öffnet! NR 15 5 urs 11 81059 64266 Ss 620 09 675 51 boc 5 62092 62316 67141 78 UTOTG S7 b50 6. Kut 6535 b1sol 62326 Et Stou 680 5 536 ss 63230 63613 er 91931 66335 9 67575 Bezugspreis mit Botenlohn:.15 RM. monatlich oder 1,08 RM. halbmonatlich, Selbstabholer.85 RM. monatlich oder 93 Pf. halbmonatlich. ugspreis für die„Bochumer Illustrierte“ 30 Pf. monatlich, Funkzeitschrift„bör mit mir“ 45 Pf. monatlich bei vier Sonntagen und 55 Pf. bei fünf Sonntagen im Monat.— Wenn das Erscheinen der Zeitung durch höhere Gewalt, Verbot oder Betriebsstörung und dgl. verhindert wird können keine Ersatzansprüche gestellt werden.— Geschäftsstelle geöffnet von 8 bis 13 und von 14½ bis 19 Uhr, sonntags von 11 bis 12 Uhr.— Sprechstunden der Schrifileitung, außer mittwochs und samstags von 16 bis 17 Uhr.— Postscheckkonto Dortmund 1760. Verlag und Druck: Laupenmühlen& Dierichs in Bochum Freitag, 23. Dezember 1938 45. Jahrgang Nummer 300 Einzelpreis 10 Pf. Anzeigenpreise: Grundpreise für 1 mm Höhe in 22 mm Breite.5 Pf. im Anzeigenteil und in 78 mm Breite 50 Pf. im Textteil. Familienanzeigen und Stellengesuche 6 Pf., Vereinsanzeigen(die nicht der Wirtschaftswerbung dienen) 5 Pf., kleine Anzeigen(nicht geschäftlicher Art) 8 Pf. Anzeigen im Vereins= und Sportkalender im Textteil 10 Pf., Auskunft und Zissergebühren 25 Pf. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 9 gültig. Nachlaßstaffel B.— Schluß der Anzeigenannahme für die sechsmal wöchentlich frühmorgens erscheinende Zeitung um 16 Uhr des Vortages. Für den richtigen Abdruck fernmündlich aufgegebener Anzeigen kann keine Gewähr übernommen werden. Hauptgeschäftsstelle: Rathausplatz 8. Anruf 67551—54 InauftehP Aonihe Urrftorreten in Palästina— Erst die Augen ausgestochen, dann getötet— Selbst Frauen und Kinder unmenschlich mißhandelt— Mord, Raub, Plünderung, Brandstiftung an der Tagesordnung Randbemerkungen Das blaue Weihnachtslicht in jedes deutsche Haus London, 22. Dezember. Ein hier eingetroffenes Telegramm des arabischen Palästina=Ausschusses lenkt die Aufmerksamkeit der Weltöffentlichkeit erneut auf die brutalen Methoden gegen die arabischen Freiheitskämpfer, in Palästina, deren Bekanntwerden von interessierter Seite in wohlverstandenem eigenen Interesse geflissentlich unterbunden wird. In dem Telegramm wird darauf hingewiesen, daß trotz aller Dementis der britischen Regierung die unmöglichen Terrormethoden weiter andauerten. „Am 6. Dezember“, so heißt es in dem Telegramm u..,„wurde das Dorf Attil von Engländern angegriffen. Bei dem Angriff wurden auch Frauen und Mädchen getötet. und 30 Häuser angezündet, wobei drei Invalidendom in paris brennt Paris, 22. Dezember. In den Abendstunden des Donnerstags brach im Invalidendom in Paris, in dem auch die Gebeine Napoleons I. beigesetzt sind, ein Feuer aus, das sich sehr rasch auf einen der Flügel des Gebäudes ausdehnte, der teilweise als Museum für Kriegserinnerungen, zum anderen Teil als Unterkunft von Schwerkriegsbeschädigten dient. Die Feuerwehr war sogleich zur Stelle, hat aber große Schwierigkeiten bei der Brandbekämpfung, da die Wasserleitungen zum größten Teil eingefroren sind. Aus diesem Grunde dehnt sich der Brand zur Stunde immer weiter aus. Das Kuppelgebäude des Doms ist zur Zeit noch nicht bedroht. Der Pariser Polizeipräsident und der Unterrichtsminister haben sich sogleich an die Brandstelle begeben. Karl Ritter„Pour le mérite“ zur Uraufführung. Das Werk hat in einer des großen Themas würdigen Spielhandlung die letzten zwanzig Jahre der deutschen Fliegerei vom letzten Kriegsjahr über den Zusammenbruch bis zur Wiederauferstehung der ruhmreichen deutschen Wehrmacht und stolzen deutschen Luftwaffe zum Gegenstand. Begeistert und erschüttert dankten die Besucher dem Spielleiter und den Darstellern für ihre hervorragenden Leistungen. Zugleich aber galt ihr Dank dem anwesenden Schöpfer der neuen deutschen Wehrmacht und ihrem Obersten Befehlshaber, dem Führer Adolf Hitler. Die Kundgebungen verstärkten sich, als der Führer Karl Ritterpersönlich beglückwünschte. Weihnachtsfeier mit dem Führer begingen die Bauarbeiter der Reichskanzlei dnb Berlin, 22. Dezember. In der festlich geschmückten Deutschlandhalle feierte am Donnerstag abend die gesamte Belegschaft des Neubaues der Reichskanzlei gemeinsam mit dem Führer das Weihnachtsfest. Jeder Arbeiter erhielt als Weihnachtsgeschenk das Bild des Führers mit Unterschrift und ein großes Lebensmittelpaket. Im Verlaufe der Feier nahm auch der Führer, begeistert umjubelt, das Wort. Er zeigte die tiefere Bedeutung des Baues im nationalsozialistischen Deutschland und insbesondere des Ausbaues der Reichshauptstadt auf. In herzlichen Worten dankte er als Bauherr allen am Werk Beteiligten und wünschte ihnen nach schweren Arbeitsmonaten ein frohes Weihnachtsfest. Nach seiner Ansprache weilte der Führer noch einige Zeit bei seinen Arbeitern und nahm mit ihnen gemeinsam das Abendessen ein. Als der Führer sich dann verabschiedete, brachte Polier Gottwald ein dreifaches Sieg=Heil auf ihn aus, das begeistert aufgenommen und von den Liedern der Nation abgelöst wurde. Als der Führer die Halle verließ, brandete ihm noch einmal der Jubel der Arbeiter entgegen. Bei frohen Weisen, die von dem an der Ausgestaltung der Feier mitwirkenden Musikzug der SA.= Standarte„Feldherrnhalle“ gespielt wurden, verbrachten die Männer im Kreise der Kameraden noch einige Stunden der Geselligkeit. Die drutsche Reichsioteriskomt Nur noch eine deutsche Klassenlotterie— Beginn im Mai 1939 nach neuem Spiel= und Gewinnplan Personen verbrannten. Fünf Personen wurden willkürlich ausgewählt und mißhandelt. Man versetzte ihnen Hiebe über den Kopf und stach ihnen die Augen aus. Nachdem man sie so in der teuflischsten Weise verstümmelt hatte, gab man ihnen endlich den GnadenGuy.."*: Wurh: dur Müreermeite Am 12. Dezember wurde der Bürgermeister von Gaza, obwohl er bettlägerig war, verhaftet und ins Gesäingnis gestect....— Ensländer in GekAm 15. Dezember drangen Englanoer in Hebron in der Morgendämmerung in die Häuser ein und schlugen erbarmungslos auf die schlafenden Männer, Frauen und Kinder ein. Läden wurden niedergebrannt und Häuser zerstört. Die Bewohner waren 14 Stunden lang Regen, Kälte, Hunger und Durst ausgesetzt. 800 Einwohner wurden verester."" pusber Li. Kiamstuer 8is C. Am 19. Dezember wurden die Einwohner des Dorfes Jatta in der Nähe von Hebron zusammengetrieben und mit Gewalt gezwungen, den Großmufti zu verfluchen und den Engländern Dankesbezeugungen auszusprechen. Man zwang sie ferner, gegen die Brüder Baminahim vorzugehen, als diese den Versuch machten, sich zu verteidigen. Durch Bombenwürfe wurden 60 Personen getötet und 100 verwundet.“ Wie aus dem Telegramm weiter hervorgeht, wurde bei den Durchsuchungen der verschiedensten Orte gestohlen und geplündert. In Hebron wurden die Läden vor dem Niederbrennen der Häuser völlig ausgeplündert und in Attil den Arabern Geld und Wertgegenstände entwendet. Ein beliebtes Mittel, die Einwohner willfährig zu machen, bildet auch in Palästina die Peitsche, die fast jeder Engländer mitührt. p„ Zum Schluß heißt es:„Palästina ist eine Hölle. Wir appellieren dringend an die öffentliche Meinung, die Menschheit und die Frauenvereinigungen der ganzen Welt, die Frauen und Kinder Palästinas von den Roheiten der Engländer zu befreien.“ dnb Berlin, 22. Dezember. Die Reichsregierung hat soeben ein Gesetz über die deutsche Reichslotterie beschlossen, durch das an Stelle der verschiedenen bisher nebeneinander bestehenden Staatslotterien eine einheitliche deutsche Reichslotterie errichtet wird. Damit wird auch auf diesem Gebiet der dem Wesen und dem Aufbau des Dritten Reiches entsprechende Zustand geschaffen. Es gibt also in Zukunft keine Preußisch=Süddeutsche, Sächsische oder Hamburger Staatslotterie mehr, sondern nur noch eine einzige große Klassenlotterie, die deutsche Reichslotterie. Die deutsche Reichslotterie wird etwa im Mai 1939 mit ihren Ausspielungen nach neuem Spiel= und Gewinnplan beginnen. Die bereits eingeleiteten Staatslotterien werden selbstverständlich planmäßig zu Ende geführt. Die Spieler werden besonders darauf hingewiesen, daß keinerlei Anlaß besteht, etwa. das Spielen in den noch laufenden Staatslotterien ahzubrechen. Damit würden sie ja nur ihre durch dis Teilnahme an den Vorklassen exworbene Anwartschaft auf Teilnahme an der Haupt= und Schlußklasse und damit die weitaus größten Gewinnaussichten aufgeben...us zu, das Land Die Inkraftsetzung des Gesetzes für reich ist zwar noch vorbehalten, doch soll die deutsche Reichslotterie binnen kurzer Zeit auch im Lande Oesterreich als alleinige Staatslotterie eingeführt werden. In den sudetendeutschen Gebieten tritt die deutsche Reichslotterie ohne weiteres in die Lücke ein, die nach der Beendigung der 39. tschecho=slowakischen Klassenlotterie entstanden war. Verkehrsstrafen nur durch uniformierte Polizei dnb Berlin, 22. Dezember. Der Reichsführer tf und Chef der deutschen, Polihat bekanntlich verschärfte Maßnahmen zur Heoung Wieder drei Todesurteile gegen Araber Jerusalem, 22 Dezember. Drei Todesurteile und drei weitere Urteile auf hohe Gefängnisstrafen, die von dem Kriegsgericht in Jerusalem gegen Araber gefällt worden waren, sind von dem Kommandierenden General der britischen Streitkräfte bestätigt worden. Nördlich von Beisan wurde die Oelleitung erneut angebohrt und in Brand gesteckt. Drei Menschen lebendig verbrannt Beirut, 22. Dezember. Die Zeitung„Alyom“ meldet, daß anläßlich der kürzlichen Durchsuchung des Dorfes Attil durch englische Truppen drei Araber von Soldaten in Holzschuppen gesperrt wurden. Der Holzschuppen sei darauf in Brand gesteckt worden, so daß die drei Araber bei lebendigem Leibe verbrannten. der Verkehrsdisziplin angeordnet. Im Zuge Maßnahmen führen Polizeibeamte in Zivil Verkehrskontrollen durch, und die Verkehrsteilnehmer müssen immer wieder damit rechnen, durch in Zivilkleidung befindliche Polizeibeamte angehalten und belehrt zu werden. In diesem Zusammenhang wird nochmals darauf hingewiesen, daß Polizeibeamte in Zivil bei der übung von Verkehrskontrollen sich durch den vorgeschriehenen mit Dienststempel versehenen Anhaltestab mit dem bekannten Polizeihoheitszeichen und erforderlichenfalls durch ihren Dienstausweis auszuweisen haben. Polizeibeamte in Zivil erteilen keine gebührenpflichtigen Verwarnungen oder sonstigen Strafmaßnahmen, sondern sie belehren die Verkehrsteilnehmer an Ort und Stelle über die Verkehrsvorschriften und erstatten erforderlichenfalls Strafanzeige. Dr. Goebbels erkrankt Hilgenfeldt, spricht bei der Volksweihnachtsfeier Uebertragung auf alle Sender dnb Berlin, 22. Dezember. Reichsminister Dr. Goebbels ist an einer akuten Darmgrippe erkrankt und infolgedessen für einige Tage bettlägerig. Er kann deshalb die für Freitag abend zum Volksweihnachtsfest vom Saalbau Friedrichshain aus geplante Ansprache leider nicht halten. An seiner Stelle wird der Reichsbeauftragte für das Winterhilfswerk, Reichshauptamtsleiter Hilgenfeldt, sprechen. Diese Rede wird über alle deutschen Sender übertragen. Hetzsender in Australien geschlossen Der australische Postminister hat den marxistischen Hetzsender in Sydney geschlossen und ihm die Sendeerlaubnis entzogen, weil der Sender zum Boykott japanischer Waren aufforderte. Es ist nun schon seit Jahren Brauch geworden, dort, wo volksdeutschem Denken und Fühlen Ausdruck gegeben werden soll, am Weihnachtsabend die blaue Kerze des BDA. anzuzünden Das blaue Licht wurde zum Sinnbild volksdeutscher Verbundenheit erhoben. Beim Schein der Kerze gedenken wir derer, die als Deutsche jenseits der schützenden Reichsgrenzen wohnen müssen. Weihnachten sind die Herzen zum freudigen Geben und dankbaren Nehmen geöffnet. Die Wintersonnenwende im Kreis des Jahres erfüllt die Menschen mit neuer Hoffnung, neuem Vertrauen und neuer Zuversicht. Wir haben in diesem Jahre besonderen Grund, stolz und dankbar zu sein, da wir unter der starken Hand des Führers überall ein gewaltiges Vorwärts und Aufwärts spüren. Unser ganzes Dasein, unsere Arbeit hat eine neue, entscheidende Ausrichtung erfahren: Sie erfährt ihren Wert nur von der Bedeutung, die sie für das Volksganze hat. Das Volksganze aber dürfen wir nicht gleichsetzen mit der Anzahl der Reichsangehörigen. Viele Millionen unseres Volkes leben durch Grenzen von uns getrennt, sie sind Gäste fremder Staaten, in denen sie Bürgerpflichten zu erfüllen haben, die meist schwerer sind als die Pflichten. die wir in der deutschen Heimat willig in uns aufnehmen. Fremden Herren zu dienen ist nicht jedermanns Sache, aber die, die hinausgingen, gehören zu dem vom Schicksal getroffenen Volk ohne Raum. Kleindeutsche Einstellung und völkische Nachlässigkeit haben bewirkt, daß diese Vorposten in der Vergangenheit oft übersehen und vergessen wurden. Wir müssen wissen, daß wir ihnen zu danken haben; denn sie treten draußen für deutsche Ehre und Geltung ein. Sie sind— erfüllt vom völkischen Geist— Vorposten im deutschen Kampf um eine Befriedung Europas auf völkischer Grundlage. Um so wichtiger ist ein Zeichen treuen Gedenkens gerade zur Weihnachtszeit. In unzähligen deutschen Häusern brennt zu Weihnachten schon die blaue Kerze. Wir wollen nicht ruhen, bis das Gedenken seinen sinnbildlichen Ausdruck auch in der letzten Weihnachtsstube gefunden hat. Dies Denken über die Grenze muß aus dem Deutschen Reich herauswachsen wie ein wärmender Lichtstrahl. Es muß das Bewußtsein erhärten, daß man als Deutscher jenseits der Grenzen in seinem Behauptungskampf nicht hoffnungslos auf vereinzeltem Vorposten steht. Schutzarbeit ist Ehrenarbeit am deutschen Volk. Je mehr blaue Lichter gebraucht werden, desto mehr Not und Sorge lindern wir, desto mehr Hoffnung und Zuversicht geben wir jenen Herzen, die hinter den Grenzen Weihnachten feiern, wie alte deutsche Vätersitte es überliefert hat.„.3E27# Bericht#. Der jährliche Bericht des Fünf Jahre Sozialpolitik Reichsarbeitsministeriums Funf Zühee über die Sozialpolitik im Dritten Reich ist dieses Mal in einer gut ausgestatteten Buchform herausgekommen. Der Reichsarbeitsminister hielt es für angezeigt, in diesem Jahre einen Gesamtüberblick über die sozialpolitische Entwicklung seit der Machtübernahme zu schaffen. Das Buch umfaßt also eine Zeitspanne von fünf Jahren, in der sich nicht nur in der großen Politik, sondern auch in dem Ausschnitt „Sozialpolitik“, grundlegende Wandlungen vollzogen haben. Während sich früher große Volksgruppen feindselig als„Arbeitgeber“ und„Arbeitnehmer“ gegenüberstanden, ist heute auch in dem nationalen Lebensbereich der Arbeit die Volksgemeinschaft hergestellt. Das große Gesetz zur Ordnung der Nationalen Arbeit vom 20. Januar 1934 bildet die Grundlage der nationalsozialistischen=Arbeitsverfassung. Reichsarbeitsminister Seldte umreißt in dem einleitenden Abschnitt„Wesen und Aufgaben der Sozialpolitik im Dritten Reich“ in großen Zügen. Er schreibt, daß die Sozialpolitik nicht nur die mechanische Aufgabe habe, Spannungen und Reibungen zu lösen und zu verhindern, sondern vielmehr auch ethische Forderungen und hohe Ideale verwirklichen müsse. Eine solche Sozialpolitik diene nicht nur dem Frieden der eigenen Nation, sondern sei auch ein entat bekanntlich verschärfte Maßn AlterererserJuny dee drutschen Hunewertere versicherungspflichtig— Ein neues Gesetz— Jeder kann die Versicherungsart wahlen ler „Pour ie mérite“ uraufgeführt Begeisterte Aufnahme in Anwesenheit des Führers dnb Berlin, 22. Dezember. In Anwesenheit des Führers und zahlreicher Vertreter aus Staat, Partei und Wehrmacht, vornehmlich der Luftwafse, kam am Donnerstag im Berliner Ufa=Palast am Zoo der neue Großfilm des Spielleiters anb Berlin, 22. Dezember. Am 21. Dezember hat der Führer und Reichskanzseine Zustimmung zu dem Gesetz über die Altersversorgung für das deutsche Handwerk gegeben. Aus diesem Anlaß fand eine große Kundgebung im Hause des deutschen Handwerks in Berlin statt, an der neben zahlreichen Vertretern des Handwerks und der Presse Reichsarbeitsminister Seldte und Reichshandwerksmeister Schramm teilnahmen. Reichsarbeitsminister Seldte gab den Inhalt des Gesetzes bekannt und führte dabei u. a. aus:„Das neue Gesetz spricht den Grundsatz aus, daß der Handwerker einen für sein Alter und seine Hinterbliebenen Vorsorge treffen muß. Mancher junge Handwerker hegte seinerzeit die Hoffnung, sich in gesunden Tagen so viele Ersparnisse sammeln zu können, daß seine Familic auch bei Nachlassen seiner Erwerbsfähigkeit und im Falle seines Todes vor Not geschützt sein werde. Aber diese Hoffnung erwies sich sehr oft als trügerisch. Anderen, deren Verdienst nur gering war, wurde der Entschluß schwer, die zur Altersversorgung erforderlichen Mittel aufzubringen. Es mußte also ein gewisser Zwang angewendet werden, um zur Sicherung des Lebensabends der Handwerker beizutragen.„„, 5 E i2 Mitm umt. Die Art der Vorsorge bleibt aber in weitem Umfange dem eigenen Entschluß des Handwerkers überlassen. Er] Aber nicht alle jetzt tätigen Handwerker können inkann entweder eine Rentenversicherung abschließen oder folge ihres vorgeschrittenen Alters mit Hilfe eine Kapitalversicherung eingehen. Er kann aber auch der Renten= oder Lebensversicherung noch zu einer einiMittelweg wählen und bei halben Beiträgen zur gernaßen ausreichenden Alterspersorgung gflanges. VVel Rentenversicherung eine mindestens ebenso hohe Prämie auch ihnen geholfen werden soll, damit für eine Lebensversicherung bezahlen. Er erhält in diesem Falle neben dem Kapital aus der Lebensversicherung die halbe Rente von der Reichsversicherungsanstalt. Auf diese Weise kann er die Vorzüge der Renten= und der Kapitalversicherung miteinander verbinden, ohne dabei seine Kräfte zu überanstrengen. Die Handwerker sollen vom 1. Januar 1939 an bei der Reichsversicherungsanstalt für Angestellte versichert werden. Ihre Selbständigkeit wird dadurch natürlich nicht berührt. Die Versicherung umfaßt das gesamte Jahreseinkommen, wie es in dem letzten Einkommensteuerbescheid festgestellt worden ist. Auch werden die Handwerker ohne Rücksicht auf die Höhe ihres Jahreseinkommens versicherungspflichtig. Diejenigen von ihnen, die während ihrer Beschäftigung als Lehrlinge oder Gesellen Versicherungsanwartschaften erwarben, sie dann aber wieder verfallen ließen, erhalten die Möglichkeit, durch Nachzahlung der Beträge Lücken zu schließen, sofern diese nicht über den 1. Januar 1924 hinausreichen. Not geschützt sind, sollen beim Deutschen Hand werks= und Gewerbekammertag für sie Unterstützungsmittel angesammelt werden.“ 8 Nach der Rede des Reichsarbeitsministers Seldte brachte Reichshandwerksmeister Schramm in herzlichen Worten den Dank des Handwerks an den Führer und dessen Mitarbeiter zum Ausdruck. Wenn das Gesetz des Führers neben der Versicherungspflicht des jüngeren Handwerkers die Versorgung des nicht mehr versicherungsfähigen Handwerksveteranen geschaffen habe, so werde es jeder selbständige Handwerker als seine Ehrenpflicht ansehen, für die Versorgung der Männer, auf deren Schultern die jüngere Generation ihre Existenz aufgebaut habe, beizutragen.„Ich bin“, schloß der Reichshandwerksmeister seine Ausführungen,„stolz darauf, daß das Dritte Reich von neuem ein grundlegendes Handwerksgesetz geschaffen hat, dos in der Handwerksgeschichte aller Völker ohne Beispiel dasteht.“ Seite 2 Nr. 300/ Bochumer Anzeiger] Freitag, 23. Dezember 1938 scheidender Beitrag zum Weltfrieden. Im übrigen sei die Sozialpolitik kein„Anhängsel“ der Wirtschaftspolitik, vielmehr bilde sie ihren krönenden Abschluß. Von den Leitgedanken des Ministers sei noch hervorgehoben, daß er entschlossen ist, mehr denn je die Sozialversicherung in den Dienst der vorbeugenden Gesundheitsfürsorge zu stellen, insbesondere soweit wie nur irgend möglich die Leistungen auf dem Gebiete der Familienhilfe auszubauen. Im einzelnen werden dann die Marksteine in der sozialpolitischen Entwicklung seit 1933 herausgestellt. An der Spitze steht die Neugestaltung des deutschen Arbeitsrechtes, wobei diesmal besonderer Nachdruck auf das Heimarbeiterrecht gelegt ist. Auch das neue Arbeitsrecht in Oesterreich ist eingehend behandelt. In einer Uebersicht sind die wichtigsten arbeitsrechtlichen Maßnahmen der Jahre 1933 bis 1938 zusammengestellt. Der Abschnitt„Arbeitseinsatz“ ist mit Schaubildern über die Beseitigung der Arbeitslosigkeit ausgestattet. Reispunsche Spienage einlerat Offensivpläne Francos im Briefbeutel des britischen Vizekonsuls Goodmann Burgos, 22. Dezember. Ueber einen Zwischenfall, der sich an der spanisch= französischen Grenze bei Irun zugetragen hat, wurde vom nationalspanischen Außenministerium nachstehende amtliche Verlautbarung ausgegeben: „In einem von dem britischen Vizekonsul in San Sebastian abgefertigten Briefbeutel, den der britische Konsul Goodman mit sich führte, hat der nationalspanische Informations= und Kontrolldienst Dokumente entdeckt, die zweifellos zur Information des Landesfeindes über zukünftige militärische Operationen bestimmt waren. Auch wurde eine kn weiteren Kapiteln sind die Reichsversicherung und größere Menge spanischen Geldes gefunden, das der der Arbeitsschutz berücksichtigt. Die Wohnungs= und Siedlungspolitik der Reichsregierung, die ebenfalls zu den Obliegenheiten des Reichsarbeitsministeriums gehört, hat, ihrer Bedeutung entsprechend, eine umsassende Würdigung erfahren. Zahlreiche Abbildungen vermitteln einen guten Eindruck von dem Bau von Siedlungen und Volkswohnungen in den verschiedensten Teilen des Reichsgebietes. Auch die Kriegsbeschädigtenversorgung und die Wohlfahrtspflege sind erläutert. So umfassend wie das Arbeitsgebiet des Reichsarbeitsministeriums ist sein Geschäftsbereich, über den eine abschließende Uebersicht unterrichtet. Zwei Menschen erfroren im Regierungsbezirk Osnabrück Osnabrück, 22. Dezember. Der starke, plötzlich einsetzende Kälteeinbruch hat im Kreise Bersenbrück(Hannover) zwei Todesopfer gefordert. In der Scheune eines Gastwirtes in Doethen wurde ein älterer aus Hartlage stammender Mann erfroren aufgefunden. Im Pente Knapp bei Bramsche fand man als zweites Opfer der Kälte in einem Graben die Leiche des 46jährigen Besenbinders Georg Schulenberg aus Pente. Acht Todesopfer der Kälte in Belgien Brüssel, 22. Dezember. In ganz Belgien sind seit Mittwoch abend starke Schneefälle zu verzeichnen. In den Ardennen und in der„Fagnes“ in Ostbelgien hat die Schneedecke eine Höhe von 40 Zentimeter erreicht. In Brüssel und Mittelbelgien liegen etwa 10 Zentimeter Schnee. Die Temperaturen sind leicht gestiegen, jedoch werden immer noch 9 bis 15 Grad unter Null gemeldet. Die Kälte hat am Donnerstag wieder acht Todesopfer gefordert. Die Schiffahrt auf der Maas ist infolge der Vereisung völlig lahmgelegt. Mehrere Bergwerke in der Nähe von Lüttich und in der Borinage mußten vorübergehend stillgelegt werden, da die Maschinen durch die Kälte zum Teil unbrauchbar geworden sind Kälteferien in Nordfrankreich Paris, 22. Dezember. Die Temperatur hat sich in ganz Frankreich in den letzten 24 Stunden stabilisiert. Rochefort weist mit 18,7 Grad unter Null den niedrigsten Stand auf. Auf der Gegenseite herrscht in Marseille fast Frühlingswetter mit plus 11 Grad. Die sehr starken Schneefälle, die aus allen französischen Provinzen gemeldet werden, haben den Verkehr außerordentlich behindert. Man unterstreicht besonders die Schwierigkeiten, die sich dem Kraftwagenverkehr entgegenstellen und die in verschiedenen Gegenden die Zufuhr von Lebensmitteln gehindert haben. Die unmittelbare Folge hiervon sind neue Preissteigerungen, die auch in der Pariser Markthalle zu verzeichnen sind.„ In Paris wurden auch am Mittwoch wieder zahlreiche Veranstaltungen wegen zu großer Kälte verschoben. So fallen beispielsweise die Pferderennen am heutigen Donnerstag aus. Zahlreiche Boxveranstaltungen und andere Kundgebungen mußten ebenfalls abgeblasen werden. Die Züge treffen nur mit großer Verspätung ein. In Nordfrankreich, wo die Kälte sich noch fühlharer bemerkbar macht, mußten zahlreiche Schulen geschlossen werden.. selschaft I. Wie die britische Luftverrehrsgeseuschaft„Imperial Airways“ mitteilt, hat die schwere Kälte in Westeuropa, im Mittelmeer und in Mittelfrankreich eine Unterbrechung des Luftverkehrs auf ihren Linien erforderlich gemacht. Kälte und Schnee in Spanien Burgos, 22. Dezember. Seit Mittwoch wird auch Spanien von der Kältewelle und starken Schneefällen heimgesucht. In Burgos wurden 6 Grad minus gemessen. Zahlreiche Landstraßen sind zur Zeit unbefahrbar. Justizabkommen Berlin-prag zur Ueberleitung der Rechtspflege im Sudetenlande anb Berlin, 22. Dezember. Am 19. Dezember ist in Berlin ein deutsch=tschechoslowakisches Abkommen zur Ueberleitung der Rechtspflege im Sudetenlande unterzeichnet worden. Das Abkommen trifft Bestimmungen über die Erledigung schwebender Rechtsverfahren, die durch die neue Grenzziehung beeinflußt sind. Insbesondere gibt es im Interesse der sudetendeutschen Bevölkerung die Moglichreit, zahlreiche noch vor tschecho=slowakischen Justizbehörden schwebende Prozesse und andere Rechtsangelegenheiten in kürzester. Frist an deutsche Justizbehörden zu ziehen. Das Abkommen soll alsbald ratifiziert werden und wird voraussichtlich zu Ende dieses oder zu Beginn des nächsten Jahres in Kraft treten. Moskau spioniert in Amerika Prozeß gegen einen Juden und den Leiter des sowjetrussischen Reisebüros„Intourist“, Los Angeles, 22. Dezember. Vor den Bundes=Großgeschworenen, standen der Jude Hafis Salich und Mikhail Gorin, der hiesige Leiter des sowjetrussischen Reisebüros„Intourist“, unter der Anklage der Spionage. In der Verhandlung sagten mehrere Zeugen aus, daß das Reisebüro„Intourist“ vollständig von der Sowjetregierung ausgehalten werde und daß die Unkosten amerikanischer Touristen für Reisen nach Sowjetrußland häufig dadurch beglichen werden, daß die Touristen der Sowjetregierung wertvolle Informationen lieferten. Salich und Gorin sind angeklagt, der Sowjetregierung militärische Geheimnisse der Vereinigten Staaten sowie Pläne für die amerikanische Verteidigung und für geheimzuhaltende Instrumente verraten zu haben. Devisenstelle nicht mitgeteilt worden war. Die eingeleiteten Untersuchungen lassen das Vorhandensein eines Spionagenetzes vermuten, das für seine Zwecke das Auto benutzte, in dem der Fund gemacht wurde. Die Untersuchungen dauern noch an. Der diplomatische Vertreter Großbritanniens hat dem Wunsche Ausdruck gegeben, die Angelegenheit zu klären, und seinerseits den spanischen Behörden alle Erleichterungen zur Aufklärung gewährt.“ Elf rotspanische Flieger abgeschossen Bilbao, 22. Dezember. Der nationalspanische Heeresbericht vom Mittwoch meldet: Ruhe an den Fronten. Anderseits war jedoch die Luftwaffe stark tätig. Das Bombardement der kürzlich bekanntgegebenen militärischen Ziele wurde weiter mit Erfolg fortgesetzt. Ferner gelang es nationalen Kampffliegern, im Luftkampf elf rote Maschinen abzuschießen. Keine Kriegführendenrechte an Franco? London, 22. Dezember. Unterstaatssekretär Butler gab vor einer Abordnung der„Londoner Vereinigung der Friedensgesellschaft“, die Erklärung ab, daß die Regierung zur Zeit nicht beabsichtige General Franco Kriegführendenrechte zu gewähren. Die Regierung werde auch weiterhin die britischen Handelsschiffe einschließlich der von den Hilfsorganisationen gecharterten Schiffe auf hoher See schützen. UsR. verstärkt Unterstützung Rotspaniens Washington, 22. Dezember. Die Regierung der Vereinigten Staaten geht immer offener dazu über, dem bolschewistischen Spanien auch wirtschaftlich Hilfsstellung zu geben. Die bisherigen „humanitären“, finanziellen und materiellen Unterstützungen sollen nämlich jetzt ein solches Ausmaß erhalten, daß ihre politische Auswirkung nunmehr für jedermann offensichtlich wird. Bisher sandte Amerika insgesamt 60 000 Fässer Weizenmehl, das von der hiesigen Ueberschußbehörde für Zivilisten zur Verfügung gestellt wurde. Jetzt aber sollen— nach einer Mitteilung des Washingtoner Außenamts— für„spanische Zivilisten“ während des nächsten Halbjahres monatlich 100.000 Fässer Mehl nach Rotspanien gesandt werden. Die Bundesregierung liefert also aus ihren Beständen, die sie zur Haltung des Inlandpreises den amerikanischen Farmern abgekauft hat, etwa das Zehnfache des bisher nach Spanien verschifften Mehls. Der amerikanische Vizeaußenminister Welles hat darüber hinaus auch noch an andere Länder appelliert, gleichfalls entweder überschüssige Produkte oder, falls diese nicht vorhanden, selbst beizusteuern. In hiesigen nationalspanischen Kreisen hat man diese Aktion Washingtons sofort in ihrer eigentlichen Bedeutung erkannt und darauf verwiesen, in welchem Maße Sowjetspanien aus der amerikanischen Hilfe Nutzen zieht. Denn im nationalspanischen Gebiet ist die gesamte Bevölkerung ausreichend versorgt, und nur in Rotspanien herrschen Hunger und Elend, so daß sich die Aktion der UsA. einzig und allein als lebenverlängernd für das bolschewistische Terrorregime auswirken könnte. Hiel in Shraften. Freundschaftsblock Japan, China, Mandschukuo gegen den Kommunismus und zur wirtschaftlichen Zusammenarbeit— Erklärung des japanischen Ministerpräsidenten Tokio, 22. Dezember. Fürst Konoe gab am Donnerstag abend die angekündigte Erklärung über die Leitgedanken zur Gestaltung der Beziehungen zwischen Japan und dem neuen China ab. Es heißt darin: „Die japanische Regierung ist entschlossen, die militärischen Operationen mit dem Ziel der völligen Beseitigung der japanfeindlichen Kuomintang=Regierung durchzuführen. Gleichzeitig will Japan fortschreiten im Aufbau einer Neuordnung in Ostasien. Japan, China und Mandschukuo werden vereinigt werden in dem gemeinsamen Ziel, eine Neuordnung in Ostasien durchzuführen, die nachbarliche Freundschaft zu verwirklichen, gemeinsam gegen den Kommunismus sich zu verteidigen und wirtschaftlich zusammenzuarbeiten. Daher ist es notwendig, daß China vor allem alle veralteten Vorurteile und besonders die gegen Japan und Mandschukuo gerichtete Einstellung aufgibt. Japan wünscht ganz offen, daß China aus freien Stücken die diplomatischen Beziehungen mit Mandschukuo aufnimmt. Da ein kommunistischer Einfluß in Ostasien nicht geduldet werden kann, so hält Japan es für eine wichtige Voraussetzung der chinesisch=japanischen Beziehungen, daß ein Antikomintern=Pakt zwischen China und Japan in Uebereinstimmung mit dem japanisch= deutsch=italienischen Pakt zustande kommt. Um zu einer vollen Auswirkung dieses Paktes zu gelangen, fordert Japan angesichts der augenblicklichen Lage und der Verhältnisse in China, daß an besonderen Plätzen Truppen stationiert werden. Japan fordert ferner, daß die Innere Mongolei als eine besondere antikommunistische Zone eingerichtet und bezeichnet wird. Was die wirtschaftlichen Beziehungen zwischen China und Japan betrifft, so beabsichtigt Japan nicht, ein Wirtschaftsmonopol in China aufzurichten. Auch will es nicht von China fordern, die Interessen jener dritten Mächte zu begrenzen, die den Sinn des neuen Ostasiens verstehen und entsprechend hanoeln wollen. Japan will nur die Zusammenarbeit und Gemeinschaft beider Länder effektiv gestalten. Das heißt, daß Japan von China im Sinne der Gleichberechtigung der beiden Länder fordert: 1. die Freiheit der Niederlassung und des Handels japanischer Staatsbürger im Innern Chinas zur Förderung der wirtschaftlichen Beziehungen beider Länder; 2. Gelegenheiten und Erleichterung für Japan zur Entwicklung der Naturschätze Chinas, besonders in Nordchina und in der Inneren Mongolei. Das sind die Richtlinien für das, was Japan von China erwartet. Wenn das tatsächliche Ziel des großen Feldzuges voll und ganz verstanden wird, dann wird es auch klar sein, daß Japan weder territorialen Besitz, noch eine Kriegsentschädigung fordert. Japan verlangt nur eine Mindestgarantie dafür, daß China seine Aufgaben als Teilhaber an der Einrichtung einer neuen Ordnung durchführt. Japan achtet nicht nur die Souveränität Chinas. sondern ist auch darauf vorbereitet, eine positive Berücksichtigung allen Fragen zu geben, die die Aufhebung der Exterritorialität und die Rückgabe von Konzessionen und Niederlassungen— was für die volle Unabhängigkeit Chinas unerläßlich ist— betreffen.“ Diese Erklärung wird in politischen Kreisen Tokios als„Dokument von welthistorischer Bedeutung" bezeichnet. 291:284 für Daladier Vertrauensfrage in der französischen Kammer gestellt Paris, 22. Dezember. Im Verlauf der Kammersitzung am Donnerstag wurde bei Behandlung des Artikels 2 des Finanzgesetzes die Vertrauensfrage gestellt. Die Kammer sprach sich mit 291 Stimmen für und 284 Stimmen gegen den Artikel 2 des Finanzgesetzes aus. 34 Abgeordnete enthielten sich der Stimme. Im Sitzungssaal löste das Ergebnis beträchtliche Erregung aus. Zu Beginn der Sitzung versuchte der sozialdemokratische Abgeordnete Moch einen Rechtfertigungsversuch für die ablehnende Haltung seiner Kammergruppe diesem Artikel des Finanzgesetzes gegenüber zu erbringen. Die Folge war ein langer Wortwechsel zwischen dem Finanzminister Reynaud und Moch. Der Finanzminister mußte wiederholt darauf hinweisen, daß alle Gründe, die der Redner für die ablehnende Haltung der Sozialdemokraten angab, sich überhaupt nicht auf den Inhalt der beanstandeten Artikel des Gesetzes bezögen. Im Anschluß an die Ausführungen Mochs erklärte schließlich Finanzminister Reynaud, die Kammer solle den beanstandeten Artikel 2, der gewisse Notverordnungen in sich einschließt, annehmen oder sich eine andere Regierung aussuchen. Darauf wurde die Vertrauensfrage gestellt, die das oben wiedergegebene Ergebnis zeitigte. 6m Nussurac.# ∆. Im Verlauf der weiteren Aussprache am Donnerstag abend stellte die Regierung ein zweites Mal die Vertrauensfrage, und zwar über den Artikel? des Finanzgesetzes. Dieser Artikel wurde mit 322 gegen 265 Stimmen bei 23 Enthaltungen angenommen. Die Sitzung wurde daraufhin bis 21 Uhr französischer Zeit unterbrochen. Anträge rechtzeitig stellen! Die Frist für Geltendmachung von Entschädigungsansprüchen gegen die früheren Arbeitgeber= und Arbeitnehmervereinigungen läuft am 31. Dezember ab dnb Berlin, 22. Dezember. Am 31. Dezember 1938 läuft die Frist ab, in der Anträge gestellt werden können, in denen eine Entschädigung für die Ansprüche begehrt wird, die sich gegen die früheren Arbeitgeber= und Arbeitnehmervereinigungen einschließlich ihrer Pensionskassen usw. richten, in deren Vermögen die Vermögensverwaltung der Deutschen Arbeitsfront eingewiesen worden ist. Nur soweit diese Vereinigungen usw. erst nach dem 30. September 1938 im Deutschen Reichsanzeiger veröffentlicht worden sind oder bis zum 31. März 1939 noch veröffentlicht werden, läuft die Antragsfrist bis zum 30. Juni 1939. Der Antrag muß schriftlich an die Reichsfeststellungsbehörde beim Reichsministerium des Innern in Berlin, Königsplatz 6, gerichtet werden. Die Anträge können jedoch auch bei den Geschäftsstellen der Amtsgerichte gestellt werden. Mit Rücksicht darauf, daß am 31. Dezember der Dienstbetrieb der Behörden zeitlich beschränkt ist, empfiehlt es sich, mit der Stellung eines Antrages nicht bis zu diesem letzten Tage zu warten. Weihnachtsfeier im Reichsernährungsministerium Das Reichsministerium für Ernährung und Landwirtschaft veranstaltete am Donnerstag eine kameradschaftliche Weihnachtsfeier, an der neben sämtlichen Beamten, Angestellten und Arbeitern auch Reichsminister Darré und die Staatssekretäre Backe und Willikens teilnahmen. Juden=Vermögensabgabe Der Reichsfinanzminister hat die Finanzämter angewiesen, bei der Juden=Vermögensabgabe nur noch solche Veränderungsanzeigen über Vermögensrückgänge zu berücksichtigen, die bis zum 31. Dezember 1938 bei der höheren Verwaltungsbehörde eingehen. Ehrenzeichen des Deutschen Roten Kreuzes verliehen Der Präsident des Deutschen Roten Kreuzes, Herzog von Coburg, hat mit Zustimmung des Führers und Reichskanzlers dem Vertrauensarzt der deutschen Botschaft in Paris, Dr. Albert Claaß, der dem ermordeten Gesandtschaftsrat vom Rath die erste ärztliche Hilfe geleistet hat, das Verdienstkreuz des Ehrenzeichens des Deutschen Roten Kreuzes und dem französischen Staatsangehörigen Armand Thomas, der innerhalb anderthalb Tagen dreimal sich als Blutspender für den Gesandtschaftsrat vom Rath zur Verfügung gestellt hat, das Ehrenzeichen des Deutschen Roten Kreuzes 2. Klasse verliehen. Zusammenstoß zwischen Autobus und Eisenbahn Wie die Reichsbahndirektion Hannover mitteilt, durchbrach am Donnerstag nachmittag bei dem Bahnhof Thiede an der Strecke Berneburg—Braunschweig ein Autobus die für einen im gleichen Augenblick vorbeifahrenden Personenzug geschlossene Schranke, Der Kraftwagen wurde durch den Zug zur Seite geschleudert und beschädigt. Von den Insassen des Autobusses sind drei Personen getötet, vier schwer und 15 leicht verletzt worden. Gauleiter Streicher im Kreise von 18 zu Weihnachten aus Dachau entlassenen ehemaligen Kommunisten Auf Veranlassung des Frankenführers Gauleiter Julius Streicher sind zu Weihnachten 18 ehemalige Kommunisten aus dem Konzentrationslager Dachau entlassen worden. Betreut von der NSV., feierten sie in Nürnberg im Hotel„Deutscher Hof“ mit ihren Angehörigen ein frohes Wiedersehen, bei dem Gauleiter Streicher sprach und jedem der Entlassenen ein Exemplar des Buches von Karl Albrecht„Der verratene Sozialismus. — Zehn Jahre als hoher Staatsbeamter in der Sowjetunion“ überreichte. Die holländische Regierung lehnt Sammlung für notleidende Arbeitslose ab Auf ein Ersuchen der holländischen NS.=Bewegung, für die notleidenden holländischen Arbeitslosen eine große Sammlung nach dem Muster des WHW. in Deutschland ins Leben zu rufen, hat die holländische Regierung ablehnend geantwortet. Ausweisung eines Faschisten aus Frankreich Die französische Regierung hat den in Paris ansässigen Vertreter der Gesellschaft italienischer Dramaturgen und den Direktor der in Paris erscheinenden faschistischen Zeitung„Italia Nuova“, Cheraldi, ausgewiesen.“ Ernst Kundt beim tschechischen Innenminister Abgeordneter Ernst Kundt, der Führer der deutschen Volksgruppe in der Tschecho=Slowakei, wurde von dem tschechischen Innenminister Fischer zu einer längeren Unterredung empfangen. Die Aussprache soll nach Neujahr fortgesetzt werden. Wertvolle Pergamente schwer beschädigt In der Universitätsbibliothek in Prag ereignete sich am Mittwoch ein schwerer Rohrbruch. Das Wasser überschwemmte ein Zimmer, in dem wertvolle Pergamente aus dem 17. und 18. Jahrhundert aufbewahrt werden. Ein Teil dieser Pergamente ist schwer beschädigt worden. Die Tschecho=Slowakei bewilligt 3½ Milliarden Kronen für den Bau der Autobahn Wie das Prager Blatt„Lidove Naviny“ mitteilt, hat der tschecho=slowakische Ministerrat 3½ Millarden Tschechenkronen(rund 300 Millionen RM.) für den Bau der Autobahn bewilligt. Gleichzeitig wurde eine Generaldirektion für den Bau dieser Autobahn errichtet. Den Vorstand der Direktion wird der Präsident der Republik ernennen. Flugzeugproduktion verdoppelt in England— 232 Millionen RM. für private Luftschutz=Unterstände London, 22. Dezember. Luftfahrtminister Kingsley Wood gab auf Anfrage im Unterhaus bekannt, daß sich im Jahre die monatliche Produktion von Flugzeugen mehr als verdoppelt habe. Weiter gab der Minister der Ueberzeugung Ausdruck, daß im Jahre 1939 der Produktionsanstieg noch weiter anhalten werde. Lordsiegelbewahrer Sir John Anderson gab eine längere Erklärung über den Schutz der Zivilbevölkerung gegen Luftangriffe ab. Anderson erklärte, man dürfe nicht nur für die Gebiete sorgen, die einem besonderen Risiko ausgesetzt seien. Es müsse vielmehr das Ziel sein, überall in der Nähe von Wohnungen und Arbeitsstätten unverletzliche, gut verteilte und leicht zugängliche Luftschutzkeller zu schaffen, die allerdings nicht alle aus öffentlichen Mitteln bestritten werden könnten. Die Behörden müßten sich nur um diejenigen bekümmern, die nicht für sich selbst sorgen könnten. Die Regierung werde aber den anderen den notwendigen technischen Rat zur Verfügung stellen. Die Bevölkerung müsse vor allem während der Arbeit geschützt, werden und hier liege die Verantwortung in erster Linie bei dem Arbeitgeber. Unmittelbar nach Weihnachten werde man ein Gesetz einbringen, das Handel und Industrie gewisse Verpflichtungen auferlege. Außerdem müßten die Behörden diejenigen schützen, die während eines Luftangriffs auf der Straße überrascht würden. Oeffentliche Unterstände würden in Form von Schützengräben oder in sonstiger Art geschaffen werden. Die Keller sollten verstärkt werden, wozu ein besonderes Stahlgerüst zur Verfügung gestellt werde. Für Häuser ohne Keller habe man einen Stahlunterstand entwickelt, der leicht zusammenlegbar sei und außerhalb des Hauses etwa einen halben Meter tief in den Boden gegraben werden solle. Die Regierung werde die notwendigen Mittel sicherstellen. Zunächst sollen für 10 Millionen Menschen private Unterstände geschaffen werden, wofür man 20 Millionen Pfund(232 Millionen RM.) benötige. Es bleibe Pflicht der Lokalbehörden, für öffentliche Unterstände zu sorgen, aber das Schatzamt werde mehrere Millionen Pfund zu den Kosten beitragen. Die„rote Herzogin“ in England durchgefallen Die bolschewistenfreundliche„rote Herzogin", die Ducheß of Atholl, hatte, weil sie mit der Außenpolitik Chamberlains unzufrieden war, ihr Abgeordnetenmandat niedergelegt. Bei der Nachwahl in ihrem Wahlkreise fiel sie durch. Gewählt wurde der Regierungskonservative Snadden. Der Wahlkampf stand im Zeichen der Außenpolitik. #le Nach 1. V. Hauptschriftleiter: Dr. Paul Dierichs. Stellvertretende Hauptschriftleiter: Frivz Schmidt. Verantwortliche Schriftleiter: Politik: Rudolf Foe r Teil: Hans Schulte, Wirtschaft und Bilder Fritz Schmidt, Kulturpolitik und Unterhaltung: Dr. Josef Schwermann, Kunst und Wissen: Kurt Dör nemann, Gerichtsdienst und Briefkasten: Max gel, Sport und Provinz: Hans Hornberg bargebiet und Stadtteile: Paul Borke(erkrankt), Erika Scheldt.„„ Berliner Schriftleitung Michael Haupt, Berlin=Karlsbotst Heiligenberger Straße 25, Ruf 500 340 und 211670. Sprechstunden der Schriftleitung wochentags, außer mittwochs und samstags. von 16—17 Uhr. Für unverlangte Einsen dungen keine Hastpflicht. Rücksendung nur bei Rückporto Verlag und Druck: Laupenmühlen& Dierichs. Bochum, Rathausplatz 8. Ruf 675 51—54. Verantwortlich für den Anzeigenteil: Kurt Scholz. Durchschnittsauflage November 1938 über 32.000, Zur Zen Ist Anzeigen=Preisliste Nr. 9 gültig. Nachlaßstaffel, B. Berliner Anzeigenvertretung: Charlottenburg, Uhlandstraße 194. W. Pempe, Ruf 316 813. Berlin Seite 3 Nr. 300] Bochumer Anzeiger] Freitag, 23. Dezember 1938 Eine AnsteDen Tntel=Elle? Die Weihnachtsflut der Dakete und Briefe bei der Reichspost Verstärkter Einsatz der Bochumer Hauptpost Pheidsteuner: Werheten? R G Bochum prangt im schönsten winterlichen Kleide. Für jeden Lichtbildner bietet gernde dieser Anblick den größten Anreiz, die Kamera zu nehmen und die Schönheit der Winterwelt einzufangen. Der„BA“ sucht die schönsten Aufnahmen dieses Winters aus Bochum und seiner Umgebung! Die besten Bilder, die zur Veröffentlichung kommen, werden mit 10.— RM. honoriert. Und nun aus Werk! Bereits gemachte Aufnahmen von diesem Winter bitten wir sofort, schon heute, einzureichen und dann laufend das weitere Material der Schriftleitung einzusenden(Abzüge in Hochglanz!). Aber, bitte, keine Durchschnittsbilder, sondern nur wirklich besonders gutgelungene Aufnahmen! — — In Möbelwagen werden die Pakete von der Bahn zur Post gebracht.— Auf Gleitrollen wandern sie in das Postamt hinein, und dann geht das große Verteilen los! Aufnahmen: Brüning Von Hand zu Hand gehen die aber Tausende von Weihnachtssendungen— Die Männer der Reichspost haben eine ungeheure Arbeit zu bewältigen, um uns alle zu beglücken! Mein liebes Fräulein Inge! Dem Mutigen gehört die Welt, und dem Kühnen fliegen die Frauenherzen zu. Verzeihung, ich fühle in diesem Augenblick selbst, daß das nicht die richtige Art ist, einen Brief zu beginnen. Ich hoffe aber, nein, ich weiß es, daß Sie mir diesen„kühnen Mann" um so eher verzeihen, wenn Sie ermessen, wie bitter es ist, über eine Entfernung von 247 Kilometer hinweg nur diese Zeilen schreiben zu können, aus denen Sie nur zu ahnen vermögen, was ich für Sie... Nein, lassen Sie mich Ihnen sagen, wie brennend Pakete wird von 13 Fahrzeugen der Post in den dann die Weihnachtsgabe unversehrt und unbeschädigt Pokete, wicd von 13., Pan gnber, Pos, Tanz, in. Haus bringen und„Frohe Weihnacht wünschen. 13 Zustellbezirken ausgeteitt. Von mittwoch bis Samstag dieser Woche sind nun darüber hinaus weitere fünf Fahrzeuge in den Postdienst eingespannt. Wie der„BA“ schon am Donnerstag berichtete, verursachten die starke Kälte und der heftige Schneefall in diesen Tagen erhebliche Zugverspätungen im Reichsbahnverkehr. Natürlich wurde auch der Postdienst, der ja sehr eng mit dem Reichsbahnverkehr verbunden ist, durch die Verspätungen zwangsläufig behindert. Durch zusätzlich eingestellte Kräfte und höchste Anspannung wird aber die Reichspost bestrebt sein, Empfänger und Nein, lassen Sie mich Ihnen sagen, wie..(wird aber die Reichspost bestrebt sein, Empfänger u. gern ich zum Fest hinubergekommen wäre, wenn ich Absender von Postsendungen unter allen Umstanden nicht unbedingt hierbleiben müßte, Weshalb, werde ich zufriedenzustellen. Auch der erste Weihnachtstag ist noch — sehr bald— versönlich erzagten. So darf ein Hauptzustelltag, so daß die kleine dinat hierbleiben müßte, Weshalb, werde, Ihnen— sehr vard— persontich ergagten. So darf ich Ihnen, liebes Fräulein Inge, meine herzlichsten Grüße übermitteln und Ihnen ein frohes Fest wünschen. Sie würden mich glücklich machen, wenn Sie die beiliegende Gabe als Ausdruck meiner Gefühle entgegennehmen würden. Ihr Gustav. * Liebe Schwägerin! Otto und ich wünschen Euch ein frohes Weihnachtsfest, und damit Ihr wißt, daß wir Eurer gedenken, habe ich Euch eine gute Weihnachtsgans mitgeschickt. Laßt sie Euch schmecken. Hier ist es sehr kalt. Bei Euch auch? Unser Fritz hat sich schwer erkältet. Wir hoffen aber, daß es bis Weihnachten wieder besser ist. Sind Eure Kinder alle gesund?— Nun muß ich schließen. Nochmals herzliche Grüße und frohe Weihnachten. Eure Ottilie. * Wer wollte bezweifeln, daß in mehr oder weniger abgewandelter Form derartige Grüße und Glückwünsche mit Briefen und Paketen in diesen vorweihnachtlichen Tagen zu aber Tausenden und Millionen hinausflattern und zu uns gelangen. Unheimliche Mengen von Bindfaden, Packpapier, Kartons und Kisten werden verbraucht. Ja, wenn die lieben Verwandten und Bekannten nicht wären. Die Frau Mama packt einen leckeren Christstollen für die Schwester ein der Herr Papa sendet seinem Spezi eine Kiste„Brasil", Tante Anna ihrer kleinen Nichte einen Puppenwagen und Onkel Fritz seinem Neffen eine Eisenbahn. Dazu kommen Geschäftssendungen, und so geht das fort, von den Riesenbergen an Briefen und Karten ganz zu schweigen. „Durch der Hände lange Kette wandern tausend Postpakete!“ Eine beschwingte Natur könnte diesen Knüttelvers ob eines Vorganges prägen, der einem Teil der davon betroffenen Volksgenossen recht viel Freude macht, dem anderen aber nach dem bekannten Wort„Dem einen sin Uhl ist dem anderen sin Nachtigall“ auch viel Arbeit bereitet. Die großartige Maschinerie der Reichspost läuft gerade in diesen vorweihnachtlichen Tagen auf hohen und höchsten Touren. Davon kann sich ein jeder überzeugen, der an einem dieser Tage mal einen Blick in die Packkammer der Bochumer Hauptpost wirft. Schon in den ersten Morgenstunden, wenn die Nacht dem Tage noch nicht gewichen ist, öffnet sich die Vielzahl der Türen des langgestreckten Packraumes, und die Postautos rollen an. Wenn man hört, daß bei der Bochumer Hauptpost im Weihnachtsverkehr täglich durchschnittlich 4000 Pakete aufgeliefert werden und rund 5000 Pakete eingehen, vermag sich auch der Laie ein Bild über die damit verbundene Arbeit zu machen. An Briefen gehen im Tag rund 85 000 ein, und rund 115000 befördert die Post in Bochum in alle Welt. Interessant ist ei# mal, daß die Bochumer mehr Pakete erhalten als sie selbst verschicken, und daß sie zum anderen mehr Briefe schreiben als selbst erhalten. Um den riesigen Weihnachtsverkehr zu bewältigen, sind von der Reichspost Postsonderzüge für die und Päckchenbeförderung eingesetzt worden. Zwei Sonderzüge von Köln=Deutz nach Hamburg und zuri verkehren über Bochum. Die Postsonderzüge von Köln nach Berlin und zurück dagegen nehmen ihren Weg über Wanne=Eickel. Aus diesem Umstand ergibt sich die Notwendigkeit für die Bochumer Hauptpost, einen regelmäßigen Pendelverkehr von Postkraftwagen nach WanneEickel zu unterhalten. Die Vielzahl der eingegangener zu ciedenzustellen. Auch der erste Weihna ein Hauptzasteulag, s6 baß vie kleine Hildegard gewiß zu ihrer Puppe oder die Mama zu ihrem Christstollen kommt. Anderseits muß aber auch erwartet werden, daß die Volksgenossen selbst dazu beitragen, daß der Postverkehr reibungslos durchgeführt werden kann. Rechtzeitige Aufgabe von Sendungen erscheint daher unumgänglich notwendig. Wenn es aber vorkommt, daß eine Schlafpuppe, die„Mama“ sagen kann, in einer Ecke des Packraumes des Hauptpostamts lädiert daliegt und am kommenden Fest irgendwo ein kleines Mädchen vergebens seine Puppe sucht, dann trägt der Absender die Schuld, der die Puppe so mangelhaft verpackte, daß Paket und Puppe unterwegs beschädigt wurden. Beschädigte Pakete bringt die Reichspost, soweit es geht, in Ordnung, aber in vielen Fällen wird die Weihnachtsfreude doch gestört sein. Also, bitte, auf die Verpackung achten! Der Austräger und Zusteller wird Ihnen In die Schaufensterscheibe * Straßenbahn entgleiste in der Innenstadt Am Mittwoch, gegen.38 Uhr, entgleiste auf der Wittener Straße vor dem Hause Nr. 6 der aus Richtung Witten kommende Motorwagen der Linie 10. der Bochum=Gelsenkirchener Straßenbahnen und fuhr in die Schaufensterscheibe einer Schreib= und Papierwarenhandlung. Personen wurden nicht verletzt. Die Fensterscheibe wurde zertrümmert. M W Arbeit am Wiesental geht weiter Im Verlaufe der letzten Monate sind im Wiesental, in Höhe der Wasser= und Grenzstraße, verschiedene Veränderungen vorgenommen worden. Die Talmulden hat man nun restlos mit Erdmassen ausgefüllt. Die neue Fläche zur Wasserstraße zu ist planiert und inzwischen eingesät. Auch ein breiter Weg ist an der Grenzstraße gebaut worden. Schöne Bäume und Sträucher geben der neuen Anlage ein freundliches Aussehen. Im Zuge der Verschönerungsarbeiten am Eingang zum Wiesental an der Cranach= und Wasserstraße wird nunmehr auch das Loch, daß sich an der Ecke Wasserstraße befindet, zugeschüttet. Nun wird in Kürze diese wenig schöne Ecke verschwinden. Zwei Leichtverletzte bei einem Verkehrsunfall Am Mittwoch, gegen 12.30 Uhr, wurde ein Fußgänger auf der Wittener Straße beim Ueberqueren des Fahrdammes von einem Kraftrad angefahren und leicht verletzt. Die auf dem Sozius des Kraftfahrers mitfahrende Ehefrau erlitt dabei leichte Hautabschürfungen am rechten Fuß und am Arm. Die Verletzten konnten ihren Weg fortsetzen. Das Motorrad wurde leicht beschädigt. mit dem Winteryilfswerr. Wieder versammern sich in zahlreichen Sälen der Gauhauptstadt jene unserer Brüder, denen auf Grund besonderer Verhältnisse die Hilfe der Gemeinschaft gebührt, um mit ihren Kindern eine große Gemeinschaftsfeier unter dem leuchtenden Lichterbaum zu erleben. Wie werden da die Augen unserer „Teinetrial im Bochumer Schauspiel Wie bereits mitgeteilt wurde, gelangt am ersten Feiertage im Bochumer Hause in Vorbereitung der Hebbel=Woche, die im April 1939 unter der Schirmherrschaft von Reichsminister Dr. Goebbels stattfindet, das Spätwerk Friedrich Hebbels „Demetrius“ in der Inszenierung von Professor Dr. Saladin Schmitt zur Neuaufführung. Dieses selten gegebene Werk konnte in Bochum bereits starke künstlerische Erfolge erzielen und stellt einen wesentlichen Beitrag zu den Bemühungen der Bühne um Friedrich Hebbel dar. — Am Dienstag, 27. Dezember, folgt als zweite Weihnachtsaufführung Gounods„Marga garethe“ in der Neueinrichtung der Kölner Oper und in der ersten Besetzung. Unser Bild zeigt Walter Kaltheuner(Boris Godunow) und Wilhelm Grimm(Patriarch Hiob) in der„Demetrius"=Inszenierung ins Haus#rngen und„Frohe Weihnacht" wunschen. Frau erheblich verletzt * Vor ein Personenauto geraten Am Mittwoch, gegen 15.20 Uhr, wurde auf der Herner Straße eine Frau von einem Personenkraftwagen angefahren. Die Frau erlitt eine erhebliche Kopfverletzung. Sie wurde in das Elisabeth=Hospital eingeliefert. Girpridischr Trnrathhacht In allen Ortsgruppen Bochums Kinderbescherungen und Feiern Unsere Volksweihnachtsfeiern am Vortage des Weih= Kleinen leuchten. Gemeinsam gesungene Weihnachtsnachtsfestes sind in den vergangenen Jahren schon zur lieder und musikalische Darbietungen umrahmen die Tradition geworden, die auch in diesem Jahre beibe= schönen Feiern, in deren Mittelpunkt wieder die Weihhalten wird. Träger dieser Feiern, in denen die Kinder nachtsansprache von Reichsminister Dr. Goebbels der vom WHW. betreuten Volksgenossen beschert werden, stehen wird. Die Feiern beginnen heute allgemein um sind die Ortsgruppen der NSDAP. in Gemeinschaft 18.45 Uhr. In den einzelnen Ortsgruppen des Kreises g Tiifzmerk Wieder versammeln sich in sind folgende Feiern vorgesehen: Altenbochum: Lehmkuhl, Wittener Straße 239; Senft, Laerstraße 38; Gölzenleuchter, Markstraße 180; Wahl, Buselohstraße. Altstadt: Vereinshaus an der Mühlenstraße. Dahlhausen: Horkenstein(Haus der Deutschen Arbeit), Horkensteinweg; Saalbau Wirtschaft Henke. Ehrenfeld: Ernst=Moritz=Arndt=Haus, KönigsFelsenburg: Saal der Verwaltungsakademie, Wittener Straße; Gerthe: Saal Robert Kalthoff, Lothringer Straße. Griesenbruch: Kosthaus Stahlhausen des Bochumer Vereins, Baarestraße 1. Grumme=Vöde: Saal des Schützenhofes. Hamme: Wirtschaft Hucke, Dorstener Straße 213; Wirtschaft Goßmann, Von=der=Recke=Straße 55. Harpen: Saal der Verwaltungsstelle Harpen, Harpener Hellweg..., Tizrahend G. Hiltrop=Bergen: Saal Feieravend, Vergener Straße 139. 61. Hofstede=Riemke: Saal Stuhlmann, troper Straße 13; Josef=Wagner=Heim, Poststraße 8. Hordel: Hordeler Saalbau, Sonnenscheinstraße. Laer: Saal Küper, Wittener Straße. Langendreer: Witwe Karl Köppe, Kaiserstraße 198; Schulte=Loh(früher Grollmann), Ovelacker Straße; Fritz Hiby, Wittener Straße 737. Linden: Lutz, Hattinger Straße; Scheidtmann, Duerenburg: Saal Hahne—Menke, Buscheystr. Stiepel: Saal Emil Rumberg, Kemnader Straße 319. Sundern: Forsthaus Breukerholz(Rose). Weitmar: Zellen 1 bis 6 im Saal Sigger, Ecke An der Landwehr—Kohlenstraße; Zellen 7, 8, 9 und 11 bei Lohrmann, Hattinger Straße 312; Zellen 10, 12, 13 und 14 bei Schmitz, Waldschlößchen, Hasenkampstraße; Zellen 15 bis 20 bei Glahn, Karl=Friedrich=Str. Weitmar=Nord: Saal Göbel, Essener Str. 2. Werne: Schulte=Trux, Rüsingstraße 79; Saal Adolf Höhn, Werner Hellweg 502; Saal Jungermann, Werner Hellweg 479. Wiemelhausen: Paul=Gerhardt=Haus, Kühneplatz 6. Alle mit ihren Eltern eingeladenen Kinder werden gebeten, rechtzeitig und pünktlich zu erscheinen. Die Politischen Leiter sämtlicher Ortsgruppen sind in den für sie zuständigen Feiern pünktlich schon um 18.30 Uhr düur Stelle..., Marken Ei. 41. grabher Zum ersten Maie werden wir die großbeutsche Volksweihnacht mit allen Deutschen, mit den Brüdern aus der heimgekehrten Ostmark und dem Sudetenland, feiern. In allen Gauen werden glückliche Menschen und leuchtende Kinderaugen allen denen Dank sagen, die mit dazu beigetragen haben, auch den letzten Volksgenossen an der Freude des Festes teilnehmen zu lassen. — seite 4 Nr. 300] Bochumer Anzeiger] Freitag, 23. Dezember 1938 Kampf gegen Winterglätte Ein Kapitel von der„Streupflicht“ Die Frost= und Kälteperiode gibt der„Streupflicht" des Hauswirts beziehungsweise des Hauswarts erhöhte Bedeutung. Nach dem Gesetz vom 1. Juli 1912 über die Reinigung öffentlicher Wege liegt das Bestreuen öffentlicher Wege mit abstumpfenden Stoffen als eine von der Ortspolizei erzwingbare öffentliche Last derjenigen Gemeinde ob, zu deren Bezirk der Weg gehört. Aufgabe einer Polizeiverordnung ist es dann, unter Berücksichtigung der örtlichen Verhältnisse Art und Maß der Streupflicht näher zu regeln. Es entsteht nun die Frage, von welcher Zeit an gestreut werden muß. Dieser Zeitraum wird in den einzelnen Gemeinden durch Polizeiverordnung bestimmt. So schreibt für Berlin die Polizeiverordnung vom 21. Oktober 1936 folgendes vor: Nach jedem Schneefall und nach Eintritt von Glatteis müssen die Gehbahnen von 7 bis 20 Uhr frei von Schnee und Eis und von 7 bis 21 Uhr mit Sand. Asche oder anderen geeigneten Stoffen derart bestreut sein, daß gefährliche Glätte nicht entstehen kann. Eisenroste in der Gehbahn müssen zur Verhütung von Glätte umwickelt sein. Für den Abfluß von Tauwasser müssen genügende Durchlässe offen gehalten werden. Zum Streuen darf Salz oder irgendein ätzender Stoff nicht verwendet werden. Das Oberlandesgericht Frankfurt a. M. hat in einem Urteil vom 3. Dezember 1936(3 U. 156/36) entschieden, daß bei der Streupflicht die Bedürfnisse der Gesamtheit der Mieter und nicht die eines einzelnen Mieters maßgebend sind. Wer zu besonders früher Stunde das Haus verläßt, muß sich selbst durch geeignete Maßnahmen schützen. Daß bereits um 7 Uhr gestreut ist, könne man von dem Vermieter nicht verlangen. Es handelte sich in diesem Falle um eine Gemeinde, die die Streupflicht ab 8 Uhr morgens festgesetzt hatte. Angesichts der ausschlaggebenden Bedeutung des Beginns der Streupflicht bei Unfällen durch Winterglätte gibt die Zeitschrift„Das Grundeigentum“, folgenden Rat: Wenn sich bei Winterglätte ein Unfall vor dem Haus ereignet, dann wird der Hauswart sofort daran denken müssen, die genaue Zeit festzustellen, er muß sofort möglichst einwandfrei die Zeit des Sturzes selbst festzulegen versuchen. Er muß sich ferner sofort die genauen Anschriften von Augenzeugen notieren oder von Personen, die unmittelbar nach dem Ereianis hinzugekommen sind. Damit hat der Hauswart für den Fall eines etwaigen Rechtsstreits wichtige: Tatsachen so einwandfrei festgelegt, daß keine Zweifel auf seiten des Gerichts hervortreten können. Autofahrer! Seid vorsichtig! Der amtliche Straßenwetterdienst vom 22. Dezember Reichsstraßen: Dortmund—Bochum: Schneedecke unter 15 Zentimeter, es wird gestreut. Bachum—Hagen: Wie vor. Dortmund—Lünen—Münster: Schneedecke unter 15 Zentimeter. auf fester Schneeunterlage, Verkehr kaum behindert. Dortmund—Soest: Festgefahrene Schneedecke, Schneeglätte, es wird gestreut. Soest—Paderborn: Wie vor. Paderborn—Bielefeld: Schneedecke unter 15 Zentimeter, Verkehr kaum behindert. Lünen—Hamm—Bielefeld: Festgefahrene Schneedecke, Schneeglätte, Straße wird gestreut. Essen—Borken: Festgefahrene Schneedecke, Schneeglätte, es wird gestreut. Wuppertal—Hagen: Festgefahrene Schneedecke, Schneeglätte, es wird gestreut. Solingen—Essen: Schnee unter 15 Zentimeter, es wird gestreut. Köln—Olpe: Schnee unter 15 Zentimeter, Verkehr kaum behindert. Wuppertal—Düsseldorf: Schnee unter 15 Zentimeter, es wird gestreut. Köln—Düsseldorf: Wie vor. Düsseldorf—Duisburg: Feste Schneedecke, Schneeglätte, es wird gestreut. Bochum—Münster—Osnabrück: Schnee unter 15 Zentimeter, feste Unterlage, es wird gestreut. Arnsberg—Brilon: Festgefahrene Schneedecke, Schneeglatte, Verkehr kaum behindert. Plettenberg—Winterberg: Schnee unter 15 Zentimeter, Verkehr kaum behindert. Winterberg—Korbach: Schnee unter 15 Zentimeter, feste Schneedecke. Straßen werden geräumt. Winterberg-Hallenberg: Schnee unter 15 Zentimeter, Verkeyr taum behindert. Weiter winterlich Mitgeteilt vom Reichswetterdienst Essen=Mülheim am 22. Dezember Ein schwaches Tiefdruckgebiet aus Mitteleuropa führt von Süden her Warmluft über die Alpen, so daß es in ganz Deutschland zu Schneefällen kommt. In Ostund Mitteldeutschland konnten die Temperaturen vorübergehend bis auf 0 Grad ansteigen. Unter dem Einfluß der von Finnland noch gespeisten Ostströme stellte sich jedoch bald wieder Frost ein. Vorhersage für Freitag: Bei schwachen Winden wechselnder Richtung meist bedeckt. Vielfach Schneefälle. Temperaturen im Flachlande um— 4 Grad. Vorhersage für Samstag: Wenig verändert. Nachlassen der Schneefälle. Wahrscheinliche Weiterentwicklung: Winterlich. Donnerstag, 22. Dezember Barometer 24 Uhr: 175 Thermometer 3 Uhr:-## Zeiten für Sonne und Mond am 23. Dezember: (DAufg.39, Unterg. 16.19; C Aufg..21, Unterg. 18.23 Wetternotizen, gemessen um 8 Uhr vormittags Die Konleazuldenin Teden der Dienst an der Volksgemeinschaft— Die Ausbildung in Erster Hilfe richten? Ueberall, sieht man die DRK.=Helferinnen, die in ihren freundlichen grauweiß=gestreiften Kleidern mit den leuchtenden weißen Schurzen und der kleidsamen weißen Haube mit dem Roten Kreuz dort zur Stelle sind, wo Erste Hilfe zu leisten ist. Gewiß beglückt es jede Frau, schwachen oder erkrankten Volksgenossen richtig und zweckmäßig zu helfen, Verunglückten beistehen zu können. Auch ist es ein stolzes Bewußtsein, einer Gemeinschaft und Organisation anzugehoren, die die helfende Kraft jeder einzelnen Frau braucht und sie dort einsetzt, wo fremde Hilfe nottut. Wenn Katastrophen und Notstände, Epidemien usw. unser Volk heimsuchen oder plötzliche Unglücksfälle eintreten und Kranke oder Verletzte der Pflege bedürfen, ist jede DRK.=Schwester oder DRK.=Helferin, dankbar, daß sie aufgefordert wird, und helfen kann. Heute, wo jeder Deutsche alles daran setzen will und muß, die Lebenskraft unseres Volkes zu schützen und au, sntärken, bei wesentlich darauf an, daß die Erste„Hüfe ggrau. richtig einsetzt. Desgleichen tann bei Insellionsrrank= heiten, Epidemien nicht genug darauf hingewiesen werden, wie wichtig es ist, daß auch die Laien, die mit den Erkrankten zu tun haben, die einfachsten Desinfektions= und Schutzmaßnahmen genau und sachgemäß durchführen. In den meisten Fällen sind es ja Kinder, die erkranken, und Mütter und Geschwister pflegen die leichten Fälle zu Hause und können die Angehörigen vor Ansteckung schützen. 4664a;. Das Leben der Frau ist stets am innigsten in ihrer Familie verwurzelt. Zunächst sind der Mann und die Kinder, ihre Geschwister und ihr Heim ihre Welt. So ist es doch für jede Frau das Beglückendste, das alles, was sie in der Ausbildungszeit zux DRK.=Helferin oder DRK.=Schwester und auch in ihrer späteren Arbeit lernt, ihrer Familie ebenso dient, wie dem großen Kreis ihrer Volksgenossen..„„„.. 8 465. Im Bereich der Kreisstelle Bochum des Deutschen Roten Kreuzes beginnen im Januar neue Ausbildungslehrgänge in den weiblichen DRK.=Bereitschaften, die zu Ostern 1939 beendet sind. Im Stadtteil Werne beginnt der Ausbildungslehrgang bereits am 5. Januar: Anmeldungen bei Frau Else Kersten, Bochum=Werne, Werner Hellweg 475. In den Stadtteilen Langendreer, Laer, Querenburg und Linden=Dahlhausen beginnen Mitte Januar gleichfalls neue Ausbildungskurse. Anmeldungen für Langendreer: Frau Dr. Große=Holz. BochumLangendreer, Wittenbergstraße 5; Frau Wegmann, Bochum=Langendreer, Hauptstraße 215; für LaerQuerenburg: Frau Ella Haverkamp, Bochum=Altenhochum, Leithestraße 14, Frau Schuhmacher, BochumLaer, Uemminger Straße 199. Frau Dr. Sunkel=Spude, Bochum=Laer, Schattbachstraße 1; für Linden=Dahlhausen: Irmgard Weber, Linden, Keilstraße, Pauline Wassermann, Dahlhausen, Dr.=.=Otto=Straße 98. Anmeldungen nimmt auch die DRK.=Kreisstelle Bochum, Rathaus, für alle Bereitschaften entgegen. Gesellenaustausch im Handwerk Ein Mittel zur Leistungssteigerung Durch Gesellenaustausch zur Leistungssteigerung im Handwerk. Der Gesellenaustausch soll dem handwerkWas treibt wohl unsere Frauen dazu, sich in im=slichen Nachwuchs die Möglichkeit verschaffen durch Armer größerer Zahl in der Ersten Hilfe ausbilden zus beit in mehreren Betrieben in den verschiedensten Gelassen und den Dienst unter dem Roten Kreuz zu ver= genden des Reiches ohne große Kosten und Zeitverlust Ueberall sieht man die DRK.=Heyerinnen, seine beruflichen Kenntnisse zu erweitern und seinen Gesichtskreis zu vergrößern. Durch Erlernung der im Handwerk so vielseitigen Arbeitsmethoden wird Quali= tätsarbeit erreicht. Weiter lernt der Handwerker durch den Austausch auch die einzelnen Teile unseres Vaterlandes und seine Menschen kennen und achten. Um eine umfangreiche Ausbildungsmöglichkeit zu geben, wird nicht nur ein Austausch innerhalb der einzelnen Gaugebiete, sondern auch ein solcher von Gau zu Gau durchgeführt. Zum Gesellenaustausch sind Gesellen und unselbständige Meister aus allen Handwerksberufen zugelassen. Hierzu gehören auch folgende Berufe des graphischen Gewerbes: Schriftsetzer, Buch=, Stein= und Offsetdrucker, Chemigraphen, Stereotypeure und Galvanoecbenstraft,useres Volies zu schüten und Iu boägise plaszfer sowie Buchbinder.. zu, di, Zeit der Burch, ommt der Ausbildung und dem Einsatz in Erner Su#e Musgenommen sind vorerst für oie Heu der Dulchbesondere Bedeutung zu. Bei allen unfallen kommt es. Ausgenommen sind vorerst fl vesentlich darauf an, daß die Erste Hitfe sofort, und führung des Vierjahres sotzt Desale'chan kann bei Infektionskrank= a) Sämtliche Bernt rjahresptans: a) Sämtliche Berufe des Metallhandwerks. b) Aks dem Bauhandwerk folgende Berufe: Maurer, Zimmerer, Dachdecker, Bildhauer und Steinmetze, Stukkateure und Gipser, Pflasterer. Die Annahme von Anträgen und die Durchführung des Austausches erfolgen im allgemeinen fortlaufend und ohne Rücksicht auf die Jahreszeit, jedoch wird sich bei jenen Handwerkszweigen, deren Beschäftigungszulage saisonmäßig bedingt ist, die Festsetzung des Austauschtermins nach der jeweiligen Saison richten müssen. Nur charakterlich einwandfreie und fachlich tüchtige Handwerksgesellen und Jungmeister können sich am Gesellenaustausch beteiligen.„ Nachstehend aufgeführte Voraussetzungen müssen gegeben sein: Mitgliedschaft zur Deutschen Arbeitsfront (Mitgliedsbuch oder letzte Beitragsquittung ist vorzulegen); die Gesellenprüfung muß abgelegt sein; der Teilnehmer muß gesund sein(Abgabe einer eidesstattlichen Gesundheitserklärung). Die mit der Entgegennahme von Anträgen beauftragten Dienststellen des Deutschen Handwerks sind berechtigt, in Zweifelsfällen die Vorlage von polizeilichen und politischen Führungszeugnissen, ärztlichen Attesten usw. zu verlangen. Beratungsstelle für Erb= und Rassenpflege Die Beratungsstelle für Erb= und Rassenpflege des Städtischen Gesundheitsamtes steht allen Einwohnern zur freiwilligen, kostenfreten Beratung in Fragen der Erbgesundheit und der Ehetäuglichkeit zur Verfügung. Bei bevorstehender Eheschließung liegt es im Interesse der Volksgenossen, frühzeitig von dieser Einrichtung Gebrauch zu machen. Sie vermeiden dann manche wirtschaftlichen oder anderen Nachteile, die leicht eintreten können, wenn einer der Verlobten krank ist oder ein Gebrechen hat. Sprechstunden täglich von 10 bis 12 Uhr, Albertstraße 15. Kulturgemeinschaft der Jugend Eröffnung des Veranstaltungsringes 1938/39 des Bannes 67 Bochum der HJ. Der Bann 67 Bochum der Hitler=Jugend darf in diesen Tagen auf ein Jahr der Jugendarbeit zurückblicken, das in allen Aufgabenbereichen, denen sich die Jugend des Führers verschworen hat, schöne Erfolge zeitigte. Vor Wochen einmal ist von berufener Seite vor der Führerschäft des BDM. gesagt worden, daß sich die HJ. nicht als eine Gliederung der Bewegung im üblichen Sinne betrachte, sondern ihre Organisation als den jugendlichen Lebenskreis der Partei verstanden wissen will. Und ebenso wie die Bewegung für die Durchdringung des gesamten deutschen Lebens auf allen Gebieten durch ihre Weltanschauung gekämpft hat und kämpft, fühlt sich die Jugend als der dereinstige Träger dieses deutschen Lebens verpflichtet, in das Erbe der Gegenwart hineinzuwachsen, es mit ihrem Geiste zu durchdringen, um es erhalten und weiterführen zu können. So fühlt sich die HJ. auch gerade mit dem kulturellen Schaffen der Nation verbunden, und der Standort Groß=Bochum hat es in diesem und den vergangenen Jahren an Beweisen für eine solche Mitarbeit nicht fehlen lassen. In solchem Lichte betrachtet, ist der VerDa FTassielVr.tsene Wenn man auf der Straße arbeiten muß Wer auf der von Wagen belebten Straße seine Arbeit verrichten muß, ist zu besonders erhöhter Aufmerksamkeit gegenüber dem fließenden Verkehr aus seinem Berufe heraus verpflichtet. Diese Schlußfolgerung ist aus einem Urteil der Großen Strafkammer als Berufungsinstanz zu ziehen. Sie hob ein Erkenntnis des Schöffengerichts: Recklinghausen auf, das eine Geldstrafe gegen einen Angestellten der Straßenbahn wegen fahrlässiger Körperverletzung festgesetzt hatte. Der Angeklagte wurde nunmehr freigesprochen. er Be geklagten beigebrachten Entlastungszeugin der Fall plötzlich ein viel weniger bedenkliches und ernstes Gesicht bekommen. Das große Herzklopfen war gar nicht nötig. Das Gericht hob das erste Urteil also auf und sprach die Angeklagte frei. Eine größere Freude hat wohl selten ein Mensch empfunden, als diese Angeklagte durch solche Wendung ihres Schicksals. Da sie einen schwerkranken Mann zu Hause zu pflegen hat, wäre die Aussicht, ins Gefängnis gehen zu müssen, für So Jen und Sorgen gewesen. Der Betreffende hatte eine Störung auf einer sehr belebten Verkehrsstraße zu beseitigen und war. mit, dem „Störungswagen“ der Straßenbahn an Ort uus Stelle gefahren. Beim Einbiegen in die fragliche Straße sah er, daß rechts ein Pferdefuhrwerk hielt und links zwei Straßenverkehrsarbeiter am linken Schienenstrange der Straßenbahn Arbeiten verrichteten. Auf etwa 30 bis 40 Meter Entfernung gab er Warnungssignale, damit er glatt zwischen der Pferdekarre und den Arbeitern hindurchkomme. Hatten die beiden das Signal überhört oder waren sie sonstwie abgelenkt— kurz, gerade, als der Störungswagen hindurchfahren wollte, warf der eine Arbeiter eine Schaufel Sand auf den Pferdekarren. Dadurch wurde er vom Kotflügel des Störungswagens erfaßt, drei Meter weit fortgeschleudert und mußte mit einem Bruch des rechten Unterarmes ins Krankenhaus gebracht wurden. Platz zur Durchfahrt für den Wagen wäre vorhanden gewesen, es war kurz vorher doch auch ein Straßenbahnwagen hindurchgefahren. Der erste Richter war zu einem Schuldspruch gegen den Leiter des Störungswagens gekommen. Dieser habe sich nicht ausreichend davon überzeugt, daß seine Warnungssignale auch wirklich gehört worden seien. Die Große Strafkammer aber meinte in Uebereinstimmung mit einem Urteil des Reichsgerichts in einem ähnlichen Falle, daß hier die größere Schuld nicht bei dem Angeklagten zu suchen sei. Es habe sich nicht um Fußgänger gehandelt, sondern um Männer, die bei ihrer Arbeit fortgesetzt auf den Verkehr achten und ihre Arheit oft unterbrechen müßten, um Leute die mit den Gefahren des Fernverkehrs besonders auf einer solchen sie der Gipfei aller Schrecken und Der Mann mit dem runden Hute Waren ba einem Mischhändter Wohin gehen wir heute? Waren da einem Milchhändler mehrere Flaschen Milch aus dem Wagen geklaut worden, als er gerade ein Haus betreten hatte. Der Dieb war entkommen. Aber er war gesehen worden. Ein Hausmädchen beschrieb ihn.„Aha, den Mann kenne ich“, sagte der Milchmann,„der hat mir schon einmal Milch geklaut.“ Die Polizei schickte dem Täter einen gelinden Strafbefehl. Aber mit heller Entrüstung wies dieser die Beschuldigung von sich. Er habe sich am fraglichen Morgen gar nicht am fraglichen Orte befunden. Auch besitze er weder den geschilderten Anzug noch den runden Filzhut, den die Zeugin als„Ententeich“ bezeichnete. Also mußte vertagt werden, während sofort amtlich eine Nachschau bei dem vermeintlichen Milchdiebe vorgenommen wurde. Jetzt folgte die zweite Verhandlung. O weh, der Mann hatte sehr wohl den geschilderten Anzug im wohlgefüllten Schranke und mehr als einen „Ententeich“, auch einen von der fraglichen Farbe. Unter solchen Umständen wurde ihm das hartnäckige Leugnen zum Verhängnis. Der öffentliche Ankläger machte ein sehr erzürntes Gesicht. Auch der Richter war recht erstaunt. Aber das Erstaunen des Angeklagten wurde doch noch größer, als jetzt das Urteil herauskam: Sechs Wochen Haft wegen Mundraubs. Wie konnte sich der Mann auch so töricht benehmen! Das war nun freilich keine angenehme Weihnachtsüberraschung für den Angeklagten. Bett in der Aschentonne Ebenso wenig wird ein anderer ebenfalls schon betagter Angeklagter fröhliche Weihnachten feiern, der sich als„Bettenspezialist" betätigte. Im„Vorübergehen“ hatte er ein über den Balron hängendes Bett Gefahren des Fernverkehrs besonzders, auf einer solchen gehen“ hatte er ein über den Balkon hängendes Bett Hauptstraße(Bochum—Herne—Recklinghausen), durch trauen wouen. Da die Luft anscheinend nicht ganz rein ihre tägliche Arbeit durchaus vertraut seien und des= mar verstaute er es schnell in einer gerade im Hofe beStadttheater: Geschlossen. Tonhallen=Gaststätte und=Diele: Konzert und Tanz. Apollotheater: ab 16 Uhr: Heidi. Capttol: ab 15.30 Uhr: Dir gevört mein Herz. Gloria=Palast: ab 15.30 Uhr: Tarantella. Hammer Lichtspiele: ab 15.45 Uhr: Fahrendes Volk. Lichtburg: ab 16 Uhr: Sergeant Berry. Lichtspiethaus: Vorübergehend geschlossen. Odeon: ab 15.30 Uhr: Heimat. Stala=Lichtspiele: ab 17 Uhr: Heimat. Usa Tonhalle: ab 15.30 Uhr: Der Blausuchs. Weitlichtspiele: ab 15.20 Uhr: Eine Nacht im Mai. Apollotheater Weitmar: Heimat. Capitol Langendreer: Geheimzeichen——17. Capttol Werne: 13 Stühle. Kammerlichtspiele Gerthe: Heimat. Lichtburg Langendreer: Sergeant Berry. Hauptstraße(Bochum—Herne—Realinghausen) durch shte lägliche Arbeit burchaus verrraut seirn und deshalb ihrerseits auch besonders vorsichtig sein müßten. Als der Angeklagte vorsorglich die Warnungszeichen gab, habe er nicht annehmen können, daß sie nicht bemerkt oder nicht genügend beobachtet werden würden. Deshalb habe er freigesprochen werden müssen. Die grundsätzliche allgemeine Bedeutung des Erkenntnisses folgt aus den Umständen des Falles selbst. In Weihnachtsfreude In tausend Aengsten befand sich eine junge Frau, die vom Schöffengericht wegen leichtfertiger Anschuldigung zu drei. Wochen Gefängnis verurteilt worden war. Sie sollte eine in der Armenpflege tätige Fürsorgerin fälschlich belastet und politisch verdächtigt hahen. Die Verhandlung ergab, daß dummes Geschwätz gar zu wichtig genommen worden war. Die Angeklagte hatte, wie sie jammernd versicherte, die Fürsorgerin gar nicht anschwärzen oder gar anzeigen wollen. Das Gerede sei nachher auf Umwegen weiter getragen worden. Auch die Fürsorgerin selbst schien auf eine BeUnion Theater Gerihe: Splegel des Lebens. übrigen hatte nach der Vernehmung einer von der Anwur, verstaute er es schneu in einer gerabe in Pose bereitstehenden leeren Aschentonne und entfernte sich schnell. Wahrscheinlich wollte er eine stille Stunde zur Abholung abwarten. Der Diebstahl war unterdes bemerkt worden. Eine sofortige Verfolgung des Diebes verlief ohne Erfolg. Aber der Frechling kehrte bald an den Schauplatz seiner Tat zurück, erkundigte sich großartig, was los sei und spielte hier wie vor Gericht den maßlos Entrüsteten und Unschuldigen, als man ihm den Diebstahl auf den Kopf zusagte. Ja, er wurde ersten Verhandlung sogar so frech, daß seine„Abführung“ drohte. Bei der zweiten Verhandlung war er schon etwas ruhiger geworden. Aber sein Alibi stimmte ebenso wenig wie die Entrüstung darüber, daß man ihm„so etwas“ überhaupt zutraute. Aber ach, aus seinen Akten ergab sich, daß er gerade ausgerechnet im Bettenklauen eine besondere Gewandtheit besitzt. Nun ging das Licht natürlich ganz aus! Jetzt verurteilte ihn der Richter allen Einwänden zum Trotz zu zwei Monaten Gefängnis. Das gestohlene Bett entdeckte ein Hausgeist zufällig in der Aschentonne, als man Asche hineinschütten wollte. Für den Täter gilt die letzte Warnung: Auf fremdem Bett ist nicht gut ruhen. M. F. anstaltungsring des Bannes 67 Bochum, der nun zum dritten Male stattfindet, nur eine gradlinige Fortsetzung des bisher eingeschlagenen Weges. Mit der Tragödie des Jahrhunderts von Gerd von Klaß:„Ich klage an“, die am Donnerstag abend im Bochumer Stadttheater als geschlossene Vorstellung der H J. aufgeführt wurde, fand der Veranstaltungsring des Winterhalbjahres 1938/39 seine Eröffnung. Im festlichen Raum des Theaters hatten sich die Hitler=Jugend und B2M.=Mädel zu einer kulturellen Gemeinschaft vereint. Bevor sich der Vorhang hob, hielt der Leiter des Veranstaltungsringes, Kameradschaftsführer Dobke, eine kurze Ansprache, in der er u. a. ausführte, daß man sich nach langen Erwägungen entschlossen habe, auch in diesem Jahre, und zwar zum dritten Male, einen Veranstaltungsring durchzuführen. Vor zwei Jahren war der Veranstaltungsring des Bannes 67 Bochum der zweitbeste im Reich und nicht zuletzt deswegen wurden in Bochum im April 1937 als Dank die Reichstheatertage der HJ. durchgeführt. Die Aufgabe soll es sein, eine erlebnismäßige Erziehungsarbeit an der deutschen Jugend zu leisten; denn nur aus dem Verständnis der großen Kulturwerle und Schöpfungen unseres Volkes erwächst jeder Jugend die Kraft, Wertvolles, Neues zu gestalten. Der Veranstattungsring ist die einzige einheitliche Besucherorganisation der deutschen Jugend. In diesem Jahre ist nun nur ein Theaterring zusammengestellt worden, aber auch das soll nur eine Teilaufgabe bedeuten, wenn auch für die Bochumer HJ. der Besuch des schönen und weit über Bochums Grenzen hinaus bekannten Theaters immer im Vordergrund stehen wird. Anschließend folgte die erlebnisreiche Aufführung der Tragödie:„Ich klage an.“ Alte Namen noch heute bekannt Von der„Pappelone" zum„Honigstimpen“. Der Süden Bochums ist reich an alten Namen, deren Bedeutung der heutigen Generation wenig geläufig ist. Viele waren längst in Vergessenheit geraten. Aber dadurch, daß sich Bochum so gewaltig vergrößerte, ist manche Straße mit einem Namen benannt, der nur den ganz Alten noch bekannt ist. Es mag deshalb interessant sein, einige dieser Namen aufzuzählen, die uns an alte Zeiten erinnern und auf Straßen, Gehöfte und Landstriche Bezug nehmen. Ganz im Süden Weitmars, hinter dem Weitmarer Holz, liegt das „Papenloh“. Von dem einstigen„Loh“, dem Wald, der zur Pfarrei Wattenscheid gehörte, ist nicht mehr viel erhalten geblieben.„Pappeione“ nennt der Volksmund das heutige Anwesen im früheren„Loh". Nicht weit ab liegt die„Papenbank". Mit diesem Namen wurde früher ein Stollen bezeichnet. Es waren nur wenige Arbeiter, die hier ihr Tagewerk vollbrachten. Der kleine Bergwerksbetrieb gehörte zum„St.=Matthias=Erbstolln". Eingekeilt zwischen Sundern und Linden liegt die südlichste Spitze Weitmars, der„Honigstim= pen“.„Am Ackerhahn" nennt man den Haarmannschen Besitz auf Sunderner Gebiet. Einst war hier ein Wald, das sogenannte„Ackerhahnenholz". Der„Kamel= baum“, auch„Herrenlinde“ genannt, ist eine seltsam geformte Linde im Breukerholz. Die Bezeichnung „Kamelbaum“, kommt von der seltsamen, mit einem Höcker versehenen Form des Baumes. Ob das Wort „Herrenlinde“ mit den Besitzern von Berswordt=Wallrabe, die im Volksmunde den Namen die Herren führten, zusammenhängt, steht nicht einwandfrei fest. Die Wektmar=Mark war ursprünglich eine Waldung von 396 Morgen. Von hier bekamen Bochumer Bürger seitens der Stadt Brandholz geliefert.„Eine Waldflache ch der Neuling" oder„#elseitens der Stadt Brandholz geliefert von 200 Morgen war auch der„Neuling oder.#9 ling". Die Bezeichnung ist sehr alt, und wir finden sie schon im 14. Jahrhundert. Im)Brantrop“ nennt sich das Gebiet, wo einst die Gehöfte der Brantroy= bauern standen.„Am Gousepöttken".„Am Holtkamp“, „An der Holtbrügge".„Am Steinknapp" usw., sind ebenfalls Bezeichnungen, die früher ihre örtliche Bedeutung hatten und den Charakter dieser Flur offenbarten. Später gerieten sie in Vergessenheit. Dadurch aber, daß man Straßen nach ihnen benannt hat, sind sie der Vergessenheit wieder entrissen. Weitere Lokalnachrichten auf Seite 14.) Seite 5 Nr. 300] Bochumer Anzeiger] Freitag, 23. Dezember 1938 Aus aller Welt Ium Schutz gegen den „Achsenwins“ ist dem Schupo an der Kreuzung der Ost=WestAchse in Berlin mit der bisherigen Siegesallee ein Holzverschlag gebaut worden. Dieser Windschutz, vereint mit einem brennenden Koksofen, läßt ihn den„Achsenwind“(so nennt man in Charlot= tenburg den scharfen Ostwind, der die Ost=WestAchse entlang fegt) leichter ertragen. den Bestimmungen über die Wehrüberwachung angeordneten Meldepflicht sicherzustellen, sind die polizeilichen Meldebehörden gehalten, sich bei jeder An= und Abmeldung eines Dienstpflichtigen des Geburtsjahrganges 1906 und 1907 durch Einsichtnahme in den Wehrpaß von der erfolgten An= und Abmeldung bei den Wehrersatzdienststellen zu überzeugen. Das Glückslos Weltbild Kaviar kam an 52“ holte ihn vom Kaspischen Meer Berlin, 22. Dezember. Eine ungewöhnliche Ladung traf auf dem Berliner Flughafen Tempelhof ein: Ein dreimotoriges„Ju=52“= Flugzeug war bis oben hin beladen mit— Kaviar! Vier Männer und ein kleiner Hund saßen noch in diesem Frachtflugzeug der Deutschen Lufthansa. Der Kaviar kam von Teheran... gR Ihnachtemn krisch Die Berliner können somit zu Weihnachten frischen Kaviar aus dem Kaspischen Meer schlecken, den wir gegen deutsche Wirtschaftsgüter eingetauscht haben. Damit ist ein Anfang zu neuen Wirtschaftsbeziehungen mit Iran geschaffen worden. Denn der Kaviar ist nicht allein für die Berliner Feinschmecker bestimmt, sondern wandert noch weiter und wird zum Beispiel auch auf den deutschen Schiffahrtslinien serviert werden! Der Kaviarflug war übrigens ziemlich kalt, wie Flugkapitän Künstle berichtete, weil das Frachtflugzeug nicht zu heizen ist. So waren Flugkapitän und Besatzung heilfroh, den 18 Grad Kälte entronnen und in Tempelhof gelandet zu sein. Damit hat Deutschland zum erstenmal auf direktem Luftweg Kaviar erhalten. Autofallenverbrecher hingerichtet dnb Berlin, 22. Dezember. Am 22. Dezember 1938 ist der am 12. Dezember 1915 geborene Heinrich Janys hingerichtet worden, der am 20. Dezember 1938 wegen zweier Verbrechen gegen das Gesetz des Straßenraubs mittels Autofallen vom Sondergericht in Hamburg zweimal zum Tode und dauerndem Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte verurteilt worden ist. Die Sicherungsverwahrung wurde angeordnet.... 11.1490 Earner woger Jsuch Janys, der in demselben Urteil ferner wegen versuchten Mordes und einer Reihe schwerer Diebstähle bestraft worden ist, hat sich in zwei Fällen in der Dunkelheit durch Mietkraftwagen in einsame Straßew fahren lassen, um die Kraftwagenführer zu berauben. Am Ziel überfiel er die Fahrer, wobei er den einen niederschoß und schwer verletzte, dem anderen Pfeffer in die Augen streute; er wurde aber im letzten Augenblick durch Passanten an der Ausführung der Räubereien gehindert. Eine weitere Hinrichtung anb Berlin, 22. Dezember. Am Donnerstag ist der am 10. November 1903 geborene Karl Schülke hingerichtet worden, der durch Urteil des Sondergerichts bei dem Landgericht Stuttgart vom 16. Dezember 1938 zum Tode verurteilt worden ist. Schülke, ein schwer vorbestrafter Berufsverbrecher, gegen den die Sicherungsverwahrung angeordnet war, hat am 6. Dezember 1938 auf einem Gefangenentransport zwei Beamte angegriffen und zu töten versucht, um entfliehen zu können. Der Zweikampf in der Wehrmacht Berlin, 21. Dezember. Der Reichsminister der Luftfahrt gibt bekannt:„Der Oberste Befehlshaber der Wehrmacht hat sich die Genehmigung zum Austragen eines Zweikampfes für Wehrmachtangehörige vorbehalten.“ Geburtsjahrgänge 1906 und 1907 werden militärisch ersaßt Berlin, 22. Dezember. Im Einvernehmen mit dem Oberkommando der Wehrmacht werden in der Zeit vom 16. Januar bis einschließlich 28. Februar 1939 die Wehrpflichtigen der Geburtsjahrgänge 1906 und 1907 durch die polizeilichen Meldebehörden erfaßt werden. Der Reichsinnenminister gibt hierzu in einem an die Behörden der inneren und allgemeinen Verwaltung einschließlich Oesterreichs, jedoch ohne die sudetendeutschen Gebiete, gerichteten Erlaß die erforderlichen Anweisungen. Stichtag für den Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthalt der Wehrpflichtigen ist danach für die Erfassung der 16. Januar 1939. Die persönliche Anmeldung der Dienstpflichtigen ist auf die für den Erfassungsvorgang vorgesehene Zeit zu verteilen. Die Vorbereitungen sind so vollständig und genau durchzuführen, daß die Erfassung selbst(das heißt die Anlegung des Wehrstammblatts) zum festgesetzten Zeitpunkt beginnen kann. Die Vorschriften über das weitere Verfahren sind nur bis zur Entscheidung über einen Dienstpflichtigen bei der Musterung, dem Beginn der Wehrüberwachung, anzuwenden. Von diesem Zeitpunkt an gilt das Verfahren als abeschlossen. Um jedoch die Durchführung der nach Ziehung der 12. Reichslotterie für Arbeitsbeschaffung der NSDAP. in München dnb München, 22. Dezember. Am Mittwoch begann in der Hauptstadt der Bewegung die öffentliche Ziehung der 12. Reichslotterie für Arbeitsbeschaffung der NSDAP., die zwei Tage in Anspruch nimmt. Am Nachmittag wurden alle Gewinne und Prämien gezogen. Dabei fiel der Hauptgewinn in Höhe von 100 000 R M. auf das Dop: pellos Nr. 1817170. Die ersten zehn Prämien in Höhe von je 2500 RM. fielen auf die Nummern 119 665, 330 193, 644 112, 1010 492, 1 076 123, 1 625 723, 1 737 809, 2 525 813 und 3133 748. Gezogen wurden außerdem die Endnummerngewinne von 2, 3, 5 und 10 RM.(Ohne Gewähr.) Heute gelangen die Ersatznummern zur Auslosung. Die offizielle Ziehungsliste erscheint am 30. Dezember.. Gebirgsschlag auf einer Grube Von neun Verschütteten bereits acht geborgen dnb Beuthen, 22. Dezember. In der Nacht zum Mittwoch sind auf der Abwehrgrube in Klausberg infolge Gebirgsschlages im Schuckmannflöz, Oberbank, unterhalb der 490=MeterSohle einige Strecken trotz stärksten Ausbaues teilweise zu Bruch gegangen, wobei neun Bergleuten der Weg nach dem Schacht abgeschnitten wurde. Die sofort aufgenommenen Bergungsarbeiten führten nach vierstündiger Dauer zur Befreung von fünf Eingeschlossenen, von denen vier völlig unverletzt geblieben waren. Nur der fünfte hatte einige Verletzungen im Gesicht und am Kopf davongetragen. Nach weiteren vier Stunden konnten drei weitere ebenfalls unverletzt aus ihrer Lage befreit werden. Das Schicksal des neunten eingeschlossenen Bergmannes ist noch unbekannt. 5 Tote, 43 Verletzte Achsenbruch die Ursache des Eisenbahnunglücks in Mexiko Mexiko, 22. Dezember. Das gestern kurz gemeldete schwere Eisenbahnunglück in Mexiko zwischen den Stationen Ometuscu und Irolo erforderte 5 Todesopfer und 43 Verletzte. Der Zug beförderte mehr als 1000 Personen, vorwiegend Regierungsbeamte, die ihren Weihnachtsurlaub in Veracruz verleben wollten. Der Zug bestand aus 13 Waggons, die sämtlich umgeworfen wurden. Die Unfallstelle liegt an einer etwas abschüssigen Strecke. Inzwischen sind zwei Hilfszüge an die Unglücksstelle entsandt worden. Der Verkehrsminister hat eine Untersuchung eingeleitet. Die Ursache des Unglücks scheint ein Achsenbruch bei der Lokomotive des in voller Fahrt befindlichen Zuges gewesen zu sein. Banditen unwesen in Mexiko Auf der Straße von Mizquitio nach Heujuquillo im Staate Jalisco in Mexiko überfielen Banditen fünf Wahlvorsteher, die nach den Gouverneurwahlen im Staate Jalisco in ihre Heimatorte zurückkehren wollten. Alle fünf und ihre zwei Begleiter wurden ermordet. Der Musica=Skandal Benjamin Simon, der Agent Philipp Musicas— Jährlich 6000 Dollar Schweigegeld— Falsche Geburtsscheine für die Familie Musica Newyork, 22. Dezember. In Verbindung mit dem lawinenartig immer noch anwachsenden Musica=Skandal wurde der im Stadtteil Bronx lebende vorbestrafte Benjamin Simon verhaftet, der gelegentlich als Musicas Agent bei Waffenschiebungen und anderen schmierigen Geschäften in Erscheinung trat. Simon gab im Laufe des Verhörs, dem er unterzogen wurde. zu. daß er 1917 zusammen mit Run“" Haueif..... 8 Old Grogram erfand vor 250 Jahren das so beliebt gewordene Getränk Presse-Hoffmann Des Führers Weihnachtsgabe für sudetendeutsche Bauarbeiter Die sudetendeutschen Bauarbeiter des Reichskanzlei=Neubaues wurden jetzt in ihren Weihnachtsurlaub entlassen. Hausintendant Kannenberg überreichte jedem von ihnen einen Koffer mit Weihnachtsgaben als Geschenk des Führers. Die Koffer werden an die Arbeiter überreicht. London, 22. Dezember. Wenn einem der Wind schneidend durch die Glieder fährt, dann nimmt nicht nur der Seebär, sondern auch die Landratte gerne zu einem„steifen Grog“ Zuflucht. Wenn man dann das dampfende Getränk vor sich stehen hat, dann macht man sich wohl keine Gedanken darüber, wie dieses„Männergetränk", das in diesen Tagen seinen 200. Geburtstag feiert, eigentlich entstanden ist. Wer hätte gedacht, daß wir den Grog einem wackeren englischen Admiral verdanken, der einst die beliebte Mischung aus Rum, Zucker und heißem Wasser erfand, um seine Matrosen vor übermäßigem und schädlichem Alkoholgenuß zu bewahren? Es geschah gegen Ende des Jahres 1738, als die britische Flotte Jagd auf Spaniens Handelsschiffe machte. Schon ehe der spanisch=englische Krieg 1739 ausbrach, der zum Sturz des ersten britischen Premier= ministers Sir Robert Walpole führte, entstand eine Krise im Londoner Kabinett. Walpole hatte sich gegen diesen Krieg gesträubt, weil er— eine nicht uninteressante geschichtliche Parallele— der Meinung war, man sei zu schlecht gerüstet. In der Tat befand sich die Flotte Englands nicht in der besten Verfassung. Disziplin und Kampfgeist der Matrosen litten unter dem übermäßigen Branntweingenuß, der zu jener Zeit für jeden Seemann eine Selbstverständlichkeit war. Da griff nun jener englische Admiral ein, der Befehlshaber der westindischen Geschwader war. Edward Vernon hieß er, aber die Matrosen nannten den groben, bärbeißigen Admiral nur„Old Grogram“, weil er stets eine alles andere denn elegante Uniform aus grobem Kamelhaarstoff,„Grogram“ genannt, trug. So derb der alte Seebär in seiner äußeren Erscheinung war, so viel Verständnis hatte er für seine Matrosen, die nun einmal an den Branntwein gewöhnt waren und darum nur schwer gezügelt werden konnten. Nachdem die strengsten Strafen, die gegen Trunkenheit im Dienst verhängt wurden, fruchtlos blieben, zerbrach sich Admiral Vernon den Kopf, wie er dieses wichtige Problem lösen könne. Anläßlich eines kurzen Besuches auf Jamaica kam er auf den Gedanken, Rum mit Wasser zu mischen und dieses Gebräu unter Zutat von Zucker in heißem Zustande zu trinken. Er fand es vorzüglich und verfügte sofort, daß es in Zukunft auf den Schiffen seiner britannischen Majestät strengstens verboten sein solle, Branntwein oder Rum in unverdünntem Zustand zu trinken. Statt dessen solle an die Matrosen stets„Rumwasser“, nach dem von Vernon erfundenen Rezept hergestellt, verteilt werden. Man kann sich vorstellen, daß die Seemänner diesen Befehl als eine ungeheure Zumutung und das„Rumwasser", als ein scheußliches Gesöff bezeichneten. Aber „Old Grogram“ war unerbittlich. Wer mit dem Rumwasser nicht einverstanden war, bekam gar nichts, und wer es doch heimlich mit Branntwein versuchte, über den wurde erbarmungslos die Prügelstrafe verhängt. So fügte man sich schließlich der Anordnung; das Rumwasser bekam aber sehr bald seinen Namen „Grog" als Ehrung für seinen Erfinder„Old Grogram". Der Grog trat seinen Siegeszug durch die ganze Welt an, er wurde zum Leib= und Magengetränk der Seeleute aller Nationen und darüber hinaus eine der angenehmsten„Medizinen“ der Welt. Mit ihm hat sich der alte Haudegen Vernon ein unsterbliches Denkmal geschaffen. Weltbild Coster=Musica, der vor seiner Verhaftung Selbstmord beging Philipp Musica als Spitzel bei der Newyorker Staatsanwaltschaft angestellt war. Er gestand ferner ein, die ganze Zeit über gewußt zu haben, wer sich hinter dem Namen Donald Coster verbarg, den sich der Präsident der Firma McKesson& Robinson bekanntlich zugelegt hatte. Für sein Schweigen um dieses Mitwissen bezog Simon von Coster jährlich 6000 Dollar. Benjamin Simon war es auch, der für die ganze Familie Musica falsche Geburtsscheine ausgestellt und diese dann beim Gesundheitsamt in Washington hinterlegt hatte. Krähenschwarm fiel über ein Kind her. Ein ungewöhnlicher Vorfall, bei dem ein fünfjähriges Kind zu Tode kam, spielte sich in Luck in Ostpolen ab. Dort fiel ein Schwarm ausgehungerter Krähen über ein Mädchen her, das sich auf einer Dorfstraße befand und zerhackte mit den Schnäbeln den Kopf des Kindes so sehr daß es kurze Zeit darauf starb. Jüdischer Sowjethandelsattaché als Warenhausdieb verurteilt Der Handelsattaché an der Sowjetbotschaft in Brüssel, ein Jude namens Abraham Fourewsky, ist wegen Diebstahls in einem Brüsseler Warenhaus zu drei Monaten Gefängnis und 350 Frank Geldbuße verurteilt worden. Das Urteil wurde in Abwesenheit des Schuldigen gefällt, der zur Zeit nicht„auffindbar“ ist. Großfeuer in einem belgischen Gerichtsgebäude Infolge Explosion eines Zentralheizungskessels brach im Gerichtsgebäude von Kortrijk(Westflandern) ein Großfeuer aus. Der Brand, der in den mit Akten gefüllten Kellern reiche Nahrung fand, griff sehr schnell auch auf die oberen Stockwerke über. Ein großer Teil des Gerichtsgebäudes wurde zerstört. Mehrere. Feuerwehrleute erlitten Rauchvergiftungen. Verschollenes britisches Bombenflugzeug entdeckt Das britische Bombenflugzeug, das am 10. Dezember in Habbaniya(Irak) mit sechs Mann Besatzung zum Fluge nach Kairo gestartet und seitdem verschollen ist, ist, wie jetzt bekannt wird, abgestürzt. Sämtliche Insassen haben dabei den Tod gefunden. Die Trümmer des Flugzeuges wurden nach langen Nachforschungen 60 Meilen von Habbaniya entfernt aufgefunden. Englands erstes weibliches Fliegerkorps tritt an Auf dem Flugplatz Romford bei London fand zum erstenmal eine Parade dreier neuer Organisationen des englischen Militärflugwesens, darunter der Frauen=Fliegerreserve, statt. Der Lord=Lientenant von Essex. Oberst J. B. Whitmore, besichtigt auf dem Flugplatz Romford die neugebildete Frauen=Fliegerreserve. Weltbild „Packfix“, der leichte Handschrank für 2 Anzüge oder 6 Kleider 10,73 11.13 20.— PAULKÖLLERMANN „*...chpaschäft fe preiswarte Iadameren Kortumstraße 43, Ecke Rottstrabe w uns Fachgesenan: fur preiswerte Lederwaren Achten Sie stets auf den Vornamen„PAUL — 13.75 15,75 19,75 Drei Preise formvollendeter VollrindiederStadttaschen, mit Moiréfutter und MarkenReiß-Versenlus Seite 6 Nr. 300 Bochumer Anzeiger] Freitag, 23. Dezember 1938 „Ickickt in der Weiknackt“. Von Waktei Siemes Sie hatten Schicht. Nicht wie sonst um zehn Uhr, schuhen an den Apparatestand, wo er auf den Instru=,„Uebrigens, wieviel Kinder hat eigentlich der Tob?“ sondern um acht Uhr. Und sie dauerte nicht wie sonst menten nachschaute, wieweit die„Suppe“ im Oefchen Es war der„Zweite“, der das fragte. bis sechs Uhr, sondern bis acht Uhr. Also zwölf Stunden. Es hatte deswegen Auseinandersetzungen gegeben. Man hatte gesagt, zwei Gruppen sellten statt acht Stunden je zwölf Stunden machen; dann würde wenigstens eine Gruppe, die dritte, Freizeit haben; vierzig Stunden. Und man hatte weiter gemeint, daß die Jüngern, zuvorderst die Unverheirateten arbeiten sollten; gediehen sein moch“e. Die andern Betriebe waren nun still und dunkel. Hin und wieder trotteten noch ein paar Nachzügler unter der Bühne her.„Frohes Fest!“ schrien sie herauf und winkten mit der Hand. Es war seltsam, zu denken, daß jetzt die große feierliche Nacht angebrochen war und sie dunkel umhüllte. dann könnten die Alten, die Väler, in ihren Familien Fernher aus der Stadt kamen auf eisigem Wind Glockensein Dagegen hatte sich der alte Tobias gewehrt: Die Jüngern müßten frei haben, nicht die Aelteren. Denn selbst der ärgste„Windhund“" bliebe einmal im Jahre, am Heiligabend, in der Familie, und diesen„Heiligen Abend“ sollte man ihm nicht nehmen. Die Alten aber wären an Häuslichkeit ja allmählich gewöhnt. Mit einem Wort: die Jungen hätten es„nötiger“. Merkwürdig genug war es ja, daß der Hochofen sich um nichts kümmerte, ob nun Weihnachten war oder nicht. Nachdem er vor vielen Jahren einmal„angeblasen“ worden war, brauchte er sein Futter bei Tag und bei Nacht. und immerfort mußten Leute bereitstehen und ihm helfen, der immerzu drängenden Last ledig zu werden. Seine Mahlzeiten aus Erz. Koks und heißem Wind bekam er automatisch(wiewohl auch dazu einige, wenn auch unsichtbare Leute gehörten), doch die heißen Bächlein des Eisens und der Schlacke mußten ihm von Handarbeitern abgezapft werden. Freilich man hätte seine Ungehärdigkeit ein wenig dämpfen können, aber was wäre schon damit gewonnen gewesen? Zu schweigen davon, daß zwölf Stunden Arbeit bei fünfprozentiger Lohnerhöhung ein gutes Stück Geld ausmachten. Das konnte man schon gebrauchen, zu Weihnachten noch mehr als anderswann. Ob daran auch der alte Tobias gedacht hatte? Am Bühnengeländer stand Friedrich, der„Erste Mann“, und schaute sinnend hinab auf die Schienenstränge, die durch die spärlich erhellte Dunkelheit heraufblinkten. Mehr und mehr war die Hütte zur Ruhe gekommen, eine Stimme, nach der andern war aus dem tosenden Konzert gefallen: das ferne Krachen der Walzen, das Donnern der Konverter, das schütternde Stoßen der großen Gasmaschinen. Nun=war nicht mehr zu hören als das dumpfe Heulen des Gebläsewindes in den dicken Rohrleitungen. Der Erste“ wandte sich um und schob die Tonpfeife in den Mundwinkel. Von den wechselnden Temveraturen war' seine Haut wie gegerbt, und eine tiefe Narbe in der Backe, gleich wie von einem Streifschuß, erzählte von einem Eisenspritzer, der ihn in dem Augenblick erwischt hatte, als er gerade die schützende Drahthaube vom Kopf stülpte. Das war vor vier Jahren gewesen. „Du, wieviel Kinder hat eigentlich der Tob?“ sagte er. Er meinte den alten Tobias. „Ich denk, so'n Stücker sechs“, antwortete der „Vierte". Er stand neben dem andern auf einem Sandhaufen und band sich die Asbestschürze um. Der„Erste“ wandte sich um und schaute über das Geländer gelehnt, wieder nachdenklich hinab auf die blinkenden Schienen. Nach einer Weile richtete er sich auf und klapperte auf seinen halbverbrannten Holztöne herübergeritten und mischten sich in die Gedanken In den Häusern brannten jetzt die Christbaumkerzen, die Kinder sangen. und ihre Augen hatten einen stillen Glanz. In den Stuben war der heimelige Duft von Nadelholz und frischem Backwerk. Hier roch es nach Phosphor, nach Kohlenoxyd und Schwefel und bedrängte die Brust. Damit es in den Stuben so sein könne, mußte auch das sein. Da war nichts zu machen. „Abstich!“ rief der Erste" und stülvte die Drahthaube über den Kopf. Durch die engen Maschen schaute sein Gesicht aus wie aus einem Käfig. Der Gong ertönte, das Rauschen des Gebläsewindes verlor sich aus den Leitungen, es wurde ganz still. Sie ergriffen eine der langen, dicken Eisenstangen, die bereitlagen und begannen mit gewaltigen Stößen und„Hauruck!“ die harte, verkrustete Masse, mit der das Ofenmaul verstopft war, aufzustoßen. Nachdem drei Stangen wie Stricknadeln verbogen waren, vlätscherte unter dem Angriff der vierten endlich ein goldgelbes Rinnsal aus dem Stichloch, das rasch zu einem munteren Bächlein anwuchs und mit feuerheißem Atem durch die Bühnenrinnen an ihren Holzschuhen vorbeifloß. Als das Bächlein langsam versickerte, zogen sie sich zurück. Auf ein Zeichen des Gongs schleuderte ein kleiner Wind die letzten Eisen= und Schlackentropfen aus dem Ofen, daß sie wie Feuerregen über die Bühne stoben. Dann wurde der Wind wieder abgestellt, die Stopfmaschine herumgeschwenkt und die Stopfmasse mit dumpfen, harten Schlägen in das Ofenmaul getrieben. Dann heulte der Wind wieder auf, zwei Atmosphären und 800 Grad Celsius. Der Ofen begann aufs neue, Eifen zu machen. Schnell hatte die angreifende Kälte die letzte Hitze von der Bühne verweht. Der Zweite", der viel an Erkältungen litt, hatte einen neuen Arbeitsschal bekommen, den wickelte er sich jetzt um den Hals. Auch andre hatten schon vor der Schicht Bescherung gehabt, und sie hatten etliches der guten Sachen mit ans Oefchen gebracht. Aus der Umkleidebude kam der„Erste“ mit einer frischen Zigarrenkiste gelatscht. Liebevoll und bedächtig schnitt er mit dem Taschenmesser die Banderole auf. löste umständlich den Nagel aus dem Holz. hob mit aller Behutsamkeit seiner Pranken die beiden Papierlagen ab und reichte rundum. „Mensch du, feine Marke!“ sagte einer, während er auf die Banderole schielte und seine Zigarre zärtlich beschnupperte. Ach ja, es war schon seltsam, am Hochofen zu stehen und dicke Zigarren zu rauchen. Seltsamer aber war, daß sie es als etwas Selbstverständliches hinnahmen, ohne Bemerkungen, geschweige denn selbstverspottendes Gewitzel. Schweigend, wie es ihre Gewohnheit war, standen sie im Knäuel beieinander und bliesen den Rauch kunstvoll und andächtig in die Dunkelheit. „Ich denke, so'n Stücker sechs", antwortete der Wierte!.„ Dann schwiegen sie wieder. Sie sahen so komisch aus in dieser Nacht, auf ihren Gesichtern standen Stille und Güte, gar etwas wie Glück. Selbst der„Dritte", ein Raufbold und Draufgänger von hohen Graden, der erst gestern gemeint hatte, die ganze Weihnacht sei nichts als„wehleidiger Klimbim und fauler Zauber", selbst er schien merkwürdig verwandelt, die trutzige Wildheit seines Gesichts schien besänftigt und gestillt. Vielleicht gingen ihnen im Heulen des Gebläsewindes andre Melodien durch den Kopf. Und dann machte ihnen natürlich auch diese verdammte Sache mit Tob zu schaffen. Warum auch hatte er so blödes Zeug daherreden müssen. 61, Tigrsisch mit nachhenstiche Doch sie sagten nichts. Feierlich, mit nachdenklichen Gesichtern standen sie in ihrem Knäuel, sogen unbeholfen an den Zigarren und spuckten von Zeit zu Zeit die Bühne binab. go„, Izste 5ch.: Miarte“ aus 8. Nach einer Weile loste sich der„Vierte“ aus dem Haufen und stapfte davon, ein wenig Bewegung zu suchen. An der Stopfmaschine begegnete ihm der „Fünfte" und hielt ihn an.„Du“, sagte er,„da war doch die Sache mit dem Tob, ich meine, wieviel Kinder hat denn der eigentäch',, b2### „Ich denke, so'n Stücker sechs“, gab er zurück Einen Herzschlag lang sahen sie sich an, dann gingen sie ihres Wie auch ihn, den„Vierten“, die Geschichte auf einmal bedrückte! Hätte denn wenigstens er nicht begreifen können, wenn schon die andern nicht begriffen! Fast ohne es zu bemerken, fing er an, die schmalen Treppen hochzusteigen, die im Zickzack am Hochosen vorbei zur Gicht hinaufführten, gut zwanzig Meter hoch. Es war lange her, daß er zuletzt da oben gewesen war. Schattenhaft, fast gespenstisch, schwebten am Schrägaufzug die großen Kübel herauf, abwechselnd Erze und Koks. Der„Vierte" stellte den Rockkragen hoch. Es war eisig kalt hier auf der Gicht, der Wind griff an die Knochen. Unter ihm breitete sich, dunkel und unübersehbar, das Werk. Fast unheimlich, nicht unähnlich einem Fabeltier, wuchs das düstere Gewirr seiner Hallen und Gerüste, seiner Türme und Essen in die Nacht. Nur vereinzelt brannten Lampen im Kampf mit der Dunkelheit. Wie kleine, glitzernde Punkte hingen sie verstreut umher. So punkteten die Sterne die Kuppel des nächtlichen Himmels. Groß und erhaben wölbte sie sich zu Häupten des Vierten“, und ihre Lampen glitzerten millionenfach auf ihn herab. Selten hatte er den Himmel so klar gesehen wie in dieser Nacht; selten hatte der Hauch des Unendlichen ihn so fühlbar gestreift wie jetzt auf der Zinne des Hochofens. Seit tausenden, seit millionen Jahren gingen die Himmelslampen in ruhiger Gelassenheit ihre Bahn, ob auch niemand zu sehen war, der ihnen den Weg gewiesen oder die Kraft zur Fortbewegung hätte verleihen können. Als der„Vierte" über die Brüstung nach unten sah, gewahrte er ein paar schattenhafte Gestalten, die sich „Jallo“ und„Nein Freund Fack“ Klallisches und modernes Schauspiel in Bochum Als nächste bevorstehende Neueinstudierung auf dem Gebiete des klassischen Dramas durch das Bochumer Schauspiel ist Goethes„Tasso“ vorgesehen. Die Spielleitung liegt in Händen von Professor Dr. Saladin Schmitt. Die Titelrolle spielt Horst Caspar. Die Premiere wird voraussichtlich in der zweiten Januar=Hälfte stattfinden. Im zeitgenössischen Spielplan gelangt als nächste Premiere das neue Stück des bekannten englischen Bühnenautors Somerset Maugham „Mein Freund Jack“ zur westdeutschen Erstaufführung, und zwar am 31. Dezember. außerhalb der Bühne zu schaffen machten. Er warf den abgebrannten Zigarrenstummel hinunter, schaute noch einen Augenblick hinter der fallenden Glut her und stieg dann vorsichtig die schmalen, ein wenig vereisten Treppen hinab. Unten angekommen, sah er neben der Bühne ein paar halbgebückte Gestalten damit beschäftigt, ein Loch in die Erde zu graben. Daneben stand einer und hielt einen Tannenbaum. Als der„Vierte" näherkam, erkannte er Tob; neben ihm den kaum weniger alten Hannes Auch die diensttuende Mannschaft war in eifriger Betriebsamkeit. Die einen legten von der Bude her eine Lichtleitung, andre steckten die elektrischen Kerzen auf, wieder andre holten Steine herbei, damit man den Baum in dem lockeren Erdreich festkeilen könne. Alles geschah mit spärlichen, halblauten Worten wie in andächtiger Verschwiegenheit. In den Gesichtern stand eine geheime Verklärung, ein kindlich verschämtes Lächeln, wie es der Hochofen bei seinen Leuten nie gesehen hatte. „So“, sagte der alte Tob, als das Werk beendet war und die Kerzen eingeschaltet waren,„da merkt ihr Brüder wenigstens, daß das keine Nacht ist wie jede andre!“ Der„Erste“ kam mit seiner Zigarrenkiste geklappert; sie nahmen und zündeten an. Dann standen alle schweigend und rauchend in der bittern Winternacht rund um den Baum. Zwischen ihm und dem stillen Tob wanderten ihre Blicke in scheuer Heimlichkeit hin und her, und allen war anzusehen, daß Seltsames in ihnen vorging. Sie spürten ein Drängen, dem alten Tob etwas zu sagen, doch wußten sie nicht was... Steht Da löste sich aus dem Häusermeer der fernen Stadt ein Glockenschlag. Einsam, ein wenig zitternd kam er durch die klare Luft zu ihnen hergeflogen; doch rasch gesellte sich ihm eine zweite Stimme, eine dritte und vierte, und in wenigen Augenblicken umhüllte sie ein vielstimmiger Chor. Deutlich war es zu spüren, daß er in diesem Augenblick die ganze Erde mit der festlichen Botschaft dieser Mittemnacht erfüllte. Mit großen Augen sahen sie durch die Dunkelheit einander an. Auf den vom Lichterbaum augehellten Gesichtern standen Hilflosigkeit und kindliche Scheu. Es war Tob, der als erster sich rührte. Da erst rührten sich auch die andern, und jeder ging von Mann zu Mann, drückte dem andern die Hand und sagte:„Frohe Weihnacht!,„„, gf.“ Iur inträsteten G. Im Stillen baten sie dem Alten ihre entrüsteten Gedanken ab. Niemand sprach ein Wort, aber als am Weihnachtstag für die sechs„Blagen“ ein Paket abgegeben wurde, dessen Geber nicht genannt war, wußte der alte Tob doch, woher die Gabe kam. 14) Wenn es zu dämmern anfängt und der heiße Tag sich aufzulösen beginnt, machen wir unseren Abendspaziergang. Das erinnert Hedwig immer an unseren früheren, fröhlichen Begleiter. Sie trauert ihm nach. Ich habe es nicht gern, wenn sie von ihm spricht, denn immer steigen mir dann so sonderbare Gedanken auf. Es ist ja eigentlich lächerlich. Er kann ja auch irgend etwas gefressen haben... aus Zufall. Ich seufze auf. Und... sie schweigt fortan über dieses Thema.„... Mung 9a bchEs ist an einem Abend im August. Ich habe von einem Freund einen Brief bekommen, der mich um meine Ansicht in einer medizinisch=wissenschaftlichen Angelegenheit ersucht, und ich sitze an meinem Schreibtisch und erfülle seinen Wunsch. Veronika geht leise hin und her und deckt den Tisch. Alle Fenster sind offen. Der Himmel brennt wie Feuer und wirft seinen roten Schein auf meinen Bücherkasten und auf die hohe Eichentüre, die auf den Gang führt. Ich sehe nicht auf und schreibe fort. Ich will den Brief noch vor dem Nachtmahl beenden. Auf einmal höre ich von der Tür her einen Laut. Ich lege die Feder nieder und schaue hin. In ihrem offenen Rahmen steht... Veronika... im Glutschein der Sonne. Sie hat Augen die eine furchtbare Angst unnatürlich geweitet hat. Ihre Stimme, die sprechen will, ist nichts als ein entsetztes Räuspern. Was gibt es denn?!“ schreie ich sie an. Da redet sie. Es ist gar nicht so. als rede Veronika, die sonst alles so heraussprudelt. Es ist ein schweres, abgebacktes, mühsames Sprechen. „... kann die gnädige Frau... net... finden. I kann's net... finden. I find's net.“ Ich springe auf und sage beruhigend zu ihr und zu mir:.„.— Enh„Wir werden sie schon finden!“ Das ist ganz einfach gesagt. Aber... meine Kehle ist dabei doch so zu, als fasse eine Hand nach ihr. Dabei habe ich eine Wut auf Veronika. Was braucht sie mich so zu erschrecken“„ Sie wird ja gleich kommen! Sie kann ja nicht „Eie kann sa nicht weit sein!“ wiederhole ich laut und es hallt schon im Gewölbe des Ganges zurück. „Sie wird in ihrem Zimmer sein!" Veronika läuft auf ihren Hausschuhen laut neben mir her. Ich sehe sie von der Seite an. Sie ist bleich und verändert und es ärgert mich, daß sie nicht spricht. Sonst redet sie doch immer wie ein Wasserfall, wenn man es nicht brauchen kann.„„.2dm gi. 12 Ich klopfe an Hedwigs Tür. Die Sekunden, die ich warte, sind weniger als drei. Ich kann nicht. Ich klinke die Tür auf. Das Zimmer ist leer. Da herrsche „Vor einer halben Stund war's no bei mir in der Küch. Was wir morgen kochen, ham wir geredt. Dann is naus gangen. I hab denkt, sie is bei Ihnen!" „Hör auf zu heulen! Was heulst du denn? Warum heulst du denn? Warum denn? Sie wird im Hof seinl“. 64 S, Jäxft mie A. Veronika antwortet nicht. Sie läuft wie ein treuer Hund nehen meinen großen Schritten her. Der Hof ist leer. Wie ich sein großes Viereck mit einem Blick erfasse... er ist... leer. Trotzdem gehe ich auf den heiligen Rochus zu. Er schaut mir steinern und unerbittlich ins Gesicht. Er weiß nichts von ihr. Sinnlos gehe ich um ihn herum. Sinnlos greife ich in das Wasser des kleinen Troges, wie sie immer tut, ob es verdunstet ist und ob die Mohnblumen noch genügend haben. Dann raffe ich mich, erschrocken über mich selbst, zusammen... dach zugewesen 8 ag..3• „Ist das Tor doch zugewesen...! Ist es zu?“ frage ich Veronika. Ich will, daß sie redet... aber sie nickt nur. Ich gehe hin und prüfe Schloß und Riegel. Fester kann kein Tor verriegelt sein wie dieses. „Sie wird im... Garten sein!“, sage ich laut und Veronika neben mir, laufe ich fast schon durch das Steinportal zurück und hinten hinaus in den Garten. „Sie wird beim Grab von Barry sein“, sage ich: Gott sei Dank, daß mir solche Sachen einfallen. Es tröstet so. Veronika aber schüttelt den Kopf. Mein erster Blick It borthin.,, hart fehen me vIen MeWVen. Ich habe sie dort sehen wollen... wollen. Ich habe sie, wie ich die Toreinfahrt durchschritt, schon dort gesehen... im Geiste. Ja, ja, ja! Dort muß sie stehen! Sie muß dort stehen! Die Stelle ist leer... Ich fasse Veronika am Arm. In meinen Augen muß ein noch größeres Entsetzen * Wo kann sie denn nur sein? Wo kann sie denn nur sein?“ Ich schüttle Veronika.:„Wo kann sie denn I hab sie scho überall., gesucht.“ schluchst diese nur. ich Veronika an: „Wo, kann sie denn sein? Wann hast du sie zum letzten Male geseben!“„.ui4 herage und fingt Veronika zieht ihr Ta,chentuch hervor und fängt zu weinen an. „Sie wird im Kreuzgang sein!“, sage ich. Sie schüttelt den Kopf und rennt nehen mir her. Der Lichtkegel jagt die Dämmerung vor sich her und verwischt die schwarzen Schatten der vielkantigen Säulenbündel.„„ FKra, 12 L— zicte n Ich denke... warum schreie ich denn nicht? Warum rufe ich sie denn nicht? Wenn ich rufe, würde sie antworten. Aber... ohne es zu denken, weiß ich doch, daß ich mich vor dem Laut der eigenen Stimme und vor dem Warten danach fürchte, weil... ja niemand antworten wird... weil das noch schrecklicher ist als das Nennen. ,,, Iuersassene Hanelle ein Mitel. Es fällt mir die halbverfallene Kapelle ein. Vielleicht ist sie dort. Sie hat einmal gesagt, sie wäre so... romantisch.„.„... Aarten.#h Kampf- i. Die Kapelle ist hinter dem Garten. Ich stampfe die wilden Rosenstauden mit meinen Füßen zusammen. Die Tür schließt nicht gut, weil sie schief in den Angeln hängt. Warum habe ich sie noch nicht richten lassen? Es schaut unordentlich aus. Ich muß es dem Maurer sagen. Es ist eine Wohltat. etwas anderes zu denken. Veronika kommt nicht mit hinein. Es knackt ein wenig, wie ich den Scheinwerfer einschnappen lasse, daß sein Licht wie eine weiße Fahne hereinfährt in das verlassene Gotteshaus... über die Trümmer des Altars hinweht... und das Dunkel grell versagt. 9. gebe Jiu uaar#. Sie ist... leer. Ich gehe ein paar Schritte vor. Die Sakristei! Es ist ein Irrsinn! Was täte sie dort? Aber... solcher. Irrsinn kommt einem nicht mehr irrsinnig vor. Nichts mehr kommt einem irrsinnig vor. Auch nicht... daß ich jetzt dorthin haste, wo ich die unterirdische, steinerne Treppe weiß! Ich habe Veronika verloren. Es erleichtert mich. Ich werfe mich auf die Erde im Winkel des Kreuzganges und zerre den Stein an einem eisernen Ring aus den Fugen. Die gemauerte Treppe wird sichtbar. Es kommt mir nicht mehr zum Bewußtsein, daß sie nicht da unten sein... kann. Daß ihre Kräfte nicht ausgereicht haben würden, den Stein zu heben. Ich stolpere hinunter. Mit einer Hand halte ich mich an der Mauer. Es ist eine dumpfe, modrige Luft. Da unten ist ein Raum, gewölht und niedrig. Ich war noch nie unten. Es sind Nischen in den Wänden. In den Nischen stehen Särge... zerfallen und morsch. Ich fahre mit der Hand an meine feuchte Stirne. Wenn ich schreien könnte, würde ich schreien... beten... die anrufen... daß sie mir helfen! Weil es heilige Männer waren! Für was habe ich sie da unten... schüße ihren Frieden“ zingng aich wes en Jaht nan Ich stolvere wieder hinauf. Ich weiß es jetzt, von dort geht kein Weg weiter. Es ist gar kein unterirdischer Gang. Es ist die Klosteraruft.„ Ich hin wieder im Hof. Der Mond steht mit einer Sichel über dem heiligen Rochus. Jetzt wird mir Veronika mit beiden Armen aus dem Küchenfenster winken. Sie ist schon da! Sie war ja nur im oberen Stock, und das fällt mir so ein, ohne daß ich es überlege. Das Küchenfenster ist offen... ist dunkel. is ler. 675. uf wich usdmr rus ui. Sie wird im Torgewölbe auf mich warten und mir dort= minken und zuschreien. Das Torgewölbe... gähnt schwarz. Veronika ist nicht da. Sie holt in der dunksen Küche auf einem Stockerl und schluchzt. Jetzt kann ich schreien. Ich schreie: „Das ist ja alles... Unsinn! Was glaubst du denn eigentlich? Du glaubst, sie ist.. gestohlen worden!“ ein verzweifeltes, krampfhaftes, unIch stürze ins Wohnzimmer zurück. Ich will meinen Scheinwerfer holen. Es ist schon so dämmrig. Ich denke: Vielleicht ist sie inzwischen ins Haus gegangen... und wartet im Wohnzimmer auf mich, O ja... Wenn man sich so sucht... man kann sich Ich schwanke über die Schwelle. Auf meinen Lippen steht schon der erlöste Schrei: Da bist du ja! Ich brauche sie bloß zu öffnen...“ er ist sprungbereit auf Das Zimmer ist erloschen und.. ist leer. Das weiße Tischtuch und die zwei weißen Teller sind das Gipz gp oe Gand fmästrfte z.28 vetg die eisct- fahrig nathirsches Lachen.„Im oberen, Stock ist siel Im auf. Meine Hano wühlt alles zur Seite, und kann die Taschenlampe nicht finden. Veronika lehnt noch in der Toreinfahrt, ein dunkler, breiter. verwischter Schatten, als ich zurückkomme. Saal ist sie! Im Saal...! Weil sie immer so gern im Saal ist! Weil es ihr dort gefällt! Die Bilder gefallen ihr sol!“ Veronika ist aufgestanden. Ueber ihren rinnenden Tränen stehen ihre Augen in einer Freude, einer... Freude.. Ihr Mund kann wieder reden. „Wirkli? Ja wirkli? Ja... so was! Jesus.. i bin no ganz weg! Aber... i bin ja vorhin droben gwesen... und da is die Tür abgesperrt gwesen... da hab i denkt, da kann's net drinn sein!“ Ich lache grell und Veronika fällt auf ihren Stuhl zurück vor diesem Lachen. Ich werfe mich herum und stürme die breiten Treppen ins obere Stockwerk hinauf. Ich höre hinter mir schlurfen. Veronika kommt nach. Ich drücke auf die Klinke zur Flügeltür des Saales. Sie leuchtet golden auf, aber... sie gibt „Hol die Schlüssel!“, rufe ich ihr zu. Ihr Schlurfen verhallt und ich muß mich an den Pfosten lehnen. Soll ich rufen? Ich versuche es.„ „Hedwig...!“ Und wieder nach einer Pause: dwig.!“ Ich kann die Stille nicht ertragen. Ich gehe auf und nieder. Warum kommt die Person so lange nicht? Dann denke ich: Es ist so lächerlich, einen Menschen hinter einer Tür zu suchen, die von außen abgesperrt ist. Aber in solchen Fällen muß... man alles tun. Es gehört dazu, sage ich zu mir selbst... und laut zu Veronika:„Sperr auf!“ Sie kommt nicht zustande Der Saal ist erfüllt von mattem Mond= und Himmelslicht. Dunkel stehen die Aebte an weißer, goldquadrierter Wand, unendlich fern und teilnahmslos. Ich weiß nicht mehr, wie ich hinunterkomme. Ich komme erst wieder zu mir wie meine Uhr schlägt, rasselnder Antrieb hiezu läßt mich auffahren. Es ist Bei der Tür ist ein Schatten. Er sitzt auf einem Barockfauteuil, der dort steht, und ist schweigsam, dick und unbewegt.... Veronika. Sie hat das nie getan. Es beweist mir, daß ein großes Unglück geschehen ist. Solche treue Seelen sind im Unglück wie Schatten neben einem, damit man nicht allein ist. Ich kann noch nicht denken. Das Rätsel ist über allem Denken. Es ist wie eine große Spottfrage: Wie komm ein Mensch aus einem verschlossenen, hochummauerten Hof, wo kein anderer Ausgang ist als ein Tor, an dem alle Riegel intakt sind. „Barry ist... vergiftet worden." Von der Tür kommt ein Geräusch wie ein Stöhnen. Die Spottfrage wächst noch... wird immer größer. der Kopf sinkt mir nach vorn und ich weiß nicht, wie lange ich so gesessen habe. Als ich ihn hebe, ist das Zimmer von der Mondhalbscheibe in einem dürftigen Glanz. Die unerträglichen zwei weißen Teller springen mir von allen Gegenständen in dieser aufdringlichen Weise herausgehoben, in die Augen. Der dunkle Schatten ist noch immer an der Tür. Vom Gesicht sehe ich noch nichts Es hängt ganz tief herunter. Ich sehe nur die zwei verarbeiteten Hände in einer stillen und ergebenen.Verkrampfung auf der dunkelblauen Schürze liegen. Da stehe ich auf und sage v. Zeck den Tisch ab, Veronika.. und geh schlasen! Es ist jetzt nichts mehr zu tun!“„„... Sie gehorcht und ihre dunkle Gestalt gleiter mit einer wortlosen Trauer hin und her. Als ste wieder an mir vorbeikommt, lege ich ihr die Hand auf die Schulter. Ich will etwas sagen und kann nicht. Aber die Berührung, die ein stummer Dank war, löst in ihrer einfachen, unverbildeten Seele die Starre. Ihre Brust hebt sich zuckend und sie preßt die zwei weißen Teller dagegen.(Fortsetzung Seite 7 Nr. 300] Bochumer Anzeiger] Freitag, 23. Dezember 1938 NeuerErgen Ars Wirerer 60000 Zentner Nordsee=Speisemuscheln— Muschelzucht in der Flensburger Förde Eine neue Krabbenait in der Elbe Die Erweiterung der Volksnahrung aus dem„Segen des Meeres", das eine unserer„Nahrungsreserven“ darstellt, hat seit der Machtübernahme große Fortschritte gemacht. Deutschland steht jetzt auf dem Gebiete der Hochseefischerei an zweiter Stelle in der Welt. Auf dem Gebiete der Salzheringsproduktion hat Deutschland England überholt. Gleichzeitig hat die deutsche Fischkonservenindustrie eine starke Ausdehnung erfahren. Neuerdings wird auch der Muschelzucht große Aufmerksamkeit gewidmet. Mehr als 60000 Zentner Speisemuscheln— man nennt sie auch „Nordsee=Austern“— werden jährlich von der oldenburgisch=ostfriesischen Küste aus versandt. Es ist jedoch möglich, die Ertrage noch bedeutend zu steigern. Schon hat man unter Mitarbeit des Reichsnahrstandes an einigen Stellen neue Muschelkulturen angelegt. Das Winterhilfswerk ließ in den Vorjahren große Mengen Muschelkonserven herstellen und auch jetzt in wieder eine ähnliche Aktion in Aussicht genommen. Wie die„Deutsche Fischerei=Rundschau" berichtet, hat jetzt an der oldenburgisch=ostfriesischen Küste der Miesmuschelfang wieder begonnen. Laisge Zeit ist der Wert dieser nahrhaften Speisemuschel nicht erkannt worden. Noch um die Mitte des vergangenen Jahrhunderts verwendete man sie nur für Dungezwecke. Während des Weltkrieges konnten die Muschelfischer gar nicht genug Miesmuscheln an Land bringen. In der Nähe von Wangeroog trifft man auf die ersten Miesmuschelbänke. Durch die reichlichen Mengen Salzwasser wird die Frischhaltung der Muscheln wesentlich gefördert. Schließen sich doch unter der Einwirkung des Wassers die Muscheln eng zusammen, so daß die Luft nur schwer Zutritt hat. Der steigende Absatz deutet darauf hin, daß die Bemühungen, die schmackhaften Speisemuscheln volkstümlich zu machen, von Erfolg begleitet sind. Jetzt will man die Speisemuschelzucht auch in der Flensburger Förde aufnehmen. An Bord des staatlichen Fischereifahrzeuges„Wacht" befindet sich eine Kommission von zwei Sachverständigen des Biologischen Instituts für Meereskunde in Helgoland und des gleichen Kieler Instituts. Die Kommission bezweckt die Anpflanzung und planmäßige Zucht der Muschel in der Flensburger Förde. Wahrend man in der Nordsee die Pfahlmuschel schon seit Jahren zuchtmäßig angepflanzt hat, kommt sie in der Förde noch in wildem Zustande vor.„. He8gltt 1 Eine Erweiterung der Nahrungsreserve bebeutel auch das Erscheinen einer neuen Krabbenart in der Elbe. Die Reichskanalverwaltung hat einigen Fischern das Fischereirecht gegeben, die neu auftretende Krabbenart in Elbe und Nord=Ostsee=Kanal, die eine helle, fast weiße Färbung zeigt, auszubeuten. Es handelt sich nach der wissenschaftlichen Feststellung um eine sehr schmackhafte Krabbe, die nach der Abdämmung der Zuidersee in Holland nach der Elbe abgewandert ist. Wieder„Im eigenen Saft“ Versorgungsausgleich in der Fleischwirtschaft Ueber den Reichsinnungsverband des Fleischerhandwerks gelangen jetzt wieder die bekannten Konserven Schweinefleisch und Rindfleisch im eigenen Saft zur Ausgabe, wobei die Dosen eine NettoFleischeinlage von 850 Gramm haben. Da es sich um eine Großaktion handelt, werden an die einzelnen Bezieher nur volle Waggonsendungen geliefert. Jeder Waggon enthält 10000 Dosen Rindfleisch und 5000 Dosen Schweinefleisch. Auf den Bezugspreis von der Reichsstelle darf die Fleischerinnung lediglich die ihr selbst entstehenden Kosten aufschlagen. Der Ladenverkaufspreis beträgt für Rindfleisch im eigenen Saft je Dose 1,70 RM., fur Schweinefleisch im eigenen Saft je Dose 1,90 RM. Dieser Preis darf nicht überschritten werden. Zu den gegen Rost eingeölten Dosen werden Etiketten geliefert. Sämtliche Konserven müssen bei Vermeidung von Strafen diese Etiketten tragen. Die idealste Wohnungsform 3000 Wohnungen sind bei der Gehag noch im Bau, 6000 Arbeiterwohnstätten in Vorbereitung. Die Gemeinnützige Heimstätten=Spar= und Bau=Aktiengesellschaft lin weist in ihrem Geschäftsbericht für 1937 darauf hin, daß sie wiederum, wie es seit 1933 der Fall ist, mit besonderer Aktivität den Arbeiterwohnstättenbau gepflegt hat. Die Gehag ist nicht nur das Haupt=Wohnungsbauunternehmen der DAF., sondern das meinnützige Wohnungsbauunternehmen Deutschlands überhaupt. Bei der Neugestaltung verlins sind den Unternehmen besondere Aufgaben übertragen. Aber auch außerhalb der Reichshauptstadt liegen die beitsgebiete der Gehag, so in den Braunschweig, im Gau Franken, in der Rheinpfalz, in Oberschlesien und im Regierungsbezirk Aachen. Die Haupttätigkeit erstreckt sich auf den Geschoßwohnungsbau. Von den rund 20 000 bisher fertiggestellten Wohnungen sind 13600 Mietwohnungen. Wenn die Arbeiterheimstätte als die wertvollste Wohnform betrachtet wird, so ist doch der Anteil der Kleinsiedlerstellen von 45 Prozent im Jahre 1936 auf 80 Prozent im Berichtsjahre zurückgegangen. Die begxingppung, ger„ergz und Baueisen hat weiterhin hewix,, daß.00 nu. Wohnungs=Einheiten gegenuver 3407 im Vorjahre tiggestellt werden konnten. 1862 im Bau befindliche Wohnungen waren in das Jahr 1938 hinübergenommen worden. Ende 1938 sind noch rund 8000 Wohnungen im Bau. Die Gewinn= und Verlustrechnung schließt mit Gesamteinnahmen von.5(im Vorjahre rund.0) Millionen Reichsmark ab. Der Reingewinn beläuft sich auf 105 500(130 300) Reichsmark, wobei zu bemerken ist, daß nach den neuen aktienrechtlichen Bestimmungen die Zuweisung zu den Rücklagen vorweg erfolgte. Die Miet= und Pachtzinserträge stiegen von rund 2,0 auf 2,65 Millionen Reichsmark. Die echten Rückstände betragen nur 1,2 Prozent. Die Hauptversammlung nahm den Abschluß zur Kenntnis und beschloß, aus 0,105 Millionen Reichsmark Reingewinn 4 Prozent Dividende zu verteilen und 2265 Reichsmark vorzutragen. Ferner wurde beschlossen, das Kapital der Gehag um 3 auf 5 Millionen Reichsmark zu erhöhen, um die Gehag auch kapitalmäßig für ihre gesteigerte Bautätigkeit auszurüsten. Die jungen Aktien werden in der Hauptsache von der DaF. übernommen. Für das Frühjahr 1939 hat die Gehag ein großes Bauprogramm mit 6000 Arbeiterwohnstätten vorbereitet, seine Finanzierung ist im wesentlichen gesichert. Veigewilnnung aus Stemiöhie Prüfungsergebnisse der Schwelverfahren Vor kurzem fand die 48. Sitzung des Arbeitsausschusses des Kokereiausschusses unter der Leitung des neuen Vorsitzenden, Direktors Dr. Wollenweber(Dortmund), statt. Nach einem eingehenden Bericht, von Direktor Dipl.=Ing. Traenckner(Essen) sem Verfahren jedoch keine wirtschaftlich brauchbare Gewinnungsmöglichkeit für große Mengen preiswerter Oele sehen. Außerdem muß berücksichtigt werden, daß der Kokereiteer die einzige deutsche Rohstoffquelle für reine Aromaten ist, die bei der Anwendung der Innenabsaugung in größerem Umfang nach den jungst erneut gemachten Vorschlägen ihren rein aromatischen Charakter verlieren würde. Die Schwelversuche im Ruhrgebiet Neue Großanlage Im Ruhrbergbau bestehen verschiedene Gemeinschaftsunternehmungen wirtschaftlicher, chemisch=technischer, hygienischer und sozialpolitischer Art. Das ist der beste Weg für Dinge, die einer gemeinschaftlichen Forschung und langer Versuche und deshalb in der Regel auch eines größeren Kapitaleinsatzes bedürfen. Eine der jüngsten Gemeinschaftsgründungen ist die im März 1936 eingerichtete Vereinigung zum Studium der Steinkohlenschwelung. Im Laufe der Zeit wurden hier Versuche nach zwei verschiedenen Verfahren angestellt, die sogenannte Schwelkoksformlinge liefern. Die Schwelversuche haben jedoch bislang im Ruhrgebiet nicht die erhofften Ergebnisse gezeitigt. Deshalb werden nicht etwa die Hände in den Schoß gelegt, vielmehr wird von Direktor Dipl.=Ing. Traenckner(Essen) etwa die Hände in den Schoß gelegt, vielmehr über die Bedeutung des Koksofengasschwefers für die das Problem wieder von einer andern Seite angevackt. deutsche Schwefelwirtschaft gab Direktor Dr. Weit=[Es ist nämlich eine Großversuchsanlage fur die sogetenhiller(Dortmund) einen umfangreichen Ueberblick über die Forschungs= und Entwicklungsarbeiten der Vereinigung zum Studium der Steinkohlenschwelung(BfS.). Die VfS. hat die Aufgabe, die Vorarbeiten für die Einführung der Steinkohlenschwelung durch Prüfung aller Verfahren zu leisten, die nicht von anderen Stellen in dem erforderlichen Ausmaß untersucht worden sind. Die Arbeiten der VfS., über die demnächst in der Fachliteratur ausführlich berichtet wird, erstreckten sich zunächst auf zwei Verfahren, die sog. Schwelkoksformlinge liefern. Die Versuche haben jedoch ergeben, daß diese Verfahren technisch noch nicht genügend durchgebildet sind. Versuche mit dem Spülgasverfahren Weitere Arbeiten der VfS. haben den Nachweis erbracht, daß man auch nach dem Spülgasverfahren, mit dem in Oberschlesien recht günstige Ergebnisse erzielt wurden, unter bestimmten Bedingungen Ruhrkohle schwelen kann, die an sich für die Spülgasschwelung nicht geeignet ist. Diese Versuche werden an einer in Kürze fertiggestellten Großversuchsanlage zu Ende geführt. U. a. soll auch versucht werden, Brikette aus gasreicher Kohle im Spülgasverfahren abzuschwelen, da dies gewisse Vorteile verspricht. Allerdings mußte festgestellt werden, daß die Spülgasverfahren hinsichtlich der Schwelteerqualität noch nicht befriedigen, während die Heizflächenschwelverfahren, z. B. das von der Fried. Krupp AG. bis zur Betriebsreife entwickelte Kruvp=Lurgi=Verfahren und das Verfahren der Brennstofftechnik, besser zu bewertende Schwelteere ergeben. Die Oelergiebigkeit bei Innenabsaugung Neuere Veröffentlichungen gaben Veranlassung, anschließend im Sachverstandigenkreis nochmals die Frage zu erortern, ob die Innenabsaugung bei der Verkokung geeignet ist, größere zusätzliche Oelmengen zu liefern. In dieser Veröffentlichung war betont worden, daß die Innenabsaugung eine höhere Oelausbeute bei der Verkokung zu erreichen gestattet und daß dieses zusätzlich gewonnene Oel als Diesel= oder Heizöl Verwendung finden könnte. Demgegenüber wurde erneut zum Ausdruck gebracht, daß die zahlreichen Versuche mit der Innenabsaugung im Ruhrrevier im Endergebnis nicht eindeutig verlaufen sind. Zwar gewinnt man mit der Innenabsaugung gewisse Oelmengen zusätzlich; man kann in diedas Problei wieper von einer andern Sehte 11111g. Ep iso nanslich eine Gloßberfachbuntag, für die soge; nannte Spulgasschwelung im Bau, mit der man bei der Braunkohlenschwelung und bei der Verwendung nichtbackender Kohle(vor allem in Oberschlesien) gute Erfolge erzielt hat. In der neuen Anlage, die in den ersten Monaten 1939 in Betrieb kommen soll, hofft man, auch Ruhrkohle vorteilhaft abschwelen zu können. Es soll auch versucht werden, Briketts aus gasreicher Kohle abzuschwelen. Der Kohle soll nur ein Teil ihres Oel= und Gasgehalts entzogen, ihre sonstige Zusammensetzung aber nicht geändert werden. Die Schwelung würde sich also ohne Anfall von Schwelkoks vollziehen, wobei freilich darauf hingewiesen sei, daß die Angst vor dem nicht absetzbaren Schwelkoks nicht mehr groß ist. Zwar kann dieser Koks nicht zu Hochofenzwecken verwandt werden, er ist jedoch für den Hausbrand als eine Art Antbrazit, zur Gewinnung von Generatorgas und zur Kohleverflüssigung nach Fischer=Trovsch geeignet. Für den wirtschaftlichen Effekt nicht unwesentlich ist, daß der bei der Svülgasschwelung anfallende Teer qualitativ nicht so hochwertig ist wie bei der Heizflächenschwelung, die seit einiger Zeit von Krupp in einer Großanlage durchgeführt wird. Von dem Ausgang der neuen Großversuche und ihrer Wirtschaftlichkeit wird es abhängen, ob künftighin die Gasgewinnung nur über das Hochtemperaturperfahren, wie es in Kokereien üblich ist, oder auch durch die Schwelung erfolgt, die als Zwischenglied für eine bessere Oelausbeute bedeutsam ist. 43,1 Millionen Tonnen Heu In diesem Jahre sind nach„Wirtschaft und Statistik" im Altreich und in Oesterreich 43,1 Millionen Tonnen Heu geerntet worden, 100000 Tonnen mehr als im Vorjahre und 3,2 Millionen Tonnen mehr als im Durchschnitt der letzten fünf Jahre. Besonders günstig war das Ergebnis in der Ostmark, wo 300 000 Tonnen mehr als 1937 geerntet wurden. Eine schlechte Ernte ist nirgends gewesen. Innerhalb der einzelnen Heusorten haben sich erhebliche Verschiebungen ergeben. Es wurde weniger Wiesenheu geerntet(25,8 Millionen Tonnen gegenüber 26,8 Millionen Tonnen 1937), während die Ernte von Kleeheu infolge höherer Hektarerträge und größerer Anbauflachen mit.6 Millionen Tonnen um 1 Million Tonnen größer ist. Da das Kleeheu eiweiß= und stärkewertreicher ist als das von den Wiesen geerntete Heu, ist die diesjährige Ernte nach Eiweißgehalt und Stärkewert etwas größer als 1987. Die Weihnachtsgans In diesen Wochen sind ungefähr 8 Millionen Gänse auf den Markt gekommen. Davon stammen etwa 2½ Millionen aus dem Inlande und 500000 aus dem Auslande, hauptsächlich aus Polen und Litauen. Die Gans ist ein Festbraten, der sich in den Weihnachtstagen und zu Neujahr ganz besonderer Beliebtheit erfreut. In diesen Tagen werden allein ebensoviel Gänse geschlachtet und verzehrt wie im ganzen übrigen Jahre. In Deutschland gibt es etwa 5 Millionen Gänse, soviel wurden jedenfalls bei der letzten Zählung vom 8. Dezember 1937 gezählt. Diese Zahl reicht aber nicht aus, um den Bedarf an Gänsebraten zu decken, deshalb werden immer noch etwa 1 Million Gänse eingeführt. Im vorigen Jahre kamen 800000 aus Polen und 150000 aus Litauen. In diesem Jahre wurden bis zum 81. Oktober schon 680000 eingeführt, von denen 520000 aus Polen kamen. Mit den Einfuhren in den Monaten November und Dezember, über die die Ziffern noch nicht vorliegen, werden wir in diesem Jahre wahrscheinlich die Einfuhr von 1 Million Stück überschreiten. Die polnischen und litauischen Gänse kommen als Magergänse über die Grenzen und gehen dann bei uns in die Gänsemästereien. 70 v. H. werden allein in den 250 Mästereien des Oder= und Warthebruchs gemästet. Hier werden sie etwa vier Wochen lang Tag und Nacht, nachts bei elektrischem Licht, gemästet, um dann als Fettgans auf den Markt zu kommen. Früher wurden die Tiere mit trockenen Mehlklößen genudelt. wobei durch Streichen des Schlundes nachgeholfen wurde. Heute wird gemischtes Körnerfutter gefüttert, bei dem sie besser gedeihen und das Streichen des Halses überflüssig ist. Unsere heimischen Gänse kommen seltener in die Mästereien, sie werden hauptsächlich auf den Bauernhöfen Ostpreußens, Pommerns. Schlesiens und Bayerns gezüchtet. Sie werden im Sommer auf die Weiden getrieben und im Herbst von den Bauern selbst gemästet. Rattekaltsterie=Runienaltsterung Zur Betrauung des Reichswirtschaftsministers Betrauung des Reichswirtschaftsministers mit eingeschlagene Tempo genügte aber, wie sich zeigte, anordnung und Durchfuhrung aller Maßnahmen, gesichts des großen Arbeitermangels bei weitem nicht. e Leistung der deutschen Wirt= Die Ernennung des Obersten von Syell zum Generalztigten der Autowirtschaft brachte der breiffentlichkeit zum Bewußtsein, welcher ungenische Leerlauf selbst in dieser fortgeschrittestrie besteht. Die Unzahl der Typen frißt ge. Arbeit— und auch Material.—, die bei der Anordnung und Durchführung aller Maßnahmen, gesich die zur Steigerung der Leistung der beutschen Wirk= Die schaft bestimmt sino, hat ihren Grund zunächst in dem bekannten Mangel an Arbeitern. Dieser Manger hat seinerseits wieder die Folge gehabt, daß sich viele Stellen Verbände und Organisationen mit der Frage beso sehr bargen sie doch die Gefahr in sich, daß der Zweck nicht erreicht wurde. Der Unternehmer und der Betrieb, die Objekte dieser Maßnahmen, bekamen von immer mehr Stellen Vorschläge, die durchzuführen schon wegen ihrer Vielfalt oft nicht möglich war. Es leuchtet ein, daß einer solchen Zersplitterung rechtzeitig und gründlich begegnet werden mußte. Das geschieht nunmehr durch die Betrauung des Reichswirtschaftsministers, der damit zur Zentralstelle für Leistungssteigerung und Rationalisierung wird. Ist so der Anlaß der Betrauung des Reichswirtschaftsministers negativer Art— es soll verhindert werden, daß Zersplitterung und Gegeneinanderarbeiten um sich greifen—, so ist doch die tiefere Ursache eine Aufgabe höchst positiven Charakters. Es dreht sich darum, die Leistungskraft, die Ergiebigkeit und den Wirkungsgrad unserer Arbeit zu erhöhen. In der liberalen Zeit ist dieser technische Fortschritt dem Kampf aller gegen alle unterworfen gewesen. Die bessere Maschine verdrängte zwar die gute. Aber diese Verdrängung brachte immer einen ungeheuren Reibungsverlust, nicht zuletzt auch schwerste-soziale Kämpfe mit sich. Es fehlte ihr das kontrollierende, überwachende Gehirn, das den technischen Fartschritt in die besten Bahnen lenkte. Alles war dem Einzelnen überlassen. Das Bessere brauchte deshalb auch oft viel länger als notwendig, ehe es sich durchsetzen konnte, weil ihm eine Autoritat fehlte, die es als solches durchsetzte und dem Schlechteren Einhalt gebot. Diese Zeit dürfte vorüber sein. Schon der Erlaß Dr. Schachts vom November 1986 beauftragte die Gruppen der Wirtschaft, die Rationalisierung zum ständigen Gegenstand ihrer kontrollierenden Tätigkeit zu Die Betriebe werden immer schärfer durchteuchtet, die Prüfung auf ihre jeweilige Ergiebigkeit hat die Grundlagen für eine planmäßige schnelle Verbreitung allen technischen Fortschritts gelegt. Das mit diesem Erlaß eine Menge Arbeit— und auch Material—, die bei geeigneter Planung eingespart und zusätzlicher Erzeugung zugeführt werden können. In der Maschinenindustrie liegen die Dinge ähnlich, hier ist Direktor Lange von der Wirtschaftsgruppe Maschinenindustrie mit einer gleichartigen Aufgabe betraut worden. Ständige Verdienste um die Normung und Typisierung der Erzeugnisse hat sich das Reichskuratorium für Wirtschaftlichkeit erworben. Die Schulung der Facharbeiter zu möglichst geschickter Beherrschung ihres Berufes, wie sie von der DAF. gepflogen wird, dient den gleichen Zielen. Alle Aufgaben werden in Zukunft einheitlich ausgerichtet werden, und zwar von einer Stelle, die das Ganze zu übersehen und das wichtigste jeweils in den Vordergrund zu ziehen weiß. Von der Rationalisierung, wie man das Wort früher verstanden hat, unterscheiden## sich die heutigen Aufgaben nicht zuletzt auch dadurch, daß es sich heute nicht nur darum handelt, daß im einzelnen Betriebe so rationell, das heißt so arbeitssparend wie möglich gearbeitet wird, sondern daß durch überbetriebliche Vereinbarungen weiterreichende Möglichkeiten zur Einsparung von Arbeit eröffnet werden. Indem mehrere Betriebe auf ein gemeinsames einheitliches Erzeugungsprogramm ausgerichtet werden, indem man z. B. mehrere, bisher verschiedene typenherstellende Maschinenfirmen auf einige wenige bewährte Typen verpflichtet, erhöht man die Serie des Produktes und senkt den Arbeiterbedarf sowie die Kosten. Man setzt auf der einen Seite Arbeiter frei, um sie auf der andern Seite für zusätzliche Produkte ansetzen zu können. Dieses ist der Gegenstand der ungeheuer vielfeitigen und verwickelten Aufgabe, mit deren Lösung der Reichswirtschaftsminister als Zentralstelle beauftragt worden ist und die darauf abzielt, den Arbeitermangel mit technischen Organisationen, das heißt planenden n Mitteln, Reichsarbeitsgemeinschaft Holz e. V. Unter Führung des Reichsforstamtes und unter Mitwirkung aller an der Forst= und Holzwirtschaft beteiligten Kreise wurde in Berlin die Reichsarbeitsgemeinschaft Holz e. V. gegründet. Sie übernimmt Arbeit und Aufgaben der seither beim Deutschen Forstverein bestehenden Arbeitsgemeinschaft Holz in erweitertem und vertieftem Umfange. Es ist ihre Zielsetzung, in allen Wirtschaftskreisen vom Erzeuger bis zum Verbraucher die Verwendung und Verwertung des Roh= und Werkstoffes Holz in Bahnen zu bringen, die unsern heutigen Wirtschaftsanforderungen und=auffassungen entsprechen. Der Staatssekretär im Reichsforstamt, Generalforstmeister Alpers, hat die Schirmherrschaft übernommen. Der Aufsichtsrat der Schwabenbräu AG. in Düsseldorf schlägt für das Geschäftsjahr 1937/38 wieder 7 Prozent Dividende vor. Beim Reichswirtschaftsministerium häufen sich in letzter Zeit Anträge auf Befreiung von der Meisterprüfung— oder aber es wird um Genehmigung gebeten, eine Meisterprüfung für ein Teilhandwerk ablegen zu dürfen. Solche Anträge werden vom Reichswirtschaftsminister grundsätzlich abgelehnt. Bersen sreundnich Rhein.=Westfälische Wertpapierbörse in Düsseldorf. Die Aktienmärkte eröffneten in fester Haltung. Abgaben wurden nicht vorgenommen, dagegen schritt das Publikum verschiedentlich zu kleineren Anschaffungen. Auch aus Börsenkreisen wurden Rückkäufe vorgenommen, so daß bei ruhigem Geschäft sich Kursbesserungen bis zu 1 Prozent ergaben. Renten lagen freundlich und Kursveränderungen wären nicht zu verzeichnen. Der Kuxenmarkt nahm einen sehr ruhigen Verlauf. Kohlenkuxe lagen nicht einheitlich. So wurden Constantin gegenüber der Vortagsnotiz einige 100 Reichsmark billiger abgegeben. Im Freiverkehr gaben bei kleinen Umsätzen Bergbau Lothringen und Lothringen=Genußscheine zirka 1 Prozent nach. Die Börse schloß gut gehalten bei kaum veränderten Kursen. Berliner Börse Die Aktienmärkte zeigten überraschenderweise ein recht festes Aussehen, obwohl man vorbörslich angesichts nur sehr kleiner Publikumsaufträge mit ruhigstem Geschäft gerechnet hatte. Der Grund für die Kurssteigerungen lag im wesentlichen an dem die Märkte beherrschenden Material= mangel, da Angebot so gut wie gar nicht herauskam und auch von den Großbanken nur zögernd Posten zur Verfügung gestellt wurden. Die Umsätze blieben infolgedessen weiter sehr gering. Im Börsenverlauf naym das Geschäft weiter an Umfang ab, wobei sich die anfänglichen Besserungen nicht immer voll behaupten konnten. Am Schluß war die Kursentwicklung nicht ganz einheitlich. Der feste Grundton hielt jedoch an. Der Kassa=Rentenmarkt bot ein ruhiges Bild. Liquidationspfandbriefe überwiegend etwas freundlicher. Pfandbriefe und Kommunalobligationen unverändert. Bei den Stadtanleihen gewannen 26er Augsburg ½ und 28er Hagen 1 Prozent. 29er Bonn verloren hingegen ½ Prozent.„Von Reichs= und Länderanleihen lagen lediglich 28 bis 29er Braunschweig=Staat ¼ Prozent schwächer. Sonst lautete die Tendenz stetig. Auch Industrie=Obligationen wiesen eber freundliche Haltung auf. Am Geldmarkt Tägliches Geld 2 Prozent. Tägliches Geld 2 7/8 Prozent. Rhein=Mainische Abendbörse in Frankfurt a. M. An der Abendbörse kam es nur zu sehr kleinem Geschäft, da mit dem Näherrücken der Feiertage das Interesse der Bankenkundschaft mehr und mehr schwindet. Auch der Berufshandel zeigte kaum noch Unternehmungslust. Die Haltung war im ganzen wenig verändert und die durchschnittlichen Abweichungen hielten sich bei ¼ bis ½ Prozent. In den meisten Fällen lagen den Notierungen keine Umsätze zugrunde. Berliner Devisenkurse und überlegenden zu mildern. 1 Ptund 100 Dollar 100 holländische Gulden 100 tranzösische Franken 100 Belga 100 Schweiser Franken 100 italienische Lire 100 lugoslawische Dinare 22 12 21.12 11.63½ 249.40 135.54 .57 42.06 56.50 13.10 .70 11.62 249.40 135.54 .56 42.04 56.50 13.10 .70 Rh.-Westf. 3örse büsseldort, 22. Dez. Mitgetellt von Wilhelm Schwarz, Bankgeschäft. Bochum, Bongardstraße 14 22. 12. Geld Bret „2l. 12. Geld Briet Steinkohlen-Kuxe GerolusM. Constant. Hs nrich Langendr. 4000„ 4090— 5600 6000 5990 6450 14500— 14500 15300— 15500 Industrieaktien Div 22.12121.12. Braunkohlen-Kuxe Oute Ho f. Leonhard Nichel Veste Vernhardt Seienrode Burbach Erichseg. nabighet. disenburg Geriag! MarieMer Marie-Lut Reicheld. Möringen Wiaterch 5500 5900 5500 5900 200 13700 1440013700 14400 S200 —**— — 270 19n0 2800 119.0 141.0 Einheitswerte Bösperde Walzwerk Braunkohlen Zukunft Dahlbusch- Vorzug Ewald König-Ludwig Glas u. Spieg. Schalke Glückauf-Brauer. Geis. Hallesche Salz Hein Lehmann Kabelwerke Rheydt Kall-Chemi Schieß-Oetrieß Waggon-Ordingen Westtalia Oinnendahl Freiverkehrewerte 22. 12. 1 21. 12. Geid Brief 74.5 77.0 93.0 Kölsch-Fölzer Lothringen Lothring. Genuß Niederrh. Bergb Pohlig Westf. Kupfer West-Waggon 137.0 101195.0 6 8 5 .5 113.0 141.0 155 195.0 140.2 Alexanderwerk Burbach Kall Büttner Werke Dolorit Basalt Oykerhoft Elea Cement Humb. Deutz-A Kortum Geld 75.0 Brief 78.9 78.0 79.0 76.0 93.9 100.0 98.0 108.0 110.0108.0 126.0 129.5/126.0129.5 124 0121.01230 1280 130 5 124 01127.0s12 —.—. 100.0 79.61 67.0 89.0 92.5 81.0 69.0 116.0 100.01025 103.0110.0107.0 79.5 79.5 39.0 82.5 915 110.0 78.0 81.0 Versicherung Aachen-Mön. F. Aach. Rückvers Agripe, S. Fl. L. Afl. u. Stuttg.V. All. u. Stuttg.L. Colonia.-V. K. Colonis Röckv. 32 11.8 .2 .8 .4 lgswarte 633.0s383.0 200.0/2000 411.0110.0 1250.0250.0 210.0210.0 141.0141.0 260.0260.0 Walther& Cie. 118.0121.0119.0121.0 Berliner Börse, 22. Dezember 1933 Mitgeteit von der Commerz- und Privat-Bank A. G. Fillale Bochum Reichsbankdiskont 4% Lombardzinstus 9% Industriewerto 02z. 12 14/203.5 4/113.6 alsumzlatores A. E. 6. Aschaff. Zeilstoft 9 Sasalt Semberg Berger Julius Berg mann Elektr. Buderus GPsrott. Wassel Chem. Geisenk. Conti Gummi 109.7 21.12 205.0 113.5 103.0 110.5 68.5 134.0 142.7 89.7 133.3 192.7 122.0 105.2 .|114.5/114.5 141208.5/205. 8 PPgaie benz visch. Conti Sas Demag Deutsch. Kabel Otsch. Tel. u. Kabel Olttmann Neuhaus Dortm. Akt.-Brauer. Dortmunder Ritter Dortm. Union-Brau #str. Lieferungen Eiktr. Licht u. Kr. garben I. 6. I Feidmühlen 17.5/131.7 130.0 106. 145.0 61119.5 123.7 139.0 202.0 113.7 129.5 Felten& Gufl. 7/135..134.0 Fes 4ce Germ. Cem. Ges..eiktr. Unt. Gladbach.Woll. Goldschmidt 8/140 0133.0 4/105.0s105.0 131.5130.0 —. 129.7 gscketh. Draht 6. S140.5 141.5 Hamb. Elktr. 8/140.|137.0 Harpen.|133.51185.2 Hochtief Hoesch Hoffm. Stärke Holzmann Phil. Hotelbstr.-Ges. 8/142.0 5 103.11108.1 .5— 81145.0 .5 75.7 143.5 79.2 I ndins dise Genus 1 7/131.1/131.2 Isenbeck Brau. 5)— 1110.0 Junghans Gebr. S 99.|100.0 8/151.01149.8 —. 1118.7 K Rokswerke Kölner Ges Krefft W. Kronpr. Metal! KOppersbusch Jahmeyer I Laurahdtte Lingnerwerke Lorenz G. 113.2 140.7 73.0 87.5 6/114.0 8/141.8 3 75.8 3 89.0 .5— 6 /118 5/113.5 /113.0/114.0 8 0—. Mgagg mansteld 99199 Mölheim. Berg. Hegege Norodt. Eisw. Norddt. Nabel arenst.& Kopp. Vosnabr. Kupf gongs& Zahn * PoppesWirth gb. Braunkohl. Rh. El. Werke Rh.-Wetf.-Kalk Rheinmetall Rhein. Stahlw. Riebeck Mont. Rütgerswerke Feaasu Sachtieben Saizdetfurth Sarott Schleg. Scharp. SchubertsSalz. Schuckert&Co. Schultb.-Patz. Siegersd. Werk. Siemene Glas Siemens ap; H. Stollberg. Zink S 108.6 108.2 138.5 6 6 820 123.0 6 5 8 10 0 12 6/111•0 6/117.5 130.0 131.1 .7/1012 81137.7 20— 9—. 134.5 105.6 177.0 203.0 111.0 130.5 1332 133.1 6/115.1/115.0 128.3127.5 8 172.0 171.0 4 102.0s102.0 8—. 142.2 .5 105.0 106.2 189.2 188.0 10—. 84.5 Oringer Gas 7/131.5/187. Tuch Aachen 3/108.5/108.0 Therung“ 1 Tuch wer. Ot. Nichel Ver. Glanzst. Ver. Stahlwerke Vogel Draht Wnsag e wass. Gels. Westfal. Draht Wickdler Brau. Wintershall Zeis ikon &ap Zeilst.Waldh 163.0 105 3 132.5 169.0 104.7 193. 319: 156.01136 0 160 21159.0 148.5 131.0 112.2 124.0s124.2 Bankwerte Berl. Hand.-G. 16.51 Comm.-.Pr.-B Deutsche Bank Dresdner Bank Reichsbank Rh.-W. 800.-Cr. 1s125.0 Westd. 8..-A. 6]-[110.0 Verkehrswerte 119.2 110.8 115.2 119.2 110.8 115.0 103.01103.0 188.0186.0 123.0 Proiverkehrsworte Ford Motor 0 83.9/165 Karstadt Oberbebart Scheidemandel Ufa-Film .5/114.01103.7 0„ 6/105.8/105.8 0 82.8 82.2 Rentenworte 127.81128.0 *„ 99.5 99.5 101.9— 99..92.8 131.6132.0 93.0 98.0 97.9 Altbesitz 4% Deutsch. R. Schatz 4 Ot. R. Anleihe 38 5½ O. R. Jounganleihe *" Reichsbahn Sch. Westfalen Altbesitz 4½ Bochumer Anleihe 4/ Duisburger Anleihe 4 s Düsseldorf. Anleihe 4½ Elberfelber Anleihe 4" Essener Anleihe 1* Ruhrverb. Anl. 33 4½ Pr. Lopf. A. Pfd. 100.0 100.0 4½ Ldbk. Westf. Pfd. 99.7 99.7 4½ Lodk. Westf. Kom. 96.5 93.5 4½ Ot. Komm. Goldanl. 98.0 98.1 4½ Westf. ldsch. Pfdl. 99.7. #8 Ot. Hyp. B. Bin. Pfd. 93.0 99.0 4½ Pr. Centr. Bod. Pfd. 99.0 99.0 1/ Pr. Pfdbr. Bnk. Pfd. 99.0 99.0 4/2 Rh. W. B. 4. 6. 12. 10. 93.9 99.0 5„ Oto. dto. S. 11 100.3s109.2 4½ dto. Gold. Kom. 1923, 1927 S.—9 98.5 96.5 4½ Wd. Bod. Spfb. Em. 3. 9/12. 14 4½ dto. Gold.-Obl. 5 Chem. W. Essen St. 6 Concord. Berg Obl. 5 Geisenberg Bergw. 5 Hossch.6. 5 Klöcknerwerk Obl. 1 Krupp 5 Krupo 5 Mitteldt. Stahlw. 4 8 Vereinigte Stahl 4% Vereinigte Stahl 5 Vereinigte Stahl 18 Harpene 6 Siem.& Haleke Obl. 6 Farbenbond: Umschuld. Anleihe R. Schuldbuch F. 40 R. Schuldouch F. 42 R. Schuldouch F. 44 R. Schuldbuch F. 48/43 5 Essener Steinkohl. 42 4½ Harpener 49 4½ R. W. E. 82/3 5 R. W. E. 30 4½ Ruhrchemie 56 4½ Ruurgas 53 4½ Ruhrwasser 33 4½ Ruhrwohnung 58 4½ v. E. W. 52 — 99.0 99.0 98.5 98.5 100.8/100 99.6 99.3 100.5/100.3 101.3s1 006 97.0 97.0 99.8 96.5 99.71100.0 95 2 — 96.0 112.21113.0 179.|179.0 119.81119.7 Geld Brie 91.5 92.5 99.6/190.3 98.6 99.5 98.1 98.8 97.8 98.6 96.7 98.7 96.5 96.0 95.2 96.7 93.5 95.5 96.7 97.0 .2 95.5 97.9 96.0 97.5 95.5 96.5 Seite 8 Nr. 300/ Bochumer Anzeiger/ Freitag, 23. Dezember 1938 Turnen und AoUh-Hiner Eirenprene-Verhehen Ehrung bewährter deutscher Motor- und Segelflieger Ausländische Pferde führen Der Führer und Reichskanzler stiftet alljährlich zwei lich Klemm=Flugzeuge der Muster Kl. 25 bzw. Kl. 35 Preise für den deutschen Luftsport, mit denen verdienst= mit Hirth=Motor(HM. 60.) benutzen, sind die ersten, volle Piloten für besondere Leistungen im Motor= und die im Motorflug mit dem Adolf=Hitler=Ehrenpreis ausSegelflug ausgezeichnet werden. s je einem kostbaren Pokal so Die Preise bestehen aus je einem tostbaren Ponn sowie einem Geldbetrag von 10000 Mark im Motorflug bzw. 4000 Mark im motorlosen Flug. Die Vergebung erfolgte jetzt für das Jahr 1937; Generaloberst Milch überreichte in Berlin die Preise an die ausgezeichneten Motorflieger in Vertretung des Korpsführers Generalleutnant Christiansen. Drei Preisträger im Motorflug Der Geldpreis für besondere Leistungen im Motorgezeichnet wurden, da dieser Preis vorher nur für den motorlosen Flug ausgeschrieben war. Dem toten Segelflieger Der Ehrenpreis im Segelflug wurde dem in diesem Jahre während der„Rhön“ bei einem Gewitterflug tödlich abgestürzten NSFK.=Truppführer Werner Blech von der NSFK.=Gruppe VI(Schlesien) zugesprochen. Gruppenführer Sporleder nahm den wertvollen Pokal erfolgreichen Segelflugzeugführer in Empfür seinen erfolgreichen Segelflugzeugführer, flug wurde für 1937 geteilt, da mehrere einer Auszeich= fang. Blech, der sich seit Jahren planmaßig mit Höhennung würdige Bewerber vorhanden waren. NSFK.=Ober= Segelflügen durch Ausnutzung thermischer Aufwinde sturmführer Schmidt von der NSFK.=Gruppe XV er= in Wolken und Wärmegewittern unter bewundernshielt für seinen Sieg im Weinstraßenflug, den zweiten wertem persönlichen Einsatz beschäftigte, erhielt die AusPlatz im Italien=Rundflug sowie als Flugzeugführer im Siegerverband beim Deutschlandflug 5000 Mart zugesprochen, Major Härle von der Luftkriegsschule Wildpark=Werder für seinen 30000=Kilometer=Streckenflug nach Batavia 3000 Mark und als dritter Bewerber Helmut Taxis=Eltlingen 2000 Mark für seine Siege im Handikap=Rennen in Yort, beim Deutschlandflug im Sonderwettbewerb für Privatflugzeugbesitzer und in der Wertungsgruppe IV beim Zugspitzflug. Die drei Piloten, die auf ihren Flügen übrigens sämtzeichnung für seine beiden Höhenfluge von 4090 bzw. 4490 Meter während der Rhön 1937, nachdem er mit einem Zielsegelflug von 251 Kilometer die Mindestbedingungen erfüllt hatte. Mit Werner Blech hat der Segelflugsport einen seiner Besten verloren, der auch im Ziel= und Streckenflug Großes leistete und noch wenige Tage vor seinem Absturz mehrere Höhenflüge bis zu 7000 Meter ausführte. Mit dieser Ehrung übers Grab hinaus wurde dem Können des großen Segelfliegers höchste Anerkennung zuteil. Deuhar-Rahenlate-Naurahalal! Italiens Olympiakomitce tagte des Internationalen Olympischen stellt, daß jeder italienische Arbeiter und Angestellte das Vaccaro, beschäftigte sich an= Volksmotorrad, das eine Geschwindigkeit von 70 bis 75 Der Präsident Komitees, General läßlich einer Sitzung im Haus des Italienischen Olympischen Komitces zu Rom mit den Problemen und dem Programm des italienischen Sports, wobei er besonders auf die Verhältnisse im Radsport, Fußballsport und Motorsport zu sprechen kam. General Vaccaro sprach von dem Projekt einer gemeinsamen italienisch=deutschen Rad=Rundfahrt und erklärte, daß diese Veranstaltung sich in den kommenden Jahren nach gründlicher Vorbereitung sicherlich verwirklichen lasse. Für das kommende Jahr haben sowohl Italien als auch Deutschland ihre Rundfahrten bereits ausgeschrieben und Italien sei weiter der Veranstalter der Weltmeisterschaften. Stamm der Fußball=Nationalelf bleibt In der Entwicklung des italienischen Fußballsports ist nach Ansicht Vaccaros die Verbesserung des Schiedsrichterwesens besonders bemerkenswert. Der italienische Fußballsport habe seine Höhe auch weiterhin behalten, und Vaccaro pflichtete durchaus der Ansicht Pozzos bei, den Stamm der Nationalelf, so lange wie möglich beizubehalten und Auswechslungen nur stufenweise und langsam vorzunehmen. Das größte Interesse gelte zur Zeit den Länderspielen gegen Deutschland und England. Das Spiel gegen Deutschland findet am 26. März statt; mit England laufen wegen des Termins noch Verhandlungen. Italiens Nationalelf trägt im nächsten Spieljahr auswärts nur drei Länderkämpfe aus, und zwar gegen Jugoslawien, gegen Rumänien und gegen Finnland. Der Kampf in Helsinki soll die Azzuri im Hinblick auf 1940 mit den dortigen Verhältnissen vertraut machen. Bezüglich der Bukarester Tagung stellte General Vaccaro fest, daß Italien sich ursprünglich vom Mitropa=PokalWettbewerb und vom internationalen Cup zurückziehen wollte. Da aber die Mehrzahl der in Bukarest vertretenen Nationen sich für die Aufrechterhaltung aussprach, erklärte sich Italien bei entsprechender Verminderung der Vereine zur weiteren Teilnahme bereit. ** Stundenkilometer entwickeln soll, erwerben kann. Weltfalengau ohne Punktekämpfe Das einzige für den ersten Weihnachtstag angesetzte Reisterschaftsspiel in der westfälischen Fußball=Gauliga zwischen Arminia Bielefeld und Borussia Dortmund fällt aus. Arminia Bielefeld kommt einer Spielverpflichtung in Hannover nach. Am zweiten Weihnachtstag treten die Westfalen gegen Arminia Hannover an. Borussia Dortmund bleibt Weihnachten spielfrei. Mntenyi-guloppiorte Kosss-Min. Zusumimen Bei den Ställen führt Gelfüf Schlenderhan mit über 250000 Mark Das Rennjahr in Zahlen abgeben, die mit fast 50000 RM. die höchste GewinnDas Rennjahr 1938 ist beendet, da der„allerletzte" abgeben, die Renntag in Mülheim=Raffelberg am zweiten Weih=ssumme zu verzeichnen hat.— Im Kampf um die nachtstag voraussichtlich dem Frost zum Opfer fallen Championate Durch den Anschluß der Ostmark konnte der deut= ist die Entscheidung teilweise schon früh gefallen. Der sch. Rennsport 1038 auf eine hreiter, Bg“ in Westdeutschland reitende Max Schmidt holte sich sche Rennsport 1938 auf eine breitere Basis gestellt das Championat der Flachrennreiter mit 66 Siegen werden. Wenn dies auch im Augenblick noch nicht s0 vor dem Graditzer Stalljockei Zehmisch, der zwanzig garr in Erscheinung trat, so wird doch in, der nächsten Punkte zurückblieb. Zwischen den Flaggen entschied Endkampf gegen den Punkt zu seinen Gunsten und ebenso knapp war das Ende bei den stark in Erscheinung trat, so wird doch in der nächsten Punkte zurückblieb. Zwischen den Fla vennzeit Wien, wo man sich mit einer ausschreibung Unterhorzuer den scharfen Endkar eines„Großen Preises“ trägt, in rennsportlicher Hin= Vorjahrsmeister Hochstein mit einem P# sicht wieder im alten Glanz erstrahlen. Gunsten und ebenso knapp war das Die überragenden Ereignisse des abgelaufenen Rennjahres waren neben dem deutschen Derby die internationalen Veranstaltungen in München, Baden und Berlin. Erstklassige Auslander kamen zu uns herüber— und gewannen, unsere Spitzenpferde unterlagen in Ehren. So trat diesmal der seltene, Fall ein, Reiterinnen, da sich Frl. von Glinski nur um einen „Kopf“ vor Frau Blume ins Ziel retten konnte.— Unverändert ist es bei den Amateuren geblieben, wo sich Oberleutnant Sven von Mitzlaff erneut vor Rittmeister W. Hasse behauptete. Den erfolgreichsten Trainer stellt ins diesem Jahr Westdeutschland in A. Morawez vor R. Linke und O. von Mitzlaff, der vor einigen Wochen einem schweren Leiden erlag. daß unter den erfolgreichen Pferden zwei Ausländer die Listen anführen. Mased utsch Westbeutsche Renntermine 1939 Auf der Flachen ist es Antonym vor dem Derby= Die Renntermine der mastdautsch sieger Orgelton. Der französische Dreijährige er=. Die mennzermine, ver westdeutschen Rennvereine schien zweimal in Deutschland am Start, gewann das sind für das kommende Jahr vorbehaltlich der endgutBraune Band und den Preis der Reichshauptstadt und itigen Genehmigung durch die Oberste Behörde für galoppierte in Deutschland insgesamt 140 000 RM. zu-Vollblutzucht und Rennen wie folgt festgesetzt worden: sammen. Orgelton kam auf nicht ganz 100000 RM., März: 12. und 19. Horst=Emscher, 26. und 29. Dortwährend Trollius mit rund 58000 RM. Platz einnimmt.— Unter den den dritten Ställen schoß das Gestüt Schlenderhan mit einer Gewinnsumme von über einer Viertelmillion Reichsmark den Vogel ab, während der Stall Rösler mit einer Gewinnsumme von 160000 Reichsmark das Gestüt Waldfried zum Schluß noch vom zweiten Platz verdrängen konnte.— Unter den erfolgreichen Vaterpferden hat sich auf der Flachen wieder Oleander das Chamvionat gesichert, dessen beste Nachkommen bis jetzt Trollius, Wunderhorn und Ebro waren. In 45 gewonnenen Rennen galoppierten die Oleandersprößlinge 330000 RM. zusammen.— Unter den Ställen auf der Hindernisbahn ist wie stets der des Heinz Junk mit im Vordertreffen zu finden, mußte aber diesmal die Spitze an den Stall der Kavallerieschule Hannover mund. April: 2. und 5. Neuß, 9. und 10.(Ostern) Köln, 16. und 19. Krefeld, 23. und 26. Neuß, 30. Köln. Mai: 3. Köln, 7. und 10. Düsseldorf, 14. und 18. Dortmund, 21. und 24. Neuß, 28. und 29.(Pfingsten) Mülheim, 31. Mülheim. Juni: 4. und 8. Horst=Emscher, 11. und 14. Düsseldorf, 18. und 21. Krefeld, 25. und 28. Neuß. Juli: 2. und 5. Dortmund, 9. und 12. Köln, 16. und 19. Mülheim, 23. und 26. Krefeld, 30. Dortmund. August: 2. Dortmund, 6. und 9. Köln, 13. und 16. und Horst=Emscher, 20. und 28. Mülheim, 30. Düsseldorf. September: 3. und 6. Dortmund, 10. und 18. Krefeld, 17. und 20. Horst=Emscher, 24. und 27. Köln. Oktober: 1. und 4. Düsseldorf, 8. und 11. Dortmund, 15. und 18. Neuß, 22. und 25. Krefeld, 29. Horst=Emscher. November: 1. Horst=Emscher, 5. und 8. Mülheim, 12. Horst=Emscher, 15., 19. und 22. Düsseldorf, 26. Mülheim. Dezember: 3. 10., 17. und 26. Mülheim. Reichstrainer Herberger über das Fußballjahr 1939 „Ane Ponen-MialhadterBereisungKurz und bündig Bromwich schlug Quist Hundert Spieler mülfen für die Nationalmannschaft zur Verfügung stehen Kreis- und Gauschulung Grundlage der Nachwuchslehrgänge Italien baut ein Volksmotorrad Bei seinen Ausführungen über den italienischen Motorsport kündigte General Vaccaro das italienische Volksmotorrad an, das durch tatkräftige Unterstützung der industriellen Erzeugung nicht mehr als 2000 bis 2500 Lire(etwa 260 bis 330 Mark) kosten wird. Die Zahlungsbedingungen werden so günstig gePrüfung ausgezeichnete für die NationalmannDie Frage des Fußball=Nachwuchses beschäftigt wir haben auf Grund dieser schon seit Jahren die maßgebenden Stellen des Nachwuchsspieler entdeckt, die Fachamtes Fußball. Besonders das neue Spieljahr schaft in Frage kommen. stellt durch die hohe Zahl der geplanten Länder=] Das Winterhilfsspiel in Stuttgart, in dem bekämpfe große Anforderungen an die Nationalspieler. kanntlich eine Nationalelf der württemhergischen Gau, Unser nächster Länderspielgegner ist im Januar elf gegenüberstand, hat dem Reichs#######e wertvoll Belgien in Brüssel, dem im Frühjahr Frankreich in Fingerzeige fur die Aufstellung der NationalmannParis und der Weltmeister Italien in Rom folgen. schaft gegeben.„Der Kreis der Nationalspieler ist weReichstrainer Herberger prüft fortlaufend in den sentlich erweitert worden“, so betont Herberger,„so einzelnen Gauen des Reichsbundes für Leibes= daß uns fast für jeden posten vier bis fünf Spieler übungen die jungen Talente. In einer Unterredung zur Verfügung stehen. Wir haben heute in Deutschschilderte er unserem Mitarbeiter seine Eindrücke land etwa hundert Spieler, die sofort bei Länvervon der„Nachwuchs=Jagd“ und machte außerdem kämpfen eingesetzt werden können. Die Kämpfe gegen Major Gotthardt Handrick Vor einiger Zeit tauchte ein Gerücht auf, daß sich mit unserem Olympiasieger im Modernen Fünfkampf, dem Hauptmann der Luftwaffe Gotthardt Handrick, beschäftigte. Es hieß, Handrick habe in Erfüllung einer fliegerischen Sonderaufgabe sein Leben gelassen. Dieses Gerücht behauptete sich lange Zeit, um so mehr, als man ja auch von Hauptmann Handrick auf sportlichem Gebiet nichts mehr hörte und zu den internationalen Bewerbern im Modernen Fünfkampf der Olympiasieger nicht mehr genannt wurde. Auch hier wurde dem Gerücht bald noch weiteres hinzugefügt, so hörte man gar, die Meldung vom Tode des Funfkämpfers Handrick sei anläßlich der Uraufführung des Olympiafilms in Berlin offiziell bestätigt worden. Im Einsatz für Deutschlands Geltung das Leben zu lassen, ist Soldatenlos und wäre nicht außerhalb des Möglichen gewesen— aber wir freuen uns, daß unser Handrick lebt und als Luftwaffenoffizier ebenso tüchtig ist, wie er es auf dem olympischen Kampffelde war. Denn wir lasen eine Meldung, daß der Major der Luftwaffe, Olympiasieger Gotthardt Handrick, sich in Berlin=Dahlem mit Gräfin Karin Fischler von Treuberg, einer Nichte des Generalfeldmarschalls Hermann Göring, vermählt hat. Major Handrick! Die schnelle Beförderung des Hauptmanns sagt genug über seinen soldatischen Schneid, und wir wissen, daß alle deutschen Sportler sich mit uns freuen, daß unser Olympiasieger das Gerücht um seinen Tod Lügen straft, und nicht nur alle Deutschen freuen sich, sondern auch zahllose Ausländer, die den sympathischen Offizier kämpfen und siegen sahen und die seine olympischen Leistungen als echte Sportsleute zu werten verstanden. Max Schmelings neuer Rekord Max Schmeling ist seit langen Jahren ein leidenschaftlicher Jäger, der als Weidmann fast ebenso viele Erfahrungen sammeln konnte wie als Borer. Vor allem ist Schmeling auch ein erfolgreicher Jäger. Alle diese Umstände haben Maxe eine gropggiig'ggon gewesen, die im rheinischen Ggroße Hasenjagd durchführte. Auf dieser Jagd hat Max Schmeling einen neuen Rekord aufstellen können, erlegte er doch mit 28 Schüssen nicht weniger als 26 Hasen! Auch die ältesten Jäger sind über diesen Erfolg und Schmelings Schußsicherheit erstaunt gewesen. interessante Angaben über die systematische Schulung in den Gauen. Auf allen Gebieten der Leibesübungen spielt die Frage nach dem Nachwuchs eine große Rolle. Im deutschen Fußball=Lager ist sie um so dringlicher, da unsere Nationalspieler im neuen Spieljahr vor besonders großen Aufgaben stehen. So ist Reichstrainer Herberger seit Monaten überall in den Gauen an der Arbeit, den Nachwuchs zu prüfen. Er war zunächst im Gau Südwest und kam sehr zufrieden über den dort vorhandenen Nachwuchs nach dem Gau Baden. Darauf hielt er in einem weiteren Nachwuchslehrgang im Gau Württemberg nach jungem talentierten Spielermaterial Ausschau.„Die Schulungsarbeit in den Kreisen und Gauen bildet die Grundlage unserer Nachwuchslehrgänge“, so erklärte er.„Jeder Gau wird sich aus dem bei den Lehrgängen in Erscheinung tretenden Spielermaterial eine Stamm=Mannschaft von etwa 20 Spielern heranziehen, und aus diesen Gau=Stamm=Mannschaften ergänzen wir dann unsere Nationalspieler. Wir können mit dem Erfolg unserer planmäßigen Schulung des Nachwuchses außerordentlich zufrieden sein, denn Rumänien und Bulgarien zu Beginn des Spieljahres haben bewiesen, daß unser Nachwuchs zu kämpfen versteht. Wir haben in den verschiedenen Gauen einige ganz ausgezeichnete Nachwuchsspieler, die sich sicherlich bei den kommenden Länderkämpfen in den Reihen der Nationalspieler verwenden lassen. Da ist zum Beispiel der Wiener Austria=Stürmer Rirsch, ein famoser Spieler, dem eine hoffnungsvolle Zukunft vorausgesagt werden kann. Er wurde beim Nachwuchslehrgang der Ostmark entdeckt. Und da sind weiter Arlt, Biallas, Müsch und viele andere. Unser Länderspielprogramm für die jetzige Spielzeit", so erklärt der Reichstrainer weiter,„ist außerordentlich reichhaltig. Belgien, Frankreich und Italien sind bekanntlich unsere nächsten Gegner. Und dann haben wir im Jahre 1939 noch einige wertvolle andere Länderspielgegner in Aussicht genommen. Wir nehmen alle unsere Länderspielgegner sehr ernst. Es darf keine Ländermannschaft die andere ungestraft unterschätzen. Wir haben einen Stamm ausgezeichneter Nationalspieler und einen guten Nachwuchs, und deshalb dürfen wir voll Vertrauen trotz der Niederlage bei der Fußballweltmeisterschaft in die Zukunft blicken!" Australiens Spitzenspieler John Bromwich blieb im Endkampf um die Meisterschaft von Neu=Südwales :2,:4,:1 über Quist siegreich. Mit Quist als Partner holte sich Bromwich im Doppel:6,:2,:6, 10:8 den Sieg über Hopman=Schwarz, die in der Vorschlußrunde die Vorjahrssieger Crawford=Mac Grath geschlagen hatten. Die Meisterschaft im Fraueneinzel gewann Frl. Coyne:2,:3 über Frl. Hartigan. Puncec will Berufsspieler werden Nach einer Meldung aus Buenos Aires hat der jugoslawische Spitzenspieler Franz Puncec erklärt, daß er sehr wahrscheinlich schon im nächsten Jahre Berufsspieler werde. Zusammen mit Palada ist Puncec von Argentinien nach Chile gereist und will später noch einige Kämpfe in Zentralamerika austragen. Sour-Kahn Wehlrenerd uberkumpfen Zunächst allerdings nur„thcorctisch“ Charles Lacquehay tritt ab Einer der größten französischen Radrennfahrer tritt mit Charles Lacquehay vom aktiven Sport zurück. Trotz seiner 41 Jahre wollte er 1939 wieder starten; der Arzt riet ihm jedoch aus gesundheitlichen Gründen ab. Lacquehay hat in seiner rund 15jährigen Rennfahrer=Laufbahn unzählbare Straßen= und Bahnrennen gewonnen. Als Mannschaftsfahrer war er mit Gustave. Wambst einige Jahre unerreicht, und später wurde er als Steher einmal Landes= und zweimal— 1933 und 1935— Weltmeister. Jack Doyle mußte abreisen Der durch seine zahlreichen amurösen Abenteuer bekannte vielseitige Engländer Jack Doyle, der sich auch als Sänger usw. betätigte, hat von der amerikanischen Behörde die weitere Aufenthaltserlaubnis nicht mehr erhalten. Es wurde Jack Doyle sogar verboten, von Kalifornien nach Newyork zu fahren, um sich dort einzuschiffen. Der hübsche Engländer mußte einen kleinen italienischen Frachtdampfer nehmen, der ihn nach Europa bringen wird. Madame Schell macht Reklame Die französische Ecurie Bleue, die aus René Dreyfus und Raph bestehende Renngemeinschaft der DelahaveWagen, hat auf Wunsch ihrer Geldgeberin den Namen geändert und wird in Zukunft mit dem schönen Reklamenamen: Ecurie Lucy'Reilly=Schell starten. Unser Olympiasieger im Speerwerfen, Gerhard Stöck, ist ein vielseitiger Leichtathlet. Diese Feststellung ist an und für sich nicht mehr neu, hat doch der Deutsche Meister und Rekordmann schon wiederholt erfolgreich an dem schwersten aller sportlichen Kämpfe, dem olympischen Zehnkampf, teilgenommen. Nimmt man die persönlichen Bestleistungen, die Stöck in den einzelnen Uebungen des Zehnkampfes auf verschiedenen Sportfesten erreichte, als Maßstab, so ist die Gesamtleistung des Deutschen besser als der bestehende Zehnkampf=Weltrekord des amerikanischen Olympiasiegers Glenn Morris. Keineswegs soll damit ausgedrückt werden, daß Stöck ohne weiteres den Weltrekord in seinen Besitz bringen könnte, denn 73,96 Meter im Speerwerfen, 1,91 Meter im Hochsprung oder 16,05 Meter im Kugelstoßen werden selbst von den Spezialisten in diesen Uebungen nicht an jedem Tage erreicht. Die nachstehende Umrechnung der persönlichen Spitzenleistungen von Gerhard Stock soll vielmehr aufzeigen, welch großes Maß an Können, an eisernem Fleiß und zäher Arbeit Spielen 1936 in Berlin mit der Weltrekordleistung von 7900 Punkten den Olympischen Sieg errang. Grund: Beitragsrücksfand Hanau 93 verliert drei Punkte 100 m 400 m 1500 m Hürden 119 m Hürden Kugelstoßen Diskuswerfen Speerwerfen Hochsprung Weitsprung Stabhochsprung * Immer wieder kommt es vor, daß DRL.=Vereine ihre Beiträge nicht rechtzeitig bezahlen und dann ohne die im Mitgliedsbuch geklebten Beitragsmarken bei Meisterschaftsspielen in Schwierigkeiten kommen. Jetzt hat sich in Hessen bei Hanau 93 ein solcher Fall ereignet und der Verein ist der Leidtragende, denn er erhält drei wertvolle Punkte Punkte resultieren aus einem•.5 Kassel und aus einem:0 gegen Kurhessen Kassel. Hanau 93 rutscht damit in der Tabelle auf den fünften Platz ab. Felix Kaspar noch in Sydney Weltmeister Felix Kaspar ist von seiner Australien= reise noch nicht zurückgekehrt und startet demzufolge Weihnachten auch nicht im Berliner Sportplast. Wegen einer Erkrankung kann der Wiener erst im Januar wieder in der Heimat sein. George Nicoll gestorben Einer der erfolgreichsten englischen Flachrennreiter, George Nicoll, ist in Newmarket durch eine Kohlenoxydgas=Vergiftung ums Leben gekommen. Der in Südafrika geborene Jockei gewann viele bedeutende Rennen und ritt im letzten Jahre hauptsächlich in Polen. Mit 17 Jahren Rekordsprinter gende, denn er Der erst, 17jährige australische Student an der UniPunkte abgezogen,#eei versität Sydney, D. B. Dunn, stellte über 100 Yard einem:=Sieg über ve.=Sport mit 9,6 Sekunden den von Carlton gehaltenen Landesrekord ein. Dunn hält zudem noch die Juniorenrekorde über 220 Yard mit 22,2 und im Weitsprung mit 7,22 Meter. Der Torhüter Sonnrein von Hanau 93 wurde vom DRL.=Gauführer im Interesse seiner völligen Wiederherstellung mit einer vierwöchigen Spielsperre belegt, die bis einschließlich 17. Januar 1939 andauert. Ski-Reichswettkämpfe des NSFK. Zur Vorbereitung auf die skisportlichen Reichswettkämpfe des RSFK., die auf die Tage vom 8. bis 12. Februar vom Korpsführer nach Innsbruck angesetzt wurden, werden in Trainingslagern die auserwählten Skiläufer zusammengezogen und geschult. Die einzelnen Standarten der Ostmark sind zur Aufnahme der aus dem Reich kommenden Skiläufer bereit. Nahezu 500 Wettkämpfer werden zu den Reichswettkämpfen zugelassen, bei denen es die gleichen Bedingungen zu erfüllen gilt, die dann bei den NS.=Winterkampfspielen 1939 in Villach vom 17. bis 19. Februar gefordert werden. Die Ergebnisse der NSFK.=Reichswettkämpfe dienen als Richtlinie für die zu den NS.=Winterkampfgleich sei angeführt, daß Glenn Morris bei den großen spielen abzugebenden Nennungen. Seite 9 Nr. Frauenpreis eingegangen Der Sieger des diesjährigen Union=Rennens, Frauenpreis vom Gestüt Röttgen, ist eingegangen. Der dreijährige Hengst, der allerdings im deutschen Derby die Erwartungen nicht erfüllte, hatte sich bei seinem letzten Start eine Beinverletzung zugezogen, die durch eine Operation behoben werden sollte, bei der er von einem Herzschlag betroffen wurde. GRENZI Die Die Geschicht Sie begann in einer Seiten gende Filiale d aufgelöst wurde. Ziehleute aus Bauer, zwei ver vor dem bereits der so viele in ins Wandern g hätte ich so gern bestellt! Nun i „Das kannst gut“, lachte Gu verflixt schwer!“ „Man müß nen!“ rief die Dabei stieß sie der wohl über lich dicht vor i stotternd entschu den, von einer sicht und in zi von eigentümlie „Man mein per erfunden", Steffis Arm b Zu ihrem 14 Tagen das war es jetzt GmbH. stand schreiend bunte um eine ganz „Mit uns kann reisen', in digkeiten erlebe ohne spür! sind konkurrenz einmalig! Sie zahlungen in Reisaura= möglichkeit des der Herrlichke bot, schwang si beschreiblich bl gorischer Im „Fahrt ins Gustl zuckte d natürlich: billi gar!“ Gustl machung:“ S mich die? zusammenstotte □ Mülheimer Weihnachtsrennen abgesagt Infolge der Frostwetterlage hat der Rennverein Mülheim(Ruhr) die noch ausstehenden Renntage abgesagt. Eine Verlegung und damit Verlängerung der Rennzeit ist wegen der unterbrochenen Trainingsmoglichkeiten nicht beabsichtigt, so daß damit auch die Weihnachtsrennen in Mülheim ausfallen. Auch die Pariser Pferderennen, die für Donrege: tag, 22. Dezember, vorgesehen waren, sind wegen der großen Kälte abgesaat worden. 2) Ruhelos Monate in M im Herzen de tionären als Pau oder ei Abstecher nac Paris, ein bach, Die Töch ziehung lüch Sprachen, ni englischen Re meint die Gi Schule sei de Sie schei Herzog. Ei Herzog von verwandt, Eugenia ber hend, daß sie Eugenia der tet, lenkt Al die Schwest wird die H Und im Eugenias L Kaisers allei Macht verb ihr Leben g Da lebt Gordon nen Cypriano, v Bonaparte verunglückte reichs Thro man ihn na da war sie toller Verzi tete, aberme zur Strafe Nun ha innerungen. eine bessere nierin, die dem Nam Die sie bes ben dieses Denn vielen Jah Er. lange Freundin Kilthen 00 Mark höchste Gewinnpf um die h gefallen. Der midt holte sich mit 66 Siegen. ch, der zwanzig laggen entschied impf gegen den Punkt zu seinen Ende bei den nur um einen etten konnte.— n geblieben, wo aff erneut vor n erfolgreichsten stdeutschland in von Mitzlaff, der eiden erlag. en Rennvereine tlich der endgülste Behörde für stgesetzt worden: 3. und 29. Dort(Ostern) Köln, Neuß, 30. Köln. 14. und 18. Dortd 29.(Pfingsten) und 14. Düsselnd 28. Neuß. 2. Köln, 16. und d. 30. Dortmund. öln, 13. und 16. ülheim, und 10. und 18. Kre24. und 27. Köln. und 11, Dortund 25. Krefeld, ind 8. Mülheim. 22. Düsseldorf, ülheim. idig Seite 9 Nr. 300] Bochumer Anzeiger] Freitag, 23. Dezember 1938 mwich blieb im Neu=Südwales Mit Quist als bel:6,:2,:6, die in der Vorford=Mac Grath im Fraueneinzel l. Hartigan. es hat der jugocec erklärt, daß n Jahre Berufsa ist Puncec von will später noch ustragen. drennfahrer tritt den Sport zurück. wieder starten; eitlichen Gründen 5jährigen Rennund Bahnrennen var er mit Guicht, und später und zweimal— in Abenteuer bedoyle, der sich von der amerikaItserlaubnis nicht e sogar verboten, ren, um sich dort der mußte einen nehmen, der ihn us René Dreyfus ift der Delahayeberin den Namen iit dem schönen „=Schell starten. seiner Australien= tartet demzufolge portplast. Wegen erst im Januar Flachrennreiter, urch eine Kohlenommen. Der in viele bedeutende otsächlich in Polen. ent an der Unie über 100 Yard ehaltenen Landesh die Juniorenid im Weitsprung FrauenDer dreiderby die m letzten irch eine on einem von Heinrich Rumpff: sebdlischeschabte GRENZFALLE DER HIOCHSTAPELEL AUS DEM TAGLICHEN’ LEB wünscht hab!“ Und mit entwaffnender Fröhlichkeit zog sie Gustl in den Geschäftsraum. Die innere Aufmachung entsprach der äußeren so IV. Die fahrt ins Blaue Die Geschichte eines grosizügigen Reisesustems Sie begann eigentlich an jenem Märztag, da die in einer Seitenstraße des Prager Wenzelplatzes liegende Filiale des großen Reisebüros am„Graben“ aufgelöst wurde. Statt der Reisenden gingen nun 14 Tagen vas veiseouto wieder eröffnet. war es jetzt eine andere Gesellschaft.„Jedropa GmbH.“ stand in Riesenlettern über der Tür, und schreiend bunte Plakate verkündeten, daß es sich hier um eine ganz neue Art von Reisevermittlung handele: „Mit uns kann jedermann durch ganz Europa reifen', in besten Hotels wohnen, alle Sehenswürdigkeiten erleben— ohne große, vor allem ohne spürbare Ausgaben! Unsere Reisepreise sind konkurrenzlos billig, unsere Zahlungsbedingungen einmalig! Sie sparen den Preis einfach durch Ratenzahlungen in beliebiger Anzahl und Höhe zusammen! Reisaura— Reise auf Raten— die Reisemöglichkeit des Mittelstandes! Zur Illustrierung all der Herrlichkeiten, die die Jedropa ihren Kunden bot, schwang sich über die große Spiegelscheibe auf unbeschreiblich blauen Wolken— gewissermaßen als kategorischer Imperativ— in Goldschrift die Devise: „Fahrt ins Blaue!“ Steffi war entzückt, doch Gustl zuckte die Achseln.„Ich find's billig:„Aber natürlich: billig finde ich es auch! Unerhört billig sogar!“. Gustl schüttelte den Kopf.„Ich mein' die Aufmachung:“ Steffi war fast ärgerlich.„Was kümmert mich die? Ich find's herrlich, daß man sich eine Reise zusammenstottern kann! Wie ich's mir neulich erst geziemlich: eine riesige Theke, ein paar Regale und Tische dahinter, im übrigen vorwiegend Plakate! Hinter der Theke amtierten mit unermüdlichem„keep smiling' eine bildhübsche tizianrote junge Dame sowie der Direktor, ein gutgekleitdeter jüngerer Herr mit Habichtnase, etwas eng beieinanderstehenden, seltsam farblosen Augen und stattlichem Bart à la Ritter Blaubart. Sie hatten vollauf zu tun. Die Spekulation auf die Kunden des alten Reisebüros schien geglückt: die Zahl der Interessenten war überraschend groß, und nicht wenige kauften nach kurzer Information bereits Reisaura=Marken für die ersten Kilometer! Das Reisaura=System war das übliche mit an Wert und Farbe verschiedenen Sparmarken, die auf einige dafür vorgesehene Seiten der reizend bunten Jedropa=Prospekte geklebt wurden, solange bis der Preis der ausgesuchten Reise voll einbezahlt war. Entgegenkommenderweise sollten die ersten zwei Reisen nach Berlin und nach Paris erst Mitte Mai stattfinden; man hatte also, so man sich nicht für spätere Fahrten entschied, noch fast acht Wochen Sparzeit! Steffi war Feuer und Flamme. Ohne auf Gustl= etwas unklare Einwände zu achten, hatte sie bereits mit 50 Kronen den ersten„Schritt auf dem verheißungsen Marsch in die Welt getan, und was blieb ihm da anders übrig, als gleichfaus eine rote Fünfzigkronenmarke zu erstehen!? Der Direktor persönlich händigte sie ihm aus. Gustl betrachtete kurz das scharfgeschnittene Gesicht, das ihm irgendwie bekannt vorkam ohne daß er wußre, woyer. Auch der Direkautwinge tor schien hei Gustls Anbei, zu Ltzepeniug Tegrgen Ziehleute aus und ein— Steffi Soller und Gustl Bauer, zwei verliebte junge Leute, blieben nachdenklich vor dem bereits halbgeleerten Geschäftsraum stehen, der so viele in die Welt geschickt hatte und nun selbst ins Wandern gekommen war. Steffi seufzte.„Hier hätte ich so gern einmal eine schöne Reise für uns zwei bestellt! Nun ist's aus!“ „Das kannst du in jedem anderen Büro genau so gut“, lachte Gustl.„Wär bloß das Sparen nicht so Man müßte eine Reise in Raten bezahlen können!“ rief die praktische junge Dame im Weitergehen. Dabei stieß sie unversehens gegen einen fremden der wohl über dem Anhören ihrer letzten Worte plötzlich dicht vor ihr stehengeblieben war und sich jetzt stotternd entschuldigte. Gustl sah flüchtig in des Fremden, von einer scharfen Habichtsnase beherrschtes Ge= 50 Kronen sicht und in ziemlich eng beieinander stehende Augen pollen Mutsch in vi Wint v. von eigentümlich heller graugrüner Farbe. „Man meint er hätt' just im Augenblick das Pulper erfunden“, sagte Gustl nicht gar so leise und zog Steffis Arm betont unter den seinen. scharfgeschnittene Gesicht, ihr Zu ihrem Staunen fanden sie schon nach knapps retinn, oyne ender Wuging-her. das Reisehürg wieder eröffnet Allerdings tor schi fliege ein Schatten über seine Stirn, fur Sekunden nur, dann zeigte er wieder jene ermüdende Liebenswürdigkeit, die Gustl mächtig auf die Nerven ging! Für Steffi folgten Wochen der schönsten Erwartungsfreude. Sie hatte sich für„Acht Tage Berlin' entschieden und noch zwei ihrer Urlaubskolleginnen zu eifrigen Jedropa=Markensammlerinnen gemacht, und wo immet die drei zusammensaßen— die Reise beherrschte ständig ihr Gespräch! Und daß auch der so übergalante Jedropa=Direktor, Herr Cerniak, eine nicht zu kleine Rolle darin spielte, war unvermeidlich: er sollte die Reise ja führen! Gustl schäumte allmählich, sobald das Wort Jedropa fiel. Die wachsende Verstimmung führte noch am vorletzten Tage vor der Abreise zu einer auf sozusagen nichts begründeten und darum um so heftigeren Auseinandersetzung, als deren Folge Gustl anderen Mittags in der Bürowar entzückt, doch pause mit seiner vollgeklehten Karte an der JedropaKasse erschien und sein Geld zurückverlangte! Um diese Zeit war der sonst fast ständig überfüllte vor der Reise die Karte nicht mehr zurücknehmen zu können. Erst als Gustl etwas energischer auf einen im Prospekt stehenden Satz hinwies, der jederzeit die Rückerstattung des eingezahlten Betrages mit zehnprozentigem Abzug versprach, zeigte der Direktor, daß ihm nichts entgangen war. Ohne den Kopf zu heben, forderte er Vlasta zur Auszahlung des Geldes auf— in einem so wegwerfenden Ton, darob dem jungen Mann die Zornröte ins Gesicht stieg.„Es handelt sich nicht um eine Gabe, sondern um die Rückgabe meines ehrlich erworbenen Geldes", rief er scharf, „und falls Sie Ihre Zusagen nicht freiwillig...“ Da aber war Herr Cerniak auch schon herbeigeflitzt und zählte unter etwas überstürzten Entschuldigungen das Geld eiligst auf die Theke. Trotzdem Gustls— ein bißchen auch nach schlechtem Gewissen schmeckende— Stimmung durch diesen Vorfall nicht gerade verbessert wurde, fand er sich anderen Morgens pünktlich auf dem Wilsonbahnhof ein: Steffi ohne Abschied die so heiß ersehnte Reise antreten zu lassen— das brachte er doch nicht fertig. Steffi hatte verweinte Augen. Gustls Eigensinn verdarb ihr die ganze Freude; am liebsten wäre sie jetzt auch zu Hause geblieben. Allein das hätte wie Nachgeben ausgesehen! Die Freundinnen waren ja da, und die ganze Reisegesellschaft— an 100 hauptsächlich jüngere Leute, kleine Angestellte, Lehrer, Lehrerinnen, Studenten— hatte soviel gute Laune mitgebracht, daß eine vergnügte Fahrt gesichert schien. So verschwand Steffi mit kühlem Lebewohl gleich nach Einlaufen des Zuges in den für die Jedropa bestellten Wagen. =Herr Cerniak hatte einen solide gekleideten älteren Herrn mitgebracht, den er als Dr. Peters vorstellte. Ihm selbst war es nämlich der mittags startenden Paris=Fahrer wegen leider nicht möglich, die Reise mitzumachen; Dr. Peters sollte ihn deshalb vertreten und für gute Ankunft in Berlin sowie die Unterbringung im Hotel sorgen. Cerniak selbst würde morIs gen früh im Flugzeug nachkommen und bereits zum it Frühstück bei seiner Gesellschaft sein! Er verteilte dann noch die gemäß der Einzahlungen im Jedropa=Büro mehr oder minder hohen Reisekreditbriefe sowie die gedruckten Gutscheine für die bestellte Unterkunft in dem Berliner Hotel Atlas, händigte vor aller Augen dem Dr. Peters den. Sammel= fahrschein ein und verabschiedete sich herzlich von allen. Als der Zug langsam aus der Halle glitt, stand Gustl— mit einem Kloß im Hals!— zufällig, selbst unbemerkt, in Cerniaks allernächster Nähe und hörte genau, was jener seiner Begleiterin zurief. Gustl war ganz verdutzt.„Die wären wir los!“ hatte Cerniak gesagt,„nun noch Nummer zwei, dann ist Feierabend!“ Gleich darauf entdeckte Herr Cerniak den jungen Mann, und wieder war es, als überfliege ein Schatten sein Gesicht. Sofort aber lächelte er bedauernd.„Oh? Sie haben es sich überlegt? Leider sind Sie zu spät trug 14 Tage später einen so stattlichen Blaubart!?— Hastig spähte Gustl um sich, fest entschlossen, versuchsweise einfach einmal an jener so jäh gesprossenen Manneszierde zu ziehen! Allein der Jedropa=Direktor war samt seiner schönen Begleiterin verschwunden. Die Reise nach Berlin verlief zur allgemeinen Zufriedenheit, obwohl der Dr. Peters es an gesellschaftlicher Begabung mit dem Direktor Cerniak nicht entfernt aufnehmen konnte. Fröhlich überschritten die hundert Leutchen die deutsche Grenze, fröhlich landeten sie in Berlin, standen überwältigt vor dem prächtigen lichtfunkelnden Bild der nächtlichen Weltstadt, fröhlich betraten sie dann das am Spreeufer reizend gelegene Hotel, wo viele freundliche Zimmer auf sie warteten: Allein die Freude war überaus einseitig: der Hotelportier versuchte die beängstigend große Gesellschaft gleich wieder hinauszudrängen! Es war ja kein einziges Zimmer frei! Erstaunt betrachtete er die siegessicher vorgewiesenen Gutscheine, der Hoteldirektor wurde geholt— auch er schüttelte verblüfft den Kopf: da mußte ein Irrtum vorliegen! Im Hotel war von einer Sammelbestellung aus Prag nichts bekannt! Von der Jedropa hatte man nie etwas gehört! Ob nicht ein anderes Hotel gemeint wer?? Dr. Peters mußte es doch wissen! Ja, Dr. Pekers!! Eben hatte man ihn noch gesehen— und jetzt war und blieb er verschwunden! Schließlich war er ja bloß für den Weg vom Prager Wilsonbahnhof bis ins Hotel Atlas engagiert! Und es war Nacht! Alle Hotels der Innenstadt überfüllt! Ein Anruf beim tschechischen Gesandten blieb zunächst ohne Antwort,... hätte das menschenfreundliche Hotel den abgespannten und niedergeschlagenen Leuten nicht einstweilen den großen Saal zur Verfügung gestellt, sie hätten buchstäblich ohne einen Pfennig Geld in der fremden Stadt auf der Straße gesessen! Denn auch die Reisekreditbriefe waren gefälscht— das sah der erfahrene Hotelier auf den ersten Blick. Er stand vor einem Novum. Daß ein Reisender versucht, die Zeche zu prellen, war ein alter Trick, aber daß man hundert Reisende in ein fremdes Land schickte, nachdem man ihnen vorher wochenlang das Reisegeld in kleinen Beträgen abgezapft hatte— nein, so etwas war noch nicht vorgekommen!, 6.5 Uebrigens graubten vie Jedropa=Leute zum Teil ndch die ganze Nacht an ein Mißverständnis. Bis am folgenden Mittag statt des ersehnten Direktors— Gustl mit einem höheren Regierungsbeamten in Berlin eintraf: Herrn Cerniaks Bart war wirklich falsch gewesen! Dank der Aufmerksamkeit und dem Betreiben des besorgten jungen Mannes hatte man den Direktor verhaftet, als er nach Verfrachten der Paris=Gesellschaft mit Frl. Vlasta und all dem sauer ersparten Geld der Ratenzahler dieser und folgender Reisen seinerseits eine unbedingt angebrachte Fahrt ins Blaue hatte antreten wollen. Leider fiel sie nun etwas mehr grau aus. Was Steffi und Gustl angeht, die das launische Gustl blickte ihm fest in die farblosen Augen. Schicksal dazu ausersehen hatte, den raffinierten Plan „Das sieht nur so aus“, antwortete er unbestimmt. des Betrügers zweimal so entscheidend zu beeinflussen Mit einem Schlag erinnerte er sich ganz genau, wo ersje nun, von Aerger und Enttäuschung und einige die Augen zum ersten Male getroffen hatte: beim Aus=Tränen abgesehen— für die beiden wurde es zuletzt zug des alten Reisebüros, vor dem Schaufenster der doch noch recht schön. jetzigen Jedropa! Cerniak war es, der Steffi im Weg stand, als sie... Hier wurde es dem jungen Mann plötzlich“heiß: Steffi hatte doch damals von den Reise=Raten gesprochen! Zweifellos hatte Cerniak es gehört— und zwei Wochen später den Gedanken verwirklicht!? Gustl 1827 (Fortsetzung folgt.) Geschichtstafel Und während Herr Cerntak sich grußlos wollte sich gerade mit der Möglichkeit eines Zufalls im Hintergrund verhielt, wo er im Schutz einer Milchglasscheibe anscheinend mit Geldzählen beschäftigt war, erklärte Frl. Vlasta, die Tizianrote, kühl, einen Tag auseinandersetzen, als ihm noch etwas Besremoliches einfiel: der Mann mit den unvergeßlichen Augen war damals bartlos gewesen! Das wußte er genau. Und 23. Dezember Der österreichische Admiral Wilhelm von Tegetthoff. der Sieger von Lissa(20. Juli 1866) in Marburg an der Drau geboren(gestorben 1871). 1870(bis 24.) Unentschiedene Schlacht an der Hallue unter Generalfeldmarschall Edwin von Manteuffel gegen die französische Nordarmee. Gue Die LEI KAUISERIN DER FR vorr Heinz. Haller 2) Ruhelos ist das Leben der nächsten Jahre. Sechs Monate in Madrid, wenn der alte Palast der Montijos im Herzen der Stadt gerade einmal nicht von Revolutionären als Festung benutzt wird, dann wieder Kur in Pau oder einem der andern französischen Modebäder, Abstecher nach England, Rom, Neapel, ein Winter in Paris, ein Sommer in Homburg und Langenschwalbach. Die Töchter begleiten sie. Freilich wird ihre Erziehung lückenhaft. Ein wenig Malerei, Gesang, Sprachen, nicht zuviel, sprunghaft und planlos; außer englischen Romanen lesen sie kaum Bücher. Schönheit, meint die Gräfin, sei besser als Bildung, und die beste Schule sei das Leben selbst.„ Br444. Sie scheint recht zu behalten. Paca heiratet einen Herzog. Einen zwölffachen spanischen Granden, den Herzog von Alba, über die Berwicks mit den Stuarts verwandt, über die Maßen reich. Er hat sich um Eugenia beworben. Paca aber liebt ihn. So glühend, daß sie in Schwermut zu fallen droht. Da bringt Eugenia der geliebten Schwester das Opfer: sie verzichtet, lenkt Albas Gedanken auf Paca, bittet ihn endlich, die Schwester zu heiraten. Am 14. Februar 1844 wird die Hochzeit mit großem Prunk gefeiert. Und immer noch begleitet Napoteons Schatten Eugenias Leben. Es ist nicht mehr der Name des Kaisers allein, der sich ihren Ahnungen von Ruhm und Macht verbindet. Andere seines Geschlechts sind in ihr Leben getreten. Da lebt in Pau eine alternde Sängerin. Madame Gordon nennt sie sich. Auch sie zehrt, wie einst Don Cypriano, von der Erinnerung. Einem Prinzen Louis Bonaparte hat sie einmal nahegestanden. An seinem verunglückten Putsch in Straßburg, der ihm Frankreichs Thron erobern sollte, war sie beteiligt. Und als man ihn nach Amerika, später nach England verbannte, fekten Delessert, sie einmal in der Wohnung ihres Vaters durch ein winziges Guckloch in der Tür zum Nebenzimmer blicken lassen. Einen jungen Mann hatte sie dort gesehen, am Tisch, ein Glas Wein unberührt vor sich. Das war— Céciles Vater hatte es ihnen später erklärt— der Prinz Louis Napoleon gewesen, der eine Verschwörung gegen den König Louis Philippe und das Haus Orléans angezettelt hatte und hier auf seinen Abtransport wartete. Die Anhänger der Bonapartes, so hatte der Polizeipräfekt noch hinzugesetzt, sähen in ihm das Haupt der Familie Napoleon, nachdem sein älterer Bruder und der junge Herzog von Reichstadt, der einzige Sohn aus der Ehe des ersten Napoleons mit der Oesterreicherin, gestorben seien. Er sei ein Neffe des Korsen... Immer wieder Napoleon; immer wieder Bonaparte. Ein paar Jahr später trifft sie in Madrid, wo Donna Marie Manuela, dem Hofstaat der Königin Isabella vorsteht, einen jungen französischen Diplomaten. Er ist der neue Botschafter, der den Grafen Ferdinand de Lesseps, den späteren Erbauer der Kanäle von Suez und Panama, ablösen soll. Natürlich öffnet Donna Marie Manuela, die als das Oberhaupt der französischen Strömungen in Madrid gilt, ihm ihr Haus. Er kommt gern, immer häufiger. Eugenia fesselt ihn. Sie läßt sich die Huldigungen des temperamentvollen Gastes gern gefallen. Denn dieser junge Botschafter der Republik Frankreich heißt— Prinz Napoleon. Jérôme, der„König Lustick“ von Bonapartes Gnaden, ist sein Vater, der Präsident dieser Republik Frankreich sein Vetter Louis Napoleon. Eben jener unfreiwillige Gast des PoliEin toller Bursche, dieser Louis Napoleon! Einst das schwarze Schaf der Familie, wegen seiner unübertochter des Kaisers, getrennt. Erst sieben Jahre war der Knabe alt, als das Kaisertum im Kanonendonner von Waterloo zusammenbrach. Im Schweizer Exil wuchs er auf. Ohne Unterlaß beschäftigte ihn der Gedanke eines neuen Regierungssystems für Frankreich, das ihn, den Neffen des großen Kaisers, an die Spitze des Staates stellen sollte. Von Baden=Baden her hatte er die Offiziere der Straßburger Garnison aufgewiegelt; der Putsch mißlang, ebenso der nächste Versuch von Boulogne aus die bereits recht unbeliebte Julidynastie des Hauses Orléans zu stürzen. Nach fünfjähriger Haft in der Festung Ham war er dann entflohen. Die Februarrevolution des tollen Jahres 1848 weckte neue Hoffnungen. Er eilte nach Paris, der provisorischen Regierung seine Dienste anzubieten. Sie wurden abgewiesen. Doch schon im September wurdeer von der Hauptstadt und den Departements in die neue Nationalversammlung gewählt. In drei Monaten stieg er zur Höhe. Der Nimbus seines Namens — vor acht Jahren war des Kaisers Leichnam in ungeheurem Triumphzug von St. Helena nach Paris übergeführt worden— gewann ihm das Volk. Seine sehr geschickte, taktvolle Art führte ihm die Konservativen zu. Er gebärdete sich liberal, freimütig, tolerant, Auch Männer lesen gern diesen fesselnden geschichtlichen Tatfachenrericst! abder mögdie der tete abermols alle ehrgeizigen Pläne scheitern sah und Kredit hat er die Bonapartes fast Fast! Denn jetzt ist dieser gleiche Wirrkopf auf dem besten Wege, Frankreich ein neues Kaisertum zu schenken. „Natürlich“, wirft Eugenia erstaunt ein,„wie denn anders? Wurde nicht auch aus dem Ersten Konsul der Republik der erste Kaiser? Muß der Bogen sich nicht wiederholen?"— Auf und ab war der Lebensweg des Kaiserenkels gegangen. Sein Vater, Napoleons Bruder Louis Bonaparte, der König von Holland, hatte sich schon sechs Monate vor seiner Geburt— er war am 20. April 1808 in Paris zur Welt gekommen— von seiner sanften Mutter Hortense Beauharnais, der Stiefwie, Avermals alle ehrgeizigen Plame scheitern fah und zur Strafe in der Festung Ham festgesetzt wurde. Nun hat Madame Gordon nur noch zärtliche Erinnerungen. Gern erzählt sie davon. Kann sie sich eine bessere Zuhörerin wünschen als die kleine Spanierin, die alles, aber auch alles wissen will, was mit dem Namen Napoleon Bonaparte zusammenhängt? Die sie bestürmt, sich immer neue Züge aus dem Leden dieses Gefangenen zu entsinnen? ** Denn Eugenia kennt diesen Louis Bonaparte. Vor dielen Jahren— sie weiß es jetzt genau, obwohl es ihr lange entfallen war— vor vielen Jahren hat ihre Freundin Cécile, die Tochter des Pariser Polizeipräauch in Religionsfragen, den Bonaparte ließ er hinter dem ums Wohl des Landes besorgten Abgeordneten verschwinden. Die Geistlichkeit, die Bauern, die Sozialisten fesselte er durch das Versprechen friedlichen Aufbaus neuer Erwerbszweige. Und als Frankreich am 10. Dezember 1848 den Präsidenten der Republik wählte, da siegte Louis Bonaparte mit fünf Millionen Stimmen! Ein Bonaparte Präsident der Republik! Ein groteskes Schauspiel. Aber hatte Eugenia de Montijo nicht rechts„Mußte der Schritt vom Konsulat zum Kaisertum sich nicht wiederholen, einfach schicsathaft wiederholen? Wann würde er diesen letzten Schritt tun? Ein Blinder mußte es merken, daß der Zufall den beiden Damen Montijo die besten Gemächer im Schloß Compiégne angewiesen hatte. „Befehl des Prinz=Präsidenten“, hatte der Hausintendant gemurmelt, als ein gar zu neugieriges Hoffräulein der Prinzessin Mathilde sich nach der Ursache dieser allzu augenfälligen Bevorzugung erkundigte. Dabei aber hatte er so vielsagend gelächelt, daß in wenigen Stunden alles, was zur Hofgesellschaft gehörte, wußte, ahnte oder vermutete, daß der Prinz=Präsident die überlieferte Bestimmung des alten Schlosses fortzuführen gewillt sei. Denn immer schon— wenn man von der vorübergehenden Benutzung des Schlosses Ludwigs des Heiligen als Spital absehen wollte— hatten Frankreichs Herrscher fröhliche Tage mit ihren Geliebten in den grauen Mauern dieses merkwürdigen Baues verlebt. Ludwig XIV. hatte hier seiner Madame de Maintenon das Schauspiel einer riesigen Heerschau geboten. So ganz nebenbei, wirklich ohne Absicht, hatte sie eines Morgens beim Frühstück gezwitschert, wie hübsch und anmutig das doch sein müsse— vielleicht hatte sie überhaupt nur etwas zur Unterhaltung des gerade übelgelaunten Königs beitragen wollen— ein paar Wochen kampieren fünfzigtausend Mann in mehr als dürftigen Notquartieren, während Madame auf blumengeschmückter Anhöhe in goldener Sänfte saß und gelangweilt dem Kampfspiel zuschaute. Und der König— denken Sie, Liebste— der Sonnenkönig stand neben ihr, erklärte die Kriegslage und nahm dabei seinen Federhut ab... Der König— vor seiner Maintenon! Natürlich hatte auch sein Nachfolger, der fünfzehnte Ludwig, seiner Dubarry Aehnliches zu bieten: allein — es war immerhin interessant, diesen Fort= oder Rückschritt festzustellen— er ließ den Hut auf den wohlgeordneten Locken und benahm sich auch sonst weniger höflich. Und da es in der Gesellschaft mehr als einen gab, der all diese netten Histörchen mit viel Augenzwinkern und schalkhafter Pikanterie vorzutragen verstand, so wußte bald das ganze Schloß, zu welch amüsantem Zeitvertreib der Prinz=Präsident— mein Gott, auch der würde ja vielleicht schon in einigen Monaten König von Frankreich sein, wenn man natürlich auch im gegebenen Augenblick völlig überrascht scheineg mußte! — zu welchem Zeitvertreib also der Prinz=Prasigen# das Fräulein von Montijo zur Hofjagd, in diesem Herbst 1852 nach Compiégne geladen hatte. Schlau von der Kleinen, die Mutter mitzubringen! Man holt bessere Bedingungen heraus, wenn die sichere Stütze einer erfahrenen Frau Rückhalt gibt. Donna Manuela sah nicht so aus, als werde sie dem guten Louis das Spiel durch allzu große Vorgaben erleichtern. Hat sie nicht mit Argusaugen gewacht, daß die Tochter sich nicht so billig weggab? Von drei, vier Körben weiß man, mit denen sogar zwei Herzöge betrüht von dannen zogen... So stehen sie tuschelnd und raunend in den Fensternischen, auf den Fluren und Treppen, zwischen den Bosketts des weitläufigen Parks: Prinz Murat, Graf Morny, Napoleons Halbbruder aus der Verbindung der Königin Hortense mit ihrem Stallmeister Flahault, der englische Botschafter Lord Cowley, der Kriegsminister, der Innenminister, der Herzog von Mouchy, die Marquise de Contades, ein Dutzend andere, Grafen, Herzoginnen. Und natürlich Prinzessin Mathilde. (Fortsetzung folgt) Ein Tourjansky-Film der Ufa mit JANE TILDEN RUDOLF PLATTE HORBIGER PAUL KARL SCHÖNBÖCK Drehbuch: K. G. Külb nach dem gleichnamigen Bühnenstück von F. Herczeg Musik: Lothar Brühne Herstellungsgruppe: Bruno Duday Spielleitung: V Tourjansky Eine Frau steht zwischen drei Männern. Mit dem ersten ist sie verheiratet, den zweiten liebt sie und der dritte ist... der Vorwand, um den zweiten vor Eifersucht zerspringen zu lassen. Das gewagte Spiel haf einen so ungleichen Krätte-Einsatz, daß man für die Frau fürchten möchte. Als sie jedoch wider Erwarten am Ende der Partie als Siegerin dasteht, gehen den drei Männern die Augen über. Vor Erstaunen. Und dem-Publikum ebenfalls. Vor Lachen und Freude! Ufa-Kulturfilm Können Tiere denken? Ufa-Wochenschau mit demaktuellen Bildbericht Das große Festprogramm der Die Bühne der Stadt Bochum Freitag, 23. Dez.: Geschlossen Samstag, 24. Dez.: Geschlossen Märchenspiele der Stadt Bochum in der Lichtburg Freitag, 23. Dez., 14.15 Uhr, Geschl. Vorstell.: Das tapfere Schneiderlein Montag, 26. Dez., 11 Uhr: Das tapfere Schneiderlein ch c? Zur kostenlosen Einsichinahme Posnuisl Ltr. 2,60, ¾ Ltr. 1, 95, ½ Ltr. 1,30, 3 Lir. 1,-, ¼ Ltr. 0,65 o. Fl. „ZUR POSTKUTSCHE“ Inh.: Josef Blum, Bochum, Viktoriastraße 7 7 Rut 68576 Apollo-Theater Weitmar u. bereme Heimat der Ufa-Spitzen!IIm mit Zeteh leendet in der Heuottolle Sonnabend(Heiliger Abend) keine Vorstellung 2. Feiertag 2 Uhr Jugendvorstellung Gußstahl- Gaststätte Neue Leitung: Carl Drews— Allee- u. Roonstr.-Ecke Nur noch heute. 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Was er dann weiter für ganz große Abenteuer mit einer kratzbürstigen Ramona erlebt, das schildert dieser überaus spannende und lustige Abenteuererfilm.— Ein Sieger, Greifer, Draufgänger und Sherlock Holmes in einer Person, das ist Seite 11 Nr. 300] Bochumer Anzeiger] Freitag, 23. Dezember 1938 Mündliche. kostenlose Auskunft für die Bezieher unserer Zeitung nur nachmittags(außer mittwochs und samstags) von 4 bis 5 Uhr in unserer Schriftleitung. „Sch. Wenn der Gestank, den die„Hühner im verursachen, eine so starke Belästigung darstellt, schreiben so könnte die Gesuendheitspolizei die Haus und Wohnung K. S. Nach unserer Ansicht muß die aus Anlaß des Luftschutzes geschaffene Hausapotheke dem Hause bleiben, sie kann beim Auszug eines Mieters von diesem nicht mitgenommen werden. Hauswart und Blockwart würden auf Anruf wohl Ordnung schaffen. R. W. In welcher Weise Sie zu den Kosten der Wohnungsinstandsetzung heranzuziehen sind, kann der Briefkastenonkel nicht entscheiden. Im Streitfalle ist eine Abschätzung der erforderlichen Arbeiten vorzunehmen. Wenn es sich um die gesetzliche Miete handelte, so oblag Ihnen die Ausführung der Schönheitsreparaturen zu 4 Prozent der Friedensmiete. Aufwendungen in dieser Höhe müßten Sie nachweisen können. Es ist eine Verständigung mit dem Hauswirt bzw. dem Wohnungsnachfolger anzuraten. Fr..,.=Weitmar. Die Frage, ob Sie zur Zahlung der 2 Prozent Umsatzsteuer an den Bauunternehmer bzw. den Architekten verpflichtet sind, kann Ihnen der Briefkasten begreiflicherweise nicht beantworten. Hier müssen die Bauverträge geprüft werden. Ohne weiteres können Ihnen die 2 Prozent nach unserm I. Kellex" verursachen, eine so starke Belästigun wie Sie schreiben, so konnte die Gesunbheitsporiger die weitere Benutzung des Kellers zum Hühnerhalten verbieten. Vielleicht genügt es aber schon, daß Sie den Hauswirt auf diese Lösung aufmerksam machen, um Abhilfe ohne Polizei zu schaffen. Frau A. Das Verkitten der Fensterscheiben ist Sache des Vermieters, nicht des Mieters, falls nicht anderes vertraglich vereinbart wurde. K. A. Wir raten Ihnen, sich an die Rundfunkstörungsstelle beim hiesigen Hauptpostamt zu wenden, damit Ihnen Hilfe wird. Kann denn der Hauswirt nicht Ordnung schaffen, denn es liegt ein Verstoß gegen die Hausgemeinschaft vor. Allerdings darf der Apparat Ihrer Tochter den Nachbarn nicht durch seine Lautstärke belästigen. hier. Die durch natürliche Abnutzung unbrauchbar gewordenen Glühbirnen der Flurbeleuchtung muß grundsätzlich der Hauseigentümer erneuern, wenn der Mietvertrag nichts besonderes darüber bestimmt. Uebertragsvertrag E. Sch.,.=Stiepel. Ohne den Uebertragsvertrag genau zu kennen, läßt sich schwer Antwort geben. Sie werden am besten einen Anwalt zu Rate ziehen, wenn die Auslegung des Vertrages Schwierigkeiten macht. Soweit wir die Lage aus Ihren kurzen Andeutungen übersehen, haben wohl die Eltern Leibzucht, nicht aber braucht der Uebertragsnehmer für seine großjährigen, arbeitsfähigen Geschwister zu sorgen. Hier scheint der Vertrag Lücken zu haben. WAKTKA KUAK“ VIRTUR STAAL Ein Uta-Film mit Karl Schönböck, MadyRahl, Oskar Sima, Ingeborg v. Kusserow, Ursula Herking, Alb. Florath Eine fröhliche Festtagsstimmung beschert uns dieses große Lustspiel. Es rauscht, jubelt, lächelt und lacht mit einem so tröhlichen Schwung vorüber, daß einem garnichts anderes übrig bleibt, als mit zu jubeln, mit zu lächeln, mit zu lachen Ein ganz großer Lacherfolg! Im Beiprogramm: Eine Winterreise, Kulturtilm Die neue Wochenschau Täglich.20,.40 und 8 Uhr Morgen, Heiligabend, geschlossen PORHSK Annahmestellen 10 Klein-Anzeigen Bochum Rathaus platz 8 Hauptgeschäftsstelle Essener Strabe 12 Fräulein jecke! Schreibwarenhandl. Hattinder Strabe 20 O Lansenstück Schreibwarenhandl. Hattinder Strabe 14 Karl Regelmann Buchhandlung .-Altenbochum Wittener Strabe 241 Geors Lillpopp: Wittener Strabe 255 H. Stüchemann .-Dahlhausen Elberger Strabe 4 E. Kipper: Dr.=.-Otto-Strabe E. Binge .-Gerthe Castroper Hellwes 417 Buchdrucherei Zdlch .-Orumme losefinenstraße 59 Frau Heinrich Pohl Zigarrengeschäft .-Hamme Dorstener Strabe 171 Franz Grummer .-Harpen tiarpenerHiellwes 183 Hugo Richter Echsee 9 Frits Schneider .-Laer Wittener Strabe 428 Audrute Richer .-Langendreer Kalserstraße 201 Kutidaum .-Linden Hattinger Straße 807 Eduard Bech .-Rlemke Aut dem Dablacher4 loh. Seyaka, Buchh. Herner Strabe 259 Friedrich Kilbsch. Herner Strabe 384 Wilhelm Cornelius .-Stiepel Am Hang 52a Altred Berlet .-Weitmar Hastioger Serabe 200 (Eche Kohlenstrabel Marg Hübel .-Werne Zur Werner Helde 42 Friez Oärtner Zur Werner Heide 14 .Gräve, Schreibw h. Hattingen Viktor Lutse-Str. 3 Carl Albert .-Rickel Hindenburgstraße 7 I. Arnts, 7 igarreng Wattenscheld Hochstraße 12 Buchhandl. Lohn Hans Albers, NN Kuu mit Herma Relin, Peter Voss, Alexander Golling, Herbert Hübner Ein Spitzenfilm der Tobis Sonntags ab 8 Uhr, wochentags ab 4 Uhr Morgen, Heiliger Abend, geschlossen Märchensplele der Stadt Bochum 2. Feiertag 11 Uhr. Di., Mi., Do., Fr., Sa. täglich.15 Uhr, auf der Lichtburg-Bühne Sonder-Veranstaltung der Städtischen Böhne: „Das tapfere Schneiderlein“ Vorverkauf an der Kasse d. Stadttheaters Vergnügte Stunden an beiden Weihnachtstagen erleben Sie im Gasthaus Wagener Weitmar, Karl-Friedrich-Straße 8 bei der fabelhaften Tanz-Kapelle Dls.tröhlichen Boy: KONZERT— TANZ Grobe Parkett-Tansfläche in teusenden Bochumer Femillen legt trühmorgens der Bochumer Anzeiger auf dem Tisch. Meist gilt denn der erste Blick den Famillenenzeigen. Wollen Sie eiso Femiliengeschehen einem großen Personenkreis zur Kenntnis bringen, veröffentlichen Sie eine Anzeige im Bochumer Anzeiger Mmm FamilienGreighisse teilt man Freunden u Bekannten durch eine Anzeige Im „BA“, dem Bochumer Familienblatt, mit Mimmm Ab heute FROHE WEIHNACHT! KANSNLDENG in dem neuen Erfolgsfilm Fahrendes VOrk Francoise Rosay Gamilla Horn II. Steizer H. Hübner W EMRSLIE Iu der große Ufa-Film mit Zarah Leander Samstag(Helliger Abend) geschlossen B Schon seit einigen Tagen läuft mit außergewöhnlichem Erfolg der neueste STIINEET Ein Heldenlied ohne Pathos! Spätvorstellung am 26.12. dem 2. Weihnachtstag, mit dem ertolgreichsten Fllmwerk der Tontilm-Aera. Aut vielfachen Wunseh! Wiederholung der Späivorstellung am Dienstag, Mittwoch und Donnerstag, 22.15 Uhr. Der Wettlaut mit dem Todl Altred Wegeners letzte Fahrt Das grode Eis Der große Expeditionatlim. Uber 2000 Meter hohe Randgebirge u. Cletscherspalten- Mit Menechen und Expeditionsmaterlal auf das Inlandels" 400 Kllometer auf Hundeschlitten durch die Eiswüste- Propellerschlitten als arktisches Verkehrsmittel- Kurz vor dem Zei wollen die Esklmos umkehren:„Ein Mann“ bleibt allein im großen Eis“- Wegeners letzte Fahrt nach der„Elemitte“. Rückreise bei anbrechendem Polarwinter- Sein letzter Abschied- Vergebliche Suche= Zu spät: Altred Wegener stirbt den„Weißen Tod“ Am 2. Weihnachtstag 11.13 Uhr ssisn“ dieses außergewöhnlche Flimwerk zur Vortührung. Jugendliche haben Zutritt - FILM PENITEE P Fa nach der berühmten gleichnamigen Kindergeschichte von Johanna Spyrl. Dieses Fllmwerk stellt sämtliche bisher erschienenen ShirleyTemple-Flime in den Schatten. äglich 16.18 U. 20 Uhr An beiden Welhnachtstagen 2 Uhr Jugend-Sondervorstellungen Wir kändigen heute schon unser großes Neujahre-Festpregramm: „DER WERKPILOT“ an mit CLARK CABLE UND SPENCER TRACY ALLEESTR. Seite 12 Nr. 300] Bochumer Anzeiger 7 Freitag, 23. Dezember 1938 aus Necs täcfen=Encch Wöchuis Wlulerwrut A * Vorsichtig äugen sie zwischen den kahlen Büschen hindurch nach dem Mann mit dem photographischen Apparat. Um keinen Irrtum aufkommen zu lassen: so zahm schon so an den Umgang mit Menschen gewöhnt haben, sind nun die Rehe in Bochum doch nicht, daß sich jedes daß sie nicht gleich, wie ihre in freier Wildbahn lebensofort aufnahmebereit hinstellt, wenn der Mann mit den Gefährten, Reißaus nehmen, wenn sich ein Mensch der Kamera kommt. Aber draußen im Lottental in nähert. Die beiden reizenden Rehe, die hier abgebilStiepel werden zwei zahme Rehe gehalten, die sich det sind, haben es jetzt bei dieser Kälte und dem dicken Aufnahmen: Brüning Und jetzt, nachdem sie merkten, daß das Knipsding nicht schießt, lassen sie sich schon gar nicht mehr stören und suchen ruhig im Schnee weiter. „Schnee übrigens besser, als es ihnen in Freiheit gehen könnte. Denn wenn sie gar nichts finden können in dieser winterlichen Welt, dann werden sie von ihren menschlichen Freunden gefüttert und brauchen keine Not zu leiden. Aus den=Sladiienen Stadttell Hamme Arbeitsjubiläum im Bergbau. Auf der Zeche„Carolinenglück“ konnte der Bergmann Johann Piontek von der Dorstener Straße auf eine 25jährige Tätigkeit im Dienste der Gelsenkirchener Bergwerks=AG., Gruppe Bochum, zurückblicken. Ehrungen seitens der Zechenverwaltung und der Arbeitskameraden gaben dem Jubiläumstag ein feierliches Gepräge. Stadtteil Linden=Dahlhausen 72 Jahre alt. Gestern konnte der Invalide Hugo Behrs, Scharpenseelstraße 178, seinen 72. Geburtstag feiern. Zu seinem Ehrentage konnten ihm acht Kinder und zehn Enkel gratulieren. Der Jubilar verlebte diesen Tag in bester Gesundheit und körperlicher Frische. Stadtteil Langendreer Saubere Burschen gesaßt Sechs Jugendliche des Diebstahls überführt In Bochum=Langendreer wurden sechs Jugendliche im Alter von 14 bis 17 Jahren ermittelt und vorläufig festgenommen, weil sie in letzter Zeit in BochumLangendreer, in den Abendstunden, aus parkenden Personen= und Lieferkraftwagen Tabakwaren, Nahrungsund Genußmittel und verschiedene andere Dinge entwendet haben. Sie sind geständig. Das Diebsgut konnte fast restlos wieder herbeigeschafft werden. * Diamantene Hochzeit. Das seltene Fest der diamantenen Hochzeit konnten gestern die Eheleute Wilhelm Trieschmann und Frau, Lisette geb. Middeldorf, Tannenbergstraße 11, begehen. Das Jubelpaar verlebte seinen Ehrentag in geistiger und körperlicher Frische. Viele Glück= und Segenswünsche gingen ihm zu. Sein medizinisches Examen bestanden. Der cand. med. Willi Heinemann, Stiftstraße 44, bestand an der Universität Bonn sein Staatsexamen mit dem Prädikat„Gut“. Bescherung im NSB.=Kindergarten. Zum Abschluß des Jahres wurde den Kleinen des NSV.=Kindergartens im Ortsteil Kaltehardt eine schöne Weihnachtsfreude bereitet. In feierlich gehaltener Stunde wurde ihnen ein Geschenk in Gestalt einer reichhaltigen Weihnachtstüte überreicht. Außerdem war am Vorabend dieser Bescherung den Müttern eine schöne Gabe übermittelt worden. Stadtteil Werne waren es die Mütter Vorweihnachtsfeiern in den NSB.=Kindergärten Zu einer stimmungsvollen, vorweihnachtlichen Feierstunde, die im Scheine der Kerzen des Julkranzes im Heim der NS.=Frauenschaft auf dem Werner Hellweg am Mittwoch abgehalten wurde, hatte der NSV.=Kindergarten Werne an der Limbeckstraße die Mütter der Schützlinge eingeladen. Als die Lichter aufflammten, wurde die festliche Folge mit dem Liede„Wo immer das Leben erglommen...“ eingeleitet. Der Lichtspruch leitete über zu dem winterlichen Liede„Auf dem Berge, da wehet der Wind“, das zur Flöte und Geige dargeboten wurde. In wechselnder Folge lasen die Mädchen und Helferinnen eine Darbietung zu dem Thema„Das heimliche Haus". Der Gesang des Liedes„In dunkler Stunde still und spät“, der unter Flötenbegleitung zum Vortrag kam, war eine symbolische Gestaltung der festlichen Folge der Julfeier. In eingehender Weise wurde das alte Brauchtum deutscher Weihnacht geschildert. Das Stegreifspiel„Frau Holle" bereitete der großen Schar von Müttern viel Freude, wie überhaupt diese Feierstunde ein dankbares Erlebnis wurde, die einen Gipfelpunkt fand, als den Müttern für ihre Kinder ein schönes Weihnachtsgeschenk im Rahmen einer Bescherung überreicht wurde.— Die gleiche Feierstunde wurde im NSV.=Kindergarten des Ortsteiles„Vollmond" abgewickelt, die sich ebenfalls einer starken Anteilnahme erfreuen konnte. * Freudestrahlende Gesichter unterm Lichterbaum. Im NSV.=Kindergarten an der Limbeckstraße und im Ortsteil Vollmond herrschte am Donnerstag morgen eine freudeerfüllte Stimmung, als den Kleinen im Rahmen einer Bescherung die mit leckeren Süßigkeiten gefüllten Weibnachtstüten überreicht wurden. Es strablten die Augen der Kinder vor inniger Freude, als sie zum Abschluß des Jahres das letzte Lied weihnachtlichen Inhaltes anstimmten. Zwei Verletzte im Untertagebetrieb. Im unterirdischen Betriebe einer hiesigen Zeche ereigneten sich Mittwoch eine Reihe schwerer Unfälle. Der Hauer Heinrich., Limbeckstraße, geriet vor seiner Arbeit unter Kohlenmassen. Mit Verletzungen wurde der Arbeitskamerad in ein Bochumer Krankenhaus eingeliefert.— Auf einer anderen Schachtanlage schlug dem Hauer Heinrich L. aus dem benachbarten Harpen beim Verbauen ein Schalholz so heftig gegen den Kopf, daß er ebenfalls einem Krankenhaus zugeführt werden mußte. 300 Zähle=Schalwesen in Werne 50 Jahre kath. Schule— Wernes ältestes Schulhaus— 60 Jahre den war. In den 20er Jahren ging die Schülerzahl wie überall zwar zurück. Aber dennoch ist die Schule heute noch ein vollausgebautes System, das bis zum 31. März 1932 durch Rektor Prior und von dieser Zeit an durch Rektor Rüller geleitet wird. Aus dem Nachbargebiet Stadt Wattenscheid Anfall auf„Fröhliche Morgensonne“ Zwei Bergknappen verschüttet Auf der Schachtanlage„Fröhliche Morgensonne" wurden in einem Streckenvortrieb des Flözes„Dicke Bank“ infolge eines Gebirgsschlages am 20. Dezember 1938 zwei Hauer durch auslaufende Kohle verschüttet. Trotz sofortigen Einsatzes der Grubenwehr gelang es nicht mehr, die Verschütteten zu bergen. Sonnwend= und Julfeier. In der Ortsgruppe Wattenscheid=West veranstaltete die# zusammen mit der HJ. und dem B2M. eine Sonnwendfeier, zu der sich trotz der Kälte viele Volksgenossen auf dem Festspielplatz im Stadtgarten eingefunden hatten. Läufer der HJ. und 4# holten das Feuer von der Ewigen Flamme am Ehrenmal. En Lied, gesungen von der HJ., leitete die Feierstunde ein. Der Führer der Wattenscheider# Untersturmführer Steffen, entzündete den großen Holzstoß und hielt die Feuerrede, in der er auf die Bedeutung der Sonnwendfeiern als altes deutsches und germanisches Brauchtum hinwies. Gemeinsame Lieder und Sprüche wechselten miteinander ab und gaben der Folge der Veranstaltung ihren Ausdruck. Das Treuelied der 4 beendete die eindrucksvolle Feierstunde. Dann marschierte die-Formation geschlossen zum Lokal Knippenberg, um hier ihre Julfeier zu begehen, an der als Gäste neben dem Ortsgruppenleiter auch die Führer und Führerinnen der HJ. und des BDM. teilnahmen. Hier leitete Händel=Musik die Feier ein. Zwei =Männer sprachen die Begrüßung, und nachdem die Jul=Leuchter und die Tischkerzen entzündet waren, machte ein sehr interessanter Vortrag mit der Julfeier als PPARNNTT W EST K WS W K WE Wernes ältestes Schulhaus, die katholische„Deutsche=Reich"=Schule Wenn der Historiker die alten Kirchenbücher des Stadtteils Werne nachschlägt, um Einblick zu tun in jene Zeit, auf die die Anfänge des Werner Schulwesens zurückgehen, dann steht er vor einer schwierigen Aufgabe, da nicht einmal mit Sicherheit festgestellt werden kann, wann die erste Kirche, die Kapelle, errichtet worden ist. Die Chronik zeichnet zwar auf, daß die alte Kapelle bereits in der Reformationszeit stand. In dieser Kapelle wurde in Werne die erste Schule gehalten. Wie ermittelt wurde, gehen die Anfänge auf das Jahr 1688 zurück. Zu jener Zeit versah der Pfarrer gleichzeitig das Amt eines Schulmeisters. Im Jahre 1801 war diese Kapelle und Schule so. baufällig geworden, daß sie auf Vorschlag der Eingesessenen Kohlleppel und der„Schulte zu Limbeck“ abgerissen wurde. An diesen Vorgang schloß sich ein langwieriger Prozeß an, der selbst den damaligen König Friedrich Wilhelm III. beschäftigte. Aber jedenfalls wurde die Kapelle kurze Zeit nach dem Abbruch wiederaufgebaut. Sie stand bis zum Jahre 1898, wo sie bei Errichtung neuer Schulen und der heutigen evangelischen Kirche abgerissen wurde. Auf diesem Gelände steht heute das Kriegerdenkmal für die Gefallenen der Gemeinde Werne aus den Kriegen 1866 und 1870/71. Langjähriger und letzter Lehrer an dieser Schule war der Organist der Kapelle, Lehrer Nölle. Die katholischen und evangelischen Kinder besuchten zu jener Zeit eine Schule, die Simultanschule. Nach dem Abbruch der Kapelle wurde die„alte“ Schule in der Kolonie„Deutsches Reich" das älteste Schulgebäude der damaligen Gemeinde Werne. Es war im Jahre 1878 errichtet und zum Ende dieses Jahres in Benutzung genommen worden. Hier saßen die katholischen und evangelischen Kinder gemeinsam auf einer Schulbank, bis dann die Schulen nach Bekenntnissen aufgegliedert wurden. Der Beginn der Selbständigkeit der katholischen Schulen in Werne fällt auf das Ende des Jahres 1888. Das katholische Schulwesen blickt deshalb auf ein goldenes Jubiläum in diesem Jahre zurück. Als Lehrer waren zu jener Zeit Lottritz, Bartmann, Ricken, Meyer, Becker, Rischen und Prior tätig. Der große Aufschwung des Kohlenbergbaues in Werne hatte eine entsprechende Bevölkerungszunahme und damit eine größere Kinderzahl mit sich gebracht. Aus diesem Grunde wurde eine zweiklassige katholische Schule im Jahre 1888 eingerichtet, die in dem ältesten Schulhaus Wernes, in der„alten“ Schule in der Kolonie„Deutsches Reich“. untergebracht wurde. Den ersten Unterricht in dieser Schule gaben der Lehrer Becker und die Lehrerinnen Jürgens und Dietrich. Als Lehrer Becker im Jahre 1889 nach Witten versetzt wurde, trat Lehrer Rischen an seine Stelle, der bereits seit dem Jahre 1884 an der Vollmondschule Dienst tat. Später kam dann noch Lehrer Prior hinzu. Im Jahre 1890 waren im westlichen Teile des Stadtteils über 100 Kinder vorhanden, weshalb hier eine katholische, einklassige Halbtagsschule errichtet wurde, die der damalige Lehrer und spätere Rektor Prior übernahm. Die Schulkommission, die sich aus dem katholischen Pfarrer von Lütgendortmund, dem ersten evangelischen Werner Pfarrer und vier Mitgliedern der Gemeinde, die von der Gemeindevertretung bestimmt wurden, zusammensetzte, legte diese beiden katholischen Systeme im Jahre 1890 zu einer Schule zusammen, bis dann im Herbst 1891 die vierklassige Bismarckschule in Betrieb genommen wurde. Dieses System war aber schon bald zu stark überlastet, weshalb im Jahre 1897 von der Schulkommission der Beschluß gefaßt wurde, zur Entlastung dieser Bismarckschule eine neue katholische Schule zu errichten. Aber auch die„Deutsche=Reich“= Schule war bereits überfüllt, so daß eine neue vierklassige evangelische Schule, die Kaiserschule; im Jahre 1898 erbaut wurde. Als dann die epangelischen Kinder endgültig aus der„Deutschen=Reich"=Schule ausgegliedert waren, wurde in diesem Jahre in dem ältesten Werner Schulhaus das neue vierklassige katholische System der Schule in der Kolonie„Deutsches Reich“ geschaffen. Dieses im Jahre 1878 erbaute Schulgebäude wurde im Jahre 1885 durch den Anbau von Lehrerwohnungen und zwei Klassen erweitert. Die ersten Lehrer der vierklassigen Schule waren die Lehrer Prior, Vogt, später Timmerkamp und die Lehrerin Didde, die nachher durch die Lehrerin Isecke vertreten und schließlich durch die Lehrerin Niggetiet ersetzt wurde. 1906 war das System bereits sechsklassig, weshalb der Lehrer Prior am 1. Juli dieses Jahres zum Rektor ernannt wurde. Als die Schülerzahl weiter anmuchs, wurde im Jahre 1908 ein neu erbautes zweites Schulgebäude in Betrieb genommen. Bis zum Jahre 1914 war der Aufbau bis zu einem Doppelsystem fortgeschritten, wenn auch die Schule durch die im Jahre 1909 in Betrieb genommene Harvener=Weg=Schule schon entlastet worSippen= und Familienfest bekannt. Nach einer MozartMusik. einer Lesung„Der Führer" wurde mit dem Treuelied der 4# der erste Teil des Abends geschlossen. Dann wurde der Jul=Klapp verteilt, der allen sehr viel Freude bereitete. Als besondere Gabe des Reichsführers ½ überreichte der Sturmführer den verheirateten Kameraden den Jul=Leuchter. Weihnachtsfeier der Kriegereltern. Die Kreisamtsleitung der NSKOV. hatte für gestern nachmittag die Wattenscheider Kriegereltern zu einer Weihnachtsfeier geladen, die die alten Leute auch zahlreich besuchten. Musikvorträge der Mädel vom BDM. leiteten die stimmungsvolle Feier ein. Dann begrüßte Kameradschaftsführer Stiller die Erschienenen mit herzlichen Worten. Seine Begrüßung galt insbesondere Oberbürgermeister Petri, der ebenfalls an der Feier teilnahm. Bei Kaffee und Kuchen tauschten die Kriegereltern dann ihre Erinnerungen aus. Und dann ging das umfangreiche Programm weiter. Kreisamtsleiter Walkenhorst machte sich dann zum Sprecher der Kriegereltern, indem er dem Oberbürgermeister für die Ehrengabe dankte, die dieser den Kriegereltern zum Weihnachtsfest überreichen ließ. Als Vertreter des Oberbürgermeisters aber erklärte er, daß dieses alles der Anfang sei von dem, was man in weiteren Jahren für die Kriegerelkern zu tun gedenke. Ausgabe von Fettscheinen. In der Zeit vom 27. bis 31. Dezember werden durch 150 ehrenamtliche Helfer die Fettscheine den Bezugsberechtigten ins Haus gebracht. Es ist dafür Sorge zu tragen, daß eine bezugsberechtigte Person mit Unterlagen zu Hause anwesend ist. Die Abfertigung derjenigen, die keine Fettscheine erhalten haben, ist am 6. Januar 1939: Buchstaben A bis C vormittags, D bis G nachmittags; 7. Januar: Buchstaben H bis K vormittags; 9. Januar: Buchstaben L und M vormittags, R bis R nachmittags, und 10. Januar: Buchstabe S vormittags und T bis Z. nachmittags. Die Fettversorgungsstelle Zimmer 31 des Rathauses ist bis einschließlich 5. Japuar geschlossen. Stadt Wanne=Eickel Goldene Hochzeit. Am morgigen Samstag können die Eheleute Reichsbahnzugführer i. R. Karl Linde und Frau, Wilhelmine geb. Rohrand aus der Preußenstraße 9 das schöne Fest der goldenen Hochzeit feiern. Beide erblickten in Ostpreußen das Licht der Welt. Eine stattliche Kinder= und Enkelschar ist der Stolz der Familie. Sein Doktorexamen bestanden. Der Tierarzt Hermann Ronshausen, Hattinger Straße 764, ist am 21. Dezember an der Tierärztlichen Hochschule Hanne; ver zum Dr. med. vet. mit dem Prädikat„Sehr gut“ promoviert werden. Julfeste. Mittwoch abend veranstaltete die s. meinsam mit HJ. und Polizei auf dem Eickelplatz eine Sonnwendfeier.=Obersturmführer Günnewig hielt vor dem flammenden Holzstoß eine Ansprache.— Eindrucksvoll war auch die im Schweizerhaus abgehaltene Julfeier der Kreisleitung der RSDAP.— In gleichem Geiste bewegte sich auch die Kameradschaftsfeier der Politischen Leiter der Ortsgruppe Wanne=Süd der RSDAP. Mittwoch abend im Lokale Berke mit Ansprachen von Ortsgruppenleiter Pg. Hotze und Ortsgruppenschulungsleiter Pg. Münnich. Gute Fortschritte. Die G. B. A. G. Zeche Pluto gestaltet das ehemalige Beamtenkasino in eine Werksfürsorge um. Gerade in letzter Zeit hat man die Ausbauarbeiten verstärkt. Am Gebäude wird an jeder Seite ein Flügel angebaut. Auch die inneren Räumlichkeiten werden gründlich umgestaltet. Die Werksfürsorge wird in dem neuen Raum eine bessere Betätigungsmöglichkeit haben, zumal durch die auf 2500 angewachsene Gefolgschaft die Aufgaben größer geworden sind. 8 Seite 13 Nr. 300] Bochumer Anzeiger] Freitag, 23. Dezember 1938 S Su Ubcdua Ssssuo WTbuosu Wie Henl nente die Weir zhr Indemtage! Wollte man sich auf die lauteste Weltpresse verlassen, so müßte man in diesen Wochen zu dem Schluß kommen: Die ganze Welt tritt für die Juden ein, nur die autoritären Staaten drücken und verfolgen sie. Die Wirklichkeit sieht aber ganz anders aus. Nirgendwo findet sich in größerem Umfange eine Bereitschaft, die aus Deutschland auswandernden Juden aufzunehmen. Vielmehr macht sich allenthalben eine Abwehrbewegung des Volkes gegen die Juden geltend. Denn überall hat man mit den Hebräern die gleichen schlechten Erfahrungen gemacht wie wir in Deutschland. Die nachfolgenden Berichte aus den verschiedenen Ländern beweisen das. Dabei verzichten wir absichtlich auf die Wiedergabe der Maßnahmen im autoritären Italien, denn diese Maßnahmen aus der jüngsten Zeit sind noch allen im Gedächtnis. In England wird man nachdenklich Saten iu be Nach den Masseneinwanderungen von Ii Vereinigte Königreich beträgt die Zahl der Juden in Großbritannien heute weitaus mehr als 800,000. Wir sehen die Bekleidungsindustrie, die Möbelindustrie, die Lebens= und andere Genußmittelindustrien in Judenhänden, wir finden die berüchtigten Judenfamilien Montefiore. Sassoon, Rothschild, Cohen als gewissenlose Bankiers in ihren Hochburgen und sehen, wie englisches Kapital, wertvollstes Volksgut, auf dem Anleihenweg nach Sowietrußland gebracht wird, um so die Ziele des jüdisch gelenkten Bolschewismus gegen die Interessen des Imperiums zu fördern. Wir finden von'Israeli bis Hore=Belisha eine lange Kette von Juden in wichtigsten staatspolitischen Aemtern, wir entdecken schließlich, daß die englische öffentliche Meinung, durch die herrschende Presseanonymität gedeckt, durch Juden gemacht wird. Anstatt einmal den Gründen nachzugehen, die schon 1 2 9 0 dazu führten, daß schließlich den Juden für 500 Jahre der Aufenthalt in England verhoten wurde, finden wir bei den politisch wenig geschulten Engländern überhaupt kein Interesse— oder vielmehr fanden keines denn inzwischen hat doch manchem Engländer der Massenschub von Juden nach England zu denken gegeben. Am ersten merkte dies die britische Aerztevereinigung, die zum ersten Male mit dem Arbeitslosenproblem ihrer Mitglieder Bekanntschaft machte, weil immer mehr englische Aerzte von eingewanderten Juden verdrängt wurden. Heute ist die Lage so weit zugespitzt, daß die Aerztevereinigung mit einem Generalstreik droht, wenn die Regierung nicht schleunigst Abhilfe schafft. Eine ganze Reihe von AktienschwindelProzeffen warf schließlich vor einigen Wochen grelle Schlaglichter auf eine andere Domäne, in der die Jnden sich breitgemacht hatten. Der Verkauf von wertlosen Aktien an Dritte ist ein uraltes, typisch jüdisches„Ge schäft“. es ist daher gar nicht weiter verwunderlich, daß auch der englische Bürger plötzlich Bekanntschaft mit solchem Schwindel machte. Schließlich hat sich auch die Lage für den kleinen englischen Geschäftsmann zugespitzt, da die Ramschgeschäfte und Kettengeschäfte die herrschende Aus Westfalen und Rheinland Das Arteil im Kölner Versicherungsprozeß britische Gewerbefreiheit benutzen, um den englischen Geschäftsmann langsam dem Ruin entgegenzuführen. Ruch Frankreich erkennt die Juden Seit ungefähr 80 Jahren ist Frankreich das Dorado der jüdischen Einwanderung geworden. In dieser Zeit vermehrten sich die Juden um das sechsfache. Heute leben allein in Paris nach Schätzungen französischer Rechtskreise 400 000 Juden, worunter man nicht weniger als 80 000 Emigranten annimmt. Der jüdische Einfluß in Frankreich ist in erster Linie im Kultur= und Pressewesen festzustellen. In der offiziösen Agentur Havas, die den öffentlichen und internationalen Nachrichtendienst besorgt und fast die gesamte Presse beinflußt, sind alle maßgebenden Posten von Juden besetzt. Zahlreiche Tageszeitungen sind teils im Besitze von Juden, teils unter jüdischer Führung. Aehnliche Uebermacht besitzt Juda in der französischen Wirtschaft. Fast das gesamte Bankwesen, natürlich auch die Börsen, ebenso ein großer Teil der Rüstungsindustrie sind in der Hand der Juden. Diese Kapitalisten haben ihre wesentlichste Stütze in der Freimaurerei. Die Folge sind laufend Skandale, in deren Mittelpunkt Juden stehen. Minister Sarraut betonte deshalb in seiner Verordnung über das Fremdenwesen: „Diese Fremnden(Juden) haben manchmal moralische Begriffe, die, wenn sie nicht streng überwacht werden, geeignet erscheinen, das französische Klima zu verändern und die nationalen Sitten zu untergraben.“ Den Beweis liefern die Juden selbst, denn sie stellen über 60 vom Hundert von allen abgeurteilten Fälilen von Betrug, Wucher, Unterschlagung, Nötigung, Erpressung, allein in den letzten Monaten. Um das französische Volk über diese Tatsache hinwegzutäuschen, wird der Rundfunk, der sich fast ausschließlich in den Händen der Juden befindet, zu Hetzzwecken benutzt. Auch die Filmindustrie und die Theater (über 50 v. H. aller Pariser Vergnügungsstätten gehören Juden oder werden von Juden geleitet), schließlich die freien Berufe der Aerzte, Juristen usw. verfallen immer mehr der Verjudung. Auch die marxistischen und kommunistischen Parteien Frankreichs sind in der Hand der Juden. Léon Blum, Grumbach, Zay, Lecache, Rosenfeld besitzen ausschlaggebenden Einfluß in den Gewerkschaften und haben Daladier den Kampf angesagt, um noch weiter aus der wirtschaftlichen Unsicherheit politischen und materiellen Nutzen ziehen zu können. So konnte es nicht ausbleiben, daß auch in Frankreich die antijüdische Stimmung wuchs Sie wurde gefördert durch die anmaßende Haltung der Emigranten. Lucien Rebatet schrieb im„Je suis partout“:„Der Antisemitismus lebt in Frankreich mit einzigartiger Kraft auf. Er gewinnt Parteien des Landes, Klassen der Bevölkerung, die solchen Sorgen gegenüber ganz indifferent erschienen.“ Um die Förderung der antijüdischen Bewegung haben sich besonders Léon Daudet in der „Action Francaise“, die Camelots du Roi“, Georges Batault und Léon de Poncins mit ihrer Zeitschrift „Coutré=Revolution“ und die beiden Wochenschriften „Gringoire" und„Je suis partout“ verdient gemacht. Amerika— Kochburg jüdkischer Finanzhyänen Aber auch dort wächlt die Abwehrbewegung mehr Männer, die so offen gegen die Greuellügen Stel lung nehmen wie Henry Ford, vielleicht spricht sich das amerikanische Volk in der Judenfrage bald mündig. Tolen will 3 Millionen Juden loswerden Polen zählt etwa 33 Millionen Einwohner. Darunter befinden sich ungefähr 3,5 Millionen Juden, also 10 v. H. der Bevölkerung. Es kann keine Sofortlösung geben, wenn man in Betracht zieht, daß in 652 Städten Polens mit 6 658 588 Einwohnern 2 138.159, Juden leben, also 32 v.., wenn die Bevölkerung von Bialystok zu 51.5 v.., Lublin zu 39.5 v. H. und Warschau zu 33,1 v. H. mit Juden durchsetzt sind. Die Juden haben sich auch in Polen mit der ihnen angeborenen Brutalität und Herrschsucht breitgemacht und die wirtschaftliche Macht fast völlig in die Hände bekommen. Daneben besorgen sie dauernd die Geschäfte Moskaus und arbeiten auf den Umsturz hin. Ein Fünftel aller Vergehen gegen den Staat wurden laut Statistik allein von Juden begangen.„# Das polnische Volk setzt sich gegen diese Verjudung kräftig zur Wehr. So sind in den Gymnasien und in vielen Fakultäten der Hochschulen für die Juden eigene Ghettobänke bestimmt. Die polnischen Wirtschaftsverbände lassen es ebenfalls' an judengegnerischen Entschlüssen nicht fehlen. Es kommt auch vor, daß sich die aufgespeicherte Erregung gegen das Judentum in Pogromen Luft macht. Außerdem hat die Regierung durch gesetzliche Maßnahmen erst jüngst eine Reihe jüdischer Logen geschlossen und deren Vermögen beschlagnahmt. Die polnische Regierung hat weiter ihre divlomatischen Vertreter in Newyork, London, Brüssel und im Haag beauftragt, bei der angestrebten„Lösung der Emnigrantenfrage auch für eine Berücksichtigung der polnischen Lage, die zu einem Abschub der Juden drängt, zu sorgen. Denn Polen will 3 Millionen Hebräer loswerden. Es kann gar kein Zweifel sein, daß die USA. heute die Zentrale jüdischer Macht und damit zugleich die Zentrale der antideutschen Hetze und des antideutschen Kampfes sind. Im„Land der unbegrenzten Möglichkeiten“ hat das Judentum seine weitreichende Herrschaft aufgerichtet und lenkt von dort aus mit allen Mitteln der Presse, des Kapitals und der Politik den Kampf für Alljuda und gegen Faschismus und Nationalsozialismus. Heute schätzt man die Judenheit Amerikas auf nahezu 5 Millionen, d. h 3,5 v. H. der Gesamtbevölkerung. Davon sind drei Viertel zugewanderte Ostjuden: die meisten leben in den nordamerikanischen Industriestädten, vor allem in der Handelsmetropole Newyork, das mit fast 3 Millionen Israeliten die größte Judenstadt der Welt ist. In Chikago leben 300.000, in Philadelphia 270 000 und in Boston 100.000. Nach dem„American Publicist Economist“ stand schon 1936 unter jüdischem Einfluß die Schwerindustrie mit 87 v.., die Massenartikelfabrikation mit 83 v. das Bankwesen mit fast 100 v.., der Exporthandel mit über 90 v., das Zeitungswesen mit 97 v.., die Textilwirtschaft mit 99 v.., der Grund und Boden Diese Verhältnisse sind inzwischen so offensichtlich geworden, daß ein judenfeindliches Echo nicht ausbleiben konnte. Es hat sich in den USA. bisher immer nur stimmungsmäßig oder gesellschaftlich geäußert. Unzählige Klubs, selbst in Newyork, haben noch niemals Juden aufgenommen, ebenso gibt es Colleges, Erholungsheime, sogar Sommerfrischen, Hotels und Mädchenheime, an denen das Schild„Christians and only!“ (Nur für Christen!) prangt. Aber diesen Aeußerungen hat bisher die Rasseerkenntnis als Grundlage allen Handelns gefehlt. In den letzten Monaten ist allerdings ein neuer Ton in diese Diskussion gekommen; in mehreren Städten tauchten Plakate auf, die zum Boykott gegen die Juden aufforderten, die die Freiheitsstatue mit einer stattlichen Hakennase zeigten u. a. m. Es mehrt sich die Zahl der Unternehmungen, die Juden möglichst oder grundsätzlich nicht einstellen. Es sind ernste Zeichen für Juda; Rabbi Wise, der Obrjude der USA., macht alle Mittel mobil zum Abwehrkampf. Der Kongreß zur Wahrung der jüdischen Interessen beschloß einen Verteidigungskrieg, das jüdische Arbeiterkomitee bewilligte 10.000 Dollar„zur Bekämpfung des Antisemitismus“. Der Kampf, der heute in den Vereinigten Staaten begonnen hat, wird hart sein. Vielleicht finden sich noch Ruck in vielen andern Ländern ist die Abwehrbewegung im Wachsen. So ist gerade jetzt die ungarische Regierung dabei, der Judenfrage energisch zu Leibe zu gehen. Die Schweiz Holland, Belgien und Luxemburg betrachten sich als„Durchgangsländer“ für die Juden. Auf dem Balkan hat Bulaarien tatkräftig gegen die Juden Front gemacht. Heute muß jeder Ausländer, der nach Bulgarien einreisen will— und sei es auch nur zu vorübergehendem Aufenthalt—. seine arische Abstammung nachweisen. Den 60.000 bis 70 000 im Lande ansässigen Juden sind alle öffentlichen Aemter die wissenschaftlichen Berufe und die Büros der Industrie verschlossen. Ein besonderer Erlaß hat sie auch aus dem Beamtenapparat der Staatslotterie und aus dem inzwischen verstaatlichten Kasino von Barna entfernt. Allerdings sind der Handel und die freien Berufe vorläufig noch mit Juden überfüllt. In Jugoslawien kündigt sich ein nahender Umschwung an. Auch Kanada und die südamerikanischen Staaten mit Ausnahme von Argentinien schließen ihre Grenzen. So zeigt sich, daß in der ganzen Welt die Abwehr gegen die Juden wächst, weil man immer mehr erkennt, daß die Juden der Feind aller Völker sind. Arteil im Kölner Versic Viel Zähle Hachthaus, sunf Hähle=Chiderlaft Ein Betrugsversuch, der„ins Auge“ ging Köln, 22. Dezember. In den Abendstunden des Donnerstags wurde im Kölner Versicherungsprozeß folgendes Urteil gefällt: „Der Angeklagte Köller wird wegen fortgesetzten Betruges in einem besonders schweren Falle zu vier Jahren Zuchthaus und fünf Jahren Ehrverlust verurteilt. Zehn Monate der Untersuchungshaft werden auf die Strafe angerechnet.“ Der Angeklagte hatte sich, um in den Genuß der bei in= und ausländischen Versicherungen in Höhe von etwa ¾ Millionen Mark abgeschlossenen Versicherungssumme zu gelangen, selbst ein Auge ausgestochen. In der Kriminalgeschichte einzig dastehend In seiner Urteilsbegründung führte der Vorsitzende u. a. aus, daß sich das Gericht trotz der ausweichenden Antworten des Angeklagten ein klares Bild habe machen können und sich den Gutachten angeschlossen habe, die auf Selbstverstümmelung lauteten. Die Vermögensverhältnisse des Angeklagten seien zur Zeit der Tat sehr schlecht gewesen. Da der Angeklagte gleichzeitig bei mehreren Versicherungen abgeschlossen habe, sei auf fortgesetzten Betrug erkannt worden; da es sich um hohe Beträge gehandelt habe, auf besonders schweren Betrug. Der Angeklagte sei ein weicher, lügnerischer Charakter. Das Verbrechen sei in seiner ganzen Scheußlichkeit einmalig in der Kriminalgeschichte, so daß man ein hartes Urteil gefällt habe, das abschreckend wirken solle. Schiffahrtssperre auf dem Rhein=Herne=Kanal Münster, 22. Dezember. Auf dem Rhein=HerneKanal oberhalb Schleuse 6(Haltung 6 bis 7) ist die Schiffahrt wegen Vereisung von Mittwoch ab bis auf weiteres gesperrt. Schmutzige Wäsche Den eigenen Vater fälschlich beschuldigt Detmold, 22. Dezember. Das Detmolder Strafgericht verurteilte ein 17jähriges Mädchen wegen wissentlich falscher Anschuldigung und Freiheitsberaubung zu zwei Monaten Gefängnis mit Bewährungsfrist. Außerdem wurde die Angeklagte der Fürsorge überwiesen. Das Mädchen hatte die Bekanntschaft eines Mannes gemacht; der sie durch sein hochstaplerisches Auftreten völlig in seinen Bann zog. Als der Vater Erkundigungen über den Mann eingeholt hatte, die ihn als Schwindler entlarvten, untersagte er der Tochter jeden weiteren Verkehr mit ihm. Auf Anskiften ihres„Verlobten“ bezichtigte nunmehr das Mädchen ihren Vater der Blutschande. Die Tochter blieb bei wiederholten Verhören bei ihrer Aussage und bekannte erst, als dem unschuldigen Vater nach langer Haft der Prozeß gemacht werden sollte, ihre unglaublichen Lügen. Der gu ut u. 2 Zuchthaus und Gefängnis für Taschendiebe Düsseldorf, 22. Dezember. Im Jahre 1935 wurden der 27jährige Hermann Scharfenberg und der 41= sährige Ludwig Dschpexen Diebsabis, Ech, zu Lebn. wegen gemeinsamen schweren Diebstahls, Sch. zu zehn, H zu achtzehn Monaten Gefängnis verurteilt. Nach Verbüßung dieser Strafen trafen sie sich Anfang d. J. in einem Ledigenheim wieder und beschlossen, sich als Taschendiebe zu betätigen. Sie spazierten abends durch hatten die beiden im Nu die Taschen dieser„Bier=s1 leichen“ ausgeplündert. So wurde ein Mann am 14. Mai d.., durch Sch., der damals allein„arbeitete“, um einen Betrag von 13 RM. bestohlen. Am 11. September erbeuteten die beiden 30 RM und am 16. September eine Geldbörse mit 18 RM. Die Kriminalpolizei machte diesem Treiben ein Ende, und beide Burschen erschienen nun vor dem Schöffengericht. Dem Angeklagten Sch. wurden nochmals mildernde Umstände zugebilligt; er kam mit einer Gefängnisstrafe von einem Jahr und neun Monaten davon. H. wurde als rückfälliger Dieb zu zwei Jahren und drei Monaten Zuchthaus und Stellung unter Polizeiaussicht verurteilt. „Fette“ Beute 14 Seiten Speck und 70 Zervelatwürste gestohlen Hamm, 22. Dezember. Bei dem Metzgermeister Schmidt im benachbarten Rhynern drangen in der Nacht Einbrecher in das Schlachthaus ein. Es wurden 14 Seiten Speck und 70 Zervelatwürste gestohlen. Anscheinend sind die Einbrecher bei der„Arbeit“ gestört worden, denn sie ließen zwei bereits abgeschnittene Schinken liegen. Außerdem ließen sie ein paar neue Arbeitsschuhe und eine Armbanduhr zurück. Arbeiter seiner Löhnung beraubt Frecher und dreister Straßenraub Recklinghausen, 22. Dezember. In den frühen Nachmittagsstunden des Mittwochs wurde auf der Recklinghäuser Straße in Ahsen der Arbeiter Wilhelm BuckSoch Weise=Wemhnachten? Anhaltende Schneefälle in ganz Westdeutschland— Gute Wintersportmöglichkeiten Köln, 22. Dezember. Nach der bisherigen Entwicklung der Wetterlage kann man hoffen, daß wir in diesem Jahr nun wirklich einmal weiße Weihnachten bekommen. (Däumchen halten!) Ueberall hat Schneefall eingesetzt. Stadt und Land sind in ein weißes Winterkleid gehüllt. In allen westdeutschen Gebirgsgegenden bieten sich zum größten Teil bereits gute Wintersportmöglichkeiten An der Hohen Acht und in der Gegend des Nürburgringes in der Eisel hatte die Schneedecke am Donnerstag vormittag bereits eine Höhe von 22 bis 25 Zentimeter erreicht.— Das Treibeis auf dem Rhein hat etwas nachgelassen, ist aber immerhin so stark, daß die Rheinschiffe und Kähne es vorziehen, in den Häfen zu bleiben. Am Mittelrhein haben zahlreiche Schiffe im offenen Strom ankern müssen, da sie in den vollbesetzten Häfen keinen Platz mehr fanden. An der eine Eisstauung außerordentlich begünstigenden Rheinkrümmung bei der Loreley sind ständig Eisbrecher tätig, um das Treibeis in Fluß zu halten. Auf der Mosel ist es an mehreren Stellen auf weite Strecken zum Eisstand gekommen. Die Eisdecke sieht einem gepflügten Acker gleich. Gutes Wintersportwetter im Sauerland Essen, 22 Dezember. Nun hat auch im Sauerland der Schneefall voll eingesetzt, der bereits jetzt die Ausübung des Wintersports zuläßt. Am Donnerstag morgen wurden bereits 15 Zentimeter Pulverschnee auf. dem Kahlen Asten und in Willingen=Usseln gemessen. Entgegen der Annahme, daß mit Tauwetter gerechnet werden dürfte hatte das Sauerland am Donnerstag morgen eine Durchschnittstemperatur von minus 10 Grad. Mit dem Tauwetter dürfte es also noch eine gute Weile haben, zumal auch der Reichswetterdienst in Essen für die nächsten Tage eine Temperatur von durchschnittlich 6 Grad unter Null vorhersagt. mann, der sich auf dem Nachhausewege von seiner Arbeitsstätte in Erkenschwick befand, niedergeschlagen und seiner Löhnung beraubt. Buckmann wurde mit zertrümmertem Schädel blutüberströmt von Straßenpassanten in der Nähe des Forsthauses Droste, wo er von dem bisher unbekannten Täter hinterrücks niedergeschlagen worden war, in einem Graben besinnungslos aufgefunden. In schwerverletztem Zustand wurde der Ueberfallene dem Krankenhaus in Datteln zugeführt. Es besteht Lebensgefahr. Von seiner Löhnung fehlt ein 50=RM.=Schein. Seit acht Jahren verschollen Detmold, 22. Dezember. Der Oberstaatsanwalt teilt mit: Seit dem 26. Januar 1931 ist der Landwirt Karl Funke in Bad Meinberg verschollen. Alle Volksgenossen, die irgendwelche Beobachtungen gemacht haben die zur Aufklärung des Falles dienen können werden dringend gebeten, sich baldmöglichst bei der Staatsanwaltschaft oder Kriminalpolizei in Detmold oder dem Gendarmerieposten in Bad Meinberg bzw. der nächsten Polizeidienststelle zu melden. Insbesondere mögen sich diejenigen Volksgenossen melden, die Funke am 26 Januar 1931 oder nach diesem Zeitpunkt gesehen haben, oder denen Funke vor seinem Verschwinden irgendwelche verdächtige Mitteilungen gemacht hat. Todesopfer eines Raufhandels Im Dorf ging es rund Paderborn, 22. Dezember. Die Große Strafkammer in Paderborn befaßte sich mit einer dörflichen Schlägerei, die sich in der Nacht zum 18. September in Steinhausen(Kr. Büren) zutrug und in deren Verlauf der 28 Jahre alte Erhard Lammers so schwere Verletzungen erlitt, daß er nach wenigen Tagen starb. Die an der Schlägerei Beteiligten hatten sich jetzt vor Gericht zu verantworten. Der Angeklagte, Lenniger als der Hauptschuldige bekam 7 Monate Gefängnis, während der Angeklagte Lünne mit 5 Monaten davonkam. Die Angeklagten Vonnahme und Karthaus erhielten entsprechend dem Maße ihrer Beteiligung an dem Raufhandel zwei bzw. einen Monat Gefängnis. Das Gericht konnte nicht feststellen, wer den tödlich wirkenden Schlag oder Wurf ausgeführt hat Der S 227 Absatz 1 gibt aber die Möglichkeit, der Straftat in solcher Form die Sühne folgen zu lassen, indem alle in die Schlägerei verwickelten Personen wegen Raufhandels bestraft werden, wenn ein Verletzter oder Toter die Folge ist. In diesem Falle habe, so führte der Vorsitzende aus, eine Sühne erfolgen müssen schon aus Gründen der Gerechtigkeit. Wieder zwei Jungen auf dem Eis eingebrochen und ertrunken. In Mogendorf bei Montabaur wagten sich die beiden zwölfjährigen Jungen Alfred und Paul Gelhard aufs Eis, um Schlittschuh zu laufen. Kaum waren sie einige Meter vom Ufer entfernt, als sie einbrachen und in der Tiefe des Grubenweihers versanken. Als man die Knaben endlich bergen konnte, hatten sie schon den Tod gefunden. Beide waren die einzigen Kinder ihrer Eltern. Statt besonderer Anzeige Heute morgen verschied plötzlich und unerwartet meine liebe, herzensgute Mutter. unsere treusorgende Tante. Schwester und Schwägerin Prad Mimml Bubmann geb. Pottkämper im Alter von 58 jahren. In tiefer Trauer: Irene Bußmann Elisabeth Haas Margarete Haas Bochum- Weitmar(Hattinger Str. 369) und Altenbögge, den 22. Dezember 1938 Die Beerdigung findet Samstag. den 24 Dezember 1938, nachmittags * 119###. 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Dezemoer 1938, vormittags 10 Uhr, an die obengenannte Dienststelle einzureichen, wo zu gleicher Zeit im Beisein etwa erschienener Anbieter die Oeffnung der Angebote erfolgt. Bochum, den 23. Dezember 1938. Der Oberbürgermeister. Viehseuchenpolizeiliche Anordnung. Die Maul= und Klauenseuche unter den Rindviebbeständen der Bauern Wilhelm Schulte=Kleinherbede, Bochum=Querenburg, Kleinherbeder Straße 54, und Artur Buschmann, Bochum=Querenburg, Westerholtstraße 15, ist erloschen. Ich hebe daher die Viehseuchenpolizeilichen Anordnungen vom 25. November Bochum, den 22. Dezember 1938. Der Oberbürgermeister als Ortspolizeibehörde. im Bochumer Krieger- und Landwehr-Kameradschaft (Kyffhäuserbund) e. V. gegr. 1844 Goheralappen am 26. Dezember 1938(2. Weihnachtstag), 11 Uhr, im Vereinshaus an der Mühlenstraße. Zur Besprechung stehen folgende Punkte: 1. Aufnahme neuer Kameraden 2. Führeranordnungen 3. Voranschlag für das Jahr 1939 4. Festsetzung der Beiträge S. Ernennungen zum Beirat 6. Wahl der Kassenprüter 7. Ehrung der Jubilare. Ich erwarte vollzähliges Erscheinen. Dobke Kriegerkameradschaftsführer Ein Inserat zur rechten Zeit hat keinen Kaufmann je gereut. Und inserierst Du im„BA“, hast stets Du viele Käufer da! FN K S WEES u W W K K K Hast Du die rechte Wahl getroffen, steht Dir des Glückes Himmel offen. willst Du nach schöner Treue Proben dich liebend binden und verloben, so zeig durch den„BA“ es an, daß man Dir gratulieren kann! S WT! Weren Nausinentu Alteste Drogerie Steitteyö Kortumstr. 78 Ruf 65112 Zwangsversteigerung Heute, 23 Dezember 1938, 12 Uhr, versteigere ich in der Wirtschaft Ber ger, Alleestraße 54, folgende Gegenstände öffentlich meistbietend gegen Barzahlung: Neue Küchen, Wohnzimmermöbel, Radioapparat und Hotelsilber. Bochum, den 23. Dezember 1938. C. Clausen, Obergerichtsvollzieher, Christstr. 42. SE Stellenangebote (männlich) Zur Ueberwachung unseres Autoparks suchen wir tüchtigen Monteur Bernh. Bertz G. m. b. Bochum, Robertstraße 70. 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