100 Mark lautend, bende in Büssel, daß sie stets einen zerundeten Gedanken am 2.., wo im 000 Personen aller eihnachten" feierten. von van Houten& das Gesangsmärchen ichor der Bongarderlehrer Dr. Lausdie Geschichte des mnückte Tanne, das e den Saal. Tief örerschaft heim, geachtsgedanken allergen Christ in den That umzusetzen. ie Wirkung dieses saft in Bonn für beweisen die nunDas Bürgerkomitee 420000 Mark diese Summe steht s Kapitals für die riebsjahre zur Verlle von den Besen. Trier. Landesztg.“ zum Nutzen und die besten Artikel lich stellte nun der aus zu dem nie ck. Neidvoll beige Waare. Zu ev. Aberman muß te er eine MittelsHemdchen für dreitriumphirend in is 57 Pfg. an. itte der ursprüngRivalen erblickt, über, welche die ückerwirbt. Dann und zufriedenem Pfennig hatte er teressante Spiel“ worden. nzessin Elisabeth mit einem einn erregte, sieht, hsten Zeit einem wie ihr Gemahl r Stadt Troppau ders die armen am Arme ihres neniert, nie untern zu beschenken. sie Baronin unter eigetreten. Der Oberstleutnant fizier, den seine Is einen stillen, heist und Herzeussttler und Vagauu, weil er allen u, unentgeltliche sts seltenes, daß haf. Alle begehen, nur eine Abends 7 Uhr en gehen. Das Seit mehr als saar gekrümmt, bergt hat; jetzt rend der Abendschlich sich ein und stahl dort, idertfrankenstück, r usw. Einen er dessen Wert den die anderen schte, aber der sich in Folge ge zu schließen, burger Arbeitssonen und bei äglichen Verlust d 7000 Mark. Jahre alt und der ein Lebensst so zu Herzen or den Kindern Es sind unter der Sonnenseite ztige ich hierhneu auch die „„ Jons Redaktion, Druck und Verlag Nr. 100. Erscheint Mittwochs und Samstags und kostet vierteljährlich in der Expedition 1 Mark, durch Beien Mark.10— Jllustr. Blätter 50 Pia. Amtliches Organ für den Landgerichtsbezirk Vortmund.(n A#X81 von#h, Culzart#####astrov. Balashteng81 90 g Lekomm per Fale 20 Ssemig, 20. Jahrg, — Gerechtigkeit.— Gemeinwoßl. Samstag, den 15. Dezember 1894. ein anhalftz Aebersicht. Deutschland. Unser Kaiser ist am Montag Nachmittag in Hannover eingetroffen und wohnte Abends nach einem Diner im königl. Schlosse, an welchem die Spitzen der Zivil= und Militärbehörden theilnahmen, der Festvorstellung im Hoftheater bei. Am Dienstag Vormittag hörte der Monarch Vorträge und nahm hierauf auf dem Waterloo=Platze die Parade über die in Hannover garnisonirenden Truppentheile ab. Es fand ein zweimaliger Vorbeimarsch statt. Der Kaiser wurde von einer zahlreichen Menschenmenge stürmisch begrüßt. Später trug der Männergesangverein im Schlosse Lieder vor. Mittags nahm der Kaiser im Kreise des Offizierkorps des KönigsUlanenregiments das Diner ein und besuchte Abends das königl. Hoftheater. Am Mittwoch hat der Kaiser seinen zweitägigen Aufenthalt in Hannover beendet und sich, nachdem er zuvor den Vortrag des Zivilkabinets=Chefs gehört hatte, zur Jagd nach Springe begeben, wo die Ankunft Nachmittags erfolgte. Die Rückkehr nach Potsdam ersolgte Donnerstag Abend. Die braunschweiger Thronfolge Frage macht wieder einmal von sich reden; es heißt, die Einsetzung des Sohnes des Herzogs von Cumberland als Herzog von Braunschweig sei für das Jahr 1898, den Zeitpunkt der Großjährigkeit des Peinzen, in Aussicht genommen. Ob die Dinge wirklich so sich verhalten, muß abgewartet werden. Ueber die persönliche Erscheinung des neuen Reichskanzlers entnehmen wir der„Köln. Vztg.“ Folgendes: War Graf Caprivi dem ersten Reichskanzler Fürsten Bismarck an hoher Gestalt, militärischer Haltung und selbst im allgemeinen Eindruck der äußeren Persönlichkeit nicht unähnlich, so ist der dritte Reichskanzler in allen diesen Dingen das Gegentheil. Von Gestalt eher schmächtig, wenn auch noch rüstig so doch ohne die Festigkeit des Auftretens der Militärs, und schon von stark gebückter Haltung, erschien er in der Civil=Uniform des Reichskanzlers, die also für diese Gelegenheit zum ersten Male benutzt worden ist. Als dann der Kaiser zum feierlichen Akte erschien, bemerkte man, daß Fürst Hohenlohe bei Ueberreichung der Thronrede nicht ganz jene Grandezza zeigte, welche Graf Caprivi bei solchen Gelegenheiten zu entwickeln verstand, und in welcher auch die Stellung des Generals zu seinem obersten Kriegsherrn sich zeigte. Die Frei=Konservativen brachten im Reichstag einen Antrag ein auf Einführung von Handwerkerkammern, welchen die Beaussichtigung des Lehrlings= und Herbergswesens, sowie die Aufgabe übertragen werden solle, die Interessen der Handwerker in teihnischer und wirthschaftlicher Beziehung zu verMaier nud Mayer oder: beiden Vereinsmaier. Humoreske von F. L. (Nachdruck verboten.) Es giebt wohl kein Dörschen oder Städtchen im deutschen Vaterlande, das nicht seine Vereine hätte. Wo immer zwei oder mehrere Bürger zusammenkommen, da konstituiren sie sich, d. h. sie wählen einen Vorstand, entwerfen Statuten, berathen sie in erster, zweiter und dritter Lesung und gründen einen Verein. Wohl dem Wirthe, bei dem an einigen Abenden der Woche solche Vereine„tagen". Der Hauptzweck eines jeden dieser Vereine läuft auf die Vertilgung des edlen Gerstensaftes hinaus, der ja nach dem Ausspruch eines Reichstagsredners seinen Beruf verfehlt, wenn er ungetrunken bleibt. In den Statuten wird dieser Zweck(§ 11) nicht immer offen ausgesprochen, sondern es wird ihm ein sittliches Mäntelchen umgehängt, indem man eiwa Pflege des Gesanges, der Kollegialität, der Gemüthlichkeit 2c. vorschützt. Der wahre Zwick aber liegt tiefer. Und es ist gut, daß es so ist, denn wo anders sollten wohl die kolossalen Quantitäten jener braunen Flüssigkeit vertilgt werden, die je nach ihrer Qualität bald„Göttertrank“, bald„Jauche“ genannt wird, wenn nicht in Vereinen, wo der biedere Bierphilister gespeist wird mit Vorträgen, Reden, Debatten 2c. gegen die betrachtet allerdings das getrunkene Bier oftmals noch Nektar und Ambrosia ist. Oft schon ist mir der Gedanke aufgetaucht, wie es wohl kommen mag, daß die Weiber, die doch sonst Alles durchsetzen, noch nicht den spät am Abend tagenden Vereinen das Lebenslicht ausgeblasen haben. Die Beweibten unter meinen Lesern werden es wohl aus eigener Erfahrung wissen, wie schwer es oft wird, sich aus den Armen der liebenden Gattin loszureißen, wenn der Verein ruft. Da weiß die Gattin bald diesen, bald jenen Vorwand, weßhalb es wohl angebracht wäre, Theute einmal den dummen Verein nicht zu besuchen". Aber treten, ferner die Einführung des Befähigungsnachweises. Ein weiterer Antrag ersucht die Regierung, dafür zu wirken, daß die die Handwetker schädigende Beschäftigung von Strafgefangenen möglichst eingeschränkt werde. In parlamentarischen Kreisen hält man es für vollständig ausgeschlossen, daß der Reichstag dem Antrage auf gerichtliche Verfolgung der sozialistischen Abgeordneten, welche bei dem auf den Kaiser ausgebrachten Hoch in der Reichstagssitzung vom 6, er. sitzen blieben, stattgeben wird. Jedenfalls dürfte sich die Sitzung, in welcher sich der Reichstag mit diesem An„rage befassen wird, zu einer sehr flür mischen gestalten. Die Geschästsordnungskommission des Reichstages lehnte mit 9 gegen 4 Stimmen die Genehmigung zur Strasverfolgung Liebknechts ab. Brandenburger Provinzialblätter melden, die Angelegenheit der verhafteten Oberfeuerwerkerschüler werde in der kallernächsten Zeit ihren entgiltigen Abschluß finden. Es dürften nur etwa zehn Personen bestraft werden. In Wiesbaden ist der Generallieutenant z. D. v. Krosigk, geboren am 4. September 1828 zu Kamin, gestorben. Die Militärinvaliden Berlins und Umgegend haben in einer Versammlung beschlossen, eine Denkschrift an den Kaiser auszuarbeiten, in welcher die Lage der Militärinvaliden erörtert werden soll. Die Denkschrift soll durch eine Deputation dem Kaiser überreicht werden und allen Fraktionsvorsitzenden des Reichstages zugehen. Frankreich. Der Kammerpräsident Burdea ist Mittwoch Morgen gegen 8 Uhr gestorben. Da derselbe kein Vermögen hinterließ, wird in der Kammer beantragt, seiner Familie eine Jahrespension von 1000 Franks auszusetzen. Der berühmte Gelehrte Pasteur, der Entdecker des Impfverfahrens gegen die Tollwuth, ist gestorben. Paris. Da das Urtheil des hiesigen Assisenhofes in der Panama=Affaire wegen des hohen Alters und der großen Verdienste Ferdinand von Lesseps gegen denselben nicht in Kraft getreten war und aus denselben Gründen auch nicht sein Ausschluß von der Ehrenlegion erfolgte, so werden ihm bei dem Begräbniß alle militärischen Ehren erwiesen werden. Rußland. Als Czar Nikolaus am Donnerstag voriger Woche langsam den Newskt in Petersburg entlang fuhr, flog plötzlich, vom Trottoir aus geworfen, ein Brief durch die Luft und kam unter die Equipage zu liegen. Der Kaiser befahl zu halten. Von allen Seiten stürzten verstört die Polizeibeamten herhei, einer von ihnen hob mit allen Zeichen der Angst auf Befehl des welche Ueberredungskünste wendet hinwiederum der Gatte an, indem er in fulminanter Rede nachweist, daß er wohl an jedem Tage fehlen könnte, nur gerade heute nicht,„wo so wichtiges auf der Tagesordnung steht.“ Sie schmollt, er schmeichelt, sie bittet, er bleibt hart wie ein Kiesel, endlich scheiden sie im Guten oder Bösen auseinander, und erleichtert athmet der Hausvater erst wieder auf, wenn er im Vereinslokal sein Glas vor sich stehen hat. Dort sitzen sie, die Haustyrannen, ganz ruhig und Keiner sieht es ihnen an, welch' schweren Kampf sie erst vor einer halben Stunde bestanden. Nach und nach trinken sie Vergessenheit im Lethe(dem Bier), die Verhaltungsmaßregeln der Gattin werden in den Wind geschlagen, das Versprechen der frühen Heimkehr ist vergessen und spät am Abend, fröhlich und selig, lenken sie ihre Schritte dem heimischem Heerde zu, wo sie noch oftmals eine Gardinenpredigt empfängt. Im Lande der rothen Erde liegt ein Städtchen, Elsheim benamset. Mit Stolz nannte ich es Jahre hindurch meine Heimath, ehe mich das Schicksal verschlug an das Gestade der Salzboch. Dieses Städtchen ist die Geburtsstätte unzähliger jener kleinen Dinger, die der profane Mund„Glimmstengel“, der Kenner aber„Havanna“ titulirt. In Elsheim existirte eine Unmenge von Vereinen, auf die meine EinleitungsReflexionen nur zu sehr paßten und denen sie vielleicht gar ihre Entstehung verdanken. Nun gab es in diesem Städtchen zwei Männer, die beide den ebenso seltenen, wie schönen Namen„Maier“ trugen. Da war zuerst der Herr Anastasius Maier, seines Zeichens Eigarrenkistenfabrikant, daher allgemein„der Kistenmaier“ genannt, sein Namensvetter, Herr Zachäus Mayer, schrieb sich vorsichtshalber mit einem„y“ und unterschied sich somit wesentlich von jenem andern, dem Kistenmaier. Als einmal das Gespräch auf ihre Namen kam, meinte ersterer, indem er auf seinen Freund Zachäus deutete: „Er schreibt sich zwar mit Ypsilon, Doch hat er auch nicht mehr davon.“ Kaisers, den Brief auf, als hätte er eine Sprengbombe anzufassen, und der Polizeioffizier ersuchte sogar den Kaiser, den Brief auf keinen Fall zu öffnen. Der Kaiser hielt das Kouvert einen Augenblick gegen das Licht und öffnete es. Während er den Inhalt des Briefes durchflog, war aus der Mitte des versammelten Publikums der Briefwerfer hervorgetreten und hatte sich der Egulpage bis auf wenige Schritte genähert, wo er entblößten Hauptes stehen blieb. Der Kaiser nickte ihm zu und sagte sodann mit lauter Stimme:„Ich werde Alles erfüllen, was Sie hier schreiben.“ Sodann wendete sich der Kaiser zum Polizeioffizier und sagte diesem:„Man wage nicht, diesen Herrn wegen dieses Briefes anzurühren und zu beunruhigen, weder jetzt noch später. Hören Sie! Niemals, sage ich.“ General Gurko's Sturz. Der Sturz des früher so allmächtigen Generalgouverneurs von Warschau, des Generals Grafen Gurko, ist sicher, wenn auch derselbe mit der Maske einer neuen Krankheit umgeben wird. Thatsache ist aber, daß über die manchmal gar zu brutalen Eigenmächtigkeiten des Grafen in Petersburg schwere Klagen eingegangen sind und Gurko seit dem Regierungswechsel selbst erkannte, wie seine Stunden gezählt seien: Dem will er nun durch einen freiwilligen Abgang in absehbarer Zeit zuvorkommen, und läßt seinem offiziellen Rücktrittsgesuch noch eine Urlaubsreise vorangehen. Er will von Warschau zu einer neuen ärzlichen Konsulation nach Berlin reisen, wo er im Frühjahr schon war und sich dann nach der Riviera begeben. Gurko, im letzten Türkenkriege der Urheder des mehr waghalsigen, als genialen und zweckmäßigen Balkanmarsches über den Schipkapaß, war die Seele der Kriegspartei in Rußland. Der verstorbene Czar hielt große Stücke auf ihn und ließ manche seiner Gewaltthaten passiren; unter dem jungen Czaren hat Gurko nun wohl erkannt, daß Niemand auf Erden unersetzlich ist und deshalb suchte er einen Rückgang mit Ehren. Ein Segen für Rußland war seine Verwaltung nicht. Der Polizeiminister von Lodz, der bekannten russisch=polnischen Fabrikstadt, in der sich auch etwa 80 000 Deutsche befinden, hat durch die Polizeihauptleute den Hausbesitzern die Weisung zugehen lassen, ihren Miethern vom 1. Januar die Hausschlüssel abzufordern, welche sich von da ab nur im Besitze der Polizisten befinden sollen. Die Hausbesitzer sind von dieser Fürsorge der Polizei nicht besonders erbaut, denn diese steht seit langer Zeit im Verdacht, mit den Herren Dieden öfter gemeinsame Sache zu machen, so daß in Lodzer Kreisen das Scherzwort zirkulirt, die Lodzer Polizei übertreffe noch diejenige Londons, denn letztere kennt den Thäter eines Diebstahls schon eine Stunde nach vollbrachter That, die Lodzer dagegen schon eine Stunde vorher. An Diebes= und sonstigem Raubgefindel ist aber in Lodz um so weniger Mangel, als den nach Verbüßung ihrer Strafe aus Sibirieu zurückkehrenden Kapitalverbrechern gerade die in ihren wesentlichen Elementen Seit jener Zeit hieß Zachäus im ganzen Städtchen: der Mayer mit dem Ypsilon. Größere Gegensätze als die beiden Männer bringt die Natur wohl nur alle hundert Jahre einmal zu stande. Anastasius Maier war groß, hager und glich mehr einer verwitterten Bohnenstange. Zachäus war gedrungen und korpulent und ich weiß nicht, ob ich ihn füglicher mit einer Riesenkartoffel oder mit einem Sellerieknollen vergleichen soll. Letzterer war unbeweibt und als Weiberfeind auf zehn Stunden im Umkreise berüchtigt. Ersterer dagegen hat das Verbrechen seines Namensvetters in bewunderungswürdiger Weise gesühnt. In seinen jungen Jahren als Don Juan gesürchtet, war er schon zweimal Wittwer gewesen und hatte jetzt die dritte Frau, mit der er lebte wie„Katze und Hund“. „Er räumt wie ein Würgengel unter den Weibern auf.“ pflegte Zachäus zu sagen, wenn dies Thema zur Sprache kam,„und ich hoffe noch, daß er als Jubiläumsbräutigam zum fünfundzwanzigsten Male heirathet. Dieser Fall wird Sensation erregen, selbst noch jenseits des Oceaus, und ich werde dann ein Hochzeitsgedicht fabriziren, zu dem ich einen ganzen Eimer voll Tinte gebrauche.... Uebrigens bin ich ihm recht dankbar, daß er das Heirathen für mich besorgt.“ Er faltete dann die Hände über sein Bäuchlein und lächelte vor sich hin. Und er hatte Grund zu lächeln, denn als Rentner, der er war, fehlte es ihm an nichts und er konnte alle seine Zeit und sein Vermögen sich allein widmen. Der Kistenmaier saß nicht so gut in der Wolle. Er hatte eine zahlreiche Familie, und trotzdem sein Geschäft sehe gut ging, wurde ihm doch sein Kopf oft recht warm, und wenn es ihm dann, wie er zu sagen pfllegte,„ganz konträr entgegen“ ging, so brauchte er bei furchtbarem Temparament furchtbar auf und dann wich ihm Weib und Kind und Gefinde ehrfurchtsvoll aus dem Wege.„Der Vater hat wieder Aerger gehabt mit seinen Leuten,“ hieß es in der Familie; die Leute aber meinten im Gegentheil„der Alte hat wieder deutsche Fabrikstadt Lodz, deren Aufblühen der russischen Regierung ein Dorn im Auge ist, für eine Reihe von Jahren zum Zwangsaufenthalt angewiesen wird. Daß sich hieraus auch bei einer schneidigeren Polizei, als der oben gekennzeichneten, nette Zustände entwickeln müssen, ist selbstverständlich. Italien. Neu: Erdstöße in Italien. Das Erdbeben in Süditalien hat sich am Sonntag in heftiger Weise wiederholt. In Reggio di Calabria stürzten mehrere Häuser ein, neues Entsttzen hat die schwergeprüfte Bevölkerung jener Unglücksgegenden ergriffen, ein unaufhörlich strömender Regen vermehrt die Leiden der armen Obdochlosen und vergrößert das Unglück, dessen Ende immer noch nicht abzusehen ist. Vom Kriege zwischen Japan und China. Wie aus Tientsin gemeldet wird, hat eine japanische Truppenabtheilung die Befestigung Kuitschow, an der Straße von P king nich Mukden belegen eingenommen. Bei Kinkuahow sind die Chinesen nach heißem Gefecht geschlagen worden und nach Tschenkou geflüchtet. Die Japaner hatten 40 Todte und Verwundete zu verzeichnen; auf Seite der Chinesen betrug der Verlust 100 Todte und zahlreiche Verwundete. c Nach Meldungen aus Korea hat der japanische Spezialgesandte in Soeul, Graf Jnuye, eine wichtige Berathung mit dem Könige gehabt; die Entlassung des nach den Vorfällen im Juli von dem König ernannten Regenten gilt für wahr scheinlich. Eine starke Abtheilung der aufständischen Tonghaks wurde von Japanern bei Kochu geschlagen; die Tonghaks erlitten große Verluste, zwei ihrer Führer wurden getötet. Meldung des„Reuterschen Bureaus": Eine Abteilung der 2. japanischen Armee besetzte widerstandslos Futschin im Norden von Port Arthur. Die Chinesen zogen sich in der Richtung nach Nintschwang zurück. Lokales und Westfälisch-Rheinisches. Castrop, den 14. Dezember 1894. — Vorgestern wurde ia der im hiesigen Amtshause unter dem Vorsitz des Herrn Amtmanns Barfels stattgefundenen Sitzung des Gemeinderaths von Rauxel der Zimmermeister Herr W. Koester daselbst zum dortigen Gemeindevorsteher und zwar auf die Dauer von 12 Jahren wieder gewählt. Derselbe hatte dieses Amt bis jetzt schon über 3 Jahre zu allseitiger Zufriedenheit verwaltet, zweshalb er auch infolge eines besonderen Antrags auf so lange Zeit wieder damit betraut wurde. — Generalversammlung der hiesigen Frciwilligen Bürgerfeuerwehr vom gestrigen Tage. Vor Eintrtt in die Tagesordnung machte der Chef, Herr Amtmann Barfels der Versammlung die Mittheilung, daß der Herr Dr. v. Langsdorf, als Vertreter der Sprengstoff=Fabrik, für die bereitwillige schleunige Hülfe bei dem kürzlich stattgehabten Brande, der Feuerwehr ein Geschenk von 25 Mark übermittelt habe. Sodann wurde die Tagesordnung erledigt und demnach das Programm für das am 13. Januar 1895 zu feiernde Winter kränzchen durchberaten. Diesem Programm nach verspricht das letztere ein gediegenes und schönes, alle Anforderungen erfüllendes Fest zu werden und dürfte schon deshalb ein reger Besuch desselben zu erwarten sein. Doch wirkt gewiß auch hierfür noch der Umstand mit, daß die festgebende Wehr es stets als ihre vornehmste Aufgabe betrachtet, Eigenthum und Leben der Bewohner Castrops zu schützen. Das verdient Anerkennung und wenn man bedenkt, daß die Wehr stetig Zuhlungen für technische Verbesserungen und sachliche Ausgaben zu leisten hat, so darf man auch wohl mit Recht den Besuch seinen gewöhnlichen Koller und was sie im Hause einbrocken, sollen wir ausfressen.“ Zachäus Mayer war das reine Phlegma, und selbst seine ältesten Bekannten erinnerten sich nicht, ihn jemals in Aufregung gesehen zu haben. Und warum sollte er sich aufregen. er hatte es nicht nöthig. Wenn er so dasaß die Hände phlegmathisch über das behäbige Bäuchlein gefaltet, so schien er ein Felsen, an dem alle Stürme wirkungslos abprallten. Selbst in der erregtesten Debatte, wenn die Geister heftig aufeinander platzten, bewahrte er seinen Gleichmuth und sah unbewegt in's Getümmel. Nur dann und wann warf er eine Bemerkung dazwischen, einen trockenen Witz oder eine versteckte Bosheit, und goß dadurch Oel in's Feuer, während er selbst kalt blieb,„so kalt wie eine Hundeschnauze“, wie sein eigener technischer Ausdruck lautete.„Er kann einen Menschen mit kaltem Blute todt ärgern,“ sagte sein Namensvetter von ihm,„und wenn andere Leute in Glühhitze gerathen, sitzt er dort wie ein Gletscher.“ Uno dabei hatte das Schicksal unverantwortlicherweise in einem An all von toller Laune unseren Freund Zachäus mit einer dichterischen Ader begabt, die er nur zum Spotten anwendete. Es war ihm eine Kleinigkeit Verse auf das Papier zu werfen, in denen er die Schwächen und Blößen seiner Bekannten treffend und witzig geißelte und deßwegen war er eine gefürchtete Persönlichkeit im Städtchen, mit der man nicht feindlich anbinden mochte. Er meinte es nicht schlimm, aber seiner Spottlust ließ er gern die Zügel schießen und einen guten Witz oder Scherzvers für sich zu behalten, war ihm schier unmöglich und hätte es ihm das Leben gekostet. Besonders sein Namensvetter, der Kistenmaier, wurde von ihm als das Objekt seiner kleinen Bosheiten, als daß Opferlamm seiner Satyre benutzt, und fast unerschöpflich schten seine witzige Ader, wenn er auf ihn zu reden kam. Dieser jedoch, aufgeregt und hitzig, brauste auf und schalt, aber desto toller trieb es Zachäus, so daß der Andere oft voller Wuth davon lief, während er selbst still lächelnd des Festes allen Bürgern Castrops warm empfehlen. Mit dem Verkauf von Karten soll schon in der nächsten Woche begonnen werden. — Am 7. d. Mis. wurde auf Zeche„Graf Schwerin“ der Bergmann Carl. Gotschlich von hier durch einen Steinfall auf der Stelle getödtet. Dac. Unglück geschah kurz vor dem Schichtwechsel und ist um so bedauerlicher als der Verunglückte die einzige Stütze seiner Mutter war, indem der andere Sohn derselben vor Kurzem zum Militäc eingezogen und der Mann vor einigen Jahren einen jähen TTod durch ruchlose Mörderhand fand.— Die Nachricht von obigem Unglück ging uns leider verspätet zu, so daß wir nicht eher darüber berichten konnten. — Der Schachthauer Schlaghölter kam in der Nacht zum Sonntag auf Zeche„Lothringen" bei Ausübung seines Berufs auf schreckliche Weise ums Leben, indem ihm von dem aufgehenden Förderkorbe der Kopf vom Rumpfe gerissen wurde. — Wegen Diebstahls eines Kaisermantels, welchen sie dem Metzger Jänsch hier von dem Fuhrwerk entwendeten, wurden der Bergmann Ignatz Birnart aus Derne und Bergmann Valentin Foizik aus Eving in Haft genommen. — Rechtzeitiges Kleben. Eine auffallende: Erscheinung fördert die Revision der Quittungskarten seitens der Versicherungsanstalten zu Tage, nämlich den Massenankauf von Versicherungsmarken, sobald das Erscheinen eines Kontroll beamten in Aussicht steht. Wie das.flügel schützend zum heimathlichen Stalle flieht, wenn der Habicht seine Kreise in der Luft zieht, so stürzen die klebescheuen Reichsbürger zur Posthalle, wenn es heißt, der Kontrollbeamte ist da. Es wird uns, so schreibt die„Köln. Zig. versichert, daß in verschiedenen Städten während der Kartenrevision die Nachfrage nach Versicherungsmarken so bedeutend war, daß die Postverwaltung einen besonderen Beamten für den Markenverkauf verwenden mußte. In einer Stadt soll die Revision einen Mehrverkauf von Versicherungsmarken verursacht haben, der weit in die Tausende von Mark geht. Wer sich vor Schaden bewahren will, wird indeß gut thun, wenn er sich hütet, seinen Widerstand gegen das nun einmal rechtsbeständige Gesetz in dieser Weise zu Tage treten zu lassen. Die Zeiten sind aber auch vorbei, in denen die Versicherungsanstalten sich damit zufrieden erklärten, wenn bei den Revisionen die fehlenden Marken sofort nachgeklebt wurden. Das Gesetz ist aus den Kinderschuhen herausgetreten, die Verpflichtung zur Beibringung von Marken ist nachgerade so allgemein bekannt geworden, daß Niemand sich mehr mit Unkenntniß vor Strafe schützen kann. Es kann daher nicht überraschen, wenn die Versicherungsanstalten aus ihrer bisherigen Zurückhaltung heraustreten und durch Verhängung empfindlicher Strafe die strenge Befolgung der gesetzlichen Bestimmungen herbeizuführen suchen werden. — Gestempelte Briesumschläge und gestempelte Streifbänder, welche seit Dezember 1890 nicht mehr verkauft werden und seit 1. Juli 1894 ihre Gültigkeit verloren haben, dürfen noch bis Ende Dezember d. J. bei den Postanstalten umgetauscht werden. — Auf dem Weltpostkongreß des nächsten Jahres wird die Erhöhung des Gewichtes für einfache Briefe von 15 auf 20 Gramm vorgeschlagen werden, und zwar von der schweize. rischen Postverwaltung. Die bisher vom schweizerischen Handelsund Industrieverein angeregten Bestrebungen, im Verkehr mit Deutschland und Oesterreich bis zu 20 Gramm schwere Briefe zum einfachen Portosatz(25 Cent oder 20 Pfennig) zuzulassen, sind gescheitert. — Einer kürzlich erschienenen Stattstik über den unter der Leitung des Herrn W. Mummenhoff stehenden westfälischen Feuerwehr=Verband entnehmen wir folgende Mittheilungen: Es gehören dem Verbande an 128 Wehren mit insgesammt sitzen blieb. Es war nicht böse gemeint, sein Spotten, das wußte Jedermann und der Kistenmaier trug nichts nach: so kam es den, daß sie sich tagsüber bei einer etwaigen Begegnung ganz freundschaftlich die Hände schüttelten, während jedoch noch abends vorher Anastasius geschworen hatte mit dem Kerl kein Wort mehr zu reden. Eine Leidenschaft aber, so unähnlich sie sich sonst in allen Dingen auch waren, eine Leidenschaft war Beiden gemeinsam, die Vereinsmeieret. Wo irgend ein Verein im Städtchen gegründet werden sollte, was nicht selten vorkam, waren sie dabei, sie leisteten Hebammendienste, hoben ihn aus der Taufe, kurz„sie stellten gerne ihre Erfahrungen zur Versügung, wie sich Anastasius ausdrückte. Und wie geriethen die Beide an einander, wenn bei der Statutenberathung die wichtige Frage zur Debatte stand, die schon dem alten Zachäus Kopfschmerzen verursachte, die Frage nämlich:„Wie soll das Kind heißen?“ o. h. in diesem Falle:„Welchen Namen soll der Verein haben?“ Dann kramte Anastasius in seinem mythologischen Wortvorrath herum und es hat wohl keinen alten Heiden gegeben, dessen Namen er nicht vorgeschlagen. Da schwirrte es in der Debatte von„Anakceon" und„Amphion“ und„Orpheus“ und„Kalliope“ und wie sie alle heißen mögen. Zachäus dagegen hatte einen anderen Geschmack, er schwärmte für deutsche Namen, und wenn es nach seinem Willen gegangen wäre, so hätten alle Vereine„Frohsinn" oder„Sangeslust“ oder „Liederkranz“ oder„Gruderliebe“ oder„Eintracht" heißen müssen. „Eintracht, ja wohl, Eintracht", brüllte Anastasius voller Wuth,„Eintracht, welch schöner Name, besonders wenn es immer im Verein so hergeht, wie heute Abend.“ So wogten die Wortwellen hin und her, bis dann endlich eine Edbe und damit der Moment der Abstimmung eintrat. Der Sieger, dessen Vorschlag durchgedrungen, warf sich dann in die Brust, der Unterlegene aber ließ die Ohren hängen und grollte über den„korrupten Geschmack, den diese Leute 9301 Mitgliedern. Von den sämmtlich ffreiwilligen Wehren werden 8 von Turn=Vereinen gestellt(Bielefeld, Camen, Haltern), 13 von Fabriken und Zechen und die anderen 112 sind„Bürger=Feuerwehren“. Die meisten Mitglieder haben: Dortmund(204), Haltern(191), Münster(176), Lüdinghausen (163), Bochum(158), Altena(155) und Hagen(150). — Nährwerth des Fischfleisches. Die Thatsache, daß das Fischfleisch im Großen und im Ganzen weit billiger ist als daß Fleisch unserer Hausthiere, hat zu der Ansicht geführt, daß auch der Nährwerth ein bedeutend geringerer sei. Diese Ansicht ist aber eine durchaus irrige. Der niedrige Preis wird bedingt durch den Massenfang, aber nicht durch den geringen Nährwerth. Der letztere ist nur so wenig geringer, daß man dieses kaum zu erwähnen braucht, auch ist die leichte Verdaulichkeit nachgewiesen. Der Schluß hieraus ist, daß das Fischfleisch in hohem Maße dazu angethan ist, das Etweiß in der Ration zu vergrößern, mit andern Worten, das Fischfleisch in ein ausgezeichnetes billiges Volksnahrungsmittel. Bochum. In der Vorstandssitzung des„Allgemeinen Knappschafts=Vereins" von 11. d. stand die vielbesprochene und wichtige Frage zur Beratung und Entscheidung, ob denjenigen Berginvaliden, welche sich in gleicher Rechtslage wie Brinkhoff und Kampmana Lefinden(also vor dem 1. Januar 1892 Invalide wurden) gleich diese beiden Renten(Kaappschafts= u. Reichsinvalidenrente) gezahlt bezw. nachgezahlt werden sollen oder nicht. Bekanntlich haben Brinkhoff und Kampmann bis zum Reichtsgericht ein obsiegendes Urteil in der Richtung erzielt, daß es unstatthaft ist, die Reichsrente auf die Knappschaftsrente anzurechnen, daß sie#elmehr beide Reute beanspruchen konnten. Die Angelegenheit war in der Sitzung vom 27. Nov. vertagt. Der Antrag der Arbeitervertreter verlangt bedingungslose Zahlung beider Renten an alle Invaliden, die sich mit Beinkhoff und Kampmann in denselben Rechtslage befänden. Der Antrag der Werksvertreter ging dahin, noch einen Prozeß bis zur höchsten Instanz durchzuführen. Bis dahin sollten den Invaliden gleich beide Renten gezahlt werden, die so bedingt gezahlten Beträge sollten nicht zurückgefordert werden, auch nicht, wenn das Urteil im Sinne der Anrechnung ausfallen würde und der Invalide, welchen der Knappschafts Verein zur Durchsechtung seiner Ansprüche veranlassen wolle, sollte schadlos gehalten werden. Der Kaaxpschaftsälteste Meis erklärte in heutiger Sitzung, daß die Arbeitervertreter auf ihrem Standpunkt(bedingungslose Zahlung) verharrten. Die Abstimmung ergab Stimmengleichheit, sämtliche Arbeitervertreter stimmten dafür, sämtliche Werksvertreter dagegen. Damit war der Antrag abgelehnt. Das gleiche Resultat ergab sich bei der Abstimmung über den Antrag der Werksbesitzer auf bedingte Zahlung und Durchführung eines zweiten Falles. Auch dieser wurde mit Stimmengleichheit abgelehnt. Nach der Geschäftsordnung könnte über den letzteren Antrag, weil er zum ersten Male vorlag, nochmals abgestimmt werden, etwa in der nächsten Sitzung; indes glaubte man bei der Aussichtslosigkeit einer Einigung hiervon absehen zu können. Damit ist die Sache auf dem Punkte angekommen, daß nur Brinkhoff und Kampmann auf grund des reichsgerichtlichen Urteiles beide Renten gezahlt werden, alle andere Invaliden müssen gegen den Knappschaftsverein klagen, obwohl sie sich ganz genau in derselben Rechtslage befinden, wie jene B iden. Die Werkvertreter suchen ihre Stellungnahme damit zu rechtfertigen, daß sie auf ihre Verantwortlichkeit als Verwalter fremden Vermögens hinweisen und behaupten, daß das erwähnte Reichsgerichtsurteil auf auf grundsätzlichen Irrtümern aufgebaut sei. Bei der Streitfrage handelt es sich um ein Objekt von 1 mill. Mark, d. h. wenn die Ansprüche aller Invaliden, die sich mit Brinkhoff und Kampmann in derselben Rechtslage befinden, seitens des Knoppschaftsvereins anerkannt werden müssen, so wird die Kasse mit dieser Summe belastet. Die schwebenden Prozesse nehmen ihren Fortgang, zahllose neue gegen den Knappschaftsnun einmal haben.“ Nach einer Weile sagte dann der Mayer(mit dem y) ganz treuherzig zu seinen Gegnern:„Es ist doch eigentlich vollständig gleichgültig, wie der Verein heißt, wenn er nur Bestand hat und etwas leistet. Denke nur an uns beide, wir haben auch gerade keinen berühmten Namen, der uns Ehre macht, aber wir machen ihm Ehre, nicht wahr, Alter?“ „Und es ist wahr,“ polterte jener,„der Name ist wesentlich, er drückt dem Verein von vornherein seine Signatur auf. Er ist damit gerade wie mit dem Menschen und möchtest Du wohl Nero heißen oder Judas?“ „Warum nicht, wenn es meinen Eltern so beliebt hätte, ich hätte dann grell genug gegen meinen Namen abgestochen. Angenommen ich heiß: Nero und wäre die Gutmüthigkeit selbst, oder Judas und wäre durch meine Treuherzigkeit berühmt— oder umgekehrt, ich heiße Gottfried und wäre ein Raufbold, oder Treuherz und wäre ein Gauner—“ „Das sind Sophistereien, Zachäus, ein schöner Name ziert den ganzen Verein—“ „Besonders wenn sie sich allabendlich raufen und katzbalgen, unterbrach ihn jener gereizt.„Aber höre einmal: Amphion, welch sinnreicher Name. Amphion war ein König, durch dessen Saitenspiel sich die Mauern von selbst aufbauten, wie bezeichnend für die Macht der Musik!“ „Und die Mitglieder des Vereis„Amphion“ singen möglicherweise, daß die Wände und Mauern einfallen, wie bezeichnend!“ höhnte der andere...(F..) * Terlin. Ein schändlicher Mord ist am Sonntag Abend um 11 Uhr an einem 6jährigen kleinen Mädchen in dem Park an der alten Nazareth=Kirche verübt worden. Der Mörder wurde bei der Leiche ertappt. Es ist der 23jährige Schuhmacher Ernst Bischof aus Großenhain in Sachsen, der seit 6 Wochen in Beilin sein will und weder Wohnung noch Arbeit hat. verein werden angestrengt werden. Insolgedessen ist in dem nächstjährigen Wirtschaftsplane der Etatsposten„Gerichtskosten" von 3000 Mk. 30 000 Mk. erhöht worden. Für diese Erhöhung haben auch 9 Arbeitervertreter gestimmt. Die Angelegenheit wird jedenfalls noch viel Staub aufwirbeln. Bochum. Das große elektrische Bahnnetz, das für unseren Bezirk geplant ist und dessen erster Anfang schon mit der Linie Bochum=Herne gemacht worden ist, scheint in nicht allzuferner Zeit vollständig verwirklicht zu werden. Die Linie Herne=Recklinghausen ist bekanntlich, wie neulich mitgetheilt, gesichert. Jetzt ist auch von der königlichen Regierung die Linie Gelsenkirchen=Wanne=Eickel genehmigt worden. Von diesem letzteren Ort wird der Anschluß nach hier erfolgen, während der an die Linie Gelsenkirchen=Wattenscheid vollzogen wird, sobald die Hauptlinie gebaut ist.— Das Bahnnetz dürfte an Größe einzig in Deutschland sein. Großer Kindersegen wurde der Familie Kokesarbeiter I. in Weitmar zutheil, indem die Ehefrau I. von drei prächtigen Knaben, die sämmtlich am Leben sind, entbunden wurde. Das Befinden der Mutter und der drei neuen Weltbürger ist den Umständen nach zufriedenstellend. Ueckendorf, 12. Dez. Großes Aufsehen erregt hier die vor einigen Tagen erfolgte Verhaftung des hochangesehenen Gutspächters Herrn Schulte im Hofe wegen Anfertigung und Verausgabung falscher=Markscheine. Der Genannte, welcher sich gegenwärtig in Bochum in Untersuchungshaft befindet, und der wahrscheinlich zur Ausbesserung seiner mißlichen Vermögensverhältnisse zu diesem gesetzwidrigen Mittel gegriffen hat, hat, wie die„Rhein. Westf. Zig. berichtet, zahlreiche Falsifikate bereits monatelang in Umlauf gesetzt. Die mit Beschlag belegten Falsifikate besitzen fast alle Merkmale der echten Scheine und sind so schwer von den echten Scheinen zu unter. scheiden, daß ihre Verausgabung leicht möglich war. Außerdem soll, wie verlautet, der Verhaftete einige gefälschte 1000=Mark scheine in den Verkehr zu bringen versucht haben. Die Verhaftung des Sch., der mehrere Mitwisser haben soll, erfolgte auf Grund einer in einer Wirtschaft in Essen gemachten Aeußerung eines in Diensten des Verhafteten stehenden Knechtes. Sch. soll außerdem mit den im Laufe des vergangenen Sommers hier gefänglich eingezogenen Falschmünzern, Berginvalide Klein und Fuhrunternehmer Letschert, in Verbindung gestanden haben und die Herstellung und Verbreitung der Falsifikate gemeinschaftlich mit diesen betrieben haben. Ein tragisches Ende nahm in Ueckendorf am Mittwoch voriger Woche eine jener unsinnigen Wetten, die schon so oft leider immer wieder vergeblich, gerügt worden sind. Ein in der Josefstraße wohnender Maurergehülfe trank nach beendeter Arbeit in einer dortigen Wirthschaft einen halben Schnaps. Im Laufe des Gesprächs äußerte derselbe, er könne noch ganz gut einen Liter Schnaps vertragen, und trank, als seine Freunde ihm den Schnaps verabfolgten, auch das Liter leer. Kaum zu Hause angelangt, wurde ihm unwohl und kurz nachher war er eine Leiche. Hamm.„Wo rohe Kräfte sinnlos walten, da kann sich kein Gebild gestalten. Daß Schiller die Wahrheit sagte, als er diesen Satz der Nachwelt überlieferte, werden ihm alle jungen Burschen aus dem benachbarten Wiescherhöfen bestätigen. Läßt da dieser Tage eines der am meisten umworbenen Mädchen des Dorfes seinen Zorn an einer Kuh los, die beim Melken unruhig war, indem es mit einem starken Holzscheite so kräftig vor den Kopf des Thieres„schlug, daß dieses tot niederfiel. Eingedenk dieser grausigen Mordthat sollen nun alle Burschen ihre Bewerbung um den Besitz der holden Mörders zurückgezogen haben, aus Furcht, daß ihnen die Ehe zur Hölle werden könne, aus der es ja nach dem Ausspruch Dantes kein Entrinnen giebt. Der Sohn eines achlbaren Bürgers in Oelde, der Klempner Bernhard Vennewald, zeigte in diesen Tagen nach fünfjähriger Abwesenheit von Hause, während welcher Zeit er in verschiedenen Ländern der Erde, u. A. auch in Italien und Palästina, thätig gewesen war, seine bevorstehende Heimkehr an und erfreute zugleich seine Elteru durch die Mittheilung, daß er ihnen eine große Anzahl Raritäten aus fremden Ländern als Weihnachtsgeschenke mitbringen werde. Der größte Theil seiner Habe war schon zu Hause angekommen, da erhielten die Eltern ein Telegramm, daß der Sohn bei Havixbeck tot aufgefunden worden sei. Ein Schlagfluß hatte, laut der „Glocke“, dem Leben des hoffnungsvollen jungen Maunes ein plötzliches Ende bereitet. Ein„Passagier“ entsprang dieser Tage bei Telgte dem nach Warendorf fahrenden Zuge. Ohne Schaden zu nehmen, entkam er glücklich und entfloh in ein benachbartes Haus. Die Einwohner wurden aber über den frechen Eindringling nicht wenig aufgeregt, denn er trug statt Hare Borsten und präsentirte sich als zweihundertpfündiges fettes Schwein, für welches noch seit mehreren Tagen der Herr vergeblich gesucht wird. Essen. Nach einer neueren Meldung ist der flüchtige Postkassirer Graichen nicht festgenommen, sondern er hat nur durch ein längeres Schreiben an die Oberpostdirektion in Düsseldorf von Sidniy aus ein Lebenszeichen von sich gegeben. Herr Moritz Beer in Essen hat seine vor einigen Jahren gemachte Stiftung durch eine neue Zuwendung von 10 000 Mark auf 50000 Mark erhöht. Die Erträgnisse der Stiftung finden zur Unterstützung befähigter junger Leute aus dem Handwerker= und Gewerbestande, denen die Mittel zum Besuche von Fachschulen fehlen, Verwendung. Wegen Majestätsbeleidigung verhaftet wurde am letzten Freitag in Essen ein junger Mann, welcher sich im Kreise von Bekannten über den Kaiser unstatthaft geäußert hatte. Bekanntlich bekommt Essen eine Eisenbahn=Direktion, die Stadt hat jedoch für diese Vergünstigung etwa eine halbe Million für den Bauplatz des Direktionsgebäudes auszugeben, außerdem muß sie für den Präsidenten der Direktion ein Wohnhaus bauen, das mit 110 000 Mark veranschlagt ist. Glückliches Essen! Die Kommunalsteuer für 1895—96 ist auf 150 Prozent der Staatseinkommensteuer festgesetzt, gegen 175 Prozent im laufenden Jahre. Der Ertrag der Biersteuer ist mit 60 000 Mark veranschlagt, Ein Dienstmädchen aus Haarn wollte Samstag Morgen beim Anzünden des Herdfeuers mit Petroleum nachhelfen und verbrannte sich dabei beide Hände in schrecklicher Weise. Essenberg, 11. Dezember. Eine Dampfkessel=Explosion ereignete sich laut der„Rh.=Ruhr=Ztg.“ gestern Mittag kurz vor 12 Uhr auf dem Hafenbugsierdampfer„Die Ruhr“, welcher sich etwa 100 Meter unterhalb der hiesigen Fähre befand. Mit welch furchtbarer Gewalt dieser Betriebsunfall erfolgte, geht daraus hervor, daß Eisentheile des Schiffes 500 Meter weit landeinwärts geschleudert wurden. Der Kapitän des Dompseis„Kretzer“ und der Maschinist Slips wurden getödtet. Der Dampfer ist gesunken. Der Schnapsteufel hat in Wesel wieder ein Menschenleben gesordert. Am vorletzten Donerstag Abend tödtete sich ein Familienvater durch einen Schuß ins Herz, nachdem er sich zuvor durch unmäßigen Branntweingenuß berauscht hatte. In Köln ist seit einigen Tagen ein junges Mädchen verschwunden. Die Kriminalpolizei hat jetzt einen jungen Mann, einen Schmied von Deutz, den Liebhaber des Mädchens festgenommen, weil derselbe im Verdacht steht, das Mädchen in den Rhein gestoßen zu haben. Der Schmied ist dab. ebenfalls hinabgefallen und hat sich dabei nicht unerheblich verletzt. Einen tüchtigen„heiligen Mann“ hat ein Fabrikbesitzer in Düren seinen sämmtlichen verheiratheten Arbeitern beschert, nämlich einem Jeden eine Fuhre Kohlen. Die Freude der Lose nerös am Nikolaustage Bedachten war groß. Vom Schöffengericht in Neuwied wurde ein Mitglied der Einkommensteuer=Voreinschätzungskommission zu einer Geldbuße von 20 Mark oder 5 Tagen Haft verurtheilt, weil von ihm die bei der Steuerveranlagung bekannt gewordenen Verhältnisse eines Steuerpflichtigen nicht geheim gehalten worden waren. Ein seit Herbst im 7. Ulanen=Regiment zu Haarburg dienender junger Mann aus Niederhosenbach im Fürstenihum Birkenfeld wurde aus Heimweh vor einigen Tagen fahnenflüchtig und hielt sich zu Hause verborgen. Als er von Gendarmen gesucht wurde, eilte er zu Verwandten und tödtete sich dort durch einen Revolverschuß. Der westfälische Frühpersonenzug nach Kassel hat am Samstag in Gefahr geschwebt dadurch, daß er bei Grebenstein in eine aus den Hürden ausgebrochene Schafheerde hineinfuhr. Fünfzig Schafe wurden getödtet. Die Passagiere sind mit dem Schrecken davon gekommen. Vermischtes. * Zweifelsucht. Vor einigen Tagen wurde in einer Berliner Nervenklinik ein junger Mann vorgestellt, der an einer Krankheit litt, die man Zweifelsucht nennt. Dieses Leiden bildet eine selbständige Krankheit. Der Patient berichtet, daß er, wenn er die Lampe beim Ausgehen ausgelöscht habe und auf der Straße sei, jedesmal von heftigem Zweifel gepackt werde, ob er die Lampe wirklich ausgelöscht habe oder nicht. Er muß dann jedesmal umkehren, um sich immer von Neuem davon zu überzeugen. Dasselbe begegnet ihm auch bei den verschiedensten Verrichtungen des täglichen Lebens, u. A. beim Briefschreiben. Einen bereits verflossenen Brief muß er immer wieder öffnen, da er in Unruhe vergeht, ob er nicht etwas Unsinniges auf das Papier geworfen habe. So Tag und Nacht von Zweifel gepeinigt, kommt er sich vor wie ein gehetztes Wild, das nirgends Ruhe noch Rast finden kann. Dieses Leiden ist schwer zu heilen, aber wohl zu bessern. Nach längerer Zeit geht es oft in ein anderes Stadium über. Die Kranken vergehen in Angst“ wenn sie etwas berühren sollen, da sie glauben, daß ihnen dadurch Unheil widerfahren könnte. Di ses Leiden dauert zusammen mit der Zweifelsucht viele Jahre, bessert sich zu Zeiten und nimmt dann wieder zu. Vollkommene Heilung ist selten. * Von der Frau Gerlach. Die erfolgte Ueberführung der Frau des Oberförsters Gerlach in das Zuchthaus zu Hassenberg beschreibt der Begleiter der Frau, ein Erfurter Polizeibeamter, wie folgt: Im Zuge betete das Weib fortwährend; sie rief beständig den Heiland Jesus Christus an und nannte ihren Gatten einen„lieben guten Kerl". Wahrscheinlich durch irgend eine Nachricht aus der Abgangsstation hatten die Koburger von dem Eintreffen der Oberförsterin Kenntniß erhalten, denn eine gewaltige Menschenmasse füllte den dortigen Bahnhof und brach schon beim Einlaufen des Zuges in laute Zornesrufe aus. Als aber Frau Gerlach mit ihrem Begleiter, der die Billets erneuerte, aussteigen mußte, ging der Tumult los:„Den Schleier herunter, Du Bestie!“, „Schlagt sie tot!“ so tönte es der Frau aus vielen hundert Kehlen entgegen; gleichwohl blieb die Gefangene unbeweglich wie Marmor. Diese eiserne Ruhe verließ sie erst, als sie die Strafanstalt betrat und die düsteren, festen Mauern erblickte, in denen sie nun 10 Jahre zu verweilen gezwungen ist. Ein Zittern lief durch die schlanke Gestalt der Frau, wie hülfesuchend sah sie sich um und bebte zieferschrocken zurück, als sie vom Inspektor mit dem gebräuchlichen„Du“ angeredet wurde. Hirr im Zuchthause war der eiserne Trotz des grausamen Weibes endlich gebrochen. * Ueber das Erdbeben in Italien wird folgendes berichtet: Folgende Städte und Dörfer sind bei dem jüngsten Erdbeben in Italien gänzlich oder theilweise zerstört worden: Bagnara, Palmi, Sant' Eufemia, San Procopio, Sinopoli, Seminara, Melinucci, Plati, Santa Cristina und Cosoletto, außerdem noch 10 bis 15 kleinere Döcser. Ueber 2000 Häuser sind unbewohnbar oder vernichtet, 40 000 Personen obdachlos, über 500 Personen verwundet. Die Zahl der Todten beträgt bisher 86. Die materiellen Schäden betragen über 30 Mill. Lire. Außerdem sind schwer beschädigt: Scilla, Oppido, Tresilico, Reggio Calabria Catona, Gallico, Villa San Giovanui, Vallepodio, Gioiosa=Jonica, Messina und Milazzo. Regierung, Bürger, das ganze Italien unterstützen um die Wette, das Unglück ist zu groß, die Noth unbegrenzt. * In der Erziehungsanstalt in Zeitz wurde ein Zögling von zwei Kameraden ermordet. Dieser Anstalt werden zur Zwangserziehung vom Provinzial=Erziehungsverein solche junge Leute überwiesen, die in der Lehre bei Handwerksmeistern unbotmäßig und faul sich zeigten. Sie werden zunächst mit Rohrflechtarbeiten beschäftigt. Zu diesen Burschen gehörten auch die Lehrlinge Möwes und Blankenburg, denen das Leben in der Anstalt nicht behagte; sie beschlossen eine That zu verüben, die sie in das Gefängniß bringen mußte, in dessen Räumen sie sich mehr Freiheit versprachen. Sie ermordeten deshalb den Mitzögling Liepmann, den sie ganz kaltblütig mit einem Hosenträger erwürgten. * Ein moderner Mazeppa. Der Hanoversche Kourier berichtet über einen entsitzlichen Vorfall wie folgt: Am letzten Sonntag wurde in Adelshausen, Bezirksamt Aschach, ein 18jähriger Bauernbursche, dem von seinen Freunden die Hände auf den Rücken festgebunden waren, auf ein junges Pferd gesetzt. Dann banden ihm die Missethäter die Füße unter dem Bauche des Pferdes fest, machten das Thier scheu und jagten es davon. Der Bursche wurde bald darauf unter dem Pferde hängend am Boden fortgeschleppt. Der Unglückliche hat infolge des rohen Streiches sein Leben eingebüßt; der Körper war entsetzlich verstümmelt. * Unverbesserlich. Eine alte Holzdiebin wird erwischt und soll nun bestraft werden. Der Oberförster sagt zu ihr: „Hört, Frau, wenn Ihr versprecht, künftig kein Holz mehr zu entwenden, so schenk' ich Euch die Strafe.— Das Weib aber sagte:„Ich will nex'schenkts, Herr, i zahl mei Strof und stiehl mei Holz!“ * Eigene Anschauung.„Ich lebe ja mit meiner Elsa ganz glücklich lieber Schwiegervater. Mich wundert nur, daß Sie Ihre Tochter nicht haben mehr lernen lassen.—„Na, erlauben Sie mal, Bester, meinen Sie ich verschwende mein schönes Geld, um anderen Leuten ihre Frauen ausbilden zu lassen?“ * Ein kleiner Philosoph. Vater(zu seinem Söhnchen, das zum ersten Male in der Schule war):„Nun, Fritz, wie hat's Dir in der Schule gefallen?“— Fritz:„Du lieber Gott,'s ist alles einerlei auf der Welt. Zu Haus krieg' ich Prügel und in der Schule bekomme ich sie auch" * Schöner Brauch. Wie die„Thurgauer Zig." berichtet, hat das Berner Obergericht einen Bauern freigesprochen, der einen Händler„schlechter Hund, Schwindler, Zuchthäusler!“ genannt hat. Es sei dies, urtheilte das Gericht, so„der übliche Konversationston“ auf dem Roßmarkt. * Himmlische Einfalt. Klärchen:„Liebe Mamma, sind denn die kleinen Engel ganz nackend?“— Mutter:„Jawohl, mein Kind.— Klärchen:„Wo thun sie denn aber ihr Taschentuch hin?“ und Landwirthschaftliches. * Ein Radikalmittel gegen die Schweineseuche soll nach der Mitteilung der„Sächsischen Fleischerzeitung"(Dresden) im Württembergischen entdeckt worden sein. Das Blatt berichtet darüber: Daß im Laufe der Zeit viele Mittel gegen die Seuche nicht unversucht blieben, ist natürlich. Reinigung der Krippen, Neupflasterung des Bodens 2c, waren vergeblich. Endlich wandte man Pferdedung an, und das Radikalmittel war gefunden. In Ställe, wo bereits die Hälfte der Schweine dieser Seuche erlegen war, wurde Pferdedung gebracht und die gefährliche Krankheit war zu Ende, was genau konstatiert worden ist. Es ist also jedem Besitzer von Schweinen der Versuch zu empfehlen, Pferdedünger als Streumaterial zu verwenden. Mit gewohnter Pünktlichkeit stellt sich auch dieses Jahr wieder einer der mannichfachen Vorboten des herannahenden Weihnachtsfestes ein. Wir meinen den Weihnachts-Catalog des Versand=Hausen Mey& Cdlich, Leipzig=Plagwitz. In seiner kurzgefaßten, dabei aber überaus klaren Form ist dieses, mit einer großen Anzahl sauberer Illustrationen ausgestattete Büchlein dazu angethan, manch' Einem von der Sorge über die Wahl der für das Fest anzuschaffenden Geschenke zu befreien, ist in demselben doch eine so große Menge nützlicher Gebrauchs= und feiner Luxusgegenstände enthalten, daß sich das Sprichwort:„Wer Vieles bringt, wird Jedem Etwas bringen" hier voll und ganz bewahrheitet. Wir können daher Jedermann empfehlen, sich diesen Catalog, der von der Firma Mey 85 Edlich, Leipzig=Plagwitz, unberechmet und portofrei versandt wird, kommen zu lassen. Wie stets seit mehr als 80 Jahren erscheint Anfangs Dezember der Zeitungskatalog der Actiengesellschaft Haasenstein& Vogler als ein werthvolles Weihnachtsgeschenk für die Geschäftswelt. Was dieses stattliche Werk sich vorgenommen hat, das erfüllt es in von Jahr zu Jahr sich steigerndem Maaße: es ist ein unentbehrlicher Führer durch das Labyrinth der Presse und bietet unschätzbare Anhaltspunkte für Diejenigen, welche sich derselben bedienen. Die handliche Form, die übersichtliche Anordnung des Stoffes, die willkommene Einfügung eines Notizkalenders, die umfangreichen Mittheilungen über Vieles### schäftsbetriebe Wissenswerthe, beispielsweise Bestimmungen über und Telegraphenwesen, den ganzen Reichsbankverkehr 2c. sind diesem Jahre beibehalten, dahingegen übertreffen Papier und Druck sowie der äußerst elegante Einband die früheren Auflagen ganz bedeutend und machen das Werk zu einem Schmuck jedes Schreibtisches. Herausgabe dieses Kataloges hat die Firma Haasenstein& Vogle Actiengesellschaft von neuem den Beweis ihrer Tüchtigkeit erbracht;## empfehlen dem inserirenden Publikum dieses Werk ganz besonderer achtung. Auf Grund der Reg.=Polizei=Ver ordnung vom 27. April 1889 werden hie mit sämmtl. Besitzer von Hie Ernenzwerk aufgefordert, Ng rung des Erlaubnißscheines bis zum 25. dfs. # gu dem Polizei=Bureau Herselbst während der Dienststunden zu beantragen. Die Fuhrwerke u. die zum Ziehen derselben verwendeten Hunde sind mit zur Stelle zu bringen. Castrop, den 11. Dez mber 1894. Die Polizei=Verwaltung. lgei) Barfels. Erdeverkauf. Am Samstag, den 15. d. Mts., Nachmittags 4 Uhr, lagrede auf dem Schlachthausplotz gute Grabenerde (ca. 40 chm) an den Meistbietenden verkauft werden. Versammlung an Ort und Stelle. Castrop, den 11. Dezember 1894. Der Gemeindevorsteher. Münnek hoff. Ueber das Vermögen der Eheleute Winkelier Preitim Birnbo um Baakron (Zeche Graf Schweria) I, 2a. Stut e eine Zahlungsunfähigkeit und Zahlungseinstellung glaubhaft am 8. Dezember 1894, Nachmittags 5½ Uhr, Barkhaus zu Castrop ist zum Konkursverwalter acht angumesbhen 3: Januar 1895 bel dem bis zum 8. Januar 1895. Erste Gläubigerversammlung am 8. Januar 1895, Vormittags 9½ Uhr. und allgemeiner Prüfungstermin am..“ 15. Januar 1895, Vormittags 9½ Uhr, in Zumer Nr. 3 hierschs. Castrop, den 8. Dezember 1894. Kaiser, Gerichtsschreiber des Königlichen Amtsgerichts. Zurückgekehrt Dr. Morsbach, Frauenarzt, Im Steit deier Belonteren Auzeige. Aist uer Sandehte Geiche Gaet sf duenr u. Peutr un weburt gelausige □ Sprechen Schreiben, Lesen u. Verstehen d. engl. sicher zu erreichen durch die in 43 Aufl. vervollk. Original=Unterrichtsbriefe nach der Methode Toussaint=Langenscheidt. Probebriefe à 1 M. Langenscheidtss Verl.-Buchhdig., Berlin SW 46, Hallesche Strasse 17. Wie der Prospekt durch Nameneangabe nachweist, haben Viele, die nur diese Briefe(nicht mändlichen Unterricht) benuttsten, das Examen als Lahrer des Engliechen undd Fransösischen gut bestanden. wurden hocherfreut J. Wallach u. Frau. An die christlichen Bergarbeiter des Kirchspiels Kastrop! Kameraden! Sanntug. u duer grich, den 16. Dezember, Nachm. 3/. Uhr, u. Danisagung. Seit mehr als 4 Jahre litt ich an einem furchtbaren Magenübel, Magenkrämpfen, chronischem Magenkatarrh. Ich stand viele Schmerzen aus und brachte manche Nacht schlaflos zu. Alle mir bekannten und empfohlenen Hausmittel 2c. versuchte ich, welche aber keine Besserung brachten. Nachdem wandte ich mich an viele tüchtige Aerzte, welchen es trotz vieler Mühe nicht gelang, mir mein Leiden zu beseitigen. In meiner Noth nun wanite ich mich vertrauensvoll an den homöop. Arn, Herrn Dr. med. Volbeding in Düsseldorf, Königsallee 6. welchem es gelang, das schwere von andern Aerzten als unheilbar betrachtete Leiden in der kurzen Zeit von 4 Wochen zu beseitigen. Nächst Gott kann ich genanntem Herrn nicht warm genug danken für die schnelle Heilung. Mögen sich alle ähnlich Leidende vrtrauensvoll an Herrn Dr. Volbeding wenden. M. Gladbach, 24. August 1894. Frau Stamm. Cigarren. Als besonders preiswerth empfehle: Hiniatura, Kiste à 20 Stück Mk..— Saucho,„„ 100„„.40 „„100„„.20 „„100„„.20 Stolzenfels,„„ 100„„.40 Bicyele Club,„„ 100„„ 4 40 Lieblingssorte,„„100„„.40 Fino,„„ 100„„.50 Ferla,„„ 100„„.20 Preferenzia,„„ 100„".20 Elly,„„ 100„„.40 Opation,„„ 100„„.80 Ellen,„„ 100„„.80 Vera,„„ 100„„.— Lola,„„100„„.— Lucia,„„ 100„„.— Marineros,„„ 100„„.75 Aplication,„„ 50„„.50 La Brioso,„„ 50„„.50 tricio,„„ 50„„.50 Buevo Mundo,„„ 50„„ 8,50 Ein Kistchen Cigarren ist das nassendste u. liebste Weihnachtsgeschenk für jeden Raucher. Fr. Schnettelker, HolländischeVerkaufshalle Castrop. * Wallnüsse s Haselnüsse Reis 15, 17 s Stampfzucker s Würfelzucker s Hutzucker & Pflaumen a Sult. Rosinen * Corinthen Fr. Bücklinge 3 St. 10 5 Klein=Fleisch stets frisch. 25 Pf. 28 20 28 30 29 20 24 24 68 Der ants= Beser Dortmugg. erberges es s esen ui ier ahe un Seufelen un 3e6snng Spesianich and. eueuteer un Ainie un Ceun Zur Deckung der Tageskosten wird ein Eintrittsgeld Fr. Werkle. W. Schulz. für den St. Barbara=Knappen= und für den Ev. Ortskrankenkasse für die Amtsbezirke Castrop und Mengede. General-Versammlung onnteg don 99 GplouFr 100 Sounlag, ven L5. Dezemder 1994, Nachmittags 3½ Uhr, im oberen Saale des Wirths Herrn W. Baack. nungsichr 18odos. Der Vorstand.] Puppenwagen von 50 Pfg. an. 9 g:[Rauchservice" 50„„ Ph. Culbart, Vorsitzender H. Angenendt, gegenüber dem Amtsgericht Aufnahme täglich bei jeder Witterung. Auch Sonntags. Der gegen den Bergmann Johannes Phm 5s3.von Rauxel unter dem 12. Dk. lassene wpesen Hausfriedensbruchs erI Steckbrief wird zurückgenommen. Tortmund, den 12. Dezember 1894. Der Untersuchungsrichter I beim Königlichen Landgericht. Der unterm 22. Novmber er. gegen den Schneider Dietrich Eremer aus Bladenhorst erlassene Steckot wird hiermit zurückgenommen. Crstrop, den 8. Dezember 1894. Königliches Amtsgericht. Dr. med. F. Burkart, Duisburg, Merkatorstraße 2. Geschfechtg. und Blasenleiden. 12.—1, 1/26—7. Sonntags—12. Brieftiche Anmeldung empfohlen. Danksagung. Seit längerer Zeit wurde ich von einem Magenleiden geplagt. Der Appetit verschwand gänzlich, ich konnte nichts essen, die Zunge war stets dick belegt, dabei Schmerzen im Magen und Herzgrube und Nachts kein Schlaf! Kein Arzt wußte mir zu helfen. Dem homsop. Arzt Herrn Dr. med. nope In Köln am Rhein, Sachsenring 66, Heerieg der furchtbaren Krank. Dank ausprechze. einemn besten Kobelt, Michelsdorf b. Haynau, Schl. M. Bachrden, Lastrop-Hagen. Großer Holzverkauf. Am Montag, den 17. d. Mts. 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Der russise gesandter des Sohnes, Rittmei in Berlin einge Rußland anzuzel General Swetsch Neuen Palais Die„Berli wärtige Blätter Reichskanzler zu Berufung nach gung von 100( Diese Nachricht Absicht kundgege diesem Gnadenbe Nach den v# ist es richtig, da siedelung des Fi seine Gesundheit Eine schärft Reichsgesetzes ge lichen Gebrauch ist bestimmt wor welche den Vors: brüchen, bei Bar Personen vorgen lautendes Besitz Winter=Mai Garde=Infanterie halten. Nachden Armeekorps Win — man sagt au Gardekorps ein erproben, wie die letzten großen He bei Frostwetter b Temperatur von Benutzung des 8 Deutscher A der deutsche Reic hat am letzten S# und währte unur Der Hauptgegenf Berliner Staats Liebknecht wegen Sitzenbleiben bei einzuleiten. Die großer Mehrheit al angenommen,## kommnissen in Zu verstärkt wissen der Interpellation Zollchikanen gegepellation hatte Fi ergeben. Die Re Landwirthschaft zunächst in Wash tantenhaus beschl Konservative un schiedenen Ansicht, geschehen müsse, minderung der he warteten. Ein 2 Antrag war in d abgelehnt. Abg. durch das taktlose Reichstagsfreiheit lasse eine solche Hohenlohe erwide habe leider keine gebührender Weise Staatsanwalts bi weise der Sozialis des Reichstags s# Abg. Graf Mirbe schwere Ehrverletz werde dim Antrag (Soz.) spricht hefl früher schon passi Man wolle hierar Entrüstungskundg Erweiterung der Köller erwiedert, vor, habe auch k#