der deutschsprachigen Presse eu Nummer 352 ahnen im Winter tliche Mangelkrankheit die Schiffsbesatzungen dem Lande gleichfals bereitete Kartoffel als spender dieses Wirtmit ihr umgehen, daerloren geht. rie r üblich, aus Gründen age vorher auf Vorral sfrauen bereiten die n Kochen vor. Das die wichtigsten Nährerloren. Am besten i ktocht, dann derwahe verte. Ein weiteres urtoffeln, einer Frage, ushalt, besondere Auferade in den Kriegse reiche Hackfruchternte Einlagerung bewahr Gebiete. Kühle und ndig, um der Fäulnis bis 70 cm sollen die venn sie sich gut halten Kartoffeln überessen Es kommt auf die Kochs an, die mit gehört zum Kochen zubereiten können. Salzkartoffeln sind rtoffelbrei, gebraten ammengekocht, mit Knödel in rohem hkartofeln und geubt —„„„ eigene Vertretungen Kiultsierhihet Anzriger 10 Rpf. im Einzelverkauf adt gefunden, wo er le, sich dann aber verwieder zugeführt. nmacherhandwerk Suhl, 20. Dezember. Ratsherren wurde in 5 der Reichserziehungsig zum Sitz einer Fachandwerk bestimmt bol. mar 1941 ihren Betrieb gen der verschiedensten andwerks Gelegenheit zängen, die neben pratusen, auf die Gesellendwerks vorzubereiten. ehrgänge für ältere Gemit praktischer, Arbei sind und die Gesellen werden. Sowohl den der gesamten deuschen Fachschule entscheidend suchses an hochqualiskmeistern mithelsen. twas holen" ter, im Dezember. inischen Sondergericht verantworten. Er sas Fliegeralarm gegehen es Wirtes suchten, die seller gelegenen Lust igte verließ diesen ie angeblich, um„n06h auch gründlich, indem im Gastraum hängen stahl, was ihm von stmals vorbestraft ik Jahre Zuchtbaus. ickt Rosenkranz Brag, im Dezember. roßnitz wurde eine besommen, als, Re ginel in wollte. Um jeden verschluckte sie einen s auf dem Markt ges ihr aber nichts, der unden auf natürlichen u, allerdings in der itzung genommen Linz. im Dezember. ei Mauthausen wurk“ im Verkehr übergeh:, seichen geschmückt. hrswichtige Brücke. Die und schon stark altegr elegt. Auch auf, der schreiten die Arbeit, vermag bereits zweaubrücke zu benuten. Slunden verschüttet mmburg, im Dezember. sobereiter Kameroden, rgarbeiter aus dem Jg dem Tode entgingen, se datte sich auf“. ingen Gestein gelbst. die Verunglückten belt obgeschniten. 38g. en die Reiter unter, nen dann die Bersg den keinen vemmenenes spaus: van=Telden=Straße 6. Fernsprecher Nr. 450: Ahlen: Adols=Hitler=Straße 30, Fernsprecher Nr. 777: Bocholt: saatsautstaße 14 Fernsprecher Nr. 1447, Vorten: Kapuznergasse 4. Fernsprecher Nr. 121: Vorgborn: Emedertene, sunage 9. Hernwpecher Nr. 24, Burgsteinfurt: Lindenftratze 74. Hernsprchet Nr. 232: Coeofeld: Hindenburgplaz 4 zernsprecher Nr. 394: D ülmen: Adolsehuler=Strate 55 Fernsprecher Nr. 578: Emodenen: Münsterstraße 1. Fernprecher Nr. 37o; Greven: Münsterstraße l. Fernsprecher Kr.225; Gronau: Adol=Hitler=Str. 36. Fernsprcher Nr. 200, zovenbüren: Adols=Huler=Su. 1, Zernsprecher Nr. 34): Lengerich: Adolf=Hitler=Plaz 11. Fernsprcher Nr. 516. Lavunghauten: Nark, Hernsprcher Nr.355: Schrup: Bahndosst. 15. Hernsprecher Nr. 35; Rheine: Lahndoffr.2 samnsprecge Nr. Adz Warendorf: Oststrate 24. Fernsprecher Nr. 511; Werne: Kirchplaz ap; Hernsprcher Nr. 114 ANITLICHES ORGANDESGAUES WESTEALEN-NORD DERNSDAP UNDSANITLICHERBEHORDEN I. JAhrnone R. c. Aoanber 100 Verlag und Hauptgeschästsstelle: Münster i. I2. Prinztpalmarkt 13/14, Fernsprech=Sammel=Nr. 2 4231. Haupt. schristletung: Munster t. B. Gallzmstr. 14. Bezugspreis: Ausgabe à.10, RiM, Ausgade B(mut Unstrierter Bochenschan).35 Kü monatich enschl Zustellungagevugr und Versandteoten. Den Lostdezug ansch. 245 vis 29 hof (im Durchschnin 20.25 Rpf.) Postzeitungsgedühren zuzüglich 42 Rpf. Bestellgeld. Die Westfälische Lageszeitung erschemt imal wöchent. morgend Anzeigen: Lat mm Höhe 22mm breit toster 15 Roi. üe Familenanzeigen 10 Ro). sur Stelenseslache 10 Rol. Nachlaß nach Preististe. Erfülungsor Münster A Lenangeigen.: Das wn.20 KN, det emer Spaltenbreiue von 72 mm. Belagen: Preis für 10 Veilagen dis zu 20 Gramm 13.0 RM bis zu 25 Gramm 15.0 R3,, Lus n 50 Gramm 17.00 RModne Nachlässe. Zür Bezieksausgaben besondere Preislisten. Bostscheckkonto: 8 bin Nr. 42114 Nummar 153 „„— In stolzer Siegeszuversicht feiert das Großdeutsche Reich Rdolf Hitlers die Kriegsweihnacht 1940 Front und Heimat snns im Herzen und im Willen eins Fest der Gemeinschaft KK Und wieder seiern wir Weihnachten, die zweite Kriegsweihnacht in jenem großen Schicksalskampf, in den unser Volk gestellt ist. Während unsere topferen Truppen vom Nordkap bis zur spanischen Grenze eine eiserne Front büden, allzeit bereit zum Einsatz gegen den letzten Feind, sobald der Führer es befiehlt, künden die Glocken in allen Gauen unseres Großdeutschen Reiches vom„Fest des Friedens“. Diesen Frieden allerdings sehen wir nicht im Geunß eines Gegebenen, sondern im Ergebnis unseres Kampfes. Frieden setzt immer Kampf voraus. Nur durch Kampf werden im Leben eines Volkes die letzten Entscheidungen getrossen. Nur durch die Entscheidung eines harten, unerbittlichen Kampses, nicht durch Kompromisse, kann die Grundlage eines dauerhaften Friedens geschaffen werden, der unabhängig ist von der Willkür einiger weniger, die um ihres eigenen Herrschoftsanspruches willen jede volkhafte und soziale Erneuerung glauben umterdrücken zu können. Als im vergangenen Jahre das deutsche Volk sich anschickte, seine erste Kriegsweihnacht zu feiern, lag die erste Phase des großen Entscheidungskampfes, der die deutsche Zukunft sichern und dem deutschen Volk — wie der Führer noch in seiner letzten großen Rede vor den Rüstungsarbeitern das Ziel dieses deutschen Kompfes herausstellte—„das große Reich des Friedens, der Arbeit, der Wohlfahrt und der Kultur“ aufrichten wird, hinter ams. Der Feldzug der 18 Tage hatte die Liquidierung der Kampffront im Osten brocht. Die Frontstellung wor allein noch gegen M sen. Noch aber war es nun ein erstes Abtasten, noch lag der Schleier der Ungewißheit über dem kommenden Geschehen. Bis dann— als der Führer die Zeit füir gekommen hielt— unsere stolze und unvergleichliche Wehrmacht in einem einzigen, unaufhaltsamen Siegesmarsch eine Position Englands auf dem Festland nach der anderen niederrang und die Fahne des Großdeutschen Reiches vom Nordkap bis hinunter zu den spanischen Gestaden aufpklanzte. Ungeheures, in der Geschichte aller Zeiten Einmaliges, ist in diesem einen Jahr geleistet worden. Das Fundament eines dauerhaften Friedens ist gelegt. Seit Jahrhunderten ist Weihnachten für uns ein Fest der Freudde und der Zwersicht, ein Symholdes Siegesdes Lichtes über die Finsternis. des Sieges des Starken über alles Schwache: Kann uns deshalb eine Zeit mehr Symbol sein unseres volklichen Lebens als diese Kriegsweihnacht 1940? Wo die jungen Völker Deutschlands und Italiens siegreich ihr Panier entfsaltet haben und vorwärtstragen gegen die Mächte des Gestern, die noch einmal zu einem letzten vergeblichen Ansturm aufgestanden sind? Dieses Weihnachtsfest des deutschen Volkes aber wird noch mehr als sonst auch ein Fest der Gemeinschaft werden. Wohl noch nie ist der Wille unseres Volkes von einer solch einheitlichen Geschlossenheit gewesen wie in diesem Jahre. Wohl noch nie fühlten wir so beglückend den Gleichklang unserer Herzen. Die tiefsten Tiefen unseres völtischen Bewußtseins sind aufgebrochen und strahlen über die Grenzen des Reiches hinaus überallhin, uo Menschen deutschen Blutes wohnen. Aus Wolhynien und der Bukowina, aus der Dobrudscha und dem Buchenland, überall her folgten sie der Stimme hres Blutes, folgten sie der Stimme ihres Herzens, die der Führer wachrief. Und auch dem völkischen Sehnen unserer deutschen Brüder im Elsaß und in Lothringen ist dank der siegreichen Waffeniaten unferer Wehrmacht Erfüllung geworden. Die kämpferische Haltung der Front aber bestimmt auch die Haltung der Heimat. Sie ist unverbrüchlsch. Sie ist bestimmt von dem tiefsten Wissen um unser deutsches Schicksal. In zynischer Brutalität haben die Kriegshetzer an der Themse verkündet, was ihr Ziel in diesem Kampfe ist, den sie gegen ums vom Zaune gebrochen haben: Die Vernichtung des deutschen Volkes. Ihr soll die Blockade dienen, die sie gegen Frauen und Kinder verhängt haben: ihr dienen die seigen Ueberfälle der RAF auf die Wohnstätten unserer Volksgenossen. Sie wollen das Volk ausrotten, dessen sozialen Aufstieg siefürchten. Es sind dieselben Mitt2l. die sie schon vor 25 Jahren in Anwendung brochten, wie es dieselben Männer sind, die sie anmenden. Nur in einem haben fi: sich gründlich getäuscht: Es ist nicht mehr dos Volk von 1918, das ihnen gepmitzerstcht. Heute haben sie das Großdeutschlend Adolf Hitlers herausgefordert. Wir aber haben gelernt aus den Fehlern der Berganderb-, die wir nie wieder zulossen werden. Wenn man in Altbayern von diesen Wintertagen ('s dem„Einwärts“ spricht, von den Tagen, an dinen der Mensch Einkehr hält und sich Rechenschaft öber sein Tum und Lossen, so soll gerade diese Kriegzweikrecht 1940 uns noch einmal vor Augen meische gewaltigen Erfolge wir wenigen Jahren seit der Mochtübernahme durch den Nationalsozialismus auf politischem und militärischem, auf wirtschaftlichem und kulturellem, vor allem aber auf sozialem Gebiet errungen haben. Diese Erfolge sind es, gegen die uns die Mächte des Gestern den Kampf angesagt haben. Wir haben diesen uns ausgezwungenen Kampf angenommen. Wir werden ihn durchsechten bis zum siegreichen Ende, mit dem die Sicherheit des deutschen Lebens im deutschen Lebensraum garantiert und einer gerechteren Ordnung Europas und der Welt der Weg freigemacht ist. Es ist das Schicksal des Deutschtums, immer wieder in der Welt in vorderster Front zu stehen, um eine Bresche zu schlagen für eine neue Idee, die dem nern Deutschlands sind von vornherein zusammengebrochen. Ihre Basallen aber schlug das deutsche Schwert zu Paaren und holt nun zum letzten entscheidenden Schlage aus. So wenig es seinen plutokratischen Kriegshetzern gelang und semals gelingen wird, das deutsche Volk von seiner Führung zu trennen oder andere neue Gegensätze im Volk zu konstruieren, so wenig werden sie sich der entscheidenden Vernichtung entziehen können, vor die sie sich jetzt- zum ersten Male in ihrer Geschichte— allein gestellt sehen. Aus ihrer Vernichtung aber wird jener Friede erstehen. der unserem Volke das gibt, was man ihm durch Jahrhunderte vorenthielt. Dann wird der Weg frei gegen den Fortschritt der Menschheit kämpfen, dann werden die Arbeit, die Völker und dannwird der Fortschritt siegen.“ Das ist Deutschlands Kampf. Damit haben wir das Urteil gefällt über jene Mächte, die sich gegen den Zwang einer natürliche Entwicklung stellen zu müssen glauben. Damit wird dieser Krieg zugleich hinausgehoben über einen Kampf um äußere Machtstellung. Deutschland hat das Banner des sozialen Fortschritts ergriffen und wird es siegreich voraustragen in eine bessere Weltordnung. Im Bewußtsein dieser seiner Sendung begeht das deutsche Volk in untrennbarer GeSeatsehe Secmmoere Tlun brennt im hohen Sterngesunkel Des Nordens ewiger Lichtervaum: Und Mederschweltcr aus deint Balmn vom Hieer bis i bct Hipchirausst. 35¼4 Vom Micer bis zu den fernsten Sonen##### Was sonst auch Land und Staaten schied: Wo immer deutsche Mlenschen wohnen Daniligt dus Seanichse Wensiimisisnah, Es steht ein Baum in harter Erde) A# Die Wurzeln trieb er in die Welt: Auf daßz er breit und mächtig werden KAuf oaiz Kein Biuen den Bianii Feeichen. #.—. Und sweig an Zweig in weiten Fernen— 5s Träumt diese Nacht den Feimat-Traum; *9, es leuchtet unter Fremden Sternen9 Der Eeänschen Weilsnachst Liehsier damnt. Fortschritt und einer gerechteren Ordnung der Welt dient. Jahrhunderte hindurch haben wir immer wieder dieser Aufgabe gediem, um schließlich im Kampf um unser eigenes vötkisches und staatliches Leben die Kräfte zu zersplittern, während die anderen in der Weit ihre Reiche aufbauten. Wir hoben gelernt aus den Fehlern dieser Zeit. Als durch dos Genie u. das gigantische Werk Adolf Hitlers der innere Kampf um Voik und Staot abgeschlossen und dos Johrhunderte alte Sehnen nach dem Großdeutschen Reich Wirklichkeit geworden war, da erhob sich wieder der Kampf der Umwelt gegen uns. Ihre Spekulationen auf den Bumndesgenossen im Insein inein neues Zeitalter, in dem sich alle Kräfte deutschen Schaffens und deutschen Fleißes schöpferisch auswirken können zum Segen der zuropäischen Kultur und einer besseren Weltordnung. Damit erfült Deutschland zugleich den geschichtlichen Auftrag, der ihm als dem Herzen Europas gestellt ist. Das ist die europäische Verantwortung, die wir in diesem Krieg mittrogen.„Wenn schon“, so sagte der Führer in seiner Rede vor den deutschen Rüstungsarbeitern,„in diesem Krieg die Signale so gestellt sind, daß hier Gold gegen Arbeit, Kapital gegen Völker und Reaktion schlossenheit die Kriegsweihnacht 1940. Stolz auf die gewaltigen Siege des Führers und seiner Soldaten während des vergangenen Jahres und gewiß des kommenden Endsieges. Unser Glaube an den Sieg in dem uns aufgezwungenen Kompf ist unerschütterlich, denn der Führer ist uns der Garant. In diesem Glauben vereinen sich in diesem Jahre am Fest der Gemeinkomkeit alle Deutschen zur wahren Volksweihnacht. In diesem Glauben reicht die Heimat der Front und die Front der Heimat die Hand. Im Herzen und Willen sind Front und Heimat eine □ 0 * Dazwischen eine Welt Von Kriegsberichter P. C. Ettigholfer Eine Welt liegt zwischen Kriegsweihnachten 1914 und 1940. Beide Feste mit ihrem Drum und Dran sind grundverschieden— die 26 Jahre zwischen ihnen brachten uns mehr schwere und auch große Erlebnisse, als sie je über ein einziges Menschengeschlecht kamen— aber beiden gemeinsam ist unsere Erkenntnis, daß es keinen Frieden auf Erden geben wird ohne die Zerschlagung Englands und die Zerstörung des britischen Weltreichs. Damals ist England nicht zerschlagen worden, und es bat demnach auch keinen Frieden gegeben, sondern nur zwei Jahrzehnte des Unfriedens, des Kampfes=und der Not, und wir wären noch daran, und wer weiß durch welche Tiefen das deutsche Volk noch gegangen wäre ohne die Tatkraft eines Führers, der unsere besten Kräfte noch in letzter Stunde sammeln und zum Wiederaufbau ansetzen konnte. Damals, um die Kriegsweihnacht 1914, galt die Parole des Tages:„Gott strafe England!“ Es war ein Wunsch, und es klang wie ein Gebet. Heute. zur Weihnacht 1940, stehen wir wieder im Kampf gegen Großbritannien, aber vergebens würde einer nach diesem Stobgebet umhorchen, es ist nicht mehr da, es wird nicht mehr erklingen, denn: es bleibt diesmal nicht beim Wunsch und beim Ruf, son: dern wir schreiten zur Tat. Wir wünschen uns nicht die Bestrafung Englands und rufen Gott zum Zeugen dafür an, nein, wir schweigen, wir beißen die Zähne zusammen und kämpfen bis zur Erreichung dieses Zieles. Und wir wissen, diesmal wird uns Gerechtigkeit sein, denn Gott steht immer auf der Seite der stärkeren Bataillone. Und sie sind diesmal in feldgraue Uniformen gekleidet. Wir sind nüchterner, bärter undsachlicher geworden, das ist der große Unterschied zwischen 1914 und 1940. Die verträumte Weihnachtsromantik, in der wir uns damals gefielen. ist weggefegt vom ehernen Muß, das nach 1918 unser Dasein beherrschte. Wenn wir andere Menschen geworden sind auch in der gleichen Uniform wie 1914, so verdanken wir dies nicht zuletzt den Gegnern von damals und heute. Eine erbarmungslose, allem was deutsch war feindlich gesinnte Welt hat uns in Fesseln gelegt, nachdem das deutsche Weibnachtsgemüt den berüchtigten 14 Punkten eines Wilson zum Opfer gefallen war. Seither wissen wir, daß in uns selbst, und nur in uns selbst, nicht im Vertrauen auf andere, die Zukunft Deutschlands und das Glück unserer Kinder liegt. Nicht seitwärts schauen, nur vorwärts. Wahr ist nichts als die eigene Kraft. Der Lichterbaum ist uns geblieben, und geblieben ist auch der Gabentisch. Und in unzähligen Kompanierevieren zwischen der spanischen Grenze und dem Nordkav, zwischen der Kanalküste und der Demarkationslinie im Osten, schauen Millionen Soldatenaugen in den Lichterglans der Kerzen, und Millionen Soldatenherzen freuen sich über jedes liebe Gedenken, das aus der Heimat zu ihnen fand in Gestalt von kleinen Nützlichkeiten und sonstigen Dingen, deren Wert man nicht mit schnödem Geld zu messen pflegt, sondern mit dem Zweck, den sie erfüllen. Aber auch hier wieder der große Unterschied zwischen 1914 und 1940. Als wir damals, wir jungen Kriegsfreiwilligen, erstmalig fern der Heimat im Kreise der Kameraden, vor einem Weihnachtsbaum und einem reichgedeckten Gabentisch standen, wollte das Wunder kein Ende nehmen. Für uns und das deutsche Volk überhaupt war es die erste Kriegsweihnacht. Die Heimat hatte gezeigt, daß sie wußte, was sie ihren Kriegern da draußen schuldig war. Eine Heimat wars. die seit mehr als vier Jahrzehnten Zeit genug gehabt hatte. Reichtümer zu sammeln. Und von diesem Ueberfluß hatte sie uns einiges abgegeben. Unser Kompanieführer, unterstützt vom Feldwebel, lies uns antreten und griff nur immer in den Haufen noch verschnürter Pakete, die von irgendeiner Stelle daheim als Weihnachtsliebesgaben für uns angekommen waren. Jeder erhielt wahllos irgend solch ein namenloses Paket, das groß und schwer war und viel verhieß. In meiner Sendung fand ich, neben anderen Kostbarkeiten und Rützlichkeiten, ein massiv=silbernes Zigarettenetui. mit dem ich vorerst nicht viel anfangen konnte. ich benutzte es als Behälter für Soldbuch und wichtige Papiere. Erst später gewöhnte ich mir das Zigarettenrauchen an; der Krieg dauerte doch noch mehrere Jahre. Das kostbare Etui, die Gabe einer reichen, im Ueberfluß lebenden Heimat an einen kleinen unbekannten Kriegsfreiwilligen, wurde mir fast vier Jahre später an der Marne abgenommen, als ich schwerverwundet in Feindesband fiel. Unsere deutsche Heimat in 1940 anders geworden, sie lebt seit mehr als zwei Jahrzehnten nicht mehr im Ueberfluß, die Reichtumsquellen der Erde sind ihr versperrt, sie kann ihren Kriegern keine kostbaren Geschenke mehr unter den Weibnachtsbaum legen, aber sie schenkt mit dem Herzen, und das ist bleibender Wert. Und das winzige Feldvostpaketchen, das mir von Kinderhand zuging, mit einigen wenigen führenden Kleinigkeiten, war dem Soldaten von 1940 mehr wert als das schwere. silberne Stück dem Soldaten von 1914, weil hier aus einem Gefühl der Volksgemeinschaft gegeben wurde, ein Weniges von dem Wenigen, das ein Kind zu vergeben und zu verschenken bat. Zum sechsten Mole seit 1914 feiern wir eine Kriegsweibnacht im Kreise der Kameraden. Es waren immer andere Kameraden. Für jene die in Gefangenschaft waren, ists sogar das achte Fest dieser Art. Wir stehen wieder unterm Lichterbaum und wieder in der gleichen Uniform wie 1914. aber innerlich sind wie andere geworden, und auch die Mikrofilmarchiv der deutschsprachigen Presse eNV. 24./26. Dezember 1940 Westfälische Tageszeitung Nummer 353 Jungen von heute sind andere als wir waren. Da ist keine Verträumtbeit mehr wie damals, da gibt es kein Web und auch nicht jene Rührseligkeit, in der sich Menschen hin und wieder zu gefallen vilegen, wenn es ihnen ganz gut gebt, nein, da ist nur sachlicher Ernst und das feste Bewußtsein, daß wir die Träger der Zukuft sind, auf Jahrbunderte binaus. So kann die Kriegsweihnacht 1940 uns, die deutschen Soldaten aller Jahrgänge, nicht aus dem seelischen Gleichgewicht bringen: sie wird mitgenommen als eine willkommene Abwechslung und ein notwendiges Atemholen zwischen einem scheidenden Jahr der Kämpfe und der Siege und einem kommenden Jahr der Kämpfe und der Siege. Sie hat uns nicht wehmütig gestimmt gefunden wie damals. die Kriegsweihnacht 1940, sondern härter als je zuvor und entschlossener als je zuvor. Was wußten wir 1914 von unserer eigenen Sendung! Heute. als. gereiste Männer. wissen wirs, und auch die Jungen, die Seite an Seite neben uns zum großen Sieg in Frankreich geschritten sind, jeder prachtvoll, auch sie wissen es schon, worauf es ankommt, und das haben sie unserer eigenen Jugend voraus. Wir kennen die Vergangenheit, die unserem Opfergang die Erfüllung schuldig blieb, wir kennen auch unsere Gegenwart. die Männer fordert und Taten. und wir wollen arbeiten an der Zukunft, die nicht mehr uns gehören wird, sondern einem schönen und starken Großdeutschland. Klunchtsrre mit gerssem Teig romeardiert Selbst der Londoner Rundfunk und Reuter müssen umfangreiche Schäden zugeben—„Ein sehr langer und heftiger " L u f t a n g r i f f“—„ F e u e r m e i l e n w e i t s i c h t b a r“ Stecholm, 23. Dezember. Die Nachl zum Monlag brachte, wie der Bericht des Oberkommandos der Wehrmacht mitteilte, einen Angriff starker Verbände schwerer Kampfflugzeuge auf Manchester, die hier bedeutende Industrieanlagen mit großem Erfolge mit Bomben delegten. Wenn vom englischen Nachrichtendienst auch zunächst der Name dieser Stadt verschwiegen wurde, so wurde doch bereits zugegeben, daß sich der deutsche Angriff hauptsächlich gegen eine Stadi im Nordwesten richtete, die während vieler Stunden schwer angegriffen wurde. Wie das britische Luftfahriministerlum und das Ministerium für innere Sicherheit zu diesem Angriff weiler mitteilten, wurde eine große Anzahl von Bränden entsacht und beträchtliche Schäden an Baulen und Läden verursacht. Bomben wurden auch auf die User des Mersey und im Osten der Midlands abgeworsen. Später gab Reuter dann den Namen der schwer mitgenommenen Stadt bekannt: Manchester. Ein ergänzender Reuterbericht verrät natürlich nicht, was Angriff im Tiefflug Das größte Aluminiumwerk Englands schwerstens getroffen Berlin, 23. Dezember. Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt: Die Tätigkeit der Lustwaffe beschränkte sich gestern lagsüber im allgemeinen auf bewaffnele Aufklärung. Ein Aufklärungsflugzeug griff das größte britische Aluminiumwerk, Jort Willlam, in Nordschottland trotz starker Flakabwehr in kühn geführtem Tiefflug an. Durch Treffer in die wichtigsten Anlagen mit nachfolgenden Explosionen wurde das Werk schwerstens getroffen. In der Nacht zum 23. 12. grifsen starke Verbände schwerer Kampfflugzeuge die bedeutenden Industriean= lagen in Manchester mit großem Erfolg an. Riesige Brandherde in den Fabrikanlagen und Lagerräumen waren die Folge. Außerdem wurden kriegswichtige Ziele in London, Bristol, Liverpool, Soulh= amplon, Porismauth und anderen Städten angegriffen. Das Verminen britischer Häsen nahm seinen Fortgang. Jeindliche Flugzeuge warsen in der vergangenen Nacht an wenigen Stellen im westlichen Grenzgebiet eine kleine Anzahl von Spreng= und Brandbomben. Es entstand nur geringer Personen= und unbedeutender Sachschaden an Wohnhäusern. Jagdflieger schossen gestern ein seindliches Ilugzeug ab. Ein eigenes Flugzeug ist nicht zurückgekehrt. Beim Angriff auf das Aluminlumwerk Fort William zeichnele sich die Besatzung des Aufklärungsflugzeuges, Kommandank Oberleutnant Jidorra, Flugzeugführer Leutnank Muendel, Bordfunker Oberfeldwebel Boihe, Vordschütze Unleroffiziet Lemberg, besonders aus. und Geschäftshäuser, mit denen offensichtlich die Lagerhäuser gemeint sind, Manchester, so sagt der Londoner Rundsunk, sei außerordentlich heftig dombardiert worden. Der Angriff habe mehrere Stunden gedauert. Umfangreicher Schaden sei durch die Bombenabwürse entstanden, und viele Brände seien ausgebrochen. Offentliche Gebäude, Geschäftshäuser, Hotels und ein in der Mitte der Stadt gelegener großer Geschäftshäuserblock seien völlig zerstört bzw. sehr ernsthaft beschädigt worden. Wenn das schon der Londoner Rundsunk zugibt, wie groß müssen dann in Wirklichkeit die Erfolge der deutschen Lustwasse sein! leitungen seien„ständig Fortschritte“ zu verzeichnen. Die Aufräumungsarbeiten würden durch den Mange! an Lastwagen und mechanischen Hilfsmitteln behindert, und viel zu viele Straßen seien abgesperrt. Oshima Botschaster in Berlin Berlin, 23. Dezember. Der Kaiserlich-sapanische Botschafter in Berlin,### rusn, ist nach Toklo zurückberusen worden. An seine, Stelle wurde General Oshima, der als sapanische, Milltärattaché und späler als Botschafter in Berlin de reits mehrere Jahre tätig war, zum Vertreier des Gas. serreichs Japan ernannt. Was steckt dahinter! Interessante Rückschlüsse Zwei Millionen„noch verwendbarer“ Ziegel Stockholm, 23. Dezember. Wenn auch die englische Zensur alle Meldungen über die verheerenden Auswirkungen der deutschen LuftEine verdächtige Verstärkung des britischen Gesandtschaftsdienstes in Stockholm Von unserem o. st.-Berichterstatter Stockholm, 23. Dezember. Was hat die englische Propaganda mit Schweden vor? Aus London trifft die Meldung ein, daß der ehemalige Presseattachee an der britischen Gesandtschaft in Kopenhagen, Ronald Turnbull, zum Mitarbeiter des englischen Presseattachees und Vertreters des britischen Informationsministeriums an der Stockholmer Gesandtschaft, Tennant, ernannt worden ist. Die Reise, die Mr. Turnbull von London bis Stockholm unternimmt, wird ihn um die halbe Welt führen. Nach einer Englischer Hilfskreuzer versenkt Weilere Gegenangriffe an der griechischen Front Rom, 23. Dezember. Der lialienische Wehrmachtbericht hat folgenden Wortlaut: Das Hauptquartler der Wehrmacht gibt bekannt: In der Grenzzone der Cyrenalka ist die Lage unverändert. Bombenangriffe auf einen vorgeschobenen seindlichen Stützpunkt sowie Angriffe gegen seindliche Panzerwagen wurden von unserer Lustwaffe wiederholt. Ein Torpedoflugzeug hat einen englischen Hilfskreuzer gekroffen und versenkl. Der Jeind hat einige Zeukren Libyeus bombardiert: Ein Toter und drei Verwundete. An der griechischen Iront wurden seindliche Angriffe durch unsere Gegenangriffe zurückgewiesen. Wir haben dem Jeind beträchtliche Verluste zugefügk und ausomatische Wassen erbeutet. Jagdformationen haben im Kampf mit neun Flugzeugen vom Blentheim-Typ drei abgeschossen. In Ostafrika wurden feindliche Kampfwagen und Stellungen in einer Ortschaft des oberen Sudans bombardiert. Während eines feindlichen Luflangriffes gegen das Gebiet des Mutterlandes wurden in der Nacht vom 21. auf 22. auch einige Bomben auf die Lagune von Veuedig abgeworsen, die weder Personen= noch Sachschaden anrichteten. Herrgert,echane uns ben suiter! Der Gruß unseres Gauleiters zum Weihnachts- und Neujahrsfest Nationalsozialisten, Nationalsozialistinnen des Saues Westfalen=Nord! Dae Kriegsjahr 1940 geht zu Ende. Ee war für Deutschland ein Jahr einzigartiger Erfolge auf allen Sebieten. Nichts wurde geschenkt, alles mußte hart erarbeitet und erkämpft werden. Das ift unser Stolz. Wir wissen, daß Deutschland zur Jahreswende noch stärker und gerüsteter ale am Anfang des Krieges ist. Wir fühlen es, daß der krieg gewonnen ist. Noch aber muß der Snasleg über den zähen und sich verzweifelt wehrenden Feind errungen werden. Auch dazu sind noch ungeheure Anstrengungen, der letzte Sinsatz, das höchste Opfer erforderlich. Wir im Sau Weftfalen=Nord sind bereit, alles für diesen Snasleg, für eine große und gläckliche Zukunft des deutschen Dolkes und deutschen Reiches einzusetzen. Wir gedenken in diesen Tagen besonders der Soldaten unserer herrlichen Wehrmacht und versichern, daß sich die Front auf die Heimat auch weiterhin verlassen kann. Wir gedenken in besonderer Liebe und Dankbarkeit aller Opfer des Krieges und der Arbeit. Ihre Hinterbliebenen können das feste Bewußtsein haben, daß die Opfer dieses Krieges nicht umsonft gebracht sind. So wünsche ich allen Nationalsozialisten und Nationalsozialiftinnen des Saues von Herzen eine frohe Weihnacht und ein glückliches siegreiches Jahr 1941. Anser aller inniger Weihnachtswunsch aber ist: Herrgott, erhalte uns den Führer! Hereye., Heil Hitler! die deutsche Luftwaffe getroffen hat, aber er zeigt deutlich, daß sie nur zu erfolgreich war. Im einzelnen heißt es in diesem Bericht: Manchester hatte in der Nacht zum Montag einen sehr langen und schweren Luftangriff. Noch viele Stunden nach dem Angriff hingen Rauchwölkchen am Morgen über der Stadt. Der Angriff begann bald nach Einbruch der Nacht, als sich die feindlichen Flugzeuge der Stadt von Süden her näherten. Welle auf Welle erschien in der Aufeinanderfolge von Minuten über der Stadt. Alle Feuerlösch=Mannschaften, die verfügbar waren, wurden eingesetzt. Einige der Feuer waren meilenweit sichtbar. An Zerstörungen gibt der Bericht nur„Häuser" zu. Der Londoner Rundfunk geht weiter. Er nennt wenigstens öffentliche Gebäude angriffe unterbindet, so lassen sich indirekt aus einigen Nachrichten doch Rückschlüsse ziehen. So veröffentlicht der„Daily Telegraph“ eine Unterhaltung mit dem Sonderbeauftragen für den Londoner Luftschutz, Sir Warren Fisher, aus der sich ergibt, daß man bisher aus den Trümmerhaufen in London bei den Aufräumungsarbeiten zwei Millionen(!) „noch verwendbare“ Ziegelsteine geborgen hat. Bringt man die Zahl der nicht mehr verwendbaren Steine in eine Beziehung hierzu, so kann man sich ein Bild von den Gesamtschäden machen. Fisher teilte auch mit, daß durch die Luftangriffe allein in London Tausende und Abertausende Fälle von Unterbrechung der Gasversorgung herbeigeführt wurden. Bei der Reparatur von zerstörten TelephonNirosho Oshima (Scherl-Archiv-.) Der scheidende Botschafter Kurusu hat an dem Zu. standekommen des Dreimächtepaktes entscheidenden Anteil. Sein Name steht unter diesem wichtigen Dokument der Weltgeschichte, er hat die abschließenden Verhandlungen geführt. Das deutsche Volk ist ihm und seinem Wirken zu großem Dank verpflichtet. Botschafter General Oshima kehrt nach fast einjähriger Abwesenheit wieder auf seinen Berliner Posten zurück. Schon in seiner früheren Amtszeit in Berlin galt sein ganzes Streben dem Ausbau der deutsch=japanischen Freundschaft, die schließlich in dem Dreimächtepakt ihre überaus glanzvolle Krönung fand. Er ist schon damals als alter Soldat gern und freudig dem Ruse des Vaterlandes gefolgt, um ihm als Botschafter auf einem wichtigen Platze zu dienen. Als er vor einem Jahre nach Japan zurückkehrte, galt auch hier seine Arbeit nur der Vorbereitung des großen Vertragswerkes. Die Rückkehr nach Berlin ist gekennzeichnet von den weiteren Auswirkungen des Berliner Vertrages auf die enge Zusammenarbeit Deutschlands, Italiens und Japans. von Brauchitsch beiseinen Soldaten Berlin, 23. Dezember. Der Oberbefehlshaber des Heeres, Generalfeld. marschall von Brauchitsch, begab sich am 23. Dezember in den Westen, wo er, wie auch im Vorjahre, Inmitten der Truppe das Weihnachtsfeste seiern wird. Die Ansprache, die Generalfeldmarschall von Brauchitsch anläßlich der Weihnachtsfeier der Truppe an das Heer richtet, wird am Dienstag, dem 24. Dezember, von 17,45 Uhr bis 18 Uhr durch den großdeutschen Rundfunk über alle Sender übertragen. Im Anschluß an die Weihnachtsfeier wird Generalfeldmarschall von Brauchitsch verschiedene im Westen liegende Truppenteile aufsuchen. schwedischen Zeitungsmeldung muß sich Turnbull nämlich zunächst auf dem Seewege nach Kapstadt begeben. Von dort aus fährt er nach Durban, um schließlich auf dem Luftwege über Kairo und Moskau nach Stockholm zu kommen. Die Ernennung Turnbulls hat in interessierten Kreisen beträchtliches Aufsehen erregt, und allgemein wird die Frage gestellt, welche Gründe das englische Informationsministerium bzw. das Foreign Office wohl veranlaßt haben können, eine derartige Verstärkung der „Informations- und Presseabteilung“ der britischen Gesandtschaft in Stockholm vorzunehmen. Turnbull war zu Beginn des Krieges nach Kopenhagen als Presseattachee geschickt worden, weil er nicht nur Dänemark gut kennt, sondern auch fließend dänisch spricht. USZ=Senatoren raten zur Vorsicht Von unserem se-Berichterstatter Washingion, 23. Dezember. Der republikanische Senator Clupper, der Miglied des außenpolitischen Ausschusses des Senats ist, sprach sich gegen eine Beschlagnahme dänischer, deuscher oder sonstiger Schiffe in USA=Häfen aus. Ene derartige Maßnahme würde zu weit gehen. Ohne Sondergesetzgebung würde ein derartiger Schritt unmöglich sein. Seiner Meinung nach sei die Zustimmung des Kongresses hierfür nicht zu haben. In ähnlichem Sinne äußerte sich der republikanisch: Senator Reed, der sagte, man sollte es sich sorgfältig überlegen, ehe man etwas derartiges tue. Er wünsche, daß jeder Schritt vorher geprüft werde, um sicherzustellen, daß die USA nicht in den Krieg verwickell würden. Auch der demokratische Senator King äußerte Zweifel an der Zweckmäßigkeit eines solchen Schrittes. Verlag: Westfälische Tage szeitung G. m. b.., Münsler( Westl.). Verlagsleiter: Erieb Printrop(z. 21 im Felde), 1. V. Arthu Petsch. Hauptschriftleiter: Dr. Anion Eickhofl(z. 21 in Felde): Stellvertreter: Karl Kuhl. Verantwortliche Schriltleiter: Politik: Karl Kuhl: Politische Nachrichten und Ver mischtes: Dr. Eugen Wagner: Beweguns und Provinz: Md Hiemisch(z. 24 im Felde), I. V August Hollwes: Volkt tum Kunst und Unterhaltung: Wilhelm Vernekohl: Stadtanzeiger: Peter Jurascheck: Kommunalpelitik: Otto Pester (z. Zt. im Felde): Sport: Allred Strabel(z. 21. im Feldel. I. V. Peler Jurascheck: Bezirksausgahen und Bildbericht erstattung: Clemens Hülsbusch: Anzeizenleiter: Horat Enter (z. Zt. Wehrmacht), 1. V. Hane Wollmaler. Sämtlich in Münster. Druck: Aschendorflsche Buchdruckerei. Zur Zei ist Preisliste Nr. 1 vom 1. Juli 1940 gültig. „Abreise Freitag... Roman einer großen Leidenschaft HANS POSSENDORF von Copyright by Verlag Knorr& Hirth Komm.-., München 1939 (14. Fortsetzung.) Gleich nachdem die Nachricht in London eingetroffen war, daß man Ballarins Leiche im Canale Grande gefunden, hatte Aristide Chiopris die Rückreise nach Venedig angetreten. Dort angelangt, hatte er sich direkt zum Polizeipräsidium begeben. Seine Aussagen, die er an diesem und in den folgenden Tagen dort machte— die gleichen, die er schon in London zu Protokoll gegeben—. konnten auch in Venedig nichts zur Aufklärung des Verbrechens beitragen. Bald fiel er der Polizei Venedigs ebenso lästig wie vorher dem Scotland Yard in London. Ungerufen erschien er immer wieder bei dem Kommissar, der den Fall bearbeitete, und brachte ihn durch immer neue Vermutungen, Ratschläge und Vorwürfe fast zur Verzweiflung. Dennoch behandelte man ihn mit Geduld, da man auf seine Hilfe nicht verzichten konnte, denn er allein hatte dem Verstorbenen nahegestanden und wußte in dessen Angelegenheiten einigermaßen Bescheid So hatte Chiopris, zum Beispiel, einem Beamten dabei helfen müssen, alles zu durchforschen, was sich an Papieren in Ballarins Palazzo vorfand. Doch auch „ diese lange und mühsame Arbeit hatte auf keine neue Spur geführt. Auch wurde kein früheres Testament Ballarins gefunden, obwohl das Testament, das man bei dem Toten entdeckt hatte, die Worte enthielt: „... unter Aufhebung aller früher getroffenen letztwilligen Verfügungen...“— Vielleicht hatte Ballarin diese Formel nur eingefügt, um etwaigen unberechtigten Forderungen anderer Personen vorzubeugen. Auch Chiopris erklärte über etwaige frühere Verfügungen Ballarins nichts zu wissen. Dreimal im Verlauf der Verhöre hatte Chiopris auch Relda zu Gesicht bekommen— einmal in London und zweimal in Venedig. Aber diese Konfrontationen hatten nur wenige Minuten gedauert, und es war dabei zwischen Chiopris und Relda kein Wort gewechselt worden— Endlich hatte sich Chiopris mit der vorläufigen Ergednielosgkeit der Nachforschungen bescheiden müssen. über nichts konnte ihn über den Verlust seines alten Chefs trösten. Selbst die Geburt eines strammen kleinen Chiopris, seines sechzehnten Kindes konnte ihm keine Freudenäußerung entlocken. Das schlimmste aber für ihn war, daß Marilla ihn seit seiner Rückkehr aus London schlechter behandelte denn je— so, als trage er die Verantwortung für das, was dem alten Manne zugestoßen war. Eines Tages nun fand Chiopris unter der Geschäftspost einen an ihn persönlich adressierten Brief. Er war mit der Handschrift eines braven Schulmädchens geschrieben und lautete so: Venedig, den 14. 7. 37. Sehr geehrter Herr! Wie Ihnen bekannt sein dürfte, din ich von dem verstorbenen Marco Ballarin in seinem Testament zur Universalerbin eingesetzt worden. Diese Erbschaft habe ich nach reiflicher Überlegung angenommen und auf Grund der gestern ergangenen Gerichtsentscheidung angetreten Ich bin somit auch Inhaberin der Firma geworden und bitte Sie deshalb, in Ihrer Eigenschaft als Prokurist der Firma, übermorgen, also am 16. ds. Mts., nach Geschäftsschluß zu einer Besprechung in den Palazzo Ballarin zu kommen, den ich seit heute mittag bewohne. Hochachtungsvoll Relda Giacometti. Als Aristide diesen Brief am Abend seiner Frau und seinen drei ältesten Söhnen— Luigi, Giovanni und Carlo— vorlas, brach ein Sturm der Entrüstung los. „Nein, nein, das kann ich einfach nicht glauben!" schrie Marilla.„Das Gericht kann doch nicht dieser Mörderin die Fabrik und das ganze Vermögen zugesprochen haben und sie noch noch dazu in den Palazzo ihres Opfers einziehen lassen!“ „Ihre Schuld ist ja durch nichts bewiesen“, wendete Aristide schüchtern ein. „Bewiesen oder nicht— jeder Mensch ist von ihrer Schuld überzeugt. Nein, nein— das spricht ja jedem Gefühl für Gerechtigkeit Hohn!“ Die drei Söhne stimmten der Mutter zu. Doch die Einigkeit schwand sofort, als der achtzehnjährige Carlo die Konsequenzen aus dieser Überzeugung ziehen wollte: „Dann müssen wir uns also schleunigst nach anderen Arbeitsstellen umsehen", erklärte er tapfer.„Denn cs ist doch wohl ausgeschlossen, daß einer von uns im Solde dieser Verbrecherin arbeiten wird.“ Luigi lachte höhnisch auf.„Du Dummkopf, sollen wir auch noch den Schaden tragen? Du kannst dir ja eine andere Stelle suchen, wo du gerade die Hälfte verdienst, wenn du so zartfühlend bist.“ Jetzt mischte sich auch Giovanni ein:„Ihr wißt ja noch gar nicht, ob die Giacometti die hundertprozentige Gratifikation weiterzahlen wird.“ „Dafür wird Vater schon sorgen", erklärte Marilla, zitternd vor Erregung. „Ich werde jedenfalls mein möglichstes tun", versprach Chiopris.„Aber es steht natürlich ganz in ihrem Belieben. Ihr wißt, es war jedesmal eine von neuem gewährte Spende vom Chef, sozusagen ein persönliches Geschenk.“ Carlo verlor den letzten Rest seiner Selbstbeherrschung:„Du willst also die Schurkin noch kniefällig um ein Almosen für uns bitten? Pfui, pfui, pf...“ Mit dem dritten Pfuiruf kam Carlo nicht übers Lippenspitzen hinaus. Marilla hatte ihm auf den Mund geschlagen, daß es nur so klatschte. „Hinaus, du vorlauter Bursche!“ schrie sie Carlo an „Ich habe jetzt genug von deinem Gewäsch! Wenn du nicht so ein Idiot wärst, würdest du begreifen, daß es sich bei der Arbeit nicht um die Giacometti handelt, sondern um die Firma, von der wir alle leben. Wage nicht, auch nur eine Stunde von der Arbeit wegzubleiben, sonst kannst du etwas erleben, mein Junge! Und nun schert euch zu Bett, alle drei! Und kümmert euch nicht um Dinge, die euch nichts angehen. Die Polizei wird sich das Früchtchen schon noch pflücken. Es ist noch nicht aller Tage Abend.“ Ohne Widerspruch verschwanden die drei großen Burschen aus dem Zimmer. Erst als sich die Tür hinter ihnen geschlossen hatte, sagte Chiopris zu seiner Frau: „Ich glaube nicht, daß man der Giacometti jemals eine Schuld wird nachweisen können, weil... weil sie... nach meiner Meinung...“ Ein halb fragender, halb drohender Blick von Marilla ließ ihn verstummen. „Am Ende hältst du sie gar noch für unschuldig— ber Da verlor Aristide völlig den Mut, den angesangenen Satz zu vollenden. Er preßte seinen Kopf zwischen die Hände, seufzte tief auf und sagte:„Mein Gott, was wird noch alles aus diesem Verbrechen folgen! Warum, warum mußte so etwas Fürchterliches geschehen?“ 13. Kapitel Am folgenden Abend, gleich nach Geschäftsschluß. fuhr Chiopris mit seinem Motordoot nach Venedig hinüber. Der alte Andrea empfing ihn in der Halle des Palazzo,„Signorina Giacomettl erwattet Sie oben in der Bibliothek“, sagte er mit bewegungsloser Miene. „Ich bin erstaunt, Sie noch hier zu sehen", bemerkte Chiopris.„Sie bleiben also in Ihrer Stellung?“ „Ja,— wie Sie sehen.“ „Und das übrige Personal?“ „Die sind alle gegangen.“ „Weshalb denn?“ „Das werden Sie sich wohl denken können.“ „Hat sie schon neue Dienerschaft engagiert?" „Das hat sie mir überlassen. Es war nicht leicht, welche zu finden, und ich fürchte, ich habe nicht gerade die beste Auslese zusammenbekommen. Aber das große Haus muß ja in Ordnung gehalten werden.“ „Und Ihnen, Andrea, macht es... nichts aus?“ „Ich glaube nicht, daß sie eine Verbrecherin ist. Sie gleicht ihrer Mutter zu sehr. Und die war ein Engel.“ „Wenn auch ein gefallener“, meinte Chiopris boshaft. Dann aber klopfte er dem alten Diener auf die Schulter und sagte:„Brav, Andrea.“ Ich bin ganz Ihrer Meinung, daß Signorina Giacometti mit dem Verbrechen nichts zu tun hat. Ich würde sonst keine Stunde länger in der Firma bleiben.“ Die letzte Behauptung fand bei Andrea zwar keinen Glauben, doch er fühlte sich nicht berufen, seinen Zweifel auszusprechen oder anzudeuten.— In der Mitte des großen Raumes stehend erwartete Nelda den Prokuristen. Sie trug ein langes schwarzes Kleid und sah aus, als sei sie in diesem Palazzo geboren. Sie ging dem Besucher nicht einen Schritt weit entgegen, nicht der Schatten eines Lächelns kam auf ihre Lippen, und sie reichte ihm auch nicht die Hand zur Begrüßung „Bitte nehmen Sie Platz“, sagte sie ausdruckslos und wies auf einen Stuhl. Sie selbst setzte sich ihm gegenüber, auf einen Sessel an der anderen Seite des großen Büchertisches. Chiopris hatte sich den Empfang allerdings ganz anders vorgestellt. Er hatte geglaubt, daß Nelda vor allem danach trachten würde, sein Mitleid und sein Wohlwollen zu gewinnen,— daß sie seine Hilfe suchen würde. Daß dies offenbar gar nicht in ihrer Absicht lag, ließ in ihm einen plötzlichen Arger emporsteigen. Seltsamerweise jedoch mischte sich in diesen Arger ein unentrinndares Gefühl von Respekt und Untergebenengeist. Alles Sträuben gegen diese Empfindung war vergebens; Aristide Chiopris vermochte nichts gegen seine subalterne Natur: Er empfand dieses junge Mädchen vom ersten Augenblick an als das, was sie nun auch war— als seinen neuen Ches. 16.2 Sasnd— Die Unterhaltung nahm einen raschen Verlauf und glich fast einem Verhör: „Nach dem Testament Marco Ballarins“, begann Nelda,„sind Sie, Signor Chiopris, bis an Ihr Lebensende mit dem bisherigen Gehalt und einer zehnprozentigen Tantieme am Reingewinn in Ihrer Stellung als Prokurist in der Firma zu verbleiben. Ich könnte mir nun vorstellen, daß Sie das mit Ihrem Gewissen nicht vereinbaren können, denn ich habe von Andrea gehört, daß Sie mit besonderer Liebe an Ihrem bisherigen Che hingen. Ich hingegen habe diesen Mann gehaßt, seit ich von seiner Existenz wußte, und ich stehe dazu noch Verdacht, an seinem Tode die verbrecherische Schuld zu tragen. Sollten Sie es also vorziehen, gegen eine ang messene Entschädigung Ihre Stellung in der Firma aufzugeben, so bin ich bereit, mit Ihnen darüber zu ver Hondein....: Lchäns Winiaituns einsansrnt Wer hat ihr diese schone Einleitung eingepaukt!, dachte Chiopris und erwiderte dann:„Ich möchte vol dem mir zustehenden Recht Gebrauch machen und meiner bisherigen Stellung in der Firma verbleiben, erstens, weil ich das meinem verstorbenen Chef gegen über für meine Pflicht halte, denn er hing mit Herz Seele an seinem Geschäft, und zweitens, weil von einen Gewissenskonflikt bei mir gar keine Rede sein kann. glaube nicht an Ihre Schuld und habe noch keine Augenblick daran geglaubt.“ „Ich danke Ihnen für diese Erklärung“, sagte Nelde, ohne daß ihre Stimme oder ihre Miene die geringt Freude darüber oder den geringsten Glauben daron wahrnehmen ließen.„Und wie steht es mit den Arbe“ tern und Angestellten in der Fabrik und im Büro? die auch so überzeugt von meiner Unschuld?“ Chiopris zögerte mit der Antwort. Dann sagte el:“ „Es ist nicht so leicht, Signorina, mir darüber ein Urt“, zu bilden. Sicher sind nicht alle so überzeugt wie... „Keine Ausflüchte, Signor Chiopris!“ unterbra## Nelda ungeduldig.„Ich muß wissen, woran ich meinen Angestellten bin. Nennen Sie mir die Leuc die geäußert haben, daß sie Ihre Meinung teilen.“ Chiopris geriet in sichtliche Verlegenheit.„Ich“st darauf leider keine bestimmte Antwort geben. Aber hoffe doch, daß mit der Zeit...“... sber„Das heißt also, daß alle von meiner Schuld## zeugt sind?— genau so wie die Dienerschaft des De stordenen— außer Andrea.“ Chiopris zuckte die Achseln, und Nelda fuhr for!: „Vielleicht werden Sie sich wundern, Signor C pris, daß ich trotz meinen Gefühlen für den Verstorben diese Erbschaft angenommen hade. Ich habe keine anlassung, Ihnen alle meine Gründe für diesen Entschl auseinanderzusetzen. Da Sie mir aber erklärt ha daß Sie von meiner Unschuld überzeugt sind, so Peszg, Sie meinen Hauptgrund sicher verstehen: Die Setg achtung und das Andenken an meine geliebte### machen es mir zur Pflicht, alle meine Kräfte dar zusetzen, den wirklich Schuldigen ausfindig zu um mich von der Makel dieses Verdachtes zu befte“ Dazu brauche ich aber voraussichtlich erhebliche eihs e 4 Wortsegzung oigle 24./26. De Bahrei: In Sos Holmes. Bahrein= in bitter Es sind genau Mohammed den duldeten Regenter neuseeländische In um die Erlaubnis dürfen. Er sei i haltig seien. Der sessen haben, denn sich vor der Verw die Oelhaltigkeit ahnte, daß die eng den Ertrag seiner deshalb Frank H nächst auf, seinem Inseln litten stark das von den Ein wasserstrom herau halb der Oberfläch Holmes ware konnte im Somn von nun an die sorgt würden.## Versprechen, daß G40 Nur bis Ein Film volkstümlich den dramati schen und gi lich-Idealistis Gestalt des sie in Mil HEINRICH HORST CA Regle Iantsna esche Nochen: Schillerki Schluß unser I 2. Feie Große Jugendliche Ab Freit Die mit operette Ros mit Marte! Lingen Bichhei Ein be geßlich Onkel Po Wenn Sie ke i die Marte 6 eiren guet * ikrofilmarchiv der deutschsprachigen Presse.V. Nummer 353 24./26. Dezember 1940 Westfälische Tageszeitung Nummer 353 in Berlin Oeltragödie des Frank Holmes n 23. hafter in Berlin,##. en worden. An seine, 1, der als lapanischer stschafter in Berlin de. um Vertreler des Kal. Bahrein-Oelfelder in bitterster Not für 1500 Pfund verschleudert 0 Ingeles Narb biefer Tage Frank Holmes, ein Neuseeländer, der das El auf den Bahrein=Inseln am Persischen Golf entdeckte, in bitterster Armut. Es sind genau zehn Jahre her, da erschien vor Sultan Mohammed den Isa, dem von den Engländern geduldeten Regenten der Bahrein=Inseln, der 48jährige neuseeländische Ingenieur Frank Holmes und bat ihn um die Erlaubnis, auf seinem Gebiet Oel bohren zu dürfen. Er sei überzeugt, daß die Inseln petroleumhaltig seien. Der Sultan muß seherische Fähigkeiten besessen haben, denn er warnte den Neuseeländer eindringlich vor der Verwirklichung seines Planes, nicht weil er die Oelhaltigkeit des Bodens bestritt, sondern weil er ahnte, daß die englischen Oelmagnaten den Entdecker um den Ertrag seiner Arbeit bringen würden. Er forderte deshalb Frank Holmes, einen tüchtigen Geologen, zunächst auf, seinem Lande Süßwasser zuzuführen. Die Inseln litten stark unter dem Mangel an Trinkwasser, das von den Eingeborenen umständlich aus dem Süßwasserstrom heraufgeholt werden mußte, der sich unterhalb der Oberfläche des salzigen Meeres hinzog. Holmes war einverstanden. Er baute Pumpen und konnte im Sommer 1931 dem Sultan mitteilen, daß von nun an die Bahrein=Inseln mit Trinkwasser versorgt würden. Mohammed ben Isa löste darauf sein Versprechen, daß er nach der Lösung des Wasserproblems sein Land zur Oelbohrung freigeben werde, ein. Er wiederholte aber seine Warnung.„Das Oel wird dir und mir und den Inseln Unglück bringen“, sagt er, „Allah möge deinem Werke gnädig sein.“ Schon nach wenigen Wochen erkannte Frank Holmes zu seiner Freude, daß er sich nicht getäuscht hatte. Er stieß auf Oel, errichtete Bohrlöcher auf allen Teilen der Insel und fand nun fast jeden Tag Petroleum. Nun aber stellten sich die Schwierigkeiten ein: zur Erschließung der Oelquellen brauchte der Ingenieur Geld, sehr viel Geld. Seine geringen Ersparnisse waren bei den Bohrversuchen draufgegangen, außerdem wären sie zu gering gewesen, um die Unkosten des Gewinnungsprozesses auch nur im entferntesten decken zu können. Frank Holmes begab sich also nach London, lanzierte in die dortige maßgebende Presse Artikel über die Oelfunde auf den Bahrein=Inseln und unterließ nichts, um sinanzkräftige Kreise auf seinen Plan aufmerksam zu machen. Doch die britischen Oelmagnaten zeigten dem Neuseeländer, den sie als hergelaufenen Ausländer ansahen, die kalte Schulter, nahmen von seinem Projekt keine Notiz. Die Fürsten des Geldes hatten Zeit, sie konnten warten. Sie warteten auf den Tag, da Holmes arm zu ihnen kommen und sie bitten würde, ihm seine Konzessionen abzukaufen. Und der Tag kam! Frank Holmes trug sich im Frühjahr 1932, als er nicht einmal mehr die Miete zur Bezahlung seines kleinen möblierten Zimmers aufbringen konnte, mit der von der Verzweiflung eingegebenen Absicht, nach Amerika zu fahren und die dortigen Oelkönige für sich zu interessieren. Ein Freund von ihm weigerte sich aber, ihm das Reisegeld zu leihen. Dieser neue Schlag zwang ihn in die Knie. Er ging zum Präsidenten der„Gulf Oil Co.“. einem intimen Freund von Lord Balfour, dem konservativen Parteiführer, und unterbreitete dem Pfund=Millionär sein Angebot. Dieser erklärte sich gnädigst zum Ankauf bereit und wies dem Neuseeländer als Kaufsumme— 1000 Pfund= 20000 Mark an. Der Ingenieur fiel aus allen Wolken. Er war nahe daran, dem Briten die. Banknoten ins Gesicht zu wersen, aber er befand sich in der größten Not und erreichte nach langem Bitten schließlich, daß der Präsident noch 500 Pfund dazulegte. So gerieten die ergiebigen Oelquellen der BahreinInseln für lächerliche 1500 Pfund in die Hände der „Gulf Oil Co.“ und damit des britischen Imperiums, das 1939 berichten konnte, daß die Jahresproduktion 1938 eine Million Tonnen betragen habe. Holmes wanderte nach den USA aus. Zwei Jahre arbeitete er als Ingenieur in Chikago, dann wurde er arbeitslos, sank in seiner Verzweiflung zum Trinker herab und starb in den ersten Dezembertagen in einer Schankstätte am Herzschlag. Wie aber sprach vor 10 Jahren Mohammed ben Isa.„Das Oel wird dir und mir Unglück bringen.“ Sein Wort ist in Erfüllung gegangen... Von der Zugbrücke gestürzt Oslo, im Dezember Ein zum Glück seltener Unglücksfall ereignete sich kürzlich in Drontheim. Drei Frauen wollten eine brücke überschreiten und hatten gerade die Mitte der Brücke erreicht, als diese sich öffnete, um ein Schiff durchfahren zu lassen. Eine der drei Frauen hatte so viel Ueberlegung, sich sofort auf der immer höher gehenden Brücke abwärts rutschen zu lassen, sie langte glücklich auf festem Boden an. Eine zweite verlor jedoch den Kopf. sie versuchte tänzelnd, sich im Gleichgewicht zu halten, stürzte dann aber doch ab und fiel schwer verletzt zu Boden. Die dritte klammerte sich krampfhaft an die Brüstung der Brücke und wurde in dieser verzweifelten Lage mit in die Höhe gehoben. Bald jedoch verließen sie die Kräfte, sie stieß einen durchdringenden Schrei aus, ihre Hände lösten sich, sie stürzte in den Abgrund und fiel auf das Deck des gerade unter der Brücke hindurchfahrenden Schiffes. Diese dritte Frau starb leider auf dem Wege ins Krankenhaus. Sämtliche Nationierungskarten gestohlen Kovenhagen. im Dezember. In Haarby. einer dänischen Kleinstadt mit 2000 Einwohnern. konnten die Bewohner diesmal keine Nationierungskarten erhalten. Sie sind beim Bürgermeister nicht angekommen. während die Amtsstelle in Kovenhagen behauptete, daß sie pünktlich abgeschickt worden seien. Jetzt stellt sich nun heraus. daß bei einem Einbruch in das Packhaus des Güterbahnhofs Trunderup auch das 37.5 kg schwere Paket gestohlen wurde, das sämtliche Karten für Haarby enthielt. Es wird wohl ein paar Tage dauern, bis für das Städtchen neue Karten beschafft und richtig an Ort und Stelle befördert worden sind. Seldenmütiger italienischer Panzerosfizier Wie Leuinanl Todeschini seinen Kommandeur reitele Rom, im Dezember. Bei der Tankschlacht im Raum von Sidi Barani ereignete sich, laut italienischen Pressemitteilungen, eine Episode, die von dem Kampfgeist und der Kameradschaft der italienischen Panzertruppen zeugt: Leutnant Todeschini, der bereits wegen Tapferkeit vor dem Feinde ausgezeichnet worden war, befand sich mit seinem Panzer in einem schweren Kampf mit englischen Wüstentanks im Zentrum der Schlacht, als er in einigen 100 Metern Entfernung den Panzer seines Kommandeurs erkannte, der, wiederholt von englischer Pak getroffen, kaum noch von der Stelle kam und in Gefahr schwebte, von den Engländern genommen zu werden. Der Leutnant näherte sich der Stelle und sprang unter heftigem englischen MG.=Feuer aus seinem Tank, um ein Abschleppseil am Panzer seines Kommandeurs zu befestigen. Trotz erlittener Kopf= und Bauchschüsse konnte er das Drahtseil einhängen und unter Aufbietung der letzten Kräfte seinen eigenen Panzer wieder erreichen, der sofort Fahrt aufnahm und, mit dem Panzer im Schlepptau, in einem steten Kampf mit den Engländern die italienischen Linien wieder erreichte. Leutnant Todeschini wurde schwerverwundet in ein Feldlazarett gebracht. (Scherl-Archiv-.) trusu hat an dem Zu. ktes entscheidenden Anem wichtigen Dokument ibschließenden Verhandsolk ist ihm und seinem lichtet. a kehrt nach fast einseinen Berliner Posten en Amtszeit in Berlin lusbau der deutsch=japaich in dem Dreimächtenung fand. Er ist schon id freudig dem Ruse des s Botschafter auf einem er vor einem Jahre nach er seine Arbeit nur der ragswerkes. Die Rückchnet von den weiteren trages auf die enge Zuliens und Japans. einen Soldaten in, 23. Dezember. Heeres, Generalfeld. begab sich am 23. De. wie auch im Vorjahre, nachtsfeste seiern wird. feldmarschall von Braufeier der Truppe an das 1g, dem 24. Dezember, hr durch den großdeuter übertragen. Im Anzird Generalfeldmarschall Westen liegende Trupsten zur Vorsicht richterstatter gion, 23. Dezember. Clupper, der schusses des Senats ist, gnahme dänischer, deuUSA=Häfen aus. Ene ju weit gehen. Ohne derantiger Schritt unnach sei die Zustimmung u haben. e sich der republikanisch: mn sollte es sich sorgfältig irtiges tue. Er wünsche, rüft werde, um sicherzuin den Krieg verwickelt Senator King äußerte t eines solchen Schritte: I. b.., Münsler( Westl.). im Felde). 1. V. Arthur lon Eickhoff(z. 21 in Verantwortliche Schrilt Nachrichten und Ver guns und Provinz: Au August Hollweg: Volks helm Vernekohl: Stadtunalpelitik: Otto Pesier rabel(z. 21. im Feldel. sgaben und Bildbericht isenleiter: Horat Enten Vollmaler. Sämtlich in Juchdruckerei. 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Dezember 1940 Westfälische Tageszeitung Nummer 353 Weilmacht-Arrdeutschen Lisan Von Georg Franke als sängen sie mit den deutschen Brüdern da drüben zusammen die vertrauten seligen Weihnachtslieder. So vorsichtig, wie sie gekommen waren, kehrten sie dann wieder zurück. Und es bedurfte keiner Vereinbarung zwischen ihnen, daß sie von dem Geschehen nichts berichteten. Die deutschen Soldaten konnten ungestört ihren Baum zu Ende brennen lassen. Noch ein Erlebnis muß ich erzählen. Einer der Männer, die mit Karl Roos zusammen im Gefängnis zu Nanzig saßen, Paul Schall, berichtete mir vom Weihnachtsabend in der Zelle hinter den Gittern, mit denen die verblendete französische Regierung das deutsche Herz vom elsässischen Volkskörper trennen zu können glaubte. „Wenn ich sagen soll, was uns in den elf Monaten unserer Nanziger Zeit die drückende Lage des eingekerkerten, von der Außenwelt abgeschlossenen, scheinbar von aller Welt verlassenen Gefangenen am meisten zum Bewußtsein gebracht hat, so denke ich an den Weihnachtsabend zurück. An ihm fiel uns das ganze Elend der Gefangenschaft an. Wir waren in Einzelzellen streng isoliert. Ich lag in Zelle 5, einige Düren von Karl Roos entfernt, im Erdgeschoß. Wir hatten uns ein Klopfsystem erdacht, um abends nach dem Einschluß miteinander sprechen zu können. Wie wir dazu gekommen sind, uns auf diese Weise zu verständigen, kann ich kaum sagen. Es war bestimmt der Gefangeneninstinkt, der sehr schnell erwacht, wenn man hinter vergitterten Fenstern sitzt. Auf jeden Fall: eines Tages konnten wir uns durch Klopfzeichen verständigen. Neben mir lag der Abgeordnete Rosse. Wenn der Schritt des Wärters, der um 6 Uhr den Schlüssel zweimal herumgedreht hatte, nicht mehr zu hören war, ging es los. Man klopfte nach dem Alphabet. Fünf mal, wenn man ein„e“ durchgeben wollte, elf mal, wenn es ein„!“ sein sollte, usw. Das hört sich furchtbar kompliziert an, ist es aber, wenn man so viel Zeit hat, durchaus nicht. Am 24. Dezember begann die Unterhaltung aber mit dem Worte„Weihnachten".„Traurige Weihnachten“ antwortete es darauf.„Ein solch trauriges Weihnachtsfest haben wir nie erlebt.“ Ich telegraphiere zurück:„Wie mag es unseren Angehörigen heute zumute sein?!“— Rosse:„Wie uns selbst, vielleicht noch schlimmer.“ Ich:„Ob man im elsässischen Volk an uns denkt?" — Rosse:„Mehr als du glaubst.“— So ging es weiter, und als wir nach zwei Stunden das GutenachtZeichen durchgaben, dem gewöhnlich das Wort:„Durchhalten“ folgte, da hatten wir uns gegenseitig versichert, daß das nächste Weihnachtsfest uns wieder in Freiheit und in unserer Heimat treffen werde. Groß war der Hoffnungsschimmer damals ja'ch denn nach menschlichem Ermessen waren wir verlocen. Aber das Wunder des Glaubens wirkie in uns, k ner von uns hat den Glauben an die kommende Befreiung je verloren. Wir sohen es am 24. Oczember 1939 in den Lichtern des Weihnachtsbaumes, von dein wir träumten. Ich bin an jenem Weihnachtsabend erst gegen Morgen eingeschlafen, aber im Bewußtsein, daß es wieder besser kommen würde.“ Alles Hoffen und Sehnen der Elsässer hal jetzt herrlichste Erfüllung erfahren. Zum erstenmal nach zweiundzwanzig Jahren dürfen wir hier ein von allem Druck und aller Drangsal freies Weihnachtsfest im wieder deutschen Elsaß feiern. Die Franzosen waren sadistisch genug, gerade an einem der letzten Weihnachtsfeste vor dem Krieg durch nichts begründete Haussuchungen bei den Führern und Sprechern des deutschbewußten Elsasses vornehmen zu lassen. Dieser Spuk ist nun endgültig vorüber. Und wir dürfen es als ein sichtbares Zeichen für die letzte Entfernung des welschen Firnisses nehmen, wenn jetzt zu den Sonnenwendfeiern im Elsaß das französische und deutschfeindliche Hetzschrifttum auf lodernden Scheiterhaufen öffentlich verbrannt worden ist. Wenn im Herzen der Stadt Straßburg der Weihnachtsbaum für alle Volksgenossen von deutschem Sehnen nach Licht, Frühling und Freiheit kündet, dann hat das einen besonders tiefen Sinn. Und wir denken dabei daran, daß hier im Elsaß die ersten Weihnachtsbäume geschmückt wurden und von hier aus ihren Siegeszug durch Deutschland antraten. Ven Strabsurg und den Talinen Wenzel Hollar, so heißt dieser von Haus und vertriebene Edelmann, ernährt sich notgedrungen von einer Fertigkeit, die ihm früher zur Liebhaberei gedient hatte, und bringt es zur Kunst. Mit einem unbestechlichen Auge, das nicht nur den Umriß der Dinge sah, auch das Spiel von Licht, Schatten und Nebeldunst über den Wassern, hat er fast alle rheinischen Städte im Bilde festgehalten, und so auch das Straßburg von 1629. Er malt also den Strom mit der gedeckten Brücke und ihren breithaubigen Türmen und dem schlanken Münster im Hintergrund, den Wasserzoll, ein unter Riesenbäumen fast vergrabenes Fachwerkhaus und noch einmal, aus lauter Grün hervorblühend, die Stadt; dann wieder genügt ihm ein Blick über den Fluß, dann wieder malt er das Riesenbollwerk der Zollschanze an Von Otte Brües der Rheinbrücke und das breite Dach von St. Thomas. Endlich die Schützenwiese, die auf Holzpfählen lausende Rheinbrücke von oben und unten, die Spittelmühle und das Fischertor mit dem Crescendo der Türme zum Münster hin. Eine Stadt um einen roten Tempel, mit wohlabgemessenen, erholsamen Plätzen, mit sauberen Bürgerhäusern und klug geführten Brücken, durchaus noch Mittelalter, aber frei und sein mit ihren Wiesen und Wässern. Eine Stadt mit schweren Schicksalen damals schon. Wie soll man es nun nennen, Zufall oder Fügung? Kurz, aus jener Grenzstadt wird uns zum erstenmal der Brauch vermeldet, einen Tanenbaum zur Weihnacht aufzurichten, und zwar aus dem Jahre 1605, in dem die Stadt kaum anders ausgesehen haben dürfte, als wir sie soeben mit den Augen Wenzel Hollars gesehen haben. Ein Mann, dessen Namen wir nicht wissen, schrieb sich eine Haus= und Stadtchronik zur eigenen Erbauung; er hatte keine sonderliche Absicht dabei als, die, seinem Gedächtnis mit solchen Eintragungen nachzuhelfen, auch muß er des Lateinischen bis zu einem Grade mächtig gewesen sein, denn er betitelt seine Notizen: Memorabilia quaedam argentorati observata. Er weiß dieses und jenes und unter anderem das: „Auff Weihnachten richtet man Dannenbäum zu Straßburg in den Stuben auff, daran henket man rossen aus vielfarbigem Papier geschnitten, Aepfel, Oblaten, Zischgold, Zucker et cetera. Man pflegt darum ein viereckent rahmen zu machen.“ Keine sonderlich ausführliche Notiz von einem nach Straßburg Zugewanderten, dem dieser Brauch auffiel.. aber ein wichtiger Satz für die Kulturgeschichte und für uns, die wir aus Stein und Steinchen unser Mosaik zusammenfügen wollen. Wir sahen viel Grün auf den Blättern Hollars— fühlten die Menschen damals doch schon die wachsende Stadt, den lastenden Stein? Zum erstenmal drängt der Wald, der blau über St. Odilien steht, den Menschen ins Haus nach, sie reißen die Türen auf und lassen seine Boten ein. Seltsamer Gedanke, daß ein Mensch diesen Einfall einmal zuerst gehabt haben muß, in den Wald gelaufen ist, sich einen Baum geschlagen und mit in sein Haus genommen hat! Seltsam, da er doch voller Sehnsucht war... und sicherlich sind es mehrere Menschen gewesen, die, von einem solchen Einfall beseligt, den Tannenbaum in die Stube trugen, wie denn auch oft genug im Lause der Geschichte Menschen an verschiedenen Orten, aber gleichzeitig, auf denselben Gedanken verfielen und dieselbe Erfindung machten. Dies war ein besonders glücklicher Fund, denn er ward, wie sich zeigen sollte, für viele, viele Menschen getan und wurde zu einem Brauch, der sich über alle deutschen Unsere Bilder: Links oben: Idullischer Winkel in der altelsässischen Stadt Kauterberg Rechts oben: Junge Eladsserinnen in ihrer kleidsamen Tracht Rechtsunten: Vor dem Straßburger Münster Links unten: Altes Fachwerk-Giebelhaus in Kauterberg Astochmen: Scherf Länder geheimnisvoll verbreitete in einer Zeit, in der die alten, magischen Kräfte des Mittelalters abstarben. Nun also stand der Baum in der Ecke, und der ihn hineinstellte, muß große Augen gemacht haben. Denn der grüne Geselle, der draußen im Walde glitzerte, vom Tau benetzt oder vom Rauhreif verbrämt, stand nun recht einsam; ihm fehlte der Umraum der Luft, er konnte nicht atmen. So ging der Mann daran, ihn aufzuputzen, und das, was an weißem Leben, an Schnee und Naß sich nicht vom Waldboden ins Zimmer tragen ließ, durch bunten Schmutz zu ersetzen. Durch diesen Einfell aber wurden die Kinder aufgerufen, und nun war ihre Schar da, mit aller freundlichen Phantasie: die kleinen Hände umkleideten den Apfel mit Staniol, die Zweige durch klug verteilte Last zu senken, bemalten die Nüsse mit bronzener Farbe, das Dunkel zwischen den Aesten aufzuhellen, knüpften Netze und Ketten, den Baum rundum und in die Tiefe zu gliedern, und krönten ihn mit dem rauschgoldenen Stern. Später ersannen dann kluge Fabrikanten noch allerlei Heinzelmännchen aus Watte, Engel aus Wachs, Vogelkäfige aus Silberdraht, gläserne Trompeten und holzgeschnitzte Nikolause — aber alle diese Dinge hatten nicht die Kraft und Anmut jenes Schmuckes aus Kinderhänden. Da wir aber hier eine Chronik abfassen, bedarf es noch eines historischen Belegs; er stammt ebenfalls aus Straßburg und zeigt die Pedanten und Blasierten bei ihrem Tun. Auch die milde Absicht, den Christbaum einzuführen, stießf auf Spott und Widerstand; es handelt sich, wie von Historikern versichert wird, um die zweitälteste Nachricht über den Weihnachtsbaum. „Unter anderen Lappalien, unter denen man die alte Weihnachtszeit oft mehr als mit Gottes Wort begeht“, so eifert der gelehrte Theologe Johann Konrad Dannhauer, der Heiligen Schrift Doktor. Professor und Prediger am Münster,„ist auch der Weihnachts- oder Tannenbaum, den man zu Hause aufrichtet, denselben mit Puppen und Zucker behängt und ihn hiernach schüttelt und abblumen läßt. Wo die Gewohnheit herkommt, weiß ich nicht; ist ein Kinderspiel...“ Schauen wir uns— wir haben ja die Zeit, die unser häuslich=schönes Thema erfordert— diesen Johann Konrad Dannhauer ein wenig an. Es drückt ihn, daß er nicht weiß, wo die Gewohnheit hergekommen ist; ein rechter Gelehrter, der den Wald vor lauter Bäumen und das feine Geheimnis vor lauter Aktenwollust nicht sieht. Er meint, den Brauch damit herabsetzen zu können, daß er ihn„ein Kinderspiel“ nennt. Vielleicht treibt den geistlichen Herrn auch der Aerger darüber, daß neben der kirchlichen eine häusliche Feier entsteht— aber war etwa das unfromm? Nein. Dannhauer ist ein schwungloser Papiermensch, und wenn es etwa unrecht scheint, gegen den lange verstorbenen Mann zu streiten: er lebt auch in unsern Tagen noch, er tritt uns immer wieder entgegen, und wenn es einen Trost gibt, so den einen, daß papierne Ketten nicht den Vormarsch des blühenden Lebens aufhalten können.„So hat Dannhauers Bemerkung", sagt unser Gewährsmann,„trotz ihrer entgegengesetzten Tendenz wohl sogar dazu beigetragen, den Brauch auszubreiten.“ In den vorweihnachtlichen Tagen, wo aus der Budenstadt des Christkindelsmarktes in Straßburg süßer Duft von türkischem Honig und Gertweiler Lebkuchen den Elsässer Buben und Mädeln in die Nase steigen, während die älteren Straßburger mit Kennermiene eine Vogesenfichte für den Weihnachtsbaum auswählen, werden Erinnerungen wach an die Weihnachtstage des vergangenen Jahres. Damals war man evakuiert, so fern der Heimat irgendwo in Frankreich, in der Dordogne, der Gironde oder in der Indre, tief drinnen in jenem Frankreich, das dem Elsaß Mutter und Heimat zu sein vorgab, und doch nun so fremd, so welsch anmutete, wie man das daheim im Elsaß, wo man unter sich war, den deutschen Dialekt sprach und die fremden Eindringlinge sich in der Minderzahl befanden, nie so deutlich zu spüren bekam. Und erst recht Weihnachten, an diesem innerlichsten aller deutschen Festtage, brannte in den Herzen aller Elsässer die Sehnsucht nach der Heimat, waren ihre Gedanken erfüllt von dem Bewußtsein, in tiefster Seele dem Brudervolk jenseits des Rheines verbunden zu sein. Sie ließen sich zwar hohe Fichten aus den Vogesen kommen und stellten sie mit Lichtern in den Orten ihrer Verbannung auf. Was half das aber, wenn ringsumher Menschen gafften, die über solche„Sentimentalitäten“ die Achseln zuckten und leise oder laut„Boches" riefen! Auch die Elsässer, die dem Zwang gehorchend als Soldaten an der Front gegen Deutschland eingesetzt waren, wurden in den Weihnachtstagen von solchen Stimmungen übermannt. Einer, der als Unteroffizier in der Maginotlinie Dienst hat und jetzt im befreiten Straßburg als Beamter wieder friedlich seinem Berufe leben darf, erzählte mir ein Erlebnis, das bezeichnend ist für die Gemütsverfassung der elsässischen Soldaten im französischen Rock. Es war am Weihnachtsabend. Ein Leutnant, er und einige Soldaten mußten im Dunke! einen Erkundungsvorstoß ins Niemandsland vornehmen. Vor einem Wald teilte sich der Trupp. Der Unteroffizier und ein Mann, beide Elsässer, pirschten sich alleine durch das Waldesdickicht nach vorne. Der Wind sang in den kahlen Zweigen. Den unten klang es wie Glockengetön in den Ohren. Denn sie dachten daran: heut ist Weihnachtsabend! Als sie am anderen Ende des Waldes ankamen und vor sich ein Dorf hatten, das sie verlassen glaubten, erblickten die scharf suchenden Augen des Unteroffiziers einen Lichtschein, der aus einem Fenster drang. Sie krochen noch ein wenig näher. Und dann konnte der Unteroffizier durch sein Glas erkennen, daß da in einer verlassenen Bauernstube deutsche Soldaten um einen kleinen Weihnachtsbaum mit brennenden Lichtern saßen. Da lagen sie lange ganz still, und es war ihnen, 2 WFA Mikrofilmarchiv der deutschsprachigen Presse.V. — 24.26. Dezember 1940 Westfälische Tageszeitung Nummer 353 Brandr io0 Kllometer Wen„Afh 2n Liverpool erbebte unter dem Großeinsaß deutscher Kampfflugzeuge—„Vom Schein der ausgedehnten Feuer unter uns war unsere Kanzel hell erleuchtet“ Von Kriegsberichter Werner Ettler dnd., 23. Dezember.(PK) Schon am späten Abend hatte das Schicksal Liverpool gleich einer brennenden Fackel gegen den nächtlichen Himmel England gezeichnet. Um 22 Uhr hatten bereits deutsche Kampfflugzeuge aus diesem Hafen einen flammenden Wegweiser für die nachfolgenden Verbände gemacht. Und als wir um 1 Uhr morgens die Westküste der Insel anflogen, leuchtete uns der rötlichgelbe Schein schon aus über 10 Kilometer Entfernung entgegen. Wir konnten nicht fehl fliegen...“ Die Einzelheiten unseres Einsatzes waren in der Flugbesprechung eben bekanntgegeben. Wir hatten gerade unsere Aufzeichnungen zusammengepackt, da ließ sich der Kommandant noch einmal vernehmen: Ubrigens, meine Herren, wie ich vor einigen Minuten erfahren habe, sind die Nachbarverbände bereits vor Ihnen sehr rührig gewesen. Sie werden Liverpool schon aus 80 Kilometer Entfernung erkennen.“ Das dürfte leicht übertrieben sein dachten wir, als wir in unsere Heinkel kletterten, 80 Kilometer... Weiß Gott, eine beträchtliche Strecke. Wenn es aber zutreffen sollte.... Müssen wir dann nicht bald vor uns was sehen? Wie lange sind wir denn schon unterwegs? Englischen Boden haben wir jedenfalls unter uns. Herrseh, verschwenden die heute Strom. Aus allen Richtungen suchten englische Scheinwerfer nach uns. Überall gleiten Bündel gleißender Strahlen auf uns zu und an uns vorbei. Einmal waren wir sekundenlang erfaßt, aber der Schein wanderte über die rechte Tragfläche weiter und entfernte sich verschwommen gegen die glitzernden Sterne. Ja, in dieser Nacht, waren die englischen Kanoniere reichlich beschäftigt. Weit von uns ab blinkten die Mündungsfeuer ihrer Flakgeschütze auf. Und wenn sie den vollen Ton unserer Heinkel hörten, dann verschossen sie ein Vermögen. Es war ein tolles Feuerwerk in dieser letzten Nacht. Neben, über und unter uns blitzten die detonierenden Geschosse auf, dreioder viermal wurde unsere Maschine durch den Druck einer bedrohlich nahe krepierenden Granate ruckhaft nach oben gehoben, wir hatten aber keine Blicke dafür. Wir dachten nur an die 80 Kilometer.„Links vor uns steht der Horizont in Flammen" rief gerade im Augenblick besonders heftigen Flakfeuers der Flugzeugführer. Wir warfen uns auf den Boden der Wanne und drückten unsere Nasen gegen die Scheiben. Links von uns? Wir konnten noch nichts sehen. Denn der Rumpf der Maschine verdeckte die Sicht. Wenig später aber, als die Maschine in der Kurve lag, sahen wir einen gewaltigen Schein am Himme! stehen. Das also ist Liverpool? Die Fackel der Vernichtung leuchtet uns eine halbe Stunde lang den Weg zum Ziel. Wir drückten unsere amufmaschine allmählich nach zenten Mir Eimwerten blitzten die Scheine auf. Mein Gott, das hörte gar nicht auf. Dazwischen loderten goldene Feuer, ruhiger und nicht so flimmernd, unsere Sprengbomben.— Während die Flak aus allen Ecken dieser Hölle nach uns schoß, drehten wir mit einer Kurve ab und machten den Raum frei für unsere Nachfolger. Über eine halbe Stunde hatten wir den Schein noch am Himmel. Wir waren etwa 150 Kilometer geflogen, als für uns die Fackel erlosch.— Für uns, denn wir hatten Kurs Heimat. Für die anderen aber, die in entgegengesetzter Richtung flogen, leuchtete sie auf dieser Höhe gerade auf. Erfindungen eines Spatzenhirnes Die neuesten Illusionen„Doof“ Coopers Berlin, 23. Dezember. Es ist nichts zu blöde, um nicht vom Londoner Nachrichtendienst erfunden zu werden. Am heutigen Montag setzte er den Dummen, die zwar immer weniger, aber doch noch nicht alle werden, folgende„sensationelle Meldung", vor: „Vor kurzer Zeit erschienen eines Nachts Plakate an den Mauern von Paris, die französische Flieger aufforderten, in die deutsche Luftwaffe einzutreten. Sie bezeichneten England als den Erbfeind Frankreichs, wie die freie französische Nachrichtenagentur berichtet. Sämtliche Plakate wurden in derselben Nacht abgerissen. Einige Tage später wurden neue Plakate angebracht, auf denen mit Repressalien für diejenigen gedroht wurde, die die ersten Plakate abgerissen hatten. Diese neuen Plakate blieben noch zwei Stunden kleben. Sie wurden im hellen Tageslicht von jungen Franzosen unter Zustimmung und sogar unter den Augen der deutschen Polizeibeamten abgerissen.“ Man kann sich vorstellen, wie es in dem Spatzengehirn des Erfinders dieser sogenannten Meldung aussieht. Soweit ist also England auf den Hund gekommen, daß es zu solchen Erfindungen greisen muß, um die Illusionsschaukel weiter in Bewegung zu halten. Daß die ganze Sache von A bis I erfunden ist, brauchen wir nicht erst zu betonen, wohl aber, daß dem Erfinder dieser Mär und seinem ganzen verrotteten Anhang noch die Augen übergehen werden über die Leistungen unserer Luftwaffe ohne irgendwelche Hilfestellung, wie sie das in den Knien schon reichlich weiche England überall zu erbetteln versucht. dem Innenminister unterstand. An erster Stelle steht der vor kurzem verstordene bessarabische Politiker Ineuletz, der jahrelang liberaler Minister war, mit 450 Milllonen Lel. Es folgen Calineseu mit 366 Millionen und Tatareseu mit 202 Millionen Lei. Der frühere Innenminister Gelmegeanu hat über 171 Millionen Lei abzurechnen. Insgesamt handelt es sich um einen Betrag von etwa zweieinhald Milliarden Lei. „Die Waffe der Blockade“ „Ungeheure Leiden der neutralen Staalen unler den Jolgen des englischen Wirtschaftskrieges“ Rio de Janeiro, 23. Dezember. Die brasilianischen Militärkreisen nahestehende Zeitschrift„Noite=Dios“ stellt in einem„Die Waffe der Blockade“ üebrschriebenen Artikel fest, daß sich England zuerst im Weltkrieg dieser Waffe bedient habe. Nach vier Jahren sei es ihm damals gelungen, die deutschen Frauen und Kinder auszuhungern. Deutschland habe diese unmenschliche Taktik aber nicht vergessen. Es lei diesmal wirtschaftlich derart vorbereitet, daß England sein Ziel nicht erreichen werde. Deutschland sei aber auch bereit, mit derselben Waffe zurückzuschlagen. Der Artikel geht dann ein auf die Erklärung des englischen Wirtschaftsagenten Willingdon in Buenos Aires, daß der„Wirtschaftskrieg die humanste Waffe“ sei. Die Zeitschrift stellt hierzu fest, daß unter den Folgen des englischen Wirtschaftskrieges die neutralen Staaten ungeheuer zu leiden hätten. Die Landesprodukte häuften sich an, weil die Länder von ihren natürlichen Absatzmärkten abgeschnitten seien. Ein derartiger chaotischer Zustand sei verheerend für die ganze Menschheit, aber lukrativ für die Herren der internationalen Finanz, die auf Kosten des Elends und des Hungers von Millionen märchenhafte Reichtümer einsteckten. Ausbau des sugoslawisch-iranischen Handels Von unserem dr.-gr.-Berichterstatter. Belgrad, 21. Dezember. Der iranische Gesandte Mocksen Rais erklärte einem Vertreter der„Breme“, daß er in den letzten Tagen im Anschluß an die Uebergabe seines Beglaubigungsschreibens mit zuständigen jugoslawischen Stellen Besprechungen über eine Verstärkung des gegenseitigen Handelsverkehrs geführt habe. Iran sei bereit, nach Jugoslawien Baumwolle, Wolle, Tee, Reis und zahlreiche andere Artikel auszuführen, während Jugoslawien im Iran einen Absatzmarkt für Bauholz, Eisenbahnschwellen, Zement und ähnliche Rohstoffe findet. Wirtschaftliche und politische Schwierigkeiten gebe es keine. Die technischen Schwierigkeiten aber könnten überwunden werden. Standbild für General Toscheff Sosia, 23. Dezemder. Bei der Enthüllung eines Standbildes für den verdienten bulgarischen General Stefan Toscheff hielt Kriegsminister General Daskaloff eine Ansprache, in der er hervorhob, daß das bulgarische Volk den Frieden wünsche, jederzeit aber bereit sei, wenn notwendig, zu den Waffen zu greisen. Der Kriegsminister erinnerte an die Zeit der bulgarischen Freiheitskämpfe, in denen General Toscheff eine bedeutsame Rolle gespielt habe. Das Oberkommando der Wehrmacht hat bekanntgegeben, daß der-Boot-Kommandant Schepke die Versenkung seines 40. feindlichen Handelsschiffes gemeldet hat. Damit hat Kapilänleutnant Schepke eine Gesamtversenkungszilfer von 208 975 BRT erreicht und somit als dritter Unterseebool-Kommandant die 200 000-Tonnen-Grenze überschritten. (Scherl-.) Heibenhaster sieweherumg Marschall Graziani berichtet dem Duce Stunde lang den Weg zum Ziel. Wir drückten unsere Kampfmaschine aumaglich nach unten. Wir kümmerten uns den Teufel um Scheinwerfer und Granaten und warteten nur fieberhaft auf den Augenblick, in dem wir unsere eigenen Bomben unten detonierend erblicken konnten. Nun waren wir bald über dieser Hölle. Wir wollten die einzelnen Brandherde zählen, aber wir gaben den Versuch auf. Wo hätte man auch anfangen sollen, das ganze Hasengebiet stand dort in rötlichen Flammen. Kilometerweit loderte das Feuer in zahlreichen Docks, ausgedehnten Speichern und riesig langen Lagerschuppen. Die Brände hatten einen unvorstellbaren Komplex erfaßt. Wir flogen in einer Kurve dieses glühende und züngelnde Chaos an. Wir hatten die ersten Brandherde schon einige Minuten hinter uns gelassen, da waren wir immer noch über Feuersbrünsten. Mehrere tausend Meter waren wir nun über diesem konstanten Schein, in dem es hier und dort hellgelb aufleuchtete, mehrere Kilometer unter uns brannte dort nun ein Stadtteil— und wir, so hoch über diesen Flammen waren von ihrem Schein immer immer noch erfaßt. Wir hätten lesen können in der Kanzel oder in der Wanne, so hell leuchteten die Feuer zu uns herauf. Etwas abseits von diesem Hexenkessel klinkten wir unsere Brand= und Sprengbomben aus und warteten mit Ungeduld auf deren Wirkung. Minuten vergingen — daprasselten auf weitem Raum silbrig helles Feuer auf. Unsere Bomben waren unten aufgeschlagen. Wie breite Wunderkerzen Briten==Boot„Sworöfisch“ verloren Rom, 23. Dezember. Marschall Graziani hat dem Dute einen ausführlichen Bericht über die Kampfhandlungen zwischen Sidi Barani und Bardia übersandt, der zunächst die durch die völlige Wasserarmut des Kampfgebietes verursachten ungeheuren Schwierigkeiten in der Frage des Nachschubs schildert. Dieser Umstand machte auch eine sofortige Fortsetzung der italienischen Offensive nach der Einnahme von Sidi Barani unmöglich, da zunächst eine Wasserleitung von 120 Kilometer Länge angelegt, eine Straße gebaut und Vorrotslager angelegt werden mußten. Inzwischen setzte die britische Gegenoffensive ein, die die italienische Heeresleitung angesichts verschiedener Erscheinungen, die sich auf gegnerischer Seite seit etwa zehn Tagen zeigten, in keiner Weise überraschte. Angesichts der erdrückenden Übermacht der im Masseneinsatz verwendeten feindlichen Panzerwaffe und bei dem völligen Fehlen jeder taktischen Anlehnungsmöglichkeit in dem flachen Wüstengelände mußten die italienischen Truppen dann, wie bekannt, zurückgenommen werden. Dabei haben sowohl die nationalen wie die libyschen Divisionen mit dem größten Heldenmut gekämpft, so daß es gelang, den größten Teil der Truppen in voller Ordnung auf die Festung Bardia zurückzuziehen, wo sie dem feindlichen Angriff noch heute mit Mut und Entschlossenheit Widerstand leisten. Weiter geht der Bericht auf die Tätigkeit der feindlichen Flotte und der Luftwaffe ein und hebt hervor, daß die italienischen Flieger durch starke Sandbildungen auf den Flugplätzen und später durch außergewöhnlich starke Regenfälle nicht ihr ganzes Gewicht in die Schlacht werfen konnten. Abschließend wird festgestellt, daß die feindlichen Panzerdivisionen 12 Tage nach Beginn der Offensive — trotz des wüsten Geschreis der feindlichen Propaganda — auf der Stelle treten— dank der Tapferkeit der Soldaten Italiens, die dem Gegner zu Lande und in der Luft die Stirn bieten und sich schonungslos opferten. Kriegsflotte den verderbenbringenden Angriffen der Luftflotte zu entziehen; zweitens auf einem, wenn auch nebensächlichen Sektor einigen Erfolg für England-zu erzielen, um sein etwas gefallenes Prestige zu bessern und die Moral des englischen Volkes aufzufrischen. Auch Gazetta de Noticias bezeichnet die Mittelmeervorgänge als vorübergehende Rückschläge für Italien, als Zwischenfälle, die mit einer wirklichen Niederlage nicht das geringste zu tun haben. Außerdem begehe die englische Propaganda, die bereits das Imstichlassen Italiens durch Deutschland ankündige, den schweren Fehler, den deutschen mit dem englischen Charakter zu verwechseln. England habe seine Bundesgenossen stets im Unglück verlassen, absurd sei jedoch die Annnahme, daß Deutschland fähig sei, gegenüber Italien den Verrat zu wiederholen, wie ihn England an Polen, Frankreich und Belgien begangen habe. Er fand alles wie früher Stockholm, 23. Dezember. Entgegen allen Behauptungen zeigt Hamburg und vor allem das Hafengebiet Hamburgs eine verschwindend kleine Anzahl Bombenschäden, erklärte, wie die schwedische Abendpresse meldet, der führende schwedische Luftschutzsachverständige Oberstleutnant Jonsson, der am Sonnabend von einer Studienreise aus Deutschland nach Stockholm zurückkehrte. Oberstleutnant Jonsson betonte besonders, daß er mit der Delegation schwedischer Luftschutzsachverständiger, deren Leiter er war, ohne jede Beschränkung in Hamburg habe herumfahren können. Hamburg habe ungefähr den gleichen Anblick geboten wie im Frieden. Man habe keinen zerstörten Kai und keinen zerstörten Kran sehen können. Vom Turm der Hamburger Michaeliskirche habe man sich im Gegenteil davon überzeugen können, daß Schuppen und Magazine ausnahmslos wie früher dalagen. Stockholm, 23. Dezember. Die britische Admiralität gibt bekannt, daß das Unlerseeboot„Swordsish" überfällig sei und als verloren betrachtet werden müsse. Das Boot hatte eine Wasserverdrängung von 640 Tonnen bei Überwasserfahrt und von 935 Tonnen bei Tauchfahrt. Die Besatzung betrug 40 Mann. Der 1932 vom Stapel gelaufene„Swordfish“ gehörte zu einer Serie von vier Unterseebooten, von denen jetzt drei verlorengegangen sind. Maßlose Uebertreibungen Brasilianische Zeitungen sehen Ereignisse in Nordafrika als vorübergehende Zwischenfälle an Rio de Janeiro, 23. Dezember. Verschiedene brasilianische Blätter beschäftigen sich weiterhin mit der maßlosen Uebertreibung der englischen Mittelmeer=Erfolge durch die englische Propaganda. Die Zeitschrift Citodias meint, England habe diese Erfolge nur errungen, weil es einen großen Teil seiner Land=, See= und Luftstreitkräfte nach dem Mittelmeer warf. Damit bezweckte es erstens seine Inserate gegen Duff Cooper „Übertragen Sie uns die erste Hilfe für bombenbeschädigle Fabrikanlagen“ Stockholm, 23. Dezember. Einigermaßen sonderbar angesichts der„Tatsache", daß doch kein Schaden an industriellen Betrieben in London hervorgerufen wurde,— so behauptet es ja das Informationsministerium in seiner Mitteilung über die deutschen Luftangriffe— wirkt ein Inserat im„Daily Telegraph", das folgenden Wortlaut hat:„Übertragen Sie uns die erste Hilfe für die Fabrikanlagen, die durch Bomben beschädigt worden sind.— Wir arbeiten billig. wirksam und schnell.“ Nicht minder erstaunlich ist— ebenfalls im„Daily Telegraph“— eine Reklame für englischen Gin, die mit den Worten beginnt:„Zufuhren aus fremden Ländern sind mager geworden und werden noch magerer...“ Der arme Zensor, der dies übersehen hat! Sben=Grittscher Natennnutster Halifax geht als Botschafter nach Washington— Meinungen in London sehr geteilt Von unserem.-st.-Berichterstatter Stockholm, 23. Dezember. Die große polikische Sensation Londous ist die am Sonnlag späl abends erfolgte Mitteilung aus der Downingstreei Nr. 10, daß der augenblickliche Außenminister Englands, Cord Hallsax, katsächlich als neuer englischer Botschafter und Nachfolger von Lord Lothian nach Washington gehen wird, während der bisherige Kriegsminister Eden das Außenministerium übernimmt. An Stelle Edens, der bisher Kriegsminister war, tritt der augenblickliche Parlamentssekretär im Finanz= ministerium und Einpeitscher der konservativen Partei, Margesson. Lord Cranborne, Unterstaatssekretär im Foreign Office, wird Nachfolget von Lord Halifax im Oberhaus, und zwar als Sprecher des Foreign Office und gleichzeitig des Dominienministeriums. Selbstverständlich ist diese Ernennung von Lord Halifax zum Botschafter in Washington die große Sensation des Tages. Fast ebenso überraschend ist jedoch, daß die erwartete Umbildung der Regierung nicht eintrat, was eigentlich als eine größere Sensation anzusehen ist als die erwartete Ernennung von Lord Halifax zum britischen Botschafter in Washington. Die Tatsache, daß Lord Halisax das Außenministerium aufgegeben hat, wird bestimmt in vielen politischen Parlamentskreisen Londons begrüßt werden, denn er war schon seit langem Gegenstand heftigster Kritik von fast allen Seiten, sogar von Seiten eines guten Teils der Konservativen. Die Londoner Morgenblätter begrüßen im allgemeinen den Entschluß Churchills. Allerdings ist andererseits anzunehmen, daß die Ernennung von Halisax zum brittschen Botschafter in Washinaton in anderen politischen Kreisen, vor allem bei der Ladouropposition, wiederum mit sehr gemischten Gefühlen aufgenommen wird. In Kreisen der Labouropposition hat man wenig Vertrauen in die diplomatischen Gähigkeiten von Lord Halifax. Man glaubt vor allem nicht, daß Lord Halifax „den rechten Ton“ gegenüder den Amerikanern finden wird. Lord Halifax ist als ein„tief religiöser Mensch" bekannt, und man zweifelt, daß eine solche Persönlichkeit in Washington im augenblicklichen Stadium des Krieges auf dem rechten Platz sitzt. Halifax selbst hat schon seil längerem versucht, das Außenministerium aufzugeben, um sich ganz aus dem politischen Leben zurückzuziehen. Es ist anzunehmen, daß er nur mit halbem Herzen diese neue Aufgabe übernommen hat, mit der er beauftragt worden ist. Edens Ernennung zum Außenminister wird aller Wahrscheinlichkeit nach in England begrüßt werden. Man rechnet damit, daß Eden als neuer Außenminister Englands die diplomatische Tätigkeit sehr aktivieren und einen„festeren Kurs“ gegenüber gewissen neutralen Ländern anschlagen wird, und daß er gleichzeitig auch versuchen wird, die englisch=russischen Beziehungen in „neue Bahnen" zu leiten. Die Ernennung von Margesson zum neuen Kriegsminister kann nur als eine Stärkung des konservativen Einflusses innerhalb der Regierung gewertet werden, wenn auch das Machtverhältnis im eigentlichen Kriegskabinett durch die jetzt erfolgte Umbesetzung nicht beeinflußt wird, denn weder der Außenminister, noch der Kriegsminister sind Mitglieder des engeren Kriegskabinetts. In ausländischen Kreisen Londons kann man sich des Eindrucks nicht erwehren, daß die Wahl auf Lord Halisax fiel, weil die britische Regierung Washingion gegenüber eine„großzügige Geste“ machen wollte, dadurch, daß man eine derart hochstehende Persönlichkeit wie den bisherigen Außenminister in die Hauptstadt der USA schickt. Eine Ansicht, die praktisch auch vom „Daily Herald" bestätigt wird, wenn das Blatt schreibt, Churchill hätte außer sich selbst keinen höheren Vertreter des Landes nach Washington beordern können. Donaumündung Gefahrenzone Eine Erklärung des rumänischen Rundfunks Von unserem wf.-Berichterstatter Bukarest, 23. Dezember. Der rumänische Rundsunk gibt eine Warnung an Seefahrer bekanni, in der es heißt, daß die Gewässer im Schwarzen Meer bei der Donaumündung zwischen den Breiten 45 Grad 14 Min. und 45 Grad Nord und der Küste bis Länge 29 Grad 57 Min. Ost zur Gefahrenzone erklärt werden. Die Fahrzeuge müssen rechtzeitig die Hafenbehörden von Sulina vor ihrer genauen Ankunft verständigen und beim Punkt 4 Grad 57 Min. Nord und 29 Grad 45 Min. Ost auf den Militärloisen warten. Die Leuchtbojen und Leuchttürme von Sulina und St. Georgen sind gelöscht. Die Nebelhörner funktionieren jedoch weiter. Der Militärlotsendienst arbeitet von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang. Bei Nacht, schlechtem Wetter oder Nebel ist jedoch kein Lotsendienst. Das Befahren der Gefahrenzone ohne Lotsen geschieht auf eigene Gefahr. Wo blieben die Millionen! Bukarest, 23. Dezember. Truppentransporter Queen Mary Umgebaul und mil Tarnanstrich versehen Berlin, 23. Dezember. Es wird gemeldet, daß der 81 253 BRT große Cunarddampfer„Queen Mary“, welcher bei Kriegsausbruch nach Newyork flüchtete und dort lange Monate aufgelegt war, jetzt Truppentransporte zwischen Australien, Bombay und Agypten ausführt. Sein Fassungsvermögen als Truppentransporter soll 6000 Soldaten betragen. Das Schiff ist für seine jetzige Verwendung umgebaut und mit Tarnanstrich versehen worden. Seine Bewaffnung besteht nur aus einigen 15=cm=Geschützen. Das legionäre Blatt„Axa“ veröffentlicht eine Übersicht über die Summen, über die die früheren Politiker vor dem Ausschuß zur Kontrolle ihrer Vermögen Rechenschaft ablegen müssen. Es handelt sich um Beträge, die aus geheimen und Dispositionsfonds, vor allem aus dem Fonds für die öffentliche Ordnung stammen, der Neue spanische Steuergesetze Von unserem schm.-Berichterstatter. Madrid, 23. Dezember. Der Amtsanzeiger veröffentlicht das neue Steuergesetz, welches eine bebeutende Erhöhrzeg dex Besteuerung auf allen Gebieten des spanischen Lebens— mit Ausnahme der Kapitalrenten— vorsieht.“ U. a. wird, um die Unterschiede in der landwirtschaftlichen Besteuerung auszugleichen und die verschiedenen Provinzen gleichmäßig zu belasten, die Agrarsteuer um 25 bis 50 Prozent in den verschiedenen Zonen erhöht. Die Kontrolle der Profite der Unternehmen soll verbessert werden. Die Industriesteuer wird um 50 bis 75 Prozent erhöht, die Umsatzsteuer um 11 bis 25 Prozent. Die Dividenden werden mit 6 bis 17,25 Prozent belastet. Dagegen bleiben die Kapitalrenten bis 70 000 Peseten steuerfrei. Die Renten über 70000 Peseten werden mit.5 bis 40 Prozent belastet. Dem Prinzip der vorwiegend indirekten Besteuerung entspricht die erhöhte Belastung vieler Güter des täglichen Bedarfs. Außerdem wird eine Transportsteuer von 16 Prozent geschaffen. Die Stempelgebühren auf Spirituosen werden vervierfacht. Zum Zwecke der steuerlichen Erfassung müssen die Hauswirte alle Mieten der einzelnen Wohnungen genau angeben. Konten, Guthaben bei Banken und Sparkassen bleiben jedem verwaltungsmäßigen Einblick entzogen. Norwegisches Motorschiff vermißt Norwegisches Motorschiff vermißl. Oslo, 23. Dezember. Das im Solde Englands fahrende 7203 BRT große norwegische Motorschiff„Ringwood“(früher Beljeanne) wird vermißt. Norwegens Handels= und Schiffahrtszeitung schreibt hierzu: Ob das Schiff ein Opfer des Unwetters oder des Krieges ist, weiß man nicht. Da es jedoch unter englischer Kontrolle fuhr, kann man naheliegenderweise einen Kriegsverlust annehmen. Lehren aus der Niederlage Frankreichs Zusammenbruch, das bedeutsamste Ereignis des Jahrhunderts Schlüsse der bulgarischen Presse Sofia, 23. Dezember. Die Niederwerfung Frankreichs ist nach der in der bulgsrischen Oeffentlichkeit allgemein vorherrschenden Auffassung nicht nur das bedeutsamste Ereignis des Krieges, sondern des Jahrhunderts überhaupt. Kein Wunder, wenn das Interesse für die tieferen Gründe des Zusammenbruchs einer der stärksten Militärmächte des Kontinents sehr lebendig ist und zu den Hauptthemen der politisch=historischen Untersuchungen, Artikel und Vorträge gehört. Die Abendzeitung„Mir“ hat als erstes bulgarisches Blatt den Versuch unternommen, die Folgerungen aus dem französischen Niedergang zu ziehen und in einem Artikel zusammenzufassen: Die Hauptschuld Frankreichs habe darin bestanden, daß es auf der einen Seite die Kluft zwischen sogenannten Siegern und Besiegten aus dem Weltkrieg zu verewigen bestrebt war und auf der anderen Seite auf seinen Lorbeeren ausruhte, ohne unberechtigten Demütigungen, denen das deutsche Volk ausgesetzt gewesen ist, habe dieses Volk innerlich erneuert. Es sei ihm ein großer Führer, Adolf Hitler, erstanden, dessen höchster Gedanke es gewesen sei, sein Volk von der Knechtschaft zu befreien. Im Augenblick des Kriegsausbruches sei Frankreich von Männern regiert worden, die ihre Macht nur dank der Trägheitskraft ausgeübt hätten. Sie hätten ihre Energie in kleinen persönlichen Ränkespielen verbraucht und nur auf die Illusion ihrer Macht gepocht, den Gegner unterschätzend. Als der Augenblick der Prüfung dann heranrückte, habe sich herausgestellt, daß das französische Volk, das unwissend, unvorbereitet, führerlos und ohne Willen in den Kampf getrieben wurde, sich diesem nicht gewachsen zeigte. Die Niederlage Frankreichs zeige, daß der moderne Staat sich mit dem Volk völlig gleichsetzen und der Träger seines Willens und seiner Wünsche sein müsse. Es müßten von allem die Klassenunteretwas zu unternehmen, um das Volk für die neue Zeit schiede des Volkes überbrückt und allen Volksgenossen vorzubereiten. Die langjährigen unerträglichen und dieselben Rechte und Verpflichtungen auferlegt werden. Zehl Orilendomden auf Harich, Schweizer Neutralität erneut verletzt— Weitere Bomben auf Bahnviadukt Genf, 23. Dezember. Noch ist der schweizerische Protest wegen der Bombardierung von Basel vom britischen Foreign Office unbeantwortet, da zeigt die Royal Air Force aufs neue, was sie von solchen diplomatischen Schritlen Neutraler hält. Britische Flugzeuge überflogen am Sonnlagabend erneut schweizerisches Gebiel und warsen an mehreren Stellen Bomben. Nach der Grenzstadt Basel wird diesmal die mitten in der Schweiz gelegene Stadt Zürich das Opfer des brutalen Überfalls der Churchill=Flieger, die dort gegen 20.55 Uhr mehrere Sprengbomben und eine große Anzahl von Brandbomben abwarsen. Von den vier explodierten Sprengbomben schlug eine in ein Wohnhaus ein, das vollständig zerstört wurde. Die Bewohner wurden verschüttet. Nach den bisherigen Feststellungen mußten dort vier Personen mit zum Teil erheblichen Verletzungen ins Krankenhaus gebracht werden. Weitere Bomben fielen längs der Bahnlinie nach Altstetten, zerstörten eine Fahrleitung der Neue Phase des Krieges Weihnachtsaufruf Ansaldos an das italienische Volk—„Den Feind weder unterschätzen, noch überschätzen“. Von unserem vh-Berichterstatter Rom, 23. Dezember. Während an der libyschen Front die Kämpfe immer größeres Ausmaß annehmen, und von italienischer und englischer Seite mit stärkstem Einsatz erbittert gekämpft wird, sind Rundsunk und Presse bemüht, die Oefsentlichkeit über die entscheidende geschichtliche Tragweite des großen Ringens aufzuklären, das sich in den endlosen sandigen Wilstengebieten der nordafrikanischen Küstenzgne abspielt. Mif' der englischen Offensive gegen die GrazianiArmee ist der Krieg, den Italien gegen die britische Weltherrschaft um die Sicherung des italienischen Lebensraumes im Mittelmeer führt, zweisellos in eine neue Phase eingetreten. Die italienische Oeffentlichkeit ist sich bewußt, daß auf afrikanischem Boden Entscheidungen von allergrößter Tragweite fallen, und daß daher das Volk mit beispielloser innerer Disziplin und geschlossen hinter seinem Führer und der Truppe stehen muß. In einer Rundsunkansprache an die Italienische Wehrmacht hat der Direktor des„Telegrafo“. Anlaldo, im engsten Kontakt mit den maßgebenden Kreisen die Aufgabe und Bedeutung der Inneren Fron: scharf umrissen, und die volle Verantworutng der Oeffentlichkeit zur Stützung und Stärkung des großen entscheidenden Ringens aufgezeigt. Ansaldo sagte, es lei nun Pflicht eines jeden Italieners, sich über die Bedeutung des Ringens im Mittelmeerraum klar zu werden. Die Libysche Front sei nicht ein Nebenkriegsschauplatz, sondern ein Kriegsschauplatz, an dem Großbritannien die gesamten verfügbaren Kräfte gegen Italien konzentriert habe. Das italienische Volk dürse den Feind weder unter= noch überschätzen. Dies müsse in der inneren Haltung des italienischen Volkes zum Weihnachtsfest zum Ausdruck kommen. Es werde dieses Jahr ein erstes Weihnachtsfest sein. Dieses erste Kriegsweihnachtsfest müsse in Zukunft als das„Marmariea=Weihnachten“, im Gedenken an die Kämpfe an der Marmariea=Front, in die Geschichte eingehen. Großbritannien versuche, die Italiener aufzureiden. Fortlaufend treffen wettere Truppenverstärkungen und Kriegsmaterial an der nordafrikanischen Front ein. Ee käme jetzt in allererster Linie darauf an— und dies werde von entscheidender Bedeutung sein— wer mehr Truppen und Kriegsmatersal habe und wer vor allem die desseren Nerven desigze. Diee sei die Ausgabe, die das italienische Volk in diesen Tagen zu erfüllen habe. Jeder Italiener hab= nun die Pflicht, größten, undeugsamen Siegeswillen und größte Diszlolin zu zeigen. Die Engländer haben damit wieder mit zynischer Offenheit gezeigt, wie grenzenlos ihre Mißachtung der Neutralität eines anderen Landes ist, ganz im Sinne der Erklärung des britischen Arbeitsministers Bevin, der erst am vergangenen Freitag die bekannte englische Drohung wiederholte:„Eskann keine Neutralität mehr geden.“ Wirtschastsabmachungen ratifiziert Bukarest, 23. Dezember. Staatsführer General Antoneseu hat das Gesetz unterzeichnet, durch das die am 4. Dezember in Deutschland getroffene Wirtschaftsabmachung ratizisiziert wird. Die nächste Ausgabe der Westfälischen Tageszeitung erscheint am Freitag. dem 26. Dezember 1940 24.26. Dezen Chroni Von der Regierun dlenstes, Opperm sungsabteilung 13 in Dezember an die Hau ter versetzt worden. Hohes Aller. I dei Münster, feiert an tog in körperlicher un is noch im Stande, bis in die Stadt zi gratuliert herzlich. Ein aller Kriegen Kriegervater Xaver durtstag. Mit den der RS=Kriegsopferv sleichzeitis ein Glückt des Reichskriegsopfer ein langer und gesun Besuchszeiten des eiertagen. Am 1. 1 geschlossen. Am 2. 2 von 11 bis 13 und Jahrkarlen für sisen. Jeder Reiser bereits die Karte für Reise einschließlich Tagen durchführt. und hilft der Reich zuwickeln. Vorbildliche Opfe klubs. Der aus nu klub„Adler“ veranst Sammlung für das trag von 32,12 Mai Punktklarheit bei dene Bekanntmachun sind einige Punktun wäscheartikeln beseiti daß Leibbinden jede ten, 10 Punkte kost kosten ebenso viel w Punkte. Verhütel Weihn waren in den verg Lichterbaum verursa nächsten Tagen ganz gen, Anzünden oder nachtsbaumbrände z1 Auto gegen Mo 16.20 Uhr wurde a Friedenstraße, ein 2 kraftwagen angefah am Motorrad waren Die Nummer konnte Im Alter von 1 Westfälischen Vere gerichtsvorsitzer der Münster, Pg. Wilhe Krankheit im Sanal wald), gestorben. Seit 1937 hat d gaben und seine unserer Stadt in de meinwesens gestellt. ein treuer Kämpfer der RSDAP, die E sterische Bürgerscha denen auch über da bewahren. Während der## stelle des Verkehrst Dienstag, den 24. 2 Uhr. 1. Weihnacht 11 bis 12.30 Uhr. für die Vorstellung pielhauses am 1. 2 tag, den 24. Dezem ten werden, wie üb der Vorstellungen Kammerspielhauses 2. Weihnachtstage von 11 bis 12.30 U Besuchern empfehle die Karten schon f. an diesem Tage e Aus Illmveranstaltu# lage wird im Sac sterbliche Wa haltiges Beiprograt Vorführungen sind Schweizerischen Bundesbahnen und beschädigten mehrere Werkstätten. Eine Brandbombe traf in eine Großgarage. Insgesamt wurden durch den britischen Überfall, abgesehen von dem erheblichen Sachschaden, nicht weniger als elf Personen verletzt. In der Nähe des Güterbahnhofes von Zürich ist ein Blindgänger nachträglich explodiert, was mehrere Verletzte zur Folge hatte. Ferner traf aus Zürich die Meldung ein, daß auf dem Bahnviadukt bei Wipkingen(Kanton Zürich) eine britische Sprengbombe explodierte, gerade als Arbeiter mit der Reparatur der Fahrleitungen beschäftigt waren. Nach den bisherigen Feststellungen wurden acht Bahnarbeiter verletzt. Die Bahnverwaltung hat 4 einen Bergungszug an die Stelle des britischen Überfall entsandt. Nach Feststellungen aus anderer Quelle sind auch in der Gegend von Schlieren(Kanton Zürich) Bomben abgeworfen worden. Auch in Basel und Bern mußte in der Nacht zum Montag Fliegeralarm gegeben werden. 6 Fritz G1 Arbeit und mat verhaf ist auch der mat und il wesen, im meyer van seiner lang sehr Münste herzen selt Münsterane tun, um ibr unerwidert hunnerd Mönster ste bliff und so'n trüen wen is. de met sin Hi mönste tuggen Jäl " Die Tre Kunst imm is pielen derbar altt daß sie unt Westfalen escher Grotemehe sters Alber fälischem Strahl die ner auch überfallen. nes elterli 1870 mit ei werke davo genen han sindurch a Bild des örtlichkeitv keipferden acher. wo e“ Kav sieht. er immer neu nur für si der deutschsprachigen Presse.V. immer 353 24./26. Dezember 1940 Münsterischer Stadtanzeiger Nummer 353 macht hat be-Kommandant nes 40. feindt hat. Damit ne Gesamtvererreicht und Immandant die rschritten. Mossssenss landwirtschaftlichen verschiedenen ProAgrarsteuer um 25 Zonen erhöht. Die nen soll verbessert m 50 bis 75 Probis 25 Prozent. 17,25 Prozent berenten bis 70 000 er 70000 Peseten stet. rekten Besteuerung er Güter des tägje Transportsteuer empelgebühren auf Zwecke der steuer. ite alle Mieten der en. Konten, Gutbleiben jedem verhiff vermißt vermißl. , 23. Dezember. 7203.BRT große od“(früher Belas Handels= und ob das Schiff ein eges ist, weiß man er Kontrolle fuhr, Kriegsverlust an* ischen eltssng Freitag. iber 4940 hrhunderts das deutsche Volk Jolk innerlich Führer, Adolf Gedanke es gewezu befreien. Im ei Frankreich von dacht nur dank der ätten ihre Energie erbraucht und nur den Gegner unterFrüfung dann herß das französische führerlos und ohne e, sich diesem nicht Frankreichs zeige, Volk völlig gleichund seiner Wünsche die Klassenunterlen Volksgenossen auferlegt werden. Bahnviadukt beschädigten mehrere in eine Großgarage. schen Überfall, abgeen, nicht weniger als des Güterbahnhofes ichträglich explodiert, satte. eldung ein, daß auf en(Kanton Zürich) erte, gerade als Arrleitungen beschäftigt llungen wurden acht Bahnverwaltung hat es britischen Überfall anderer Quelle sind en(Kanton Zürich) tie in der Nacht zum dden. wieder mit zynischer ihre Mißachtung der st, ganz im Sinne der nisters Bevin, der erst nie englische Drohung eutralität mehr genratistziert est. 23. Dezember. #eseu hat das Gesetz Dezember in Deutschung ratizifiziert wird. Chronik des Tages Von der Regierung. Der Assessor des Vermessungs. vienstes, Oppermann, ist von der Hauptvermessungsabteilung 13 in München mit Wirkung vom 16. Dezember an die Hauptvermessungsabteilung 9 in Münter versetzt worden. Hohes Alter. Frau Anna Rieman, Uppenberg dei Münster, feiert am 25. Dezember ihren 86. Geburtstag in körperlicher und geistiger Frische. Die Jubilarin zu noch im Stande, den sechs Kilometer langen Weg dis in die Stadt zu Fuß zurückzulegen. Die WT3 gratuliert herzlich. Ein aller Krieger. Am 26. Dezember feiert der Kriegervater Xaver Hoffmeister seinen 85. Geburtstag. Mit den Glückwünschen der Gaudienststelle der RS=Kriegsopferversorgung erhielt der Kriegervater gleichzeitig ein Glückwunschschreiben und eine Ehrengabe des Reichskriegsopferführers. Möge dem Jubilar noch ein langer und gesunder Lebensabend beschieden sein. Besuchszeiten des Friedenssaales an den Weihnachts. eierlagen. Am 1. Weihnachtstage ist der Friedenssaal geschlossen. Am 2. Weihnachtstag sind die Besuchszeiten von 11 bis 13 und von 15 bis 17 Uhr. Jahrkarten für die Rückfahrt bei Ankritt der Reise lösen. Jeder Reisende kann bei Antritt seiner Reise bereits die Karte für die Rückfahrt lösen, wenn er die Reise einschließlich Hin= und Rückfahrt innerhalb vier Tagen durchführt. Er spart sich selbst Zeit und Mühen und hilft der Reichsbahn, den Weihnachtsverkehr abzuwickeln. Vorbildliche Opserbereitschaft eines kleinen Sparklubs. Der aus nur 13 Mitgliedern bestehende Sparklub„Adler“ veranstaltete unter seinen Mitgliedern eine Sammlung für das Kriegs=WHW, die den schönen Betrag von 32,12 Mark erbrachte. Punktklarheit bei der Unterwäsche. Durch verschiedene Bekanntmachungen der Reichsstelle für Kleidung sind einige Punktunklarheiten bei verschiedenen Unterwäscheartikeln beseitigt worden. So wurde klargestellt. daß Leibbinden jeder Art, auch die medizinisch bedingten, 10 Punkte kosten. Büstenhalter mit Magenansatz kosten ebenso viel wie ohne Magenansatz, nämlich drei Punkte. Verhület Weihnachtsbaumbrände! Immer wieder waren in den vergangenen Jahren Brände durch den Lichterbaum verursacht. Jeder muß deshalb in den nächsten Tagen ganz besonders vorsichtig beim Anbringen, Anzünden oder Löschen der Kerzen sein, um Weihnachtsbaumbrände zu verhüten. Auto gegen Motorrad. Gestern nachmittag gegen 16.20 Uhr wurde auf der Warendorfer Straße, Höhe Friedenstraße, ein Motorradfahrer von einem Personenkraftwagen angefahren. Unerhebliche Beschädigungen am Motorrad waren die Folge. Das Auto fuhr davon Die Nummer konnte jestgestellt werden. Ratsherr Wilhelm Schmitz gestorben Im Alter von nur 33 Jahren ist der Direktor der Westfälischen Vereinsdruckerei Münster, der Kreisgerichtsvorsitzer der NSDAP und Ratsherr der Stadt Münster, Pg. Wilhelm Schmitz, nach langer schwerer Krankheit im Sanatorium zu Schömberg(Nordschwarz= wald), gestorben. Seit 1937 hat der Verstorbene seine reichen Geistesgaben und seine großen Sachkenntnisse als Ratsherr unserer Stadt in den Dienst des Aufbaues unseres Gemeinwesens gestellt. Als alter Nationalsozialist war er ein treuer Kämpfer für den Führer. Die Kreisleitung der NSDAP, die Stadt Münster und mit ihr die münsterische Bürgerschaft werden dem allzu früh Verschiedenen auch über das Grab hinaus ein treues Andenken bewahren. Weihnachtsdienst im Verkehrsverein Während der Weihnachtsfeiertage ist die Geschäftsstelle des Verkehrsvereins im Stadtweinhaus geöffnet. Dienstag, den 24. Dezember(Heiliger Abend), 9 bis 13 Uhr. 1. Weihnachtstag: geschlossen. 2. Weihnachtstag: 11 bis 12.30 Uhr. Der Vorverkauf der Eintrittskarten für die Vorstellungen des Stadttheaters und Kammerpielhauses am 1. Weihnachtstag schließt also am Dienstag, den 24. Dezember, um 13 Uhr. Die restlichen Karten werden, wie üblich, jeweils eine Stunde vor Beginn der Vorstellungen an der Kasse des Stadttheaters bzw. Kammerspielhauses verkauft. Für die Vorstellungen am 2. Weihnachtstage sind die Eintrittskarten in der Zeit von 11 bis 12.30 Uhr im Verkehrsverein zu haben. Den Besuchern empfehlen wir jedoch im eigenen Interesse, die Karten schon früher zu besorgen, da der Andrang an diesem Tage erfahrungsgemäß sehr groß ist. 1940- eine volksweihnacht Durch die Partei gestaltet sich das deutsche Volk das Weihnachtsfest der Gemeinschaft Hewegung Illmveranstaltung in Rinkerode. Am 2. Weihnachtslage wird im Saale Lohmann der Film„Der unsterbliche Walzer“ gezeigt, außerdem ein reichhaltiges Beiprogramm mit den neuesten Wochenschauen. Vorführungen sind um 15.30 und 19.30 Uhr. Nach langen Vorbereitungen ist es nun endlich herangekommen, das Fest des wiederkeyrenden Lichts. Und wenn am heutigen Abend de struhlenden Kinderaugen unter den Lichtern des Tannenbaums ihren Eltern die schönsten Stunden des Jahres bescheren, dann seiert das deutsche Volk im Schicksalskampf um seine äußere Freiheit seine zweite Kriegsweihnacht, die eine Volksweihnacht im wahrsten Sinne des Wortes ist. Freude spenden und empfangen war von jeher der tiefere Sinn der deutschen Weihnacht. Und gerade jetzt, wo das deutsche Volk in seinem Innern geeint, gegen seinen äußeren Feind zu einem unüberwindlichen Stahlblock zusammengeschmolzen ist, wo das deutsche Volk eine wahre Volksgemeinschaft bildet, da mußte die zweite Kriegsweihnacht zu einem freudigen Bekenntnis innerster Verbundenheit, zu einer wirklichen Volksweihnacht werden Denken wir nur einmal um einige Wochen zurück, fassen wir einmal zusammen, was sich an Vorbereitungen für die Kriegsweihnacht und an vorweihnachtlichen Feierstunden abspielte. Nie wird es möglich sein, durch Berichte und Zahlenangaben wirklich zu umreißen, was Millionen Männer und Frauen der Partei in so unendlich vielen Einzelfällen geleistet haben und in diesen Tagen noch leisten, wie sie des deutschen Volkes Weihnachtsfest vorbereiteten und gestalteten. Wo soll man beginnen, wo soll man enden. Vielleicht einmal bei dir selbst, lieber Volksgenosse. Obwohl du selbst nicht mit Gütern gesegnet bist und die Versorgung. Deiner Lieben am häuslichen Herd und draußen in Feindesland mit Weihnachtsüberraschungen dir manches Rätsel aufgab, hast du dennoch nicht gefehlt unter denen, die der Ortsgruppe der RSDAP ein Feldpostpäckchen für den unbekannten Soldaten abgaben. Es kam dabei ja gar nicht auf den materiellen Wert der Gegenstände oder des Päckchens an, als vielmehr auf den Ausdruck der Gesinnung und des guten Willens, des Willens zur Gemeinschaft. Diese Päckchen an den unbekannten Soldaten sollen— und seien sie noch so bescheiden— dem Empfänger sagen, daß man ihm gerne einen Wunsch erfüllen, ihm gerne eine Freude machen möchte. Daß heute so viele Millionen Weihnachtspäckchen nicht nur innerhalb der eigenen Familie, nicht nur an Freunde und Bekannte geschenkt werden, sondern daß das deutsche Volk sie durch seine Partei dem unbekannten Soldaten an der Front wie auch dem unbekannten Volksgenossen in der Heimat überreicht im Geiste inniger Verbundenheit, das ist das Wunderbare. Das ist es, was diese Kriegsweihnacht zu einer wirklichen Volksweihnacht gestaltet. Die wenigsten unserer Feldgrauen haben das große Glück, die Festtage im Kreise ihrer Lieben zu verbringen. Aber mögen sie auch im Osten, im Norden, im Westen oder im Süden fern der Heimat stehen, sie alle werden dank der Fürsorge det Partei aufs engste mit der Heimat verbunden das Weihnachtsfest begehen. Wir waren Zeuge, als auf der Kreisleitung MünsterWarendorf Transportzug auf Transportzug abgefertigt wurde, wir haben in Wort und Bild berichtet über die ungezählten Pakete und Paketchen, die bereits Wochen vor Weihnachten manch weite Reisen angetreten haben. Und wer ermöglichte diese einzig dastehende Leistung unserer Kreisleitung? Wer gab Kreisleiter Mierig die Mittel in die Hand, ein soziales Werk von solch ungeheurem Ausmaß durchzuführen? Nur der Opsergeist der Bewohner des Kreises Münster=Warendorf, der damit seine herrlichste Belohnung fand. Was unsere Kreisleitung und mit ihr die NSVolkswohlfahrt so im Großen vollbrachten, das war auch für die Gliederungen der Partei im Kleinen eine Selbstverständlichkeit. Kein münsterischer Angehöriger der SA, des RSKK, des RSFK, der 1# od der HI wird ohne Weihnachtsgruß seiner Formationen geblieben sein. Wenn auch die Kreisleitung für alle ein weites Herz besaß. so war man doch immer wieder überrascht, welche Feldpostsendungen aus den Stürmen und Gefolgschaften an der Post abgeliefert wurden. Selbst die Stäbe— die SA=Standarte 13, ging hier mit ihren 1045 Päckchen als leuchtendes Beispiel voran— gingen mit Begeisterung an schier unlösbare Aufgaben heran, aber geschafft wurde es immer. Schließlich sei nicht vergessen, daß es dem langjährigen erzieherischen Wirken der Deutschen Arbeitsfront zu verdanken ist, wenn heute jeder Betrieb seine Gefolgschaftsangehörigen, gleichviel ob sie nun an der Front oder in Fabrik und Werkstatt ihren Dienst tun, zu Weihnachten beschenkt, und zwar vielfach in ganz außerordentlich großzügiger Weise. Wie so das ganze deutsche Volk ohne Unterschied der Person durch die Ortsgruppen, Kreisleitungen und Gliederungen der Partei unseren Feldgrauen an der Front durch die Weihnachtsgeschenke die Heimat näher brachte, so ist die Heimat aber auch ebenso unermüdlich in der Betreuung der Verwundeten. Nicht ein Tag verging in den letzten Wochen, ohne daß die Ortsgruppen der RSDAP durch bunte Nachmittage oder vorweihnachtliche Feiern Freude und Frohsinn in die Herzen unserer Verwundeten gebracht hätten. Was hier vor allem aber auch unsere Jugend aus dem BDM und der HI im Dienste der Wiedergesundung in den Münsters altehrwürdiges Rathaus und Stadtweinhaus im Lichterschmuck der Kriegsweihnacht 1940. münsterischen Lazaretten geleistet hat, wird ihr unvergessen bleiben. So manche Ausstellung konnten wir besichtigen, in der all das ausgestellt war, was unsere Mädel in ihren Heimen seit Wochen fleißig an Kinderkleidung und Spielzeug für die Kinder in den Umsiedlerlagern und im Warthegau genäht und gebastelt haben. : So kann auch nun für uns das Fest des Lichts beginnen, des Lichts, das uns den Aufstieg des neuen Jahres, die Wiederkehr der Sonne kündet. Unendlich viele Volksgenossen kamen aus Not und Grauen in den Aufnahme Hülsbusch Schoß des großdeutschen Vaterlandes zurück, um hier mit uns zum ersten Male das deutscheste aller Feste zu begehen. Für sie ist Weihnachten von doppelter Bedeutung. Nicht nur das Licht der Sonne kehrte zurück, das unz Wärme, Lebensfreude spendet, sondern die heißersehnte Freiheit ist diesen Volksgenossen geworden, die als Austondsdeutsche in Not und Bedrängnis lebten“ und mit dem wiederkehrenden Lichte kam auch für sie die Ruhe und das Glück einer Heimat auf urdeutschem Boden. Das ist wohl das Schönste, was deutsche Menschen erleben können. Weihnachten 1940 Und wieder ist es, wie es immer war: Am Weihnachtsbaume brennen hell die Kerzen, die bunten Kugeln glitzern wunderbar. und=helles Leuchten sällt in alle Herzen. Geschenke sind mit Liebe aufgebaut. die Kinder jubeln und die Eltern schmunzeln, trotz Kriegsverdunklung wird die Freude laut, und auf der Stirne glätten sich die Runzeln. Es war ja schwer, wir wollen's gern verraten. ihn aufzuspür’n, den lieben Weihnachtsmann, er war im Feld bei unseren Soldaten. und manchem Wunsch versagte er sich dann. Doch wenn man ihn beschwor bei seinem Barte. dann brachte ihn die Not auf den Geschmack, er nahm die Punkte von der Kleiderkarte und holte Praktisches aus seinem Sack. ! So kamen die Geschenke doch zusammen, s und wo wir fröhlich sie bei Licht besehn, da seizen unsre Herzen sie in Flammen— die deutsche Weihnacht kann nicht untergehn! : Es strahlt der Baum, es strahlen die Gesichter. s auf allen liegt ein seierlicher Glanz. : selbst dort, wo dieses Mal des Baumes Lichter : sich nicht versangen auf der Weihnachtsgans! : Die deutsche Weihnacht tragen wir im Herzen, s ihr Licht erhellt uns Seele und Gemüt, ; was wir nicht haben, macht uns keine Schmerzen, ; wir sind zufrieden, wenn die Freude blüht! Wir wissen ja im Licht der Weihnachtsstunden * um deutscher Zukunft sieghaf: hellen Schein und gehen gläubig, unsrer Zeit verbunden, s ins Fest der Liebe und des Lichtes ein! „ W. W. Weihnachtsgeschenk der Straßenbahn Mit dem Weibnachtstage treten im Verkehr der städtischen Autobusse Veränderungen ein, die als erhebliche Verbesserungen von der Bürgerschaft und den Autobusfahrgästen freudig begrüßt werden dürften. So werden auf der Linie vom Servatiiplatz zu den Universitäts=Kliniken und nach Kinderhaus namentlich in den verkehrsreichen Stunden mehr Wagen eingesetzt, auch die Abendverbindungen nach Gievenbeck sind verstärkt ebenso wie der Samstags= und Sontagsverkebr. Die am Aegidiiplatz beginnende Autobusverbindung zum Kappenberger Damm und Kriegerweg wird bis zum Domplatz durchgeführt, so daß den Fahrgästen dieser Linie nun auch ein bequemerer Anschluß an die Straßenbahn geboten wird. Die Linie Halle Münsterland—Gremmendorf wird nicht nur bis zur Peter=Büscher=Siedlung weitergeführt, sondern wird auch im Abendverkehr und im Sonnabend= und Sonntagsverkehr vermehrte Fahrmöglichkeiten erhalten. Auch auf der Autobuslinie Danziger Freiheit— Richtung Handorf(nicht zu verwechseln mit Dorf Handorf) werden Sonnabends und Sonntags bäufigere Verkehrsmöglichkeiten geschaffen. Die letzten Wagen in der Richtung Handorf fahren vom Hauptbahnhof ab. die Einsteigemöglichkeiten unterwegs bleiben naturgemäß bestehen. Nach 20 Uhr werden die städtischen Autobusse dieser Linie übrigens auch an den Stationen St. Mauritz, Nobiskrug und Bahnhof Handorf halten. Die Ruttaratbeit der=Eldor=enunster Bedeutsame Leistungen während des Krieges Auf der großen Kulturtagung des Deutschen Gemeindetages, des körperschaftlichen Zusammenschlusses der deutschen Gemeinden, die vor kurzem in Braunschweig stattfand, wurde der Oeffentlichkeit ein Überblick über die großzügigen Leistungen der deutschen Gemeinden auf den verschiedensten Gebieten der Kulturpflege geboten. Auch unsere Provinzial= und Gauhauptstadt Münster darf stolz darauf sein, zu dieser Gesamtleistung deutscher Gemeinden einen umfassenden Beitrag geliefert zu haben und sich durch diese Leistungen eines Rufes zu erfreuen, der in Westdeutschland einen ausgezeichneten Klang hat und auch im übrigen Reich mit Aufmerksamkeit vernommen wird. Wenn Reichsleiter Oberbürgermeister FiehlerMünchen, der Vorsitzende des Deutschen Gemeindetages, in seinem Rechenschaftsbericht über die Kulturleistungen der deutschen Gemeinden im Kriege feststellen konnte, daß man es nicht zuletzt dem Wirken der deutschen Gemeinden zu verdanken hat, wenn es im Deutschen Reich so viele kulturelle Mittelpunkte gebe, so findet diese Feststellung an dem Beispiel unserer Stadt ihre Bestätigung in besonders eindrucksvoller Weise. Das kulturelle Leben Münsters in seiner mannig. fachen Vielsalt ist schon seit altersher mit seinen Ausstrahlungen auf das weite Münsterland und das übrige Westfalen ein für das Ansehen unserer Stadt kennzeichnender Faktor gewesen, und die schon in früheren Jahrhunderten gültige Bezeichnung Münsters als Metropolis Westphaliae schließt besonders auch die kulturelle Bedeutung Münsters für Westfalen in dieses ehrende Wortbild ein. Mögen im Lause der geschichtlichen Entwicklung mit ihren Wandlungen im kultursoziologischen Bereich auch die Träger dieser Kultur gewechselt haben. die Bedeutung Münsters als kultureller Mittelpunkt für eine weite und große Landschaft ist geblieben. Der Träger aber dieses Kulturlebens ist heute die bürgerschaftliche Gemeinschaft in ihrer sichtbaren Zusammenfassung in der Stadtgemeinde. Es ist nun ein schon bei verschiedenen Anlässen festgestellter Tatbestand, daß die Lebenskraft dieser Kulturpflege in Münster sich gerade im gegenwärtigen Kriege in überzeugendster Weise bewährt hat und andrerseits— was nicht übersehen werden soll—, daß auch das Kulturbedürfnis in der Bürgerschaft keineswegs nachgelassen, sondern im Gegenteil ganz erheblich zugenommen hat. Dem entsprechen auch die Leistungen der städtischen Kulturpflege auf allen ihren Gebieten und auch die Tatsache, daß in Münster diese Leistungen weder qualitativ noch quantitativ abgebaut wurden, sondern sich mehren und ausbauen konnten. Den Beweis dafür liefert zunächst unser Theater, das auf seine Entwicklung während der Kriegszeit wahrlich mit größter Genugtuung zurückblicken kann. Hier ist eine Besuchsfreudigkeit festzustellen, die ganz eindeutig Grotemeyer unter den Kriegsmalern Ein verdienter münsterischer Künstler Fritz Grotemever ist als Künstler mit seiner Arbeit und mit seinem Trachten immer in der Heimat verhaftet geblieben. Und nicht bloß das. Er ist auch der geschichtlichen Vergangenheit seiner Heimat und ihrer Zeitgeschichte immer gern nahe gewesen, im Frieden wie im Kriege. Fritz Grotemeyer van de Kiärkenecke un Aegidiistraote ist trotz leiner langjährigen Uebersiedlung nach Berlin so lehr Münsteraner geblieben und hängt mit seinem Herzen selbst so an der alten Heimat, daß wir als Münsteraner und Westfalen auch gern das Unsere tun, um ihm zu zeigen, daß seine Heimattreue nicht unerwidert ist und dat he sin Liäwedag un viäl hunnerd Jaohr drüöwer herut, so lange äs use Mönster staohn döt, bi us immer middenmank bliff und dat wi em nicht vagiätet, dat he ümmer 'n trüen un hennigen mönstersken Jungen bliäwen is, de Mönsters Naomen met sine Kuns un met sin Hiärt hauge haollen häd un sik met sine ächt mönsterske früöndlikrugge Aa'd auk ümmer tor tuggen Järde trü bikannd häd. Die Treue zur Heimat hat sich auch in seiner Junst immerzu ausgedrückt. Wir erinnern nur an die vielen stadtmünsterschen Motive, die er so wunderbar altmünsterlich empfunden und gemalt hat, daß sie unter allen heimattreuen Münsteranern und Westfalen von Generation zu Generation in der Wertschätzung wachsen werden und mit ihnen Feitze seeteweger. der Aegidiistraße, des Bäckermeizz## bert Grotemeyer Sohn, aus däftigem westsalischem Bauernschlag des Münsterlandes, und ein Strahl dieser Wertschätzung wird mit Recht imner auch zu der Stammheimat Sendenhorst hinüberfallen. Da ist zuerst das Sommertagsbild seines elterlichen Hauses aus Münsters Tagen um 1870 mit einem der altmünsterländischen Botenfuhrwerke davor, wie sie als letzte Reste einer vergan#inen hanseatischen Kaufmannskultur Jahrhunderte ## auf der Aegidiistraße an den Bäckerhäugin und Herbergen zu halten pflegten, da ist das vild des winterlichen Prinzivalmarktes mit den ertlichkeitvertrauten Vierfässern und dicken Brauekeipferden vor der Stadtweinhausschenke Stuhlnacher, wobei fast ein jeder Münsteraner ein fröhisches Kavitel seines eigenen Lebens mit festgebalten sieht, da sind die vielen großväterzeitlichen immen“ die Albin Middendorf in seiner imer neu verdienstvollen Heimatfreudigkeit nicht fur für sich, sondern vor allem zur Pflege Leimatbewußter Tradition für sein Café aus den Tagen des tollen Barons von Fritz Grotemeyet hat malen. lassen, und so viele andere. Am sichtbarsten hat sich Grotemeyers Heimattreue bewiesen, als er oor zwei Jahren achtzig seiner Gemälde an seitze Paterstadt gestiftet hat. Das war wie ein StückHeimkehr von ihm selbst. Münster hat ihm in den Ta gen seines 75. Geburtstages dafür auch bewiesen. daß es ihm dankbar ist, daß er in seinem an lünst lerischen Erfolgen reichen Leben seiner Vaterstadt viel Ehre eingebracht hat und daß ihm die Stadt Münster und alle Freunde seiner Kunst das nicht vergessen werden. Ein Zeugnis seiner Liebe zu Münsters geschichtlicher Vergangenheit ist auch das große Tafelgemälde im Rathaus, eins seiner Jugendwerke, das die Gesandten des Westfälischen Friedens von 1648 darstellt. Und auch in dem Umstand, daß er nach der Art der niederländischen Meister auf diesem Bilde die Köpfe münsterischer Bürger in den Friedensgesandten dargestellt hat. hat er wiederum seine heimatverbundene Neigung und zugleich auch schon früh seine hervorragende Porträtkunst bewiesen, die ihn so oft und immer wieder in Münsters Bürgerhäuser mit Pinsel und Palette geführt hat. Zu seinem heimatgeschichtlichen Gemälden gehört auch die Stube von Münster in Riga zur Hansezeit, ferner der Fahnenschlag der Bäcker beim Guten=Montags=Zug und die Parade vor dem Fürsten Blücher 1802 in Münster. Wer vor zwei Jahren in unseren Zeitungen die Artikel zu Fritz Grotemeyers 75. Geburtstag gelesen hat, der wird nicht gerade auf die Idee gekommen sein, daß er Fritz Grotemeyer in diesem Alter auch wieder unter den Kriegsmalern der Gegenwart finden würde. Bekanntlich hat er 1914/18 eine große Anzahl bedeutender Gemälde vom Kriege im Westen geschaffen, vom Kriege auf dem Balkan, auf den Kriegsschauplätzen der Türkei. Anatoliens. Soriens, Palästinas und der Sinaifront. Wer ihn aber in der Frische und Gesundheit seines Geburtstages selbst erlebt hat, der wundert sich nicht, daß seine unermüdliche westfälische Schaffenslust und Schafsenskraft ihn auch jetzt wieder unter die Kriegsmaler der Gegenwart geführt hat. Aus einer ZeiDer Rottmann-Hof in Burgsteinkurt. Gemälde von Frits Grotemeyer tung des Saargaues, die uns ein Landsmann freundlicherweise mit dem Hinweis zusendet, daß ein uns Westfalen interessierender Artikel darin enthalten sei, erfahren wir, daß Fritz Grotemeyer sogar wieder mit großer Intensität als Kriegsmaler tätig ist. In Saarlautern wird gegenwärtig im Ständehaus eine Ausstellung von Gemälden veranstaltet, die auf die Kämpfe des vergangenen Jahres im Gaugebiet Bezug haben. Ueber die Ausstellung„Das Kriegsgebiet des Westens“ sagt die Saarzeitung in einem Bericht, daß sie beherrscht sei von den Gemälden des Westfalen Grotemener. Sie hätten den Saarländern den stärksten Eindruck vermittelt und damit der Nachwelt einen Eindruck von der Größe der durchlebten Gegenwart erhalten. Seine Bilder. heißt es. lassen zu einem großen Teil die Wucht ahnen, mit der der Krieg zerstörend in die heimische Landschaft hineingehämmert hat. Am stärksten habe ein Winterbild aus dem zerstörten Biringen und ein Bild von dem brennenden Biringen gepackt, das den Moment des Sturmes unserer Infanterie festhält. Auch die Saarländer kennen unseren Landsmann recht gut. Sie erinnern daran, daß er seinem Vaterlande auch im Weltkriege zahlreiche wertvolle Kriegsbilder geschenkt hat. Der Wunsch der saarländischen Presse, daß seine Bilder gerade im Saargebiet bleiben möchten. weil sie am lebendigsten die Opfer des Saarlandes für das Werden Großdeutschlands festhalten. ist schnell in Erfüllung gegangen. Achtzehn von seinen Bildern von der saarländischen Westfront sind bereits wenige Tage nach Eröffnung der Ausstellung verkauft worden. Wir wünschen unserem schaffensfrohen Fritz Grotemeyer besonders herzlich auch weiterhin solche Erfolge und Gesundheit und Frische, denn sein Schaffen gilt heute nicht mehr bloß ihm selbst, sondern auch seiner Heimat, deren bedeutender Sohn er ist. Dr. Wiemers-Borchelhoff, Münster Kramgelbach von Biemanch“ In den achtziger Jahren des vorigen Jahrhunderts hatte sich ein begeisterter Bismarck=Verehrer, der Kaufmann Trampelbach aus Winden bei Riga, an Bismarck gewandt mit der Bitte, er möge gestatten, daß der erstgeborene Sohn des Kaufmanns den Vornamen Bismarck erhalte. Bismarck erteilte sofort die gewünschte Genehmigung durch das folgende Schreiben:„Ich din einverstanden und aus Dankbarkeit für diese Ehrung werde ich einen Eventualsohn bestimmt Trampelbach taufen lassen. Ob dieses aber noch einmal stattfinden kann, weiß ich nicht; denn ich din heute ein Mann in den Siebzig!“ Der„Löwe von Kurdistan“ Unbekannte Lortzing-Dokumente in Detmold entdeckt In der Lippischen Lundesbibliothek zu Detmold wurde eine Reihe wertvoller Handschriften Albert Lortzings, darunter die bisher unbekannte Ballettmusik aus„Der Löwe von Kurdistan“, sowie verschiedene Liedeinlagen zu Opern und Singspielen entdeckt. „Das arme Herz hiernieden, von manchem Sturm bewegt, erlangt den wahren Frieden nur— wenn es nicht mehr schlägt.“ Dieser Gedenkspruch war Jahre hindurch über dem Schreibtisch Albert Lortzings angebracht. Das kummervolle Dasein und der frühe Tod dieses großen deutschen Komponisten schienen ihn zu bestätigen. Er wurde am 23. Oktober 1803 in Berlin als Sohn eines Schauspielers geboren, der früher Lederhändler gewesen war und aus Liebe zur Bühnenkunst dieses einträgliche Gewerbe aufgegeben hatte. Im Jahre 1824 schrieb Lortzing seine erste kleine Oper„Ali Pascha von Janina“, die in Köln unter großem Beisall aufgeführt wurde. Am Hoftheater in Detmold, wo sie gleichfalls gegeben wurde, gefiel sie derart, daß man Lortzing mit seiner Frau unter sehr günstigen Bedingungen dorthin engagierte. Der Komponist war beim Publikum außerordentlich beliebt. Er hat sich in Detmold auch sehr wohlgefühlt. Die wertvollen Handschtisten, darunter die bisher undekannte Ballettmusik aus„Der Löwe von Kurdistan“, sowie verschiedene Liedeinlagen zu Opern und Singspielen, die man jetzt in der lippischen Landesbibliothek aufgefunden hat, werden dazu beitragen, Lortzings Detmolder Tätigkeit näher zu beleuchten. Den Höhepunkt seines Schaffens hat der Komponist später in Leipzig erreicht, wohin er im November 1833 übersiedelte. Seine Opern„Der Waffenschmied“ mit dem berühmten Lied„Auch ich war ein Jüngling im lockigen Haar",„Der Wildschütz,„Zar und Zinmermann“, sowie„Undine“ sind bis zur Gegenwart beliebte Repertoirestücke vieler deutscher Bühnen geblieben. Am 21. Januar 1851 ist Albert Lortzing im Alter von erst 48 Jahren in der Reichshauptstadt gestorden. Sein Grab auf dem dortigen Sophienfriedhof wurde 1859 mit einem Denkmal geschmückt, das des Künstlers Porträtmedaillon und folgenden von Dr. Max Ring verfaßten Spruch trägt:„Sein Lied war deutsch und deutsch sein Leid. Sein Leden Kampf mit Not und Neid. Das Leid flieht diesen Friedensort, der Kampf ist aus, sein Lied tönt fort!“ Ferner wurden an einstigen Wohnhäusern des Komponisten, der zugleich ein begeisterter Dichter, Sänger und Schauspieler war, in Bertin, Koburg, Münster und Oonabrück Gedenktaseln angebracht. 2) MFA Mikrofilmarchiv der deutschsprachigen Presse.V. K— 24./26. Dezember 1940 Westfälische Tageszeitung Nummer 353 das im Krieg erstarkte Kulturbedürfnis bezeugt. Das hat beim Theater sogar notwendigerweise zu einer gewissen organisatorischen Anderungsmaßnahme geführt insofern, als die Stammsitzreihen statt früher 10 heute auf 9 heruntergesetzt werden mußten, dafür aber ein den Gegenwartsbedürfnissen besser Rechnung tragender erhöhter Freiverkauf von Theaterplätzen ermöglicht wurde, der sich sowohl wirtschaftlich sehr günstig für das Theater auswirkte, als auch im Hinblick auf die Besucherzahlen eine statistisch recht merkbare Aufwärtsentwicklung zur Folge hatte. Ein genauer Vergleich mit der vergangenen und mit früheren Spielzeiten würde hier sicherlich zu sehr interessanten Feststellungen kommen, vor allem auch beim Kammerspielhaus, das sich einer recht augenfälligen Beliebtheit erfreut. Wenn man auch erst das Ende der Spielzeit abwarten muß, um diese Entwicklung voll würdigen zu können, so ist doch ohne jede Vorwegnahme das eine schon heute offensichtlich: unser Stadttheater hat gerade während dieses Krieges das gesteigerte Kulturbedürfnis in unserer Stadt wirksam erkennen lassen und befriedigen können. Und das nicht nur in organisatorischer und quantitativer Beziehung, sondern vor allem auch hinsichtlich der Qualität und Leistung. Dafür tritt eine ganze Reihe bemerkenswerter Inszenierungen als Zeuge auf, wir denken vor einigen anderen an Don Carlos, an Torquato Tasso, an die Walküre, an Faust II, Leistungen, die auch außerhalb Münsters ein bemerkenswertes, hoch anerkennendes Echo fanden, so daß man so bezeichnende Anerkennungen hören konnte wie„Münster als Vorbild“, womit in einer bekannten westdeutschen Zeitung die Leistung der Faust=II=Aufführung charakterisiert wurde. Wir sind aber in Münster durchaus nicht einseitig darauf angewiesen, solche Leistungen münsterischer Kulturarbeit während des Krieges nur beim Theater suchen zu müssen. Denn auch für unser Musikleben gilt die gleiche erfreuliche Feststellung einer verstärkten Leistung und Anspruchsbefriedigung. Zwar litt die Vermittlung unserer musikalischen Leistungen unter einer räumlichen Beschränkung, da die Stadthalle für längere Zeit nicht zur Verfügung stand. Aber schon in Kürze werden die Konzerte wieder unter dem gewohnten Eindruck der schönen Stadthalle stehen und auch den Kreis der Zuhörer— wie die Nachfrage in der Vergangenheit es ankündigte— erheblich ansteigen lassen. Hiervon abgesehen jedoch, ist es ein beredtes Zeugnis für die Kraft der großen musikpflegerischen Traditit 0 Siehe, es leuchtet die Schwelle... Vorweihnachtsfeiern der Hitler-Jugend— Feierstunde im Zwinger der uns wieder zurückfinden ließ zum Ursprung unseres Lebens. Ein von herzlicher Kameradschaft getragenes Beisammensein beschloß den schönen Nachmittag, der in den Herzen der Soldaten und der Frauen noch lange nach. klingen wird. Keine Mietbeihilfe ür viertschosftlich nicht gesunde Betrtebe „Dieses Licht dem deutschen Siege!“(Lichtergang des BDM.) Aufnahme Hülsbusch großen musikpflegerischen Tradition in unserer Stadt, daß nun gerade wahrend des Krieges eine erstaunliche Programmausweitung dem gestiegenen Bedürfnis entsprechen konnte. Das ist sicherlich eine Feststellung, die weit und breit einzig dasteht. Es wurde ja nicht nur die Reihe der großen Orchesterkonzerte um zwei Konzerte vermehrt, darüber hinaus konnte nach dem erfolgreichen Versuch des Vorjahres mit dem Konzert in der Dominikanerkirche nun im Kriege ein für die münsterische Geschichte des Musiklebens neues Blatt begonnen werden mit der Einrichtung einer Reihe von vier Konzerten in der Dominikanerkirche, die— wie der bisherige Besuch und die künstlerische Bedeutung zeigten— ihren bleibenden Wert auch für die Zukunft gesichert haben. Neben diesen beiden bewährten Instituten münsterischer Kulturpflege darf— auf einem anderen Gebiet— nicht die segensreiche kulturelle Leistung und Wirkung übersehen werden, die unsere Stadtbücherei im Krameramtshaus ganz besonders jetzt im Kriege erreichen konnte. Das gute Buch ist heute mehr noch als in geruhsameren Friedenstagen Freund und Anreger geworden. Im ersten Kriegsjahr, Nonember 1939 bis November 1940 hat unsere Stadtbücherei nicht weniger als 1481 neue Leser zu den vorhandenen hinzubekommen, und ihre statistischen Uebersichten machen auch die erhöhten Leistungen in zuenhmenden Buchausleihungen deutlich. In dem genannten Zeitraum sind— eine beträchtliche Zahl— insgesamt 55168 Bände ausgeliehen und gelesen worden; selbstverständlich ist, daß mit dieser Steigerung während des Krieges auch der Zuwachs an neueingestellten Büchern stieg, so daß von November bis November insgesamt 1460 neue Bände von Werken verschiedenster Literaturgebiete in den Bestand der Stadtbücherei eingereiht werden konnten. Das entsprach zwar einem verstärkten Bedürfnis, jedoch' muß es besonders anerkannt werden daß die Stadt auch auf diesem wichtigen Kulturgebiet ihren Willen zur Förderung trotz allen Zeitschwierigkeiten praktisch bekundet und damit einen wertvollen Beitrag zu weitgehender Kulturpflege während des Krieges beisteuert. Dafür zeug übrigens eine weitere Feststellung, die in den Stadtteilen Geist und Mauritz mit besonderer Freude vermerkt werden dürfte; in diesen beiden Stadtteilen werden demnächst neue Zweigstellen, wie sie bereits in Kinderhaus und im Stadtteil Uppenberg eingerichtet wurden, entstehen, und zwar soll zunächst im kommenden Frühjahr die Zweigstelle Geist fertiggestellt werden. Daß das während des Krieges geschehen soll, läßt besonders augenfällig in Erscheinung treten, wie sehr die Stadt Münster auch im Kriege mit Erfolg bemüht ist, ihre Kulturarbeit auf diesem wie auf allen genannten Gebieten zu fördern und auszugestalten. 2 Enegsw M 19404 Alle Jungen und Mädel der Hitler=Jugend haben in den letzten Wochen vor den glühenden Weihnachtskerzen gesessen. Das traute Band der Kameradschaft, das sie in diesen Feiern umschloß, vermochte ihnen so recht die weihnachtliche Stimmung zu geben, in der sie ihre geleistete Arbeit noch einmal überschauten, um dann vertrauend in einen watteren arbeitsreichen Jahresabschnitt einzutreten. Den Höhepunkt dieser weihnachtlichen Stunden bildete die Feier, die vom Bann und Untergau 13 gemeinsam im Zwinger durchgeführt wurde. Worte von schwerem Inhalt, weihnachtlich und besinnlich zugleich, die Freude und Beglückung verkünden wollten, sprachen die Führer und Führerinnen der Hitler=Jugend hier an. Das Fest des Lichtes, der Sieg der Sonne über die Finsternis, erstrahlte vor ihnen in herrlichem Glanze, wenn der Schein der Kerzen von dem schweren Tannenkranz sich in ihren Augen widerspiegelte. „O Danneboom, o Danneboom...“ sangen die Mädel, schlicht und ergreifend erklang das Lied. Und dann gingen alle auf den weihnachtlichen Spuren eines Soldaten; die hohe Nacht der klaren Sterne umsing sie; und wie eine aufzüngelnde Flamme klangen die Worte Baldur von Schirachs durch den Raum:„Siehe, es leuchtet die Schwelle Nach schönen und innigen Musikstücken, die das Quartett des Bannorchesters unter Leitung von Scharführer Göhre gespielt hatte, ergriff der.=Bannführer, Hauptgefolgschaftsführer Tiedemann das Wort, um auch im Namen der Untergauführerin seinen Kameradinnen und Kameraden für die geleistete Arbeit zu danken und besonders den Bannführer, Leutnant Meßmacher, der in ihrer Mitte weilte, auf das herzlichste willkommen zu heißen. Von einer kurzen Würdigung des politischen Ringens schlug er die Brücke zur Weihnacht, zum Fest des Friedens, das wir jetzt, wo unser Volk mitten im Kriege steht, wieder begehen wollen. In dieser Zeit besinnen wir uns auf unsere Verbundenheit mit der Natur. Und darum bringt der uralte Drang nach Licht und Reinheit, nach Hohem und Großem uns allen die Freude am Lichterschein. Das deutsche Leben aber ist, wie alles Leben. stärker als Vernichtung und Tod, trotzig ringt es sich gegen alle Gewalten der Welt durch. Daran wollen wir zur Weihnacht denken und aus ihrem Leuchten Kraft und Zuversicht für alle kommenden Wochen holen. Dann werden wir auch über Weihnachten hinaus durch diesen zweiten Kriegswinter in einen neuen und heiligen Frühling schreiten. Alles Kommende soll uns bereit finden; denn niemand kann uns den Glauben an das ewige Deutschland nehmen. Zum Schluß der Feierstunde ergriff Bannführer Meßmacher das Wort, um allen für ihren Einsatz zu danken und sie im Glauben an den Sieg zu stärken. Mit dem Gelöbnis auf rastlosen Einsatz im kommenden Jahr fand die schöne Feierstunde einen würdigen Abschlus. Kh. Das Reich stellt für Handelsbetriebe, die unter den Auswirkungen des Krieges zu leiden haben, unter bestimmten Voraussetzungen Mietbeihilfen zur Verfügung. In einem neueren Runderlaß zu dieser Mietbeihilfe hat das Reichswirtschaftsministerium jetzt eindeutig geklärt, daß eine Mietbeihilfe dann nicht gewährt werden kann, wenn das Unternehmen unabhängig von den Auswirkungen des Krieges wirtschaftlich nicht gesund ist. Als wirtschaftlich nicht gesund sind insbesondere Betriebe anzusehen, die eine selbständige Existenz nicht gewährleisten. Eine der Voraussetzungen, unter denen die Mietbeihilfe gewährt wurde, war bisher, daß der Mietoder Pachtvertrag vor dem 1. September 1939 abgeschlossen war. Nunmehr ist die Gewährung von Mietbeihilfen auch in den Fällen für zulässig erklärt worden, in denen der Vertragsabschluß erst nach dem 1. September 1939 erfolgte. Allerdings ist bei einem Wechsel der gewerblichen Räume Voraussetzung, daß der Mietpreis der neuen Räume nicht höher ist als der bisherige. Goldene Am 26. Dezember feiern die Eheleute Heinech Herzog und Frau Wilhelmine geb. Schlüter, Bi. kinghege 40, das Fest ihrer goldenen Hochzeit. Jubelpaar erfreut sich einer besonderen körperlichen wie auch geistigen Frische. Die WT3 gratuliert herzlich. Der munsterischen Sj. Auch das Gauamt für Volkswohlfahrt beging seine Julfeier Die münsterischen SA=Kameraden der Stäbe begin. gen in diesen Tagen ihr Lichtfest, zu dem sich die SA=Kameraden mit ihren Familien in großer Zahl in den Festräumen der Ländlichen Centralkasse eingefunden hatten. Mit dem Krönungsmarsch von Folkunger leitete der Musikzug der Standarte die Feierstunde ein. Nach einem gemeinsamen Lied und einem Spruch hielt der derzeitige Führer der SA=Standarte 13, Hauptsturmführer Kruse eine Ansprache, in der er zunächst der Männer aus den Reihen der münsterischen SA gedachte, die im letzten Jahre für Führer und Vaterland ihr junges Leben hingaben und in ihrem Vorsterben höchste Pflichterfüllung sahen. Sein besonderer Willkommengruß galt den Männern der SA, die auf Urlaub in der Heimat weilten, an ihrer Spitze dem Führer der SA= Standarte 13, SA=Obersturmbannführer A. Wulff. In längeren Ausführungen feierte er das Lichtfest als das Fest der deutschen Familie, das Fest der Gemeinschaft und das Fest der Liebe. Der Führer habe uns unsere Ehre und Freiheit wiedergegeben und die große deutsche Gemeinschaft geschaffen. Er habe es uns ermöglicht, wieder ein deutsches Lichtfest zu feiern. Nachdem Jungen und Mädel bei ihrem Lichtergang der gefallenen Helden des Weltkrieges und des jetzigen Krieges, der deutschen Mütter und Frauen, deren Söhne und Männer im Felde gefallen sind, der Blutopfer der Bewegung sowie des Großdeutschen Reiches und seines Freuer son Wunden=heilen Wie die NS-Frauenschaft Münster die Verwundeten betreut Der Führer: Dos WyW. ist eine praktische Erziehung zur Volhsgemeinschaft. Überall rüsten nun fleißige Frauenhände, um die Weihnachtstage in festlichem Glanze erstrahlen zu lassen. Eins dabei ist anders als in Friedenszeiten. Ehe man heute der eignen Feier gedenkt, suchen die Gedanken die, denen die Weihnacht nicht zu Haus, im Familien= kreis nahen kann. Und so finden wir überall in den Ortsgruppen der NS=Frauenschaft Veranstaltungen, die unsern verwundeten Frontkämpfern gelten und ihnen Weihnachtsgrüße der dankbaren Heimat werden. Wenn wir aus der Fülle der frohen Nachmittage nochmals zwei herausstellen, so deshalb, weil sie ihre besondere Eigenart hatten. So wären im großen Saale des Gertrudenhofes 56 Verwundete zu Gast. An langen Tischen saßen sie verteilt unter den Frauen, die an vielen Tagen vorher gearbeitet hatten, um diese Feier zu gestalten. Wahrlich, alles Gerede vom Hunger in Deutschland, den unsere Feinde so gern erleben möchten, wurde zunichte beim Anblick dieser Kaffeetafel! Kein Wunder, daß schnell eine frohe Stimmung aufkam, die in den Worten eines Soldaten Ausdruck gewann:„Es ist, als ob wir zu Hause wären“. Gemeinschaftliche Lieder, Solovorträge, plattdeutsche Lesungen und Klavier= und Lautenspiel wechselten in bunter Folge. Wie strahlten die Augen der Verwundeten, als die Kleinsten, die Kindergruppe, ihre kleinen Liedchen sangen und dann jedem Soldaten in einem selbstgebastelten Körbchen ein Geschenk überreichten. Schnell war eine herzliche Freund. schaft zwischen Kind und Soldaten hergestellt. Mancher Landser hatte auf jedem Knie einen der kleinen Trabanten, dem es in so treuer Obhut besonders gut schmeckte. Und dann wurde gesungen und geschunkelt, daß es eine Lust war. Hell krähten die KinderstimmFührers gedacht, hatten, sand die mitreißende Feier. stunde mit der Führerehrung ihr Ende. Im Anschlus daran gab es Kuchen und Kaffee für groß und klein wobei alle Kinder reichlich vom Knecht Ruprecht be. schenkt wurden. Julfeier des Gauamtes für Bolksiwobsiahet Besalen=Rots Das Gauamt für Volkswohlfahrt in Münster hatte seine Betriebsangehörigen mit Frauen und Kindern zu Julfeier eingeladen. In festlichem Rahmen rollte en Programm ab, das alt und jung ein paar Stunder herzlichen Freuens bot. Die glänzenden Musikeinlagen bestritt ein Musikzug des Reichsarbeitsdienstes— alles andere aber leisteten Kameraden und Kameradinnen der Betriebsgemeinschaft. Mit den Kindern waren Lieder und ein Märchenspiel„König Drosselbart“ eingeübt worden. Die Geduld und Arbeit, die man darauf angewendet, wurde dürch herzlichen und led. haften Beifall reich gelohnt. Den Höhepunkt der fest. lichen Stunden bot nach dem Anzünden der Lichterbäume die Beschenkung der Kinder, vor allem der jenigen der einberufenen Betriebsangehörigen. Gerade# auch im Gedenken der im Felde stehenden Kameraden bewies diese Betriebsfeier die enge Verbindung de## Front mit der Heimat. chen und Glück leuchtete aus aller Augen! Eine besondere Überraschung bedeutete das unerwartete Erscheinen des Ritterkreuzträgers Oberleutnant Richter mit einigen Kameraden. So ging der Abend in froher Gemeinschaft zu Ende, der allen Beteiligten ein wahres Erlebnis wurde. In einer anderen Veranstaltung waren als Gäste die Männer, deren schwere Verwundung keine Verwendung im Heeresdienst mehr zuläßt. Gerade diesen Männern sollte eine Weihnachtsfeier den Beweis erbringen dafür, daß die Heimat ihre Opfer zu würdigen weiß und ihm tiefen Dank entgegenbringt. Alle Frauen der Ortsgruppe hatten fleißig gespendet. Man hätte wirklich gewünscht, daß der Engländer diesen Saal und diese Tische gesehen hätte. Da wäre ihm vielleicht eine Ahnung aufgegangen von dem Wechsel in der deutschen Haltung, den der Führer und seine Idee brachten. Ein Oberstleutnant vom Wehrmacht=Fürsorge= und Versorgungsamt brachte in herzlichen Worten zum Ausdruck wie beeindruckt er von der Feier war. Das Harfentrio Marstaller brachte vorweihnachtliche Musik. Die immer wieder schönen Weisen der Weihnachtslieder von Cornelius, meisterhaft gesungen von Frau Kalkar, ließen aller Augen tiefer glänzen. Versonnen schauten die Männer und Frauen ins Licht der Weihnachtskerzen. Die Worte des Leiters der Entlassungsstelle ließen den Sinn unserer deutschen Weihnacht, wie ihn diese Feier widerspiegelte, allen klar werden. Licht soll wieder werden nach diesen dunklen Tagen! Wie gut können wir heute die Freude unserer Vorfahren über die Mittwintersonnenwende verstehen, wir, die wir infolge der Verdunklung zum ersten Male erleben, was Dunkelheit ist. Wie dankbar sind wir dem Führer, Lange war der Papi nicht mehr zu Hause. Mittlerweile ist der kann dem Kneclt Rupprecht schon Rede und Antwort stehen. Bub groß geworden und Aufnahme Hülsbusch T Gertrudenhof Daser schenswerter Weihnachts-Spielolan Bis einschlie bl. 2. Weihnachts-Feiertag! Leichtsinnige Abenteuer Erleichternde„Kemp laden Ins Blut gehende Csardasklänge Berauschende Winzerteste Merrliche Pubtabilder Ungar. Temperamentsausbrüche Schneidige Liebesallacken Autregende Ehrenkontlikte Massige Reiterspiele 5 Spezialausschank der Dortm. Union-Brauerei An beiden Feiertagen ab.00 Uhr FRREZ in beiden Sälen.— Wochentags ab.00 Uhr hotel Continental erleben Sie in unserem Groß-Film AirLStonasut Heueste Johs-Wochenschar Interessante Filmberichte vom Zeitgecheben Jugendl. über 14 Jahre zugelassen! Bitte merhen Sie eich! Kassenöffnung u. Einlaß täglich.30 Uhr Beginn der Abendverstellung.80 Uhr! 1. und 2. Weihnachts-Feiertag vormittags 10.30 Uhr Sonder-Jugend-Vorstellung! Am Dienstag, d. 24. 12., ab 15 Uhr und am 1. Weihnachtsteiertage bleiben unsere sämtlichen Restauralionsräume geschlossen. Tachiig. Gelladserinnen sofort gesucht. 3 Mänßter, Selzstraße##### Klein CONTINENTAL Gut möbl. Zimmer mit Heiz. gesucht. Ang. u. 134 an d. .=Gesch. Münster. Zum 1. April od. März als Dauermieter sucht ält. Dame, Witwe, in gutem Hause und Lage(bevorz. Einfamilienhaus)nicht Stadtgr., abgeschl. Etage v. 4 Räum., Küche, Bad, allen Bequemlichkeiten, Zentr.=Heiz. erw., etw. Garten. Ang. unt. 3897 an Anzeigenmittl. 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Wests., Hafenstr 30 gegenüber der Feuerwache. Es ist kein Geheimnis mehr. wie man notwendige Gegenstände günstig kaufen kann. Genau so wie Sie diese Anzeige beachten, so wird Ihre Kleinanzeige in der Westfälischen Tageszeifung beachtet. Eine Anzeige unter der Rubrik„Kaufgesuche“ kostet nur wenige Gruschen und hilft ihnen das Gewünschte finden„Aleo auch in diesem Falle stellen Sie die Kleinanzeise der Westfälischen Tageszeitung in Ihren Dienst“ In der 20. Zuteilungsperiode voraussichtlich für jeden Versorgung“ berechtigten eine Dose Fischool' konserven zur Ausgabe gelangen. Die Vorausbestellung erfolgt den Abschnitt N 38 der Nährmitte' karte 18. Die Versorgungsberee tigten haben diesen Abschnitt bis z 31. Dezember 1940 bei dem#i ihnen gewünschten Verteiler abse geben. Die Verteiler trennen dies Abschnitt ab und bestätigen Empfang auf dem Stammabschiun der Nährmittelkarte 18 durch Ei pelaufdruck und mit dem Vermel„Fischkonserven". Der Stamm abschnitt der Nährmittelkarte 18 Der Oberbürgermeister: Stadt=Ernährungsamt, Abt. der Ganhest# Kreio=crnührungsamt. 24./26. Dezer Diese Geschichte weiß nicht genau, wa a ist ein alter Mai und es ist mögli grdl. Es ist bei uns zu und Neujahr mehrm nädchen und Baue ##mnücken sich besten wir die Zeit, dürfe waschen. Es heißt, Trocknen aufgehängt ider die Menscheng In der nahen O Rann, hat vor lang jung waren, eine s hochfahrend; weder haben ihr widersprebesten gewußt. So andern Dingen dav Unterirdischen hatte, beanworteten und, hatte, für billiges C herzustellen war, m einigen Schillingen morgens neu und fe Zur Weihnacht a deres Geschenk; das irdischen, genau widen Zwölften kleine heißt es, haben die schenkt, die brauchte pflöcken, da liefen die Mal wurde ihr als mähte von selbst, u Und das drittemal einen Zauber eingeg ließ, das ihr noch v# Aber ich sagte, v Müllerin meinte lät Hofe gelte. Als d Weihnacht und Neu den alten Brauch n die nicht mehr wußt das Waschfaß bestell durchsetzen wollen u niemand etwas vor eingeweicht, was tücher, alte Lappen die alte Witsch, so ruffelt und geschlag Wind gehängt; es Luft zum Trocknen. Nun ist auch e hatte, unter der M ihr Mann, hat es drinnen zu bringen. gesagt, der Herr W Sitt Eigentlich hieß nannte sie sich Mi schwebender, wohl: es sich auf den Mädchen aus der Aiso nannte m Fremde". Bei den menden Stadt. Es war Winter den Straßen war Dächern und Türn Marita hatte s1 Also deckte sie der und Mutter zu se Küche brodelten zu der Wein, gekühlt des Himmels Di sich daheim fühlen. Gönnerin. Der K mer die Blumen Für die Sumn sättige Aufwand kristallene Gläser, Licht, üppiges Lich leuchter, der zwöl Den ganzen Te einmal in den zwö Mit weiblicher Se Obwohl sie nur Mannes Weib un draußen läuteten Häusern der Nach an: O, du fröhlie kung.— Marita wartet diesem Tag: Die seinen Grund, der Pelz, eine kostbare mitten im kalten 2 von dem Versorgungsberechtigttc aufbewahrt werden und dient spoltih als Bezugsausweis. Die Vertei reichen die Abschnitte auf Bogen aus geklebt bis zum 12. Januar 1941 den Ernährungsämtern, Abt. Ausstellung des Bezugscheine Diese Bezugscheine sind den Gte händlern(bei Frischfischbezikstn möglichst dem Frischfischlieferantt. bis zum 1. Februar 1941 ein senden. Vorausbestellungen dürfen nur“ den Verteilern entgegengenosse werden, die nachweislich in weis# lichem Umfange Fischvollkonset“ gehandelt haben. Krankenhäuser, Anstalten, usw. erhalten ebenfalls pro eine Dose Fischvollkonserven. Antrag erhalten sie unter Zugtn legung der Zahl der in der teilungsperiode Verpflegten Bezugschein. Rünster, den 23. Dezemder •1. — Mikrotilmarchit der deutschsprachigen Presse.V. Nummer 353 24./26. Dezember 1940 Deutsche Kriegsweihnacht 1940 Nummer 353 A die Eheleute Heinrich e geb. Schlüter, B. ldenen Hochzeit. deren körperlichen wie gratuliert herzlich. en Ueler sie mitreißende Feier. Ende. Im Anschluß ee für groß und klein. 1 Knecht Ruprecht be. nuamtes Sesalen Rors fahrt in Münster hatte rauen und Kindern zu em Rahmen rollte en ing ein paar Stunden inzenden Musikeinlagen arbeitsdienstes— alles in und Kameradinnen en Kindern waren Lie. nig Drosselbart und Arbeit, die man ch herzlichen und leb. en Höhepunkt der se Anzünden der Lichter. kinder, vor allem der sangehörigen. Gerade e stehenden Kameraden enge Verbindung der Reiter ur dert Zurh un? Don Hans Friedrich Blunck Diese Geschichte hat mir mein Nachbar erzählt. Ich geiß nicht genau, was gelogen und was wahr daran ist: „ ist ein alter Mann, der gern über die Leute redet, und es ist möglich, daß er dabei ins Uebertreiben gerät. Es ist bei uns zu Lande Sitte, zwischen Weihnachten und Neujahr mehrmals frische Kleider anzulegen, alle mädchen und Bauersfrauen pflegen ihr Haar und #mnücken sich bestens. In den Zwölften, so nennen wir die Zeit, dürfen die Leute auch keine Wäsche waschen. Es heißt, daß alles, was draußen zum Trocknen aufgehängt wird, dem wilden Jäger Gewalt über die Menschen gibt, denen die Kleidung gehört. In der nahen Oelmühle, das erzählte mir der alte Rann, hat vor langer Zeit, als unsere Großväter noch jung waren, eine schöne Frau gewohnt, die war sehr hochfahrend; weder ihr Mann noch die anderen Leute haben ihr widersprechen dürfen, sie hat alles selbst am besten gewußt. Solcher Hochmut kam aber neben andern Dingen davon, daß sie gute Freunde bei den unterirdischen hatte, die ihr alles, was sie wissen wollte, beanworteten und, was sie an Handwerksarbeit nötig hatte, für billiges Geld zurechtfeilten. Sie legte, was herzustellen war, meist nur mit einem Brieflein und einigen Schillingen abends in die Küche, da fand sie es morgens neu und fertig vor. Zur Weihnacht aber bekam sie jedes Jahr ein besonderes Geschenk; das läßt erkennen, daß sich die Unterirdischen, genau wie die Menschen, untereinander zu den Zwölften kleine Ueberraschungen bereiten. Einmal, heißt es, haben die Wichte der Frau kleine Stäbe geschenkt, die brauchte sie nur im Kreis um die Kühe zu pflöcken, da liefen die nicht darüber hinaus. Ein anderes Mal wurde ihr als Geschenk eine Sense hingelegt, die mähte von selbst, wenn sie nur einmal angesetzt war. Und das drittemal haben die Unterirdischen der Frau einen Zauber eingegeben, der sie ein Kindlein erwarten ließ, das ihr noch versagt und das ihr Wunsch war. Aber ich sagte, viel Glück macht oft viel Hoffart; die Müllerin meinte längst, daß ihr Wille allein auf dem Hofe gelte. Als die Mägde beispielsweise zwischen Weihnacht und Neujahr nicht waschen wollten, hat sie den alten Brauch nicht beachtet und hat eine Greisin, die nicht mehr wußte, was für ein Tag es wohl sei, an das Waschfaß bestellt. Ja, das Weib hat seinen Willen durchsetzen wollen und am Abend vorm Waschtag, weil niemand etwas von eigenen Sachen hergeben wollte, eingeweicht, was zu erreichen war: Tischdecken, Handtücher, alte Lappen und was weiß ich. Anderntags hat die alte Witsch, so hieß die Wäscherin, alles Zeug geruffelt und geschlagen, und die Frau hat es in den Wind gehängt; es war kein strenger Winter und gute Luft zum Trocknen. Nun ist auch ein Kleid, das sie selbst getragen hatte, unter der Wäsche gewesen, und der Oelmüller, ihr Mann, hat es gesehen und hat sie gebeten, es nach drinnen zu bringen. Sie hat ihn aber ausgelacht und gesagt, der Herr Wohljäger— so nennt sich der Reiter in den Zwölften— möge doch kommen, die alte Witsch und sie würden schon mit ihm fertig. Die Leute, die es hörten, haben dazu geschwiegen, das war das beste. Gegen Abend aber ist der Wind stärker geworden, ein zottiger Beritt ist durch die Wolken gefahren, und auf einmal ist der jungen Frau zumut gewesen, als habe jemand ihr Kleid berührt. Im gleichen Augenblick ist zu ihrem Schrecken auch schon ein Reiter in die Tür getreten, groß und rüstig, obschon sein kurzer Bart schneeweiß war. „Willst wohl mitreiten?“ hat er gefragt. Es ist sehr einsam um die Frau geworden, die Mägde und Knechte hatten sich versteckt, und die alte Witsch ist schreiend die Diele entlanggelaufen. Die Müllerin hat sich rasch besonnen, sie hat wohl gemerkt, wer da zu ihr kam, aber sie hatte auch Mut und hat, während der andere sprach, lautlos die Zauberstäblein der Unterirdischen aus der Hand fallen lassen, — Stäblein, über die niemand hinwegzutreten vermochte. Dann hat sie sich umgewandt, um zu gehen. Aber die Hölzer gelten nicht gegen den Wohljäger, sie sind unter seinem Tritt aufgeslammt und zu Asche erloschen. Als sie das sah, hat die Frau blitzschnell und noch im Flüchten die Sense ausgeschickt, ihr Kleid von der Leine abzuschneiden. Aber das Kleid, das draußen hing, ist durch die Tür ins Haus und vor des Wohljägers Füße geweht, die Frau hat sich nicht schützen können. Da ist eine große Angst über sie gefallen; sie hat wohl gemerkt, daß all ihre Kräfte vor diesem Fremden ohnmachtig waren. „Willst du mitreiten?“ fragte der Reiter zum andernmal. „Nein“, gab sie zur Antwort,„ich habe Haus und Hof!— Laß mich“, flegte sie,„ich hab Mann und Knecht!" Aber der Fremde hob schon die Hand nach ihr. „Nein“, schrie sie,„weil ich doch ein Kindlein trage!" Das hat sie aber gesagt, weil sie wußte, daß des Wohljägers Herrin allen Müttern zur Seite steht. Sobald das Wort gefallen war, hat der fremde Reiter denn auch von ihr abgelassen; aber er hat, als seine Hand niederfiel, gerade noch ihre Brust berührt. Und die Frau wurde, kaum, daß er gegangen war, schon von einer unüberwindlichen Sehnsucht nach dem Fremden befallen. Ja, nicht nur sie, das ganze Haus hat immer nur von dem großen Reiter gesprochen, alle Leute haben sich nach ihm verzehrt und sind schier krank davon geworden. Vor den Menschen hat die Frau stolz getan; als es zum andernmal auf Neujahr ging, hat sie sogar wie im Trotz wieder waschen lassen und ein Kleid von sich und ein Hemd ihres Kindleins in den Wind gehängt. Vielleicht wünschte sie jetzt wirklich, daß der Fremde noch einmal nach ihrer Hand packen würde, ohne daß sie sich zu entwinden vermöchte. Aber die wilde Jagd ist vorübergefahren, es ist diesmal niemand in ihr Haus eingetreten. „Ja“, sagte mein alter Nachbar,„der“— er nennt nie den Namen, er weist nur mit der Hand nach draußen—„der holt nur Frauen, die sich vor nichts fürchten, in sein Volk. Wer sich lange besinnen will, hat es mit ihm verdorben.“ Wntersortienlweiide* Don Rudolf Daussen Stärke denn je erleben wir in Kriegszeiten die Freude auf das Fest des wiederkehrenden Lichtes. Wenn die Nächte noch dunkler sind als sonst, weil die Laternen nur matt oder gar nicht leuchten und kein erwärmender Schein aus den Häusern dringt, und wenn uns dann die Ungeduld beschleichen möchte, so werden wir uns sagen, daß wir die Sonne nimmermehr so jubelnd begrüßen würden, ginge nicht die lange Finsternis vorher. Der Deutsche verdankt ein gut Teil seiner Kraft eben dem Umstand, daß er die Helligkeit dem Dunkel, das Frühjahr dem eisigen Winter abringen muß. Er gehört zu dem Geschlecht, das aus dem Finstern ins Lich: strebt, und heilig ist ihm das den Abgründen der Nach: entrissene Licht. Freilich, die Sonne kehrt ohne das Zutun des Menschen wieder; aber das innere Licht kann er sich nur erkämpfen. Und dem zum Zeichen zündet er sich des Baumes Kerzen an. Ruhig mussen sie brennen, wie die Sterne im Raume, damit er seiner sicher wird und die Bestimmung wisse, die ihn zum Ordnen beruft. Denn so wie im Kosmos die Gestirne auf geordneten Bahnen Ein Wnerinärcheit* Srzählung von Heinz Steguwelt 9 geworden und jahme Hülsbusch serlellung J. Sell--gemmeriche min I. Sultertuggenerioor ch für jeden Versorgune## eine Dose Fischool ur Ausgabe gelangen. usbestellung erfolgt#### tt N 38 der Nährmitte'# Die Versorgungsber###n diesen Abschnitt bis U er 1940 bei dem# ünschten Verteiler abs Verteiler trennen ab und bestätigen## uuf dem Stammabschn ttelkarte 18 durch Sten und mit dem Vermers wen“. 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Marita hatte spielfrei, das Heiligen Abends wegen. Also deckte sie den Tisch und glaubte, eine Hausfrau und Mutter zu sein, obwohl sie allein war. In der Küche brodelten zwei Karpfen, auf dem Balkon wartete der Wein, gekühlt vom Wind, umweht von den Flocken des Himmels Die Gäste, die gebeten waren, sollten sich daheim fühlen. Der große Komponist und die alle Gönnerin. Der Konzut und der Fabrikdirektor, der immer die Blumen schickte. Für die Summe dieser Menschen geschah der sorgfütige Aufwand auf dem Tisch: Porzellan, Silber, kristallene Gläser, viel Schmaus, viel Leckerei. Und Licht, üppiges Licht! Am Tannenbaum und im Kronleuchter, der zwölf Kerzen trug. Den ganzen Tag hatte Marita gesorgt, wie sie nur einmal in den zwölf Monaten des Jahres sorgen durfte. Mit weiblicher Sehnsucht, mit mütterlichem Verlangen. Obwohl sie nur Gäste erwartete. Obwohl sie keines Mannes Weib und keines Kindes Mutter war., Aber draußen läuteten Glocken: O, du selige! Und in den häusern der Nachbarschaft hub ein kindliches Singen an: O, du fröhliche! Das alles tat seine innige Wirkung.— Marita wartete. Dann kam die Post, die letzte an diesem Tag: Die Gäste sagten ab!— Und jeder nannte seinen Grund, dennoch schickte man Geschenke: Einen Pelz, eine kostbare Uhr, auch Flieder, Rosen, Tulpen, mitten im kalten Winter, wohl zu der halben Nacht... Marita blickte in den Spiegel:„Nicht zürnen. Nicht die Fäuste ballen. Nicht die kostbare Uhr zertrümmern und nicht die Blumen zerreißen. Es hat ja alles seine Ordnung: im Schicksal dieses Abends geschieht nur das kalte Echo des eigenen Lebens, für das man nie Zeit zu haben meinte: Keines Mannes Weib, keines Kindes Mutter, keines Gastes Heim! Eine halbe Welt hat immer vor der Rampe gesubelt, nun bleibt alles stumm!“— Da kamen die Tränen. Und eine ungeheure Stille tingsum. Porzellan, Silber, Kerzen, viel Schmaus und Leckerei: Sinnloser Schabernack, als stünde er im Schaufenster des ärmsten Viertels, wo man nur wünschen, nicht aber besitzen durfte... Marita riß das Fenster auf, trat auf den Balkon: Der Wind trieb den Schnee zu wirbelnden Wolken auf, die kühle Nacht machte die klopfenden Schläfer gesund. Eine halbe Stunde später saß die große Sängerin in ihrem Wagen, den sie angefüllt hatte mit den Gaben ihres Tisches. Was waren diese Dinge, wenn man sie behielt? Wo nahmen sie ihren Sinn her, wenn man sie nicht denen bescherte, die sie entbehren mußten? Und war es nicht falsch, immer nur seinesgleichen zur Tafel zu bitten?— Als Marita das Armenhaus erreicht hatte, meinte sie einer Heimkehr inne zu werden. Sie spürte eine Unentrinnbarkeit, eine pochende Glut, eine Inbrunst. Und als sie über die friedliche Schwelle trat, denen zu geben, die zuerst nur neugierig schienen, dann aber jene Scheu überwanden, wie man sie vor dem Wunderbaren empfindet, da wußte sie, daß es Gäste gab, die man suchen, nicht aber laden durfte. Und war kein Kind der Einsamkeit mehr. Wie niemand einsam ist, der das Geheimnis des Gebens kennt. Einer von den Empfangenden, ein alter Schelm vielleicht, fand das feine Wort des Dankes:„Sie war nicht in dem Tal geboren, man wußte nicht, woher sie kam; und schnell war ihre Spur verloren, sobald das Mädchen Abschied nahm...“ wandeln, so sollen nach unserem Willen auch die Bahnen der Menschen sein. Und weil sich dem aber Widerstände entgegenstellen, ist der Mensch zum Kampf verpflichtet. Der Friede, den er erringen will, ist die Ordnung: der Pfad zu diesem Frieden aber ist der Krieg, und je dunkler der Krieg scheinen mag, desto glänzender leuchtet der Friede. Innerlich aber, in unserem Gemüte, gehört dazu das Gelöbnis auf die hellen Geister wider die schwarzen Dämonen der Tiefe, auf den Geist der Wahrheit gegen den Ungeist der Lüge. Nachdem es einmal klar ist, daß die teuflische Verleumdung auf uns losgelassen wurde, haben wir nichts zu tun als unerschüttert im Kampf zu stehen, bis der Sieg der strahlenden Wahrheit erfochten ist. Das Fest des Lichterbaumes, so schön es auch sein mag, ist darum ernst. Wir können es nicht lyrisch und nicht üppig feiern, sondern nur würdig und bedachtsam. Und keinen Augenblick soll es unsere Wachsamkeit einschläfern; denn wenn das Licht mit der Finsternis paktlieren wollte, so ergäbe das eine Dämmerung, in der nur halbe Menschen, Zwerge, vegetieren könnten. Der Friede, den der Kerzenschein in unsere Seelen strahlt ist nur der innere Friede eines guten Gewissens für den, der im Kampf seine Pflicht tut. Dann aber soll und darf auch Freude sein. Es wird Geschenke geben, um so bessere, weil sie nicht großspurig sein können, und es wird fröhliche Unterhaltung sein. Mit Singen und Instrumenten begrüßen wir die gute Sonne, die anhebt, wieder zu steigen. Vereint im hohen Gefühl, das überall, wo auf Erden Deutsche weilen, die blauen und braunen Augen in den Kerzenschimmer blicken, wissen wir uns ein einiges Volk um den Führer, und keiner ist verlassen. Was für den Verstand mystisch erscheint, ist dabei für das Gemüt ganz einfach. Weil unser Volk sich zu Hohem berufen fühlt, ist es eine still verschworene Eidgenossenschaft, die sich von keiner Lüge mehr dumm machen läßt. Anderen Stimmen lauschen wir, die aus dem Sinnbildbaum ertönen und deutsche Herrlichkeit verkünden. Niemals mehr, der edler Runensprache kund, die von Vergangenheit und Zukunft spricht, horchen wir auf die Sirenenklänge der Falschen und der Fälscher. Die Wintersonnenwende will politisch verstanden sein. Niemals wieder wollen wir vertrauensselig den Frieden an den Anfang setzen: nur am Ende des Krieges, bei dem Sieg steht der Friede. Das gilt in jedem Sinn, alle Tage und alle Jahre, im großen und im kleinen. Wintersonnenwende! Im Leben unseres Volkes bedeutet sie den Aufstieg zu unserem Sonnensiege Zu diesem aber muß jeder beitragen, jeder muß geben und opfern, wirken und arbeiten, damit aus Nebel Licht werde. Anders hätte es keinen Sinn, vom Fest der Liebe zu reden. Vor den Frieden haben die Götter den Krieg gesetzt. Und niemals ist ein Friede des Nichtstuns, des Ruhens und Schlummerns auf den Lorbeeren. Deshalb soll nicht etwa die Freude verbannt sein; jedoch der ernste Unterton, der mitschwingt, werde nicht leichtfertig überdeckt! Sind wir das politische Volk, das wir sein wollen, dann wahren wir die Würde der Feier. Und nichts kann uns hierzu besser einstimmen als der heilige Wald der Ahnen, den wir in dem einen, einzigen einzigen kleinen Weihnachtsbaum vor Augen zu haben glauben. Bild: Max Worlitz(Kiel) Tradtti i steinlicler. Bradelt Ein Weihnachtsbild von Berndt Als draußen die schweren Stürme gingen und es anfing, kalt und regnerisch zu werden, hatten sie schon von Weihnachten gesprochen. Sie wollten früh genug Wein und gutes Essen beiseitetun, um es daran nicht fehlen zu lassen, wenn sie eines Tages immer noch hier sitzen sollten, in fremden Stuben, am Meer, weit von daheim. Daheim? Was erinnerte sie jetzt noch daran? Gewiß, sie waren drei Wochen in Urlaub gewesen und hatten den Leuten zu Hause erzählt, wie es in Flandern gewesen war und daß sie einmal mehr als achtzig Kilometer an einem Tage marschiert seien, dies und jenes, und mancher vielleicht auch ein bißchen mehr, als eigentlich gewesen war. Sie hatten den Garten umgegraben und in der Fabrik vorgesprochen, ob alles noch beim alten sei, je nun, dann waren sie durch den Wald gelaufen, durch das raschelnde Laub der Bäume, und hatten den Duft der Wolken und feuchten Wiesen, den Holzgeruch und das leuchtende Gold der Herbstsonne tief in sich hineingetrunken. Einmal mußten sie sich dann doch losreißen, und ein paar Tage später standen sie nach langer Bahnfahrt vor dem Hauptmann und bekannten lächelnd, daß sie sogar ein wenig Sehnsucht gehabt hätten nach dem Quartier und den Kameraden, und eher fühle man sich nicht wohl daheim, als nicht der Dienst und die eiserne Verpflichtung des Soldaten von einem genommen seien. Dazu sagte der Hauptmann nichts. Er nahm es so selbstverständlich hin wie ein Vater, der von seinen Söhnen Treue erfährt. Sie hatten in schweren Kämpfen den Sieg davongetragen, in Polen anfangs, dann im Westen... Nun war also Weihnachten. Das Fest wollten sie ordentlich feiern, wie sie es seit ihrer Kindheit damit gehalten hatten: Geschenke, und alte Lieder, und Kerzen am Baum. Aber ein Bäumchen ließ sich nicht finden, so lange sie auch suchen mochten und ins Land hineinliefen. Es gab keine Fichten, nur Apfelbäume und Hecken, und Strandhafer die Küste entlang, grüne See und gischtende Brandung. Sie pfropften einen Kerzenstumpf auf eine Flasche und zündeten ihn an. Etwas Besseres fiel ihnen nicht ein, sie hatten vielleicht zu oft daran gedacht, was sie machen wollten, wenn einmal Weihnachten wäre, und nun war alles zerredet und davon. Morgen würden sie mit der Kompanie feiern. Nur diesen einen Abend, den wollten sie für sich haben, für ihre Erinneeneigen und ihre Heimlichkeiten. Sie tranken sich zu und aßen von dem Gebackenen, das sie sich tags zuvor bereitet hatten, einfache, halbverbrannte Plätzchen, mit einem blechernen Stern ausgestochen. Als sie es aßen, sahen sie die Mutter am Tisch stehen, in der duftenden Küche, und sie selbst saßen als kleine Burschen auf der Bank und ließen kein Auge von den Händen der Mutter, wie sie den Teig walzten und die Sterne ausstachen und bisweilen ganz schnell, ganz flüchtig, das Haar des Kindes streichelten. Die Mutter war unendlich gut, sie sorgte für Essen und Trinken, für den Lichterbaum und für die Geschenke auf dem Tisch. Man durfte ihre Hand halten, wenn sie Geschichten erzählte und davon sprach, was einmal Großes aus dem Kinde werden müßte. Sie war das Fest recht eigentlich selbst. Aus ihrem Herzen strahlte allsr Glanz dieser seligen Verzauberung, aus ihrem Munde lernten sie die Lieder und die stillen, schönen Geschichten, aus ihrer Hand empfingen sie das Erlebnis der Wintersonnenwende wie ein großes, nie vergehendes Geschenk, das sie unsagbar begluckte... Solche Erinnerungen hatten sie an diesem Abend. Sie kramten aus ihren Taschen die Bilder ihrer Mädchen und der Eltern hervor und lehnten sie rings an die Flasche. Die Kerzenflamme flackerte rot in die Dunkelheit. Draußen ging der Sturm und warf Sand an die Fensterscheiben. Das Meer rauschte. So hockten sie da, den Kopf in die Hände gestützt, und träumten über dies alles hin der Mutter zu, weit, weit, über Meer und Land und lange Jahre. Der Soldat wurde klein in sich, und das Kind wuchs und stand auf, und es lächelte ein Mann in fremdem Lande über sich selbst, daß er da so sitzen und weihnachtsselig werden konnte. Aber es war gut so, und er hatte es sich immer gewünscht, einmal wieder wie als Kind Weihnachten feiern zu dürfen und in der Nähe der Mutter zu sein. Als der Kerzenstumpf zu Ende gebrannt war, saßen sie noch eine Weile vor den glühenden Scheiten im Kamin und ließen sich von der wohligen Wärme leise in Schlaf bringen. Der Fischer stand da und flickte an einem Netz, und eine junge Frau brachte ihr Kind und hob es zur Brust. Draußen sang der Sturm. Das Meer atmete mächtig. Verpflegten 23. Dezember Das Weihllachisopfer? SEizze von Sise Krafft Die junge Frau Hella Döring liest den Feldpostbrief ihres Mannes, und im kalten Winter wird ihr das Herz warm. .. Wenn es auch nur zwei oder drei Tage Weihnachtsurlaub werden und wenn mir Mutter noch böse Briefe schreibt, selbstverständlich komme ich zu dir und dem Jungen.“ „Mammi!“ jauchzt das Kind zu ihren Füßen und zerrt an dem Feldpostbrief. Und da geschieht etwas Seltsames mit der jungen Frau. Sie reißt den Zweijährigen jäh an ihr Herz. ird später auch einmal Krieg um sie sein, wenn der Junge groß ist? Und Weihnachten und Einsamkeit und Verbitterung wie um die alte Frau da hinten weit in Pommern, die sich eine ganz andere Schwiegertochter für den einzigen Sohn gewünscht hat als die arme Stenotypistin, die nicht einmal eine Aussteuer hat mit in die Ehe bringen können? Und die nun hier unten in den schlesischen Bergen, wo Herbert seine Anstellung ihr diesen Sohn genommen, der im Kriege noch nicht einmal Zeit fand, nach der Mutter zu sehen. „„... und wenn Mutter noch so böse Briefe schreibt, ich komme selbstverständlich zu dir und dem Jungen Frau Hella weiß, daß die Schwiegermutter leidend Daß sie immer verbitterter in ihrem schönen vommerschen Heidehaus wird und ihre Eikersucht auf die unwillkommene Schwiegertochter ohne Grenzen ist. Und nun setzt sich die junge Frau Hella hin und schreibt einen Feldpostbrief, den der Soldat Herbert #ring mit einem sehr merkwürdigen Kratzen im Halse ": wann aber tut er ihn in einen zweiten Umschlag und sendet ihn nach Pommern. „Du kannst mich also zu Weihnachten bei dir erwarten, liebe Mutter“, schreibt er dazu.— . Die alte Frau Forstmeister Döring hat vor dem Fest hke schlimmste Zeit. Da macht es ihr niemand recht. Selbst die Hulda nicht, die ganz gewiß in den vielen Schren, die sie nun schon im Hause ist, um die Eigenheiten ihrer Herrin Bescheid weiß. „ Der Stock, an dem Frau Döring sich festhalten muß, cirrt hart und böse von früh bis spät über die Dielen. den Feldpostbrief hat die alte Dame der Hulda %. den Fingern gerissen, als dürfe die rissige und doch treue Arbeitshand keinen Anteil daran haben. ###8 dem Fenster segt der Wind Schneeflocken durch .“ Gurten. Von den vielen Tannen an seiner Grenze 7 nicht eine zu Weihnachten geschnitten werden. * Einen Weihnachtsbaum brauchen wir nicht", hatte Erau Döring kommandiert. Nun öffnet sie mit unruhvollen Händen den Feldpostbrief. „Du kannst mich also zu Weihnachten bei dir erwarten, liebe Mutter", liest sie, und muß vor Glück den Kopf an die Stuhllehne legen und die Augen schließen. Als sie die Lider wieder hebt, liegt da noch ein Schreiben. „Liebster", steht darauf.„Soeben, als unser Junge „Mammi“, rief und die Ankündigung deines kurzen Weihnachtsurlaubs, den du zwischen Schlesien und Pommern nicht teilen kannst, mich vor Glück erzittern ließ, sah ich plötzlich mich selbst im grauen Haar gleich deiner Mutter. Einsam, vergebens auf ein Stück Liebe am Heiligen Abend wartend. Und da wußte ich, daß ich gegen Bübchens Großmutter unendlich reich bin. Zweimal warst du im Urlaub da, und noch keinmal bei deiner Mutter. Zu Hause hat man mich immer gelehrt, Böses mit Gutem zu vergelten, damit das Böse aus der Welt kommen mag. Darum bitte ich dich: Fahre nach Pommern zu Weihnachten, auch wenn wir uns nicht sehen können. Und sei lieb zu deiner Mutter, trotz allem. Wer weiß, was sie um dich gelitten hat und noch leidet! Und wir, mein Liebster, wir sind uns ja auch trotz der großen Entfernung immer nahe...“ Bis hierher hat die Frau Forstmeister gelesen. Nun werden die Buchstaben undeutlich. Es ist gerade so, als od sie sich in irgend einem Schmerz aufbäumen. Die alte Dame setzt Die Brille ab. Ist da soeben etwas in die Augen gekommen, das zu brennen beginnt? Unruhevoll greift sie nach ihrem Stock. Durch alle Stuben humpelt sie, und immer wandert ein Schatten nebenher, dem sie nicht entfliehen kann. Am Nachmittag steht sie in Pelz und Kappe auf dem kleinen Postamt der Landstadt und gibt ein Telegramm auf. Und noch ehe der Tag ganz im Schatten versinkt, dringt ihre Stimme durch Hof und Garten, in dem die vielen Tannen stehen. Der alte Krusche, der im Erdgeschoß wohnt und der Hulda die gröbsten Arbeiten abnimmt, schüttelt verständnislos den Kopf vor dieser veränderten Stimme. Nun soll er doch einen Christbaum schneiden. Man kennt sich doch mit dieser wunderlichen Frau Forstmeister nie aus.— Als der Feldsoldat Herbert Döring am Heiligen Abend in das Haus seiner Kindheit kommt, ist ihm der Schritt so schwer wie sein Herz. Er spürt Heimat, Wärme und Tannenduft, aber die Sehnsucht geht weite Banderwege. Die alte Frau Forstmeister ist von einer so jugendlichen Beweglichkeit, daß der Krückstock ganz überflüssig scheint.„Ich habe dir wieder den Bescherungstisch in der guten Stube aufgebaut, Junge“, sagt sie und tut ganz so, als ob sie von der Unrast des Sohnes nichts merkt.„Wenn es klingelt, mußt du hereinkommen.“ Er beeilte sich nicht sehr, als es dann wirklich soweit ist. Einen großen Zorn hat er gegen sich selbst, gegen die Mutter, und auch gegen Hella, daß sie ihm von der Wichtigkeit dieser Reise geschrieben. Die alte Dame ist gar nicht leidend. Wie eine Junge kann sie plötzlich laufen, sprechen, lachen... Ja, da brennt der Weihnachtsbaum. Da hängt des toten Vaters Bild im Goldrahmen über dem alten grünen Plüschsofa. Auf diesem Sofa aber... Der Mann taumelt zurück. Er sieht ein wundersames Bild, das sein Hirn nicht so rasch erfaßt. Eine junge Frau sitzt auf dem Sofa mit einem Kinde in ihrem Schoß. „Na?“ fragte Frau Forstmeister, und ihr Stock steht im hellen Bescherungsglück unbenutzt in einem dunklen Winkel.„Na, habe ich es dir nun endlich einmal recht gemacht, mein Junge?“ Aber sie bekommt keine Antwort. „Pappi!“ schreit der Kleine im Schoß der Frau. „Hat dich die Omie mitdebingt?“ Oh, wie ist der jungen Frau Hellas Weihnachtsopfer nun zur Freude gewowrden! Nur durch das einfache Rezept verständnisvoller Liebe. Dei statmttie Areuna?9 Don ranz Wilhelm Monatelang hatten sie in den Bunkern gelegen und gewartet. Im Osten war der Blitz herniedergefahren wie flammende Lohe, aber hier im Westen hatte die Stunde der Tat und der Bewährnug noch nicht geschkagen. So nahm der Soldat Karl Bröker den Urlaubsschein mit einem dankbaren Glücksgefühl in Empfang. Er war einer der wenigen, die zum Weihnachtsfest nach Hause fahren durften. Also hatte die Arbeit der Feierstunden sich doch gelohnt. Er würde seinem Bernd die Eisenbahn, die er im Unterstand mit Liebe und Fleiß zusammengebastelt, selbst aufbauen dürfen und dem ersten Start der Lokomotive zuschauen. Bröker sah im Geiste die großen, fragenden Kinderaugen auf sich gerichtet, sah die Mutter glücklich und froh im kleinen Zimmer daheim... Ach, es mußte noch alles gut werden, der stumme Mund des Kindes würde sich eines Tages lösen und übersprudeln vor jugendlicher Ungeduld. Bröker saß am Fenster des Urlauberzuges und sah hinaus in die winterliche Landschaft. Die Welt schien erstorden unter der weißen Decke. Traurig standen die Wälder in ihrer nackten Kahlheit und die Häuser hatten sich frierend am Boden zusammengeduckt. Wäre nicht die blasse Sonne am Himmel gewesen, unter deren Strahl die weiße Erde hier und da kristallisch aufglitzerte, so hätte man an diesem trüben Tag die Hoffnung verlieren können. Wie war es denn möglich gewesen, daß der Mund des Kindes nur unverständliche Laute hervorstieß und nicht einmal das süße Wort Mutter fand? Dies war das Leid der jungen Familie, das gleichermaßen auf dem Herzen der Mutter wie des Vaters lastete. Wie oft hatte Barbara ihren Knaben mit zärtlichen Namen gerufen, daß er aus dem Dunkel und der Stille endlich voll ins Leben kehre. Wie oft hatte sie sich über die zierlichen Ohren gebeugt und geflüstert: „Tut euch auf und horcht auf das, was ich sage!“ Aber alles schien vergebens. Es blieb Einsamkeit und Stille um das Kind, so wie es fast ohne einen Laut aus dem dunklen Schoß der Mutter gekommen war. Vier Jahre waren seitdem vergangen. Sie hatten gehofft, gebangt, gezagt und waren oftmals der Verzweiflung nahe. Warum wollte der stumme Mund sich nicht öffnen zum befreienden Wort? Lebensangst ergriff die Herzen der beiden Liebenden. Wenn dieses Kind stumm blieb, mußten es nicht auch die kommenden sein? Und der Zweifel nagte an ihrem Glauben, daß dieses Leben gut sei und alles wohlgeordnet von einer großen Weisheit. Barbara stand allein am Bahnhof, als er am frühen Nachmittag auf der kleinen Station anlangte. Sie zwang ein Lächeln in ihr Gesicht, aber es wollte nicht recht gelingen und ihm schien, daß sie übernächtigt aussehe. Es ergab sich, daß Bernd in der letzten Woche eine böse Krankheit durchlitten. Mit unsäglichen Mühen, mit Medikamenten und Nachtwachen hatte sie ihn über den Berg gebracht. So hatte es wenigstens der Arzt gesagt. Als Karl mit ihr in der Wohnung stand, kam schon wieder die alte Tapferkeit über sie und indem sie den Kopf auf seine Schulter legte, sagte sie oller Vertrauen:„Der Junge schläft jetzt. Vielleicht ist es besser, wenn du ihn nicht störst. Ich habe im Zimmer schon alles bereitet.“ Er ging hinein und zündete voller Eifer gleich die Kerzen am grünen Baum an. Dann packte er aus dem Beutel vorsichtig die Gleisanlagen und setzte sie auf dem Fußzboden zusammen. Als er das kleine WärterhäusWeihnachtliches Heilgebäck Früher war es Sitte, am Abend des 24. Dezember sinnvoll zubereitete Mahlzeiten auf den Tisch zu bringen. Dieser Brauch geht auf die alten Zeiten zurück da Weihnachten und Neujahr auf einen Tag fielen, wo der Lauf eines Arbeitsjahres abgeschlossen und ein neues begonnen wurde. Er war Dank für das Empfangene im vergangenen und Segenserwartung für das kommende Jahr. Darum wurden auch bei der Herstellung der Speisen Früchte und Kräuter verwendet, weil von ihnen, ursprünglich als Opfergabe gedacht, das Hei kommen sollte. Das Backwerk zu Weihnachten und auch das zum Jahreswechsel ist im tiefsten Sinne Heilgebäck wenn es auch, je nach den Landschaften, in seinen For men voneinander unterschieden ist. chen und den bunt bemelten Bahnhof mit den Signalanlagen aufbaute, war er schon ganz ins Spiel gekom men und ließ die Lokomotive eine Probefahrt machen Das Bähnchen lief vortrefflich. Barbara kam einma ins Zimmer und brachte ihm ein Glas Wein. Vom Vater, sagte sie, er hat uns wieder einige gute Flaschen zum Fest geschickt. Dem Spiel hingegeben bemerkte er auch gar nicht recht den Augenblick, wo der kleine Bernd ins Zimmer trat und alles mit einem ungeheuer staunenden Blick erfaßte: den strahlenden Lichterbaum, den Vater in der grauen Uniform und die herrliche Eisenbahn, die emsig schnurrend durch das Zimmer eilte. Da geschah es, daß der stumme Mund sich endlich öffnete und in einen Jubelschrei ausbrach. Es war nur einen Atem lang, daß die Herzen der Eltern schier zu stocken schienen, dann überstürzte sich alles. Wenn Barbara und Karl sich später an diese Minuten erinnerten, so wußten sie nicht mehr genau, wie es sich eigentlich zugetragen hatte. Nur daß ihnen in der Erschütterung die Tränen gekommen waren, dessen erinnerten sie sich. Es ging in der Folge schnell mit Bernd voran. Barbara schrieb ins Feld, daß der Junge das Sprechen unglaublich schnell erlerne. Bald glaubte sie auch zu wissen, daß Bernd im Herbst eine Schwester bekommen würde. Diesen Brief barg Karl Bröker wie einen Talisman in seinem Brustbeutel, als der Sturm im Westen losbrach. Es wurde ein Sieg ohnegleichen. Aus flammendem Sommerhimmel brachen feurige Blitze in die Kolonnen des Feindes. Das Mädchen kam pünktlich im September, als Karl zum ersten Mal nach der Schlacht in Frankreich wieder auf Urlaub war. Es trat an einem sonnenhellen Tage mit einem silberhellen Stimmchen in die schöne Welt. 1— 24./26. Dezember 1940 Westfälische Tageszeitung Nummer 353 Die berhexree Cäunihe. Don Werner Oellers Das war 1916 nicht anders als heute: Wenn der Vater im Felde war, mußten die Söhne hier und da einspringen, mochten sie auch noch so unmündig sein. So verstand es sich von selbst, daß Ludwig und Fritz heuer an Stelle des Vaters den Weihnachtsbaum schmückten. Des Vaters Stolz war immer die Baumspitze gewesen. Eigentlich war sie keine Spitze, sie war ein Glockenspiel, mit einem goldenen Stern obenauf, und der Stern war umwunden von einem Spruchband: „Ehre sei Gott in der Höhe!“ Damit dieser Spruch erfüllt werde, mußte denn auch der Baum so hoch sein wie eben möglich. Niemand hatte früher an das Glockenspiel rühren dürfen, und wenn der Vater von ihm gesprochen hatte, waren die ungeheuren Kosten, die mit der Anschaffung verbunden gewesen waren, jedem fühlbar geworden. Zu drei silbernen, verschieden großen Glockenschalen gehorten drei silberne Radiatoren, wie Windräder anzusehen, die auf drei senkrechten Achsen sich drehten. An jedem Rad hingen zwei Klöppel, die bei der kreisenden Bewegung nach außen schwangen und mit höheren und tieferen Stimmen die Glocken anschlugen. Ihre Wirksamkeit war um so geheimnisvoller, als nichts zu gewahren war, was die drei Räder in Bewegung gesetzt und in Umlauf gesetzt hätte. Drei Kerzen brannten darunter, und um die Kerzenhalter lief, von der Höhe in schwungvoller Spirale herabgeführt, das Spruchband mit der Inschrift:„Und Friede den Menschen auf Erden!" In diesem Jahr also richteten Ludwig und Fritz den Baum, einen diesmal nur halbhohen Baum, der in der guten Stube auf einen Tisch gestellt war. Sie gaben sich unerhörte Mühe, ihn kunstsinnig zu schmücken, die blinkenden Ketten und Kugeln nach geometrischen Figuren zu ordnen: zu Kreisen und Dreiecken und in hängenden Bögen. Auch die vielen Einzelstücke wurden mit Bedacht verteilt: Für Ludwig wie alljährlich der alte Zeppelin, dessen mit schwarz=weiß=roten Fähnchen verzierte Gondel vom Bildnis des weißhaarigen Grafen polizeiwidrig überfüllt war; für Fritz eine 42=cmKanone; für Gerda ein märchenhaft bunt gesiederter Eisvogel; für Anna ein hochbeiniger Storch mit einem Wickelkind im Schnabel; für Else ein blondlockiges, mäßig bekleidetes Englein mit ausgebreiteten Fledermausflügeln, an so hauchdünnen Fäden hangend, daß es richtig zu schweben schien; für Wilhelmchen ein weißbärtiger Nikolaus in purpurnem Talar und weißer Mütze. Die längste Zeit und die tiessinnigste Ueberlegung erforderte natürlich die Montage des Glockenspiels. Die Gebeine der Verstorbenen am Jüngsten Tage wieder zu vollständigen Menschen zu fügen, konnte kaum schwieriger sein, als die vielen Einzelteile des Glockenspiels richtig zusammenzubringen. Aber schließlich war auch dies geschafft, und sorgsam trug Fritz das himmlische Läutewerk über eine Treppe zur Höhe hinauf und montierte es auf die bedrohlich schwankende Spitze. Kurz und gut, es wurde ein Wunder von einem Baum. Als der kleine Wilhelm ihn am Abend mit den brennenden Kerzen sah, stieß er einen hellen Juchzer aus. Ueber die vielen Lichter, das Geglitzer und Gefunkel war er so außer sich, daß er sogar seine neuen Spielsachen darüber vergaß. An seiner Freude und seinem Staunen teilzunehmen, war das schönste von allem. Er ahnte ja nichts von Krieg und Not. Er schob gleichsam den ganzen Krieg mit einem Tritt seiner kleinen Füße beiseite. Aber nichts ist vollkommen auf der Welt, nicht einmal ein Weihnachtsbaum. Das Glockenspiel rührte sich nicht, seine Räder standen still,„Ehre sei Gott in der Höhe!" blieben leere Worte, denen keinerlei Taten folgten. Als könne er ihn mit seinen Blicken zur Einsicht bringen, starrte Ludwig mit rotem Kopf immerzu auf den schmählichen Versager. Fritz saß ägerlich und vergrübelt in einer Ecke und bohrte in seiner Nase. Die Mutter schlug vor, mit den Weihnachtsliedern zu beeinnen, aber ohne Glockengeläute hatte auch das Singen teinen Zweck. Schließlich ging Fritz hinaus, und nach einer Weile es ut der kie die Naben und Achsen der Radiatoren. Sinnig tropft das Oel herab durch das Gezweig des Baumes, auf Kugeln und Ketten, und ein Tropfen fiel dem alten Grafen, der mit der Luftschiffermütze gelassen in seiner Gondel saß, mitten ins Gesicht. Der Graf hielt seinen Blick unerbittlich geradeaus gerichtet und ließ den Oeltropfen unbekümmert über die sturmerprobte Wange rinnen. Schließlich wurden die Kerzen wieder angezündet, und alle Festteilnehmer starrten erwartungsvoll zur Höhe hinauf. Die Räder rührten sich nicht. Fritz löschte die Kerzen, stieg wieder nach oben und vertauschte die Plätze der Radiatoren. Unter gespanntester Aufmerksamkeit wurden aufs neue die Lichter angezündet. Die Räder rührten sich nicht. Der ganze Weihnachtsabend sei verdorben, begann Gerda zu maulen und schien dem Weinen nahe; mit einer Leiter und einer Oelkanne in der guten Stube; und sie sage ihr Gedicht nicht! Fritz blickte sie von der Seite wütend an. Weil aber Weihnachten war, beherrschte er sich und gab keine Antwort. Plötzlich erinnerte sich die Mutter, gehört zu haben, die Räder bewegten sich von der aufsteigenden Wärme. Ob nicht vielleicht die Kerzen, die zum Glockenspiel gehörten, unter die Räder gehörten statt unter die Glockenschalen? Wiederum wurden die Lichter gelöscht, wiederum stieg Fritz hinauf und verstellte die Kerzen: wiederum wurden sie angezündet. Und siehe, wie von einem unsichtbaren Finger angerührt, begannen die Räder sich zu drehen, rascher und rascher, die Klöppel schwangen aus, und bim=bim=bim, in immer schnellerer Folge und himmlischer Harmonie, tönte das„Ehre sei Gott!" Von den vielen Lichtquellen beleuchtet, trieben die Räder ein wunderliches Schattenspiel an der Decke des Zimmers, unzählige hellere und dunkler Räderschatten wirbelten unentwirrbar durcheinander. Leiter und Oelkanne wurden hinausgeschafft, und alle begannen zu singen:„Stille Nacht, Heilige Nacht!“ Graf Zeppelin, einen dunklen Streifen im Gesicht, die Luftschiffermütze auf dem Kopf, saß unbewegt in seiner Gondel, und der 42=cm=Mörser hielt seine Mündung drohend auf den arglosen Grafen gerichtet. Nikolaus aber, einen goldenen Strick um den Hals, starrte mit weitaufgerissenen Augen ängstlich auf die schreckliche Drohung. Darüber schwebte, selig lächelnd, mit roten Pausbacken, das blondlockige Engelchen. auch dieser Armee nun in zunehmender Auflösung nach Westen. Aber in straffen Kolonnen marschierten die 20 000 Preußen Yorcks durch die klirrenden Wintertage. Im Abenddämmern des 23. Dezember tauchten vor den sichernden preußischen Reitern verschneite Dächer auf. Tauroggen. Der harte Schnee brach unter den Husen Die Reiter schwenkten zum Ort hinüber. Kompanien folgten. Abseits vom Wege, unter dem überragenden Dach einer Scheuer, hielten ein paar einsame Reiter und sahen den heranmarschierenden Preußen entgegen. Die schauten kaum herüber. Einer der Reiter wandte sich um.„General Legrange“ „Mein Marschall?" Legrand drängte sein Pferd neben das Macdonalds. „Legrand, sehen Sie, wie diese Preußen marschieren! Sind das dieselben Bataillone, die wir vor sechs Jahren bei Jena und Auerstedt schlugen? Seit ich diese Bundesgenossen bei Bauske habe fechten sehen, meine ich, wir sollten uns hüten vor ihnen. Dieser Yorck ist aus anderem Holz als die Generale von 1806.“ Die Reiter verschwanden im Dunkel hinter den Häusern. „Winterstimmung“, ein Holzschnitt von C. E. Beck, der deutsches Land in besonderer Note zeigt (Scherl-Bilderdienst-.) Die Bolenwelide. Ore„, Eine Yorck=Erzählung von Walter Schaefer kam er mit der kleinen Leiter zurück, die sonst zum un Aee Fensterputzen gebraucht wurde. Aus seiner Rocktasche blickte eine Riesenölkanne, die er einmal aus der Schusterwerkstatt des Großvaters„geerbt“ hatte. Die Kerzen an der vorderen Seite des Baumes wurden gelöscht, dann stieg Fritz zur Höhe empor und schmierte, während Ludwig mit beiden Händen die Leiter hielt, Die Flammen tanzten im Kamin, und an den kahlen Wänden der leeren russischen Dorfgaststube huschten seltsame Schatten auf und nieder. General Yorck schaute dem roten Spiel zu. Wie aus Bronze stand sein beleuchtetes Gesicht im Kranz des weißen Haares. Nun wandte er sich, und sein Adjutant reichte ihm einen Kloben Holz zu, den der General nachdenklich in der Hand wog. „Eine Tanne, nicht wahr?“. Das hätte nun in fünf Tagen unser Weihnachtsbaum sein können. Was hilft's. Dieser verdammte russische Winter frißt an den Knochen. Da muß brennen, was brennen kann. Was Neues?" Der Adjutant trat zu dem rohen kleinen Tisch, auf dem eine Kerze stand. Er durchblätterte ein paar Bogen. „Nur Gerüchte, Vermutungen. Keine Verbindung mit der Armee, die der König von Neapel führen soll“. „Und der Marschall? Macdonald?“ „Sitzt in Mitau und rührt sich nicht.“ Yorck erhob sich und trat sich die Füße warm. Unter den weißen Brauen war ein gefährliches Glühen.„Diese Tatenlosigkeit bringt mich um den Verstand. Alles warlet. Auch er. Unser König. Worauf? Worauf?“ Vor dem Hause klapperten Hufe. Der Adjutant trat hinaus und kehrte sogleich zurück, ein erstauntes Fragen im Gesicht. „Unsere Vorposten bringen einen russischen Offizier. Rein, nicht gefangen. Seine Order lautet an den General Yarck.“ Die Tür flog auf. Der Russe stand im Raum und schlug den Mantel auf. „Clausewitz!“ Yorck starrte dem Preußen, der da im Waffenrock des russischen Offiziers vor ihm stand, ins Gesicht. Dann winkte er den Adjutanten und die Wachen hinaus. Die beiden Männer waren allein. Der General reichte dem Major beide Hände.„Clausewitz, daß wir uns so wiedersehen! Ich, der preußische General, in den Dienst des Korsen gezwungen; Sie, der preußische Offizier, im Rock des Zaren!" „Wir sind Preußen, Exzellenz, wo immer wir stehen! Und was wir tun, tun wir im Dienste Preußens.“ „Sie vielleicht. Aber lich?“ „Auch Sie, Exzellenz. Ich vermag am russischen Hofe nur für Preußens Sache zu reden. Ihnen wird es vergönnt sein, zu handeln.“ Vor den Häusern aufgeschichtet lagen Stöße von Holz. Reiter und Fußvolk standen im Kreis um jeden der hölzernen Hügel. Bäume hatte man an diesem Weihnachtsabend nicht schmücken können. So mochten die Feuer unterm freien Himmel um so heller brennen. „Wann zünden wir an?“ fragte einer. „Die Obersten und Majore fehlen noch. Der General hat sie rufen lassen. Es heißt, sie kämen gleich.“ „Findet ihr nicht auch“, schnupperte ein Dritter, ein alter Graubart,„es liegt was in der Luft. Die Welschen haben es mächtig eilig, über die Grenze zu kommen. Soll mich nicht wundern, wenn sich da was zusammenbraut." „Still, sie kommen!“ Yorck hatte gesprochen. Vierzig Augenpaare brannten ihm entgegen. Man hörte das heiße Atmen im Raum. Nun wandte sich Yorck an einen der jüngeren Offiziere, der hart vor ihm stand, jede Muskel gespannt in dem jungen, mutigen Gesicht. „Die Order nur mündlich, Herr Rittmeister. An General Diebitsch persönlich: General Yorck sei Verhandlung und Abschluß bereit. Bevollmächtigte des russischen Armeeführers werden am 30. Dezember bei Einbruch der Dämmerung vor der Poscheruner Mühle bei Tauroggen erwartet. Verstanden?" Der Rittmeister salutierte und schritt sporenklirrend hinaus. Yorck schaute um sich. Letzte Entschlossenheit in seinem Gesicht. „Meine Herren! Die Würfel sind gefallen. Der König schweigt. So handle ich nun, wie ich muß. Die Zeit ist reif, weh' uns, wenn wir die Mahd versäumen. Mag unser Ruf nun zünden, wo immer in der Heimat man ihn vernimmt.— Und nun folgen Sie mir. Ich will zu meinen Preußen und ihre Weihnachtsfeuer sehen. Die sollen heute brennen, daß sie als Feuerzeichen der Freiheit hinüberleuchten in die weiten deut. schen Lande!" Sie traten hinaus. Da klang im Dunkel eine Fanfare auf. Fackeln loderten rot in die Nacht und flogen in die Holzstöße. Gierig fraßen die Flammen. Da brannte der Himmel über ihnen hell wie das Morgenrot. Die sndertiePkerte* Srzählung von Heinrich Zerkaulen STeattirau Srzählung von Willi Fehse Jedesmal vor Weihnachten muß ich an einen alten Lumpensammler denken. Er lebte noch und heißt Mattikau. In meiner Kindheit kam er oft in unser Dorf. Damals sind wir nicht immer sehr freundlich zu ihm gewesen. Zuweilen schmälten wir die verhutzelte Gestalt und das graue Faltengesicht des Alten sogar in allerlei Spottversen. Der wildeste davon behauptete, Mattikau säh'„aus wie'ne Kauh". Vor dem Weihnachtsfest besserte sich aber unser Benehmen zu ihm. In der Adventszeit, wenn alle Tage schon eine heimliche Krone tragen und der Himmel sich tiefer und gnädiger auf die verschneite Erde herabsenkt, schien uns Mattikau in dem Auftrag holdseliger Mächte zu stehen, mit denen wir es nicht verderben wollten. Die Landleute tauschten nämlich in diesen Wochen ihre Lumpen bei ihm gegen Baumbehang ein. Vor unseren Augen zählte er dann die bunten Zuckerfiguren und das braunknusprige Backwerk auf den Tisch. In der heiligen Nacht. so versicherte er uns dabei unter allerlei Schnurrpseifereien, würde der Weihnachtsmann damit selber den Baum schmücken. Das glaubten wir ihm. Als er aber 1917 in den Adventswochen bei uns vorsprach, fand er in unserm Haus nichts als Trübsal vor. Die Mutter war krank geworden. Weil der Vater im Felde stand, wurde sie von unserer halbtauben Muhme gepflegt. Manchmal kam der Arzt und sah bedenklich drein. Unter solchen Umständen war freilich nicht daran zu denken, daß die Mutter zur Stadt fahren konnte, um dort den Weihnachtsmann zu„bestellen“, wie man bei sagte. Betrübten Herzens hatten wir uns auch uns schon darein gefunden. Dies erklärten wir dem alten Mattikau und fragten bekümmert, was uns denn sein Backwerk solle, wenn wir nun doch keinen Baum bekämen und auf die Bescherung verzichten müßten. Er hörte uns an, während er mit verschränkten Armen am Fenster stand und hinausblickte. Draußen wirbelten die Flocken. In gedämpftem Ton wandte er sich dann an meine Mutter, die mit blassem Gesicht am Ofen saß. Ich sah ihn mehrmals mit den Augen zwinkern. Als er sich nachher zu gehen anschickte, klopfte er mich auf den Rücken.„Ich will beim Weihnachtsmann ein Wort für euch einlegen“, sagte er fröhlich.„Wie ich ihn kenne, wird er schon Rat schaffen. Ihr könnt auf mich rechnen...“ Wirklich erschien Mattikau nach einigen Tagen abermals in unserm Hause. Wir trauten unsern Augen kaum: Unter dem Arm trug er geheimnisvoll verschnürte Pakete und einen Weihnachtsbaum, wie er wohl stattlicher nicht gedacht werden konnte. Mattikau weidete sich in dem ungläubigen Jubel, in den uns dieser Anblick versetzte. Er drehte den Baum von rechts nach links und lobte den Weibnachtsmann, der nicht nur die Tanne geschickt, sondern für das Fest auch noch moncherlei verheißen habe. Dabei lachte er, und sein faltiges Gesicht, das sonst unsern Spott erregte, wollte mir mit einemmal fast schön vorkommen. Wie sich später erwies, hatte uns Mattikau nicht zuviel versprochen. Nicht anders als sonst prangte in der Nacht der Herrlichkeit ein bunt behangener, mit Glitzertand und Backwerk geschmückter Lichterbaum in unserer Stube. Daneben standen alle Geschenke, die wir uns gewünscht hatten, und eines war noch schöner als das andere. Unter den Zweigen dieses Weihnachtsbaumes begann ich reumütig zu ahnen, daß sich die holden Mächte immer der Aermsten und ihrer Gestalt bedienen, wenn sie am reichsten schenken wollen. Ein spottendes Wort hat der gute Mattikau jedenfalls nie wieder aus unserm Munde vernommen. Kürzlich sah ich ihn wieder. Mit emsiger Geschäftigkeit zog er. einen Sack auf dem Rücken, von Haus zu Haus. Ich bin ihm in scheuer Dankbarkeit aus dem Wege gegangen; denn ich wollte ihn als den verwunschenen Boten aus weihnachtlicher Höhe im Gedächtnis behalten, wie er uns in der Kindheit erschien. „Möchte wohl wissen, wie. Aber kommen Sie. Das Feuer langt für uns beide.“ Sie saßen nun am Kamin einander gegenüber. Clausewitz hob den hellen Blick dem General entgegen. „Ehe ich mich meines Auftrages entledige, lassen Sie mich berichten. Man wird Sie über die Ereignisse der letzten Woche im unklaren gelassen haben. Die Große Armee— ist nicht mehr. Der Kaiser ist in Paris. Als Graf Rayneval fuhr er im Schlitten, nur vom Großstallmeister Caulaincourt begleitet, nach Frankreich. Die Armee ist in fürchterlicher Auflösung begriffen. Der König von Neapel führte sie nach Wilna. Hier, auf den Höhen von Ponary, vollendete sich die Katastrophe, die ihresgleichen in der Geschichte nicht hat. Marschall Macdonald, in der Flanke von den Russen bedroht, wird— vielleicht noch in dieser Stunde— Mitau räumen und den Rückzug zum Niemen befehlen. Zum Niemen, vielleicht über den Niemen. Es ist denkbar, daß dieser Rückzug in voller Ordnung vor sich geht; wenn der Marschall nämlich aller seiner Divisionen sicher sein kann. Wenn aber auch nur eine sich gegen ihn stellt, so wird sein Rückzug— zur Flucht.“ Clausewitz schwieg und sah gespannt in das Gesicht. in dem es erregt und wild arbeitete. Wie Donnerschläge waren die Worte des Masors auf Yorck nieder. gefahren. Wahrheit####so war, was bisher nur als dunkle Kunde zu ihm gedrungen war. Vernichtet des Korsen gewaltige Armee. Das war der eherne Ruf des Schicksals an Preußen. Oder gar— an ihn? War das nicht der Sinn von Clausewitz' Worten gewesen? Der Major neigte sich vor.„Exzellenz, die 20000 Preußen, die hier oben dem Wahnwitz des Korsen gezwungen dienen mußten, können Napoleons letzte intakte Armee, die Armee Macdonalds, retten oder vernichten. Exzellenz, Preußen erwartet Ihren Befehl!“ Schweigen. Die beiden Männer fühlten jagenden Herzens die Gewalt dieser Stunde. Da sprach Clausewitz weiter.-Er zwang seine Stimme zu gedämpfter Ruhe.„Der Zar sendet mich. Nehmen Sie diesen Brief. Rußland bietet in dieser Stunde die Hand zum Bündnis. Es wird die Waffen nicht aus der Hand legen, ehe nicht Preußen in den Stand des Jahres 1805 zurückversetzt ist. Nur muß dieses Preußen jetzt handeln.— Hier ist der Brief.“ Yorck schwieg noch immer. Hart und kantig war sein Gesicht. Stumm nahm er den Brief, las und sah dann gesenkten Hauptes ins Feuer. Clausewitz beobachtete den General scharf. Er kannte diesen seltsamen Mann, der vor jeder großen Entscheidung in schweigender, stürmischer, wie Unsicherheit anmutender Erregung mit sich um Klarheit rang und der dann plötzlich dieser Entscheidung mit eiskalter, stählerner Ruhe entgegentrat. Darum schwieg auch der Major. Lange. Er fühlte, was da kommen würde, kommen mußte. Nun schaute Yorck auf. Clausewitz spürte, wie das Blut ihm heiß ins Gesicht schoß. Er sah in zwei Augen, die, blank und hart wie Stahl, durch ihn hindurchschauen und die Zukunft zu suchen schienen. Und dann sprach der General. „Es ist Preußens Stunde.— Es kann Deutschlands Stunde sein. Wird unser König das erkennen? Erkennen wollen? Aber ich begreife: er wird es— müssen! Ich begreife, man wird ihn zwingen müssen. Ich begreife: der Befehl gilt mir! Es ist viel für mich alten Soldaten. Wenn ich Preußen gehorsam sein will, muß ich dem König ungehorsam sein.“ Plötzlich stand der General aufrecht. Auch Clausewitz sprang auf. „Herr Major, ich habe meinem König zu schreiben, und ich hoffe, daß der König es sein wird, der Ihnen antwortet. Sollte er aber schweigen,— so— werde ich Ihnen Antwort geben. Statt seiner. Und wie ich muß!" Der Blick des Majors leuchtete dem alten Recken aufglühend ins Gesicht. Dann grüßte Clausewitz voll Ehrfurcht und schritt rasch hinaus. Ein gut Teil abseits von der langgestreckten Dorfstraße liegt das Schulhaus, dicht an den Wald herangebaut. Es muß eine begnadete Eingebung des Dorfschulzen gewesen sein, als er zur Bestellung solchen Bauplatzes seinen Entschluß kundgab und bei den Schöffen durchzusetzen wußte. Keiner ist ihm dankbarer in der Reihe der Lehrer, die in diesem Hause ewig alte und ewig junge Weisheit verkünden dürfen, als der neue Schulmeister Hans Lochner. Eben schließt er mit einem Schlüssel gewaltigen Ausmaßes die Tur zum Schulhaus ab, wendet sich noch einmal froh der fernen Dorfstraße zu, dann ist er im nahen Waldbereich verschwunden. Weißer Winterwald nimmt ihn auf. Hier gibt es keinen Weg als den, den man sich selber tritt. Spuren von Hasen und Rehen laufen kreuz und quer. Hans Lochner aber hat sich schon manchen Weg im Leben selber getreten, er hat dazu die breiten Füße der sicher Schreitenden mitbekommen, den wachen Blick im breit gewölbten Schädel und zwei Hände, die gut und fest im Griff sind. Er geht langsam, bedächtig fast, trotz seiner Jugend und trotz des gewaltigen Aufruhrs, den er in sich fühlt. Seine Schultern sind leicht vornüber geneigt. Das sind Schultern, die zu tragen gelernt haben. Er ist nicht umsonst das Kind eines Müllerknechtes. Einen Sack nach dem anderen hat er abgeschleppt, bis endlich heute, zwei Tage vor Weihnachten, die Bestallungsurkunde als Lehrer gekommen ist. Hans Lochner schreitet aus. Er schreitet dahin durch das eigene Leben. Durch die schwere, fast dunkle Kinderzeit, durch den Kampf um das Geld, durch die vielerlei Not um die Liebe, durch das zähe Wollen, aus der Kette der Väter auszubrechen, um mit einem Ruck, mit Studium und Anstellung, ein paar Glieder zu überspringen. Mit diesem Denken wird der Anstieg nun doch zu hastig. Hans Lochner keucht. Aber das hört nur der Wald, und der Winterwald ist stumm. O, Hans Lochner kennt jeden Baum hier, das Gesträuch, die Vögel und jegliches Getier. Er weiß das alles mit Namen zu nennen, mit deutschen und mit lateinischen Namen. Doch er darf sich jetzt nicht aufhalten, er darf sich auf dem Wege zur Liebsten hin nicht versäumen mit der glücklichsten Weihnachtsbotschaft seines Lebens. Doch plötzlich bleibt Hans Lochner stehen. Er reißt die Augen auf, er erschrickt. Er steht vor einem Baum, und es überkommt ihn eine lähmende Erkenntnis: er bringt nicht einmal ein Geschenk für die, die er liebt, die nun seine Frau werden soll, die junge Lehrerin. Nicht das kleinste Zeichen der Erinnerung an dieses erste Weihnachten kann er ihr bringen. Und da steht er nun vor einem Baum. Versperrt ihm der Baum den Weg? Weshalb geht Hans Lochner nicht um den Baum herum? Der junge Lehrer greift in Gedanken an seine Uhr. Nein, er darf sich nicht versäumen. Gerade heute nicht. Er fühlt die silberne Uhrkette. Es ist das einzige Erbstück seines Vaters. Braucht er, der Sohn des Müllerknechtes, alle Tage diese silberne Uhrkette zu tragen, die der Vater nur an Sonntagen und zu den Festen angetan? Ließe sich aus dieser Kette nicht ein Armband fertigen? Dann käme Hans Lochner zu der Liebsten mit einem wirklichen Weihnachtsgeschenk. Immer das verdammte Geld. Auch dazu gehört Geld, aus einer Uhrkette ein Armband zu machen. Und er muß doch rechnen mit jedem Pfennig. Jetzt erst recht, wenn er für zwei zu sorgen haben wird. Und wenn Kinder kommen? Natürlich kommen Kinder. Hans Lochner will Kinder. Will die Liebste, will Kinder. Will die ganze, ganze Welt! Weiter denn, der Baum soll ihn nicht aufhalten. Er will ja zu ihr, um ihr zu sagen, daß die Anstellung eingetroffen ist und daß sie nun heiraten können, daß— Doch der Baum läßt ihn nicht los. Der Baum hat eine borkige Rinde, rissig von Schnee und Regen, von Das Sonnenrad als uraltes Symbol Die Armee des Marschalls Macdonald, Herzogs von Tarent, wälzte sich der oftpreußischen Grenze und dem Niemen zu. Das gewaltige Drama in den Eiswüsten Rußlands, das den weißen Tod von mehr denn 500 000 Menschen sah, riß in seinem letzten Akt auch die baltischen Divisionen in seinen Strudel. Hungernd und frierend, von den nachspürenden Russen nirgends in Ruhe gelassen, drängten selbst die besten Regimenter Der Winteranfang brachte uns wieder zum Bewußtsein, daß die Sonne nach wie vor ihren Kreislauf so exakt vollzieht, wie uns die Forscher und Wissenschaftler dies bisher gelehrt haben. Das hier gezeichnete„Sonnenrad“ zeigt diesen Kreislauf durch seine Anordnung in ganz besonders anschaulicher Form. Auf unserer Abbildung(Scherenschnitt von Christiana Köhler) sind zwischen den Speichen die Jahreszeiten sinnbildlich dargestellt, und zwar der Winter durch Rauhreif, der Frühling durch Blütenknospen, der Sommer durch Ahren und der Herbst durch Weintrauben. Scherl-.) 24./26. Dez den Säften des Sommers, den nagenden Bissen der Käfer, der eisigen Zucht des Winters. Es ist dem Hans Lochner, als blicke er in sein eigenes Gesicht. So war es immer, so ist es, so wird es in Ewigkeit bleiben. Auch wenn sie nun endlich zusammen sein werden, die Liebste und er, erst recht, wenn Kinder kommen. Immer die Risse von Schnee und Regen, von den Säften des Sommers, den nagenden Bissen der Käfer der eisigen Zucht des Winters... Und nie ein selig überfließendes Geld zu einem Geschenk. Weshalb nun die übereilte Freude über die Bestallung, über das großspurige Zuschließen des Schulhauses, das dankbare Zurückblicken über das heimatliche Dorf, weshalb der stürmische Aufbruch durch den verschneiten Winterwald zur Liebsten hin— all das nur, weil doch nie etwas anders werden kann, weil man doch nicht reicher wird am Ende, wenn man auch ein paar Glieder in der Kette der Väter zu überspringen glaubt? Hans Lochner hält den Baum umklammert. Er hört sein Herz hämmern bis in die Schläfen hinauf. Er wird absacken, wenn er sich nicht festhält. Ist denn keiner, der ihm hilft in solcher Not? Lohnt sich denn solch ein Leben, das ewige Säcke schleppen, lohnt es sich? Kommt man denn nie mit dem Letzten zu Rande? Liebste— Liebste— ich rufe dich! Da, es geht kein Wind, aber der Baum, der dem jungen Menschen Halt gibt, der Baum bewegt sich. Der Baum lebt. Der Baum atmet. Die Borken und Risse scheinen auf einmal weich wie Hände. Die grünen Nadeln reden mit Hans Lochner wie Kinder mit dem Vater. Die Aeste bewegen sich, deuten hinauf und hinaus. Sie atmen und sind und wissen nicht von der Menschen Not. Sie halten still unter der Sonne, still unter dem Schnee. Sie lassen sich peitschen vom Sturm und sich tränken vom Regen. Aber sie halten fest am Stamm, an dem sie gewachsen sind. Nur die schwachen und faul gewordenen, die dürren Aeste tragen die Winde als Beute von dannen. Geschmeidig wurde der Stamm, biegsam, trutzig, immer das Haupt dem Himmel zugekehrt. Hans Lochner schaut hoch hinauf. Des Baumes Wipfel winkt ihm lächelnd zu. Ist es die beglückende Botschaft der endlichen Anstellung, die Sehnsucht zur Liebsten hin, das Aufatmen nach hetzendem Kampf der letzten Jahre— dem Lehrer Hans Lochner überkommt die Sprache des Baumes mit solcher Gewalt, daß er mit sich ringt, um nicht haltlos zu weinen. Er braucht keine Uhrkette und kein Armband mehr. Der Baum hat sich ihm zum Geschenk geboten. Hans Lochner läßt ihn aus dem Arm, wie man sich von einem Menschen löst. Er erschrickt noch einmil, denn jetzt fühlt er, wie in ihm selber eine Kette mitten auseinanderbricht. Wie man von einem Erleben in ein zweites gestoßen wird, das hinter dem ersten liegt, nicht mit Augen zu schauen und dennoch mit dem Herzen voll zu umfassen. Wie man einen Berg hinaufklettert und nicht weiß, was hinter dem Gipfel liegt. Und dann erblickt man das Land, und es verschlägt einem den Atem vor der Unendlichkeit solcher Weite. Hans Lochner hat sich versäumt. Nun holt er aus, und der weiße Winterwald wandert mit ihm, dem sichet Schreitenden. Er hat nichts als die frohe Weihnachtsbotschaft für die Liebste. Nichts? Er redet, daß sie zusammenwachsen würden wie ein Baum, trotz aller Erdennot, der Risse von Schnee und Regen, den Säften des Sommers, trotz der nagenden Bisse der Käfer und der eisigen Zucht des Winters. Blätter würden aus ihm wachsen, junge Triebe 31 Aesten werden, breiten, starken. Und die Liebste und er, sie würden beide Sorge tragen, daß keiner schwach und faul werde, dürre Beute dem peitschenden Winz Die Liebste verstand nicht alles, was er sagte. an seiner Stimme erkannte sie, daß es ein Gutes und Starkes sein müsse, von dem er sprach. Glaube leuchtelt aus seinen Augen, Liebe aus seinem Herzen. Undi## war, als erhielte sie eine ganze Welt zum Geschenk. 500 Meter vor Lompe auf. Sto Da steht auf der der Riksvei(Fern Kraftfahrer, allein wehe von der Str dem unübersehbart die Straße wie ein einige Kilometerh Straße an. Alle packen zu, sohlen Licht der Stunoe, den Wag kein Ereignis.. Straßen, auf den marschieren. Und Komeraden ein bes fährten gefunden schein scheint. Fo Fahrt über diese 5 Europa gibt. Es ist die all Kurierwagen des dem füdlichen Küst hl. Olav fuhren. A wurde dann auf Strecken bis auf d. Blick rückwärts ist meer verschwunde Mensch... Es sere Entfernungsb mehr, hier auf der Hier marschier im Mai d. J. Se wie unsere Fernsa zufinnen. 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Da steht auf der Hochgebirgsstraße des Dovre=Massivs, der Riksvei(Fernstraße) 50, ein deutscher Soldat, ein Kroftfahrer, allein. Sein Wagen ist in einer Schneewehe von der Straße weggeglitten und umgestürzt. In dem unübersehbaren Schneefeld des Plateaus verläuft die Straße wie ein endloses breites, weißes Band. Nur einige Kilometer hin und wieder zeigen die Grenzen der Straße an. Alle packen zu, Offizier, Melder und Fahrer. In dem sohlen Licht der Dämmerung gelingt es nach einer Stunde, den Wagen wieder flott zu machen. Das ist kein Ereignis... Kameraden heisen sich auf allen Straßen, auf denen deutsche Truppen und Kolonnen marschieren. Und doch lag in dem Abschiedswort des Komeraden ein besonderer Ausdruck der Freude, hier Gefährten gefunden zu haben, wo die Grenze der Welt zu schein scheint. Fast zwei Autostunden lang währt die Fahrt über diese Hochgebirgswüste, die es nur einmal in Europa gibt. Es ist die alte königliche Hochstraße, auf der die Kurierwagen des Königs und die Pilger von Oslo und dem füdlichen Küstenland nach Drontheim zum Grabe des hl. Olav fuhren. Auf engen Talwegen begann die Fahrt, wurde dann auf kurvenreichen steil aufwärtsführenden Strecken bis auf das Dovre=Massiv fortgesetzt. Bei einem Blick rückwärts ist das Land drunten unter einem Nebelmeer verschwunden. Kein Haus weit und breit, kein Mensch... Es ist eine Fahrt in die Ungewißheit. Unsere Entfernungsbegriffe vom Festlande gelten hier nicht mehr, hier auf dem Dach der Welt... Hier marschierten die deutschen Infanterieregimenter im Mai d. J. So gewaltig die Einsamkeit ist, sie hatten wie unsere Fernfahrer keine Zeit, zu verweilen und nachzufinnen. Sie überwanden bei ihrem Vormarsch diese Entfernungen mit einer Schnelligkeit, daß die Briten bei Roros und füdlich Drontheim atemlos davonrannten und ganze Kisten mit Geheimpapieren vergaßen. Die Fahrt geht weiter. Wir kommen vorbei an den im Mittelalter für die Königskuriere und Pilger gebauten Unterkunftshäuser, Kiellsteuer, Fokstua, Mierkinn, Kongsvoll und Drivstua. Nicht weit von Drivstua sind jetzt in deutschem Auftrag Rasthäuser im Bau, die wie die Rasthäuser an der Reichsautbahn eine Bleibe für Kraftfahrer sein sollen und eine Autoreparaturwerkstatt haben. Ji der Driostua kehren wir ein. Alte Schränke und Truhen tragen die Jahreszahl 1764. Der norwegische Stua=Hausherr weist mit Stolz auf kleine Engelsfiguren an einer alten Standuhr hin, die leise Andeutung an barocke Amorfiguren hat. Und es geht hier noch zu wie ehedem, wenn die alte Königskarosse vor der Haustüre stand. Der Gast wird wie damals in die große Wohnstube geführt. Bequeme Sessel aus der Großvaterzeit stehen da. Bald wird eine große Kanne Kaffee aufgetragen. Bauernkuchen, wie ihn unsere niedersächsischen Bauern backen, wird gereicht den Soldaten, und man reicht immer noch eine Kuchenschüfsel nach. Gastfreundschaft ist unvergessene germansiche Ueberlieferung hierzulande. Ein wenig scheu steht der zehnjährige Bub beiseite und wiederholt immer:„Mor Tyoke Soldater!“(Mutter, das sind deutsche Soldaten!) Beim Abschied aber lacht er uns an und will das deutsche Seitengewehr ganz gründlich untersuchen. Es dämmerte, als wir in das Unterkunftshaus gingen. Nun ist es rasch Nacht geworden. Im fahlen Mondlicht sehen wir die Berge hnter uns wie zarte Linien auf einer sapanischen Landschaftszeichnung. Unübersehbar ist die Folge der Bergrücken, eine Alpenwelt riesiger Größe. Die Schneekuppen leuchten in mattem Schimmer. Hier waren die alten Götter zu Hause. In Joetunheim, westlich von hier, hausten die Itune, die gefährlichen Riesen, die wie die Trolle Felsen ins Tal warfen. Die Welt steht still. Mancher hierzulande mag das gedacht haben. Sie lieben die Einsamkeit. Aber die Welt steht nicht still. Auf den Hochstraßen der deutschen Heere schreitet die Zukunft voran, unaushaltsam. Kriegsberichter A Ruppert. An Englands Küste Von Bootsmaat Klonz Der Kampf zur See hat seine eigenen Gesetze. In der Weite der See, in der Ueberwindung der Naturgewalten und in der Seltenheit eines feindlichen Zusammenstoßes verdirgt sich der Einsatz des seefahrenden Saboen. Selten vermögen wir die Fruchte unseres harten Kampfes mit eigenen Augen zu erkennen und oft versagt uns die Eigenart des Einsatzes am Erfolg direkt teilzuhaben. Eine innere, soldatische Befriedigung empfinden wir nicht nur nach der Vernichtung eines seindlichen Schiffes, sondern nach der erfolgreichen Durchführung eines schwierigen Auftrages ohne Feindberührung. Der direkte Kampf Schiff gegen Schiff ist unsere Losung, doch auch die heimtückische Mine verlangt in diesem Kriege einen offensiven Geist. Je näher wir sie an die englische Küste heranbringen konnten, um so freudiger führten wir die Unternehmungen durch. Wie so oft nahmen auch diesmal unsere Torpedoboote ihren Kurs gegen England. Nur das geheimnisvolle Glitzern des durch die schnelle Fahrt aufgewirbelten Wassers begleitete uns auf diesem Wege. Doch plötzlich irrten die zittrigen Strahlenbündel der Scheinwerfer in der Weite des sternenübersäten Himmels und gaben uns die Ahnung des dahinterliegenden Landes. Im dunklen Grau des nächtlichen Horizontes erhob sich dann ein langer Schatten und wuchs im Näherkommen zur steilen, geheimnisvollen Küste empor. Irrlichter mit langen weißen Fingern griffen über dem ins Dunkle gestoßenem Lande in die Leere der Nacht. Vor verhaltener Gespanntheit und jubelnder Befreiung löste sich aus der Tiefe unseres Herzens das eine Wort: England. Wir wollten es in uns verborgen halten und vor Freude doch hinausrufen, wir schrieben es mit goldenen Lettern in unser Lebensbuch ein und hätten es doch am liebsten mit Schmutz beworfen. Wir wollten Stahl und Feuer auf dieses Land schleudern und mußten doch still und unsichtbar vorüberhuschen. All unsere Sinne arbeiteten jetzt für die uns gestellte Aufgabe, doch die Gedanken schweiften über das uns vom Land noch trennende Wasser hinweg und gingen ihre eigenen Wege. All die satanische Schuld des verbrecherischen England hätten wir jetzt zurückzahlen wollen und konnten doch nur mit ritterlichen Mitteln einen Bruchteil davon begleichen... 8., 9.(ahl. mmi Als das gurgeinve Wasser die leßzte Mine in die Tiefe gezogen hatte, fühlten wir alle, daß uns dieser Auftrag zum Schutze unseres Volkes und zur Vernichtung unseres Feindes im Glauben an den Sieg stärker gemacht hat. Als todbringendes Geisterschiff gleiten wir den dunklen Streifen entlang, erkennen bald Häuser und Türme, sehen die Küste zum Greifen nahe und lassen Land und Wasser im Grau des anbrechenden Tages verschwimmen. Harmlos nagt leise die anrollende See gegen die morsche Insel und hütet das Geheimnis der Nacht in der Tiefe ihres blauen Wassers. Aber Otto pfiff vor sich hin! Im Schneiderstübchen der Kompanie—„Ach liebes Mädel, Du!“ ...., im Dezember.(PK) Hoch oben in einem Dachkämmerchen hat der Kompanieschneider seine Werkstatt. Hosen, Paspelierungen, Schulterstücke,— alles liegt bunt durcheinander. Es weihnachtet, und jeder möchte zum Fest seinen Rock in Ordnung bringen. Aber heute muß des Meisters Schere ruhen, die Muse ist in diesen Arbeitsraum eingezogen, und viele Soldaten sind in dem Stübchen versammelt, die sich an einem Volkslied probieren, das zur Weihnachtsseier gesungen werden soll. Otto.— Schulmeister, Schreiber und Dirigent— hebt den Finger. Das Bandonium setzt ein,— da öffnet sich die Tür.„Hier hab' ich noch was für Euch“, vielleicht läßt sich das noch singen. Es ist ein Dichtersmann, der hereintritt, in der Hand ein„Epos“, der er,„Fliegerschützenlied" nannte. Ja, aber wo sind die Noten?„Nee, Kinder, ich bin vollkommen unmusikalisch, vielleicht gehts auf eine bekannte Melodie?“. Neun Soldatenkehlen räuspern sich, neun Soldaten holen tief Luft und beginnen zu singen,— es ging nicht, es ging beim besten Willen nicht.— Zwei Stunden später! Bouletten und süße Reissuppe hatte die Kantine inzwischen von sich gegeben. Die Sangerschar traf sich wieder bei Meister Schneiderlein. Otto sagte:„Ich mach' eine Melodie dazu". Stube 101. Einige schreiben, andere säubern sich und ihre Sachen, der Stubendienst hantiert mit Besen und Staubtuch. Hinten in der Ecke am Fenster aber lag Otto auf seinem Strohsack, die Augen halb geschlossen und pfiff nachdenklich vor sich hin. Ab und zu kritzelte er etwas auf ein Stück Papier. Er pfiff noch, als alles längst im Bett lag. Die anderen brachten keinen rechten Sinn, keine Melodie in das Gepfeise Sie pennten ein,—— Otto aber pfiff weiter. Morgens war Otto etwas aufgeregt, als er wieder in das Stübchen unter dem Dachgeschoß kam. Er legte ein Blatt auf den Rand der Nähmaschine und pinselte Noten darauf.„Ich habs jetzt“, sagte er schlicht, gar nicht wie ein großer Komponist.„Spiel's amol vor“. Und ein Soldat griff in die Seiten und spielte, und wir anderen hörten und drückten im Rhythmus die Fußspitzen auf den Boden.„Zackig“, war der erste Ausruf, und bald klang es aus dem offenstehenden Fenster: „Nichts gefällt uns mehr auf Erden, als ein Fliegerschütz' zu sein.“ Rumms—— die Tür geht auf. der Luftzug flattert die Noten durch den Raum. Der Dichtersmann steckt wieder den Kopf herein und meint trocken.„Hier hab' ich noch was.“ Das war drei Tage stssei vor der Weihnachts##ier.„Ach liebes Mädel, Du“ lasen wir. Welcher Soldat bleibt bei diesen Worten kühl bis an die Halsbinde? Auch Ottos Augen bekamen einen schimmernden Glanz, er dachte sicher an die hübschen, netten kleinen Mädels daheim in Kärnten. Sein einmal ausgewachtes Komponistenblut begann in Intervallen zu tanzen.„Momenter!“ sagte er, nichts weiter,— und verschwand. Und dann erschien er mit seinem neuen Opus. Flott klang es„Ach liebes Mädel, Du" und wir schunkelten und sangen es immer wieder,— und draußen auf dem Korridor ging der gewaltige UvD vorbei und horchte und summte mit:„Und heulen die Granaten hier, tobt auch so heiß die Schlacht, so hab ich doch an mein Quartier und dich, mein Kind, gedacht.“ Dann wurden die Hosen gebügelt und die Stimmen geschmiert und die Kameraden hörten sie sich an, die zwei Lieder, von Kameraden gedichtet, von Kameraden vertont für die Kameraden,... das Lied vom Fliegerschützen und der Sang vom„Lieben Mädel, Du.“ Kriegsberichter Alfons Neumann. Taubslummer prellte 600 Personen Stockholm, im Dezember. In Schwedisch=Norrbotten ist man den raffinierten Schwindeleien eines Taubstummen auf die Spur gekommen, der sich 22 Jahre lang als Repräsentant einer fingierten Taubstummenvereinigung ein durchschnittliches Jahreseinkommen von 5000 Kronen ergaunert hat. Erst jetzt stellte sich heraus, daß seine„Vereinigung zur Unterstützung mittelloser Taubstummer“, die über 100 zahlende Mitglieder verfügte, in Wirklichkeit gar nicht existierte. Mohrrüben werden an Schüler verteilt Kovenhagen, im Dezember. Das dänische Innenministerium hat die Mittel zum Ankauf von 4000 Tonnen Morrüben bewilligt. die in den Schulen des Landes als Ergänzung des Frühstücks an die Schüler verteilt werden sollen. um deren Gesundheitszustand durch zusätzliche Vitaminzuführung zu fördern. Die Mohrrübe ist bekanntlich durch das in ihr enthaltene Carotin ein hervorragender Vitaminspender. Statt Karten! Wir haben uns vermählt Karl Hlegemann Agnes Hlegemann geb. Linnemann z. Zt. im Felde 27. 12. 40 Ahaus Scheelenkamp 10 Die glückliche Geburt eines gesunden Stammhalters zeigen mit großer Freude an S Do. to. Blkons Bresser und Frau Margret geb. Kranz Recklinghausen, 21. Dezember 1940 Herzogswall 10 z. Zt. Prosper-Hospital Statt Karten! Herzlichen Dank für die zur Vermählung erwiesenen Glückwünsche PSlatswUnsehe Ich suche für meinen Freund, selbst. Handwerker, 33., stattliche Erscheinung, mit eigenem schuldenfr. Heim und gutgehend. Geschäft, eine passende Lebensgefährtin. Ernstgemeinte Zuschriften mit Bild unter K K 5405 an die Hauptgeschäftsstelle Münster erbeten. Diskretion Ehrensache. Trautes Eheglück ersehnt 22jährige gebildete Bäckermeisterstochter,.65 groß, gut aussehend(30000.— Vermögen). Näheres unt. M 198 durch den Briefbund „Treuhelf“ Geschäftsst. Köln 5/Rh., Schließf. 47 Suche für meinen led. Bruder, 43 J. alt, städt. Gärtner, eine Frau. Sie soll gesund, fleißig, energisch, kinderlieb, etwa 35 Jahre alt, kath., häuslich, v. Lande und möglichst blond sein. Vollwaise bevorzugt. Kinderlose Witwe nicht ausgeschlossen. Einrichtung u. Vermögen vorhanden. Ernstgemeinte Anfragen mit Lebenslauf und Bild erbeten unter KN. 5542 an Ala, Köln, Zeppelinstraße 4. Hans Jung * Cilli Jung geb. Guddorf z. Zt. im Felde Averkampstr. 10 Münster i. W. Statt Karten! „" Unser Stammhalter ein Sonntagsjunge, ist da Lissy Danker, geb. Brütting Fritz Danker z. Zt. im Felde Hamburg, Hasselbrookstr. 52 z. Zt. Münster, Raphaelsklinik, 22. 12. 40 Wir freuen uns über die Geburt unseres ersten Jungen und nennen ihn„Jochen“ Frau Lotte geb. Schlienkamp Jäger-Standartenführer im SD.—RF. Münster I.., 19. Dezember 1940 Dietrich-Eckart-Str. 9 I Jäger von Münster und Umgegend! Wild kauft laufend jed. Posten, bei größ. Mengen hole selbst ab. Wild= u. Geflügelhandlung Heinr. Schneider Telgter Straße 5/6 Ruf 21712. Betriebsführer, 39., kath., 1,73 gr., gesund, nüchtern, sehr verträgl. Charakter, alleinstehend, mit größer. 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Heim legt, zwecks Heirat kennenlernen. Beamter bevorzugt. Witwer mit Kind angenehm. Diskr. zugesich. Zuschr., mögl. mit Bild(zurück), u. 141 an die Hauptgeschäftsstelle Münster. Suche für meine Schwester, 35 Jahre, gesund, schlank, angenehmes üußere, blond, aus guter Familie, vom Lande, angenehme Familienverhältnisse, sehr häuslich, mit guter Aussteuer und Vermögen, tadellose Vergangenheit, gute Ausbildung im Haushalt, einen soliden, charakterfesten, kath. Mann in sicherer Lebensstellung. Zuschr. u. S S 5412 an die Hauptgeschäftstelle Münster. Gute Werbung durch die Westt. Tageszeltung Für Sandtransporte auf Großbaustelle in norddeutschem Gebiet zu haufen bzw. zu mieten gesucht: 8 Tähtwagen S 1 u. schwerer, mit Anhänger, mögl. Kipper, Pectwagen .—.5 t. für Baustellen=Querfahrten. Brennstoff wird gestellt. Für stillgesetzte Fahrzeuge stehen Fahrer zur Verfügung. Angebote unter Angabe des Einsetzdatumo sowie Tagesforderung usw. an Arbeitsgemeinschaft 6. Ruck Bauunter nehmung Borghers i.., Teleson 75 Gelsenkirchen Traber zum Trabrennen des Westens Trabrennen 2. Weihnachtstag Donnerstag, den 26. Dezember, 13 Uhr 7 Rennen Fräulein, Mitte 30, geschäftstüchtig und sehr interessiert, sucht, da es an passender Gelegenheit fehlt, einen charakterfest., kath. Herrn(Geschäftsmann) zwecks Heirat kennenzulernen. Witwer, auch mit Kindern, ganz angenehm. Gefl. nur ernstgemeinte Zuschriften unter H H 5426 an die Hauptgeschäftsstelle Münster. Suche für meine Schwester, Mitte 30, sehr häuslich veranlagt, und tüchtige Hausfrau, da es ihr an passender Gelegenheit fehlt, kath., charaktervollen Herrn in gesich. Position als Lebensgefährten kennenzulernen. Witwer mit Kindern angenehm. Zuschriften unt. G G 5425 an d. Hauptgeschäftsstelle Münster. Weihnachtswunsch! Frl., 32 Jahr alt, kath., sucht einen netten, sol. Mann zw. spät. Heirat. Ang. u. 136 an d. .=Gesch. Münster. Zwangsversteigerung Im Wege der Zwangsvollstreckung soll das im Grundbuch von Stadt Coesfeld Band 39 Blatt Nr. 805 eingetragene, nachstehend beschriebene Grundstück am 15. Januar 1941, 10 Uhr an der Gerichtsstelle, Borkener Straße Nr. 1, Zimmer Nr. 12 versteigert werden. 1. Gemarkung Stadt Coesfeld, Kartenblatt 2 Parzelle 539/2, Grundsteuermutterrolle 304, Gebäudesteuerrolle 757a, bebauter Hofraum, Kellerstr. Nr. 13, Größe 73 am. Der Versteigerungsvermerk ist am 21. Mai 1940 in das Gxundbuch eingetragen. Als Eigentümer war damals der Vertreter Alsons Wies in Coesfeld, Kellerstraße 13, eingetragen. Coesfeld, den 5. November 1940. Das Amtsgericht. Geschäftstochter aus guter, anges. Familie, 31., 1,70 groß, symp. Erscheinung, m. Geistes= u. Herzensbildung. u. lieb., fraul., natürl. Wesen, nicht unvermög., wünscht Neigungsehe m. gebild. kath. Herrn, der sich gleich mir nach einem wirklichen Lebenskameraden u. einem gepfl. und gemütlichen Zuhause sehnt. Bildzuschriften, die ehrenwörtl. zurückgesandt werden, erbeten u. Nr. 8110 an Anzeigenmittl. E. Vendel, Salzstr. 9. Welcher treu kath., charakterfeste Herr, möchte liebes, junges Mädchen m. tadell. Vergangenh., Meister. mit fabelh. Geschäft, kennenlernen, eotl. zwecks spät., glückl. Heirat. Bin 1,67 gr., Anf. 20, gute Fig., nicht unbemittelt, tadell. Ausst. vorh. Herren in mittl. Posit. bis 32 J. aus nur gut. Fam. wollen nur ernstgem. Zuschr. mit Bild senden, welch. m. Brief unt. strengst. Diekr. sof. zurückges. wird, u. 142 a. d. Hauptg. Münster. Weihnachtswunsch! Ich suche f. meine Kinder,—7., eine gute Mutter, die mir gleichzeit. eine lb. Frau sein will. Bin 35 Jahre, 1,68 groß, in sich. Stellg.(Behörde). Habe eine schöne =.=Wohn. Einige Ersparnisse. Mäd., kath., b. 32 J. alt, aus guter Familie mit g. Vergangh. woll. Zuschr. mit Bild u. 133 an d. HG. Münster richt. Straßenbahnverbindung: Linie 17 eb Gelsenkir chen Hbf. ca. 8 Min., ab Essen ca. 30 Min. Dr. phil. 29 Jahre, in zukunftereicher Stellg., angenehmes Gußere u einwandfreier Charakter, sucht hübsche Dame aus guter Familie und tadellosen Rufes zwecks späterer Ehe kennenzulernen. Näheres u. M 198 durch Briefbund „Treuhelf“ Geschäftsst. Köln 5/Rh., Schließf. 47 We Weege WO uc W T Kn KS becen Junggeselle, 43., evgl., sucht d. Bekanntschaft einer Dame im Alter v. 30—43 Jahren zw. Heirat. Angebote unt&a C 5421 an d. Hauptgeschst. Münster. Krankenschwester, 48., kath., gute Hausfrau, naturund musikliebend, möchte mit einem gebildeten Herrn bekannt werden. Ang. u. 1863 a. d. .=Gesch. Münster. Berufstät. Dame, 87., höh. Schulbildung, musiklb., gute hausfrauliche Eigenschaften w. mit einem gebild. Herrn bekannt zu werden zw. Gründung eines netten Heimes. Angebote unter 1864 an die .=Gesch. Münster. Suche f. m. Brud., liebes, nettes, geschäftstücht. Mäd., das Interesse an Gastwirtschaft hat, im Alter v. 21 b. 27., zwecks spät. Heirat. Mein Br. ist 1,72 groß, bld., u. staatl. Erschein. 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Grevener Straße und Schützenhof 21,03 Uhr Letzter Wagen ohne Anschluß Richtung Lamberti=Hafen: ab Grevener Straße 21,13 Uhr ab Schützenhof 21,13 Uhr ab Nordplatz 21,12 Uhr Letzter Wagen ohne Anschluß Richtung Servatiiplatz= Hafen: ab Warendorfer Straße 21,09 Uhr ab Wolbecker Straße... 21,08 Uhr Am 25. Dezember 1940(1. Weihnachtstag) fahren die Wagen der städtischen Straßenbahn erst um 9 Uhr vom Betriebsbahnhof aus. Ab 9,09 Uhr besteht vom Servatiiplatz aus Fahrgelegenheit nach allen Richtungen Gegen 9,30 Uhr besteht dann am Servatiiplatz und Lamberti auch Umsteigegelegenheit nach allen Richtungen. Die städtischen Autobusse verkehren am 24. Dezember 1940(Heiligabend) wie folgt: Linie 4 Richtung: Univ.=Kliniken=FlakkaserneGievenbeck ab Servatiiplatz letzter Wagen 21,10 Uhr Linie 6 Richtung: Grevener Str.=Kinderhaus, letzter Wagen 19,40 Uhr Linie 7 Richtung: Franz=Hitze=Str.=Kriegerweg, letzter Wagen 20,45 Uhr Linie 8 Richtung: Gremmendorf=Peter=BüscherSiedlung, letzter Wagen.... 20,00 Uhr Linie 10 Richtung: Flughafen=Handorf=Fliegerhorst, letzter Wagen 21.30 Uhr Am ersten Weihnachtstage fahren die städtischen Autobusse wie folgt: Linie 4 Richtung: Univ.=Kliniken über Standortlazarett Flakkaserne ab Servatiiplatz 8,35 Uhr, ab Flakkaserne über Standortlazarett 8,55 Uhr, dann fahrplanmäßig Linie 6 Richtung: Univ.=Kliniken=Grevener Str.=Kinderhaus, ab Servatiiplatz.30 Uhr, dann fahrplanmäßig. Linie 7 Richtung: Franz=Hitze=Str.=Kriegerweg, ab Aegidii 8,45 Uhr, dann fahrplanmäßig. Linie 8 Richtung: Halle Münsterland=Luftnachr.=KaserneGremmendorf=Peter=Büscher=Siedlung, ab Halle Münsterland 8,30 Uhr, ab Peter=Büscher=Siedlung .45 Uhr, dann fahrplanmäßig. Linie 10/10a Richtung: Fliegerhorst=Handorf, ab Hauptbahnhof 8,55 Uhr, ab Danziger Freiheit 9,00 Uhr, dann fahrplanmäßig. Am 2. Weihnachtstag ist im Straßenbahn= und Autobusbetrieb Sonntagsdienst. Das beste Mittel der Werbung ist und bleibt die Zeitung! S * An beiden Weihnachtstagen halten alle Innungsmitglieder ihre Verkaufs= und Kaffeeräume geschlossen An den Werktagen vom 22. Dezember 1940 bis 4. Januar 1941 sind alle Geschäfte durchgehend geöffnet Konditoren-Innung-Münster -hu %2 2) MFA — Mikrofilmarchiv der deutschsprachigen Presse.V. KSU K Am 20. im 12. 1940 verstarb nach langer schwerer Krankheit im Sanatorium zu Schömberg(Nordschwarzwald) mein lieber Mann, der ** kaufmännische Direkter Parteisenosse Wilhelm Schmitz Kreisgerichtsvorsitzer der NSDAP. und Ratsherr der Stadt Münster im Alter von 33 Jahren. Münster(Westf.), den 24. 12. 1940. Lönsstr. 27 Frau Charlotte Schmitz geb. Komritz Die Beerdigung findet am Sonnabend, dem 28. 12. 40 um 15 Uhr von der Leichenhalle des Klemenshospitals, Münster(Westf.). Loerstraße, aus statt. Der Kreisrichter Parteigenosse Wilhelm Schmitz hat seinen Lebensweg beendet. Als alter Nationalsozialist war er ein treuer Kämpfer für den Führer, mir war er jahrelang ein wertvoller Politischer Leiter und allen Parteigenossen ein guter Kamerad. Unser Kampf geht weiter, sein Name wird in der Geschichte des Kreisea Münster-Warendorf bestehen. Mlerig, Kreisleiter Nach einem langen und schweren Leiden verschied am 20. 12. 1940 unser lieber Parteigenosse Wilhelm Schmitz Kreisgerichtsvorsitzer der NSDAP. und Ratsherr der Stadt Münster Wer den Verstorbenen gekannt hat, weiß, welch schwerer Verlust die Ortsgruppen getroffen hat. Ein Mensch ging von uns, einer der Besten, der. als alter Kämpfer des Führers, bis zuletzt seine ganze Kraft für die Bewegung eingesetzt hat. Treueste Pflichterfüllung, echter Kameradschaftsgeist und stete Hilfsbereitschaft waren oberstes Gebot seines Lebens. Die Ortsgruppen vergessen ihn nicht! Ortsgruppen der NSDAP. Blitzdorf und Staufen Hermanns, Ortsgruppenleiter Münster, den 24. 12. 1940. Die Beerdigung findet am Samstag, dem 28. Dezember, um 15 Uhr, von der Leichenhalle des ClemensHospitals aus statt. Nach schwerem Leiden entschlief der Ratsherr der Stadt Münster Direktor Pg. Wilhelm Schmitz Seit 1937 hat der Verstorbene seine reichen Geistesgaben und seine große Sachkenntnis als Ratsherr unserer Stadt in den Dienst des Aufbaues unseres Gemeinwesens gestellt. Im Beirat für die Finanzen und die Eigenwirtschaft wie für die Wohlfahrts- und Gesundheitspflege entfaltete er mit klarem Blick für die Aufgaben und Notwendigkeiten unserer Stadt und Bürgerschaft eine in Rat und Tat gleich wertvolle, anregende Tätigkeit. Ein liebenswürdiger, stets hilfsbereiter Mensch, ein gerader, aufrechter Charakter und Nationalsozialist, ein treuer Kamerad, ein Mann von klugem Urteil, besaß er in hohem Maße die Wertschätzung meiner Verwaltung. Allzu früh ist er von uns gegangen. Sein Tod hat in den Kreis meiner Mitarbeiter eine schmerzliche Lücke gerissen. Uber das Grab hinaus wird mit mir die Stadt Münster dem Verstorbenen ein dankbares, ehrendes Gedenken bewahren. Hillebrand, Oberbürgermeister Am 20. Dezember 1940 verschied nach langer, schwerer Krankheit unser Vorstandsmitglied Herr Direktor Wilhelm Schmitz Uber 10 Jahre stand der Verstorbene in unsern Diensten und hat, beseelt von den Ideslen der neuen Zeit, an der Entwicklung unserer Gesellschaft hervorragenden Anteil genommen. Wir verlieren in ihm unsern treuesten Mitarbeiter, der seine unermüdliche Arbeitskraft bis zu seinem Tode zur Verfügung gestellt hat. Uns schmerzt sein Verlust sehr. Wir gedenken seiner in Dankbarkeit und Treue. Der Aufsichtsrat der Westfälischen Vereinsdruckerei Akt.-Ges. Münster(Westt.) Dr. G. Flecken Vorsitser Dem Herrn über Leben und Tod hat es in seinem unerforschlichen Ratschlusse gefallen, heute morgen 6 Uhr meinen innigstgeliebten Mann, unsern guten, treusorgenden Vater, Bruder, Schwager, Onkel und Großonkel Bauer Bemard Lorenbeck zu eich in die Ewigkeit abzurufen. Er starb nach kurzer, mit großer Geduld ertragener Krankheit, versehen mit den hl. Sterbesakramenten, im 77. Lebensjahre. Um stille Teilnahme und ein andächtiges Gebet für den lieben Verstorbenen bitten Die trauernden Angehörigen. Beerlage(Post Holthausen), Haltern, Neuenkirchen, Roxel, Horstmar, Mildenberg und Bottrop, den 21. Dezember 1940. Die Beerdigung, wozu hiermit freundlichst eingeladen wird, findet statt am Dienstag, dem 24. Dezember, morgens 9 Uhr von der Pfarrkirche in Holthausen aus; anschließend das feierliche Seelenamt. Dem Herrn über Leben und Tod hat es in seinem unerforschlichen Ratschlusse gefallen, heute nacht 12¼ Uhr meinen lieben Mann und meinen guten Vater, Bruder, Schwager und Onkel Zoll-Assistent 1. R. Bernhard Stork zu sich in die Ewigkeit zu nehmen. Er starb nach langem, schwerem Leiden, im vollendeten 80. Lebensjahre, öfter versehen mit den Tröstungen unserer hl. Kirche. Die Seele des lieben Verstorbenen wird der christlichen Fürbitte empfohlen. In tiefer Trauer: Frau Joseflne Stork geb Engelhardt Else Stork Münster(Westf.), Bochum, Osnabrück, Hornstr. 23 Altenheerse, den 22. Dez. 1940 Die Beerdigung findet statt am Freitag, den 27. Der 1940, nachmittags 14.30 Uhr, von der Leichenhalle des Zentralfriedhofes aus. Das feierliche Seelenamt ist am selben Tage, morgens 8½ Uhr, in der St.Josefs-Kirche. Sollte jemand aus Versehen keine besondere Anzeige erhalten haben, bitten wir, diese als solche anzusehen. * Nach kurzer Krankheit, gestärkt durch die Gnadenmittel unserer hl. kath. Kirche, nahm Gott der Herr Sonntag nacht 12 Uhr meine liebe Frau, unsere gute. treubesorgte Mutter, Schwiegermutter, Großmutter, Schwester, Schwägerin und Tante Frau Ernst Lang geb. Katharina Offenbers im 75. Lebensjahre zu sich in die ewige Heimat. Wer sie kannte, wird gerr ihrer Seele im Gebete und im hl. Meßopfer gedenken. Ernst Lang* Heinrich Lang u. Frau Leite geb. Meinberg Josel Lechte u. Frau Magda geb. Lang Maria Lang Dr. Karl Gocke u. Frau Mathilde geb. Lang und 5 Enkelkinder Münster, Emsdetten, Nordhausen, Stettin, Rees Kronprinzenstr. 7(Haus Aspel), den 22. Dez. 1940. Die Beerdigung findet statt am Freitag, dem 27. Dez., nachmittags 15 Uhr, von der Leichenhalle des Zentralfriedhofes aus. Das feierliche Seelenamt ist am gleichen Tage, morgens 9 Uhr. in der St.-Josel-Pfarrkirche. Von Beileidsbesuchen wolle man Abstand nehmen. * Der Herr über Leben und Tod nahm am Samstag meine liebe Frau, unsere gute Tochter, Schwiegertochter, Schwester und Schwägerin Frau Else-Tennie geb. Krechting nach kurzer, schwerer Krankheit, im Alter von 29 Jahren zu sich in die Ewigkeit. Die trauernden Angehörigen. Münster, Coesfeld, den 21. Dez. 1940. Die Beerdigung findet statt am Dienstag, 24. 12. 40, morgens 9 Uhr, von der Leichenhalle des FranziskusHospitals aus, das Seelenamt 8¼ Uhr in der Erpho-Kirche. Nach längerem, mit größter Geduld ertragenem Leiden verschied am 20. d. Mts. unser sehr verehrter Gefolgschaftsführer Herr Direktor Wilhelm Schmitz Mehr als 10 Jahre hat er zum Wohle unseres Unternehmens gewirkt; er hat immer ein offenes Herz für seine Gefolgschaft gehabt. Seine vornehme Denkensart und Pflichterfüllung werden uns stets ein Vorbild sein. Sein Andenken werden wir in Ehren halten. Bie Getolgschaf! der Westfälischen Vereinsdruckerei Akt.-Ges. Münster(Westt.) Kaufe laufend Pappeln, Welden, Erlen, Birken, Ulmen, Buchen Zopf 18 cm f.., gegen Kaspe Joh. Dües, Schuhfabr., Ahaus I. W. 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Die Betreuung ist der ältesten WoinmigPe Thjalwen Alkred-Krupp-Wegis. DK-Vertretung Münsters Molln ion-Vihocher übertragen worden, Für die beim Tode meiner lieben, unvergeßlichen Frau, unserer guten Mutter uns erwiesene Teilnahme sagen wir unsern tiefempfundenen Dank Heinrich Siekmann und Kinder Münster(Westf.). im Dezember 1940. Das feierliche Sechswochenamt findet am Samstag, den 28. Dezember, um.30 Uhr, in der St.-Mauritz-Pfarrkirche statt. Bekanntmächung. Wegen der Jahresabschlußarbeiten bleiben unsere Kassen und Geschäftsräume am 31. Dezember 1940 den ganzen Tag geschrossen. Die Spar- und Dariehenskassen im Kreise-Steintart. Bauschufe Lage### Meifterkurse) öhere sschn tchronsteh. Aunbicdung v. Sauprote. intioch und Tiolbon. in 1 Someuem gröndüiche bosten zu Archtiehten, Bouingenieuren. 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K MFA — Mikrotilmarchiv der deutschsprachigen Presse.V. — — Nummer 353 Wolnndenten Der der Marneurchherie Soldaten auf einsamen Posten an den deutschen Küsten— Sie schützen Tag und Nacht die Hleimat in treuer Wacht Wir erlebten in diesen Tagen, daß sich in allen Gauen unseres Reiches, in Stadt und Land der weihnachtliche Zauber in seiner innigen deutschen Schlichtheit ausbreitete. Wenn wir aber in der Heimat unser altes weihnachtliches Brauchtum genau so pflegen können wie in der Zeit vor dem Kriege, so müssen sich bei diesem schönen Bewußtsein unsere Gedanken einmal denen zuwenden, die dies möglich machen: Unseren Soldaten, die Wache halten und unsere Heimat vor den Angriffen feindlicher Flugzeuge schützen. Mit Recht ersteht bei diesen Gedanken die Frage, ob auch sie wohl teilhaben können an diesen weihnachtlichen Freuden. In hohem Maße verdankt unsere Heimat ihren vortrefflichen Schutz den Führern und Männern der Marineartillerie, die an Deutschlands Küste und den ihr vorgeschobenen Inselgruppen, die weit im Norden und Westen in aufopferungsfreudiger Treue und Pflichterfüllung Wache hält. Für sie gibt es keine Kampfpausen im eigentlichen Sinne, denn zu jeder Stunde, Tag und Nacht, müssen sie frisch und einsatzbereit sein— jede Sekunde kann der Feind erscheinen, und das Meer, auf dem sich eben noch die ewig kreischenden und stets hungrigen Möven, meist die einzigen Lebewesen, die dem Marineartilleristen Anspannung über die Zeiten hinweg ihre völle Spannkraft des Geistes und Körpers zu erhalten. Nicht zuletzt gerade im Dienste dieses Zieles steht die großzügige Förderung, die die Freizeitgestaltung der Marineartillerie eben im Sinne einer innig erlebten deutschen Weihnacht erfahren hat. So wurde z. B. vom Führer einer größeren Einheit der Marineartillerie eine Anregung zum Basteln von Weihnachtsarbeiten für die Kriegsweihnacht 1940, wie auch im vorigen Jahr, gegeben und sogar zum Teil im Dienstplan der Truppe verankert. Daß aber diese Anregung keineswegs im Rahmen der dienstlichen Belange stecken blieb, sondern wuchs in den Herzen der Soldaten, ist ein Beweis für die ausgezeichnete Verfassung dieser Truppe. Mit wahrem Feuereifer gingen die Soldaten an ihre großen und kleinen Arbeiten, denen sie nicht nur die angesetzten Stunden, sondern fast ihre gesamte Freizeit widmen. Auf diesem Wege hat sich in den Bunkern und. Unterkünften unserer Marineartillerie ein inniger weihnachtlicher Zauber ausgebreitet, der an Echtheit und Gemütstiefe sich von der Weihnacht in der Heimat nicht unterscheidet. Wenn die Kanonen schweigen und der Dienstplan Freizeit vorsieht, dann erleben unsere Die Freizeit vom Dienst wird mit Basteln für die Heimat ausgefüllt. Aufn.: R Röhr. in seiner Einsamkeit Gesellschaft leisten, friedlich von den Wogen treiben ließen, wird eine Stätte erbitterten Kampfes. Die Luft erzittert von dem Dröhnen der Geschütze, das Wasser zischt auf beim Fallen der Sprengstücke, der helle Schein des Mündungsfeuers taucht die endlose Wasserfläche in ein geisteshaftes, rötliches Licht. Wehe dem Feindflieger, der sich in diesen Hexenkessel wagt— einer lodernden Fackel gleich saust er hinab in die aufgeregte kalte Flut, die ihn gierig umfängt und sich über ihm schließt!.. 8 4 1 Ob nun diese Männer, die Tag und Nacht, bei Sturm, Regen und schneidender Kälte in der mordenden Einsamkeit der Waffen stehen, auch etwas fühlen von dem weihnachtlichen Zauber, der jetzt durch die deutschen Lande geht? Wenn wir sie in diesen Tagen besuchen könnten, unsere Soldaten von der Marineartillerie— wir würden erstaunt sein zu sehen, welch freudiges, weihnachtliches Treiben die Herzen dieser Männer erfaßt hat, welch emsiges Schaffen in den einfachen, abgelegenen Feldstellungen eingesetzt hat. Daß eben bei der Härte des Einsatzes, die zu höchsten kämpferischen Leistungen befähigt, die Herzen der Soldaten nicht taub geworden sind, sondern in ungebrochener Begeisterung all dem offen sind, was sie von der Kindheit an gern bewegt hat, verleiht ihnen unmeßbare Kräfte, denen auch das letzte Opfer, wenn es gefordert werden sollte, leicht wird. Und dies ist auch das Geheimnis, weshalb unsere Marineartilleristen niemals müde oder seelisch schlapp werden. Der taktische Einsatz der Marineartillerie erfordert eine Unterbringung und ein Zusammenleben der Soldaten in kleineren Gemeinschaften, die durch den Dienst an der Waffe bestimmt und begrenzt werden. Sie sind uns in ihrer feldgrauen Uniform mit dem goldfarbenen Hoheitsadler wohlbekannt, wenn wir sie mal in den Straßen unserer Stadt sehen. Aber der Dienst erfordert ihre gänzliche Abgeschiedenheit vom Leben und Treiben der Städte und kleinerer Gemeinwesen. Um so mehr wollen wir uns mit ihnen freuen, wenn wir hören, daß auch ihnen in ihrer Einsamkeit ein weihnachtliches Erleben zuteil wird. Denn sie haben es verdient, nicht allein für ihre erfreulichen Waffenerfolge, sondern auch für die zahllosen Nächte, die sie für uns durchwacht haben und noch durchwachen werden. Es ist eine stete und nur mit großem Verständnis und Feingefühl zu lösende Aufgabe der Führung dieser Truppe, den Männern bei der dauernden einseitigen Marineartilleristen im Rahmen der ehernen Frontkameradschaft deutsche Weihnacht, so schön, so schlicht und wahr, wie sie von unseren Ahnen überliefert ist. Und nicht allein durch die werkenden Hände sind die Soldaten mit den Bastelarbeiten verbunden, sondern auch mit dem Herzen und der Seele. Es wird gestaltet aus der Anschauung(Leuchttürm,e Schiffe aller Art usw.), aus der Phantasie(Lampen, niedliches Spielzeug und allerlei nützliche Gebrauchsgegenstände) und aus dem unmittelbaren Fronterleben(Kanonen, Flugzeuge, Kriegsschiffe, Modelle von Bunkern u..). Das Basteln spendet die Freude an einer selbstgewählten Arbeit und dazu die Freude, die Lieben daheim beschenken zu können... Um die Backs(Holztische) sitzen die Kameraden mit Säge, Feile, Hammer und dem verschiedensten Werkzeug, das oft mühevoll zusammengetragen ist. Auf dem kleinen Kanonenofen„brutzelt“ es lustig im Leimtopf, der rege beansprucht wird. Die Säge singt, die Raspel kreischt und das Klatschen der Wellen gibt einen raschen Arbeitstakt. Derweilen entstehen unter geschickten Händen die schönsten Gegenstände. Kein Alarm und Einsatz kann die Liebe zu diesen Arbeiten schmälern. Ruft die Pflicht an die Waffe, dann fliegen Sägen und Feilen aus der Hand, ein kurzer Griff gilt dem Stahlhelm, und schon stehen die Männern an ihrem Geschütz, um nach beendetem Alarm mit derselben Ruhe und Liebe wieder ans Basteln zu gehen... Als lebensbejahende, lebensgebundene Aeußerung eines Soldatentums des Herzens und der Seele wollen wir diese Bastelarbeiten betrachten, die, wenn sie den Weg in die Heimat gefunden haben werden, noch einmal Freude und Bewunderung erregen. Marineartillerist R. Röhr. Deutsche Kriegsweihnacht in Rom Von Paul Hofmann, Rom Weihnachtsbäume in der Ewigen Stadt: Am Fuße der Spanischen Treppe tauchten sie vor einigen Jahren zum erstenmal auf, Fichten und Tannen, die sich nach ihrer weiten Reise von den Kämmen des Nordapennins, ja von den Alpen herunter ins Tibertal im schneelosen, bisweilen unbarmherzig hellen und klaren römischen Winter, inmitten des barocken Überschwanges der Piazza di Spagna seltsam genug ausnahmen. Mit unfehlbarem Instinkt hatten die Blumenhändler des Fremdenviertels geahnt, daß die schlichten Nadelbäume, deren dunkles Grün sich beinahe streng aus der üppigen Farbensymphonie ihrer auch im Dezember reich beschickten Stände abhoben, keine Ladenhüter bleiben würden. Und sie gingen reißend ab. Die im Umkreis des Spanischen Platzes lebenden deutschen Künstler(sie sind noch nicht ganz ausgestorden), kauften sie, die allein lebenden Romdeutschen, die das am Weihnachtsabend doppelt einsame Zimmer mit einem frischen Hauch der fernen Heimat beleben wollten, die deutschen Familien, die den im fremden Land heranwachsenden Kindern damit eine kostbare Erinnerung ins Leben mitgaben— und die Italiener. Welhnachtsbäume erobern Rom Das Seltsame, von niemandem vorausgesehen, hat sich ereignet, daß die Nachfrage nach Weihnachtsbäumen in Rom von Jahr zu Jahr wuchs, viel rascher als die deutsche Kolonie. Längst beherbergt jeder der römischen „Mercati Rionali“, der an Farben und Gerüchen reichen Vorstadtmärkte, im Dezember einen kleinen Wald der Nadelbäume, die Rom trotz aller Einwände der Verfechter des Althergebrachten erobert haben. War es der vom Faschismus durch die Wiederaufforstung erweckte Sinn für den Baum als Lebenssymbol, die nähere Berührung der Italiener mit der nordischen Kulturwelt oder einfach das natürliche Empfinden des scharf beobachtenden Volkes, das die deutsche Art der Weihnachtsfeier schön und sinnvoll und lateinischer Familien= sitte nicht unangemessen fand? Es fällt schwer, darauf eine Antwort zu geben. Tatsache ist, daß heute in vielen italienischen Familien der Weihnachtsbaum steht, und selbst die„Befana", der 6. Januar, als traditionelles Fest der Geschenke und Süßigkeiten bei klein und groß merklich an Glanz einbüßt. Einst pflegten die Italiendeutschen Weihnachten als die Zeit des großen Heimwehs zu bezeichnen. Der Gegensatz zwischen der Besinnlichkeit und anheimelnden Stimmung des deutschen Festes und des lauten, hellen Lebens der italienischen Umgebung, die den hohen kirchlichen Feiertag auf sehr weltliche Weise beging, war oft schmerzhaft stark. In diesem Jahr indessen ist auch für Italien Kriegsweihnacht. Die gleichen Empfindungen bewegen Deutsche wie Italiener vor dem Lichterbaume. Volksgemeinschaft im kleinen Sind doch die beiden befreundeten Nationen durch den gemeinsamen Krieg und den festen Willen, nach dem Sieg einen langen Weg des Neuaufbaues miteinander zu gehen, heute noch näher gerückt, so hat der Krieg auch das Gemeinschaftsgefühl, ja Gemeinschaftsbedürfnis der Auslandsdeutschen noch weiter verstärkt. Aus dem Verwaltungsbegriff„Deutsche Kolonie“ ist nach dem Wort des Führers an die Italiendeutschen eine„Volksgemeinschaft im kleinen" geworden. Die Weihnachtsveranstaltungen der Deutschen Roms, die auf reiche und schöne Tradition zurückblicken, legen in diesem Jahr Zeugnis davon ab. Seit Wochen sammelten die Jungen der HJ., um dem Reichsjugendführer ein Geldgeschenk zur Verwendung für die Front zur Verfügung stellen zu können; die Auslandsdeutsche Frauenschaft und der BDM sammelten gleichfalls— überall wurde so herzlich und reichDie Wettermacher haben schweres Wetter vorausgesagt. Sie scheinen diesmal auch recht zu haben, denn die Flagge stand schon bei Sonnenaufgang wie„ein Breit“ im Sturm (PK-Böttger— Scherl-.) Wo deutsche Soldaten sind, wird das Weihnacchtsfest in würdiger, den deutschen Sitten entsprechender Form gefeiert. Die Aufnahme zeigt Soldaten von der norwegischen Felseninsel nördlich des Polarkreises.(PK-Krumme— Scherl-.) lich gegeben wie noch nie. Die vielen Hunderte, die am Dezember=Eintopssonntag das Deutsche Haus in der Via del Babuino betraten, fanden die vertrauten Räume in einen deutschen Weihnachtsmarkt verwandelt, dessen bedeutende Einnahmen dem Kriegs=WHW zuflossen. Zwei Tage später, am 17. Dezember, wurden am gleichen Ort 150 bedürftige Volksgenossen der deutschen Kolonie Roms mit Kleidungsstücken und Lebensmittelpaketen beschenkt. Eine Vorweihnachtsfeier am Abend dieses Tages vereinte alle Deutschen Roms gleich einer einzigen Familie um den Lichterbaum. Nach den besonderen Feiern der einzelnen Parteigliederungen, nach den schönen Feststunden der H3 in den einzigartigen Räumen des jahrhundertealten Palazzo Bonaparte bringt der Weihnachtsabend die innigste Veranstaltung, die das Deutsche Haus im Jahresablauf erlebt: Weihnacht der Einsamen. Zweihundert und mehr alleinstehende Volksgenossen sind es gewöhnlich, die sich aus allen Teilen der Ewigen Stadt und der Umgebung an diesem Abend zusammenfinden: Hotelangestellte, Künstler, Erzieherinnen, Studenten. In dieser Kriegsweihnacht 1940 bedeutet ihnen der Lichterbaum mehr noch als früher, wenn sie aus den engen AltstadtStraßen des verdunkelten Roms in den Kreis der Menschen gleicher Sproche, gleichen Volkstums und gleichen Glaubens an den Sieg treten. Stimmen zum Tage „Wenn'man in England von angeblichen Mißhelligkeiten im Verhältnis der Achsenmächte faselt, wenn man glaubt, die notwendigen Opfer des gegenwärtigen Augenblickes lähmten unsere Energie, so übersehen die Engländer eine Kraftquelle, die für Deutschland und Italien und gegen England arbeitet: den Drang der Völker nach höherer sozialer Gerechtigkeit.“ („Tribuna“, Rom) * „Ich warne vor dem Glauben, daß man die USAProduktionskapazität in eine Kriegswirtschaft umwandeln und gleichzeitig normalen Handel betreiben kann. England und Amerika können dies nicht. Wohl aber kann es Hitler.“ (Citrine, englischer Gewerkschaftsführer) „4 frühere Premierminister, 11 frühere Mintster und 5 Sprecher oder Präsidenten der Provinzialversammlung sind in Indien verhaftet worden. Wir schrecken auch nicht davor zurück, indische Frauen ins Gefängnis zu werfen."(„Daily Herald", London) * Rorawarts auf dem Werllnachtsschll bringen unseren Soldaten die Weihnachtstreude über den Polarkreis Die große deutsche Tanne am Bug des Weihnachtsschiffes, das ist das schönste Wahrzeichen für das glückhafte, glückschenkende Schiff. Lange noch winkten uns beim Verlassen des Hafens unsere Soldaten Abschiedsgrüße zu, und zahlreiche Norweger bestaunten das mit Fahnen, Tannengrün und Transparenten geschmückte Festschiff. An den Anblick der Kriegsschiffe und Transporter ist man gewöhnt. Kriegsschiffe im Krieg, aber ein Schiff, das Freude schenken und Heimatgaben zum fernsten Gestade Europas unseren Vorposten in der Zone des ewigen Eises fahren soll, das gab es noch nicht. Was Worte nicht könnten, vermag diese Weihnachtstat bei allen Norwegern, die Zeugen dieser Fahrt sind, und sie sagen es auch: Bei den Deutschen ist das Wort Volksgemeinschaft kein leeres Programmwort. Bisher wußten wir nur, was die Haßpropaganda über das neue Deutschland verbreitete. Heute sehen wir mit eigenen Augen, wie deutsche Soldaten marschieren, Dienst tun, zusammen leben und betreut werden. Unvergessen bleibt das Bild, das die alliierten Truppen auf norwegischem Boden und besonders nach den ersten Kämpfen geboten haben. Verwahrloste Figuren, von ihren Führern und von der Heimat im Stich gelassen, noch haben sie so die auf Namsos flüchtende Elendskolonne vor Augen. Wann immer sie mit der Bevölkerung in Berührung kamen, endete es mit einer tiefen Enttäuschung. Hier in den Häfen südund nordwärts des Polarkreises werden die Norweger sehr deutlich, wenn davon gesprochen wird. Das Weihnachtsschiff aber wird von diesen Angehörigen einer seefahrenden Nation mit der schweigenden Begeisterung betrachtet, die ihren Grund in der Anerkennung einer menschlich und soldatisch eindrucksvollen Leistung haben dürfte. Wir folgen der Kielspur jener deutschen Kriegsschiffe und Transporter, die im April dieses Jahres die große Ueberraschungsfahrt durch die Nordsee zu den norwegischen Häfen unternahmen. Vor uns liegt die Karte. Der Kapitän schildert uns, die wir als Soldaten des Heeres zum ersten Male eine größere Seefahrt mitmachen, die Größe dieser Marschleistung in einem Meer, das angeblich ein britisches sein sollte. Wie groß muß das geradezu dramatische Spannungsmoment für die deutschen Seeleute gewesen sein, die immer daran denken mußten, daß der Feind den Sprung an die Küste Norwegens längst geplant hatte und im Anmarsch war. Ueberall, wo wir anlegen und Geschenke ausladen, treffen wir Teilnehmer dieser Nordlandfahrt, Narvikkämpfer und Männer aus den Regimentern an, die auf ihren tollkühnen Landmärschen gewaltige Entfernungen kämpfend und siegend zurücklegten. Welches Glück für alle auf diesem Weihnachtsschiff, Sendboten der Heimat, Beauftragte des Reichskommissars in Norwegen und des Reichsministers Dr. Goebbels bei der hochherzigen weihnachtlichen Betreuungstat sein zu können. Wir wissen, was es heißt, hier im Norden auf Wacht für Deutschland zu stehen und auszuharren. Es ist eine andere Welt, eine Welt in einem unwirklichen Licht mit unermeßlichen Weiten. Ungewohnte Einsamkeit umfängt jeden Menschen, der zum ersten Male in die Zone nördlich des Polarkreises gelangt. Wie verzaubert stehen wir an der Reling und erleben das seltene Farbenspiel des Morgen= und Abendrots, die stille Großartigkeit der felsigen Küstenlandschaft und die gespenstische Schönheit des Nordlichts. Je weiter nördlich wir fahren, um so mehr wächst die Größe und Kühnheit der Formen der norwegischen Landschaft. Zur Rechten und Linken stehen phantastische Felsgebilde zwischen den Schären. Bei den Lofoten staunen wir über Abstürze von mehr als tausend Metern. Das alles erlebten unsere Norvikkämpfer und sie lebten weiter in dieser fremden und fernen Welt. Stärker als im Weihnachtsmonat des vergangenen Jahres— da standen sie an der polnischen oder französischen Front— sind sie in dieser Landschaft seelisch der deutschen Weihnacht erschlossen. Wir alle spüren, wie dieses Fest uns im Kriege noch enger zusammenschließt. Damit keiner sich einsam fühle und jeder in den Festkreis eingeschlossen werde, sollen die Weihnachtsschiffe ihre bunte gute Fracht in den Häfen des Nordens ans Land schaffen. Kriegsberichter Ruppert(PK) Schwert und Leier Von Reichskulturwalter Hans Hinkel, Ministerialdirigent im Reichsministerium für Volksaufklärung und Propaganda deutscher Kunst im Kriege Die kulturelle Betreuung des Soldaten ist im nationalsozialistischen Großdeutschland ein wesentlicher Bestandteil moderner Kriegs= und Menschenführung. Sie ist im wahrsten Sinne ein Stück der Verwirklichung unseres deutschen Sozialismus. Das Oberkommando der Wehrmacht mit allen seinen zuständigen Dienststellen vom Bereich Narvik bis zur Biskaya hat als verantwortlicher Auftraggeber in Zusammenarbeit mit Kraft durch Freude und dem Sonderreferat Truppenbetreuung im Reichsministerium für Volksaufklärung und Propaganda dieses Werk begonnen und bis zum heutigen Ausmaß durchgeführt. Soldaten und Künstler verschworen sich in ihm zu einer unlösbaren Einheit. Die kulturelle Betreuung des deutschen Soldaten begann mit der Zusammenarbeit zwischen Wehrmacht und der RS=Gemeinschaft Kraft durch Freude im September 1936. Damals traf Reichsorganisationsleiter Dr. Ley mit dem OKW eine Vereinbarung, die bald durch ähnliche Abmachungen mit dem Reichsarbeitsdienst ergänzt und schließlich auf die Einheiten der Waffen= und Ordnungspolizei ausgedehnt wurde. Diese Vereinbarungen waren die Grundlage für die praktische Arbeit. Sie erprobte sich zuerst nach der Uebernahme des Protektorates Böhmen und Mähren in der Betreuung für die dort stationierten Truppen. Mit Kriegsbeginn erhielt jedoch diese Arbeit eine neue und entscheidende Bedeutung. Im Auftrage des Oberkommändos der Wehrmacht und in Zusammenarbeit mit dem Reichsministerium für Volksaufklärung und Propaganda wurde die praktische Organisation der Truppenbetreuung der NS=Gemeinschaft Kraft durch Freude übertragen. Die Entscheidung über die Planung der Gesamtorganisation auf allen künstlerischen Gebieten obliegt dem Sonderreserat Truppenbetreuung, das Dr. Goebbels in seinem Ministerium schuf, in Zusammenarbeit mit dem OKW. In diesem Sonderreserat werden die dramaturgischen Fragen der Spielfolgen aller vor der Truppe einzuletzenden Theater= oder Musikveranstaltungen entschieden. Sämtliche deutschen Kulturinstitute, sämtliche philharmonischen und Stadtorchester, die Künstler der Bühne, des Musiklebens und des Films— insgesamt mehr als 7000 Künstler— stellten sich in den Dienst der Truppe. Gleich nach Beendigung des Polenfeldzuges begannen RdF=Veranstaltungen für die im Gouvernement stationierten Truppen. Schon am 1. November 1939 wurde in Posen die erste KdF=Veranstaltung durchgeführt. Gastspiele großer Bühnen folgten. In der langen Wartezeit der Wintermonate erhielt die Betreuung der Truppen im Westen besondere Bedeutung. Bis zum Beginn der Westoffensive war die monatliche Durchschnittszahl von 15000 Veranstaltungen für Angehörige der Wehrmacht erreicht. Der Umfang der Arbeit in den besetzten Gebieten hat es nötig gemacht, ihren Einsatz unter der Leitung einer Berliner KdF=Reichsdienststelle zu einem besonderen Arbeitsgebiet zusammenzufassen. In sämtlichen besetzten Gebieten regeln die Armeeoberkommandos zusammen mit den Beauftragten des Reichspropagandaministeriums und den KdF=Beauftragten den Einsatz an Ort und Stelle. Insgesamt wurden durch die NS=Gemeinschaft Kraft durch Freude allein in den Kriegsmonaten rund 100000 Sonderveranstaltungen für Wehrmacht, Waffen= und Ordnungspolizei durchgeführt, in denen über 30 Millionen Angehörige aller Formationen erfaßt wurden. Die Soldaten und besonders die Verwundeten haben naturgemäß in großem Umfange auch an den Veranstaltungen unseres Theater= und Musiklebens in der Heimat teilgenommen. Ein besonderes Ereignis war die Durchführung der Bayreuther Kriegsfestspiele, die von KdFf auf Befehl des Führers übernommen wurde. 20000 Arbeiter und Arbeiterinnen, Angehörige der drei Wehrmachtsteile, der Waffenund des Arbeitsdienstes erlebten die Werke Richard Wagners in Bayreuth. Die Wehrmacht erteilte ihren Männern für die Bayreuther Kriegsfestspiele Sonderurlaub. Zu gleicher Zeit hat die Berliner Staatsoper einen Opernzyklus durchgeführt, dessen Besuch Arbeitern und Soldaten ebenfalls kostenlos ermöglicht wurde. Auch die beiden Schauspielhäuser und das Deutsche Opernhaus spielten in Sondervorstellungen für unsere Soldaten. Als sichtbarster Ausdruck der Betreuungsarbeit des Rundsunks für unsere Soldaten darf das Wunschkonzert für die Wehrmacht gelten. In den bis zum Sommer 1940 durchgeführten Veranstaltungen, die zum größten Teil im großen Sendesaal im Haus des Deutschen Rundfunks, teils aber auch in der Berliner Philharmonie stattfanden, wurden bereits 60000 Besucher gezählt, die sich aus Soldaten oder deren Angehörigen zusammensetzten. An freiwilligen Geldspenden wurden bei diesen Veranstaltungen unseres Rundfunks bis zu dem genannten Zeitpunkt schon 5,2 Millionen Reichsmark gegeben. Der Geldwert der Sachspenden beträgt über eine Million Reichsmark. Die Betreuung der Wehrmacht mit deutschem Schrifttum ist ein weiterer Teil des großen nationalsozialistischen Werkes. Die von Reichsleiter Rosenberg veranstaltete Buchspende für unsere Soldaten hatte großen Erfolg. Heute fahren die Frontbüchereien und Buchhandlungen zu allen Truppenteilen. Zuständige Stellen des Oberkommandos der Wehrmacht schufen bereits in den ersten Wochen des Krieges die Frontzeitung. Hunderttausende von Zeitschriften und Illustrierten wurden außerdem monatlich im Sonderversand den Männern unserer Wehrmacht zugeleitet. Die Betreuung des Soldaten klebte nicht am Schema. Für die Kompanien und Regimenter, deren Kampf um Narvik die ganze Nation mit ihren heißen Wünschen begleitete, wurde auf ganz besondere Art Sorge getragen. Die Männer von Narvik erhielten nach Anweisung des Reichsministers Dr. Goebbels Tausende von Musikinstrumenten. Hand= und Mundharmonikas, Gitarren, Zithern, Gesellschaftsspiele aller Art, besonders geeignete Rundfunkapparate und vielbegehrte Sportgeräte. So wie für die Männer des Bereichs Narvik gesorgt wurde, so galt besondere Fürsorge auch den Spezialtruppen von Sonderformationen. In der Heimat werden aber alle Truppenteile in ihren Standorten und Lagern entsprechend der Initiative des Oberkommandos der Wehrmacht in ihrer Freizeit betreut. Neben Theater=, Konzert= und Varietéveranstaltungen zeigen Führungen dem Soldaten die Schönheit deutscher Städte und die Schätze deutscher Museen. Die Gemeinschaft von Schwert und Leier— so wie sie sich im Betreuungswerk für unsere Soldaten bewährt— bedeutet das herrlichste Symbol des deutschen Sieges über die uns feindliche, gestrige plutokratische Welt. Neue Oper nach E. C. A. Hoffmann „Andreas Wolfius“ in der Berliner Staatsoper— Neuer Erfolg von Fried Walter Der Komponist Fried Walter, der in der vorigen Spielzeit durch seine Oper„Königin Elisabeth“, die nacheinander in Stockholm und Hamburg herausgebracht wurde, als bis dahin völlig unbekannter Musiker plötzlich von sich reden machte, kam jetzt mit seinem zweiten Werk,„Andreas Wolfius" betitelt, in der Berliner Staatsoper zu Wort. Walter, der gerade am Tage der Uraufführung erst sein dreiunddreißigstes Lebensjahr vollendete, hat also in einer für einen musikschöpferischen Menschen beachtlichen Frühzeit bereits Karriere gemacht. Die textliche Vorlage der neuen Oper, die, wie im ersten Werk, von Christof Scholz=Gellen stammt, bedient sich als Vorwurf E. T. A. Hoffmanns Novelle vom„Fräulein von Seuderi“. Jedoch ist die Handlung von Paris in das Dresden zur Zeit Augusts des Starken verlegt. Hier betreibt der fluchbeladene Goldschmied Andreas Wolfius — bei Hoffmann heißt er Cardillac— sein Gewerbe, den die Leidenschaft zu den von ihm geschaffenen Geschmeide zum Mörder werden läßt. Der Aufbau der Handlung vollzieht sich in acht Bildern voll wachsender dramatischer Spannung. Das erste Bild ist ganz pantomimisch gelöst und in dieser Form neuartig: es zeigt die Ermordung und Beraubung eines Kavaliers durch Wolfius. Das zweite Bild bringt gleich eine große Volksszene, in der, wie im ganzen weiteren Verlauf, dem Chor eine tragende Rolle zugewiesen wird. Wie der Textdichter es verstand, die Gestalt des Goldschmiedes in ihrer vom Schicksal gezeichneten Tragik in den Mittelpunkt zu stellen und daneben eine Liebeshandlung zwischen dessen Tochter und dem später unverschuldet in Mordverdacht geratenen Florentiner Bildhauer durchzuführen, so verschmelzen im kompositorischen Aufbau die verschiedenen Stimmungen zu einem einheitlichen Ganzen: dramatische Wucht, zarte Lyrik, Liebesfreude und schweres Leid finden ihren charakteristischen Ausdruck. Dahei bevorzugt Walter besonders die geschlossene Form von Arien, Duetten und Quartetten, die der Singstimme volle Entsaltung bieten, während das Orchester nur an einigen Stellen zur musikalischen Untermalung des Bühnengeschehens tragend eingesetzt wird; auffällig ist dabei die höufige Verwendung des Schlagzeugs. Es bleibt der Eindruck einer im Dramatischen wie Melodiösen geglückten Oper, die sich erfreulich fern hält von Experiment und Effekt. Die Staatsoper ließ dem neuen Werk eine vorbildliche Wiedergabe zuteil werden. Johannes Schüler volkserzieher durch Lustspiel! Zu Heinrich Behnkens 60. Geburtstag am 25. Dezember Glanzpunkte in der Geschichte mehr als einer Niederdeutschen Bühne oder Speeldeel bilden immer erneut wiederholte Aufführungen von Lustspielen eines plattdeutschen Dichters, in dessen Schaffen sich überaus glücklich Bühnengewandtheit, kernhafter Humor und eine gewisse volkserzieherische Einstellung vereinen. Heinrich Behnken, der seit langen Jahren als Schulleiter und Vorkämpfer niederdeutscher Bestrebungen in Hamburg seßhafte Sohn des Stader Landes(geboren am 25. Dezember 1880 zu Ahlerstedt) ist verdientermaßen auch mehrfach durch literarische Preise geehrt worden. Seine heiteren Bühnenwerke wie„De Verschrievung",„Sodom un Gomorrha",„Dat leve Geld",„De Zwickmöhl“, „Hexenkomödi“,„Dat Düvelsbook“ wollen meist auch irgendeine menschliche Schwäche zu heilen suchen. Außerdem führen einzelne Werke ernst oder heiter in Hamburgs Vergangenheit zurück(„Hamborger Beer“, geschichtliche Spiele). Das wuchtige Schauspiel„Jan, de Schult“ führt in die Zeit der Mecklenburger Wendenkämpfe zurück,„Fründ Hein" behandelt allgemeine Fragen des Menschengeschlechtes. Ein Meister ist Behnken auf dem Gebiete des gefälligen Einakters(„Verstekenspelen" usw.), stärker trat er in den letzten Jahren auch als gemütvoller Erzähler hervor in den Bänden„Junge Leeo“ und„Ut Moor un Heid“. Dr. Klaus Witt. (onmmmmusmmmmmmmmmmmmmmeemememmnmmmme am Pult war ein treuer Sachwalter des Komponisten. Wolf Völker verstand sich auch diesmal wieder als hervorragender Gestalter von Massenszenen, die er mit ungeheurer Lebhaftigkeit erfüllte, wie er überhaupt, meisterhaft unterstützt durch die weitdimesssionalen Bühnenbilder Paul Sträters, die Atmosphäre des Werkes trefflich einfing. Die Titelgestalt verkörperte Jaro Prohaska mit leidenschaftlichem Ausdruck in Gesang und Darstellung. Die Partien des Liebespaares erfüllten Erna Berger und Peter Anders mit zartem Gefühl. Marta Fuchs bot in der Gestalt der Gräfin Königsmarck wieder eine hervorragende stimmliche Leistung. Die kleineren Rollen waren mit Wilhelm Hiller, Otto Hüsch und Beate Asserson besetzt. Die großen Chöre hatte Karl Schmidt exakt einstudiert, und Solisten der Tanzgruppe unter Leitung von Lizzie Maudrik taten sich in einer höfischen Pantomime hervor. Das Publikum, das schon nach jedem Akt seine Zustimmung gad, feierte am Schluß des Abends lebhaft den Komponisten und seine Heifer. Werner Nieth. 2) MFA Mikrofilmarchiv der deutschsprachigen Presse.V. 24./26. Dezember 1940 Westfalische Tageszeitung Nummer 353 Westjolen-Nord unnd Nachbargaue Nun geht geheimnisvolles Raunen durch jeden grünen Tanh... Aufn.: H. Otten, Rheine Sintende=Winersennr . da liegt das weite Münsterland zu unsern Füßen“ Nur wenige Stunden noch, und schon wieder wird es Nacht sein, lange, mondlose Winternacht. Uns Menschen ist nicht wohl bei dem Gedanken; wir sind Kinder des Lichtes, und je kleinere Kreise der rollende Sonnenball am winterlichen Himmel beschreibt, desto lieber eilen wir ihm entgegen und möchten seine Strahlen in uns hineintrinken. Komm mit mir, verlaß die engen Gassen der Stadt, wo die Menschen sich drängen, um ihre letzten Weihnachtseinkäufe zu machen, komm mit! Du wirst es nicht bereuen. Durch lichten Buchenwald führt der Weg zur Höhe unseres heimatlichen„Berges", und nun liegt das weite Münsterland zu unseren Füßen. Wie wir dich lieben, dich,„unseren Berg“ und doch ragst du nur einige fünfzig Meter über die Talsohle hinaus. Lägest du in irgendeinem Alpental, so wärest du ein völlig unscheinbarer grasbewachsener Buckel ohne Bedeutung und ohne Namen; für uns aber hier in der Ebene bist du„Der Berg“. Auf deiner alles ringsum beherrschenden Höhe gingen uns in jungen Jahren die Begrisse von Weite, Höhe und Größe zuerst auf und entzündeten sich die ersten Gedanken von Unendlichkeit und Ewigkeit. Hier oben tat sich uns zuerst das Bild der Heimat auf: In den waldbedeckten Fernen und in den Tiefen der Erde verlor sich ihr Riesenleib, dort unten die Stadt im Kranz ihrer Wälle und Mauern war der Heimat Haupt, und dieser Berg, auf dem wir jetzt stehen, und der Windmühlenberg auf der anderen Seite der Ems, waren die Brüste der Mutter Heimat. Der Fluß da drunten aber war die große Herzader, und unter dieser Ader pochte langsam und leis das große Herz der ewigen Mutter, Heimat. Wie ist es still hier oben an diesem Winternachmittag! Die Menschenkinder, die großen und die kleinen, fehlen, die in schönerer Sommerzeit hier oben ihrer Lebensfreude mit lautem Singen und Rufen Luft machten. „Nur gut, daß sie fehlen“, säuselt kaum hörbar der Wind in den Kiefern am Hang,„unsere Mutter will schlasen".„Schlafen!" flüstern die sterbenden Gröser, die den ganzen Hang braunrot gefärbt haben. Sie schmiegen sich dicht an der Mutter Erde Leid, als wollten sie ihn im Sterben noch decken und wärmen.„Schlasen“ raschelt zum letzten Male das welke Laub, das der Sturm in Rillen und Gräben gejagt hat,„nun braucht unsere Mutter nicht zu frieren".„Schlafen“ singen ganz leis die winzigen Wasser, die von der Höhe des Berges zutal tropfen. „Schlafen?“ poltern höchst ungezogen die übermütigen Bächlein am Bergeshang, denen dieses Andante wenig paßt.„Schlafen?... Wer wird denn schlafen wollen, wenn es so schön bergab geht!“ Doch als sie sich dem Flusse unten im Tale nähern, da vergeht ihnen der Mut, und ganz artig und leise schmiegen sie sich durch Weiden und Schilf in die Wasser des Flusses ein, der sein graublaues Band lautlos der Stadt zuwälzt. Auch dem Krähenschwarm, der dicht an der Bachmündung unlustig, schlaftrunken auf dem Esch herumstolpert, wird es unheimlich ob all der Ruhe ringsum, und er streicht lautlos zu unserem Berge hinauf und fällt mit müdem Flügelschlag in die nahe dunkle Kieferngruppe ein. Die Winde schlafen, und die Wolken am Himmel scheinen still zu stehen, als jetzt von jenem Hügel in Südwest die jetzte Flut der Sonnenstrahlen silberweiß herangeflossen kommt und noch einmal das ganze Land in dämmeriges Licht taucht. „Alles Seide!", flüstern Sträucher und Gräser und hüllen sich behaglich in diese seidenen Sonnendecken und schlafen ein, während nun schnell die Dunkelheit ihre Nachtfinger über die Welt ausstreckt. Schon verschwindet der Fluß in der Tiefe, nun können wir den Mühlenberg jenseits der Senke nur noch ahnen. Heimwarts, abwärts führt uns der Weg durch schweigenden Wald. Die ersten Häuser der Vorstadt recken ihre Umrisse aus dem Dunkel hervor. Hinter den geschlossenen Blendladen klingt Kindersang auf, Weihnacht ist nahe. Ro. Wochen Gefängnis und Einziehung des beschlagnahmten Gewehrs nebst Patronen. An den Unfallsolgen gesterben Dülmen. Wie wir bereits vor wenigen Tagen mitteilten, wudre auf der Provinzialstraße Dülmen—Coesfeld von einem Lastwagen ein Mann angefahren, der mit schweren Verletzungen ins Dülmener Krankenhaus eingeliefert werden mußte. An den Unfallfolgen ist der Bedauernswerte inzwischen gestorden. Unsere lieben Allen In unserer heutigen Glückwunschecke haben wir zwei 85jährige Männer, und zwar Gerhard Wissing aus Breden und Clemens Hüsing aus Schöppingen. Beide feierten am vergangenen Sonntag bei bester Gesundheit ihren Geburtstag. Seinen 82. Geburtstag seierte gestern der Schneidermeister i. R. Wilhelm Schäfer in Dülmen. Auch Herr Schäser ist trotz seines hohen Alters körperlich und geistig noch sehr rüstig. Das 80. Lebensjahr vollendete in Rorup Herr Anton Klüsener. Der Jubilar erfreut sich noch immer einer guten Gesundheit und nimmt an allen Tagesgeschehen lebhaften Anteil. Wir wünschen allen Geburtstagskindern viel Glück und Freude. volkspflegerin- ein schöner Frauenberuf Zur Eröffnung der„Frauenschule für Volkspflege der NSV“ am 1. April 1941 in Münster Es ist das Ziel jeder volkspflegerischen Arbeit, das Volk gesund, stark und widerstandsfähig zu machen und zu erhalten. Eine Volkspflegerin steht draußen im Leben, jeder Augenblick kann Entscheidungen an sie herantragen, die nur eine verantwortungsbewußte Persönlichkeit fällen darf. Die Volkspflegerin muß ein Mensch mit Charakter und Herzenstakt sein! Dann aber, wenn sie ihre Arbeit wirklich als Beruf, als Volkspflege und vor allem als Pfleger des gesunden Volksteiles auffaßt, gibt es kaum einen anderen, der gerade der Frau soviel Befriedigung bringt und so viel Freude macht. Das Tätigkeitsfeld der Volkspflegerin ist äußerst vielseitig. Schon während der Ausbildungszeit kann sie sich für eines der drei Gebiete Gesundheitsfürsorge, Jugendwohlfahrt oder Wirtschafts= und Berufsfürsorge besonders interessieren und in einem dieser Hauptfacher die Abschlußprüfung bestehen. Nach dem Examen stehen der staatLeatsches Schuhwan=Ehtenzeichen Die in Frage kommenden Arbeitsmänner stellen Antrag bis zum 10. Januar Leiter der ReichsarbeitsgeAlle ehemaligen Arbeitsmänner, welche in der Zeit vom 15. 6. 1938 bis zum 30. 8. 1939 mit ihren RAD=Abteilungen mindestens 10 Wochen am Westwall eingesetzt waren, können auf Antrag das Deutsche Schutzwall=Ehrenzeichen erhalten. Voraussetzung ist jedoch, daß sie nicht im Besitz der Sudetendeutschen= bzw. Memel=Erinnerungsmedaille sind. Sie haben deshalb sofort bei ihren ehemaligen zuständigen Arbeitsgauleitungen einen entsprechenden Antrag auf Verleihung des Ehrenzeichens zu stellen. Dem Antrag ist ein Wehrpaßauszug bzgl. der RAD=Dienstzeit, versehen mit Angaben über den Geburtsort und das Geburtsdatum oder ein Stammrollenauszug vom zuständigen RAD=Heimatmeldeamt beizufügen. Arbeitsmänner, welche mit Abteilungen des Arbeitsgaues XVI am Westwall eingesetzt waren, können diese Anträge an den Führer des Arbeitsgaues XVI. Münster Westf., Am Kreuztor 1. richten. Anträge, welche nach dem 10. 1. 1941 bei den einzelnen Arbeitsgauleitungen eingehen. bzw. Anträge, welche nicht mit sämtlichen benötigten Angaben versehen sind, können nicht mehr berücksichtigt werden, da im Januar 1941 die Verleihung des Deutschen Schutzwall=Ehrenzeichens eingestellt wird. Ehrenvolle Ernennung Pg. Pros. Dr. Schratz zum stellv. Leiter der Reichsarbeitsgemeinschaft für Heilpflanzenkunde ernannt Der Leiter der Reichsarbeitsgemeinschaft für Heilpflanzenkunde und Heilpflanzenbeschaffung. Reichsapothekerführer Schmierer, hat nach Zustimmung des Reichsgesundheitsführers Dr. Conti den Gaubeauftragten der Reichsarbeitsgemeinschaft für Heilpflanzenkunde und Sachbearbeiter des Gauamtes für Volksgesundheit. Pg. Prof. Dr. Schratz, zum stellvertretenden meinschaft ernannt. Erweiterung des Postgutdienstes Am 1. Januar 1941 wird der Postgutdienst nach den innerdeutschen Vorschriften ausgenommen im Elsaß und in Lothringen, zwischen diesen Gebieten, zwischen dem bisherigen Reichsgebiet und diesen Gebieten, ferner in Luxemburg und vom bisherigen Reichsgebiet sowie vom Elsaß und von Lothringen aus in der Richtung nach Luxemburg. lich geprüften Volkspflegerin zahlreiche Arbeitsgebiete offen. Der Bedarf an fachlich geschulten Kräften wird auf Jahre so groß sein, daß jedes Mädel sich die ihr besonders zusagende Berufsarbeit wird wählen können. Vor allem brauchen die verschiedenen Organisationen der RSV=Volkspflegerinnen in steigendem Maße zur Lösung der ihnen übertragenen Aufgaben. Diese Arbeit für die Gesunderhaltung unseres Volksganzen die. tet größte Freude und Befriedigung, da sich gerade hier die schönsten und besten Erfolge eines wirklich ernst. haften Einsatzes aufzeigen. Neben der RSV brauchen auch andere Sozialeinrichtungen der Partei, NS=Frauen. schaft, BDM und DAF viele Spezialkräfte. Staat und Gemeinden stellen Volkspflegerinnen an staatlichen und kommunalen Gesundheitsämtern, als Jugendpflegerinnen an Jugendämtern, als Berufsberaterinnen und Stellenvermittlerinnen an Arbeitsämtern ein. Außerdem werden in industriellen Betrieben Werksfürsorgerinnen beschäftigt. Diesem ungeheuren Bedarf entsprechend, eröffnet die Gauamtsleitung der NS=Volkswohlfahrt WestfalenNord am 1. April„Die Frauenschule für Volkspflege der RSV“ in Münster. Sie will damit den Mädeln aus Münster und dem Münsterland den Zugang zum sozialen Beruf ohne hohen Kostenaufwand ermöglichen. Da die neue Schule Zweigstelle der staatlich anerkannten Sozialen Frauen. schule in Gelsenkirchen ist, erhalten ihre Schülerinnen auch die üblichen Erziehungsbeihilfen. Der Lehrgang in der Frauenschule für Volkspflgee umfaßt zwei Jahre. In diese Ausbildungszeit fallen sieben Monate praktischer Tätigkeit. Anfragen um nähere Auskünfte sind zu richten an das Amt für Volkswohlfahrt(Sekretariat) Gauleitung Westfalen=Nord der NSDAP, Münster=Westf., Bismarckallee 5. Nues für dus Weihnachlssest Mütter bastelten mit ihren Kindern in der Mütterschule In der Mütterschule hat schon seit Wochen richtige Weihnachtsstimmung geherrscht. Wir schauen in einen Bastelkursus hinein: junge Mütter sitzen an einem langen Tisch, auf dem es aussieht, als ob man in der Werkstatt des Weihnachtsmannes zu Gast sei. Die schönsten Herrlichkeiten fürs Kind werden hier gebastelt: Puppen, Eisenbahnen, Autos, Schnipp=Schnapp= und Sonnenblumenspiele. An jedem Kursusnachmittag haben die Mütter ihre Kinder mitgebracht, die wohlbehütet in einem Nebenraum spielen, während die Mütter„beim Weihnachtsmann“ sind. So ging der Kursus zu Ende und es kam der Tag heran, der den Abschluß bringen sollte. Dafür hatten sich die Lehrkräfte des Mütterdienstes etwas ganz Feines ausgedacht. Heute wurden die Kleinen nicht „ausgesperrt“, damit sie die Muttis nicht störten. Heute durften sie mit hinein in den großen Raum, der soviel Heimlichkeiten verbarg! Nun saßen sie auf Mutters Schoß und sollten mit ihr zusammen Schmuck für den Weihnachtsbaum basteln. Wie stolz die Kleinen waren! Sie falteten Sternchen und klebten sie auf, bis es ihnen ganz warm dabei wurde. Bna ins Aunsteriane Ein Glücksmann brachte Weihnachtsfreude Reckenfeld. Der Glücksmann 444 machte seinem Namen Ehre, indem ein junger Soldat, welcher bei dem Genannten ein Los zog. den stattlichen Gewinn von 500 Mark gewann. Ein besseres Weihnachtsgeschenk konnte sich der glückliche Gewinner nicht wünschen. Goldenes Treudienstehrenzeichen Saerbeck. Dem Bürgermeister Cherouny von hier wurde durch Landrat Dr. Böckenhoff im Beisein der Amtsbürgermeister des Kreises das ihm vom Führer verliehene Treudienstehrenzeichen in Gold in feierlicher Weise überreicht. Wir gratulieren! Drei Monate Gefängnis wegen Amtsunlerschlagung Gronau. Angeklagt war der Rangierer L. aus Gronau wegen Amtsunterschlagung. Die Anklage warf ihm vor, als Beamter Gelder, die er in amtlicher Eigenschaft empfangen und in Gewahrsam hatte, unterschlagen zu haben. In der Hauptverhandlung gab er seine Verfehlungen reumütig zu. Er will die Tat infolge seiner schlechten wirtschaftlichen Lage ausgeführt haben. Auch seien damals seine Familienverhältnisse die denkbar ungünstigsten gewesen. Das Gericht schenkte ihm Glauben und da der Angeklagte noch nicht vorbestraft und seine Führung bisher ohne Tadel war, erhielt er eine Gefängnisstrafe von drei Monaten. Wildern ist seine Leidenschaft Ahaus. Aus Wessendorf=Wenningfeld, Kreis Ahaus, stand ein Landwirt wegen Jagdvergehens vor dem Strafrichter. Die Anklage warf ihm vor, unter Verletzung fremden Jagdrechtes dem Wilde nachgestellt zu haben, indem er in dem Gemeindejagdbezirk Wessendorf=Wenningfeld die Jagd ausübte. Der Angeklagte liebte es anscheinend, unbefugterweise zu jagen. Einmal ist er schon wegen Jagdvergehens mit einer Geldstrafe vorbestraft. In der Hauptverhandlung gab er die Tat wohl zu, entschuldigte sich aber mit allerlei Ausreden, die keiner glaubte. Das Urteil lautete auf drei „Ich schicke meinem Vati diesen Stern, nicht, Mutti?“ sagte ein kleiner Flachskopf.„Wann schreibst du einen Feldpostbrief?" Dann wurden Ketten gesädelt aus Strohstückchen und Hagebutten, lustige Ketten für den Tannenbaum. Auch Metallpapiere mußten zusammengelegt werden, daraus wurden die schönsten Kerzenhalter. Dann hatte bald jedes sein Lichtlein fertig vor sich stehen. Das wurde angezündet, ganz still war es da auf einmal an dem langen Tisch, und die Mütter sangen mit ihren Kindern zusammen„Bald nun ist Weihnachtszeit, fröhliche Zeit, nun ist der Weihnachtsmann gar nimmer weit...“ Auch das Märchen von der„Jungfer Maleen“ wurde erzählt. Diese schöne Stunde gab den Kindern einen Vorgeschmack von dem wundersamen Zauber der deutschen Weihnacht. Die Müttet hatten in dem Kursus auch kleine Laternen gebastelt. Sie wurden entzündet, und so trug „jedes Kind sein Lichtlein nach Hause, um es am Festtag in den Lichterbaum zu hängen. Den Lehrkräften des Mütterdienstes hat dieser vorweihnachtliche Kursus ebensoviel stille Freude gebracht, wie den Müttern und ihren Buben und Mädeln. Er hat ihnen gezeigt, wie schön zusammen Vorbereitungen getroffen werden können, wie das Kind aus dieser gemeinsamen Arbeit die schönsten Vorfreuden und Erinnerungen schöpft, die es unauslöschlich durch sein Leben trägt. A. V. Die Weserrenaissance im Film Holzminden, 23. Dezember. Auf Initiative des Landesfremdenverkehrsverbandes Niedersachsen=Weserbergland ist ein Kulturfilm gedreht worden, der die Schönheit des Weserberglandes breiteren Kreisen des deutschen Volkes zugänglich machen soll. Eines Tages setzt sich ein Pärchen in ein Paddelboot und läßt sich die Weser herabtreiben, durstigen Auges dem malerischen Reichtum von Landschaft. Stadt und Dorf an der Weser zu trinken. Hann.=Münden— nach Alexander von Humbolds Zeugnis eine der sieben schönsten Städte der Welt— taucht mit anheimelnden Giebelfeldern und bunten Fachwerkhäusern auf, die Berge des Reinhardwaldes und die Romantik des Fulda= und Werratales sind der Auftakt für das eigentliche Erlebnis des Films: Die Weserrenaissance. Nach der barocken Ouvertüre Karlshafens und Corveys folgt Höxter, Holzminden, Polle, Bodenwerder und das herrliche Renaissance=Schloß Hehlen, die Hämelschenburg im Tal der Emmer und endlich die Rattenfängerstadt Hameln als Abschluß und Krönung der reizvollen Baukultur, die den Namen Weserrenaissance trägt. Der Film wird in diesen Tagen uraufgeführt. An jedem Kursusnachmittag haben die Mütter ihre Kinder mitgebracht, die wohlbehütet in einem Nebenraum spielen, während die Mütter„beim Weihnachtsmann“ sind. Aufn.: Hertha Meier. Kruuskopp 'ne plattöüütske Geschichte von Prof. August vollmer Snieder=Bäärnd hadde män een enßig Kind, män“: was en Jungen, un he hadde vüör männiger=eenen wat vüöraf: he hadde kruse Haore. Män kruse Haore düeget nich:„Kruse Haore, krusen Sinn“, segg'm wull; un dat drüöp bi Fränsken dreidrubbelt in.'t was jä no män'n Kiek=in=de=Welt, well knapp de Buxe alleene tomaken konn, un he gonk no bi Kleinelähr in Schole. Män en Kopp hadde dat Käälken, dao konn sick woll en Kabbeleer mit dohn. Wenn em wat twiärs gonk of wenn se em an'n Wagen föherden, vüöraf wenn sien Vader of Kleinelähr em eß t Büxken stramm tröck, dann kuokede dat Käälken faorts üöwer äs en Miälkpott, dann beet un spüeterde he rund üm sick to un tramsede mit de Holsken up un wüß sick vüör Gift kinn Raot. Sien Vader schüllde saken noog den Kopp un sagg dann woll to siene Frau:„Libbet, Libbet, wi häbbt män den eenen, män wat sall unt den Jungen no wassen mit sonnen Giftkopp?! Wenn em dat Köppken nich tiedig boggt wäd, dann mäck he sick un us no Sähr!“ Obbers Libbet woll dao so recht nix nich von wietten. „Ao wat“, sagg se dann,„biäter'n sturen Kopp äs en Duedeldopp! Guod Dank, dat't nich sonnen HansQuaß is, well sick't Moos up'n Kopp hacken lött. Dat sall sick no woll giewwen;'! Verstand kümp mit de Saohre“. Auusen Wens m Un de Snieder gon den unnersten Weug un sweeg tI Up in Nomdag— Fränsken was nao Schole— satt Snieder=Bäärnd up sienen Disk un was flietig ant Faam=Trecken, un Libbet hölp em en biettken. Jüst süngen se wier dat olle Leed von ähren Jungen, he mit en swaoren Sinn, se mit en lichten Sinn’rtieggen an. Dao gonk de Düöre, un en Schooljungen kamm herin un brach mit'n Kumpelment von'n Lährer en Breefken. 6 k 40 f61 De Lährer schreef, oat he Fransren haobe straofen moßt, wiel dat he undöchtig west wäör un dat de Junge em vüör Gift mit'n Holsken te Liewe gaohn wäör.“t wäör hauge Tied, dat se den Brusekopp stüürden un dat de Ollern mit em Hand in Hand gaohn mossen. „Dao gaoh wi jä hen!“ reip de Snieder und sprünk von sienen Disk.„'n mott sick sä schiämen, dat'm sonnen Bengel laupen häff. Dat kümp'rvon, dat du 'r alltied mit to hölls, des wi'n Vagebund'r laupen häbbt!— Laot he mi män in Huse kuemen, dann sack em! Fell woll naoseihn, dat he de Freide krigg!“ Libbet truede sick nich, dat se'r wat tieggen sagg. Se söchtede män un gonk in de Küeke, wiel dat wonnähr Kaffeetied was. As Fränsken üm veer Uhr nao Huse luren kamm, Stock achter de Düöre. Sien Va stonn de Stod achler de Dubte. Sien Vader möök auk kinne langen Fisematenten, he namm den Jungen kuort un gued tüsken de Kneie un kloppede em dat Büxken so gorig unt, dat de Moder män stüren moß, süs wäör 't bolle te hadde wurden. Män nu kuokede de Kiettel faorts wier üöwer. De Junge höll sick't Achterpand faste un danßede bar vüör Venien. He wüß sick vüör Gift kinn Raot un reip: „Ick gaoh'r düör, ick gaoh'r düör! Ick will Juen Jungen gar nich mähr sien, wiett I dat?“ „Dao is mi auk mit dennt“, sagg de Olle un stüök den Tröster achter't Speigel;„sonnen Jungen, äs du bis, sin'ck all lange leed. Maak män gau, dat du unt'n Huse kümms!“ „Dat wick auk!“ snauede den lüttken Buxen=Bäärnd, un daobi danßede he up de Hacken. „Libbet“, sagg de Snieder to siene Frau,„laup jäben hen un haal eß gau'n rein Hiemmd von de Upkammer, un dann maak män en düftig Buottram trechte; use Frans will nu usen Jungen nich mähr sien, de will nu in de Früemde.“ „Dat wick auk!“ snuckede de Junge. Libbet brach alls heran, so suur äs't ähr auk föll. De Olle namm gans sinnig en grauten rauden Snuufdook un knüppede dat Hiemmd un dat Buottram schön perin.(4 74 1 mn Henen Wünsel Fränsken keek woll wat schaluy io, wu sienen Bunsel snöört würde, män giewwen dei he sick apatt nich! Dat günnde em de Kopp no lange nicht—„So“, sagg sien Vader,„hier is dienen Bünsel, un nu gaoh mit Guod!“ Fränsken reet em den Bünsel unt de Hand un brusede mit=ens unt'n Huse. He kreeg't auk no praot, dat he de Unnerdüöre achter sick tooslöög, dat't män so rappelde. Män de Olle leip hännig to un fmeet auf de Uöwerdüöre int Slott un dei den Grendel von binnen 'roüör. Dao hadde he sick nu doch nich vüör hott, un't was em apatt wat eegen, dat de Düöre achter em afrieggelt würde. Sien Moder konn 7 nich laoten, dat se'r unt de Balkenluke mit'n half Auge achteran keek, un söög, dat he mit sienen Bünsel krüdig" de Straote langes gonk. Män 1 duurde nich lange, dao kreeg siene Kurgasge nen wahnen Klapp. Dao twielde sick de Straote, un dao moß he sick nu doch res'lseeren, unt wecke Paote he dann eegentlick in de Früemde trecken soll, unt de Mönster=Paote of unt de Müelen=Paote. Dao stonn he nu mit sien Bünselken un keek bolle nao de eene Siete un bolle nao de annere Siete un wüß nich, wat he maken soll, un't was em bolle, äs wenn he am leifsten wier trügge gaohn wäör. Män dat soll em infallen! Nu kamm auk no Naobers Wilmken'r heran drawet un frogg em niesgierig, wao he mit den Bünsel hen woll un of se nich en lück Piärdken spiellen sollen. Dat hadde he jä nu liedend gäärne mitdaohn, wenn he män nich jüst in de Früemde moßt hadde! So windbüülde he sick son lück trechte un vertröstede Wilmken up ternocher?. Jä, wat soll he maken? Dao was gueden Raod düür. Dao föll em den dicken Prellsteen int Auge, well dao up den scharpen Eck lagg, wao de Straote sick Wupps! satt he un den Steen dat Bünselken twielde. Wappsl sal. he up den Sieen, om Bunselten son lück schraot achter sick. As he nu so satt, dao keek he liek=unt in de Straote herin, wao he wuende, un konn' Huus liggen seihn. Un he söög, dat de Düöre no faste to satt.'t Hiärt würde em swaor un swäörer. Em duch abslunt, dat de Düöre loß gaohn moß un dat dao woll Eene unt kamm, Vader of Moder, un em inhaalde. Män de Düöre bleef nettkes to, un nümmes leit sick seihn. Ne guede Stunne hadde he all woll so siäten, dao würde't em gans bedrööft te Mode, un en verstuolen Träönken leip em all manges de Backen daal. Dao föll em tom Glücken sien Buottram in. Fränsken fusselde'n düftigen Ranken; unt den Bünsel heruut. Sauerländer Kinderlieder„ von Franz Kinsche Woigenloid Düär de Boime gait de Wind, dau de Augskes tau, meyn Kind. Use Hoinkes— tuckel— tuckel— sind im Stalle bey der Muckel?, schlopet lange, sind nit bange; ok de Gockel up der Stange nucket in em Droimken still. Schloop, meyn Hiärtken, schloop, schloop, meyn Hiärtken, schloop! Scheynt dann moren fräu de Sunn, floiget all' de Lädder runn“: Häänken krägget, Hoinkes tucket, un de alle Muckel nucket: Fixe Häänken, mos mol kräggen, konnt de Hoinkes Egger läggen füär en kloinen Läckertaan! Schloop, meyn Hiärtken, schloop, schloop, meyn Hiärtken, schloop! Sandmann, bleyf terbiuten stoon, kanns en Huisken widder goon! Use Kindken, frog de Muckel un de Hoinkes— tuckel, tuckel— schlöpet lange, hälet dalle sik de Oikes iut em Stalle, hört em loiwen Kinne all. Schloop, meyn Hiärtken, schloop, schloop, meyn Hiärtken, schloop! Muckel= Muh= Kuh. Goselchet Goiseliesel; siewen, tell, bo sind se bliewen! Kille, kille, Tröppken, vull is ugge Kröppken. Furt, furt, furt van usem Klai“, döt ugg füs et Leyfken wai. Wille, wille, wull, et Kröppken, dat is vull. Kümmt de dicke Gäusemann met en räuen Stieweln aan: Schnater, schnater, schnater, dreyf us bey et Water. Kull, kull, kull, dey usen Deyk, drinken dot do alle gleyk: Kloren Gäuseweyn, doi schmecket us säu seyn. Gans in Gedanken verdwuolen gaff he sick ant Knuwen, bes he de ganße Brügges herunner putzt hadde. Mit=ens würde't lanksam Aowend. Fränsken keek un keek de Straote langes, män nümmes stüürde sick an em. Dao gaff he sick ant Grienen, nich luudhals, nee, he hünskedes so in sick herin, un dicke Träönen buckelden em üöwer de Backen. In de Hüse würden all hen un wier de Lüchter ansticket. Dao was't ratz unt mit de Früemde! Rums! leit he sick herunner glieden von den Steen, namm sienen Bünsel un driewwelde lanksam, Föötken vüör Föötken, in de Straote herin upt Huus an. Endlicks stönn he vüör't Huus. De Düöre satt no dichte to. He stellde sick up den Trappensteen un lusterde, of he nix häörde. Män't was binnen so stille äs in de Kiärke, gar kinn Geluud. He gaff sick ant Grämstern un Hoßen, män't woll nich batten. Dao kloppede he mit den Holsken vüör de Düöre, erst gans miedsam', dann en lück hadder, un daobi günsede“ he äs son Fiärksken. „Is dao well?“ kamm'r endlicks ne Stimme von binnen, dat was sien Vader. „Jau, icke“, gaff he benaut wier trügge. „Well icke?“ frogg de Stimme wier. „Icke, Frans“, fnuckede de Junge. „Frans?“ reip de Olle düör't Slüetellock wier trügge,„wi häbbt kinnen Frans, use Junge is us’r von Vomdag düörgaohn!“ un de Düöre bleef to. Dav sett'te sick Fränsken up de Trappe daal un branskede, dat't en steenen Hiärt erbarmen moß. „Nu is't patt“ gued west“, drees Libbet, un! Hiärt woll ähr briäken.„Nu laot em herin!'n mott sick jä schiämen vüör de Naoberschupp!“ „Sachte an!“ wjährde Snieder=Bäärnd eest no as, män dann duch em auk, dat de Junge nu woll verdann kleine Bkaitkes backede. He dei de Düöre loß, un de arme Sünner kamm sliepsttärts herin. „Süh, bis'r wier unt de Früemde?“ frogg de Olle, „dat häff sä nich lange anhollen!“ Got de Goiskes seyn no Hius Liesken driet en Blaumenstriuß. Alle siewen, alle, wackelt no em Stalle. Witt, witt, witt, et Leyfken vull, konnt nit goon, et is te dull. Wille, wille, wull, ei Kröppken is te vull. Klai= Klee. „Ick will'!t auk siliäwe nich wier dohn“, saomerde Fränsken,„ick will nu alltied gans gardig sien!" i Dat soll mi iä freien“ sagg sien Bader, män en „Dar sau ii ja ftelen,“ fagg fien Baber,„Man es Hundsfott, well sien Waord nich höllt!“ Un: Köppken was würklick boggt. Wenn't eß üöwerlaupen woll, dann föll em rechttiedig de Früemde in, un dann kreeg't Wüörmken fgorts en sachten Daud. Schmerzen, Kummer. “ hernach, nachher. Stück. “ a u f r e c h t u n d m u n t e r, * großes Butterbrot. e wimmerte. bescheiden. wimmerte laut.e aber doch. ie fortan; allmählich. * 24./26. De Die Stunden hang hatten Stadtmenschenlung ein Leib war giu voll freiern Mut Monate. „Wenn ich au er mit einem Sp selber,„für einer meinen Sport n ungen Herren, n Er hatte im haane Heide sche sehr ernstem Herze iin abgewiesen. „Wenn ich nich Sie regelrecht fr könnten, durchs wandeln.“ „Achl. Ich jur fühmte Motorkon ung für Sie!“ Sie hatte schu par, und sollte er Die Baude ler stern. Hier wollt seit er verwitwet Male sein vertrat denwirt, der alte bevaterte. Als er gegesse um schlafen zu ge Tischen Hanne He obwohl er sein E sagte dann ohne 2 herr Doktor! J gusen" „Ich glaube“, als Sie noch ein er alle gute Hal nicht eigentlich Fräulein, mir wiwir ruhig, unter Er sah Bestür zur gleichen Seku da hörte er von dem ein Dutzend „Hanne! Hanne!“ digen, sondern sa „Ich laufe so( Ihnen bestätigen, seschen Sportlern Hierbei macht Gebärde und bli Zudringliche an. „Verzeihen S „mir lag jede 1 Dann ging sie Vater Bahr am und lachte übert er:„Jung bin ic benommen hab' „Tolles Wette und schneit! Und wie ein Tischtuch „Ho, das ist eine Stunde hina rum, das tut g „Aber nicht z Sie sind ja kein Drei Stunder noch nicht zurück. vom Tanz, die 1 Glühweindampf, heide wagte sich Bahr und fragte man denn noch Angst, Fräulein! kennt die Gegenirgendwo andet Nur keine Angst durchschaute ihn Schnees nur vor Um diese Ze einer Kraft. Er hinausgelaufen goldenen Fenster ersoffen, und er zurück. „Nur nicht hi und versuchte eir len! Schneestur einander.“ Er glaubte,e durchhalten, und suchen und wolle ihm mit einem gelähmt. Er lät strenge Mahneri Länger nicht! lauschte, ob er S nur den erbarm C. der deutschsprachigen Presse.V Nummer 353 nrera, NSV“ reiche Arbeitsgebiete hulten Kräften wird Mädel sich die ihr vird wählen können. denen Organisationen eigendem Maße zur ufgaben. Diese Ares Volksganzen die. z, da sich gerade hier eines wirklich ernst. der RSV brauchen Partei, NS=Frauen. jalkräfte. Staat und in an staatlichen und als Jugendpflegerinrufsberaterinnen und imtern ein. Außerrieben Werksfürsor. prechend, eröffnet die vohlfahrt Westfalenjuenschule für n M ü n s t e r. S i e ünster und dem sozialen Beruf ohne Da die neue Schule i Sozialen Frauen. n ihre Schülerinnen sen. Der Lehrgang umfaßt zwei Jahre. eben Monate praktie sind zu richten an kretariat) Gauleitung Künster=Wests., Bis24./26. Dezember 1940 Westfälische Tageszeitung Nummer 353 Die sun,„Aul Eine Geschichte von Krnold Ulitz iule diesen Stern, nicht, opf.„Wann schreibst aus Strohstückchen ir den Tannenbaum. immengelegt werden, enhalter. Dann hatte sor sich stehen. Das es da auf einmal an er sangen mit ihren Weihnachtszeit, fröhtsmann gar nimmer in der„Jungfer Mane Stunde gab den dem wundersamen irsus auch kleine Latzündet, und so trug se, um es am Festtag Den Lehrkräften des veihnachtliche Kursus vie den Müttern und at ihnen gezeigt, wie 1 getroffen werden gemeinsamen Arbeit merungen schöpft, die trägt. A. V. te im Film en, 23. Dezember. idenverkehrsverbandes n Kulturfilm gedreht eserberglandes breiteugänglich machen soll. in in ein Paddelboot ben, durstigen Auges landschaft. Stadt und ann.=Münden— nach eine der sieben schönanheimelnden Giebelrn auf, die Berge des itik des Fulda= und is eigentliche Erlebnis : N a c h d e r b a r o c k e n hs folgt Höxter, Holzund das herrliche ämelschenburg im Tal enfängerstadt Hameln zvollen Baukultur, die t. Der Film wird in K Buottram in. Fränsken t den Bünsel heruut. iff he sick ant Knuwen, er putzt hadde. owend. Fränsken keek nümmes stüürde sick rienen, nich lundhals, in, un dicke Träönen un wier de Lüchter t de Früemde! lieden von den Steen, elde lanksam, Föötken upt Huus an. uus. De Düöre satt den Trappensteen un än't was binnen so Helund. n Hoßen, män t woll t den Holsken vüör de in en lück hadder, un ken. dlicks ne Stimme von er trügge. ume wier. unge. •1 Slüetellock wier use Junge is us'r Düöre bleef to. de Trappe daal un t erbarmen moß. reef Libbet, un 1 Hiärt m herin!'n mott hupp!“ er=Bäärnd eest no af, nge nu woll verdann!“ arme Sünner kamm Uemde?“ frogg de Olle, wier dohn“, sgomerde us gardig sien!“ sien Bader,„män PöAll!“ oggt. Wenn'st eß wier rechttiedig de Früemde gorts en sachten Daud. aufrecht und munter, * g r o ß e s B u t t e r b r o t. vimmerte laut.e aber Die Stunden des Aufstiegs über den verschneiten gang hatten dem Manne wunderbar wohlgetan; seine Stadtmenschenlunge war voll erquickender, herder Luft in Leib war glücklich über die eigene Kraft, sein Herz all freiern Mutes als während der letzten bitteren Monate. „Wenn ich auch nicht mehr heiratsfähig bin“, sagte „ mit einem Spott, der kaum noch schmerzte, zu sich selber,„für einen alten Fünfundvierziger mache ich neinen Sport noch ziemlich gut. Nachmachen, ihr Herren, nachmachen!“ Er hatte im Frühling dieses Jahres der jungen gaane Heide scherzhaft klingenden Tones, aber aus sehr ernstem Herzen einen Antrag gemacht, und sie hatte ihn abgewiesen. „Wenn ich nicht schon so alt wäre, Hanne, würde ich Sie regelrecht fragen, ob Sie sich nicht entschließen könnten, durchs„Paradies des Lebens“ mit mir zu wandeln. „Ach. Ich junges, dummes Ding und Sie, der bezühmte Motorkonstrukteur! Ich wäre wirklich viel zu sung für Sie!“ Sie hatte schwerlich gespürt, wie tief er getroffen var, und sollte es auch niemals spüren. Die Baude leuchtete mit goldenen, umschneiten Fenstern. Hier wollte er Weihnachten feiern, wie immer, seit er verwitwet war, hier erwartete ihn zum zehnten Male sein vertrautes Zimmer und der prächtige Baudenwirt, der alte Bahr, der ihn humorvoll und gütig bevaterte. Als er gegessen hatte und schon im Aufbruch war, um schlafen zu gehen, trat zwischen den engumdrängten Tischen Hanne Heide auf ihn zu, begrüßte ihn strahlend, obwohl er sein Erschrecken nicht verbergen konnte, und sagte dann ohne Arg:„Das nenn' ich eine Überraschung, herr Doktor! Ich hatte keine Ahnung, daß Sie Ski ausen „Ich glaube“ antwortete er frostig,„ich tat es schon, als Sie noch ein Baby waren", und plötzlich verlor er alle gute Haltung und fuhr bissig fort:„Ist es nicht eigentlich etwas unzart von Ihnen, gnädiges Fräulein, mir wieder mal mein Greisenalter, na, sagen wir ruhig, unter die Nase zu reiben?“ Er sah Bestürzung in ihren Augen und schalt sich zur gleichen Sekunde schon kindisch und flegelhaft, aber da hörte er von einem besonders fröhlichen Tisch, an dem ein Dutzend junge Damen und Herren saßen, „Hanne! Hanne!“ rufen, und er konnte sich nicht bändigen, sondern sagte, grimmig: „Ich laufe sogar sehr gut Ski, Vater Bahr kann's Ihnen bestätigen, und ich bezweifle, daß diese Sorte von seschen Sportlern da drüben mit mir antreten könnte.“ Hierbei machte er eine verächtliche und gehässige Gebärde und blickte auch sie selber wie eine dreiste Zudringliche an. „Verzeihen Sie“, sagte das Mädchen erblassend, „mir lag jede Ungezogenheit fern.“ Dann ging sie. Er heuchelte Gleichmut, trank mit Vater Bahr am Schanktisch einen Grog und plauderte und lachte übertrieben heiter, aber insgeheim grollte er:„Jung bin ich nicht, das ist nicht zu leugnen, aber benommen hab' ich mich wie ein Junge!“ „Tolles Wetter draußen“, sagte der Alte,„es stürmt und schneit! Und wie es schneit! Jede Flocke so groß wie ein Tischtuch oder mindestens wie eine Sewviette!" „Ho, das ist etwas für mich. Da will ich doch für eine Stunde hinaus, einfach ein bißchen um die Baude rum, das tut gut vor dem Schlafengehen!“ „Aber nicht zu weit weg", warnte der Wirt,„na, Sie sind ja kein Anfänger, Doktor!“ Drei Stunden später jedoch war Doktor Meister noch nicht zurück. Die warme Baude bebte rhythmisch vom Tanz, die Luft war wolkig von Zigaretten= und Glühweindampf, die Heiterkeit uneingeschränkt. Hanne Heide wagte sich schon zum zweiten Male zum Vater Bahr und fragte ohne Ziererei voll größter Angst, ob man denn noch keine Sorge haben müsse.„Nur keine Angst, Fräulein! Das ist ein Kerl aus Stahl, und er kennt die Gegend. Er würde im ganzen Gebirge nirgendwo anders Weihnachten feiern als bei mir! Nur keine Angst!". Oh, er hatte schon Angst, aber sie durchschaute ihn nicht, und sie kannte die Tücke des Schnees nur vom Lesen. Um diese Zeit war Doktor Meister fast am Ende einer Kraft. Er mußte unachtsam ins wilde Schneien hinausgelaufen sein, nun war die Baude mit den goldenen Fenstern im rasenden Treiben erloschen und ersoffen, und er lief und lief, aber er fand nicht mehr zurück. „Nur nicht hinsetzen“, sagte er lehrhaft zu sich selber und versuchte ein Gelächter,„nur nicht ausruhen wollen! Schneesturm und Verliebtheit passen nicht zueinander.“ Er glaubte, er werde wenigstens noch zwei Stunden durchhalten, und sagte sich, im Notfall werde man ihn suchen und wolle es Gott, auch finden. Dann aber war ihm mit einem Schlage Wille wie Vernunft rätselhaft gelähmt. Er lächelte schmeichlerisch, als gelte es eine strenge Mahnerin zu betören:„Eine halbe Minute! Länger nicht! Sicherlich sucht man mich schon!“ Er lauschte, ob er Schüsse oder Hörner höre, aber er hörte nur den erbarmungslosen Sturm. „Laß mich nur“, bettelte er zur Warnerin. Die Müdigkeit schien so gütig und milde. Er ließ sich seitlich sinken, schnallte die Bretter ab und steckte sie in einer undeutlichen Aufwallung letzten Denkens steil in den Schnee. Die Flocken deckten ihn zu. Er war wieder ein Junge von drei Jahren. Die Eltern hatten einen Garten mit Birnbäumen, Stachelbeersträuchern und wunderbaren Blumen. Sie durften ihn getrost herumstreunen lassen, die Klinke der Gartentür war viel zu hoch für den Knirps, auf die böse Straße also konnte er nicht hinaus. Von Zeit zu Zeit blickte die Mutter aus dem Fenster und rief mit ihrer schönen Stimme:„Herbert! Herbert!", und im gleichen Tonfall rief er:„Mutti! Mutti!“ zurück. Eines Tages aber entdeckte er, daß er die Klinke herunterzerren konnte, und er marschierte in die weite Welt. Er verlor einen Schuh und dachte, es sei Zeit, wieder heimzugehen, und er marschierte und marschierte, aber das rechte Haus wollte nicht kommen. Er hatte große Angst, und nun begann es zu regnen; sein Kittelchen klebte ihm am Leibe, es wurde kalt, und er weinte. Da sammelten sich große Leute um ihn, leider kam auch ein Polizist dazu, und als er sagen sollte, wie er heiße konnte er aus Furcht vor dem Polizisten nur schluchzen, aber siehe, da kam ein Mann gelaufen, und rief schon von weitem mit gewaltiger Stimme. Die gafsenden, fragenden Frauen prallten auseinander, der Mann war mitten im Kreise, der Vater war es, der Vater, und saßte seinen kleinen Jungen und packte ihn unter seine besser, aber die dritte... Ach, wie schön das war! Eine so gute, gute Wärme! So mollig zugedeckt zu werden, so verhüllt gegen alle Not. Die Flocken deckten ihn zu. Er war als junger Ingenieur bei den großen Flugzeugwerken eingestellt, und sein erster Motor sollte erprobt werden. Nicht der Motor versagte, sondern die Tragfläche hatte einen unsichtbaren Defekt, und als er stürzte, dachte er den Namen seiner jungen Frau. Beim Erwachen sah er sich in Gips und Bandagen, er war so weiß wie eingeschneit und mußte denken:„Himmel, ist denn schon Winter? Kürzlich war doch noch Juli?“ Es war sehr anstrengend, wach zu sein, und die Leinwand war viel zu schwer. Oder war es vielleicht wirklich Schnee? Wollte man ihn hier etwa plattquetschen wie? Er stöhnte, und da nahte etwas Wunderbares, das er schon spürte, als es noch unterwegs war. Endlich senkte es sich nieder, genau auf seine Stirn, doch auch zur Hälfte noch über seine Augen, denen es so schwer fiel, sich zu öffnen. Dies Wunderbare war die Hand seiner Frau. Die Hand war wie ein weicher Schleier, oas Schwere wurde gewichtlos.„Du hast es überstanden, Liebster", sagte ihre Stimme, und die Stimme war noch wunderbarer als ihre Hand, unsäglich friedvoll, unsäglich sanft und weich. Die Flocken deckten ihn zu. Hanne Heide stand vor dem Baudenwirt und weinte unverhohlen. „Wir müssen ihn doch suchen, Herr Bahr!“ „Ja, ich glaube, jetzt müssen wir ihn suchen, Fräulein“, sagte er finster,„mein Sohn sucht sich schon ein paar tüchtige Kerle aus. Nur keine Angst!" schmerzte, und er stürzte nicht, sondern er schwebte wie eine abgelöste, vom Winde getragene Blüte, langsam. unendlich selig in abgründige Tiefe hinab. Je tiefer er sank, um so beglückender war das Gefühl des Geborgenseins. Rings umher im ganzen ungeheuren Luftreich schwebten Blüten wie er selber, langsam, langsam, langsam. Als er die Augen öffnete, erkannte er das Mädchen, bildete unhörbar ihren Namen und lächelte nur, dann umhüllte ihn wieder traumloser Schlaf, weil sein schönster Traum inzwischen Wirklichkeit geworden war. die„Hamischen Brettlhupfer“ Mit Strafmandaten gegen die ersten Skifahrer 50 Jahre„weißer Sport“ Vor fünfzig Jahren tauchten im baverischen Oberland die ersten Skifahrer auf. Den Pionieren des Wintersports erging es nicht anders wie den ersten Automobilisten. Radfahrern und Luftschiffern. Man verlachte und verspottete sie, brachte sie als komische Figuren in die blätter oder zweifelte gar an ihrem Verstand. Es ist noch gar nicht allzu lange her, daß im bayerischen Oberland die ersten Skifahrer auftauchten. Münchener Studenten und ihre Freunde, die von ihren Kommilitonen aus Finnland und Norwegen diesen schönen Sport erlernt hatten, waren es, die im Winter 1890/91, also vor nunmehr fünfzig Jahren, als„blutige Anfänger“ dort die Hügel und Steilhänge unsicher machten. Die Bauern. die Beschädigungen ihrer Aecker und Wiesen befürchteten, sahen dies natürlich nicht gerne und jagten die„damischen Brettlhupfer“ mit Mistgabeln von ihren Feldern. Selbst die hohe Polizei nahm an dem frohen Treiben Anstoß und belegte die ersten Skifahrer überall dort, wo das— Rodeln verboten war. mit gesalzenen Strafmandaten. Es gab eben damals noch keinen Paragraphen, der den neuen Sport entweder gestattete oder untersagte. Trotz= dem hat sich das Skifahren, das zunächst von den Eislaufvereinen gepflegt und gefördert wurde, bald überall durchgesetzt. Ein Kapitel für sich bildet die Beeinflussung der Mode durch den neuen Wintersport. Die Männer vermummten sich anfänglich, als ob es auf eine Nordvolfahrt ginge. während die Damenwelt oft eine groteske Zusammenstellung von Federboas. Riesenhüten mit Gesichtsschleier und— Turnhosen zeigte. Später kamen hierzu noch Brille. Lederkappe und andere Bekleidungsstücke, wie sie zum Autodreß gehörten. Dabei ist der Ski in dem norwegischen Bergland Telemarken schon von 1800—1870 zum Sportgerät im heutigen Sinne geworden. Die seit 1870 von Norwegen ausgehende einfache und natürliche Technik für Ebene und Hügelland ist allerdings seitdem. Der Weihnachtsabend des Urlaubers Jacke. Ach, wie herrlich war es unter Vaters Jacke, so zugedeckt. Gar nichts Böses war mehr auf der Welt. Die Flocken deckten ihn zu. Der Kriegsfreiwillige Herbert Meister kam mit einem Nachschub zu einem Landwehrregiment. Als sie vor Smorgon durch ein Wäldchen vorbrachen, fällte ihn eine Schrapnellkugel, und er dachte im Stürzen:„Verdammt, wenn es nur nicht in die Lunge ging!“ Sie luden ihn vor einer riesigen Scheune ab, die als Lazarett eingerichtet war, und zwischen langen, langen Reihen von Strohsäcken, auf deren jedem ein Verwundeter lag, trugen sie ihn dahin. Es war eine Strohsackallee, ein Weg der Schmerzen.„So! So! Sachte, sachte!“ ein Sanitäter, und dann ließen sie ihn nieder, und er war gleichfalls ein gefällter Baum in dieser Allee. „Deckt mich doch zu“, bat er mit klappernden Zähnen „mir ist verflucht kalt.“—„Ja, ja, Kam'rad, wird gleich besorgt!“. Und dann kam schon einer im Galopp durch die Allee gerannt und trug dicke, wollene Decken über den Armen.„Deckt mich zu, deckt mich zu!“ Die erste Decke vermochte noch gar nichts, die zweite tat schon (Scher!) Der Sohn des Baudenwirts, der Skilehrer, stellte den Rettungstrupp zusammen; er prüfte die jungen schönen Herren, die Doktor Meister so verachtet hatte, und fand sogar unter ihnen einen, der ihm Gnade zu verdienen schien. Hanne Heide wies er barsch zurück.— „Männersache!“ Das Horn rief durch die weiße fürchterliche Nacht, und Leuchtpistolen schickten armselig kämpfende Rakelen in den mörderischen Flockenwirbel hinauf. Das Mädchen lief gehetzt im engen Flur des Hauses auf und nieder, weinte und betete. „Ich liebe ihn!“ jammerte sie.„Gott, laß es nicht geschehen, laß ihn zurückkommen!“ Nach einer halben Stunde brachten sie ihn; er hatte gar nicht weit vom Hause gelegen, ein weißer, länglicher Hügel, die Bretter als steile Signale daneben. „Lebt er?“ „Einstweilen ja, Fräulein! Hoffentlich hat er sich nicht gar zu früh im Schnee schlafen gelegt.“ Es war wieder im Kriege. Flakfeuerwölkchen um pufften ihn. Er spürte einen Schlag, der nicht sonderlich Der Weihnachtestern Ein Licht ist ausgekommen Im dunklen Himmelsrund, Ein Sternlein ist erglommen Zur mitternächtigen Stund: Das strahlt mit reinem Brande Wen über alle Lande Auch dir Und mir Bis in den Herzensgrund. Die andern Sterne schwinden Und sinken, kaum erwacht. Sie löschen und erblinden Bei aller Macht und Pracht. Nur unser Stern bleibt helle. Dringt über jede Schwelle Auch dir Und mir In unsrer schwersten Nacht. Halt Aug und Seele offen— Wie stark brennt heut der Stern! Sein Glanz hat uns betroffen, Er ist uns nimmer fern. Er bringt mit seinem reinen Unendlich klaren Scheinen Zu dir Und mir Das Licht des ewigen Herrn. Johannes Linke vor allem in Mitteleurova. unter dem Einfluß des alvinen Steilgeländes. sowie der um 1896 entstandenen Lilienfelder Schule, ferner der Bilgeri= und Arlbergschule wie auch der Schweizer Schule einer starken Umgestaltung unterworfen worden. Trotzdem sind die Möglichkeiten der Bewegungstechnik im Skilauf. der immer wieder neue, reizvolle Variationen bietet, noch nicht erschöpft. Erst in den letzten Jahren ist bei uns zum Ski noch der Skilift gekommen, der dem Sportler den langen. beschwerlichen Anstieg ersparen soll. Die erste Aufzugsanlage dieser Art im ganzen Reich wurde am Predigtstuhl bei Bad Reichenhall errichtet; sie hat sich außerordentlich bewährt und bald überall Nachahmung gefunden. Gegenwärtig gibt es in Deutschland. Italien. Frankreich und der Schweiz bereits über 30 Skilifts mit einer Fahrtlänge von 300—2000 Metern. Einer der berühmtesten Skilifts. der auf einer Strecke von zwei Kilometern einen Höhenunterschied von 600 Metern überwindet, führt auf den Hausberg bei Garmisch. So hat die Technik sich auch im Wintersport als befruchtendes und förderndes Element erwiesen. Heitere Welt“ erzählte Kleinigkeiten In Sudermanns„Stein unter Steinen“ hatte Kainz einmal den geächteten Biegler zu spielen, der von seinen Kameraden als Zuchthäusler gemieden wird. In einer Szene mußte er diesen Kameraden Zigarren anbieten, die jedoch nach der Rollenvorschrift nicht genommen werden durften. Eines Abends nun brachte Kainz ein paar wundervolle Importen mit, von denen er eine vor der Vorstellung rauchte. Seine Kollegen begannen alsbald, genießerisch den Rauch einzuziehen. Sie schimpften auf Kainz, daß er ihnen nicht eine Zigarre davon anbiete. Kainz lächelte: „Ich werde euch diese Zigarren sogar heute abend auf der Bühne anbieten! Gewiß, ich weiß, daß ihr ablehnen müßt! Aber gerade das Opfer, das für euch in dieser Tatsache liegt, wird einen um so vollkommeneren Triumph eurer Kunst bedeuten! Denkt daran, dann wird euch die Entsagung leichter werden!“ Der betreffende Auftritt kam. Innerlich widerstrebend, lehnten die beiden ersten Mitspieler ab. Als aber die Reihe an Baumgartner, den dritten Partner kam. griff dieser blitzschnell zu, nahm alle noch vorhandenen Zigarren an sich und sprach zu dem darob nicht wenig verdutzten Kainz die improvisierten Worte: „Na, ich will diesmal die Dinger noch mal nehmen! Aber das sage ich dir: Komm mir nicht noch einmal mit einem solchen Anerbieten!“ Im Berliner Wallnertheater wurde einmal die lustige Parodie„Die Afrikanerin in Kalau“ gegeben. Die Schauspielerin Anna Schramm hatte im Verlauf des Stückes an einer giftigen Manzanilloblüte zu riechen, worauf sie tot umfallen mußte. An dieser Stelle setzte dann allabendlich starker Beifall ein, auf welches Zeichen die Schramm sich wieder erhob. War es nun Verabredung oder sonst etwas: eines Abends rührte sich an der bewußten Stelle jedenfalls keine Hand. Da richtete sich Anna Schramm ganz erstaunt auf, und im echtesten Berliner Jargon sagte sie zu den Zuschauern: „Harrjotte noch eens, heute sitzense ja alle uff de Hände, dann habe ick mir janz jewiß nich jut jenug jerochen!“ Worauf sie sich vollends erhob, nochmals ordentlich genußsüchtig den giftigen Geruch durch die Nase zog und wiederum umfiel. Das Mittel half. Der Beifall war stärker als je zuvor. Künstlerstammtisch. Die anwesenden Damen kamen u. a. auf Handarbeiten zu sprechen. Ralph Arthur Roberts beschloß, die ebenfalls anwesende Adele Sandrock zu verulken. Daher fragte er spöttisch, doch mit ernstem Gesicht, wie es wohl zu erklären sei, daß viele Frauen beim Sticken von Sofakissen als figürliche Darstellungen meist Drachen, Affen oder gar Teufel erwählten. Die Sandrock maß den Frager mit einem vernichtenden Blick: „Wahrscheinlich denken diese Frauen immer gerade an ein Mannsbild!“ * Hufeland war Mitglied eines Stammtisches, dessen Angehörige sich nach Kräften verulkten, wo sich nur die Gelegenheit dazu bot. Unter anderem gehörte dieser Runde auch ein Baumeister an. Eines Tages sagte dieser Baumeister zu Hufeland: „Ich sah Sie heute Mittag schnellen Schrittes über die Straße eilen. Darf man den Grund Ihrer Hast erfahren? Hatten Sie etwa die Absicht, tatsächlich einmal einen Kranken zu heilen?“ Hufeland ließ sich nicht verblüffen und antwortete: „Nein, ich ging gerade an einigen Häusern vorbei, von denen mir berichtet wurde, sie seien von Ihnen erbaut worden, und da mir mein Leben lieb ist, eilte ich vorüber, so schnell mich meine Füße trugen, bevor die Häuser einstürzten.“ * Einmal weilte der Berliner Arzt Treptow in einer Abendgesellschaft. Eine als geizig bekannte Dame wollte die Gelegenheit benutzen, kostenlos einen ärztlichen Rat zu erhalten. Sie begann alsbald, dem Geheimrat darüber zu klagen, daß sie öfter Schmerzen in der Magengegend verspürte. Ob Trepkow ihr wohl sagen könne, was sie dagegen tun solle. Treptow, der die Absicht durchschaute und sich darüber ärgerte, sagte laut, so daß die ganze Gesellschaft os zu ihrem Vergnügen hören konnte: „Ja, dann muß ich Sie schon untersuchen! Ziehen Sie sich auf der Stelle aus!“ Die Dame bekam einen puterroten Kopf, erhob sich eilig von der Tafel und ward an diesem Abend nicht mehr gesehen. Sitte des Ostens Besonderheiten im Leben des japanischen volkes Von Professor Dr. Andreas Eckardt So sehr die Japaner sich seit der Restauration 1868 mit europäischen Sitten vertraut gemacht haben und heute als Großmacht an der Seite Deutschlands und Iialiens zur Neuordnung der Welt das ihrige beitragen, so sind sie doch in einer Reihe von Anschauungen und handlungen dem europäischen Denken und Fühlen entgegengesezt. Will man bei den Mahlzeiten eine fröhliche Stimmung hervorrufen, wird vorher Wein getrunken, nicht wie bei uns erst bei oder nach Tisch. Ebenso werden die Süßigkeiten vor dem Hauptgericht angeboten. In Ermangelung eines Löffels essen die Japaner auch die Suppe mit den Stäbchen, bzw. trinken sie aus der Schüssel. Zum Zeichen, daß eine Mahlzeit gut gemunbet hat, schlürft der Eingeborene und läßt aufstoßen. Beim Verlassen einer Wirtschaft gibt man dem Wirt das Trinkgeld, nicht dem Kellner. Heute ist es kaum noch Sitte, sich die Zähne schwarz zu färben, nur ab und zu trifft man diese Gewohnheit auf dem Lande. Die Höflichkeit des Japaners kommt von Herzen und ! allgemein bekannt. Als Besonderheit fällt auf, daß der Japaner links als Ehrenseite ansehen, nicht rechts Die Höflichkeit gebietet ihnen auch, beim Betreten einer sohnung die Kopsbedeckung aufzubehalten, die Fußverleidung dagegen abzunehmen. Den Fremden nach Name, Stand, Alter, Beruf auszufragen gehört zur Höflichkeit. Baut der Japaner ein Haus, so wird zuerst der Dachstuhl gezimmert, die einzelnen Stücke genau numeJert und aufgehoben, bis dann der Unterbau hergestellt N Die schönsten Zimmer liegen in jedem Haus nach binten, auch der Garten befindet sich stets auf der Rückeite des Hauses. Der japanische Schlüssel schließt nach links statt nach rechts. .. Die Trauerkleidung in Japan ist nach alter chinesicer Sitte weiß, nicht schwarz. Es läßt sich mit der prichwörtlichen Reinlichkeit der Japaner durchaus vereindaren, wenn die Insassen eines Hauses nacheinander im selden Wasser einer Wanne baden. Nachher sie sich mit einem feuchten Handtuch ab. In größten Hitze trinken sie auch den Tee möglichst Fih und genießen selbst im Hochsommer heißen ReisDie sapanischen Frauen halten den Faden fest und schren das Nadelöhr gegen den Faden. Ferner schieben sie das Tuch gegen die Nader, nicht die Nadel durch das Tuch. Sie tragen die Säuglinge nicht auf dem Arm, sondern auf dem Rücken. Nur als Mutter genießt die Frau besondere Ehre, sonst bleibt sie unbeachtet. Die Frau geht nie dem Mann voran und wird auch nicht als das„bessere“ Geschlecht angesprochen; sie folgt dem Mann, selten begleitet sie ihn. Auf der Straße sieht man nur ausnahmsweise Mann und Frau zusammengehen. Bekannt ist, daß die Japaner, wie alle Ostasiaten, mit dem Lesen nach unserem Begriff von hinten beginnen. Wenn wir also ein japanisches Buch aufschlagen, so steht auf der ersten Seite„Ende" und auf der letzten der Titel des Buches mit dem Vorwort. Der Japaner schreibt von oben nach unten, die Zeilen reihen sich von rechts nach links aneinander. Die„Fußnoten“ stehen oben an den Seiten, das Lesezeichen wird- unten eingeschoben. Bei der Adresse eines Briefes gebrauchen die Japaner die umgekehrte Reihenfolge wie wir: Zuerst kommt Ort, Straße, Hausnummer, zuletzt der Name. Sie führen demnach zuerst das Allgemeine, dann erst das Besondere an. Beim Aufstellen von Rechnungen schreiben sie erst die Zahlen nieder, hierauf folgen die entsprechenden Posten. Die Japaner sagen nicht„Nordost, Südwest“ sondern„Ostnord, Westsüd". Die Schiffer ziehen die Boote mit dem Stern voraus ans Ufer. Jedes Volk hat in seiner Charakteranlage seine Besonderheiten. In einigen Punkten weichen die Japaner so stark ab, daß gerade diese Besonderheiten kennzeichnend sind. Japan ist das„Land des Lächelns". Merkwürdig berührt uns dieses Lächeln bei Verlegenheit und Trauer. Lächelnd teilte mir eines Tages ein Japaner mit, daß sein Vater gestorben sei. Der Mann war innerlich gebrochen, aber er hielt dies für Schwäche und glaubte, durch Lächeln sich selbst Mut zusprechen zu können. Ein anderer Punkt ist die Todesverachtung der Japaner. Durch keine ethischen oder religiösen Dogmen gebunden, glaubt der Japaner nicht an ein Jenseits im christlichen Sinn, sondern an ein Fortleden als Ahne in der Sippe, in der Nation. In dieser Auffassung verbinden sich schintoistische und konfuzianische Ideen. Der Japaner als Buddhist glaubt an Belohnung und Bestrafung, an Himmel und Hölle, letztere ist ihm jedoch nicht„ewig“, sondern kann durch verschiedene Wiedergeburten in eine bessere Daseinsform gewandelt werden. Diese Anschauungen stärken in jedem Fall die Todesverachtung des Japaners und sein heroisches Aufopfern, wie es nur höchste Pflichterfüllung und tiefstes nationales Bewußtsein hervorrufen können. Das Harakiri oder Seppuku, das der Sühne eines Vergehens dient oder der Betonung der Gefolgschaft, kann aus dieser Einstellung heraus verstanden werden. Für philosophische, mathematische, psychologische und ethische Kontroversen hat der Japaner wenig Verständnis. Er begreift darum auch nicht, warum sich der Europäer bei Debatten über derartige Fragen so erhitzen kann. Das Interesse des Japaners liegt auf praktischem Gebiet, das rein Spekulative liegt ihm nicht. So zeigt das Leben und Denken der Japaner eine Reihe von Besonderheiten. Die Liebenswürdigkeit, Höflichkeit, Reinlichkeit und Sparsamkeit, dazu der unbegrenzte Mut und das hohe Nationalbewußtsein werden uns den Japaner trotzdem stets nahebringen. Sieben Quadratmeter große Kuchen Es ist bekannt, daß die Papuas im ehemaligen Deutsch=Neu=Guinea in der Hauptsache von Kuchen leben, die aus Sago gebacken werden. Meistenteils wird der Teig durch Zutaten von Fleisch oder Früchten schmackhafter gemacht. Was aber weniger bekannt sein dürfte, ist die Tatsache, daß die Papuas, wenn sie zu Festlichkeiten Gäste erwarten, Kuchen backen, die eine Größe von mehr als 7 Quadratmetern haben. Um diesen Kuchen setzen sich dann alle herum und jeder beißt dort hinein, wo er sitzt. Parsum aus Cabarpstanzen Auch Laugen und Speiseöl werden daraus gewonnen— der deutschen Tabakforschung „Zauberkunststücke“ Der Reichsanstalt für Tabakforschung in Forchheim bei Karlsruhe ist es gelungen. hochwertiges Parfüm aus Tabakpflanzen zu gewinnen. Das hat sich Columbus, der im Jahre 1492 die ersten verläßlichen Nachrichten über den Tabak nach Europa brachte, wohl nicht träumen lassen, welche merkwürdigen Stoffe die moderne Chemie einst daraus erzeugen würde. Im Laufe der letzten zehn Jahre ist die Tabakpflanze zu einer Art Universalkraut geworden, das immer wieder neue Produkte hervorbringt. Allerdings vermag dies nicht die Natur allein. sondern der Mensch muß ihr dabei tatkräftig nachhelfen. Die Gelehrten. die derartige „Zauberkunststücke“ vollbringen, gehören der Reichsanstalt für Tabakforschung an, die im Jahre 1927/28 in Forchheim bei Karlsruhe auf staatliche Initiative hin gegründet wurde. Das Institut ist in eine allgemeine, eine züchterische, botanische, chemische und eine technische Abteilung gegliedert. Es verfügt nicht nur über die größten Fachbüchereien der Welt und einen botanischen Garten mit einer Solanaceensammlung von mehreren hundert Arten. sondern auch über eigene umfangreiche Versuchsfelder. Diese dienen der Lösung aller Fragen des Tabakbaues, der Züchtung nikotinarmer oder ereicher Tabake, sowie der Eingewöhnung ausländischer und der Verbesserung deutscher Tabaksorten hinsichtlich des Aromas und der Qualität. Auch die Geschichte des Tabaks, seine medizinische Bedeutung und seine Verarbeitungsmöglichkeiten zählen zu den Forschungsaufgaben des Instituts. Schon vor Jahren hat man dort neben krankheitsfesten und besonders blattreichen Sorten Tabak mit weniger als.1 v. H. und solchen mit vollen 15 v. H. Nikotingehalt gezüchtet. Das ist etwa das Zehnfache der normalen Menge. Eine Zigarre aus diesem nikotinreichen Tabak würde selbst den stärksten Raucher umwerfen. Man kann jedoch aus diesem Tabak außerordentlich scharfe Laugen herstellen. die wie geschaffen zur Schädlingsbekämpfung sind. Außerdem ist es der Reichsanstalt für Tabakforschung gelungen, aus Tabaksamen ein hervorragendes Speiseöl zu gewinnen, das im Geschmack dem Erdnußöl ähnelt und selbst den verwöhntesten Gaumen befriedigt. Die bei seiner Fabrikation auftretenden Rückstände, der sogenannte Oelkuchen, findet als eiweiß= und stickstoffreiches Viehsutter Verwendung. Neuerdings konnte durch die Reichsanstalt für Tabakforschung sogar aus den Blüten der Tabakpflanze ein— Parfüm hergestellt werden, das nicht etwa nach einer alten Pfeise oder Zigarrenasche riecht, sondern durch einen aromatischen, erlesenen Duft bald die Frauenwelt bezaubern wird. Man kann ihn noch am ehesten mit dem von Hyazinthen In allen Standorten des Heeres wurden die Vorbereitungen für die Festtage getroffen. Auch für eine gute Küche ist dabei gesorgt worden. Eine Kampfstaffel hat sich hier eine Gans als besonderen Festbraten ausersehen. (PK-Schubert— Scherl-.) nonnm oder Nelken vergleichen. Bei Zigarren= und Pfeifentabaken werden jedoch die Blüten schon im knospenden Zustand geerntet, während sie bei Zigarettentabaken, ebenso wie die Früchte, ungehindert treiben können. Zur Parfümgewinnung kann infolgedessen nur Zigarettentabak benutzt werden. der weniger in Deutschland als auf dem Balkan in größeren Mengen kultiviert wird. Trotzdem ist die neue Errungenschaft indirekt auch für unsere Volkswirtschaft von größter Bedeutung. 8 1 2) MFA Mikrofilmarchiv der deutschsprachigen Presse.V. K— Statt Karten! Ihre Verlobung geben bekannt Maria Kemming Hiedwig Kemming Hubert Klüsener Anton Austrup * Nottula Buldera Nottuln Nottuln, Weihnachten 1940 . Anny Ahlmer Anton Jörling Verlobte Aenne Drees Willy Ahlmer Verlobte Rheine-Schotthock Rheine Schapen I. Hann. Rheine I. W. z. Zi. Hovesaatstr. 54 Weihnachten. 1940 Als Verlobte grüßen Hildegard Schneider Josef Steggers Weihnachten 1940 Fredeburg, Sauerland Münster, Papenburgerstr. 7 Altstadt Nr. 8. g. Zt. Soldat in ein. Nachrichtenabt. Als Verlobte grüßen Else Leifeld Willi Epke Westbevern-Brock Weihnachten 1940 Ursula Bowitz Gerhard Clemens Verlobte Potsdam Margereibenstr.10 Weihnachten 1940 Bad Lippspringe Kinderheilstätte Cäcilienstift Ihre Verlobung geben bekannt Hedwig Burlage August Kipp Ahaus Gemen-Borken z. Zt. Wehrmacht Weihnachten 1940 Ihre Verlobung geben bekannt Maly Berning Paul Brockötter Münster i. W. Kanalstraße 294 Münster i. W. Lahnstr. 24, z. Zt. im Felde Weihnachten 1940 eigene bei shaus: van=Leide: Realschulst aße 14. J Strage 0 Fernsprech Fernsprecher Nr. 394 sprecher Nr. 370: 63; abbenbüren: Ad Budinghausen: 9 Betpureche Nr. 15 89. Jahr Ihre Verlobung geben bekannt Else Brockerhoff Bernard Zumbrink Telgte Polizei-Oberwachtmeister Dülmen Meihnachten 1940 Statt Karten! Als Verlobte grüßen Hedwig Gras Hleinz Lichtenböhmer Selm Münster b. Lüdinghausen z. Zt. Mauritz-Freiheit 6 Weihnachten 1940 Die Verlobung unserer Tochter Meine Verlobung mit Fräulein Elsbeth mit Herrn Studienreferen- Elsbeth Heitmeyer beehre ich dar Peter Nellen geben wir be- mich anzuzeigen kannt Amtsgerichtsrat Heitmeyer und Frau Christel geb. Böcker Peter Nellen Münster(Westf.) Heerdestraße 30 Düren/ Rhld. (z. Zt. im Felde) im Dezember 1940 Kein Empfang Statt Karten Als Verlobte grüßen Maria Melis Josef Thebing-Barrier Crommert-Schule über Bocholt Weihnachten 1940 Nordvelen über Borken * Ihre Verlobung geben bekannt Bertha Glahn Josef Altenhöfer Greven. Elsen b. Paderborn Kirchplatz 2 2. Weihnachtstag 1940 Statt Karten Maria Brockmann Karl Pollen grüßen als Verlobte. Dülken(Rhld.) Greven(Westf.) Adolf-Hitler-Platz 8 Weihnachten 1940 Ihre Verlobung geben bekannt Elisabeth Besseling Franz Ohlenforst Beerlage Post Holthausen Bez. Münster Saeffeln Kr. Geilenkirchen Bez. Aachen Weihnachten 1940 Die Verlobung unserer Tochter Meine Verlobung mit Fräulein Else mit Herrn Wilhelm Blendl, Else Scholten, Tochter des Herrn Leutnant und Bataillonsadjutant in einem Infanterie-Regiment, GerichtsReferendar, zeigen wir an Wilhelm Scholten und seiner Frau Gemahlin Cläre geb. Kleimann, gebe ich bekannt. Wilhelm Scholten und Frau Cläre geb. Kleimann Wilhelm Blendl Münster(Westf.) Meppener Straße 17 Weihnachten 1940 Wir haben uns verlobt Luise Lange Werner Tiedemann Elsässerstraße 42 Münster Weihnachten 1940 Rheinstraße 7 * an 8 Sen dher In der Nacht sonderen Ereign Wir haben uns verlobt Gertrud Gallenkemper Clemens Borgmann Ahlen i. W. Dolbergstraße Coesfeld i. W. Mühlenstraße Weihnachten 1940 — Statt Karten! Ihre Verlobung geben bekannt Leni Pöhling Ludwig Wilhelmer Telgte, 26. Dezember 1940 Verth 13 Statt Karten Maria Meumertzheim Josef Sternemann Verlobte Weihnachten 1940 Brüggen(Erft), Rhld. Nottuln(Westf.) Bahnhofstraße 42 Hagenstraße 13 Statt Karten! Ihre Verlobung geben bekannt Maria Eßmann Joseph Kordsmeier Albachten Riesenbeck Oberort 88 z. Zt. im Felde Weihnachten 1940 Ihre Verlobung geben bekannt Maria Fisser Gustav Schenk Bocholt, den 26. Dezember 1940 Nordstraße 39 Ihre Verlobung geben bekannt Liselotte Jacckel Dr. Alfons Essing Am Mitlwo macht bekannige Bei der Un sche Schnellboot Schissen noche 2500 BRT. Nach den A der Nacht zum bei guter Sicht der sehr wirkun wasse am 24. Angriffshandlut Auch der Fe Ritterkre Auszeichnung Guhrau Bz. Breslau Nordwalde z. Zt. Wehrmacht Weihnachten 1940 Statt Karten! Ihre Verlobung geben bekannt Vroni Rinke Herbert Harde Weihnachten 1940 Stadtlohn(Westf.) Dufkampstraße 31 Essen-Stoppenberg Schulhof 34 —.— Als Verlobte grüßen Gustel Korthüm Josef Lindfeld Münster Lüdinghausen z. Zt. im Felde Weihnachten 1940 Der Jührer verlieh auf Bo waffe, Reichsm Eisernen Kreuz kapilän in einer Hauptmann schwierigen Ein und England z seinem rücksicht: tischen Verständ die er seinen B danken sind. 1 kette war ein Einzelvern tiges engli Angriff gelang mehreren Bom treffen und das Statt Karten! Ihre Verlobung geben bekannt Hildegard Otto Josef Wahlers Alstedde Lünen Nordlünen Weihnachten 1940 Statt Karten! Ihre Verlobung geben bekannt Margarete Streil Josef Bockmann Duisburg Friedenstr. 64 Am Heiligen Abend 1940 Telgte Im Namen beider Eltern grüßen als Verlobte Edith Neumann Willy Fränzis Uffz. der Luftwafe Dresden N 30 Münster i. Westf. Geibelstr. 13I" z. Zt. im Felde Weihnachten 1940 Wohnschränke Flurgarderoben Rauchtische zu verkaufen Diekamp, Dülmer Für her Kriegsverdien Besatzungsn Telefon 240 — Wir haben uns verlobt Antonie Löckener Anton Sundrup Gimbte b. Münster Greven z. Zt. im Felde Weihnachten 1940 Wir haben uns verlobt Marianne Tegeder Hans Furch -Obersturmführer in der WaffenMünster i. Westf. z. Zt. im Felde Rostockweg 31 Weihnachten 1940 Statt Karten! Ihre Verlobung beehren sich anzuzeigen Elsbeth Bitter Josef Arndt Reg.-Rat Handorf Münster/Westf. Handorfer Hof Maximilianstr. 36 Weihnachten 1940 Statt Karten! Ihre Verlobung geben bekannt Hedwig Großerichter Franz Grüter, Uffz. Amelsbüren Hiltrup z. Zt. im Felde Weihnachten 1940 Am 1. Welhnachtstag bleibt unser Lokal wegen Famillenfeler geschlossen Heinrich Bitter Handorf in Westt. Handorfer Hof Der Füche macht hat Kl dener Hande Verdienste al Kriegsmarine kreuzes II. K Kapitän erhie wit egenhenk ließ den. Kap schrift überrei Aus nuhe Namen der, mitglieder## Ihre Taten u späteren Gesc Verdenisteen Es grüßen als Verlobte Anny Klagemann Josef Hegemann Greven Altenberger Str. 14 s. Zt. Unteroffizier der Luftwaffe Ihre Verlobung geben bekannt Ruth Geyer Rudolf Brämik Erlangen(Franken) Münster i. W. Burgbergstr. 33½ Gremmendorfer Weg 56 Weihnachten 1940 Gertrud Reher Josef Rudolf Verlobte Drensteinfurt i. W. Westwall 34 Greven i. W. Emsdettener Str. 27 Weihnachten 1910 Wir grüßen als Verlobte Anneliese Molz Franz Klosterkemper gen. Brüggemann Oberfeldwebel der Luftwaffe Weihnacht 1940 Münster I g. Zt. im Felde Am Umspannwerk 5 Statt Karten! Ihre Verlobung geben bekannt Hedwig Vennemeyer Hubert Stratmann Telgte. Münster z. Zt. Angelmodde. Post Wolbeck Weihnachten 1940 Appethülsen Lerh Hotel zum BBahnhof (W. Schriever) Am 2. Weihnachtsfeiertag ab 4 Uhr Janz Der folgend lnre Verlobung geben bekannt Josehne Nichues Josef Schlautmann Amelsbüren Wadersloh Reibaachten 1940 Statt Karten Regierungsassessor Karl Decker und Frau Christel geb. Heitmeyer geben ihre Vermählung bekannt 27. Dezember 1940 Münster I. Westt. Zittau l. Sachsen Heerdestraße 30 Jahnstraße 3 Statt Karten! Ihre Vermählung zeigen an Dentist Carlos Bubenhofer Charlotte Bubenhofer geb. Vorderwülbecke verwitwete Göbel 9ls In 25. won giebig troffen. kleine erdhe dem 3 ur gein Münster i.., den 28. 12. 40 Wermelingstr. 47 ptr. Hotel Küpper-Fechtrup Nahge samme intere Alle Ereignisse des Familienlebens kündet die Westt. Tageszeitung 7 zeug Palro und M6. nicht 9en seind! 35