N. 60. Oipe, Samstag den 26. Juli Erscheint am Mittwoch und Samstag und kommt bereits Dienstags und Freitags nachmittags zur Ausgabe. Abonne= mentspreis vierteljährlich 1 Mk. 20 Pf., per Post bezogen 1 Mk. 25 Pf., mit Illustriertem Sonntagsblatt 25 Pf. mehr. Anzeigegebühr: 10 Pfg. für die einspaltige Petit=Zeile oder deren Raum, unter 4 Zeilen 40 Pfg.; Reklamen 25 Pfg. die Zeile. Die Besorgung von Briefen und Annahme von Adressen wird mit 25 Pfg. berechnet. Verantwortlicher Redakteur: Gottfried Ruegenberg. Verlag der Ruegenberg'schen Buchhandlung in Olpe. Wochenrundschau X Olve den 24. Juli 1890. Die Politik lenkt sich allgemach in die Sauergurkenzeit hinüber. Das merkt man allerdings weniger dem Wetter an, als manchen Erscheinungen, die alljährlich um diese Zeit wiederkehren. Kleine, sonst unscheinbare Vorkommnisse, die man im Trubel des parlamentarischen Lebens nicht beobachtet haben würde, werden aufgebauscht und mit großer Bedeutung breit getreten. Man beschäftigt sich mit Personen, zerrt ihre Worte und Handlungen hervor, und bald treibt auch der Parteizwist seine Blüten. Schließlich werden denn auch Enten und Seeschlangen von den Zeitungen gezüchtet. Das ist die politiklose Zeit, in der die Sauergurken wachsen! Hervorragende Ereignisse hat die letzte Woche nicht zu verzeichnen. Das Staatsoberhaupt, Kaiser Wilhelm, befindet sich noch weit von der Heimat, im hohen Norden, und wird auch bald nach seiner Rückkehr wieder auf Reise gehen und die ihm befreundeten Höfe besuchen. Zunächst wird der erlauchten Großmama, der Königin von England, ein Besuch abgestattet werden, der gewiß dazu beigetragen wird, die ohnehin schon freundschaftlichen Beziehungen, die neuerdings durch das englisch=deutsche Einvernehmen über Afrika befestigt wurden, noch enger zu knüpfen. Wahrscheinlich wird von England aus Kaiser Wilhelm auch den König von Belgien begrüßen. Nächsten Monat werden wir Kaiser Wilhelm zum zweiten Mal als Gast des Kaisers von Rußland in Petersburg sehen, wo er den großen Manövern beiwohnen wird. Wenn uns auch die Russen trotz der gegenseitigen Besuche der Monarchen und ihrer persönlich freundschaftlichen Beziehungen nicht sonderlich wohlgesinnter geworden sind, so werden dadurch doch die panslavistischen Hetzer etwas im Zaume gehalten, und so verfehlt die Kaiser=Zusammenkunft doch nicht ihre politische Wirkung. Fürst Bismarck macht in letzter Zeit wieder viel von sich reden. Sein scharfes Urteil über die ihm früher dienstbare deutsche liberale Presse, der er Mangel an Mut und Feigheit vorwarf, hat natürlich die betressenden Blätter sehr in Aufregung gebracht. Die „Köln. Ztg.“ hatte aber mit ihrer Abwehr gegen den„grollenden Achillens" wenig Glück, selbst bei ihren Parteigenossen. Die Milchschwester, die„Rh.=Westf. Ztg.“ hielt ihrer Collegin sogar einen Artikel der beiden gleichverhaßten„Freisinnigen Ztg.“ vor, der nachwies, daß die„Köln. Ztg.“, stets am meisten vor dem ehemaligen Reichskanzler auf dem Bauche gerutscht sei und allen Grund habe, jetzt sich von dem Vorwurfe der Feigheit und des Mangels an Mut am meisten getroffen zu fühlen. Uebrigens wird der Zorn des Fürsten Bismarck, daß die deutsche Presse ihn meide,„als ob die Pest bei ihm ausgebrochen sei," noch manchen wißbegierigen Berichterstatter nach Friedrichsruh locken. Ein„Interviewer“ von einem Dresdener Blatte ist bereits nachgefolgt, und so werden wir wohl bald alle alten Freunde von der Presse zum Sachsenwalde pilgern sehen. Die„Köln. Ztg.“ hat in der letzten Zeit viel Malheur gehabt. Ihr Vertreter, der sich mit dem kaiserlichen Gefolge nach Norwegen begeben hatte, wurde vom Könige Oscar in Audienz empfangen, und erzählte Aeußerungen des Königs über den Fürsten Bismarck, aus denen man schließen mußte, daß der König die Entlassung des Fürsten Bismarck tief beklage oder sogar offen mißbillige. In dem Augenblicke, wo Kaiser Wilhelm der Gast des Königs von Schweden war, klang eine solche Aeußerung sehr sonderbar, und sie erregte überall das größte Aufsehen. Jedenfalls war es eine grobe Taktlosigkeit des Kölner Blattes, die Privatunterhaltung des Königs mit dem Journalisten sofort der Oeffentlichkeit preiszugeben; ganz abgesehen davon, daß die Genauigkeit der Wiedergabe mindestens sehr zweifel haft war. König Oscar selbst soll daher auch über diese waschweibermäßige Behandlung seiner privaten Unterhaltung durchaus nicht erbaut gewesen sein, und an einer derben Kritik aus dem eigenen Lager hat es der rheinischen Base nicht gefehlt. Will das Blatt vielleicht noch einmal Propaganda für den ehemaligen Reichskanzler machen und vielleicht für seine Rückberufung arbeiten? Sie mag das für eigene Rechnung thun, aber wenn sie fremde befreundete Fürsten hineinzieht, so ist das abgeschackt. Die Haltung des Herrn Cultusministers v. Goßler in der Sperrgelderfrage ist bekanntlich eine ablehnende, und ziemlich schroffe gewesen, und wir wundern uns gar nicht, wenn die„Germania“ ihrem Unmute darüber offen Ausdruck gibt und zu der Ansicht kommt, daß der Cultusminister den Katholiken nicht wohl gesinnt sei. Natürlich erhebt darüber die liberale Presse ein großes Geschrei, das Centrum verlange die Absetzung des Cultusministers. Das Centrum hat das selbstverständlich nicht gethan; wenn aber ein hervorragendes katholisches Blatt seine Beschwerden offen vorbringt, so werden sich die Herren Liberalen, falls jene begründet sind, das gefallen lassen müssen. Daß das Centrum eine endgültige neue Regelung der Sperrgelderfrage erwartet, gilt als selbstverständlich— nicht als„Gegenrechnung" für die Zugeständnisse des Centrums auf militärischem Gebiete, wie die liberalen Blätter faseln, sondern lediglich aus Gerechtigkeitsgefühl! Daß das Sozialistengesetz mit dem 1. Ottober erlöschen wird, gilt nun als ausgemacht, und schon rüsten sich die Sozialdemokraten, ihren vollen Nutzen aus den veränderten Verhältnissen zu ziehen. Die Aus gewiesenen kehren an ihre Wohnsitze zurück, so wird sich Bebel in Berlin, Liebknecht in Berlin oder Leipzig niederlassen. Die sozialistischen Blätter werden ihre Flügel schwingen, und neue Druckereien sich aufthun. An Versammlungen wird es nicht fehlen und an heftigen Reden häufig genug auch nicht. Man kann über den Nutzen oder Schaden des Sozialistengesetzes verschiedener Ansicht sein, und wir haben auch nie für Ausnahmegesetze geschwärmt, die gerade vom Culturkampfe her dem katholischen Volke noch in traurigem Andenken sind. Wir möchten aber doch für durchaus angebracht halten, durch Uebergang auf den Boden des gemeinen Rechts das Sozialistengesetz allmählich zu beseitigen, statt es plötzlich zu suspendieren. Wir werden es nun erleben, ob der Sozialismus, der unter der Asche fortglühte und sich still weiter verbreitete, nunmehr, nachdem die Fessel des Gesetzes und der Druck der Polizei nachläßt, von seiner Heftigkeit und Schärfe etwas verlieren wird. Die Kaiserin weilt mit den kaiserlichen Prinzen noch auf der Insel Ruegen, vielfach behindert durch das regnerische Wetter. Prinzessin Friedrich Karl ist für einige Zeit nach Brühl in's Schloß übergesiedelt. In Oesterreich ist das Parteigezänke unter den verschiedenen Nationalitäten wieder an der Tagesordnung. Man liest wieder von Streitigkeiten zwischen Jung= und Altzechen, und ihren Häuptern. Der Klassen= und Rassenhaß wird Oesterreich wohl nie aussterben.— In Triest hat die Regierung einen Verein„Pro Patria“ aufgelöst, der seinen Namen sehr mit Unrecht führte. Er hacmonierte ganz mit den Bestrebungen des römischen Dante=Verein, der stets gegen Oesterreich feindlich gesinnt war. In Belgien begeht man jetzt die Jubelfeier des Königs, die nach nach seinem Wunsche nicht so sehr in rauschenden Festen als in Wohlthaten für das Land bestehen soll. Die Kammer hat das Amnestiegesetz für Deserteure und Fahnenflüchtige bereits angenommen, und die Deputierten richteten eine Glückwunsch= und Dankadresse an den König in einer kostbaren Kassette, im Werte von 22000 Franks, welche die Deputierten aus ihrer Tasche gezahlt haben.— Alle Mitglieder der Antisklaverei=Conferenz haben die Akte unterzeichnet, bis auf Holland, welches noch nicht den Eingangszöllen im Congostaate zustimmen will. In Frankreich stehen die Steuerdebatten in der Kammer auf der Tagesordnung, und sie beschloß gegen den Willen der Regierung eine Herabsetzung der Gebaudesteuer, sowie auch anderer Steuerarten, wodurch ein Ausfall von vielen Millionen entsteht. Trotz der Niederlagen hat Finanzminister Ronoier gar keine Miene gemacht, sein Bündel zu schnüren und zu gehen; er läßt alles über sich ergehen und bleibt auf seinem teuren Ministersessel sitzen. Die Zeiten scheinen vorüber zu sein, wo jede Abstimmung gegen den Willen eines Ministers sofort einen Ministerkrach herbeiführte. Aber man kann in Frankreich nicht viel loben. Die nächsten Tage können das Gegenteil bringen.— Das Nationalfest ist auch ziemlich ruhig verlaufen, unter den üblichen Volksfestlichkeiten und militärischen Schauspielen, bei denen auch die„Schülerbataillone", die Hoffnung des Landes, sich zeigten. Politische Demonstrationen fehlten dieses Mal, und das zeugt für eine gewisse Beruhigung der Deutschenhasser. Der Mensch, der bei der Vorüberfahrt des Präsidenten Carnot einen Schuß in die Luft seuerte, wird von den Aerzten auf seinen klaren Verstand untersucht.— Die Anarchisten, die am 1. Mai durch Maueranschläge zur Rebellion, Verschwörung und Mord aufreizten, sind für ihre Streiche zu Gefängnis und Geldstrafen verurteilt worden. Die Polizisten und Briefträgerstrike in London ist zu Ende. Die entlassenen Beamten sind zu Kreuze gekrochen und haben wehund reumütig ihre Vorgesetzten um Berzeihung und Wiederanstellung gebeten. Aber Beispiele ziehen und das Striken steckt an. Das zweite Bataillon der Garde=Grenadiere hat den Gehorsam verweigert und ist deshalb zuerst vor ein Kriegsgericht gestellt worden. Dann sind sie zur Strafe nach den Bermudas=Inseln transportiert worden, und dort werden sie schon lernen, daß Gehorsam des Soldaten erste Pflicht ist!— Kaiserin Friedrich hat ihrer erlauchten Mama, der Königin, einen Besuch abgestattet und sich dann auf die Reise an den griechischen Königshof begeben, wo ihre Tochter die Kronprinzessin, einem Prinzchen das Leben grschenkt hat. Die Nachricht, daß der hl. Vater bei einer Ausfahrt über die Grenzen des Vatikan hinaus römisch=italienisches Gebiet berührt habe, hat einiges Aufsehen erregt. Vielleicht legt man diesem Schritte eine politische Bedeutung bei, die der Papst wohl gar nicht beabsichtigt haben dürfte; deshalb von einer Aussöhnung mit Italien zu sprechen, ist doch etwas gar naiv von der liberalen Presse. Politische Uebersicht. Deutsches Reich. Kaiser Wilhelm traf mit der„Hohenzollern“ bereits am Sonntag in Molde, dem nördlichsten Punkte seiner diesjährigen norwegischen Reise ein, etwas eher also, als nach den ursprünglichen Reisebestimmungen des hohen Herrn in Aussicht genommen worden war. Das schon vorher in Molde vor Anker gegangene deutsche Geschwader begrüßte den allerhöchsten Kriegsherrn und paradierte vor ihm. Am Sonntag Abeno fand an Bord der „Hohenzollern“. Diner statt, dem Prinz Heinrich von Preußen sowie die Admiräle Deinhard und Schröder beiwohnten. Am Montag un33. Engel und Tämon. (Fortsetzung.) mochte es ihm auch wohl nicht recht gehener sein, daß er sich unser armes liebes Fräulein zur Gesellschaft holen wollte," sagte die alte Dörthe.„Ha! ich wollt ihm die Nägel in die Wangen schlagen, wenn er mir zu nahe käme.“ „Hat' kane Not, gute Dörthe,“ scherzte der Veteran,„aber auch unserem Freili wird er Nichts z' Leide thun. Es ist mir grad', als wenn mir jemand g'sagt hätt', sie sei schon in guter Obhut beim alten Peter Klaus oder so unterg'bracht. Der Herr Franz ist ja auch im Busch und Gnaden, der Herr Rat mit vier oder fünf Mann von der Polizei, und i glaub' gar, der dicke Wirt Harmsen ist auch der Cumpanei halber mit'gangen. Hal hätt' i nit a paar so alter, steifer Bein', i würd's nimma hier aushalten und laufen die ganze Nacht lang, bis i mein Engelchen auf den Armen thät' heimtragen. Aber der liebe Gott wird schon helfen.“ Damit schenkte er sich den Rest ans dem Bierkrug ein und stopfte sich behaglich seinen schon hübsch angerauchten Meerschaumkopf. Eben wollte er es sich noch so recht gemütlich am Herde machen, als ein Wagen herangerasselt kam, und gleich darauf die Hausglocke in Bewegung gesetzt wurde. „Da ist sie! da ist sie!" jubelte Kaspar und eilte mit beschwingten Füßen, die Hausthür zu öffnen. Er sah sich nun allerdings sehr enttäuscht, als nicht die Erwartete, sondern der Hochwürdige Pater Superior aus dem Wagen stieg, und noch einen Gast mitbrachte, den er der Obhut des Alten anempfahl. Kapar erhielt den Aaftrag, den verwundeten und vor Erschöpjung halb eingeschlummerten„Schauspieler, zum Krankenhause zu schaffen, während der Pater zu Frau von Mandern und ihrem Sohne ging, um sie über Angelika's Schicksal, was ihm allerdings noch sehr problematisch war, nach Kräften zu beruhigen. Er teilte dem neugierig fragenden Kaspar jedoch das Nötige mit, was des anhänglichen Alten Zuversicht allerdings um einige Töne herabstimmte. Doch es war jetzt keine Zeit darüber nachzudenken, da es für den armen Michel nicht gut war, länger der kalten Nachtluft ausgesetzt zu bleiben. So stieg er denn in den Wagen ein und rollte mit seinem Schutzbefohlenen davon. Der Pater Superior erzählte dadrinnen den ganzen Hergang der Tagesereignisse und wußte die Unruhe der Witwe und ihres Sohnes wenigstens durch den Umstand zu beschwichtigen, daß Angelika sich nicht in Lievin's Händen befinde, da dieser, von dem energischen John Leeds verfolgt, entflohen sei, man wisse nicht recht wohin, doch wie man aus den Mitteilungen des Herrn Polizeidirektors und des „Höhlen"=Wirtes schließen müße, wahrscheinlich seine Schritte der Stadt zugelenkt habe. Edmund zuckte bei dieser Nachricht unwillkürlich zusammen und seiner Mutter teilte sich diese Bewegung wie ein elektrischer Funke mit. Sie beruhigten sich indeß bald wieder, und als Edmund seinem alten Beichtvater erzählte, daß er ihn heute wieder schmerzlich vermißt und zu einem andern seine Zuflucht habe nehmen müssen, dankte der eifrige Seelsorger dem Himmel, daß dies verlorene Schaf den Weg zur Herde wiedergefunden. Er wußte daran in der im eigenen, gemütlich=humoristischen Weise, einige Beispiele und Nutzanwendungen zu knüpfen, die zum Troste der Seele und zur Würze der Unterhaltung gleichviel beitrugen. Obschon bereits die Stunde gekommen war, wo man sich in diesem patriarchalischen Hause, und immer noch zum guten Teile patriarchalischen Deutschland überhaupt, zur Ruhe zu begeben pflegte, so war doch begreiflicherweise an diesem Abend niemand zum Schlafen aufgelegt, und sie beschlossen, wenigstens bis zur Stunde der Mitternacht zusammenzubleiben, in der Hoffnung, daß es bis dahin gelingen würde, Angelika wieder aufzufinden. Sie plauderten nun mancherlei und es kam auch die Rede auf die schlechten, gegen den Glauben und die Sitten gerichteten Bücher, woraus so mancher Jüngling und heranwachsende Mann den Giftstoff in sich hineinsaugt, der auf sein ganzes künftiges Leben den unheilvollen Einfluß ausübt, und ihn nicht allein um den harmlosen und unbefangenen Genuß der Daseinsfreuden bringt, sondern auch das Heil seiner Seele, seine ewige Zukunft auf das bedentlichste gefährdet. Als sie dieses Thema eine Weile verhandelt hatten, fühlte sich Edmund von dem großmütigen Entschluß getrieben, das warnende Wort des erfahrenen Geistlichen sofort zur Richtschnur seiner Thaten zu machen. Er stand auf und verließ das Zimmer, ließ sich von der alten Dörthe, die bedenklicher als je mit dem Kopfe wackelte und ihn mit einem eigentümlich scheuen Blicke ansah, als wenn sie ihm etwas sagen wollte, was ihr nicht üver die Lippen ging, eine Kerze geben, und begab sich nach oben auf sein Zimmer, mit der Absicht, jene Büicher, die er als seine Feinde betrachten mußte, zusammen zu suchen, und sie dem Pater zur Prüfung vorzulegen. Aus dem Verurteilten sollte dänn ein Autodafé veranstaltet werden, wie es der Pfarrer des Cervantes mit den Ritterbüchern, die dem sinnreichen Junker der Mancha den Kopf verdreht hatten, vornimmt. Als er oben angelangt war und den Leuchter auf den Waschtisch gestellt hatte machte er sich mit Eifer daran, die Blicher, die dort in verschiedenen Fächern und Laden zerstreut waren, zusammen zu suchen, und sie einer flüchtigen Durchsicht in betreff ihres sauberen Inhaltes zu unterziehen. Da fand er auch verschiedene Werkchen ascetischer und erbaulicher Natur, woran er die Sorge der Mutter erkannte, die diese fromme Ware unzweifelhaft dort hineingeschmuggelt hatte. Er hatte inzwischen schon ein Häuflein zusammengebracht, die er als verdammungswert oder als verdächtig betrachtete, und trat iun auf seinen Kleiderschrank zu, um nachzusehen, ob auch dort vielleicht noch eine verbotene Frucht verborgen sei, als dieser sich plötzlich, wie von unsichtbarer Hand geöffnet, vor ihm aufthat und eine Gestalt vor ihm stand, bei deren Anblick jedes Haar sich stäubte, während ihm die Augen aus den Höhlen traten, als wenn der Würgengel ihm die Kehle zugeschnürt hätte. Er war nicht fähig, ein Wort oder den geringsten Laut hervorzubringen. Starr und regungslos vor Entsetzen blieb er wie am Boden festgenagelt stehen, als wenn ihm der Böse in leibhaftizer Gestalt erschienen wärt, um die ihm verpfändete Seele an sich zu reißen. Nach einer Sekunde schrecklicher Erwartung gab die unheimliche Gestalt, die dort so plötzlich vor ihm aufgetaucht war, Zeichen des Lebens von sich, und aus dem Versteck, das er sich, als Edmund die Treppen heraufkam, oder vielleicht schon früher, gewählt hatte, trat Lievin mit verstörten und bleichen Zügen, woraus aber das falsche grinsende Lächeln nicht gewichen war, hervor: und indem er den immer noch wie versteinert dastehenden Edmund beim Kragen faßte und den Betäubten hin= und herschüttelte wie einen Betrunkenen, sprach er mit drohender, heiser flüsternder Stimme: „Wenn Du einen Laut von Dir gibst, elender Hund, so bist Du des Todes!" Zugleich ließ er den Hahn einer Pistole knacken, die er in der gesenkten Rechten hielt. „Ich bin gekommen.“ so sprach er dann leise, aber mit grausamem Nachdruck,„die Rechnung mit Dir auszugleichen. Du hattest sicherlich gewähnt, miserable qui tu es, daß Lievin die Beleidigung die Du ihm angethan, vergessen, und Dich in Frieden mit Deiner schönen Braut zum Altare treten lassen würde. (Fortsetzung folgt.) ternahm der Kaiser mit Gefolge einen größeren Ausflug nach Romsdal. — Kaiser Wilhelm wird auf seiner Reise nach England, wie das„Wolff'sche Bureau“ zu berichten weiß, am 2. August mittags in Ostende eintreffen und am nächsten Tage die Reise fortsetzen. Der Abstecher des Kaisers nach dem genannten belgischen Seebade gilt bekanntlich einem Besuche des Königs Leopold II. und kommt hierin das gute Verhältnis, welches zwischen Deutschland und Belgien besteht, zum sichtbaren Ausdruck. — Es ist bereits bekannt, daß Herr Bebel, der hervorragendste Führer der deutschen Sozialdemokratie, nach dem Ablauf des Sozialistengesetzes seinen Wohnsiitz von Plauen bei Dresden nach Berlin verlegen wird. Es beabsichtigen jedoch noch andere einflußreiche Persönlichkeiten der sozialdemokratischen Partei zu dem gedachten Zeitpunkt ihren dauernden Aufenthalt in Berlin zu nehmen, so die Herren Liebfnecht, Singer, Auer und noch einige andere führende Mitglieder der genannten Partei, so daß also wahrscheinlich schon im Laufe des kommenden Herbstes der größte Teil des sozialdemokratischen Generalstabes in der Reichshauptstadt versammelt sein wird. Offenbar verfolgt die sozialdemokratische Parteileitung mit der Conzentration der hervorragendsten Kräfte der Partei in Berlin einen bestimmten Plan und sind hierbei vermutlich Rücksichten auf die im sozialdemokratischen Lager immer unverhüllter auftretenden Zwistigkeiten, die einen festeren persönlichen Zusammenschluß der Führer erfordern, mit maßgebend gewesen. — Die Krisis in der Krankheit des Reichskommissars Major v. Wißmann scheint nunmehr überwunden zu sein, denn immer günstiger lauten jetzt die aus Lauterberg über das Befinden des Reichskommissars eingehenden Nachrichten. Es dürfte daher der Zeitpunkt nicht mehr fern sein, zu welchem Herr v. Wißmann als vollständig genesen betrachtet werden kann und dann wird sich allerdings die Frage der Art seiner Wiederverwendung im kolonialen Dienste des Reiches entscheiden müssen. Die Gerüchte, wonach Herr v. Wißmann sein Entlassungsgesuch eingereicht haben sollte und wonach dasselbe vom Kaiser genehmigt worden wäre, haben sich bekanntlich als unbegründet herausgestellt. — Der Afrikareisende Dr. Peters ist von Zanzibar nach Berlin abgereist, so daß der kühne Forscher weit eher in der deutschen Heimat wird begrüßt werden können, als ursprünglich anzunehmen war. — Auf der Insel Helgoland fand dieser Tage eine sehr stark besuchte Volksversammlung statt. In derselben wurde beschlossen, eine Adresse der Helgoländer an die Königin von England abzusenden und sich hierdurch von der Königin in einem Augenblicke dankbar zu verabschieden, da Helgoland mit dem stammverwandten deutschen Volke wieder vereinigt werde. Die Adresse bedeckte sich sofort mit zahlreichen Unterschriften und wurde alsdann dem Gouverneur zur Weiterbeförderung überreicht.— Der Vorgang spricht gewiß für das Loyalitätsgefühl der Helgoländer und ihre Dankbarkeit gegenüber England, er beweist aber zugleich auch, wie wenig stichhaltig das boshaft=thörichte Geschwätz englischer Zeitungen über den angeblichen Widerwillen der Helgoländer, Reichsdeutsche zu werden, ist. Die Adresse redet ausdrücklich von dem„stammverwandten deutschen Volke" und die Helgoländer würden diese Stammverwandtschaft schwerlich so betonen, wenn sie eine solche Abneigung gegen die Wiedervereinigung mit dem Mutterlande empfänden, wie es englische Blätter gern glauben machen möchten. König Leopold II. der Belgier hat sich anläßlich des nationalen Doppelfestes seines 25jährigen Regierungsjubiläums und des 60. Jahrestages der belgischen Unabhängigkeitserklärung, welches man am Sonntag und Montag feierte, zu bedeutsamen Kundgebungen veranlaßt gesehen. Dieselben bestanden in den Antworten auf die Glückwunschadressen des Parlaments, und die Erwiderungen des Königs auf die Adressen des Senats wie der Deputiertenkammer waren von echtem patriotischen Geiste durchweht. Speziell ist aber die Erwiederung des Königs auf die Kammeradresse wegen des in jener enthaltenen Hinweises auf das Congostaats=Unternehmen bemerkenswert, denn bestimmt spricht es der König aus, daß das Land Belgien der Erbe seines großen Werkes, des Congostaates, sein solle, möge dies nun nach seinem Ableben oder schon vorher geschehen und, teilt er dann noch mit, daß er seine ferneren Absichten bezüglich des Congostates in einem Codizill darlegen werde, das zur Ergänzung seines Testamentes bestimmt sei. — Die Festlichkeiten in Brüssel anläßlich des 25jähri=]= Es geht uns die sichere Nachricht zu, daß am Sonntage den 3. zierungsiubiläums König Leopolds 17 und des 60 Jahres= August der verehrte Herr Land= und Reichstagsabgeordnete Hitze im hiegen Regiertungesaertaume erong Tevpvios II. und bes 00. Gahrevs sigen Männerverein einen Vortrag über„Arbeiterschutz“ halten wird. tages der Unabhängigkeitserklärung Belgiens haben am Dienstag mit.“ Die roten Eilgutfrachtbriefe fallen fort und werden nach einem einer Parade der Truppen und der Bürgerwehr vor dem König ihren Beschlusse des deutschen Eisenbahn=Verkehrs=Verbandes durch weiße, mit Abschluß gefunden. Der Monarch war auch an diesem Tag wiederum einer Gegenstand wiederholter enthusiastischer Huldigungen seitens der zahlreichen Menschenmenge, welche abermals Zeugnis von der großen Volkstümlichkeit ablegten, deren sich Leopold II. erfreut. England. Dem am vorigen Sonnabend zum Abschlusse gelangten internationalen Friedenscongresse in London ist in der englischen Hauptstadt ein Congreß mit ähnlichen Bestrebungen nachgefolgt. es ist dies die am Dienstag von Lord Herschell eröffnete internatioete Die Königlichen Essenbahn=Direktionen zu Elberfeld und Köln (links= und rechts=rheinisch) richten auch in diesem Jahre wieder an die Verbraucher von Kohlen und Koaks das Ersuchen, ihren Winterbedarf möglichst schon jetzt beziehen zu wollen, damit in den Herbst= und Wintermonaten bei dem starken Güterverkehr einem etwaigen Wagenmangel vorgebeugt werde. X Attendorn, 24. Juli. Unsere Hospitalkirche, welche vor läugeren Jahren aufs schönste restauriert ist, wird demnächst einen weiteren Schmuck erhalten. Von einem unbekannten Wohlthäter ist dem verehrten uale parlamentarische Eonferenz zur Einführung von Friedens= Herrn Rektor Papencordt eine Herz=Jesu=Statue geschenkt worden. Dieselbe schief sgerichten, zu welcher sich Mitglieder der meisten europäischen Parlamente eingefunden haben. Die Bestrebungen dieses Congresses verdienen gewiß allseitige Sympathien, ob er jedoch über volltönende Resolutionen hinauskummen wird, erscheint noch sehr fraglich, denn offenbar ist unsere Zeit für die Einführung und allgemeine Anerkennung von Völkerschiedsgerichten noch nicht genügend vorbereitet. — Das englische Unterhaus genehmigte am Dienstag die Helgolandbill in erster Lesung ohne besondere Debatte. Frankreich. In der Montagssitzung der französischen Deputiertenkammer ließ sich der Minister des Auswärtigen, Ribot, infolge einer Anfrage des Abgeordneten Dupuy, des längeren über die ja halb Europa berührende Mr. Kinley=Bill in Nordamerika aus. Herr Ribot nahm sich kein Blatt vor den Mund, sondern kritisierte die genannte Schutzzoll=Vorlage äußerst abfällig und teilte dann mit, daß seine Anfragen bei verschiedenen europäischen Cabineten über die gegen die Bill etwa zu ergreifenden Maßnahmen auf größte Zurückhaltung gestoßen seien, man hege die Besorgnis, jeder Schritt i. dieser Sache möchte eine dem gewünschten Ziele entgegengesetzte Wirkung hervorbringen. Ribot erklärte weiter, Frankreich habe alles, was ihm möglich gewesen, freundschaftlichst ersucht und von Nordamerika hierauf die Versicherung erhalten, die Bill werde im wohlwollendsten Geiste gehandhabt werden. Schließlich wies Herr Ribot noch auf die Conferenz der nordamerikanischen Generalkonsuln für Europa, in Paris hin, die unter Vorsitz eines hohen Beamten der Union die Mittel und Wege prüfen soll, wie die Mr. Kinley=Bill in Europa einheitlich zu handhaben sei.— Jedenfalls geht aus den Erklärungen Ribot's hervor, daß die europäischen Mächte über eine gemeinschaftliche Stellungnahme gegenüber der Me. Kinley=Bill noch keineswegs einig sind. Uebrigens meldet eine Kabeldepesche, daß der amerikanische Senat am Dienstag die Beratung der Bill begonnen hat. Spanien. Die Meldungen über eine abermalige besorgniserregende Wendung im Befinden des kleinen Königs von Spanien haben sich erfreulicherweise nicht bewahrheitet. Eine erneute ernste Erkrankung Alfonsos XIII. müßte allerdings die gesamte innere Lage Spaniens bedenklich beeinflussen. Die Schauergerüchte über eine blutige Militärrevolte in Sofia werden jetzt von offiziöser bulgarischer Seite als gänzlich unbegründet erklärt. Für die Unwahrscheinlichkeit derselben sprach schon der gegenwärtige Besuch des Ministerpräsidenten Stambuloff in den Donanstädten Bulgariens. Süd Amerikck. In Buenos Ayres soll eine militärische Verschwörung gegen die jetzige argentinische Regierung entdeckt worden sein. Letztere ließ eine Anzahl Offiziere verhaften und ordnete die militärische Ueberwachung der Regierungsämter an. —8— Olpe, 23. Juli. Ez,mögen bereits drei oder vier Jahire und so zieht denn nachmittags die Gesellschaft Zechden Stharamstiggig ai# verflossen sein, als einige Herren hiers. einen Verschönerungsverein der Loooenhatbe, und um e fung dir ein„Schup,“ Pinn Geiier ue ins Leben riefen. Derselbe berechtigte anfangs zu den besten Hoffnungen beim Dienst. Vom Ehrenrate des Trainbataiuons war ein Offizker als und wurde, wie noch wohl manchem bekannt sein wird, allseitig begrüßt. Zeuge anwesend. Beim ersten Schuß wird das Mordwerkzeug des Offiziers In letzter Zeit verlautet jedoch nichts mehr vonlihm. Fast scheint es, als wäre untauglich, man macht eine dreiviertelstündige Pause, geht in die dortige er zu Grabe getragen. Im Interesse der guten Sache wäre dieses jedoch Wirtschaft, und einer der Zeugen fährt in die Stadt, um ein neues sehr zu beklagen, denn ein Verein, der sich die Aufgabe stellt, unser Städt= zu holen. Dann geht das Schießen von neuem los, anfänglich mit keinem chen durch allerlei hübsche Anlagen mehr und mehr noch zu verschönen, Erfolge, da beide Partner offenbar Neulinge in dieser Kunst sind. Beim verdient gewiß volle Berechtigung und wegen seines Nutzens, den er für die siebenten Schuß fallen beide: der Student hat eine Kugel durch bei KnteZukunft gewähren kann, sicher mehr Beachtung.— Was man bis dato kehlen, der Lieutenant einen ziemlich erheblichen Streifschuß am Bauche erangelegt, ist oder war von seiten des Vereins nur ein guter Anfang, denn halten. Jetzt war der„Ehre“ Genüge geschehen!!— Angesichts der Sachzleider sind die Ruhebänke in der„Hardt“, am„Kreuzberge“ und an noch lage und mit Rücksicht auf den Umstand, daß bei den Duellanten die Abvielen anderen Stellen schon wieder verschwunden oder von frecher und sicht bestand, einer solle event. sein Leben lassen, beantragte die Staatsruchloser Hand doch arg beschädigt. Hierdurch sollte man sich jedoch nicht anwaltschaft heute gegen den Studenten vier Monate Festung, welchem entmutigen lassen; gegen die Zerstörungswut gewisser Burschen muß man Antrage gemäß vom Gerichtshofe auch erkannt wurvez, Ter.=P; frgetz auch anderwärts ankämpfen und auch hier wird man das wohl nötig ha= ist das eine Sühne? Der Offizier war bereits ben, so lange es noch„Flegeljahre“ gibt. Monate Festung bestraft; hiervon hat er 16 Tage verbüßt, der Rest wurde obenan, und von ihren Streichen, die nicht immer schön sind, die man jedoch der Jugend verzeihen mag, könnte man ganze Bücher schreiben. Andere foppen, das ist ihr Lebenselement und wenn es auch der Professor selbst ist. An der Zollwache kommen zwei Studiosen vorbei und tragen eine große Schweinsblase mit irgend einem Stoff angefüllt,„Was ist darin?"„A nichts,“ lautet die Antwort. Der Zollwächter stößt mit dem Messer hinein, die mit Gas gefüllte Blase schrumpft zusammen, nur die Studenten lachen und der Wächter ärgert sich. Leipziger Studenten spielten dem Magister Viereck, der nach Berlin reiste, den Streich, daß sie voraus reisten und sich Eineck, Zweieck, Dreieck nannten. Eineck kam nütürlich vorbei, bei Zweieck stutzte man, Dreieck kam nur durch, weil er bekannte Adressen aufzuweisen hatte, aber Magister Viereck mußte auf die Wache, und bald darauf der berühmte Dr. Heister, auch, da er auf die Frage: „Wie heißt er?“ seinen Namen: Doktor Heist— er— genannt hatte. In kleinen Städten, wo sich alles baset, vettert und gevattert, folglich guast eine Familie bildet, drehen sich die Scherze fast nur um die Familiengeschichten und wichtigen Ereignisse, als da sind: Kindtaufen, Hochzeiten, Verlobungen, Namens= und Geburtstage, Kirmessen und Märkte. Da kommt denn alles zum Vorschein, was inzwischen aufgespeichert ist. Bei manchen bestimmten Gelegenheiten kann nur der Scherz den Ausschlag geben, so beim Karneval, denn die echte Narrheit besteht nur aus Witz und Scherz, der aber auch Fasching harmlos bleiben und nicht verletzen soll. Auf dem Balle habe ich oft den echten Frohsinn und Scherz vermißt, und manche tanzen mit einem so ernsten feierlichen Gesichte, als ob sie gerade von einem Leichenbegängnis zurückkämen, und erst die Cotillionscherze bringen Leben in die Gesellschaft. Beim Spiel soll auch gescherzt werden, wenn es ein Spiel bleiben und nicht zur Leidenschaft ausarten soll, die durch Sucht nach Geldgewinn entfacht wird. Ich erinnere mich noch eines jovialen Alten, der beim Kartenspiel durch seine Citate und Verse, oder durch eine drollige Lebhaftigkeit alle in bester Laune hielt und für eine stete Bewegung der Lachmuskeln sorgte. Und wer liebt nicht das Kezelspiel gerade wegen der oft urkomischen Bewegungen, Geberden oder Ausbrüche mancher passionierter Spieler? Ja, was wäre das Leben ohne Scherz und Frohsinu? Es liegt so im Menschen, zu scherzen und zu necken, und der Scherz lindert Schmerzen und verbindet die Herzen. Gibt es doch einen im Jahr, der speziell dem Scherze gewidmet ist— der erste April. Und gerade diesen Tag hat sich der größte deutsche Staatsmann, Fürst Bismarck, zum Geburtstage gewählt. ist, wie wir hören, in Münster bestellt und wird demnächst hier eintreffen und auf dem Chore Aufstellung finden.“ + Attendorn. An Stelle des verstorbenen Gemeindeverordneten Schulte aus Sange wurde Herr Fabrikbesitzer Pfeiffer aus Heggen in der ersten Klasse gewählt. Heggen. Nachdem bereits der Bahnsteig sowie die Uebergänge von der Chaussee zum Bahndamm seit dem 1. Juli fertig gestellt sind, ist nunmehr auch zu Händen des Herrn Industriellen Althaus hierselbst die Mitteilung von seiten der kgl. Eisenbahndirektion in Elberfeld ergangen, daß die Eröffnung der Haltestelle Heggen am 1. August stattfinden wird. X Heggen. Am vergangenen Sonntag und Montag wurde hiers selbst in hergebrachter, schöner Weise das Schützenfest begangen. Zum erstenmale konnte das Fest in dem vor kurzem vollendeten und aufs zweckmäßigste eingerichteten neuen Zelte stattfinden. Trotz der ungünstigen Witterung waren an beiden Festtagen viele auswärtige Gäste erschienen. Für alles war in vorzüglicher Weise gesorgt und verlief das Fest ohne jeden Mißklang. Selbstredend feierte der Schützenverein von Heggen, bei der echt kathol. Gesinnung seiner Bewohner, sein Fest auch kirchlicher Weise. Am Montag morgen celebrierte Herr Pfarrer Schmalohr die sog. feierliche Schützenmesse, dem der Verein mit seiner Fahne in corpore beiwohnte. In der Festversammlung am Sonntag Nachmittag gedachte der verehrte Herr in einer trefflichen Ansprache der Verdienste aller derer, welche zum Bau des schönen Zeltes mitgeholfen hatten und schloß seine Anrede mit einem dreimaligen Hoch auf Papst und Kaiser. Die Musik wurde von der Kapelle aus Fleckenberg bei Schmallenberg ausgeführt und war man allgemein mit den Leistungen sehr zufrieden. Für Belustigung der lieben Jugend war in ausgiebiger Weise durch ein Karoussell, sowie durch verschiedene Schau= und Krambuden gesorgt. Der Schützenverein von Heggen hat alle Ursache, mit dem Verlauf seines Festes recht zufrieden zu sein. Letmathe, 20. Juli. Nicht weniger als 28 Personen hatten sich gestern vor der Hagener Strafkammer wegen Teilnahme an einer„Gevehochzeit“ zu verantworten. Ein Arbeiter M. zu Letmathe, der keineswegs in der Lage ist, große Ausgaben für seine Hochzeit zu machen, hat zu dieser über 100 Leute geladen, die in der bei solchen Gebehochzeiten üblichen urt ihre Geldgeschenke machten. Dafür haben die Gäste das Recht, an dem Hochzeitsschmaus teilzunehmen. Solche Gebehochzeiten sind vervoten, wei die Veranstalter damit ein Geschäft zu machen suchen. Der Wirt, bei dem die Feier stattfand, wurde zu 75 M., der Veranstalter der„Hochzeit“ zu 30 M. und jeder der 26 Teilnehmer zu 9 M. Geldstrafe verurteilt. Münster, 18. Juli. Es ist eine Pflicht der anständigen Presse, keine Gelegenheit vorübergehen zu lassen, um dem Duellunfug so lange zu Leibe zu gehen, bis eine andere Gesetzgebung die Duellparagraphen aus dem Strafgesetze streicht und solche Uebelthäter nach demselben Maße mißt, welches bei anderen Verbrechen gegen Leib und Leben zur Anwendung kommt. Die Vorgeschichte eines heute vor der hiesigen Strafkammer behandelten Duells ist eine wahre Lappalie. Ein Student und ein Offizier, beide nicht mehr nüchtern(es war nachts 1 Uhr), geraten in Ludgerihof in Wortwechsel und, wie das auch gewöhnlichen Sterblichen passiert, es giebt Ohrfeigen. Am andern Morgen tritt der Katzenjammer ein und beide Teile fragen sich: was nun? Der Studiosus überlegt, daß er weder aktiver, noch Reserve=Militärarzt werden kann, wenn er die erhaltene Ohrfeige nicht im Blute des Geguners abwäscht; er schickt also seinen Kartellträger zum Lientenant D.(vom Train=Bataillon) und fordert diesen auf fünf Schritte Barriere mit dreimaligem Kugelwechsel. Der Herr Lieutenant thuts nicht so billig; sein Kartellträger ist ebenfalls bereits entsandt und die Bedingungen lauten auf 15 Schritte Distanz mit so langem Kugelwechsel, bi# einer kampfunfähig ist. Also ein regelrechtes Schießen auf Leven und Too!! Peovingentes. G Der Student glaubt auch diese scharfen Bedingungen acceptieren zu sollen, Ospe, 23. Juli. Es mögen bereits drei oder vier Jagte und so. zeht, denn nachmittags, die, Geselschaft nechden m (Nachdruck verboten.) Der Scherz und das Scherzen spielt eine so große Rolle im gesellschaftlichen Leben, daß ich noch etwas darüber plandern möchte, lieber Leser. Große Herren pflegen diejenigen, die sie am liebsten haben, auch sagte aber lächelnd:„Ein Esel ist zwar dabei, ich aber heiße Riedesel.“— Ein anderer stellte einem ihm empfohlenen Fremden vor: „Herr N. N., der nicht so dumm ist, als er aussieht.“ Und der Vorgestellte bewies die Wahrheit auf der Stelle:„Das ist der Unterschied zwischen uns beiden.“ Auf einen derben Scherz eine derbe Antwort, das paßt zuweilen sehr gut auf einander. Es gab Dann wirken ist aber schon das nicht mehr; sie lacht selbst am meisten über seine Scherze. Beste davon; die selbstbelachten Scherze werden schaal wir abgestandenes Bier. Sonderbar war gewiß der Scherz, wie der Mann selbst, der ihn treiben konnte. Graf Wilhelm von der Lippe hatte mehrere seiner Artillerie=Offiziere bei der Tafel; eine Kanonenkugel um die andere flog über das Zelt und selbst durch das Zelt.„Die Franzosen sind da,“ riefen die Offiziere aufspringend.„Nein, bleiben Sie sitzen,“ erwiederte der Graf,„ich habe bloß meinen Artilleristen befohlen, nach dem Kopfe unseres Zeltes zu schießen, damit Sie sehen, wie geschickt sie sind.“— Eine Neckerei ganz anderer Art war die eines deutschen Großen, der einen Landvogt fragte:„Wie hoch liegt ihre Vogtei über dem Meere?"„Hohelt, das kann ich nicht wissen, da ich bloß Landvogt bin.“ Ein Junker wollte einen Pfarrer bei Tisch etwas aufziehen und fragte:„Wie kommt's, daß die Gans immer zunächst dem Pfarrer auf dem Tische steht?“—„Die Bemerkuug ist so sonderbar, erwiederte der Pfarrer, daß ich stets an Euer Gnaden denke werde, so oft ich eine Gaus sehe." Manche Bemerkung fällt etwas massiv aus. So wurde einst von einem Hoffmarschall der Gesandte v. Riedesel als Steinesel vorgestellt; er am meisten zu necken und mit gnädigen Spässen zu beehren, in denen Zeit, wo man es für gebildet und zeitgemäß hielt, Geistliche, zumal oft wenig Geist ist. Aber wenn man mit ihnen Kirschen ißt, darf die Jesuiten zu, necken und aufzuziehen, aber manchen ist es schlecht man schon zufrieden sein, wenn sie einem die Steine nicht in's Gesicht genug bekommen, und oft wurde dem Spötter gründlich heimgeleuchtet, werfen. Damen können sich noch eher etwas herausnehmen.„Wie daß er mit Gelächter abziehen mußte.„ lange ist es,“ fragte Franz I. eine hochbetagte Herzogin,„daß Sie So sagte einst ein hochstehender Beamter, ver an einem Freitag aus dem Lande der Schönheit zurückkehrten?"—„Es war um die Fleisch, aß, zu einem an der Tafel sitzenden Pater, der sich Fisch geZeit, wo Eure Majestät aus Pavia zurückkamen."(Bei Pavia wur= nommen hatte:„Wenn Euer Hochwürden so viel Stocksisch essen, de Franz I. besiegt und gefangen genommen.) Da soll der Fürst könnten sie leicht selbst einer werden," und der Ptior erwiderte: jsene Dame nicht mehr über ihre verlorene Schönheit, geneckt haben.„Wenn das möglich ist, so werden sich Euer Zitzehtgugt zent, ginn. So erwiderte ein Schweizer einem österreichischen Fürsten auf seinen Ochseufleisch sehr in Acht nehmen müssen.“„Nicht waht, hruie konnscharfen Scherz:„Ist es wahr, daß die Schweizer von Nabuchodo= ten Sie sich die Hölle einmal recht vorstellen,“ rief ein General dem nosor abstammen, als er in ein Tier verwandelt wurde?“„Eure Feldprediger nach der Schlacht zu.„Ja wohl, zumal ich Hoheit müssen das besser wissen als ich, denn die Familie der Habs= Exellenz mitten orinn sah,“ erwiderte der schlagfertige Prediger burger stammt ja auch aus der Schweiz und ist viel älter, Es gibt Leute, die stets zum Scherzen und Necken aufgeleg als die meinige.“ sind und ihre Umgebung, besonders aber gewisse aus der Gesellschaft Den freien Geist des Scherzes fesselt keine Theorie, und jede nie in Ruhe lassen. Andere aber verziehen nie den Mund zum LaRegel darüber ist eine Lächerlichkeit, man könnte ebensogut über die chen und haben Kunst schreiben, Maulwürfe abzurichten, wie sie Regenwürmer fangen ger und ewiger Scherz deutet auf großen Lechtsinn, wie ewiger Ernst sollen. Jeder glaubt geistreich scherzen zu können, und der Hanswurst auf Dummheit, die manchmal Tiefsinn heißt. Es gibt Männer, die ovenv. 42 Per btgig, iste: 9, J4rg# ,#., ig acher schan das sich anfangs, durch ihre guten Einfäille auszeichnen; die Eitelleit verleitet sie, sich solchen ganz hinzugeben, und endlich bringen sie es so weit, daß kein vernünftiges Wort mehr mit ihnen zu reden ist. dere sind stets schlagfertig und wissen mit Scherz und Humor, aber auch mit Klugheit und Geist, stets am rechten Platze zu kommen. So glänzt bekanntlich der Centrumsführer Dr. Windthorst durch seine volle Art der Rede, die oft durch ihren geistreichen Scherz und treffende Satire alle anregt und fesselt, selbst seine erbittersten politischen Gegner. Mit der Neckerei Hand in Hand geht oft der Mutwille, ein mit Spott gepaarter Scherz. Unbarmherzig war der Mutwille einer jungen Witwe, die drei Liebhaber zum besten hatte. Vom ersten verlangte sie als Beweis seiner Liebe, daß er in einem Sarg den Toten spiele, vom zweiten, daß er die ganze Nacht am Sarge wachen und der dritte mußte als Teufel punkt zwölf Uhr in's Zimmer stürzen. Aber der Teufel nahm zuerst Reißaus, als der Tote sich erhob, dieser und sein Wächter stürzten nach, alle zum Hause hinaus und die junge Witwe fand keinen der Helden mutig genug, dem sie hätte die Hand reichen mögen. An mutwilligen Scherzen stehen die Studenten in der Regel ihm im Guadenwege erlassen. Auch sein Sekundant erhielt die ihm zuerkannte Strafe von 3 Tagen geschenkt. Wir glauben, daß es wirklich an der Zeit wdäre, der Duellpest, welche so viele hoffnungsvolle Menschenlehen vernichtet, mit energischen Mitteln entgegenzutreten und alte abgestandene, aller Vernunft und guten Sitte Hohn sprechende Privilegien gewisser Stände abzuschaffen. Gleiches Recht für alle! Paderborn, 21. Juli. Das„Amtliche Kirchenblatt" bringt nachstehenden Erlaß, das Kolporteren relgiser Bilder ud Bicher betresend Haupte. Brausende Hochrufe empfingen den Fürst bei seinem Erscheinen, ebenso bei der Rückkehr nach etwa einer Stunde. Nachmittags gegen 5 Uhr erschien der Fürst wieder, ebenso gekleidet wie vormittags, doch benutzte er diesmal nicht einen der Hauptausgänge aus dem Part, sondern eine kleine Seitenpforte an der Landstraße, so daß er fast unbemerkt ins Freie gelangt war. Aber es war doch bekannt den Erlaß, das Kolportieren religiöser Bilder und Bicher betreffend; geworden und nun war der Jubel um so gräßer, als er zurückfehrte Da es ungeattet der dagegen gericteten Warnungen an manchen#. 5616ge, und unn wul gei Jubel um so größer, als er zurücksehrte. Den Wald verlassend, üverschritt der Fürst die Eisenbahngleise und wo er von dem recht zahlreich versammelten wurde. Nachdem er dem Stations= geschehe und daß derselbe seitens der kirchlichen Oberen gebilligt werde, so vorsteher die Hand gereicht und einige Worte mit demselben gesproerklären wir ausdrücklich, daß die kirchliche Erlaubnis zur Abhallung von chen, schritt er weiter dem Schlosse zu, wo eine große Menge MenOrten, namentlich in ländlichen Verhältnissen, noch immer vorkommt, daß Pfarreingesessene mit umherziehenden Verkäufern von religiösen Bildern betrat den Bahnhof, wo er oder Büchern sich einlassen und den Versicherungen derselben Glauben schen= Publikum jubelnd empfangen ken, daß der Verkauf zu Nutzen von kirchlichen oder wohlthätigen Zwecken Purttene Wie euiene bemachit er it uschnr iunt ür chn. so laß doch das ewige Lamentieren— das Goldstück wird sich ja wieder finden!... Ich gehe jetzt fort, Adieu!(Verläßt das Zimmer und sagt zu dem im Korridor aufräumenden Stubenmädchen): Marie, meine Frau hat 10 Mark verloren; sagen Sie ihr, Sie hätten sie hier beim Stubenreinigen gefunden. Bitte, legen Sie's einstweilen aus, ich habe jetzt nur eine kleine Münze bei mir, Sie bekommen nachher von mir das Geld und ein hübsches Trinkgeld!" (Geht fört.)— Marie(freudestrahlend ins Zimmer eilend):„Madam, Madam, ich habe Ihre 10 Mark gefunden (Uieterreicht ihr— zwei Füufmankscheine. hier sind sie!“ Sammlungen im Wege des Kolportierens von uns niemals erteilt wird. Wir ermahnen die Diözesanen, ihre milden Gaben und Unterstützungen nicht umherziehenden Verkäufern anzuvertrauen, da sich schon wiederholt herausstellte, daß bei solchen geschäftlichen Unternehmungen, auch wenn dieselben in größerem Umfange betrieben wurden, dem angegebenen guten Deutschland hier versammelt" Zwecke ein verhältnismäßig sehr geringer Gewinn zukam. Die Herren nochmals schallte es darauf: Pfarrer beauftragen wir, die gegenwärtige Aufforderung von der Kanzel den Gläubigen mitzuteilen. Paderborn, 17. Juli 1890. Das bischöfl. Generalvikariat. Aus Westfalen, 20. Juli. Durch eine in hiesen Tagen ergangene Verfügung des Oberpräsidenten von Westfalen werden die Vorstände der Krankenkassen angewiesen, die auf Grund des§ 49 des Reichsgesetzes betreffend die Invaliditäts= und Alters=Versicherung vom 22. Juni 1889 erschen seiner harrte und ihn mit unendlichen„Hurrahs" empfing. „Ein Gruß aus Nassau",„ein Gruß aus Würzburg", ein Gruß aus Posen“, tönte es ihm entgegen.„Na, dann ist ja wohl ganz erwiderte der Fürst darauf.— Und „Unser alter Reichskanzler lebe hoch“ von einem alten Herrn ausgebracht, und jubelnd stimmten alle ein.— Aus Curslack wird der„Berg. Ztg.“ berichtet: Am 18. ds. machte die hiesige Schule mit drei Klassen einen Ausflug nach Friedrichsruh. Die 120 Kinder marschierten unter fröhlichem Gesänge bis zur Brücke im Westen des Schlosses. Der Herr Oberförster hatte nämlich die Freundlichkeit gehabt, dem Fürsten zu sagen, Progrumm forderlichen Wahlen der erstmaligen Ausschuß=Mitglieder der Versicherungs= daß die Schule ihn gerne sehen möchte, und teilte uns mit, wir sollanstalt für die Provinz Westfalen schleunigst vorzunehmen.ten Se. Durchlaucht hier nur erwarten. Nach und nach fanden sich Gummersbach, 22. Juni. Zu einem hiesigen Lehrer kam vor ei= poch piel: Fremde an dieser Stelle ein und nach kerzem Verweilen nigen Tagen ein etwa 30 Jahre alter Herr, stellte sich als College vor noch, diele Fremd un biser Ettnx zin, und nuch tuntzen ,octhzgg iterstützugg, indem er angab, wegen Streitigkeiten mit erschien der Fürst im Gartenpförtlein. Die Schüler empfingen ihn In Begleitung eines jüngeren trat der bans ehice e ehshaen Aie. Ksce scte kaiche s. am Tage nach der That von hier nach Benrath begeben, wo er einen Tag in Arbeit stand. Da auf polizeiliche Anmeldung gedrungen wurde, verduftete Kohlbecher wieder von dort und begab sich nach Köln, wo er sich jedoch ebenfalls nur kurze Zeit aufhielt, um dann über Düsseldorf, dem Schauplatz seines Verbrechens, nach Elberfeld und von dort in den Kreis Bochum zu wandern. Hier trat er unter falschem Namen bei dem Steinbruchbesitzer Wienecker in Arbeit und niemand vermutete in ihm den so eifrig gesuchten Mörder. Aber auch hier hielt er nicht lange; er stahl verschiedene Kleidungsstücke und begab sich dann nach Blankenstein, wo er ermittelt wurde. Kohlbecher bot einem dortigen Wirt drei Steppdecken unter verdächtigen Umständen zum Verkaufe an, weshalb der Wirt den Polizeidiener Kumpmann holen ließ, der den Kohlbecher wegen Diebstahlsverdacht verhaftete. Der Verhaftete gab au, Joseph Busch zu heißen. Erst später, der XXXVII. General=Versammlung der Katholiken Deutschlands zu Coblenz vom 24. bis 28. August 1890. Sonntag den 24. August. Abends 8 Uhr: Begrüßung der Gäste in der Festhalle.(Clemensplatz.) Montag den 25. August. Morgens 8 Uhr: Pontisikal=Amt in der St. Castorkirche zur Anrufung des hl. Geistes.— „ ½10 Uhr: Geschlossene Generalversammlung in der Festhalle.— 11 Uhr Generalversammlung einzelner katholischer Vereine. Ausschüsse. Festhalle. Congregation 5jährigen StifSchale süir die bewisene Frandlichtei ausgesprocen, nus die Kiuder mit Hurrah und Singen des Liedes:„Deutschland über Alles", be= Morgens 8 kräftigten, sagte der Fürst:„Es freut mich, daß Sie in der Schule den nationalen Sinn pflegen". Als er nun noch hörte, daß manche unserer Kinder noch keinen Wald kannten, meinte er:„Dann seien Sie mit den Kindern nur recht vergnügt im Walde und gehen Sie auch einmal da hinein, wo steht„verbotener Weg"; ja, es wurde uns Nachmittags sogar von ihm gestattet, seinen Park zu besehen. —. Die Heidelbeere, Vaccinium myrtillus. Die Heidelbeere, Abends 5 Uhr: Wald= Blau= auch Bickbeere genannt, welche in unsern Wäldern wild wächst, hat eine hohe volkswirtschaftliche Bedeutung. Einer Abhand: Der Verhaftete gab au, Joseph Busch zu heißen. Erst später, /.20, Fucginghoebe veltezuitlschaft, Dodont, n het. den Steckbrief zu Gesicht bekam und den Verhafteten genquer lung des Dr. Weiß über diese Frucht mögen nachfolgende bemerkenste, erkannte man, welchen wichtigen Fang man gemacht hatte. Als werte Mitteilungen entnommen sein: Deutschland hat ungefähr 25 als man d.n untersuchte, erkannte man, welchen wichtigen Fang man gemacht, hatte. Kohlbecher gestern hier eingebracht wurde, hatten die Beamten Mühe. den Prozent Waldfläche, und die auf diesem ungeheueren Arcale wachsenVerbrecher gegen das Publikum zu schützen. Wenn Kohlbecher die Ermor= den Heidelbeer;, eichen vollkommen bin diejenige Quantität von dung der Katharina Lethen auch noch leuguet, so steht nach dem bis jetzt veit Geideldeeren reichen. Se. gesammelten Beweismaterial wohl zweifellos fest, daß er der Mörder ist. Heidelbeerwein zu produzieren, die wir vom Auslande als Traubenwein beziehen, wodurch mindestens 25 Millionen Mark jährlich im „ Lande bleiben und unserm Volke, speziell den niedersten Volksschichten armer Gegenden, zu Gute kommen. Die Summe von 25 Millionen Berlin, 23. Juli. Ueber den Selbstmord eines sechsjähri Maik i, aber thatlächlich zu niedrich gegriffen, denn I; tin, 23, Juli. Uieber den Seltbstmord en..—.—. 188h betrug die Ernfuhr an Fahwein, abgesehen von den importierten Flaschenweinen, 30 Millionen Liter. Der Heidelbeerwein, wie er in Frankfurt a. M. produziert wird, ist ein naturreiner Wein, ohne Morgens , 23. Juli. Ueber den Selbstmord eines sechsjährigen Knaben melden hiesige Blätter: In dem Hause Gerichtsstraße Nr. 61 bewohnte der Arbeiter K. im dritten Stock mit seiner Frau und zwei Kindern, Mädchen im Alter von zwei bis vier Jahren, zwei Zimmer und eine Küche. Bei ihnen befand sich seit mehreren Jahren ein Waisenknabe, der nunmehr sechsjährige Hermann Zschynski, in Pflege. Derselbe erzählte wiederholt in der Schule, daß er zu Hause mißhandelt werde, und zwar geringfügiger Bergehen wegen. jegliche Zuthat von Sprit und anderen Ingredienzen; er verdient also schon deshalb unsere besondere Aufmerksamkeit. Neine Weine sind heute bekanntlich nicht mehr besonders häufig; es ist unnötig, darüber Worte zu verlieren. Der Heidelbeerwein vermag vom echten Wein Morgens Mehrmals war der Kleine seinen Pflegeeltern bereits entlaufen, wur= schwer unterschieden zu werden; er ist ebenso alkoholreich wie andere de jedoch regelmäßig denselben wieder zugeführt. Auch am Samstage weine und infolge seines außerordentlichen Tanzingehaltes von hatte der Knabe wieder eine Strafe zu gewärtigen und wurde, damit verivoragender diätischer Bedeutung und Heiltraft. liebrigege wird er nicht entlaufen könne, von Frau K. in die Küche eingeschlossen, bei der Herstellung von Rotweinen gar häusig Heidelbersaft beigefügt, Nachmittags In der siebenten Adendstunde gewahren plötzlich mehrere Hausbewoß= gerade um den Gerbstoff zu erhöhen. Die hohe sanitäre Bedeutung ner den Knaben zu ihrem nicht geringer Entsetzen zum Fenster hinauskriechen; im nächsten Augenblick richtete er sich am Fensterkreuz auf, ließ dann die Arme los und stürzte sich in die Tiefe, wo er mit zerschmettertem Schädel tot auf dem Hofe liegen blieb, Die Leiche des kleinen Selbstmörders wurde nach dem Totenhause geschafft. Werningerode, 20. Juli. Ein ähnlicher Unfall wie in Lüdenscheid ereignete sich in dem benachbarten Beckenstedt. Beim dortigen Schützenfeste zersprang die Kanone der Schützengilde und die Eisenteile töteten einen auf Urlaub befindlichen Artilleristen. Würzburg, 18. Juli. Hier ist ein Sergeant, der einen Soldaten mit dem Kopfgestell des Pferdes über den Rücken geschladaß tagelang blutunterlaufene Striemen sichtbar waren, und der weiter den Soldaten auf die Worte:„Das lasse ich mir nicht gefallen," geohrfeigt, mit dem Kopf an die Stallwand und mit der Säbelscheide in die Seite gestoßen hatte, zwar vom Militärbizirksgericht zu vierzehn Tagen Mittelarrest verurteilt worden, aber die Geschworenen verneinten die Frage, ob der Unteroffizier die Absicht gehabt habe, Schmerzgefühl zu erregen. Diese Verneinung häuft sich, so schreibt man der„Fr. Ztg.“ in den militärgerichtlichen Entscheidungen immer mehr, und es wäre sehr an der Zeit, daß diesem widersinnigen, allem Rechtsgefühl widersprechenden Ausspruch ein Riegel vorgeschoben würde. Wohin sollte es kommen, wenn eine gleiche Spruchpraxis in's zivile Leben eingeführt würde! Da wäre kein Mensch mehr sicher, vom nächsten Besten durchgeprügelt zu werden. Man muß solche Vergleiche auf's zivile Leben ziehen, um die Rechtsverirrungen der militärischen Gerichtsbarkeit in's helle Licht zu stellen. Daß der Ausspruch militärgesetzlich unanfechtbar ist, beweist nur, wie anfechtbar und verbesserungsbedürftig militärgesetzliche Bestimmungen sind. Daß der Soldat auf die erste Mißhandlung die recht selbstverständliche Aeußerung gethan:„Das lasse ich mir nicht gefallen," ist dem Sergeanten als Milderungsgrund angerechnet worden. Vielleicht darf der Soldat noch von Glück sagen, daß ihm die Aeußerung nicht die Prozessierung wegen Widersetzlichkeit eingebracht hat. Wie kann man von Reizung und Milderungsgründen reden, da der Soldat es sich thatsächlich nicht gefallen zu lassen braucht, sondern den Beschwerdeweg beschreiten könnte. Die nachfolgende weitere Mißhandlung müßte sogar als Erschwerungsgrund bei der Strafausmessung für den Unteroffizier gelten; denn die weitere Mißhandlung hatte den instinctiven Zweck, das Beschwerdegefühl des Soldaten niederzuhauen. Die Herren vom Militär werden nun allerdings mit Achselzucken sagen:„Ja, aber die Disziplin...!“ Dem können wir vom Zivil entgegenhalten, daß die Disziplin nicht nur für die Untergebenen, sondern auch für die Vorgesetzten vorhanden sein muß, und daß die Disziplin durch nichts gröblicher verletzt wird, als durch Ungerechtigkeiten und Pflichtwidrigkeiten Vorgesetzter gegen Untergebene. Friedrichsruh, 22. Juli. Fürst Bismarck, schreiben die „Hamb. Nachr.“, besindet sich sehr wohl und macht trotz des ewigen Regens täglich seine gewohnten Sparziergänge, resp. reitet oder fährt aus. So auch am letzten Sonntage, an welchem es fast bis gegen Abend ununterbrochen regnete. Zu der gewohnten Stunde, um 12 Uhr mittags, machte der Fürst seinen ersten Spaziergang, ausgerüstet mit einem derben Knotenstock, die Hosen in die Stiefel gesteckt, bereidet mit einem großen Regenmantel und den Schlapphut auf dem des erzeugten Rotweines ist bereits von den ersten medizinischen Kapag den 26. Augu Uhr: Reqniem für die verstorbenen Mitglieder der bisherigen General=Versammlungen in der Kirche zu U. L. Frauen.— 9 Uhr: Sitzungen der Ausschüsse; General= Versammlung des Verbandes Arbeiterwohl.— 11 Uhr: Geschlossene General=Versammlung in der Festhalle. ½3 Uhr: Spaziergang durch die Rheinanlagen bis zum Schützenhofe an der Trinkhalle und im Schützenhofe. Oeffentliche Generalversammlung in der Festhalle. ½9 Uhr: Kartellkommers der katholischen Studenten=Verbindungen in der Festhalle und Festkommers der katholischen Studenten=Bereine und der Unitas=Cöten im großen Saale des Görresbau. Mittwoch den 27.. August. Uhr: Feierliches Hochamt nach der Meinung des hl. Vaters in der Jesuitenkirche. „ 9 Uhr: Sitzungen der Ausschüsse.— 11 Uhr: Geschlossene General=Versammlung. Nachmittags 3 Uhr: Sitzungen der Ausschüsse. Abends 5 Uhr: Oeffentliche General=Versammlung in der Festhalle. ½9 Uhr: Feuerwerk und Beleuchtung von Ehrenbreitstein und den umliegenden Höhen; nach Schluß desselben: Fest=Vorstellung des hiesigen katholischen Gesellenvereins im großen Saale des Görresbau. Donnerstag den 28. August. Uhr: Stillmessen nach der Intention des Bonifatius= Vereins in den hiesigen Pfarr= und Annexkirchen.— 8 Uhr: Geschlossene General=Versammlung.— 10 Uhr: Oeffentliche General=Versammlung in der Festhalle. 3 Uhr: Festmahl; nach demselben Konzert im Garten des katholischen Lesevereins. Das Präsidium des Lokalkomitees zitäten anerkannt worden, und Professor v. Pettenkofer in München zur Vorbereitung der Generalversammlung der Katholiken Deutschlands. empfiehlt denselben mit den warmsten Worten, und in vielen medizinischen Universitätslliniken, in städtischen und staatlichen Krankenhäusern, auf den Schiffen der Kaiserlich deutschen Marine, und kraft einer erfolgten Verfügung des Königlich preußischen Kriegsministeriums wird Heidelbeerwein, in Lazaretten statt der bisherigen Rotweine verwendet, gewiß ein Zeugnis, das laut für die Bedeutung dieses unverfälschten Naturproduktes spricht, das übrigens, Ed. Müller, Rechtsanwalt. Weißbrodt, Dechant und Pfarrer zu St. Coster. Roggen=Verkauf zu Hollenbock nebenbei für Frau Wwe. Goebel(Kutsch) bemerkt, selbst der Kenner schwer vom Traubenwein unterscheiden dürfte. am Montag den 28. Juli, morDoch nicht allein Heilmittel soll dieser Wein sein; er ist in gleicher gens 9 Uhr Kauflustige Weise, wie jeder unverfälschte Rotwein, als Tischwein im höchsten Grad empfehlenswert; der milde Geschmack ohne Herbheit, das feine Aroma und der billige Preis machen ihn dafür so recht geeignet. Auch Champager wird in zwei Sorten aus Heidelbeeren bereitet und zwar in gleicher Weise wie die feinsten französischen Marken. Es kann ohne Voreingenommenheit behauptet werden, daß diese roten Champagner entschieden den Vorzug vor den Weißwein=Champagnern, bessnders unserer deutschen Fabriken, besitzen.—(Da in den sauerländischen Waldungen die Heidel= oder Waldbeeren fast jährlich in ungeheuren Mengen und vorzüglicher Qualität wachsen, so dürfte die Vernutzung dieses Beerenreichtums ein neuer Erwerbszweig für das Sauerland werden, wenn unternehmende Geschäftsleute wegen Ver= pollsastigen Schweizer= und frische kaufs derselben diesbezügliche Geschäftsanknüpfungen mit Erfolg gginzerkzachen alle Sorten frische versuchten.) genv 9 uhr. Kauflustige ladet an Ort und Stelle ein. Attendorn, 24. Juli 1890. Bigener, A.= C, Frische Kartoffeln, mehtreiche Sorte, pro Centner 5 Mark, pr. Pfund 6 Pfg, Prima holl. Häringe Sardinen, Sardellen im Anbruch. Feinste Holländer Weidekäse, pr. Pfd. 70 Pf., — Folgende ergötzliche Geschichte wird aus einem Taunusorte erzählt. Es standen bei der Bürgermeisterwahl zwei Parteien einander gegenüber. Man konnte sich auf keinen Kandidaten einigen, weshalb der Landrat erklärte, wenn eine Wahl nicht zu Stande komme, so werde er das Dorf kommissarisch verwalten lassen. Die Leute erschraken, dachten jedoch:„kommt Zeit, kommt Rat" und verständigten sich insgeheim über einen Strohmann. Sie gingen zu einem Arbeiter in einer Kapselfabrik, sagten diesem, sie wollten ihn zum Bürgermeister wählen, er dürfe aber die Wahl nicht annehmen; was dieser auch versprach. Um recht sicher zu gehen, zogen sie auch die Frau in das Geheimnis. Dieselbe rief erschrocken aus:„Was, mei Mann Borjermaster? Der kann jo kaum lese un schreiwe, der darf mer die Stell net annemme!“ Der Wahltermin kam und zum Erstaunen des Herrn Landrates wurde einstimmig der eben bezeichnete Arbeiter gewählt. Der Landrat ließ den Mann kommen, teilte ihm die frohe Botschaft mit, daß er zum Bürgermeister in höflichst ehrenvoller Weise einstimmig gewählt worden sei, und fragte ihn schließlicz, ob er die Wahl annehme.„Ja wohl!“ lautete die Antwort. Die versammelten Wähler waren wie vom Schlage gerührt. Der Landrat beglückwünschte den neuen Bürgermeister, der nun sechs Jahre seines Amtes zu walten hat. Helgoland, 23. Juli. Bei einem großen Sturme kenterte heute nachmittag 2 Uhr im Nordhafen ein auf einer Segelpartie befindliches Mittelbot, in welchem sich der Konsul Rohlsen nebst Kindern und ein Fräulein Jonassohn aus Hamburg befanden. Konsul Rohlsen, Fräulein Jonassohn und der Schiffer Crist von hier ertranken, die Kinder wurden durch Kurgäste und Schiffer gerettet. — Mißglückte Beruhigung. Mann(zur Frau, die sich über Mainzermochen, alle Sorten frische Gemüse und Obst empfiehlt Jos. Feldmann, Olpe. Neue weiße Kurte ssernt pr. 100 4 Mark, empfiehlt H. Sänger in Altenhundem. Die Fischeret in den Gewässern der Landgemeinde Olpe für die nächsten 6 Jahre soll am Dienstag den 29. Juli nachmittags 3 Uhr im Amtsbüreau hier nochmals öffentlich zur Verpachtung ausgesetzt werden. Zu den Geboten bei der Verpachtung am 8. d. M. ist der Zuschlag versagt worden. Olpe, 24. Juli 1890. Der Amtmann Liefe. Gesang=Verein „Tyra.“ Sonntag den 3. August Stiftungs=Fest. D des hiesigen Gesangvereins. X Von 4 bis 7 Uhr finden 5 Gesang=Vorträge und thea· tralische Vorstellungen statt, 0 darnach " Bart. * Z u z a h l r e i c h e m: B e s u c h e D ladet freundlichst ein 2 Heinsberg, 22. Juli 1890. Der Vorstand. 10000 Habe mich hier als homöopathischer niedergelassen. Wohne bei Herrn Gastwirt Schröder. Sprechstunden: Vormittags. Finnentrop, 24. Juli 1890. Dr. med. Luke, prakt. Arzt, Wundarzt und Geburtshelfer. 60 Aüle Arten Voraut 6. öek Holzminden. Maschinon- u. Mühlenbanschule mit Verpdegungsanstalt. Dir.: G. Haarmann ver Mlegenbergick e Vorläufige Anzeige. Gastspiel des Liv= und Kurländischen Hoftheater=Ensembles. Senmachab guch zuter meiner Direktlon stehend, beabsichtigt Marstellun Alus ausgesucht guter TheaterBernenungen zu geben. Das Repertoir wird viele Novitäten bringen, welche schon auf den größten deutschen Bühnen die Feuerprobe bereits bestanden haben. Unter anderen werden zur Aufführung gelangen: Probepfeil," Lustspiel von Oskar von Blumenthal,„Sie geiß. stwas,“ Preis=Lustspiel von Rudolph Kneisel,„Die goldene von Franz von Schönthan,„Der Weg zum Herzen.“ Charakterbild v R. B.,„Die Danischeffs," Komösie von Dumas Fils,„Der Stabstrompeter,“ Operetten=Posse von W. Mannstedt und E. Steffens,„Ein Tropfen Gift,"„Alexandra,“ u. a. m. ## S.„Die Vorstellungen beginnen abends 8¼ Uhr. I. Die, Stücke sind auf das sorgfältigste künstlerisch studiert und fanden in ven bisyer besuchten Orten den nur denkbar größten Beifall d.s kunstverständigen Publikums. Durch persönliche Bekanntschaft mit den bedentendsten Theateragenturen und deren Bemühungen ist es mir gelungen, ein Ensemble tüchtiger Kräfte zusammenzustellen. Alle meine Mitglieder waren bisher an namhaften Bühnen engagiert und hoffe ich, den hiesigen Ausprüchen zu genügen. Alles weitere besagen die seiner Zeit zur Ausgabe gelanden, Theaterzettel.— Vereine, welche Separatvorstellungen wünschen, werden hoslichst gebeten, ihre Anträge möglichst bald einzureichen. Mein Unternehmen dem Interesse des kunstliebenden Publikums bestens empfehlend, zeichne mit vorzüglichster Hochachtung Heinrich Emil Steffens, Direktor, langjähriges Mitglied der fürstlichen Hofthealer Detmold=Pyrmont. Sonntag den 3. August findet bei günstiger Witterung in Eichhagen Scheibenschießen statt, nachher Konzert des Olper Musik=Vereins. Ed. Kreutz, Weidenau a. d. Sieg, (früher Eisenbahnstation Haardt a. d. Sieg), Eisen=& Metall=Handlung (Lager an dem Bahnhofe, Comptoir und Laden gegenüber dem Bahnhofe an der Siegen=Hagener Chaussee) unterhält steis großes Lager in in allen Profilen u. Längen, „„„ Dienstag den 29. Juli nachmittags „„ C 4 Uhr soll der diesjährige in Hannover. Graswuchs Wir veröffentlichen hierdurch, daß wir Herrn C. Funke, Kaufmann in Förde bei Grevenbrück i. Westf. eine der einschürigen Wiesen des Haupf-Joonti von Fürtendergsichen Gucs BurgEPE-ALUHTT S holdigghausen im Gasthause des Hern Fr. Kold zu Littfeld, nummerweise öffentlich meistbietend verkauft Die Sub-Direktion von Bülow. für obige Anstalt im Kleise Olpe übertragen haben. Frankfurt a M., 15. Juli 1890. I werden. Burgholdinghausen, 22. Juli 1890. Die Rerteiverwaltung. Modes. Ein Lehrmädchen aus guter Familie für ein f. Putzgeschäft in Siegen gesucht. Die Exped. sagt wo.(10000 Dienstmädchen, kathol., gesund und aus ordentlicher Familie, bei gutem Lohn und leichter Stelle zu Martini oder früher gesucht von Frau Lehrer Wagener, Weischenennest. 1 Bauträgern ferner in I.—1:, 1.—=,]= Feustereisen u. allen anderen Fagoneisen. O=, □=,=Eisen(Stab=Walzeisen), Dachfenster, Kellerfenster, Kaminschieber und allen anderen Artikeln zu Banzwecken: Gasröhren, Zinnröhren, Bleiröhren, Zinkblechen, Weißblechen, Eisenblechen, Blei, Zinn und anderen Metallen; Gußstahl und anderen Stahlen, Ketten, Decknägel, Drahtstiften, Pumpen, Waagen und Gewichten; allen Arten Schrauben, fertigen Achsen, Oefen und Kochherden, Küchenund Hausgeräten, landwirt schaftlichen Maschinen, Werkzeugen für Schlosser, Schmiede und Schreiner, sowie Eisenwaren aller Art. Pulver und Schrot. Preise billigst. Lieferung prompt. * Imnelung Franz Rersting, Siegen, fertigt Tafelberde jeder Größe als Spezialität und unter Garantie guten Brennens und Haltbarkeit zu äußerst billigen Preisen an und unterhält darin stets großes Lager. 182. Kgl. Preuss. Klassenlotterie Haupt- und Schlussziehung 22. Juli bis 9. August 1890 1 Haupttreffer 600000 Mark. Hierzu offeriere ich: 1 240 M. 120 Mk. 60 M. 30 M. Originallosg mit Bedingung der Rückgabe 1/1 1 1/ Orgiiallose- nach beendeter Ziehung Originallose weilche ich dem UrIineove Käufer aushändige „tia#l0s0, nach beendeter Ziehung 200 M. 100 M. 50 M. 25 M. Depot= resp. Anteillose an in meinem Besitz befindlichen Originallosen 1/02 ¼0 1/64 200 M. 100 M. 50 M. 20 M. 12,50 M. 10 M. 6,50 M. 5.50 M. 3.25 M. Zur Erhöhung der Gewinn=Chamncen empfiehlt es sich möglichst viele Anteile an verschiedenen Nummern zu nehmen: 10/8 10/10 10/16 1% 10/32 100 250 M. 200 M. 125 M. 100 M. 65 M. 55 M. 32,50 M. Porto und Liste 0,75 M. Ausland 2 M. Cölner Lose à 1 Mark(11 Lose 10 M.) Porto und Liste 30 Pfg. August Fuhse, Geschift Bcrlin VV, in Filerhause. Tologr.-Adl.: Fulsobank. Borlin. 9 Tade. dern Tersihren. Das Konkursverfahren über das Vermögen des Bäckermeisters Wilhelm Dickgräve zu Meggen wird, nachdem der in dem Vergleichstermine vom 24. Juni 1890 angenommene Zwangsvergleich ducch rechtskräftigen Beschluß vom 1. Juli 1890 bestätigt ist, hierdurch aufgehoben. Förde, 18. Juli 1890. Pgl. Ziegelsteine auf der Ziegelei zu Maumke vorrätig. Joh. Schmelzer, Meggen. Wie zahlt man Schulden? Wenn man dem Diasporapfarrer Schilo zu Idstein(Nassan) einen Beitrag sendet zur vollendeten, aber noch nicht bezahlten Magdalenenkirche. meine Freunde, verzinsen und abtragen. Schützenfest: Ab- Aunde! K zu Lenhausen* „ wird am 27. und 28. Juli# in herkömmlicher Weise gefeiert, wozu freundlichst einladet#### * Der Vorstand. * 26 RRRRRRRARRRRRRRARRRAN Meine Wohnung billig, gut O se empfehleuswert Holst. Holl. Käse à Ctr. 26 Holft. Limb. □Käse&à Ctr. 26 M. Holst. Edamer Käse à Ctr. 32 M. ab hier gegen Nachnahme empfiehlt Julius Werner, Neumünster i. H. 10 Pfd.=Probepostcolli 5.80 M. u. 3.60 M. u. 4.50 M. portofrei. Roverl Rover! Billiger als jede Concurrenz in der Fahrradhandlung u. Reparaturstätte Siegen, Markt Nr. 45, gegenüber der evang. Kirche. 4 Am Sonntag den 3. August wird das Innsborker Kriegersent u herkömmlicher Weise gefeiert, wozu freundlichst einladet Vrstand: Im Auftrage des Herrn Engelb. Schulle zu Hespecke werde ich Donnerstag den 31. Juli nachm. 6 Uhr ca. 12 Morgen Roggen parzellenweise, am„Ellenberge“, in der Nähe von Grevenbrück, öffentiich, meistbietend, gegen 6monatlichen Credit verkaufen, wozu Kaufliebhaber eingeladen werden. Zusammenkunft an Ort und Stelle. Förde, 24. Juli 1890. Gastreich, Ger.=V. ege der Zwangsvollstreckung sollen am 28. Juli cur. morgens 9 Uhr in Meggen 2 Schweine— Zusammenkunft beim Wirt Schmelzer— am 30. Inli cur., morgens 9 Uhr in Meggen 1 Kochmaschine, 2 Oefen, 1 Ladentheke, 1 Schrank, 10 Stühle, 4 Tische, 1 Glaserschrank und 1 Wanduhr, Zusammenkunft bei Wirt Schmelzer, nachmittags 1 Uhr in Welschenennest 1 Schwein, 1 Kleiderschrank, 1 Leinenschrank und 1 vollständiges Bett mit Matratze, Zusammenkunft beim Wirt Fr. Höfer, am 2. August cur., morgens 8 Uhr in Förde 1 Kuh, 1 Rind, 1 Ackerwagen, 1 Egge und 1 Kleiderschrank, Zusammenkunft beim Wirt Schneider,— nachm. 3 Uhr in Elspe 1 Kleider= und 1 Glaserschrank, Zusammenkunft bei Wirt Funke, öffentlich meistbietend gegegen Barzahlung versteigert werden. Förde, den 24. Juli 1890. Gastreich, Gerichtsvollzieher. befindet sich vom 1. August d. J. ab im Hause der Frau Wwe. Emil Bonzel. Sprechstunden morgens von 8—12 und nachmittags von 3—6 Uhr. Olpe. Dr. jur. Jerrentrup, Rechtsanwalt. Tapeten. Naturelltapeten von 10 Pfg. an, Goldtapeten„ 20„„ Glanztapeten„ 80„„ in den schönsten u. neuesten Mustern. Musterkarten überallhin franko. Gehr. Ziegler in Miuden, Westfalen. LOSE der Marienburger Lotterie, Haupt=Gewinn 90.000 M. à Los O Mart, sie Lo 150 m. Ziehung am 8. Oktober, der Marienburger PferdeLotterie, Hauptgewinn eine 4spänn. Equipage. à Los 1 Mk. Ziehung am 17. September, der Bremer Lotterie, HauptGewinn 50,000 Mk. à Los 1 Mk. Ziehung am 2. Oktober, der Hamburger Rote=KreuzLotterie, Hauptgewinn 50.000 M. &à Los 3 M. Ziehung a 18. November, sind in der unterzeichneten Buchhandtung zu haben. Bei Bestellungen beliebe man 10 Pfg. für Porto(für Gewinnliste 15 Pfg.) beizufügen. Ruegenberg'sche Buchhdlg., Olpe. 5 Der Sommer=Ausverkauf beginnt den 20. Juli. Derselbe umfaßt sämtliche Artikel. □ Reste 8 werden zur Hälfte des früheren Preises abgegeben.# A. 4. U.sell, Attendorn.# Der diesjährige zweite Rindviehmarkt zu Leimestruth findet am Dienstag den 5. August eur. statt. Berleburg, 21. Juli 1890. Der Vorstand des landwirtsch. Vereins. Die Herren Gewerbetreibenden, welche sich ihre Erklärung wegen Beschickung der Ausstellung zu Olpe noch vorbehalten haben, sowie auch sonstige Freunde des Unternehmens, namentlich die Herren Handwerksmeister, bitte ich zu einer Besprechung der Sache am Sonntag den 27. Juli nachmittags 4 Uhr im Saale der Frau Rasche zu Altenhundem gefl. erscheinen zu wollen. Vasbach, 23. Juli 1890. Der Amtmann Brüning. Mit den neuen Schnelldampfern des Norddeutschen kann man die Reise von Bremen nach Amerika in 9 Tagen machen. Ferner fahren Dampfer des Norddeutschen Lloyd * Ostasten „ Australten nach — Südamerika. Näheres bei dem Agenten " J. Kippenberger, Hauptagent f. d. Kr. Siegen Auswanderungs= Verträge von Bremen und Hamburg nach Amerika schließt zu Originalpreisen ab Gottfr. Ruegenberg. concessionierter Agent, Olpe. Tienstag den 29. Juli halte ich mit einer schönen Auswahl Schwrrke bei Herrn Gastwirt Zeppenfeldt in Olpe. Dissmann. Neueste Frucht=Preise, 2 4. Juli vom Neußer Fruchtmarkt. Weizen Landroggen, Buchweizen Hafer Kartoffeln Heu 1. 2. 100 K. 1. do. 2. do. do. do. do. do. 500 Kilo do. Kleien pr. 50 Kilo Essen, den 21. Juli 1890. (Originalbericht.) Getreideborse. Die Stimmung an der heutigen Getreide=Börse war animiert. In Weizen, Roggen und Mehl fanden zu wesentlich höheren Preisen große Umsätze statt. I. 21,80 20.80 17,30 16,80 15.00 18.00 5,00 24,00 18.00 50 Gut genährte Schlacht Pserde werden fortwährend zu guten Preisen angekauft von tI. Kütbe, Siegen. Es notieren: Weizen, fremder „ westf. Roggen, russischer Hafer, russischer Futtergerste Mais Weizenmehl M. 22.00—23.25 „ 23.25—24.00 „ 17.50—18.50 „ 17.25—18.25 „ 13.75—14.00 „ 11.50—12.00 „ 2 9. 0 0— 3 0. 0 0 „ 24.50—25.00 " 9.80. Alles per 100 Ko. frachtfrei Essen. Druck von Th. Mietens in Olpe: