Atester Anzeiger für das Sauerland Das„S. V.“ erscheint jeden Werktag früt Der monatliche Bezugspreis beträgt 1,50 G.=M., die Einzelnummer kostet 10 G Pfg Bestellungen nehmen alle Postanstalten entgegen. Störungen durch höhere Gewalt und Ausstand rechtfertigen keine Ersatzansprüche Geschäftsstellen: Frankfurterstr. Nr. 16 und Bahnhofstr. Nr. 3.— Fernruf 2.—, Postscheck= Konto Köln Nr. 10 158. Gege 1340 Kreises Anze'genpreise: 1 Millimeter Höhe im Ortsverkehr 8 Goldpfg. Auswärtige 10 Goldpfg., Reklamen 40 Goldofennig: Offertengebühr 25 Goldpf., umzurechznen nach demam Tage der Zahlung güitigen Berliner Dollar=KurZahlbar bei Aufgabe, spätestens 8 Tage nachher, andernfalls Verzugszinsen berechnet werden. Eventuell gewährter Robatt gilt nur al: Kassenrabatt. Nr. 1 55 Olpe, Mittwoch, Juli 1924 84. Jahrg. Die Verlangerung der Mirambertlage Nur zehnprozentige Herabsetzung der Micumlasten. Reichshülfe für die Ruhrzechen.— v Hoesch bei Herriot. Herabsetzung dee Kohlenpreise um 20 Prozent. Der neue Micumvertrag. Düsseldorf, 1. Juli.(Drahtb.) Die Verhandlungen zwischen der Sechserkommission und der Migierungen treten zu lassen. Die Reichsregierung hatte für diesen Fall in Aussicht gestellt, daß sie selbst die Kohlenlieferungen wieder übernehmen und an der Finanzierung mitwirken würde. Dieser Antrag gen zwischen der Sechserkommission und der Miesigt jedog. 5: Matz dar franzäsise cum führten gestern nacht um 11.30 Uhr zu folgen seooch durch die Nore der franzosischen und belgidem Abschluß: Das Abkommen gilt vom 1. Juli bis zur Inkraftsetzung des Sachverständigengutachtens. Es kann jedoch beiderseits zu jedem Monatsaanfang mit einer Frist von zehn Tagen gekündigt werden. Die Bestimmungen des heutigen Vertrages. sind dieselben wie diejenigen des Abkommens vom 15. April mit folgenden Aenderungen: fa. Die laufende Kohlensteuer wird auf 75 Pfennig festgesetzt. b. Die Ein= und Ausfuhrabgabe(Verkehr mit dem Ausland) sowie die Zulaufs= und Ablaufsgebühren(Verkehr mit dem unbesetzten Gebiet) der Konzerne und Zechen ist auf die Hälfte herabgesetzt. c. Die Verkehrsabgabe für Nebenprodukte wird auf 1 v. H. ermäßigt. Die Lieferung von Nebenprodukten wird auf folgende Prozente der Herstellung festgesetzt: 10 v. H. für Benzol(wie bisher), 6 v. H. für Pech(statt 10 v. H., 8 v. H. für schwefelsaures Ammoniak und die übrigen Nebenprodukte(statt 10 v. H.) Die unter a—c genannten Ermäßigugen erhalten rückwirkende Kraft vom 15. Juni. Für die Streikzeit vom 1. Mai bis 7. Juni einschließlich wird die an Reparationsbrennstoff zu liefernde Menge auf 27 v. H. der Nutzförderung der Zechen in diesem Zeitraum ermäßigt. Vor Unterzeichnung des vorstehenden Abkommens hat die Sechserkommission ausdrücklich darauf aufmerksam gemacht, daß eine Verlängerung des Abkommens für den Monat August von der Möglichkeit der Finanzierung abhängt. Die Sechserkommission wird hierüber in den nächsten Tagen verhandeln und hat sich der Micum gegenüber vorbehalten, falls diese Verhandlungen eine Finanzierungs= eine weitere monatliche Belastung von 50—60 Milmöglichkeit nicht ergeben, den Vertrag alsdann zum lionen Goldmark nicht mehr tragen könnten. Die 31. Juli zu kündigen. die vorgeschichte. WTB Berlin, 1. Juli.(Drahtb.) Die Verhandlungen mit der 6er Kommission und der Micum in Düsseldorf über die Verlängerung der am 30. Juni Gebiet neuen Sanktionen, Willkürakten und Beabgelaufenen Micumvverträge haben sich außeror-striebsstillegungen ausgesetzt werde und daß im bedenklich schwierig gestaltet und drohten bis zum letzten setzten Gebiet Konflikte heraufbeschworen werden Augenblick mit einem ergebnislosen Abbruch zu en= die auch für die gesamte politische Situation kurz den. Die Reichsregierung hatte bekanntlich schon vor vor dem Zusammentritt der Londoner Konferenz dem 15. Juni bei der französischen und belgischen Regierung den Antrag gestellt, anstelle der Abmachungen zwischen der Micum und den Privatkohlenzechen Vereinbarungen zwischen den beteiligten Redaß die von der Micum in Aussicht gestellten ganz unzurenhenden Erleichterungen noch erweitert werden und daß die Verlängerung der Micumverträge auf den Monat Juli beschränkt werde. Die Reichsregierung hat sich aus den oben klargelegten Gründen zu einer finanziellen Beihilfe entschlossen, und zwar nur für einen Monat, obwohl die Finanzlage des Reiches eine solche Beihilfe auch nur für einen Monat an sich nicht zuläßt. Einer Beihilfe für längere Zeit oder gar für eine unbeschränkte Zeit kann bei der Finanzlage des Reiches nicht verantwortet werden. Die Reichsregierung hat nichts unterlassen, von der Tatsache ihrer finanziellen Beihilfe die französische und belgische Regierung noch während der Verhandlungen mit der Micum zu unterrichten und sie um eine entsprechende entgegenkommende Weise an die Micum gebeten. Gleichwohl ist die Micum von ihrem Standpunkte einer Verlängerung auf eine unbestimmte Zeit nicht abgegangen. Das einzige, was sie zu gestatten wagt, list, das die Verträge jeweils zum Monatsschluß gekündigt werden können. Die Sechserkommission hat schließlich am 30. Juni in später Nachtstunde dieses angenommen in der Erwägung, daß ihrer immerhin die Möglichkeit gegeben ist, durch eine Kündigung ihre Verpflichtungen gegenüber der Micum auf eine Zeit zu beschränken, für die ihr der finanzielle Beistand des Reiches zugestanden ist, nämlich für den Monat Juli. Der Verlauf der Micumverhandlungen hat den Beweis erbracht, wie berechtigt der seit Wochen drigende Entwurf der Reichsregierung war, über die Frage von Regierung zu Regierung zu verhandeln. Es ist nicht richtig, daß es sich in Düsseldorf nur um technische Fragen handelte, wie es in der französisch=belgischen Antwortnote heißt. Ein Konflikt in der Micumfrage in diesem ernsten Augenblick wäre nicht auf technische Fragen der Kohlenlieferung beschränkt geblieben, sondern hätte die weitesten Auswirkungen auf die allgemeine Politik gehabt, die die Micum als technische Behörde nicht berücksichtigen konnte oder wollte. Da obendrein angesichts der bevorstehenden Londoner Konferenz und der Bemühungen für eine möglichst rasche Wirksammachung des Sachverständigengutachtens die Reichsregierung damit rechnen muß, daß der Uebergangszustand mit dem Ablauf des Monats Juli sein Ende findet, hat sie der Sechserkommission heute schon anheim gegeben, das Abkommen schon jeht zum 31. Juli zu kündigen. Klub der Hentrumspartei. I Berlin, 1. Juli. In der Sitzung des Reichsparteivorstandes der Zentrumspartei ist die Gründung eines Vereins Klub der Deutschen Zentrumspartei beschlossen worden. Für den Klub wird in Berlin ein Vereinshaus käuflich erworben werden, das den Mittelpunkt für die Angehörigen der Zentrumspartei des Reiches bilden soll. Die Mitglieder iz des Klubs sollen sich zusammensetzen aus den Abgedie verhängnisvollsten Folgen hätten haben müssen sordneten der Berliner Parlamente des Reichstages, Die Reichsregierung hat sich daher dem Kohlenbergbau des Landtages, des Reichsrates und des Staatsrates gegenüber bereit erklärt, für Juli die Hälfte der Mi= sowie aus den Zentrumsorganisationen im Lande cumlasten zu übernehmen, unter der Voraussetzung, und aus den Zentrumszeitungen. schen Regierung vom 26. Juni abgelehnt worden mit dem Hinweis, daß es sich nur um technische Vereinbarungen handle, die auch mit der Micum getroffen werden könnten und die Micum die Instruktion erhalten habe, alle begründet erscheinenden Anträge der deutschen Industriellen zu berücksichtigen. Bei den Verhandlungen zwischen der 6er Kommission und der Micum am 28. Juni hat sich von Anfang an gezeigt, daß die Micum die Möglichkeit einer Beteiligung Frankrechs und Belgiens an der Finanzierung der deutschen Kohlenlieferungen, für die bei den vorangegangenen diplomatischen Besprechungen in Paris eine Aussicht eröffnet worden war, nicht verfolgt und daß sie im wesentlichen auf einer unveränderten Verlängerung der Micumverträge bestehen will, und zwar auf eine kalendermäßig unabhängige Zeit. Die von der Micum angebotene Erleichterung der Kohlensteuer und der einiger Nebenprodukte war so geringfügig daß sie nur etwa ein Zehntel der gesamten Micumlasten ausmachte. Diese Erleichterungen waren überdies an Bedingungen geknüpft, daß die Micumverträge bis zum Inkrafttreten des Sachverständigengutachtens bis zum 1. Oktober verlängert werden. Sollte das Sachverständigengutachten bis dahin nicht in Kraft treten, sollten die Verträge stillschweigend jedoch mit einem Kündigungsrecht weiterlaufen Hülfe des Reiches. Die Kohlenzechen haben dieses Verlangen nicht anerkennen können, da sie, wie allgemein anerkannt, durch die siebenmonatigen Micumlasten in eine sehr angespannte Finanzlage gekommen sind, sodaß sie Reichsregierung hat den Kohlenzechen daher eine Verlängerung der Micumverträge auf ihre eigenen Kosten nicht mehr zumuten können. Andererseits konnte die Reichsregierung nicht zulassen, daß im Falle des Abbruches der Verhandlungen das besetzte“ Die Ausgewiesenenfrage. WTB Berlin, 1. Juli.(Drahtb.) Im Reichstagsausschuß für die besetzten Gebiete wurde heute die Ausgewiejenenfrage behandelt. Von Seiten der Reichsregierung wurde betont, daß von den Ausgewiesenen höchstens 10 Prozent in ihre Wohnungen zurückkehren könnten, denn der größte Teil der Wohnungen wurde von den Besatzungstruppen beschlagnahmt zur Unterbringug von Soldaten und Offizieren. In der Diskussion kam zum Ausdruck, daß die von Herriot erfolgte Zurücknahme von Ausweisungen systematisch durch entgegenwirkende Maßnahmen der französischen Militärstellen, insbesondere durch Beschlagnahme der letzten noch zur Verfügung stehenden Wohnungen im besetzten Gebiet praktisch vollständig sabotiert wurde, so daß mar nicht einmal damit rechnen konnte, daß 10 Prozent der Ausgewiesenen ihre Wohnungen wieder zur Verfügung erhalten. Angenommen wurde ein Antrag des Abg. Aecker, in dem der Ausschuß des auswärtigen Amtes ersucht wird, unter Hinweis auf die soeben gemeldete Beschlagnahme von 400 Wohnungen in Wiesbaden bei der französischen Regierung unverzüglich dahinzuwirken, daß weitere Wohnungsanforderungen im besetzten Gebiet unterbleiben, weil andernfalls die Rückkehr der Ausgewiesenen durch neue unübersteigliche Hindernisse gefäkrdet werde. Der Besuch des deutschen Botschafters bei herriot. 0) Paris, 1. Juli.(Drahtb.) Der deutsche Botschafter in Paris, v. Hoesch, wurde gestern 12,15 von Herriot empfangen, mit dem er eine lange Unterredung hatte. Zu Beginn der Unterredung machte Hoesch, Herriot Mitteilung davon, daß die Antwort der deutschen Regierung auf die letzte Note der Botschafterkonferenz bezüglich der Militärkontrolle eingelaufen sei und in einem durchaus günstigen Sinne auf die Forderung nach einer letzten Militärkontrolle antworte. Nach ihrer Uebergabe wurde die Note sofort durch einen Sekretär in die Botschafterkonferenz gebracht, wo Cambon bereits auf die UUeberbringung der Note wartete. Nach der Uebergabe der Note dehnte sich die Unterhaltung des v. Hoesch mit Herriot noch geraume Zeit aus. v. Hoesch teilte Herriot mit, daß er von der deutschen Regierung beauftragt sei, der französischen Regierung den Dank für die Begnadigungsmaßnahmen im Nuhr= und Rheingebiet auszusprechen. v. Hoesch fügte jedoch hinzu, daß damit noch nicht somtliche Wünsche der deutschen Regierung und des deutschen Volkes erfüllt seien, sondern daß man in Deutschland die Hoffnung hege, daß ebenso umfangreiche Begnadigungen auch bezüglich der Gefangenen erfolgen würden. Der letzte Teil der Unterhaltung des v. Hoesch mit Herriot bezog sich auf die Erneuerung der Micumverträge, wo bekanntlich gewisse Schwierigkeiten aufgetaucht sind. Die von der deutschen Regierung ausgehenden Zum zweihundertjährigen Geburtstage Alopstocs. Heute sind zweihundert Jahre verflossen, seitdem an den Ausläufen des Harzes in Quedlinburg Friedrich Gottlieb Klopstock, das Licht der Welt erblickte, welcher die klassische Periode der deutschen Dichtung einleitete, jene zweite herrliche Blüte deutscher Poesie, die nach langer Winternacht nach der Blüte deutschen Geisteslebens im Mittelalter uns jene herrlichen Werke deutscher Klassiker schenkten, auf die wir mit Recht als Deutsche stolz sind, die überzeitlichen Wert besitzen und die nicht nur uns Deutschen gehören, sonder die Allgemeinbesitz der Weltliteratur. schon lange geworden sind. Wenn auch Klopstock nie im landläufigen Sinne des Wortes volkstümlich geworden ist, so daß der scharfe Kritiker Gothold Ephraim Lessing jenes auch heute noch gültige, geflügelte Wort sprechen konnte:„Wer wird nicht einen Klopstock leben? Doch wird ihn jeder lesen? Nein. — Wir wollen weniger erhoben und fleißiger gelesen sein,“ so hat Klopstock eine über das gewöhnliche Maß weit hervorragende Bedeutung für deutsche Dichtung und deutsches Geistesleben. Gerade in unseren Tagen, wo wir den Kampf um die Seele des deutschen Kulturgutes führen müssen, ist es wohl angebracht, dieses großen deutschen Geistes zu gedenken. Seine Ausbildung erhielt Klopstock in der mit Recht in ganz Deutschland berühmten buchenumrauschten altehrwürdigen Fürstenschule zu Schulpforta, wo er die Werke des klassischen Altertums mit lebendiger Seele von 1739—1745 erfaßte. Seine höchst bedeutsame Abschiedsrede über die epische Poesie gibt davon ein herrliches Zeugnis Um Theologie zu studieren, ging er zuerst nach Jena, wanderte aber 1746 nach Leipzig, wo er zu den Füßen Gellerts saß. Nach zweijähriger Tätigkeit als Hauslehrer in Langensalza folgte er 1760 der Einladung Bodmers nach Zürich, von wo ihn der König Friedrich 5 von Dänemark 1751 nach Kopenhagen rief, damit(er hier in Muße den Messtas vollende. Als 1770 sein Gönner, der Minister Graf Graf Bernstorff durch Struensee, den Günstling Christians 7. verdrängt war, zog er sich als dänischer Legationsrat nach Hamburg zurück, wo er am 14. März 1803 starb. Der Ruhestätte seiner sterblichen Ueberreste widmete Friedrich Rückert das Gedicht„Die drei Gräber von Ottensen" und August Mahlmann, das„Der Kirchhof von Ottensen". Die Hauptbedeutung von Klopstock beruht darin, daß mit ihm eine neue Epoche der deutschen Poesie begann. Klopstock wies sowohl dem Inhalte, wie auch der Form flach der deutschen Poesie neue Wege. Er befreite die deutsche Poesie von der Alleinherr= schaft des Alexandriners, indem er die ersten deutschen Gedichte schuf, bei denen nicht das Metrum, sondern der Rhytmus die Sprache trägt. Kloppstocks Meisterwerk ist sein Messias, ein in Hexametern geschriebenes religiöses Heldengedicht von 20 Gesängen, das er 1748 beganin, aber 1773 erst vollendete. In Messias, diesem religiösen Epos zum Ruhme des Heilands wollte Klopstock das Höchste leisten, was der Menschengeist zu schaffen und zu fassen vermöchte. Das Thema dieses gewaltigen religiösen Epos, das der Dichter in der Oede von Fanny al selbst nennt„die Frucht von meiner Jünglingsträne und von der Liebe zu dir Messias“ geben die ersten Verse des Werkes. „Sing' unsterbliche Seele, der sündigen Menschheit Erlösung, Die der Messias auf Erden in seiner Menschheit vollendet, Und durch die er Adams Geschlecht zu der Liebe der Gottheit Leidend, getötet und verherrlichet, wieder erhöht hat.“ Dieses Werk des Dichters, das leider durch seinen Mangel an Handlung durch zu starke theologische Färbung, so daß das Konkrete, Faßbare zu viel in den Vordergrund tritt, sehr gelitten hat, umfaßt die Ereignisse aus dem Leben des Heilandes von dem Einzuge in Jerusalem bis zu seiner Himmelfahrt mit vielen eingeflochtenen Episoden, die meistens wirkliche Perlen hoher Lyrik sind. Diese hohe lyrische Begabung Klopstocks kam meisterhaft zum Ausbruch in seinen Oden, in denen er in schwungvoller Begeisterung die erhabensten Stoffe, hauptsächlich Religion, Freundschaft, Liebe, Vaterland behandelte. Besondern Schwung atmen seine religiösen Oden, wie„Dem Erlöser!“,„An den Erlöser!“,„An Gott!“,„Die Stunden der Weihe!" usw. Die Religion durchzog aber als goldener Faden auch fast alle anderen Oden. Klopstocks Liebe war mit der Religion aufs innigste verwachsen. Ihr galten die der Schwester seines Vetters und Universitätsfreundes Marie Sophie Schmidt gewidmeten Oden „An Fanny!“ und seiner späteren Gemahlin gewidmeten„An Cidle“, die jugendlich innigen, wahren undzarten„Die zukünftige Geliebte",„Das Rosenband“. Daneben kommen Oden, die der Freundschaft gelten, in denen Klopstock sein schwärmerisches Gefühl oft ganz durchgehen läßt. Einen besonderen Schwung feurigster Begeisterung zeigen seine patriotischen Oden, in denen der Dichter das deutsche Vaterland verherrlicht, besonders in beiden Oden,„Mein Vaterland" und „Vaterlandslied",„Mein gutes, edles, stolzes Herz schlägt laut empor, beim süßen Namen Vaterland“, singt der Dichter hier, Worte, die man auch unserer jetzigen Jugend ins Gedächtnis rufen möchte. Das ist ein unbestreitbares Verdienst Klopstocks, daß er durch seine Oden das nationale Bewußtsein wachrief und Liebe zum Vaterlande einflößte. Zu einer Zeit, als das französische Wesen in Deutschland regierte und selbst der preußische Heldenkönig Friedrich 2. die französische Sprache nur gebrauchte, rühmte Klopstock die Vorzüge der deutschen Sprache, so z. B. in der Ode„Unsere Sprache", da ihm die deutsche Sprache als nationales Heiligtum und als einzig festes Band zum festen Zusammenhalt erschien. Ihrer Verteidigung galten auch seine meisten Prosaschriften, namentlich„Die deutsche Gelehrtenrepublik“. Um die deutsche Sprache aber erwarb sich Klopstock durch seine vielen Wortneubildungen, von dem ein großer Teil sich erhielt,, große Verdienste. Er schuf zuerst die deutsche Dichtersprache, voll Biegsamkeit und Weichheit, aber auch von kraftvollem plastischen Ausdrucke. Er schuf das Instrument, das unsere Klassiker dann verfeinerten und meisterhaft handhabten. Als Dramatiker errang Klopstock keine großen Erfolge. Seine biblischen Dramen, der Tod Adams, Salomon und„David“ stehen weit hinter seiner Deutschlands großen Befreier, Hermann geltenden, Kaiser Joseph 2. gewidmeten vaterländischen Trilogie Hermannsschlacht, Hermann und die Fürsten, Hermanns Tod zurück, die zwar nicht historisch genau sind, aber doch in Deutschland eine starke nationale Welle hervorriefen. In ihnen nehmen die Chorgesänge der Barden, die Bardiete, einen weiten Raum ein, sie sind in einem recht warmen vaterländischen Tone gehalten, bauen aber auf etwas durchaus Ungeschichtlichen auf, da ein besonderer Sängerstand der Barden in Deutschland nicht bestanden hat. Aber trotzdem hat der Bardengesang Klopstocks eine Reihe Nachahmer gefunden, so z. B. Denis, der sich den Barden Sined nannte, Kretschmann, der sich Barde Ringulph bemittelte und Wilhelm von Gerstenberg der„Gedichte eines Skalden“ herausgab. Klopstocks Stoff der Hermannsschlacht fand auch gleichfalls später in der deutschen Literatur Bearbeiter, so schrieb der Westfale Wilhelm Grabbe aus Soest und ebenso Heinrich v. Kleist eine Hermannsschlacht. Die Bedeutung Klopstocks besteht darin, daß er der Bahnbrecher der deutschen Klassik, ein mächtiger Anreger war, der den gewaltigsten Eindruck auf alle Zeitgenossen machte, wie uns Altmeister Goethe aus seiner Jugend in Dichtung und Wahrheit eindringlich schildert. Er hat zuerst nach langek Winternacht die Blume deutscher Dichtung wieder erweckt, die dann zu herrlicher Blüte gedieh. Er hat, was unserer Zeit auch so sehr nottut, das Hohe und Schöne wieder zu Glanz und Ansehen gebracht. Er hat das Vaterland und vor allem die Religion, das Christentum wieder in den Sonnenglanz gestellt. Mag auch zeitlich manches uns von Klopstock trennen, dieser Geist ist aber unseren Tagen doppelt not. Und dankbar singen wir an seinem 200. Geburtstage mit Friedrich Rückert von seinem Grab. „Wohl hat, als dumpfer Brodem der Knechtschaft uns umgab, ein leiser Freiheitsodem geweht von diesem Grab.“ Dr. W. Versuche, zu einer direkten Verhandlung zwischen den Regierungen zu kommen, sind, wie man weiß, bisher fehlgeschlagen. Es kann auf Grund zuverlässiger Informationen gesagt werden, daß in dem heutigen Gespräch zwischen den beiden Politikern erneut der Versuch unternommen worden ist, gewisse Schwierigkeiten zu überbrücken. Jedoch dauert der Meinungsaustausch noch an und die weitere Entwickelung hängt zum größten Teil von der Wendung ab, die die Unterhaltungen in Düsseldorf selbst nehmen. Es kann schließlich auf Grund zuverlässiger Informationen gesagt werden, daß die Meldung eines Pariser Morgenblattes, wonach v. Hoesch kürzlich in einer Demarche Herriot mitgeteilt haben soll, es könne keine Rede davon sein, daß die für die Durchführung des Sachverständigenplanes notwendigen Gesetzentwürfe vor dem 16. Juli zur Annahme kommen könnten, in dieser Form den Tatsachen nicht entspricht. Es habe kein Auftrag der Berliner Regierung vorgelegen, eine derartige Demarche zu unternehmen. Die Behandlung der deutschen Antwortnote. WTB Paris, 1. Juli.(Havas.) Die Antwort der deutschen Regierung auf die Note der Botschafterkonferenz vom 28. Mai über die Wiederaufnahme der interalliierten Militärkontrolle wird wahrscheinlich sofort dem interalliierten Militärkomitee, dessen Vorsitzender Marschall Foch ist, zur Prüfung übergeben werden. Das Komitee wird die rein militärische Seite der Frage durchprüfen. Die Botschafterkonferenz wird sich dann mit den Schlußfolgerungen des Militärkomitees befassen und dann die deutsche Antwort vom diplomatischen und politischen Standpunkt aus prüfen. Die Londoner Presse zur deutschen Antwortnote. London, 1. Juli.(Drahtb.) Die Presse veröffentlicht die deutsche Antwortnote in der Frage der Militärkontrolle zum Teil im Wortlaut und bezeichnet sie als Annahme der allüierten Forderungen. Der versöhnliche Ton der deutschen Antwort wird hervorgehoben. Allgemein wird darauf hingewiesen, daß die von gewissen Pariser Blättern verbreiteten Berichte über einen ablehnenden Inhalt der deutschen Note jeder Grundlage entbehren. Im Zusammhang damit findet der gestrige zustimmende Artikel des Pariser Temps viel Beachtung. Der sranzösische und englische Arbeitsminister gegen die deutsche Ueberschreitung des Achtstundentages. Paris, 1. Juli.(Drahtb.) Havas meldet, der englische und französische Arbeitsminister hätten sich bei ihrer gestrigen Beratung dahin ausgesprochen, daß der Sachverständigenbericht auf dem Gedanken der Beibehaltung des Achtstundentages und einer gleichmäßigen allen Industrienationen gültigen Arbeitszeit aufgebaut sei. Der Plan der Reparationszahlungen sei in keiner Weise abhängig von einer Verlängerung der Arbeitszeit. Ausland Bewilligung der Butgetzwölftel. WTB Paris, 1. Juli.(Drahtb.) Kammer und Senat haben gestern die verlangten Budgetzwölfteh, worunter sich auch die Kosten für die Ruhrbesetzung befinden, bei einigen unveränderten Abstrichen genehmigt. In der Kammer brachte der Kommunist Marcel Cachin eine Interpellation über die durch das Kriegsgericht in Mainz erfolgte Verurteilung von deutschen und französischen Kommunisten ein. Namens der Regierung erklärte Clementel, daß der Minister eine Untersuchung über die Angelegenheit eingeleitet habe, worauf Cachin dem Minister seine Akten zur Verfügung stellte. Die Kammer vertagte sich darauf auf kommenden Donnerstag. Italienischer Ministerwechsel WTB Rom, 1. Juli. Der König nahm das Röcktrittsgesuch der Minister Contila, Corbino und Carnazza an und ernannte auf Vorschlag Mussolinis folgende Minister: Unterricht Senator Cassati, Wirtschaft Senator Nava, öffentliche Arbeiten Abgeordneter Sarrochi. Für das Kolonialministerium, das bisher Mussolini mit vertrat, wurde der Abgeordnete Lanze die Scalea in Aussicht genommen. Die neuernannten Minister werden morgen vom König vereidigt. Das südafrikanische Kabinett. WTB Prekoria, 1. Juli. Das südafrikanische Kabinett ist wie folgt gebildet: Hertzog Premierminister, Havenga Finanzen, Beyer Bergwerk und Industrie, Tielmann-Rose Justiz, Mallan Inneres, öffentliche Gesundheit und Unterricht, Piet-Grobler, Domänen, General Kemp Ackerbau. Die Arbeiterführer Crewell für Verteidigung und Boysell Post= und Telegraphen. Deutschland. Zentrum und Bayrische Volkspartei. ) Berlin, 1. Juli. Den Blättern zufolge fand in Bamberg im Hause des Führers der bayerischen Volkspartei Domkapitular Leicht eine Zusammenkunft zwischen der Bayerischen Volkspartei und dem Zentrum statt, die einen befriedigenden Verlauf nahm und die Aussicht auf ein engeres Zusammender Kommunisten rufen nach diesem Abstimmungsergeb= treuer Freund und liebevoller Vater, der sich in aunis den Bürgerlichen zu:„Sie amnestieren nur die ßerordentlicher Weise auch ihrer materiellen Sorgen Wucherer.“ sannahm und durch seine zahlreichen Verbindungen Abg. Brunk(D.=N.) ersucht die Regierung, den auch gar manchem deutschen Landsmann in schwiepreußischen Einfluß im Reich zu stärken. friger Situation zu Arbeit, Verdienst und Brot half. Abg. Pinkerneil(DBP.) schildert, die schwere Stets hat der Silberjubilar auch seinen ganzen EinWirtschaftskrise. fluß geltend gemacht, um unserm schwer beAbg. Fischbeck(Dem.) wendet sich gegen die bay= drängten Vaterlande zu helfen. Er war ein Herr, erischen Anforderungen auf dem Gebiet der Post dessen kraftvolles Eintreten für das Deutschtum überund Eisenbahn.(all geschätzt wurde, er galt als der geistige MittelStaatssekretär Oehnhoff erklärt, dem Bedanken(punkt der Deutschen des Staates Michigan. Bei der Arbeitsgemeinschaft stehe das Handelsministerium ihm stiegen deshalb auch alle namhaften Deutschen, mit Sympathie gegenüber. An eine Aufwertung der Kriegsanleihen könnte nicht gedacht werden. Abg. Altegoer(Zentrum): Die Preisprüfungsstellen sollten endlich aufgehoben werden. Redner verlangt Arbeitsbeschaffung für das Handwerk. Um 6 Uhr wird auf Antrag aus dem Hause die Weiterberatung auf Mittwoch vertagt. die Geschäftslage des Landtages. WTB Berlin, 1. Juli.(Drahtb.) Der Aeltestenrat des preußischen Landtages beriet über die Geschäftslage. Von den Etatsberatungen sollen nach Schluß des Justizhaushalts in dieser Woche noch der Handelshaushalt erledigt werden und mit dem die Detroit besuchten, ab. So waren noch im vergangenen Jahre auf ihren Agitationsreisen durch Amerika der Herr Kardinal Faulhaber und der frühere bayrische Ministerpräsident Graf Lerchenfeld Gäste im Pfarrhause zu Detroit. Vielen Auswanderern nach Amerika, die dann dort oft mittellos und stellenlos in größte Bedrängnis kamen, gewährte er seinen Rat und tatkräftigen Beistand in zahllosen Fällen. Zur Aufklärung gegenüber den fremden grundlosen Verdächtigungen Deutschlands hat der Silberjubilar außerordentlich viel geleistet. Er konnte dies in seiner Stellung auch recht erfolgreich tun, da er die Verhältnisse in der deutschen Heimat kannte, aber auch sehr genau als feiner Psychologe Forstetat begonnen werden. Am kommenden Freitag mit der geistigen Einstellung der Amerikaner verwill sich der Landtag bis zum 14. Juli vertagen und traut war, das Vertrauen seiner amerikanischen billigte einmütig die Ergebnisse der Bamberger Besprechung. Die Aussprache soll in den nächsten Tagen fortgesetzt werden. Aufgedeckte kommunistische Waffenlager. 0 Berlin, 1. Juli. Der Lokalanzeiger meldet aus Stuttgart, daß von der dortigen Polizei verschiedene kommunistische Sprengstoff= und Handgranatenlager entdeckt wurden. Außerdem wurde ein vollständiger Feldfernsprecher aufgefunden. Bisher wurden etwa 10 der kommunistischen Partei angehörige Personen, darunter zwei Frauen, verhaftet. Neue haftbefehle. WTB Nürnberg, 1. Juli. Laut Frank. Kurier hat der Oberreichsanwalt neue Haftbefehle gegen den Kaufmann Berchthold und den Hauptmann a. D. Müller wegen Beihilfe zum Hochverrate anläßlich des Hitlerputsches erlassen. haftbefehle wegen Hochverrat. WTB München, 1. Juli. Der Allgemeinen Zeitung zufolge ist gegen den am Hitlerputsch beteiligten früheren Hauptmann Göhring und gegen den ehemaligen Oberleutnant Roßbach wegen Beihilfe zum Hochverrat Haftbefehl erlassen worden. Preußischer Landtag V. D. Z. Berlin, 1. Juli.(Radiobericht). Vor Eintritt in die Tagesordnung verlangte der Abg. Dahlem(K.) die sofortige Beratung eines kommunistischen Antrags auf Aufhebung des Verbots der Roten Fahne. Der Antrag scheitert an dem Widerspruch der Rechten. Abg. Hager(Zentrum) bezeichnet als das Gebot der Stunde die Verständigung mit unseren ehemaligen Feinden auf der Grundlage des Sachverständigengutachtens. In diesea Zeit der wirtschaftlichen Not dürse der wirtschaftliche Friede nicht durch Streik gestört werden. Die Arbeiterschaft muß sich auch damit abfinden, daß nötigenfalls die 8stündige Arbeitszeit überschritten werden muß, andererseits muß der bedrängten Lage der Arbeiterschaft Rechnung getragen werden. Der Redner verlangt die rlgründliche Vereinfachung des Steuerwesens. Die: Hauszinssteuer in Aussicht genommen. Nach der Beratung der Fürsorgepflicht sowie der Beratung der kleinen Etats am 29. Juli wird sich der Landtag bis zum 23. September vertagen. Der Hauptausschuß soll 3 Wochen vorher zusammentreten, um weitere Elats vorzubereiten. Landwirtschaftliches. Bewertung des landwirtschaftlichen Grundvermögens für die Vermögenssteuer. Von der Zentrumsfraktion des Reichstages(Fehrenbach und Genossen) ist folgender Antrag beim Reichstage eingegangen: Der Reichstag wolle beschließen, die Reichsregierung zu ersuchen, zur Bewertung des landwirtschaftlichen Grundvermögens für die Vermögenssteuer, möglichst noch für die Steuer 1924, für eine einheitliche und gerechte Bildung der Ertragsklassen und die Einreihung der Grundstücke in diese Klassen, sowie für eine dem Rückgang des landwirtschaftlichen Ertrage entsprechende Herabsetzung der Rahmensätze geeignete Maßnahmen zu treffen, und mit denjenigen Ländern, welche eine Steuer nach dem Grundvermögen erheben, Verhandlungen zwecks gleichmäßiger Veranlagung herbeizuführen. Sport. Der Flug um die Welt WTB Honkong, 1. Juli. Der amerikanische Weltflieger traf hier ein. Kirchliches. silbernes Priesterjubiläum des Stadtpfarrers Raufmann(Detroit). elet elch ae che ce hohe e. deutschen Sache bedeutend mehr diente, als die mit furchtbarem Tamtam aufgezogenen Vorträge so mancher Deutschen sogenannter„Kulturapostel", welche trotz guten Willen in vollständigen Verkenntnis der amerikanischen Psyche, mehr Schaden als Nutzen anstifteten. Als die schweren Nachkriegsjahre unserem deutschen Volke so unendlich viel Leid und Elend brachten, hat er in großzügiger Weise die amerikanische Hülfstätigkeit für Deutschland organisiert und zahllos sind die Spenden, welche durch seine Vermittlung besonders seiner bedrängten Heimat zuflossen. In ganz außerordentlicher Weise nahm der Priesterjubilar sich seiner bedrängten engeren Heimat, des Sauerlandes an und mit dankbarem Herzen sprechen sehr viele Geistlichen des Sauerlandes von den großen Gaben, die von Detroit kamen, um Not und Elend aus mancher sauerländischen Hütte in schwerer Notstunde zu verscheuchen. Dankbar wird in mancher sauerländischen Familie dieses Apostels der Caritas, der so viel für seine Heimat in schwerer Leidesstunde tat, gedacht. Dankbar sind ihm aber auch alle, die sein stilles aber eifriges und erfolgreiches Wirken für das deutsche Vaterland kennen. Denn der Jubilar ist immer kerndeutsch geblieben. Das zeigt sich auch in seiner Anhänglichkeit an seine Heimat, das schöne Sauerland, dessen waldige Täler und Höhen er jetzt wieder aufgesucht hat und deren Lob seine Zunge stets singt. Dem Silbersubilar aber entbieten wir zu seinem Ehrentage unsere besten Glück= und Segenswünsche. Möge ihm der Herrgott reichlich vergelten, was er für die Heimat und die deutsche Sache getan hat. Möge ihm ein weiteres erfolgreiches Wirken in seinem hehren Berufe beschieden sein und möge er darin auch ferner tiefinnige Befriedigung und wahres Glück finden, auf daß diesem priesterlichen Kulturpionier der deutschen Sache im fernen Westen es vergönnt sein möge, das Silberreis, das heute sein Priesterhaupt, schmückt :: Würdinghausen, 2. Juli. Heute, am Feste durch das goldene ersetzt zu sehen. In diesem Sinne Mariä Heimsuchung feiert unser Landsmann Pfarrer ein herzliches Heinrich Kaufmann sein silbernes Priesterjubiläum. Schon in jungen Jahren aus der Heimat nach Amerika gekommen, hat er dort seine gymnasialen und Werl, Ad multos annos! Dr. W. 1. Juli. Im Exerzitienhause der FranzisUmsatzsteuer muß in der jetzigen Form beseiligt wer-theologischen Studien gemacht und erhielt dort auch kaner finden Exerzitienkurse statt für Priester vom den.„ ldie heilige Priesterweihe. Seitdem wirkte er in Ame=4.—8. August, für Lehrerinnen vom 12.—15. AuDie Beratung wird hierauf unterbrochen durch rika in verschiedenen Stellungen bis ihn das Ver= gust, für Schüler höherer Lehranstalten vom 18.—21. die gestern zurückgehaltene Abstimmung zum trauen seines Diözesanbischofs auf den wichtigen August, für Lehrer vom 3.—6. September. Die ExerJustizhaushalt. Die Ankräge und Entschließungen Posten eines Stadtpfarrers von Detrost(Staat Mi= zitien beginnen immer am Abend des erstgenannten des Hauptausschusses werden angenommen. schigan) berief. In dieser einflußreichen Stellung Tages und schließen am Mittag des letzgenannten Der kommunistische Antrag auf Amnestie für nahm er sich mit ganz besonderer Liebe der vielen Tages. die mit dem milltärischen Ausnahmezustand zusam-dort ansässigen Deutschen an, denen er nicht nur ein Anmeldungen richte man an das Exerzitienhaus menhängenden Straftaten wird abgelehnt. Die teilnehmender Seelsorger war, sondern auch ein Werl, Kr. Soest. Kloostocks Fanny Bisher ungedruckte Dichtungen Klopstocks aus dem Nachlasse S. G. Grubers mitgeteilt von Fritz Ebers. Als der 25jährige Klopstock im Mai 1749 die Untversität Leipzig verließ, führte ihm der Reisewagen Einem; Bald ergißt sich das Herz nur in die ewige Welt.“ Aber die zwei Zeilen, die er im Oktober eintrug, beweisen, daß er bereits Klarheit über die Empfindungen seiner Geliebten hatte und diese seine stürmische Anbetung nicht erwiderte. So etwas wie ein ipzig verueß, führte ihm der meisewagen Taumel scheint ihn zwar eine Zietlang besallen zu gen Langensalza. Sein Vetter Schmidt, der mit ihm haben, denn der Vers klingt ein wenig verworren in zugleich das Studium in Klein=Paris begonnen hatte, Bezug auf seine eigene Gemütsverfassung: war aus Langensalza gebürtig und hatte dem jungen] Was ich f. 5 Dichter in einer dortigen angesehenen Familie den Posten eines Hauslehrers verschafft. Die Postkutsche Klopstocks hielt eben im Dämmern eines Mai=Abends vor den Mauern seines Zieles. Der alte Torwächter unterhielt sich noch langatmig mit dem Schwager oben auf luftigem Sitze, als an des Reisenden Ohren zirpende Töne drangen. Dieser lauschte hinaus und hörte eine Nachtigall schlagen, der gleich darauf eine andere„noch weit seinere Vogelstimme antwortete. Lange hörte Friedrich Gottlieb diesem Liebesgeflüster, das weit unten von den Ufern der Salza heraufdrang, zu, dann holte er“ sein Notizbuch heraus und schrieo sinnend auf das grobkörnige Papier: „Nachtigall, wie versteh' ich dich? Du singest nur Klagen. Und singst setzt im Lenz, wo dich dein Liebchen beglückt.“ Als Klopstock einige Minuten später, vor der ehemaligen Postsäule auf dem Marktplatze, die Kalesche verließ, trat ihm sein Better Schmidt mit einer jungen Dame entgegen. Er errötete wie ein Schuljunge, als ihm diese als seine Kusine: Marie Sophie Schmidt vorgestellt wurde. Am Abend schrieb er in sein Tagebuch: „Heilige Liebe, Blume des Lebens, wo du nicht blühest, Täuscht ein welkendes Blatt nur mit dem Scheine der Frucht!" Diese erste Begegnung hatte in ihm eine leidenReich „Aas ich singe, ob Leid, ob Freude, wissen die Götter: Aber lieb' ich nicht mehr, acht dann sing' ich nicht mehr!" L. 14. Oktober 1749. Trotz dieser Erkenntnis seiner hoffnungslosen Liebe, gelang es dem jungen Dichter erst sieben Monate später, sein dummes Herz von der Fruchtlosigkeit seiner Bemühungen, die Gegenliebe des Mädchens zu erringen, zu überzeugen. Er riß sich von der Stätte, die ihm seine ersten Herzenskämpfe verursacht hatte, los, uund nahm eine Einladung Bodmers nach Zürich an. Klopstock war, Gott sei Dank, trotz seiner Schwärmerei, von Jugend auf ein klarer Kopf gewesen, der ihn diesen Sturm und Drang sei ner ersten Liebe schnell überwinden half, denn schon auf der Reise nach Zürich, im Juni 1750, finden wir eine resignierte Mitteilung n dem Buche: „Segen das ganz entflohene Glück! Die vertrocknete Blume Duftet dem Herzen oft süß, nur die vertrocknende nicht.“ Ja, kurz vor Zürich schreibt er den letzten Zweizeiler nieder, aus dem hervorgeht, daß ihm seine: „Fanny“, wie er die einst Geliebte immer in seinen Gedichten genannt hat, nicht mehr das Herz allzu schwer machte: „Früchte des Lebens, so nenn' ich nicht Geld, nicht Ehre, nicht Liebe; Nur dich, heiterer Ernst, welchem das Rechte genügt.“ Mit diesen sechs Epigrammen gehört Klopstock unbedingt in die Reihen der Dichter der deutschen Aus Walbanaus Die Brackenjagd. Zweifellos ist das Sauerland reich an merkwürdigen Eigentümlichkeiten, an naturhistorischen Denkmälern. Zu diesen gehört auch die Brackenjagd und die gleichnamige Hunderasse. Der Einheimische wird sich ihrer kaum bewußt. Wie die Berge und Täler, so gehören eben beide: Brackenjagd und die grell leuchtenden Hunde zu seiner Heimat. Den Fremden aber, der eine solche Jagd erlebt, mutet es seltsam an. Sie erinnert ihn unwillkürlich an die Zeiten des waidwerkfrohen Mittelalters. Tatsächlich steht die sauerländische Gebirgssagd ganz außerhalb des modernen Jagdbetriebes. Sie ist ein wertvolles Ueberbleibsel der alten Jagd, wie sie Jahrtausende hindurch ausgeübt wurde. Die klassische Jagdliteratur würde uns unverständlich sein, wenn nicht wenigstens einzelne Ueberreste, so spärerhalten Pe hundert, an die dreißig, schrecklich anzusehen in ihren Kriegesschmuckee.....“ Hubertusjagd! Bald ziehen Schützen und Treiber in den WaldNicht lange, und der Hornruf des alten kupfernen Halbmondes gibt das Zeichen zum Beginn des Treibens. Die Meute wird von der Koppel gelassen. Im Holze regt sich das Leben. Und schon klingt ein hellaufjauchzender Glockenton durch die frostige Stille des Herbstmorgens:„Das ist Mathias, der alte Waldläufer, der das Wild und seine Schliche kennt!" Jubelnd fallen im Chore die Bracken ein, und in tausendfachem Echo bricht sich's an den Beergesränden. Im Wald stürmt und rast und tobt die Wilde Jagd. Hallo! und Hohol das alte Waidgeschrei. Die Nebelwand zerreißt. Goldenes Licht überflutet plötzlich das erwachende Tal. Die aufghende Morgensonne spiegelt sich in Millionen Tauperlen wieder, daß es blitzt und funkelt und gleißt. und wieder aus dem Dickicht dann erlich sie auch sein mögen, uns e. gze#blighen stont das Glockenspiel der Bracken.“ (Annette v. Droste=Hülschott.) Poesievolles, jauchzendes Leben durchziffert das einsame Tal.— Das ist unsere liebe, schöne Heimat schaftliche Zuneigung zu der Schwester seines Betteks Rokoko, und es bereitet einem reine Freude, in dieerfaßt; sa, schon glaubte er seine Liebe erwidert, sem Hefichen herumzublüttern, das außer diesen Verdenn wir lesen in seinem Notizbuche, wahrscheinlich sen noch Reisenotizen und materielle Aufzeichnungen einige Wochen später niedergeschrieben, denn einlanthält, die der Literarhistoriker Johann Gottfried Datum taucht nur einmal auf: Gruber bereits in seinem Buche:„Klopstocks Leben“ „Wunderbar vereinigt die Liebe bald Eines mit Leipzig 1882, benutzt hat. wären. Hierzu gehören noch die Falkenjagd „Beize", die Jagd zu Pferde auf Rowwild oder „Parforce=Jagd", Jagdarten, die nur selten und ausschließlich vom Hochadel ausgeübt werden. Bedeutend wichtiger ist die Brackenhetzjagd. Merkwürdigerweise blieb es gerade, den Tälern des Süd=Sauerlandes und dem nördlichen Siegerlande vorbehalten, Eine so wichtige Jagdart und die damit verbundene uralte, edle Jagdhundrasse unversälscht bis auf den heutigen Tag zu erhalten. Der Wanderer, der am frühen Morgen des 3. November bereits sein Bündel geschnürt hat, dürfte etwas seltenes erleben. In dichtem Nebelgrauen treten aus diesem und jenem Hause vermummte Gestalten. Mächtige blaue Rauchwosken, die halblangen Pfeifen entsteigen, hüllen ihre Häupter ein, wie geheimnisvolle Tarukappen. Einige sind an rasselnde Meute angekoppelt und werden von ihr hin und hergezerrt. Eilig stampfen sie einem Sammelplatze zu, wo sich mit frohen Watdmannsrufen begrüßen. Der einsame Wanderer denkt an die humorvollen Worte unseres westfälischen Dichters Löns: ein Stück heimatlichen Lebens.— Es ist eine erfreuliche Tatsache, daß der„Brackenklub“ schon seit 28 Jahren das Ziel verfolgt und auch teils erreicht hat, eine Jagdhundrasse edel und rein zu erhalten und damit auch eine Jagdart, die vor Zeiten einer glanzvollen Epoche ihr gesellschaftliches Gepräge gab und deren Kunst und Poesie erst recht belebte. Dankenswert ist es deshalb auch, daß der Jagdpflegeverein Plettenberg und Umgegend vor kurzem in Plettenberg eine Brackenschau veranstaltete, wobei allein 7 Bracken aus Drolshagen preisgekrönt wurden. Sämtliche entstammen der Zucht des Herrn Mathias Ackerschott in Drolshagen. Den„Brackenklub" und ähnliche Vereinigungen zu unterstützen in ihren Aufgaben mit Zielen ist sicherlich eine angenehme Pflicht aller Freude sauerländischer Eigenart.“ Emil Reuber=Drolshagen. Ortsnachrichten aus dem Kreise Glpe. Ohne Wasser. w. Olpe, 2. Juni. Die Hoffnungen des hiesigen Wasserwerkes, gestern morgen ihren Betrieb wieder intakt zu haben, haben sich trotz größter Bemühungen während der ganzen Nacht leider nicht refüllt. Auch im Laufe des gestrigen Tages war trotz aller Bemühungen kein Sinken des Wasserspiegels festzustellen. Im Laufe des gestrigen Tages sind noch zwei weitere Saugpumpen in Tätigkeit gebracht, zu deren Betrieb eine eigene elektrische Leitung gelegt ist. Die städtische Verwaltung hofft, daß es ihr im Laufe der Nacht gelingen wird, den Wasserspiegel so zu senken, daß man an die Reparatur herangehen kann, die an und für sich sehr geringfügig sei. Nach Mitteilung der städtischen Verwaltung ist damit zu rechnen, daß heute morgen die Wasserleitung funktionieren wird. Hoffentlich geht diese Erwartung in Erfüllung, denn die Wassernot war gestern in der Stadt schon sehr schlimm. In den unteren Teilen der Stadt hatte man wohl gestern vormittag noch etwas Wasser, aber die höher liegenden Teile der Stadt waren ganz ohne Wasser. Gott dank gibt es noch einige Brunnen im Privatbesitz. Zu diesen hin entstand eine regelrechte Wanderung, die manchmal des komischen Beireizes, so ernst die Sache auch war, nicht entbehrte. Es gab, da man allerlei Gefäße mitbrachte da man mit Kochtöpfen, Eimern, Waschkannen u. s. w. zu den vereinzelten Brunnen zu Fuß und zu Wagen zog, um das köstliche Naß zu holen, wirklich köstliche humoristische Bilder, die man versucht war, mit der Platte festzuhalten. Es war auch ganz interessant, wenn ein Witzbold durch eine ulkige Bemerkung den Mißmut so mancher Hausfrau und auch manches Familienpapas, der sich an seine neue Rolle als Wasserträger noch nicht gewöhnen konnte, verscheuchte. Die befreiende Wirkung des Humors zeigte sich dabei oft prächtig. Gegenüber übertriebenen Unkenrufen, die von einer lang anhaltenen Dauer dieser Wassersperre reden, legt die städtische Verwaltung Gewicht auf die Erklärung, daß diese Sperre baldigst behoben werde. Die auswärtigen Sprechstunden. des Volksvereins=Sekretariats=Altenhundem sollen im Monat Juli wieder ausgenommen werden. Dieselben finden statt: Am Dienstag, dem 8. Juli, von 10—12 Uhr in der Gastwirtschaft Arens in Wenden; von 3—5 Uhr in der Gastwirtschaft zum Kaiseerhof in Drolshagen; am Donnerstag, dem 10. Juli von 0—12 Uhr im Hotel Kölnerhof in Olpe; von 2—5 Uhr im Hotel Kaiserhof in Attendorn; am Mittwoch, dem 16. Juli von 2—4 Uhr im Gasthof Grebe in Fredeburg, von 5—7 Uhr im Gasthof Dornseifer in Schmallenberg; am Freitag, dem 18. Juli von 10—12 Uhr in der Gastwirtschaft Hermes in Förde; von 2—4 Uhr im Gasthof Söémex in Elspe; am Dienstag, dem 22. Juli von Zeinhalb—4einhalb Uhr im Neubrückerhof in Finnentrop; am Samstag, dem 26. Juli von 1—3 Uhr im Gasthof Schulte in Weidenau; von 4—6 Uhr im kath. Gesellenhaus in Siegen. Es wird Auskunft erteilt: In allen Fragen des öffentlichen Rechts, sofern sie die Unfallversicherungsgesetze, das Kranken= und Invalidenversicherungsgesetz betreffen; ferner in Gewerbe=, Gesinde=, Kriegsbeschädigten=, Steuer=,- Mietrecht=, Kleinrentnerfürsorge=, Vormundschafts= und dergl. Angelegenheiten. Die rege Inanspruchnahme dieser sozialen Einrichtung widr herzlichst empfohlen. 00 Olpe, 2. Juli. In der Nacht auf Dienstag wurde an der Bergstraße einem Bienenzüchter versucht, einen Bienenstock zu entwenden. Mit einer Schiebkarre waren die Diebe in der Nähe des Bienenstandes, hatten den Kasten schon vom Stande fortgenommen, denselben geöffnet und schon mehrere Waben herausgenommen. Die Diebe wurden verscheucht oder erhielten von den Bienen einen gehöri gen Denkzettel. Die Polizei hat die weitere Verfolgung der Angelegenheit in die Hände genommen e w. Olpe, 2. Juli. Achtung! Falsche Billionenscheine. Wie wir von der Polizei hören, sind in den letzten Tagen hier falsche Einbillionenscheine aufgetaucht. Sie tragen die Seriennummer 701 256. Die Fälschungen sind ganz schlecht gemacht, äußerst verwischt, auf Papier ohne Wasserzeichen, anscheinend mit Copiertinte oder Umdrucktinte hergestellt. Die Strafandrohung für Nachahmungen ist ganz unlesbar. Diese hier aufgetauchten Fälschungen waren bisher unbekannt. 1! Olpe, 2. Juli. Der Windthorstbund macht seine Mitglieder auf die am heutigen Abend stattfindende Versammlung nochmals aufmerksam. Pünktliches Erscheinen ist unbedingt notwendig. Olpe, 2. Juli. Mit dem Eintritt in die Zeit des Beerensammelns machen wir unsere Leser darauf aufmerksam, daß im Bereiche der Staatsforsten des Regierungsbezirks Arnsberg das Sammeln von Beeren, Kräutern und Pilzen ohne Erlaubnisschein verboten ist. Die Erlaubnisscheine werden durch die zuständigen Oberförstereien ausgegeben. 11 Rhode, 2. Juli. Begünstigt von dem herrlichsten Festsonnenschein hat man am letzten Samstag und Sonntag in unserer altehrwürdigen Pfarrgemeinde nach zweijähriger Unterbrechung wieder einmal das Schützenfest gefeiert. Nun es vorüber ist, kann und muß es ausgesprochen werden: es war ein schönes Fest reihte sich in seinem Verlaufe in würdiger Weise den früheren an. Für den stillen Beobachter was es eine Freude, zu sehen, wie in diesen Tagen die Fest teilnehmer, die aus den 20 Ortschaften, welche die Pfarrgemeinde Rhode umfaßt, und für die das Schützenfest die einzige Gelegenheit im Jahre ist, in harmloser Freude sich zusammen zu finden, des Wiedersehens sich erfreuten und wie es auch un=ser verehrter Herr Pfarrer bei seiner Ansprache besonders betonte, Einigkeit und Zusammengehörigkeit bekundeten. Rege Beteiligung herrschte am Samstag beim Vogelschießen. Da das Schießen mit Stahlmantel verboten war, so sank trotzdem mit dem 120. Schuß der Vogel herunter, unter dem Blei unseres Schützenbruders Aloys Lütticke=Rhode, der damit die Königswürde erlangte und zur Königin Fräulein Anna Schmitz aus Rhode erkor. Am Sonntag zog dann der prächtige Schützenzug um 3 Uhr zum Abholen der Fahne und des Königspaares durch unser Dorf und holte zum Schlusse auch seinen verehrten Herrn Pfarrer herbei, so bekundend, daß unsere Bruderschaft, wie es auch der Herr Pfarrer Sievering zum Ausdruck brachte, unte der Schirmherrschaft der Kirche ihr Fest zu begehen entschlossen war. Möge da unser Schützenfest auch in Zukunft seinen schönen alten Glanz behalten. Schützenfest in (Von unserem eigenem Vertreter. Attendorn, 2. Juli. Die Schützenfesttage sind verrauscht. Auf den Straßen ist es wieder still geworden, die schmetternden Klänge der Musik sind verhallt, der Trubel ist verstummt. Unsere Stadt zeigt wieder das gewöhnliche Bild des Alltages und der Arbeit. Doch die Erinnerung an das letzte Schützenfest wird bei allen, die sich an ihm beteiligt haben, und das waren, wie immer, fast 100 Prozent der Bürger von Attendorn, noch lange wach bleiben. Es war, um es gleich an die Spitze zu setzen, so großartig, wie man es sich nur wünschen konnte. Dem Fest voran ging einee Gedenkfeier für die gefallenen Krieger an dem Kriegerdenkmal am Samstag Mittag. Die Musik, für welche für alle Festtage, die Kapelle des Inf.=Regts. 15 aus Eisenach gewonnen war, leitete den Trauerakt mit dem Niederländischen Dankgebet ein. Darauf legte der Schützenhauptmann Schürmann namens der Schützengesellschaft einen prachtvollen Kranz am Denkmal nieder mit der Widmung: „Den Helden der Stadt Attendorn. Die Schützengesellschaft". Währenddessen spielte die Musik:„Ich hat einen Kameraden." Durch Böller wurden Salutschüsse abgegeben. Die schlichte Feier war so eindruckvoll, daß man auf vielen Wangen Tränen der Rührung oder der Trauere um den Verlust eines Lieben perlen sah. Nach der Gedenkfeier fand eine Stunde lang Promenadenkonzert auf dem Marktplatze statt. Schon bei den ersten Vorträgen der Militärkapelle war man sehr angenehm überrascht von ihren hervorragenden Leistungen. Besonders gilt das von dem Vaterländischen Potpourri, welches die Herzen höher schlagen ließ. Am Nachmittag wurde der Vogel in feierlichem Zuge zu: Vogelstange getragen. Am Abend hauten wir dann in der Schützenhalle ein Militär-Streichkonzert. Jetzt entwickelte die Kapelle erst so recht ihr Können. Alle Erwartungen wurden weit übertroffen. Man kann ohne Uebertreibung sagen, daß wir seit der Vorkriegszeit eine solch erstklassige Musik nicht gehört haben. Es wurde uns wirklich ein Hochgenuß geboten. Das Publikum folgte den Darbietungen aufmerksam und spendete dankbar lebhaften Beifall. Sonntag Morgen 8 Uhr trat das Schützenkorps zum Gottesdienst in der Pfarrkirche an. Das Schützenhochamt wurde nach alter Tradition am Sebastianus=Altar gehalten. Die Festpredigt hielt Vikar Tusch, der die geschichtliche Verbindung der Schützengesellschaft mit der Kirche schilderte. Der Gottesdienst erhielt eine besondere Feierlichkeit durch die Militärmusik. Die evangelischen Schützen hatten Festgottesdienst in der Erlöserkirche. Nach dem Frühkonzert in der Schützenhalle, dem üblichen Abholen des Hauptmanns und der Könige am Nachmittag begann das Tanzvergnügen. Der Andrang war, obschon nur Mitglieder Einlaß erhielten, so stark, daß manche mit einem Stehplatz am Büfett vorlieb nehmen mußten, was bei dem warmen Wetter weiter nicht schlimm war. Unsere Schützenhalle, die erst vor wenigen Jahren um fast das doppelte vergrößert worden ist, erwies sich schon wieder als viel zu klein. Die Tanzpaare mußten sich förmlich„durchschieben". Für Kinderbelustigung war durch ein Karussell usw. gesorgt. Den Kleinen, die sich ja wohl am meisten auf das Schützenfest freuen, leuchtete die helle Freude aus den Augen. Der Montag war immer der Hauptfesttag, so auch jetzt. Die Beteiligung an dem Wettstreit um die Königswürde war sehr groß. Interessant war es, zu sehen, mit welcher Sicherheit durchweg geschossen wurde. Nur äußerst selten gab es einen Fehlschuß. Schließlich schoß Stadtbote Peter Kampfschulte den Vogel ab. Die Würde des Scheibenkönigs errang Schreiner Joseph Damm. Nach dem Königsschießen wurde in gewohnter Weise der Festzug durch die Stadt gehalten. Dann folgte für die Schützen das beliebte Festbankett in der Schützenhalle mit den alten Gebräuchen Bald griff eine feucht=fröhliche Stimmung Platz. Hauptmann Schürmann und Bürgermeister Hennemann hielten schwungvolle Reden über Heimatliebe, Bürgersinn und Gemeinschaftsleben, Hochhaltung der ererbten Sitten und Gebräuche; Ideale, welche die Schützenvereine verfolgen. Nach der Festrede der Schützenhauptmanns, die in ein Hoch auf das Vaterland ausklang, wurde das Deustchlandlied, nach der Rede des Bürgermeisters das Westfalenlied stehend gesungen. Die Wogen der Begeisterung gingen immer höher. Die späteren Musikvorträge gingen leider zum großen Teil durch die Unruhe im Saal verloren. Drei Schützenbrüder konnten auf eine 50jährige Mitgliedschaft zurückblicken. Sie erhielten eine Erinnerungsmedaille. Für die Ehrung dankte, zugleich im Namen der Mitdekorierten, der Jubilar Kaufmann Joseph Isphording in einer kurzen Ansprache. Nachmittags wartete die Militärkapelle wieder mit einem guten Konzert auf. bei dem aber leider wieder keine Ruhe herrschte, ohne die ein voller musikalischer Genuß natürlich nicht möglich ist. Abends huldigte man dann nochmals tüchtig dem Tanzvergnügen. An dem Schützenfest beteiligte sich wie gewöhnlich Alt und Jung, Arm und Reich ohne Unterschied der Stände. Sämtliche Fabrik= usw. Betriebe waren geschlossen. Die Schützengeesellschaft steht in voller Blüte. Sie zählt über 1000 Mitglieder. Der bekannte Trillertanz wurde diesesmal nicht aufgeführt. Das soll gelegentlich der im August in Attendorn stattfindenden Tagung des Sauerländer Heimatbundees geschehen.— Das Schützenfest 1924, das 514. der Schützengesellschaft Attendorn, muß in der ruhmvollen Chronik der Stadt Attendorn einen würdigen Platz finden, es war ein eechtes Volksfest im wahren Sinne des Wortes. WTB Boppard, 26. Juni. Vor einigen Tagen wurde die Witwe Gertrud Dennert, geb. Volk aus Spay beim Ueberschreiten des Bahnüberganges am Ohlenberg von einem Zuge erfaßt und getötet. WTB Dinslaken, 27. Juni. In der Siedlung der Augustastraße ist eine Typhusepidemie ausgebrochen. Eine Person ist bereits gestorben. Etwa 20 Personen sind schwer und eine Reihe weiterer leicht erkrankt. Provinzielles Unwetter im Eulengebirge(Schlesien). ( Berlin, 1. Juli. Das Eulengebirge wurde nach einer Breslauer Meldung des Tageblattes zufolge von einem schweren Unwetter heimgesucht. Ein orkanartiger Sturm entwurzelte in den Obstpflanzungen die Bäume, die oft weit auf die Feldeer geschleudert wurden. Das Getreide wurde durch die Erdmassen auf den meisten Stellen buchstäblich in den Boden gewalzt. Besonders betroffen wurde die Gegend von Neurohda, Reichenbach und Langenbielau. Wirtschaftliches Ermäßigung des Kohlenpreises um 20 Prozent. WTB Essen, 1 Juli.(Drahtb.) In der heutigen Mitgliederversammlung des Kohlenbergbaus wurde der Kohlenpreis um durchschnittlich 20 Prozent ermäßigt. Vor einer Senkung der Kohlenpreise. WTB Berlin, 1. Juli.(Drahtb.) Die Belastung der rheinisch=westfälischen Steinkohlenbergwerke durch die Micumverträge bewirkte, daß der Preis für westfäl. Kohle bewirkte, den Preisstand der Brennstoffe im unbesetzten Deutschland stark überschritt. Die westfälischen Kohlenpreise liegen aber nicht unerheblich über den englischen Preisen. Infolgedessen tritt für den rheinisch=westfälischen Steinkohlenbergbau eine sehr starke Stockung im Absatz ein, die durch das allgemeine Darniederliegen des deutschen Wirtschaftslebens verstärkt wird. Der westfälische Steinkohlenbergbau hat sich daher gezwungen gesehen, zur Behebung der Absatzschwierigkeiten einscheidende Maßnahmen zu treffen. Diese sollen entweder in Betriebseinschränkungen oder in einer kräftigen Preissenkung bestehen. Es ist zu hoffen, daß der Bergbau den zweiten wirtschaftlich und innenpolitisch richtigeren Weg beschreitet, also die Brennstoffpreise stark abgebaut werden, Hierbei ist nicht zu verkennen, daß die Belastung, die der rheinisch=westfälische Steinkohlenbergbau durch die Micumverträge erfuhr, insofern noch verstärkt wird, als die Abwälzung eines Teiles der Belastung auf die Verbraucherschaft durch Preissteigerungen nunmehr wegfallen muß. Der Bergbau muß infolge der Verzinsung der bisher angelaufenen Verschuldung auch weiterhin mit wachsenden Verlusten rechnen, um die gegenwärtige schwere Krise zu überwinden. Kölner Großviehmarkt. WTB Köln, 1. Juli.(Drahtb.) Der Auftrieb zum Kölner Großviehmarkt war erheblich geringer als in der letzten Woche. Man zählte etwas über 1000 Tiere. Durch die warme Witterung und die allgemeine Geldknappheit der Konsumenten hatten die Metzger schlechten Abgang, und so war auch die Nachfrage nicht besonders rege. Der Markt konnte jedoch gesäumt werden, da viele auswärtige Metzger erschienen waren. Die meisten Tiere waren noch nicht schlachtreif. Auf dem Schweinemarkt betrug der Auftrieb 3715 Tiere. Auf dem Kälbermarkt 1534. Für Schweine stieg der Preis von 50 auf 56 Pfennig das Pfund Lebendgewicht. Auch für Kälber zogen die Preise etwas an. Druck und Verlag: Verlagsanstalt F. X. Ruegenberg, Olpe. Verantwortlich für die Gesamtredaktion Dr. phil Alhert Wand in Olpe; für die Berliner Redaktion: J. B. Krauß, Berlin=Schöneberg; für der Reklamen= u. Anzeigenteil: Ed. Ruegenberg, Olpe Zwischen Himmel und Erde 13) Roman von Okto Ludwig. Die Rüststangen stehen wenige Fuß heraus und die unsichtbaren Hände lassen vom Schieben ab. Dafür beginnt ein Hämmern im Herzen des Dachstuhls. Die schlafenden Eulen schrecken auf und taumeln aus ihren Luken zackig in das offene Auge des Tages hinein. Die Dohlen hören es mit Entsetzen; das Menschenkind unten auf der festen Erde vernimmt es nicht, die Wolken oben am Himmel ziehen gleichmütig darüber hin. Lange währt das Pochen, dann verstummt es. Und den Rüststangen nach und quer auf ihnen liegend schieben sich zwei, drei kurze Bretter. Hinter ihnen erscheint ein Menschenhaupt und ein paar rüstige Arme. Eine Hand hält den Nagel, die andere trifft ihn mit geschwungenem Hammer, bis die Bretter fest aufgenagelt sind. Die fliegende Rüstung ist fertig. So nennt sie ihr Baumeister, dem sie eine Brücke zum Himmel werden kann, ohne daß er es begehrt. Auf die Rüstung baut sich nun die Leiter ud, ist das Turmdach sehr hoch, Leiter auf Leiter. Nichts hält sie zusammen, als der eiserne Hangehaken, nichts hält sie fest, als auf der Rüstung vier Männerhände und oben die Helmstange, an der sie lehnt. Ist sie einmal an der Ausfahrtür und an der Helmstange mit starken Tauen angebunden, dann sieht der kühne Schieserdecker keine Gefahr mehr in ihrem Besteigen, so weh dem schwindelnden Menschenkinde tief unten auf der sichern Erde wird, wenn er heraufschaut und meint, die Leiter sei aus leichten Spänen zusammengeleimt wie ein Weihnachtsspielwerk für Kinder. Aber ehe er die Leiter angebunden hat— und um das zu tun, muß er erst einmal hinaufgestiegen sein— mag er seine arme Seele Gott befehlen. Dann ist er erst recht zwischen Himmel und Erde. Er weiß, die leichteste Verschiebung der Letter— und ein einziger falscher Tritt kann sie verschieben— stürzt ihn rettungslos hinab in den sichern Tod. Haltet den Schlag der Glocken unter ihm zurück, er kann ihn erschrecken! Die Zuschauer unten tief auf der Erde falten atemlos unwillkürlich die Hände, die Dohlen, die der Steiger von ihrem letzten Zufluchtsorte verscheucht, krächzen wildflatternd um sein Haupt; nur die Wolken am Himmel gehen unberührt ihren Pfad über ihn hin. Nur die Wolken? Nein. Der kühne Mann auf der Leiter geht so unberührt, wie sie. Er ist kein eitler Wagling, der frevelnd von sich reden machen will; er geht seinen gefährlichen Pfad in seinem Berufe. Ersweiß, die Leiter ist fest; er selbst hat das fliegende Gerüst gebaut, er weiß, es ist fest; er weiß, sein Herz ist stark und sein Tritt ist sicher. Er sieht nicht hinab, wo die Erde mit grünen Armen lockt, er sieht nicht hinauf, wo vom Zug der Wolken am Himmel der tödliche Schwindel herabtaumeln kann auf sein festes Auge. Die Mitte der Sprossen ist die Bahn seines Blickes und oben steht er. Es gibt keinen Himmel und keine Erde für ihn, als die Helmstange und die Leiter, die er mit seinem Tau zusammenknüpft. Der Knoten ist geschlungen; die Zuschauer atmen auf und rühmen auf allen Straßen den kühnen Munn und sein Tun hoch oben zwischen Himmel und Erde. Schieferdecker spielen die Kinder der Stadt eine ganze Wache larg. Aber der kühne Mann beginnt nun erst sein Werk. Er holt ein anderes Tau herauf und legt es al. drehbaren Ring unter dem Turmknonf um die Stange. Daran befestigt er den Flaschenzug midrei Kolben, an den Flaschenzug die Ringe seines Fahrzeugs. Ein Sitzbrett mit zwei Ausschnitten für die herabhängenden Beine, hinten eine niedrige, gekrümmte Lehne, hüben und drüben Schiefer=, Nagelund Werkzeugkasten; zwischen den Ausschnitten vorn das Haueisen, ein kleiner Amboß, darauf er mit dem Deckhammer die Schiefer zurichtet, wie er sie eben braucht; dies Gerät von vier starken Tauen gehalten, die sich oberhalb in zwei Ringe für den Haken des Flaschenzuges bereinigen, das ist der Hängestuhl, wie er es nennt, das leichte Schiff, mit dem ershoch in der Luft das Turmdach umsegelt. Mittels des Flaschenzuges zieht er sich mit leichter Mühe hinauf und läßt sich herab, so hoch und tief er mag; der Ring oben dreht sich mit Flaschenzug und Hängestuhl, nach welcher Seite er will, um den Turm. Ein leichter Fußstoß gegen die Dachfläche setzt das Ganze in Schwung, den er einhalten kann, wo es ihm gefällt. Bald bleibt kein Menschenkind mehr unten stehen und sieht herauf; der Schieferdecker und sein Fahrzeug sind nichts Neues mehr. Die Kinder greifen wieder zu ihren alten Spielen. Die Dohlen gewöhnen sich an ihn; sie sehen ihn für einen Vogel an, wie sie sind, nur größer, aber friedlich, wie sie; und die Wolken hoch am Himmel haben sich nie um ihn gekümmert. Die Damen neiden ihm die Aussicht. Wer konnte so frei über die grüne Ebene hinsehen und wie Berge hinter Bergen hervorwachsen erst grün, dann immer blauer, bis wo der Himmel, noch blauer, sich auf die letzten stützt! Aber er kümmert sich so wenig um die Berge, wie die Wolken sich um ihn. Tag für Tag hantiert er mit Flickeisen und Klaue, Tag für Tag hämmert erl Schiefer zurecht und Nägel ein, bis er fertig ist mit Hämmern und Nageln. Eines Tages sind Mann, Fahrzeug, Leiter und Rüstung verschwunden. Das Entfernen der Leiter ist so gefährlich, als ihre Befestigung, aber es faltet niemand unten die Hände, kein Mund rühmt des Mannes Tat zwischen Himmel und Erde. Die Krähen wundern sich eine ganze Woche lang, dann ist es, als hätten sie vor Jahren von einem seltsamen Vogel geträumt. Tief unten lärmt noch das Gewühl der Wanderer der Erde, hoch oben gehen noch die Wanderer des Himmels, die stillen Wolken, ihren großen Gang, aber niemand mehr umfliegt das steile Dach, als der Dohlen krächzender Schwarm. Apollonius hatte zum Behufe seines Gutachtens noch manche Untersuchungen angestellt; das Turmdach war mit Metall gedeckt; diese Decke lag schon nah an zweihundert Jahre. Als er sie auf seinem Fahrzeuge umfuhr, fand er die Metallplatten der rölligen Auflösung nah. Das hatte er gefürchtet. Bleideckung auf hohen Gebäuden kommt ungleich teuxer, als Deckung mit Schiefer, wenn man diesen in der Nähe hat. Den Schieferbedarf nimmt der Decker in seinem Fahrzeug mit hinauf, das kann er mit den ungleich schwereren Bleiplatten nicht. Die ganze Deckung besorgt der Arbeiter von seinem Fahrzeuge aus; Bleideckung macht feste Gerüste nötig. Apollonius tat den Vorschlag, auch das Turmdach mit Schiefer einzudecken. Der Blechschmied, ein Bedeutender, wandte zwar ein, die Alten hätten die Sache so gut verstanden, als die Leute in Köln— das sollte ein Stich auf Apollonius sein. Und der Bruder war damit einverstanden: hätten die Alten gemeint, Schiefer tue es so gut als Blei, sie hätten gleich Schiefer genommen. Damals waren eben noch keine Schiefergruben in nächster Nähe vorhanden; der Schiefer hätte weit hergeholt und so die Schieferdeckung teurer kommen müssen, als die mit Blei. Das Kirchendach war damals mit Ziegeln und erst später, da die Schiefergruben in der Nähe schon im Gang, mit Schiefer gedeckt worden. Das wußten der Blechschmied und Fritz Nettenmair nicht oder wollten es nicht wissen. Den letztern drückte das wachsende Ansehen des Bruders. Aber Apollonius wußte es und konnte damit den Einwurf entkräften. Sein Vorschlag war angenommen worden. Man wollte die ganze Leitung der Reparatur in Apollonius Hände legen. Um seinen Bruder nicht zu kränken, daß er nicht einmal aussprach, warum er so bitte. Er war von Köln her gewohnt selbständig zu handeln; wie er seinen Bruder wiedergefunden hatte, sah er manche Hemmung durch ihn voraus. Er wußte es, er lud sich eine schwere Last auf, als er dem Bauherrn versprach, die Sache soll unter dem zweiköpfigen Regiment nicht leiden. Der wackere Bauherr, der Apolloius erriet und ihn darum nur mehr achtete, schaffte ihm die Genehmigung des Rates und nahm sich im stillen vor, wo es nötig sein sollte, seinen Liebling und dessen Anordnungen gegen den Bruder zu vertreten. Es war eine schwere Aufgabe, die Apollonius sich gesetzt; sie war noch viel schwerer, als er wußte. Sein Hiersein hatte den Bruder von Anfang nicht gefreut; Apollonius schob das auf den Einfluß der Schwägerin; er war ihm seit dem noch fremder geworden— kein Wunder! Apollonius hatte ja bereits des Bruders Eitelkeit und Ehrsucht kennen gelernt; dieser fühlte sich durch das, was seither geschehen, gegen Apollonius zurückgesetzt.(Fortsetzung folgr.) * ERITG BAINge Verkaufstuger : Mitlwoch, den 2. Juli. Ende: Mittwoch, den 16. Juli. Meiner werten Kundschaft zur gefl. Kenntnisnahme, dass ich meine sämtlichen Manufakturwaren zu bedeutend herabgesetzten Preisen verkaufe. Es werden Ihnen dieselben Vorteile geboten, wie bei jeder Konkurrenz— Zum Verkauf gelangen nur gute, reelle Waren. Verkauf nur gegen Bar. Rosopm-Sian Kein Umlausch. Giß5 Von Freitag, dem 4 Juli ab, haben wir eine große Auswahl hochtragender und frischmelker Rinder zum Verkauf stehen. Julius Mosee S. Rosinber w133 Kirchen, Telef. 193 Amt Betzdorf. Martinstraße 14. Heute morgen am Bahnhof Speisekartoffeln per Ctr. Mk. 1.70 Heite. Bergstraße. BEARABARAESEZEBRAEBEMEAEA Der Schützenverein 5 Bilstein feiert am 6. und 7. Juli in althergebrachter Weise sein diesjähriges Die Eintrittspreise betragen für auswärtige Herren 2.— Mk „„ Damen 0.50„ Die Musik wird ausgeführt von der Bilsteiner Musikkapelle. Die Wirtschaft hat Herr Gastwirt Willy Nuuben, in Bilstein übernommen.(712226) Es ladet freundlichst ein Der Vorstand. Kammerzager cheidemann kommt in den nächsten Tagen nach Olpe und Umgegend und vertigt radikal unter schriftlicher Garantie Ratten, Mäuse, Wanzen, Schwaben usw. Wirkung nachweislich innerhalb 24 Stunden. Jeder Auftraggeber bekommt einen Garantieschein. Bestellungen werden noch in der Geschäftsstelle ds. Bls. angenommen.(F12229) Bin ab heute an das Fernsprechnetz Olpe unter Nr. 88 angeschlossen Peter Eich, Conditorei u. Casé Olpe. Bekanntmachung. Freitag, den 4. Juli ds. Is., vormittags 11 Uhr sollen im Hotel„Zum Rauch“ in Attendorn 1 Sofa, 1 elek. Hobelschalter, 100 m doppeladrige Pendelschnur öffentlich meistbietend gegen Barzahlung verkauft werden.(712224) Das Finanzamt. K Opel- u. 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