„" P P Ne“ Altester Anzeiger für das Sauerland Das„S. V.“ erscheint jeden Werktag früh. Der monatliche Bezugspreis beträgt 2 G.=M., die Einzelnummer kostet 10 Goldpfg. Bestellungen nehmen alle Postanstalten entgegen. Störungen durch höhere Gewalt und Ausstand rechtfertigen keine Ersatzansprüche. Geschäftsstellen: Frankfurterstr. Nr. 16 und Bahnhofstr. Nr. 3.— Fernruf 2.— Postscheck=Konto Köln Nr. 10 158. Gegr. 1840. Kreisblatt des Kreises Olpe Anzeigenpreise: 1 Millimeter Höhe im Ortsverkehr 8 Goldpfg., f. Auswärtige 10 Goldpfg., Reklamen 40 Goldpfennig; Offertengebühr 25 Goldpf., umzurechnen nach demam Tage der Zahlung gültigen Berliner Dollar=Kurs Zahlbar bei Aufgabe, spätestens 3 Tage nachher, andernfalls Verzugszinsen berechnet werden. Eventuell gewährter Rabatt gilt nur als Kassenrabatt. Nr. 96 Erstes Blatt. Ope, Samstag, den 19. Aprik 1924. Das„Siegesfest. Osterglocken läuten, subeln über Berg und Tall Sie singen und sagen den Triumph des Lebens, den Triumph des Weltbezwingers, den Triumph]! des Glaubens. Und in diesen Jubelchor fallen ein all die Tausend und Abertausende von gläubigen Christenherzen, die freudig einstimmen in den Jubelruf, der heute den weiten Erdenrund durchbraust: „Alleluja! Allelujal Christus ist auferstanden, Alleluja! Er ist wahrhaft auferstanden, Alleluja!“ Freude reinste Freude, reinste Lebensbejahung durchzuckt heute die Herzen aller, die christlich denken und fühlen. Verschwunden ist all Leid und Weh der schweren Kartage. Die Trauer hat der Freude Platz gemacht. Der auf Calvariens Höhen für uns sein Leben dahingab, er hat Hölle, Satan und Tod über wunden und ist als Triumphator aus finsterer Grabesnacht an die herrlich blinkende Ostersonne getreten. „Das Grab ist leer, der Held erwacht, der Heiland ist erstanden!“ So jubelt heute die Christenschar in heller reiner Festesfreude. Und sie hat Grund zu diesem Jubel, denn jetzt hat die Christenheit Gewißheit ihrer Erlösung, Gewißheit, daß ihr Führer wirklich Gottes Sohn, der Verkünder der Wahrheit ist. Schon der hig. Apostel Paulus, nach St. Johannes, wohl der beste philosophische Kopf des Urchristentums hat gerade diesen Gedankengang in seinen Briefen sehr stark hervorgehoben. Und die Führer der kirchlichen Wissenschaft haben stets diese Gedankengänge eines hl. Pulus von neuem betont. Und auch in der Feier des Osterfestes kommt] deutlich der Gedanke des Sieges des christlichen Glaubens und der Bestätigung des Wahrheitsgehaltes der christlichen Religion durch den Sieg ihres göttlichen Stifters zum Ausdruck. Das Osterfest das Siegesfest der christlichen Religion, dieser Gedanke ist gerade heute ein zeitgemäßer Gedanke. Wir stehen gerade in unseren Tagen in einem Geisterkampf, der so erbittert geführt wird, wie es seit langen in der Weltgeschichte nicht dagewesen ist. Der öde Bibelstreit, wie er seil David Strauß und der Tübinger Schule angehoben hat, der Streit mit diesen winzigen Waffen einseitigster Textkritikl an den heiligen Schrften ist durch die Beweise der wirklich unparteiischen Geschichtsforschung erledigt. Der Führer des liberalen Protestantismus, der sehr angesehene Professor Harnack, har in ehrlicher Arbeit ausgerüstet mit allen Hülfsmitteln der Wissen, schaft doch all diesen Führern im Streite gegen die heiligen Schriften im wesentlichen des Wasser abgegraben. Diese Kämpfer gegen Christus und stentum sind heute erledigt. Aber die Feinde des Christentums ruhen nicht. Der Sozialismus hat den Kampf gegen das Christentum proklamiert. Aber auch er hat noch nichts erreicht. Die alten Waffen aus den Arsenalen eines Tübinger Christusleugners Bauer haben heute ihret Schärfe verloren. Das der Masse vorgegaukelte irdische Paradies ist nicht eingetreten, als diese Propheten die Herrschaft angetreten haben. Ihre Führer aber, wie Conrad Hoenisch konnten nicht umhin, die hohe ethische Bedeutung des Christentums anzuerkennen, mußten, wie der sozialdemokratische Regierungspräsident Dr. Grützner bei der 700=Jahrfeier des Franziskustages die hohe soziale Stellung der christlichen Kultur lobend feststellen. Trotzdem haben die Sozialisten den Kampf gegen das Christentum noch nicht aufgegeben. Haben die Christentumsgegner bis heute Niederlage auf Niederlage erlitten, so rüsten sie doch von neuem zum Kampf. Mit anderen Waffen als bisher wollen sie dem Christentum den Garaus machen. Wie eine übermächtige Welle schritt in den letzten Jahren eine Bewegung durch unser Vaterland, welche glaubte, durch indische Philosophie mit dem Ien uill. Aber da van Brich daster mülg uect greift man ungefähr 2000 Jahre zurück und holt als Theaterrequisit die alten Götter der Germanen wieder hervor. Wotan, der alte Bärtige, muß wieder erscheinen und neben ihm Tor mit dem Hammer, und Donar, Herrschaften, die St. Bonifatius unserer Kenntnis nach schon vor 1200 Jahren in den Ruhestand versetzt hat. Und der christliche Himmel, auf den man recht geschmackvoll als„den Himmel der Blutsauger" verzichtet, ersetzt man durch Walhall mit Wallküren und allen anderen möglichen Brimbori—. So braut man sich eine„teutsche Religizusammen, ohne irgend einen Begriff. Und bei diesem Begriffsmangel erinnert man sich des Goetheschen Wortes:„Denn eben, wo Begriffe sehlen, da stellt zur rechten Zeit das Wort sich ein“. Mit einem Brillantfeuerwerk von rauschenden Phrasen umnebelt man den Verstand der Menge. Man spricht vom„teutschen Gott“ in diesem Maskenaufzug des Neuheidentums, das recht oft nach alter Methode der christentumsfeindlichen Bewegungen mit christlichen Begriffen, die man mit neuheidnischem Inhalt anfüllt, arbeitet und die hohen!kulturellen Bewegungen des Christentums, insbesondere die sozialen Liebeswerke nachzuäffen versucht. Gerade dadurch aber wird diese im Aeußeren unklare und verschwommene, nur auf Gefühl aufgebaute Bewegung so gefährlich. Sie ist in ihrem tiefsten Grunde, das was schon vor über eineinhalb Tausend Jahren der römische Kaiser Julian Apostata versuchte. Und genau, wie dieser dann mit Feuer und Schwert das Christentum ausrotten will, will man auch jetzt wieder mit List und Gewalt unserem deutschen Volke das Christentum nehmen. Die letzten Wochen haben mit Blitz= und Raketensignalen diese Lage so hell beleuchtet, daß keiner die Augen davor verschließen kann. Der Geisterkampf ist auf der ganzen Linie entbrannt. Wir aber nehmen den angesagten Kampf, in dem die Parole heißt:„Hie Christl Hie Antichristl“ mit Siegesbewußtsein, mit Gottvertrauen und frohem Mute auf. Auch dem Neuheidentum wird es einst gehen, wie Julian Apostata, der geschlagen, bekennen mußte:„Galiläer, Du hast gesiegt!“ Bürgschaft dafür leistet uns das Siegesfest des Christentums, das Osterfest, das Fest des Lebens. Hoffnungsvolle Blüten neuen christlichen Geisteslebens sehen wir auch in unserem deutschen Volke. An erster Stelle steht da die religiöse Sehnsucht, welche weite Kreise unseres Volkes durchzieht, das den Materialismus der vergangenen Jahrzehnte leid ist. Eine hoffnungsvolle Welle durchzieht den Geist unserer Jugend, die nach neuen Formen der Lebensgestaltung sucht und dabei starkes Gewicht auf den inneren Menschen legt. Geht sie dabei oft auch wunderliche Wege, ihr Wollen ist gut. Das erste bedeutungsvolle Moment ist die religiöse Welle, welche in der sozialistischen Jugendbewegung aufflackert. Diese mißleitete Jugend, die ohne tiefere Kenntnis von Gott und Religion aufgewachsen ist, ist die rote Phrasendrescherei und den öden Materialismus leid und ringt nach Befriedigung des inneren Menschen in ernster Weise. Sie hat sich noch lange nicht durchgerungen, sie kämpft aber ernstlich darum, die Sehnsucht ihres Herzens zu befriedigen. Sie wird dies aber erst erreichen, wenn sie ihren Gott wieder gefunden hat, denn auch heute gilt noch das Wort St. Augustins:„Unruhig ist unser Herz, bis es roht in Dir, Gott!" Dies Ruhen in Gott als Ziel aber hat klar erkannt unsere katholische Jugendbewegung, die heute leider auch noch vielen Erwachsenen in Buch mit sieben Siegeln ist. Zwar gärt und braust noch der jugendliche Most, aber sein Ziel ist klar und sein Wollen ist rein. Deutlich zeigen sich zwei Richtungen, „täscick i Ache uit Bichg die Chshier rlen. Brüdern und Schwestern aber will diese Jugend ohne Selbstüberholung, aber doch im Gefühle ihrer ehrlichen Ueberzeugung und ihrer hohen Mission die Hände hülfreich entgegenstrecken, um sie herüberzuziehen zu dem hehren Wege der Wahrheit, der Reinheit und Heiligkeit, den ihr großer Herzog, der Sieger von Golgatha ihr weist. So will diese Jugend der Sauerteig eines neuen, reinen und starken Geschlechtes werden, welches angetan mit dem Panzer der sittlichen Stärke, bekleidet mit dem weißen Gewande der Reinheit, mit dem Schwerte des Glaubens, bedeckt mit dem Schilde des Gottvertrauens, siegesbewußt, Mut in der Brust den guten Kampf kämpfen will, um das Triumphbanner ihres Heerkönigs in der Welt zu neuen Siegen zu führen. Diese junge Garde voll Geist und Leben ist uns ein Siegesfest des Christentums, ein neuer Beweis dafür, daß auch heute noch das Osterfest als Siegesfest des Christentums berechtigt ist. Sie soll aber auch den Alten ein Ansporn sein, selbst mit dem Christentum Ernst zu machen, den alten Adam auszuziehen und den neuen, Christus, anzuziehen. Mit neuer Zuversicht heißt es, den schweren Kämpfen der Zukunft entgegengehen, denn Christus, der Triumphator, ist bei uns, ist unter uns. Er muß auch in uns sein, sein Geist muß uns beseelen. Ostergeist, Siegesgeist muß uns beseelen, der ist aber nur möglich, wenn wir durch den Karfreitag gegangen sind, wenn der Karfreitag uns inneres Erlebnis geworden ist, wenn wir selbst die Erlösungstat des Heilands an uns fruchtbar gemacht haben, wenn wir selbst mit dem Heiland innerlich auferstanden sind und das, was mit dem Heiland sich nicht verträgt, Unlauterkeit, Haß und Selbstsucht begraben haben. Als Sieger über uns selbst werden wir die beste Garde des Siegers von Golgatha sein und die Kreuzesfahne des Triumphators wird es der et ui e ciect enr r e uns selbst. Zum Heile wird eine solche Ostergesinnung auch unserem schwergeprüften deutschen Volke sein. Hegen wir diese Gesinnung, dann wird, mag es auch wirtschaftlich und politisch uns noch so schlecht vorübergehend gehen, unser deutsches Volk im Innersten genesen. Die deutsche Seele, die gesund wird, wenn sie Gott sich wieder nähert, wird Kraft gewinnen, auch das Schwerste zu ertragen. Sie wird, wenn auch düstere Leidenswochen uns jetzt noch umgeben, doch in ihrem Kern genesen und kräftig werden. Dann wird und muß einst am christlichen deutschen Wesen die Welt genesen. Dazu müssen wir aber an erster Stelle die echten deutschen Kulturgüter, das fromme tiefe deutsche Gemüt, die glaubensstarke deutsche Seele, das feste deutsche Gottvertrauen, die echte deutsche Reinheit pflegen und gegen alle Anstürme hochhalten. Diese von den Vorfahren ererbren Güter aber können und werden wir mit dieser Ostergesinnung, komme, was kommen mag, hochhalten. Damit aber dienen wir uns, unserem ganzen Geschlechteunserem ganzen Volke und der ganzen Welt Damit bereiten wir den Wideraufstieg unseres Volkes am sichersten vor, arbeiten wir für den kommenden Ostermorgen unseres deutschen Volkes nach den bitteren Karwochen, die wir etzt durchleben. Die Gewißheit dafür bietet uns Ostern das Siegesfest des Christentums, denn der Sieger über Welt und Hölle wird auch seinen Getreuen stets zum Siege verhelfen. Die Weltgeschichte hat es bewiesen, daß nichts so wahr ist und bleibt als die Inschrift des Siegesbanners des Auserstandenen: Christus vincit, regnat, imperat. Christus ist Sieger! Christus ist König. Christus ist Herr und Gebieter. Dr. W. Deutsche Ostern. Innen= und außenpolitische Ostergedanken. Von hans von Thann. (Geschrieben im Ausland.) Unserem lieben deutschen Vaterland vom Auslande aus ein glückhaftes Osterfest zu wünschen, ist für jeden Deutschen ein besonders tief empfundenes Bedürfnis. Daß Deutschland sein Ostern wiedererhalte, daß es nach langem schweren Kampf und Leid seine Genesung, seine Erneuerung und seine Auferstehung wiederfinde, das ist der Wunsch, mit dem sich alle Deutschen in der engeren Heimat, wie außerhalb ihrer Grenzen in dieser Stunde vereinen. Deutschland hat in der letzten Zeit im Ansehen der Welt ganz zweifellos außerordentlich viel wonnen. Man braucht nur einmal in fremde Länder zu gehen, um zu sehen und zu hören, welche Achtung sich der deutsche unbeugsame Fleiß erworben hat, der auch durch die schwersten Erfahrungen des letzten Jahrzehnts, und nicht zuletzt durch die immer wieder sich häufenden Nackenschläge der letzten fünf Jahre nicht geschwächt worden ist. Man steht erstaunt vor dieser deutschen Zuversicht in die eigene Kraft und dem Glauben an eine bessere Zukunft, und das umso mehr, als die erste Zeit nach der Revolution befürchten ließ, als würde das Volk in seiner Gesamtheit die Nerven verlieren. Daß das nicht der Fall war, daß wir nach mannigfachen Erscheinungen des Niederganges nun endlich rganges nun endlich wieder die swpe große Beuegungen heate der, Neudeuschand Haund su uehnen des miste 9=sdic selber in de Buddhismus das Christentum ersetzen zu können. sich den Sieger von Golgatha erwählt. Die Auferdem baltischen Grafen Kayserling und seiner Schuleihr Herführer, dem sie Mannentreue feierlichst die Aussicten für eine der Weisheit, glaubten uns an Stelle des Christen= geloben. Und beider Ziel ist, siktliche, durch und durch katholische Tatchrissen zu werden, tums die Lehre des Nirvana, die Lehre von dem Zergehen in das Nichts bringen zu müssen. Vombastische Propaganda und der Erfolg. Es ist stille geworden. Mit ihrer Weisheit, die deutscher Menschen Seele und Gemüt nicht befriedigen konnte, haben sie sich zurückziehen müssen. Der Kreis um Steiner und seine antroposophischen Anhänger hat der Wissenschaft keinen Stand halten können. Aber der Kampf, in dem das Christentum stets Sieger geblieben ist, hat noch kein Ende. In krassen Formen ist er gerade im letzten Jahr wieder aufgewacht. Die schwere Lage unseres gepeinigten Vaterlandes, die unendliche materielle Not weitester Volkskreise, das seelische Leiden all derer, die mit ganzem Herzen am Volk und Vaterland hängen, ist von gewissenlosen Elementen dazu benutzt worden, um den Chauvinismus in der Seele unserer Volksgenossen in den wildesten Formen zu entfesseln. Die Religion will man durch Nationalismus übelster Sorte ersetzen. Man greift dazu wieder mit Entlehnung aus Gedankenkreisen eines Fichte und Hegels den Staat als präsenten Gott einzuführen. Man ist sich wohl bewußt, daß dies nicht mit Christentum vereinbar ist. Daher pfeift man auch in diesen Kreilen auf den Himmel, den man, wie es schon die Sozialisten so klassisch prägten, den Spatzen überlastchristen zu werden, mit dem Christentum, mit dem Katholizismus im ganzen Leben Ernst zu machen. Hoher Idealismus, tiefes sittliches Wollen durchflutet sie. Und auch beide sind sich bewußt, daß Führerin zur Neugestaltung des Lebens nur die Kirche sein kann. Daher ihr enger Anschluß an die Kirche und die religiöse Verklärung der ganzen Bewegung, die den katholischen, christlichen Gedanken der Volksgemeinschaft tief betont und die ihre Kraft zu ihrem herotschen Werk beim großen Liebesmahle sucht, wo das Brot des Lebens der Kraft und Stärke allen, die guten Willens sind, gereicht wird. Von dem Sieger auf Golgatha holt sie sich auch die Stärke zur sittlichen Wiedergeburt, um in unserer so sittlich so sehr gefährdeten Zeit auch rein und makellos zu bleiben. Als Bannerherrin, als Schutzschild hat diese Jugend sich die reine Jungfrau, die Gottesmutter gewählt, der sie in hehrem Minnekult treu ergeben ist. Diese Jugend, die an eine Umwertung aller Werte in edelstem Sinne arbeitet, bemüht sich ehrlich und mannhaft nach St. Pauli Wort, an Stelle des alten Menschen der Unlauterkeit einen neuen der Reinheit und Lauterkeit zu setzen. Sie will die Ehrengarde des Siegers von Golgatha sein und wie er heute siegreich aus Grabes Nacht erstand, so will auch sie aus denk Grabe des Scheines und der Unwahrheit aufstehen zu Wahrheit und die Aussichten für eine Stabilisierung der gesamten finanziellen Grundlage zu erlangen, das hat uns im Ausland wieder die Achtung und das Ansehen eingebracht. Es ist immer wieder erfreulich, zu hören, wie rückhaltslos Deutschlands Anstrengungen, aus der Verwirrung herauszukommen, draußen eingeschätzt und hochgeachtet werden. Man ist im Auslande überall sehr gut darüber unterrichtet, was die deutschen Staatsbürger, was Beamte, Arbeiter, Angestellte und was unter der beispiellos dastehenden Geldknappheit und der damit verbundenen Kreditnot auch der Geschäftsmann, der Handels= und Gewerbetreibende, der Industrielle an materiellen Lasten auf sich nehmen müssen, um durch einheitliches Zusammenwirken zur Gesundung der Gesamtheit zu kommen. Man schätzt die Tatkraft und die Energie der deutschen Regierung überall im Auslande sehr hoch, sa man konnte oft genug wahrnehmen, daß man dort die Dinge viel klarer, viel gerechter und vor allem verständnisvoller beurkeilt, als das mannigsach in Deutschland selber der Jall ift. Man kennt im Ausland im allgemeinen verhältnismäßig sehr wenig die Persönlichkeiten, die gegenwärtig in der deutschen Regierung sind. In Italien und in der Schweiz ist allerdings der Reichskanzler Marx seiner weltanschaulichen Einstellung wegen ziemlich bekannt, und der Reichsaußenminlster Stresemann ist durch seinen Aufenthalt in Lugano der schweizerischen Oeffentlichkeit nähergekommen. Aber man kümmert sich im Auslande viel weniger um das Persönliche, als um den sachlichen Erfolg der leitenden Männer in Deutschland. Und was man in dieser Beziehung hört, ist nur günstig. Man hält nirgendwo im Auslande, in keinem politischen Zirkel, aber auch nicht in Kreisen der Intelligenz, des Handels und der Industrie mit der unverhohlenen Anerkennung darüber zurück, was sachlich geleistet worden ist, und es verschlägt nichts dabei, daß diese Anerkennung, soweit die Geschäftskreise in Frage kommen, in erster Linie ja auch damit zusammenhängt, daß die Rückwirkung der Besserung der innerwirtschaftlichen Verhältnisse in Deutschland sich auch ohne weiteres auf den Handels= und Wirtschaftsverkehr mit dem Auslande selber abfärbt. Ja, man kann es bei diesen Kreisen immer wieder bestätigt finden, daß mit der Stabilisierung der deutschen Verhältnisse es auch im Auslande mit den geschäftlichen und industriellen Verhältnissen vorwärts geht. Es sind mir darüber bei verschiedenen Gelegenheiten, bei mündlichen offiziellen und privaten Besprechungen, wie bei Besichtigungen gewerblicher und industrieller Unternehmungen sehr interessante Belege für diese Tatsache zugänglich gemacht worden. Die unmittelbare Betrachtung dieser Folgewirkung an Ort und Stelle führt sehr eindrucksvoll zu der Erkenntnis, wie enge, ja unlöslich verknüpft die wirtschaftlichen Verhältnisse der Länder und Völker untereinander sind, und wie sehr das insbesondere zutrifft auf das von drei trockenen Grenzen eingeschlossene Deutschland im Verkehr zu seinen Nachbarvölkern. Und es ist nicht etwa ein Ergebnis besonders deutschfreundlicher Einstellung, wenn nun gar der Bericht der Sachverständigen, wirklich erster wirtschaftlicher Autoritäten aus der ganzen Welt, zur Voraussetzung der Gesundung der wirtschaftlichen Verhältnisse Europas und damit der ganzen Welt, zur Voraussetzung der Gesundung der wirtschaftlichen Verhältnisse Europas und damit der ganzen Welt die Wiederherstellung der deutschen Wirtschaft auf der Grundlage der Einheit seines Terrikorlums, aber auch der Einheitlichkeit seines Wirtschafts- und Verwaltungsgebietes macht. Hier kommt ganz einfach die, fünf Jahre hindurch mit allen erlaubten und unerlaubten Mitteln der Politik geflissentlich zurückgedrängte Erkenntnis zum Ausdruck, daß man nicht dadurch die Weltwirtschaft gesunden kann, daß man ein Glied, und noch dazu das wichtigste, weil ihm die bedeutendste Funktion als Mittler zukommt, ungebührlich belastet und damit im Effekt ausschaltet, sondern dadurch, daß gerade dieses Verbindungsglied an die ihm organisch zukommende Stelle bringt. Um zahlen zu sollen, muß man auch zahlen können. Darum hat man im Auslande das Grundsätzliche des Berichtes der Sachverständigen durchaus verstanden und gebilligt, und man hat aufgeatmet darüber, daß nun ein wirkliches Reparationsprogramm vorliegt, das der europki schen Wirtschaft ein festes Fundament zu geben geeignet ist. Man verfehlt sich dabei gewiß nicht, daß Deutschland mit den allerschwersten Opfern belastet werden wird, mit Opfern, die man einfach auch innerhalb der deutschen Grenzen auf die Dauer für untragbar hält. Aber es ist andererseits auch ein Zeichen für die große Einschätzung, die man der deutschen Arbeitskraft und dem deutschen Arbeitswillen im Auslande beimißt, daß man darauf vertraut, daß Deutschland Mittel und Wege finden werde, uni auch das heute noch unmöglich scheinende zu bezwingen. Denn, so sagt man sich, was Deutschland bisher schon geleistet habe, hatte man immer wieder für untragbar gehalten, und immer wieder habe Deutschland durch seinen eisernen Fleiß alle Widerstände bezwungen. Ein solches Volk könne und dürfe nicht untergehen, nur müsse das Spiel mit den Altimaten aufhören und man müsse Deutschland freie Bahn zur Entfaltung seiner Tüchtigkeit und seiner Leistungskraft geben. Wenn wir uns in dieser Zeit diese Auffassungen des Auslandes vergegenwärtigen, die übrigens auch in den vernünftigen Kreisen der uns noch als Gegner gegenüberstehenden Länder weit geteilt werden, dann müssen wir uns doch sagen, daß wir uns und unsere Zukunft wahrhaftig nicht geringer einzuschätzen brauchen, als man es im Auslande selber tut. Später als sonst kehrt in diesem Jahre der Frühling ein! Wer jetzt nach Italien reiste fand bis in den Süden, bis an den Golf von Neapel, bis an den immer rauchenden Vesuv, die Berge schneebedeckt. Man konnte gewiß unter Palmen wandeln, aber oft genug waren sie mit Schnee und Eis bedeckt. Nur zaghaft grünt und sprießt es. Und schwerer als je wird der Welt aus dem Winter des Kampfes und Streites der Frühling. Länger als je dauert es, bis die Eisschicht, die ein furchtbarer Krieg auf ##ie Herzen der Völker gelegt hat, aufgetaut ist, bis die Erkenntnisse der Erneuerung regen und beleben. Aber trotz allem muß und wird es Frühling werden, auch im Leben und Verhältnis der Völker und Nationen zueinander. Und daß es so ist, sieht und fühlt man hier allerwärts. Im Grunde ist der jetzige Sachverständigenbericht ein vernichtendes Urteil gegen die geistlose Politik der Gewalt der letzten Jahre. Es ist merkwürdig für den Wandel der Gesinnungen auch im Ausland, daß man dort von einer politischen Einstellung kaum mehr etwas wissen will, daß man lacht und höhnt, ja geradezu sich empört über die Fortsetzung der Methoden von Versailles. Man hat es eben nachgerade am eigenen Leibe, an den eigenen Valuten, an der eigenen Wirtschaft, an der eigenen Industrie, und damit hat es schließlich jeder einzelne Staatsbürger an seiner eigenen Existenz erfahren, daß bei dem bisherigen System weder die sogenannten Sieger noch die sogenannten Besiegten auf ihre Rechnung kamen. Gläubiger und Schuldner versanken im Sumpf. Und nach dieser Karwoche des Leidens, die die Welt nun durchgemacht hat,— die Weltgeschichte schreitet nun einmal in Jahrzehnten, wie das Menschenleben nach Jahren sich bemißt—, steht man nun vor der Frage, ob man mit vereinten Kräften den Stein, der auf der Menschheit lastet, und der sie förmlich in eine Gruft des Verderbens zwang, hinwegheben will, um dem Lichte und der Wärme eine Gasse zu schaffen... Um dieses deutsche Ostern ringen und kämpfen wir seit einem Jahrzehnt. Und wenn wir uns auch absolut frei wissenvon jeglicher voreiliger optimistischer Einschätzung gerade politischer Zusammenhänge und Entwickelungen, so wissen wir es andererseits nicht nur durch die Betrachtung unserer Verhältnisse im Inland, sondern auch durch die Wahrnehmungen im Asuland selber, daß unsere Partie noch nicht verloren ist, daß wir noch vieles zu gewinnen haben, wenn wir auf uns selber vertrauen u. mit unseren eigenen Anstrengungen uns selber zu helfen nimmermehr nachlassen. Denn darüber dürfen wir uns auch keinen Augenblick einem Zweifel hingeben, daß wir die Hilfe des Auslandes erst dann zu wärtigen haben, wenn man uns als wirtschaftlichen und politischen Faktor draußen ernst nimmt. Einem Volk, das an sich verzweifeln würde, einer Wirtschaft, die nicht alles daran setzte, um sich in ihrem Fundament gesund zu erhalten und jeden Organismus mit nimmer verlöschender Lebenskraft zu erfüllen, würde kein Mensch einen Pfifferling geben. Wollen wir Hilfe vom Ausland, dann müssen wir sie uns durch vorangegangene Arbeit und Hilfe, die wir uns selber leisten, erwerben. Und erst in dem Maße, in dem wir das tun und in dem uns das gelingt, und in dem Maß, in dem damit wir wieder für das Ausland ein sehr ernst zu nehnur noch mehr deutsche Bürger in die Gefängnisse hineintreiben. Die deutsche Regierung hat ihrerseits keine Bemühungen und keine Anstrengungen unterlassen, um das Schicksal der Gefangenen zu erleichtern, ihre zu Unrecht erfolgte Verurteilung zu brandmarken und ihre Freilassung zu erwirken. Wir sind überzeugt, daß sie diese Bemühungen unter dem Einfluß des Sachverständigen=Gutachtens erneut mender Faktor werden, mit dem man unbedingt rechnen muß. Erst in diesem Maße und Grade werdraußen achten, und wird man uns schon weil es den wir draußen angesehen sein, wird man uns dann die eigenen wirtschaftlichen und materiellen Interessen gebieten, bei der Ingangsetzung der gegenseitigen Beziehungen behilflich sein. Und man kann im Ausland hinkommen, wohin man will, um zu sehen und zu hören: Man braucht uns Deutsche, man braucht unsere Initiative und Tatkraft, kaufmännisches Wissen, man braucht unsere so. sondern in heftige Qualitätsarbett man braucht unseren ehrlichen, soli= kampfgeschäfte zu machen. Die persönlichen Verden Kaufmann, unsern geistig schaffenden Arbeiter, dächtigungen gehören zum Repertoire der Deutschen unsere Kultur, unser Wissen. Mehr und Mehr kommt Tageszeitung. Sie schließen sich würdig jenen geman im Auslande dazu, von dem Ersatz, den man hässigen und absolut ungerechten deutschnationalen sich in der Kriegszeit und danach von anderwärts, Ueberheblichkeiten an, die darauf hinauslaufen, beschaffte, abzugehen. Man kann einfach ohne die jeden anderen Menschen, der die rabulistische PoliDeutschen nicht auskommen. Aber auch darüber iik der Deutschnationalen nicht teilt, als unnational, und verstärkt fortsetzen wird, aber nicht mit Phrasen der Deutschen Tageszeitung, die das Gegenteil von dem erreichen würde, was sie zu erstreben vorgibt, sondern mit Taten. Die Frage der Ruhrgesangenen ist eine der Einzelfragen, die in den zu erwartenden Verhandlungen eine jedenfalls nicht untergeordnete Rolle spielen werden. Die persönlichen Verdächtigungen der Deutschen Tageszeitung gegen den Reichskanzler beweisen, unser daß es ihr nicht darauf ankommt, sachlich zu wirken, solide sondern in heftiger Agitation parteipolitische WahlReichstagswähler überlege! „Zu Entschlüssen, die scheinvar eine Feigheit oder einen Verlust bedeuten, wird man ein Volk nur schwer bereden, selbst wenn sie Rettung oder Gewinn bedeuten.(Marchiavesl, Diskurs über Titus Livius. darf es keinen Zweifel geben: Man kommt nicht bedingungslos zu uns: Man will zuerst wissen, was man an uns hat. So haben wir Deutsche es selbec in der Hand, Art und Maß, aber auch den Zeitpunkt des deutschen Osterfestes, der deutschen Wiedecgenesung und der deutschen Auferstehung zu bestimmen. Legen wir Hand ans Werk, wälzen wir die Grabsteine von der Gruft, schaffen wir Raum dem Licht des Östertages und der Wärme der Ostersonne, schaffen wir den Osterfrieden in unseren Herzen, rotten wir aus den Geist der Zwietracht, des Mißtrauens und der Zerstörung, einen Geist, der namentlich das Ausland immer wieder stutzig macht,— man kann das hier an Ort und Stelle oft sehr drastisch bemerken, und schaffen wir auf diese Weise mit den seelischen und persönlichen auch die sachlichen Vorbedingungen für ein deutsches Ostern, einen deutschen Frühling, der uns aus langer Krankheit, aus Grabesnacht, Genesung, Freude und Frieden zum Heile von uns selber und zur Wohlfahrt für die Menschheit bringt. Verfehlte Wahlagitation! Berlin, 19. April.(Drahtmeldung.) Die Deutsche Tageszeitung knüpft an das Kanzlerinter= view mit dem Vertreter des Matin Bemerkungen, die sich weniger auf sachlicher Basis bewegen, als auf persönliche Angriffe gegen den Reichskanzler hinzielen. Es wird wieder einmal damit operiert, die nationale Gesinnung des Reichskanzlers anzuzweifeln, ein Mittel, das bekanntlich in der Agitation der Deutschnationalen eine beliebte Rolle spielt, wenn man Persönlichkeiten verunglimpfen will. Man würde sicherlich nichts dagegen einzuwenden haben, wenn sich die Deutsche Tageszeilung mit dem Kanzlerinterview rein sachlich und auch kritisch auseinandersetzt. Aber was in der Deutschen Tageszeitung geleistet wird, und was für einer Kampfesweise sie sich bedient, das hat mit Sachlichkeit überhaupt nichts mehr zu tun. Vom Reichskanzler wird als von einem Mann„nationaler Temperament= und Willenlosigkeit" gesprochen. Die Worte des Kanzlers werden umgedreht und ihnen ein Sinn unterschoben, den sie nicht besitzen; vor allem aber macht die Deutsche Tageszeitung dem Reichskanzler zum Vorwurf, daß er die Begnadigung der politisch Verurteilten und die Rückkehr der Ausgewiesenen nicht zur Vorbedingung jeder Lösung gemacht, sondern nur der Erwartung Ausdruck gegeben habe, daß sie automatisch aus dem neuen Stand der Dinge hervorgehen werde. Es ist müßig, sich hier des Näheren mit der Deutschen Tageszeitung auseinanderzusetzen, aber es scheint notwendig, auf folgendes zu verweisen: Wenn die deutsche Politik nach den von der Deutschen Tageszeitung empfohlenen Methoden gemacht würde, dann würde nicht ein einziger Gefangener aus den Gefängnissen herauskommen. Im Gegenteil, die Politik der Deutschen Tageszeitung würde zu verschreien. 30 Deutsche vor dem französischen Kriegsgericht. WTB Paris, 19. April. Dem Journal wird aus Mainz gemeldet, daß heute vor dem Kriegsgericht der Prozeß gegen 30 Deutsche beginnt, die Geheimverbänden angehört haben sollen. Die Anklage lautet auf Sabotage, Spionage und verbotenen Waffenbesitz. Unter den Angeklagten befindet sich der ehemalige Kapitänleutnant Horder vom Kreuzer „Breslau". Die Verhandlungen sind geheim. Wiederaufnahme der Lohnverhandlungen im Ruhrbergbau. WTB Dortmund, 19. April.(Telegr.) Nach einer Mitteilung des Reichs= und Staatskommissars werden die Lohnverhandlungen für den Ruhrbergbau am Mittwoch, dem 23. April, vormittags 10 Uhr in Essen wieder aufgenommen werden. Zusammenkunft der Reparationskommission anläßlich der deutschen Antwort. WTB Paris, 19. April. Der Petit Parisien berichtet: Die Reparationskommission soll heute vormittag in offizieller Sitzung zur Erledigung der laufenden Angelegenheiten zusammentreten. Wahrscheinlich würden sämtliche Delegierten anwesend sein, um sich am Schluß der Sitzung offizieller zusammenzufinden, um ihre Eindrücke anläßlich der deutschen Antwort auszutauschen. Wahrscheinlich Regierung als Versprechen ausgenommen werden, loyal und ohne Hintergedanken zu verhandeln. * Matin sagt zur deutschen Antwort an die Reparationskommission, es sei unbedingt notwendig, daß es nicht nur ein bloßes Wort bliebe, sondern erkennbar werde, von welchem Augenblick an, Deutschland an dem Plane der Sachverständigen mitarbeiten werde. Belgien zu den Erklärungen Macdonalds und zur Rede Poincares. WTB Paris, 19. April.(Drahtbericht.) Eine hochstehende belgische Persönlichkeit, die an der Ruhrpolitik beteiligt gewesen sei und diese bisher stets vertreten hat, soll dem Brüsseler Korrespondenten des Oeuvre in Bezug auf die Erklärungen Macdonalds über die Sachverständigenberichte gesagt haben, der englische Premierminister hat vernünftig und klar gesprochen. Wir sind entzückt von seiner Rede, die er uns übrigens im Wortlaut vorher hatte schicken lassen. Was sagen Sie zu der Rede Poincares, fragte der Berichterstatter. Wir sind ein wenig besorgt, welchen Eindruck sie in England hervorrufen wird. Gewiß hat Poincare nicht unrecht, wenn er der Ansicht ist, daß wir ohne die Besetzung des Ruhrgebietes nicht dahin gekommen wären, wo wir jetzt sind. Die Besetzung hat die Engländer so erschreckt, daß sie die Notwendigkeit einer schleunigen Regelung der Reparationsfrage begriffen haben. Die Besetzung hat den Bericht der Sachverständigen ermöglicht. Das muß man schon zugeben ohne allerdings zu leugnen, daß die Besetzung ihren Urhebern teuer zu stehen gekommen ist und den Franken zum Sinken gebracht hat. Defensivabkommen zwischen Frankreich und Südslavien. WTB Paris, 19. April. Der Belgrader Korrespondent des Matin will von glaubwürdiger Seite erfahren haben, daß bei dem offiziellen Besuch des Königs Alexander und der Königin Marie in Paris, Ende nächsten Monats ein Defensivabkommen zwischen Frankreich und Südslavien geschlossen werden soll. Frankreich und Griechenland. Paris, 19. April. Hiesige unterrichtete Stellen glauben zu wissen, daß im Laufe der Unterredung, die der hiesige griechische Geschäftsträger Melas mit Poincare gehabt hat, letzterer hat durchblicken würden sie zu der Ansicht gelangen, daß die Formlassen, daß die französische Regierung bereit sein mm n•?....(würde, die griechische Republik de jure anzuerkennen. Das rumänische Königspaar in der Schweiz. 1 Paris, 19. April.(Drahib.) Nach Meldungen aus Bern wird das rumänische Königspaar am 6. und 7. Mai einen offiziellen Besuch in der Schweiz abstatten. König Ferdinand und Königin Marie werden Schweizer Manövern beiwohnen und einen Ausflug zum Thunersee machen. Zwei große Essen zu Ehren der Schweizer Regierung und der Königspaares werden ebenfalls in das Programm ausgenommen. Die interalliierte Konferenz erst nach den Wahlen. WTB Paris, 19. April.(Drahtbericht.) Echo National will wissen, daß die interalliierte Konferenz im Zusammenhang mit den Sachverständigenberichten erst nach den deutschen und französischen Wahlen eröffnet werden soll. der Antwort ihnen die Moglichreit geven, den alliierten Regierungen diejenigen Entschließungen der Sachverständigenberichte zur Annahme zu empfehlen, die unter ihre Kompestenz fallen. In einer neuen offiziellen Sitzung werde dann der Wortlaut der Anempfehlungen an die alliierten Regierungen festgesetzt und höchstwahrscheinlich beschlossen werden, mit der Aufstellung eines den Sachverständigenvorschlägen entsprechenden Planes zu beginnen. Bei der Nähe der Osterfeiertage würden die Delegierten ihre Sitzuggen auf nächste Woche vertagen. * Zur deutschen Antwort an die Reparationskommission schreibt Petit Journal: Man kann schan jetzt, ohne in übertriebenen Optimismus zu verfallen, sagen, daß die Ergebnisse der Sachverständigenunternehmung die allgemeine Lage in Europa gebessert hätten, selbst in Deutschland, wo in den letzten Tagen ein sehr großes Waffenklirren hörbar gewesen sei. * Das Journal schreibt: Nach der Rede Poincares in der ohne Zwudeutigkeiten die Stellungnahme Frankreichs zu dem Sachverständigenplan festgelegt sei, müsse eine so abgefaßte Antwort der deutschen Pieskes neuer Chausseur. Roman von Friede Birkner. Amerik. Copyreight 1923 bey Karl Köhler u. Co., 21) Berlin W. 15 „Hans, rede keinen Blödsinn, sage Mutter richtig. was los ist.“ „Ich kann doch nichts anderes als die Wahrheit sagen. Ich bin in eine kleine Königin verliebt, die im profanen Leben Gesellschafterin bei Piefkes ist.“ „Junge!“ „Hoho, Mutterchen. Eine Welt von Angst und Sorgen. Kannst ganz unbesorgt sein— ich mache keine Dummheiten. Sie weiß es nämlich gar nicht, und wenn, dann würde sie mich heimschicken, denn sie ist ja so stolz— ach Mutterchen se stolz, wie sie schön ist,“ sagte Hans ganz schwärmerisch und schluckte ganz verklärt den letzten Bissen seines Schinkenbrotes hinunter. „Junge, nun sag' doch endlich. Ich verstehe das alles nicht,“ sagte die alte Dame ganz hilflos. „Mutterchen, da ist nicht viel zu sagen. Sie heißt Astrid Hermsdorf, ist die Waise eines Masors Hermsdorf, ist das schönste Mädchen, das ich je gesehen habe, und ist die Gesellschafterin oder vielmehr Erzieherin bei Piefkes, um denen etwas Schliff beizubringen. Ein hartes Stück Arbeit, kann ich euch sagen. „Weiß sie, daß du sie liebst?“ „Wo denkst du hin? Ich hab' doch nicht den Mut, ihr meine Liebe zu gestehen.“ „Aber Bruderherz, das Ding muß doch einmal ein Ende bekommen.“ 4. 8 „Da mache ich mir vorläufig noch keine Sorgen. Entweder Amor ist mir hold oder ich sterbe einstmals mit einer unglücklichen Liebe im Herzen,“ scherzte Hans die ernste Stimmung weg.—— Henny ging durch den Kurpark zurück. Sie hatte den einen der acht Tennisplätze auf den Namen Wehler für den nächsten Morgen reservieren lassen. Durch die schönen alten Parkwege, am Gustav=Freytagdenkmal vorbei, ging sie vor nach dem Kurshaus, dessen Rückfropt gegen den Teich gelegen war. Das Vormittagskonzert hatte schon begonnen. und Henny suchte sich einen freien Stuhl, um noch ein wenig den Klängen der Kurkapelle zu lauschen. Aber wie immer verdroß es sie, daß die Kurgäste zu gut dreiviertel Ausländer waren, stark untermischt mit den Untformen der französischen Offiziere. Kaum ein deutsches Wort drang an ihr Ohr, und mit Ekel sah sie in die Gesichter der stark geschminkten Ausländerinnen, die die kostbarsten Kleider achtlos durch den Kies schleifen ließen, sich mühsam auf den kokottenhaften Stöckelschuhm fortbegend. Keiner dieser geschminkten Frauen hätte Henny den Namen„Dame“ gegeben und keinem dieser flauierenden, nach der neuesten Mode gekleideten Herren den Namen„Mann“. Gab es diese Gattungen nicht im Ausland, oder schickte uns das Ausland nicht eben seine besten Menschenexemplare? Ganz traurig sah Henny sich um, ob sie nicht ein reines, ungeschminktes Gesicht sah— und da trafen ihre Augen in ein paar wunderschöne, klare, helle Augen, die sie mit einem ebensolchen suchenden Blick ansahen wie sie selbst. Voller Entzücken sah Henny in das feine Gesicht, das von schimmerndem, dukatengoldenem Haar umgeben war. Die ganze Erscheinung hatte so das unbedingte Gepräge absoluter Damenhaftigkeit, daß Henny sich ein Herz faßte und bescheiden fragte: „Verzeihung, Gnädigste, sind Sie Deutsche?“ Lächelnd nickte Astrid; denn diese war es. „So muß man setzt in Deutschland fragen. Ja, lich bin Deutsche. Sieht man mir das nicht gleich an?“ „Fast möchte ich sagen, daß Sie wie eine Schwedin aussehen, wegen Ihres wundervollen Haares.“ „Oh, Sie haben doch aber auch zwei schöne blonde Zöpfe um ihren Kopf gelegt.“ „Aber von der schönen, langweiligen deutschen Gretchenfarbe."“ „Ist es wohl möglich, daß wir uns schon einmal gesehen haben? Ich sehe Sie schon eine ganze Weile prüfend an. Sie kommen mir so bekannt vor. im großen Mama und konnten wir Sie erinnern mich an jemand, und ich komme nicht darauf, an wen.“ Henny hatte viel Aehnlichkeit mit ihrem Bruder, und diese mochte Astrid wohl auffallen. „Ich kann mich aber nicht entsinnen, Sie schon einmal gesehen zu haben. Ich bin ja auch seit Jahren nicht aus Wiesbaden herausgekommen.“ „Wie lebt es sich hier in Wiesbaden?" „Jetzt nicht mehr schön. Aber im Frieden war es sehr hübsch. Zumal wenn der Hof hier war. Da hatte Papa dann immer Theaterkarten, und wir waren zu all den großen Festen und Konzerten mitbefohlen. „Ihr Herr Vater stand im Hofdienst?“ „Ja, Papa hatte in der Hofhaltung im Burcau zu tun.“ „Das waren sicher schöne Zeiten?“ „Ach, die Konzerte im Kurhaus, Saal— das war meine ganze Wonne. ich hatten immer Rangloge, und da alles so schön sehen.“ 8 „Und jetzt sitzen Ausländer in dem schönen Saal.“ „Ach, wissen Sie, Engländer und Amerikaner— überhaupt die nordischen Ausländer, das wäre nicht so schlimm. Aber es sind ja fast nur Russen, Polen und Franzosen. Und dazwischen noch ein paar deutsche Schieber.“ „Das sind wohl die schlimmsten," seufzte Astrid auf. Die beiden jungen Damen plauderten noch eine halbe Stunde zusammen über fernliegende, unpersönliche Themen und schieden dann mit einer liebenswürdigen Verbeugung, ohne sich gegenseitig vorgestellt zu haben, doch mit dem Gefühl gegenseitiger Sympathie, die man so oft bei einer ersten Begegnung empfindet. Am Nachmittag des nächsten Tages gingen Henny und Robby durch das Nerotal spazieren. Ziel— die griechische Kapelle! Zweck— angenehme Unterhaltung! Erfolg— Zink! Henny, in einem einfachen weißen Sommerkleid, den großen Hut in der Hand, sah so füß und frisch aus, daß Robby, der in hellem Sommeranzug mit seidenem Blusenhemd, ebenfalls den Hut in der Hand, neben ihr ging, die freie Hand in die Tasche versenken mußte, da er sie sonst sicher wieder im Genick gepackt und abgeküßt hätte. Da Hennys Stirn schon leicht gekräuselt war, so riskierte es der mutige Jüngling vorläufig noch nicht. Er sah sie eine ganze Weile von der Seite an, ehe er wieder das Wort ergriff. „Henny, warum so finster?“ „Ich ärgere mich.“ „Worüber?" „Ueber den lieben Gott.“ „Das wird ihn bannig interessieren. Was hat er denn übrigens nicht zu Ihrer Zufriedenheit erledigt?“ „Daß er den Dollar steigen läßt.“ „Aber Henny, was tangiert Sie das?“ „Weil es dem Hans dadurch immer schwerer wird, vorwärts zu kommen.“ „Heuny, geben Sie mir schnell einen Kuß, dann verrate ich Ihnen etwas Feines.“ „Sollte mir einfallen.“ „Dann behalte ich es für mich.“ „Bitte— ich bin nicht neugierig.“ „Nanu!“ „Prohieren Sie's doch aus, Robby.“ „Gemacht. Aber ein Spaß muß dabei sein. Wenn es mir gelingt, Sie neugierig zu machen, dann darf ich Ihnen einen Kuß geben, sa?“ „Na, schön! Es wird Ihnen aber nicht so schnen gelingen. „Hm! Abwarten.“ Gefechtspause. „Henny— Hans kündigt seine Stellung bei Piefte.“ Mannhaft beherrschte sich Henny. „Im September fährt er nach Amerika.“ Aus war es mit der Beherrschung. Aufgeregt fragte sie:„Was sagen Sie das Schnell, erklären Sie es näher.“ „Halt, nicht so hitzig mit den jungen Pferden. Erst kommt mein Kuß.— Soi fein still gehalten.“ (Fortsetzung folgt.) einfachster bis feinster Ausführung empflehlt Bahy-Spezialhaus Jul. Heymann, Siege Gegründet 1800“ Mani-k 99/4Gegrunder 1890. NIGTKU 45/45. Radio-Apparate und Zubekör, erstieldssiges Fabrikat, Liefern prompt und preiswert Burgwrinkel& Raaj, Köln. Kabeladresse: Raufburg.— Telefon Anno 3825. Generalvertreter der RAnAd Radto. Telefon-Alttiengeseltschaft, Berlin. Bezirksvertretung an solv. Firma zu vergeben. la. S. M. Eisenbleche, Stab,= Band=, I= und U=Eisen, Lötzinn sofort ab unserm Lager oder kurzfristig ab Werk lieferbar.(W99) Will& Hahnenstein G. m. b. H., Siegen i. W., Fernsprecher 1624/1625. Witr kausen für unsere Gießeret Rothe. mühle jedes Quantum guten alten und zahlen dafür die höchsten Tagespreise. und Westfälische Blechwarenwerke, G. m. b. Siegen i. W. 5. 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Wir vergüten zur Zeit: a) für täglich verfügbares Guthaben in gebührenpflichtiger Rechnung 8% jährlich b) für Gelder auf 15 Tage und länger, jedoch weniger als 3 Monate fest, bezw. mit einer entsprechenden Kündigungsfrist 10% jährlich c) für Gelder auf 3 Monate und länger test bezw. mit einer entsprechenden Kündigungsfrist gach Vereinharung. Für unter b) und e) genannte Gelder garan. tieren wir Wertbeständigkeil, d h. bei einer etwaigen Entwertung der Papier- oder Rentenmark erstatten wir dem Geldgeber die volle Entwertung. Deutsche Bank.. Zweigstelle Olpe i. W. (W882) Die Verlobung unserer Tochter Anna mit Herrn Haufmann Joseph Junker beehren sich anzuzeigen Aloys Kemper u. Frau Josepha geb. Harnischmacher Oipe I. W., Ostern 1924. it12749 Meine Verlobung mit Fräulein Anna Kemper, Tochter des Herrn Kaufmann Aloys Kemper und seiner Frau Gemahlin Josepha geb. Harnischmacher zeige ich hiermit ergebenst an Joseph Junker Oipe I. W., Ostern 1924. Jhre VERLOBUNG beehres sich anzuzeigen Finchen Weber Josef Neuhaus Oipe, Ostersonntag 1924. Thereschen Neuhaus Lorenz Neuhäuser Oipe, Ostermontag 1924 VEALUDIZ Kauten lüre Möbel gut und bilig au meinem gut sortierten Lager Aagder Kobbenue, Uiper Teleion 120 Franziskanerstraße. Unserm werten Kollegen Peter Burghaus nebst seiner Braut Fräulein Maria Burghaus zur Verlobung jf1285 die berzlichsten Glückwünsche. Fernsprech-Bau-Truppe Oipe. Phlsgercndie Ostermontag, den 21. April d Ss. nachmittags 4 Uhr Eröfnungsschießen. FJeuaufzüge u sltetäilger Ellerug an mehreren beliebigen Stellen, And Ber bece. Vorstand. mit modernem Schüllelsieb, am Lager lieferbar, Transmissionen, Riemscheiben fabrizieren Gebr. Kremer, Maschinenfabrik. in Kickenbach b. Altenkundem. Telefon Nr. 98 Amt Kirohandem. Tüchtige Vertreter gesucht. Gute, erstklassige Jagdgewehre, Fernrohrmontagen als Spezialität zuverl n. sohnell. Reparaturen Iler Art, zuverlässig l.nd sachgemäss. w10 Preisliste auf Wunsoh E. 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April, morgens 9½ Uhr in Schreibershof, das feierliche Seelenamt Dienstag morgen 7¼ Uhr dortselbst. Sollte jemand aus Versehen keine besondere Anzeige erhalten haben, so bitten wir diese als solche zu betrachten. — Kaufmännische Ausbildung. Das neue(24.) Schuljahr beginnt am Dennerstag, dem 24. April. Ausführliches Prospekt kostenlos Kaufmännische Privat-Schule von Karl Woll in Siegen.(w141) Neue Betten hocht. rot, dicht. Daunentöper, gleiche Ware wie vor dem Kriege. Katalog mit über 50 verschied. Preislagen fral. Bei Lagerbesuch Füllung I. Beisein d. Käufers. Dettfadere Halbdaunen und Daunen, ie nach Qualltihl Dellichern u. u.a5 180 2.10 2.50 3.00 und höher Fichtenstangen! Spitzenknüppel, 125 X 5/8 cm G dauernd gegen Kassa zu kaufen gesucht. w111 H u. A. Hauses, Holzgeschäft, Rüsperwerk v. Oberhundem i W. und Linkrusta als Sockel für Wohn-, Herren-, Speisezimmer, Dielen, Treppenhäuser sehr geeignet. Joser-Kiemn Ichleuzersb. Siegen Teiephon 991 Musier und Aasetele letemet in Biesstes. Samstag, 19. April 1924 Nr 94. Zweites Blatt. WVrscher Die Sanierung Ungarns. Eine Unterredung des Reichskanzlers mit dem Berichterstatter des Matin— Deutschfranzösischer Gefangenenaustausch— Loucheur und die Sachverständigen=Berichte. Die ungarische Sanierung. WTB Budapest, 19. April.(Drahtb.) In der ungarischen Nationalversammlung trat der Ministerpräsident Bethlen in einer vierstündigen Rede für die Annahme der Sanierungsvorlagen ein. Ungarn könne heute nicht denselben Weg gehen wie zu Zeiten, da es Teil einer Großmacht gewesen sei. Durch Annahme der Sanierungsvorlagen werde eine gewisse Gebundenheit eintreten, jedoch sei der! Aufstieg nur durch ehrliche Arbeit und die Erkenntnis der realen Verhältnisse möglich. Die seit einem Jahre geführte außenpolitische Aktion der ungarischen Regierung habe Erfolge gezeitigt, indem siele die Reparationsfrage auf 20 Jahre erledigte und eine Auslandsanleihe von 250 Millionen Goldkronen ermöglichte. Mit der Kleinen Entente seien] Abkommen getroffen worden, die eine bessere Atmosphäre für das Wirtschaftsleben Mitteleuropas geschaffen hätten. Von einer Finanzdiktatur der Regierung könne nicht die Rede sein, denn das sei kein Diktator, der vom Parlament stets niedergestimmt und entfernt werden könne. Bethlen erklärte sich bereit, gemäß dem Wunsche der Opposition einen besonderen Parlamentsausschuß einzusetzen, der, wenn die Nationalversammlung nicht tage, der Regierung gegenüber Kontrolle zu üben habe. Die vom Völkerbund auszuübendel: Kontrolle bedeute keine Einmischung in die politischen oder inneren Angelegenheiten Ungarns, sondern lediglich eine Sicherung der Rekonstruktion. Der Kontrolleur, ein amerikanischer Staatsbürger, werde sich gewiß nicht zum Werkzeug fremder Staaten hergeben, sondern Schutz bieten gegenüber unberechtigten Forderungen. Die Nationalversammlung hat die Sanierungsvorlage mit großer Mehrheit grundsätzlich angenommen. Eine Unterredung des Reichskanzlers mit dem Berichterstatter des Matin.] Paris, 19. April.(Drahlbericht.) Reichskanzler Marx hat dem Berliner Berichterstatter des Matin eine Unterredung gewährt und erklärt, eine Antwort an die Reparationskommission bedeute, daß wir den Grundsätzen zustimmen, die zu dem Bericht des Komitees Dawes geführt haben. Dieser Bericht beruhe auf einer tiefgründenden Studie und wir betrachten ihn als eine diskussionsfähige Grundlage Hagscho Madter sei der Ansicht, daß keine Zeit verloren werden solle, um die Erörterungen am Konferenztisch zu eröffnen, die nur gutes einbringen könnten, jetzt wo eine gemeinsame Grundlage für eine solche Konferenz vorliege. WTB Paris, 19. April.(Drahtbericht.) Nach dem„Journal“ haben die Eisenbahnsachverständigen Acworth und Loer der Reparationskommission zugesagt in dem Eisenbahnausschuß, den der Sachverständigenbericht vorsieht, mitzuarbeiten, zugleich hatten sich Kindersley, Franque und Parmentier sowie Pirelly bereit erklärt in den Ausschuß zur Kontrolle der Verwaltung der Goldnotenbank und der Ueberwachung der Steuerseinnahmen auf Reparationskonte mitzuwirken. Schiedsspruch im Braugewerbe. WTB Dortmund, 19. April.(Drachtbericht.) Der Schlichtungsausschuß für den Bezirk Westfalen fällte am 17. April nach längeren Verhandlungen mit den christlichen Parteien den Schiedsspruch für das Braugewerbe. Danach beträgt der Wochenlohn für die Gruppe A. 34,50 M. Die übrigen Lohnsätze regeln sich nach dem bekannten Schlüssel. Die Neuregelung gilt vom 18. April ab. Die Wiederaufnahme der Arbeit findet spätestens am Samstag, dem 19. April 1924 statt. Maßregelungen werden nicht vorgenommen. Die Arbeiterschaft hat den Schiedsspruch angenommen. Mai und Achtstundentag. Der Standpunkt der christlichen Gewerkschaften. m Berlin, 19. April.(Drahtbericht.) Vom Gesamtverband der christlichen Gewerkschaften wurde auf der Paderborner Tagung in einer Entschließung zum Ausdruck gebracht, daß Freiheit und Wohlfahrt nicht erwartet werden dürften im blindas Ruhrgebiet freizumachen. Eine Befreiung ist kein leeres Wort. die Gerüchte, daß die militärische Besetzung des Ruhrgebietes aufgehoben werde, erklärte der Reichskanzler auf eine Frage des Berichterstatters, sei zweifellos verfrüht. Die Besetzung des Ruhrgebiets hat den Zweck gehabt, die lokalen Pfänder auszubeuten. Das Projekt der Sachverständigen sieht jedoch einen Austausch lokaler Pfänder gegen Garantien allgemeiner Art vor. Im Anschluß an diesen Austausch würde die Besetzung des Ruhrgebietes keine Existenzberechtigung mehr haben. Es erscheine ihm unvermeidlich, daß in die rein technische Debatte sich die politischen Fragen einmenge. Im Augenblick könne aber die deutsche Regierung dazu nicht Stellung nehmen. Die Neutralitätspläne, die gestern veröffentlicht worden seien, der Berichterstatter spielt hier auf eine englische Veröffentlischung an— geben Anlaß zu ernsten Einwendungen. Was die Entmilitarisierung anlangt, so sei sie ja schon im Versailler Vertrage vorgesehen. Die Frage der Sicherheit werde vereinfacht werden mit dem Tage, wo die Reparationsfrage endgültig gelöst sei. Das könne sie aber nur auf der Grundlage des gegenseitigen Vertrauens. Dieses Vertrauen dürfte aber nicht allein in der Beseitigung aller Mißver=Wohlfahrt nicht erwartet werden dürften im blinständnisse bestehen. Er wünsche, daß es vielmehr zulden Vertrauen auf die Hilfe anderer Völker und seinem aktiven Emnnfinden komme, das imstande sei, internationaler Einwirkungen. In dieser Erkenntdas seder Machmitel in einem nie dagewesenen Ausmaße beraubt ist, dazu kommen, der realen Politik als Grundlegung der nationalen Zukunft ihre Bedeutung zugestehen. Werden nicht beste nationale Kräfte vergeudet, die zusammengefaßt in einer besonderen Politik des Augenblicks und der Möglichkeiten, ihren Eindruck auf uns selbst und auf die Welt sicher nicht verfehlen würden. Diese Politik ist der Boden der Zentrumsparkei. Sie wird unbekümmert um Verdächtigungen und Mißverstehen fortgeführt werden müssen, sollen wir unser Vols den Ausweg aus der Versailler Gewalt führen. Aus Westdeutschland. seinem aktiven Empfinden komme, das imstand die Beziehungen Pider Länder zu wandeln. Deutsch=französischer Gefangenenaustausch WTB Berlin, 19. April.(Drahib.) Wie wir hören, haben im Anschluß an den bekannten Spionageprozeß gegen den französischen Hauptmann Pendarie d'Armont zwischen der deutschen und der französischen Regierung Verhandlungen über den Austausch politischer Gefangener stattgefunden. Als deren Ergebnis wird zunächst die Freilassung der deutschen Reichsangehörigen Gerdun, Berger, Schwebel, v. Wedelstädt, Schulte=Pelkum und Minde erfolgen, die zum Teil bereits seit Jahren in Strafanstalten festgehalten werden, und deren Strafzeit meist noch lange läuft. lehne der Ausschuß auch den sozialistischenkommunistischen internationalen Weltfeiertag am 1. Mai ab. In diesem Jahre soll die Maifeier nach den Behauptungen ihrer Befürworter den Charakter einer Demonstration für den Achtstundentag haben. Der Gesamtverband der christlichen Gewerkschaften bringt seine Meinung dahin zum Ausdruck, daß durch Demonstrationen und Putsche die Frage der Arbeitszeit niemals auf den richtigen Stand geführt werden könne. Die Arbeiterschaft werde nur dann zu gesunden und besseren Verhältnissen kommen, wenn 1. durch Anstrengung aller Volksgmossen wieder in einem Falle bis 1937,werden. gesunde Wirschaftsverhältnise geschaft. 2. hinsichtlich der Lasten und Fesseln des VerLoucheur und die Sachverständigenberichte. sailler Vertrages größere Freiheit errungen wird, WTB Paris, 19. April.(Drahtberscht.) Das und Dunkelheiten wenn nicht sogar Wider= willigen wollen. Solange dieses Problem des Aus= schaftsbewegung, am 1. Mai in gewohnter Weise, deckt zu haven. Wir glauben, daß wirfgleichs der Kriegsschulden nicht geklärt sei könnelder Arbeit nachzugehen. ills Vertreter nach Paris zu entsendensman wohl die Höhe der Jahreszahlungen ändern.] Im übrigen nimmt die Entschließung auch zu im Einvernehmen mit der Reparations= aber nicht den Gesamtbetrag der deutschen Ver= den Wahlen Stellung. Die Ziele seien bereits durch, die Einzelhetten des Planes zu präzi=pflichtungen.(die Ende Januar 1924 bekanntgegebenen Richtlinien ben, gewisse Dunkelheiten wenn nicht sogar Sprüiche andelt au Sebenl. Pi. gegebenenfalls haben, um im Einvernehmen m kommission die Einzelheiten des Planes zu sieren. Auf die Frage, ob die deutsche Regierung sich die Grundsätze zu eigen mache, die ein großer! Teil der öffentlichen Meinung hinsichtlich der Höhe der Annuitäten mache und über die Unsicherheit der Gesamtschulden, antwortete der Reichskanzler, die Einwände schienen ihm nicht unüberwindlich. Wenn die festgesetzten Annuitäten zu hoch seien, werde man es bald erkennen. Die Grenze der Zahlungen. 4. Die Frage der Transferierung der die Deutschland zu leisten hat, hänge nicht nur von Zahlungen für die Gläubiger, eine Frage, seiner Zahlungsfähigkeit ab, sondern von der Halsdie Arbeiten der Sachnerständigen nur Organ des Ministers Loucheur sieht in der Diekus: 3. die Arbeiterschaft ihre Gewerkschaften so stärkt sion der Berichte des Sachnerständigen noch vier daß durch diese auch die Auswirkungen unsozialer Fragen, die geklärt werden müßten:[Bestrebungen im Innern zurückgehalten werden kön1. Die Höhe der deutschen Schuld und die Fragelnen. Der Ausschuß des Gesamtverbandes empfichlt Hagen, 19. April. Um der Gefahr der Verwilderung und Verwahrlosung der Ostern zur Entlassung kommenden Volksschüler vorzubeugen, die noch keine Arbeits= oder Lehrstellenverhältnis fanden, hat die Stadt eine besondere Berufsschule eingerichtet. In ihr soll die Einschulung der beschäftigungslosen Jugend mit wöchentlich 20 Stunden erfolgen. In Frage kommen etwa 400 Kinder. Sobald eine Ueberführung in das Berufs= und Erwerbsleben möglich ist, werden diese Jugendlichen aus dem Schulverhältnis entlassen. * Bochum, 19. April. Nach einer Dauer von 15 Jahren ist jetzt vom Reichsgericht der Prozeß erledigt, den 35 ehemalige städtische Polizeibeamten nebst staatlichen Polizeibeamten der Stadt Bochum und Herne gegen die Stadt Bochum geführt haben. Als man die Polizei der Stadt Bochum und Herne 1909 verstaatlichte, wurden die Polizeibeamten seitens der Stadt Bochum nach Feststellung des Revisionsgerichtes durch Drohung und Täuschung zum Uebertritt in den Staatsdienst gezwungen. Sie strengten daraufhin gegen die Stadt Bochum einen Prozeß an, wurden aber mit ihrer Klage vom Landgericht Bochum zurückgewiesen. Auch die eingelegte Berufung beim Oberlandesgericht Hamm war erfolglos. Hierauf nahmen die Beamten das Reichsgericht in Anspruch, das das Urteil des Vorderrichters aufhob und die Klage an das Oberlandesgericht zurückverwies. Dieses aber wies die Klage der Beamten nochmals ab. Das Reichsgericht, an das sich die Beamten zum zweiten Male wandten, hob wiederum das Urteil des Vordergerichts auf, so daß sich das Oberlandesgericht zum dritten Male mit der Streitfrage zu befassen hatte. Dieses entschied nun dahin, daß die Stadt Bochum den Beamten allen Schaden in Vergangenheit und Zukunft aufgewertet zu ersetzen hat. Gegen dieses Urteil legte Stadt Bochum beim Reichsgericht Einspruch ein, der aber am 28. März d. J. verworfen wurde. Durch diese Entscheidung des Reichsgerichtes ist nun nach 15 Jahren der Prozeß zugunsten der Beamten lentschieden, deren Rech'smsicht lestätigt wurde. Die Höhe des Schadens wird nun in einem besonderen Verfahren festgesetzt werden. Es versteht sich von selbst, daß gewisse einzelne 1. Die Höhe der deutschen Schuld und die Fragesnen. Der Ausschuß des Gesamtverbandes empfichl Punkte aufgertart werden müssen, denn wir glau=der Herabsetzung die die Gläubiger Frankreichs be= daher allen Mitgliedern der christlichen Gewerkgar Wider=willigen wollen. Solange dieses Problem des Aus= schaftsbewegung, am 1. Mai in gewohnter Weise, daß wirfgleichs der Kriegsschulden nicht geklärt sei känne#der Arbeit nachzugehen. tung der Gläubiger Deutschlands gegenüber der deutschen Produktion, denn Deutschland kann vom Jahre 1928 ab 2einhalb Milliarden Goldmark nur von dem Ueberschuß seiner Produktion zahlen. Diese Voraussetzung schließt in sich ein die Entwicklung der deutschen Ausfuhr, worunter die neutralen Märkte leiden können. Man könne sogar nicht wissen, ob nicht gewisse neutrale oder alltierte Länder finden würden, daß diese Aussicht bedrohlich für ihre eigene Industrie sei. Aus diesem Grunde sei die sofortige Festsetzung der deutschen Schuld unerläßlich. Er wisse nicht, ob die Reparationskommission die Absicht habe, eine endgültige Ziffer festzusetzen. Schon jetzt könne man die Ziffer der deutschen Gesamtschuld annährend schätzen, wenn man sich z. B. auf die für die Tilgung der EisenbahnobAgationen vorgesehen Fristen stützt. Er neige jedoch zu der Ansicht, daß außer dieser Frage auch die Frage geklärt werden muß, in welchem Maße die! Entschließungen der Sachverständigen vervollständigt oder beschnitten werden müssen. Darüber wird die Reparationskommission entscheiden. Die Sachverständigen hätten erklärt, daß ihre Entschließungen ein unteilbares Ganzes bilden und daß man sie in vollem Umfange annehmen oder ablehnen müßte. Da diese Entschließungen eine praktische Reparationslösung bewerkstelligen wollen, muß zugeben werden, daß ihre Formel kein Dogma darstellt und daß sie den Notwendigkeiten der Praxis angepaßt werden muß. Man müsse aber auf alle Fälle die Durchführung der in den Berichten festgesetzten Bedingungen verlangen: Deutschland muß seine wirtschaftliche finanzielle und politische Hoheit in den besetzten Gebieten wieder erhalten, es muß wider in den Besitz seiner Verwaltung und seiner Eisenbahnen treten. Die Begnadigung der politischen Verurteilten und die Rückkehr der Ausgewiesenen wird, wie die deutsche Regierung hofft, eine automatische Folge des neuen Zustandes der Dinge sein. Für die deutsche Regierung sei das eine notwendige moralische Focherung. Sie kann unmöglich vom deutschen Volke die Lasten, die man hm auferlegt, sanktionieren lassen, wenn man ihm keine, Gegenleistung dafür hietet. Es kommt daraus daß sich das Volk darüber präzi=spflichtungen. die Ende Januar 1924 bekanntgegebenen Richtlinien 2. Unter welchen Bedingungen und von welchem aufgezeigt. Die Mitglieder der christlichen GewerkAugenblick an könne die wirtschaftliche und fiskaut=schaften mögen dahin wirken, daß die Wahlbewegung sche Einheit des Deutschen Reiches als wiederherge=seinen den Erfordernissen der Lage des deutschen stellt betrachtet werden Es sei die Frage der Aus=Volkes gerechtwerdenden Verlauf nehme. In diesem Zusammenhang wird auf die Uneinigkeit des deutschen Volkes hingewiesen und von den Mitgliedern des Gewerkschaftsbundes verlangt, daß parteipolitische Auseinandersetzungen in Gewerkschaftsversammlungen nicht stattfinden und daß die Gewerkschaftsbewegung nicht in die Parteikämpfe hineingezogen wird. tausch der Pfänder. 3. Die Frage der Sanktionen, die im engen Zusammenhang stehen mit der Pfänderfrage. 4. Die Frage der Transferierung der deutschen Zahlungen für die Gläubiger, eine Frage, für die die Arbeiten der Sachverständigen nur ein wenig zu summarische und improvisierte Lösung gefunden hätten. Belgien und das Sachverständigenprogramm. WTB Paris, 19. April.(Drahibericht.) Derlgutunterrichtete Brüsseler Korrespondent des Echo de Paris greift die Frage auf: Es ist wünschenswert, daß die Reparationskommission jetzt das Sachverständigenprogramm in gewissen Punkten ändert, sund daß es den alltierten Regierungen ihrerseitsl. freisteht, es hier und da zu reduzieren. Die belgische Regierung glaubt es sagen zu können, sei gegen eine derartige Behandlung. Sie stehe auf dem Standpunkt, daß die Auffassung der Sachverständigen Belgien nicht volle Genugtuung gewährt und ssie erkenne wohl die einzelnen Vorschläge der Sachverständigen an, die für Belgien gerade nicht einen Sieg darstellten. Nichtsdestoweniger stehe sie auf dem Standpunkt, daß es besser sei, den Bericht en bloc anzunehmen. Nichts wäre nach der in Brüssel herrschenden Ansicht gefährlicher, als die Solidität dieser Arbeiten zu brechen unter dem Vorwand, daß jeder seinen besonderen Wünschen dabei Geltung verschaffen sollte. Alles in allem macht das Brüsseler Kabinett sich die Anfassung Macdonalds zu eigen, wonach die Berichte ein unteilbares Ganzel: bilden. Die belgische Regierung steht auch auf dem Standpunkt, daß nicht mehr jedem Einzelnen der Alltierten die Möglichkeit geschaffen werden dürfte Sanktionen durchzuführen, die nicht die Zustimmune sämtlicher übrigen Gläuviger der Deutschen hätten Es komme also darauf an, daß die Gläubiger Deutsch. lands sich unverzüglich über diejenigen Sanktionen; seinig sind, die für den Fall einer Verfehlung durchgeführt werden sollen, daß Deutschlano später dazu Anlaß gäbe. Die Bemühungen, um eine derarlige [Einigung der Auffassungen werden anfangs auf gewisse Schwierigkeiten stoßen, da England nur Sanktionen wirtschaftlicher Art, beispielsweise die Bloktade der deutschen Küste zuzulassen scheint. WTB London, 19. Aprll.(Drahinacheicht.) Der e„Brüsseler Berichterstatter der Times meldet. Kalte Ruhe kühlen Blick! Vielleicht wird in Deutschland nicht soviel poli tischer Unsinn fabriziert, wenn alle Bürger sich der historischen Blick bewahrten. Man muß wissen, das alles schon in der Geschichte dagewesen ist. Masollte sich doch nur aus dem Verhalten früherer Ge nerationen in ähnlicher Lage das Rüstzeug für dileigene Stellungnahme nehmen. Wie war's vo Hundert Jahren? In Eingaben der Stände wurder die Minister des preußischen Königs verdächtig! wenn sie ihre Hauptarbeit in dem Wiederaufbau der inneren Grundlagen des Staates sahen. Heute kan man ähnliche Vorwürfe gegen diejenigen vernehmer die die Leitung der staatlichen Organisation aufrech erhalten. Und doch: ist diese Arbeit überflüssig“ Wären alle inneren Bewegungen und Klärungen in Volke möglich, wenn nicht Opferwillige sich der un dankbaren Aufgabe reiner Staatsorganisationen wid men? Wir lesen in der volksparteilichen„Zeit“ daß damals ein späterer preußischer Heeresführen vom Freiherrn v. Stein sagt, er hoffe, den Tag nock zu erleben, an dem der Kopf dieses Jakobiners auf der Guillottine liege. Weiter wird erzählt, daß man damals in Berlin überwiegend einer Stimmung war, die sich in etwa mit der deutschvölkischen von heute vergleichen läßt. So brachen weite Kreise als deren Korps des Generals Vork nach Rußland zog, den Verkehr mit denjenigen Familien ab, deren Angehörige als Offiziere bei York verblieben waren. Es it der leidige Gegensatz zwischen realer Politik und politischer Wunschvorstellung gewesen, den wir auch heute noch beobachten. Hitler wollte die schwarzweiß=rote Fahne über den Rhein tragen. So wollte auch Schill, gegen den Willen der preußischen ReIgierung auf eigene Faust gegen Napoleon zu Felde ziehen. Schill verlor damals sein und seiner KameTraden Leben, ohne daß er seinem Lande genutzt hätte. La, er hat die kühle Wiederaufbaupolitik des Königs schwer geschädigt. Dem König und der ReLetzte Telegramme. WTB Washingkon, 19. April.(Telegr.) Ein Torpedobootszerstörer hat funkentelegraphisch gemeldet, daß er gestern morgen in der Bucht von Portage in Alaska den Major Martin und dessen Begleiter auf dem Fluge um die Welt in Seenot gerettet habe. Beide Flieger seien wohlbehalten. WTB Paris, 19. April.(Telegr.) Der sapanische Botschafter Graf Ishil hatte eine Unterredung mit Ministerpräsident Poincare. WTB Paris, 19. April.(Telegr.) Nach einer Havasmeldung aus Washington hat der Senat gestern mit 71 gegen 4 Stimmen von neuem die Ausschließung der sapanischen Einwanderer beschlossen. Die neuerliche Abstimmung ist darauf zurückzuführen, daß gewisse Senatoren den Wunsch läußerten, daß ihre Namen auf der Liste der Abstimmenden stehen. WTB Washingion, 19. April.(Telegr.) Der Senat nahm einen Abänderungsantrag zur Einwanderungsbill an, wonach die Einwanderung für 5 Jahre verboten werden soll. WTB London, 19. April.(Telegr.) Der politische Beobachter des Doily Telegraph schreibt, die Jumberlandfrage werde demnächst in wenigen Tagen, noch vor dem am 15. Mai erfolgenden Empfang des Königs von Italien endgültig geregelt werden. Macdonald beschloß, der Trennung der Frage der Dodekanes von der Jumberlandfrage zuzustimmen. Italien werden in der Jumberlandfrage Gebiete zugestanden werden, jedoch beträchtlich weniger als sie ursprünglich forderten. WEB London, 19. April.(Telegr.) Dasiy News schreibt in einem Leitartikel, es sei unmöglich die Tatsache unberücksichtigt zu lassen, daß man weiterhin von Seiten Frankreichs auf eine endgültige und aufklärende Friedenspolitik warte, die sich auf Gerechtigkeit und Aufrichtigkeit gründe. WTB London, 19. April.(Telege.) Der Parlamentsberichterstatter des Daily Telegraph berichtet, daß der Schatzkanzler Snowden endgültig beschlossen habe die 3Zeindrittel Prozent Advalorensteuern für Kinomatographische Films, Uhren, TaAschenuhren, Automobile, Fahrräder und musikalische Instrumente aufzuheben.“ WTB Hamburg, 19. April. Wie die Hambürger Blätter melden, wurde im Forst bei Britsur in Mecklenburg der Fuhrmann Jonas aus Hayenow, der als Führer der Kommunisten bekannt war und aus der Partei auszutreten beabsichtigte mit 4 Schußstellen als Leiche aufgefunden. Jonas war von einem Manne aus Berlin in den Wald begleitet worden, der ihm Holz zur Abfuhr anweisen wollte und der ihn vermutlich auch erschossen hat. WTB Paris, 19. April.(Telegr.) Der französische Gesandte in Athen hat von seiner Regierung den Auftrag erhalten, die neue griechische Regierung anzuerkennen, sobald ihm diese eine offizielle Rotisizierung zugestellt hat. WTB Wien, 19. April.(Telegr.) Die Handelsgierung selbst wark man damals Feigheit und Under Sachlmer und Dränger, oder Stein und Hardenberg? den und zwar mit Deutschland Anfana Mai, mi und der Ver der Tichaeckasmatel Mritz un.ae Artang Bot, uadst wich dos dier Hosies Pelütungen Macdoalds im Unterhause über diesdtoch fragen, wer hat das Vaterland gerete einen Zweck hätten, den Zweck, das Rheinland und verständigen machen in belgischen Kreisen einen Wann werden wir in diesem Deutschland der Ver= der Tschechoslsowakei Mitte Mai. Pascha=Ostern. Eine liturgiegeschichtliche Betrachtung. Von J. Hoffmann. Name, Inhalt und Umfang des Osterbegriffs sind uns in ihrer ursprünglichen Bedeutung nicht mehr klar. Sprach= und Völkergeschichte, Methodik der liturgischen Ausdeutung, besonders die allegorische (bildliche) Erklärungweise der liturgischen Vorgänge haben der Liturgie im allgemeinen und dem Österfeste insbesondere den geschichtlich=theologischen Sinn genommen, mindestens ihn aber geteilt, verschoben und verdunkelt. Liturgische Reformbestrebungen müssen deshalb vor allem hier Klarheit schaffen nach dem Grundsatz des großen Reformators des„corpus liturgicum“(Guardini auf dem wissensch. Fortbildungskursus in Dortmund 1922), Papst Pius 10.: Omnia instaurare in Christo. Die Gegenüberstellung des amtlichen Namens Urfestes der Kirche mit dem deutschen Wort: Pascha ** Ostern soll uns als Ausgangspunkt dienen, die Osteridee in ihrer ursprünglichen Reinheit und Ganzheit herauszuarbeiten. Vom heutigen deutschen Namen„Ostern“ wissen wir nur, daß er im Althochdeutschen„Ostarum", mittelhochdeutsch„Osteren" und angelsächsisch „eastren" hieß. Diese drei Formen sind eine Mehrzahl und bezeichneten die Frühlingsfeiern der alten Sachsen und Angeln.(Dr. Wasserzieher„Woher?“ S. 179). Eine Wurzelgemeinschaft mit„Ostara", dem Namen der angeblich altgermanischen Frühlingsgöttin ist nicht undenkbar. Schon der angelsächsische Kirchenlehrer Beda der Ehrwürdige(F 735) leitet den angelsächsischen Osternamen„eastre", von dem Namen„Ostara" ab(De temporum ratione 1,5). Vielleicht dürfte als letzte Wurzel anzunehmen sein das altindische Wort„usra“== rötlich und„ushas" ## Morgenröte, denen lateinisch„aurora“= Morgenröte und das gleichbedeutende griechische Wort„eos“ entsprechen würde.(Vergl.„Isthland== Ostland(?) und„Easterling"(= Sterling)== Münze, die von Ostländern(Deutschen) um 1200 in England geprägt wurde(S. Dr. Wasserzieher a. a. O.) Das zeitliche Zusammenfallen des urchristlichen, als Vorbild im Judentum wurzelnden„Pascha“= Festes mit dem altgermanischen Frühlingsfest scheint nun Anlaß gewesen zu sein, heidnische Festform und Festfreude mit christlichem Inhalt zu erfüllen, freilich unter Wahrung des altehrwürdigen Namens„eastern"- Ostern. Mit dem Sinn des christlichen Osterfestes hat indessen der Name Ostern nichts gemein. Ein Glück ist es zu nennen, daß die offizielle Kirchensprache uns mit dem ursprünglichen Namen auch die ursprüngliche, in den Heilstaten Gottes begründete Bedeutung des Osterfestes getreu überliefert hat. Der Heiland selbst nennt sein letztes Österfest Pascha(Luk. 22, 15.) Pascha ist in der aramäischen Sprache, deren sich Jesus bediente, dasselbe, was im althebräischen„Pesach“ genannt wird, und was der hl. Hieronymus(2. Mos. 12, 11) mit „Phase" übersetzt. Die römische und die griechische Kirche haben den vom Heiland selbst gebrauchten Namen„Pascha" übernommen und gebrauchen ihn heute noch. Auch die romanischen Sprachen haben die echt biblische Wurzel zur Bildung ihres Osternamens verwendet.(Vergl. altfranzösisch: Pasques, französ. Paques, ital. Pasqua).„Die Form „Passh“ ist eine protestantische Neubildung(Kramp Lit. und Gottesreich 1. S. 169). In dem Begriff„Pascha“ liegt nun die ganze Fülle der Ostertaten Gottes im Alten Bunde als Vorbild und im Neuen Bunde als Erfüllung, der Himmel mit seinem Zorn und seiner Gnade, das Elend und die Rettung der Menschheit, die Geschichte der Einzelseele und der Völker, Ewigkeit und Zeit. In klassischer Form drückt die Kirche im praeconium paschale, das in die ersten Jahrhunderte hinaufreicht, diese Fülle aus: O vere beata nox... in qua terrenis caelestia, humanis diving junguntur:„O wahrhaft sellge Nacht, in der die Erde mit dem Himmel, die Menschheit mit der Gottheit versöhnt wurde.“ Es bedarf nur eines Blickes auf 2. Mos. 12,11, wo das Wort„Pascha“ geprägt wurde, um die innere Berechtigung dieser altchristlichen Lobpreisung jener Nacht zu würdigen, in der Israel aus der Knechtschaft Aegyptens in das Land der Freiheit, des Glückes und der Seligkeit geführt ward, jener Nacht, die im Wissen und Willen Gottes als Vorbild harmonisch mit der Nacht zusammenfloß, in der Christus sein Leiden mit seiner Auferstehung krönte.„Das ist das Phase(Pascha), das ist der Vorübergang des Herrn.“(2. Mos. 12, 11.) Vorübergang des Würgengels an den durch das Blut des Lammes gekennzeichneten Wohnstätten, Schonung, Rettung, Heil und Freiheit: Das will Moses mit seinem emphatischen Wort:„Denn das ist das Phase des Herrn“ ausdrücken. Den nämlichen Sinn hatte von jeher das Wort und die Feier für die Juden. Und wenn die christliche Kirche für ihr Osterfest auch den Namen„Pascha" bevorzugt, so denkt sie vorzüglich bei diesem Fest an Rettung, Heil und Glück der Menschen durch den Opfertod des Herrn, der das wahre Osterlamm ist. Die Auferstehung ist nur ein Teilbegriff, die Vollendung, Besiegelung und Krönung des Opfers. gelung und Krönung des Opfers.„(die Wir haben aus den ersten Jahrhunderten klare wie sie von Anfang an bestand, erwiesen. Beweisstücke, daß die alte Kirche den Osterbegriff Unverständlich erscheint nach diesen Darlegungen nicht von den Ereignissen der drei vorhergehenden die Behauptung Corssens in„Neue Jahrb. f. Tage trennte. In der neuesten(1895 und 1913) klass. Altertum“(1917), das Osterfest sei in der Gutdünkung der patrologischen Forschung, der Epi= Hälfte des 2. Jahrh. in Rom gestiftet worden in Feier, verbunden mit dem Liebesmahle(siehe oben Epistula apostolorum) war nichts anders als die Ausführung des hohenpriesterlichen Befehls:„Tuet dies zu meinem Andenken", eine Anamnese, eine Gegenwärtigmachung des bis in den Tod unterwürfigen und auferstandenen, wahren Osterlammes. (Vergl. das altehrwürdige 1. Gebet nach der Wandlung: Unde ei memores.) Geschichtliche und psychologische Gründe werden dann nach und nach die feierliche Ausgestaltung des Jahrestages des Christus=Drama bedingt und gefördert haben, sodaß wir in der 2. Hälfte des 2. Jahrhunderts erstmalig einem jährlichen Paschafeste begegnen. Dieses Jahresfest am Sonntag nach dem jüdischen Paschafest unterschied sich zunächst nicht wesentlich von den gewohnten Sonntagsfeiern. Wichtig jedoch ist die Feststellung, daß die Kirche im Osterfeststreite des 2. Jahrh. energisch auf der Beibehaltung des„Sonntags" nach dem jüdischen Fest bestand. Damit ist die Beziehung zwischen Sonntags= und Osterfeier, Das vielgestaltige liturgische Geschehen im Laufe des Jahres, insbesondere in dem 50tägigen Osterfest trägt nach allem, was gesagt wurde, göttliches Gepräge, den Geist der Einheit:„Ein Glaube, ein Gott, eine Taufe", und man darf hinzusetzen„eine Liturgie". Gutdünkung der patrologischen Forschung, der Epi= Hälfte des 2. Jahrh. in Rom gestiftei worden in stola Apostolorum, die nach A. Ehrhard(in den Hist.[Nachahmung(!) und zur Verdrängung des Aliiszl. Bl 1920) aus den Jahren 130—140 stammt(kults. Man könnte mit demselben Recht beharpten, Einem uns aus Ploesti zugegangenen Bericht entnehmen wir, daß die rumänischen Behörden an Ausländer keine Aufenthaltsbewilligung für längere Zeit erteilen. Sehr häufig kommt es vor, daß z. B. Dienstmädchen schon nach ganz kurzer Zeit ausgewiesen werden und oftmals nicht einmal genügend Geld zur Rückreise besitzen. Aufenthaltsbewilligungen erhalten seit einiger Zeit nur Ingenieure und allgemein technisch gebildetes Personal und diese nur dann, wenn sie einen Anstellungsvertrag einer rumänischen Firma vorweisen können. Auch diesem Fall besteht die Gefahr, daß die betreffenden 2.nach kurzem Aufenthalt wieder ausgewiesen werdon Fe ist deshalb große Vorsicht bei Annahme nach kurzem Aufenthalt wieder ausgewiesen werven. Es ist bephald größe Vorsicht dei Annahnie pol. Jr 1920 Dl. Lo20, aus den Jahren 130—140 stamn besteht das Pascha der Christen in der bis zur Wiederkunft stets erneuerten Anamnese=Erinnerung=Gegenwärtigsetzung des Todes des Herrn(S. Jahrb. der Liturgiewiss. 1922) und(Rauschen: Grundriß der Patrol. S. 33.) Tertullian(f 240) gibt(De orat. 18) sicher die Auffassung der alten Kirche wieder, wenn er Karfreitag und Karsamstag, an dem nächtlicherweise die Taufe gespendet und die Auferstehung gefeiert wurde, als eine Einheit betrachtet. Und für Augustinus(Ep. 55 ad Jan.) ist Ostern die Vollendung unserer Erlösung und die Erneuerung des menschlichen Innern. Gründonnerstag, Karfreitag und Karsamstag bilden also mit dem Ostersonntag nur eine liturgische Feier, eine Gegenwärtigsetzung des einen Vorganges, des Todes und der den Tod krönenden Auferstehung. Die Kirche nennt heute noch den Gründonnerstag, Karfreitag und Karsamstag (welch letzterer als Vigilie des Sonntags Ostergepräge hatte und noch hat) das triduum sacrum. Daher auch das kurze Offizium(1 Nokturn) am Ostersonntag, welches nur mehr eine kurze Ausstrahlung des langen Nachtoffiziums der Karsamstagsliturgie ist. Wenn man ferner bedenkt, daß Christus, das wahre Paschalamm am 14. Risan, dem Paschafeste der Juden gestorben ist, dann gewinnt die Vereinheitlichung des Ostergedankens mit dem Gedanken an den Opfertod historische Festigung. Mit Recht singt also die Kirche im Exultet am Karsamstag, bezw. früher in der Nacht vom Samstag zum Sonntag:„Dies sind die Osterfeiern, an denen jenes wahre Lamm getötet wird, durch dessen Blut die Türpfosten der Gläubigen geheiligt werden.“ Und mit feinem psychologischen Verständnis läßt die Kirche in ihren Ostermelodien aus der Freude über den Auferstandenen einen leisen Unterton von Karfreitagstrauer miterklingen. Pascha staurosimon (Kreuz) und Pascha anastasimon(Auferstehung) bedingen sich sprachlich, historisch und theologisch, bilden eine Einheit, während das deutsche Wort „Ostern“ nur einen Teilbegriff ausdrückt, ein Gelegenheits= vielleicht ein Verlegenheitsname ist. Der jüdisch=christliche Name„Pascha“ mit seiner im Judentum wurzelnden, auf Golgatha und am Auferstehungsmorgen erfüllten Bedeutung ist somit aus den Heilstaten Gottes organisch herausgewachsen Es ist deshalb nicht verwunderlich, daß das Urchristentum nur ein Fest kannte und feierte, das„Pascha". Verständlich wird auch die geschichtliche Tatsache, daß die Apostel und die spätere Kirche bis ins 2. Jahrh. nicht nur einmal im Jahre„Pascha“ feierten, sondern jeden Sonntag. Die prima sabbati, der erste Tag der jüdischen Woche, an dem das „Pascha" durch die Auferstehung glorreich beendet worden war, war für die Apostel die Kyriake, die dies dominica, der Herrentag schlechthin. Wie die Apostelgeschichte 20,7 und der 1. Kor. 16,2 bezeugen, kamen sie an der prima sabbati„zum Brotbrechen“ zusammen. Das„Brotbrechen“, die eucharistische da. Osterfest bei den christlichen Angelsachsen seil eine Nachahmung des Kults der Frühlingsgöttin Ostara. Sachlich und dem Namen nach besteht das christliche Osterfest als Sonnt#gsfiier seit den arostotischen Zeiten. daß die feierliche Ausgestaltung des jährlichen Osterbestes die Veror##gung heidaischer Gebräuche ais Nebenzweck beabsichligte, ist religionspädagogisch zu bewerten und zu begrüßen. Nach Klarstellung der Kongrucnz zwischen Österbenennung und Ostergedanke muß nun endlich auch die zeitliche Ausdehnung und Ausstrahlung der Osterliturgie bestimmt werden. Die Ansicht von einem vom sogen. Pfingstfestkreise abgegrenzten Osterfestkreise ist eine irrige. Es gibt keinen Pfingstfestkreis, sondern nur einen Osterfestkreis, der gedanklich die Zeit vom Gründonnerstag bis zum Schluß der Pfingstoktav umfaßt.(Streng genommen vom Östertag bezw. Karsamstagsnacht an). Schon der Name Pfingsten legt diesen Zusammenhang nahe. Pfingsten=Pentekoste- der 50. Tag. Rechnerisch und sinngemäß kann dies nur bedeuten: Der 50. Tag der Osterfeier. Die geschichtlichen Quellen lassen gleichfalls keinen Zweifel. Die Hauptzeugen, für unsere Auffassung sind Tertullian: De idol. e14, und für den Orient Origenes: ddv. Cels. 8, 22. Für die heutige Zeit ist die Liturgie die beste Kronzeugin. Die Kirche läßt das Osteralleluja mit Abstufungen bis zur Vigil des 1. Sonntags nach Pfingsten singen, ebenso die marianische Antiphon: Regina coelt, und für die Auffassung der vergangenen Jährhunderte zeugt ein liturgischer Restbestand aus dem Urchristentum: die Weihe des Taufwassers am Samstag vor Pfingsten und an Ostern. Die Taufe der Neubekehrten wurde schon zu Tertullians Zeiten bis zum 14. Jahrhundert nur an diesen zwei Tagen gespendet(Tert. De baptismo c. 19). Die Kämpfe der Päpste gegen die Taufsckpendung an anderen Tagen beweisen zunächst, daß die Kirche die apostolische Ueberlieferung(Röm. 6, 8), wonach Taufe und Pascha symbolisch und sachlich zusammengehören wohl in ihrer ganzen Tragweite verstanden hatte. Wenn nun die Kirche außer Ostern auch noch an Pfingsten taufte bezw. jetzt das Taufwasser weiht, gibt sie deutlich zu erkennen, daß die Pentikoste der dies Jestus des einen Ostermysteriums ist. Innerlich gründet sich diese Auffassung darauf, daß der Ostergedanke, der Rettung und Heil bedeutet, münden muß in der Stabilisierung der durch das Osterlamm verdienten Heilswerte, also in der sichtbaren Kirche, die als Sachverwalterin dieser Werte auf Erden Weihe und Würde durch den hl. Geist am 50. Ostertage erhält. Ganz natürlich fügt sich in diesen Gedankenweg die Himmelfahrt des Herrn am 40. Ostertage ein, insofern dieselbe die Mission der sichtbaren Kirche, die nunmehr den unsichtbaren Heiland vertreten soll, in den Vordergrunk Neues über die Auswanderung nach Rumänien. von Stellungen nach Rumänien geboten. Aus einem zweiten Bericht:„Durch Verwandte kam ich im Juli 1923 in die Nähe von Kronstadt als Erzieherin. Es gefällt mir herrlich gut, doch ist es für uns Reichsdeutsche nicht ganz leicht, in Rumänien zu bleiben. Wir sitzen wie der Vogel auf dem Ast, immer in der Angst, heruntergeschassen zu werden. Vor 14 Tagen kam nun die Hiobbotschaft an mich, innerhalb 48 Stunden das Land zu verlassen. Da ist einem nicht ganz wohl dabei. Durch meine Herrschaft und ihre Moneten sitze ich nun wieder auf dem Baum, doch wie, lange weiß ich nicht.“ Aus einem weiteren Bericht entnehmen wir folgende Stelle:„Die Auswanderungsmöglichkeiten nach Siebenbürgen und dem Banat sind derzeit sehr ungünstig und eine größere Aktion zur Unterbringung und Ansiedlung von jungen deutschen Landwirten aus dem Reiche erscheint, solange Rumänien seine bisherige auswärtige Politik nicht ändert, ausgeschlossen. Auf keinen Fall ist damit zu rechnen, daß die bisherige Regierung den reichsdeutschen Landwirten irgendwelche Unterstützung gewähren würde. Einzelnen Personen wird sogar, besonders wenn es sich um Deutsche und Russen handelt, die Einreiseerlaubnis und Bewilligung zum Aufenthalt in Großrumänien von den Behörden nur ausnahmsweise, wenn sie Spezialarbeiter der Industrie sind, erteilt. Ja es ist gerade in der letzten vielfach vorgekommen, daß Reichsdeutsche, Ungarn und Russen, selbst dann, wenn sie im Besitz einer Aufenthaltsbewilligung waren aus Gründen diemeist nicht festzustellen sind, plötzlich ausgewiesen wurden und binnen 48 Stunden das Land verlassen mußten. Außer all diesem sind durch die strenge Durchführung der Agrarreform in Großrumänien sehr viele einheimische Landwirte beschäftigungslos geworden, woraus sich der große Andrang, der sich auf die wenigen freiwerdenden einschlägigen Stellen bemerkbar macht, erklärt. Und es ist wohl verständlich, daß bei deren Besetzung in erster Linie einheimische Bewerber berücksichtigt werden. Der käufliche Erwerb von Grund und Boden, selbst für den Fall, daß die betreffenden Einwanderer die rumänische Staatsbürgerschaft annehmen sollten, ist bis zur endgültigen Durchführung der Agrarreform kaum oder doch nur in einzelnen Fällen möglich, da jeder Grundkauf der behördlichen Genehmigung unterliegt, die nur dann erteilt wird, wenn von seiten der laut Agrargesetz bestimmten Bodenanwärter kein Anspruch erhoben wird. Man hofft, die Agrarreform im Jahre 1925 abschließen zu können. Was die Unterbringung einer größeren Anzahl von Einwanderern anbelangt, so liegen auch hier die Verhältnisse ungünstig, da in den Städten Rumäniens wie überall eine außerordentlich große Wohnungsnot herrscht und auf dem Lande jeder einzelne Bauer meistens nur soviel Wohnraum beDer Bann des Waldes. Von Pfarrer Kohl=Belmicke. Mittags aber litt es mich nicht zu Hause. Ich nußte die südlichen, großen Wälder in ihrer neuen bewandung aus der Nähe betrachten. Den Bergtock in der Hand schritt ich, bei klarstem Sonnenchein, diesem Märchenlande erwartungsvoll entgeEin märchenhafter Anblick war es in der Tat. Den Boden hüllte die fußhohe, weiße Decke ein, auf welzer Tausende, ja Millionen von kleinen, klaren Eisrystallen im Sonnenlichte blitzten. Nur spärlich waen die Fußspuren der Menschen auf dem eingeschneien Pfade, und nach einer Wegekreuzung hörten sie uuf der Strecke, die ich weiter zu begehen hatte, sänzlich auf. Dafür waren die Spuren des Wildes, vor allem der Hasen, um so deutlicher und zahlreiher. Welche Pracht aber schimmerte von Busch und Baum! Da war kein Ast und kein Zweiglein ohne die zarte, zuckerige Reifmasse. Stellenweise hingen ogar kleine, weißglitzernde Strähnen hernieder. Die Zweige erschienen infolgebessen viel dichter als sonst. Eigenartig war das Aussehen der Tannen. Sie alle, große und kleine, trugen gewaltige Schneemassen auf hren Zweigen. Die breiten Wege aber waren bedenklich nach unten geneigt und bildeten mitunter unnelartige Stollen, durch die man nur kriechend zelangen konnte. Dazu waren viele Aeste ganz gerrochen oder wenigstens geknickt. Richt selten waren unge Stämme unter der Schwere der lagernden Last zur Seite geneigt und überwölbten gleich einem schneeigen Triumphbogen den Pfad. Wieder andere waren entwurzelt oder in Meterhöhe abgebrochen und bildeten so eine Wegschranke, die man zu umTodesstille herrschte ringsum, da selbst der eigene Schritt in den weichen, weißen Massen kaum zu höten war. Nur aus der fernen Landstadt drang Glockengeläute herüber. Vielleicht, daß dort ein müder Pilger auf verschnettem Friedhofe zur Erde bestattet wurde. Denn der würgende Tod kennt keine . Ss beder Jahreszeit holt er heine Opterl und macht vor der stillen Majestät des Winters erst recht nicht halt. Im klaren Schein des Mondes, bei welchem sich abends die Rückwanderung vollzog, war der Waldeszauber noch träumerischer und feenhafter. Der Mond hing lange, kalte Strahlen in die weißen Tannenreihen und entzündete unzählige Lichtlein auf den glitzernden Zweigen und Aesten, sowie allenthalben auf der Schneehülle der schlummernden Erde. Wohl setzte einem die Kälte schärfer zu als in den Stunden des Tags, und feuchte Nebelschleier lagerten über den tiefer gelegenen Mulden. Und doch war alles so eigenartig, so verträumt, so märchenhaft, als sei es kein Ort und kein Aufenthalt für Menschen von Fleisch und Blut, sondern für übermenschliche, geisterhafte Wesen. Und warum sollte solche Schönheit auch kein Schauspiel für Geister sein? Sind doch bedeutende Theologen der Ansicht, daß kein Laubblatt, kein Grashelm auf weitem Wiesengrunde vergehe, ohne daß daran die Engel die Weisheit und Allmacht des Schöpfers studierten und bewunderten. Die holde Weihnachtszeit war erschienen. Mit meinem Nachbar, dem Pfarrer von Eckenhagen, war ich, wie wir es öfter im Jahre handhaben, übereingekommen, im Vortrage des Festes mit dem Beichtstuhl zu tauschen, damit die Gläubigen in beiden Pfarrreien die Annehmlichkeiten eines fremden Beichtvaters hätten. Schon am Vormittag tanzten die Flocken in ständigem Wirbel hernieder und legten sich leise zu dem vorhandenen Schnee, der somit immerfort anwuchs. Ich bestellte einen Schlitten, da ich voraussah, daß der Kampf mit den Schneemassen mühsam und hart werden würde. Es mußte in der Tat äußerst behutsam gefahren werden, mancherlei Hindernisse waren zu umgehen, und öfters mußten wir, abseits des verschneiten Hohlweges, querseldein halten. Doch es geriet, und beim Angelusläuten trafen wir, etwas durchfroren zwar, aber in bester Stimmung, im dortigen Kloster ein. Nach gemeinsamem Mahle wurde mein geistlicher Freund in den Schlitten verpackt, sodaß nunmehr das Antlitz sichtbar blieb. Das Pferd seine Opfeaszog an. Die Glöcklein klingelten. Ich hörte ihn noch rufen:„Ein Missionar in Alaska!“ Gestöber verschwunden. Nachdem ich um 8.30 Uhr abends die letze Absolution gesprochen, hielt ich in der traulichen Pfarrstube unter einem kleinen Tannenbaume eine einsame Weihnachtsfeier und wartete auf die Rückkehr des Pfarrers. Endlich, gegen 10.30 Uhr, traf er ein. Wie ein Eskimo schaute er lächelnd aus seiner Vermummung hervor. Ich las jedoch in seinen Blicken einige Besorgnis. Er hatte noch Decken und einen zweiten Mantel für mich mitgebracht und hüllte mit zärtlich, wie eine Mutter es tun mag, in Wolle und Pelz. Ich frug leise:„Wie war's in den Wäldern?" Er antwortete kurz, aber mit leuchtendem Blick:„Es war schlimm; doch ich möchte nicht darauf verzichtet haben.“ Noch ein Händedruck, noch ein herzlicher Weihnachtsglückwunsch, und ich fuhr hinaus in die Schneewälder, hinaus in die— heilige Nacht! Es hatte seit dem Morgen ununterbrochen geschneit, und immer war kein Ende abzusehen. Mühsam kämpfte sich das Pferd durch die Wellen. Der Sturm blies mit gewaltiger Kraft und schleuderte dickflaumige Schneemassen einem gerade ins Gesicht. Man konnte die Augen nicht öffnen. Der Atem stockte. Nach halbstündiger Fahrt erreichten wir ein Waldtal. Hier flaute der Sturm plötzlich ab. Das Gewölk zerriß, und silbernes Mondlicht flutete taghell über die eigenartige Landschaft. Wir löschen die Laterne. Heilige Stille ringsum. Nur ab und zu das ferne Gekläff eines Hundes und das leise Murmeln des Waldbaches, der unter Eis und Schnee sich den Weg sucht zu den abwärtsgelegenen Gründen. Das Gelände eigt stark an. Wir kommen nur langsam vorwärts. Oft müssen wir pausen. Die Reifen des Schlittens schneiden tief in den weichen Schnee. Zentnerschwere Massen schieben wir vor der Stirnwand einher. Das Tier schwitzt. Eiszapfen hilden sich an Mähne und Riemenzeug und fallen aft kürrend hernieder. Endlich erreichen wir die Höhe. Von den Spuren der Herfahrt ist nichts mehr zu entdecken. Bauern haben, wie ich höre, am Nachmittage Bahn gefahren für den morgigen Kirchgang. Auch diese ist verweht. Wir fahren weiter und erkämpfen mühsam jeden Schritt des Bodens. Der Ostwind faßt uns von neuem und dringt durch bis aufs Mark. Doch es bleibt hell, wunderbar hell. Endlich haben wir den Wald hinter uns. Ein weites, weißes, mondbeschienes Gefilde dehnt sich vor unserem Blick. Dann taucht gleich die Kirche auf. Die Kirche des Heimatdorfes mit ihrem ragenden Turm, der gespensterhaft, gleich einem riesigen Finger in den Nachthimmel zeigt. Kein Lichtlein mehr! Nur das kalte Licht des Mondes bricht sich flammend in den gefrorenen Scheiben der Fenster. des Pfarrhauses geht mein Blick zunächst nach der Uhr. Ein Uhr nachts! Damit verschwindet die Hoffnung auf eine Stärkung, deren ich bedürftig zu sein glaubte. Ich lege mich schlafen, muß aber nahezu eine Stunde warten, bis die angesammelte Körperwärme den Schlummer ermöglicht„Agf 115r 5 Morgens aber stehe ich um funf uhr bereits am festlich geschmückten Altare. Die geräumige Kirche ist bis zum letzten Platze gefüllt. Alte, traute Weihnachtslieder ertönen. Ich stimme das Gloria an. Und während der Chor in ergreifender Weise den Lobgesang der Engel von Bethlehem fortsetzt, taut süßer Weihnachtsfriede hernieder auf die andächtig betende Menge und auch auf mich. Und im tiefsten Herzen fühle ich aufsprossen die reine, geistliche Freude, im Auge aber fühle ich die Träne. Als ich dann nach vollendetem Amte noch einige Minuten allein im Gotteshause verweile, sehe ich den Rauch der erlöschenden Lichter mit dem Weihrauchdufte sich mengen, und gleichsam aus weiter Ferne höre ich die Stimme des scheidenden Freundes:„Es war schlimm, aber um keinen Preis möchte ich darauf verzichtet haben.“ Unterstützt die Volksküche! Das größte Kunstwerk. Von Artur Brausewetter. Wer lebt, gestaltet. Es gibt manches große Kunstwerk, das gestaltendem Kopf und gestaltendem Herzen entsprungen. Aber das größte Kunstwerk ist das alles nicht. Das größte Kunstwerk ist: sein Leben zu gestalten. Was das heißt? Jeden Tag, jede Stunde, jede karg zugemessene Sekunde seines Daseins mit dem vollen Atemzug des ebens, mit dem Bewußtsein leben: sie ist um ihrer selber da und kehrt niemals wieder. Sein Leben icht nur leben, nein, es erleben, das ist es. Aber es heißt noch etwas anderes: Ewigkeitsgehalt in sein Leben bringen. Wir leben und wirken unter allerlei Gesichtspunkten. Aber unter dem Gesichtspunkte der Ewigkeit leben und wirken wir so wenig. Und doch— was ist dies ganze, schnell entrinnende, nie wiederkehrende Dasein, wenn sein ganzer Inhalt, seiner Zeit Gewinn nur Erwerben und Genießen, nur Schlaf und Essen ist? Wenn man, Tag für Tag dem öden Gleichmaß der Stunde, den vielen Nadelstichen und Keulenhieben der Welt und der lieben Nächsten ausgeliefert ist— und kein Licht aus einem höheren Leben leuchtet hinein, Kraft und Freudigkeit zu geben? Und wenn man nichts zu eigen hat: Eins muß man doch haben, um in dieser Welt zu bestehen: ein eigen Herz. „Unter allen Besitzungen auf Erden ist ein eigen Herz die kostbarste, und unter Tausenden haben sie kaum zween,“ sagt einmal Goethe. Nur Menschen mit dem eigenen Herzen, mit dem Sinn an wahrer Freude und dem stillen Ewigkeitsdrang können sich ihr Leben zum Kunstwerk gestalten. Wie wahr urteilt ein Weiser:„Wir werden alle als Originale geboren, und wir enden als Kopien.“ Eins aber fehlt noch, sein Leben sich zum Kunstwerk zu gestalten: die Güte. Nicht etwa eine schwächliche Gutmütigkeit, die oft in viel höherem Maße Charakterfehler als Charakterstärke bedeutet. Wohl aber die echte, warme Güte des Herzens. Oder gäbe es nicht zu denken, daß das größte Genie der Welt, Michelangelo, den Ausspruch getan: daß der höchste Gipfel, zu dem des Menschen Seele sich erheben könne, wahre Güte sei? Nicht, was der Künstler gestaltet, ist das eigentliche Kunstwerk. Wir mögen schaffen, was wir wollen, wir bleiben doch nur Stümper des Lebens. Das größte Kunwerk, das einer schaffen kann, ist sein Leben. Und der ist der größte aller Künstler, mag er der einfachste Mann, die schlichteste Frau sein, dem es gelingt, sein Leben sich zum Kunstwerk zu gestalten. Wie selten aber sind die Menschen, von denen man sagen kann: sie sind die Künstler, die Schöpfer ihres Lebens. Die meisten nehmen ihr Leben hin als etwas Gegebenes, etwas, das nun einmal da ist, das ihnen auferlegt ist wie eine Last, aber nicht überantwortet wie ein Pfund, mit dem sie wuchern sollen. Das Leben aber ist nicht ein Schicksal, das uns zuerteilt ist, sondern ein Schicksal, das wir gestalten sollen! An sich ist das Leben nichts. Erst dein Auge gibt ihm die Gestalt und das Wesen. Dein Auge erst macht es zu einem großen Glück oder zu einem tiefen Leid. Es gibt Menschen mit lachenden Augen und solche mit müden, traurigen Augen. Die ersten sind die Sonntagskinder, die ein glückliches Leben, ein harmonisches Sterben lehrt. Denn es ist eine wunderbare, oft bezeugte Tutsache, daß, die glücklich gelebt, viel leichter sterben, als die unglücklich auf dieser Welt gewesen.— Die anberen sind die mitten im Leben Todgeweihten, sind die immer Besiegten, die im Staube kriechen. Werde der Schöpfer deines Lebens mit hellem Auge und mit starker Hand! Und du wirst der Sieger sein, der glücklich macht, weil er glücklich ist. 6. Wer zeigt dem weiblichen Geschlecht einen besseren Lehrmeister zum Herauskommen aus Modesklaverei, Zimperlichkeit, und Oberflächlichkeit, zu Selbständigkeit, Gesundheit und natürliche Anmut als die Natur? Schon stellt das weibliche Geschlecht rund ein Virtel bis ein Drittel aller Herbergsgäste. 7. Das Jugendherbergswerk wird immer mehr Volkssache, eines der wenigen Gebiete, bei dem sich die Alten einig im Wollen des Guten finden. Alle Schichten von rechts bis links wirken mit. Auf dem Wege zur Natur gibt es kein Rechts und kein Links. In der J. H. nächtigt der jugendliche Arbeiter nehen dem Studenten. Am Feuerherd kocht der Sohn des Fabrikanten neben dem Proletarier. Bei Volkstanz und Lied wirken Katholiken und Protestanten,„Bürgerliche" und Arbeiterjugend vereint mit, der Mensch den Menschen achtend. Wo gäbe es einen näherliegenden und aussichtsvolleren Weg für das Sichverstehenlernen bisher fremder Schichten, für die Heranziehung eines innerlich einigen Geschlechts? 8. Das, was man Jugendbewegung nennt ist einer der wenigen Lichtblicke für die innere Gesundung. Vielleicht der orheißungsvollste. Alle in der Jugendbewegung stehenden Bünde beruhen auf der Grundlage des Wanderns. Die Gewinnung der Mehrheit des Volkes entscheidend beeinflussen.. Auswüchse beim Wandeen werden nicht durch Schimpfen, sondern durch frühzeitige Einkehr zur Natur durch Schaffung vieler J. H. unter guter Aufsicht und durch planmäßige Führerausbildung in Schule und Verein überwunden. 9. Das mehrtägige Jugendwandern mit Uebernachtung in den J. H. ist die zweckmäßigste und billigste Form des Landaufenthalts. Die Verwirklichung des allgemeinen Jugendwanderns kann sie uns schaffen. Dazu brauchen wir Jugendherbergen, aber Staat und Gemeinde und Jugendfreunde dürfen nicht versagen! Volkskraft und Jugendherbergen. Der Verband für Deutsche Jugendherbergen, Geschäftsstelle Hilchenbach in Westfalen, schreibt uns: 1. Bei allen staatlichen und gemeindlichen Maßnahmen muß die Volkskraft im Vordergrunde, das Vorbeugen über dem Heilen stehen. 2. Das Wandern ist so ziemlich die einzige körperliche Betätigung, die von allen, auch vom weiblichen Geschlecht, und bis ins hohe Alter hinein ausgeübt werden kann. In einer Zeit, wo Sporthallen, Spielplätze und Schwimmbäder kaum zu halten sind, ist es kein geringer Vorzug des Wanderns, daß es auch die billigste Art der körperlichen Ertüchtigung ist. Das allgemeine Jugendwandern von der Volksschule her ist der sicherste Weg zur Heranziehung eines sportfreudigen Geschlechts. 3. Die frühzeitige und regelmäßige Fühlungnahme mit der Natur ist das beste Bollwerk gegen Tuberkulose, Geschlechtskrankheiten, Alkohol und sonstige körperliche Entartung. Noch immer ist die Natur der beste Arzt, die das Sichausleben in der reinen Natur der beste Weg zu Wer hat die Währung zerstört? Was die bisherigen Regierungen getan haben, ist alles zum Unheil Deutschlands ausgeschlagen, was die erhoffte kommende„nationale“ Regierung tun wird, kann dem deutschen Volke nur eitel Freude und Wonne bringen. Wenigstens, wenn man den Wahlreden von gewisser Seite Glauben schenken darf. So stammt bekanntlich die Währungszerrüttung mit ihren bitteren Folgen für Hypothekengläubiger, Sparer usw. aus der Zerrüttung der Staatsfinanzen, die wiederum logischerweise von der„Mißwirtschaft“, der pp Regierungen der deutschen Republik herrühren soll. Also will's die Wahldemogogie. Wenn man aber die Sache bei Lichte betrachtet, liegen die Dinge doch wesentlich anders. Das ist eine unumstößliche Tatsache, daß Deutschland bereits einmal im Begriff gewesen ist, finanziell festen Boden unter die Füße zu bekommen, seinen sordentlichen Haushalt in Ordnung zu bringen und dazu noch erhebliche Reparationszahlungen zu leisten. Das war im ersten Vierteljahr des Rechnungsjahres 1922 der Fall. In den Monaten April, Mai und Juni des genannten Jahres gelang es durch Steigerung der sordentlichen Einnahmen diese unter Einrechnung gewisser außerordentlicher Einnahmen auf 57,1 Milliarden Papiermark zu bringen. Demgegenüber betrugen die gesamten Ausgaben des Reiches einschließlich der Ueberweisungen an die Länder, einschließlich gewisser außerordentlicher Ausgaben und der unter normalen Verhältnissen nicht notwendigen Zuschüsse an die Betriebsverwaltungen 34,4 Milliarden Papiermark. Demnach ergab sich ein Ueberschuß von nicht weniger als 22,7 Milliarden, Papiermark, mit denen nahezu die Hälfte der Friedensvertrages=Anforderungen abgedeckt werden konnte. In Anbetracht der Tatsache, daß die Steuerreform des Jahres 1919 allmählich wirksam zu werden begann, wäre eine fortschreitende Besserung der Finanzlage des Reiches zu erwarten gewesen. Diese Tatsache, daß sich unter der Kanzlerschaft Dr. Wirth's eine allmähliche Sanierung der Staatsfinanzen anbahnte, ist übrigens auch von kompetenter deutschnationaler Seite unzweideutig anerkannt worden. So hielt am 4. Juli 1923 Dr. Helfferich im Verein Deutscher Eisen= und Stahlindustrieller eine Rede, in der er wörtlich ausführte: „Für mich ist es kein Zweifel, hätten wir keine Geldentwertung, dann würden unsere Steuern ausretchen, nicht nur um die Bedürfnisse der eigentlichen Reichsverwaltung zu decken, sondern auch um Ueverschüsse für Reparationsleistungen zu produzieren. Den Beweis sehe ich in der Entwicklung unserer Reichsfinanzen, während des abgelaufenen Rechnungsjahres. Im April, Mai, Juni und Juli v. Is. haben die Reichseinnahmen Monat für Monat nicht nur die Kosten für die innere Verwaltung des Reiches einschließlich der Betriebsverwaltungen, der Post und Eisenbahn gedeckt, sondern darüber hinaus erhebliche Ueberschüsse geliefert. Der Ueberschuß der Reichseinnahmen über die Ausgaben der allgmeinen Reichsverwaltung und der Betriebsverwaltungen hat, betragen im April 7,2 Milliarden Mark, im Mai 7,8 im Juni 7,7, im Juli 3,8 Milliarden Mark. Zu den jeweiligen Dollarkursen umgerechnet war in dem Vierteljahr April=Juni ein Ueberschuß von mehr als 100 Millionen Goldmark monatlich zu verzeichnen. Dieser Ueberschuß stand damals für die Durchführung des Friedensvertrages zur Verfügung. Es ist nicht die Schuld Deutschlands, wenn er nicht in vollem Umfange für die„ReparaMotive aus der inneren Entwicklung Deutschlands holte. Es heißt also die Dinge völlig auf den Kopf stellen, wenn man die bisherigen deutschen Regierungen für den Währungszerfall und seine Folgen verantwortlich machen will, ist doch gerade aus dem Lager derjenigen, die heute so laut diesen Vorwurf erheben, alles nur Mögliche geschehen, um die Sanierungsmaßnahmen der Regierung zu durchkreuzen, zum Teil sogar zu sabotieren und so den Prozeß der Gesundung zu unterbrechen. Einfachheit, Selbstzucht und Selbsthilfe, die beste Abzzsgnen, zsicht in vollem Umfange kyr g garawehr gegen Zigarette, Vergnügungs= und Verschwen=stionen, sondern größtenteils für rote Lusten, wie dungssucht, ein kaum übertreffbarer Hebel zur hebung von Arbeitslust und Arbeitskraft. 4. Die Wohnungsnot in den Städten, das größte aller Uebel, nimmt immer noch zu. Fast scheint es, als wenn Auswandern allein Linderung bringen könnte. Das häufige Wandern aber ist die Wiederanknüpfung des in den menschenverschlingenden Städten verloren gegangenen Lebensfadens, zugleich das beste Gegenmittel gegen die Schäden der einseitigen Wissensschule. 5. Wo gäbe es ein näherliegendes Mittel gegen die Landflucht als das allgemeine Jugendwandern. Wer seine Heimat erwandert, lernt sie lieben. Er entbehrt auf dem Lande nicht Kino und die seichten Freuden der Stadt. In den Steinmauern der Städte packt ihn die Sehnsucht nach den heimatlichen Fluren. die Besatzung und die Kontrollkommissionen verwendet worden ist. Jedenfalls hat das Ergebnis jener Monate den Nachweis erbracht, daß wir mit Steuern von einer Höhe, wie sie kein anderes Land kennt, im Begriffe waren, unsere inneren Finanzen zu ordnen und, wenn man uns von den toten Lasten befreite, den Boden für eine Regelung der Reparationen zu bereiten, die sich neben dem englisch=amerikanischen Schuldenabkommen immerhin hätte sehen lassen können.“ Wenn dieser Weg der Gesendung nicht weiter beschritten werden konnte, so sind dafür innen= und außenpolitische Gründe verantwortlich zu machen. Innenpolitisch: die Ermordung Rathenaus, die das kaum sich abschwächende Mißtrauen der Welt gegen uns wieder erneut aufflammen ließ und außenpolitisch die Politik Poincares, die zum guten Teil ihre Ortsnachrichten aus dem Kreise Gipe. soll lohen! Osterfeuer soll lohen Auf den Bergen, den hohen! Wacker den Holzstoß geschichtet, Hurtig die Quetschen gerichtet! Rufet die Knaben zusammen, Schüret mächtig die Flammen! Ehrwürdiger Sitte Walten Soll nicht vergehn nicht veralten. Sagt es den Großen und Kleinen, Sagt es den Groben und Feinen, Sagt's allen Jugendfrohen: Osterfeuer soll lohen! Von Berge zu Berge ein Singen, Springen und Quetschenschwingen! Ehrwürdige Sitte ist Kraft, Die fröhliche Herzen schafft; Ehrwürdige Sitte ist Geist, Der Treue um Treue verheißt, Treue in Macht und Not, Treue bis in den Tod. Möge der Erdball erzittern In wütenden Ungewittern, Der Weltwolf heulen und drohen— Osterbrauch soll nicht erkalten, Österbrauch soll nicht veralten, Osterfeuer soll lohen! Osterfeuer soll lohen! er Olpe, 19. April. In letzter Zeit hat die Unsitte, Obstreste, insbesondere Apfelsinenschalen, auf die Straße zu werfen, einen großen Umfang angenommen. Infolge Ausgleitens auf derartigen Resten sind wiederholt Unglücksfälle, sogar schwerster Art, vorgekommen. Die Bürgerschaft wird daher mahnt, die Unsitte, Obstreste auf die Straße zu werfen, zu unterlassen und mehr Selbstzucht zu üben. Die Verunreinigungen der Straßen in der angegebenen Weise ist übrigens verboten; Personen, welche gegen die diesbezüglichen Polizeivorschriften verstoßen, setzen sich der Gefahr der Bestrafung aus. —0— Olpe, 19. April. Die neuen Silbermünzen im Werte von 1, 2 und 3 Mark sollen, wie berichtet wird, nun endgültig nächste Woche in den Verkehr gelangen. Die Ausprägung der im Gesamtbetrage von 300 Millionen Mark vorgesehenen Silbermünzen ist in einem Umfange fortgeschritten, daß täglich mehrere Millionen in den Verkehr gebracht werden können. Die neuen Silbermünzen sind auf Goldmarkbasis aufgestellt, um auf diese Weise ein wertbeständiges Metallgeld zu schaffen. Mit der Ausprägung sind sämtliche Münzstätten im Reiche betraut. :!: Olpe, 19. April. Auf die Gefahr der Berührung elektrischer Starkstromleitungen kann nie genug hingewiesen werden. Man unterscheidet Hochspannungs= und Niederspannungsleitungen. Die Berührung der ersteren, an deren Masten Warnungsschilder mit rotem Blitzpfeil angebracht sind, wirkt unbedingt tödlich. Es ist erforderlich, bei Unglücksfällen, die beim Fällen von Bäumen, Aufstellen von Gerüsten, Aufrichten von Leitern zum Obstpflücken usw. entstehen können, sofort die Ueberlandzentrale zu benachrichtigen. Verunglückte, die noch in Berührung mit der Leitung stehen, dürfen unter keinen Umständen angefaßt werden. Bei Unglücksfällen durch die Berührung von Nieder=(nach Newyork sorgen und durch ihre dortigen Agenspannungsleitungen ist die Leitugg sofort stromlo#ssten die Verzollung der Postfrachtstucke und ihre im besetzten Gebiet(ungefähr), Ort der Ein= und Ausreise sowie die vorgesehene Strecke, Naine und Adresse der Personen, bei denen der Antragsteller zu wohnen beabsichtigt oder die über ihn Auskunft erteilen können. Beizufügen sind ein polizeilicher Personalausweis, zwei Lichtbilder und Briefmarken für das Antwortschreiben, bei den französischen und belgischen Dienststellen eine Gebühr von 5 Goldmark (zahlbar in Devisen), beim städtischen Verkehrsamt in Köln eine Gebühr von 3 Mark. Die Erledigung der Gesuche dauert zwei bis vier Tage.— Wer durch das besetzte Gebiet nach dem Auslande weiterreisen will, braucht nur beim Eintritt in das besetzte Gebiet seinen Paß dem Kontrollposten vorzuzeigen und sich dort einen vierundzwanzig Stunden geltenden Datumsstempel geben zu lassen. —0— Olpe, 19. April. Es sind alle Vorbereitungen getroffen, um den zu Ostern erfahrungsgemäß sehr starken Reiseverkehr voll zu bewältigen. Die regelmäßig verkehrenden Schnell= und Personenzüge werden durch Beistellen von Wagen verstärkt, so daß sie in erhöhtem Maße aufnahmefähig sind. Außerdem werden die Züge, die sich des größten Zuspruches zu erfreuen pflegen, dadurch entlastet, daß Vor= und Nachzüge gefahren werden, die meist zehn Minuten vor oder nach dem Hauptzuge verkehren. Es empfiehlt sich also, möglichst früh vor Antritt der Reise sich zum Bahnhof zu begeben. Ferner ist eine Anzahl Züge vorübergehend eingelegt worden. Zur Vermeidung eines zweimaligen Wartens am Schalter bei der Lösung der Fahrharten und zur besseren Abwickelung des Reiseverkehrs wird dringend empfohlen, stets die Rückfahrtarten schon bei Antritt der Hinreise mitzulösen, wenn feststeht, daß die Rückreise innerhalb der viertägigen Gültigkeitsdauer der Fahrkarten beendet wird. Auch in diesem Jahre gelten die Sonntagsrückfahrtarten von Donnerstag, 17., mittags 12 Uhr, bis Östermontag, 21. April. Die Rückfahrt muß vor Mitternacht vom 21. zum 22. April angetreten werden. Olpe, 19. April.(Postpakete und Postfrachtstücke nach den Vereinigten Staaten von Amerika.) Im Verkehr mit den Vereinigten Staaten von Amerika sind Postpakete, d. h. Pakete, deren Austausch durch Vermittlung der beiderseitigen Postverwaltungen erfolgt, bis zum Gewicht von 10 Kg. zugelassen. Außer gewöhnlichen Postpaketen sind im Verkehr mit den Vereinigten Staaten von Amerika auch eingeschriebene Postpakete zugelassen, Postpakete mit Wertangabe dagegen nicht. Auf Grund von Verhandlungen zwischen den beiden Postverwaltungen, die gegenwärtig im Gange sind, wird die Zulassung von Postpaketen mit Wertangabe zwischen Deutschland und den Vereinigten Staaten von Amerika voraussichtlich in nicht ferner Zeit erfolgen; doch werden, den Wünschen der amerikanischen Postverwaltung entsprechend, voraussichtlich nur Postpakete mit geringer Wertangabe(bis 50 Doars) zugelassen werden können. Postpakete aus Deutschland nach den Vereinigten Staaten von Amerika dürfen nicht länger als 105 Ztm. sein: ihre Länge und ihr Umfang dürfen zusammen 180 Ztm. nicht überschreiten. Pakete nach den Vereinigten Staaten von Amerika, die den angegebenen Bedingungen entsprechen, werden von der deutschen Post steis als Postpakete behandelt, also an die amerikanische Postverwaltung zur Aushändigung an die Empfänger übermittelt. Häufig kommen aber Pakete vor, die den Bedingungen für Postpakete nicht entsprechen, insbesondere legen die Absender oft Wert darauf, auch Pakete im Gewicht von mehr als 10 kg. versenden zu können, oder ihre Postpakete mit angemessener Wertangabe zu versenden. Um auch solche Pakete, annehmen und den Empfängern zuführen zu können, hat die deutsche Poft die Einrichtung der sogenannten Poftsrachtstücke getroffen. Diese werden von den deutschen Postanstalten gleich den Postpaketen angenommen und bis zum deutschen Ausgangshafen(Hamburg oder Bremen) mit der Post befördert. Daselbst aber gehen sie in die Hände von Spediteuren über(in Hamburg Elkan und Co., in Bremen Constantin Württenberger), die für die Weitersendung sorgen und durch ihre, dortigen Agenzu machen oder der Verunglückte mit Hilfe eines trockenen Tuches von der Leitung wegzureißen. Auch genügt es, wenn der Hilfeleistende sich auf ein trockenes Brett stellt. Es ist unverzüglich ärztliche Hilfe anzurufen und bis zu deren Eintreffen bei dem Verunglückten künstliche Almung, wie bei Ertrunkenen, anzuwenden. ? Olpe, 19. April. Der Westfälische Milchpreisausschuß hat den Preis für 1 Lt. Vollmilch vom 17. d. Mts. ab auf 16 Pfg. ab Molkereistation festgesetzt, wobei 25 Prozent als Verarbeitungskosten des Stallpreises gerechnet werden. Olpe, 19. April. Den festländischen Regengebieten ist von Westen ein Hochdruckausläufer gefolgt, der heute allgemeine Aufheiterung veranlaßte. Auch morgen dürfte der Witterungscharakter unter seinem Bereich noch ein freundliches Aussehen bei etwas steigender Temperatur haben. Olpe, 19. April.(Die Einreise in das besetzte Gebiet.) Der preußische Minister für Volkswohlfahrt gibt einen Vermerk über die Einreise in das besetzte Gebiet heraus, dem wir folgendes entnehmen:„Personen über 16 Jahre, die im unbesetzten Gebiet ihren Wohnsitz haben, können nur dann in das besetzte Gebiet einreisen, wenn sie im Besitz eines von der deutschen Polizei ausgestellten Personalausweises sind und von den Besatzungsbehörden einen besonderen Einreiseschein erhalten haben. Die Einreisegesuche sind zu richten: für das Ruhrgebiet an den französischen Divisionskommandeur in Essen, Dortmund oder Düsseldorf oder an den belgischen Divisionskommandeur in Duisburg(die dortigen Handelskammern geben ihnen Überreichte Gesuche weiter); für die belgische Zone, Zone des altbesetzten Gebietes an den belgischen Bezirksdelegierten in Aachen(für den Regierungsbezirk Aachen) oder in Krefeld(für den linksrheinischen Teil des Regierungsbezirks Düsseldorf); für die britische Zone an das städtische Verkehrsamt in Köln, Domhof 28, und für die französische Zone an die französischen Bezirksdelegierten in Bonn, Koblenz, Trier, Wiesbaden, Mainz oder Speyer. Es empfiehlt sich, die Anträge durch eine im besetzten Gebiet wohnende Mittelsperson(Verwandten oder Geschäftsfreund) erledigen zu lassen. Der Antrag muß enthalten: Reisezweck, Anfangs= und Enddatum des Aufenthalts Aushändigung an die Empfänger bewirken lassen. Postfrachtstücke können bis 20 Kg. schwer sein und mit Wertangabe in jeder Höhe versandt werden; bestimmte Ausdehnungsgrenzen sind nicht festgesetzt, doch werden Pakete, die gewisse Ausdehnungen überschreiten, als Sperrgut mit erhöhter Gebühr belegt. Die Gebühren für Postfrachtstücke nach den Vereinigten Staaten von Amerika setzen sich aus der Gebühr für die Beförderung innerhalb Deutschlands sowie aus einer weiteren Gebühr zusammen, die aber nur bis zum Landungshafen Newyork gilt. Alle übrigen Gebühren, insbesondere die Kosten für Landung der Pakete, für Ausführung der Verzollung, für die Zustellung und für die etwaige Weitersendung zum Bestimmungsort, ferner die von der amerikanischen Zollverwaltung berechneten Zollgebühren, fallen dem Empfänger zur Last. Nach Lage der Verhältnisse stellt der Postfrachtstückdienst eine wertvolle Ergänzung des durch die beiderseitigen Postverwaltungen vermittelten Postpaketdienstes dar; anderseits läßt es sich nicht vermeiden, daß die durch private Spediteure behandelten Postfrachtstücke wesentlich höheren Gebühren unterliegen und nicht entfernt mit der gleichen Schnelligkeit befördert werden können wie die ausschließlich durch staatliche Verwaltungen behandelten Postpakete, denen aus diesem Grunde manche Vergünstigungen zu Teil werden, die für Postfrachtstücke nicht in Betracht kummen. Die Absender von Paketen, die nach den Vereinigten Staaten von Amerika als Postfrachtstücke versandt werden, müssen mit diesen unvermeidlichen Schwierigkeiten und Nachteilen rechnen. Jedenfalls empfiehlt es sich, die Pakete nach Möglichkeit so einzurichten, daß sie als Postpakete zur Versendung kommen können. (op) Olpe, 19. April.(Unterhaltungsrundfunk.) Am 1. April ist der Frankfurter Rundfunksender endgültig in Betrieb genommen. Die Vortragsfolgen werden durch die Zeitschrift„der deutsche Rundfunk" bekanntgegeben. Mit der Inbetriebnahme dieses Rundfunksenders beginnt für alle in seinem 150 Km. Umkreis gelegenen Rundfunkempfangsanlagen die Gültigkeitsdauer der Genehmigungsurkunden zu trechnen. Im Oberpostdirektions=Bezirk Dortmund gehören dazu die Anlagen für den Unterhaltungsrundfunk in Schalksmühle, Altena(W.), Sans souel, Hachen, Arnsberg(W.), Hirschberg(W.), Hirschberg(W.), Warstein, Alme, Niedermarsberg und den südlich davon gelegenen Orten. Olpe, 19. April.(Schauspielhaus Hagen.) Es sei nochmals auf das morgige Gastspiel von Hildegard Bieber vom Opernhaus Hamburg hingewiesen. Frl. Bieber, die sich sowohl als Bühnensängerin wie auch im Konzerisaal schnell einen Namen gemacht hat, wird die Titelpartie in Bizetz Oper„Carmen“ singen. Die Partie des Don Jose singt Kammersänger Engelhard.— Am Ostermontag wird Jessels reizende Operette„Schwarzwaldmädel“ aufgeführt. Sie gehört mit zu den besten Erzeugnissen der neueren Operettenliteratur. Den Domkapellmeister spielt F. W. Hanschmann. Als nächste Neuheit wird die Oper am kommenden Freitag Mehuls„Joseph in Aegypten" bringen. Die Proben sind bereits in vollem Gange. Es sei schon heute auf dieses Werk hingewiesen, das für Hagen vollkommen neu ist und sicherlich größtem Interesse degegnen wird. (*) Listernohl, 19. April. Eine merkwürdige Art, die Straßen vor dem Ausfahren durch schwere Fahrzeuge zu schonen, wendet man seit einiger Zeit auf der Landstraße Klinke—Listertalsperre— Hunswinkel an. Dicke Quadersteine hat man auf der Straße angebracht, sodaß die Fuhrwerke die straße nur im Zick—Zack passieren können. II Attendorn, 19. April. Die Lungenfürsorgestelle für Stadt und Amt Atlendorn hat im Jahre 1923 eine lebhafte Tätigkeit, entfaltet. Unter Leitung des Kreismedizinalrates Dr. Scholand fanden allmonatlich zweimal Beratungsstunden im Krankenhause zu Attendorn statt. Die Zahl der Besucher betrug 496, mit Nachuntersuchungen 861. In dauernde Fürsorge wurden 225 Kranke genommen. Es wurden 9 lungenkranke Kinder in Lippspringe, 42 skrupulöse Kinder in Salzuflen untergebracht. Die Kurkosten wurden aus öffentlichen Mitteln bestritten. Bei 26 Kindern und 20 Erwachsenen wurde Lichtbehandlung mit Höhensonne angewendet. Die Fürsorgeschwester hat 1098 Wohnungsbesuche unter nommen. Daneben lag ihr die Aufklärung der beteiligten Volkskreise über die Ansteckungsgefahr der Tuberkulose und die Erleilung von Verhaltungsmaßregeln bei Krankheitsfällen ob. Durch Vermittelung der Fürsorgestelle wurden an 14 unterernährte Kranke und Kinder in besonders bedürftigen Familien von Wohltätern insgesamt 1115 Mittagessen verabreicht. Aus diesen Zahlen des Jahresberichtes ergibt sich, daß die Lungenfürsorgestelle eine dringend notwendige Einrichtung für das Wohl der Allgemeinheit ist. Vermisch V 1 Die Gebeine des Obersten Hildebrand von Kracht, der in der Zeit der schweren Nöte des Dreißigjährigen Krieges als Gouverneur mit starker Hand die Festung Küstrin hielt, wurden jetzt, da der Wall mit dem Grabgewölbe infolge der Entfestigung niedergerissen wird, in den Keller des historischen Küstriger echlosses übergeführt, wo der mit Wappen und Bibelsprüchen reichgezierte Sarg— getragen von Reichswehrsoldaten— Aufstellung gesunden hat. Die Kommandantur und der Geschichtsverein veranstalten aus diesem Anlaß im Mai eine besondere Weihefeier. In der Bibliothek der MeGhill-Universität in Montreal ist dieser Tage ein alter beschädigter Band ohne Umschlag und Titelseite gefunden worden. Das Buch dessen Seiten vergilbt und zerknittet sind, hat viele Jahre lang in einem Winkel gelegen. Dr. Lome, der Bibliothekar, entdeckte, daß der Band fünf Theaterstücke enthält, die mehr als dreihundert Jahre alt sind. Eine nähere Untersuchung in Newyork ergab, daß eines der Stücke die Quartoausgabe von Shakespeares„König Richard 2.“ aus dem Jahre 1598 ist, einem Druck, von dem nur noch ein zweites Exemplar bekannt ist, das sich in der Bibliothek von W. A. White in Newyork befindet. Auch die vier anderen Bühnenwerke sind Erstdrucke aus der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts. Der Band. der alle diese Stücke umfaßt, war der Universität von John Robson, einem Arzt in Warrington und bekannten Archäologen, der 1873 starb, vermacht worden. Aus Amerika kommt die erfreuliche Kunde, daß es gelungen ist, einen Apparat zu konstruieren, der das Schnarchen unmöglich macht. Ein aus Gummi hergestelltes Kissen ist der Halswölbung genau angepaßt und füllt, mittels Bändern beim Schlafe um den Hals befestigt, den Raum zwischen der Kinnlade und der Brust aus, verhindert beim Schlaf das Herabfallen der Kinnlade, ohne zu drücken und macht so das Offenstehen des Mundes und das dann erfolgende Schnarchen unmöglich. Auf seiner äußeren, den Körper nicht berührenden Fläche ist das Kissen mit einem Luftventil versehen, durch das der Apparat beliebig mit Luft gefüllt werden kann. Angeblich verursacht er nicht die geringste Belästigung. Und am Tage kann man ihn, nachdem man die Luft ausgeblasen hat, zusammengefaltet in der Tasche tragen und unauffällig ins Bureau mitnehmen, wo er gegen das lästige Schnarchen allenfalls auch gute Dienste tun kann.(Der April macht es, wie er's will.) Suche zum 1. Mai ein brapes, tüchtiges Maochen geg. guten Lohn. i#1281 Frau Josef Hundt, Attendorn, Bäckerei. Sauberes fleißiges Biaochen für Haus= und Gartenarbeit baldigst gesucht. Frau Emil Deimel Olpe Maitinstraße. Aelteres katholisches in einen besseren Haushalt von 4 Personen per 1. Mai gesucht. Guter Lohn und Behandlung zugesichert. Frau Walter Müller, Listernohl i. Sachhatter, der über gute Zeugnisse verfügt und an selbständiges Arbeiten gewöhnt ist, bietet sich Dauerstellung in Olpe. Eintritt möglichst 1. Mai erwünscht.(112000 Offerten mit Zeugnisabschriften erbeten an den Verlag ds. Bls. Mäurer für dauernde Beschäftigung sucht sofort jf1290 Köster& Co., Olpe. Ein ersahrener Schreiner= Geselle auf Bau= und Möbelarbeit gesucht. Eduard Löser, Olve, mech. Schreinerei. Mehrere jugendliche Arbeiter sowie eis, Gf1260 Lehrling für Schwarzblechklemp. nerarbeiten sofort gesucht Blechwarenfabrik A. Löser. Olve Suche für sofort einen jungen Maun, nicht unter 16 Jahren, für alle landw. Arbeiten. Guter Lohn und Behandlung zugesichert. Zu erfragen in der Exp. d. Blattes. U11277 Hütejungen und Arbeitsburschen auch angelernte bis zu 20 Jahren, können kath. 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