Abonnementspreis inel. Gastroper Illustrirte Blätter in der Exped. und durch die Post bezogen vierteljährlich 1 Mark. Erscheint wöchentlich einmal. Inserate Verlag, Redaction und Expedition von erbitten wir spätestens bis Donnerstag Abend C. Heinemann in Castrop. 6 Uhr; dieselben kosten pro einspaltige Zeile Druck von J. Bauer in Recklinghausen. oder deren Raum 10 Rpfg. Nro. 48. Samstag den 25. November 1876. Vom Kriegsschauplatze. — Die orientalische Conserenz scheint trotz aller Hindernisse, die das einseitige Vorgeben einzelner Mächte ihr in den Weg legte, dennoch zu Stande kommen zu sollen. Mit der bedingungslosen Annahme Seitens der Pforte— um einem sofortigen Kriege mit Rußland aus dem Wege zu gehen— ist auch der letzte formelle Hinderungsgrund hinweggeräumt. Die fremden Diplomaten sind theils schon in Konstantinopel eingetroffen, theile noch auf der Reise begriffen. Der Marquis v. Salisbury wird schwerlich vor dem 1. Dezember zur Stelle sein, so daß die Verhandlungen wahrscheinlich erst zu Anfang des nächsten Monats beginnen werden. Als Vertreter der Türkei nennt der diesmal ziemlich unklare Telegraph vier Namen: Midhat, Savset, Edhem und Sadyk, von denen also jedenfalls zwei unrichtig sind. Die vielbesprochenen russischen Garantieen, welche den Hauptgegenstand der Verhandlungen bilden werden, umfassen, wie neuerdings bekannt geworden ist, eilf Punkte, nämlich: allgemeine Entwaffnung in den aufständischen Provinzen, ausschließliche Anstellung einheimischer Beamten, Errichtung einer örtlichen Miliz und Polizei ohne Berücksichtigung der Religion, Zurückziehung der türkischen Truppen in die Festungen, Abschaffung der Zollverpachtung und Einführung der Selbstbesteuerung, Anwendung der Landessprache bei den Gerichten, Zuziehung von bosnisch=bulgarischen Vertrauensmännern zur Conferenz bebufs Berathung der einzuführenden Reformen, Ernennung christlicher Gouverneure in den drei Provinzen, strenge Bestrafung der begangenen Frevel und Entschädigung der davon Betroffenen so wie schließlich Beaussichtigung dieser Maßnahmen durch eine Consular=Commission. Die Commissionen zur Feststellung der Demarcationslinie haben sich bisher, da noch nicht alle Theilnehmer eingetroffen waren, nur mit formellen Arbeiten beschäftigt. Serbien und Montenegro klagen, eben so wie auf der anderen Seite die Pforte selbst, über Waffenstillstandsverletzungen, und ein unverbürgtes Gerücht spricht Ignatiew die Bevollmächtigung zu einem neuen Ultimatum zu, falls es damit nicht besser werde. Die schon längst in Aussicht gestellte gänzliche Räumung der Herzegowina von türkischen Truppen gelangt jetzt zur Ausführung. Mukhtar und Derwisch Pascha sammeln ihre Abtheilungen, um die gegen Rußland aufgestellte Heeresmacht an der Donau zu verstärken. Die türkische Panzerflotte ankert im Eingang zum Schwarzen Meere. Gegenüber der allerdings noch in unbestimmter Form aufgetauchten Forderung Rußlands, die Bulgarei mit eigenen Truppen zu besetzen, sollen englische Ingenieure die Umgebung von Konstantinopel vermessen in der Absicht, diese Stadt im Falle eines russischen Vorgehens zu besetzen. Die Commission zur Feststellung des türkischen Verfassungsentwurfs hat ihre Arbeiten beendigt. In 27 Artikeln werden Ministerverantwortlichkeit, außerordentliche Machtbefugnisse des Nationalraths, Gleichberechtigung der Nationalitäten vor dem Gesetz, Schutz gegen alle Willküracte der Regierung und noch eine ganze Anzahl sonstiger schöner Dinge vorgeschlagen. In Serbien spielt eine Ministerkrisis, angeblich weil Tschernajew in das Cabinet habe eintreten wollen, wahrscheinlich aber aus mehreren und tiefer liegenden Gründen. Marinovics ist mit vertraulichen Weisungen des Fürsten nach Petersburg entsandt worden. — Der Kaiser von Rußland, dem fortwährend aus den größeren Städten seines Reiches Zustimmungs=Adressen auf die in Moskau gehaltene Ansprache zugehen, hat am 15. bei einer großen Truppenschau auf dem Petersburger Marsfelde zu den um ihn versammelten Generälen und Stabsoffizieren gesagt:„Wir wünschen dem Oberst=Commandirenden(nämlich dem Großfürst Nikolaus Nikolajewitsch, der sich am 23. d. nach Kischinew auf seinen Posten begibt und an die Spitze der Südarmee stellt) den besten Erfolg!" Die Mobilmachung der sechs Armeecorps ist in vollem Gange. Die wichtigsten Rheden an der Küste des Schwarzen Meeres sind mit Torpedos belegt und bei Nacht für die Schifffohrt geschlossen; bei Tage geben besondere Wachtschiffe den ansegelnden Fahrzeugen sicheres Geleit. Im ganzen Reiche ist eine Subscription auf 100 Millionen Rubel 5procentiger Bankbillets angeordnet, um die durch die politischen Umstände erforderten außerordentlichen Ausgaben zu decken. Das Organ des Reichskanzlers, das Journal de St. Petersbourg, versichert mit neuem Nachdruck, Rußland rüste nicht, um den Frieden zu bedrohen, sondern lege sich das ungeheure Opfer nur auf, um den Frieden zu sichern; erst wenn alle diese Friedensmittel nicht verfingen, werde es das Schwert aus der Scheide ziehen, und rechne dafür auf die allgemeine Unterstützung der Nation. Locales und Provinzielles. Castrop, 21. Nov. Der heutige Wahlkampf zum 2. Sitze in unserer Gemeinde=Vertretung war ein recht heißer und dabei interessanter; die Betheiligung bei demselben eine so große, wie sie in Castrop noch wohl nicht vorgekommen ist, denn ca. 50% der Wahlberechtigten aus der 3. Abtheilung waren zur Stelle. Schon seit Wochen war von liberaler wie konservativer Seite öffentlich und im Geheimen für die von ihnen aufgestellten Candidaten gearbeitet und gewühlt worden. Der Candidat der konservativen Partei für die 3. Abtheilung war Herr Grote, der Candidat der liberalen Partei für diese Abtheilung Herr Betriebsführer Kollmann. Bei der Abstimmung wurden für Herrn Kollmann 81 Stimmen und für Herrn Grote 85 Stimmen abgegeben und##t dieser somit gewählt. Für die 2. Abtheilung war“seitens der konservativen Partei der seitherige Gemeindeverordneter Herr Möllenhoff aufgestellt und wurde derselbe unter Berücksichtigung der Verhältnisse auch von der liberalen Partei als Candidat angenommen. Herr Möllenhoff wurde in Folge dessen einstimmig als Gemeindeverordneter wieder gewählt. Castrop, 22. Nov. Am verflossenen Sonntage fand beim Herrn Dechont Lohmann sowie beim Herrn Vicar Ziegeweidt hierselbst auf Requisition der OberStaatsanwaltschaft durch den Staatsanwalt und zwei Untersuchungsrichter aus Bochum unter Beihülfe des hiesigen Amtmannes eine Haussuchung statt. Veranlassung hierzu soll ein Schreiben, welches bei der Haussuchung in der Huckarder Pastorat gefunden worden ist und sich auf den Geheimdelegaten beziehen soll, gewesen sein. Die Haussuchung währte von Vormittags 11½ Uhr bis Nachmittags 2½ Uhr. Die Ausgänge an der Pastorat wurden während dieser Zeit polizeilich bewacht und wurde es Niemandem gestattet, dieselben zu verlassen. Die Haussuchungen bei den Herren sollen jedoch ehne Resultat geblieben sein. Castrop, 22. Nov. Mit der hier im verflossenen Sommer gegründeten Handwerker=Fortbildungsschule, welche anfangs so viele Schwierigkeiten und Hemmnisse zu bekämpfen hatte, geht es nun recht gut. Die Schüler aus den benachbarten Gemeinden mußten, da ihre Zahl eine ungewöhnlich große war, am Schlusse des Sommersemesters entlassen werden und wird die Schule jetzt nur noch von ca. 50 Lehrlingen aus Castrop besucht. Da also eine Ueberfüllung nicht mehr vorhanden und der Schulbesuch ein regelmäßiger ist, so kann recht tüchtiges geleistet werden. !!! Castrop. Am 16. d. Mts. wurde von der liberalen Bevölkerung Castrop's und Umgegend ein Verein constituirt unter dem Namen„deutsch=patriotische Gesellschaft" zu Castrop. Diese Gesellschaft hat den Zweck, patriotische Gesinnung zu pflegen und der geselligen Vereinigung und wissenschaftlichen Unterhaltung zu dienen. Dieselbe ist eine Nachbildung der deutschen Vereine, welche an so vielen Orten in's Leben getreten sind. — Laut einer Verfügung des General=Postamtes und General=Telegrophenamtes ist die Annahme der Zweithalerstücke deutschen und österreichischen Gepräges, sowie der Eindrittelthaler deutschen Gepräges bei den Post= und Telegraphen=Anstalten bis zum 15. Februar 1877 gestattet. — Es wird, entsprechend der vom Generalpostmeister Stephan im Reichstage gegebenen Zusage, nachgegeben werden, daß die Telegraphen Anstalten auf Verlangen auch Telegramme mit zwei Worten, als solche, welche nur aus einer Adresse bestehen, annehmen und befördern. — Die Verletzung eines polizeilichen Verbotes, während des Sonntagsgottesdienstes im Wirthshause geistige Getränke zu verabreichen, hat, nach einem Erkenntniß des Obertribunals vom 3. Okt. 1876, die Bestrafung des Wirths auf Grund des§ 366 Nr. 1 des Str.=.=., nicht aber der Gäste zur Folge. — Es liegt in der Absicht der Regierung, die Fleischbeschauer zu verpflichten, das von ihnen entnommene Fleisch geschlachteter Schweine nicht, wie bisher, allein auf Trichinen, sondern auch auf Finnen zu untersuchen. — Es ist nunmehr im Werk,-Markstücke in Gold (also halbe Kronen) ausprägen zu lassen und diese Münze in Berlin bis auf die Höhe von 80 Millionen Mark zu bringen. Münster, 17. Nov. Vom 1. August 1875 bis 31. Juli 1876 sind im Regierungsbezirk Münster 5788 Jagdscheine ausgegeben, im Regierungsbezirk Minden 2657, Arnsberg 6087. Hörde, 17. Nov. Aus dem Amte berichtet man dem„Hörd. Volksbl.“: Eine Schandthat, die schlimmer in den verrufensten Gegenden nicht vorkommen dürfte, ereignete sich am 8. d. M. in der Gemeinde Eichlinghofen. Zwei Bärenführer, die in der Nähe des genannten Dorfes Rast machten, ihren Bären an den Baum gebunden hatten und gerade ihr ärmliches Mittagsbrod verzehrten, wurden von den drei Bergleuten Resinghoff, Nierste und Kuhlmann von Eichlinghofen attaquirt, indem man aus purem Uebermuth den angebundenen Bären neckte und mißhandelte. Meister Petz, der dies nicht wohl aufnahm, ergriff jedoch den genannten Resinghoff und umarmte ihn derart, daß ihm die Rippen im Leibe krachten; der Aermste würde sicher erdrückt worden sein, wenn nicht die Bährenführer den Uebermüthigen noch mit größter Anstrengung aus den Klauen des Thieres befreit hätten. Hierüber in große Wuth versetzt, gingen die drei Streitsüchtigen nach ihren Wohnungen und kehrten, bewaffnet mit einer geladenen Flinte, bald darnach zurück, um das angebundene Thier zu erschießen. Zuerst wurden die Führer desselben aufgefordert, ihnen das Geld, das sie bei sich führten, zu zeigen; welches aus wenigen Pfennigen bestand und von ihnen, nachdem dies angenommen, mit den Worten zur Erde geworfen wurde, daß sie die Paar Lumpenpfennige nicht annehmen. Als man nun Ernst machen wollte und Anstalten traf, den Bären zu erschießen, wurde dieser, der ganze Reichthum ihrer Besitzer, bis auf's Aeußerste vertheidigt und einer derselben, ein 70jähriger Greis, bei dieser Gelegenheit so schrecklich mißhandelt, daß er zur Pflege nach Witten geschafft, daselbst nach kurzer Zeit verschied; er hatte sich für das Leben seines Bären geopfert. Die drei Uebelthäter sind verhaftet und sehen ihrer gerechten Strafe entgegen. Wesel. Mit welcher Strenge die Militärgesetze beobachtet werden, dürfte daraus zu erkennen sein, daß kürzlich ein junger Mann, welcher sich im Jahre 1870 nicht gestellt, weil er im Auslande war, bei seiner Rückkehr nach Deutschland mit 5 Jahren Festung bestraft worden ist. Es ist jedem Militärpflichtigen, der in der Zeit seiner Gestellung nicht im Inlande ist, anzurathen, sich frühzeitig als Auswanderer zu melden, oder über seinen Aufenthalt und Verhinderungsgrund Mittheilung zu machen. Schwelm, 11. Nov. Eine unsinnige Wette eingehend, trank dieser Tage hier Jemand in einigen Minuten eine bestimmte Anzohl Gläser Bier. Die Wette hat zwar der leichtsinnige gewonnen, aber das letzte Seidel sollte auch sein Tod sein. Düsseldorf, 16. Nov.(Eine Xantippe.) Gestern entstand auf der Bolkerstraße ein Auflauf. Eine resolute Vertreterin des zarten Geschlechts brachte nämlich ihren Mann, welchen sie mit ihren zarten Händen am Kragen hielt und von Zeit zu Zeit schüttelte, daß er braunroth anlief, auf das Polizeibüreau, weil er ihr die Goldsachen versetzt habe. — Einen klassischen Zeugen brachte ein Civilkläger in den Zuchtpolizeigerichtshof zu Düsseldorf, nämlich eine Gemüsetonne, womit seine Frau nach ihm geworfen haben sollte.„Das ist mein Zeuge," rief der Mann. Köln, 15. Nov. Wie die„K..“ schreibt, hat man schon für den kommenden Carneval den vollständigen Plan entworfen. Die Idee, welche sich wie der rothe Faden durch alle Festlichkeiten hindurchziehen wird, darf eine durchaus gelungene genannt werden. Es handelt sich nämlich um nichts Geringeres, als ein zweites Baireuther Fest. Der Zug, der bestimmt ist, den Ring der Nibelungen auch den Kölnern vorzuführen, ist in seiner Zeichnung bereits vollständig fertig. Kalk(bei Köln), 18. Nov. Seit Montag Abend ist ein Werkmeister der hiesigen chemischen Fabrik verschwunden. Man vermuthete, derselbe sei durch Arbeiter ums Leben gebracht worden. Ein gestern hier verhafteter Arbeiter hat nun, laut der„Köln. Volksztg.“, bei seiner Vernehmung auf dem Depot zu Köln ausgesagt, ein Arbeiter, welcher nach—=jähriger Beschäftigung durch den Werkmeister von der chemischen Fabrik entlossen worden sei, habe diesen am Montag Abend um 11 Uhr von der Schiffbrücke in den Rhein geworfen. Sie seien zusammen von Köln über die Brücke gekommen, und da habe plötzlich der Arbeiter den Werkmeister von hinten gefaßt und durch das Geländer in den Rhein geworfen. Die Leiche des Werkmeisters ist noch nicht gefunden worden. — Der Kommis eines Hamburger angesehenen Hauses verschluckte bei der Table’hôte in Barmen Partikel eines Hühnerknochens und starb an der dadurch erhaltenen Verletzung. Bonn, 14. Nov.(Vom Tanz in den Tod.) In der verflossenen Nacht, so berichtet die„Bonner Ztg.“, sank in einem hiesigen Vergnügungslokale ein junger Mann, nachdem er zweimal getanzt hatte und ruhig dastand, plötzlich zur Erde nieder. Der schleunigst herbeigerufene Arzt konnte nur noch den bereits eingetretenen Tod constatiren. Uerdingen, 15. Nov. Ein Scherz, der seine unangenehmen Folgen hatte, wurde dieser Tage in einem Eisenbahncoupe auf der Fahrt von Crefeld nach Ruhrort ausgeführt. Ein Reisender, der von„Alberti's Complimentirbuch“ wenig wußte, benahm sich den Mitreisenden gegenüber sehr unanständig, indem er das Fenster öffnete, sich hineinlegte und weder durch Bitten noch auf andere Weise zu bewegen war, dasselbe zu schließen. Dem revidirenden Schoffner gegenüber stellte er sich, als könne er sein Billet nicht finden. Kaum war der Beamte mit dem Bemerken abgetreten, daß er gleich zurückkehren wolle, so zeigte unser Reisender seinen Nachbarn das richtige Billet und ließ es circuliren mit der Anmerkung, man könne so die Beamten 1 zum Besten holten. Ein junger Herr, der zufällig eine 14 Tage alte Fahrkarte nach Nuhrort in der Tosche hatte, benutzte die Gelegenheit, die Billete zu vertauschen und händigte dem frogl. Reisenden das verfallene Billet ein. Zum zweiten Male vom Schaffner aufgefordert, sein Billet zu zeigen, konnte er es obermals nicht finden Jazwischen war die Station Uerdingen erreicht. Hier dem Stationsvorsteher vorgeführt, benahm er sich um nichts anständiger, wurde, indem er sich im Besitze des richtigen Billets glaubte, grob und bediente sich diesem gegenüber beleidigender Ausdrücke. Als er endlich seine Karte hervorholte, zeigte es sich, daß dieselbe bereits 14 Tage verfollen war. Wegen weiterer Grobheiten wurde er nunmehr abgeführt und hatte auf dem Thore Gelegenheit, bis zum nächsten Morgen über das Vorgefallene nachzudenken. Auch heute noch ist es dem Betreffenden ein Räthsel, wie sich sein richtiges Billet in ein werthloses verwandelt hat. Rees, 18. Nov. In unserm sonst so friedlichen Städtchen macht sich seit einiger Zeit eine sogenannte Langfinger=Gesellschaft in bedenkenerregender Weise breit. Nach verschiedenen Diebstählen in Läden und Gärten vollführte diese Gesellschaft gestern Abend gegen 7 Uhr auf einer für unsern Ort frequenten Straße einen Diebstahl, wie er frecher hier wohl noch nie ausgeführt ist. Die Strolche drückten nämlich an dem Schaukasten des Goldarbeiters Ressing eine Scheibe ein und blieben denselden bei einem kühnen Griffe Goldsachen im Werthe von 200 Thlrn. an den Fingern hängen. Durch das Geräusch wurde der Besitzer aufmerksam, als er jedoch in den Laden kam, waren die „Herren Käufer“ verschwunden. Eine goldene Uhrkette wurde nachher auf der Straße gefunden. Lingen, 19. Nov. Ehegatten dürfen niemals bissig werden,— wenn sie sich auch einmal die Wahrheit sagen. Das hätte sich ein hiesiges Ehepaar besser merken sollen, das in argen Wortwechsel gerieth. Der Mann biß nämlich dabei in einen' Finger seiner Frau so wüthig hinein, daß derselbe mußte amputirt werden. Osnabrück, 14. Nov. Gestern Abend ereignete sich hier ein Unglücksfall, der eben so ergreifend ist, wie er zur Warnung dienen wird. Das anderthalbjährige Kind des Doctors der Medizin B. befand sich in seinem Bettchen allein im Zimmer neben einem mit einer Decke bedeckten Tische, auf dem eine brennende Petroleumlampe stand. Das Kind griff nach der Tischdecke, zog dieselbe zu sich, die Lompe wurde umgeworfen und dem dadurch entstehenden Brand fiel leider das Kind zum Opfer. Es erlag heute Morgen den Brandwunden. — Ein berliner Blatt will wissen, daß für Herrn Strousberg, dem die Erfüllung seines sehnlichsten Wonsches, aus Rußland herauszukommen, als„Strafe“ zu. diktirt ist, im„Kaiserhof" zu Berlin bereits Zimmer bestellt seien. Civilstand des Standesamtes Castrop vom 16. bis 23. November. Geboren: Bergmann Georg Bell in Castrop, T. Oeconom Heinrich Kortmann in Schwieringhausen, S. Bergmann Karl Lipperheide in Castrop, S. Maurer Dietrich Köster in Giesenberg=Sodingen, T. Bäcker Rudolph Reinoldsmann in Deusen, S. Schmied Dietrich Wilh. Zurnieden in Börnig, T. Bergmann Mathias Neisen in Börnig, S. Bergmann Johann Meier II. in Holthausen, S. Anstreicher Joseph Hüttemann in Castrop, S. Landwirth Heinrich Wilhelm Holtkotte in Frohlinde, S. Bergmann Gustov Heidrich in GiesenbergSodingen, S. Bergmann Heinrich Kämper in Obercastrop, T. Maschinenwärter Joh. Leonhard Risch in Castrop, T. Bergmann Hermann Kleinhubbert in Giesenberg=Sodingen, T. Bergmann Caspar Stückmann in Frohlinde, T. Gestorben: Maschinenwärter Ludwig Wagener in Castrop,., 3 W. Bergmann Dietrich Stahlmann in Deusen,., 2½ M. Bergmann Wilh. Westerfeld in Frohlinde, ., 9 W. Bergmann Wilhelm Rathe in Behringhausen,., 3 W. Bergmann Joseph Schulte in Börnig, ., 3 M. Bergmann Hermann Bergmann in Westerfilde,., 6 M. Bergmann Joseph Schulte in Börnig, ., 3 M. Getraut: in Schwieringhausen mit Friederike Sophie Lohrmann in Hesen. Landwirth Heinrich Möller in Hagen mit Marie Elisabeth Sehrbrock in Börnig. Bergmann Michael Göttinger in Obercastrop mit Frances Jane Gibson in Obercastrop. Seit dem 1. Januar 572 Geburten, 280 Sterbefälle und 111 Eheschließungen. Bergmann Joh. Meinolph Wilhelm Habig in Obercastrop mit Anna Maiwurm in Obercastrop. Bergmann Heinrich Wilhelm Villis in Castrop mit Elisabeth Düpewerth in Obercastrop. Bergmann Heinrich Wilh. Riemenschneider in Rauxel mit Auguste Schulz in Castrop. Schneidermeister Johann Theodor Bußmann Castrop, 22. Nov. Die letzte Nummer des „Castroper Anzeigers“ enthält unter der Ueberschrift „Abwehr“ eine Rechtfertigung des Herrn Lehrer Theie wegen Nichttheilnahme der evangelischen Schuljugend an dem Festzuge zur Enthüllung des Kriegerdenkmals, die in weltläufigen Ausführungen— weil gegen die Lehrer ein Forwfehler Seitens des Festcomites begangen sein scheint— die Theilnahme der kath. Kinder unter Führung ihrer Lehrer und Lehrerinnen fast bemängelt, obzleich die katb. Lehrer einfach ihre Pflicht gethan haben. Als Beweis hierfür führe ich an, daß die Theilnahme derselben auf den Antrag des Vorsitzenden vom Festcomite Hru. Schmidt=Köllmann von hier beim Kreis=Schulinspektor, Dr. Zumloh in Dortmund der mit Genehmigung des Königl. Landraths Herrn Freiberrn von Rynsch dort. selbst vom Schulunterrichte am 28. v. Mte. dispensirte und die geeignete Betheiligung an der Festfeier verfügte, geschehen ist. Diese Verfügung traf am Tage vor dem Feste hier ein und habe ich im Einverständnisse mit den Lehrern und Lehrerinnen unserer Schule die Theilnahme an dem Festzuge so beschlossen, wie sie in der Ausführung Jedermann am folgenden Tage gesehen het. Der geeignete Platz zu unserer Aufstellung wurde am Festtage auf meinen Antrag durch das Fest. comite bestimmt. Inwieweit unter diesen Umständen die von Herrn Theis gemachten Anspielungen und Muthmaßungen berechtigt sind, bitte ich die geehrten Leser zu entscheiden. Lutter, Lehrer. Briefkasten. Ein uns zugesandtes 2. Eingesandt über die Betheiligung der Schulen bei der Enthüllungsfeier des Denkmals mußte, da es nicht sachlich gehalten, sondern in persönlicher und gehässiger Form gebracht war und wir auch diese Angelegenheit überhaupt von dieser Seite für geschlossen ansehen müssen, zurückgewiesen werden. Die Red. Zur weitern Besprechung über die Ausbesserung des Weges im Castroper= Holz werden die Interessenten am Sonntag den 26. November, 4 Uhr, nach Wirth Auweiler ergebenst eingeladen. Castrop, den 24. Nov. 1876. Bekanntmachung. Diejenigen Mannschaften des Beurlaubtenstandes, welche gesonnen sind, sich für den Fall einer Mobilmachung im Jahre 1877/78 als Marketender engagiren zu lassen, haben sich bis zum 1. Dezember er. auf dem Büreau des unterzeichneten Commando's zu melden, woselbst sie Einsicht von dem Reglement über das Marketenderwesen nehmen können. Dortmund, 22. Nov. 1876. Königl. Landwehr=Bezirks=Commando Dortmund. CAUTRUF! Es wird darauf aufmerksam gemacht, daß die Auszahlung der Zinsen von Einlagen zufolge§ 9 der Statuten nur in der ersten Hälfte des Monats Dezember stattfindet, und daß die Zinsen, welche alsdann nicht abgeholt, dem Kapital zugeschrieben werden müssen.— Bei der Abhebung der Zinsen müssen die Quittungs= bücher unbedingt vorgelegt werden. Büreaustunden von 8 bis 12 und von 2 bis 6 Uhr. Castrop, 23. Nov. 1876. Die Sparkassen-Verwaltung. Von Dienstag den 28. d. M. ab sind täglich frische Rinder-Würste (dieselben werden unter Anleitung der Wittwe Heß auch koscher hergestellt) bei mir zu haben.“. Castrop. J. Bender. Bei allen Hustenleiden selbst bei Krampfhusten Vollständige Genesun, Saline Sassendorf bei Soest (Westfalen), 8. Juli 1875. Herrn W. H. Zickenheimer in Mainz. Der von Ihnen bezogene Trauben=Brust=Honig*) hat mich von meinem seitherigen Krampfhusten vollständig befreit, was Ihnen mitzutheilen nicht verfehlen wollte. Der Salinen=Reudant: J. Bilke. *) Durch mehr den 10,000 Anerkennungen von Professoren, Aerzten, Apothekern und genesender Personen aller Stände ist seit langen Jahren konstatirt, daß der ächte Trauben=Brust=Honig on sicherer Wirkung und Wohlgeschmack von keinem anderen Hustenmittel auch nur im Entferntesten erreicht wird. Vor den Nachahmungen gewisser Winkelfobrikantenwird dringend gewarnt.— Man achte auf die Originolstempel und Etiquetten der Fabrik. Verkaufs=Depôt in Castrop bei Herren Hintzen& Schmidt; in Recklinghausen bei Herrn Ferdinand Hilberg; in Hörde bei Herrn W. mann. Hein Verhauf. Zu der bevorstehenden Wintersaison empfehle ich mein reich: haltiges Lager in Schuhen und O* sowie eine große Auswahl in Nebenbei halte ich für Schuhmacher, ein in allen Sorten reichhaltiges Lager in Leisten, fertigen Herren=, Damenu. Kinderschaften. Unter Zusicherung reeller Bedienung bittet um geneigten Zuspruch. 28 Fr. Steffen, Schuhmacher, wohnh. bei Hrn. H. Hoffmann. Hoiz Verkauf 908 40Chin bei allen Festlichkeiten empfiehlt sich Friederike Brand, im Hause des Herrn Semmler, b Rheinische Straße 26. . Eingang: Augusta=Straße in Dortmund. Waschen und Bügeln wird bestens besorgt von Lina Koch, wohnhaft im Hause des Hrn. Wilh. Arzinger. Für Aufträge in Lieferungen von Möbeln aller Art, sowie im Aufpoliren derselben empfiehlt sich unter Zusicherung reeller und prompter Bedienung. Castrop. /8 Fried. Uendorf gut. Stuhldreit, wohnh. beim Herrn Cornelius. Zum 1. Februar sind von mir Dienstag den 12. Dezember, Vorm. 10 Uhr anfangend, werde ich auf meinem Holzantheile in der Buddendelle im Beinberge belegen 135 Nrn. lange gradschaftige Buchen bis 18 Zoll im Durchmesser nummerweise verkaufen. Börsinghausen, 20. Nov. 1876. " Böckmann. Um Freitag den 1. Bez., Vormitt. 10 Uhr anfangend, werde ich für die Herren Edelhoff und Heinrichs zu Westerfilde 120 Nummern Buchen bis zu 2 Fuß Durchmesser, 20 Nummern Eschen und Kirschbäume bis zu 1½(2 im weot Fuß Durchmesser,1 greeuer 10 Nummernschone schwere Eichen im Westersilderberge zum öffentlichen Verkaufe aussetzen. Das Holz steht in unmittelbarer Nähe von Colon Heinrichs und an sehr guter Abfuhr. 4 Bodelschwingh. Bergmann. im Ganzen oder auch getheilt zu miethen. Castrop, den 16. Nov. 1876. E. Schmidt. Se Karchen Mehrere ordentliche junge Leute können Kost und erhalten bei " F. Auweiler, „ Münsterstraße. gesucht für leichte häusl. Arbeiten in einer kleinen Familie. Von wem? sagt die Exp. d. Bl. Eine Nährnaschine #(Saxionie) ist prekswürdig zu kaufen. Wo, sagt die“ Exped. d. Bl. versichert — Fern lide Versi der Hypo Weise zur selbe auch der Verwfach sicherten die Jah die Soziel 507,880 Ueberse Sozietät. die außert männer), die unterze 25 Prozen der Die M lichst eingelat Fremde Um * sollen in dem Nummern zu bis zu G einige Bladen 12. phie Lohrmann in Hagen mit 3. Bergmann Frances Jane * 280 Sterbefälle Numer der er Ueberschrift Lehrer Theie Schuljugend an rdenkmale, die egen die Lehrer s begangen zu Kinder unter fast bemängelt, Pflicht gethan die Theilnahme vom Festcomite =Schulinspektor nehmigung des Rynsch dort#te. dispensirte Festfeier vertraf om Tage Einverständunserer Schule hlossen, wie sie inden Tage gerer Aufstellung durch das Festen Umständen pielungen und h die geebrten ter Lehrer. über die Belungsfeier des alten, sondern acht war und in dieser Seite viesen werden. Die Red. öchin chseiten Brand n Semmler, raße 26. 1: Dortmund. Bügeln, 6e Koch, ause des Hrn. rzinger. lung. eferungen aller Art, derselben zung reeller und versichert Gebäude und bewegliche Gegenstände aller Art gegen Brand, Blitzschlag und, auf besonderen Antrag, auch gegen Explosion. — Fern von jeder Spekulation auf Gewinn verfolgt dieselbe als Provinzial=Institut lediglich die Aufgabe, den Eingesessenen der Provinz eine solde Versicheruns ihres Zestthuns gegen Verlust durch Brand ue. unter möglicht günsigen und einfachen Bedingungen zu gewähren, die Intressen der Hypotherglaubiger bei Versicherung der verpfändeten Gebäude behufs Unterstützung des Realkredits auf's Vollkommenste zu sichern und auf diese Weise zur Förderung des Gemeinwohls der Provinz beizutragen. Wenn Alle, die sich für das Gedeihen des Provinzial=Instituts interessiren, dasselbe auch thatsächlich durch ihren Beitritt und ihre Empfehlung unterstützen, so wird es nicht fehlen, daß die schon jetzt sehr günstigen Resultate der Verwaltung noch weitere Fortschritte machen und bald die Mittel zur Ermäßigung der Beiträge der Mitglieder, zur Verbesserung der noch vielfach sehr unvollkommenen Feuerlösch=Anstalten, überhaupt zur Förderung eines gesunden und gemeinnützigen Versicherungs=Wesens bereit stellen. Am Schlusse des letzten Rechnungsjahres(30. Juni 1876) bestanden bei der Sozietät 150,687 Gebäude=Versicherungen mit 243,255 versicherten Gebäuden und 22,181 Mobilar=Versicherungen; die Gesammt=Versicherungssumme belief sich auf 852,100,320 Mark, gie Jahres=Einnahme an Beiträgen auf 1,611,774 Mark, an Zinsen auf 95,530 Mark. An Brand=Entschäbigungen hatte in Folge ihrer starken Betheiligung bei den großen Bränden in Paderborn und Driburg(für welche allein eine Entschädigung von 507,880 Mark zu zahlen war), die bedeutende Summe von 1,323,275 Mark zu leisten. Wenn die Jahres=Rechnung trotzdem noch mit einem von 132,75¼ Mark abschließt, so liegt darin wohl der beste Beweis für die Leistungsfähigkeit und solide Einrichtung der Der vorgenannte Ueberschuß ist dem Reservefonds zugeflossen und dieser dadurch auf die Höhe von 1,97¼,142 Mark gebracht; die außerdem bestehende Beitrags=Reserve beträgt 113,6416 Mark; das gesammte Reserve=Capital mithin 2,088,088 Der Eintritt in die Sozietät kann jederzeit erfolgen; Anträge und Anfragen sind bei Gebäude=Versicherungen an die Bürgermeister(Amtmanner), bei Mobiliar=Versicherungen an die für diesen Geschäftszweig in allen Verwaltungs=Bezirken angestellten Sozietäts=Commissare oder direkt an die unterzeichnete Direktion zu richten. Bei Vorauszahlung des Beitrags auf 5 Jahre werden 20 Prozent, bei Vorauszahlung auf 10 Jahre ae Pugent Aachat geihet. 4epeat, 44. Lrnutzgekaug uit 10 Jche. Münster, den 9. November 1876. Westfälische Provinzial=Feuer=Sozietäts=Direktion. F. von Noél. Am 25. d.., Abends 7 Uhr, wird der Castroper Turn- Verein im Turnlokale ein Schauturnen mit Gelegenheits-Tänzchen . veranstalten. Die Mitglieder des Turnvereins und deren Angehörige werden hierzu freundlichst eingeladen. Fremde, welche durch Mitglieder eingeführt werden müssen, zahlen 1 M. Entrée. Der Vorstand. * Castrop. %# Empfehle mein reichhaltiges Lager in Eund Alfenide-Waaren. Wilh. Goch, Goldarbeiter, im neu erbauten Hause des Herrn C. Schiffer. Am Donnerstag den 30. November curr., Morgens 10 Uhr anfangend, sollen in dem zum Gute Bladenhorst gehörenden Forstdistricte„Loh“ in 150 Nummern zum meistbietenden Verkaufe ausgesetzt werden: Susorag 36 aufstehende Eichen bis zu 30 Zoll mittlerem Durchmesser, 200 Buchen, theils liegend, theils stehend, bis zu 844 Zoll mittlerem Durchmesser n Cornelius. on mir mer eilt zu miethen 1876. Schmidt. iche und eseec *0 * 3 # werden nach allen Mustern und Zeichnungen, welche zu jeder Zeit bei mir angesehen werden können, im # Laufe des Winters zu äusserst billigen Preisen ange# ferligt. S Bildhauer und Steinmetzmeister, * bei Zeche„Erin.“ junge Logis und Gastwirts, 8962— schie ) Wo, sagt be einige Hausen zu Back= und Brandholz. Bladenhorst, den 6. November 1876. Frhrl. von Rombergsche vorstverwaltung. Ein goldener Ring baltend Geld und einige andere Sachen, verloren mit dem Zechen B. Sch. Fingefunden. Die Expedition dieses der wird ersucht, denselben gegen BelohGlattes sagt von wem. nung in der Exp. d. B. zurück zugeben. Guter Futterhafer ist vom 25. d. Mts. ab käuflich auf der hiesigen kath. Pastorat zu haben. & Pinsenwerdetz schnell und gut neu gebunden, à Binsenstuhl zu 1 Mark, von Peter Mörchen, wohnhaft an der Wittener Chaussee in Merklinde. Für Backer. u hodser. Wo! sagt die dieses Blattes. Expedition Zum 1. Februar oder später sind 5 Zimmer, 2 Keller nebst Stallung und Bodenraum von einer oder auch getheilt von zwei Familien von mir zu miethen. c W. Wagener. 90666 Rein wollen Diagonal, ein dicker guter Kleiderstoff für den Winter, per Elle zu 9 bis 10 Szr. Eine Kleiderstone, gute reelle Waare, per Elle 5, 6, 7 bis 10 Sgr. Berliner Damen-Mäntel,: nur diesjähr. neue Facons, Annonce. Wir bringen hiermit zur Kenntniss, dass mit dem heutigen per Stück zu 6, 8, 10—12 Thlr., die überall mehr kosten. Tage, in den oberen Räumen des Punge'schen Lokals sich ein geschlossener Verein unter dem Namen deutschpattlbusche gesenlschaft gebildet hat. Anmeldungen zur Aufnahme sind an den Vorstand derselben zu richten. Castrop, den 16. November 1876. Der Vorstand. Verlegte meine Wohnung von der Wittwe Fried. Frombach nach der Wittwe E. Vogel an der Wittenerstraße. Indem ich dieses ergebenst mittheile, bemerke ich gleichzeitig, daß ich außer der Gärtnerei nun auch ein Geschäft in Aepfeln, Kussen, Haringen 2c. 2c. betreibe. Costrop. Bender. Eintärung. Sämmtliche Meister und Gesellen der Stadt Castrop Her. J. Ueberzieher, 2 sauber und dauerhaft gearbeitet, 2 per Stück 6, 7,—12 Thlr. Röcke und Jaquets zu 2, 4,—8 Thlr. 9 Fertige Hosen und Westen, werden auf Sonntag den 26. d.., Nachmittags 5 Uhr, im Lokale des Herrn C. Kalthe eingeladen. Tages=Ordnung:“ Vorlesung des entworfenen Statuts. Besprechung über weitere Angelegenheiten der Krankenkasse. Der provisorische Vorstand. von 12 Sgr. an bis zu den feinsten X Qualitäten. Kinder=Anzüge per Stück zu 1,—3 Thlr. Rock, Hosen- u. Paletot= Stoffe in bester Waare zu 1, 1½, 2 bis 5 3 Thlr. Bettdrelle, „-„" X " Bettmöber Din bester Waare; ferner Nauhfreie.. 0 nur gereiniglt stänbsten Wallt, per Pfd. zu 15, 20 und 30 Sgr. S„ Das Laubscharren wie Holzsammeln in meiner Hofeswaldung untersage ich hiermit strenge. Holthausen. M. Tappe. Korn-Branntwein, ächt, per Liter 50 Pf.(#ster 3 Mark). Weinhandlung Carl Deppe in Bochum, Beckstraße 3. In in bester Qualität, die sonst 50 Sgr. kosteten, jetzt zu 40 Sgr. pr. Pfd. Am Miontag den i. d. Bi., Vorm. 9 Uhr anfangend, werde ich für den Herrn Carl Callenberg senior hierselbst den Nachlaß seines verstorbenen Sohnes Heinrich Callenberg hierselbst öffentlich meistbietend gegen Credit versteigern: 9 Bettstellen mit Matratzen, 9 Betten, 14 Spiegel, 8 Waschtische, 2 Kleiderschränke, 3 Glasschränke, 50 Binsenstühle, 6 Rohrstühle, 1 Sopha, 4 Oefen, 1 Sprungherd, 1 Regulator, 1 Topf mit Rumpf, 1 Garderobenständer, diverse 1= und=armige Hängelampen, 1 Bierpumpe, Gläser, ca. 10 Mille Cigarren, ferner: Liqueure, Branntwein, Bier, Wein, Mehl, Kleien, Gerste, 1 Kiste Würfelzucker, 1 Kiste Corinthen, Backtröge, Backholz, sowie diverse kleinere Haus= und Küchengeräthe, 1 Backosen auf Abbruch, 1 Decimalwage, 1 Balkenwage, 10 Wirth= schaftstische, 1 ovalen Mahagonitisch, 1 Schenkschrank, Schildereien 2c. Castrop, den 17. November 1876. Der Auctions-Commissar: Herdieckerhoff. „„ auf Leinwand empfiehlt sich Frau Uhrmacher Fanni Rudolph. Zwei Schustergesellen finden dauernde Arbeit bei Diedrich Hagemann in Bodelschwingh. 0 Feinster Lofodinischer Dorsch=Leberthran von H. Sardemann in Emmerich, wegen seiner Güte und Wirksamkeit allseitig von den Aerzten empfohlen, ist stett vorräthig in Originalflaschen à M..— Derselbe eisenhaltig à M. 1. 20 bei Hintzen& Schmidt in Castrov. Velzwaaren Trrauf. aller Art; sowie seidene Foulardshauben, * Schälchen, Handschuhe, * C h a l t ü c h e r. Shaltücher, Unterjacken Uuterhosen* Socken, Strümpfe,* weiße und blaue Seinekt u. s. w. u. s. w. in großer Auswahl zu auffallend billigen Preisen empfiehlt 5. AhanbEne in Castrop. 2 Am Dienstag den 28. u. Mittwoch den 29. d.., jedesmal Vormittags 9 Uhr anfangend, werde ich für Herrn Carl Hellwig hierselbst wegen gänzlicher Aufgabe seines Möbel= und Kurzwaaren=Geschäfts nachfolgende Gegenstände öffentlich gegen Credit verkaufen: D eine Parthie Sopha, Mahagoni= und Nußbaum= Servanten, Rohr= und Binsenstühle, Kleider=, Küchen= und Glasschränke, Anrichten, Spiegel, Tische, Waschtische, Nachttische, Consolen, Mantelstöcke und Mantelhaken, Clavier= und Comptoirstühle, Blumentische, Papierkorbe, Rauchtische, Schirm ständer, Schlüsselschränkchen, Schlüsselhalter, mehrere Waschständer, ein= und zweischläfrige Bettstellen 2c. 2c. Castrop, den 17. November 1876. Der Auctions=Commissar: Herdieckerhoff. Hagelversicherung! Eine mit guten Erfolgen arbeitende preuß. Hagel=Vers.=Ges. a. G. sucht überall auch auf Dörfern gegen bohe Provision tüchtige Vertreter. Off. erb. en Haasenstein& Vogler, Perlin, sub H.(22708) Ein noch gut erhaltenes Klavier steht wegen Verziehens zu verkaufen. We, aet die Erped. d. Bl. Weizen à 100 Kilo Landroggen à 100 Kilo Marktpreise. Neuß am 24. November. 1. Qualität... 3.„ 24 22 90 19 4 18 4 Dinslaken, 20. Nov. Die Gesammtmeng des zum diesmaligen Markte zugebrachten Vie hes belief sich auf 680 Stück tragende und frisch milchende Kühe und Rinder. Bessere Waar fand bei hohen Preisen gute Abnahme, währen mittlere und geringere Waare zu niedriget Preisen weniger Nachfrage fand. Fettvieh p# 100 Pfd. 54 bis 60 M. Zugeführt an 20 Stück. Handel flau. Absatz gering. Au Schweinemarkt belief sich die Zufuhr auf 99 Stück, wovon junge Ferkel im Alter von 6 b0 8 Wochen per Woche mit 1,50 bis 2 Mark k zahlt wurden. Faselschweine 16—18 Wocha 30—36 M. Fette 51—54 M. 100 Pfd. Auf getrieben an 200 Stück, welche nicht alle abge setzt wurden. Handel still. Absatz gering.“ Nächster Markt: Montag den 4. Dezember C. Wochenkalen der. Sonntag den 26. November. Linus, Conradu Todtenfeier. Evangel.: Jesus speiset 500 Menschen, Joh. 6. Tageslänge 8 St. 16% Montag den 27. November. Valerianus. Matin Dorsten, Essen, Beckum, Neuß, Barmeh Elberfeld, Bonn, Rheine, Recke. Dienstag den 28. November. Rufus, Ian von Marchia. Markt in Werne.—6 Mittwoch den 29. November. Saturmmw Markt in Haltern, Iserlohn. Donnerstag den 30. November. Andreas. Meet* in Schermbeck, Witten, Rheda, Tecklenburt Freitag den 1. Dezember. Eligius. Markt Köln. incl. und Nro. 49. Vo — Die Mi quis v. Salisb großem Interes offiziöses Teleg gen, welche der sche Auslassung geben haben, Kaiserhöfe kein bisherige Zurü zu welchen es talischen Frage zurückzuführen Kaiserhöfen sch langen die„O aber es hat be fassung undisk stellt werden: Mittel zum Zi Wollen sich ar so wünscht Ri wenn nicht, so Zwecke, die sind, seinerseit gemeinen Star Generals Ign für sein Auftr werden soll. Türkei jeden? Provinzen ein Türkei eigentl um gegen jede zu protestiren. Ausflüchten d nommen. 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