N. 68 Olpe, Samstag den 23. August. 1890. Erscheint am Mittwoch und Samstag und kommt bereits Dienstags und Freitags nachmittags zur Ausgabe. Abonnementspreis, vierteljährlich 1 Mk. 20 Illustriertem Sonntagsblatt 25 Pf. mehr. Anzeiger für das Sauerland und speziell für den Kreis Olpe. Anzeigegebühr: 10 Pfg. für die einspaltige Petit= Zeile oder deren Raum, unter 4 Zeilen 40 Pfg.; Reklamen 25 Pfg. die Zeile. Die Besorgung von Briefen und Annahme von Adressen wird mit 25 Pfg. berechnet. Verantwortlicher Redakteur: Gottfried Ruegenberg. Verlag der Ruegenberg'schen Buchhandlung in Olpe. Olpe, den 21. August 1890. Kaiser Wilhelm hat sich nach seiner Rückkehr aus England nicht lange Rast gegönnt, sondern sich nach Abhaltung der großen und glänzenden Parade über das Gardekorps in Berlin wieder auf die Reise nach Rußland begeben. Es ist der zweite Besuch, den unser Kaiser dem mächtigen„Selbstherrscher aller Reußen" abstattet, natürlich auf Wunsch und spezielle Einladung des Zaren. Auf der Reise wurde Kaiser Wilhelm von Saßnitz aus von seinen Söhnen auf hoher See begrüßt und traf am Sonntag in Reval ein. Die großen Manöver erstrecken sich von Narwa bis KrasnojeSelo und gestalten sich durchaus glanzvoll. Bis Ende der Woche wird unser Kaiser seinen Besuch ausdehnen. Die russische Presse hat den hohen Gast in durchaus geziemender und freundlicher Weise begrüßt—, wenn es denn panslavistischen Blättern auch schwer geworden sein mag. Ist auch auf eine Bekehrung oder einen völligen Umschwung der Gesinnung nicht zu rechnen, so wird die sreundschaftliche Begegnung beider Monarchen doch ihren Reflex auf die Bevölkerung werfen, und es ist zweifellos, daß ganz Europa diese Woche seine Augen nach Osten richtet— die Franzosen mit Groll, die meisten mit Befriedigung. Die durchaus friedlichen Worte, die der Zar kürzlich gesprochen, haben in Europa Wiederhall gefunden, und sind gerade jetzt bei dem Besuch des deutschen Kaisers von Bedeutung. Daß der Reichskanzler v. Caprivi auch im Gefolge des Kaisers sich befindet, gibt derselben ein politisches Gepräge. Doch wird man auf Vereinbarungen und Abmachungen nicht rechnen können, die ja auch gewiß von deutscher Seite nicht geplant sind. Es genügt schon, wenn man in Rußland mehr und mehr Zutrauen zu der deutschen Friedenspolitik faßt, und die Bürgschaften des Friedens sich verstärken. Darin liegt auch der politische Schwerpunkt der russischen Reise des Kaisers, Bald nach der Rückkehr soll auch eine Zusammenkunft mit dem Kaiser Franz Joseph von Oesterreich stattfinden, und dabei wird auch die russische Reise mit ihren etwaigen Erfahrungen und Ereignissen gewiß die Grundloge politischer Erörterungen bilden. Gegenwärtig befindet sich das österreichische Kaiserpaar noch in Ischl, umgeben von vielen hohen Gästen. Auch der König von Rumänien weilte mit dem Thronfolger beim Kaiser von Oesterreich zum Besuch Im Innern herrscht zur Zeit wenn nicht völliges Stillstehen, so doch unbedeutendes Treiben, wie fast immer um diese werden denn Fragen aufgeworfen und weitläusig discutiert, die man sonst bis zu ihrer Reife und Lösung ruhig abwarten würde. So zerbricht man sich jetzt den Kopf über die Reformpläne des neuen preußischen Finanzministers Miquel. Es ist ja nicht mehr zu leugnen, daß in der Steuerreform etwas geschehen muß, daß das bisherige Einschätzungsverfahren vielfach ungerecht und unbillig ist und die Hauptlasten auf den Schultern des kleinen Mannes und des mittleren Bürgerstandes beläßt, während die„oberen Zehntausend" zum großen Teil unbehelligt bleiben. Ein katholisches Blatt in Westfalen hat dieser Tage aufgedeckt, wie ein Großinoustrieller,— der zufällig waschecht liberal ist— nur einen kleinen Betrag seines mehrere Hunderttausend pro Jahr betragenden Einkommens besteuert hat und für den Rest frei ausgeht. Das hat in der liberalen Presse großen Aerger hervorgerufen, man spricht von„Gehässigkeit" und einer Denunciation, die„gar keinen Zweck mehr habe“. Es ist Zeit, daß es anders wird, und hoffentlich ist Miquel der Mann, der es versteht, den richtigen Weg zu finden. Daraufhin ist er ja auch hauptsächlich in sein hohes Amt berufen worden. Interessant, pikant und nicht gerade unwichtig ist der häusliche Zwist innerhalb der sozialdemokratischen Partei, was die Erwartung rechtfertigt, daß nach dem Aufhören des Sozialistengesetzes die Spaltungen sich vertiefen und erschütternd, auf den Organismus des Ganzen wirken. Ein Teil der Partei ist mit der geplanten Organisation nicht zufrieden; es soll kein militärisches System von Gehorchen und Mund halten durchdringen, und ein Teil lehnt sich auch gegen Bebel auf. Ein sächsisches Blatt führte das Wort; da fand eine Versammlung in Leipzig statt, man saß über das Blatt zu Gericht und kaufte es für die Partei an; die beiden Inhaber bekommen ihr Geld und halten den Mund. Bei der Gelegenheit hat sich Bebel auch mit einem Redner gehauen! Das scheint ja nett zu werden bei den Heern Sozialdemokraten, die„Freiheit und Gleichheit", nur in der Theorie kennen, aber in der Praxis diese Begriffe nicht verstehen und sich selbst dabei aufreiben. Es scheint fast, daß die Sozialdemokraten unter polizeilicher Pflege sehr gut gediehen, aber Freiheit, Luft, Lust und Bewegung nicht vertragen können.— Das Berliner Volksblatt wird vom 1. Oktober ab das„leitende Organ, werden. Die bevorstehende Versammlung der Katholiken Deutschlands verspricht recht glänzend zu werden und sich würdig an die Vorgängerinnen anzureihen. Man hört oft äußern, jetzt, wo der Culturkampf aufhöre, seien die Katholikenversammlungen nicht mehr notwendig. Gewiß sind sie noch notwendig; denn es schweben noch manche Fragen auf kirchenpolitischem Gebiete, die noch nicht zur Zufriedenheit gelöst sind, und dann ist gerade der sittlich=religiöse Wert dieser Versammlungen unschätzbar, da sie bezeistern, ermutigen und das katholische Bewußtsein in Deutschland, stärken und neu beleben. Aus diesem Grunde begrüßen wir auch die diesjährige Versammlung aus ganzem Herzen und hoffen, daß sie keiche Früchte tragen möge. Daß unseren Gegnern diese großartigen katholischen Kundgebungen ein Dorn im Auge sind, daß sie dieselben„nicht für nötig halten, das begreifen wir schon. Die belgischen Arbeiter rühren sich eifrig, um das allgemeine Stimmrecht zu erhalten. Bisher haben es nur 113000 begüterte Personen im ganzen Lande, und es gibt wohl kein zweites Culturland auf Erden, wo bezüglich des activen Wahlrechtes noch so vorsündflutliche Zustände herrschen, als in Belgien. Darum sind die Bestrebungen erklärlich. Die kürzliche große Demonstration zu gunsten des allgemeinen Stimmrechtes war der Anfang, und in der Kammer will Janson einen förmlichen Autrag einbringen. Die Strömung wird nicht nachlassen, bis den gewiß berechtigten Wünschen Rechnung getragen ist. In Frankreich kommt jetzt die Zeit der Ministerreisen und der üblichen Bankettpauken zum Lobe der glorreichen Republik. Man hört immer dieselben Phrasen, aber da sie schön klingen, begeistert man sich daran.— Mit dem englischen Abkommen ist man recht zufrieden. Zwei landeskundige Franzosen begeben sich nach Afrika, um die Grenzen festzustellen. Auch soll der Plan einer Eisenbahn durch die Wüste Sahara festgehalten werden. Das Projekt soll nach der Berechnung Stanleys 200 Millionen kosten und in 10 Jahren ausgeführt werden können.— Die in Paris versammelt gewesenen amerikanischen Generalkonsuln haben sich für eine milde Handhabung des neuen amerikanischen Zollgesetzes, welches die europäische Industrie bedroht, ausgesprochen; doch befürchtet man, daß es nicht viel helfen wird. Aus Spanien und Egypten, sowie aus Arabien liegen betrübende Nachrichten über die Zunahme der Cholera vor. In Spanien hat sich die Seuche immer weiter verbreitet, doch an Heftigkeit nicht zugenommen. Aber in Mekka und Dyedda ist sie stärker aufgetreten, und das ist deshalb schon sehr bedenklich, weil sie von dort durch den Suezkanal leichter verbreitet werden kann. Die italienische Regierung hat die Mächte bereits zu gemeinsamen Abwehrmitteln aufgefordert. Die italienische Regierung hat in einer Nachwahl einen Sieg errungen, indem der Candidat der Opposition unterlag. Das an sich nicht so großartige Ereignis wird von der Regierungspresse als ein gewaltiger Triumph des Ministerpräsidenten Crispi aufgebauscht, und Crispi scheint sich wohl dadurch die Ferien versüßen zu wollen. In Rußland und weit über dessen Grenzen hinaus hat der Erlaß des Ziren an seinen Kriegsminister wegen des friedlichen Tones den besten Eindruck gemacht. Es ist darin ausdrücklich gesagt, daß die starke und wohlorganisierte russische Armee nicht für Angriffszwecke, sondern einzig zur Wahrung der Unverletzlichkeit und Ehre des russischen Reiches bestimmt seien, und daß der Kaiser die unschätzbaren Güter des Friedens mit Gottes Hülfe noch lange Jahre zu erhalten hoffe. Das sind schöne Worte; ob ihnen die That entspricht, wird davon abhängen, ob z. Bsp. auf der Balkanhalbinsel alles so geht, wie es gehen soll.— Es hieß, daß Rußland etwa eine Million Inden aus ihren bisherigen Wohnsitzen vertreiben wolle, und in England sollte deshalb schon ein Entrüstungsmeeting abgehal: ten werden. Doch ließ Rußland offiziös versichern, es denke nicht an solche Maßregeln. Die letzte Zeit war reich an Unglücken und Unheil aller Art im In= und Auslande. Blitz und Ungewitter, Hagel, Ueberschwemmungen, eine ganze Kette von Eisenbahnunglücken, Gruben=Explosionen wechselten mit einander ab, und die entsetzliche Katastrophe in Crefeld machte das Maß voll. S e Politische Uebersicht. Deutsches Reich. Nach herrlicher Meeresfahrt weilt Kaiser Wilhelm seit Sonntag auf russischem Boden, von der Zarenfamilie wie von der russischen Bevölkerung herzlichst empfangen, während zugleich die Petersburger und Moskauer Blätter fast ausnahmslos dem kaiserlichen Gaste sehr sympathische Begrüßungsartikel widmeten. Ueber die Landung Kaiser Wilhelms in Reval und seinen offiziellen Empfang in Narwa, dem Mittelpunkte der gegenwärtigen russischen Truppenmanöver, haben wir schon in ausführlicher Weise berichtet und erscheint daher eine Wiederholung der betreffenden Meldungen an dieser Stelle nicht mehr angezeigt. In Narwa fand am Sonntag Abend in der Polewzewischen Villa, dem Absteigequartier Kaiser Wilhelms und des Zarenpaares, Familiendiner der gesamten anwesenden allerhöchsten und höchsten Herrschaften statt, worauf Feuerwerk am Wasserfall des Parkes folgte. Am Montag wohnten die Majestäten mit ihrer Umgebung der Feier des Patronatsfestes des Preobraschenski'schen Garderegiments bei, aus weichem Anlaß FeldGottesdienst und Parade, dann zweimaliger Vorbeimarsch des Regiments vor den Monarchen stattfand. Beide Kaiser trugen russische Unisormen, wobei Kaiser Wilhelm den Andreasorden mit Kette, der Zar den Schwarzen Adlerorden mit Kette angelegt hatte. Nachdem die Majestäten das Lager der Truppen mit einem Besuche beehrt, folgte das Frühstück; im späteren Verlaufe des Tages besichtigten die allerhöchsten Herrschaften die Stadt Narwa, am Abend fanden Die Herrin von Hardingholm. (Fortsetzung.) Mit der Verlobung mochte es wohl seine Richtigkeit haben und dann— dann— ja, was wollte sie überhaupt?— Weshalb quälte sie sich um diesen Mann, der ihre Karte wahrscheinlich weggeworfen, sich ihrer kaum noch erinnern würde?— War nicht auch sie gebunden? Hatte er sie nicht am Arme des Verlobten gesehen? Eine Thräne rollte über ihr bleiches Antlitz, gefesselt für das ganze Leben an einen ungeliebten Mann, mit dem Bilde eines andern im Herzen, ein Opferlamm für das Vergehen der Eltern!— Nein, nein, dieser Gedanke war Sünde, es blieb sich am Ende ganz gleich, wem sie angehörte, da es doch nicht der Rechte sein konnte. Sie wollte nicht mehr an ihn denken, sondern sich mit dem ganzen Stolz ihres vornehmen Namens wappnen, und ihm so entgegentreten. Dieser Gedanke brachte sie in eine neue fiebernde Aufregung, da der Vater schon in wenigen Tagen mit ihr nach Hardingholm zurückkehren wollte. Eine tödliche Angst vor der Einsamkeit ihres Heims ergriff sie plötzlich und krampfte ihr Herz zusammen. Sie mußte noch hier in Berlin bleiben um jeden Preis, sie wollte ihm begegnen, mit ihm sprechen, sich ihm als glückliche Braut vorstellen. Was wollte sie nicht alles in ihrer kindlichen Unerfahrenheit, ihrem verletzten Stolze dem heimlich geliebten Manne gegenüber, dessen Spott sie glaubte fürchten zu müssen. Sollte sie dem Vater ihre heutige Entdeckung mitteilen?— Nein, er könnte ihrem Lebensretter am Ende danken wollen und seine Verwunderung über eine solche Kleinigkeit, welche seinem Gedächnis so gänzlich entschwunden war, herausfordern, um ihre Demütigung vollständig zu machen. Für sie Lühte ja doch keine Hoffnung mehr auf Erden. „Und ich bin kaum achtzehn Jahre alt!“ seufte sie herzbrechend. Da wurde leise geklopft. „Schläfst Du, meine Kleine?" Es war der Vater. Sie öffnete nach einer kleinen Weile und trat zu ihm in's Zimmer. „Du bist doch allein hier, Papa?“ „Ja freilich, freilich, wie geht's Dir, böses Kind, mir solche Sorge zu bereiten. Bist recht blaß noch, fühlst Du Dich auch ganz wohl?“ ..„Nur ein wenig matt, Papa! Morgen werde ich ganz bei sein. Hast Du hier gar keine Bekannte?“ Der Freiherr horchte auf. ve.D ja, doch werden diese bereits in den Bädern sein. Ich fu uverhaupt kein Bedürfnis, alte Bekannte aufzusuchen, kennst ja me Abneigung gegen jede Geselligkeit. Wenn Du verheiratet bist, wird Bodo schon dafür sorgen.“ „Ich sinde Berlin wunderschön, Papa!“ begann Gabriele nach einer Weile mit einem mutigen Anlauf,„und möchte gerne eine Zeitlang hier bleiben.“ Harding bebte leicht zusammen; also hatte der alte Baron doch recht, sie hatte jenen Menschen wieder gesehen und wollte seinetwegen noch in Berlin bleiben. „Allerdings ist die Reichshauptstadt schön und ich begreife Deinen Wunsch, mein Kind!" versetzte er freundlich,„doch wird sich derselbe jetzt nicht verwirklichen lassen, da er für Dich doch nicht passend sein dürfte, ohne einen anderen Schutz als den Deines Verlobten—, „Aber Papa, wer denkt denn daran, hier allein zu bleiben,“ fiel Gabriele hastig ein,„Du wirst bei mir sein, bitte, bitte, Herzenspapa! versage mir den Wunsch nicht." „Ich begreife Dich nicht,“ erwiderte Harding unwillig, was kann Dir Berlin sein in meiner Gesellschaft? Um die Residenz kennen zu lernen, wirst Du in wenigen Wochen einen besseren Führer als mich haben. Also quäle mich nicht mit Deiner Laune, da ich fest entschlossen bin, übermorgen mit Dir nach Hareingholm zurückzukehren.“ Gabriele war tief erblaßt, sie preßte die Lippen zusammen, wandte sich dann schweigend und trat in ihr Schlafzimmer zurück, während der Freiherr erst eine Bewegung machte, um sie zurückzuhalten, dann aber entschlossen an's Fenster trat und auf die belebte Straße blickte. Er durfte um keinen Preis nachgeben, mochte sie ihm zürnen, immerhin, besser noch, als ihrer Herzensverwirrung nachgeben. Auch daß sie sich noch für den Rest des Tages durch ihre Zofe Kopfschmerzen entschuldigen ließ und selbst für den Vater nicht mehr zum Vorschein kam, machte ihn nicht wankend in seinem Entschlusse, da die Ehre seines Hauses und alten Namens ihm höher stand, als alles andere in der Welt. Am nächsten Morgen sah der Freiherr bekümmert die Spuren einer schlaflosen Nacht auf ihrem Antlitz. Sie erwiderte müde und teilnahmlos seinen Gruß und nahm mechanisch das Frühstück mit ihm ein. Plötzlich horchte sie auf, eine helle weibliche Stimme auf dem Korridor, welche einen Hotelbediensteten kurz zurückwies, ließ sie leicht erbeben und als geklopft wurde, flog sie mit einem Jubelruf empor, um im nächsten Augenblicke eine junge eintretende Dame zärtlich zu umarmen. „Wie kommst Du hierher nach Berlin, Otti? Wie hast Du mich aufgefunden? Da ist mein Papa— laß Dich rasch vorstellen: meine liebste Pensionsfreundin, Ottilie von Ruthard." „Ach, die Tochter meines einstigen Universitätsfreundes, jetzigen Geheimrats von Ruthard?" fragte Harding freundlich. „Ganz recht, Herr von Harding, aber meine Eltern sind leider beide tot, weshalb ich zeitweilig mich hier in Berlin bei meinem Onkel Ruthard, dem pensionierten kinderlosen General, der meinen Bruder adoptiert hat, aufhalte." „Ach ja, ja, ich weiß. Ihr Vater starb vor zwei Jahren, nun, seien Sie mir auch um meiner Tochter willen herzlich willkommen. Sie wußten, daß wir augenblicklich hier anwesend waren?" „Ich erfuhr es durch einen Bekannten, welcher das Brautpaar Unter den Linden gesehen, und ruhte nicht, bis ich Sie ausgekundschaftet hatte. Nun, Deine Verlobung wußte ich ja schon lange, Gabi, aber Du siehst nicht gut aus, bist Du leidend?" „Ja, ich habe heftige Kopfschmerzen, welche mich die ganze Nacht gequält.— Ein Spaziergang würde mir gewiß gut thun Otti!“ „O, bestimmt,“ rief diese eifrig,„wir wollen einen tüchtigen Weg durch den Tiergarten machen. Sie erlauben doch, Herr von Harding?" „Gewiß, mein gnädiges Fräulein, nur stimme ich für eine Fahrt, da lange Spaziergänge mir versagt sind. Vielleicht warten wir auf den Baron?" „Nein, Papa,“ erwiderte Gabriele bestimmt,„ich will mich mit Otti unterhalten—“ „Da ist schon der dritte zu viel," ergänzte Harding lächelnd, „mich aber mußt Du in den Kauf nehmen, Kleine!" Es wurde jetzt rasch Promenadentoillette gemacht und nach einer halben Stunde fuhren sie durch den herrlichsten Sonnenschein nach dem Tiergarten hinaus. „Berlin ist himmlisch schön,“ rief Otti mit leuchtenden Augen, „Du wirst nach Deiner Verheiratung doch hier wohnen?“ „Wenigstens im Winter," nahm der Freiherr rasch das Wort, „im Sommer kommt meine Tochter zu mir nach Hardingholm.“ In diesem Augenblicke— sie fuhren unter den prachtvollen Bäumen des Tiergartens langsam dahin— kam ein Reiter ihnen entgehen, welcher Otti, die tief errötete, achtungsvoll grüßte. „Wer war das?“ fragte Harding,„der Uniform nach ein Offizier des Generalstabes. Jusg itmeite „Hauptmann von Helborn, welcher meinen Onkel zuweilen besucht,“ erwiderte Otti,„ein reizender Mensch und tüchitg Kopf, der eine bedeutende Carrière machen wird, wie Onkel Ruthard behauptet.“ (Fortsetzung folgt.) in der Polewzew'schen Villa Galatafel und Marschalldiner statt. Am Dienstag nahmen unter den Augen der beiden Monarchen die Manöper des russischen Gardecorps ihren Anfang. — Die Preßerörterungen über die politische Tragweite und Bedeutung der gegenwärtigen Begegnung zwischen Kaiser Wilhelm II. und dem Zaren beherrschen noch immer das politische Tagesinteresse. Abrany selbst hatte erst kürzlich noch bestimmt behauptet, Fürsten Bismarck empfangen worden. Jetzt erklärt aber sei vom ExEngland. Mit dem am Montag Abend erfolgten Schluß des englischen Parlaments ist endlich auch jenseits des Canals das Kanzler auf eine bezügliche, an ihn gerichtete Aufrage eines Pester politische Stilleben des Sommers in seine vollen Rechte getreten. Die Blattes telegraphisch, daß er Herrn Abrany gar nicht kenne und ihn Thronrede bei der Verabschiedung des Parlaments bezeichnet die Beniemals empfangen habe!! Fulda, 20. Aug. Die Zusammenkunft der deutschen Es machen sich indessen hierbei fortgesetzt zwei besondere Strömungen schöfe unter dem Vorsitz des Herrn Erzbischofs Philippus geltend, denn während man auf der einen Seite der Kaiserzusammen=[wurde heute vormittag durch Gottesdienst am Grabe des kunft von Narwa nur einen bedingten politischen Charakter zugestehen fatins eröffnet. Die Besprechungen werden sich, dem Vernehmen nach, will und von ihr keinerlei Veränderungen in der europäischen Lage außer auf eine Reihe innerer Angelegenheiten, besonders auf die Ererwartet, mißt man auf der andern Seite dem Ereignisse eine besondere Bedeutung bei und beginnt man sogar von zu gewärtigenden lonieen erstrecken Abmachungen zwischen den beiden Monarchen zu sprechen. Zur Zeit liegen jedoch noch keine Meldungen vor, welche bereits einen bestimmrichtung eines deutschen Missionshauses für unsere afrikanischen Co(welche durch den Brief des Papstes vom 20. April d. J. an den Herrn Erzbischof von Köln angeregt wurde. Daneben dürfte auch die Sperrgelder=Frage Gegenstand der Beratung bilden. gegen die ten Schluß auf die politischen Ergebnisse des Kaiserbesuches in Ruß= Wahrscheinlich wiro auch ein gemeinsames Hirtenschreiben land gestatten könnten. Die auf dem Hofdejenner vom Montag vom Sozial=Demokratie vereinbart. Zaren und dem Kaiser Wilhelm ausgebrachten Trinksprüche waren Fulda, 20. Aug. Zur Bischofs=Zusammenkunft sind sämtrein persönlich gehalten, auch von Besprechungen zwischen ihren leiten=liche preußische Bischöfe anwesend, außer Bischof Korum von Trier, den Ministern ist noch nichts bekannt geworden, man weiß nur, daß der heute mittag eintrifft, und Bischof Drobe von Paderborn, als auch Reichskanzler v. Caprivi wie Herr v. Giers, der Leiter der dessen Vertreter Generalvikar Dr. Schulte hier ist. Ferner sind anauswärtigen Angelegenheiten Rußlands, dem erwähnten Dejeuner bei= wesend: Erzbischof Roos von Freiburg i. B., Bischof Haffner von wohnten, nach dessen Beendigung letzterer nach Petersburg zurückkehrte. Mainz, Armeebischof Dr. Aßmann und die Capitular=Vikare WeihVermutlich wird es aber im weiteren Verlaufe des Kaiserbesuches zu bischof Likowski von Posen und Domherr Kraus von Gnesen. Das intimen politischen Erörterungen zwischen den beiden Souveränen und Ende der Zusammenkunft ist nicht vor Freitag abend zu erwarten. ihren obersten Beratern kommen und wenn dieser persönliche Gedankenaustausch auch schwerlich zu festen Abmachungen führen dürfte, so wird er doch unzweifelhaft auf die allgemeine Lage beruhigend zurückwirken. Hierfür zeugt u. a. bereits die Rede, welche Herr Ribot, der französische Minister des Auswärtigen, in Arras bei einem Banket der Generalräte gehalten hat und in welchem er die politische Situation Europas als durchaus friedlich bezeichnete; sicherlich hat Herr Ribot diese erfreuliche Aeußerung mit unter dem Einflusse der Kaisertage von Narwa gethan. Im übrigen nehmen dieselben den programmäßigen Verlauf und überwiegend hierbei der militärische Teil natürlich bedeutend. Auf das am Montag abgehaltene Regimentsfest des Preobraschenski'schen Garderegiments und die hiermit verbundene Truppenschau folgte am Dienstag der Beginn der großen Manöver des gesamten Gardetorps. Am genannten Tage begaben sich die Kaiser Alexander und Wilhelm vormittags 9 Uhr nach Jamburg in das Manöverterrain, wo sie zu Pferde stiegen und den Manövern eines Westkorps gegen ein Ostkorps bis in die vierte Nachmittagsstunde beiwohnten; alsdann kehrte Kaiser Wilhelm mit seinem Gefolge nach der Polewzew'schen Villa in Narwa zurück. Hier gedachte der Kaiser noch bis zum 21. August Tausende gesungen und verweilen, um dann die Nächte zum Freitag und zum Sonnabend den geringsten Wiederspruch in Gomonlow zuzubringen und sich am Sonnabend nach Peterhof zu Graf Taaffe selbst im Gefo begeben. Im Laufe des Sonnabend erfolgt in Kronstadt die Wiedereinschiffung Kaiser Wilhelms an Bord der„Hohenzollern“. — Prinz Albrecht von Preußen weilt gegenwärtig behufs Besichtigungen in Ostvieußen. Die Beratungen werden, wie gewöhnlich, geheim gehalten. Fulda, 21. August. Der Bischof von Trir ist nachträglich noch eingetroffen. ziehungen Englands zu allen auswärtigen Mächten als friedliche und Bi= freundschaftliche. Weiter erwähnt sie die mit Deutschschland und von Köln Frankreich wegen Afrikas getroffenen Abkommen und gedenkt der Alte h. Boni= der Antisklaverei=Conferenz, welche von allen beteiligten Mächten, mit Ausnahme Holland, unterzeichnet worden seien. Im ferneren berührt die Thronrede die Schwierigkeiten mit Frankreich wegen Neufundlands und erklärt, die Regelung dieser Differenzen liege der englischen gierung am Herzen und beschäftige ihre Aufmerksamkeit im vollsten Maße. Zum Schluß zählt die Rede die im Verlaufe der Session erledigten gesetzgeberischen Arbeiten auf. Dänemark. Das in die Nordsee und Ostsee entsendete österreichische Geschwader ankert zur Zeit in Kopenhagen, wo es Gegenstand mannigfacher Auszeichnungen ist. Eine bemerkenswerte Episode in dem Besuche der österreichischen Gäste in Kopenhagen bildet die Niederlegung eines Palmenkranzes durch eine Deputation der österreichischen Offiziere am Denkmale des Admirals Suenson, der in einem der Seegefechte der Dänen gegen die Oesterreicher im Jahre 1864 fiel. Der Palmenkranz trägt die Inschrift:„Dem tapferen Admiral und den wackeren dänischen Streitern von 1864 von den k. k. Kriegskameraden“, eine Anerkennung der ehemaligen Feinde, mit welcher die österreichischen Geschwaderoffiziere sich selbst im höchsten Grade ehren. Marokko. Die drohenden Verwickelungen zwischen SpaDas vierte deutsche Sängerbundsfest in Wien hat sich in seinem gesammten Verlaufe zu einem echt nationalen Feste und zu einer imposanten Kundgebung des Deutschtums gestaltet, wie sie auf österreichis hem Boden lange nicht dagewesen ist. Die Reden und Ansprachen, die auf dem Sängertag zu Wien bei den verschiedensten Gelegenheiten gehalten wurden, feierten nicht nur das deutsche Lied und das unermüdliche künstlerische Streben der deutschen Sängerschaft, sondern noch weit wehr die geistige Zusammengehörigkeit aller deutschen Stämme, auch wenn dieselben durch politische Grenzen getrennt sind. Auch die auf dem Feste vorgetragenen Lieder der frohen Sängerschaaren trugen meist dieser Stimmung Rechnung und unter ihnen befanden sich auch das sonst in Oesterreich so verpönte deutsche Lied und die„Wacht am Rhein", deren Vortrag in Oesterreich gewöhnlich auch als halber Landesverrat gilt. Diesmal aber wurden beide nationalen Lieder in der Festhalle wiederholt und unter stürmischem Beifalle der versammelten Tansende gesungen und die Taaffe'schen Regierungsorgane wagten nicht natürlich, war doch Ministerpräsident Gefolge der Erzherzöge Carl Ludwig und Wilhelm Rainer, und begleitet von einigen seiner Ministercollegen, am Sonntag Abend in der Festhalle anwesend! Graf Taaffe, der bisherige eifrige Freund und Förderer der Sklavenwirtschaft im lieben Vornahme militärischer Besichtigungen in Ostpieußen. Dem hohen Oesterreich, als Gast auf einem ausgesprochenen nationalen Feste der Herrn wurde bei seiner am Montag Vormittag erfolgten Ankunft in Deutschen— das ist in der That ein Ereignis und es begreist sich ein gländender Empfang bereitet. Am Dienstag Mittag gaber, wen Königsberg setzte Prinz Albrecht die Weiterreise nach Insterburg fort. — In dem Städtchen Weinheim an der Bergstraße am Sonntag die Abzeordneten des badischen Militärvereins=Verbandes versammelt und wurde die Versammlung durch die Gegenwart des Großherzogs von Baden ausgezeichnet, welcher zu diesem Zwecke eigens seinen Sommeraufenthalt auf der Insel Mainau unterbrochen hatte. Der Großherzog nahm an den Verhandlungen, wie an der sich anreihenden Enthüllungsfeier des Kaiser= und Kriegerdenkmales Teil und wandte sich hierbei der Monarch in drei Ansprachen an die versammelten alten Krieger. Der hohe Herr mahnte in seinen eindrucksvollen Reden die Anwesenden, festzuhalten an der Treue gegen Kaiser und Reich und die Vergangenheit nicht zu vergessen, um für die Zukunft stark zu sein.„Wir müssen auf Vorposten sein", schloß der erlauchte Redner seine Kundgebungen, die von den Kriegern mit jubelndem Beifall aufgenommen wurden. Abends kehrt der Großher= zog nach Mainau zurück. — Die viel Stanb vor seiner Abreise nach Abrang empfangen habe oder nicht, ist jett schieden worden. Fürst Bismarck sollte bei diesem angeblichen Empfange bekanntlich verschiedene Aeußerungen gethau haben und Herr Jahre hinaus sichern müßte. daher, wenn nun mehr das„deutsche Lied" und die„Wacht am Rhein“ auch jenseits der schwarzgelben Grenzpfähle wieder zu Ehren hautes kommen! — König Karl von Rumänien ist mit seinem Bruder Ferdinand, dem rumänischen Thronfolger, nach Beendigung des Besuches nien und Marokko infolge der Ausschreitungen von Mauren und Kabylen in den spanischen Besitzungen an der marokkanischen Nordküste werden eine friedliche Beilegung erfahren. Gegenüber dem Drängen des spanischen Gesandten in Tanger hat sich der Sultan bereit erklärt, Spanien jede gefordete Genugthuung zuzugestehen und sind die Einzelheiten derselben bereits festgestellt worden. Aber wenngleich hiermit der neueste spanisch=marokkanische Conflikt erledigt erscheint, so bleibt doch die innere Lage Marokkos bedenklich, da die Autorität des Sultans Muley Hassan durch die wiederholten Niederlagen seiner Truppen im Kampfe gegen die aufständischen Berberund Kabylenstämme eine schwere Erschütterung erfahren hat. Sollten die siegreichen Rebellen den Sultan sogar aus seiner Hauptstadt vertreiben, dann wäre der Zeitpunkt für eine Einmischung der europäischen Mächte in die marokkanischen Angelegenheiten gegeben. In Frankreich faßt man diese Möglichkeit bereits in's Auge, wie der erteilte Befehl beweist, die erste Division des in Toulon ankernden französischen Mittelmeergeschwaders solle sich bereit halten, im Notfalle innerhalb 24 Stunden nach Marokko abzugehen. Türkei. Zum Stande der Choleragefahr ist zu berichten, daß die der englischen Botschaft in Constantinopel zugegangene dung von dem angeblichen Ausbruche der Cholera in dem Schwarzen Meerhafen Nicolizeff anscheinend unbegründet ist. Dagegen lauten die Nachrichten aus Arabien über die Choleraepidemie in Mekka und Dzeddah noch immer ernst genug und auch im Bezirke von Wan in Kleinasien soll die Seuche stark grassieren. In Spanien ist sie jetzt endlich in entschiedener Abnahme begriffen, so daß das Ualdige Erlöschen der Cholera auf spanischem Boden, wo sie diesmal selbstständig entstanden war, zu erwarten steht. Griechenland. In Tatoi, dem bei Athen gelegenen beim Kaiser von Oesterreich in Ischl am Sonntag Abend in Mün= Sommersitze des Kronprinzen Constantin und der Kronprinzessin Mantag auch die Ankunft der Königin Sophie von Griechenland, fand am Montag Mittag die Taufe des erstgeborenen Sohnes des kronprinzlichen Paares statt und erhielt derselbe den Namen Georg Der heiligen Handlung, welche vom Archimandriten von Athen vollzogen wurde, wohnten die Kaiserin Friedrich, die gesamte königliche Familie, die Minister, zahlreiche sonchen eingetrossen, wostlöst am Lromag auch die Ankaust der Königin von Rumänien und deren Mutter, der Fürstin zu Wied, erfolgte. Die hohen Reisenden nahmen im„Hotel zu den vier Jahreszeiten" Absteigequartier. Frankreich. Aus Paris signalisiert man eine Spaltung unter den monarchischen Gruppen der französischen Deputiertenkammer. stige Staatswürdenträger und das diplomatische Corps bei. Es heißt, gegen 100 Abgeordnete der Rechten, würden aus dem Parteiverband der monarchischen Kammerfractionen demnächst austreAmerika. Die Nachrichten über die Lage in Mittelamerika lauten mit einem Male wieder recht günstig. Die Friedensverhandten, um vorläufig eine unabhängige Gruppe zu bilden, sich später lungen zwischen San Salvador und Guatemala sollen ein baldiges ck aber der Republik auschließen. Eine Bestätigung dieses sensationellen befriedigendes Ergebnis versprechen, ja, nach einer neueren Meldung stan aufwirhelnde Frage, ob Fürst Bismarck Gerüchtes steht noch aus, sollte es sich aber bewahrheiten, dann würde wäre der Friede zwischen beiden Staaten in einem Salvador sehr Kissingen den ungarischen Abgeordneten Emil mit einer derartigen Abschwenkung eines Teiles der monarchischen günstigen Sinne schon abgeschlossen und hat daher die gegen Guateoder nicht, ist jetzt in verneindem Sinne ent=[Abgeordneten nach links der republikanische Gedanke in Frankreich mala marschierende Armee der Salvadorianer Gegenbefehl erhalten. eine Stärkung erfahren, die ihm die unbestrittene Herrschaft auf lange Dagegen sind in Südamerika neue Schwierigkeiten ansgetaucht, die finanzielle und politische Lage in Montevidev wird als eine sehr gem Sonntags=Plauderei. (Nachdruck verboten.) In dem alten„Mütterchen“ Moskau, wie der Russe die erste nur in einem Lande zu heiraten, wo gar tranken gar keinen, oder nur stark gewässerten Wein, aber die Frauen merkwürdiger Brauch, der bis aus Ende des achtzehnten Jahrhunderts und Jungfrauen von Athen hatten es im Kneipen zu einem solchen fortdauerte. Dieses Gelage erinnert offenbar noch an das heidnische Ruf gebracht, daß der Dichter Antiphanes meinte, es sei doch ratsam, Bacchusfest, und an Ausschreitungen, wie sie in Rom üblich waren, Residenz des Reiches in Verehrung und Liebe zu nennen pflegt, ist vor nicht gar langer Zeit ein altes Mütterchen sämmerlich um's Leben gekommen. Eine brave Moskowitin, die Frau eines Kleinbür= gers, hatte eines abends zu tief in's Gläschen gesehen— wahrscheinlich bei Gelegenheit eines verlängerten Kaffeekränzchens. Das ist zwar nicht schön, aber wer mag auch verlangen, daß alles schön ist! Es war einmal so. Auf ihrem Heimwege verfehlte sie den Weg, geriet auf einer nicht erhellten Straße in einen Schmutztümpel, und kam elendiglich darin um. Leute, die mit den Moskauer Verhältnissen vertraut sind, versichern, daß dieses Ereignis durchaus nicht wurfe seine vereinzelt dasteht, sowohl die Todesart, als auch die Neigung der lie= haltsamkeit vom Weingenuß zu ben Frauen, zu tief in's Gläschen zu sehen. Russische Zustände. derte sich das, und schließlich Schrecklich, nicht wahr? freundliche Leserin, die du nur aus und Höflichkeit, oder um einem Andern zu zubringen, am würde der Antisemit Sabor von Frankfurt sagen. Wein wachse. Das fehlte es dabei auch nicht. Noch im vorigen Jahrundert blieb den Frauen die Wahl, entnippen pflegt! Doch da braucht man nicht gerade nach Rußland zu gehen, das geschieht auch anderwärts, daß auch sogar deutsche Frauen, nicht nur dem Bacchus oder Gambrinus huldigen, sondern sogar dem Schnapsteufel Opfer bringen. Wenn es auch seltener vorkommt, daß einmal ein Weib tot aufgefunden wird, neben sich die geleerte Schnapsflasche, so weiß doch fast täglich in jeder größeren Stadt der Polizeibericht zu melden: In Haft kommen einige betrunkene Frauenzimmer. Wenn schon ein Rausch dem Manne nicht rühmlich kleidet, so nimmt sich Betrunkenheit bei einem Weibe gerade ekelhaft aus und zieht es mehr als irgend ein anderes Laster auf die Stufe des Tieres herab— des grunzenden, das sich auf dem Miste und in den schmutzigen Pfiitzen am wohlsten fühlt und sich mit vollem Behagen darin herum wälzt. Und ist es nicht schon im grauen Altertum so gewesen? Gehen wir in's Wunderland der alten Pharaonen. Da behauptet der Römer Horaz, daß Kleopatra, die schöne Königin Aegyptens, große Verschwendung mit dem Weine gemacht habe. In den Ruinen der altägyptischen Stadt Theben sieht man heute noch ein Wandgemälde, welches ein lustiges Trinkgelage darstellt. Da zechen Männer und Frauen in bunter Reihe durcheinander, und die unbehagliche Situation in der sich eine der altägyptischen Damen offenbar besindet, zeigt, daß auch zur Zeit der Phargonen die Thätigkeit der Verdauungsorgane mit dem Durst nicht immer gleichen Schritt hielt. Und wie sah es bei den Griechen aus? Das Könichstöchterlein Nansikag nimmt sogar einen Schlauch Wein mit, als sie zum Waschplatz an das Gestade der Meeres geht. Nur die spartanischen Jungfrauen, die in sehr strenger Zucht und Einfachheit erzogen wurden, Frauen den b geschehen gewesen, wenn man sie am Glase hätte nippen sehen. Ein„Frauenzimmer“ für die Frau selbst abgeleitet— mit weiblichel römischer Bürger erschlug seine Frau, weil sie Wein aus dem Fasse Arbeiten beschäftigt, während die Männer in den öffentlichen Schängetrunken hatte, und er wurde vom Morde freigesprochen; eine andere ken zusammen zechten, spielten und schwatzten. Oder sie teilten die Frau, welche den Schlüssel zum Weingelasse entwendet hatte, sollte Sitten der Männer und überschritten dann nochmals weiter als diese Hungers sterben. Der strenge Kato glaubte, der römische Mann die Gesetze der Wohlanständigkeit, wie ja die Frau überhaupt sich dürfe seine weiblichen Verwandten blos deßhalb küssen, um ihre Ent=leichter erregen und fortreißen läßt. kontrolieren. In der Kaiserzeit än Aehnlich verhält es sich im Allzemeinen auch noch heute. Der Zustände. derte sich das, und schließlich zechten die Römerinnen mit den Mann liegt der Schoppenstecherei im Wirtshause ob, und erbaut sich s Anstand Männern ganze Nächte hindurch, und suchten sich wie diese von dem hier eine eigene Häuslichkeit, während die Frauen in ihren KuffeegeGlase zu zu viel Genossenen gewaltsam zu erleichtern, um das Saufgelage sellschaften, häufiger aber noch zu Hause sitzen, kaum einmal an die zulfortsetzen zu können und dem Saufen und liederlichen Schwelgen ist frische Luft und ins Freie kommen, und das sortsetzen zu konnen und dem Saufen und nebeinchen Schweigen in; frische Luft und ins Freie kommen, und das Aschenbrödel spielen. : gn 99 Ouf gaf=Von Pialleicht mird Sonntags=Nachiittags nach dem Gottesdienst ein die Weltherrscherin Roma zum Opfer gefallen. Und die alten Deutschen? Nun, wer weiß denn nicht, daß sie Vielleicht wird Sonntags=Nachmittags nach dem Gottesdienst ein Spaziergang in's Feld gemacht— damit ist die Erholung der Frau Und die alten Deutschen? Run, wer weiß denn nicht, daß sie Spaziergang itz1,###gs wieder abgeschfafte. „immer noch eins" tranken! Und die Frauen thaten als tüchtige aber auch für die Woche wierer abgeschlossen. Trinkschwestern den Männern tapfer Bescheid, nicht als ob sie Schlem Nun muß man aber zwischen Stadt und Land durchaus untermerinnen, wie ihre römischen Schwestern, gewesen wären— sie konn= scheiden. Auf dem Lande ist die Frau selbständiger, sie kann sich ten eben einen tüchtigen Schluck vertragen, wie heute noch manche freier, ungebundener bewegen und die Natur genießen. Das hört in „fesche“ Bayerin, und es gab im Mittelalter kein Gesetz, welches dem der großen Stadt auf. Da gibt es nur Straßen, Häuser und enge (6: a..,###: Zimmer, und will man ein Stückchen Himmel sehen, oder gar einen Busch, so muß man oft eine weite Reise machen. So sehen sich die Frauen mehr auf die Vergnügungen und Erholungen der Männer angewiesen, und diese sucht man meist in der Kneipe. Warum sollen aber Mann und Frau die gefelligen Freuden nicht gemeinsam genießen? Das eigentliche Kneipleben ist gewiß nicht für die Frau, und eine Frau allein im Wirtshause ist eine auffallende Erscheinung. Aber es schadet ihrem Rufe und ihrer Würde nichts, wenn sie den Mann in einen Biergarten oder ein Kaffeehaus begleitet, wenigstens in der großen Stadt hat man Bedenken, nun, so setzt man dem Kaffee oder Bier etwas— Musik zu, und bei einem„Konzert" schwinden alle Bedenken. Die Sorge hat sich nur darauf zu richten, daß die geziemenden Grenzen nicht überschritten werden. Ein Gläschen in Ehren kann niemand wehren, auch der Frau nicht— nur sollen sie nicht in der Schenke stehen, wie in London, wo ich Dutzende Damen weiblichen Geschlechte den Wengenuß verboten hätte. Bei der ausgedehnten Trinklust der Männer, darf es nicht Wunder nehmen, daß man auch dem schönen Geschlechte ein Räuschchen gar nicht so übel nahm— wenn fromme und gelehrte Frauen den Wein in Versen priesen, wenn sogar deutsche Prinzessinnen in dem Rufe standen, gewaltig den Becher schwingen und es trinkgeübten Männern gleich thun zu können. Heinrich II. von Frankreich wollte keine deutsche Fürstentochter zur Frau, indem er sagte:„Ich würde immer glauben, eine Weinkanne um mich zu haben." Die Trinkstuben und Ratskeller wurden an vielen Orten nicht nur von Männern, sondern auch von Frauen besucht, und nach einer alten Chronik tranken 1532 in einem Wirtshause zu Münkheim drei Schwestern 32 halbe Maß des besten Weins. Glücklich die Gatten, die dieses feuchte Kleeblatt heimgeführt haben! In einem Ratsdecret von Heilborn ist verfügt: Den Weihaben! In einem Ratsderet von Heiboxn ist verfügt: Den Wei= Ginn und Wisisky, schweren Schnaps trinken sah— ein Glas nach bern, so dem Trunk ergeben, solen vom Stadtnuecht Zettel an den dem andern. Das sah weder schön noch weiblich mehr aus. Kopf geheftet werden mit den Worten:„Versoffene Krugsurschel". In einigen Orten Würtembergs bestanden Stiftungen, aus denen die Frauen jährlich eine sogenannte Weiberzeche halten durften, ein höchst 4 spannte bezeichnet und traf daher der Präsident der Republick Uraquay militärische Vorsichtmaßregeln. Austealien. Der seltsame Streik der Offiziere der Handelsmarine in den Haupthäfen des südlichen und westlichen Australiens ist noch immer nicht beigelegt. Eine der großen Melbourner Schifffahrtgesellschaften hat sich bereits zur Einstellung ihrer Fahrten mangels geeigneter Schiffsoffiziere genötigt gesehen, Außerdem sind viele Dampfer am Auslaufen aus Melbourne gehindert, weil sie von ihren Offizieren wie Mannschaften auf Befehl der„Union", des Vereins Gewhune à 100 M. und 1000 Gewinne à 50 M. Durch diese Gewün= von dem vorgestrigen Wirbelsturm heimgesuchten Devartements ein. Beseug se Höst sich die Anzaht der Gewinne von 1404 auf 2172. Die Ia Beisare, D ortement Par, sind kast säimtlich Ziebung der Lotterie erfolgt jährlich in der Regel in einem der ersten drei Ju. Hrisare, Deptrientent eure, und fast samtlich: Hiuser zerstört Monate des Jahres und zwar die nächste im Jihre 1891. Der Central= worden. Gleichzeitig meldet man schwere Uawetter aus verschiedenen Dombau=Verein hat bereits Schritte gethan, um die Erlaubnis zum Ver= Gegenden Frankreichs. In Montlyton richtete ein mit Hagel ver; ob, Wiesbaden, 18. Aug. Die Leiche eiuter fürzisch in Bad Widu= das lawester oliue siterbechmg wolf Eimodn gen verstorbenen und hier berdigten älteren abeligen Dame soll morgen sgnfig zap.. uu tuteroregzung zwoif Stunden angehalten. Der ausgegraben und seziert werden, da der Verdacht ausgesprochen und an= Blitz schlug in das dortige Bahnhofsgebäude und richtete großen scheinend begründet worden ist, die Dame sei nicht eines natürlichen Todes Schaden an. Die Weinberge sind fast ganz zerstört. In dem Hochgestorben. Angeregt ist die Sache von einem älteren Herrn, der vorgege= gebirge des Jurg sind Tansende von Tannen entwurzelt und zerder streikenden Seleute, verlassen worden waren. Die Schifförheder hen, hat, er habe mit, der uu, Re.de, stehenden, unn verstorhenen Dame in hrachen pard, Hönser urd eurm#.#. 9 versuchen Nichtunionisten zu erhöhten Gehältern für die Führung ihrer Schiffe zu gewinnen. Provinzielles. Olpe, 22. Aug. Ein Extrablatt zum Amtsblatt der Kgl. Regierung in Arnsherg enthält folgende Bekanntmachung: Auf Grund des§ 2 des Gesetzes über die Schonzeit des Wildes vom 26. Februar 1870 und des S 107 des Gesetzes über die Zuständigkeit der Verwaltungs= und Verwaltzugs=Gerichtsbehörden vom 1. Aug, bringen wir hierdurch zur öffentlichen einmal verlobt und war im Begrif, ihr früher errichtetes Kenntnis, daß wir für den ganzen Umfang des Regierungsbezirks Arusberg: zuheben. Ehe dieses geschehen konnte, starb sie plötzlich. 1. als Tag des Beginnes der Jagd auf Hasen, sowie Auer, Fasanenhemnen en 15, Sept. d. J., 2. als Tag des Beginnes der Jagd auf Haselwild und Birkhennen, den 21. August d. J., 3. als Tag des Beginnes der Rebhühnerjagd in den Kreisen Dortmund Stadt und Land, Hörde, Lippstadt, Hamm, Soest, Bochum Stadt und Land, Gelsenkirchen und Hattingen, den 30. August d. J., in den übrigen zum Regierungsbezirk gehörigen Kreisen den 6 Sept. d. J. festgestellt haben. Arusberg, den 18. August 1890. Der Bezirksausschuß zu Arnsberg. — Bankdiskont 4 pCt., Lombard 4½ pCt. und 5 pCt., Privaldiskont: niedrigster Satz 3¼ pCt. —. Je näher der Termin heranrückt, in welchem das neue deutsche Ehe treten wollen. Dieser Uastand, verbunden mit der Thatsache, daß in diesem Falle ein von der Dame bereits früher zu gunsten ihres Schwiegersohnes errichtetes Testament aufgeboten werden sollte, dürfte als Geund des Verdachtes zu betrachten sein, daß ein Verbrechen geschehen sei. Die Dame lebte, laut der Frkf. Ztg., bisher als Witwe bei ihrem Schwiegersohn, einem Herrn v. K. in Bad W. Das Einvernehmen beider scheint ein gutes gewesen zu sein; denn die Schwiegermutter vermachte ihr mehrere Millionen betragendes Vermögen testamentarisch dem Schwiegersohn. Bei Errichtung des Testaments mag die Dame wohl nicht geahnt haben, daß sie von Amor noch einmal werde umgarnt werden. Sie hat sich aber noch Testament aufDiese Thatsache d. auf dem Friedhofe vom Schlage getroffen, gestorben ist. Vermischtes. brochen worden. Häuser sind zusammengestürzt. In Rousses sind die Kirche und das Kloster zum größten Teil zerstört worden. Im Bois d'Amont schlug der Blitz in vier Häuser und äscherte sie ein. In Chalonssur Saone folgen die Gewitter sich seit drei Tagen. Der Blitz setzte hier eine große Fabrik und eine Scheune in Brand. In Belfort folgten die Gewitter sich ebenfalls und richteten großen Schaden an. In Chauteaurouge sind alle Gärten wie zerhackt. —. Der französische Temps bringt folgende unglaubliche Meldung:„Als der vor einigen Tagen in Nancy aufgelassene und in Oppen(im Regierungsbezirk Trier) gelandete Luftballon zwanzig Minuten vor der Landung sich in einer Höhe von 700 in über Saarlonis befand, hörten die Insassen Trompetengeschmetter und sahen, wie ein kleines Geschütz unter einer Bedeckung von Soldaten sich aus der Stadt bewegte. Das Geschütz schoß auf den Ballon. Dieser warf deshalb Hacken, Geschirr und anderes Gerät aus der Gondel aus und stieg um 350 m. Kein Geschoß erreichte den Ballon. Die Insassen zählten zwanzig Schüsse. Der Ballon führte keine Flagge.“ (Am 1. April würde man diese Nachricht für einen schlechten Scherz halten und es ist nicht so unwahrscheinlich, daß der Temps auch jetzt einem Spaßvogel, dem die Zeit der sauren Gurke gar zu sauer erscheint, auf den Leim gegangen ist. Wenn die deutsche Artillerie auf jeden Luftballon, der in ihrer Feuerweite auftaucht, schießen wollte, so würde unser Pulver wohl bald verschossen sein. Die pung, geragen worden, Hierngch(Hu.—(Neue Schilderhäuser.) Wie die Zeitungen melden, hat das aber, daß die Besatzung von Sarlouis dadn ch nicht nollendet haben und noch nicht einen Kriegsfall haf dem Bräutigam Grund zum Nachdenken gegeben, und da sind ihm denn die ganz eigentümlichen Umstände eingefällen, unter denen die Tochter der Dame gestorben ist. Dieser war das etwas verschwenderische Leben ihres Gatten nicht nach Geschmack, weshalb es öfter Vorbehaltungen und mitunter ernstliche Austritte gegeben haben soll. Schließlich habe die Frau erklärt, wenn ihr Gemahl sein Leben fortsetze, werde sie Schritte thun, damit ihr Vermögen gesichert werde. Wenige Tage darauf sei der Tod der Dame eingetreien. Der königlichen Staatsanwaltschaft müssen die vorgetragenen Argumente hinreichend erschienen sein, denn morgen wird die Ausgrabung und Untersuchung der Leiche erfolgen. Eigentümlich ist #####. Je näher der Termin heranrückt, in welchem das neue deutsche es, daß ein Verwandter der betr. Dame, welcher hoffen durfte, als Erbe Gesetz, betr. die Invaliditäts= und Altersversicherung, inkrast treten wird, eingesetzt werden, an dem Tage der Beerdigung eines andern belehrt worum so nowendiger ist es, die Vevölkerung wiederholt mit den wicztigsten den und aus de. Friedhofe vom Schlage vetroffen, gestors, Ist. Bestimmungen des Gesetzes bekannt zu mächen. Man uimmt gewöhnlich an, daß es nur die Arbeiter betreffe. Dem ist nicht so, denn auch den Wünschen der kleinen selbständigen Gewerbetreibenden ist durch die schließlich noch in das Gesetz aufgenommenen Bestimmungen über Selbstversicherung wand Sseihergnsiu verus thulichst Rechnung getragen worden. Hiernach lön=—(Neue Schilderhäuser.) Ja, Ssen se leie Landwirte 2c., wesche nichtvesicherungspfichtig ind. sc, sofern sie das 40. Lebensfahr, noch nicht vollendet haben und noch nicht dauernd erwerbsunfähig sind, in Sie haben dann allerdings und Arbeitnehmer und, wöchentlich einen Zusatz von 8 Pfg. zu lei che als Geselen, Arbester, Dienstboten ze. iu Gewerbe oder Landuirischaft Grünberg i. S. stell in Auftrage deg Erfinders die Schilderhäuser so“7(Bluthunde für Tongling.) Ein franzsscher Hauptmann geatbeitet haben und deshalb der Versicherung angehören, sich, wenn sie her. Die ersten Exemplare werden in Frankfurt a. d. O. zur Auf= hat vi. 2.12 Mittel gefunden, die europäische(E: selhüähndig, werden, und die Versicherungspficht für sie auftöst, selbst verz stellung kommen. Die Konstrution schließit, sich den Kasernenbauten. Ve7tugg;.e gerppäsche Lultur in Tongsinz che Ti, Busche dse heher auder Zeu hesen Beiträigen einen als Ausglich der Neuzeit an. Die Form ist chlindrsch mit legelarigem, Dache,(gputsthreauz er lißt Vluthunde dur Seod auf die Praten arichten. fur den gercgezurnußz aggnenden Zusatzbeitrag„von wöchentlich 8 Pig, zu welches, durch Stahlrohre getragen, den Stahlmantel des Cylinders ar ließ eine Anzahl Hunde täglich von Annamiten schlagen, dagesen Handwerker und Landwitrte 2e, siud diese als Verriebsunternchuer, wenn sie weit überragt. Die ganzen Konstrnktionsteile des Hauses werden von franzsischen Soldaten fiütern. Nachden die Hmude 14 Tage ließ man sie frei; sie und stürzten sich, neuerung des Versicherungsverhältzisses von der Beibringung des Zusatzbei= Unterstandes vermittels der Glaseinsätze seine ganze Umgebung Zu mänie finden wir folzende trages von 8 Pfg, befreitz.(beobachten. Bei Arretierungen wird der Arrestant durch eine Feder= Gzzulerbande dz erug des gemitlichen Treibens einer Weidenau gd. Siea, 20. Aug. Die Sparkase zu Weidenau läht verschlußthüre an jenem Fluchtversuch verhindert. Der ganze Bausc, op atzen, gund Bug en Hr. Ohtite gus, Tetcaut m demnächst eine neue beachtenswerte Einrichtung ins Leben treten, nämtlich hat eine gefällige Form und zeichnet sich in jeder Beziegung durch den Wald von Varatien und begab sich bis zur Poiana Tigancei, sogenanute„gesperrte, Spareinlagen“, d. h. Einlagen, welche nebst Zinsen Hostug Fhorm und zeichnet ssc, v. H zalihan F. 3, Burch, einer romantisch belegenen Lichtung, welche einen Sammelplatz der zur erst bein, Eintest eines vozder bestimnen Zeitpunes ausbzatt werden die Fernanung konplicierter Konstrutionen und sonden Bau aus. Sommersu azeu Sctung, weze(geien Stunn, Klas der 1 bogr Tra dert, Gir ssr chest-k=e i. B. bestiumt sein; für die Rustener München, 20. Aug. Die Herzwassersucht hat bei demsg gzuerstiche in Varatien weitenden Giste bübet. Kaum war er Erichtung vam Geschzesen ade zum Mliche, für die früheren Ministerpräsidenten v. Lutz deratt zugenommen, daß er beoder Erleichterung zur Selbständigkeit, für den ständig im Sessel sitzen muß und nicht mehr liegen kann. Der Kranke ist Lebensalter als Unterstützung oder Einleger selbst bis zu einem gewissen Lebensalter als Unterstützung oder bis zum Todesfalle zur Versorgung der Augehörigen. Es handelt sichalso um eine Art Versicherung, die jedoch vor vielen anderen mehrere Verzüge haben Lüieste, wie beliebige Höle der Einlagen und beliebiger Zeitpunkt derselben, Billigkeit, Wegfall lästiger Bedingungen. Die Sache verdient vollste Beachtung. „„ Hagen, 17. Aug. Heute früh um 6 Uhr fanden Fabrikarbeiter in der Schleuse des Teiches der Forsterschen Fabrik die Leiche einer Frau, die als die 62jährige Ehefrau eines Fabrikarbeiters in Eilpe recognosziert wurde. An der Leiche fand man mehrere Messerstiche und das eine Ohr war abgerissen. Ein Selbstmord scheint ausgeschlossen, und ebenso ein Unfall, da die Leiche kein Wasser im Körper hatte; dieselbe scheint von anderer Seite in's Wasser gebracht worden zu sein. Die Frau ist gestern nachmittag zu Verwandten nach Delstein(1/ Stunde von Eilpe) gegangen und war nachts 2 Uhr, als sich der Ehemann zur Arbeit begab, noch nicht zurückgekehrt. Der Ehemann wurde heute früh verhaftet. Es liegt wahroft bewußtlos, so daß das Schlimmste befürchtet wird. Liegnitz, 18. Ang. Gestern ist hier aus Breslau ein neuer, dort gebauter Speise=Salonwagen für den Kaiser, der sich desselben bei der Fahrt von Berlin zu den schlesischen Manövern bedienen wird, eingetroffen. Der Wagen, 17m lang, sämtliche Teile selbstverständlich aus dem vorzüglichsten Material, hat an beiden Langseiten Zugänge, durch welche man zunächst in kleine Vorräume gelangt, welche zum Aufenthalt für Hofbeamte oder zur Absetzung von Speisen dienen. Aus den beiden Vorräumen tritt man in den eigentlichen Speisesalon, in welchem an zusammenschiebbaren Tischen 20 Personen tafeln können. Durch schwere seidene Vorhänge läßt sich der Salonraum in drei kleinere Räume abteilen. Die Ausstattung des Rauangekommen, da näherte sich ihm ein mit einem Lefaucheux=Gewehr, einem Revolver und einem Dolch bewaffnetes Individuum, welches ihm die Börse abnahm u. ihn höflich einlud, auf einer von dem Räuber bezeichneten Stelle Platz zu nehmen.„Sie können ganz bequem ihr mitgebrachtes Frühstück verzehren,“ sagte der moderne Fra Diavolo, „denn wir erwarten noch Ihre Freunde.“ In der That kamen bald mehrere Damen, welche von dem Räuber und seinen mittlerweile herbeigeeilten Genossen freundlichst empfangen und eingeladen wurden, an der Seite des Herrn Chiriac Platz zu nehmen, was sie auch mehr tot als lebendig thaten. Die Herrn Räuber waren bald hungerig geworden, sie baten daher Hrn. Chiriac, sein Frühstück mit ihnen teilen zu wollen, und es braucht wohl nicht gesagt zu werden, daß dieser mit Freuden bereit war, seinen Vorrat an Speise und Trank seinen Gästen abzutreten. Mittags kam der Jassyer Professor Mascheinlich ein Mord vor, Auhaltspunkte betreffs des Thäters hat man mes macht einen vornehm geriegenen Eindruck. Für Bezuemlichteit nesct mit seitzer, Schwestern.„ Um seine Hrieftasche, eiegnige öogerte noch nicht.. und Behaglichteit ist alles geschehen, dagegen ist auf besondern Wunsch Herr Mauesen nicht, sein 260 Fres, enthaltendes Porzerzute abzi; Lüdenscheid, 19. Aug. In gestriger Nacht hat der Reisende H., des Kaisers übertriebener Luxus vermieden. In den Ecken sind äu= zeben, und da die Räuber so freundlich wiren, seine Taschen nicht welcher bei der Firma B. u. Komp, in Stellung ist, durch Vergiftung sei= Ferst geschmackvoll gearbeitete Schräuschar aufzestellt wesche wahr= zu untersuchen, konnte er ein kleines Geldtäschchen, in welchem sich nem Leben ein Ende gemacht. Derselbe befand sich um die genannte Zeit### Jeschmagkvoll gearveitete Schranichen aufdestellt, weiche wühr= 30 Frcs, befanden. retten. Ein Bauer und zwei Bäuerinnen, welche iun Bat Kasda iat euatgen Prashan, uat anr Ktet, Die Bauntagsgeuich zu Aastenachung au Shasen der Dichn bestant, Andsgag. a, gad an Steiung, bihe Sescet geree elscgsesten. Später, gegen 1 Uhr, verletsch. mit entgen und den innenn Raun des Speisales nicht verengen. Die Wändesgn, Wedes kanet, unsten dleichtals u de abschsebele man ich, sedach als man anige Schlte von H. euternt war, des Vanug dea Fushopeus sich uimiehend hörte man ein Stück Glas klirren, autmerksam geworden, strat man näher gö3., Naumes erfolgt durch läugs des Fußbodens„sich hinziehende hinzu und sah den H. leblos am Boden liegen. Das Glas lag in seiner Röhren, die mit einem im Vorraum aufgestellten Ofen in VerbinNähe, es enthielt Blausäure. Der Lebensmüde hatte damit seinem Leben dung stehen. Die Erleuchtung ist durch mehrere an der Decke ansocht. G; vemacht., Die. Vvsest hutersgeu gräitzichsten Schmerzengerscheden, Elrgchte, aus drei Flammen bestehende Gaslaupen hergestellt. Der Das Motiv zu diesem traurigen Vorfall ist bis jetzt noch nicht bekannt. Speiewagen kann durch einen verdeckten Gang in direkte Verbindung mit dem ihm folgenden Küchenwagen gebracht werden, dessen innere Einrichtung(Kochmaschine, Spülraum, Anrichtzimmer, Geschirr= und Tischwäschekammer, Vorratsbehälter u. s. w.) das Herz jeder Hausfrau erfreuen würde. X Bremen. Um vielseitig gehegten Wünschen zu entsprechen, ist eine Verlängerung der großartigen Nordwestdeutschen Gewerbeund Industrie=Ausstellung beschlossen worden. Es wird jedoch darauf aufmerksam gemacht, daß die Ziehung der mit derselben im engsten Zusammenhang stehenden Lotterie dadurch keine Veränderung erfährt. Sie findet planmäßig am zweiten Oktober statt. Da durch die Umsicht der betreffenden Commission die Lotterie ausschließlich mit vorzüglichen und sehr gehaltvollen Gewinnen ausgestattet ist, so ist der lars geschätzt. Losabsatz fortwährend im Steigen begriffen. Es empfiehlt sich des= New=York, 19. Aug. Fürchterliche Scenen spielten sich gehalb für jeden, der sich an derselben beteiligen will, mit dem Ankauf stern in einem vollhesetzten Ausflüglerzuge etwa 15 Meilen westlich ur 1 M., nicht zu zögern, oa die Lose bei der Kommission von Cincinnati ab. Einige berauschte Arbeiter stiegen ein und Das Motio zu diesem traurigen, Vorsal ist bis sett noch nicht bekannt, wird aber hoffentlich bei der Untersuchung aufgeklärt werden. Arusberg, 20. Aug. Der Herr Regierungspräsident bringt Nachstehendes zur Kenntnis des Beteiligten. Die Zahl der in der Provinz Westfalen und in der Rheinprovinz vorhandenen, bereits geprüften Anwärter für den Gemeinde=Forstverwaltungsdienst erscheint im Verhältnis zu der Zahl der überhaupt in beiden Provinzen vorhandenen Gemeinde=Oberförsterstellen schon jetzt übermäßig groß, so daß die Aussichten für die Zukunft dieser Anwärter, und in noch höherem Grade der jungen Leute, die jetzt etwa noch in die Vorbereitung für diesen Dienst eintreten sollten, überaus ungünstig sind. Unter diesen Umständen erscheint es geboten, um einer welteren Ueberfüllung dieser Laufbahn vorzubengen, daß 1) außer den jetzt bereits im Vorbereitungsdirnst beschäftigten Anwärtern für den rheinischwestfälischen Gemeinde=Oberförsterdienst keine weiteren Candidaten mehr zu der Spezialprüfung zu diesem Dienst zugelassen und 2) keine neuen Aspiranten zu dem Vorbereitungsdienst für diese Laufbahn angenommen werden. Soeft, 18. August. In unserer altehrwürdigen Stadt treten die hier wohnenden allerdings nur wenigen Sozialdemokraten mit einer immer größeren Dreistigkeit hervor. Am Sonntag sollte im Saale des Herrn Weisthof eine Volksversammlung stattfinden, in welchen der bei der letzten Reichstagswahl aufgestellt gewesene Caudidat, ein Herr Gewehr aus Elberfeld, reden sollte. Es kam nicht dazu, denn der Wirt verweigerte den Sozialdemokraten das Lokal, ebenso erging es ihnen, als sie bei einem andern Wirte tagen wollten. Am Abend gaben die Sozialdemokraten in corpore ihrem Elberfelder Genossen das Geleit zur Bahn, woselbst der hier wohSsasbelte aue Mstta, ein zugereister Gerbergesell namens ttersheim, auf den„Führer, um den sich alle heute geHeiten sich den, ausduue: Die Sozaldemokraten des Wapperthales Wahlkreis Hamm=Soest als nächsten Tummelplatz für ihre Agitation ausersehen zu haben, sie werden jedoch keine Erfolge erzielen. 20. Aug. Unter den 58 Entwürfen zum westfälischen Kaiser Wilhelm=Denkmal an der Porta wurden mit ersten Preisen gekrönt: u Drechene Schmudt, in Verlin und de Firma Keutter und Fischer # Elberfeld. Im Monat September wird hier der Unterverbandstag der Maler= und Austreicher=Meister Innungen für Rheinland und Westfalen abgehalten. Mit diesem Verbandstag ist eine„Fachausstellung von Meisten=, Gesellen= und Lehrlings=Arbeiten, sowie von gewerblichen ErSusstälten, eue uuden, die nicht allein den hiesigen Angehörigen dieses Kunstgewerbes Gelegenheit geben wird, ihr bestes Können zu zeigen, sondern den zahlreichen Fabrikanten von Anstreicherartikeln begrüßt Aözehmern voratsheng denlichte Ort, ühre Fabrikate den den Verhandsteag uu welcher die Arraugemeuts für beganten und ig und die Austelung beireibe, hat seine Arbeiten bereits dein Vierbendait u]° eftriger am Werke, als die hiesige Innung mit dem Veervandstage die Feier ihres 40jährigen Stiftungsfestes verbindet. Oucher 1ass it die Fagsten Wlante der brch alchsächten Grlah von 7. zur Freiegung des Sesdlaar a 9002 genchuigten drei Präuien=Colleten für diese Brei ode 23tuer Domes ist eine Aeuderung eingetreten, insofern ien und dies Slehusen die Kustverte im Werte von 600 R. fortfal1000“ 30 c umme 1200 Geldgewinne— 200 Kl 150 M. und 1000 A po mi.— mir zusammen 90,000 M. wie folgt verteilt sind: 1000 mußten gleichfalls in der Reihe der Gefangenen Platz nehmen.„Sie werden begreifen,“ sagte der Räuberhauptmann,„daß wir diese Leute nur hier behalten, damit sie uns nicht sofort verraten, denn wir rauben nur Bojaren aus.“ Noch wartete die Bande einige Stunden, aber da sonst niemand mehr kam, schenkte man den Gefangenen die Freiheit. Der Räuberhauptmann gab Herrn Maneseu noch 20 Fres als Taschengeld mit auf den Weg und erbat sich von den Damen die Gunst, ihnen die Hände küssen zu dürfen, was dem galanten Herrn auch nicht verweigert wurde. Dann stürzten die Räuber sich in den Wald und waren den Blicken der Gefangenen bald entschwunden. Wie man sich in Varatien erzählt, ist der Cbef der Bande ein distinguierter Herr, der nicht selten in die Stadt zum Speisen kommt. New=York, 20. Aug. Ein Wirbelsturm zerstörte in Wilkesbarre(Pennsylvanien) gegen 100 Häuser; 40 Personen sollen getötet, 100 verletzt sein. Das Dorf Summerville ist vollständig zerstört, mehrere andere Dörfer des Wyoming=Thales sind stark beschädigt. Der Schaden wird auf mindestens eine Million DolGng. von Losen, à nur voraussichtlich binnen kurzem gänzlich vergriffen sein möchte. — Eine rührende Szeue auf dem deutschen Sängerfeste in Wien, die sich nach dem Eintreffen der Sänger auf dem Festplatze beim„Bierschank" abspielte, wird der„Tägl. Rundsch.“ berichtet. Auf dem Festplatze standen zwei Männer, deren Brust das Eiserne Kreuz und die Erinnerungsmedaille von 1870/71 zierte. Einer von diesen packte ein halbes Dutzend Gläser und rief plötzlich den Sängerbrüdern zu:„Wer will Stoff?“ Der andere drängte sich zu dem Glücklichen, der lachend mit den vielen Biergläsern dastand, und ersuchte um ein Glas. Kaum hatten sich die beiden in die Augen gesehen, als der erste sämtliche Gläser zur Erde fallen ließ und dem andern, der ebenfalls die Arme ausbreitete, um den Hals fiel. Es war das erste Wiedersehen nach 20 Jahren. Der eine der Sänger, Direktor H. aus Berlin, hatte mit dem wiedergefunden Kameraden, Kaufmann D. aus München, der eine von den Berliner Gardeschützen, der andere von den bairischen Füsilieren, bei Gravelotte Bekanntschaft gemacht. H. wurde durch eine Chassepotkugel niedergestreckt, und eben wollte ihm ein Turko mit seinem langen Haubajonett den Garaus machen, als der wuchtige Schlag D.'s, dem Afrikaner den Schädel zerschmetterte. Nachdem er dem Verwundeten noch ein Schluck Wein gegeben, stürmte er vorwärts und wurde ebenfalls schwer verwundet. Zwei Tage später lagen sie durch einen Zufall im Lazareth nebeneinander. Hier schlossen sie Freundschaft, aber erst jetzt feierten sie inmitten einer gleichfalls sehr gerührten„Korona“ von Wienern ihr erstes Wiedersehen seit 20 Jahren. Paris, 21. Aug. Schreckliche Nachrichten laufen aus den nen Streit miteinander. Revolver wurden gezogen und der Zank artete in einen Kampf aus, während dessen Schuß auf Schuß in rascher Reihenfolge fiel. Als endlich Ruhe einkehrte und der Pulverrauch sich verzog, wurden sechs Personen tot auf dem Boden liegend vorgefunden, darunter zwei Passagiere, die mit dem Streit nichts zu thun hatten. Eine derselben, eine Frau, die einen Schuß durch den Kopf erhalten, hielt ein Kind in den Armen, das unversehrt geblieben war. New=York, 21. Aug. Nach weitern Meldungen aus Quincy sind bei dem Eisenbahnunfall 20 Personen getötet und 30 verletzt worden.— Die Zahl der durch den Typhon in Wilkesbarre (Pennsylvanien) Getöteten beträgt 11, die der Schwerletzten 33, vierhundert Gebäude wurden zerstört. —(Ein Familiendrama.) Aus dem Szilagyer Komitat wird dem„Pester Lloyd“ eine entsetzliche That gemeldet. Der jungverheiratete Gutsbesitzer Geza von Golya hatte mit seiner Frau Streit, weil sie in seiner Abwesenheit auf einem Ball gewesen war. Der auf's höchste erbitterte Mann riß sein Jagdgewehr von der Wand und schoß die Frau nieder. Bei dem Anblick der Leiche stürzte er wie wahnstnnig in den Wald hinaus, flocht aus Ruten eine Schlinge und erhängte sich, allein die Schlinge riß; halb erstickt kam er zur Besinnung und lief in das Dorf zurück, wo er die Sterbeglocke für seine Frau läuten hörte. Er schlich sich uun in das Haus, welches behördlich bereits gesperrt war, rannte die Thüre ein, lud den anderen Lauf seines Gewehres mit Wasser und schoß sich in den Kopf. Er blieb auf der Stelle tot. .. Unter Nr. 29. des Genossenschafts=Registers ist eingetragen: Flema der Genossenschaft: Würdinghausener Spar= u. Darlehnskassenverein, eingetr. Genossenschaft mit unbeschr. Haftpflicht. Sitz der Genossenschaft: Würdinghausen. „ Rechtsverhältnisse: Der Verein hat den Zweck, den kreditfähigen und treditwürdigen Mitgliedern desselben die zu ihrem Wirtschaftsbetriebe fehlenden Geldmittel zu beschaffen, sowie Gelegenheit zu geben, Geldbeträge, für die es zur Zeit an Verwendung fehlt, verzinslich anzulegen. Der Vorstand besteht aus: Landwirt Heribert Liese aus Würdinghausen, Vorsitzender, Holzhändler Albert Mecser von dort, Landwirt Leonhard Struck aus Niederalbaum, Schmiedemeister Anton Schmidt von Hofolpe, Schmiedemeister Albert Nelles von Kirchhundem, Land= und Gastwirt Johann Kaufmann von Herrentrop. Zum Stellvertreter des Vorsitzenden ist der Holzhändler Meeser und zum Rendauten der Postagent Aßmann zu Würdinghausen bestimmt. Die Zeichnungen für den Verein geschehen dadurch, daß die Zeichnenden zu der Firma des Vereins ihre Unterschrift hinzufügen. Rechtsverbindlichkeit für den Verein hat die Zeichnung bei Quittungen über Beträge unter 150 M., wenn sie vom Vereinsvorsteher oder dessen Stellvertreter und einem Beisitzer, in allen übrigen Fällen, wenn sie vom Vereinsvorsteher oder dessen Stellvertreter und mindestens zwei Beisitzern erfolgt ist. Alle öffentlichen Bekanntmachungen und Erlasse sind vom Vereinsvorsteher oder dessen Stellvertreter zu unterzeichnen, und bedient sich der Verein des„Sauerländischen Volksblattes.“ ### Gesellschaftsverträge und das Mitgliedsverzeichnis liegt auf der Gerichtsschreiderei II. zur Gtusicht auf. Olpe, den 11. August 1890. Königliches Amtsgericht. Im Wege der Zwangsvollstreckung sollen am 25. August cur., O morgens 8 Uhr in Maumke 1 Kleiderschrank, Zusammenkunft bei Wirt Hufnagel;— am 26. August cur., morgens 8½ Uhr in Bilstein 1 Schwein und 3 Körbe mit Vögel, Zusammenkunft bei Wirt Schmelzer;— am 27. August cur., nachmittags 1 Uhr in Welschenennest 1 Schwein, Zusammenkunft bei Wirt Fr. Höfer;— am 28. August cur., morgens 8½ Uhr in Förde 2 Schweine und 1 vollständiger schwarzer Anzug, Zusammenkunft bei Wirt Schneider öffentlich meistbietend gegen Barzahlung versteigert werden. Förde, den 21. August 1890.(1168) Gastreich, Gerichtsvollzieher. Das viesjählige Tereme(zent des landwirtsch. Lokalvereins des Amtes Wenden verbunden mit Tierschau und Verlosung findet am 1. September bei Gastwirt Arns in Wenden statt. Programm. 9 Uhr: General=Versammlung. 10 Uhr: Vortrag des Forstasfessors Herrn Neuser zu Bilstein; darauf ONENBT. 12 Uhr: Vorführung des prämiierten Viehes und Auszahlung der Prämien. 12½ Uhr: Festessen. Ve rlosung Nachmittags und Ball. Bauträgern Ed. Kreutz, Weidenau a. d. Sieg, (früher Eisenbahnstation Haardt a. d. Sieg), Eisen=& Metall=Handlung (Lager an dem Bahnhofe, Comptoir und Laden gegenüber dem Bahnhofe an der Siegen=Hagener Chaussee) unterhält steis großes Lagerin in allen Profilen u. Längen, ferner in—:, 1—=,1 Feustereisen u. allen anderen Fagoneisen. O., □=,=Eisen(Stab=Walzeisen), Dachfenster, Kellerfenster, Kaminschieber und allen anderen Artikeln zu Bauzwecken: Gasröhren, Zinnröhren, Bleiröhren, Zinkblechen, Weißblechen, Eisenblechen, Blei, Zinn und anderen Metallen; Gußstahl und anderen Stahlen, Ketten, Decknägel, Drahtstiften, Pumpen, Waggen und Gewichten; allen Arten Schrauben, fertigen Achsen, Orfen und Kochberden, Küchenund Hausgeräten, landwirt schaftlichen Maschinen, Werkzeugen für Schlosser, Schmiede und Schreiner, sowie Eisenwaren aller Art. Pulver und Schrot. Preise billigst, Kieserung prompt. Diejenigen Mitglieder, welche auf Prämüerung ihres Viehes Anspruch zu machen gevenken, haben dasselbe spätestens 9½ Uhr auf dem Rendant'schen Kampe an den für die einzelnen Gattungen bestimmten Plätzen aufzustellen. Bullen müssen mit Ringen versehen sein. Zu zahlreichem Besuche ladet ein Brün, 20. August 1890. Ass Berarn von 2000 Stück Kartoffelkörben in allen Größen zu den äußerst niedrigsten Preisen aufmerksam. Gleichzeitig empfehle ich mein sonstiges Lager in Sesseln, Stühlen, Kinderwagen, Reisekörbe, Waschmanden, Papierkörben, Wandkörben, Bäckerkörben, Kiepen, Blumentischen, Arbeitskörbchen, Damenkörbchen 2c. 2c. in nie dagewesener Auswahl und zu auffallend billigen Preisen. Artendorn. Paul Keimer, Korbmachermeister. **#0•** Den geehrten Bewohnern von Olpe und Umgegend die ergebene Mitteilung, daß ich am nächsten Sonntag den 24. August behufs Aufnahmen wieder in Olpe eintreffe. Ungünstige Witterung verhinderte früheres Kommen. Carl Hath, Photograph. Bona, Vorsitzender. ∆ Ern ordentlicher Schuhmachergeselle gesucht auf dauernde Beschäftigung und guten Lohn von Schuhmachermeister J. Schlüngermann, Kuchvtischede b. Bilstein. 25. d. M. findet in Reiste das Montag Jahres-Fest des Esloher landwirtschaftlichen Vreins statt. Mit demselben ist ein bedeutender Fohlenmarkt verbunden. Da sich die Pferdezucht im Kreise Meschede in den letzten Jahren sehr gehoben hat, so machen wir auf diesen Markt besonders aufmerksam. Der Vorsland des Esloher landwirtschaftl. Vereins. Gewerbeausstellung in Olpe. Firmenschilder für Aussteller, hergestellt aus Patentbuchstaben in verschiedenen Größen oder durch Bachdruck swerden sauber und billigst angefertigt durch die Ruegenberg'sche Buchhandlung in Olpe. 9 Tage. Danksagung! Für die uns bei der Beerdigung meines lieben Mannes und unseres guten Vaters bewiesene zahlreiche Teilnahme sigen wir allen unsern tiefgefühlten Dank. Olpe, 21. Aug. 1890. C. Goretztt nebst Kinder. Mit den neuen Schnelldampfern des Norddeutschen Lloyd kann man die Reise von Bremen nach Amerika in 9 Tagen Machad, Konuer dohen Aaunsteraes Norddeutschen Lloyd nach „DDie den Minorennen Frz. Heite * zu Neuenkleusheim gehörenden ### Von der Rleise 4 aufstehenden Früchte, als Roggen und Hafer, sollen MonK. etag den 25. d. Mts., mittags 1 Uhr Siegen, 20 Aug 189(% bei Wirt Herrn Jos. Kaufmann das. nCoc öffentlich meistbietend gegen gleich mann: H bare Zahlung verkauft werden Dr. Hellmann 1e.# Rehringhausen, 19. Ang. 1890. Der Vormund Ostasien Australten Südamerika. 100,000 Säcke, 900990999009992 nur weilig gebraucht, groß, ganz und D O stark, für Kartoffeln, Kohlen, Getreide Postlachschinle 8e. #von 25 Stück versend. u. Nachnahme Zuimmt Zöglinge v. 14—23 J. 6) und erbittet Augabe d. Bahnstation Prospekte franko durch R. Kremer, Dortmund, Prinzenstr. Mar Mendershausen, Cöthen snh. Von heute ab sind täglich prima Peldbrandziegeln bei mir zu haben. Wilh. Dömmecke, Bamenohl b. Finnnentrop. Zum Schmieden von HammerEisen ein tüchtiger Schmied gesucht, der am Wasserhammer und, wenn möglich, auch am Schnellhammer arbeiten kann. Eintrint kann sofort erfolgen. Altenhundemer Walz=& Hammerwerk. Suh er amp; 1•0 Ferkel, 3 Wochen alt, zu haben in NeuenNlausheim. LOSE Franz Rersting, Siegen, fertigt Tafelberde jeder Größe als Spezialität und unter Garantie guten Brennens und Haltbarkeit zu äußerst billigen Preisen an und unterhält darin stets großes Lager. Wer nicht benachteiligt sein will, achte gonau auf die Firma: A. Hodurck, Ratihor. Mein giftfreies Mortéin ist anorkannt das beste und sieherste Mittel zur Ausrottung aller lästigen und schädlichen Insekten als Fliegen, Motten, Schwabon, Russen, Wanzen, Flöhe, Vogolmilben etc. Zum Proise von 10, 20, 30, 50 Pf. sowie Gummispritzen mit Draht bofestigt à 30 und 50 Pf. zu haben in Olpe bei Oottfr. Marx; Fürde: W. Schmitt; Elben: J. Stahl; Saalhauson: S. Wurm; Rahrbach: P. Koiser. Bremen und Hamburg Amerika schließt sen ab Buücrics de dem dagarrch J. Kippenberger, Hauptagent f. d. Kr. Stegen Auswanderungs= Verkrage Wie zuhlt man Schulden 2 zu nach Originalprei= Wenn man dem Diasporapfarrer Schilo zu Idstein(Nassau) einen Beitrag sendet zur vollendeten, aber noch nicht bezahlten Magdalenenkirche. Helft, meine Freunde, verzinsen und abtragen. Gottfr. Ruegenberg. concessionierter Agent, Olpe. der Marienburger Lotterie, Haupt=Gewinn 90.000 M. à Los 3 Mark, ½/2 Los 150 Mk. Ziehung am 8. Oktober, der Marienburger PferdeLotterie, Hauptgewinn eine 4spänn. Equlpage. à Los 1 Mk. Ziehung am 17. September, der Bremer Lotterie, HauptGewinn 50,000 Mk. à Los 1 Mk. Ziehung am 2. Oktober, der Hamburger Rote=KreuzLotterie, Hauptgewinn 50000 M. à Los 3 M. Ziehung am 18. November, s hse Tierschau=Lose, Bo3 sind in der unterzeichneten Buchhandlung zu haben. Bei Bestellungen beliebe man 10 Pfg. für Porto(für Gewinnliste 15 Pfg.) beizufügen. Ruegenberg'sche Buchhdlg., Lize. Pergament=Papier zum Verschluß der Einmachbüchsen geeignet, sowie auch Filtrierpapier vorrätig in der Ruegenberg'schen Buchholg. Tapeten. Naturelltapeten von 10 Pfg. an, Goldtapeten„ 20„„ Glanztapeten„ 80„ in den schönsten u. neuesten Mustern. Musterkarten überallhin franko. Gebr. Ziegler in Minden, Westfalen. Ein braves, fleißiges Dienstmädchen wird gegen hohen Lohn zu Martini nach Olpe gesucht. Von wem, sagt die Exped. d. Bl.(1150) Zwangsversttigerung. Im Wege der Zwangsvollstrekkung sollen die im Grundbuche von Wenden Band 14 Blatt 30 und Band 15 Blatt 44 Steuer=Gemeinde Wenden auf den Namen des Peter Busenhagen in Gerlingen eingetragenen Grundstücke: Flur 8 No. 1691/856/3, Flur 9 No. 270/1, 303/2, 413/2, 904/1, 1418/931, 1421/932, 1099, 1151/1, Flur 10 No. 633, 726, sowie Flur 9 No. 1635/384, am 11. Oktober 1890 vormittags 9 Uhr vor dem unterzeichneten Gericht, an Gerichtsstelle, Zimmer 11, zu Olpe versteigert werden. Die Grundstücke sind mit 8,66 Thl. Reinertrag und einer Fläche von 96 Ar zur Grundsteuer, mit 18 Mk. Nutzungswert zur Gebäudesteuer veranlagt. Auszug aus der Steuerrolle, beglaubigte Abschrift des Grundbuchvlatts, etwaige Abschätzungen und andere die Grundstücke betreffende Nachweisungen, sowie besondere Kaufbedingungen können in der Gerichtsschreiberei, Zimmer 15, eingesehen werden. Alle Realberechtigten werden aufgefordert, die nicht von selbst auf den Ersteher übergehenden Ansprüche, deren Vorhandensein oder Betrag aus dem Grundbuche zur Zeit der Eintragung des Versteigerungsvermerks nicht hervorging, insbesondere derartige Forderungen von Kapital, Zinsen, wiederkehrenden Hebungen oder Kosten, spätestens im Versteigerungstermin vor der Aufforderung zur Abgabe von Geboten anzumelden und, falls der betreibende Gläubiger widerspricht, dem Gerichte glaubhaft zu machen, widrigenfalls dieselben bei Feststellung des geringsten Gebots nicht berücksichtigt werden und bei Verteilung des Kaufgeldes gegen die berücksichtigten Ansprüche im Range zurücktreten. Diejenigen, welche das Eigentum der Grundstücke beanspruchen, werden aufgefordert, vor Schluß des Versteigerungstermins die Einstellung des Verfahrens herbeizuführen, widrigenfalls nach erfolgtem Zuschlag das Kaufgeld in Bezug auf den Anspruch an die Stelle des Grundstücks tritt. Das Urteil über die Erteilung des Zuschlages wird am 13. Okt. 1890 vormittags 11 Uhr an Gerichtsstelle verkündet werden. Olpe, den 9. August 1890. Königl. Amtsgericht. Vorunt, 6. Ocf. Holzminden.esbunden Maschinen- u. Mühlenbauschule mit Vorpflegungsanstalt. Dir.: G.Haarmann In allen durch Plakate kenntlichen Handlungen sind Lose à 1 Mark— 11 Lose für 10 Mark— der Grossen Cölner Lotterie Zichung am 9. September 1890 zu haben. Lose à 1 Mark empfiehlt und versendet August Fuhse, BERLIN W., Friedrichsstrasse 79. : Jeder Bestellung sind 30 Pfg. für Porto und Liste beizufügen. Rover! Rovei! Billiger als jede Concurrenz in der Fahrradhandlung u. Reparatutstätte Siegen, Markt Nr. 45, gegenüber der evang. Kirche. ie Beleidigung, welche ich gegen Bertha Rauterbach und Johann Stücher aus Elberfeld ausgesprochen habe, nehme ich hiermit als unwahr zurück. F. Burghaus, Olve. Neueste Frucht=Preise, 21. Aug. vom Neußer Fruchtmarkt. Weizen. Landroggen, Buchweizen Hafer, Kartoffeln Heu Roge 100 K. 1. do. 2. do. 1. do. 2. do. do. do. 500 Kllo do. Kleien pr. 50 Kilo M. 22,00 " 21.00 „ 15,00 „ 14,00 „ 15,00 " 18.00 „ 5.00 „ 24.00 " 1800 5.00 den 18. Aug. 1890. (Originalbericht.) Getreidebörse. Die Stimmung an der heutigen Börse war ziemlich fest. Zu unveränderten Preisen fanden einige Umsätze statt. is notieren: Weizen, fremder### " neuer Roggen, russischer Hafer, russischer Futtergerste Mals Weizenmehl Roggenporschuß Kleien=Grand Ales per 100 Ko. M. 21.00—22.75 20,00—20,50 „ 17.00—17.75 „ 16.75—17.50 „ 18.75—14.25 „ 1200—12.50 „ 2 8. 5 0— 2 9. 5 0 „ 25.25—25.50 „ 10.00 krachtfrei Essen. Druck von Th. Mietens in Olpe.