ten in sämmtwaaren verkaufe ich Art sesorgt. mann, eister, rrn Bathe. sutter, skraut, ter-Käse, äringe, Spea er Waare ister □ Emmerich, Wirksamkeit allpfohlen, ist stelt ben à M..— g à M. 1. 20 idt in Castrop. eise. zember. ißweise 24 20 22 70 17 5 16 70 84 50 „„ Abonnementspreis inel. Castroper Illustrirte Blätter in der Exped. und durch die Post bezogen vierteljährlich1 Mark. Erscheint wöchentlich einmal. Verlag, Redaction und Expedition von C. Heinemann in Castrop. Druck von J. Bauer in Recklinghausen. D Inserate erbitten wir spätestens bis Donnerstag Abend 6 Uhr; dieselben kosten pro einspaltige Zeile oder deren Raum 10 Rpfg. Nro. 52. Erstes Bialt. allen Ländern O #astrop. Tewren, Liter 3 Mark). 1 Deppe straße 3. * sogel? en. Wo? sagt inische Zum Abonnement auf den„Castroper Anzeiger“ pro 1. Quartal 1877 laden wir ergebenst ein. Preis bei der Post und in der Expedition 1 Mark. Den seitherigen Abonnenten in Castrop und Umgegend wird der Anzeiger weiter zugeschickt, wenn nicht besondere Abbestellung erfolgt. Die Expedition. Locales und Provinzielles. □ Castrop. An zwei aufeinander folgenden Tagen jüngster Zeit wurden die Einwohner unserer Stadt durch Feuerlärm in Schrecken versetzt. Am Samstage den 16. d. Mts., Abends gegen 8 Uhr, brannte die Scheune des Herrn Lueg in Börsinghausen, und Sonntag den 17. d. Mts., fast um dieselbe Stunde, das Wohnhaus und Oeconomiegebäude des Herrn Türich in Holthausen. Die Scheune des Herrn Lueg, sowie auch das Oeconomiegebäude des Herrn Türich waren gefüllt mit Futtervorräthen und ungedroschener Frucht, welches alle ein Raub der Flammen wurde. Nur das Vieh konnte eben gerettet werden. Die Mobilien des Türich'schen Wohnhauses wurden— da der Brand in dem Oeconomiegebäude seinen Anfang hatte,— wenn auch unter manchen Verletzungen, fast alle in Sicherheit gebracht. Junge muthige Kräfte wollten auch keinen einzigen Gegenstand dem Verderben Preis geben. Leider kostete diese Rettungslust einem sehr geschätzten Manne, dem Joseph Schürholz, das Leben. Fast den letzten Gegenstand der verheerenden Gluth noch entrissen, eilt der Gute, zur eigenen Rettung den sicheren Ort zu finden und wird von einer nachstürzenden Wand erreicht und erdrückt.— Die Entstehungsursachen beider Brände sind noch gänzlich unbekannt; allgemein ist man aber der Ansicht, daß eine ruchlose Hand im Spiele steht, welche die Fackel der Brandstiftung von einem Orte zum andern trägt, Elend und Tod nicht achtend. Die Einwohner der Dörfer sind mit Recht in Angst und Bange: Jedermann fürchtet, daß auch er eines Tages das Opfer dieses Bösewichts werden könne. Die Art der Hülfeleistung bei beiden Bränden— einige rühmliche Ausnahmen abgerechnet— ist von vielen Seiten scharf kritisirt. Man will eine große Unthätigkeit bemerkt haben, und soll die Menge, da ja eine Organisation fehlte, mehr dem Bilde einer zusehenden Schaar als dem einer rettenden Nachbarschaft ähnlich gewesen sein. Es dürfte sich für viele empfehlen, die Polizeiverordnungen bezüglich der Verpflichtungen bei Brandunglücken mal durchzulesen und später darnach zu handeln. Mit Bildung der vielfach schon besprochenen Feuerwehr für unsern Ort sollte man bei Berücksichtigung solcher Vorgänge doch auch nicht länger zögern. Castrop 19. Dez. Wie schon in Nr. 50 und 51 des Anzeigers geschehen, bringen wir fortan Bekanntmachungen, welche speciell unsere Gemeinde betreffen und durch Ausrufen und Aushängen im Gemeindekasten bereits publicirt sind, als Notizen im redactionellen Theil des Blattes, da uns solche nicht mehr wie früher zur Verwerthung für den Anzeiger übergeben werden. Die Gemeinde=Vertretung hatte unlängst beschlossen, sämmtliche Bekanntmachungen hiesiger Gemeinde=Verwaltung durch den Anzeiger zu veröffentlichen. Dieser Beschluß hat nicht die erforderliche höhere Genehmigung gefunden, sondern es ist ausdrücklich als Publicationsart — wie seither ortsüblich— das Ausrufen und Aushängen im Gemeindekasten bestimmt. Diese Weise, Bekanntmachungen zur Kenntniß der Gemeinde=Eingesessenen zu bringen, genügt nach unserem Dafürhalten nicht. Das Ausrufen ist schon allgemein und hinlänglich in Bezug der Zuverlässigkeit von den Bürgern kritisirt und verurtheilt und wird ja auch nur von solchen gehört, welche im Innern der Stadt wohnen. An den sogenannten Gemeindekasten werden auch wöchentlich nur Penige herantreten, um etwaige dort angebrachte Beminmmachungen anzusehen. Grund zu der gedachten Entscheidung kann nur die Unterschätzung des Anzeigers zinsichtlich seiner Verbreitung sein. Der Anzeiger wird oder in beinahe 800 Exemplaren ausgegeben und fallen hervon ca. 350 Exemplare auf die Gemeinde Castrop; er kommt also in die meisten Häuser resp. Familien ohne Unterschied der Confession oder Parteistellung. Dierdurch dürfte hinreichend bewiesen sein, daß derselbe haff, Verbreitung der erwähnten Bekanntmachungen im rresen Grade geeignet ist und können wir auch dem Samstag den 23. Dezember Gerüchte, wonach der Anzeiger in einer Beschwerde bei der Behörde zur Publication von Gemeinde=Angelegenheiten als nicht geeignet bezeichnet sein soll, keinen Glauben schenken. * Castrop, 21. Dez. Aus einer uns vor einigen Tagen zugegangenen Einladungskarte haben wir ersehen, daß der hiesige Gesangverein„Eintracht“ am 2. Weihnachtstage im Saale des Herrn C. Kalthoff ein Concert mit darauffolgendem Balle zu veranstalten beabsichtigt. Wir sind stets den Bestrebungen dieses Vereins: durch Pflege des Gesangs wie der Musik, überhaupt das Gute und Schöne zu fördern, mit dem größten Interesse gefolgt und freuen uns auf das Concert um so mehr, als uns lange nichts derartiges geboten ist. Auch bei unsern Mitbürgern hat sich dieser Verein durch seine früheren Concerte, von denen viele einem wohlthätigen Zwecke gedient haben— wir erinnern nur an das Concert zum Besten der Abgebrannten in Meiningen, der Ueberschwemmten in Duisburg— einen guten Ruf erworben. Ein Blick auf das weiter unten aufgeführte Programm bezeugt, daß sich der Verein ernstlich bemüht hat, seinen zahlreichen Freunden nur Gutes zu bieten. Der tanzlustigen Jugend, welche einen flotten Ball allem andern vorzieht, wird durch Hrn. F. Giesenkirchen, der die Ausführung der Ballmusik übernommen hat, ausreichend Gelegenheit geboten, die Elastizität ihrer Glieder zu erproben. Wie wir ersehen, will der Verein in jeder Hinsicht seine Gönner befriedigen und wünschen wir seinen Anstrengungen den besten Erfolg, nämlich ein recht volles Haus. — Daß Briefe an Soldaten, welche den Vermerk „Eigne Angelegenheit des Empfängers" tragen, frei sind, ist allgemeim bekannt. Weniger bekannt dürfte sein, daß dieser Vermerk auch bei Postanweisungen und Packeten eine Verminderung des Portos herbeiführt. Erstere kostet bis 100 Mark dann statt 20 Pfg. nur 10 Pfg., und Packete an Soldaten bis zu 5 Kilogr. kosten nur 20 Pfg. Das letztere dürfte besonders in dieser Schlachtzeit, wo doch manche Wurst für die„armen Jungen“ abfällt, nicht unwichtig sein. — Von den Mannschaften des Beurlaubtenstandes, also Reserve und Landwehr, waren in den letzten Jahren bekanntlich fast alle Dienstfähigen zur Einübung mit dem neuen Mausergewehr einberufen worden. Indessen ist aus mannigfachen Rücksichten doch noch ein sehr beträchtlicher Theil der bezeichneten Kategorien zurückgestellt worden. Nach einem neuerlichen Beschlusse des Kriegsministeriums sollen alle diese Mannschaften zu einer Uebung von etwa zwei Wochen im Laufe des ersten Quartals des künftigen Jahres eingezogen werden. — An verschiedenen Plätzen ist in neuerer Zeit öfter mit Erfolg der§. 361 des Reichsstrafgesetzes angewandt, welcher folgendermaßen lautet:„Mit Haft bis zu sechs Wochen wird bestraft, wer sich dem Spiel, Trunk oder Müßiggang dergestalt ergibt, daß er in einen Zustand geräth, in welchem zu seinem Unterhalt oder zum Unterhalt derjenigen, zu deren Ernährung er verpflichtet ist, durch Vermittelung der Behörde fremde Hülfe in Anspruch genommen werden muß.“ Hiernach kann also z. B. jeder Trinker, dessen Frau und Kinder unterstützt werden müssen, mit Haft bestraft und während derselben zur Arbeit angehalten werden. Auch ist es zulässig ihn danach bis zu zwei Jahren in einem Arbeitshause unterzubringen. — Eine abermalige Steigerung der Petroleumpreise soll leider in sicherer Aussicht stehen. Vor wenigen Tagen ist der Preis des Fasses im Großhandel von 25 auf 30 Mark gestiegen und weitere Steigerungen sind seitens der Importeure bereits angekündigt. — Wechselklagen gegen eine solche Person, welche ihren vorigen Wohnsitz aufgegeben hat und ohne anderswo eine feste Wohnung zu nehmen, im Lande herumirrt, können nach einem Erkenntniß des Reichs=Oberhandelsgerichts im Geltungsbereich der Allgemeinen GerichtsOrdnung vor jedem Gerichte erhoben werden, wo er gerade angetroffen wird. — Das Appellationsgericht in Hamm hat am 29. November eine Entscheidung getroffen, wonach die Sitte, daß die Landbewohner häufig anstatt des Familiennamen den Hofesnamen führen, für gesetzwidrig erklärt wird. Diese Entscheidung stützt sich auf§ 58, B. II., Th. II. des Landrechts(Kinder aus einer gültigen(zur rechten Hand geschlossenen) Ehe führen den Namen des Vaters). Cabinetsordre vom 15. April 1822.(Es wird bestimmt, daß bei Vermeidung einer Geldbuße von 50 Thalern oder 4wöchentlicher Gefängnißstrafe, Niemandem gestattet sein soll, ohne landesherrliche Erlaubniß, seinen Familien= oder Geschlechtsnamen zu ändern) und§ 360 Nro 8 des Strafgesetzbuches:(Wer sich eines ihm nicht 1876. zukommenden Namens einem zuständigen Beamten gegenüber bedient, wird mit Geldbuße bis 150 Mark oder mit Haft bestraft.) Diesen gesetzlichen Bestimmungen gegenüber, welche den Charakter des öffentlichen Rechts hätten, könne von einem hergebrachten Gewohnheitsrecht keine Rede sein. — Das unbefugte Verweilen in einem fremden Besitzthum, trotz der einmaligen Aufforderung des Berechtigten, sich zu entfernen, ist nach einem Erkenntniß des Obertribunals vom 27. Oktober d. J. als Hausfriedensbruch zu bestrafen. — Der Monatsausweis der Köln=Mindener Eisenbahn pro November schließt wiederum für die Strecke Venlo=Hamburg mit einer bedeutenden Mehreinnahme (91,719.) gegen den gleichen Monat des vergangenen Jahres. Im laufenden Jahre bis ultimo Novbr. beziffert sich die Mehreinnahme dieser Strecke auf 1,814,000 M. Die Hauptbahn dagegen hat ein Minus von 134,182., die Köln=Gießener eine ebensolche von 105,890 M. gegen den entsprechenden Monat des Vorjahres zu verzeichnen. Total=Einnahme auf den vorbezeichneten Strecken pro 1876 ein Mehr von 700,991 M. — Das General=Postamt hat unterm 4. d. Mts entschieden, daß die öffentlichen Lehrer in Preußen, mit Rücksicht auf Art. 23 der preußischen Verfassungs=Urkunde, wonach dieselben die Rechte und Pflichten der Staatsdiener haben, nach den diesfälligen Postgesetzen berechtigt sind, die von ihnen ausgehenden portopflichtigen unfrankirten Amtsbriefe zur Befreiung von dem Zuschlagporto mit dem Vermerke„portopflichtige Dienstsache" zu versehen. — Den Käufern von Weihnachtsgeschenken wird eine Warnung der Deutschen Industriezeitung(Nr. 48) über die Schädlichkeit der Spielsachen aus Gummi nicht ungelegen kommen. Es kommen noch vielfach Spielwaaren aus Gummi(Thiere, Puppen u. s..) im Handel vor, die sehr zinkhaltig sind. B. Tollens in Göttingen theilt einen Fall mit, in welchem ein Kind, welches mit einer Puppe aus Gummi gespielt und diese mehrfach in den Mund genommen hatte, erkrankte. Tollens fand in dieser Puppe einen nicht geringeren Zinkgehalt als 60,58% Zinkoxyd und außerdem Kalk, Eisenoxyd und Phosphorsäure. In einer anderen Figur, die Tollens aus Braunschweig auf besondere Bestellung als„unschädlich" erhielt, fand er 57,68% Asche, welche außer Zinkexyd geringe Spuren von Verunreinigungen (Blei, Eisen, Kalk, Sand) enthielt. Es wäre jedenfalls zu wünschen, daß die Fabrikation und der Verkauf von solchen Zinkoxyd haltenden(und zwar bis mehr als 60%) Gegenständen, welche ausschließlich für Kinder bestimmt sind, aufhörten. — Ein in Riemke wohnender Metzger wurde wegen Verkauf von Pferdefleisch, welches er für Rindfleisch absetzte, zur Anzeige gebracht und wird ihm hoffentlich für einige Zeit sein sauberes Handwerk gelegt werden. Bochum, 16. Dez. Nach vielen resultatlosen Untersuchungen über einen bei dem Wirth und Winkelier Kamp in Altenbochum vorgekommenen Diebstahl von 1200 M. erschienen mehrere Schulknaben, die arme Eltern hatten, dadurch auffällig, daß sie ungewöhnliche Ausgaben machten und sich speciell Pistolen und andere Waffen anschafften. Bei einer Revision in einer Volksschule wurden mehrfach derartige Gegenstände gefunden, und nach dieser Revision verschwanden drei Knaben im Alter von 11—13 Jahren, von denen einer inzwischen wieder zu seinen Eltern zurückgekehrt ist. Dieser machte das Geständniß, daß ein Theil des gestohlenen Geldes in dem Keller der Hauseigenthümerin Wittwe K. in Altenbochum versteckt sei und in der That fand man an diesem Orte, etwa einen Fuß tief in die Erde eingegraben, nahezu die Hälfte der obigen Summe in Zwanzigmarkstücken. Herne, 18. Dez. Wie neuerdings hier verlautet, werden wahrscheinlich eine Anzahl der von Sprick früher verwalteten Kassen doch noch ohne Verlust aus der Angelegenheit hervorgehen. Es find nämlich in nicht wenigen Fällen die üblichen Revisionen derartig vollzogen worden, daß den betreffenden Gemeinden Entschädigungsansprüche an die mit der Revision betrauten Personen zustehen. Die Unterschlagungen Sprick's dürften demnach in zahlreichen weiteren Privatkreisen ihre bösen Spuren hinterlassen.— Ueber den derzeitigen Aufenthaltsort Sprick's weiß man bis jetzt noch nichts Bestimmtes. Hamm, 17. Dez. Gestern wurde am hies. Schwurgericht ein italienischer Bergmann, Pennalo, wegen versuchten Todtschlags zu zwei Jahren Gefängniß verur. theilt. Als er dieses Urtheil von seinem Dolmetscher hörte, schwang er sich über die Schranken, stürzte auf die Fensterbank, rannte mit dem Kopfe durch die Scheibe und sprang aus dem zweiten Stockwerke auf die Straße. Schwer verwundet ward er in das städtische Krankenhaus gebracht. Oberhausen, 16. Dez.(Zur Haftpflicht der Bahnen.) Zwei als Krüppel entlassene Bahnbeamte haben, als ihnen nur die gewöhnliche Pension Seitens der Direction gewährt wurde, den Rechtsweg betreten und sind auf Grund des Haftpflicht=Gesetzes mit ihrer Klage durchgedrungen. Die Direction ist verurtheilt, ihnen eine lebenslängliche Entschädigung von 600 resp. 900 Mark zu zahlen. Die Leute haben gut daran gethan, auf ihrem Recht zu bestehen, und sich nicht blos auf das öffentliche Mitleid anweisen zu lassen. Werden, 9. Dez. Am Mittwoch Abend hat sich zu Kettwig eine Tochter achtbarer Eltern in der Ruhr ertrunken. Eine Liebschaft wider den Willen der Eltern soll die Ursache der traurigen That gewesen sein. Lüdenscheid, 9. Dez. Trotz aller Warnungen, trotz aller traurigen Beispiele läßt der Leichtsinn in der Behandlung und Aufbewahrung der Schießwaffen nicht nach, und immer wieder entstehen Unglücksfälle der traurigsten Art. Das Kind eines hiesigen Bürgers, ein Knabe von etwa 8 Jahren, nahm einen Revolver, der auf einem Schranke lag, herunter, ahnte nicht, daß derselbe geladen, spielte damit und wollte in die Läufe blicken— ein Schuß geht los und die Kugel drang dem Kinde in die rechte Schläfe. Nach schweren Leiden ist, nach der„H..“, das Kind gestorben. Elberfeld, 14. Dez. Zum Tode verurtheilt wurde heute von dem Kgl. Assisenhofe hierselbst der 32 Jahre alte Fabrikarbeiter Julius Frauenzimmer aus Wald. Der schwere Verbrecher hatte, nach der „Elbf. Ztg.“, seinem elf Wochen zählenden Kinde den Schädel an der Wand zerschmettert. Elberfeld, 14. Dez. Es ist eine alte Geschichte, doch bleibt sie ewig neu! Ein braves wackeres Fabrikmädchen liebte einen jungen Menschen und traute auch seinen Schwüren von Liebe und ewiger Treue. Aber ihm gefiel bald eine andere mehr und er wurde immer kälter gegen die erste Geliebte. Da bat ihn diese um eine letzte Unterredung, sie wollte wenigstens wissen, woran sie sei; gestern Abend nach 10 Uhr trafen sie sich, und als ihr da der ungetreue Liebhaber mit dürren Worten erklärte, an's Heirathen sei nicht zu denken, eilte das arme Mädchen in seiner Verzweiflung zur Wupper, um im selbstgesuchten Tode den einzigen Trost zu finden. An der Fabrik von Schlieper und Baum zog man heute früh ihre Leiche aus dem Wasser. Coblenz, 11. Dez. Daß nicht genug vor dem Genusse gefärbter Zuckerwaaren gewarnt werden kann, da trotz wiederholter polizeilicher Verbote noch immer aus giftigen Chemikalien bestehende Farben zum Färben von Zuckerwaaren benutzt werden, zeigt wiederum folgender Vorfall. Zwei Kinder im Vororte Caubach erkrankten vor einigen Tagen plötzlich fast zu gleicher Zeit. Der sofort herbeigeholte Arzt konstatirte Vergiftung. Durch Nachforschungen wurde festgestellt, daß die beiden Kinder vor einigen Wochen auf einem Kirmesmarkte sich gefärbte Zuckersachen gekauft und an besagtem Tage zusammen verzehrt hatten, wodurch denn die Vergiftung veranlaßt worden war. Dieser Fall, dessen ernstliche Folgen glücklicherweise zur Freude der Eltern noch rechtzeitig abgewandt wurden, verdient um so mehr Beachtung, da die Weihnachtszeit mit ihren Märkten herannaht, wo mehr, als es sonst üblich ist, ähnliche Zuckerprodukte zum Verkaufe zu kommen pflegen, wie sie auf Jahrmärkten und Kirmessen ausgeboten werden. Vermischtes. Griechenland.(Die Funde in Olympia und Mykenä.) Professor Dr. Schliemann hat bei den Ausgrabungen in Mykenä am 29. November und 2. Dez. wichtige Funde gemacht. Man kann nicht zweifeln, daß er namentlich die Königsgräber von Argos aufgefunden hat. Inschriften hat er leider bis jetzt noch nicht gefunden. Der Metallwerth der aufgefundenen Goldsachen wird auf 300,000 Frcs. geschätzt. Er fand in dem Grabe eine Leiche, bedeckt mit einer schweren goldenen Maske und einem sehr großen goldenen Brustschmuck. Anzeige. mmItion Seine Meinung, er habe damit den weitgebietende, König Agamemnon(welcher 1200 Jahre vor Christ Geburt lebte) aufgefunden, ist wohl Spiel der Phontasie Die aufgefundenen Schätze verbleiben Eigenthum Grie chenlands und sollen in einem Museum vereinigt werden — In Chatnam wurden neulich Probeversuche mit einer von Capitän Sale erfundenen Luftmaschine gemacht. Dieselbe ist dazu bestimmt, während der Nachtzeit im Kriege einen Feind erkennen zu lassen. Hafs die Maschine eine gewisse Höhe erreicht, so wird ein Fallschirm losgelassen, welcher Feuerkugeln aussendet, durch die das umliegende Land auf beträchtliche Entfer. nung erhellt und die Heeresstellung verrathen wird. Die Versuche fielen trotz des ungünstigen Wetters sehr befriedigend aus. — In Tahiti ist ein gewisser I. C. Brenner gestorben und hat 10—15 Millionen Dollars hinterlasseg ohne Erben. Er ist aus Bayreuth gebürtig. Kein Geringerer als der deutsche Botschafter in Paris ists, der diese Nachricht an das Stadtgericht in Bayreuth übermittelt hat. Man kann sich denken, wie's in allen Köpfen brennt. 10—15 Millionen! — In Meseritz wurde der Apotheker Speichert aus Bomst, der seine Gattin vergiftet hatte, zum Tode verurtheilt. — Ein Rekrut stand des Nachts an einer Sternwarte Schildwache und sah gedankenlos zum Thurm und zum gestirnten Himmel hinauf. Da erschien Je. mand oben auf der Warte nach der Meinung des Rekruten mit einer langen Flinte und zielte damit in die Nacht hinein.„Aber das möcht ich doch wissen, murmelte der Rekrut in den Bart,„was der in der Racht schießen will,“ und dabei folgte er mit den Augen der Richtung, die das Fernrohr des Beobachters auf der Sternwarte anzeigte. Plötzlich schoß eine Sternschnuppe hernieder. Dem Verdutzten fiel das Gewehr aus den Arm und er rief:„Nu möcht Einem doch der Schnee brennen, er hat ihn getroffen.“ — Schleiermacher gab einst das Räthsel auf: Getrennt ist es heilig, vereinigt ist's ein Verbrechen. Auflösung: Mein Eid,— Meineid. Mit Neujahr meine Funktion als Knappschaftsarzt beginnend, werde ich meine Sprechstunden für die in meinem Revier(Castroper Holz, Rauxel, Bladenhorst, Habinghorst und Henrichenburg) wohnenden Bergarbeiter Morgens von 8 bis 9 Uhr und Mittags von 12 bis 1 Uhr abhalten. Dr. med. Zumbusch. Leipziger S# O ttarr " Frnich g. unter die Zahl verjenigen Versicherungsanstalten aufgenommen ist, bei welcher Gebäude versichert werden dürfen, die den Sparkassen in Bochum und Castrop hypothekenpflichtig sind. Castrop, den 23. Dezember 1876. 0 Die Haupt-Agentur: Herdieckerhoff. nunn00LAAAAA * Derrauf! Am Dienstag den 9. Januar R. werde ich für die Zeche„Graf Schwerin“ mehrere Bauplätze werden nach allen Mustern und Zeichnungen, welche zu jeder Zeit bei mir angesehen werden können, im Laufe des Winters zu äusserst billigen Preisen angefertigt. K. Kray, Bildhauer und Steinmetzmeister, bei Zeche„Erin.“ öffentlich zum Verkauf aussetzen. Zusammenkunft beim Wirth Herrn Schaumann. Castrop, 21. Dezember 1876. Der Auct.=Commissar: Herdieckerhoff. nnnAAAAAAA erkauf. Am Freitag den 29. d.., Da bei den letzten Bränden sich wieder nur zu deutlich die Mängel unseres Löschwesens herausgestellt haben, so wird der löbliche Gemeinderath hiermit ernstlichst ersucht, für Einrichtung einer Feuerwehr schleunigst Sorge zu tragen.— Sollte nicht der Turnverein für die Sache gewonnen werden können? Meinen angekörten Rappe, 1,68 Meter groß, 2% d Jahre alt, empfehle ich zum Decken der Stuten. Horsthausen bei Herne, den 21. Dezember 1876. Schulte-Langfort. Vormittags 10 Uhr, werde ich im Lokale des Herrn Ewald Neuhaus hierselbst folgende Gegenstände öffentlich meistbietend gegen Credit verkaufen: 18 Rohrstühle, 6 Binsenstühle, 1 Kleiderschrank, 2 Oefen mit Röhren, 1 Matratze mit Keilkissen, 1 0 Garderobenständer, 1 Mantelstock, 1 zweiarmige Hängelampe, 2 Rouleaux, 4Gypsfiguren 2c. 2c., ferner: 1 Glasschrank, 1 Tisch (nußbaum), 1 Tisch(eichen), 6 neue Binsenstühle. Castrop, 21. Dezember 1876. Der Auct.=Commissar:" Herdieckerhoff. * Verding. Die Anfuhr von ca. 200 Schachtruthen Kohlasche auf den Weg von Rensinghof zur Steinbardt soll am 28. d.., Nachm. 4 Uhr, beim Wirth Herrn Schulte=Becker mindestfordernd verdungen werden. Castrop, 22. Dezember 1876. Die Interessenten. An den 3 Weihnachtstagen, am 24., 25. und 26. ds., „Posser Cöncert der Gesellschaft Müller und Schmidts im Lokale des Herrn Hünnecke, wozu ergebenst einladet Zeche Lothringen. Die Direction. 4 Zur Anfertigung von schriftglichen Arbeiten aller Art, #als Klagen, Gesuche, Ree klamationen, Beischreibung 4 und Anlegung von Büchern, g wie auch in Beschaffung von 4 Kapitalien und Abhaltung) 4 von Verkäufen 2c. 2c. empfiehlt sich F. Beisenbruch, * Auctionator& Commissionär, 6 wohnhaft im Hause des Herrn H. A Köster, Widumerstraße. ROHGGGGGS 6 Eröffn 6 Hause an .0 5 Indem (9 um geneig a Castr Dem Herrn 8 Frd. Frillmann zu seinem Geburtstage am 27. Dezember die herzlichsten Glückwünsche A und V1 ein donnerndes Lebehoch! Mehrere Freunde. F werde ich im Auf im Lokale des W Verkaufe aussetzen Verpachtung Am Montag den 8. Januck A k. S. wiro der Unterzeichnete die zur Kaiser Wilhelms=Hütte gehörenden H C 5.**** unt Lanvereien öffentlich an Ort und Stelle verpachten Die bisherigen werden ersucht, mir die noc laufenden Miethverträge in Termine vorzulegen. Castrop, den 21. Dez. 1876. Im Auftrage der Stadt=Sparkasse#### Warendorf: Herdieckerhoff, Auct.-Comm Parz.=Ni 214/10 41, 261, 262, 263, 412/256 225/2, 6 31, 40, 36 4/35 39. 459/35 365/42 45, 46, 317, 33/1, 179/46, 37/90, Castrop, 1 eitgebietendet vor Christ der Phantosie) enthum Grie einigt werden Probeversuche Luftmaschine ind der Nacht. lassen. Haf so wird ein n aussendet, tliche Entferen wird. Die ters sehr beBrenner gehinterlassen g. Kein Ge. aris ists, der hreuth über. 's in allen ker Speichert e, zum Todeiner Stern= zum Thurme erschien Jeung des Redamit in die sissen,“ murin der Racht n Augen der ers auf der sternschnuppe ihr aus den der Schnee el auf: Ge# techen. Aus schriftr Art, se, Rereibung süchern, ip ng von haltung 2c. ich, i# ionär, Herrn H. raße. BO5 ann Dezember che h! reunde. 3560 K% Januck 33333 Kaisel ur nden eien verpachten. Miether die rg räge 6. sarkasse . Loms* Wu.aquets. uun 40.• Sämmtliche 65 65 mandlascurwaaren?— für die Saisen1 X werden, wegen der schlechten Zeit- 3 62 2 verhältnisse, 2 " zu auffallend billigen Preisen 3 verkauft. 2 *„.„ 5— 2 S. Kleeberg,: 9 S Castrop." 60 4 40- 2 ** Tsig pun rg Auuuuluulullututuunt Eröffnete am heutigen Tage in meinem neu erbauten# 6 Hause an der Widumerstraße eine ' Gast-Wirthschaft.# (5 Indem ich dieses zur gefl. Kenntniß bringe, bitte ich i G um geneigten Zuspruch. 9 „ Castrop, den 23. Dezember 1876. M F. Katthoff. Der„hiesige Gesangverein„EINTRACHT“ veranstaltet am 2. Weihnachtstage im Kalthoff’schen Saale ein woran sich ein BALE anschliesst. Anfang präcise 7 Uhr. PROGRANN. I. Theil. 1. Ouverture La vilanella rapita v. Mozart zu 4 Händen. 2. Wenn die Quellen silbern fliessen etc Chorlied, v. Häser. 3.„Heimweh“ von Jungmann, Sol für Geige mit Klavierbegleitung. 70% 4. Ich wollt’ meine Lieb ergösse sich étc,„Duett von Mendelssohn-Bartholdy. 5. In dem Himmel ruht die Erde etc., Quartett, von W. 6. Der Lindenbaum von F. Schubert, Solo für Bariton. II. Theil. 7. Ouverture zu Zampa von Herold. Geige und Klavier. 8. Hinaus, ach, hinaus etc., Chorlied, von L. Erk. 9. Es hat nicht sollen sein, Solo für Tenor, von Fr. Abt. 10. Wach auf, mein Lieb, Chorlied mit Tenorsolo, v. F. Abt. 11. Träume auf dem Ocean, Concert-Walzer für Geige, v. Gungl. 12. Der erste Rausch, Solo für Bariton, von A. Schäffer. □ □C # Verkauf. Acker, 22 „ 18 „ 37 65 " 1 Hect. 39 15 Holz 6 „ 32 „ 97 Acker, 13 Holz,„ 14 " 3 Hect. 14 Ackerl., 1„ 3 „ 76 „ 10 „ 1" 43 51 50 Are 78 Meter. Am Donnerstag den 28. 10 Uhr, werde ich im Auftrage des Herrn Heinrich Risse zu Holthausen folgende Ländereien im Lokale des Wirths Pilger gnt. Schäfer zu Holthausen parcellenweise zum Verkaufe aussetzen: a) Steuergemeinde Holthausen. Bezeichnung der Lage. Culturart. Flächen=Inhalt. Gerterheide, Stapelacker, Bauenkamp, Bauenkamp, Bauenkamp, Bährentange, Auf der Hemke, Auf der Bausenbecke, Delle, Beuenberg, Bauenberg, Beusaberg, Beuenberg, Auf'm Lehmbrink, Auf'm Lehmbrink, Auf'm Lehmbrink, Im Thal, Im Bruch, b) Steuergemeinde Behringhausen. 179/46, Vöhde Ackerl., 1„ 67" 48 37/90, Vöhde,„ 69" 50 Castrop, den 11. Dezember 1876. Der Auctions-Commissar: Herdieckerhoff. Flur=Nr. Parz.=Nr. 17, 214/102, 18, 41, 18, 261, 18, 262, 18, 263, 18, 412/256, 18. 225/2, 19. 6 19, 31, 19, 40, 19, 364/35, 19, 39, 19, 459/35, 19, 365/42, 19,: 45, 19, 46, 19, 317, 20, 33/1, Zu dem bevorstehenden Weihnachtsfeste erlaube ich mir mein wohlassortirtes Lager in — Wechnachtsgeschennen der verschiedensten Art zu empfehlen. In schönster und größter Auswahl führe: Spielwaaren, Albums mit und ohne Musik, dto. Cigarrentempel, Schreibmappen, Tornister, Taschen, u. dgl. wie auch Portemonnaies, Cigarren- Etuis, Damentaschen und Pfeifen, Schirmständer, Garderobenhalter, Schlüsselhalter und Schlüsselschränkchen, Schreibzeuge, Rohrsessel, Kindersessel, Korbwaaren von der feinsten bis zu der ordinärsten Sorte etc. etc. Lichter wie auch Verzierungen für den Weihnachtsbaum sind in diversen Sorten vorräthig. C. Heyng, vormals C. Hellwig. 00 00 00 Bei chronischem Husten, Heiserkeit 2c. Bei Husten der Kinder von unendlichem Se Den rheinischen Trauben=Drust=Honig an dur Bohs von W. H. Zickenheimer in Mainz habe ich oft und seit langer Zeit verordnet und stets gefunden, daß derselbe ein ausgezeichnet gutes Hausmittel gegen chronische Husten, Heiserkeit u. s. w. ist. Auch habe ich den Trauben=Brust=Honig während einer Keuchhusten-Epidemie anwenden lassen. Während dieser Husten, mit anderen Mitteln behandelt, stets ca. ½ Jahr angehalten hat, war er bei Anwendung des Trauben=Brust=Honigs in einigen Wochen beseitigt. Ich kann also denrheinischen Tranden=Brust=Hönig als ein ganz vorzügliches Mittel gegen Husten, Brust= und Halsleiden empfehlen. Grabow in Mecklenburg=Schwerin, 24. Mai 1875. Dr. C. Rüst, Sanitätsrath. Alle vorurtheilsfreien Aerzte und alle Freunde einer raschen und gründlichen Selbsthülfe können der großen seit 10 Jahren überall bewährten Vorzüglichkeit des ächten rheinischen TraubenBrust=Honigs ihre Anerkennung nicht versagen. Verkaufsstelle in 3 Flaschenfüllungen à 1, 1½ und 3 Mark mit nebigem Fabrikstempel als Garantie der Echtheit in Castrop bei Hintzen& Schmidt, in Recklinghausen bei Ferdinand Hilberg, Hörde bei W. Hollmann. 2 Bekanntmachung. Herr Julius Husham zu Costrop ist auf Widerruf als amtlicher Fleischbe“ schauer für den Bezirk der Gemeinden Habinghorst und Behringhausen bestellt, was den Insassen der genannten Gemeinden hiermit bekannt gemacht wird. Castrop, den 22. Dezember 1876. Der Amtmann. Mobtiarverkauf. Freitag den 29. d.., Morgens 10 Uhr anfangend, werde ich im Lokale des Herrn Gastwirth Artzinger hier folgende Gegenstände, als: 1 Mahagoni= Ausziehetisch, 1 Kleiderschrank, 1 Waschcommode, 1 Sopha, 1 Bettstelle mit Matratze und Bett, Spiegel, Oelgemälde, Gardinen, Teppiche, sowie sonstige Haus= und Küchengeräthe, öffentlich meistbietend gegen baare Zahlung zum Verkaufe aussetzen. Castrop, 21. Dezember 1876. C. F. Beisenbruch, Auctions=Commissar. Donnerstag den 4. Januar 1877, Nachmittags 3 Uhr, sollen die zum Nachlasse der Wwe. Weingarten zu Holthausen gehörigen PUSMeT sowie 2 Ziegen und 1 Schwein an Ort und Stelle gegen Baarzahlung verkauft werden. Bochum, den 19. Dezember 1876. Vogel, gerichtl. Auct.=Comm. KOCC585SSSS5O sich den Unterzeichnete erlaubt sich den Bewohnern Costrop's und der Um= U gegend ergebenst anzuzeigen, daß sie C) des K Kleidermachen o für Damen, Handarbeit, sowie die c) Anfertigung aller Arbeiten, welche in dieses Fach schlagen, von jetzt ab X wieder fortsetzt. 0 Bei Zusicherung reeller und C prompter Bedienung bitte um ge() neigten Zuspruch. 0 Nach Umständen werden auch Lehrmädchen angenommen. 0 Castrop, den 21. Dez. 1876. 0 Anna Lauf, Widumerstraße.() 33000588006000 Sich gut weichkochende Erbsen sind noch vorräthig und zu haben bei Anton Eckyann, Oekonom in Holthausen. In dem Hause des Herrn H. Lueg an der Widumerstraße sind L zwei geräumige S„ O von je zwei bis vier Zimmern zu miethen. Dieselben können sofort bezogen werden. B. Petri. Gute harzer * Kanarienvogel (echte Roller) sind zu kaufen. Wo? Donnerstag den 2. Januar r.., Vorm. 10 Uhr, werde ich auf meinem Holzantheile in der Mark 150 Nummern lange, gradschaftige Eichen und Buchen, bis 3 Fuß im Durchmesser, zu jedem Bau= und Nutzholz geeignet, nummerweise verkaufen. Frohlinde, den 22. Dezember 1876. Holtkotte gnt. Becker. nummerweise gegen Credit verkaufen. Merklinde, den 18. Dezember 1876. 10 Wemphoff gt. Schwarzhoff. S• 9• J Mit dem 1. Januar verlege mein Eisen=, Stahl= und Messingwaaren= Geschäft in das früher Kellerhoff'sche Haus an der großen Küche. Verkaufe bis dahin sämmtliche Artikel zu Einkaufspreis. Die im Hause von jeher gewesene Wirthschaft werde ich weiter führen. linghausen, den 15. Dezember 1876. Christoph Kämper. Castrop. ## Empfehle mein reichhaltiges Lager in# Geld-, Silberund „ Alfenide-Waaren.* . Wilh. Goch, Goldarbeiter,# im neu erbauten Hause des Herrn C. Schiffer." Einladung zum Abonnement auf die (Dortmund)„Tremonia(Dortmund) Zeitung und Anzeiger für Westfalen und Rheinland. Die„Tremonia“ erscheint sechsmal wöchentlich in großem Zeitungs=Formate zu dem verhältnißmäßig billigen Preise von 2 Mark 50 Pfg. pro Quartal. Die Insertionsgebühren betragen für die Petitzeile oder deren Raum 15 Rpf. In derselben Weise, wie in dem nunmehr zurückgelegten Jahre ihres Bestehens, wird die„Tremonia“ ihr Programm in religiöser, politischer und socialer Hinsicht mit aller Entschiedenheit, mit Vertrauen auf den Sieg der von ihr vertretenen Sache auch fernerhin durchzuführen sich bestreben. Original=Artikel über politische Ereignisse, reichhaltige lokale und provinzielle Nachrichten, ansprechende Feuilletons, vermischte Nachrichten, ausführliche Handelsberichte u. s.., werden wir wie bisher, concurrirend mit den größeren Zeitungen, schnell und regelmäßig Die allseitige und erfreuliche Aufnahme, welche unsere Zeitung in so kurzer Zeit in fast allen katholischen Kreisen gefunden hat, macht dieselbe zu einer der gelesensten Zeitungen Westfalen's und finden deßhalb Inserate, bei dem hoben Interesse, welches unsere gewerbetreibende Bevölkerung dem Inseratentheile schenkt, die weiteste und wirksamste Verbreitung. Bestellungen für das erste Quartal 1877 werden von jeder Postanstalt, von unseren Agenturen und in der Expedition Dortmund(Rheinische Straße 12) entgegen genommen. Dortmund, im Dezember 1876. Verlag und Expedition der„Tremonia“. Todes=Anzeige. C Tertz I kauft Sonnabend den 18. Januar k. J. Vormittags 10 Uhr anfangend, werde ich auf meinem Holzantheile„Brandhaide“. 175 Nummern lange, gradschaftige Eichen und Buchen, bis 2½ Fuß im Durchmesser, zu jedem Bau= und Nutzholz geeignet, Am 18. Dezbr. d.., Morgens 2 Uhr, verunglückte und starb eine Stunde darauf unser allverehrter Vicepräsident, der Lederfabrikant Herr Jos. Schürholz, gebürtig aus Olpe, im jugendlichen Alter von 25 Jahren Pflichtschuldigst widmen wir diese Trauer=Nachricht allen seinen Freunden und Bekannten, mit der Bitte, des Verstorbenen zu gedenken. Castrop, 20. Dezbr. 1876. Der Vorstand der BürgerGesellschaft. In Wechnachten empfehle eine große Auswahl in sämmt. lichen Stiefel- und Schuhwaaren zu sehr herabgesetzten Preisen. Verschiedene Sorten verkaufe ich unter Einkaufspreis. Reparaturen aller Art werden schnell und prompt besorgt. # C. Kampmann, Schuhmachermeister, im Hause des Herrn Batbe Weihnachtslichter empfiehlt Fritz Köster. Das Hüten mi Schafen in der penfurts=Wiese, sowie im Beringhauserkamp wird hiermit strenge verboten. 10 M. Cohen. Callenberg gut. Bußmamr Sämmtliche Junggesellen der Stadt Castrop werden hiermit ein geladen, sich am Sylvesterabend, 8 Uhr, im Lokale des Herrn Schulte=Becker zur Wahl eines neuen Vorstandes einzu finden. *(0 Der Vorstand. Fahrplan der Köln=Mindener Eisenbahn vom 15. Oktober 1876 ab. Von Castrop nach Mengede. Pos=Fahrten und Bahnhof zwischen Stadt ul.—.—.— Aus Castrop Stadt: Morgens 5 Uhr 40 Min. „ 7" 40„ Mittags 12„ 50„ Nachmittags 3„ 50„ Abends 7" 35„ „ 9„ 20„ Von Castrop Bahnhof: Morgens 6 Uhr 15 Min. Vormittags 9„ 35„ Nachmittags 1" 55„ incl. und Nro. 52. — Aus Ko durch beruhigen conferenz soll entgegenkommen ders auch zwisch bury, und es ve Occupationsford sicht, da Rußla durch„neutrale sehen, was Lo nehmbar gehalte nähern Aufklärt Ausführbarkeit Einmarsche frem darauf beharrt, giebigkeit zu en eigentliche Confei zweifeln, daß, ur der der serbisch türkische Kriege — Die Vor tigten lassen bie der Orientkrise: tet, Rußland ha russische Trupper dessen eine Occu gien, vorgeschlag sische Botschafter Brüssel begeben, Project zu gewir den, daß Belgie austreten und lassen wird, zum streckung tragen ist. Jedenfalls am allerwenigste die Meldung, da ihrer Gebietsthei versucht würde, werde, gewinnt an Stelle Mehe ist, stärkere Begr scha ist bekannt! Reich neu ausge Rußland nach W zu legen versucht Einmischung in: entgehen zu lasse Pascha der heftig planes ist. Die vorliegt, ist die Man hofft, daß erzielen lassen. Bremen halbe Flase eingesandt. plare der Tropfens dem Begit jeder Tropf Glas also arden geht. Wien ist heute fr —(Vom tet über gendes: Um die traurige dann, von Kerkermeister Er wankte, hera saie Angen Stpas, es m viesem Pfost dann erman kommission. eige: ., Morückte und auf unser nt, ant irholz, dire, von 25 t widmen icht allen ekannten, storbenen 1876. „„ Abonnementspreis incl. Gastroper Illustrirte Blätter in der Exped. und durch die Post bezogen vierteljährlich1 Mark. Erscheint wöchentlich einmal. Verlag, Redaction und Expedition von C. Heinemann in Castrop. Druck von J. Bauer in Recklinghausen. Inserate erbitten wir spätestens bis Donnerstag Abend 6 Uhr; dieselben kosten pro einspaltige Zeile oder deren Raum 10 Rpfg. Nro. 52. Samstag den 23. Dezember 1876. hten hl in sämmthwaaren n. n verkaufe ich Art besorgt. mann, rmeister, rrn Batbe ichter Köster. hüten mit n der Pae im Behiermit 0 elen hiermit ein 8 Uhr, te=Becker andes einzu Vorstand. isenbahn ab. gede. Mdn. rne. Min. " * hof: Min. Zweites Blatt. Zur Orient-Frage. — Aus Konstantinopel sind die ganze Woche hindurch beruhigende Meldungen eingetroffen. In der Vorconferenz soll zwischen den Theilnehmern ein äußerst entgegenkommender Verkehr stattgefunden haben, besonders auch zwischen General Ignatiew und Lord Salisbury, und es verlautet sogar, in Betreff der russischen Occupationsforderung sei eine Verständigung in Aussicht, da Rußland sich zufrieden geben wolle, dieselbe durch„neutrale Truppen", etwa Belgiens, vollzogen zu sehen, was Lord Salisbury für nicht durchaus unannehmbar gehalten habe. Indeß, es blieben bisher alle nähern Aufklärungen über die Aussichten praktischer Ausführbarkeit aus, während die Türkei natürlich jedem Einmarsche fremder Truppen widerspricht und England darauf beharrt, in diesem Punkte der Pforte keine Nachgiebigkeit zu empfehlen. Ende dieser Woche soll die eigentliche Conferenz eröffnet werden, aber wohl Wenige zweifeln, daß, wenn der Schnee schmilzt, nicht nur wieder der serbisch= türkische, sondern der offene russisch= türkische Krieg ausbrechen wird. — Die Vorberathungen der Conferenz=Bevollmächtigten lassen bis jetzt einen klaren Einblick in den Stand der Orientkrise noch nicht gewinnen. Allgemein verlautet, Rußland habe seinen Vorschlag, die Bulgarei durch russische Truppen besetzen zu lassen, aufgegeben und statt dessen eine Occupation durch eine neutrale Macht, Belgien, vorgeschlagen; zu gleicher Zeit hat sich der russische Botschafter in London, Graf Schuwalow, nach Brüssel begeben, angeblich um König Leopold für jenes Project zu gewinnen. Zwar ist kaum Aussicht vorhanden, daß Belgien aus seiner neutralen Stellung heraustreten und sich zum Executor der Mächte machen lassen wird, zumal die Frage, wer die Kosten der Vollstreckung tragen würde, noch völlig unerörtert geblieben ist. Jedenfalls läßt sich annehmen, daß die Türkei sich am allerwenigsten dazu bereit finden lassen wird, und die Meldung, daß die Pforte überhaupt jeder Besetzung ihrer Gebietstheile, von welcher Macht sie auch immer versucht würde, mit gewaffneter Hand entgegen treten werde, gewinnt durch die Nachricht, daß Miehat Pascha an Stelle Mehemed Ruschdi's zum Großvezier ernannt ist, stärkere Begründung und Bedeutung. Midhat Pascha ist bekanntlich der Vater der für das osmanische Reich neu ausgearbeiteten Verfassung, deren Einführung Rußland nach Möglichkeit alle Hindernisse in den Weg zu legen versucht, um die Veranlassung zu gewaltsamer Einmischung in die Angelegenheiten der Pforte sich nicht entgehen zu lassen; außerdem weiß man, daß Midhat Pascha der heftigste Gegner des russischen Occupations= planes ist. Die nächste Frage, welche der Conferenz vorliegt, ist die der Verlängerung des Waffenstillstandes. Man hofft, daß eine solche sich für zwei Monate werde erzielen lassen. Vermischtes. —(Kostbare Tropfen.) Der Senat der Stadt Bremen hat zu der deutschen Reichs=Weinprobe 50 halbe Flaschen„Rosenwein“, 1624er Rüdesheimerberg eingesandt. Dieser Sendung sind beigelegt 500 Exemplare der interessanten Berechnung des Werthes eines Tropfens dieses Weines. Durch die Zinsrechnung seit dem Beginn des Lagerns vor 252 Jahren beläuft sich jeder Tropfen auf viele Tausende von Mark, und jedes Glas also repräsentirt einen Werth, der in die Milliarden geht. Wien, 16. Dez. Der Raubmörder Francesconi ist heute früh hingerichtet. —(Vom Leben zum Tode.) Das„N. W. Tagebl.“ berichket über Francesconis Hinrichtung durch den Strang u. A. folgendes: Um 8 Uhr trat am Freitag aus dem Kerker=Pförtchen die traurige Prozession heraus. Voraus der Gefängnißverwalter, dann, von Todtenblässe bedeckt, unter beiden Armen von dem Kerkermeister und dem Herrn Hauspfarrer gehalten, Francesconi. wankte, mit schlotternden Knieen schleppte er sich die Strecke Weges herab, aber den Kopf hielt er nach vorwärts gebogen, seine Augen suchten nach Etwas, da stand er plötzlich vor diesem Etwas, es war der Galgen, ein unsäglich schmerzlicher Blick nach blesem Pfosten, ein schwerer Seufzer aus hochwogender Brust, ermannte er sich und trat festen Fußes vor die GerichtsLandesgerichtsrath Hörl las nun nochmals das Urtheil FrauEeconi vor, welcher mit dem Kopfe zustimmend nickte, worauf er diesen mit einigen Worten dem Scharfrichter übergab. Nun folgte eine Scene von unbeschreiblicher Wiekung. Der Gerichtsarzt Dr. Schwab trat vor und küßte den Verurtheilten. Graf Lamezan widmete ihm einige beruhigende Worte und küßte ihn dann gleichfalls, Pfarrer Kobliczek, mit Thränen in den Augen, that ebenso, als aber der Scharfrichter sich ihm näherte und ihm auch den Abschiedskuß geben wollte, da— schauerte Francesconi zusammen, mit weitausgestreckten Händen wehrte er sich vor der Berührung dieses Mannes und wendete sich mit Grauen erregenden Blicken von ihm ab. Aber als er den Kopf nach rückwärts bog, trafen seine Augen wieder den Pflock, noch ein qualerpreßter Seufzer und— er duldete den Todeskuß. Dieser Moment war bereits erschütternd. Nerven wie Schiffsseile hätte man haben sollen, um den Anblick zu ertragen, aber es kam noch gräßlicher. Der Scharfrichter wollte ihn entkleiden, aber auch vor dieser Berührung bebte der Unglückliche wieder zurück und bat mit flehentlicher Stimme um die Gnade, daß er sich selbst entkleiden dürfe. Der Scharfrichter frug den Präsidenten, ob dies gestattet sei, und als es dieser bejahte, begann Francesconi sich der Kleider zu entledigen. Zuerst den schwarzen Gehrock ausgezogen und einen Blick nach dem Galgen. Dann die Weste aufgeknöpft und einen Blick nach dem Galgen. Weiter das Halstuch abgenommen und einen Blick nach dem Galgen. Zuletzt den Stehkragen des Hemdes von rückwärts abgenommen und einen Blick nach dem Galgen. Er war mit der Arbeit, wobei ihm die Schweißtropfen von der Stirne rannen, zu Ende und stand, des letzten Momentes gewärtig, aufrecht vor dem Henker. Da wollte ihn dieser und seine Gehilfen an den Armen fassen, als Francesconi noch einmal vor Entsetzen sich bäumte und scheu zurückwich und mit zitternder Stimme laut bat, nur ein Paar Worte an die Anwesenden sprechen zu dürfen:„Nur ein Paar Worte! Aber nur ein Paar Worte! Nur ein Paar Worte!“ rief er mit markdurchdringender Stimme, es war zu spät, man ergriff ihn, band ihm die Hände nach rückwärts, schlang den Strick von den Schultern herab zwischen seine Beine und zog ihn in die Höhe. In diesem Augenblicke entrang sich der letzte Ausruf des Unglücklichen Brust. Ein Ton, schneidend scharf, fuhr durch die Menge, Francesconi schrie es beinabe:„Adien Welt! O, meine Mutter, meine arme Muttee!“ Und mit dem Ausdrucke der qualvollsten, wahrhaftesten Todesangst wendete er noch einmal, das letzte Mal, schaudernd den Kopf nach dem Pfosten, bis ihm der Henker die Schnur um den Hals warf, sie mit einer Hand zusammenzog, und mit der andern Hand den Kopf nach abwärts drückte, ihm mit Zeigefinger und Daumen kräftig die Augen schloß und— der Verbrecher ausgerungen hatte. Es war ein schwerer Todeskampf. Die energische Natur des jungen Mannes stemmte sich mit allen Fasern gegen die Gewalt. Noch nach zwanzig Sekunden hob sich die Brust und sein Herz sah man pochen. Als auch dies zu Ende, trat der würdige Priester vor und sprach mit bebender Stimme, von Schmerz und Wehmuth überwältigt, daß Francesconi seine Schuld gebüßt, aber sie auch aufrichtig und tief bereut habe, und versöhnt mit der Welt nun vor dem ewigen Richter stehe. Landwirthschaftliches. Eivistand des Standesantes Castrop vom 18. bis 21. Dezember. Geboren: Bergmann Heinrich Schröder in Deusen, S. Unverehelichte Elisabeth Wagner in Behringhausen, S. Bergmann Friedrich Hövener in Obercastrop, S. Schuhmachermeister Joseph Steiner in Mengede, S. verkäufer Heinrich Kern in Holthausen, S. Bergmann Heinrich Weißhaupt in Castrop, T. Maurer Hermann Bröcker in Merklinde, T. Zimmermann Theodor Muhs in Mengede, S. Landwirth Diedrich Wilhelm Hubbert in Brünninghausen, S. Bergmann Carl Wilhelm Sehald in Castrop, S. Gastwirth Carl Hellwig in Castrop, 2 S. Bahnwärter Friedrich Mettegang in Nette T. Maurer Wilhelm Schürk in Habinghorst, Bergmann Heinrich Wilhelm Wenning in Deusen, S. Bergmann Friedrich Wilhelm König in Deu„ T. Stationswärter Heinrich Wilhelm Edelhof in Rauxel, T. Bergmann Johann Brinker in Rauxel, T. Landwirth Wilhem Heckt in Behringhausen, T. Bergmann Heinrich Berning in Obercastrop, T. Bergarb. Heinrich Bergmann in Obercastrop, T. Tagelöhner Hermann Suntrop in Merklinde, S. Zechenarbeiter Andreas Übachs in Castrop, T. Gestorben: Wittwe Isabella Giesenbauer geb. Lesmöllmann in Brünninghausen, 87 J. Bernhardine Becker— ohne Gewerbe— in Frohlinde, 15 J. Bergmann Georg Bohn in Holthausen,., 2 M. Lohgerber Joseph Schürholz in Castrop, 25 J. Bergarbeiter Mathias Lietz in Giesenberg=Sodingen, 32½ J. Bergarbeiter Peter Woyciesczyk in Giesenberg=Sodingen.— Leibzüchter Diedrich Menken in Groppenbruch, 83½ J. Getraut: Arbeiter Johann Friedrich Sewöster in Oestrich mit Dienstmagd Caroline Lubbert in Bodelschwingh. Zimmermann Carl Constantin Anacker in Baak mit Henriette Christiane Wilhelmine Reinold in Behringhausen. Bergmann Johann Ludwig Reinhardt in Nette mit Dienstmagd Anna Louise Tappe in Mengede. Seit dem 1. Januar 1876: 621 Geburten, 303 Sterbefälle und 119 Heirathen. —(Beschäftigung im Garten im Monat Dezember.) Aeltere Obstbäume, welche man zu verpflanzen gedenkt, werden um den Ballen losgegraben, damit dieser gefriert und so mit dem Frostballen transportirt. Hecken und Spaliere werden ausgebessert. Der Obstkeller muß fleißig revidirt werden. Die Gemüsegruben und Keller werden fleißig gelüftet und durchgeputzt. Bei schneelosem Frost werden die Spinate und Rabinschenbeete mit Stroh überdeckt. Blumenzwiebelbeete sind mit Laub oder Stroh stärker zu bedecken. Blumensamen werden gereinigt und an kühlen, trockenen Orten aufbewahrt. —(Herbst= und Winterarbeiten in den Obstgärten.) Der Vorstand des Vereins für Gartenbau und Obstbaumzucht in Neumarkt hat an seine Mitglieder Mittheilungen, welche die Arbeiten betreffen, die im Spätherbst und Winter in den Obstgärten vorzunehmen sind, ergehen lassen; dieselben lauten folgendermaßen: Bei frostfreiem Wetter müssen die Bäume ausgeputzt, das dürre Holz entfernt und die Wunden mit Theer verstrichen werden. Wohl fast überall in Schlesien haben die Bäume in Folge des letzten Frühjahrsfrostes sehr gelitten, ihr Aussehen ist ein krankhaftes und wahrscheinlich wird noch mancher Obstbaum bis zum nächsten Frühling zum Opfer fallen. Was also noch gesund ist, werde von Rindeschorfen befreit, vertrocknete Aeste und Zweige sorgfältig abgesägt, und damit Nässe oder Frost den frischen Wunden nicht nachtheilig werden, bestreiche man dieselben mit Theer. Um die Bäume wird der Rasen ungefähr 2 Meter im Durchmesser umgraben, damit die Winterfeuchtigkeit den Boden erschließe, und man bequem düngen könne. Das dicht an den Stämmen am Rasen sich einnistende Ungeziefer wird durch das Umgraben des Bodens ebenfalls beseitigt. — Durchschnittlich haben 2 Pfund Kartoffeln den Futterwerth von 1 Pfund Heu,— Heu und Stroh sind dieses Jahr sehr theuer,— es werden die 100 Pfund mit 6 Mark bezahlt.— Diesem Preis entsprechend berechnet sich der Futterwerth der Kartoffeln auf mindestens 3 Mark für 100 Pfund. Gegenwärtig ist der Marktwerth der Kartoffeln beträchtlich geringer und es ist deshalb viel vortheilhafter, anstatt Heu und Sroh, theilweise mehr Kartoffeln zu füttern. Grabe des verunglückten Joseph Schürholz. Friede sei um diesen Grabstein her! Sanfter Friede Gottes! Ach, sie haben Einen guten Mann begraben; Und mir war er mehr! Math. Claudius. Tiefbewegt und voll Trauer stand heute Castrop am Grabe eines seiner besten Bürger, an dem Grabe des Lederfabrikanten Joseph Schürholz. Kaum sind es drei Jahre, daß der Verewigte sich hier niederließ, und doch hatte diese kurze Zeit ausgereicht, ihm allgemeine Achtung und Sympathie zu gewinnen. Als kerniger Sohn der sauerländischen Berge,— er war zu Olpe geboren— voll Jugendkraft und Energie, schien er Aussicht zu haben auf ein langes Leben. Allein im Rathe des Allerhöchsten war es anders beschlossen. Plötzlich und unerwartet erschien der Todesengel und bedeckte ihn mit seinen schaurigen Schwingen; und jetzt schon schlummert das jugendliche Leben im Dunkel des Grabes.— Wer hätte es geahnt, daß der kräftige junge Mann, als er in lebendigem Eifer für des, Wohl seiner Mitmenschen zur Brandstätte nach Holthausen eilte, als Leiche nach Castrop zurückkehren würde! Schauriger Moment, als die brennende Wand bei ihrem Sturze den rettenden Mann unter ihren Trümmern vergrub! Entsetzliches Bild, als dieser Mann in den Armen seiner Freunde, umleuchtet vom Scheine des brennenden Hauses, sein Leben aushauchte!— Schlumm're denn sanft, früh vollendeter Jüngling. Möge Gott Dir ein gnädiger Richter sein! Hier auf Erden ist dein Andenken gesegnet und in Ehren. Friede sei um deinen Grabstein her! Sanfter Friede Gottes! Costrop, den 20. Dezember 1876. „Vel dem bäufsig auftretenden Husten der Klnder— Keuchhusten, Stickhusten— sei hiermit der seit vielen Jahren als vorzüglich erprobte und auch ärztlich anerkannte ächte„Trauben=Brust=Hönig“ von W. Zickenheimer in Mainz bestens empfohlen. Dieser angenehme Saft leistet bei allen ErkältungsleiRommet)“ Dienste.(Siehe Inserat in Bekanntmachung. Auf Grund des§. 8 des Reglements vom 28. Mai 1870 zur Ausführung des Wahlgesetzes für den Reichstag vom 31. Mai 1869 sind für die Landgemeinden des Kreises Dortmund die nachstehenden Festsetzungen in Betreff der Wahlbezirke, der Wahllokale und der Wahlvorsteher getroffen worden.— Für die Städte erfolgt die betreffende Bekanntmachung durch die Magistrate resp. durch die Herren Bürgermeister. Die Wahl findet am 10. Januar k. I. in den Stunden von 10 Uhr Vormittags bis 6 Uhr Abends in den bezeichneten Wahllokalen statt. Für den Stadt= und den Landkreis Dortmund ist ein Abgeordneter zu wählen.— Auf folgende Bestimmungen des Wahlgesetzes und Reglements wird zugleich aufmerksam gemacht: Das Wahlrecht wird in Person durch verdeckte, in eine Wahlurne niederzulegende Stimmzettel ohne Unterschrift ausgeübt. Die Stimmzettel müssen von weißem Papier und dürfen mit keinem äußeren Kennzeichen versehen sein. Die Stimmzettel sind außerhalb des Wahllokals mit dem Namen des Candidaten, welchem der Wähler seine Stimme geben will, handschriftlich oder im Wege der Vervielfältigung zu versehen. Zur Stimmabgabe sind nur diejenigen zuzulassen, welche in die Wählerliste aufgenommen sind(§. 8 des Gesetzes). Abwesende können in keiner Weise durch Stellvertreter oder sonst an der Wahl theilnehmen. Der Stimmzettel muß derart zusammengefaltet sein, daß der auf ihm verzeichnete Name verdeckt ist. Stimmzettel, bei welchen hiergegen verstoßen ist, oder welche nicht von weißem Papier, oder welche mit einem äußeren Kennzeichen versehen sind(§. 10 Abs. 2 des Gesetzes), hat der Wahlvorsteher zurückzuweisen. Insbesondere hat derselbe auch darauf zu achten, daß nicht statt eines mehrere Stimmzettel abgegeben werden. Ungültig sind: 1) Stimmzettel, welche nicht von weißem Papier oder welche mit einem äußeren Kennzeichen versehen sind; 2) Stimmzettel, welche keinen oder keinen lesbaren Namen enthalten; 3) Stimmzettel, aus welchen die Person des Gewählten nicht unzweifelhaft zu erkennen ist; 4) Stimmzettel, auf welchen mehr als ein Name oder der Name einer nicht wählbaren Person verzeichnet ist; 5) Stimmzettel, welche einen Protest oder Vorbehalt enthalten. Dortmund, den 9. Dezember 1876. Der Landrath: von Rynsch. Amt Castrop. Zum Abonnement empfohlen! Neues BernnerTagebtart mit seinen Gratis=Beilagen Berliner Fliegende Blätter, Berliner Gartenlaube. (illustrirt)(iustrirt) Reichhaltigste und billigste Zeitung der Residenz. Zum Preise von 5 Mark für drei Monate, 3 Mark 40 Pf. für den zweiten und dritten Quartalsmonat und 1 Mark 70 Pf. für den letzten Quartalsmonat, nehmen sämmtliche Reichspostanstalten Bestellungen täglich entgegen. Bei der großen Verbreitung(15,000) besonders auch in der Reichshauptstadt, sind Inserate im„Neuen Berliner Tageblatt“ von großer Wirkung. Insertionspreis pro 4gespaltene Petit=Zeile oder deren Raum 40 Pf. Inserate für die in allen Restaurants 8 Tage lang ausliegenden„Berliner Fliegende Blätter“, sehr wirksam, berechnen pro Zeile Nonpareille nur mit 80 Pf. Berlin SW., Zimmerstraße 94. C. Stahl& Ußmann. Für die große Theilnahme und Hülfeleistung bei dem mich betroffenen Brandunglücke statte ich hiermit meinen wärmsten Dank ab und danke auch den verschiedenen Bewehnern Holthausens für die freundliche Aufnahme, die ich in der mißlichen Lage bei ihnen gefunden habe. G. Türich. Allen Denen, welche mir beim krande der Türich'schen Besitzung so thätige nd erfolgreiche Hülfe geleistet haben, preche hiermit meinen herzlichsten Dank Holthausen. W. Eckmann gut. Graßkamp. Am 2. Weihnachtstage findet bei mir Korn-Branntwein, statt, wozu freundlichst einladet Feinster Lofodinischer Dorsch= Leberthrau von H. Sardemann in Emmerich, wegen seiner Güte und Wirksamkeit allseitig von den Aerzten empfohlen, ist stets vorräthig in Originalflaschen à M..— Derselbe eisenhaltig à M. 1. 20 bei Hintzen& Schmidt in Castrop. ächt, per Liter 50 Pf.(7 Liter 3 Mark). Weinhandlung Carl Deppe in Bochum, Beckstraße 3. Weihnachts=Ausstellung. Zu dem bevorstehenden Weihnachtsfeste bringe mein Lager in Zacker waaren in empfehlende Erinnerung. 1 Fritz Köster. Bekanntmachung. Nach dem Gesetz vom 12. Juli l.., betreffend die Veranlagung und Erhebung der directen Staatssteuern nach dem Etatsjahre, bleibt für das Vierteljahr vom 1. Januar bis Ende März 1877 die für das Kalenderjahr 1876 bewirkte Veranlagung der directen Staatssteuer unverändert fortbestehen. Hiernach sind die pro 1876 veranlagten directen Staatssteuern auch für das erste Quartal 1877 fortzuzahlen, worauf das steuerzahlende Publicum hierdurch mit dem Bemerken aufmerksam gemacht wird, daß für das gedachte Vierteljahr neue Steuerzettel nicht ausgegeben werden, vielmehr die für 1876 ausgefertigten auch für das erste Quartal 1877 gültig sind. Arnsberg, den 18. Nov. 1876. Königliche Regierung. Bekanntmachung. 1) Sämmtliche im diesseitigen Bataillons=Bezirke sich aufhaltenden, seit dem Jahre 1871 mit dem Versorgungs=Scheine von ihren Truppentheilen entlassenen Invaliden oder Halbinvaliden(Militair=Anwärter) werden ersucht, sich bis zum 18. Jan. 1877 entweder mündlich oder schriftlich, unter Beibringung der Militair=Papiere, sowie unter Angabe, ob und mit welchem Erfolg sie sich bei Behörden um Anstellung beworben,— bei dem unterzeichneten Bezirks=Commando zu melden. 2) Die Militair=Anwärter, welche auf Grund ihres Civil=Versorgungs=Scheines eine Anstellung bei Staats= oder Communal=Behörden, bei Staats= oder Privat=Eisenbahnen, oder auch bei größeren industriellen Etablissements gefunden haben, wollen dies von nun ab dem BezirksCommando möglichst bald nach ihrer erfolgten Anstellung, mündlich oder schriftlich unter Beifügung ihrer Militair=Papiere anzeigen. 3) Diejenigen mit Civil=Versorgungs= Schein versehenen Militair=Anwärten welche auf ihre Anmeldung bei Staatsoder Communal=Behörden, bei Staatsoder Privat=Eisenbahnen, um Uebertragung einer vacanten Stelle abschläglich beschieden sind, wollen dies von nun ab, baldigst nach Empfang des abschläglichen Bescheides, unter Beibringung ihrer Militair=Papiere und Beifügung des abschläglichen Dekrets dem Bezirks=Commando anzeigen. Dortmund, 21. Dez. 1876. Königl. Landwehr-Bezirks=Commando. Marktpreise. Neuß am 21. Dezember. 1. Qualität 3.„ 1.„ 2.„ Winter= Sommer= Weizen. à 100 Kilo Landroggen à 100 Kilo Gerste à 100 Kilo Hafer à 100 Kilo Buchweizen 1. Qualität à 100 Kilo Rübsen(Aveel) Raps 2. à 100 Kilo Kartoffeln Heu Roggenstroh Rüböl Branntwein Kleien 50 100 " Liter 50 Kilo faßweise 2 Dinslaken, 19. Dez. Die Gesammtmeus des zum diesmaligen Markte zugebrachten Vie hes belief sich auf ca. 750 Stück tragende um frischmilchende Kühe und Rinder. An den Vor# märkten war das Geschäft ein sehr belebtes um wurde Waare 1. Qualität sehr gesucht un theuer bezahlt. Am heutigen Markttage ruhig Handel stiller. Fettvieh per 100 Pfd. 54—6 Mark, aufgetrieben 150 Stück. Am Schweint markt belief sich die Zufuhr auf ca. 700 Stül wovon junge Ferkel im Alter von 6— 8 Won chen per Woche mit 2,50—3 Mark bezahlt wur den. Faselschweine 16—18 Wochen 18—21 Mark. Tragende 60—70 Mark. Fette 54;5 Mark 100 Pfd. Zugeführt an 250 welche sämmtlich abgesetzt wurden. flott. Absatz gut. Nächster Markt: Diensitt den 2. Januar 1877. Wochenkalen der. Sonntag den 24. Dezember. 4. Advent. Glt gorius. Evangel.: Vom Zeugniß Johonntt Joh. 1. Tageslänge 7 St. 39 Min. Montag den 25. Dezember. Weihnachten. Dienstag den 26. Dezember. Stephanus. Mittwoch den 27. Dezember. Johannes, Er. Donnerstag den 28. Dezember. Unschuld. Kind“ Markt in Haltern. Freitag den 29. Dezember. Thomas. Mart“ Dülmen, Witten. Sonnabend den 30. Dezember. David. inel. und Nro. 53. Zul Anzeiger“ pro ein. Preis bei d Den seitherigen wird der Anzei sondere Abbest „Anzeiger“. wegen schon Inserate für bis Donnerf — Die kon gen am 23. d. Programm am ottomanische Mi den Vorsitz, ver erbat für die genaueren Umris darin zugemuthel scheint es gewiß, geographischen B ##der zwei bulgat Tirnowa und S licher Gouverneu treten, eine inte der Reformen neutralen Staate liz unter englisch nehmen. Gleich Conferenz fand öffentlichung der tilleriesalven und Verfassung hat welche von Mehe wieder aufgenomt Einem Schlage i ten aufnehmen. ziemlich günstig außen hin durch Beurtheilung. T vorübergehenden, aus ablehnend, daß sie, zumal i Verlauf der russi falle nicht zurüc sischer Truppen: nenden Haltung lassen, und die Spitze, thun der zur Nachgiebigkei der Abberufung Zurückziehung se Piräeus gedroht daß man die Tür nicht aber selbst Politik hat in d standniß gemacht, des minder nachgi wird. So große bei früheren Gele näckigkeit und Na es doch sehr unwe gend welchen Ein dem 1. Januar noch nicht wieder zehntägige Ausdeh vielleicht mit uunz auf's Neue b □ Cast sammelten . 40 Bür wendigkeit e die Wahl: eingerichtet