—— * gn nan Ameu enpreise: Gruvdpreise für 1 vum Höde in 22 mm Breite 10 Vf. Bezugspreis mit Botenlohn:.15 RM monatlich oder.08 RM halbmonatlich, Telbsiabholer.85 RM. monatlich, oder 93 Pf. halbmongtlich. Bezugspreis für die„Bochumer, Illustrierte“ 30 Pf. monatlich, Funktschrift„bör mit mir“ 45 Pf. monatlich bei vier Sonntagen und 55 Pf. bei fünf Sonntagen im Monat.— Wenn das Erscheinen der Zeitung durch böhere Gewali, Verbot oder Betriebssiörung und dal. verbindert wird, können keine Ersatansprüche gestellt werden,—. Geschöstsstelle geöffnet von 8 bis 13 und von 14½ bis 19 Uhr, sonntags von 11 bis 12 Uhr.— Sprechstunden der Schriftleitung, außer mittwochs und samstags von 16 bis 17 Uhr.= Postscheckkonto Dortmund 1760. Verlag und Druck: Laupenmühlen& Dierichs in Bochum Dienstag 28. März 1939 Anzeigenpreise: Grundpreise für 1 mm Höhr in 22. mm Preize 10,!. im Anzeigenteil und in 78 min Breite 55 Pf. im Textteit. Famil anzeigen 7 Pl., Siellengesuche 6 Pl., Vereinsanzeigen idie nichi, der Wirtschaftswerbung dienen) 5 Pf., kleine Anzeigen(nicht Austumit,„JiaD. Sligzgeogoren 28 Pi. Zux Jei iu Pretzute Ne vic dlig, Nacdassasel. V. Schlüh der Anzeigznaungun; für die sechsmal wöchentlich frühmorgens erscheinende Jeitung um 16 Uhr des Vortages. Für den richtigen Abdruck ferumünd lich aufgegebener Anzeigen kann keine Gewähr übernommen werden Hauptgeschäftsstelle: Rathausplatz 8. Anruf 67551—54 46. Jahrgang Nummer 74 Einzelpreis 10 Pf. Nationallpanische Offenlive auch an der Front von Madrid Caschhsuunth TTrewtg in einer Tiefe von 10 Kilometer— An der Andalusien=Front stieften die nationalen Truppen schon 50 Kilometer vor— Die Bolschewisten leisten taum Wioerstano Burgos, 27. März. Wie der nationalspanische Generalstab mitteilt, haben die nationalen Truppen am Montag vormittag die bolschewistischen Linien an der Madrid=Front im Abschnitt am Brückenkopf von Toledo durchbrochen und sind bereits 10 Kilometer tief vorgedrungen. Die nationalen Truppen stießen unter dem Befehl des Generals Garcia Valino zwischen Guadamur und Orgaz 15 Kilometer südlich von Toledo vor. Auch die Navara=Brigaden unter dem General Solchaga nahmen an dem Angriff teil. Die Offensive begann unter ungeheuerem Einsatz von Material und führte schon nach wenigen Stunden zum Durchbruch der Stellungen bis zu einer Tiefe von 10 Kilometer. Der linke Flügel der Offensivtruppen ist durch den Tajofluß gedeckt. Toledo kann schon jetzt als endgültig von dem Druck befreit angesehen werden, den die Bolschewisten zwei Jahre lang auf die Stadt ausgeübt hatten. Angesichts der außerordentlichen Wucht des Vorstoßes leisteten die Sowjetstreitkräfte keinen nennenswerten Widerstand, so daß der Vormarsch der Nationaltruppen fast gänzlich ohne Verluste erfolgte.„ ge.Name Lrana K ich Eine zweite nationale Abteilung drang östlich von Toledo über den Tajofluß vor und warf bei Ventosilla die bolschewistischen Stellungen über den Haufen. Die Abteilung dringt nach dem Südwesten vor und sucht sich anscheinend mit den Armeen Solchagas und Garcia Valinos zu vereinigen. Der Vormarsch schreitet mit solcher Geschwindigkeit fort, daß man in militärischen Kreisen mit der baldigen Eroberung der Kreisstadt Ocana rechnet. Schon 10000 Gefangene an der Andalusien=Front An der Andalusien=Front wurde der Vormarsch am Montag erfolgreich fortgesetzt.„Die motorisierten Kolonnen waren schon am Sonntag nachmittag teilweise über 40 Kilometer vorgestoßen. Ein Gebiet von mehr als 700 Quadratkilometer wurde besetzt. Dabei wurde der bedeutende Ort Pozoblanco im Kohlengebiet erobert(40 Kilometer südlich Almaden). Insgesamt wurden 40 Ortschaften besetzt, darunter Santa Eufemia. Verschiedene rote Einheiten hißten beim Nahen der nationalen Truppen die weiße Fahne. Nur an einigen Stellen versuchten die Roten Widerstand zu leisten, der jedoch ohne Schwierigkeit überwältigt werden konnte. Die nationalen Truppen stießen am Montag weitere 10 Kilometer tief in das noch unter sowjetspanischer Herrschaft stehende Gebiet vor. Um 8 Uhr vormittags standen die Nationalen nur noch wenige Kilometer vor Almaden. Eine weitere nationale Heeresgruppe dringt in Richtung Jaen vor. Besondere Abteilungen haben den Auftrag erhalten, Brot unter der Bevölkerung des befreiten Gebietes zu verteilen....66.Hätist Li. Barächend Der nationale Heeresbericht bestätigt die vorstehend gemeldeten glänzenden Erfolge an der Andalusien= Front. Die Zahl der gefangenen Bolschewisten wird mit 10.000 angegeben. Auch die Beute an Kriegsmaterial und Waffen war sehr reichhaltig. Wie der Heeresberichterstatter ergänzend meldet, war die Bevölkerung der eroberten Ortschaften von den Roten zum Teil verschleppt worden. Die Zurückgebliebenen bereiteten ihren Befreiern einen begeisterten Empfang. Fast alle Kirchen sind zerstört. In der Kirche von Hinojosa, die erhalten geblieben war, hing ein Bild Lenins über dem Altar, und darunter stand dessen frivoler Ausspruch:„Religion ist Opium für das Volk.“ Woran die Uebergabe Madrids scheiterte Der nationale Sender an der Madrider Front erklärte am Montag über das Scheitern der Verhandlungen des roten„Verteidigungsrates“ mit General Franco, daß die Sowjetbonzen das Scheitern der Verhandlungen infolge ihrer Angst herbeigeführt hätten. Gerade Franco habe als Zeichen ihrer Unterwerfung gefordert, daß die rote Luftwaffe übergeben werde. Die Sowjetvertreter hätten jedoch erklärt, diese Bedingung nicht erfüllen zu können. Der Verteidigungsrat sei nämlich, so sagt der nationale Sender weiter, außerstande, seinen Willen gegenüber dem Sowiet=Luftkommando durchzusetzen, das die Uebergabe der Luftflotte verweigere. Man könne jedoch annehmen, daß sämtliche Sowjetbonzen die Flugzeuge nicht ausliefern wollten, weil sie sie als letztes Mittel zur Flucht betrachteten. General Franco habe infolgedessen den Besehl zum Beginn einer neuen Offensive gegeben, um das Schicksal Madrids auch ohne Verhandlungen zu entscheiden...... 12 zu. an hrih#. Sananhe Der„Verteidigungsrat“, ist in Madrid in dauernder Sitzung versammelt. Er exließ einen Tagesbefehl, wonach die Truppen an der Madrider Front keine eigenmächtigen Aktionen vornehmen und nur nach den Anweisungen des„Verteidigungsrates“ handeln sollen. Eine Anweisung, Widerstand zu leisten, wurde aber nicht gegeben, so daß der Eindruck besteht, daß es zur Räumung Madrids kommen kann. Bezeichnend für die wirkliche Autorität des„Verteidigungsrates“ ist, daß es bei den roten Brüdern erneut anscheinend zu ernsten Schwierigkeiten und Streitereien gekommen ist. Die extremen kommunistischen Kreise sollen nach wie vor gewillt sein, den Kampf bis zum äußersten zu führen und Widerstand zu leisten. Auch wollen sie keine Räumung Madrids. Der Sender Madrid schweigt sich zur Zeit aus. Soll Madrids Bevölkerung verhungern? Nach in Paris eingetroffenen Meldungen gewinnt die Weigerung des roten„Verteidigungsrates“ von Madrid, die Uebergabebedingungen Francos rückhaltlos anzunehmen, den Anschein eines letzten verzweifelten Schachzuges. Die Stadt soll danach vor einer Hungersnot stehen. Die letzten Lebensmittel seien am Samstag an die Bevölkerung verteilt worden. Havas weiß auch wieder von neuen Verhandlungen zu berichten. Am Sonntag sei trotz heftigen Schneesturmes auf dem Flugplatz von Burgos ein grünes, zweimotoriges Flugzeug mit rotem Kreuz eingetraoffen, dessen vier Insassen mit zwei nationalspanischen Obersten im Flughafengebäude verhandelt hätten. Ueber den Inhalt werde strengstes Stilschweigen gewahrt. Der HavasVertreter neigt der Ansicht zu, daß es immer noch nicht zu einer Einigung gekommen sei. Die Verluste der italienischen freiwilligen Flieger Rom, 27. März. Die Verluste der italienischen freiwilligen Flieger belaufen sich einer amtlichen italienischen Verlautbarung zufolge, vom Beginn der Teilnahme an den Kämpfen in Spanien bis zum 22. März dieses Jahres auf insgesamt 88 Flugzeuge, darunter 75 Jagdflugzeuge, 11 Bomber und 2 Aufklärungsflugzeuge. Bis zum 22. März sind insgesamt 59 Offiziere, 57 Unteroffiziere und 58 Mannschaften der italienischen Luftwaffe in Spanien gefallen. Die italienischen Legionärsflieger haben laut einer amtlichen Verlautbarung bis zum 22. März insgesamt 900 feindliche Flugzeuge, zwei Luftschiffe und ein Beobachtungsflugzeug abgeschossen. Alfragen ader Meiner in Anlterhaus Der britische Unterstaatssekretär Butler nimmt London, 27. März. Auf das Ersuchen, eine Erklärung über die Rückkehr Memels zu Deutschland abzugeben, erwiderte Unterstaatssekretär Butler im Unterhaus, die britische Regierung sei jetzt durch die litauische Regierung amtlich davon in Kenntnis gesetzt worden, daß am Abend des 22. März zwischen Deutschland und Litauen in Berlin ein Vertrag unterzeichnet worden war, der die sofortige Rückkehr des Memellandes zum Reich und die Errichtung einer Freihafenzone in Memel für Litauen vorsieht. In Beantwortung einer Anfrage der litauischen Regierung vom 16. März dieses Jahres habe die britische Regierung es klargemacht, daß sie lediglich versuchen könne, die Respektierung des Memelstatuts sicherzustellen, soweit es in ihrer Macht liege. Nach Lage des Falles sei es selbstverständlich, daß die litauische Regierung gehandelt habe, ohne die Signatarmächte erneut zu befragen. Als der Labourabgeordnete Henderson darauf fragte, ob es nicht Tatsache sei, daß die litauische Regierung das Statut von 1924 eingehalten habe und ob nicht die Einmischung der Reichsregierung unrechtmäßig sei, antwortete Butler unglaublicherweise„Ja“. Schließlich bestätigte Butler noch auf Anfrage des Labourabgeordneten Noel Baker, daß die britische Regierung nicht protestiert habe. Weiter erklärte Butler auf eine Anfrage, daß die deutschen Truppen bei der Besetzung des Memellandes die eigentliche litauische Grenze eingehalten hätten. Die Erklärung des britischen Unterstaatssekretärs Butler, daß die litauische Regierung das Statut von 1924 eingehalten habe, ist eine Behauptung, die der Wahrheit ins Gesicht schlägt. Die Behauptung widerspricht der Geschichte des Memellandes, ganz abgesehen davon, daß sie den Kern des Problems, um das es hier geht, überhaupt nicht berührt. Es sei nur daran erinnert, daß von den 16 Direktorien, die das Memelland hatte, nur drei das verfassungsmäßige Vertrauen des Landtages besaßen, daß man versuchte, das Schulwesen des Memellandes entgegen den Bestimmungen des Statuts zu litauisieren, daß memelländische Geistliche gegen Vertrag und Recht vom Gouverneur ihrer Aemter enthoben wurden und daß überhaupt die im Statut versprochene Autonomie des Memellandes niemals Tatsache wurde, so daß in der Unterhaussitzung vom 30. Januar 1936 zum Beispiel der damalige britische Außenminister Sir John Sider damalige britische Außenminister, Sir„ John Si: mon die Unrechtmäßigkeit der Verhältnisse im Memelland zugeben mußte. Das sind Beweise dafür, wie wenig genau ein britischer Unterstaatssekretär es mit der Wahrheit nimmt. Im übrigen ist das Entscheidende bei der Memelfrage aber die Tatsache, daß in Versailles an der deutschen Bevölkerung dieses Landes ein schreiendes Unrecht begangen wurde, das eines Tages wiedergutgemacht werden mußte. Das ist jetzt geschehen. Mussolinis Antwort London atmet erleichtert auf— Geteilte Meinungen in Paris Berlin, 27. März. Von unserer Berliner Schriftleitung Der Duce hat gesprochen. In fünf Punkten umriß er die Politik des faschistischen Italiens: Eine lange Friedenszeit ist notwendig; die Versuche, die Achse Rom—Berlin anzubohren, sind kindisch: die kolonialen Probleme Tunis. Dschibuti, Suez bleiben für Italien bestehen; das Mittelmeer ist ein vitaler Raum für Italien; man muß rüsten!... In London geht ein erleichtertes Aufatmen durch die Presse. Während man dort noch vor zweimal vierundzwanzig Stunden der Rede des Duce mit Zittern entgegenbangte, trägt man heute einen gemäßigten Optimismus zur Schau. Einzelne Blätter Londons geben angesichts der italienischen Kolonialforderungen Frankreich sogar den Rat, zu verhandeln, ohne dabei zuviel zuzugestehen. So schreibt die„Times“, der Duce habe nicht derartige Forderungen an Frankreich gestellt, die nur mit einem Nein beantwortet werden könnten. „Gewisse Berichtigungen“, so meint die„Times“, erschienen unparteiischen Beobachtern„für Beratungen absolut geeignet" zu sein. Für eine gute Diplomatie könne die Rede des Duce tatsächlich ein Wendepunkt in der europäischen Lage werden Mussolini habe gestern zum mindesten einen neuen Startpunkt geschaffen. Es sei sehr gut möglich, daß nach Beendigung des spanischen Krieges Verhandlungen zwischen Paris und Rom beginnen könnten. In Paris selbst sind die Meinungen gespalten. Die Unentwegten antworten mit einem glatten Nein. Die amtlich inspirierten Blätter sprechen von einer„offenen Tür“, andere sogar von einer direkten„Einladung zu Verhandlungen“. Dagegen verschweigt man sowohl in London wie in Paris Mussolinis deutliche Worte an die Einkreisungspolitiker, daß die autoritären Staaten jederzeit bei Fortsetzung der Einkreisungsaktion entschlossen sind, gegen die Plutodemokratien in aller Welt zum Gegenangriff vorzugehen. Soll das Ausschweigen über diesen wichtigen Punkt der Rede des Duce, dahin ausgelegt werden, daß man auf der Gegenseite bereits heute den Einkreisungsplan ad acta gelegt hat?... Oder wollen die Ministerpräsidenten Chamberlain und Daladier in ihren für die erste Wochenhälfte angekündigten Reden zu diesem Punkt Stellung nehmen? Oder sieht man in London und Paris in diesem Schweigen die einzige Möglichkeit, um die restlos' verfahrene Diplomatie der Westmächte ohne neuen Verlust an Ansehen aus der Sackgasse herauszubugsieren? Für die deutsche Oeffentlichkeit war die Rede des Duce die erwartete Bestätigung der im mitteleuropäischen Raum vollzogene Neuordnung, die Bestätigung der Achse Berlin—Rom als Instrument der europäischen Erneuerung im Gegensatz zu den„unheilheilvollen Wirkungen der Revolution von 1789; und die erneute Anmeldung der lebenswichtigen Ansprüche des faschistischen Italiens. Die Entschlossenheit, mit der Mussolini diese Forderungen erhob, stellt die Westmächte vor ernste Ueberlegungen. Das gewaltige Korps der Schwarzhemden aber, das dem Duce am Schluß seiner Ansprache auf die Frage:„Was sind eure drei Losungsworte?“ mit dem Ruf antwortete:„glauben, gehorchen, kämpfen!“, kann auch für die enttäuschten Demokratien keinen Zweifel an der Entschlossenheit des faschistischen Italiens bestehen lassen. Gewiß hat Mussolini keine Tür zugeschlagen. Klar und bündig hat er den Westdemokratien den Weg gezeigt, auf dem eine Lösung der Probleme erzielt werden kann. Mit Einkreisung und Lügenhetzen wird aber das Gegentei! erreicht. Auch englische Anleihen sind, wie der Duce selbst höhnisch ausführte, ein verfehltes Mittel; denn die Zeiten, da sich Großbritannien mit Hilfe des AnC #4 M A Weltbild(2) am man Gefallenen=Ehrung in Prag Wie wir gektern ausführgg, Verichteten, veo gitzädtischen Rathans den Lorberkrtang nieder. Unter den Ehrengästen sah Grate des Undekonnten Sotiezen vor den,„Aechischen Bigadegeneral Fiala und den Primator der Stadt Prag Dr. Klapia.— Bild.linis: den tichechichen Arwegeneru sehen General Blaskowitz und seine Vegleitung grüßend vor dem Ehrenmal. Bild rechts: General Blaskowitz Seite 2 Nr. 74] Bochumer Anzeiger] Dienstag, 28. März 1939 leihemarktes in die politischen Probleme als Makler einschieben konnte, sind ebenso vorbei wie die Hoffnungen, durch Zwischenträgereien die Achse Rom—Berlin schwächen zu können. Derartige Methoden ziehen nicht mehr. Wie die Achse die friedliche Neuordnung in Mitteleuropa bedingte, wie sie sich mit ihrem ganzen Schwergewicht auf die Seite des nationalen Spaniens stellte, so wird sie den aufbauwilligen Völkern des Kontinents die ihnen zustehenden Rechte erringen helfen. Ehe man jedoch auf der Gegenseite nicht bereit ist, den Völkern die ihnen gebührenden Plätze zuzubilligen, wird sich die Achse stark erhalten und noch stärker wappnen. Auslandsreise Dr. Goebbels' Der Reichsminister fährt nach Budapest und Athen dnh Berlin, 27. März. Reichsminister Dr. Goebbels tritt heute eine mehrtägige Reise nach Budapest und Athen an. In seiner Begleitung befinden sich sein persönlicher Referent, Oberregierungsrat Müller. die Oberregierungsräte Knothe und von Weyßenhoff sowie sein Adjutant, Regierungsrat von Waldegg. Arbeitsämter— Reichsbehörden Eine Verordnung des Reichsarbeitsministers dub Berlin, 27. März. Nachdem durch Erlaß des Führers vom 21. Dezember 1938 die Aufgaben und Befugnisse des Präsidenten der Reichsanstalt für Arbeitsvermittlung und Arbeitslosenversicherung auf den Reichsarbeitsminister übergegangen sind, hat nunmehr der Reichsarbeitsminister auf Grund, der ihm erteilten Ermächtigung eine Verordnung erlassen, nach der die Landesarbeitsämter und Arbeitsämter sowie die Reichsausgleichsstelle für Arbeitsvermittlung, diese unter der Bezeichnung„Reichsstelle für Arbeitsvermittlung", Reichsbehörden werden, die dem Reichsarbeitsminister unterstellt sind. Die Beamten der bisherigen Reichsanstalt für Arheitsvermittlung und Arbeitslosenversicherung werden unmittelbare Reichsbeamte Dienstherr der Angestellten und Arbeiter wird das Reich. Die bisherige Reichsanstalt bleibt als Körperschaft des öffentlichen Rechtes unter der Bezeichnung„Reichsstock für Arbeitseinsatz“ für die Verwaltung des Beitragsaufkommens bestehen. Von dem Vermögen der bisherigen Reichsanstalt gehen die Grundstücke, die Gebäude und beweglichen Sachen, die der Verwaltung dienen, auf das Reich über, wie auch das Reich in alle Rechte und Pflichten der Reichsanstalt eintritt, soweit sie die ihrer Verwaltung dienenden Grundstücke usw. betreffen. Im übrigen bleibt das Vermögen der Reichsanstalt Vermögen des Reichsstocks für Arbeitseinsatz. Frankreich verstärkt seine Flotte Paris, 27. März. Der Ministerrat, der am Montag vormittag um 11 Uhr MEZ. unter Vorsitz des Präsidenten der Republik im Elysée zusammengetreten war, hat fast dreieinhalb Stunden getagt. In dem amtlichen Bericht über die Sitzung heißt es u..: „Zu Beginn des Ministerrates hat Ministerpräsident Daladier sich zum Wortführer der Regierung gemacht um dem Präsidenten der Republik die Glückwünsche für die Ergebnisse seiner Reise nach London zum Ausdruck zu bringen, gleichzeitig aber auch um die Stärke und Herzlichkeit der französisch=britischen Freundschaft erneut zu unterstreichen. Ministerpräsident Daladier unterbreitete hierauf dem Präsidenten der Republik eine Reihe von Notverordnungen, die die nationale Verteidigung betreffen: 1. Eine Notverordnung, die eine Erhöhung der Effektivstärke der Flottenbesatzungen vorsieht; 2. eine Notverordnung, die das Gesetz vom 13. Dezember 1932 über die Rekrutierung und Reserveorganisationen der Marineangehörigen abändert; 3. eine Notverordnung, die die Effektivstärke der leitenden Ingenieure und der technischen Beamten in der Marine erhöht; 4. eine Notverordnung über die Verteidigung der Grenzgemeinden; 5. eine Notverordnung, die einen Kredit für die industrielle Mobilmachung eröffnet. Außenminister Bonnet gab anschließend hieran einen Bericht über seine diplomatischen Besprechungen in London und über die außenpolitische Lage. Auf Vorschlag des Ministerpräsidenten, des Finanzministers und Innenministers wurde schließlich der stellvertretende Generaldirektor der französischen Eisenbahnen, Surleau, zum Verwalter der Stadt Marseille ernannt.“ „Ganz normal verlaufen“. Chamberlain über die deutsch=rumänischen Handelsvertragsverhandlungen London, 27. März. In seiner Unterhaus=Erklärung zum deutsch=rumänischen Handelsabkommen gab Ministerpräsident Chamberlain einen Rückblick über den Inhalt dieses Vertrages auf Grund der Mitteilungen, die er vom rumänischen Außenministerium erhalten hatte. U. a. stellte Chamberlain fest, daß die Handelsvertragsverhandlungen von Anfang bis zur Unterzeichnung des Vertrages ganz normal verlaufen seien. In den Abendblättern erscheint die Erklärung des Premierministers über den deutsch=rumänischen Handelsvertrag in größter Aufmachung auf der ersten Seite. Der konservative Abgeordnete Generalmajor Sir Alfred Knor fragte im Unterhaus den Premier= minister, ob die Regierung die Möglichkeit eines wirtschaftlichen Boykotts gegen Deutsch= land erwäge. Unterstaatssekretär Butler, der für Chamberlain antwortete beantwortete die Frage mit einem glatten„Nein!“ Sechsköpfige Familie überfahren Mailand, 27. März. Bologna wurde eine aus sechs Personen bestehende Familie von einem elektrischen Zug der Linie nach Ancona überfahren, als sie den Bahnkörper auf einem Straßenübergang überqueren wollte. Die Eltern und vier Kinder im Alter von sieben bis vierzehn Jahren befanden sich gerade auf dem Gleis, als, von ihnen unbemerkt, der Zug heranbrauste Alle sechs wurden von der Lokomotive erfaßt und bis zur Unkenntlichkeit zerstückelt. Derufe und Weirkeerpahtung um K. Mal Das größte bisherige Zählungswerk im Deutschen Reiche— 750000 ehrenamtliche Zähler benötigt dnb Berlin, 27. März. Die Volks=, Berufs= und Betriebszählung, die bereits für das Jahr 1938 vorgesehen war und nach der Wiedereingliederung Oesterreichs in das Deutsche Reich verschoben werden mußte, findet nunmehr nach dem Reichsgesetz vom 6. Juli 1938 am 17. Mai 1939 statt. Die Zählung soll für zahlreiche wichtige Aufgaben auf dem Gebiet der allgemeinen Staatsführung, der Verwaltung, der Bevölkerungspolitik, der Wirtschafts= und Sozialpolitik, der Schul= und Kulturpolitik und des ganzen öffentlichen Lebens neue Grundlagen zur Beurteilung der Verhältnisse von Volk und Wirtschaft liesern. Sie ist die zweite große Inventur von Volk und Wirtschaft im Dritten Reich. Die erste Aufnahme dieser Art fand im Altreich kurz nach der Machtübernahme im Juni 1933 statt. Die seitdem eingetretenen Veränderungen machen es nötig, den Bestand neu aufzunehmen. 6½ Millionen Arbeitslose sind seitdem wieder in die Wirtschaft eingegliedert worden, der Arbeitsdienst wurde geschaffen, die Wehrmacht wieder aufgebaut, eine große Rohstoffindustrie ist im Entstehen, die Geburtenzahl steigt wieder an, und im letzten Jahre sind weite Gebiete des deutschen Lebensraumes mit Millionen deutscher Volksgenossen in die Grenzen des Reiches einbezogen worden. Die Ergebnisse der Zählung sollen nicht nur einen allgemeinen Ueberblick über Volk und Wirtschaft geben, sondern sie werden auch als Unterlage für außerordentlich wichtige Einzelmaßnahmen gebraucht. So bilden z. B. die bei der Volkszählung gewonnenen familienstatistischen Feststellungen eine der wichtigsten Grundlagen für die Durchführung der nationalsozialistischen Bevölkerungspolitik. Fast noch dringender werden die Ergebnisse der Berufszählung gebraucht, um dem in allen Berufen auftretenden Mangel an Nachwuchs durch eine sinnvolle Berufsberatung und Berufslenkung begegnen zu können. Das Zählungswerk besteht aus einer Volkszählung, einer Berufszählung, einer landwirtschaftlichen Betriebszählung und einer Zählung aller nichtlandwirtschaftlichen Arbeitsstätten. Es umfaßt also mehrere Zählungen zugleich, die inhaltlich und organisatorisch miteinander verbunden sind und die, alle am gleichen Stichtag durchgeführt, sich gegenseitig ergänzen. Die Unterlagen zur Volks= und Berufszählung werden mit Hilfe der sogenannten Haushaltungslisten gewonnen. Mit den Haushaltungslisten werden sämtliche im Deutschen Reich lebenden Personen einzeln erfaßt mit den nötigen Angaben über Geschlecht, Alter, Familienstand, Religion, Staatsangehörigkeit, Muttersprache, Volkszugehörigkeit über den Beruf und den etwaigen Nebenberuf. Diese Unterlagen ermöglichen eine eingehende Gliederung der gesamten Bevölkerung in jeder Richtung, Die Volkszählung wird ergänzt durch besondere familienstatistische Feststellungen, z. B. über Kinderzahl und Ehedauer. Außerdem ist mit der Volkszählung eine Abstammungsfest stellung verbunden, durch die zum ersten Male zuverlässige Unterlagen über die Zahl der Juden und der jüdischen Mischlinge gesammelt werden sollen. Die landwirtschaftliche Betriebszählung, durchgeführt mit den„Land= und Forstwirtschaftsbogen“ wird Aufschluß geben über Zahl und Größe der landwirtschaftlichen Betriebe, über die in der Landwirtschaft befindlichen Arbeitskräfte, über die landwirtschaftliche Bodenbenutzung, den Viehbestand, den Stand der landwirtschaftlichen Technik, besonders den Umfang der Maschinenverwendung, Unterlagen, die für die planmäßige Weiterführung unserer Agrarpolitik von grundlegender Bedeutung sind. Die Arbeitsstättenzählung, durchgeführt mit dem„Fragebogen für nichtlandwirtschaftliche Arbeitsstätten“, erfaßt alle nichtlandwirtschaftlichen Arbeitsstätten; sie erstreckt sich diesmal nicht nur auf die Handwerks=, Industrie= und Handelsbetriebe, sondern darüber hinaus zum ersten Male auf alle Arbeitsstätten der Behörden, der Partei und ihrer Gliederungen. der freien Berufe. Ihr Ergebnis wird einen Ueberblick liefern über die Struktur der Wirtschaft, namentlich hinsichtlich der Betriebsgröße, der Maschinenverwendung, der Zahl und Art der Beschäftigung usw. Die Einzelheiten des gesamten Erhebungs= und Bearbeitungsprogramms der Zählung sind durch die Verordnung vom 21. Januar 1938 festgelegt. Es handelt sich um das größte Zählungswerk, das je im Deutschen Reich durchgeführt wurde. Es kann nur dann mit vollem Erfolg zum Abschluß gebracht werden, wenn sich die gesamte Bevölkerung in den Dienst der Sache stellt, wenn im besonderen die zur Ausfüllung verpflichteten Haushaltungsvorstände und Betriebsleiter die Fragebogen so gewissenhaft und so lückenlos wie möglich ausfüllen. Die Angaben über die einzelnen Familien, Personen und Betriebe unterliegen der Amtsverschwiegenheit. Jedes Eindringen in die Einkommens= und Vermögensverhältnisse ist nach§ 4 des Gesetzes vom 4. Oktober 1937 ausgeschlossen. Die Durchführung der Zählung innerhalb einer jeden Gemeinde ist Sache der Bürgermeister, die auch die Zähler zu bestellen haben. Insgesamt werden für die Zählung im Deutschen Reich rund 750000 ehrenamtliche Zähler benötigt. Als Zähler kommen in erster Linie Beamte, Behördenangestellte und Lehrer in Betracht für die von den Behörden zur Zeit der Zählung die nötige Diensterleichterung angeordnet werden wird. Der Bürgermeister kann aber auch jeden anderen ihm geeignet erscheinenden Einwohner seiner Gemeinde als ehrenamtlichen Zähler bestellen. Die Leitung des Zählungswerkes liegt beim Statistischen Reichsamt, das zugleich die Bearbeitung des gewaloffes für das Land Preußen selbst übrigen Gebiete Statistischen Lan„Keust isr nehe ais Hastks Vorschlag einer neuen Rechtseinteilung durch Reichsleiter Dr. Frank Arbeitstagung in Sonthofen beendet Sonthofen, 27. März. Die Arbeitstagung der Kreisleiter und Gauamtsleiter auf der Ordensburg Sonthofen ist am Sonntag zu Ende gegangen. Am letzten Tage sprachen der Oberbefehlshaber des Heeres, Generaloberst von Brauchitsch, und Reichsleiter Alfred Rosenberg. Das Heer im Dritten Reich Generaloberst von Brauchitsch sprach u. a. eingehend über die Frage des Unteroffizierersatzes. In diesem Zusammenhang beschäftigte er sich ausführlich mit der Infanterie.„Die Infanterie entscheidet mit der Tat jedes einzelnen, und deshalb gehören zu ihr ganze Kerle! Der Begriff des Kämpfers ist wieder in den Vordergrund unserer Gedanken und seelischen Empfindungen gerückt. Damit sind die ideellen inneren Werte den äußeren wieder vorangestellt. Das Ideal aber des Kämpfers war und wird stets bleiben der Infanterist, der nichts aus sich machen will, der bescheiden ist und dem Befehl getreu auch den schwersten Dienst, beste Beweis für die ungeheure Kraft dieses deutschen Volkes sei es gewesen, daß es aus seiner tiefsten Niederlage des Jahres 1918 seine größte Wiedergeburt erlebte. Der Reichsleiter brandmarkte den Verrat der Demokratien am Abendland, die heute versuchen, den jüdisch=asiatischen Bolschewismus gegen das Herz Europas zu mobilisieren.„Wir sind kein Konfessionsstaat mehr“, so erklärte Rosenberg,„sondern der erste wirkliche deutsche Nationalstaat, der durch die nationalsozialistische Idee geboren wurde und nur durch diese Idee erhalten werden kann.“ Schließlich gab der Redner eine umfassende Schau des gewaltigen weltanschaulichen Kampfes unserer Zeit, der mit derselben Härte und Zähigkeit ausgefochten werden müsse wie einst der Kampf um die Macht. Nach der Rede Rosenbergs, der minutenlange begeisterte Beifallsstürme folgten, beendete der Leiter des Hauptschulungsamtes, stellvertretender Gauleiter Schmidt, die Arbeitstagung mit einem Appell an die Kreisleiter und Gauamtsleiter, den weltanschaulichen Kampf unserer Tage mit der gleichen unerbittlichen Härte und Kompromißlosigkeit durchzufechten tigen Zählungsstoftes für, das durchführt. WDie Bearbeitung für die übrigen Gebiete des Reiches erfolgt in den zuständigen desämtern. Schafft Ordnung im eigenen Hause! Der amerikanische Senator Borah warnt vor den Kriegstreibern Washington, 27. März. Senator Borah hielt am Sonntag eine im ganzen Lande verbreitete Rundfunkrede, in der er vor dem Treiben jener mächtigen Interessengruppen warnte, die wieder am Werke seien, die Vereinigten Staaten in einen Krieg gegen Deutschland hineinzuziehen. Dieser Klüngel treibe seine Politik angeblich, um wieder einmal die Demokratie zu retten. Die amerikanische Regierung könne jedoch der Demokratie keinen besseren Gefallen tun, als das eigene Haus in Ordnung zu bringen, den Hunger von der Schwelle vieler Millionen Amerikaner zu treiben und ihnen Arbeit zu verschaffen. Die chaotischen inneren Zustände der Vereinigten Staaten seien der wahre Feind der Demokratie, nicht aber die totalitären Staaten. Wenn einer der deutschen Ausbreitung ständig Vorschub geleistet habe, so sei das nur England, die britische Demokratie sei der größte Feind gewesen, den Adolf Hitler seit der Machtübernahme gehabt habe. Borah schloß seine Rede mit der Aufforderung, die europäischen Nationen ihre Angelegenheiten untereinander regeln zu lassen, ihnen kein Geld zur Füllung der Kriegskassen, keine Waffen, keine Munition und vor allem keine amerikanischen Jungen zu senden. Während sich an diesem Sonntag auch Senator Nye in einer Rede gegen die Revision der Neutralitätsgesetze aussprach, schloß sich Senator Thomas (Utab) der Reihe der Kriegstreiber an. Thomas forderte, die Vereinigten Staaten sollten nicht nur Kriegsmaterial an Nichtangreifernationen verkaufen, sondern auch „die Munitionsverschiffungen genau wie 1914. 1915 und 1916 auf eigenen Schiffen" vornehmen. ohne mit der Wimper zu zucken, versieht. die Jugend dieses Ideal!" Im weiteren Verlauf seines Vortrages sprach Generaloberst von Brauchitsch über das Offizierkorps des neuen Heeres. Grundlegend waren seine Ausführungen über die Forderungen, die er an den Offizier des neuen Heeres stellt:„Ich verlange, daß jeder, der das Glück hat, als Offizier am Aufbau des Dritten Reiches mitzuarbeiten, ein Charakter und eine Persönlichkeit ist. Lautere Gesinnung, Entschlußkraft und Verantwortungsfreudigkeit, volle Hingabe an Dienst und Beruf strengste Pflichtauffassung, Bescheidenheit, Gewissenhaftigkeit, glühende Vaterlandsliebe, unbedingter Gehorsam gegenüber dem Führer und den militärischen Vorgesetzten müssen jeden Offizier auszeichnen. Das sind die Tugenden, die den deutschen Offizier zum Vorbild nicht nur für seine Untergebenen, sondern für alle Volksgenossen machen und ihn zum Erzieher des Volkes befähigen. Diese Erziehungsarbeit beschränkt sich nicht nur auf das rein Militärische und Charakterliche, sondern auch auf die politische Einstellung des Soldaten. Waffe und Weltanschauung bedingen die Schlagkraft der Wehrmacht.“ Im Zusammenhang mit der Erläuterung des Ehi begriffs in der Wehrmacht erklärte der Generaloberst, es gebe nur eine Ehre des deutschen Soldaten, nämlich die, Waffenträger des Dritten Reiches zu sein. Der letzte Teil des Vortrages befaßte sich eingehend mit den Aufgaben und dem Verhältnis zwischen Partei und Heer. Der Oberbefehlshaber forderte eine weitere Vertiefung der gegenseitigen Beziehungen, wobei die gemeinsame nationalsozialistische Weltanschauung die Grundlage des gegenseitigen Vertrauens bilde. Generaloberst von Brauchitsch schloß seinen Vortrag, der oft von begeisterten Zustimmungskundgebungen unterbrochen wurde, mit der Feststellung, daß gerade die letzten Ereignisse der Jahre 1938 und 1939 gezeigt hätten, wie wesentlich und wichtig die enge Zusammenarbeit zwischen Partei und Heer ist. und daß, wenn in diesem Sinne die Arbeit beider Organisationen fortgesetzt wird, die Zukunft der deutschen Nation gesichert ist. Lehren wir wie einst den Kampf um die Macht. Die Tagung wurde mit dem Gruß an den Führer abgeschlossen. Reichsleiter Dr. Frank über Recht und Justiz Als letzter Redner des fünften Tages in SontReichsleiter Alfred Rosenberg entwarf ein umfassendes Bild der europäischen Geschichte und der sie treibenden Strömungen unter behofen hatte sich Reichsleiter Dr. Frank mit den ziehungen der Bewegung zur Justiz auseinandergesetzt. „Recht ist mehr als Justiz“ müsse überall Grundsatz werden. Volk und Staat hätten Inhalt des Rechtes zu sein. Im nationalsozialistischen Deutschen Reich stehe über dem formalen Recht das Recht des Lebens. Der Reichsführer schlug mit eindringlicher und konsequenter Begründung vor, das gesamte Recht unserer Nation, losgelöst von allen noch vorhandenen Schlacken falscher Rechtsauffassungen, in sechs neue Gruppen einzuteilen: Das erste völlig autonome Recht habe das Recht der Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei zu sein. An zweiter Stelle solle das Recht des Reiches stehen. In der dritten Gruppe wurde vorgeschlagen, als eigentliches Substanzrecht des völkischen Lebens das der Rasse, des Bodens und der Arbeit zu schaffen, dem sich viertens die volksgenössische Lebensordnung anzuschließen habe. Hier müsse der Begriff bürgerliches Recht endlich verschwinden, da Traditionen vor 1933, zumal auf dem Gebiete des Rechts, heute keine Geltung mehr haben könnten. Die Gruppe 5, Schutzrecht der Gemeinschaft, in der Strafrecht, Polizeirecht usw. zusammengefaßt werden sollen, sei eines der wichtigsten Gebiete. Die letzte Gruppe, 6, höchstes und größtes Recht enthaltend, solle das Rechtsgebiet der Ehre unseres Volks umfassen. In diesen sechs Gebieten liege ein vollkommen neuer Aufbau des bisherigen Rechtsdenkens, dem als oberster Grundsatz voranzustehen habe, daß alle Rechtsprechung nur zugunsten des Volkes durchgeführt werden könne. Sehr leidenschaftlich setzte sich der Reichsrechtsführer, übergehend auf das Staats= und Völkerrecht, im Zusammenhange mit den=um das Protektorat Böhmen und Mähren laut gewordenen juristischen Angriffen Kundgebungen für Göring in San Remo Generalfeldmarschall Göring und seiner Gattin son der Prinzessin von Hessen wurden in San Remo bei einem ihnen zu Ehren veranstalteten Festkonzert im Städtischen Kasino stürmische Sympathiekundgebungen bereitet. Danziger Arbeitsdienst Der Senat der Freien Stadt Danzig hat eine Verordnung erlassen, nach der mit Wirkung vom 1. 4. 1939 der Danziger Staatliche Hilfsdienst die Bezeichnung Danziger Arbeitsdienst erhält. 14 italienische Admirale zu Senatoren ernannt Victor Emanuel III. hat auf Vorschlag Mussolinis als zweite Gruppe neuer Senatsmitglieder 14 Admirale der italienischen Kriegsmarine zu Senatoren ernannt. Rücktritt des gesamten litauischen Kabinetts Der litauische Ministerpräsident Mironas ist mit dem gesamten Kabinett zurückgetreten. Mit der Neubildung Besser ist besser! ATIKAH 5 einer Regierung ist der bisherige Generalstabschef Oberst Cerenius beauftragt. Der Armeechef Brigadegeneral Rastikis hatte den Auftrag zur Bildung der Regierung zurückgegeben. Ueberfälle auf jüdische Autos in Palästina Auf der Straße von Haifa nach Nakura wurde ein jüdisches Auto überfallen, wobei der jüdische Fahrer getötet und drei Insassen schwer verletzt wurden. Zwischen Jaffa und Jexusalein ist gleichfalls ein jüdischer Kraftwagen angegriffen worden. Die vier Insassen wurden getötet. Weiter politische Nachrichten auf Seite 5 Vorbildliche Arbeitskameradschaft Im Bereiche des Generalkommandos der Grenztruppen Saarpfalz stellten die an dem Bau eines Werkes beteiligten Arbeiter eines Festungs=Pionier=Stabes den gesamten namhaften Lohnbetrag der Herstellung dieses Werkes dem Führer für die Spende„Opfer der Arbeit"! zur Verfügung. sonderer Herausstellung der Geschichte der Goten und mit der demokratischen Welt und ihren Rechtsprinzipien der Kämpfe gegen östliche Invasionen. Dabei brachte auf der Basis nationalsozialistischen Rechts auseinder Redner die historischen Geschehnisse und Entwick= ander. lungen in lebendige Verbindung mit der heutigen Abschließend Lage Europas und der Welt. Immer wieder, so erklärte er, sei in der Vergangenheit die uralte Sehnerklärte Dr. Frank, daß das Recht des Führers, die von ihm unterzeichneten Gesetze das Parteiprogramm und„Mein Kampf“ für alle Zeiten sucht des deutschen Volkes nach der deutschen Einheit die Grundlagen der deutschen völkischen Gemeinschaft und Vollendung elementar hervorgebrochen, und der seien. Hauptschriftleiter: Dr. Paul Dierichs(verreist). Stellvertretender Hauptschriftleiter: Fritz Schmidt. Verantwortliche Schriftletter: Politik: Rudolf Goest, Bochumer Teil: Hans Schulie, Wirtschaft und Bilder: Fritz Schmid:, Kulturpolttik und Unterhaltung; Dr. Josef Schwermann, Kunst und Wissen: Kurt Dörnemann.: Gerichisdienst und Briefkasten: Max##.: gel, Sport und Provinz: Hans Hornberg, Nachbargebiet und Stadtteile: Paul Borke. Herliner Schriftleitung Michael Haupt, Berlin=Karlsdorst, Heiligenberger Straße 25. Ruf 50l0 340 und 211 670. Sprechstunden der Schriftleitung wochentags, außer mittwochs und samstags, von 16—17 Uhr. Für unverlangte Einsendungen keine Hasipflicht. Rücksendung nur bei Rückporto. Verlag und Druck: Laupenmühlen, 8 Dierichs Bochum, Rathausplatz 8. Rus 675.51—54. Verantwortlich für den Anzeigenteil: Kurt Scholz. Durchschnittsauflage Februar 1939 über 32.000. Zur Zeit in Anzeigen=Preisliste Nr. 10 guttig Nachlatznafsel n# werliner Anzeigenvertretung: F. W. Pempe, Berlin Charlottenburg. Uhlandstraße 194. Ruf 316 813. Seite 3 Nr. 74/ Bochumer Anzeiger Dienstag, 28. März 1939 Ein„baluc“ nach Batavia Wenn ein Bochumer Blumen nach Uebersee sprechen läßt Der Name„baluc“ könnte bei dem ahnungslosen Leser den Eindruck erwecken, als handelte es sich um den Angehörigen eines Eingeborenenstammes, der seine Hütte auf einer Insel in Niederländisch=Indien aufgeschlagen hat. Das ist weit gefehlt!„Baluc" heißt nicht mehr und nicht weniger als„ein Strauß Blumen nach Ihrer Wahl". Das soll wirklich kein schlechter Scherz sein. Angenommen, die Familie Müller in Bochum besäße einen Angehörigen der in Langsa auf Sumatra eine Pflanzung besitzt und demnächst seinen 50. Geburtstag feiert. Zu diesem Tage, an dem der Angehörige ein halbes Jahrhundert zurückgelegt hat, soll ihn ein Strauß prächtiger Blumen erfreuen Das Problem der Uebersendung dieser Blumen kann auf sehr einfache Art und Weise gelöst werden. Der Herr Müller geht in ein Bochumer Blumengeschäft, nennt Namen und Anschrift seines Verwandten sowie den Wert der Blumensendung und geht dann mit der ruhigen Gewißbeit heim, daß sein Sohn oder Bruder oder Onkel in Langsa auf Sumatra die Blumen bekommt. Wie ist das möglich? Die Mehrzahl der Blumenhändler in Deutschland und darüber hinaus in der ganzen Welt sind der internationalen Blumenspendeorganisation„Fleurop“ angeschlossen, die nun wohl schon über 30 Jahre besteht. Ein jedes Geschäft, das der„Fleurop“(„Blumen in alle Welt") angehört, übernimmt einen Auftrag in jede Stadt und nach jedem Ort der Welt, wo gleichfalls ein„Fleurop"=Geschäft besteht. Die technische Ausführung des Auftrags geschieht auf folgende Art und Weise: Der Händler, der den Auftrag erhält, füllt ein Formular mit dem Inhalt des Auftrags aus und übermittelt diesen brieflich dem jeweiligen Blumengeschäft an dem angegebenen Ort. Er kann aber auch den Auftrag fernmündlich oder telegraphisch erteilen und benutzt dann den internationalen„Fleurop"=Code, der in jedem Land der Erde verstanden wird. In einem solchen Falle würde die Blumenhandlung„Bogorina“ in Batavia, der Hauptstadt Niederländisch=Indiens, ein Telegramm mit dem Codewort„baluc“ und der Anschrift des erae Erinnerungen aus Alt-Bochum bis in die Zeit * vor dem Krlege 1870-71 Verwandten der Familie Müller in Langsa auf Sumatra erhalten und den Auftrag pflichtgemäß ausführen. Bei einer fernmündlichen oder telegraphischen Auftragserteilung muß aber trotzdem die schriftliche Bestätigung in Form der Uebersendung des vorgeschriebenen Formulars erfolgen. Das Blumengeschäft in Bochum erhält dann einige Zeit später eine Antwortkarte, auf der die Auftragserfüllung bestätigt wird. Die Verrechnung geschieht dann über die Zentrale der deutschen„Fleurop“ e. V. in Berlin. Nach einer Vereinbarung geschieht diese Verrechnung im internationalen Verkehr auf der Grundlage des Schweizer Frankens. Von dem Wert der Blumensendung erhält der Blumenhändler, der den Auftrag empfangen hat, 20 v. H. sowie die Auslagen, die damit verbunden waren. Den übrigen Betrag bekommt der Händler am jeweiligen Ort, in diesem Falle also der Inhaber des Geschäfts„Bogorina“ in Batavia. Natürlich werden Blumensendungen über derartige Entfernungen sehr selten sein. Technisch möglich sind sie aber auf jeden Fall. Der„Fleurop“ gehören Blumengeschäfte in jedem europäischen und auch fast jedem überseeischen Staat an. Wir haben einmal in das „Fleurop"=Verzeichnis eines Bochumer Blumenhändlers geschaut und des Spaßes halber notiert:„Hanoto Florist“ in Kobe(Japan),„Englisch Dairy Gardens“ in Dar es Salam(Südostafrika), Karl Burkland& Sons in Youngstown(USA.). Das sind die Namen einiger Blumengeschäfte in aller Welt, die der„Fleurop“ angehören und jeden Auftrag ohne weiteres ausführen. So macht es die Organisation der„Fleurop“ möglich, durch die zarten, duftigen Kinder der Natur einen Freund, Bekannten oder Verwandten zu erfreuen, wo er auch wohnen und leben mag. tp. Zu lebenslänglichem Zuchthaus verurteilt Das Schwurgericht Bochum verurteilte am Montag den Angeklagten Josef Theis aus Erkenschwick wegen Raubmordversuchs an dem Arbeiter Buckmann aus Ahsen zu lebenslänglichem Zuchthaus. Daß das Opfer des feigen Ueberfalles die schweren ihm zugefügten acht Hammerschläge überstand, die ihm die Schädeldecke zertrümmerten, mußten selbst die Aerzte fast als ein Wunder bezeichnen. Freilich wird der Verletzte an den schweren Folgen sein Leben lang zu tragen haben und kaum wieder zu den alten Kräften kommen. Das Urteil gegen den Täter, der aber auch nichts zu seinen Gunsten vorbringen konnte, entspricht durchaus dem Volksempfinden, daß die Sühne der Schwere der Tat entsprechen müsse. Den Bericht finden unsere Leser an der gewohnten Stelle auf der folgenden Seite. Zum Bezirksbauernführer ernannt Zum Bezirksbauernführer für den Bereich des Stadtkreises Bochum(Bochum) wurde der Bauer Wilhelm Große=Munkenbeck, Bochum=Stiepel, Gräfin=Imma=Straße 122, ernannt. Wie hat sich das Stadtbild Bochums im letzten Jahrhundert gewandelt! Was aus dem Ackerstädtchen Bochum geworden ist, das hätte sich der selige Hofrat und Jobsiadendichter Dr. C. A. Kortum, dem wir die besten Schilderungen unserer Stadt um die Wende des 18. zum 19. Jahrhundert verdanken, nicht träumen lassen. Als er am 15. August 1824 seine Augen schloß, hatten Bergbau und Industrie noch keine Bedeutung in dem uralten Städtchen am Schnittpunkt zweier Hellwege. Und selbst dann, als 1842 Mayer u. Kühne das Werk gründeten, das 1845 den Betrieb aufnahm und nach Umwandlung in die Aktiengesellschaft Bochumer Verein im Laufe der Jahrzehnte zu einem der bedeutendsten Hüttenwerke sich entwickelte, als in den Fünfziger und Sechsziger Jahren die erste Blütezeit des heimischen Bergbaues einsetzte, blieb Bochum doch noch eine Stadt, in der Ackerbau und Viehzucht eine Rolle spielte. Das änderte sich erst nach dem siegreichen Kriege gegen Frankreich. Um diese Zeit nahm Bochum mehr und mehr den Charakter einer Industriestadt an. Den Jahren glänzenden Aufschwungs, die einen gewaltigen Zustrom von auswärtigen Arbeitskräften brachten, folgten Jahre schwerster Wirtschaftskrise, erst von den Neunziger Jahren an kam dann eine neue starke Aufwärtsbewegung, die bis zum Weltkriege ununterbrochen anhielt. Die neuzeitliche Entwicklung ist bekannt. Bochum hat nach den letzten Eingemeindungen, die die Einwohnerzahl auf 315 000 anschwellen ließ, großstädtischen Charakter angenommen. Das sieht man auch in der zur Geschäftsstadt gewordenen Altstadt, die nur noch einige Straßen aufweist, die an die Zeit erinnern, wo der Kuhhirte das breitgestirnte Milchvieh zur Weide trieb. Nicht viele gibt es, die von dieser Zeit aus eigener Anschauung berichten können. Zu ihnen gehört der jetzt 84jährige Kaufmann Josef Bolte. Er kam 1869 von Rietberg nach Bochum, um bei dem Kolonialwaren= und Manufakturwarenhändler Krüsmann an der Brückstraße in die Lehre zu treten. Wir hatten Gelegenheit, bei einem Plauderstündchen mit dem alten, geistig noch sehr regen Herrn uns über das alte Bochum zu unterhalten. In anschaulicher Weise kramte er alte Erinnerungen aus. Kortebusch war nicht der letzte Kuhhirt Man hat Fritz Kortebusch als dem letzten Kuhhirten der Stadt Bochum das bekannte Denkmal auf dem Marktplatz gesetzt. Opa Josef Bolte sagt aber, auch nach Kortebusch habe man noch die Kühe morgens zur Vöde getrieben, und zwar bis nach dem DeutschFranzösischen Kriege. Ein gewisser Röber aus der Gerberstraße habe morgens ins Horn geblasen und in den Straßen der Altstadt das Rindvieh gesammelt zum Auftrieb in der Vöde und es abends wieder heimgeführt; jede Kuh suchte dann selbst ihren Stall. Zwei der Kühe gehörten dem evangelischen Krankenhause, das 1864 im Hause Brückstraße 55 eröffnet und 1870 in das neuerbaute Augustahospital verlegt wurde. Vater Bolte weiß sich noch recht gut an die beiden Brüder Flümann, Besitzer einer Lohgerberei, als ungemein muskulöse Männer, zu erinnern, und an„TrapZwischen Hellweg und Wittener Straße trägt die Grabenstraße noch ihr altes Gepräge penwilm“, den Wirt Homberg, der, schon am frühen Morgen auf der hohen Treppe vor seinem Hause stehend, nach Gästen Ausschau hielt. Den Stadtbach hatte man schon 1867 von der Gerberstraße in die Kanalstraße(jetzt Horst=Wessel=Straße) abgeleitet, doch floß noch ein Graben durch die Gerberstraße, in dem die Gerber ihre Felle ausspülten.(Dieser Abzweig der Gerberstraße trägt heute noch die Bezeichnung„Am Graben"; der Graben selbst ist längst zugeschüttet.) Eine Kanalisation besaß Bochum damals noch nicht. Der Gädenischen der A5 Wn. Vrender Der letzte Wettkampftag in Bochum— Sport und Erholung 1865 bekam Bochum die erste Bankagentur. Das bürgerliche Leben spielte sich noch in altgewohnten Bahnen ab. Um 1871 betrug die Einwohnerzahl 17000. Die Aufschließung des Griesenbruchs Mit der Bevölkerungszunahme dehnte sich das Weichbild der Stadt aus. 1861 wurde der Wilhelmsplatz angelegt, zehn Jahre später der Moltkemarkt. Im Griesenbruch regte sich die Baulust. Neue Straßen entstanden in großer Zahl, eine wilde Bauspekulation setzte ein. Manche Straßenzüge erinnern noch an die Zeit, in der man lediglich darauf bedacht war, Wohnraum für die Zuziehenden zu schaffen, ohne Rücksicht auf Wohnhygiene und Städteschönheit. Als dann aber nach Noch gut davongekommen Am Sonntag, gegen 11.20 Uhr, wurde auf der Brückstraße ein Fußgänger beim Ueberqueren der Fahrbahn von einem Personenkraftwagen angefahren. Er erlitt dabei leichte Verletzungen am rechten Unterschenkel und am Kopf. Der Verletzte wurde in das Elisabeth=Hospital gebracht und von dort nach Anlegung eines Verbandes wieder entlassen. Wenn man zu zweien auf dem Rade fährt Zwei Jungen fuhren am Samstag mittag mit dem Rad die abschüssige Bergstraße herunter. Der Lenker verlor die Gewalt über das Rad, so daß das stürzte. Einer der Jungen erlitt eine Gehirnerschütterung, der andere leichtere Schürfverletzungen. Hannoversche Sänger fuhren in die Heimar zurück Zu schnell waren die schönen Stunden verflossen, die die„Hanomag“=Sänger mit den Sängern der „Gußstahlglocke“ am Samstag und Sonntag vereinten und so war es begreiflich, daß die Hanomagleute gerne noch in Bochum geblieben wären, wenn nicht das harte Muß sie wieder an ihre Arbeitsstätten zurückgerufen hätte. So versammelten sie sich gestern Nachmittag um 14 Uhr wieder zur Abfahrt am Bochumer Hauptbahnhof. Mit dem Fahrrad ins Schaufenster Auf der Wiemelhauser Straße ereignete sich am Samstag mittag ein Unglücksfall. Ein Radfahrer fuhr mit seinem Rade, als er einem Auto ausweichen wollte, gegen eine Erhöhung auf dem Bürgersteig. Durch den Anprall kam er zu Fall und stürzte mit dem Kopf in eine Schaufensterscheibe, die in Trümmer ging. Der Radfahrer kam mit Schnittwunden davon. Alle Aufnahmen: Brüning Kreissiegerinnen im ABWK. besichtigen im Bergbau=Museum ein Schachtmodell Dem Sport blieb es vorbehalten, den Gauentscheid des Reichsberufswettkampfes in den Wettkampfgruppen „Leder", Friseure" und„Gesundheit" zu beenden. Die sportliche Leistung ist ein Gradmesser für die charakterliche Haltung. Unter diesem Gesichtspunkt wurden auch die sportlichen Uebungen bewertet, denen sich die Wettkampfteilnehmer am Montag morgen unterziehen mußten. Gemeinsam erfolgte der Abmarsch zu den Sportplätzen. Der Kampf um die Punkte begann mit dem 1000=Meter=Lauf. Zu den Pflichtübungen gehörten weiter der Hochsprung und das Medizinballstoßen. In den meisten Fällen wurde die vorgeschriebene Punktzahl erreicht. Manche warteten mit geradezu prächtigen Leistung auf, die in der Gesamtbewertung bestimmt ein entscheidendes Wort mitsprechen werden. Mit der sportlichen Leistungsprüfung, die auf dem Volkssportplatz und auf dem Sportplatz an der Krümmede unter Leitung von Sportwarten der Hitler=Jugend durchgeführt wurde, war von den Wettkampfteilnehmern die letzte Bedingung des Gauentscheids erfüllt worden. Sie waren nun aller Pflichten ledig. Sie hatten Zeit und Muße, sich in der Gauhauptstadt Bochum etwas umzuschauen, was auch redlich besorgt wurde. Am Nachmittag ging es zum Bergbaumuseum, das unter fachkundiger Führung besichtigt wurde. Ein kurzer Spaziergang durch den Stadtpark schloß sich an. Aus der Begegnung mit dem Frühling, der ja kalendermäßig seinen Einzug gehalten hat, wurde nichts. Aber trotz alledem gab es für die Gäste noch genug zu schauen und zu bewundern Die zu allen Jahreszeiten sich gleichbleibende Schönheit der Stadtparkanlagen hat auf sie den denkbar besten Eindruck gemacht. Der Abend vereinte die Wettkampfteilnehmer mit der Wettkampfleitung zu einem Beisammensein, auf dem die in diesen Tagen geschlossene Kameradschaft der Arbeit eine weitere Vertiefung erfuhr. Man war vergnügt und fröhlich und hatte auch allen Grund dazu. Die letzte Etappe auf dem Wege zum Reichsentscheid war zurückgelegt worden. Wenn auch nicht alle berufen sind, am Reichsentscheid in Köln teilzunehmen, für jeden Wettkampfteilnehmer ist es jedenfalls ein großes Erlebnis gewesen, beim Gauentscheid in der Gauhauptstadt Bochum dabei gewesen zu sein. Und jeder, ob er nun von der Wettkampfgruppe„Leder",„Friseure" oder Gesundheit" gewesen ist, wird über die gastfreundliche Aufnahme, die er in Bochum gefunden hat, nur Lobendes zu berichten wissen. der stürmischen Aufwärtsbewegung die schwerste Krise anbrach, eine bisdahin nie gekannte Arbeitslosigkeit einsetzte, die viele Fremdstämmige zur Abwanderung zwang, standen viele Häuser völlig leer. Angefangene Bauten blieben unvollendet. Bezeichnend ist folgende wahre Begebenheit: Ein Familienvater beauftragte einen Fuhrmann, seine Möbeln in eine neue Wohnung zu bringen. Die Fahrt ging zum Moltkemarkt. Sorgsam blickte der Familienvater um sich, die leerstehenden Häuser prüfend. Dann ließ er das Fuhrwerk halten.„Hier will ich einziehen“, sagte er.„Die Stuben sind noch gut in Ordnung. Und so zog Wohnungsuchende ein, ohne gemietet zu haben. Der Schmied als Zahnarzt Wie Vater Bolte erzählte, gab es in seiner Jugendzeit keinen Zahnarzt oder Zahntechniker in Bochum. Wer nicht zum Barbier ging, vertraute sich dem Zechenschmied an.(Das soll auch, wie wir von anderen hörten, bei dem Schmied auf der Zeche„Dannenbaum“ in Laer der Fall gewesen sein. Erst Mitte der 70er Jahre zog ein Zahntechniker zu.) Als nun ein Wirt Zahnschmerzen bekam, riet ihm ein Gast, zu dem Schmied Schreckenberger zu gehen, der sich auch der Kunst des Zahnziehens befleißigte. Der setzte seine grobe Zange an und zog den Zahn. Es entstand aber eine so starke Blutung, daß aus der Flügelschen Weinstube ein Arzt geholt werden mußte. Der sah die Gefahr so groß an, daß noch ein zweiter Art geholt werden sollte. Es gelang den Bemühungen beider, den Wirt vor dem Verbuten zu bewahren. Er mußte aber sechs Wochen zu Bett liegen. Der Schmied jedoch warf die Zange in eine Grube; er hatte den Geschmack am Zahnziehen verloren. Der Hase in der Oelmühle Die Alleestraße war damals noch eine von Pappeln bestandene Chaussee. Rechts und links von den Häusergruppen dehnten sich noch Feld und Gestrüpp, in denen sich Häslein gütlich taten. Eines Tages verirrte sich ein Hase auf die Chaussee, wurde gesehen und verfolgt. In seiner Angst lief er zur Schückingschen Oelmühle, am heutigen Rathausplatz. Dort ereilte ihn dennoch das Geschick, getötet zu werden und in die Bratpfanne zu wandern. Man stelle sich heute vor: Hasenjagd am Rathausplatz! Auf dem Hofe des„BA“! Die pfiffigen Nachbarn Alljährlich fand eine Revision der Feuerlöschgerätschaften statt. In jedem Hause mußte sich eine Feuer Seite 4 Nr. 74/ Bochumer Anzeiger/ Dienstag, 28. März 1939 leiter, ein lederner Feuereimer und eine Stallaterne befinden. Nun wurde an der Brückschau Nachschau gehalten. Der Anwohner Schipper besaß alles, aber seine Nachbarn hatten keine Laterne. Ihnen mußte geholfen werden. Hatte die Kommission seine Sachen besichtigt, so ließ er durch die Hintertür die Laterne dem Nachbarn reichen, und dieser konnte als gleich darauf die Herren bei ihm eintraten, mit dem ruhigsten Gewissen die Laterne vorzeigen. Und so wanderte sie von Haus zu Haus. Die Brückstraße war in Ordnung. De wiese Laarmann Da hatte in der Beckstraße der ehrenwerte Laarmann ein Bäckerei= und Spezereiwarengeschäft. Die Backwaren wurden regelmäßig auf ihr Vollgewicht geprüft. Kam da auch einmal die Prüfungskommission in die Beckstraße. Ein Nachbar hatte Laarmann“ von ihrem baldigen Erscheinen in Kenntnis gesetzt. Flugs nachgewogen. Alles stimmte bis auf einen FünfGroschen=Stuten, der ohne Verschulden des Bäckers etwas Mindergewicht hatte. Schnell steckte Laarmann einen Kronentaler hinein, nun stimmte das Gewicht. Gleich darauf erschien Eichmeister Wilmsen in Begleitung eines Gendarmen. Sie gaben sich ans Nachwiegen.„Alles in bester Ordnung!“ erklärte der Hüter des Gesetzes. Der Bäckermeister strahlte.„Nun möchte ich einen Stuten für meinde Frau mitnehmen, den da an der linken Ecke." Der Gendarm zeigte auf den Stuten, in dem der Taler steckte. Laarmann verfärbte sich.„Ich will Ihnen lieber einen frischen holen, der schmeckt besser.“„Och nein, ich esse lieber keinen ganz frischen.“ Wohl oder übel mußte Laarmann für fünf Groschen den Stuten mit dem Taler darin überlassen. Schmunzelnd zog der Gendarm ab. Der liebe Nachbar hatte ihm das Geheimnis vorher verraten. Seit der Zeit hatte Laarmann den Beinamen„De Wiese". Mancherlei wußte Vater Bolte noch von den früheren Kirmessen auf dem Moltkemarkt zu erzählen mit den schwindelhaften Schaubuden und den verlockenden Aufschriften wie„Die Rose von Janina“,„Die seurigen Mädchen von Korsika" und von dem ohne Arme und Beine geborenen Mädchen, das nach der Kirmes fröhlich auf dem Moltkemarkt vor dem elterlichen Hause herumsprang. Das alte, kleine Bochum war gemütlich. Manches Anekdötchen könnte noch erzählt werden von Bochumer Originalen, doch es sei genug für heute. A. P. Dem Führer zu Dank verpflichtet Generalappell der Bochumer Krieger= und Landwehrkameradschaft In der Gaststätte Hahnefeld(Hermannshöhe) hielt am Samstag abend die Bochumer Krieger= und Landwehrkameradschaft im NS.=Reichskriegerbund ihren Generalappell ab, der von dem Kriegerkameradschaftsführer Dobke eröffnet wurde. Mit trefflichen Worten erklärte er, wie innerhalb von acht Tagen die Landkarte Europas geändert worden sei und wie nach den gewaltigen politischen und geschichtlichen Ereignissen in Böhmen und Mähren der Leidensweg der Memelländer beendet wurde, die zwanzig Jahre dem Vaterlande die Treue gehalten haben. Diese große Tat des Führers verpflichte alle Kriegerkameraden zu besonderem Dank und unverbrüchlicher Treue. Der Kriegerkameradschaftsführer teilte mit, daß die Bochumer Krieger= und Landwehrkameradschaft, eine der ältesten und größten Kameradschaften in unserem Gebiet, am 10. März d. J. auf ein 95jähriges Bestehen zurückblicken konnte. Eine Anzahl Glückwunschschreiben, die aus diesem Anlaß eingegangen waren, kamen zur Verlesung. Der Kameradschaftsführer wies noch auf den 70. Geburtstag des Reichskriegerführers Reinhard hin. Im Anschluß an den Kassenbericht, den Schatzmeister Zernikow erstattete, wurde der Kameradschaftsführung Entlastung erteilt. Nach weiteren dienstlichen Angelegenheiten wurde der Film:„Die Westfront“ vorgeführt, der die alten Soldaten im Geiste auf die Schlachtfelder in Frankreich führte. Mit einem kameradschaftlichen Beisammensein, das von einem Preisschießen unterbrochen wurde, fand der Generalappell seinen Abschluß. Eröffnungsfeier am 31. März Das Sommersemester 1939 der Verwaltungsakademie Industriebezirk in Bochum Das Sommersemester 1939 der Verwaltungsakademie Industriebezirk in Bochum wird am Freitag, 31. März durch einen Vortrag des Reichsstatthalters Dr. Seyß=Iuquart(Wien) über das Thema„Die staats= und verwaltungsrechtliche Eingliederung der Ostmark in das Großdeutsche Reich“ eröffnet. Diese Eröffnungsfeier findet im Parkhaus in Bochum statt. Neben den Vorlesungen und Uebungen der Allgemeinen, Kommunal= und Sozialwissenschaftlichen Sechssemesterlehrgänge der Hauptanstalt in Bochum und der Zweiganstalt in Dortmund werden im Sommersemester 1939 mehrere Sonderveranstaltungen durchgefuhrt. 14 neue Handwerksmeister Unter den 46 Prüflingen, die in der letzten Zeit vor dem Prüfungsausschuß der Handwerkskammer Dortmund sich mit Erfolg der Meisterprüfung unterzogen, befinden sich auch wieder 14 Handwerker aus dem Bezirk Bochum. Den größten Anteil an dieser Zahl haben auch jetzt wiederum die Damenschneiderinnen, die gegenwärtig in unserer Stadt auch wohl noch den größten Prozentsatz, der Handwerksbetriebsinhaber stellen dürften, die den Befähigungsnachweis zur Leitung eines selbständigen Handwerksbetriebes durch die erfolgreiche Ableistung der Meisterprüfung noch nicht erbracht haben. Bei den neuen Handwerksmeistern aus unserer Stadt handelt es sich in der Gruppe Bäcker um Ewald Hengst, in der Gruppe Damenschneiderinnen um Theresia Sander, Anny Zirwes, Helene Hörstemeier(Bochum=Linden), Elisabeth Vollmer, Ida Holtmann, Maria Bunse und Klara Gustrau, in der Gruppe Fleischer um Ludwig Dornberg Bochum=Werne) und Albert Himmelmann und in der Gruppe Friseure um Else Beenen, Emmy Epperlein (Bochum=Bergen), Johann Weber und Herbert Dahlmann. Kraftwagen fuhr gegen Milchwagen Freitag, gegen.40 Uhr, befuhr ein Personenkraftwagen die Herner Straße. In Höhe der Bergschule geriet der Personenkraftwagen ins Schleudern und fuhr einen auf der gegenuberliegenden Straßenseite haltenden Milchwagen an. Personen wurden hierbei nicht verletzt. Der Milchwagen wurde erheblich, der Personenkraftwagen leicht beschädigt. Bochumer Verbände und Vereine Bochumer Bürger=Schützenverein. Dem Bericht in der Samstagsnummer ist nachzutragen, daß Kamerad Kuhlmann zum Kassierer gewählt wurde; Kamerad Prinzenberg ist Schützenmajor. Dem Unterkreisschützenführer Habekost wurde für seine außerordentliche Schießleistung Dank ausgesprochen. Der Jahresbeitrag bleibt wie bisher auf.— RM. bestehen. Lebenslänglich Zuchthaus— gerechte Sühne Ven Arbensrameraden nevergeschlagen und verauei Beginn einer Schwurgerichtstagung in Bochum Das Opser Am 20. Dezember, einem Tage von eisiger Kälte, fand man in Ahsen den 52 Jahre alten Arbeiter Buckmann auf der Straße liegend leblos auf. Der Aermste war gräßlich zugerichtet. Der Schädel war ihm an mehreren Stellen eingeschlagen. Die Gehirnmasse quoll hervor. Er war seines Geldes beraubt; denn es wurde nichts bei ihm vorgefunden, obgleich er auf dem Wege nach Hause war und Lohn empfangen hatte. Man zählte achtzehn Grad Frost. Der Verletzte befand sich also auch noch in Gefahr des Erfrierens. Vielleicht ist es gerade dem Frost zuzuschreiben, daß der Mann nicht verblutete, bevor er ins Krankenhaus gebracht werden konnte, da die Wunden schnell verkrusteten. Daß er aber angesichts der entsetzlichen Schädelzertrümmerung und trotz des Frostes überhaupt noch lebte, erschien selbst den Aerzten als ein Rätsel. Jedenfalls hing sein Leben an einem Seidenfaden. Irgendwelche Hoffnung auf Erhaltung des Lebens bestand jedoch nicht. Der Tod konnte jeden Augenblick eintreten. Ganz wider alles Erwarten aber siegte die starke Natur des Mannes im Verein mit der ärztlichen Kunst. Es trat keine fieberhafte Erscheinung ein, keine Wundinfektion war bemerkbar, und langsam erholte sich der Schwerverletzte wieder. Buckmann loszuschlagen. Wo ist hier auch nur noch eine Spur von Menschlichkeit? * Was die Aerzte sagten Die Vernehmung des Verletzten war sehr kurz, aber sie machte tiefsten Eindruck. Aus einem baumstarken Manne, der nie krank war, ist eine menschliche Ruine geworden. Die schweren Wunden sind noch nicht ganz verheilt. Die Aerzte ließen sich in ihren Gutachten des näheren über den Zustand aus, in dem sich der Aermste zur Zeit befindet. Außer anderen Schäden, Lähmungserscheinungen usw. ist bei dem Verletzten auch eine Störung der Sehkraft zu verzeichnen, deren Entwicklung zum Besseren oder zum Schlechteren niemand voraus, sagen kann. Jedenfalls ist die Tatsache, daß Buckmann überhaupt mit dem Leben davonkam, nicht zugunsten des Angeklagten zu werten; denn die Rettung des Verletzten vom Tode sei als ein ganz außergewöhnliches glückliches Ereignis zu betrachten. Wie sich die Zukunft des Buckmann gestalten wird, sei fraglich; fest stehe nur das eine, daß er niemals wieder in den Vollbesitz seiner körperlichen Kräfte gelangen und zeitlebens an den Folgen der schweren Verletzungen zu leiden haben werde. Weilervorroir Weiterhin trübe und regnerisch Mitgeteilt vom Reichswetterdienst Essen=Mülheim um 21 Uhr Das Hochdruckgebiet über Nordeuropa wird weiter aufgebaut. Die herrschende Oststromung führt zeitweise Warmluftmassen von Südosten heran, so daß es verbreitet zu leichten Niederschlägen kommt. In den höheren Lagen der Mittelgebirge hält das Wintersportwetter noch an. Eine baldige Besserung des meist trüben und unfreundlichen Wetters ist noch nicht zu erwarten. Aussichten für Dienstag: Mäßige nordöstliche Winde, meist bedeckt und trübe, zeitweise leichte Niederschläge, Temperaturen um fünf Grad. Wahrscheinliche Weiterentwicklung: Noch keine Wetteränderung. Montag, 27. März Barometer 2. Uh:: 165 Thermometer 34 Uhr: 118 Zeiten für Sonne und Mond am 28. März: (Aufg..17, Unterg. 18.55; J Aufg. 10.47, Unterg..00 Wetternotizen, gemessen um 8 Uhr vormittags Wer war der Täter? Es ging ein Mann von Erkenschwick hinab nach Ahsen und fiel unter die Räuber... Wer aber war der Täter? In einem Augenblick, da das Bewußtsein bei dem Verletzten wiederkehrte, hauchte er den Namen „Jupp“ und fiel dann wieder in geistige Nacht. Wer konnte„Jupp“ sein? Das war für die Kriminalpolizei zunächst der einzige Anhaltspunkt. Man forschte unter den Arbeitskameraden und Bekannten nach, ermittelte die Leute, mit denen Buckmann am Abend zuvor zusammen gesehen worden war. Der Verdacht blieb auf einem Manne Josef Theis hängen, der in seiner Begleitung gesehen worden war. Der unbescholtene Verdächtige leugnete aber mit aller Entschiedenheit. Die Kriminalpolizei ermittelte aber weiter so überzeugende Tatsachen gegen den Verdächtigen, daß er nach den mit ihm vorgenommenen energischen Verhören dann doch zusammenbrach und die furchtbare Tat unter der Last der Indizien eingestand. Schärfste Sühne gefordert Der Staatsanwalt Assessor Küper hielt eine flammende Anklagerede und geißelte die feige, niederträchtige Tat des Angeklagten. Er stellte sie auf die gleiche Stufe mit den Ueberfällen auf Kraftfahrer, die nur noch mit dem Tode gesühnt würden. Es liege planmäßiger Raubmord vor, der nur deshalb ein Versuch geblieben sei, weil die starke Natur des Verletzten das Schlimmste überstand. Das Opfer sei auf Lebenszeit entstellt und schwer beschädigt. Deshalb könne das Urteil gegen den Täter auch nur auf lebenslängliches Zuchthaus lauten. Nur diese Strafe würde dem Volksempfinden entsprechen, das verlange, daß Tat und Sühne im gerechten Verhältnis zueinander ständen. Dieser Anklagerede gegenüber hatte die Verteidigung einen schweren Stand, als sie aus juristischen Erwägungen die einzige andere Strafe bei einer Tat ohne Ueberlegung empfahl—, die dann nur noch auf fünfzehn Jahre Zuchthaus zu bemessen gewesen wäre. Stadtamtmann i. R. plate 1 Nach langem, schwerem Leiden hat Stadtamtmann i. R. Robert Plate am 27. März das Zeitliche gesegnet. Aus Eiserfeld im Siegkreis gebürtig, erhielt er seine Ausbildung als Bürogehilfe am Landratsamt in Siegen. Am 1. Juli 1902 trat er bei dem damals noch selbständigen Amt Hamme als Polizeisekretär ein und rückte bereits im nächstfolgenden Jahre zum Meldeamtsvorsteher auf. Nach der im Jahre 1904 erfolgten Eingemeindung des Amtes Hamme übernahm ihn die Bochumer Stadtverwaltung als Stadtsekretär. Er verwaltete die Bürovorsteherstelle des Städtischen Militärbüros, das sich nach Kriegsschluß zum Kriegswohlfahrtsamt und später durch Hinzunahme anderer Fürsorgegebiete zum Wohlfahrtsamt in seinem jetzigen Umfange entwickelte. Im Jahre 1919 erfolgte die Ernennung zum Stadtobersekretär, im Jahre 1920 zum Verwaltungsoberinspektor und im darauffolgenden Jahre zum Stadtamtmann. Ende 1933 wurde Stadtamtmann Plate mit der Leitung des Versicherungsamtes betraut. Am 1. Juni 1937 trat er in den wohlverdienten Ruhestand. Als Vorgesetzter und als Mensch hat sich Stadtamtmann Plate die Wertschätzung aller erworben, die mit ihm zu tun hatten. Vielen ist er zum Freund und zum Kameraden geworden. Sein Andenken wird in Ehren gehalten werden. Wer will Schriftleiter werden? Meldung beim Gaupresscamt Westfalen=Süd NSG. In diese Jahreszeit fällt die für viele junge Menschen entscheidende Berufswahl. Ueberall finden die Abschlußprüfungen statt. Für diejenigen, die nach bestandenem Abitur die Absicht haben, Schriftleiter zu werden, sei besonders darauf hingewiesen, daß sie sich möglist bald beim Gaupresseamt Westfalen=Süd in Bochum melden müssen. In allen Gaupresseämtern der NSDAP. sind eigene Nachwuchshauptstellen eingerichtet, die nach den Richtlinien der Reichspressestelle der NSDAP. arbeiten. Es ist notwendig und wichtig für alle Abiturienten dem Gau Westfalen=Süd, die den Schriftleiterberuf ergreifen wollen, sich sofort beim Gaupresseamt zu melden. Dort werden ihnen Ratschläge erteilt, welcher Weg am besten beschritten wird; dort wird für den Schriftleiternachwuchs überhaupt jede Hilfe gewährt. Bochumer Veranstaltungen Neue Wege im Industriebau Ein interessanter Vortrag in Bochum Die Westfälische Berggewerkschaftskasse in Bochum hat im Rahmen ihrer Technisch=Wissenschaftlichen Vereinigung den Architekten Diplomingenieur Fritz Schupp(Berlin— Essen) eingeladen, am 28. März in der Bergschule Bochum einen Lichtbildervortrag zu halten. Der Vortragende wird neue Möglichkeiten zeigen, wie man die Gesetze heutiger Stadtplanung für die Planung im Industriebau verwerten kann, und zwar unter rein gesthetischen Gesichtspunkten. Man wird auf die Ausführungen, die auch ein besonders interessantes Lichtbildmaterial bringen, gespannt sein dürsen, denn der Vortragende darf als eine führende Persönlichkeit der heutigen Industriebaukunst angesprochen werden. Besonders sei als eine seiner frühesten Arbeiten die Schachtanlage Zollverein erwähnt. Es wird deshalb für alle Kreise des Bergbaus und des Baufaches von großem Interesse sein, diesen öffentlichen Vortrag zu hören. Wohin gehen wir heute? Die Bühne der Stadt Bochum: 20 Uhr: Isabella von Spanien. Konzerthaus„Zum Ritter“: 16 Uhr: Tanz=Tee. Tonyauen=Gaststatte und=Diele: nonzert und Tanz. Apollotheater: ab 15.10 Uhr: Hohelt lanzt intognito. Capitol: ab 15.30 Uhr: Manner mussen so sein. Gioria=Palast: ab 15.30 Uhr: So endete eine Liebe. Hammer Lichtspiele: ab 15.45 Uhr: Sergeant Berry. Lichtburg: ab 15.15 Uhr: Das Abenteuer geht weiter. Lichtspiethaus: ab 15.30 Uhr: Stärker als die Liebe. Odcon: ab 15.30 Uhr: Lauter Lügen. Stala=Lichtspiele: ab 17.00 Uhr: Lauter Lügen. Uja=Tonhalle: ab 15.30 Uhr: Der Edelweißkönig. Weltlichtspiele: ab 15.20 Uhr: Das Verlegenheitskind. Apollotheater Weitmar: Lievesbriese aus dem Engadin. Capitol Langendreer: In geheimer Mission. Capitol Werne: Monika. Kammerlichtspiele Gerthe: Lauter Lügen. Lichtburg Langendreer: Das Abenteuer geht weiter. Schauburg Wanne=Eickel: 13 Mann und eine Kanone. Union=Theater Gerthe: Bel amt. Die Tat Es lag nach dieser Ermittlungen ein überlegter Raubanfall vor. Theis hatte ohne Wissen seiner Angehörigeen seine Arbeitsstelle aufgegeben und schon eine Zeitlang„gebummelt“, während seine Eltern glaubten, daß er zur Zeche ginge. Dieser Leichtsinn war um so weniger verständlich, als Theis vor der Verlobung stand. Er hatte sich an Buckmann herangemacht, um ihm seinen Lohn abzunehmen. Er begleitete Buckmann auf seinem Wege nach Ahsen und schlug ihn unterwegs nieder. Er benutzte dazu einen stiellosen Hammer den er als Schlagwaffe in der Faust hielt und selbst dann noch auf den Armen einschlug, als dieser schon leblos zu Boden gesunken war. Dann nahm er ihm einen Fünfzig=MarkSchein ab und begab sich kaltblütig noch in eine Wirtschaft und dann nach Hause, wo er„schlief wie immer". Am nächsten Tage fuhr er nach Recklinghausen, um für seine Braut eine Handtasche zu kaufen. Im Hause der Braut aber warteten seiner schon die Häscher... Die weiteren Einzelheiten, die Theis als einen Menschen ohne jedes Gefühl und ohne Gewissen kennzeichnen, seien übergangen. Mit Recht aber betonte der öffentliche Ankläger in seiner Rede vor den Geschworenen die geradezu vorbildliche Arbeit, die hier von der Kriminalpolizei geleistet worden war. * Vor den Geschworenen Unter Vorsitz des Landgerichtsdirektors Dr. Schlockermann folgte jetzt die Gerichtsverhandlung. Der Täter bestreitet, den Tod des Verletzten beabsichtigt zu haben. Er habe ihn nur niederschlagen und berauben wollen. Er habe gemeint, der Verletzte werde sich der Dinge nicht mehr erinnern. Das aber ist ein böser Trugschluß. Nach Art der Verletzungen mit dem schweren Hammer konnte allerdings jeder Schlag tödlich wirken. Der Täter muß damit gerechnet haben, daß der Verletzte den Tod erleiden würde und nicht mehr gegen ihn aussagen könnte. Den Umstand, daß der Ueberfallene allein infolge des Frostes schon zu Tode kommen würde, wenn ihm nicht bald Hilfe gebracht wurde, will Theis überhaupt nicht in Erwägung gezogen haben.„So weit habeer nicht mehr gedacht.“ Die Beweisaufnahme ergab, daß es sich um einen geplanten und überlegten Raubüberfall gehandelt hat, den Theis schon am Vormittag mit einem Steine hatte ausführen wollen. Da sich die Auslöhnung aber verschob, ging Theis nach Hause, aß erst zu Mittag und lauerte dann mit dem Hammer in der Faust am Nachmittag dem ahnungslosen Buckmann auf, den er auf seinem langen Wege durch die Haard begleitete. Während Buckmann glaubte, daß jener sich des einsamen Weges wegen seiner annehmen wolle, wartete Theis nur eine einsame Stelle ab, um dann auf Das Urteil lautete dem Antrage des Anklägers entsprechend auf lebenslängliches Zuchthaus und Ehrverlust auf Lebenszeit. Die teuflische Tat, die einem sorgenden Familienvater das Leben hätte kosten können, sei als planmäßig überlegter, vollendeter Raub und als Mordversuch zu werten. Irgendwelche Milderungsgründe seien nicht zutage getreten. Den Täter müsse die volle Strenge des Gesetzes treffen. Er sei aus der Volksgemeinschaft, gegen die er sich in einer maßlos brutalen Art versündigt hätte, dauernd auszuschließen. Jede zeidiiche Begrenzung der Strafe sei für das Volksempfinden einfach untragbar, wenn es auch schwerfalle, über einen erst dreißigjährigen Menschen endgültig den Stab zu brechen. Diese feige, folgenschwere Tat aber gegen einen Arbeitskameraden erheische zwingend die schärfste Sühne schon aus Gründen der Gerechtigkeit und der Abschreckung. Die beiden Achtzehnjährigen vor der Großen Strafkammer Der Zufall wollte es, daß zur selben Zeit vor der Großen Strafkammer gegen zwei Jünglinge aus haus Mühlenstraße. Herne wegen Raubes verhandelt wurde. Der eine war gerade 18 Jahre alt geworden, der andere stand am Tage der Tat kurz vor Vollendung des 18. Lebensjahres. Hier war wieder einmal der Alkohol mitschuldig. Wenn solcher Bursche vier halbe Liter Bier in verhältnismäßig kurzer Zeit in sich hineinschüttet, dann schwächt das unbedingt seine geistigen Widerstandskräfte gegen schlechte Einflüsterungen. So war der Jüngere seinem verbrecherisch veranlagten Genossen erlegen und aus„falschem Heldentum",„machte er mit", was dieser ihm zumutete,„um nicht vor ihm als Feigling zu erscheinen". Der Jüngere hatte eine persönliche befeuchtete Auseinandersetzung mit einem Dritten, wobei ihm der Aeltere half, und diese Gelegenheit wurde gleich wahrgenommen, um dem Dritten sein Geld abzunehmen. Die dreißig Mark Beute teilten dann die beiden. Was haben sie sich damit selbst angetan und wer vermag der Eltern Schmerz und Elend zu ermessen, die hoffnungsvolle Jungen nun mit dem Fluche eines gemeinen Verbrechens belastet vor Gericht stehen sehen! Dabei ist der Jüngere bisher ein kreuzbraver Bursche gewesen, dem alle nur das beste Zeugnis ausstellen! Das Urteil gegen den Meistschuldigen lautete auf ein Jahr und sechs Monate Gefängnis gegen den Jüngeren auf neun Monate, wobei die Jugend als Milderungsgrund in die Waagschale fiel. Die von der Verteidigung des Jüngeren beantragte Strafaussetzung mit Bewährungsfrist wurde jedoch grundsätzlich abgelehnt. Der Aeltere wurde sofort in Haft behalten. M. F. Professor Friedrich Wührer spielt in Bochum. Nach längerer Zeit wird wieder einmal Gelegenheit gegeben, den weltbekannten Pianisten Professor Friedrich Wührer zu hören, und zwar in dem 8. Hauptkonzert des Städlischen Orchesters Bochum am Donnerstag im Stadttheater. Der Künstler wird das Konzert für Klavier und Orchenter von Hanns Holenia zur Uraufführung bringen. Die Leitung des Konzertes hat Generalmusikdirektor Klaus Nettstraeter. Aus der ASDAp. (Nach Bekanntmachungen der Partei) Dienstag, 28. März Kreis Bochum Kreisschulungsamt. 19 Uhr: Zusammenkunft der Ortsgruppenschulungsleiter und Kreisschulungsreferenten im Kreishaus, Sitzungssaal, Kortumstraße 7. Wiemelhausen. 20 Uhr: Sportabend der Politischen Leiter bei Vocke.(Nach Möglichkeit Sportkleidung mitStiepel. 20 Uhr: Schulung in der Geschäftsstelle. Es haben teilzunehmen alle Politischen Leiter, Walter und Warte der Gliederungen,u6. Hanstattan dar Ralizischen Langendreer. 20.15 Uhr: Dienstappell der Politischen Leiter bei Brücher. Alle Amts=, Zellen= und Blockleiter haben teilzunehmen. Griesenbruch. 20 Uhr: Schulungsabend für DAF., NSV., RS.=Frauenschaft, ev. Schule, Alleestraße. Wiemelhausen. Der Sportabend fällt aus. Felsenburg. 20 Uhr: Schulung sämtlicher Politischen Leiter und NSV.=Warte. RS.=Frauenschaft— Deutsches Frauenwerk Harpen. 16 Uhr: Kindergruppe, Schule an der Kirche. Böde. 15 Uhr: Kindergruppe in der ev. Schule. Hamme. 20 Uhr: Singekreis bei Heiermann. Laer. 20.15 Uhr: Probe der Singegruppe bei Kuhweide. — 15 Uhr: Nähkursus in der Friedrichschule.— 15 Uhr: Kindergruppe. Gerthe. 15.30 Uhr: Froher Nachmittag der Kindergruppe. Linden. 16 Uhr: Arbeitsstunde auf Hohwege.— 16 Uhr: Nähen im Parteiheim. Ehrenfeld. 15.30 Uhr: Zusammenkunft aller Abteilungsleiterinnen, Zellen= und Blockfrauenschaftsleiterinnen im Ernst=Moritz=Arndt=Haus. Steinkuhl. 20 Uhr: Handarbeitsabend der Jugendgruppe. Hofstede=Riemke(Erbhof). 15 Uhr: Kindergruppe im Heim, Herner Straße, Heimabend fällt aus. Kreis. 19 Uhr: Singen für die Jugendgruppen in der Gaugeschäftsstelle, Viktoriastraße. Altstadt.—11 Uhr: Besprechung für die Zellenfrauenschaftsleiterinnen in der Geschäftsstelle, Malteserstraße 21. — 20 Uhr: Gemeinschaftsabend(Pflichtabend) im VereinsWerne. 20 Uhr: Heimabend für Werkgestaltung im Frauenschaftsheim. Weitmar. 15.30 Uhr: Kursus„Wie erziehe und beschäftige ich mein Kind“(mit Basteln). Die Deutsche Arbeitsfront Deutsches Volksbildungswerk Dienstag, 28. März Arbeitsgemeinschaften„Grundlehren des Nationalsozialismus.“ Thema:„Nationalsozialistisches Wirtschaftsdenken und deutscher Sozialismus“(Pg. Todebusch). Thema: „Der Lebensraum unseres Volkes“(Pg. Kals), 20 Uhr, Schule an der Mühlenstraße. (Rraft durch Feude. Dienstag, 28. März Fröhliche Gymnastik und Spiele von 15.30 bis 17.30 Uhr: Uebungsraum Harmoniestraße 2. Fröhliche Gymnastik und Spiele von 15.30 bis 16.30 Uhr: Schulraum der Schule Linden=Dahlhausen, Dr.=.=Otto=Str. Kindergymnastik von 17 bis 18 Uhr: Kinder von 10 bis 15 Jahren, Leyrstätte Rottstraße 29. Spezialgymnastik nur für Frauen von 19.30 Uhr bis 20.30 Uhr: Uebungsraum Harmoniestraße 2, früher Bürgergesellschaft, Wilhelmstraße 9. Schwimmen für Männer und Abnahme für das Reichssportabzeichen von 20.30 bis 22.30 Uhr: Badeanstalt, Marienstraße. Schießen von 20 bis 22 Uhr: auf dem Volkssportplatz, Castroper Straße. (Weitere Lokalnachrichten auf Seite 12) Seite 5 Nr. 74/ Bochumer Anzeiger] Dienstag, 28. März 1939 Der Führer am Sarge Dr. Wagners Staatsakt für den Reichsärzteführer auf dem Ostfriedhof in München duh München, 27. März, Am Montag mittag fand vor der Aussegnungshalle des Ostfriedhofes in Gegenwart des Führers Adolf Hitler die Trauerfeier für den verewigten Reichsärzteführer, SA.=Sanitätsobergruppenführer Dr. Gerhard Wagner statt. Der Führer erwies durch seine Anwesenheit bei dem Staatsakt seinem alten verdienten Kämpfer, dem Gründer des RS.=Aerztebundes, die letzte und höchste Ehrung. Weihevolle Stille lag über dem Platz vor der Trauerhalle, in dessen Mitte der mit dem Hakenkreuztuch bedeckte Sarg auf einem Katafalk ruhte. Vor dem Sarg lag das Kissen mit den Orden des Verewigten. Hohe Pylonen, auf denen Flammen aus Opferschalen zum Himmel loderten, säumten den weiten Platz, dessen Abschluß ein turmähnlicher Aufbau mit der Sigrune bildete. Gegen 11 Uhr hatten die Marschformationen auf der Trauerstätte Aufstellung genommen: Ehrenkompanien des Heeres und der Luftwaffe, der SA=Standarte Feldherrnhalle und der=Standarte Deutschland, Männer sämtlicher Gliederungen der Partei füllten das weite Geviert: Politische Leiter, RSKK., AS.= Fliegerkorps, Reichsarbeitsdienst, SA. und., Eine Viertelstunde später hatten sich die Trauergäste vor dem Sarg versammelt. Nahezu das gesamte Führerkorps der Partei, höchste Persönlichkeiten aus Reich und Staat, Vertreter zahlreicher Behörden, hohe Offiziere der Wehrmacht, vor allem stattliche Abordnungen der Wissenschaft, voraus die Aerzte, waren anwesend. Punkt 12 Uhr betrat der Führer, begleitet von dem Gauleiter des Traditionsgaues, Adolf Wagner, und gefolgt von den Reichsleitern Dr. Dietrich,! Bouhler und Bormann sowie seinen persönlichen und militärischen Adjutanten den Platz, ehrfurchtsvoll von den Trauergästen gegrüßt. Nachdem der Führer die Anverwandten des Verstorbenen begrüßt hatte, ehrte er mit erhobener Rechten den toten Reichsärzteführer, seinen alten Mitkämpfer um das Wohl des deutschen Volkes. Neben dem Führer stand Adolf Wagner. Die Trauermusik aus der „Götterdämmerung“ leitete den Staatsakt ein. Nun trat Gauleiter Adolf Wagner vor. In wenigen Sätzen zeichnete er ein Bild des Kämpfers, des Soldaten und des Arztes Dr. Gerhard Wagner, dessen rastloses Schaffen nur seinem Führer, der nationalsozialistischen Bewegung und dem deutschen Volke gewidmet gewesen sei.„Du bist tot“, so rief Gauleiter Wagner dem Reichsärzteführer nach,„Du bist von uns gegangen. Wir alle aber, auch Deine Angehörigen. nehmen an Deiner Bahre den uns von Dir auferlegten Besehl auf: Vorwärts mit Adolf Hitler für Deutschland!“ Während die Musik die Weise vom guten Kameraden spielte, trat der Führer vor und legte einen mächtigen Lorbeerkranz mit weißem Flieder nieder. Drei Salven begleiteten die Kranzniederlegung. Mit den Liedern der Nation erreichte der Staatsakt sein Ende. Noch einmal grüßte der Führer den alten Mitkämpfer, verabschiedete sich von seinen Familienangehörigen und verließ die Stätte des ernsten Aktes. Nach der Trauerfeier formierte sich der Trauerzug zum Krematorium. Unter dem Trommelwirbel wurde Bild links: Der Führer spricht der Frau des verstorbenen Reichsärzteführers Dr. Wagner sein Beileid aus. entbietet dem verstorbenen Kämpfer für das Dritte Reich seinen letzten Gruß. Bild rechts: Der Führer Weltbild(2) der Sarg in das Krematorium gebracht, wo die Leiche im Beisein der Familie und eines engsten Kreises von Freunden und Mitarbeitern des Verblichenen den Flammen übergeben wurde. Dr. Leys Aufenthalt in Italien Rom, 27. März. Reichsorganisationsleiter Dr. Ley stattete am * Montag vormittag der Gymnastik=Akademie für Frauen in Orvieto einen Besuch ab. Bei dieser Gelegenheit wohnten er und seine Begleiter auch rhythmisch=gymnastischen Vorführungen der Zöglinge bei, die durch Eraktheit und Harmonie auf die deutschen Gäste den besten Eindruck machten. Der Reichsorganisationsleiter sprach in seiner Eigenschaft als Reichsschulungsleiter der Kommandantin der Akademie in wärmsten Worten seine Anerkennung über die Haltung und den kameradschaftlichen Geißt der Zöglinge aus. Nach seiner Rückehr nach Rom begrüßte er in deren Heim die Landesgruppe Italien der AS. der RS DAP., wo die Politischen Leiter in Uniform angetreten waren... 8 Landesgruppenleiter Ettel erstattete dem Reichsorganisationsleiter Bericht über den Aufbau der Landesgruppe und ihrer Gliederungen. Der Ertrag des diesjährigen Winterhilfswerkes habe sich annähernd verdoppelt. Die Landesgruppe habe über eine Million Lire aufgebracht. Der Reichsorganisationsleiter sprach dem Landesgruppenleiter seine volle Anerkennung für die Organisation der Reichsdeutschen in Italien aus und wies besonders noch auf deren Aufgaben im befreundeten Lande hin. Am Montag abend luden der Korporationsminister Lantini und der Minister für Volksbildung Alfieri den Reichsorganisationsleiter in den Wehrmachtklub ein, wo sich neben zahlreichen Persönlichkeiten von Staat und Partei auch Botschafter von Mackensen einfand. Gebt die deutschen Kolonien zurück! Ein selbstbewußter Engländer für aufrichtige Verständigungspolitik London, 27. März. Sir Oswald Mosley, der Führer der British Union, setzte sich am Sonntag in einer öffentlichen Rede in Gillingham(Kent) für die Rückgabe der deutschen Kolonien ein. Für Deutschland, so erklärte er, würden sie von Nutzen sein, für England aber stellten sie lediglich eine Last dar. Augenblicklich, so fuhr Mosley fort, sei es in England so, daß das Voll den Frieden wünsche, während die Finanzleute den Krieg wollten Zwischen beiden stehe die Regierung, die einer Politik des Hin= und Herpendelns folge. England solle sich aus Osteuropa fernhalten und statt dessen versuchen, einen Abrüstungs= und Friedenspakt unter den vier Großmächten Europas, Deutschland, Italien, England und Frankreich zustande zu bringen: denn damit wäre mit einem Schlage der Friede sichergestellt. England hätte es dann nicht nötig, in der ganzen Welt umherzulaufen und um Hilfe zu bitten. Sei England so schwach, daß es nicht für sich selbst sorgen könne? Könnten nicht Deutsche und Engländer in dieser Welt im Frieden Seite an Seite leben? Warum aber erzähle man, daß die Engländer nur dann mit den Deutschen zusammenleben könnten, wenn sich England an die Rockschöße anderer hänge. Oleser AnzeigenraumIst nachunseren Ideengestaltet. Jede NachahmungIst verboten Da sagte die Oberheune: „Ich erhebe Anklage gegen den Osterhasen! Zum Zeichen, daß Sie diese Anklage voll und ganz unterstützen, bitte ich Sie, sich alle von den Sprossen zu erheben, dreimal laut und vernehmlich zu gackern und kräftig mit den zu schlagen!“— Wie sich die so angeredeten Hühner verhielten, und was weiter aus der Geschichte wurde, das erzählt uns„Canterbumm“ spannend und lustig in seinem neuen Heft. Aber Canterbumm wäre nicht Canterbumm, wenn er uns nur mit dieser einen Geschichte abspeisen würde. Von„Schneidervögeln“— ja, sowas gibt es— berichtet er uns. „Mit Tomahawk und Federschmuck“ ist eine „wilde“, Angelegenheit. Zum Schluß stellt Canterbumm das„Bümmchen“ vor. Den müssen wir kennen lernen. Darum: holt alle das neueste „Canterbumm“=Heft! 2 Eentarung zur nebenstebenden Modezeichnung 1. Der beliebte Sprinter=Sportkostet für Sechsjährige, Größe 4 RM 15.75 2. Der flotte Sport=Anzug mit Rückenpasse und hübscher Garnierung für Neunjährigs,„ Größe 7..... RM 19.75 Jede weitere Größe RM.75 mehr. Gerübe deshund...! Märchen Bolle war aus dem Alter, in dem man in Spielhöschen, den Buddeleimer in der Hand, berumläuft, längst heraus. Mutter und Vater Bolle befaßten sich diesmal wesentlich ernsthafter mit der Anzugfrage für Märchen, den sie nun Max rufen wollten. Nicht, daß sie ihr Märchen nicht immer„puppig“ gekleidet hätten. Märchen sah immer prima aus.„Ich meine“, sagte Frau Bolle,„wo er doch den Anzug ziemlich strapaziert, braucht er nicht so teuer zu sein!“„Teuer oder billig steht hier überhaupt nicht zur Diskussion", ereiferte sich Vater Bolle,„hier handelt es sich nur um gut! Und gut muß er sein! Gerade deshalb, weil er als Junge nicht so etepetete mit seinen Sachen umgeht, muß er den besten Anzug haben, der was aushält; und den kaufen wir bei C&!“ „Na“, schickte sich Frau Bolle in die geschaffen. terr SONNTAG, d. 2. April sind unsere Häuser von 14—19 Uhr geöffnet. SSepeab an Seie DORTRUND · DOSSELDORP · DUISBURO, L33u soiN. w. S4ansR..Aisfere19 Lage,„wenn du meinst!"„Ja“, sagte Herr Bolle,„ich meine! Und nun wollen wir Max rufen. Er soll auch ein Wörtchen mitreden! Max...!“ Max kam.„Also hör' mal, mein Junge, es handelt sich..., es soll dein Geburtstagsgeschenk sein, der neue Anzug; aber schließlich sollst du auch deine Wünsche sagen!“ Max hatte schon eine ganz bestimmte Vorstellung von seinem„Zukünftigen“. Er wollte wie ein Erwachsener darin aussehen. Jeder Junge, von einem bestimmten Alter an, möchte wie ein Erwachsener aussehen. Deshalb sagte er kurz und bündig:„Sportlich und„formtreu“!“ „formtreu"? fragte der Vater,„sowas gibt's doch nur für Erwachsene!“—„Ha=ha“, lachte Max,„bist du aber rückständig!„formtreu“ gibt es auch für Knaben! Ich sehe es jeden Tag auf dem Schulweg. Mein Anzug steht übrigens noch im Fenster. Den nehme ich!“— Aus Sorge, der Anzug von Max,„sein“ Anzug, könne nicht mehr da sein, entschloß sich der Vater noch am gleichen Tage zum Kauf. Max war froh, und auch Mutter war erfreut; denn es zeigte sich erst richtig nach Monaten, daß gerade der „formtreu“ für den Jungen das einzig Gegebene war. Dank der elastischen„formtreu“=Einlage bewahrte er seine Form. Max sah immer forsch und flott darin aus.„Wie ein Erwachsener“, meinte Max.„Wie mein Junge aussehen muß“. sagte die Mutter. Und der Vater lächelte zufrieden:„formtreu“ ist schon was Besonderes ... auch für Knaben! 23 Rm 10.— jede Woche! Schüttel-Kätsel W K W Wir zahlen für die richtige Lösung RM 10.—. Jede Einsendung darf nur auf einer Postkarte an uns den sich ergebenden Satz der obigen Abbildung enthalten. Einsendeschluß: Donnerstag, 30. 3. 1939, 12 Uhr. Der Gewinner wird sofort benachrichtigt. Schriftwechsel kann nicht geführt werden. Unserer Gefolgschaft und deren Angehörigen ist, die Teilnahme nicht gesiattet.(Gehen mehrere richtige Lösungen ein, dann entscheidet das Los.) Auflösung unserer Werbefrage Nr. 22: „Barkauf bleibt Sparkauf.“ Der Gewinner wurde benachrichtigt. Der Name ist durch Aushang im C&=Fenster bekanntgegeben. keint das gute Genehmen kteitere Skigze von ftans Crno Hugo stand da, wie vom Donner gerührt. Ellys Bruder hatte seinen Studienfreund Hugo ins Haus seiner Eltern eingeladen. So war mit Hugo ein junger Mann im Haus, und Elly war ein junges Mädchen und... Elly dachte sich die jungen Fchrree. ganz anders. So, daß man sich vor ihnen nicht kerten konnte. Für ihre Begriffe, mit einem Worte, mehr Mann. Und Hugo war sehr artig, sehr wohlerzogen, unbedingt! Aber——! Man muß doch einer Frau ein wenig Weihrauch streuen! Noch kein einziges Me hatte er ihr ein nettes Wort gesagt, etwa— daß sie hübsch sei! Sie hätte sich natürlich solche plumpe Schmeicheleien ein für allemal verbeten! So etwas sagt man doch nur zu einem Gänschen und nicht zu einer jungen Dame!— Aber er hätte es doch wenigstens mal sagen können!— Immer nur seine ruhigen, klugen und dazu meist wissenschaftlichen, geistvollen Gespräche! Wie tüchtig sie im Haushalt sei, was für eine gute Tochter, wie gut das Essen schmeckte, das alles wertete er gar nicht, er sprach bei Tisch nur von den Sonnenflecken und von anderen kosmischen Störungen. Die ihrigen bemerkte er gar nicht, es war zum Verzweifeln! Und Hugo! Zähe Energie, Privatunterricht, Stipendium hatten ihm das Studium vollenden helfen. hatte eine Frau seinen Lebensweg gekreuzt, lieb zu ihm gesprochen—— Und als ihm nun Elly entgegentrat, wußte er einfach nicht, wie man sich benimmt.„Nur nichts Dummes reden! Nur keine Schmeicheleien, das war unaufrichtig; denn die Liebe zum Weib muß durch Wahrheit geadelt sein!—“ Wo ein dümmerer Mann instinktiv das passende Wort gehabt hätte, da verbot ihm ein solches stets seine Selbstkritik. Darüber ärgerte er sich dann wieder, kam sich albern vor und wurde unsicher. Das verbarg er hinter noch viel stärker kontrollierter Reserve und war dann erst recht unzufrieden mit sich. Und Elly, durch seine Zurückhaltung gereizt, kränkte ihn, wo sie nur konnte, suchte ihn in Wut zu bringen, dichtete ihm die unglaublichsten ihn eifersüchtig zu machen.—— War sie dann allein, ärgerte sie sich über sich selbst, daß sie ihm nur häßliche Dinge und kein liebes Wort gesagt hatte. Er aber prüfte nach, ob die Fehler stimmten, die sie bei ihm fand, ging ehrlich mit sich ins Gericht und verzweifelte manchmal an sich selbst. Sie aber meinte, er lächelte nachsichtig und überlegen über sie.— Wenn er sie liebte, ja, warum ließ er es sie nicht merken? Warum sagte er ihr das nicht? Sie konnte es ihm doch nich sagen! Das war doch gegen die Erziehung, gegen die sogenannte gute Sitte, das hate sie— verwünscht nochmal!!— doch leider so gelernt! Er redete nicht, und sie durfte nicht reden!—— Und so schliefen beide an diesen Abend oft schwer, sehr schwer ein.„ Eines Tages, als sie sich allein im Wohnzimmer befand, hatte er hier sein Zigarettenetui vergessen und kam, es zu holen. Es mag die Ueberraschung gewesen sein, sie allein zu finden, daß er wortlos den Gegenstand an sich nahm und ebenso wortlos das Zimmer wieder verlasen wolte.„.t, s45 8 L. meniestens Da brach sie los. Es gehorte sich doch wenigstens ein Wort des Grußes, wenn man in das Zimmer tritt. Er aber sei ungeschickt, kein feiner Mann, überhaupt kein Mann, und eines fehle ihm vollständig, das gute Benehmen!! Hugo stand da, wie vom„Donner. gerührt.„Ein Mensch, der sich seiner Hilflosigleit bewußr ist, empfand es doppelt, wenn es ihm so brüsk gesagt wird, und dreifach, wenn es gerade der Mensch sagt, den man lieben möchte, der einzige Mensch, an dessen lieben Worten einem liegt. Ihm wurde heiß und kalt:„Ich werde Sie fürderhin nicht mehr mit meinem schlechten Benehmen belästigen!"—— Machte an der Tür eine Verbeugung und ging kreidebleich. Und sie hätte sich am liebsten geohrfeigt. Nun ging man sich gegenseitig aus dem Wege. Und litt darunter. Mied den Blick des anderen bei den Mahlzeiten, das Wort zueinander. Sie hörte ihn oben im Zimmer unruhig auf= und abgehen. Er hörte sie unten im Haus hin= und hergehen, sprechen und Anweisungen geben. Eine Treppe trennte sie, zwanzig Stufen, zweimal zehn Stufen, von denen jedes nur zehn hätte dem anderen entgegenkommen brauchen. So kam ihr Geburtstag heran.— Hugo hatte viel nachgedacht. Es stimmte ja, er war ein linkischer Mensch! Und sie hatte ganz recht! Er war auch kein Mann! Er hätte ihr längst für ihre Arroganz eine schlagfertige Antwort geben müssen! Und das gute Benehmen! Auch da mangelte es! Man muß gegen Damen galant sein! Unbedingt! Dann wär man ein feiner Mann! Er lächelte über diese Welt der Lüge, die Nebensachen besser wertet wie den Menschen, aber sie war so und er gehörte ja in diese Welt! Er mußte tatsächlich anders sein, mehr Mann, Draufgänger, rücksichtslos! Die nächste Gelegenheit wollte er ergreifen! Sie sollte mit Beginn ihres neuen Jahres den neuen Menschen in ihm sehen! Und deshalb und dazu zog er den Smoking an. Nun die Krawatte! Ach, wenn doch Elly——! an Schließlich schickte er sich an, die Treppe hinabzugehen. Und da kam Elly gerade unten vorbei, auf einem großen Tablett Weinflaschen, die gefüllte Bowlenterrine, Gläser, schwerbeladen, im Begriff, in der Küche eine Bowle anzusetzen. Draufgänger!! Die ersten zehn Stufen im Laufschritt hinunter!„Fräulein Elly, Fräulein Elly!“ Elly bleibt unten stehen. Da pottert und stampft die auf sie hinabstürmende Liebe die zweiten zehn Stufen herunter, gleitet aus, rutscht, fällt und reißt sie mit männlicher Rücksichtslosigkeit mit sich und den Bowlengläsern, den Flaschen und allem Drum und Dran um. — Bums, Krach, Klitterabums!— Empörung ringt nach Luft:„Was wollen Sie denn?"— Nun hat er endgültig verspielt! Sein neues Menschentum! Durch das er die Geliebte zu sich ziehen Und nun sitzt er mit ihr auf dem Fußboden, in den Scherben!— Doch als er ihre Worte hört, da besinnt er sich rasch. Und da schreit er sie genau so wütend an, wie sie ihn:„Ihnen beweisen, daß ich ein gutes Benehmen habe.“— Er hätte ihr helfen wollen, galant sein!—— Und sie...! Und er...! Er greift ihre Hände und küßt sie immer und immerzu und merkt nicht, daß er zwischen Scherben und vergossenem Weine sitzt. Aber sie merkt so etwas und merkt noch mehr. Und beginnt zu weinen vor Glück. Und da vergißt sie die gute Sitte und die Erziehung:„Lieben Sie mich denn?..“ Und als er sie an sich reißt und küßt, findet sie, daß er eigentlich ein sehr gutes Benehmen hat!— Dann atmet sie tief und selig auf und sagt mit hochrotem Gesicht:„Nun holen Sie mal rasch den Scheuerlappen!"— Dann setzte Elly in der Küche eine zweite Bowle an. Und er war bei ihr! Und half ihr dabei! Also, die Ananas schnitt er nun wirklich ganz verkehrt! Sechsmal stieß er an den Küchentisch! Und dann verstand er absolut nichts davon, wie eine wirklich gute Bowle schmecken muß! Aber er war ja so ein lieber, feiner Charakter!—— Gerzig GunikPe? Stinnerungen an Emié Ritterskaus Wo daheim oder da draußen in der Welt Westfalen in fröhlicher Gesellschaft oder bei festlichen Anlässen beisammen sitzen, da wird auch das Westfalenlied von Emil Rittershaus gesungen. Es hat auch schon früher Lieder zum Preise der Roten Erde gegeben und auch nachher sind Lieder zum Lobe westfälischer Gaue verfaßt worden, aber keines ist so zum Gemeingut geworden wie das Westfalenlied von Rittershaus. In Vergessenheit geraten ist ein älterer Lobgesang auf Westfalen, dessen erste Strophe lautete: Kennt ihr das Land, das schon vor grauen Zeiten der Welt Bewunderung sich errang? Das mit der Weltbeherrscherin zu streiten vermocht' und einst das stolze Rom bezwang? Ihr alle kennt, ihr alle wißt es ja: das tapfre Land, es heißt Westfalia! Man sang dieses Lied vor einem halben Jahrhundert noch da und dort in Schulen; Volkslied ist es nicht geworden. Wie aber zündete das Westfalenlied, das ein bergischer Dichter auf märkischem Boden dichtete! Vor nun siebzig Jahren ist es entstanden und ist zur westfälischen Hymne geworden. Emil Rittershaus ist als Sohn eines Barmer Kaufmanns am 3. April 1834 geboren; sein Vater war Westfale, seine Mutter Rheinländerin. Daraus erklärt sich wohl seine Liebe zur bergisch=rheinischen und märkisch=westfälischen Heimat. Auf seinen Geschäftsreisen für das väterliche Unternehmen lernte er Land und Leute der engeren Heimat, aber auch des weiteren Vaterlandes und des Auslandes kennen. Immer wieder zog es ihn in die Heimat zurück. Sie und das große deutsche Vaterland verherrlichte er in manchem schönen Liede, denn in seinen Adern strömte das Blut eines begnadeten Poeten. Er rief auf zur Einigung der deutschen Stämme, stimmte seine Leier im Deutsch=Französischen Kriege 1870/71 zum Hochgesang für deutsche Macht und Herrlichkeit, für deutsche Eintracht und wahre Volksgemeinschaft. Warm trat er nach der Gründung des zweiten Kaiserreiches ein für den in England in der Verbannung lebenden westfälischen Dichter Ferdinand Freiligrath, der nun in sein heißgeliebtes Vaterland zurückkehren durfte, um einen sorgenfreien Lebensabend zu verbringen. Der Aufruf, den Rittershaus an das deutsche Volk gerichtet hatte, eine Dankesschuld an Freiligrath abzutragen, hatte den Erfolg, daß allein die damalige„Gartenlaube“ 60 000 Taler zu der Sammlung aufbrachte. Wahrlich ein Zeichen, daß das deutsche Volk gutzumachen bestrebt war, was die Reaktion verschuldet hatte. Das Wiedersehen der beiden Dichter in Emil Rittershaus und das märkische Lai schaft übten starken Eindruck auf sein empfänglich Herz aus. Gern weilte er auch in Iserlohn, wo er viele Freunde besaß, in Hohenlimburg, in Altena. Im Jahre 1869 besuchte er den Kaufmann Schrimpf, um der Einweihung des neuen Hauses, das sich dieser am Markt zu Iserlohn hatte errichten lassen, beizuwohnen. Am anderen Tage wurde eine Wagenpartie in die Umgebung gemacht. Sie führte zum Bertingshofe im Amte Menden. Eine mächtige, vielhundertjährige Eiche, die nach der Volksmeinung Donar geweiht sein sollte, aber doch erst aus christlicher Zeit stammte, der Reiz der sanft zur Ruhr abfallenden Landschaft mit ihren in dunkle Wälder eingestreuten grünen Wiesen und wohlbestellten Aeckern, das behäbige, in geschlossener Kraft daliegende Gehöft beflügelten des Dichters Phantasie. Nach Iserlohn, in den Gasthof„Zur Post“ zurückgekehrt, wo er Wohnung genommen hatte, setzte er sich noch zur Nachtzeit an den Schreibtisch. Seiner beschwingten Feder entquoll das Westfalenlied, das mit dem innigen Wunsche schließt: Behüt' dich Gott, du Rote Erde, du Land von Wittekind und Teut. In der bekannten Tonsetzung von Peters wurde es bald darauf bei einer Veranstaltung in Altena gesungen. Es trat einen Siegeslauf an wie keines der vielen tyrischen und vaterländischen Lieder des Wuppertaler Sängers. Kein anderes Lied ist den Westfalen so ans Herz gewachsen, hat doch kein anderer unsere schöne Heimat, unser kerniges Volk in Versen so trefflich besungen wie Emil Rittershaus. Und in fernsten Zeiten noch wird man von dem Land von Wittekind und Teut singen, wie es Emil Rittershaus gesehen und empfunden. Durch sein Westfalenlied ist er zeitlos geworden. Als der Dichter am 8. März 1897 starb, wurde sein früher Heimgang als ein herber Verlust empfunden. Auf dem Friedhof zu Barmen an der Schillerstraße hat er seine Ruhestätte gefunden. Ein Denkmal in den Barmer Anlagen, von seinen Freunden gestiftet und von der Hand seines Schwiegersohnes Professor Schaper geschaffen, ehrt sein Andenken, das in den Herzen der Westfalen nimmer verlöschen wird. Die Vaterstadt Barmen hat ihrem großen Sohne im Barmer Rathaus ein Zimmer mit Rittershaus=Erinnerungen eingerichtet. Oft hat Emil Rittershaus auch in Bochum geur. Gehörte er doch von 1874 bis zu seiner, Tode weilt. Gehörte er doch von 1874 hif. zu., seiner, Tod dem Verwaltungsrat des Bochumer Vereins an. Manche Jubilarfeier und festliche Veranstaltung erfreute er durch dichterische Gaben, die stets starken Widerklang fanden, mochten sie nun auf den ernsten oder den heiteren Ton gestimmt sein. Der Dichter verdiente es, daß auch in Bochum eine Straße nach ihm benannt würde. A. Peddinghaus Vorsicht „Was tut man als erstes, wenn man ein Gewehr reinigt?“ „Man sieht nach der Nummer.“ Warumk......amb.; Gemehr reini, „Damit man nicht ein fremdes Gewehr reinigt!“ PSU. DIE DALIGy IN ROMAN VON ELSE JUNG-LINDEMANN 3) Gernot schob einen Sessel neben den kleinen Tisch und nahm Babette Flasche und Glas ab. Er hatte eine Antwort auf seine Frage nicht erwartet und sprach gleich von den Ereignissen des heutigen Abends. „Du kannst mir Glück wünschen, Agnes, nun inem Besitz. Meine Söhne „Um des Himmels willen, Bengel, was was machst du hier?“ rief er erschrocken und stürzte sofort auf den elektrischen Herd zu.„ 41,., Kausziunge weniostens Gott sei Dank, den hatte der Lausejunge wenligstens noch nicht eingeschaltet. „Ich wollte doch bloß mal sehen, wie das geht“, entschuldigte sich der Kleine,„zu was braucht man das denn alles?“ Klaus tat so unschuldig und zeigte sich dabei doch so Das Küchenmädchen Anna bekam ganz dunkle Augen böse sein konnte und sich bereit fand, ihm die verschieN grate zu erklören. Es gab noch andere„Mafen konnte. Heute wußte jemand zu erzählen, daß eine reiche Amerikanerin das Haus gekauft hätte, morgen wurde berichtet, daß eine Künstlerin dort bald einziehen Dann kam eines Abends Thienemann der Gernotsche Chauffeur, mit der berühmten Neuigkeit heim, daß alles ganz anders wäre, daß das Haus einem kalifornischen Goldgräber gehöre, der sich in der Platanenallee 11 von seinem abenteuerlichen Leben ausruhen wolle. sagte auch die Seifenfabri. in meinem Beseg. Mein werden einmal mit ihrem Vater zufrieden sein“ „Waren die Gernot=Werke nicht schon groß genug, Friedrich? Wie willst du das alles nur schaffen: Du arbeitest jetzt schon Tag und Nacht", erwiderte Frau „Ach Kind was macht das einem gesunden Manne schon aus? Ein bißchen mehr Arbeit wird mich nicht umbringen. Im Gegenteil! Nun erst kann ich mich richtig rühren. Wir Chemiker haben noch lange nicht alle Möglichkeiten ausgeschöpft, und Niemeyer und ich arbeiten wie die Teufel an einer neuen Zusammensetzung, die, wenn sie praktisch glückt, uns wieder um ein weiteres Stück vom Bezug eines sehr wichtigen Produktes, das wir heute noch zu einem großen Teil vom Ausland einführen müssen, unabhängig macht.“ „Um was handelt es sich denn, Friedrich?“ Frau Agnes fragte nur aus Höflichkeit. Sie hatte wenig Interesse für die Probleme, die ihren Mann nach ihrer Meinung nach ruhelos machten und ihn immer weiter von seiner Familie entfernten. „Das ist Werkgeheimnis, mein Kind, aber duß es keine Phantasterei ist, dafür bürgt mein Name. Freilich... noch vor einigen Jahren hätte man diese Erfindung eine Utopie genannt und sie für gänzlich unmöglich gehalten. Es gibt aber nichts Unmögliches unter der Sonne.“„„ gnt, Leimsik „Ja, ja...“ Frau agnes gaynie heimlich, sie fühlte sich erschöpft, und die etwas laute und hastige Stimme ihres Mannes tat ihren empfindlichen Nerven Sie hatte eigentlich noch von Bernd mit ihm sprechen wollen, aber sie fühlte sich außerstande dazu und Als Friedrich Gernot gegen Mitternacht endlich aufstand und erklärte, daß es Zeit wäre, schlafen zu gehen, war Frau Agnes vor Uebermüdung dem Weinen nahe. Jetzt war sie dankbar, daß Babette noch wartete und ihr mit guten, sanften Händen beim Auskleiden half. „Sie hätten dem Herrn Doktor doch sagen sollen, daß Sie sich nicht wohl fühlten“, sagte sie vorwurfovoll. Ach, Babette, ich mag nicht immer klagen und Rücksichten von meinem Mann verlangen. ohnehin schon schwer unter meiner Krankheit", war die Antwort, und Babette wußte, daß sie nur zu recht 8. Gbeh In seinem Schlatzimmer nevenen bgigt.e Neuchtete Gernot am Fenster und schaute auf die Straße hinab. Es war eine schöne, laue Frühlingsnacht mit einem klaren Himmel voller Sterne, und in ihm selbst war Freude über das heute Errungene niemanden, der diese Freude mit ihm und der anstrengenden Verhandlungen. In seinem Kopf arbeitete es unaufhörlich; es fiel ihm etwas ein, was unbedingt noch notiert und nachgeprüft werden mußte. Behutsam öffnete er die Tür zum Korridor und ging die Treppe hinunter in sein Arbeitszimmer. Als er die Schreibtischlampe anknipste und sich in seinen bequemen Stuhl setzte, atmete er auf. Gottlob, nun konnte man wenigstens rauchen. Ein paar Minuten lehnte er sich zurück, die ersten Züge der guten Zigarre genießend., E. Warum mußte gerade er eine krante Frau haben? Seine Schultern machten eine Bewegung, als wollten sie eine Last abschütteln. Nein, er wollte Agnes gewiß kein Unrecht tun, sie hatte es auch nicht leicht mit ihm, und zuweilen ahnte er, daß seine Frau von ihrer Ehe und dem Zusammenleben mit ihm anderes erwartet hatte,.. 6413.5, kannt. Nun, eine Durchschnittsehe ronnte man mit Friedrich Gernot nicht führen, das hätte Agnes wissen müssen, als sie die Seine wurde. Der Doktor fegte mit einer heftigen Handbewegung den Rauch vor seinem Gesicht fort. Nicht weiterdenken, das lähmte nur. Aber dann fiel sein Blick auf das Bild seiner drei Buben, das vor ihm auf der Schreibtischplatte stand. Gott sei Dank, die waren gesund und gut geraten. Sie würden sein Lebenswerk schon begreifen und es fortführen, wenn sie einmal Männer geworden waren. Er nickte den drei lachenden Gernot=Buben zu und vertiefte sich in die Aufzeichnungen, die er seiner Mappe entnahm und durch einige Notizen und Formeln ergänzte. eins. Die große Standuhr in der Diele schlug dreiviertel Zweites Kapitel Es waren nicht die Gernot=Buben allein, die sich über die zu erwartenden Einwohner des Nachbarhauses den Kopf zerbrachen. Die gesamte Platanenallee interessierte sich für die Verwandlung des alten Hauses, das drei Jahre unbewohnt gewesen war, seit der Professor Wiechert, dem es gehört hatte, gestorben war. Man hatte den alten Herrn nie außerhalb des Hauses gesehen, erzählte sich nur, daß er ein Sonderling gewesen war, und von der schrulligen Haushälterin, der Antonie, hatte man auch nichts Näheres erfahren können. Sie war nach dem Tode ihres Herrn mit einem Teil des Hausrats fortgezogen, die Fenster klappten ihre Läden zu, die Türen wurden verschlossen, und der Garten verwilderte. Das alte Haus verstaubte versank in Grau, und Spinnen und Mäuse hielten fröhlichen Einzug. Niemand störte sie. Nun aber waren sie ausgetrieben worden, Staub, Schimmel und Moder waren verjagt. Licht und Luft strömten durch die offenen Fenster, helle Tapeten, duftige Vorhänge, schöne Teppiche, Möbel und farbenfrohe Gemälde vertrieben die grauen Schatten der Vergangenheit. Das ganze Haus, in dem wohl niemals ein Lachen erklungen war, leuchtete und wartete. In Küchen und Dienstbotenstuhen der Umgebung „Meine Herren!“. Ein kalifornischer Goldgräber? In ihrer Phantasie sah sie einen Mann, der wie ein Cowboy mit ledernen Fransenhosen und gewaltigen Silbersporen dahergeklirrt kam und einen breitrandigen Hut schwang. Gewiß war es ein schöner und starker Mann.„.. Srichs.41.— Das Stubenmadchen Frieoa lachte sie aus. „Du bist ja jeck! Es ist bestimmt ein ganz alter Mann, denn junge Männer setzen sich nicht ausgerechnet in die Plantanenallee und in ein Haus, dem man nur mit Mühe ein modernes Aussehen zu geben vermochte. Außerdem bringt er eine Frau mit. Bernd hat erzählt, daß sie drüben ein entzückendes Schlafzimmer für eine Dame eingerichtet haben.. „So? Dann ist bestimmt alles Quatsch, was Thienemann gefaselt hat. Was meinen Sie, Babette?“ Die Alte saß mit einem Strickstrumpf in der Nähe der über dem Küchentisch aufgehängten Lampe. „Ich meine gar nichts, ich warte ab“, erwiderte sie kurz angebunden.— So war das nun, und ähnlich wie in der Gernotschen Villa klatschte und mutmaßte man auch in den anderen Villen der Plantanenallee. Selbst die Herrschaften dieser vornehmen Häuser waren nicht frei von Neugier, die eine ganze Straße erfaßt zu haben schien. Inzwischen hatte sich Ekkehart mit dem Brillenmenschen angefreundet, der jetzt im Hause nebenan die letzte, verschönernde Hand anlegte. Er hieß Schiewecke und war Innenarchitekt, und er besaß Vollmachten, die ihn nach eigenem Ermessen, das nur von seinem künstlerischen Gewissen abhängig war, frei schalten ließen. Ekkehart und auch Bernd fanden, daß Herr Schiewecke wirtlich etwas„los“ hatte. Die Räume wurden von Tag zu Tag wohnlicher, und es war erregend, zu beobachten, wie dieser blonde, etwas schmächtige Mann trotz seiner Zappligkeit mit verblüffender Sicherheit jedes Ding an seinen richtigen Platz stellte, legte und hing. Wartzn hatte er nitunnzrer... In Küchen und Dienstbotenstuben der Umgebung Er war noch nicht müde, trotz der späten Stunde gingen Gerüchte um, deren Herkunft niemand nachpruSogar Kristall fand sich ein, zwei Tage später ein paar erlesene Porzellanfiguren, danach Geschirr und Silber, und endlich füllten sich die Schübe auch mit gediegener Haus= und Tischwäsche. Herr Schiewecke kümmerte sich um alles und wußte Bezugsquellen, wie sie besser kaum eine erfahrene Hausfrau herausfinden konnte. Selbst in der Küche fehlte nichts, es war alles da: vom elektrischen Kochtopf bis zum einfachsten Küchenmesser. Was aber besonders auffiel, das waren eine Reihe von praktischen Maschinen, die elektrisch angetrieben wurden. Ekkehart staunte, was es alles gab, und als Klaus einmal hinter diese wunderbaren Dinge kam, war er aus der hellen Küche mit den lichtockerfarbenen Möbeln nicht mehr herauszulocken. Die Maschinen hatten es ihm angetan, und er setzte sie alle in Gang. Mit einem Instinkt, der bewundernswert war hatte er nach kurzem Suchen auch die verzwickteste Mechanik durchschaut, und als Herr Schiewecke zufällig an der Küchentür vorüberging, hörte er mit Befremden das fröhliche Summen der Kafsee= und Kartoffelschälmaschine, der elektrischen Rührschüssel und das tiefe Brummen des Kühlschranks. denen Appatale zu elttaten. Es gus noch andere schinen“, die Klaus noch gar nicht gesehen hatte: eine Brotschneidemaschine, eine Aufschnitt= und Fleischhackmaschine und vor allem einen Staubsauger neuester Konstruktion, sowie eine Teppichklopf= und Bohnermaschine. Klaus war hingerissen. Seitdem imponierte ihm zu Hause überhaupt nichts mehr. Die Küche des Nachbarhauses erschien ihm als ein Paradies bis zum Rande angefüllt mit Wundern, und vor den Leuten, die alle diese Schätze einmal in Besitz nehmen würden, hatte er schon jetzt eine grenzenlose Hochachtung. Auch Bernd empfand ähnliche Gefühle, in die sich ein wenig Neid mischte, als Herr Schiewecke eines Tages mit einem Radiofachmann anrückte und einen köstbaren Empfänger mit eingebautem Plattenspieler im Musikzimmer des Hauses aufstellte, in dem auch der so heiß bewunderte Stutzflügel stand. Es war ein großes Glück für den Jungen, daß er gerade zugegen war, als der Apparat ausprobiert wurde. Er hatte eine Klangfülle, die Bernd Tränen in die Augen trieb. In der Gernot=Villa hatten sie wohl auch Radioapparat, aber er war veraltet und wurde kaum benutzt. Den Kindern war es streng verboten, ihn einzustellen, denn Mutti war immer viel zu müde, und Musik machte sie traurig, hatte sie gesagt. Nun sie mit dem Architekten vertraut geworden waren, wagte Bernd endlich die Frage, die ihm schon lange auf der Zunge gebrannt hatte. „Wem gehört das alles?“ Herr Schiewecke lächelte über seine Neugier, war aber im Augenblick so beschäftigt, daß er nicht gleich antworten konnte. Er hatte sich an das häufige Dasein der frischen Jungen gewöhnt, ja, ihm schien etwas zu fehlen, wenn sie einmal ausblieben. Es war ihm schleierhaft, mit welchem geheimnisvollen Sinn die Buben es ausspürten, wenn er in der Villa war. Kaum hatte er den Schlüssel in die Haustür gesteckt, so waren sie auch schon da. Nur vormittags blieb er allein. Da saßen die Gernot=Buben in der Schule, und es war für sie ein verlorener Tag, wenn sie nicht wenigstens für kurze Zeit einen Blick in das Nachbarhaus getan und ausgekundschaftet hatten, ob wieder etwas Neues zu den schon bekannten Schätzen hinzugekommen wäre. „Wem gehört das alles, Herr Schiewecke?“ wiederholte Bernd seine Frage nochmals und etwas eindring„Einer Dame aus Portugiesisch=Afrika.“ zubekommen. Bernd Mehr war aus ihm nicht herauszur wollte wissen, ob sie jung oder alt wäre, aber Herr Schiewecke wußte das selbst nicht. Er hatte eines Tages einen Brief aus Angola von einer Farm, die sich „Fazenda Landunga“ nannte, erhalten, hatte sich mit diesem Schreiben zu einem Justizrat Winterfeldt begeben müssen, und dieser würdige Herr hatte ihm den Auftrag gegeben, das Haus Plantanenallee 11 herrichten zu lassen und vollständig einzurichten, gune 6 (Forlsetzung folgt.) Seite 7 Nr. 74 7 Bochumer Anzeiger] Dienstag, 28. März 1939 Deutsche Wirtschaft St Stszuauytis-TrrueerOmes-og.. Zum Kriegführen gehört nach dem oft zitierten Ausspruch Montecuccolis Geld, Geld und nochmals Geld. Aber nicht nur das Kriegführen, sondern auch das Verhüten von Kriegen kostet Geld. unvergängliche Leistung des Führers bleiben, daß er entgegen allen geschichtlichen Vorhildern Großdeutschland geschaffen hat, ohne daß ein Schuß fiel. Aber das war doch nur deshalb möglich, weil er der Nation vorher eine so starke Wehr geschaffen hatte, daß das Reich im entscheidenden Augenblick unangreifegr, war. Wenzg diese Wehr auch bei weitem nicht soviel Geld kostete, wie ein Krieg gekostet hätte, so war sie doch nicht ohne gro ßen Aufwand zu schaffen. Hinzu kam, daß die eingegliederten Gebiete erhebliche Aufwendungen für die wirtschaftliche und verwaltungsmäßige Angleichung erforderten. Zwar ist das Steueraufkommen im vergangenen Rechnungsjahr weiter auf 18 Milliarden Reichsmark gestiegen. Aber es genügt angesichts der außergewöhnlichen Aufwendungen nicht, um die Bedü nisse zu befriedigen. Die erforderlichen Mittel sollen nunmehr auf eine neue und andersartige Weise als bisher aufgebracht werden. Der am 24. März im Reichsgesetzblatt veröffentlichte„Neue Finanzplag sieht vor daß der Finanzbedarf in Zukunft neben den Steuern nicht mehr durch Anleihen, sondern durch die Ausgabe von Steuergutscheinen gedeckt werden soll. Das System der Steuergutscheine künftige Steuerauftonztht me hr wie hisher die Anleihen legen also dem Reich niar meyr wie visher die Anleihen Zinsen und Tilgungslasten auf. Die Steuergutscheine werden durch die Finanzkassen des Reichs in Zahlung genommen. Sie werden vom Reichsminister der FinanEin Teitfaden durch die neuen Gesetzesbestimmungen die Steuergutscheine II werden schon nach Ablauf von sich also entsprechend. Die Steuex, wird, Fo##r, Steuer; Jahr wird nach den Erfahrungen des ernee. Gleichzeitig haben die der eierungsgug landen und Niederländisch=Indien nach Deutschland festgesetzt. werden. Der Gesamtbetrag der abnutzbaren Wirtschaftsgüter, die in den Bilanzen der gewerbischen Pirtschaft ausgewiesen werden, beträgt etwa 30 Milliarden Reichsmark, Im Jahre werden für„etwa 6„Milliarden, Reichsmar: solcher Güter neu angeschafft. Für jede Iiuliaroe, die in Steuergutscheinen I in Bewegung gesetzt wird, kann im ersten Jahr Bewertungsfreiheit in Höhe von 200 Millionen Reichsmark in Anspruch genommen werden. Jede Milliarde kann also der Wirtschaft eine steuerliche Entlastung von rund 100 Millionen Reichsmark bringen. In den kommenden Jahren kann sie bis auf 175 Millionen Reichsmark steigen. Der rechnende Kaufmann wird also alles daran setzen, möglichst viele Steuergutscheine zu bekommen. Diese Nachfrage wird eine dauernde sein, also nicht aufhören, sonderr nägiongfpoitzischen Fufwendungen auf die kommenden Die Mehreintommense.... Um nun den Ausfall auszugleichen, der jetzt dadurch entsteht, daß dem Unternehmer Vorteile geboten werden, wird eine Mehreinkommensteuer erhoben, und es werden Einsparungen bei den Ausgaben der öffentlichen Dorgeloezwvenzxh erstemals üp dasr den,.„derjahr 1936 ermensteuer wiro erstmats für das Kalenderjahr 1939 erhoben. Sie richtet sich danach, wieviel Einkommen der Steuerpflichtige im Jahre 1938 mehr gehabt hat als 1937. Um jede Härte zu vermeiden, sind eine Anzahl Ausnahmen vorgesehen. Bis zu 3000 Reichsmart Jahreseintommen braucht keine Wrezxr tzg Wechätaiger 865 gahlt zu werden. Auberdzeser Eteuer frei. Die Landvei., Wer vrowpeifter ein hößeres Dienstalter erreichte oder beföirdert wurde Ogf, r rsopeiletzenfals mehe. in Kürze noch entschieden werden. Jedenfalls ist, de Finanzminister sehr darauf bedacht, nur wirkliche. Pehr: Mehrbelastung ist jedoch wesentlich niedriger, weil die Mehreinkommgenstener gei der Ermittlung des Einkoi zen ausgegeben. Das Reich, die Länder, die Gemeinden. Reichsbahn, Reichspost und andere Arkern, gmiet, poiz 0 9. 8. des Rechnun, Zefergengen an de Bebernächt gange, Betrag.I, Lagn, begag gie sind verschieden ausgeund Steuergurscheine 1I. Sie sino verschieden ausgestattet. Die Steuergutscheine haben eine Laufzeit von sieben Monaten und werden zum Nennbetrag eingelöst, die Steuergutscheine II haben eine Laufzeit von 37 Monaten und werden mit 112 eingelöst. Der Empfänger der Steuergutscheine ist berech; tigt, seinerseits seine Lieferanten bis zu 40 v. H. des Rechnungsbetrages in Steuergutscheinen zu bezahlen. Das gleiche Recht hat auch dieser Empfänger usw. Die Steuergutscheine haben nun für den Unternehmex. he; timzpeg, Porteile, die sie vergseisge, werieg, ste., der gutscheine eine Zeitlang zu behalten. Dies ist auch de Zweck, den der„Neue Finanzplan“ verfolgt. Der Vorteil der Steuergutscheine I besteht in Bewertungsfreiheit für alle abnutzbaren Wirtschaftsguter des betrieblichen Anlagevermögens, und zwar für die Steuern vom Einkommen und vom Ertrag. Der Unternehmer kanngmit anderen Worten die Abschreibungen für seine Maschinen. Gebäude usw. aus eine kürzere Zeit zusammenziehen, als ihm sonst steuerlich erlaubt war. Die Steuer, die er Slschashahise ker äiäihe, eiei. Sesten s Steuergutscheine I. Die ihm in den lesten zehn Monaten dersahr 1939 genügen sechs Monate. Behält der Unternehmer die Steuergutscheine noch länger, stellt er also sein Geld dem Staat noch längere Zeit zur Verfügung. dann steigt der Satz für die Bewertungsfreiheit von 20 bis auf 35 v. H. Um die Ausfuhr zu fördern, erhöht sich der Satz durchweg um 10 v.., wenn mindestens 25 v. H. des Umsatzes ausgeführt werden. Diese Bestimmung gilt für die Ausfuhrindustrie, soll aber auch für den Handel getroffen werden. Durch diese Vorteile dürfte eine so große Nachfrage nach Steuergutscheinen I entstehen, daß dem Reich erhebliche Mittel zufließen. Die Unternehmer werden ihre flüsßsigen in Steuergutscheinen,I anlegen. Bei jeder anderen Anlage würden sie dafür ja nur wenige Prozent Zinsen erwarten können. Der Unterschied zwischen Steuergutschein und u. Ee a) Der Vorteil der Steuergutscheine I besteht in der Möglichkeit, Bewertungsfreiheit für abnutzbare Wirt10.., 10.., 10. 9. und 10. 12. zu entrichten. Der erste Teilbetrag ist am 10. 9. 39 fällig. Bei gewerblichen Betrieben steuer, die erhmteharen betrieblichen Anlagevermögens Erweiterungen im Sinne der Vorschrift über ir. r# eide auch Persemanen in 1635 sich doburch erzoz., der Eintommenireu= Hzeige. an dig ein Rehreinkommen menempftinger, auc zienigen, die ein Rehreiniomnen nicht erzielen, treffen würde. Deutsche Abteilung auf der sinnischen Messe „Die jährlich stattfindende finnische Messe wurde in Abtei Ace eie hi elelesie schscheiche Peaschonds eaeh sen. de Aithie Keiche. öffnungsfeier teil. Deutschland hält den dritten platz im Suezlandl Die jetzt vorgelegte Statistik beweist, daß die deutef Frosern bes Gelantreoseine Ssenlich Algeneigen haupten konnte. Sie ist die Spitze vor Hapag und Lloyd. den Steugrautsatzignglpolitischen Aufgaben zu finanzieseine n#ben zu finanzie. ren, ohne daß dadurch dem Reich eine größere Zinsenlast erwächst. Der Neue Finanzplan bedeutet deshalb auch eine Entlastung des Reichshaushalts und hosozhr: den Steuerzahler davor, mehr Zinsen für 281=71.2, wird vor„teure Zipzpgruflichtungen erforderlich wiren. terer erheblicher Zinsverp###chtungen##forderlich wären. Soweit die Erfüllung großer nationalpongucher, gaben rohstoffmäßig und menschenzrchig, zggptetz, ist, ist ch ihre Finanzierung möglich und ver: wird und alle 915 .) mens die Sowell die Exfünung gledeg,. gaben rohitoffmäßig und menschenzrczrig, thart Vorgug. guch ihre Finanzierung möglich und verrretogr. Vorgussetzung dafür ist, daß in der gesamten öffentlichen VerRollsgenossen ehrlich und pünitlich in der Erfüllung rlichen Pflichten sind. Körperschaftssteuer und die Gewerbesteuer ermäßigen ihrer steuerlie Arbeneiosenzahten sund uversiafsis hewerden Staatssekretär Dr. Syrup über Arbeitseinsatz und Vierjahresplan Auf einer Vortrags them' Gegeischaft in Ver= der Wohnungsbau stellt mit fünf Millionen neu z. esprach der Staatssekretär im ReichsarbeitsministeAllein zu ervon zehn “ die Steuergutscheine I werden ab dem siebenten Monat nach dem Ausgabemonat bei der Entrichtung von Reichssteuern zum Nennbetrag in Zahlung genommen die Steuergutscheine II ab dem siebenunddreißigste Monat nach dem Ausgabemonat zu 112 vom Hunder: o) die Steuergutscheine I bleiben stets auf dem Rennbetrag stehen; sie sind bei jeder Inzahlunggabe zum Nennbetrag anzusetzen. Die Steuergutscheine II erhöhen sich in ihrem Wert ab dem zweiten Kalendermonat nach dem Ausgabemonat monatlich um ein Drittel vom Hundert des Nennbetrages, um ab dem sievenunddreißigsten Monat auf 112 zu stehen; 4) die Steuergutscheine I werden grundsätzlich in tei gebundegz., Hgrätfgechen Volkswirtschaft flüssig sind und Sektors in der deurschen Spttswerkschaft frussig sind und anderweit nicht beansprucht werden: Glocht, p icht nießr veröffentlicht werden: Ritterung hat nicht die in unserer Lage durchaus münPitterung dat wicyt voe. u,.)“. Hätten wir eine, MeilGengwertz frätetung Herfüghtng, sie könntelion Arbeitsträfte zur Verfugung, sie konnten mühelos ede ze Arbeitsnat berscht in Krensezrisctestern. mögen im wesentlichen nur überalterte Kräfte abzuMenschen herausgehng, pusanz„oßt aber sind einige Ueberorganisationen Landwirtschaft dann auch nicht mehr ihre Söhne und in kommt es darauf an, Jsp, ggrkhenbereine lieher. stellender Wohnungen ein Arbeitsprogramm Jahren dar. Essener Steinkohle verteilt Vorjahrsdividende Die Essener Steinkohlenbergw (Essen) weist für 1938 einen Reingewinn von 4,33(½28) Millionen Reichsmark aus. Der.R. beschloß, deg. 63 Millionen Reichziggrt vorzggguch die gleichfalls Harpgner„Bergbau AG. läßt alse.2 zufahlenbergHemisern der Huosganster, au esg lsesiese 6hl. Arspsgömdert„Roloniglwgren 93, unveranggt). Rohstoffe und Halbwaren 94,6(plus.1 v. und industrielle Fertigwaren 125,8(unverändert). Das Währungsverhältnis der Reichsmark zur Krone in Prag wurde wie folgt bestimmt: Eine Krone ist gleich zehn Reichspfennig. Börsen nachgebend Rhein.=Westsälische Wertpapierbörse in Düsseldorf Die bereits am Samstag eingetretene 15ig bei ernschten ugerzsaberi. Auf derst S u. k eu or.“7 eriche, upeu, Peh### werie tendierten. ee. uv eranderzer Zon den Kohlenakten verloren Berghau Lotbringen 1 Prozent. Die Börse schloß still und etwas Berliner Börse sehscheseichesheise, eise ea e von enigen Austadmet aberfgier, ge.g er n dm 3ss Külanss: Salst Di. Seoice g i. edc se, lsha öie li. ausbauzuschläge leicht befestat,„SeztatsspeUam stech Ware Reschsanleihen kam noch Wale neu meisi ohne Umsat. In Azpert. In Pfandbriefen einzelne Stadtangeiben, letog g Tägliches Geld 2½ bis 3 Prozent. werke AG. ihre Dividende gegen das Vorja ändert. Bei den beiden Abschlussen handelt es sich um die ersten Zechenabschlüsse aus dem Ruhrrevier. Si können deshalb besonderes Interesse beanspruchen, weil entwickelt hot. In der Vorsacße riczt werke AG. ihre Dividende geger,„dg„Porjahr unver: Rhein=Mainische Abendbörse in Frankfurt a. M. unb Priegenschns ebe ie lsesen. Fislele Schluß überwogen noch mäßige Einbußen. ewinn un ei fund somme die im Rubrbergbazfelt:. weiter gestiegen uind, romme die im Ruhrbergbau festsebend für, Zie„Seibekzitzugg der Vorsahrsdibidende st rüstet zu sein. Auslandsbörsen Volle Einigung Newyork: Befestigt. London: Ruhig. Amsterdam: Behauptet. Paris: Behaupter. verkehr abgeschlossen— Neuer Vertrag bis Dezember 1940 Berliner Devisenkurse 27. 3. 25. 3. der Finanzierung auf wahrscheinlich Berliner Börse, 27. März 1939 es absolut erforderlich erscheint. endeter Aufrüstung bleiben Aufgaben genug übrig, da ver deutschen, Pum,=(GHeistvgefäührten Verhandlungen Veisgestaltung des beiderseitigen Warenvereiner in der wirtschaftlichen Bedürfnisse 1 Pfund 100 Dollar 100 holländische Gulden 100 tranzösische Franken 100 Belga 100 Schweizer Franken 100 Italienische Lire 100 lugoslawische Dinare 11.67 249.30 132.50 .60 41.95 56.09 13.10 .70 11.66 249.30 132.41 .60 41.93 56.10 13.10 .70 * Berliner Elektrolytkupfer=Notierung vom 27. März 1939: 5900 Reicsmark für 100 Ptgeggggen, 133PBeschsmaer: Hite winium, 38 bis 99 Pro:13, Beichsmark für 100 Klogramm. und Drahtb.: Mitgeteilt von der Commerz- u. Prlvat-Bank A. G. Filiale Bochum Reichsbankdiskont 4% Lombardzinstus 5% Dertm. Ritter Dortm. Union-Gr. Ssenbeck Brau. Junghans6ebr. ylöckner Kölner 6as Krefft W. Kronpr. Metall Köppersbusch Industriewerte Oiv 27../25.3. PrerstA. E. ö. Aschaff. Zeilstoft Basalt Bemberg Berger. euige Bergmann Elektr. Buderus cherlott., Wasser G Chem. Geisenk. Cont: Summi G% dent Demao Oisch. Conti See Deutsch. Erdcf Deutsch. Kaber Disch. Tel. u. K. Dittm. Neuhaus Derim Akt.-Jr. 14 219.5 4/111.3 6 99.1 S 102.7 62.5 129.1 140.1 131.0 102.0 .5/113.2 .3—. 14/205.5 .5/131.0 112.8 100.5 106.0 63.8 141.0 102.0 113.6 210.7 132.0 8/141.8143.2 .51105.7 61121.5 —. 7 1100 10|178.0 106.8 124.3 127.0 173.5 glektr. LieferungElktr. I. u. Kr. garben l. 6. Feldmöhlen Felten 8p Soll. gebharst& Co. u Germ. Cem. Ges. f. eikt. Uat. Gladbsch. Well. Goldschmidt acketh. Draht Hamd. Eiktr. Harpen Nochtiet Hoesch Hoffm. Stärte Holzmann Phl. Hotelbetr.-Ges. 1 sbe diee Genus 12 6/128.7/129.0 127.1/128.7 146 8/148.5 71 27.113.6 141.8 103 130 102.5 133.0 130.0s132. 144.4/145 144. 140 8/140.8/142. 6/194.5/105. .5135..—. 145.5/147. 73.0 13. 148.0 126.|130.0 .5 93.7 116.0 69.0 39.0 ahmeyer Laurahotte Lingnerwerke Lerenz 6. annesmenn Mansfeld Mieg Mölbeim. Berg. iederlaus. Ko. Norddt. Eisw. Nordet. Kabel Arenst.a Kopp. Vosnabr.Kupr * Zahn 92.7 113.7 68.0 89.0 114.5 13.2 M• Uos 114.4 13.0 9— 31101.7 129 0 129.7 107.8 gonge 4 TehPoppsswirth K h. Braunkohl. Rh. EI. Werke Rhein, Stahlw. Rh.-Wott.-Kalt Rheinmetel Rliebeek Mont.4. Naitgernatee 130.5 135 0 8 — 8 s 105 2 8 10 130.7 106.5 970 213.5 113.5/113.0 132.0 133 116.8 126.7/128. Dachsenwerk Sachtieben Seirdetfurth Sarotti Schieg.s Schleg. Scharp. SchubertsSalz. Schuckert apo. Schufth.-Patz. Siegersd.Werk. Siemene 61es Siemens ap. Stollberg. Zins Thöringer 6aa Tuch Aschen er. Ot. Nicke! Ver. Glanzet. Ver. Stahlwerke Vogel Draht endererwerk Wass. Gels. Westfel. Oreht Wickdler Brau. Finterchell 28 312 9 187.0 129.7 110.0 140.8 131.0 110.0 142.0 Reichsbank Rh.-W. 80d.-Gr. Westd. B0d..-A. 123.0s123.7 171.31173.0 100.2 132.6 .5107.0 101119 77.5 10.6 139.8 138.5 108.0 179.0 76.2 131. 161.5 .6. f. Verkehr Bochum-Geisenk. Otsch. Reicheh. Hapeg Hamb.-S0dem. Vorddt. Liope 102.7/103. 152.0 149.5 169.2 108.0 130. 152.2 150 160. 108 131. 4 Zellst.Waichl 7/115.|117. Gankwertg Gen-Rovs.-.4-3 112 111 21173.01178.0 120 5s120.5 6/104 2/109.0 1 4½ Rh. W. B. 4. 8. 12. 10. 99.0 5½ 4to, dto. S. 11.(100.|1 Verkehreugge 71116.1 6 122.8 36.0 88.2 117.6 123.1 56.5 118.0 59.5 93.5 98.5 100.0 Rontenwerte 123.6 98.7 99.6 102.2 100.3 Altbseitz 4½ Deutsch. R. Schats Ot. R. Anleihe 85 3½ 0. R. Joungenleihe 1 Reichsbahn Sch. Westfelen Altbesitz 4½ Bochumer Anleihe 4½ Duisburger Anleihe 4½ Dösseldort. Anleihe 4½3 Eiberfeiber Anleihe # 2 Essener Anleihe 4: Ruhrverb. Anl. 35 4½ Pr. Ldpf. A. Ptd. 1100.0 4½3 Lobk. Westf. Pfe. 99.0 40 Ldbk. Westf. Kom. 4½ Ot. Komm. Soldaml. 4% Westf. dsch. Pfel. 129.7 Se 99. 102 1002 4 dto. Gold. Kom. 98.5 , Wo. 806. Gofd, 99.0 2 dto. Gold.-Obl. Chem, W. Eosen 9t.—. Concord. Berg Odl. 95.3 95.2 Hossch a k 100.2s100.2 100.21007 98.5 101.7 100.1 134.0134.0 93.5 25 93.5 99.6 41486 8 /127 hldresdger Sant Sli11.Os11L.Ol41, Pr. Plobr. Snk. Pr. B/135.5/13T. OsDresdner bank, SsIII.OjtaIvamrmme 99.0 99. .0 .0 90. Rh.-Westf. Börse bdsseldort, 27. Mürz Recehieiten blhein Schrer. Bochum, Bongardstraße 14 Hoössen R. U. Höcknerwert Ob: 1½ Krupp Krupo Mitteidt. Stahlw. 100.2 96 8 is Haroene 8 Siem. à Haleke Obl. 181.511 Union Rh. Braunk. Vereinigte Stah s Herpeger Siem. amp; Naiene vv. 17g:# Farbenbonde 121.2s121.4 Preiverkehr. 101.7 100.0 1002 97.11 115.0 180 Serolgek:— Constagt. weiggiet. Langendr.— Owv Geie Brieg 0 91.2 93.2 .5107.8 109.8 0 61.5 63.: 103.7/105. —.* Aktien Ford Motor Korstadt Oberbebart Scheidemande Ofa-Film Renten Geld Briefl Umschulg. Anleibe 92.0 93.7 3. Schulddus: F. 40(100.0 100. I. Scholdsuen F. 42 99.6/100.: R. Schuldbuch F. 44 99.1 99.6 R. Schuldbuch F. 46/43 99.8 99.6 27. 3. 25. 3. Geld Brietl Geld) Scet Steinkohlen-Kuxe. 3890 6000 12300 11000 geod! 6000 12300 Braunkohlen-Kuge Gute Hon. 8189 8450 S300) 3339 Leonhard 7430 7800 7800 Sg00 Miche 13030— 13300|14900 Veste 7330 8000 7800 8000 Bernhardt!— 1225" 1250 Kell-Kuxe Beienrode Burbsch Erichseg. Habighet. Aisehburg Marieg Marie Mar Marie-Lui Reicheld. — 729 833 730 1900 2100 1955 2100 — 2300— 2300 - 2130— 2130 259— 230 — 7000 2800— 2900 Thoringen— Miaterah — 430— 7900 2900— 2300 13300— 430 Induetrlenktien Oivs27. 3. 1958 1250 142.0 10150 .5/130.0 133.0 198.5 10 205 6/184.8 115.1 142.9 121.6 123.0 192 25.3. 105.0 125.0 1182 142.0 150.2 133 0 139 0 136.5 270.0 Eiaheltewerte Sösperde, Weizwort Braunkohlen Zukunft Dahlbusch- Vorzug Ewald König-Ludwig Glas u. Spieg. Schelke 6löckauf-Brauer. Geis. Hallesche Seiz Hein Lehmann Kabelwerte Rheyet Kali-Chem Rhein.-West.-Elekt: Schieß-Oefries Stolwert Weggon-Grdiggen Westot, Kaufhof 6/192-1 Westtelis Oinnenden 17.3/133.21—. Versicherunge worts Aschen-Münch. Feuer Asch. Röckvereich Agripp.., Pl. Lod. Afl. u. Stuttg. Versich. All. u. Stutig. Ledens. Solenis.-.K 13300 Celonis Rückvers. Veranderwerk Zurdach Kell Söttner Werke Dolorit Basalt Oykechoft Eiss Cement Jumd.Deutz-A Kortom Kölech-Fölzer Lothringen -ochrag den 115.8 142.7 121.6 123.0 103.0 321873.01 14.8/193.5 412 0 .2/247.0 .8/210.0 .5/145.0 1330.0 193.0 412.0 243.6 210.0 145.0 25. 3. Geid Brief 75.0 77.0 73 5 73.0 93.0102.0 109.5112.5 123.0131.3—.—. 130.5134.5. 133.0 127.0129.0 127.|129.5 „. 102.0102. 71045 73.3 75.5 13.0 76.0 Lornring. Jenuss. 89.0—..9 Niederrh. Bergb 113.0—. 1130 118 0 Pchlig 89.0—. 99.9— Mestf. Kupfer 112.31115.5/113.6—. West-Waggor. 81.5) 84.5 82.5 83.5 Weither ap; Sie. 125.0s128.0—. 1130.0 s Ese. Steink. ## Maroener 1/ R. B. E. 5 R. W. 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Die Folge war, daß er verhaftet wurde. Auch seine blonde Frau. Beide gaben an, von nichts zu wissen. Die Frau des Chirurgen aber wurde plötzlich noch steptischer als die Polizei. Sie glaubte ihrem Mann nicht. Vielleicht war er doch der Schuldige, hatte aber eine andere blonde Frau mit im Wagen. Er log also! Sie tobte vor Eifersucht, ihr Mann aber blieb ruhig— bis die Lösung an den Tag kam. Der Wagen des Chirurgen war das Unglugsauto; das stand fest. Wenn er aber nicht in dem Wagen saß, dann mußte ihn ein anderer gesteuert haben. Und tatsächlich stellte die Polizei jetzt den Sünder fest. Der Assistenzarzt des Chirurgen hatte sich des Unglückswagens zu einer Spazierfahrt bedient, mit einer blonden Krankenschwester der Klinik. Nun sitzen diese beiden in Haft, weil sie, um nicht ins Gerede zu kommen, nach dem Unfall davongefahren waren. Die kommenden Flugwettbewerbe sagen, daß alle diese Häuser ausnahmslos wirklich schöne und vollendete Bauten darstellen. Die anläßlich der Bautagung in der Reichsjugendherberge aufgebaute Modellausstellung gibt einen Ueberblick über die schönsten Bauten und Bauvorhaben in den verschiedenen Teilen des Reiches und zeigt eindrucksvoll, wie überall jeweils heimisches Baumaterial und heimische Bauweise bei der architektonischen Lösung berücksichtigt wurden. Im Zusammenhang mit der Besichtigung der Modellschau zeigte der Propagandaleiter des Reichsverbandes, Gefolgschaftsführer Biedermann, an einigen Zahlen den gewaltigen Aufschwung, den das Jugendherbergswerk im vergangenen Jahre wieder genommen hat. In dieser Zeit waren 8 750 721 Uebernachtungen, davon 210000 Ausländerübernachtungen, in nahezu 2000 Jugendherbergen zu verzeichnen, eine Million mehr als im Jahre 1937. Im Jahre 1938 konnten 65 Bauvorhaben vollendet werden. Von den sechs geplanten Jugendherbergen wird eine, die„DonnhäuserHerberge“, nach Reichenberg, eine andere, die„Befreiungsherberge“, nach Eger kommen. München dankte dem Fühlet Deutsches Richtfest der Né 1939 vier größere regionale Flugwettbewerbe.— 1940 wieder Deutschlandflug in erheblich vergrößertem Rahmen Karlsruhe, 27. März. In einer Unterredung mit dem Vertreter des eutschen Nachrichtenbüros teilte der Korpsführer des .=Fliegerkorps, General der Flieger Christian= sen, bei seinem Besuch der RS.=Fliegerschule 16 (Südwest) mit, daß in diesem Jahre aus organisatorischen Gründen der Deutschlandflug nicht stattfinden werde. Dafür aber würden vier größere regionale Wettbewerbe(West, Ost, Nord, Süd) durchgeführt, die als Gesamtveranstaltung die Ausmaße des Deutschlandfluges 1938 überträfen. Im Jahre 1940 werde dann wieder der Deutschlandflug als Hauptveranstaltung in erheblich vergrößertem Rahmen als bisher ausgetragen werden. Für 1939 sind außerdem in den Gruppen größere Flugtage vorgesehen, wobei der Modell=, der Segelflug und der Motorflug gezeigt werden. Schließlich wird ein Küstenflug an der Ostsee und an der Nordsee veranstaltet mit Starts in Rangsdorf. Der Korpsführer stellte weiter fest, daß sich die Eingliederung der Ostmark und des Sudetenlandes in das RS.=Fliegerkorps reibungslos vollzogen habe. Er unterstrich die Bedeutung des NS.=Fliegerkorps für die vormilitärische motorfliegerische Ausbildung der Jugend und wies darauf hin, daß schon mehrere Schulen am Werke seien. Die Aufgabe des NS.=Fliegerkorps werde in enger Verbindung mit der Reichsjugendführung durchgeführt.. Eim Ges.“ Ueber seine Eindruce veim Besuch der Fliegergruppe 16, zu der die Gaue Baden und Saarpfalz gehören, befragt, erklärte sich der Korpsführer aufs höchste befriedigt. Den Geist der Schulung auf der Reichsschule für Motorflugzeuge in Karlsruhe bezeichnete er als geradezu vorbildlich, zumal alle 30 Schüler des ersten Kurses in dreimonatiger Ausbildung ihr Ziel erreicht hätten, ohne daß dabei ein Schaden an Menschen oder Material zu verzeichnen gewesen wäre. auf dem Gelände der Internationalen Wasserfachausstellung in Lüttich Brüssel, 27. März. Auf der Internationalen Wasserfachausstellung Lüttich 1939 wird auch das Deutsche Reich in repräsentativer Weise vertreten sein. Als am 7. Januar auf dem Ausstellungsgelände der Grundstein zu dem Deutschen Haus gelegt wurde, waren die Bauten der anderen beteiligten Nationen schon beträchtlich fortgeschritten. Niemand hatte damals geglaubt, daß bereits am 25. dieses Monats das Richtfest stattfinden würde. Die bebaute Fläche beträgt 6400 Quadratmeter. Der Bau wird nach den Plänen des Düsseldorfer Architekten Professor Fahrenkamp, nur von deutschen Technikern, Künstlern und Arbeitern und ausschließlich aus deutschem Material ausgeführt. Am Samstag fand auf dem Gelände der Internationalen Wasserfachausstellung in Lüttich das feierliche Richtfest für das Deutsche He liche Richtsest für das Deutsche Haus statt, das eines der größten und repräsentativsten Gebäude der Ausstellung sein wird. Unter den zahlreichen Ehrengästen sah man den deutschen Botschafter von Bülowchwante den Reichskommissar für das Ausstellungswesen Dr. Maiwald und den stellvertretenden belgischen Staatskommissar für die lung, Lekenne. Ferner waren die 500 deutschen beiter, die das Deutsche Haus errichteten, vollzahlig zu der Feier erschienen. Vor dem Stahlgerüst des gewaltigen Baues, dessen eine Hälfte schon ihre Betonverkleidung erhalten hat, waren die deutschen und belgischen Farben an hohen Fahnenmasten aufgezogen. Die deutsche Arbeiterschaft, die vornehmlich aus Aachen und Umgebung stammt, veranstaltete am ioch eine besondere Feier im Aachener West park, zu der ebenfalls wieder zahlreiche Ehrengäste erschienen waren. Baudirektor Voß(Berlin) wies bei dieser Gelegenheit nochmals auf die vorbildlichen Leistungen der deutschen Arbeiter hin. Wie gemeldet, traf Führer Sonntag vormittag in München ein, umjubelt von den Bewohnern der Hauptstadt der Bewegung. Es war der Dank für die großen geschichtlichen ten Adolf Hitlers seit dem historischen 15. März, Unser Bild zeigt den Führer beim Verlassen des Münchener Hauptbahnhofes Weltbild verkehr Ausnahmen von den Voraussetzungen der Verordnung über den Betrieb von Kraftfahrunternehmen der Bewerber sich als Fahrer bereits bewährt hat, der Bewerber mindestens 21 Jahre alt ist und das Verkehrsunternehmen, bei dem der Bewerber beschäftigt ist oder beschäftigt werden soll, aus Mangel an geeigneten Fahrern seinen Verpflichtungen als öffentliche Verkehrseinrichtung nicht mehr nachkommen kann. Die Ausnahmen werden von der Vorschrift gewährt, daß der Bewerber nachweisen muß, schon zwei Jahre lang ein Fahrzeug der Klasse 2 geführt zu haben; ferner von der Vorschrift, daß er das 23. Lebensjahr vollendet haben muß. Dieselbe Vorschrift gilt bei der Erteilung der besonderen Ausweise für Fahrer von Kraftomni= bussen und Lastkraftwagen im Berufsverkehr. Die Ermächtigung an die Genehmigungsbehörden ist bis zum 30. September 1939 befristet. Ausnahmen sind nur zulässig, wenn Einheitliche Aufgaben Sozialarbeit der Jugend und Reichsberufswettkampf Frankfurt a.., 27. März. Gauleiter und Reichsstatthalter Sprenger und der Chef des Sozialen Amtes der Reichsjugendführung, Axmann, sprachen in Frankfurt a. M. vor Vertretern der Partei, der Behörden, der Wirtschaft und der Wehrmacht über die sozialpolitische Jugendarbeit und den Reichsberufswettkampf. Gauleiter Sprenger erklärte, der Berufswettkampf habe den Sinn, die Arbeitskraft des einzelnen zur Höchstleistung zu steigern und damit die Gesamtproduktion zu erhöhen: Obergebietsführer Armann umriß die wesentlichen Gedanken der sozialpolitischen Jugendarbeit und des Reichsberufswettkampfes, der der Mittelpunkt der Sozialarbeit der Jugend sei. Durch die reichseinheitliche Aufgabenstellung im Reichsberufswettkampf werde die Berufsausbildung einheitlich geprägt. Auch die Bewertung der Arbeiten erfolge nach einheitlichen Richtlinien und ermögliche so eine genaue Auswertung des Berufswettkampfes. Dadurch würden Erkenntnisse vermittelt, die für die Leistungssteigerung von größter Bedeutung seien. Besonderer Ausweis für Omnibus= und Lastkraftwagenfahrer Berlin, 27. März. Um die Einführung eines besonderen Ausweises für die Lenker von Kraftomnibussen zu erleichtern, und um insbesondere Schwierigkeiten zu begegnen, die sich aus einem Mangel an geeigneten Fahrern ergeben würden, hat der Reichsverkehrsminister die Genehmigungsbehörden ermächtigt, bei Erteilung der besonderen Ausweise für die Fahrer von Kraftomnibussen im LinienHauseinsturz in Istanbul— Bisher 4 Tote Im Stadtteil Pera stürzte ein 20 Jahre altes fünfstöckiges Wohnhaus ein. Dabei wurden zwei benachbarte kleinere Holzhäuser mit zum Einsturz gebracht. Bisher wurden vier Tote geborgen, neun Personen wurden schwer verletzt, fünf Menschen sind noch unter den Haustrümmern begraben. Figaros im Wettstreit Internationaler Frühjahrswettstreit des Friseurhandwerks Berlin, 27. März. Der Reichsinnungsverband des Friseurhandwerks eröffnete am Sonntag in den Festsälen des Berliner Zoos seinen 19. Internationalen Fruyjahrswettstreit. Die Veranstaltung ist mit einer großen Friseurbedarfsschau verbunden. Reichsinnungsmeister Renz hieß vor allem die Berufskameraden des Auslandes auf das herzlichste willkommen. Er wies auf die Bedeutung der Schau hin und betonte, daß zwischen dem Friseurhandwerk und der Apparateindustrie sowie der kosmetischen Industrie eine enge Verflechtung bestehe. Am Nachmittag begannen die fachlichen Wettkämpfe. Von 62 Meldungen waren 20 von ausländischen Berufskameraden aus Italien, Ungarn, Holland, Schweden, Norwegen, Dänemark, Belgien und Luremburg. Aus den Ergebnissen dieses Wettstreites sollen Anregungen für das weitere Modeschaffen des Friseurhandwerks geschöpft werden. Die Eidt unser langsiri Prag als Millionenstadt Nur deutsche von 1165 Prag, 27. März. ein Jahr lang war die Donau der längste Fluß. Nun ist es die Elbe mit ihrer Länge Kilometer. Auch in der Reihe der deutschen Großstädte ist eine Verschiebung, einzgezeuepehnernd Zurcg Jugendherbergswerk marschiert Bautagung des deutschen Jugendherbergswerks in Nürnberg— Zahlreiche auswärtige Jugendherbergs= verbände vertreten Nürnberg, 27. März. Das deutsche Jugendherbergswerk führt in der Zeit vom 26. bis 30. März wie in den vergangenen Jahren eine Bautagung durch, der in diesem Jahre infolge der Teilnahme zahlreicher auswärtiger Staaten eine besondere Bedeutung zukommt. Die feierliche Eröffnung der Tagung erfolgte am Sonntag vormittag in der stimmungsvollen Halle der hochragenden Jugendherberge„Luginsland“, des zur Jugendherberge umgestalteten ehemaligen Kornhauses auf der Nürnberger Burg. Bannführer Max Kochskämper eröffnete die vierte Bautagung des deutschen Jugendherbergswerks. Er begrüßte die Vertreter der Jugendherbergsverbände Englands, Frankreichs, Hollands, Luxemburgs und Rumäniens sowie besonders die Vertreter Italiens und Portugals. Dann nahm der Leiter des Reichsverbandes für Deutsche Jugendherbergen, Obergebietsführer Rodatz, das Wort, der den Sinn und Zweck dieser Bautagungen, an denen die Gestalter der deutschen Jugendherbergen zusammenkommen, umriß. Das sudetendeutsche Jugendherbergswerk sei in das deutsche Jugendherbergswerk eingegliedert worden, und im Sudetengau sei der Bau von sechs Jugendherbergen an den wichtigsten Orten vorgesehen. Auch, am 16. April 1939 könne das deutsche Jugendherbergswerk wiederum zahlreiche Jugendherbergen in Großdeutschland ihrer Bestimmung übergeben, und man dürfe wohl heute schon wurde Köln mit seinen 762000 Einwohnern durch Prag das vor zwei Jahren durch die Eingemeindung einiger Vorstädte zur jüngsten Millionenstadt der Welt angewachsen ist, von seinem vierten Platz verdrängt. Das Deutsche Reich, das schon durch den Anschluß Oesterreichs um eine Fläche von 84 000 Quadratkilometer größer wurde, hat nun ein weiteres Gebiet von rund 79.000 Quadrattisomrzeg, bigzz gerhalten, so daß seine Gesamtfläche nunmehr 533 000 Quadratkilometer beträgt. Es steht nun zugarn an seiner Ausdehnung unter den europäischen La,##en a. zweiter etelle. Die Reihenfolge bgfcher# wie folgt geändert: Sowjetrußland 6 Millionen Quadratkilometer. Deutschland 633 000 Quadratkilometer, Frankreich 551000 Quadratkilo= meter, Spanien 512000 Quadratkilometer, Schweden 448000 Quadratkilometer, Polen 338000 Quadratkilometer. Italien nimmt den achten, Großbritannien den elften Platz ein. schlossen und unterzeichnet. Im Zusammenhang mit der Unterzeichnung dieses Abkommens hat die deutsche Regierung sich bereit erklärt, die Einfuhr slowakischer Waren nach Deutschland nach Möglichkeit zu erleichtern und diese Einfuhr bis auf weiteres in dem von der slowakischen Regierung gewünschten Umfang zuzulassen. Gleichzeitig wurden Verabredungen zur Regelung der Zahlungen zwischen dem Protektorat Böhmen und Mähren und der Slowakei getroffen, um auch für den Warenaustausch zwischen diesen beiden Gebieten baldOstpreußen meldet die ersten Störche Nachdem dieser Tage schon in Süd= und Mitteldeutschland die ersten Störche gesichtet wurden, kommt jetzt auch aus Ostpreußen die Nachricht, daß die ersten Störche ihre alten Quartiere bezogen haben. Ostpreußen ist bekanntlich der störchereichste Gau des Reiches. 300 Jungbauern im Auslandsaustausch 300 junge Bauernsöhne und Bauerntöchter, Junggärtner, Winzer und Melker sind ausersehen, am Auslandsaustausch teilzunehmen. Im Anschluß an ein kurzes Vorbereitungslager werden sie im Laufe des Monats April Großdeutschland verlassen, um für ein halbes Jahr oder ein ganzes Jahr im Ausland zu arbeiten. Hotel„Esplanade“ in Hamburg schließt Das bekannte Hotel„Esplanade“ wird demnächst seine Pforten schließen. Hotel und Restaurant bleiben noch bis zum 15, Oexragesöfrtett, Das Hoteh ist an die bis zum 15. April. geöffnet., Das, Hotel. ist möglichst eine sichere Grundlage zu schaffen. Um die Hamburger Feuertaffe verrauft worden. Das gesumte wirtschaftliche Anpassung an die neuen Verhältnisse für Robiliar aus 140 Zimmern, die Einrichtung des Redie einzelnen Teile der früheren Tschecho=Slowakei nach Möglichkeit zu erleichtern, wird für den Warenverkehr zwischen den sudetendeutschen Gebieten und dem Protektorat Böhmen und Mähren einerseits und der Slowakei anderseits bis auf weiteres Zollfreiheit gewährt. Bereits 30 Todesopfer des Lawinenunglücks in den Pyrenäen Paris, 26. März. Verrechnungsabkommen mit der Slowakei abgeschlossen dnb Berlin, 26. März. Während der Anwesenheit des slowakischen Außenministers Durcansky und des Ministers Tuka zum Abschluß des am Freitag veröffentlichten deutschslowakischen Schutzvertrages vom 23. März 1939 wurden gleichzeitig die Deutschland und die Slowakei gemeinsam interessierenden wirtschaftlichen und finanziellen Fragen besprochen. Der Abschluß einer Zollund Währungsunion zwischen Deutschland und der Slowakei wurde nicht ins Auge gefaßt. Dagegen hat Deutschland sich bereit erklärt, der slowakischen Regierung bei dem Aufbau der slowakischen Wirtschaft und des slowakischen Geldwesens mit Rat und Tat zur Seite zu stehen. Um die alsbaldige Aufnahme des Warenverkehrs zwischen den beiden Staaten sicherzustellen, wurde ein Abkommen zur Regelung der Zahlungen zwischen dem Deutschen Reich und der Slowakei (Deutsch=Slowakisches Verrechnungsabkommen) abgeDie Zahl der Todesopfer bei dem schweren Lawinenunglück in den französischen Pyrenäen hat sich inzwischen auf 30 erhöht. Die Bergungsarbeiten mußten wegen der Gefahr, die für die Hilfsmannschaften besteht, vorläufig eingestellt werden. Lawinen, die in der Nacht zum Sonntag niedergingen, haben mehrere Tragpfeiler einer Drahtseilbahn, die die einzige Verbindung der Rettungskolonne am Jzourdsee mit dem Tale war, weggerissen. Die Ausbesserungsarbeiten werden höchstwahrscheinlich drei bis vier Tage in Anspruch nehmen. 50 Mann der Rettungskolonne, die an der Bergstation der Bahn abgeschnitten waren, konnten nur mit großer Mühe das Tal gewinnen. Zur Bewachung der 17 bisher geborgenen Leichen am Izourdsee sind vier Mann freiwillig oben geblieben. Der Sachschaden der Katastrophe wird auf zwei bis drei Millionen geschätzt. In Gnoures, einem anderen Arbeitslager der Pyrenäengesellschaft, ging ebenfalls eine Lawine nieder, durch die 38 Arbeiter von der Außenwelt abgeschnitten wurden. Diese Arbeiter haben nur für 24 Stunden Lebensmittel bei sich. Eine Kolonne von Militärskiläufern versucht, zu den Arbeitern vorzudringen. Sollte dies nicht gelingen, so will man die Abgeschnittenen mit Hilfe von Flugzeugen verproviantieren. Mobiktär aus Do Zimmerl., die Einrichtung des Restaurants usw., werden demnächst versteigert. Internationaler Weinbaukongreß 1939 in Bad Kreuznach Auf Einladung der deutschen Reichsregierung wird der Internationale Weinbaukongreß 1939 in der Zeit vom 21. bis 30. August in Deutschland durchgeführt. Tagungsort ist Bad Kreuznach. Das Präsidium hat der Reichsminister für Ernährung und Landwirtschaft, Reichsleiter R. Walther Darré, übernommen. Zum geschäftsführenden Präsidenten wurde der Vorsitzende der Hauptvereinigung der deutschen Weinbauwirtschaft, SA.=Brigadeführer Diehl, berufen. Inde beim Devisenschmuggel gefaßt An der Grenzstation Ventimiglia der französisch=italienischen Grenze wurde der in Triest wohnhafte jüdische Industrielle Oskar Brunner festgenommen, als er im Begriff stand, 1½ Millionen Lire Valuten zu schmuggeln. In die Angelegenheit dürfte auch ein Baron Rodolfo de Rinaldini aus Triest verwickelt sein, der dem Brunner bei dem Devisenschmuggel behilflich war. Amerikanisches Großflugzeug abgestürzt In Oklahoma=City(USA.) stürzte kurz nach dem Aufstieg vom Städtischen Flugplatz ein großes Passagier= flugzeug der Brauff=Flugzeuglinie, das nach Chikago sliegen wollte, ab und explodierte. Acht Personen, davon sieben Fluggäste, wurden getötet, vier schwer ver letzt. Erdbeben in Südaustralien Ein starkes Erdbeben suchte am Sonntag mehrere Städte nordwestlich von Adelaide heim. Besonders in den größeren Gebäuden waren heftige Erschütterungen zu spüren. Der Sachschaden soll jedoch unbedeutend sein. Seite 9 Nr. 74/ Bochumer Anzeiger] Dienstag, 28. März 1939 Kunst und Fachbuch muß Leiltung steigern! Minilierialdirigent Berndt vor dem Kuratorium für das Fachichrittium des Jay= stlassen wollen und sollen zu Wort kommen, sei es nun res 1939, deren Ziel es ist, durch den umfassenden und das Schauspiel=Studio, das mit einem dreiaktigen swecktzupgen ztellge der eihhfgggg## r Wrnnh#gg########gel eine Leistungssteigerung auf auen Gebieten des wirt- wartet, seien es die Orgelschüler und Kam schaftlichen Lebens zu erreichen, fand in Berlin einesinstrumentalisten, die eine gehaltvolle M Rahmen der Fachbuchwerbung des Jah= Klassen wollen und sollen zu Wn eckmäßigen Einsatz des deutschen Fachschrifttumes Merk Henry von Heiselers„Der junge Parzival“ aufmer zumentalisten, die eine gehaltvolle Morgenfeier veranstalten, die Klassen für Rhythmik, die mit praktischen Vorführungen— auch des Fachseminars — einen Einblick in die rhythmische Erziehung geben, oder die Klassen für den Kunsttanz, die in einer reichhaltigen Folge von kleineren Bildern, Suiten. Märchenspielen und größeren Tanzszenen einen besonders fesselnden Abend zu gestalten wissen. Ueberall begegnet man Leistungen, die sich der beruflichen Reife und der technischen Vollendung nähern. Anders wäre ja auch ein Abend wie das Konzert junger Solisten nicht möglich, das zu so anspruchsvollen Aufgaben wie Beethovens Klavierkonzert=moll, Brahms' Violinkonzert, Dvoraks Cello=Konzert und ein Oboenkonzert von Haydn greifen kann und darf, wobei das sehr verwendbare eigene Orchester der Schule unter Anton Hardörfer mit dem Begleitpart eine nicht minder berantwortungsvolle Leistung vollbringt. Man könnte auch ein Bühnenwerkchen, das soviel gesangliche und darstellerische Flüssigkeit verlangt wie Lortzings „Opernprobe“, nicht über sich ergehen lassen, wenn es nicht von Kräften getragen würde, die über das stimmliche Können hinaus sich schauspielerisch wie musikalisch so sicher und ungezwungen wie bewanderte Komödianten bewegen. Auch den Kapellmeister, den Reschaftlichen Levens zu erreichen, fand in Berlin eine Reichstagung des Kuratoriums für das deutsche Fachschrifttum statt. Hervorragende Sachkenner aus den verschiedensten Zweigen der Wirtschaft und der Verwaltung behandelten im Rahmen dieser Tagung die Bedeutung des deutschen Fachbuches als Mittel zur Leistungssteigerung. Der Leiter des Kuratoriums für das deutsche Fachschrifttum und Leiter der Schrifttumsabteilung im Reichsministerium für Volksaufklärung und Propaganda, Ministerialdirigent Alfred Ingemar Berndt, konnte in seiner Eröffnungsrede zahlreiche Vertreter aller Reichsministerien, des Beauftragten für den Vierjahresplan, der DAF., der Reichswirtschaftskommer, des NS.=Lehrerbundes, der Studenten= und Dozentenschaft, der Reichsjugendführung und der Reichsschrifttumskammer begrüßen. Berndt behandelte dann zunächst die Grundgedanken der Arbeit des Reichskuratoriums. Ohne eine glänzend ausgebildete Facharbeiterschaft ließen sich die der deutschen Wirtschaft zur Sicherung der deutschen Zukunft gestellten Aufgaben nicht mehr durchführen. Hier erwachsen dem achbuch als Vermittler der Erfahrung und des Wissens seine großen Aufgaben. Es müsse das nötige Rüstzeug liefern. Berndt zeigte dann die großen Aufgaben auf, die sich daraus ergeben. Zunächst habe man aus hunderttausend Buchtiteln sechstausend ausgesondert, die besonders geeignet zu sein scheinen. Diese Zahl werde weiter verringert werdn. Das Ziel heiße: Für jeden Zweck nur ein gutes und geprüftes Buch an Stelle von zehn oder fünfzehn, dafür höhere Auflage und niedrigere Preise; systematische Durchführung des Stoffaufbaues des Fachbuches für den Lehrling, den Gesellen, den Meister und den akademisch Vorgebildeten, so daß jedem Volksgenossen die sofortige Auswahl des für ihn geeigneten Fachbuches ermöglicht wird; Schaffung des von Staatssekretär Hanke in seiner Frankfurter Rede geforderten Fach=Taschenbuches; Ausmerzung aller alten und dadurch oft gefährlichen Fachbücher aus allen Büchereien; Schaffung von Fachbüchereien in jedem Betriebe und Ort: Schaffung von Fachbuch=Lesesälen, die Einrichtungen zur sofortigen Erprobung des Gelesenen an Tafel und Zeichenbrett enthalten; Vereinfachung des Inhalts und der Darstellung in den Fachbüchern. Alle diese Maßnahmen müßten innerhalb eines Jahres durchgeführt sein; eine Kapitulation vor Schwierigkeiten gebe es nicht. Alle Kreise, die an der Herstellung, der Verwendung und Verbreitung des Fachbuches beteiligt seien, hätten die Pflicht, es zum schlagkräftigsten Instrument für die Leistungssteigerung des Volkes zu machen. Nach den Ausführungen Berndts, die wiederholt von lebhaften Zustimmungskundgebungen unterstrichen wurden, begann die Reihe der zahlreichen Fachreferate. Tolkwang-Woche in Ellen Zum Abschluß des Semesters warten auch die Folkwang=Schulen der Stadt Essen mit einem Jahresbericht der Leistungen auf. Einen aufschlußreichen Querschnitt über die vielfältige künstlerische Erziehungsarbeit zu geben, die an dieser Anstalt gepflegt wird, in öffentlichen Darbietungen einen Begriff der erreichbaren Resultate zu vermitteln, braucht's freilich eine ganze Woche. Alle gisseur wie den Bühnenbildner hat die Schule hervorgebracht und ergänzt so nach allen Seiten hin das Bild einer künstlerischen Erziehungsanstalt für alle Fächer. Dr. Josef Schwermann Auszeichnung für Reinz Wilthelm Stipenndium für eine Italienreise Mit einer schönen und wertvollen Auszeichnung wurde der junge Bochumer Maler Heinz Wilthelm bedacht. In diesem Jahre wurde zum ersten Male ein Reisestipendium für eine Italienfahrt von der Staatlichen Kunstakademie in Düsseldorf ausgesetzt, das fortan alljährlich zur Verteilung gelangt und je einem jungen Maler, Bildhauer und Architekten zugewiesen wird. Der begabte junge Bochumer Künstler erhielt nun in diesem Jahre das Stipendium des Malers nach einer eingehenden Prüfung der von ihm vorgelegten Arbeiten. Das Stipendium beträgt 1500 RM. Wir freuen uns um so mehr über diese Auszeichnung des Bochumer Künstlers, als sie die Anerkennung eines malerischen Schaffens bedeutet, das wir im„BA“ wiederholt und eingehend einer besonderen Würdigung unterzogen. Alfred Böckmanns Ballett„Der Zauberer“ wurde von Generalintendant Dr. Georg Hartmann zur Uraufführung an der Duisburger Oper angenommen. Die Deutsche Shakespeare=Gesellschaft hält ihre Hauptversammlung verbunden mit der Feier des 75jährigen Bestehens Samstag, 22. April und Sonntag, 23. April in Weimar ab. „Woche der Lebenden“ in Frankfurt „Rebellion um Treußen“.— Das neue Werk Beihges Die„Woche der Lebenden“, die vom 19. bis 25. März in Frankfurt am Main durchgeführt wurde, und die mit einer Reihe mustergültiger Inszenierungen zeitgenössischer Dramen und Opern einen geschickten Querschnitt durch das Schaffen unserer Tage gab, nahm ihren Auftakt mit der Uraufführung von Friedrich Bethges Tragödie„Rebellion um Preußen“. Zu dem Stoff wurde der Autor durch die japanische Militärrevolte im Frühjahr 1936 angeregt. Wie auch bei seinen= andern Stücken, erinnert sei nur an den„Hungermarsch der Veteranen", verlegt der Dichter die Handlung aber nicht in diese Zeit, sondern in den preußischen Ordensstaat Heinrich von Plauens. Der Konflikt, der nach dem Thorner Frieden zwischen Heinrich und seinem Marschall Michael Kuchmeister entstand, bildet den Kern des Geschehens: Heinrich vertrat die Politik der Wehrhaftigkeit, Küchmeister war zu jedem Kompromiß bereit. Und hierbei unterstützten ihn die greisen, kampfmüde gewordenen Großgebietiger. Für den Hochmeister aber treten die jungen von Wielefs Empörergeist erfüllten Ordensritter ein. Sie fordern aber weiter noch die Aufhebung des sinnlos gewordenen Zölibats, die Aufhebung der veralteten Ordenssatzung und die Entfernung ihrer Anhänger. Doch ihr Begehren ist nach dem Gesetz des Ordens strafbar, und der von ihnen vergötterte Hochmeister muß selbst über sie zu Gericht sitzen. Ein wenig später erfüllt sich auch seine Tragödie: Küchmeister hat den im Herbst 1413 begonnen Feldzug gegen Jagiello abgebrochen, kehrt in Eilmärschen nach der Marienburg zurück und setzt den krank gewordenen Löwen Heinrich von Plauen ab. Während Küchmeisters verfehlte Friedenspolitik immer mehr dem Schiffbruch zusteuert, schmachtet Plauen im Kerker, welkt sein Leben in der Gefangenschaft daBethge hat diesen gewaltigen Tragödienstoff in fünf ungeheuer stark beeindruckenden Akten lebendig werden lassen. Prachtvoll sind die Dialoge geformt, bewundernswert ist der Aufbau des Ganzen angelegt, doch hätte eine teilweise noch mehr gestraffte Anlage die ten Erfolg. ohnehin schon starke Wirkungskraft des Werkes um einiges noch erhöhen können. Der Uraufführung, die Generalintendant Hans Meißner(Bühnenbilder: Helmut Jürgens) mit größter Liebe und Sorgfalt vorbereitet hatte, war ein stürmischer Erfolg beschieden, für den sich mit dem Dichter und dem Regisseur die Hauptdarsteller Walter Richter, Wolfgang Büttner und Mat Noack immer wieder bedanken konnten. Diesem interessanten Werk schlossen sich dann in den beiden Schauspielhäusern und in der Oper Kolbenheyers„Gregor und Heinrich“, Müller=Schelds „Novemberballade", Möllers„Untergang Karthagos“, Bacmeisters„Der Größere“, Reutters„Die Kirmes von Delft“, Orffs„Carmina burana" und viele andere an, den Abschluß der Woche bildete dann nochmals eine Uraufführung. Mit der Komödie„Die zwei Gesichter einer Königin“, deren deutsche Uebertragung Dr. Kurt Sauer mit feinem Verständnis besorgt hatte, stellte sich im„Kleinen Haus“ der junge italienische, Dichter gre W eama vor Meano der heute achtunogrerzighat sich gutem Klang zu schaffen gewußt. Sein Lustspiel wurde im Der engere Kreis: 25 Männer und 60 Mäcchen wurden für die Schlußprüsung der Westsälischen Schauspielschule Bochum zugelassen Nachdem der Prüfungsausschuß der Westfälischen Schauspielschule Bochum(Direktor Willi Busch, Oberspielleiter Viktor Ahlers, Chefdramaturg Walter Thomas) von seiner Talentsuche Sonntag wieder zurückkehrte, steht der Kreis der zur letzten Prüfung zugelassenen Bewerber um die 24 Freistellen der Bochumer Theaterschule nunmehr fest. In München, Dresden, Hamburg und Berlin wurden nach den Prüfungen in Bochum, über die der„BA“ bekanntlich eingehend berichtete, weitere Bewerberinnen und Bewerber angehört. Insgesamt sind rund 700 Bühnenanwärter (unter ihnen etwa 400 Mädchen) geprüft worden. Eine letzte Vorprüfung findet am kommenden Sonntag noch einmal in Bochum statt. Dann wird der Kreis der zur Schlußprüfung zugelassenen Bewerber mit bis jetzt rund 25 Männern und 60 Mädchen genau festliegen. Am Sonntag, 9. April, wird dann die letzte Ausscheidung unter diesen Bewerbern vorgenommen und die 24 begabtesten Kräfte erhalten die Aufnahme in die Westfälische Schauspielschule.— Ganz allgemein ergaben sich auch für die Bochumer „Entdeckungsfahrt“ die größten Schwierigkeiten bei der Suche nach dem männlichen Bühnennachwuchs, Schwierigkeiten, mit denen auch z. B. die Film akademie sowie die Staatliche Schauspielschule in Berlin besonders zu kämpfen hatten. Doch ist das Ergebnis der Bochumer Talentsuche, wie aus der angegebenen Zahl hervorgeht, auch hier ganz außerordentlich, so daß man dem endgültigen Aufbau der Schule mit großer Erwartung entgegensieht. Dezember 1937 im Theatro delle Arte. der Bühne der Faschistischen Confederation, uraufgeführt und trat von dort aus einen beispiellosen Siegeszug durch alle Theater Italiens an. Richard Salzmann, der die Einstudierung übernommen hatte führte auch diese Uraufführung mit Alice Verden, Toni Impekoven, Fritz Saalfeld und vielen andern zu einem von lebhaftem Beifall umrauschHans Pott Geschichtstafel 28. März 1884 Gründung der deutschen Kolonialgesellschaft durch Karl Peters. 1933 Dr. Otto Pielum zum Staatskommissar für Bochum ernannt: am 13. Mai zum kommissarischen Oberbürgermeister; am 24. November Einweisung als Stithtroerutge. SCcIh KTEAYE Zum Nachtmahl kam Dzawachoff aufgefrischt und elegant, wie er immer gewesen war. Er war nur etwas magerer und gelber im Gesicht geworden. Unerwartet erschien auch Freddie und, was Good die Laune verdarb, die Nikolewa. Er konnte das Weib nicht leiden und zweifelte daran nicht, daß diese Antipathie auf Gegenseitigkeit beruhte. Was nur Joan an ihr gefiel?— Später setzten sie sich zu einem Bridge in den Garten. Sie spielten eine Stunde, und erst, als die Gäste auseinandergingen, bemerkte Good Achmed, der im Schatten der Bäume stand. Der Kurde mußte dort schon eine Zeitlang gestanden haben. Als er bemerkte, daß die Gäste sich erhoben und verabschiedeten, schlich er längst der Mauer dem Hause zu. Good holte ihn schnell ein.— „Was treibst du in der Nacht im Garten?“ „Ich wollte etwas frische Luft schöpfen.“ Seine Stimme war ganz ruhig.—„Daß sich das nicht wiederholt. Wenn ich Gäste habe, dann bleib, falls ich dich nicht rufe, im Hause. Hast du mich verstanden?"— „Ja, Herr.“— Good wollte nach oben gehen, als der Kurde seinen Arm berührte.— Was willst du?"— „Ich möchte gern wissen. ob Agha Dzawachoff sich allein gerettet hat.“— Good blickte ihn verwundert an.—„Allein! Warum?“— Achmed antwortete nicht, sondern stellte noch eine Frage.—„Dzawachoffs Abteilung ist durch die Bolschewisten zerschlagen worden?"—„Ja.“— Good ging nach oben.— Es war schließlich nicht zu verwundern daß Achmed sich interessierte, was mit Dzawachoffs Abteilung geschehen war, hatte er doch auch an dieser Tragödie teilgenommen. * An einem mit Vorspeisen gedeckten Tisch saßen drei Menschen. Der Rat der Sowjetgesandtschaft Einhorn, Genosse Wania und Nr. 103. Diesen letzteren nannten sie auch unter sich so, damit, falls jemand ihr Gespräch belauschen würde, nicht verraten würde, wer dieser geheimnisvolle 103 im schneeweißen Anzug mit goldenen Knöpfen und glatten, schwarzen Haaren war. Das einzige, was an ihm geheimnisvoll war, war nur seine schwarze Brille. Er war elegant, frisch gepflegt, durchaus nicht bolschewistisch. „Also, Genossen“, fing Einhorn die Diskussion an, „vor allem gebührt dem Genossen Winia ein Lob für die geschickte und witzige Vereitelung der kaukasischen —„Eo ist zut haß es n! Es ist noch nicht Zeit, Stimme des Genossen 103 klang „Was habe ich damit zu tun? Seien Sie mit den Kommandanten der beiden Kompanien unzufrieden. Der eine hat nicht genau die Leichen gezählt oder sich um versehen, der andere hat einen noch größeren Fehler begangen; er verstand nicht Herr der Demoralisation seiner Soldaten zu werden.“ Es ist gut daß es Good gelungen ist, zu ihn zu fangen!" Die hart und überzeugend. Einhorn legte die Hände auseinander.„Wie Sie meinen, Genosse. Ich bin, wie gesagt, in diesem Spiel nur Beobachter. Ich will mich in nichts einmischen.“— „Das ist sehr lobenswert, Genosse Einhorn. Aber warum waren Sie dann gestern bei Good?“ Lächelnd betrachtete Einhorn die gefaltete Stirn des Genossen 103. „Ich bin unabhängiger Resident der GPU. und tue hier, was mir beliebt. Was meinen gestrigen Besuch anbelangt, so wollte ich Good einfach zur Tätigkeit Cesare Meano vor. Meano, der heute achtunvorr###### jährige, Faschist, kommt von der Presse und har siah auch als Schriftsteller schon einen Namen von guten Klang zu schaffen gewußt. Sein Lustspiel wurde in gekommen?“—„Anscheinend nicht, wenn er Goods ist. rate Ihnen, nehmen Sie sich in acht! Dieser Achmed scheint mehr zu wissen, als er erzählt. Einhorn lächelte boshaft.„Ei, Wania, ich möchte nicht in Ihrer Haut stecken! Diesem Kurden wird es noch einfallen, wer seinen Herrn verraten hat, und was wird dann mit Ihnen sein?“ Wania antwortete nicht. Mit zitternder Hand goß er sich einen Schnaps ein. Er hatte gedacht, daß er die quälenden Gewissensbisse schon losgeworden war, überzeugte sich aber, daß sie mit doppelter Wucht wieder hervorbrechen konnten.— „Nicht ich hab sie umgebracht!“ rief er wütend.„Meine Hände sind rein. Bis jetzt hat sie noch kein Blut befleckt.“— Gerade das ist schlecht. Sie hätten dann keine Gewissensbisse.“ Einhorn betrachtete seine gepflegten Hände.—„Auf meinen sieht man auch keine Spuren, obwohl...“ Er machte eine vielsagende Handbewegung.„ Hemasf, Einharn mir hak„Schweigen Sie, Genosse Einhorn, wir haben Wichtigeres zu besprechen. Soll Wania mit Achmed machen, was er will. Er hat freie Hand in dieser Sache.“— „Gut!“ erklärte sich Einhorn einverstanden.„Die uns am meisten interessierende Angelegenheit ist die geplante Tätigkeit der englischen Auskunft in Turkistan. Sie wollen die dortigen Stämme aufwiegeln, nach Merw und Fergan aus den Bergen Banden schicken und Aufstände organisieren, die Turkistan und den Kaukasus und in den Träumen der Herren aus London das ganze rote Rußland hineinziehen würden. Drücke ich mich richtig aus, Genosse 103?“— Vollkommen.“— „Gut. Es geht jetzt darum, diese Pläne in ihren Anfängen unschädlich zu machen. Good wird vorsichtig Wu anspoxgen,„Ich fürchtete schon, gegßt er sezrgz., Klap, geworden sein und wird nicht so, leicht in eine Falle nach Meschhed zu fahren, aufgegeben hat, und das hätte unsere Aufgabe sehr erschwert.“—„Aber warum haben Sie ihm gesagt, daß Sie sich mit mir treffen?"— „Um ihn zu reizen und zu ärgern.“—„Bitte, geben Sie acht, daß dieses Spiel nicht ein schlechtes Ende für uns nimmt. Sie halten Good und überhaupt die ganze englische Auskunft für Idioten. Das ist falsch, und diese Ansicht kann schlechte Folgen für unsere ContreAuskunft haben. Die Engländer arbeiten langsamer wie wir, dafür aber solider. Good weiß, was er macht, und man muß damit rechnen, daß er früher oder später auf meine Spur kommt. Und was dann?" „Keine Angst! Diesen Augenblick erlebt er nicht. Wenn er erfährt, wer sie sind, Genosse, wird er für uns nicht mehr gefährlich sein.“ Einhorn fühlte sich sehr sicher.—„Ich bin nicht restlos überzeugt davon! Ich halte Good für einen viel gescheiteren und viel klügeren Menschen, als er zu sein scheint. Zwei Jahre haben wir ihn in Turkestan gesucht, saß uns dort beinah vor der Nase, und wir haben ihn nicht erwischt. Geben Sie acht, Genosse Einhorn, daß. Sie nicht dasselbe Los teilen wie die, die Good in Turkestan nicht fangen konnten.“ Einhorn schnitt eine häßliche Grimasse. Das wäre wirklich keine angenehme Aussicht!„Sie überschätzen entschieden die Fähigkeiten Goods, Genosse 103. In gewissen Sachen ist er klug, ganz sicher auch ein mutiger Kerl, das beweist schon seine Flucht aus gehen, wie bei der Expedition nach Baku. Wir dürfen nicht zulassen, daß er irgend etwas zu organisieren anfängt. Wir können nicht zulassen, daß er nach Meschhed oder noch weiter kommt.“—„Wie wollen Sie das verhindern? Durch persönliche Ratschläge und Warnungen?“—„Spottet nicht. Ich weiß sehr gut, daß keine Warnung— und meine am wenigsten— helfen würde, Good davon abzubringen. Er wird sich immer bemühen, die Londoner Befehle so genau wie möglich auszuführen.“—„Also, was werden wir tun?“—„Wir werden den Vogel fangen!" „Finden Sie nicht. Genosse, daß es besser wäre, wenn Good hier im Lande bliebe? Wir kennen ihn, kennen seine Pläne— es ist bequem zu arbeiten. An seine Stelle kommt jemand, den wir nicht kennen, und inn sein?“— Einhorn lachte in sich hinechen. alles ist Erpedstion, Trozdem bitte ich, den Kopi nicht zu boch) dem umzingelten Dorf. Aber das ist für einen Aus=zposse bebeg, dern das Loh kommt eigentich nur— bess,..„wenig.“— Um so mehr, wenn es um die Der Pian. wird. was wird, dann seinr.—. Einhorn ,lachte in sich hin: ein.—„Darüber werde ich gleich sprechen. alles ist schon vorbereitet. Jetzt geht es nur darum, wie wir Good in unsere Hände bekommen.“—„Er fährt in zwei Tagen auf die Jagd nach Masenderan auf das Gut Hussein Zades“, warf Wania vielsagend ein.— „Eben darauf beruht mein Plan. Während der Jagd müssen wir ihn erwischen. Das Boot wird bereitstehen und wird ihn sofort aufs Schiff bringen. Er wird früher, als er dachte, in Baku sein. Was sagen Sie dazu, Genosse?“—„Meiner Ansicht nach“, antwortete Genosse 103 wäre es besser, Good in Ruhe zu lassen. Genosse 103 zuckte die Achseln. „Also, was den Nachfolger Goods anbetrifft...“ „Ihr habt es aber eilig, den Genossen 103 loszuwerden und mich wieder unter eure Fuchtel zu nehmen", murmelte Wania über ein Glas gebeugt. Einhorn tat, als habe er diese Stichelei nicht gehört. Wania hatte recht. Einhorn wollte endlich seine frühere Alleinherrschaft wiedererlangen. Er vertrug keine parallele Macht neben der seinen, und außerdem wollte wollte er dem Kommissar Karachan ein Schnippchen sclagen..." 9..4 MitN.3 Trather „Der Nachfolger Goods wiro zweisellos Frache,! Ich habe schon aus London Nachrichten, daß die Sache perfekt ist. Einmal haben sie seine Kandidatur abgelehnt und Good gewählt. Aber nach Goods Verschwinden werden sie keinen anderen Kandidaten für dieses Revier finden!" „Und was haben wir davon?“....„ gitg, „Frather ist schon in meinen Händen!“ Einhorn sprach, die Genossen betrachtend, die letzten Worte langsam aus. Er wollte wissen, was für einen Eindruck diese Nachricht auf ihn machte. Tatsächlich fingen sie Feuer. „Was wollen Sie damit sagen, Genosse?“ fragte Nr. 103. Frather hat im Iranischen Klub an mich 5000 Pfund verloren. Er soll die Schuld in achtundvierzig Stunden bezahlen. Da er aber nicht weiß, woher diese 5000 nehmen soll, wird er sie nicht bezahlen.“ „Dann wird er sich eine Kugel durch den Kopf jagen“, meinte Wania gemütlich. „Nein, ich werde ihm einen Ausweg andeuten. Ich werde ihm für diesen Preis den Dienst bei uns anbieten. Vorläufig nichts Wichtiges. Es geht nur darum, daß er sich einmal im Netz verfängt...“ „Und wenn er nicht darauf eingeht?“ „Darüber macht euch keine Sorgen! Frather hängt am Leben und liebt das Vergnügen. Er wird die letzte Rettungsmöglichkeit nicht von sich schieben. Schon lange habe ich ein Auge auf ihn; man muß die Gelegenheit ausnützen.“ „Ein hübscher Plan“, murmelte 103. den Rauch durch die Nase blasend.„Ob er gelingt?“ „Meine Sorge!“ antwortete Einhorn beleidigt. „Der arme Frather! Sicher quält ihn jetzt das Schlucken, so angestrengt denken wir an ihn", lachte Wania..., hahem Sicher hat.— bas „Da wirst du recht haben. Sicher hat er das Schlucken, aber vom Saufen. Ex trinkt wohl eben bei Hussein Zade. Morgen werde auch ich bei ihm sein, um die Einzelheiten der Jagd zu besprechen.“ „Denken Sie daran, Genosse, daß Good nichts passieren darf!" Die Stimme des Genossen Nr. 103 war befehlend. Einhorn verzog den Mund. „Aber natürlich, das versteht sich doch von selbst.“ Er dachte jedoch ganz andess. Er fand es als das beste, Good direkt ins Jeseits zu befördern. Uebrigens hatte er aus Moskau schon dementsprechende Anweioeven, ven os Lelbarer Beohachter der Vorfäle, runsichef zu wenng.—„Un ig mehr, weng es um die Lage berschlimmern:—„Wied nicht gelingenf Sie häte verschiedenes zu beanstanden!“— Wania schnit Flucht geht. Da ist das Verdienst seiner Frau 9r3sz witzeln wohl, Genosse. Alls wird stimmen wie in einem ein Gesicht. Er wußte, daß Einhorn ihn nicht mochte sgig seins.“ Wonig, lachte spöttisch.— Gen=Wansz Uhrwerkl Lassen Sie das nur meine Sache sein. ein Gesicht. Er wußte, daß Einhorn und stets bereit war, ihm etwas anzuhängen und irgendwie ein Loch ausfindig zu machen.—„Genosse Einhorn hat etwas auszusetzen?“— Einhorn sah auf Genossen 103, der stumm dasaß und leidenschaftlich eine Zigarette nach der anderen rauchte.—„Ja. Es war ein Fehler, daß es Sultanoff gelingen konnte, zu entfliehen. Er hat uns dadurch Schwierigkeiten bereitet. Wäre es anders gewesen, hätten wir Good schon in unseren Händen!“ sah ihn von der Seite an.—„Wissen Sie, Wania, wer der neue Diener Goods ist?“ Wania machte eine abwehrende Bewegung.„Das interessiert mich herzlich wenig. Diese Sachen unterliegen ausschließlich dem Genossen Einhorn.“—„In diesem Falle geht es Sie an, Wania. Der Diener Goods ist Achmed, der frühere Diener Sultanoffs!“ Wania erblaßte und stürzte ein Glas Schnaps hinunter.—„Achmed? Wie kommt der dahin? Er ist doch mit seinem Herrn zusammen um90 890 s. 2, Zingen und Sie werden die sungen erhalten. Er sagte davon jedoch weder Wania „Und was macht Madame Good?“ fragte Wania, sich streckend. „Geht in Ordnung!“ antwortete Nr. 103.„Sie hat einen Geliebten und trifft sich mit ihm in seiner Junggesellenwohnung. Dem Mann erzählt sie, daß sie die Nikolewa besucht, die weiß natürlich von allem und wenn Good sie nach seiner Frau fragt, sagt sie selbstverständlich, daß sie um die und die Stunde bei ihr war.“„risehuns H (Fortsetzung folgt) „Wie Sie meinen, Genosse Einhorn. Jedem kann ein Fehlschuß passieren: bei einem Eber aber ist ein Fehlschuß am gefährlichsten. Ihr solltet daran denken, Genosse!“ „Herzlichen Dank für die Warnung, aber ich kann Good nicht mit einem Eber vergleichen. Eher mit einem Frischling, wenn schon nicht mit einem gewöhnlichen Kalb.“ Seite 10 Nr. 74/ Bochumer Anzeiger] Dienstag, 28. März 1939 Turnen und Inder verlangerung einüneden Stari zam neden Tahban- Wenbewvera *.B. Sir-6e Schalke 04 und Admira Wien stchen hoch im Kurs Um die Stadtmeilterschaft im Schulfußball— Volksichule Harpener Straße Schlug Volksichule An der Landwehr:0(:0) Dem Abschluß unseres Gaumeisterschafts=Wettbewerbs schließt sich das der Ermittlung des Deutschen Fußballmeisters gewidmete Preisausschreiben an. Das Bewerberfeld ist nun vollständig am Start Sonntag holte sich der DFK. Warnsdorf die Meisterschaft des Sudetenlandes, Vorwärts Rasensport Gleiwitz den Sieg im Schlesierland und Schweinfurt 05 durch einen freundlichen Hilfsdienst von Neumeyer Nürnberg die Bayern=Meisterschaft. Praktisch kann man dazu den Dresdner Sportclub als Meister des Gaues Sachsen, den VfT. Osnabrück als Meister des Gaues Nieder= noch Gelegenheit, die Chancen der teilnehmenden Meister zu überprüfen. Unter den bis jetzt vorliegenden eiwa 1000 Einsendungen nehmen Schalke 04 und Admira Wien eine Sonderstellung ein. Das Vertrauen zu Schalke 04 überwiegt dabei die Wertschätzung, deren sich der Wiener Fußball allgemein erfreut. Schalle führt im Verhältnis von 10:7 vor Admira. Wir glauben aber nicht fehlzutippen, wenn wir annehmen, daß mancher Einsender nach Schalkes:=Niederlage gegen den Nordmarkmeister Hamburger Sportverein gern seinen Lipzettel korrigieren würde. Von den anderen Meistern den VfL. Osnabrück als Meister des Gaues Nieder= Tipzettel andere Möglichleiten ossen läßt, vier die Theorte noch) wit.) der„(Spoxtoerein genannt,. Und Fortuna DüsserAher das soll uns zunächst nicht kümmern. Die dorf und die Stuttgarter Kickers? Aber das son uns zunachh nicht kümmern. Die Frage nach dem zukünftigen Deutschen Fußballmeister bildete den Auftakt zur frisch=fromm=fröhlichen Tipperei. Es wird sich erst nach Abpfiff des Endspiels am 18. Juni im Berliner Olympia=Stadion herausstellen, wer den richtigen Riecher hatte. Für die richtige Voraussage vergüten wir 10 Punkte. Wir hoffen damit auch diejenigen Tipster„bei der Stange" zu halten, die nach einigen Fehlschlägen ansonsten entmutigt die berühmte Flinte ins Korn werfen. Bis Mittwoch hat also jeder dorf und die Stuttgarter Kickersk Nachstehend also der erste Tipzettel für die Spiele am 2. April. Wir beschränken uns während der Gruppenspiele auf vier Spiele an jedem Sonntag, um eine „Ueberfütterung“ zu vermeiden und unserem Hauspropheten die Arbeit nicht zu sehr zu erschweren. Daß wir uns bei der Auswahl immer besondere Rosinen herauspicken, ist selbstverständlich. Und nun zum ersten Male hinein... Die siegreiche Mannschaft der Schule an der Harpener Straße. Links Schiedsrichter Lang. Der Jugend=Fußball hat in Bochum in den letzten Jahren einen großen Austrieb erhalten. Neben der Breitenarbeit in den Fußballvereinen, die sich der Jugend schon wegen der Nachwuchsfrage annehmen, ist auch die Stadt Bochum in den letzten Jahren als Förderer des Schul=Fußballs in Erscheinung getreten. Seit zwei Jahren wird in Bochum die Stadtmeisterschaft im Fußballspiel unter den Volksschulen Groß=Bochums ausgetragen, wobei jeweils der Sieger in den Besitz eines Wanderpreises kam. Die Stadt Bochum hat sich nun aber entschlossen, in jedem Jahre einen neuen Preis für den Sieger zu stiften. Eine besondere Förderung des Schul-Fußballs durch die Stadtverwaltung bedeutete die Anstellung des Altinternationalen„Schorsch“ Hochgesang als Sportlehrer für den VfL. Bochum 48 und für die Bochumer Volksschulen. Allwöchentlich erhalten jeweils 30 Jungen aus den verschiedenen Volksschulen Bochums dreimal Unterricht durch Hochgesang in der Grundausbildung. Im letzten Jahre haben die 50 Bochumer Volksschulen, die sich an der Stadtmeister„BA-Fusban-Weitbch2 Sonntag, 2. April 1939 Sieg holte sich VfL. Bochum 48 gegen VfB. Gerthe. Langendreer O7 unterlag gegen Witen O7 1, während Preu=„.8 ßen 11 gegen Witten 07 II unentschieden spielte.####h Die Ergebnisse: Preußen 07 Bochum 1— MBV. Linden 2: BfB. Gerthe—. BfL. Bochum 48:6, Langendreer 07— Witten 07.:3, Preußen 11 Bochum— Witten 07 II:1. Um den Bannmeistertitel im Handball 1. Jugend BfL. 48 :0, Blau)Weiß Berlin— HSV. Hamb. Admira Wien— Kickers Stuttg. 1. Jugend Turngemeinde Witten 3 5 Die Bochumer Mannschaft konnte trotz Ersatz für Schalke 04 SC. Kassel 03 die nach Dortmund zur HJ.=Führertagung einberufenen Spieler den Sieg erringen. Die Wittener fanden sich schnell und lagen sofort mit:0 in Führung, während die VfLer noch bis zur Pause auf:1 aufholen konnten. Bereits Mitte der Halbzeit führte der BfL. mit:1. Selbst ein 13=Meterball wurde von Bochum nicht ausgenutzt. Als die Bochumer sich bei diesem schon sicher fühlten, konnte Witten noch kurz schaft beteiligten, durchweg ihre erste Ausbildung durch vor Schluß durch zwei schöne Tore die Torspanne verHochgesang erfahren. ringern. Das Rückspiel folgt am kommenden SonnIn den zahlreichen Vorkämpfen hatten sich die bei= tag in Witten. Volksschulen an der Harpener Straße und„An der den Volkschulen an der Harve Landwehr“ für das Endspiel qualifiziert, des gestern nachmittag auf dem Stadion an der Castroper Straße ausgetragen wurde. Natürlich waren aus beiden Lagern die Schüler recht zahlreich vertreten, um ihrer Mannschaft die Rückendeckung zu geben. Während die Schule„An der Landwehr“ in der Uniform des Deutschen Jungvolks spielte, traten die Jungen von der Altenbochumer„Insel“ in der blauen Kluft des BfL Bochum 48 an. Für den Kampf waren zweimal 30 Minuten vorgesehen. In der ersten Halbzeit waren die„Blauen" technisch und taktisch überlegen, aber in der zweiten Hälfte kamen die„Braunen“ gut in Fahrt. Auf beiden Seiten wurde mit dem ganzen Einsatz des jugendlichen Ehrgeizes gekämpft, aber keiner Partei gelang es, ein Tor in den regulären 60 Minuten zu erzielen. So mußte der Kampf in der Verlängerung von zweimal 15 Minuten entschieden werden. Die„Blauen“ hatten in den ersten 15 Minuten schon zwei gute Chancen, aber der gegnerische Hüter vereitelte die Versuche. Nach erneutem Seitenwechsel fiel witz dann nach 5 Minuten durch das siegbringende Tor des blauen Mittelstürmers die Entscheidung.„ Ueberschäumende Freude im Lager des Siegers, bedröppelte Gesichter im Lager des Verlierers, die in dem Schwur„Im nächsten Jahre..“ einen Trost suchten. Kreisschulrat Wulfes begrüßte bei der anschließenden Siegerehrung die zahlreich erschienenen Gäste und die Vertreter des Reichsbundes für Leibesübungen. Die Leibesübung sei heute ein wesentlicher Bestandteil der Erziehung. Nach nationalsozialistischem Grundsatz sei die Leibesübung gleichgestellt mit der Charakter= bildung. Die Dauer des voraufgegangenen Spieles habe auch die Leistungsfähigkeit der Schüler gezeigt. Er überreichte dem siegreichen Mannschaftsführer den Ehrenpreis der Bochumer Stadtverwaltung, die durch Stadtamtmann Surhoff vertreten war, und den vom „BA“ gestifteten neuen Fußball, während er der unterlegenen Mannschaft den Ball des Kampfes als Trostpreis übergab. Gleichzeitig übergab er sämtlichen Spielern ein kleines Buch als Ehrengabe der Kreisstelle für Schülerzeitschriften. Um die„Deutsche“ Vorw.-Raf. Gleiwitz— Worms Nicht ausfüllen Deutliche Anschrift Name: Sechs Gruppenspiele am kommenden Sonntag Der kommende Sonntag bringt den Start zur ersten Großdeutschen Fußballmeisterschaft. Der für diesen Tag bekanntgegebene Spielplan hat nachträglich noch einige Aenderungen erfahren. Insgesamt werden folgende sechs Spiele ausgetragen: GruppeI: Blau=Weiß Berlin— Hamburger SV. im Olympiastadion: BfL. Osnabrück— Hindenburg Allenstein in Hannover. Gruppe2a: SpVgg. Sülz 07— Fortuna Düsseldorf in Köln. Gruppe 3: Admira Wien— Stuttgarter Kickers im Wiener Stadion. Gruppe 4: FC. Schalke 04— SC. Kassel03 in Gelsenkirchen: Vorwärts RSV. GleiWormatia Worms in Gleiwitz. Das für den 2. April angesetzte Spiel zwischen dem Warnsdorfer FK. und dem Sachsenmeister findet erst am Karfreitag, 7. April, in Aussig statt. Der Bayernmeister greift erst am Ostermontag, 10. April, in die Ereignisse ein. Die Gaue Sachsen und Bayern haben dadurch eine letzte Frist erhalten, ihre Meister auf dem Spielfeld zu ermitteln. Im Gau Sachsen trägt der Dresdner SC. den letzten entscheidenden Kampf am kommenden Sonntag in Leipzig aus, während im Gau Bayern der führende FC. Schweinfurt 05 noch mit zwei Spielen im Rückstand ist. Wohnung: SummeGesamtsumme Drei Kämpfe am Karfreitag Am Karfreitag werden die Gruppenspiele mit nachstehenden drei Kämpfen fortgesetzt: Gruppe 2a: Viktoria Stolp— Sülz 07 in Stolp, Germania=Platz. Gruppe 2b: Warnsdorfer FK.— Sachsenmeister in Aussig. Gruppe 3: SV. Dessau 05— BfR. Mannheim in Dessau. Am Montag, 10. April, steigt die Begegnung des Bayernmeisters mit dem Warnsdorfer FK. am Ort des Bayrischen Meisters. Endkampf im Bezirk! Die Spielpaarungen für den kommenden Sonntag Die Entscheidung in der Bochumer Gruppe der Bezirksliga ist den Spielen um den Tschammer=Pokal vorgezogen worden, an denen noch die Bochumer Mannschaften Preußen, MBV. Linden und Westfalia Bochum beteiligt sind. In den für Sonntag angesetzten Meisterschaftsspielen zwischen der Sportgemeinschaft Wattenscheid und dem Turnerbund Eickel und zwischen dem MBB Linden und Preußen Bochum muß die Entscheidung darüber fallen, wer als GruppenDie Mannschaft des SC. Altenbochum wurde in der Gruppe 2 der Bochumer ersten Kreisklasse Gruppenmeister. Die siegreiche Mannschaft. Von links nach rechts: Steinhoff, Böhmer, Jägers, Jacobs, Westhoff, Strohmann I, Strohmann II, Riese, Hoffmann, Stetzka, Schulz. Manczyk in der Nationalltaffel National- und Nachwuchsltatfel der Amatcurboxer meister durchs Ziel geht. Die Situation ist bekanntlich Aufnahmen: Brüning Schulrat Wulfes überreicht dem Spielführer der siegreichen Elf den Ehrenpreis. Die Vorrunde der HJ.=Fußball=Bannmeisterschaft Sonntag begannen die Endspiele der HJ.=Fußball= Bannmeisterschaft. Von den neun Gruppen standen acht Gruppensieger im Kampf. Der neunte Gruppensicger wurde in Preußen 07 Bochum A II ermittelt, so daß neben Witten 07 auch Preußen 07 zwei A=Jugendmannschaften im Kampf um die Fußball=Bannmeisterschaft des Bannes 67 hat. Die Vorrunde sah den Titelverteidiger Preußen 07 Bochum I gegen MBV. Linden erfolgreich. Einen klaren so, daß Linden aus dem letzten Spiel gegen Preußen mindestens einen Punkt herausholen muß, sofern sich nicht in den vom Abstieg bedrohten Wattenscheidern ein freundlicher Schrittmacher findet. Die Spiele: Spthem. Wattenscheid— TV. Eickel. MBV. Linden— Preußen 07 Bochum. 4. Zwischenrunde um den Tschammer=Pokal: Olympia Bocholt— BfB. Bottrop; Grün=Weiß Bielefeld— Union Herford; BfL. Altenbögge— SV. Herringen: Teutonia Lippstadt— Tus. Neheim; BfL. Geseke— Borussia Lippstadt: 6; Menden— B/B. Weidenau; Sportfreunde Siegen—. BfB. Vielefeld: FC. Union Haspe— BSC. Wilhelmine Viktoria, Gelsenkirchen: BSC. Erin Castrop— Sieger aus Recklinghausen 13 Union Rotthausen. Im Anschluß an die Deutschen Amateur=Voxmezsterschaften wurden vom Fachamt Boxen des National= und Nachwuchsstaffeln der Amateurboxer aufgestellt. Ueber die Mitglieder der Staffeln wurde Startsperre verhängt. Sie dürfen nur mit Genehmigung des Fachamtes Boxen zu einem Kampf zugelassen werden. Mitglieder der Staffeln sind: Fliegengewicht: Nationalstaffel: Manczyk(Westfalen), Obermauer(Mittelrhein), Winskowski(Mitte), Bamberger p) sei##.. k#(Warhmarl) MVamet i##ch. Nachwuchsstaffel: Bebert(Nordmark), Blümel(Sachsen), Karstädt(Sachsen), Kohn(Ostpreußen), Koschir (Niederrhein). Krüger(Hessen), Platte(Nordmark), Schwenzle(Württemberg), Sonnenberg(Niedersachsen) Bantamgewicht: Nationalstaffel: Wilke(Niedersachsen), Hacker(Sachsen), Prieß(Nordmark), Schiller(Berlin=Mark Brandenburo).„A4Lf. 9u:. 4 eumern), Giaet-ich Nachwuchsstaffel: Borman(Pommern), Dietrich (Bayern), Pichler(Ostmark), Schindler(Mitte), Schubert(Niedersachsen), Suchan(Württemberg). Federgewicht: Nationalstaffel: Graaf(Berlin=Mark Brandenburg), Schöneberger(Südwest), Büttner II(Schlesien), Jaro (Simarl. ugt..ukrte(pis Nachwuchsstaffel: Brandenbusch(Niederrhein), Brinkmann(Mitte), Dregereit(Niederrhein), Grajetzli,(Oftpreußen). Klahre(Sachsen), Norek(Westfalen), Petry(Hessen), Schmitt(Bayern), Witte(Niederrhein). Leichtgewicht: Nationalstaffel: Heese(Niederrhein), Nürnberg (Brandenburg), Kuklinsti(Nordmark), Kramer (Westfalen). Nachwuchsstaffel: Blumenthal(Niedersachsen), Gaenserig(Pommern, früher Westfalen), Gorczyzy(Brandenburg), Krage(Brandenburg), Zeilhofer(Bayern). Weltergewicht: Nationalstaffel; Murach(Westfalen), Herchen bach(Niederrhein), Bredehorn(Nordmark), Schmidt (Niederrhein). Nachwuchsstaffel: Dörries(Niedersachsen), Fiedler (Niederrhein), Kauer(Nordmark), Quoos(Ostpreußen), Räschke(Nordmark). Mittelgewicht: Nationalstaffel: Pepper(Westfalen), Baumgarten(Nordmark), Weirich(Baden), Schellin(Brandenburg). Nachwuchsstaffel: Kubiak(Westfalen), Lehrmoser(Hessen), Riemann(Nordmark), Woll(Pommern). Halbschwergewicht: Nationalstaffel: Schnarre(Westfalen), Koppers(Niedersachsen), Schmidt(Nordmark), Pauler(Sudetenland). 4f...#84.#, SNr 106. Nachwuchsstaffel: Birka(Schlesien), Koller(Ostmark), Lindler(Niederrhein), Schön(Pommern), Seelisch(Brandenburg), Sohn(Ostpreußen), Trillhase (Niedersachsen). Schwergewicht: Nationalstaffel: Runge(Niederxhein), Kleinholdermann(Brandenburg), Ortmanns(Mittelrhein), Grupe (Nordmark) Nachmuchsstaffel: Bartl(Bayern), Bohn(Mitte), Gerigk(Ostpreußen). Merl(Mitte), Klose(Schlesien), ten Hoff(Niedersachsen). Henkel Menzel fiegen in San Remo Generalfeldmarschall Göring als Zuschauer In San Remo wurden in Anwesenheit des Generalseldmarschalls Hermann Göring, der für das Männer=Einzel vier Ehrenpreise gestiftet hatte, die Endrunden ausgetragen. Der jugoslawische Davispokalspie Seite 11 Nr. 74] Bochumer Anzeiger] Dienstag, 28. März 1939 ler Franta Puncec gewann das Einzel:3,:3, :2 gegen den Italiener de Stefani. Die weiteren Preisträger sind die in der Vorschlußrunde ausgeschiedenen Heinrich Henkel und der Böhme Caska. Im Männer=Doppel gab es einen großen deutschen Erfolg durch Henkel Menzel, die mit:6,:4, :1,:3 über die Jugoslawen Puncec(Mitic die Oberhand behielten. Auch im Gemischten Doppel feierte Henner mit Wheeler einen Sieg. Das deutsch=amerikanische Paar schlug in der Endrunde Florian(Puncec (Jugoslawien):3,:4. Einen weiteren deutschen Erfolg gab es im Vorgabe=Frauendoppel durch Hein=MüllerOechsner, die die Italienerinnen Elena Lombardi :3,:6 schlugen. P AnPar PISA Die Punktelpicle der 1. Kreisklaffe BfB. Gerthe— Rasensport Bochum:4(:0) Etwas leichtfertig büßten die Gerther am Sonntag auf eigenem Platze zwei Punkte ein. In der ersten Halbzeit waren die Gerther tonangebend und konnten ihre Ueberlegenheit auch durch ein Tor des Halbrechten zum Ausdruck bringen. Kurz nach dem Seitenwechsel erzielte der Gerther Linksaußen das zweite Tor. Ein Schnitzer des Gerther Hüters verursachte einen FünfMeter=Freistoß, der für Bochum zum ersten Gegentor führte. Die Gerther Mannschaft geriet bei dem anhaltenden Drängen der Bochumer immer mehr auseinander. Bald hatten die Bochumer den Ausgleich erzwungen. Die Gäste setzten nun alles auf eine Karte und konnten noch zwei weitere Tore anbringen, denen Gerthe nichts mehr entgegenzusetzen hatte. Constantin Bochum— SV. Sodingen:2(:0) Einen unerwartet hohen Sieg erräng Constantin Bochum am Sonntag auf eigenem Platze über den SP. Sodingen. Die Bochumer, die noch vor wenigen Wochen vom Abstieg bedroht waren, kommen jetzt in Hochform. In der ersten Hälfte kam Constantin Bochum durch zwei schöne Erfolge des Mittelstürmers Seifert zur:=Führung. Unmittelbar nach dem Wiederanpfiff holten die Leute aus Sodingen zum:1 auf. Zwanzig Minuten vor Schluß erzielte der Halblinke für Constantin Bochum das dritte Tor, dem sich durch den Mittelstürmer ein vierter Treffer anschloß. Zehn Minuten vor Schluß erzielte Seifert mit seinem vierten Erfolg in diesem Kampf ein fünftes Tor für Constantin. Obwohl für die Herner die Niederlage sicher war, ließen sie nicht nach und kamen durch einen schönen Kopfball zu ihrem zweiten Gegentreffer. STV. Werne— Polizei Bochum:0(:0) Im Spiel gegen die Bochumer Polizei konnte der STV. Werne seine augenblicklich gute Form erneut unter Beweis stellen. Leider erhielt der Kampf zeitweilig einen zu harten Einschlag. Wernes Mittelläufer wurde davon betroffen und mußte in der zweiten Hälfte vorübergehend ausscheiden. Die Bochumer hatten in der ersten Hälfte die bessere Spielchance, konnten aber nichts Zählbares anbringen Im zweiten Abschnitt wußten die Werner ihre Vorteile besser auszunutzen. Schon nach acht Minuten war der Halblinke Priemes erstmalig für seine Farben erfolgreich. Mittelstürmer Eggert sorgte für das zweite Tor. Dann war es abermals der Halblinke Priemes, der mit dem dritten Tor den verdienten Sieg der Werner sicherstellte. TuS. 26 Altenbochum— SC. Werne 19:2(:1) Zwei wichtige Punkte konnten die Altenbochumer im Heimspiel gegen den benachbarten Sportclub Werne 19 erringen. Mit Wind spielend, hatte der Gastgeber in der ersten Hälfte klare Vorteile. Durch einen Schrägschuß des Rechtsaußen ging er schon bald in Führung. Der Linksaußen und der rechte Verteidiger erzielten zwei weitere Tore, denen der Gast erst unmittelbar vor dem Seitenwechsel durch den Halbrechten ein Tor entgegensetzen konnte. Auch im zweiten Abschnitt war Altenbochum gut in Fahrt, aber Wernes Hüter war nicht mehr zu schlagen. In der Schlußzminute konnte Werne dann durch schönen Kopfstoß des Halbrechten die Torspanne um ein Tor vermindern. Sport=Vag. 04 Langendreer— TG. Ehrenfeld:1(:0) Die Langendreerer sicherten sich in diesem Meisterschaftskampf zwei weitere wichtige Punkte, die sie der letzten Abstiegssorgen entheben durften. Schon bei Beginn des interessanten Kampfes zeigte sich eine Ueberlegenheit der Platzbesitzer, die sich bereits in der 15. Minute zahlenmäßig ausdrückte, als der Halbrechte Kulina eine Vorlage geschickt zum Führungstreffer ausnutzte. Obwohl sich die Ehrenfelder reichlich Muhe gaben, zu Gegenerfolgen zu kommen, scheiterten ihre Bemühungen an der sicheren Abwehr der Platzbesitzer. Auch während der zweiten Halbzeit blieben die Gastgeber in Front. Sie vermochten die in die Pause übernommene:=Führung in der Mitte des zweiten Aktes durch den Linksaußen Bayer um ein zweites Tor zu erhöhen. Als dann den Langendreerern der dritte Treffer gelang, var der Kampf entschieden, da die Ehrenfelder erst zehn Minuten vor Schluß zu ihrem Ehrentor kommen konnten. Stiepel 04— Preußen 11 Bochum:5(:3) Der Neuling Preußen 11 kam zu einem klaren Sieg. Die Gästemannschaft war in technischer Hinsicht besser aks der Gastgeber, der recht lustlos spielte. Der Linksaußen der Preußen buchte den Führungstreffer. Die Ueberlegenheit der Gäste kam dann durch einen weiteren Treffer des Mittelstürmers zum Ausdruck. Ein Elfmeterball wurde von dem Rechtsaußen zum:0 für Preußen verwandelt. Auch nach der Pause hatte der Gast mehr vom Spiel. Zwei Tore der Außenstücmer stellten den Sieg mit:0 sicher. Weitmar 09— Concordia Bochum:1(:0) Das für das Tabellenende wichtige Treffen endete mit einem überraschend klaren Sieg der Weitmacer. Mit dieser Niederlage sind die Aussichten der Wiemelhauser für einen Verbleib in der ersten Kreisklasse wesentlich verschlechtert. Weitmar war eifriger und energischer in seinen Spielhandlungen, während Concordia recht schwache Gesamtleistungen bot. Weitmar nutzte die sich bietenden Gelegenheiten entschlossen aus und hatte bis zur Pause eine klare:=Führung erzielt. Concordia kam nach Seitenwechsel besser in Fahrt, aber Weitmars Hintermannschaft verteidigte den Vorsprung gut und ließ nur einen Gegentreffer zu. Bochums Kegler Kreismeister Auch im Einzelkampf erfolgreich Schon mehrfach war die Kegler=Sporthalle Wattenscheid Austragungsstätte der Kreismeisterschaften. Auch in diesem Jahre wurden in mustergültiger Weise die technischen Voraussetzungen für die ordnungsmäßige Durchführung des Wettkegelns geschaffen, was in den guten Ergebnissen zum Ausdruck kommt. Das erneute Zusammentreffen der zum gleichen Kreis gehörenden Vereine Castrop=Rauxel, Dortmund, Herne, Gelsenkirchen, Wattenscheid und Bochum hatte seine Anziehungskraft nicht verfehlt. Zwei Tage lang waren die Bahnen stark besucht. Die Senioren eröffneten den Kampf über 100 Kugeln in die vollen. Middel(Dortmund) und Vogt (Bochum) waren die schärfsten Rivalen. Genau wie bei der letzten Gaumeisterschaft schlug Middel(677) wieder Vogt um 1 Holz. Die Hauptprüfung im Sechser=Mannschaftskampf ging auf zwei Bahnen über 2X25 Kugeln Abräumen und 2X25 Kugeln in die vollen. Durch die verschiedenen Startfolgen konnte das Mannschaftsergebnis erst zum Schluß abgerechnet werden. Der wiedererstandene Verein Castrop=Rauxel brachte es bei seiner ersten Vorstellung auf 2790 Holz. Herne überbot mit 3006, Gelsenkirchen steigerte auf 3028. Wattenscheid, gut in Form, traf 3051, während Dortmund nach anfangs schlechten Leistungen durch seinen Einzelmeister Blum mit 3072 die Spitze erwarb. Nun ging Bochum an den Anwurf. Zunächst Wittenbrink nach mäßigen Vollen= und Abräumwürfen mit 491 Holz. Eine enttäuschende Zahl. Der junge Mast, erstmalig in einer solchen Konkurrenz, trifft 479, Ostwald erreicht mit 509 Holz nicht ganz den Durchschnitt. Es sah böse aus, Bochum wird sicherlich ausgeschaltet, wenn nicht Kleine, ein Nachwuchsmann, an das Aufsatzbrett gegangen wäre, der zum Erstaunen der alten„Kegelratten“ eine bewundernswerte Treffsicherheit im Abräumen mitbrachte. Auf der Vollen trifft er 342, auf Abräumen 205, insgesamt 547, eine Wertungszahl, die von keinem Starter überboten wurde. Nun greifen Bochums Einzelmeister ein. Zunächst Ebeling. Er trifft für die Mannschaft 528. Noch besser ist Mogendorf. Mit 546 gibt er eine glänzende Vorstellung. Sechs Mann zusammen 3100 Holz, Bochum ist guter Kreismeister. Dann schließt die Klubmeisterschaft an. Zwar liegt Dortmund mit 1563 groß in Führung, aber Bochum hat mit„Sportfreunde Also Doch“ gewiß eine erste Chance. Es zahlen die Ergebnisse von Mogendorf 546 und Mast 479, alles hangt vom oft bewährten Busch ab. Aber leider hat„Josef" einen schwarzen Tag und brachte mit 480 Holz seinen Klub um die Qualifikation zur Gaumeisterschaft. Schade, mit Kleine in der Mannschaft hätte es mit 10 Holz Vorsprung zur Meisterschaft gereicht. Eine besondere sportliche Delikatesse bietet immer der Kampf der Einzelmeister über 2X50 Kugeln in die vollen und 2X50 Kugeln Abräumen. Die Führung übernahm der Hörder Lafontaine mit 1064. Dann greift Bochums Meister Ebeling die Spitze an. Gegen Schluß läßt Ebeling nach, aber 1051 Holz reichen zunächst für den zweiten Platz. Hervorragend und sicher ist Mogendorf, der mit 1063 nur um 1 Holz schlechter ist als der führende Lafontaine. Der Dortmunder Blum überbot dann die Spitze und holte sich mit der glänzenden Zahl von 1091 den Kreismeistertitel. Die Ergebnisse: Mannschaft: 1. Bochum 3100, 2. Dortmund 3072, 3. Wattenscheid 3051, 4. Gelsenkirchen 3028, 5. Herne 3006, 6. Castrop 2790. Einzelmeister: 1. Blum(Dortmund) 1091, 2. Lafontaine(Hörde) 1064, 3. Mogendorf(Bochum) 1063, 4. Ebeling(Bochum) 1051, 5. Dobrzinsky(Wattenscheid) 1047, 6. Gernhardt(Gelsenkirchen) 1045, 7. Staudinger(Castrop) 1038, 8. Kubiak (Herne) 1028, 9. Gertz(Dortmund) 1023. Klubmeisterschaft: 1. Dortmund 1563, 2. Wattenscheid 1560, 3. Herne 1535, 4. Gelsenkirchen 1522, 5. Bochum 1505, 6. Castrop 1448. Seniorenmeister: 1. Middel(Dortmund) 677, 2. Vogt(Bochum) 676, 3. Landwehr(Herne) 659, 4. Peters(Gelsenkirchen) 658, 5. Olivier(Wattenscheid) 643, 6. Stehmann(Castrop) aufgegeben. Sieg und Niederlage Bochums Hockeyspieler in Oberhausen Mit seiner 1. Mannschaft und der Jugend war der VfL. 48 Sonntag beim Rot=Weiß Oberhausen zu Gast. Im ersten Spiel zeigte die Jugend des BfL. 48, daß sie schon zu den besten Jugendmannschaften Westdeutschlands gerechnet werden kann, denn sie schlug die starke Jugend vom Niederrhein mit:0. Im anschließenden Spiel besiegten die Senioren von Rot=Weiß Oberhausen Bochums 1. Mannschaft mit dem Ergebnis von:1. Montag-Trabrennen zu Gellenkirchen Die Montag=Trabrennen zu Gelsenkirchen standen unter einem weitaus günstigeren Stern als die Rennen am letzten Montag. Der Besuch war ausgezeichnet, das Geläuf in bester Verfassung, so daß ansprechende Zeiten erzielt wurden. Die beste Zeit des Tages holte der braune Hengst Hexenmeister im Essener Ausgleich mit:25,9 heraus. Im Mittelpunkt stand der Ausgleich II für die Internationalen, der 5. Essener Ausgleich. Leider kamen nur sechs Pferde an den Start. Erwartungsgemäß siegte Hexenmeister in schönem Stil vor Janus und Eintänzer. Die höchste Quote erzielte Milanka im Preis von Oberhausen, und zwar mit 146:10, der Einlauf lautete 496:10. Die Ergebnisse: 1.: 1. Dictator Lee(F. Knies), 2. Urka, 3. Ausbund. — Sieg 84, Platz 26, 19, 28. Einlaufswette: 312. Ferner: Baldur von Vierboomshof, Yankee, Freya, Leopold, Freda von Welte. 2..: 1. Marsilius(Lörcks), 2. Herodias, 3. Brooklyn. — Sieg 26, Platz 15, 13, 18. Einlaufswette: 189. Ferner: Bardame, Native Jim, Herenjunge. 3..: 1. Rufi(Hartseil), 2. Dina Loh, 3. Hansi Watts. — Sieg 31, Platz 14, 14, 12. Einlaufswette: 112. Ferner: Volly(angehalten), Arrak, Westerholt, Nervus rerum, Handball. 4..: Willkür(Lörcks), 2. Gerta, 3. Glückauf.— Sieg 29, Platz 15, 12, 14. Einlaufswette: 48. Ferner: Marietta, Grubenlicht, Dachstein. 5..: 1. Hexenmeister(Irbach), 2. Janus, 3. Eintän= zer.— Sieg 32, Platz 14, 15, 17. Einlaufswette: 120. Ferner: Pellus, Lee Pluto, Ordensritter. 6..: 1. Milanka(W. Müchel), 2. Kardia, 3. Fulmar, 4. Feinsliebchen.— Sieg 146, Platz 20, 15, 13, 40. Einlaufswette: 496. Ferner: Hardesuß, Elsbeth, Dura, Peter Watts, Davids Bertha, Else Lee. 7..: 1. Heliade(Irbach), 2. Norbert Guy, 3. von Hünefeld.— Sieg 21, Platz 14, 16, 40. Einlaufswette: 48. Ferner: Bäuerin, Nergstein, Matador, Tosca, Gerberga, Constantia. 8..: 1. Quintilian(Senger), 2. Prinzeß Elisabeth, 3. Lederstrumpf, 4. Deutscher Vater.— Sieg 57. Platz 20, 15, 55, 20. Einlaufswette: 312. Ferner: Gassenbub, Fridolin, Dirigent, Leonidas, Capitän, Salvator. Mittwoch=Rennen in Dortmund abgesagt Die für kommenden Mittwoch. 29. März, vorgesehenen Pferderennen in Dortmund=Wambel sind abgesagt worden, da die Beteiligung infolge der durch die schlechten Witterungsverhältnisse beschrankten Vorbereitungsarbeiten zu schwach ausgefallen ist. Aus Westfalen und Rheinland Theng Wen Ping arbenen unn 500 Prozenl japanisches Porzellan“ Köln, 27. März. Vor der 5. Großen Hilfsstraf= wegen Verbrechens gegen§ 176 Abs. 1, Ziffer 3 in kammer in Köln stand eine Einziehungssache gegen 21 Tateinheit mit Verbrechen gegen§ 175a StGB., beChinesen an. Diese„Söhne des Himmels“ hatten sich durch eine holländische Speditionsfirma im Jahre 1932 22 Kisten, als deren Inhalt„Steingut" bezeichnet war, teils an das Zollamt Köln, teils an das amt Essen schicken lassen. Der Rechnungsbetrag war genau auf 25 RM. gestellt, damit die Freigrenze nicht überschritten war. Den Zollbeamten fiel dies auf. Bei der Oeffnung der Kisten wurde dann festgestellt, daß sie tatsächlich statt Steingut Porzellanservices enthielten, deren Wert natürlich weit den Betrag von 25 RM. überschritt. Die Sendungen bedurften also der devisenrechtlichen Genehmigung. Die pfiffigen Leute aus dem Reich der Mitte, an deren Spitze Cheng Wen stand, hatten aber anscheinend rechtzeitig Lunte gerochen und waren plötzlich verschwunden. Es wurde festgestellt, daß die Porzellanservices einen Einkaufswert von durchschnittlich 4,50 RM. hatten. Die geschäftsgewandten Chinesen wollten sie als„echt japanisches Porzellan“ mit 35 bis 40 RM. ohne Unterteller verkaufen. Als den betrügerischen Chinesen nun einmal nichts mehr anzuhaben war, blieb nichts anderes mehr übrig, als die widerrechtlich, ohne devisenmäßige Behandlung nach Deutschland eingeführten 22 Kisten mit Inhalt einzuziehen. Den Vater erschossen Gelsenkirchen, 27. März. Sonntag abend hat ein 18jähriger Mann seinen Vater nach voraufgegangenem Wortwechsel mit einem Tesching erschossen. Der Täter wurde festgenommen. Gauobmann Stein sprach Kreisobmänner=Tagung der DAF. in Soest NSG. Montag vormittag begann im Hotel Overweg in Soest eine Tagung der Kreisobmänner der DAF., Gau Westfalen=Süd. Gauobmann Stein sprach über aktuelle sozialpolitische Probleme, u. a. über die Verordnung zur Erhöhung der Förderungsleistung und des Leistungslohnes im Steinkohlenbergbau und über die Ausführungsbestimmungen dieser Verordnung, über eine Verordnung der Lohngestaltung und Festsetzung der Höchstlöhne in der Metallindustrie, über die Regelung der Arbeitsverhältnisse im Baugewerbe, über die Stellung des Betriebsobmannes als Beauftragter der NSDAP. im Betrieb und über allgemeine Fragen der sozialen Betreuungsarbeit der Schaffenden durch die Partei und DAF. „Schieß doch mal!“ * Das Auge ausgeschossen Essen, 27. März. Am Samstag nachmittag spielten mehrere Kinder auf dem Gelände an der Bohrerstraße, wobei der 13 Jahre alte Gustav Schulz mit einer Luftbüchse hantierte. Der zehn Jahre alte Franz Schmidt sagte zu Schulz, indem er sich einen Sack vor das Gesicht hielt:„Schieß doch mal, du triffst ja doch nicht.“ Hierauf richtete Schulz die Luftbüchse auf Schmidt und drückte ab. Die Bleikugel drang durch den Sack und Schmidt in das rechte Auge, wo sie stecken blieb. Der verletzte Knabe wurde dem Krankenhaus zugeführt. Mit dem Verlust des Auges muß gerechnet werden. Jugendverbrecher unschädlich gemacht Düsseldorf, 27. März. Die Jugendschutzkammer verurteilte den 40jährigen Theodor Rozertz, der nach dem Gutachten eines medizinischen Sachverständigen ein schwachsinniger Mensch im Sinne des§ 51 Abs. 2 ist, gangen an elf Knaben unter vierzehn Jahren, zu vier Jahren Zuchthaus und fünf Jahren Ehrverlust. Außerdem wurde seine Ueberweisung in eine Heil= und Pflegeanstalt und die Entmannung angeordnet. Ende einer Bierreise Nächtliche Todesfahrt auf einem Lastwagen Trier, 27. März. Sonntag früh gegen 3 Uhr wurde in der Luxemburger Straße in Trier der 27 Jahre alte Johann Grummel aus Ahaus in Westfalen mit einem schweren Schädelbruch auf der Fahrbahn liegend tot aufgefunden. Die polizeiliche Untersuchung des Falles ergab, daß dem Getöteten zusammen mit Arbeitskameraden von einem Lastkraftwagenführer die Erlaubnis zum Mitfahren im rückwärtigen Teil des Wagens gegeben worden war. Da eine Bierreise vorausgegangen war, turnte Grummel während der Fahrt an den Seitenwänden des Wagens herum und stürzte ab. Da den Wagenführer ein Verschulden nicht traf, wurde er nach vorübergehender Festnahme wieder in Freiheit gesetzt. Eröffnung der Clausthaler Woche Der Wert der Zusammenarbeit von Wissenschaft und Praxis in der Technik Essen, 27. März. In Anwesenheit zahlreicher Vertreter der Partei, des Staates, der Wehrmacht, der Behörden, der Wissenschaft und der rheinisch=westfälischen Montanindustrie nahm am Montag abend im„Haus der Technik“ in Essen die Clausthaler Woche„Bergund Hüttenwesen“ ihren Anfang, in deren Rahmen sämtliche Professoren und Dozenten der Clausthaler Bergakademie über das von ihnen betreute Fachgebiet und ihre Forschungsarbeiten berichten und mit den Männern der Praxis in Gedankenaustausch treten sollen. Die Veranstaltung wurde eröffnet vom Direktor des Hauses der Technik, Dipl.=Ing. Kunze. Kreisleiter Hütgens(Essen) übermittelte die Grüße und Wünsche des Gauleiters Oberpräsident Terboven. Den ersten Fachvortrag hielt sodann der Rektor der Bergakademie Clausthal, Professor Dr.=Ing. Grothe, über das Thema„Bergakademie und Praxis". Der Vortragende gab einen Ueberblick über die Wandlungen, die sich seit Gründung der Clausthaler Akademie im Jahre 1775 in Wissenschaft und Praxis des Bergund Hüttenwesens und in ihren Beziehungen zueinander vollzogen haben. Die enge Verbundenheit mit der Praxis habe die Clausthaler Be den Augen verloren. 6 Weiterhin sprach Professor Dr.=Ing. Grumbrecht über„Neuzeitliche Probleme im deutschen Bergbau". Der Vierjahresplan stellt, wie u. a. ausgeführt wurde, dem deutschen Bergbau als einem der wichtigsten Rohstofferzeuger ganz besondere Aufgaben. Ebenso wie für die anderen industriellen Betriebe gilt für alle Bergbauarten die Hauptforderung, eine Erhähung der Produktion durch Steigerung der Leistung des einzelnen Arbeiters und Verbesserung der Betriebsvorgänge zu erzielen. Feierlich zu Grabe getragen wurde in Siegen der Schriftleiter Paul Lück, Träger des Goldenen Ehrenzeichens der Bewegung, einer mit der ältesten nationalsozialistischen Schriftleiter Westfalens. Die Beisetzung fand unter großer Beteiligung der Partei und ihrer Gliederungen vom Kreishaus in Siegen statt, in dem Parteigenosse Lück aufgebahrt war. Am Grabe sprach Reichsstoßtruppredner Dr. Alfred Beck(Bochum). Rheinschiff durchgebrochen. Unterhalb von Wesel brach ein 1030 Tonnen großes Rheinschiff, das sich in einem Schleppzug befand, mittschiffs durch. Das Schiff war mit Nußkohlen beladen. Die Bergungsarbeiten gestalteten sich sehr schwierig, doch gelang es, das Wrack auf Land zu schleppen. verloren, weil auch heute noch in Millionen deutschen Haushaltungen mit hartem Wasser gewaschen wird. Sind es Verschwenderinnen, weil sie wertvolle Seife vergeuden? Nein, sie haben eine Entschuldigung: sie wissen nicht, daß der Kalk im Wasser Seife frißt und sie unwirksam macht? zunehmen ist. Man erkennt es allenfalls am schwächeren Schaum, aber dann ist es schon zu spät. Wenn sie im Vergleich zu neuer einen grauen Ton hat, dann ist das gleichfalls ein Zeichen dafür, daß sie lange in hartem Wasser gewaschen wurde. Dann hat sich nämlich ein feiner Schleier von Kalkseife aufs Gewebe gelegt, der die feinen Poren verstopft und Ihre Wäsche vorzeitig mürbe macht. ist, das Wasser vorher weich zu machen! Geben Sie jedesmal, bevor Sie waschen, einige Handvoll Henko=Bleichsoda(dieselbe, die Sie zum Einweichen nehmen) ins Wasser, und zwar am besten 15 Minuten vor Bereitung der Waschlauge. Dann haben Sie immer das schönste weiche Waschwasser und wissen, daß Ihr Waschmittel voll ausgenutzt wird. A 1035139 Nimm henko, das beim Waschen sport und Seife vor Verluft bewahrt! Seite 12 Nr. 74/ Bochumer Anzeiger Dienstag, 28. März 1939 ch Aus den=Sidonenen Stadttell Harpen 8 Meter tiese Böschung herabgestürzt Folgen eines Zusammenstoßes zwischen Auto und Motorrad Am Montag, 27. März, gegen.10 Uhr, befuhr ein Kraftradfahrer die Dortmunder Straße. Kurz der Kreuzung Dortmunder und Castroper Straße wurde er von einem entgegenkommenden Personenkraftwagen geblendet. Der Kraftradfahrer verlor hierdurch die Uebersicht über die Fahrbahn und stürzte die acht Meter tiefe Böschung hinunter. Hierbei erlitt er Prellungen am Kopf und einen Bluterguß am rechten Bein. Das Motorrad wurde leicht beschadigt. * 75 Jahre alt. Frau Witwe Marie Saborrosch, Harpener Hellweg 182, kann heute ihren 75. Geburtstag begehen. Sie wurde am 28. März 1864 zu Bissellen. Kreis Osterode, geboren. 47 Jahre hat sie nun in den Grenzen unserer Großstadt verbracht. Ihren Lebensabend verbringt sie bei ihrer Tochter Martha. Körperlich und geistig ist sie noch sehr frisch, so daß sie auch im Haushalt noch mit zugreift. Vier Kinder und fünf Enkel wünschen der Hochbetagten zum Wiegenfeste noch Glück und Segen. Noch jeden Tag liest sie den„BA“, zu dessen treuesten Bezieherinnen sie zählt. Kameradschaftsabend der NSDAP. Von dem pulsierenden Leben in den Formationen und Gliederungen im Bereiche der Ortsgruppe Harpen der NSDAP. legte der am Samstag im Saale Ruwe in Kornharpen aufgezogene Kameradschaftsabend Zeugnis ab. Aus allen Formationen und Gliederungen waren die Vertreter zahlreich erschienen, daß der Saal überaus gut besetzt war. Ortsgruppenleiter Pg. Röder hieß die Gäste willkommen. Zur Pflege des Gemeinschaftsgefühls und der Kameradschaft habe man sich hier zu einem Kameradschaftsabend zusammengefunden, der schon mehr den Charakter einer Siegesfeier trage. Er gedachte weiter der großen geschichtlichen Taten des Führers unter besonderer Herausstellung der jüngsten Ereignisse. Pg. Voß(Langendreer) übernahm dann die Leitung für die programmatische Ausgestaltung des Abends. Neben dem Kunstpfeifer Westermeier war es in erster Linie die Jugendgruppe der NS.=Frauenschaft, die durch verschiedenartige heitere Darbietungen für angenehme Unterhaltung Sorge trug. Die Werkskapelle Robert Müser unter Leitung von Fritz Willich hatte die musikalische Ausgestaltung des Abends übernommen. In schönster Harmonie und echter Kameradschaft verlebten alle Teilnehmer einige recht frohe und unterhaltsame Stunden. Weise verteilt. Die Versammlung nahm den Bericht über die gesetzliche Revision zur Kenntnis. Die aus dem Aufsichtsrat satzungsgemäß ausscheidenden Mitglieder Weilkes und Waldemeyer wurden wiedergewählt. Bei der ständig zunehmenden Zahl der Mitglieder wird die Geschäftsleitung bestrebt, sein, für ausreichenden Wohnraum zu sorgen. Damit verbunden soll versucht werden, die häßlichen Baulücken zwischen Dorf und Bahnhof zu schließen, so daß damit der Bauund Sparverein„Familienwohl“ zu der entschieden angestrebten Verschönerung des Langendreerer Ortsbildes beitragen wird. =Schule in unter dem die Prüfung Varietéabend der Zeche Mansfeld. Zur Wechselschicht hatten sich am Samstag abend die Männer der zweiten Gefolgschaft im hiesigen Saalbau Köppe mit ihren Angehörigen eingefunden zu dem zweiten von der Gefolgschaftsführung veranstalteten Varietéabend, der zugleich ein froher Kameradschaftsabend wurde. Betriebsobmann Pg. Sondern eröffnete mit launigen Worten die Veranstaltung. Heinz von Walden übernahm mit Humor die Regie des Abends. Zuerst führten sich Tirpo und Williams mit einer turnerischen Uebung ein. Tirpo entpuppte sich dabei als ein ganz feiner Lied aus Zellers„Vogelhändler“:„Ich bin die Christel von der Post“ als eine stark begabte Soubrette vor, sang im zweiten Teil des Abends„Wenn der Leierkastenmann einen Walzer spielt“, und den kleinen Skeich„Die fette Katze". Kurtello wartete mit kleinen und großen Zaubereien auf. Derselbe Künstler trat im zweiten Teil als Jongleur auf und zeigte auch hier wirklich feine Kostproben seines Könnens. Wie erwartet, hatten die zwei Grants etwas Besonderes zu geben und so zeigten sie Akte der Kraft wie der Gewandtheit. Fred Strahles erfreute mit einer sechsstöckigen Stuhlakrobatik und fand für diese schwierige Leistung einen besonders starken Beifall. Wieder hatte sich die KdF.=Volkstanz= gruppe mit ihrer vorzüglichen Bauernkapelle in den Dienst des Abends gestellt und erfreute durch einen „Schlunz“ und eine gut gekonnte Quadrille. Besonders erwähnt werden dürfte Emil Limberg, Langendreer, der sich als ein ausgezeichneter Solist auf der Mandoline vorstellte. Die pianistische Begleitung dieses Abends lag in der Hand des Bochumer Pianisten Herberg. Ein frohes Tänzchen beschloß diesen schönen Abend, der auch den stellvertretenden Gefolgschaftsführer Dipl.=Ing. Dr. Weddige unter den Knappen sah. Wichtige Zellenversammlung der NSDAP. Am Mittwoch abend findet eine wichtige Versammlung der Zellen 4, 5, 6, 7 der hiesigen Ortsgruppe der NSDAP. im Parteilokale Brücher. Im Uhlenwinkel, statt, zu der das Erscheinen der Mitglieder der NSDAP, der Amtswalter und Warte der NSV. und der DAF. sowie der Leiterinnen der NS.=Frauenschaft Pflicht ist. Es werden wichtige parteiamtliche Nachrichten bekanntgegeben und erörtert. Im Mittelpunkt der Versammlung steht die Aufführung eines Films„Verrat an Europa". Beginn der Versammlung ist 20 Uhr. Personal=Nachrichten Herr Josef Hasenbein, Hunscheidtstraße 72, bestand vor der Prüfungskommission in Dortmund die Staatliche Baumeisterprüfung. Hans Börner, Herner Straße 132 bestand die Meisterprüfung in Betonwerkstein= und Terrazzohandwerk vor der Handwerkskammer in Ulm=Donau mit dem Prädikat„Gut". Wernei Rafferl...“. Stadtteil Gerthe Reifeprüfung. An der Heinrich=von=KleistBochum=Gerthe fand die zweite Reifeprüfung Vorsitz von Oberschulrgt Goldmann statt. Die Prchzung bestanden die Schüler Amtenbrink, Conle, Hirsch, Wagner und Wiener. Mit„Befriedigend" bestanden die Schüler Kühl und Spieler, während den Prüflingon Konstantin und Müller das Prädikat„Gut" zuerkannt wurde. Lachender Krauß=Abend. Franz Otto Krauß, Ostpreußens vielgerühmter Humorist, der den Gerther Volksgenossen noch in bester Erinnerung ist, wird am Mittwoch, 29. März, 20 Uhr, im Kalthoffschen Saale wiederum einige Stunden köstlichen deutschen Humors vermitteln. Zur weiteren Ausgestaltung des Abends wird auch die Sopranistin Henny Liebler vom Stadttheater Essen, die vor kurzem noch so großen Erfolg in Gerthe hatte, beitragen. Beide Künstler verbürgen einen schönen Ausklang der KdF.=Veranstaltungen der Winterspielzeit. Eintrittskarten sind für Nichtringmitglieder zum Preise von 1 RM. in der Geschäftsstelle der DAF., Ortswaltung Gerthe, und an der Abendkasse erhältlich. Stadttell Langendreer Ehrung verdienstvoller Eisenbahner Feierstunde im Reichsbahnbetriebswerk Die Kameraden der Betriebsgemeinschaft des Reichsbahnbetriebswerkes vereinten sich am Samstag vormittag im Freizeitraum zum Betriebsappell, der im Zeichen des WHW. stand, für das der Führer des Betriebes, technischer Reichsbahnoberinspektor Jander, unter seinen Arbeitskameraden sammelte, und durch die Ehrung verdienter Eisenbahner seinen Höhepunkt fand. Zur Auszeichnung dieser Jubilare ergriff der technische Oberinspektor Jander das Wort, um in seinen Ausführungen die Treue in den Vordergrund zu stellen, die die Berufskameraden im Laufe ihrer vierzigjährigen Tätigkeit in den Diensten der Reichsbahn bewiesen haben. Aus Anlaß ihrer Verdienste konnte er den Lokomotivführern Sievering, Roßbach und Laskowski für ihre 40jährige Dienstzeit das goldene Treudienst=Ehrenzeichen mit der Ehrenurkunde und dem Glückwunschschreiben des Präsidenten Lammers von der Reichsbahndirektion Essen überreichen. Herzliche Worte des Glückwunsches an die Jubilare fanden außer dem Führer des Betriebes der Betriebsobmann Pg. Wirth und der technische Inspektor Beckmann für die Fachschaft Reichsbahn des Reichsbundes Deutscher Beamter, so daß diese feierliche Auszeichnung für die Jubilare zu einem denkwürdigen Ereignis wurde. * Im Zeichen neuen Langendreerer Schulwesens Auch im Stadtteil Langendreer wird das Volksschulwesen ab 1. April nach den neuen Gesichtspunkten der Gemeinschaftsschule umgestaltet. Die Schule an der Kaiserstraße 170, die zu einer reinen Mädchenschule formiert wird, und das System an der Hohen Eiche, das als reine Knabenschule aufgezogen wird, führen somit wie alle übrigen Schulen Langendreers, die sich aus gemischten Klassen zusammensetzen, die Kinder beider Konfessionen in der Gemeinschaftsschule zusammen. Die Benennung der Schulen bleibt in der bisherigen Weise erhalten. Neugestaltung des Werner Schulwesens Im Zuge der Umgestaltung des Volksschulwesens wird auch für den Stadtteil Bochum=Werne ab 1. April die Gemeinschaftsschule eingefuhrt. Nach der Neuordnung sind die Werner Schulsysteme in nachstehender Weise gestaltet: Die Schule an der Rüsingstraße wie auch die Schulen an der Wittekind= und Von=Waldthausen=Straße werden gemischte Schulen, d. h. sie werden von Knaben und Mädchen beider Konfessionen besucht. Dasselbe ist der Fall mit der Schule an der Borgmannstraße. Eine Ausnahme von dieser Regelung bilden die Schulen an der Straße„Deutsches Reich“ und an der Kreyenfeldstraße. Die Kreyenfeldschule wird eine reine Knabenschule. während das System „Deutsches Reich“ zu einer reinen Mädchenschule ausgebaut wird. * Feierliche Bereidigung bei den Gardisten. Die Gardekameradschaft versammelte am Samstag abend ihre Kameraden zum Jahresappell im Kameradschaftsheim Kraney. Kameradschaftsführer Durst sprach den Willkommsgruß, um dann in seinen weiteren Ausseinen Arbeitsplatz wechselte, bis er für immer in die Dienste der Zeche„Prinz=Regent“ eintrat. Bürger=Schützenverein 1896,.=Weitmar=Mark und Neuling. Der Verein hielt am vergangenen Sonntag sein Opferschießen ab. Der beste Tagesschütze vom Verein war Kamerad Rosenbruch, 2. Kompanie, mit 57 Ringen. Anschließend hielt der Verein beim Kameraden Fritz Kelter seine diesjährige Jahreshauptversammlung ab. Nach Erledigung der Geschäftsund Kassenberichte wurde die Siegerehrung vorgenommen. Den Pokal errang zum zweitenmal mit 297 Ringen die 1. Kompanie, die 2. Kompanie erzielte 268, die 4. 219, die 3. 199 Ringe. Bester Schütze war Kamerad Deubner, 1. Kompanie, mit 29 Ringen, Kamerad Rohde, 3. Kompanie, mit 28 Ringen zweiter. Im Wehrmann=Schießen wurde der Verein vierter Sieger mit 292 Ringen und im Kleinkaliberschießen 7. Sieger mit 282 Ringen. Die Wanderkette innerhalb des Vereins errang die 3. Kompanie mit 511 Ringen. Bester Schutze war Kamerad Helmut Möller, 2. Kompanie mit 53 Ringen; dafür erhielt er eine besondere Auszeichnung. Die goldene Plakette errang Kamerad Wischermann junior, 3. Kompanie, mit 50 Ringen. Willkommsgruß, um dann in seinen weitegen jetzten Pischermann junior...d Karzikamttt de führungen die großen historischen Ereignisse ver######n Der Vereinsfuhrer Kamerao Tart Tage zu beleuchten. In feierlicher Weise verpflichtete der Kameradschaftsführer zehn neue Kameraden auf die Kameradschaft und damit auf den Kyffhäuserbund. Schriftwart Becker vermittelte im Rahmen eines umfangreichen Jahresberichts Aufschluß über eine weitere Aufwärtsentwicklung und vielseitige Tätigkeit der Kameradschaft. Zur Kassenlage sprach der Kassenwart Gottschalk, der über eine äußerst gesunde Finanzlage Bericht erstatten konnte. Als Revisor äußerte sich Kamerad Schreiber, daß die Geschäftsführung in bester Ordnung ist. Der Kameradschaftsführer Durst bleibt auch im neuen Jahre in seinem Amt, da ihm die stark besuchte Versammlung einstimmig das Vertrauen aussprach. Sein Stellvertreter ist Kamerad Wrobel, Schriftwart Becker, Kassenwart Gottschalk, Fechtwart Nebelung, Schießwart Fritz Volland, hinzu kommen die Beisitzer. Nach Besprechung interner Angelegenheiten blieb man mit den Angehörigen zu einem Kameradschaftsabend zusammen. Stadtteil Weitmar Alte Knappentreue. Im Dienste der Gelsenkirchener Bergwerks=AG. feierte der Bremser Hermann Günther sein silbernes Dienstjubiläum auf der Zeche „Prinz=Regent". Er wurde zu Langenfeld im Kreise Jarotschin geboren und arbeitete nach seiner Schulentlassung zuerst in der Landwirtschaft, um dann im Jahre 1905 nach Westfalen zu kommen, wo er verschiedentlich allen Kameraden für ihre Einsatzvereitschaft im sport. Jung und alt im frohen Kreis. Ein schönes Erlebnis für alle Teilnehmer war der Elternabend, den die Weitmarer Jungmädel am Samstag im Lokal Glahn an der Karl=Friedrich=Straße aufgezogen hatten. Jungmädelgruppenführerin Paula Kühne konnte zahlreiche Besucher willkommen heißen. Das bunte und farbige Programm, das nur von den Jungmädeln bestritten wurde, fand dankbare Zuhörer. Der Kanon „Froh zu sein bedarf es wenig“, der mit den Eltern gemeinsam gesungen wurde, war eine schöne Einleitung. Recht lebhaft wirkten die Volkstänze, wobei die bunten Gewänder der Mädel sich prächtig ausnahmen. Ein„Holzschuhtanz“ stach besonders hervor. Fröhliche Lieder, mit klarer Stimme gesungen, schlossen sich an. Gerhardt=Hauses, auf der der Kommandant der Reichsschulungsburg, Pg. Otto Weiß, sprechen wird. Zu der Kundgebung werden alle Partei= und Volksgenossen eingeladen. Oeffentliche Kundgebung in der Ortsgruppe Wiemelhausen der NSDAP. Wiederum hat der Führer die Grenzen Großdeutschlands in kurzer Aufeinanderfolge weiter stecken können. Mit den Aufgaben, die sich aus diesen Erfolgen ergeben, wächst auch die Verpflichtung eines jeden Volksgenossen, sich mit der nationalsozialistischen Weltanschauung zu befassen. Es dürfte daher als eine Verpflichtung für jeden Volksgenossen anzusehen sein, auch zu der öffentlichen Kunogebung der Ortsgruppe Wiemelhausen am Mittwoch, 29. März, 20 Uhr, im Paul=Gerhardt=Haus zu erscheinen. Der Kommandant der Ordensburg Erwitte, Otto Weiß, wird einen Vortrag halten über„Weltanschauung in Groß=Deutschland.“ Karten sind im Vorverkauf bei den Blockleitern zu haben. Stadtteil Linden=Dahlhausen Werbefahrt des Am Samstag nachmittag, als die Geschäftsstraßen besonders stark belebt waren, veranstalteten die NSKK.= Männer des Sturms 14/M 69 zusammen mit der Motor=HJ.=Schar in den Stadtteilen Linden und Dahlhausen eine Werbefahrt. Sie warben für ihre Kampfzeitung„Der RSKK.=Mann". Große Plakate an den Fahrzeugen wiesen darauf hin. Außerdem wurden von den RSKK.=Männern Werbenummern verteilt. Deshalb richtet sich die Werbeaktion unserer RSKK.=Männer nicht nur an die kraftfahrenden, sondern auch an alle übrigen Volksgenossen. Mit der erfolgreich durchgeführten Werbefahrt haben unsere RSKK.=Männer wieder einmal ihre Einsatzbereitschaft bewiesen. Stadtteil Steinkuhl Krieger= und Landwehrkameradschaft Steinkuhl. Aus Anlaß ihres 65jährigen Bestehens veranstaltete die Krieger= und Landwehrkameradschaft Steinkuhl am Samstag abend einen Kameradschaftsabend mit festlicher Prägung, zu dem sich auch die Angehörigen der Kameraden eingefunden hatten. Kameradschaftsfuhrer Ewald Philipp gab in seiner Begrüßungsansprache einen kurzen Ueberblick über die Geschichte der Kameradschaft. Kreispropagandaobmann Kaup überbrachte die Glückwünsche des Kreiskriegerverbandes und verbreitete sich dann in längerer Rede über das neue Aufgabengebiet der Kameradschaften im NS.=Reichskriegerbund. Sodann nahm er die Ehrung einer großen Zahl Kameraden vor. Es erhielten das Ehrenkreuz des NS.=Reichskriegerbundes in Gold die Kameraden Wilhelm Berke und Ludwig Dietrich, das Ehrenkreuz in Silber die Kameraden Fritz Dietrich, Karl Krause, Wilhelm Neumann, Heinr. Niggewöhner, Albert Mark, Wilhelm Keller und Emil Viehbahn; die goldene Ehrennadel für 50jährige Mitgliedschaft zur Kameradschaft wurde den Kameraden Heinr. Buderus, Julius Kracht, Wilh. Berke, Wilh. Hock, Heinr. Er' dr'ch, Jangmeier Ewald Berke, Wilh. Dettmar, Frieorich Fungmeier,„Ewa Brune und Gottlieb Schmidt zuteil, die silberne Ehrennadel für 25jährige Mitgliedschaft erhielten die Kameraden Wilh. Ullrich, Karl Krause, Karl Mehring und Gustav Winkelmann. Das Bild des Fuhrers wurde für 40jährige treue Anhänglichkeit zur Kameradschaft folgenden Kameraden überreicht: Ewald Philivp, Albert Drais. August Hanefeld, Gustav Pohle „Schifferklaviers“ begleitet wurden, zeigten eine Körverschulung, wie sie alle Jugendlichen pflegen sollten. Mit dem Laienspiel„König Drosselbart“, fand die Veranstaltung ihren Ausklang. Stadttell Wiemelhausen Kundgebung der NSDAP. Wie schon bekanntgegeben, veranstaltet die Ortsgruppe Wiemelhausen der RSDAP. am Mittwoch um 20 Uhr eine öffentliche Kundgebung im Saale des PaulGumnastische, Uehungen, die von den Klängen eines und„Zichard Götting. Namens der Jubilare danfte für Hatnagl dei Termine zur Auszahlung der Krankengelder, Alters=, Invaliden=, Berginvaliden=, Witwen= und Kinderrenten für den Monat April 1939 der nachstehenden Zahlbezirke Zahlbezirk Zahllokal Zahltage im Monat Beginn der Auszahlung 95 5 5 5 EEE 8 S 255 8 B 83E # 5S5 S S 558 Uhr 4chr Zahlbezirk Zahllokal 294 Wohnungen geschaffen 353 Mitglieder im Bau= und Sparverein„Familienwohl“. Im Saalbau„Zur Post“ hielt der Bau= und Sparverein„Familienwohl" Langendreer am Sonntag seine diesjährige ordentliche Generalversammlung ab. Nach der Begrüßung durch den Vorsitzenden des Aufsichtsrates, der der verstorbenen Mitglieder in ehrender Weise gedachte, wurde durch den Vorsitzenden des Vorstandes der Geschäftsbericht gegeben, aus dem zu entnehmen ist, daß auch das vergangene Geschäftsjahr eine wirtschaftliche Stärkung brachte. Es konnte mit dem Bau eines Doppelhauses, das zwölf Wohnungen umfaßt, begonnen werden. Die Fertigstellung dieses Neubaues hat sich durch unvorhergesehene Umstände leider stark verzögert, dürfte aber in spätestens vier Wochen zu Ende geführt sein. Danach besitzt der Bau= und Sparverein„Familienwohl“ insgesamt 40 Häuser, die dem Stadtteil Langendreer 294 Wohnungen verschafft haben. Auch in der Mitgliederstärke ist ein Anwachsen zu verzeichnen, da sich der Mitgliederbestand um 15 auf 353 erhöht hat. Die Mieteinnahmen waren pünktlich und fast ohne Reste, so daß die Genossenschaft einen Reingewinn von 9699,10 RM. nachweisen konnte. Die Verteilung soll durch Ausschüttung einer Dividende von 3 Prozent erfolgen und der verbleibende Rest den Reservefonds zugeschrieben, werden, Die„Versammlung poch genehmigte den gedruat vorgelegten Jahresabschluß Pochum=Gerigei, nebst Gewinn= und Verlustrechnung ohne Aenderung,### und der Reingewinn wird in der vorgeschlagenen Bochum=Hittrop Bochum 1 Bochum 11 Bochum i1 .=Altenbochum .=Altenvochum 11 Bochum=Grumme Bochum=Hamme 1 Bochum=Hamme 11 ochum=Hamme in Bochum=Hamme IV Bochum=Hoffstede Bochum=Hotstede 11 Bochum=Hordel! .=Kirchbarpen =Kornbarpen .=Laer(Invaliden) .=Laer(Wiwen. Boch.=Quekenburg Bochum=Riemke 1 Bochum=Riemte 11 Bochum=Stiepel 1 Bochum=Stiepel II Bochum=Weitmar Bochum=Weitmar I Bochum=Weitmar iII Bochum=Weitmar IV .= Wiemelbausen .=Wiemelhausen I Eppendorf .=Langendreer .=Langendreer I B=Langendreer i .=Langendieer IV .= Langendreer V .=Langendreer VI Bochum=Werne! Bon um=Werne 11 Bochum=Werne 11 Bochum=Werne 1V Somborn Gustav Janzen Speßhardt Wiesmann Senft Craemer Goeke Wwe. Raeder Wilhelm Schulte Mertens Wwe Knepper August Bergmann Wwe. Becker Kruppscher Saalbau Stratmann Ruwe Kubweide Kuhweide Wwe. Eggermann Otio Koepe Otto Koepe Fritz Sonntag heinrich Wegemann Närker Lohrmann Rotermund Ranft Knepper Sonneborn Niggeling Lir demann Zeller Brücher Biedendick Goldberg Lindemann Wilbelm Kersten Friedrich Kersten Zur Deutschen Flotte Mußweiler Schulze Bochum=Dadlbausen .=Oberdablbausen .=Linden! Witwen) .=Linden 1(Inval.) Bochum=Linden II Bochum=Linden in Bochum=Gertde Salmen Kumpmann Kumpmann Kumpmann Dickerdoff Severing Blome Lücke Cöppencastrop Punge 3. 1. 31.3. 31.3. 31.3. 31.3. 1. 1. 1. 31.3. 1. 1. 1. 31.3. 31.3. 31.3. 31.3. 31.3. 1. 31.3. 3. 3. 3. 3. 3. 31.3. 3. 31.3. 3. 31.3. 31.3. 31.3. 31.3. 31.3. 31.3. 31.3. 31.3. 31.3. 31.3. 1. 1. 1. 1. 1. 1. 3. 31 3. 31.3. 91.3. 14½ 14½ 14½ 14½ 14½ 14½ 14½ 14½ 4½ 9½ 14½ 13½ 14½ 14½ 14½ 14½ 9½ 9½ 14½ 9½ 14½ 14½ 14½ 14½ 14½ 9½ 14½ 14½ 14½ 14¾ 14½ 9¼ 9¼ 9¼ 9¾ 14¾ 9¼ 14¾ 9¼ 14¾ 10 15¼ 15 10 13 10½ 10½ 13 15 Herne=Holthausen!„Teutoburgia“ 15: Herne=Holthausen I Nöthe 15 15 15 15 15 15 15 19 15 15 15 15 15 15 10 10 15 10 15 15 15 15 13 10 15 15 15 13¼ 15 9½ 9½ 9½ 10 15¼ 9½ 15¼ 9½ 15¼ 10¼ 15½ 14¼ 13¼ 10¼ 15½ 11 11 15½ Eickel Eickel II Eickel III Eickel IV Eickel V Hordel II Hordel iII Röhlinghausen 1 Röblinghausen II Röhlinghausen in .=Höntrop(Inval.) .=Höntrop(Witw.) .=Günnigfeld .=Günnigfeld I .=Günnigfeld in Wattenscheid 1 Wattensch. 1(Inv.) Wattenscheid II Wattenscheid III Wattenscheid IV Wattenscheid V Wattenscheid VI Wattenscheid VIl .=Westenseld 1 .=Westenfeld II Wattenscheid=Leitbe Börnig Börnig I Herne 1(Invaltd.) Herne!(Witwen) derne 11 derne III(Invalid.) derne i(Witwen) derne 1V derne V eine VI derne VII Herne Vil Herne IX Herne X Herne X1 Herne XI Holsterbausen! Holsterhausen I Holsterhausen In Sodingen! Sodingen n Rendel Grünhoff Ferd. Steins Schulte=Pelkum Ferd. Steins Heinrich Faßhauer Krüdewagen Osw. Böhm Goebbelsvaus Fritz Kreter W. Becüwe W. Becüwe H. Hellermann Josef Darenrecht Kruppsche Bierhalle Voortmann Voortmann Floren Bernh. Schürmann Schönfeld Hölscher Sonnenschein I. Blusch Heinrich Gottschall Adolf Gottschalk Heinrich Hoppe Schulte Nötbe Köhlhoff Köhlhoff Grote H. Borgmann H. Borgmann Müller Brinkmann Nierhoff Mallwitz Biermann Lobeck Tünnesen Neveling Krock Kraft Klaas Wwe. Spieker Wiegmann Möller 1. 1. 1. 1. 1. 1. 1. 3. 3. 1. 1. 31.3. 3. 3. 3. 1. 3. 1. 1. 31.3. 31.3. 31.3. 31.3. 31.3. 31.3. 31.3. 1. 1. 1. 3. 31.3. 3. 1 31.3. 1. 31.3. 31.3. 1. 31.9. 1. 31.3. 1. 3. 3. 3. 1. 1. 9½ 16 16 10 9½ 10 16 15½ 15½ 16 15 15 15 15 15 15 15 9½ 9½ 9½ 15. 15 15 9½ 14¾ 14½ 9½ 14½ 9½ 9½ 9½ 9½ 14½ 9½ 9½ 14½ 14½ 4½ 14½ 14½ 10 16½ 16½ 10½ 10 10½ 16½ 16 16 16½ 13 15½ 15½ 15½ 15 13½ 15½ 10 6 15½ 13½ 15½ 10 15¼ 15 14½ 15 9½ 10 10 10 10 10 15 10 10 10 13 13 13 15 13 diese Ehrung Kamerad Wilh. Berke mit der Zusicherung, daß man auch in Zukunft der Kameradschaft die Treue bewahren werde. Stadtteil Stiepel Jahreshauptversammlung der Volksbühnenspieler Stiepels. Die Mitglieder der„Volksbühnenspiele 1889 (vorm. Preciosa") fanden sich zur Jahreshauptversammlung im Vereinsheim Klein=Frische ein und wurden zu Beginn der Versammlung vom Vereinsleiter Brinkmann willkommen geheißen. Sodann erstattete er einen umfangreichen Jahresbexicht, aus dem die große Arbeit auf dem Gebiete des Voltsbuhnenspiels und eine lebhafte Vereinstätigkeit hervorging. Kassierer Ostwinkel gab den zufriedenstellenden Kassenbericht. Nach Entlastung der Vereinsleitung wurde alsdann einstimmig der bisherige Vereinsleiter wiedergewählt, der anschließend seine Mitarbeiter im Vereinsvorstand berief. Da die ehemalige„Preciosa 89“ in diesem Jahne auf ein 50jähriges Bestehen zurückblicken kann, wurde für Mitte Juli eine größere Jubelfeier in Aussicht genommen. Die Ausarbeitung dieser Veranstaltung wurde einer besonderen Kommission alter und junger Spieler übertragen. Für die Jungmannschaft wurde ein besonderer Spielleiter bestellt. Wir lehen in Bochumer Lichtlpielhäulern Im Capitol führt uns ein ausgezeichneter Kulturfilm in lebendiger Wanderung durch„Berühmte Schloßgärten“ in Deutschland. Aus der Strenge und Heiterkeit des„preußischen Rokoko“ der Gärten von Potsdam gleitet die Kamera hinüber zu der von reinsten französischen Linien der Gartenarchitektur beherrschten Anlage von Herrenhausen bei Hannover, man sieht bei Kassel den Park von Schloß Wilhelmshöhe. tut einen Blick in die barocke Entfaltung des Schloßgartens von Schwetzingen und dann in die Stille der Anlagen von Veitshöchheim, um schließlich den bezaubernden Reiz von Schloß Schönbrunn mit seinen Alleen, Anlagen und Brunnen zu erleben. Im Apollo führt uns ein Film mit dem Titel „Unbekanntes von Rügen“ abseits von den Stätten der Insel, an denen eine badefreudige Menge sich sonnt. Wir tun einen Blick in die eigenartige Landschaft, lassen uns an Hand vorgeschichtlicher Funde zurückführen in eine Zeit, da auch dieses Stück Land Ingermanische Siedlung war, und erleben, wie die bekannten großen Kreidefelsen einer ertrag dustrie dienstbar gemacht sind. Aeußerst aufschlußreich ist die ausführlich gezeigte Kreidegewinnung.— Nicht weniger interessant ist ein zweiter Kulturfilm, der das Werden einer Grammophonplatte in allen Einzelheiten geist. K 161: Der Film aibt Gloria:„Strandvoger.: Der Film gibt einen bildlich schön gestalteten zoologischen Lehr= und Anschauungsunterricht über die gefiederte Tierwelt an den Küsten des Meeres. Abseits von den lauten und geschäftigen Straßen liegt das herrliche Paradies der Strandvogel, das zu schauen und zu erleben nur sehr wenigen von uns vergönnt ist. Der Streifzug der Kamera, der in unbekannte Reiche der Tierwelt vorstößt, wird ein begeistertes Publikum finden. Lichtspielhaus:„Kunst und Handwerk im Bayrischen Wald.“ Nicht viele werden die märchenhafte Bergwildnis des Bayrischen Waldes kennen, in der die Zeit stillgestanden zu haben scheint, in der sich der Mensch noch des Handwerkszeugs bedient, das die Arbeit seiner Väter und Ahnen geheiligt hat. Er formt das Holz, und was er daraus in mühevoller Arbeit in der Enge der häuslichen Werkstatt, gestaltet, ist ein Werk. dem die bodenständige, in Jahrhunderten gewachsene Kunst ihren schönsten Adel aufdrückt. Er ist ein herrliches Stückchen Erde, der Bayrische Wald. Am 27. März 1939 verschied morgens 4 Uhr, nach schwerem, mit großer Geduld ertragenem Leiden mein lieber Mann, unser treusorgender Vater. Schwiegervater, Orobvater, Schwager und Onkel Stadtamtmann i. R. KODerrPin im Alter von fast 63 Jahren. In Kindern und Kindeskindern wird er weiterleben. Frau Helene Plate geb. Kreuiz Erich Plate Waller Plate u. Frau Herte geb. Kerle Werner Plate u. Frau Hilde geb. Patzer Wilh. Friese u. Frau Liselolle geb. Plate Rober! Plate jun. Hilde Plate Heinz Doppmeier und 4 Enkelkinder Bochum, Dortmund, Eiserfeld, den 27. März 1939 Westtälische Strabe 29 Die Beerdigung findet am Donnerstag, dem 30. März 1939, nachmittags.30 Uhr. von der Trauerhalle am Freigrafendamm aus statt. Trauerfeier dortselbst eine halbe Stunde vorher. Von Beileidsbesuchen bitten wir Abstand zu nehmen Heute morgen entschlief in Gott nach kurzem, schwerem Leiden mein innigstgeliebter Mann. unser herzensguter Vater. Schwiegervater. Bruder, Schwager und Onkel, der Wirt im 70. Lebensjahre. In tiefer Trauer: Frau tmmy Husemann geb. Grasedieck Fritz Nusemann und Frau Eisa geb. Ascheuer Heinrich Richter u. Fraul Hermine geb. Husemann krich Husemann und Frau Eise geb. Borns Emmy Husemann Bochum, den 27. März 1939 Die Beerdigung findet am Mittwoch, dem 29. März. nachmittags.30 Uhr. vom Eingang des Hammer Friedhofes aus statt. Die Trauerfeier ist um .30 Uhr im Trauerhause Wattenscheider Str. 45. Von Beileidsbesuchen bitten wir Abstand zu nehmen Heute mittag 13.30 Uhr verschied nach kurzer, schwerer Krankheit, plötzlich und unerwartet, mein lieber Sohn, unser guter Bruder, Schwager und Onkel, mein lieber Bräutigam, der Geschäftsführer Wilhelm Baunach im Alter von 39 Jahren. Um stille Tellnahme bitten: Die trauernden Hinterbliebenen Bochum(Elsabstraße), den 25. März 1939 Die Beerdigung findet am Mittwoch, dem 29. März, nachmittags 15 Uhr. von der Leichenhalle des Friedhofs Freigrafendamm aus statt Das Seelenamt ist am gleichen Tage, morgens 8 Uhr. in der St.-Autonlus-Kirche. Allen denen aus Versehen keine Nachricht zugegangen ist, diene diese als solche Am 25. März 1939 starben unsere Arbeitskameraden Lamkarte-Zienrisk! Hermann Niedzolka Wir verlieren mit den Heimgegangenen zwei treue Mitarbeiter, deren Andenken wir stets in Ehren halten werden. Bochum, den 27. März 1939 führung und Gefolgschaft der Eisen- und Hüttenwerke Rktiengesellschatt Familienanzeigen im„8A-weite verbre 960. Sonntag abend.15 Uhr nahm der liebe Gott unsern kleinen Sonnenschein Friederich Im garten Alter von 6½ Monaten nach schwerer Krankheit wieder in den Himmel. In tiefem Schmerz: Fritz Spöler u. Frau Friedel geb. Henzig und Anverwandte Bochum, den 27. 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