Né. 16. 1889. Erscheint am Mittwoch und Samstag und kommt bereits Dienstags und Freitags nachmittags zur Ausgabe. Abonnementspreis,„vierteljährlich 1 Mk. 20 Pf., per Post bezogen 1 Mk. 25 Pf., mit Rastragten Sonnbeute 25 Pf. mehr. Oipe, Samstag den 23. Febrnar. Anzeiger für das Sauerland und speziell für den Kreis Olpe. Verantwortlicher Redakteur:„Gottfried Ruegenberg. Verlag der Ruegenberg'schen Buchhandlung in Olpe. Anzeigegebühr: 10 Pfg. für die einspaltige Petit=Zeile oder deren Raum, unter 4 Zeilen 40 Pfg.; Reklamen 25 Pfg. die Zeile. Die Besorgung von Briefen und Annahme von Adressen wird mit 25 Pfg. berechnet. U Olpe, 20. Februar 1889. Der Schulantrag Windthorst's ist im Abgeordnetenhause erschienen, und ein Aufschrei des Entsetzens ging durch die ganze liberale Presse. Wie wenn man einem Stier einen roten Lappen vorhält— der Vergleich ist etwas grob, aber er paßt— so erfaßte namenlose Wut die„Reichstreuen", dieselben Leute nämlich, die Kaiser Friedrich zu Lebzeiten beschimpften und ihn auch im Grabe noch nicht ruhen ließen. Man muß einmal die Betrachtungen der„Köln. Ztg.“ lesen— es scheint gerade, als ob wir mit dem Schulantrage in das aschgraue Altertum oder in die Zeit zurückversetzt werden sollten, wo Jeder Bürgermeister oder Staatsmann werden konnte, der die Kunst verstand, seinen Namen zu schreiben. Was bezweckt denn der Antrag Windthorst? Er bezweckt lediglich den Einfluß der Kirche auf die religiöse Erziehung der Jugend in der Volksschule zu befestigen und zu erweitern, die Aufsicht der kirchlichen Behörde über den Religionsunterricht und die mit demselben betrauten Lehrpersonen sicher zu stellen. Es wird nichts mehr und nichts weniger verlangt, als was durch die Verfassung der Kirche gewährleistet ist, ihr die Stellung gegenüber der Schule zurückzugeben, aus der sie im Laufe der Zeiten und zumal durch den Kulturkampf gewaltsam herausgedrängt wurde. Und hinter diesem Bestreben des Centrums steht das ganze katholische Volk. Und was macht die liberale Presse daraus?„Verdummung des Volkes",„Zurückdrehung unserer Kultur und Gesittung um einige hundert Jahre",„Pfaffenwirtschaft in der Schule" und andere schöne Dinge mehr.„Das ganze Volk sei mit dem jetzigen Zustande zufrieden“— wer hat das behauptet? Die Lehrer werden systematisch aufgehetzt; es wird ihnen vorgeschwätzt, sie würden ganz nach der Pfeife des Pastors tanzen müssen und ihre sichere Existenz durch irgend ein kleines Versehen einbüßen können. Das ist eine Lüge, eine maßlose Aufstachelung der Lehrpersonen gegen das Centrum, der katholisch gesinnte Lehrer gewiß unzugänglich sein werden. Wer seine Pflicht thut in seinem Berufe als katholischer Lehrer, wird zu keinen Befürchtungen Anlaß haben und über das liberale Verhetzungssystem kaltbtütig lächeln dürfen. Und wenn die liberale Presse den Antrag Windthorst als verfassungswidrig bezeichnet, so spricht sie einfach wider besseres Wissen. Aber man sieht, welche Erbitterung und grenzenlose Wut der Centrumsführer mit seinem Schulantrage erregt hat, und diese zügellose Aufregung deutet auf einen gewaltigen Kampf, der jetzt über die Schulfrage zu entbrennen beginnt. In Oesterreich gebärden sich die Liberalen ja auch ganz unbändig über den Antrag Liechtenstein, der zwar aufgeschoben, aber nicht aufgehoben wurde. Mit Spannung sehen wir den baldigen Verhandlungen entgegen, der uns noch einmal in die Zeiten des heißesten Kulturkampfs zurückversetzen dürfte. Ob jetzt schon ein Erfolg errungen werden wird, erscheint bei der derzeitigen Zusammensetzung des preußischen Landtags sehr zweifelhaft. Aber die Frage wird nicht mehr von der Tagesordnung schwinden, soviel steht fest. Religion ist das Fundament des Staates, die beste Stütze des Thrones, die Grundbedingung für die Wohlfahrt der Völker. Das hat jüngst der hl. Vater mit Rücksicht auf die Unruhen in Rom noch ausgesprochen, das hat Kaiser Wilhelm in der Siedehitze des Kulturkampfes mit klarem Blicke erkannt. Wo das religiöse Fundament fehlt, da wuchert Zucht= und Sittenlosigkeit, da gerät die ganze gesellschaftliche Ordnung in Gefahr— das hat uns die Weltgeschichte gelehrt, das zeigt uns ein Blick auf das zerrüttete Frankreich. Sorge Deutschland, daß die Religion immer tiefer in seinem Volke wurzele, dann wird es mächtig und fest bleiben gegen äußere Feinde und die Umsturzideen unserer Zeit. Mit Kanonen und Kriegsschiffen allein ist es nicht gethan. Der preußische Landtag arbeitet am Etat in zweiter Lesung weiter, und die sachlichen Beratungen haben meist nicht viel Bemerkenswertes aufzuweisen. Aber auch dabei gibt es immerhin zuweilen ganz interessante Zwischenfälle und Abschweifungen. So werden alle die Städtchen, die noch nach einer Eisenbahn schmachten, ihre Hoffnungen niedriger spannen müssen, wenn der Herr Eisenbahnminister, wie Abg, Bachem sagte, gegen alle Wünsche und Klagen gefühllos bleibt und doch thut, was er will, obwohl ihm jetzt wieder 156 Millionen bewilligt werden sollen. Der neue Justizminister mag auch den Fall Geffcken wohl in ewige Vergessenheit wünschen, denn neulich im Reichstage, dann im Landtage, wurden ihm die ersten Tage als Minister von den Freisinnigen deshalb recht vergällt. Aber er verstand auf die neugierigen Fragen nach den Verteidigungsakten und der indiskreten Veröffentlichung des Briefwechsels Geffckens mit seinen Freunden gut zu schweigen, da er nicht gekommen sei, um zu reden, sondern um zu— hören. Es war auch gut so;— an der Sache Geffcken ist doch nicht mehr viel zu retten. Die Geschichte hat uns nie entzückt, und die Regierung hat gewiß das letzte Interesse daran, daß sie fortdauert. Beim Justizetat die alten Klagen über Ueberfüllung in der Juristerei— welche gebildeten Stände sind denn heute nicht überfüllt? Bei den Philologen, Aerzten und Verwaltungsbeamten dasselbe Lied! Und wieder spielte der Hoenninger Bürgermeister und die Rheinbrohler Glocken=Geschichte in den Etat des Innern hinein. Beim Kölner Landgericht ein ungünstiges Urteil über einige Vorkommnisse, heim militärischen Ehrengericht Freisprechung und Genugthuung— diese Gegensätze wollten unserm alten Juristen Dr. Windthorst schlecht gefallen. Aber der Minister gab dem Bürgermeister glänzende Rechtfertigung, und wenn selbst der Kirchenvorstand ihm ein gutes Zeugnis ausstellt und erklärt, daß die Verleumder„ihre Centrumsangehörigkeit nur als Deckmantel ihrer Bosheit benutzen“— zur großen Heiterkeit des Hauses und selbst des Centrums— so kann man schweigend und gedankenvoll seines Weges ziehen.— Abg. Bachem verteidigte zwar energisch das Urteil des Landgerichtes, aber v. Eynern wußte das Alles besser, und er rettete Alles, indem er gegen das Centrum zu Felde zog. Die Erhöhung der Krondotation, bei der nur einige freisinnige Herren im Landtage keine Ehrenpflicht Preußens erkennen und dem Monarchen ihr Uebelwollen bezeugen wollten, ist auch im Herrenhause bereits genehmigt, welches sich nach langer Pause auch wieder einmal zusammengefunden hat, um über Beschlüsse ihrer Kollegen aus dem andern Hause das„Ja und Amen“ zu sprechen. Jetzt, wo der Reichstag Ruhetage hat, widmen sich die Commissionen ihren Arbeiten mit großem Eifer. Zumal die Altersversicherungskommission hat schon viel geschafft und fast bei jedem neuen Paragraphen treten die verschiedensten Ansichten und Wünsche zutage, werden die verschiedensten Anträge gestellt und daraus ersieht man schon, wie schwierig das Material ist, welches hier zu einem guten Entwurfe zusammengestellt werden soll. Die Marokkaner haben in Berlin eine sehr glänzende Aufnahme gefunden, und überall wurde ein hoher fürstlicher Pomp entfaltet, wo die Gesandtschaft sich zeigte. So etwas imponiert den Orientalen, den Asiaten und Afrikanern, aus dem äußern Glanze beurteilen sie die Fülle der Macht. Nach einem Besuche bei Krupp kehrt die Gesandtschaft mit reichen Gegengeschenken in ihr Land zurück. — Die kürzliche Mitteilung, daß die Majestätsbeleidigungsklage gegen die„Kreuzzeitung" wegen ihres verletzten monarchischen Gefühls zurückgezogen sei, bestätigt sich nicht; das Blatt wird also den bemerkenswerten Prozeß durchfechten müssen. Ja es geschehen merkwürdige Dinge in unseren Tagen! Das„Weißbuch" über Samoa ist dieser Tage veröffentlicht worden. Es enthält eine Reihe von Aktenstücken, die den Gang der Verhandlungen und Verhältnisse klar legen sollen. Gewiß ist es des deutschen Reiches Pflicht, seine Angehörigen in fremden Ländern vor Mißhandlungen zu schützen, aber wir haben doch den Eindruck, daß wir überhaupt wegbleiben sollten, wo wir doch nichts Sonderliches zu suchen haben. Die Insel hinten im Stillen Ozean hat schon früher so viel von sich reden gemacht und jetzt wieder so viel gutes deutsches Blut gefordert, daß die deutschen Interessen alle die Mißhelligkeiten kaum aufwiegen. Das österreichische Kaiserpaar hat sich nach der ungarischen Hauptstadt Pesth begeben und dort einen begeisterten Empfang der Bevölkerung gefunden. Aber die Unruhen und Kundgebungen des Volkes auf der Straße und der Lärm der Opposition in der Kammer hat eine fast bedenkliche Ausdehnung genommen. Auch glaubten die Studenten eine Kundgebung gegen die Regierung und das neue Wehrgesetz ins Werk setzen zu müssen; sie zogen durch die Straßen und brüllten:„Fort mit Tisza“, bis die Polizei ihnen mit Knitteln das Wams versohlte. Die Einzelberatung des Wehrgesetzes hat vorige Woche Donnerstag begonnen und dürfte diese Woche zu Ende geführt werden. Die Krawalle und Straßen=Tumulte, dauerten während dieser Zeit fort, und es kam einige Male zu blutigen Zusammenstößen; man führt sie indessen jetzt weniger auf das Wehrgesetz, als auf das unklage Auftreten der Polizei zurück. Der Ministerpräsident aber zeigte mit energischen Worten, daß er sich durch den ganzen Lärm nicht ins Bockhorn jagen lasse. Der so tragisch abgeschlossene Liebesroman des Kronprinzen mit der Gräfin Vetsera entrollt ein trauriges Bild von den sittlichen Zuständen der hohen aristokratischen Kreise Oesterreichs. Es ist nur auf das Tiefste zu beklagen, daß der talentvolle Kaisersohn den für Geist und Körper verderblichen Einflüssen dieser Kreise zum Opfer geworden ist. Der Ministerkrach in Frankreich ist eingetreten, schneller, als man noch erwartet hatte. Ministerpräsident Floquet hatte die Bezirkswahlen glücklich durchgesetzt, wenn auch mit schwacher Mehrheit, und durch Einführung des Einzelwahlsystems den Boulangisten einen Stoß versetzt. Nun kam sein Entwurf zur Revision der Verfassung an die Reihe, und die Kammer beschloß, die Verfassungsrevision bis zum Herbst zu vertagen, damit sich bei den Neuwahlen der Kammer das Land darüber äußern könne. Man hatte diesen Antrag gar nicht so ernst genommen und wollte nur dem Kabinet etwas am Zeuge flicken, aber da verstand der Ministerpräsident Floquet keinen Spaß, er erklärte sofort, daß das Kabinet seine Entlassung nehme. Also wieder ein Ministerkrach zu den vielen anderen! Präsident Carnot berief den bisherigen Kammerpräsident Meline zur Bildung eines neuen Kabinets, einen Mann der zwar Vertrauen genießt, aber keine Energie besitzt. Meline aber hat bisher noch nichts zustande gebracht, und verzweifelt schon an der Lösung seiner Aufgabe. Wie es auch kommt, es ist doch derselbe Faden, nur in anderer Nummer. Wir Deutsche sehen der wachsenden Unordnung und Verwilderung, dem von Blindheit und Verbohrtheit eingegebener Rachedurst und seinen an Verrücktheit streifenden Auswüchsen mit Ruhe und kaltem Blute zu, aber mit der Hand am Degenknopfe und mit aufmerksamem Blicke. Blut. 16)(Fortsetzung.) Die Dienerin wurde nach einem Wagen ausgeschickt, es währte eine halbe Stunde, ehe sie zurückkehrte, längst hatte es sechs Uhr geschlagen, als die beiden Mädchen einstiegen. Emma bezeichnete dem Kutscher das Ziel der Fahrt und beschwor ihn, die Pferde nicht zu schonen; es war ein weiter Weg, fast noch einmal so lang als der Fußpfad, der aus der Stadt dahinführte und den die Duellanten jedenfalls einschlugen. Achtes Kapitel. Der Hauptmann hatte den Rat seines Gegners befolgt und bis spät nach Mitternacht in den Gasthöfen und Schenken Nachforschungen angestellt. Nur in einem dieser Gasthöfe fand er einen Haltpunkt, aber es war nur ein Haltpunkt für seinen Groll gegen Paul. In diesem Hotel war eine junge Dame vor mehreren Tagen abgestiegen, die Beschreibung, welche den Kellner von ihr gab, paßte in allen Stücken auf Therese. Sie hatte einen Imbiß gefordert, eine Weile in dem Adreßbuche geblättert und dann das Haus verlassen, ohne an den Kellner eine Frage zu richten. Seitdem hatte man sie nicht mehr gesehen, am anderen Tage war ihre Rechnung berichtigt und das Gepäck geholt worden. Wenn noch ein Zweifel in der Seele des alten Mannes gewesen wäre, so hätte diese Entdeckung ihn beseitigen müssen. . Sie hatte im Adreßbuche die Wohnung Paul's gesucht und pathaus, Pngegangen, Paul hatte ihr in irgend einem Prigemietet und ihre Rechnung berichtigt. dieser Mann wagte es, mit frecher Stirne zu behaupten, er wisse nicht, wo das Mädchen sei. Das war eine Schmach, die nur in seinem Blute gesühnt boshen mache ei Tod auch für den Gegner Sein Kind war ja schon für ihn verloren, er zog diesen Schluß aus dem Benehmen des jungen Mannes, der die Geliebte vor dem gerechten Zorn des Vaters schützen wollte, und sein Kind war der Stolz und die einzige Freude seines Lebens gewesen! ### Was lag ihm an der kurzen Spanne, die er noch zu leben zue, wenn diese Freude ihm genommen war! Jetzt hatte sein LeHingag.. Einen Zweck, den der Rache an dem Verführer seines gleichalltig. woste ihn erfiülen; was danach kamt, war ihu Das erklärte der alte Mann mit dürren Worten, als Franz auf dem Kampfplatze den Versuch zu einer Aussöhnung machte. Dann forderte er seinen Gegner durch eine leidenschaftliche Geberde auf, den ersten Schuß abzufenern. In demselben Augenblick, in welchem Paul den Arm erhob, rollte ein Wagen in scharfem Trabe durch das Gehölz. „So schießen Sie doch,“ rief der Hauptmann ungeduldig. „Oder erwarten Sie den Wagen? Beim Himmel, wenn Sie unser Vorhaben verraten hätten, um diese ernste Sache in eine erbärmliche Komödie auslaufen zu lassen, dann—“ „Vater, Vater!“ rief eine helle, jugendliche Stimme in der Ferne. Der alte Mann wandte sich überrascht um. „Sie ist es,“ sagte er.„O, ich errate, Sie kommt, um den Geliebten zu retten, da haben wir ja die Komödie!" „Mäßigen Sie sich, mein Herr," nahm Franz in drohendem Tone das Wort,„warten Sie ab, ob Sie die Absicht einer Komödie entdecken, ich hoffe, Sie werden sich genötigt sehen, den Ehrenmann, den Sie noch immer mit Schmähungen überhäufen, um Verzeihung zu bitten.“ Das letzte Wort war seinen Lippen kaum entflohen, als die beiden Mädchen aus dem Gebüsch auf den Kampfplatz stürzten. Wenige Worte genügten, dem Hauptmann den Wahn, in dem er sich befunden hatte, aufzuklären, er trat auf seinen Gegner zu, aber der Anblick, der sich ihm bot, flößte ihm Angst und Entsetzen ein. Paul hielt die totenbleiche Emma in seinen Armen, starr vor Schrecken blickte er auf den Blutstrom, der ihren bleichen Lippen entquoll und ihr helles Gewand purpurn färbte, während Franz das Köpfchen in seinen Händen hielt, um es zu stützen. „Sie stirbt,“ murmelte er dumpf,„sie stirbt in dem Augenblick, in welchem sie mir das verlorene Glück zurückzeben wollte.“ „Mut!" flüsterte Franz.„Jetzt muß mit Umsicht gehandelt werden, vielleicht retten wir sie noch.“ Therese ließ sich auf dem Rasen nieder und bettete das Köpfchen der Freundin in ihrem Schoße; der Hauptmann und Franz warfen sich in den Wagen, um eine Säufte und Wärter aus der Stadt zu holen. Keines Wortes, keines Lautes fähig, kniete Paul neben der Sterbenden, er wußte, daß es mit ihr zu Ende ging, hier gab es keine Rettung mehr. Und wie er in dieses bleiche Antlitz schaute, tauchten vor seinem geistigen Auge die alten Bilder wieder auf. Erinnerungen an denf verlorenen Frühling, der nun mit ihr auf immer in die Gruft gesenkt wurde. Der Gram hatte sie getötet, der Gram darüber, daß sie ihm nicht angehören durfte, und er selbst hatte die Schranke aufgetürmt, welche sie von ihm trennte. Das war das zweite Leben, welches er dem thörichten Vorurteite opferte, daß nur das Blut des Gegners den vermeintlichen Flecken von seiner Ehre tilgen könne. Hing denn seine Ehre an der Zungenspitze eines Jeden, der ihn beschimpfen wollte? Es war geschehen, die Reue kam zu spät! Seinem Phantom von Ehre hatte er zwei junge, lebensfrohe Meuschenherzen geopfert, ihretwegen sein eigenes Lebensglück in den Staub getreten; was half es ihm, daß er klagend an den Gräbern saß, seine Klagen und seine Reue konnten das Geschehene nicht ungeschehen machen. Noch einmal öffnete Emma die Augen, sie blickten ihn an mit der alten innigen Liebe, auf die er das ganze Glück seines Lebene gebaut hatte. Er bat sie um Verzeihung, er nannte sich ihren Mörder und sagte ihr, daß sein Leben fortan nur der Reue gewidmet sein solle. Ein Zug der Trauer glitt über das Antlitz der Sterbenden, sie nahm die Hand des Geliebten und legte sie leise auf die Hand Theresens, dann schlossen sich die müden, brechenden Augen zum ewigen Schlafe. „Vorbei!“ sagte Paul, sein Antlitz mit den Händen bedeckend. „Vorbei auf immer!“ Therese schwieg, sie hatte keinen Trost für ihn, sie kannte die Vorwürfe, die ihn quälten, sie ahnte die Stürme und Kämpfe, die seine Seele durchtobten, die nur die Zeit beschwichtigen konnte. So traf Franz den Freund, als er mit den Wärtern aus der Stadt zurückkehrte, keinem Worte des Trostes zugänglich. Er schob seinen Arm in den Arm des Freundes und führte ihn fort; willenlos, gleich einem Kinde, ließ Paul es geschehen, und erst als Franz ihn vor der Wohnung des Professors von der Leiche trennen wollte, riß er gewaltsam sich von ihm los, um ihr in das Haus zu folgen. Er sah nicht den gewaltigen Schmerz der Eltern, nicht die rührende Teilnahme Theresens, stumm und starr saß er vor der Toten, den Blick unverwandt auf das blasse Antlitz gerichtet, über welches der Engel des Friedens ein verklärendes Lächeln gebreitet hatte. Erst als der Abend dämmerte, erhob er sich, um heimzugehen. In seiner Wohnung fand er den Hauptmann, der ihm seine Teilnahme bezeugen und Abbitte für den kränkenden Verdacht thun wollte, (Schluß folgt.) wird am 23. d. ein größeres Diner geben, zu welchem auch der Kaiser sein Erscheinen zugesagt hat. — 20. Febr. Kaiser Wilhelm wird am Montag beim Reichskanzler zu Mittag essen; als Gäste sind die sämtlichen preußischen Minister sowie die beiden Chefs des Militär= und Civilkabinets gebeten; morgen Mittag werden der Erbprinz und die Frau anterbury hatte den Bischof von Lin= Erbprinzessin von Meiningen beim Reichskanzler zu Tisch sein. ihl geladen, weil er im Gottesdienste viele„Der Präsident des Kammergerichts v. Oehlschläger ist In Irland gährt es wieder in letzter Zeit stärker. Die mit brutaler Gewalt ausgeführten Pächterausweisungen beruhigen eben das Volk nicht, und die Erbitterung wird noch gesteigert durch die fortgesetzten Verurteilungen parnellitischer Anhänger und irischer Abgeordneter, und ihre rücksichtslose Behandlung im Gefängnisse. In London spielte sich ein eigenartiger Prozeß ab. Der anglikanische Erzbischof coln vor seinen Richterstuht gemren, Ceremonien eingeführt, die der katholischen Kirche gebräuchlich sind, zum Staatssekretär des Reichsjustizamtes unter Verleihung des Chaeerentonen eingeragteg die in der autgetzschen ertige. Vetu gag rakters als Wirklicher Geheimer Rat mit dem Prädikat Exeellenz erDas Urteil ist noch nicht gesprochen, aber der Prozeß macht doc) uguut marhenu nu dem Präditat Exellen: Hochtzreche bestell. eium um die angikausche— Das preußische Herrenhaus, welches in voriger poczirige eegenn, wenn solche Mittel gegen katholische Einftüusse,ay= Woche nach längerer Ruhepause zur Erledigung des angesammelten gewandt werden missen. Die vielen liebertritte zur kathollschen Ktrche gesetzgeberischen Stoffes wieder zusammengetreten war, hat sich bereits mögen dem Erzbischofe große Sorge machen, aber durch Gewaltmittel am Montag abermals und auf unbestimmte Zeit vertagt. In letztwerden sie nicht verhudert werden.,( genannter Sitzung erledigte das Herrenhaus, abgesehen von einigen Die Arbeiter=Unruhen in Italien zeigen, wie es dort aus=(tleineren Sachen, den Gesetzentwurf über die siel auch Früchte Die. Molizel hat bei den ut.. 2 ganze Ohunacht gezeigt, und Verückschtigung, welche die Commisson den Wiuschen der Polen gedie Porizet zut bet den uuue Szignf in der Kammer genüber der Regierungsvorlage habe zuteil werden lassen, im AllgeOdesealchi machte dem Ministerpräsdenteg Prioge zu ao; B.uu, meinen für den Entwurf stimmen würden, was allseitig mit Beifal die bittersten Vorwürfe. Aber seine dreuunde beautragten für P. ein aufgenommen wurde. Die einzelnen Artikel wurden durchweg nach Vertrauensvotum, und die Kammer genehnigte es nach einer Vertel= den Commissionsvorschlägen angenommen, welche darin gipfelu, daß digungsrede des Ministers. Nun ist den Arbeitern geholfen und im auch für Posen ein Landesdirektor ernannt werden soll, dessen BefugLande wieder alles in schönster Ordnung!——— nisse ebenso wie die Zusammensetzung des Provinzialausschusses der Regelung durch königliche Verordnung vorbehalten bleiben sollen. Nach den vom Minister Herrfurth abgegebenen Erklärungen hat sich Politische Uebersicht. Deutsches Reich. Berlin. Die mit der Reichstagswurde, war ersichtlich gegen das Cabinet gemünzt, die Rufe: mit Tisza!“ und die gleichen Inschriften auf den dem Zuge der Demonstranten vorangetragenen Fahnen ließen hierüber keinen Zweifel. Herr Tisza ist indessen nicht der Mann, den solche politische Straßenkomödien aus der Fassung bringen können, er läßt die Schreier gewähren und sucht dafür die Wehrgesetzdebatte im Abgeordnetenhause ihrem Abschlusse zuzuführen; wenn dies erst einmal gelungen ist, wird auch den Demonstrationen der Budapester Straßenpolitiker und ihren Wühlereien der rechte Boden entzogen sein. Gerüchtweise verlautet, die liberale Partei, also die in Ungarn politisch herrschende Partei, beabsichtige, zu Gunsten Tisza's Gegendemonstrationen in der Hauptstadt ins Werk zu setzen und außerdem eine in größtem Maßstabe gehaltene Vertrauensadresse an das Ministerium zu richten. Holland. Der greise holländische Herrscher wird der Zeitlichkeit nun wahrscheinlich doch seinen Tribut zollen müssen. In dem Befinden des Königs Wilhelm ist plötzlich eine derartige erneute Wendung zum Schlimmen eingetreten, daß sich die schleunigste Berufung des Spezialisten Dr. Nickhuizen von Amsterdam nach Schloß Loo an das Krankenlager des Monarchen nötig machte, wo der Leibarzt des Königs, Dr. Vlaandern, auch schon die letzten Nächte über anwesend war. Der König leidet erneut im Munde und Halse, das Schlucken ist erschwert und schmerzhaft und nimmt er nur wenig Nahrung zu sich, wodurch der Kräftezustand erheblich beeinträchtigt wird. In Amsterdam soll es längst kein Geheimnis mehr sein, daß der König seit geraumer Zeit auch geistig mehr und mehr verfällt und daß dies seitens der Regierung nur deshalb verheimlicht wird, weil man die sonst nötige Einsetzung einer Regentschaft vermeiden will. Frankreich. Der in Frankreich mit dem Sturze des MiSteitung eines Lanorvosteitors für Posen noch nicht schluffig gemacht. vertagung eingetretene Minderung der parlamentarischen Nachrichten— Der Schul=Antrag des Centrums wird scheint die Entstehung einer ganzen Reihe mehr oder weniger sensa= am Mittwoch der nächsten Woche im Abgeordnetenhause zur Berationeller Gerüchte über Verhältnisse in der innern Politik begünstigt tung kommen. zu haben. Dieselben haben sich indessen bislang schließlich als völlig— Herr Hauptmann Wißmann, der mit der schwierigen erfunden oder doch als stark übertrieben herausgestellt und dies gilt auch von dem Gerüchte, daß der zurückgetretene preußische Justizminister Dr. v. Friedberg vom Fürsten Bismarck direkt und in kategorischer Weise zur Einreichung seines Demmissionsgesuches aufgefordert worden sei, welchem Ansinnen der Justizminister auch sofort entsprochen habe. In unterrichteten Kreisen bezweifelte man indessen gleich, daß der leitende Staatsmann einem langjährigen und treubewährten Diener des Staates und seines königlichen Herrn, wie es Herr v. Friedberg ist, in so wenig rücksichtsvoller Weise und aus eigener Machtvollkommenheit entgegengetreten sein sollte. Nach öffiziösen Berliner Andeutungen hat sich denn auch der Vorgang wesentlich anders zugetragen und wenn allerdings Fürst Bismarck Herrn v. Friedberg es nahe legte, seine Entlassung zu nehmen, so geschah dies infolge kaiserlichen Auftrages und in verbindlichster Form. Außerdem wird versichert, daß die persönlichen Beziehungen zwischen dem Reichskanzler und Herrn v. Friedberg nach wie ,vor die besten seien und habe letzterer erst dieser Tage im Palais des Reichskanzlers einen längeren Besuch abgestattet. — Der Kaiser soll, wie in parlamentarischen Kreisen heute gerüchtweise erzählt wurde, mit Bezug auf Herrn Stöcker die Stellung eines Hofpredigers mit der eines politischen Agitators für unvereinbar erklärt haben. — Fürst Bismarck erfreut sich, wie der„Börs.=Ztg.“ gemeldet wird, eines so vortrefflichen Wohlseins, daß er sich dahin äußerte, bis zum Eintritt der wärmeren Jahreszeit bezw. bis zum Schluß der Parlamentstagung in Berlin verbleiben zu wollen. — Der russische Botschafter General Graf Paul Schuwaloff die Regierung jedoch über ihre Stellung gegenüber der vorgeschlagenen nistnriums Floquet eingetretene politische Wirrwar scheint nachgerade Creirung eines Landosdiraktaus für Vosen noch nicht schlüssig gemacht, seinen Höhepunkt erreicht zu haben. Der Kammerpräsident Meline hat seine Vemühungen zur Bildung des neuen Cabinets als aussichtslos erkannt, da, wie er selbst erklärt, die Gegensätze unter den Republikanern zu große sind, und deshalb seinen Auftrag in die Hände des Präsidenten Carnot zurückgegeben. Letzterer beauftragte Freycinet mit der Cabinetsbildung; das Weitere wird abzuwarten sein. Die Straßenunruhen in Rom haben in Neapel ein bedenkliches Echo gefunden. Hier kam es am Montag zu wiederholten Ausschreitungen beschäftigungsloser Arbeiter, die dabei mit einer schwarzen und roten Fahne demonstrierten. Die Gendarmerie schritt jedoch rasch ein und verhaftete etwa 30 der Tumultuanten, worauf sich die übrigen Demonstranten zerstreuten. Rom, 20. Febr. Zur Wiederkehr des Krönungstages des Papstes bringen die katholischen Blätter Fest=Artikel. Die„Vöce della Veria“ erinnert daran, daß Crispi vor 11 Jahren Minister des Innern war und die Ordnung in St. Peter nicht verbürgen wollte, wenn der Papst von der innern Loggia den ersten feierlichen Segen geben würde. Heute stehe Crispi am Anfang vom Ende, und der Papst sei mächtig, wenn auch gefangen. Rom, 20. Febr. Herr Domkapitular Dr. Fischer aus Essen ist vom hl. Vater zum Bischof von Juliopolis i. p. i. ervonnt worden.„„„.. asung haste arfägich uus Rom, 20. Febr. Der Papst empfing heute anlaßlich des Jahrestages seiner Erwählung die Glückwünsche der Cardinäle und wird bis zum 3. März, dem Jahrestage seiner Krönung, die Glückwünsche des diplomatischen Corps entgegennehmen. — In der italienischen Deputiertenkammer hat am Dienstag die große Debatte über die außerordentlichen Finanzmaßnahmen begonnen, von deren Ausgang das Schicksal des Ministeriums Crispi abhängt. Schon in der Montagssitzung der Deputiertenkammer kam es zu einem Vorspiel der Finanzdebatte, indem die äußerste Linke die Zurdispositionsstellung des Deputierten und Generals Mattei, Aufgabe der Niederwerfung des Araber=Aufstandes in Ostafrika betraute Reichskommissar, befindet sich zur Zeit unterwegs nach Afrika. In Zanzibar sind beseits mehrere vorausgereiste Begleiter der Expedition des Hauptmanns Wißmann, unter ihnen Lieutenant Wolff, eingetroffen, um bis zur Ankunft des Reichskommissars Alles möglichst vorzubereiten, damit derselbe seine Wirksamkeit sofort beginnen kann. Daß ein endliches energisches Auftreten den Arabern gegenüber dringend nötig ist, bekunden die neuerlichen Meldungen über das zweideutige Verhalten Buschiri's, des Führers der Aufständischeu, in der Angelegenheit der von letzterer gefangen genommenen deutschen katholischen Missionäre. Dieselben sollten gegen ein Lösegeld von 13 400 Mark und Auswechslung dreier von den Deutschen gefangen genommenen arabischen Sklavenhändler in Freiheit gesetzt werden, aber dies ist leider noch nicht geschehen. Vielmehr verlangt Buschiri nun, daß auch alle von den Deutschen aufgebrachten Sklavenschiffe beigegeben werden sollen und ob auch diese unverschämte Forderung zugestanden werden wird, erscheint mehr uls fraglich.— Nach einer Mitteilung von„Reuters Bureau“ sind die von dem grabischen Sklavenhändler Tippo Tip mit Briefen an Stanley abgesandten Boten durch die Araber mißhandelt und zur Rückkehr nach dem Congo gezwungen worden. Die Boten haben die Rückreise auf einem andern Wege angetreten. Oesterreich=Ungarn. Die ungarische Opposition macht gar kein Hehl mehr daraus, daß ihr Widerspruch gegen das neue Wehrgesetz nur der Deckmantel für ihre sich gegen den Ministerpräsidenten Tisza selbst richtenden Bestrebungen ist. Die große Volksdemonstration, welche am Sonntag in den Straßen Pesth's insceniert m (Nachdruck verboten.) Wir haben uns in letzter Zeit mit Lebensart und Charakter unserer Haustiere beschäftigt und sind beim Pferde stehen geblieben. Es ist aber bekannt, daß viele Leute„vom Pferde auf den— Esel kommen," und ich möchte diesen Sprung wenigstens sinnbildlich mitmachen, und mich auch mit dem vielverkannten Geschöpfe beschäftigen. Ist sein Name auch etwas anrüchtig, spielt er auch im Verkehr mit den Menschen oft eine unhöfliche, peinliche Rolle— was kann der Esel dafür, daß er Esel heißt, und die Zielscheibe des Spottes und Witzes geworden ist. „Ach, die Natur schuf mich im Grimme, Sie gab mir nichts, als eine— schöne Stimme." Man sieht, daß der Esel Selbsterkenntnis besitzt, und neben seinen Mängeln auch seine Vorzüge zu schätzen weiß. Unsere heutige Welt in ihrer Bosheit hat dem Graubart so übel mitgespielt, und ihn dem Fluche der Lächerlichkeit preisgegeben, weil der Esel in der Kultur vernachlässigt wurde und in seiner einfachen Gesinnung allzu wenig Gewicht auf Fortschritt und Verfeinerung seiner Bildung legte. Aber so war es nicht immer. In Olimszeit stand sein Rang und Ansehen um 50 Prozent höher, als heute, und wenn er seinen Stammbaum bis in's aschgraue Altertum verfolgt, so darf er auf Ruhm und Ansehen seiner Ahnen ebenso stolz sein, als manches Adelsgeschlecht. Die Alten schämten sich nicht, sich„Eselszüchter“ zu nennen und verglichen ihre Großen mit Eseln, wie wir mit Adlern und Wwen. Die alten Egypter führten das Bild ihrer Göttin Isis auf einem Esel herum, und wenn der Graubart auch nicht die Ehre der Gottheit genoß, wie Apis, der heilige Stier, so konnte sein Rükken doch eine Göttin tragen. Solche Ehre hat er heute nicht mehr, und wenn er auch manche schöne Dame auf seinem Rücken den Berg hinauf tragen darf, so sind das immer noch keine ägyptischen Göttinnen. Eines der ältesten Geschlechter Hinterindiens leitete seine Abkunft von einem Esel ab und führte ihn in seinem Wappen— und heute fühlen sich Leute furchtbar beschimpft, wenn wir sie Esel ; nennen oder von Eselei sprechen. Der alte Dichter Homer glaubte den Helden Ajax zu ehren, indem er ihn mit einem Esel vergleicht, der sich von einem Aehrenfelde langsam zurückzieht; wie würde Vater Homer jetzt anlaufen, wenn er auf unsere Helden einen ähnlichen Vergleich anwenden wollte! Auch im Mittelalter nahmen Ritter den Esel noch in ihr Wappen. In Württemberg liegt noch die Ruine Eselsburg, deren Besitzer sich in treuer, schwäbischer Einfalt Esel von Eselsburg schrieben; später legte das Geschlecht den Namen ab, als er anfing, einen schlechten Beigeschmack zu bekommen. Der ehrsame Grauschimmel mußte ja auch in Ruf und Ansehen tief herunter sinken, als allerlei Sprichwörter gang und gäbe wurden:„Vom Pferd auf den Esel kommen;“„er schickt sich wie ein Esel zum Lautenspiel „den Esel zum Doktor machen," oder als man die umgekrümmten Blätter eines Buches Eselsohren nannte, einen tölpelhaften Menschen Esel, eine gekaufte Uebersetzung für faule Studenten Eselsbrücke, eine schlechte Leistung Eselsarbeit, Eselsfarrn statt Frauenhaar. Nur zum Hohn baute man hölzerne Esel, worauf 1780 zu Halle noch ein Soldat mitten in der Stadt zur Strafe sitzen mußte, wenn er sich im Dienste nicht anschickte. Dann gab es um den kühnen Reitersmann ein großes Halloh von Alt und Jung, und als einst ein solcher Sträfling dem Pöbel zurief:„Haltet's Maul ihr Affen," erwiderte ihm ein Hallore:„Nun, so reit doch mit Deinem Schlachtroß davon, wenn's Dir hier nitt paßt,"— er hielt aber an. Im Süden Europa's, wo es weit mehr Esel giebt, als im Norden, lernt man dieses nützliche Tier der ärmeren Klassen erst gründlich schätzen, da es wohlfeiler, genügsamer, sicherer und fester ist, als der stolze Gaul, wenn er ihn auch an Schönheit, Ansehen und Leistung bei weitem nicht erreicht. Die Spanier und Italiener wissen den Esel besser zu würdigen, und daher ist er dort auch sehr schön. In Oberitalien sah ich einst einen Esel mit Beinkleidern, die mir besser schienen, als die Hosen seines Herrn. Mehr im Süden und auch in Frankreich sieht man Frauen und Mädchen vom Lande lustig mit ihren Eseln nach der Stadt treiben, ihre Waren in Körben an seinen Seiten, während unsere Landleute vielfach lieber ihren eigenen Rücken unter der Last krümmen, als neben einem Esel hertraben, aus Furcht, verlacht zu werden. 84 Der gute Esel hat das Schicksal gleich dem nützlichen Schwein, verachtet im Leben und erst geachtet nach seinem Tode. Der Esel scheint hauptsächlich darum verachtet, weil wir ihn nicht mit sich selbst vergleichen, sondern mit dem Pferde, weil seine Gestalt, seine Manieren die Spottlust herausfordern, und schon mit seinem Namen der Begriff bodenloser Dummheit und Tölpelhaftigkeit sich herausgebildet hat; er wird verachtet, wie viele Menschen, weil er sich Alles gefallen läßt, dienstwillig, geduldig und wohlfeil ist. Er soll nur arbeiten und schaffen, und der Lohn sind Prügel. Mit Katze und Hund wird gespielt, gelost, gehätschelt— mit dem Esel geschimpft oder Narrenpossen getrieben. Tausende Pferdenarren und Pferdeliebhaber giebt es— aber wo kännte man Eselsnarren? Das Pferd wird erzogen, der Esel wird vernachlässigt oder gar mißhandelt. Er bleibt treu seinem Herrn, wird nicht rebellisch und duldet, was man ihm auferlegt. Aber kein Kosewort, keine Anerkennung! Mit Stolz ladet er die hübscheste Dame auf seinen Rücken und trägt die schöne, süße Last und Würde, wenn auch keuchend im Sonnenbrand, den Berg hinauf— kein Zoll des Dankes, des Lobes, kein Schmeichelwort von süßen Lippen, das doch auch einem Eselsherzen so wohl thun würde, wie dem Pferde, dem Hunde oder der Katze. Im Eirkus ist er die Zielscheibe des Witzes und er soll als Clown das Publikum ergötzen. Sein Name allein genügt, um allen Respekt zu rauben. Unseliger Name! Was Wunder, daß er bei dieser Verkennung und allgemeinen Verachtung zuweilen einmal querköpfig und bockbeinig wird und durchaus auch einmal seinen eigenen Kopf durchsetzen will. Die Welt nennt es Eigensinn, aber könnte man es nicht ebenso gut„Gesinnungstüchtigkeit,"„Charakter" nennen. Es ist möglich, daß dieser Eigensinn des Esels von seinen langen Ohren herrührt, die ihm Mutter Natur gar verschwenderisch an den Kopf geworfen; er hört damit schärfer und mehr, als andere, und kommen wir nicht oft selbst in den Verdacht eines eselmäßigen Eigensinns, wenn wir viel hören und doch nicht sagen dürfen, was wir gehört haben? Auch schreibt man dem Esel Mangel an Intelligenz zu, und darum muß er seinen Namen auch den Menschen leihen. Man neckt und bespöttelt sich mit Esels=Titulaturen und oft sind aus denselben Beileidigungsprozesse und gar Duelle entstanden. Man erzählt zum Beweise seiner Dummheit, daß er einst, mit Schwämmen belastet, sich in's Wasser legte— um sich die Last zu erleichtern. Aber legte er sich auch nicht in's Wasser, als man ihm zu viel Salz auflud? Wer weiß, ob er nicht dort seine besonderen Gründe hatte, die er nicht Jedem auf die Nase binden wollte, zumal der Esel voll deutscher Bedachtsamkeit jeden Schritt zu erwägen pflegt. Bileams Esel war klug und konnte gar reden. Liegt nicht in seinen Worten:„Bin ich nicht Dein Esel, der Dich so lange getragen hat, und doch schlägst Du mich!" Trost für manchen treuen Diener? Ist es nicht ein philosophisches Wort über Menschenrechte und Pflichten? Heute reden die Esel nicht mehr, aber es schadet auch nichts, ses wird doch geuug geredet, was?— doch ich will nicht unhöflich sein. Der Römer Caligula wollte sein Leibpferd zum Consul ernennen; in unserer Zeit bekommen auch Pferde keine Ehrenämter mehr.—— Gewiß boshaft war es auch, daß ein ausgestoßenes Mitglied eines„Lese"=Vereins in einem Blatte anzeigte, der Verein soll seinen Vornamen besser von hinten lesen.(Lese. Esel.) Das war ebenso grob, als das Rätsel:„Welcher Unterschied ist zwischen Kammerherr und Esel?"„Gar keiner.“ Des Esels Musik— obwohl er selbst auf seine schöne Stimme große Stücke hält— ist doch so eine Sache. Aber wie viele Dinge müssen wir nicht nehmen, wie sie eben sind? Harmonische Klänge hat sein Organ eben nicht, und wo einige Esel auf der Straße als Solisten in ein Concert einfallen, da thut der Dirigent am klügsteu, zu warten, bis die edlen Sänger fertig sind. So machten es auch die Deputierten einer Stadt, die Kaiser Heinrich IV. empfangen hatte. Die Rede wurde von einem Esel unterbrochen, und der Kaiser rief:„Meine Herren, Einer nach dem Andern.“ Alle Achtung vor dem Grauen! Sein schwer zur Erde gesenkter Kopf, sein bedächtiger Schritt, seine einfachen, in's Große gehenden Gesichtszüge, sein Ernst, sein einfacher grauer Ueberrock, sein Benehmen zwischen zwei gleich weit entfernten Heubündeln machen ihn zum leibhaftigen Bilde eines Philosophen. Wer weiß, was er studiert und denkt, was er sinnt und dichtet, wenn er über die Straße zieht. Ist er nicht vielleicht ein„stiller Gelehrter?“ Es gibt zwar viele Esel, die keine Säcke tragen, aber ein guter Eselsrücken hat in manchen Ständen und in manchen Tagen des Lebens so viel Wert, als die Eselshaut für die Wissenschaft. Hätten wir ohne dieses Pergament die unschätzbaren Werke des Altertums, und wären wir nicht selbst vielleicht, wer weiß, wie lange noch, wenn die Esel nicht gewesen wärn?. wma, am uthkDer Esel ist an Prügel gewöhnt, und nur wenige Menschen bezeigen ihm so viel Mitgefühl, wie jener englische Lord, der einen Bauer ausschalt, weil er seinen Esel so prügele. Der Bauer aber erwiderte ihm:„Wußte ich, daß mein Esel einen so vornehmen Freund habe, so hätte ich ihn höflicher behandelt.“ Wer will Umgange mit Eseln aber auch immer wissen, was für Connexionen sie haben? Menschen, die sonst nicht viel über diesem Tiere stehen, pflegen am liebsten mit Eseln um sich zu werfen, und Menschen, die es am wenigsten verdienen, bekommen im Leben doch oft die meisten Eselstritte. Gern verziehen aber haben wir unserm alten, greisen Rector— er war ein herzensguter Mann— wenn er in der Quinta den Ultimus anging:„Gäblen, was weeßt do von Kaiser Karl? Gählen, do weeßt nir, setz' dich, do best en wese# — Eine erfreuliche Wirkung des am 1. April in Geltung tretenden Stempelgesetzes ist auch die Ermäßigung der Stempelgebühr für polizeiliche Führungszeugnisse von M. 1.50 auf 50 Pfg. Jene Gebühr war in der That eine drückende, da diese Zeugnisse einer gro5 b# von Bewerbern unentbehrlich und im Falle des Mißder Bewerbung in der Regel nutzlos sind. Bisher wurde Radikalen mit großer Mehrheit ab. sich zusammen— lanzten. Ja, so will's der Carneval des Lebens, und er mit Rücksicht auf die hohe Gebühr die Ausstellung der BescheinigunBulgarien. Die am Sonntag vollzogenen Ersatzwahlen zur will's auch haben, daß Alles in den Ruf einstimmt:„Willkommen Car= gen häufig durch Aufrage von Behörde zu! zenheit gerechtfertigt, lehnte das Haus einen sich als ein Mißtrauens= mender Festlichkeiten. Besteht doch Euer ewiger Anteill an jenem Wirbel=Hen Zahl gengeit vetrohzet gegzpete das Hous einen sch auis en, M gtuueu, tanze der Saison aus einem Dornenpfade„lächelnden Märihrertums!— lingens der votum gegen das Ministerium CErispi charakterisierenden Antrag der sind trotzdem ftürzt Ihr Euch mit in den Strudel, wo schon manche Herzen bulgarischen Sobranje sind fast durchgängig zu Gunsten der Rezier= sebol!.— Eine wirksamere Handhabung der Bestimmungen gegen ung ausgefallen. Von den 8 gewählten Abgeordneten gehören 7 der ziehende Zigennerbanden ist durch eine Erleichterung des Einschreitens ministeriellen Partei an und nur einer bekannte sich als Anhänger Amtsvorsteher und städtischen Polizeiverwaltungen gegeben worden. Abes wurden Bescheinigungen von Gemeindevorstehern beigebracht und en umyer= zugelassen, obgleich diese zur Ersetzung der polizeilichen keineswegs ged Liehen vol der staferczschen Versolgung, weges llchestretue so( der Prigen, Du diese Auchusen fortan, gitehrlich fund, so Pird auch Die Fühfreides Russenfreundes Radoslawpoff. seyen von der strafrechtuichen Verroigung wenen uevexereiungen, soll schon per ausfall an der Stempelsteuer nicht bedeutend werden. Die Fi Nordamerika. Der amerikanische Staatssekretär Bayard das baudenweise Umherziehen keinesfalls geduldet werden. Diese Weisung rungszeugnisse zum Eintritt in den einjährigen und dreijährigen bemüht sich fortgesetzt, den Chauvinismus seiner Landsleute in der wird beszuhers, von den Bewohnezu des platten Landes ,=Freizhiguigegeiht willigen Militärdienst bleiben auch fernerhin stempelfrei. S frage zu dämpfen wie aue Deitungs= halfästigt wonrdan 3gennerbauden bisher sehr unangeneym: Als Warnung für Arbeiter möge folgende Mitteilung lied einer Ortskrankenkasse zu Leipzig hatte sich soeven zur Ausgabe gelangt. Zur Auspzägung bei dieser wegen einer Fußgelenksanschwellung als erwerbsunfähig in eir Krieg einzulassen, einen solchen wolle die amerikanische Vont Fünxhzarkstücken, wit, der Igiezerzgg, 1888 is uur eine geringe Zzzgll krank gemeldet und war der behandelnde Arzt auf Ersuchen aug in Samoa in einen Krieg enzuungen, einen soichen woute die uutetnnngye zur Verfiüzung gewesegz. sodgh, Ziese Miuze als Seltenheit, Gelten Zizite. der Lage, ein Erwerbsunfähigkeits=Attest zu erteilen. Auf Grund Nation auch gar nicht. Die fortan im Laufe, des Jahres noch zu prägenden Gold= und Silber=, gWps, 6 auch eine 9w c. Kranten= er münzen werden sämtlich die Jahreszahl 1889 erhalten. — v, gi tagr bei Plig, 9g Aeshrngr“, Gestern gurde im biessa bemühr sich fortgesetzt, den Ehanbimisnng seiner Enndenme in eer werden, weil gerade sie von den Zigennerbanden bisher sehr unangenehm"— ala Marun Samoarrage zu däupfen, wie aus neuerlich von ihm einem Zeitungs= belästigt wunrden. gmisthaluns ir und diene. Eien Mitalich korrespondenten gegenüber abgegebenen Erklärungen hervorgeht. Nach—— Sitberne Fiüzfzaxtstücke, zit, dem Vilduis Wilhelgs, ,I. und oienen: Ein Bayard liegt für die Nordamerikaner kein Anlaß vor, sich wegen der Jahreszahl 1888 sind soeven zur Ausgabe gelangt. Zur Ausprägung bei dieser wegen einer Bayard liegt für die Nordamerikaner kein Anlatz vor, sich) wey., von Füufmartstücken mit der Jahreszahl 1888 st nur eine geringe Anzaht traguf gemeldet und ver dessen hatte dieses Mitglied auch eine Woche Krankengeld erhoben, innerhalb derselben Zeit aber auch seine Arbeit als Handarbeiter unMeger, pei Dipe, 20, Feorgar, egesrern, wurde im hiesigen Jagd= innerhalb derselben Zeit aber auch sei Landtag. bezirke ein Rehbock erlegt, welcher das ansehnliche Gewicht von 52 Pfund ter Erlangung seines durchschnittlichen Wochenlohnes fortgesetzt verPrenthide: Soug pv), Mlas Wessalen, 18. Fehr. Der Kulusntaster hat die ehnig. richtet. Der Königsche Autsanwalt, dem diese Aggelegenheit zur Rogeoronetenhans: Regierungen angewiesen, baldigst eine Anzeige darüber zu erstatten, ob und Kenntnis kam, erblickte in diesem Gebahren wissentlichen Betrug Sitzung vom 14. Febr. Das Abgeordnetenhaus setzte in seiner 15, in welchem Umfange aus Anlaß der ansehnlichen Erleichterung, welche den und erfolgte die Bestrafung jenes Kassenmitgliedes zu 1 Woche Plenarsitzung am Doxuerstag die zweite Statberatung fort. Der Jusitz= zux huterhaltung der Volksschuler,„ Vempflichteten bei Aufbringung, des Gefängnis. etat wurde uach den Antragen der Kommuision underäcdert angengung, Denstentommeans der Lehrer und Lehrigen an den Vollschzleg zu Folge Seichyons, Zur Ersgzpficht der Gaswite) In Karlsrube va kott. Der Juty,= Aze, utexreunung der Volkschzter, Argnpenchut ze., bei Auföoringung, des Gefängnis. etat wurde nach den Antragen der Kommission unverändert angenommen. Diensteinkommens der Lehrer und Lehrinnen an den Volksschulen in Folge#stig Bei dem sodann folgenden Etat des Ministeriums des Innern kam die des Gesetzes vom 14. Juni v. J., vom 1. Oktober v. J. zu Teil geworden.—.15„„„ Rheinbroeler Glockenaffaire abermals zur Sprache.— Minister Herrfurth ist, seit jenem Zeitpunkte das Diensteinkommen der Lehrer und Lehrerinnen isi vor eimgen Tagen ein Prozeß durch Urteil des hochsten konstatiert die völlige Rechtfertigung des soviel verleumdeten Beamten, an den Volksschulen, sei es auf desfallsige Anregung der königlichen Re= hofes endgültig entschieden worden, welcher für weite Kreise von soanugent vir wouge wiechtfertigung des sohiel verleumdeten,„Zeauten, an den Volksschulen, sei es auf desfallsige, Anregung der königlichen Re= hofes endgültig entschieden worden, welcher für weite Kreise, von Bürgermeister Conrad.— Nächste Sitzung Sonnabend: Fortsetzung der gierung oder aus eigener Bewegung der Gemeinde, Schulgemeinde 2c., er= Interesse ist. Ein Reisender, welcher in einem Gasthofe zu KarlsSitzung vom 16. Febr. Das Abgeordnetenhaus setzte in seiner 16. Arusberg, 16. Febr. Die Herren Minister des Innern, für Hau= ruhe abgestiegen war, hatte bei dem Verlassen des Hauses den Plenarsitzung am Sonnabend die 2. Etatsberatung beim Etat des Mini= del und der landwirtschaftlichen Angelegenheiten haben aus den vielen ein Schlüssel zu seinem Zimmer am Buffet abgegeben steriums des Innern, und zwar bei der Position„Ministergehalt“ fort, gegangenen Gnadengesuchen wahrgenommen, daß sich die Verurteilungen Es wurde gesprochen über die Rheinbroeler Glockenaffaire, über Germani= sändlicher Grundbesitzer und anderer landwirtschaftlicher Gewerhetreibenden ande sierungshestrebungen in Ralen, über den offiziösen Preßapparat und über serungsbestrevungen in Polen, über den offiziosen Presapparat,, die Einbringung einer Landgemeinde=Ordnung. Dienstag: Fortsetzung Eiatberatung.. 10 Sehr m#. grersachsteuchang fehte in kain Sitzung vom 19. Febr. Das Abgeordnetenhaus setzte in seiner 17. Plenarsitzung die zweite Etatberatung fort und genehmigte, den noch ausstehenden Rest des Etats des Ministeriums des Innern. Die Debatte drehte sich hauptsächlich um die Frage der Gefängnisarbeit und um einige lokale Vorkommnisse.— Mittwoch: Antrag Rickert(dfr.): Regelung der Schulpflicht und Antrag Berling(dfr.): Schutz gegen Wildschaden. „Sitzung vom 20. Febr. Das, Abgeordnetenhaus verwies in seiner Germann= ländlicher Grundbesitzer und anderer landwirtschaftlicher Gewerverreivenden Ipf gestohlen worden. und über wegen Haugagzunget, rötung und fahrläsiger Körperveglezug, beggugendurch tlggte“ setzung der Außerachtlassung dersenigen Vorsichtsmaßregeln,„weiche für den Betrieb von setzen wollte, ntagre er Hause kam, war ihm aus seinem Zimmer eine Summe von 2700 Da der Wirt ihm den Schaden nicht Kleine Ursachen u. s. w. Der Kaufmann H. in Sorau er= hatte dem Schuhmacher B. ein Paar Stiefel zum Besohlen übergeund jetzt ist der Gastwirt endgültig zum Ersatz Pupzergagnastung derseuigen Vorsichtsmaßregeln, welche fur den Betriebvon seben woste,„Zesgag.: gragung fämtlicher, Kosten landwirtschaftlichen Maschinen vorgeschrieben sind, immer mehr häufen. des gestohlenen Geldes, so wie zur Tragung sämtlicher Kosten verDemzufolge ist Allerhöchsten Orts darauf hingewiesen worden, daß eine urteilt worden, streuge Handhabung derjenigen Gesetze angezeigt erscheine, welche zum Schutze des Lebens und der Gesundheit der Arbeiter erlassen sind, um in den Arbeitgebery, das Bewußtsein ihrer Verantwortlichkeit, lebendig zu er= hatte dem Schuhmacher B. ein Paar Stiefel zum Besohlen halten. Durch Circular=Verfügung vom 6. d. M. hat der Herr Regier=ben. Als er dieselben später anzog, verletzte er sich durch einen herungspräsident von Rosen nun den nachgeordneten Behörden eine verschärfte vorstehenden Stift derartig an der Fußsohle, daß ungeachtet der zeiliche Kontrale der vorgeschriebenen Schutzmaßregeln zur Riicht ge Pust, v.z Arztes eine Entfernung des Fußes nötig wurde. Der den Schuhmacher beim Landgericht Guben Landgericht verurteilte der„Neum. Zig.“ mustingsichen Rente sämtlicher Sitzung vom 20. Febr. Das Abgeordnetenhags, verwies in seiner polizeiliche Kontrole der vorgeschriebenen Schutzmaßregeln zur Pflicht, Os= Hüffe des Arztes eine Entka 18. Plenarsitzung am Mittwvoch den Antrag Rickert(ofr.) wegen Regesung macht und sie besonders angewiesen, durch wiederholte, unvermutete polizei# vgats uun zagen de der Schulpflicht an die Unterrichtskommissign, nachdem die Abgg. Rickert liche Revisionen feststellen zu lassen, ob die Eigentümer von Göpelwerken Verletzte rlagte nun gegen den (dfr.), v. Schenckendorff(nl.), Scheyffardt=Magdeburg(nl.), Dr. Graf(ul.), und ähnlichen Maschinen sich auch im Besitze der zur Bedeckung derselben auf Entschädigung. Das Landger Gerlich(frk.), Kropatscheck(kons.), Szmula(Ctr.), Dr. Windthorst(Ctr.), erforderlichen Geräte befinden und thatsächlich von den letzteren Gebrauch zufolge den Schuhmacher zur Zahlung einer lebenslänglichen Schmelzer und Schaffner(nl.), sowie Minister Goßler zur Debatte gespro= machen. Contraventionen werden jedenfalls strengstens geahndet werden. 9000 M und sämtlicher Behandlungskosten sowie se Heu, Sodamn wurde der Agtrag Verlng(Fr.) dehatiert, betr,. den Scgut Paderboen, 15. Jebr. 226101 N an Lebesgaben sud bis setzt von. 26.00 M. und säutlicher Behandlungskosten sowie sa der Landwirtschaft gegen Wildschäden. Die Abgg. Papendieck(dfr.) für die Restaurationsarbeiten am hiesigen Dome gespendet worden; um Kosten des Rechsstreites. Schzult=Carolewo(k.), Olzem(ul.), Conrad(C.), Herben=Thterbog Cfrk.), jedoch, das imposante Bauwerk in seinem ursprünglichen Zustande, wied v. Rauchhaupt(k.), v. Meyer=Arnewalde zur Debatte, worauf der Antrag an eine — Nächste Sitzung Freitag: Kleine Vorlagen, Herrenhaus. Conrad(C.), Oerben=Jiterbog, CIrk.), jedoch, das imposante, Bauwerk in seinem ursprünglichen Zustande, wieder:— Die Besitzer von Hundefuhrwerken mögen auf eine Angealde(k.) und Drawe(ofr.) sprechen heraustellen, bedarf es noch mancher weiteren Opfergabe; der Vorstand des legenheit aufmerksam gemacht werden, die eigentlich jeder Thierschutzeine 2terKonzpision berwiesen wurde, Ziesigg, Domban=Ve,zier, gerhighet, deshalb mit dem öfentlichenz Perse Zütr zen sollte. Hunde, welche vor den Wagen, gespannt, werVorlagen, Etat. die bisher hewiesene Vereitwilligkeit zu Spenden die Bitte um fernere Zu= verein auregen sohlre,„Hurd;, uen laufen sich die Haut zwischen weisungen. Die Arbeiten, welche schon seit mehreren Jahrenununterbrochen den und viel in den Schnee kommen, laufen sich die Haut im Gange sind, werden noch eine weitere beträchtliche, Zeit in Auspruch den Zehen durch und sind dann kaum zwischen werden noch eine weitere beträchtliche Zeit in Auspruch den Zehen durch und sind dann kaum im Stande, das Fuhrwert asf=bung,von 15. Jehr. Nach, Erxzdigzug, einer oröhigter, Zizgh nechmen; ganz besonders piel Aufwand an Arbeit uund Geld erforderr die fortzuziehen. Um nun dieser Leuälerei vorzubengen, ist es zweckmäßtg, geschäftlicher Mitteilungen, darunter die Verlesung des vom österreichischen Wiederherstellung des hohen Turmes, der bis zur Spitze aus Quadersteinen Hunden nach Art der Kamtschadalen und Finn= und Lappländ“ Soncafter eingegangenen Dankschreibens für das vom Hause ausgesprochene erbaut ist. den Hunoen nach Art der Kamtschadalen und Finn= und Lappländer Beileid aus Anlaß des Todes des Kronprinzen von Oesterreich, wird in die Cöln, 21. Febr. Heute Morgen um 9 Uhr begann im Isabellen= lederne Strümpfe über die Füße zu ziehen. Beratung der Verwaltungs= und Zuständigkeits=Vorlage für die Provinz Saale des Gürzenichs das Ziehungsgeschäft der 23. Dombau=Prämien= Thiere in der ersten Zeit Posen eingetreten. Es ist dazu eingegangen ein Antrag des Fürsten von Collekte mit Einzählung der Gewinne und der im vorigen Jahre gezogenen### Hatfeldt=Trachenberg, wrelcher die vorgeschlagene provinzialständische Ver= Los=Rummern in die beiden Glücksräder. Die Einzählung war um 11 waltungs=Kommission beseitigen will und die Bildung ezues Provinzial= Uhr beendet. Sodann nahm die Ziehung, bei welcher als RegierungsAusschugses bezweckt.— Herr v Milgmowitz hittet die Vorlage an die Hammissar Hr. Polizei=Assessar Läniuger kungierte, in Gegenwart des Hr Wenn sich auch die Chiere in der ersten Zeit sträuben, zu ziehen, so gewöhnen sie sich och sehr bald daran und verrichten nach wie vor ihre Arbeit und leichter, weil ohne Schmerzen.— Beschlägt man doch das Pferd, esetigen will und die Büdung, eines Provinzial= Uhr bendet. Sodann nahmn die Ziehung, bei welcher als Regierungs= ge, Hut desfelben zu Säüten marum sollen, also die Hunde, Herr v. Wilamowiß virtet die Vortage an die Kommissar Hr. Polizei=Assessor Löninger fungierte, in Gegenwart des Hrn. um den Huf desselben zu schützen, warum sollen also die Hunde, eisen, damit diese den Antrag Hatzfeldt berate.— Notars Graffweg mit zwei Zeugen ihren Anfang. Schon die an zweiter wenn sie nun doch einmal als Zugtiere gebraucht werden, nicht den Fommisnon zuruckzuvezweisen, damit diese, den Antrag Hatfeldt berate. Minister des Innern Herrfurth hält den Antrag formell für unannehmbar. Die Regierung wolle den Wünschen der Bevölkerung bis zum Erlaß einer Kreis= und Provinzialordnung entgegenkommen. Doch sei die Vorlagenicht der Art, den Antrag Hatfeld aufzunehmen.— Hr. v. Dernburg beantragt Zurückverweisung an die Kommission.— Hr. v. Koszielski bekämpft die Vorlage, deren Wirkungen auch die Polen fühlen werden, obwohl das Gesetz zunächst nur ein antipolnisches sei. Die Deutschen in Polen würden dadurch zu Leidensgefährten der Polen. Diese gewaltsame Assimilierung der Polen werde das Gegenteil des beabsichtigten Zweckes erreichen.— Herr v. Kleist=Retzow befürwortet die Vorlage; dieselbe bringe gerade den Polen und den Standesgenossen des Herrn v. Koszielski Vorteile. Er bittet die Vorlage unter Ablehnung des Antrages Hatfeldt anzunehmen.— Fürst v. Hatzfeldt verteidigte seinen Antrag gegenüber den Angriffen des Herrn v. Kleist=Retzow.— Herr v. Zoltowski bittet den Antrag Hatzfeldt anzunehmen, da dieser es vielleicht ermöglichen wird, daß auch die Polen der Vorlage zustimmen.— Die Vorlage wird hierauf mit dem Antrage HatzStelle gezogene Nummer 183,247 erhielt den Hauptgewinn von=75,000 M. gleichen Schutz genießen? —(Treue und Findigkeit eines Hundes.) Der Restaurateur T. in der Wiesenstraße in Berlin hatte seinen prachtvollen Neufundländer für 200 Mark an einen in Görlitz wohnenden Magfel. Herrn verkauft; dorthin wurde der Hund von einem hiesigen Freunde Pansaten des Wirtes, der mit der Eisenbahn nach Görlitz fuhr, anfangs voriger Woche mitgenommen und dem Käufer überliefert. Das Tier scheint aber plötzlich vom Heimweh befallen worden zu sein, denn nach manövrieren. 1. Das VII. und X. Armeekorps halten also Manöver vor dem Kaiser ab und zwar große Parade und Corpsmafeldt an die Kammisson zursichberwpiesen Wschste Sitzung Sonnahe, uöver gegen markierten Feind— jedes Arnekorps für sich— und feiot, an bie Srommision zurngpernziesen,— Nachsre Sitzung Songabend dreitägi M ein 9. Ferner finden beim VII. 2 Uhr. Tagesordnung: Krondotation, Petitionen 2c.— Schluß e## tägige Manöver gegen einander. 2. Ferner finden beim VII. Mon3¾ Uhr. „Sitzung vom 16. Febr. Das Herrenhaus erledigte am So keine Vortagen und Petitionen und genehmigte die Krondotation. tag: Posener Verwaltungsvorlage. Sitzung vom 18. Febr. Das Herrenhaus hielt am Montag eine Pleuarsitzung ab, in welcher die Posener Verwaltungsvorlage im Wesentlichen nach dem Inhalte des Fürst Hatzfeldt'schen Antrages, dem die Kommission sich auschloß, angenommen wurde.— Nächste Sitzung unbestimmt. Vermischtes. — Die Kaiser=Manöver werden dieses Jahr stattfinden. Anfangs hieß es, sie würden zwischen dem 9. Armeekorps(Schleswig=Holstein) und dem 10. Armeekorps(Hannover) ab= scheint aber plötzlich vom Heimweh befallen worden zu gehalten. Allein jetzt ist durch Cabinets=Ordre am 7. ds. bestimmt kaum zweistsndigem Aufenthalt in Görlitz entwischte es seinem neuen worden, daß das 10. und 7. Armeckorps(Westfalen) miteinander Herrn, der von dem Verschwinden des Hundes sofort Meldung nach Berlin erstattete. Nach Verlauf von vier Tagen traf auch der Neufundländer, wenn auch stark strapaziert, so doch im ganzen wohlbehalten in Berlin ein; das treue Tier hatte innerhalb jener Zeit trotz der Stürme und des Schneetreibens den etwa dreißig Meilen langen Weg zurückgelegt. Für seine Anhänglichkeit und Findigkeit wurde der Hund zunächst mit einer tüchtigen Mahlzeit belohnt, die er sich wohl schmecken ließ; auch hat Herr T. beschlossen, das brave Tier bis an dessen Lebensende zu behalten. und X. Armeekorps besondere Cavallerieübungen statt. Jedes der Das Herrenhaus erledigte am Sonnabend genannten Armeekorps bildet eine Cavallerie=Division zu 6 Regiund genehmiate die Krandatation— Mou= mentern mit einer Abteilung reitender Artillerie zu zwei Batterien und einem Pionier=Detachement. Zur Verwendung im Verbande der Cavallerie=Divisionen werden dem VII. Armeekorps: die 22. Cavallerie=Brigade, das Cürassier=Regiment von Seydlitz(Magdeburgisches) Nr. 7. und das Husaren=Regiment König Wilhelm I.(1. Rheinisches) Nr. 7; dem X. Armeekorps: der Stab der 18. Cavallerie=Brigade, das 1. großherzoglich=mecklenburgische Dragoner=Regiment Nro. 17, das hannoversche Husaren=Regiment Nr. 15, 2. braudenburgische Ulanen=Regiment Nr. 11 und das Ulanen=Regiment Nr. 16 zugeteilt. Provinzielles. 21. Febr. Ueber das Provinzial=Kaiser=Denkmal machen sich so viele Vorschäge in Bezug auf Form und Aufstellungs=Ort kund, daß es unmöglich erscheint, sie alle wiederzugeben. Münster scheint höchsten Orts als Aufstellungsplatz in Aussicht genommen zu sein. Dortmund die Hauptrivalin Münsters plaut schon ein Lokal=Denkmal nur aus Mittelnder dortigen Bürgerschaft und damit wird die„Provinzial“=Denkmals=Fragehinreichend gekennzeichnet sein. Neu ist der Vorgang Gelsenkirchens in der Augelegenheit, wie derselbe sich in der vor wenigen Abenden stattgefundenen Stadtverordneten=Sitzung zutrug. Herr Bürgermeister Battmann teilte u. a. mit, daß die dortigen Sammlungen co. 2000 Mark ergeben hätten, darauf stellte er den Antrag, um jedem Bürger das Bewußtsein zu geben, zu dem Denkmal, sei es auch indirekt, einen Beltrag geleistet zu haben, aus der Stadtkasse einen Zuschuß von 1600 Mark zu leisten, sodaß auf jeden Kopf der Bevölkerung 15 Pfg, entfallen. Dieser Antrag fand einstimmige Annahme. Gleichzeitig beauftragte das Kolleglum den Vorsitzenden, dem Herrn Landesdirektor den Wunsch der Stadtvertretung mitzutellen, daß das Denkmal in Münster vor dem Königl. Schlosse aufgestellt und die Vorarbeiten dazu so beschleunigt werden möchten, daß die Grundsteinlegung gelegentlich der im Herbst zu erwartenden Anwvesenheit Sr. Maj. des Kaisers und Königs erfolgen kann. — 21. Febr. Zwei Mitglieder der in den letzten Monaten so häu# ihr Unwesen treibenden zügellosen Exscholarenbande erhielten heute vom Icbffengerichte hierselbst für die Mißhandlung eines hiesigen friedliebenden k eine„Belohnung“ von 3½ bezw. 2½ Monaten Gefängnis. Hofwerden diese wie auch die andern halbwüchsigen Bürschchen sich diese Sürger in Fries nehmen und für die Folge ruhig des Weges gehende stischen traktseren, Gsu nicht wieder mit Stockschlägen und Messerausfallen. s: Eine zweite Strafe dürfte denn wohl nicht so mibe .—. Nin, kommt er bald wieder, der alteslunge, übermütigtolle Gast, dem so viel durchwachte Nächte, durchtanzte Schuhe und— durchknickte Herzen Jahr für Jahr zum Opfer fallen: Prinz Carneval, der kühne Sieger mit dem bunt flatternden Panier, das hoch durch die winterlichen —. Ja, hoch geht's her zur Zeit des Carneval, hochundlustig. Freuet Euch, Ihr tanzlustigen Füßchen, all' Ihr Novizen im Ballsaal des Sastesals, uund des Lebensl und Ihr erfahrenen Ball=Schönen, Ihrstolzen Söhr-Kouioinnen, denn Eure Zeit des Glanzes, sie beginnt!.— Freut auch Sebt 2ea nad n#.n Ihr tanz= und— heiratsfähigen Jungaesellen! Vorrat und srlsch) seibt der große, felerliche Augenbick, in dem Ihr allen der Catofag st wand an Witz und Galanterie entfalten könnt, über den der Latalog Eurer Gefühle, das Lexicon Eures Geistes zu verfügen hat. aber, die Ihr zum renomierten und weitverbreiteten Geschlecht der Heäutp srzt und Ballmütter die Ehre oder das Unglück zu gehören habt, offnet mit lautem oder stillem Seufzer auls Eure geheimen Schätze an GeGemeinnütziges. sellerie als Heilmittel gegen Rheudas matismus.) Neue Entdeckungen der Heilkräfte gewisser Pflanzen altmärkische tauchen fortwährend auf; eine der neuesten ist, daß Sellerie ein unzugeteilt.„ fehlvares Mittel gegen Rheumatismus ist. Es wird thatsächlich beDer Minister für Handel und Gewerbe hat die Regierun= hauptet, daß diese Krankheit unmöglich ist, wenn Sellerie in gekochdaß den Lehrern an staatlichen Fortbildungs= tem Zustande gegessen wird; der Umstand, daß sie meist roh auf gen darauf hingewiesen, gaß den Lehrern an staatlichen Fortbildungsschulen ein Züchtigungsrecht gegenüber den Schülern der Fortbildungs= den Tisch gebracht wird, hat bis jetzt verhindert, daß ihre therapeuschulen nicht zusteht. Reichen Ermahnungen und Tadel gegen Stö= tischen Kräfte bekannt wurden. Die Sellerie soll in Stücke zerschnitrung des Unterrichts durch ungebührliches Betragen nicht aus, so ist ten, bis zum Weichwerden im Wasser gekocht und dann das Wasser der Ruhestörer aus dem Unterrichtszimmer hinauszuweisen und die von dem Patienten getrunken werden.— Man koche dann den weiernstliche Bestrafung auf Grund der bezüglichen Polizeiverordnung bei chen Sellerie mit etwas frischer Milch, Mehl und Muskatnuß der Ortspolizeibehörde zu veranlassen. Dieses Verfahren werde siche voraussichtlich als wirksam erweisen, weil die Schüler in der Regel außerstande sein werden, die wider sie erkannten Geldstrafen zu bezahlen, und diese daher in Haftstrafen werden umgewandelt werden, auch vielfach eine nachträgliche häusliche Bestrafung durch den Lehrherrn die Folge davon sein wird. Sofern das Verhalten eines Schülers sich irgendwie als Sachbeschädigung darstellt, soll darauf hingewirkt werden, daß derselbe hierfür bestraft wird. — Ueber Gottesdienststörung hat das deutsche Reichsgericht eine wichtige Entscheidung erlassen, die allerorts bekannt zu werden verdient: Die Störung der Andacht einer Anzahl Personen(für eine Anzahl Personen) beim Gottesdienst in der Kirche —(dahin gehören auch Prozessionen, Beerdigungen, Bittgesänge)— ist als Störung des Gottesdienstes nach§ 167 des deutschen Strafgesetzbuches zu bestrafen, auch wenn eine Unterbrechung, Störung 2c. des Geistlichen 2c. nicht dadurch herbeigeführt wird. Die Mitwirkung an der Störung durch lautes Plaudern, mit dem Bewußtsein, daß das Plaudern, in Verbindung mit dem Geplander anderer an der lauten Unterhaltung beteiligten Personen die Störung herbeiführt, macht jeden Mitwirkenden strafbar. Nach einer früheren Entscheidung ist die schlechte Absicht oter den dolus nachzuweisen nicht erforderlich, sondern es genügt der Nachweis des Bewußtseins, daß eine Störung der Andacht Anderer veranlaßt werde. Die Strafe selbst lautet nach S 167 auf Gefängnis, in schlimmsten Fällen der Gottesdienststörung kann sie bis zu drei Jahren vom Gericht ausgesprochen werden. Kundgabe solcher Bestimmungen mag zur Wahrung der Ehrfurcht in den Gotteshäusern am Platze sein. einer Pfanne auf, serviere dies warm mit geröstetem Brot und esse es mit Kartosseln, und die Schmerzen werden sofort nachlassen. Dies ist die Erklärung eines Arztes, der dieses Mittel wiederholt und mit stets gleichem Erfolg angewandt hat. *(Wie man Blutungen schnell stillt! Jedem Menschen kann es passieren, daß er sich bei der Arbeit irgend verletzt und die Wunde stark zu bluten anfängt. Im ersten Augenblicke herrscht in solchen Fällen Kopflosigkeit und man weiß nicht schnell, wie man die Blutungen stillen soll. Für solche Fälle möge man sich das folgende einfache, aber sehr wirksame Mittel merken: Nimm Watte, tauche sie in heißes Wasser und lege sie dann auf die Wunde, der Erfolg ist überraschend, selbst bei Verletzungen der Pulsadern. Bloß Watte auflegen oder Watte in kaltes Wasser getaucht soll nicht diese überraschende Wirkung haben. Als Blutstillungsmittel kann auch Arnikatinktur stark mit Wasser verdünnt(10 Tropfen auf 1/8 Liter Wasser) versucht werden. Starke Blutungen, namentlich aus Adern müssen immerhin durch Aerzte behandelt werden. Als innerlich kühlende Mittel sind Himbeersaft und andere Fruchtsäfte zu empfehlen. *(Zur Hemmung des Blutsturzes oder des Blutspeiens.) Ein englisches Blatt enthält folgendes Mittel gegen dieses Uebel: Es kann denjenigen, die an Lungenbeschwerden leiden, sowie den Aerzten nützlich sein, zu erfahren, daß es ein schnelles und unfehlbares Mittel giebt, um den Blutausleerungen der Lunge, wenn solche von dem krankhaften Zustande ihrer Organisation herrühren, mit sicherem und entschiedenem Er TETETTD DITEI DT DT EIT DT DIT DI ET DT DTEI DT DT AT EU 8 Sonntag den 3. März findet bei dem Unterzeichneten 40 D AL statt. Entree 1 Mark. Anfang 4 Uhr. Die Musik wird ausgeführt von dem Bilstein=Kirch= beischeder Musik=Verein(17 Mann stark) unter persönlicher Leitung seines Dirigenten Herrn E. Hobigk aus Dortmund. Um recht zahlreiche Beteiligung ersucht freundlichst Joh. Orücke, Gastwirt. Kirchveischede, 23, Febr. 1889. folge zu begegnen. 20 bis 25 Tropfen Terpentinspiritus(nach dem Alter oder der Stärke des Kranken) in einem Glasse Wasser genommen, wird ein augenblickliches Zusammenziehen der Gefäße verursachen, welche jene gefährlichen Zufälle hervorbringen.— Der berühmte Dr. Baille machte es sich in seinen Vorlesungen zür Regel, seine Schüler ganz besonders auf dieses wichtige Mittel aufmerksam zu machen. Er gestand, die Art und Weise nicht zu kennen, wodurch dieses Specificum den plötzlichen Eindruck hervorbringe; denn lange, ehe es durch das Medium der Circulation wirken konnte, war der Zweck meistens schon erreicht, und ich kann, auf 30jährige Erfahrung in meiner Praxis gestützt, hinzufügen, daß diese Behandlungsart eine solche praktische Bestätigung erlangt hat, daß ich nie unterlasse, Kranken aller Art anzuempfehlen, beständig ein Fläschchen mit obiger Medicin bei sich zu führen, um zu jeder Zeit unmittelbare Hülfe zu haben, indem sonst aus Mangel derselben das Leben täglich in Gefahr schwebt, und nicht selten nachts durch Erstickung verloren geht, wovon mir erst kürzlich ein H7, 2(S. Meißtlandt Fall vorgekommen, der mich zu dieser Bekanntmachung veranlaßt. W. 4 G. Feeißtirnor, Sieisen, Mit Gottes Hülfe wird dieses helfen! Saubr„ 9 Sanostraße. Wir bringen hiermit unser assortiertes Lager in: Gas=& Wasserleitungs=Armaturen, Ausgußbecken, Wand=Brunnen, Closets, Bade=Einrichtungen 2c. zu billigst gestellten Preisen in empfehlende Erinnerung. Besonders erlauben wir uns darauf aufmerksam zu machen, daß wir schon mehrere Jahre uns eingehendst mit Jnstallationen für Rohcleitungen befassen und für fachgemäße Ausführung derselben Garantie leisten.(1626) Gothaer Lebensversicherungsbank. Neuter Zagang im Jahre 1836: 4.20 Perst mit Bankfonds am 1. Februar 1889 ca, 151,000,000„ Versicherungssumme ausbezahlt seit Beginn ca, 195,490,000„ Dividende der Versicherten im Jahre 1889 6,096,411„ und zwar nach dem alten System mit Dividenden=Nachgewährung auf die letzten fünf Jahre: 40 pCt. der Jahres=Normalprämie; nach dem neuen„gemischten“ System: 30 pCt. der Jahres=Normalprämie und 2,6 pCt. der Reserve, wonach sich die Gesamtdividende für die ältesten Versicherungen bis auf 132 pCt. der Normalprämie berechnet. . Die Versicherungen Wehrpflichtiger bleiben ohne Zuschlagprämien auch iun erteosfahe in Vertreiter: G. A. Isphording, Attendorn. Stäbe. Zwei Reiser schnitt am Bach' ich ab; Nahm einen mir zum Wanderstab. Den andern stellt ich in die Eck, Zu einem großen, ernsten Zweck. Den soll ein braver Mann sich holen, Mit ihm Thierschinder dann besohlen. P. Ch. Martens. Als wirksamster und daher billigster Dünger hat sich auch wioder im Jahre 1888 Peru-Guano— Füllhornmarke— bewährt. Diosolbo ist cinzig und allein ücht 21 bozichon durch die Anglo-Continentale(vorm. Ohlendorff'’sche) Guano-Werke, Hamburg—Emmerich. (Es sind mir neuerdings wiederholt anonyme Zuschriften zugegangen. Ich werde solche in Zukunft ungelesen vernichten. Wer nicht den Mut hat, seine Beschwerde mit seinem Namen zu vertreten, verdient als Feigling keine Beachtung. Olpe, 19. Februar 1889. Der Landrat Tierarztliche Bin wieder vollständig gesund und kann meine tierärztliche Praxis im ganzen wieder ausüben. Elspe, Kreis Olpe. Schulte Th. Ein umzännter Garten in der Lehmenkuhle, ca. 50 Ruthen groß, ist zu pachten von Jos. Kundt, Olpe. Ein Garten zu vermieten. Wo? sagt die Exped. dss. Blts.(163) *Gesang=Verein.? 5. Am Sonntag den 24. T Februar c. findet bei Wirt Theodor Schniltgen in Kirchbeischede eine kleine Abend=Unterhaltung statt, bestehend in : Konzert und theatralischen Aufführungen. Anfang gegen 5 Uhr. Entree à Person 40 Pfg. Hierzu ladet freundlichst ein. 2 Vorstand. 41. Holft. Sdamet solft. Eonmer,&a Ctr. 28 M. ab hier gegen Nachnahme empfiehlt Julius Werner, Neumünster i. H. 10 Pfd.=Probepostcolli 3 M. und 3.50 M. fraukto jeder Poststation. Ein gutes Buch. Die Anleitungen des gesandten Buches sind zwar kurz und bündig, aber für den praktischen Gebrauch wie geschaffen; sie haben mir und meiner Familie bei den verschiedensten Krankheitsfällen vorzügliche Dienste geleistet.“— So und ähnlich lauten die mir und meiner Familie bei den verschiedensten, Krauktheitss ganz Ooczugzege Dicmte gettinez.— So und ähnlich lauten die Dantschreiben, welche Richters Verlags=Anstalt fast täglich sichersen“ das illustrierten Buches Ger Kraufenfreund“ zuge für reiben, welche Richters Verlags=Anstalt fast täglich fi Übersendung des munstrierten Buches„Der Krantenfreuno“ zugehen. ] Wie die demselben beigedruckten Berichte glücklich Geheilter beweisen, haben durch Befolgung der darin enthaltenen Natschläge selbst noch sosche Krante Heilung gesunden, welche bereits alle Hoffnung aufgegeben hatten. Dies Buch, in welchem die Ergebnisse langjähriger Erfahrungen niedergelegt sind, verdient die ernsteste Beachtung jedes Kranken. Es sollte niemand versäumen mittelst Postkarte von Richters Verlags=Anstalt in Leipzig oder New=York, 310 Broadway, l die 936. Auflage des„Krankeufreund“ zu verlangen. Die ZuI fendung arfolgt sofort kostenlos.— Der Unterzeichnete empfiehlt: Rindleder in vorzüglicher Qualität per Pfund zu 1,60—1,85 Mark, Sohlleder per Pfund von 1,60 Mark an. Das Bereiten der Häute und Felle wird von mir bestens besorgt, auch gge olche zu seder Zeit oan. Joh. Koch, Gerber. Westfalen-Marsch über das Hawerkamp'sche Westfalenlied: „Grüß dich Gott, Westfalenland“, für das Pianoforte von Emil Burgstaller. Brillanter Marsch! Leicht zu spielen! Preis: M. 1,20. Gegen Einsendung des Betrages senden wir franko. Ruegenberg'sche Buchhandlung, Olpe. Empfehle mein großes Lager in Tapeten und Borden in neuesten Mustern; auch bringe ich die Lieferung von Grabdenkmälern in Stein, Zink und Eisenguß in empfehlende Erinnerung. Altenhundem, im Februar 1889. A. Oberliessen. Annoncen jeder Art Iue Zastirnih. ffür sumtliche benlsche Heilungen, I* Eßtalg jedes Quantum, zu den billigsten Tages=Preisen, sendet franko jeder Bahnstation bei Abnahme von 50 Pfund an. Liefere auch dickes frisches Roh-Fett. U.Barmen. Heiur. Rosenkranz. Mittwoch den 27. dss. Mts., 2 morgens 10 Uhr anfangend, läßt die Witwe Jos. Schweins= berg hier in ihrer Wohnung gegen Ausstand verkaufen, verschiedene Hausmobilien, als: 4 Tische, 6 Stühle, 2 Kommoden, 1 Glaserschrank, 2 Koffer, 4 eichen Kisten, 3 Waschküben, 1 neue Häckselmaschine, 1 neue Kochmaschine, Fässer, Kaffeekesseln, Säcke, 1 Karrngeschirr, 1 Doppelpflug, 1 Rind und 1 Kuh.(168) Wenden, 20. Febr. 1880. Wurig, A.=C. Ein Schuhmacher=Geselle wird auf sofort gegen guten Lohn und dauernde Beschäftigung gesucht. Wetter a. d. Ruhr. Louis Schmidt, Schuhmacher. ##### empfehle eine große Auswahl in Masken, Kopfbedeckungen, Barten, sowie verschiedene Sorten Musik=Instrumente. Olpe. Jos. Gummersbach Schafhude=Verpachtung! Die diesjährige Schafhude werde ich bis zum 1. März dss. Is. unter der Hand verpachten. Dieselbe besteht aus 160 Morgen Hageberg und circa 30 Morgen Futterländer. Schriftliche wie mündliche Angebote nehme bis dahin entgegen. Sange bei Finnentrop, den 18. Februar 1889. Fr. Ant. Stipp. (m Wege der Zwangsvollstreckung sollen am 28. Februar morgens 9 Uhr in Maumke 1 Sofa, 1 Kleiderschrank 2 Ziegen, Zusammenkunft bei Wirt Hufnagel, vorm. 10 Uhr in Meggen 1 Kleiderschank, 2 Schweine 2c., Zusammenkuft bei Wit[Henuece,„isgein; g r., B.i am 2. März cur. morgens 9 Uhr in Beistem 1 scoffer, Zusammenkuft bei Wit Schmelzerz, D a echuns durs 90 C. vorm. 10 Uhr in Kirchveischede 1 Kleiderschram, circa 30 Cent. Kartoffeln 2c., Zusammenkunft bei Wirt Drücke öffentlich, meistbietend, gegen Baarzahlung versteigert werden.(169) Förde, den 21. Februar 1889. Gastreich, Ger.=Vollz. Fachzeitschriften, sowie auch für ausländische Zeitungen werden von uns aufs prompteste übermittelt. Unsere geehrten Auftraggeher haben dadurch ganz beachtenswerte Vortelle: Arbeitserirgazgu Bägzngrschuß, oleiche Prese mit den Zetungen Veresofachte gihrechnn. nur ein Mannstript erforderlich. 86. K Wir empfehlen uns zur Aufertigung nachstehender Artikel: A. Für kaufmännischen B. Für gesellschaftund gewerblichen lichen Bedarf. cur. und Am Mittwoch den 27. Febr. erhalte ich eine große Auswahl zu jedem Gebrauche geeigneter junger Arbenspferde, wozu Käufer höflichst einlade. Siegen, 22. Februar 1888. M. L. Stern. Zur gefl. Abnahme empfehle frischen Tement. Edm. Lohmann, Grevenbrück. Auflage 352.0001 das verbreieiste aller deutschen Släuter über: Hauptigußerdemerscheinenleberjehungen In 1wölf fremden Spra: chen. „ Die RodenA w e l t. O l l u # strirte Zeitung für Toiletie und Handarbeisten. - N. H. Monatlich zwei WI Nummern.Preis VAN vierteljährlich I RISSSR. Nens bährlich erVNVA, scheinen: „ 24 Rummern mit NA Tolleiten und „* Handarbeiten, #00 enthaltend geden 2000 Abbildungen mit Beschrelbung, welche das ganse Geblet der Garderobe und Leibwäsche für Damen, Mädchen und Knaben, wie für das gartere Kindesalter umfassen, ebenso die Leibwäsche für Herren und die Beit= und Tischwäsche 2c., wie die Handarbeiten in ihrem ganzen Umfange. 19, Bellggen mit etwa 200 Schnittmustern Bekanntmachung. Ueber das Vermögen des Handelsmannes Peter Arens zu Wenden ist am 20. Februar 1889 morgens 10 Uhr Conkurs eröffnet. Verwalter Rendant I. I. Wurm zu Wenden. Offener Arrest mit Anzeigepflicht bis zum 12. März 1889 einschl. Anmeldefrist bis zum 12. März 1889 einschl. Erste Gläubiger=Versammlung und allgemeiner Prüfungstermin am 19. März 10 Uhr Zimmer 4.(166) Olpe, 20. Februar 1889. Königliches Amtsgericht. Zur Beglaubigung: Kopischein, Gerichtsschreiber. Bedarf. Adresskarten, ein- und mehrfarbig, Anweisungen, Auftrags-Bestätigungen, Auskunftsbriefe, Bestellscheine, Briofpapier mit Firma, Circulaire, Deklarationen, Empfangs-Bostätigungen, (Geld-), Empfangsscheine, Etiketten, Frachtbriefe, Facturon, Couvorts mit Firmadruck, Mahnbriefe, Mitteilungen, Packet-Aufklebo-Adressen, Packet-Begleit-Adresson, Postkarten, Quittungen, Reise-Avise, Rechnungen, Tratten-Avise, Wechsel. Einladungs-Briefe, Einladungskarten, Eintrittskarten, Menus, Mitgliedskarten, Programme, Papier-Servictten, Speisckarten, Weinkarten. C. Für FamilienBedarf. Dankosbriefe, Einladungs-Karten, Geburtsanzeigen, Gratulations-Karten, Hochzeits-Einladungen, Hochzeitslieder, Kindtaufs-Einladungen, Verlobungsanzeigen, Visitenkarten, Todesanzeigen, Totenzettel K Ruegenberg'sche Buchhandlung, K 01pe. 13. Bellgen, mit etwa 200 Schnittmusterg für alle Gegenstände der Garderobe und eiwa 400 Muster=Vorzeichnungen#r Weidund Duninicrtti, Mamengerineen.= nnemenis werden sederzeit angenommen allen Buchhandlungen und Postanstal— Probe=Rummern gratis und franco ch die Expeditlon, Perlin W. Potsner Str. 38; Wien I, Operngasse 3. und Buntstickerei, Namens=Chiffren 2c. Abonngnezts Perdeg sederzeit argegomngen bes augeug mmuran burch di: damer E# In Olpe nimmt die Ruegen berg'sche Buchhandlung Bestellm gen an. OrES„" 9 Nanmaschinen! Ueber 8 Millionen im Gebrauch Mehr als 300 Ehrenpreise erster Classe. Kölnerstraße 103. Gr. Neidlinger, Kölnerstraße 108. Hoflieferant J. K. H. der Prinzessin Friedich Karl von Preußen. Viehmarkt. Hochtragende und frisch melke 440.6—. vertaufe g. Hasse, Grebenbrück, Ein 21 jähr, roter Fahrochs steht zu verkaufen bei A. Wichtmann, Deutmecke bei Grevenbruck. Druck von Th. Mietens in Olpe.