Nr. 240 40. Jahrgang Mittwoch 11. Oktober 1933 Täglich auser Samstags 10 Pf „ 0 Senrrutssy Anzrigre Zamnakstie Scibkssvor. Hanl S okmöse P- csrlchiebeniten Preaitse sce Plaslahage Modtalish Auichliatenr Peldlalu 90 Vin Belshsäielt 50 Vi., Famiuennachrichten und Stellengesuche bei Vorauszablung 6 Pl. in Rechnuna 7 Bi(Besondere Anzeligenbreise nach austiegendem Taris.) ewangsweller, Heztreitung der Anzeigengebühren durch Klage, bei Konkursverfahren usw. wird der bewilligte Nachlaß hinfällig. Für die Aufnahme von Anzeigen an veitummzen Tagen und Plätzen, auch für burch Fernsprecher aufgegebene und abbestellte sowie undeutlich geschriebene Aufträge wird keine GeBäbr übersommen. Schluß der Anzeigenannadme 4 Uhr nachm Bei durch böder am Ericheinen der Zeitung können Ersasansprüchs nicht geliend gemach werden. Seneraru Fer Weitaus verbreitetste Tageszeitung in Bochum Ml. 250,— Unfall=Unterstützung bei tödlichem Unfall nach besonderen Bedingungen; sie verdoppelt sich beim Mitbezug der„Bochumer Illustrierten“ oder der„Wochenschau“ auf M. 500.— Foest=Kommunalvolittk und Nachbargebiet: Adolf Beddingbaus. Lo. Kunst und Unierhaltung: Dr. Emil Strodthoff. kasten: Max Flegel. Anzeigen: Kurt Schol; sämtlich in Bochuni, Friscnußd Per Redatnon: 16 bis 17 Ubr(außer Fruc Ferige: Bochager Anzeiger und General Anzeiger, LaubenBerlin sw 68 Wibeimstr. 88. Anrut: Jäger 4115 u. Karisborft 0340. Soll der Macdonald=Plan verfälscht werden? ••5 Rgreschen Vlrgirrang Die Stimmungsmache gegen Deutschland in der Abrüstungsfrage— Die deutschen Forderungen Brandstifterprozeß im Reichstage Berlin, 10. Oktober. Von unserer Berliner Schriftleitung. Obwohl das britische Kabinett in seiner gestrigen Sitzung dem Außenminister Sir John Simon in den Verhandlungen über die Abrüstungsfrage„freie Hand“ ließ, müssen dennoch die von der englischen Presse verbreiteten Grundrichtlinien für die britische Außenpolitik größtes Erstaunen hervorrufen, geht doch aus ihnen klipp und klar hervor, daß Großbritannien von dem durch den Ministerpräsidenten Macdonald im Frühjahr dieses Jahres aufgestellten Plan erheblich abrückt und zu der französischen Auffassung zu tendieren scheint. englische Regierung glaubt nicht nur in Großbritannien, sondern auch auf dem diplomatischen und auf dem journalistischen Wege in den Vereinigten Staaten mit der Stimmungsmache hausieren zu dürfen, als verlange Deutschland nach wie vor die praktische Aufrüstung. Es ist begreiflich, daß eine solche unverantwortliche Stimmungsmache, die glatt den bestehenden Tatsachen widerspicht, bei den angelsächsischen Völkern schärfste Abneigung hervorrufen muß. Es erscheint deshalb notwendig, noch einmal den deutschen Standpunkt zu präzisieren, um der britischen Stimmungsmache entgegenzutreten. Die englische Oeffentlichleit glaubt in der Forderung Deutschlands nach Flugabwehrgeschützen „ und kleinen Jagdflugzeugen eine deutsche Aufrüstung vermuten zu dürfen, obwohl es allen Sachverständigen einleuchten muß, daß als Flugangriffswaffe nur schwere Bombenflugzeuge in Frage kommen, nicht aber die Lustverteidigungswaffen, die Deutschland angesichts seiner Wehrlosigkeit in der Luft zu fordern berechtigt ist. Wenn deshalb eine kommende Abrästungskonferenz die Flugabwehrmittel Deutschland versagt, so bleibt die Fehrlgsgleit in der Lust bestehen und die Sicherheit, #######der französischen Regierung immer wieder in die Abrüstungsdebatte geworfene Problem, würde für Deutschland neue brennende Bedeutung erhalten Weiter scheint sich die britische Regierung dem französischen Standpunkt zu nähern, daß Deutschland. neue Befestigungen seiner bedrohten Grenzen über die im Versailler Vertrag festgelegten nicht gewährt werden sollen, wogegen die West= und Oftmächte seit dem Friedensschluß ihre Grenzbefestigungen ins Riesige gesteigert haben. Auch diese Ablehnung der berechtigten deutschen Forderung kann nur das Ziel verfolgen, selbst unter dem Deckmantel der Abrüstungskonvention das Deutsche Reich in dem unverantwortlichen wehrlosen Zustand zu erhalten, der durch den Versailler Vertrag verordnet wurde. Es muß Staunen erregen, wie stark sich die britische Regierung im Augenblick von den Plänen ihres Ministerpräsidenten abwendet und dem Deutschen Reich selbst die kleinen Tanks nicht zugestehen will, obwohl der Macdonald=Plan ein Höchstgewicht für die Tanktonnage festsetzte. Penn weiter die englische Politik in der ausländischen Presse mit dem Argument arbeitet, Deutschland verlange Angriffswaffen, so erledigt sich eine solche Behauptung schon dadurch, daß der Begriff von Angriffsbzw. Verteidigungswaffen von der Abrüstungskonferenz überhaupt noch nicht umrissen worden ist. Deutschland hat bis zur Stunde in allen offiziellen und offiziösen Verhandlungen lediglich die Forderung nach kleinen Verteidigungsmitteln aufgestellt, hat gleichzeitig aber die Notwendigkeit einer Zusammenfassung der Angriffswaffen der anderen innerhalb eines Rahmens gefordert, der noch festzusetzen ist. An diesem Standpunkt wird festgehalten. Wenn im übrigen die Reichsregierung bei einer Umwandlung der Reichswehr von 100.000 Mann in eine Miliz von 200.000 Mann ein Mehr von Waffen fordert, die Gegenseite ein solches Verlangen aber ablehnt, so ist die Haltung Großbritanniens um so unverständlicher, dä gerade die englische Regierung dieser Forderung nach Umformung der Landheere nachgegeben hat. Ein Mehr von Soldaten, das Deutschland durch die Miliz mit 200 000 Mann zugestanden wird, fordert auch ein Mehr von Waffen. Auch in diesem Punkte ist die britische Regierung zugsfallen., Sie ist von der Erklärung des englischen Außenministers abgegangen, die dieser am 17. November 1932 vor der Abrüstungskonferenz abgab, als er sagte, daß Deutschland die Gleichberechtigung auf alle jene Waffengattungen besitze, die in der kommenden Abrüstungskonvention nicht verboten werden. Aber selbst wenn man den deutschen Forderungen in den kommenden Verhandlungen Zugeständnisse machen würde, so wäre damit die deutsche Sicherheit, die bei allen Verhandlungen im Vordergrund steht, noch nichtgarantiert. Wie in jedem entscheidenden Augenblick der Nachkriegszeit, so macht auch heute die britische Politik krumme Wege. Zwar hat die britische Kabinettssitzung gestern keine festen Richtlinien aufgestellt, aber allein die Erklärung genügt, daß es sich für Großbritannien in der Abrüstungsfrage nicht mehr um„technische“ sondern um„politische“ Fragen handelt. Wenn Frankreich bisher die Sicherheitsforderung als eigene Dauerforderung in den Mittelpunkt stellte, so ist Deutschland im Augenblick gezwungen, das gleiche, aber mit weit größerer sachlicher Berechtigung zu tun. .„Die französische Politik hat erreicht, daß in die abzuschließende Abrüstungskonvention Maßnahmen gegen den Angreifer aufgenommen werden. Selbst Amerika hat sich dieser französischen Forderung gebeugt. Es ist der französischen Politik weiter gelungen, die Forderung nach einer internationalen Abrüstungskontrolle bei den hochgerüsteten Staaten durchzusetzen; verschiedene Nichtangriffspakte wurden mit den Oststaaten abgeschlossen und damit die Sicherheit Frankreichs auf ein Höchstmaß verstärkt. Wo blieb und bleibt die deutsche Sicherheit? Vorschläge, wie sie jetzt von der englischen Regierung angedeutet werden, bedeuten für das Deutsche Reich eine schwere Zumutung. Die Reichsregierung hat ihre Bereitwilligkeit zu Verhandlungen immer wieder, zuletzt durch die bündige Erklärung vom Sonntag, zum Ausdruck gebracht. Sie könnte sich vielleicht sogar mit der Umwandlung der Reichswehr in ein Milizsystem einverstanden erklären, dann aber nur, wenn auch die Gegenseite denselben Bedingungen unterworfen wird und wenn die Umorganisation des deutschen Heeres nach einem einheitlichen Plan und organisch erfolgen kann, nicht aber wenn die Abrüstungsperiode zweigeteilt wird, wobei nicht abzusehen ist, welche Umwandlung die Vorschläge für die zweite Periode in der Zwischenzeit finden. MseenWalzragen Weiden=Vernonen Die Hand mit der Brandfackel— Wieviel Brandstifter stiegen in den Reichstag ein?— Lubbe erklärt, er könne nicht sagen, ob er Helfer gehabt oder andere die Tat vorbereitet haben am Berlin, 10. Oktober. Die ganze Umgebung des Reichstagsgebäudes war Dienstag von starken Polizeiposten mit Karabinern umgeben. Absperrungen wurden zunächst nicht vorgenommen, so daß sich in der Nähe der Portale ein größeres Publikum ansammeln konnte, das, da es wegen des beschränkten Raumes nicht zugelassen werden kann, wenigstens die Ankunft des Gerichtes, der Prozeßbeteiligten und der Angeklagten beobachten wollte. Schon um 8 Uhr morgens begann der Zustrom zum Reichstagsgebäude. Sämtliche Portale waren von Polizei und Reichstagsbeamten stark besetzt, um eine genaue Kartenkontrolle durchzuführen. In besonderen Räumen, die alle zugelassenen Personen nach Eintritt in das Gebäude zunächst passieren müssen, wird von einem größeren Aufgebot von Beamten eine strenge Durchsuchung nach Wassen vorgenommen. Die Reichsgerichtsverhandlung findet im früheren Saal des Haushaltsausschusses des Reichstages statt, dem größten Saal, den der Reichstag jetzt noch zur Verfügung hat. Der Saal ist in der Zwischenzeit nach den Wünschen des Reichsgerichtes zu einem Gerichtsiaal umgebaut worden. Zur ersten Verhandlung in Berlin hat sich auch der Tonfilm wieder eingefunden. Senatspräsident Dr. Bünger erklärt bei Eröffnung der Verhandlung:„Das bisherige Verfahren diente dazu. die Angeklagten über die umfangreiche Anklageschrift zu hören und dabei die sachlichen Streitpunkte soweit klarzustellen, daß die Beweisaufnahme über die einzelnen Zusammenhänge erfolgen kann. Jetzt haben die Zeugen das Wort. Mögen sie sich ihrer hohen und verantwortungsvollen Aufgabe beDr. Goebbels über das des Horst=Wessel=Films Daen trsbe Varsehen Berlin, 10. Oktober. Das große Aufsehen, das das Verbot des HorstWessel=Films in Deutschland erregt hat, veranlaßte das WXB., Reichsminister Dr. Goebbels um eine kurze aufklärende Unterredung zu bitten. Mit großem Ernst und teilweise tiefer Erregung schilderte Dr. Goebbels im einzelnen die unzulängliche künstlerische Gestaltung dieve gums. ersche Gestaltung „Wenn jemand an die Lösung nationalsozialistischer Probleme auf künstlerischem Gebiet herangeht“, so erklärte Dr. Goebbels,„dann muß er sich darüber klar sein, daß auch in diesem Falle Kunst nicht vom Pollen, sondern vom Können herkommt. Die nationalsozialistische Regierung hat niemals verlangt, daß SA.=Filme gedreht werden. In vielen Fällen schon hat sie kitschige Versuche durch gütliche Vorstellungen verhindert. Wenn nun doch eine Firma an die Darstellung der Erlebniswerte unserer SA. oder der nationalsozialistischen Idee herangeht, dann muß dieser Film auch von allererster künstlerischer Qualität sein. Ich bin der Ueberzeugung, daß gerade die gesamte Berliner SA. es verstehen und mir beipflichten wird, wenn ich die Anforderungen an einen Horst=Wessel=Film für viel größererachte, alssie bei anderen SA.=Filmen ohnehin schon notwendig sind. Ich habe den Verfassern von vornherein gesagt, daß ihr Film nur dann laufen könne, wenn er den Ansprüchen höchster Kunst und edelster Gesinnung in vollem Maße genüge, denn dieser Film soll ja Millionen Menschen, die das damalige Geschehen nicht mit aller Intensität erlebten, das Schicksal Horst„Wessels nahebringen. Auch diejenigen, die das Erlebnis des Kampfes und des Todes Horst Wessels als ihr eigenes Erleben mit durchgemacht haben, haben ein Recht zu verlangen, daß ihre heiligste Erinnerung nur mit großen Mitteln künstlerisch dargestellt, in keinem Falle aber sentimentalisiert werden darf. Gewiß habe ich die Verfasser des Films vorher in aller Eindringlichkeit darauf aufmerksam gemacht und ich habe auch während der Produktion immer wieder darauf hingewiesen, ohne rechtes Gehör zufinden. Zu glauben aber, man könne mich in meiner Entscheidung durch eine öffentliche Stimmungsmache beeinflussen, ist absurd. Wir haben diesen Film nicht nur vom nationalsozialistischen Standpunkt aus beurteilt, sondern auch von unserem künstlerischen Gewissen: je größer die Idee ist, die zur Gestaltung kommt, desto höhere künstlerische Ansprüche müssen gestellt werden. Was an diesem Film wirklich großartig erscheint, ist die Musik, die schönste und ergreifendste Trauermusik, die ich in einem Film kenne. Sie ist neben den Massenszenen, die, unter Zuhilfenahme großer Teile der Berliner SA. gedreht, wirklich vorbildlich sind, das Wertvollste an ihm. Im übrigen aber bewegt sich dieses Werk in einer vielfach ganz unmotipierten losen Zusammenreihung von Szenen, die zum Teil ganz unklar wirken. Manches widerspricht auch der historischen Wahrheit. Auch die Figur Horst Wessels entspricht nicht dem wunderbaren Idealbild, das sich die deutsche Oeffentlichkeit davon macht und das Horst Wessel auch in der Tat abgegeben hat. Ich war der Kamerad Horst Wessels. Ich habe ihn gekannt. Weder im Aeußeren noch im Charakterlichen kommt die Filmfigur der wahren Gestalt gleich. Jeder künstlerisch interessierte Mensch, jeder wahrhaft künstlerisch Schaffende wird es verstehen und begrüßen, wenn ein nationalsozialistisches Ministerium gerade aus künstlerischem Verantwortungsgefühl sogar gegen einen nationalsozialistischen Film einschreitet. Wir sind es dem Toten schuldig, daß wir eine unzureichende Darstellung seines Lebens und Sterbens verhindern. Ich glaube mich dabei auch in Uebereinstimmung mit dem Gefühl von Hunderttausenden von SA.=Männern, wenn ich verhindert habe, daß in Deutschland und im Ausland ein Horst=Wessel=Film läuft, der künstlerisch nicht auf der Höhe steht, auf der dieser tote Märtyrer menschlich und politisch gewandelt ist. Horst Wesselist das größte Thema der nationalsozialistischen Revolution. Ich bezweifle, daß es heute überhaupt schon an der Zeit ist, dieses Thema zu gestalten. Wenn man aber an diese Aufgabe herangeht, dann muß ein wahres und wirkliches Kunstwerk daraus entstehen. Das größte Thema der nationalsozialistischen Revolution kann nicht aus einem Geiste und mit Mitteln geformt werden, die einem Spielfilm anderen Genres vielleicht angemessen erscheinen. Wer an dieses Thema herangeht, muß sich sowohl seinem eigenen künstlerischen Gewissen als auch nationalsozialistischer Gesinnung auf das tiefste verpflichtet fühlen. ## diesen Falle hat,es nicht ausgereicht. Darum mußte das Verbot ergehen.“ wußt sein. Der in meinen Anfangsworten in Leipzig erwähnten Unabhängigkeit der Richter und Freiheit des Anwaltsstandes entspricht die Freiheit und Unabhängigkeit der Zeugen. Nur ihrem Gott und ihrem Gewissen sollen sie sich verantwortlich fühlen. Allein bei einer solchen Einstellung derjenigen, die in dieser wichtigen, bedeutsamen Sache berufen sind, Zeugnis abzulegen, kann die Rechtspflege das sein, was sie sein soll: ein Spiegel der Wahrheit!“ Der Vorsitzende ruft dann, wie am ersten Sitzungstage in Leipzig, die Angeklagten der Reihe nach auf und ebenso ihre Verteidiger. Als er nach dem Aufruf der drei Bulgaren erklärt, daß Rechtsanwalt Dr. Teichert der Offizialverteidiger dieser Angeklagten sei, rust Angeklagter Dimitroff dazwischen:„Ichverteidige mich allein!“ Der Erste, der den Brandstifter sah Als erster Zeuge wird der Student Hans Flöter vernommen. Flöter studiert in Berlin Theologie. Er pflegte, wie er aussagt, jeden Tag in der Staatsbibliothek zu arbeiten und ging abends stets über die Linden und durch den Tiergarten vor dem Reichstag varbei zu seiner Wohnung.„An dem Abend des Reichstagsbrandes", so erzählt er,„hatte ich etwas länger gsckbsitet und kam kurz nach 9 Uhr hier am Reichstage Als ich den Kiesplatz vor dem Reichstag betraf, hörte ich ein Fenster klirren. Das Klirren wiederholte sich ein paar Mal. Ich sah dann auch, wie ein Mann ein Fenster einschlug. Dieser Mann hatte einen Feuerbrand in der Hand. Diese Hand bewegte sich beim Einschlagen des Fensters. Am rechten Portal unten, wo die Auffahrt ist, traf ich einen Wachtmeister und teilte ihm sehr aufgeregt mit, was ich gesehen habe. Darauf bin ich nach Hause gegangen. Nach einer kurzen Zeit kam meine Pirtin und teilte mir mit, daß der Reichstag brenne. Den Mann, der das Fenster einschlug, sah ich auf dem Balkon vor dem Restaurantbetrieb. Wie er aussah, kann ich natürlich nicht sagen, aber einen Hut hatte er nicht. Möglich ist es allerdings, daß er eine Baskenmütze oder auch eine andere Mütze trug.“ Der Vorsitzende richtet nun an den Zeugen eine Reihe von Fragen, wobei der Zeuge feststellt, daß es fünf oder acht Minuten nach 9 Uhr gewesen sein müsse, er dem Polizeiheamten von seiner Beobachtung Mitteilung machte. Der Zeuge kann nicht genau bekunden, welcher Art der Zündstoff war, erklärt aber nachdrücklich, nur eine Person auf dem Balkon gesehen zu haben. Präsident Dr. Bünger weist nochmals auf eine Zeugenaussage hin, daß zwei Männer in den Reichstag eingestiegen sind. Zeuge Flöter:„Die beiden Aussagen brauchen sich doch nicht zu widersprechen; denn wenn der Zeitpunkt, zu dem der andere Zeuge das sah, früher oder lag, so kann er etwas anderes gesehen haben Der Angeklagte Dimitroff fragt, was der Wachtmeister gesagt und getan hat, als der Zeuge ihm seine Beobachtungen meldete. Zeuge:„Der Wachtmeister hat nur einige abgerissene Fragen gebraucht, wie„Was?“ oder„Wok“, sonst war nicht viel Zeit zum Reden, und ich gab dann dem Beamten noch einen Stoß in den Rücken, damit er sich beeilen sollte.“ Dimitroff:„Gehörte der Zeuge einer Partei an, und welcher?“ Zeuge:„Ich habe nie in meinem Lehen einer Partei angehört. Außerdem möchte ich dem Angeklagten mitteilen, daß es meines Erachtens unmöglich ist. daß parteipolitische Willensbildung die Gesetze der Optik modifizieren könnte.“(Heiterkeit.) Nun wird polizeioberwachtmeister Buwert, dem Flöter seine Meldung erstattet hat, als Zeuge vernommen. Nach seiner Schätzung ist Flöter ungefähr fünf Minuten nach 9 Uhr zu ihm gerannt gekommen und hat ihm Mitteilung gemacht. Wir gingen zusammen zu dem eingeschlagenen Fenster, erzählt Buwert, #a#ar das zweite Fenster vom Portal 1 aus nach Gegenüber dem Fenster sahen wir, wie die " Flamme hochging. Ich nahm an, daß ein Store brannte. Wir deobachteten eine Weile das Feuer, darauf sagte ich zu dem Zeugen:„Rennen Sie doch schnell rüber zur Brandenburger=Tor=Wache und alarmieren Sie sie. Sagen Sie, daß der Reichstag brennt!“— Darauf rannte der Zeuge, weg. Der Zeuge Buwert schildert dann weiter seine Beobachtungen: Der Mann, der mich auf das Feuer aufmerksam gemacht hatte, ging dann in tung Brandenburger=Tor=Wache weg. Nach ungefähr zwei Minuten sah ich dann mit einem Mal im Parterre ein Feuer, einen Lichtschein. Es sah aus, als wenn ein Mann eine Fackel in der Hand hatte und damit im Erdgeschoß in Richtung Brandenburger Tor entlang rannte. Ich rannte mit und zog dabei schon meine Pistole. Vorsitzender:„Van der Lubbe behauptet, es sei ein Tischtuch gewesen, das er hinter sich herschleifte, Sie sprechen von einer Fackel." Zeuge:„Was ich sah, war höher, deshalb hielt ich es für eine Fackel. Einen Mann habe ich überhaupt nicht gesehen.“ Aus den weiteren Bekundungen des Zeugen ergibt sich, daß er, nachdem er geschossen hatte, von der Rampe sprang und zu dem Fenster lief, in das er geschossen hatte. Das Licht war aber verschwunden. Als der Zeuge nun die Freitreppe wieder hinaufging, sah er Rich=den Wachtmeister Pöschel. Er schickte ihn zum Portal V des Reichstages, um dem Pförtner davon Mitteilung zu machen, daß der Reichstag brennt. Etwa.17 Uhr traf nach der Angabe des Zeugen Polizeileutnant Lateit mit seinen Beamten vor dem Reichstage ein. Die Feuerwehr kam schätzungsweise drei bis fünf Minuten später. Angeklagter Dimitroff:„Wann hat der Zeuge bemerkt, daß es sich um eine Brandstiftung handelte?“ Zeuge Buwert:„Daß eine Brandstiftung vorlag, habe ich erst bemerkt, als ich an den Fenstern den sich fortbewegenden Feuerschein sah.“ Rechtsanwalt Sack:„Und da hat der Zeuge sofort geschossen?“ Zeuge Buwert:„Nein, solange der Schein sich bewegte, hätte das Schießen keinen Zweck gehabt. Am vorletzten Fenster stand der Feuerbrand aber einen Moment still und da habe ich hineingeschossen.“ ..„„ Kernaserder gesunnenrenischen Ponen ist das Ziel der Familienforschung Berlin, 10. Oktober. Der Referent Dr. Tornau vom Aufklärungsamt für Bevölkerungspolitik und Rassenpflege äußerte sich über das wichtige Gebiet der Familienforschung. Die Erforschung der eigenen Familie, die früher mitunter bespöttelt worden sei, habe heute eine Bedeutung erlangt, die niemand vorausgesehen habe. Dieses Interesse sei gesund und notwendig. Es bedürfe der Förderung in jeder Weise, denn nur durch die Bemühungen eines jeden einzelnen werde das Ziel erreicht, zu dem wir streben, eine Ahnentafel unseres gesamten Volkes aufzustellen. Verschiedene Quellen könnten zur Erkundung der Stiegen ein oder zwei Brandstifter ein? Nach der Pause, die sich über eine Stunde ausgebehnt hatte, wird der 21jährige Schriftsetzer Thaler als Zeuge vernommen.„Ich kam“, so schildert er,„vom Brandenburger Tor her am Reichstage vorbei und wollte zum Lehrter Bahnhof. An der Ecke des Reichstages, ehe ich zum Hauptportal kam, hörte ich lautes Klirren. Als ich in der Richtung des Schalles blickte, hatte ich den Eindruck, als ob zwei Personen neben dem Hauptportal in ein Fenster einstiegen. Der eine war eben in das eingeschlagene Fenster hineingekrochen, auf das Gesicht des anderen fiel eben noch der Schein der Laterne von der Ecke des Reichstages her — ich war allerdings weit entfernt— und dann stieg auch er ein. Ich lief zur Ecke zurück und rief dem Schutzmann, den ich kurz vorher an der Seite des Reichstages überholt hatte, zu, er solle herkommen, es steige einer ein. Als ich zurückkam, war schon ein Schupo da und ein anderer Herr. Da brannte es bereits oben.“ „Welches Fenster war denn einVorsitzender: geschlagen?“ Zeuge Thaler: Hauptportal." Vorsitzender: sonen gesehen haben?" Zeuge, Thaler „Das erste Fenster neben dem „Sie wollen also zwei PerZeuge Thaler: Ich glaubte, zwei Personen zu sehen. Einer war in gebückter Haltung yinter der Balustrade des Balkons beim Einsteigen, während die erste Person schon drin war. Ich sah noch kurz das Gesicht des zweiten. Auf die Frage des Vorsitzenden, ob der Mann, der einstieg, etwas in der Hand hatte, erklärte der Zeuge Thaler, daß es zu diesem Zeitpunkt noch vollkommen dunkel gewesen sei. Das Gesicht der zweiten Person habe er als einen weißen hellen Fleck gesehen. Um einen Schatten habe es sich nicht handeln können, weil der andere schon im Fenster drin gewesen sei. Er habe auch keinerlei Feuer gesehen, das etwa einen Schatten hätte zurückwerfen können. Auf weitere Fragen erklärte der Zeuge, daß durch drei Fenster des Restaurationssaales Feuerschein zu sehen war, und zwar habe es lichterloh gebrannt. Nach seiner Meinung müsse es auf der gegenüberliegenden Seite des Saales gebrannt haben, während kurz darauf auch an den Fenstern selbst Feuerschein aufgeflammt sei. Der Vorsitzende weist hier darauf hin, daß diese Darstellung mit der des Angeklagten van der Lubbe übereinstimme, der erst die Portieren an der Tür und dann die an den Fenstern angesteckt haben wolle. Auf eindringliche Fragen des Vorsitzenden erklärt Thaler, er habe den bestimmten Eindruck gehabt, daß zwei Leute mit Brandfackeln durch die Räume liefen. Auf weitere Fragen des Vorsitzenden bekundet der Zeuge:„Als das Ueberfallkommando kam, hörte ich, wie der Polizeioffizier zu seinen Leuten sagte:„Es ist.17 Uhr". Bald danach kam auch die Feuerwehr. Sie stieg ein und löschte den Brand. Dann fuhr sie wieder weg, und die Leute, die herumstanden, gingen auch alle. Ich selbst drehte mich bei der Siegessäule noch einmal um und sah nun, daß es in der Kuppel flackerte. Ich lief gleich zurück und rief der Feuerwehr zu, daß es drinnen noch brenne.“ Es wird dann noch einmal die Frage erörtert, ob es möglich sei, daß Thaler den Schatten des Einsteigenden für einen zweiten Mann gehalten habe. Der Vorsitzende schlägt schließlich vor, am Abend eine Ortsbesichtigung vorzunehmen. Als der Angeklagte Dimitroff wieder unzulässige Fragen stellt und Verdächtigungen ausspricht, ruft der Vorsitzende:„Wenn Sie so fortfahren, werde ich Ihnen keine Beachtung mehr schenken.“ Dimitroff: In diesem Prozeß, Herr Präsident, bin ich nicht Schuldner, sondern Gläubiger, das möchte...“ Vorsitzender:„Ich entziehe Ihnen jetzt das Wort!“ Dimitroff:„Ich protestiere!“ Hulle Ladde Weisel oder Hntermänner! Der Angeklagte van der Lubbe wird hierauf vor den Richtertisch geführt, um sich zu den letzten Zeugenaussagen zu äußern. Van der Lubbe verfolgt seine alte Taktik. Bald antwortet er mit Ja, bald mit Nein. Manchmal schweigt er und gibt dann wieder verwirrte Auskünfte. Der Verteidiger van der Lubbes, Rechtsanwalt Seuffert, ermahnt den Angeklagten.„Sie stehen“, so sagt er,„wie wir aus den Briefen Ihrer Angehörigen wissen, auf dem Standpunkt: Ich werde nie meine Mithelfer verraten und werde immer dafür sorgen, daß sie nicht verraten werden. Wenn Sie wirklich glauben, daß den Mitangeklagten Unrecht geschieht, dann haben Sie doch erst recht Veranlassung, klar Ihre Meinung zu sagen.“ Vorsitzender:„Sind Sie allein eingestiegen an diesem Abend?“ Vander Lubbe:„Ja.“ Vorsitzender:„Haben Sie den Reichstag allein angesteckt?“ Dimitroff ruft dazwischen:„Das ist unmöglich, ausgeschlossen, Idiot!“ Vorsitzender:„Schweigen Sie, ich entziehe Ihnen das Wort. Ich frage Sie nochmals, van der Lubbe: Haben Sie den Reichstag allein angesteckt?“ Vander Lubbe:„Ja!“ Oberreichsanwalt:„Haben andere es vorbereitet? Haben andere Ihnen geholfen?" Van der Lubbe:„Das kann ich nicht sagen“(Bewegung). Lubbe:„Das kann ich nicht sagen“ Dimitroff:„Er will nicht zugeben, daß er ein Werkzeug gewesen ist.“ Rechtsanwalt Dr. Sack:„Dimitroff hat gemeint, daß van der Lubbe ein mißbrauchtes Werkzeug von (Dimitroff:„So ist es!“) Ich anderen sein müsse. halte es für meine Pflicht, dem Senat das zu unterbreiten, und glaube, daß der Oberreichsanwalt von sich aus hier vielleicht eingreifen wird. Der Vorsitzende setzt dann die Zeugenvernehmungen fort. Der nächste Zeuge, Kaufmann Kuhl, sah auf einem Spaziergang, den er mit seiner Frau und einem befreundeten Herrn am Abend des Reichstagsbrandes unternommen hatte, vom Bismarck=Denkmal aus Lichtschein in zwei Fenstern des Reichstages. Beim Näherkommen sahen sie, wie ein Vorhang in Flammen aufging. Kuhl und sein Freund seien im Laufschritt bis zum Haus des Vereins Deutscher Ingenieure geeilt, wo sie hineingerufen haben: Reichstag brennt, Feuerwehr anrufen. Sie seien dann zurückgegangen und hätten dann auch Feuerschein in drei Parterrefenstern des Reichstages bemerkt. Einen offenstehenden Reichstagseingang hat der Zeuge nicht gesehen. Frau Kuhl schilderte die Ereignisse in der gleichen Weise. Sie hatte den Eindruck, daß es nur ein Mann war der mit einem Feuerbrand durch das Erdgeschoß lief. Auch der Freund des Kaufmanns Kuhl, Buchbinder Freudenberg, macht etwa die gleiche Aussage. Die Verhandlung wird dann auf Mittwoch vertagt. Der Donnerstag soll sitzungsfrei bleiben. Es sei eine unbedingte Forderung aller Familienforscher, diese wichtigen Dokumente unter Schriften=Denkmalschutz" zu stellen. Es befänden sich schätzungsweise noch ungefähr 90 v. H. aller Kirchenbücher in Händen der Geistlichen, die sie nicht immer so aufbewahren könnten, wie es nötig wäre. Das Sammeln allein genüge jedoch nicht. Die Urkunden müßten auch jedem zugänglich gemacht und von amtlicher Stelle ausgewertet werden können. Das sei unmöglich, solange nur von jedem Buch ein Exemplar vorhanden sei. Deshalb sei es zweckmäßig, die Bücher mehrfach zu photographieren. Die photographischen Abzüge könnten zerschnitten und auf Karten geklebt werden, so daß auf diese Weise eine Sippenkartei für ganz Deutschland entstehe. Diese Kartei werde von der Zentralstelle für Familienforschung verwaltet und könne Auskunft in allen Familiengeschichtsfragen geben. Neben den Kirchenbüchern gebe es noch alte Bürger= und Innungsbücher, die von Stadtverwaltungen oder Zünften geführt wurden, aber nicht so vollständig seien wie unsere Kirchenbücher. Aus dem Studium der alten Urkunden könnten wir auch zwei weitere Tatsachen erkennen, den Austausch und Uebergang, der zwischen den ländlichen und städtischen Berufen stattgefunden habe. Diese Erkenntnis führe zu einem Ausgleich der Gegensätze zwischen Stadt und Land, zwischen körperlicher und geistiger Arbeit, denn wir fänden dann überall unsere Vorfahren und achteten mit der gegenseitigen Achtung des Berufes zugleich unsere Ahnen und unser Blut. Es gehe heute um die Lösung der Kernfrage des deutschen Volkes, um das Wissen um unsere rassische Herkunft und um die Bestimmung unserer rassischen Zukunft. Beides hätten wir weitgehend in der Hand. Ahnenforschung sei Ehrfurcht vor der Vergangenheit und Bekenntnis zum Blutserbe. Auftakt zum Tag der deutschen Kunst Aufruf des Staatskommissars für das Haus der deutschen Kunst, Wagner München, 10. Oktober Als Auftakt zum Tag der deutschen Kunst hat der Staatskommissar für das Haus der deutschen Kunst, Adolf Wagner, laut„NSK.“ folgenden Aufruf erlassen: „Blut und Boden sind die Wurzeln, aus denen das Leben und Werden eines Volkes entspringen. Blut und Boden bestimmen auch Gesicht und Seele eines Volkes. Die Kunst hat die erhebende Aufgabe, den Ausdruck des aus Blut und Boden geformten Gesichts der Seele darzustellen. Diese Darstellungen, die Kunstwerke, sind etwas Heiliges für ein Volk. Wenn der Volksgenosse sie, den Ausdruck des Gesichts seiner eigenen Seele, zeigen soll, kann er dies andächtig nur dann, wenn er sie in einem Rahmen, in einem Raume, in einem Hause findet, das selbst wieder der Größe und Erhabenheit der deutschen Seele entspricht. Und wenn dieses Haus der deutschen Kunst in München durch die Hammerschläge des Baumeisters des Dritten Reiches seine Grundsteinlegung erlebt, dann deshalb, weil deutsches Künstlertum in München stets den besten Ausdruck der deutschen Seele fand und weil wohl deswegen München des deutschen Volkes Seele sein muß.“ Aufruf zur Mitarbeit am neuen Strafrecht Berlin, 10. Oktober. Der preußische Justizminister Kerrl hat eine Verfügung erlassen, in der er zur Mitarbeit an dem neuen Strafrecht aufruft. In der Verfügung bezeichnet es der Minister als Aufgabe jedes Einzelnen, an der Bearbeitung des deutschen Strafrechts schöpferisch mitzuwirken. Der juristische Nachwuchs müsse sich auch seinerseits mit Strafrechtspolitik befassen; denn nur wenn er an derartigen Arbeiten, wie es die Schaffung eines nationalsozialistischen Strafrechts sei, inneren Anteil nehme, werde er in der Lage sein, dieses Strafrecht als Richter, Staatsanwalt oder Rechtsanwalt so zu verwalten, wie es dem nationalsozialistischen Geiste und damit dem Wohl des Volkes entspreche. Der Justizminister bestimmt, daß in den beiden nächsten Wochen die Uebungskurse der Referendare der Strafrechtspolitik gewidmet werden. Hierbei ist der Grundcharakter und,„die Bedeutung, eines Strafrechts im nationalsozialistischen Staat in eindringlicher und tiefgründiger Weise durch hierfür besonders geeignete Richter oder Staatsanwälte den Referendaren näherzubringen. In einem weiteren Erlaß spricht der preußische Justizminister Kerrl die Erwartung aus, daß jeder Jurist eine freudige innere Einstellung auf das auf dem Juristentag in Leipzig zutage getretene Ziel der beruflichen Arbeit habe. Ueberall sollen geeignete men ergriffen werden um die Durchdringung der Juristenschaft mit dem Grundsatz„Einheit von Volk, Staat, Recht und Moral" zu schaffen. Schwere Explosionim Laboratorium des Kalelenstiegers Tiling Drei Schwerverletzte Osnabrück, 10. Oktober. In dem Laboratorium des Raketenfliegers Reinhold Tiling ereignete sich am Dienstag nachmittag bei dem Laden von Raketen eine schwere Explosion, bei der das Laboratorium völlig auseinandergerissen wurde. Der Erfinder selbst, seine Assistentin und ein Monteur wurden in schwerverletztem Zustand in das Osnabrücker Krankenhaus transportiert. Der Zustand der beiden Ersteren ist sehr ernst. Kaiserswerth Gedenkstätte der H3. „ Staitne# 1„Düsseldorf, 10. Oktober Am Freitag, dem 13. Ortober, wird der Reichsugendführer Baldur von Schirach die alte Barbarossa=Pfalz in Kaiserswerth zur Gedenkstätte der gesamten deutschen HitlerJugend weihen und auf ihrer höchsten Mauer die ewige Schlageter=Flamme entzünden. Eine Stafette von Hitler=Jungen wird vom Schlageter=Mal auf der Golzheimer Heide das Feuer zur Entzündung der ewigen Flamme nach Kaiserswerth bringen. Die„Ausständischen Perlungen CidischErerschiesten Eine unverschämte Forderung überhitzter polnischer Chauvinisten Austustung dei Schweiz Die Folgen einer Propagandalüge Basel, 10. Oktober. Der schweizerische Nationalrat bewilligte am Dienstag einen Kredit von 20 Millionen Franken, der dem Bundesrat zur Verfügung gestellt wird. 15 Millionen hiervon sind zur Erweiterung der militärischen Materialreserven bestimmt. Bei der Aussprache wies das liberale Mitglied de Muralt (Waadt) auf die letzten Pressemeldungen hin, daß der deutsche Generalstab einen Durchmarsch durch den Schweizer Jura plane, um im Kriegsfalle schnell nach Frankreich vordringen zu können. Diese Meldungen erhöhten naturgemäß die Notwendigkeit, die Kriegsmaterialreserven so schnell wie möglich zu ergänzen. Bundesrat Minger der Chef des Militärdeparte= ments, erklärte, die Meldungen entbehrten nicht einer gewissen Sensation. Es sei selbstverständlich klar, daß die Nachbarn der Schweiz ihre Lage und die Verhältnisse des Landes bei ihren Aufmarschplänen mit in Berechnung zögen. Wenn die Schweiz mit ihrer Armee imstande sei, einen Durchmarsch rasch zu verhindern, werde sich jede Großmacht hüten, einen solchen zu versuchen. Die Oeffentlichkeit möge die Ruhe bewahren gegenüber solchen Meldungen, die nichts besonders Neues besagten, aber die entsprechenden militärischen Vorbereitungen müßten natürlich getroffen werden; die internationale Lage sei sehr verworren. Der Bundesrat werde demnächst dem Parlament noch eine weitere Vorlage zur Beschaffung von Kriegsmaterial in Höhe von 85 Millionen Franken unterbreiten, so daß insgeiamt,„Materialanschaffungen von über 100 Millionen „runten erfolgen. * Es muß aufs tiefste bedauert werden, daß der Bundesrat es nicht unternommen hat, die gemeine Propagandalüge des deutschfeindlichen Jourgenalisten Poliakoff(Augur) über einen angeblich planten deutschen Durchmarsch zu dementieren. Man kann solche gemeinen Verleumdungen nur niedriger hängen. Daß Deutschland Schweiz nicht bedroht, brat zu werden. die Unabhängigkeit der braucht nicht besonders betont Neue Verdächtigungen poliakoffs Die Behauptungen entbehren jeder Grundlage Berlin, 10. Oktober Amtlich wird mitgeteilt: Am 29. September ist bereits eine Veröffentlichung des unter dem Pseudonym „Augur“ seit Jahren in der Londoner Presse in deutschfeindlichem Sinne schreibenden Russen Poliakoff über einen angeblichen deutschen Einmarschplan durch die Schweiz nach Frankreich dementiert worden. Dieses Dementi verhindert Herrn Poliakoff nicht, seine„Enthüllung“ erneut in belgischen und französischen Blättern zu wiederholen. Der Gedanke, das abgerüstete Deutschland, das der primitivsten militärischen Sicherheitsmittel entbehrt, denke an eine Offensive gegen das schwer bewaffnete Frankreich, ist so abwegig, daß ein Dementi eigentlich überflüssig ist. Angesichts der wiederholten Behauptungen Poliakoffs über einen deutschen Einmarschplan durch die Schweiz nach Frankreich wird jedoch ausdrücklich festgestellt, daß sie jeder Grundlageentbehren. Sie sollen offenbar dem Zweck dienen, Deutschlands Friedenswillen zu verdächtigen und seinen Anspruch auf Gleichberechtigung zu diskretitieren. Daß die Artikel Poliakoffs im„Petit Parisien“, der verbreitetsten als offizios gilt, erschienen Befremden hervorgerufen. Zeitung Frankreichs sind, hat hier chs, die starkes Kattowitz, 10. Oktober. Der Verband schlesischer Aufständischer hielt in Kattowitz in Anwesenheit des schlesischen Wojwoden, der auch eine Ansprache hielt, seine Generalversammlung ab, bei der eine Entschließung gefaßt wurde, in der es u. a. heißt, infolge des starken Anwachsens der Revisionspläne, die von Deutschen beeinflußt würden, erkläre der Aufständischenverband, daß jeglicher Revisionsversuch auf den bewaffneten Widerstand der polnischen Nation stoßen würde. Wenn die historische Gerechtigkeit die Grundlage der internationalen Politik sein solle, so müsse Deutsch=Oberschlesien, das von rund 600 000 Polen bewohnt werde, Polen zufallen.(Der zügellose Chauvinismus der Aufständischen kennt keine Grenzen. Die Schriftleitung.) Gegenüber den Hitler=Anhängern in Oberschlesien wird die Anwendung scharfer Repressalien gefordert. Die Behörden werden aufgefordert, ein Pressegesetz herauszugeben, wonach man mit aller Schärfe gegen diejenige Presse vorgehen könne, die Revisionszwecken Vorschuv leiste. Der in gewissen politischen Gruppierungen und deutschen Jugendorganisationen herrschende Geist des Hitlerismus müsse rücksichtslos verfolgt und diese Organe müßten aufgelöst werden. Vom polnischen Rundfunk wird gefordert, daß gegen die angeblichen deutschen Radioübergriffe eine Gegenaktion eingeleitet werde. Auf wirtschaftlichem Gebiete schließlich wird die Polonisierung des gesamten Wirtschaftslebens und die Entlassung der Ausländer gefordert. Die Ueberfälle der polaischen Auständischen Beschwerde des Deutschen Volksbundes bei Calonder Kattowitz, 10. Oktober. Der Deutsche Volksbund in Ostoberschlesien hat Beschwerde über die Ueberfälle der polnischen Aufständischen(vergleiche„V..“ vom Dienstag) in Ostoberschlesien beim Präsidenten der gemischten Kommission für Oberschlesien, Calonder, eingereicht. Die Beschwerde enthält eine eingehende Schilderung der Verwüstungen und brutalen Mißhandlungen, die protokollarisch festgelegt sind. Zur Erläuterung sind der Protestnote mehrere Photos beigefügt. Zum Schluß wird in der Beschwerde festgestellt, daß die Ueberfälle und Verwüstungen planmäßig und sogar unter Führung von polnischen Gemeinde= und Staatsbeamten erfolgt seien. Das untätige Verhalten der Polizei läßt bei der deutschen Minderheit das Bewußtsein der Rechts= und Schutzlosigkeit aufkommen. Der Präsident der gemischten Kommission wird gebeten, alle Möglichkeiten zum Schutz der deutschen Minderheiten zu erwägen sowie die Strafverfolgung der Schuldigen und Schadensersatzansprüche zu fordern. Nadolnys Besprechungen in Genf m tschafter m..#„ Genf, 10. Oktober. Botschafter Navorny hatte im Laufe des Tages längere Besprechungen mit dem umerikanischen Botschafter Norman Davis, mit dem italienischen Delegierten Soragna und am Abend mit dem französtschen Außenminister Paul=Boncour. Diese Besprechungen haben dazu geführt, daß die beiderseitigen Standpunkte weiter präzisiert wurden und die deutsche Auffassung nochmals zum Ausdruck kam. Die Besprechungen werden morgen fortgesetzt.— In unterrichteten Kreisen besteht der Eindruck, daß die amerikanischen Vertreter eine Vermittlertätigkeit ausüben, eine auch für Deutschland tragbare Lösung der Frage der Konkrolle und der Militarluftfahrt zu finden. Hoesch bei Simon London, 10. Oktober. Der deutsche Botschafter von Hoesch hatte heute auf Anregung des britischen Staatssekretärs des Aeußern, Sir John Simon, mit diesem eine Unterredung über die Abrüstungsfrage. Der englische Außenminister Sir John Simon flog dann nach Paris, wo er Dienstag abend eintraf. Er hat sich sofort in die englische Botschaft begeben und reist in den späten Abendstunden nach Genf weiter. Eine Begegnung oder Besprechung ist in Paris nicht vorgesehen. Der organisatorische Bau der DAF. Ende des Jahres im wesentlichen beendet Berlin, 10. Oktober. Unter Vorsitz des stellvertretenden NSBO.=Leiters und Leiters des Organisationsamtes der Deutschen Arbeitsfront, Selzner M. d.., fand in Berlin eine Sitzung der Amtsleiter der Deutschen Arbeitsfront und ihrer Stellvertreter statt. Selzner bezeichnete als den Sinn dieser jetzt täglich stattfindenden Führerbesprechungen die lebendige Verbindung der einzelnen Abteilungen miteinander damit die 20 Millionen schaffender Deutscher in der Deutschen Arbeitsfront straff geführt werden. Die nächste Teilaufgabe, die Eingliederung der Unternehmergruppe in die Deutsche Arbeitsfront, sei in vollem Gange. In den Stab der Organisationsleitung der Deutschen Arbeitsfront würden je ein Vertreter des Gesamtverbandes der deutschen Arbeiter, der deutschen Angestellten, des Unternehmerverbandes und der Hago berufen werden. Ende dieses Jahres werde der organisatorische Bau der Deutschen Arbeitsfront im wesentlichen beendet sein. Weitere politische Nachrichten auf Seite 11 4. Beilage zum Bochumer Anzeiger u. Gen. Anzeiger Bochum rüstet zur TAcheichtert Nr. 240 40. Jahrgans Mittwoch, 11. Oktober 1933 * Der große Festzug in Bochum— Was bringt die Woche? Im Vereinshaus und Schützenhof Kundgebungen Die kommende Woche steht im Zeichen des Handwerks Im ganzen Reich werden große Vorbereitungen getroffen. In Bochum wird ebenfalls mit größter Energie an der Ausgestaltung dieser Tage gearbeitet. Das Handwerk wirbt für seine Arbeit. Es ist so vielgestaltig, daß ein Tag nicht genügen würde, um es gebührend herauszustellen. Die Reichshandwerkerwoche will vor allem für die Erzeugnisse des deutschen Handwerks werben. Nicht nur durch die Presse und durch wirkungsvolle Schaufenster soll geworben werden, sondern die Oeffentlichkeit wird darüber hinaus am Sonntag, dem Beginn der Werbewoche, durch den großen Handwerker=Festzug auf das Wochenereignis aufmerksam gemacht werden. Die einzelnen Gewerbe sind in vier Hauptgruppen eingeteilt. Die Gruppe 1 bilden das Bekleidungs= und Reinigungsgewerbe, Gruppe 2 das Nahrungsmittelgewerbe, Gruppe 3 die Bau=Haupt= und Nebengewerbe sowie die schmückenden Gewerbe, die Gruppe 4 stellen das Metall= und alle übrigen Gewerbe. Die Reihenfolge der Berufsgruppen im Festzug ist folgende: 1. Schneider=Zwangsinnung, 2. Schuhmacher=Zwangsinnung, 3. Damenschneiderinnen=Zwangsinnung, 4. Friseur=Zwangsinnung, 5. Freie Bäcker=Innung, 6. Freie Fleischer=Innung, 7. Konditoren=Zwangsinnung, 8. Baugewerken=Innung, 9. Zimmerer=Innung, 10. Freie Dachdecker=Innung, 11. Maler=Zwangsinnung, 12. Tischler=Innung, 13. Klempner=Innung, 14. Sattler= und Polsterer=Innung, 15. Elektro=Innung, 16. Uhrmacher= und Goldschmiede=Zwangsinnung, 17. Pflasterer=Innung, 18. Schmiede=Zwangsinnung, 19. Schlosser=Zwangsinnung, 20. Stellmacher=Innung, 21. Buchbinder=Zwangsinnung, 22. Glasreiniger=Innung. Weiter folgen die Festwagen der Gesellenvereine und ein Werbewagen der Westdeutschen Versicherungsanstalt. Eine SA.=Abteilung und der SS.=Reitersturm bilden die Spitze des Zuges. Aus Hattingen kommt die SA.=Kapelle. Außerdem marschieren zwei andere Kaxellen und vier Trommlerkoxps mit. Wie es in Bochum hon bei allen bisherigen Festzügen der Fall war, so wird auch der Handwerker=Festzug durch eine bunte, gediegene, bildliche Darstellung der verschiedenen Handwerkszweige das Interesse der Bochumer Bevölkerung erwecken. Daß alles zünftig sein wird, dafür garantiert der ideenreiche deutsche Handwerker. Durch die Straßen Bochums: Am Ehrenmal an der Königsallee wird angetreten, und von hier aus bewegt sich der Zug durch folgende Straßen: Königsallee, Oskar=Hoffmann=, Wiemelhauser, Brüder= Rott= Königstraße, Moltkemarkt, Max=, Bessemer=, Allee=, Bongard=, Kortum=, Brück=, Kloster= und Blücherstraße zum Kaiser=Friedrich=Platz. Selbstverständlich wird auch des Winterhilfswerks gedacht werden. Es wird ein Festzeichen herausgegeben werden, das in Emaille 0,50 Mark und in Pappausführung für 0,10 Mark käuflich zu erwerben ist. Der Reinertrag aus dem Verkauf des Abzeichens und der Erlös aus Sammlungen werden je zur Hälfte an die Winterhilfe und einen besonderen, den Reichskanzler zur Verfügung stehenden Fonds abgeführt. Große Kundgebungen sind geplant. Das Junghandwerk trifft sich am Sonntag, 17½ Uhr, im Evangelischen Vereinshaus unter dem Motto:„Ehret eure deutschen Meister!" Veranstalter sind die städtischen Berufsschulen und der Innungsausschuß. Auf dem Schützenhof ist eine große Kundgebung des Bochumer Handwerks. Neben den Handwerkern(Meister, Gesellen und Lehrlinge) ist jeder Bochumer eingeladen. Der Eintrittspreis beträgt 0,30 RM. Die Karten sind bei der Geschäftsstelle des Innungsausschusses zu haben. Der SA.=Musikzug und Hitler=Jugend sind Mitwirkende des sehr unterhaltenden Programms. Obermeister Pg. Feuerbaum(Dortmund) hält die Festrede. In der Städtischen Berufsschule ist am Donnerstag, 17 Uhr, Lossprechung der Lehrlinge des Tischlerhandwerks in Verbindung mit einer Ausstellung von Gesellenstücken. Eine Sonderaufführung im Stadttheater zu verbilligten Preisen ist am Dienstag, 17. Oktober; das zur Aufführung kommende Stück wird noch bekanntgegeben. Eine Kundgebung des Bau= und Baunebengewerbes findet am Freitag, 20. Oktober, im Saale Hahnefeld, Hermannshöhe, statt. Dr. Hering(Dortmund) wird über das Thema„Der angemessene Preis im Kampf um die beste Leistung" sprechen. Die große Schlußfeier ist am Sonntag, 22. Oktober, nachmittags 4 Uhr, in der Dortmunder Westfalenhalle, auf der Staatsrat Gauleiter Wagner und Staatssekretär Reinhardt u. a. sprechen werden. Die angeführten Sonderveranstaltungen sind nur ein Teil aus dem umfangreichen Programm. Nebenher sind noch einige Tagungen vorgesehen. Eine große Versammlung ist Montag abend 8½ Uhr im großen Saale der Bürgergesellschaft für alle Mitglieder des Handwerks, Frauen, Gesellen, Lehrlinge und deren Angehörige. Hier werden Diplome und Prüfungszeugnisse übergeben. Die feierliche Einleitung der Handwerkerwoche beginnt am Sonntag, 15. Oktober, mit den Festgottesdiensten. Der Gottesdienst für katholische Mitglieder ist .30 Uhr in der Marienkirche, der evangelische in der Christuskirche um.45 Uhr. zul Eristenzgrundung Auch den älteren Angestellten soll geholfen werden Das Arbeitsamt Bochum teilt mit: Die Unterbringung der älteren Angestellten ist eine der schwierigsten Aufgaben des Kampfes gegen Arbeitslosigkeit. Auch diese Frage hat die Regierung mit in ihr Arbeitsbeschaffungsprogramm aufgenommen. Mit Hilfe von Darlehen soll erwerbslosen älteren Angestell=liche ten, die bei der augenblicklichen Lage des Arbeitsmarktes keine Aussicht auf Unterbringung in eine Arbeitnehmerstelle haben, die Gelegenheit gegeben werden, eine eigene Existenz zu gründen oder eine bisher nicht ausreichende Existenz weiter ausbauen. Die Anträge auf Bewilligung eines Darlehens sind beim Wohlfahrtsamt zu stellen. Die Prüfung der Anträge ist Aufgabe der Arbeitsämter. Die Bewilligung der Darlehen liegt in Händen der Landesarbeitsämter. Nach den für die Gewährung der Darlehen ergangenen Bestimmungen kommen als Darlehnsnehmer nur erwerbslose Angestellte in Frage, die mindestens 40 Jahre alt sind und die einen wesentlichen Teil ihrer Berufstätigkeit, der sich auch in die neuere Zeit erstrecken soll, im Angestelltenverhältnis gestanden haben. Personen, die freiwillig aus dem Angestelltenverhältnis ausgeschieden sind, um eine selbständige Tätigkeit zu übernehmen, kommen für die Gewährung des Darlehens nicht in Frage. Ebenso können Erwerbsbeschränkte, Kriegsbeschädigte, Kriegerhinterbliebene, Kleinrentner und Sozialrentner aus diesen Mitteln keine Darlehen erhalten, da für Darlehen an diese Personenkreise besondere Mittel seitens der einzelnen Länderverwaltungen vorgesehen sind. Die Darlehen sollen dem Angestellten eine Möglichkeit zur Erreichung einer Existenz oder zum Ausbau einer bisher zum Lebensunterhalt nicht ausreichenden Existenz geben. Deshalb können Darlehen, die lediglich zur Umschuldung dienen sollen, nicht gewährt werden. Mit Hilfe der Darlehen sollen nur solche Vorhaben gefördert werden, die die begründete Aussicht bieten, daß der Antragsteller eine dauerhafte Existenz erlangt. Voraussetzung für die Darlehnsgewährung ist insbesondere: 1. daß der Antragsteller die persönliche und berufEignung, die nötige Erfahrung und die erforderliche Zuverlässigkeit besitzt, 2. daß das Vorhaben des Antragstellers nach seinen gesamten wirtschaftlichen Verhältnissen Aussicht auf Erfolg verspricht, 3. daß es sich um eine Tätigkeit handelt, für die auch wirklich ein wirtschaftliches Bedürfnis vorliegt, 4. daß das Vorhaben in betriebstechnischer Hinsicht keinen Anlaß zu Bedenken bietet. Falls zur Ausübung der Tätigkeit eine gewerbepolizeiliche Zulassung erforderlich ist, ist vor Gewährung des Darlehns zu prüfen, ob diese gegebenenfalls gewährt wird. Außerdem ist darauf zu achten, daß dem Einzelhandel nicht mit Hilfe öffentlicher Darlehen wieder unerträgliche Konkurrenz gemacht wird. Die Rückzahlung des Darlehens muß ausreichend sichergestellt sein. Als Sicherheiten kommen in Frage: 1. Bestellungen, Uebertragungen, Verpfändung einer Hypothek oder Grundschuld, 2. die Bürgschaft von zahlungsfähigen Personen, 3. die Verpfändung rückkaufsfähiger Versicherungen. Die Höhe des Darlehens richtet sich nach den Bedürfnissen des Einzelfalles. Sie soll den Betrag von 1000 bis 2000 Mark nicht überschreiten. #ig 1 Verzinsung wird im Einzelfalle zwischen 3½ vis 472 Prozent im Jahr liegen. Die Rückzahlung soll so bald als möglich durchgeführt werden. Sie erfolgt in der Regel in monatlichen Raten, beginnend nach einer angemessenen Schonzeit. Die Rückzahlungsfrist soll den Zeitraum von 2 bis 4 Jahren nicht überschreiten. Monate; Hoyer ein Jahr und vier Monate; P. wegen eines schweren Diebstahls und Hehlerei sieben Monate. Eine Anzahl Hehler kamen mit Gefängnisstrafen bis zu brei Monaten davon. Eine junge Friseuse, die sich von ihrem Liebsten hatte Schmucksachen schenken lassen, saß Gerischt mat der Sündenbank. Bei ihr ließ es das kleinen Geldstrafe bewenden. Das Mädchen hätte sich sagen sollen, daß ein Erwerbsloser keine Schmucksachen zu verschenken hat, selbst wenn diese— wie sie angab— zum Teil schadhaft waren und erst„zurecht gemacht" werden mußten. Wieder ein tödlicher Verkehrsunfall Am Dienstag morgen, gegen 5 Uhr, ereignete sich auf der Castroper Straße ein schwerer Verkehrsunfall. Ein in Bochum wohnhafter Ingenieur fuhr mit seinem Personenkraftwagen in voller Fahrt gegen einen Motorwagen der Westfälischen Straßenbahn. Beide Fahrzeuge K Im Amte gefehlt... Die greße Reinngung i Siabl und Siaal Bilder aus den Bochumer Gerichtssälen Handeln. Groß ist die Zahl derer, die durch irgendeine Unredlichkeit im Amte mit dem Strafrichter Bekanntschaft machten. Es hat ein großer Reinigungsprozeß begennen, dessen Ende noch immer nicht gekommen zu sein scheint. Vor der Großen Strafkammer standen gestern allein zwei Fälle an. Einmal handelte es sich um einen Polizeibeamten B. aus Wanne=Eickel, der im Büro für Staatsangehörigkeitsausweise Gebührengelder unterschlug und Belege beseitigte. Es handelte sich nicht um große Beträge, sondern um fortgesetzte kleine Unredlichkeiten. Mit dem Einwande, daß Mißstände in der Familie an der Sache schuld seien, kam er nicht durch. Er habe als Polizeibeamter wissen müssen, wie schwer die Unehrlichkeit im Amte bestraft würde. Unbegreiflich „Johann=Hinrich=Wichern=Haus“ Der Neubau des Evangelischen Gemeindehauses im 10. Pfarrbezirk dicht vor der Vollendung Der lang gehegte Wunsch der evangelischen Gemeinde! des 10. Pfarrbezirks nach dem Besitz eines eigenen Gemeindehauses wird in einigen Wochen Wirklichkeit. Der Neubau, der an der Castroper Straße in nächster Nähe der Kreuzkirche von dem Bochumer Architekten Prein errichtet wird, geht seiner Vollendung entgegen. Die Grundsteinlegung erfolgte am 28. Mai dieses Jahres. Die erforderlichen Geldmittel stellte die evangelische Kirchengemeinde zur Verfügung, während die Innensestattung und das notwendige Inventar durch die Piurrgemeinde besorgt werden. Das Haus wird neben Raumlichkeiten für die Gemeinde Wohnzimmer für die Gemeinde= und Kreisjugendschwestern enthalten. Außerdem wird es Heimstätte der evangelischen Gemeindejugend sein. Weiter ist ein Kindergarten vorgesehen mit Badeeinrichtung, die sämtlichen Gemeindeangehörigen zugänglich sein wird. Die nähere Umgebung des Gemeindehauses wird sich mit der Zeit im Schmucke schöner Grünanlagen präsentieren. In diesem Zusammenhange ist auch an die Errichtung eines Kinderspielplatzes und einer Liegehalle gedacht. Das Gemeindeheim erhält nach dem Gründer des Evangelischen Frauenhauses in Hamburg, Johann Hinrich Wichern, in dem das evangelische Deutschland den Vater der Inneren Mission und besonders der heutigentags vielgenannten Volksmission ehrt, den Namen Johann=Hinrich= Wichern=Haus. Die feierliche Einweihung findet voraussichtlich Anfang Dezember statt. und unverzeihlich sei solches Hand'“ Hier sei jede Nachsicht der Gerichte schädlich. Das Beamtentum müsse rücksichtslos gereinigt werden, wenn der Staat wieder hochkommen wolle. Also erkannte das Gericht aus den schweren Beamtenvaragraphen auf ein Jahr und drei Monate Zuchthaus und erließ Häftbefehl gegen den Angeklagten. Der zweite Fall betraf einen Stadtinspektor aus der Nachbarschaft. Ihm waren vom Schöffengericht anderthalb Jahre Gefängnis und fünf Jahre Ehrverlust auferlegt worden. Die Sache war ähnlich gelagert. Hier handelte es sich um einen älteren Mann mit einer in jeder Hinsicht tadelfreien Führung, der im Kriege sich hervorgetan hatte und im Kriegervereinswesen eine Rolle spielte. All das hatte ihm auch schließlich eine gut bezahlte Stellung eingebracht. Daß er sich dann an geringen Beträgen, wie sie beim Standesamt usw. eingehen, vergreifen konnte und diese Beträge dann von Jahr zu Jahr steigerte, bleibt unverständlich, zudem ihm besondere persönliche Bedürfnisse nicht nachzuweisen waren. Hier liegt ein Teil der Mitschuld an der mangelhaften Kontrolle. Seit fünf Jahren war diese Nebenkasse niemals mehr nachgesehen worden. Aber das entlastete den Angeklagten nicht. Seine Hoffnung, in der berufungsinstanz billiger davonzukommen, ging nicht in Erfüllung. Die beiden Fälle, in denen Beamte sich und ihre„Familien ins schwerste Unheil stürzten, mögen zur ubschreaung und Belehrung dienen. Das furchtbar zugerichtete Unglücksauto wurden stark beschädigt und mußten abgeschleppt werden. Der Führer des Kraftwagens, der 36jährige H.., erhielt schwere Kopfverletzungen und wurde in ein Krankenhausgebracht, wo er kurze Zeit nach seiner Einlieferung gestorben ist. * Weitere Verkehrsunfälle Montag nachmittag, gegen.45 Uhr, wurde ein Radfahrer auf der Dorstener, Ecke Querstraße, von einem Personenkraftwagen angefahren und verletzt.— Der jugendliche Radfahrer Josef L. von der Herner Straße fuhr am Montag nachmittag, gegen 2 Uhr, die abschüssige Gußstahlstraße nach der Alleestraße zu herunter. Beim Ausweichen vor einem Kinde rutschte der Fahrer und schlug so heftig gegen den Bordstein, daß er sich eine gefahrliche Kopfverletzung zuzog.— Montag abend, gegen 6 Uhr, wurde auf der Redemptoristenstraße der Lokomotivfuhrer M. aus Hamme von einem Kraftrad erfaßt, er von einem Wagen abstieg. Er wurde mitgeschleift. Nach Anlegung eines Notverbandes brachte man ihn zu seiner Wohnung. Todessturz eines SA.=Mannes In den Stapel gestürzt. Der zwanzigjährige Schlepper Habenicht, Sohn der Eheleute Berginvalide Habenicht, Hiltroper Landwehr, kam in Ausübung seines Berufes im unterirdischen Betriebe der Schachtanlage Constantin der Große, Schacht 6, zu Tode. Kurz vor Beendigung der Schicht stürzte er in einen zwanzig Meter tiefen Stapel hinab. Sein im nächsthöheren Ort arbeitender Kamerad D. hörte den Fall und kletterte in den Stapel hinab. Dort fand er den Aermsten tot im Sumpf auf. Der auf so tragische Art Verunglückte gehörte dem Sturmbann 30 an. Die Beerdigung findet Donnerstag nachmittag statt. Schaufensterknacker, Diebe und Pehiel Schwere Zuchthaus= und Gefängnisstrafen Eine mit zwölf Angeklagten besetzte Sündenaus Wanne # inegmit zwölf Angeklagten be vank! Einvrecher und Hehler. Allesamt Röhlinghausen. Der Haupttäter ist ein Schneider Bernhard Cmaje, vielfach vorbestraft. Er hat in Gemeinschaft mit dem Bergmann Lukaschewski, einem Arbeiter Roczichowski, dem Bergmann Karasch, dem Hausdiener Dubbert, dem Schlosser Hoyer und einem Hilfsarbeiter P. eine ganze Reihe Schaufenstereinbrüche in Bochum Gelsenkirchen und WanneEickel ausgeführt. Vornehmlich suchten sie Bekleidungsgeschäfte heim. Bei Knepper in Bochum „arbeiteten“ die Einbrecher zweimal innerhalb kurzer Zeit. Die also heimgesuchten Kaufleute haben dann ihre Not, weil die Versicherungen ihnen bei der Weiterversicherung ihrer Scheiben Schwierigkeiten machen. Solch eine Scheibe kostet immerhin 400 Mark. In einem anderen Falle bestahlen sie ein Schmuckwarenhaus, in einem weiteren Falle brachen sie in eine Trinkhalle ein, ferner in einen Stall, einmal raubten sie Spirituosen. Die Kriminalpolizei hatte so gute Aufklärungs= arbeit geleistet, daß ein weiteres Leugnen nichts genutzt hätte. Also zogen sie es vor, ein Geständnis abzulegen, da ihnen auch der Vorsitzende gehörig klar machte, daß die Zeit vorbei sei, in der man dem Gericht allerlei Geschichten vormachen könne. Je nachdem Rückfall vorlag, gab es natürlich keine Milde. Cmaje erhielt insgesamt 5 Jahre Zuchthaus und Ehrverlust und wird nach verbüßter Strafe ausgewiesen, da er Jugoslawe ist; Lukaschewski bekam 2 Jahre und sechs Monate Gefängnis: Roczichowski drei Jahre Gefängnis; Karasch ein Jahr Gefängnis, Dubbert ein Jahr sieben Helft uns helfen! Spendet für die Winterhilfe des deutschen Tolkes Heute Brockensammlung der SA. und SS. in der Hattinger Straße und in der Herner Straße mit Nebenstraßen. Ostpreußens Dank für die Bochumer Teilnehmer an der Ostland=Treuefahrt Die Stadtverwaltung Bochum gibt von folgendem Brief Kenntnis: Der Oberpräsident der Provinz Ostpreußen. Königsberg Pr., den 1. Oktober 1933. Für die Zeichen unauflösbarer Verbundenheit, die Sie mir anläßlich der großen Ostland=Treuefahrt überreichen ließen, gestatte ich mir, zugleich im Namen der Provinz Ostpreußen, meinen Dank auszusprechen, den ich Sie auch allen dortigen Teilnehmern an der Fahrt zu übermitteln bitte. Ostpreußen steht jederzeit treu zum Führer, treu zum Volk, treu zum Reich. Mit deutschem Gruß Heil Hitler! gez. Koch, Oberpräsident. Verteilung der Kartoffelspenden aus dem Winterhilfswerk wird begonnen Die ersten Kartoffeln sind angerollt. Die Bedürftigen erhalten pro Kopf zwei Zentner. Bei der Verteilung können nur diejenigen Unterstützungsbedürftigen berücksichtigt werden, die im Familienverbande leben. Zu den Uhterstützungsbedürftigen gehören aber auch solche Personen, die nicht in öffentlicher Fürsorge stehen, denen aber auf Grund ihrer wirtschaftlichen Verhältnisse Hauszinssteuerstundung, Mietbeihilfen oder Fettverbilligungsscheine bewilligt sind oder zustehen. Alleinstehende erhalten keine Kartoffeln, sondern werden Noch sehr unbeständig Bericht der Essener Wetterwarte vom 11. Okt., abends. " Der außerordentlich starke Ozeanwirbel, der noch immer zwischen Island und Schottland liegt, hat sich weiter verstärkt. An seiner Vorderseite fallen über Skandinavien und den Ostseeländern verbreitete Niederschläge,„An der Südseite, zu der auch unser DienstWellt gehort, werden frische bis steife Winde gemeldet. Westdeutschland wird noch weiter im Bereich des umfangreichen Ozeantiefs verbleiben, so daß mit vereinzelten Regenschauern zu rechnen ist. Vorhersage für Mittwoch: Frische bis steife Winde aus südlichen bis westlichen Richtungen. Weiterhin bewölkt und vereinzelt Regenschauer. Noch sehr unbeständig. Wahrscheinliche Weiterentwicklung: Etwas abflauende südwestliche bis westliche Winde. Lanasamer Temperaturrückgang. Noch immer stärker bewölkt und vereinzelt Regenschauer. Dienstag, 10. Oktober Barometer 24 Uhr: 16658 Thermometer? Wetternotizen, gemessen um 8 Uhr vormittags ( Aufg..57, Unterg. 17.45: C. Aufg. 14.59, Unterg. 22 09 im kommenden Winter in Volksküchen und durch freie Mittagstische verpflegt. Die Gutscheine für die Kartoffeln werden vom Wohlfährtsamt und vom Arbeitsamt an die Empfangsberechtigten ausgegeben. Die Kartoffeln werden den Bedürftigen gegen Zahlung einer Gebühr von 30 Pfennig je Zentner frei ins Haus gebracht. Ohne Zahlung der Gebühr werden keine Kartoffeln ausgehändigt. Der Kontrolle wegen sind die Gutscheine bei Ablieferung der Kartoffeln dem Fuhrmann auszuhändigen, nachdem vorher auf dem Gutschein Quittung über den ordnungsmäßigen Empfang der Kartoffeln geleistet ist. Es wird ausdrücklich darauf aufmerksam gemacht, daß Familien, welche bereits Kartoffeln eingekellert haben, nicht berechtigt sind, noch weitere Kartoffeln aus der Winterhilfe in Empfang zu nehmen. Geschieht dies trotzdem, ist Strafanzeige und nach den bestehenden Bestimmungen harte Strafe wegen Sabotage des Winterhilfswerks zu erwarten. Die Ausgabe der Kartoffelgutscheine ist wie folgt geregelt: 1. Die Ausgabe an Bedürftige, die von der Bezirksfürsorge betreut werden, erfolgt täglich in der Zeit vom 13. bis 20. Oktober 1933 von 8½ bis 12½ Uhr im Rathaus, 2. Obergeschoß, Zimmer 241 bis 242; 2. die Ausgabe an Sozial= und Kleinrentner sowie an Kriegsbeschädigte und Kriegerhinterbliebene erfolgt täglich in der Zeit vom 13. bis 20. Oktober 1933 von 8½ bis 12½ Uhr im Rathaus, 2 Obergeschoß, Zimmer 244 bis 249; 3. die Ausgabe an die Wohlfahrtserwerbslosen erfolgt an den bekannten Zahltagen; 4. die Ausgabe an Personen, welchen Mietsbeihilfen, Hauszinssteuerstundung oder Fettverbilligungsscheine bewilligt sind, sowie an vorstehend nicht genannte Personen, die aber glauben, Anspruch auf die Kartoffeln zu haben, geschieht wie folgt: Buchstaben A, B. C, D. E am 13. Oktober, „ F. G, H am 14. Oktober, „ I, K am 16. Oktobber, „ L. M. N. O. P am 17. Oktober, „ O. R. S. Sch am 18. Oktober, „ St, T, U, V. W. Z am 19. Oktober, jeweils von 8½ bis 13 Uhr im Ratskeller, Eingang durch den Torbogen neben dem Verkehrsverein; 5. Arbeitslose, welche vom Arbeitsamt unterstützt werden, erhalten die Gutscheine an den bekannten Zahltagen. Die vorstehend angegebenen Ausgabetage gelten nur für die Unterstützungsbedürftigen aus der Innenstadt. Die Ausgabetage für die Bedürftigen aus den Stadtteilen Langendreer, Werne, Gerthe, Harpen und LindenDahlhausen werden durch entsprechenden Aushang in den Verwaltungsstellen bekanntgegeben. Die Rattiampsti schulepen Gründung des Ruhrkämpferbundes, Ortsgruppe Bochum Im Schlegel-Bräu hatte sich am Dienstag abend eine stattliche Anzahl alter aktiver Ruhrkämpfer zur Gründung der Ortsgruppe Bochum des Ruhrkämpferbundes eingefunden. Im Auftrage des Standartenführers 58 Lampe(Essen) entbot Kamerad H. Rinke den Erschienenen den Willkommsgruß. Dr. Drescher von der Bundesleitung des Ruhrkämpferbundes Essen sprach über Ziele und Aufgaben des Bundes. Gegenwärtig lebten wir in einer Zeit, in der die deutschen Herzen wieder höher schlügen, in der Kameradschaft, Treue, Ehre und Wahrhaftigkeit wieder Gesetz geworden seien. Das verdankten wir nur dem von Gott berufenen Führer Adolf Hitler, der sein Werk an alte preußische Tradition angeknüpft habe. Mit Stolz könne er feststellen, daß einige Ruhrkämpfer, die mir Albert Leo Schlageter gemeinsam auf dem Gefängnishof in Düsseldorf gegangen seien, in der Versammlung weilten. Daß heute alte Ruhrkämpfer eine Versammlung abhalten könnten, verdanke man nur dem Führer. Die Kameraden, die sich freiwillig zusammengefunden hätten, legten keinen Wert darauf, nach außen hin zu glänzen. In den Bund werden nur Kämpfer aufgenommen, die während der Besatzungszeit gegen die Franzosen und Belgier ihren Mann gestanden haben. Oberstes Ziel des Bundes sei die Pflege der Kameradschaft, Treue und Tradition, die sich an die schweren Tage des Ruhrkampfes anknüpft und im Sinne des von Adolf Hitler geschaffenen Dritten Reiches arbeitet. Darüber hinaus werde man der gefallenen Helden des Ruhrkampfes in würdiger Weise gedenken. Ferner wolle man versuchen, den arbeitslosen Kameraden wieder Arbeit und Brot zu besorgen und, wenn es möglich sei. ihnen eine Unterstützung zu gewähren. Solange noch Ruhrkämpfer leben, soll Material über den Ruhrkampf gesammelt werden. Gesellige Zusammenkünfte sollen dazu dienen, Erlebnisse auszutauschen und festzuhalten für spätere Generationen. Ehemalige Marxisten und Nichtarier finden keine Aufnahme in den Bund. Anschließend fand eine Aussprache statt. Sodann wurde zum Ortsgruppenleiter Pa. Ebert, zum Schatzmeister Rentmeister Dringenberg und zum Schriftführer Pg. Bexgmann bestimmt. Eröffnungsvortrag der Winterarbeit im Verband weiblicher Angestellten. Im Rahmen der Eröffnungsveranstaltung für die Winterarbeit des Verbandes weiblicher Angestellten sprach die Bezirksleiterin Katharina Burg(Essen) über„Möglichkeiten der praktischen Mitarbeit im neuen Staat". Jede große Idee müsse in Werke umgesetzt werden. Es sei deshalb die heutige Aufgabe des Verbandes, zu beweisen, daß auch seine Mitglieder dazu fähig seien. Keine großen politischen Aufgaben warteten der weiblichen Angestellten, aber über ihren kleinen Arbeitsplatz hinaus musse auch die jüngste Angestellte die großen Aufgaben der Wirtschaft erkennen. Man müsse wieder zum eigentlichen Sinn des Wortes„Beruf" gelangen und sich gerufen und berufen dazu fühlen. Drei Dinge seien es, die über die tägliche Pflichterfüllung hinaus der weiblichen Angestellten zur Aufgabe gemacht werden müßten: Die Erweiterung ihres Könnens, das Verantwortungsbewußtsein gegenuber ihrem Arbeitsbetrieb und äußerste Sparsamkeit. Zur Erweiterung des Könnens gebe der Verband weiblicher Angestellten genügend Moglichkeiten in Vorträgen und Fortbildungskursen. Das zweite, das Verantwortungsbewußtsein, sei für die Entwicklung des einzelnen wie für das Geschäft von gleicher Wichtigkeit. Und das letzte, die Sparsamkeit, müsse das oberste Prinzip für jede Berufstätige sein. Heute sei nicht nur entscheidend, daß jeder seine tägliche Arbeit erledige, sondern es komme darauf an, mehr zu tun. Der nationalsozialistische Staat fordere den heroischen Menschen, der täglich über sich selbst hinausgehe. Ganz bewußt müsse sich die nationalsozialistische Frau in den Kreis der Ringenden stellen, nicht dadurch, daß sie ihre Arbeit tue, um Geld zu verdienen, sondern durch Disziplin und Verantwortungsgefühl. Mit dem Wunsche, daß diese Erkenntnis sich bei den Mitgliedern des Verbandes befestigen und stärken möge. fovderte die Vortragende zu regem Besuch und tatkräftiger Mitarbeit bei den geplanten Veranstaltungen auf. Der Westdeutsche Rundfunk im Bochumer Schützenhof Wie wir schon öfter berichteten, findet Donnerstag abend die Werbeveranstaltung vom Reichsverband Deutscher Rundfunkteilnehmer im Schützenhof statt. Die beliebten„Fröhlichen Fünf“ vom Westdeutschen Rundfunk werden sich diesen Abend allen Bochumern persönlich vorstellen. Der kürzlich in Bochum auf dem Rathausplatz erschienene Ansager, Herr Rauher, wird ebenfalls erscheinen. Es sprechen der Intendant des Westdeutschen Rundfunks Pg. Dr. H. Glasmeier, Staatskommissar Pg. Kapitän Werber und Reichssendeleiter Hadamovsky. Der Kartenverkauf hat sehr rege eingesetzt, so daß nur noch eine beschränkte Zahl erhältlich ist. Darum weisen wir nochmals darauf hin, sich mit Eintrittskarten bei dem Verkehrsverein, Alleestraße, zu versehen. Die Preise sind 0,30, 0,60 und 1 Mark. Der Bochumer Winterfahrplan 1933/34 Beibehaltung der Züge im Ruhrschnellverkehr Als vor etwa Jahresfrist die Reichsbahndirektion Essen die sogenannten Ruhrschnellzüge einlegte, geschah dieses unter dem Vorbehalt, daß es sich vorläufig nur um eine Versuchsmaßnahme handele. Die Ruhrschnellverkehrszüge erfreuten sich jedoch schon bald bei allen Nahverkehrsreisenden des rheinisch=westfälischen Industriegebietes einer solchen Beliebtheit, daß sich die Reichsbahndirektion Essen im Frühjahr 1933 nicht nur veranlaßt sah, die genannten Züge beizubehalten, sondern die Zugfolge erheblich zu verdichten. Heute gehören die Züge des Ruhrschnellverkehrs zum„eisernen Bestand“ des westdeutschen Personenzugverkehrs, und als erfreulichste Tatsache ist zu buchen, daß auch im Winterfahrplan 1933/34 alle Ruhrschnellverkehrszüge beibehalten wurden. Die Züge des Ruhrschnellverkehrs bilden nach der Betonung der Reichsbahndirektion Essen die Vorstufe zu dem seit Jahr und Tag für den Industriebezirk erstrebten starren Fahrvlan.„099##4## tu. 8 5. Der Winterfahrplan 1953/54 weist für den Bochumer Hauptbahnhof einige bedeutsame Aenderungeen auf. Mehrere Sonntagszüge kamen in Fortfall. Wichtig ist die Neueinteilung eines Personenzuges von Bochum=Hbf. um 15.16 Uhr, der an Werktagen bis Kettwig fährt und an Sonntagen bis Werden durchgeführt wird. Der Fern==Zug Paris—Berlin, bisher ab Bochum=Hbf. um 17.59 Uhr, fährt jetzt schon um 17.55 Uhr ab. Wer über die Aenderungen genau unterrichtet sein und sich vor Irrtümern bewahren will, der beschafft sich das übersichtliche Fahrplanbüchlein des Bochumer Anzeigers", das alles Wissenswerte enthält. Bemerkenswert ist noch, daß auf den Bahnhöfen Bochum=Hbf.,=Nord und=Präsident Sonntagsfahrkarten nach nicht weniger als rund 170 Orten aufliegen. (Weitere Lokalnachrichten auf Seite 6 und 11.) Wohin gehen wir heute siche auch Anzeigentell Stadttheater: 20 Uhr: Coriolan. Lichtspielhaus: ab 16 Uhr: Der fündige Hof. Odeon: ab 16 Uhr: Das Lied einer Nacht. Skala=Lichtspiele: ab 17 Uhr: Liebe auf Befehl. Tonhalle: ab 15.15 Uhr: Hochzeit am Wolfgangsee. Weltlichtspiele: ab 15.30 Uhr: Ein Unsichtbarer geht durch die Stadt. Apollotheater: ab 16 Uhr: Frauengesängnis. Capitol: ab 15.30 Uhr: Gruß und Kuß Veronika. Gloria=Palast: ab 15.30 Uhr: Das Lied einer Nacht. Hammer Lichtspiele: ab 15.30 Uhr: Kiki. Lichtburg: ab 15.30 Uhr: Fräulein Hoffmann's Erzählungen. Union=Palast: Täglich Konzert. 12 Nichts! Nichts als leere Worte, Mutmaßungen, Warnungen, aber nichts Greifbares. In der Sitzung, die zwei Tage später stattfand, gab er sich geschlagen. Budenny schleuderte ihm ungestraft das Wort„Idiot“ ins Gesicht, und der ekelhafte Deutsche bemerkte mit deutlicher Mißachtung in der Stimme: „Genosse Stalin hat uns leider sehr wenig zu berichten. Wir müssen also langsam beginnen zu mobilisieren. Unsympathisch ist mir der ganze Wirbel nur deshalb, weil wir nichts wissen und daher nicht schlagen können. Wenn es zum großen Angriff kommt, dann will ich derjenige sein, der angreift.“ Hier nickte Budenny energisch, und Seltow fuhr fort:„Leider ist das in diesem Augenblick nicht möglich. Wir müssen uns damit trösten, daß wir nicht ganz ungerüstet sind. Unsere sibirischen Truppen rollen langsam eran, unsere Fabriken arbeiten Tag und Nacht, unsere Gasvorräte vergrößern sich, neue Flugzeugserien werden gebaut, kurz und gut, es geschieht ja alles, was möglich ist. Und im äußersten Notfall bleibt uns als letztes Mittel der welthistorische Rückzug. Am 10. Mai begann die Mobilisierung im europäischen Rußland. Und noch immer wußten die Sowjets nichts Genaues. Als am 15. Mai das Ultimatum mit der Aufforderung zur Abdankung kam, stimmte das W...., das allrussische, zentrale, ausführende Komitee, das bolschewistische Scheinparlament, ein Hohngelächter an. Das Gelächter schallte über das Land, rollte in gewaltigem Echo durch die Zeitungen, dröhnte an die Wände der Säle, in welchen wortgewandte Agitatoren willige Parteigenossen zur Gluthitze enflammten, wälzte sich durch die Straßen von Leningrad, hallte von den Wänden des Kremls und drang hinüber nach Asien. Nur im Beratungszimmer des revolutionären militärischen Rates lachte man nicht. Dort saßen die Männer, auf denen die Hoffnungen der Sowjetregierung nun ruhten. Stalin war freilich nicht mehr darunter. Budenny hatte ihn wutentbrannt angefallen, und keine Hand hatte sich zu Stalins Verteidigung erhoben. Der Asiate, den beispielloser Machthunger nicht hatte rasten lassen, bis er die höchste Spitze erreicht hatte, Stalin, vor dem der sterbende Lenin in seinem Abschiedsbrief an die Partei gewarnt hatte— den Brief hatte Stalin freilich unterschlagen— verfügte über keine Freunde. Seine Politik war ein Fehler gewesen. Nun sagte ihn Budenny aus der Sitzung weg.„Du hast Trotzki verjagt, der klüger war als du. Du hast Lenins Testament gestohlen, weil er dich kannte und vor dir warnte. Du hast dich mit Lug, Hinterlist und Gewalt nach oben gebohrt. Und was hast du erreicht? Daß wir heute, wo es uns um den Kragen geht, nichts wissen. Schau, daß du fortkommst, schamloser Lump! Wir brauchen dich nicht mehr!“ Verzweifelt hatte Stalin sich in der Runde umgesehen. Sein Blick war auf kalte, hassende Augen gestoßen. Da schlich er wie ein geprügelter Hund hinaus. Dann begann die Beratung. Nun freilich wurde auch der Draufgänger Budenny still. Nun beugte er sich vor etwas, das stärker war als er.. vor dem Wissen. Nun handelte es sich nämlich nicht mehr um einen Bürgerkrieg. Es ging jetzt um mehr als um das Niederlegen eines aufrührischen Dorfes oder das Erschießen der halben Arbeiterschaft einer Fabrik. Nun war der Krieg da, der große, mathematisch geführte Krieg über ungeheuer lange Fronten, die gewaltige Anforderungen an Können und Wissen der Führer stellte. Jetzt kamen die zwei einzigen Mitglieder des Rates zu Wort, die auf eine gründliche, wissenschaftliche Ausbildung zurückblicken konnten: Kamenew, der unter dem Zaren Generalstabsoberst gewesen war, und Kork, der ehemalige Generalstabskapitän. Höchstens der Deutsche zählte noch mit. Die andern wurden mit einer ungeduldigen Handbewegung zum Schweigen verurteilt. „Wir haben die innere Linie und müssen sie rücksichtslos ausnützen“, erklärte Kamenew.„Unser Aufmarschplan für den Europafall ist gut. Die Front Denjestr, San, Weichsel mit dem linken Flügel auf Odessa und dem rechten auf Danzig ist kurz. Dagegen müssen wir die Welt anlaufen lassen.“ „Und wenn diese Front durchbrochen wird?“ „Dann bleibt uns immer noch der große Rückzug. Ueber Moskau ist bisher noch kein Feind hinausgekommen. Nun haben sie sich alle verbündet. Vielleicht kommen sie dann wirklich über Moskau hinaus. Bis zum Ural werden sie nicht gelangen. Höchstens bis zur Linie Leningrad, Jaroslavl, Nischni, Nowgorod, Stalingrad, Rostow. Wenn überhaupt so weit. Aber wenn sie bis zum Ural kommen! Sie können uns doch nicht bis Wladiwostok folgen. Nein, Rußland kann auch durch die ganze Welt nicht niedergeworfen werden.“ Da erhob Kalinin die Frage: „Und was machen wir mit den fremden Diplomaten? Halten wir sie nicht besser als Geiseln zurück?“ Die Frage wurde rasch entschieden. Die fremden Diplomaten und ihre Leute mußten heimgesandt werden. Nicht weil es ein Gebot des Völkerrechts war, sondern weil man die eigenen Auslandsvertreter zurückhaben wollte. Vielleicht wußten diese Einzelheiten, die wichtig waren. Hierbei erlebten die Sowiets ihre erste gewaltige Enttäuschung. Als der letzte Auslandsvertreter der Räteunion zu Hause eingetroffen war, und man eine Aufstellung machte, sah man, daß nur stebenunddreißig Prozent zurückgekehrt waren. Von sieben Prozent wußte man, daß sie noch nicht zurück sein konnten, weil sie die halbe Welt umsegeln mußten. Aber sechsundfünfzig Prozent waren nicht heimgekehrt. Sie waren in das Lager der Gegner übergegangen. * In den ersten Kriegstagen nahmen die Aufmarschpläne festere Formen an. Die Sowjettruppen hatten Dünaburg besetzt und stießen nach Wilna und Grodno vor. Da meldeten die roten Flieger und Spione gewaltige Truppenaufmärsche der Verbündeten im Raume Grodno, Bjelostok bis nach Brest=Litowsk hinunter, während eine internationale Truppenmacht, bestehend aus Deutschen, Dänen und Norwegern von Königsberg in der Richtung auf Kowno marschierte. Schweden landete in Riga und Reval. An der russischen Seenplatte aber entwickelten die Finnen eine Tätigkeit, die den Charakter eines Guerillakrieges führte. Im revolutionären, militärischen Rat durchschaute man die Lage. Also der feindliche Plan ging wirklich auf eine Linie Leningrad, Jaroslavl, Nischni=Novgorod. Nur unten am Denjestr war es ruhig. Die Gefechte an der polnisch=litauischen Front nahmen den Umfang von Schlachten an. Aber die Vorbereitungen waren anders als im Weltkrieg. Gewaltige Fliegerangriffe bildeten das Vorspiel. Die Roten gasten große Landstrecken ein, in denen Baum und Strauch verdorrte. Selbst das Wasser war tagelang nachher nicht trinkbar. In Eilmärschen zogen nun die sibirischen Truppen, die um Charkow kampierten heran. Die Sowjet=Union warf ihre Hauptmacht nach Westen. Und die roten Truppen kämpften nicht schlecht. Sie griffen tapfer an und wehrten sich tapfer, wenn sie angegriffen wurden. Als die ersten roten Verbände gefangengenommen wurden, stellte man fest, daß die Kompagnien nach einem bestimmten System zusammengestellt waren. Der Kern jeder Kompagnie bildete die„Rote Zelle“, ein kleines Häuflein unbedingt verläßlicher Kommunisten, die in der Kompagnie eine unumschränkte Macht hatten. Sie hatten selbst das Recht, standgerichtliche Urteile auszusprechen und Soldaten der Kompagnie, die sich feige oder nur lau gezeigt hatten, nach kurzem Verhör niederzuschießen. Damit erklärte sich teilweise die überraschende Tapferkeit der Truppen. In Friedenszeiten hatte man den gewöhnlichen Heerestruppen keine scharfe Munition in die Hand gegeben. Die„Rote Zelle“ war natürlich damit ausgerüstet. Nur zu den Schießübungen bekam der Rotsoldat scharfe Patronen. Dann aber lag hinter der Abteilung eine dünne Sicherungskette von Gepu=Truppen mit Maschinengewehren, Flammenwerfern oder leichten Geschützen mit Gasgranaten. Und beim Einrücken mußte der Rest der scharfen Munition sofort abgeliefert werden. Rußland war hilflos in den Händen seiner bis an die Zähne bewaffneten Unterdrücker. Kurz und gut, die Verbündeten hatten gewiß kein leichtes Spiel mit den roten Truppen und mußten erkennen, daß das lange Zuwarten vor dem schließlich doch unabwendbaren Eingreifen den Sowjets viel zu reichliche Gelegenheit gegeben hatte, ein recht brauchbares Heer aufzubauen. Und doch zeigten sich schon in den ersten Kampftagen unverkennbaren Zeichen des moralischen Niedergangs in der Sowjetarmee. Das Verhalten der Gefangenen bewies dies. Zum Erstaunen der Verbündeten kam es nämlich häufig vor, daß im Augenblick der Gefangennahme rote Soldaten gegen die eigenen Leute richteten und einige derselben niederschossen oder mit dem Bajonett erstachen. Die Opfer waren regelmäßig Mitglieder der„Roten Zelle“ der Kompagnie, die ihre Macht mißbraucht hatten, aber auch solche, die nun nach Jahren eine alte Blutschuld zahlten. Der Mangel an Begeisterung zeigte sich auf verschiedene Weise. Nicht wenige der Gefangenen verliehen ganz deutlich ihrer Freude darüber Ausdruck, daß sie gefangengenommen waren. Manche fielen auf die Knie und küßten ihren Befreiern die Hand, andere umarmten ihre Kameraden und vergossen Freudentränen, wieder andere aber gaben ihre Gewehre nicht ab, sondern warfen sich nieder und schossen gegen die, welche vor wenigen Augenblicken noch ihre Kameraden gewesen waren. Ueberhaupt war die Zahl jener Gefangenen, die sich früher oder später als Freiwillige bei den verbündeten Truppen meldete, sehr groß und stieg von Tag zu Tag. Eine nachträgliche Statistik stellte fest, daß schließlich 68 Prozent der Gefangenen gegen Sowjet=Rußland im Felde standen, und die Verbündeten verfügten auf diese Weise nicht nur über ausgezeichnete Stoßtruppen, sondern auch über eine gewaltige Anzahl ortskundiger Führer und sprachgewandter Dolmetscher. Schon in der zweiten Woche machten die Verbündeten die ersten weiblichen Gefangenen. Die Gleichberechtigung der Frau war bis in die Rote Armee gedrungen, und es mußte festgestellt werden, daß die Frauenkompagnien im Kampf und in der Verfoigung geschlagener Gegner beinahe energischer und jedenfalls grausamer waren als ihre männlichen Kameraden, aber ungeregelter und kopfloser bei einem Rückzug. Die Kriegslage entwickelte sich langsam und in nicht ganz deutschen Linien. Außerdem gar nicht nach dem Geschmack der roten Heeresleitung, die anfangs zwar einige örtliche Erfolge erzielte. Aber die kleinen Lucken schlossen sich stets über Nacht. Auffällig war es, daß die Verbündeten ihre Erfolge stets nur im örtlichen Rahmen ausnutzten. Die geschlagenen roten Abteilungen wurden verfolgt, aber nicht immer setzten sich die Verbündeten in der neuen Linie fest, die sie auf der Verfolgung erreicht hatten. Sie taten dies nur, wenn das Gelände ganz besondere Vorteile gegenüber der alten Stellung bot. Sonst kehrten sie in die Ausgangsstellung zurück. Dabei zeigte das militärische Bild an der Front höchst eigentümliche Züge, so eigentümlich, daß die bei der Heeresleitung eingestellten Zeitungskorrespondenten schon nicht mehr recht wußten, was sie berichten sollten. Für einen oberflächlichen Beobachter hatte es nämlich den Anschein, als ob sich der Höchstkommandierende der Verbündeten eigentlich nicht recht zu einem entscheidenden Vorgehen aufraffen könnte. Es fanden zwar größere und kleinere Gefechte statt, aber sie waren doch nur von untergeordneter Bedeutung. Die Angriffe waren in der Regel außergewöhnlich vorsichtig, ja sogar zögernd, und die einzelnen Punkte, wo ein Angriff der Verbündeten einsetzte, stets so gewählt, daß sie möglichst wenig Verluste erlitten. Jonkheer Rees van der Veens Worte waren: „Nicht ein Menschenleben mehr als unbedingt notwendig!“ Bei Angriffen der Roten kam es oft zu geschickten Rückzügen der Verbündeten mit gewaltig verstärkten Flankenstellungen, so daß die eingedrungenen Sowjertruppen entweder herausmanövriert oder gefangengenommen wurden. Es war eine recht eigentümliche Art der Kriegsführung, und im roten Kriegsrat schüttelte man bedenklich die Köpfe. „Der Mann will uns ermüden. Das ist gefährlich. Sie verfügen über mehr Hilfsmittel als wir. Seine Taktik erstickt uns.“ Es war klar, daß der Krieg auf die Dauer so nicht weitergeführt werden konnte. Dabei zeigten sich außerdem noch dieselben Mängel in der Organisation als seinerzeit im Zarenreiche. Ein oder das andere Depot war gleich am ersten Tage in die Luft geflogen. Es war kein Akt des Verrats, sondern sollte die Tatsache verdecken, daß das Depot von wichtigem Kriegsmaterial viel weniger enthielt, als es enthalten mußte. Die Geldsummen zur Anschaffung des Materials waren eben an verschiedenen Fingern klebengeblieben. Mit eiserner Faust griff die Sowjetregierung ein. Wahllos und zahllos waren die Hinrichtungen von „Gegenrevolutionären“, ganze Dörfer und Märkte wurden dezimiert, einige durch die eigene Artillerie dem Boden gleichgemacht. Die Sabotageakte hinter der roten Front hörten auf. Daß diese Ruhe nicht von Dauer sein konnte war klar, und die Verbündeten sorgten dafür, daß sie abgekürzt wurde. Tief in das Land hinein zogen ihre Flieger und warfen Flugschriften ab. Russen, vergesset nicht, daß wir nicht gegen euch, sondern für euch kämpfen! Unsere Feinde sind eure Unterdrücker! Wir werden nicht ruhen, bis dieser Feind völlig geschlagen ist! Die Aufrufe verfehlten ihre Wirkung nicht, und die Tätigkeit der Sabotage begann von neuem. Wieder kam die fürchterliche Vergeltung, und wieder wurde es ruhig. (Fortsetzung folgt.) Meine Frei scheinlich eine meinen Berich beginne. 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Das geschieht aber gar nicht aus Gehässigkeit, und ich mach mir auch keine Gedanken darüber, daß die sogenannten Sprecher hier im„Technikum" sich wieder finden. Die erste Seite meiner Reiseschilderung war eben voll, und darum mußten diese„lebenden Zeitangaben“ auf die nächste rutschen. Mir fällt übrigens gerade ein, daß diese zufällige Disposition gar nicht so unberechtigt ist. Es ist ja nur das persönliche Verdienst dieser prächtigen Kerle(Verzeihung— muß ich Herren sagen?), daß ihre Tätigkeit im Trott täglicher Gewohnheiten nicht längst geistiger Mechanismus, wie der Ablauf einer Platte geworden ist. Gott sei dank nicht! In dieser Beziehung sind wir westdeutschen Hörer fein raus. Und jetzt könnte ich eine tiefgründige Untersuchung und längere Abhandlung über das Thema schreiben: Wie soll ein vortrefflicher Ansager und Funksprecher beschaffen sein, damit er seine Aufgabe im rechten Sinne erfüllt? Meine verheißungsvolle Ueberschrift sieht ja auch so aus. Aber das ist ja nur einer von den üblichen Journalistentricks. Eine gute Ueberschrift ist alles, wie bei einer Funksendung der Titel. Was im Verlauf geboten wird, ist halb so wichtig. Ich kann mir aber diesmal wirklich aus stichhaltigen Gründen meine gelehrten Ausführungen sparen. Unsere Hörer wissen längst und aus eigener Erfahrung, wie sich ein Ansager einzustellen hat, um die Sympathie des Publikums zu erringen, welche Qualitäten er haben muß, wenn er vor dem kritischen Ohr der großen Oeffentlichkeit bestehen will. Mag sein, daß die Geschmäcker auch hierin noch manchmal verschieden sind, daß des einen Stimme und menschliche Haltung einigen Hörern besser gefällt als die des anderen. Ich habe aber Courage genug, offen zu erklären, wer mir in dem Ansagerkollegium am besten gefällt. „Drei Namen nenn ich Euch inhaltsschwer“: Rauher, Probst und Ernst. Meinen Sie auch? Na also. Es gibt noch mehr von dieser „Sorte Mäuse", aber die drei sind noch unstreitig die Elite. Und wenn jemand fragen sollte, weshalb ich mich jetzt der umgekehrten alphabetischen Reihenfolge bediene und gerade mit Rauher beginne, so ist er kein Bochumer. Rauher war doch noch kürzlich bei uns und hat unsere Wurstbrötchen und stellenweise sogar unser Rathaus gelobt. Kein Wunder, daß er hier der beliebteste ist. Populär ist schon gar kein Ausdruck. Haben Sie gesehen, wie damals nach der Konzertübertragung im Rathaus die autogrammwütigen Jungfrauen und— ich hab's wohl gesehen—, auch Gattinnen den Funkmann bedrängten, daß selbst ein Willy Fritsch vor Neid hätte erblassen müssen, und unser Funkmann vor der begeisterten Weiblichkeit sich in ein nahe gelegenes Café flüchten mußte? (Unter uns gesagt: er wollte sowieso frühstücken, aber die Sache machte sich sehr nett und war überzeugend arrangiert.) Ja, so freudig erregt war Bochum schon am frühen Morgen. Nur können Sie sich denken, wie der Mann seinen ulkigen Witz anbringen. Jetzt, wo der Funk sich ganz auf Levendigkeit und Volkstümlichkeit eingestellt hat, braucht er sich keinen Zwang mehr aufzuerlegen und kann sich seine Aufgabe so abwechslungsreich und unterhaltsam gestalten, wie er und wie wir es gern haben. Er ist im Gegensatz zu den anderen„Musikanten der Frühaufneher und leider kann er sein Schallplattenkonzert nicht, wie ich mir das früher optimistisch ausmalte, vom Bett aus senden. Dafür aber darf er jeden Morgen den Hörern heitere Laune mit auf ihren Tagesweg geben, Kinder und Erwachsene und— was am schönsten ist, und Namenstagskindern freundlich gradas tut er sehr artig, sogar mit einem Präsent. Ein tüchtiger Pilot ist zur Pünktlichkeit erziehen den Geburtstulieren. Und kleinen musikalischen er auch, wie wir wissen. Ueberhaupt ein famoser Kerl. Sein Reich ist der Schallplattentisch. Auf vier Tellern mixt er das musikalische Frühstück und würzt es mit kleinen humorvollen Liebenswürdigkeiten und witzigen Einfällen. Dieser amüsanten Hexenküche werden wir uns beim Rundgang durch den Funkbetrieb noch eingehender zu widmen haben. Gelegentlich waltet hier auch Hermann Probst seines Amtes. Ein alter Bekannter, der von Dortmund her, wo die Wiege des westdeutschen Rundfunks stand — schlau, wie immer, hat sich dann später die Rheinmetropole Köln die Funkleitung angeeignet— uns in die Geheimnisse der Radiowunderwelt einführte. Dortmund ist auch heute noch seine zweite Heimat. Oder können Sie sich ein Sechstagerennen in der Westfalenhalle oder sonst ein Dortmunder Ereignis vorstellen, ohne daß Probst mitten mang wäre, wenn der Rundfunk Interesse daran hat.(Rauher macht's übrigens mit Elberfeld eben so.) Und wenn ich jetzt weiter sage, daß Probst so eine Art Funkreisender geworden ist, würde er mir böse sein, wenn wir uns nicht so gut von früher her kennten. Aber es stimmt, was ich sage: er ist der Direktor des Wanderfunks, der geistige Kutscher des Funkwagens, der, was man hier im Westen so zur Umgegend rechnet, bereist, über die Möglichkeiten des Radio aufklärt und die etwas abseits von der Kultur Wohnenden zur Funkteilnahme„verleitet". Neuerdings ist er auch noch Bäderpropagandist im Nebenberuf geworden. Kein Wunder, wenn im nächsten Jahre die westdeutschen Bäder überlaufen wären. Hoffen wir das Beste. Ich bin kein so großer Sportkenner, um beurteilen zu können, ob Probst in dieser Materie besser Bescheid weiß oder Dr. Ernst. Ich glaube aber,„unser Bernhard, der Mönstersche Junge“, kann das doch besser. Donnerlüttchen, wie der son Fußballspiel verfolgt und blitzschnell ins Hochdeutsche mit all den vielen Fachausdrücken übersetzt und dabei noch Zeit hat, seine kritischen Seitenhiebe einfließen zu lassen. Der kommt auch bei den verzwicktesten Situationen nicht in Verlegenheit, weil er wortgewandt und mit schöner Anschaulichkeit einer funkgerechten Reportage gewachsen ist. Sympatisch im Sprechen, nicht nur in der Sportberichterstattung, aber auch einer von den MalefizStipppisiteuren. Daß er unser engerer Landsmann ist, verbirgt er niemals, und wenn er seinerzeit dem neuen Intendanten bei seinem Einzug ins Funkhaus mit dem altgewohnten westfälischen Gruß fen. Schließlich schwand auch meine Enttäuschung, da mir durch die Pause Gelegenheit gegeben wurde, diese besagte Hexenküche mit ihren raffinierten Möglichkeiten kennenzulernen. Hier stand ich unerwartet mitten in der sogenannten Geräuschkulisse. Da saß ja der Mann, der die geräuschvoll tönende Welt in Szene setzte. Da war fast das ganze Geräuscharsenal auf der Platte. Mit Kopfhörern verfolgt er den Ablauf des Spiels im Sendesaal und pfeffert von der bereits unhörbar laufenden Platte auf das Stichwort hin das betreffende Geräusch in den Aether. Glänzend, was? Das sind doch kluge Leute. Aber das war nicht das einzige, was man mit dem viertellerigen Plattentisch zaubern kann. „Guen allen auch Dag int Hus“ willkommen hieß, klang uns das recht heimatlich. Ob er sonst mit Dr. Glasmeier platt kürt? Mit Karl Wagenfeld immer. Kinter den Funkkulissen Nun können Sie sich denken, wie der Mann umschwärmt ist. Begeisterte Zuschrift und süße Briefe? Nur ein paar Kulissen, Maske und Kostüm Zur Antwort zwinkert er nur mit den Augen— Amts= Schauspieler und die lebendige Theaterbühne seheingis, Wied post verisgratet sein, und dann per stie Oi nrshzud ich eur ehbegrse stehe ich seine Diskretion. Tät ich auch. Aber er hat die Anerkennung verdient. Rauher ist ein Schalk durch und durch. Früher durfte er sich nur in den außerprogrammäßigen Funkwerbungen austoben und So, und damit sei endgültig die„Galerie der Köpfe“. geschlossen. Wir müssen uns nun endlich dem Funkhaus, seinen Räumlichkeiten und Einrichtungen zuwenden. Da sind Sie nun wohl sehr neugierig, was es dort zu sehen gibt, und wie es hinter den Funkkulissen zugehl? Aber zuvor eine Frage: „Hatten Sie sich das Kölner Funkhaus, die geistige und zum Teil auch technische Zentrale unseres Sendebezirks, so vorgestellt?“ Gewiß, übermäßig viel Platz ist nicht vorhanden, aber ich fand's gemütlich.„Raum ist in der kleinsten Hütte", wenn man fleißig arbeiten will. Aber meinetwegen sollen sie ihr neues Funkhaus haben. Dann hab ich wieder einen Grund zur Stippvisite. Als Prunkstück wird dem Besucher natürlich zuerst der große Sendesaal vorgeführt. Na, der langt ja schon für eine normale Hochzeitsgesellschaft, und eine Tribüne ist auch vorhanden für das verehrliche Publikum, das früher bei den sogenannten„lustigen Abenden“, den Hörern draußen große Heiterkeit vortäuschen mußte. Bei hellem Tag sieht der Saal recht kahl aus. Einsam stehen ein paar Mikrophone, und auf dem Podium schläft verlassen eine Baßgeige. Es gehört schon allerlei Phantasie dazu, sich hier den Schauplatz der großen Sendespiele vorzustellen, einer Wagner=Oper etwa oder eines großen klassischen Schauspiels. Es ist überraschend, wie die Künstler auch diese Umwelt vergessen und selbst in der Probe das Wort oder den Ton„erleben". Das sah ich in einem kleineren Saal, den man sehr vornehm„Marmorsaal“ tituliert. Dort probt man gerade an einem Hörspiel. Abseits für sich mit eigenem Mikrophon sitzt das kleine Orchester und an der anderen Seite des Raumes stehen vor mehreren Mikrophonen ein gut halb Dutzend Darsteller mit den Rollenbüchern in der Hand. Aber welche Lebendigkeit bei den Künstlern! Kein routiniertes Vorlesen ihrer Rolle, sondern echtes, lebensstarkes Spiel. für die ###er und die lebendige Theaterbühne ist fertig. Da verstamo ich zum ernen Male, wie kraft restloser Hinga be der Darsteller— in diesem Falle eigentlich nur Sprecher— ein Sendespiel so unmittelbar und eindringlich auf den Hörer in seiner Klause winken kann. Es ist blutvolles Leben, was er empfängt, weil vor dem Mikrophon in Mimik und Haltung, in Bewegung und Sprache ursprüngliches Leben geformt wird. Der Rückschluß von solch ernster Arbeit bei der Probe schon auf die eigentliche Sendung war nicht schwer. Wer das gesehen hat, muß als Hörer freigebiger in seiner Anerkennung und zurückhaltender im Tadel sein. Eines ist sicher, die Arbeit vor dem Mikrophon ist ungleich schwieriger als auf der veritablen Bühne vor einem Publikum, dessen Ausstrahlung der Darsteller als aneiferndes Element deutlich verspürt. Ja, Kulissen waren nicht da. Und ich hätte doch zu gern einmal hinter diese geheimnisvollen Dinger geschaut. Von„Geräuschkulisse“ hatte ich aber doch schon gehört und war sehr gespannt, wenigstens diese kennenzulernen. Sie wissen ja, was man darunter versteht: Regen, Donner, Blitz, Pferdegetrappel, Gemurmel der Volksmenge, Beifallgebrüll, musikalischer Hintergrund, Eisenbahngeräusch und solche gebräuchlichen Aeußerungen des realistischen Lebens. Aber ich sah nichts von diesen Requisiten, wie der Theatermann, das diesbezügliche Handwerkszeug nennt. Na, vielleicht hatte man das in der Probe nicht nötig, und ich hatte Pech, daß gerade keine wirkliche Sendung vor sich ging. Oder sollte man...? Mir kam ein fürchterlicher Verdacht. War das nicht auffallend, daß gerade bei meinem Besuch Sendestille war? Die Zeit war doch nicht ungewöhnlich.„Schade, daß gerade nicht gesendet wird.“ Nanu, denke ich, da stimmt doch was nicht. Aber es wurde noch verdächtiger. Kein Zweifel, man fürchtete meine neugierige Stippvisite und legte kurzer Hand eine Sendepause ein, damit ich nur nichts entdecken sollte. Oder was hätten Sie in meinem Falle gedacht, wenn Sie nach längerem Warten„auf leisen Sohlen“ in den Schallplattensenderaum sich geschlichen hätten, wo gerade ein Unterhaltungskonzert abgewalzt werden sollte und der freundliche Schallplattenmann Sie grinsend begrüßt hätte: „Kommen Sie ruhig hinein, wir haben gerade ausgeschaltet— Gewitterstörung.“ Da war ich denn doch platt: wolkenloser blauer Himmel über Köln— und mir Gewitterstörung vorflunkern zu wollen.„Ja das machen die in Langenberg öfter so, die leiden an Gewitterfurcht." Was sollte ich machen? Ich nahm mir aber vor, diese unerwartete Störung später gründlich nachzuprüEs lassen sich gleichzeitig vier verschiedene Platten in verschiedene Stärkegrade durcheinandermischen. Wollen Sie sich einmal ausmalen, welch ein musikalisches Kompott entsteht, wenn man etwa die Gralserzählung aus Lohengrin“, einen Militärmarsch mit einem Operettenlied und einem Strauß=Walzer mixt. Da haben Sie einen ungefähren Begriff, was ein schalkhafter Vorführer dort zusammen brauen kann. ERR — Rauher am Schallplattentisch so manches Und jetzt wird sich dem Hörer auch akustische Geheimnis lösen. Da ja auch das längste Gewitter über Langenberg mal zu Ende geht, setzte nach einer halben Stunde der Sendebetrieb wieder ein.„So, nun muß ich einen Augenblick um Ruhe bitten.“ Aha, jetzt geht's los. „Meine sehr verehrten Hörerinnen und Hörer, wegen Gewittergefahr... Sie hören jetzt noch die beiden letzten Nummern des vorgesehenen Programms.“ Ehrfürchtig, denn eine Welt lauscht, schweige ich. Und auf einmal beginnt der freundliche Ansager unbekümmert wieder mit uns zu plaudern. Haste Geschmack? Ich antwortete nicht, denn jeder würde mich ja hören und an der Sprache erkennen.„Nur keine Sorge, jetzt hört uns keiner mehr." Ja, was war denn das?„Ganz einfach“, sagt der Plattenmann, „nur im Augenblick der Ansage ist hier der Raum eingeschaltet. Die Platte gibt ihre Musik direkt in die Leitung und kommt erst durch den Lautsprecher zu uns zurück. Deshalb ist auch, wenn ich ansage, der Lautsprecher„automatisch ausgeschaltet, weil man sonst meine Stimme zweimal hören würde. Zu komisch aber, daß in dem Raum, wo die Wachsplattenaufnahme vor sich geht, auch wieder Pause war. Wir sind mit einem Dampfer unterwegs auf dem Rhein, und es soll eine Wachsplattenaufnahme von der Reportage gemacht werden. Aber wir können nicht arbeiten, es sind Gewitterstörungen.“ Fast hätte ich lachen müssen. Schon wieder diese verdächtige Unterbrechung. Na, mir mir konnte man das ja machen. Inzwischen bestaunte ich denn— und das täte ein jeder, sagte man mir— die Dicke der Wachsplatte, in die mit einer Saphirnadel die Uebertragung eingeritzt wird. Mindestens zwei Zentimeter dick muß die Platte sein; die nach Gebrauch wieder abgeschliffen wird. Die Herstellung einer Hartplatte nach dem Wachsoriginal geschieht übrigens nicht in Köln. Zum Schluß noch eine Visite im Verstärkerraum. Himmel, wieviel Schallbretter, Schnüre und Apparate. Das ist die technische Seele des Funkhauses. Jede Sendung, die herausgeht oder von draußen kommt, wird hier kontrolliert und auf die funkgerechte Stärke gebracht. Die Ueberwachung geschieht nicht gehörmäßig und ist nicht dem Gefühl des Konrollbeam= ten überlassen. Ein feiner Regulierapparat mißt die Stärke und zeigt genau an, wenn eine Sendung zu schwach oder übersteuert ist. Undeutlichkeiten und Verzerrungen sind im Augenblick zu beheben. Hier wird auch das Pausenzeichen bedient, das unter Glasverschluß im Vorraum steht und aus unmittelbarer Nähe kaum vernehmbar ist. Ganz zart ist das seine Spiel der Hämmerchen und erst die Verstärkung gibt ihm jenen hellen Klang. „Hoppsa, Mariechen, dreh dich mal rum.“ Beim Abschied noch einen Blick in den Sendesaal, wo Ensoldt mit dem tüchtigen kleinen Orchester ein Unterhaltungskonzert beendet. Jetzt muß es eine Zeit lang unter einem anderen Dirigenten spielen. Freundlich wie ich ausgenommen war, wurde ich entlassen. Meine Visite hatte sich gelohnt. Ja, es weht eine ganz andere Luft in der Dagobertstraße. Der Funk ist wieder volkstümlich gewoeden. Heute heißt, Rundfunkhörer sein, erfreut und beschenkt zu werden. Woher auch sonst wohl, selbst in dieser Zeit, noch eine ständige Zunahme der Teilnehmer. " Und beim ersten Besuch im neuen westdeutschen Funkhaus sprechen wir uns wieder.— Auf WiederBendesas! Sochumer Anzeiger u. Gen. Anz. Handel- Gewerbe- Indultrie Mittwoch, 11. Oktober 1933 Die Noderuning der Welnamhdten-Wirhaian Sitzung des Beirats des Treuhänders der Arbeit in Bochum Am Montag nachmittag fand unter dem Vorsitz des Treuhänders der Arbeit für das Wirtschaftsgebiet Westfalen, Dr. Klein, in Bochum eine Sitzung seines Beirates statt, der sich bekanntlich aus Vertretern der zuständigen Reglerungsbehörden, den Gauleitern, den Vertretern der Arbeitsfront und der NSBO., den Kammern und Führern der Wirtschaft zusammensetzt. Nach einleitenden Begrüßungsworten des Vorsitzenden begründete Pg. Dr. Karrenbrock in grundsätzlichen Ausführungen die Notwendigkeit einer Neuordnung der Wirtschaft im nationalsozialistischen Sinne. Hieran schloß sich eine lebhafte Aussprache, die eine allgemeine Uebereinstimmung ar, in den Grundauffassungen, zu deren Wortführer sich strie zu entscheiden. Staatsrat Wagner in beredten Ausführungen?“:“ 3u, entegheig verlangen eine baldige Uebertragung der Ideen des Führers vom Staatsleben auf das Wirtschaftsleben. Der Umbau der Montanindustrie Gellenberg wird Mittelpunkt der Neuordnung Am 27. Oktober treten die Aufsichtsräte der Ver. Stahlwerke, der Gelsenkirchener Bergwerks AG., der Phönix AG. und der van der Zypen& Wissen AG. zusammen, um die Stahlvereinsbilanz zu beschließen und über den organischen Umbau der westdeutschen SchwerinduDolur and Ggesitenmenned) an Pfund 12,97(gestern: 13,02½).4 machte und in dem festen Willen, der bedeutungsvollen wirtschaftlichen Probleme im Bezirk Herr zu werden, ergab. Besonders das Gebiet der Arbeitsbeschaffung, worüber Dr. A. Vögler sich verbreitete, zeigt die große Gefahr, die hier namentlich in einer geldentblößten Wirtschaft, in dem Mangel an einheitlicher Zielsetzung und Richtlinien besteht. Dr. Vögler wies im besonderen darauf hin, daß eine zweckmäßige Behandlung des Oelwirtschaftsproblems, das im Zusammenhang mit dem Autostraßenplan und der gesamten Kraftwagenentwicklung von größter Bedeutung ist, nicht nur die Einstellung von Hunderttausenden von Arbeitern und die Ersparung von mehreren hundert Millidnen Mark an Devisen pro Jahr, sondern auf die Dauer auch die Selbstversorgung Deutschlands mit Motorbetriebsstoffen sicherstellen könne. Bei solchen alle Wirtschaftskreise dauernd befruchtenden einheitlichen Maßnahmen bedeutet eine zusätzliche Kreditversorgung keineswegs die Gefahr einer Inflation. Auf die Kreditversorgung der mittelständischen Wirtschaft ging Pg. Direktor Lohe ein, indem er betonte, daß sie durch die gegenwärtige Bank- und Kreditorganisation nicht zu lösen sei. Eine intensivere Pflege des Personalkredits sei zur Förderung der Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen unbedingtes Erfordernis, allerdings unter der Voraussetzung einer gewissenhaften Prüfung der Kreditwürdigkeit und einer Verbilligung der Kredite Im Wege einer organischen Zinsherabsetzung. In seinem Schlußwort stellte Dr. Klein zusammenfassend fest, daß wissenschaftliche Erkenntnis und zwingende Bedürfnisse der wirtschaftlichen Praxis in völliger Uebereinstimmung die Notwendigkeit der baldigen Beschaffung von Wirtschaftsführungsorganen und damit die Notwendigkeit erster reichsgesetzlicher Maßnahmen zur Ingangsetzung einer neuen Wirtschaftsordnung ergeben. Gerade die Erfahrungen in seinem Treuhänderamt, das ihm hinsichtlich der Erhaltung und Stärkung des staatspolitischen Kredites besondere Verantwortung auferlege, Ueber diese Umbaupläne erfahren jetzt Berliner Blätter Einzelheiten, die zwar zum Teil nicht mehr neu sind, aber trotzdem noch manche interessante Hinweise enthalten. Danach soll zum Kernstück des neuen Montanumbaues die Gelsenkirchener Bergwerks AG. gemacht werden. Zu diesem Zweck werden die obengenannten Gesellschaften ihre Zechen, Hüttenwerke und übrigen Beteiligungen auf Gelsenberg übertragen. Der Anlagebesitz soll dann in acht bis zehn selbständige Betriebs-Ad. aufgegliedert werden, bei denen Gelsenberg unter dem Namen Ver. Stahlwerke als Groß- oder Alleinaktionär fungiert. Die Verhandlungen über die Regelung der Anleiheschuld von 490 Millionen Mark solleh positiv beendet sein. Im ganzen handelt sich bei den zu treffenden Maßnahmen um eine Auflockerung des Konzerns in selbständige Betriebe und Verkaufsgruppen. Gelsenberg besitzt zur Zeit von dem AK. des Stahlvereins(775 Millionen) unmittelbar 258 Millionen, mittelbar kontrolliert sie 189 Millionen bei Phönix. Gelsenberg und Phönix ihrerseits beherrschen van der Zypen, die ebenfalls beim Stahlverein engagiert ist. Seit einiger Zeit spricht man von einer Holdinggesellschaft Gelsenberg-Phönix- van der Zypen, die dann über fast 500 Millionen Mark Stahlvereinsaktien verfügen würde. Diese Summe könnte theoretisch als Kaufpreis an die Ver. Stahlwerke zurückgegeben werden, falls die Ver. Stahlwerke ihre Anlagen im Werte von 1478 Millionen und ihre Beteiligungen Im Buchwert von 291 Millionen an Gelsenberg übertragen. Man rechnet damit, daß bei dieser Transaktion große Summen von Sonderabschreibungen und Wertberichtigungen freigemacht werden können. Behaupfeter Ruhrkohlenablatz Der Gesamtabsatz an Ruhrkohle hat sich im September gegenüber dem Vormonat behauptet, arbeitstäglich ist sogar eine kleine Steigerung von 166 000 Tonnen auf 170000 Tonnen zu verzeichnen. Demgegenüber betrug der Gesamtabsatz im September 1932 arbeitstäglich 159000 Tonnen. Die Erhöhung gegenüber August entfällt fast ganz auf das unbestrittene Gebiet. Genchmigte Umgründung Bergbad fa. Ewald Turg Aaru.. ½ Die gestrigen Gewerkenversammlungen der Gewerkschaft Ewald und der Gewerkschaft König Ludwig genehmigten die Umgründung der beiden Gewerkschaften in eine AG. und die damit verbundene Sanierung ohne jede Aussprache. Das Vermögen der beiden Gewerkschaften wird auf die neu zu gründende Bergbau AG. EwaldKönig Ludwig übertragen. In der Gewerkenversammlung der Gewerkschaft Ewald in Herten i. W. wurde zunächst der Abschluß mit einem Gesamtverlust von 10,79 Millionen Mark genehmigt. Dann erfolgte die einstimmige Genehmigung des bekannten Sanierungsplanes. Der Grubenvorstand und die Liquidatoren wurden ermächtigt, das Vermögen der Gewerkschaft im ganzen auf Grund der Bilanz vom 31. Dezember 1932 auf die zu gründende Bergbau AG. Ewald—König Ludwig zu übertragen gegen Gewährung von Aktien derart, daß auf jeden Kux der Gewerkschaft Ewald nom. 3500 Mark und mom. 2100 Mark Genußscheine entfallen. Gleichzeitig wurde Beschluß über die Auflösung der Gewerkschaft des Steinkohlenbergwerks Ewald gefaßt und die Liquidatoren gewählt, die sich aus dem bisherigen Grubenvorstand zusammensetzen. An Stelle von Bankier Kurt Hirschland, der seit längerer Aus Ven Bochumel=Berbanden und Bereinen Evangelisches Jugendwerk Deutschlands. Eine außerordentliche Bestandsaufnahme ist soeben innerhalb des Evangelischen Jugendwerkes Deutschlands vorgenommen worden. Für das Evangelische Jugendwerk Deutschlands ergibt sich Mitte September eine Zahl von insgesamt 4036 Vereinen, das heißt. ein Zuwachs von 191 Vereinen seit Januar 1933. Bei den Neuaufnahmen(433 Vereine) handelt es sich in erster Linie um solche, die früher allein standen, ohne dem Gesamtwerk angeschlossen zu sein; der Abgang(insgesamt 143 Vereine) ergibt sich zur größeren Hälfte durch Eingehen von schwachen Gruppen, zur kleineren durch Uebergang zu anderen Jugendverbänden. Das Evangelische Jungmädchenwerk Deutschlands hat dieselbe Bestandsaufnahme mit ähnlichem Ergebnis(Zuwachs über 990 Gruppen) durchgeführt. Die Mitgliederbewegung ist auf das Ganze gesehen, nach vorliegenden Teilstatistiken ebenso stabil. Katholischer Bergmanns= und Arbeiterverein BochumWiemelhausen. Am Sonntag beging der Verein die Feier seines 36jährigen Bestehens. Tas Gründungsfest wurde mit einer Gemeinschaftsmesse in der Pfarrkirche eingeleitet, in deren Mittelpunkt die kirchliche Segnung des neuen Werkjugendbanners durch Präses Vikar Hoffmeister stand. Die weltliche Festfeier am Abend im Lokale Hahnefeld sah ein vollbesetztes Haus. Vorsitzender Beller sprach Worte des Grußes. Es folgte der Festakt der Bannerweihe, die von Bezirksleiter Normann als dem Führer der Groß=Bochumer Werksugend vorgenommen wurde. Anschließend nahm Vikar Hoffmeister die Ehrung zweier Jubilare vor. Ihnen wurde für 25jährige treue Vereinszugehörigkeit die Kettelernadel in Silber mit einem Diplom überreicht. Flott gespielte Marschweisen der Hauskapelle leiteten über zu der Namenstagsehrung des Präses. Vikars Hoffmeister. Glückwünsche überbrachten Pfarrer Spielmann für die Pfarrgemeinde. Arbeitersekretär Elses für den Bezirksverband der Groß=Bochumer Knappen= und Arbeitervereine sowie Vorsitzender Beller für den Arbeiterverein der Johannespfarre. Mit der Aufführung des Volksstückes„Robert und Vertram“ nahm der Festabend einen schönen Ausklang. Junggärtnergruppe Emscher. Nach Erledigung der geschäftlichen Angelegenheiten hielt in der in der Bürgergesellschaft abgehaltenen Versammlung Gartenbautechniker Lehrhofe(Gelsenkirchen) einen Vortrag über„Frostgefahr für den Gartenbau“. Traditionsecke Fechtverband des Kreis=Kriegerverbandes Bochum. In der Versammlung Krone, Langendreer, gab Geschäftsführer Vorhoff einen kurzen Rückblick auf das Erntedankfest und die Feier zu Ehren des 86. Geburtstages des Reichspräsidenten. Fechtmeister Betzer aus Stockum=Düren wurde zum Oberfechtmeister befördert. Sodann gedachte der Geschäftsführer in anerkennenden Worten des Kameraden Landjägermeister Schultz, Kornharpen, der nach StockumDüren versetzt wurde und sein Amt niederlegte. An seiner Stelle wurde Kamerad Rafsel gewählt. An Geldern waren 60.70 RM. eingegangen, davon 50 RM. vom Artillerieverein Bochum=Riemke und 10,70 RM. vom Krieger= und Landwehrverein Hohenzollern Langendreer. Sodann wurde ein Antrag, die Beiträge von der Kyffhäuserjugend und den Kriegsbeschädigten und.=., die in den Verbandsbeiträgen enthalten sind, in Zukunft dem Fechtverbande zu überweisen, angenommen. Der beabsichtigte Ausflug bleibt der Beschlußfassung der am 16. Dezember im Lokal des Kameraden Vorhoff in Bochum=Riemke abzuhaltenden Versammlung vorbehalten. Artillerie=Verein Bochum, e. V. Die im Vereinsheim Balkenbol abgebaltene Monatsversammlung batte einen regen Besuch aufzuweisen. Des Geburtstages des Reichspräsidenten, Generalfeldmarschalls von Hindenburg, wurde in würdiger Weise gedacht. Die verstorbenen Kameraden Wilhelmy und Meier wurden durch Erheben von den Plätzen geehrt. Die geschlossene Beteiligung an der Totenfeier (Allerheiligen) wurde besonders besprochen. Wie alljährlich, so soll auch in diesem Jahre am 9. Dezember die übliche Barbaraseler in schlichter Weise begangen werden. Artillerie=Verein Weitmar. In der letzten Versammlung der sich, 12, Kamerggeg, zux„Neugufnahme, gemeldet: ein schöner Erfolg gnläßlich, der Fahnenweihe. Kamerad Kraft erstattete Bericht über die Fahnenweihe. Der Verlud 60 Waisenkinder ein und bewirtete sie mit Kuchen Nach Erledigung der Eingänge ermahnte der Feldartillerieregiment 221. Die Regimentsgeschi Feldartillerieregiments 221, verfaßt vom Kameraden Studienrat Scheitza, erscheint spätestens im November d. J. im Verlage Bernard& Graese, Berlin=Charlottenburg I. In ihr ist das große Erleben des Regiments, das nur im Westen war, von den Gefechten bei Les Eparges im April 1915 an bis zur Heimkehr nach Kolberg geschildert. Für alle Kameraden des alten Regiments soll das prächtige Werk ein Erinnerungsbuch sein an die barten Kämpfe und die stolzen Taten der 221er in den großen Schlachten an der Westfront. Der Vorbesteller=Vorzugspreis, der den ehemaligen Regtments=Angehörigen und den Angehörigen der gefallenen Kameraden berechnet wird, beträgt höchstens.50 RM., bei genügenden Bestellungen.50 RM. einschließlich Porto und Verpackung. Anfragen oder Bestellungen sind zu richten an Ernst Kochinke, Breslau Piastenstraße 7, oder über Postscheckkonto Max Engel, Breslau 71162. Bochumer Veranstaltungen Stadttheater Bochum. Sbakespeares Heldendrama„Coriolan" wird heute der Vormiete(1 und den freien Besuchern geboten. Als nächste Erstaufführung wird die Winterbergsche Operette„Anneliese von Dessau" angekündigt, die in ihrem tertlichen Teil von Karl Eggert, im musikalischen Part von Richard Hillenbrand betreut wird. Die Titelrolle wurde Marietheres Heindl, unserer neuverpflichteten Overettensängerin, anvertraut. Für die Gestaltung des Fürsten Leopold von Dessau steht Gustav Weitenhiller ein. Marianne Trieloff ist als Fürstin zu nennen. Konrad Becker als Apotheker Föse. Von den wesentlichsten Figuren der Nebenhandlung seien angeführt: Juliette(Käthe Guß), Friedrich Rodenberg(Karl=Heinz Nießen). Chalisac(Karl Siebold), Hofmarschall von Salberg(Toni Müller). Vormieter der Erstaufführung, die zu Freitag bevorsteht, sind die Mitglieder des Anrechtes A. Professor Georg Kulenkampff spielt morgen abend, Donnerstag, 12. Oktober, im Stadttheater. Es wird das Bochumer musikliebende Publikum interessieren, in diesem Konzertwiute zwei„Solisten z1„bören, die als besonders deutschvölkische Künstler bezeichnet werden können. Wie bekannt, sind die beiden berühmten Virtuosen Wilbelm Backhaus(Klavier) und Georg Kulenkampff(Violine) von der preußischen Regierung neben Wilbelm Furtwängler in die Kommission entsandt worden, der die Beaussichtigung aller Konzertprogramme obliegt. Professor Georg Kulenkampff wird im nächsten Symphoniekonzert am Donnerstag, 12. Oktober, abends im Stadttheater seine Kunst zeigen. Leitung: Professor Leopold Reichwein. Städtischer Musikverein. Heute, Mittwoch, 11, Oktober, findet im Haus Rechen eine Chorprobe statt. Die Probe beginnt für Damen um.30 Uhr und für Herren um 9 Uhr abends. Neuanmeldungen nimmt der Probenleiter kurz vor Beginn der Probe entgegen.„,„eiober findet en Ee Frauenverein Rechen. Am 11. Oktober findet ein Teeabend statt, der mit viel Liebe und Sorgsalt vorbereitet ist. Für die durch den Vorstand in Umlauf gebrachten Karten Tee gereicht. Gemäldeausstellung. Im Hotel Kaiserhof, Essen, findet vom 12. bis 18. Okkober eine große, mit Verkauf verbundene Ausstellung von Werken Münchner Künstler der älteren und neueren Schule statt.(Siehe Anzeige.) Zeit erkrankt ist, wurde Bankier Georg Hirschland gewählt. Die anschließende Gewerkenversammlung der Gewerkschaft König Ludwig gab ebenfalls den Sanierungsvorschlägen ihre einstimmige Genehmigung. Danach wird das Vermögen der Gewerkschaft auf die neu zu gründende Bergwerks AG. Ewald-König übertragen gegen Gewährung von Aktien in der Form, daß auf die neuen König-Ludwig-Kuxe je 7000 Mark Aktien und 4200 Mark Genußscheine entfallen. Die Auflösung der Gewerkschaft wurde beschlossen und der Grubenvorstand zu Liquidatoren bestellt. Mitgeteilt wurde noch, es sei in den Satzungen der neuen Gesellschaft vorgesehen, daß mindestens zwei Vorstandsmitglieder berufen werden, und daß der Aufsichtsrat aus mindestens fünf Mitgliedern bestehen solle. Der Abschluß der Gewerkschaft König Ludwig mit einem Gesamtverlust von 11,42 Millionen wurde ebenfalls genehmigt. In beiden Gewerkenversammlungen erläuterte Oberbergrat Holländer das Sanierungsprogramm ausführlich. Das Verhältnis von:2 bei der ganzen Umgründung entspreche auch etwa den Beteiligungsziffern beim Rheinisch-Westfälischen Kohlensyndikat. Das gesamte Kohlenvorkommen von Ewald könne auf 480 Millionen Tonnen geschätzt werden, während König Ludwig ein Vorkommen von 320 Millionen Tonnen habe. Börlen vom 10.Oktbr. In Berlin notierten: Berlin: Aktien schwächer, Renten weiter felt Die Börse eröffnete in nachgebender Haltung. Besonders galt dies von Montanwerten, die bis 2¼ Prozent nachgaben. Sonst gingen die Kurseinbußen selten über 1 Prozent hinaus. Schubert& Salzer gaben wieder um 5 Prozent nach. Ganz vereinzelt waren Besserungen bis zu 2 Prozent zu verzeichnen. Das Publikumsinteresse konzentriert sich wieder auf den Rentenmarkt, an dem die in den letzten Tagen etwas vernachlässigten Pfandbriefe bevorzugt werden. Altbesitzanleihe eröffneten auf Vortagsbasis, gewannen später aber 78 Prozent, Neubesitz notierten ¼ Prozent höher, Reichsschuldbuchforderungen gingen ½ Prozent höher um. Industrieobligationen lagen eher etwas schwächer. Auslandsrenten blieben ohne Umsatz. Im Verlauf bröckelten die Aktienwerte infolge der Geschäftslosigkeit weiter leicht ab. während sich für Renten anhaltende Nachfrage zeigte. Am Geldmarkt machte die Erleichterung in den Sätzen Fortschritte. Tagesgeld ging einheitlich auf 4¼ resp. 4¼ Prozent zurück. Am Markt der Einheitswerte überwogen die Abschwächungen. (Magdeburger Berg sogar minus 7 Prozent.) An den variablen Effektenmärkten schlief das Geschäft in der zweiten Börsenstunde fast völlig ein. Schlußnotierungen kamen nur bei einem geringen Prozentsatz der Papiere zustande. Ellen: Schwächer Die Börse war bei ruhigem Geschäft im allgemeinen etwas schwächer. Am Markt der fortlaufend notierten Werte waren von Montanaktien Hoesch und Mannesmann zu leicht abgeschwächten Kursen im Umsatz. Wintershall setzten 2 Prozent schwächer ein, konnten aber im Verlauf bei wiederholten Umsätzen 1 Prozent zurückgewinnen. Am Kuxenmarkt hielt sich das Geschäft gleichfalls in sehr engen Grenzen. Die Kurse waren im allgemeinen wenig verändert. Frankfurt: Renten im Abendverkehr benorangt Das Geschäft an der Abendbörse beschränkte sich auch weiterhin auf den festverzinslichen Markt, der bei relativ lebhaften Umsätzen gut behauptete Schlußkurse aufwies. Altbesitz gingen mit 78¼ bis 78%, Neubesitz mit 11.75 bis 11,82½ und Schutzgebietsanleihe mit.05 um, während späte Reichsschuldbuchforderungen mit 86 3/ Prozent etwas ruhiger lagen. Goldpfandbriefe sowie Kommunalobligationen blieben ebenfalls gefragt. Aktien waren dagegen wieder sehr still. Man nannte gut behauptete Berliner Schlußkurse. Im Verlaufe hielt das lebhafte Interesse für Renten an. Namentlich Neubesitz und Schutzgebiete hatten größere Umsätze zu verzeichnen. Goldpfandbriefe und Kommunalobligationen gewannen erneut ½ bis 1 Prozent. Die Auslandsborien Newyork, Anfang: Unregelmäßig bei freundlicherer Grundstimmung. Amsterdam: Abbröckelnd. Paris: Nach festem Beginn Im Verlauf schwächer. London: Unregelmäßig. Brüssel: Behauptet. Wien: Lustlos und meist nachgebend. Zürich: Lustlos. Mailand: Uneinheitlich. Berliner Produktenbericht Amtl. Preise. Getreide und Oelsaaten per 1000 kg. sonst per 100 kg * Berliner Elektrolytkupfernotierung vom 18. Oktober: 30 Mark für 100 Kilogramm. * Bochumer Viehmarkt am 9. Oktober.(Amtlicher Bericht der Notierungskommission.) Auftrieb am Markttage: Großvieh 70, hiervon 7 Ochsen, 18 Bullen, 43 Kühe, 2 Färsen, 62 Kälber, 10 Schafe und 556 Schweine. Marktverlauf: mittel, geräumt. Es notierten(Preise für 150 Kilogramm Lebendgewicht in Mark): Bullen, jüngere vollfleischige höchsten Schlachtwertes und sonstige vollfleischige oder ausgemästete 24 bis 26, fleischige und gering genährte 20 bis 23: Kühe, jüngere vollfleischige höchsten Schlachtwertes und sonstige vollfleischige oder ausgemästete 27 bis 30, fleischige 20 bis 25; Kälber (andere Kälber), beste Mast- und Saugkälber und mittlere Mast- und Saugkälber 46 bis 30, geringere Saugkälber 86 bis 43, geringe Kälber 25 bis 35. Berliner Effekten-Börse Reichsbankdiskont 4% Lombarbzinstuß 5% Industriewerte Div. 19.10 9. 10. Rkkumuiatoren 112 II AkU A. E. 6. Aschaffb. Zellst. Augsb.-N. Masch. Reiche Masch. Basalt Bayr. Motoren P. Bemberg Jul. Berger Bergmann El. Berl. Gub. Hutf. " Karis. ind. 153.0 159.0 29.2 29.0 17.1 18.2 17.5 18.0 41.7 27.0 16.1 16.1 120.01215 36.5 37.5 12/137.0138.0 0.6 11.0 —. 89.0 0 62.6 Kr. u. Licht 10/114213.5 Maschinen 0 53.5 54.7. Otta2 Zamerad Otto Brod, alle Rarassasers 8pc ein und Kakao. esterdin der Fertzkwaisen Zente“ Kameraden, Aug fernerdin der Kriegerwaisen zu gedenten., unschließeno pielt Kamerad Dorn anläßlich des 86. Geburtstages unseres Reichspräsidenten v. Hindenburg einen Vortrag, bei welchem manch alte Erinnerung aus dem Kriege wachgerusen wurde. Filmschau Gustl Stark=Gstettenbauer siellt sich vor im Tonhallen=Theater. Am Dienstag begann in der Tonhalle ein persönliches Gastspiel des bekannten jungen Filmschauspielers Gustl Stark=Gstettenbauer. Was dieser junge Künstler auf der Bühne vollbringt, ist einfach verblüffend. Tierstimmenimitationen, Parterre=Akrobatik, Kunstpfeifersoli(die Bochumer Jungen, die so schön und laut auf den Fingern pkeifen können, erblaßten darob vor Neid) usw., dieses alles gab dieser Tausendsassa des Films und der Bühne zum besten. Als„Untermann", Manager und Betreuer fungiert Stark=Gstettenbauer sen. Kein Wunder, daß die Vorstellung wie am Schnürchen klappte. Man unterhielt sich wirklich ausgezeichnet. Am Schluß gab's Blumen für Gustl und auch die Autogrammjäger jedes Alters kamen zu ihrem Recht. Buderus Cahe. Chem. Gelsenk. Cont.-Gummi geigier Hoter Otsch. Atlant. Otsch. Conti G6as " Er00l " Rabe " Linoleum " Jel. u. K. " Eisend. Oittm. Neuhaus Dtmd. Akt.-Brau. " Ritt.-Brau. " Union-Brau. Dürener Metall Dösseld, Diet. Br. „ Höf. Gr. Oynamit Hobel glektr. Lieferg ., Licht.Kr Engelh. Brauerei Enzinger Erlang. Baumw. Eschw. Bergw. ’Caomn. P Feldm Papier Sen.-Cbl. %sapk. Bernu. Gerresh. Glas Ges. f. el. Untern. Gildemeist& Co. Gisdb. Wollind. 62.5 63.0 5 64.8 65.0 5 66.0 8/129.7/130.5 0 23.5 23.5 7 90.5 90.5 7 95.1 96.0 93.5 94.6 0—.—. 37.6 37.8 46.6 0 33.1 0 10— 4 66.5, 64.0 12 131.0182.0 55.0 355 85.1 Glasm. Schalke Glückauf Gelsk. Gebr. Goedh. Dös. Th. Goldschmidt Grön& Bilfinger Gruschw. Textil Guano-Werke ackethal Draht Hageda Hamb. El. Werke Harpener Bergbau Hilpert Masch. Hindrichs-Auff. Hüirsch Kuofer Hoch-Tiefbau Hoesch K. Neuess. Hoffmangs Stärk. Hoheniohe Werke Ph. Holzmann Hotelbetriebsges. lise Bergbau 1 Ise Genus Isenbeck Bräu Junghaus Gebr. valiwerke Asch. Klöcknerwerke c. H. Knor Köln Ges u. E. König Wilhelm IW. Krefft Kromschröder Kronprinz Metall KOppersb.&am; Co. Iahmeyer& Co. I Laurahötte Lindes Eismasch. C. Lorenz 990 86.5 81.5 68.0 87.5 92.51 66.0 70.2 114.8/115.6 53.2 53.6 41.0 41.0 38.7 47.5 31 7 58.7 96.7 .5 84.0 50.1 11.5 55.2 6/123.5 6 91.5 0 250 39.2 31.0 58.0 96.7 79.6 41.0 84.0 51.2 58.0 91.7 24.7 111.0/109.5 49.0 50.1 915 Mapdeb. Berg MMannesm. Werk 44.7 42.0 69.2 45.0 70.0 50.0 9/133.0133.0 Ber Aaoneam. 8 Mansfeid. Bergd. Masch.-B. Untern. Maximil. Hotte Miag Mimose.-6. Mix&Genest Mötheim Bergw. gen. E- 9. Orenst.amKoppel peseir Bergber Polyphonwerke ereareie hat Rhein. Braunk. 12 Khein. Elektr. Vovzl 68 " Spiegelgl. 5 " Stahlwerke Rh.-Westf.-El.-W. 22.0 14.5 62.6 31.5 49.5 22.0 33.7 118.0 47.0 194.0 25.5 30.1 17.0 179.8 Rh.-Westf.-Kalk Riebeck Roddergr. Br.-K. Rütgerswerke D SSsseg Salzdetfurth Sarotti Schering chem. Ischlegel Brauereif Schles. B. u. Z. B. Beuth. E. u. 6as A. Schub.& Salzer Schuckert& Co. Schultheis-Patz. Schwaben-Bräu ISiegesdorf Wk. Siemens Glasind. Siemens apHalske Stett. Chamotte Stolberg. Zink Gebr. Stollwerk voP 4 co. Thörl's V. Gird. Thür. Gas Leipz. HTietz Leonhard Kransradio Tuchfabrik Aach. vorze, Papiert. Ver. Otsch. Nick. Ver. Glanzst. Stahlwerte St. 2yo u. V. Ultramarin Vogel Telegr. Voigt ap Haefiner 1 01 54.71 .2—.—. 24—.— 9 44.1 45.0 7 35.0 35.0 75 155.2156.5 4 63.0 63.0 8/170.0—. 5—. 0—. 4 67.2 71.0 18.2 68.5 15 162.0 5 85.1 88.5 6—. 0— 0 35.0 167.5 86.2 89.5 44.7 35.0 7/136.9/136.0 0 13.0 0 9 72.4 9—. 6 73.2 7 101.7 0 15 0 0 85.0 0.7 0 66.0 0 43.0 0 30.2 0 15.11 85.0 .0 64.0 44.0 30.6 101.0 48.11·44.1 igserer. Wasserw. Gels. Wiekdler Brau zellstoff-Ver. 4" Waldhof 9 71.0 73.0 99.3/100.0 6—. 122.0 25 30.2 Verkehrswerte MA. 6. f. Verkehr Galtimore Ohio Boch. Gelsenk. Otsch. Reichsb. Hambg. Ank. P. "„Södam Hansa Dampf. Nordd. Lloyd 39.21 39.5 99.1 99.4 .4 9 5 21.5522.2 17.0 17.0 10.0 10.0 Bankaktien Ablösgssch. alte G1o. neue Pl b. W. A. 23 f. 35 Ot. 1 bis 5 Dollar Reichsanl. 1927 RReichssch. Kom 6% Pr. Ctr. St.-8 Farbenbonds 5 Berl. Hyo. 8. 10 76.6 76.2 11.45 11 4 67.7 67.0 98.0 100.0 83.0 87.5 . 82.0 83.0 81.0 107.5108.2 87.0 87.0 16 Nordd. Grundk 3 6 Nordd. Grundb.4 16 Pr. Ctr. B. G. Pf. 6 Rogg. G. Pfd.-3 Concord. Bergb. Cont. Gummi Daimler Benz Hoesch Eisen Klöckner Werke Fr. Krupp A. 8. Mont Cenis Siem.&Halske WVer. Stahl RM. Anl. Rheinstahl RMf. A. 6 Westf..d. Bk. 25 s 3 26 Kom. O.-3 5 Goldpfdbr. R. 1 5 Pfabr. Hausgr. ls„„Goldpf. /# Pr Lopfdr. 6. 19 s„. 6. 21 „.-.6. 20 SPr. Z. 6. Pf. 22 5 Pr. Z. S. Pf. 23 5 Pr. Z. 6. Pf. 24 5Pr. dio. 25/27 6 Pr. 2. 6. Pf. 28 5 Boch, Stadtanl. 85.0 76.0 85.5 34.0 32.5 80.0 88.0 765 74.9 87.6 82.5 78.7 77.0 115.5/117.0 61.4 61.6 78.1 78.2 76.0 78.0 78.9 15.5 78.0 75.5 84.2 81.5 81.0 87.0 86.0 86.5 85.5 79.7 79.0 83.0 81.0 96.0 96.0 84.0 83.2 83.9 81.0 83.0 81.0 72.5 72.5 Steuergutscheine 100.0 925 tällig ab f..1934/ 100¼ ..1935 92¾ 14199 95 " I..1937 1. 4. 1938 85⅛ 80¼ 77½ 851 801 77½ 47.5 26.2 Bochumer Anzeiger u. Gen. Anz. Saeiten, Spier und Spbel Mittwoch, 11. Oktober 1933 Weltmeilter a. D. privat Aus dem Privatleben bekannter Rennfahrer der Vergangenheit Geschäftsführer Walter Rütt Man betritt die Filiale eines bekannten Fahrradgeschäftes in Friedenau. Erkundigt sich nach einem bestimrten Spezialteil. Die Verkäuferin ist ratlos. Holt den Geschaftsführer. Der Geschäftsführer überlegt keinen Augenblick, er weiß absolut, um was es sich handelt. Denn er ist Fachmann. Er ist mit dem Aufbau eines Fahrrades genau so vertraut wie ein Kaufmann etwa mit den verschiedenen Qualitäten bei Erbsen und Reis. Dieser Geschäftsführer ist nämlich einer der volkstümlichsten deutschen Rennfahrer der letzten fünfundzwanzig „Walter Rütt, der kürzlich noch als Fünfundfünfziger die große Süd=Nord=Fahrt durch Deutschland ohne Aufenthalt in überlegener Zeit geschafft hat, hat sich endgültig ins Privatleben zurückgezogen. Und trotzdem ist er gewissermaßen„beim Fach“ geblieben. Außer Walter Rütt haben sich noch einige andere sehr volkstümlich gewesene Rennfahrer und Schrittmacher innerhalb der ihnen so vertrauten Branche, im Fahrradhandel, ihr Privatleben aufgebaut. Max Hahn, Sieger zahlreicher Fliegerrennen, Richard Huschke, berühmter Straßenfahrer und Sechstagesieger, und Erich Aberger, genannt„König der Straßenfahrer", Straßenmeister von Deutschland und Sieger des Rennens Berlin—Wien, sie alle sind Besitzer gutgehender Fahrradgeschäfte in Berlin. Deutscher Bergfahrer verkauft Benzin Auch„verwandte" Berufszweige haben es den„Welttn Naul Hahl der ehsten Geburtstag stehenden Nestor aller noch lebenden Radsportmeister der Vergangenheit. Johannes Pundt erzählt, in erstaunlicher Genauigkeit alle Einzelheiten schildernd, wie er bereits im Jahre 1885 in Nürnberg die Hochradmeisterschaft von Deutschland gewann. Man kannte damals noch keine Luftreifen, das mit achtundfünfziger fingerstarkem Vollgummireifen bespannte Hochrad wog vierundzwanzig Pfund. Der heutige Filialdirektor berichtet, wie er im Jahre 1885 auf der damaligen Radrennbahn in der Brückenallee in Berlin, wo heute Mietshäuser stehen, den von Kaiser Wilhelm I. ausgesetzten„Kaiser=Preis" gewann. Zwanzigtausend strömt, war es doch das erstemal, daß ein Kaiser einen Preis für den Radrennsport gestiftet hatte. In seiner Wohnung bewahrt Johannes Pundt heute noch die vom Kaiser gespendete Trophäe auf. Auch andere Meister des Radsportes sind heute noch in leitenden Stellungen in der Industrie zu finden. Willy Tischbein, der die Dreiradmeisterschaft in London gewann, ist Generaldirektor der Continental=GummiWerke in Hannover und genießt im Wirtschaftsleben ein hohes Ansehen. Einer der bekanntesten ehemaligen Dreiradmeister und Rennfahrer in Deutschland, Otto Stumpf, ist jetzt für die Harburger Phönix=GummiWerke in Berlin tätig. Clemens Schürmann, einer der prominenten Fliegermeister der Vorkriegszeit, ist Großkaufmann in— Rennbahnen geworden. Er erbaute beispielsweise die Holmeistern a..“ angetan. Paul Kohl, der ehemals beste Bergfahrer Deutschlands, hat eine Tankstelle in Berlin. Ein Auto=Zubehörgeschäft in Berlin=Schöneberg ist im Besitze von Albert Schipke, dem Meisterfahrer hinter Motoren. Gustav Jahnke, einer der besten Dauerfahrer der Vorkriegszeit und seinerzeit Meisterfahrer, ist jetzt Garagenbesitzer und Autohändler in Berlin. Viele Rennfahrer der Gegenwart lenken ihre Schritte in ein Haus der Schönhauser Straße in Steglitz, wenn sie neue Spezialreifen für ihre Rennmaschine brauchen oder Spezialreparaturen am Schlauchreifen unerläßlich sind: Willy Hartwig, einer der prominentesten europäischen Schrittmacher der letzten dreißig Jahre, hat sich vor einigen Jahren ins Privatleben zurückgezogen und die Rennbahn mit der Arbeit für die von der Rennbahn vertauscht... „Eine Lage Bier und Korn!“ Aehnlich wie sich sehr viele ehemals bekannt gewesene Schauspieler als Gastwirte etabliert haben, hat der Gerstensaft auch viele Rennfahrer mit Namen von einstigem Klang angezogen. Willy Ahrendt, der neben dem unvergeßlichen Weltmeister Robl, dem ersten tödlich abgestürzten deutschen Flugzeugführer der Vorkriegszeit, einer der damals bekanntesten Fahrer war, der beispielsweise die Weltmeisterschaft in Glasgow gewann, ist heute Generalvertreter für Weine und Liköre in Berlin. Paul Nettelbeck, Inhaber der Drei= und Sechsstunden=Rekorde der Vorkriegszeit, lebt als Hotelbesitzer in Berchtesgaden. Arthur Stellbxink, erst einer der bekanntesten Kurzstreckenfahrer, bann Dauerfahrer hinter dem Motor des Schrittmachers als draufgängerischer Sechstageheld unverwüstlich gewesen, besitzt ein Restaurant in der Martin=Luther=Straße. Der Dauerfahrer Emil Lewanow hat sich als Restaurateur in der Maßenstraße in Berlin niedergelassen. Alex Fricke, ehemals Meisterfahrer von Deutschland, betreibt ein Delikatessengeschäft in Hannover. Paul Thomas, Meisterdauerfahrer von Deutschland 1921, besitzt ein Café in Breslau. Hühnerzüchter und Gemüfeladenbelitzer Erich Kroschel, Sieger vieler Rennen, berühmter Sechstagesprinter dazu, ist unter die Frühaufsteher gegangen, denn er holt sich morgens um fünf in der Markthalle den notwendigen Tagesbedarf an frischem Obst und Gemüse für sein Geschäft in der Joachimsthaler Straße am Bahnhof Zoo persönlich. Deutschlands Fliegermeister von 1914, der jahrelang beim Training der unschlagbare„schnelle Mann“ war, besitzt vor den Toren der Reichshauptstadt, in Friesack, nicht bloß eine Autofahrschule und ein Fahrradgeschäft, sondern man kann Eugen Stabe auch als Fachmann in allen das Federvieh angehenden Dingen ansprechen. Seine Liebhaberei ist nämlich eine ausgedehnte Hühnerzucht, deren Erzeugnisse, Fleisch und Eier, die Berliner auf den Markt bekommen. Sportgrößen kallieren Mietegelder Eine ganze Reihe von bekannten Rennbahn=Chamvions hat das in harten Jahren der Arbeit und der Wettkämpfe ersparte Geld in Hausbesitz angelegt. Walter Sawall, der unter anderen Siegen die Weltmeisterschaft 1928 in Budapest und 1931 die Weltmeisterschaft in Kopenhagen heimbrachte, dem zu Ehren eine Straße in Erkner bei Berlin sogar Walter=Sawall=Straße genannt worden ist, kassiert, wenn er nicht gerade irgendwo auf einer Radrennbahn zu finden ist, die Mieten der Bewohner seiner Häuser selbst ein. Oskar Tietz, der Liebling des Sechs=Tage=Besuchers überall in Deutschland, besitzt bei Friesack ein schönes Wassergrundstück. Er hält es mit einer der ruhigsten Sportarten: In seiner freien Zeit betätigt er sich als Angler. Karl Wittig, dreimaliger Meisterfahrer von Deutschland und von Preußen, kebt als Hausbesitzer in Steglitz. Willy Lorenz hatte zwar die Absicht, unter die Hausbesitzer zu gehen, blieb aber an einem Kraftdrosch= die Brückenallee hinausge= rennbahn in Rom. SchälfdhbanaderH Bschuhl Eine begrüßenswerte Neuerung— Ende Oktober beginnen die Fußballkämpfe der Volksschulen Die Vorverhandlungen über die Einführung der Fußballwettspiele in den Schulen wurden zu einem glücklichen Abschluß gebracht. Nachdem seitens der Regierung in Arnsberg gegen die Austragung von Fußballspielen der Volksschulen keine Bedenken mehr bestehen, soll nunmehr auch in Bochum etwa Ende Oktober mit der Austragung der Spiele begonnen werden. Aus diesem Grunde hatten die Schulräte der vier Bochumer Schulaufsichtsbezirke die Turnlehrer für die beiden oberen Schullehrgänge nach Bochum in den Kinosaal der Schule an der Mühlenstraße eingeladen. Nach einer Begrüßungsansprache des Schulrats Fischer= worring entwickelte der Vertrauensmann für den Stadtkreis Bochum des Sportbeauftragten für den westfälischen Industriebezirk Dr Wagner(Dortmund), Pg. Wortelmann die Gesichtspunkte, nach denen in den kommenden Monaten die Spiele der Bochumer Volksschulen zunächst durchgeführt werden sollen. Der Oberbürgermeister der Stadt Bochum, Pg. Dr. Piclum, bringt desen Spielen großes Interesse entgegen und wird für die siegreichen Mannschaften wertvolle Erinnerungsgaben stiften. Mit Beginn des neuen Jahres sollen auch die Rundenspiele im Handball durchgeführt werden. Es liegt die Zusicherung der Vereine und der bestätigten Schiedsrichter des DFB. und der DT. vor, alles zu tun, um eine reibungslose Abwicklung dieser Spiele zu gewährleisten. Die anwesenden Schulleiter übermittelten dem Verhandlungsleiter einige Anregungen, die berücksichtigt werden sollen. Die Austragung der Spiele geschieht nach folgendem Plan. Zunächst ermitteln die Schulen in den verschiedenen Bochumer Stadtbezirken(vorgesehen sind 16 Bezirke) im Einrundensystem oder im Hin= und Rückspiel den Bezirksbesten, je nach Anzahl der in diesem Bezirk teilnehmenden Schulen. Als Termin für die Ermittlung dieses Bezirkssiegers ist der 20. Januar 1934 festgesetzt. Vier Gruppensieger werden dann zu einer Untergruppe zusammengefaßt, die Untergruppen ermitteln im Einrundensystem die Teilnehmer für die Endspiele. Die Organisation und die Durchführung der Spiele liegt in den Händen von Lehrpersonen, die in den einzelnen Stadtteilen beheimatet sind. Es wäre zu wünschen, wenn sich möglichst alle Schulen an diesen Rundenspielen beteiligten. Die Einteilung der 16 folgendem Uebersichtsplan: Bezirke ergibt sich nach Bezirk 1, Hordel=Hamme: Evangelische Schule, Günnigfelder Straße. Kathölische Schule, Röhlinghauser Straße. Soaia Pprater(katb.). Vertastraße(ep.). Von=derReas, Straße(ev.). Von=der=Recke=Straße(kath.).— Bezirk 2, Hofstede=Riemke: Riemker Straße(kath.). Riemker Straße (ev.). Herner Straße(ev.). Kruismannstraße(kath.). Hiltroper Straße(kath.). Falkstraße(ev.). Feldsieper Straße (kath.). Feldsieper Straße(ev.).— Bezirk 3, Grumme=Constantin: Josephinenstraße(kath.). Liboriusstraße(ev.). Castroper Straße(kath.). Castroper Straße(ev.).— Bezirk 4, Bergen Gerthe=Harpen: Bergener Straße(kath.). OttoGehres=Straße(ev.). Hiltroper Landwehr(ev.). Heinrich= straße(ev.).„Gerther„Straße(kath.), Castroper Hellweg (ev.). Bockholtstraße(ev.). Harpener Hellweg(kath.). Wieschermühlenstraße(ev.).— Bezirk 5, Werne: Borgmannstraße(kath, und ev.). Deutsches Reich(kath.). Krevenfeldstraße sep.). Wittekindstraße(kath.). Von=WaldthausenStraße(ev.). Rüsingstraße(ev.).— Bezirk 6, Langendreer: Kaiserstraße 170(ev.). Kaiserstraße 12(kath.). Kaiserstraße 83(kath.). Hasselbrinkstraße(ev.) Hohe Eiche(kath.). Hörder Straße(ev). Wittener Straße 749(ev.).— Bezirk 7, Laer: Wittener Straße 443(ev.). Wittener Straße 477 (katy.). Eulenbaumstraße 141(ev.). Auf dem Kalwes, Querenburg(ev.).— Bezirk 8, Stiepel: Vahrenholtstraße (ev.). Brockhauser Straße(ev.). Haarstraße(ev.). Kemnader Straße(ev.). Haarholzer Straße(ev.). Voßkuhlstraße (kath.). Blankensteiner Straße, Sundern(ep.).— Bezirk 9, Linden=Dahlhausen: Hattinger Straße(ev.). Haitinger Straße(katb.). Dr.=.=Otto=Straße(kath.). Lindener Straße „##(ev.). Hasenwinkeler Straße(ev.). Amtmann=Falke=Straße (ev.). Kassenbergerstraße(katb.).— Bezirk 10, WeitmarBärendorf: Franziskusstraße(katb.). Hattinger Straße 357 555=Friedrich=Straße(ev.). Karl=Friedrich=Straße Sm:z„Kohlenstraße(kath.). An der Landwehr(ev.).— Bezirk 11, Bochum=West: Hammer Straße(ev.). An der Maarbrücke(ev.). Pestalozzistraße(kath.). Gahlensche Straße(kath.).=Alleestraße(ev.). Alleestraße(kath.).— Bezirk 12, Bochum=Mitte: Friedenstraße(ev.). Henriettenstraße (kath.). Adolfstraße(ev.). Spichernstraße(kath.). Trankgasse Bezirk 13, Bochum=Altstadt: Weilenbrinkstraße Mühlenstraße(ev.). Blücherstraße(kath.). Klosterstraße(katb.). Fahrendeller Straße(kath.). Fahrendeller Straße(ev.).— Bezirk 14, Altenbochum: Harpener Straße Buselohstraße(kath.). Liebfrauenstraße(katb.). Wittener Straße 246(ev.). Wasserstraße(kath.). Wasserstraße Wiemelbauser Straße ): Brenscheder Straße(katb.). Borchboltzstraße(katb.). Baumhofstraße.,(gv.). Markstraße 189(kath.). Markstraße 189 92.553—. Pssirk.„16. Bochum=Ehrenfeld: Hermannsböbe (katv.). Ostar=Hoffmann=Straße(ev. und kath.). Wiemelhauser Straße(kaih.). Drusenbergstraße(ev. und kath.). „Dedlicher Fahbalr Sport Das neue Verbandsorgan des DrB. 66 Unter diesem Titel ist vor einigen Tagen die erste! Bochumer Radlpart Ausgabe des neuen Amtsblattes des Deutschen Fuß Her ballbundes erschienen. Das erste Heft ist richtunggebend veranstaltete amu uee für die Tendenz des Blattes, das Guido von Mengden, Bochum—Freudenberg und seinen zweiten als ehemaliger Verbandsdirektor und Schriftleiter des Higeigsserereinsmeisterschaft. Bei sehr schlechtem, winsenunternehmen hängen. Der Mann, der den Kaiserpreis gewann In der Berliner Niederlassung der Brennabor=Werke trifft man als Leiter den demnächst vor seinem siebziguls ehemätiger Verdandsvilertor und Schristleiter der „Fu:„in Westdeutschland kein Unbekannter, leitet. Die Aufmachung des Heftes ist schlicht und dennoch geschmackvoll. Reichssportführer von Tschammer und Osten und Felix Linnemann, der Bundesführer des Deutschen Fußballbundes, zeichnen einleitend den Weg der neuen Bundeszeitung. Der Reichssportführer: der Deutsche Fußballbund schafft sich eine Bundesschrift. Das ist ein sinnfälliger Ausdruck für den Umbruch der Zeit. An Stelle der Vielfältigkeit der Meinungen ist die Einheit des Wollens getreten. Den deutschen Leibesübungen und innerhalb dieser dem Deutschen Fußballbund sind eindeutige Aufgaben und ein sinnvolles Ziel gesetzt: Sie haben Diener zu sein am Aufbau des jungen deutschen Menschen. Dieser Aufbau hat in drei Stufen zu erfolgen. Ausgehend von deutscher Art und Rasse, gefestigt in echter sozialer Gesinnung, wird er vollendet in der Erziehung zu opferbereiter Hingabe an Volk und Vaterland nach dem Willen unseres Führers Adolf Hitler. Ich erwarte, daß die Bundesschrift des Deutschen Fußballbundes ihren Teil an der Verwirklichung dieser Aufgaben beiträgt.“ Bundesführer Linnemann: „Der neuen Zeitung ein Glückauf auf den Weg! Sei Herold des Deutschen Fußballsportes! Sei Künder des Gesetzes, sei Hüter der Ideale des Sportes, sei Werber für die Idee und Werte des Sportes! Sei Schmied der Einheit im Bunde, sei Träger deutschen Sinnes, deutscher Art. Mit diesen Leitsätzen habe ich dir deinen Weg markiert, dein Ziel gezeichnet.“ Neben ausgezeichneten Arbeiten v. Mengdens enthält jede Ausgabe u. a. eine Besprechung der einzelnen Gaue des Bundes. Ein Rugby=Länderkampf Deutschland— Holland a snz3. Desember im Düsseldorfer Rbeinstadior Schneider vor seinen Klubkameraden Krause I und Krause lI. RV. Welttalia 95 der Zochumer Radrennbabn kamen Sonntag vormizzag##reinsbahnmeisterschaften des RV. Westfalia rane Buig übrung. Infolge der unfreundlichen Wittesung hatte sich nur wenige Zuschauer eingefunden, die jedoch Mnessterschast..... Müdigt wurden. In der Kippefzuener 1eter wao der Titelverteidig zugrimeper abermals erfolgreich. Hoffmann belegte den Ebenso sicher siegte Hoffmann über 10 Kilometer. 28 chelg" saun gesamte Fetz, zu überrunden. An Klemegt.„Reister, der im Endspurt Tenntpoff und Peiers s Wennen.(338##der konnte das vorgesehene Manninfolge einsetzenden Regens nicht abgewickelt werden. Es wurden folgende Ergebnisse erzielt:=Klasse: Maisterschaft über 1 Kilometer: 1. Rippelmeyer, 2 Hoffmann, 3. Tooms, 4. Vornefeld; Meisterschaft über 10 KiloBicslasse: Mleisterschaft über 1 Kilometer: „Radsportfreunde“ Hordel werben 10532#adsportverein„Radsportfreunde.=Hordel ten Hordeker Sagsnazteg abend im festlich ausgeschmück###t, Tualbau einen Werbe= und UnterhaltungsFreiute:=comsundc guten Besuches ersein Marsch„Unter dem ####gzctier dem Sternenbanner“ ein. Geschickt sprach K. Beyring den Prolog. Die Begrüßungsansprache hielt der Vorsitzende Schrake, der vor allem dem Bezirksvorsitzenden Dürwald ein herzliches Will„Lückert vom Stadttheater erntete mit verschiedenen Darbietungen verdienten Beifall. Im Mittelpunkt der umfangreichen tragsfolge, stand die Festrede des Vorsitzenden. Das Radrunstfayren der Deutschen Meister im RadFosef Fraße(Fr.Ghich Kompes(.=Gladbach) und Miletiska obach) sowie die Vorführungen der weitasse der des RV.„Pfeil“ Bochum ernteten ebenfalls Kurz und bündig Deutscher Schwimmersieg in London. Der Kölner Deiters nahm am internationalen teik uund’dswann guten Zeit von 5,19 Min., mußte aber über 100 Yards dem Kanadier Munro mit 55,6 Sek. und dem Engländer Deiters hier dritter. Nr 568 Für ein Jahr kaltgestellt. Der Mittelstürmer des Oberschlesischen Fußballmeisters Sastäre, Rasensport Kleiwitz, Pisezyk, wurde vom Verdurch sein lustloses Spiel die ei e in einem Mannschaft gefährdete. viel die Aussichten seiner Ladoumsgue unterbietet Weltrekord. Berufsläufer gewordene französische läufer gules Ladoumegue unterbot in einem Rekordversuch über dreiviertel Meilen(1206,96 Meter) mit einer Zeit von 2,59,2 Min. seinen eigenen Rekord übeg diese allerdings nicht geführte Strecke um 1,4 SeVines wird doch Berufssportler. amerikanische Tennisspieler Ellsworth sich nun doch entschlossen, Berufssportler werden und der Tilden=Gruppe beizutreten. Scherens wieder vor Richter. Der Fliegerweltmeister Scherens schlug auf der belgi###., Pretinsbahn den deutschen Amateurweltmeister raunen gichter in einem Flieger= und VerfolgungsItalienische Ringer siegen in Mainz. Zeit Deutschland bereisende italienische Ringermeistermannschaft Sportiva Bologna schlug vor 2000 Besuchern die Mainzer Athletikvereinigung mit 10:6. Klein(Solingen) verunglückt. Boxschwergewichtsmeister der Amashergessehelt ier kurdlich ins Lager der Bexufsherer üur zgesiegert ist, erlitt einen Motorradunfall und mußte mit Brandwunden und sonstigen VerletzunHestehr nichra.. geschafft werden. Lebensgefahr Länderkampf Deutschland— Polen im Dezember. Fußball=Länderkampf Deutschland— Possh=ninent jest feste Gestalt an. Die Verhandlungen Verbänden sind eingeleitet worden. Der einden voraussichtlich im Dezember in Danzig stattSprechftundenplan der sportärztlichen Beratungsstellen für den Monat Oktober 1933. wie Foat festgesetztze nplan für den Monat Oktober ist a) Mittwoch, 11. Oktober 1933, von 19½ bis 20½ und Frau Dir Pickert.an der Bleichstraße durch 90 h. Donnerstag, 12, und 26. Oktober 1933, von 19 bis Dr. Hobenberg. Peramannsheil durch Herrn Kegler-Verband Bochum knapp geschlagen im Drei=Städtekampf gegen Dortmund und Castrop. Der diesjährige traditionelle Drei=Städtekampf Botrap—Toxtmund um den Wanderpreis wurde guf 2855#roper Bahnen beendet. Bis dahin führte „### Kugeln Dortmund mit 13403 vor Bochum 13385 und Castrop 13031. Die Tücken der Castroper Bahnen, die besonders von den Bochumern so sehr gefürchtet wurden, beeinflußten in starkem Maße die der Kegler. Immerhin, war es ein scharfer Kampf, der sich zwischen den Favoriten Dortmund und Bochum abspielte, der bald die eine, bald die andere Mannschaft im Vorteil sah. Beim 9. Mann war das Rengen völlig zupaß, gher im letzten Gang holte schließlich Dortmund, ein Mehr von 34 Holz heraus und brachte damit den Wanderpreis, den Bochum mehrere Jahre erfolgreich verteidigt hatte, für dieses Jahr an chum) mit 681 Sglauu.s Tages war Greulich(Vogum mir 06|Polz, der beste„von Dortmund.war Reiffert mit 678, von Castrop Rohde mit 659 Holz. Ausgezeichnet gefiel der junge Bochumer Kegler Ostwald #cSo m, zur Strecke brachte. Das Gesamtergebnis ##ugeln in die vollen war: Sieger Dortmund 18891 Holz vor Bochum 19863 und Castrop 19340 Holz. Vom Turf Enghien, 10. Oktober 3. Williams. Toio: E. 65 Bl. 16. 23. 14.“ 2. Rennen: Loio: Trsisch, Pl. 12, 33, 6 8.— 3. Renien: Volbwood II. 3. Unie. Toto: S 32. Pl. 17, 18.4275(Norel), 2. Jorga, Re8F 3, 2. Spelamen III., 3. Prince Lll. Toto: S. 41. Berlin-Karlshorft, 10. Oktober wehr, 3. Honorius. Toto: S. 63, Sr is ol. 19P. Perero), 2. Jubell 3. Grei- Toio: balote W. Laiter) 2. Megestich, Z. Pesdesschige, Fele: 25 Skurnsahne 73. Constabie. Toio: S. L3. Br. 2o. 16, R. — Steadowetwene: Patent— Lrovoaore 28310.“ 16. 1. Unlere Vorauslagen Köln, 11. Oktober. 1. Rennen: Palastherold— Roselli— Hecht.? Rennen: Jägermnesher—..— Ertra. 3. Rennen: Strachan— trieg— Frax Loldsucher. 4. Rennen: Liberius— RosenMissourt Tcamaul. H. Rennen: Olearia— Grollos— Missourt. 6. Rennen: Volumnius—. Ritterkrone— Binse. 7. Rennen: Noterberg— Peloria— Sisikon. Le Tremblay, 11. Oktober. Remiansg Farley— Grande Soeur. 2. Rennen: — Osman. 3. Rennen: Sada— Standard Apple. 3. Peuizsui,#bertad— Flint Glas. 5. Rennen: Le Bar— La pesotute. 6. Rennen: Mane la Ville— Livre des Rois. T K HE HA W a tt FT Kr #### von Fommmpistischen TTarbn 4* Geburtstag des unvergeßlichen Jungen nationalsozialistischen Freiheitskämpfers Horst Wessel, der im Januar nistelern stett. Unser#####hrechern hingemordet wurde, fanden am Grabe Wessels und in seinem Sterbezimmer im„Horst-Wessel-Krankenhaus“ Gedächt nisfeiern statt. Unser mnld links zeigt die Ehrenwache des„Horst-Wessel-Sturms“ am Grabe des toten Sturmführers auf dem Nikolal-Friedhof am Prenz lauer Tor. Bild rechts zeigt das Sterbezimmer Horst Wessels, in der Mitte seine Büste. Bochumer Anzeiger u. Gen. Anz. 11. Oktober 1933 Ipaziergang mit einem Ropsveikand #m klieb stehen rechden.h 14, Der Baum blieb stehen, nachdem ich gegen ihn gefahren war. Ich flog gegen diesen Baum, mein Motorrad flog gegen mich— und am Himmel erschienen fünf leuchtende grüne Sterne. Es stellte sich heraus, daß hinterher sowohl Baum wie Motorrad„wie durch ein Wunder" unversehrt geblieben waren vom Himmel ganz zu schweigen. Anders ich. Um die Sache kurz zu machen: sie waren alle im Krankenhaus sehr lieb und nett zu mir, da ich ihnen Arbeit und Brot gab. Und als ich, ein paar Monate darauf, seine Pforten verließ, sagte der Professor zu mir:„Empfehlen Sie uns bitte Ihren Bekannten.“ Und der Pförtner griff an seine Mütze, senkte seinen Vollbart wie eine Fahne auf Halbmast und sagte:„Kommen Sie recht bald wieder, lieber Herr!" Zur Erinnerung haben mir diese braven Leute— abgesehen von der Rechnung— noch etwas mitgegeben: und zwar einen pompösen Kopfverband. Er war nach oberflächlichen Berechnungen eine etwa zwei Meter lange Mullbinde, die sich in der Art eines Maulkorbes liebevoll um sämtliche Ecken schlang, die ein hochwertiger nordischer Schädel aufzuweisen hat. Irgendwo biß er sich in den Schwanz, aus dem Ende wurde ein Anfang— wenn ich diesem Geheimnis von mir aus einmal hätte auf die Spur kommen wollen, so hätte ich diesen Turban nie wieder in der angemessenen, komplizierten Form zusammengebracht und wäre vermutlich gänzlich aus dem Leim gegangen. Ich war sehr stolz auf diesen Verband. Es wr in der Tat ein Spitzenverband, eine Dachorganisation ersten Ranges. Kennen Sie das Bild„Kriegers Heimkehr"? Dieses Bild, ich glaube ein Vierfarbendruck älterer Abstammung, hat einmal im Zimmer einer Vension wochenlang über meinem Bett gehangen. Wenn ich morgens geweckt wurde und mich darauf demonstrativ zur Wand drehte, mußte ich ihn immer anblicken. Und da dies ziemlich oft geschah kenne ich ihn noch immer auswendig: da liegt ein Mann auf einer Terrasse, zu seinen Füßen lagert, malerisch hingestreckt, ein etwas übertrieben großer Bernhardinerhund, ein lebendiger Bettvorleger, und im Hintergrund wallt eine staatliche Dame in Schleiern gerade herbei, um dem Mann einen Trunk darzubieten. Und, was ich sagen wollte, dieser Mann hatte genau solch einen Kopfverband wie ich... Also, weil ich erstens auf meinen Verband stolz war wie sonst nur ein feuriger Spanier aus Tarragona, weil ich zweitens nicht gut ohne den Verband ausgehen konnte,— deshalb bin ich ein paar Tage, halb Mumie, halb Mensch, durch die Straßen der Du wirst wahrscheinlich alle Haare verlieren. Dein Kopf wird aussehen wie Blumenkohl. Dann schon lieber gleich tot. Ich kannte einen Fall...“ und der den er, weil er ihn kannte, sogleich erzählte, ließ mich in den Knien schaukeln.... Ich sagte, nun müßte ich gehen.„Mach keine Dummheiten, Peter..“ Herr Müller sah mich durchdringend an. Ich griff nach meinem Hut, besann mich aber, daß ich nur einen Kopfverband dort oben trug. In der nächsten Gastwirtschaft trank ich einen Enzian. Es war vormittags. Die Wirtschaft war fast leer. Nur am nächsten Tisch saß ein Mann und verzehrte sein fünftes Bier. Ab und zu streifte mich sein träumerisches Auge. Dann stand er auf einmal auf: „Sie werden finden, mein Herr, daß ich Sie scharf ansehe? Ich kann den Blick nicht von Ihnen wenden. habe das größte Mitleid mit Ihnen. Gestatten Sie, daß ich auf Ihr Wohl trinke.“ Er nahte, schwankenden hrittes.„Prost!“ sagte ich. Er schlug mir auf die Schulter:„Wohl dem, der seinen Kopf oben behält, auch wenn der Kopf nicht mehr ganz ist. Ich bin auch nicht mehr ganz...“„Wird nicht so schlimm sein", sagte ich und ging. Es war noch ein langer Spaziergang, und ich traf viele Bekannte. Sie glaubten alle, sie müßten mir etwas besonders höfliches oder schreckliches sagen. Sie glaubten, sie müßten sich meiner annehmen. Sie hatten, wenn es ganz schlimm kam, alle Mitleid mit mir. Ich war gar nicht mehr stolz auf meinen Kopfverband. Ich wurde erst unruhig, dann nervös, dann beleidigt, dann wütend, schliaßlich schmall ich ef. danin, belgidigt, gn Sie nur aus! Sie sollten nie wieder Motgrrad fahren. Was war das Gesicht dieses rohen Menschen, der sich zu sage ich: Sie werden nie wieder Motorrad fahren kön= mir herabbeugte und mir ins linke Ohr flüsterte: Ihre Braut Ihnen den Ring schon zurückgeschickt? Wissen Sie, Sie gehören ins Bett! Bleich sehen Sie aus, mein Lieber, bleich: Haben Sie sich schon um den Paragraphen 51 bemüht!? Das muß angenehm sein, in Zukunft für seine Taten nicht mehr verantwortlich zu sein...“ Wie gesagt: ich wurde allmählich mürbe, knirschte mit den Augen und rollte meine Zähne. Und dann hielt ich es nicht mehr aus. Als eine Minute später ein Mann mir auf dem Bürgersteig entgegenkam— er war einen Kopf größer als ich und sehr stark—, als dieser Mann erst meinen Verband, dann mich, dann wieder meinen Verband ansah als er weiterging und, kaum einen Schritt von mir entfernt, mir so nachstarrte, daß ich ein Gefühl im ##cen, spürte, als sei dort oben mein Hals eingeschlafen,— da kehrte ich auf meinem Absatz um, stürzte auf ihn zu und packte ihn an demjenigen Knopf seines Jacketts, an dem ich am besten heranreichte. Und ich schrie:„Ja, Herr! Jawohl! Ich trage einen Verband! Sie haben Mitleid mit mir nicht wahr? Sie finden, ich sehe zum Heulen aus? Wollen Sie nicht am liebsten meiner Familie zu mir kondolieren?— Ein für alle Mal, mein Herr: wenn Sie mit mir Mitleid haben, dann können Sie mir leid tun— und zwar hinterher! Wenn Ihnen mein Aussehen mißfällt, dann sollen Sie hinterher Grund haben, Ihr eigenes Gesicht mit Mißfallen zu betrachten! Und sollten Sie Sympathie! für meine Familie hegen— Sie, mein Herr, können mich gern haben...“ .„Ja, wie gesagt, der Mann war groß und stark... Und ich saß dann auf den Pflaster und betastete einen Körperteil, der nicht die geringste Aehnlichkeit mit meinem Kopf hatte und außerdem bei weitem nicht verbunden war. Und das letzte, an das ich mich erinnern schließlich schwoll ich blau an.„Was haben kann, bevor ich endgültig zwischen hilfreichen Leuten gemacht, Herr Merkt? Entsetzlich sehen Sie in einer Wolke von Mitleid verschwand und zerplatzte, Peter Merkt. nen! Hat Ihr Gedächtnis schon nachgelassen? Erinnern„Geht es Ihnen nun ein bißchen besser?“ Sie sich, daß ich Ihnen fünf Mark schuldig bin? Hat“92 9 Das verwandelte Simmer, Von Julius Preis halb Mumie, halb Mensch, durch die Straßen der Stadt spazieren gegangen. Dabei passierten mir dann die sonderbarsten Dinge: Ich ging durch die Hauptstraße. Entgegen kam mir Herr Meier, den ich geschäftlich kenne. Er ging an mir vorbei. Er erkannte mich vielleicht nicht. Leute mit einem Kopfverband kennt jemand, der einem Geld schuldig ist, grundsätzlich nicht. Dann aber muß der Wurm in seinem Gewissen laut gepickt haben. Ich kenne ihn, sein Gewissenswurm ist wie ein Bandwurm, täglich verliert er ein Stück davon, und trotzdem nimmt er kein Ende... Jedenfalls, er drehte sich zweimal um und kam mir schließlich nach. Und er sagte: „Herr Merkt?“.„Herr Meier?“„Ja,... was haben Sie denn gemacht?“ Ich sah ihn von oben bis unten an.„Dreimal dürfen Sie raten“, sagte ich. Er überging dies vornehm.„Stimmt es, daß Sie sich neulich ein Motorrad angeschafft haben?" fragte er. „Stimmt.“ Ich war etwas kurz angebunden. Herr Meier wiegte den Kopf hin und her.„Drum“, sagte er, lüftete seinen Hut und verschwand. Ich gina weiter. Ich hatte großen Erfolg mit meinem Verband. Kleine Kinder blieben stehen und sahen mir fassungslos nach. Sie hatten den Mund weit aufgesperrt, und weil sie die Empfindung hatten, daß dies unschicklich sei, bohrten sie zum Ausgleich in der Nase. Ich hatte mehrfach den Wunsch, sie zu fragen, ob sie dort etwas Bestimmtes suchten. Mein Selbstbewußtsein hielt mich davon ab. Wie ein Araberscheich, breitbeinig und jeder Zoll ein Abschreckungsbeispiel, ging ich meiner Wege. Fünfzig Meter weiter stieß ich auf Herrn Müller. Den kenne ich, weil seine Schwester mit meiner Mutter zur Schule gegangen ist. Er schaute einmal, er schaute zweimal, sein Adamsapfel lief Sturm gegen das obere Ende seines Kragens:„Peter! Mein lieber Junge! Mein armer Junge! Um Gottes willen... Du siehst ja abscheulich aus!“„Ch, danke schön“, entgegnete ich kühl.„Keine Ursache bitte... Was haben sie mit dir gemacht! Wie greulich! Ach, ich muß mich beinahe setzen, wenn ich dich sehe... Ja, da heißt es tapfer sein. Das wird nie wieder ganz gut werden. Du wirst lebenslänglich verunstaltet bleiben. Zum Film könntest du nicht mehr gehen. Ein Glück, daß du Schriftsteller bist, da fällt das nicht so auf. Widerlich siehst du aus! Wie war das in gesunden Tagen? Man fiel zuweilen spät nachts aus den Kleidern heraus in tiefen Schlaf, man las mit dem Gefühl wunderbarer Alleinsamkeit noch in einem Schmöker, in einer Zeitung, manchmal vergönnte man sich ein bißchen„Spinnen", dergestalt, daß man sich in die Koje eines Polarschiffs, in die Geborgenheit eines Samojedenzeltes, in die primitiv=komfortable Höhle Robinsons hineinphantasierte — ewiger Spaß aus Kindertagen. Oder an einem regenschweren Sonntag hörte man mit Behagen die Tropfen auf das Fensterblech fallen, froh, daß man unter Dach und Decke noch eine Stunde lang von Herzen faul sein konnte ohne Appell an das Wandergewissen, ohne Verpflichtung, sein Haupt an den manchmal so harten Busen der Natur zu betten. Ansonsten aber war einem dieses Schlafzimmer ziemlich wesenlos, am hellen Tag hinterließ es keinerlei Eindrücke, war ohne Interesse, fremd, ungemütlich. Liegt man aber längere Zeit krank in so einem Raum, so bekommt er von Tag zu Tag ein anderes, ein vertrauteres Gesicht. Das kleine Rißchen an der Decke, die Blase im Fensterglas, der Webfehler im Vorhang, das Muster des Bodenbelags, alles wird mit unheimlicher Schärfe klar, ins kleinste hinein bewußt, in Fieberstunden gespenstisch und voll Dämonie ins Hirn gezeichnet. Die nüchterne Ordnung und Sachlichkeit des Schlafraums verliert sich, sowie er Krankenraum wird. Da stapeln sich Zeitungen, Zeitschriften und Bücher auf Stuhl, Tisch und Ottomane, Blätter und Blättchen zigeunern auf der Bettdecke, auf dem Boden herum, Post quillt aus dem Schubfach des Nachttisches, Decken und Kissen, Wärmflaschen und Wickel, Leinwand und Guttapercha, das alles treibt sich mit penetranter Hilfsbereitschaft herum. Das Unordentliche, Desorganisierte des Körpers hat sich gewissermaßen auf den Raum übertragen, auch er hat erhöhte Temperatur, auch bei ihm „stimmt's nicht mehr“. Das kleine Viereck des Nachttisches ist nun die unmittelbare Welt.— Hier tickt die Uhr unentwegt die Zeit zur erhofften Genesung ab. Hier steht das Glas mit Himbeerwasser(ehemals brrrr!— jetzt eine Leckerei ersten Ranges— nur ein Eßlöffel voll erlaubt), hier ist ein kreiner Krumtaben von Pastinen und Tropsertn, bißchen Bitterkeit im Herzen, darüber nach, daß alles, was einem schmeckt gesundheitswidrig, daß alles, was man nicht mag, gesundheitsförderlich ist. Wie schön beispielsweise könnte eine Krankheit verlaufen, wenn Fieber mit Tiroler Speckknödeln und Kolik mit einer guten Flasche Wein bekämpft werden könnten. a. Aber ein Kranker, soll, nicht allzu undankbar sein. Er darf sich— als ein bißchen unzurechnungsfähig— symbolisch gesagt: mehr Kraut- herausnehmen als ein Gesunder.(Man nützt es leider zu wenig aus, weil man zu viel durch die Krankheit abgelenkt ist.) Dann: die Besuche! Sie sind sozusagen das Pflaster auf die Wunde. Der Beweis von Anhänglichkeit, Freundschaftlichkeit und Freundlichkeit erquickt zu jeder Zeit, es sei denn, man hätte eben nach dem kleinen diskreten Gefäß geangelt. Besucher eines Kranken sind immer von einer großen relativen wenn es dem Kranken ganz schlecht geht, von einer absoluten Aufrichtigkeit und Herzlichkeit der Teilnahme. Alle Defensivmaßnahmen, die der Gesunde dem Gesunden gegenüber(bei aller Freundschaft) aufrecht hält, sind überflüssig. Der da in den Kissen ist ungefährlich. Freilich gibt es teilnehmende Gemüter, die dir gleich sagen, wer alles schon an deiner Krankheit gestorben ist, delikatere Naturen berichten sogar, wer davongekommen ist— es sind die robusten Seelchen unter deinen Bekannten. Sie haben es natürlich nicht so gemeint.— Der wahrhaft freundliche Besuch bagatellisiert deine Krankheit mit einem Plausch von„draußen“, mit einem Scherzwort, mit sanfter Ironie, es sei denn, daß der Kranke selbst, ein bißchen gekränkt, daß man seine Krankheit nicht wichtig genug nimmt, davon zu erzählen anhebt. Den Scheidenden begleiten die Augen zur Tür, dankbar, aber auch nicht ohne einen kleinen Schuß Neid, däß der Besuch da jetzt in eine märchenhaft fremde Welt tritt: auf die Straße, in ein Kaffeehaus, zum Tanzen oder ins Theater geht. Wir liegen wieder einsam und hören das ferne ist ein kleiner Kramladen von Pastillen und Tröpferln, Rauschen der Straßenbahn, ein Autohupen, Schrei und die man sich wie ein braves Kind einverleibt, so wie es Ruf, durch die Mauern sickert Radio=Rede und Klavierder Gott aus der Wolke, der Onkel Doktor, befahl. übung, viel gesunder Lärm, wir greifen wieder einmal Tellerchen mit vertrockneten Orangenschnitzeln, ein Rest= zu einem Pack alter illustrierter Blätter, 1911— chen Milch, das unvermeidliche Apfelkompott des kranken 1912— 1913 steht darauf, und was da an Jubiläen, Mannes; wenn die Schmerzen nachlassen, denkt man, ein Geburtstagen, an Berühmtheiten und Sensationen abgebildet ist, mutet bisweilen an wie ein grotesker Totentanz. Zwanzig Jahre haben genügt, die Welt zwanzigmal umzuformen. Aus den Zimmern in der Wohnung kommt Gespräch und Gekäusch wie von einem fernen Planeten. Da über der Türschwelle ist eine Welt, in der man einmal gestanden— die jetzt unerreichbar ist. sämztesn man erst wieder über den Korridor gehen Lesen wir also bis dahin als kleinen, unzulänglichen Ersatz über Reisen auf dem Amazonenstrom.— Viertausend Kilometer. Aber alle Wunder des Urwalds wögen nichts, wenn man jetzt einmal die dreißig Schritte ins andere Zimmer Da sind die Gesunden— da ist die Fremde... Städtische Gemäldegalerie : I. Gabriele Münter Die am vergangenen Sonntag eröffnete Ausstellung in der Städtischen Gemäldegalerie ist drei Künstlern gewidmet, von denen nur Gabriele Münter noch unter den Lebenden weilt. Die Begegnung mit ihr, die sich jahrzehntelang auf eine ganz persönliche, geistig und technisch erkennbar fortschreitende, Art treu geblieben ist, verlohnt sich in mancher Hinsicht. Es ist vor allem die gesunde und uns deutsche Menschen heute wieder besonders ansprechende Einfachheit ihrer vorwiegend volksmäßig und landschaftlich bestimmten Motive, die sich in der Uebersetzung charaktervoll, ohne billige Effekthascherei, aber auch ohne Zugeständnis an überholte Stilklischees, spiegelt. Die Welt die auf ihrer Leinwand derart lebendig wird, daß sie uns zu vertieftem Sehen und Horchen erzieht und dem vorschnellen Wort verwehrt, den traumhaft übertönten Stimmungen ihrer Bauernhäuser, See=, Gebirgs= und Schneelandschaften Gewalt anzutun, bewahrt in ihrer malerischen Eigenart den reinen ursprünglichen Adel, den alle große und unverfälschte Natur besitzt. Sie wird geder verbalhornt auf Stelzen gezwungen, noch ins Protrustesbett dieser oder jener interessant scheinenden Kunstauffassung hinabgefoltert. Wenn überhaupt ein Kunstbegriff über sie auszusagen vermöchte, so nur der eines eigenwüchsigen und unbesorgten Expressionismus, dessen wahre Heimat erst hinter der Netzhaut des Auges beginnt. Man spürt es fast körperlich, daß diese kindlichkraftvolle Handschrift, daß diese festen, sauber abgegrenzten und unmittelbar sprechenden Farben, einem wesentlichen Menschen zugehören, der unverspielt, wenn auch nicht unverträumt, die Dinge sieht und sie nach dem Gesetz seiner herben Persönlichkeit künstlerisch zu formen weiß. Gabriele Münter hat den Charakter, der sich ohne sture Vorschrift im Stofflichen der Heimat und dem Volkstum tief verpflichtet weiß, sie folgt dem etwas schweren Gefälle ihres westfälischen und schwäbischen Blutes. Im übrigen malt sie und hält keine Reden. — Die Oelgemälde meist mittleren Formats, die ihren Entwicklungsgang in 25 Jahren beglaubigen, wollen verstanden sein als Zeugen für die mit den Jahren sich bereichernde Ausdruckskraft, für ein Freiwerden im Gegenständlichen und Farbigen. Die Bilder der letzten Jahre,„Nach dem Gewitter“ oder auch das M mit drei Häusern“, verraten stärkere Gelostheit, das Atmosphärische schwingt leichter durch im Gegensatz zu den dunkler gebundenen früheren Werken. Wie sie sich in der äußeren Formgebung jeweils dem geistigen Gehalt ihres Vorwurfs anzupassen fähig ist, mag das Bild„Krank“(1917) dartun. Die scharfe und kantige Lineatur, die das Bild rhythmisch gliedert und die Vorstellung von Fieber erweckt, ist beispielhaft, wenn auch vielleicht nicht typisch, für das expressionistische Uebersetzungsvermögen der Künstlerin. Was das unmittelbare Verständnis ihrer Bilder erschwert und ihren künstlerischen Wert beeinträchtigt, ist die seltsame Uninteressiertheit an ernsthaften Auseinandersetzungen mit dem natürlichen Licht. Hier spürt man ihre Abhängigkeit von der kunsthandwerklichen Glasmalerei, deren Gesetze sich nicht ohne Gefahr auf die Leinwand übertragen lassen. Diese Absage an himmlisches Spiel zugunsten erdhafter Gepreßtheit, hat eine bedauerliche Einbuße an Reichtum und Leben zur Folge, so daß man sich bei längerem Verweilen in ihrem Reich dem Eindruck einer gewissen Monotonie nicht entziehen kann. Dennoch ist die Bekanntschaft mit dem Werk Gebriele Münters erfreulich und lehrreich und wird nur denen nichts bedeuten die sich verärgert fragen in welche kunsthistorische Akte denn wohl ihr Pinselstrich zu tun sei. Dr. Stf. f derie Raenrleli Jzekein Oktober 1933 Der Lebensweg eines„Deutschenfressers“ grotesker Totene Welt zwanzigkommt Gespräch Planeten. Da der man einmal Korridor gehen unzulänglichen strom.— Vieren nichts, wenn andere Zimmer ie Fremde.. jete Ausstellung drei Künstlern Künter noch ng mit ihr, die sönliche, geistig Art treu geinsicht. Es ist Menschen heute heit ihrer vorch bestimmten raktervoll, ohne ugeständnis an Welt, die auf aß sie uns zu und dem vorift übertönten Gebirgs= und vahrt in ihrer nglichen Adel, sitzt. Sie wird gen, noch ins nt scheinenden überhaupt ein te, so nur der pressionismus, aut des Auges diese kindlichsauber abgefarben, einem erspielt, wenn und sie nach künstlerisch zu Charakter, der der Heimat sie folgt dem n und schwänd hält keine ats, die ihren bigen, wollen den Jahren freiwerden im der der letzten er auch das “, verraten wingt leichter enen früheren ebung jeweils upassen fähig dartun. Die ld rhythmisch r erweckt, ist isch, für das r Künstlerin. r Bilder ernträchtigt, ist haften Aust. Hier spürt undwerklichen Gefahr auf Absage an reßtheit, hat d Leben zur Verweilen in Monotonie nntschaft mit ind lehrreich ich verärgert in wohl ihr Dr. Stf. Heuncois Soch Feultrreichs„Parfum-Napoieon““ Aus dem„kleinen Korsen“ Spoturno wird der Milliardär Francois Coty Parfümfabrikant gründet einen deutschfeindlichen Hetzblattkonzern Der kunstvolle Bau nun zusammengebrochen Aus Paris wird gemeldet: Francois Coty, der Eigentümer des„Figaro“, wurde in der Generalversammlung des Verlags buchstäblich aus seinem eigenen Unternehmen hinausgedrängt. Damit ist, nachdem schon vor einem Jahr Cotys„Ami du Peuple“ in starke Schwierigkeiten geraten war, der kunstvolle Bau des deutschfeindlichen Hetzblattkonzerns zusammengebrochen. konzerns zusammengebrochen. Halerte 1 Herr Spoturno entwirft eine Flasche Nicht nur die Wiege Napoleons, auch die des Herrn Francois Joséphe Spoturno stand in Ajaccio auf Korsika. Als Sohn kleiner Leute erblickte er vor rund sechzig Jahren das Licht einer Welt, die sein napoleonischer Ehrgeiz später beherrschen wollte. Als junger Mann zog Spoturno in Paris ein. Er war sich von Anfang an klar darüber, daß der Weg zum guten Beziehungen gepflastert ist. Das erste Mittel zum Zweck war für ihn die Frau eines reichen Glasfabrikanten. Spoturnos Liebe zu ihr regte ihn künstlerisch an: er entwarf ein Parfüm=Flakon, das den Fabrikanten begeisterte und dem jungen Coiffeur zu einem kleinen Anfangskapital verhalf. Spoturno gründete damit eine Parfümerie. Der Krieg wurde für ihn zum großen Geschäft. Die Parfümfabrik stellte sich auf Kriegsbedarf um; und als sie endlich wieder friedlichen Zwecken dienen durfte, hatte Herr Spoturno die ersten hundert Millionen verdient. Ein pressekonzern entsteht Gleichzeitig mit den kleinbürgerlichen Verhältnissen streifte Spoturno seinen Namen ab, der ihm für den neuen Glanz nicht mehr schön genug erschien. Er nannte sich fortan Francois Coty. Und die leicht verdienten Kriegsmillionen ermöglichten es seinem propagandistischenk Genie, den Namen Coty über die ganze Welt hin bekannt zu machen. Aber ein Mensch mit Cotys Geltungsbedürfnis gibt sich nicht mit einer gutgehenden Parfümfabrik zufrieden. Er strebte nach Höherem. Er wollte in der großen Politik eine Rolle spielen, er wollte Frankreichs zweiter„großer Korse“ werden. Vor seinem Geistesauge stand die steile Linie künftigen Aufstieges: zum Senator, Minister, Präsidenten. Zu solchen Plänen braucht man Macht— die Macht der Presse. Coty ging daran, einen Zeitungskonzern aufzubauen, wie ihn Frankreich noch nicht gesehen hatte. Fünf Jahre kämpfte Coty darum die große Pariser Tageszeitung„Figaro“, in seine Hand zu bekommen. Endlich gelang es ihm 1921, die Aktienmajorität des Verlages zu erwerben. und Boden zu prozessieren. Cotys Millionen siegten. Der einzige Erfolg war, daß er sich herbeiließ, den Preis des„Ami du Peuple“ auf 15 Centimes zu erhöhen. Teurer Ehrgeiz Natürlich waren es die ungeheuren Parfümprofite, die Cotys Blätter am Leben erhielten; viele Hunderte posie schese Ggeegntebat sih der ehrgeizige Korse sein politisches Geltungsbedürfnis kosten lassen. Man rechnete ihm vor, daß ihn jeder Leser des„Ami“ bei täglicher Lektüre jährlich 100 Frank koste, so daß Coty danach die ungeheure Summe von 80 Millionen Frank im Jahr zusetzte. Aber auch der„Figaro" bildete, als er aus einer unabhängigen Zeitung zum Leibblatt des Parfümiers geworden war, ein Zuschußunternehmen, das jährlich etwa 60 Millionen Frank verschlang! Und immer noch hatte Coty nicht genug. Bald erK4c5gsiue Abendausgabe des„Ami“, ebenfalls in 800 000 Exemplaren. Eine Wochenbeilage folgte.„Le Salut publie“. Kleinere Zeitungen und Zeitschriften wurden vom Caty=Kanzern geramscht: Siécle“, sein Eigentum wurden, zum Teil Zuschüsse erhielten. Insgesamt umfaßte der Coty=Konzern auf der Höhe seiner Macht etwa hundert Zeitungen und Zeitschriften, die dazu dienen sollten, Cotys Ideen der Welt zu veründen.—— Bel a1 Hetzfeldzug gegen Deutschland unterzeichnek, der noch viel zu schlecht burchdacht und durchgeführt worden sei... Welche Gedanken waren es nun, deren Propagierung Herr Coty sich so viel Geld kosten ließ? Das A und O seiner Politik war die Hetze gegen Deutschland. Schmutziger, ungezügelter, fanatischer ist das deutsche Volk nirgends angepöbelt worden als in Cotys Revolverblättern! Die Scheinheiligkeit Cotys tritt in seinen eigenen Leitartikeln am deutlichsten zutage. So klagt er einmal im„Figaro", man werfe ihm und seinen Blättern die Verhinderung einer deutsch=französischen Verständigung vor. Nichts, sei falscher und ungerechter! Er und seine J9lad stahlichrngn au nicht entschuldbarer wären solche Verleumdungen, wenn ihr Inspirator ein fanatischer Patriot wäre. Aber Coty ist alles andere; er ist ein machthungriger Großverdiener, der das scheinbar so glühend verteidigte Vaterland mit Freuden um Millionen schädigt, wo er nur kann. Ein riesiger Steuerhinterziehungsprozeß beleuchtete Cotys Finanzgebaren. ##en,, Er endete mit einem Vertuschungsmanöver, bei dem die pohe sei= Hochachtung vor Cotys Geldsack eine gewisse Rolle gespielt zu haben scheint. Aehnliche Zusammenhänge wurden auch bei jener dunklen Affäre aufgedeckt, durch die Coty sich von seinen korsischen Landsleuten zum Senator wählen lassen wollte. Die Wahl wurde angefochten, da Coty allzu freigebig mit Geldspenden umgegangen war, und sein Einzug in die Kammer mußte auf unbestimmte Zeit verschoben werden. Dabei hatte der Kandidat keine Mühe und Kosten gescheut, um die Mär hinausposaunen zu lassen, Coty sei ein direkter Abkömmling Bonapartes... And selbst— verfolgungswahnsinnig? Unter anständigen Leuten in Frankreich wird Coty und seine„Meinungsfabrik“ kategorisch abgelehnt. Er hat sogax recht heftige Feinde, die ihm mit Drohbrievon Gotz=ckongen geranscht,„Viasläge Pie Richitzset falscher und ungerchter, Er und seigessen deuur tcht beioe Heide, Die. on mit Deri Ausourschurs,„cdellen Prauealert.-Zour. gegenster auuen vesetiert von einer Vershnungspolilts schnöge Anat due uaden. Ee ceint al bote die ual des Debate“ ia Praues la Paties in Barts al isen Deushland dase sleichen Aritek ader hehtszerwire Ge entsein beitours Seden seinen Vertan) eiue großse Jast von Proimstäitern, De zum Teillangisen, und Fanteich hate 1919 eienl Vertag sch oder nat.u; udt Sche an Großfeuer vernichtet Karlsruher Fabrik Gebäude vollständig leergebrannt— 10 Feuerwehrleute verletzt— 300 Angestellte werden brotlos Ein„Vonlsfreund“ „Der„Figaro“ allein genügte Herrn Coty bald nicht mehr. 1928 kaufte er die Zeitung„Le Gaulois“ auf und verschmelzte ihn mit dem„Figaro". Wenige Monate später gründete Coty eine neue Zeitung, deren Entstehungsgeschichte charakteristisch ist für die Skrupellosigkeit ihres Eigentümers. Schon der Titel des Blattes ist eine wohlberechnete Unverschämtheit:„Ami du Peuple“—„Volksfreund". So hieß nämlich jene berühmte Zeitung, die Marat in der französischen Revolution herausgab, und deren Name für jeden Franzosen der Inbegriff seiner geistigen deale„Liberté, égalité, fraternité“ war. Nun versprach ein Parfümmilliardär im Jahre 1928, was Marat seinen Landsleuten als Menschheitsideal hingestellt Der„Volksfreund“ sollte Herrn Coty Gelegenleit geben, seine politischen Ideen in die Masse zu tragen. Das erreichte er auch tatsächlich dadurch, daß er den Preis auf 10 Centimes(= 1,7 Pfennig!!) festsetzte, während alle anderen französischen Blätter 25 Centimes kosten. Es ist also nicht erstaunlich, daß der billige „Volksfreund“ in kurzer Zeit auf 800000 Exemplare stieg. während der„Figaro“ nur 50 000 zählte. Die französischen Verleger versuchten mit geringem Erfolg, Coty wegen unlauterer Konkurrenz in Grund ##. Karlsruhe, 10. Oktober. Montag nacht brach in dem Fabrikgebäude der im Westen der Stadt gelegenen Lumpenverwertungsfabrik Vogel& Schnurmann ein Großfeuer aus, das sich mit rasender Geschwindigkeit auf das ganze, 100 Meter lange und etwa 25 Meter breite, vierstöckige Gebäude ausdehnte und es im Verlaufe von zwei Stunden bis auf die Grundmauern einäscherte. Die Karlsruher Feuerwehr die Fabrikfeuerwehr und freiwillige Feuerwehren aus den westlichen Vororten von Karlsruhe gingen dem Riesenbrande mit allen verfügbaren Schlauchleitungen zu Leibe, mußten sich aber bei der Größe und der Gewalt des Brandes mehr auf den Schutz der übrigen umliegenden Gebäude beschränken. Bei den Löscharbeiten ereignete sich kurz nach Mitternacht ein schweres Unglück. An der Nordseite stürzten plötzlich die oberen Stockwerke und Brandmauern mit furchtbarem Getöse und riesiger Rauchentwicklung ab. Von den herabstürzenden Mauerteilen wurde eine Reihe von Feuerwehr= und Hilfsmannschaften getroffen. Nach Angabe des Krankenhauses soll es sich um um 9 oder 10 zum Teil Schwerverletzte handeln. Sämtliche Lagervorräte und Maschinen sind mitverbrannt. Ueber die Entstehungsursache verlautet bis Fahrstgebänges nichts. Durch die Vernichtung des 300 Inhaber festgenommen Wie wir zu dem Großbrand in Karlsruhe noch erfahren, vermutet die Polizei Brandstiftung. Einer der Inhaßer, der Fabrik ist vorläufig festgenommen und in Fm##sgefängnis eingeliefert worden. Der Gesamtschaden soll zwei Millionen Mark betragen. Großfeuer in einer Zuckerfabrik 25 000 bis 30000 Mark Brandschaden Oucserfabrin Hildesheim, 10. Oktober. In der Zuckerfabrik in Dinklar wütete in der Nacht verwirrt. Er besitzt einige Schlosser und Villen, getraut sich aber nicht darin zu wohnen, sondern lebt im Pariser Hotel Astoria“ im Schutz einer Leibgarde von Detektiven. Als man dort seinerzeit die Reparationskommission einquartieren wollte, stürzte er aufgeregt zum Direktor: „Mein Leben ist bedroht, ich muß mich äußerst in acht nehmen. Entweder ich ziehe aus— oder die anderen!“ Und die Reparationsexperten mußten dem verfolgungswahnsinnigen Coty das Feld räumen. Als auch in Frankreich im letzten Jahr die Weltkrise eindrang, begannen Cotys Unternehmungen zu wackeln. Der„Ami du Peuple“ geriet in Schwierigkeiten, da die Zuschüsse dünner flossen; und jetzt hat man in der Generalversammlung des„Figaro"=Verlages den Mut gehabt den Hauptaktionär Coty einfach hinauszuweisen. Welche Hintergründe diese Affäre hat, ist der Oefsentlichkeit noch nicht bekannt. Sicherlich aber bedeutet sie die Sprengung des größten Pressekonzerns Frankreichs und damit die Kaltstellung eines Mannes, der zwölf Jahre lang die politische Atmosphäre Europas gewissenlos vergiftet hat. M. B. zum Dienstag ein Großfeuer. Der Brand entstand wahrscheinlich durch eine Staubexplosion in der Trockenschnitzelanlage. Das Dachgeschoß und ein Trockenlager nicthest% a.%0 Zentner Trockenschnitzel wurden ver30000 Mark, Prandschaden beträgt etwa 25.000 bis Gellsamer Morvversuch eines Dieners der Wi### •PT— ns mcnen. #### Wien, 10. Oktober. worden wäre, eine Rettung nur unter besonders glückEin ganz ungeheuerlicher Vorfall wurde im Zusam=lichen Umständen möglich wäre. asedetgaice echlnlde ciene sceicher Pelorsahrtdes„Graf ZeppelnLeuchtgas vergistet. Bei ihm wurde ein Abschiedsbrief Iu 21 Stunden von pernambuco nach Friedrichshafen an seine Braut aufgefunden, in dem er sagt, er habe.... Friedrichshafen 10 Sorge dafür getragen, daß auch sie ihm bald rettungslos nachfolgen müsse Die sofort angestellten Nachforscht ergaben, daß Fiala im Institut Bazillen, und zwar, wiees scheint, Typhusbazillen gestohlen hat, die er seiner Braut in einem Butterbrot verabreicht haben dürfte. Die Braut wurde sofort ins Spital gebracht und unter Beobachtung gestellt. Die Aerzte erklären, daß für den Fall, daß ihr tatsächlich diese Menge Bazillen zugeführt Die Chefs zahlten keine Steuern Neues vom Lahusen=prozeß Im weiteren Verlaus das Kremen, 10. Ortober. gestagstang ten Verlauf des Lahusen=Prozesses wurde festgestellt, daß Heinz Lahusen im Jahre 1927610 000 Mark und im folgenden Jahr 1 400 000 Mark Tantiemen bezog. Von 20000 Arbeitern hatte jeder auf seiner Lohntüte seinen Steuerabzug. Die Chefs der Nordwolle aber strichen Gewinne ohne jede Versteuerung ein. Einen weiteren Posten von 150 000 Mark, den Heinz Lahusen #.. dee Brolbelag üter die Hum erhielt und den die Anlage als eine unSeizsumer Molvversuch eines Dieners ver Wiener Universität Hitalsabfind: gad ansiet, erlärt er als eine KoRettung des Opfers unmahrscheinlich(absinbung ider die Kopitalt. Reilung des Opfers unwahrscheinlich labfinoung wurden ebenfalls mündlich getroffen. Weiterverhandlung am Mittwoch. setoste papst pius empfängt 700 deutsche pilger Begrüßungsansprache in deutscher Sprache Unter deu zahliasen Bilger„ Rom, 10. Oktober. Unter den zahllosen Pilgerzügen, die in den letzten Wochen vor allem aus Spaniern, Franzosen, Engländern, Holländern und Schweizern bestanden haben ist in diesen Tagen auch eine Reihe von deutschen Pilgergruppen(insgesamt etwa 700 Pilger) zu erwähnen. Papst Pius XI. empfing u. a. einen großen Pilgerzug aus Breslau unter Leitung des Kardinals Bertram, ferner Gruppen aus München, mit Monsignore Hartig gn der, Spitze aus Ermland Schneidemühl, Berlin, Oberschlesien, Würzburg, Krefeld und Paderborn und eine Anzahl von Priestern und Seminaristen aus Köln und Bamberg. Der Papst richtete in deutscher Sprache sehr herzliche Begrüßungsworte an die deutschen Pilger und erteilte ihnen am Schluß den Apostolischen Segen. Graf Zeppelin“ izsbriedrichshafen, 10. Oktober. Sorge dafür getragen, daß auch sie ihm bald rettungslos gage### Heprrt#t#st, von seiner, achten Südamerikanachfolgen musse. Die sofolt ungesteuren Nachforsihungen#ghrt nach Friedrichshafen zuruckgetehrt und am ergaben. wienstag morgen.20 Uhr auf dem Werftgelände glatt gelandet. An der Rückfahrt nahmen 14 Fahrgäste teil, darunter General a. D. Wilberg(Berlin) und Dr. Knaus von der Lufthansa Berlin. 90 Kilogramm Post wurden besrdert. Klagstanm Bosz „Das Luftschiff hat, wie die Deutsche Seewarte mitteilt, die Strecke Pernambuco— Friedrichshafen in der kurzen Zeit von 71 Stunden zurückgelegt. dies die schnellste bisherige Rückreise des Luftschiffes von Südamerika nach Europa. K S 219/336 „ 0000000 Geschichtstafel 1825 1914 11. Oktober: wurde der Schweizer Dichter Konrad Ferdinand Mever in Zürich geboren, wo er sich gleichwie in Genf. juristischen und geschichtlichen Studien widmete. Seine weitere Ausbildung führte ihn über Lausanne nach Paris. Seine evische Dichtung„Huttens letzte Tage", sein Heimatroman„Jürg Jenatsch“, seine bistorischen Novellen, welche, wie„Der Heilige".„Die Richterin“, „Die Hochzeit des Mönches",„Angela Borgia“ usw., meist düstere Stoffe aus der Renaissancezeit behandeln, gehören gleich seinen Gedichten und Balladen zu den bleibenden Werten deutscher Literatur. Er starb 1898. Vernichtung zweier französischer Kavalleriedivisionen bei Hazebronk. verschr ceschsasten für den Publikums= Ein Teil des Bürgersteiges und Radfahrweges in einer G. IR G.„ Länge von etwa vier Meter wurde weggespült. Der an Gefahrlicher wasserroyroruch. Am 10. der Rohrbruchstelle stehende Lichtleitungsmast stürzte Oktober, gegen.45 Uhr, entstand an der Ecke Dor= um. Die Bruchstelle ist abgesperrt worden. Der Verkehr stener Straße und Wanderweg ein Wasserrohrbruch. wird nicht behindert. Aad den=Stabtienen Personal=Nachrichten Stadtoberinspktor Holz, Städtische Bauverwaltung, beging am 10. Oktober sein 25jähriges Dienstjubiläum. Am heutigen Tage feiert Frau Witwe Luise Schnitzler, Hedwigstraße 15, früher Grabenstraße, eine altbekannte Bochumerin, in aller Frische ihren 79. Geburtstag. Mit ihr erfreuen sich an diesem Tage ihre Kinder, Enkel und Urenkel. Der Invalide Heinrich Hasselmann, Stadtteil Bochum=West, Gahlensche Straße 4, beging im Kreise seiner Kinder und Kindeskinder in körperlicher und geistiger Frische seinen 75. Geburtstag. Stadtteil Hordel Hohes Alter. Am heutigen 11. Oktober, feiert Frau Anna Trumbach geb. Knoth, Kruppstraße, ihren 80 Geburtstag. Im vorigen Jahre konnte die Jubilarin mit ihrem Gatten das seltene Fest der diamantenen Hochzeit begehen. Stadtteil Hoffiede=Marmelshagen VoPersonalnachrichten. An Stelle des bei der Kruppschen Verwaltung der Zechen„Hannover und Hannibal" tätig gewesenen kaufmännischen Geschäftsführers Heinrich Döß, der infolge Pensionierung in den Ruhestand tritt, ist durch Verfügung der Fa. Fried. Krupp AG. Essen der bisherige Rechnungsführer R. Leveringhaus getreten. Herr Leveringhaus, der sich allgemeiner Beliebtheit erfreut, steht im 48. Lebensjahr und hat bereits bei der obigen Verwaltung sein Dienstjubiläum feiern können. Der Invalide Karl Neutzer, Ehrenfeldstraße 20, feierte am 10. Oktober seinen 75. Geburtstag in voller Rüstigkeit. Die Eheleute Karl Herbold, Margarethenstraße Nr. 1, feierten das Fest ihrer silbernen Hochzeit. Seitens des Waldeck=Pyrmonter Vereins und des Vereins ehem. 8. Husaren wurde das Jubelpaar mit Ehrungen bedacht. Die Eheleute Emil Nickel, Querschlag 15, feierten am 8. Oktober das Fest der silbernen Hochzeit. Ehrenvolle Berufung. Der an der hiesigen Redemptoristen=Klosterkirche tätige Organist Hans Meier, der trotz seines jugendlichen Alters von 24 Jahren schon des öfteren sein hervorragendes Können besonders bei kirchenmusikalischen Veranstaltungen des Alphonsuschores unter Beweis gestellt hat, hat einen Ruf als Organist und Kirchenchordirigent nach Unna erhalten. Reichspräsident und Reichskanzler grüßen das Evangelische Jungmännerwerk Deutschlands Die zur Jahrestagung versammelte hauptamtliche Führerschaft des deutschen Evangelischen Jungmännerwerkes hat an den Reichspräsidenten sowie den Reichskanzler telegraphische Grüße gerichtet. Der Reichspräsident hat darauf mit einem Handschreiben gedankt, das folgenden Wortlaut hat: „Für Ihre freundlichen Segenswünsche von der Tagung in Dassel sowie für das zum Ausdruck gebrachte Gelöbnis treuer Hingabe zum Werk an unserer Jugend spreche ich Ihnen meinen herzlichen Dank aus. Mit besten Grüßen(gez.): von Hindenburg.“ Ebenso traf vom Reichskanzler ein Dankesgruß für die zum Ausdruck gebrachte treue Gesinnung und für die Bereitwilligkeit, am Aufbau des Deutschen Reiches mitBeteineinigleit, um Aufbau des Deutschen breiches milzuarbeiten, ein. Leben am Steigerturm Schlußübung der Freiwilligen Feuerwehr Altstadt NSDAP. Im Kruppschen Saalbau begeht am kommenden Sonntag die hiesige Ortsgruppe ihr Herbstfest unter Mitwirkung des Männergesangvereins„Heiterkeit" und der Standartenkapelle 17. Evangelischer Arbeiterverein Hordel. Die Monatsversammlung wurde vom zweiten Vorsitzenden Kottmann geleitet. Der Vorsitzende gab einen Bericht über die Haupttagung in Iserlohn und Schmidt über die Kreisverbandstagung in Schalke. Die nächstjährige Frühjahrstagung soll in Hordel stattfinden. Die Weihnachtsfeier soll in üblicher Weise begangen werden. Eingehend besprach man die Veranstaltungen der Lutherfestwoche.(Wir berichteten darüber in der gestrigen Nummer.) In den nächsten Tagen werden Kirchenvertreter Haussammlungen zur Deckung der Unkosten vornehmen. Zum Schluß der Versammlung hielt Pfarrer Abendroth einen Vortrag über das Alte und das Neue Testament. Kleintier= und Produktenschau in Hordel. Am Samstag und Sonntag veranstaltete der Kleintierzuchtverein „Blüh auf“ bei Krüdewagen eine Werbeschau, die mit einer Produktenausstellung verbunden war. Ausgestellt waren insgesamt 66 Tiere der verschiedenen Größen und Rassen. Die besten Tiere wurden bewertet. Am Samstag abend veranstaltete der Verein einen großen Züchterkommers, der mancherlei Darbietungen brachte. Stadtteil Hamme Wohnungseinbruch. In den Abendstunden des 8. Oktober wurde in die Wohnung eines Hauses„Am Friedensgrund“ eingebrochen und eine Kassette mit 110 RM. entwendet. Stadtteil Riemke Ostpreußischer Arbeiter=Unterstützungsverein chum=Hofstede. In der Generalversammlung am 8. Oktober gedachte der Führer des Vereins der verunglückten SA.=Männer von Riemke. Führer Otto Woyzekowski erstattete Bericht über die Führertagung in Dortmund. Als seinen Stellvertretex ernannte der Führer Karl Saborosch und als 2. Schriftführer Otto Radzinski. Es wurde beschlossen, gemeinschaftlich mit der Frauengruppe eine Kinderbescherung zu veranstalten Grumme=Böde Ennepe=Ruhr=Kreis NS.=Volkowohlfahrt. Prokurist Ernst Fuchs hat die Führung der hiesigen Ortsgruppe der NS.=Volkswohlfahrt übernommen. Er wohnt Castroper Straße Nr. 248. Die Ortsgruppe rechnet auf eifrige Unterstützung beim Winterhilfswerk. Stadtteil Werne Das Ehrenmal„Fünf gebaut. Kreuze“ wird Tödlicher Verkehrsunfall. Am Montag ereignete sich hinter der Altendorfer Brücke ein schwerer Verkehrsunfall. Auf der abschüssigen Straße wurde der Fuhrunternehmer Hoppe, etwa 100 Meter von seiner Wohnung entfernt, von einem Radfahrer angefahren. Der Mann stürzte zu Boden und erlitt so schwere Verletzungen, daß sein Tod auf der Stelle eintrat. Die Mordkommission von Bochum hat die weiteren Ermittlungen aufgenommen. Nun ist in Werne endlich die Entscheidung in der Ehrenmalfrage gefallen; das Preisgericht und die Vertreter der Stadtverwaltung nahmen am Montag nachmittag in mehrstündiger Beratung die Prüfung der eingegangenen 12 Entwürfe zum Bau des Kriegerehrenmals vor. Bei Beginn der Sitzung wurde Stadtbaurat Timmermann zum Vorsitzenden des Preisgerichts ernannt. In der nachfolgenden Beratung berichtete der Stadtbaumeister Spannmacher als Vorprüfer. Von den eingereichten 12 Entwürfen und Modellen blieben jedoch nur sieben Entwürfe innerhalb der ausgeworfenen Kosten. Bei der Oeffnung der Briefe zu den Entwürfen wurde der Künstler und glückliche Sieger des Wettbewerbs feststellt: Architekt Artur Tachill (Castrop=Rauxel), der Schöpfer des Entwurfs des Ehrenmals„Fünf Kreuze“. Somit wird mit der AusStadt Gelsenkirchen Feierliche Beisetzung des erschossenen SA.=Mannes Woltmann führung des Kriegerehrenmals im Stadtteil BochumWerne Architekt Tachill beauftragt. Der junge Künstler wurde am 27. März 1903 als Sohn des Stadtteils Bochum=Langendreer geboren. Stadtteil Langendreer Katholischer Gesellenverein Riemke. Am Sonntag feierte der Verein im Lokale Pielken sein 4. Stiftungsfest. Morgens hatten die Kolvingssöhne gemeinschaftliche Kommunion mit Festpredigt des Präses Vikar Schnettler, in der er die Richtlinien eines echten Kolpingssohnes darlegte im Staats=, kirchlichen und Familienleben. Die Festfeier am Nachmittag nahm bei Konzert, Gesangvorträgen der Gesangabteilung unter Leitung des Lehrers Koßzmann, Ansprache des Präses, Theater und Volkstanz einen schönen Verlauf. Zur Aufführung gelangte das vieraktige Volksstück„Als ich Abschied nahm". Die Wiedergabe gelang gut. Am Montag wurde in einem Seelenamt der Verstorbenen gedacht 35 Jahre Theaterverein„Niegedacht". Der Theaterverein„Niegedacht" feierte am Sonntag im Saale MülWer kennt den Täter? Am 9. Oktober, gegen 16 Uhr, wurde ein Personenzug der Strecke BochumLangendreer—Witten=West in Höhe der Eisenbahnunterführung Grabelohstraße mit Steinen beworfen, wobei eine Scheibe zertrümmert wurde. Stadtteil Weitmar Glaubensbewegung Deutsche Christen. Aus der Gemeindeuntergruppe Bärendorf der Deutschen Christen hatten sich auf Einladung des Untergruppenführers Weitz vorwiegend Mitglieder der größeren Kirchenvertretung zusammengefunden, um organisatorische Angelegenheiten zu besprechen. Nach Abschluß der Wahlen und Synodaltagungen kann die Arbeit nunmehr ihren nehmen. Durch engeren Zusammenschluß Am Steigerturm und auf Gummerts Hof ging es ler auf der Hiltroper Straße sein 35jähriges Bestehen. Dienst= hand recht lehendig her Branddir##ter Der Vereinsführer hielt eine herzliche Begrüßungsansprache. Im Mittelpunkt der Feier standen theatraliam Dienstag aveno recht levenoig her. Branddirektor Märker hatte die Abteilung Altstadt der Frei# Srg##, geueten ounnmensch und straffere Organisation sollen immer größere Kreise mit dem Wollen und Wirken der Deutschen Christen vertraut und willig gemacht werden, unserem kirchlichen Leben mehr Interesse entgegenzubringen, als das in den vergangenen Jahren der Fall gewesen ist. Es heißt, die Hand an den Pflug zu legen, um den Boden zu bereiten, auf dem die wahre Volksgemeinschaft im Geiste der christlichen Liebe sich weiter entwickeln und vertiefen Das Staatsbegräbnis für den erschossenen SA.=Mann Woltmann aus Buer am Dienstag vormittag gestaltete sich zu einer gewaltigen Trauerkundgebung, an der über 20000 Menschen teilnahmen. An dem Sarge zogen um 10 Uhr unter Führung des SA.=Brigadeführers Fasbach(Gelsenkirchen) fast 12 000 SA.=Männer vorbei. Reichsstatthalter Dr. Meyer, SA.=Gruppenführer Polizeipräsident Schepmann (Dortmund), Polizeipräsident Klemm(Gelsenkirchen), Oberbürgermeister Böhmer(Gelsenkirchen) und andere leitende Persönlichkeiten waren erschienen, um dem Toten das letzte Geleit zu geben. Unter den Trauermärschen der SA.=Kapelle bewegte sich der riesige Trauerzug durch die Straßen der Stadt, die von einer unübersehbaren Volksmenge umsäumt waren, zum Ehrenfriedhof, wo die kirchliche Trauerfeier durch den katholischen Geistlichen vorgenommen wurde. Im Namen des Obersten SA.=Führers Adolf Hitler sprach Gruppenführer Schepmann am offenen Grabe die letzten Abschiedsworte. Reichsstatthalter Dr. Meyer, Polizeipräsident Klemm und Oberbürgermeister Böhmer ehrten durch kurze Ansprachen das Andenken des heimgegangenen SA.=Mannes. Polizeipräsident Klemm legte im Auftrage des preußischen Ministerpräsidenten Göring einen Kranz nieder.— Im Laufe des Oktober sollte eine große Anzahl kommunistischer Schutzhäftlinge entlassen werden. Mit Rücksicht auf den kommunistischen Mord an dem SA.=Mann Woltmann und die in letzter Zeit besonders starke Wühlarbeit der kommunistischen Bewegung sind die Entlassungen neuerdings um drei Monate verschoben worden.— Der Polizeipräsident hat im Einvernehmen mit der Stadtverwaltung Gelsenkirchen die in Buer=Erle gelegene Friedrichstraße zu Ehren des erschossenen SA.=Mannes Woltmann in„Woltmannstraße" unbenannt. willigen Feuerwehr zur Schlußübung befohlen. Während des Sommers ist fleißig gearbeitet worden. Bei der Feuerwehr heißt es besonders„Rast' ich, dann rost' ich!" Also ist mit Fleiß dafür zu sorgen, daß für den Ernstfall alles in Ordnung ist, daß die Knochen geschmiert sind und gelenkig bleiben, daß die Geräte, die Leitern, die Schläuche, kurz alle Hilfsmittel in bester Verfassung sind, daß jeder an seinem Platze steht und alles wie am Schnürchen abläuft. Wie sein die Kameradschaften aufeinander eingespielt sind, das zeigten die Uebungen am Steigerturm, die mit turnerischem Schneid ausgeführt wurden. Aus der Turnerschaft ist, was viele schon gar nicht mehr wissen, die Freiwillige Feuerwehr hervorgegangen als Turnerfeuerwehr. Solche Herkunft ist ja auch ein Stolz der ganzen freiwilligen Kampftruppe gegen das entfesselte Element des Feuers. An einer leistungsfähigen Wehr hat die ganze Bürgerschaft das höchste Interesse. Sie ist eine starke Schutzwehr, die in Ordnung gehalten und stets alarmbereit sein muß. Wenn solche Dinge unter Beweis gestellt werden, ist es selbstverständlich, daß nicht nur der engere Vorstand des Stadtverbandes der Feuerwehren an einer solchen Uebung sich beteiligt, sondern daß auch die Stadtverwaltung zeigt, wie nahe sie diesen Dingen steht. Als Dezernent für das Feuerlöschwesen war Stadtbaurat Timmermann erschienen und mit ihm Magistratsbaurat Groth, die Berufsfeuerwehr vertrat Brandmeister Kucklick, der Polizeipräsident hatte Hauptmann Menczik entsandt. Was man sah war lobenswert. Besonders der Brandangriff auf den Turm zeigte, mit welcher verblüffenden Geschwindigkeit aus mehreren Schläuchen Wasser gegeben werden kann und daß die Schläuche in bestem Zustande sind. Auch die Uebungen an der Rettungsleine klappten vorzüglich. Schließlich erfreute die Leiterabteilung noch durch schöne Freiübungen, zu denen die Feuerwehrkapelle spielte. Ein echter Feuerwehrmann muß mit seiner Leiter, seinem Handwerkszeug verwachsen sein, er muß alles lieb haben und eifersüchtig darüber wachen, wie ein Soldat über sein„Gewehr und Waffen". Daß es hier so ist, das war das beruhigende Ergebnis dieser Schlußübung, die selbstverständlich viele Zuschauer anlockte. Sie folgten dem Schauspiel mit großer Freude. Der ganzen Feuerwehr Altstadt und ihren Leitern wird der Dank der Allgemeinheit für ihre selbstlose Arbeit im Dienste des Nächsten gewiß sein. Hier hat doch immer Gemeinnutz vor Eigennutz gegolten. □ sche Aufführungen unter Mitwirkung der Vereine„Waf= kann. Auch das ist Dienst an unseren deutschen Brüfenschmied", Alt=Heidelberg",„Sildona",„Kornblume" ldern und Schwestern im Sinne unseres Volkskanzlers und Bühnenzirkel. Bezirks=Ausstellung der Vereinigung der Brieftaubenzüchter„Auf zur Heimat“. Im Lokale Förster findet am 18. und 19 November eine BrieftaubenAusstellung sämtlicher Tiere in verschiedenen Klassen statt. Mit der Ausstellung soll eine Prämiierung und Verlosung verbunden sein. Auf der Arbeitsstelle verunglückt. Dem Krankenhaus zugeführt wurde gestern nachmittag der Platzarbeiter Eduard S. Bei Verladearbeiten geriet er unter einen schweren umstürzenden Eisenträger. Neben einem Beinbruch erlitt er arge Quetschungen. Was not tut. Man schreibt uns: Die Ueberführungsbrücke der Eisenbahn an der Riemker Straße bedarf notwendig der Ausbesserung. Vielfach ist der Bretterbelag los oder beschädigt, so daß es kein Wunder ist, wenn Personen mit hohen Absätzen hier hängen bleiben. Adolf Hitler. Zur engeren Fühlungnahme mit den Gemeindegliedern wurde die Untergruppe in Blocks eingeteilt, die von dazu bestimmten Männern aus dem Bezirk verwaltet werden. Stadtteil Linden=Dahlhausen Hindenburg=Feier im Stahlhelmbund(BdF.) Stahlhelmbund, Ortsgruppe Linden=Tahlhausen, anstaltete am Samstag abend Der verLokale Henke in Oberdahlhausen eine schlichte und würdige HindenburgFeier, die bei starkem Besuch harmonisch verlief. Ein reichhaltiges Programm sorgte für gute Unterhaltung. Lehrer Zeitzmann hielt einen aufschlußreichen Vortrag. Zum Schluß hielt der Unterbannführer der NSTAP., Ortsgruppe Linden=Tahlhausen, eine kameradschaftliche Ansprache. Lem=Nachburgedlet Hinter schwedische Gardinen Festgenommen wurden: in Bochum, eine Person Stadt Wattenscheid Bezirkstreffen der evangelischen Frauenhilfe. Im Gemeindesaal in Höntrop waren etwa 90 Frauen des Stadtverbandes aus den Ortsgruppen 2 a Mitte, Westenfeld, Leithe, Günnigfeld und Höntrop versammelt. Die Vorsitzende Frau Pfarrer Heuser sprach über die Bezirkszusammenkunft, die der Stadtverband alle Vierteljahre abhalte. Pastor Sichtermann legte seiner Bibelarheit das Wort zu Grunde: „Die Bibel unser Lehensbuch, ein Lebensbuch für uns, unser Werk und unser Volk.“ Im zweiten Teil syrach Pfarrer Johanneswerth aus Soest und beschäftigte sich mit Gegenwartsfragen der Frauenhilfe. Versammlung der Junglehrerschaft im NSLB. Wattenscheid. In der im Lokal Werring abgehaltenen Versammlung der Junglehrer und Junglehrerinnen begrüßte der Kreisobmann Wollenweber des NSLB. Wattenscheid die Erschienenen und wies auf die große und besondere Bedeutung der Junglehrerfachschaft hin. Infolge Arbeitsuberlastung wurde der bisherige Fachschaftsleiter Pg. Schäfer von seinem Amt entbunden, Nachfolger ist Pg. Sälzer. Der Fachbearbeiter gab dann einen Ueberblick über die Organisation der Hitler=Jugend und des BdM Auszeichnung für weibliche Hausangestellte. Anträge auf Verleihung von Auszeichnungen sind von den Arbeitgebern bei der Vorsitzenden des Ortsausschusses des Vaterländischen Frauenvereins, hier, FräuOberschullehrerin smits, mit genauen, Angalein festgenommen wurden: in Bochum eine aus Tortmuno wegen kommunistischer umtriebe: in Wattenscheid eine Person wegen dringenden Verdachts der Vorbereitung zum Hochverrat, eine Person wegen kommunistischer Umtriebe; in Herne eine Person wegen Miesmacherei. Ferner wurden verhaftet: eine Person aus Ueberruhr wegen Bettelei, eine Person aus Bochum auf Grund eines Haftbefehls und eine son aus Wattenscheid wegen" brraddiebstahls ben über Alter Arbeitsantritt und Führung der Auszuzeichnenden spätestens bis einschließlich 15. Oktober anzubringen. Die Auszeichnung der Angestellten erfolgt während des Jahresfestes des Vaterländischen Frauenvereins am 25. Oktober. rung der neuen Standarte 1/441 beauftragte Obersturmbannführer Witz vor. Vorher findet im Stadtteil Günnigfeld ein Propagandamarsch statt. Das Höntroper Arbeitslager aufgelöst. Donnerstag nachmittag traf überraschend der Befehl ein, die Insassen des Lagers in das Gruppenstammlager „Oberst Hierl" in Dahlerbrück zu überführen, und pünktlich rückte die Besatzung des Höntrover Lagers schon nach kurzer Zeit ab. Die Höntroper Bevölkerung hatte es sich nicht nehmen lassen, ihrem Arbeitslager und ihren Arbeitsdienstfreiwilligen einen recht herzlichen Abschied zu bereiten Maßgebend für die Verlegung waren Arbeitsbeschaffungspläne für verheiratete Erwerbslose. Bestandene Segelfliegerprüfung. Die Segelfliegerprüfung A bestanden der Führer der Ortsgruppe Wattenscheid, im Deutschen Luftsportverband, Pa. Dr. Trainer, Gewerbeoberlehrer Betten, Schreiner Bohmholt und Student Barbrock. Verkehrsunfall. Am 9. Oktober, gegen 17.55 Uhr, fuhr ein Radfahrer, aus der Einfahrt des Hauses Bochumer Straße 135 kommend, gegen einen Straßenbahnwagen der Linie 1. Er erlitt Kopfquetschungen und eine leichte Gehirnerschütterung und wurde mit einem Privatkraftwagen in das evangelische Krankenhaus gebracht. Wesfalen und Rheinprovinz Das Lörmeckeprojekt wird in Angriff. genommen Arbeit für ein ganzes Jahr für 500 Erwerbslose Arnsberg, 10. Oktober. Am Montag, 9. Oktober, Landrat des Kreises Lippstadt, Dr. Stadt Wanne=Eickel Person aus Wallenschen Wegen Fahrrabvierstahls. Der städtische Verwaltungsdienst am 12. Oktober 1933. Zur Durchführung der Personenstands= und Betriebsaufnahme, mit der eine Hundezählung verbunden ist, wird bei der Stadtverwaltung am 12. Oktober 1933 nur Sonntagsdienst geleistet. Die Stadtämter und Verwaltungsstellen sind an diesem Tage mit Ausnahme der Standesämter, der Beleuchtungs= und Wasserwerke, des Schlacht= und Viehhofes, des Chemischen Untersuchungsamtes, der Städtischen Sparkasse, der — Deutscher Abend in Höntrop. Der Bürger= und Schützenverein Höntrop hatte seine Ritglieder zu einem Deutschen Abend geladen der außerordentlich stark besucht war. Vorsitzender Fels hielt die zündende Festrede. Bei den diesjährigen Schießen wurde die Wander= die kette des Vereins von Schützenoberst Hennböl errungen, dem sie am Sonntag überreicht wurde. Gleichzeitig wurden Medaillen an die sechs besten Schützen verliehen, und zwar an Maifeld Schemmann, Berkelmann, Gutmann, Dirksen und Deike. Nach einer Reihe von verschiedenen Vorträgen beschloß ein deutscher Tanz die Veranstaltung. Eine Sammlung für die Winterhilfe hatte einen recht guten Erfolg. Am Sonntag Einweihung des SA.=Heimes in Wattenscheid=Günnigfeld. Am kommenden Sonntag wird das von SA.=Männern erbaute Heim in den Gartenanlagen der Wirtschaft Grisse seiner Bestimmung übergeben. Die Weihe nimmt der mit der FühKreisfest des Stadtverbandes der Jungmädchenvereine. Den Auftakt des großen Treffens bildete der Festgottesdienst des Wanner Vereins. Pfarrer Gayk aus Eickel sprach festliche Worte. Nachmittags fand wiederum in der Christuskirche ein Festgottesdienst statt. Hier sprach Pfarrer Bunte. Im Wanner Stadtgartensaalbau fand die eigentliche Festfeier statt. Nach einem Begrüßungsgedicht von Erna Koslaß hielt Pfarrer Brenne die Begrüßungsansprache. Die Festrede hielt die Provinzialsekretärin Frau Kinold. Die Chöre boten schöne Gesänge, weiter gab es Sprechchöre sowie Aufführung eines schönen Märchenspiels. Preisschießen beim All=Bü=Schü. Am Montag hatte der Allgemeine Bürger= und Schützenverein auf dem Schießstande Beckmanns Hof sein diesjähriges Wanderpreisschießen, auch fand gleichzeitig ein Preisschießen statt. Die erste Kompagnie errang zum dritten Male den Wanderpreis mit 301 Ringen. Die Ergebnisse der Kompagnien waren: 1. Kompagnie 301 Ringe, 2. Kompagnie 276 Ringe, 8. Kompagnie 252 Ringe 4. Kompagnie 223 Ringe, 5. Kompagnie(neun Mann) 171 Ringe, 6. Kompagnie 240 Ringe, 7. Kompagnie 175 Ringe. Die 1. und 2 Kompagnie erhielten wegen ihrer Leistungen je ein Gewehr. Die drei besten Schützen jeder Kompagnie erhielten beim Wanderpreisschießen wurde durch den Flottmann, der erste Spatenstich zur Durchführung eines großzügigen Wasserwerkes getan, das in seiner Art eine der größten Wasserversorgungsanlagen Westfalens sein wird. Mit diesem Spatenstich wurde die Ausführung des Lörmeckeprojektes begonnen, das die Wasserversorgung der Kreise Soest, Lippstadt und Arnsberg sichern wird. Schon seit vielen Jahrzehnten ist man bestrebt, die 29 in Frage kommenden Gemeinden durch Ausnutzung der Lörmeckequellen mit Wasser zu versorgen. Die technischen Schwierigkeiten der Durchführung beruhten darin, daß kilometerlange Rohrleitungen durch felsigen Boden gelegt werden müssen und ein weitverzweites Rohrnetz angelegt werden muß. Was in vielen Jahrzehnten infolge mangelnder Tatkraft scheiterte, ist heute dank der Initiative des Regierungspräsidenten, der einen Sonderkommissar für die Förderung des Lörmeckeprojektes ernannte, und dank der Mitarbeit der Leitung der örtlichen Behörden möglich gemacht worden. Vor einigen Tagen fand in Lippstadt im großen Sitzungssaal des Kreishauses die entscheidende Sitzung des Verbandsausschusses des Wasserwerk=Zweckverbandes der Kreise Lippstadt, Soest und Arnsberg statt, in der über die Ausführung des Projektes endgültig Beschluß gefaßt wurde. Das Projekt soll in einem Jahre fertiggestellt sein. Damit diese Frist eingehalten werden kann, muß an mehreren Stellen gleichzeitig gearbeitet werden. Ueber 500 Arbeitslose aus den Kreisen Lippstadt, Arnsberg und Soest werden für ein ganzes Jahr Arbeit und Brot finden. Daneben hat die Lieferung des recht umfangreichen Materials auch eine weitere erhebliche Belebung der beteiligten Industrien zur Folge. Das Millionenprojekt wird insgesamt 150000 Tagwerke umfassen. Von diesen entfallen auf die Kreise Arnsberg 19000, Lippstadt 62000, Soest 69.000 Tagwerke. Die Zahl der indirekt durch die Durchführung des Regierungsprojektes in Arbeit gebrachten Erwerbslosen wird sehr erheblich sein, da das Lörmeckeprojekt eine Arbeitsbeschaffung auf lange Sicht mit starkem wirtschaftsbelebenden Charakter ist. Hildegard Schulz lebt! Essen, 10. Okt. Das seit Mittwoch vermißte 2½ Jahre alte Kind Hildegard Schulz ist, wie wir von der Polizei erfahren, am Montag spät abends in EssenSteele auf der Straße aufgegriffen worden. Es wurde in das Katholische Fürsorgehaus gebracht, wohin sich bald darauf Beamte der Kriminalpolizei und der Vater des Kindes begaben. Zwei Tote bei einem Motorradunfall Duisburg, 10. Oktober. In der vergangenen Nacht, kurz vor 2 Uhr, befuhr der ledige Alfred Habeleck aus der Schmiedestraße in Wanheimerort mit seinem Motorrade, auf dessen Soziussitz er den Schlosser Herbertz aus Wanheim, Vater von fünf Kindern, mit sich führte, die Evinger Straße. In einer Kurve rasten sie mit ihrer Maschine gegen einen Straßenbahnmast. Beide Fahrer wurden vom Rade geschleudert und erlitten so schwere Verletzungen, daß der Tod auf der Stelle eintrat. Die Leichen wurden dem Waldfriedhof zugeführt. Staatsm 34: Knecht, 4. Kompagnie, 32; Schlüter, 5. Kompagnie, 31: Jeschek, 6. Kompagnie, 33; Mosek, 7. Kompagnie, 35. Beim Wanderpreisschießen der 4. Kompagnie errang Leutnant Wiesmann mit 61 Ringen den Sieg. Ausbauarbeiten der GEA.=Luftkühlergesellschaft. Auf dem Gelände der Dorstener Straße nahe der Stadtgrenze ist die Bochumer Luftkühlergesellschaft z. Zt. dabei, ein neues großes Treibhaus zu errichten. Es handelt sich dabei um ein 3200 Quadratmeter großes Treibhaus für Frühgemüsekulturen. Die Fundamente für das neue Treibhaus sind bereits fertiggestellt. Wer kennt den Aufenthalt? Vermißt wird seit dem 5. Oktober der Klempnerlehrling Franz Bischof, Wanne=Eickel, Westfalenstraße 36 wohnhaft gewesen. Beschreibung: 1,65 Meter groß, schmächtig, hellblondes, glattes, linksgescheiteltes Haar, gebräuntes Gesicht, hohe Stirn, schwarze Augen. gradlinige Nase, kleine schmale Lippen, lückenhafte Zähne, kleine Hände. Bekleidung: helle Schlägermütze, graubrauner, abgetragener Anzug, blaues Hemd, weißes Oberhemd, weißer Kragen, rotbrauner Binder, schwarze, abgetragene Halbschuhe. Mitteilungen über den Verbleib oder Aufenthalt des Vermißten an die nächste Polizei= oder Landjägereidienststelle erbeten. Das morg innere Verwa und Fortbildu# lichen Gesund Gesundheitsau Medizinalabte Staatsme Charlotte Akademie wird stätte für die Aerzte im öff weis über den der Staatsmel für die Zulass die Stelle des ärzte vorgeschr Lehrganges ir medizinische Al men. Sie dier allen Gebieten öffentlicher Au deren Fällen d Berufe. Die Orden Die Orden Vaterloo in pr aufbewahrt wu ländisch gesinn Zeughaus entfü zu verhindern. schwunden. Je dem preu Göring zug Zeughaus über! dieser kostbaren in der Ruhmes statt, bei der der Dr. Kümkel, un hauses, Profess Pläuterten. Keine Auflö Zwischen der Bischof Hosse evangelischen In am Dienstag ei * gelischen Jugen! Ablick auf gewisse Uebereinstimmut Auflösung verbände ke Den heute n treusorg Schwag Im 60. tückisch ein End In t Boch Die B4 vom Trauer Hausa Dem Ratschlusse lichen Vater. Her nach kurnen vollendetem Um t Bochsns den 9. Okto Die Be vom Sterbeh Trauert Allen diene diese Bin zur Ort: und sämtlichen Innungskran zugelassen K. Röde — Viktoriastraße 31 folgendes Erompagnie, 33; 3. Kompagnie, 5. Kompagnie, 7. Kompagnie, Kompagnie ergen den Sieg. gesellschaft. Auf be der Stadthaft z. Zt. dahten. 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Oktober Das morgige„Ministerialblatt für die preußische innere Verwaltung“ gibt bekannt, daß zur Ausbildung und Fortbildung von Aerzten auf dem Gebiet der öffentlichen Gesundheitspflege, der Gesundheitsfürsorge und Gesundheitsaufsicht am 19. September 1933 durch die Medizinalabteilung des Ministeriums des Innern die Staatsmedizinische Akademie BerlinCharlottenburg gegründet worden ist. Die Akademie wird als Ausbildungsstätte und Fortbildungsstätte für die künftig anzustellenden Kreisärzte und Aerzte im öffentlichen Dienste anerkannt. Der Nachweis über den regelmäßigen Besuch eines Lehrganges der Staatsmedizinischen Akademie ist Bedingung für die Zulassung zur Kreisarztprüfung und tritt an die Stelle des durch die Prüfungsordnung für Kreisärzte vorgeschriebenen Nachweises eines abgeschlossenen Lehrganges in der sozialen Hygiene. Die Staatsmedizinische Akademie ist ein gemeinnütziges Unternehmen. Sie dient auch der Fortbildung von Aerzten auf allen Gebieten der Medizin, die mit der Erfüllung öffentlicher Aufgaben zusammenhängen, ferner in besonderen, Fallen der Fortbildung von Angehörigen anderer Die Orden Napoleons I. wieder im Berliner Zeughaus Berlin, 10. Oktober Die Orden Napolons., die nach der Schlacht von Waterloo in preußische Hände fielen und im Zeughaus aufbewahrt wurden, wurden im Jahre 1919 von vaterländisch gesinnten Offizieren und Studenten aus dem Zeughaus entführt, um ihre Auslieferung an Frankreich zu verhindern. Die Orden waren seitdem spurlos verschwunden. Jetzt hat ein Unbekannter die Orden dem, preußischen Ministerpräsidenten Göring zugesandt, und dieser hat sie wieder dem Zeughaus überwiesen. Aus Anlaß der Wiedererlangung dieser kostbaren Trophäen fand am Dienstag nachmittag in der Ruhmeshalle des Zeughauses eine kleine Feier statt, bei der der Generaldirektor der Staatlichen Museen, Dr. Kümkel, und der stellvertretende Direktor des Zeughauses, Professor Post, die Geschichte der Orden erläuterten. Keine Auflösung der evangelischen Jugendverbände Berlin, 10. Oktober. Zwischen dem Mitglied des geistlichen Ministeriums, Bischof Hossenfelder, und dem Reichsführer der evangelischen Jugend Deutschlands, D. Stange, fand am Dienstag eine Besprechung über die Lage der evangelischen Jugend innerhalb der Kirche statt. Im Hinblick auf gewisse Gerüchte stellte Bischof Hossenfelder in Uebereinstimmung mit dem Reichsbischof fest, daß eine Auflösung der evangelischen Jugendverbände keinesfalls in Frage komme. Dar dautsch: Partnet....„.... Pergese Der beulische Vertreier sehnt die Entschließung in der Judenfrage ab Genf. 10. Oktober. Enischf iar gestern vom Unterausschuß ausgearbeiteten Enlschließungsentwürfe über die Minderheitenfrage sind heute nachmittag im politischen Ausschuß ohne erhebliche Aussprache angenommen worden. Die Entschließungen, die noch der Zustimmung der Vollversammlung bedurfen, haben folgenden Wortlaut: 1. Die Versammlung spricht unter Bezugnahme auf ihe umpfehlung vom 21. September 1922 die Hoffnung aus, daß die Staaten, die gegenüber dem Völkerbund keine rechtlichen Verpflichtungen hinsichtlich der Minderheiten gebunden sind, dennoch bei Behandlung ihrer Minderheiten der Rasse, Religion oder Sprache mindestens das gleiche Maß der Gerechtigkeit und Toleranz beachten werden, das von den Verträgen und nach der ständigen Praxis des Völkerbundsrates gefordert ..- Die, Versammlung ist der Meinung, daß die in Entschließung Nr. 1 aufgestellten Grundsätze ohne Unterschied auf alle Kategorien von Staatsangehörigen, die sich von der Mehrheit der Bevölkerung durch die Rasse, die Sprache oder die Religion unterscheiden, Anwendung finden müssen. . 8„Die Versammlung ersucht den Generalsekretär, gem Volkerbundsrat die Aussprache in der 6. Kommission über die Gesamtheit der Minderheitenfrage zur Kenntnis zu bringen. Den Entschließungen 1 und 8, die nur formelle Bedeutung haben, hat die deutsche Abordnung durch lärung des Gesandten von Keller zugestimmt. Dagegen yar sie der Entschließung Nr. 2 ihre Zustimmung bereits heute im Ausschuß versagt, so wie sie morgen in der Versammlung gegen sie stimmen wird.„Die deutsche Abordnung", so erklärte GeKellex,„ist, der Ansicht, daß der Anwendungsbereich der Entschließung sich auf die eigentlichen Minderheiten zu beschränken hat. Aus der Verhandlung im ausschuß und im Unterausschuß hat sich jedoch erdaß mit der Entschließung Nr. 2, die die erste Entschließung auslegen soll, in der Hauptsache bezweckt wiro, die Behandlung der Juden in Deutschland in den Anwendungsbereich der Entschließung einzubeziehen. erspricht der grundsatzlichen Auffassung der deutschen Abordnung, wie sie der deutsche Vertreter . LSchsses 3 ührungen im Laufe der Aussprache des dargelegt hat und nach denen die Frage in den Bereich der inneren Gesetzgebung Deutschlands fällt." und privaten Verbände auffordert, ihrerseits Vertreter in einen hierfür geschaffenen Verwaltungsrat zu entsenden. Der Volkervundskommissar und Verwaltungsrat sollen autenoge, vom Völkerbundsrat unabhänBurch orivalg. Die Kosten der Arbeiten sollen Spenden gedeckt werden. Um jedoch die unverzüglich beginnen zu können, soll der Völkerbund einen Vorschuß von 25000 Franten leisten. Keine Fachschaften in der uniformierten Vollzugspolizei Amtliche Preußische Pressedienst mitteilt, hat der preußische Ministerpräsident und Minister des durch Runderlaß jede Tätigkeit nationalsozialistischer Fachschaften in der gesamten uniformierten Vollzugspolizei bei Staat und Gemeinden und Beteiihnen verboten, nachdem durch das Gesetz zur Wiederherstellung des Berufsbeamtentums alle Beamten beseitigt worden sind, die nicht die Gewähr dafür hieten, daß sie jederzeit ruckhaltlos für den nationalsozialistischen Staat eintreten. Neuer englischer schwerbewaffneter Zlugboottyp Kompromiß in der Flüchtlingsfrage Die Bekands..:. Genf,. 10. Oktober. Die Behanolung der deutschen Flüchtlingsfrage im zweiten Ausschuß der Völkerbundsversammlung wurde heute mit der Annahme einer Entschließung bei deuttimmenthaltung abgeschlossen, die nunmehr der Vollversammlung des Völkerbundes zur Annahme vorgelegt werden soll. Nach diesem auf Grund der letzten Verhandlungen zustande gekommenen Kompromißvorschlag soll der ursprüngliche holländische Gedanke in der Form verwirklicht werden, daß der Völkerbundsrat einen Kommissar für die deutschen Flüchtlinge ernennt und gleichzeitig die Den Glättern zusof London, 10. Oktober. " Den Biattern zufolge. ist in Brough(Yorkshire) Flugboot für die Admiralität fertiggestellt worden. Es hat den Namen„Perth“ erhalten und ist das erste von vier Flugbooten dieser Klasse. Es ist ein völlig aus Metall gebauter Doppeldecker, der mit einem am Bug aufmontierten 3,75= ZentimeterSchnellfeuergeschütz sowie mit drei Maschinengewehren und Bomben, im Gewicht gewicht von 2000 Pfund ausgerüstet ist. Das Schnellin einer Minute 100 Granaten von je 1½ Pfund abzufeuern. Staatsfeinde überfallen ein Mitglied der AS.=Zrauenschaft #. Freudenstadt(Schwarzwald), 10. Oktober. Die der NS.=Frauenschaft angehörende Gattin des Chefarztes des Bezirkskrankenhauses in Freudenstadt, Bubenhofer wurde auf dem Nachhauseweg von zwei Männern überfallen und schwer mißhandelt. Sie hatte die Männer, die sich über den Reichskanzler und die Reichsregierung in Schimpfreden ergingen, zur Rede gestellt und ihnen lebhaft widersprochen. Die Frau wurde von Vorübergehenden bewußtlos aufgefunden und mit einer schweren GehirnerKrankenhaus eingeliefert. Die Täter sind entkommen. Statt jeder besonderen Anzeige! Das Blut Jesu Christl, seines Sohnes, macht uns rein von aller Sünde. 1. Joh. 1. 7. Dem Herrn über Leben und Tod hat es gefallen. heute nacht 2 Uhr meinen innigstgeliebten Mann, unsern treusorgenden Vater. Schwiegervater, Großvater, Bruder, Schwager und Onkel, den Kaufmann Prieuriariienle Im 60. Lebensjahre in die Ewigkeit abzurufen. Eine tückische Krankheit hat seinem arbeitsreichen Leben jäh ein Ende gesetzt. In tiefer Trauer: Emma Kleine geb. Stiebel Hugo Kleine Else Müller geb. Kleine Erna Remberg geb. Kleine Maria Kleine geb. Glahn Ernst Müller Hans Remberg und 2 Enkelkinder Bochum-Werne, den 10. Oktober 1933 Die Beerdigung findet am Freitag, dem 13. Oktober, nachm. 4½ Uhr, vom Trauerhause. Auf den Holln 48(früher Friedrichstr.), aus statt. Hausandacht eine halbe Stunde vorher Angebliche Spionage bei den Ranzesischen Ostvesestigungen Vier Personen verhaftet, darunter eine Deutsche aus Herne Paris, 10. Oktober Die Aufdeckung einer angeblichen großzügigen Spionageangelegenheit bei den französischen Befestigungswerken an der Ostgrenze, die nach hiesigen Angaben am Sonntag zur Verhaftung eines Aufsehers bei den Arbeiten, eines gewissen Schopp führte, soll inzwischen weitere Kreise gezogen haben. Die Polizei in Metz verhaftete einen angeblichen Ingenieur Weber, der aus dem Saargebiet in die Wohnung Schopps gekommen sein soll, angeblich um gewisse Pläne über die Verteidigungsanlagen in Empfang zu nehmen. Außer diesen beiden Verhaftungen in der Nähe von Metz werden aus Saargemünd zwei weitere Verhaftungen gemeldet, darunter die Verhaftung einer Deutschen namens Sophie Droste aus Herne. Die Verhaftete und ein Soldat Iingesiseternt Untersuchungsgefängnis in Saargemünd Kurze Nachrichten Reichskanzler Adolf Hitler hat dem erkrankten Oberpräsidenten Brückner in Breslau telegraphisch baldige Genesung gewünscht. Herzog Adolf Friedrich zu Mecklenburg, der bekannte Pionier für das Deutschtum in den Kolonien, feierte gestern seinen 60. Geburtstag. Ministerpräsident Göring sandte ihm ein Glückwunschtelegramm. Der preußische Finanzminister Dr. Popitz hat eine Verordnung erlassen, wonach die staatliche Grundvermögenssteuer für die landwirtschaftlich genützten Grundstücke vom 1. Oktober 1933 an nicht mehr erhoben wird. Nach einer Mitteilung des Reichsernährungsministeriums sind Vorträge über das Reichs=Erbhofgesetz, das Reichsnährstandgesetz sowie über die Neugliederung der landwirtschaftlichen Marktorganisation, sofern nicht der zuständige Landesbauernführer ausdrücklich die Genehmigung erteilt hat, verboten. Die Deutsche Akademische Gildenschaft hat sich der Obersten SA.=Führung unterstellt. Im Horst=Wessel=Heim bei Neubabelsberg wurde ein Ehrenmal zum Gedächtnis der 39 Gefallenen der SA.= Gruppe Berlin=Brandenburg feierlich eingeweiht. Am Montag starb in Leipzig Reichsgerichtsrat Dr. Baumgarten. September abends wurde gegen das deutsche Konsulat in Beirut ein kommunistischer Anschlag verübt. Es wurden Kanonenschläge in das Konsulatsgebäude geworfen, die jedoch keinen großen Material= schaden anrichteten. Die beutige Nummer umfast 12 Seiten Ein treues Mutterherz. hat aufgehört zu schlagen Nach Gottes hl. Willen entschlief Montag morgen 9½ Uhr nach langem schwerem Leiden. ötter gestärkt durch den Empfang der heiligen Sakramente, unsere liebe, gute Mutter, Großmutter, Schwiegermutter und Tante WWe. Einisiie Laient geb. Baak Im Alter von 84 Jahren. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Clärchen Latein Bochum, Herne-Horsthausen, Köln, Gütersloh, Kray, den 10. Oktober 1933. zamilien= Nachrichten Verlobte: Dr. phil. Hedwig Persch mit Dr. phil. Willy Erdmann, Trier und Helgoland. Gestorben: Gust. Gerewitz, 56 Jahre, Hattingen.Willy Bernitz e, 25., Essen. Reinhold Tag, 58., Gladbeck. Frau Klara Altfeld geb. Manuß. 57 Jahre Gelsenkirchen. Rudolf Bannasch. 68 Jahre, Wanne=Eickel. Das Seelenamt findet Freitag, den 13. Okt. 1933. morgens 8 Uhr in der Propsteikirche statt; anschließend die Beerdigung vom Sterbehause, Brückstr. 13. ".„Dem Herrn über Leben und Tod hat es in seinem unerforschlichen Ratschlusse gefallen, heute nachmittag 3½ Uhr unseren teuren, unvergehlichen Vater. Schwiegervater. Grobvater und Schwager, den Herrn Heinrich Kämper nach kurzem, schwerem, mit großer Geduld ertragenem Leiden, nach vollendetem 76. Lebensjahre zu sich in die Ewigkeit zu nehmen. Um stille Tellnahme bitten: Die trauernden Hinterbliebenen Bochum-Altenbochum, Hablinghausen, Hiddinghausen und Barmen, den 9. Oktober 1933. Die Beerdigung findet Freitag, den 13 Oktober, 4 Uhr nachmittage vom Sterbehause, Frielinghausstr. 8, aus statt. Trauerfeler ¼ Stunde vorher. Allen, denen aus Versehen keine besondere Nachricht zuging, diene diese als solche. Donnerstag, den 12. Oktober. morgens 8 Uhr, findet in der Propsteikirche ein Hochamt als Jahresgedächtnis für unsere liebe Tochter Ella Wiegen statt, wozu freundlichst eingeladen wird 25 Jahre Zahnpraxis A. Peters Viktorlastraße 45. Tel. 69668 Kautschuk- sowie Krupp- StahlGebisse, Ooldkronen u. Brücken lmeigenen Laboratorium. Für guten Sitz und Qualität wird garantiert. Reparaturen bei billigster Berechnung innerhalb 3 Std. 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