Mikrofilmaschiv der deutschsprschigen Presse eM —— eigene Vertretungen sthaus: von=Telden=St. aße 6. Fernsprecher Nr. 450: Ahlen: Adolf=Hitler=Straße 30, Fernsprecher Ne. 77T: Becholt: neaisuutst ase 14 Hemnipracher Nr. 3241. Vorten; Kaouzmuergasse4. Jersprecher Nr. 121; Vorghorn: Emedenene, stras 0 Hermprecher Nr. 224, Burgneinfurn: Lindenstratze 73. Farnspeachen Nr. 22: Coeofeld: Hindenburgplag 4 e 2et Nr. 394 DAimen: Adols=hulan=Srage 55 Fernsprcher Nr. 578; Emoderten: Münsterstraße l. Fernvragur Nr.Ro, Greven: Münsterftratzel, Hauspricher Kr.225;: Gronam: udol-=Hiler=sSir. 34. Hernsprcher Nr.20, Jovenbaren: Adol=Hulen=Cm. 1, Zernsprecher Nr. 34): Lengerich: Adols=Hiler=Plas 11 Fenspracher Nr. 510. Jädinghausen: Mark. Fernsprecher Nr.335; Schrrup: Bahnhoftr. 18, Fernsprecher Nr.35; Rheine: Lahndoftr.2 Haenwprece Nr. Ao: Warendorf: Oststraße 24. Jensprecher Nr. b11; Werne: Kirchplat 5 Fernsprecher Nr. 114 Krunstertsither Unnrhriger ORy im Eingelverkanf ANITLICHES ORGANDESGAUES WESTEALEN-NORD DERNSDAP UNDSANITLICHERBEHORDEN Verlag und Hauptgeschäftestelle: Münster i. I9., Prinzipalmarkt 11/14, Fernsprech=Sammel=Nr. 34231. He##i schrifulettung: Munster t. W. Gallzmnstr. 13. Bezugspreis: Austabe à.10 RM. Ausgade B(mpr. Upfriece. Wochenschou).35 RM monatlch ensch. Zustellungagebupe und Veskandtosten. Ver Lostiezug amsch. 24h vch 2d vio im Durchschnitt 20.25 Rpf.) Postzeitungsgebühren zuzuglich 42 Rpi.(Gestellgeld. Due Westfälische Lageszuibunge imal wöchentl. morgene. Anzeigen: Das mm Hohe 22 mm brei Pester 15 Roi. ür Familananzeigen 10 Kos.ir Stellengeluche 10 Rof. Nachlatz nach Preististe. Erfüllungsor Münster A. Textanzeigen: Las mm.30 RM. bit emer Spaltenbreite von 72 mm. Beilagen: Preis für 100 Velagen bis zu 20 Gramm 13.00 RM dis im D Gramm 15.00 Nt.M. vis m. 50 Gramm 170 K Modne Nachlas. Zür Vezettautgaben besendere Preielisten. Vostuicheakomio; A bin Nr. 411: R. Achrnune Freitag, den 13. Dezember 1940 Numner 143 *•***I„ Neue erfolreiche Aktion stärkerer Kampfverbände gegen das britische Rüstungszentrum Ausgedehnte Brände und Zerstörungen— Ruch London und Liverpool angegriffen Berlin, 12. Dezember. Starke deutsche Kampfverbände griffen in der Nacht vom 11. zum 12. Dezember ernent das wichlige Rästungszenteum Birmingham mit gutem Ersolg an. Ausgedehule größere Brände und Zerstörzugen an Jabrikgebänden, Gasanstalt und Verkehrsanlagen bestätigten die Wirkung der Bombenangrisse. London und Civerpoel wurden in der glelchen Nacht mit Teilkräften angegrissen und hierbei mehrere kriegswichtige Ziele wieksam mit Bomben belegt. * Wieder führte die deutsche Luftwaffe gegen England einen ihrer furchtbaren Schläge, die auch durch zeitweilige ungünstige Wetterverhältnisse nicht beeinträchtigt werden. Wenn das Wetter, wie während der letzten Nächte, eine kurze Pause erzwingt, so dient sie nur der gründlichen Vorbereitung zu den nächsten Aktionen, die dann um so heftiger ausfallen. Davon zeugen die Ereignisse der letzten Nacht. Der neueste Vernichtungssturm wandte sich erneut gegen das industrielle Herz des Landes, das mittelenglische Eisen= und Kohlenrevier. Das Schwergewicht, der Aktion habe, so sagen die englischen Berichte vom Donnerstagmorgen, auf einer „Stadt in den westlichen Midlands“ gelegen. Der Angriff begann sofort nach Einbruch der Dunkelheit, also bereits am Nachmittag und dauerte viele Stunden. Die englische Abwehrorganisation entfaltete wie üblich ein Höchstmaß an Anstrengungen, um das industrielle Revier nach Möglichkeit zu schützen, aber die Engländer müssen den Mißerfolg dieses Abwehrversuches eing stehen, indem sie feststellen, daß die deutschen Flugzeuge mehrere Stünden lang über dem angegriffenen Gebiet tätig waren. Brand= und Sprengbomben aller Kaliber vollführten das rungswerk. Die Engländer melden„hauptsächlich Geböudeschäden“, diese werden aber als„ernst“ bezeichnet. —Von den Bränden wird wie üblich die Behauptung wieder aufgefrischt, daß sie„rasch unter Kontrolle“ gekommen seien. Jeder, der Charakter und Bedeutung des mitelenglischen Industriereviers und der almählich weltbekannt gewordenen Schlagkraft der deutschen Luftwaffe abzuschößzen weiß, vermag zu ermessen, was eine solche Nacht England kostete. Weitere deutsche Aktionen richteten sich, den englischen Berichten zufolge, gegen Südostengland und London. Auch die englische Hauptstadt ist damit von ihrer, wie schwedische Berichte erkennen lassen, einigermaßen unberechtigten Frage geheilt, wo denn und wie der nächste Schlag fallen werde. Obwohl die ungünstigen Wetterbedingungen, die selbst das englische Luftfahrtministerium zugeben mußie, eine hinreichende Erklärung dieten, wurden wiederum alle möglichen Theorien in Umlauf gesetzt, worauf die Unterbrechung in den deutschen Massenangriffen zurückgehen könnte. Runmehr brauchen sich jedenfalls die Engländer nicht mehr„zu beunruhigen“: sie haben die Bestätigung erhalten, daß sich das Interesse der deutschen Lustwaffe nach wie vor auf alle kriegswichtigen Objekte bezieht. „Kiesige Zerstörungen“ Neutrale Berichte widerlegen englische Bogatellisierungsversuche— Auch London schwer getrossen Berlin, 12. Dezember. Nach den ersten schüchternen Andeutungen hat London in späteren Berichten dann die übliche Verschweigetaktik aufgegeben, da man ihre Sinnlosigkeit offenbar doch einzusehen beginnt und hat omtlich bekanntgegeben, daß Birmingham wederum das Hauptziel des feindlichen Angriffes war, der als„ziemlich heftig“ bezeichnet wird. Wer den sattsom bekannten Wortschatz der Londoner Iklusionsmacher richtig zu lesen versteht, kann keinerlei Zweifel darüber hegen, daß domit ein Großangrisf mit gewaltigen Schäden zugegeben wicd. Die verheerende Wirkung des Angriffes wird daher auch in den neutraten Pressenachrichten in vollem Umfange bestätigt. So meldet die amerskanische Agentur United Preß aus London, daß eine Stadt im westlichen Teil der von Lustangriffsen bereits stark mitgenommenen Midlands wöhrend der Nacht zum Donnerstag und in den frühen Mongenstunden angegriffen worden sei. Welle auf Welle deutscher Vomber gingen mit Unterbrechungen von nur zwei Minuten über diese Stadt(Birmingham) hinweg und richteten riesige Zerstörungen an. Der erste Angriff auf die britische Hauptstadt erfolgte nach einem Bericht der amerikanischen Agentur 3NS bereits kurz nach 18 Uhr Londoner Zelt. Auch dieser Bericht hebt hervor, daß in London Bomben schwersten Kalibers explodiert sind und straft damit die britischen amtlichen Berichte, die den Angriff auf die Houptstadt zu bagatellisiseren versuchen, Lügen. Nach dem IRS=Bericht war der Abendhimmel über London durch explodierende Vomben und durch die entstandenen Brände hell erleuchtet, was immerhin zeigt, daß auch in der britschen Hauptstadt wieder einmal mehr als„einige Schäden“ entstanden sein dürsten. Deutsch=sowsetrussische Grenzdemarkation abgeschlossen Berlin, 13. Dezember. Die gemischte, Jentralkommision des Deutschen Reiches und der 1ds S R. für Grenzsragen hal die demarkation der deutsch=sowselischen Grenze abgeschlossen, wie sie im deutsch=sowjelischen Grenz= und Freundschaftsvertrag vom 28. Sepiember 1839 und dem Zusatzproto. kol zu diesem Vertrag vom 4. Okiober 1939 vereinbart worden war. Die Arbeiten der gemischten Zentraltommission und hrer Unterkommissonen wurden in zehn Monaten durchgeführt und verliefen in einer den freundschaftlichen Beziehungen zwischen Deutschland und der UdSSR, entsprechenden Atmosphäre. Die Beschreibung des Verlaufs der Grenzlinie und die Karten dieser Linie sind von der deutschen Regierung und der Regierung der UdSSR. bestätigt worden. Dekanosow bei Ribbentrop Berlin, 12. Dezember. Der Reichsminister des Auswärtigen von Ribbentrop empfing Donnorstag den neuernannten Bolschafter der Union der soziglistischen Sowsetrepubliken, Wladimit Georgsewitsch Oekanosow, zum Ankritisbesuch. Freundschaftsvertrag in Belgrad unterzeschnet Belgrad, 12. Dezember. Donnerstag nachmitlag wurde zwischen Jugoslawien und Ungarn ein Freundschaftobertrag im Belgrader Außenministerium unterzeichnel. Die Unterzeichnung nahmen der sugoslawische Außenminister Cincar Markowitsch und der ungarische Außenminister Graf Csaky, vor. Nervenkrieg gegen Italien Gayda zu altbekannten Methoden— Churchill braucht optimistische Meldungen Von unserem ständigen Vertreter Dr. v. L. Rom, 13. Dezember. Den in Italien allgemein vorherrschenden Eindruck, daß gegenwärtig Englands Hauptanstrengungen gegen Italien gerichtet seien, spricht Gayda aus, wenn er 8 Der Führer empfing die Mitarbeiter des Reichsministeriums für Munition und brachte seinen Dank für die besonderen Verdienste Hinter dem Führer Reichsminister Dr. Todt. Bewaffnung und zum Ausdruck. (Presse-Hoffmann.) feststellt, daß die Engländer in diesen Wochen geradezu eine Entscheidungsschlacht gegen Italien versuchen. Die Gründe hierfür liegen offen zutage: Die britische Regierung hat dringend Bedarf anoptimistischen Meldungen, um der unter den deutschen Lustangriffen leidenden englischen Bevölkerung trostreiche Ausblicke eröffnen zu können. Ferner führte Ganda weiter aus, versucht England den gegen Deutschfland so kläglich gescheiterten Krieg der Nerven jetzt gegen Italien in der Hoffnung, durch Lügen und grobe Entstellungen militärischer Vorgänge eine Klust zwischen dem italienischen Volk und seiner Wehrmacht zu schaffen. Italien, das derartige fruchtlose Methoden schon aus dem abessinischen Krieg kenne, weiß sich im Mittelpunkt eines gewaligen direkt gegen die Kräfte des britischen Imperiums geführten Kampfes. Das italienische Volk wisse wohl, daß der Krieg nicht mit einem billigen Abonnement auf einen täglich erscheinenden Siegesbericht zu vergleichen ist Hungerpeltsche gegen das neue=Euepa Vergebliche Wunschträume des„huma nen“ Herrn Croß— Lächerliche Versuche, die Rechtmäßigkeit der von England eröffneten Blockade zu begründen Berlin, 12. Dezember. Seitdem nicht nur die amerikanische Oeffentlichkeit, sondern auch amtliche Kreise in Washington mit der Frage der Rückwirkung der Blockade auf die zioile Bevölkerung sich befassen, gibt man sich in England erneut die allergrößte Mühe, um die Rechtmäßigkeit der von England eröffneten Blockade zu begründen und nachzuweisen, daß sie sogar eine besonders bumane Kampfmethode sei. Der englische Nachrichtendienst versuchte sogar in einer Sendung glaubhaft zu machen. daß diese englische Kampfmethode, von der England angeblich„nur widerstrebend“ Gebrauch gemacht habe, „um so menschlicher sei, je lückenloser sie durchgeführt wird“ In dieser Sendung wurde behauptet, daß die britsche Blockode sich„nur gegen kriegswichtige Rohstofse wie Gummi, Nickel, Oel, Wolfram, Phosphate, Textilien, eisenhaltige Metalle, Leder usw.“ richte. Dabei kennt alle Welt die Konterbandenliste, die England am ersten Krießstage veröffentlichte. Auch Schiffahrtsminister Croß verteidigte aufs neue in einer Rundfunkrede, daß es nicht das Ziel der englischen Blockade sei. das deutsche Volk auszuhungern. Von englischer Seite ist genügend oft darauf hingewiesen worden, daß das Ziel der englischen Blockade das gleiche sei wie im Weltkriege, und wie die amtlichen Feststellungen ergeben Laben, hat England damals mit diesem Kriegsziel erreicht, daß in Deutschland 762000 Briten wühlen in Syrien General Dentz auf dem Wege nach Beirut— Flugzettel des Intelligence Service Von unserem ständigen Vertreter vm Ankara, 13. Dezember. Der neue französische Oberkommissar, General Dentz, wird im Lause der nöchsten Woche in Syrien erwartet. Er ist bekanntlich zum Nachfolger des auf lo tragische Weise durch britische Mörderhand ums Leben gekommenen Oberkommissars Chiappe ernannt worden. Um einem neuen Attentat des Intelligene Serviee vorzubeugen, wird die Reise des Generals Dentz geheimgehalten. Syrien scheint neuerdings wieder mehr und mehr in den Mittelpunkt der finsteren Bläne Englands zu rücken. Ueber mehreren Städten des Landes wurden Flugzettel abgeworsen, in denen in der üblichen Weise gegen das französische Reeime zu heben versucht wurde. Die Wirkung auf die erabische und französische Bevölkerung scheint jedoch Zeich null zu sein. Von den„Segnungen“, der eng'schen Politik haben die Bewohner des Mandatsgebietes eest kürzlich in der Blockade der Syrienhäfen ein gutes Reispel erleht. Die daraus erwachsene antibritische Stimmung dürste wohl mit Flugdlättern kaum zu deWbea#. i en Gereube Um den Frühjahrsüberschwemmungen vorzubeugen, keschloß die Regierung Syriens die Großregulierung des oieren Euphrat. Diese Regulierung soll gleichzeitig landwirtschaftlsche Produkion sördern. Das Oberkommissariat stellte hierfür 120 Millionen Francs bereit. auf Teinidad Von unserem ständigen Vertreter osch Bern, 13. Dezember. . Der amerikanische Staatssekreise Hull ged dekaunt, daß die Verhandlungen mit Großoritannien üder die Errichtung eines amerikanischen Flotten= und Luftstützpunktes auf der Insel Trinidad erfolgreich verlausen seien. Die amerikanische Presse erklärt dazu, daß die amerikanischen Behörden so rasch wie möglich mit den vorbereitenden Arbeiten für die Anlegung der geplanten Stützpunkte auf dieser Insel beginnen würden. Frankreichs Verwaltungsreform Entpolllisierung der Gemeindevertreiungen angestrebt Von unserem Lg.-Berichterstatter. Bicht, 12. Dezember. Im„Journal officiel“ wurde ein Gesetz veröffentlicht, das eine weitere wichtige Elappe der von der Regierung Petain angestredten Staats= und Verwaltungsreform darstelt. Eine Neugestaltung der politischen Vertretung der Städte und Gemeinden ist vorgenommen worken. Das neue Prinzip, das in Städten und Gemeinden angewandt wird, beruht darauf, daß es dem Staat obliegt, Bürgermeister und Gemeinderäte zu ernennen. Es wurde festgelegt, daß künftig im Gemeinderat automatisch folgende Personen vertreiten sein müssen: der Vater einer kinderreichen Familie, ein Vertreter der Verussvereinigungen der Arbeiter und eine Frau, die sich mit Wohlsahrtstätigkeits= und Unterstützungsfragen beschäftigt. Ee wird in Zukunst nicht mehr möglich sein, daß Abgeordnete in den großen Gremien der Volksvertretungen gleichzeitig Bürgermeister sein dürfen. Dieses vom Innenminister Peyrouton erlassene Geset dei zum Grundsatz, die kommunele Interessenvertnetung zu„entpoltisseren“. Frauen und Kinder als unmittelbare Todesopfer der englischen Blockade anzusehen sind. Wenn das gleiche Resutat in diesem Kriege von England nicht erreicht werden kann. so jiegt es nicht daran, daß es angeblich nicht das Ziel der britischen Regierung ist, das deutsche Volk auszuhungern, sondern allein daran, daß die deutsche Regierung in Kenntnis der englischen Kriegsmethoden früh genug vorgesorgt hat, um England daran zu hindern, aufs neue sein wirkliches Kriegsziel zu erreichen. Der Schiffahrtsminister Croß widerspricht sich jedoch in seiner eigenen Rundfunkrede selbst, wenn er erklärt, England müsse verhindern, daß Deutschland sein Kriegsziel, nämlich die Neuordnung Europas, erreiche, und daß hie rzu das beste Mittel die Blockade sel. Denn Hitler habe keine Aussicht, diese Neuordnung durchzuführen, wenn die Völker Europas Hungers sterben. Damit hat Croß nicht nur zugegeben, daß es das englische Kriegsziel ist. Deutschland durch Hunger an der Weiterführung des Krieges zu hindern, sondern daß England sogar die anderen Völker Europas durch Hunger dazu pressen will. sich der von der deutschen Regierung bereits begonnenen Neuordnung nicht anzuschließen. Wenn Croß am Schluß seiner Ausführungen sagt: „Wir setzen das Leben unseres eigenen Volkes an erste Stelle, und wir tun Recht daran“, so kann deutscherseits hierzu nur gesagt werden, daß Deutschland richt nur für sich, sondern auch für das Gedeihen der anderen Völker Europas genau das gleiche Recht in Anspruch nimmi und daß daher der Kompf gegen Endlond kompromißlos bis zum Ende durchaeführt wird mit dem Kriegsziel, daß England nicht wieder in der Lage sein Ssesessssssresseerrersenssssnessssesnssssrssssnssssssessen -Boot sprengt Geleitzug Erfolgreiche Angrisfe der Lustwasse gegen Schifsoziele Berlin, 12. Dezember. Das Oberkommande der Wehrmacht gibt bekannk: Ein Unterseebool versenkle aus einem stark gesicherteg seindlichen Geleitzug vier Handelsschisse mitinsgesami 30 000, BRT. Der Geleitzug wurde zersprengt. Am 11. Dezember richtelen sich im Juge der bewasfnelen Aufklärung die Angeisse der Lustwasse in der Hauptsache gegen Schiffsziele. Bei Jeuerschiss „Aeulist Anof“ gelang es, ein Schiff, das von einem Frachter geschlepot wurde, durch Bombentresser schwer zu beschädigen. Sädwestich Elacsonon Sea wurden ein Handelsschiff von 1300 BRT versenkl, ein Tanker mit Kanonen und IG angegrissen und ein weileres Handelsschiss von 1500 BRT beim Angelsf aus niedrigster höhe schwer getrossen, doß eo mit Schlagseite im sinkenden Zustand liegen blieb. In der Nachl zum 12. Dezember grissen flarte Verbünde kriegswichlige sele in Miltelund Südengland mit gutem Erfolge an. Einige brisische Flugzeuge warsen in der vergangenen Nacht im besehzten Gebiel und in Südwestidenischland an mehreren Siellen Spreng= und Brandbomben. durch die aber nur geringer Sachschaden verursacht wurde. Das Kesselhaus einer kleineren Jabrikanlage wurde durch Brand beschädigl. Im besehten Gebiel wurden ein Fronzose und eia Beigser geisiel, mehrere Jiolipersonen verletzt. Ilakartillerte schoß vier seindliche Ziugzeuge##, zwel eigene Zlogzenge werden vermißt. soll, darüber zu bestimmen, was die Völker Europas tun und lassen dürsen, was sie essen und womit sie sich kleiden sollen. Londoner Kummer um eine Reise Was wird der USA-Militärattachee berichten? Von unserem.-st.-Berichterstatter. Stockholm, 12. Dezember. Mit sehr gemischten Gefühlen hat man in London vernommen, daß jsetzt auch der Miliärattaché der USA, General Lee. nach Washington berufen worden ist, um dart über die Lage in England und seine persönlichen Eindrücke, die er während der wochenlangen Lustangrife auf die britsche Hauptstadt gewonnen hat, Bericht zu erstatten. Man erinnert sich in London nur allzu gut daran, daß der Leiter der amerikanischen Botschaft in London. Kennedy, bei seiner Ankunft in den Vereinigten Staaten mehrere Male Erklärungen der Presse gegenüber abgegeben hat, die wenigoptimistisch für England lautelen. Lord Lothian gestorben Von unserem ständigen Vertreter hw. Stockholm, 13. Dezember. Der englische Botschafter in Washinglon, Lord coihian, ist ganz plötzlich gesterben. Von engslischer Seite wird die Meldung über seinen Tod ohne Angabe näherer Umstände mit der einzigen Erläuterung verbreitel, daß Lord Loihian seil Sonntag unpäßlich gewesen und daß der Tod morgens 2 Uhr eingetreien sel. Lord Lothian stand im 58. Cebenssahre und erfreute sich im allgemeinen besier Gefundhell. Sein Tod kommt unmittelbar nach der von ihm entworsenen, aber schon nicht mehe gehaltenen Rede in Baltimore. Der eingebeulte GyimderarEF. In dem Kampf zwischen zwei Welten, zwischen der imperialistischen Plutokratie und der Neuordnung eines sozialen Europas ist England so stark in die Desensive gedrängt, daß es sich plötzlich die bisher verlästerten Argumente des Gegners aneignet und soziale Versprechungen vom Stapel läßt, für deren Verwirklichung des schon jahrzehntelang Zeit gehabt hätte. Der Erauß des englischen Innenministers Morrison: Die Klassenvorrechte seien nach dem Kriege unhaltbar, die Monopole müßten abgeschafft werden, es dürse keine Extrem=Reichen mehr geben und die Nationen hätten ihre wirtschaftlichen Hiffsquellen der Allgemeinheit unterzuordnen.— ist gestohlenes Gedankengut. Das Versahren erinnert an jene vor 1933, als die Gegner des Nationalsozialismus, in letzter Abwehr sich die Ideen der bis aufs Blut besehdeten Bewegung zu eigen zu machen versuchten und mit naivem Augenaufschlag verkündeten, das hätten sie eigentlich schon immer gewollt. Dieses politische Gaukelspiel hat damals den Sturz der Parteien und Interessentengruppen nicht aufgehalten; es wird auch die englische Plutokratie nicht retten. Der gestohlene Mantel verdeckt um so weniger die Piraten aus der Londoner Eity, als ihnen nach 1918 doch die beste Gelegenheit gegeben war, eine gerechtere Weltordnung aufzurichten. Statt dessen wurde die Vorherrschaft der reichen Staaten brutaler als je durchgedrückt. England dachte nicht, an soziale Gerechtigkeit und an zwischenstaatliche Ausgleiche, und denkt auch jetzt nicht eine Sekunde ernsthaft an die Opferung der egoistischen Weltordnung„old Englands“. Zur gleichen Zeit, als Morrison mit unsicherer Hand in die soziale Leier schlug und von einem fremden Rotenblatt einige Takte zu stehlen versuchte, sprach in den Vereinigten Staaten der Häuptling der englischen Gewerschaften, Citr ine. Da drüben war zum Eimvelfang natürlich eine andere Leimrute auszulegen. Drüben wortete nicht ein von englischem Geld geknechtetes Europa auf Abschüttelung der britischen Herrschaft, sondern dort mußte das hohe Lied der Demokratie gesungen werden. Enaland werde nach dem Kriege, so versicherte ausgerechnei der Gewerkschaftler, selbstverständlich zum demokratischen System zurückehren, das heißt zum plutokra: tischen Ausbeuterinstem. Leere Phrasen für das englische Volk und für Europa— eine politische Liebedienerei in USA. Deutschland muß eine soziale Reform nicht erst versprechen, es hat sie längst vor dem Kriege begonnen, hat sie dauernd trotz der ungünstigen Vorbedingungen ausgebaut, weitere große soziale Pläne sind ausgearbeitet und eingeleitet. Die Neuordnung Europas ist begonnen und schon haben fremde Staatsmänner das hohe Ziel anerkennend gewürdigt, andere haben ausgedrückt, daß sie an dieser Neuordnung teilnehmen wollen. Die fremden Federn, mit denen sich die britischen Kabinettsmitglieder den eingebeulten Iylinderhut schmücken, nerhehlen nicht, daß die Angströhre in der letzten Zeit schon zu viele Püsse erliten hat; aber Strupel darf die enalische Herrschaftseligue in der jetzigen Zeit nicht mehr haben, sie nimmt die„Ideale“, wo sie gerode aufzuFortsetzung auf der 2 Seile Seegefecht rückwärts Während der britische Hilfskreuzer „Carnavon Castie“ langsam nach Sücen dampft, um nach notdürftiger Ausbesserung seiner Schäden in Montevideo auf den noch in englischem Besit: befindlichen Falklandinseln repariert zu werden, bemüht sich die Churchillsche Propaganda immer noch, den verlustreichen Kampf der„Carnavon Castle“ gegen ein deutsches Kriegsschiff in einen„Lieg“ umzufdlschen. Obwohl der deutsche Hilfskreuzer keinerlei Beschädigungen davontrug. der englische dagegen mit mehr als 20 Einschüssen und bedenklicher Schlagzeile in die La Plata-Bucht einlief, wird in einem amtlichen Bericht der Londoner Admiralität behauptet, das deutsche Schiff zei bei der Beschießung durch die„Carnavon Caalle“ mit Volldampf geflüchtet. Dieses tolle Seemannsgarn wird von der argentinischen Presse nicht ohne Vergnügen abgespult: Zehntausende von Personen, s0 wird 2. B. in einem Artikel des Blattes„Pampero“, festgestellt, hätten in Monteviceo Gelegenheit gehabt, das havarierte Schiff zu betrachten. Fast sämtliche Einschüsse befanden sich an der Backbordseite und im Heck des Hilfskreuzers. Dieser brachte also das erstaunliche Kunststück fertig, rückwärts oder seitwärts fahrend den deutschen Hilfskreuzer anzugreisen und zu verfolgen. Zweifellos eine revolutionäre Neuerung in der Jeezirategiel Sie hat nur einen Haken, daß sie weder in Südamerika noch sonstuo für möglich gehalten wird. Lakonisch bemerkt deshalb das zitierte Blatt: „Der brilische Bericht über die siegreiche Seeschlacht bereichert also die klassische englische Läge um ein neues KapitelWir haben dieser sachlichen Feststellung nichts hinzuzufügen. AUlethe 3 2) MFA Mikrofilmarchiv der deutschsprachigen Presse.V. 13. Dezember 1940 Westfälische Tageszeitung Nummer 342 Spaniens historische Mission Bedeutungsvolle Ansprachen in Madrid bei der Ueberreichung des Beglaubigungsschreibens des argentinischen Botschafters Madrid, 12. Dezember. Am Mittwoch überreichte der neue argentinische Bolschafter Escobar dem spanischen Staatschef sein Beglaubigungsschreiben. Aus diesem Anlaß hiell der Bolschafter eine kurze Ansprache, in der er eingangs beionte, es sei der Wunsch des argentinischen Präsidenten, die Beziehungen der beiden Staaten immer enger zu gestalten. Diesem Wunsche entsprächen auch die Gefühle des argentinischen Volkes, das in steigendem Maße seine Blicke auf das Mutterland richte und das spanische Erbe nicht vernachlässigt, sondern im Gegenteil vermehrt habe. Argentinien sei zur integralen Verteidigung seines Bodens entschlossen, liebe seine Unabhängigkeit und wache eifersüchtig über seine Rechte als souveräner Staat. Spanien und Argentinien müssen von Tag zu Tag enger verbunden und solidarischer werden. Die geistige Gemeinschaft der Völker müsse und werde sich verwirklichen lassen.„Meine Regierung hofft“, so sagte Escobar wörtlich,„daß durch die warmen Ge fühle, die unsere Nationen für einander hegen, auch die kulturellen, intellektuellen, künstlerischen und wirtschaftlichen Beziehungen zwischen unseren Staaten immer enger werden. Dabei seien alle Voraussetzungen für eine intensive Steigerung des Güteraustausches zwischen Argentinien und Spanien gegeben.“ Der Caudillo hab in seiner Erwiderung hervor, daß er die Worte des neuen Botschafters als Ausdruck der Haltung des ganzen argentinischen Volkes, seiner Regierung und seines Präsidenten betrachte. Dann gab der spanische Staatschef seiner besonderen Genugtuung Ausdruck, daß in Argentinien weiter die spanischen Tugenden gepflegt würden und daß Buenos Aires eifersüchtig über seine nationale Unabhängigkeit wache. Das, sagte Staatschef Franco, war auch eine der Haupttriebkräfte unserer heldigen Falange: nämlich unsere Souveränität zu wahren und den nationalen Kern durchzusetzen gegen die niederträchtigen Verdächtigungen derjenigen, die Spaniens Wesensart verleugneten. Die Gefühle des argentinischen Volkes zu Spanien erwidere Spanien voll und ganz. Spanien und unsere nationalsyndikalistische Revolution hätten keinen anderen Wunsch, als das geistige Rückgrat derhispanischen Welt zu sein. dem La Plata interessierten Ländern übernommen werden dürfen. Die Zustimmung zur Errichtung von Marine= und Luftstützpunkten an der enuguayischen Küste werde demnach argentinischerseits von der Bedingung abhängig gemacht werden, daß derartige Stützpunkte ausschließlich von Uruguay verwaltet weiden. Der unruguayische Außenminister Guani ist am Mittwochabend aus Montevideo zu der vorgesehenen Besprechung mit dem argentinischen Außenminister Roca nach Colonia abgereist. Der Staatspräsident von Uruguay, Baldomir, nahm in einem Interview für„Nacion“ auf Befragen zu der angesagten Besprechung der Außenminister Roca und Guani Stellung. Demnächst sei selbstverständlich die Erörterung des Stützpunktproblems vorgesehen. Die Regierung von Uruguay werde hierbei den Standpunkt vertreten, welcher durch die amtlichen Erklärungen bereits genügend bekannt sei. Die vom argentinischen Außenminister angeregte Zusammenkunft werde hauptsächlich dazu dienen, die Freundschaft zwischen beiden La Plata=Ländern zu stärken. teten, die sich auf jugoslawisches Gebiet begeben hätten, steht die von der amtlichen jugoslawischen Agentur getroffene Feststellung gegenüber, daß es sich um eine kleine Italienische Streifgruppe von 12 Mann und 32 Albaner gehandelt habe, die im Verlauf der Gesechtshandlungen im unübersichtlichen Berggelände versehentlich auf jugoslawisches Gebiet übergetreten seien und dort nach den Vorschriften des Völkerrechts interniert wurden. An der Meldung über den Übertritt von 150 Kampfwagen sei überhaupt nichts Wahres. geschoffen, die, wie mit Sicherheit festgestellt wurde, rschellten. Sieben eigene Flug am Boden zerschenmd. Bieven eigene Flugzeuge sind nicht zurückgekehrt. In Oflasrike Tätigkeit kleinerer Abteilungen. An der Sudan-Grenze hat eine unserer Patrouillen „Südamerika will arbeiten“ Scharfe chilenische Abrechnung mit dem Panamerikanismus Santlage de Chile, 12. Dezember. Auesprache der La Plata=Länder Uruguay und Argenfinleus Außenminister kreffen sich Von unserem na-Berichterstatter Buenos Aires, 12. Dezember. Blättermeldungen wollen wissen, daß bei einer Besprechung des argentinischen Außenministers Roca mit dem argentinischen Kriegs= sowie mit dem Marineminister eine Uebereinstimmung dahin erzielt worden sei, daß Verteidigungsmaßnahmen am La Plata=Fluß ausschließlich von den am Handels= und Schiffsverkehr auf Was in bezug auf die Beziehungen der südamerikanischen Länder zu den USA seit langem allgemeines Empfinden war, spricht die chllenische Zeitung„Mercurio" ungeschminkt in einem scharsen, teilweise ironisch gehaltenen Leitartikel aus. Das Blatt meint, der Panamerikanismus sei in der Theorie und durch juristische Abkommen zur Genüge weit gediehen, aber im gleichen Maße wie die wirtschaftlichen Schwierigkeiten wüchsen, würden praktische Lösungen hinausgeschoben, weil Egoismus, Vorurteile, ideologischer Eiser usw. vorherrschten. Auf dem bisherigen Wege werde Amerika niemals eine starke wirtschaftliche Einheit werden. Die Probleme würden täglich akuter und die 200 täglichen schönen Worte hülfen nichts. Der Friede in Europa sei immer ein tatsächlicher Vorteil für die amerikanischen Länder gewesen. Die Illusion, Ersatz für die europäischen Märkte in den USA zu finden, sei bald verflogen. Das gelte für das gesamte Iberoamerika. Auch in bezug auf das Kreditwesen sehe man jetzt, daß nordamerikanische Kredite leichter an China gegeben würden als an amerikanische Länder, trotz Nachbarschaft und Hemisphärenpolitik. Das Ergebnis sei, daß der Panamerikanismus schwächer statt stärker werde, denn Südamerika wolle arbeiten und fortschreiten, was aber durch die Haltung der USA verhindert werde. läufig komme man zu dem Schluß, daß Friede unter den Großmächten am meisten im Interesse der Zukunft der amerikanischen Länder liege. KoftAdfnähmen gegen axan Starke Beachtung der amerikanischen Exportdrosselungen in Japan Tokio, 12. Dezember. Amerikas Haltung gegenüber Japan vor allem in jüngster Zeit findet hier zunehmende Beachtung. Die Blätter geben täglich amerikanische Reaktionen wieder und zitieeren in verstärktem Maße auch die USA-Presse. So verzeichnen am Dienstag mehrere Blätter die kühle Aufnahme, die die Erklärungen Matsuokas vor den Vertretern der Auslandspresse in den USA fanden, während sich die Morgenpresse vom Mittwoch mit den Auswirkungen des am 30. Dezember in Kraft tretenden amerikanischen Exportlizenzsystems für Eisen befassen. Pressekreise Washingtons, so meldet der dortige DomeiVertreter, rechneten mit einer schroffen Reaktion Japans auf die neue amerikanische Beschränkung der Ausfuhr von Stahl. Die USA=Presse spreche selber von einem schweren Schlag gegenüber Japan und verwende die neue amerikanische Maßnahme mit den jüngsten englisch=amerikanischen Finanzbesprechungen, die ein Beweis dafür seien, daß man beabsichtige, die totalitären Staaten mit Wirtschafts= und Finanzwaffen zu schlagen. Der Korrespondent führt in diesem Zusammenhange„Washingtonpost“ an, bei der er u. a. feststellt, daß die Ankündigung der neuen USA=Maßnahme direkt auf das Statement Matsuokas folge. Die USA=Presse versuche diese Maßnahme mit dem Hinweis zu begründen, daß die Sperre der Eisen= und Stahlausfuhr wegen der eigenen Aufrüstung, wozu das Material nötig gebraucht wurde, erfolgte.„Hotschi Shimbun“ stellt in einem Bericht aus Newyork fest, man sei dort der Auffassung, daß die Maßnahme eindeutig gegen Japan gerichtet sei. Das Blatt spricht weiter davon, daß die USA=Regierung beabsichtige, die Asienflotte parallel mit der zunehmenden Exportdrosselung gegenüber Japan zu verstärken. Diese Politik Amerikas werde voraussichtlich bereits in nächster Zeit verwirklicht werden. „Weiß Amerika, daß Japans Geduld zu Ende ist und das sapanische Volk zu einer Blitzaktion schreiten wird, falls Amerikas herausfordernde Maßnahmen noch einen Schritt weilergehen?“ fragt„Kokumin Shimbun“ in einem Leitartikel und kritisiert scharf die lausenden unserundlichen USA-Aktionen gegenüber Japan. Das Blatt schreibt weiter, daß die herausfordernde Haltung Amerikas, wie der Erwerb von Flottenstützpunkten im Pazifik, die Drohung mit vollständigem Gasolin=Embargo, die Anleihe an die Tschungking=Regierung und die Machenschaften der USA in Niederländisch=Indien auf die Dauer den Frieden nicht bewahren werden. Japan dagegen sei auf diplomatischem Wege bemüht, die Gegensätze beizulegen und strebe einen Weltfrieden an. Niemand solle jedoch vergessen, daß Japan fähig und bereit sei, jede amerikanische Herausforderung anzunehmen. Erbitterte Kämpfe in Nordafrika Der ltalienische Wehrmachtbericht Rom, 12. Dezember. Der lialienische Wehrmachtbericht vom Donnerslag hal folgenden Wortlaut: Das Hauptquartier der Wehrmacht gibt bekanni: An der griechischen Iron! sind vereinzelte seindliche Angriffsversuche glait abgeschlagen worden, wobei Gefangene gemacht und automatische Wassen erbeutet wurden. Unsere Luftstreitkräfte haben trotz äußerst ungünstiger Wetterlage Bombenangriffe gegen Truppenzusammenziehungen im Abschnitt von Berova sowie gegen Schisse im Innern des Golfes von Patras durchgeführt. In Nordafrika sind die Operationen zur Zeit noch im Gange. Auch im Laufe des gestrigen Tages kam es westlich von Sidi Baran! sowie im Gebiet von Bug=Bug zu erbitterten Kämpfen. Die dem Feind zugefüglen Verluste an Menschen und Material sind beträchtlich. Auch die eigenen Verluste sind empfindlich. Bei dem vorgestern gemeldeten Luftkampf wurden nicht vier, sondern 13seindliche Ilugzeuge ab. eine seindliche Jeldwache überrascht und aufgerieben. Im Geviel von Tessene!(Eritrea) wurde ein Versuch des Feindes, mit Hilse von einigen Kampfwagen und fünf Panzerwagen vorzudringen, aufgehalten und von unseren Truppen sowie Panzerabwehrgeschützen zu. rück geschlagen Eines unserer Aufklärungsflugzeuge hat, von sieben seindlichen Jägern angegriffen, einen Jäger brennend abgeschossen und ist unversehrt zurückgekehrt. Ein englischer Kreuzer hat einige Schüsse auf Kisimase abgegeben, ohne Schaden anzurichten, während er seinerseits von unseren Küstenbatterien getrossen wurde. Jeindliche Ilugzeuge haben die Gegend von Argheisa und von El-Ugk im früheren britischen Somaliland bombardiert. des Führers Glückwunsch an Geueralseldmarschall von Rundstedt Berlin, 12. Dezember. Der Führer und Oberste Besehlshaber der Wehr. macht richtete an Generalfeldmarschall von Rundstedt an. läßlich seines 65. Geburtstages das folgende Telegramm. „Nehmen Sie, Herr Generalseldmarschall, zu heutigen Geburtstag meine aufrichtigsten. und herzlichsten Glückwünsche entgegen. Indem ich Ihnen für Ihren weileren Lebensweg alles Gute wünsche, gedenke ich Ihrer für das deutsche Heer und die Nation geleisteien Verdienste auf dankbarste. (gez.) Adelf Hiller.“ Schwere Verluste der„Carnavon Castle“ Beirächtlich höher als zuerst zugegeben Montevideo, 12. Dezember. Die berechtigte Annahme, daß die Zahl der Toten und Verwundeten auf der„Carnavon Castle“ höher ist als zugegeben wird, hat sich nachträglich bestätigt. Von Besatzungsmitgliedern ist während ihres Stadturlaubs durchgesickert, daß das Seegefecht mit dem deutschen Hilfskreuzer 27 Tote und 80 Verwundete gefordert hat, worunter viele Offiziere sein sollen. Die Verletzungen waren teilweise so schwer, daß die Arzte des britischen Hospitals mit Operationen an Bord überlastet waren. Um die Verluste zu vertuschen, hatte sich der Kommandant geweigert, die Verletzten ins uruguayische Militärlazarett einzuliefern. Erinnerung an das„schwarze Jahr' Englands Lebensmittelversorgung schlimmer gefährdet als im Weltkriege Von unserem sch-Berichterstatter Rom, 12. Dezember. Obwohl die englische Zensur täglich schärfer ausgeübt wird, ergibt sich aus den übereinstimmenden Meldungen des neutralen Auslandes ganz klar die außerordentliche Schwere der Schäden, die bei den letzten deutschen Fliegerangriffen auf London und andere englische Städte entstanden sind. Unter diesen Umständen haben nunmehr beinahe alle diplomatischen Missionen London verlassen und in der Umgebung der englischen Hauptstadt ihre Büros eingerichtet, wö auch zahlreiche englische Persönlichkeiten sich niedergelassen haben, um den Luftangriffen zu entgehen. Steigende Sorge bereite, so wird allgemein aus dem neutralen Ausland berichtet, das Versagen der englischen Luftwafse, insbesondere der englischen Luftabwehr und die Lebensmittellage. Was schließlich diese Lage betrifft, so hat die Erklärung des englischen Versorgungsministers Hudson im englischen Volk den stärksten Eindruck gemacht, wonach es tatsächlich heute schon um die Lebensmittelversorgung Englands sehr viel schlechter bestellt sei als seinerzeit im Weltkrieg 1917. Man erinnert sich in England nur allzu genau, daß in jenem„schwarzen Jahr“ die englische Regierung überzeugt war, daß der Krieg verloren sein würde, falls es nicht noch gelingen sollte, die Tätigkeit der deutschen=Boote lahmzulegen. Das heutige Eingeständnis des eglischen Proviantministers Hudson ruft in England um so größere Sorge hervor, als an der Blockade der Insel nicht nur die=Boote, sondern auch die Luftwaffe beteiligt ist, also die Gefahr für England verdoppelt sei. Koloniale Schulung der Sicherheitspolizei und des Sicherheitsdienstes. Berlin, 12. Dezember. Auf Anordnung des Reichsführers( und Chefs der Deutschen Polizei werden seit einiger Zeit Polizeibeamte aller Sparten auf ihre koloniale Verwendung hin vorbereitet. In diesem Rahmen läßt der Chef der Sicherheitspolizei und des Sicherheitsdienstes, 4 Gruppenführer Heydrich, für seinen Bereich Koloniallehrgänge auf der Führerschule der Sicherheitspolizei in Berlin=Charlottenburg abhalten. Um den Beamten daneben auch noch die praktischen Erfahrungen der italienischen Kolonialpolizei zu vermitteln, schließt sich an diese Ausbildung nach Vereinbarung mit dem italienischen Kolonialministerium noch eine vierwöchige Schulung auf der Kolonial=Polizeischule in Rom an. Die ersten 50=Führer und leitenden Beamten der Sicherheitspolizei und des Sicherheitsdienstes sind, zu diesem Zweck vor kurzem in Rom eingetroffen. Weitere werden in Kürze folgen. Groteske Falschmeldungen Rom, 12. Dezember. „Agenzia Stefani“ weist auf eine Meldung der amt8 lichen Jugoslawischen Nachrichtenagentur Avala über die in Jugoslawien internierten Angehörigen der italienischen Wehrmacht hin und sagt, damit würden all die grotesken und tendenziösen Angaben der englischen und englandfreundlichen Agitation widerlegt. Den phantasievollen Nachrichten dieser Propaganda, die von 5000 übergetretenen Italienern und 150 Kampfwagen berichGleichzeitig ließ der Führer Generalfeldmarschall von Rundstedt sein Bild mit einer herzlichen Widmung über, reichen. unmmmmmmm Der eingebeulte Zyundernat Fortsetzung von der 1. Seite freisen sind und seien sie auch aus einer ührerrede gestohlen. Um den klaffenden Widerspruch zwischen Dichtung und Wahrheit, zwischen dem, was heute gesagt und morgen versprochen wird, zu überbrücken, schert man sich wenig. Nur den Amerikanern gegenüber muß man noch einigermaßen„seriös" wirken, denn deren Geld ist dringend nötig. In den USA möchte England gern noch als ein Land des strotzenden Reichtums und der unversiegbaren Kraft gelten, aber gieschzeitig muß man doch die dringlichste Hilfsbedürftigkeit Londons klar machen. Es ist ein nicht gerade sauberer Beruf, dem die britischen Agenten in den USA obliegen müssen. Sie betteln um die amerikanische Hilse, während der englische Schiffahrtsminister erklärt, England könne nicht mehr daran denken, anderen Ländern Hilfe zu bringen, es müsse das Leben seiner eigenen Bevölkerung höher stellen. Ein offenes Wort über die Unfähigkeit Englands, sich heute noch als Beschützer anderer Staaten aufspielen zu können!— und nicht gerade Musik für die Ohren des„Weltverbesserers“ Morrison, aber für amerikanische Ohren schon gar nicht bestimmt, denn die USA sollen ja verlorene Zuschüsse an England leisten und„anderen Ländern Hilfe bringen". Britische Agitation auf zwei Gleisen, die dauernd auseinanderstreben. Die Gentlemans mit dem eingebeulten Zylinder werden damit schwerlich Eindruck machen, vielleicht noch bei den reicheren Artgenossen in USA, gewiß nicht mehr in Europa. In Kürze Das mexikanische Außenministerium gab eine Erklärung ab, in der es heißt, Nachrichtenagenturen hätten die Mitteilung verbreitet, daß zwischen Mexiko und den Vereinigten Staaten die Frage der Überlassung von Zerstörern gegen die Erlaubnis, auf mexikanischem Bo. den Flotten. und Luftstützpunkte zu errichten, geprüst werde. Die Nachricht enlbehrt jeder Grundlage. einer Arbeitstagung der Obergauführerinnen des BDm und Amtsreferentint Anläf Din uud Amseeserentinnen der Reichsjugend. führung in der Akademie für Jugendführung in Braunschweig sprachen Reichsleiter Alfred Rosenberg, Reichsführer 4 Himmler, Reichsleiter Busch und General Reinicke vom Oberkommando des Heeres über besondere Aufgaben der nationalsozialistischen Mädelerziehung. ** Der Oberkommissar von Palästina, Me Michael, ordnete Reuter zufolge die Beschlagnahme des rumänischen Dampfers„Buceg!“(4501 BRT) an, der gegenwärtig an der Reede von Haisa vor Anker liegt. Der ungarische Außenminister Graf Csaky legte Donnerstag auf dem ungarischen Heldenfriedhof in Belgrad einen Kranz nieder. Anschließend begab er sich zum Denkmal des Unbekannten Soldaten auf dem Berge Avala, wo er gleichfalls einen Kranz niederlegte. Der Führer hat in Anerkennung seiner besonderen Verdienste um die deutsche Rüstung dem langjährigen Generaldirektor und jetzigen Vorsitzenden des Aufsichtsrates der Rheinmetall-Borsig-.=., Geh. Regierungs. rat a. D. Max Wessig, das Kriegsverdienstkreuz 1. Klasse verliehen. „Nero 1940.“ So sieht der französische Karik aturist Jamin Churchill. (Scherl-.) Verlag: Westfälische Tageszeitung G. m. b.., Münster(Westl.). Verlagsleiter: Erich Frintrop(z. Zt. im Felde). I. V. Arthur Petsch. Hauptschriftleiter: Dr. Anton Eickhon(z. Zt. im Felde); Stellvertreter: Karl Kuhl. Verantwortliche Schriftleiter: Politik: Karl Kuhl: Politische Nachrichten und Vermischtes: Dr. Eugen Wagner: Bewegung und Provinz: Mar Hiemisch(z. Zt. Im Felde), I. V. August Hollwes: Volkstum. Kunst und Unterhaltung: Wilhelm Vernekohl: Stadtanzeiger: Peter Jurascheck: Kommudalpolitik: Otto Peffer (z. Zt. im Felde); Sport: Allred Strobel(z. Zt. im Felde). I. V. Peter Jurascheck; Bezirksausgaben und Bildberichterstattung: Clemene Hülsbusch: Anzeigenleiter: Horst Entert (z. Zt. Wehrmacht), i. V. Hans Wolfmaler. Sämtlich in Münster. Druck: Aschendorfische Buchdruckerei. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 1 vom 1. Juli 1940 gültig. 99 Abreise Freitag. 66 Roman einer großen Leidenschaft HANS POSSENDORF von Copyright by Verlag Knorr& Hirth Komm.-., München 1939 (3. Fortietzung.) Die beiden anderen Zeichner, die den Raum mit ihm teilten, blickten ihn erstaunt an. Dann sagte der jüngere von ihnen: „Wenigstens für anderthalb Tage.“ „Nein, überhaupt mein Junge", erklärte Gino. „Was, Sie hören hier auf?“ „Nicht nur hier. Überhaupt! Ich verlasse Amerika." „Hoho! Wohin geht's denn?" „Nach Venedig.“ „Donnerwetter! Wie haben Sie denn das angestellt. in Venedig einen Job zu finden?“ „Ich habe keine Stellung gefunden— und will auch keine. Ich mach' Schluß damit, von früh bis abende geschmacklosen Kram zu zeichnen.“ „Haben Sie vielleicht in der Lotterie gewonnen?“ „Nein, aber ich habe mir endlich tausend Dollar zusammengespart.“ „Und die wollen Sie nun auf einer Vergnügungsreise nach Europa verjuxen?" „Keine Vergnügungsreise. Ich will in Venedig bleiben.“ „Und was wollen Sie dort machen, wenn man fragen darf?“ „Schauen, malen, lieben, Gondel fahren... Also lebt wohl! Wenn's mir gut geht, schreibe ich eine Ansichtskarte. Wenn's schief geht.. „Kehren Sie reumütig zu uns zurück?“ „Nach Amerika? Ausgeschlossen! Höchstens mal zu einem kurzen Besuch.“— Vian reichte den beiden Berufsgenossen die Hand zum Abschied. „Viel Glück, Gino!“ wünschte der Jüngere. „Vergnügtes Schauen. Lieben und Gondelfahren!" sagte der Altere, der sich bisher mit keinem Wort zu Ginos Plan geäußert hatte. Erst als Gino Vian den Raum verlassen hatte, lachte er spöttisch auf:„Na, hab' ich's nicht immer gesagt? Dieser Vian ist total verrückt!“— Er sprach den Namen, nach amerikanischer Art,„Wai=en“ aus.— In demselben Augenblick betrat Gino wieder das Atelier, um sein Taschenmesser, das er auf dem Reißbrett hatte liegen lassen, zu holen. Liebenswürdig lächelnd gne er! „Nicht mehr„Wai=en', wenn ich bitten darf. Mein schöner und echt venezianischer Name wird„Weaan' ausgesprochen— wohlgemerkt, mit dem Ton auf der letzten Silbe.— Leben Sie wohl meine Herren— Addio, Signori!“ Am Montagmorgen fand sich Gino Vian schon kurz nach neun Uhr auf dem Reisebüro ein. Der Angestellte, mit dem er schon verhandelt hatte, erkannte ihn sofort und sagte: „Ich habe jetzt alle nötigen Informationen. Wenn Sie solche Eile haben, daß Ihnen die Reise über Triest zu lange dauert, kann ich Ihnen nur noch zwei Möglichkeiten in dieser Woche anbieten...“ „Über Neapel?“ fragte Gino gespannt. „Nein, das Schiff ist auch ausverkauft. Sie könnten entweder mit dem französischen Dampfer über Marseille reisen oder mit der Cunard=Linie über Southampton. Da könnten Sie noch einen sehr guten Platz in der Touristenklasse bekommen, der zufällig wieder frei geworden ist. Ich habe ihn bis heute mittag reservieren lassen.“ „üder England?“ fragte Gino verwundert.„Das ist doch ein großer Umweg.“ „Im Gegenteil, die schnellste Verbindung: Newyork— Southampton fünf und ein halber Tag: Southampton— London knapp zwei Stunden: und von London nach Venedig mit dem Flugzeug etwa sieben Stunden. Schneller geht's überhaupt nicht mehr.“ Auf Ginos Gesicht kam ein zweifelndes Lächeln. „Hm— aber— ist das nicht viel teurer?“ „Kaum. An der Passage sparen Sie sogar noch etwas, und das Flugbillett London—Venedig kostet etwa acht Pfund.— Reisen Sie zum erstenmal nach Europak“ „Ja. „Da haben Sie doch bei dieser Route eine seine Gelegenheit, auch gleich London und Paris zu sehen. Sie haben von London nach Paris täglich mehrere Flugverbindungen und von Paris nach Venedig täglich eine.“ „Keine schlechte Idee! Und wann geht der CunardDampfer von Newyork ab?“ „Am Freitag, abends elf Uhr. Sie müßten also am Freitag mit dem Morgenzug hier abreisen. „Das paßt mir sehr gut. Also, bitte, telegraphieren Sie doch gleich, daß ich den Platz nehme. Hier ist mein Paß. Während Sie die Karte und die Rechnung ausschreiben, möchte ich ein paar Telephongespräche erledigen.“ Und nun telephonierte Gino der Reihe nach an alle seine Geschwister, daß er am Freitag Pittsburg verlassen würde, so daß man also noch am Donnerstag, zugleich mit dem Abschied, seinen dreißigsten Geburtstag zusammen feiern könne. „Gerade am Freitag mußt du reisen?“ fragte die ältere seiner beiden Schwestern bedenklich.„Erinnerst du dich nicht, was Vater immer sagte? Ne di Venere, ne di Marte Non si sposa, ne si parte. Überlege es dir lieber noch einmal.“ Gino erinnerte sich sehr wohl an dieses alte italienische Sprichwort, welches besagte, daß man weder am Freitag, noch am Dienstag heiraten oder eine Reise antreten solle. Aber er war durchaus nicht abergläubisch. „Ach Unsinn!“ erwiderte er lachend.„Ich bin froh, daß ich den Platz auf dem Schiff noch bekommen habe.“— Als er dann, die Fahrkarte in der Tasche, das Reisebüro verließ, kam eine glückstrunkene Stimmung über ihn: er würde Venedig sehen!— auf dem Canale Grande in einer Gondel fahren!— auf dem Markusplatz wandeln— und vor dem Dogenpalast auf der Piazzetta! Seine so lange gehegte Sehnsucht, sein Jugendtraum sollte nun wirklich in Erfüllung gehen...! Ginos Eltern, beide aus Venedig stammend, waren vor einunddreißig Jahren— kurz nach ihrer Hochzeit— nach den Vereinigten Staaten ausgewandert. Reichtümer hatten sie dort nicht erworben, aber sich mit ihren Kindern recht und schlecht durchgebracht. Von den fünf Kindern, die alle in Amerika geboren waren und die amerikanische Staatsangehörigkeit besaßen, war Gino der Alteste. Auf ihn waren zwei Mädchen und dann wieder zwei Jungen gefolgt. Gino hatte gern Kunstmaler werden wollen, aber zu einem solchen Luxusberuf war kein Geld vorhanden gewesen. So hatten ihn die Eltern gewerblicher Zeichner werden lassen Von Kindheit an hatte Gino jede freie Minute zum Malen und zum Lesen verwendet. Er hatte Porträts gemalt und Landschaften, Stilleben und phantastische Bilder, von denen niemand recht wußte, was sie bedeuten sollten. Er hatte sich mit Geschichte und Kunstgeschichte befaßt, besonders mit solchen Werken, die Italien und die engere Heimat seiner Eltern, Venedig, betrafen. Von klein auf hatte er mit Andacht gelauscht, wenn Vater und Mutter von ihrer Jugend in Venedig erzählten, und die Eltern hatten seine tausend Fragen über diese Wunderstadt unermüdlich beantwortet So war Venedig in der Vorstellung des phantastisch veranlagten Jungen bald zum Paradies auf Erden geworden. Eine ganz besondere Rolle hatte in seiner kindlichen Schwärmerei auch das Bild auf der Packung einer damals in Amerika sehr verbreiteten Toilettenseife, namens Gondola Soap, gespielt. Dieses farbenprächtige Bildchen, das wie die Reproduktion eines Mosaiks aussah. zeigte ein sehr schönes junges Mädchen, in einer blumengeschmückten venezianischen Gondel ruhend. Dieses Mädchen hatte eine sehr helle Haut, dazu große dunkle Augen und rötliche Haare, die sich in langen Locken über das türkisfarbene Kopfkissen breiteten. Den Hintergrund bildeten venezianische Paläste und die Rialtobrücke. Gino war zwölf Jahre alt, als er die Seife mit diesem Bild auf der Umhüllung zum ersten Male in einem Schaufenster sah. Er kaufte ein Stück und brachte es mit nach Hause. Der Vater erklärte— leuchtenden Auges, mit großen Gesten und so stolz, als sei er selbst der Erbauer der Lagunenstadt—: dieses Bild sei durchaus naturgetreu, und so schön sei es wirklich in Venedig. Die Mutter bestätigte das zwar, fügte aber einschränkend hinzu: nur die Tracht des Mädchens stimme nicht ganz: so wenig bekleidet würde sich keine Venezianerin in der öffentlichkeit zeigen Gino rahmte sich das Bildchen von der Seifenumhüllung ein und hängte es über sein Bett. Später entdeckte er das gleiche Bild in viel größerem Format; es war auf dem Deckel einer„Geschenkpackung“, die ein ganzes Dutzend Stücke Gondola Soap enthielt. Er sparte sich das Geld zusammen und kaufte eine solche Packung Das kleinere Bildchen verschwand nun, und das größere nahm den Platz über seinem Bett ein. Gino war damals fünfzehn Jahre alt, und das Mädchen in der Gondel, das ihm schon immer so gut gefallen hatte, begann jetzt für ihn der Inbegriff weiblicher Schönheit im allgemeinen und der Schönheit der Venezianerinnen im besonderen zu werden. Immer suchte er nach einer lebenden Vertreterin dieses Urbildes; und je älter er wurde, desto enger verband sich die Sehnsucht nach Venedig mit der Sehnsucht, einmal einem solchen Mädchen zu begegnen. Doch er mußte sich bei seinen kleinen Liedesabenteuern auf Ersatz beschränken,— auf Mädchen, die seinem Idealbild wenigstens ähnelten. Immer fehlte etwas an der Vollkommenheit: entweder hatten die Haare nicht von Natur jene leuchtende Kupferfarbe, sondern waren mit Henna bearbeitet,— oder sie waren kurz statt lang,— oder sie waren lang, aber nicht lockig, — oder der Teint war nicht von jener hellen Elfenbeinfarbe,— oder die Augen waren blau statt dunkel.. Und alle diese Mädchen hatten durchaus nicht den sanften und träumerischen Ausdruck der Gondola Soap= Schönheit, sondern sie waren kesse und sehr realistisch denkende Geschäftsmädel. Als Gino vierundzwanzig Jahre alt war, schien sich eine Gelegenheit für ihn zu bieten, eine Stellung in Italien zu bekommen. Da starben, kurz hintereinander, sein Vater und seine Mutter. Seine beiden Schwestern, die sehr jung geheiratet hatten, waren zwar versorgt, doch für seine beiden jüngeren Brüder hatte er nun die Sorge zu übernehmen. Er hatte es als selbstverständliche Pflicht auf sich genommen, aber es war ein schweres Leben für ihn gewesen. Alles, was sonst jungen Leuten Spaß zu machen pflegt, hatte er sich versagen müssen. Endlich, nach vier Jahren, waren seine Brüder so weit, daß sie sich selbst ernähren konnten. Was Gino sonst für sie ausgegeben, konnte er nun auf die hohe Kante legen. Nach zwei weiteren Jahren hatte er s# viel gespart, um an die Vorbereitungen zur Reise gehen zu können. (Fortsetzung folgt) Heitere Ecke Ich suchte ein möbliertes Zimmer. Bei der Witwe Bolte fand ich es. Ich besah mir die Bleibe. Die Wirtin stand freundlich daneben. Ich sagte: „Ich lege Wert darauf, bei einer ruhigen und gebildeten Dame zu wohnen!" Die Wirtin nickte: „Das bin ich, solange die Miete pünktlich bezahlt wird.“ Arzt:„Sie müssen die Speisen, die Sie zu sich nehmen, besser kauen! Wozu hat Ihnen die Natur gegeben!“„., P. Let. 14 mi. SsteulPatient:„Oh, bitte! Die habe ich mir geraust Nach dem Urlaub. „Hast du zu Hause alles so vorgefunden, wie du vor vier Wochen verlassen hast?“ „Ja, sogar das elektrische Licht brannte noch der Diele!"(Berl. Ill. Ztg.) Herr Peinlich kümmert sich um alles. Auch um den Haushalt. So hat er für die große Wäsche diesmot zwei Wäscherinnen eingestellt. „Aber warum hast du denn zwei taubstumme nommen?“ fragt ihn sein Nachuar. „Ja, ich meinte, die würden mehr arbeiten, wen sie nicht miteinander reden können“, erwiderte Pein!! der stimmt „Ja, und...?“ Sie reden mit den Händen! 6. Ju. Presse) 13. Dezembe Mut brennender : Von Kriegsbe Der Sturmr segt heulend und pfe die knorrigen Bäum und bersten förmlich ten Naturgewa der Nachthimmel ü schwarze„Wolkenbäl ziehen. Aver denno Nacht geflogen, dam Minute zur Ruhe! Die Maschinen Angriffsziel Heulen des Sturme nen der Motoren u schemenhaftes Rot d hinwegrasen und in ziehen. Sämtsiche 9 weite Rollfeld liegt Sturm hinwegsegt. Die„Caesar“ schl In der Bodenft Sämtliche Maschine men die Erfolgs nen drehen bereits Auftrag erfüllt, nur Die„Caesar“ an zu bekommen, obw den Aether hinausg Zwei Tage spät raum der Staffel, kommt Oberleutnant raden. 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Die ein Wenn sie am ein Engel wäre Stube wird dan Eines Tages paar Studiosi Straßburg kame Better in einem und nennt sich A auf einmal eine würde. Sie kan . Ein rätselho Glück und Wet Kraut, das„Bi daran erinnert? sinnt, weiß nicht, sie plötzlich wein In dieser Na Kindsein. Denn zu ihr und es## Fy Mikrotilmarchiv der deutschsprachigen Presse.V. 13. Dezember 1940 — Jestfälische Tageszeitung Nummer 342“ dn Sene ien unter Mir Einen-Fanschirhr Mit brennender Maschine vom Nachteinsalz auf Portsmouth zurückgekehrt— Vier Kameraden vermißt und kommen doch wieder ": Von Kriegsberichter Heinz Wegener dnd 11. Dezember.(PK) Der Sturm rüttelt an Türen und Fenstern und segt heulend und pfeisend um Ecken und Winkel. Selbst die knorrigen Bäume am Rande des Rollfeldes krachen und bersten förmlich unter der Wucht der entfesselten Naturgewalten. Dunkel und trübe wölbt sich der Nachthimmel über die Landschaft, während grauschwarze Wolkenbänke mit Windeseile oben entlangziehen. Aber dennoch wird in einer solch unwirtlichen Nacht geflogen, damit der Tommy auch nicht eine einzige Minute zur Ruhe kommt. Die Maschinen stehen der Reihe nach am Start. Angriffsziel war Portsmouth. In dem Heulen des Sturmes geht bald das sonst so laute Dröhnen der Motoren unter, als die Maschinen über den in schemenhaftes Rot der Randbefeuerung getauchten Platz hinwegrasen und in den düsteren Nachthimmel hineinziehen. Sämtsiche Maschinen sind aus dem Start. Das weite Rollfeld liegt wieder verlassen da, darüber der Sturm hinwegsegt. Die„Caesar“ schlt In der Bodenfunkstelle verfolgen wir den Angriff. Sämtliche Maschinen sind an der„Strippe“. Bald kommen die Erfolgsmeldungen. Die ersten Maschinen drehen bereits auf Heimatkurs. Alle haben den Auftrag erfüllt, nur von einer fehlt noch der Funkspruch. Die„Caesar“ antwortet nicht; keine Verbindung zu bekommen, obwohl Funkspruch auf Funkspruch in den Aether hinausgeschickt wird. Vergeblich. Zwei Tage später— wir sitzen im Unterhaltungsraum der Staffel, die Tür geht auf— und herein kommt Oberleutnant R. mit seinen drei wackeren Kameraden. Sofort umringen ihn die anderen. Unzählige Fragen schwirren durcheinander, die er auf einmal gar nicht befriedigen kann. Nun muß Oberleutnant R. in aller Ruhe von seinem letzten Feindflug erzählen. Oberleutnant R. erzählt vom Angriff auf Portsmouth Da gibt es eigentlich nicht viel zu berichten,— und wiederum doch.„Wir sind mit unserer„Caesar' auf Kurs Portsmouth, das wir schon aus großer Entfernung durch die leuchtenden Wegweiser einiger Brände ausmachen können. Wir fliegen unser Ziel an. Der Tommy setzt uns eine ganz eklige Sperre vor die Nase. Ich drücke die Maschine mal an, ziehe sie wieder hoch und kurve, damit die da unten nicht klarkommen sollen. Auf einmal scheppert es so dämlich auf Backbord und dann nochmals und abermals ein Krachen und Knistern. Flaksplitter haben wir also abbekommen, doch stur wird das Ziel angeflogen, das bald unterhalb liegt und von uns klar erkannt wird, kurz die Bomben ausgeklinkt und mit einer 180=Grad=Kurve geht es hart nach rechts. Dabei müssen wir nochmals über den Sperrgürtel, gleich dahinter wollen wir auf See abdrehen. Der Backbordmotor steht in Flammen Als wir schon auf dem Abflug sind, ruft plötzlich mein Bordmonteur aus der Wanne hoch:„Maschine brennt!" Blitzartig fahren wir alle zusammen, und als ich mich nach allen Seiten wende, sehe ich schon an Backbord unterhalb des Motors lange hellrote Flammen herauszüngeln.„Das muß die Oelleitung sein“, meint der Bordmonteur. Vielleicht zerschossen!? Auch das noch! Deshalb hat es auch vorhin so mächtig gescheppert. Sofort werden die Benzinleitungen dicht gemacht, die Latte wird abgestellt, die Maschine ausgetrimmt. Während ich weiter überlege, was wohl als nächstes am besten zu tun ist, will der Funker den Motorschaden über Funkspruch absetzen, ruft aber gleich dazwischen: „Herr Oberleutnant, die FT=Anlage ist ausgefallen, hat scheinbar auch was abbekommen.“ Es gibt nur einen Entschluß: Weiterfliegen! Verdammt nochmal. Auch dieses noch. Was nun tun? Zur Landung im Wasser übergehen? Nein, denn in dieser dunklen Nacht, in diesem furchtbaren Wetter und Sturm und dann ohne Angabe des Standortes an die Bodenstelle hätte dies den sicheren Untergang bedeutet. Ich beschließe deshalb, unter allen Umständen weiterzufliegen: Zwischen Himmel und Erde— umgeben von Naturgewalten Jedenfalls eine verdammt heikle Situation. Vom Winde geschürt, wird der Brand immer heftiger. Immer länger hinter uns herziehende Flammen vom hellen Gelb bis zum feurigen Rot schlagen aus dem Motorengehäuse. Ganz wohl zumute ist es bei diesem Angriff sicherlich keinem von uns gewesen. Die Maschine verliert auch allmählich an Höhe. Schon sehr deutlich sehen wir unter uns die wild kochende, gichtende See, sehen wir die hochaufrollenden, vom Sturme gepeitschten Wogen in sich zusammenschlagen; über uns ziehen riesige, unheimlich dunkle Wolkenmassen hinweg, und um uns wird das Toben und Heulen des Sturmes vernehmbar, der von Augenblick zu Augenblick eher stärker denn schwächer wird, und dann die hell lodernde Fackel des Backbordmotors. Land in Sicht!— Rettung! Nach einer Weile hebt sich ganz schwach durch einen vor uns sich ausbreitenden Dunstschleier eine schwimmende dunkle Masse gegen das Wasser ab, die steil wie ein Ungeheuer emporragt. Land in Sicht! Rettung! Die Lebensgeister werden noch einmal wachgerüttelt. Es ist die selsig ansteigende französische Küste— und da, ja, da läuft ein heller Streifen nach beiden Seiten sichtbar entlang. Der Bordmonteur macht mir immer wieder Mut:„Nur weiterfliegen! Der rechte Motor schafft es noch!“ Denn hin und wieder sängt auch er schon an zu tuckern. Minuten später haben wir das Festland unterhalb liegen und hinter uns die Küste. Erleichtert atmet alles auf. Doch noch sind wir nicht außer Lebensgefahr— aber immerhin! ". Aussteigen!“ Eine Bauchlandung hinzulegen ist völlig ausgeschlossen, da mir ja die Gegend gänzlich unbekannt ist und dann noch in der Nacht. So machen wir uns also mit dem Gedanken des Aussteigens vertraut. Ich lasse schon alles vorbereiten, allerdings sind wir etwas zu tief. Langsam versuche ich die Maschine zu ziehen— und wirklich, ich kriege sie noch im allmählichen Steigen bis auf 900 Meter, trotz des einen Motors. Dann ist aber Schluß. Jetzt genügt es. Da meint mein Bordmonteur:„Nun wird es aber Zeit!" Die Maschine wird rasch noch horizontal ausgetrimmt und dann —„Aussteigen!“ Mit der einen Hand halte ich noch den Steuerknüppel, bis alle heraus sind. Danach lasse auch ich mich, vom Führersitz über die Tragfläche kurz noch die Landeklappe streifend, abgleiten. Es geht alles blitzschnell. Plötzlich verspüre ich einen merklichen Ruck, und dann schaukele ich wie ein Uhrenpendel als Spielball des Sturmes am Fallschirm. Gottseidank! Festen Boden unter den Füßen Während ich langsam heruntersinke, entdecke ich auf einmal weiter unten einen hellen Schimmer, der tiefer und tiefer geht, ein offener Fallschirm. Da fährt es mir in den Sinn, und aus Leideskräften brülle ich:„Hallo— Hallo! Wer ist dort?“ Und wie eine Geisterstimme aus weiter Ferne klingt es zu mir hinauf: „Hier der Bordmonteur und wer dort?“—„Hier der Flugzeugführer". Weitere Ueberlegungen kann ich nicht mehr anstellen, denn schon kommt der Erdboden mit wachsender Schnelligkeit auf mich zu. Gerade will ich mich vorbereiten und den Stoß auffangen, da ist es bereits zu spät. Bin aufgehauen, überschlage mich sofort und werde noch ein Stückchen vom Fallschirm mitgezerrt, ehe ich das Schloß aufdrücken und mich aus den Gurten befreien kann. Meinen Bordmonteur finde ich etwas weiter entfernt im Sturzacker liegen. Ehe er hierher kann, hing er zunächst in einem Baum, wurde nochmals gepackt, über eine Starkstromleitung hinweggehoben und dann auf den Acker aufgesetzt. Wir sind also glücklich unten. Gerettet! Aber wo sind die beiden anderen Kameraden? Mein Beobachter und mein Funker? Alles Rufen nutzt nichts. Auch das Suchen bringt keine Spur. Dann gehen wir beide zu dem nahe gelegenen Dorf, von wo uns schon deutsche Wachposten entgegenkommen, die den brennenden Aufschlag der Maschine beobachtet haben. Als„vermißt“ doch wieder heil zurück Leider sind in dieser Nacht durch den Sturm auch viele Strippen zerstört worden, und so kam es, daß ich mich erst am späten Nachmittag zurückmelden konnte bei der Staffel. Ordentlich froh war ich aber erst dann, als ich erfahren habe, daß meine beiden anderen Kämpen ebenfalls am Leben und auf dem Marsch sind. „Jetzt brauchen wir nur eine neue„Caesar’, und dann kann es weiter gegen England gehen.“ Die Fürsorge des Heeres Generalfeldmarschall von Brauchitsch bei seinen Soldaten im Osten Von Kriegsberichter Werner Schäfer 11. Dezember. (PK) Generalfeldmarschall von Brauchitsch, der Oberbefehlshaber des Heeres, weilte unter uns. Wir Soldaten, die wir nach dem Vormarsch im Westen— viele von uns waren auch schon beim Polenfeldzug dabei— hier im Osten unsere Pflicht erfüllen, haben uns seit Tagen auf den Besuch unseres Generalfeldmarschalls gefreut. Sämtliche Unterkünfte, die der Oberbefehlshaber auf seiner Fahrt berührt, stehen nun im Zeichen dieses Besuches, der für uns eine Anerkennung ist, für die wir dankbar sind. Am Abend des ersten Tages der Besichtigungsreise des Generalfeldmarschalls sitzen wir im Kameradschaftsheim der 4. Kompanie eines Baubataillons. Mit Freude haben uns der Kompaniechef und seine Männer aufgenommen. Sie wissen, daß wir den Generalfeldmarschall auf seiner Fahrt begleitet haben. Und nun lassen sie sich über den bisherigen Verlauf erzählen. Um uns herum sitzen Männer, die seit Beginn des Krieges ihre soldatische Pflicht mit ganzem Herzen erfüllten und die seit dem Waffenstillstand im Westen alle Hände voll zu tun hatten, um sich hier einzurichten. Es ist kein Geheimnis, daß unsere Soldaten gerade hier im Osten aber auch nichts vorfanden, das einer Unterkunft für deutsche Soldaten würdig gewesen wäre. Und was haben diese Männer, um beim Beispiel dieser Baukompanie zu bleiben, in der Zwischenzeit nicht alles geschaffen! So sehen wir in diesem Kameradschaftsheim blitzsaubere Tische, Stühle und Korbsessel, ein hübsches Regal für Zeitungen und Bücher. Auch ein Radioapparat ist in diesen Tagen eingetroffen. Die weißen Wände sind geschmückt mit dem Bild des Führers und mit Aussprüchen des Führers, die ein Schriftkünstler malte. So lesen wir an der einen Seite die Worte des Führers:„Wir kämpften für die Sicherheit unseres Volkes, für unseren Lebensraum“. Wie sehr lebt dieses Wort in den Herzen dieser Männer, die den Osten, den Westen erlebten und nun wieder hier sind, der Welt zu zeigen, daß die deutsche Wehrmacht gewillt ist. Groß=Deutschland in ihre schützende Hand zu nehmen. Voraussetzung für den normalen soldatischen Dienst war allerdings. wie eingangs angedeutet, die Schaffung von Unterkünften in einem Land, das selbst die primitivsten Forderungen eines einigermaßen zivilisierten Volkes nicht erfüllte. In welchem Maße das schon gelungen ist. nachdem doch die Masse des Heeres bis vor kurzem im Westen eingesetzt war, dafür sind Beweise die von oben bis unten erIm Atlantik kam es zu einer Gefechtsberührung zwischen einem italienischen Untersechoot und dem kanadischen Zerstörer„Saguenay“. Hierbei gelang es dem Unterseeboot, einen Torpedotreffer zu erzielen, durch den der kanadische Zerstörer so schwer beschädigt wurde, daß er in manövrierunfähigem Zustand in einen Hafen eingeschleppt werden mußte. Die Verluste an Bord des Zerstörers sind 21 Tote und 18 Verwundete.— Der kanadische Zerstörer, den unsere Abbildungzeigt, ist 1337 Tonnen groß, hat eine Bewaffnung von vier 12-Zentimeter-Geschützen und acht Torpedoausstoßrohren, seine Geschwindigkeit beträgt 35 Seemeilen.“(Scherl-.) Ring um England schließt sich fester Diese Karte, in der das Blockadegebiet(in grau) eingezeichnet ist, zeigt anschaulich, wie heute England immer fester in die Zange genommen wird. Während die deutschen Kampfflugzeuge von den Küstengebieten im Norden und Süden aus weit über die Westküste Englands vorstollen, sorgen die Unterseeboote dafür, daß für die Geleitzüge, die England erreichen wollen, kein freier Raum bleibt, der ein gefahrloses Durchkommen ermöglicht.(Scherl-.) neuerten Kasernen in diesem Raum, die zu kleinen Kasernen ausgebauten Häuser, die regelrecht aus dem Boden gestampften Holzbaracken, und was nicht alles mehr. Sicherlich. hier und dort stoßen wir auf Unterkünfte, in denen es kein elektrisches Licht gibt, für die das Wasser von irgendeiner Pumpe herbeigeschleppt werden muß: doch wo sind die Schwierigkeiten, die vom deutschen Soldaten nicht gemeistert werden? Und jetzt. nach Wochen und Monaten harter Arbeit in zum Teil einsamen Gegenden, können unsere Soldaten stolz ihrem Oberbefehlshaber zeigen, was sie alles geschaffen haben. Trotz mancherlei Entbehrungen haben sich Offiziere und Männer in einer Weise eingesetzt, über die man nur staunen kann. Der Generalfeldmarschall. den wir während des Polenfeldzuges und des blitzschnellen Vormarsches durch Frankreich wiederholt unter uns sahen, weiß um die mühselige Arbeit seiner Soldaten im entferntesten Osten. Wie er während der Kampfhandlungen in geradezu ergreifender Fürsorge bei der Truppe weilte, so kommt er auch jetzt zu uns, um sich davon zu überzeugen, daß seine Feldgrauen den Verhältnissen entsprechend gut untergebracht sind. daß es ihnen an nichts mangelt. In den frühen Morgenstunden sahen wir den Oberbefehlshaber seinen Sonderzug verlassen, dann mit dem Kraftwagen von Ort zu Ort fahren. Das Mittagessen nahm er inmitten der Männer einer Baterie der Artillerie ein. Am Nachmittag stand er auf den Kasernenhöfen oder Marktplätzen. die den Kasernenhof ersetzen müssen, um sich das Exerzieren von Einheiten der Infanterie anzusehen. Wo der Generalfeldmarschall auch hinkam, überall sah er in leuchtende Augen, überall erkundigte er sich nach den persönlichsten Dingen des einzelnen Mannes, und überall erhielt er Antworten aus ehrlichen Herzen, über die er sich freuen konnte. Er sah blitzsaubere Stuben, stolze„Küchenbullen". hier und dort überraschend gemütliche Gemeinschaftsräume, gepflegte Pferde und warme Stallungen. Durch Fragen bei Kompanieführern, bei Hauptfeldwebeln. bei Unteroffizieren und Männern stellte er ganz klar fest, wie die Verpflegung der Truppe ist, ob jeder die Möglichkeit hat, sich die notwendigsten Dinge zu beschaffen. Wo Mängel festgestellt wurden— man kann es sagen, sie waren nur geringfügiger Art. durch die gegebenen Umstände und großen Entfernungen bedingt— da sorgte er persönlich dafür, daß Abhilfe geschaffen wird. Jeder Soldat hier im Osten, der den General= feldmarschall heute sah oder morgen und übermorgen sehen wird, der mit ihm spricht, verspürt erneut, daß des Heerführers größte Sorge die Fürsorge für seine Soldaten ist. Das läßt das Herz des Soldaten im neuen Reich höher schlagen, und das gibt ihm die Kraft zu Einsätzen, deren eben nur der deutsche Soldat fähig ist. Deutscher Film im Kriege Der Film ist sich seiner großen Aufgaben besonders im Kriege bewußt Das gewaltige und dramatische Zeitgeschehen wird durch die auch im Kriege blühende deutsche Filmerzeugung ebenso eingefangen wie dem Unterhaltungsbedürfnis der Kinobesucher an der Front und in der Heimat durch Spielfilme Genüge geschieht, die zwar in dieser heroischen Zeit vornehmlich ernsten Charakters sind, aber auch fröhliche Themen haben. Trotz der Fliegeralarme hat die Besucherzahl der Lichtspieltheater erheblich zugenommen. Die deutschen Wochenschauen haben durch die Kriegsereignisse einen gewaltigen Auftrieb erfahren. Hauptgegenstand des Interesses bilden natürlich die Filmberichte der Propagandakompanien, die bisher Filmberichte in der imposanten Gesamtlänge von über 1,1 Milliarden Meter lieferten, und zwar in der Zeit von Kriegsbeginn bis zum 1. November 1940. Während der Großkampftage im Westen fielen wöchentlich bis zu 40 000 Meter Material an! Die Aktualisierung dieser Bilderbänder hat zu einer Vermehrung der Filmkopien der Wochenschauen geführt. Jetzt werden bis zu 2000 Kopien in jeder Woche allein für den Inlandsbedarf hergestellt, und auch im neutralen Auslande hat die deutsche Wochenschau gewissermaßen ein Monopol erreicht. So wurden allein in den ersten Kriegswochen 1000 Kopien in 15 verschiedenen Sprachen hergestellt. Mehrere Dutzend Millionen Neutraler sehen jetzt ständig die aktuellen deutschen Bildberichte. Ein besonderer Auslandserfolg waren die abendfüllenden Zusammenstellungen aus den Kriegswochenschauen, die sogar in Japan und Iran gezeigt wurden. Die Kultur= und Spielfilmproduktion konnte mengenmäßig auf dem Vorkriegsstand gehalten werden. Wertmäßig hat sich die deutsche Filmkunst weiter nach oben entwickelt. Insgesamt sind im ersten Kriegsjahr 128 Spielfilme zugelassen worden, von denen 31 Prädikate erhielten und drei sogar mit dem höchsten Prädikat ausgezeichnet wurden. Es waren die Filme„Robert Koch“,„D III 88“ und„Mutterliebe“. Auf der deutschitalienischen Filmfestwoche in Venedig fanden die deutschen Spitzenfilme wie„Postmeister“,„Jüd Süß“,„Mutterliebe“ usw. berechtigte Bewunderung. In Vorbereitung sind Filme aus allen Gebieten deutschen Lebens und Erlebens, auch historische Filme sowie Großfilme über die Fallschirmjäger, über Kolonialflieger und ein Farbfilm über Rubens. Die Steigerung des Einsatzes deutscher Spielfilme im Ausland geht schon daraus hervor, daß 1939/40 nicht weniger als 3683 Kopien für Auslandstheater hergestellt wurden gegen 1773 Kopien im Vorjahre. Das ist um so verständlicher, als die englische und französische Filmherstellung während der Kriegszeit praktisch ausgefallen ist. Daß die deutschen Truppen durch den Film betreut wurden, ist im nationalsozialistischen Deutschland selbstverständlich. Nicht weniger als durchschnittlich 258 Kopien wurden in diesen Truppenkinos im Monat gezeigt, und zwar auch Spielfilme. von Sesenheim Von Karl Burkert Wir wissen nicht viel und wir wissen doch genug von dem kleinen Elsaßmädchen, das sich Friederike Brion nannte. An schwere, kornblonde Zöpfe denken wir, wenn wir ihren Namen hören, an eine reizende Stupsnase und an die sanften, blauen Augen eines halben Kindes. Und die ländliche Volkstracht denken wir uns dazu: weißes Röckchen mit einer Falbel, weißes, eng anliegendes Mieder und ein schwarzes Zierschürzchen. Alles, was Welt heißt, liegt ihr noch fern. Straßburg, die einzige Stadt, die sie kennt. Aber wenn sie dort einmal ein paar Stunden herumgelaufen ist, hat sie es schon genug und dann sehnt sie sich wieder nach dem Garten in Sesenheim, nach seinem krummen, breiten Holderbusch, nach seiner Geißblattlaube und seinem Himbeergesträuch. Diesen Garten nennt sie ihr Glück. Seine Blumen, seine Bäume, seine Kräuter sind ihre Erlebnisse. Ihre Geheimnisse sind seine veilchenfarbenen Sommerabendstunden. Wenn er im Herbst langsam verblaßt und vergeht, empfindet sie das, was wir Wehmut heißen. Dieser Garten ist der Atem, die Gnade, das Märchen ihres Lebens. Ihre Stirne ist nicht hoch, es sind keine großen Gedanken darinnen, aber alles, was sie spricht, ist verständig. Die Farbe ihrer Stimme ist dunkel und weich. Man wird dabei an Verbenen erinnert. Wenn sie „Abend“, sagt oder„Mutter“, dann hört sich diese Stimme besonders schön an. Sie kann auch ein bißchen singen. Die einfältigen, zärtlichen Lieder des Volkes. Wenn sie am kirschbraunen Spinett sitzt, glaubt man, ein Engel wäre aus dem Himmel gestiegen und die Stube wird dann ganz licht und leis. Eines Tages halten Pferde vor dem Pfarrhof. Ein paar Studiosi schwingen sich aus dem Sattel. Von Straßburg kamen sie herüber geritten. Der eine ist ein Vetter in einem fernen Grad, der andere ist fremd hier und nennt sich Wolfgang Goethe. Friederike ist, als wenn auf einmal eine ganz neue Melodie in ihr antönen würde. Sie kann es noch nicht ahnen, was es mit ihr P. Ein rätselhaftes Gefühl sinkt ihr ins Blut. Aus Glück und Weh scheint es gemischt. Sie kennt ein Kraut, das„Bittersüß" heißt. Warum wird sie jetzt daran erinnert? In der Nacht wacht sie auf, sinnt und sinnt, weiß nicht, was sie ersinnen will, und dann muß plötzlich weinen. In dieser Nacht hat sie sich herausgeweint aus ihrem Kindsein. Denn der Dichter wurde ihr Schicksal. Er kam zu ihr und es war, wie von Gott gewollt, daß er zu ihr kam. Er mußte die Liebe mit diesem schlichten Mädchen erleben. Das„Heidenröslein“, das er hernach dem deutschen Volke schenkte, wartete darauf. Und noch viele andere unsterbliche Lieder warteten in ihm. Und Sesenheim wurde zu einem Traumheim. Es war eine ergreifende Zeit. Friederike träumte und der Dichter träumte. Beide wußten sie noch nicht, wo diese Träume hinaus wollten. Aber so oft sie sich nahe waren und auch wenn sie in der Ferne aneinander dachten, fühlten sie sich von einem Unsagbaren erfaßt und berührt von süßen Möglichkeiten. Und sie gingen Hand in Hand durch das keise Getreide. Das Auge des Dichters freute sich dabei an den holden, schwebenden Gebärden des Mädchens. Sie saßen in der grillensirrenden, erregenden Zuninacht auf einer Rindenbank am Waldsaum, hörten den sehnsüchtigen Gesang der Nachtigall und sahen, Schulter an Schulter, in den ansteigenden Mond. Liebesselige, verschwärmte Stunden. Glück in den Worten, Glück im Schweigen. Ja, gerade im Ungesagten berührten sie sich am innigsten von Seele zu Seele. Und auf die beiden neigte sich in diesen Tagen etwas nieder wie eine letzte Erfüllung. Friederike kann es noch nicht begreifen, denn es kam ihr doch zu unverhofft, und ihr Mund, wenn er auch nun wissend geworden ist, ist doch noch immer zu kindhaft. Der Dichter aber spürt es wie eine Unruhe in sich. Ist da nicht eine Stimme, die ihn warnen möchte? Manchmal sieht er wie abwesend vor sich hin. Dann sieht er, mit visionärem Blick. leinen Weg vor sich, der weit über dieses kleine Dorf hinausführt. Einen Weg, der den ganzen Erdkreis durchmißt. Einen Weg, der in die Ewigkeit mündet. Und dann tragen ihn seine Gedanken und die Bilder, die er in sich hat, weit fort von diesem Mädchen da. Aber noch kann er sich nich losreißen. Dieses Erlebnis ist doch gar zu süß. Biese schwirren hin und her zwischen Sesenheim und Straßburg. Der Dichter schickt Gedichte und schickt ein gemaltes Band. Und Friederike glaubt nicht anders, als es müßte immer und immer so bleiden. Aber während sie das glaubt, ist im Dichter bereits die Entscheidung gefallen. Seine Sendung! Er ist sich ihrer nun bewußt geworden und nun weiß er, daß Sesenheim nur eine Episode für ihn sein kann. Und dann kommt die Stunde, von der sie beide wissen, daß es die letzte ist. Aber es wird zwischen ihnen darüber nicht gesprochen. Als der scheidende Dichter dem Mädchen vom Pferd herunter die Hand reicht zum Abschied, füllen sich ihre Augen mit Tränen. Und dann hört sie von ihm nichts mehr. Sie weiß es nur aus dem zitternden Widerklang ihrer einsamen Seele, daß er noch irgendwo lebt. Ihre Wege muß sie nun allein gehen. Manchmal sitzt sie verdämmert in der Geißblattlaube und ihr Geheimstes flüstert sehnsüchtig ihm zu. Aber sie weiß, daß es verwehte Worte sind und daß sie sein Herz nicht mehr finden können. Sie empfindet das als ihr Schicksal und sie will sich dawider nicht auflehnen. Wie sich eine Blume unter dem Wind neigt, so beugt sie sich unter den Willen der ewigen Mächte. Deutsches Cheater in Festlicher Beginn in der alten Soldatenstadt Film und Morgenfeier als Auftakt Nach 23 Jahren französischer Einflußnahme begann am Sonntagabend in Metz wieder die erste deutsche Theaterspielzeit. Im.Auftrage von Gauleiter Bürckel schuf der Intendant der Pfalzoper Pruscha in Kaiserslautern ein Schauspielensemble aus besten Kräften des deutschen Theaters. Ihm gehören vornehmlich Künstler aus der Ostmark an, da die kulturellen Beziehungen zwischen Saarpfalz und Wien immer ganz besonders eng waren. Als Auftakt zu den festlichen Veranstaltungen für den=Beginn der deutschen Theaterspielzeit fand im größten Lichtspieltheater von Metz die Festaufführung des Schillerfilms„Der Triumph eines Genies" statt. In Anwesenheit des Gauleiters fand dann im Stadtheater eine Morgenfeier statt, in der Intendant Karl Mages über die Kulturarbeit im neuen Gau Westnark sprach und Kreisleiter und Oberbürgermeister Kleemann das neue Theater der lothringischen öffentlichkeit übergab. In Anwesenheit der Spitzen der Behörden, der Partei und des Offizierkorps des Standortes Metz ging am Abend Schillers Trauerspiel„Kabale und Liebe“ in Szene. Das Theater wird in einer Woche des Monats jeweils Gastspiele in Nancy und Luxemburg geben. Die sapanische Festmusik von Richard Strauß Glanzvolle Aufführung in Tokio Die künstlerischen Veranstaltungen für die 2600Jahrfeier des Japanischen Kaiserreiches fanden ihren Höhepunkt in der Uraufführung von Musikwerken, die die führenden Komponisten Deutschlands, Italiens und Ungarns für diese Feier geschrieben hatten. Zahlreiche Mitglieder des kaiserlichen Hauses, hervorragende Persönlichkeiten der Regierung und andere japan sche Würdenträger sowie das diplomatische Korps waren zu der Aufführung in dem festlich geschmuckten„Kabuki=za“. einem der größten Theater Tokios, erschienen. Die Veranstaltung wurde eröffnet mit einer Ansprache von Marquis Sasaki, der an die beteiligten Nationen im Namen des Fürsten Konoye und des Außenministers Worte des Dankes richtete Den feierlichen Aucklang des Konzertes bildete die „Japanische Festmusik“ von Richard Strauß, die der deutsche Meister dem Kaiser von Japan gewidmet hat. Die wechselreichen Klangbilder der Partitur zeichnen zunächst eine idyllische Szene am Meeresstrand, den sanfte Wellen umspielen. Aus dem Sona=Rotio, des. Ansangs wird später ein heroisches Thema des Samurai=Kriegers gewonnen, das nach stolzem Aufschwung in ein zart getöntes Stimmungsbild des Kirschblütenfestes übergeht. In die still verströmenden Klänge tönt dumpfes Grollen und mit säder Gewalt ersteht das fardensprühende Bild eines Bulkanausbruches. Die entfesselte Natur spiegelt sich wider in einer Kampfszene, die durchführungsartig das„JapanMotio“, das das ganze Werk durchzieht, kontrapunktisch auswertet und den anderen Themen gegenüberstellt Das Gong=Motiv der Einleitung kündet den Sieg und nach mann gfachen thematischen Verflechtungen klingt das Werk in einer jubelnden Huldigung für die Majestät des Kaisers aus. Zur Wiedergabe der Festmusik hatten sich— zum erstenmal im Musikleben der Hauptstadt Tokio— die beiden größten japanischen Orchester zu einem Tonkörper von 156 Musikern vereinigt. Unter der Leitung des deutschen Dirigenten Helmut Fellmer, der zur Zeit an der Kaiserl'chen Hochschule für Musik in Tokio wirkt, wurde die Aufführung zum überragenden Erfolg, der auch in der japanischen Presse einen überaus starken Widerhall fand.„Nitschi Ritschi“ unterstreicht dabei das überraschende Einfühlungsvermögen des Komponisten in die japanische Klangwelt, die schon im Instrumentarium durch die Verwendung von 15 abgestimmten Gongs angedeutet wird. Das Werk habe, so sagt das Blatt weiterhin, dem begeisterten Festesjudel des japanischen Volkes einen übermächtigen und ergreisenden musikalischen Ausdruck verliehen. Ledhafte Anerkennung findet auch die Leistung des Dirigenten Fellmer, die Stimme des Blutes rust Uraufführung von Deubels„Die Geschwister von Korsika“ im Burgtheater „Des Lebens Atem ist der Kampf, des Kampfes Atem ist die Ehre“, steht auf dem Ring, den das junge deutsche Mädchen dem Helden des Dramas auf dem Höhepunkt seines inneren Konfliktes und am Scheideweg seiner über Tod und Leben entscheidenden Entschlüsse überreicht. Dieser Leitspruch könnte dem Werk als Motto voranstehen, er umfaßt die ganze Spannweite des Problems, ist Antrieb und Richtschnur des spannungsreichen inneren und äußeren Geschehens. Die uralte Stimme des Blutes ruft den korsischen Leutnant Orso Della Rebbia aus Paris auf seine Heimatinsel zurück, um den Mord an seinem Vater zu rächen. Der Begriff der korsischen Blutrache, die aus den Tiefen des Blutes aufsteigende Forderung der totenkultischen Sühne, wird von Deubel zu geistigem Leben wiedererweckt, befreit und gereinigt von dem Beigeschmack der Barbarei und des Banditentums, den eine blutleere und schwächliche Zivilisationsmoral ihr angeheftet hat. Die stoffliche Anregung zu dem Drama empfing Deubel aus der reizenden Novelle„Kolomba" von Merimee, der das heikle Thema romantisch aufzäunt und sich über seine eigenen Figuren mit dem Blendwerk seiner gallischer Ironie lustig macht Merimee bleibt an der Oberfläche des Stoffes haften, Deubel stößt in Urgründe seelischer Vorgänge hinab und legt Urtriebe menschlicher Leidenschaften bloß, die dem am äußeren Geschehen haftenden Franzosen verborgen blieben. Werner Deubel erweist in seinem neuen Schauspiel eine verblüffende geistige Verwandtschaft mit Schiller bei den fast zur Ueberfülle gehäuften dramatischen Effekten und Verwicklungen, die den Zuschauer in atemloser Spannung halten, bleibt stets die geistige Wirkung oben an, niemals gleitet sie ins bloß Theatralische ab. Das Burgtheater bot unter der Spielleitung Dr. Adolf Rotts eine fesselnde, farbensatte Aufführung, in deren Mittelpunkt die packende Leistung Heinz Woesters als Orso stand. Maria Holft war eine den dunklen Gesetzen ihrer Heimat unheimlich verhaftete Kolomba, Julia Janssen gab dem um Verständnis bemühten und leidenschaftlich empfindenden deutschen Mädchen geistigen Liebreiz Stendal ehet Winckelmann. Der Kunstgeschichtler des Klassizismus J. J. Winckelmann, der in seiner Vaterstadt Stendal durch die Errichtung des Winckelmann= Denkmals und der Winckelmann=Halle geehrt worden ist, erfuhr zu seinem 223. Geburtstag durch die Gründung einer Winckelmann=Gesellschaft eine neue Ehrung. Die Vereinigung soll zum Mittelpunkt des Winckelmann=Denkens überhaupt werden. MIFA Mikrofilmarchiv der deutschsprachigen Presse eNV. 13. Dezember 1940 Westfälische Tageszeitung Nummer 342 Westjalen-Nord und Nachbargaus Wostultsches Annsdieh aberau begcher Flotter Verlauf der 105. Zuchtviehversteigerung des Westfälischen Rinderstammbuches der Rotbuntzüchter Münster, 13. Dezember. Die vom Westsälischen Rinderstammduch der Rotbuntsüchter am Donnerstag in der Reithalle bei der Halle Münsterland veranstaltete 105. Zuchtviebversteigerung batte sowobl einen guten Auftrieb(113 Bullen. 134 Kübe und Rinder), wie auch einen starken Besuch auszuweisen. Von den vorgeführten 113 Bullen wurden 92 gekört. Bei der Prämiierung wurden die Bullen in vier Klassen eingeteilt. Den Siegerbullen stellte der Bauer Anton Scharlau=Reißelmann in Havixbeck mit dem am 10. November 1939 geborenen Bullen„Taler II“(Vater: Trick 6700 von Johnenkel 5148. Mutter Garda 5639 RL). Im einzelnen hatte die Prämiierung der Bullen folgendes Ergebnis: Klasse I: 1b=Preis„Tenor“. Bes Franz Budde=Schürmann, Haus Schellern bei Nottuln: 1e„Walfus“, Bes. Hugo Balster, Selm: 1d„Kalper“. Bes. Gerbard Pottboff. Nordvelen: 2a„Kamerad“. Bes. Anton Grewing. Stadtlohn: 25 „Jolo“. Bes. Hermann Bußhaus, Dingden: 2c „Tritt“, Bes. Theodor Kegel, Effeln: 2d„Winker“. Bel. Hermann Grove, Recke=Twenhusen: 2e„Uranus“, Bes. Ww. Schmäing=Temming. Quantwick: Ja„Heros“. Bes. Ww. Lütke Lembeck, Holtwick: 35„Waldfried“. Bes. Martin Drerup, SutrumHarum: 3c„Treiber“, Bes. Anton Scharlau=Reißelmann. Havirbeck: 3d„Nathan“, Bes. Aler Schulze Zumkley, Bösensell. Klasse II: 1a=Preis und Siegerbulle: „Taler II“, Bes. Anton Scharlau=Reißelmann, Havirbeck: 2a„Rober“, Bes. Josef Wigger, SutrumHarum: 25„Ulli“, Bes. Hermann Hassels. Quantwick: 2c„Herzog“, Bes. Heinrich Thier. Holtwick: Ja„Julius“. Bes. Hermann Meier=Everinghoff. Westkirchen: 35„Waldspecht“. Bes. Ww. Heinrich Lesting. Sükerhock über Coesfeld: 3c„Inder“, Bes. Bernard Thüning. Greven: 3d„Träger“, Bes. Hermann Wolfering. Alstätte: Je„Waldmeister“, Bes. August Bruland. Hoctmar: 3f„Urian“, Bes. Werner Berendes, Flechtmerhof bei Brakel: 3g„Lambert“. Bes. Anton Schulze Hanhoff. Freckenhorst. Klasse III: 1. Preis„Tänzer“, Bes. Karl Budde=Severing. Borghorst: 2.„Jans“. Bes. Anton Schulze Schwicking. Altenberge: Ja„Wodan“. Bes. Gerbard Tenbagen=Große Schwiev, Alstätte: 35 „Waldin“. Bes. Wilbelm Finke=Teigeler, Sellen. Klalse IV: 15=Preis„Hero“, Bes. Alops Schockemühle. Gut Geeste: 1e„Waschkerl“. Bes. Heinrich Rolver, Alstätte: La„Herakles“, Bes. Alovs Schockemühle. Gut Geeste: 25„Umberto“, Bes. Bernard Upmever. Ibbenbüren: 2c„Ulan“, Bes Georg Welv. Lengerich=Wechte. Die Prämiierung der Kübe und Rinder hatte nachstehendes Ergebnis: Klasse VI Rinder,—2½ Jahre alt: 1. Preis„Immi“. Bes. Heinrich Hassels=Lütkenboff. Wessum: 2a„Meta“. Bes. Franz Zurlinden, Recke: 25„Irma“. Bes. Heinrich Hassels=Lütkenhoff, Wessum: 2c„Berta“, Bes. Bernard Eilixmann. Riesenbeck: Ja„Berta“, Bes. Hermann Lüpping. Sennlich: 35„Wallona“. Bes. Vernard Upmever, Ibbenbüren: 3c„Quelle“, Bes. Paul Brüning=Sudboff. Amelsbüren: 3d„Beate“, Bes. Bernard Uvmever, Ibbenbüren: Ze„Helma“. Bes. Johannes Frandrup=Lahrkamp. Herkentrup: 4a Franz Große Böckmann, Nordkirchen: 45„Gerta“. Bes. Anton Schulze Robert. Leuste bei Dülmen: 4c„Heldin“, Bes. Tonius Blick ins Münsterland Bünker=König. Norup: 4d„Amanda“. Bes. Heinrich Weitkamp. Wessum. Klasse VII, Rinder und Kübe über 2½ Jahre alt: 1a=Preis„Edda“, Bes. Franz Ottmann, Saerbeck: 15„Amsel“. Bes. Anton Gerdemann, Saerbeck: 1e„Setta“, Bes. Franz Ottmann, Saerbeck: 1d„Elli“, Bes. Wilhelm Verkemever. Aldrup bei Lengerich: 2a„Traude“. Bes. Antonius Tiemann, Borghorst: 25„Nelke“. Bes. Alovs Schulze Schwicking. Altenberge: 2c„Röschen“. Bes. Alovs Remke. Dörentbe: 2d„Werra“, Bes. Heinrich Burtrup. Nottuln: 2e„Lissa“. Bes. Franz Gerling. Saerbeck: Ja„Ara“, Bes. Franz Niehues. Breden: 35„Elschen“. Bes. Tonius Tiemann. Borgborst: 3c„Fanni“. Bes. Felix Spital=Frenking. Hohenholte: 3d„Edi“. Bes. Tonius Tiemann, Borghorst: 3e„Lore“, Bes. Friedrich Wieligmann. Westerkappeln: 4a„Metba“. Bes. Friedrich Wieligmann, Westerkappeln: 45„Rose“. Bes. wie vor: 4c„Lene“, Bes. Carl Bögel. Laggenbeck: 4d„Ella“. Bes. Vernard Havelob. Alstätte: 4e„Resta“. Bes. Gerbard Heuking, Listrup bei Salzbergen: 4f„Lilo“. Bes. Schulze Heinrich Sievert. Schöppingen: 46„Nora“, Bes. Gerbard Heuking. Listrun: 45„Karla“, Bes. wie vor: 41„Sulda“,. Bes. August Schriever, Nottulg In der anschließenden Versteigerung, die nicht nur von überaus zahlreichen Interessenten aus dem engeren Heimatbezirk sondern auch aus den benachbarten Gauen, dem Rheinland, sowie EupenMalmedy, besucht war, nahm einen recht flotten Verlauf. Die Bullen wurden restlos abgesetzt. Die Vertreter aus Eupen=Malmedy kauften eine große Zahl Bullen, darunter auch den Siegerbullen. Eine Kommission aus dem Rheinland ersteigerte hauptsächlich eine große Anzahl Rinder und Kühe. Bis auf fünf Tiere fanden auch alle Kühe und Rinder einen Käufer. Gebäude der früheren Kokswäsche der stillgelegten Zeche Maximilian in Werries. Dort war der 19 Jahre alte Zimmergeselle Fritz Schäfer aus Hamm mit Verschalungsarbeiten am Dach beschäftigt. Er stürzte infolge eines Fehltrittes aus 20 Meier Höhe ab und blieb mit einem Schädelbasisbruch und anderen Verletzungen tot liegen. Viehmärkte Neues Lichtspielhaus in Burgsteinfurt Burgsteinfurt. Der Neubau des Burgsteinfurter Lichtspielhauses ist vollendet, er wird heute, Freitag, in einem würdigen Festakt seiner kulturfördernden Bestimmung übergeben. Mit diesem Neubau hat die Kreisstadt eine neue Kulturstätte erhalten, die der Kunstgattung Film in ihrer heutigen hohen Bedeutung in jedem Maße gerecht wird. Insgesamt können in dem neuen auf das neuzeitlichste eingerichteten und schön ausgestattete Lichtspielhaus rund 400 Besucher Platz finden. 8264 Haushaltungen und 35 104 Einwohner in Rheine Rheine. Auf Grund der Feststellungen vom 1. Januar 1940 zählt die alte Ems= und Industriestadt Rheine 8284 Haushaltungen und 35 104 Einwohner. Nach der Haushaltungszählung vom Jahre 1933 wurden in Rheine 6866 Haushaltungen und 31 673 Einwohner gezählt. Die Stadt hat sich in den vergangenen Jahren also sehr stark entwickelt, und auch im letzten Jahre hat die Bevölkerungszahl wieder ganz erheblich zugenommen, so daß die oben angegebene Einwohnerzahl längst weit überschritten ist. Ehrenvolle Auszeichnung Jobenbüren. Dem Führer der Ortskreisgruppe Tecklenburg des Reichsluftschutzbundes, Oberluftschutzführer Günther Holdefleiß, sowie den Amtsträgern Friedrich Schowe, Friedrich Maug und Gerhard Stallbörger in Ibbenbüren wurde in einer Feierstunde in Recklinghausen das Luftschutzverdienstkreuz 2. Stufe für besondere Verdienste im Luftschutz verliehen. Vom eigenen Gespann überfahren Iburg. In Glane scheuten die Pferde des Bauern A. vor einem vorbeifahrenden Lastzug. Sie gingen durch, wobei der Gespannführer so unglücklich vom Wagen stürzte, daß er unter die Räder geriet und überfahren wurde. An den erlittenen Verletzungen starb der Verunglückte bald darauf. Das zweijährige Kind noch immer vermißl Coesfeld. Die Kriminalpolizei teilt mit, daß die seit dem 5. Dezember ds. Is. spurlos verschwundene Marianne Maas, Coesfeld, Mühlenstraße, nach wie vor vermißt wird. Obgleich mit größter Wahrscheinlichkeit anzunehmen ist, daß das Kind in der Nähe des Walkenbrückentores in die Berkel geriet und ertrank und deshalb gerade dem Flußlauf bis weit außerhalb der Stadt eine peinlich genaue Absuche galt, konnte die Leiche bislang nicht geborgen werden. Zweckdienliche Angaben, die zur Aufspürung des verschwundenen Kindes führen!“" können, wolle man sofort der Kriminalpolizei in Coesfeld, Teleson 500, mitteilen. Der erste Strickermeister im nordwestlichen Münsterland: Breden. Vor dem Prüfungsausschuß der Handwerkskammer zu Münster bestand Herr Bernhard Lepping; von hier, Windmühlenstraße, seine Prüfung als Stricker= meister mit dem Prädikat„Gut“. Bernhard Lepping ist der erste Strickermeister im Nordwest=Münsterland. Neun Arbeitssubilare wurden geehrt 28jährige Betriebszugehörigkeit; 2. Elisabeth Fasselt, Weberin, für 30jährige Betriebszugehörigkeit: 3. Anna Klaar, Soulerin, für 30jährige Betriebszugehörigkeit; 4. Frau Gramse, Spulerin, für 30jährige Betriebszugehörigkeit; 5. Antonia Böing, Weberin, für 32jährige Betriebszugehörigkeit: 6. Johanna Bramers, Zettlerin, für 34jährige Betriebszugehörigkeit: 7. Josef Schlattmann, Obermeister, für 34jährige Betriebszugehörigkeit; 8. Johann Dieks, Weber. für 40jährige Betriebszugehörigkeit; 9. Hermann Dirding, Untermeister, für 42jährige Betriebszugehörigkeit. Wildgewordenes Pferd gefährdel Jußgänger Weseke. Ein wildgewordenes Pferd, das sich beim Anschirren losgerissen hatte, raste durch die Straßen unseres Dorfes und gefährdete die Fußgänger und den ganzen Straßenverkehr. Ein des Weges kommender Einwohner, welcher zu Fuß neben seinem Fahrrad herging, wurde zur Seite geschleudert und das Fahrrad einige Meter mitgeschleift. Wie durch ein Wunder kam der Mann mit dem Schrecken davon; auch das Fahrrad wurde nur leicht beschädigt. Radfahrer von Aulo angefahren Rhede. Auf der Vorkener Straße in Altrhede wurde ein Radfahrer von dem Personenkraftwagen eines Rheder Kaufmonnes angefahren. Der Radfahrer kam aus einem Seiterweg und muß das Herannahen des Wagens nicht bemerkt haben. Er blieb besinnungslos liegen und wurde von dem Fahrer des Wagens zu seinen Eltern gebracht. Er wollte das Hochzeilsessen stehlen Der Gauleiter wird Gauwohnungs. commissar Der Reichskommissar für den sozialen Wohnungsbau bat seine ersten Anordnungen erlassen. Er hat den Stabsleiter Oberbefehlsleiter Heinrich Simon=München zu seinem Stellvertreter bestellt. Eine weitere Anordnung beteifft die Dienststelle des Gauwohnungskommissars. Der Gauleiter wird in seiner Eigenschaft als Gauwohnung=kommissar durch den Gauobmann der DAF. vertreten. Zum Geschäftsführer der Dienststelle ist der Leiter des Gauheimstättenamts zu ernennen. Dortmund, 11. Dez. Zum heutigen Zucht= und Faselviehmarkt waren ausgetrieben: Großvieh 506, Ferkel 118, Läuser und ältere Futterschweine 20. Kälber 17. Der Handel war: Beste Tiere über Notiz, sonst mittel. Kühe kosteten je nach Qualität 550 bis 750, Rinder 360 bis 560. Am Schweinemarkt war der Handel mittel. (Durchschnittsqualität und Durchschnittspreise.) 5 bis 6 Wochen alte Ferkel kosteten 10—13, 6 bis 8 Wochen alte 14—19, 8 bis 10 Wochen alte 20—31. 10 bis 12 Wochen alte 32—39. Der nächste Markt findet statt am 18. Dezember 1940. Essen, 11. Dez. Marktverlauf: In allen Gattungen zugeteilt. Preise: Ochsen a 46.5, b 42.5, e 37,.5, d—: Bullen a 44.5. b 40.5, d 35.5, d—; Kühe a 44.5, b 40,5, e 34.5. d 25; Färsen a 45.5; b 41.5, e 36,.5,d—; Kälber, Sonderkl.—; andere Kälber a—, b 57, e 48, d 35—38: Lämmer und Hammel a1—. a2 51, b1—, 52 48—51, e 30—40, d—; Schafe e 57,5, f57,5, 9 56,5; Schweine a 54.5, bi 51,5, b2 49.5, c 49.5, d 57.5, e—, f—: Sauen 91—, 92—,; Altschneider 56,5, Eber—. Blockadekrieg der 63 Eröffnungsappell am 14. Dezember 1940,.30 U, in allen Einheiten Anläßlich der Sammlung der Hiller=Jugend für 1. Kriegs-Winierhilfswerk am 14. und 15. Dezember 1946 sindei am Sonabend um.30 Uhr ein Eröffnungsapoe statt, in dem durch Rundfunk-Uebertragung der Reiche, jugendführer zu allen Sammlern und Sammlerinng, sprechen wied. Beginn des Appells:.20 Uhr. Achtet gut auf die Parole! In dem Blockadekrieg der Hitler=Jugend:„Niemand kommt durch unsere Minensperre“, der am 14. und 15. Dezember 1940 den Generaleinsatz der Jungen und Mädel zum Kriegs=Winterhilfswerk bringt, wird die westfälische HJ. mit den originellsten Einfällen aufwarten. Da wird in dem Raritäten=Kabinett des alten Eng. land der größte Kriegshetzer der Welt auftreten. Neher ihm gastiert der hochplutokratische Zylinder des Herrn Eden, und sogar der berühmte Regenschirm Chamber. lains wird zu sehen sein Nebenbei passen die Jungen hübsch auf, daß niemand durch die„Minensperre“ kommt, ohne vorher einen Durchgangsschein, der zumindest eine Kasperlefigur ist, erworben zu haben. Achtet gut auf die Parole:„Niemand kommt durch unsere Minensperrel“ und denkt rechtzeitig an das Lösegeld. Hochschulen werden Reichsschulen Keine„landschaftliche“, sondern nur noch„deutsche Wissenschaft“ Ehrungen für Professor Teudt Bockum=Hövel. An einem Geschäftshause bemerkte man abends, daß dort ein Kellerrost entfernt worden war. Beim näheren Zusehen konnte man auch feststellen, daß durch die entstandene Oeffnung ein Mann in den Keller eingestiegen war. Der Eindringling wurde zwar herausgeholt, konnte aber dabei in der Dunkelheit entkommen. Jedoch gelang es der Kriminalpolizei schon am nächsten Tage, einen jungen Mann als den Täter festzustellen. Dieser gestand auch, daß er in den Keller eingestiegen sei, um für eine in seiner Familie stattfindende Hochzeitsfeier die nötigen Lebensmittel zu stehlen. Er war dabei allerdings statt in den Lagerkeller einer Konsumanstalt in einen Privatkellerraum geraten, hatte hier aber 50 eingelegte Eier gefunden, die er mitgehen hieß. Wie wir schon mitgeteilt haben, ist Prof Wilhelm Teudt, Detmold, anläßlich seines 80. Geburtstages vom Führer die Goethe=Medaille verliehen worden. Im festlich geschmückten Rathaussaal in Detmold fand eine Feierstunde statt, in deren Mittelpunkt die Ueberreichung der Goethe=Medaille für Kunst und Wissenschaft durch Kreisleiter Wedderwille stand, Im Auftrage des Gauleiters überreichte Pg. Wedderwille dem verdienstvollen Forscher und Förderer germanischer Vor= und Frühgeschichte ein großes Oelgemälde, das die Externsteine, die wichtigste Forschungsstätte Prof. Teudts, trefflich darstellt. Die Osningmark=Gesellschaft ernannte Prof. Teudt zu ihrem Ehrenmitglied. Im Auftrage von Prof. Dr. Reinerth, dem Leiter des Reichsbundes für Deutsche Vorgeschichte, überbrachte Prof. Dr. Andrée, Halle, die Glückwünsche des Reichsbundes. Der bereits im Jahre 1936 verliehenen Ehrenbürgerschaft fügte die Stadt Detmold nun eine weitere Ehrung dadurch hinzu, daß auf Beschluß der Stadtverwaltung eine Straße in Detmold in Wilhelm=Teudt=Straße umbenannt wurde. Den Festvortrag hielt Prof. Dr. Andrée über die Externsteine, denen die ersten Forschungen Prof. Teudts gegolten haben. Anläßlich seines Aufenthaltes in Breslau machte der Chef des Amtes für Wissenschaft im Reichserziehungsministerium, Ministerialdirekior Prof. Dr. Mentzel, bedeutsame Ausführungen über die künftige Entwicklung des deutschen Hochschulwesens. Danach werden in wenigen Jahren alle deutschen Hochschulen Reichshochschulen sein, wie dies schon in der Ostmark und in den neuen Gebieten der Fall sei. Es werde nicht mehr „landschaftliche“, sondern nur noch deutsche Wissenschaft betrieben werden und der Kurator der Reichshochschulen Vertrauensmann des Ministers und des Gauleiters sein. Selbstverständlich aber werde sich jede Hochschule weiterhin auf die Belange ihrer engeren Heimat einstellen. An Hand aufschlußreicher Zahlen wies der Redner darauf hin, wie groß die Sorge um den akademischen Nachwuchs auch in Zukunft sein muß und wie stark die Hochschulfrequenz in den letzten Jahren zurückgegangen ist. 150.000 im Altreich eingeschriebenen Studenten im Sommersemester 1931 standen im gleichen Semester 1939 nur 65 000 im Großdeutschen Reich gegenüber. Die gegenwärtige Ziffer besagt, daß von 85 Millionen Deutschen nur.8 vom Tausend eine deutsche Hochschule besuchen, während Holland mit 8 Millionen Einwohnern .5 vom Tausend nachweisen kann. Um die Hochschulfrequenz zu steigern, müßten also in Zukunft noch stärker die Wege beschritten werden, die mit LangemarckStudium, Sonderreifeprüfungen usw. einen hoffnungsvollen Anfang genommen hatten. Der Staat müsse, wenn er die Begabung eines Volksschülers erkannt habe, die gesamten Ausbildungskosten übernehmen. Gerade im Handwerker= und Bauernstande ruhe noch ein großes Reservoir bedeutender Nachwuchskräfte. Der Rektor der Breslauer Technischen Hochschule, Prof. Ferber, gab anläßlich dieser Sitzung die Gründung eines„Kultursenats“ für Schlesien bekannt, in dem die kulturellen Einrichtungen Schlesiens einheitlich zusammengefaßt werden sollen, um sie den gesteigerten Aufgaben des großschlesischen Raumes gerecht werden zu lassen. Er wolle auch an die Schaffung noch nicht vorhandener sehr dringend notwendiger kultureller Einrichtungen herangehen. Ein Wald als Denkmal Jum 50jährigen Jubiläum des Sauerländischen Gebirgenereine Soest, 12. Dezember. Wie wir schon mitgeteilt haben, blickt der Sauerländische Gebirgsverein in diesem Jahre auf ein 50jähriges Bestehen zurück. Aus diesem Anlaß fand in Soest eine Jubiläumsfeier statt. Vereinsführer Dammann gedachte in seiner Ansprache dankbar der Gründer des SGV und kennzeichnete die Bedeutung dieses Jubiläums, das die Arbeit des SGV einmal vor der großen Oeffentlichkeit herausstellen, im übrigen aber ein Denkmal in der Vereinsgeschichte sein solle, das noch in Generationen wirke. Unter dem Beifall der Anwesenden machte er dann Mitteilung von einem Denkmal eigener Art, von dem Wald, den der SGV in Zusammenarbeit mit der Stadt Soest zum Gedenken an die Feier des 50jährigen Bestehens im Soester Süden errichten wird. Auf einem vier Morgen großen Grundstück werden 8000 bis 10.000 Bäume Mischwald gepflanzt werden. Diese kommende Waldanlage im Soester Süden soll der Nachwelt davon Zeugnis geben, wie der SGV sein 50jähriges Bestehen in schwerster Zeit zu feiern wußte. Westfällscher Sportanzeiger Arm in der Weingmaschine Bielefeld. In eine böse Lage geriet eine Frau von der Goebenstraße. Als sie mit der Wäsche beschäftigt war, geriet ihr linker Arm zwischen die Walzen eines elektrischen Wringers. Die Maschine mußte erst auseinander genommen werden, um die Frau aus ihrer furchtbaren Lage zu befreien. Der Arm war vollkommen aufgerissen. Zimmergeselle tödlich abgestürzt Hamm. Ein tödlicher Unglücksfall ereignete sich am 9. Dezember kurz nach 17 Uhr bei Arbeiten an dem Wer verdrängt Münster 08? Drei interessante Punktekämpfe in der 1. Klasse Münster Nach den teilweise überraschenden Ergebnissen an den letzten Sonntagen ist die Lage in der 1. Klasse Münster augenblicklich ziemlich ungeklärt. Jedenfalts ist die führende Position des SC Münster 08 nach der Niederlage gegen Westf.=Jahn Münster stark ins Wanken geraten, und aller Voraussicht nach werden die 08er in der Tabellenführung entweder von Dülmen oder von Borussia Rheine abgelöst werden, wobei wir den Rheiner Borussen die besseren Aussichten geben, da sie am kommenden Soyntag gegen den Tabellenletzten Vorwärts Gronau auf dem eigenen Platze vor einer verhältnismäßig leichten Aufgabe stehen, während die TSG Dülmen bei Westf.= Jahn Münster eine schwere Nuß zu knacken haben wird. Die dritte Begegnung des Sonntags führt den SB Emsdetten und den BB Rheine 10 zusammen. Es liegt jedenfalls Grund genug vor, den sonntäglichen Ergebnissen mit großer Spannung entgegenzusehen. Buntes Weltgeschehen Wohltäter etwas menschenscheu Westfalen-Jahn Münster— TSG Dülmen Nach drei auswärtigen Spielen können die Turner am Sonntag wieder auf eigenem Platze um die Punkte kämpfen. Der Ausgang dieses Spieles ist für beide Mannschaften wichtig, da Dülmen im Falle eines Sieges Aussicht hat, an die Spitze der Tabelle zu gelangen, während die Jahner ebenfalls zur Spitze drängten. Aber ein Sieg wird den Gästen in Münster keinesfalls leicht werden. Die Elf des Platzvereins zeigte am letzten Sonntag gegen den SC Münster 08 eine überraschend gute Leistung, während die Dülmener auf dem eigenen Platze gegen den SV Emsdetten nur ein:=Ergebnis herausholen konnten. Unter der Voraussetzung, daß es den Turnern gelingt, ihre am vorigen Sonntag gezeige Leistung zu wiederholen, erwarten wir, daß und die Punkte diesmal in Münster bleiben werden. Ohne Zweifel dürfte ein interessanter Kampf zu erwarten sein, der um 15 Uhr auf der Tus=Kampfbahn am Kanal zur Durchführung kommt. Borussia Rheine— Vorwäris Gronau Die Rheiner Borussen, die mit drei aufeinander folgenden Siegen ihre Zurückstufung in die erste Klasse s vollauf gerechtfertigt haben, empfangen am Sonntag in Vorwärts Gronau einen Gegner, der zur Zeit am Schluß der Tabelle steht und der auch als der schwächste Verein in der Staffel anzusehen ist. Ein klarer Sieg der Borussen dürfte nach den letzthin gezeigten LeistunFalls sich Dülmen gen außer allen Zweiseln stehen. Dicht vor der Küste des Stadtbereiches von Neapel es durchaus nicht, wenn Fragen an ihn gestellt wurden. Abzug der Kanone geraten war. Auf der Polizei wurdes wirh werden die Rheinenser an die Spitze der Tabele nach dem Gaf von Basi zu legen die beiden Insein Zuch als Schweninger bei der ersten Konsaletzgon eine er als ein beignnter Eindrecher ermitelt, der auch demzagusd werden de Rheinenser an die Spiße sNisida und Procida. Letztere hat noch ein winziges Reihe von Fragen an ihn richtete, antwortete Bismarck Häuschen des Erbauers dieses sonderbaren Selbstschutzes;s Vorken. Im Nahmen eines Betriebsappells wurden shescheihenen 39699 Zur, Seijangen Jahrzehnten ein wod in der Wederet fäitg, sind, besondere geher. Der Dotor Donenleo Scoto Lachonca ledte. Sein enseod829r.ichastsführer überreshlie.=cur ain— Teschene zlerisches Leben schuf um ihn einen Legendenkranz. Es Oesolzugzisaten eine Ehrenurkunde der Industrier und s hieß U.., er wäre von einem„tauben und unerbittHandelskammer. Folgende Gefolgschaftsmitglieder wur= Klichen Geist“. Mit keinem Menschen trat er in nähere den ausgezeichnet: 1. Bernhard Langheim, Bäumer, nur sehr einsilbig und ausweichend. Darauf erhob sich mal einen nächtlichen Besuch abstatten wollte. i S B Emsdeiten— BB Rheine 10 Schweninger mit den Worten:„Ich stehe zu Ihren Dag Radelgeschenk der Praui Der BB Rheine hat in den letzten Spielen mit Diensten Durchlaucht, wünschen Sie jedoch behandelt zu was Naorigeschent der Stum. wechselndem Erfolg gekämpft, so daß die Gäste in Emswerden, ohne daß man Fragen an Sie stellt, so täten Ein merkwürdiger alter Hochzeitsbrauch wirh nochs detten, wo für alle Vereine die Trauben bekanatlich Sie besser, nach dem Tierarzt zu schicken, der an diese heute in dem anmutigen kleinen Dorf Larcy in ders sehr hoch hängen, vor einer schweren Aufgabe stehen Methode gewöhnt ist.“ Dieser derbe Freimut war so französischen Grenzlandschaft Bearn im Pyrendenvor=; werden. Der gastgebende Verein verfügt immerhin eine spielstarke und kampffreudige Mannschaft. „ fir Beziehungen und als man ihm für eine beträchtliche sehr nach Bismarcks Geschmack, daß er sich tatsächlich von lande, dessen Weine sehr geschätzt werden, mit großers noch über ein r, fUr; Summe die kleine Insel abkaufen wollte, war er nicht Schweninger behandeln ließ, sich auch in Zutunft, was Treue geübt. Am ersten Sonntag, nachdem die Anzeiges und falls es den Rheinensern nicht gelingen solle, ihre K der bevorstehenden Hochzeit ausgehängt ist, geht diesam letzten Sonntag gezeigte Leistung zu steigern, werBraut, von einer Freundin begleitet, mit einem Korbs den sie voraussichtlich ohne die Punkte die Heimreise Rauchen Sie„besser“— dann rauchen Sie auch vernünftiger“) dazu zu bewegen. Auf diesem Inselchen ist der Arzt er noch nie getan hatte, seinen Anordnungen fügte. zdenn auch, 93 Jahre alt, jetzt gestorben... Mit selbstgebauter Kanone gegen Einbrecher Als man aber seine Wohnung betrat, in die zu In der Nähe von Pozarevac lebt ein alleinstehender von Haus zu Haus und bringt jeder Fomilie etwa 50; antreien müssen. Iseinen Lebzeiten nie eimn Mensch gelange, fand man alter Mann in einem abseits gelegenen Häuschen. Um jnd.“ Biemand am Drf wich datel ausgefosen. Ams 3C Mönster os bei Kolweißz Essen es eschate se ee. eiter ae, esie ehentch ic eu. be cdge e cie Lesechene uie Keisiah aleiste ecesr i. cd eaesche e ich Vering halte, die auf ein paar unbedentende Legate, lestungerohr als Lauf und die Lasette machte er aus hesz.lguss, Par nicht reich st, dent dies für den Hoch,i toipesz Essen— Forung Düsseldor.1) s lel gslamtes Eigentum, Die Insel, das Häuschen und einem Holzklotz, Dann lud er die Kanone mit Pulver zeitzschmoge, im anderen Falle wird es für„Die Zeitshgrauf hin, wa,; gm., gestan sgcht Millionen Lire der Insel Procida vermacht, damit und gehacktem Blei und stellte sie drohend vor seinem nach der Rückkehr von der Hochzeitsreise aufbewayrt.g arauf hin, was den Münsteranern in Essen belie 105 Essen bevorsteht. ATIKAN 58 dort ein großes Krankenhaus erbaut werde. So hatte Hause auf. Ging er abends ins Dörschen, um dort in dieser Menschenscheue doch ein Ideal der Hilfsbereit= der Schenke einen Schnaps zu trinken, dann befestigte schaft in sich getragen. Die Bewohner von Procida aber er am Abzug seiner Kanone eine Schnur, die er so auffreuen sich über das schöne Krankenhaus, das nun ihr kleines Gemeinwesen erhalten soll. Denn die bessere Cigarette bringt Sie von selbst dazu, in langsam=bedächtigen Zügen zu genießen, woburch das Rauchen wesentlich bekömmlicher wird. Die richlige Behandlung : Durch Empfehlung befreundeter Persönlichkeiten war Dr. Schweninger zuerst zu Bismarck gekommen, So zerbrechlich wie Eler... gitzbühel, der bekannte Tiroler Wintersportort, Es passieren merkwürdige Dinge. Ein Personenautos wird in diesem Winter Schauplatz einiger größerer eß mit einem schweren Kaitraßtnnagen zukammen, ders Svortereignisse sein. Hier findan die altmärkischen Stihängte, daß seder ungebeiene Gast, der sie beröhte, stieß mit einem schweren Lostrastwagen zusammen, derz; Sportereignise selnt.„Hier snden de ostmärtschen Sit: sich die Ladung gehacktes Blei selbst auf den Körper einen Anhänger hatte. Auf dem Lastwagen befanden meisterschaften, die Reichs=Skimeisterschoften der Stufeuerte. Der alte Freiheitskrieger war nun überzeugt, sich 200 Kisten mit Eiern im Werte von ca 4000 Rm.s denten, die Endspiele der Studenten=Eishockeymeisterdaß ihm in Zukunft niemand mehr in seine Vorrats Die Ergebnisse dieses Zusammenstoßes waren: Ders schaften und die deutschen Polizeimeisterschaften statt. kammer eindringen würde. Die Hauskanone stand schon Personenwagen wurde beinahe ganz zerstört. Der Last r viele Monate drohend auf dem Grundstück als eines kroftwagen verlor zwei Räder und wurde schwer beei#nehmemsns— der seines schmerzhaften Leidens wegen eines Arztes Nachts der Alte durch einen fürchterlichen Knall wach schädigt. Nicht ein einziges Ei wurde zerbrochen oder:### HNS T1 0 wirkt schmerzstillend— dringend bedurfte, aber, wie jeder wußte, außerordent= wurde. Er eilte hinaus und fand einen verwundeten auch nur angebrochen. Und da spricht man noch von######IO L ertrischend— beiebend# lich schwierig zu behondeln war. Vor allem liebte er fremden Mann, der gegen die gefährliche Schnur am der Zerbrechlichkeit der Eier. hmel Kermelltergeist ab es Rof. in all. Apetbeken u. Droserien N Sorr sonamauSsstecht nach bewährtem SeBArSS Telo: 300 g Weizenmehl, 1 Dächchen Dr. Oetder„Bachin“, 130—200 0 Jucher, 1 Döchchen Dr. Oether Danillinzucher, erwas Halz, 1 Flöschchen dr. Oerder Kum-Kroma, 1 Fläschchen Dr. Oether Bach-Kroma trone,—4 Tropfen Dr. Oeiher Bach-Kroma Bittermandel, 1 Ei. 4 Epl. entrahmte Fschmich eder maser 1 Ca4chen v..cde, Gahten, 2d— 1/7 mzstchen Prddinanzsper Ponisse. Feschmach 10g; Marageig= uud oo a Nirdur. Frischmilch oder Wasser, 1 Dächchen Dr. Oether Soßen- oder 1/2 Dächchen Duddingpulver Danille-Geschmach, 100 g Margarine und 50 0 Rinderseit") oder 150 0 Margarine), 1250 Quarh(Topfen), 130—200g Rosinen oder Horinthen. Jum Bestrsichen: Etwas zerlassene Margorine. Jum Bestäuben: Etwas Duderzucher. 7 Der Stollen gelingt auch schon mit 123 g felt. Mehl und„Bachin“ werden gemischt und auf ein Bachbrett Tlschplatte) gesiedt. In die Mitte wird eine Vertiefung eingedrücht, Jucher, bewürze, Ei und das mit der Flüssigheit angerührte Soßen= oder Puddingpulver werden hineingegeben und mit einem Lei des Rchle zu einem dichen Brei verardeiter. Daraut gibt man die in Stüche geschnittene, halte Margarine, das feingehachte Kinderfett, den durch ein Sied gestrichenen Quack und die gereinigten Rosinen(Korinthen). Man bedecht die Früchte mit Miehl, drücht alles zu einem Rlos zusammen und verhneret von der Mitte aus alle Zutaten schnell zu einem glatten Teig. Hollie er hleben, gibt mon noch etwas Mehl hinzu. Er wird zu einer ovolen Platte in der Seöße von etwe 30x 16 cm eusgerollt, zum Stollen geformt und auf ein gefentetes Bachdlech geiegt. Bachssit: 30—90 Minuten bei schwocher Mitteihige. Sogleich nach bon Bochm bestreicht mon den Stollen mit getiafienen Sen und brftösht un un Dedergabrt. Duis aueshusten 18. Deger Chrol Auser Geburt geht am heutiger Bähnert, Stei noch recht viele Zästigeit. Vor dem Berk ster spricht Sonn Herr Staatssekret Die Regelung Vortrag findet Wirtschafts= und Nr. 9, hinter de Bezirksstelle amis ziehl um. wird die Bezirk nährungs:, und den bisherigen R die Mädchenmitte verlegt. Daher für den Publikur Münsterischer Alter von 75 Ja sätige Archivwisse sill und unbeach Wissenschaft gew schwierigsten Urt u. a. eine Gesch büren. Untergau 13. Untergaues 13 ning im Preuße Der SC Pre sonntäglichen M mit dem Autobu: genheit geboten, men. Abfahrt 12 Horst=Wessel=Stre Wann dunkel 17.18 Uhr bis 9 Uhr bis.31 Uh .32. Uhr, am 1 Uhr. Am Donners der Ecke Keitele wagen angefahre Schrecken davon. Vor Schreck nachmittag versu vener Straße—6 aus drei verschi die im letzten durch das Knirsa echnmächißh werd getragen werden. Noch glücklich Uhr rammte ei Kreuzung Nied Kraftfahrzeug. sammenstoß umg schuldende Fahrz licherweise wurd nen nicht ernstlic zeug wieder auf Verkehrsstock lagvormittag kar der Wolbecker e auswärtiger Sti blieb mitten in eine Weile, bis auch die Straßer Radfahrer er Uhr fuhr auf de wagen einen Re eblich verletzt u seiden Fahrzeueifft den Radf Jahrbahn die n Wer sind### richtswoche gab flichtige Berwe Den Vogel scho Allein 11 mußt ohne Licht ver Das ist das daß er tagtäglic frohe und gesu verdiente Fruch gewisse Furcht Ansporn für u durch jahrelang ein um so feste Stelle treten. Auf den Ba botshinweise vo lompen benutzt, Abfahrtssignal der Abfahrtzeit unnachsichtlich lampen dürfen * Freilich ke Mann aus süß weiße Tonpfei unsere Junger und Aepfel un Lande machen selbst den Ni Nachts durch großen Sack! Teller. Zuwe Abendstunden. Fenster oder nüter der Kir von ihnen ein wissensbisse u Nun wird jemals ein un er hatte seine und er wäre er, trotz seinen Aepfel aus N bekam also i Rikolaus. Seit lange ner Kompanie ternachtsonne: träumt, einme Stückchen Erde zu Hause vor Wochen. bis So war? jetzt ein längl bare Form nit zerteilung öff langen, dicken Dieser frei einem Feldw Lssentieren „Opebel i Dorf wie Die 4us dem ferr enge Heimat Der Feldu #en, die 5a hraußen blies terl? rief er egmann sat Uuft einem And MFA — Mikrotilmarchiv der deutschsprachigen Presse.V. Nummer 342 der 63 der 1940,.30 Uhr en Ziller-Jugend für### 15. Dezember 1940 ein Eröffnungsappel #rtragung der Reichs. und Sammlerinngn :.20 Uhr. Parole! er=Jugend:„Niemand der am 14. und 15. itz der Jungen und #rk bringt, wird die en Einfällen aufwarbinett des alten EngVelt auftreten. Neben Zylinder des Herrn legenschirm Chamber= sei passen die Jungen h die„Minensperre“ ingsschein, der zuminen zu haben. Liemand kommt durch rechtzeitig an das hulen enschaft“ bekannt, in dem die siens einheitlich zusie den gesteigerten iumes gerecht werden Schaffung noch nicht ndiger kultureller Einsenkmal es Sauerländischen best, 12. Dezember. sen, blickt der SauerJahre auf ein 50jähem Anlaß fand in Vereinsführer Damche dankbar der Gründie Bedeutung dieses SGV einmal vor der 1, im übrigen aber ein sein solle, das noch im Beifall der Anweg. von einem Denkmal der SGV in Zusamum Gedenken an die im Soester Süden ergen großen Grundstück Mischwald gepflanzt lage im Soester Süzugnis geben, wie der in schwerster Zeit zu 13. Dezember 1940 Münsterischer Stadtanzeiger Nummer 342 ünster - TSG Dülmen en können die Turner Platze um die Punkte Spieles ist für beide i im Falle eines Sier Tabelle zu gelangen, Spitze drängten. Aber ünster keinesfalls leicht eins zeigte am letzten r 08 eine überraschend iener auf dem eigenen nur ein:=Ergebnis Voraussetzung, daß es sigen Sonntag gezeigle en wir, daß der Sieg inster bleiben werden. ssanter Kampf zu erf der Tus=Kampfbahn mmt. wärts Gronau mit drei aufeinander ung in die erste Klasse angen am Sonntag in er, der zur Zeit am auch als der schwächste ist. Ein klarer Sieg sthin gezeigten Leistunn. Falls sich Dülmen hi siegreich behaupten die Spitze der Tabelle Rheine 10 n letzten Spielen mit daß die Gäste in Emse Trauben bekanetlich weren Aufgabe stehen ein verfügt immerhin ipffreudige Mannschaft. cht gelingen sollte, ihre stung zu steigern, werPunkte die Heimreise weiß Essen einen sehr unglücklichen usgesucht. 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Bezirksstelle 9 des Ernährungs. und Wirtschaftsamis zlehl um. Wie im Anzeigenteil bekanntgemacht, wird die Bezirksausgabestelle 9 des Städtischen Ergährungs= und Wirtschaftsamts am Sonnabend aus bisherigen Räumen im Hause Goebenstraße 16 in die Mädchenmittelschule, Ecke Hermann= u. Burgstraße, verlegt. Daher muß die Bezirksstelle am Sonnabend für den Publikumsverkehr geschlossen bleiben. münsterischer Archivwissenschaftler gestorben. Im Alter von 75 Jahren starb hier der als Privatgelehrte sätige Archivwissenschaftler Dr. phil. Bernh. Messing. nill und unbeachtet von der Allgemeinheit, nur seiner Wissenschaft gewidmet. Er genoß den Ruf, selbst die schwierigsten Urkunden lesen zu können und verfaßte u. a. eine Geschichte seiner Heimatgemeinde Amels. büren. Untergau 13. Alle Mädel der Hockeymannchaft des Untergaues 13 treten Sonntag um 10 Uhr zum Training im Preußenstadion an. Der SC Preußen Münster tritt die Fahrt zu dem sonntäglichen Meisterschaftsspiel gegen BfB Bielefeld mit dem Autobus an. Es ist Interessenten somit Gelegenheit geboten, an der Fahrt nach Bielefeld teilzunehmen. Abfahrt 12 Uhr vom Vereinslokal(fr. Waldhof), Horst=Wessel=Straße 40. Wann dunkeln wir ab? Am 13. Dezember von 17.18 Uhr bis.30 Uhr, am 14. Dezember von 17.18 Uhr bis.31 Uhr, am 15. Dezember von 17.18 Uhr bis .32 Uhr, am 16. Dezember von 17,18 Uhr bis.32 Uhr. Am Donnerslagvormittag wurde ein Radfahrer an der Ecke Kettelerstraße—Kanalstraße von einem Lastwagen angefahren. Glücklicherweise kam er mit dem Schrecken davon. Am Fahrrad entstand Sachschaden. Vor Schreck ohnmächtig geworden. Am Mittwochnachmittag versuchte eine alte Frau die Kreuzung Gredener Straße—Steinfurter Straße zu überqueren, als aus drei verschiedenen Richtungen Lastwagen kamen, die im letzten Augenblick noch stoppen konnten. Die durch das, Knirschen der Bremsen und durch den Schreck ohnmächtig werdende Frau mußte in das nächste Haus getragen werden. Noch glücklich abgelaufen. Am Mittwoch um 18.30 Uhr rammte ein Kraftwagen an dem Platz bei der Kreuzung Niedersachsenring—Piusallee ein anderes Kraftfahrzeug. Das eine Auto wurde durch den Zusammenstoß umgeworfen, während das den Unfall verschuldende Fahrzeug ohne Licht das Weite suchte. Glücklicherweise wurden neben geringem Sachschaden Personen nicht ernstlich verletzt. Passanten halfen das Fahrzeug wieder aufzurichten und fahrbereit zu machen. Verkehrsstockung in der Unterführung. Am Donnerssagvormittag kam es in der Eisenbahnunterführung an der Wolbecker Straße zu einer Verkehrsstockung. Ein auswärtiger Strohwagen, der allzu hoch beladen war, blieb mitten in der Unterführung stecken. Es dauerte ine Weile, bis dieses unliebsame Fahrthindernis, das auch die Straßenbahn aufhielt, wieder beseitigt wurde. Radfahrer erheblich verletzt. Am Mittwoch um.30 Uhr fuhr auf dem Albersloher Weg ein Personenkraftwagen einen Radfahrer an. Der Radfahrer wurde erteblich verletzt und fand Aufnahme im Krankenhaus. An beiden Fahrzeugen entstand Sachschaden. Die Schuld rifft den Radfahrer, weil er beim Überqueren der Jahrbahn die nötige Vorsicht außer acht ließ. Wer sind die Verkehrssünder? In der letzten Berichtswoche gab es nicht weniger als 317 gebührenpflichtige Verwarnungen und 55 polizeiliche Anzeigen. Den Vogel schossen die Radfahrer mit 19 Anzeigen ab. Allein 11 mußten sich belehren lassen, daß das Fahren ohne Licht verboten ist. Das ist das Schwere im Kampf gegen den Unfall, daß er tagtäglich von neuem geführt werden muß. Die frohe und gesunde Heimkehr am Abend ist die wohlverdiente Frucht der tagsüber geübten Vorsicht. Eine gewisse Furcht vor der Gefahr bildet einen wohltätigen Ansporn für unsere Wachsamkeit. Wenn diese Furcht durch jahrelange Gewöhnung abgestumpft, dann muß ein um so festerer Wille zur Unfallverhütung an ihrer Stelle treten. Auf den Bahnsteigen werden trotz wiederholter Verbotshinwelse von den Reisenden immer wieder Taschenlompen benutzt, deren Lichtschein vom Zugpersonal als Abfahrtssignal angesehen wird und so zur Gefährdung der Abfahrtzeiten führen kann. Uebertretungen werden unnachsichtlich geahndet. Auch blauabgeblendete Taschenlampen dürfen nicht auf Bahngebieten benutzt werden. GeneratWinter vertiert das Spiel. Münsters Hitler-Jugend rüstet zum großen Kaperkrieg— Büchsen rasseln für das Kriegswinterhilfswerk Münsters Hitler=Jugend sammelt. Jungen und Mädel jeglichen Alters bevölkern die Straßen, rasseln mit den Sammelbüchsen, rusen auch dich zum Opfer für das Kriegs=Winterhilfswerk auf. Ihr Kaperkrieg ist keine Spielerei, obwohl es nicht kriegerisch dabei zugeht. Er ist aber dem vollen Geldbeutel erklärt, der nicht gern abgeben will für andere, bedürftige Volksgenossen, die zu vernichten sich die englischen Generäle Winter und Hunger fest vorgenommen haben. Aber sie kennen unsere Jungen und Mädel nicht. Wie werden am morgigen Sonnabend und am Sonntag ihren Jungen oder in ihr Mädel gefahren ist. Des Pudels Kern entpuppte sich dann stets in einer netten Vorbereitung, die von ihren HJ.=Einheiten geplant war, für das Winterhilfswerk. Konnten wir im letzten Jahre schon einen schönen, interessanten Kaperkrieg erleben, so sind wir gespannt, was es diesmal geben wird. Sicherlich werden alle ihr Letztes hergeben, um für das WHW. einen großen Erfolg zu erringen. Glaube nun keiner in den nächsten Tagen, er könne die Hitler=Jungen oder die BDM.=Mädel einfach zur Seite drängen, wenn sie ihn um eine Spende angehen. Krirgs Wintckhilfswar 4. Frichsstraßensammlung etwas. Das muß jeder erkennen, der Augen hat zu sehen und Ohren, um zu hören. Die höchste Idee, mit der das WHW. in die Sammelschlachten marschiert, heißt„Die deutsche Volksgemeinschaft". Dafür arbeiten und sammeln auch die Jungen und Mädel der Hitler=Jugend im Bann Münster=Warendorf(13). Schießbuden und Zelte werden sie in der Stadt wieder aufschlagen. Ein Panoptikum zeigt das britische Lügenparlament. Auf dem Scheiterhausen sollen all die gesteinigt werden, die wieder den Krieg angezettelt haben. Schlagbäume werden dich halten, an der Sperre hast du Tribut zu zahlen, Tri= but für die Volksgemeinschaft, für das WHW. Und sicher— du tust es gerne. Zudem werden die Mädel am Sonnabend, nach einer Veranstaltung im Apollo=Theater, wo im Gemeinschaftsempfang die Rede des Reichsjugendführers zur Eröffnung der WHW.=Reichsstraßensammlung gehört wird, in den Ausstellungsräumen der VEW. auf der Ludgeristraße all das Schönste und Beste zusammentragen von dem, was in Heimstunden gebastelt und gearbeitet wurde. Allen können wir den Besuch dieser Ausstellung nur anraten. Außerdem soll am Sonntag der Zwinger, Münsters gewichtiger Zeuge alter Vergangenheit, der als Kulturheim der HJ. eingerichtet ist, zur Besichtigung freigegeben werden. Auch hier kann man ein kleines Opfer entrichten und dann all das, was dicke Historienbücher verbergen, mit eigenen Augen anschauen. Die vierte Reichsstraßensammlung muß ein voller Erfolg werden. Ihr habt dafür zu sorgen, Münsteraner. Die Jungen und Mädel der HJ. tun ihre Pflicht. Ihr dürft nicht nachstehen. Gebt auch ihr dem WHW. euer Weihnachtsgeschenk! Der silberne Sonntag Die Welt hängt voll von Tannenduft, man kann ihn förmlich schmecken, auch liegt der Schnee schon in der Luft. der uns den Tisch will decken. Die Kinder träumen Tag und Nacht, denn längst ist zu Papier gebrucht, was sie von den Geschenken und der Bescherung denken. Die Eltern sind in ihrer Art nicht immer gleieher Meinung, drum tritt ju auch mit Sack und Bart Knecht Rupprecht in Erscheinung. Doch ist er leider legendär. und nicht so ganz von ungefähr : kommt, münsenfroh umklungen, : der„Silberne“ gesprungen. Der hat nun alles hübsch im Sack, s was wir so brauchen können, : für jeden Beutel und Geschmack : weiß er uns was zu nennen. : Drum rennt das Volk heut in die Stadt, soweit es Geld und Punkte hat, ; u n d k o m m t a u f d i e s e n W e g e n ; zu zeinem Weihnachtssegen. Seht zu, daß ihr ihn nicht verpastt, * den Silberklang der Stunden, trennt euch von einer toten Last, ins Spartuch eingebunden! Wo's klingt, da gebt den Klang zurück, * und laßt das frohe Weihnachtsglück 5, in euern Festpakelen 3 der Liebe Pfad betreten! Wau-Wau die Straßen bevölkert sein, wie werden die Sammelbüchsen die Bevölkerung eindringlichst an ihr Opfer gemahnen! Alle sollen sie ein oder mehrere Abzeichen tragen. Und diesmal gibt es doch wirklich schöne Dinger, die man sich an den Mantel hängen kann. Die kleinen bunten Holzfiguren aus dem bekannten KasperleTheater, das uns alle in unserer Jugend erfreute und das uns auch heute noch manch fröhliche Stunde schenken könnte, haben sich aufgemacht aus den vielen Schnitzwerkstätten im weiten deutschen Land. Sie werden Münster überfluten. Und die Münsteraner werden zeigen, daß sie am richtigen Ort, nämlich an der Sammelbüchse, fürs Hamstern doch ein wenig Sympathie aufbringen. Gewiß werden sich manche Eltern in den letzten Tagen schon verwundert gefragt haben, was denn in So klein sie alle auch sein mögen, ihr Auftrag ist groß und bedeutend; ihn darf und kann keiner mißachten. Hast du schon einmal gehört, wenn Herr Müller oder Herr Meyer mit einer dicken Zigarre im Mund so zwischen den Zähnen und mit rollenden Augen fragle: „Wo bleiben denn überhaupt unsere Groschen...?“ Gewiß, die Stimme ist noch manchmal zu vernehmen. Aber sofort sind andere Stimmen da, ein ganzer Chor antwortet; und wenn der Frager nicht ganz hinter dem Monde wäre, würden ihm Lichter aufgehen: Für Müttererholungsheime, für die Gesundheitspflege des Volkes, die Arbeiter der NS.=Schwester, für die vielen Kindertagesstätten, die Haushaltshilfen, die Soldatenbetreuung, die Kinderlandverschickung, für Zuschüsse für unsere Bedürftigen, Kohlenscheine und vieles, vieles andere mehr. Das Winterhilfswerk leistet „Bais holl ich dich ub Der kleine Günter schreibt an seinen Papi im Felde Dem Arbeitskameraden im Felde Jeder münsterische Betrieb will seinen Soldaten eine Weihnachtsfreude bereiten Kopfschüttelnd sind wir nach einer halben Stunde aus der Postsammelstelle der münsterischen Bahnpost gegangen. Kopfschüttelnd, staunend und wie erschlagen darüber, daß es Menschen gibt, die mit einer solchen Unmasse von Arbeit fertig zu werden imstande sind. Unaufhörlich werden die Paketsendungen herangefahren. Sammelaufgaben von Betrieben türmen sich bergehoch. Die Achsen der Wagen knarren, wenn sie über die Adolf=Hitler=Straße zur Feldpostsammelstelle fahren, und die Postbeamten seufzen; indessen nimmt der Umfang der Sendungen zu. Demjenigen, der damals in der Schule in Mathematik schwach war, erscheint diese Arbeit hier wie ein Wunder: nach geheimnsvollen Formeln— allerdings nur für den Laien geheimnisvoll!— verteilen sich die einzelnen Sendungen in Fächer, in Säcke, verschwinden in Wagen, um schließlich später ganz und gar richtig irgendwo in Norwegen oder in Südfrankreich wieder aufzutauchen. Millionen Päckchen wandern hinaus Die Arbeitskameraden in den deutschen Betrieben sind gegenwärtig nicht die schlechtesten Feldpostkunden. Millionen von Päckchen und Paketchen wandern hinaus. Sie sind das sorgsam vorbereitete Ergebnis kameradschaftlicher Verbundenheit aller. Gemeinsame Spenden unter Beteiligung der Betriebsführung haben die wirtschaftliche Grundlage gebildet. Dann ging man in kleineren Kreisen ans Knobeln. Hier wußte einer, daß sich der und der Kamerad dieses oder jenes Buch wünscht, ein anderer kannte die Sonderwünsche in bezug auf Spiele, jener wußte die Lieblingsmarke seiner Zigaretten oder seines Tabaks. Sofern sich das nur irgend machen ließ, wurden alle diese Wünsche berücksichtigt, ja, sie wurden oft sogar auf Umwegen erfragt, um dem Mann, der noch vor Monaten neben ihnen stand, eine besondere Freude zu machen. Berge von Fachliteratur wurden bestellt, Waschkörbe mit Tabakwaren schleppte man herbei. Rührend war es, daß immer wieder von den eigenen Zuteilungen Süßigkeiten und Gebäck gekauft wurde, um die Päckchen zu vervollständigen Nirgendwo sollte eine Lücke entstehen, keiner, mit dem sie bisher in guter Arbeitskameradschaft zusammenstanden, sollte sich einsam fühlen. Es wurde mehr Herz in all diese Dinge gelegt, als man vielleicht glauben will. Geschickte Frauenhände haben in diesen Wochen die reizendsten Päckchen gemacht, mancher persönliche Gruß ging außerdem noch mit. Vor Jahren noch undenkbar, eine Unmöglichkeit, schlingt sich heute zwischen all diesen Millionen Schaffender ein Band, das auch in, dieser weihnachtlichen Betreuung sichtbar wird. Beweise echler Kameradschaft An einem Schalter steht in der langen Reihe der Wartenden ein junger Mensch. Etwas ängstlich hütet er eine Ledertasche, deren Riemen er sich um die Schulter geschlungen hat. Als er an der Reihe ist, zieht er ein Postauftragsbuch hervor und eine Unmenge von Einzahlungsformularen: einer von tausenden deutscher Betriebe zahlt seiner im Felde stehenden Gefolgschaft die übliche Weihnachtsgratifikation. Das ist ein Bild, wie man es in allen deutschen Städten beobachten kann, auf das jedoch kaum ein Mensch achtet. Im Verborgenen steht hier ein Kapitel bester deutscher Arbeitskameradschaft, die nie vergißt, welche Bedeutung der Zusammenschluß für unseren Kampf und unseren Sieg ist. Auf das Lachen und auf die Freude der Soldaten kommt es an, auf den kameradschaftlichen Händedruck, auf die Zusicherung, daß jeder für jeden bereit ist. Das ist der Sinn aller Dinge, die bergehoch von der Werkbank zur Front wandern. Lieber Papi! Heute hat mir Mutti gerade Deinen Brief vorgelesen. Ganz tüchtig hat sie mich gedrückt vor Freude, daß Du vielleicht Weihnachtsurlaub bekommst. Das wird aber sein, lieber Vater! Ich komme ganz bestimmt mit. wenn wir Dich dann vom Bahnhof abholen. Du bist so lange nicht bei uns gewesen. Aber Mutti sagt, wenn Du plötzlich nicht kommen kannst, dürfen wir auch nicht traurig sein. Dann mußt Du ja mit aufpassen, daß wir alle in Münster überhaupt Weihnachten feiern können. Aber schade wäre es doch, wir freuen uns schon so sehr! Mutter hat eine große Ueberraschung für Dich. Sie arbeitet noch jeden Tag daran. Aber ich darf es Dir ja noch nicht verraten. Sonntags. wenn wir immer das Wunschkonzert im Radio hören, müssen wir sehr viel an Dich denken, lieber Papi. In der Wohnstube ist es dann sehr gemütlich. Mutter hat am Sonnabend Tannengrün vom Markt mitgebracht. Das duftet so schön. Und in der Dämmer= stunde stecke ich meistens eine Kerze an. Dann begucke ich mir immer noch einmal Dein Bild. das Du uns neulich geschickt hast. Weißt Du. genau so einen dicken Tank, wie er da hinter Dir steht, wünsche ich mir zu Weihnachten, und eine ganze Menge Soldaten. Mehr will ich gar nicht haben. denn ich weiß ja, daß der Weihnachtsmann im Kriege nicht so viel Zeit hat wie sonst. Gestern nachmittag hat Mutti mich mit in die Stadt genommen. Da sieht es jetzt ganz herrlich aus. In den Schaufenstern ist jetzt so viel drin, und sie sehen jetzt so bunt aus, so daß ich viel länger vor ihnen stehen blieb als Mutti Zeit hatte. Aber dort, wo nur nützliche Sachen lagen, hielt Mutti so lange an, bis es mir langweilig wurde. Ueberhaupt, unter den Bogen auf dem Prinzipalmarkt ist jetzt viel Betrieb. Da stehen immer eine Menge Leute vor den Schaufenstern. Und oft kommen sie auch mit Paketen aus den Ladentüren. Auf dem Balkon vom Stadtweinhaus stehen auch wieder die großen Tannenbäume. aber ohne Kerzen dieses Mal. In der Schule haben wir auch schon tüchtig Weihnachtslieder gesungen, aber nicht immer die Aufnahme: Hülsbusch alten, sondern schöne, die noch gar nicht so bekannt sind. Du glaubst gar nicht, wieviele schöne alte Weihnachtslieder es gibt. Aber wir werden Dich schon überraschen. Nächste Woche fängt Mutter auch an zu backen. Die schönen Plätzchen, die wir beide so gerne mögen. will sie wieder machen. Hoffentlich kannst Du bald kosten. Ich warte schon, bis ich Dich vom Bahnhof abholen und dann Deinen Affen tragen kann. Jetzt viele herzliche Grüße und einmal kräftig drücken Dein Günter. Piepenkerl auf großer Skizze von Wolfgang Schwerbrock Freilich kennen Sie einen Pievenkerl. einen Mann aus süßem Rosinenteig, im Mund eine kleine weiße Tonpfeife: solch einen Piepenkerl bekommen unsere Jungen und Mädchen am Nikolaustag— und Aepfel und Nüsse und Mandeln dazu. Auf dem Lande machen sich die Leute einen Spaß daraus. selbst den Nikolaus zu spielen; er geistert des Nachts durch die Stuben und schüttelt aus einem großen Sack die süßen Gaben in die aufgesetzten Teller. Zuweilen erscheint er auch schon in den Abendstunden, wirft Nüsse und Aepfel durch das Fenster oder kommt ins Haus und erregt die Gemüter der Kinder dergestalt, daß er den Unartigen von ihnen eine Rute gibt, die bei so manchem Gewissensbisse und Neuegefühle zu wecken vermag. Nun wird man nicht sagen können, daß Dieter temals ein ungezogener Junge gewesen wäre, aber er hatte seine schlechten Seiten wie jeder Lausbub. und er wäre kein richtiger Junge gewesen, wenn er, trotz seiner siebzehn Jahre, im Herbst nicht die Aepfel aus Nachbars Garten stibitzt hätte. Dieter dekam also im vorigen Jahre eine Rute vom Nikolaus. Seit langem ist Dieter Soldat; er liegt mit seiner Kompanie im hohen Norden. im Land der Mitternachtsonne: beim Nikolaus hätte er sich nicht geträumt, einmal seine Nase in dieses gottverlassene Stückchen Erde zu stecken. Nur särlich hört er. was zu Hause vor sich geht. die Post braucht manchma! Wochen. bis sie dort oben angelangt ist. So war Dieter nicht wenig erstaunt, als ihn letzt ein längliches Päckchen erreichte, dessen sonderdare Form nichts Gutes ahnen ließ. Nach der Postverteilung öffnete er es sofort und fand— einen langen, dicken Pievenkerl im Paket... Dieser freute sich darüber so sehr, daß er zu einem Feldwebel ging. um ihm den Kievenkerl zu bräsentieren und ein gutes Stück abzugeben. Der zeldwebel ist nämlich aus demselben rheinischen dorf wie Dieter: vielleicht mochte ihm dieser Gruß aus dem fernen Deutschland ebenso ein Stückchen enge Heimat sein wie dem jungen Soldaten. Der Feldwebel stand in seiner Stube vor dem Osen, die Hände in den Taschen vergraben. denn saußen blies der eisige Polarwind.„Ein Pievenkerl?“ rief er, als er den braungebackenen Korindenmann sah. und sein Gesicht erhellte sich.„Da uft einem ja das Wasser im Munde zusammen. Das?“ „Jawohl, Herr Feldwebe!! Darf ich Ihnen ein Stück davon anbieten?“ Der Feldwebel lachte, aber er ließ sich nicht zweimal anhalten, sondern riß dem dargebotenen Weckmann ein Bein ab und steckte es in den Mund. nicht ohne vorher den süßen Geruch des Gebackenen zu kosten. Ja, wie sehr solch ein Stück Korinthenmann an die Kindheit erinnerte und an die Heimat. „Haben Sie nicht voriges Jahr eine Rute bekommen vom Nikolaus?“ fragte der Feldwebel mit strenger Miene. und er schielte neidisch auf die kleine weiße Tonpfeise die der Pievenkerl auf seinen glänzendbraunen Korinthenbauch hielt. Dieter erschrak. Woher wußte der... „Na— stimmts nicht? Eine dicke, lange Weidenrute war es, wenn ich mich nicht irre!“ Ob— der Korinthenmann schmeckte gut. der Feldwebel nahm sich das zweite Bein, derweil er unruhig vor dem Ofen auf und ab ging, wie wenn er ein Geheimnis habe, das zu verraten ihm großes Vergnügen bereite. „Daß Sie aber jetzt einen Piepenkerl vom Nikolaus bekommen haben, und er dazu noch so einen langen Weg für Sie angetreten hat, beweist, daß Sie dieses Jahr braver gewesen sind denn je.. Der Feldwebel grinste bei diesen Worten.„War ja auch kein Wunder! Einer, der in Nachbars Garten Aepfel stibitzt, kann nur mit einer Rute bestraft werden!“ Da staunte Dieter immer mehr über das Wissen seines Feldwebels. der zwar in seinem Dorf wohnte, aber doch nicht die Streiche aller Jungen kannte.„Woher wissen Sie das. Herr Feldwebel?“ fragte er deshalb. „Tia— man hat so überall seine Nase drin. Wenn Sie's nicht weiterzählen, will ich's Ihnen erklären Dieter schüttelte den Kopf. „Der Nikolaus. der voriges Jahr die dicke Rute brachte— war ich nämlich selbst!“ Lachte, brach dem Pievenkerl noch ein Stück aus dem Bauch und klopfte dann dem jungen Soldaten wohlwollend auf die Schulter. Universitätsprofessor mit 26 Jahren Zum 100. Todestag des Astronomen J. v. Littrow—„Wunder des Himmels“ in 200000 Exemplaren Vor hundert Jahren starb der berühmte Wiener Astronem Joseph Johann von Littrow, der durch seine vopulärwissenschaftlichen Schriften und„Vorträge die Himmelskunde wahrhaft volkstümlich gemacht hat. In der einstigen Kaiserstadt an der Donau spricht man heute noch von dem großen Gelehrten Joseph Johann Littrow, der die Wiener in so hohem Maße für die„Sternguckerei“ zu begeistern verstand. Der berühmte Astronom wurde am 13. März 1781 zu Bischofssteinnitz in Böhmen geboren. studierte zunächst in Prag Theologie und Rechtswissenschaften und wandte sich erst wäter der Mathematik und Himmelskunde zu. Bereits im Alter von 26 Jahren wurde er als Professor der Astronomie an die Universität Krakau berufen. Im Jahre 1819 ging dann kein langgebegter Wunsch in Erfüllung, als Direktor die Leitung der Wiener Sternwarte übernehmen zu können. Joseph von Littrow hat diese astronomische Beobachtungsstation vollständig reorganisiert und ihr zu großem Ruf in der Fachwelt verholfen. Darüber hinaus verstand es der Gelehrte, durch eine große Anzahl vovulärwissenschaftlicher Schriften und Vorträge die Himmelskunde im alten Oesterreich=Ungarn wahrhaft volkstümlich zu machen. Was vorher eine reine Wissenschaft gewesen war. wurde nunmehr Gemeingut aller geistig aufgeweckten und naturliebenden Menschen. Namentlich Littrows berühmtestes Werk„Wunder des Himmels", das bis beute eine Auflage von 200 000 Exemplaren erreichte, hat auf diesem Gebiet äußerst segensreich gewirkt. Vor nunmehr bundert Jahren ist der große Gelehrte im 70. Ledensjahr gestorben. Er hinterließ einen Sohn, der sich gleichfalls der Astronomie verschrieb. Karl Ludwig von Littrow. der bereits seit 1831 als Assistent dort gewirkt hatte, wurde im Jahre 1842 der Nachfolger seines Vaters als Direktor der Wiener Sternwarte. Er hat sich hauptsächlich durch seine Bearbeitung der Hallschen Beobachtung des Venusdurchgangs von 1769 einen Namen gemacht. Als Universitätsdekan trug Karl Ludwig von Littrow 1850 viel zur Beibehaltung der damals in Oesterreich versuchsweise eingeführten Institution deutscher Hochschulen bei und beteiligte sich seit 1862 eifrig an der mitteleuropäischen Gradvermessung. Außerdem entwickelte dieser Gelehrte eine neue Methode der Längenbestimmung zur See und schrieb wie sein Vater verschiedene vopulärwissenschaftliche Werke. Ein Bruder des verdienstvollen Astronomen. Heinrich von Littrow. wurde Fregattenkapitän und Direktor der Handels= und nautischen Akademie zu Triest, später dann königlich ungarischer Seeinspektor zu Fiume. Auch er ist als Verfasser einer Reihe von Fachbüchern, daneben aber auch schöngeistiger Werke, bekannt geworden. In Wien leben heute noch Nachkommen Joseph Johann von Littrows, die sich mit Stolz an ihren großen Vorfahren erinnern, dessen universeller Geist auf den verschiedensten Wissensgebieten eine so fruchtbare Tätigkeit entfaltete. Doch war der berühmte Gelehrte wohl von der Vorsehung zum Astronomen bestimmt, erblickte er doch in der gleichen Stunde das Licht der Welt, in der Wilhelm Henschel den Planeten Uranus entdeckte. Der„Engel von Sibirien“ Denkmal für eine heldenhafte Schwedin In der Kriegsopfersiedlung zu Hirschberg in Schlesien hat die Fachgruppe ehemaliger Kriegsgefangener ein schlichtes Denkmal für die große Schwedin Elsa Brandström errichtet, die sich 1914/18 durch ihren selbstlosen Einsatz für deutsche Kriegsgefangene den Ehrennamen„Engel von Sibirien" erward. 325 000 deutsche Soldaten sind nach Beendigung des großen Völkerringens 1914/18 aus der Kriegsgefangenschaft nicht mehr in die Heimat zurückgekehrt. Sie starben und verdarben hinter Stacheldraht auf dem Balkan, bei schwerster Sträflingsarbeit in Sibirien und in den englischen und französischen Kolonien. Diejenigen von ihnen, die nicht an Hunger oder Ueberanstrengung zugrunde gingen, erlagen dem Fieder oder anderen Epidemien. In Rußland allein waren 160000 deutsche Kriegsgefangene, von denen viele in Sidirien verschollen sind. Manche davon sind erst nach Jahrzehnten, vielfach sogar als Familienväter, irgendwo wieder aufgetaucht. Andere wieder haben nach abenteuerlicher, oft mehrmals vergeblich wiederholter Flucht aus feindlicher Gefangenschaft erst Erdteile und. Weltmeere durchstreift, bis sie endlich heimfanden. In die tiefe Nacht der Verzweiflung dieser Unglücklichen hat die schwedische Krankenschwester Elsa Brandström das freundliche Licht der Menschlichkeit gebracht. Als Tochter eines hohen Beamten verfügte sie über die erforderlichen diplomatischen Beziehungen, um das schwere Los der deutschen und österreichisch=ungarischen Kriegsgefangenen nach Möglichkeit zu erleichtern. Dabei bemühte sich die schwedische Samariterin nicht nur um gewöhnliche Kranke und Verwundete, sondern auch um die in Isolierbaracken an schweren, ansteckenden Seuchen darniederliegenden Krieger. Ebenso aufopferungsvoll betreute und pflegte sie Zivilgefangene in Rußland und deren Kinder, für die sie, wie für die gefangenen Soldaten den internationalen Austauschdienst des Roten Kreuzes in Bewegung setzte. Zehntausende von Deutschen und Oesterreichern hat Elsa Brandström auf diese Weise direkt oder indirekt der Freiheit und dem Leben wiedergegeben. Doch hat es dabei nicht an Undank und Verdächtigungen gefehlt, gab es doch genug Spitzel und behördliche Instanzen, die in der großen Schwedin nichts weiter als eine— Spionin sehen wollten. Die zahllosen Menschen aber, denen sie geholfen hat, nannten sie voll Dankbarkeit den„Engel von Sibirien". Am Eingang der nach ihr benannten Straße der Kriegsopfersiedlung zu Hirschberg in Schlesien hat nun die Fachgruppe ehemaliger Kriegsgefangener ein schlichtes Denkmal errichtet, das sowohl dem Andenken Elsa Brandströms, als auch den 325000 deutschen Soldaten gewidmet ist, die 1914/18 in Kriegsgefangenschaft gestorben sind. Es hat die Form eines Obelisk, der ein Eisernes Kreuz, umkränzt von Eichenlaub, trägt. Kein Weltkriegsteilnehmer wird an diesem Monument vorübergehen können, ohne des„Engels von Sibirien“ und ihrer selbstlosen Aufopferung im Dienste der Menschlichkeit zu gedenken. War das Lob ihr recht! Lessing. so erzählen„Velbagen und Klasings Monatshefte“. machte einst einer schon etwas bejahrten Schauspielerin über ihre eben gespielte Rolle Komplimente.„Aber nicht doch“, meinte die Gelobte in verschämtem Getue.„man müßte jung und hübsch sein, um diese Nolle recht svielen zu können.“„Sie haben das Gegenteil bewiesen", erbiderte lächelnd der Dichter. 13. Dezember 1940 Westfälische Tageszeitung Nummer 342 Freimarken und Postkarten, die am 31. Dezember ungültig werden Wie das Reichspostministerium mitteilt, verlieren mit Ablauf des 31. Dezember 1940 wiederum eine Anzahl von Postwertzeichen ihre Gültigkeit zum Freimachen von Postsendungen. Es handelt sich dabei zunächst um folgende 1939 ausgegebenen Freimarken: 1. Automobilausstellung(Freimachungswerte: 6, 12, 25 Rpf.): 2. Reichsberufswettkampf(6 12); 3. 30. Geburtstag des Führers(12); 4. Reichs=Gartenschau(6, 15): 5. Nationaler Feiertag(); 6. Nürburgringrennen (6, 12, 25); 7. Deutsches Derby Hamburg(25); 8. Tag der Deutschen Kunst(); 9. Reichsparteitag(): 10. Wiedervereinigung Danzigs(6, 12); 11. Danziger Überdruckmarken(3, 4, 5, 8, 10, 12, 15, 20, 25, 30, 40, 50 Rpf., 1 RM, 2 RM). Die unter den Nummern 2, 10 und 11 bezeichneten nichtverbrauchten Postwertzeichen können im Januar 1941 bei den Postämtern gebührenfrei gegen andere Postwertzeichen umgetauscht werden. Die übrigen Marken werden von den Postämtern weder umgetauscht noch zurückgenommen. An Postkarten werden mit dem 31. Dezember 1900 folgende Ausgaben von 1939 ungültig: Geburtstag des Führers und Nationaler Feiertag(je 6 Rpf.), Deutsche Ostmesse(6, 15), Reichsparteitag(6) und Danziger Überdruckpostkarten (5, 6 Rpf.) und Kölner Karneval. Für die Danziger Überdruckpostkarten ist gleichfalls noch im Januar 1941 ein gebührenfreier Umtausch bei den Postämtern möglich, während die übrigen Postkarten weder umgetauscht noch zurückgenommen werden. Ruhetage für Gaststättenpersonal Um den Gefolgschaftsmitgliedern des Gaststätten= und Beherbergungsgewerdes einen Ausgleich für ihre starke Inanspruchnahme an Feiertagen zu verschaffen, ist jetzt eine Anordnung herausgekommen, nach der diese für jeden Feiertag, an dem sie länger als sechs Stunden arbeiten, als Ausgleich neben dem wöchentlichen Ruhetag Anspruch auf einen zusätzlichen freien Tag unter Fortzahlung des Lohnes haben. Diese Regelung bezieht sich auf den Nationalen Feiertag des deutschen Volkes, die beiden Weihnachtstage und den Neujahrstag, soweit diese nicht auf einen Sonntag fallen, sowie auf den Ostermontag und Pfingstmontag. Der Ausgleich soll möglichst im Anschluß an den Feiertag, spätestens aber innerhalb von fünf Wochen vorgenom. men werden. Kaninchen= und Wildselle abliefern! In der letzten Zeit mußte häufiger beobachtet werden, daß Felle von Kaninchen aus Hausschlachtungen nicht über den Spezialhandel oder den Altstoffhandel der Weiterverwertung zugeleitet wurden, sondern in den Mülleimer wanderten oder verbrannt wurden. Es sei auf eine entsprechende Anordnung des Reichsjägermelsters vom 29. November 1940 verwiesen, die die Ablieferung zur Pflicht macht und die Vernichtung unter Strafe stellt. ASDAp-Ortsgruppe Münster-Wehrwolf. Die gabe der WHW=Wertscheine für Dezember 1940 die Betreuten findet statt am Freitag, dem 13. der, von—12 und 15—17 Uhr auf der NSB.g, schäftsstelle Schlachthausstraße 6. Ortsgruppe Scharnhorst. Die WHW=Gutscheine zu, die Betreuten der Ortsgruppe Scharnhorst werden an Dienstag, dem 17. Dezember, in der Geschäftsstelle#. den Bleichen Nr. 2 vormittags zwischen 10 und 12 Ug, ausgegeben. Ab heute! E Kameraden im Ring! Rivalen in der Liebe! Attila Hörbiger-. Camilla Horn Ludwig Schmitz EEUUEAUEETZ Echte Kämpfe bekannter Männer der Faust— Reizvolle und prächtige Tanzszenen berühmter Tänzerinnen— Bühne, Varieté und Boxring als interessante Hintergründe einer packenden dramatischen Handlung aus dem Leben der Boxer.— Dabei mehr als nur ein Boxerfilm— ein Film von der sauberen Kameradschaft kampfharter Männer. Hierzu: Vorprogramm und Varieté- Einlage sowie Schauburg- Orchester Aufführungen: Kassenöffnung Wochenschau Die letzte Runde Varieté- Einlage Ende.15 Uhr " täglich .35.15 .50 .35 .90 Uhr .45 Uhr .20 Uhr .95 Uhr SLIE Auch in dieser Woche zeigen wir einen Großfilm besonderen Formates! KPUUNE Ein Filmwerk nach Motiven von Gottfried Keller, mit eLnise Ullrich * Adolt Wohlbrück * Diga Tschechowa e Hans A. Schletion e Eduard v. Winterstein Das Schicksal eines einfachen Mädchens vom Lande, das, als Dienstmagd aufgewachsen, plötzlich als Frau eines berühmten Ingenieure in den Kreis der großen Gesellschaft gestellt wird und in ihrer kindlichen Einfalt der Ränke ihrer Nebenbuhlerin zu erliegen droht. Die Drohungen des entarteten Bruders, das Mißlverständnis ihres Gatten treiben sie in den Selbstmord, der erst in letzter Minute durch den Geliebten verhindert wird. Städt. Bühnen Münster(Westf.) Intendent: Erteb Padet Soteizeit 1940141 Stadttbester Freitag, den 13. Desember Miete Fr. A# „Ieh habe einen Engel geheiratet“(Lustpiel) Samstan, den 14. Dezember 17 Uhr Ende gegen 19.30 #„Der Grei v. Lusemburg“ (Operatte) Kemmerepiele Freitag, den 13. Dezember 17 Uhr Ende 19.00 Uhr „De Dörchmaschine“ (Lustspiel) Samstag, den 14. Dezember 17 Uhr Ende 19.30 Uhr „Tergaste Toss“ (Schausptel) # Schauburg Konteg u. Dienstas 14 Uhr (Einlaß eine Stunde vorher) Elwas Neues für die Jugend einz Nie vor zu Köln es doch vordem mit Heinzelmännchen so beguem Die Heinzelmännchen werden von den Zwergen aus dem neuen schneewitchenfilm dargestellt. Beiprogramm: Der Nell und die sieben Geislein Jasper bei den indienern Michy im Rlesenland Kinder.30.50.70.— Erwachsene.60.80.00.20 Vorverkauf an der Kasse Kriegerkameradschaft Münster 1870 8. Komp. Jahresschluß= versammlung Ein Ereignis und unvergeßliche Stunden für groß und klein! Autehens Gehmenn hauft lausend gebrauchte Last=, Liefer= und Personenwagen. Ludgeriplatz. Ruf: 2 03 55/66. am Samstag, dem 14. Dezbr., 20 Uhr b. Kam. Mackenbrock, Agidiistraße Die Tagesordnung wird in der Versammlung bekanntgegeben. Erscheinen der Chargierten ist Pflicht. Der Hauptmann. Ein Spitzenwert deutscher Filmkunst! 1e Oretre# der###elumph eines henkes 9 ing scher herrlichen despotischen Herzogs Karl Eugen von Württemberg, unter fast unmenschlichen Leiden, reift der Eleve Friedrich Schiller zum größten Dramatiker der Deutschen. Gegen die Quälereien seiner Peiniger, den sinnlosen Drill seiner Erzieher bäumt sich dieser Feuerkopf auf und gestaltet die glühende Freiheitsdichtung„Die Räuber“. Die ersten Exemplare des verbotenen Druckes gehen von Hand zu Hand— Deutschlands Jugend horcht auf. Der drohenden Vernichtung durch den Tyrannen entzieht sich Schiller durch seine Flucht: Württemberg hat einen Militärarzt verloren— Deutschland und die Welt aber eines der größten Genies gewonnen! Dieses Filmwerk ist kein biographischer Film im üblichen Sinne, es ist ein mitreißendes Drama vom Ringen und Leiden des jungen Schiller.— Die dramatischen Auseinandersetzungen mit seinem despotischen Landesherrn, die heimlichen Zusammenkünfte der Karlsschüler, Schillers leidenschaftliches Erlebnis seiner Liebe zu Laura, sein Besuch bei dem eingekerkerten Dichter Schubatt und seine abenteuerliche Flucht sind die Höhepunkte der spannenden und ergreifenden Jugendgeschichte des genialen Dichters. HEINRICH GEORGE/ LIL DAGOVER HORST CASPAR T FRIEDRICH KAYSSLER EUGEN KLOPFER/ HANNEL. SCHROTH Prädikate: Staatspolitisch und künstlerisch wertvoll, lugendwert! Ab Freitag im Täglich nur zwei Vorstellungen(außer Sonntag) Wochenschau...45.15 Uhr Schillerfilm.10.40 Uhr Schlus abends.30 Uhr * Sonntag, 10 Uhr vormittags: Große Frühvorstellung ab heute: Der große Dokumentarfilm 7 1„ Jade. Dieser Film ist einmalig, weil er nicht Phantasie ist, sondern unverfälschte Wirklichkeit! Hinter der großen militärischen Auseinandersetzung steht das internationale Judentum, dem dieser Film schonungslos die Maske herunterreißt. „Der ewige Jude“ Dieser Film führt uns in die verborgensten Stätten jüdischen Lebens. Er zeigt uns die Juden in ihren Ghettos, beim Gebet in der Synagoge, beim Feilschen“ auf der Straße, beim grausamen Ritual des Schächtens. Der Film bringt Originalaufnahmen von der Schächtung von Tieren durch polnische Juden: Das ist ihr wahres Gesicht— sadistisch und grausam. Hierzu: Vorprogramm und Wochenschau Aufführungszeiten: „Der ewige Jude“ Kulturfilm Wochenschau .33 .50.95 Uhr .95.15 Uhr .20.30 Uhr Bitte die Anfangszeiten beachten! (Vorverkauf täglich an der Kasse.) Zür gen. Bedehtung! Da die Szenen, von der grausamen Schächtung für empfindliche Naturen eine zu harte Nervenprobe darstellen, werden diese Szenen in der Dienstag- und DonnerstagNachmittags-Vorstellung nicht gezeigt! Jugendliche unter 18 Jahren haben nur zu diesen Vorstellungen Zutritt! Kein Deutscher dart sich dieses dokumentarische Filmwerk entgehen lassen! Ein Film, auf den ganz Europa schauen wird! ab heute * am Marienplatz Kleiderbürsten Koptbürsten mit und ohne Griff in vielen Holzarten. Celluloid, Schildpatt, Elfenbein, sowie Kämme, Spiegel. auch kompl. Garnituren empüehlt Parfümerie Monhof Prinzlpalmarkt 42 K Erleluewerbeng ul Bekanntmachung Die Bezirkostelle 9 wird am Sonnabend, dem 14. Dezember 1940, aus dem Hause Goebenstraße 16 in die Mädchenmittelschule— Eche Hermann= und Burgstraße — verlegt. Die Stelle bleibt an diesem Tage für den Verkehr mit dem Publikum geschlossen. Münster, den 12. Dezember 1940. Der Oberbürgermeister Ernährungsamt, Abt. B und Wirtschaftsamt. Lesen Sie stete (zu Ihrem Vorteil) aufmerksam den Anzeigentei Wer inseriert geht mit der Zei: und hat Ihnen immer zeitgemsde und vorteilhafte Angedote gr unterbreiten. Stadtkundiger Krastfährer für Lieferwagen sofort gesucht. Edelweiß Dahlweg 7a — Gut möbl. Zinmer mit Heiz. u. fließ. 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Ur9 grausamen Naturen darstellen, lerstagstellung haben nur utritt! es dokulassen! pa schauen Westfälische Tageszeitung Nummer 342 Eine schatte=Prer?* Erzählung von Therese Eriesson " Annalisa Biörk traf ihren Verlobten, den Studienassessor, Otto Berger, auf dem Bahnsteig der seinen Vornaotstation. Neugierig betrachtete Stinsen das junge Paar. Das hübsche Mädchen nit den rosigen Wangen und den dellen Locken zannte er vom Ansehen schon lange, aber nicht ihren Begleiter. Einen jungen Mann mit Brille und Zylinder und einem strammen, wohl abgemeseneg,„ Auftreten. „Wäre dieser Sonntagvormittag erst vorbei“. leufzte Annalisa bekümmert, als sie einander begrüßten.„Es geht bestimmt nicht gut aus!“ *„Nur keine Ahnungen. Annalisa. an die glauben wir nicht mehr. Die alten Griechen zwar...“ Seine Braut unterbrach ihn.„Laß heute die alten Griechen. Otto. Wir müssen erst einmal an uns selber denken. Du wirst meine Schwester sehr zill finden. Mama leitet stets die Unterhaltung Du wirst Mama bestimmt gern mögen, nur mußt du dich hüten, anderer Meinung als Mama zu sein. Außerdem mußt du ihr sagen, daß sie viel jünger aussiebt, als du sie dir vorgestellt habest.“ „Sieht sie denn jünger aus?“ „Ach nein, täte sie es, brauchte man es ihr ja nicht zu sagen! Und dann. Otto. sprich nicht so viel. Versuch einmal, alles zu vergessen, was du gelernt und gelesen hast, und sei herzlich und natürlich.“ Es begann leise zu regnen. „Jedesmal, wenn es regnet, denke ich an den seidenen Regenschirm, den du mir versprochen hast. Wenn Mama fragen sollte, was du mir geschenkt hast, so wundere dich nicht, wenn ich übertreibe.“ „Ich fürchte“, meinte Berger.„daß ich sehr unaufmerksam dir gegenüber gewesen bin. Meine Arheit als Lehrer nimmt meine Zeit so in Anspruch. daß ich kaum an andere Dinge denken kann „Ich beklage mich ja gar nicht“. sagte sie,„aber du weißt ja, wie Mütter sind.“ Durch einen kleinen Vorgarten gingen sie auf das Haus zu. Annalisa klopfte, die Tür wurde aufgemacht. „Ja, da sind wir“, sagte Annalisa. „Das sehe ich“, antwortete die Dame, die öffnete. „Sie sehen viel jünger aus, als ich Sie mir vorgestellt habe“, sagte Berger höflich. „Dies ist meine Schwester“ erklärte Annalisa. Berger und Annalisas Schwester begrüßten sich. dann gingen sie in das Wohnzimmer, wo eine Dame im mittleren Alter, schwarz gkleidet, sie erwartete. „Mama. das ist Berger“, sagte Annalisa. Nach den ersten belanglosen Worten gingen die Schwestern hinaus in die Küche, da Annalisa neinte, nun könne ihre Mutter ihn näher kennenlernen. „Sie sehen ungewöhnlich gesund aus“. sagte Berger artig. „Ich bin alles andere als gesund“. antwortete Annalisas Mutter.„Meine Nerven sind so herunter...“ „Nerven erfordern ein besonderes Studium“. begann Berger.„Das Wort kommt von...“ Draußen fragte Brita die Schwester:„Sag du. hat er nicht=Beine?“ „Was du auch gleich bemerkst“, antwortete Annalisa,„aber es stimmt nicht! Und was hast du sonst noch auszusetzen?“ „Es ist ja dein und nicht mein Verlobter“, sagte Brita.„Ich hätte eine andere Nasenform vorgezogen, und ich bin außerdem Mamas Ansicht, daß du dich ein wenig zu früh verlobt hast. Ich bin fünf Jahre älter als du und bin noch nicht verlobt...“ „Du hast sicher deine Gründe. Komm, wir wolIen lieber wieder zu Mama gehen...“ Vor dem Wohnzimmer blieben sie lauschend stehen. Ihre Mutter sprach ununterbrochen. Otto schien ein idealer Zuhörer zu sein. „Ja, sie haben seit mehreren hundert Jahren auf dem Waldberg gewohnt“. hörte man die Mutter sagen.„Ich grüße Wallers jetzt niemals mehr. Sie waren zu meinem armen Mann wenig nett. Sie borgten ihm etwas Geld einmal, als er sein Geschäft anfing. Aber sie verlangten volle Sicherheiten.“ „Da hatten sie doch recht", antwortete Otto gerade, als die Schwestern eintraten. „Ich habe Herrn Berger ein wenig aus unserer Familiengeschichte erzählt“, sagte die Mutter,„ich hielt es für klug. ihn in Hinsicht auf gewisse Personen etwas aufzuklären. Noch berichtete ich aber nichts von dem ältesten Bruder meines Vaters. der im Reichstag war. Er war ein sehr tüchtiger Mann, und man las oft in der Zeitung von ihm. Aber was würde er, wenn er noch lebte, dazu sagen, daß meine Tochter in einem Modegeschäft angestellt ist!...“ Annalisa war nur froh, daß ihr sonst so gesprächiger Verlobter still blieb. Da schien der Sieg so gut wie sicher. Sie hatte gefürchtet, daß er. seiner Gewohnheit getreu. die Mutter mit einem Schwarm schöner Worte überfallen würde. aber es schien, er war klug genug. sich hier auf keinen Wortstreit einzulassen. Alles wäre gut gegangen, wenn Annalisa und Berger sich nach dem Tee verabschiedet hätten. Denn zu der Zeit hatte Annalisas Mutter keinen Gesprächsstoff mehr. Auf Bitten der Schwestern setzte sie sich im Stuhl zurecht und schlummerte bald ein. Die drei Jungen unterhielten sich leise miteinander. Nach und nach wurde Berger wieder der Alte. „Du mußt meine Brautjungfer werden. Brita“. sagte Annalisa. „Gerne. und was soll ich anziehen?“ „Die Hochzeitstracht unserer Vorfahren...“ begann Berger, der mit dem Rücken zum Ofen stand. „Britta, du könntest dir vielleicht etwas arbeiten kassen...“. sagte Annalisa. Aber Herr Berger ließ sich nicht abhalten. „Die Gebräuche bei Hochzeiten sind anders in jedem Lande...“ „Ich würde Spitzen am Hals hübsch finden“, sagte Annalisa unbekümmert.„und was würdest du mir raten?“ „In gewissen Gegenden, die von Wilden bewohnt werden, ist es Sitte...“ Von diesen lauten Worten erwachte Annalisas Mutter und hörte angestrengt den Worten des Schwiegersohnes zu. der von den Wilden auf die Gebräuche in der Südsee kam. Annalisa wurde bald blaß. bald rot, sie wußte, daß er sich bei so einer Vorlesung nicht unterbrechen ließ. Schließlich lief ihre Mutter ein.„Sind Sie aus der Südsee. Herr Berger?“, Berger sah auf. nahm aber von der=Frage keine Notiz. „Bekomme ich in meinem eigenen Hause eine Antwort auf meine Fragen oder nicht?“ Annalisas Mutter erhob sich aus dem Stuhl. Annalisa trat zu ihrem Verlobten.„Otto. bitte. antworte der Mama, wo du geboren bist". sagte sie. „Im sagenumsponnenen Värmland“, sagte er. „Sie sprechen gar nicht so“, meinte die Mama. „Waren Ihre Eltern Bauern dort?“ „Nein. nicht gerade.“ „Kaufleute?" „Nein, nicht gerade.“ „So... Annalisa, wann geht Euer Zug?“ „Noch nicht“, meinte Brita.„Der Nachmittagszug ist schon fort, und der nächste fährt erst um halb elf heute abend— aber entschuldige den Einwurf. Mama.“ „Wie beißt Ihre Geburtsstadt". wandte die Mutter sich an Berger. „Sie werden sie nicht kennen. Krokstadt.“ „Krokstadt? Und Berger?“ Annalisas Mutter starrte ihn an.„Ich kenne doch jeden Stein in Krokstadt! Sie sind doch wohl nicht etwa der Sohn der armen Gerda Palm. die bei den Frederiks auf dem Herrenhof Värakras angestellt war?“ „Gerda Palm war meine Mutter.“ Annalisa trat zu ihm und nahm seinen Arm. „Und Sie wagen es. in mein Haus zu kommen?“ explodierte die alte Dame. „So eine Unals seien Sie verschämtheit! Und da tuen Sie. wer weiß wer!" Eine drückende Stille trat ein. Brita brach sie schließlich und sagte trocken:„Anscheinend brauche ich mir kein Kleid für deine Hochzeit arbeiten zu lassen!“ „Wie Du denkst", antwortete Annalisa.„ich liebe Otto nicht, weil ich annahm, er sei ein reicher Mann. Mama. Ich würde ihn auch heiraten wenn er gar nichts besäße.“ „Rede kein dummes Zeug, mein Kind.“ „Leider muß ich dir widersprechen. Mama. Du weißt, ich tat es noch niemals. Ich kam mit Otto her. damit du und Brita meinen Verlobten kennen lernen sollten. Wenn er euch nicht vaßt, kann ich es nicht ändern. Mir gefällt er, ich liebe ihn. und ich soll ihn ja auch heiraten...“ * „Brita“. sagte die Mutter plötzlich, während sie forschend Annalisa betrachtete.„hole eine Flasche Wein aus dem Keller! Annalisa, mein Kind. komm her...! Ich will dir einen Kuß geben. Alles kommt mir in der Erinnerung so deutlich zurück. Genau dasselbe spielte sich bei meinen Eltern ab. als ich mich mit deinem armen Vater verheiraten wollte. Er war damals nichts und hatte nichts. aber wir waren deshalb nicht weniger glücklich... Hole vier Gläser, Brita...!“ (Aus dem Schwedischen von Karin Reitz.) Während in England durch die Großangriffe der deutschen Luftwaffe jeden Tag wichtige Industriebetriebe zerstört werden, läuft bei uns in Deutschland in den wichtigen Werken die Arbeit munter weiter. Die Lokomotivwerke sind nicht nur voll beschäftigt, sondern produzieren noch mehr als bisher, um auch die zahlreichen Auslandsaufträge ausführen zu können. Das Bild zeigt einen=Blick in eine Montagehalle einer Lokomotivwerkstätte.(Atlantic-.) von Christoph Walter Drey Küstenbewohner mußten den Bernsteineid schwören— Werbefeldzug für das„deutsche Gold“ im Generalgouvernement Mit einer Ausstellung in Krakau begann die Staatliche Bernstein=Manufaktur in Königsberg einen Werbefeldzug für das„deutsche Gold" im Generalgouvernement, der im Laufe dieses Monats in Warschau beendet wird. Der Bernstein gehört zu den ältesten Kulturgütern der Menschheit, wurden doch zahlreiche Perlen aus diesem Material schon in den Königsgräbern von Mykenä vorgefunden. In Nordeuropa hat man bei Ausgrabungen Bernsteingegenstände aus der Steinzeit zutage gefördert und selbst in deutschen und schweizerischen bauten, den Höhlen der Pyrenäen und Nordwestfrankreichs, sowie in Italien und Ungarn dieses kostbare gelbe Erdharz in rohem und bearbeitetem Zustande entdeckt. Ursprünglich war das Auflesen des vom Meere ausgeworfenen Bernsteins jedermann erlaubt. Erst die Bischöfe erkannten in dem„Strandsegen“ der Ostsee eine sehr ergiebige Einnahmequelle und ein geeignetes Besteuerungsobjekt. Die älteste Urkunde hierfür datiert noch von 1264. Die deutschen Ordensritter beuteten das wertvolle Harz schon in größtem Maßstab aus und gaben es an Bernsteindreherinnungen ab, die sich um 1300 in Lübeck, 1450 in Danzig, Kolberg und Stolp, 1500 in Elbing und 1640 in Königsberg bildeten. Frankfurt am Main, Köln, Nürnberg und Venedig waren damals die Haupthandelsplätze auf diesem Gebiet. Später wurden Bernsteingerichte gegen Unterschlagungen eingesetzt und die Küstenbewohner mußten den Bernsteineid schwören. Als Entschädigung für die anstrengende und gefährliche Arbeit des Harzschöpfens aus dem Meer erhielten sie damals lediglich das Salz für ihr Fischereigewerbe. Auch heute noch ist der Bernstein als Material für Schmucksachen Andere Länder- andere Kinos Wo Schuhe in der Garderobe abgegeben werden müssen in aller Welt Kinositten lagt981 ich komb. mit Higarettensehälter Silber, versilb. mit alerei-Motiven in ersch. Lackdekoren. nd anderen Ausihrungen empfiehlt reicher Auswahl ümerie Monhof zipelmarkt nis mehr. Gegenstände günstis wie Sie diese Anfei:“ Kleinanzeige in der lung beachtet. Ein: abrik„Kaufgesuchr, chen und Hilft ihr „Alsa auch in die Kleinanzeise 97. uns in Ihren Diens Bis in die fernsten Winkel des Kontinents hat der Film seinen Siegeszug angetreten, der afrikanische Buschmann hat ebenso das Wunder der tönenden Leinwand erlebt wie der Indianer Amerikas, der Eingeborene Indiens besucht ebenso gerne sein Kino wie der Berliner. Es gibt Filme, die im Fernen Osten nicht minder erfolgreich vorgeführt werden, als etwa in Skandinavien. Aber die Kinos selbst sind in allen Ländern verschieden, überall hat man seine besonderen Eigenheiten, und es ist interessant, sich einmal die Kinositten der Welt näher anzusehen. Beginnen wir bei Japan, wo man nicht in Stuhlreihen, sondern auf schön geflochtenen dicken Matten auf dem Boden sitzt. Dem Japaner wäre der Stuhl, wie man ihn in einem europäischen Kino findet, viel zu undequem, zumal ein japanisches Filmprogramm nicht etwa wie bei uns nur zwei Stunden, sondern mindestens fünf, häufig sogar acht Stunden dauert. Zunächst muß man an der Garderobe nicht Hut und Mantel, aber eine— Schuhe abgeben. Das hängt damit zusammen, daß man die Matten am Boden, auf denen man sich niederläßt, nicht mit vom Straßenstaub schmutzigen Schuhen betreten darf. Der Kinobesuch ist geradezu ein Tagesausflug— man läßt sich während der Vorstellung sein Abendbrot aus einem benachbarten Restaukant holen, man dringt seine kleinen Kinder mit, die lustig zwischen den hockenden Zuschauern hin und her kriechen, während von einem großen Pult aus der Erklärer sich bemüht, dem Publikum auseinanderzusetzen, das eigentlich auf der Leinwand vorgeht. Eine völlig andere Welt findet man dagegen in einem ägyptischen Kino vor. In Aegypten ist das Kino ausschließlich den Männern vorbehalten. Im übrigen gibt es hier neben der großen mittleren Leinwand noch Zwei weitere kleine Leinwandflächen, die an der Seite angebracht sind. Hier erscheinen zu dem Film, der ohneen schon mit europäischen Untertiteln versehen ist, die Begleittexte auch noch in arabischer und griechischer Gesunde, blendend weiße Zöhne durch sorkwirk. some Zahnpflege mit 323 AOr. die große lube die kleine lube 25%. Sprache. Damit will man den Bedürfnissen aller Bevölkerungsschichten gerecht werden. Drinnen sitzen die Männer in Fez und Burnus, wobei sie unaufhörlich ihre süßen orientalischen Zigaretten rauchen, wenn sie nicht gerade ihre rohen Knoblauchzwiebeln auspacken, um sie zu verzehren. Sehr interessant ist auch das wandernde Freilichtkino, wie man es vielfach in USA, aber auch in Südamerika und Afrika vorfindet. Da gibt es Freilichtkinos für Autofahrer, wo man sich seinen Sitzplatz, nämlich sein Auto, gleich selbst mitbringt, während ein eigener Ordnungsmann dazu da ist, die Autos reihenweise schön geordnet aufzustellen. Manchmal werden bei Vorführungen für Eingeborene auch— Hängematten verteilt, damit der Besserbemittelte die Möglichkeit hat, einer Urwald=Kinovorführung liegend beizuwohnen. Aber auch in Europa findet man manche merkwürdige Kinositten. Zum Beispiel ist das französische Kino eine Art von Kaffeehaus, das sogenannte„Promenoir“ ist ein an der Seite des Kinos befindlicher billiger Platz, auf dem es keine Sitzplätze gibt. Man steht oder geht auf und ab, trinkt dazu einen Expreßkaffee und raucht ungestört seine Zigarette, ja, es ist sogar durchaus üblich, Hunde und sogar Katzen mit ins Kino zu nehmen. Im übrigen geht und kommt man in diesem Volkskino, wann man will. Eine Burin spielt im Ohm=Krüger=Film Frau Katharina Voß. eine echte. Burin. die seit 10 Jahren in Berlin lebt, svielt in dem Jannings=Film der Tobis„Ohm Krüger" mit. Sie hat sich, als sie in den Zeitungen von der Herstellung eines Burenfilms las, brieflich an Herrn Jannings mit der Bitte um Mitarbeit an dem Film gewandt. Da Frau Voß als Altistin und Gesangsstivendiatin ein vorgebildetes Stimmmaterial mitbrachte, konnte sie von Jannings in der Rolle einer der von Schmerzen und Not bedrängten und gepeinigten Burenfrauen verwendet werden. Ohm Krüger hat sie als Kind persönlich gut gekannt. Sie erzählt die bezeichnende Geschichte von ihm, daß er sich als 14jähriger Junge kurzweg den Daumen abschnitt, weil er, durch eine Wunde verletzt, nicht zu eitern aufhören wollte. Frau Voß ist aus Begeisterung und aus Liebe für die deutsche Musik nach Deutschland gekommen. und Gebrauchsgegenstände aller Art hochgeschätzt. Die Staatliche Bernstein=Manufaktur in Königsberg eröffnete unlängst mit einer Ausstellung in Krakau einen Werbefeldzug für das„deutsche Gold“ im Generalgouvernement, der im Laufe dieses Monats in Warschau beendet werden soll. Das wahrscheinlich größte Stück Bernstein, das jemals gefunden wurde, befindet sich in Berlin. Es wiegt 6750 Gramm und hat einen Wert von über 30000 Mark. In der Gegend von Palmnicken und Nodems im Samland aber wurden in einer einzigen stürmischen Herbstnacht des Jahres 1862 nicht weniger als zweitausend Kilo Bernstein gewonnen. Es ist wahrhaft erstaunlich, welche vielseitige Verwendungsmöglichkeit das„deutsche Gold" besitzt. Man verarbeitet es nicht nur zu den verschiedensten Schmucksachen, sondern auch zu Raucherutensilien wie Zigarren= oder Pfeifenspitzen. Schon im vorigen Jahrhundert bestand in Deutschland auf diesem Gebiet eine hochentwickelte Industrie. Man kann jedoch aus Bernstein auch Firnis und Lack gewinnen. Früher wurde das kostbare Material sogar medizinisch zu Räucherzwecken bei Rheumatismus benutzt. In China, Korea, Marokko und Rußland aber tragen heute noch viele Abergläubische Amulette aus Bernstein, die gegen alle möglichen Krankheiten und Kriegsgefahren Schutz bieten sollen. Es ist also wirklich ein unschätzbarer„Strandsegen“, den man in diesem gelblichweißen bis braunen Werkstoff aus der Ostsee gewinnt. Pünktlich wie ein Stint Der Stint ist ein recht beliebter Fisch. Zwar läßt der Geruch zu wünschen übrig, und man bezeichnet den Wasserbewohner daher auch als Stinlsalm. Aber das Fleisch ist wohlschmeckend und wird gern verzehrt. Man lauert dem Tier auf, wenn es im Frühjahr aus dem Meere in die Flußmündungen steigt, um zu laichen. Das geschieht zum Beispiel an der Ostsee und besonders an der Elbe. Aus dem fernen Südkalifornien wird nun berichtet, daß sich der Stint dort einer außerordentlichen Pünktlichkeit befleißigt. Er trifft nämlich genau eine Stunde nach Hochwasser am dritten Tag des Vollmondes in den Monaten Mai, Juni, Juli und August ein. Die Zuverlässigkeit ist so groß, daß die Zeitungen am Orte auf das bevorstehende Ereignis hinzuweisen pflegen. Es tauchen dann Tausende von Neugierigen auf und beobachten die riesigen Fischmassen, die sich dem Lande nähern und ihre Eier ablegen, wo den Sand bedeckt. das seichteste Wasser Frau Theklas Hände gleiten in die Tonfolgen der Etüde. Sie spielt das Dumpse, Schwermutsvolle, das in diesen Tagen ihre Seele umkrallt. Im Sessel neben dem Kamin hat Dr. Munken Platz genommen. „Liebe Freundin“, sogt er mit seiner beruhigenden Stimme,„Sie scheinen mir traurig. Dabei sind Sie schöner und jünger als je. Vom Fleck weg kann ich mich in Sie verlieben.“ Wider Willen muß die Gutsherrin lächeln. Sie läßt sich in den Sessel neven Dr. Munken gleiten und entzieht ihm, leicht fröstelnd, ihre Hand. „Hören Sie den Sturm?“ fragt sie. „Was tut das?“ lacht er leichthin.„Die Geborgenheit hier im Hause wirkt dann doppelt behöglich.“ „Sie kommen einfach daher und wollen mir Dinge sagen, die man nur jungen Mädchen sagen sollte, die noch lieblich erröten können, für die noch alle lockenden Geheimnisse des Lebens ungelöster Zauber bergen.“ Erstaunt musterte der Schriftsteller, der hier gastliche Zuflucht gefunden hat, die Gutsherrin. „Welches Erlebnis raubt Ihnen plötzlich Ihren Frohsinn?“ In Frau Theklas gleichmäßig geformten Zügen spiegelt sich ein Entschluß. „Vielleicht ist es gut, mit einem verständigen Mann darüber zu sprechen. Mir ist das Glück begegnet, Doktor, das Glück der Jugend, verstehen Sie? Und darum fühleich mich mit einem Male so alt.“ „Man sollte doch denken, daß das Glück die Menschen glücklich mache?“ meint Munken erstaunt. „Denen es gehört“, stimmt sie zu.„An mir ging es vorüber. Mein Sohn, Arthur, Sie wissen es, ist jetzt 23 Jahre alt.“ „Das ist kein Geheimnis.“ „Aber ich, seine Mutter, die Frau, die sich so jung fühlte, ahnte nicht, was es bedeutete. Helga von Crammen besitzt nicht nur jene freimütige Grazie, die ein Mädchen so liebenswert macht— sie besitzt auch eine gesunde Klugheit. Eigentlich ist es nicht verwunderlich, daß sie Arthur gefällt. Arthur— nun, ich bin als Mutter wohl voreingenommen zu seinen Gunsten—“ „Und die beiden.. „Sie erraten es. Auf meinem heutigen Frühspaziergang durch den Park wurde ich Zeuge einer Aussprache zwischen den beiden jungen Menschen. Arthur nahm das Mädchen in die Arme und küßte es.“ Dr. Munken lächelte ein bißchen zu klug. „Warum sollte diese Schwiegertochter nicht Ihr Herz erfreuen?“ „Arthur konnte nicht besser wählen. Mich bedrückt etwas anderes. Ich bin seine Mutter. Bis zu diesem Tage glaubte ich, der Tag seiner Verlobung oder Vermählung läge noch in weiter Ferne. Ich habe ihn ja immer noch als mein Kind gesehen, nicht als einen fertigen Menschen, als einen Mann, der klar und unbeirrt seinen Weg geht und sich eine Frau nimmt, wenn sie ihm gefällt. Wie nah ist der Tag, da ich alle meine Geschäfte aus der Hand geben und mich in die Tatenlosigkeit zurückziehen muß, die einzig einer alten Frau gebüchrt. Dr. Munken hat wieder Frau Theklas Hand genommen. „Ich bin froh über diese Stunde. Lassen Sie sich von einem Mann, der bis zum heutigen Tage einsam blieb, eine kindliche Weisheit sagen: Im Herbst werden die Früchte gesammelt, die im neuen Frühling wieder Blüten sammeln sollen! Sie fühlen, wie Sie künftig einsamer werden, wenn Arthur seine Frau in dieses Haus führen wird.— Sie sind zu jung Witwe geworden, haben zu lange schon ihr Schicksal allein getragen. Jetzt ist der Tag gekommen, der von Ihnen an der Wende des Schicksals fordert, daß Sie den Weg zur neuen Jugend Ihres Herzens wählen. Ich warte nur auf ein Wort.“ Frau Thekla sinnt beglückt. Da wird die Dür zum Musikzimmer aufgerissen. Herein stürmt Arthur, der junge Leutnant, an seiner Hand das junge Mädchen, von dem eben gesprochen wurde. Beiden strahlt unerahntes Erleben aus den Augen. „Mutter!“ ruft er beglückt.„Wir haben uns verlobt!“ Als das junge Mädchen der Gutsherrin mütterlichen Blick sieht, fällt sie ihr um den Hals. „Verzeihen Sie mir— ich bin so schrecklich glücklich!“ Frau Theklas Hand streicht ihr über das Haar. „Sehen Sie?“ fragt sie den Schriftsteller.„Junge Herzen überwinden alle Hemmungen, weil sie noch nicht vom Leben abgenutzt sind. Unsere angegrauten Herzen, mögen sie auch noch so jung aussehen, Doktor, bringen es eben noch zu einer freundschaftlichen Wärme, lieber Freund! Nein— der Herbst der Seele wohnt in uns, und wir wollen uns vom Truggold der schon winterlich matten Sonne unserer Gefühle nicht täuschen lassen. Uns bleibt nur noch, in Würde und Stille das Geschick des Alterns zu tragen und mit dem Schatz, den wir Erfohrung und Wissen nennen, der Jugend zur Seite stehen. Lassen Sie uns gute Freunde bleiben, Munken— für alle Zeiten— bis auch der letzte Herbst die letzten vergilbenden Träume aus dem Geäst unserer Sehnsucht zerrt. Ich glaube, damit erfüllen wir den Sinn der Tage, die uns noch bleiben, besser, als mit der Gaukelei eines neuen Frühlings— der jenen beiden allein gehört!" Herzog in Liebesnot Historische Anekdote von Olav Sölmund Die erste Perücke in Europa Philipp der Gute, Herzog von Burgund. der Vater Karls des Kühnen, hatte während einer langen schmerzhaften Krankheit sein Haar verloren. Das war für ihn um so betrüblicher, als er, um das Herz seiner Braut. Isabella von Portugal, zu gewinnen, gar zu gerne besonders schön erschienen wäre. In dieser Not nahm Philivp seine Zuflucht zu einem Samtkäppchen, um dadurch den Mangel an Haaren zu verdecken. Der Hof. der beeilte sich natürlich, die sonderbare Tracht Philipps nachzuahmen, und die Belgier erstaunten nicht wenig. als sie den gesamten Hofstaat mit geschorenen Köpfen und schwarzen Samtkappen in Brüssel einziehen sahen. Die Vermählungsfeierlichkeiten begannen. Philipp entfaltete alle Pracht seiner Herrschaft, und er hoffte. die Mängel seiner Erscheinung weniger bemerkbar zu machen. Unglücklicherweise aber verDer Völkerstamm Der Geheimnisse des indischen Urwaldes Unter den Völkerstämmen Indiens gibt es einen Stamm. die Marias, der bisher allen Ethnologen Rätsel aufgegeben hat. Obwohl die Marias Jahrhunderte hindurch sich mit eingeborenen Frauen vermischt haben und dem Einfluß des Klimas unterlagen, zeigen sie noch deutliche Merkmale eines Ursorungs von einer weißen Rasse. Sie sind bedeutend größer als die wirklichen Eingeborenen. Auch in Sitten und Lebensformen unterscheiden sie sich scharf von den umwohnenden Völkern. So lehnen sie z. B. die Kinderheirat ab. stehen auf einer hoben Stufe der Sittlichkeit und haben in ihren Stadtanlagen Formen bewahrt, die auf die Herkunft von einem Volk von Städtebauern hinweisen. Ihre Bauten haben gute Strohdächer und zeichnen sich durch große Sauberkeit aus. Außer einem Haus für Gäste gibt es drei große Gebäude. eins. in dem die Knaben, ein zweites, in dem die Mädchen und ein drittes. in dem die verbeirateten Frauen schlafen. Ihre Kleidung ist sehr dürftig und besteht im wesentlichen aus einer großen Anzahl von Schmuckknöpfen, die mit großer Kunst gearbeitet sind und mit den Schmucksachen der übrigen Bewohner Indiens nichts gemein haben. Einige Forscher nehmen an, daß die Marias Nachkommen der Veteranen Alexanders d. Gr. sind. die nach seinem berühmten Indienzug hier zurückgeblieben sind. Bekanntlich unternahm Alexander diesen Zug 327 v. Chr., erreichte den Hydasvos. der jetzt Jelum heißt, besiegte den indischen König Porus, drang dann weiter bis zum Garra vor, wo seine ermüdeten Truppen sich weigerten, weiter zu marschieren. Alexander war also zum Rückzug gezwungen und fuhr mit einem Teil seiner Truppen den Jelum hinab, während der Rest des Heeres in zwei Abteilungen an den Ufern entlang marschierte. Man glaubt nun, daß ein Teil dieser Truppen so verzweifelt und ermattet war, daß sie die zeitweise Abwesenheit ihres Königs und die dadurch gelockerte Manneszucht dazu benutzten, um sich von der Haupttruppe zu entfernen. Sie siedelten sich in dem Lande an. und ihre Nachkommen sollen die Marias sein, die im Laufe der zahlreichen Eroberungen des Landes durch Fremde von Ort zu Ort gedrängt wurden. Raub der Goldbüste Mark Rurels In den Ruinen der ehemaligen römischen Stadt Aventicum wurde vor zwei Jahren die goldene Büste des Kaisers Marcus Aurelius gefunden, die nicht nur einen beträchtlichen Sachwert, sondern auch einen ganz unschätzbaren Kunst= und Altertumswert besitzt. Diese Büste bildete einen der Anziehungspunkte der schweizerischen Ausstellung, die im vergangenen Jahre in Zürich stattfand, und wurde dann dem Museum in Avenches im Kanton Waadt nicht weit vom Murtener See, anvertraut. Es ist nicht weiter verwunderlich, daß dieser Schatz die Augen einer Diedesbande auf sich lenkte. Den Verdrechern gelang es auch, nachts ihre Diebesabsicht auszuführen. Die Nachricht vom Verschwinden der berühmten Goldbüste versetzte die ganze Stadt in Aufregung. Am nächsten Morgen versammelten sich Behördenvertreter, Journalisten und Polizisten bei dem Museumsdirektor. Dieser blieb als einziger in der ganzen Versommlung ruhig. Lächelnd erklärte er den Besuchern, daß die im Museum ausgestellte Büste natürlich nur eine Nachbildung gewesen sei, und daß das Original an einem Ort aufbewahrt werde, wo es jedem räuberischen Zugriff entzogen sei. folgte ihn ein widriges Geschick, als er sich gerade am eifrigsten bemühte, seiner Braut zu gefallen. Eines Abends herrschte tiefe Stille im ganzen Schlosse. Die Infantin kniete vor ihrem Betvulte. da öffnete sich plötzlich eine Seitentüre, und Herzog Philipp trat ein. Als die Infantin ihn verwundert anschaute, beugte er seine Knie und bat um Vergebung für sein Eindringen. Die beiden führten dann ein langes Gespräch. Durch eine unvorsichtige Wendung fiel jedoch im Verlaufe der Unterhaltung die schwarze Samtkapve vom Haupt des Herzogs. Beim Anblick des würdigen Hauptes, das so ganz und gar seiner natürlichen Zierde beraubt war, konnte die Infantin sich eines lauten Lachens nicht erwehren. Der Herzog stand anfangs wie versteinert, dann raffte er sich zusammen und verließ eilends den Raum. Am folgenden Tage ließ er durch Vermittlung eines Hofbeamten einen hohen Preis aussetzen. wie dem Mangel an Haaren mit Hilfe der Kunst abgeholfen werden könne. Nicht lange darauf meldete sich ein Barbier und verlangte, vorgelassen zu werden. Als er eingetreten war, zog er aus einem leinenen Sack eine Art von Kävpchen, aber ein Kävpchen, mit langen Haren versehen, wie sie auf einem Menschenhaupte wuchsen. Der Hofbeamte war beim Anblick dieses Meisterwerkes hocherfreut und versprach reiche Belohnung. „Dein Name?“ fragte er den Haarkünstler. „Piere Lorchant, ich bin aus Dizon. und meines Gewerbes Barbier!" Am Abend dieses merkwürdigen Tages gab Philipp der Gute den Brüsselern einen Ball, wo er geschmückt mit einer Perücke von herrlichsten blonden Haaren erschien. Selbst die Infantin war verblüfft. F der deutschsprachigen Presse.V. SA Unser Günter bekam heute ein Schwesterchen. In dankbarer Freude Ceand u. Acolt Sehalne Blauum Albachten, den 11. Dezember 1940 s. Zt. Münster, Raphaelsklinik Kaufmann Heinrich Schneider Münster(Westf.). Telgter Straße 6, Berlin und Hannover, den 10. Dezember 1910. Die Beerdigung findet statt am Sonnabench dem 14. Dezember 1940, nachmittags 15 Uhr, von der Leichenhalle des Zentralfriedhofes aus, das feierliche Levitenhochamt am gleichen Tage, morgens 9 Uhr, in der St.-Lamberti-Pfarrkirche. Sollte jemand aus Versehen keine besondere Anzeige erhalten haben, so bitten wir, diese als solche anzusehen. Heute nachmittag 16 Uhr entschlief sanft im Herrn meine innigstgeliebte Frau, unsere treusorgende, herzensgute Mutter, Schwester, Schwägerin und Tante Frau Paul Vogt Franziska geb. Niemöller-Thüer nach kurzer Krankheit, versehen mit den hl. Sterbesakramenten, im Alter von 46 Jahren. Intiefer Trauer: Paul Vogt Paul Vont fr. Otto Vogt, z. Zt. Wehrmacht Hamm(Westf.), Münster, den 11. Dez. 1940 Wilhelminenstraße 3 Die Beerdigung findet am Sonnabend, den 14. Dez., 15 Uhr, vom Trauerhause aus statt. Das Seelenamt ist am gleichen Tage,.45 Uhr, in der Pfarrkirche St. Agnes. Es wird gebeten, von Beileidsbesuchen abzusehen. Das Sechswochen-Seelenamt für meine liebe Frau, meine gute Mutter Frau Josefine Brinkkötter ich bin nun geschieden von euch, aber nicht aus eurem Herzen: darum versehlt mich nicht und betet für mich. Nach Gottes heiligem Willen entschlief am Dienstagabend 16.45 Uhr mein innigstgeliebter Mann, unser guter. treusorgender Vater, Schwiegervater und Großvater, der Er stard nach kurzem, mit größter Geduld ertragenem Leiden, im Alter von 64 Jahren, verschen mmit den Tröstungen unserer heil. Kirche. Um stille Teilnahme und ein andächtiges Gebet bitten: Gertrud Sehneider geb. Johannknecht Anni Maaßen geb. Schneider Philipp Schneider Josef Sehneider, z. Zt. im Felde Cläre Schumann geb. Schneider Heins Maaßen, z. Zt. im Felde Friedel Sehneider geb. Noack Friedel Schneider geb. Lorbieki Heins Schumann, z. Zt. im Felde Heins-Peter Sehneider als Enkelkind geb. Beckers findet statt am Sonnabend, den 14., morgens 8¾ Uhr. in der Herz-Jesu-Kirche zu Münster, wozu wir freundlich einladen. H. Brinkkötter A. Brinkkötter du eingeweicht, so ist das Waschen PletendToichr! M Das Einweichmittel BVOr ist ein ausgezeichneter Schmutzlöser. Außerdem enthärtet BVOI das Wasser, verhindert Kalkablagerung und hilft dadurch Seife und Waschmittel ADTST. A W Herstellerin der guten Oreiring-Seiten Wilhelm Kösters Oas Fachgeschäft für PorzellanKristall- und Kunsterzeugnisse Mümster(Westf.) Salzstr. 20 Wilhelm KÖsters Abt.„Oegeha das führende Geschenkhaus am Prinzipalmarkt Statt Karten Die Verlobung unserer Tochter Lucie mit Herrn Gutsbesitzer Bernhard Schulfe zur Verth seben wir hiermit bekannt Josef Krampe und Frau Caroline geb.Linnhoft Verlet Lucie Krampe, Tochter des Gutsbesitzers Josef Krampe und seiner verstorbenen Frau Gemahlin liedwig geb. Schulze Rütkamp beehre ich mich anzuzeigen Bernhard Schulze zur Verch Holtum, den 13. Der. 1940 Verth b. Telgte. den 13. Dezember 1940 Ke MA S W Statt besonderer Anzeige Am 11. 12. 1940 verschied nach kurzer, schwerer Krankheit im Dreifaltigkeitshospital in Lippstadt mein lieber, guter Mann, der treusorgende Vater seines einzigen Kindes, mein unvergeßlicher Sohn, unser lieber Bruder. Schwiegersohn und Schwager Universitäts-Professor Dr. med. Friedrich Koester Stabsarzt der Reserve Chefarzt eines Reserve-Lazaretts galten in treuer Sorge seiner Familie und dem Wohl seiner Kranken. Wir empfehlen die Seele des Verstorbenen dem Gebet der Priester am Altare und der Gläubigen. Brilon-Wald, Münster(Westf.). Bad Münster am Stein. Frankfurt, Bad Kreuznach, Bremen, den 11. Dezember 1940. Im Namen der trauernden Angehörigen: Frau Hanna Koester Hannelore Koester Wilhelm Koester, Rechnungsdirektor a. D. Die Beisetzung findet statt in Münster(Westf.), am Samstag, dem 14. 12. 1940, 15.30 Uhr, von der Leichenhalle des Zentralfriedhofes aus. Das Seelenamt ist am gleichen Tage, um.30 Uhr, in der StPetri-Standortkirche, Münster(Westf.), Johannisstr. 5. Es wird gebeten, von Beileidsbesuchen abzusehen. Nach kurzer, schwerer Krankheit verschied das Mitglied unseres Aufsichtsrates und sein langjähriger früherer Vorsitzender Herr Dr. jur. Bernhard Többen in Ibbenbüren(Westf.) Wir verlieren in dem Verstorbenen einen treuen Freund und Berater, dessen ganzes Wesen und umfangreiche Erfahrung von uns stets hoch geschätzt worden sind. Sein reges Interesse an den Geschicken des Hauses Rickmers und die vornehme, aufrechte Art seines Wesens sichern ihm bei uns ein dauerndes ehrendes Gedenken. Hamburg, den 10. Dezember 1940. Rickmers Reederei A. G. Hamburg Das Jahres-Seelenamt für unsere liebe Mutter Frau Wwe. Maria Gattwinkel findet statt am Samstag, den 14. 12., morgens.30 Uhr, in der St.-Mauritz-Kirche. Hildegard Hülsmann geb. Gattwinkel -4 Auch Plle kostet nusstietschwarz 20, farbig 25 Pl. Fachmännisch beraten werden Sie in allen Photo- und Kinofragen im Spezial-Folchaus Helnkeie Tel. 23798 Münster.W. Prinzipalmarkt#4 I eec I SLI W A r Te a KASS K Sollde Arbelt Billigste Preise Geschäftsbücher H. Buschmann Münster I. W. Drubbel 17/12 Kech Suche ein kleinen Kotten mit etwas Land z. 1. 1. 1941 od. sp. zu mieten. Sich. Mietezahler. Ang. unt. 7 an d. .=Gesch. Münster. 11. 12. Gold. Dam.= Armbanduhr verl. Geg. Belohn. abz. Korte. Gremmendorf. Angelmodder Weg 17. Rind zugelaufen, Ohrmarke V 1711 gebr. 5. 4. 39. Gegen Erstattung d. Futterkosten abzuholen v. d. Gutsverwaltg. Grasenstein. VorghorstOstendorf. Am Sonntag, den 15. Dezember 1940, 9 Uhr, findet im Gasthof Kemper eine Generalversammlung des Pferdeversicherungsvereins Havixbeck statt. Tagesordnung: 1. Bericht über das If. Geschäftsjahr 2. Rechnungsbericht, Kassenprüfung u. Entlastung des Geschäftsführers 3. Wahl des Vorsitzenden u. d. Rechnungsführers 4. Neuaufnahme 1941 5. Verschiedenes. Schulze Rastrup Sch Senie Keeeeet K c K S Sbe wird immer größer, wenn Sie ein schlechtsitzendes Bruchband tragen. Es kann auch Brucheinklemmung entstehen. Fragen Sie Ihren Arzt. Hat Ihnen dieser ein Bruchband empfohlen, dann kommen Sie zu mir. Sie werden überrascht sein, wie leicht und bequem sich Ihr Bruch zurückhalten läßst, ohne starren Eisenbügel und wie viele Leidensgenossen sich mit Hilfe meiner Spezialausführungen sogar geheilt haben. U. a. schreibt Herr R. Gericke:„In Beantwortung Ihrer werten Zuschrift vom 27. 12. 1939 teilte ich Ihnen ergebenst mit, daß das mir z. Zt. gelieferte Leisten-Bruchband meine volle Zufriedenheit gefunden und entspricht dasselbe vollkommen seinen Bestimmungen. Ich habe nichts gegen eine Veröffentlichung meines Dankschreibens. R. 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