleusheim, 14. August. Begünstigt vom schönsten Feiertagswetter beging der hiesige St. am Georgiusverein am letzten Sonntag sein 14. Stiftungsfest verbunden mit Bannerweihe. Beim Vogelschießen errang der Student Kaufmann die Königswürde. Der Sonntag=Morgen sah im dämmernden August Kost an den Franziskanerorden, Zweigniederlassung in Attendorn, verkauft worden Damit hat sich der Orden, nachdem sich die Verhandlungen mit der Stadtverwaltung über Grundstücksankäufe zerschlagen haben, die nötige Unabhängigkeit geschoffen, um ein großzügig angelegtes Kloster errichten zu können. Um den Hügel herum ist die Anlage eines Kreuzweges geplant. )=( Attendorn, 13. August. Der Schützenvorstand teilt mit, daß das Schießen am Sonntag etwas schwach besucht war. jedenfalls infolge der vielen anderweitigen Veranstaltungen und weil man auch allgemein der Auffassung war, daß am kommenden Sonntag weiter geschossen würde. Weil nun infolge dieser Umstände der Andrang am kommenden Sonntag sohr stark sein wird, aber an diesem Nachmittag auch schon das„Ausstechen" bestimmt zu Ende geführt werden muß, soll bereits am Samstag Nachmittag 4 Uhr begonnen werden, und am Sonntag Nachmittag um 130 Uhr mit dem Schießen fortgefahren werden, damit jeder Schütze bis 5 Uhr seine Rechte geltend machen kanv. Punkt 5 Uhr aber ist dann Schluß des offiziellen Schießens und dann beginnt das„Ausstechen“ welches bis auf die 6 besten Schützen ausgetragen wird. Die Schießregel bei diesem Schießen ist dieselbe wie beim Attendorner Königsscheibenschießen, wohingegen die Schießregeln des Bundesschießens in der kommenden Woche noch genau bekannt gegeben werden. Zum Ansporn für die Attendorner Schützenbrüder sei noch mitgeteilt, daß bereits 20 Bundesvereine ihre Kandidaten als Mitglieder Vereinsstunden beiwohnten. Auf diese Weise werden sie nach und nach die höheren Silbentempos beherrschen lernen. An dem Redeschriftkursus(Debattenschrift), den der Vereinsleiter gegenwärtig abhält, beteiligen sich neun seiner ehemaligen Schüler. Dem Verein ferneres Gedeihen! Kirchliches. :: Hünsborn, 13. Aug. Pfarrvikar Ahrens ist von der Bischöflichen Behörde versetzt. Zu seinem Nachfolger in Hünsborn ist ernannt Pfarrvikar Johannes Schulte in Salwey. Halberbracht, 13. Aug. Zum Nachfolger unseres von hier versetzten Pfarrvikars ist ernannt: Pfarrverweser Emil Schmalohr in Essentho. Provinzielles schossen und deren Namen nach hier übermittelt ha geszute ackenerwehr gerettet und so werden die Attendorner, wenn sie einen###cauft sich auf etwa 10000 Mark. während der strahlenlose feurige Sonnenball im We= gürde. Der Sonntag=Morgen sah ir sten zur Rüste geht. Bei klarer, durchsichtiger Luft und der alten Dorftirche eine tiefbewegte Schar, und wolkenfreiem Himmel wird man auch den Erd= als der hochw. Herr Dechant Heuel die Fahne unter schatten sich auf dem Himmel unmittelbar über dem zi, Fergen, gehenden Worten weihte. Die Fahne, Osthorizonte als dunkles Segment abheben sehen. e'n Kunstwerk der armen Franziskanerinnen in Olpe, Zählt man vom Nordpunkte, dem nördlichsten Punkte trägt auf der einen Seite die erzgewappnete, straffe der Mondscheibe aus in entgegengesetztem Sinne des Reiterfigur des hl. Georgius, den Drachen erschlaUhrzeigerlaufes, also nach Osten zu die Grade eines gend auf der anderen steht man einen aufstrebenden Kreises ab, so ist bei 84 Grad der Kernschatten einge, Adler. Beide Bilder sprechen in mächtiger Sprache treten und wird fast gegenüberliegend bei 250 Grad Zu denen, die grüßend sie umstehen.— Am Nachaustreten, so daß der Mond ziemlich zentral den mittag sprach Herr Lehrer Trinn, nachdem Frl. StettKernschatten durchauert. Die Verfinsterung wird also ner einen der Feier des Tages entsprechenden Prolog eine sehr starke und langdauernde sein und kann viel= vorzetragen hatte, in seiner Festrede von den Pflichleicht recht abwechslungsreiche Farbentöne zeigen. ten die alle mit dem Banner verbinden. Auch wurde Man beachte vor allem das etwaige Auftreten einer in dieser Wethestunde der Brüder gedacht, die der mehr oder weniger lebhaften kupferroten Färbung, die größe Krieg aus dem kleinen Dorf wegnahm. Ein wechselvolle Sichlbarkeit der beschatteten Oberfiächen= schöner Zug— es waren die Schützenvereine von gebilde des Mondes und die Wahrnehmbarkeit des Lltentleusheim, Rehringhausen, Lüteinghzusen und Erdhalbschattens. Reizvoll ist es auch, mit sich än= Ahieringhausen mit ihren Fahnen erschienen—, gebernder Phase das Aufleuchten und Wiederverschwin=(leitete das neue Banner zum Festplatz, wo bald ein den schwächerer Sterne, sowie der Mischstraße und lustiges Treiben einsetzte. Der Tag war für viele des Tierkreislichtes zu beobachten. Die Totalitäl der ein Erlebnis, gerade setzt in dieser armen Zeit, wo Verfinsterung beginnt um 8 Uhr 30 Min., ihre Mitte schöne Festesfreude so selten ist. ist um 9 Uhr 20.1 Min., und sie endet um 8 Uhr]—— Drolshagen, 13. August. Schon vor einem 30 Min., ihre Mitte ist um 9 Uhr 20.1 Min, und sie Jahre reifte im Kriegerverein Drolshagen der Geenzet um 10 Uhr 9.4 Min. Aus dem Kernschatten danke, den gesallenen Heldensöhnen des Amtes ein tritt die Mondscheibe um 11 Uhr 8.6 Min., und erst würdiges Denkmal zu errichten. Eo wurden Ent7 Minuten nach Mitternacht ist der äußerste Schatten= sgagfe ausgearbeitet und der Amtsvertietung vorgesaum des Halbschattens verschwunden. Wer genaue:e9t. Nach reiflicher Ueberlegung— man wollte Zeitbestimmungen zu machen in der Lage ist, wird mit Recht keinen Kilsch— einizte man sich auf einen sich überzeugen können, ob die wirklich beobachteten Hast Eutwurf und übertrug die Ausführung Zellen mit den errechneten übereinstimmen oder ob fretzung hauer Belte in Grevenbrück. Die Stadtverunser Erdtrabant wieder einmal die bef ihm gewohn= getuns stellte den schötsten Platz der Stadt, den iser Erdtrabant wieder einmal die bei ihm gewohnten Unstimmigkeiten, die noch keineswegs restlos aufgeklärt sind, zeigt und in welchem Umfange etwaige Verfrühungen oder Verspätungen stattfinden. maretplatz für das Ehrenmal zur Verfügung. Jetzt galt es, Mittel aufzubringen, um das Unternehmen zu finänzieren. Die Vereine von Stadt und Land sammelten. Es sollte ein Volksmonument werden, u deshalb sollten alle Stände u. alle Schichten der Bevölkerung ihr Scherflein beitragen. So wurde trotz ungünstiger wirtschaftlicher Verhältnisse das Werk zu Ende geführt. Am Montagnachmittag um 3 Uhr brachte der mit Zweigen und Fähnchen geschmückte Kraftwagen der Firma Meyer und Teubner die fertigen Teile des Denkmals: den Löwen, das Relief orden, die in schlichter, künstlerisch eindrucksvoller tige# Leile des Denkmals: den Löwen, das Relief irm dem Gedanken Ausdruck verleiht, daß der le= und die Schriftplatten. Jetzt ist man am Aufmontiende Geist unserer Toten für den Wiederaufbau des Fen: Langsam rollt der Löwe auf sein Postament, terlandes ein leitendes Symbol sein soll. Die mr gebaut aus heimatlicher Granwacke aus dem Steinte kann von Münzhandlungen zum Preise uruch von Stahlhaue in Junkernhöh. Am Sonntag Eine Plakette für die Errichtung des deutschen Nationaldenkmals der Gefallenen. Zum 3. August, dem Tage der Gedenkfeier des deutschen Volkes für die Opser des Weltkrieges ist von dem Bildhauer Enck eine Plakette entworfen worden, die in schlichter, künstlerisch eindrucksvoller Form Ge bende Batet ue ur ue Soe gech son. De 210e Fruich nar auuer Grauwacke kette kann v.ge g Wene prütz, von Stahlhacke in Junkernhöh. Am Sonntag von 20 M. bezogen werden. Der Ertrag wird der in ist die feiecliche Enthüllung. Für die Einwohner Aussicht genommenen Sammlung zur Errichtung aus Stadt und Land Drolshagen muß es eine Ehreneines Denkmals des deutschen Volkes für sein. Ge, pflicht sein, am Sonntag zu erscheinen, besonders fallenen zugeführt.. für die Angehörigen der Gefallenen; die Heimatbevörden und Vertreter der Geistlichkeit sind herzlich * eingeladen. Willkommen sind auch die fremden Ver:: Olpe, 14. August. Zur Durchführung der Preu- eine aus dem Kreise Olpe, die die Pflege der Kameßischen Steuernotverordnung vom 1. April ds. Irs. radschaft auf ihre Fahnen geschrieben haben. Kommet eine neue Verordnung erlassen. Durch diese wird und zeiget, daß im deutschen Volk und Vaterland der bestimmt, daß die mit öffentlichen Mitteln ausgeführ Sinn für Helden und Heldentum nicht gestorben ist. ten Wohnungsbauten, die nach dem 1. Juli 1918 be=„“ Attendorn, 13. August. Die in unmittelbarer zugsfertig geworden sind, vom 1. Juli ds. Irs. zur Nähe der Stadt herrlich gelegene Besitzung„RemHauszinssteuer heranzuziehen sind. Bei den erst nach menstein" ist von dem früheren Besitzer Gastwirt ben, und so werden die Attendorner, Preis erringen wollen, einen schönen aber schweren Strauß auszufechten haben. Der Schützenwirt hat für Samstag und Sonntag für genügende Sitzgelegenheit gesorgt, damit auch die Angehörigen der Schützen gemütliche Stunden auf dem Schießstand verbringen können. 1( Attendorn, 13. August. Anläßlich der Tagung des Sauerländer Heimatbundes vom 23. bis 25. August in Attendorn findet im Festsaal des Gymnasiums eine Kunstausstellung statt, zu der Inhaber besonderer heimischer Kunstgegenstände gebeten werden, dieselben der Ausstellungsleitung zur Verfügung zu stellen Auskunft erteilt Herr Diplom=Ingenieur Albert Biecker, Attendorn. Die Gegenstände müssen bis zum 20. August an Olt und Stelle sein. Heldenehrung in Förde. Förde, 13. Aug. Nach zehnjähriger Wiederkehr der Tage des Kriegsausbeuchs fanden sich abends alle Vereine der Gemeinde mit ihren Fahnen in der Schützenhalle zusammen, um ihrer im Weltkriege gefallenen 83 Mitbürger in Liebe und Treue zu gedenken. Unter den Klängen der Kirchenglocken und dem Krachen der Böller entwickelte sich ein eindrucksvoller Fackelzug, an dem sich 12 Vereine geschlossen mit ihren Fahnen beteiligten. In der Nähe der Kirche brannte auf einer Anhöhe ein großes Wachtfeuer, in dessen Angesichte die Ehrung der Gefallenen stattNachdem der Aufmarsch unter den Klängen des Förder Musikvereins beendet war, wurden durch den Gemeindevorsteher Beule die Namen der 83 gefallenen Helden der Gemeinde verlesen, worauf zum Warstein, 13. August. Hier wurden vor einigen Tagen durch die Polizei zwei Beitler festgenommen, die total betrunken waren und unter Forderung von Geld an verschiedenen Stellen die Leute belästigen Bei der Festnahme hatten sie noch gefüllte Schnapsflaschen bei sich. WTB Velberl. 13. Aug. Heute nacht gegen 2.30 Uhr geriet die Mühle, Besitzer Eierdanz infolge Kurzschlusses in Brand. Drei Waggon Getreide fielen dem Feuer zum Opfer, ein Viertel davon ist verstchert. Eine Schmiede und das Wohnhaus konnten von der Feuerwehr gerettet werden. Der Schaden WTB Bonn, 13. Aug. Ein junges Ehepaar, das mit seinem Paddelboot versuchte, an der Landungsbrücke des Bonner Rhenus anzulegen, wurde abgetrieben. Das Boot stieß mit einem Floß zusammen. Das leichte Fahrzeug kippte um, und das Ehepaar wurde unter das Floß getrieben. Während der Mann durch eine Lücke des Floßes herausgezogen werden konnte, ist die junge Frau ertrunken. WTV Bernskastel, 13. Aug. Es besteht die Absicht in der Gegend von Elzecuth zwei neue Talsperren zu bauen, und zwar eige im Dhrontale unterhalb Merscheid und eine im Schalesbachtale unterhalb Hunoldstein. Das Gelände ist bereits abgesteckt. 0) M.=Gladbach. 13. Aug. Bei Bohrversuchen auf dem Gelande der niedercheinischen Flachsspinnerei in Dülken ist man in 12 Meter Tiefe auf eine Braunkohlenschicht gestoßen Mächtigkeit und Abbaufähigkeit sind noch nicht festgestellt. WTB M.=Gladbach, 13. Aug. Der Gemeinderat von Dülken hat sich grundsätzlich für die Eingemeindung, d. h. für die Vereinigung der Landgemeinde Dülken mit der Stadt, ausgesprochen. WTB M.=Gladbach, 13. Aug. Im Bezirk M.Gladbach und in der Gemarkung Odenkirchen wurde auf manchen Kartoffelfeldern die gefährliche Krankheit des Kartoffelkrebses festgestellt. Die Behörden landwirtschaftlichen Organisationen versuallen Mitteln die Krankheit zu bekämpfen, handwerkerfragen. Zwecke stillen Gedenkens eine Ruhepause eintrat, die Der Rheinisch=Westfälischdann durch das vom Musikverein vorgetragene niederländische Dankgebet abgelöst wurde. Nachdem der fand in Siegen statt, zu dem etwa 600 Vertreter erFörder Männergesangverein das Kriegerlied:„Tiefe schienen waren. Hauptzweck der Tagung war, zu Nacht ruht auf der Erde“ vorgetragen hatte, begann ersuchen, wie auch im Tischlerhandwerk erfolgreiNacht ruht auf der Erde“ vorgetragen hatte, begann untersuchen, wie auch im Tischlerh die sauerländische Dichterin Maria Kahle in dem hel= cher Wiederaufbau erfolgen könne. len Scheine des Wachtfeuers ihre Gedächtnisrede. Dr. Schild=Hannover Ergreifend schilderte Frl. Kahle, wie die gefallenen sprach über die Entwicklung zur KaxitalskonzentraHelden mit ihrem Herzblute die große Liebe und tion und ihre Zwangswirkung auf die HandwerksTreue zum Vaterlande auf dem Felde der Ehre be= betriebe. Der Redner geißelte besonders die Zunahsiegelt haben. Sie führte die Zuhörer im Geiste an me des Handels in der deutschen Wirtschaft. Diese die fernen Gräber unierer Helden, um dort das Ver= Uebermacht des Handels müsse gebrochen werden, sprechen des unauslöschischen Dankes der Heimat### ebenso die damit zusammenhängende Kapitalkonzenerneuern. Nach dem geweinschaftlichen Liede:„Ich trierung, und zwar auf gesetzlichem Wege. Will das hat einen Kameraden" begaben sich die Teilnehmer Tischlerhandwerk wieder hochkommen, so muß es sich wieder zu Tal wo nach einem Vorbeimarsch am be= vom Zwischenhandel freimachen. Der Kampf zwileuchteten Kriegerdenkmal die erhabene Feler ihren schen Innungen und Genossenschaften müsse aufhören Bischach foung, Luach an diser Siele aabihe in de Geuoblenschaten getdbrten in de Aunungen uicht Innungen und Genossenschaften müsse aufhören h an dieser Stelle grong: eig ere Genosenschaften gehotten in die Innungen, nicht Ausschuß für Heldenehrung, allen die zum Zustande, daneben. Verfügung über Rohstoffe und Kreditbeschaffung würden die Hauptaufgaben des Handwerkes kommen Dank Was der Krieg gekostet hat Anläßlich der zehnjährigen Wiederkehr des Ausbruchs des Weltkrieges werden in allen Ländern interessante Statistiken über die Verluste veröffentlicht, von denen besonders die offiziellen Statistiken des Johrbuches des Deutschen Reichs und die Angaben des Journal de la Societe de Statistique de Paris zur aufschlußreichen Statistek Veranlassung geben Zu Kriegsbeginn standen 120. Millionen Menschen der Zentralmächte 278 Millionen Menschen der Entente gegenüber. Rahnet man die farbigen Hilfsvöller noch hinzu, so ergibt sich ein Zahlenverhältnis von ungefähr 1:5 1918 befanden sich 25 Staaten mit 1344 Millionen Menschen gegen Deutschland im Kriegszustande. Zum Kriegsdienst als Soldaten ausgehoben waren: in Deutschland 13,25 Millionen, in Oesterreich 9 Millionen, in Frankreich 7,9 Millionen, in Großbritannien 8,3 Millionen, in Italien 5,2 Millionen, in Amerika 3,8 Millionen, in Rumänien 1 Million, in Belgien 0,4 Millionen, in Rußland rund 10 Millionen in der Türkei und Bulgarien zusammengenommen 2,5 Millionen, in den kleinen Staaten der Entente zusammengenommen 1 Million Menschen. Die Stärke des deutschen Heeres betrug am 1. 1914 8.9 Millionen, am 6. September 1916 8.2 Millionen, am 11. November 1918 8 Millionen Mann. Die Verluste an Toten und Verwundeten sind folgende: Bevölkerung " vor dem(Alle Zahlen in Tausd.) Kriege Mobilisit. Tote Verw. „ Minl. weutschland 65 13250 1 809 4247 Oesterreich=Ungarn 51 9000 1200 3 200 Türkei 23 Bulgarien 5 Frankreich 40 Frazösische Kolonien 55 England 45 Dominions Kolonien 376 Italien 35 Belgien 7,5 Rumänten 7,5 Serbien 3 Griechenland 4,6 Amerika 91 Rußland 166— 2 100 7 55 Die Totalverluste beziffern sich also auf über 10.5 Millionen Menschen. Um diese Toten zu bestatten, müßte man einen Friedhof von 1000 Quadratkilome= ter anlegen. Nicht mindererschreckend groß sind auch die Zahlen der Verstümmelten. In allen kriegführenden Staaten zusammen zählte man etwa 150 000 Einarmige und über 200000 Krüppel ohne Beine. Ueber die Kriegskosten der verschiedenen Länder liegen zahlreiche Statistiken vor. Die folgende Toder Ehrung beigetragen haben herzlichen schaffung würden die Hauptaufgaben des Handwerkes für die nächste Zeit sein. Verbandsgeschäftsführer Kückelhaus=Essen kennzeichnete die nächsten Jahre als Altenhundem, 14. August. Stenographenverein nicht rosig für das Tischlerhandwerk, der Baumarkt Gabelsberger. Der hiesige Gabelsbergersche Steno= werde sich nicht so leicht beleben, und der Kampf gegraphenverein beginnt in den nächsten Tagen mit gen die Möbelfabriken würde schwer sein. Zur Aussus für Anfänger. Der Verein, der schaltung des Zwischenhandels sollen zehn große BeJahre 1922 gegründer wurde, zählt zurzeit 25 zirksläger für den Verband geschaffen werden, um so Mitglieder. Sein Leiter, Herr Oswald Schreiber die Produkte für den einzelnen zu verbilligen. Fer„Megger#— ein,emsiger Jünger Gabelsbergers ner sei erforderlich, eine anderweitige Regelung der hat in bieser Zeit etwa 50 Personen unterrichtet. Arbeitszeit, für die man 54 Stunden wöchentlich forDa die nötige stenographische Fertigkeit durch regel= dere. Eine Snezialisierung der Betriebe in Baumäßiges Ueben erreicht wird, wäre es ratsam, wenn und Möbelschreinereien sei heute nicht zu empfehlen. , auch nach dem ersen Kursus Gesellge Veranstaltungen umrahmten die Feier. deule rühri von her. dem Amerika England Frankreich Rußland Italten Belgien Japan Deutschland Oesterreich=Ungarn Türkel Bulgarten Englische Dominions Volkswirtschaftler Kriegskosten. 23 1 Findmann 33 421 31 324 26 522 15 636 1 387 4.000 46 323 24858 1 802 0732 4 198 Total 213 362 215 Milliarden Dollar oder über 1200 Milliarden Goldfranken stellen eine Summe dar, deren wirtschaftliche Bedeutung kaum zu ermessen ist. Der größte Reichtum Deutschlands ruht in seinen Eisenbahnen. Die Sachverständigen der Alliierten haben den Gesamtwert der deutschen Eisenbahnen auf 25 Milliarden Goldmark geschätzt. Die Summen die der Krieg verschlungen hat, hätten ausgereicht um vierzigmal sämtliche Eisenbahnen Deutschlands zu errichten. Mit anderen Worten, diese Summe hätte ausgereicht zur Erbauung aller Eisenbahnen auf der ganzen Welt, mitsamt Tunnels, Brücken usw. Die Verluste an Privateigentum berechnet Bogardt auf 30 Milliarden Dollar zu Lande und 6,8 Milliarden Dollar zur See. Die Gesamtsumme beträgt 184 Milliarden Goldfranken. 1. Dauernde Verluste jährlich 80 Milliarden Goldfranken, 2. Endgültige einmalige Verluste a. Kriegskosten 1295 Milliarden Goldfranken, b Verwüstungen 184 Milliarden Goldfranken, Total 1479 Milliarden Goldfranken. Die mittelbaren Folgen lassen sich ohne weiteres gar nicht errechnen; z. B. nicht die Schäden durch die außergewöhnliche Sterblichkeit der Zivilbevölkerung, sowie der Geburtenrückgang; ebenso wenig die Verluste der Neutralen, die Bogardt auf 1,75 Milliarden Dollar schätzt, und schließlich auch ziicht die allgemeine Verminderung der Produktion, die gleichfalls ein ungeheures Defizit von vielen Milliarden Dollar darstellt. Bismarck und die Großmagd. Ein hübsches Wortspiel, das Bismarck auf einem Erntefest in Varzin prägte und seinen schlagfertigen Humer aufs beste kennzeichnet, erzählt Rektor H. Gosch in der Heimatzeitschrift„Mein Pommernland“. Bismarck pflegte solche Gutsfeste in ungezwungenster Weise mit seinen Leuten mitzufeiern. Bei dieser Gelegenheit forderte ihn einmal die Großmand, nachdem sie die Erntekrone überreicht hatte, zum Tanze auf, während der Großknecht die Gutsherrin führte. Der Kanzler wurde von der strammen Schönen so kräftig herumgeschwenkt, daß er lachend erklärte: „Noch keine Großmacht hat mich so zu schwenken vermocht, wie meine Großmagd.“ .. Ein merkwürdiger Fall von wahnsinn har sich in einer kleinen Stadt Ostpreußens ereignet. Ein Händler, der bis dahin keinerlei Anzeichen von Geistesstörung gegeben hatte, stellte eines Morgens in aller Herrgottsfrühe plötzlich alle seine Waren vor die Tür seines Hauses auf die Straße. Dann begab er sich nach einem einige Kilometer entsernten Ort, um dort die Leiche einer bekannten Persönlichkeit auszugraben. Man bemerkte ihn jedoch noch rechtzeitig bei seinem Tun und brachte ihn in die Stadt zurück. Kaum hatte man ihn aber allein gelassen, da begab er sich wieder auf den Weg um sein Vorhaben noch einmal zu versuchen. Auch dieses Mal wurde er entdeckt. Man nahm ihn Jfest, um ihn einer Anstalt zuzuführen. Riesensische im Jahre 1924. Wie Fischereizeitschriften berichten, wurden dieser Jahr mehrere besonders große und schwere Fische in deutschen Flüssen und Teichen geangelt oder in Netzen gefangen. So wurde beim Abfischen des sog. Anlapensees bei Tübingen ein Karpsen an Land gebracht, der bei einer Länge von 80 Zentimetern eine Gewicht von 17 Pfund aufwies. Vor zwei Jahrzehnten wurde der Karpsen in genannten See gesetzt.— In der Provinz Westfalen, in der Listertalsperre, fing sich in einem Stellnetz, das 35 Millimeter Maschenweite hatte, eine Forelle, die wohl das einzig dastehende Gewicht von 8 Pfund hatte. Der Raubfisch hatte dabet eine Länge von 70 Zentimetern. Soziales. Massenkündigung im rheinisch=westfälischen Baugewerbe. 60—70000 Arbeiter arbeitslos. WTB Essen, 12. Aug. Die verschiedenen Arbeitgeberverbände des Baugewerbes haben gestern allen Arbeitern des Hoch=, Beton= und Tiefbaues in Rheinland und Westfalen zum 12. August, gekündigt. Es wird infolge dessen von morgen ab die Arbeit auf allen Bauplätzen in Rheinland und Westfalen ruhen. Von dieser Aussperrung dürften ungefähr 60—70000 Arbeiter betroffen werden. Vor einer Ründigung der Lohnordnung im Bergbau. Der Vorwärts meldet aus Bochum, daß in der nächsten Zeit die Bergarbeiterverbände gemeinsam über die Kündigung der Lohnordnung durch den Zechenverband beraten werden. Im Deutschen Bergarbetterverband besteht die Absicht, das Ueberschichtabkommen vertragsgemäß zum 1. September zu wündigen. Vermischtes. Großfeuer. 0) Babenhausen, 13. Aug. Gestern entstand hier auf bisher unaufgeklärte Weise ein Großfeuer, das neun gefüllte Scheunen und sechs Wohnhäuser einäscherte. Die einheimische Feuerwehr war dem Riesenbrand gegenüber machtlos. Erst mit Hilfe der Offenbacher Feuerwehr gelang es, eine weitere Ausdehnung des Feuers zu verhindern. Ein Eisenbahndiebstahl. Würzburg, 13. Aug. Auf der Strecke HamburgMünchen zwischen den Stationen, Ansbach und Würzburg wurden in einem D=Zug einem Reisenden, während er für kurze Zeit das Abteil verlassen hatte, aus einer Kassette Schmucksachen im Werte von 100000 Mark gestohlen. Die Diebe hatten während der Abwesenheit des Besitzers die Kassette mit einem Nachschlüssel geöffnet. Riesenexplosion in Amerika. WTB Nashville(Tennessee), 13. Aug. In OldHickory wurde durch eine Feuersbrunst eine Pulverfabrik zerstört. 50 Gebäude, die größtenteils an die Regierung als Pulverspeicher, vermietet waren, brannten nieder. 45 Millionen Pfund Pulver, die der Regierung während des Krieges etwa 22einhalb Millionen Dollar kosteten und deren jetziger Wert etwa 2 Millionen Dollar beträgt, wurden vernichtet. Der Wert der Gebäude betrug 5 Millionen Dollar. Personen sind nicht ernstlich zu Schaden gekommen. Eine 107jährige Spanierin. () Paris, 13. Aug. Aus Sevilla wird gemeldet, daß dort gestern eine Frau von 107 Jahren beerdigt wurde. An der Beerdigung nahmen drei Söhne der Verstorbenen im Alter von 91, 89 und 85 Jahren teil. Die Verstorbene lebte mit ihren drei Sohnen in den schlechtesten Verhältnissen in einer Holzbaracke. Ein russischer Ingenieur ermordet. WTB Paris, 13. Aug. In einem Vorortzug Paris=Versailles ist in der vergangenen Nacht ein in Versailles beschäftigter russischer Ingenieur ermordet worden. Die Beweggründe zur Tat sind noch unbekannt. Fehlschuß eines„Kunstschötzen“. Berlin, 13. Aug. Auf einem Berliner Vergnügungsplatze wurde bei Vorführung einer Attraktion, bei der ein Kunstschütze eine Karte durchschießen wollte, die ein anderer über seinem Kopfe hielt, letzterer in den Kopf getroffen. Der Schwerverletzte starb bald darauf. Der Schütze wurde verhaftet. Vertauschte Knochen. Ein in neuester Zeit zu besonders hoher En,= wickelung gekommenes Gebiet der Chirurgie ist die freie Ueberpflanzung von Knochen und Gelenken. Die rechte Hand eines 21jährigen Mädchens war durch tuberkulose Erkrankung des das Grundglied des Ringfingers bildenden Knochens unbrauchbar geworden. Nach operativer Entfernung desselben wurde an seiner Stelle der entsprechende Knochen aus der zweiten Zehe des rechten Fußes eingepflanzt. Um eine Mißbildung der Zehe zu verhüten, wurde gleichzeitig die Lücke in dieser ausgefüllt durch eine der Patientin selbst entnommene 4,5 Zentimeter lange Rippenknorpelspange. Der Zehenknochen heilte vollkommen reaktionslos in die Hand ein, und nach wenigen Wochen hatte diese ihre volle Beweglichkeit und Gebrauchsfähigkeit wieder erlangt. Die bestohlene Diebstahlversicherungsgesellschaft. In Barcelona hatte eine Versicherungsgesellschaft, deren" Spezialität die Versicherung gegen Diebstahl ist, an einer besonders günstigen Stelle, am Eingang der großen Rembla Canaletas, eine leuchtende Afsiche, etwa 50 Meter lang, aufstellen lassen, die sie sich über 30000 Pesetas hatte kosten lassen. Gestern abend nun stellte sich eine Truppe von Arbeitern an jener Stelle ein, mit Leitern und anderem Werkzeug, und begann, die Affiche sorgfältig Stück um Stück abzutragen und ihre sämtlichen Bestandteile auf einen Kraftwagen zu laden, alles vor den Augen einer großen Menge Neugieriger. Die Arbeiter sagten, beauftragt zu sein, die Affiche an eine andere noch günstigere Stelle zu verlegen. Nach vollständiger Abtragung der Affiche verschwanden die Arbeiter nebst dem Wagen. Ein Angestellter der Versicherungsgesellschaft, überrascht durch das Verschwinden der Affiche, erstattete Anzeige bei der Polizei, und es stellte sich heraus, daß die leuchtende Affiche gestohlen worden war. durch kühne Diebe, gegen die in Rede stehende Gesellschaft vergessen hatte, sich selbst zu versichern. Und das ist der Humor davon Druck und Verlag: Verlagsanstalt F. X Ruegenberg, Olpe. Verantwortlich für die Gesamtredaktion Dr. phil. Albert Wand in Olpe, für die Berliner Redaktion: I. V. Krauß, Berlin=Schöneberg; für den Reklamen= und Anzeigenteil: Ed. Ruegenberg, Olpe Einfacher und billiger waschen! das sei die Losung für den nächsten Waschtag. Die umständliche und mühevolle Handbehandlung auf dem Waschbrett macht nicht nur das Waschen zu einer Qual, sondern schneidet auch in der Kostenfrage zu ungünstig ab. Verwenden Sie Persil. Die Wäsche wird nur einfach kurze Zeit gekocht und ist sauber und fleckenrein. Nur müssen Sie, um eine vollendet schöne Wirkung zu erzielen, Persil ohne jeden Zusatz verwenden und genau die Gebrauchsanweisung befolgen. Das kluge Mütterlein. Zum Krämer kommt das Mütterlein: „Persil zur Wäsche soll es sein“. Der Lehrling aber zu ihr spricht: „Das hab' ich augenblicklich nicht, Nehmt dieses hier. ihr werdet sehn, Es wäscht und bleicht genau so schön!“ Jedoch das Mütterlein reicht bieder Dem Lehrling seine Tüte wieder, Indem jie mit Bestimmtheir spricht: „Nein, etwas andres will ich nicht! — Waschmittel freilich gibt es viel, Jedoch— es gibt nur ein Persil!“ Empfehle meine große Auswahl Jahrräder verschiedener Marken wie Brennabor, Dürkopp usw. Besonders möchte ich hinweisen auf mein vorzügliches Angebot in Spezial=Rädern, welche ausstaffiert sind wie folgt: la. Doppelglockenlager, Freilauf und Rücktritt von nur erstklassigen Fabrikaten, 2 weiße Gebirgsdecken und schriftliche Garantie. Preis 118,— M., freibleibend, solange Vorrat reicht und ca. 30 Stück zur Auswahl. 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Telf. 189 Wairoßleder Buffelleder Polterleder zu Schleifzwecken Herm. Evers, Hagen i. W. Fabrikbedarf Telefon 400 und 3885. Amt DrolshagenAm Sonntag, dem 17. August, findet hier die Sehkmals-Eintremnungsteiel fur die gefaltenen Reiden des umtes Urolsnagen statt. Antreten der Vereine 2¾0 Uhr nachmittags am Gasthof„zur Brücke“ 3 Uhr Abmarech sum Denkmal und feierliche Enthüllang. Festzug durch die Stadt zum Festplatz. Dortselbst Konzert, Gesang, kurnertsche Vorführungen, Damenreigen und Feuerwerk. Moniag, den 18. August, Kriogertcch Vormittags 10 Uhr teierliches Requiem für die Gefallenen des Amtes Drolshagen. Darauf Früh-Konzert im Festzelt. Nachmittags 3 Uhr Festzug mit Parademarech. Anschliessend Konzert und Tanz im Festselt. Orden und Ehrenzeichen sind an beiden Tagen anzulegen Die Bewohner der Stadt werden gebeten, die Strassen zu schmücken und die Häuser zu beflaggen. Der Denkmalsausschuß. Brave, opferfrendige, Jünglinge jeden Berufes im Alter von 14—30 Jahren, die Neigung zum religiösen Stande haben und als Laienbruder am Werke der GlaubensTalenerur: verbreitung in unseren europäischen Niederlassungen oder in den überseeischen Missionsfeldern mitzuhelfen bereit sind, mögen sich wegen Aufnahme vertrauensvoll wenden an den Hochw. Herrn P. Provinzial der Pallottiner, Limburg(Lahn). liefert waggonweise Johann Weyand, Fuhrgeschäft, 12678 Weidenau=Sieg. Tel. 2049 Amt Siegen. Einige neue(F12668 Küchen- und Schlafzimmer=Möbel billig zu verkaufen. Von wem, sagt die Geschäftsst. dss. Bls. III. Orden Olpe Die Wallfahrt nach Waldenburg findet am nächsten Montag, dem 18 August statt. Abfahrt von Olpe: 70 Uhr vorm. mit dem Zuge nach Listernohl. Zu zahlreicher Beteiligung ladet die Ordensmitglieder ein 12673 der Vorstand. Wachsamen kleinen Zuno (Rehpinscher) hat abzugeben. F. Berger, Olpe Kölnerstr. 3. 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