— O GWR 0 Bezugspreis mit Botenlohn: 2 15 RM. mona#lich oder.08 RM. halbmonatlich. Selbstabholer.85 RM. monatlich oder 93 Pf, halbmonatlich. Bezugspreis für die„Bochumer Illustrierte“ 30 Pf. monatlich. Funkzeitschrift„bör mit mir“ 45 Pf. monatlich bei vier Sonntagen und 55 Pf. bei fünf Sonntagen im Monat.— Wenn das Erscheinen der Zeitung durch höhere Gewalt, Verbot oder Betriebsstiörung und dal. verbindert wird. können keine Ersatzansprüche gestellt werden.— Geschäftsstelle geöffnet von 8 bis 13 und von 14½ bis 19 Uhr, sonntags von 11 bis 12 Uhr, Sprechstunden der Schriftleitung, außer mittwochs und sonnabends, von 16 bis 17 Uhr.— Postscheckkonio Dortmund 1760. Verlag und Druck: Laupenmühlen& Dierichs in Bochum Freitag 22. November 1940 47. Jahrgang Nummer 277 Einzelpreis 10 Anzeigenpreise: Grundpreise für 1 mm Höhe in 22 mm Breite 10 Pf. im Anzeigenteil und in 78 mm Breite 55 Pf. im Texttell. Familienanzeigen 8 Pf., Stellengesuche 8 Pf., kleine Anzeigen(nicht geschäftlicher Art) 8 Pf., Auskunst= und Ziffergebühren 25 Pf. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 11 gültig. Nachlaßstaffel.— Schluß der Anzeigenannahme für die sechsmal wöchentlich frühmorgens erscheinende Zeitung um 16 Uhr des Vortages. Für den richtigen Abdruck fernmündlich ausgegebener Anzeigen kann keine Gewähr Abernommen werden. Hauptgeschäftsstelle: Rathausplatz 8 Anruf 67551—54 Seradr GhsvsesIufei auf eine Stadt Mittelenglands in der Amgegend von Covenirh und Birmingham Ainerirunische Berichtersialter. Giandenlang jede Mintule heftige Expiosionen! Berlin, 21. November. Die deutsche Luftwaffe läßt dem Gegner keine Minute Ruhe. Unaufhörlich prasseln die Vergeltungsschläge für die Schandtaten der RAF. auf die Rüstungszentren der britischen Insel. Trotz der immer schärferen Handhabung der englischen Zensur konnten amerikanische Berichterstatter ihren Blättern Mitteilung davon machen, daß in der Nacht zum Donnerstag eine weitere wehrwirtschaftlich wichtige Stadt in den Ostmidlands einem schweren Angriff deutscher Kampfflieger ausgesetzt war. Wie üblich, wurde es den Berichterstattern verboten, den Ramen der Stadt mitzuteilen. Nach einer Meldung des Londoner Berichterstatters der United Preß überflog kurz nach Einbruch der Dunkelheit Welle um Welle deutscher Bomber die englische Küste zu neuen Angriffen auf London und in Südwestengland, Wales und den Midlands gelegenen Städte. Der Hauptangriff konzentrierte sich auf eine Stadt der östlichen Midlands in der Umgebung von Coventry und Birmingham. In Zwischenräumen von nur je einer Sekunde, so heißt es in dieser Schilderung, sei Bombe um Bombe heruntergesaust und der Angriff habe sich von Minute zu Minute gesteigert, während über der Stadt ein heftiger Luftkampf tobte. Associated Preß berichtet hierzu ergänzend, daß nach dem Urteil von Augenzeugen dieser Abendangriff auf die ungenannte Stadt der östlichen Midlands der heftigste seit Kriegsbeginn gewesen sei. Obgleich die Flak starkstes Sverrfeuer vorlegte, sei Welle um Welle deutscher Bomber über der Stadt erschienen. Sekunde auf Sekunde erfolgten heftige Explosionen. Der Londoner INs=Korrespondent fügte hinzu, in der ersten Stunde des Angriffes seien aus der Gegend der Midlands ohrenbetäubende Explosionen vernommen worden. Nach dem Bericht der„Newyork Herald Tribuns“ erfolgten eine Stunde hindurch fast jede Minute furchtbare Explosionen. Der Angriff ließ dann etwas nach, war aber vier Stunden nach Mitternacht noch immer im Gange. Die Berichte des„Evening Standard“ aus Birmingham besagen, daß in der Nacht zum Donnerstag vier Stunden lang Bomben aller Kaliber, in die Stadt fielen. Am Morgen nach dem Angriff sei kaum eine Glasscheibe heil gewesen, große Geschäftshäuser seien vernichtet. Die Bergungsmannschaften seien immer noch an der Arbeit an den vernichteten Gebäuden. Laut„Evening News“ war man zu einer weitgehenden Evakuierung der obdachlos gewordenen Bevölkerung gezwungen. Motorisierte Lebensmittelverteilungsstellen mußten eingesetzt werden, um die Obdachlosen mit Nahrung zu versorgen. Stunde um Stunde seien Tausende von Bomben niedergeregnet. Der Angriff habe mit dem Abwurf von Brandbomben begonnen, durch die zahlreiche Riesenbrände entstanden seien. „Coventry, die tote Stadt“ aus ehechaten uid genedich iost die agelichen Zeitungen jetzt die ersten Bilder über die Wirkung des großen Luftangriffs auf das Luftrüstungszentrum Coventry veröffentlichen dürfen.„Göteborg Posten“ erklärt in diesem Zusammenhang, daß die Zerstörung alles übersteigt, was man bisher in diesem Kriege jemals gesehen habe. Es sei unmöglich sich vorzustellen, daß hier einmal lebhafter Arbeitsbetrieb geherrscht habe. Aus Copentry meldet„Newyork Herald Tribunc“, daß die Ruinen immer noch brennen. Die Bergungsmannschaften wirkten weiter. Von der Innenstadt sei nichts übriggeblieben. Von den Gebäuden seien nur halbzerbrochene Wände übriggeblieben und riesige Trümmerhaufen, die immer noch rauchten. Die Straßen seien übersät mit Haufen roter Ziegel. In den umliegenden Gebieten habe Coventry bereits den Namen„die tote Stadt“ erhalten. Stark beachtet wird ferner ein Bericht der amerikanischen Zeitung„PA“. Der Berichterstatter teilt darin mit, daß ihm der Leiter des Londoner Feuerlöschwesens von nicht weniger als 20.000 proßen Bränden berichtet habe, die seit Beginn der deutschen Vergeltungsangriffe in London bekämpft werden mußten. 2000 Feuerwehrmänner seien in der gleichen Zeit im Dienst getötet oder verwundet worden. Diese klaren Mitteilungen widerlegen zweifellos schlagend alle Behauptungen des brittschen Lügenministeriums über die Wirkung der Luftangriffe auf die Hauptstädt des Empire. Das„Ruhrgebiet“ Englands In den Berichten des OKW. wird bei den Vergeltungsangriffen der deutschen Luftwaffe auf England häufig, der Begrf„Midlands“ erwähnt. Genau übersetzt heißt, es: Mittelengland.„Dieses Gehiet kann man als das Herz der englischen Industrie, ver allem der Rüstungswirtschaft, bezeichnen; denn dort ist alles vertreten, was zum Kriegführen gebraucht wird. Auch Coventro, das vor dem deutschen Vergeltungsangriff etwa 175000 Einwohner zählte, kann man noch zu den Midlands rechnen, deren größte Stadt Birmingham ist, wo auch viele große Firmen und Industrievereinigungen ihren Sitz haben. ## er####### Mid Stahlwaren von Sheffield erinnert. In Derby befinden sich die bekannten Rolls=Royce=Automobilwerke. Ueber die Besitzverhaltnisse der zahlreichen Rüstungsfirmen kann man nicht immer klar sehen. Jedenfalls hat der große Rüstungskonzern Vickers außergewöhnlich viel Interessen in den Midlands. Außerdem hat sich in den Midlands eine beachtliche Textilindustrie herausgebildet. Als Häfen kommen für die Midlands Liverpool und Hull in Frage. In diesen Gegenden befinden sich natürlich zahlreiche Schiffswerften. Liverpool ist nach London der nächstgrößte Einfuhrhafen. Während London für fast eine halbe Milliarde Pfund Einfuhren zählte, kam Liverpool etwa auf eine viertel Milliarde Pfund und Hull auf etwa 80 Millionen Pfund. Numtuntscher Staulsbefuch in Vern Der rumänische Staatsführer General Antonescu und der rumänische Außenminister Sturdza treffen heute in der Reichshauptstadt ein dnb Berlin, 21. November. Der rumänische Staatsführer General Antonesen und der rumänische Außenminister Sturdza haben sich auf Einladung der Reichsregierung nach Deutschland begeben. Der rumänische Ministerpräsident und der rumänische Außenminister mit den Herren ihrer Begleitung und dem deutschen Gesandten in Bukarest, Fabricius, trafen heute auf deutschem Gebiet in Bruck an der Leitha ein. Dort wurden die rumänischen Gäste von dem deutschen Ehrendienst, dem Chef des Protokolls. Gesandten von Dörnberg, dem Stabsleiter des Verbindungsstabes des Stellvertreters des Führers, 4t=Oberführer Stenger, und Oberst Rödiger von Manteuffel begrüßt. Der rumänische Staatsführer General Antonescu wird mit dem rumänischen Außenminister Sturdza Freitag vormittag 10.15 Uhr auf dem Anhalter Bahnhof eintreffen. ∆ Dem Besuch des rumänischen Regierungschefs General Antonescu in Rom folgt nunmehr das Zusammentreffen mit den führenden deutschen Staatsmännern. General Antonescus Besuch in Deutschland steht im ursächlichsten Zusammenhang mit der von der Achse in den letzten Wochen vorgetragenen diplomatischen Liquidierung... 1. N 1427126 r ure General Antonescu ist in Deutschland kein Unbekannter mehr. Mit Energie hatte er im entscheidendsten Augenblick, der Politik, seines, Landes das Steuer her Die deutsche, Leffenzlichkeit grüßt in## umgeworfen.„Seit Amtsantritt hat der rumänische schen Staatschef den Mann, der seine Nation zum Staatsmann klar zum Ausdruck gebracht, daß die Zu= Selbstbewußtsein hochgerissen hat und heute mit seinem kunft seines Landes nur durch den festen Anschluß an Staatsbesuch in Deutschland den Willen Rumäniens die Achsenmächte bestimmt werden kann. Das Erbe, kundgibt, für das Ziel der Achse:„Euroväische Neudas General Antonescu bei der Regierungsübernahme sordnung, endgültiger, gerechter euroväischer Frieden in den ersten Septembertagen antreten und liquidieren und Beseitigung des Zustandes der Ungerechtigkeiten“ mußte, war nicht leicht. Innerpolitisch galt es damals, die Kräfte seines Landes einzusetzen. Grunzener=SchnenssorEtsrige Seit Kriegsbeginn 11300 Tonnen feindliche Kriegsschiffe und 212000 BRT. feindlicher Handelsschiffsraum versentt die in sich verfilzten liberalistischen Strömungen auseinanderzureißen und die Staatsautorität zum ausschließlichen Gesetz zu erheben. Außenpolitisch galt es, die Sünden und die Unklugheiten des bisherigen Regimes auszuräumen, das in der engen Bindung an England— siehe englischer Garantievertrag für Rumänien— das alleinige Heil erwartete. Mit fester Hand hat Antoneseg durchgegriffen, gestützt auf die Legionärbewegung. Innerpolitisch hat sich seit seinem Regierungsantritt eine grundsätzliche Wandlung ergeben. Eine scharfe Judengesetzgebung wurde durchgeführt, dem jüdisch=britischen Kapital wurden Schranken gesetzt. General Antonescu war es, der in Erkenntnis der Notwendigkeit einer militärischen Reform der eigenen rumänischen Armee auch die deutsche Militärmission ins Land rief und damit das Fundament für eine militärische Zusammenarbeit mit Deutschland legte. In den wenigen Wochen hat sich diese Zusammenarbeit bewährt und einer Politik das Grab gegraben, die während der letzten beiden Jahrzehnte die natürlichen Bindungen Rumäniens zum mitteleuropäischen Raum übersah oder wissentlich verleugnete. Denn in jenen Jahren wurde der rumänische Staat nicht von nationalrumänischen Ideen, sondern von politisch=wirtschaftlicher Vrofitgier derjenigen beherrscht, die außenpolitisch der engen Bindung an die Westdemokratien das Wort redeten.„ W. uu 2ue et. Die deutsche Oeffentlichkeit grüßt in dem rumänidnb Berlin, 21. November. Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt: Die deutschen Schnellboote haben in zahlreichen Kämpfen mit überlegenen englischen Streitkräften seit Kriegsbeginn eine große Anzahl feindlicher Kriegsschiffe mit einem Rauminhalt von 11 300 To., darunter 6 Zerstörer und 2 Unterseeboote, versenkt. Der durch Schnellboote versenkte Handelsschiffsraum beläuft sich seit dem Einsatz der Boote im Westraum auf 212000 Brutto=Registertonnen. Erst jetzt ging erstmalig ein deutsches Schnellboot bei einem Vorstoß gegen die englische Ostküste im Kampf mit mehreren englischen Zerstörern verloren. In der Nacht vom 19. zum 20. November setzte die Luftwaffe über den bereits gemeldeten Großangriff auf Birmingham hinaus ihre Bergeltungsflüge gegen London fort. Weitere Angriffe richteten sich gegen die Hafenanlagen von Weymouth, auf Northampton, Bournemouth und andere kriegswichtige Ziele. Im Laufe des Tages beschränkte sich infolge der Wetterlage die Tätigkeit auf bewaffnete Luftaufklärung. In der Nacht vom 20. auf 21. November griffen britische Flugzeuge in West= und Nordfrankreich einige deutsche Flugplätze an. Kein einziges Ziel wurde jedoch getroffen. Auch Angriffe auf einige Orte in Westdeutschland waren ohne nennenswerten Erfolg. Lediglich in einem Hüttenwerk wurden eine Werkshalle und eine Gasleitung getroffen. Der entstandene Schaden wurde in kürzester Frist durch das Eingreifen des Werkschutzes behoben. Zwei eigene Flugzeuge werden vermißt. Entgtischer Tiheluftmarschun gefungen von Italienern— Griechische Angriffe zusammengebrochen— Malta wieder bombardiert— Italienische Luftwaffe weiter erfolgreich dnb Rom, 21. November.[Marsa Matruk und feindliche Lager längs der Straße Der italienische Wehrmachtbericht vom Donnerstas Fluczeuge haben ohne Erfolg Bomben auf den Hafen von Tobruk abgeworfen. Ridlands mit dem Ruhrgebiet vergleiS% P#.re gräiete Leif Man tann die chen; denn dort befindet sich der größte Teil der englischen Kohlenwirtschaft, fast die Hälfte der englischen Kohlenerzeugung wird in den Midlands gefördert. In den letzten Jahren kam mon in diesem Gebiete auf über 100 Millionen Tonnen. Dementsprechend sind dort die Zadustrien, die die Kohle zum Ausgangspunkt ober gl; Hauptgrundlage, der Erzeugung haben, besonders stark. in erster Linie die Eisenindustrie. England führt zwar einen großen Teil seines Erzbedarfes aus dem Ausland ein, aber in den Midlands gibt es auch einige englische Sisenerzlager von Bedeutung und dementsprechend zahl. reiche Hochofenbatterien. Auch Blei und Zink wird gefördert. Nehen der eigentlichen Rüstungsindustrie hat sich in den Midlands eine umfangreiche eisen= und metallverarbeitende Industrie gebildet. Es sei nur an die hat folgenden Wortlaut: Das Hauptquartier der Wehrmacht gibt bekannt: An der griechischen Front, vor allem im Kortscha=Gebiet, sind wiederholte Angriffe des Feindes vor dem festen Widerstand unserer Truppen zusammengebrochen. Unsere Luftwaffe hat den feindlichen Stützpunkt Prevesa und militärische Ziele in den Abschnitten von Trikkala und im Gebiet von Kortscha bombardiert. Vier unserer Flugzeuge sind nicht zurückgekehrt. Einer unserer Luftverbände hat die militärischen Ziele von Malta angegriffen und dabei den Flughafen von La Venezia, die Befestigungswerke und das Arsenal von La Balletta getroffen, wo ein heftiger Brand verursacht wurde. Alle unsere Flugzeuge sind zurückgekehrt. Ein englisches Flugzeug vom Wellington=Typ ist zur Landung in Sizilien gezwungen worden. Die siebenköpfige Besatzung, darunter der Vizeluftmarschall Boyd Awer Tudor., ein Major und drei andere Offiziere. wurden gefangengenommen. In Nordafrika hat unsere Luftwaffe einen neuen glänzenden Erfolg erzielt. Einer unserer Jagdverbände hat eine zahlenmäßig weit überlegene seindliche Jagdformation entschlossen angegriffen. Bei dem Kampf wurden sieben feindliche Flugzeuge brennend zum Absturz gebracht, vier Gloster zwei Hurricanes und eine Blenheim. Drei unserer Flugzeuge sind nicht zurückgekehrt. Unsere Luftformationen haben die Eisenbahnlinien Alexandrien— Kairo und Alexandrien— Marsa Matruk, den Flughafen von Bir Abn Batta südlich von In Ostafrika hat der Feind eine intensive Artillerietätigkeit gegen unsere Positionen von Gallabat unternommen. An unsere Stellungen herangekommen, ist er nach einem Gegenangriff zurückgewichen und hat Tote und Material zurückgelassen. Unsere Flugzeuge haben den Bahnhof von Showak(Sudan), Truppenkonzentrationen in Ghedaref. Lastwagen und Flakstellungen westlich von Gallabat und auf dem Reyanberg sowie den Hafen von Aden bombardiert. Eines unserer Flugzeuge ist nicht zurückgekehrt. Feindliche Flugzeuge haben Bomben auf Assab abgeworfen, die fünf Tote und neun Verwundete unter den Eingeborenen zur Folge hatten. Ein feindliches Kriegsschiff, das versuchte, sich dem Hafen von Chifimaio zu nähern, ist von unserer Flugwaffe angegriffen und zum Rückzuge gezwungen worden. Wie Tudor gefangen wurde Rom, 21. November. Ueber die im italienischen Wehrmachtbericht vom Donnerstag gemeldete Gefangennahme des englischen Zizelutzmarschalls Bond Awer Tudor wird noch bekannt, daß italienische, Jggdflugzeuge, das in großer Hö fliegende englische Flugzeug schan— erleg Besatzung gefangennahm. Vizeluftmarschall Tudor war bis Mitte dieses Monats Kommandant des Londoner Sperrballondienstes. Er war vor einigen Tagen zum stellvertretenden Oberkommandierenden der britischen Luftwaffe im Nahen und Mittleren Orient ernannt worden und befand sich auf dem Wege zu seinem Posten. Der Krieg in der Wüste Italiener müssen große Schwierigkeiten überwinden Rom, 21. November, Ueber das Thema„Wann wird Graziani endlich einen neuen Vormarsch beginnen?“, sprach am Mittwoch ein Vertreter des Kolonialministeriums vor Pressevertretern. Er führte u. a. aus: Es handelt sich um den Transport von ungeheuren Truppenmassen und von riesigen Materialmengen nach Ausbau der neuen Ausfallstellungen für den täglichen Bedarf der Truppen und für die Aufstapelung in den zahllosen vorgeschodenen Stützpunkten. Für diesen Nachschub ist der Straßenbau durch die dürftige, völlig wasserlose und fast wegelose Wüste über 150 Kilometer bis vor Marsa Matruk erste Vorbedingung. Neben der Transvortfrage ist die Versorgung mit Wasser, das aus weiten Entfernungen herangeholt werden muß, das Hauptproblem, das die heute zwei Monate währende Phase des Stillstandes bedingte. Für die vorrückenden Italiener wird die Versorgungsfrage mit jedem gewonnenen Kilometer schwieriger. Dazu kommt der Sand, der sich in alle Poren der Haut, in die Augen, in die Motoren und Waffen setzt. Die Mittagshitze beträgt bis zu 50 Grad. Der Verschleiß der Motoren und Lastwagen ist enorm. In den vergangenen zwei Monaten hat die Armee Grazianis, der ein Meister im Koloniglkrieg, ist, Unvorstellbares geleistet. Tausende und aber Tausende von Soldaten waren zum Straßenbau für einen regelrechten Lastkraftwagenverkehr eingesetzt. Steine und Schotter für die 120 Kilometer lange Straße von der Grenze nach Sidi Barani wurden über große Entfernungen herbeigeschafft. Trotz ständiger Störungen durch feindliche Fliegex ist diese Wüstenstraße heute fertig. Tag und Nacht rollen die Lastwagen mit Material Lebensmitteln, Wasser und sonstigen Bedarfsartikeln aus Bengasi an die Front. Wichtigstes Kriegsmaterial kommt zum größten Teil aus dem 1700 Kilometer entfernten Trivolis. Den Engländern dagegen steht eine Eisenbahn zur Verfügung, die von Alexandria in nur acht Stunden jedes Material in Güterzügen heranschaffen kann. Je Kopf wird für den Tag mit einem Wasserverbrauch von 3 Liter gerechnet, so daß für eine Armee von 100 000 Mann täglich allein über 500 Tonnen herangeschafft werden müssen, dazu Lebensmittel usw. Der Redner betonte dann, daß die englischen Befestigungen bei Marsa, Matruk ungemein stark und durch Wasserleitung und Eisenbahn mit dem Hinterland verbunden seien. 300.000 Mann hätten die Engländer heute tiefgestaffelt an der ägyptischen Grenze stehen. Es handle sich um Spezialdivisionen. um bestes Menschen= und Sachenmaterial. General Wavell, der englische Oberkommandierende, sei als einer der besten englischen Generale bekannt England wisse, was ein Verlust Aegyptens für sein Weltreich bedeute. Es habe sich in Aegypten auf möglichen großen Widerstand eingerichtet. In Aegypten sei der Engländer am stärksten im Mittelmeer. Für Italien sei die Aufgabe um so schwieriger. Telegrammwechsel Führer-Horthy Wien, 21. November. Der Fübrer hat aus Anlaß des Beitritts Ungarns zum Drei=Mächte=Pakt an Reichsverweser Admiral von Horthy folgendes Telegramm gerichtet: „Euer Durchlaucht bitte ich in dieser Stunde, in der Ungarn seiner Verbundenheit zu Deutschland, Italien und Jayan durch den Beitritt zum Drei=Mächte=Pokt erneut Ausdruck gegeben hat, meine herzlichsten Wünsche für das Wohlergehen Eurer Durchlaucht und für die glückliche Zukunft Ungarns entgegenzunehmen. Adolf Hitler.“ Der Reichsverweser des Königreichs Ungarn, Admiral von Horthy, hat nachstehendes Telegramm an den Führer gerichtet: „Im Augenblick, wo durch den Beitritt Ungarns zum Dreierpakt vom 27. 9. die Beziehungen zwischen unseren beiden Ländern eine weitere Festigung erfahren haben, gedenke ich Ew. Exzellenz auf das herzlichste und bitte, meine besten und aufrichtigsten Wünsche entgegenzunehmen. Horthy.“ Graf Csaky an Ribbentrov dnb Berlin, 21. November. Aus Anlaß des Beitritts Ungarns zum DreiMächte=Pakt hat der Königlich Ungarische Minister des Aeußern, Graf Csaky, beim Verlassen deutschen Reichsgebietes folgendes Telegramm an den Reichsminister des Auswärtigen von Ribbentrop gerichtet: „Im Augenblick, wo der Ministerpräsident und ich das Reichsgebiet verlassen, möchte ich Ihnen für die überaus freundliche Aufnahme, auch im Namen des Grafen Teleki, den allerherzlichsten Dank sagen und gleichzeitig meiner aufrichtigen Genugtuung Ausdruck verleihen, daß Ungarns Bereitschaft, an der Neuordnung mitzuwirken, im Zeichen des gemeinsamen Willens zum gerechten Frieden neuerlich bekräftigt wurde. In aufrichtiger Verbundenheit Ihr Csaky.“ Irland bleibt beim Rein Newyork, 21. November. Ministerpräsident De Valera erläuterte laut United Preß die Gründe, wegen deren Irland die Flottenbasen an England nicht abtreten könne. Die irischen Häfen seien von den Engländern gegen den Willen des irischen Volkes einbehalten worden. Mit der Rückgabe habe man Irland nur sein Eigentum wiedergegeben. 1938 sei eindeutig klargelegt worden— sowohl im britischen wie im irischen Parlament—, daß die Rückgabe absolut und bedingungslos sei. Händige Irland die Häfen England aus, so würde es selbst direkt in den Krieg mit allen Folgen einbezogen. Wenn sich die U8A, selbst aus dem Kriege heraushalten wollten, könnten sie Irland nicht zu einem Schritt ermutigen, der es in den Krieg verwickeln würde. Menschenund materialmäßig habe Irland eine stärkere Verteidigung als je zuvor, und die Verteidigung werde besig ausgebaut. Im Falle eines Angriffes ständig ausgebaut. Im„Falle, eines Angriffes befinde in großer, Höhe sich Irlano, mit, dem Angreifer, im Kriege. Auf die ug schon vor Sizilien stellten Frage. ob Irland seine Neutralität für die Rückgabe und verfolgten. Sie verlegten dem Engländer den Weg Nordirland aufgeben würde, erwiderte De Valera, daß und zwangen ihn über Sizilien zur Natlandung. Die die Frage gleichbedeutend sei, ob man das Recht auf italienischen Jäger kreisten so lange in geringer Höhe Freiheit oder das Recht auf Einigkeit opfern wollte. über der englischen Maschine, bis aus dem nächsten Die irische Nation habe ein Anrecht auf beide und wolle Ort Militär herbeigekommen war, das die englische nicht versucht werden, eines für das andere zu opfern. Zur Dienstleistung im Luftschutz können auch Wehrpflichtige verpflichtet werden dnh Berlin, 21. November. „Der Reichsminister der Luftfahrt und Oberbefehlshaber der Luftwaffe gibt bekannt: Entgegen den bisherigen Vorschriften können in Zukunft auch Personen, die der allgemeinen Wehrpflicht unterliegen oder für andere Zwecke der Kriegführung benötigt werden, zur Dienstleistung im Selbstschutz, insbesondere zur Uebernahme des Amtes eines Luftschutzwartes verpflichtet werden. Darüber hinaus wird erwartet, daß alle Männer, die zur Zeit in der Heimat tätig sind, sich freudig für dieses Amt oder für eine sonstige Tätigkeit im Selbstschutz zur Verfügung stellen, auch dann, wenn sie durch ihren Beruf stärker in Anspruch genommen sind. Es ist Ehrenpflicht der Männer, daß sie den Frauen, die bisher vielfach zu Luftschutzwarten bestimmt worden sind, dieses schwierige und wichtige Amt abnehmen. Staatsbegräbnis für Senator Bocchini Himmler überbringt den Kranz des Führers Rom. 21. November. Das Staatsbegräbnis des Chefs der italienischen Polizei, Senators Bocchini, hat Donnerstag vormittag in feierlicher Form stattgefunden. An der Trauerfeier nahmen Mitglieder der italienischen Regierung und führende Persönlichkeiten des Faschismus, des Staates und der Wehrmacht teil. In der Kirche von San Carlo al Corso, wo ein feierliches Totenamt stattfand legte Reichsführer H Himmler im Auftrage des Führers einen Kranz nieder, der neben dem Kranz des Duce am Katafalk Aufstellung fand. Parlamentseröffnung ohne goldene Kutsche Nichtssagende Phrasen des Plutokraten=Kings Churchill verhöhnt die obdachlose Bevölkerung Stockholm, 21. November. Der englische König hat am Donnerstag die neue Sitzungsperiode des Parlaments eröffnet. Aus dem anscheinend unvermeidlichen Hofbericht des Londoner Nachrichtendienstes geht hervor, daß der Krieg auch vor den geheiligten Traditionen des britischen Parlamentarismus nicht haltgemacht hat. Der König zeigte sich nicht wie sonst seinem ergebenen und dankbaren Volk in der berühmten goldenen Kutsche, sondern zog es wohlweislich =vor, einen geschlossenen Kraftwagen zur Fahrt ins Parlament zu benutzen. Am Rande sei noch vermerkt, daß er auch nicht die bekannte königliche Robe angelegt hatte, und daß die Königin ein„einfaches, violettes Kleid mit passendem Hut" trug.— Die Bewohner der Ruinenfelder Londons werden dieses„große Opfer" zweifelsohne voll gewürdigt haben. Die üblichen Reden, mit denen der Plutokraten=King die beiden Häuser des Parlaments eröffnete— seine Oberhaus=Rede wurde vom Lordkanzler verlesen—, zeichneten sich durch ungewöhnliche Inhaltslosigkeit aus— selbst wenn man sich auch den klassischen Satz eines vielgelesenen Londoner Blattes anläßlich der Krönung Georgs VI. in die Erinnerung zurückruft, daß dieser König„die besondere Eigenschaft, habe, langsam zu denken und langsam zu sprechen"(!). Die nichtssagenden Phrasen, mit denen das Oberhaupt des in allen Fugen krachenden Empire„seine" Völker zu beruhigen und aufzumuntern suchte, wirkten angesichts der tatsächlichen Lage wie ein kläglicher Abgesang für eine versinkende Welt. Auch der Kriegsverbrecher Nr. 1, Winston Churchill, benutzte die Gelegenheit zu einem neuen Rechtfertigungsversuch. In seiner Rede vor dem Unterhaus beruhrte er auch das nach den Großangriffen auf Coventry und Birmingham besonders aktuelle Thema der Entschädigung für zerstörte Heimstätten. Hier wußte er den Opfern des plutokratischen Krieges keinen anderen Trost, keine andere Aussicht auf Hilfe zu bieten als den kaltschnäuzigen Satz:„Ich bin der Meinung, daß diejenigen, deren Heime noch nicht zerstört sind, mit denen zusammenstehen sollen, deren Heime vernichtet worden sind.“ Auf die durch die Schuld Churchills und seiner Verbrecherclique ins Elend gestürzte Bevölkerung wird diese typisch plutokratische Einstellung gegenüber einem brennenden sozialen Problem nur wie blutiger Hohn wirken können. Im Oberhaus befaßte sich Lord Halifax mit außenpolitischen Fragen und ging dabei auf das für England besonders peinliche Problem der Beziehungen zur Sowjetunion besonders ein. Er konnte hierzu allerdings nur kleinlaut bemerken, daß England immer noch eine Antwort auf„alle seine Vorschlage" erwarte und daß er daher nicht in der Lage sei, weiteres zu diesem Gegenstand zu sagen. „Dre per eniemalischererfeigder Auffe Tiefer Eindruck des Beitritts Ungarns zum Drei=Mächte=Pakt in der Welt Berlin, 21. November. Der Beitritt Ungarns zum Drei=Mächte=Pakt hat überall in der Welt tiefen Eindruck gemacht. Die Blätter aller Staaten beschäftigen sich mit diesem Ereignis. So wie in der deutschen Presse der Schritt Ungarns begrüßt wurde, so herrscht Freude und Befriedigung auch bei den andern beiden Partnern des Dreiervaktes und natürlich auch in Ungarn selbst. Der„Magyarsag“ bemerkt, daß durch den Beitritt Ungarn sich vorbehaltlos in die großzügige Neuordnungspolitik des weltpolitischen Dreiecks einschalte und diese Politik im Interesse der Schaffung einer neuen Welt an der Seite der Achse mit allen materiellen und geistigen Kräften unterstütze. Der Sonderberichterstatter der italienischen Nachrichtenagentur Stefani schreibt aus Wien: „Das Drei=Mächte=Abkommen, geschlossen, um den englischen Weltkriegsplänen einen Riegel vorzuschieben, ist dazu bestimmt, in der Zukunft einen gerechten und dauerhaften Frieden zu garantieren. Seine Ausdehnung auf Ungarn und auf die anderen Länder, die sich ihm noch anschließen werden, garautiert einen immer näheren und totaleren Sieg.“ Der Direktor des„Giornale'Italia“ erklärt, daß Ungarn mit seinem Beitritt seine Solidarität und Zusammenarbeit mit der Achse bekräftige und zu einem regelrechten Bündnis vertiefe. Immer mehr werde der englische Einfluß auch im Südosten Europas ausgeschaltet und immer isolierter erschienen die wenigen noch übrigbleibenden Inseln, auf denen sich dieser Einfluß noch geltend mache. Auf Grund seiner geographischen Lage im Norden des Balkans, seiner Bevölkerung von fast 12 Millionen, seines kriegstüchtigen Heeres sowie seiner produktiven Landwirtschaft und Industrie leiste Ungarn einen wesentlichen und konkreten Beitrag für die Sache der Achse und die des Drei=Mächte=Paktes.„Popolo'Italia“ erklärt:„1989 hatte England versucht, in Europa ein Einkreisungssystem gegen Deutschland und Italien zu schaffen; aber alle Staaten, die in die englische Koalition eingetreten waren, wurden nacheinander in das Unglück gestürzt. 1940 entsteht eine neue Koalition um die Achsenmächte, und England wird vom Kontinent ausgeschlossen.“ Auch die japanischen Blätter geben dem Wiener Staatsakt großen Raum. Sofort nach dem Bekanntwerden sprachen zahlreiche führende Politiker in Tokio, darunter der deutsche und der italienische Botschafter, dem ungarischen Gesandten Glückwunsche aus, Ungarns Paktbeitritt, schreibt„Tokio Nichi=Nichi“, sei ein weiterer Schlag für England, das umsonst versuche, eine überalterte internationale Ordnung aufrechtzuerhalten. Seit Dünkirchen sei der englische Einfluß in Europa gebrochen. Ganz Europa werde bald ein eindeutig antibritisches Gesicht zeigen durch das Vorhaben der europäischen Mächte, eine neue gerechte Ordnung zu schaffen und England auf die Knie zu zwingen. Natürlich ist der Beitritt Ungarns zum Mächte=Pakt besonders stark in den Balkanlandern beachtet worden. In der Presse der bulgarischen Hauptstadt Sofia wird durchweg hervorgehoben, daß der Beitritt ungarns eigentlich eine formelle Handlung gewesen sei, da es bereits seit langem mit den Achsenmächten eng zusammenarbeite. Die Zeitung„Sora" schreibt, der Schritt Ungarns werde wie ein Beispiel auch auf die übrigen Donau= und Balkanstaaten einwirken. Die Neuordnung Europas und Asiens werde nicht nur ohne, sondern auch gegen England geschaffen werden mit dem Hauptziel, den englischen Einfluß zu beseitigen. Die Abendzeitung„Wetscher" nennt den ungarischen Schritt einen historischen Akt erster Ordnung. Die Madrider Zeitung„Informaciones" bezeichnet das Ereignis in Wien als„großen diplomatischen Erfolg der Achse“. 44 gruppe in Rumänien kann neben den Farben des rumänischen Staates die Flaggen des deutschen Volkes hissen. Mister Bevins„neue Notive“ dnb Berlin, 21. November. In London ist am Donnerstag eine Rede gehalten worden, die registriert zu werden verdient. Nicht um sie irgendwie anders zu bewerten als die zahllosen Ermunterungs= und Versprechungstiraden in der so schwatzhaft gewordenen plutokratischen Hochburg, nein, nur weil wir das dort Gesagte schon irgendwo— allerdings nicht in England— einmal gehört haben. Die Rede, die uns so amüsiert aufhorchen läßt, hielt Mister Bevin, seines Zeichens gut honorierter Arbeitsminister im Churchillschen Kriegsverbrecherkabinekt, der bestimmt über den Verdacht erhaben ist, jemals eine nationalsozialistische Versammlung besucht zu haben. „Irgendwo in London“ sprach er also:„England muß die soziale Sicherheit und nicht den Profit zum Motiv des Lebens machen. Man muß die Menschenschlangen vor den Arbeitsämtern loswerden. Man muß den Massen ein neues Gefühl, sofortiges und gutes Veiiniel geben:„„ Man muß lachen über Herrn Bevin, der weiter sprach, das„neue Motiv“ kein Profit bedeute, daß die gesamte Wirtschaft, die Finanzorganisation und die Wissenschaft auf die soziale Sicherheit gelenkt würden. Das gelte nicht für die Mittelklasse oder die Eigentümer, sondern für die Gemeinschaft als Ganzes. Erstaunlich, wo Churchills Arbeitsminister diese „neuen Motive“ nur her hat, von denen er sagt, daß England sie zu seinem ersten Kriegsziel machen müsse. sagte weiter:„Löst man dieses Problem nicht, wird man mit Ende des Krieges in die schlimmste Revolution hineinschliddern. Dig. wachsende Unruhe unter dem Proletariat und die Nichtbewilligung wirtschaftlicher Forderungen werden alle Klugheit von Staatsmännern und Divlomaten unterhöhlen." Ob sie wohl auch die„Klugheit" des britischen Staatsmanns Bevin unterhöhlen werden? Es wäre wirklich schade wenn wir zukünftig keine„neuen Motive“ von ihm mehr hören sollten. Srennt nnntler ne u Ein deutsches Kampfflugzeug 48 Stunden nach dem Großangriff über dem englischen Rüstungszentrum— Die Flakbatterien von Coventry schweigen Von Kriegsberichter Werner Kark dnb(PK.) Uns allen, die wir dabei waren in der Nacht vom 14. auf den 15. November 1940, wird das Bild der Vernichtung in Coventry noch lange im Gedächtnis bleiben. Erst am nächsten Tage wurde uns, die wir nur ein Teilziel der umfangreichen industriellen, Anlagen dieses englischen Rüstungszentrums anzugreifen hatten, der rechte Umfang der deutschen Aktion klar, wenn es uns auch bewußt war, daß die weithin über die Insel lodernden Flammen einen ganz besonderen Erfolg anzeigten. Zwei Tage nach diesem Ereignis starten wir wieder mit dem Ziel Coventry. In dieser Nacht allein. Jedes Besatzungsmitglied brennt darauf, noch einmal hineinzuschauen in diese Hölle, die vor 48 Stunden für jeden deutschen Flieger ein unverlierbares Erlebnis war. Eine dichte Wolkendecke raubt uns und auch dem Gegner jede Sichtmöglichkeit. Die Maschine nimmt geraden Kurs auf Coventry, ohne daß ein Lichtstrahl oder eine Granate sie auf dem Weg begleitet. Wir müssen allerdings fürchten, daß am Ziel die Wolkendecke uns unseren Auftrag nicht erfüllen läßt. Minute auf Minute verrinnt; über uns die Sterne und unter uns der weiße Wolkenvorhang. Kaum eine Viertelstunde noch und Coventry muß auf unserem Fluge erreicht sein. Da endlich steht weit links vor uns ein heller Schein. Das müssen die Brände von Coventry sein! Ueber dem Ziel ist die Wolkendecke aufgerissen; wir können deutlich die Stadt an ihren markanten Punkten, dem Kanal und dem hufeisenförmigen Altwasser im Osten erkennen. Noch immer wütet dort das Feuer, und dichter Rauch ist festzustellen. Zwar schlagen keine Flammen lodernd mehr gegen den Himmel, und die Glut ist auch nicht mehr so stark, döch eines wissen wir: Auch heute schwelt der Brand in Coventry und unter Trümmern verzehrt sich das Feuer noch. Da hier der Wolkenvorhang aufgerissen ist, darf man mit Recht annehmen, daß die Verbrennungshitze auf so weitem Raum die Wolkenbildung maßgeblich beeinflußt hat. Wir fliegen jetzt direkt über die Industrie=Anlagen der Stadt so wie vor 48 Stunden, als unsere Bomber die Zerstörung vollenden halfen. Und noch einmal öffnen sich die Schächte unserer Maschine„Cäsar", um auch in dieser Nacht den Brand neu entfachen zu helfen. Hell flammt es unten auf. Wo bleibt die Flak, die uns am 14. 11. so„warm" empfing? Und schweigen auch die Scheinwerferbatterien? Längst müssen ihre Horchgeräte uns doch ausgemacht haben. Kein Blitz durchzuckt die Dunkelheit, und nicht ein weißer Arm tastet den Himmel nach dem einsamen Flugzeug ab. In der Kurve wird es uns allen klar: Wir schweben über einer toten Stadt. Noch einmal fliegen wir Coventry an, um befehlsgemäß eine Bombe schweren Kalibers über den Werkanlagen abzuwerfen, und wiederum empfängt uns tödliches Schweigen. Am Tage schon muß England die verlorene Position verlassen haben. Geschütze und Scheinwerfer sind verschwunden, weil es offenbar nicht mehr von Belang ist, ranchende Trümmer und zerstörte Fabriken durch nutzloses Abwehrfeuer zu bewahren. Und diese unsere Beobachtung bedeutet mehr als jeder Kommentar: England gesteht ein, daß der deutsche Angriff auf Coventry in seinem durchschlagenden Erfolg für immer unwiderlegbar sein wird. Die deutsche Volksgruppe in Rumänien juristische Person öffentlichen Rechtes dnb Bukarest, 21. November. Staatsführer und Ministerpräsident General Antonescu hat im Anschluß an eine Besprechung mit dem Führer der deutschen Volksgruppe in Rumänien, Andreas Schmidt, die deutsche Volksgruppe in Rumänien zur juristischen Person öffentlichen Rechtes erklärt. Der deutschen Volksgruppe in Rumänien gehören danach alle rumänischen Staatsbürger an, deren deutsche Volkszugehörigkeit feststeht auf Grund ihres Bekenntnisses zum deutschen Volk, das von seiten der Volksgruppenführung anerkannt wird und auf Grund dessen sie in dem Nationalkataster der Deutschen Volksjruppe in Rumänien eingetragen sind. Mit Billigung des Führers des nationallegionären Staates erläßt die deutsche Volksgruppe in Rumänien zur Erhaltung und Kräftigung ihres nationalen Lebens verpflichtende Bestimmungen für ihre Angehörigen. Die deutsche VolksReichsminister Seldte in Genua und San Remo Von Mailand aus begab sich Reichsarbeitsminister Seldte nach Genua wo er eine Reihe von Industrie=Unternehmungen besichtigte. Von Genua aus stattete Seldte dem deutschen Rekonvaleszentenheim in der Villa Irio in San Remo einen Besuch ab. Hinrichtung eines Volksverräters Der vom Volksgerichtshof zum Tode verurteilte, 38 Jahre alte Paul Schwigon ist Donnerstag morgen hingerichtet worden. Der Verurteilte hat aus Gewinnsucht in den Jahren 1937 bis 1939 für den Nachrichtendienst einer fremden Macht Spionage getrieben und weitere Agenten geworben. Spanien ehrt Primo de Rivera Anläßlich des vierten Jahrestages der Erschießung des Falangegründers José Antonio Primo de Rivera in Altcante wurde am Mittwoch mittag im Escorial, dem Ehrenmal der spanischen Geschichte und Grabstätte des Vorkämpfers des neuen Spaniens, eine kirchliche Feier in Anwesenheit des spanischen Staatschefs abgehalten. An der Stelle der Erschießung in Alicante, die durch ein Kreuz gekennzeichnet ist, wurden 20 große Kränze niedergelegt. Verlag und Druck: Laupenmühlen& Dierichs. Hauptschriftleiter: Dr. Paul Dierichs(im Felde). Stellvertretender Hauptschriftleiter: Dr. Josef Schwermann K Bessere Cigaretten sind kein Luxus*) -—— 5 * E Es ist vielmehr ein Gebot der Vernunft, nicht wahllos zu paffen, sondern— für das gleiche Geld— lieber etwas weniger, dafür aber wirklich gute Cigaretten mit Bedacht zu genießen. Ein=Elrp Mit einem Kommandierenden General auf dem Vormarsch Mitgeteilt aus dem Tagebuch des Leutnants (PK.) Am ersten Tag: Der Raum, in dem der strömt etwas ungemein Beruhigendes aus. Der feinengere Stab des Generalkommandos in diesen Tagen nervige Chef neben ihm mit dem klugen Charakterkopf arbeitet, ist ein gegen Fliegersicht gut getarnter Ge= ist wohl von einem anderen Temperament. Man fühlt fechtskom.(Kraftomnibus), der im Innern mit Kar= geradezu, wie er sich unter Aufbietung seiner ganzen tentischen, Lampen, Telephonapparaten ausgestattet ist Willenskraft bemüht, seine Erregung zu meistern. und den Offizieren der Führungsabteilung während Etwas im Hintergrund, stets bereit, die notigen Erläuder Gefechtstage ermöglicht, bei jedem Wetter und zu sterungen zu geben, steht der Ia. Jahrelange Arbeit jeder Zeit zu arbeiten. Der 1. Generalstabsoffizier über Kartentischen hat nicht vermocht, ihm etwas von (Ia) ist mit dem 1. Ordonnanzoffizier(01) noch mit seiner frischen zupackenden Art zu nehmen. Ausfertigung von Befehlen beschäftigt. Während ich, Eines wird mir in noch darauf warte, mich bei ihm melden zu können, zur Gewißheit: Mögen in den Gefechtshandlun höre ich von einem Kameraden, der wie ich als Verbindungsoffizier zu einer Division nach hier kommandiert ist, daß für morgen, Freitag, der Angriff des Korps angesetzt ist, das den Auftrag erhalten hat, den Gegner von den die Korpsfront beherrschenden Höhen zu werfen. Also wird es wohl morgen für uns alle zu tun geben. Darum nehme ich nach der Meldung beim Ia dankbar die Einladung des Kameraden an, mit ihm sein Lager in einem Zelt zu teilen. Es ist eines von sechs Zeiten, die für die Offiziere, Schreiber, Zeichner, Kradmelder in einer nahe gelegenen kleinen Schlucht aufgebaut sind. Arbeitswagen des Stabes Der nächste Tag: Bis in den Nachmittag hinein bin ich auf Kurierfahrten zu Nachbarkorps unterwegs. Ich weiß, daß der Angriff, der dem Korps unterstellten Divisionen um 14 Uhr begonnen hat. Immer wieder frage ich mich:„Ist der Angriff geglückt? Wie mag es vorne stehen? Sind wohl schon Meldungen eingetroffen?" Als ich mich beim Chef des Stabes zurückmelde, merke ich, daß Spannung in der Luft liegt, die sich dann im Laufe des Nachmittags zu einer Atmosphäre quälender Ungewißheit verdichtet. Die Anrufe der Armee, die wissen will, ob das Tagesziel erreicht ist, machen die Stimmung auch nicht besser. Und als dann schließlich— nach immer wiederholtem Drängen von seiten des Korps— die Meldungen der Divisionen einlaufen, da wird es klar, daß der Angriff nicht den gewünschten Erfolg gehabt hat. Von Stunde zu Stunde wird es gewisser, daß man es mit einem Gegner zu tun hat, der sich in überraschend stark ausgebauten Wald= und Höhenstellungen, stellenweise sogar unter Einsatz von Panzern, auf das hartnäckigste verteidigt und unsern Truppen schwere Verluste beibringt. Der Gegner ist offenbar entschlossen, das Waldstück und den Höhenrücken bis zum letzten Mann zu halten, da er sie als den Schlüsselpunkt seines Verteidigungssystems ansieht. Ich werde zur Bedienung des Telephons in den Gefechtskom. gerufen und habe so Gelegenheit, die Herren des engeren Stabes bei ihrer Arbeit zu beobachten. Ueber Karten gebeugt, studiert der Kommandierende General mit dem Chef und dem la die Lage, die sich aus den Meldungen ergibt. Ich beobachte die Mienen des Kommandierenden Generals. Seine Augen blicken ernst, aber von seinem ganzen Wesen spannung Gefechtshandlungen der kommenden Tage auch Krisen und zeitweilige Rückschläge kommen, wie sie wohl keiner Führung erspart werden, diese drei Männer werden ihre Nerven behalten für die Entschlüsse, die es jetzt und in den nächsten Tagen zu fassen gibt. Gegen Abend trifft die fernmündliche Nachricht ein, Pwill daher versuchen, die Ereignisse dieses inhaltsreichen daß am nächsten Morgen der Oberbefehlshaber der Ar= Tages festzuhalten, solange ich sie noch frisch im Gemee auf dem Gefechtsstand vorsprechen wird, um mit dem Kommandierenden General die Lage zu besprechen. Munition um jeden Preis Vier Tage später: Tage fieberhafter Tätigkeit, in denen wir alle nur stundenweise Schlaf gefunden haben, liegen hinter uns. Der Angriff ist nun endgültig auf morgen festgesetzt.„. Drei Tage lang war ich zugleich mit dem Korpsadjutanten Begleitoffizier des Kommandierenden Generals auf seinen Fahrten zu den Divisionsstäben und seinen Gängen in die vordersten Stellungen. Bewundernswert, wie dieser Mann von fast 60 Jahren, von eisernem Willen zum Siege beseelt, aller Strapazen spottet. Es ist tatsächlich für uns Jüngere nicht leicht, mit ihm Schritt zu halten. Mit militärischem, in langen Kriegs= und Friedensjahren-geschultem Blick sieht er die geringste Kleinigkeit. Ueberall greift er ein wo es not tut. Er berät sich mit den Kommandeuren, klärt die Lage. gibt Weisungen, stellt Mängel ab. Von einzelnen Leichtverwundeten; die wir unterwegs treffen, läßt er sich die näheren Umstände ihrer Verwundung berichten. Hier läßt er sich von Offizieren Vortrag halten, dort befragt er von Aufklärung zurückkehrende Spähtrupps. Unter Nichtachtung des eigenen Lebens geht er bis zu den vordersten Posten. Um 18 Uhr trifft der Führer der Quartiermeisterstaffel, kurz.„Qu“ genannt, auf dem Gefechtsstand zum Vortrag ein. Ich bin zufällig Zeuge seiner Meldung, die er mit verständlichem Stolz abstattet:„Melde Herrn General: befohlene Munitionierung durchgefuhrt.“ Die knappen Worte des Kommandierenden „Ich danke Ihnen“ sind ihm Lohn für vier aufreibende Tage und Nächte, in denen er offenbar— das kann man seinem übernächtigten Blick ansehen— kaum ein Auge zugemacht hat, und nun muß er kurz berichten, wie er das schier Unmögliche möglich gemacht hat, nämlich mehrere tausend Tonnen Munition aller Kaliber, die zum größten Teil sogar noch aus Deutschland herangeschafft werden mußten. bis in die Batteriestellungen rechtzeitig heranzuführen. Aus seinem geradezu musterhaft straffen Vortrag fühlt man immer wieder das Bestreben heraus, die Leistungen seiner Mitarbeiter ins rechte Licht zu setzen. Er schildert, wie es galt, zur Erfüllung des besonderen Auftrags ganz einschneidende außergewöhnliche Maßnahmen zu ergreifen, wie zum Beispiel die gesamten Lastkraftwagen des Korps und der Divisionen allen anderen an sich nötigen Zwecken zu entziehen, da alles hinter der Paroie:„Munition um jeden Preis" zurückzutreten hatte. Dazu die Schwierigkeit der Ueberfüllung der Straßen, die oft das Ganze in Frage zu stellen drohte, die Inanspruchnahme von Mann und Fahrzeug bis zur Zerreißprobe. Was an Arbeit geleistet wurde, belegt er durch klare Zahlen, die mehr sagen als Worte: Die Gesamtstrecke der zum Zwecke dieser Munitionierung zurückgelegten Kilometer würde, wenn ein einzelnes Fahrzeug sie zurücklegen müßte, 320000 Kilometer betragen, also achtmal um den Erdball führen. Stuka= und Artillerie=Einsatz Der Angriffstag: 11.00 Uhr nachts. Seit 3 Uhr heute morgen bin ich auf den Beinen, aber ich bin noch viel zu erregt, als daß ich an Schlaf denken könnte. Ich dächtnis habe. Um 3 Uhr früh begann unsere Artillerie aus Hunderten von Rohren aller Kaliber zu schießen. Müßig, zu versuchen, dieses Wummern, Röhren, Fauchen, das durch die Lüfte dröhnte, beschreiben zu wollen. Und diese verderbenbringende Höllenmusik dauert volle zwei Stunden, nur dann und wann leicht abebbend, zum Schluß aber zu gewaltigstem Crescendo ansteigend. Und als dann schlagartig das Artilleriefeuer abbricht, brausen die Staffeln der Stukas heran. Immer wieder fragt man sich: Sollte es möglich sein, daß drüben noch irgend jemand dieser Hölle entgangen ist? Und doch ist das Unglaubliche wahr! Aus den ersten von den Divisionen einlaufenden Meldungen geht hervor, daß unsere zum Sturm antretenden Infanterie=Einheiten in starkes feindliches Artilleriefeuer gekommen sind und daß ganze Widerstandsnester, in bunkerartigen Stellungen. mit Maschinengewehren gespickt, unser Artilleriefeuer und den Angriff der Stukas überstanden haben. Auch heute wird unserer Infanterie nichts geschenkt. Um jedes Widerstandsnest muß hart gekämpft werden. Auch heute wieder hält der Tod seine Ernte in den Reihen unserer prachtvollen Regimenter. Gesangene werden verhört Um.00 Uhr werde ich auf Grund meiner französischen Sprachkenntnisse zur Unterstützung des Dolmetschers kommandiert, der in der Kirche eines zwei Kilometer ostwärts gelegenen Dorfes die Gefangenen zu vernehmen hat, deren Zahl im Laufe des Tages auf mehrere Hundert ansteigt. Ich habe bisher kaum daran gedacht, daß das Verhör von Gefangenen so wichtig und lehrreich sein kann. Heute sehe ich aber, wie selbst die scheinbar geringfügigste Aussage wertvoll ist, ergibt sich doch das Gesamtbild der Lage beim Feind für den Ie und durch ihn für die operative Führung aus dem zunächst verwirrenden Knäuel der sich oft widersprechenden Aussagen der einzelnen Gefangenen, die sich aus Menschen der verschiedensten Rassen, Charaktere und Temperamente zusammensetzen. Neben schlitzäugigen Schwarzen und Gelben, die immer wieder truppweise zu den anderen stoßen, stehen die Weißen, heißblütige Südfranzosen und kuhl beherrschte Männer aus der Bretagne. Scheidet ein großer Teil der Gefangenen für die Gewinnung von Nachrichten über den Feind schon von vornherein aus, sei es, daß sie zu beschränkt oder zu verbissen sind, um außer dem Notwendigsten wie Name und Dienstgrad etwas zu berichten, so gilt es anderseits, die Aussagewilligen so zu führen, daß sich gewissermaßen mosaikartig Stein auf Stein aufgebaut, das Gesamtbild ergibt. Eine Zeitlang höre ich zu, wie der Dolmetscher die Vernehmung vornimmt und sehe, mit welchen psychologischen Mitteln der Fragestellung er geschickt auf sein Ziel zusteuert. Was der le meldet Im heutigen besonderen Falle ist es absolut notwendig, zu erfahren, ob der Feind Angriffsabsichten hat oder sich nur verteidigen will. Ich selbst werde damit beschäftigt. aus den bei den Gefangenen vorgefundenen Papieren und Karten die für den Augenblick wesentlichsten Feststellungen zu machen, mit deren Hilfe der Dolmetscher ihre Aussagen überprüfen kann. Immer wieder schrillt das Telephon dazwischen. Es gilt dann, den drängenden Fragen des Ie zu genügen, der zur Gewinnung eines klaren Feindbildes zu einem großen Teil euf die Ergebnisse der Vernehmung angewiesen ist. Als ich nach mehreren Stunden zum Kdrpsgefechtsstand zurückkomme, treffe ich den le, einen schlanken, sportgestählten Generalstabshauptmann, der in diesen Tagen nur einen Kummer hat, nämlich vorn nicht dabeisein zu können, in strahlendster Laune an. In fernmündlichem Gedankenaustausch mit den les der Divisionen und Nachbarkorps und unter Zugrundelegung der inzwischen eingetroffenen Funknachrichten, Fliegeraufnahmen und Gefangenenaussagen hat er das Feindbild fertiggestellt. Der Erfolg stundenlanger Bemühungen ist dann seine klare Meldung an den Ia: 1. Unserem Korpsabschnitt gegenüber liegen sieben Infanterie= und zwei Kolonial=Divisionen, ihre Nummern und die Anzahl ihrer Regimenter sind bekannt. 2. Angriffsabsichten beim Feind bestehen nicht. Nach Aussage eines gefangenen Regiments=Kommandeurs hat der Feind die Weisung, die Stellung zu halten, koste es, was es wolle. Diese ungemein wichtige Meldung wird sofort vom Ia an die Armee weitergegeben, die darauf ihre Entschlüsse aufbauen wird. Auch dieser Tag ist für die Führung nicht frei von Krisen. Im letzten Augenblick hat sich der Chef noch gezwungen gesehen, zur Erreichung des Angriffszieles bei der mittleren Division 2 Bataillone, die er als Korpsreserve zurückbehalten hatte, einzusetzen, um den letzten Widerstand des sich verzweifelt wehrenden Gegners zu brechen. Um 19 Uhr endlich kommt die sehnlichst erwartete Meldung der mittleren Division: IR. X hat 18.10 Uhr den Höhenrücken genommen. Und eine halbe Stunde später: IR. Y. hat 18.80 Uhr den Südrand des Waldstückes besetzt. Damit hat das Korps seinen Auftrag erfüllt, nämlich die Gewinnung einer endgültigen Hauptkampflinie zur Sicherung des Brückenkopfes. Diese wenigen Tage schon geben mir einen spannenden und wirklichkeitsgetreuen Einblick in die schwere, entsagungsvolle und verantwortungsreiche Arbeit eines höheren Stabes. Kriegsberichter Christian Hahn. Seite 3 Nr. 277] Bochumer Anzeiger] Freitag, 22. November 1940 Bochumer Egon Spritzig Das muß man ihm lassen. Egon Spritzig fuhr wie die Feuerwehr. Wenn er sich mit seiner„Karre" in die Kurve legte, konnte einem der Hut hochgehen. Die Kreuzungen nahm er mit mindestens 20 Kilometer Stundengeschwindigkeit. Dabei fuhr er ein Rad, das mindestens fünf Jahre alt war. Ein paarmal hat er allerdings Pech gehabt. Das war einmal, als er nicht ganz so schnell war wie ein Auto, das die Hauptverkehrsstraße befuhr und ihn auf einer Kreuzung am Hinterrad erwischte. Eins, zwei, drei, lag Egon auf dem Pflaster. Mit ein paar Schrammen, einer zerrissenen Hose und einem Hinterrad, das wie ein Fragezeichen aussah, kam er noch einmal glimpflich davon. „Ein andermal benutzte er einen Lastwagen als Schrittmacher. Mühelos hielt er seine 60 Kilometer durch. Es ging wie der Wirbelwind, bis der Lastwagen plötzlich stoppte. Diesmal war es das Vorderrad, das wie ein Fragezeichen aussah. Daß Egon mit einer Beule wie eine Kokosnuß davongekommen ist, verdankt er nur seinem besonderen Glück. Dann versuchte sich Egon auch einmal im Freihändigfahren. Wie ein König saß er auf seinem Rad. Er dachte sich nichts Böses. Er dachte sich überhaupt nichts dabei. Anders dagegen die Polizei, die ihn erwischte und die Sache mit einer Reichsmark glatt machte. Kürzlich hätte er aber fast feine Prüger bekommen, und zwar ausgerechnet von Emil Friedlich. Emil fuhr mit seinem Rade, das— nebenbei bemerkt— mit allen Schikanen moderner Beleuchtung ausgerüstet ist, friedlich seines Weges. Es war dunkel. Eine andere Straße kreuzte Emils Weg. Vorschriftsmäßig schaute er nach rechts und dann auch nach links. Aber nirgends war auch nur der Schimmer eines Lichtes zu sehen. Also hinüber mit dem Rad. Da tauchte es schattenhaft vor Emil auf. Aus dem Dunkeln spritzte Egon. Kein Lichtchen erhellte sein Rad. Noch so eben kam er an Emil vorbei, der schnell stoppte. Mit Emils Friedfertigkeit war es aus. „Verfluchter Lümmel“, schrie er hinter Egon her, „erwische ich dich noch einmal ohne Beleuchtung, dann hau ich dich windelweich." Was man sehr wohl verstehen kann. Webe Mit dem E..I ausgezeichnet Der Unteroffizier und Bordfunker Willi Starmann, Sohn der Eheleute Otto Starmann, BochumWeitmar, Hattinger Straße 254, wurde wegen Tapferkeit beim Feindflug gegen England mit dem Eisernen Kreuz 1. Klasse und dem Fliegerschützenabzeichen ausgezeichnet, nachdem ihm bereits im September das E. K. Il verliehen wurde. Das E. K. II erhalten Unteroffizier Albert Bielfeld, Sohn des Holzbildhauers Albert Bielfeld, Katholischer Kirchhof 3, erhielt in Norwegen das Eiserne Kreuz 2. Klasse. Kriegsverdienstkreuz erhalten Oberzahlmeister Fritz Rethage, Sohn der Witwe Daniel Rethage Hattinger Straße 64, erhielt das Verdienstkreuz 2. Klasse mit Schwertern. Mit dem Schutzwall=Ehrenzeichen ausgezeichnet Der Sanitäts=Unteroffizier Heinz Püschel wurde mit dem Deutschen Schutzwall=Ehrenzeichen ausgezeichnet. 300 RM. gestohlen Diebstahl aus einem parkenden Personenkraftwagen Am 15. November, in der Zeit zwischen.30 und 9 Uhr, stahl ein bisher unbekannter Täter aus einem auf der Klosterstraße an der Seite der Großmarkthalle in Bochum parkenden Personenkraftwagen einen etwa 40X60 Zentimeter großen Reisekoffer und eine schwarze Die völkische Schutzarbeit des BDA. tritt ein für deutsche Lebensrecht und kulturelle Einheit unseres Hundert=Millionen=Volkes. Hilf ihm durch deine Spende für die Schulsammlung vom 22. bis 24. November! Damenhandtasche, in der sich neben anderen Gegenständen ein Geldbetrag von etwa 300 RM. befand. Der Besitzer des Kraftwagens hatte sich zu Einkaufszwecken mit seiner Ehefrau für kurze Zeit in die Großmarkthalle begeben und den Wagen unverschlossen auf der Straße stehen lassen. Während dieser Zeit wurde der Diebstahl ausgeführt. Wer hat während dieser Zeit verdächtige Personen in der Nähe der Großmarkthalle gesehen? Angaben, die auf Wunsch vertraulich behandelt werden, erbittet die Kriminalpolizei, Uhlandstraße 35, Zimmer 243. Einige Amaten um Hahlkartenschätter Die Fahrkarten=Druckmaschine als KA 441111 W PA ST TZ FLSTT FL Ueber der Maschine befindet sich der Klischeeschrank, in dem sich die auswechselbaren Druckstöcke für die einzelnen Karten befinden Nach der Eisenbahnverkehrsordnung erlischt fünf Minuten vor Abfahrt eines Zuges der Anspruch auf eine Fahrkarte. Das sollte eigentlich jeder Reisende wissen. Und es gibt auch viele, die sich noch ein paar Minuten eher eine Fahrkarte lösen. Aber leider auch nicht wenige, die in letzter Minute atemlos herangelaufen kommen und sich zum Schalter drängen. Haben sie Glück, dann steht keine„Schlange“ von Spätlingen, die gleichfalls die oben erwähnte Bestimmung vergessen haben, vor ihnen, sonst kann es doch noch sich ereignen, daß sie die Fahrkarte nicht rechtzeitig genug erhalten, obschon sie wie ein Marathonläufer durch die Bahnhofshalle rennen, im Wege stehende Leute beiseite boxen, dem Schaffner, kaum daß er die Karte geknipst hat, diese aus der Hand reißen, die Treppen hinab und wieder hinauf rennen und dann, auf dem Bahnsteig angekommen, sehen müssen, wie der Zug davonfährt. Ja, das ist gewiß ärgerlich. Und alles Schimpfen auf die Eisenbahn nutzt nichts, ist auch unberechtigt. Was würde das liebe Publikum sagen, wenn die Fahrkartenstellen sich genau an die Verkehrsordnung hielten und an den Schaltern fünf Minuten vor Abfahrt keine Fahrkarten mehr verabfolgten? Es ist ein Entgegenkommen, wenn sie so lange wie möglich die Reisenden bedienen, die ja wissen, wann der Zug abfährt, oder sich vorher darüber unterrichten müssen. Zu gewissen Zeiten ist der Andrang der Reisenden besonders stark. Wer klug ist, findet sich frühzeitig ein. Und wer den Verkehr am Schalier erleichtern und beschleunigen will, der hält das Fahrgeld bereit, ohne daß der Beamte erst allerlei Geldsorten herausgeben muß. Ist es nicht töricht, eine Fahrkarte zu 65 Pfennig zu lösen und einen Zwanzigmarkschein hinzulegen, auf den dann ein Zehnmarkschein, ein Fünfmarkstuck, vier Markscheine und 35 Pfennig zurückgegeben werden müssen. Und daß sogar noch, wenn ein Dutzend Reisende hinter einem vor Ungeduld brennen, da der Zug bald abfährt? Also, liebes Publikum, erleichtert euch und anderen das Geschäft am Fahrkartenschalter und macht dem Beamten oder der Beamtin das Leben nicht unnötig schwer!„ m0 6. Wie erlangt man die Fahrkarte? An größeren Bahnhöfen werden die Fahrkarten nur zu einem kleinen Teil den Fächern entnommen, die fertige Fahrkarten, insbesondere Fahrkarten nach dem Ausland und Zeitkarten, enthalten sowie solche nach wenig begehrten Zielen. Der weitaus größte Teil der Fahrkarten wird auf einer besonders sinnreich konstruierten Maschine gedruckt. In der Schalterhalle des Bochumer Hauptbahnhofs sind mehrere solcher Druckmaschinen aufgestellt für die am meisten in Anspruch genommenen Schalter. Die Bedienung ist einfach. Der Beamte bzw. die Beamtin— in dieser Kriegszeit hat man auch weibliche Personen eingestellt, und man muß sagen, daß die Damen sich schnell eingearbeitet haben— nimmt am Schalter den Wunsch des Reisenden entgegen, dreht sich zur Seite der langgestreckten Druckmaschine, stellt den Zeiger des Fahrkartendruckers ein— ein Hebeldruck und die Fahrkarte liegt fertig da und wird dem Reisenden am Schalter gegen Erlegung des Fahrvreises ausgehändigt. Der ganze Vorgang spielt sich so schnell ab, als ob die Karte aus einem Fach entnommen sei. Auf dieser gedruckten Fahrkarte sind der Tag der Ausgabe, der Fahrpreis, die Nummer und das Kontrollzeichen sowie das Ziel der Reise angegeben. Es ist nur darauf zu achten, daß die leere Karte die richtige Farbe der gewünschten Klasse hat. Sehen wir uns einmal die Herstellung der gedruckten Fahrkarte an! Das Prisma der Maschine weist 2500 Namen von Stationen auf, alphabetisch aneinandergereiht. Die am meisten begehrten Reiseziele sind vorangestellt. Der Beamte nimmt das rechteckige Stück Karton und stellt es an der gesuchten Stelle ein. Ein Druck auf den Hebel des Druckschlittens hebt die unten liegende Druckplatte in das eigentliche Druckwerk, führt die noch leere Karte am Färber vorbei und drückt sie dann gegen die Druckplatte und ebenso gegen den Verkaufs= und Abrechnungsstreifen, die fortlaufend Nummern und Betrag der angegebenen Karte anzeigen. Das alles vollzieht sich mit Blitzesschnelle. Der Vorzug dieser von der AEG. seit 1907 hergestellten Fahrkartendruckmaschine besteht vor allem darin, daß sie die beim früheren Verkauf von fertigen Karten notwendige Aufrechnung selbsttätig vollzieht und zugleich die Kontrolle über den Verkauf ausübt. Die Aufrechnung geschieht auf einem Streifen, der zu Anfang und zum Schluß des Dienstes von dem betreffenden Beamten in die Maschine gegeben wird, die den Beamten der Mühe enthebt. selbst die Aufrechnung vorzunehmen. Er hat nur nötig, die Abschnitte von Kinderkarten, Fehldrucke usw. von dem Betrag abzuziehen, den der Streifen verVier von den ungezählten Karten, die sich in dieser modernen Maschine durch einen Handgriff herstellen lassen. zeichnete. Außer diesen dem gewöhnlichen Verkehr diemenden Maschinen ist noch eine Spezialmaschine für Militärkarten usw. vorhanden, die sogar die Statistik selbsttätig vornimmt und an der bei starkem Schalterandrang jeder Bedienstete arbeiten kann. Er erhält dann eine besondere Kontrollbüchse nebst Verrechnungsstreifen. Eine komplizierte Maschine ist der außerdem vorhandene Pautze=Zeitkärtendrucker. Er verfügt über 200 Druckplatten, jede derselben kann 8 bis 10 verschiedene Karten drucken. Auf dieser Maschine werden Zeitkarten, Schülerkarten, Monats= und Teil=Monatskarten, Kurzarbeiter=Wochenkarten, Arbeiter=Wochenkarten, Urlaubskarten usw. hergestellt. Eine Tastatur mit zwölf Drucktasten ermöglicht jede gewünschte Karte im Augenblick zu bedrucken. Ein Korbwagen schiebt die Karte in den Druckknopf, und nach drei Umdrehungen ist die Karte fertig. Ein Zählwerk gibt am Ende des Monats den Stand des Verkaufs an. Die Station Bochum Hbf. war eine der ersten, die eine solche Maschine erhielten— es war Nummer 3. Es gibt dann noch Karten, die nicht auf maschinellem Wege hergestellt werden. Das sind sogenannte Edmonsonsche Karten, im internationalen Verkehr gebräuchlich. Soweit sie nicht fertig vorliegen, werden sie handschriftlich ausgefertigt. Man sieht, daß der Betrieb bei der Fahrkartenausgabe nicht so einfach ist, wie es den Anschein hat. Die Fahrkartendruckmaschinen sind wesentliche Helfer der Beamten am Schalter, von denen zur Zeit Stoßverkehrs nicht wenig verlangt wird. Der einsichtsvolle Reisende wird ihnen die Arbeit erleichtern, indem er sich fruh genug einfindet und für das nötige Kleingeld sorgt. ap. Werid om Anden in attet Enne Aus dem Schaffen der Abteilung Grenz—Ausland der NS.=Frauenschaft— Deutsches Frauenwerk Sturz aus dem Fenster Bei der Oberlichtreinigung stürzte Mittwoch um die Mittagszeit eine junge Frau von der Blücherstraße so unglücklich aus dem Flurfenster, daß sie sich beide Arme brach und außerdem noch eine Gehirnerschütterung davontrug. Man schaffte sie sofort ins Krankenhaus. Aufnahme: Brüning Mit der linken Hand wird die Karte auf den Druckstock gelegt, mit der rechten der erforderliche Auslöseknopf betätigt Heute felogräuer Schutz— einst Schuhzenrehten Das Schützenwesen in Bochum immer schon sorgfältig gepflegt Heute schützt die deutsche Wehrmacht die Grenzen Schützenhofe. Der Kommandant der Schützen, Landdes Reiches und verteidigt seine Freiheit und Ehre. und Stadtrichter Boelling, machte den Einst waren die Schützenwehren für diese Aufgaben ein= der ausgesetzte Becher nicht dem besten Schutzen ausgeStadt hatte auch schon frühzeitig liefert werden, sondern„zum ewigen Andenken an die gesetzt. Unsere Stadt hatte auch schon frühzeitig Schützen. Die Städte waren ihre starken Förderer, denn je besser die Mitglieder der Schützenwehren im Waffengebrauch ausgebildet waren, um so besser war die Stadt gesichert. In Bochum bestand eine BürgerSchützen=Wehr, die auf der„Schützenbahn“, jener noch erhaltenen Straße im alten Stadtteil, ihre Schießübungen abhielt. Es war der einzige„gradlinige Strich“, der sich innerhalb der damaligen Umwallungen der Stadt befand. Die Verwaltung der Stadt versammelte diese Bürger=Schützen=Wehr einmal im Jahre zu einer großen gemeinsamen Uebung. Die Lanze war inzwischen(im 14. Jahrhundert) von der Armbrust verdrängt worden, der dann die Muskete folgte. Der beste Schütze wurde als König bezeichnet. Als das Franzosenheer zu Anfang des 19. Jahrhunderts deutsche Gaue mit Krieg überzog, war— was ganz selbstverständlich— das Interesse an den Versammlungen der Schützen erlahmt. Aus den einstigen Schützenwehren waren allmählich Schützenvereine entstanden. Der Ueberlieferung gemäß bildeten sie die Jugend in der Handhabung der Feuerwaffen aus, getreu dem Spruch: „Ueb Aug und Hand fürs Vaterland!" Erst nach der großen Völkerschlacht bei Leipzig trat das Interesse an den Schützenvereinsbestrebungen wieder stärker hervor. In der Stadt Bochum, in der man die Bedeutung der dreitägigen Schlacht ebenfalls zu wurdigen verstand, versammelte man sich im Oktober 1814 zur denkwürdigen Feier des ersten Jahrestages dieser Schlacht. Groß war die Freude, als eine allgemeine Einladung an die Bürgerschaft der Stadt erging, sich an einem Schützenfeste zu beteiligen. Selbstverständlich sollte damit auch ein Preisschießen verbunden sein. Für den besten Schsitzen wurde ein silberner Becher gestiftet, der folgende Inschrift trug:„Zum Andenken der großen Völkerschlacht bei Leipzig am 19. Oktober 1813. Das Landsturm=Bataillon Bochum dem besten Schützen am 19. Oktober 1814.“ Am Morgen des Festtaaes fand gemeinsamer Kirchgang statt. Pastor Natorp hielt die Festpredigt. Dann ging erste Feier dieses merkwürdigen Tages von einer öffentlichen Behörde aufbewahrt, bei Wiederholung dieses Festes jedesmal zur Erinnerung vorgezeigt, aber der Name des besten Schützen darauf eingegraben werden solle". Des war man allgemein zufrieden. Und nun wurde, wie der Chronist meldet, der Becher von dem Kommandanten„mit entblößtem Schwerte für Tugend, König und Vaterland— zur Erinnerung an die große Völkerschlacht und zum Andenken an die Sieger, welche an jenen drei merkwürdigen Tagen für Deutschlands Freiheit gekämpft haben und den Tod fürs Vaterland starben“, eingeweiht. Der erste Inhaber des Bechers war der damalige„Maire=Sekretär"“, nachmalige Steuereinnehmer Croner, der den besten Schuß abgegeben hatte. Leider scheint dieser historische Becher an einen Platz gelangt zu sein, wo er nicht mehr aufzufinden ist. Der Schützenverein besitzt zwar einen silbernen Becher, es ist aber nicht der Originalbecher von 1814. Es handelt sich um einen anderen Becher, der zum erstenmal, im Jahre 1829 in Venutzung. gengmigen zu zeigen, War's auch nicht der echte Becher, so war's doch eine gute Nachbildung. Dieser zweite Becher ist mit den Namen der besten Schützen gefüllt. Ein neuer mußte deshalb angeschafft werden. Auch der ehemalige Oberpräsident von Westfalen, von Vincke, hat das Schützenwesen zu fördern gewußt. In einer am 27. August 1816 herausgegebenen Verordnung sagt er:„Es ist zu wünschen, daß die alte löbliche und unter Beobachtung dieser(vorauf bekanntgegebenen) Vorschriften unschädliche Uebung des Scheiben= und Vogelschießens überall, wo solche stattgefunden hat, wieder auflebe, und wo solche noch nicht war, neu eingeführet, auch solche Tage dazu gewählt werden, welche die Erinnerung eines denkwürdigen, dem Orte, dem Lande oder dem Staate teueren Ereignissen heiligt.“ Die Leipziger Erinnerungsfeier von 1814 schien die einzige bleiben zu sollen, denn man hörte in den nächsten Jahren nichts wieder davon. erstenmal, im Jahre 1829 in Benutzung ger wurde. Daraus geht hervor, daß man dem 2 den Becher an einem jeden Schützentage zu entsprochen hat. Mar's auch nicht der echte Be Der Abteilung Grenzland(Ausland wurden gleich zu Anfang des Krieges große, verantwortungsvolle Aufgaben gestellt, von denen die breite Oeffentlichkeit bisher wenig erfahren hat. Sie wurden als etwas Selbstverständliches mit viel Takt und fraulicher Aufopferung in aller Stille ausgeübt und zu einem Teil bereits vollends gelöst. Als bereits abgeschlossen kann die Betreuung der Rückgeführten angesehen werden, der Saarländer, die wieder in ihrer schönen Heimat sind. Sie werden alle in inniger Dankbarkeit der Zeit gedenken, die sie im Kreise Bochum verlebt haben, und dabei sich nicht nur ihrer Wirtsleute erinnern, sondern auch der Abteilungsleiterinnen Grenz(Ausland, die nie müde wurden, ihnen die schwere Zeit der Trennung von der Heimat zu erleichtern und erträglich zu machen. Wirtsleute und Abteilungsleiterinnen waren es auch, die den Betreuten das Geleit zum Bahnhof gaben, als die Stunde der Heimkehr gekommen war. Ihnen haben die Saarländer schon manchen frohen Gruß aus der Heimat geschickt, und der Briefwechsel zwischen Saar und Ruhr soll ein reger bleiben. Für den kommenden Sommer sind manche gegenseitige Besuche geplant. Viel mühselige, vorsichtige und energische Arbeit galt den Volksdeutschen aus Polen, die schon im Juli 1939 ins Reich flüchteten. Einige von ihnen kamen abgehetzt und zerfetzt auch im Kreise Bochum an. Die Abteilung Grenz(Ausland hat ihnen nach Kräften in ihrer harten, ungewissen Lage beigestanden und zunächst für brauchbare, ordentliche Kleidung gesorgt. Mit besonderer Liebe aber nahmen sich die Frauen der NS.= Frauenschaft der werdenden Mütter an. Es wurde für die Säuglingsausstattung gesorgt und der Haushalt auf deutsche Art gestaltet. Die Abteilungsleiterin holte die Frauen zu den Gemeinschaftsnachmittagen ab, so daß sie nach und nach die Lieder der Bewegung kennenlernten, die sie so gerne sangen. Sie wurden mit dem nationalsozialistischen Gedankengut vertraut, das man in Polen so geschmäht hatte. Ein Teil von ihnen ist längst in die Heimat zurückgekehrt, die das deutsche Schwert frei und deutsch gemacht hat. Geradezu rührend sind die Briefe, die sie von dort aus schreiben. Es wird die enge Verbundenheit bleiben, denn einige der Abteilungsleiterinnen haben die Patenschaft über die Neugeborenen übernommen. Eine weitere Aufgabe der Abteilung GrenzsAusland der NS.=Frauenschaft ist die Betreuung mancher Rückwanderer. Jener Deutschen, die aus den verschiedensten Gründen einst Deutschland verlassen und in den letzten Jahren des wirtschaftlichen Aufstiegs unseres Vaterlandes zurückgekehrt waren. Es wird in enger Zusammenarbeit mit dem Rückwandereramt in Düsseldorf gearbeitet, das die Anschriften derer vermittelt, die im Kreise Bochum Wohnung genommen haben. Hier gilt's, die Rückwanderer vor Ungerechtigkeiten zu schützen, dort Aufklärung zu schaffen. Alle aber müssen lernen, in die Größe des Gedankens der deutschen Volksgemeinschaft hineinzuwachsen und die Arbeit des nationalsozialistischen Staates kennenzulernen und zu verstehen. Dabei bedarf es manch liebevoller und kluger Anleitung, 4n ker Ehtailumng Grens Die Vorträge, die von der Abteilung Grenz Ausland der NS.=Frauenschaft— Deutsches Frauenwerk gehalten werden, dienen der Aufklarung unserer Frauen. Sie sollen Verständnis wecken für die Opfer der Rückgeführten und die schwere Lage der Volksdeutschen und der Rückwanderer. Sie tragen zweifellos dazu bei, das richtige Verhältnis zueinander zu schaffen. Außerdem wecken diese Vorträge den Sinn und das Begreifen weltpolitischer Notwendigkeiten und ihmen. Ständige politische Kurzberichte halten dem Laufenden über das Maßnahmn die Frauen dauernd auf augenblickliche Geschehen. In Arbeitsgemeinschaften, in denen jede Frau willkommen ist, erarbeitet sich ein jeweils kleiner Kreis das notwendige Wissen gemeinschaftlich, Zur Zeit bestehen drei Arbeitsgemeinschaften unter der Leitung der Kreisabteilungsleiterin Grenz(Ausland, Pan. A. Velten. Es werden volksdeutsche, koloniale und Grenzland=Themen aufgerollt und bearbeitet. Wer Interesse daran hat, melde sich bei der Kreisgeschäftsleitung der NS.=Frauenschaft— Deutsches Frauenwerk, Bochum, Trankgasse 5, Eingang F. Bochumer Veranstaltungen Großes Konzert Zum„Tag der deutschen Hausmusik" veranstaltet die Betriebsgemeinschaft„Bochumer Verein", NS.=Gemeinschaft „Kraft durch Freude", durch das Hoffmannsche Konservatorium unter Mitwirkung des Frauenchors des Männergesangvereins„Schlägel und Eisen“ und des Männergesangvereins„Gußstahlglocke“ am Sonnabend, 23. November, im Kosthaussaale Stahlhausen ein großes Konzert. Dieses Konzert soll bezwecken, auch das schaffende Volk an dem Tag der deutschen Hausmusik teilnehmen zu lassen. Dr. Zeller wird zu Beginn einige erklärende Worte über die Art der Veranstaltung an die Teilnehmer richten. Dieser Abend wird seine Anziehungskraft nicht verfehlen, und wir setzen voraus, daß er ein genußreicher und im wirklichen Sinne ein Abend„Zum Tag der deutschen Hausmusik“ werden wird. Eine Italienische Komödie der Gegenwart. In den letzten Jahren konnte man beobachten, daß in steigendem Maße Meisterwerke des italienischen Gegenwartslustspiels sich die europpätschen und die deutschen Bühnen eroberten. Bruno Corra und Giuseppe Achille haben nun eine Komödie geschrieben, die als das Muster eines immer neue Ueberraschungen bringenden Lustspiels gelten kann. Man spürt, daß hier die Tradition des alten Stegreifspiels der Comedia dell'arte noch immer nicht abgerissen ist. Die Auffübrung am Sonnabend, die unter der Spielleitung von Viktor Adlers steht, ist eine westdeutsche Erstaufführung.— Heute abend gebt voraussichtlich zum letzten Male Kienzls„Evangelimann“ in Szeue. Es war Sicherungsverwahrung beantragt Bradel TeschhsinnsiehlePAicannung Bilder aus den Bochumer Gerichtssälen Der 25jährige Alfred Rösler hat den Seinen schon sehr viel Aergernis und Kummer bereitet. Er schlug alle guten Ratschläge in den Wind. Seine leichte Ader ließ ihn überall entgleisen, obwohl er an sich in seinem handwerklichen Beruf ein guter Arbeiter war. Aus dieser Tätigkeit machte er sich aber anscheinend nicht viel, denn man sieht ihn bald anderen Dingen nachgehen. Aber es geht nirgends glatt und gut. Er ist nicht ehrlich und macht lange Finger. Schließlich verdrehte ihm der Krieg völlig den Kopf und er spielte sich als„Urlauber“ in der Heimat mit falscher Heldenvose als Polenkämpfer, erfolgreicher Englandflieger, als Ordensträger des E..I auf und wollte auch in Spanien mit Auszeichnung mitgekämpft haben. Er gab sich auch in falscher Uniform als Oberfeldwebel aus. 994r53 Er stammt selbst aus guten Verhältnissen, und als er ein Mädchen aus ebenfalls gutem Hause kennenlernte, folgte er einer Einladung nach Friesland, wo er Gastfreundschaft genoß, die er aber mit mehreren kleinen Gelddiebstählen schmählich verriet. In Linz am Rhein ließ er sich in einem Hotel mehrere Tage bewirten und verschwand ohne zu zahlen, als er fürchten mußte, daß seine Aufschneiderei entlarvt würde. Auch hier verübte er einen kleinen Gelddiebstahl zum Schaden einer Hausgehilfin im Hotel. Er kam auch schließlich nach Bochum ins Bergmannsheil, wo er während eines Fliegeralarms einem Bergmann aus dessen Schublade 35 Mark stahl. So lautet wenigstens die Anklage. Diesen Diebstahl bestreitet der Angeklagte allerdings: er konnte aber durch indirekten Beweis der Tat überführt werden. Bis zum Tage des Diebstahls hatte er nämlich erwiesenermaßen kein Geld im Beutel. tags darauf aber gab er Geldscheine der Art aus, wie sie dem Knappen geklaut worden waren. Sehr verdächtig hatte er sich auch dadurch gemacht, daß er sich trotz allgemeiner Aufforderung nicht in den Luftschutzraum begab, sondern im ersten Flur blieb und später einen anderen Kranken fragte:„Nicht wahr, du hast mich doch im Luftschutzkeller gesehen?" Mit dieser Frage wollte er sich offensichtlich ein gewisses Alibi verschaffen. Alle diese Umstände genügten sowohl dem Staatsanwalt als auch dem Gericht, den Diebstahl im Bergmannsheil ebenfalls als erwiesen anzunehmen, zumal der Einwand des Angeklagten, daß er Geld aus dem Verkauf seines Fahrrades besessen hätte sich zu seinen Ungunsten klärte— der Verkauf des Rades lag nämlich zeitlich nach dem Diebstahl, nicht vorher, wie er glauben machen wollte. 8844 Man kann sich denken, in weicher Weise der Staatsanwalt das verlogene, betrügerische und aufschneiderische Tun des Angeklagten in dieser Kriegszeit geißelte. Ganz besonders scharf verurteilte er den Gelddiebstahl im Krankenhause während des Fliegeralarms als ein schweres Verbrechen an einem armen Volksgenossen. Dadurch werde der Angeklagte zum Volksschadling gestempelt. Er halte den Mann aus dessen ganzer bisheriger Lebensweise für einen unverbesserlichen und gefährlichen Gewohnheitsverbrecher, der keinerlei Gewahr dafur biete, daß er nach Verbüßung einer sehr harten Zuchthausstrafe je auf den rechten Weg finden werde. Er beantragte eine Gesamtstrafe von zehn Jahren Zuchthaus, zehn Jahren Ehrverlust und Sicherungsverwahrung. Das Urteil lautete auf fünf Jahre Zuchthaus und vier Jahre Ehrverlust, wegen mehrfacher Diebstähle und Betrugs. Im Bergmannsheil habe der Angeklagte die Kriegsverhältnisse in verbrecherischer Weise ausgenutzt. Er sei ein Volksschädling. Von der Sicherungsverwahrung habe das Gericht jedoch noch einmal abgesehen, weil es die Hoffnung hege, daß dieser noch junge Mann(von dem ein Verwandter als Zeuge sagte, daß er es in der Jugend offenbar„zu gut gehabt“ habe), nachdem er jetzt scharf und entschieden angefaßt wird, doch vielleicht noch fürs Leben zu retten sein werde. Jedenfalls wolle ihm das Gericht den Weg nicht für alle Zukunft verbauen. M. F. Aus dem Nachbargebiet Stadt Wattenscheid Mit dem E. K. I ausgezeichnet Unteroffizter Hans Rohlmann, Lohrbeide=Kolonie, erhielt für außerordentliche Tapferkeit vor dem Feinde das Eiserne Kreuz I. Klasse. Er wurde jetzt zum Feldwebel befördert.— Für besondere Tapserkeit vor dem Feinde erhielt der Oberschütze Hans Michael, Katharinenstr. 4, das Eiserne Kreuz II. Klasse. Stadt Wanne=Eickel Krebs= und Lupusbekämpfung Am Mittwoch, 27. November, findet für Wanne=Eickel im Rahmen der Tuberkulosefürsorge mit Unterstützung des Westfälischen Vereins für Krebs= und Lupusbekämpfung in Münster ein Sprechtag statt an dem der Beauftragte für die Lupusbekämpfung in Westsalen, Professor Dr Moncorps, oder dessen Vertreter anwesend sein wird. Die Beratungsstunde findet im Städtischen Gesundheitsamt. Hindenburgstraße 94, vormittags um 9 Uhr, statt. Gestern feierte der Kleinrentner Heiurlch Schäfer Röhlinghauser Straße 77, seinen 87. Gevurtstag. Zu den Gratulanten gehörte vor allem die Kriegerkameradschaft 1878.— Durch den Oberpräsidenten der Provinz Westfalen ist der Studienrat Dr. Wilhelm Schäfek in WanneEickel zum ehrenamtlichen Pfleger für kulturgeschichtliche und naturgeschichtliche Bodenaltertümer für den wezirk der Stadt Wanne=Eickel ernannt worden. Den Eidolielen. Stadtteil Hordel 400 Kleintierzüchter im Wettbewerd Man wird lange suchen müssen ehe man einen Kleintierzüchterverein antrifft, der rund 400 Mitglieder zählt, wie das in der Hordeler Kolonie der Fall ist. Es ist ersichtlich, daß dem Verein nie ein solcher. Aufschwung beschieden sein könnte, wenn hier nicht in zäher Gemeinschaftsarbeit besondere Voraussetzungen geschaffen wären. Um der Oeffentlichkeit einen Ueberblick über den gegenwärtigen Leistungsstand der Kleintierzucht in Hordel zu geben, veranstaltete der heimische Kleintierzüchterverein am Wochenende in seinem Vereinsheim Faßzhauer eine große Leistungs= und Werbeschau. Es ist erklärlich, daß bei den beschränkten Raumverhältnissen nur ein kleiner Teil der Mitglieder seine Tiere, und auch hier nur die besten und schönsten, zur Schau stellen konnte. Dafür sah man dann aber auch Tiere, an denen jeder Kleintierfreund seine helle Freude haben mußte. Die Bewertungsergebnisse an den Käfigen zeugten sehr oft von einem„SG.“ oder„.“, während die Zensur„Genügend“ nur in wenigen, vereinzelten Fällen zu sehen war. Neben den anerkannten Wirtschaftsrassen sah man hier auch Tauben und Kaninchen, von der letzten Tierart besonders die Angorarasse in einigen wundervollen Eremplaren. Es erhielten Preise für Geflügel: Nehrlich, Reichsfachgruppen=Ehrenpreis auf Rhodeländer: Krüger, auf rebbuhnfarbige Wyandotten: Gebauer, auf schwarze Zwerg=Italiener, und Temtelmeerpolitik. Die erste Macht in diesem Raum sei ehemals Kreta gewesen, und es sei deshalb nicht verwunderlich, wenn England dort einen Stützpunkt errichtete, der nicht unterschätzt werden dürfe. Das Meer selbst habe damals im Machtbereich der Römer gelegen. Mit er=der Entdeckung Amerikas habe das Mittelmeer vorüberbe= gehend an Bedeutung verloren und später und Frankreich sich, dort festgesetzt, Frankreich habe, den Türken Tunis genommen, das heute durchweg von Italienern bewohnt ist. Dann sei es England gewesen, das hier strategisch wichtige Stützpunkte errichtete, um über Gibraltar einen kürzeren Weg nach seinen indischen Kolonien zu haben. Mussolini habe seinem Volk gelehrt, im Mittelmeer das Schicksal Italiens zu sehen. Nach dem siegreichen Ende der spanischen Freiheitskämpfe habe sich der Schwerpunkt um das Mittelmeer vom Westen nach dem Osten verlagert. Italien verfolge das Ziel, Tunis, Malta und Korsika in seinen Besitz zu bringen, das seit Jahren immer eine drohende Stellung gegen Italien eingenommen habe. Wenn Tunis italienisch werde, habe Italien eine starke Machtstellung in diesem Raum erlangt. Malta habe ebenfalls die italienische. bedroht. Sowohl für Deutschland als auch für Italien habe die Stunde der Entscheidung geschlagen. Wiederholt hätten die Westmächte bewiesen, daß sie nicht gewillt seien, die Probleme im Mittelmeerraum auf friedlichem Wege zu lösen. Nunmehr müßten die Waffen entscheiden. Die briwerg=Italiener, und Tem= tische Politik, die sich stets gegen Europa gerichtet ming, auf schwarze Hamburger, je einen Ehrenpreis des müsse sich damit abfinden, von diesem Kontinent ausgeOberbürgermeisters von Wanne=Eickel: Hollstein, Ehrenpreissschaltet zu werden. der Kreisfacharuppe Wanne=Eickel auf deutsche Goldzwerge. Mit einem„SG. 5“ und einem Zuschlagspreis wurden ausgezeichnet: Konopka und Graf auf Rhodeländer Schmitz und Struwe auf weiße Leghorn, Nehrlich auf silberfarbige Italiener, Friebe auf rebbuhnfarbige Italiener, Borgmann auf silberfarbige Wyandotten, Irlenborn auf gestreifte Wyandotten, Herz auf schwarze Zwergitaliener, und Hollstein auf deutsche Zwerge. Kaninchen: Jerutzki zwei und Vollmer drei Ehrenpreise auf Angora; Hollstein, Ehrenpreis auf Blaue Wiener: Fricke, Ehrenpreis auf KleinChinchilla: Nietz, Ehrenpreis auf Groß=Chinchilla. Mit ersten Preisen wurden ausgezeichnet: Jewerutzki einmal und Vollmer zweimal auf Angora: Friebe auf GroßChinchilla; Temming auf Weiße Wiener, Fricke auf KleinChinchilla: Vollmer auf Angora, Peßara auf Groß=Chinchilla: Herz auf Groß=Silber: Schneider, auf Blaue Wiener: Emmel, auf Klein=Chinchilla.— In einer besonderen Abteilung, die der Ausstellung angegliedert war, waren ferner manche aus den Fellen der Kaninchen hergestellte Gebrauchsgegenstände sowie küchenfertige Erzeugnisse zur Schau gestellt, die von den Frauen des veranstaltenden Vereins hergestellt worden waren und ungeteilten Beifall fanden. Personal=Nachrichten Der Arbeitsinvalide Johann Krüger, Gußstahlstraße 251, konnte am Mittwoch bei gutem Wohlbefinden seinen 76. Geburtstag feiern. Er stammt aus dem Kreise Stuhm in Westpreußen, wo er nach der Schulentlassung in seiner heimischen Landwirtschaft tatig war. Im Alter von 17 Jahren kam er nach Bochum und war etwa zwei Jahre im hiesigen Bergbau tätig. Dann trat er beim Bochumer Verein in Arbeit, dem er etwa 47 Jahre als Gefolgschaftsmitglied angehörte. Ende Mai 1930 schied er im Alter von 66 Jahren als Invalide aus den Diensten des Bochumer Vereins. Seiner Militärpflicht genügte er beim Garde=Füsilier=Regiment in Berl.n. Auch heute noch ist er Mitglied der Krieger= und Landwehrkameradschaft. Vor etwa drei Jahren konnte er sein goldenes Kameradschaftsjubiläum feiern. Seine Ehe wurde mit sechs Kindern gesegnet, von denen noch vier leben. Zwei Söhne standen im Weltkrieg an der Front. Der Jubilar ist seit Bestehen des„BA“ dessen ei#riger Leser. Mit Gattin und Kindern konnten dem Geburtstagskinde noch acht Enkelkinder zu seinem Chrentage gratulieren. Die Musikstudentin Hanni Hülsemann, Tochter des Abteilungsleiters Karl Hülsemann, Danziger Straße 1, studiert an den Folkwangschulen der Stadt Essen und bestand vor dem Prüfungsausschuß des Provinzial=Schulkollegiums der Rheinprovinz in Düsseldorf ihr Staatsexamen als Musiklehrerin im Hauptsach Klavier und Zusatzsach Blockslöte mit dem Gesamtergebnis gut. Für 40jährige treue Dienste bei der Justiz hat der Führer dem Amtsgerichtsrat Eduard von Oepen und dem Justizobersekretär Rudolf Scholz vom hiesigen Amtsaericht das goldene Treudienst=Ehrenzeichen verliehen. Aus der ASDAp. Stadtteil Langendreer Anwärter Deutschmann wurde von der Reichsbahndirektion Essen zum Zugschaffner angestellt. Stadtteil Wiemelhausen Beim Reichskolonialbund In dem Vortragsabend des Ortsverbandes Wiemelhausen des Reichskolonialbundes machte am Sonnabend im Saale der Gaststätte Knepper Studienrat Klänhardt lehrreiche Ausführungen über Fragen der MitStadtteil Weitmar Sänger singen für das Kriegs=WHW. Am Sonntag, 24. November, findet im Saal Wagner, Karl=Friedrich=Straße 8, ein Kriegs=Winterhilfskonzert der Chorgemeinschaft„Sängervereinigung“ Weitmar und des MGM.„Frohsinn“ statt. Hierbei wird auch das Streichorchester der Bochumer Schutzvolizeikapelle mitwirken. Die Veranstaltung beginnt um 17 Uhr. Jungvolk sang und spielte. Die große Anteilnahme der Eltern an dem Leben und Treiben ihrer Jungen und Mädel im Deutschen Jungvolk kam in der Elternstunde zum Ausdruck, die am Sonntag bei Sigger, An der Landwehr stattfand. Mit herzlichen Worten hieß Fähnleinzuhrer Helmut Heldtke die Erschienenen willkommen, dann kündeten Faufarenklänge die Spielfolge an. In bunter Abwechslung folgten Lieddarbietungen und Sprüche. Jungstammführer Faber sprach zu den Eltern. Mit begeisterten Worten schilderte er die Arbeit des Jungvolks. Er mahnte die Eltern, dieser Arbeit den Weg zu ebnen. Die Jugend, die einstmals Träger Deutschlands sei, solle gesund an Körper und Geist sein. Viel Aufmerksamkeit wurde dann im folgenden dem reichhaltigen und unterhaltenden Programm entgegengebracht. Stadtteil Linden=Dahlhausen MgnE„ Coppright by Carl Duncker Verlag. Berlin W 35 Roman von Hans Erasmus Fischer 2 Es wurde noch eine Reihe anderer Fragen angeschnitten. Dr. v. Czenda begab sich in die Wach= und Aufnahmestube des Untersuchungsgefängnisses. „Ich möchte die Tasche der Untersuchungsgefangenen Lorenza Aguirre von einem Sachverständigen untersuchen lassen. Ist der Staatsanwalt im Hause, bitte rufen Sie doch mal zum Gericht hinüber...“ Fünf Minuten später hatte Dr. v. Czenda die Erlaubnis. An allen Strandkörben flatterten die Fähnchen, in bunten Reihen leuchteten sie über den Burgen, die nun leer standen, denn es war Mittagszeit. In der Ferne trieb ein Segel vorbei, braun und hoch, wie eine Traumdschunke. Carola fühlte sich wie losgelöst von all den Menschen, deren Heiterkeit sie nicht spürte, deren Gespräche sie nicht hörte, deren rührend=naives FerienABE sie nicht verstand. Für sie alle, die hier in weißen Anzügen, sußgetupften Kleidchen mit Rosen wie frisch vom Rost, mit krebsrotem Sonnenbrandbezug oder aber stolzgeschwellt als Julimulatten saßen, für sie alle gab es nichts als Fragen und Antworten um Wetter. Tanzen, Schwimmen, Segeln und dazwischen hin und wieder den aus tiefster. Seele kommenden Stoßseufzer eines bald Abreisenden. Zwischen ihnen saß sie nun wie eine verlorene Seele. Gestern abend nun war sie die kleine Himmelsleiter zum Asgard, dem nächtlichen Vergnügungslokal der Feriengötter von Bansin, hinaufgeklettert, fest und rücksichtslos entschlossen, einmal ihren Kummer wegzutanzen, wegzutrinken, wegzulachen. Aber wer kann sich schon selbst entfliehen? Natürlich— Natürlich— sie hatte getanzt, hatte sogar versucht zu flirten, aber ihr Lächeln war verkrampft gewesen. ihre Antworten manchmal sogar falsch, weil sie gar nicht zugehört hatte, was ihr Partner erzählte, der Sekt hatte ihr nicht geschmeckt, sie nicht ausgelassen gemacht, sondern nur noch nachdenklicher und um zwölf war sie gangen, weil ihr der Partner einfach leid tat. Das hatte dieser nette, knusperbraune Junge nicht verdient, mit einem so miesepetrigen Geschöpf den Abend zu verCarola aß wenig— die Pensionsinhaberin setzte sich, ehrlich besorgt, einen Augenblick zu ihr und fragte sie, ob sie sich nicht gut fühlte. Wie sie das alles quälte, noch dieses Interesse anderer Menschen, noch diese gutgemeinte Fürsorge. Carola wartete die Nachspeise nicht ab. Sie setzte sich in das große Kurhaus an der Landungsbrücke, innen hinein. Sah hinüber in den leeren trostlos wirkenden Tanzsaal, der nur abends im Glanz der Lichter hübsch aussah. Hier war niemand. Sie holte sich Zeitungen— Berliner, um die neuesten Nachrichten zu lesen, Illustrierte, um sich Bilder anzusehen. Flüchtig nahmen ihre Augen Ortsnamen auf. Schlagzeilen der Blätter, die über den Kampf auf der Pyrenäenhalbinsel berichteten, dann blieb ihr Blick wie hypnotisiert zunächst auf einem Bild haften, das einen Mann mit einem ledernen, scharfgeschnittenen Gesicht zeigte. Der Mann interessierte sie nicht, gar nicht, nur das eine Wort„Dunavalota“ und der Kopf der Zeitung Pester Lloyd“. Sie riß die Zeitung einfach herab, sie starrte gebannt auf die Unterschrift und las, sie einmal, fünfmal, zehnmal: Clifford Lean, der englische Oelkönig und allmächtige Beherrscher des Petrol=Trustes, traf heute vormittag in Budapest ein und nahm im Hotel Dunavalota Wohnung. Nichts weiter, nur dreiundswanzig Worte, ein einziger Satz. Und oben standen Tag und Datum: Dienstag, 26. Juli 1938. Die Zeitung war natürlich nicht von heute, sie war aber gerade deswegen so erschütternd aufschlußreich: Harald hatte Oel entdeckt, und hatte in unaufschiebbaren Geschäften in Budapest Aufenthalt genommen und war im Hotel Dunapalota abgestiegen. Zu genau der gleichen Zeit traf der bedeutendste Oelmann der Welt ebenfalls im Hotel Dunapalota ein. Ja— aber die Frau? Sie hatte Badezeug mit. Sie sah sie noch in der Tür vor sich, wie er den Arm zärtlich um sie legte... aber wenn das nun etwa eine alte Bekannte von ihm war, nein, Unsinn, wieso sollte auch die gerade durch einen Zufall vielleicht nach Budapest kommen? Und auch dann war noch kein Grund, den Arm um sie zu legen. Man legt uberhaupt keiner Frau den Arm um die Schulter oder die Huften, wenn man sich gerade verheiraten will. Ob es die Tochter von diesem Lean war? Ob er vielleicht an den Vater herankommen wollte über die Tochter— ach, Unsinn, das war immer in Filmen so. Aber und immer wieder aber und zum hundertsten Male„aber": gelogen hatte Harald sicher nicht. Nein, das mit den Geschäften stimmte. Am Mittwoch konnte Frau Witwe Karoline Bethlehem, Lindener Straße 34, in Rüstigkeit ihren 89. Geburtstag feiern.— Am 19. November wurde Frau Witwe Berta Jacoby, Dahlhausen, Dr.=.=Otto=Straße 133, 76 Jahre alt. Die bei ihrem Sohn wohnende Volksgenossin erfreut sich ebenfalls nach bester Gesundheit. wisch, mit Flugzeug, Ferngesprächen, Plakgten an allen Säulen, du meine Gute, mir wird schwindtig...“ „Ob es nun auch ganz bestimmt wahr ist, oder ich meine, ob es sicher nicht wahr ist...“„. „Baldriantropfen, Carolachen. Sieh mar, son blühenden Blödsinn kann ich nun nicht weiter reden, komm man ganz schnell nach Hause, ich bring' dich schon wieder in Ordnung. Wiedersehn, Kindchen...“ „Ja, aber du mußt doch verstehen...“.. Nein, sie verstand nichts mehr, weil sie angehängt hatte. Carola sauste wie ein Flederwisch die Treppen hinauf, um ihre Sachen zu packen, hinunter, um Bescheid zu sagen, hinauf, um zu packen, hinunter, um den nächsten Zug zu erfragen. Sehr erschopft saß sie um sechs Uhr im Zug. Sie wußte nicht genau, ob sie lachen oder weinen sollte. Sie wußte nur, daß sie ihn liebte, obwohl... dann war es wieder so weit, daß sie lieber geweint hätte, denn einer sehr überzeugenden Erklärung bedurfte die Handlungsweise Haralds doch. sein, sie hatte ihm womöglich furchtbar unrecht getan. Aber die Frau! Ganz egal, mit ihrer Mutter konnte sie ja sprechen, das war ja noch lange nicht Harald. „Fernamt... wieso, achso, Sie nehmen es gleich selbst an, Berlin... aber schnell, Fräulein, ganz schnell: J—5, „Wünschen Sie ein dringendes Gespräch?“ „Nein, schnell ein schnelles Gespräch." Das Mädchen, das Mädchen in Budapest!„Ich liebe ihn so, was soll, was kann, was darf ich tun? Ich muß Mama fragen, vielleicht kann sie mir raten.“ Es dauerte natürlich mehrere Ewigkeiten.(Genau neun Minuten.)„ „Mama, bist du da? Na ja, wer sonst? Ich bin ganz aufgelöst. Denk dir mal. was ich eben in einer Budapester Zeitung finde? Ein Bild von dem englischen Oelkönig, der im Hotel Dunapalota abgestiegen ist, genau in demselben, in dem Harald abgestiegen ist, nun stimmt vielleicht doch alles, wenn ich... sag mal, ist er womöglich schon gekommen... nein, Gott sei Dank... dann weiß er ja gar nichts...“ „Liebes Kind, ich kann dir beim besten Willen nicht folgen, du redest ja alles wild und wirr durcheinander. Nun sei mal hübsch ruhig, setz dich in den nächsten Zug und komm nach Berlin, denn Harald weiß inzwischen alles, und was er von deiner Intelligenz hält, ist nicht sehr schmeichelhaft.“ „Wieso, ist alles nicht wahr?“ „Was denn— nicht wahr?“.. u6ax Gakhri, „Weißt du, Carola, kauf dir ein paar Batoriantropfen, nimm sie auf einem Stückchen Zucker und löse Kreuzworträtsel bis Berlin. Ich bin heilfroh, daß ich die albernen und verrückten Plakate zurückziehen kann.“ „Was für Plakate?“ „Es sollte doch in ganz Deutschland an allen Säulen kleben, ein schrecklicher Gedanke.„Du hast unrecht. Carola, Harald wartet auf Dich in Budapest"., ich war schon ganz durcheinander, Tausende von Mark für solche Albernheiten rauszuwerfen, so als ob Meiers Lieschen durchgebrannt ist und Angst vor. Haue hat... ich weiß nicht, zu unserer Zeit war Liebe nicht so stürtungsweise Garalbs doch. Harald Bruck war, am dritten Morgen nach der ereignisreichen Nacht, in der soviel Triumph für ihn und soviel Tragik für andere gewesen, sehr früh aufgestanden, denn um 9 Uhr begann der Prozeß, der seit drei Tagen Budapest in Atem hielt, den die Korrespondenten aller großen Zeitungen durch den Aether gefunkt, durch die Telephone diktiert, in die Ferndrucker geschrieben hatten. Alles war versucht worden, den Prozeß aufzuhalten, da die überwiegende Mehrzahl der Beteiligten und Unbeteiligten die Notwehr als erwiesen ansah. Sogar Clifford Lean hatte einen Besuch bei der Staatsanwaltschaft gemacht und sie zu überzeugen versucht, daß der Mordverdacht absurd wäre.„Ueber die Ablehnung seines Wunsches empört, hatte er einem Interviewer erklärt, daß er Lorenza Aquirre keines Mordes für fähig hielte, daß Martin an dem fraglichen Abend stark betrunken und vor Eifersucht von Sinnen gewesen sei. Die Staatsanwaltschaft aber hatte sich durch nichts beeindrucken lassen: In dem ersten Hotel Budapests war ein angesehener Gast erschossen worden. Die Staatsanwaltschaft stand. im Interesse der ungarischen Rechtspflege, der staatlichen Ordnuna und Sicherheit auf dem Standpunkt, daß hier der schlüssige Beweis erbracht werden mußte, daß kein Verbrechen geschehen. Weniger aus der Ueberzeugung, daß eines geschehen wäre, als aus der Notwendigkeit, jeden Verdacht auszubrennen, hatte sie auf die Durchführung des Termins bestanden. Ja, und dann aber war das Schönste und Beglückendste in diesen drei Tagen geschehen: Er hatte mit Carola gesprochen. Sie war zurückgekommen, von selbst, von der Unruhe des Herzens getrieben. Wie lang war das Gespräch gewesen— eine Stunde und siebzehn Minuten. Den Quittungszettel bewahrte er wie einen Talisman. Er liebte ihre Stimme wie ihre Briefe, wie ihre Schrift, wie ihre Gedanken, ja er liebte noch ihre stürmische, junge und unbedachte Seele. Er hatte ihr gesagt, er würde ihr seine Ankunft telegravhieren. Aber da hatte sie lachend protestiert, er müsse sie ihr telephonieren. Eine Stunde bevor er endgültig und sicher zum Bahnhof ginge, müsse er sie anrufen, denn in dieser Beziehung wäre und bliebe sie mißtrauisch. Das war in den drei Tagen geschehen. Nun kam der dramatische Schlußakkord. Harald Bruck würde das gleiche sagen, was Clifford Lean gesaat hatte: daß er Lorenza Aauirre eines Mordes nicht für fähig hielte. Und er würde das genau so wie Clifford Lean gegen seine tiefinnerste Ueberzeugung sagen. Aber das war gleichaültig. In diesem Fall wußte er, daß es Notwehr gewesen. Es war für ihn selbstverständlich gewesen, daß er sofort den besten Verteidiger Ungarns auf seine Rechnung zu ihr geschickt. Sie hatte ihm geholfen und sie hatte ihm die Treue des Bündnisses gehalten— bis zum Schluß. Genau so wenig verließ er sie nun, da sie in Es klopfte: Omar el Issouf stand vor ihm. Und auch hier empfand Harald Bruck wieder mit tiefer Bewegung den Seaen dieser Tage; denn was war das Leben ohne Freundschaft, auf die man sich blind verlassen konnte, ohne Kameradschaft, die im Feuer der NS.=Frauenschaft— Deutsches Frauenwerk Sonntag, 24. November Ortsgruppe Altstadt. 10 bis 12 Uhr: Jugendgruppe im Heim, Malteserstraße 21.— Ortsgruppe Gerthe. Zusammenkunft der Jugendgruppe bei Kalthoff.— Ortsgruppe Harpen. 9 Uhr: Jugendgruppe bei Fleitmann. Anschließend Singegruppe.— Ortsgruppe Kornharpen. 17.30 Uhr: Jugendgruppe.— Ortsgruppe Dahlhausen. 10 Uhr: Zusammenkunft der Jugendgruppe.— Hofstede=Riemke. 10.30 Uhr: Jugendgruppe im Josef=Wagner=Heim, Poststraße. Stoffreste und Nähgarn mitbringen. Sonnabend, 23. November Ortsgruppe Griesenbruch. Zur Teilnahme an der Beerdigung unseres Mitgliedes Frau Meta Daube, Alleestraße 126, versammeln sich die Mitglieder am Sonnabend, 23. November, um 14.45 Uhr, an der kleinen Trauerhalle des Friedhofes Freigrafendamm. Erscheinen ist Ehrenpflicht! durch Freude“ Wer wandert, mit? Sonntag, 24. November Ortswaltungen Langendreer=Werne. Treffpunkt 9 Uhr, Amtsplatz Langendreer. Wanderung: Annen— Herrenholz — Wartenberg— Hohenstein— Witten. Fahrtkosten: 0,40 RM. Wanderführer: Giersbach. Treffpunkt: 8 Uhr, Handelshof Bochum. Straßenbahnfahrt: bis Dahlhausen. Fußwanderung: Dahlhausen— Dumberg — Wenigern— Nierenhof—. Raffenberg— Am Stuten— Bredenscheid— Hattingen. Wanderführer: Stritzke. „Die Entwicklung des britischen Weltreiches“ Auf Einladung der Volksbildungsstätte Bochum spricht am Donnerstag, 28. November, um 18.30 Uhr, in der Verwaltungsakademie, Wittener Straße 61, der Redner Dr. Walter Pahl(Ueberlingen), der durch seine weltpolitischen Werke weithin bekannt geworden ist, über das Thema:„Die Entwicklung des britischen Weltreiches.“ Eintrittskarten zu diesem aktuellen Vortrag sind in der KdF.=Verkaufsstelle, Bochum, Kortumstraße 62, und an der Abendkasse erhältlich. Wir machen darauf aufmerksam daß die Veranstaltung nicht— wie vorgesehen— um 19.15 Uhr beginnt, sondern um 18.30 Uhr, da laut Polizeiverordnung alle Veranstaltungen um 20 Uhr beendet sein müssen. Heute Gorch=Fock=Abend in der Reihe„Volkhafte Dichter im Aufbruch". Mit einem Gorch=Fock=Abend werden die Dichterstunden der Volksbildungsstätte Bochum„Volkhafte Dichter im Aufbruch“ heute fortgesetzt. Die Lesung, die Schriftleiter Hans Henses hält, findet im Saal 20 der Verwaltungsakademie um 19.30 Uhr statt. Einzelkarten sind noch in der Geschäftsstelle der Volksbildungsstätte, Wittener Straße 61, der RdF.=Verkaufsstelle, Kortumstraße, und an der Abendkasse zu haben. Gefahr, geschmiedet, auch die härteste Probe Sie gingen zusammen zum Gericht. In ihren Augen war Freude— trotz allem, was geschehen.„ Die Verhandlung war schon seit fünf Stunden im Gagee. 9„harfrw. D: Atmast Der Saal heiß und uverfunt. Die Atmosphäre mit Erregung geladen. Der Streit der Meinungen erschöpfte sich in fieberhaftem Flustern. Die erschreckende, ja fast abstoßende Ruhe Lorenza Aguirres war das entschiedenste Argument gegen sie. Der Staatsanwalt war ein kleiner, schmaler und bleicher Herr mit scharfen, ungütigen Augen und einem scheinbar zynischen Lächeln um den Mund, das aber nur durch eine Operationsnarbe im Gesicht hervorgerufen war. Der Pressetisch war verlängert worden. Es saßen wenigstens dreißig Pressemänner ununterbrochen dort, abgesehen von den anderen, die wechselten oder nur gastierten. Der Generalstaatsanwalt wohnte der Verhandlung bei.„Wr 43 Drei Dolmetscher waren allein tätig, um sofort zu übersetzen. Jeder der Zeugen war gebeten worden, in der Sprache zu reden, die seine Darstellungsweise am plastischsten erscheinen lassen könnte. Ein Dolmetscher sprach sogar arabisch. Die Verhandlung hatte mit den Formalitäten begonnen, die allein wegen der komplizierten Sprachverhältnisse eine Stunde in Anspruch nahmen. Dann hatte der Verteidiger Lorenzas, dessen funkelnde Rbeterik dessen bezwingende Eleganz der Bewegung. und der Sprache einzigartig waren, eine ungewöhnlich scharfe Erklärung abgegeben, in der er diigegen#### test erhob, daß hier eine Mordanklage erhoben worden wäre.—„Ich könnte, wenn ich wollte, hoher Gerichtshof, diese Anklage sofort ad absurdum führen, aber ich möchte sehen, wieweit diese juristische Farce getrieben wird.“ Das war die erste Sensation gewesen und die Schlagzeile für die Mittagsblätter: Czendas Angriff gegen den Staatsanwalt. Es hatte Proteste, einen Verweis, Debatten gegeben. Aber Czendas Hieb hatte gesessen. Nun wußten sie: Er hat noch eine Waffe versteckt, er wird zum Schluß zum vernichtenden Schlag ausholen, wie es seine Art war. Lorenza hatte ihr Leben erzählen müssen, ihre Bekanntschaft mit Martin, qualvolle, peinliche, intime Dinge, die die Zuschauer wie eine hungrige Meute erjagten. Nichts erwähnte sie von den Umständen, unter denen sie Martin kennengelernt. Dann hatten die Zeugen gesprochen. Clifford Lean als erster— das war die zweite Sensation dieses Prozesses. Meine Herren, ich hasse das öffentliche Auftreten. Ich hasse Sensationen, deren Mittelpunkt ich womöglich bin. Aber da es hier um Leben und Ehre eines Menschen geht, muß ich sagen, daß Roger St. Martin an dem fraglichen Abend in einem Anfall von Tobsucht auch mich bereits bedroht hatte. Die Drohung wurde allerdings nicht zur Tat. Aber für eine spätere Gewalttat an einem scheinbar wehrlosen Objekt war ohnehin schon die psychologische Voraussetzung gegeben. Ich wiederhole, was ich immer gesagt: Ich halte Sennorita Aguirre eines Mordes nicht für fähig.“ Harald Bruck dachte nur eines: Man muß ihn dennoch bewundern. Sie hat ihn verraten, und er lügt für sie, weil er sie achtet, denn sie scheint ihm eine große Feindin gewesen zu sein. Harald Bruck hatte gemerkt, wie Clifford Lean ihn durchdringend ansah, ihn mit seinem Blick unerschrocken festhielt, als er dann aussagen mußte. Aber sowohl er wie Issouf sagten nicht mehr und nichts anderes als bei der ersten Vernehmung. Immer wieder hatte es Zwischenfragen des Verteidigers gegeben. Von allen wollte er wissen, für was für einen Charakter sie Martin hielten. Clifford Lean hatte gesagt: Er war ein schwacher Charakter, Harald Bruck— ich kannte ihn kaum. hatte aber den Eindruck eines hilflos=bösartigen Menschen von ihm, Omar el Issouf nur hatte kalt und bestimmt erklärt: Er war ein verächtlicher Lump. Das war die vierte Sensation gewesen. Kortsetzung folgt.) Unterzeichnung des Dreimächtepaktes durch Ungarn„Weltbild Von rechts: der ungarische Außenminister Graf Csaky, der italienische Außenminister Graf Ciano, der Reichsminister des Auswärtigen von Ribbentrop und(ganz links) der japanische Botschafter in Berlin Exzellenz Kurusu. Der Hiahener=Tes von Halal Als die Stadt Hilo vom Untergang bedroht wurde Bomben in die Lavamassen PK.-Mannewitz-Weltbild Gegen den Feind unter Wasser Tag um Tag sind die deutschen Minensuchboote unterwegs, um anderen Schiffen ihren Weg freizu machen und den Feind unter Wasser, die Minengefahr, zu beseitigen Aus Hawai kommt die Meldung, daß die Mauer gegen den Lavatod, mit deren Bau vor vier Jahren begonnen wurde, im Januar, fertiggestellt werden wird. Vor genau fünf Jahren, am Abend des 21. November 1935, zittert und bebt auf der Insel Hawai die Erde; es ist, als wolle sie in Zorn und Empörung eine Last von sich abschütteln: hunderte Häuser krachen zusammen, ganze Siedlungen verwandeln sich in Trümmer, 57 Menschen gehen zugrunde. Nach vier schrecklichen Minuten ist alles vorbei, die verstörten Einwohner suchen ihre Behausungen auf, die Obdachlosen irren jammernd durch die Ruinen— keiner von ihnen ahnt, daß in diesem Augenblick, 20 Minuten nach dem Erdbeben, der glühende Tod ausgebrochen auf dem Wege zu ihnen, auf dem Wege nach Hilo, der Stadt am Nordostrand der Insel, ist. Aus dem Krater des Mauna Loa, des gefürchteten„Großen Berges“, ergießt sich ein ungeheurer Lavastrom, der zwölfte seit dem Jahre 1843 wo er zum erstenmal das glühende Verderben aussandte gegen Hilo, dem Paradies in der Südsee. Diesmal scheint das Schicksal von Hilo besiegelt zu sein. Keine der zwölf Naturkatastrophen ist so schwer wie diese, noch niemals hat der Mauna Loa, einer der tätigsten von den sechzig aktiven Feuerbergen des Erdballs, so lange und so viel Lavamassen ausgespien, noch nie hat der Feuerstrom sich so rasch auf Hilo zu bewegt, wenn man in diesem Fall überhaupt ein Geschwindigkeitsmaß anlegen kann. Drei Kilometer am Tage legt der glühende Tod zurück, er läßt sich Zeit, seine Opfer kann ihm nichts mehr entreißen, durch Wälder und Täler und Hügel zieht er heran, und was sich ihm entgegenstellt, stirbt unter seiner zerstörenden Umarmung. Als Weihnachten naht, ist der Lavatod immer noch auf dem Vernichtungsmarsch. Man hat ausgerechnet, daß er im Februar in die Stadt einbrechen wird. man hat aus Amerika 400 Dampfer kommen lassen, die das Volk von Hawai an Bord nehmen werden, wenn der glühende Tod an die Tore von Hilo pocht. Aus USA, eilen in hellen Scharen die Sensationshyänen herbei,„Touristen“ nennen sie sich, von Ueberfluß und Langeweile geplagte Snobs, aufgeputzte Damen der Gesellschaft, eine Menge Reporter, die ihren Zeitungen einen täglichen Bericht über den Anmarsch des Verderbens geben. Sie verwandeln Hilo in ein Tollhaus, in eine Schlemmerstätte, in ein einziges großes Amüsierlokal, das man gesehen haben muß, bevor es erstickt in dem glühenden Lavastrom. Ein Mann rettet die Stadt Die Sensationshyänes wollen das Schauspiel des Untergangs von ihren Schiffen aus genießen, sie fiebern dem„großen Augenblick“ entgegen, da die mörderische Flut vor der Stadt auftaucht— aber sie werden enttäuscht. Ein Mann lebt auf Hawai, der im Angesicht der nahenden Katastrophe den Kopf und den Verstand nicht verloren, der Tag und Nacht grübelt, sich das Hirn zermartert hat, wie Hilo gerettet werden könne. Dr. James Jaggar, der Leiter des Vulkan=Observatoriums von Hawai, greift zu dem einzigen, zu dem letzten Rettungsmittel, das es überhaupt noch gibt. Ende Januar 1936 setzt er sich mit dem amerikanischen Luftflottenkommando in Verbindung, und am 3. Februar erscheinen über Hawai 20 Bombenflugzeuge, die ihre Last in den unaufhaltsam vordringenden Lavastrom werfen. 47 Bomben schwersten Kalibers, jede mit 175 Kilogramm Sprengstoff geladen, reißen innerhalb weniger Sekunden den Erdwall, der den glühenden Tod gegen Hilo lenkte, nieder; der Strom breitet sich aus, vermindert stark die Geschwindigkeit, fließt in mehrere bundert kleine Nebenströme auseinander und erkaltet. Hilo darf leben! Hilo geht nicht unter— Bomben, die im Kriege den Tod bringen, haben hier den Tod besiegt! Zis, ist=äslich Dr. Jaggar, der Retter von Hilo, in glücklich über seinen Einfall und seinen Erfolg, aber er gibt sich damit nicht zufrieden. Was jetzt geschehen ist, kann noch oft geschehen, solange der Mauna Loa verderbliche Kräfte in seinem Innern birgt. Noch bevor die Bomben den Lavastrom aufhielten, hat der Vulkanforscher einen Plan gefaßt, so phantastisch, so gigantisch, daß er in Fachkreisen zunächst auf Skepsis stößt. Doch schließlich hat er die Wissenschaft und die Regierung in Washington davon überzeugen können, daß der Plan Hilo vor späteren Vulkanausbrüchen wirksam schützen kann. Schon im April 1936 wird mit der Errichtung der Mauer gegen den Tod begonnen; der erste Wall aus Beton und Granit wird 5 Meter hoch und 7 Kilometer lang, der zweite Wall 25 Meter hoch und 2 Kilometer lang, und schließlich wird um Hilo selbst an der gefährdeten Seite eine letzte Ringmauer errichtet. Vier Millionen Dollar kostet die Festung die das glühende Verderben aufhalten und ihm den Weg nach Hilo versperren, die tausende Menschen und unersetzliche Werte vor der Vernichtung bewahren soll. Im Januar 1941 wird sie nun vollendet sein. Das geht dem Ende vorauf „Bomber=Parade“ der Londoner Tanzmeister Stockholm, 21. November. Als letzte Neuigkeit servieren Londons Tanzmeister die„Bomber=Parade", wie aus einem Londoner Bericht eines bekannten stark englandfreundlichen schwedischen Blattes hervorgeht. Mit wilden akrobatischen Verrenkungen ahmen die Tanzpaare bei dieser neuesten Schopfung Londoner Tanzkünstler die Bewegungen der Flugzeuge nach. Mit den Armen illustrieren sie, wie die Flugzeuge ihr Ziel anfliegen und in den Sturzflug übergehen. Dann kommt der Bombenabwurf. Das Paar hockt sich nieder und klatscht sich auf die Knie. Es folgt die Explosion. Beide zeigen mit der einen Hand auf den Boden und halten sich die andere an das Ohr. Der Text dieses neuesten Plutokratenschlagers lautet: Wenn die Sirenen heulen, verlieren wir niemals den Mut, dann beginnt der Tanz der BomberParade. Wir laufen nicht fort bei der Dornier Gebrumm, wir machen denselben Lärm wie sie: Hu bumm! Die Bomber=Parade, deren Erfinder noch niemals Augenzeugen eines deutschen Luftangriffes gewesen zu sein scheinen, ist also die neue Ausgeburt des Amüsements der satten Londoner Plutokraten in ihren luxuriösen und wohlbehüteten Luftschutzkellern tief unter den großen Luxushotels. Was würde Londons Arbeiterschaft wohl sagen, wenn sie von diesem Treiben erführe? ABENTEUER F DEN NNDEN = Bager:= Reisende bewegen sich nicht nur auf breiten und bequemen Straßen. Sie dringen auch über alle Hindernisse hinweg bis in die entlegensten menschlichen Siedlungen. In südamerikanischen Ländern unternehmen sie Reisen, auf denen gefahrvolle Abenteuer zu bestehen sind. Sie ziehen in den Hochländern mit Mauleseln über schnee= und eisbedeckte Höhen von-5000 Rleter, oder sie wander auf schmalen Indianerpfaden tagelang durch tiefe Urwälder. Aber * überall, bis in die entlegenen und weit zerstreuten Siedlungen; wird der= Bagers=Reisende mit großer Freude begrüßt, denn er bringt die helfenden und rettenden Arzneimittel. Er bringt als kühner Wegbereiter die Fortschritte der medizinischen Wissenschaft bis tief in die Wildnis. Er ist die Verbindung mit der Kulttir. ARZNEIMITTEL Aus aller Welt GalttGrbachnins Fuy Beallurge Vom Kohlenbrenner und Schneider zum berühmten Augenarzt, Schriftsteller und Erzieher Siegen, 20. November. Im Museum zu Siegen wurde anläßlich seines 200. Geburtstags eine Gedächtnisausstellung für den deutschen Arzt und Schriftsteller Johann Heinrich Jung=Stilling eröffnet. Er war ein Genie, dieser originelle Mann, der es vom einfachen Kohlenbrenner über den Schneider bis zum erfolgreichen Arzt, Gelehrten und Schriftsteller gebracht hat. Jung=Stilling wurde im Jahre 1740 in dem Dorf Grund im Nassauischen als Sohn armer Leute geboren und wuchs in den Kreisen einer pietistischen Gemeinschaft auf, die seit dem Ende des 17. Jahrhunderts in stillen Gegenden Westdeutschlands eine verborgene Existenz führte. In seiner Jugend stand Johann am rauchenden Meiler, handhabte dann Nadel und Faden mit mehr Eifer als Geschick, um sich schließlich als Autodidakt einige Bildung zu erwerben. Jung=Stilling wurde nun Hauslehrer und studierte endlich noch Medizin in Straßburg, wo er auch mit Goethe in fruchtbaren Gedankenaustausch trat. Nachdem er vorher in Elberfeld als Arzt gewirkt, wobei er sich namentlich durch seine geschickten Staroperationen großen Ruf erworben hatte, erhielt dieser größte Sohn des Siegerlandes eine Anstellung an der Kameralschule zu Kaiserslautern. Später siedelte er mit dieser Anstalt als Professor der Landwirtschaft nach Heidelberg über, wirkte von 1787 bis 1804 in Marburg, kehrte dann als ordentlicher Professor der Staatswissenschaften nach Heidelberg zurück und beendete schließlich sein wechselvolles Dasein als badischer Geheimrat in Karlsruhe. An diese ungewöhnliche Laufbahn erinnern in dem Museum zu Siegen u. a. Fingerhut und Schere des einstigen jungen Schneidergesellen, das Operations= besteck, mit dem Stilling über zweitausend Staroperationen durchgeführt hat, sowie Briefe, ein Kollegheft aus dem Jahre 1807 und verschiedene wissenschaftliche Aufzeichnungen und Schriften. Weitere Sehenswurdigkeiten sind mehrere Porträts Jung=Stillings und ein Gipsrelief von Dannecker, einem berühmten Bildhauer und Zeitgenossen Goethes und Schillers, aus dem Jahre 1806. Als Mensch wird uns der gelehrte Siegerlander durch seine Handbibel, sein Tagebuch und ein seidenes Glückwunschband nähergebracht, das Max von Schenkendorf dem bereits Fünfundsiebzigjährigen zur silbernen Hochzeit mit seiner dritten Frau 1815 verehrte. Der Schriftsteller Jung=Stilling ist durch zahlreiche Werke pietistisch=mystischen Inhalts charakterisiert. Literarisch höher als diese Schriften steht seine Autobriographie, die in verschiedenen Folgen und Fortsetzungen erschien. Sie zeichnet sich durch den Reichtum der Anschauung, eine lautere gemütvolle Darstellung sowie wahrhafte Frömmigkeit aus. Kein Geringerer als Goethe gibt in„Dichtung und Wahrheit“ eine liebevolle Charakteristik dieses seltenen Menschen. Jung=Stilling, dessen letzte Lebensjahre durch zahllose Angriffe auf seine Werke verbittert wurden, starb am 2. April 1817 im Alter von 77 Jahren in Karlsruhe. Erst die Nachwelt mußte die Verdienste dieses Mannes als Arzt, Gelehrter und Jugendbildner zu würdigen, der nunmehr in dem Museum zu Siegen durch eine Ausstellung seiner Hinterlassenschaft eindrucksvoll geehrt wird. Mord an verunglücktem Flieger Newyork, im November. Das Schicksal des seit Februar 1939 in Kolumbien verschollenen Flugzeuges„Leticia“ der Scadta=Gesellschaft ist jetzt geklärt. Da das Flugzeug wie alle über nicht zivilisierten Gebieten eingesetzten Maschinen mit der notwendigen Ausrüstung für Notlandungen versehen war, hatte man zunächst gehofft, die Besatzung, die aus vier Deutschen bestand, vielleicht doch noch ledes dänischen Märchendichters O. H. C. Andersen und ließ sich neben vielem anderen vor allem auch schöne deutsche Bucheinbände und Buchdrucke zeigen. Die Deutsche Buchausstellung, die Dienstag abend geschlossen wurde, hat während der zehn Tage ihres Bestehens einen fortgesetzt guten Besuch verzeichnen können. Berliner Arbeitstagung des Reichsarbeitsdienstes In der Zeit vom 18. bis 20. November 1940 fand in Berlin unter Leitung des Chefs des Dienstamtes der Dienststelle des Reichsarbeitsführers, Oberstabsfuhrers und in der Luft etwa drei Wochen Dienstabteilungen der Arbeitsgaue statt. Durch Vordurchgeführt worden. Nach dem Bericht der Zei= trage über einzelne, Sachgebiete sowie durch gründliche legende Richtlinien für die zukünftige Arbeit gegeben. Die Bedeutung der Tagung wurde durch die Anwesenheit von Reichsarbeitsführer Konstantin Hierl, der selbst das Wort ergriff, besonders unterstrichen. Norwegische und dänische Jugend in Deutschland Reichsjugendführer Axmann empfing Dienstag Abordnungen der norwegischen und dänischen Jugend, die zu Besichtigungszwecken augenblicklich in Berlin weilen. Havarie eines norwegischen Motorschiffes Wie die„Norwegische Handels= und Schiffahrtszeitung" aus schwedischer Quelle erfährt, treibt das 2734 BRT. große norwegische Motorschiff„Vingaland" im havarierten Zustand im Nordatlantik. Es fuhr unter englischer Kontrolle Goethe=Medaille für Professor Dr. Emil Lehmann(Dresden). Der Führer hat dem Hochschulprofessor Dr Emil Lehmann in Dresden aus Anlaß der Vollendung seines 60. Lebensjahres in Würdigung seiner Verdienste auf dem Gebiete der Volkskunde und Schrifttumsgeschichte die Goethe=Medaille für Kunst und Wissenschaft verliehen. tung„El Tiempo“ hatte der Präfekt der Landespolizei auf Grund ihm zugegangener Informationen eine Expedition in das Urwaldgebiet von Villavincencio entsandt, die nun das Wrack des Flugzeuges gefunden hat. Nach dem bisher vorliegenden Bericht der Expedition ist die dreimotorige Maschine über dem Urwald abgesturzt. Das Flugzeug war aber dabei nicht in Brand geraten. Der Pilot hatte sich retten können, während der Funker und die zwei Fluggäste tödlich verunglückten. Später ist dann der Pilot von entflohenen Straflingen aus der benachbarten Strafkolonie ermordet worden. Alle vier Leichen wurden von den Verbrechern verbrannt. Die Namen der vier bei dem Unglück mit der „Leticia" ums Leben gekommenen Deutschen lauten: Pilot Otto Levinsky, Funker Max Zimmer, Inspektor Walter Wend und Hermann Fillner. Blicke in die Welt Die Königin von Dänemark auf der Deutschen Buchausstellung Königin Alexandrina von Dänemark hat der Deutschen Buchausstellung in Kopenhagen am Dienstag einen einstündigen Besuch abgestattet. Die Königin außerte ihre besondere Freude über die Fülle deutscher Ausgaben „Warum sener nicht zur Gelkund? Kleine Streife durch die Sprache der„Schwarzkünstler“ v. M. Die Hauptüberschrift der folgenden Plauderei eines Zeitungsfachmannes bezieht sich auf die Jungen, die zu Ostern die Volksschule oder eine andere Bildungsstätte verlassen und also vor der Berufswahl stehen. Es ist dem geneigten Leser wohl schon aufgefallen, daß seit einiger Zeit im Bochumer Anzeiger(wie in anderen Zeitungen), Anzeigen erscheinen, die die heranwachsende Jugend für die Zeitungsberufe interessieren sollen. Diese, so vielfältiger Art sie im einzelnen sind, gliedern sich in drei Hauptgruppen: Schriftleitung(früher Redaktion genannt), kaufmännische Abteilungen und technischer Betrieb(Setzere:, Druckerei usw.). Im folgenden geben wir einen interessanten Einblick in die Berufssprache der Angehörigen der letztgenannten Gruppe, wobei wir auch an dieser Stelle noch einmal darauf hinweisen möchten, daß jede der drei genannten Gruppen strebsamen, intelligenten Jungen günstige Aussichten zu bieten vermag. Wir meinen das hier einmal vorwiegend im wirtschaftlichen Sinne, obwohl natürlich der Zeitungsberuf gerade auch nach der geistigen und ideellen Seite reiche Befriedigung zu gewähren vermag, von seiner Bedeutung für die Zukunftsgestaltung des Lebens im neuen Großdeutschen Reiche ganz zu schweigen. Nun hat Kamerad Adolf Peddinghaus das Wort: Wenn hier von„Schwarzkunst" die Rede ist, so erschrecke der geneigte Leser nicht. Es handelt sich nicht um eine höllische Kunst, als welche sie zuerst verschrien wurde von denen, die sie als lästige Konkurrenz empfanden. Vielmehr um eine Kunst, ohne die unsere heutige Kultur und Zivilisation, die wissenschaftlichen Erkenntnisse und technischen Fortschritte gar nicht denkbar wären. Kurz, es handelt sich um die Buchdruckerkunst. Von ihrem Erfinder, dem Mainzer Bürger Johannes Gensfleisch zum Guten Berge, einfach Gutenberg genannt, ist wenig bekannt. Er war es, der um 1440, also vor fünfhundert Jahren, die beweglichen Buchstaben erfand, mittels deren Satz hergestellt werden konnte, der nach dem Druck wieder in seine einzelnen Typen zerlegt und immer wieder aufs neue in anderer Form verwandt werden konnte. Ein technischer Fortschritt war es schon, als sein Mitarbeiter statt der Stabchen aus Holz Lettern aus Metall goß. Lange blieb die Buchdruckerkunst ein von ihren Jungern sorglich gehütetes Geheimnis. Und heute noch, wo aus den einfachen, einer Krautpresse ähnlichen Druckpressen Gutenbergs Tiegeldruck=, Schnellpressen=, Mehrfarbendruck= und gewaltige Rotationsmaschinen entwickelt wurden, wo der Handsatz, namentlich bei den Zeitungen. durch Maschinensatz verdrängt wurde, umgibt die„Schwarze Kunst" noch manches Geheimnis. Schwarzkünstler=Sprache Zäh halten die Jünger Gutenbergs, die sich gern „Typographen“ nennen, an ihren Fachausdrücken fest. Sie sind dem Laien ein Buch mit sieben Siegeln. Der Buchdrucker hat bis heute eigene Maße, die mit dem Metermaß nichts zu tun haben. Für ihn ist das kleinste Maß der„Punkt“, der genau eine„Achtelpetit“ in der Stärke mißt. Da stutzt der Leser schon. Was ist eine Achtelpetit? Nun, zwei Achtel ergeben eine Viertelpetit, drei Achtel eine Viertelcicero, vier Achtel eine Halbpetit. So stark ist die allerkleinste Schrift,„Diamant“ genannt, die aber nur selten gebraucht wird. Sechs Achtelpetit stark ist die„Nonpareille"(siehe die Grundschrift unserer Kleinanzeigen), sieben Achtelpetit ist die Kolonelschrift stark, aus der dieser Aufsatz gesetzt ist. Acht Achtelpetit sind der Grad„Petit“, neun„Borgis“, zehn „Garmond“ oder„Korpus", zwölf„Cicero", vierzehn „Mittel", sechzehn„Tertia", zwanzig„Text", achtundzwanzig„Doppelmittel". Die größeren Grade werden nach„Cicero" benannt:„Drei“=,„Viercicero" usw. Wie die Schriften, so werden auch die Linien und Umrandungen, die„Durchschüsse" und„Stege" zum Ausfüllen der weißen Hohlräume, nach„Achtelpetit",„Cicero" und Konkordanzen“(eine Konkordanz= vier Cicero) bemessen. So hat man, um ein Beispiel zu nennen, eine„fettfeine" Viertelpetitlinie von acht Konkordanz dreieinhalb Cicero in einem bestimmten Falle zu nehmen. Es gibt„feine",„halbfette",„fette" Linien in Stärke von einer Achtelpetit bis zu vier Cicero und in Längen von einer Nonpareille bis zu beliebigen Konkordanzen. Das gleiche gilt für die Durchschüsse. An Schriften sind die unterschiedlichsten Charaktere vorhanden. So ein Setzkasten hat Fächer zunächst oben für die großen Buchstaben(„Versalien“ genannt), dann für die Ziffern, die verschiedenen Satzzeichen, die kleinen Buchstaben und für den„Ausschluß"(damit füllt man die Lücken für den Raum zwischen den Worten aus). Alles so geordnet, daß die am meisten benutzten Typen am bequemsten zur Hand liegen. Es gehört Fingerfertigkeit dazu, aus den vieler Fächern Buchstaben um Buchstaben zu greifen, im„Winkelhaken" die Zeilen zu setzen und auf dem„Schiff“ aneinanderzureihen zur „Spalte". Wer da in der Stunde 2000 Buchstaben mit der Hand setzt, versteht seine Sache. Beim„glatten Satz“ kommt es vor allem auf die Fixigkeit an, beim Setzen von Anzeigen und Drucksachen besonderer Art(„Akzidenzen“ genannt) auch auf den Geschmack. Bei den Schriften unterscheidet man außer Große und Stärke zwei Grundschriften:„Fraktur und„Antiqua", also Deutsch und Lateinisch. Die Untergruppen von Fraktur sind:„Fraktur",„Gotisch",„Schwabacher",„Kanzlei", „Midoline":— von Antiqua:„gewöhnliche Antiqua", „Mediäval“.„Grotesk",„Italienne",„Egyptienne“, „Kursiv". Weiter gibt es dann noch Schriften„schmal" und„breit",„halbfett" und„fett". So gibt es zum Beispiel eine„schmale halbfette Altgotisch“ oder eine„fette breite Grotesk“, in Große der genannten Schriftgrade. Muß nicht der Setzer viel in seinem Kopf haben, um sich in all dem zurechtzufinden? Bitte, lieber Leser, kapiere einmal: Text einer Anzeige in„Petit Antiqua durchschossen auf fünf Konkordanz drei Cicero Breite und Ueberschrift in halbfette Text Italienne“! Und das ist nur eine der allereinfachsten Formeln. Der für den Text benötigte Satz wird in den Zeitungsbetrieben nur auf der Setzmaschine gesetzt, die an sich ein Wunderwerk ist, dessen Beschreibung hier zu weit führen würde. Wer an dieser Maschine in der Stunde 5000 bis 6000 Buchstaben„herunterhaut“ und dabei keine Druckfehler macht, ist ein ganzer Kerl. „Leichen" und„Hochzeiten“ „Wenn nun nach dem von der Schriftleitung gelieferten„Manuskript“ der Satz gesetzt ist, werden die Spalten auf einer Handpresse abgezogen und der Abzug dem Korrektor überliefert, der eine Jagd auf die Druckfehler macht. Da kann es vorkommen, daß durch einen „Fallfehler"(entstanden beim„Ablegen“ des früheren, nun nicht mehr gebrauchten Satzes in die Fächer des Setzkastens) aus einem„Vater" ein„Kater" geworden ist. Hat der Setzer aus einem Satz etwas versehentlich fortgelassen, so hat er eine„Leiche“, hat er ein Wort doppelt gesetzt, eine„Hochzeit“ gemacht. Berechtigter Stolz erfüllt den Setzer aber, wenn er eine „Jungfer“ aufweisen kann, wie ein fehlerfreier Korrekturabzug genannt wird. Ein gewichtiger Mann ist der„Metteur". Er stellt aus den einzelnen, von den Setzern gelieferten Spalten verschiedensten Inhalts die Seiten nach dem„Umbruchspiegel" zusammen. So eine Seite nennt man„Kolumne". Passiert ihm dabei, daß er eine halbvolle Zeile an die Spitze einer Spalte stellt, so hat er ein„.... kind“ gemacht. Buchdrucker, die sowohl als Setzer wie als Drucker tätig sind, nennt man„Schweizerdegen“. Sie sind weder Schweizer noch führen sie einen Degen. Von dem Satz der fertiggestellten Kolumnen wird unter der Presse des„Kalanders" eine„Matrize“ gemacht, die dann zur„Stereotypie" wandert, wo nach ihr halbrunde dicke Bleiplatten gegossen werden, die nach sorgfältiger Bearbeitung dann auf dem Druckzylinder der Rotationsmaschine befestigt werden. Von endlosem Papier in dicken Rollen druckt dann die Maschine in der Stunde 15000 fertige Zeitungen. In aller Herrgottsfrühe werden die Zeitungen dem Leser zugebracht durch die schnellen Boten. Weiß der Leser, wieviel Mühe, Sorgfalt und Kenntnis dazu gehört, um den„Stoff“ zu beschaffen, ihn zu setzen, zu drucken und zu verteilen? Diese kleine Schilderung mag ihm einen kurzen Einblick in das Reich der „Schwarzen Kunst" gewähren. Turnen und Sport „Ranonahkahmfalun gegen Weindlen Mittelrheins Ringer mit schwerftem Geschütz mitSeit dem Jahre 1929 treten die westfälischen Ringer in Schlesiens, der TSV. Weißwasser, die Titelkämpfe jedem Jahre am Totensonntag in der Köln=Mülheimer, macht. Der Spielplan hat folgendes Aussehen: Stadthalle an(einmal wurde in Koblenz gekämpft), um Gruppe 1: 7 Hezember: Brandenburg Berlin— Wiener das Kräfteverhältnis mit, der„Mannschaft des Besgichen Eg in Perlin; 11 Januar: a F6 Big„KönigsMittelrhein zu.prufen. Die Westsalen haben in„diesen####. in Hernn; 11, Ignuar: Wiener EG.— Vfs. KönigsKämpfen die bessere Bilanz auszuweisen, gewannen sie doch berg in Berlin; 18. Januar: PfK. Königsberg bisher ausgetragenen 22 Begegnungen allein 14, denburg Berlin in Königsberg. von den sieben gingen verloren und ein Kampf endete im Gesamt= Gruppe II: 25. Januar: TSV. Weißwasser— Klagenergebnis unentschieden. Erwähnenswert ist dabei, daß es zurter AC. in Berlin; 26. Januar: Rot=Weiß Berlin— den Rheinländern bis setzt noch nicht geglückt ist, Westsalen### Reißwasser in Berlin; 1. Fehruar: Rot=Weiß Berven Rheinlagdern bis sept noi, nicht dewanee. einmal auf der westfälischen Matte zu schlagen. Mit Schäfer und Hornfischer Den Verhältnissen der Kriegszeit entsprechend, mußte die westsälische Mannschaft mehrsach umgestellt werden. Sie wird aber auch in ihrer derzeitigen Besetzung den Rheinländern einen großen Kampf liefern und sich nicht so leicht geschlagen bekennen. Eine Niederlage im Gesamtergebnis werden die westfältschen Ringer kaum vermeiden können, bietet doch der Gegner eine Mannschaft auf die man getrost als Nationalstaffel bezeichnen kann. In ihr stehen mit Fritz Schäfer, Willi Möchel, Heinrich Nettesheim und Kurt Hornfischer allein vier Ringer, die schon mit bestem Erfolg an zahlreichen Länderkämpfen teilgenommen haben und auch in Köln die wertvollen Punkte für den Mittelrhein herausholen werden. Die westfältschen Kräfte stehen in diesen vier Gewichtsklassen auf verlorenem Posten. Sollte es allerdings hier einem Westfalen gelingen, für die große Ueberraschung zu sorgen und zu gewinnen, dann könnte möglicherweise den Rheinländern der Sieg noch entrissen werden.— Die beiden Mannschaften: Mittelrhein(vom Bantam= bis Schwergewicht): Merscheidt. Willi Möchel, Ritschke, Nettesheim. Fritz Schäfer, Westphal, Hornfischer. Westfalen(vom Bantam= bis Schwergewicht): Rößler (KSV. Hohenlimburg), Arens(AC. Hörde 04), Wortmann (VfL. Kirchlinde), Gocke, Funtowitz(beide Heros Dortmund), Hill(KSV. Hohenlimburg), Zervas(AC. Hörde 04). In Kaffel, Karlsruhe und Palfau Das Reichsfachamt Turnen hat mit Zustimmung des Reichssportführers die Titelkämpfe der deutschen Turner und Turnerinnen an den Geräten wie folgt angesetzt: Der große Reichswettkampf des Nachwuchses wird am 19. Januar in Kassel veranstaltet, die Meisterschaft der Turner im Gerät=Zehnkampf findet am 2. Februar in Karlsruhe statt, und die Meisterschaft der Frauen im Achtkampf kommt am 23. Februar in Passau zur Erledigung. Am Reichswettkampf des Nachwuchses nehmen die besten 150 17= bis 22jäbrigen teil, die aus den laufenden vier Lehrgängen ausgewählt werden. Die in Kassel ermittelten 120 Besten nehmen an der weiteren Schulung teil. Zur Meisterschaft im Gerätturnen in Karlsruhe werden 60 Turner zugelassen. Mit 6 Teilnehmern steht der Bereich Baden an der hine. Es folgen mit je fünf Turnern die Bereiche Mitte, Sachsen Westfalen und Bavern, mit je vier Turnern Nordmark, Niedersachsen, Südwest und Württemberg. BerlinBrandenburg, Niederrhein und Hessen können drei, Schlesten, Mittelrhein und Ostmark je zwei Turner stellen. Mit nur je einem Turner sind Ostpreußen, Pommern und Sudetenland bedacht. Durchgeführt wird diesmal wieder ein Zehnkampf, so daß nur die Kür an den Ringen entfällt. Es kommen folgende Uebungen zur Erledigung: Reck, Barren, Seitpferd, Langpferd, Bodenturnen(jeweils Pflicht und Kür). Um den deutschen Meiltertitel Der Spielplan für die Deutsche Eishockev=Meisterschaft ist nunmehr endgültig festgelegt. Gespielt wird in vier Gruppen zu je drei Vereinen, wobei zunächst einmal die einzelnen Gruppen ihren Sieger aussptelen. Bei Punkigleichheit entscheidet nicht das Torverhältnis, sondern der Torunterschied. Die vier Gruppensieger ermitteln dann später nach dem Ko.=System die beiden Endrundengegner. Bemerkenswert ist, daß der SV. Rastenburg nun doch nicht in der Teilnehmerliste erscheint, dafür aber ein Vertreter #v. Weißwasser in Berlin; 1. Feoruar: Kol=Weiß Verlin— Klagenfurter AC. in Berlin. Gruppe III: 5. Januar: Düsseldorfer EB.— Berliner SC. in Düsseldorf; 19. Januar: Düsseldorfer EG.— EV. Troppau in Köln; 1. Februar: Berliner SC.— EV. Troppau in Berlin. Gruppe IV: 7. Dezember: SC. Rießer See— ERC. Mannheim in München: 18. Januar: SC. Rießer See— EV. Füssen in Garmisch=Partenkirchen; 1. Februar: ERC. Mannheim— EV. Füssen in Mannheim. * Die Geschwister Pausin stellen sich am 23. und 24. November in Hamburg bei der Eröffnung der Hamburger Kunsteisbahn vor. Das Eishockeyspiel bestreiten Hamburg und die Düsseldorfer EG. Bochumer Handball Der kommende Sonntag war vom Fachwart für Handball im Kreise Bochum=Gelsenkirchen spielfrei gelassen worden, um den Vereinen auch einmal eine Pause zum Verschnaufen zu geben oder den Handballmannschaften die Möglichkert zu lassen, Freundschaftsspiele durchzuführen und Rückspielverpflichtungen einzulösen. Wie wir erfahren, wird Bochum nun doch ein Punktespiel angesetzt erhalten. Es handelt sich um das vor drei Wochen nicht ausgetragene Spiel der beiden spielstarken Bochumer Mannschaften Westfalia Bochum— Bochumer Verein. Dieses Lokaltreffen, auf das viele Handballfreunde seit langem warten, wird am Sonntag seine Anziehungskraft nicht verfehlen, zumal aus dem Westfalia=Sportplatz gespielt wird, der immer eine beachtliche Zuschauermenge ausgenommen hat, wenn es hieß, zwei gute Handballmannschaften stehen im Kampf um die Punkté. Und diesmal kämpfen wirklich zwei Gegner, die sich im Können nicht viel nachstehen, wenn man auch den BV.ern ein kleines Plus einzuräumen geneigt ist, was besonders in der sicheren Hintermannschaft zu suchen ist. Die Westfalia=Spieler haben gerade in den letzten Spielen erfreulich gut abgeschnitten und guten Handball gezeigt, und es bleibt zu hofsen, daß diese Erfolgsserie auch am Sonntag fortgesetzt wird; denn dann bekommen wir ein schönes Handballspiel zu sehen, in dem vielleicht nur der Clücklichere siegen wird. Handball in der Bereichsklasse In den beiden Staffeln der westfälischen Bereichsklasse werden schon fleißig die Rückspiele erledigt, so daß wir bald mit der Ermittlung des Meisters rechnen können. In der Gruppe Süd wird nur ein Punktespiel ausgetragen. Es treffen sich in Gevelsberg der Sportring und die Elf des Hüttenvereins Dortmund. Die Handballer des Sportringes sind bisher gut gefahren und haben so manchen Favortten ausgestochen, letzthin auch Hattingen, und werden auch den Hüttenleuten das Siegen sehr sauer machen. Wir nehmen an, daß die Dortmunder knapp geschlagen heimkehren werden. In der Gruppe Nord treffen die beiden Bielefelder. Mannschaften zusammen. Der Altmeister Künsebeck muß nach Altenhagen fahren und wird dort auch siegen. Ein knappes Ergebnis wird es im Spiel Tv. Jöllenbeck und LSV. Gütersloh geben. Die Spiele des Sonntags: Staffel Süd: Sportring Gevelsberg—Hüttenverein Dortm. Staffel Nord: Bielefeld 06/07— Grün=Weiß Bielefeld Tv. Altenhagen— Tv Künsebeck Tv. Jöllenbeck— LSV. Gütersloh Weltdeutsche Einladungsturniere der WKG. Krupp Ueber 50 Ringer vom Niederrhein und aus Westfalen treten an Ringkämpfe im klassischen Stil(griechisch=römisch) am lausenden Band gibt es am kommenden Sonntag(24. November) in der Sporthalle an der Sälzerstraße, wo die WKG. Krupp Einladungsturniere in allen Klassen, offen für die Bereiche Niederrhein und Westfalen, zur Durchführung bringt. Mit über 50 Bewerbern haben die Wettbewerbe in den sieben Klassen(Bantam= bis Schwergewicht) eine bervorragende Besetzung erfahren Westfalen ist mit fünf Teilnehmern zahlenmäßig zwar nicht stark vertreten, vom Niederrhein sind aber alle verfügbaren Spitzenkräfte am Start, so daß prächtige Kämpfe zu erwarten sind. Wie sind die Aussichten? Bantamgewicht: Von den acht Teilnehmern ist der Bereichsmeister Widerra(Duisburg) an erster Stelle zu nennen. Mit seinen forschen Zügen und Schwüngen zeigt der issischen Stil und sollte Aus Westtalen und Rheinland Kupperial=hast kins erreichen Hunmten 35 v. H. der Hausbewohner sollen Kinder sein Wuppertal, 21. November. Für kinderreiche Familien ist es nicht immer gerade leicht, eine passende Wohnung zu finden. Um diesem Mißstand zu steuern, hat Wuppertals Oberbürgermeister jetzt eine Anordnung erlassen, die den kinderreichen Familien bei der Wohnungsbeschaffung Erleichterungen geben soll. Grundsätzlich wird in dieser Anordnung bestimmt, daß in Zukunft die Zahl der Kinder eines Hauses im Verhältnis zur Gesamtzahl der Hausbewohner den Hundertsatz von 35 erreichen soll, d. h. mit anderen Worten, daß bei 12 und 14 Bewohnern vier Kinder, bei 15 bis 16 fünf Kinder, bei 18 bis 20 sechs Kinder und so weiter im gleichen Verhältnis im gleichen Hause wohnen sollen. Natürlich gibt es einige Einschränkungen, da ja eine solche Anordnung nicht auf alle Häuser angewandt werden kann. So werden Häuser, in denen sich weniger als vier Wohnungen befinden, von der Anordnung ausgenommen. Die Auswahl der kinderreichen Familien steht dem Vermieter frei. Findet er jedoch bei der Neuvermietung oder bei der erstmaligen Benutzung der Wohnung keine kinderreiche Familie, so hat er die freien Wohnungen, soweit der Hundertsatz von 35 noch nicht erreicht ist, dem Oberbürgermeister anzumelden, der dann für eine entsprechende Belegung Sorge trägt. In diesem Falle werden dem Vermieter drei kinderreiche Familien zur Auswahl vorgeschlagen. Bei Neubauten braucht der Hausbesitzer bzw. der Vermieter nur soviele geeignete Wohnungen anzumelden, wie erforderlich sind, um den Hundertsatz von 35 im Verhältnis zur. Gesamtbewohnerzahl des Hauses zu erreichen. Die Anordnung sieht im übrigen verschiedene Bestimmungen vor, die klar darauf abzielen, daß zwischen junge Dutsburger, wirklichen klasstswen Stit und lie sich ist. Der Weg ist also hier für Rohde(Essen West Koenen(Eppinghofen) frei, denen die größten einzuräumen sind. Kann der Soldat Seeboth est 03) teilnehmen, werden die Favoriten keinen Vermieter und Mieter ein gedeihliches und harmonisches Verhältnis besteht. Wer indessen glaubt, sich über die neue Anordnung einfach hinwegzusetzen, kann zu schweren Strafen herangezogen werden. Die Streichhölzer in Kindeshand Oberhausen, 21. Novemben. Auf einem Grundstück in Sterkkade brannten drei dort aufgestellte Getreidemieten nieder. Die Ermittlungen ergaben, daß es sich um fahrlässige Brandstiftung handelte. Als Täter wurde ein sechseinhalb Jahre alter Schüler ermittelt, der hinter einer der Mieten mit brennenden Streichhölzern gespielt hatte und diese dadurch entzündete. Das Feuer griff schnell auf die anderen beiden Mieten über, so daß ein Gesamtschaden von 2000 Reichsmark entstanden ist. Knecht und Pferd im Rhein ertrunken Remagen, 21. November. Wie die Polizei berichtet, trug sich am Montag am Rhemwerft, ein Unfall 3u, bei Wohlfahrt(Witten) und evtl. Fellers(Eppinghofen) in die dem ein Knecht eines Klosters und ein Pferd im Rhein Eutscheidung eingrei#en hlosht gheumarten ertranken. Der Knecht wollte das Pferd, alter Gewohnheit entsprechend, in das seichte Wasser eines sogenannsunge„Zuisburger auch hier durchsetzen. Ihm am nächsten dürften Brunnet (Borbeck), Möllenbruck(Styrum) und Block(Dortmund) kommen. Federgewicht: Ebenfalls ein Achterfeld aus dem Bereichsmeister Woywod(Borbeck) als erster Anwärter auf den Endsieg hervorgeht. Für die nächsten Plätze erscheinen Balzer(Borbeck), van Bonn(Altenessen). Fabrino(Eppinghofen), Horst(Essen West 03) und Fiebich(Remscheid) gleich gut. Leichtgewicht: Diese Klasse ist mit 13 Teilnehmern ausgezeichnet besetzt. Bereichsmeister Staub(Dutsburg) hat in erster Linie mit dem Vorjahrsmeister Maibaum(Essen West 03) und seinem alten Rivalen von Osen(Styrum) zu rechnen. Maibaum in Höchstform, könnte die Ueberraschung bringen. Weiter sind Christel(Düsseldorf 86) und Scymczak(Dortmund) zu nennen, die sich aber alle erst einmal gegen den zahlreichen Eppinghofer und Essen Wester Nachwuchs behaupten müssen. Weltergewicht: Bereichsmeister Schäfer(Remscheid) ist hier nicht mit von der Partie, da er als Soldat unabkömmlich ist. Der Weg ist also hier für Rohde(Essen West 03) oder Aussichten (Essen West 93), leichten Stand haben. Auch Weigel und Lange(Altenessen) sowie Rehfeld(Borbeck) wollen erst bezwungen sein. Mittelgewicht: Bereichsmeister Müller(Eppinghofen) trifft hier seine alte Gegnerschaft an, von der wir den Reichssieger der HJ., Berg(Essen West 03), Gies(Germania 07 Wuppertal) und Naderwitz(Remscheid) zuerst nennen. Auf Gollan(Witten) dar' man gespannt sein. Halbschwergewicht: Hier dürfte es Bereichsmeister Krämer(Altenessen) verhältnismäßig leict haben, denn er hat sich nur mit Lowenramp(Vorbeck) auseinanderzusetzen, da als dritter Teilnehmer Kuhrau(Altenessen) steht, der beiden kaum gewachsen ist. Schwergewicht: Auf das Zusammentreffen zwischen Bereichsmeister Garnat(Essen West 03) und Kotter(Remscheid) ist man besonders gespannt, geht es hier doch um die Bereichsvertretung. Wie weit Hildebrandt(Dortmund), ten Rheinabschlages führen, um es dort zu säubern. Bei diesem Vorhaben ist das Tier von dem Abschlag das abfallende Ufer heruntergerutscht und samt dem Knecht vom Strom fortgerissen worden. Der Knecht verschwand sofort in den Fluten, das Pferd tauchte wieder auf und versuchte, auf das steile Ufer heraufzukommen, was ihm aber nicht gelang. Die Leiche des Knechtes ist bisher noch nicht gefunden worden. Entscheidung eingreisen, bleibt abzuwarten. Nürnberg und Dresden ändern Spielkleidung Die Teilnehmer am Endspiel um den Tschammer=Pokal, 1. FC. Nürnberg und Dresdner SC., haben die gleiche Spielkleidung, nämlich rotes Hemd und schwarze Hose. Das Reichsfachamt hat bereits frühzeitig entschieden, daß beide Mannschaften einen Teil ihrer Kleidung zu ändern haben. Es wurde bestimmt, daß die Dresdner am 1. Dezember im Berliner Olympiastadion mit weißen Hemden und schwarzen Hosen, der Pokalverteidiger mit roten Hemden und weißen Hosen anzutreten haben. Cleschied im ftertst, Von Ungeka von Geitzen „Hörst du, wie die Fische unten im See schlagen?" fragte er.„„ K.M „Ja. Slehst du die drei Bussarde rreisen: Die Störche sind auch schon weg.“ Er blickte nur flüchtig in den blaßblauen Himmel, dann wandte er den Blick wieder zur Seite, wo jenseits des trennenden Grenzgrabens im hohen, schon etwas bräunlichen Gras und hinter einem Wall von uppig wucherndem Phlox nur ein hochgezogenes Knie und eine dunkelblaue Weintraube zwischen zwei kleinen, festen Händen zu sehen waren. „Schmeckt sie?" fragte er ohne Neid. Das begetative Brummen des Behagens wurde ihm zur Antwort. Sie hatte anscheinend den ganzen Mund voller Beeren. Er stützte sich auf dem Ellenbogen hoch und konnte nun einen roten Kleiderzipfel wahrnehmen.„Die Hagebutten verfärben schon“, sagte er gedankenvoll. „Tun sie jedes Jahr um diese Zeit“, kam es nüchtern zurück. „Aber es scheint mir, als wäre in diesem Jahr alles anders,—— alles besonders“, fuhr er unbeirrt fort. Es war, als spräche er mehr zu sich selbst. Er ließ sich auch wieder hintenüber auf den Rücken fallen, so daß der Phlox und der Grenzgraben die Worte aufschlucken konnten, noch ehe sie zu Eva hinüberdrangen. „Die Stoppelfelder sehen in diesem Jahr so eigenartig müde aus, als möchten sie nie wieder grüne Saaten tragen; die Gänse schreien so sehnsüchtig auf der Weide,—— vielleicht rufen sie nach ihren wilden Geschwistern in den Lüften und wollen mit in unbekannte Fernen ziehen,—— es ist alles anders, alles mit mehr Sinn hinter den Dingen!" „Du sprichst wie meine Oma“, sagte Eva, und er erschrak, daß sie überhaupt etwas gehört hatte. Mit dumpfem Aufschlag fiel ein reifer Apfel aus dem windstillen Gezweig über ihm zu Boden. Er umfaßt die runde Frucht mit der Hand und hatte ein unbestimmtes Gefühl von Trauer über diesen Inbegriff der Vollendung. „Früher“, sagte sie von drüben,„hast du unsere guten Gravensteiner immer gestohlen.“ Er lachte leise.„Weshalb hast du mich damals eigentlich nicht bei deinen Eltern verpetzt?" „Pfui! Verpetzen tut man doch nicht mal seinen döllsten Feind!“ „War ich eigentlich dein Feind, Eva?“ Jenseits des Grenzgrabens blieb es aufreizend still. „Du, Eva...?“ Ja.?“ „Ich meine, ob ich dein Feind war?" „Natürlich!“ rief sie trotzig. Es schwang viel angesammelte Natürlichkeit mit in diesem Ausruf. „Schade“, murmelte er und verschränkte die Arme unter dem Kopf. Nun richtete sich Eva drüben halb empor. Ihre dunkelbraunen Locken wippten wie Federbüschel über dem langen Gras. „Aber weshalb hast du es eigentlich niemals zu Hause erzählt, daß das eingebrannte„E“ auf deinem rechten Arm, das so doll zu eitern anfing... ich meine, woher das stammte?" „Du fragst reichlich dumm“, brummte er bärbeißig vor sich hin. Und in plötzlicher Heftigkeit brach er aus: „Unlogisch wie alle Frauen! Was hat das mit den Aepfeln zu tun?“ Er warf nachlässig den abgegessenen Weintraubenbesen über den Graben und antwortete gleichmütig: „Wenn du auch so komische Sachen sagst, daß alles anders wäre in diesem Jahr.“ „Das mit dem E“ ist nicht anders“, sagte er sanft. Aber gleich darauf fing er heftig an zu husten und rief keuchend, daß ihm eine Mücke in den offenen Mund geflogen sei. Eva hörte dem Krächzen anscheinend ohne Erbarmen zu. Als es bei ihm wieder still wurde, spann sie mit Zähigkeit den Faden weiter, denn ein unruhiger Instinkt sagte ihr, daß sie wissen müsse, weshalb ihm die Welt plotzlich anders erscheine.„Ich meine, Herbst ist Herbst. einer wie der andere. Und im vorigen Jahr hatten wir auch schon Krieg. Aber davon sehen die Stoppelfelder nicht anders aus, und auch die Gänse schreien deswegen nicht besonders. Nun ja, wir werden nicht, wie die andern früher, zusammen Tanzstunde haben, aber das ist auch gut, denn du würdest mich doch nur auf den Fuß treten. Und wir werden vielleicht auch nicht Zeit dazu haben, auf dem zugefrorenen Grenzgraben Schlittschuhe zu laufen. Aber trotzdem wird es stürmisch werden im Oktober und nebelig im November, und wenn es um Weihnachten herum schneit, werden wir doch mit Förster Schmahling zusammen herausfahren, um die Rehe zu füttern, und dann wird er uns die Sterne erklären und den Kopf im Nacken haben, und wir werden... vielleicht auch wieder reiten...“ K.22 untrc .. All das werden wir nicht tun“, unterbrach er sie. Seine Stimme klang jetzt nicht mehr träumerisch und zögernd, sondern dicht, wie nach einem festen Entschluß. „Willst du nicht mehr reiten?" „Doch sicherlich. Aber nicht verspielt auf glatten Wegen und nicht mit dir.“ Es klang hart und männlich. Eva schwieg, denn sie fühlte, daß sie warten müsse. Eine mächtige Angst schnürte ihr die Kehle zusammen, als dies Wartenmüssen ihr groß und drohend vor der Seele aufstieg, ja, ihr ganzes, zukünftiges Leben in Anspruch zu nehmen schien und sich so ausbreitete, daß es überhaupt das enthüllte und enträtselte Antlitz ihres Schicksals darstellte. „Morgen früh fahre ich los“, kam die feste Stimme wieder von drüben,„ich bin nicht mehr länger Zivilist!" Sie schwieg noch immer. "„Na, dann Adjöß“, sagte er und zog die Hand aus der Tasche, um ihren vertrauten Kindergruß mit der dazugehörigen, kleinen Geste zu begleiten. Aber von Eva war nur das lockere Gewirr der braunen Haare zu sehen. Sie hatte sich herumgeworfen und das Gesicht zwischen den Armen fest an die Erde gepreßt, als könnte diese verläßlichste und wundertätigste aller ihr bekannten Kräfte das Kommende abwehren. Sie tat es nicht. Sie gab, getreu wie ein Echo, den dumpfen Klang der langsam sich entfernenden Schritte jenseits des Grabens wieder. Da sprang Eva wir eine kleine Fontäne steil aus dem Phlox hoch, warf beide Arme nach oben und rief laut:„Adbö, Adßöl“.... g..„.m.5 Er wandte sich um und sah sie stehen— hell, leidenschaftlich und wach! Da warf er sich herum und sprang mit einem mächtigen Satz über den Graben und auf sie zu. Aber der gewalttätige Schein von Entschlossenheit in seinem sonst so vertrauten Gesicht erschreckte sie, so daß sie verwirrt zurücktrat und er der Länge nach zwischen die aufknirschenden, saftigen Stengel des Phloxes fiel. Im Sturzen noch ergriff er ihr Fußgelenk, und so lagen sie beide atemlos, ratlos und glücklich im dichten Bereich des Grases und der Blumen. Er streckte den Arm aus, aber als er ein plötzliches Erkennen in ihren Augen aufzucken sah, zog er verwirrt und beschämt seine Hand zurück und gewahrte nun erst, daß er noch immer den Apfel zwischen den Fingern hielt. „Da!“ sagte er und stieß ihn mit einer Dringlichkeit auf sie zu, als wäre der ganze wilde Anlauf nur um dieses Apfels willen geschehen.„Das ist nun mal kein gestohlener. Du sollst ihn essen!" Und als sie lachend hineinbiß, während ihre hellen Augen ihn dabei unverwandt und heimlich leuchtend be„Fahnenjunker", erklärte er kurz, und es klang schon trachteten, wob das langsam sich neigende Jahr den wie weggewendet, sachlich und einer andern Welt ange= Zauber seiner Vollkommenheit um ihren Abschied und hörend. Er war aufgestanden und blickte über den hohen glättete mit dem runden Symbol aus dem Reichtum Phlox, als wäre der eine Mauer, die sein gestriges Leben seiner Ernte die ersten, heftigen Ansätze eines nun bevon dem morgigen trennte. ginnenden und zu ferner Reife drängenden Schicksals. ktaus zu verkaufen, Endlich sollte es Ernst werden, Hanne bekam ihren das rpearaturbedürftig war. Er sehnte sich danach, zu Willen. Nach langem Widerstand war Kristoffer damit mauern, zu kalken, Wande zu tapezieren. Er wollte auch einverstanden, in die Stadt zu fahren und sich ein Haus gern Torf graben, jede Arbeit tun, Besitzer auf einem anzusehen. Hanne hatte es entdeckt, als sie das letzte Mal Anwesen werden, wo die Nachbarn nicht so dicht neben den Arzt aufsuchte, um ihn ihres kranken Herzens ihm wohnten wie hier in der Stadt. Er wollte frei wohnen, Aussicht haben, möglichst auf einen See— das war sein Zukunftstraum. „Aber genau das alles haben wir in unserem Eigentum da draußen", sagte Kristoffer,„vielleicht könnten wir tauschen? Was meinst du dazu, Hanne?" Er sah seine Frau an, verwundert, daß sie überhaupt nichts mehr äußerte. In diesem Augenblick ging Hanne zur Tür und schloß sie hinter sich. „Ihre Frau ist gegangen“, sagte Frau Thoustrup spitz, als sei sie beleidigt worden. „Sicher macht ihr wieder ihr Herz zu schaffen", erklärte Kristoffer.„Sie hat oft Anfälle. Ich muß ihr folgen— also leben Sie wohl und vielen Dank! Wir kommen bald wieder.“„„.„5 Er traf Hanne vor der Gartentur. Sie sah ihn nicht an, rannte nur so schnell, als es ging, die Straße hinunter, in diesem Augenblick schien ihrem Herzen nicht das mindeste zu fehlen. „Was hast du denn nur, Hanne?“ fragte er sie, nachdem er sie eingeholt hatte.„Wollen wir das Haus nicht kaufen?"“ „Ich— ich möchte— heim!“ war die Antwort. Berliner Theater Silbenrütsel a— al— ap— baum— be— ben— da— dar de— de— de— der— dol— ein— en— er— er er— erd— et— fe— fel— ga— ge— gel— gen gu— ke— kel— la— läm— lan— lan— lei len— K— ma— men— mer— ne— ne— nel ni— nie— po— rausch— rI— rin— 81— 81 tät— te— tel— tem— tisch— trau— u— u us— ver— VI— wach— wei— zel Aus obigen 64 Silben sind 21 Wörter zu bilden. deren Anfangs= und Endbuchstaben, beide von oben nach unten gelesen, ein Sprichwort nennen. 1. Südfrucht, 2. röm. Geschichtsschreiber, 3. Zeitmaß, 4. Verwandter, 5. Hühnervogel, 6. einfaches Wasserfahrzeug, 7. Republik in Mittelamerika, 8. deutsche Universitätsstadt, 9. Fisch, 10. Angehörige einer Menschenrasse, 11. Blutenstand, 12. Gebirgsblume, 13. Raubvogel, 14. Laubbaum, 15. Naturerscheinung, 16. Zaubergegenstand, 17. Stadt in Lettland, 18. Nibelungengestalt, 19. Hochschule, 20. europ. Staat, 21. Meeresstraße. 1. wegen um Rat zu fragen. An dem Garten hatte ein Schild gehangen:„Billig zu verkaufen", und Hanne war sowohl vom Garten als auch von dem Haus entzückt.. 1. 806.. Aat Nur eins hatte Kristoffer umgestimmt: daß der urzt meinte, wohne Hanne näher, könne er besser eine Behandlung durchführen, die ihr Herz heile. „Ja, wenn man nicht ganz gesund ist, hat die Stadt naturlich ihre Vorzüge, meinte Kristoffer,„aber „Ich kenne noch viele andere Vorteile", antwortete Hanne.„Der Kaufmann und der Bäcker wohnen in der Nähe, man bkommt alles ins Haus geschickt, wenn man will. Hier muß man über eine Viertelstunde laufen, wenn man etwas braucht.“ „Darüber kannst du dich nicht beklagen, da ja ich alle Besorgungen erledige. Und mir macht der kleine Spaziergang jedesmal Spaß." „Ja, ich kenne das schon. Du unterhältst dich unterwegs mit allen möglichen Leuten, und ich kann solange warten, bis du mir bringst, was mir fehlt. Du brauchst nicht zu denken, daß ich gerne wieder alles zusammenpacke... Nein, laß uns ein neues Haus in der Stadt kaufen! Wir können unser setziges dann immer noch anbieten.“— Am Tage nach diesem Gespräch fuhr Kristoffer mit in die Stadt. Wolltn man handeln, gab es keinen Grund, es auf die lange Bank zu schieben. Hanne war so eifrig, daß sie ganz vergaß, auf ihr krankes Herz Rücksicht zu nehmen, und ein Tempo einschlug, daß er kaum folgen Es war wirklich ein ungewöhnlich schönes Haus, das Hanne ausfindig gemacht hatte! Man konnte kaum etwas Passenderes finden. Als Hanne entschlossen klingelte, sah sich Kristoffer den Namen an der Tür an. Thoustrup— das klang ländlich, und als der Besitzer ihnen selbst öffnete, verstärkte sich der Eindruck der Zuverlässigkeit bei Kristoffer. Auch die Frau des Besitzers war sympathisch und es schien, als ließe es sich mit den beiden gut verhandeln. Frau Thoustrup führte sie umher und erklärte:„Hier ist die Zentralheizung— eine große Erleichterung. Außerdem hat das Haus fließendes warmes Wasser.“ Man kam in die Küche. Hannes Begeisterung kannte keine Grenzen mehr, als sie die gekachelten Wände sah. Kristoffer sagte wenig. Er stand nur und sah sich um. Es gefiel ihm recht gut, und dann wollte er verduntein.. H411en Mann Er mandte sih Aber er war ein vorsichtiger Mann. er wandte sich an Thoustrup:„Darf ich fragen— wenn Sie selber das. Haus erbaut haben—, warum verkaufen Sie es denn?“ „Mein Mann will- so gern aufs Land ziehen", fiel Frau Thoustrup ein. „Ja, ich finde“, meinte Thoustrup,„wenn man nicht an einen Beruf gebunden ist, der einen in der Stadt hält, sondern seine Pension hat, von der man lebt, dann wohnt man besser auf dem Lande. Dort kann man Hühner halten, Gänse, Tauben und Ziegen, vielleicht sogar Kühe und Schweine.“ „Das stimmt, nur macht sich das nicht sehr bezahlt", antwortete Kristoffer. oder wenn die Komödse, mit schwerster Problematik helastet. Geistig zahlt,„wenn man sich, Kanarienvögel hält, voer wenn kommt da fast mehr der Bearheiter, als Bahr zu Worte. Einutsaa Hefte für die Frau Aus Garn= und Stoffresten. Verlag Otto Beyer, Leipzig. Wie wertvoll sind jetzt für uns die oft achtlos zur Seite gelegten Reste von Stoff, Wolle oder anderem Garn! diesem Beyer=Band kann sich jede Hausfrau eine Menge praktischer Ratschläge volen, um Kissen, Decken, Teewärmer, Jäckchen, Pantosseln, Strümpse oder was es sonst sein soll, zu arbeiten. Ein nützliches und zeitgemäßes Heft. Aus Wollresten. Verlag Otto Beyer. Leipzig. Man braucht sich nur das Titelbild dieses überaus wertvollen Beyer=Bandes anzuschauen, diese Jacke, zu der viele, kleine, bunte Wollreste Paten standen, um sich davon überzeugen zu lassen, daß selbst aus dem kleinsten Wollrest entzückende Dinge sich häteln und stricken lassen. Dieses Heft bietet eine Fülle guter Vorschläge, die nachzuarbeiten nicht einmal sehr schwierig sind. Pullover, Jacken und Kleider aus aufgetrennter Wolle und Resten. Verlag Otto Beyer, Leipzig. Schon der Titel dieses Bever=Heftes gibt zu erkennen, welch zeitnahe Aufgabe hier gelöst wurde. Geschmaavolle Modelle in Strick= und Häkelarbeiten für die Dame und den Herrn, aber auch Kapuzen, Handschuhe oder was es sonst sein mag, werden hier mit ausführlichen Beschreibungen gezeigt. Meist sind es dazu noch Modelle, die sich vorzüglich aus Wollresten arbeiten lassen. 150 Punkte ziehen Dich an. Praktischer Wegweiser durch die 2. Kleiderkarte. Verlag Karl Curtius, Berlin SO 36. Alle Fragen rund um die Kleiderkarten, auch solche, die sich nicht allein mit der Punktebewertung befassen, sind hier in diesem Heftchen in mustergültiger Weise geklärt. Darüber hinaus bedeutet es einen Wegweiser über die vielen Waren, die auf die Kleiderkarte bezogen werden müssen, gibt dazu auch noch praktische Ratschläge, wie man mit den 150 Punkten umgehen muß, will man sie so praktisch und vorteilhaft wie nur irgend möglich auswerten. Ein Heft, das in keinem Haushalt fehlen dürfte. Bücherwünsche unserer Kinder Sabinchen. Wilma Sturm. Laumannsche Verlagsbuchhandlung, Münster. Sabinchen, das ist ein kleines Mädelchen mit kurzen, blonden Rattenschwänzen, keck und keineswegs ängstlich... Aber was Sabinchen erst einmal erlebt hat, denn sie ist gerade von ihrer großen Reise zurückgekehrt. Und was ihr alles begegnet ist. Unter die Räuber ist sie geraten. Hu! An ein gewaltiges Haus ist sie gekommen, da wohnte die böse Stiefmutter. Nur gut, daß sie zum Schluß das kleine Fräuleinchen Annares traf, denn ihr ist's zu verdanken, daß sie wieder heimkehrte von ihrer unheimlichen Reise. Aber lest lieber das feine Buch einmal selber! Der Hase Rap. H. E. Kuhlmann. Verlag Laumann, Dülmen(Westfalen). Wie wenig wissen die Stadtkinder doch Ebenso wie gespaltene Haarspitzen und Schinnen oft eine Folge der Kopfwäsche mit scharfen Waschmitteln. Abhilfe ist leicht: pflegen Sie Ihr Haar so, daß kein Alkall undkeine Kalkseife im Haar zurückbleiben, also mit SSE SCAAUUTPUN heute von dem Leben der Tiere draußen in Wald und Feld. Mit diesem Büchlein schenkt ihnen nun der Verfasser ein kleines Werk, das sie vertraut macht mit dem Leben der Hasen, das streng und hart ist, das Hunger und Jagd Hhafe: Herch wird in jedem Kinde Lennt. Dieses. Buch wird in jevem de die Liebe zum Nunmehr setzte sich auch das Staatstheater für Kahns Schauspiel„Oberst Vittorio Rossi“ ein. Für die Gestalt kennt. Dieses zuch wird des Obersten Rossi konnte man unter den Darstellern des Tier in der Natur wecken, Staatstheaters kaum einen geeigneteren finden als Puig] Die Kohlmeise Scharsauge und ihre Erlebnisse. H. E. die Schlußszene— der als einfacher Freiwilliger wieder Kuhlmann. Verlag Laumann, Dülmen(Westsalen). Auch nach Afrika zurückgekehrte und bei einem Stoßtruppunternehmen tödlich verwundete Oberst wird als Sterbender feierlich rehabilitiert— möglich und wirksam macht. Militärisch sehr echt und menschlich prachtvoll waren auch Otto Graf(Arzt), Paul Bildt als General und Karl Haubenreißer als Adjutant des Obersten. Walter Werner, dieser geborene Meister der großen Cbarge, holte sich in der Rolle eines uralten bärbeißigen Bauern mit goldenem Herzen Sonderbeifall. Die beiden Frauenrollen, die nicht zu den glücklichsten Bestandteilen des Dramas gehören, lagen in den Händen Pamela Wedekinds und der sungen Ruth Hellberg. Die Besucher des Staatlichen Schauspielhauses folgten den spannenden Vorgängen mit stärkster Anteilnahme und feierten am Schluß lebhaft Werk und Darstellung. Nur mit„Vernunft“ geht's nicht. Der Wiener Hermann Bahr hat viele Stücke geschrieben— das gern gegebene„Konzert“ ist vielleicht das gekonnteste und amüsanteste— und fast ebenso oft auch seine Stellung zum Rätsel des Lebens gewechselt. Auch äußerlich — vom eleganten,„dekadenten" Ironiker bis zum wotanhaften, langbärtigen Pbilosophen. Grundzug seines Wesens war aber doch wohl ein geistreiches Zuviel=Wollen, gemischt mit Shawscher Clownerie wienerischer Prägung. Seine Komödie„Der Meister“, die kurz nach der Jahrhundertwende geschrieben wurde, sprang den„Philistern“ von damals mit der These ins Gesicht, daß ein „überlegener“. Mensch auch den Ehebruch seiner Frau durchaus mit Gemütsruhe aufzunehmen habe. Die drei Akte sind sozusagen ein Bahrsches Gegenstück zu Ibsens „Nora“. Aber sehr ernst waren die lockeren Szenen nicht gemeint. Das„Theater in der Saarlandstraße" gibt nun aber eine Neubearbeitung des Dramas von Friedrich Schreyvogel, der. wohl um Bahrs rein artistische Psycholoogie und seine oft peinliche Vergewaltigung des natürlichen Gefühls erträglich und zeitgemäß zu machen, die Komödie mit schwerster Problematik belastet. Geistig dieses Buch vermittelt dem Stadtkind das Leben der Vögel, hier der Kohlmeise Scharfauge. Der kleine Leser belauscht diesen kleinen, munteren Vogel beim Nestbau, erlebt mit ihm den bösen, mageren Winter, eine Gefangenschaft, den Lenz und mit ihm die schöne Zeit der Brut. Auch dieses Büchlein wird Gefallen finden. Erika Scheidt Neuzeit Max Halbe erhielt einmal den Besuch eines jungen Mannes, der ihn bat, ein von ihm geschriebenes Drama zu prüfen. Halbe fand das Manuskript höchst stillos und mangelhaft. Als der junge Dichter nach einigen Tagen wiederkam, sagte Halbe zu ihm: „Ja, ich kann Ihnen nicht verhehlen, daß mir manches an dem Stück nicht gefällt. Eine Szene ist allerdings darin, die nicht einmal Goethe hätte schreiben können!" Der junge Mann faßte wieder leise Hoffnung: „Wie darf ich das auffassen, Meister?" „Nun, ich meine die Stelle mit dem Eisenbahnzusammenstoß im 3. Akt!“ war Halbes Antwort. die Küche gekachelt ist? Nein, man soll nicht nur daran denken, was sich bezahlt macht, sondern daran, was einem Freude bereitet. Und ich habe immer davon geträumt, einen großen Garten zu haben vielleicht noch etwas Land dazu und eine Kuh. Die Milch, die man selber melkt, ist besser als die, die man kaufen muß. Chemisch beweisen läßt sich das nicht, aber trotzdem verhält es sich so, wie ich sage. Ich will auch selber mein Holz hacken können. Ich pfeife auf die Zentralheizung! Ein großer Holzklotz von meinem Stapel auf dem Hof im Kamin und dann zuhören, wie das Holz knistert, darin liegt Stimmungg,„#.#4 Sistaften E. Katl „Und eine Menge Arveit“, sagt Kristoffer. Er hatte das Gefühl, er müsse Thoustrup vor dem Landleben warnen. Aber als er weiter sprechen wollte, ließ Thoustrup seiner leidenschaftlichen Meinung freien Lauf. Den Nummer: Komfort der Neuzeit fand er unwesentlich. Die wahre Ausiöfung be.=Hatotg“ aus der herNati, un ggg: Zufriedenheit lag nach seiner Auffassung nur in der barber, 7. Eister, 8. Balten, 9. Erenitt, 10. Rebel, 11. Arbeit, die man selber leistete. Statt dieses Hauses, das Stephan, 12. Tundra.— In den Reben steckt das Leben. zwar fehlerfrei schien, wollte er lieber ein altes haben, Es konnte nicht anders sein, als daß dadurch Unstimmigkeiten mancherlei Art entstanden. Es gibt nun auch nicht mehr viel zu lachen in dem Stück, in dem ein zum Professor ernannter Kurpfuscher und Kraftmensch von seiner Frau verlassen wird weil sie seine gemütsrohe„Vernunft in allen Dingen“ nicht mehr ertragen kann. Das Publikum hielt sich an die Darstellung, die Heinz Dietrich Kenter seinerseits wieder, wo es irgend ging, auf kräftige Theaterwirkung eingestellt hatte. Dazu gehörte schon die Besetzung der Titelrolle mit Paul Kampers, dessen prächtiger, basuwarischer Geradheit schwierige seelische Dialektik gar nicht liegt. Sehr sein im nervösen Spiel gab Maria Paudler die Sekretärin Ida Nessel und nicht minder eindringlich und vornehm die lange Zeit in Berlin nicht gesehene Ehmi Bessel die Gattin des „Meisters“. Alexander Engel formte aus dem fernöstlichen. kritischen Zuschauer beim westeuropätschen Ehekonflikt, dem Japaner Kokoro, ein Kabinettstück unheimlicher Echtheit in Maske und Wesen. Roma Bahn. Ernst Sattler, Fritz Rasp und die übrigen trugen durch scharf und amüsant geprägte Charakteristik der Randfiauren zum freundlichen Schlußerfolg des Abends das Ihre bei. Karlernst Knatz Besorgt Ein Leutnant fragt in der Instruktionsstunde den Soldaten Herbst, warum ein Soldat eine etwaige Beschwerde erst am kommenden Morgen vorbringen soll. Herbst antwortet nach einigem Ueberlegen:„Damit, daß der Vorgesetzte noch eine Nacht ruhig schlafen kann.“ Allerhand Rimmel war ein wüster Raufbold. Heute stand er wieder vor dem Richter. „Sie sollen dem Zeugen einen schweren Tritt hintenhinein gegeben haben!" „Einen Tritt? Tolle Uebertreibungen! Es war ein ganz leichter Stupser!" Der Zeuge protestierte: Jedenfalls ist nachher meine Uhr, die seit vier Jahren stand, wieder gegangen.“ Geschichtstatel 22. November 1767 Andreas Hofer im Gasthof„Am Sand“ bei St. Leonhard im Passeier geboren(standrechtlich erschossen 1810) 1780 Der Tondichter Konradin Kreutzer in Meßkirch gevoren(gestorben 1849). geze edes Wast hört eine Flascne AlnKondersoigen e A n Vecerdiug en Sestel en Sont uu! be.. u. eten. chocket Vrrcherr. à 201 We * dersseiumph eines Gendes HORST CASPAR FRUHER AN DER BOCHUMER BUHNE IN DER TITELROLLE UND IM ZUSAMMENSPIEL MIT HEINRICH GEOERGE" LIL DAGOVER FRIEDR. KAYSSLER HANNELORE SCHROTH HANS NIELSEN · EUGEN KLUPFER · PAUL HENCKELS HERBERT HUBNER. DAGNY SERVAES · PAUL DAHLKE HANS LEIBELT" HERMA RELIN EIN FILM VON DR. PAUL UOS. CREMERS SPIELLEITUNG: HERBERT MAISCH EIN HERBERT-MAISCH-FILM DER TOBIS Im Zwang der Militär-Akademie des selbstherrlichen, despotischen Herzogs Karl Eugen von Württemberg reift unter fast unmenschlichen Leiden der Eleve Friedrich Schiller zum größten Dramatiker der Deutschen. Der zermürbenden Lage entzieht sich Schiller durch seine Flucht. Württemberg hat einen Militärarzt verloren Deutschland und die Welt aber eines der größten Genies gewonnen. DIE NEUESTE DEUTSCHE WOCHENSCHAU HEUTE WESTDEUTSCHE ERSTAUFFUHRUNG Beachten Sie bitte unsere Anfangszeiten: Wochenschau: 4 u..30, Haupfilm: 2,.30 u. 7 Uhr Seit 25 Jahren bewährte sich das vorzügliche Hautp flegemillel Leupingere bel M Gesichtrauschlag-kkrem um In Drogerien-Anolhoken ... durch den Beruf— oder ollgemeine körperliche Erschlaffung? 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Hat er ja auch nicht nötig. sich Sorgen zu machen: die „SA“- Kleinanzeige nimmt ihm die„Geschenksorgen“ gern ab.— Machen Sie’s doch auch sal Morgen erscheint wieder der„BA“Weihnachtsmarkt. Da geben Sie am besten gleich Ihre Anzeige auf. Auch telephonisch können Sie das— Nr. 67551. Uebermorgen Ist dann Ihr Wunsch vielleicht schon in Erfüllung gegangen CTA YONMEEZ Beachten Sie die Anfangszeiten .00.20.30— Sonntag vormittag auch 11.30 Uhr Magen, Barin .Leberkruhne WERBUNG GEHIORT ZUM GESCHAFT WIE ATEM ZUM LEBEN * FERDINAND MARIAN KRISTINA SÖDERBAUM HEINR. GEORGE WERNER KRAUSS" EUGEN KLÖPFER ALBERT FLORATH MALTE JAEGER. THEODOR LOOS" HIILDE VON STOLZ ELSE ELSTER WALTER WERNER" JAKOB TIEDTKE SPIELLEITUNG: VEIT HARLAN Drehbuch: Veit Harlan, Eberhard Wolfgang Möller, Ludwig Metzger Musik: Wolfgang Zeller Der abenteuerliche Aufstieg des Juden Süß Oppenheimer vom Juwelenhändler zum mächtigen Finanzminister Würtiembergs und sein Sturz- diese Historie läßt der Film jetzt lebendige Gegenwart werden EIN VEIT-HARLAN-FILM DER TERRA nehmen„REBONATUS“ Kein Teel Prospekt gratis. Stadt-Drogerie Bongardstr. 12. Telephon 66664 Dochumer Adreisbuch 1 9 4 0 neu erschienen M 1t neuestem Stadtplan Preis 20.— RM Zunächst werden die Vorausbesteller der Reihe nach beliefert. Das Adrebbuch kann auch in der Verlags-Geschäftsstelle. Bochum, Mühlenstraße 12, abgeholt werden. Weitere Bestellungen werden noch entgegengenommen Anfang Dezember 1940 erscheint das Fernsprechbuch für Bochum Die Ausgabe an die Fernsprechteilnehmer erfolgt nach vorheriger Benachrichtigung durch die Reichspost. Märkischer Adreßbuch-Verlag G. m. b. M. Pelzarbeiten modern billig A. Rau, Hattinger Straße 55 Hausbesitzer! Ersatz von Sturmschäden übernimmt bei billigster Prämienberechnung die Alllanz Vers.-.-G. General-Agentur H. Stretmann& Co. Lechum, Wilhelmstraße 22, Rut 652.30 Marianne Hoppe Brigitte Horney heideschulmeister Dwe Karsten Ein packender Ufa-Film Sonntag.30 Uhr: Jugend-Vorstellung KI Ein Film südländischer Leidenschaften nach der Novelle„Cavalleria rusticana“. WESTDEUTSCHE ERSTAUFFUHRUNG In den Hauptrollen: SA POLA 7 DORIS DURANTI Wochenschau, Kultur flim. Täglich.20, 4. 30 u. 6. 48 Uhr. Ende 9 Uhr. Sonntags ab.13 Uhr.= Für Jugendliche nicht zugelassen. Senntag, 11 Uhr, Jugend- und Familienverstellung mit: Marschall vorwärts: TEINTE FRUHVORSTELLUNG JOD SUss UND DAS VOLLSTANDIGE PROGRAMM Ein Schauspiel aus den Bergen 2. WOCHE Urwüchsig und stark wie die Natur der Berge sind die Menschen, um die sich die dramatische Handlung des Filma dreht. Unbeugsam in Ihrem Willen ist auch die Oelerwally. Leidenschaftlich kämpfen Liebe und Stolz In Ihr und beschwören wild- dramatische Eroignisse herauf, ohe ale nach mutigem Kampf den geliebten Mann erringt. HEIDEMARIE HATHEYER" SEPP RIST EDUARD KUCK. WINNIE MARKUS Ab Sonnabend die neueste Deutsche Wochenschau Täglich 2.20.45 Uhr—. Sonntag Beginn.30 Uhr Sonntag. 10.30 Uhr, Frühvorstellung:„Die Gelerwallg“ SATTTUL tee AUTTTTT BERTANDOR HANS ALBERS in drei Rollen— als Pandurenoberst Trenck, als sein Vater und als sein Vetter, der preußische Major Trenck— drei echte Albers-Rollen in einem Film, erfüllt von Tempo und neuen Einfällen, spannend und äußerst bunt in der Handlung. KATHE DORSCH als die einfache, gütige Kaiserin Maria Theresia SVBILLESCHMITZ als kapriziöse Prinzessin Deinartstein HILDE WEISSNER Elisabeth Flickenschildt. Hans Nleisen Spielleltung: HERBERT SELPIN Die neueste deutsche Wochenschau Täglich 2, 4,.30 Uhr— Jugendliche haben Zutritt PrE TTT K „Auf dem Lausenden sein“ das ist gerade für den Geschäftsmann sehr wichtig und darum liest er ständig den„Bochumer Anzeiger“ Apollo-Theater Bochum-Weitmar Unser Programm ab Freitag: Jugendliche haben Zutritt Ab Dienstag: Mutter und Kind Mit Henny Porton u. Peter Voß Jugendliche haben keinen Zutritt. Sonntag 13 Uhr: Jugendvoretellung Unsere Anfangszeiten: Wochentags 16.45 Uhr Sonntags 15 45 Uhr * Tonfilm-Theater Boch.-Wiemelhausen Dienstag bis Donnerstag: Rosen aus dem Süden Die Geschichte eineshundes' Ein Film der Wien-Film und Bavaria-Filmkunst nach der gleichnamigen Novelle von Maria von Ebner-Eschenbach. Viktoria v. Ballasko. Paula Pfluger Sepp Rist Rudolf Prack, Elise Aulinger. Eduard Köck. K. Skraup Musik: Willy Schmidt-Gentner Der uralte Haß zwischen läger und Wilderer lodert aus diesem Filmgeschehen heraus, dessen Thema der Kampf zweier Männer um eine Frau und das Schicksal eines Hundes ist Kulturfilm:„Wacht auf dem Strom“ und Wochenschau Wochentags.30—.45— 7 Uhr Sonntag ab.15 Uhr VOisptelaue Ruf 64338 Bochum Marienstraße 14 Freitag bis Montag: „Rchtung! feind hört mit“ Ein hervorragender TERRA-Film mit: René Deltgen, Kirsten Heiberg. Prädikat:„Staatspolitisch wertvoll“ Jugendliche ab 14 jahre haben Zutritt Mit Paul Hörbiger und Greti Theimer Jugendliche haben Zutritt Sonntag—.15 Uhr: Jugendvorstellung mit„Rosen aus dem Süden“ Tägl. 7 Uhr, Mittwoch u. Sonnabend 5 u. 7 Uhr, Sonntag.15, 5 u..15 Uhr Capitol-Theater Bochum-Werne Freitag bis Montag: Heinrich Oeorge, Kristina Söderbaum, Paul Wegener in Das unsterblichenerz Jugendliche haben keinen Zutritt Dienstag bis Donnerstag Meine Tante— Deine Tante Mit Ralph A. Roberts, OIly Holzmann, Johann. He esters Jugendliche haben keinen Zutritt Lapitol-ineater Bochum-Langenörder Freitag bis Montag: Benjamino Gigll in „Du bist mein G ück“ Jugendliche zugelassen Beginn: Wochentags und Sonntag 3, 5, 7 Uhr. Sonntat vormittag 11 Uhr und Soantag nachm..30 Uhr Kindervorstellung. Tom Mix in„Hallo, Cheyenne“ Dienstaz bis Donnerstag: „Der Stammbaum des Dr. Pistorlus“ Jugendliche ab 14 Jahre zugelassen Lichtburg bochum-Langenörder KalserStraße 179 Freitat bis Donnerstag Heldemari ggg###„Die Gelerwally“ Das erdreifende Drama eines Mädchenherzens— Jugendliche nicht zugelassen— Beginn: Wochentags 3, 5. 7 Uhr, sonntags 3. 5. 7 Uhr Sonntat morden 11 Uhr, Sonntat nachmittag.30 Uhr: Oroße Ju ondvorstellung(auch für Erwachsene)„Abenteuer auf dem Meerosgrund.“ Ein Film Im Kampf vom See-Ungeheuern □ Union-Theater Bochum-Gerthe Freitas bis Montag: Rönigswalser Die unvergehl. Operette mit W. Forst, N. Finkenzeller, P. Hörbiger, C. Höhn. ugendliche sudelassen Dienstag bis Donnerstag: Fahrt ins Leben Ein Film von unserer Handelsmarine. H. Hübner, E. Schröder, W. Werner u. a. Jugendliche über 14 Jahre zugelassen Sonntat 2 Uhr: Jugend-Vorstellung. Eintr. 20 u. 40. Pf.— Mittwoch, den 27. und Donnerstag. d. 28. Nov.,.30 Uhr: 2 Märchen-Nachm. mit„Dornröschen“ Kammerlichtspiele Bochum-Gerthe Achtung! Feind hört uit! In den Hauptrollen: Rene Deltgen, Kireten Holberg. Lotte Koch. Mich. Sonnen, Chr. Kayseler, E. Waldow, R. Wolh, J. Sieber Wir lernen die raffinierte Arbeit ausländischer Agenten kennen, aber auch die rechtzeitig zupackende Abwehr. Auf vielfachen Wunsch veranstalten wir Sonntaß vormittaß eine Frühverstellung mit dem gesamten Programm. Anf. 10.30 Uhr. Jugendl unt. 14 J. keinen Zutritt Schauburg Wanne-Eickel adolf-Hitier-Platz MANS ALBERS IR „Srenck der Sandur“ Mit Näthe Dorsch u. Sybille Schmitz.— Jugendliche haben Zutritt.— Ab Sonnabend neue Wochenschau. Anfandszelten: Sonntaß und werktags.15 Uhr, S und 7 Uhr. sonntagmittag 2 Uhr: Jugendverstellung HEINZ RUHMANN. ADELE SANDROCK. HANS MOSER, HERM. THIMIG und THEO LINGEN in: Ver Rtimmel auß Eiden Außergewöhnlich: die starke Komikerbesetzung, die überaus lustige Handlung, die köstlichen Einfälle und Polnten, die mitreißenden Schlager. Lachen ist Trumpf! Im Belprogramm: Kulturtllm„Kleine Rheinfahrt“— wochenschau Jugendliche zugelassen. Sonntag vormittag 11 Uhr— Einlaß 1015 Gr. Jugend- und Familien-VonstesLung Mit HANS SÖHNKER, RUDOLF KARL und LUCIE ENGLISCH in:„Wo die Lerche singt“ Postkartenphotos sämtlich. Filmschauspieler an der Kasse zu haben Glend-Fälder BOCHUM Teleph. 66776 Anfangszeiten: Wochentags Hauptfilm: 3,.10,.27 Uhr Wochenschau:.32 u..50 Uhr. Sonntags Anf. 2 Uhr W Ac K SRTRA S Jagdbesitzer Kaufe jeden Posten Hasen, Fasanen.Kaninchen gegen Kasse. Georg Läufer Feinkost, Flech, Wild, Getlügel, Kortumstr. 96 Ruf 63173 Keilbäder Wilhelmsbad Wilhelmstraße 22 Ruf 61601 Geöffnet von.30 bis 19 Uhr UETE mit der Werbung aufhören hieße das Band zwischen Kaufmann und Kunden zerschneiden. Ein guter Name aber und eine gute Ware verdienen für später in guter Erinnerung zu bleiben. Deshalb ruft Werbung sie gerade heute immer wieder ins Gedächtnie Wer jetzt wirbt, sorgt für die Zukunft! Handelsteil Leistungen und Aufgaben des privaten Hausbesitzes Die Deutsche Gesellschaft für Wohnungswesen(e..) Berlin, hat ihre Wintervortragstätigkeit mit einem Vortrag von Präsident Tribius(Reichsbund der Haus= und Grundbesitzer e..) über das Thema„Leistungen und Aufgaben des privaten Hausbesitzes“ eröffnet. Der Vortragende wies eingangs auf die Bedeutung des Hausbesitzes für Volk, Staat und Wirtschaft hin. Man dürse im Hause nicht nur die trockene Materie erblicken oder ein totes Kapital, sondern vielmehr einen von lebendigen Funktionen erfüllten Organismus, der zu Volk, Staat und Wirtschaft in wechselseitigen fruchtbaren Beziehungen stehe. Insbesondere sei der private Hausbesitz zu allen Zeiten für Staat und Gemeinden ein besonders beständiger und krisenfester Steuerzahler geworden. Im nationalsozialistischen Staat und insbesondere im Kriege sei der Hauseigentümer in erster Linie der Betreuer der Hausgemeinschaft mit wichtigen öffentlichen und soztalen Leistungspflichten. Die wichtigen Aufgaben hätten in steigendem Maße eine große Arbeitsleistung und Verantwortung mit sich gebracht. Diese Tatsache und der Umstand, daß der Grundbesitz im wesentlichen das Ergebnis oft jahrzehntelanger vorausschauender Tüchtigkeit sei, gehe dem, Podstshnigen Hauseigentümer das Gepräge. Beoauerli##e#ngernahe erscheinungen konnten an der Tatsache nichts„pern, baß Millionen von Hauseigentümern ihren wirtschaftichen und sozialen Leistungspflichten verantwortungsbewußt nachkämen. Da der Hausbesitz ein wesentlicher Teil unseres Volksvermögens sei und eine sichere Bürgschaft für die Spartätigkeit, insbesondere des kleinen Sparers, sei auch das ganze Volk an einer gesunden Entwicklung des Hausbesitzes interessiert. Sparsamkeit und Tüchtigkeit mit dem Ziele, zu Grundeigentum zu gelangen, vertrügen sich ausgezeichnet mit der nationalsozialistischen Weltanschauung. Deshalb müsse auch beim Wohnungsneubau ein weites Feld für die Privatinitiative freigemacht werden. Der private Hausherr müsse in jeder Wesse gefördert werden. Auch beim Geschoßbau müsse sich der Gedanke Bahn brechen, daß wir auf deutschem Grund und Boden wieder Häuser bauen mit einem deutschen Gesicht und deutschem Charakter, der sich sinnvoll in den Stadtebau einfügt. dem Kühler! Eine Anordnung vom 16. Oktober 1940 stellt die Herstellung von Kühlwasser=Zusatzmitteln unter Kontrolle. Künftig dürfen Frostschutz=, Rostschutz= und Kesselsteinverbütungsmittel nur noch mit ausdrücklicher Genehmigung der Reichsstelle Chemie hergestellt werden. Dadurch soll der Verbraucher und sein Motorkühler vor schlechten Austauschstoffen geschützt werden. 21 Mittel, die im Reichsanzeiger vom 16. Oktober veroffentlicht sind, gelten als unbedenklich zugelassen. Künftig müssen alle Mittel neben dem Zulassungsvermerk mit einer ausreichenden Gebrauchsanweisung versehen sein. Börsen fest Die. Aufwärtsbewegung der Kurse setzte sich an den Aktienmärkten der Berliner Börse auch am Donnerstag bei Festsetzung der ersten Notierungen fort. Nur einzelne Papiere gaben nennenswert nach. Die Haltung an der RheinischWestsälischen Börse zu Düsseldorf war unverändert fest. Die Umsätze hielten sich im üblichen Rahmen.— Amtliche Kursnotierungen, an der Berliner Börse vom Farbeninousirte 207,50; Harpener Bergbau 171,80.— An der Düsseldorfer Börse wurden notiert: Constantin der Große 8250., 8850.: Balcke Maschinen 163.00; Vereinigte Stahlwerke 147,70: Westfalia=Dinnendahl 197.20. Statt besonderer Anzeige Gestern abend entschlief sanft meine liebe Mutter. Schwiegermutter. Grohmutter, meine gute Schwester. unsere Schwägerin und Tante Lina geb. Ebbinghaus Im Alter von fast 78 Jahren. In tiefer Trauer: Heinrich Goeckmann u. Frau Lore geb. Freese Kurt Goeckmann Bochum(Farnstraße 43), den 20. November 1940 Die Beerdigung findet Sonnabend, 23. November, nachmittags 14.45 Uhr. von der großen Trauerhalle des Friedhofes am Freigrafendamm aus statt. Trauerfeier daselbst eine halbe Stunde vorher Fui mnder Fe und Vleldl das eriosener Japeur Familien-Nachrichten aus anderen Zeitungen übernommen Geboren: Knaben: Dortmund: Paul Padberg(Gerta Rose). Walter Feldmüller(Liesel Hansen).— Mädchen: Dortmund=Hörde: Dieter Peitmann(Margot Markmann). Essen=West: Willy Rother (Anni Thelen). Verlobte= Dortmund=Schüren: Gertrud Heimsoth geb. Linnigmann mit Wilbelm Pälken. Essen: Herta Flothmann mit Gustav KottmannRexexrodt. Vermählte: Essen: Leopold Mallinckrodt mit Hilde Stein. EssenWest: Josef Schmitz mit Toni Mühlmeyer. Gestorben: Dortmund: Franz Bartscher sen., 71 J. Frau Wwe. Emilie Redinghaus geb. Diedrich. 77 J. Dortm.=Eichlinghofen: Frau Emilie Wagener geb. Thölng, 67 J. Essen: Wilhelm Ackermann, 35 J. Josef Verhülsdonk, 42 J. Frau Maria Müller, verw. Regh. geb. Peters, 68 J. Frl. Luise Curth. Ludger Kahrmann, 83 J. Alfred Diesner, 23 Jahre. Vielleicht etwas kleiner im Umsange werben— auf alleFälle aber durchgehend werben! Verloren Dienstag morgen Prille verloren. Geg. Belohnung abzugeb. Rottstraße 83 (Geschäft) Donnerstag abend auf der Schmechtinast. neuer, blauer Damenhul verloren Die erkannte Dame. die den Hut ausgenommen hat, wird gebeten. denselb. abzugeben bei Mollhauer. Schmechtinastr. 4 Selbst wenn Sie Saltrat einmal nicht gleich erhalten, so fragen Sie in ein paar Tagen noch einmal nach. Es gibt Saltrat nach wie vor! Ihre vor Abermüdung geschwollenen, schmerzenden Füße werden Ihnen die kleine Mühe danken. Die zuverlässig schmerzlindernde Wirkung von Saltrat ist tausendfach bewährt. Lebensmittelkarten m. Haushaltskarte Mittwoch nachmittag verloren. Geg. Belohn, abzugeb. Wasserstraße 772 Freibank. Fleischverkauf Freitag ab 13 Uhr Nr.—50 rot. danach Nr. 81 bis 180 blau: Sonnabend ab 8 Uhr Nr. 181—330 blau. Schlachthofverwit. Für die uns anläßlich unserer goldenen sochzeit bewiesene Aufmerksamkeit danken wir herzlich Rugust Dilewski u. Frau Bochum, im November 1940 Graite beseitigl- ORFASU“ Flasche.74, extra slark.40 Haare Unschädlich! Sich. Wirkung. Parfümerie R. Pracht, Kortumstraße 3 Fimmenen Schweinepest Unter dem Schweinebestande des Invaliden Wilhelm Ridder, Bochum, Alovsiusstr. 7, ist die Schweinepest amtstierärztlich festgestellt worden. Bochum, den 21. November 1940. Der Oberbürgermeister als Ortspolizeibehörde KRNEETUTEN Bekanntmachung Eierverteilung Auf Abschnitt a der Eierkarte werden in der Zeit vom 22. November bis 30. November zwei Eier ausgegeben. Herne, den 19. November 1940. Der Oberbürgermeister Pile, das bewährte, hochmoderne Pflegemittel für jeden Schuh. Pllo schützt und schont das Leder. Bekanntmachung Eierverteilung Auf den für die Zeit vom 18. November bis 15. Dezember 1940 gültigen Bestellschein der Reichseiertarte werden als erste Rate auf Abschnitt a zwei Eier für jeden Versorgungsberechtigten ausgegeben. Die Ausgabe erfolgt in der Zeit vom 22. November bis 30. November 1940. Sollte in der angegebenen Zeit die Ausgabe der Eter nicht erfolgen können, so behält der aufgerufene Abschnitt über den Termin hinaus seine Gültigkeit, 8. 2 Man 1910 Wattenscheid, den 20. Nov. 1940. Der Oberbürgermeister GSemischtes) Rheuma=, Sicht und Ischias=Leidende trinken jetzt den echten AlpenkräuterHarnsäure=Tec, der Harnsäure löst u. ausscheidet und das Blut gleichzeitig entgiftet und entsäuert. Origtnalpackung.75 u. .— Mk. nur echt Drogerie Fischer, Boch., Kortumstr., Ecke Rottstraße. Versteigerung Am 22. November 1940(Freitag), vormittags 11 Uhr. versteigere ich im Versteigerungslokal. Alleestr. 54. nachfola. Gegenstände: 1. 1 NußbaumSchreibtisch mit Aussatz, 2. 1 Nußbaum Tisch. 3. 1 Nußb.=Serviertisch, 4. 1 kleines Schränkchen. 5. 1 Kaffeeservice für 12 Personen. Die Versteigernng findet bestimmt statt. Seyda. Obergerichtsvollzieher Herstellungsgenehmigung erteilt durch Rif unter Nr. 17/041 am 4. Moi 1940 BURNUS G. M. B H. 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