N. 7. Olpe, Mittwoch den 22. Jannar. 1890. Erscheint am Mittwoch und Samstag und kommt bereits Dienstags und Freitags nachmittags zur Ausgabe. Abonnementspreis vierteljährlich 1 Mk. 20 Pf., per Post bezogen 1 Mk. 25 Pf., mit Illustriertem Sonntagsblatt 25 Pf. mehr. Anzeiger für das Sauerland und speziell für den Kreis Olpe. Verantwortlicher Redakteur: Gottfried Ruegenberg. Verlag ber Ruegenberg'schen Buchhandlung in Olpe. Anzeiogze ehei spaltige Petit=Zeile oder deren Raum. unter 4 Zeilen 40 Pfg.; Reklamen 25 Pfg. die Zeile. Die Besorgung von Briefen und Annahme von Adressen wird mit 25 Pfg. berechnet. Aufruf. Die Neuwahlen für den Deutschen Reichstag sind auf den 20. Februar d. Is. ausgeschrieben. Zum ersten Male erfolgen dieselben auf die Dauer von fünf Jahren; sie sind deshalb von erhöhter Wichtigkeit und stellen somit an die Wähler die gebieterische Forderung, Mann für Mann an der Wahlurne zu erscheinen. Noch immer sind die Bedingungen nicht erfüllt, welche wir in jeder Wahlperiode als unerläßlich bezeichnet haben, wenn dem Volke die Religion erhalten, wenn christlich=gläubige Gesinnung geweckt und gefördert werden soll und zur Richtschnur erhoben in Unterricht, Erziehung, Bildung und Wissenchaft, in der Gesetzgebung und im öffentlichen Lehen. Wir fordern deshalb immer von Neuem, daß der Kirche, im Deutschen Reiche wie in den Schutzgebieten, volle Freiheit der Bewegung gestattet und Alles beseitigt werde, was die Selbständigkeit und die Rechte der Kirche beeinträchtigt, was die segensreiche Wirksamkeit aller ihrer Genossenschaften und das in der Verfassung gewährleistete Heimatsrecht der Reichsangehörigen verletzt. Wir erkennen zugleich in der unbehinderten Thätigkeit der Kirche und ihrer Organe, sowie der dadurch zu erhoffenden Kräftigung des christlichen Geistes in den Kreisen der Arbeitgeber und Arbeiter, das wirksamste Mittel zur Bekämpfung der gemeingefährlichen Bestrebungen der Sozialdemokratie— ein Mittel, wirksamer als alle Ausnahmegesetze. Unter steter Wahrung des verfassungsmäßigen föderativen Grundcharakters des Deutschen Reiches werden wir unsere freudige Mitwirkung zur weiteren Ausbildung aller jener Maßregeln nicht versagen, welche die Verbesserung der Lage der arbeitenden Bevölkerung zum Zwecke haben. Unentwegt beharren wir in dem Bestreben, daß die im Reichstage zum Teil schon wiederholt zur Annahme gelangten Arbeiterschutzgesetze, insbesondere die Gesetze über die Ruhe und die Heiligung des Sonntags, sowie über die Beschränkung der Frauen= und Kinder=Arbeit, zur Geltung gebracht werden. In dem ernsten Interessenkampfe, welcher vielfach zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern entbrannt ist, werden wir gern alle Maßregeln unterstützen, welche einen Ausgleich der beiderseitigen berechtigten Interessen herbeizuführen, und das sich gegenseitig bedingende Wohl der Arbeitgeber und der Arbeiter zu fördern geeignet sind. Die Bemühungen, den so wichtigen Handwerkerstand zu heben, seinen berechtigten Klagen Abhülfe zu schaffen, werden wir in bisheriger Weise eifrigst fortsetzen. Die wirtschaftliche Lage des Reiches hat sich in den Bahnen, welche wesentlich auf unsere Anregung und unter unserer Mitwirkung eingeschlagen worden sind, besser gestaltet. Wir werden aber darüber zu wachen haben, daß die Vorteile der neuen Wirtschaftspolitik nicht ungebührlich ausgenutzt werden, daß eine Vermehrung der Steuern und Lasten verhindert und Härten in der Besteuerung möglichst beseitigt werden. Wir werden auf allen Gebieten nachdrücklichst auf die größte Sparsamkeit dringen, wenn wir selbstverständlich auch gewillt sind, heute wie immer, für die Ehre, die Würde und die volle Wehrhaftigkeit des Deutschen Reiches einzutreten. An den Grundlagen der Verfassung, insbesondere an den für die bürgerliche Freiheit bestehenden Garantieen, werden wir unbeugsam festhalten. Nach diesen Grundsätzen haben wir bisher gehandelt und gedenken wir auch ferner zu handeln. Wir hoffen, daß die Wähler diese Grundsätze auch für die Zukunft billigen, so wie sie uns auf Grund derselben bisher ihr Vertrauen geschenkt haben. Wohlan denn! Möge am entscheidenden Tage Keiner von der Wahlurne zurückbleiben; möge Jeder furchtlos hinzutreten. Bleiben die Wähler uns treu, wie wir ihnen treu bleiben und treu unserem alten ruhmreichen Panier: Mit Gott, für Wahrheit, Freiheit und Recht! Im Januar 1890. Der Vorstand der Centrums=Fraktion des Deutschen Reichstages: Freiherr von und zu Franckenstein. Geaf von Vallestrem. Graf von Bernstorff. Dr. Franz. Gröber(Württemberg). Dr. Freiherr Heeremann von Zuydwyk, Dr. Lieber. Dr. Reichensperger. Reindl. Dr. Windthorst. Der englisch=portugiesische Konflikt. Wie sich infelge der Doppelzüngigkeit Englands erst jetzt übersehen läßt, ist der wegen des Streites um die Hinterländer der Delagoa=Bay in Afrika zwischen der englischen und portugiesischen Regierung ausgebrochene Conflikt keineswegs so harmloser Natur, wie es ursprünglich schien, und wie es zumal englische Blätter glauben machen wollten. England hat durch seinen Gesandten Petre in Lissabon in aller Form ein Ultimatum an die portugiesische Regierung richten lassen und zwar ein kurzes mündliches, dahin lautend, daß die englische Gesandtschaft sofort Lissabon verlassen würde, wenn nicht binnen längstens 24 Stunden alle Forderungen Englands, betreffend die Zurückberufung aller partugiesischen Streitkräfte, Behörden und Expeditionen von den Ufern des Flusses Shire, sowie aus Maschonaländ in Afrika erfüllt seien. Das portugiesische Ministerium trat sofort unter dem Vorsitze des Königs am letzten Sonnabend zu einer Sitzung zusammen, um über dieses Ultimatum Englands zu beraten. Das kleine Portugal befand sich dabei offenbar in einer äußerst prekären Lage, denn gleichzeitig waren aus Gibraltar, Malta und Zauzibar Depeschen in Lissabon eingegangen, daß englische Kriegsschiffe sich in verdächtiger Weise den portugiesischen Colonien und Hafenplätzen näherten, also England willens zu sein schien, durch einen kühnen Handstreich für seine Forderungen ein Pfand von Portugal in die Hände zu bekommen. Dabei drängte sich der portugiesischen Regierung gleichzeitig die wuchtige Thatsache auf, daß Englands Kriegsflotte zwanzigmal stärker ist als die portugiesische und daß Portugal in einem See=Kriege mit England wohl auf keinen Beistand von seiten irgend einer Großmacht rechnen können würde. Da war die Verlegenheit in Lissabon natürlich riesengroß, aber die portugiesische Regierung hat in den kritischen Umständen zweifellos noch das gethan, was als das Klügste erscheinen mußte. Sie hat dem übermächtigen Drucke Englands nachgegeben und die englischen Forderungen erfüllt, aber gleichzeitig alle Rechte der portugiesischen Krone auf die betreffenden Ländereien vorbehalten. Die zwischen England und Portugal streitigen Ländereien sind die nördlich von der Delagog=Bay und dann die dem Zambesiflusse entlang liegenden Gebiete. Es handelt sich dabei um alte Rechte Portugals, die es aber, wie es scheint, in den letzten Jahrzehnten in jenen Ländern nicht weiter zur Geltung gebracht hat, und um mit diesen Rechten in Konflikt geratene Forderungen englischer Kolonialgesellschaften, die zumal am Zambesiflusse bis zum Shire=Gebiete Ländereien erworben haben. Die portugiesische Regierung hat gleichzeitig bei den Großmächten auf Grund der Akte der Congo=Conferenz Beschwerde gegen Englands Verfahren erhoben. Bei dem verhältnismäßig bedeutenden Colonialbesitze Portugals ist übrigeus der Verdienst jener Länder für die Portugiesen nicht gerade groß zu nennen, viel wichtiger kann indessen diese Affaire für Portugal daduich werden, wenn in Folge des Unwillens, der in Folge dieser Schlappe die öffentliche Meinung in Portugal beherrscht, die republikanische Partei in diesem Lande mächtig werden und das nicht sehr starke und nicht sehr beliebte Königtum stürzen sollte. Dem Sturm der allgemeinen Erregung hat sich das bisherige portugiesische Ministerium ja auch schon nicht gewachsen gefühlt und hat seine Entlassung erbeten. □ Politische Plaudereien. Während in manchen Staaten revolutionäre Kundgebungen, Ministerkrisen, Kammer=Auflösungen und bedenkliche Gährungen im Volke an der Tagesordnung sind, hat sich das deutsche Volk in alter Treue, Liebe und Dankbarkeit um den Sarg der verewigten Kaiserin Augusta geschart und durch die aufrichtige, im Herzen wurzelnde Trauer abermals den Beweis erbracht, daß es durch und durch monarchisch gesinnt ist und fest zum Throne und zur Krone steht. Nach Ansicht gewisser Leute soll Deutschland zwar derart von„Reichsfeinden" wimmeln, daß man die wenigen„Reichsfreunde" mit der Laterne suchen müßte; aber wie wenig dies in Wirklichkeit der Fall ist, hat auf's Neue und in erhebender Weise der Schicksalsschlag bewiesen, der unser Herrscherhaus betroffen. Während die von den Revolutionären in Rio de Janeiro verjagte Kaiserin von Brasilien im Exil an tiefem Herzweh starb, hat das deutsche Volk den Sarg der Kaiserin Augusta mit Kränzen überladen, und manche Thräne wurde der edlen, christlichen Frau und echten Samaritanin nachgeweint. Gerade bei solchen Anlässen kommt die wahre Gesinnung des Volkes zum Ausdruck, und vornehmlich die katholischen Blätter, die nach der Ansicht der officiösen Soldschreiber nicht zu den„nationalen“, gehören sollen, haben ohne Ausnahme und in der herrlichsten Weise der verblichenen Fürstin, der ersten deutschen Kaiserin, warm empfundene Worte der Liebe und Anerkennung gewidmet. Wahrlich, die viel geschmähte und angezweifelte deutsche Treue ist kein leerer Wahn; sie ist gleichsam eine Oase in der Wüste der wilden Stürme, die über die Erde dahinbrausen. Halten wir doch einmal Umschau: in Rußland hat der Nihilismus, der wie ein Feuer unter der Asche weiterglimmt, mit der Ermordung des Petersburger Polizeichefs Donotutisch wieder ein trauriges Lebenszeichen von sich gegeben, und das portugiesische Ministerium reichte seine Entlassung ein, weil die Erregung welche sich der Bevölkerung Lissabon's durch den Fortgang des englisch=portugiesischen Streites bemächtigt hatte, einen so beklagenswerten Ausdruck fand. Straßentumulte, zertrümmerte Fensterscheiben an den Häusern der Minister und Consulen, herabgerissene Fahnen und Wappen sind die Vorboten der Revolution, und der Thron des jungen Königs von Portugal ist ernstlich bedroht, wenn er die auwachsende republikanische Partei nicht zu meistern vermag. Spanien ist von einem ähnlichen Schicksal bedroht, und die Ministerkrisis wäre auch in Madrid zum Ausbruch gekommen, wenn die Erkrankung des Königs die Katastrophe nicht aufgehalten hätte. Im belgischen Kohlenrevier nahm der Ausstand der Bergleute eine so ernste Gestalt an, daß bei Charleroi Truppen zusammengezogen werden mußten, und wer weiß, was sich ereignet hätte, wenn die Arbeitgeber nicht grundsätzlich die Verminderung der Arbeitsstunden bewilligt hätten. Das in seiner Dynastie so schwer geprüfte und in der Zerrüttung seiMartha. Erzählung von Chr. Kimmich. 7.(Fortsetzung.) „Marie,“ sagte er hierauf,„ich weiß nicht, woran die Ursache liegt, aber ich kann mich nicht wohl irren: Du siehst seit einiger Zeit sehr angegriffen aus. Du hast Kummer und ich müßte mich sehr täuschen, wenn dieser nicht mit der Anwesenheit des jungen Mädchens in unserem Hause zusammenhinge.— Können wir denn nie im Leben zur Ruhe kommen?" „Du täuschest Dich, Emil. Was sollte mir das Mädchen auch für Kummer bereiten, sie, die die Anspruchslosigkeit und Liebenswürdigkeit selbst ist?“ „Mag sein,“ entgegnete er,„und dennoch bin ich überzeugt, daß nicht alles in Ordnung ist.— Warum kehrt sie denn nicht in ihr elterliches Haus zurück? Die Uebersiedelung dürfte doch keine große Schwierigkeiten mehr bereiten.“ „Sie ist erst seit zwei Tagen imstande, das Bett zu verlassen und wird, wie ich vermute, nur noch wenige Tage bei uns verweilen. Ich kann ihr doch unmöglich, wie Du einsehen wirst, die Gastfreundschaft kündigen.“ „Nein, das kannst und sollst Du nicht; ich aber wiederhole: Du hast einen geheimen Kummer auf dem Herzen, der, wie ich hoffe, weichen wird, wenn erst die junge Dame wieder fort ist und deshalb kann ich nur wünschen, daß dies möglichst bald geschehe." Frau Marie entgegnete hierauf nichts mehr; sie holte ihrem Gatten Hut und Stock herbei und geleitete ihn schließlich bis zur Treppe.— Noch einige Minuten und er schritt bereits in einer anderen Straße dahin, ohne eine Ahnung zu haben, welcher Besuch sich vielleicht schon zur selben Zeit in seinem Hause eingefunden hatte. Mit einem stummen Gebet, daß alles vollends glücklich verlaufen möge, blickte sie ihm nach, wie er die Stufen hinabstieg; dann wandte sie sich wieder dem Zimmer zu.— Als der Registrator im unteren Flur des Hauses anlangte, kam ihm eben das Dienstmädchen, aus den Souterrainräumlichkeiten kommend, mit ziemlich betrübter Miene entgegen. „Der Schlüssel zur Holzkammer ist mir soeben im Schlosse abgebrochen,“ klagte sie auf seinen fragenden Blick;„ich kann nun nicht mehr öffnen und sollte doch so notwendig Holz haben.“ Er schritt hierauf die wenigen Stufen hinab und untersuchte das Schloß, so gut es anging, versuchte auch, dasselbe mit einem andern Gegenstand zu öffnen, was ihm auch nach längerem Bemühen auch gelang Als er wieder oben ankam, war eine Viertelstunde verstrichen und er reinigte eben seine Kleider ein wenig von dom auhaftendem Staub, als auf der Straße, dicht vor dem Eingang zu seiner Wohnung ein Wagen vorfuhr. Verwundert blickte er dorthin; er sah, wie ein Herr dem Innern desselben entstieg und auf sein Haus zugeschritten kam, war jedoch noch nicht imstande, denselben zu erkennen, da er ziemlich kurzsichtig war. Der Ankommende, im Altler von ungefähr sechzig Jahren, war ein Mann von hagerem, unscheinbarem Körperbau, schmalem, länglichem Gesicht und grauem, kurzgeschorenem Vollbart. Auf der Nase trug er eine goldene Brille mit blauen Gläsern und wer ihn so, die Hände auf dem Rücken gefaltet, gehen sah, der hätte ihn wohl für einen bescheiden sich gebenden Gelehrten, nicht aber für den Besitzer eines der größten industriellen Etablissements des Landes, den Kommerzienrat Herder gehalten. Freilich war sein Anzug, bei näherer Betrachtung, von den feinsten Stoffen gefertigt, Orden glänzten auf seiner Brust und ebenso an seinen Fingern einige kostbare Brillanten, auch leuchtete aus seinem Blick ein gewisses erhabenes Selbstbewußtsein; dennoch hätte niemand, der den Mann nicht kannte, geglaubt, daß all sein Streben nach der Erreichung nichtiger Titel und fragwürdiger Verbindungen mit höheren Ständen gehe, wie dies die Zofe Marthas der Frau Registrator gegenüber betont hatte. Ohne sich irgendwie um seine Umgebung zu kümmern, schritt er vorwärts; der Diener, der seine junge Herrin seiner Zeit in das Haus begleitet hatte, folgte ihm auf dem Fuße. So kam er dicht vor dem kleinen Hause an und der Alte wollte eben die Gartenpforte öffnen, als der Registrator aus seinem Hause in das nur wenige Schritte breite Gärtchen trat. Auch dieser blickte nicht auf, während er den kurzen Weg zurücklegte und so kam es, daß die beiden Männer sich bis auf wenige Schritte näherten, ehe sie sich gegenseitig bemerkten. Als dies schließlich der Fall war, blickten sie eiander so gleichgültig an, als ob sie sich im Leben zum erstenmal begegneten. „Sie entschuldigen“, sagte Herder,„ich bin doch wohl recht hier, Frauengasse 12, Hinterhaus?“ indem er leicht den Hut lüftete. Der Registrator blickte sichtlich überrascht auf bei dem Ton dieser Stimme und faßte sein Gegenüber fester ins Auge, doch schien er keinen festen Anhalt gewinnen zu können. Ehe er eine Erwiderung auf die Anrede geben konnte, fuhr Herder fort:„Ich habe wohl das Vergnügen, den Besitzer jenes Hauses vor mir zu sehen?“— er deutete hiebei auf das Haus des Registrators—„wenn dies der Fall ist, so möchte ich mich vor allem als den Kommerzienrat Herder vorstellen, dessen Tochter in jenem Hause Aufnahme gefunden hat, als ihr auf der Straße ein Unfall begegnete.“ Der Sprecher mochte wohl etwas kurzsichtig sein, wofür auch die blaue Brille zeugte, die er trug, sonst hätte ihm unmöglich die furchtbare Veränderung im Gesichte, ja im ganzen Außern seines Gegenüber entgehen können. Es war als durchzucke ihn ein Blitzstrahl, so krampfhost arbeiteten die Muskeln seines Gesichts und seiner Hände, während aus dem ersteren alles Blut wich und seine Augen fast geisterhaft blickten. Er öffnete den Mund zum Sprechen, brachte aber keinen Laut hervor, nur seinen rechten Arm erhob er zur wagerechten Höhe und wies mit dieser Gebärde den Einlaß Begehrenden von der Schwelle seines Hauses. Der Kommerzienrat begriff augenscheinlich nicht recht, was das Benehmen seines Gegenüber bedeuten sollte, woran wohl wieder seine Kurzsichtigkeit die Schuld tragen mochte. „Es scheint“, sagte er,„ich bin nicht am rechten Ort hier," und, an den Diener sich wendend, fuhr er fort:„Wie verhält es sich, Jean, Du warst voch schon mehrmals bei meiner Tochter?“ Der Diener wurde durch den Registrator einer Antwort enthoben. Dieser trat noch einen Schritt vor, so daß er Herder Auge in Auge gegenüberstand.„Wissen Sie denn,“ sagte er, und man hörte dem Ton seiner Stimme an, wie er gewaltsam seine Aufregung zu bemneistern suchte,„in wessen Haus Sie zu treten beabsichtigen?“ „Ich habe bis jetzt nicht das Vergnügen; ich vergaß ganz, nach dem Namen desjenigen zu fragen, der so liebenswürdig war, sich meiner Tochter anzunehmen. Ich kam soeben von einer Reise zurück und in der Eile, mein Kind zu sehen...“ Der Registrator unterbrach ihn. „Sie wissen es nicht,“ sagte er und seine Erregung begann sich zusehends zu steigern,„wissen nicht, wer Ihnen gegenübersteht? Kenuen Sie mich nicht mehr, Andreas Herder?" Jetzt erst flog ein Zug des Erkennens über das Gesicht des Kommerzienrats.„Sie sind es, Herr Freund?— Ich hatte keine Ahnung davon,“ entgegnete er, ohne daß sich seiner eine besondere Erregung bemächtigt hätte. „Ja, ich bin's; Ihr Gedächnis scheint nicht sonderlich viel zu taugen, Herr Herder: meines hat treuere Dienste gethan, ich hätte Sie wiedererkannt und wenn ein ganzes Jahrhundert zwischen damale und heute liegen würde.“ „Ich habe Sie seit jener Zeit nicht mehr gesehen: Sie selbst haben jede Annäherung verhindert und mir so die Gelegenheit genommen, Sie zu versichern, daß ich längst nicht mehr an Ohre Schuld glaubte, was ich doch so gern gethan hätte.“ Der Registrator lachte laut auf; es war ein Lachen, das durch der Partie# n age. kevo ord Zio 8a1 olu th, besit esät eni hen ko irfe dost röff ens lau besa nes Verfassungslebens so schmerzlich heimgesuchte Oesterreich gibt freut niemand mehr als die Nationalliberalen, denn trotzdem diese sich gegenwärtig alle Mühe, durch die Ausgleichsverhandlungen zwi= Kraftmenschen von sich behaupten, ein„Rückgrat von Stahl“ zu schen den Czechen und den Deutsch=Böhmen die Versöhnung der Ge= haben, wäre ihnen bei der dritten Lesung schwerlich der Sprung über gensätze anzubahnen: den Stock erspart geblieben. Jetzt ist ihnen wenigstens diese Blamage Den Vergleich mit all diesen Ländern, von Frankreich und Jta= h g“ Lelschen ansianen, daß die se u id die lien gaur nicht zu reden, koum Deutschland in seder, Huscht aus= der Rortdteuts halten, und doch sollen die„Reichsfeinde“ so zahlreich sein, daß man neben Herrn Pindter nur noch ein kleines Häuschen waschechter Vaterlandsfreunde finden kann! In Deutschland giebt es Gottlob noch Männer, die den Mut haben, ihrer Ueberzeugung Ausdruck zu geben, die sich nicht von jeder Windrichtung treiben lassen, die mit der Königstreue die Liebe zum Volke verbinden und dessen Rechte verteidigen, — aber sind diese Männer deshalb Feinde des Reiches? Liebt Derjenige sein Vaterland uicht, der von dem verschwommenen Mischmasch, dem willen= und charakterlosen Cartell der Norddeutschen aneignen, daß die Abstimmung am 20. Februar die Probe auf das„nationale" Bewußtsein sein soll. Das klingt sehr schön, aber mit solchen Redensarten ist kein Geschäft mehr zu machen. Wenn irgend etwas von Einfluß auf die Wahlen sein kann, so wird dies von den jüngsten Reichstagverhandlungen behauptet werden dürfen. Wir sind mit den Worten des Kaisers, die er am Sonntag an das Präsidium des Reichstages richtete, kenstein, welcher seit einigen Tagen bedenklich an der Lungenentzündung erkrankt ist, wurde gestern Nachmittag mit den h. Sterbesakramenten versehen. Der hl. Vater spendete seinen Segen unter Zusicherung heißer Gebete für seine Wiederherstellung. Abends besserte sich sein Zustand wieder, der Kräftezustand ist befriedigend. Am Sonntag Morgen trafen die Gemahlin des Erkrankten mit drei Söhnen und zwei Töchtern sowie verschiedene Verwandte hier ein. — Die längst drohende neue Streikbewegung unter den westdeutschen Bergarbeitern wird demnächst wieder zu Fluß kommen. Das Komitee der rheinisch=westfälischen Bergarbeiter richtete an den bergbaulichen Verein für Rheinland und Westfalen ein Schreiben, in welchem die Bergleute vom nächsten 1. Februar ab 50 Prozent Lohnerhöhung und achtstündige tägliche Arbeitsschicht, unter Einrechnung Da die Grubenvereinverstanden daß Deutschlands militärische Rüstung im besten Stande von Ausfahrts= und Einfahrtszeit, verlangen. gehalten werden muß, um den Weltfrieden zu erhalten; aber wir waltungen schwerlich ohne weiteres in diese we pflichten auch dem Abg. Windthorst bei, der bei Beratung des Ma der Arbeiter willigen werden, so steht rine=Etats davor warnte,„den Bogen zu straff zu spannen.“ gemeinen Bergarbeiter=Streiks von Neuem nichts wissen will? Am 20. Febrnuar hat das deusche Volt bei den Neuwahlen zum plichten auc den Abg, Wundthorst heiz, der bei Veratung des Ma=gen der Arbeiter villgen werden, se, lecht die Calamität eines alReichstag wieder die Probe zu bestehen, und wie diese ausfallen suf Fiate diert ur der Kusten=Verteidig g pomnen.“( gemeinen Vergarbeiter, Streits von Neuem in drohender Auscht, wird, dürste nach allen Anzeichen und im Hinblick auf das, was der guere Feztte geut iuu, ger, eshege igezeggnug, und ein allzu schnells faus nicht noch ein Kompromis zwischen beiden Teilen zustande lebensmüde, zum Tode verurteilte Cartell=Reichstag uns gebracht hat, Lempo beim Bau der Kriegsschiffe ist schon deshalb bedenklich, weil kommt.(Siehe unter„Provinzielles“.) zweitelhaft sein. Der frühe Trutz hat Czemein überrascht, die Technik immer weitere Fortchritte macht und die neue Flate sehr 9=9.—2ich: saumn Heusene en. Der tunge aaenn zur aigenen ideraschtsge Pehzaik iner weiter Harchrüte guach und die nue Hate sohr aber wir wollen uns nicht überraschen lassen! Die Regierung ver= oald wieder veralten kann. Mahnt aber ein Vertreter des Volkes Sta sah ind en und oär Ber ind ind Dad von Mahnt aber ein Vertreter des Volkes steht unter dem Cartell nichts weiter, als die Vereinigung dersenigen zur Sparsamkeit, dann glaubt ein Cartellbruder ihn mit der boshafParteien, welche ihr blindlings gehorchen und sich durch den Mangel ten Bemerkung heimschicken zu können, ein solcher Appell habe nur jeder Oppositionslust auszeichnen; wenn wir aber die Parteien, die den Zweck, das Voll aufzuregen! Die Nebeneinanderstellung der letzten diese Vereinigung bilden sollen, selbst fragen, wer eigentlich zum Car= Verhandlungen muß im ganzen Reiche ein schmerzliches Gefühl wachtell gehört oder nicht, dann werden wir ven den Nationaliberalen rufen: für die bessere Ausrüstung und Ausschmückung des Aviso die Antwort erhalten, daß die Conservativen nichts tangen, und umge,„Hohenzollern“ sind in einem Jahre 300.000 Mark verausgabt workehrt niemand weiß also recht, wo der allein seligmachende Mischmasch den, was kaum begreiflich ist, wenn das Schiff dauernd unbrauchbar etzt bese jah Gr unz St 5 n scht abe sic bei B0 steckt; die Candidatur Hammerstein in Bielefeld wird von den Nationalliberalen ein„Jesuitenstreich“ genannt, denn sie wollen von einem Manne nichts wissen, der in Sache der Kirche und der Schule andere Wege geht, als der kulturkämpferische Liberalismus, und die Vertreterin des rechten Flügels der Konservativen, die„Kreuzzeituug“, bezeichnete darauf die Nationalliberalen als„Cartell=Jesuiten“. Wie man steht, entwickelt sich der brüderliche Streit in der prächtigsten Weise, und die Nationalliberalen wissen sich vor Freude kaum zu lassen, weil der Kaiser die Kreuzzeitung in den königlichen Schlössern verboten hat. Sie entblöden sich nicht, die Person des Kaisers in den Wahlkampf hineinzuziehen und auszuposaunen, der Kaiser werde abermals kurz vor den Wahlen eine Kundgebung im Sinne des Cartells erlassen... Mag kommen, was da will, wir wissen ganz genau, welcher Fahne wir zu folgen haben; wir bedürfen keiner künstlichen Hülfsmittel, um einig und begeistert in den Kampf zu ke: Paztreten, denn ohne ein festes, starkes Centrum würden wir nichts eine greor. war. Jetzt hat der Reichstagsmehrheit ein neues Prachtschiff bewilligt, dessen Kosten auf 4½ Millionen Mark veranschlagt sind, und bei dieser Gelegenheit haben es gewisse Musterpatrioten an höchst überflüssigen, nationalen Kundgebungen nicht fehlen lassen. Als aber die Aufbesserung der Gehälter der Post=Unterbeamten zur Sprache kam,— eine Sache, die seit Jahren als dringendes Bedürfnis empfunden wurde,— da gab der Schatzsecretär die Erklärung ab, die Gehalts=Aufbesserung sei wegen der starken Anforderung der Militär=Verwaltung bisher unterblieben. Welchen Eindruck muß das im Lande machen? Die für 57,000 Beamte geforderte Teuerungszulage von 5 Procent oder die Gehaltserhöhung von 50 Mark würde etwa 4 Millionen ausmachen, eine Summe, in betreff welcher der Schatzsecretär mit Rücksicht auf die mißliche Finanzlage eine bindende Zusage nicht geben konnte; als es sich aber um eine noch größere Summe für das neue Schiff handelte, war von der Finanzlage Ist es nicht überaus traurig, daß Tausende von braven Wiener Aushoffentlich wird Verhandlungen allgemein verweiter, als die Prügelknaben der Gegner sein, und wie wenig von Unterbeamten von Jahr zu Jahr auf eine kleine Zulage warten und derz Fude das Caltuxkzmpfes die Bede fein kann hoben wir jün a sie nicht erhalten, weil bei den Forderungen der Landesverteidigung un Re 111 zeg ein es M der ta we dem Ende des(unturrampfes die Rede sein kann, haben wir wieder in der Ermländischen Diözese gesehen. Wir wählen jüngst unsere kein Geld übrig geblieben ist? Nicht blos traurig, sondern Vertreiter von jetzt an auf füuf Jahre, und wenn irgend etwas im=pörend ist das Bild, welches der Abg. Richter am Montag bei Bestande ist, daß wir Männern von Mut und Ueberzeugungstreue ratung des Reichs=Militärgesetzes bezüglich der Behandlung der zum unsere Stimme geben, dann ist es der absterbende Reichstag selbst Miltärdienst eingezegenen Volksschullehrer entrolte. Auf der so war, daß man ausrufen möchte: Möge nie es den Kasernenhöfen gehört eine kräftige Sprache zu den rr mn anbtagen moihe:„woge nie ein ähnlicher geis, arauerngutsten gehört eine kräftige Sprache zu den„berechtigten un omi, gelaetz sa gestorhan has zur en ablichet Eigentümlichkeiten; aber die Roheiten und Beschimpfungen, die der wiederkommen!" Wie gelebt, so gestorben, das kann man auch vom Reichstag sagen, von dem der Abg. Windthorst erklärte, er sei zum Tode verurteilt. Eine solche Teilnahmlosigkeit und Schläfrigkeit steht in der parlamentarischen Geschichte beispiellos da, und fast möchte man wünschen, die einnickenden Reichsboten würden in gleicher Weise aufgeweckt, wie die schläfrigen Engländer in dem berühmten Pauken=Konzert von Hayon. Aber Fürst Bismarck kommt nicht, wie es scheint, und er hat es auch nicht nötig, denn der ganze Militär=Etat ist flott bewilligt worden, und das Sozialistengesetz hat ja noch Zeit bis zum 30. September. Daß die Vorlage mit der Ausweisungsbesugnis einstweilen unter den Tisch geschoben worden, Eigentumlichkeiren; aber die Roheiten und Beschimpfungen, die der Abg. Richter vorbrachte, dürften in der ganzen Welt ohne Beispiel dastehen.„Lümmel, Hallunke, Ochse, Schwein, grüne Bengels“ 2c., sind das Ausdrücke, die sich Unteroffiziere gegen die Erzieher der Iugend erlauben dürfen? Möchte der zur Sprache gebrachte Uebelstand dazu beitragen, daß dieser Roheit endlich von höchster Stelle aus ein Riegel vorgeschoben wird! Mark und Bein ging.„Nicht an meine Schuld glauben?, sagte er,„wirklich, Sie glaubten nicht daran?— Wenn ich heute einen Menschen totschlage und morgen wird ein anderer wegen Mord ins Gefängnis gesetzt, so, ich versichere Sie, kann ich auch nicht an seine Schuld glauben.“ Herder blickte erstannt auf. Erst nach und nach schien ihm der Sinn der Worte klar zu werden; auf seinem Gesichte malte sich Staunen, gemischt mit Entrüstung. „Herr Freund,“ sagte er,„ich will die schwere Beschuldigung nicht gehört haben, die Sie soeben auf mich schleuderten; Sie haben damals unschuldig gelitten, haben Ihr Vermögen verloren, an welch letzterer Thatsache ich selbst einige Schuld trage, was ich durchaus nicht leugne, und diesen Umständen will ich Ihre Erregung zu gut halten. Ein zweitesmal könnte ich jedoch diese Verdächtigung nicht auf mir lasten lassen, weshalb ich Sie allen Ernstes bitten möchte, künftig Ihre Worte zu überlegen, bevor Sie sie aussprechen.“ * Der ruhige Ton, in dem diese Worte gesprochen wurden, wirkte doch etwas ernüchternd auf den Registrator, doch war er noch immer sehr erregt, als er entgegnete:„Setzen Sie sich nur aufs hohe Pferd. Stützen Sie sich auf die Millionen, die hinter Ihnen stehen und 1 bringen Sie einen Unschuldigen zum zweitenmale in's Gefängnis. Der e Tag der Vergeltung wird doch einmal kommen, dann aber dürfte es 4 Ihnen nicht am besten ergehen.“ § Herder wandte sich dem Ausgange zu. Er mochte einsehen, daß b mit dem Registrator heute nichts zu erreichen war und dennoch blieb 5 er noch einmal stehen.„Lassen Sie die Vergangenheit auf sich bese ruhen, Herr Freund,“ sagte er in begütigendem Tone.„Sie haben m meine Tochter in Ihrem Hause aufgenommen, als sie der Hilfe beso dürftig war, das beweist mir, daß Ihr Haß gegen mich kein unverzu söhnlicher ist. Führen Sie dieses gute Werk zu Ende und gestatten B Sie, daß ich meine Tochter begrüße. Ich bin gezwungen, morgen 2 frühe wieder abzureisen. Es ist ein Vater, der zu Ihnen spricht.“ v# Der Registrator erhob wieder abweisend die Hand.„Nie,“ mu sagte er,„sollen Sie die Schwelle meines Hauses übertreten, so lange ich eine Hand rühren kann und sollte ich ein Verbrecher werden, zu #T dem Sie mich ja schon einmal gerne gestempelt hätten. Ihre Tochhe'ter habe ich aufgenommen, weil ich keinem Hilfsbedürftigen meine (151 Thüre verschließe; freilich wäre mir die verworfenste Dirne willkommener gewesen, als Ihre Nachkommenschaft, Herr Kommerzienrat ba Herder.“ 86 Der Kommerzienrat erblaßte bei dieser neuen Beleidigung und vig ballte die Hände krampfhaft zusammen, doch beherrschte er sich noch ten rechtzeitig, wandte sich rasch um und schritt dem seiner harrenden inez Wagen zu.„Unvernünftiger,“ sagte er leise vor sich hin, als er im detz Wagen saß,„wenn es mir nicht um den Eklat wäre, wahrhaftig Du Uhr solltest mir dafür büßen; aber alles, nur keinen Eklat; was würden Un meine hochgestellten Freunde und Gönner hiezu sagen! Ich hätte zwar gerne meine Martha wieder gesehen, das Kind meiner Hoffnung, ## was mir nun versagt ist. Aber in seinem Hause kann ich sie nicht länger lassen, sie soll schon morgen zurückehren.“ Er fuhr sich hierauf einigemale mit der Hand über das Gesicht, blickte in den Spiegel, der an einer Innenwand des Wagens angebracht war, und alle zustand nicht mehr so gut. Aufregung war von ihm gewichen. (Fortsetzung folgt.) Politische Uebersicht. Reich. Berlin. Kaiser Wilhelm hat in einem Telegramm an den Höchstkommandierenden der englischen Armee, den Herzog von Cambridge, seine aufrichtige Teilnahme für die Königin Viktoria und für die englische Armee anläßlich des Ablebens des Lords Napier of Magdala ausgedrückt; Der Kaiser nennt Lord Napier einen der tüchtigsten Generäle Englands und erinnert daran, daß schon sein kaiserlicher Großvater und Vater den nun verewigten Feldherrn wegen seiner militärischen wie persönlichen Eigenschaften hochgeschätzt hätten. In dem Telegramm unterzeichnet sich der Kaiser als„Admiral of the Fleet“(Chrenadmiral der englischen Flotte). Der Herzog von Cambridge sprach sofort für diese, die ganze englische Armee ehrende kaiserliche Teilnahme telegraphisch seinen herzlichsten Dank aus. — 18. Januar,(Windthorst's Geburtstag.) Schon in der gestrigen Fraktions=Sitzung der Centrums=Fraktion des Reichstags hatte der stellvertretende Vorsitzende, Graf Ballestrem, in kurzer, aber sehr herzlicher Weise dieses Tages gedacht. Heute Morgen begaben sich Abordnungen beider Fraktionen, an ihrer Spitze Graf Ballestrem und General v. Gliszcynski, in die Wohnung des Jubilars in der Alten Jakobstraße, um, unter Ueberreichung prächtiger Blumenkörbe, die Glückwünsche der Fraktionen zu überbringen. Auch viele andere Abgeordnete und Berliner Honoratioren, an ihrer Spitze Fürst Radziwill, waren erschienen. Zahlreiche Sträuße und Blumenkörbe schmückten das Zimmer. Während der Sitzung wurde Abg. Windthorst fortwährend ins Foyer hinausgebeten, wo er Blumen und Glückwünsche in Empfang zu nehmen hatte. An solchen Tagen kann man deutlich bemerken, daß er der populairste Mann im Hause ist, auch bei den anderen Parteien. Der freisinnige Abg. Traeger hatte ihm schon gestern ein Geburtstagsgedicht in der Form eines Silbenrätsels gewidmet. Mit voller Frische beteiligt sich der nunmehr 78 Jahre zählende Jubilar an den parlamentarischen Arbeiten. Trotz allen Störungen während der Sitzung fand er noch Muße, eine zwar kleine, aber packende Rede zu der Vorlage betr. die Dampfer=Subvention für Ostafrika zu halten. Wer den Einfluß Windthorst's selbst in diesem Cartell=Reichstag erkennen will, der muß bei solchen Gelegenheiten seine Umgebung beobachten. Die Minister gruppierten sich dicht um ihn, und auf ihren Gesichtern war die Spannung sehr wohl zu erkennen. Die Regierung möchte noch in dieser Tagung das Gesetz erledigen, und dabei spricht Windthorst ein sehr gewichtiges Wort. Als er geendet, ging Hr. v. Bötticher sehr verdrossen zu seinem Platz zurück, und Hrn. v. Stephan's finsteres Gesicht bekam einen noch düsteren Ausdruck. Der Abg. Wörmann aber— denn ihn interessiert die Sache ja wohl am meisten— stürzte sofort zu ihm und redete wohl eine Viertelstunde auf ihn ein, was Windthorst mit völlig unbewegter Miene anhörte. Leider fällt auf die Geburtstagsfreude ein Schatten durch die Krankheit seines treuen Freundes und Mitkämpfers, des Hrn. zu Franckenstein. Das offizielle Diner der beiden CentrumsFraktionen, dessen Arrangement auch in diesem Jahre Herr zu Frankenstein selbst veränlaßt hatte, ist abgesagt worden. Der gestrigen Mahnung des Abg. Windthorst bei seiner Dankrede, des Erkrankten im Gebete zu gedenken, folgten heute viele Fraktionsgenossen in der Kapelle der Grauen Schwestern, wo Domkapitular Perger für denselben die h. Messe las. Glücklicherweise lauten heute Morgen die Nachrichten eiwas besser. Der Kranke ist fieberfrei, doch ist der KräfteFranckenstein ist bei allen Parteien überaus geschätzt. Die Teilnahme ist darum auf allen Seiten gleich groß. (Köln. Bltsztg.) — 90. Januar. Der Centrumsabgeordnete Frhr. v. FrankOesterreich Ungarn. Der Schluß der gleichskonferenzen dürfte zur Stunde erfolgt sein und man nun bald Authentisches über die Ergebnisse der hören. Nach der in den Wiener politischen Kreisen allgemein verbreiteten Annahme, hätten die Konferenzen einen den nationalen Frieden in Böhmen endlich sichernden Verlauf genommen und soll speziell über die Teilung des Landesschulrates und des Landeskulturrates eine völlige Verständigung zwischen den deutschen und den czechischen Vertrauensmännern erzielt worden sein. Als gewiß gilt, daß bei der am Mittwoch erfolgenden Fortsetzung der böhmischen Landtagssession die deutschen Abgeordneten wieder erscheinen werden und dies würde allerdings für die Herstellung des deutsch=czechischen Ausgleiches sprechen. In der am Freitag stattgefundenen Sitzung der Ausgleichskonferenz wurden auch die Fragen betreffs Errichtung nationaler Curien im böhmischen Landtage und betreffs einer Revision der Landtagswahlordnung beraten. — Der österreichische Justizminister verfügte, daß die gerichtliche Korresponbenz der österreichischen Behörden mit Elsaß=Lothrinzen lediglich auf diplomatischem Wege zu erfolgen habe; diese Verfügung bekundet aufs Neue das innige Cinvernehmen zwischen Oesterreich und Deutschland. Belgien. Auch in Belgien ist der kaum erst geschlossene Frieden zwischen den Arbeitgebern und den Arbeitern der Kohlenbezirke im Südwesten des Landes wieder in die Brüche gegangen. In der Umgegend von Charleroi streiken die Bergleute auf's Neue und sollen namentlich die aufgetauchten Meinungsverschiedenheiten zwischen den Grubenbesitzern und den Bergleuten über die Zahl der täglichen Arbeitsstunden den Anlaß zu der neuen Streikbewegung gebildet haben. Die neuesten Nachrichten lauten: Brüssel, 18. Jan. Der Ausstand im Kohlengebiet von Charleroi gewinnt an Ausdehnung. Die Haltung der Grubenarbeiter ist drohend, weshalb man Unruhen befürchtet und die ZechenVerwaltungen Unterstützung durch die Truppen verlangten. Die Regierung schlug aber die Sendung der letztern ab, da die Gendarmerie ausreiche. Brüssel, 18. Jan. Der Ausstand in der Gegend von Charleroi ist wieder allgemein. Sozialistische Flugblätter werden unter den Soldaten verteilt mit der Aufforderung, sie sollten eventuell nicht auf die Arbeiter, sondern in die Luft schießen. Brüssel, 18. Jan. Der amtliche Anzeiger des unabhängigen Kongostaates veröffentlicht Verfügungen, wodurch den katholischen und protestantischen Missionen am Congo die Rechte juristischer Persönlichkeiten zugestanden werden. Italien. Der Herzog von Aosta, der Bruder König Humberts von Italien, ist Samstag Abend 6½ Uhr gestorben. Ueber die Krankengeschichte des nunmehr Dahingeschiedenen depeschiert ein Korrespondent noch folgende Einzelheiten: „Am Montag voriger Woche erkrankte Prinz Amadeo. Die Aerzte nahmen zuerst an, daß Insluenza vorliege, konstatierten indeß sodann Bronchitis mit dazugetretener Lungenentzündung. Erstam Donnerstag nahm die Krankheit eine bedenkliche Wendung an. Schon am Sonnabend früh um 1 Uhr, noch ehe König Humbert am Krankenlager des Prinzen eingetroffen, schien der Todeskampf einzutreten, allein durch Inhalation von Oxyzengas wurde dem Patienten eine Erleichterung verschafft. In allen Kirchen Turins jwurden öffentliche Gebete abgehalten und die Bevölkerung umdrängte teilnahmsvoll den Palast. Gegen Mittag überbrachte der Kardinal Alimonda, der Erzbischof von Turin, dem Sterbenden den päpstlichen Segen, den die Gemahlin des Herzogs, Prinzessin Lätitia, telegraphisch erbeten hatte. Mittags 1 Uhr langte König Humbert in Turin an. Als der König das Krankenzimmer betrat, brach er in Thränen aus. Der Sterbende erkannte sofort den König, der einige Zeit mit ihm allein blieb. Der Kronprinz, der soeben seine Orientreise angetreten, wurde sofort zurückberufen. Am Abend empfing der Herzog, im Beisein seiner Gemahlin, der Prinzessin Clotilde, der Kinder und des Herzogs von Genua auf eigenen Wunsch die Sterbesakramente. Kaiser Wilhelm erkundigte sich durch den Draht nach dem Befinden des Kranken. — Der französische Botschafter in Rom, Mariani ist dort gestern an einer Lungenentzündung, der Folge der Influenza gestorben. Spanien. Die mit Sicherheit zu erwartende baldige Wiedergenesung des jungen Königs von Spanien läßt in dem Pyrendenkönigreich die Politik wieder in ihre Rechte treten. Vor allem gilt es, die schnebende Ministerkrisis ihrer Lösung entzegenzuführen und wird da aus Madrid gemeldet, daß die Königin=Regentin Christine eine Konferenz mit den Parteiführern Jovellar und Martinez Campos hatte, welche rieten, Sagasta wiederum mit der Neubildung des Ministeriums zu beauftragen. Auch mit den ehemaligen Kammerpräsidenten Martos und Toreno beriet sich die Königin. Eine Entscheidung scheint noch nicht erfolgt zu sein. Stanley wird jetzt auch in Ezypten gefeiert. wie er schon in Zanzibar der„Held des Tages" war. Er wurde vom Khedive Tewfik Pascha durch Verleihung eines der höchsten egyptischen Orden ausgezeichnet und am Donnerstag gab der Khedive zu Ehren Stanley's ein großes Diner, zu welchem nur die egyptischen Minister und eingeborene höhere Beamte eingeladen waren. Anfang nächster Woche gedenkt Stanley mit seinen Begleitern nach London weiterzureisen. — Im Sudan soll infolge der Dürre des vergangenen Herbstes große Hungersnot herrschen, so daß sich die Schaaren der Mahdisten, welche Ober=Egypten mit einem neuen Einfalle bedrohten, wieder zerstreut haben. Rächon Im Reichstage ist es am vorigen Freitag anläßlich der ersten Lesung der Vorlage, betreffend die Einrichtung einer aus Reichsmitteln auf zehn Jahre zu unterstützenden Postdampferlinie nach Ostafrika wieder einmal zu einer colonialpolitischen Debatte gekommen, die in der Hauptsache zwar Ostafrika betraf, die aber doch auch hin und # wieder unsere gesamte Colonialpolitik berührte. Entschieden gegen die neue Linie sprach sich nur der deutschfreisinnige Abg. Dr. Bamberger aus, während selbst sein Fraktionsgenosse, Abg. Dr. Virchow, sich unter gewissen Voraussetzungen für dieselbe erklärte; auch der Centrumsführer, Herr Dr. Windthorst, sprach sich nicht unbedingt gegen das Unternehmen aus, obgleich er der Meinung war, man solle die Entscheidung hierüber lieber dem nächsten Reichstage überlassen. Was Herrn Dr. Bamberger anbelangt, so begründete er seine Bedenken gegen die Vorlage unter allerlei Ausfällen gegen die Colonialpolitik überhaupt durch die von ihm behauptete mutmaßlich geringe Ertragsfähigkeit der projektierten Linie, wobei der freisinnige Redner das Beispiel der Postdampferlinien nach Samoa und Korea heranzog, und durch unsere geringe Kenntnis von den Hinterländern der deutschostafrikanischen Besitzungen. Schließlich erklärte er geradezu die 9 Millionen Mark Reichsunterstützung für die ostafrikanische Linie als weggeworfenes Geld, das man noch eher dem Major Wißmann oder der ostafrikanischen Gesellschaft geben könne. Von Seiten der Regierung trat Staatssekretär Dr. v. Stephan den Ausführungen Bambergers entschieden entgegen, er wies auf die ganz überraschende Verkehrsentwickelung der deutschen Postdampferlinien nach Ostasien und Australien hin, hob die Erfolge des Reichscommissars Major Wißmann hervor und erklärte am Schlusse seiner Rede, daß an dem geplanten Unternehmen politische und commercielle Interessen hingen und daß zahllose Handelskammern und sonstige Corporationen Deutschlands sich zustimmend zu demselben ausgesprochen hätten. Nationalliberalerseits betonte Abg. Hobrecht, daß die Herstellung von Postverbindungen zwischen dem Mutterlands und den Colonien eine der notwendigsten Aufgaben der deutschen Colonialpolitik sei und die Herstellung einer Postdampferlinie auch nach Ostafrika hänge mit unserer ganzen Colonialpolitik eng zusammen. Scharf wandte sich der nationalliberale Redner gegen die Art und Weise der Bekämpfung der colonialpolitischen Bestrebungen der Reichsregierung und bezeichnete er es weiter geradezu als einen großen politischen Fehler, wenn Deutschland seinen Besitz in Ostafrika wieder aufgeben wolle. Dasselbe habe hier eine hohe ideale, sittliche und humane Aufgabe zu erfüllen und zu deren Durchführung sei die Dampfer=Vorlage in politischer wie finanzieller Beziehung das zweckmäßigste Mittel. Auch die Redner der konservativen Fraktionen, die Abgeordneten v. Helldorff und Nobbe, sprachen sich warm zu Gunsten der Vorlage aus und nachdem noch der nationalliberale Abg. Oechelhäuser bestritten, daß von irgend einer Seite deutsche Arbeiter zur Auswanderung nach Ostafria verleitet worden seien, wurde die Vorlage, um eine beschleunigte Berichterstattung zu ermöglichen, an die Budgetkommission verwiesen. Der Reichstag beendigte am Samstag ohne Debatte in zweiter Lesung die letzten Etatstitel und wandte sich dann dem Antrag Huene zu, der die Erfüllung der Wehrpflicht der Geistlichen beider Konfessionen von ihrem eigenen Wunsche abhängig macht. Gegen diesen Antrag war aus protestantischen Kreisen lebhafter Widerspruch erhoben worden, zu deren Sprachrohr sich der Abgeordnete Enneccerus machte. Der Huenesche Antrag wurde in der Fassung der zweiten Lesung mit 121 gegen 89 Stimmen abgelehnt, dagegen das Gesetz in der vom Abgeordneten v. Kleist=Retzow beantragten Fassung angenommen:„Militärpflichtige römisch=katholischer Konfession, welche sich dem Studium der Theologie widmen, werden in Friedenszeiten während der Dauer dieses Studiums bis zum 1. April des siebenten Militärjahres zurückgestellt. Haben dieselben bis zu dem bezeichneten Zeitpunkte die Subdiakonatsweihe empfangen, so werden diese Militärpflichtigen der Ersatzreserve überwiesen und bleiben von Uebungen befreit.“ Ferner wurde eine vom Abgeordneten KleistRetzow dazu eingebrachte Resolution angenommen, nach welcher die militärpflichtigen Theologen ein Halbjahr mit der Waffe und das zweite Halbjahr— auf ihren Antrag— in der Krankenpflege dienen sollen. Der Antrag Windthorst auf Aufhebung des Expatriierungs= gesetzes der Geistlichen wurde ohne Debatte endgültig angenommen. Dann wurde sowohl der vom Abgeordneten Windthorst eingebrachte Gesetzentwurf, der die Sicherheit der Kulte nach den Bestimmungen der Konzoakte in den deutsch=ostafrikanischen Schutzgebieten gewährleisten sollte, als auch der Antrag des Abgeordneten Stöcker, daß das gleichzeitige Wirken von Missionaren verschiedener Konfessionen in demselben Bezirk möglichst verhütet wird, nach einer scharfen Debatte zwischen beiden Abgeordneten in dritter Lesung abgelehnt. Bei der dritten Beratung des vom Abgeordneten Ackermann und Anderen eingebrachten Gesetzentwurfs, betreffend den Befähigungsnachweis der Handwerker, wurden die einzelnen Paragraphen angenommen. Bei der Abstimmung über Ueberschrift und Einleitung des ganzen Entwurfs bezweifelte Abgeordneter Kröber die Beschlußfähigkeit des Reichstags. Die Abzählung ergab nur 188 Mitglieder, das Haus war also in der That nicht beschlußfähig. Nächste Sitzung Montag. Zweite Lesung der Dampfervorlage und Beendigung der heute unterbrochenen Abstimmung. " Abgeordnetenhaus. Das preußische Abgeordnetenhaus, welches sich am vorigen Donnerstag nach Auhörung der Etatsrede des Finanzministers Dr. v. Scholz vertagte, nimmt an diesem Dienstag seine Thätigkeit mit der ersten Lesung des Etats wieder auf. Es wird sich demnach die leidige Konkurrenz zwischen Reichstag und Landtag wieder fühlbar machen, selbstverständlich kann aber ersterer bei seiner Geschäftslage keine Rücksicht auf das preußische Abgeordnetenhaus nehmen, während letzteres doch auch seine notwendigsten Arbeiten, vor Allem den Etat, erledigen muß. Auch sieht sich das Abgeordnetenhaus schon deshalb veranlaßt, jetzt noch möglichst viel aufzuarbeiten, weil etwa 14 Tage vor dem Reichstagswahltermin, dem 20. Februar, eine Vertagung des Abgeordnetenhauses eintreten soll, um den Abgeordneten und Gelegenheit zur Beteiligung an den Wahlvorbereitungen zu geben. Provinztelles. —8.— Olpe, 20. Januar. Auf eine an unsern bewährten Reichstags=Abgeordneten, Herrn Obertribunalsrat Dr. Reichensperger direkt gerichtete Anfrage hat sich derselbe bestimmt zur Wiederannahme eines Mandates für den demnächstigen Reichstag bereit erklärt. Gleichzeitig hat auch Excellenz Windthorst sich dahin ausgesprochen, daß er die Wiederwahl Herrn Reichenspergers dringend wünsche und es überhaupt nicht verstehe, wie die Wiederwahl eines Mannes, der stets eine Zierde und Stütze der Centrums=Fraktion gewesen, bei den eigenen Parteigenossen auf Bedenken stoßen könne. Hiernach ist es also mit der im 1. Blatte der Sonntags=Nummer des Westf. Volksbl. mitgeteilten, aus der Rh.=W. Zig, entnommenen Correspondenz aus Olpe vom 17. d. M., wonach unser Reichensperger die Annahme eines neuen Mandates für unsern Wahlkreis abgelehnt habe, nichts und wird deshalb das Olper Wahlkomitee(welches hier gar nicht existiert. D. R.) an dem von ihm aufgestellten Kandidaten, Steuer=Inspektor a. D. Quinke in Münster, welcher sich übrigens auch wohl noch nicht zur event. Annahme einer Wahl bereit erklärt haben wird, voraussichtlich nicht weiter festhalten. Wählen wir also, wie seither, möglichst einstimmig am 20. kft. Mis. unsern langjährigen und bewährten Vertreter, den Herrn Oberteibunalsrat a. D. Dr. P. Reichensperger. — 17. Januar. Angesichts der'am 20. Februar stattfindenden Reichstags=Wahlen werden folgende Bemerkungen von Interesse sein: Wahlberechtigt ist jeder deutsche Staatsbürger, welcher bis zum 20. Febr. Legate für milde Stiftungen und für das Regiment Kaiserin Augudas 25. Lebensjahr zurückgelegt hat, und dessen Name in den Reichstags= sta belaufen sich insgesamt auf rund 1 Million. Der ObergewandWahllisten verzeichnet steht. Es ist gleichgiltig, aus welchem Bundesstagte kämmerer Graf Perponcher und Gemahlin, der Obersthofmeister Graf Wohnsig setzt hat, und in dem Bezirke, in welchen er zur Zeit der Aufe Nesselrode, die Palastdamen und stellung der Wahllisten vor vier Wochen wohnte. Ist also etwa seit kur= hen ihr bisheriges Gehalt lebenslänglich. Von den Unterbeamten zem eine Wohnungsveränderung eingetreten, so hat der Wähler nicht in werden die älteren pensioniert, während ein großer Teil der jüngeren dem jetzigen Wahlbezirk, sondern in dem früheren Bezirk sein Wahlrecht in den Dienst des Kaisers übernommen wird. auszuüen. Die Höhe der Steuern ist auf die Wahl von keinem Einlutz: /6ig sch z. der Influenzg.) Ueber denn die Reichstagswahl ist eineallgemeine und gleiche. Nicht wählen dür=— spistorisches von der##.a.) Ueber fen Personen des Soldatenstandes, ferner Civilpersonen, welche 1. unter das frühere uuftreten dieser merkwürdigen Krankheit finden sich in chen Ehrenrechte entzogen mehrmals auch Thüringen befallen, und vielleicht war si. st.— Alle anderen Bürger haben aber nicht nur das Necht, sondern auch meine Haupt= und Brustweh, dessen die Chronikenschreiber gedenken. die Pflicht, sich an der Wahl zu beteiligen. Wer nicht wählt, documentiert Von Abel(einem Thüringer Chronisten) wird sie als etwas schon damit, daß ihm das algemeine Wohl gleichaütig ir. Erfordersich, Jaß aus den Cramer Bekanntes bemert, der spanische Pips zenannt, wie sin Rame in den Wässerlsten verzeichnet steht. Diese werden vom 2g. sie denn auch Grip heißt. Sie besteht in einer galligen CatharralJanuar ab auf 8 Tage öffentlich zu Jedermannes Einsicht aufgelegt. Epidemie, welche eben nicht tötlich, aber jung und alt darniederwirft, Ueberzeuge sich also jeder frühzeitig selbst davon, ob die Listen seinen Na= ansteckt und Rückfälle leidet. Die Kranken klagen über Gliederreißen, men enthalten, resp. lasse er einen Bekannten die Listen daraufhin durch= Hitze und Angst auf der Brust, bis sich ihre Zufälle in einen heftiedermanns Einsicht mindestens acht Tage gen Schnupfen und Auswurf auflösen, die sonst wenn starke lang auszulegen.“ Hiernach hat Jeder, ob wohl berechtigt oder nicht, das treibende Mittel gebraucht werden, auch wohl in ein Fieber mit RaRecht, von der Liste in unbeschränkter Weise Einsicht zu nehmen, und zwar serei und unbeschreiblichen Kopfschmerzen ausbrechen. Kühle Luft, so, daß er die Richtiaket derselben wint jeber belsebigen Auahl, controise, Speisen und Getränke und kühlende Arzneien, nicht aber Aderlaß, ren darf. Die Einsicht der Listen dürfte namentlich denfenigen dringend thun die besten Wirkungen, bis durch Schweiß und Auswurf sich die zu empfehlen sein, welche bei der letzten Wahl im Jahre 1887— obgleich Krankheit bricht und hernach durch gelinde abführende Mittel geendigt wahlberechtigt— in den Listen nicht aufgeführt waren. Olpe, 20. Jannar. Die Königl. Eisenbahn=Direktion in Elberfeld hat, wie wir aus zuverlässiger Quelle erfahren, mit den Vorarbeite der Eisenbahnlinie Rothenmühle=Freudenberg begonnen. — Das hiesige Komitee zur Betreibung des Bahnprojektes KölnKassel sammelt gegenwärtig Unterschriften zu gunsten einer Eingabe an den Eisenbahnminister, welche den Bau der Bahn im Sinne des in Nr. 2 des „Sauerl. Volksblattes“ veröffentlichten Aufsatzes behandelt. Listen liegen an allen interessierten Orten zwischen Köln und Kassel auf. — Das offizielle Festessen für Kaisersgeburtstag wird nun doch am nächsten Montag im Hotel„Zum goldenen Löwen“ stattfinden, jedoch unter Wegfall der Tafelmusik.(Näheres unter Bekanntmachungen.) — Die Encyklika des hl. Vaters, welches über die vornehmsten Pflichten als Bürger handelt, hat einen so großen Umfang, daß wir es uns bei dem beschränkten Raum unseres Blattes leider versagen müssen, dieselbe zum Abdruck zu bringen. Magenst u.. Gs wich ham anständte —(Sitzbänke in vierter Wagenklasse.) Es wird von zuständiger „„3s. ven C#ts bestimmt worden ist versuchsweise Wawird. Im Anfange des Maies 1782 fiel diese Ferankheit, die aus Rußland kam und fast ganz Europa überzog, auch die Grafschaft heftig an. Im Jahre 1783 waren wieder merkliche Spuren derselben da, und es ward beim Aderlaß als was besonderes bemerkt, daß das Blut sehr ins Gelbe siel, und auf dem Teller sich ein mehr als gewöhnlich gelbes Wasser von ihm absonderte. Gleiche FrühlingsEpidemie litten wir im Jahre 1788, doch nicht so heftig als sie in Rußland, Polen und Ungarn ausbrach.“ I Antwerpen. In diesen Tagen ist hier der neue Dampfer Friesland von der Red Star Linie angekommen. Wie bei allen neueren Dampfern im nordtransatlantischen Verkehr sind die Einrichtungen des Schiffes geradezu luxuriös. Darüber viel zu schreiben, erscheint daher auch überflüssig. Was mir eher interessant Seite mitzetelt, datz hoyeren Aoris venimmt worden zu, vezugugeun auur scheint, das sind die Auswanderer=Einrichtungen. ge#. gen vierter Klasse auf den preußischen Staatsbahnen mit Sitzbäuten einzu: modernen Schiffen die Kajüten=Einrichtungen außerordentliche Fortrichten, und zwar an den Seiten und Querwänden entlang, während ent; schritte machten, will es scheinen, als ob die Verbesserungen im Zwibrechender Raum zum Aufstellen der von den Boasezegosaguitgeführten schendeck für Auswanderer nicht gleichen Schritt gehalten haben. Um sind bereits im Gange, so daß die= so anerkennenswerter ist es, daß die Red Star Linie eine selben in nicht langer Zeit in den Verkehr kommen werden. Auch die von dieser Regel macht, und wie auf allen ihren Schiffen, so insbeRückfahrkarten für die vierte Wagenklasse sollen ebenfalls versuchsweise ein= sondere auch auf dem neuen Friesland, im obern Deck Platz für etIn einer am Donnerstag hier abgehaltenen wa 6000 Auswanderer gelassen hat, trosdem die für 300 Personen „Vertrauensmänner=Versammlung der gemäßig'=conservativen und natio= berechneten Kajüten=Einrichtungen, was Comfort und Raum angeht, nalliberalen Partei“ wurde Hr. Prof. Fabri(Godesberg) mit allen gegen keinem Dampfer nachstehen dürften. Das Problem, allen Klassen in eine Stimme als Candidat gegen Dr. Stöcker aufgestellt. Dr. Fabri hat gleichem Grade gerecht zu werden, scheint auf diesem Dampfer gelöst, die Anahne der Candidatur beitiumt erklärt. Als Vorstende kungteren und daß die Linie nicht zu turz dabei kommt, dürfte daraus hervorAinterichter Seyberth von Siegen, als Vertreter der nattonaliberalen Vo, unp ephag gie. d.. 4 Susigen uf alsen ihren Schiffen beachtet. Auch tel, und Hr. Jac. Gust. Siebel, als Vertreter der gemäßigt=conservativen gehen, vaß sie dieses System auf auen ihren Schissen brüchten an Partei. Schließlich wurde ein aus beiden Parteien zusammengesetzter die Einrichtung des Zwischendecks auf der Friesland, welche ich auch Waglausschnt geway. Die firchlichen Organe hiesigen ähnlich auf der Westerland, Noordland und andren Schiffen der Red Gelsenkirchen, 14. Jauigr, wie nrchtichen Oergue der Bengen„ gefunden habe, scheint mir prakisch und densenigen Ankatholischen Pfarrgemeinde haben beschtossen, den Bau dreier Kirchen und Star Line g##—.—..„ g. 45n dm Bachumm S., zwar je einer in der Neustadt, in Braubauerschaft und Rotthausen bei der forderungen entsprechend, welche noch kürzlich von der Bochumer Kageistlichen und weltlichen Behörde zu befürworten. Es wurden für den tholiken=Versammlung formuliert wurden. Die Einrichtung der FriesPau je einer Kirche 40.000 M. ausgeworfen, außerdem je 10.000 M. für land sei hier kurz beschrieben. Die oben erwähnten etwa 600 Plätze 50 M. und freie Wohnung beulgt, duserden solen iren de Stale= Hinden, sich auf dem obern Deck, vorn und gebühren zufallen.. 1.. Stdschen bat in weniam Ta, Passagiere, logieren in der Mitte und in den Deckhäusern— und Recklinghausen, 18. Jan. Unser Staorchen har in wenigen Tu= verteilen sich auf fünf wasserdichte Abteilungen, jede mit separatem gen seine beiden Aerzte verloren und zwar starb am Montag vorige Woche Eingang; jede Abteilung ist wiederum in Zimmer von 12 bis 24 Tage im Alter von 43 Jahren. Wie der„Rhein=Westf. Ztg.“ mitgeteilt Betten eingerichtet, der Schiffesseite entlang, so daß die Mitte frei wird, starben beide an den Folgen der Influenza... bleibt für Bänke und Tische. wiese Einrichtung ermöglicht die durchMünster, 19. Jan. Das Schwurgericht verurteilte gestern den führung einer stricten Trennung der Geschlechter, und gibt dem PassaSchuhmacher Schulte aus Wadersloh, wegen To, Zahre=Zuchifhgaugn ge gier auch bei schlechtem Wetter und zum Einnehmen der Mahlzeiten waren gegen 60 Zeugen geladerz, Der,„ Zzmhözerrozig Iogrgg,„Morgen den nöttgen. Raum. Es würde sicher niemand tadeln, wenn auf den schon gleich überfüllt; doch wurde am Nachmittag die Oeffentlichren passen= neuen Schiffen der übertriebene Luxus für Kajüten=Passagiere etwas der Weise ausgeschlossen..... Goses. beschnitten würde und dagegen für die Auswanderer etwas mehr geEssen, 18. Jan. Die Hälfte des großen Loses der preuß, Klas= schähe. Die Eigentümer und Erbauer der Friesland scheinen mir senloterte ist diesmal, so schreibt die Rh.=W. 3., in unsergaßersharichoft diese Frage in sehr ztücklicher Weise gelöst zu haben. nach Frohnhausen gefallen, und zwar sind die glücklichen Inhuoer des einen diese Frage in sehr Finatichet Wihse gelost zu haben. Viertels die Polizeisergeanten Gebrande, Rotthäuser und Kumrey und der Amtsdiener Lehmann. Das zweite Viertel wird von dem auf der Kruppschen Fabrik beschäftigten Stellmachermeister Meine gespielt, dessen Familien=Angehörigen daran mitbeteiligt sind.„„ 6# Essen a. d. Ruhr, 18. Jan. Der Verbandsvorstand der bergmännischen Interessen in Rheinland und Westfalen hat an den Verein für bergbauliche Interessen unter dem 13. Januar fünf Forderungen gestellt, die bis zum 1. Februar angenommen sein müssen. Wie die„Rhein.= Westf. Zeitung" bestätigt, sind dieselben: 1. Lohnerhöhung von 50 Prozent. 2. Verminderung der Schichtdauer auf acht Stunden inklusive Einund Ausfahrt. 3. Wegfall jeder Aufforderung zu Ueberstunden. 4. Wegfall sämmtlicher Kohlenabzüge. 5. Zweimalige Lohnzahlung in jedem Monate. Die Antwort hierauf wird bis zum 25. Januar erwartet.— Dasselbe Blatt veröffentlicht die Forderungen der Belegschaft von Zeche „Schlägel und Eisen“ mit ähnlichem Inhalt und Verlangen der Feststellung eines Minimallohnes für Hauer, nicht unter 5 Mark, für Schlepper nicht unter 3 Mark und für Pferdetreiber nicht unter 2 Mark 50 Pfennig. — Der Vorstand des Vereins für bergbauliche Interessen soll am 22. Januar in Essen zusammentreten, um zu den neuen Forderungen des bergmännischen Rechtsschutzvereins Stellung zu nehmen. An eine Bewilligung der neuen hochgespannten Lohnforderungen ist kaum zu denken, und es wird sich zeigen, ob der Rechtsschutzverein die Bergleute in der That in genügend großer Zahl hinter sich hat, um einen neuen Massenstreik zu veranlassen, dessen Verhütung im Interesse Aller dringend zu wünschen wäre.— Auch in Oberschlesien geht es wieder unruhig her. Auf der Gottessegengrube(Ratibor) brach ein neuer Streik aus. Die Ausständigen verlangen einen Minimallohn von 3 Mark für Schlepper, 3 Mark 50 Pfg. für Hauer. Die Verwaltung bewilligte vergeblich eine zehnprozentige Lohnerhöhung. Auch die Centrumgrube Karsten feiert; auf Liebeshütte wurde der Streik durch Lohnerhöhung sofort beigelegt. Elberfeld, 16. Jan. Die Volksschulen haben wegen der Influenza gestern, vorläufig auf acht Tage, geschlossen werden müssen. Laut der Elberf. Ztg. sind augenblicklich noch über 60 Elementarlehrer und etwa 4000 Schüler und Schülerinnen der Volksschulen von dieser tückischen Krankheit ergriffen. Im städtischen Krankenhause befinden sich 256 Patienten, von denen nahezu die Hälfte an der Grippe darniederliegt. In den höheren Lehranstalten ist der Gesundheitszustand ein normaler. Köln, 19. Jan. Die gestern in Duisburg versammelten Streckenkohlenhändler haben die Verkaufspreise um 5 Mark pro Doppelwaggon erhobt.„„ 9 Ger Galtlu hat üich fa Schreiht Koblenz, 16. Jan. Der Kaiser hat sich, so schreibt man der Kobl. Vztg., dahin geäußert, daß es bezüglich unserer Rhein=Anlagen beim Alten verbleiben solle. Alle Aufwendungen für dieselben, die bisher die verstorbene Kaiserin Augusta gemacht, sollen auf seine Privatschatulle übernommen werden. Wir haben daher guten Grund, hieraus zu entnehmen, daß Se. Majestät der Kaiser das hiesige Residenzschloß selbst in Benutzung zu nehmen gedenkt.— Die Stadtverordneten=Versammlung hat in ihrer füngsten Sitzung beschlossen, das Andenken der dahingeschiedenen Kaiserin Augusta durch die Errichtung eines Denkmals zu ehren. Vermischtes. — Bezüglich des Testaments der Kaiserin Augusta berichtet die aus Hofkreisen zumeist gut unterrichtete StaatenKorrespondenz, daß die Hinterlassenschaft gegen zwölf Millionen Mark beträgt, wovon laut Testament der Frau Großherzogin von Baden fünf Millionen und dem Prinzen Heinrich größere Summen, dem Kaiser aber der Hauptteil des Vermögens vermacht worden ist. Die (K. Bztg.) — Der Kavitän des in Hamburg eingelaufenen Dampfers „Livornese" berichtet, er habe 70 Seemeilen von Milford den Dampfer„Provincia“, von Glasgow nach Kuba bestimmt, angetroffen, welcher Notsignale zeigte. Die See lief sehr hoch und nur mit großer Mühe gelang es, eine Verbindung mit dem Schiffe herzustellen. Es stellte sich heraus, daß der Kapitän, der erste Offizier und drei Mann der„Provincia" über Bord gewaschen und ertrunken waren. Der erste Offizier der„Livornese“ wurde an Bord gesetzt mit der Weisung, nach Milford zu fahren. Das Schiff war stark beschädigt. e Humoristisch=satyrische Plauderei. „Denn ich bin groß und du bist klein!“ sagte John Bull zu dem Portugiesen— da hatte letzteror das bekannte englische Ultimatum über den Hals! Ja, ja, mit solchen:„Friß Vogel oder stirb!“ ist John Bull immer bei der Hand gewesen, wenn es galt, seine Pfeffersack=Interessen gegenüber einer kleineren europäischen Macht oder gar gegenüber irgend einem armen halbwilden Potentaten in Afrika „zu wahren“ und so hält er denn jetzt auch dem ausgemergelten Portugal wegen des südafrikanischen Rummels drohend die Faust vor die Nase. Die Drohung hat denn auch zur Folge gehabt, daß Portugal zu Kreuze kriecht, wenigstens die Regierung, im Volke freilich, wo anscheinend die Erinnerungen an die ruhmvollen Zeiten eines Vasco de Gama, eines Bartolomeo Diaz und anderer portugiesischer Helden wieder auftauchen, will man nichts von einem Zurückweichen gegen England wissen und der patriotischen Entrüstung der Lissaboner Bevölkerung ist denn auch bereits das bisherige portugiesische Cabinet zum Opfer gefallen. Ja, ja,„es rast der See und will sein Opfer haben“, und es ist gerade nicht unmöglich, das sogar das portugiesische Königtum wegen des Streithandels mit England zu Falle kommt, womit vermutlich die Affaire für Portugal jedoch im Grunde dieselbe fatale bleiben würde. Denn John Bull wird jedenfalls auf seinem Schein bestehen u. deshalb erforderlichen Falls das unglückselige Portugal zwicken, mag es sich nun Königreich oder Republik nennen. Daß irgend eine dritte Macht sich zu Gunsten der Portugiesen in ihren Streithandel mit den Engländern mischen sollte, kann auch kaum angenommen werden, du es für einen Dritten hierbei nicht viel zu holen giebt. Zwar ereifern sich die Pariser tonangebenden Zeitungen gewaltig für die portugiesischen Ausprüche in Südafrika, durch bloße Zeitungsartikel läßt sich aber der britische Leoparde, wenn er einmal seine Pranken auf eine Beute gelegt hat, nicht einschüchtern, und daß Frankreich dem Portugiesen mit einer Flotte zu Hilfe kommen sollte, werden die letzteren wohl selber nicht glauben. Wahrscheinlich wird der englisch=portugiesische Spektakel noch eine Weile fortgehen und wahrscheinlich werden deshalb auch etliche Noten zwischen den europäischen Cabineten gewechselt werden, daß sich die Angelegenheit zu einer großen Haupt= und Staatsaktion im Rahmen blauer Bohnen entwickeln werde, — dafür fehlen die Vorbedingungen, wenn man sie nicht künstlich schaffen in weiche lich Spratae sie icdencdusele, Schee Turveu scon ganz hineingelebt hat, nicht uangenehm, lich einsbuige Einadta au si Abuechelung in das biähelige demig ober diche osen Politkt. Spiziell dem Portngiesen schen gam gsuch uncd gan Schoft der- eund uur weran setzt etwoas mehr Leben in die Gesell aar viche. Dons am Tasestaude kommt, so schadet dies ihnen Farbige Seidenstoffe von 95 Pfg. Vhoen zuch Heesla; gesteist, karriert und gemustert(ca. 2500 Fabrik-Depot G. Ienncheng als die mesten damit Zehatieh Blutaundrang, Schwindelanfate wissen: Erschelungen und Leden, woie Mangel an Appeit Müdigkeit; Kechzschwurzen, Heisklovfen, Blähuugen, wan weish aut weurigen der Geleder etce, stellen sich ein, ohne Apotheken a. M. 1.— ersch Judem man durch Anvendung der in den Schuetzerpllen de gesiörte Berdauug in Lwotzeler Nichald Braudts kelte mit dem weißen Kreuz iun roteit Felde und den Manansug, wi.c „Saut eher: Van, Gathertstpoteke) Gud; Sttag ai jeder Schachtel auch quantitativ angegebenen Bestandteile smd: Suge, Moschusgarbe, Aloe, Absynth, Bitterllee, Gentian.“ Beschwerden wegen unregelmäßigen Eintreffens des„Sauerländischen Volks.. wolle man an diejenige Postanstalt richten, durch welche um gasselbe bezieht. Fehlende Nummern werden auf ReklamaSche#, von der Post mmeutgeltlich nachgeliefert. Sollten aber eirfansige Beschwerden erfolglos bleiben, so wolle man sich unter genauer Angabe des Sachverhalts an die Expedition des Blattes wenden.— Von hier gehen die Blätter regelmäßig ab. Zur Feier des Geburtstages Sr. Majestät Unseres regierenden Kaisers und Königs Wilhelm II. findet am 27. d. M. abends 7 Uhr im Gasthause zum Löwen ein Keuper und Woe. 3. Tilnamu auf. 30 Um zahlreiche Beteiligung und baldige Anmeldung ersuchen Olpe, den 18. Januar 1890. Freusberg, Steinbicker, Liese, Landrat. Amtsrichter. Bürgermeister. Zur Feier des Geburtstages Seiner Majestät des Kaisers und Königs morgens 10½ Uhr auf der hiesigen findet am nächsten Montag höheren Stadtschule ein SChul-Akt statt, wozu ergebenst einladet. Zwangsversteigerung. Im Wege der Zwangsvollstrekkung sollen die im Grundbuche von Elspe, Band 13 Blatt 22, auf den Namen der Wittre Bergmann Wilhelm Kampf von Oberelspe eingetragenen Grundstücke: Flur 10 Nr. 509/203, 510/204, 498/208 und 221 der Steuergemeinde Elspe am 26. März dfs. vormittags 9 Uhr vor dem unterzeichneten Gericht— an Gerichtsstelle,— versteigert werden. Die Grundstücke sind mit 2,82 Mk. Reinertrag und einer Fläche von 26 Ar 43 □M. zur Grundsteuer, mit 45 Mrk. Nutzungswert zur Gebäudesteuer veranlagt. Auszug aus der Steuerrolle, beglaubigte Abschrift des Grundbuchvlattes, sowie besondere Kaufbedingungen können in der Gerichtsschreiverei 1 eingesehen werden. Alle Realberechtigten werden aufgefordert, die nicht von selbst auf den Ersteher übergehenden Ansprüche, deren Vorhandensein oder Betrag aus dem Grundbuche zur Zeit der Eintragung des Versteigerungsvermerks nicht hewvorging, insbesondere derartige Forderungen von Kapital, Binsen, wiedersehrenden Hebungen oder Kosten, spätestens im Versteigerungstermin vor der Aufz forderung zur Abgabe von Geboten anzumelden und, falls der betreibende Gläubiger widerspiicht, dem Gerichte glaubhaft zu machen, widrigenfalle dieselben bei Feststellung des geringsten Gebots nicht berücksichtigt werden und bei Verteilung des Kaufgeldes gegen die berücksichtigten Ansprüche im Range zurücktreten. Diejenigen, welche das Eigeutum der Grundstücke beanspruchen, werden aufgefordert, vor Schluß des Versteigerungstermins die Einstellung des Verfahrens herbeizuführen, widrigenfalls nach erfolgtem Zuschlag das Kaufgeld in Bezug auf den Anspruch an die Stelle des Grundstücks tillt. Das Urteil über die Erteilung des Zuschlages soll am 27. März 1890 vormittags 9 Uhr an Gerichtsstelle verkündet werden. Förde, den 7. Jan. 1890. Königl. Amtsgericht. Zum 1. Aprit suche ich ein Kindermädchen. Frau Gymnasiallehrer Hölscher, (67) Attendorn. Das Lehrer-Kollegiam. #m Wege der Zwangsvollstreckung 4) sollen: am 23. Jannar cur., morgens 9 Uhr in Meggen 1 Schwein, — Zusammenkunft beim Wirt Schmelzer— am 25. Jannar c., morgens 10 Uhr in Kirchveischede 1 Kuh, 2 Wagen, 1 Kleiderschrank und 1 Regulatoruhr—. Zusammenkunft bei Wirt Drüecke— öffentlich meistbietend gegen Barzahlung verkauft werden. Förde, 20. Jannar 1890. Gastreich, G.=V. Stollwerck'sche Brustbonbons, gefertigt nach der Vorschrift dos Königlichen Universitälsprof. Geheim. Hofrats, Dr. Harless, enthalten 0 vorschiedene wohlthätige Kräuter-Extracte und haben sich seit 50 Jahren als angenhmes Linderungsmittel bei Huston, Heiserkeit und Athmungsbeschworden lebertreten von warmer in kalte Luft ist es besonders empfehlenswert, einen Bonbon Bonn, In Packeten zu 25 und 40 Pfg. überall vorrätig. bewährt: zu nohmen. 94 auf das Sanerlandische Volksblalt gerden von der Expedition, deren agenten und den Kaiserl. Postanstallen fortwährend entgegengenommen. thätt mehr alz 70,000 Artikel und über Mustrationsigsein, Karten und Beilagen. In 1 klalbfranzband 15 Mark.= u nützlichen Büchern kenne ich ntbehrliches wie Meyors Hand(Dr. Jul. Rodenberg.) Re Gibt Auskunft über jecen Gegenstand der Wiezens und auf jede Frage richtigen Bescheid. = In 2 Halbfransbänden 16 Mark.= K Eln ganz merkwürdiges Buch; was alles darin steckt, glaubt keiner, dor es nicht aus eigner Erfahrung konnt.e(Daheim.) Todes- Inseige. Gottes heiliger, unerforschlicher Wille hat heuto Morgen 5¾ Uhr moinon teuren Sohn, unsorn lieben Bruder, Anton Maria Neuhaus nach einwöchontlicher Krankheit, infolge der Influenza mit hinzugetretener Lungenentzündung, wohl vorbcreitet durch den Empfang der heiligen Storbesakramente, in seinem 28. Lebonsjahre in die Ewigkeit abgerufen. Wir bitten um stille Theilnahme. Die liebe Seele des Entschlafenen empfehlen wir dem Gebeto der hochwürdigen Priester und der Gläubigen. Emlinghausen bei Kirchhundem, 19. Januar 1890. Die trauernden Angehörigen Die Beerdigung findet am Donnerstag don 23. Januar morgens gegen 8 Uhr auf Kohlhagen statt. * vom einfachsten bis zum feinsten Genre, " Sendungen sofort. ach beehre mich hiermit ergebenst * anzuzeigen, daß ich anfangs Februar den e eee,. Seilnegiie beginnen werde. Diejenigen, welche willens sind, das Zuschneiden gründlich zu erlerneu, bitte ich, sich bei mir bis Ende d. M. zu melden. Elspe. Frl. Anna Biermann. Oinn keinene Kormat Arbens=Zumen in allen Größen aus vorzüglichem Stoffe billigst bei R. Lenneberg. Olpe. Ein schwarzer gradbeiniger Teurt (Hündin) entlaufen. Pfoten und Schnanze rotbrann. Wiederbringer erhält gute Belohnung. Vor Ankauf wird gewarnt. Finnentrop. Ad. Oberstadt. F* 1— Forkerz Temachen murd. als: Dortmund. sensationelle Erfindung für Raucher. i. beieks Eseizlen geschülzle D V„n Aes Hs aane. 4 4U ugn g uer.“ Für Wiederverkäufer liefere ich Formulare zur Pensenverteilung nach Vorschrift der Schulbehörde halten vorrätig das Stück zu 10 Pf.; nach auswärts werden 3 Stück zu Pfg., 8 Stück zu 90 Pfg. franko gegen Einsendung von Postmarken gesandt. Ruegenberg'sche Buchhdlg., Olpe. Eiete 1000.. Husten= und Lungenleidende verdauken ihre Rettung meinem weltberühmten Schweizer Kräuter=Präparat. Husten, Katarrh, Auswurf und Kratzen im Halse hören schon nach dem Gebrauch einer Flaschefast gänzlich auf. Den Betrag zahle ich hundertfach retour, wenn nicht Hilfe erfolgt. Mein Präparat ist ärztlich anerkannt und übertrifft alles Andere an Wirkung. Zahlreiche Atteste und Dankschreiben beweisen die Vorzüglichkeit meines Präparats. Arme mit Attesten erhalten von mir Hilfe gratis. à Flasche 2 M. 25 Pf., 8 Fl. 5.50 geg. vorh. Einsendung oder Nachnahme im Haupt=Depot. I. Waßmund, Verliu No. 48. rot hochfein mit 10 pEt. Rabatt frei nach allen Bahnstationen. Porz, Weidenan a. d. Sieg, Siegstr. 48. Former, tüchtig und selbständig für Metallgießerei gesucht; nur solche wollen sich melden, welche auf dauernde Stellung sehen bei gutem Verdienst. Armaturenfabrik Jul, Mittelstenscheid, Rath bei Düsseldorf. In der gestrigen Generalversammlung wurden folgende Mitglieder zum Vorstande gewählt: 1. Withelm Lackner am Markt zum Vorsteher, 2. Bern. Hengstebeck und Metzger Friedr. Jos. Löser zu Beisitzern und 3. Lehrer Nölke zum Rendanten. Die bisherigen Taxatoren Ant. Rucgenberg und Wilh. Reperich wurden vom Vorstande zur Weiterführung ihres Amtes ermächtigt.— Wir machen die Mitglieder noch besonders auf§ 16 des Statuis aufmerksam, wonach eine Vergütung für falliertes Vieh nicht gewährt werden soll, wenn bei Erkrautungsfällen von Vieh dem Vorstande und zwar zunächst dem Vorsteher, nicht sofortige Anzeige gemacht worden ist. Olpe, den 18. Jan. 1890. Vorstand. Marichl Magen-Tropfen, vortrofflich wirkend bei allen Krankheiten des Magchs. reiten bei Appetitlosigkelt, Schwäche des Magens, Abem, Mighuttg ouen Aufstoßen, Koir, MagenSchutzmarke. Undber beiriechen em Aibem, Plabung, faurem Aufstoßen, Kelit, Intarrh, Sodbrennen,„Bupung von Sand und Gries, übermätiger Schleimproductien, Gelbsucht, Elei und Erbrechen, Kopfschmer (tous er vom Magen berrührt), Magenkrampf, Hartleiviglett oder Verstopfung, Ueberladen des Magens mit Speisen u. Getränken, Würmer=, Melz., Lever= u. Hämorrhoidalleiden.— Preis à Flasche sammt Gebramchsnnwelsung 80 Pf., Doppetstasche Mk. 1.40.— Centr.=Vers. durch Apoth. Carl Brady, Kremsier(Mähren) * Die Sanitätspfelfe braucht nle gereinigt zu werden. No. 14. 100 um lang, aus fein polirtem Ahornholz 3 M. No. 8. 95 etm lang, aus echtem wohlriech. Weichselholz 5 M. No. 2. 100 etm lang, ebenso, aber m. langem Hornabguß 8 M. Pfeise mit breit. Spige und Reservemundstück 25 Pf. mehr. Wiederverk. Rabatt. Vers. geg. Nachn od. vorh. Eins. d. Betrags. Aheiniger Fabrikant: I. Fleise mann Nacht., Ruhra(Thür.). In bekannter guter Ausführung und vorzüglichsten Qualitäten versendet das erste und größte Geltsedern Lager v. C. F. Kehnroth, Hambura zollfrei gegen Nachnahme(nicht unter 10 Psd.) neue Bettsedern für 60 Pfg. das Pfund, sehr gute Sorte 1 Mark 35 Pfg., prima Halbdannen 1 M. 60 Pf. u. 2 M. prima Halbdaunen hochsein 2 M. 35 Pf., pr. Ganzdaunen(Flaum) 2,50 und 3 M. Bei Abnahme von 50 Pfund HpCt. Rabatt. Umtausch gestattet. Peimi holst. Edamer Käse Centner Mark 28 ab hier. Probepostcolli ca. 9½ Pfd. M. 3,50 franko dort gegen Nachnahme empfiehlt Claus Mohr, Nortorf(Holstein.) ung und Hartlelbsgselt“ de Stutg Mariazeller Abführpillen. Die Mariazeller Magentrepsen und Manezeller Aofährziken siad echt zu haben in Olpe: in der Apotheke; in Elspe: Ap. A. Küppers; in Attendorn: Ap. E. Pfeiffer; in Rosbach: Ap. Thiemann. * aus bulkanisiertem Kautschuk, Numeroteure, Datumstempel, Aulomalen, Medaillons, Berloques, Trockenstempel etc. liefert in kürzester Zeit die Ruegenbergsche 9 Kbreiß=Katender mit täglichen Ratschlägen für die Gemüse=, Obst=, Blumen= u. Pflanzenzucht(von I. C. Schmitt in Erfurt) vorrätig in der Ruegenberg'schen Buchhdlg., Olpe. Erdnußkuchen und Kudrachtit, Maismehl, hält stets auf Lager und empfiehlt billigst Würdinghausen. H. Liese. Ein Knecht, Ackerwirtschaft erfahren ist, sucht Stelle, am liebsten bei einer katholischen Herrschaft. Näheres zu erfahren in der Exped. d. Bl. Unentgeltlich vers. Anweisung nach 14jähriger approbierter Heilmethode zur sofortigen radikalen Beseitigung der Trunksucht, mit, auch ohne Vorwissen, zu vollziehen, unter Garantie. Keine Berufsstörung! Adresse: Privatanstalt für Trunk= suchtleidende in Stein=Säckingen (Baden). Briefen sind 20 Pf. Rückvorto beizufügen.(82) Auerfeinstes Werg zum Spinnen ist wieder eingetroffen. Ich bitte um baldige Zusendung der Heede, für welche ich fertiges Tuch besorgen soll. R. Lenneberg. Zu Oberelspe, im Hause des Gerbereibesitzers Herrn Anton Areus beginnt am 27. Jannar er. ein Kursus für Stotternde. Diejenigen, welche noch teil zu nehmen wünschen, wollen sich meilden. Heilung erfolgt sicher. Hochachtungsvoll V. Müller, Sprechheillehrer, Olpe. Weinblüten=Duft von Carl John& Co. Berlin N. und Cöln a.Rh. verbreitet beim Zersteuben in Zimmern ein erfrischendes seines Aroma und ist ein liebliches Parfüm für das Taschentuch, à Flacon M. 1,00 und 1,50 zu haben bei J. Klutmann u. Sohn, Olpe. Geld=Lotteri. Marienburger Lotterie. Ziehung am 7. Mai 1890. 3372 Geldgewinne, darunter HauptGewinne zu M. 90.000, M. 30.000, M. 15.000 2c. Preis des Loses 3 Mark. Metzer Dombaulotterie. Ziehung am 12. Februar 1890. 4000 Geldgewinne, darunter Hauptgewinne zu Mk 50.000, Mk. 20.000, M. 10.000 zc. Preis des Loses M. 3.15. Lose sind zu beziehen durch die Ruegenberg'sche Buchhdlg., Druck von Th. Mietens in Olpe.