e.„„„„ P TTeein Altester Anzeiger für das Sauerland Das„S. B.“ erscheint jeden Werktag früh. Der monatliche Bezugspreis beträgt 2 G.=M., die Einzelnummer kostet 10 Goldpfg. Bestellungen nehmen alle Postanstalten entgegen. Störungen durch höhere Gewalt und Ausstand rechtfertigen keine Ersatzansprüche. Geschäftsstellen: Frankfurterstr. Nr. 16 und Bahnhofstr. Nr. 3.— Fernruf 2.— Postscheck=Konto Köln Nr. 10 158. Gegr. 1840. Amtliches Kreisblatt des Kreises Olpe Anzeigenpreife: 1 Millimeter Höhe im Ortsverkehr 8 Goldpfg., f. Auswärtige 10 Goldpfg., Reklamen 40 Goldpfennig; Offertengebühr 25 Goldpf., umzurechnen nach demam Tage der Zahlung gültigen Berliner Dollar=Kurs. Zahlbar bei Aufgabe, spätestens 3 Tage nachher, andernfalls Verzugszinsen berechnet werden. Eventuell gewährter Rabatt gilt nur als Kassenrabatt. Nr. 665 Olpe, Mittwoch, den 5. März 1924. 84. Jahrg. Die Abwehr des Heiligen Stuhles und der deutschen Bischöfe. K öln, 4. März. Wie aus der Umgebung des Kölner Erzbischofs Kardinal Schulte verlautet, wird der Heilige Stuhl in einem Motu proprio zu den Erklärungen Ludendorffs vor dem Münchener Gerichtshofe Stellung nehmen. Ebenso werden die deutschen Bischöfe sich mit den Behauptungen Ludendorffe beschäftigen und unmittelbar nach Beendigung des Münchener Prozesses voraussichtlich auf einer Bischofskonferenz in Julda durch einen eigenen Hirkenbrief an die Katholiken Deulschlands den Ausführungen Ludendorffs entgegentreten. In einem Rundschreiben an die Pfarrer der Kölner Erzdiözese wird Kardinal Schulte Richtlinien für die Zurückweisung der Ludorff'schen Erklärungen von der Kanzel geben. breitet werden, ist es Pflicht aller christlich Denkenden, dagegen zu arbeiten. An erster Stelle haben aber diejenigen die größte Verpflichtung dazu, die an führender Stelle stehen, unsere Akademiker. Die Stellung der katholischen Akademiker ist ein trauriges Kapitel in den letzten Jahren. Und auch in hiesiger Gegend ist es damit, es muß offen heraus gesagt werden, sehr übel bestellt. Wo sind unsere Akademiker bei allen öffentlichen Veranstaltungen unseres katholischen Volkes? In den Versammlungen glänzen sie meistens durch Abwesenheit. Das war früher anders. In den schweren Kulturkampfsdoch am meisten mit darunter gelitten. Darum muß die Einheitsfront aller deutschen Kalholiken von neuem geschlossen werden und unsere Akademiker dürfen darin nicht fehlen, zumal die Sturmsignale aus dem gegnerischen Lager doch laut und deutlich herübertönen und der konfessionelle Friede doch arg bedroht ist. Denn das muß mit aller Deutlichkeit gesagt werden: Es kann keinen konfessionellen Frieden in Deutschland geben, wenn man auf der underen Seite nicht einsieht, daß die Idee des Papsttumes untrennbar mit der Idee des Katholizismus verbun Der Sturm bricht los Das Kübel maßloser Verleumdungen und wüstester Hetze gegen das Oberhaupt der katholischen Kirche den Papst, gegen das katholische Volk, das Ludendorff in seiner übelen, zum Fenster hinaus gehaltenen Agitationsrede im Hitlerprozeß ausgoß, muß in dem katholischen Deutschland die letzten Schläfer aufrütteln, muß einm jedem, der bisher die Blitzeichen am politischen Horizont nicht beachtet hat, zeigen, was los ist. Mit unseren heiligsten Gütern lassen wir kein freventliches Spiel treiben. Die führenden Kreise der deutschen Katholiken werden eine scharfe Abwehraktion gegen die Leute betreiben, welche sich unterstanden in dieser furchtbaren Not des deutschen Volkes die verruchte Fackel der tollsten konfessionellen Hetze in unser Volk zu werfen, welche zum Dank für selbstloseste Arbeit zur Rettung des Vaterlandes, für tapferstes und schwerstes heldenhaftes Ringen auf vorgeschobenstem Posten des Deutschtums im Osten und Westen des Reiches, jetzt die alten längst abgetanen Phrasen aus dem Lexikon des antiultramontanen Reichsverbandes mit ihrem ätzenden Spott und geifernden verruchtem Haß, der von gemeinsten unbewiesenen Verleumdungen strotzt dem katholischen deutschen Volke reichen. Die schrillen Kampfestöne und massiven Anklagen, welche von München her erklangen, sie haben das katholische Volk aufgeweckt. Seine Führer sind auf der Wacht. Der Auftakt zu diesem Kampfe, den wir wegen der, schwierigen Lage unseres deutschen Volkes nicht wollzeiten und noch lange nachher galten die katholischen den ist und daß solche noch dazu so ungerechtfertigte Akademiker als die geborenen Führer des katholi= Angriffe gegen die Kurie die deutschen Katholiken schen Volkes. Heute stehen sie vielfach abweisend tief ins Herz treffen. So wird eben der unselige und nörgelnd bei Seite und beklagen sich, daß sie Kulturkampfgeist heraufbeschworen. So kann man einflußlos seien. Kein Wunder, durch Abseitsstehen wahrlich kein seelisch geeintes Großdeutschland auferreicht man keinen Einfluß. Teilweise aber haben bauen. An dem Aufbau unseres Vaterlandes aber sie sich sogar den Parteien zugewandt, deren Held zu arbeiten, daran soll uns aus diese Hetze nicht Ludendorff jetzt sie und ihre Väter mit dem geifern= stören. Vielmehr wollen wir als Katholiken, wie den Haß beschmissen hat. Die Augen werden ihnen Max treffend sagte, wollen wir voranleuchten allen wohl jetzt geöffnet sein. Die Worte von Marx deutschen Brüdern in der Arbeit für die Allgemeinseien ihnen zur beherzigenswerten Lektüre empfoh- heit, in der Hoffnung, daß der Herrgoit seine Gnadel len. Mögen sie ihren Irrtum einsehen und durch dazu gebe, daß wir endlich wieder das deutsche Volk die Tat, das was sie bisher unterlassen haben, wie- hinaufgeführt sehen zu jener Höhe, die es kraft seider gutmachen. Hinein ins öffentliche Leben! Eine ner ganzen Veranlagung und seiner Geisteskräfte solche Mitarbeit ist wahrhaft national. Sie ist und kraft göttlicher Bestimmung einst eingenommen aber auch katholisch, denn sie stellt an erster Stelle hat und, soweit Gott will, wieder einnehmen wird. den großen katholischen Gedanken der Gemeinschaft Wir können dies aber um so besser, weil wir eine dar u. verhindert, daß diejenige, welche Ludendorff= große Vergangenheit haben und unser Ehrenschild schen Gedankengänge nachgehen unser Volk ins Un= rein und unbefleckt ist. Ein so engstirniger Mann glück stürzen wollen u. die Zeit für gekommen halten, wie Ludendorff kann uns nicht etwas am Zeuge jene unglückseligen Zustände herbeizuführen, wo die flicken, wo die Tatsachen eine andere Sprache reden. Katholiken nur als Staatsbürger zweiter Klasse galten, wo man Spenden der Sakramente und Lesen der hl. Messe unter Strafe stellte. Diese glücklich der Vergangenhett angehörenden Zeiten wieder heraufzubeschwören, daran haben die katholischen Akademiker doch sicher kein Interesse, denn sie haben Die Ausführungen des Reichsarbeitsministers Brauns sind in dieser Beziehung von der allergrößten Bedeutung, da sie insbesondere das alte Märchen von der Schuld Erzbergers an dem Sturze des Kaisertums Lügen strafen. Es ist nicht wie Braunein Teilnehmer der damaligen Verhandlungen, mit Stolz betonen konnte die Zentrumspariei, auch nicht der Abgeordnete Erzberger gewesen, die in den kritischen Tagen sich gegen die Monarchie in Deutschland und für die Entfernung des Kaisers aus Deutschland ausgesprochen haben. Wohl aber ist in jener Zeit von der Zentrumsfraktion einmütig mit allem Nachdruck das Festhalten an der Monarchie vertreten worden, und zu denen, die dabei durchaus nicht nur dem Hohenzollernhause, sondern auch der Person des Kaisers die Treue bewahren wollten, hat der Abgordnete Erzberger gehört. Das ist etwas anderes, als das Verhalten des deutschnationalen Führers Hergk, der heute in Hurrapatriotismus sich nicht genug tun kann, der am 8. November aber das Hasenpanier ergriff und kampflos seinen König und Kaiser preisgab. Und auch später hat Rom nie dem geflüchteten Kaiser, denn das ist und bleibt nun einmal der Herr vom Hause Doorn, einen Fußtritt versetzt, nein der Vatikan ist ganz energisch dafür eingerreten, daß er nicht den Feinden ausgeliefert ist, daß damit auch dem deutschen Volke ein außerordentlich schwerer Schritt erspart ist. Der durch seine guten Beziehungen zum Vatikan bekannte Frhr. v. CramerKlett teilt in einem längeren Aussatz als Erwiderung auf die vatikanfeindlichen Ausführungen des Generals Ludendorff mit, daß es dem unermüdlichen Drängen des Kardinalstaatssekretärs Gasparri zu danken ist, daß seinerzeit Italien und Japan das französische Verlangen nach Auslieferung des Kaisers nicht mitmachten, worauf der ganze Plan fallen gelassen wurde. Diese Tatsachen wollen wir mit Recht denen gegenüber betonen, die uns unberechtigterweise beschimpfen und verleumden. Die beste Antwort aber geben wir ihnen, indem wir in geschlossener Front ihnen gegenüber treten und arbeiten zum Wohle des Vaterlandes und der Kirche. Dr. W. Reichskanzler Marx und Arbeitsminister Brauns parieren Ludendorffs Angriffe. Dies klare Haltung der Zentrumspartei und Erzbergers in den Novembertagen 1918. Ein Anfruf zur Mitarbeit an die katholischen Akademiker. Berlin, 3. Mär: Im Plenarsaal des Reichstages fand gestern eine große Kundgebng des Jolksvereins für das katholische Deutschland statt. Reichskanzler Dr. Marx betonte, daß er hier nur als Vorsitzender des Volksvereins spreche. Das Werk des Volksvereins steht einzig ten, den wir, solange es ging, vermieden haben, da da. Auch ihn hat die Schwere der Zeit nicht unbewir aus vaterländischen Gründen den Gemeinschaftsgedanken darunter nicht leiden lassen wollten, er ist vom Gegner frevelhaft vom Zaune gebrochen. Den uns hingeworfenen Fehdehandschuh müssen wir aufnehmen. Wohlan denn, die Degen gekreuzt! Das erste Vorpostengefecht ist geliefert. Reichskanzler Marx und Arbeitsminister Brauns haben am Sonntag die Staße dieser Leute, die dauernd auf dem Steckenpferd einer eingebildeten vltramontanen Gefahr reiten und sich dabei einvilden, auf rührt gelassen. Seine Mitgliederzahl, die vor dem Kriege 800 000 betrug, sank; aber sie hat jetzt wieder die halbe Million überschritten und er hat auch, Dank der aufopferungsvollen Führung der Geschäfte durch den Generaldirektor Dr. Hohn in wirtschaftlicher und finanzieller Hinsicht die Not der Zeit überstanden. Wir müssen uns darüber freuen, denn wenn der Volksverein nicht für das katholische Volk, sondern für das gesamte deutsche Vaterland in einer Zeit notwendig war, dann ist das die einem mächtigen Rosse vor dem Heervanne deutscher gegenwärtige. Gerade jetzt muß er seine Bedeutung Geistigkelt zu reiten pariert. Reichskanzler Marr zur Geltung bringen und sorgen, daß in unserem der große Vorkämpfer in dem Kampfe um die Er- armen gequälten, zu Boden geworfenen Volke, dessen hallting unserer katholischen Schule, der Mann, Zukunft noch durchaus unsicher ist, die Entfremdung welcher in größter Not des Vaterlandes selbstlos der Volksschichten untereinander aufhört. in die Bresche sprang und das schwere Opfer brachte, Wenn der Verein auch auf konfessioneller Grundsich vor dem bis weit über die Achsen im Schlammie lage steht, seine Arbeit gilt doch dem Im Hinblick auf die Rede Ludendorffs in Mün= auch als Katholik voll ihre Pflicht zu tun. Ich bechen fuhr der Kanzler fort: tone demgegenüber:„Gott hat uns nicht allein die Daß die Revolution schweres Unrecht war, kann Pflicht auferlegt, für unsere Seelen zu sorgen, gewiß niemand bestreiten. Aber das Unrecht ist sondern er hat uns auch aufgetragen unser Licht beseitigk, nachdem durch die Verfassung eine Rechtsgrundlage wieder geschaffen worden ist. Kraft des Naturrechts, das jedes Volk hat, ist nach dem freiesten Wahlrecht der Welt die Nationalversammlung zusammengetreten und hat eine Verfassung geschaffen, die einen jeden im Gewissen verpflichtet, solange sie nicht auf gesetzmäßigem Wege geändert wird. Alle, die irgendwie versuchen und die Hand dazu bieten, diese Verfassung durch eine Gewalttat zu beseitigen, begehen Hochverrat und damit vom christlichen Standpunkt ein schweres Verbrechen.(Beifall.) Vorkommnisse der letzten Tage zeigen, daß selbst hochgestellte Personen, denen man Geist und Intelligenz nicht absprechen kann, auf diesem Gediete Gedanken entwickeln, die geradezu unfaßbar sind, und in derart verworrene Gedankengänge und Ideen geraten, daß sie die ganze Geschichte der Welt vergessen haben müssen und nur Meinungen vertreten, die absolut nicht beeinflußt sind durch irgendwelche staatsrechtlichen Kenntnisse.(Lebhafter Beifall.) Ich will adsichtlich nicht auf diese Dinge näher steckenden Reichswagen zu spannen, hat am Sonntag in einer machtvollen Kundgebung des Volksvereins den ganzen Gefahrenkomplex gezeichnet, den der überspannte Chauvinismus der völkischen Kreise für Deutschland bietet. Er führte aus: Wenn der völkische Kreis weitere Kreise des Volkes ergreifen sollte, so wäre das schlimmer als der verlorene Krieg, denn dann sind wir verloren für immer. Dieser Gedanke, der natürlich von den anderen Völkern ebenso stark beiont würde, brächte uns den Krieg aller gegen alle und am Ende den wietscheftlichen und politischen Untergang Europas“. Worte, denen wir voll und ganz beistimmen. Doch mit einer bloßen negativen Kritik begnügte sich dieser erfahrene Führer der deutschen Katholiken nicht, sondern zeigte auch positio das, was die katholischen Grundsätze von dem Staatsbürger verlangen, nämlich die Pflicht, das Staatswesen möglichst gut und stark zu machen und auch, wenn man unzufrieden ist, den Dienst im Allgemeinwodi nicht zu verweigern. Den ganz vermerrenen Ideen, der völkischen Kreise die der Münchener Prozeß aller Weit offenbarte, stekte er klar den christlichen und katholischen Gendpunkt gegenüber, deß eine Verfeffangeänberung anf gewoltfennen Wege ein Hochserset aub ein schweren Veedrochen W. Do ober biefe oäl#tschen Odeen in Walte unt zo viel Naffianeinent vergschtschen ngeben, aber doch diese Tatsache feststellen und deutschen Vaterland. Infolge der zeitgeschichliichen immer wieder betonen: Vom christlichen, vom katheEntwicklung muß unsere Aufklärungsarbeit sich lischen Standpunkt aus kann eine zunächst mit dem Verhältnte des Einzelzen Zumi Versasfungsäuderung nur auf dem i. Sun a—4est. Staate befassen. Bei dem früheren Obrigkeitsstaat Pechentungs#uge Ang######## oem in der Versaftung hatte es Sinn, wenn der Einzelne an den Staat mit Forderungen herantrat, die er, wie gegenüber einem Fremden, mit Rechtsansprüchen begründete und unter Umständen zu erzwingen suchte. Heute haben wir die Demokratie. Das Volk selbst hat die Einrichtungen des Staates in erster Linie zu verantworten. Wir sind alle ein Teil des Staates, und wenn wir diesen als Gegner behandeln, dann bekämpfen wir uns schließlich selbst. In dem demokratischen Staat hat jeder die Pflicht, das Staatswesen möglichst gut und slark zu machen. Die Idee der Volkogemeinschaft, die der Bolksverein pflegt, erhält ihren Antrieb von der christlichen Liebe zum Nächsten. Wir haden die Pflicht, dem Staate zu heisen, well wir zu ihm gedären, und wir müssen e, auc, tun, wenn une Staatseinrichtungen nicht p###len. Wegen Nnzesrichenhet umh Bung im Stmtinwetl verurtereo, I# gewissenlet vis widerspricht modesenderr den kacholischen vorgesehenen Wege erfolgen, und eine Aenderung wird erfolgen, wenn der Wille des Volkes ein anderer geworden ist. Solange der gesetzmäßige Weg nicht eingeschlagen wird, werden wir nicht an der Verfassung rütteln lassen und jeden als Hochverrüter und Vaterlandsfeind ansehen, der die Versassung gewaltsam zu ändern bestrebt ist.(Lebhafter Beifall.) Eine ernste Mahnung für alle Gebildeten waren die folgenden Ausführungen des Kanzlers, der fortfuhr: Eine Pflicht ist es für jeden, nach der Höhe der Gaben, die Gott ihm verlieh, im Rahmen des Staatswesene— ob es ihm gefällt, ist gleichgülttg— für das Volkswohl zu sorgen und zu arbeiten, ich lage das namentlich für die sichenisch Geblühsten Se mitt Leute, die fogen, sie fühlen sich ungesiekt von eim Pertzotht und brsten v# D# geee der Bomm zurdu. Sie beschäftigen füh seibst und ihrem Geckencheil und gkundten, dermtt nicht unter einen Scheffel zu stellen, und mit dem Pfunde, daß er uns gegeben, zu arbeiten, und er wird von uns Akademikern Rechenschaft fordern, ob wir unsere Gewissenspflicht erfüllt haben, an der wirtschaftlichen, politischen und geistigen Schulung und Hebung unseres Volkes so mitgearbeitet zu hoben, wie wir es gekonnt hätten. Heraus mit den Gebildeten aus ihren Studierstuden und hinein in das öffenkliche Leben! Man soll uns Katholiken nicht den Vorwurf machen können, daß unsere Gebildeten sich nicht am nationalen Leben beteiligt haben, weil ihnen die Staatsform nicht gefiel. Einen solchen Vorwurf könnten wir nicht ertragen, und deshalb muß der Volksverein alle Kraft einsetzen, um unsere Gebildeten zur Mitarbeit im öffentlichen Leben zu bestimmen. Eine solche Arbeit, zumal unter Opfern, ist wahrhaft national, vielleicht nationaler jedenfalls als draußen zu stehen, Kritik zu üben und dann nicht zu sagen, was geschehen soll.(Lebhafter Beifall.) Run gibt es auch im katholischen Lager, und zwar gerade bei der Jugend, manche, die eine Neugeburt Deutschlands von einer nationalen Begelsterung für die Wiederherstellung der deutschen Vorherrschaft erhoffen. Man kommt so zu völkischen Ideen, die in ihren Konsequenzen ungeheuer sind. Ich sage, wenn der völkische Kreis weitere Kreise der Volkes ergreifen söhlte, so wäre dus schkimmer, als der verlorene Krieg, denn dann sind wir verloten für immer. Dieser Gedanke, der natürlich von den andeten Völkern ebenso stark betont würde, brächte uns den Keteg uller gegen ulle und am Eide din wirtschafflichen und politischen Unfergang Suropat. Es überlief mich ein Schaudern, als ich las, daß im Hitlerprozeß das Wort siel: Wir müssen Leuse haben von sanatischem Haß. Die so sprechen, verstehen unsers Zetz nicht. Wao wir brguchen, ist Abermältigenbe Siaebe go unfstum Belk, und auch Biede, sowpeit si in Stipzfeng genommen Wird, dn Ven Gnlgehörigen andtter Bölter. Das in chriftlich, Nuffössäatig und Pflicht. Eis wich und muß der Völksvertin pfiegen. Weiter hut der Beiteverein im Belte das Gejühl der Verantwortlichkeit für das, was geschieht, zu pflegen. Tun wir alles, um den Anforderungen der Zeit gerecht zu werden? Der Arbeitgeber gegen den Arbeitnehmer? Der Arbeiter gegenüber den zeitlichen Notwendigkeiten, der Beamte angesichts der Standesnotwendigkeiten, der Bauer im Hinblick auf die Volksernährung? Nach allen Richtungen hin muß der Voiksverein aufklärend und anregend wirken. Trotz seiner schwierigen Finanzlage hat er zur Durchführung von Führerkursen ein kleines Landgut bei Paderborn erworben. Hier unterrichtet er in einer wirklichen Hochschule Arbeiter, Landbeamte, Studenten und leistet damit eine hochwertige vaterländische Arbeit. Auch ausländischen Studenten, die einen Einblick in diese Arbeit gewinnen wollen, wird er hier in Kürze die Möglichkeit dazu geben. Alle Arbeiten des Volksvereins beruhen auf der Grundlage der katholischen Glaubensüberzeugung. Aber sie geschieht für das ganze Volk. Wir werden uns darin in keiner Weise beeinträchtigen lassen, wenn engstirnige Leute, die in unsere Zeit nicht mehr hineinpassen, die konfessionellen Gegensätze aufrühren und gegen uns absolut unbegründete abscheuliche Vorwürfe erheben, weil sie nicht einsehen, daß die katholische Kirche nicht von der Staatsform und ihrer Umwälzung und nicht vom Kriegsausgang irgendwo abhängt, sondern daß sie auf dem Felsen Petri ruht und daß sie, umbraust von den Stürmen der Welt, ewig dastehen wird bis ans Ende der Zeit.(Lebhafter Beifall.) Wir werden die Vorwürfe nicht vergelten mit ähnlichen Schimpfworten und Schmähurteilen, sondern durch die Tat zeigen, daß wir als Katholiken arbeiten wollen für die ganze Welt und in erster Linie für unser armes, geplagtes deutsches Volk. Als Katholiken wollen wir voranleuchten allen deutschen Brüdern in der Arbeit für die Allgemeinheit, in der Hoffnung, daß der Herrgott seine Gnade dazu gebe, daß wir endlich wieder das deutsche Volk hinaufgeführt sehen zu jener Höhe, die es kraft seiner ganzen Veranlagung und seiner Geisteskräfte und kraft göttlicher Bestimmung einst eingenommen hat und, soweit Gott will, wieder einnehmen wird. Dafür wollen wir arbeiten im Volksverein für das katholische Deutschland.(Stürmischer, lang anhaltender Beif.) Dann sprach Reichsarbeitsminister Dr. Brauns über die deutschen Katholiken und die Kämpfe der Gegenwart. Sein Vortrag schilderte die schwere Not des Vaterlandes. Von 60 Millionen Deutschen seien 15 Millionen angewiesen auf Unterstützung aus öffentlichen Mitteln, und dieses Volk ist unter sich so uneins, wie es seit Jahrhunderten nicht mehr der Fall war. Für uns Katholiken folgert daraus die Pflicht, uns mehr denn je um das öffentliche Leben zu kümmern und um die Lösung der konkreten Fragen zu bemühen. Es handelt sich um wichtige kulturelle Fragen: die Verteidigung der Religionsfreihett, die Abwehr der Angriffe auf das Eherecht, den Kampf gegen den Schund und Schmutz in Theater und Literatur, die Mitarbeit in der Wohlfahrtspflege. Wir müssen überall auch unseren Mann stellen in den wirtschaftlichen und sozialen Kämpfen unserer Zeit. Einen Abbau der Sozialpolitik lehnen wir grundsätzlich ab. Wir wollen keine Rückkehr zum Manchestertum. Das hindert nicht, daß wir klug genug sein müssen, um die Sozialpolitik den Wirtschaftsmöglichkeiten anzupassen. Die Sozialpolitik ist in ihren Einzelbestimmungen kein ewiges Gesetz. Sie kann sich nur aufbauen auf einer gesunden Wirtschaft. Wenn wir jetzt den wirtschaftlichen Notwendigkeiten Rechnung tragen, dann retten wir den Gedanken der . Sozialversicherung, des Arbeiterschutzes und die Rechte, die die Volksmassen in der Nachkriegszeit erworben haben. An allen diesen Dingen wollen wir nicht rütteln lassen.(Lebhafter Beifall.) Ich appelliere speziell an die Unternehmer in dieser schweren Zeit, den Arbeitern nicht mehr aufzuladen als sie tragen können, und von den Arbeitern fordere ich in dieser schweren Zeit, nicht starrsinnig zu sein, aber auch nicht pessimistisch, wenn sie vorübergehend auch einiges aufgeben und mehr arbeiten müssen als früher. Die Arbeit führt uns auch wieder in eine bessere Zeit. Die großen Errungenschaften der Sozialpolitik werden wir nicht preisgeben.(Lebhafter Befall.) Wenn wir uns als Katholiken auch an den politischen Kämpfen betei ligen, tun wir es, weil wir die politische Betätigung als religiöse Pflicht betrachten. Wie viel werden wir deshalb verkannt. Die Zentrumspartei, hinter der die große Mass der Katholiken steht, lehnt den überspannten Föderalismus ab, und wenn die Bayerische Volkspartei sich vom Zentrum getrennt hat, geschah es eben, weil sie Wege ging, die wir nicht mitgehen konnten. (Zustimmung.) General Ludendorff hat sich zum Apostel der völkischen Bewegung gemacht und das Zentrum heftig angegriffen und ihm vorgeworfen, daß die Zerstörung des deutschen Reiches mit dem evangelischen Kaiser sein Ziel gewesen wäre. Das ist der Typ echtpreußischen Nichtverstehens alles Katholischen, wie wir es leider Gottes in breiten evangelischen Kreisen wahrnehmen und wie es von gewissen Leuten gezüchtet worden ist und wird. Waren es nicht gerade Katholiken, die ein großes Deutschland schon damals wollten, als Preußen und Oesterreich sich noch bekämpften? Hat nicht gerade die Arbeit des Volksvereins dahin gewirkt, die einzelnen Teile Deutschlands nach dem Jahre 1870 immer fester und inniger zusammenzuschmieden? Wer uns diese Arbeit in Elsaß=Lothringen erschwert hat, das sind gerade jene Kreise gewesen, die ich eben gekennzeichnet habe.(Zustimmung.) Ich rede da aus eigener Erfahrung. Es ist auch nicht so, daß durch die Zentrumspolitik Oberschlesien verloren gegangen ist. Umgekehrt: Wenn die Zentrumspolitik und unsere Arbeit in Oberschlesien auch unsere soziale Arbeit, nicht gewesen wäre, würde wohl auch der Rest von Oberschlesien nicht einmal gerettet worden sein.(Lebhafter Beifall.) Daß Ludendorff sich auch für ein evangelisches Kaisertum ins Zeug legt, ist kein gutes Zeichen für seine Objektivität. Man sollte meinen, gerade er müßte dafür Verständnis haben, daß das Kaisertum über den Konfessionen stehen sollte.(Beifall.) Er hat dann auch auf Erzberger hingewiesen. Aber es ist nicht die Zentrumspartei, auch nicht der Abgeordnete Erzberger gewesen, die in den kritischen Tagen sich gegen die Monarchie in Deutschland und für die Entfernung des Kaisers aus Deutschland ausgesprochen haben. Wohl aber ist in jener Zeit von der Zentrumsfraktion einmütig mit allem Nachdruck das Festhalten an der Monarchie vertreten worden, und zu denen, die dabei durchaus nicht nur dem Hohenzollernhause, sondern auch der Person des Kaisers die Treue bewahren wollten, hat der Abgeordnete Erzberger gehört. Alle, die diesen Verhandlungen beigewohnt haben, werden mir das bestätigen. Die Verhandlungen waren geheim; aber wie heute, die Dinge liegen, erscheint es notwendig, die Tatsachen vor aller Oeffentlichkeit festzustellen.(Lebhafter Beifall.) Den Völkischen ist Staat und Nation der Herrgott. Die nationalistische Bewegung völkischer Art ist letzten Endes auch unsozial, selbst wenn sie mit Kommunisten in sozialen Fragen um die Wette eifert.(Erneuter Beifall.) Wir als Katholiken sehen unsere politische Pflicht in der positiven Aufbauarbeit und nehmen deshalb Abstand von unfruchtbarer Kritik. Auch in den Zeiten, als wir in der Opposition standen, haben wir dem Vaterland posttive und schätzbare Dienste geleistet. Wir haben im Kulturkampf verhindert, daß die Religion zur Dienstmagd des Staates erniedrigt wurde.(Stürmischer Beifall.) Der protest des Datikans. Wie aus Rom mitgeteilt wird, haben im Vatikan die Ludendorff'schen Angriffe auf die vatikanische Politik und auf den Papst geradezu Empörung hervorgerufen. Der Vatikan hat, da er sich nicht allein auf die Presseberichte verlassen will, sofort den Münchener Nuntius zu einer schriftlichen Berichterstattung aufgefordert. Es wird auch damit gerechnet, daß der Nuntius persönlich nach Rom berufen wird, um dort zu berichten. Auf alle Fälle wird der Vatikan, falls sich die Pressemitteilungen bestätigen, einen offiziellen Protest erheben. Nach der Erklärung des„Corriere d'Italia“ sieht man im Vatikan die Rede Ludendorffs als eine„unbegründete Beschimpfung eine souveränen Macht" an. Der Vatikan wird etwas Derartiges nicht widerspruchslos hinnehmen. In. übrigen wird bereits in der italienischen Presse erklärt, daß der Vorwurf der Parteilichkeit des Vankans schon dadurch widerlegt wäre, daß die Gegenseite die Schritte des Papstes als deutschfreundlich bezeichnete und daß gerade in der Ruhrfrage der Papst sehr vieles von seinen Beziehungen zu Frankreich riskierte, um die Vergewaltigung Deutschlands wenigstens in etwa zu mildern. Gegenüber dem Ludendorff'schen Vorwurf, der Vatikan habe die separatistischen Bestrebungen unterstützt, wird in vatikanischen Kreisen erklärt, daß eine derartige Annahme ganz und gar möglich sei, denn der Vatikan habe nicht das geringste Interesse, den Katholizismus des Westens oder des Südens von dem Norden Deutschlands abzuschließen. Die Reichsregierung fordert das Stenogramm. Berlin, 4. März.(Privatdrahtnachricht.) Nach dem B. T. hat die Reichsregierung durch ihren Gesandten in München das Stenogramm der Aeußerungen Ludendorffs angefordert, um sich genau über den Inhalt zu unterrichten, um dann dazu Stellung zu nehmen. Eine große Abwehraktion. Berlin, 4. März.(Privatdrahtnachricht.) Nach dem B. T. wird in führenden Kreisen der Katholiken eine energische Abwehraktion gegen die Angriffe Ludendorffs auf den Vatikan und den Katholizismus eingeleitet. Der 7. Tag des Hitlerprozesses WTB München, 4. März.(Drahtbericht.) Heute vormittag wurden zunächst die Zeugen aufgerufen, die Offiziere der ehemaligen Infanterieschule waren, an ihrer Spitze Oberleutnant Leupold. Rechtsanwalt Roder der Verteidiger Hitlers, protestierte, daß dieser Prozeß in außergewöhnlicher Weise beeinflußt worden sei indem Unwahrheiten ins Volk hineingetragen worden seien durch amtliche Darstellungen über den Prozeß. Insbesondere hat General Ludendorff sogenannte amtliche Darstellungen in etwa 400 Exemplaren hergestellt. Ebenso hat das weißblaue Büchlein auf den Prozeß sehr eingewirkt. Als Verfasser des Büchleins können nur Kahr, der Polizeioberst Seiffert in Betracht kommen oder seine Hintermänner. Nicht nur die Zeugen seien beeinflußt worden, sondern Kahr, Ludendorff und Seiffert hätten ihre Aussagen vor dem Richter gemeinsam gemacht, das ergäben schon die wörtlichen Uebereinstimmungen in den Aussagen. Der Verteidiger beantragt, daß der Bericht Lossows zur Verlesung komme, was schließlich grundsätzlich vom Gerichtshof anerkannt wird. Rechtsanwalt Holl erklärt, er möchte nicht den Eindruck gewinnen, daß dieser Prozeß nicht geführt werde zum Zwecke, daß Kahr Lossow und Seiffert des Hochverrats überführt werden. Weiter nimmt Holl zu der Zeitungmeldung Stellüng daß der Kölner Kardinal Schulte zu den Aeußerungen Ludendorffs von der Kanzel aus Stellung nehmen wollte. Die Kanzel sollte nicht in den Dienst dieser Sache gestellt werden.(Das ist doch die Spitze der. Unverschämtheit, die nicht mehr überboten werden kann. Erst verleumdet man ohne jedes Bedenken, stellt leichtsinnig ohne Grund die schwersten Beschuldigungen gegen das Oberhaupt der katholischen Kirche, gegen die Kirchenfürsten und das ganze katholische Volk auf und dann will man den Kirchenfürsten verbieten sich hiergegen zu wehren. Das erinnert doch allzusehr an die unglückliche Zeit des Kulturkampfes, mit dem berüchtigten Kanzlerparagraphen, der noch längst soweit nicht ging. Diese Herrschaften demaskieren ihre Kulturkampfziele schon vor Aschermittwoch. Die Red.) Holl schließt sich dem Antrag an, daß der Bericht sofort verlesen werden sollte. Holl erklärt, die Denkschrift vom 24. 11. wurde am 12. 12. an den Chef der Landespolizei geschickt in einer Anschrift, die ausdrücklich den Charakter einer amtlichen Meldung dokumentierte. Das Gericht beschloß schließlich zur Verlesung einen späteren Zeitpunkt vorzubehalten. Staatsanwalt Stenglein beantragt wiederholt, es möchte wiederum der generelle Ausschluß der Oeffentlichkeit beschlossen werden. Justizrat Zeschwirt gibt die Anregung, daß die Vertreter des Reichswehrministeriums und des Wehrkreiskommandos während der Verhandlungen nicht im Saale bleiben sollten. Andere Verteidiger schließen sich dieser Anregung an. Der Gerichtshof beschloß hierauf, während der Zeugenvernehmung der Zeugen aus der Infanterieschule die Oeffentlichkeit auszuschließen. Die Anwesenheit von Vertretern der Reichs= und Staatsbehörden mit Ausnahme des Reichswehrministerium wird gestattet. Darauf werden die Zeugen der Infanterieschule in geheimer Sitzung vernommen. Nachmittagssitzung. In der geschlossenen Vormittagssitzung waren von 11 Zeugen von der Infanterieschule nur 2 vernommen worden. Auf die Vernehmung der übrigen wurde verzichtet. In der weiteren Vernehmung wurde als erster Oberregierungsrat Temmer, Stellvertreter des Münchener Polizeipräsidenten vernommen, der u. a. erklärt, daß Frick durchaus rechts eingestellt sei und mit den führenden Persönlichkeiten der deutsch=völkischen Bewegung Beziehungen aufrechterhalten habe. Er habe aber nie den Eindruck gehabt, daß Frick sich einer Bewegung anschließen werde, die auf einen gewaltsamen Sturz der Verfassung hinarbeiten würde. Auf eine Frage Hitlers, warum das Generalstaatskommissariat gegründet worden sei, erwidert der Zeuge Reg.=Rat Bernreuther, daß er wegen der Befürchtung gegründet worden sei, daß bereits im September von rechts ein Umsturz erfolgen sollte. Reg.=Rat Balß erklärt, er habe nicht den Eindruck gehabt, daß Hiller den Reichskanzlerposten übernehmen wollte. Hitler wiederholt hier seine Erklärung, daß er bis zur endgültigen Abrechnung mit den Novemberverbrechern die Leitung des politischen Kampfes ausüben wollte. Wenn er hätte Reichskanzler werden wollen, so hätte er diesen Titel auch vorgeschlagen. Der Zeuge sagt aus, wenn Kahr im Bürgerbräukeller erklärt hätte, daß er nicht mittue, dann wäre er vielleicht ebenso abgeführt worden, aber passiert wäre ihm nichts. Der Zeuge glaubt nicht, daß ein Blutbad entstanden wäre. Das Gericht beschließt, für die Dauer der Vernehmung des Zeugen Huber die Oeffentlichkeit auszuschließen. Weitere Zeugenvernehmungen finden erst Donnerstag vormittag statt. Die Vernehmung der drei Hauptzeugen Kahr, Lossow und Seiffert wird erst später erfolgen. Kronprinz Rupprecht nicht am Hitlerputsch beteiligt. WTB München, 4. März.(Drahtbericht.) Zu der von der deutsch=völkischen Presse gemeldeten telefonische Rücksprache zwischen Kahr und Seiffert mit Schloß Hochburg wird mitgeteilt, daß der Kronprinz Rupprecht erklärt, daß die Meldung in allen Teilen nicht den tatsächlichen Sachverhalt wiedergibl. Kronprinz Rupprecht stellt weiter fest, daß er sich an dem fraglichen Tage in Bergtesgaden aufhielt und von dem Putsch erst am Vormittag des 11. November Kenntnis erhalten habe. Verurteilte Mörder. BB Berlin, 4. März. Die beiden Boxer Hoffmann und Schulz, die in Berlin den Makler Friedmann ermordeten und beraubten, wurden wegen Totschlags zu je 15 Jahren Zuchthaus verurteilt. Verewigeriantf 29) Roman von Karlfriedrich Baberadt. Ein Gelächter, Fritz Küppers! Der Heringsfritze! Jetzt nahm keiner den Brief mehr ernst.„Gebt mir die Liste", rief einer,„ich will mich einschreiben, ich verteufe. Das Theuter muß ein Ende haben.“ „Auf ein Wort noch" bat Heinz Potter. Ja der Brief ist von Fritz Küppers gescheiton den Sie alle kennen. Fritz Küppers ist nämlich Schreiber bei einer Gesellschaft. Er hat einen Brief geschrieben, den der Herr Ingenieur bereits erhalten hat.“ Der Lärm, der sich jetzt erhob, war unbeschreiblich. Bei einigen war es die Enttäuschung über ein gutes Geschäft, bei den meisten aber war es die Wut darüber, daß einer versucht hatte, sie, die sich so schlau dünkten und denen das Mißtrauen sozusagen angeboren war, an der Nase herumzuführen. Eine echt Lossumer Prügelei, wie sie der„Krug“ lange nicht mehr gesehen hatte, endete diese denkwürdige Versammlung. Blind vor Zorn eilte Richard Steigerwald nach Hause. Sein ganzer so schön eingefädelter Plan war vernichtet. Er war hergekommen als Apostel einer neuen Zeit, er hatte schon begonnen, sich in seinem Ruhme als Sieger zu sonnen— da kam solch ein Tütchendreher und zerschlug ihm das ganze Gebäude! Eine Wut gegen ganz Lossum, gegen sein eigenes Besitztum, gegen seine Frau quoll in ihm auf. Wahrhaftig, ein Bauer war er geworden und eine Bäuerin hatte er zur Frau— wofür? Sollte er jetzt immer hier sitzen, jahraus, jahrein und Mist fahren und Kohl bauen? Oder sollte er die Sehnsucht seiner Frau nach der Großstadt befriedigen? Daß man den eleganten Richard Steigerwald heimlich auslachte, wenn seine Frau auf dem Parkett ausglitt? Richard Steigerwald ballte die Fäuste und stieß eine Verwünschung aus, denn er erkannte plötz: lich klar, wie falsch seine Berechnungen gewesen waren, mie flüchtig der Boden, auf dem er das Haus seiner Träume errichtet hatte. Und, er lochte, lachte! Heinz Potter hörte das Lachen, als der Bruckschen. höfer an ihm vorbeiraste, und eine wehmütige Freude wollte bei ihm anklopfen. Er dachte an jene Sommertage, als es schien, die beiden Männer könnten Freunde werden; er dachte an seinen Einzug in Lossum, an den Haß, mit dem man ihn überschüttet, an die Verachtung, die sich an jeden seiner Schritte geheftet hatte. Und nun war er, der Fremde, der Eindringling, zum Retter der Heimat geworden! Er hatte ein ganzes Geschlecht vor einem Verrat bewahrt. Aber der Triumph über seine Feinde härtete sein Herz. Aufrecht stieg er den steinigen Weg zu seiner Hütte hinauf. In diesem Augenblick war er der treueste Sohn der niederrheinischen Erde geworden. Für die Heimat hatte er gekämpft— würde sie ihn jetzt segnen? Bald nach seiner Niederlage reiste Richard Steigerwald mit seiner jungen Frau ab. Man erzählte sich, es habe einen heftigen Auftritt zwischen den Ehegatten gegeben, als der Bruckschenhöfer aus der Versammlung nach Hause gekommen, aber in der sanften Margret sei plötzlich des Vaters Blut erwacht und sie hätte dem Herrn Gemahl alle Posten seiner Rechnung nachgeprüft. Das Ergebnis wäre nicht erfreulich für Richard Steigerwald gewesen. Das erzählte man sich, das wußte man und gönnte dem Ingenieur auch diese Schlappe. Die Margret Bruckschen, ach, das war eine! Man bewunderte sie und wußte noch nicht einmal alles. Wußte nicht, daß die tapfere Margret selbst die verfahrene Sache zwischen ihrem Manne und seiner Gesellschaft in Ordnung bringen wollte, damit ihr Mann einen guten Posten in der Stadt bekäme, das „Bauernpack“ in Lossum sollte sie nicht wiedersehen — das wußte man nicht! Ein klein wenig flutete die Enttähuschung, daß man nicht über Nacht reich geworden sei, aber doch noch in den Gemütern der Lossumer und es war eigentlich ein ganz kleines Scheittchen, das man machen mußte, um den Amerikaner für den Schaden verantwortlich zu machen. Die Abneigung gegen Heinz Potter war schließlich doch stärker als alles. Und da taten die meisten Lossumer dieses ganz kleine, Schrittchen. Heinz Potter merkte, daß die Stimmung wieder ihn schon wieder umzuschlagen begann und ein bitteres Gefühl floß aus seinem Herzen. Um nicht erleben zu müssen, daß man ihm die kaum geschenkte Achtung wieder entzog und ihm aus dem Wege ging, mied er aufs neue die Dorfbewohner, wo es nur irgend anging. Im Stillen zwar vertraute er auf die Kraft der Saat, welche er in die Seelen der Lossumer gesenkt hatte, aber je mehr er sich in sich zurückzog, je mehr er sein Leben in seinen engen vier Wänden suchte, desto wacher wurden sein Argwohn und seine Leidenschaft. Die alte Trien führte ihm auch in der kleinen Kate am Kiesgrubenweg nach wie vor die Wirtschaft und Lene besuchte sie, so oft sie konnte. Sie hatte ihn angefleht, recht bild zu heiraten, aber er hatte einen Stolz gehabt, daß er sie nicht in seine Armut ziehen wollte. Warten, warten— das war wie ein furchtbar stiller, toter Raum, in dem jedes leise Wort zu einem lawinenartigen Getöse anschwoll. Hinter allem, was sich die beiden Menschen sagten, lauerte di entsetzliche Donner, und er wuchs zu einem Geollen an, das all ihre Sinne betäubte. Es gao Stunden, wo sie sich gegenüterstanden wie blute Raubtiere, mit sunkelnden Augen und keuchendem Atem, Stunden, in denen ein rasendes Fieber alleo###e#öschte n#e sie ein zusammen. geführt hatte Miz.: Schmähnge häufte Heinz Potter in solchen grauenhaften Stunden auf das Mädchen, bis ihr Dulden zerbrach und sie sich hätte auf ihn stürzen mögen, um ihn zu erwürgen. Es war, als sähe jeder in dem anderen sein eigenes Spiegelbild in unerbittlicher Wahrheit und eine Gier war in ihnen, dieses Bild zu zertrümmern um jeden Preis. Ihr Blut schrie wie in sinnlosem Rausche, jeder sah im anderen den Urheber seines Unglücks und konnten einander doch nicht lassen. Sie wollten aus der Einsamkeit, die ihre Liebe zerfleischte, fliehen, und wurden doch immer wieder wie mit unsichtbaten Geißeln in sie zurückgepeitscht. Es. gab aber auch, Unde, Stunden, in denen sle ihre Leiden erkannten, und dann wollte Mitleid und Schmerz ihre Herzen zerreißen. Dann öffnete sich wie der Kelch einer Wunderblume ihre große Liebe und sie neigten sich dürstend gegeneinander. Aber es blieb doch alles wie zuvor und nur um so tiefer gähnte der Abgrund, wenn sie glaubten, Blumen darüber gedeckt zu haben. Der Becher, den ihnen das Schicksal darbot, war noch bis zur Neige zu leeren. Und an der Tür der kleinen Hütte stand die schlimme Wegbahnerin Mißwende. Oft überdachte Heinz Potter wieder den Plan, in die Freinde zu ziehen und sich dort ein neues Leben zu zimmern, aber eine geheimnisvolle Gewalt hielt ihn am Mutterboden fest und in seltenen Augenblicken glaubte er auch an ein Glück in der armseligen Hütte am Kiesgrubenweg. Bis eines Tages einer aus dem Dorf heraufgestiegen kam und an ihre Türe klopfte. Es war zu einer Stunde, da Lene allein in dem Hause war, um es zu hüten, während die Trien im Dorf ein paar Besorgungen zu machen hatte. Ihre Stimme zitterte, als sie den Besucher hineinrief, denn sie gedachte einer anderen Stunde und eines anderen Besuchers. Borsma stand unter der Türe. Breit und schwer, aber doch verfallen und fast verlegen, als er Lene erblickte. „Guten Tag!“ Erschrocken sprang Lene auf.„Ihr? Ihr?“ „Ja, ich...!“ „Was wolltet Ihr von mir?“ Sie sagte ihm kein Wort, daß er näher treten sollte, sie starrte ihn nur an wie einen Boten aus einer fernen, fremden Welt. Dem Alten wurde es unbehaglich unter diesem Blick. Er ließ die Tare ins Schloß fallen und tat zwei, drei Schritte in die Stube. „Ist Heinz Potter dahelm?“ „Rein, der ist zum Gerrst op gen Loy.“ (Fortsetzung folgt.) Deutsches Reich. Unglaublich! Aus dem Reichstag schreibt uns ein parlamentarischer Mitarbeiter: Im Reichstag erklärte bei der politischen Aussprache der deutschvölkische Abgeordnete Wulle, daß es völlig falsch sei, gegen die Urheber des Friedensvertrages Vorwürfe erheben zu wollen. Clemenceau habe nur seine Pflicht erfüllt, wenn er beim Vertragsabschluß so viel wie möglich für Frankreich herauszuschlagen versucht habe. Er möchte nur wünschen, daß die deutschen Minister mit der gleichen Energie für die deutschen Interessen eintreten möchten! Diese Worte werden in Frankreich verstanden und begrüßt werden. Es kommt in den Aeußerungen des deutschvölkischen Führers der eine Machtstandpunkt zum Ausdruck: Wer die Macht hat, ist im Besitze des Rechtes! Wir vom Zentrum haben immer den Standpunkt des Rechtes vertreten. Nur von diesem Standpunkt aus kann für Deutschland Rettung kommen. Wäre die Haltung der Deutschvölkischen richtig, dann ist Frankreich im Recht, wenn es uns unterdrückt, knechtet und entrechtet. Die Machtpolitik der Deutschvölkischen ist für das deutsche Volk nicht nur schädlich, sondern auch zugleich gefährlich. Auf dem Wege, den die Deutschvölkischen einschlagen, gibt es keine deutsche Freiheit und Erlösung. keine Aenderung der Jahl der Landgemeindevertreter. Durch das Gesetz vom 9. April 1923 über die vorläufige Regelung der Gemeindewahlen ist bekanntlich die Zahl der Stadtverordneten herabgesetzt worden; über die Zahl der Landgemeindevertreter ist dagegen in diesem Gesetz keine Bestimmung getroffen. Da dies zu Zweifeln Anlaß gegeben, hat sich die Kommunalpolitische Vereinigung an den preußischen Minister des Innern wegen Klarstellung gewandt und die Auskunft erhalten, daß eine Aenderung der gesetzlichen Bestimmung über die Zahl der Gemeindevertreter in Landgemeinden vom Preußischen Landtag nicht für erforderlich gehalten wurde und deshalb absichtlich unterblieben ist. Auslandsspenden für deutsche Not. 1 Berlin, 4. März. An weiteren Geldspenden für Notleidende in Deutschland sind eingegangen: Als Restbetrag aus der Weihnachtsspende der österreichischen Bundesbahner für die deutschen Eisenbahner 16 506 000 österr. Kronen. Aus Sammlungen der österreichischen Kochschule für die reichsdeutschen Hochschullehrer weitere 21 324810 österr. Kronen. Aus Wien für verschiedene Wohlfahrtszwecke 87 Millionen österr. Kronen. Aus Sammlungen in Zürich 225,60 Schweizer Franken. Von der deutschen Kolonie in Mailand 875 ital. Lire. Von Deutschen und spanischen Freunden aus Spanien 3331,50 span. Peseten. Und als Gabe der Deutschen in Guayara(Beni) 16,27 amer. Doll. Fastenverordnung für das Bistum paderborn Auf Grund der allgemein geltenden kirchlichen sind. Erlassen wird die Abstinenz für alle Tage mit Vorschriften und Sittengesetze, sowie der in den letz= einziger Ausnahme des Karfreitags: ten Jahren für die sämtlichen Diözesen des Deutschen“, 1. den Wanderern und Reisenden, auch dem Reiches gewährten päpstlichen Milderungen wird Fahrpersonal aller Verkehrsmittel; verordnet, wie folgt: 1. Fasttage sind solche Tage, an denen man nur einmal eine volle Mahlzeit halten darf; es ist aber an diesen Tagen gestattet, morgens etwas zu genießen und abends eine kleine Stärkung zu nehmen. — Die volle Mahlzeit darf mit der kleinen Abendstärkung vertauscht werden. Abstinenztage sind solche Tage, an denen jeglicher Genuß von Fleischspeisen untersagt ist.— Eierund Milchspeisen, geschmolzenes Fett, Schrieben und Kunstbutter sind dagegen erlaubt. Auch der Genuß von Fleischbrühe ist an allen Tagen mit Ausnahme des Karfreitags gestattet. Just- und Abstinenztage sind solche Tage, an denen sowohl das Fasten als auch die Abstinenz beobachtet werden muß. 2. Solche Fast= und Abstinenztage sind: 1. der Aschermittwoch, 2. die Freitage der 40tägigen Fastenzeit, 3. der Karsamstag bis 12 Uhr mittags, 4. die Freitage der Quatemberwochen. Bloße Fasttage sind: 1. die übrigen Wochentage der 40tägigen Fastenzeit, 2. die Mittwoche und Samstage der Quatemberwochen, 2. den Gast= und Speisewirtschaften, Kostgebern und deren Hausgenossen, sowie allen, die in Gastoder Kosthäusern speisen oder aus solchen regelmäßig ihre Kost beziehen; 3. den Personen, die in nichtkatholischen Haushaltungen wohnen und dort beköstigt werden; 4. den Militärpersonen und Familien, bei denen Militärpersonen Wohnung und Verpflegung haben; 5. allen, die sehr schwere Arbeit zu verrichten haben; 6. denen, welche sich die Kost für den ganzen Tag auf ihre Arbeitsstätte mitnehmen müssen. 5. Der gleichzeitige Genuß von Fleisch= und Fischspeisen bei derselben Mahlzeit ist nicht mehr wie früher verboten. 6. Die Pfarrer und die Geistlichen mit eigenem Seelsorgsbezirk sind befugt, in besonderen Fällen und aus triftigem Grunde einzelnen Personen oder einzelnen Familien, die zu ihrem Seelsorgsbezirk gehören oder sich darin aufhalten, Dispens vom Fasten= und Abstinenzgebot zu erteilen. Den Beichtvätern steht Dispensvollmacht für ihre Beichtkinder zu. 7. Mit Rücksicht auf den Ernst der heiligen Bußzeit werden die Gläubigen ermahnt, sich freiwillig kleinere Abtötungen aufzuerlegen, egen, Liebeswerke zu 3. die Vigiltage vor Weihnachten, Pfingsten, Ma= verrichten, sowie eines besonderen Gebetseifers, nariä Himmelfahrt und Allerheiligen. Ist die äußere mentlich auch des Besuches der Fastenandachten Feier des Festes Mariä Himmelfahrt am folgenden und des gemeinsamen Gebetes in der Familie, sich Sonntage, so ist am Samstag vorher zu fasten. zu befleißigen, und überdies bis zum Schlusse der An den bloßen Fasttagen ist außer bei der Haupt= österlichen Zeit ein sogenanntes Fastenalmosen zu mahlzeit auch bei der abendlichen kleinen Stärkung entrichten. Für die Aufnahme des Fastenalmosens das von der Ortsgruppe Rosndorf erbaut wurde und das eine Spannweite von über 18 Metern aufweist. Ferner wurde die Ausstellung auch von der Ortsgruppe Barmen des Bergischen Vereins für Luftschiffahrt beschickt. Die Ausstellung dauert bis einschließlich Mittwoch. Letzte Nachrichten. Ein neues Kabinett Cheunis? WTB Brüssel, 3. März. Der König hat heute vormittag den zurückgetretenen Ministerpräsidenten Theunis empfangen. In politischen Kreisen wird allgemein angenommen, daß der König aufs neue in Theunis eingedrungen sei, die Neubildung des Kabinetts zu übernehmen. „Hysirteil. der Fleischgenuß gestattet. Diejenigen Gläubigen, welche wegen ihres Alters(nicht vollendetes 21. Lebenisjahr, vollendetes 59. Lebensjahr) nicht verpflichtet sind, zu fasten oder wegen schwerer Arbeit oder schwacher Gesundheit vom Fasten entschuldigt sind, dürfen an diesen Tagen nicht nur zweimal— bei der Hauptmahlzeit und der abendlichen Stärkung wie die zum Fasten verpflichteten Gläubigen—, sondern auch außerhalb dieser Mahlzeiten unbeschränkt Fleisch genießen. Bloße Abstinenztage sind alle Feiertage außerhalb der Fasten= und der Quatemberzeit. Trifft ein gebotener Feiertag außerhalb der heillgen Fastenzeit oder auch ein Tag, der von der ganzen Gemeinde wie ein gebotener Feiertag begangen wird(z. B. Fest des Kirchenpatrons, Tag einer althergebrachten Flurprozession, angelobter Feiertag), auf einen Fast= oder Abstinenztag, so fällt das Fasten= und Abstinenzgebot ganz fort; dasselbe gilt, wenn eine der genannten Vigilien auf einen Sonntag fällt. Ferner ist aus Graz der deutschen Nothilfe eine neue Geldspende zugeganden, die zum erheblichen Teil den Reinertrag eines Konzerts zugunsten des deutschen Hilfswerks darstellt, Schulkinder aus Judenburg(Obersteiermark) brachten durch eine Sammlung einen nennenswerten Betrag für Schulkinder aus Duisburg auf, die im vergangenen Jahre als Gäste bei ihnen geweilt hatten. Hilfe der amerikanischen Frauen für Deutschland. Newyork, 2. März. Fünfzig Frauen aller Konfessionen gründeten eine Organisation zur Unterstützung der Deutschlandhilfe; sie werden alle kirchwochen raue ereine für die Deutschlandhife mobil Oesterreichischer Besuch in Berlin. 4. März.(Drahtbericht.) Heute der österreichische Handelsminister Dr. Schürff. der Präsident der Handelskammer Wied, Dr. Quidneus der Vizepräsident der Handelskammer und mehrere Herren des österreichischen Handelsminsteriums und sonstige auf dem Anhalter Bahnhof asterreichef Besuch gllt der Förderung der deutsch, osterleichischen Beziehungen. Keine Einigung zwischen Kanzler und Sozialdemokraten. 4. März. Durch die Besprechungen des Reichskanzlers mit den sozialdemokratischen Parteiführern Müller=Franken und Dr. Breitscheid übedie durch die Verordnungen der Regierung geschafjene Lage und die Behandlung derselben durch den Reichstag ist, wie in parlamentarischen Kreisen verHeis peine der Lage nicht eingetreten. # bestrechungen zwischen dem Reichskanzler und sozialgemokratischen Führern haben den beiden Seiten enigegenstehenden Standpunkt festgestellt. Eine Spaltung in der Berliner sozialdemokratischen partei. Berlin, 3. März. Am Sonntag fand in Berlin der Bezirkstag der Sozialdemokraten von BerlinTrepto und Beßkow statt, um die Aufstellung der Kandidaten für die Reichstagswahl vorzubereiten. Die radikale Richtung forderte als Spitzenkandidaten. Teiespien und Zubeil, während die Richtung des pallewunstandes bezw. der Reichstagsfraktion für oten# und Ebuard Bernstein als Spitzenkandtvuren eintrat. Criespien und Zubeil wurden mit vierane Peang. Sm sewählt. Im Anschlußz die domatt es zu heftigen Auseinandersetzungen, ligen sgate.. alle Kandidaten der ehemaBammt, staldemokratischen Partei, so Heilmann, Leinstein und andere ihre Kandidatur niederlegten. Es kann nun ganz sicher von einer Spaltung it 3. Zum Fasten sind alle verpflichtet, die das 21. Lebensjahr zurückgelegt und das 60. Lebensjahr noch nicht begonnen haben, sofern sie nicht dispensiert oder durch einen wichtigen Grund ohne weiteres. entschuldigt sind. Entschuldigt sind kranke, genesende und schwächliche Personen, sowie alle, die entweder schwere Arbeit zu verrichten haben oder durch Fasten verhindert würden, ihre Berufspflichten zu erfüllen. Im Falle eines Zweifels wende man sich an den Pfarrer oder an den Beichtvater(im Beichtstuhle oder außerhalb des Beichtstuhles). 4. Zur Abstinenz sind alle verpflichtet, die das 7. Jahr vollendet haben und nicht durch einen wichtigen Grund, wie Krankheit oder Armut, entschuldigt ist in allen Kirchen ein mit der Inschrift„Fastenalmosen" versehener Opferstock aufzustellen. Diese Gaben sollen für die Erziehungsanstalten der Diözese verwendet und am Schlusse der österlichen Zeit auf dem üblichen Wege durch die Herren Dechanten an das Generalvikariat eingesendet werden. 8. Die„geschlossene Zeit“ dauert vom ersten Adventssonntage bis zum ersten Weihnachtstage einschließlich und vom Aschermittwoch bis Ostersonntag einschließlich. Verboten sind in dieser Zeit feierliche Hochzeiten, also die feierliche Einsegnung der Ehe während der heiligen Messe und alle jene Veranstaltungen, die zum Ernste der geschlossenen Zeit nicht stimmen, wie feierliche Einholung der Brautleute, geräuschvolles Festgelage, Tanz und dergleichen. Erlaubt sind stille Trauungen. Können aber die Brautleute die Trauung unschwer auf andere Zeit verlegen, so ist dies gemäß der alten Diözesanübung anzuraten. Verboten sind in der geschlossenen Zeit öffentliche Lustbarkeiten und Tanzvergnügungen. Auch von privaten Veranstaltungen dieser Art sich zu enthalten, ist Wunsch und Mahnung der Kirche. 9. Die österliche Zeit, in der alle Gläubigen streng verpflichtet sind, die heilige Kommunion zu empfangen, beginnt mit dem Passionssonntag und dauert bis zum Sonntag nach Christi Himmelfahrt schließlich. Für die fremdsprachigen Diözesanen erstreckt sich die österliche Zeit vom 1. Fastensonntag bis zum Feste der hlst. Dreifaltigkeit(1. Sonntag nach Pfingsten) einschließlich. Es ist der Wunsch der Kirche, daß alle Gläubigen die österliche Kommunion in der eigenen Pfarrkirche empfangen; wer sie anderswo empfängt, möge seinem Pfarrer davon Mitteilung machen. Der Bischof: * Kaspar. sunn nun gang sicher von enser Ppaltung innerhalb der sozialdemokratischen Pattei gesprochks werden. Der Parteivorsitzende Dittmann, der zur Einigkeit mahnte, wurde niedergeschrien. Zu neuen Zusammenstößen führte ein Antrag des radikalen Flügels, der Bezirkstag möge gegen die„Aufstellung Noskes als Spitzenkandidat für Hatthover Steilung nehmen. Nach längerer Debatte wurde schließlich der Protest. Böm Porstant, Ai, Ohgerbitchen, etrihrt Ortsnachrichten aus dem Kreise Olpe. w Aschermittwoch. „Memento homo, quia pulvis es et in pulverem reverteris!“„Gedenke o Mensch, daß du Staub bist und zum Staube zurückkehren wirst!" Mit diesen Worten ruft heute die Kirche uns wieder die Vergänglichkeit alles Irdischen eindringlich in unser Gedächtnis. Und das Aschenkreuz, das der Priester heute auf die Stirn der Gläubigen macht, es verstärkt diese Mahnung.„Vanitas vanitatum et omnia vanitas.“„Eitelkeit der Eitelkeiten und alles ist Eitelkeit". Das ist die Mahnung, welche die Liturgie der Kirche heute so eindringlich wie wohl an keinem anderen Tage uns zurnft. Damit lenkt sie den Blick weg von all dem vergänglichen Tand der Erdengüter, zeigt uns, daß wir hier nur Fremde sind, die auf der Pilgerschaft nach dem ewigen Vaterlande nur kurze Zeit hier wandern.„Blick auf zu den Sternen!" Dieser Ruf tönt an unser Ohr. Ein Ruf, der gerade heute dem deutschen Volke not tut, da es im Kampfe um sein Leben kaum Zeit für diesen Blick nach oben hat. Ein grauer Ascher= mittwoch ist für unser Volk hereingebrochen nachdem es in weitesten Kreisen trotz Not und Tod, die es schon beherrschten, doch in tollster Weise eitlem Tand und ausgelassenster Lebenslust nachhig, auf dem schon unter###en Füßen arg brodelndem Vulkan in den Tod sich hinein tanzte, bis dann die jäheste Ernüchterung kam, wo die graue Frau Sorge in so manche Hütte einkehrte, deren Schwelle sie bisher nicht kannte, und ihre Schwester, die bittere Not sich an so manchem Lager niederließ, das früher sie nie gesehen hatte. Und bei all diesem Elend noch das Fieber des Bruderhasses und inneren Streites, das die Adern unseres Volkskörpers durchtobt. Aschermitt voch, ein grauer Aschermittwoch für unser deues hes Volk. Aber nach Aschermittwoch und harter Fistenzelt, nach dunklen Chartagen(ellchtet doch auch mieder##eersenne. Sie bringt aber nur innere Freude, tiefinneres Glück, dem, der in rechter Gesinnung mit dem Blick nach oben in innerer Einkehr die Bußzeit der Fasten verbracht verlautet, neue Reichsbanknoten zu 10, 20 und 50 Billionen Mark ausgegeben. Es handelt sich dabei aber nur um rein technische Müßnahmen. Die jetzt umlaufenden Noten von 5, 10 und 100 Billionen Mark sollen durch diese neuen Noten ersetzt werden. Der Aufruf der alten Noten wird unmittelbar nach der Ausgabe der neuen Noten erfolgen. Die darüber hinaus noch im Verkehr bleibenden kleinen Scheine(1 und 2 Billionen Mark) sollen durch das kommende Silbergeld abgelöst werden. (**) Olpe, 5. März.(3. Seminarkonzert.) Bei der Aufgabe der Anzeige betr. den Klavierabend der Kammervirtuosin Frieda Kwast=Hodapp in der gestrigen Ausgabe des S. V. ist bezüglich des Eintrittspreises ein Irrtum unterlaufen. Das zum Besuch des Konzertes berechtigende Programm kostet nicht 1,80 M., sondern nur 1,50 M. :: Wegeringhausen bei Drolshagen, 5. März. Am Samstag tagte in der Wirtschaft Bock die hiesige Ortsgruppe der Zentrumspartei. Parteisekretär Kohl wies in längerer Rede auf die Großtaten des Zentrums hin, das in den letzten 5 Jahren unter beispielloser Selbstaufopferung gezeigt habe, was eine Partei für ihr Vaterland zu leisten imstande sei. Er geißelte scharf die derzeitige hetzerische Wühlarbeit der Rechten und Linken, deren Parteigeschäfte immer dem Wohlergehen unseres Volkes vorangingen. Nachdem der Amtsvorsitzende noch einige brennende Tagesfragen etwas anders als in sozialistischer und deutschnationaler Beleuchtung gezeigt hatte, schloß der Referent mit der Bitte, Treue der Partei zu halten, die auf echt christlicher Grundlage das Beste für alle Stände erstrebe. 11 Helden, 5. März. Anstelle des Stellvertreters des Standesbeamten Wirt Josef Belke, der sein Amt niedergelegt hat, wurde Schneidermeister Anton Hövelborn hierselbst zum Standesbeamten=Stellvertreter bestellt. Provinziells Segelflugsport im bergischen Lande. WTB Elberfeld, 1. Mzi z. Der Bergische Verein hat. So wird auch dem deutschen Volke, wernn 39 Eiberfeld eine Austelluns seriger Segellugzeuge, tiefinnere Einkehr gehalten hat, wenn es sich beson Imn Mittelpunkt des Interesies stand nen hat, auf seinen Gott, nach den harten Tagen neuen des Leides, der bitteren Fastenzeit, die es setzt durch Ortsgruppe Elberfeld er und desen Robmateriall machen muß, die Ostersonne einer besserev Zukunft von Eiberfelder scheinen Dazu aber beizutragen, indem ein seber sich geordneter Dr.(ar nun der Stodenselbst in dieser Zeit erneuert, das sei der=Aschmitte Eiterfeld tattte e. Stadtbverwaltung Eiberseis taufte das neus Fiugzeug auf den Namen selbst in dieser Zeit erneuert, das sei der„Aschmittwochsgebanke des gläubigen Christen. —0— Ospe 5. März.(Ausgabe neuer Reichst banktngleght.) Jrt. den#chten Tagen werden, wit Eiverfeld. Pas Flugzeug„Elderfelb“, ein gespannter„Eindecker, hät eine Spannwette von 10.20 Meberziu. Aigse der Klüchellung weyx zuch uur See Die Leipziger Frühjahrsmesse. WTB Leipzig, 3. März. Auf der gestrigen Sonntagsmesse setzte schon in den ersten Morgenstunden gleich nach Eröffnung der Messehäuser der Messeverkehr und das Geschäft in außergewöhnlicher Stärke ein. Bereits in den Mittagsstunden betrug die Zahl der Geschäftsbesucher 120 000. Auf der Textilmesse, wo am Vormittag das Graphiktextilmeßhaus, das größte der Welt, eröffnet wurde, war bei stark wahrnehmbaren Preisabbau das Geschäft ziemlich lebhaft. Auf der Schuh- und Ledermesse herrschte reges Treiben. Auf der Nahrungs= und Genußmittelmesse zeigte sich, daß dieser rege beschickt war. Am Geschäft beteiligten sich das Inland und auch das Ausland sehr lebhaft. Auf der Papier- und Buchmesse galt der erste Tag hauptsächlich eingehender Orientierung und es ist angesichts des vorherrschenden Bedarfs mit starken Abschlüssen zu rechnen. Die Edelmetall=, Uhren= und Schmucksachenmesse, wies feinste Qualitätsarbeit auf. Sowohl das Inland, als auch das Ausland beteiligte sich sehr rege am Geschäft. Letzteres zeigte besonderes Interesse für die deutlchen Qualitätsworen. Die Messepaläste im Innern der Stadt für Keramik, Spielwaren und Kunstgewerbe wiesen ebenfalls eine hohe Besuchszahl auf, die auf ein starkes Geschäft schließen läßt. Auf Grund der Eindrücke des ersten Messetages herrscht bei den Ausstellern und Ankäufern ein: zi.mlich zuversichtich: Stimmung. Die technische Messe wies ausgezeichnete Leistungen der deutschen Maschinenindustrie auf. Sie steht im Zeichen der Quali#####best gmauer Kaikulations= preise und vollmdeter Ausarbeitung. Der Andrung war schon in din ersten Sonntagsstunden so stark. daß zeitweilig der Zgang zu dies Hallen unmöglich war. Eben ills die Braunkohlenfachmesse zeigte ein Bild höhstr Vellendung. Die Rodinmesse war der Mittelpunkt lebhaften Interesses. Die Messe deutscher Werkzeugmaschinenfabrikation und die Messe für Elektrofabrikation hatten sich selbst übertroffen. Die Armaturenmesse und die Baumesse sind in ihren Erzeugnissen absolut einwandfrei. Die Textilmaschinenmesse, weist die besten Fabrikate Deutschlands auf diesem Gebiete auf. Transportmittel und kleine Fahrzeuge sind erstklassig vertreten. Diese Messe befriedigt in Bezug auf die Aufträge schon am ersten Tage. Der Devisensünder. Berlin, 4. März. Bei den gestern gemeldeten Devisenverfehlungen handelte es sich um die seit 8 Jahren bestehende Bankfirma von Wallenberg, Pachaly u. Co., in Breslau, die jedoch in keiner Beziehung zu der seinerzeit von der Commerzbank übernommenen Firma G. Pachaly Erben in Breslau steht. Bei den Verfehlungen der Firma handelt es sich um große Eigengeschäfte der Firma selbst, für die eine sachliche Notwendigkeit nicht vorgelegen hat. Dortmunder Börse. WTB Dortmund, 4. März.(Drahtbericht.) Zu Beginn der Börse vermochten die Kurse ihren Stand zu behaupten, bröckelten aber im weiteren Verlaufe langsam ab. Von Kohlenkuxen waren Trier mehrfach gefragt, Konstantin und Graf Bismarck wurden zu 36—40000 angeboten. Kalikuxe wurden lebhaft gehandelt und konnten ihren Stand behaupten. Die Gesamtumsätze der Börse sind nicht bedeutend. Kohlenkuxe in Bill. Mark.: Alter Haase 16—1800, Karolus Magnus 5750 bis 6500. Ewald 35—38000, Diergard 600—675, Trappe 16—1800, Friedrich 11—13000. Kohlenaktien in Bill. Proz. Adler 19,5—22, Karl Friedrich 4,75—51000 Mörs 13,5—14 Montania 3—3,75. Ruhrkohle 4,5—5,5, Dahlbusch 55—58, Lothringen 90—100. Kalikuxe in Bill. Mark. Alexandershall 9500—10500, Alizenhall 425— 475, Burbach 14—16000, Einigkeit 32.5—37.5, Felsenfest 26—3000, Friedrichshall 3500 Geld, Glückauf Sondershausen 16—1700, Heeringen 3250—3750, Immenrode 28—3000, Neustadtfurt 11—12500, Salzmünde 3750—4250, Wintershall 42—4500. Kaliaktien in Bill. Prozent. Adler 37—39, Deutsche Kali 59—62, Friedrichshall 45—48, Hallesche Kali 31—33, Kaltindustrie 82 87, Salzdetfurt 32—34, Teutonia zu 40 gesucht. Unnotierte Werte in Vill. Mark. Dortmunder Zement 10—1100, Hansabrauerei 25—26000, Ritterbrauerei 23—25000, Vulkan 11500 17500, Elsa Zement 7500—9000, Oeser 750—900, Kabel Rheidt 10500—11500, Berliner Werte in Bill. Proz. Deutsche Erdöl 65—67, Dortmunder Union 30—. 32, Mannsfeld 11—14. Nächste Börse Freitag, den 7. Märo, Leinhalh Uhr nachmittags. Druck und Verlag: Verlagsanstalt J. X. Ruegenberg. Olpe twortlich für die Gesamtredaktion: Dr. phil. Wand in Ave: für die Befliner Redahsione J. B. Kräuß in Berlin=Schöneberg. Biehseuchenpolizeiliche Anordnung. Zum Schutze gegen die Maul= und Klauenseuche wird auf Grund der§§ 18 fl des Viehseuchengesetzes vom 26 Juni 1909(R. G. Bl. S. 519) mit Ermächtigung des Herrn Regierungspräsidenten folgendes bestimmt: Laut Feststellung des Herrn Kreistierarztes ist die Maul= und Klauenseuche ausgebrochen unter dem Viehbestande des Lehrers Joch in Halberbracht. Als Sperrbezirk wird das Seuchengehöft erklärt. Auf dieses Seuchengehöft finden die in meiner viehseuchenpolizeilichen Anordnung vom 27. September 1921— Kreisblatt Nr. 225 vom 29. September 1921— bekanntgegebenen Sperrvorschriften bis auf weiteres ebenfalls Anwendung.(71619 Olpe, den 1. März 1924. Der Landrat Freusberg. Den geehrten Bewohnern von Olpe und Umgebung die ergebene Mitteilung, daß ich im Hause ##ss Winterbergstraß beigstraße 12 ein Spezialgeschäft für Tabakwaren und Schokoloden eingerichtet habe und halte mich bestens empfohlen.(F1618) Frau Hubert Bleser. F Sie kaufen am besten! beim Sachmann! Habe eine Auswahl 1½—3jähriger schwerster belgischer la. Kleesamen Statsohten sowie beste ostfriesische Gartensamen zum Verkauf u. Tausch stehen.(F1621) Herm. Biesenbach Bommershaus b. Wipperfürth, Station Egerpohllunbef. Gebiel) Ein im Haush.l durchaus erfahrenes Karchen deutschen, rheinischen und andern Rotklee, Schweden=, Weißklee und Timothee, 98% Prozent Reinheit, 98 3/. 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