MFA — Mkrotilmaschiv der deutschsprachigen Presse eNV. K —„„„„„„„„„„„„— eigene Vertretungen Aiunsterhither Vltherher #Pp. im Eingelverkanf Ahaus: van=Delden=Straße 6, Fernsprecher Nr. 450: Ahlen: Adolf=Hitler=Straße 65, Fernsprecher Nr. 444: Bocholz: Realschulsteaße 14. Fernsprecher Nr. 3247: Gorten; Kapuzinergasse4. Fernsprecher Nr. 121, Borgborst: Emsdertener Straßze 6. Fernsptecher Nr. 24; Burgneinfurn: Londenstraße 73. Hernsprecher Nr. 212; Coesfeld: Hindendurgplaz a. Hernsprecher Nr. 394; Dülmen: Adols=Hitler=Ceraße 55, Fernspecher Nr. 578: Emodenen: Mänsterstraße 1. Fernsprecher N. 346; Greven: Münsterstaßel, Fernsprecher Kr.225; Gronan: Adols=Hiler Sir.36, Fernsoricher Nr.230; Jovenbüren: Adols=Ouler=Sr. 7. Fernlprecher Nr.34): Lengerich: Adolf=Hiter=Dlaz 1. Fernsprcher Nr. 516. Lädinghausen: Markt. Fernsprecher Nr. 308; Ochrrup: Bahnhoftr. 18, Fernsprecher Nr.305; Rheine: Bahnhofstr.2 Fernsprecher Nr. 252: Warendorf: Ostraße 24 Fernspercher Nr. 511: Werne: Kircplaz 8. 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Rovember 1940 Nummer 110 *...., Vrrttell i ebbentt, Schwerste Augriffe auf die Industriegebiete bei Liverpool—„Zustand dumpfer Kaserei“ Englische Kabinettsmitglieder sprechen von„Bewährungsprobe“ Von unserem ständigen Vertreter hw. Stockholm, 19. November. London behauptet, gestern eine relativ ruhige Nacht verbracht zu haben, weil in den dunklen Stunden vor Mitternacht keine Bomben gefallen seien; die Bombandemenks hätten sich vielmehr auf den zweiten Teil der Nacht beschränkt. Recht schmer sind ossenbar die Angrisse auf die Industriegebiele bei Liverpool gewesen, denn die englischen Berichte enthalten zahlreiche Hinweise auf den ausgedehnten Charakter der hier durchgeführlen Bombenaktionen. Die Regierung in Nordirland hebl hervor, daß über verschiedenen Bezirken des nordirischen Gebieles seindliche Lusttätigkeil in der Nachl zum Dienstag beobachlet worden sei, ohne daß jedoch Bomben abgeworsen worden seien. Coventrys Ruinen, so meldet das Stockholmer„Aftonbladet“ aus England, rauchen noch immer. Von englischer Seite wurde jetzt ohne Vorbehalt eingestanden, daß die Stadt ein Schicksal erlitten habe, als wenn sie von einem großen Erdbeben heimgesucht wäre. Nachdem die herbeigerufenen Truppen Mauerreste mit Dynamit gesprengt hätten, fuhren Lautsprecherautos durch die Stadt, um zu verkünden, daß es nicht mehr lebensgefährlich sei, das Gelände der Innenstadt zu betreten. Nach der schwedischen Meldung habe die Zerstörung Coventrys bei vielen Engländern einen Zustand dumpfer Raserei hervorgerusen, der nicht mit Worten beschrieben werden könne. Manche englische Kabinettsmitglieder scheinen von dem Verhänanis Coventrys sehr befriedigt. Innenminister Morrison erklärte, wir haben aus viel gelernt. Der Ernährungsminister Lord Woolton spricht von einer Bewährungsprobe für die Notversorgung der Bevölkerung mit Lebensmitteln. Bisher lei die Verteilung in Coventry recht schwierig gewesen, aber jetzt habe sich der Transport verbessert, was insosern allerdings zutrifft, als Transporte nach Coventry selbst so ziemlich überflüssig geworden sind, nachdem die Fabriken in Trümmer liegen und die Arbeiter in den Vororten untergebracht sind. Bis zum bitteren Ende! „London ist auf dem besten Wege, vollkommen zerstört zu werden. Vigo, 19. November. Ein vertrauenswürdiger neutraler Augenzeuge, der über die Verhältnisse in England gut unterrichtet ist, gab portugiesischen Journalisten über die Lage Englands und insbesondere Londons folgenden interessanten Bericht: „London ist auf dem besten Wege voll kommen zerstört zu werden. Die Zerstörung von wichtigen Straßen und Bauwerken ist in großem Ausmaße schon heute erfolgt. Allenthalben sieht man zerstörte Dockanlagen und solche, die mit den danebenstehenden Lagerhäusern in Flammen stehen. Die Wirkung der deutschen Vomben ist verheerend. So sind in Belgrave=Square 41 Gebäude zerstört. In einem Viertel mit kleineren Gebäuden hat eine einzige schwere Bombe 500 solcher Häuser zerstört. Auch in der Downing Street sind die Gebäude Nr. 11. 12 und 14 völlig zerstört. Ebenfalls ist das Parlament schwer beschädigt. Die Wirkung der Flakabwehr und der Ballonsperren ist sehr gering. Diese Abwehrmaßnahmen hält man noch für notwendig. um die Moral der Bevölkerung hochzuhalten. Prakisch kommt es aber kaum einmal vor, daß das Eindringen der deutschen Flugzeuge verhindert oder auch nur beeinträchtigt wird.“ Der Augenzeuge faßt seinen Bericht in die Worte zusammen:„Was ich mit eigenen Augen gesehen habe, ist schrecklich. Die deutsche Kampfkraft wird trotz der bisherigen Erfolge Deutschlands in England noch immer unterschätzt. So muß das Verderben der großen Metropole seinen Weg bis zum bitteren Ende gehen.“ Eden fürchtet deutsche Invasion Die deutsche Armee„ein schreckliches Kriegswerkzeug“ Heckenschützen sollen England reiten Von unserem ständigen Vertreter hw. Stockholm, 20. November. Der Unterstaatssekretär im englischen Kriegsministerium, Sir Edward Grigg, gab am Dienstag eine Erklärung im Unterhaus über die Wichtigkeit der Heimwehr ab, die er mit dem Fortbestand der Invasionsgefahr begründete. Er geruhte die großmütige Anerkennung auszusprechen, daß die deutsche Armee ein schreckliches Kriegswerkzeug sei und daß man sich, obwohl sie hinter den verlassenen Häfen an der französischen Küste aufmarschiert sei, stets auf alles gefaßt machen müsse. Auch während des Winters sei ein Angriff durchaus möglich. Die englische Heimwehr stelle mit ihren 1200 Bataillonen und 5000 Kompanien jetzt eine enorme Waffe dar. Sie sei—6mal so stark wie ehemals die Territorialtruppe. Die Altersgrenze solle bei 65 Jahren firiert bleiben. Kriegsminister Eden erklärte ebenfalls, mit einem Fortbestand der Invasionsgefahr sei zu rechnen. Im Feldzug 1941(1) könne die Heimwehr als Hilfstruppe mitwirken, um die aktive Armee zu einem anderweitigen Einsatz freizumachen— wofür ihre Ausbildung mit Molotow=Coctails und Holzgewehren besonders geeignet sein dürfte. Wieder 45000 6KT versenkt Stolze Erfolge deutscher-Boote— Kriegswichtige Ziele in ganz England bombardiert Berlin, 19. November. Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt: Ein Unterseeboot versenkle vier bewaffnele seindliche Handelsschisse mit 23 880 BRT, ein anderes Unlerseebool ebenfalls vier bewaffnele seindliche Handelsschifse, darunter zwei Tanker, mit insgesamt 21340 Sär.„.aa, uln. u. Die Angriffe auf kriegswichtige Ziele in England wurden in der Nacht vom 17, zum 18. 11. und am 18. 11. sortgesetzt. Außer London waren mehrere Orle an der Südküste Englands, darunter vor allem Hasen= und Industrieanlagen in Southampton sowie Rüstungswerke in Mittelengland das Ziel der Bombenangriffe. Kampfflugzeuge des italienischen Fliegerkorps grifsen eine Stadt an der Ostküste Englands mit gutem Ersolg an. Bei Angriffen auf Schiffsziele und Geleitzüge an der britischen Ostküste gelang es, zwei Handelsschiffe mit se 3000 BRT zu versenken und drei wellere schwer zu beschädigen. Nächtliche Angriffe einer geringen Jahl brilischer Ilieger auf deutsches Gebiel waren wirkungslos. Flugzeugverluste sind nicht eingetreten. Ribbentrop und Ciano in Wien Der ungarische Ministerpräsident und der ungarische Außenminister treffen heute ebenfalls in Wien ein Salzburg, 19. November. Der Reichsminister des Auswärtigen von Ribbentrop und der Königlich Ikalienische Minister des Außern, Graf Clano, fressen heule in Wien ein. Auf Einladung der Reichsregierung treffen der ungarische Ministerpräsident Graf Telekl und der ungarische Außenminister Graf Csaky am 20. November in Wien ein. Ungarns Weg Von den wenigen europäischen Staaten. die keine Meeresküsten besitzen, ist Ungarn das größte Land, nachdem es während der letzten Jahre sein Gebiet mehrsach erweitern konnte. Die territorialen Gewinne stellen einen recht ansehnlichen Zuwachs dar. Durch die Auflösung der Tschecho=Slowakei in ihre vier volkstumsmäßigen Bestandteile fielen Ungarn 12.400 Quadratkilometer zu, durch die Uebernahme der KarpathoUkraine 11000 Quadratkilometer und durch die Rückgliederung des siebenbürgischen Gebietes annähernd 46 000 Quadratkilometer. Das ungarische Staatsgebiet hat dadurch einen Flächenraum von mehr als 160000 Quadratkilometern erreicht gegen knapp 93 Quadratkilometer auf Grund des Diksates von Trianon. Ungarn ist heute dersenige europäische Staat, der territorial relativ am meisten gewonnen hat, auch ohne SchwertDie nächtlichen Brände in Dockland, die infolge des beinahe Stunde um Stunde ununterbrochenen deutschen Bombardements entstehen, erzeugen eine fast grelle Tageshelligkeit.„Nur geringfügige Schäden“ behauptet stereotyp die englische Presse über die deutschen Angrifle, ist aber andererseits naiv genug, gleichzeitig dieses Foto in ihren Spalten zu veröffentlichen(Atlantik) Reichsminister des Auswärtigen von Ribbentrop auf dem Bahnhof eingefunden. Der spanische Botschafter in Berlin, General Espinosa de los Monteros sowie Vertreter von Staat. Partei und Wehrmacht waren gleichfalls zur Verabschiedung erschienen. König Boris beim Führer Berlin, 18. November. privalen Aufenthaltes in DeutschVoris von Bulgarien dem Führer Der Neuaufbau Frankreichs Erklärungen Marschall Pétains in Lyon— 20 Gouvernements mit weitgehender Selbstverwaltung Von unserem ständigen Vertreter jd. Lyon, 20. November. Beim Empfang in der Handelskammer in Lyon gab Marschall Petaln einige Einzelbeiten über den kommenden Staatsneubau Frankreichs bekannt. Er erklärte, daß die geplante Einteilung Frankreichs in etwa 20 Provinzen nicht nur administrative Bedeutung habe, sondern vor allem auch wirtschaftliche. Die neuen Regionen“ würden mehr oder weniger geschlossene Wirtschaftsräume darstellen. Die Gouverneure der Regionen seien in Zukunft die einzig zuständigen Personen, welche innerhalb der Region polische Richtlinien zu geben hätten. Ihnen würden die Präseken der Departements unterstellt sein. Die Quertreibereien interessierter Außenstehender würden in Zukunft völlig unmöglich sein. Infolgedessen wären in Zukunft die Bürgermeister auch nicht mehr dem Schacher unverantwortlicher Parteipolitik ausgesetzt. Alle Bürgermeister sollen in Zukunft von der Regierung auf Vorschiog der Präsekten ernannt werden. über die zu künftige,######retun erklärte Petain, daß sie wahrscheinlich durch Abgesandte der beruflichen Körperschaften und durch angesehene Persönlichkeiten, welche dem Lande wertvolle Dienste geleistet hätten, gebildet werde. Die allgemeine Strukzur des französischen Staates werde darin bestehen, daß Arbeifnehmer. Arbeitgeber und Beamte ihre klar umrissenen Pflichten und Aufgaben haben. Jeder einzelne werde an den Platz gestellt werden müssen, der ihm zslomm: Schließlich deutete Pétain an, daß zur Schlichtung innerer Streitigkeiten ein Gegenstück zum obersten Gerichtehof geschaffen werden solle, nämlich ein Schiedsgericht, das den Charakter einer obersten Körperschaft ragen werde. Um die Ausarbeitung der neuen französischen Verfassung, so schloß Petain, feien zur Zeit die bedensendsten Spezialisten bemüht. Im Verlauf seines Besuches in Lyon hatte Marschall Petein auch am Dienstag begeisserte Zuszimmun: gen der Bevölkerung entgegenzunehmen. Die französischen Blätter weisen mit Recht darauf hin, daß die Bevölkerung von Lyon, die bisher unter der Leitung von Herriet stand, sonst als äußerst zurückhaltend dekannt ist. Die Bevölkerung folgte mit zustimmenden Kundgebungen allen Fahrten des Marschalls Petain durch die Stadt. Das Hauptereignis des Dienstagvormittag war eine Feier in der Kathedrale, an welcher außer der Begleitung des Marschalls die Geistlichkeit von Lyon und Vertreter der Behörden, des Militärs und der Frontkämpfer teilnahmen. Anschließend besuchte Pétain ein Krankenhaus, eine Seidenweberei und die Einrichtung der Kriegsgefangenenfürsorge. streich, lediglich auf der Basis des gerechten Empfindens der Achsenmächte, die ein neues Europa mit gesunden Grenzen zu schaffen bestrebt sind. Der Vertrag von Trianon wurde 1920 in einem Wirbel außen= und innenpolitischer Krisen dem ungarischen Volk aufgezwungen, gerade als es einen Tiefpunkt in seiner allerdings an Glanzpunkten und an Notzeiten reichen Geschichte erlebte. Das Königreich Ungarn war im Mittelalter ein Bollwerk des Abendlandes gegen den Ansturm türkischer und tatarischer Völker aus dem Osten. Im 16. Jahrhundert brach dieser Widerstand und für die folgenden 150 Jahre war der größte Teil des Landes der Türkenherrschaft ausgeliefert, während die restlichen ungarischen Gebiete unter die Obhut der Wiener Kaiser kamen. Von Wien aus erfolgte, gestützt auf die Lebenskraft des magyarischen Volkes, die Wiedergewinnung Ungarns, bis nach manchen Spannungen und Reformen 1867 durch die Bildung der Doppelmonarchie Ungarn eine weitgehend autonome Stellung neben Oesterreich erhielt. Der Verlust der Landgebiete nach dem Weltkriege wurde durch die damaligen inneren Wirren beschleunigt, die Sanktionierung dieser Verluste aber erfolgte durch die Pariser„Friedensmacher". Der gemeinsame Wille, die Schande der sog. ortverträge“ auszulöschen, führte Ungarn an deutsche Seite. Der höchst reale Erfolg Politik ist dem Magyarenland nicht versagt geblieben. Seit den Gebietsgewinnen reihrend der letzten Jahre hat Ungarn mit einer Bevölkerung von ungefähr 13 Millionen die Stellung der kleineren Staaten Europas verlassen. Die neuen Provinzen und ihre vorwiegend ländliche Bevölkerung verstärkten den agrarischen Charakter des Landes. Nicht industriell nutzbare„Rohstoffvorkommen größeren Umfanges, sondern Aecker. Weiden und— seit der Wiedergewinnung Siebenbürgens — auch Wald bestimmen die wirtschaftliche„Struktur des Landes, das als„konstitutionelles Königreich“ vom Reichsverweser Admiral Nikolaus von Horthy regiert wird. Suner wieder abgereist Berlin, 19. November. Der spanische Minister des Außern, Serrano Suner, verließ heute morgen Berchtesgaden und trat die Rückreise an. Zu seiner Verabschiedung hatte sich der Anläßlich eines land staliele König 1 einen Besuch ab. Die Initiative der Rchse Italienische Stimmen zur Rede des Duce und den Bespkechungen des Jührers mit Clano und Suner Rom, 19. November. Zwei Ereignisse beherrschen am Dienstag das Interesse Italiens und der Weltöfsentlichkeit: Die große Rede des Duce am Jahrestag der Sanktionen und die Unterredungen des Führers mit dem italienischen und dem spanischen Außenminister. Deutschland und Italien, so betont Messagero, kämpfen solidarisch für eine bessere Kultur sowie für eine höhere und würdigere Gerechtigkeit. Englands Fall wird das Ende der alten, auf der plutokratischen Vorherrschaft begründeten Ordnung darstellen. Von der Nordsee bis zum Mittelmeer, so hebt Povolo di Roma hervor, vollzieht sich im Rahmen der Achse die Neuordnung Europas, die den Bedürfnissen und Aspirationen der einzelnen Völker gerecht wird. Während diese Neuorganisation Tag für Tag an Gestalt und Kraft gewinnt, geht der Kampf gegen die Widerstandslinien Englands unaufhörlich weiter, das sich dieser Neuordnung noch widersetzt. Ein Kompromißfriede ist nicht möglich. „Vordie dieser Rchsenmächten der Sieg gewiß Brüssel, 19. November. Die große Rede des Duce vor den Gauleitern Italiens im Palazzo Venezia wird in der belgischen Presse an hervorragender Stelle verzeichnet. Die Zeitungen heben die gewaltige Macht Deutschlands und Italiens hervor, die von Norwegen bis Libyen einen Block von 150 Millionen Menschen bilden. In einem Leitartikel zu der Rede des Duce bemerkt die Brüsseler Zeitung, die Art, wie Italien die Erinnerung an die Sanktionen begangen habe, zeige der Welt, was England nunmehr bevorstehe. Der Pakt# der Ordnungsmächte Von unserer Berliner Schriftleitung Als am 27. September 1940 die Beauftragten des Reiches, Italiens und Japans im Botschaftersaal der neuen Reichskanzlei das Dokument unterzeichneten, das die seit früher bestehenden freundschaftlichen Bindungen der drei Länder zu einer engen diplomatischen und militärischen Allianz verdichtete, wurde ein politisches Instrument geschaffen, dessen Bedeutung für Weltpolitik und Weltgeschehen kaum zu überschätzen ist. Längst ist die Entwicklung über jene Versuche westlicher und angelsöchsischer Orgone hinweggegangen, diesem auf die Abwehr interventionistischer Aktionen einer anderen Hemisphäre abgestimmten Bündnis eine falsche Ausdeutung zu geben. Was damals an Hoffnungen auf eine Trübung des Verhältnisses der drei vertragschließenden Pariner zu der Sowjetunion auskeimte, ist längst verdorrt. Zum überwiegenden Teil war es schon verblichen, ehe die Reise des sowjetrussischen Regierungschess nach Verlin auch die setten Wurzeln dieser Hoffnungen auszog. Der Dreimächtevakt von Berlin teilt sich, wie die meisten diplomatischen Akte, in zwei Abschnitte, die Präambel und das aus den hier niedergelegten Prinzipien resultierende Abkommen. Die Präambel gipfelt in dem Begriff Raum und Ordnung. Der Grundsatz, daß jede Nation der Welt den ihr gebührenden Lebensraum erhält, wird als Varaussetzung für einen dauerhaften Frieden angesehen. Diese Feststellung ist so allgemein verfaßt, daß man in ihr zugieich eins der Prinzipien sehen darf, die der inneren Organisation der Großräume einer neugestalteten Welt den Weg weisen. Die Präambel, in der der Wille, bei der Gestaltung der beiderseitigen Lebensräume Seite an Seite zu stehen, festgelegt wird, sieht die vornehmste Aufgabe, dieser Zusammenarbeit in der Schaffung und Sicherung einerneuen Ordnung der Dinge, die geeignet sind Gedeihenund Wohlfahrt der Völker zu fördern. Wo von der Schaffung einer Ordnung die Rede ist. muß es gelien, einen Zustand zu revidieren, der auf einer Richtordnung aufgebaut ist, das heißt. auf den praktischen Fall angewendet: Es oilt, die untragbaren — untragbar, weil unnatürlich und willkürlich geschafsen— Regelungen jener Verträge abzubauen und ihre Folgen zu tilgen, die in Gestalt der Pariser VorortFortsetzung auf der Rückseite Geständnis eigener Niedertracht Bemerkenswerte Enthüllungen Hendersons—„England hatte 1933 keine Spitfire“— Weshalb Chamberlain nach München ging Italiens Kriegsmarine auf Feindfahrt. Unser Bild zeigt: Die Geschütze werden geladen. (Atlantik) Madrid, 19. November. Chamberlain, dessen Leben für alle Zeiten dadurch gezeichnet wurde, daß er die Menschheit in einen neuen Krieg hineintrieb. scheint auch mit seinem Tode alle bösen Geister beschworen zu haben, die durch den Mund britischer„Staatsmänner“ den heuchlerischen Greis charakterisieren. Die Nachrufe, die jetzt dem toten Chamberlain von englischen Zeitungen und Politikern gewidmet werden, enthüllen immer wieder mit geradezu zynischer Offenheit das Verbrechen, das der damalige englische Ministerpräsident bewußt in München beging. Am Montag erklärte der frühere Botschafter in Verlin, Sie Reville Henderson, in einer Rede in Ipswich, er wisse nicht, ob die Kritiker an Chamberlain heute oder damals sich vor Augen hiellen, daß England am 26. Sepiember 1938 keine Spilsices halte?„Wie halten“, so sagle er wörtlich, bis zwel Abungs=Hurricanes und 7 moderne Flakgeschütze für die Verleidigung Londons. Deutschland hätte täglich 2000 Vomben auf London abwersen können und wie hätten ihm keine Antwort geben können.“ Deutschland dachte nicht daran, auch nur eine Vombe irgendwo abzuwerfen, denn der Führer wollte den Frieden, um der Welt die Schrecken eines Krieges zu ersparen. Chamberlain aber wollte den Frieden, weil er noch keine Spitfires“ hatte. Deshalb fuhr er nach München, um Zeit zu gewinnen. Mit teuslischer Gelassenheit unterzeichnete er die Münchener Erklärung, in der es hieß:„Wir sehen das Abkommen als symbolisch für den Wunsch unserer beiden Völker an, niemals wieder gegeneinander Krieg zu führen.“ Schrieb seinen Namen und fuhr mit höhnischem Grinsen nach Hause. um Spitires zu bauen und dann am 3. September 1939 dem Deutschen Reich den Krieg zu erklären. Wenn es noch eines Beweises für die deutsche Friedensliebe und die Hinterlist der britschen Kriegsheßer, die nur Zeit gewinnen wollten, bedurft hatte, so konnte ihn die prahlerische Rede Hendersons nicht besser geben. „Deutschland hätte täglich 2000 Vomben adwersen können...“. Und tat es nicht, weil es den Frieden liebte. Das Abkommen von München jedoch, das damals so herzlichen Jubel in allen nichtenglischen Ländern auslöste, wurde„symbolisch“ für die britische Niedertracht. Aber auch die eiligst gebauten Spitfires und die Flakgeschütze haben das Lügengezücht auf der britischen Insel nicht davor bewahren können, der endgültigen Ausrottung entgegenzugehen. Wo bleiben die Kriegsziele? us be, euns eeige Berlin, 19. November. Der Londoner Korrespondent von„Göteborgs Posten" berichtet:„Die Arbeiterpartei, und liberale Kreise haben lange gefordert, daß die britische Regierung ihre Kriegsziele vorlegen soll Man ist der Ansicht, daß es nicht genügt, nur gegen den Hitlerismus und den Faschismus zu kämpfen. Es müßten auch klar sormulierte positive Ziele angegeben werden. In politischen Kreisen wird mit Bestimmtheit angenommen, daß das Kabinett die Formulierung der britischen Kriegsziele setzt überlegt und daß dabei die verschiedenen Regierungsmitglieder ihre Gesichtspunkte als Parteiführer wie auch als Privatpersonen vorlegen werden. Auch die Dominions sollen zu Rate gezogen werden. Sobald Einigkeit erzielt worden ist, erwariet man, daß Churchill die britischen Kriegsziele in einer öffentlichen Rede, wahrscheinlich vor dem Unterhaus, vorlegen wird.“ Die immer wiederkehrende Forderung an die englische Regierung, endlich die Kriegsziele zu formulieren, ist der deste Beweis für das schlechte Gewissen Englands. Das deutsche Volt steht mit reinem Herzen in diesem Krieg, der ihm von England aufgezwungen wurde Sein Kriegsziel war ihm vom ersten Kriegstage an bekannt. Es heißt: Befreiung des deutschen Volkes von der seindlichen Politik der Vorenthaltung seiner Lebensrechte. Per — Mikrofilmarchiv der deutschsprachigen Presse.V. 20. November 1940 die machtlos London muß die Aufräumungsarbeiten unter militärische Kontrolle stellen Heilloses Durcheinander im Straßenleben Berlin, 19. November. Die Gegensätze zwischen britischer Armee und Zivilverwaltung bei den Aufräumungsarbeiten in dem durch .e deutschen Vergeltungsangriffe an so zahlreichen Stellen zerstörten London werden aus einem Eigenbericht von„Svenska Dagbladet“ aus London deutlich. Danach hat man sich in London nach monatelangen Überlegungen dazu entschließen müssen, die ganzen Aufräumungsarbeiten unter mili tärische Kontrolle zu stellen. Die oberste Leitung der Aufräumungsarbeiten wurde dem Generalmajor Taylor übertragen. Im Stabe Taylors arbeiten nicht weniger als 5 Obersten und 26 Majore und Hauptleute, ferner 84 Zivilsachverständige und 3000 Mann Ingenieurtruppen und noch viele Tausend Mann des militärischen Hauptpionierkorps. Der Londoner Bericht betont, es gelte nicht nur die Trümmer hinwegzuräumen, sondern auch die durch die Bombeneinschläge entstandenen Krater auszufüllen, dann auch noch die ganzen Wasserleitungen und Kanalisationsanlagen zu erneuern die an zahlreichen Stellen in der Riesenstadt zerstört seien. Gleichzeitig müßten auch die Verkehrswege weitgehend geordnet werden, provisorische Brücken hergestellt und alles getan werden, um den Verkehr wieder zu ermöglichen. Das heillose Durcheinander im Londoner Straßenleben kann nun auch von der britischen Presse auf die Dauer nicht mehr totgeschwiegen werden. Diese gibt zu, wie der Londoner Vertreter von„Tokio Nitschi Nitschi“ in einem Sonderbericht meldet, daß bereits fast der gesamte=Bahnverkehr zum Stillstand gekommen sei, da die Bahnhöfe mit zohllosen schlafsüchtigen Menschen übersät seien. Männer rebellieren öffentlich gegen die Regierungsverordnungen, wonach nur Frauen und Kindern das Schlosen auf den=Bahnhöfen gestattet sei. Die verängstigte Bevölkerung versuche krampfhaft— den Schilderungen der britischen Presse zufolge— sich durch laute Jazzmusik zu betäuben und den Lärm der deutschen Bomber zu übertönen. Der gesamte Fernsprech= und Telegrammverkehr sei eingestellt. Auch könne die Londoner Presse nicht umhin, so bemerkt abschließend der Tokioter Berichterstatter, über die sich täglich mehrenden Pründerungen, Raub= und Zuchthausverurteilungen, hauptsächlich von Soldaten, zu berichten.“ Krisenzeichen Allgemeines Stuhlrücken bei der RA3 Von unserem tt-Berichterstatter Genf, 19. November. Die Ernennung des Befehlshabers der britischen Luftstreitkräfte, Luftmarschall Sir Hugh Dowding, die wieder einmal zu einem allgemeinen Stuhlrücken in den oberen Kommandostellen der Royal Air Force geführt hat, zum technischen Berater einer britischen Luftkommission, hat in der englischen Oeffentlichkeit großes Aufsehen erregt. Allgemein wird die Hoffnung ausgesprochen, daß der neue Besehlshaber, Luftmarschall Douglas„neuen Schwung“ in die Royal Air Force bringe. Offensichtlich ist das Vertrauen in diese seit den Angriffen auf Coventry und dem letzten Großangriff auf London schwer erschüttert worden. Kennzeichnend für die Krise, die gegenwärtig die britische Lustwasse durchmacht, ist auch die Version, die in Londoner politischen Kreisen über die Abberufung von Dowding herumgeboten wird. Nachdem erst kürzlich Winston Churchill großprahlerisch ausrief, daß der Luftkrieg für die britische Insel eine kleinere Gefahr darstelle als der Seekrieg, hat man nun plötzlich Ende letzter Woche wiederum herausgesunden, daß es umgekehrt sei; denn es wird betont, daß das britische Kriegskabinett seine ganze Aufmerksamkeit von nun an der Produktionsfähigkeit der Flugzeugindustrie zuwendet. Diese sei das wichtigste Problem für Englands Kriegsführung geworden. Deshalb sei auch Dowding von dem britischen Luftproduktionsminister Lord Beaverbrook mit einer Sondermission beaustragt worden. Zweisellos wirft diese plötzliche Entdeckung eines neuen erstrangigen Gefahrenproblems, das nun wieder in der Flugzeugindustrie liegt, und die Abschiebung von Dowding in die technische Kommission, nachdem er an der Front alles andere als Lorbeeren geholt hat, ein ganz besonderes Licht auf die verheerenden Folgen des Schlages der deutschen Luftwaffe gegen das Rüstungszentrum Coventry vom letzten Freitag, dessen Bedeutung hinsichtlich der Kriegsproduktion allerdings immer noch von den britischen Regierungsstellen krampshaft verschwiegen wird. Der Ausverkauf geht weiter Die Brilen geben weilere Stützpunkte an die 1S4 ab Madrid, 19. November. Der Ausverkauf des sterbenden britischen Empires geht weiter: Nach dem kürzlichen Alteisen=ZerstörerHandel wird jetzt in London amtlich bekanntgegeben, daß ein neues Abkommen über folgende Plätze, die den Vereinigten Staaten als Stützpunkte verpachtet werden sollen, getroffen worden ist: Bermudas: Plätze im äußersten Osten der Kolonie. Bahama: Ein Platz auf der Insel Mayaguana. Jamaica: Plätze an der Portlandbucht, an der Südküste der Insel, ungefähr 40 hm westlich von Kingston. Antigoa: Plätze in der Nähe von Port Parham, an der Nordküste der Insel. Santa Lucia: Ein Platz an der Bucht von Groß=Islet im äußersten Norden der Insel. Britisch=Guayana: Plätze am Ufer des Flusses Demarara, ungefähr 40 km vom Meer entsernt und an der Mündung des Flusses Essequibo. Wie Reuter hierzu schreibt, werde die Frage der Verwaltung und Rechtsprechung in den verpachteten Gebieten viele Probleme(!) bieten, die von britischen und amerikanischen Sachverständigen im Laufe von Diskussionen geprüft werden müßten. Das wolle jedoch nicht heißen, so versichert Reuter eilfertig, daß die Arbeiten über die übereingekommenen Plätze in Erwartung der Resultate dieser Besprechungen aufgeschoben würden. Im Gegenteil, die vorbereitenden Arbeiten würden demnächst in den meisten dieser Plätze beginnen. Das übereinkommen hätte im übrigen so schnell getroffen werden können, weil sich bereits in jede Kolonie ein amerikanischer Inspektionsrat begeben hatte. London brossen ven Verbrauch Wirtschaftsnöte auf der belagerten britischen Insel dem Import von Nahrungsmitteln und Rohmaterial ab. Diese Einfuhr ist natürlich stark herabgesetzt, denn die Schiffe brauchen viel längere Zeit, um England zu erreichen, sie müssen länger im Hasen warten und durch das System der Geleitzüge wird ebenfalls viel Zeit verloren. Aber wir müssen auch bedenken, daß wir nicht mehr von Schweden und Frankreich und dem halben Europa einführen können, sondern unsere Güter von weither holen müssen. Viele Schifse sind zurzeit auch in Reparatur. Durch den Verlust der französischen Flotte, durch den Kriegseintritt Italiens, durch die Kontrolle der atlantischen Küste durch Deutschland wurde die Schiffahrt weitestgehend erschwert. Wir brauchen mehr Schisse, so viel Schisse wie möglich. Unsere Schiffe müssen, wenn sie Waren aus Agypten holen, den Weg um das Kap der Guten Hoffnung nehmen, was viermal soviel Zeit in Anspruch nimmt als der Weg durch das Mittelmeer.“ Der Vergleich des augenblicklichen Zustandes der britischen Handelsflotte mit dem von ununterbrochenen deutschen Luftangriffen sehr schwer mitgenommenen London ist in den vorstehenden Ausführungen besonders interessant. Der fehlende europäische Markt Schwierige Lage für argentinische Landwirtschaft Von unserem sn-Berichterstatter Buenos Aires, 18. November. Bezeichnend für die äußerst schwierige Lage der argentinischen Landwirtschaft infolge des Ausfalls des Getreideabsatzes nach Europa ist das telegraphische Gesuch, welches von der land= und viehwirtschaftlichen Vereignung der reichsten Roggengegend La Pompa an den Vizepräsidenten und Finanzminister gerichtet wurde. Darin wird dargelegt, daß die gegenwärtigen Roggenpreise weit unter den Erzeugungskosten liegen, weshalb die Landwirte kein Interesse an der Einholung der quantitativ wie qualitativ ganz ausgezeichneten Ernte haben. Es soll sich auch nicht lohnen, Saatgut zu schneiden, da die Bauern teils noch vom Vorjahr damit versorgt sind oder es zu sehr niedrigen Preisen kaufen könnten. Angesichts dieser Schwierigkeiten ersucht die genannte Vereinigung um eine Lösung dieses wirtschaftlichen und sozialen Prodlems. Autoneseu greist durch Weilere Verhaftungen leitender Männer des Carol= Regimes Bukarest, 19. November. * Der Ausschuß zur überprüfung der unter dem Carol= Regime begangenen politischen Verbrechen verfügte die Verhaftung des früheren Ministerpräsidenten und Heeresministers General Argeseanu, des Generaloberstaatsanwaltes Paseu und des früheren Kommandanten des Militärgefängnisses Jilava bei Bukarest, Oberst Ghenovici. Die Verhafteten werden beschuldigt, sich an Verbrechen gegen die Legionäre beteiligt und ungesetzliche Befehle ausgeführt zu haben. „Schlechte Aussichten für England“ Offene Worte der„Sunday Times“ über die katastrophalen Auswirkungen der deutschen Gegenblockade Stockholm, 19. November. Die zunehmende Wirksamkeit des deutschen Handelskrieges und die immer stärker fühlbaren Folgen der pausenlosen Luftangriffe auf die englische Wirtschaft haben die britische Regierung zu einer zwangweisen Drosselung des Verbrauchs veranlaßt, wie man sie im reichen England wohl niemals für möglich gehalten hätte. Wie aus dem Londoner Eigenbericht einer schwedischen Zeitung hervorgeht, sind für 17 verschiedene Produktionszweige von den zuständigen Behörden scharse Einschränkungen angeordnet worden. So ist der Handel mit Pelzen, Matratzen, Linoleum, Glas, gewissen Möbeln, Messern, Gabeln, Tassen, Fotos, Musikinstrumenten, Sportartikeln, Spielzeug, Füllfedern, Juwelen, Parfüm und Regenschirmen nur im Umfange von 25 v. H. des Friedensbedarfs gestattet, was eine weitere starke Herabsetzung des bereits auf 66 v. H. beschränkten Verkaufs bedeutet. Ferner sind Beschränkungen für den Verkauf von Handschuhen, Kleidern und einigen anderen Gegenständen vorgesehen, die nur noch im Umfange von 33 v. H. des bisherigen Betrages umgesetzt werden dürfen. Diese Einschränkungen sind noch wesentlich höher, als es diese Zahlen widerspiegeln, weil sie nach dem Werte berechnet werden und die Preise für sämtliche dieser Erzeugnisse weientlich angezogen haben. In einer behördlichen Verlautbarung wird darauf hingewiesen, daß die amtlichen Stellen die Hoffnung hätten, daß die Bevölkerung von sich aus eine Rationierung der Kleider vornehmen wird. Besondere Inspektoren, die vom Ministerium ernannt würden, würden die Verteilung überwachen. Sonst würde man sich gezwungen sehen, Kleiderkarten einzuführen. Wie man sieht, versucht man jetzt in England in elfter„Stunde„Rationierungsmaßnahmen" durchzuführen, nachdem man früher die vorsorglichen— und nebenbei lange nicht so einschneidenden— Planungen Deutschlands auf diesem Gebiet nicht genug mit Hohn und Spott überschütten konnte. Selbstverständlich werden diese verspäteten Experimente den Zusammenbruch der englischen Wirtschaft nicht aufhalten können. „Wir brauchen mehr Schiffe!“ Notschrei eines britischen Marinesachverständigen Berlin, 19. November. Der Marinesachverständige des britischen Rundfunks, Ronald Croß, hielt im Londoner Rundfunk einen Vortrag über die augenblickliche Lage zur See für Großbritannien. Er erklärte wörtlich: „Wir haben große Verluste, aber wir können die Verluste auf uns nehmen, genau so wie London die Luftangriffe über sich ergehen läßt und auf sich nimmt. Die Verluste, die wir bis jetzt erlitten haben, sind schwer, aber nicht zu schwer für uns, und wir sind nicht einer wirklichen Hungersnot ausgesetzt. Aber wir müssen daran denken, daß wir noch Jahre und Monate des Krieges vielleicht vor uns haben. Wir hängen sehr von Berlin, 19. November. Mit ungewohnter Offenheit werden neuerdings in der englischen Presse die katastrophalen Auswirkungen der deutschen Gegenblockade behandelt. Die britische Admiralität sorgt freilich weiter dafür, daß die Verluste an Schiffen nicht im vollen Umfange bekannt werden. Immerhin sind die Einbußen derart gewaltig, daß sich der Ernst der Lage nicht länger verheimlichen läßt. Auch die Ankündigung baldiger Abhilfe verfängt nicht mehr, da dieser Trost schon zu oft versagt hat. Nun gibt die Londoner„Sunday Times“ vom 17. November in einem längeren Artikel Zukunftsverspektiven über den Handelskrieg, die geeignet sind, die letzten Illusionen zu zerstören. Der Mangel an Begleitschiffen für die Geleitzüge, wird ohne Umschweife zugegeben, wobei zu berücksichtigen ist, daß sehr viele Handelsschiffe sogar aus besonders stark gesicherten Geleitzügen heraus versenkt worden sind. „Selbst wenn wir die Konvois weitet nach Norden leiten würden“, meint das Blatt,„würden sie immer noch in Reichweite der deutschen Bomber sein.“ Auch Flugzeugträger könnten sich in den Gewässern um Großbritannien nicht aufhalten, weil sie nach den bitteren Erfahrungen dieses Krieges all zuleicht verletztbar seien. „Schlechte Aussichten also für England“, meint „Sunday Times“, mit der wir diesmal durchaus der gleichen Auffassung sind. Zämmerliche Bankerotterklärung „Alles nur Irgendmögliche getan“ Stockholm, 19. November. Die verheerenden Auswirkungen der deutschen Gegenblockade, die der„Sunday Times“ bereits Veranlassung zu überaus pessimistischen Betrachtungen gaben, haben jetzt auch im Unterhaus einen bezeichnenden Niederschlag gesunden. Der Erste Lord der Admiralität, Alexander, wurde dort gefragt, ob genügende Vorsichtsmaßnahmen“ im Geleitzugwesen getroffen worden seien, die derartige„Unfälle", wie die des Hilfskreuzers„Jervis Bay“ verhinderten. Alexander mußte hierauf eingestehen, es sei alles nur Irgendmögliche getan worden, um die Geleitzüge mit einem Höchstmaß von Schutz zu versehen. Er betonte jedoch, daß dies nur so weit gehen könnte, wie es die anderen Kriegspflichten der Marine erlaubten. Lord Alexander mußte also eine sämmerliche Bankerotterklärung des britischen Geleitzugssystems abgeben. Die riesige Flottenmacht des angeblich„meerbeherrschenden“. Albions ist demnach nicht mehr in der Lage, die lebenswichtige Versorgung der britischen Insel sicherzustellen, ohne die die Fortführung des von der Plutokratenkaste leichtfertig heraufbeschworenen Krieges auf die Dauer unmöglich ist. Londoner Wortspiele Verluste ohne Verluste! Berlin, 19. November. Der Londoner Rundsunk hat sich am 17. November zu den zunehmenden Schiffsverlusten geäußert und dabei erklärt:„Wir haben große Verluste, aber unsere Flotte schrumpft doch nicht zusammen.“ Leider erfährt man nicht, wie diese„Verluste ohne Verluste“ möglich sein sollen. Nach diesem Wunschtraum, der an das Sprichwort erinnert:„Wasch mir den Pelz, aber mach mich nicht naß“, meint der Londoner Sender, der englischen Flotte ergehe es ähnlich wie London, beide müßten die auf sie niederfallenden Schläge auf sich nehmen. Ein solcher Vergleich kennzeichnet treffend die Passivität und die Einstellung auf das Erdulden, die England gegenüber den deutschen Angriffen einzunehmen gezwungen ist. Im übrigen: wenn es mit der britischen Flotte ebenso bestellt ist wie mit der britischen Hauptstadt, dann ist das die beste Bestätigung der Erfolge der deutschen Gegenblockade. Dr. Goebbels vor den Leitern der Reichspropagandaämter Arbeitslagung in München München, 19. November. Am Dienstag versammelten sich die Leiter der Reichspropagandaämter im Sitzungssaal des neuen Münchener Rathauses zu einer Arbeitstagung, bei der eine Reihe von Referaten über wichtige Tagesfragen gehalten wurden. Dabei beleuchtete Ministerialdirigent Hinkel vom Reichspropagandaministerium Fragen der Truppenbetreuung. Im Mittelpunkt der Tagung, an der auch die Hauptreferenten der Reichspropagandaleitung und die Intendanten der Reichssender des Großdeutschen Rundfunks teilnahmen, stand eine Rede des Reichsministers Dr. Coebbels. Der Minister gab einen umfassenden Überblick über die politische und militärische Lage. Der Pakt der Ordnungsmächte Fortsetzung von der Vorderseite verträge, sowie bei dem fernöstlichen Neunmächtepokt. die Rechte der Völker vergewaltigten. Daß sich dabei die parallele Aktion der Vertragspartner nicht auf Revision und Abbau beschränkt, sondern an die Stelle destruktiver Negativität die positive Konstruktion setzt, haben die politischen Taten in Europa und in Ostasien bewiesen. Die zur endlichen Durchsetzung dieser in der Präambel aufgeführten weltpolitischen Ordnungsprinzipien notwendigen praktischen Absprachen sind in einem besonderen Artikel des Vertrages niedergelegt. In diesem Teil des Vertrages ist die wechselseitige Anerkennung des Führungsanspruches in den vitalen Räumen der vertragschließenden Mächte festgelegt, sowie die Verpflichtung zu jedem, auch militärischen, Beistand im Falle einer auswärtigen Intervention. Die Ordnung der Dinge in den natürlichen Strahlungsfeldern der deutsch=italienischen und der japanischen Lebenskraft ist nicht nur im Interesse der drei Mächte selbst, sondern ein Gebot der Ordnungschlecht: hin, an dessen Verwirklichung im Grunde alle auf eine gemeinsame Wohlfahrt der Völker bedachten politischen Faktoren des internationalen Feldes interessiert sind. Dieser Erkenntnis folgend vereinigen sich die vertragschließenden drei Regierungen— wie es in der Präambel des Dokuments von Berlin ausdrücklich ausgeführt ist— in dem Wunsch,„die Zusammenarbeit auf solche Nationen in anderen Teilen der Welt auszudehnen, die geneigt sind, ihren Bemühungen eine ähnliche Richtung wie sie selbst zu geben, damit sie ihre auf den Weltfrieden als Endziel gerichteten Anstrengungen verwirklichen können". Dieser Passus am Schluß der Präambel giht anderen Staaten die Möglichkeit, ihre Solidarität mit den Mächten der Ordnung zu bekunden. So wächst die Präambel mit den in ihr gesetzten Zielen über den ursprünglichen Sinn hinaus zu einer Basis für die Kräfte, die den Geist der Zeit und die Kraft der sie gestaltenden Gedanken erkannt haben. Während das britische Empire indessen ringsum nach Stützen tastet und damit nach Helfern und Bundesgenossen für das alte System der ewigen Nichtordnung, formieren die Mächte des Dreierpaktes die neue Welt, in deren Zentrum für England und seine Methoden kein Platz mehr sein wird. die völkische Sendung der Dr. Ley sprach zu den Gau-Frauenschaftsleiterinnen Berlin, 19. November. Im Rahmen einer Arbeitstagung der Reichsfrauenführung in Berlin sprach Reichsorganisationsleiter Dr. Ley zu den Gaufrauenschaftsleiterinnen aus allen Gauen des Reiches. Dr. Ley würdigte den Einsatz der Frau und die vorbildlichen Leistungen der werktätigen Frauen im jetzigen Schicksalskampf des deutschen Volkes. Schon jetzt seien, wie der Reichsorganisationsleiter weiter betonte, Untersuchungen darüber im Gange, welche Beruse man der deutschen Frau vorbehalten könne, ohne ihre völkische Sendung zu gefährden oder zu beeinträchtigen. Diese Bestrebungen würden nach dem Kriege in weitgehendem Maße praktische Auswirkung finden. Das Hochziel der Familiengründung und der Weg der deutschen Frau zur deutschen Mutter bestimme in entscheidender Weise alle sozialen Planungen. In einem kurzen Schlußwort knüpfte die Reichsfrauenführerin Scholtz=Klink an die Gedankengänge Dr. Leys an und dankte ihm für die tatkräftige Förderung der bedeutungsvollen Arbeit, die die Lösung aller Lebensfragen der deutschen Frau durch die Partei sicherstelle. Hestige Kämpfe an der Epirusfront Feindliche Angriffe im Dodekanes zurückgeschlagen Rom, 19. November. Der italienische Wehrmachtbericht vom Dienstag hal folgenden Wortlaut: „Das Hauptquartier der Wehrmacht gibt bekannl: An der Epirusfront haben gestern heftige Kämpfe staltgefunden, die die beiderseitigen Stellungen außer in der Zone des vom Feinde besetzten Dorfes Ezeki nicht verändert haben. Unsere Luftverbände haben heftig die feindlichen Positionen angegriffen, wobei Explosionen verursacht und Truppenansammlungen im Tiefflug mit Maschinengewehren beschossen wurden. Drei feindliche Flugzeuge wurden abgeschossen. Eines unserer Flugzeuge ist nicht zurückgekehrt. In Nordafrika hat unsere Lustwafse Flughafenanlagen, die Stellungen und die Barackenlager der Oase Siwa angegriffen und im Tiefflug beschossen, wobei alle Ziele getroffen und schwerer Schaden verursacht wurde. Alle unsere Flugzeuge sind zurückgekehrt. Feindliche Flugzeuge haben Tobruk und Bardia erfolglos sowie Sollum, wo es drei Tole und fünf Verwundete gab, bombardiert. Im Dodekanes hat der Jeind versucht, sich der Insel Gaidaro zu bemächtigen. Das sofortige Eingreisen unserer Land=, See- und Luftstreitkräfte hat den Jeind zurückgeschlagen, der sich eiligst zurückzog. In Ostafrika hat der Feind Luftangriffe auf Agordat, Corondil, Bune und Gherille durchgeführt, die keine schweren Folgen hatten.“ Blenheim=Bomber abgestürzt Belgrad, 19. November. Wie Avala mitteilt, stieß am Montagmorgen um 4 Uhr ein zweimotoriges Flugzeug vom Blenheim=Typ gegen einen Berg in der Nähe von Danilovgrad Banovne Zeta, explodierte und geriet in Brand. Bis jetzt wurden vier Leichen gefunden, von denen zwei identifiziert werden konnten. Sämtliche Bomben bis auf eine sind beim Aufprall explodiert. Verlag: Wesifälische Tageszeilung G. m. b.., Münster(Westl. l. Verlagsleiter: Erich Frintrop(z. 2t. im Felde). I. V. Artbur Peisch. Hauptschriftleiter: Dr. Anton Eickholl(z. 2t. im Felde): Stellvertreter Karl Kuhl. Verantwortliche Schriftleiter: Politik: Karl Kuhl: Politische Nachrichten und Vermischtes: Dr. Eugen Wagner: Bewegung und Provinz: Mar Hiemisch(z. 2t. im Felde). 1. V. August Hollwes: Volkstum. Kunst und Unterhaltung: Wilhelm Vernekohl, Stadtanzeiger: Peter Jurascheck: Kommunalpolitik: Otto Pefter (z. 2t im Felde): Sport: Allred Strobel(z. Zt. im Felde), I. V. Peter Jurascheck: Bezirksausgaben und Bildberichtexstattung: Clemene Hülsbusch: Anzeigenleiter: Horst Entere (2 Zt. Wehrmacht). I. V Hane Wollmaler. Sämtlich in Münster. Druck: Aschendorffsche Buchdrucherei. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 1 vom 1. Juli 1910 gültig. Umwege des Herzens R OMAN VON H. G. HANSEN (22. Fortsetzung.) „Vielen Dank, Herr Rechtsanwalt. Ich bitte, auch in Zukunft von meiner Vermittlerrolle gegenüber niemand zu sprechen, da ich überflüssige Dankesbezeugungen vermeiden will" „Wird besorgt, Herr Brauer.“ Koßmann hängte ein. Er wandte sich zu Schwiegermutter und Schwager.„Gott sei Dank, daß ich wenigstens das tun konnte. Es ist eine Sühne für die Sorge und Angst, die Frau Korn und ihre Kinder auszustehen hatten.“ „Ja, Hannes.“ Frau'Oleron nahm seinen Kopf zwischen beide Hände.„Wenn es dir nur innerlich hilft. Geld ist erst dann etwas wert, wenn man damit Freude machen kann.“ „Und jetzt will ich gehen, Mutter.“ „Willst du,—“ sie schluckte,„willst du nicht noch von den Jungens Abschied nehmen, ich meine für alle Fälle, wenn du nicht gleich zurückkommst?“ „Besser wäre es nicht, Mutter. Sagt ihnen, ihr Vater hätte verreisen müssen und bliebe ein paar Wochen fort.“ Draußfen in der Diele brach Lärm aus. Zwei Kinderstimmen stritten und machten Spektakel genug für ein Dutzend. Hannes Koßmann lächelte.„Meine Jungens. So war ich auch einmal.“ Er ging zur Tür und öffnete sie. Sobald ihn die Kinder erblickten ließen sie Spielzeug und Gegenstand des Streites sofort fallen und stürmten mit Geheul auf ihren Vater zu. „Fein, daß du da bist, Vati. Ist denn heute Sonntag!“ „Nein, Sonntag ist nicht. Ich muß verreisen und bin deshalb nach Hause gekommen. Aber Großmutter und Onkel Richard bleiben hier, um mit euch zu spielen oder wollt ihr lieber zu Großmutter auf Besuch nach Werder?" „Klar.“ Ußz, der ältere, erklärte das energisch.„Besuch ist immer sein, und Großmutter hat einen größeren Garten als wir hier, Vater, außerdem das viele Wasser.“ „Dann sprecht einmal mit Großmutter, ob sie euch mitnehmen will.“ Sofort ließen sie von ihm ab und stürmten zu der Großmutter hin. Bettelnd, schmeichelnd und fordernd wünschten sie sofortige Übersiedlung nach Werder. In diesem Augenblick betrat Gitta die Diele. Ihr Mann stand allein, da die Kinder mit ihrer Großmutter eine Gruppe bildeten, die für nichts anderes Augen hatte. Frau Koßmann trat auf ihren Gatten zu. Sie war bleich wie eine Tote, hatte tiefliegende Ringe um die Augen und sah nicht so gepflegt aus wie sonst. Sie schien nicht dreißig, sondern vierzig Jahre alt zu sein. Mit einer bittenden Gebärde, die hilflos aussah wie die einer Sterbenden oder eines eingeschüchterten Kindes, trat sie näher zu ihm.„Hannes, verzeih mir.“ Ihre Augen schwammen voll Tränen. Eine Sekunde überkam ihn Rührung. Dann hatte er sich wiedet in der Gewalt. Nur nicht weich werden. Die Schande, die große Schande stand deutlich vor seinen Augen. Und vor ihm lag eine Zukunft grau und trübe, deren Ausgang nicht abzusehen war. Diese Frau war schuld an allem. „Verzeihen mag dir ein anderer. Ich kann es nicht. Es ist billig, erst alles heraufzubeschwören und dann zu kommen und um Verzeihung zu bitten. Alles, Gitta, ohne Ausnahme, alles hätte ich dir verziehen, selbst wenn du ein Verbrechen begangen hättest. Nie würde ich dich verlassen und mit deinem Schmerz allein gelassen haben. Aber das kann ich dir nicht verzeihen, nicht heute und nicht morgen und nicht am Ende meiner Tage.“ Er drehte sich auf dem Absatz herum. Sein Gesicht blieb unentwegt und gewann erst wieder Leben, als er sich zu seinen Kindern herabbeugte, sie küßte und sich von ihnen verabschiedete. „Seid schön brav, so lange ich verreist bin, ja?“ „Ja, Vater.“ Sie küßten ihn heftig.„Bleibst du lange weg?“ „Nicht lange, nur ein paar Wochen.“ „Oh, das ist aber sehr lange.“ „Auf Wiedersehen, Mutter, auf Wiedersehen, Richard.“ Er drückte beiden die Hand und küßte seine Schwiegermutter auf die Stirn, während sie ihn umklammert hielt. Dann nahm er seinen Hut vom Haken und ging ohne einen Blick nach rückwärts durch die Diele. Sein Schritt war fest und sicher. Dem Chauffeur gab er Weisung, zum Gebäude der Staatsanwalt zu fahren. Der Mann würde ohnehin morgen alles wissen. Er sah geradeaus, als der Wagen durch Berlin fuhr. Keine Miene war anders als sonst. In der gleichen straffen Haltung, wie man es von ihm gewöhnt war, stieg er die Treppe zum Gebäude der Staatsanwaltschaft empor, nachdem er dem Chauffeur bedeutet hatte, heimzufahren. Dann fiel die Tür hinter ihm zu. * „Ich habe Ihnen ein Geständnis zu machen, Herr Staatsanwalt.“ Koßmann stand aufrecht neben dem Schreibtisch Doktor Fechts, obwohl dieser seinem Besucher nach der Begrüßung einen Stuhl angeboten hatte. „Nanu, Geständnis? Was haben Sie denn verbrochen?“ Der Staatsanwalt schlug einen scherzhaften Ton an. „Ich habe den Kapellmeister Ralf Kühlitz erschossen.“ Fecht gab sich einen Ruck, stand auf und starrte Koßmann an.„Sie, Mann? Wissen Sie, was Sie da sagen? Gestern hat vor Gericht der Angeklagte Korn gestanden, und jetzt kommen Sie mit der Behauptung. daß nicht er, sondern Sie der Täter seien. Und warum kommen Sie erst jetzt?“ „Korn hat nur aus Angst ein falsches Geständnis abgelegt, weil er sich in alle möglichen Indizien verwickelt sah. In Wirklichkeit bin ich der Täter.“ „Setzen Sie sich bitte.“ Der Staatsanwalt ließ sich schwerfällig nieder. „Wollen Sie mir das nicht ein wenig näher erklären, Herr Koßmann?“ „Selbstverständlich, Herr Staatsanwalt. Ich muß dazu etwas weiter ausholen.“ Mit regelmäßiger, fast monoton wirkender Stimme erstattete er Bericht. Wie am Morgen bei Justizrat Hirte vergaß er nichts, was von Bedeutung war, ging nur einmal etwas ausführlicher darauf ein, was ihn zu seiner abwartenden Haltung bis zur Urteilsfällung veranlaßt hatte. Fecht wußte schon wenige Minuten nach Beginn der Erklärung Koßmanns, daß dieser die Wahrheit sprach. Logisch reihte sich ein Geschehnis an das andere. Sein Beruf hatte den Staatsanwalt hart gemacht gegenüber den Nöten der Menschen. „Ich stehe heute als Beamter vor Ihnen, Herr Koßmann, und müßte es mir versagen, ein menschliches Wort an Sie zu richten, das über die mir gezogenen Grenzen hinweggeht. Bevor ich Ihre Aussagen protokollieren lasse, möchte ich Ihnen aber doch sagen, daß Sie sich in Dinge hineindrängen ließen, die furchtbar auf Ihnen lasten müssen und die weit über die Befugnissedes einzelnen hinausgehen. Geständnisse von Verbrechern habe ich oft gehört, auch ganz freiwillig gegebene von Männern, die sich selbst stellten, aber ein Fall wie der Ihre gehört Gott sei Dank zu den größten Seltenheiten.“ Dann beauftragte er durch den Fernsprecher seinen Protokollschreiber, sofort zu kommen. Ich habe noch eine Bitte, Herr Staatsanwalt. Können Sie nicht Korn, der gestern verurteilt worden ist, sofort Mitteilung von der Wendung geben?" „Wenn es Sie beruhigt, gern. Ich rufe sofort den Anwalt an, der Korn aufsuchen kann.“ Fecht rief den Verteidiger an und erntete von diesem Ausrufe der größten Überraschung. Er versprach, seinen Klienten sofort aufzusuchen und von der Angst um sein Leben zu befreien. Dann wurde in zweistündiger Arbeit ein umfangreiches Protokoll über die Aussagen Koßmanns aufgenommen. Es war für ihn unendlich peinlich und schwer, alles zu erklären, was seine Frau betraf, aber er überwand sich tapfer und war Fecht dankbar. der sehr viel Takt und Verständnis zeigte, ohne daß darunter die wahrheitsgemäße Darstellung litt. „Jetzt habe ich noch eine Reihe von Fragen an Sie, Herr Koßmann." „Bitte sehr.“ „Ich kann etwas offener sprechen, als ich das gemeinhin tue, weil Ihr Fall ganz aus dem Rahmen des Normalen herausfällt und deshalb gleich vorwegschicken, daß Ihre Angaben, die Sie von dem Verdacht des Mordes retten, eine Stütze durch unsere Ermittlungen am Tatort und durch gewisse Bekundungen Korns finden. Sie hatten nur die Absicht, Kühlitz zu einem Zweikampf ohne Zeugen zu zwingen, um jede Möglichkeit dafür auszuschalten, daß die öffentlichkeit sich mit der Angelegenheit beschäftigen konnte?“ „Jawohl.“ „Und wie dachten Sie es sich, wenn Sie ernstlich verwundet worden wären, was auch dann noch möglich war, wenn Sie Kühlitz gleichzeitig oder hinterher tödlich trafen?" „Ich habe Beziehungen zu dem Inhaber einer Privatklinik, der die Heilung besorgt hätte, ohne daß jemand ein Wort davon erfuhr. „Und wenn Sie sich gar nicht vom Platz mehr hätten wegschleppen können oder selbst getötet worden wären?" „Damit mußte ich natürlich rechnen. Das ließ sich nicht vermeiden, denn einen regelrechten Mord oder Totschlag wollte ich doch nicht begehen. Aus diesem Grunde gab ich ihm die Chance in dem Zweikampf.“ „Wir werden zur Nachprüfung Ihrer Angaben durch einen Arzt Ihre durch den Schrotschuß erlittenen Verletzungen nachprüfen müssen.“ „Natürlich. „Wollen Sie sich jetzt darauf beruten, daß Sie in Notwehr gehandelt haben?“ „Die juristische Formulierung überlasse ich ganz den dafür zuständigen und geschulten Herren. Ich habe lediglich meine Pflicht getan, indem ich den Verlauf der Tat so schilderte, wie er der Wahrheit entspricht.“ „Ihr Anwolt wird zweifellos damit operieren.“ „Wenn er es für richtig hält, meinetwegen. An einer Verurteilung liegt mir natürlich nichts. Was ich als Pflicht ansehe, ist selbstverständlich nicht mit dem Bestreben zu identifizieren, daß ich nun verurteilt werden möchte. Läßt sich der Begriff Notwehr mit dem Gesetz vereinbaren, so ist das um so besser. Nach allem, was ich durch einen Menschen erleben mußte, den ich Freund nannte und der mich hintergangen hat, fühle ich keinesweg das Bedürfnis, die Summe von Unglück noch durch die Verbüßung einer Freiheitsstrafe zu vergrößern.“ „Ehe ich die Anklage formulieren kann, müssen erst noch die nötigen Beweiserhebungen gemacht werden. Neue Vernehmungen, die ärztliche Untersuchung, Nachprüfung wegen des Privatlebens von Kühlitz und ähnliches. Zunächst muß ich Sie in Haft behalten. Es steht Ihnen frei, dagegen Beschwerde einzulegen.“ „Ich habe damit gerechnet und beschwere mich nicht dagegen. Ich möchte den Eindruck vermeiden, als wenn ich auf Grund meiner bürgerlichen Stellung anders behandelt zu werden wünsche als ein einfacher Mann.“ (Fortsetzung folgt Heitere Die gefallsüchtige Frau Renate fragte ihren Tischnachbarn kokett nach ihrem mutmaßlichen Alter. „Zwanzig, gnädige Frau.“ Renate errötete vor Freude:„Aber— aber, Sie schmeicheln.. „Keineswegs, gnädige Frau! Ich hab mir nur angewöhnt, auf solche Fragen stets die Hälfte dessen zu sagen, was ich mir denke!" * Der Unteroffizier kam zu einem Sonderkursus. Sein schwarzbraunes Mädel fragte: „Was hast du heute vor?“ „Ich muß meinen Lebenslauf schreiben!“ :„Das Mädchen errötete: „Schreibst du da auch etwas von mir hinein?“ * Einmal besuchte Friedrich der Große eine Strafanstalt, bei welcher Gelegenheit er sich bei den Gefangenen erbundigte, welche Missetat sie an diesen Ort gebracht habe. Die meisten Sträflinge gaben an, daß sie unschuldig eingelocht worden seien, weil sie hofften, dadurch begnadigt zu werden. Nur einer von ihnen gab ehrlich seine Verfehlungen zu und sagte sogar, daß die über ihn verhängte Strafe eigentlich noch viel zu gering aus“ gefallen sei. „Was?“ sagte der König, über so viel Ehrlichkeit e“ freut,„und da läßt man dich mit diesen ehrlichen und kreuzbraven Leuten hier zusammen? Schließlich trag“ ich noch die Verantwortung dafür, daß du mir diese hier allemal verdirbst! Sofort packst du dein Bünde und machst, daß du hier fortkommst!" — Mikrofilmarchiv der deutschsprachigen Presse.V. K 20. November 1940 Münsterischer Stadtanzeiger Nummer 319 Chronik des Tages lapferen Einsatz. Der Sohn des Schuhmachermeisters W. Aupers, Unterofsizier Heinr. Aupers, ier Melchersstraße 78, wurde für Tapferkeit vor dem Jeinde mit dem Eisernen Kreuz 2. Klasse ausgezeichnet. Unsern herzlichsten Glückwunsch! verdiente Auszeichnung. Kriegsfreiwilliger Matrose ermann Hillebrand, Zumsandestraße 6, erhielt das Eiserne Kreuz 2. Klasse. Ein lapferer Soldat. Dem Gefreiten Karl Wieme# aus Sudmühle, wurde für besondere Tapferkeit vor dem Feinde das Eiserne Kreuz 2. Klasse verliehen. wieder Elerverleilung. Auf den Abschnitt a des „nwärtig gültigen Bestellscheins der Reichseierkarte Ver werden in der Zeit vom 22. November bis 15. Dezemger für jeden Versorgungsberechtigten zwei Eier als rste Rate ausgegeben. Wo in der angegebenen Zeit eine rechtzeitige Belieferung nicht erfolgen kann, behält der Abschnitt a bis zur restlosen Auslieferung der Eier seine Gültigkeit. Wir verweisen auf die im heutigen Anzeigenteil veröffentlichte Bekanntmachung. Vom Seilerhandwerk. Zu dem Bild in unserem gleichnamigen Artikel, den wir in unserer Sonntagsausgabe veröffentlichten, teilen wir noch ergänzend mit, daß es sich um eine Aufnahme der Seilerfamilie Wilhelm Oeding und ihrer Gehilfen vor der Spinnbahn am Buddenturm im Jahre 1872 handelt. Angefahren und verletzt. Dieser Tage wurde auf dem Hindenburgplatz eine männliche Person von einem Lastkraftwagen angefahren und erheblich verletzt. Der Verletzte wurde ins Krankenhaus eingeliefert. Die Schuldfrage ist noch ungeklärt. Kind ohne Aufsicht verunglückt. Am Montagmittag wurde auf der Hittorfstraße ein dreijähriges Kind von einem Personenkraftwagen angefahren und verletzt. Die Schuld trifft den Erziehungsberechtigten, weil das Kind ohne Aussicht auf der Straße spielte. Vorfahrt nicht beachtet. Auf der Weseler StraßeEcke Kanonengraben erfolgte ein Zusammenstoß zwischen einem Personen= und einem Lastkraftwagen. Verletzt wurde niemand. Der Sachschaden ist gering. Schuld an dem Unfall hat der Fahrer des Lastkraftwagens, weil er die Vorfahrt nicht beachtete. Werden=Aindrraugti...., Ein Gang durch die Spielzeugsammlung im Schillergymnasium— Fleißige Hände schaffen für den Weihnachtsmann Wer einmal in die oberen Stockwerke des Schillergymnasiums kommt, der wird ein geschäftiges Hämmern und Klopfen hören. Als wir dem Hämmern und Klopfen nachforschten, sanden wir eine Treppe, an der ein Schild uns zur„Spielzeugsammlung“ wies. Neugierig stiegen wir hinauf und betraten einen großen Raum. Aber zunächst blieben wir erstaunt stehen. Nichts Wenn fleißlige Hände schaffen als Leimtöpfe, Farbtöpfe, Pinsel, Bohrer, Sägen und vieles andere, und mitten darin ein paar fleißig arbeitende Mitglieder der NS.=Frauenschaft. Ein Duft von Holz und frischer Farbe wehte uns entgegen. Wir erkundigten uns bei einer der Frauen über ihre Arbeit. Schon acht Jahre ist hier, unter dem Dach des Schillergymnasiums, die„Werkstatt des Christkindchens". Aus allen Kinderstuben Münsters werden Spielsachen hier zusammengetragen. Durch Sammlungen in Schulen, mit den Jungmädeln und dem Jungvolk wird das SpielFranz Schubert: Freund der Jugend Schubertfeier zum Tage der deutschen Hausmusik in der Aula der Oberschule„Am Wasserturm“, hat: denn es ist viel Arbeit zu bewältigen, und Tag für Tag läuft neue ein. Wer aber möchte da nicht dabei sein, um Freude zu bereiten und Dank zu ernten aus strahlenden Kinderaugen und von einem dankbaren Vater, der vielleicht irgendwo zu Lande, zur See oder in der Luft sein Leben einsetzt für Deutschlands Größe und Herrlichkeit. E. P. zeug geholt, und hier im Schillergymnasium wird es geordnet und wiederhergestellt. Die Zellenmütter der RSV in den einzelnen Ortsgruppen geben dann die Zahl ihrer bedürftigen Schützlinge an; dann werden die Sachen verteilt. Der schönste Augenblick und der beste Dank ist es dann für die Frauen, wenn die Zellenmütter, beladen mit all dem herrlichen blanken Spielzeug, wieder abziehen, und wenn sie der leuchtenden Augen am Weih Rege Musizierfreudigkeit am Paulinum D#.. 3 nachstage gedenken. Wenden wir uns ihrer Arbei...9 Weaztoisesreudigkeil am Ballil.-—. Rus Ver Wie alljährlich, so so stellten auch in diesem Jahre Wer war in französischer Weheerlichel Schadenersatzansprüche für Heeresangehörige Das Oberkommando des Heeres gibt bekannt, daß deutsche Heeresangehorige einschließlich der bereits entlassenen, denen im jetzigen Kriege bei der Gesangennahme oder während der französischen Kriegsgefangenschaft durch französische Streitkräfte oder französische Zivilpersonen persönliches Eigentum abgenommen und nicht zurückerstattet worden ist, Ersatzansprüche anmelden können. Die Anträge sind durch die jeweils zuständigen Kommandostellen vorzulegen. nun mal näher zu. Im„runden Zimmer" stehen mehrere Tische nebeneinander. Auf dem einen stehen viele, viele Farbtöpfe. Hier ist gerade ein hölzernes Entchen in der Arbeit, dessen Farbe stark verblaßt war, auch hat es ein paar neue Räder erhalten. Die gelbe Grundfarbe ist schon erneuert, nun werden die mit Bleistift vorgezeichneten Flügel und Federn mit Farbe nachgemalt. Eine Lokomotive steht schon leuchtend in ihrer neuen Farbenpracht auf der Fensterbank. Der nächste Tisch ist der„Kleistertisch“. Eine Puppenstube wird hier tapeziert. Drüben wird ein Puppenbalg, jetzt noch schlaff und hohl; mit Sägemehl gefüllt. Nebenan aber geht es hoch her: Hier sind die Pimpfe des Fähnleins 7 an der Arbeit. Ein Leimtopf brodelt über der Gasflamme. Sägen und Hämmern erfüllt den Raum, daß man sein eigenes Wort nicht versteht. Eine Burg von ungeheuren Ausmaßen wird von den Spuren des letzten Sturmangriffs gereinigt und vollkommen überholt. Nebenan ist die eigentliche Spielzeugsammlung. In dem großen Raum des Dachbodens ist alles Spielzeug aufgestapelt. Dort an der Wand liegt ein Hausen SpielZum ersten Male im Kriegsjahr 1940 veranstaltete die Oberschule am Wasserturm eine öffentliche Schulfeier„zu der alle Eltern, Freunde und Gönner der Anstalt herzlich eingeladen waren. Der stellvertretende Anstaltsleiter, Studienrat Dr. Humborg, begrüßte zu Ansang den Vertreter des Oberbürgermeisters, Stadtrat Glowski, die Leiter der Ortsgruppen„Wasserturm", Pg. Hollmann, und„Schlageter", Pg. Schäfer, sowie die Eltern, Freunde und Gönner der Anstalt. Wenn am Schluß der Schubertfeier, so betonte Dr. Humborg, etwas anderes aufklingen würde, so geschehe das darum, um zu beweisen, daß die Schule lebensnah mitten in der heutigen Zeit stehe. Andächtig gingen wir jetzt in die Welt der Musik, und nie könnten wir dem deutschen Geist und der deutschen Musik dankbar genug sein. Mit zwei Polonaisen op. 61 für Klavier zu vier Händen führten uns Franz Ludwig und Heinz Sosnitza in die Schubertsche Musikwelt ein. Sie wurden mit gleich großer Begeisterung aufgenommen, wie die folgenden Schulchöre„Willkommen schöner bunter Herbst“, und„Erntelied". Dann sprach Studienrat Schlüter über Franz Schubert, sein Leben und sein großes Schaffen. Heute feierten wir den 112. Todestag eines unserer größten Musiker, Franz Schuberts. Der Redner ging dann näher auf die Jugendzeit des großen Komponisten ein und führte allen deutlich die schweren Tage des jungen, hochbegabten Menschen vor Augen. Sein Leben sei hart gewesen, und aus dieser Härte seien seine Werke, sei seine Musik entstanden. Als 27jähriger habe Schubert einmal geschrieben„O Jugend, du bist dahin". Er sei im krassen Gegensatz zu dem großen Beethoven, der ein Kämpfer gewesen sei, ein leider allzu scheuer und verhaltener Mensch gewesen. Nie sei er neidisch oder mißgünstig gewesen, und nie sei es ihm vergönnt gewesen, mit dem Weimarer Goethe oder Beethaven näher bekannt zu werden. Aber groß sei die Zahl seiner Werke, die er bis zu seinem frühen Tode, im 32. Lebensjahr, dem deutschen Volk geschaffen habe. 15 Opern, 6 Messen, 8 Symphonien und 650 Lieder. Schubert sei der Schöpfer des neuen deutschen Volksliedes. Seine Musik sei farbenfreudig und seine Müllerlieder allein hätten genügt, Franz Schubert unsterblich zu machen. Dem II. Satz aus dem Streichquartett„Der Tod und das Mädchen“ folgten zwei Lieder für Bariton und Klavier.„An die Musik“ und„Der Lindenbaum“; es sang Franz Josef Eiterig, begleitet von Franz Ludwig. Nach dem II. und III. Satz aus der Sonatine in=Dur für Violine und Klavier folgte der vierte Satz aus dem Florellenquintett. Es spielten Heinz Sosnitza(Klavier), Hans Laudieck(Violine), Franz Ludwig(Viola), Ewald Sprenger(Violoncell) und Franz Josef Eiterig(Kontrabaß). Im Anschluß an diese alle in den Bann der Musik nehmenden Werke unseres großen deutschen Franz Schubert kam die Wasserturmkantate zur Aufführung. In kurzen Zeilen erzählt diese Kantate von den Kriegserlebnissen der Anstalt. Besondere Freude und größten Dank erntete das von dem uns allen bekannten münsterischen Komponisten Franz Ludwig vertonte Wasserturmlied. Franz Ludwig schrieb zu dem Text von Hubert Schlüter eine Musik, die sich sofort die Herzen aller Hörer eroberte. Er hat den richtigen Ton getroffen und die Schüler der Anstalt sind stolz auf„ihren" Franz Ludwig, der sich für die Dauer des Krieges der Schule als Lehrkraft zur Verfügung gestellt hat. Abschließend können wir nur noch einmal feststellen, daß wieder einmal Schubert durch seine Musik vielen Menschen ein großes Erlebnis bereitete und ihnen neue Kräfte für die Zukunft schenkte. wk. Schaukelpferde, vor und nach der Behandlung. Aufn.: W. Overmann(2) sachen, die soeben eingetroffen sind, ein kläglicher Anblick, Bei einem Schaukelpferd, das jeder Veterinär aufgeben würde, ist das eine Bein doppelt gebrochen, ein anderer Huf fehlt, die Pracht seines Schweifes ist verschwunden, die stolze Mähne stark gelichtet und anderes mehr. Gegenüber ist der Anblick weit erfreulicher. Hier ist die Arbeit der letzten acht Tage zusammengestellt. Wie im Warenlager sieht es hier aus. Eine Reihe von Puppenwagen steht da, aus leuchtenden Kissen strecken kleine Puppenkinder die Arme in die Luft. Auf einem Brett stehen Puppenstuben und Puppenküchen und am Boden vieles kleinere Spielzeug, ein reizender Anblick. Ein Dankwort muß auch noch ausgesprochen werden an die Glasurit=Werke und die vielen alten und jungen Helfer, die sich freiwillig zur Arbeit in der Spielzeugsammlung zur Verfügung stellten. Die Glasurit=Werke haben alljährlich die vielen notwendigen Farben und Lacke gestiftet und so unnötige Ausgaben verhütet. Sehr viel aber haben die freiwilligen Helfer und Helferinnen geleistet. Die Leitung der Sammlung haben Professor Schmidt und seine Frau. Auch jetzt noch, mit 75 Jahren, steigt der Professor die vielen Treppen zur Spielzeugsammlung empor und arbeitet selbst mit. Welch dankbare Aufgabe wäre das für manchen alten Herrn, der noch eine ruhige Hand und ein sicheres Auge die Schüler des Paulinums ihr musikalisches Können unter Beweis, in einer Feierstunde, die zu Ehren Franz Schuberts, besonders mit dessen Musik ausgefüllt war. Zu Beginn ergriff Oberstudiendirektor Dr. Stephany das Wort zur Begrüßung der zahlreich erschienenen Eltern, sowie der beiden Angehörigen des Städt. Orchesters, Konzertmeister Noethe(Violine) und Kammermusiker Fritsch(Cello), die sich zur Gestaltung der Feier freundlichst zur Verfügung gestellt hatten. Die Vortragsfolge wurde eingeleitet durch die Serenade für Streichquartett von Jos. Haydn. Hierauf folgte die Romanze in=Dur v. L. v. Beethoven, von einem Schüler der Klasse 5 in beachtlichem Können wiedergegeben, Anschließend spielte das Orchester den langsamen Satz aus der 2. Sinfonie von Franz Schubert. Neben den Chorliedern, Orchester= und Klavierwerken von Schubert ist besonders ein Schüler der Klasse 7 zu nennen, der mit ausdrucksvoller Stimmung drei Lieder von Schubert zum Vortrag brachte. Den Höhepunkt der Feier bildete dann ein Trio, das von Konzertmeister Noethe, Kammermusiker Fritsch und Studienassessor Bußmann, in dessen Händen die Gesamtleitung der Feier lag, virtuos gespielt wurde. Man kann wohl sagen, daß diese Stunde ein recht schöner Erfolg war und daß sie vielen Schülern Anregung gegeben hat, selbst Musikausübende zu sein, was ja der Zweck der Woche der deutschen Hausmusik ist. Bewegung ASDAp-Amt für Volkswohlfahrt, Ortsgruppe Ralhaus und Ueberwasser. Die Ausgabe der Wertscheine an die WHW=Betreuten findet in der Geschäftsstelle, Eisenbahnstraße 6, statt, am Donnerstag, dem 21. Nov., Ortsgruppe Ueberwasser von 9 bis 12 Uhr, Ortsgruppe Rathaus von 15 bis 17 Uhr. NSDAp Ortsgruppe Scharnhorst. Die Ausgabe der WHW=Gutscheine für die Betreuten der Ortsgruppe Scharnhorst findet am 21. November, zwischen 10 und 12 Uhr in der Geschäftsstelle, An den Bleichen 2, statt. ASDAP Ortsgruppe Am Schützenhof. Die Ausgabe der Wertscheine für die WHW=Betreuten findet am 20. November in der Geschäftsstelle, Hammer Straße 253, von 10 bis 12 Uhr, statt. Ausweiskarten sind mitzubringen. ASDAp. Ortsgruppe Gremmendorf. Die Gaufilmstelle der RSDAP zeigt am Donnerstag im Saale des Wirtes Heuckmann den hervorragenden Fliegerfilm „D III 88“. Dazu wird die Wochenschau gegeben. Beginn pünktlich um 19.30 Uhr. Jugendliche haben Zutritt. Ortsgruppe Handorf. Am Donnerstag, dem 21. November, findet im Saale des Kaffeehauses Pröbsting eine Filmfeierstunde statt, zu der alle Volksgenossen eingeladen werden. Es kommt zur Aufführung der Film „D III 88“. Es wird besonders darauf hingewiesen, daß die Veranstaltung um 19 Uhr beginnt. Beweise arttstischen Konnens Das Kleinkunstprogramm im Stadthotel Freudiger Von allem etwas, und man erlebt einen ausgezeichnet unterhaltsamen Nachmittag. Das ist so ungefähr der Eindruck des reichhaltigen Programmes, mit dem das Stadthotel Freudiger gegenwärtig aufwartet. Irgendwie mag einem schon das Herz im Leibe hüpfen, wenn die temperamentvolle Ungarin Maria Szantho in wirbelnden und rhythmisch bezwingenden Tänzen über die schwingenden Bretter springt. Und wenn wir schon einmal bei dem hüpfenden Herzen bleiben wollen, so wird es in seiner empfindlichsten Stelle getroffen durch die charmante Vortragskünstlerin Erna Wallner, die, sich einen sarkastischen Hinweis auf ihre bestrickende Garderobe nicht verkneifend, durch die schwärmerische Sentimentalität und Wärme ihrer Vorträge viel Beifall einzuheimsen weiß. Für die sensationsbedürftigeren Besucher aber bietet der lustige Zauberkünstler Faborini in seiner originellen Art wirklich verblüffende Kunststücke. Noch einmal etwas voller sprudelnden Temperamentes, Argentino, der spanische Kastagnettenkönig, versteht alle durch die kapriziöse Vollendung seiner hohen Kunst zu lebhaftem Beifall zu bewegen. Allen aber gibt Julius Ohlsen mit seinen netten Plaudereien wiederum eine ansprechende Verbindung, und Edgardo Iseglio gibt mit seinen Solisten diesem reichhaltigen Programm wieder die gefällige musikalische Untermalung. Theo Werdin Bunte Unterhaltungsmusik im Kaiserhof und im Café Roxel Aus der Unterhaltungsmusik, die FahrbachEhmki mit seinen Solisten im Kaiserhof darbietet, springt die routinierte übung, der elegante Schliff bis ins kleinste, um die melodischen Stellen herauszuschälen, und die ausgeglichene Harmonie, mit der Streicher und Bläser sich ergänzen, besonders hervor. Das Sonderprogramm vom Montag, das Ausschnitte aus Opern und Operetten geben wollte, zeichnete sich weniger durch eine sinnvolle Zusammenstellung als vielmehr durch musikalische Treffsicherheit aus. Dazu trug eine Reihe von Solisten nach besten Kräften bei. Paul Linckes Märchenlied, von Adolf Schäfer untergründig und kraftvoll gesungen, bildete mit Melodien aus der Oper „Tosca“ von Puccini, eine in Sinn und Ausführung durchaus veristisch gehaltene Darbietung, für die die spanische Sängerin Mio Llossent mit warmer, sauberer Stimme und Idolo Bedini, ein weicher, schmiegsamer Tenor— bei beiden quoll das Romanische aus reicher Fülle— sich viel Beifall holten, jenen kuriosen Auftakt, der für ein Kaffeehauskonzert üblich ist. In der Umstellung auf totale Blasmusik zeigte die Kapelle eine wendige Vielseitigkeit, die auch in den Foxtrotts, zu denen Ellen Burg sang, zum Ausdruck kam. Das Programm, das im Café Roxel zurzeit geboten wird, birgt eine ähnliche Vielseitigkeit. Willy Radinger hat hier zehn Solisten um sich geschart, die alle eine große Kunstfertigkeit auf ihren Instrumenten erreicht haben. In ihrer Darbietung, die sie mit der Ouvertüre zum„Waffenschmied“ von Albert Lortzing begannen, fand man oft eine ausgefeilte, spitze Pointierung, die ganz auf Unterhaltungsmusik zugeschnitten ist. Somit kam Lortzing den Schlagerkomponisten gegenüber recht arg davon. In der Bearbeitung von Volksliedern des Balkans dagegen fand die Kapelle eine schöne Harmonie. Neben den Musikern ergänzte eine Sängerin das Programm durch den Vortrag verschiedener Lieder. Edda Nienhaus, die über eine recht tiefe Stimme verfügt, suchte durch einen Tango aus dem Film„Das Lied der Wüste“ es der Zarah Leander gleichzutun; es fehlt ihr aber noch jene innere Wärme der Stimme, die der Schauspielerin nachzurühmen ist. In einem Schlagerpotpourri trat dann der Dirigent auch als akzeptabler Sänger hervor. Im ganzen wurde eine recht nette Unterhaltungsmusik dargeboten. „ Karl-Heins Henkel Summnmnununungununununununununnun Eswirdwieder Winter! 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Das Großlustspiel der„Bavaria“, das Heiterkeitsstürme hervorruft, wie sie unser Theater seit langer Zeit nicht mehr erlebt hat: Das fündige Dort mit Hansi Knoteck Erna Fentsch Joe Stöckel Jos. Eichheim Regie: Joe Stückel In dem Film wird gerauft und wird gefensterlt, es wird geliebt und wird gelacht, es wird verwechselt und wird wieder geordnet— es wird— na, Sie werden es js selbst erleben. Die Münstersche Presse schreibt: „In dieser köstlichen Film-Malerei von bajuvarischer Sinnenfreude gibt es eine Menge zu schauen, zu lachen. zu schmunzeln; es ist ein saltiger Spaß von vorne bis hinten, und der Volkshumor feiert wahre Triumphe. Man fühlt sich in diesem Film wieder einmal zu Besuch in den Bergen: man wird froh und glücklich, und argerlich und sorgenvoll mit diesen Menschen, und solches Mitgehen der Hersen ist das beste Zeugnis far die naturhafte Wirkung des Filmgeschehens und den Erfolg aller. die dabei mitgehollen haben... Man zehrt von dem herrlichen saft- und kraftvollen Humor noch lange.: Prädikat der Filmprüfstelle: „polkstämlich wertooll!“ Spielzeiten: Hauptfllm Wochenschan Schluß abends .15.25.45 Uhr .45.55.15 Uhr 30 Uhr Tur mach big BHonner stag! Sauerianoucher Gebrgoverein, Abt. Münster, Die sur heute abend angesetzte Monatsversammlung wird verschoben auf Sonntag, den 1. Dez., 17 Uhr, bei Lause. Eierverteilung Auf den vom 18. Nov. bis 15. Dez. 1940 gültigen Bestellschein der Reichseierkarte werden als 1. Rate 2 Eier für jeden Versorgungsberechtigten ausgegeben, und zwar auf den Abschnitt a in der Zeit vom 25. Novemder die 15. Dezember 1940. Sollte eine rechtzeitige Belieferung mit Eiern in der angegebenen Zeit nicht erfolgen können, so behält der Abschnitt a bie zur restlosen Belieferung seine Gültigkei: Münster den 19. November 1940. 1 Der Oberbörgermeister: Stedternährungsamt. Abt. O. II Der Lanbret: Kreissrnährungsamt. Mbt. B. ** 2) MFA — Mikrofilmarchiv der deutschsprachigen Presse eNV. W Stalt Karten Ihre Verlobung geben bekannt Anni Krömer Helmut Klokow ap. Zollinspektor, z. Zt. Unteroffister Deutsch Przemysl Im Felde Krekauer Straße 23 Generelgouvernement November 1940 Statt Karten Johanna Besseler August Böinghoff-Vogelsang danken herzlich für die zur Verlobung erwiesenen Glückwünsche. Lette. Im November 1940. Ihre Vermählung geben bekannt Heinrich Tangerding Tilde Tangerding geb. Iding Borghorst I. W. 21. November 1940 z. Zt. Münster, Niemers Weinstuben Kevelaer Rbeinotr. Für die vielen Glückwünsche, die uns aus Anlaß unserer goldenen Hochzeit zugingen, danken wir herzlichst Anton Stenkamp und Frau Anna geb. Möller Ascheberg(Westf.). im November 1940. Fern der Heimat starb im Alter von 38 Jahren nach kurzer, schwerer Krankheit mein innigstgeliebter Mann, unser guter, treusorgender Valer, mein lieber Sohn, unser unvergeßlicher Bruder, Schwager und Onkel Regierungsinspektor Hubert Backhaus Wehrmachtbeamter der Luftwaffe Er hatte seinen Urlaub in Aussicht gestellt, aber es sollte ihm nicht mehr vergönnt sein, sein jüngstes Kind zu sehen. Er starb für Führer, Volk und Vaterland. In tiefer Trauer: Maria Backhaus geb. Nigges Lieselotte Backhaus Annette Backhaus Familie Backhaus Familie Nigges-Große Schürmann Münster. z. Zt. Enniger(über Ahlen), den 16. November 1940. Das Levitenamt, wozu freundlichst eingeladen wird. ist am Mittwoch, 20. November, 9 Uhr, in der Pfarrkirche zu Enniger. Es fiel im Luftkampf über England unser Gefolgschaftsmitglied Artur Niebuhr Oberleutnant und Staffelkapitän Inhaber des EK. I und II 1939 In ihm verlieren wir einen aufrechten und treuen Kameraden, der sich jederzeit ohne Rücksicht auf seine Person eingesetzt hat. Wir wollen ihm das getreue und stolze Andenken bewahren, das ihm gebührt. Betriebsführer und Gefolgschaft der Firma Ludwig Hansen& Co., Münster Am Sonntagmorgen 11 Uhr nahm der liebe Gott auch unser liebes Kind, unser gutes Schwesterchen Annette im zarten Alter von 6 Jahren wieder zu sich. Sie folgte nach 7 Wochen ihrem verstorbenen Zwillingsschwesterchen in den Himmel. Intiefer Trauer: Wilhelm Buschmann und Prau Marie geb. Middeler Münster(Westf.), den 16. November 1940 Jägerstraße 11 Die Beerdigung erfolgte in aller Stille. Eine hl. Messe wurde für die Verstorbenen der Familie Buschmann gelesen in der St.-Josefs-Pfarrkirche. W Wu W W K Fcnn FZN W Uctte K KNC Wir haben uns vermählt Felix Schürmann Ria Schürmann geb. Velling Appelhülsen 21. November 1910 Goch J. OLLMANN Schmuckkasten Uhren, Gold= u. 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Für die wohltuenden Beweise herzlicher Anteilnahme, die uns bei dem so schmerzlichen Verluste meines lieben, guten Mannes, unseres treusorgenden Vaters, Schwiegervaters und Großvaters durch„Wort. Schrift, Blumenspenden und ehrendes Geleit entgegengebracht worden sind, sagen wir hierdurch unseren herzlichsten Dank. Frau Elisabeth Warthorst und Kinder Münster(Westf.), im November 1940. Das Sechswochen-Seelenamt für den Verstorbenen findet am Freitag. den 22. November 1940, um.15 Uhr, in der Hl.-Geist-Pfarrkirche zu Münster statt, wozu herzlich eingeladen wird. Das Jahres-Seelenamt für meinen lieben Mann, unseren guten Vater Stukkateurmeister Gottfried Zotz *—— findet am Freitag, dem 22. November, 8¼ Uhr, in der St.-Josefs-Pfarrkirche zu Münster statt. Familie G. Zotz t. Das Jahres,Seelenamt für meinen lieben Mann, unsern guten Vater. Schwiegervater und Großvater Lokomotivführer Helnr. Holtgrewe findet am Freitag, den 22. November 1940. morgens 9 Uhr, in der Herz-Jesu-Kirche zu Münster statt, wozu Verwandte und Bekannte freundlichst eingeladen werden. Frau Wwe. Heinr. Holtgrewe und Kinder Srobtankstone Glöckner Tag und Nacht geöffnet Wagenwäsche— WagenMüege Münster Kirdorfstrafe 17 (Industriestraße) Keul es bei H. Buschmann Münster I. W. Drubbei 17/18 Panpein sowie sämtl. andere Holzarten kauft zu Höchstpreisen A. Gödecke, Sägewerk Kemper über Münster,„I.., Gelmer 72. Ruf er7 61 5 nener Humdschaft bieg grebsbicht betereine eht schon##n Rohmoteriol für meine Licferatn Bille bringen Se mie Altgold, altes Silber Tec-Doubié um Arkauf. Tü beos das bhbbcuter Feinuhrmacher und Juweliere Münster. Bogenstraße 2 Rheine, Emsstr. 2 Genchmigungsbescheid C 40/120 113 Bücher für Unterhaltung und Beruf bei Coppenrath Münster I. W. Prisripalmarht 29 Ruf 20311 T WZ W K Bohnerwachs Hein Ersalz 100% streufähiges, reines Bohnerwachs Bohnermops ebenfalls vorrätig. 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Angeb. mit Lohnangabe u. Nr. 309 an d. Westf. Tageszeit., Bocholt. Handelsregister Amtogericht Münster i. 19. Veränderungen: 18. 11. 1940 B. 641: Wilhelm Keller Hobelwerk, Gesellschaft mit beschränkter Haftung. Münster i..: Der Geschäftoführer Josef Krüger ist durch Tod ausgeschieden. B. 683: Kastanien=Werke, Gesellschaft mit beschränkter Haftung, Münster i..: Die Prokura des Dr. Atg Krüger ist erloschen. Der Geschäftsführer ging ist abberufen. Dr. Max Krüger in Münster ist zum Geschäftsführer bestellt; er ist ermächtigt, die Firma gemeinsam mit einem weiteren Geschäftsführer oder mit einem Prokuristen zu vertreten. Durch Beschluß der Gesellschafterversammlung vom 15. Nov. 1940 sind der 9 3 Abs. 2(Erreichung dee Gesellschaftszweckee) und der 5 (Geschäftsführer) der Satzung neu gesaßt und die§# 10, 11 und 12(Aufsichtsrat) neu angefügt. Sind mehrere Geschäftsführer bestellt, so wird die Gesellschaft durch mindestens zwei Geschäftsführer oder durch einen Geschäftsführer und einen Prokuristen vertreten; der Auf“ sichterat kann jedoch, falls mehrere Geschäftsführer de“ stellt sind, beschließen, daß einer oder mehrere von ihnen allein zur Vertretung der Gesellschaft befugt sind. der deutschsprachigen Presse.V. 20. November 1940 S Westfälische Tageszeitung Culrkandertslung Verskiave krlands Leidensweg— Durch immer neue Rechtsbrüche und Gewaltmaßnahmen bedrückte England die grüne Insel Von Frits Seidenzahl Es gibt nur ein Kulturvolk der Erde dessen Bevölkerungszahl seit der Mitte des vorigen Jahrhunderts gewaltig zurückgegangen ist— das irische Volk. Das ist die Wirkung der Schreckensherrschaft durch die Engländer. Trotz aller Unterdrückungen und Nöte wies Irland noch im Jahre 1845 eine Bevölkerung von fast .5 Millionen auf,— heute leben auf der„grünen Inse!" nur 4,3 Millionen! Der ärgste Aderlaß am irischen Volk geschah in den Jahren nach 1846, als eine furchtbare Hungersnot das Land erfaßte. In zwei, drei Jahren starb fast eine Million Iren den Hungertod und .5 Millionen wanderten aus. England, als Herr und Fronvogt, rührte keine Hand. Die englische Presse, allen voran die„Times“, jubelte damals, daß die Patrickzähne endlich weniger werden. Je mehr Iren von der Zusel verschwinden, desto leichter würde sich das rebellische Volk, das die„segensreiche“ englische Vorherrschaft nicht anerkennen wollte, regieren lassen. Das Gewissen der Welt war damals noch gänzlich gogestumpft. Den Engländern war es gelungen, in den acht Jahrhunderten ihrer Herrschaft über die Nachbarinsel, das irische Volk ziemlich aus dem Gedächtnis der Menschheit zu tilgen. Nur ein paar deutsche Professoren wußten noch darum, daß Irland im Mittelalter ein kultureller Mittelpunkt Europas gewesen war. Diese Epoche lag Jahrhunderte zurück. Ein englisches Königshaus nach dem anderen hatte die Unterwerfung der Iren wiederholt und nach jedem Feldzug durch neue Rechtsbrüche und Gewaltmaßnahmen die Iren mehr und mehr versklavt. Die irischen Familien wurden von Haus und Hof gejagt, die Lehnsherren der englischen Könige übernahmen, den Besitz, der Acker verfiel. Regime und Politik mochten in England wechseln, nicht aber die selbstverständliche Ausbeutung der Iren. Je stärker die Macht Englands in der Welt wuchs, desto rücksichtsloser war die Unterdrückung der Iren. Unter der Herrschaft Cromwells wurden 11 von 20 Millionen Acres Land eingezogen, der größte Teil der Bauern wurde in Einöden gejagt, 20000 Iren nach Westindien verkauft. Später legten sich die Engländer auf den einträglicheren Negerhandel, aber es ist doch recht aufschlußreich, daß sie ihren ersten großen Menschenhandel am irischen Volk ausgeprobt haben. Das zähe Volkstum der Iren überwand diese Heimsuchungen, trotzte wieder und wieder dem englischen Fronherrn und ließ sich in der Zuversicht einer völkischen Wiederauferstehung nicht wankend machen. Das Zeitalter der„Aufklärung“ wurde deshalb von den Engländern dazu benutzt, um den Widerstand gründlicherals bisher zu brechen, und zwar griff man jetzt zu dem Mittel der radikalen wirtschaftlichen Vernichtung. Erbgesetze ergingen, durch die der anbaufähige Boden vollkommen zersplittert wurde, so daß kein Hof mehr groß genug war, eine Familie zu ernähren. Handel und Schiffahrt wurden lahmgelegt und jede Ausfuhr verboten. Kein Ire wurde zur staatlichen Verwaltung zugelassen, keiner durfte Arzt oder Anwalt werden, Pächter konnten innerhalb 48 Stunden verjagt, neue Pachtverträge für Jahrzehnte untersagt werden. Damit war der wirtschaftliche Verfall des letzten keltischen Volkes besiegelt. In keiner englischen Kolonie, die wahrlich alle nur nach dem Prinzip hemmungsloser Ausnutzung regiert wurden, ging es barbarischer zu als in Irland. Die„Vereinigung“ der Kolonie Irland im Jahre 1801 mit dem englischen Königreich änderte nichts an den soziglen Verhältnissen. Die Insel wurde weiterhin wirtschaftlich vernachlässigt. Kühl bis ans Herz notierten englische Schriftsteller auf ihren Reisen durch Irland, in welch trostloser Armut das Volk dahinlebte, vegetierte. Durch Attentate suchten sich die gepeinigten Iren Luft zu verschaffen, das britische Regiment wurde nur um so härter, auf nichts anderes als auf Ausrottung und Vertreibung bedacht. Der Strom der aus Verzweiflung auswandernden Iren ergoß sich während der Mitte des vorigen Jahrhunderts, in den Jahren, die der großen Hungersnot folgten, in alle europäischen Länder und besonders nach Nordamerika. Erst jetzt wurde die Welt auf den britischen Terror aufmerksam und bestürmte die englische Regierung, der Versklavung ein Ende zu machen. Unter dem Druck der öffentlichen Weltmeinung fand sich London zu den ersten dürftigen Reformen bereit. Die Mehrzahl der Erleichterungen, die dem ausgebluteten Volk gewährt wurden, stand indessen nur auf dem Papier. Nahezu lückenlos waren Parlamen: und Presse in London gegen jede Lockerung des strengen Regiments, denn England wollte allein allen Nutzen aus dem irischen Boden ziehen und das ging nur, so lange armselige irische Bauern, Pächter und Tagelöhner für die englischen Landlords schuften mußten. Unausgesetzte Kritik Europas und Amerikas an den Zuständen in Irland brachte es zuwege, daß 1912 den Iren der Dominion=Status versprochen wurde. Den Engländern gelang es aber, die Ulsterschotten in Nordirland aufzuwiegeln. Sie widersetzten sich gewaltsam einer Eingliederung in ein irisches Dominion, und so hatte England bis zum Jahre 1914 glücklich auf der grünen Insel einen Bürgerkrieg inszeniert, der dem Londoner Kabinett die gewünschte Gelegenheit bot, die Verkündigung des Dominion=Status hinauszuschieben. Erst nach dem Weltkriege erhielt Irland nach mannigsachen politischen Kämpfen und Aufständen die Selbstverwaltung, London aber hatte erreicht, daß Nordirland abgetrennt wurde und Bestandteil der englischen Krone blieb. Die Iren haben nicht aufgehört, für ihre völlige Freiheit zu kämpfen. Unter der kraftvollen Führung de Valeras— Sohn eines spanischen Vaters und einer irischen Mutter; in Irland ausgewachsen; einer der Führer im Osteraufstand von 1916— wurde das langsam zu neuer Lebenskraft erblühende„Eire" zum Freistaat erklärt. Seit einigen Jahren ist Irland unabhängig. Es strebt die Vereinigung mit Nordirland an, denn dort liegen die ältesten Kulturstätten des irischen Volkes, dort stand auch die älteste Universität Europas. Vor wenigen Jahren hatte England auf seine Flottenstützpunkte an Irlands friedlicher Küste verzichten müssen, für die Iren wurde dies zu einem Sinnbild ihrer absoluten Unabhängigkeit. Der Ruf Churchills nach neuen Stützpunkten in Irland weckt in dem irischen Volk die Erinnerung an das Jahrhunderte alte englische Schreckensregiment, das es mehr fürchtet als die Pest Mäder aus Biat und Stamt Erlebnisbericht von den Kämpfen einer Division der Walten-ft in der Panzerabwehrschlacht bei Arras— Die leizte Welle Von 11-Kriegsberichter Hein Schlecht In drei Angriffswellen haben die englischen Panzerverbände vor Mercatel vergeblich versucht, in die Flanke der Division einzubrechen. Dreimal stießen sie auf die Batterie der##Artillerie, dreimal wurden sie mit blutigen Verlusten zurückgeschlagen. Es war dem Engländer mehrfach gelungen, mit seinen Panzerkampfwagen fast bis auf hundert Meter, an die Geschützstellungen heranzukommen. Seine Kampfmoral reichte aber nicht aus, den letzten und entscheidenden Durchbruch zu wagen. * Am späten Nachmittag des 21. Mai erfolgte bei Mercatel der letzte und schwerste Panzerangriff. Während mehrere 32=Tonner aus 2000 Meter Entfernung von der Höhe aus mit ihren Panzertürmen das Feuer eröffneten und den Vorstoß deckten, stießen etwa 25 Panzer erneut auf Mercatel vor. Acht dieser stählernen Giganten wurden zusammengeschossen, die übrigen drehten in rasendem Abwehrfeuer der Geschütze ab und verschwanden. Insgesamt blieben im Laufe des Tages bei Mercatel 23 englische Panzer auf der Strecke, die im Laufe der Abwehrschlacht lahmgeschossen wurden. Es gelang keinem einzigen Panzer, die Feuerlinie der heldenmütig fechtenden Batterien zu durchbrechen, obgleich die Ortschaft Mercatel noch von englischen Heckenschützen verseucht war, die den Munitionsnachschub geMird-Hawat ameriänischer Stadt! Ein Novum in der Struktur der USA— Gegen den Gedanken des Panamerikanismus Während in den Vereinigten Staaten die Präsidentenwahlen stattfanden, hat sich das Parlament von Hawai versammelt und hat an Washington das dringende Ansinnen gestellt, als 49. Staat in die Staatenunion Nordamerikas ausgenommen zu werden. Hawai besitzt zwar eine gewisse Selbstverwaltung, ist aber im übrigen von den Entschlüssen in Washington abhängig. Es hat nicht das Recht, eigene Vertreter in den Kongreß zu entsenden. Die Sandwich=Inseln, deren größte Hawai ist, nach der der Archipel den Namen trägt, wurden im Jahre 1527 von den Spaniern entdeckt, aber bald wieder vergessen. 1778 landete der britische Seefahrer Cook auf den Inseln, er wurde als eine Gottheit von den Eingeborenen empfangen, aber das unverschämte Betragen der Engländer entfesselte bald eine Empörung unter den Eingeborenen, und Cook und vier seiner Matrosen wurden erschlagen. Einige Jahrzehnte konnten nun die Inseln glücklich und unbelästigt unter ihren eigenen Häuptlingen leben, aber schon um die Mitte des vorigen Jahrhunderts machte sich die Rivalität der großen Kolonialmächte bemerkbar. Die Vereinigten Staaten zeigten ein ganz besonderes Interesse für die Inseln. Die Königin Lilinkalani wurde gestürzt, und der Präsident der Vereinigten Staaten Harrison proklamierte das Protektorat über die Inseln. Auf Ersuchen der amerikanischen Zuckerpflanzer, die sich in Hawai niedergelassen hatten, wurde Hawai im Juli 1897 annektiert. Nicht die größte, aber die bedeutendste der SandwichInseln ist Oahu mit der schönen Hauptstadt Honolulu und mit den großartig ausgebauten Häfen, in denen ganze Flotten ankern können. Pearl Harbour und HokoHead sind strategische Basen allererster Bedeutung. Seitdem nun der Pazifik immer mehr zu einem Meer der Entscheidungen wird, hat man in Washington ganz besonderen Wert auf die Inseln gelegt. Es gibt jedoch dabei ein großes Bedenken. In Hawai sind nämlich mehr als 40 Prozent der Einwohner japanischer Rasse, und dieser Prozentsatz vermehrt sich mit jedem Jahre. Die Hälfte der in Hawai ansässigen Japaner ist dort geboren, sie sind demnach amerikanische Staatsbürger, aber Japan betrachtet sie immer noch als Untertanen des Tenno. Die japanischen Statistiken sprechen von 150832 Japanern in Hawai, wobei die amerikanischen Bürger japanischen Blutes mitgezählt werden. Es gibt 200 japanische Schulen in Hawai. Die meisten Lehrer kommen direkt aus Tokio. Als letzte Staaten wurden in den nordamerikanischen Staatenbund 1910 Neu=Mexiko und Arizona aufgenommen. Hawai ist durch den Ozean vom amerikanischen Festlande getrennt. Die Anerkennung als gleichberechtigter Staat würde demnach ein Novum in der Struktur der Vereinigten Staaten bedeuten. Da man Hawai nicht als zum amerikanischen Kontinent gehörig betrachten kann, würde durch die Aufnahme als 49. Staat auch der Gedanke des Panamerikanismus entstellt werden. fährdeten und noch in der Abenddämmerung einen Batterieführer beim Sammeln der Fahrzeuge aus dem Hinterhalt niedermachten. Am gleichen Tage gingen in den naheliegenden Ortschaften um Arras die#Panzerjäger und Pioniere den angreifenden englischen und französischen Panzerverbänden heldenmütig zu Leibe. Weiler nach Arras... In der Nacht wurden sie durch seindliche Fliegerbomben aus dem Schlaf gerissen. Es gab in der zerschossenen Stadt keinen Tropfen Wasser. Noch im Morgengrauen hatten ihre Pakgeschütze die Ortssicherung übernommen; aber nur für kurze Zeit— dann ging der [Vormarsch in Richtung Arras weiter. Cambrai und die glatte staubfreie Straße liegen hinter ihnen, weiß und schmal schlängelt sich ein Weg durch die vor Hitze flimmernde Landschaft; unbarmherzig brennt die Sonne vom wolkenlosen Himmel, langsamer und immer langsamer wird die im Anfang flotte und etwas Kühlung bringende Fahrt. Eine hastig vorbeiziehende Kolonne wirbelt undurchdringliche Staubwolken auf? Fahrzeuge, Kanonen, Kleider und Stahlhelm sind mit einer millimetrdicken zähen Staubschicht überzogen, weder Schutzbrille noch Tücher können die Gesichter vor Staub und Sonnenbrand schützen... Und doch sind die Gedanken der ½Männer ganz woanders—— bei einer dumpfen Ahnung: Heute—— ja heute könnten wir auf den Feind stoßen. Und dann wird aus dieser Ahnung plötzlich Gewißheit, der Augenblick fordert sein Recht, weiter geht die Fahrt: Panzerjäger, marsch! Die Kompanie hat sich in die rechte Nebenkolonne der auf zwei Marschstraßen marschierenden Division einzusädeln. Südlich Arras ist ein kleines Nest als Ablaufpunkt bezeichnet. Alles strömt auf diesen Ort zu, zieht vorbei und reiht sich wieder ein. Insammenbruch in Rauch und Flammen Plötzlich erhält das Gelände ein völlig neues Gepräge. Hier wurde vor kurzem noch blutig gekämpft. Tellerrunde englische Stahlhelme, Decken, Mäntel und Waffen liegen verstreut umher, daneben tote und verwundete feindliche Soldaten, sie wurden von unseren überraschend vorstoßenden Panzern niedergemäht und fanden auf ihrer panischen Flucht nicht einmal die Zeit, sich ins schützende Kornfeld zu retten. Sie haben Mercatel durchquert und rollen in die Ortschaft Ficheux ein, zwei Kolonnen haben sich neben den Pakzug geschoben— die Straße ist mit Fahrzeugen verstopft. Plötzlich der gellende Ruf:„Panzer von hinten!" Die gelangweilt und müde vor sich hinbrütenden Männer auf den wehrlosen Troßfahrzeugen fahren hoch. Ein sekundenlanges Zögern— nur weg vonhier— möglchst schnell in irgendeine Deckung. Es gelingt, die Geschütze aus dem Chaos der kehrtmachenden Fahrzeuge zu lösen und aus dem Dorf herauszuziehen. Die Höhen werden besetzt, der erste Zug geht als Verstärkung an den hinteren Ausgang des Dorfes. Und dann kommt der ersehnte Augenblick! Die ersten Pakgranaten jagen aus den Rohren. Die Männer an den Geschützen erleben die erste große Probe, das Messen der Kräfte zwischen Panzer und Panzerjäger. Welch herrliches, soldatisches Bild, wie die Nummer 319 Irland, die grüne Insel, kämpfte durch lange Jahrhunderte um ihre Freiheit. Unsere Karte zeigt die geschichtlichen Orte dieser Auseinandersetzung, die jetzt durch England dunkle Pläne erneut in den Vordergrund gerückt ist. Zeichn.: Günter Pahl(Scherl) =Männer hinter die gepanzerten Schilder geduckt ihre Kanonen bedienen. Auf der feindlichen Seite ein sichtbarer Erfolg. Rauch, Flammen, Umkehr! Der erste Panzerangriff ist aufgefangen und abgeschlagen. Nein— nicht ganz! Von hinten ein donnerndes Geräusch. Zwei Panzer haben unbemerkt den Dorfrand erreicht, sie werden— ohne Schaden angerichtet zu haben— durch die eigenen Linien gelassen und dann von hinten abgeknallt. Das Sammeln der Kompanie und ihr Vorwerfen auf eine sich längs der Straße hinziehenden Höhe muß blitzschnell gehen, denn ein neuer Panzerangriff steht bevor. In den späten Nachmittagsstunden geht es los. Langsam bewegen sich die feindlichen Panzerkampfwagen in das Schußfeld hinein. Unter dem konzentrierten Feuer der Paks haucht ein stählernes Ungetüm nach dem anderen sein Leben aus. Was von den feindlichen Panzerschützen am Leben blieb, versuchte zu entkommen und wird gefangen. Das Gefecht ist vorüber— die erste große Feuerprobe glänzend bestanden. Es ist ein stolzes Gefühl, im kleinen am Gelingen der großen Einkesselung der feindlichen Nordarmee beigetragen und den Durchbruchsversuch des Gegners in diesem Kampfabschnitt verhindert zzu haben. Die=Panzerjäger vernichteten bei Ficheux 23 englische Panzerkampfwagen! Dies war der Anfang, der uns Kraft und Zuversicht für kommende Gefechte gab. Euch, Kameraden, die ihr dort geblieben, danken wir! Keiner wird euch je vergessen! Doch weiter geht in Feindesland die Fahrt. Kämpfen ist die Losung für uns alle.=Panzerjäger, marsch! Takeik des Möderhen Krioges Auch auf dem griechischen Kriegsschauplatz muß die Luftwalfe erst gründlich vorbereitende Arbeit leisten Von unserem SCHF-Berichterstatter Jeder größeren Landoffensive gingen bisher, wie man in italienischen militärischen Kreisen hervorhebt, im modernen Kriege Aktionen großen Stils von seiten der Luftwaffe voraus, die zunächst der Beherrschung des gegnerischen Luftraumes, sodann aber auch der Zerstörung aller strategisch wichtigen Stellungen des Feindes an der Front wie im Hinterland und zugleich der Zermürbung der Kampfmoral des Gegners galten. Diese planmäßig durchgeführten Luftangriffe der Jagdflugzeuge, Bomber, Sturzkampfbomber, sowie der zum Tiefangriff auf feindliche Schützengräben und Reservestellungen besonders geeigneten Kampfflugzeuge beherrschen nunmehr seit fast zwanzig Tagen auch das Bild des italienisch=griechischen Konflikts. Befestigungs= und Hasenanlagen, Waffen= und Munitionsdepots, Eisenbahnlinien und Bahnhöfe, Straßen und Brücken, kurzum alles, was für den Gegner zur Kriegführung unerläßlich ist, wird seit nunmehr drei Wochen Tag und Nacht einem mörderischen Bombardement unterzogen, dessen Auswirkungen für den Feind immer spürbarer werden. Keines der Hauptzentren des gegnerischen Verteidigungs= und Aufmarschsystems ist von diesem Bombenhagel verschont geblieben, sondern ganz im Gegenteil mindestens fünf= bis sechsmal in wellenförmig vorgetragenen Angriffen schwer mitgenommen worden. Aufklärungsflüge und zahlreiche Bordphotographien beweisen eindeutig die hervorragenden Ergebnisse dieser Luftangriffe. 36 abgeschossene feindliche Maschinen dokumentieren die klare Überlegenheit der italienischen Luftwaffe, die unbestritten den griechischen Luftraum beherrscht. Dazu kommt, daß die zahlreichen Straßenunterbrechungen und Brückensprengungen unmittelbar im Rücken des Gegners den griechischen Generalstab vor das äußerst schwierig gewordene Problem ausreichender Proviant= und Munitionsnachschubs stellen und gleichzeitig den Fronttruppen bei den an sich schon völlig unzulänglichen Straßenverhältnissen jegliche Rückzugsmöglichkeiten genommen haben. Bereits jetzt erhebt sich, wie man in Rom unterstreicht, für Griechenland die schwerwiegende Frage, ob England in der Lage sein wird, der griechischen Luftwaffe im gleichen Rhythmus ihrer Verluste den nötigen Ersatz an Flugzeugen zu liefern, nachdem die italienische Luftoffensive für Griechenland derartig verheerende Folgen hatte. Otöppners Naar-Batsalt Operation gelungen“ von Karl=heinz philipp Der schrille und anhaltende Ton des Fernsprechers weckte den Oberstabsarzt Gröninger, der vor seinem Schreibtisch eingeschlummert war. Es hatte einen anstrengenden Tag gegeben, eine Operation war der anderen gefolgt, kein Wunder, daß der Körper mal auf sein Recht pochte und Ruhe verlangte. Aber nun wieder das Telephon... „Hier Gröninger! Ah, Herr Doktor Wessel.... Operation... Lungenschuß.— Gut, ich komme. Richten Sie alles vor! Sie wissen ja Bescheid!“ Schwer atmend lag Unteroffizier Gröninger, der Sohn des Oberstabsarztes, den es in Frankreich erwischt hatte, auf dem Operationstisch.—— Unterarzt Doktor Wessel hatte seine Kollegen um sich versammelt.„Also, meine Herren, wir müssen dem Chef verheimlichen, daß er seinen eigenen Sohn operiert; es geht nicht anders, er ist der einzige, der diese Operation wohl erfolgreich durchführen kann.. Doktor Peters, leiten Sie, bitte, die Narkose ein! Und Sie, Herr Doktor Pattler,richten die Instrumente!" Kurze Zeit später betrat Oberstabsarzt Doktor Gröninger den Operationssaal.„Nun, Doktor Wessel, was haben wir denn da?“—„Es scheint ein schwieriger Fall zu sein, Lungenschuß. Es besteht wenig Aussicht." — Werden's schon schaffen", meinte Gröninger in sicherem Ton.— Während der Waschung wandte Gröninger sich an Doktor Wessel.„Nun habe ich schon drei Wochen nichts von meinem Sohn gehört. Eine letzte Nachricht bekam ich von ihm, als er zum Unteroffizier defördert wurde. — Na ja, er wird schon gesund und munter heimkommen. Das Gefühl hab ich. Würde er doch nur einmal schreiben!— Na, haben Sie die Narkose eingeleitet?— Dann kann's losgehen!" Sie banden sich die Masken um und zogen die Gummihandschuhe über. Ein jeder stand ruhig und licher an seinem Platz. Jeder kannte seine Aufgaben. Totenstill war es in diesem lichten Raum, fast so wie in einer Kirche. Man vernahm nur die Geräusche der geführten Instrumente. Behutsam reichte die Schwester jedes einzelne Instrument an, und mit sicherer Hand führte Gröninger die Operation durch. Hin und wieder töhnte der Patient leise auf. „Kleines Skalpell „Sonde „Kornzange...!“ Langsam rannen die Minuten dahin. Eine Viertelstunde schlich der anderen nach. Hier kämpfte der Mensch gegen den Tod und entriß ihm, Dag er schon in den Klauen hatte. Nach zweistündiger Operation war es geschafft. Aufatmend traten die Aerzte zurück. „Schaffen Sie den Patienten ins Einzelzimmer, und geben Sie ihm bei eintretenden Schmerzen eine Spritze. Schwester Helene soll die Wache übernehmen.— Herr Doktor Wessel, Sie kommen doch noch eine halbe Stunde mit auf mein Zimmer? Wir können beide eine Erfrischung gebrauchen.“ Als sich kurze Zeit später die beiden Aerzte gegenübersaßen, streckte Doktor Wessel dem Oberstabsarzt die Hand entgegen.„Ich gratuliere, Sie haben es geschafft.“— „Na, na, Wessel, so schlimm ist es nun doch nicht, Sie wollen doch wohl nicht sentimental werden?"—„Das nicht, aber wenn man bedenkt, daß ein Vater seinem Sohn durch seine Hand das Leben gerettet hat.. „Wieso... wie kommen Sie auf meinen Sohn?“ „Ja, es war Ihr Sohn, dem Sie das Leben reiteten!“ Gröninger war in Erregung aufgesprungen:„Mein Sohn?... Herr Gott, ist es wahr? Ich kann es nicht Die im Rahmen der oberrheinischen Kulturtage in Straßburg vorgenommene Eröffnung des Stadttheaters wurde in Anwesenheit des Chefs der Zivilverwatung für das Elsaß, Gauleiter und Reichsstatthalter Robert Wagner, zu einem Fest von einer künstlerischen Höhe wie es Straßburg seit 22 Jahren nicht mehr erlebt hat. Entsprechend war auch der Beifall, der sich nach jedem Akt steigerte und zum Schluß nach der großen Ansprache des Sachs in einen endlosen Beifallsorkan überging. Immer wieder wurden die Solisten vor den Vorhang gerufen und besonders wurde Kammersänger Carl Hauß (Hannover), der ja bekanntlich Straßburger ist und an diesem Abend den Stolzing gesungen hatte, mit Blumenspenden reich bedacht. Die szenische Gesamtleistung, die auf der lange nicht bespielten Bühne und bei der völligen Umstellung des ganzen Hauses vor keine geringen Forderungen und Aufgaben gestellt war, lag in Händen von Erik Wild. hagen, der in harmonischer Zusammenarbeit mit dem gesamten Bühnenapparat des Badischen Staatstheaters Karlsruhe diese Aufgabe meisterte und eine szenisch in glauben...! Ich kann es nicht fassen...! Ich muß zu ihm!“ Und schon eilte er über die hellen Flure, keinen Menschen sehend, nur immer den einen Gedanken im Kopfe: Bleibt er gesund? Bleibt er mir erhalten?—— Und dann stand er vor der Tür des Krankenzimmers. Doch auf einmal überkam ihm eine seltsame Ruhe. Behutsam öffnete er die Tür und trat leise vor das Bett seines Sohnes. „Lassen Sie uns, bitte, einen Augenblick allein!“ wandte er sich an die Schwester. Dann sank er neben dem Bett seines Sohnes nieder.„Hans, mein Junge, jetzt wird alles gut werden! Nur Ruhe, dann wirst ou auch wieder ganz gesund.“ Er strich dem bewegungslos Daliegenden zärtlich über die Wange. Leise erhob er sich und verließ das Zimmer. An der Tür standen Doktor Wessel und Schwester Helene. „Wir konnten es Ihnen vorher nicht verraten,“ sagte Doktor Wessel. „Ich danke Ihnen. Ich glaube kaum, daß ich es geschafft hätte mit dem Bewußtsein, meinen eigenen Sohn zu operieren.... Gehen Sie jetzt schlafen, Schwester Helene. Ich werde selbst bei meinem Sohn wachen. den Massenauftritten zwar noch etwas überladene, im ganzen aber ausgeglichene Aufführung herausbrachte. Über dem Ganzen aber stand Professor Abendroth vom Leipziger Gewandhaus als hervorragender Deuter der Partitur und umsichtiger Leiter der gesamten musikalischen Wiedergabe, die in der wunderbaren Ausgeglichenheit und satten Klangfülle des Orchesters triumphierte. Unter seiner Stabführung musizierte die Badische Staatskapelle mit letzter Hingabe an dies Meisterwerk Wagners, das seine hohe Feierlichkeit und die ganze Gewalt seiner Bühnenwirkung in der triumphalen Straßburger Aufführung wieder aufs neue bewies. Ganther Röhrdan: von Volk und Speache am Oberehein Herm. Burte sprach in Straßburg— Eröffnung der ersten Buchausstellung im Rohan-Palais Die Eröffnung der ersten deutschen Buchausstellung im Rohan=Palais in Straßburg, die anlößlich der obercheinischen Kulturtage durch den Schrifttumsreferenten Sepp Schirpf vorgenommen wurde und der im wesentlichen die bei der Buchwoche in Deutschland gezeigten Bücherschauen zugrunde liegen, wurde zu einem beachtenswerten Ereignis durch eine Ansprache des oberrheinischen Dichters Hermann Burte. Sein Thema „Von Volk und Sprache am Oberrhein“ machte dieser berufene Deuter oberrhemnischer Wesens= und Stammesgeschichte nicht nur durch die Einmaligkeit seiner dichterichen Formulierungen, sondern ebenfalls durch die Gülligkeit seiner Ideengänge wie durch Tiefe und Originaliät des Schauens zu einem großen Erlebnis. Burte bewies wieder einmal, daß er nicht nur selbst ein Künstler des Wortes, ein Dichter ist, sondern daß er ebenso stark über die Fähigkeit der Dichlungsdeutung verfügt. Meine Coch'er soll heiraten „De leßde Danz“ in Oldenburg aus der Taufe gehoben Ist es schon zu einer Tradition geworden, daß die August=Hinrichs=Bühne des Oldenburgischen Staatstheaters ihre jeweilige Spielzeit mit einer Uraufführung beginnt, in der eine neue Komödie von dem„Jolanthen“=Dichter August Hinrichs, dem„Etappenhasen"= Dichter Karl Bunje oder Friedrich Lange aus der Taufe gehoben wird. Das lustige Spiel in drei Törns von Friedrich Lange„De leßde Danz“, das jetzt in Oldenburg eine überaus freundliche Aufnahme fand, und bald zu dem Repertoire der meisten niederdeutschen Bühnen gehören wird, stellt eine erfreuliche Abwechselung in der Reihe der in niederdeutscher Mundart geschriebenen Komödien dar, da Lange hier bewußt das sonst übliche Schema des Verwechselungsspiels nicht angewandt, dafür aber die einfache, wenn auch nicht sehr originelle Fabel nett und sauber durchgeführt hat. Es ist die Geschichte von einer ehrgeizigen Mutter, die ihre Tochter gern an den Mann bringen möchte und in ihrem Eiser gar nicht die von der Jugend schon selbst angeknüpften zarten Bande spürt und sie sogar zu zerreißen drokt, bis dann ein happy end das Publikum belohnt. Friedrich Lange ist ein Mann des Oldenburger Landes und er weiß seine Landsleute darzustellen, wie sie wirklich sind, er hat ihren Humor in sich und so ist seine Komödie durchaus echt, zumal die Spieler der August=Hinrichs=Bühne auch hier sich nur selbst darzustellen drauchen und das ganz prachtvoll verstehen. Bernd W. Bechmeier Kleine Kundschau Seeihe-Medaille für Prosessor Dr. Emil LehmannDresden. Der Führer hat dem Hochschulprofessor Dr. Emil Lihmann in Dresden aus Anlaß der Vollendung seines 60. Lebensjahres in Würdigung seiner Verdienste „Hille Bobbe“ von Hans Ebert Uraufführung einer neuen Oper in Nürnberg Das Nürnberger Opernhaus eröffnete die Reihe von zehn geplanten Uraufführungen dieser Spielzeit mit der Uraufführung der Oper„Hille Bobbe“ von Hauis Ebert. Als Quellen der frei erfundenen Handlung, deren Textbuch der durch seine Filmmusiken bekannt gewordene Berliner Komponist selbst schrieb, dienten das berühmte Bild des flämischen Meisters Frans Hals: „Hexe von Haarlem“, Hille Bobbe, und die Gestalt Tills aus dem„Uilenspiegel" des flämischen Dichters Charles de Coster. Die Titelheldin begegnet uns im Gewande einer derben Schankwirtin als eine leidenschaftlich ihren totgesagten Sohn suchende Mutter und steht im Mittelpunkt eines bewegten Geschehens, dessen Hintergrund der Freiheitskampf der Flamen gegen ihre spanischen Unterdrücker bildet. Die an Ausdrucksformen reiche, technisch sehr gekonnte Musik ist im Stil des Musikdramas völlig der spannenden und bühnenwirksamen Handlung dienstbar gemacht. Unter der Leitung von Generalmusikdirektor Alsons Dressel und Intendant Willi Hanke fand die neue Oper eine die Gaben des Werkes voll ausschöpfende Wiedergabe, bei der neben den Leistungen der Gesangskräfte und des Orchesters auch die prachtvollen Bühnenbilder hervorzuheben sind. Die Rolle der Titelheldin sang Grete Pense, den Till Uilenspiegel Hans Butzon. Am Schluß dankte das Haus mit großen Ovationen, die besonders dem Komponisten Hans Ebert galten, aber auch die Leistungen des Nürnberger Ensemdles würdigten. Franz Baumeister auf dem Gebiete der Volkskunde und Schrifttumsgeschichte die Goethe=Medaille für Kunst und Wissenschaft verliehen. „Minna von Barnhelm“ in tschechischer Jassung. Das erste klassische deutsche Stück, das die bedeutendste tschechische Bühne in dieser Spielzeit zur Neueinstudierung bringt, Lessinge„Minna von Barnhelm“, wird mit grodem Aufwand erstmalig am 24. November im Prager Tschechischen Nationaltheater zur Aufführung gebracht. Ein neues Werk von Julius Weismann. Eine Symphonie in=Dur von Julius Weismann, der auch in der letzten Gaukulturwoche in Münster in Erscheinung trat kam am 11. November in Freidurg i. Br. zur Uraufführung. Der Meister widmete dieses Werk leiner Vaterstadt Freiburg i. Br. als Dank für die Verleihung des Ehrenbürgerrechts. Das Straßburger Stadttheater eröffnet Triumphaler Erfolg der„Meistersinger“ unter Abendroth MIFA — Mikrofilmarchiv der deutschsprachigen Presse e9“. 20. November 1940 Westfälische Tageszeitung Nummer 319 WDestjalen-Nord und Nachbargaus Berufsbetreuung entlassener Soldaten Weiterer Ausbau— Früheres Arbeitseinkommen muß möglichst erreicht werden leisteten. Hier sind, soweit nicht das Arbeitsverhältnis überhaupt geendet hat, Kündigungen rechtswirksam ausgesprochen worden. weil damals der Kündigungsschutz sehlte. Daher würden Einberusene nach ihrer Enlassung vielfach Gefahr laufen, arbeitslos zu werden und dadurch wirtschaftliche Nachteile erleiden. Deshalb war in Ergänzung der Verordnung vom 1. September 1939 dafür zu sorgen, daß die aus dem Wehrdienst Entlassenen, wenn sie nicht an den alten Arbeitsplatz zurückkehren können, durch das Arbeitsamt bald in ein gleichwertiges Arbeitsverhältnis vermittelt werden. Zugleich mußte sichergestellt werden, daß ihnen im neuen Betrieb die Zeit der früheren Berufs= und Betriebszugehörigkeit sowie des Wehrdienstes angerechnet wird. Beides wurde durch die Ausdehnung der in der Verordnung über Fürsorge für Soldaten und Arbeitsmänner vom 29. Dezember 1937 bereits enihaltenen Grundsätze auf alle in und nach dem Kriege entlassenen Soldaten und männlichen Angehörigen des RAD. erreicht. Die im Frieden bewährte Berufsfürsorge kommt nunmehr nicht nur dem an sich begrenzten Kreis junger Soldaten, die die aktive Dienstpflicht erfüllen, zugute, sondern auch im und nach dem Kriege allen seit dem Sommer 1939 im Wehrdienst und Arbeitsdienst stehenden Personen nach ihrer Entlassung. Versehrte erhalten zusätzlich eine besondere Fürsorge, gegebenenfalls durch Ein= oder Umschulung für den Arbeitsplatz. Der Minister erklärt, daß hierbei dem Grundsatz besondere Bedeutung zukomme, daß die Versehrten möglichst in Arbeitspläte einzuweisen sind, in denen sie mindestens ihr früheres Arbeitseinkommen erreichen. Die ausscheidenden Soldaten erhalten im übrigen bei ihrer Entlassung ein Merkblat, mit dem sie auch über die arbeitseinsatzmäßigen Notwendigkeiten aufgeklärt werden. Schon in den ersten Tagen hat der Entlassene seinen alten Betriebsführer aufzusuchen, um den Tag der Wiederaufnahme der Arbeit festzusetzen. Wo die Rückkehr auf den früheren Arbeitsplatz nicht erfolgen kann, wird die Meldung beim Arbeitsamt zum Zweck der bevorzugten Arbeitsvermitlung zur Pflicht gemacht. Diese bevorzugte Vermittlung erfolgt auch noch innerhalb eines Jahres, wenn in dieser Frist der Entlassene ohne eigenes Verschulden den neuen Arbeitsplatz l. 3u verloren hat. Im übrigen ist auch hier darauf zu achten, daß das frühere Arveitseinkommen möglichst erreicht wird und daß Verheiratete am Wohnort der Familie Zu der Verordnung über Berufsfürsorge für entlassene Soldaten und männliche Angehörige des Reichsarbeitsdienstes hat der Reichsarbeitsminister eine ergänzende Verfügung erlassen. Er unterstreicht, daß die entlassenen Soldaten gegenüber ihren nicht einberufenen Arbeitskameraden keinen Nachteil erleiden sollen, und verweist auf die Verordnung vom 1. September 1939, wnach das Beschäftigungsverhältnis der Einberufenen sortbesteht. Inzwischen hat sich aber gezeigt, daß eine Rückehr in den alten Betrieb nicht in allen Fällen möglich ist, z. B. wegen inzwischen erfolgter rechtswirksamer Kündigung mit Zustimmung des Reichstreuhänders der Arbeit oder wegen Betriesstillegung. Ferner muß zuch an die zahlreichen Felle gedach, werden, in bis zum pollendeten 18. Lebenzjahr eingefüchr wonach das Beschäftigungsverhältnis der Einberufenen Wie der Jugendführer des Deutschen Reiches hierzu klarder Verordnung vom 1. September 1939 Wehrdienst stellend mitteilt, bedeutet diese Bestimmung nicht, daß aus dem Deutschen Jungvolk und dem Jungmädelbund in die 53. bzw den B0M. an die gemeinsame Schulentlassung knüpft, auch wenn sie zu diesem Zestpunkt das 14. Lebenssahr bereits vollendet haben. Der Tag eingesetzt werden, soweit nicht die Trennung von der der gemeinsamen Entlassung der 18jährigen wird demFamille derufsüblich ist. Die in diesem Kriege abgeleistete Wehrpflicht ist in das Arbeitsbuch einzutragen. Gemeinsame Entlassung der 18jährigen aus der Jugenddienstpflicht Die Jugenddienstpflicht ist für Jugendliche vom 10. bis zum vollendeten 18. Lebenssahr eingeführt worden. die Jugenddienstpflicht mit dem Tage der Vollendung des 18. Lebenssahres jedes einzelnen Jugendlichen endet. Der jahrgangsweise Aufbau der 53. bedingt vielmehr, daß die Jahrgänge auch geschlossen zur Entlassung kommen. Einzelentlassungen sind mit einem geordneten Dienstbetrieb nicht vereinbar und widersprechen auch dem Sinn der Jugenddienstverordnung, wie z. B. der übertritt von Schülern und Schülerinnen der Volksschule nächst endgültig festgelegt werden. Einstwellen ist der Tag für die Entlassung seweils der 30. September. Wehrmacht wirbt: für das SA=Wehrabzeichen Zur allgrmeinen Förderung der vormilitärischen Ausbildung und zur Unterstützung des Wehrsports in der SA hat der Führer das SA=Wehrabzeichen geschassen. Der Erwerb des SA=Wehrabzeichens(i jedem wehrfreudigen Deutschen, der eine wehrsportliche Prüfung ablegt, freigestellt. Das Oberkommando des Heeres hat angeordnet, daß durch Belehrung in den Einheiten darauf hingewiesen werden soll, daß Erwerb und Besitz des SA=Wehrabzeichens für jeden gesunden und wehrsähigen Deutschen erstrebenswert ist. Erworbene SA=Wehrabzeichen dürsen zur Uniform getragen werden. Ein Erwerb während der Dienstzeit ist jedoch aicht zulässig. Deutscher Aufbruch in Ungarn Zur Schulsammlung des VDA vom 22.—24. November Das Jahr 1940, das Jahr der großen deutschen Entscheidungen, hat auch dem Deutschtum in Ungarn die völtische Einheit gebracht. Nach vielen Jahrzehnten des schwersten völkischen Ringens brach nun mit dem Schiedsspruch von. Wien für das ungarländische Deutschtum die Zeit der freien Gestaltung des eigenen völkischen Lebens an. 800.000 Volksdeutsche in Ungarn stehen unter der Führung von Dr. Franz Basch bereit, die deutsche Volksgruppe zur berufenen Mittlerin zwischen dem ungarischen Staat und dem Deutschen Reich zu machen. Seit Mitte des vorigen Jahrhunderts hat sich deutscher Volkstumskampf in Ungarn immer mehr zugespitzt und schwieriger gestaltet. Trotz der seit einem Jahrtausend beispielhaften Ergebenheit der ungarländischen Deutschen zu ihrem Staat Ungarn und ihrer harmonischen Uebereinstimmung von Volkstreue und Staatstreue wurde ihnen durch die liberal=chauvinistische Entwicklung das Leben immer schwerer gemacht und ihre Lage immer unbefriedigender. Das städtische Deutschtum ging fast reitlos unter, das Bauerntum vegetierte weithin.— völtisch gesehen— dumpf dahin. Der Weltkrieg rüttelte das schlummernde Volksbewußsein wach, und seitdem erlahmte der Kampf um die Volkstumsrechte nicht mehr. 1918.20 schien eine vernünftige Regelung der Stellung des ungarländischen Blick ins Münsterland „Unsere Ehre ist die Treue!" Ahlen. Unter der Parole„Unsere Ehre ist die Treuel“ veranstaltete die Kerisleitung der RSDAP, des Kreises Beckum vom 22. bis 24. November eine umfassende Versammlungsaktion, durch die 14 Orte des Kreises erfaßt werden. Namhafte Redner aus dem Reich und aus unserm Gau werden zu den Partei= und Volksgenossen sprechen. Die Kundgebungen stehen im Zeichen der Tatgemeinschaft zwischen Heimat und Front. Großes musikalisches Erlebnis für Ahlen Ahlen. Deutschlands berühmteste Pianistin, Frau Rosl Schmid, gab am vergangenen Sonntag im Rahmen einer Veranstaltung der RS.=Gemeinschaft Krost durch Freude“ ein Klavierkonzert, das für die Besucher zu einem großen musikalischen Erlebnis wurde. Die Künstlerin, Trägerin des Nationalen Musikpreises 1939, brachte Werke von Schumann, Brahms und Chopin, die lebhaften Beifall auslösten. Frau Rosl Schmid weilt zur Zeit im Gau Westfalen=Nord auf einer mehrtägigen Konzertreise, auf der sie u. a. auch in Bielefeld die Musikfreunde mit ihrer meisterlichen Kunst beZlicken wich. Totschlagsversuch eines Iivilpolen Schale. In Schale(Kreis Tecklenburg) grif ein seit einiger Zeit bei einem Bauern beschäftigter Zipilpole den Bauer ohne triftigen Grund mit der Mistgabel an und brachte ihm Sichwunden in der linken Brustseite bei. Ferner verletzte er ihm durch mehrere Schläge die Schädeldecke, so daß der Verletzte dem Krankenhaus zugeführt werden mußte. Wildernde Hunde hetzten einen Bullen Schale. Wildernde Hunde griffen hier einen einjährigen Bullen an und hetzten ihn solange, bis er in einem Wassertümpel Zuflucht suchte. Die Hunde richteten den Bullen derart zu, daß er notgeschlachtet werden mußte. Schadeufeuer in Hopsten Zu seiner größten Überraschung stellte er fest, daß das Gefäß mit über zweihundert Goldstücken aus dem Jahre 1776 gefüllt war. Von einem Auto angefahren Coesfeld. Auf der Holtwicker Straße wurde während der Dunkelheit ein junger Mann von einem Auto angefahren. Er kam mit seinem Fahrrad sehr böse zu Fall und erlitt eine schwere Gehirnerschütterung. Seine Begleiter sorgten für eine Überführung ins Krankenhaus. Unsere lieben Alten In Borghorst konnte der einzige hier noch lebende Veteran des Krieges 1870/71. Herr Anton Baumscheiper, Ostendorf, sein 90. Lebenssahr vollenden. Der Jubilar stammt aus Greven. Er diente aktio bei der 2. Kompanie des Hannoverschen Füsilier=Regiments Nr. 73. 1871 nahm er an der Belagerung von Berdun tei und wurde mit der Kriegsdenkmünze aus Stahl ausgezeichnet. In Burgsteinfurt wurde der Bauer Johann Wesseling, Veltrup, 87 Jahre alt. In Jobenbüren feierte Frau Wwe. Christine Rietbrock geb. Dölemener, Straße der SA, bei guter Gesundheit ihren 88. Geburtstag In Bocholt wurde am gestrigen Tage der Rentner Bernhard Hoves, Langenbergstraße, 83 Jahre alt. Herr Hoves ist noch recht rüstig und macht noch täglich seinen Weg nach Jans Große=Hardt, um dort seinen gewohnten Korn zu trinken und um sich mit seinen Altersgenossen einige Zeit zu unterhalten. In Heek seierte gestern der Wirt und Postagent Karl Schwieters seinen 80. Geburtstag. Der Jubilar, ein alter Heeker Bürger, ist weit über die Grenzen seiner Heimat hinaus bekannt. Im vergangenen Jahre erhielt er für 40jährige Dienstzeit als Postagent das goldene Treudienstehrenzeichen. Wir wünschen allen Geburtstagskindern viel Glück und noch einen langen schönen Lebensabend. Deutschtums nahe, auch später schien machmal der Weg schritweiser Rechtsgewährung und allmählicher Regelungen eingeschlagen zu werden. Aber den Versprechen folgte immer bald die Enttäuschung. Der nimmermüde Vorkämpfer Jakob Bleyer starb, und nach seinem Tode schien der Verlauf der Volksgruppe erneut einzutreten. Da fand sich um Franz Basch eine verschworene Gemeinschaft von Jüngern Jakob Bleyers, Männer und Jünglinge, und sie setzten sich ganz für ihr Volk ein, im Bewußtsein, einen schweren Kampf auf sich zu nehmen, aber auch im Bewußtsein, zu siegen. Hoffungslos schien oft das Streben, umsonst alles Kämpfen, zu aussichtsios das Bemühen um Verständnis, aber Tag um Tag, durch keine Zurückweisung, durch keine Enttäuschung, durch keine vergebene Mühe entmutigt, trat Ungarns Volksdeutschtum in seinen Vorkämpfern wieder an. In diesen Kämpfern glühte die Ueberzeugung vom gottgewollten Recht und naturgegebenen Sinn ihres Kampfes und seinen unersetzbaren Wert für ihr Volk und auch für ihr Vaterland. Daraus strömte ihnen stets neue Kraft zu, und weil sie gläubig waren, darum siegten sie auch. Und immer ging es ihnen nicht darum, gegen jemand zu siegen, sondern zu überzeugen und für ihr deutsches Volk und ungarisches Vaterland einen Sieg zu erkämpfen. Denn ihr Kampf war Aufbauarbeit. Der große völkische Durchbruch des ungarländischen Deutschtums gelang schon im Jahre 1939. Zum ersten Male versammelten sich in der schwäbischen Gemeinde Ciko in Südungarn Zehntausende von schwäbischen Bauekn, um ein stolzes Bekenntnis zur deutschen Volksgemetzschast abngeben. In desen Jahre war die chwäbische Gemeinde Hidas die Stätte einer großen völtischen Herrschau des Volksbundes der Deutschen in Ungarn. Eine Woche später bereits fanden sich in Budapest zahlreiche Gäste auch aus dem Deutschen Reich ein, um der festlichen Einweihung des prachtvoll gelegeEltern! Eure Kinder appelieren durch die Schulsammlung des #R un Euer Behenntals zun deutschen Volkstum nen„Deutschen Hauses“, der Heimstätte des ungarländischen Deutschtums, beizuwohnen, die durch die tatkrästige Unterstützung des BDA. geschaffen werden konnte.„ Und nun hat der Wiener Schiedsspruch alle Hindernisse niedergelegt, welche sich bisher der freien Entfaltung des Deutschtums in Ungarn entgegenstellten. Das Abkommen mit Ungarn gewährleistet der deutschen Volksgruppe die freie kulturelle und wirtschaftliche Entfaltung auf der Grundlage der nationalsozialistischen Weltanschauung. Ungeheuer groß sind die Aufgaben geworden: noch immer sind Hunderttausende von deutschen Kindern ohne deutsche Schulen, ein Turnerbund soll gegründet werden, ein Sängerbund. Genosenschaften, Wirtschaftsverbände sollen folgen. Die deutsche Volksgruppe in Ungarn ist dabei, den Bau ihrer Volksorganisation fest und umfassend zu mauern. Wie sollen da die Mittel ausreichen, um all diese großen Aufgaben aus den Reihen der Deutschen in Ungarn selbst erfüllen zu können! Zuviel hat in den vergangenen Jahrzehnten unterbleiden müssen. Es ist eine Ehrenpflicht für und Deutsche im Reich, unseren deutschen Kameraden in Ungarn all das zu schenken, worauf ein freier deutscher Mensch überas in der Weli Anspruch erheben kann. Das Abkommen von Wien gibt uns das Recht, unseren demschen Kameraden in Ungarn zu helfen. Sie haben sich aus eigenem in jahrzehnielangem Kompf durchgesetzt. Jetzt ist es an uns Deutsche im Reich, diese große Leistung des ungarländischen Deutschtums zu würdigen: Wir spenden gern und ausreichend bei der Schulsammlung des BDA., der seit Jahrzehnten unseren Deutschen draußen ein starker Helfer ist. kern Die Innere Kront meldet: Pg. Reimpell zum Oberregierungsrat ernannl. Der Führer und Reichskanzler ernannte den Gauwalter des RS=Lehrerbundes Westsalen=Nord Regierungs= und Schulrat Pg. Friedrich Reimpell zum Oberregierungsund Schulrat. Pg. Reimpell steht als Haupigefreiter der Marine an der Front. Verbesserung in der Ausbilbung der Hauswirtschaft. lichen Lehrlings. Um die Ausbildung der Hauswirt. schaftlichen Lehrlinge sachlich noch verbessern zu können. wird den Lehrfrauen durch Fachkräfte des Deutschen Frauenwerks in den Lehrfrauentreffen Gelegenheil gegeben, ihre prakischen Kenntnisse in der Volis= und Hauswirischaft noch zu erweitern. Frau mit Kinderwagen überfahren Bieleseld. Auf der Hindenburgstraße wurde eine Frau, die mit einem Kinderwagen den Fahrdamm überqueren wollte, von einem Lastzug überfahren. Das Kind wurde durch den Anprall in hohem Bogen aus dem Wagen herausgeschleudert und kam mit dem Leben davon. Die Frau erlit furchtbare Kopsverletzungen. Im Krankenhaus stellte der Arzt den Tod fest. Der Kinderwagen wurde gänzlich zertrümmert. Motorradfahrer und Fußgänger schwer verletzt Detmold. Auf der Detmolder Landstraße bei Horn wurde der Sägewerksbesitzer F. von einem Motorrade angefahren. F. wurde zu Boden geschleudert und schwer verletzt: aber auch der Motorradfahrer stürzte und zog sich schwere Verletzungen zu. Beide wurden zum Landeskrankenhaus nach Detmold gebracht. Berufsschule und Fliegeralarm Reichsarbeitominister regelt Arbeitszeit und Enigelt der Jugendlichen An einigen Orten beginnt der Unterricht in den Berufsschulen nach vorhergehendem nächtlichen Fliegerglarm statt um 8 erst um 10 Uhr, um den Jugendlichen einen Ausgleich in der Nachtruhe zu verschafsen. Wie der Reichsarbeitsminister in diesem Zusammenhang durch Verfügung feststellt, sind ausreichende Ruhezeiten gerade bei den noch in der körperlichen und geistigen Entwicklung stehenden Jugendlichen unentbehrlich. Eo sind folgende Fälle zu unterscheiden: 1. Wegen nächtlichen Fliegeralarms fallen die Unterrichtsstunden im Belange des Jugendschutzes aus. Dann ist der Aussall orbeitszeitrechtlich so zu behandeln, als wenn der Unterricht stattgefunden hätte. Der Betriebsführer darf daher die Jugendlichen während der Ausfallzeit nicht im Betriebe beschäftigen. Die ausgesallene Unterrichtszeit ist ferner nach dem Jugendschutzgesetz auf die Dauer der Arbeitszeit anzurechnen: die Erziehungsbeihilse oder der Lohn für diese Zeit ist weiterzuzahlen. 2. Die vor 10 Uhr liegenden Unterrichtsstunden werden wegen nächtlichen Fliegeralarms auf eine spätere Tageszeit verlegt. Dann darf der Betriebsführer die Jugendlichen an dem fraglichen Tage nicht vor 10 Uhr beschäftigen. Fallen durch die Unterrichtsverlegung Arbeitsstunden aus, so dürfen sie im Rahmen des§ 9. Abs. 2 des Jugendschutzgesetzes zuschlagsfrei nochgearbeitet werden. Die Nacharbeit ist aber an den Tagen, denen ein nächtlicher Fliegeralarm von mehr als zwei Stunden vorherging, unzulässig. 3. Eine von den Nummern 1 und 2 abweichende Regelung kann für Jugendliche in Betracht kommen, die auf bestimmte, zeitlich festliegende Verkehrsverbindungen zwischen Wohn= und Betriebsort angewiesen sind, so daß der Ausfall oder die Verlegung der Unterrichtszeit keine zusätzliche Ruhemöglichkeit verschaft. In solchen und ähnlichen Fällen ermächtigt der Minister die Gewerbeaufsichtsämter, eine von den Vorschriften des Jugendschußzgesetzes abweichende Regelung der Arbeitszeit zu genehmigen, die eine sinnvolle Durchführung der von den Berufsschulen wegen Fliegeralarms getrofsenen Maßnahmen gewährleistel. Bei Fällen von größerer Bedeutung ist im Benehmen mit den zuständigen Partei= und Wirtschaftsstellen zu handeln. Kein Ladenhüter als Grabstein Der Sohn, der den Hof erhielt, muß den Grabstein bezahlen Celle, 19. November. Das Oberlandesgericht Celle fällte ein Urteil, das namentlich in bäuerlichen Kreisen interessieren dürfte. Ein Bauer hatte einen Sohn und eine Tochter. Der Sohn erhielt den Hof. Im Testament wurde vom Vater ein standesgemäßes Begräbnis und ein entsprechender Gedenkstein verlangt. Der Sohn erfüllte die Verpflichtung nicht. Da griff die Tochter ein, ließ ein Grabmar für 536 Mark setzen und verlangte von dem Bruder das Geld. Da er nicht zahlte, kam es zu einer gerichtlichen Entscheidung. Der Bruder wurde vom Oberlandesgerscht Celle verurteilt. In der Urteilsbegründung heißt es: Die Schwester hat für ihren Bruder eine Verpflichtung erfüllt, die diesem oblag. Da sie durch die Grabsteinsetzung ihren Bruder von dieser testamentarisch festgelegten Verpflichtung befreit hat, muß ihr der Bruder den für den Grabstein aufgewendeten Betrag erstatten. Daß die Schwester gegen den Willen des Bruders handelle, ist für diesen Erstattungsanspruch unbeachtlich. Der Grabstein entsprach auch durchaus dem ortsüblichen Rahmen für einen Bauern. Die Schwester brauchte sich nicht mit einem Ladenhüter zu begnügen. Todessturz aus dem vierten Stockwerk Recklinghausen. In Recklinghausen=Süd stürzte sich frühmorgens ein Mann, der an Nervenzerrüttung litt, aus einem Fenster seiner im vierten Stockwerke des Hauses gelegenen Wohnung und starb kurz darauf. Zwei Tage lot auf dem Hausboden Warburg. Ein Mann in den 40er Jahren, der sich einige Zeit in Warburg aufhielt und verschiedene Aibeitsstellen inne hatte, wurde morgens auf dem Dachboden eines Hauses nahe dem Bahnhof aufgefunden. Die Feststellung ergab, daß er bereits seit zwei Tagen einem Herzleiden erlegen war. Er wird wohl den Vo. den aufgesucht haben, um ein Nachtquartier zu haben. Was einem Ochsen nicht alles passieren kann Elspe. Nicht wenig erstaunt war ein hiesiger Fleischermeister, als er beim öffnen eines Ochsenponsens darin ein langer Stuck eines Auto=Lustreisens fänd. Ob der Wiederkäuer achl an Verdauungsstörungen gelitten hal— Auf dem Schulhof vom Dachziegel getrossen Minden. Auf dem Schulhof der Mittelschule wurde ein elf Jahre alter Schüler von einem herabstürzenden Dachziegel getroffen. Im Krankenhaus stellte man einen schweren Schädelbruch fest, der bald nach dem Unfall zum Tode führte. Lastkraftwagen durchfuhr Brückengeländer Wesel. Auf der Dinslakener Landstraße fuhr ein Lastkraftwagen mit Anhänger gegen das Geländer der Flutbrücke. Der Motorwagen stürzte die Böschung hinunter und zog den Anhänger nach sich. Während des Fallens überschlug sich der Wagen und begrub die beiden Fahrer unter sich. Passanten mußten sie aus ihrer Lage befreien. Der Beifahrer konnte jedoch nur noch als Leiche geborgen werden. Altenessener Schweinemarkt anb Allenessen. 19. Nov. Ferkel 1000. Läuser 257. Gesamtaustrieb 1257. Ferkel unter 6 Wochen alt 9. Ferkel 6 bis 8 Wochen alt 10—14. Ferkel 8 bis 12 Wochen alt 14—21, Ferkel 3 bis 4 Monate alt 21—25, Ferkel 4 bis 6 Monate alt 25—70. Marktverlauf: langsam. Die bunte Reihe des Sports Preußen Hünster-Post SGMünster Der SC Preußen Münster und die Post SG Münster haben sich darin geeinigt, am kommenden Sonntag dem 24. November, ein rückständiges Spiel um die Fußball=Stadtmeisterschaft auszutragen. Die Begegnung gelangt im Preußenstadion an der Hammer Straße zum Austrag und begiannt um 15 Uhr. Münster 08 empfängs den Turnverein Osnabrück Die erste Fußballelf des SC Münster 08 benutzt den vom Meisterschaftsspiel freien Sonntag zur Austragung eines Freundschaftsspieles, wobei der Osnabrücker Turnverein der Gegner st. Die Donabrücker, in deren Reiden augenblicklich mehrere Gastspieler aus bekannten Vereinen tätig sind, verfügen über eine spielstarke Mann. schaft, so daß mit dem Zustandekommen eines interessanten Treffens zu rechnen ist, das auf dem 08=Platz am Drostebusch stattfinden wird. Seashte e u. Shange. im RSRC. der HJ-Sportler Auf der Bannfachwart=Tagung in Dortmund gab der Gebietsfachwart Herms die neuen Richtinien für den Spielbetrieb der 53 im RSRL bekannt. Danach müssen jugendliche Mitglieder des RSRL grundsätzlich der H3 angehören, jeder Jugendgenosse hat zum Spiel in Unsorm anzutreten. Der H3=Spieler hat außer dem H3=Sportausweis auch einen RSRL=Paß mit Lichtbild vorzuzeigen und ist nur mit beiden Ausweisen spielberechtigt. Jeder Platzverweis bringt eine automatische Sperre von zwei Spielsonntagen. Das Spielen eines 53=Spielers in einer Seniorenmannschaft ist nur mit Erlaubnis statthaft. Seniorenerklärungen werden nur für die 1. Mannschaft statgegeben. Anträge sind über den Bannfachwart an den GebietsHopsten. Die Wirtschoftsgebäude des Fabritbesitzers mnmmmmmmmmmmmmm fachwart zu richten Der H3=Klasse B gehören die 531 8. Talierpch, weieter, mesP ger. P1.-Nocen! Bundes Weltgeschehen geboren an. Die Eintellung der Spordienstgrunn Schaljavin, der später einer der bestbezahlten Sänger der Welt wurde, hatte eine entbehrungsreiche Gustan und die Feuerwehr waren schnell bei der Hand. Während die Nachbarn das Vieh in Sicherheit brachten, griff; die Feuerwehr den Brandherd mit mehreren Schlauchleitungen wirkungsvoll an, so daß es gelang, das Feuer auf seinen Herd zu beschränken. Vom Dach gestürzt Borghorft. In der Bauerschaft Dumpte war ein Mann auf das Dach seines Hauses geklettert, um einige sJugend hinter sich, aus der er manches selbst erzählt Ausbesserungsarbeiten vorzunehmen. Er tat dabei einen zhal:„Ich war 17 Jahre alt, ersteute mich eines unFehltrit und stürzte ab. Zum Glück fiel er in die Krone sgeheuren Appetits und hatte keinen Pfennig in der eines Lindenbaumes und kom wie durch ein Wunder; Tasche. Da lernte ich einen treuen Freund und spätemit leichten Verletzungen davon. Fren Gefährten meines Bohemelebens kennen. Hungrig Beim Schweinefüttern erheblich verbranut Fund einsam schlenderte, lich den Reostg=Prospekt(die aborst. In Wömaterg stolverte eing Frau dolu KHaupzstraße Petersburge) enlang. Ein in Vorghorst. In Wilmsberg stolperte eine Frau deim sgekleideter Herr kam mir entgegen und berührte meine Schan geimngte giei mit kochendem Wasser ve= Zhand.„Ich heiße Grigori Iseroff“ sagte er.„Ihr Grers=Eüger. Sie kam zu Fall und zog sich sich schwere; Gesicht gefällt mir. Sie mit mir kommen und Brandwunden zu. Jfür das Seelenheil meiner armen Frau trinken?“ fragte 3000 RM. erbrachle ein WHW.=Wunschkonzerl sder sonderbare Mann weiter. Ich sagte zu, und wir Rheine fand am vergangenen Sonntagsbegaben uns auf einen Friedhof, wo wir ein Gastmahl Rheige. In Rheine fand am vergangenen, Sayntag:— Iserhoff hatte Essen und satt das wie ale seine Vorgänger in den vergangenen gnstn. aund woes dae Bichiaste i. Lud Rat, de durcdizlaest ais eisenen gaceve G.=Nen ewdarne Brand in einem Kötlerhaus. Zigeunerkapelle durchgebrannt.“ Spe. Am Sonntagnachmittag entstand in einem Köt=I Aus dieser fragikomischen Bekanntschaft wurde dann terhaus im Ortsteil Nienberger„Straße,-Storkerhook seine grobe und enge Freundschaft. Grigori, der eine ein Schadenseuer, das schnell um sich griff. Die Feuer=Kkleine Tenorstimme hatle, verstand sein Talent auszulöschpolizei trat wirkungsvoll in Aktion und konnte die snutzen und verkehrte in Häusern, wo man ihn zu opuNachbarhäuser vor Schoden schüßzen. Klenien„Mahlzeiten einlud. Bei Tisch verlor Grigori Ein Bauer sand einen goben Geldichag Kkeine Zell, aß für Zehn, während die Gastgeber seinen Ein Bauer sand einen großen Goldschat Liedern lauschten, die den Preis für die Gastfreundschaft Spe. Bei Apeldorn gibt es bekanntlich auch einen Frepräsentierten. Dabei vergaß er Namen Epe. Dort war ein Bauer damit be= Zschob den Teller Gastmähler des Bohemiens Einteilung, der Sportdienstgruppen der Fähnlein ist von den RSRL=Vereine unbedingt s einzuhalten. RSRL=Vereine haben die namentliche Austellung der H3-Mannschaften mit Geburtsdatum bis zum 4. Dezember 1940 an den Bannsachwart F. Grothues, Münster, Hammer Straße 280, zu senden. Frau? Ihre Mutter?“ ertönte ein Chor teilnahmsvoller Stimmen.„Nein. Lola ist eine alte kranke Hündin, die auf mich zu Hause wartet.“ Es folgte eine sentimentale Geschichte, die ein Herz aus Stein erweichen könnte.— Lola war eine Hündin, die seinen blinden Vater geführt hatte, während Grigori in Dörfern sang. Mein Freund erschien dann zu Hause mit schmackhaften Sachen beladen, die mich für zwei Tage satt machten. Der alte kranke Hund— war nämlich ich.“ Darf eine Ehefrau 130 Kilogramm wiegen? hinaus habe ja Boell in seiner Eigenschaft als Koch: mit seinen eigenen Leckerbissen ohne Zweisel zum Wachstum des Fleisches seiner unglücklichen Frau beigetragen. Mutterstole überwindet die Wasserschen der Katze einer heftigen Auseinandersetzung, weil Richter Sylbain dem Kläger nicht nur seine Freiheit nicht wiedergeben wollte, sondern sich auch noch aufs liebevollste der beklagten Frau annahm. Boell hatte die Scheidung beantragt mit der Begründung, man könne ihm das Zusammenleben mit seiner Frau nicht mehr zumuten, nachdem sie das außerordentliche Gewicht von 130 Kilogramm; erreicht habe, während sie zur Zeit, der Hochzeit mit aur 60 Kilogramm noch rank und schlank gewesen sei. Das übergewicht von 70 Kilogramm, das einen unnützen Ballast darstelle, brauche er nicht noch weiter mitzuschleppen. Die Frau ihrerseits beschuldigte den Mann der„moralischen Grausamkeit“, die sich vermehrt habe, se mehr ihr eigenet Leibesumsang zugenommen habe. Sie wollte sich durchaus nicht scheiden lassen und erklärte, ihr Mann selber sei an ihrem überftüssigen Fett schuldig. Schließlich söllie der Richmich niemals. Er der seinen Spruch, in welchem er das Scheidungspflegte traurig zu sagen: begehren des Monnes zurückwies. Er erklärte, die groden. Er stieß ,dabei auf ein„Aose schön wäre es, wenn ich dieses Huhr mit meiner Feitleibigkeit, der Frau genüge überhaupt nicht, um sich bald als eine Urne entpupotelarmen Lola teien könntel:„Wer st Lolar Ihre ein Chescheidungebegehren zu begründen und darülder Aktiver Spieter teitel Pokal-endgriel Mutierstolz überwindet die Wasserschen der Kahe 5 Das Schiedsrichteramt im Pokal=Endspiel um den Katzen können zwar ebenso wie die meisten Vier Tschammer=Pokal zwischen 1. FC Nürnberg und dem füßer schwimmen, aber sie tun es nicht gern, weili Zrezdner Sc am 1. Dezember im Oiympia=Stadion zu se wasserschen sind. Darum war in der Familie eines: Mis.nxigigte Pennig=Mannzem übertragen worden. belgischen Kaufmanns in einem Scheldestädtchen das; Ztt gzzepnis, ist einer der Tüchtigsten aus den Reihen Erstaunen groß, als er eines Morgen ganz unerwartet; des Nachwuchses unserer Wettspielleiter zu einer großen Katzenbesuch vom senseitigen Scheldeufer empfing. Ess Aufgabe herangezogen worden. Als aktiver Spieler in Vor dem Landgericht in San Franzisko kam es war die Katze die er vor einem halben Jahr einem; der ersten Mannschaft des SB Waldhof hat Pennig gebeim Ehescheidungsprozeß des Kochs Boell kürzlich zu Bauer überlassen hatte, der auf der anderen Seites nügend praktische Erfahrung gesammelt, die durch eine des Stromes wohnt. Die pudelnasse Katze trug bei ihrers gründliche Regelkenninis untermauert, es gestatten, ein Stromüberschwimmung ein kleines Käßchen im Maul.s so schwieriges Amt vertrauensvoll in die Hände eines das sie mit großem Mutterstolz ihrem früheren Herrns mit seinen 32 Jahren an und für sich noch jungen vorstellte. Der Mutterstolz hatte in diesem Falle dies Schiedsrichters zu legen. Scheu vor dem nassen Element überwunden, vielleicht aber auch die Angst, daß dieses Kötzchen ebenso wie dies übrigen des Wurses ersäufst werden könnte. Rückkampt Deutschland-Dänemark Frepräsentierten, Dabei vergaß Ont mit Ramen Epe. Dort wax ein Bauer damit de zschob den Teller beisette und Höstigt, ein Loch, zu graben, G. Rließ 5er. steinernes Gefäß, das Maisernte mit Kähnen Das Hochwasser der Kupa, das die Karlowacer Vor. Das in Homburg von Deutschland gegen Dänemark stadt unter Wasser setzte, hat sich mittlerweise auchs mit:0 gewonnene Fußbal=Länderspiel gab Amaß, beauf den Wasserstand der Save bei Sisak katastrophals reits über das eiste Zusammentressen zu verhandeln. Eausgewirkt. Die Behörden haben alle Maßnahmen er- ist in Aussicht genommen, den Rückampf in Kopengrissen, um die Dämme zu sichern. Weite Flächens hagen nach Abschluß der deutschen Meisterschaft im Landes sind überschwemmt. Die Bauern, die noch nichts Monat Juni zu veranstalten. den Mais eingebracht haben, besorgen nun diese Ernte)„= arbeit, indem sie mit Kähnen ihre überschwemmten Berlins Tennisspieler haben den Städtekampf in Felder befahren. Obgleich die Kupg nach den letzten; Barcelona mit•1 Punkten gewonnen. Am Schlußtag Meldungen bereits fällt, dürste das Hochwasser beis siegten Roderich Menzel über Blane in vier und BeuthSisak noch nicht sobald zurückgehen. ner über Castella in drei Sätzen.