„„"„— as i r alzeiger für 9as ue Kreisstalt für den Kreis Otpe Orscheint täglich, mit Auonahe ah ewrch.2 T. 2 e. e, geni eehen Haus sshret. 2.45 ge 2. n ien Ssitumnguigen Es Hams gchucht a.fb Al. Dür Du 1, S Egnagzg e 50 Bie,; grtgestr Hruotze 4 Jum; P.=gääge, Teatgeltentgrise 150 Nle. Gnt grotzem abschgße und danernder Geschdstoverhintung Radau. Nadatzthawiklgung wich verstig bei zwengrrne Betweibung der Vrpghelung. schumAuskunft und Offentengebühr 50 Pig. postscheckkonto 6bin Nr. 10 156. Druck und Verlag von F. X. Ruegenberg, Olpe. 19090 Seit einigen Tagen hallt der Blätterwald der Reichshauptstadtpresse wider von Alarmrufen gegen neue Putschgefahr. Vor allem sind es die linksstehenden Blätter, die eine Menge von unkontrollierbarem Material herbeitragen, den Beweis zu erbringen, daß der Republik eine neue Gefahr von seiten der Nationalisten und Alldeutschen vom Schlage des Herrn Kapp drohe. Im Gegensatz hierzu vemühen sich die rechtsstehenden Blätter diese Gefahr, wenn auch nicht abzuleugnen, so doch abzuschwächen und als unbedeutend hinzustellen. Dennoch hat sich die Volkspartei veranlaßt gesehen, in einem Aufruf ihr hänger davor zu warnen, an etwaigen Umsturzbestt teilzunehmen, weil sie nur dazu dienen könnten, unser Va terland restlos in den Abgrund zu stürzen und weil die Partei die Verfassung zu respektieren gewillt sei. Es freut jedenfalls, daß die deutsch=nationale Volkspartei diesesmal beizeiten entschieden und energisch von dem Wahnsinn nationalistischer Revolutionäre abrückt, und wir hätten gewünscht, daß sie dieses ebenso rechtzeitig und ebenso entschieden such dem Kapp=Putsch gegenüber getan hätte. Daß aber die deutschnationale Volkspartei es überhaupt für nötig gefunden hat, einen derartigen Aufruf zu erlassen, beweist doch, daß man auch in ihren Kreisen die Gefahr eines erneuten Umsturzes erwägt und nicht so ohne weiteres von, der. Haud weist. Allerdings kann man wohl nach all den Meldungen, die aus dem Lande eingegangen sind, annehmen, daß linksstehende Presse in der Aufbauschung der Gefahr des Guten sicherlich zu viel getan hat. Dennoch aber scheint auch uns, daß äußerste Vorsicht geboten ist. Es ist deshalb zu begrüßen, daß die Reichsregierung versichert, alle erforderlichen Maßnahmen getroffen zu haben, um einem etwaigen Umsturzversuch mit der nötigen Energie und Schärfe gegenübertreten zu können. So ist über Pommern, von wo her noch am ehesten Gefahr zu drohen scheint, ein weit verzweigter Nachrichtendienst eingerichtet, der Ueberraschungen von dieser Seite her verhindern soll. Ebenso hat man die Sicherheitspolizei weiter ausgebaut, um sie zu einem absolut brauchbaren Instrument für den Schutz des Vaterlandes zu machen. Irgend ein Mißtrauen gegen die grüne Polizei ist heute nicht mehr berechtigt. Wir können daher trotz aller Aufmertsamkeit, die wir allen Vorgängen gegenücher natzitrlich anwenden müssen, um gerüstet zu sein, boch, e empfehlen, vor einer übertriebenen Aengstlichkeit und Nervosität zu warnen. Denn diese scheint uns nur dazu geeignet, die ohnehin von Gegensätzen erfüllte Atmosphäre nur noch mehr mit Zündstoffen anzufüllen und so den Boden für eine Entladung nur günstiger vorzubereiten. Kaltblütige Ruhe, die verbunden sein muß mit gespannter Aufmerksamkeit und steter Sprungbereitschaft, scheint uns das Hauptgebot der Stunde. Jedenfalls ist es tief bedauerlich, daß die durch den Kappputsch hervorgerufene Spannung innerhalb des eigenen Volkes immer noch nicht nachgelassen hat, obwohl,— das haben doch alle Volkskreise und Volksschichten, alle Parteien und überhaupt alle nur denkfähigen Deutschen längst eingesehen— wir doch nichts notwendiger brauchen als Ruhe und wieder Ruhe, damit das Wirtschaftsleben sich von dem surchtbaren Schlage, den es am 13. März und seinen bitterbösen Folgen erhalten hat, endlich einmal wieder erholen kann. Deshalb wäre es der Gipfel verbrecherischen Wahnsinns, das deutsche Volk, nachdem es erst durch den Schlamm der Kappiade und des roten Terrors im Ruhrgebiet, die unendlich viele Werte vernichtet haben, mühsam hindurchgewatet ist, von neuem wieder in einen Abgrund hineinzuftürzen, aus dem es dann allerdings nicht miehr zu retten wäre. Man sollte eigentlich annehmen, daß es noch einen vernünstigen Menschen gäbe, der sich eines solchen Verbrechens schuldig machen woltte. Wie schon oben gesagt, alten wir alle derartigen Gerüchte, wenn auch nicht belanglos, so doch sicherlich für übertrieben. Allerdings macht auch uns der Umstand nachdenklich, daß gestern das WIB einer eigenartigen Mystifikation zum Opfer gefallen ist. Denn die Meldung über eine Festnahme von Lüttwitz und Bischof, die doch das WTB auf Grund eines telephonischen Anrufs aus der Reichskanzlei in die Oeffentlichkeit gebracht hatte, stellte sich als salsch heraus, und es ist auch heute noch nicht aufgeklärt, wie diese Täuschung der Oeffentlichkeit entstehen konnte. Dieses Vorkommnis zeigt deutlich, daß hier Machenschaften im Gange sind, die uns jedenfalls zur Vorsicht mahnen. Im übrigen sei hier noch erwähnt, daß man in militärischen Kreisen der Reichshauptstadt alle Meldungen über einen neuen drohenden Putsch als übertrieben ansieht. Wir wissen aber, daß die militärischen Kreise sich allzuoft schon geirrt haben, hoffen aber, daß sie diesmal recht behalten und wünschen nichts sehnlicher, als daß nach den Erschütterungen der letzten Wochen endlich einmal Ruhe im Lande werde. Kapp=Putsch und die Versorgung der Landwirtschaft mit Kunstdünger. In der 47. Sitzung betreffend allgemeine Düngerangelegenheiten im Preußischen Landwirtschaftsministerium kam deutlich zum Ausdruck, in weich artenz,iur Gappesertsechege wirtschaft mittelbar unter den Folgen ors sapp=Putsches zu leiden hat. Es war nämlich tatsächlich gelungen, wie an Hand der Wahlen über die erfolgte Lieferung von Düngemitteln festgestellt wurde, der Landwirtschaft beträchtliche Mehrmengen an Kunstdünger, vornehmlich an Kalt zuzuführen. Beispielsweise betrug die Lieferung in der Zeit vom 1. Mai 1913 bis 28. Februar 1914: 465 000 Tonnen Kali, für den gleichen Zeitraum 1919 bis 1920: 606 700 Tonnen. Für Stickstoff zeigte sich ebenfalls eine nicht unwesentliche Besserung. Gegen 93.000 Tonnen vom 1. Mai 1918 bis 28. Februar 1919 standen für die nämliche Zeitspanne 1919=20 117 500 Tonnen zur Versügung. Durch den Kapp=Putsch sind die günstigsten Ansätze erheblich vernichtet worden. So würde, wie der Vertreter des Kali=Syndikats in der Sitzung ausführte, die Versorgung der Gebiete Brandenburg, Mecklenburg, der Provinz Sachsen sowie Anhalt mit Kali infolge des Kapp'schen Aufstandes zu spät kommen. In derselben Richtung bewegten sich die Ausführungen des Sachverständigen auf dem Gebiet der Stickstoffindustrie. In diesem Industriezweige hätte man im März fast doppelt so viel herausbringen können wie im Dezember(im Dezember wurden 26 000 Tonnen Stickstoff ohne Kalistickstoff herausgebracht), wenn der wahnsinnige Umsturzversuch mit seinem Eingreisen in das Wirtschaftsleben nicht erfolgt wäre. Aehnlich lauten die Aeußerungen der andern Vertreter der Kunstdüngerindustrie. Wenn also die Landwirte jetzt ihren Bedarf an Stickstoff und Kalidüngemitteln vielerorts nicht zu decken vermochten, so mögen sie wissen, daß der Kapp=Putsch mit seinen Folgen in erster Linie daran schuld ist. Er hat in wenigen Tagen die in langwieriger, mühevoller Arbeit endlich erreichte allmähliche Wiedererstarkung des Wirtschaftslebens jäh behindert. Die Vorgeschichte der Verhaftung Kapps. () Kopenhagen, 17. April. Kapp hatte sich zuerst auf einem Gut in Pommern verborgen gehalten. Als er sich auch dort bei seinen Gesinnungsgenossen nicht mehr sicher fühlte, wurde in aller Heimlichkeit die Flucht nach Schweden arrangiert, die in einer Flugmaschine vor sich ging. Es glückte Herrn Kapp, unentdeckt in Schonen zu landen und von dork in einem Auto nach Malmö zu kommen. Ob ihm auf der Reise dorthin dieselben Leute geholfen haben, die seinerzeit Ludendorff ebenfalls mit einem falschen Paß in Südschweden in Sicherheit brachten und lange vor den Nachforschungen der Behörden verborgen hielten, bedarf noch der Kapp reiste, wie bereits gemeldet, auf den falschen Namen Dr. Wilhelm Kanitz. Er benutzte also ebenso wie Ludendorff, der unter dem Namen Lindström verschwand, wenigstens sein Monogramm, um vor Indiskretionen der Hotelbedienung sicher zu sein. In Malmö waren ihm offenbar die Verhältnisse zu eng, und er siedelte nach Stockholm über. Dieser Beschluß muß befremden, da Kapp sicher wußte, daß er sich in Stockholm eher einer Entdeckung aussetzte, als in Malmö.— In Malmö erstiert nur ein deutsches, Paßigg, tor, während die Beamten der deutschen Gesandtschaft, die ihn zweifellos von früheren Beziehungen in Berlin her kennen mußten, ihn verhältnismäßig leicht rekognoszieren konnten. Allerdings hatte er sich dadurch unkenntlich zu machen gesucht, daß er sich den Schnurrbart abrasieren ließ. Auf die Frage der Polizei, warum er dies getan habe, erwiderte er trocken:„Ich brauche doch wohl nicht mit meiner Visitenkarte am Halse zu reisen."„ 8 Das Groteske an der Verhaftung Kapps ist, daß er sich selbst durch seine korpsstudentischen Gewohnheiten verraten hat. Um seine Spur gut zu verwischen, war er nicht direkt bis Stockholm gefahren, sondern in Södertelje aus Er bestellte da zum eigenen Bedarf schleunigst eine Flasche schwedischen Punsch. Da er ihn nach den schwedischen stimmungen nicht bekommen konnte, sah er sich Möglikeit um, seinen Durst zu stillen und fand diese Gelegenheit in einem Kreise junger Ingenieure, die den Fremden einluden, ihren Bestand an starken Getränken mit ihm zu teilen. Dieses Angebot nahm Herr Kapp mehr als gern an. Er war aber wohl nicht so trinkfest, wie er das von früher her gewohnt war, und wurde nach einigen Gläsern auffallend gesprächig. In diesem Zustande erzählte er allerlei, so daß gestern morgen zunächst ein Journalist bei ihm erschien, der sich von ihm Auskunft über die politische Lage in DeutschDr. Kapp alias Kanitz erklärte dem Interviewer, daß er nur Geschäftsmann sei und von Politik nichts verstehe. Journalist schöpfte Verdacht und veranlaßte, daß die Polizei den Paß des verdächtigen Fremden einforderte. Es zeigte sich, daß dieser Paß nicht vorschriftsmäßig visiert war, und bei dem Verhör blieb Herrn Kaswp nichts weiter übrig, als seine Identität einzugestehen. Man verhaftete ihn daraufhin. Die schwedische Kriminalpolizei wird Kapp wahrscheinlich wie alle anderen Paßsälscher nach Verhängung der auf Paßfälschung stehenden Strafe ausweisen. Kapp wurde gestern abend nach Stockholm überführt, wo er im Gewahrsam der Kriminalpolizei ist. Er war am letzten Sonnabend in Schweden gelandet, und es war ihm geglückt, sich fünf Tage unerkannt verborgen zu halten. 0 Der Schimmelreiter. Novelle von Theodor Storm. Manchmal hatte er eine Faust voll Kleierde mitgebracht; dann setzte er sich neben den Akten, der ihn setzt gepähren,ließ, und knetete bei dem Schein der dännen Unschlittrerze allerlei Deichmodelle, legte sie in ein flaches Gefäß mit Wasser und suchte darin die Ausspülung der Wellen nachzumachen, oder er nahm seine Schiefertafel und zeichnete darauf das Profu der Deiche nach der Seeseite, wie es nach seiner Meinung sein mußte. denen zu verkehren, die mit ihm auf der Schulbank gesessen hatten, fiel ihm nicht ein; auch schien es, als ob ihnen an dem Träumer nichts gelegen sei. Als es wieder Winter geworden und der Frost hereingebrochen war, wanderte, gr, n6 weiter, wohin er früher nie gekommen, auf den Deich hinau-, bis die unobsehbare eisbedeckte Fläche der Watten vor ihm lag. Im Februar bei dauerndem Frostwetter wurden angetrlebene Leichen aufgefunden; draußen am offenen Haf auf den gefrorenen Watten hatten sie gelegen. Ein junges Weib, die gewesen war, als man sie in das Dorf geholt hatte, stand redselig vor dem alten Haien:„Glaubt nicht, daß sie wie Menschen aussahen, rief sie;„nein, wie die Seeteufel! So große Köpfe, und sie hielt die ausgespreizten Hände von weitem gegeneinander,„gnidderschwarz und blank, wie frischgebacken Brot! Und die Krabben hatten sie angeknabbert; und die Kinder schrien laut, Dem alten Haien war se ewas kust nichts Neues: Sie haben wohl seit November schon in See getrieben!“ sagte er Hauke stand schweigend daneben; aber sobald er konnte, schlich er sich auf den Deich hinaus; es war nicht zu sagen, wollte er noch nach weiteren Toten suchen, oder zog ihn nur das Grauen, das noch auf den jetzt verlassenen Stellen brüten mußte. Er lief weiter und weiter, bis er einsam in der Oede stand, wo nur die Winde über den Deich wehten, wo nichts war als die klagenden Stimmen der großen Vogel, die rasch vorülberschossen; zu seiner Linken die leere weite Marsch, zur anderen Seite der unabsehbare Strand mit seiner jetzt vom Eise schlinmernden Fläche der Watten; es war, als liege die ganze Welt in weißem Hauke blieb oben auf dem Deiche siehen, und seine scharfen Augen schweiften weit umher; aber von Toten war nichts mehr zu sehen; nur wo die unsichtbaren Wattströme sich darunter drängten, hob und senkte die Eisfläche sich in stromartigen Er lief nach Hause; aber an einem der nächsten Abende wanr er wiederum da draußen. Auf jenen Stellen war jetzt das Eis gespalten; wie Rauchwolken stieg es aus den Rissen, und über das ganze Watt spann sich ein Netz von Dampf und Nebel, das sich seltsam mit der Dämmerung des Abends mischte. Hauke sah mit starren Augen darauf hin; denn in dem Nebel schritten dunkle Gesialten auf und ab, sie schienen ihm so groß wie Menschen. Würdevoll, aber mit seltsamen, erschreckenden Gebärden; mit langen Nasen und Hälsen sah er sie fern an den rauchenden Shalten auf und ab spazieren; plötzlich begannen sie unheimlich auf und ab zu springen, die großen über die kleinen und die kleinen gegen die großen; dann breiteten sie sich aus und Was wollen dies Sind es die Geister der dachte Hauke.„Hoiho!“ schrie er laut in die Nacht hinaus; aber die draußen kehrten sich nicht an seinen Schrei, sondern trieben ihr in den Sinn, von denen ein alter Kapitän ihm einst erzählt hate, die sat des Angeschts einen kumzöerz; konderg H5erege auf dem Nacken tragen; aber er lief, nicht fort, sonverz.###e bie Hacken seiner Stiefel fest in den Klei des Deiches und sah starr dem possenhaften Unwesen zu, das in der einfallenden rung vor seinen Augen fortspielte.„Seid ihr auch hier bei uns“ sprach er mit harter Stimme;„ihr sollt mich nicht vertreiben!“ Erst als die Finsternis alles bedeckte, schritt er steisen, langsamen Schrittes heimwärts. Aber hinter ihm drein kam es wie Flügelrauschen und hallendes Geschrei. Er sah nicht um; aber er ging auch nicht schneller und kam erst spät nach Hause; doch niemals soll er seinem Vater oder einem anderen davon erzählt Die Festnahme Kapps in Schweden bedeutet keineswegs, daß nunmehr seine Auslieferung nach Deutschland bevorstehe. Der Haftbefehl des Untersuchungsrichters bein Reichsgericht ist gegen Kapp wegen Hochverrats, also wegen schen Verbrechens, beantragt worden. Wegen politischer Verbrechen liefert aber kein Staat, auch Schweden nicht, aus. Es ist deshalb nicht anzunehmen, daß die Festnahme Kapps mit dem Haftbefehl des deutschen Reichsgerichts irgendwie zusammenhängt. Man wird vielmehr annehmen haben. Erst viele Jahre späler hat er sein blödes Mädchen, womit später der Herrgott ihn belastete, um dieselbe Tages- und zeit mit sich auf den Deich hinaus genommen, und dasselbe Wesen soll sich derzeit draußen auf den Watten gezeigt haben; über er hat ihr gesagt, sie solle sich nicht fürchten, das seien nur die Fischreiher und die Krähen, die im Nebel so groß und fürchterlich erschienen; die holten sich die Fische aus den Weiß Gott Herl“ unterbrach sich der Schulmeisterz es gibt auf Erden allerlei Dinge, die ein ehrlich Christenherz verwirren können; aber der Hauke war weder ein Narr noch ein DummDa ich nichts erwiderte, wollte er fortfahren; aber unter den übrigen Gästen, die bisher lautlos zugehört hatten, nur mit dichterem Tabaksqualm das niedrige Zimmer füllend, entstand eine plötzliche Bewegung; erst einzelne, dann fast alle wandten sich dem Fenster zu. Draußen— man sah es durch die genen Fenster— trieb der Sturm die Wolken, und Licht und Dunkel sagten durcheinander; aber auch mir war es, als hätte ich den hageren Reiter auf seinem Schimmel vorbeisgusen „Wart Er ein wenig, Schulmeister!“ sagte der Deiggraf leise. „Ihr braucht Euch nicht zu fürchten, Deichgraf!“ erwiderte der kleine Erzähler.„ich habe ihn nicht geschmäht, und hab auch dessen keine Ursach“; und er sah mit seinen kleinen, klugen „Ja, sa,; melnte der anderez„laß Er Sein Glas nur wieber füllen.“ Und nachdem das geschehen war und die Zuhörer, meist mit etwas verdutzten Gesichtern, sich wieder zu ihm gewandt hatten, fuhr er in seiner Geschlchte fort:„So für sich, und am liebsten nur mit Wind und Wasser und mit den Bildern der Einkamkeit verkehrend, wuchs Hauke zu einem langen, hageren Burschen auf. Er war schon über ein Jahr lang eingesegnet, de wurde es auf einmal anders mit ihm, und das kam von dem alten weißen Angorakater, welchen der alten Trin Jans einst ihr später verunglückter Sohn von seiner spanischen Seereise mitgebracht pole: (Fortsetzung folgt.) dürfen, daß die schwedische Polizei gegen Kapp wegen Verletzung schwedischer Strasvorschriften vorgeht. Zu denken wäre etwa an den Tatbestand der Urkundenfälschung, verübt durch Unterzeichnung eines Schriftstückes mit einem fremden Namen. Vielleicht liegen auch Verstöße gegen schwedische Paßvorschriften vor. Kapp wird nicht ausgeliefert. () Stockholm, 17. April. Eine juristische Autorität erklärte dem Korrespondenten des Berliner Tageblattes, daß nach schwedischem Gesetz Kapp nicht ausgeliefert wird, weil für politische Verbrecher das Asylrecht besteht. Abzug aus Frankfurt? () Frankfurt, 19. April. Sobald die Alliierten sich die Gewißheit verschafft haben werden daß die über die erlaubte Zahl hinaus im Ruhrrevier befindliche Reichswehr abmarschiert ist, werden auch die Besatzungstruppen auf das Gebiet des neuen Brückenkopfes Mainz zurückgezogen werden. Die Anzeichen dafür machen sich immer deutlicher bemerkbar. Stärkere Verbände Insanterie und Artillerie haben die Besatzungszone östlich von Franksurt verlassen. Offenbach und Mülheim sind bereits ohne jede fremde Besatzung. Die französischen und belgischen Fahnen am „Hotel Imperial“ in Frankfurt, dem Hauptsitz der Besatzungsoffiziere, sind bereits eingezogen. Weitere Schulen sind geräumt. Es besteht offenbar die Absicht, beim Eintressen des Befehls der Räumung diese so gut wie bereits durchgeführt zu haben. Die Waffenabgabe. W'IB Essen, 19. April. Die für die Waffenabgabe erlassene Verordnung des Reichspräsidenten ist nicht in genügendem Maße befolgt worden. Es sind heute bei Haussuchungen Waffen aufgesunden worden, und es mußten infolgedessen Ueberweisungen an das außerordentliche Kriegsgericht stattfinden. () Langendreer, 19. April. Hier ist zwecks Durchführung der Waffenabgabe Reichswehr eingerückt. Straffreiheit bei Abgabe der Waffen. Die Reichskanzlei teilt mit: „Ueber die Frage der Strafbarkeit der zur Abwehr des Kapp=Lützwitz=Putsches vorgenommenen Handlungen hat sich der Reichsjustizminister am 15. April im Reichstage eingehend geäußert. Er hat insbesondere ausgeführt, daß nach allgemeinen Grundsätzen eine Strafverfolgung aller derjewigen nicht in Betracht komme, die in der Abwehr des verbrecherischen Kapp=Putsches ihrer besten Ueberzeugung nach ihre Pflicht dem Volke gegenüber und zur Verteidigung der Verefassung zu tun glaubten. Selbst wenn man den objektiven Tatbestand einer strafbaren Handlung feststellen könnte, werde bei verständiger Prüfung in der Regel anzunehmen sein, daß der subjektive Tatbestand, d. h. das Bewußtsein von der Rechtswidrigkeit des Verhaltens keinesfalls vorliege.“ Die Reichskanzlei bemerkt weiter, daß keinerlei Amnestie gewährt werden wird für diejenigen, die noch setzt weiter rechtswidrig die Waffen zurückhalten und durch Versäumung der gestellten Fristen unter die schweren Strafandrohungen der neuen Verordnung des Reichspräsidenten vom 10. April fallen. Die Gewerkschaften aller Richtungen sordern in einem Aufruf ihre Ortsausschüsse und Kartelle auf, Einzeichnungslisten auszulegen, in die sich„geeignete organisierte Arbeitnehmer" als Mitglieder in die Sicherheitswehren und Ortswehren eintragen sollen. Dies soll geschehen, zum Zweck„des bewaffneten Schutzes der Republik“, gegen die Reaktion, die zu einem neuen Schlage rüste. Eine neue französische Niedertracht. () Genf, 19. April. Die französischen Zeitungen erklären, daß die Frist für die im Friedensvertrage Deutschland auferlegte Ablieferung von Vieh und Pferden abgelaufen sei. Statt 233 500 seien nur 23.000 Stück abgeliefert worden. Die amerikanischen Truppen am Rhein. () Koblenz, 19. April. Die hiesige amerikanische Zeitung Amaroc meldet aus Washington: Der Vorsitzende des Ausschusses für militärische Angelegenheiten, Kahn, habe im Repräsentantenhaus erklärt, die deutsche Regierung sei nicht in der Lage, die Kosten für die Unterhaltung der amerikanischen Besatzungstruppen am Rhein weiter zu tragen. Diese Erklärung habe eine lebhafte Besprechung dieser Angelegenheit nach sich gezogen. Das Kriegsdepartement dürfte wahrscheinlich daraus veranlaßt werden, die Verwendung amerikanischer Truppen aufzugeben und sie zurückzuziehen. Salzburg sucht Anschluß bei Deutschland. () Wien, 19. April. Als Delegierte des Salzburgischen Landesrates sprachen der Landeshauptmanchstellvertreter Rehrl und die Delegierten Kreuzler und Ott, welche die politischen Parteien des Landes vertreten, in der Staatskanzlei vor, obwohl der Staatskanzler in einem Telegramm den Zeitpunkt als inopportun bezeichnet hatte. Die Delegierten überreichten eine Denkschrift des Landesrates über die Notwendigkeit des wirtschaftlichen Anschlusses Salzburgs an Deutschland. Der Staatskanzler erklärte sich bereit, die Denkschrift zugleich mit der der Tiroler den Mächtevertretern zu übermitteln und deren Aufmerksamkeit auf die wirtschaftliche Notlage Salzburgs zu lenken. Volschewistenanfänge in Italien? Corriere della Sera meldet, daß die italienische Regierung sich infolge einer bolschewistischen Bewegung in großen Teilen Süditaliens genötigt gesehen hat, über die beiden Provinzen Malfetta und Puglia den Ausnahmezustand zu verhängen. Die Landarbeiter gehen überall eigenmächtig an die Kommunalisierung der Landgüter. Die gesetzlichen Behörden wurden in verschiedenen Städten abgesetzt und durch Arbeiterräte ersetzt. Pferdeabgabe an Frankreich und Belgien. Durch den Erlaß des Herrn Landwirtschaftsministers vom 6. Februar 1920 Nr. 1 A. g. 3 16 232, betreffend Pferdeverkäufe sind neue„Gesichtspunkte für die Ueberführung entbehrlicher Heerespferde ins Wirtschaftsleben“ aufgestellt. In dem Erlaß ist aber gleichzeitig zum Ausdruck gebracht, daß „mit größeren Ueberweisungen kaum gerechnet werden. kann". Dieses ist nach den bisherigen Erfahrungen leider voll zutrefsend. Seit dem 39. Februar ds. Is. sind der Landwirtschaftskammer zwei dienstuntaugliche Pferde zugeteilt. Nach den augenblicklichen Zeitverhältnissen ist die Heeresverwaltung nicht in der Lage, dienstuntaugliche Pferde zur Abgabe zu bringen, auch können die in Frage kommenden Brigaden nicht angeben, ob und wann dienstuntangliche Pferde zur Verfügung stehen werden. Wie bereits in früheren Rundschreiben der Landwirtschaftskammer zum Ausdruck gebracht, ist eine Anfrage betressend Ueberweisung von Pferden nach hier nicht erforderlich, zumal die Verteilung der Pferde unter der vorgesehenen Verücksichtigung der Standorte der abgebenden Truppenteile nach einem Verteilungsplan erfolgt, und Pferde unmittelbar von der Landwirtschaftskammer nicht abgegeben werden. Nach dem Verteilungsplan konnten bisher 7 Stadtund 10 Landkreise noch nicht berücksichtigt werden Diese Kreise sollen nach Möglichkeit zunächst berücksichtigt weiden, sodaß die übrigen Stadt= und Landkreise zunächst keine Aussicht haben, dienstuntaugliche Pferde zugeteilt zu erhalten. Nach dem angezagenen Erlaß sollen neben den Schwerkriegsbeschädigten, den Hinterbliebenen von im Felde Gefallenen usw. in erster Linie auch diejenigen Pferdebesitzer berücksichtigt werden, die Pferde an Frankreich und Belgien haben abgeben müssen, sofern diese zur Aufrechterhaltung ihres BUetriebes unbedingt ein Ersatzpferd bedürfen. Ueber die Schaffung eines Ausgleiches zwischen den Leistungsverbänden und den stärker zur Abgabe an Frankreich und Belgien herangezogenen Provinzen— darunter auch Westialen— ist durch Erlaß des Herrn Landwirtschaftsministers vom 1. März 1920 Nr. 1 A. 3 g. 4772 Mitteilung gemacht. Ueber die Art der Durchführung des Ausgleichs schweben noch Verhandlungen mit dem Reiche und sollen weitere Anweisungen ergehen, sobald die Grundsätze über die Art der Durchführung des Ausgleichs feststehen. Zunächst ist in Aussicht genommen, daß die Provinz Westfalen aus Hannover die von der französisch=belgischen Abnahmekommission gestoßenen Pferde erhält. Die Landwirtschaftskammer steht zur Zeit mit dem Lieferungsverband in Hannover wegen der Uebernahme der Pferde in Verhandlung. Werden der Provinz Westfalen derartige Pferde zugeteilt, so erfolgt die Verteilung an diejenigen Kreise, die bis zur Uebernahme der Pferde bereits Pferde abgeben müssen, im Verhältnis zu der Zahl der bereits abgegebenen Pferde. Die Kreise erhalten von der Landwirtschaftskammer gegebenenfalls telegraphisch Nachricht, wann und wo die Ubnahme der Pferde zur Weitergabe an den Antragsteller erfolgen kann. Die Kreise haben sodann einen bevollmächtigten Vertreter nebst einem Begleitkommando zu entsenden. Die einzelnen Antragsteller können zur Abnahme der Pferde nicht zugelassen werden, und würde in diesen Fällen die Verteilung der Pferde auf andere Kreise erfolgen müssen. Das Begleitkommando hat Halfter und Stricke mitzubringen und sich auf Futzmarsch einzurichten, da für den Abtransport der Pferde voraussichtlich Eisenbahnwagen nicht gestellt werden können. Wegen der Abrechnung über diese Transporte erfolgt nach Abschluß der Verhandlungen besondere Anweisung. Die Landwirtschaftskammer ist fortdauernd bestrebt, Ersatzpferde heranzuziehen, muß aber dringend bitten, für geeignete Bekanntgabe der vorliegenden Verhältnisse im dortigen Kreise Sorge zu tragen, besonders aber auch die Dienststellen anzuweisen, entsprechende Anträge auf Gestellung von Ersatzpferden und dienstuntanglichen Pferden ausschließlich an das dortige Landratsamt— Stadtverwaltung— zu richten. Anträge, die aus dem dortigen Kreis trotzdem bei der Landwirtschaftskammer eingehen, werden nach dort abgegeben werden. England und Belgien. 0 Amsterdam, 17. April Nach einer Brüsseler Meldung des Allgemeenen Handelsblad hat die englische Regierung der belgischen in einer Rote ihr Misfallen darüber ausgesprochen, daß Gelgien Truppennach Frankfurt am Main gesandt habe, ohne sich zuvor von Englands Auffassung in dieser Angelegenheit unterrichtet zu haben. Die Nebeuregierung der Gewerkschaften. 0 Berlin, 19. April. Die Gewerkschaften haben sich mit neuen Forderungen an die Reichsregierung gewandt. Sie verlangen die Zuziehung der Gewerkschaften bezw. ihrer Vertreter zu den Maßnahmen, die gegen die Putschagitation in der Reichswehr ergriffen werden. Lohnkampf im Gastwirtsgewerbe. Berlin, 19. April. Der Lohnkampf im Gastwirtsgewerbe hat sich heute vormittag so zugespitzt, daß es zwischen Arbeitnehmern und Arbeitgebern zum offenen Bruch kommen wird. In den Verhandlungen, die in der letzten Nacht stattfanden, hatten die Gehilfen einstimmig den Streik beschlossen. An dem Auestand werden sich beteiligen die Köche, Kellner, das technische Personal (Heizer und Maschinisten) und die Musiker. In einzelnen Betrieben sind die von den Arbeitnehmern gestellten Forderungen bereits arerkannt worden. Die Bewegung rich tet sich in erster Linie gegen die Großbetriebe und deren Leiter, die die Generalstreikpa ole der Kapptage zu durchbrechen versuchten. Die Einwohnerwehren. Berlin, 19. April. Die deutsche Regierung hat an den Vorsitzenden des interalliierten Ueberwachungsausschusses für das Landheer eine Rote gerichtet, in der sie bedauert, daß die Ertentenote vom 12. März über die Einwohnerwehren von unzutreffenden Vorauesetzungen ausgehe. Die Einwohnerwehren seien in den Wirren des vorigen Jahres zu dem Zweck gegeündet worden, durch Unterstützung der geringen militärischen Kräfte und der berufemäßigen Polizeiorgane die Heimat vor vollständiger Auflésung der Ordnung zu bewahren. Bei Gründung wie auch beim Ausbau der Einrichtung sei jeder Gedanke an eine Verwendung zu militärischen Zwecken ausgeschlossen gewesen. Die Möglichkeit, daß die Einwohnerweeren einer durch den Friedensvertrag verbotenen Mobilisation Vorschub leisten könnten, sei schon deshalb nicht vorhanden, weil die Organisation des einheulichen Zusammenschlusses von reichtwegen entbehrt. Die Einwohnerwehren hätten zweifelles dazu beigetragen, die allgemeine Sicherheit in Deutschland zu festigen und in den Unruhen der letzten Wochen große Vermögenswerte vor Vernichtung bewahrt. Der Nutzen der Einwodnerwehren habe im Ausland volles Verständniez gefunden. Die deutsche Regierung habe daher keinen Anlaß gehabt, die Bildung der Einwohnerwehren vor der interalliierten Kommission zu verheimlichen und lediglich dem unter Verkennung der tatsächlichen Verhältnisse auferlegten Druck weichend, habe sie sich zur Auflösung der Weoren in ihrer jetzigen Form entschlossen. Die deutsche Regierung vermöge aber nicht anzuerkennen, daß die Bestimmungen des Friedensvertrages sie zwinge, der Bevölkerung jede Möglichkeit des auch weiterhin unbedingt netwendigen Selbstschutzes zu versagen. Die Auffechterhaltung der inneren Oednung sei die Hauptvoraussetzung dafür, daß den Bestimmungen des Friedensvertrages nachgekommen werden könne und es werde geprüft werden, welche zuverlässige Einrichtung weiterhin diesem Zwecke dienen könnte unter Wahrung eines lokalen Schutzcharakters und Veimeidung jeder militärischen Organisation beim Ausbau. Die Markvaluta. Nach dem Rückgang der Mark ist in den beiden letzten Tagen wieder ein Stillstand eingetreten. Der Gulden kostet 23.22, der schweizerische Franken 11,21 Mark, das besagt, da auch das Verhältnis zu der anderen fremden Währung dasselbe ist, daß die Mark gegenwärtig •7—7¼ Pfg. wertet. Was Amerika für die Zeitungen tut. Aus Washington wird gemeldet, daß das Repräsentantenhaus einstimmig die Gesetzesvorlage angenommen hat, wonach Zeitungspapier im Preise noch nicht mehr als 8 Cent das Pfund zukünftig zollfrei eingeführt werden darf. Die Vill, die als Vorbeugungsmaßregel dienen soll, um Hunderte von kleineren amerikanischen Zeitungen vor dem sicheren Untergang zu retten, geht jetzt noch an den Senat, doch ist auch hier mit ihrer Annahme sicher zu rechnen. Abg. Dr. Spahn. Die Besserung im Befinden des erkrankten Abg. Dr. Spahn hat, wie wir erfahren, erfreulicherweise so gute Fortschritte gemacht, daß die Hoffnung berechtigt ist, daß er in absehbarer Zeit gänzlich wiederhergestellt sein wird. Deutsche Nationalversammlung. WTB Berlin, 19. April. Dritte Beratung des Gesetzentwurfes betr. die Grundschule und die Aufhebung der Vorschulen. Abg. Dr. Mumm(D.=nat.) befürwortet eine Anzahl von Anträgen seiner Partei. die u. a. den Religionsunterricht als #identlichen Lehrgegenstand festlegen wollen. Dies entspreche den Forderungen der Verfassung. Ferner wollen sie die Rechte der Vorschullehrer wahren. Endlich soll der Privatunterricht möglichst unbeschränkt zugelassen und Gründe des Gewissens dabei anerkannt werden. Abg. Bruckhoff(Dem.) bittet, die Anträge abzulehnen, da die Verfassung alles Nötige bestimme. Reichsminister Koch: Der erste Antrag der Rechten betressend den Religionsunterricht ist durch die Bestimmungen der Versassung erledigt. Das Ministerium des Innern hat sich unparteilich und eifrig bemüht, durch Verhandlungen mit den Ländern überall dem Geist der Verfassung zu seinem Rechte zu verbelfen. Die Rechte der Vorschullehrer sind nicht gefährdet. Der dritte Antrag ist überflüssig. Die Anträge der Rechten werden abgelehnt, das Gesetz in der Fassung der zweiten Lesung angenommen. Erste Beratung eines Gesetzentwurfes über die Versorgung von Militärpersonen und ihrer Hinterbliebenen bei Dienstbeschädigungen.(Reichsvesorgungsgesetz.) Das Gesetz wird dem siebenten Ausschuß überwiesen. Morgen 1 Uhr Anfragen. Interpellation betr. Eupen und Malmedy und Interpellation betr. Durchgangsverkehr nach Ostpreußen u. a Ortsnachrichten aus dem Kreise Olpe. = Olpe, 20. April.(Der erste Schultag.) Heute wird in allen Schulen der Unterricht wieder ausgenommen. Wie vor drei Wochen am Ende des Schuljahres die Vierzehnjährigen aus der Schule entlassen worden und damit aus dem Knaben= und Mädchenalter in das Jünglings= und Jungsrauenalter übergetreten sind, so wird in diesen Tagen der Schule gleichsam neues, frisches Blut zugeführt, die Sechsjährigen gleiten mit dem Eintritt in die Schule fast unbemerkt aus dem Kindesalter in das Knaben= und Mädchenalter. Sind es Erstgeborene, die in die Schule kommen, dann ist es fast selbstverständlich, daß Vater oder Mutter sie selbst an der Hand der Schule zuführen. Später, wenn die Reihe länger wird, fehlt es manchmal der geschäftigen Mutter an Zeit, und die älteren Geschwister nehmen den kleinen Neuling mit. Der erste Schultag soll für alle, Lehrer und Kinder, ein Freudentag sein, und doch sehen wir manchmal Kinder mit verweinten Augen, die nur widerwillig der Mutter folgen. Woran liegt das? Darüber schreibt der verstorbene Altmeister der Pädagogik Dr. L. Kellner in seinen berühmten „Aphorismen“ in der folgenden Weise:„Viele Eltern tun alles Erdenkliche, um den Kindern die Schule als Schreckensort hinzustellen. Regt sich die jugendliche Lust etwas lauter und freier als sonst, gleich heißt es:„Der Junge muß in die Schule, damit er Ruhe lernt,"— wollen die ersten ungeschickten Lehrversuche der Eltern dem kleinen Lehrlinge nicht gleich zu Kopfe, so wird auf die Schule verwiesen, wo der Lehrer schon mit dem Stocke nachhelfen werde, und sind irgend die Kinder der elterlichen Freuden im Wege, so wird auf die Schule gehofft, welche die Ruhestörer aus dem Hause entfernt.“— Der erste Schultag soll ein Freudentag sein. Der Lehrer kennt die Gewalt des ersten Eindrucks, darum setzt er gerade an diesem Tage sein sonntägliches Gesicht auf. und empfängt die neue Schar recht freundlich. Treten dann auch manche von den Kleinen am ersten Tag zaghaft und mit Herzklopsen aus der Ungebundenheit des freien Naturlebens in die Schule, bald hat er sie für sich gewonnen. Wenn nun das Elternhaus nicht gegen Schule und Kirche, sondern einig mit diesen Hand in Hand an der Erziehung und Ausbildung der Kinder arbeitet, dann werden die Hoffnungen, mir denen gute Eltern heute oder morgen ihre Kinder der Schule übergeben werden, mit Gottes Hilfe alle in Erfüllung gehen. (**) Olpe, 20. April. In die Höhere Stadtschule wurden 37 Schüler neuaufgenommen. Die Schülerzahl beträgt jetzt 154. Es sind in der Sexta 35. Quinta 41, Quarta 46, Untertettia 17. Obertertia 15. # Olpe, 20. April.(Die teuren Postgebühren.) In der letzten Sitzung des Reichsrates wies der brannschweigische Gesandte von Boden auf däs ungeheuere Defizit der Posiverwaltung hin, das für 1919 1,5 Milliarden betrage und für 1920 auf 2.5 Milliarden geschätzt werde. Trotz der Erhöhun gen würde immer noch ein Deftzit von mindestens einer Milliarde ungedeckt bleiben. Das Porto für Postkarten soll auf 30 Pfennig erhöht werden, für einfache Briese auf 40 und für Briefe bis zu 250 Gramm auf 60 Pfennig. Die Sätze für Drucksachen, Geschäftsvapiere und Warenproben werden verdoppelt. Auch die Paketgebühren, die Postanweisungsgebühren und die Gebühren für Zettun pen sind erheblich erhöht worden. Für Telegramme ist der Unterschied zwischen Orts= und Ferntelegrammen beseitigt. Die Ortsgebühr ist auf 20 Psennig festgesetzt und die Mindestgebühr für ein Telegramm auf 2 M. Die Fernfrechgebühren erfahren durchgehend eine Erhöhung um 100 Prozent, bei ganz großen Netzen noch darüber hinaus. Die Ausschüsse haben sich auch trotz mancher Bedenken damit einverstanden erklärt, daß von allen Fernsprechteilnehmern ein besonderer Gesprächsbeitrag in Höhe von 1000 A für jeden Hauptanschluß und von 200 A für jeden Nebenauschluß geleistet werden soll X Olpe, 20. April.„Auslanddeutsche“. Ein Name nur, ein Klang verweht wie alle Klänge... Ihr hört ihn wohl, doch der Alltag sang immer wieder drüber fort. Und doch— laßt eigene Not Euch nicht die Herzen schließen für jenes Leid. Denn gleiche Liebe, gleicher Glaube fließen in ihnen auch, die eines Blutes sind mit Euch. Die alles ließen, was in stetem Fleiß sie sich erworben; von Hof und Haus vertrieben, in Not und Tod verdorben die Besten oft— da deutsche Treu sie hielten. Nun stehen sie in dem in der Fremde heiß ersehnten Mutterlande— Bettlern gleich. Denn alles gaben sie zum Pfande dem Schicksal, das, an Schmerzen reich, sie heimwärts trieb. Drum schließet Eure Herzen nicht per ihrer Qual u. helft die Not ihnen tragen. Eine Name nur, ein Klang, verweht wie alle Klänge... Doch eine Welt von Schmerz und Leid, von Hoffen und Entsagen....„Auslanddeutsche"... Im Interesse der aus dem Ausland vertriebenen Deutschen findet Sonntag abend im Tampier'schen Lichtspieltheater eine Wohltätigkeitsvorstellung statt, auf deren Besuch wir im Interesse der guten Sache wohl nicht hinzuweisen brauchen. Olpe, 20. April.(Kraftwagenverkehr der Reichspost.) Durch die Beschränkungen und häufigen Fahrplanänderungen im Eisenbahnverkehr wird der sich immer stärker entwickelnde Postversendungsverkehr und damit der gesamte Postbetrieb, so wird uns von zuständiger Stelle geschrieben, schon seit geraumer Zeit in einem Maße ungünstig beeinflußt, daß unser Wirtschaftsleben empfindlich darunter leidet und durchgreifende Maßnahmen unumgänglich geworden sind. Die Reichspost hat deshalb alle Vorbereitungen getroffen, um ihre bisher mit Pferdefuhrwerken betriebenen Ueberlandverbindungen durch Einstellung von Kraftwagen neuzeitlich umzugestalten. Auf die Mitbenutzung der bestehenden Linien privater Kraftwagenverkehrsgesellschaften zur Postberförderung mußte hierbei vezichtet werden. Denn diese Gesellschaften befassen sich mit der Beförderung von Massengütern und können sich deshalb Ankunfts= und Abfahrtszeiten nicht so binden, wie es der Postdienst erfordert Während ferner die Krastverkehrsgesellschaften nur solche Linien unterhalten, die einen Gewinn abwerfen, hat die Post die Ausgabe, innerhalb des gesamten Reichsgebiets dem Verkehr zu dienen und mit Hilfe ertragreicher Unternehmungen weniger ergiebige, vorkehrsbedürstige Gegenden aufzuschließen. Das von der Postverwaltung zunächst in Aussicht genommene Omnibus= Kraftwagennetz wird etwa 100 Linien mit 3000 Kilometer Länge umfassen, die sich über alle Teile des Reichsgebiets erstrecken. Die dazu erforderlichen 260 großen Wagen mit 12—30 Sitzplätzen sind längst in Auftrag gegeben. Auch alle übrigen Vorbereitungen für die Inbetriebnahme der ganzen Anlage hatte die Post schon vor geraumer Zeit getrossen. Die Verzögerung in der Eröffnung des Betriebes hängt lediglich damit zusammen daß die Automobilfabriken infolge von Ausständen und anderen Schwierigkeiten die Wagen nicht rechtzeitig liefern konnten. Nunmehr sind jedoch die ersten Wagen fertig geworden, sodaß bald einige Linien den Verkehr aufnehmen werden. (9 Olpe, 20. April.(Der Zusammentritt des Westf. Provinziallandtages.) Als Tag des Zusammentritts des Westfälischen Provinziallandtages ist nunmehr Sonntag, der 2. Mai, bestimmt worden. (**) Olpe, 20. April. Der Rechtskandidat Paul Holterhoff bestand gestern sein Referendarexamen mit dem Prädikat„gut". 222 Finnentrop, 20. April. Im Gasthof Biggemann hatte sich gestern nachmittag das Kreiskomitee der Zentrumspartei des Kreises Olpe versammelt, um über die gegenwärtige politische Lage und die Stellung des Zentrums zu ihr zu beraten. Nach Begrüßung durch Abg. LoehrMeggen erhielt zunächst als Berichterstatter Müller=Flape das Wort zu einem längeren Referate über den Reichsparteitag in Berlin, über den die Leser unseres Blattes bereits näher. unterrichtet sind. Parteisekretär Scharfenstein=Meschede skizzierte daraufhin unsere Parteiaufgaben für die kommenden Wahlen, besprach die bekannte Angelegenheit der Ministers Erzberger, der für die Zentrumspartei abgetan sei, streifte die Stellungnahme der Partei gegenüber der Landwirtschaft, sorderte die bessere Unterstützung der Zentrumspresse, an die ja jetzt gewaltige finanzielle Forderungen gestellt werden, und betonte vor allem, daß die Wählerschaft einen engeren Anschluß an die Presse suchen müsse. Der bevorstehende Wahlkampf müsse die Vertrauensmänner der Partei auf den Plan bringen. Rektor Wenske=Olpe verbreitete sich sodann über die Stellung der Landwirte hiesigen Kreises zur Zentrumspartei. Hiernach entspann sich eine lebhafte Diskussion, an der leider alle Versammlungsbesucher nicht teilnehmen konnten. ( Aus dem Kreise Olpe, 20. April.(Zur Hebung der landwirtschaftlichen Erzeugung.) Der Ausschuß der Nationalversammlung für Volkswirtschaft hat die Verordnung über die Preise für landwirtschaftliche Erzeugnisse aus der Ernte 9120 fast unverändert angenommen und dazu eine Anzahl bemerkenswerter Entschließungen gefaßt. Danach sollen entsprechende Mittel bis zu zwei Milliarden Mark zur Förderung der landwirtschaftlichen Erzeugung, insbesondere durch beschleunigte Einfuhr von Rohmaterialien für die Düngmittelherstellung und von eiweißhaltigen Futtermitteln zur Verfügung gestellt werden. Die Regierung soll eine großzügige Art der Presseaufklärung über die Preisfestsetzung für die neue Ernte durchführen. Der Landwirtschaft sollen auch Druschkohlen usw. zur Verfügung gestellt werden. Anderseits werden aber die Maßnahmen gegen Schmuggel, Schleichhandel u. dergl. verschärft werden. Personen, die durch Wort oder Schrift Landwirte zur Sabotage gegen ihre Ablieferungspflicht aufreizen, sind sofort in Schutzhaft zu nehmen. Ferner wird ein Umlageverfahren gefordert, das die Selbstversorger in den Kommunalverbänden für das Abliferungssoll solidarisch haftbar macht. Fehlende Mengen sellen auf Kosten der Ablieferungspflichtigen durch Auslandseinkäufe gedeckt werden. Ferner soll die Regierung sortlaufend die Unkosten der Landwirtschaft kontrollieren und bei deren weiterem Steigen eine Erhöhung der Preise der landwirtschaftlichen Produkte festsetzen. * Siegen, 19. April. Hier ist es zwischen dem Bürgesweister Fitmer urd der sozialdemokratischen Fraktion, der Stadtverordnetenversammlung zu #insten Zerwürfeissen gekomwen. In einer Besprechung, die sich mit der Errichtung der Siegener Einwohnerwehr und die Lebensmit elbeschaffung befaßte, hatte der Bürgremeister Kinit an den Maznohmen der jetzigen Regierung geübt. In der letzten Stadtverordnetenversammlung erklärte iufelge dessen der Führer der Segener Sozialdemokraten, Parteisekreiche Schmidt, daß der Bürgermeister in der genannten Besprechurg, die Pflichten, die ihm als Beamten obliegen, gröblich verletzt habe, und daß sich sowohl seine als auch die demokratliche Fraktion beschwerdeführend an die Regierung wenden würden würden.„ * Hagen Delstern, 19 Spest, aus Gram und Kummer über sein in Deutsch=Südwestafrika verlorenes Hab und Gut samt Vermögen waif sich am Samstag Morges eig nach hier Ausgewiesener vor die Räder des gegen ½9 Uhr aus Richtung Hagen hier einlaufenden Personen zuges und ließ sich den Kopf abfahren. Der Mann war : Buer, 15 Speil. Die hier liegende Reichswehr nahm h ute eine aufsehenerregende Verhaftung vor. Der hiesige Führer der U. S. P D. urd Vorsitzeude der unabhängigen Stadtoerordaetenfraktion, Gustav Hammer, wurde verhaftet, da er unter dim dringenden Verdacht stehen soll, insgesamt 60 000 Mark erpreßrund unterschlagen zu haben. Das sollte angeblich zue Löhnung der roten Armee gedient Holtheim, 19 April, Nachts ist in die hiefige Kirche eingebrochen worden. Durch Nachschlüssel haben sich die Diebe Eulaß verschofft. Sie hatten es auf Golbsachen abgesehen. Während nämlich von Altartüchern, Kommuniondecken, Leuchtern und Kerzen nichts entwendet ist, fehlen zwei Kelche, die Krankerpatene und das Oelgesäß. Zum Glück ist es den Dieben tretz aller Unstreugunnen nicht gelun ea, das Tabernakel zu öffgen, sodaß winigstens die von ausbewahrten Gegenstände der Gemeinde geblieben sind. Vermischtes. Der Prophet gilt nichts in seinem Vaterlande. Die„New Y### Tmes“ berichtet, daß din Reis==Locd Er y's nach Ameriin den Zweck hat, für den Völkerbund zu arbeiten. Andere sranzösische und eoglische Staatsmänner sollen im Lause d's Sommus seinem Beispiele folgen. In Amerike ist selbst off ubar diese Wilson'sche Idee schon so in Mißkre dit, dab h. Hilf= von draußen braucht Zweitausend Tonnen Keiegsgeschichte. Dem Weecklh Dispasch zufolge hat die englische Regierung ein großes Haus in Isleloucg gemietet, um dort die amtlichen Berichte aufzubewihren, die im Kriege von den verschiedinsten Kriegsschauplätz n eingelzufen sind, auf denen englische Teuppen gekämpft habev. Die Gesamtmenge dieses Papiers gat ein Gewicht von 2000 Tonnen, und man kann darauf schließen, welch unerhörte Aufgabe die Geschichtsschreiber vor sich haben, die mit diesem ueendlichen Matertal arbeiten wüssen. Staatsstrei hlei und ihr Anhang. Man weiß: ein Unglück kommt selten allein. Za drm Staatsstreich der Kapp Leute hat uns diese aufgeregte Zeit noch etwas Ucbles beschert: die Staatsstreschler. Wer an diesem sprach lichen Malbeur schuld ist. ob Reichspräsident Ebert, der in einer Unterreduug mit Pressevertretern dos Wort brauchte, oder sonstwer, ist kaum feststellbar. Genue, das Unglück ist da, und die„Staatsstreichler“ verbretten sich wie die Grippe Was ist ein Staatsstreichler=3 Selbst Karlchen Mießaick würde hierauf autworten: das ist ein Mann, der den Staat streichelt. Haben das nun die Leute wie Kapp, Lüttwitz un d. wie sie sonst heißen wirklich getan? Weon ja, so haben sie tin aber, wie der Bäcker die Katz; gegen den Strich kämmte, daiß des Fell koisterte, mit ihrer Baltikum Soidateska derart gesteeschelt, daß er in allen Fugen zittert. Eo gibt eben keinen Ursten, der nicht beutzutage blirdlings mitgemacht, uch pleppert und rachgeschrieben warde. Vom„litzten Unde“ an(so paradox dies scheirt) über den vielberufenen „tot•e Pu“t“, den selichen Gebrauch von„trotzdim“ anstelle von obslech und so weiter, usw., über die letzthin geborene „V rreichlichung“(und die zwar richtig gebildete, doch nicht minder strohtrockene Mißgeburt„Verreichung") bis zu den neugeheckeren„Staatsstreichlern“ geht die innere Gotwick ungslinie der Gedankeolosigkeit und des Mißbrauchs unserer Muttersprache. Beugen wir also nach Kräften vor, daß die Seupe der Speachverderber nicht weiter greife und helfe ein eder, daß das kostbarste Gut, was uns noch geblieben ist, nicht von geistigem Schiebertum angetastet und verschleuder werd:. Dei umsass nde Angeiff der„Octograsi Ferbesserer“ ist kürzlich zum Glück abgeschlagen worden, aber die kleinen heimtück'schen Räuber am Sprochaut fiad nicht winiger ge säh lch Augen auf Ohren auf! Und auf um Staatsstreich gegen die Staetestreichter“. O diese Weiber! Die Valuta, dieses Lumpenmensch“ 17 an allem 11 heil schuld. Ein köstliches Stückchzen spielte sich in einem Wagenabteil einer hessischen Kleiphahn ab. Saßen da. wie der„Mannh. Gen. Aoz“ berichtet, mehrere Rserde in eifrigern Gespräch beisommen und schiwpften, wie das jitzt so allgemein Sitte geworden ist, über die traurigen wirtschaftlichen und moral schen Zustäode urserer Ziit und die zunehmende Schlechtigkeit der Menschen Als a ein Herr bemerkte, arderswo sei es hierin auch nicht viel besser, und die Voluta trage hieran die Hauptschuld, wischte sich sihr eifzig eine biedrre Feau vom Lor de in das Grspräch und saate:„Ei, woas. treibt sich denn das„Lump um nsch“ überall berum? Mei Sohn, der eben deüwe is, schreibt fort müdrend um Geld und sagt, daß er so viel brauche, daran sei nu die Volvta schuld. Das Luwpenwensch zieht dem arme dumme Kerl all sein Geld aus der Tasch. Heit nach will zum Parre(Pfarret) gehe, daß die Zwee von einander beingt“. Es kostete schon einige Mühe, die Frau zu kelehren, daß bier ein Ehescheidungsantrog röllig vergeblich s#i, da der Hekr Pfarrer gegen diese böse Voluta silbst völlig ohnmächtig sei se Weinen und lachen die Tiere? Diese Frage ist von den Gelehrten ebenso oft bejaht wie verneint worden. Künstler aber lassen in den Gesichtern der Tiere Gemütsbewegungen der Freude oder Trauer sich gern wiederspiegeln. Wer kennt nicht den lachenden Dackel der Fliegenden Blätter? Wer nicht die reizenden Tierfiguren aus Porzellan? Was man oft für ein Lachen der Tiere nimmt, ist wohl mehr ein Grinsen, ein unschönes Verziehen der Gesichtsmuskeln, so bei den Schimpausen, den Organg=Utang und anderen Afsenarten, die übrigens oft eine ganz etgentümliche Art haben, ihrer Zufriebenheit Ausdruck zu geben, nämlich durch schnelle Bewegung der unteren Kinnladen. So machen es der Berber=Affe und der Pavian. Mit dem Pavian machte Darwin folgenden Versuch. Der Wärter mußte ihn reizen und sich dann mit ihm versöhnen, indem er ihm die Hans schüttelte. Als die Aussöhnung zustande gekommen war. bewegte der Pavian seine Lippen schnell auf und nieder und sah vergnügt aus. Darwin sagt mit Recht, daß bei unserem Lachen mehr die Muskeln der Brust in Erregung gesetzt, während bei vielen Affen allein die Muskeln der Kinnladen leblebhaft bewegt würden.— Mit dem Weinen der Tiere ist es ebenfalls eine höchst zweifelhafte Sache. Zwar versichert Plinius, daß der Löwe im Sterben weine, aber Plinius behauptet manches. Sodann wird übereinstimmend von zuverlässigen Naturforschern berichtet, daß einige Seesäuger, der Elefant und einzelne Affenarten weinen. Da Tennent ebenfalls mit Bestimmtheit behauptete, daß gefangene indische Elefanten Tränen vergießen, so hat Darwin bei den Elefanten in Zoologischen Gärten zahlreiche Versuche angestellt, um der Sache auf den Grund zu kommen. Ein Wärter versicherte ihm, er habe verschiedene Male Tränen über das Gesicht eines alten Elefanten=Weibchens laufen sehen, wenn es über die Fortbeschafsung seines Jungen betrübt war. Die Versuche, die Darwin machte, ergeben zwar, daß wenigstens der indische Elefant wie der Mensch in der Erregung die Ringmuskeln zusammenzieht, jedoch von Vergießen von Tränen konnte nichts bemerkt werden. Ebenso haben die Angaben von Rengger und Humboldt, daß gewisse südamerikanische Affen leicht weinen. einer genauen Nachprüfung nicht standgehalten. Affen kreischen unendlich häufig, aber weder schluchzen noch weinen sie. Letzte Telegramme. WTB Berlin, 20. April(Telegr.) Der Lokalanzeiger meldet aus Prag: Eine sächsische Kommistion ist in Eger eingetroffen, und hat Hölz als den Räuberhauptmann von Falkenstein identifiziert. WTB Berl n, 20. April.(Telegr.) Das Tageblatt meldet aus Dresden: Die sächsische Regierung hat das Auslieferungsverlangen gegen Hölz bei der tschechischen Regierung gestellt. WI'B Berlin, 20. April.(Telegr.) Der Lokalanzeiger meldet aus Hamburg: Die Forderungen der Arheitslosen in Hamburg hat der Senat in den meisten Punkten abgelehnt mit dem Hinweis auf die entgegengesetzten reichsgesetzlichen und verfassungsmäßigen Bestimmungen. WVIB Berlin, 20. April.(Telegr.) Der Lokalanzeiger meldet aus Christiania: Einer Mitteilung des Generalsekretariats des Vülkerbundes zufolge hat die norwegische Regierung einen Gesetzentwurf eingebracht, durch den ein Kredit von 130 000 Kronen verlangt wird als Anteil Norwegens an den Verwaltungskosten des Völkerbundes bis zum 31. März 1920. " Beschaft. Errfsnung. Haben uns am 8. April als " Landschaftsgärtner ## hier niedergelassen und empfehlen uns der werten 5 Kundschaft in # Anlagen von Gärten u. Friedhofsanlagen * u. Iustandhaltung derselben. Ebenfalls Kranzbinderei. * F ü r g u t e u n d p r e i s w e r t e A u s f ü h r u n g g a r a n t i e r e n w i r. Liebehenz& Loeser, Olpe. bisher Landschaftsobergärtner in Firma Bernh. Gerbermann. „ Telephon Nr. 246 Fellmickestr. Nr. 25. S Afte Kranke (Erwachsene und Kinder) finden bei mir bei allen Erkrankungen, wie Magen=, Darm=, Lungen=, Leber=, Herz=, Nieren=, Blasenleiden, Gicht, Rheumatismus, Gallensteinen, Hautausschlägen u. s. w. gute und solide Behandlung. Keine körperiiche Untersuchung nötig. Beste Heilerfolge! Sprechstunden in Olpe jeden Mittwoch von 9—12 und 2— 5 Uhr, im Gasthof Westfälischer Hof, Westfälische Straße 21. Bubenzer, Dieringhausen, Homöopathie u. Naturheilkunde. Sämtliche laudwirtschaftlichen Malchinen liesert sofort ab Lager oder kurzfriftig(2394) Heinrich Clewens, Olpe. H ute eintreffend: Alle Sten ü erwinterte Pflan= gen, serner Sporg=l, Kovisolat, Blumenkohl, Rüvstiel, Soinat Schnittkohl, Rbabarber und ka Holländer Küse, Schweinesemalg, Margarine, Bückinge Sreitag hrischen Jos. Feldmann, Olpe. Einwohnerwehr Olpe. Heute, Ltenstag abend 8½ im Restaucont„Zur Kante“ Versammlung des Vorhandes, der Zugjührer und Gruppensübrer Eischeinen undedingt erforderlich Der Wehrführer. Verkaufe eine sast neue Häckselmaschine, eine stluf u lange Jauchepumpe, eine neue oder gut erhaltene Kippkarre, einen wei sperigen Wagen, 8 sast neue„ Arbeitskummete, Reitsattel und verschiedene Ledersachen tausche auch auf Daser Wo, sagt die Expedition öft. Vis.(1975) Bekanntmachung betr. Höchstpreis für Bienenhonig. Durch Runderlaß vom 16 Mal v. J.— VI b 1568„ erläufert durch den neiteren Runderlaß vom 26 Juni VI b 2445— ist der Ueberwachungspreis für den gemäß Anordnung vom 6. März v J— VIb 531— abzuliesernde Honig dem jeweiligen Erzeugerhöchstpreise für vollwertige Speisebutter(Handelsware 1) gleichgesetzt werden. Das fortgesetzte Steigen des Butterpreises würde demgemäß auch ein gleiches Steigen des Hontgüberwachungspreises zur Folge haben, wodurch die an und für fle, schon große Saumseligkeit der Imker in der Erfüllung ihrer Ablieferungspflicht noch mehr gefördert würde. Ich hebe deshalb jene Anordnung wieder auf und bestimate nunmehr, daß für den jetzt noch zur Ablieferung gelaugenden Honig nur der am 1. Jannar d. I maßgebend gewesene Butterpreis gezahlt wird. Etwaige Härten, die sich bei Anwendung dieser Bestimmung für solche Imker ergeben würden, die ohne ihre Schuld nicht früher haben abliesern können, kann die Honigvermütttungsstelle beim Preußischen Landeramt für Gemüse und Obst, der die detreffenden Fälle eingehend darzulegen sind, ausgleichen. Im übrigen wir# denjenigen Imkern, die ihre Ablieferungspflicht döswillig versäumt haben, der Zuckerbezug für das lausende Jahr gesperrt werden. Berlin, den 23. März 1920. Preußischer Staatskommissar für Volksernährung. gez. Schneider. Veröffentlicht. Olpe, den 10. April 1920. Der Landrat. Dr. Freusberg. Schweineversicherungsverein Olpe. Bei genügender Anzahl Anmeldungen wird der Verein in Kürze wieder eine Sendung junger Schwrine kommen lassen Anmeldungen bis Donner#tag abend beim Rendanten Mund, Der Vorstand. Gesucht wird für balo. Eintr ein tüchtiges, braves Hausmädchen gegen hohen Lohn Krau Paul Schmeck, Siegen, Babnhofstr. 12. Ertahrener Kaufmann in mittleren Jahren, bei größeren Werken tätig gewesen, mit doppelter Buchführung, Abschlüssen und allen Kontorardetter durchaus vertrant, sucht entsprechende Stellung und erbittet Angebotunter Nr. 1952 an die Exped. de Blattes. Im Wege des schriftlichen Angebots verkauft die Firma Meyer und die Gemeinde Heinsberg cirka 1000 fm 50jährigen Tannenbestand, geeignet zu Bau=, Schleif= und Grubenholz auf dem Stamm. Die Bedingungen können durch den Unterzeichneten gegen eine Gebühr von 2 Mark bezogen werden. Angebote mit der Aufschrift„Submission auf Bauund Schleifholz“ sind ebenfalls an selbigen bis zum April, nachm. 2 Uhr, einzureichen. Die Eröffnung der Angebote findet am gleichen Tage nachmittags 4 Uhr in der Wirtschaft Poggel statt. Das Holz steht an guter Abfuhr, ½ Stunde vom Bahnhof Heinsberg. Heinsberg i. W., den 13. April 1920. Förster Berg. 2•40„ Am Montag Nachm. 2 Uhr kommt folgendes Holz in der Wirtschaft R. Höfer II öffentlich meistbietend zum Verkauf: 1. Ein Morgen cirk. 30jähriger Eichenbestand. 2. Von 3 Morgen Eichenbestand das Durchforstungsholz 3. Cirka 30 tm. Eichenstammholz. Welschenennest, den 19. April 1920. L. Bald, Förster. Habe Freitag morgen eine große Auswahl Schireitt. von 9 bis 10 Uhr in Gastwirt Stahl, von 11 bis 1 Uhr in Olpe, Gasthof Deimel, von 3 bis 4 Uhr in Drolshagen, Gastwirt Schürholz, zu verkaufen Preis von 220 bis 260 Mark. 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