Altester Anzeiger für das Sauerland Das„S. V.“ erscheint jeden Werktag früh. Der monatliche Bezugspreis beträgt 1,50 G.=M., die Einzelnummer kostet 10 G.=Pfg. Bestellungen nehmen alle Postanstalten entgegen. Störungen durch höhere Gewalt und Ausstand rechtfertigen keine Ersatzansprüche. Geschäftsstellen: Frankfurterstr. Nr. 16 und Bahnhofstr. Nr. 3.— Fernruf 2.— Postscheck=Konto, Köln Nr. 10 158. Kreisblatt des Kreises Olpe Anzeigenpreise: 1 Millimeter Höhe im Ortsverkehr 8 Goldpfg., f. Auswärtige 10 Goldpfg. Reklamen 40 Goldpfennig: Offertengebühr 25 Goldpfg., umzurechnen nach dem am Tage der Zahlungen gültigen Berliner Dollar=Kurs Zahlbar bei Aufgabe, spätestens 3 Tage nachher, andernfalls Verzugszinsen berechnet werden. Eventuell gewährter Rabatt gilt nur als Kassen=Rabatt. Nr. 167 Olpe, Samstag, den 19. Juli 1924 84. Jahrg. Deurschlaus zu den Pleuursihungen der Lonvoner Konserenz zagelassen. Die Erörterung der Liquidierung des Ruhrnnternehmens. Ein Lichtstrahl kommt von der Londoner Konferenz durch die von Reuter heute bekanntgegebene Mitteilung, daß die Deutschen von jetzt ab zu jeder Plenarsitzung zugesa.,. an: estandigen=Gutachten lassen werden sollen. Damit will man doch zumstehen im Mittelpunkte des Interesses nicht nur EuroAusdruck bringen, daß man in London kein bloßes spas, sondern der ganzen Welt. Sie bilden nicht nur Dietat will sondern daß man dar; auch den##### die Grundlage für die Verhandlungen ruck bringen, daß man in London kein bloßes spas, sondern der ganzen Welt. Sie bilden nicht nur Vilm win, sonorrn, vaß man vorr auch vanach die Grundlage su.. hmntlungen von Regietrachtet, mit Deutschland zu verhandeln. Das ist auf kung zu Regierung, die Grundlage der etzt tagenden jeden Fall ein Fortschritt, über den Deutschland sich Konferenz, sondern das Schriftstück, von dem die freuen kann. Doch ist es notwendig, auch jetzt da-[Gesundung der Weltwirtschaft, die Gesundung der Bevor zu warnen, daß man dies nicht überschätzt, denn stehungen der europäischen Staaten abhängt. Die es wird darauf ankommen, ob die Plenarsitzungen nur die Kommissionsbeschlaßfe bestungen voer bo sie wirkliche Arbeit leisten. Es ist aber anzunehmen, daß die Arbeit in den Kommissionen schon soweit geleistet ist, daß man mit fertigen Beschlüssen kommt, jedoch kann auch dann die Arbeit der deutschen Mitglieder noch erfolgreich sein, da manches auch dann noch geändrrt merden kann. Inwtewelt zutreifen wird, können mir nicht propbezeien. Das zweite wichtige Ergebnis der bisherigen Verhandlungen ist, daß man endlich nach den vorliegenden Meldungen soweit gekommen ist, daß man in die Erörterung der Liquidierung des Ruhrunternehmens eintreten kann. Der Sonderberichterstatter des Quotidien meldete gestern nacht 1 Uhr früh: Die Konserenz müsse gewissermaßen die politische Erbschaft aus der Ruhr liquidieren. Die Lage Ruhrgebiet, die Beunruhigung, die sie hervorgerufen habe, müsse beseitigt werden, bever man den Plan Dawes zur Ausführung bringe: könne. Dus sei eine fast trigische Lage, aus der#es nur einen Ausweg geben könne, nämt'ch. daß man offen und feierlich anerkenne, daß die sselierte Aktion bankerott gemacht habe und daß nur die Zusammenarbeit der Alltiierten es ermöglichen könne, die bis jetzt unlösbar erscheinende Reparationsfrage zu regeln, um Europa zu retten. Gestern ist der Ausschuß, der diese Fragen erörtern soll, nicht zusammengetreten, weil die Franzosen eine größere Denkschrift unterbreiteten, in der sie nach Annahme und Anwendung des Gutachtens durch Deutschland nach dem letzten Augenblick der letzten Zahlung mit der Räumung beginnen wollen. Das kann uns natürlich nicht genügen, aber es ist doch ein Fortschritt, daß endlich einmal das Wort von einem Beginn der Räumung von französischer Seite fällt. Wir glauben nicht, daß die anderen Mitglieder dieses Ausschusses diesem Vorgehen, das dem Geiste des Dawesgutachtens widerspricht, beistimmen werden, sondern es werden sich wohl noch harte Kämpfe hierum entwickeln. Der Gedanke einer Intervention des Auslandes in Deutschland muß endgültig fallen gelassen werden, sonst ist das Gutachten unausführbar, weil wir die 800 Millionenanleihe sonst nicht bekommen, die eine wichtige Voraussetzung zur Durchführung des Gutachtens ist. Ueber die Bedingungen für diese Anleihe äußerte sich, wie wir einem Pariser Drahtberichte entnehmen. Owen Young, der bekanntlich Mitglied des Dawesausschusses war, zu dem nach London entsandten Sonderberichterstatter des Matin, Jules Sauerwein. Owen Young tritt, wie der französische Berichterstatter betont, weder als Delegierter noch als offtziöser Beobachter der Vereinigten Staaten in London auf. Doch gilt er als der Schiedsrichter, der zu sämtlichen Kommissionen Zutritt hat und in dringenden Fällen von den alltierten Sachverständigen um seinen Rat gebeten wird. Owen Young gab in der Unterredung die Bedingungen an, unter denen amerikanische Geldgeber sich zur Zeichnung der 800=Millionen=Anleihe herbeilassen würden. Diese Bedingungen lassen sich in den nachstehenden Punkten zusammenfassen: 1. Abschluß eines vom Resche freiwillig anerkannten Abkommens. 2. Verzicht auf jede Intervention des Auslandes in Deutschland. 3. Die Zusage, daß die zur Abzahlung der Ziusen des„Anleihebetrages verwandten Einkünfte nicht beschlagnahmt werden dürfen. Er erklärte im Schluffe seiner längeren Unterredung, er sei optlmisttsch, was die Ergebnisse der Konferenz anbelangt. Denn er habe bei allen Beweise einer aufrichtigen Entschlossenheit gefunden, die schwebenden Probleme zu regeln. Er könne nicht annehmen, daß der wunderbare Geisteszustand und die aufrichtigen Absichten der in London versammelten Männer im Laufe einer so bedeutsomen Konferenz durch irgendwelche Mißverständnisse zu keinem Ergebnisse führen werden. Ebenso wird in allen Berichten aus London Optimiomus sehr fart vertreten. Wir freuen uns darüber, können aber kaum glauben, daß es ohne schwere Kämpfe abgehen wird und wir fürchten, daß es sehr schwer sein wir den deutschen Standpunkt in London durchzusetzen. Dr W. Die Sachverständigen=Gutachten man dies nicht überschätzt, denn stehungen der er.—„ung Die ommen, ob die Plenarsitzungen Sachvexständigengutachten, von deren Erledigung die sbeschlüsse bestätigen oder ab siestzanze Zukunft Deutschlands abhängt, werden auch die Parlamente beschäftigen. Ueberall spricht man von ihnen, aber kennen tut sie fast keiner. Das liegt daran, weil bisher kein authentischer Text in deutscher Sprache vorlag. Jetzt bringt der bekannte Verlag Reimar Hobbing, Berlin,S. W. 61, in einem 80 Quartseiten umfassenden Sonderheft der„Deutschen Pirtschaftszeitung“, herausgegeben vom Deutschen Inoustrie= und Handelstag eine authentische Ausgabe unter dem Titel: Die Sachverständigen-Gutachten. Die Berichte von Dawes und Mackenna nebst allen Anlagen mit einer volkswirtschaftlichen Einführung, ausführlicher Inhaltsübersicht und alphabetischem Sachregister. Hier werden außer den beiden Berichten nebst Anlagen eine von berufener Seite geschriebene gut sorientierende Einleitung über den Stand der Reparationsfragen, mit denen die Sachverständigenvorschläge zusammenhängen, ferner eine ausführliche Inhaltsübersicht über die beiden Sachverständigenberichte, sowie ein Sachregister geboten. Für jeden Politiker, ja für jeden Deutschen ist das, was sich auf Grund dieser Sachverständigenvorschläge entwickeln wird, eine Lebensfrage. Eine möglichst weite Verbreitung genauester Kenntnis über den Inhalt dieser Gutachten ist im vaterländischen Interesse dringend zu wünschen. Das genannte Heft kann im Buchhandel zum Preise von 3 Mark oder vom Verlag Reimar Hobbing, Berlin S. W. 61, bezogen werden.“ Dr. W. Die Inlassung der Lerireter Veutschlauss. „ WXB London, 18. Juli.(Radio.) Wie Reuter meldet wurde eine Regelung getroffen, wonach bei den folgenden Plenarsitzungen der Konferenz die Vertreter Deutschlands anwesend sein werden. Man nimmt an, daß die Konferenz nicht tär ger als 10 Tage dauern werde. Die Arbeit der französischen Konferenzmitglieder. WTB Paris, 18. Juli. Havas meldet aus London, Herriot hat gestern den ganzen Vormittag hindurch mit seinem Stabe in der französischen Botschaft verhandelt. Um 11 Uhr begab sich der französische Preinierminister zu Macdonald, mit dem er eine längere Unterredung hatte und danach frühstückte. Die französischen Sachverständigen waren den ganzen Vormittag mit der Sitzung der dritten Kommission beschäftigt. Die Zusammensetzung und die Aufgaben der Ausschüsse. WTB London, 17. Juli.(Drahtb.) Der Berichterstatter des Daily Telegraph schreibt über die Zusammensetzung und die Aufgaben der Konserenzausschüsse, für den09 ersten Ausschiiß sei bezeichnend, daß die amerikanische Delegation zustimme, vertreten zu sein und die kleinen Mächle, nämlich Serbien, Rumänien, Griechenland und Portugal, nur eine gemeinsame Vertretung bestehend aus zwei Personen erhalten habe. Bezüglich der Methode, durch die der deutsche Verzug erklärt werden soll, werden zwei, wenn nicht drei Formeln untersucht werden. Die allgemeine Tendenz im alltierten Lager laufe in der Richtung der Berufung eines Amerikaners als Generalagenten für Reparationsleistungen, um als Schiedsrichter zu handeln. Belgien würde vielleicht vorziehen, daß die Reparationskommission, wenn der Verzug festgestellt sei, einen fünfgliedrigen sad hoc Ausschuß zur Aeußerung darüber einlädt. Das heikelste Problem sei zweisellos, ein Mittel zu finden, um jede unabhängige Aktion in der Frage der Sanktionen in kunft unmöglich zu machen. Die Franzosen und Belgler wünschten die Frage der Sicherheit der Besatzungstruppen aufzuwerfen. Auch hier würden wohl zwei verschiedene Formeln unterbreitet werden. Die erste gehe dahin, nur die Befugnisse, den alllierten Militärkommandos durch den Artikel 16 des Rheinlandabkommens gegeben wurden, zu stärken. Die Rheinlandskommission soll in ihrer Form wieder hergestellt werden und soll in der Art, wie vor dem Ruhrunternehmen auf dem linken Ufer in Verbindung mit den militärischen Kommandos auf zwei bis drei Linien, die eine größere strategische Bedeutung besäßen, ausüben. Die zweite Formel besage, daß die rheinischen Eisenbahnen zu einer Einheit mit einem deutschen Generalleiter zusammengefaßt. werden, der eine Anzahl von französischen und belgischen Eisenbahnern zugeteilt erhält. Es sei schwierig, einzusehen, wie diese Formeln mit dem Dawesbericht vereinbart werden könnten. Der Zusammentritt der Kommissionen. WTB London, 18. Juli. Die erste Kommission unter dem Vorsitz von Snowden und die dritte kommission unter dem Vorsitz von Sir Robert Kindersley sind gestern nachmittag um 3,30 Uhr zusammengetreten. Die zweite Kommission tagte nicht, sondern wird heute unter dem Vorsitz von Thomas, zusammentreten. Die Kommissionsarbeiten. WTB London, 18. Juli. Radio.) Wie Reuter meldet, nahm die Konferenz heuie vormittag die Arbeiten wieder programmäßig auf. Zu gleicher Zeit begannen die Unterhandlungen zwischen dem englischen, französischen und belgischen Premierminister, sowie mit dem Chef der Interalliierten Delegation, die sich 2 Stunden hinzogen. Die 2. Kommission, deren Präsident der Kolonialminister Thomas ist, sollte heute vormittag um 11 Uhr im Auswärtigen Amte zusammentreten. Die Sitzung wurde jedoch abgesagt, da Thomas im Unterhaus eine Erklärung über die Vertretung der Dominions auf der Konferenz abzugeben hat. Diese Kommission wird erst später wieder zusammen treten. Die 3. Kommission, die sich mit der Verteilung der deutschen Zahlungen zu beschäftigen hat, versammelte sich heute vormittag 10 Uhr. Sie wird den Abschlußbericht wohl zuerst sertiggestellt haben. Die 1. Kommission, die sich mit der Frage, völliger Nichtleistung durch Deutschland zu beschäftigen hat, soll um 1.30 Uhr zusammentreten. Es wird darauf hingewiesen, daß die verschiedenen Zwischenberichte über die Konferenz und die Veröffentlichungen der Schriftstücke, die lediglich die Ankämpfungen darstellen absolut irreführend sind. WTB London, 18. Juli. 9 Uhr abends.(Radiom.) Der 1. Ausschuß der internationalen Konferenz, der sich mit dem deutschen Verzug beschäftigt, tagt noch. Der zweite Ausschuß, der sich mit der wirtschaftlichen und fiskalischen Einheit Deutschlands beschäftigt, hat seine Vorarbeiten beendigt. Morgen früh wird er zusammentreten zu einer Sitzung. Der dritte Ausschuß, welcher die Methoden für die Uebertragung der deutschen Zahlungen an die Gläubiger erörtert, trat heute früh zusammen. Es verlautet, daß der Ausschuß gute Fortschritte gemacht hat und morgen seine Arbeiten voraussichtlich beendet. Wochende wird eine Ruhepause der Konferenz. Eine Vollsitzung wird nicht stattfinden, bis alle Ausschüsse ihre Arbeiten beendet haben. Es verlautet, daß die Stimmung gut war und jeder mit dem Lauf der Dinge zufrieden war. Ein französisches Memorandum zur Ruhrräumung. WTB London, 18. Juli. 10 Uhr abends.(Radiomeldung.) Nach dem Evening News fand die Sitzung des 2. Ausschusses heute nicht statt, weil die französische Mission ein Memorandum an diesen Ausschuß mit wichtigen französischen Vorschlägen richtete, das 20 bis 30 Seiten umfaßt. Die anderen Mitglieder erbaten sich Zeit zur Prüfung der französischen Vorschläge. Die französischen Vorschläge sehen die Einstellung der milltärischen Einmischung vor, sobald Deutschland den Dairesplan annimmmt und zu seiner Anwendung bringt. Die Räumung sol erappenweise vom letzten Augenblicke der erster Jahlung ab erfolgen. Um die deutsche Wirtschaftseinheit. WTB Paris, 18. Juli.(Drahtb.) Ein französisch=belgischer Plan zur Widerherstellung der deutschen Wirtschaftseinheit im Ruhrgebiet wird heute der zweiten Kommission vorgelegt werden.-Dieser Plan sieht nach dem Echo de Paris sehr za“ gihe, ziemlich lange Etappen vor. Die Belgnier schlagen vor, die Entscheidung der. Reparationskommission hinsichtlich der Placierung der Anleihe abzuändern. Nach ihrer Ansicht müsse es genügen, wenn die englischen, amerikanischen und anderen Bankiers sich verpflichten, die Anleihe zu placieren. Aufgabe der Regie geplant? WTB Paris, 18. Juli. Der Londoner Berichterstatter des Temps meldet, es sei gestern im Laufe des Tages nicht über die Eisenbahnfrage verhandelt worden. Diese scheine aber Gegenstand einer längeren Unterredung gewesen zu sein, die Herriot und Theunis miteinander hatten. Der französisch-belgische Plan für die Lösung dieser Frage geht, wie man annehme, dahin, daß die französisch-belgische Regie aufgegeben werde. Auf den für die Versorgung der Truppen unerläßlichen Strecken soll aber eine Anzahl Arbeiter und Techniker zurückgelassen werden, die im Falle eines deutschen Streikes oder von Unruhen einen einigermaßen regelmäßigen Dienst aufrechterhalten können. Die französischen Eisenbahner im Ruhrgebiet. WTB London, 18. Juli.(Drahtb.) Zu dem Bericht Seydoux über die wirtschaftliche Räumung, der heute vormittag der zweiten Kommission vorgelegt werden soll, berichten die Times, er sei in sehr entgegenkommender Form gehalten, besage aber, daß es in seinem zweiten Punkte für Frankreich ein Mindestmaß der Zugeständnisse gebe. Das ganze französisch=belgische Eisenbahnpersonal könne nicht aus dem besetzten Gebiet zurückgezogen werden; 600 bis 1000 Beamte müßten zurückbleiben, um für den Fall eines deutschen Eisenbahnerstreiks die völlige Isolierung der französischen Streitkräfte zu verhindern oder im Falle einer Erneuerung der Besetzung als Stammtruppen zu gelten. Zur gegenwärtigen Lage. WTB London, 18. Juli.(Drahb.) Reuter teilt mit: Im Zusammenhang mit der Konferenz wird hervorghoben, daß es sich mehr um ein psychologisches Problem, als um ein solches der technischen Einzelheiten handelt. Die herrschende Atmosphäre und der allgemeine Wunsch seien, daß eine Regelung zustande komm:. Dies wirkt überall ermutigend. Tatsäch# ch scien bisher keine wirklichen Schwierigkeiten in Erscheinung getreten, wenn zuch natürlicherweise Schwankungen zu verzeichnen sind. Ohne Uebertreibung kann gesagt werden, daß ein guter Fortschritt erzielt worden ist. Der deutsche Botschafter bei dem stellvertretenden französischen Außenminister. WXB Pacis, 18. Juii.(Drahtb Der Deutsche Botschfter von Hoesch hatte heute vormittag eine Unterredung mit dem Stellvertreter des Außenministers Remuls, mit dem er die Frage der besetzten Gebiete, insbesondere betr. die Fragen der Ausgewiesenen und Gefangenen besprach. Die nächste Plenarsitzung. WTB London, 18. Juli.(Drahtb.) Die Anbraumung der nächsten Plenar=Sitzung aus der Londoner Konferenz ist von dem Ergebnis der Kommissionsberatungen abhängig. Es wird jedoch mit der Möglichkeit gerechnet, daß bereits morgen eine Plenarsitzung stattfindet. Das Konferenzdiner. WTB London, 17. Juli. Der Premierminister gab heute den Konferenzdelegierten ein Essen im Lancasterhouse. Am Sonnadend beabsichtigten die Delegierten der britischen Reichsausstellung in Wembley einen Besuch abzustatten. Rieciotti Garibaldi* Rom, 18. Juli. Ricciotti Garibaldi, der letzte lebende Sohn des italienischen Volkshelden, ist gestorben. Er war hervorgetreten durch seine Teilnahme am griechisch=türkischen Krieg 1897. Er hatte seinen Vater im Jahre 1870 nach Dison begleitet. Ein italienisch=österreichisches Abkommen. WTB Rom, 11. Juli. Agence Stefani teilt mit, daß der Premierminister und der österreichische Gesandte im Palazzo Chiggi ein Abkommen freundschaftlichen und wirtschaftlichen Charakters unterzeichneten, das zahlreiche Fragen betreffend die Anwendung gewisser Bestimmungen des Vertrages von St. Germain zwischen Oesterreich und Italien regelt. Das Abkommen, das nach langen Verhandlungen zustande kam, bildet ein neues Element für die Wiederherstellung des Friedens in Mitteleuropa und trägt gleichzeitig zur freundschaftlichen Entwicklung der guten Beziehungen beider Länder bei. Die politische Ehrlichkeit, Von eined parlamentarischen Mitarbeiter. Diejenigen„Politiker“, die es für höchste Weisheit halten, mit allerlei Winkelzügen und direkten Unehrlichketten kleine und große Politik zu machen, sehen ihre Kreise empfindlich gestört. Die offene, gerade und ehrliche Rede des Reichskanzlers Marx, die wieder notwendig war, um eine gefährlich wirkende Kamarilla unschädlich zu machen, hat das bewirkt. Es waren in den letzten Tagen gefährliche Dinge am Werk. Diesenigen politischen Kräfte, die gerade deshalb, well sie zu einer ehrlichen polttischen Stellungnahme sich nicht verstehen konnten, der Regierung fern bleiben mußten, setzten alles daran, um unterirdisch weiter zu wühlen. Die hatten auch den Erfolg, daß wettere Kreise der Deutschen Volkspartei in das Schlepptau dieser Agitation kamen. Es erfolgte die Frankfurter Entschließung der Deutschen Volkspartei, die übrigens auch nach den Wahlen nicht innerlich konsolidiert, sondern noch weiter als zuvor desorientier ist, und es kam die merkwürdige Stresemann affiziös angesehene reichshauptstädtische Organ die„Zeit“ gefiel sich von einem Tag zum anderen in wechselnden Interpellationen, Auslegungen und Kommentaren, so daß allgemach eine Verwirrung einzureißen drohte, die der politischen Geschäftsführung der Reichsergierung geradezu gefahrdrohend wurde. Und das in einem Augenblick, in welche die größten außenpolitischen Entscheidungen, deren Objekt Deutschland ist, heranreisten, Entscheidungen aber auch, die sich aufbauen sollten auf einer vollkommen klaren Vertrauensbasis. Dieses Netz und Gewirr hat der Reichskanzler mit seiner großen, ehrlichen Rede vor der Presse zerrissen. Und nun erhebt sich gegen ihn ein geradezu unerhörtes Kesseltreiben. Die deutschnationale Presse, die schon eine weitgehende Annäherung des volksparteilichen Standpunktes an den der Deutschnationalen feststellen zu können glaubte, dafür freilich von der Kölnischen Zeitung den Vorwurf unehrlicher Taktik sich gefallen lassen mußte, erhebt nun den Ruf: Weg mit Marx! Und diese selbe Presse, die noch vor wenigen Wochen eine Ministerschaft Stresemanns als absolut untragbar erachtete, und um des Festhaltens an Stresemann hauptsächlich den Eintritt in die Regierung versagte, diese selbe Presse erklärt nunmehr, daß in der Person Stresemanns„bei der jetzigen Sachlage ein Hindernis für die Deutschnationalen kaum zu suchen sein" dürfte. Dagegen verlangt sie den Sturz des Kanzlers Marx. Die Deutschnationalen werden sich wundern über das Echo, das dieser frivole Vorstoß gegen den Kanzler, der nichts anderes als einer bewußten Sabotage jeder ehrlichen und aufrichtigen Politik gleichkommt, im Lande hervorrufen wird. Es muß allerdings auch einmal ausgesprochen werden, daß die Haltung der Deutschen Volkspartei und ihrer maßgebenden publizistischen und politischen Führer in den letzten Wochen alles andere als klar und deutlich war, und daß es oft genug schien, als hätten sich diese Kreise von der, bei Bildung der neuen Regierung in beiderseitigem Einvernehmen festgelegten Linie entfernt. Nachdem das Sachverständigengutachten angenommen war, blieb für die Regierung gar nichts anderes übrig, als an einer ehrlichen Ausführung zu arbeiten, und sich nicht mit Dingen zu befassen, die den Enderfolg immer wieder in Frage stellen müßten. Das Zentrum und sein Führer in der Regierung, der Reichskanzler Marx, hat diese außenpolitische Linie mit aller Zähigkeit festgehalten, und das deutsche Volk wird und muß ihm danken. Wenn wir auch in diesem Augenblick noch den Eindruck einer Wankelmütigkeit oder gar einer Unaufrichtigkeit unserer Politik aufkommen lassen, dann gefährden wir alles, was in den letzten Wochen in ungemein mühseliger Arbeit aufgerichtet worden ist. Aber da wollen wir auch bei diesem Zusammenhan mit aller Deutlichkeit zum Ausdruck bringen: für eine Politik der Schach= und Winkelzüge, der Unehrlichkeit und Unaufrichtigkeit ist die Zentrumspartei und ist ihr Führer Marx nimmermehr zu haben. Was das Zentrum als richtig erkannt hat, das wird es mit aller Zähigkeit und Entschlossenheit verteidigen, oder aber es muß die Verantwortung für alles, was sich aus einer anderen Einstellung ergibt, denjenigen überlassen, die glauben, mit ihren Auffassungen dem Volksganzen besser dienen zu können. Im Interesse des deutschen Volkes, im Interesse insbesondere der besetzten Gebiete und ihrer Bevölkerung würden wir es auf das Tiefste beklagen, wenn solche Kräfte sich auswirken könnten. Für das Zentrum, und das müssen sich die Deutschnationalen insbesondere gesagt sein lassen, kommt eine Zusammenarbeit nur mit solchen politischen Kräften in Frage, die die Grundsätze der Ehrlichkeit und Wahrhaftigkeit auch ihrer politischen Betätigung zu Grunde legen. Wieder einmal Krisenluft. Aus Berlin wird uns geschrieben: Es gibt offenbar Kreise, denen es schon zu lange dauert, bis wir wieder einmal eine neue Krise in Szene setzen können. Aus diesen Kreisen heraus wird über Meinungsverschiedenheiten innerhalb des Kabinetts, die sich insbesondere zwischen dem Reichskanzler und dem Reichsaußenminister entsponnen haben sollen, gesprochen, und man will aus diesen Dingen dus Bevorstehen einer großen allgemeinen Regierungskrise schließen. Wir könnten dazu bemerken, daß über die grundsätzliche Einstellung der Reichsregierung zu dem Sachverständigen=Gutachten und der Londoner Konferenz sich auch nicht die geringste Meinungsverschiedenheit ergibt. Gerade in diesen Tagen hat das Reichskabinett erneut und einmütig die bei der Bildung dieser Regierung festgelegte außenpolitische Linie bestätigt. Auch der Reichsaußenminister hat in allen beteiligten Kreisen keinen Zweifel darüber gelassen, daß er, unbeschadet der selbstverständlichen Versuche, alle Möglichkeiten für die deutschen Interessen auszuschöpfen, den Boden der damals zum großen Teil auch von ihm selbst in die Wege geleiteten Politik niemals verlassen habe und auch nicht zu verlassen gedenke. Das Gerede von einer preußischen Regierungskrise. Weil die Preußische Zentrumsfraktion, wie das ihr Recht und ihre Pflicht war, die HauszinssteuerVorlage im Preußischen Landtag kritisch beurteilte, und sich, wozu sie wieder im höchsten Grade verpflichtet war, darum bemühte, die Härten und Ungerechtkeiten auszugleichen und nach Mitteln und Wegen zu suchen, um das Ziel dieser Vorlage auf andere Weise zu erreichen, darum hat sich ein Gerede über eine preußische Regierungskrisis entsponnen. Es ist bemerkenswert, daß das just von den Kreisen geschieht, die das immer so darstellen, als habe sich das Zentrum durch die Koalition den andern Parteien, also vor allen den Sozialdemokraten, mit Haut und Haaren verschrieben. Das Zentrum hat immer sich vorbehalten, den ihm durch Pflicht und Gewissen vorgeschriebenen Weg zu gehen, und so hat es auch im vorliegenden Falle gehandelt. Daß gerade die Preuß. Zentrumsfraktion sich bewußt ist, daß eine innerpolitische Krise, noch dazu ausgehend vom größten deutschen Staate, in diesem Stadium außenpolitischer Entscheidungen untragbar ist, hat sie wahrhaftig unter größter Selbstüberwindung im Laufe der Zei oft genug erwiesen. Preußischer Landtag V. D. Z. Berlin, 18. Juli.(Radio.) Der Landtag nimmt zunächst einige kleinere Vorlagen nach kurzer Aussprache in 3. Lesung an. Bei der 3. Beratung des Gesetzentwurfes über die Verordnungen von Rechtsänderungen protestiert Abg. Dr. Meyer(K.) dagegen, daß Kommunisten aus dem besetzten Gebiet wegen Vergehen gegen die Verordnung über den Belagerungszustand verurteilt worden sind, obwohl diese Verordnung im besetzten Gebiet garnicht gelte. Die Polizei habe dabei häßliche Methoden angewandt, die Betreffenden unter falschem Vorwand in das unbesetzte Gebiet zu locken, und sie dann zu verhaften. Ohne weitere Aussprache wird die Vorlage angenommen. Ohne Debatte werden in 2. Beratung die Haushalte der Münzverwaltung des Gesetzessammlungsamtes des Reichs= und Staatsanzeigers der Oberrechnungskammer und Staatsschuld angenommen. Um 12 Uhr ist die Tagesordnung erledigt. Präsident Leinert schlägt vor, die nächste Sitzung am 23. September 1924, 1 Uhr mittags, abzuhalten. Auf Antrag des Abg. Hirsch(Soz.). der noch den sozialdemokratischen Antrag zum Bamtenabbau zur Erledigung bringen will, nird nuch längerer Debatte Vertagung um 1 Stunde beschlossen. Abg. Ebersbach(D. N) widempricht der Beraiung des sozialdemokratischen Untrags. Daraus beantragt Abg. Dr. Hirsch(Soz.) die Anberaumung einer neuen eine Viertelstunde später statlfindenden Sitzung mil neuer Tagesordnung. Abg. Ebersbch(D.=N.) erklärt. seine Freunde würden auch in der neuen Sitzung der Beratung des sozialdemokratischen Anteng# widersprechen. Nach Ablehnung einiger kommunistischen Anträge zur Tagesordnung erklärt Abg. Hirsch(Soz.), der Abg. Ebersbach schädige durch seinen Widerspruch die Interessen der Beamten. Abg. Ebesbach(D.=N.) erwidert, der sozaldemokratische Antrag solle nicht den Beamteninteressen dienen, sondern den Abbau der sozialdemokratischen Bürgermeister verhindern. Der Antrag der Kommunisten, am Donnerstag, den 24. Juli, eine Sitzung abzuhalten, wird gegen die Stimmen der Kommunisten, Sozialdemokraten und Demokralen abgelehnt. Präsident Leinert setzt die nächste Sitzung auf den 23. September 1924, nachmittags 3 Uhr an, und behält sich die Aufstellung der Tagesordnung vor. Schluß 12.45 Uhr. Die Kriegsbeschädigten=Renten. () Berlin, 18. Juli. Im Reichstagsausschuß für Kriegsbeschädigtenfragen wurden gestern über die Zahl der versorgungsberechtigten Militärrentner folgende Angaben gemacht: Beschädigte 803000, Witwen 420000, Halbwaisen 1020000, Vollwaisen 54000, Elternpaare 50000 gleich 100099 Köpfe, Elternteile(Vater oder Mutter, in der Regel Mutte)r) 140000, im ganzen also 2537000 Personen. Außerdem sind noch von den Angehörigen der ehemaligen Wehrmacht 46000 Offiziere und Militärbeamte, 16000 Witwen und 4500 Waisen von solchen zu versorgen. Die Gesamtausgaben betragen 700 Millionen Goldmark. Die Kosten für diese Versorgungen entsprechen ziemlich genau den Ausgaben des Reiches für die Beamten(mit Ausnahme von Eisenbahn und Post), sodaß also jeder Erhöhung der Beambesoldung eine gleiche Belastung des Reichs durch die Kriegsbeschädigtenrenten ggenübersteht. Grrsnachrichten aus dem Kreise Oipe. Die Störungen im Leitungsnetz des Listerkraftwerkes. Im Anschluß an die Berichte vom 17. und 18. Juli über die Störungen im Leitungsnetz des Listerkraftwerkes können wir heute zusammenfassend folgendes berichten: Bereits am Samstag Nachmittag gegen 6 Uhr trat eine Störung infolge Drahtbruches bei der Imhäuserschen Fabrik ein. Dr Fehler konnte dank der sofortigen Meldung an das Listerkraftwerk in kurzer Zeit beseitigt werden. Leider treten bei derartigen Fällen gewaltige Ueberspannungen auf, die dann oft weiteren Schaden anrichten. So zog auch diese Störung eine Reihe Durchschläge nach sich, die sofort beseitigt werden mußten. Das gesamte technische Personal des Listerkraftwerkes war dann bis gegen 3 Uhr nachts angestrengt tätig, um die Störungen aufzufinden und zu beheben. Während Olpe Schützenfest feierte und lustige Klänge der Militärkapelle vom Imberg herüberschalten, zog die Störungskolonne in die dunkle Nacht hinaus und leuchtete mittels Scheinwerfern jeden Mast der Leitung OlpeTalsperre ab, um die Fehler zu entdecken. Am Sonntag Nachmittag setzte ein schweres Gewitter ein und brachte wieder erhebliche Störungen, zu deren Beseitigung das gesamte technische Personal bis Montg Abend ununterbrochen tätig war. Die großen persönlichen Opfer, welche die Mannschaften der Störungskolonne im Allgemeininteresse gerade am Schützenfeste brachten, verdienen lobende Anerkennung der gesamten Bevölkerung. Die Hauptursache ist wohl darin zu suchen, daß das alternde Isolatoren=Porzellan durch den Kitt, welcher die beiden Teile des Isolators verbindet, starke innere Spannungen erhält und nun nach starker Sonnenbestrahlung durch plötzliche eintretende kalte Niederschläge zum Reißen kommt. In den meisten Fällen tritt an solchen gerissenen Isolatore; ein Ueberschlag der Hochspannung zur Eide ein, wodurch das Netz ander Betrieb kommt. Fe wurden insgesamt 37 deselte Isolatoren und ein'ge desekte Apparate in den Abnehmerstationen aufgefunden. In 7 Fällen waren auch die Drähle durchgebrannt. D## Listerkra###werk ist schon längere Zeit mit der Au#elung der gesamten Isolatoren beschäftigt und soll das Reißen der neuen Isolatoren nach den Versicherungen der Porzellanfirmen durch ein neues Verfahren ausgeschlossen sein. Da das Auswechseln wegen der notwendigen Abschaltung nur Sonntags vorgenommen werden kann, schreiten die Arbeiten naturgemäß nur langsam vorwärts. Immerhin ist die Zahl der ausgewechselten Isolatoren bis jetzt schon hoch in die Hunderte gestiegen. Wir bemerken noch, daß die Isolatorendefekte keine vereinzelte Erscheinung des hiesigen Bezirkes ist, sondern, daß sämtliche Isolatoren, welche nach dem damaligen Verfahren zusammengekittet sind, nach einer Lebensdauer von 8 bis 12 Jahren diese Defekte zeigen. Es liegt im Allgemeininteresse, jede verdächtige Erscheinung an den Ueberlandleitungen sofort dem Listerkraftwerk(Olpe, Imbergstr. 7, Teleson Nr. 25) oder den Kraftwerken an der Lister und in Bamenohl zu melden, damit sofort die notwendigen Schritte unternommen wrden können. W. Olpe, 19 Juli. Wohl infolge der letzten Gewittererscheinungen trat in der Nacht auf Freitag ein starker Witterungswechsel ein. Besonders seit gestern vormittag trat bis in die späten Nachmittagsstunden ein starker Regen ein. Der Himmel hatte alle seine Schleusen geöffnet und spendete das köstliche Naß aber doch schier im Uebermaße. Dazu trat ein furchtbarer Sturm, der besonders an den Aepfelund Birnbäumen starken Schaden anrichete. Es war ein Wetter wie im November. Zudem trat eine starke Abkühlung ein. Von Sturmschäden ist noch zu erwähnen, daß ein bejahrter Ahornbaum auf der Bruchstraße an der Wurzel abgedreht ist. 00 Olpe, 19. Juli. Gemäß den Statuten der westfälischen Zentrumspartei und auf Anordnung der Kreisleitung müssen innerhalb dreier Monate nach der Reichstagswahl alle Instanzen der Partei neu gewählt werden. Aus verschiedenen Gründen konnte in der vorigen Woche die Neuwahl des Ortsausschusses nicht erfolgen. Da aber am Mittwoch, dem 23. Juli, in Finnentrop die konstituierende Versammlung des Kreiskomitees, stattfindet, soll am Sonntag, dem 20. ds. Mis., abends 8.30 Uhr, im kath. Vereinshause eine Mitgliederversammlung der Parti angesetzt werden, in welcher der Ortsausschuß neu gewählt werden soll. Der Vorstand bittet dringend, sich recht zahlreich an der Versammlung zu beteiligen. Wenden, 19. Juli. Es wird nochmals auf die am Sonntag, 20. Juli, nachm. 4 Uhr, bei Wurm in Wenden stattfindende Gesamtausschußsitzung der Zentrumspartei des Amtes aufmerksam gemacht. Eine besondere Einladung ergeht nicht. r. Drolshagen, 19. Juli.(Eing. Drahtb.) Gestern abend wurde Gemeindevorsteher Gustav TheileOchel(Buchhagen) anstelle des früheren Kaufmanns Hebler zum Hauptmann des Kriegervereins gewählt. r. Drolshagen, 19. Juli. In die Villa des Fabrikanten Teubner ist der Blitz eingefahren und hat ein Loch in Größe eines Quadratmeters in das Dach gerissen. Die Villa war erst vor kurzem fertiggestellt. 1! Attendorn, 18. Juli. Der am 15. Juli abends durch ein Auto in der Nähe der Talsperre angefahrene Werkmeister Langenohl aus Albringhausen, der im hiesigen Krankenhause liegt, hat die Besinnung noch nicht wiedererlangt. Sein Zustand— Gehirnerschütterung— ist hoffnungslos. Aus dem Kreise Olpe, 18. Juli. Ein Schwindler treibt weit und breit sein Unwesen. Wie wir hören, hat er sein unsauberes Geschäft auch schon im Kreise aufgenommen. Hoffentlich gelingt es der Polizei, die sich mit der Sache schon befaßt hat, dem Menschen sein„Handwerk“ zu legen. Der Schwindler gibt sich als Beauftragter der Provinzialfeuersozietät aus und versucht die Beiträge einzuziehen. Soviel uns bekannt ist, ziehen nur die öffentlichen Kassen die Beiträge von jeher ein. Also Augen auf und den Schwindler dem nächsten Sicherheitsbeamten übergeben! Provinzielles WTB Siegen, 18. Juli. Die Bautätigkeit in Siegen ist erfreulich rege. Am Bahnhof wachsen von Tag zu Tag die dort geplanten Gebäude höher. So nimmt ein 50 Meter langes Geschäftshaus, das sich dicht an das Bahnhofsgebäude anschließt und in dem vier Firmen und der Verkehrsverein sich niederlassen werden, als auch die Bahnhofswache der Schutzpolizet ein Wachlokal finden soll— bisher kampierte sie in zwei auf ein Nebengleis geschobenen Güterwagen— den bisher freien, etwas perwilderten Platz neben der Unterführung ein. Auf dem Herrenplatz, wo bisher nahrhafte Gemüse wuchsen und hin und wieder seine Zelte aufgeschlagen hatte, sind die sersten Spatenstiche für den Neubau des großen Postgebäudes mit einer 70 Meter langen Front längst getan; es wird in zwei Jahren beendet sein. Außerdem bauen auf dem Platz die Knappschaftskasse ein eigenes Verwaltungsgebäude und einige Privatleute teils Wohn=, teils Geschäftshäuser. So wird in absehbarer Zeit der den zwischen Frankfurt=Hagen=Köln Reisenden vom Blick durchs Coupefenster wohlbekannte, stets etwas öde wirkenden Herrenplatz verschwunden sein. Ein Geschäftsviertel mit regem Verkehr wird dort entstehen, wo jetzt noch die aufstrebenden Rohziegelmauern einen wenig erfreulichen, aber vom Lokalpatriotismus gern ertragenen Anblick bieten. WTB Siegen, 18. Juli. Im benachbarten Netphen schlug während eines schweren Gewitters der Blitz in die Gastwirtschaft Wilhelm ein und zündete. Das große Haus ist bis auf den Grund niedergebrannt. Der Schaden ist bedeutend. WTB Gummersbach, 18. Juli. In einer Verimmlung von Vertretern der Oberbergischen Gesangvereine in Vollmerhausen wurde der Verein Rhein. Sängerbund Unterbund Oberbergischland, dem 32 Vereine beigetreten sind, gegründet. WTB Hagen, 18. Juli. Durch ausströmendes Gas betäubt, wurden heute nachmittag zmei Arbeiter des Städtischen Gaswerkes bei Reparaturarbeiten an einem Gasrohr in der Badstraße. Während der eine sich bald wieder erholte, mußte der andere dem Krankenhaus zugeführt werden. WTB Lüdenscheid, 18. Juli. Bei dem heftigen Gewitter, das sich in der Gegend von Halver entlud, wurden auf einer Weide bei der Station Schwenke zwei Rinder vom Blitz erschlagen. In Lüdenscheid selbst waren die elektrischen Entladungen nur gering. () Arnsberg, 18. Juli. Gestern explodierte auf auf der hiesigen Eisenbahnwerkstätte ein kleiner Gasosen, wodurch der Werkstättenarbeiter Gasse so unglücklich verbrannt wurde, daß er ins Krankenhaus transportiert werden mußte. An seinem Aufkommen wird gezweifelt. WTB Hagen, 17. Juli. Nach einer Mitteilung der Reichsbahndirektion Elberfeld ist ab 15. Juli d. Is. der Personenzug 1126 Hagen ab 8.17 nach Lüdenscheid später gelegt, damit er den Anschluß an D. 75 von M.=Gladbach=Duisburg=Essen nach Hagen dort an 8.23 aufnehmen kann. Hierdurch ist eine recht günstige Morgenverbindung vom Industriegebiet nach dem Sauerland geschaffen. WTB Hagen, 18. Juli. 26 Diebstähle wurden dem Angeklagten Arbeiter Mathias Bolz zur Last gelegt, von denen er 15 einfache und 4 schwere eingestand. Die Hagener Strafkammer verurteilte den mehrfach vorbestraften Gewohnheitsdieb unter Zubilligung mildernder Umstände zu 3 Jahren Gefängnis und seine Schwester, die Ehefrau Auguste Steinhauer wegen Hehlerei zu zwei Monaten Gefängnis. Die Menge des gestohlen Gutes umfaßte, ein gnzes Warenlager. () Münster i. W., 18. Juli. Regierungsdirektor i. R. Franz Körnig wurde hier im Bahnpostgebäude von einem plötzlichen Tode ereilt. Mit ihm ist ein verdienter Schulmann dahingegangen. Er ist als Leiter der Schulverwaltung bei der hiesigen Regierung in weiten Kreisen bekannt geworden; es war ihm nur wenige Monate vergönnt, nach einem arbeitsreichen Leben der Ruhe des Alters sich zu erfreuen. WTB Duisburg, 18. Juli. Diebe verschafften sich hier Eingang in ein Ladengeschäft und stahlen daraus 100 Herrenanzüge, 20 Ballen Stoffe, 20 Gummimäntel und 50 Herrenhosen. WTB Hagen, 18. Juli. Die Zahl der unterstützten Erwerbslosen im unbesetzten Gebiet ist von 213.000 auf 241000 gestiegen; das entspricht einer Zunahme von 13 Prozent. Ebenso ist die Zahl der Zuschlagsempfänger, d. h. der unterstützungsberechtigten Angehörigen der Erwerbslösen erheblich gestiegen. WTB Barmen, 18. Juli. Bei der hiesigen Reichsbank wurden durch einen Angestellten Unterschlagungen in Höhe von 85 000 Goldmark Mark begangen. Der Dieb, der flüchtig geworden war, ist inzwischen festgenommen worden. Im Zusammenhang mit dieser Unterschlagung nahm jetzt eine Kommission aus Berlin bei der hiesigen Reichsbank eine Untersuschung vor. () Hadamar, 18. Juli. Das 600jährige Stadtjubiläum des am Fuße des Westerwaldes gelegenen alten nassauischen Städtchens wurde dieser Tage festlich begangen. Der ganze Ort prangte im Tannengrün und Flaggenschmuck. Am Samstagabend wurde die Feier mit einem Fackelzuge eingeleitet. Am Sonntagvormittag fanden Festgottesdienste und Empfänge statt; nachmittags wurde ein von Pastor Böhlen verfaßtes, sehr wirkungsvolles historisches Festspiel aufgeführt, zu dem der untere Markt mit dem alten Rathause im Hintergrunde einen stimmungsvollen Rahmen bot. WTB Königswinter, 18. Juli. Gelegentlich der Honnefer Kirmes gelang es drei Einbrecher dingfest zu machen, die in Rhöndorf ihr lichtscheues Gewerbe ausgeübt hatten. Zwei der Einbrecher sind erst vor einigen Tagen aus dem Gefängnis entlassen worden, während der dritte zur Abbüßung einer längeren Zuchthausstrafe schon seit Jahren von der Staatsanwaltschaft gesucht wird. WTB Mörs, 18. Juli. Hier und in der Umgebung sind wieder fünf Opfer des Freibadens zu verzeichnen, darunter befinden sich zwei weibliche Personen, zwei Lehrlinge und ein Eisenbahner. Ein weiterer Lehrling ertrank unterhalb der Brücke bei Homburg. WTB Trier, 18. Juli. Die Ausgrabungen in dem Gartengelände in der Nicolausstraße, haben als letztes Ergebnis den etwa 2 Meter hohen und 1 Meter breiten, oben bogenförmig gewölbten Wohnhauseingang zu Tage gefördert Man sieht noch die Türangeln, die in gegossenes Blei eingelassen waren. Auch die Stelle des Türschlosses ist deutlich sichtbar. Die Schwelle zum Hauseingang liegt 6 Meter unter der heutigen Erdoberfläche. Das der frührömischen Zeit angehörende Mauerwerk ist sauber und sorgfältig gearbeitet. Die in demselben Gelände weniger gefundenen römischen Mauerreste stammen aus der späteren Zeit. () Deuten bei Wulfen, 18. Juli. Ein weißer Rabe. Ein weißer Rabe wurde vor zwei Wochen von dem Landwirt Brosthaus auf seinem in der Nähe des Deutener Bruchs gelegenen Ackerstück gefangen. Das junge Tier hatte anscheinend das Nest noch nicht lange verlassen und war so vom Regen beschwert, daß es im Fluge unsicher war und mit leichter Mühe erhascht werden konnte. Die Farbe am ganzen Körper ist weiß, nur die Flügeldecken zeigen eine leichte Abtönung ins Graue. Der„Gefangene" streckt unruhig Kopf und Hals durch das Gitter seines Käfigs und blickt sehnsüchtig nach den nahen Büschen, wo sich noch zwei schwarze und drei weiße Brüder in goldener Freiheit bewegen. Schon in den Jahren um 1910 ist am Dorstener Weg von Deuter Buben ein schwarzes Rabenpaar beobachtet worden, das alljährlich neben seinen fünf„pechschwarzen Burschen" immet einen schneeweißen„Jakob“ geschenkt bekam. WTB Heuchelheim, 18. Juli. Bei der Tiefergrabung seines Kellers fand der Arbeiter Ludwig Bepler einen irdenen Topf der etwa 450 Silbermünzen enthielt. Die Prägung der Münzen lautet auf 1 Albus und zeigt die Wappen des Bistums Mainz, der Stadt Frankfurt und Hessen=Darmstadt, sowie die Jahreszahlen 1691 bis 1697. Die Einmächezenr Boginat: Die Haltbarkeit und der Geschmack einer eingemachten Ware ist von ihrer Zubereitung abhängig. Sämtliche Gewürze und Konservierungsmittel, Pergamentpapier, Schwefelbärder, und=fäden usw. in reicher Auswahl. Garantiert reinen Weinessig in bekannter Qualität.(F12335) Kreuz-Drogerie Bernb. Frerichmann, Oipe. WTB Babenhausen, 18. Juli. Hier ereignete sich dieser Tage ein bedauerlicher Unglücksfall, der zwei jungen Polizeibeamten der Schutzpolizei das Leben kostete. Einer der jungen Leute, namens Schmitt, hatte beim Handgranalenwerfen die Granate zu lange in der Hand behalten, sodaß sie ihm in der Hand explodierte und die Ladung ihn derart schwer verletzte, daß er auf dem Transport ins Krankenhaus verstarb. Sein Nachbar, namens Becker, wurde durch einen Splitter getroffen und sank zu Boden. Durch den Fall kam eine weitere Handgranate zur Explosion und verletzte ihn schwer. Auch er ist seinen Verletzungen erlegen. Vermischtes. Rann die deutsche Flotte bei Skapa=Flow gehoben werden? Durch die Presse gehen Mitteilungen über die Hebung der bei Scapa=Flow versenkten deutschen Flotte, die völlig irreführend sind. Es wird von dem bisher günstigen Resultat der Hebung des Schlachtschiffes„Hindenburg“ gemeldet. Auch das ist unzutreffend. Nach englischen Mitteilungen liegen die Verhältnisse folgendermaßen: Versenkt wurden vor annähernd fünf Jahren bei Scapa=Flow, südlich der Orkney=Inseln, 16 Großkampfschiffe, 8 leichte Kreuzer und 50 Zerstörer. Die Schiffe liegen meistens in einer Tiefe von 120 Fuß. Die britische Admiralität war damals nach den ersten Untersuchungen der Ansicht, daß die Hebung der„Emden",„Baden"„Frankfurt" und„Nürnberg“ und die von etwa 20 Zerstörern möglich sei, die Hebung der anderen Großkampfschiffe aber die gewaltigen Kosten verbieten. Nun hat die britische Admiralität mit einer Bergungsgesellschaft einen Vertrag auf Hebung von nur zwei Großkampfschiffen und zwar„Hindenburg" und „Seydlitz" und 24 Zerstörern abgeschlossen, die in einer für die Hebung günstigen Lage liegen. Die Gesellschaft ist seit einigen Wochen mit den Bergungsarbeiten auch beschäftigt, das Resultat ist bei allen Anstrengungen selbst mit dem von Deutschland abgelieferten Riesenschwimmdock mit einer Hebekraft von 4000 Tonnen— gleich null! Der gewaltige„Hindenburg" rührt sich nicht, er ist bei seiner kolossalen Schwere in Sand und Schlick versackt. Jetzt haben englische Sachverständige eine ganz andere Meinung von der Hebungsmöglichkeit, es wird gesagt, daß die ersten Berechnungen falsch gewesen seien, auch seien die Kosten nicht zu erschwingen und es wird verlangt, die Arbeiten so schnell wie möglich einzustellen, da der ganze Plan völlig zwecklos sei! Es hat sich nämlich herausgestellt, daß die deutsche Besatzung damals alles getan hat, um die Hebung der Schiffe unmöglich zu machen; sie hat z. B. alle wasserdichten Schotten aller Schiffe zertrümmert, so daß sie bei der Hebung nicht geschlossen werden können: die Schotten zu schließen oder wiederherzustellen, sei ganz ausgeschlossen. Die Sachverständigen fordern eine Unterwassersprengung, soweit die Wracks ein Hindernis für die Schiffahrt bilden. Daß übrigens die Hebung der gesamten deutschen Flotte lange Jahrzehnte dauern würde, geht schon daraus hervor, daß sich die Bergungsgesellschaft für die Wiederslottmaschung nur der besagten beiden Großkampfschiffe und der 24 Zerstörer eine Zeit von mindestens acht Jahren(!) ausbedungen hat. Die Hochwasserkatastrophe in Nordchina. WTB London, 18. Juli. Reuter meldet aus Schanghai, das nun schon seit 14 Tagen andauernde Regenwetter verursacht ernstliche Ueberschwemmungen in ganz Nordchina. Der Eisenbahnverkehr zwischen Peking, Hankow und Suaijnan ist eingestellt Ein großer Teil der Stadt Calgan steht unter Wasser. Der Schaden beträgt 1 Million Dollars. Das britische, französische und japanische Konzessionsgebiet wurde infolge Dammbruches überschwemmt. Ungeheure Waldbrände in Californien. WTB San Franzisco, 18. Juli. Der Schaden, der infolge der an der ganzen pacifischen Wüste herrschenden Waldbrände entstanden ist, beläuft sich auf mehrere Millionen Dollars. Es herrscht ganze Besorgnis wegen der vielen Farmerfamilien, die sich in dem Brandgebiet befinden. Von vielen Farmerfamilien in den Staaten Washington u. Idaho sind eine Nachrichten zu elangen. Das inzwischen eingetretene Regenwetter erleichiert das Rettungswerk. Schweres Autounglück. WTB Dresden, 18. Juli. Ein schweres Auteunglück creignete sich auf dem Wege von Bastei nach Doberzeit. Das dem Besitzer der Dampfschisshotels Dresden=Blasewitz, Kubisch, gehörende Antomobil tumte von Bastei kommend kurz vor Doberzeit gegen einen Baum und überschlug sich. Kubitsch und seine Frau waren sofort tot, während sein Schwager und ein Kind schwer, ein zweiter Schwager der Frau Kubitsch leicht verletzt wurden. Der Chauffeur erlitt einen Nervenschock. Ehrenvolle Auszeichnung. () Hamburg. 18. Juli. Dem Hamburger Chefpilot Tüxen, der im Januar mit seiner Flugzeugmaschine den Heizer des im Eise der Elbe eingeschlossenen Schiffes„Sonderburg“ gerettet hat, wurde mit einer Anerkennung des Reichspräsidenten die Plakette des deutschen Reiches für Errettung aus Seenot überreicht. Er ist der erste Flieger, dem diese Auszeichnung zuteil wurde. Kunst und Wissenschaft. Der 60. Geburtstag Ricarda huchs. Gestern beging Ricarda Huch eine der größten literarisch schaffenden Frauen unserer Tage ihren 60. Geburtstag. Ihre Werke gehen hervor aus ihrem geschichtlichen Sinne, den sie dichterisch frei schaffend gestaltet oder sie entstammen nachdenklicher Selbstbesinnung. Ricarda Huch, ein Kind der freien Schweiz, hatte 1892 den Züricher Doktorhut mit der beträchtlichen Arbeit über die Neutralität der Eidgenossenschaft sich erworben. Dasselbe Jahr bot auch ihr erstes dichterisches Meisterwerk„Erinnerungen Ludolf Urslen des Jüngeren“, ein Werk, das zahlreiche Anklänge an ihren großen Landsmann Gottfried Keller zeigt im spanischen Erbfolgekriege. Dann schenkte sie uns in rascher Folge eine Reihe von guten Arbeiten der Dichterin bis zu ihrer wuchtigsten Künstlerleistung, dem „Großen Krieg in Deutschland“, der 1914 mit seinem dritten Bande abschloß. Dazwischen liegen der Roman„Aus der Triumphgasse",„Vita Somnium breve“, 1899, das später die schlichte Ueberschrift „Michael Unger" erhielt. Eine besondere Bedeutung, weit über den Rahmen einer wissenschaftlichen Arbeit, hatte ihr großes 1899 geschriebenes zweibändiges Werk über die deutsche Romantik, in der sie nichtnicht nur vertiefte Kenntnis, sondern auch mitfühlendes Verständnis für die echte, alte Romantik der Novalis, Schlegel, Tieck und Wackenroder zeigte In ihr kennzeichnet sie trotz aller Begeisterung für die Ideen und auch die Menschen dieser Zeit doch mit einiger Schärfe die sittliche Unzulänglichkeit der romantischen Lebensfühung. Unbedingter noch kämpft in den Schriften seit dem Heft über„Natur u. Geist“ von 1914 Ricarda Huch gegen alle Erscheinungen unserer Zeit, die sich als romantisch auszugeben lieben. Vor allem wenden sich die Spitzen gegen Lebensgebräuche neuer und neuester deutscher Dichter, aber auch gegen die sittlichen Folgerungen, die aus deren Werken gezogen werden könnten. Seit 1914 hat sie sich mehr historischen und philosophischen Studien zugewandt. Es erschienen seit 1911 die Schriften „Natur und Geist als die Wurzein des Lebens und der Kunst“, die Studie über Wallenstein„Luthers Glaube,„Der Sinn der Heiligen Schrift",„Entpersönlichung",„Michael Bakunin und der Sinn der Anarchie". Dichterische Gaben bot sie seit langem nicht mehr. Hervorzuheben ist auch ihr Gottfried Kellerbuch, dem sie auch geistig nahestand. Ist Ricarda Huch auch von uns getrennt durch eine ganz andere Weltanschauung, die in allen ihren Werken, besonders in den letzten selbstbesinnlichen klar zum Ausdruck kommt, so erkennen wir sie doch als große Künstlerin, als idealgesinnte, reine deutsche Frau gern an. Dr. W. Ricarda huch Ehrenbürger der Universität München. München, 18. Juli. Ricarda Huch ist von der Universität München zu ihrem 60. Geburtstag zum Ehrenbürger ernannt worden. Ehrung Ricarda huchs. Die Martin Bodmer-Stiftung(Zürich) hat Ricarda Huch in dankbarstr Erinnerung an ihr Gottfried Keller=Buch und in höchster Wertschätzung ihres Gesamtwerkes eine Ehrengabe von 1000 Fr. zugewendet. Wirtschaftliches. herabsetzung der Kreditzinsen und Zinsvergütungen. 0) Berlin, 18. Juli. Nachdem vor einigen Tagen die der Berliner Stempelvereinigung angehörenden Großbanken und Bankhäuser die Kreditzinsen für täglich kündbare Anlagen von 8 auf 6 Prozent ermäßigt hatten, reduzierten sie jetzt den Blättern zufolge auch die Zinsvergütungen für Termingelder und zwar von 15 auf 12 Prozent pro Jahr. Zinsen für 14 bis 30 tägige Anlagen oder Debetzinsen sind ermäßigt worden und zwar von 14 auf 12 Prozent pro Jahr Druck und Verlag: Verlagsanstalt F. X. Ruegenberg, Olpe. Verantwortlich für die Gesamtredaktion Dr. phil Albert Wand in Olpe; für die Berliner Redaktion: J. B. Krauß, Berlin=Schöneberg; für der Reklamen= u. Anzeigenteil: Ed. Ruegenberg, Olpe sowie alle Arten v. Hantunreinigkeiten, Hautausschlägen, wie Blütchen, Mitesser, etc. verschwind. d. tägl. Gebrauch d. echten Jeenschwesel. Jeife von Bergmann& Co., Radebenl. Oberall zu haben. Kreuz-Drogerie Bernhard Frerichmann. Benanntmachung. Es ist beabsichtigt, die im städtischen Bebauungsplan mit O bezeichnete Straße— verlängerte Agathastraße— insofern abzuändern, als sie um 4 m in nordöstlicher Richtung verschoben wird. Der Plan liegt beim Stadtbauamt vom 19. ds. Mts. ab vier Wochen lang zu jedermanns Einsicht offen. Einwendungen gegen den Plan sind innerhalb dieser Frift bei dem Unterzeichneten anzubringen.(712421) Olpe, den 16. Juli 1924. Der Bürgermeister. Sommerhoff. Bekanntmachung. Am Sonntag, dem 20. Juli ds. von 11 Uhr vormittags bis 1 Uhr nachmittags hält der St. Josefs=Schützenverein in Berlinghausen in der Nähe von Berlinghausen, Richtung Olpe, das diesjährige Vogelschießen ab. Wegen der den Passanten drohenden Gefahren werden deshalb hiermit für die genannte Zeit die Wege von Olpe nach Brachtve und nach Hillmicke gesperrt.(712413) Drolshagen, den 16. Juli 1924. Die Polizeiverwaltung. Der Amtmann. Bekanntmachung. Der Schützenverein Lütringhausen hält am Samstag, dem 19. ds. Mts., von 4½—7 Uhr nachmittags auf dem Schützenplatze daselbst ein Vogelschießen ab. Zur Vermeidung von Unglücksfällen wird hiermit vor dem Betreten der in der Nähe des Schießstandes durch die Rhonard führenden Wege gewarnt.(112424) Olpe, den 18. Juli 1924. Die Amtspolizeiverwaltung. Bedeutende Oel= und Fettfabrik sucht rührigen, soliden, eingeführten Verkreter mit den nachweisbar besten Beziehungen zur Industrie= und Landkundschaft. Off. bef. die Geschäftsst.(112314 Wir vergüten für Sgart!. auf wertbeständiger Dollargrundlage: a. bei täglicher Kündigung 16 pCt. pro Jahr, b bei 15tägiger Kündigung 20 pCt. pro Jahr, o. bei längerer Kündigung höhere Sätze nach Vereinbarung. Städt. 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W.(12449 Westsalischer Bauernverein. General=Versammlung Reschede, Freitag, den 25. Juli. Abfahrt von Olpe 5.19 Abfahrt von Finnentro 6.32 Abfahrt von Altenhundem 7.05 Ankunft in Meschede 8.22 Rückfahrt von Meschede nach Finnentrop=Olpe mittels Sonderzug. Rückfahrt von Weschede nach Altenhundem 8,32 Dennecke. Dr. Heßling. Das Geerensammert. in den zur Ortschaft Burbecke gehörenden Grundstücken ist ohne Erlaubnisschein verboten. Erlaubnisscheine können bei dem Ortsvorsteher Hubert Steinhoff abgeholt werden. Elspe, den 17. Juli 1924. Der Gemeindevorsteher: (112412) Rath. Neue Betten hocht. rot, dicht. Daunenköper, gleiche Ware wie vor dem Kriege. Katalog mit über 50 verschied. Preislagen krei. Bel Lagerbesuch: Füllung I. Belsein d. Käufers. Poftfodorn Halbdaunen und Daunen, ie nach Qualiäi Botliedern u. u.a5 1.80 2.10 2.50 3.00 und höher Koufamvererin=Lip. e. G. m. b. H. 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Stuten mit Fohlen, 2. nachweitlich angedeckte Stuten, 3. noch nicht gedeckte Zuchtstuten, 4. abgesetzte Stutfohlen. Deck= und Fohlenscheine sind vorzulegen. 2. Rindvieh. a. Bullen 1. im Alter von 12—15 Monaten „ 2.„„„ 15—24 „ 3.„„ über 24 Monate b. weibliche Tiere 1. im Alter von 1—2 Jahren 2.„„ über 2 Jahre 3. Kühe. Das Rindvieh muß den von der Sauerl. Herdbuchgenossenschaft für die einzelnen Gebiete des Kreises vorgeschriebenen Zuchtrichtungen entsprechen. 3. Schweine. 4. Zuchteber, 2. Zuchtsauen. Der Auftrieb mus 9 Uhr beendet sein. Beginn der Prämiierung 9½ Uhr. Vorführung der prämiierten Tiere und Auszahlung der Prämien 11½ Uhr. Mütter=Verein Olpe Unser liebes Mitglied Frau Wwe. Joseph Stahl Regina geb. Middel ist gestorben. Die Beerdigung findet Samstag morgen 7¼ Uhr statt. Freiw. Feuerwehr Olpe Sonntag morgen 5 Uhr Uebung für alle Abteilungen. +12285) Der Vorstand Sonnlag, von 5 Uhr ab Grosses Preisausschreiben! „. Um dae besamie Pubikum von der Güte meiner Fabrikate zu überzeugen, veraustalte ion dieses Preisausschreiben, dass allen Beteiligten die größlen Vorteile bietet. Pupkte angeden der sweiten Strophe durch Funkte angeuruteten buchstaben zu ergänzen, damit ein Reim entsteht und die gefundenen Buchstaben eine grosse Industriestadt benennen. Preie-Aufgabe: Sei sparsam, doch beim besien Essen Preie Hürges- Marparine„Klüko“ darist du nie vern.... Dami: jeder sich ein Urtel über meine Fabrikate ohne Risiko und Mehrkosten erlauben kann, soll jeder Beteillgende eine Bestellung von 8 Pfd. Margarine Marke„Klüko“ zu G M 2,70 3„ Kokosbutter„„„ G-M. 2,10 2 Flaschen feinstes Speiseöl„ G M 1.20 zusammen GM 6.— und Oeien, Bigelb und Mich Dieselbe dastet, bräupt Ratarbutter und spritzt in der Pfanne nicht.— Die Ware wird inol Verpackung und Easendans eriolst der Reibenfoge nach. der Beteilgungenummerichein bel. Die Die Preise im Gesamtwert von Lommen s.. Tooo 0od G. Mu.(Eine Milion Goldmat) se naon Eingang der Beteiligungen zur Verteilung, sodass bei je 100000 Eingänge zur Verteilung gelangen: 1 Preis 1 compl. neues Automobil im Werte von 1" 1 compl„ Motorrad„„ 6 Preise je ein Piano im Gesamtwerte von 6 je 1 Herren- oder Speise- oder Schlafzimmer in echt Eione nach Wahl des Gewinners Mk. 10000.— Mk. Mk. 8000.— 9000,— Könzert Hotel Kaiserhof Olpe. 6 5 50 100 200 300 1000 2400 4 Preise je ein orientalischer Teppich Mk. ie ein orientalischer Teppich je eine versenkbare Nähmaschine je eine Schreibmaschine " 1 Damen- oder Herrenfahrrad "! Damenkostüm oder Herrenanzug " 1 Damen- oder Herren-Armbanduhr " 4 Meter Damen- oder Herrenstoffe " 1 Paar Damen- oder Herrenstiefel " 100 Zigeretten oder feinste Schokolade im Gesamtwerte Mk "" Mk. "" Mk. " Mk. 7200— 3 200.— 1 200.— 900.— mk. 6000.— Mk. 10000.— Mk 10000.— Mk. 7500.— Mk 20000.— Mk. 12000.— Gemeinschäftliches Mittagessen Besseres gut empfohlenes Mädchen (möglichst vom Lande) f. kl. herrschaftl. 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Alle oben näher bezeichneten Preise sind für die richtigen Lösungen bestimmt. Onter den richtigen Lösungen entscheidet das Los für die Zuteilung der einzelnen Preise Die Ziehung der Lose geschieht durch einen Hamburger Notar, sowie 100000 Aufträge vorliegen. Die durch das Los entschiedene Zuteilung der Breise ist endgültig und unanfechtbar. 4. 8 Tage nach Beendigung des Preisausschreibens werden die Preisttäger sohriftlich benachrichtigt 5. Die Zustellung der Preise erfolgt kostenlos bis zur Post- oder Bahnstation des Empfängers 6 Jeder Teilnehmer unterwirft sich durch seine Beteiligung an diesem Preisaussohreiben diesen Bedingungen— Ich hoffe, dass keiner diese günstige Gelegenheit versäumen wird, meine erstklassigen Fabrikate zu probieren und sich die nisikolosen Vortelle dieser Gewinnbeteiligung entgehen lässt Gleichzeitig bitte ich alle Betetligten, wenn Ihnen meine Fabrikate gefallen, dieselben wieder zu bestellen.(12431) Ferdinand Klünder Holsteinische IRargarine- und Speisefett-Fabrik Hamburg 33— Hellbrock L 70 Handelserlaubnis L 4888/1763 vom Bankkonto: Deutsche Bank, Filiale Hamburg 28 12 22., Zulassungsstelle Hamburg. Postscheckkonto: Hamburg 42695 Verlreter an allen Plätzen gesucht. mit Konzert in des Konzertes der Schützenhalle 12½ Uhr. Nach Beendigung Vereinsmitglieder sind von der Lösung einer Platz= u. Tanzkarte gegen Vorzeigung der Mitgliedskarte befreit. Platzkarte für Richtmitglieder 1 M., Tanzkarte 2 M. Für die Rückkehr der Festteilnehmer aus dem Lennegebiete ist ein Sonderzug bis Altenhundem beantragt, der von Attendorn 10½ Uhr abends abfahren und auf den Zwischenstationen halten soll. Bekanntgabe des Verlosungsergebnisses während des Mittagsessens mit nachfolgender Ausgabe der Gewinne. Zur zahlreichen Beteiligung an den Veranstaltungen ladet ein Olpe, den 17. Juli 1924(s12422 der Vorstand. HERSTELLER FLAEMER& FIAMMER HEILARONN Linoleum- Jeptrumspartei der Stadt Olpe. Teppiche Vorlagen Läufer Locoslaufer Fussmatten R. Zimmermann, Oipe b. Landraisamt. Tel. 290. Gottes dienst. Ordnung. Sonntag, den 13. Juli. Kommunion=Sonntag der Jungfrauen. Pfarrkirche in Olpe. 5¼ Uhr hl. Messe. 7 Uhr hl. Messe. Gemeinschuftliche hl. Kommunion der Jungfrauen=Kongregation m. Ansprache. ½9 Uhr hl. Messe mit Predigt. Hl. Kommunion der Knaben der letzten KommunikantenJahrgänge. 10 Uhr Hochamt mit Predigt. Uhr Bruderschaftsandacht zu Ehren Jesu, Maria u. Josef. Kapelle in Thieringhausen. Uhr Hochamt mit Predigt. Evangelische Kirche. ½ Uhr Hauptgottesdienst. 10½ Uhr Kindergottesdienst. O Am Sonntag, dem 20. ds. Mts., findet## abends 8½ Uhr im kath. Vereinshause eine statt. Tagesordnung: Wahl eines Ortsaus schusses. Alle Parteimitglieder sind herzlich eingeladen. Der Vorstand. Mieterverein Olpe. Am Sonntag, dem 20. ds Mis. um 2 Uhr nachmittags findet im kleinen Schwanensaal eine Mitgliederversammlung statt. Tagesordnung: Wahl der Mieterschöffen pp. Vollzähliges Erscheinen der Mitglieder in ersorderlich.(11242 6/8 Der Vorstand. Weterradtry erstklassige Fabrikate, 2takt und 4takt. sowie 1- und 2-Zylinder-Maschinen, habe noch preiswert ab Lager abzugeben. w174 Zahlungsweise nach Uebereinkanft. K. Becker:: Oipe Sieion 23. Am Sonntag, dem 20. bss. Mis feiert der Schützen-Verein Berlinghausen e. sein diesjähriges „** Das Vogelschießen findet vormittags 11 Uhr statt. Zu zahlreichen Besuch labet ein der Vorstand. 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