— Altester Anzeiger für das Sauerland Das„S. V.“ erscheint jeden Werktag früh. Hermonatliche Bezugspreis beträgt 1,50 G.=M., die Einzelnummer kostet 10 G.=Pfg. Bestellungen nehmen alle Postanstalten entgegen. Störungen durch höhere Gewalt und Ausstand rechtfertigen keine Ersatzansprüche. Geschäftsstellen: Frankfurterstr. Nr. 16 und Bahnhofstr. Nr. 3.— Fernruf 2.— Postscheck=Konto Köln Nr. 10 158. Gegr. 1840. Kreisblatt des Kreises Olpe Anzeigenpreise: 1 Millimeter Höhe im Ortsverkehr 8 Goldpfg., f. Auswärtige 10 Goldpfg. Reklamen 40 Goldpfennig: Offertengebühr 25 Goldpfg., umzurechnen nach dem am Tage der Zahlungen gültigen Berliner Dollar=Kurs Zahlbar bei Aufgabe, spätestens 3 Tage nachher, andernfalls Verzugszinsen berechnet werden. Eventuell gewährter Rabatt gilt nur als Kassen=Rabatt. Nr. 162 Olpe, Samstag, den 12. Juli 1924 84. Jahrg. Das Vertrauensvotum des Senats für Herriot. De. Stresemann zum Sachverständigengutachten. Der preußische Landwirtschaftsminister zur Agrarkrise. Agrarzölle, Auflösung der Reutenbank. Angeheure Brandkatastrophe in Messina Herriot erhält das VertranensBainan ies Seas damit wieder glücklich umschifft. Doch bleiben noch außerordentlich viele für den Verlauf der Konferenz, deren Zustandekommen jetzt gesichert ist. Dr. W mit 240 gegen 18 Stimmen. Im französischen Senat fand die infolge der Reise Macdonalds vom Dienstag verschobene Senatssitzung über die rechtsradikale der Interpellation über die Ausführung des Sachverständigengutachtens und die auswärtige Politik statt, in welcher am Donnerstag Nachmittag der frühere Ministerpräsident Poincare, der durch den Linksausfall der Kammerneuwahlen gestürzt ist, Herriot sehr scharf angriff, aber in seiner Angriffsrede keine großen Gesichtspunkte entwickelte. Darauf brachte wie uns der Draht am Freitag Abend aus Paris meldet, die vereinigte demokratische Linke und die republikanische Linke am Freitag Nachmittag folgende Tagesordnung ein. „Der Senat bestätigt nochmals, daß Frankreich der Sache des Friedens aufs innigste ergeben ist und spricht das Vertrauen aus daß die Regierung im Einvernehmen mit den Alliierten die Ausführung des Versailler Friedensvertrages vertritt, der Frankreich Reparationen und Sicherheit gewährleistet. De Senat## tritt zur Tagesordnung über.“ Dann stellte Herriot die Vertrauensfrage Bei der Abstimmung wurde die Vertrauenstagesordnung mit 246 gegen 18 Stimmen angenommen. Herriots Stellung ist durch dieses Vertrauensvotum des Senators außerordentlich gefestigt, da man gerade im Senat nicht mit einem so starken Vertrauensvotum für Herriot rechnete. Der Senat der allgemein als stärkster Gegner Herriots angesehen wurde, hat sich durch diese Abstimmung fast geschlossen auf Herriots Seite gestellt. Man geht sicher nicht fehl, wenn man diese Ueberraschung— man hatte allgemein ein mäßiges Vertrauensvotum erwartet— auf den günstigen Eindruck des Pariser Besuches Macdonalds und der gemeinsamen Erklärung der beiden Ministerpräsidenten schiebt, Herriot hat einen günstigen Eindruck. WTB Paris, 11. Juli.(Radio.) Beim Verlassen der englischen Botschaft nach den Besprechungen in der vergangenen Nacht hat Herriot erklärt, er habe von dem Fortschritt der Verhandlungen einen günstigen Eindruck. Man glaubt jetzt, zu einem gemeinschaftlichen Text zu gelangen, in dem der französischen und der englische Standpunkt hinsichtlich der Durchführung des Sachverständigenplanes zum Ausdruck kommt. Die Londoner Konferenz wird dann die endgültigen Modalitäten zu bestimmen haben. Die Verhandlungen beginnen heute um 10 Uhr von neuem. Nach einem Frühstück das um 1 Uhr beginnen wird, werden Herriot und Macdonald die Presse empfangen. Macdonald über die Schwierigkeiten der Londoner Konferenz. WTB London, 11. Juli.(Unterhaus.) Auf eine Frage Bildwins erwiderte Macdonald, die Regierung sei der Ansicht, daß die äußersten Anstrengungen gemacht werden sollten, um den Sachverständigenbericht unverzüglich in Wirksamkeit zu setzen. Es sei wesentlich, daß die für den 16. Juli angesetzte internationale Konferenz abgehalten werde. Da zahlreiche Einzelheiten geklärt werden müßten, bevor der Bericht durchgeführt werden könne, werde es nicht immer leicht sein, zu Vereinbarungen zu kommen. Die zösische öffentliche Meinung sei nicht geneigt, zu gestatten, daß der Sachverständigenbericht als Ersatz für die Bestimmungen des Verfailler Vertrages angesehen wird. Sie sei jedoch bereit, ihn als einen neuen und besseren Weg zur Behandlung der Reparationsfrage anzusehen, eine wesentliche Grundlage in dem Sachverständigenbericht sei die„Aufbringung einer Anleihe von 40 Millionen Pfund. Dies könne nicht geschehen, wenn nicht die Leute, die bereit seien, ihr Geld anzulegen, einige Sicherheit hätten, daß ihre Anlage nicht durch politische oder militärische Aktionen von seiten der allierten Regierungen zerstört werden, Macdonald sagte, er habe bei seiner Ankunft Ein Gefahrenpunkt für die Londoner Konferenz ist in Paris gefunden, daß angesichts der Lage, die entWasdton mar diche Frage über den dant ue dered der vorhergehenden Besprechung belassen worden sei, hinaus erörtert werden müsse und daß ferner eine vorläufige Vereinbarung mit der französischen Regierung darüber zustandegebracht werden müsse. Im weiteren Verlaufe seiner Rede führte Macdonald noch aus, nach Ansicht der englischen Regierung sollte der in Aussicht genommene amerikanische Vertreter der Reparationskommission als Schiedsrichter auftreten, falls es nicht gelingt einen einstimmigen Beschluß der Reparationskommission zu erzielen. Die ranzösische Regierung habe gewünscht, die Frage der allierten Schulden mit dem Sachverständigenbericht zusammenzubringen. Er habe nicht zugestimmt. Macdonald fuhr fort: Ich hatte Herriot in Chequers gewarnt, daß die englische Regierung nicht zulassen könne, daß diese Frage sich hinausschleppe. Ich hatte ihm gesagt, daß ich vorhabe, das Schatzamt zu bitten, die Frage bei dem Punkt wiederaufzunehmen, wo sie Lord Curzons Note vom 11. August 1923 gelassen hatte. Man ist übereingekommen, daß ein Besamter des französischen Finanzministeriums nach London kommt, um diese Frage in vorbereitender Weise mit unseren Beamten zu erörtern. Eine mysteriöse Erklärung Macdonalds. WTB London, 11. Juli. Auf eine Anfrage im Unterhause, ob er von seiner Absicht daß für Fragen des Dawesberichts, die außerhalb des Versailler Vertrages ständen, der Wiederherstellungsausschuß nicht zuständig sei, erwiderte Macdonald, er habe seine [Meinung nicht endgültig geändert. Die Fragen sollten von den beiden Ländern dem Urteil von juristischen Sachverständigen unterbreitet werden, deren Entscheidung dann den Alliierten auf der Konferenz vom 16. Juli zugestellt würde, wo dann die ganze Angelegenheit im Lichte dieses Urteils betrachtet werden könne. Italienische Beratungen zur Londoner Konferenz. WTB Rom, 10. Juli.(Radio.) Im Palais Chigi fanden Konferenzen zur Prüfung der Fragen statt, die Gegenstand der Londoner Konferenz sein werden. An diesen Beratungen nahmen u. a. teil, der Generalsekretär im Ministerium des Aeußeren, Senator Contarini, und die Senatoren D'Amelio und Salvago Raggi. Zu den Schlußsitzungen erschienen auch der Minipräsident Mussolini, der Finanzminister erschienen auch der Ministerpräsident Mussolini, der Finanzminister und der Wirtschaftsminister. In den Konferenzen wurden die Richtlinien und der Plan für das technische Verfahren der italienischen Abordnung festgelegt. die Eröffnung der Londoner Konferenz. WTB London, 11. Juli.(Radio.) Den Blättern zufolge ist die Eröffnung der interalliierten Konferenz für Mittwoch vormittag 11 Uhr im Foreign Office festgesetzt werden. Die Stärke der Delegationen sei der britischen Regierung noch nicht mitgeteilt worden. Es werde jedoch erwartet, daß insgesamt etwa 150 Regierungsvertreter aller beteiligten Nationen anwesend sein werden. Schweres in Messina. 80 Holzhäuser zerstört. 1500 Personen obdachlos. WTB Messina, 11. Juli.(Radio.) Kurz nach Mittag brach in der Normalschule aus bisher noch unbekannter Ursache Feuer aus, das sich mit großer Schnelligkeit auf die Karmeliterkirche und das Gymnasium ausbreitete, die zerstört wurden. Die Flammen griffen auch auf Holzhäuser über von denen trotz der Arbeit der Feuerwehren und Truppen 100 zerstört wurden. Schließlich gelang es durch ungeheure Anstrengungen, eine weitere Ausdehnung des Feuers zu verhindern. WTB Messina, 11. Juli.(Radio.) Bei dem gestrigen Brande, der die Normalschule, das Gymnasium, die Karmeliterkirche und 80 Holzhäuser einäscherte, wurden 30 Feuerwehrleute und Zivilisten verwundet. Ungefähr 1500 Personen sind obdachlos. Die Aasgeier. WTB Rom, 11. Juli.(Radio.) Nach einer Meldung des„Messagero“ aus Messing nahm die Polizei bei der gestrigen Feuersbrunst zahlreiche Verhaftungen von Leuten vor, die das auf den Straßen aufgestellte Hausgerät zu stehlen versuchten. Die Schuld der Regierung. Das Blatt beklagt, daß seit vielen Jahren nach den schweren Erdbeben behördlicherseits noch nichts geschehen sei, die Bevölkerung aus den lebensgefährlichen Baracken zu befreien. Die Hülfe des Erzbischofs. Nur der Erzbischof von Messina habe in dieser Beziehung weit über seine Grenzen hinaus dieser Pflicht genügt. Kanada verlangt Julassung zur Londoner Konferenz. WTB Montevideo, 11. Juli.(Drahtb.) In einem Leitartikel schreibt der Staar, die britische Regierung ist im Begriff, ein gefährliches Spiel mit dem Lande zu treiben, wenn sie es unterlasse, Kanada zu der Konferenz einzuladen. Sollten da Gründe vorliegen, daß im Interesse des Reiches Kunada und die Uebersee=Domminions nicht eingeladen werden können. so sollte der britische Minister, was für Mühe es auch kosten werde, versuchen, unsere Minister davon zu überzeugen, daß dem wirklich so ist und sollte es tatsächlich im Interesse des Reiches liegen, so werden sich unsere Minister gewiß davon überzeugen lassen. In gegenwärtigem Falle können wir uns keine derartigen Hindernisgründe vorstellen und menn es keine Hindernisse gibt, so wird die Einladung auch noch kommen müssen. Wenn man sich entscheiden sollte, die Einladung nicht anzunehmen, so wäre diese Entscheidung in Oktowa und nicht in London zu treffen. Nen dd. Seslelioet Fritz Reuters Von Dr. Albert Wand. In der Zeit größter deutscher Not erinnert sich das deutsche Volk wieder an seine geistigen Schätze, die ihm keines fremden Eroberers Hand rauben kann. Es ist dem deutschen Volke wieder zum Bewußtsein gekommen, daß es das Volk der Dichter und Denker ist. Es hat sich dieser seiner hervorragenden Kinder wieder dankbar erinnert, bei ihnen wieder neue getstige Nahrung gesucht. Auf die 700jährige Gedächtnisfeier des minnelichen Sängers Walthers v. der Vogelweide folgte der 200jährige Geburtstag Klopstocks, des Messiassängers. Können diese beiden Dichter unserm Volke viel, unendlich viel schenken, so sind sie doch den weitesten Volkskreisen leider heute noch Fremde. Ihnen haftet eben stark literarhistorisches Interesse an, während unser Volk jetzt nur noch zu ganz geringem Teile von ihrem Geiste erfaßt ist. Ein ganz anderes Verhältnis aber zu den Massen unseres Volkes hat der Niedersachse Fritz Reuter, dessen Werke: in den allerweitesten Kreisen der deutschen Bevölkerung bekannt sind, so bekannt, daß die Hauptfiguren seiner Dichtungen, wie Onkel Braesig, Madam Nüßber, Jochem Paesel, das Druttäppelpaar Linning und Minnning, die beiden Pastaurenkandidaten, Fritz Triddelfritz und Pomüchelsköpp als Typen in den deutschen Sprachschat übergegangen sind. Fritz Reuter, der Repräsentant und Dichter des arbeitenden Volkes mit seinem goldenen Humor, der unter härtesten Schicksalsschlägen noch mit tränendem Auge lächelt, ein tiefer Kenner des Menschenherzens, der trotz früher herber Erfahrungen, doch den Glauben an die Menschheit nicht verlor, sondern es in wunderbarer Weise verstand, trotz der vielen dunklen Nachtschatten dem Leben die goldige Sonnenseite froher Lebensbesahung abzugewinnen, ein Meister plastischer Gestaltungskraft hat Unvergängliches in der Weltliteratur geleistet, hat die niederdeutsche Sprache zur Anerkennung verholfen. Obwohl seine üerte in Mealenburger Mandart, den„Mestendorst ger Platt“ geschrieben sind, so haben sie doch dank ihrer inneren Wahrheit, ihrer großen Gemütstiefe, ihres eigentümlichen Reizes, ihrer wunderbaren Anmut, ihres glänzenden Witzes und goldigen Humors bei tief sittlicher Grundlage sich Bürgerrecht, diesseits und senseits des Ozeans erworben und sind in fast alle europäischen Sprachen übersetzt worden. Sie haben ihre ungeheuere Eindruckskraft daraus erhalten, weil der Dichter, der sle schuf, durch unendliches Leid in der außerordentlich harten Schule seines Lebens selbst ausgereift war und als er mit dem Schaffen dieser Meisterwerke begann, das lautere Gold seines Herzens und Charakters durch die Glut des erlebten Leides aller Schlacken ledig war. Am 7. Nov. 1810 zu Stavenhagen in Mecklenburg geboren, bezog er nach der Gymnasialzeit die Universität Jena, wo er das Band der deutschen Burschenschaft Schwarzrotgold mit Begeisterung nahm. Dies Band aber sollte ihm zum Verhängnis werden, denn nach dem Wartburgfest der deutschen Burschenschaft und als der fanatische Student Sand den russischen Staatsrat Kotzebne erdolcht hatte, setzte unter der Regie des Metternichs und dem Demagogenriecher Gentz, eines ganz kleinlichen und hinterlistigen Diplomaten, die dunkelste Reaktion ein. Die ersten Opfer waren die Burschenchaftler, die sich erkühnt hatten, von Freihelt und einem großen deutschen einigen Vaterlande zu träumen. Die Edelsten und Fähigsten unseres Volkes, die mit jugendlicher Begeisterung und einem glühenden Herzen das schwarzrotgoldene Band, die ruhmvollen Farben des durch Uneinigkeit der deutschen Fürsten so elend verschiedenen heiligen römischen Reiches deutscher Nation trugen, wurde von den noch mehr als mittelmäßige Staatolenkern, reaktionären Diplomaten und Minister mit Spitzeln und Spionen verfolgt und mußten den Traum ihres jungen, begeisterten Herzens für Deutschlands Einheit mit dem Tode oder jahrelanger Kerkerund Festungshaft bezahlen. Preußen mit seinem doch larg mittelmäßigen Könige Friedrich Wilhelm 3., bezeichnere sich bei dieser gefahrlosen Jagd lnach„Staatoverbrechern“ in der unrühmlichsten Weise Hosc Aanchischen Rüschen siel auch der Masckatund ger Fritz Reuter in die Hände und als gefährlicher Staatsverbrecher wurde er, obwohl Preußen über ihn, den Mecklenburger, kein Recht hatte, zum Tode verurteilt, dann aber durch Verwendung seines Landesfürsten zu 30jähriger Festungshaft„begnadigt“ In dieser ungerechten und grausamen Festungszeit, wo er von Festung zu Festung bald durch das gonze preußische Reich geschleppt wurde, rang der Jungling mit sich selbst schwer, erkämpfte sich für seinen Charakter und sein Gemüt Reinheit und Größe. Die Bosheit der Menschen aber wandte die Weisheit des Allerhöchsten zu seinem Glück. Aus dem unschuldig ertragenen Leid erwuchs seine Seelengröße. Als er sendlich nach langen Jahren schwerer Haft durch Fürsprache seines Landesfürsten begnadigt wurde und jetzt schon über die besten Jahre seines Lebens hinaus war, mußte er sich ein neues Leben zimmern. Er versuchte Landwirt zu werden, scheiterte aber damit, errang aber in dieser Zeit doch einen Teil seiner in den Festungskasematten zerbrochenen Gesundheit zurück. Dann wurde er Schulmeister in Treptow und im Verkehr mit wahrhaft edlen Menschen und in Verbindung mit seiner treuen aufopfernden verständnisinnigen Frau Luise, einer mecklenburgischen Pastorentochter, wurde er der prächtige Mensch, der aus allen seinen Werken mit so treuen redlichen Augen, mit einem so warmen und reinem Herzen und so hoher und edler, nicht frömmelnder, aber doch tiefreligiöser Lebensauffassung, mit seinem tiefernsten, aber unwiderstehlich packenden Humor uns entgegenleuchtet. Nachdem er schon als heiterer Gymnasiast und lebenslustiger Student wie auch in vergitterter Festungszelle sich als zeichierisch und malerisch, aber auch schriftstellerisch versucht hatte, brachte er als Lehrer in Treptow zuerst lustige Schnurren in plattdeutsche Knittelverse und zu Papier.„Will doch sehen, Wising,“ sagte er zu seiner Frau,„wie sich die Dinger auf dem Papier ausnehmen, wie sie sich da anhören.“ Das war 1855, die Geburtsstunde der„Läuschen un Rimels“(gereimte Schnurren), die durch ihre anschauliche, originelle Spaßhaftigkeit in ganz Mecklenburg und Pommern Reuter zum erklärten Liebling salser Vatschen maczen, Ermutgt siehz er eint „Löuschen“ in größerem Umfange, die poetische Erzählung„Reis nach Bellien“ folgen, die in feiner, oder oft auch derber, aber niemals sittlich anstößiger: Komik uns die Erlebnisse der Mecklenburger Bauern „Badder Swart“ und„Vadder Witt“ auf ihrer Bildungsreise nach Belgien erzählte. Es folgten dann in Neubrandenburg, wohin Reuter 1856 zog, ebenfalls noch in Versen„Hane Nütte“, und eine idyllische Liebesgeschichte zwischen dem prächtigen Landmädchen Fiken Schmidt(„De lütte Pudel“) und den wackeren Schmiedegesellen Hane Nüte. Ganz prachtvoll ist die Stimmung durch die Einbeziehung der Vogelwelt der ganzen Umgebung geschaffen. Die Spannung ist durch die Einflechtung einer Kriminalgeschichte glänzend erreicht. Ergreifend wirkt das Stück Menschen= und Sittengeschichte, das er in dem Epos„Kein Hüsung“ mit meisterhafter Hand, formvollendeter Schönheit und hoher Tragik aus dem furchtbaren Los der mecklenburger Gutstaglöhner und Leibeigenen gestaltete. Dann wandte Reuter sich der Prosa zu und schenkte uns eine Reihe von Werken unter dem Gesamttitels„Olle Kamellen“(alte Kainillen, d. h. alte Geschichten), die alle von meisterhafter Einfühlung in das Volksleben, von tiefer Liebe zur Heimat, von hohem und edlem Geiste, einem unendlich reichen Gemüte, von originellem, sonnigem, reinem Humor durchweht sind, Geschichten aus dem Leben des einfachen Volkes, die auch dem ernsten Mann harter Arbeit Tränen der Anteilnahme entlocken, aber auch. im folgenden Momente durch ihre unwiderstehliche Komik, und ihrem unvergänglichen, alles bezwingendem Humor wahre, dem Herzen wohltuende Lachsalven entfesseln, Geschichten, durchzogen von feiner Kenninis des menschlichen Herzens, aber auch von tiefer Rellgiösität, praktischem Christentum und alles überwindendem Gottvertrauen, die man gern liest, wenn der Freude Sonnenschein das Herz voll bestrahlt, die aber auch Milderung bringen können, wenn das arme Menschen Herz vom schier übermenschlichem Leid gebrochen, waidwund ist, da sie in seiner Form auch schwerstes Leid verklären Der Reichsaußenminister Zam Gachverstaudigengalachten WTB Elberfeld, 11. Juli.(Drahtb.) Auf der heutigen Jahrestagung der Eisen= und Stahlindustrie in Elberfeld sprach namens der Reichsregierung Dr. Stresemann den Dank für die an die Reichsregierung ergangene Einladung aus und machte im Anschluß hieran etwa folgende Ausführungen: Die Lage der deutschen Industrie ist gekennzeichnei durch die außerordentliche Kreditschwierigkeit und die damitzusammenhängenden Schwierigkeiten namentlich der Ausfuhrindustrie. Die Steigerung der deutschen Ausfuhr beruht auf der Hoffnung der deutschen wirtschaftlichen Wiedergesundung. Diese Steigerung der deutschen Ausfuhrtätigkeit ist aber gleichzeitig die Grundlage der von Deutschland nach dem Sachverständigengutachten zu leistenden Kriegsentschädigungen. Damit ist die Frage der Entwicklung der deutschen Ausfuhr auch zum Kernproblem der Durchführung des Sachverständigengutachtens geworden. Drei Voraussetzungen sind für die Entwicklung der deutschen Ausfuhr gegeben, einmal die Wiederherstellung der ungehemmken Entwicklung unserer weltwirtschaftlichen Beziehungen, sodann der Wegfall der wirtschaftlichen Hemmungen im Innern und endlich die Lösung der Kreditfrage, nicht nur im Sinne der Aenderung der Politik der Reichsbank, sondern auch des Hereinströmens ausländischen Kredits. Im Zusammenhang mit dem Fortfall der Deutschland nach dem Versailler Vertrag auferlegten handelspolitischen Fesseln und im Zusammenhang mit dem Interesse der Alliierten an der Steigerung der deutschen Exportleistungen und für die Möglichkeit der Uebertragung deutscher Kriegsentschädigungszahlungen ist wohl zu hoffen, daß die Aera der Handelsvertragsverhandlungen, vor der wir stehen, uns die wirtschaftliche Gleichberechtigung wieder schaffen wird. Die Herstellung der deutschen Wirtschafts- und Finanz= hoheit ist das zweite Problem, das im Einvernehmen mit Deutschland bei der Regelung des Sachverständigengutachtens gelöst werden muß. Der Begriff der wirtschaftlichen und Finanzhoheit schließt auch die Verwaltungshoheit in sich und bedingt die Wiederherstellung des status quo vor dem Ruhreinbruch. Weiter kann gar kein Zweifel darüber bestehen, daß Deutschlands Produktion nicht durch die Fortdauer der militärischen Besetzung im nicht vertragsmäßig besetzten Gebiet gehemmt werden kann. Die Staatsmänner Englands und Frankreichs sind in Paris zusammengekommen und haben sich bemüht, die Konstruktion zu finden, die das Sachverständigengutachten nicht außerhalb des Vertrages von Versailles erscheinen läßt. Ohne zu diesen Beschlüssen gegenwärtig Stellung zu nehmen, muß auch festgestellt werden, daß die Einschränkung der deutschen Wirtschafts- und Finanzhoheit durch das Sachverständigengutachten über die Bedingungen nicht aufzwingen. Die Entscheidung unterliegt letzten Endes der Beschlußfassung des deutschen Reichstags. Für diese Beschlußfassung wird entscheidend sein, ob der Versailler Vertrag, auf dessen formelle Durchführung inbezug auf die Kompetenz des Wiederherstellungsausschusses von der Gegenseite so entscheidender Wert gelegt wird, auch darin wiederhergestellt wird, daß für Deutschland diejenigen Grenzen gelten, die es nach dem Versailler Vertrag hat und die Sicherheit dafür geschaffen wird, daß alle darüber hinausgehenden Besetzungen im Zusammenhang mit der Durchführung des Sachverständigengutachtens aufhören. Nur durch Anerkennung dieses Grundsatzes werden wir bei den bevorstehenden Abmachungen diejenige Grundlage in der Verständigung erreichen, die die neue Aera der wirtschaftlichen Verständigung an die Stelle des bisherigen Systems der Gewalt setzt. und den Menschen aufrichten, indem sie ihn auf den weisen, der über den Sternen wohnt und zeigen, wie er in schwerster Not geholfen hat und alles verklärt durch einen Sonnenblick eines gemütsreichen Humors. Erinnerungen aus Kindheitstagen ranken sich ein in das plastisch gestaltete Zeitbild„Ut de Franzosentid“, das wirklich prachtvoll Kulturgeschichte und wirkliches Volksleben, Schilderungen der Volkspsyche vermittelt. Ein wahrhaft großes Zeichen seines edlen tiefen und herrlichen Gemütes gibt die mit wunderbarer Milde und versöhnendem Humor verklärte Schilderung seiner Leidensjahre in unschuldig verbüßter Festungshaft in„Ut mine Festungstid“, ein Werk, das in der gesamten Memoirenliteratur einen Hauptund Ehrenplatz einnimmt, wo auch gegenüber seinen Hauptquälern beschränkten, verbissenen preußischen Militärs, die ihn in der übelsten Weise drangsaliert hatten, kein Haß mehr durchschimmert, das vielmehr Versöhnung zeigt, dessen nur ein wirklich großer Mensch fähig ist. Den Höhepunkt seines Schaffens bildet aber sein dreibändiger Roman„Ut mine Stromtid“(Strom=Landmann, Aus meiner Landmannszeit), ein anschauliches und getreues Bild des Mecklenburger Landlebens mit seinen außerordentlich zahlreich lebenswahren und gelungenen Gestalten, die jede für sich einen Typ bilden. Alle die köstlichen und originellen Gestalten überstrahlt aber, der ein wunderbares Mißingsch, ein Gemisch aus Hochdeutsch und Plattdeutsch, redende Prachtmensch und Allerweltsonkel Inspektor Zacharias Bräsig, eine Gestalt einzig in ihrer Art, voller Humor und Herzenswärme.: Der Schöpfer des„Onkel Bräsig“ wurde ein Name von internationalem Klang. Wenn man die komischen Gestalten der Weltliteratur nennt, fehlt nicht der„immeritierte Inspektor“ mit seiner wunderbaren Verwendung und Verdrehung für Fremdworte, mit seinem goldenen Herzen und seinem unnachahmlichen Talent, Verwirrungen herbeizuführen und sich und alleFreunde in Ungelegenheiten zu bringen, aber auch mit der Gabe, zu schlichten und versöhnen Der preußische Landwirtschaftsminister zur Agrarkrise. WTB Berlin, 11. Juli.(Radio.) Im Hauptausschuß des preußischen Landtages sprach heute Nachmittag der preußische Landwirtschaftsminister Dr. Wendorf zur Krise der Landwirtschaft. Er führte aus: Die Annahme des Sachverständigengutachtens könne allein die Grundlage zur Besserung der bestehenden Mißverhältnisse geben. Die Steuerstundungen und Nachlässe müßten bewilligt werden. Die kommende Ernte werde höchstens eine Mittelernte sein. Besonders der Ausfall an Brolgelreide werde sich sehr fühlbar machen, da das Brotgetreide durch Auswintern sehr gelitten habe. Die Landwirte müßten einen realen Kredit trotz aller Schwierigkeiten haben. Ein Gesetz sei eingelaufen und vorbereitet, das wieder für gewisse Gelder die mündelsichere Anlage fordert. Eine Erhaltung der Rentenbank sei nicht denkbar, da die alliierten Regierungen in letzter Zeit wiederholt gefordert haben, daß die Rentenbank innerhalb von 3 Jahren verschwinde. Die Reichsregierung habe in den letzten Tagen der preußischen Staatsregierung ein Gesetz über Agrarzölle zugehen lassen, das er persönlich billige das vor allem propholocktisch wirke. Die starke Steigerung der Einfuhr von Mehl und Gefrierfleisch beweise die Notwendigkeit von Schutzzöllen. Die Landeskulturämter seien beizubehalten. Die Sozialfürsorge. B23 Berlin, 11. Juli.(Radio.) Im Reichstagsuusschuß für soziale Angelegenheiten machte Reichsarbeitsminister Dr. Brauns iber den gegenwärtigen Stand der Kriegsbeschädigen=, Sozial= und Kleinrentnerfürsorge folgende Ausührungen: „Es ist in der letzten Zeit lebhaft Klage darüber seführt worden, daß die Fürsorge für Kriegsbeschäigte, Hinterbliebene, Sozial= und Kleinrentner sich eit dem 1. April, seit dem Erlaß der Verordnung ber die Fürsorgepflicht nicht unwesentlich verschlechet hat, Klagen die nicht unberechtigt sind. Die Reichseegierung ist jedoch für diese Mißstände nicht verantvortlich zu machen. Die Verantwortung für die ordsungsmäßige Erfüllung der Fürsorgeaufgaben liegt unmehr bei den Ländern und ihren Gemeinden und Bemeindeverbänden. Die den Ländern überwiesenen Mittel reichen aus, um die Fürsorge in dem bisherisen Umfange weiter zu führen. Daß trotzdem Einchränkungen vorgekommen sind, liegt häufig daran, saß die Fürsorgemittel nicht ihrer eigentlichen Zweckbestimmung zugeführt worden sind und daß die Verirdnung über die Fürsorgepflicht nicht in dem Sinne ind dem Geiste, in dem sie erlassen ist, in der Praxis surchgeführt wird. Die Reichsregierung ist jedenfalls sicht dafür verantwortlich, wenn Hilfsbedürftige nach Erlaß der Verordnung geringere Unterstützungen ersalten als vorher. Beschwerden hierüber sollten nicht in die Reichsregierung, sondern an die Regierungen er Länder gerichtet werden, die allein Abhilfe schafen könnten. Hinsichtlich der Erwerbslosenfürsorge eschloß der Ausschuß, die Höchstsätze sollten sofort so jestaltet werden, daß die Hauptunterstützungen um 10—25 Prozent und die Familienzuschläge um 100 Brozent erhöht werden sollen. Ferner wurde die Reichsregierung ersucht, daß die Spanne in den Unerstützungssätzen zwischen weiblichen und männlichen Erwerbslosen aufgehoben werde. Des weiteren wurde in Antrag angenommen, der die bisherige prinzisielle Bestimmung, wonach Erwerbslose unter 18 ahre keine Erwerbslosenunterstützung beziehen düren, dahin abgeändert werden soll daß künftighin nur Bersonen unter 17 Jahren von der Erwerbsloseninterstützung ausgeschlossen werden sollen. Endlich vurde beschlossen, daß die bisherige Bestimmung, woach an Krankengeld nur die Hälfte der Unterstütungssätze bezahlt wird, dahin umgewandelt werden oll, daß der vollständige Satz der Erwerbslosenfürorge als Krankengeld gewährt wird. d alles zu einem guten Ende zu bringen, eine Gest, die einfach einzig in der Weltliteratur steht. Der letzte Band der„Stromtid“ ksam heraus, als uter schon in Eisenach wohnte, wohin er 1863 übersiedelt war. Nach fünf Jahren konnte er sein igen Hüsung“ in der bekannten Villa, der am ße der Wartburg, beziehen. In Eisenach geschafaber die Geschichte Neubrandenburgs behanind, ist der kleine Roman„Dorchläuchting“, in der originelle Gestalt des Herzogs Adolf Friedrich 5. n Mecklenburg=Strelitz den Mittelpunkt bildet. ne Frucht der Reise Reuters nach Konstantinopel der grotest=komische Roman„De mecklenbörgsche ontechi un Capuletti". Beim Ausbruche des deutschmzösischen Kriege. brachte er mit nationaler Begeirung und hohem pretischen Schwung„Ok' ne lütte w foer Deutschland“ dar, und bald schuf er„Großatting, hei is dod.“ Am 12. Juli 1874 entschlief Fritz Reuter, als ensch einer der edelsten, liebenswürdigsten und inessantesten Persönlichkeiten, als Schriftsteller die alektdichter aller Zeiten und Völker weit überrand. Reuter stellt ein Stück deutschen Volkstums r. Schon Bismarck hat ihn als den auserwählten chter des deutschen Volkes anerkannt und gerühmt. rade dadurch, daß Reuter so tief und fest in seiner mat wurzelt, hat er seine dauernde Bedeutung geinnen und ist in seinen Werken so lebendig geblien, wie sie bei ihrem Erscheinen den Deutschen entgentraten. Das echte Deutsche, das Traute und Amliche, aber auch das Hohe und Edle seiner Gennung sowie die herrlichen Sonnenperlen seines golgen, in der Dichtung sonst kaum wieder erreichten mmors sind gerade in unseren Tagen berufen, um serem schwergeprüften, deutschen Volke Sonneninden der Freude zu bereiten. Mögen viele an dem sunden reinen Born, der aus Reuters Werken ömt, Sonnenströme reinster Freude in ihre Seelen Ausland. Amerikas Interesse an der Londoner Ronferenz. Washingion, 10. Juli. In Verbindung mit Hougthons vorzeitiger Rückkehr nach Deutschland, wo er am 17. Juli ankommen wird, betont man nach der Frkft. Ztg. in hiesigen politischen Kreisen, daß die Vereinigten Staaten noch niemals seit Versailles ein derart slarkes Interesse an einer europäischen Konferenz genommen hätten, als wie jetzt anläßlich der Ministerkonferenz in London. Es wird hinzugefügt, daß der Botschafter Kellogg und Kolonel Logan als die offiziellen Teilnehmer noch zwei äußerst prominente Kabinettsmitglieder als sehr förderliche und für eine genaue Information besonders wichtige Ratgeber zur Seite haben werden, nämlich den Staatssekretär Hughes und den Staatssekretär Mellon. Hughes wird an dem Kongreß der International bar association teilnehmen und Mellon wird bekanntlich seine Ferien in England verbringen. Es wird nun sehr beachtet, daß beide schon zur der Ministerpräsidentenkonferenz in London anwesend sein werden. Man nimmt hier an, daß Houghton Stresemann über die Stellungnahme der Vereinigten Staaten informieren wird, in welcher nach wie vor größtes Gewicht auf eine möglichst reibungslose Sicherstellung des Dawes=Planes durch alle Beteiligten gelegt wird, da eine endliche Wiederherstellung normaler Verhältnisse in Europa von vitalster Bedeutung sei. Ein Amerikaner als Vorsitzender des Konvertierungsausschusses. WTB Paris, 11. Juli.(Radio.) Newyork Herald berichtet aus Washington: In Wirtschaftskreisen rechnet man damit, daß ein Amerikaner zum Vorsitzenden des im Sachverständigenplan vorgesehenen Konvertierungsausschusses ernannt wird. Am häufigsten wird der amerikanische Vertreter im Sachverständigenausschuß Owen Young genannt, der vor einigen Tagen ach Europa abreiste. Die Regierung lehnt es ab, sich zu der Reise zu äußern, aber es verlautet, daß er als privater Ratgeber auf der Londöner Konferenz auftreten werde. In den Kreisen die Own Young nahestehen, wird bekant, daß er sich längere Zeit zur Verfügung stellen könnte. Da seine privaten Interessen in Amerika ziemlich umfangreich sind, wird für den Vorsitzenden des Konvertierungs= ausschusses auch Hoover genannt. Man nimmt an, daß er sowohl den Franzosen als auch den Deutschen genehm wäre. Viele hielten es für unwahrscheinlich, daß er zum zweiten Male das Amt des Handelssekretärs übernehme. Es werde auch der Name des Bankiers Robinson erwähnt, der dem Sachverständigenkomitee Mac Kenna angehörte. Eine spanische Amnestie. WTB Madrid, 11. Juli.(Radio.) Der König hat eine Amnestie erlassen, unter die politische und Pressevergehen, sowie gewisse Vergehen gegen die Militärstrafprozeßordnung und gegen das Bürgerrecht fallen. Bemerkenswert ist vor allem, daß alle Todesstrafen in Gefängnisstrafen umgewandelt werden. Die Amnestie ist die größte jemals in Spanien erlassene, da sie sich sowohl auf bereits abgeurteilte Vergehen, wie auf noch schwebende Prozesse erstreckt. Die Aufnahme der englisch=französischen Einigung in Italien. WTB Rom, 11. Juli.(Drahtb.) Der englische Botschafter und der französische Geschäftsträger überreichten Mussolini zwei identische Noten über das Err gebnis der Pariser Besprechungen zwischen Macdonald und Herriot. Nach Mitteilungen der Agenzia Stefani hat die italenische Regierung die Nachricht über die französisch=englische Verständigung mit Befrindigung aufgenommen. Die brafilianische Revolte. WTB Paris, 11. Juli.(Drahtb.) Nach einer Havasmeldung aus Rio de Jenairo sind die Verbindung gen mit Saopaola unterbrochen. Offiziell verlautet, daß die Rebellen überall zurückgehen. Ortsnachrichten aus dem Kreise Olpe. Megen des hiesigen Schützenfestes erscheint die nächste Ausgabe des Sauerländischen Volksblattes erst sam Dienstag, dem 15. Juli, früh morgens. Unsere Geschäftsstelle und ebenso die Redaktion ist am Samstag, dem 12. bis nachmtttags Uhr, sowie am Montag, dem 14. er. mittags von 12—1 geöffnet. Die Aufgabe von Anzeigen und redaktionelle Angelegenheiten wolle man während dieser Stunden erledigen der Anzeigenannahme für die Dienstagsnummer: Montag nachm. 1 Uhr. Olpe, den 12. Juli 1924. Verlagsanstalt J. a Ruegenberg w Olpe, 12. Juli. Schützenfest, dieser Gedanke beherrscht jetzt alle Gemüter. Petrus scheint sa aller Voraussicht nach diesem Volksfeste seinen lachenden Sonnenschein zu spenden. Diesem echten Heimatund Volksfeste wünschen auch wir einen schönen Verlauf, daß die Bande der Volksgemeinschaft und der Heimatliebe durch dasselbe recht fest und innig werden. Drolshagen, 12. Juli. Am vergangenen Sonntag fand im kath. Vereinshaus eine Versammlung der kath. Arbeiter von Drolshagen stat. In derselben sprach der Bezirkspräses der Arbeitervereine des Bezirks Attendorn über die Bedeutung der kath. Arbeitervereine und Bewegung. Im Anschluß an den Vortrag wurde ein Arbeiterverein gegründet. Hoffentlich erwächst der junge Reif zu starkem Leben. „“ Meggen, 19. Juli. Im„Westfälischen Sonntagsblatt für Stadt und Land“ mit dem Untertitel „Für die Kirchengemeinden Altenhundem, Grevenbrück und Meggen“ vom 29. Juni 1924 lesen wir unter der Lokalnotiz von Altenhundem:„In Meppen (soll ohne Zweifel Meggen heißen, da hierselbst vom 12. bis 22. Juni d. J. eine Mission stattfand) hatte die katholische Gemeinde Mission. Es war den Katholiken zur Pflicht gemacht, daß jeder mindestens einen Evangelischen mitbringen müsse. Es wurde fleißig geworben. Es sollen viele Evangelische darauf stolz gewesen sein, daß man sie zur katholischen Kirche rechnete. Wie würden die Katholiken sich im anderen Fallverhalten haben," Zu der Behauptung,„Es war den Katholiken zur Pflicht gemacht, daß jeder mindestens einen Evangelischen mitbringen müsse“ gehört kein geringes Maß von Kühnheit. Wer soll übrigens diese Verpflichtung auferlegt haben, Jedenfalls ist keinem Teilnehmer der Mission von dieser Verpflichtung etwas bekannt geworden. Wenn Einzelpersonen einen andersgläubigen Freund oder Bekannten zur Teilnahme eingeladen hätten, so kann man daraus u. E. ohne Verletzung der Wahrheit doch nicht zu der sobigen Behauptung kommen!„Wenn Evangelische darauf stolz gewesen sind, daß man sie zur kath. Kirsche rechnete,“ so ist dies deren eigene Angelegenheit gewesen. Wir maßen uns jedenfalls nicht das Recht zu, sie in dieser Freude zu stören; möchten indessen wohl annehmen, daß es sich hier um eine Vermutung des Berichterstatters handelt. Was die Katholiken „im anderen Falle“ getan haben würden, entzieht sich unserer Kenntnis, da ein solcher Fall sich wohl kaum ereignen dürfte. :: Altenhundem, 12. Juli. Wie verlautet, will der Berliner Maler H. P. Born in der Zeit vom 17. Juli bis 26. d. Mts. im Saale des Hotel Tillmann eine Ausstellung von Oelgemälden, Aquarellen, Poftallen und Handzeichnungen veranstalten. Die Veranstaltung verdient umsomehr Beachtung, als der Künstler geborener Sauerländer ist und die Ausstellung auch Motive aus hiesiger Gegend bringt. Der Künstler ist vor kurzem von einer mehr monatlichen Studienreise durch Italien zurückgekehrt. Letzte Telegramme. keine Linksorientierung der christlichen Gewerkschaften. 0) Berlin, 11. Juli. Die Deutsche Allgemeine Zeitung hatte gestern an die Meldung, daß der deutschnationale Reichstagsabgeordnete Behrend den Vorsitz des Zentralverbandes der Landarbeiter niederlegte, die Vermutung geknüpft, daß eine Linksorientierung der christlichen Gewerkschaften vorgenommen werde. Demgegenüber erfährt die Deutsche Zeitung daß diese Vermutung jeglicher Begründung entbehrt. die Gewerkschaften beim Kanzler. WTB Berlin, 11. Juli.(Drahtb.) Der Reichskanzler empfing heute in Anwesenheit des Reichsministers der Finanzen und des Reichswirtschaftsministers die Vertreter der Spitzenorganisationen und der Gewerkschaften. Gegenstand der Besprechung bildete. die Belastungen, die dem deutschen Volke durch das Sachverständigengutachten auferlegt werden. Die Vertreter der Gewerkschaften wiesen auf die Rotwendigkeit der gerechten Verteilung der Sache hin Nach wie vor soll alles getan werden, um die Einkommensteuer und Vermögenssteuer und die Erbschaftssteuer so ertragreich wie nur irgendmöglich zu gestalten. 6 Hochverräter verurteilt. WTB Leipzig. 11. Juli.(Radio.) Im Handgranatenprozeß vor dem süddeutschen Senat des Strafgeriches wurden sämtliche sechs Angeklagte wegen Vergehen gegen das Sprengstoffgesetz mit einem Verbrechen gegen§ 7 des Republikschutzgesetzes zu Zucht: hausstrafen von 1 bis 8 Jahren verurteilt. In der Begründung des Urteils wurde ausgeführt daß Stutt; gar, das Meerlager für die kommunistischen Bestrebungen gewesen ist, die Republik zu stürzen. Diese Leute hätten sich zusammengetan, um eine großangelegte Tat auszuführen. polen ratisiziert das deutsch=polnische Abkommen WTB Warschau. 11. Juli.(Radio.) In der gestrigen Sitzung des Auswärtigen Ausschusses des Seim wurde das deutsch=polnische Abkommen über die oberschlesischen Eisenbahnen ratifiziert. Druck und Verlag: Verlagsanstalt F. X. Ruegenberg, Olpe. Verantwortlich für die Gesamtredaktion Dr. phil Albert Wand in Olpe; für die Berline: Redaktion: J. B. Krauß, Berlin=Schöneberg; für der Reklamen= u. Anzeigenteil: Ed. Ruegenberg, Olpe FTaLzi Sthamenverleiht rosiges, lugendfrisches # Antlitz u. ein rein. zarter Teint. Alles dies erzeugt die echte Starkenpferd-Seffe die beste Lillenmlichselfe v. Bergmann& Co., Radebeul. Oberall zu haben Kreus-Drogerie Bernhard Frerichmann. Eine Sommerreise gratis! 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Auf Grund des§ 142 des Gesetzes über die allgemeine Landesverwaltung vom 30. 7. 1883 und der§§ S und 15 des Gesetzes über die Polizeiverwaltung vom 11. 3. 1850 in Verbindung mit§ 7 der Baupoltzeiverwaltung für den Regierungsbezirk Arnsberg vom 10. Mai 1923(Sonderbeilage zum 29. Stück des Amtsblattes der Regierung Arnsberg vom 21. 7. 1923 wird unter Zustimmung des Kreisausschusses des Kreises Olpe folgende Kreisbaupolizeiverordnung erlassen S 1. Zwecks besserer baulicher Ausnutzbarkeit der Grundstücke werden die Ortschaften des Kreises Olpe in solche mit ländlichem und solche mit städtischem Gepräge eingestellt. Es rechnen a. zu den Ortschaften mit städtischem Gepräge die Städte Olpe, Attendorn und Drolshagen; b. zu den Ortschaften mit ländlichem Gepräge alle übrigen unter a nicht ausgeführten Ortschaften des Kreises Olpe. S 2. Vorstehende Verordnung tritt mit dem Tage der Verkündigung im Kreisblatt in Kraft. Olpe, den 9. Juli 1924. Der Landrat. (612349) Freusberg. Wissen Sie es schon? 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Der Antrag mit Zeichnungen und sonstigen Unterlagen liegt in dem Geschäftszimmer des Bürgermeisteramts in Attendorn während der Dienststunden in der unten bezeichneten Frist zur Einsicht aus. 64n Wiedersprüche gegen die Eintragung des Rechtes sind bei dem unterzeichneten Bezirksausschuß als Wasserbuchbehörde schriftlich in zwei Ausfertigungen oder zu Protokoll in der Zeit vom 12. Juli bis 12. August 1924 anNach Ablauf der Frist wird die Eintragung des Rechtes mit der Wirkung erfolgen, daß sie gegenüber denjenigen, die innerhalb der Frift keinen Widerspruch erhoben, bis 1.23/5 PS 3 Gänge, Kettenantrieb, eletr. Lichl 1850 RM Spertmodell 1.9/8 Ps„„„„„ 2250 2/65 PS„„„„ 2200 1.9/8 PS Artel 3 Gänge Kettenantrieb Sportm. 1800 dieselbe, aber Tourenmodel! 1875 1.25/4 PS 3 Gänge Kettenantrieb Sportmodell 1500 dieselbe Tourenmodell Häcksel maschine für Handbetrieb zu verkaufen. 12352 Richard Humpert, Eichhagen. 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Ein vaterländisches Hausbuch, wie es kein anderes Volk besllzt.(Verlag: Paul List, Leipzig.) Drei wellere Preise: Felix Dahns„Kampf um Rom;, 3 Bände, eines der herrlichsten Werke der deutschen Sprachte. Fünt weitere Preise: Goethes ausgenählte Werte, 3 Bände in sehr guter Ausstattung. Zehn weltere Preise: Tirpltz,„Gedanken und Erinnerungen“. Dieses Werk des 1916 in„Ungnade gefallenen“ Schöplers der deulschen Marine zeigt klar die Fehler, die vor dem Krlege und im Krlege begangen wurden. Füni wellere Pyeise: Brockhanz neuestes Lezikon, 4 Bände. Fünt weilere Preise: „Der Vormarsch“ von Walter Blege. Sechzehn weilere Preise: „Seeieufel“, Schlderungen der abenteuerlichen Keperjahrten des Oralen Luckuer. Sämtliche Preise werden den Oewinnern tracht- oder potokel zugesandt Die Preisbewerber müssen ihre Vorschläge bis zum 5. August 1924 schritlich in gut leserlicher Handschrift und in genägend auslährlicher Darstellung an die unterzeichnele Firma eingesandt haben. Alle Einsendungen sind mit Schreibmaschlns oder Tinte zu schrelben! Auf Wunsch haben die Elnsender die Ausführbackent Ihres Vorschlags nachsuweisen und diesberügüiche Fragen zu beaniworten. Wir behalten uns vor, die preisgekrönten Vorschißen auszuführen oder zu veröflentlichen. Die Namen der Haupt-Preisträger werden in jedem Falle, in dieser Zeitung veröllentlicht. Dem Preisträger-Rolleglum gehören an: Der Inhaber der Kuklrol-Fabrik, 2 Prokuristen derselben und 2 unpartellsche Herten. Die Preisrichter treilen ihre Entscheidung endgüttig Wir empfehlen die Telinahme an diesem Preisanzehgeiden Peronden. 1; Lelnahns an diueg Brautpaaren, die dadurch zu einer kostenlosen Hochzeitsreise kommen: Ehstrauen, damit sie zukdntig jede Opoostion gegen einen neuen Hiut oder gegen donslige Ausgaben mit der Erwiderung, niederschmetterg können: Dalür hat Dich die Erholungsseise nichts gekostet; Ehemännern, die etwas gutzumschen haben oder bis zur Entscheldung voraussichtlich etwas gutzumachen haben werden: Allen, die einmal 14 Tage lang die Altagrsorgen abschüttein und ein Stück schönen, deutschen Landes schen und genießen wollen. Und nun frisch ans Werkl Hiler ist ein Feld, auf dem sich die Findigkeit und der Wilz jedes Preisbewerbers beiätigen kann. Hiler gilt es, einen Plan auszuhecken, wie man mit Humor eind ganze Stadt auf den Kopf stellen und sle zwingen kann, eich einen Tag lang ellrig mit den bekannten Kukirol-Fuöpllege-Präparaten zu beschäftigen. Eineriel, ob der Oswinner des ersten Preises daraus eine Liochzells: oder eine Erholungs: oder eine Vergndgungsreise machen will, es ist der Hidhe wert, über das Probiem nachzudenken. Das Meer, Thüringen, der Harz, die Alpen! Nicht einsam, sondern zweisam. Das muß doch den Scharlsinn und die Phantasse belldgeln! Das mud eine Stunde intenslveten Nachdenkens wert sein. Datür lohnt es sich, einen Studentenulk rlesigen Umlanges ausrudenken. Oeben Sie sich Mühel Oanz Deuischland ist Zuschauer bei diesem Wettkampfe der Oelster! Kukirol-Fabrik Groß-Salze bei magdenurg.