Worre. Apzeigenpreise: Grundpreise für 1 mm Höhe in 22 mm Breite.5 Pf. mit Botenlohn:.15 RM. monatlich oder 1,08 RM. halbmonatlich, Selbstabholer.85 RM. monatlich oder 93 Pi. halbmonatlich. Bezugspreis für die„Bochumer Illustrierte“ 30 Pf. monatlich, Funkzeitschrift„bör mit mir“ 45 Pf. monatlich bei vier Sonntagen und 55 Pf. bei fünf Sonntagen im Mapat.— Wenn das Erscheinen der Zeitung durch höhere Gewalt, Verbdt oder Betriebsstörung und dal. verhindert wird, können keine Ersatzansprüche, gestellt, werden.— Geschäftsstelle geöffnet von 8 bis 13 und von 14½ bis 19 Uhr, sonntags von 11 bis 12 Uhr.— Sprechstunden der Schriftleitung, außer mittwochs und samstags von 16 bis 17 Uhr.— Postscheckkonto Dortmund 1760. Verlag und Druck: Laupenmühlen& Dierichs in Bochum Samstag Sonntag 28./29. Mai 1938 45. Jahrgang Nummer 123 Samstagsausgabe 13 Pf. im Anzelgernielgiellengesuche'S Vlei= peteinsanzeigen(die Richl der e Alse Kheäiheie scite Bacht Ne Aichehhe lich aufgegebener Anzeigen kann keine Gewähr übernommen werden. Hauptgeschäftsstelle: Rathausplatz 8. Anruf 67551—54 durch ein tschechisches Militärflugzeug— Weitere deutsche Proteste in Prag #d dar Reichsarenze bis auf 20 Weter dnb Wien, 27. Mai. Am 27. Mai erschien um.15 Uhr morgens über der Stadt und dem Grenzbahnhof Gmünd im Gau Niederdonau in etwa 150 Meter Höhe ein einmotorizer tschechischer Militärdoppeldecker mit dem Zeichen B 92, der offenbar mit zwei Personen, von ereinem Flugzeugführer und einem Beobachter, besetzt war. Der Doppeldecker überflog zunächst die BleilebenBrücke, kreiste dann ganz niedrig um den Grenzbahnhof Gmünd, wobei sich von den beiden Insassen des Flugzeuges der vorn Sitzende weit aus dem Flugzeug herausbeugte und einen Photographenapparat oder eine Filmkamera in den Händen hielt. Das Flugzeug beschrieb hierauf einen Bogen um die evangelische Kirche und flog dann der Eisenbahnlinie entlang nach Ceste Velenice zurück. Es ist von Hunderten von Personen gesehen worden, deren sich wegen dieser neuen Grenzverletzung eine große Erregung bemächtigte. Da das Wetter völlig klar war, ist ein Verfliegen ausgeschlossen. Das Flugzeug kam aus Richtung Budweis an der Eisenbahnstrecke Pilsen—Budweis—Gmünd—Wien entlang. Den ortskundigen tschechischen Fliegern ist ohne Zweifel nicht unbekannt, daß sich noch auf tschechischem Gebiet in Ceste Velenice die beiden markant in das Gelände eingeschnittenen Eisenbahnstrecken von Budweis über Gmünd nach Wien vereinigen und in den tschechischen Grenzbahnhof Ceste Velenice einmünden. Der Bahnhof bildet daher einen hervorragenden Orientierungspunkt für jeden Flieger. Es kann sich also bei diesem neuen Grenzzwischenfall nur um eine beabsichtigte Grenzverletzung zu militärischen Zwecken handeln. Deutscher Bauer niedergeschlagen von tschechischer Patrouille dnb Linz, 27. Mai. Das Linzer Blatt„Arbeiterschutz“ meldet aus Freistadt eine neue tschechische Gewalttat. In der Nähe von Kaplitz verlangten tschechische Soldaten von einem deutschen Grenzbauern, der seinen Acker pflügte, einen Ausweis. Als er erklärte, daß er einen solchen bei der Arbeit nicht mit sich trage, weil sein Hof ohnedies in nächster Nähe sei, wurde er mit Feldspaten und Gewehrkolben von der tschechischen Patrouille niedergeschlagen, so daß er schwerverletzt ins Spital gebracht werden mußte. An seinem Aufkommen wird gezweifelt. Deutschland protestiert erneut dnb Prag, 27. Mai. Der deutsche Gesandte in Prag hat auch gestern und heute erneut in Noten bei der tschechoslowakischen Regierung gegen die andauernden Grenzverletzungen durch tschechoslowakische Flugzeuge protestiert. prags Kurs hindert Beruhigung Berlin, 27. Mai. Das„Berliner Tageblatt" veröffentlicht eine Zuschrift aus dem Leserkreis, die deutlich erkennen läßt, daß die Tschechen unentwegt ihre sinnlosen militärischen Maßnahmen weiterführen und damit die Nervosität in der Bevölkerung steigern. Es heißt in dem Bericht Ueberlandfahrten durch die Tschechoslowakei sind nach wie vor eine aufregende Angelegenheit, Eine Kontrolle durch die nervösen Beamten jagt die andere. Das bloße Mitführen eines Photoapparates genügt, um rücksichtslos verhaftet zu werden. Auf der Ka Straße müssen Barrikaden aus zusammengefahrenen Le terwagen mühselig umfahren werden. Auf virten. Hüseln rechts und links der Straße sind Maschinengem##tpostierungen angelegt, deren„Tarnung“ sie erst richtig auffällig macht. Bei Sollmus nahe Karlsbad ist schwere Artillerie aufgefahren, deren Langrohre auf die Erzgebirgsgegend weisen. Fast alle Brücken der sogenannten Reichsstraßen sind angebohrt und mit Dynamit„gesichert“. 8 schechischer Wachtposten, die offenbar Angs haben, sie könnten sonst mitsamt ihrer Brücke in die Luft fliegen, verbieten schnelle Fahrt. In Nordwestböhmen, von Kaaden und Brummersdorf angefangen, sind Nähe von Teplitz auf der Reichsstraße nach Komotau, Brür bis nach Dux ale Straßenüberföhrurg.ehragn, eir bis zwei Meter unterbrochen, so daß der verkehr hier völlig gesperrt ist. Bei Zinnwald, dicht an der Grenze, sind ganze Alleen gefällt, die Bäume sperren die Straße. Wieder andere Straßen sind in bestimmten Abständen aufgerissen. Panzerwerk im Kriegerfriedhof Das Ausmaß der tschechischen Befestigungsanlagen kaum noch zu überbieten— Interessanter Bericht der Wiener „Reichspost“„ Wien, 27. Mai. Ueber die tschechischen Befestigungsanlagen an der Srenze berichtet der nach Kittsee entsanpte Samhg.: berichterstatter der„Reichspost“, man könne nunxehe feststellen, daß die Befestigungsanlagen einen zugenommen haben, der kaum noch zu überbieten sei. Im einzelnen führt der Berichterstatter aus: Von der deutschen Reichsgrenze sieht mag geicht Lie Schutzwälle, deren Panzerkuppen nun entblößt sind. Klitse beginnen die tschechischen Befestigungsanlggen in der nächsten Näbe der Grenze. Mit freiem Auge kann man ein halbes Dutzend dieser Werke, die einem großen Aufgebot von Soldaten besetzt sind, kennen.... gag Main.ed. Der Hauptstützpunkt scheint etwa 500 Meter westlich von der aus Kittsee gegen Preßburg führenden Straße gelegen zu sein. Schreitet man die Grenze in der Richtung auf dieses Werk ab, so kann man sich auf weniger als 200 Meter nähern und hier die Panzerkuppen und die Unterstände aus nächster Nähe deutlich wahrnehmen. In wenig pietätvoller Weise wurde dieser Stützpunkt mitten in einem Kriegerfriedhof errichtet, so daß das Panzerwerk links und rechts von Grabkerzen umgeben ist. An seinem Fuße steht eine Kapelle und dann beginnen wieder die Stacheldrahtverhaue, die sich in der Richtung nach Berg hinziehen und der Reichsgrenze bis auf 20 Meter nahe kommen. Wie sich der Berichterstatter persönlich überzeugen konnte, ist auf deutscher Seite weit und breit kein deutscher Soldat zu sehen. Sogar die Zollhäuser sind nur von den dort regelmäßig Dienst tuenden zwei bis drei Beamten besetzt. Die ganze Stadt Preßburg und auch der Brückenkopf sind voll von Militär. Da ein ständiges Kommen und Gehen herrscht, ist nicht festzustellen, wieviel Jahrgänge eigentlich einberufen worden sind. Die Tschechen scheinen diesen Anlaß dazu benutzt zu haben, um durch die Aushebung wahlberechtigter Personen in den nichttschechischen Gebieten das Ergebnis der Gemeindewahlen zu beeinflussen und zu verfälschen. cheibrähtverhaue, die sie Die krirgseerer“ Ungen Prape von Engländern bestätigt— Seit 14 Tagen ruht im Ein Engländer, der zur Kur zugebracht hat. Hof, 27. Mai. einige Wochen in Karlsbad trat in diesen Tagen mit seinem Wagen von Karlsbad über Eger und durch Deutschland seine Rückreise nach England an Bei seinem Aufenthalt in Hof schilderte er seine Erlebnisse auf seiner Fahrt von Karlsbad bis zur Grenze. Er erklärte, daß er sich vorgekommen sei wie mitten im Kriegsgebiet zwischen kämpfenden Truppen. Auf der kurzen Strecke von Karlsbad bis Eger sei sein Wagen nicht weniger als zwanzigmal umgeleitet worden. Er hätte immer wieder von der Hauptstraße abbiegen müssen. Er sei dann durch lauter Sperren, die durch Ackergeräte und Ackerwagen gebildet worden seien, auf dürftigen holprigen Feldwegen, über Notbrücken und durch Wälder nach einiger Zeit wieder auf die Straße zurückgeleitet„worden. Offenbar habe man auf der Staatsstraße die Brücken gesprengt und leite nun die Fahrzeuge um. Die deutschen Bauern hätten ihm erklärt, daß die ganze Feldarbeit seit.gier; zehn Tagen ruhe und sie der Zutugr größter Sorge entgegensähen. Sie könnten ug ohne Lebensgefahr nicht mehr auf ihre, Felder begegen, da sich zwischen den Ackerstücken Maschinengewehrnester befänden und Betonunterstände. Ihr Ackergerät ihre Ackerwagen hätte man ihnen trotz aller Widersprüche zur Herstellung von Barrikaden fortgeBrücken seien sämtlich angebohrt und die Bohrlöcher mit Ekrasit geladen worden. Die Sprengvorbereitungen seien deutlich zu erkennen. In Neusattel und anderen Orten, die er habe passieren müssen, habe man in den öffentlichen Gebäuden, insbesondere den Schulen, Brandvorbereitungen getroffen. Zahlreiche Zimmer seien mit Stroh gefüllt worden, daneben ständen Petroleumkannen, so daß einige Handgriffe genügten, diese Gebäude in brennende Fackeln zu verwandeln. Die Bahnhöfe blieben abends unbeleuchtet und die Züge führen mit abgeblendetem Licht. Reisende, die es wagten, in den Abteilen Licht zu machen, würden vom Zugpersonal bedroht. Unter diesen Umständen hätten es zahlreiche Kurgäste in Marienbad und Karlsbad vorgezogen, schnellstens abzureisen, da sie sich angesichts dieser umfangreichen Kriegsvorbereitungen fürchteten. In der Nähe von Eger sei eine Reihe von Hügeln, von denen aus man einen Ausblick auf die Ebene habe und die daher militärisch von Wichtigkeit sein könnten, unterminiert und mit ladungen versehen worden, um ihre militärische Benutzung durch einen möglichen Gegner zu verhindern. Kommunisten bewaffnet“ Feststellungen eines Sonderberichterstatters der Londoner „Daily Mail“ In einem Reisebericht über eine Autofahrt durch das sudetendeutsche Grenzgebiet kommt der Sonderberichterstatter der Londoner„Daily Mail“ zu gleichen Feststellungen wie der Engländer in dem vorstehenden Bericht. Er sagt, daß die Gefahr ernster Zwischenfälle an der deutsch=tschechoslowakischen Grenze noch groß sei, weil die tschechischen Truppen immer noch dort konzentriert seien. Ueberall habe er Proteste dagegen gehört, daß die tschechischen Truppen die sudetendeutsche Bevölkerung mißhandelten, als sei sie ein feindliches Volk in einem eroberten Gebiet. Man habe ihm erklärt, daß, wenn es so weitergehe, einige leicht erregbare Deutsche zurückschlagen könnten. Man würde sie ohne weiteres erschießen, denn die tschechischen Soldaten seien sehr aufgeregt und ihre Offiziere hätten sie anscheinend nicht in der Kontrolle. Die Folgen würden unübersehbar sein.. An mehreren Stellen sei er dicht an der deutschen Grenze gewesen, habe aber keine Anzeichen von militärischen Bewegungen auf der deutschen Seite bemerkt. In verschiedenen Orten hätten die Tschechen die sudetendeutschen Kommunisten bewaffnet. Diese Kommunisten hätten es mit geschultertem Gewehr plötzlich zu einer amtlichen Autorität gebracht, die sie über ihre Nachbarn mit großer Schadenfreude ausüben würden. Deutschland friedlich— Tschechei Kriegslager Das fand ein Reuter=Korrespondent London, 27. Mai. In einer längeren Meldung beschäftigt sich ein Reuter=Korrespondent mit der Lage in Deutschland und in der Tschechoslowakei; er kommt zu folgenden interessanten Seitelgpoetz, hapern habe er allesäuße In Nieveroayern habe er„allesaußerst friedlich“ vorgefunden, ohne daß bis 50 Kilometer in deutsches Gebiet hinein auch nur ein Zeichen von Truppenbewegungen anzutreffen gewesen sei. Er habe mit vielen Nationalsozialisten gesprochen, die alle die Idee eines Krieges zurückgewiesen hätten. Auf tschechischer Seite der Grenze hingegen habe der Korrespondent eine gespanntere Atmosphäre angetroffen. Die Hauptverkehrsstraßen seien versperrt gewesen. Alle Brücken seien bewacht gewesen, so daß sie in jedem Augenblick hätten gesprengt werden können. Eine Menge Soldaten sei zu sehen gewesen. Nackensen bei Graf Ciano „Frankreich soll sich keiner falschen Selbsttäuschung hingeben.“ anb Rom, 27. Mai. Der italienische Außenminister Graf Ciano hat den deutschen Botschafter von Mackensen empfangen. Die amtliche Mitteilung wird von der römischen Abendpresse an bevorzugter Stelle veröffentlicht. In bezug auf die tschechoslowakische Krise wird in den italienischen Abendzeitungen vor allem auf die französischen Minöver hingewiesen und mit aller Entschiedenheit betont, daß Frankreich sich gegenüber der italienischen Haltung, die nichts mit dem Versailler Vertrag gemein habe, keiner falschen Selbsttäuschung hingeben möge. London imponiert der KdF.=Wagen London, 27. Mai. Die Rede des Führers in Fallersleben bei der Grundsteinlegung der Fabrik für den Volkswagen wird in den meisten Londoner Blättern ausführlich verzeichnet. Die Zeitungen weisen auch in ihren Ueberschriften auf den außerordentlich niedrigen Preis des Volkswagens hin und bringen in ihren Berliner Berichten darüber hinaus noch Einzelheiten seiner Leistungsfähigkeit. Hoch ringt=dus Eirb Vom=Eraden=Mann Der Heldentod des Leutnants Günther im steierischen Ueberschwemmungsgebiet zu ner= stellen und die Gefährdeten vom Dach über das Wasser dnb Graz, 27. Mai. Wohl selten hat sich die Verbundenheit der deutschen Wehrmacht mit der Bevölkerung der deutschen Ostmark in so glänzender Weise bewiesen wie bei der großen hieberschpenwunggr-Zutge hen gezlosen, Einsatz der in in der Steiermark. Durch den restlosen Einsatz der in der Steiermark stationierten Truppenteile konnten viele Hunderte von Menschenleben gerettet und dgs, Hab und Gut vieler Tausender geborgen werden. Leide, hatte bei den Rettungsarbeiten, wie bereits bekannt, ein jun ger Leutnant des GAR. 79. Friedel Günther, den Heldentod gefunden. Seine Heldentaten und sein Sterben werden in der Bevölkerung unvergessen bleiben. Leutnant Günther war am Sonntag, 22. Mai, den frühen Morgenstunden mit vier, Gutezgf’zere gag Sochoesehnste Kaschancen oresaige chiceähe den Wellen der Mur gefähreter, Fuzgeg—terhäuser der Fabrikanlage bereits auf bos Opef Lanonieren an Mit zwei Unterofizieren und„Peutrant Günther der Unfalstelle angelangt,„mußte Leutrant feststellen, daß sich etwa 50 Menschen in höchster Lebensgefahr befanden. Der Leutnant und seine Leute sprangen sofort ins eiskalte Wasser zwischen einem noch auf Land stehenden Haus und dem am meisten gefäbrbetgn, Tgreit giage, in dem sich vier Erwachsene und drei Kinder befanden, eine Seilverbindung herzustellen. Es gelang aber nur den beiden Kanonieren, das bedrobte Hous Zu.,Ahge guf die Kinder und unter Hinsich jedoch mit Rücsichr auf die Kinder und unter Hin weis auf die reißende Strömung, das Haus zu verlassen. Da das Wasser immer höher stieg und die Strömung infolgedessen immer reißender wurde, mußten schließlich auch die beiden Kanoniere im Hause verbleiben. Leutnant Günther hatte unterdessen versucht, die Einwohner eines anderen ebenfalls äußerst bedrohten Hauses zu retten. Es befanden sich dort insgesamt 14 Erwachsene und sechs Kinder. Dem Leutnant war es nach übermenschlicher Anstrengung gelungen, eine Seilverbindung mit dem Hause herzustellen. Beim Anbringen des Seiles war er durch die gefährliche Strömung selbst in höchste Gefahr geraten. Seinem tollkühnen Beispiel waren fünf Männer aus dem Orte gefolgt. Ihren vereinten Kräften gelang es, sämtliche Bewohner vom ersten Stockwerk des Hauses abzuseilen und über das Wasser an Land zu bringen. Der Leutnant wurde infolge der Einwirkung des eiskalten Wassers vom Schüttelfrost befallen, setzte aber die Rettungsaktion ohne Zaudern fort. Inzwischen waren aus Graz Pioniere mit einem Ponton und einigen Zillen an der gefährdeten Stelle eingetroffen. Es gelang nunmehr, die Mehrzahl der Menschen aus den anderen Häusern ebenfalls in Sicherheit zu bringen. Es befanden sich aber noch immer vier Erwachsene, drei Kinder und zwei Kanoniere in dem am meisten vom Einsturz bedrohten Haus. Da es am Sonntag nicht mehr gelungen war, diese Personen zu retten, wurde das Hilfswerk am nächsten Tage in den frühesten Morgenstunden fortgesetzt. Die neun Personen begaben sich auf das Dach des Hauses und Leutnant Günther übernahm das nunmehr tollkühne Wagnis, auch hier eine Seilverbindung herzustellen und die Gefährdeten vom Dach über das Wasser an Land zu seilen. Er seilte sich selbst an und watete durch die tosenden Fluten. Anfangs ging alles glatt und der tapfere Offizier erreichte auch schon einen aus dem Wasser emporragenden eisernen Trägermast, an dem er sich festhielt, um noch einmal nach dem. Ufer einen Gruß zurückzuwinken. In diesem Augenblick neigte sich jedoch der eiserne Mast, und der Leutnant mußte, um nicht erschlagen zu werden, sofort das Seil durchschneiden, das ihn mit dem Ufer verband und schwimmend dem stürzenden Mast auszuweichen versuchen. Erüberließ sich kurzentschlossen der reißenden Strömung und suchte das Ufer zu gewinnen. Sofort sprangen ihm drei am Ufer stehende Personen nach und die Pioniere machten den Rettungsponton frei, um den Schwimmenden zu bergen. Aber der Ponton konnte nach vergeblichen Anstrengungen nur noch die dem Leutnant nachgeschwommenen Personen in völlig erschöpftem Zustand aufnehmen, während der Leutnant etwa 800 Meter unterhalb des Mastes in den Fluten versunken war. Eine Gruppe von Einwohnern, die vom Turbinenhaus der Werksanlage den heldenhaften Kampf des Offiziers mit dem übermächtigen Element mit ansahen, versuchte in ihrer Verzweiflung, in einem leichten Boot dem Ertrinkenden zu Hilfe zu kommen. Da dieser Versuch aber nichts anderes als den vollkommen sicheren Untergang bedeutet hätte, wurden sie mit Gewalt von ihrem Vorhaben abgebracht. Am 26. Mai wurde die Leiche des Offiziers, der in tiefer Friedenszeit im heldenhaften Einsatz für sein Volk den Tod gefunden hatte, etwa zehn Kilometer flußabwärts geborgen und unter größter der Bevölkerung in der Totenkammer des Friedhofes in Deutsch=Freistritz aufgebahrt. Seite 4 Nr. 123/ Bochumer Anzeiger Samstag Sonntag, 28./29. Mai 1938 Manöver und Mobililierung „Man sollte in Paris eigentlich wissen, daß es hinsichtlich der Haltung Italiens nichts zu erläutern gibt. Diese Worte, die Mussolini kürzlich in Genua gesprochen hat, müssen auch die von Geburt aus Tauben deutlich und klar vernommen haben. Sie können keinerlei Auslegung mehr unterzogen werden. Denn die politische Freundschaft zwischen Italien und Deutschland ist unwandelbar.“... Mit diesen klaren Worten nimmt das halbamtliche„Giornale'Italia“ anläßlich der Aussprache zwischen dem deutschen Botschafter von Mackensen und dem italienischen Außenminister gegen die französischen Zweckmanöver Stellung, die sich über den Bestand der Achse Berlin—Rom wieder einmal einer sträflichen Selbsttäuschung hingaben. Wir selbst haben eine andere amtliche Aeußerung unserer politischen Freunde südlich der Alpen nicht erwartet, aber wir begrüßen die Klarheit der Feststellung als rechtes Wort zur rechten Zeit, als demonstrative Pressebekundung der deutsch=italienischen Solidarität und als grundsätzliche Absage an die offiziösen und offiziellen Saboteure der europäischen Ruhe. Der Eifer, mit dem seit mehr als einer Woche von der Mehrheit der Pariser und Londoner Blätter— ganz zu schweigen von der tschechischen Presse!— Entstellungen, Aufbauschungen und plumpe Lügen erfunden oder übernommen werden, hat im Punkte des deutsch=italienischen Verhältnisses einen Dämpfer bekommen, zugleich ein deutlicher Nasenstüber für diejenigen, die an amtlicher oder halbamtlicher Stelle in London oder Paris diese Pressemanöver anzettelten oder sie geschehen ließen in dem Glauben, daß man damit das Märchen vom„Friedensengel Großbritannien“ der Weltöffentlichkeit wahrscheinlicher machen könnte. Nun: Italien und Deutschland kennen aus historischer Erfahrung die britische Vorliebe für die moraltriefende Rolle des ehrlichen Maklers und Friedensstifters. Zwanzig Jahre Nachkriegserlebnis haben uns darüber ausgiebig belehrt. Wir zweifeln auch durchaus nicht am englischen Verantwortungsbewußtsein für einen Frieden im englischen Sinne. Aber auch hier hat sich in langer weltpolitischer Praxis gezeigt, daß die nationalen Völker des Kontinents nicht mehr gewillt waren, die britischen Ansichten und Prinzipien in Bausch und Bogen als ihre eigenen hinzunehmen, wie umgekehrt Old England auch heute noch sich gegen die politische und kulturelle Weltanschauung anderer Völker stark zu machen beliebt. Auch diesmal besteht ein auffälliger Widerspruch zwischen der vom amtlichen England mit moralischer Gravität vertretenen Befriedungspolitik und der skrupelfreien Taktik seiner Presse. Nur wenige Blätter der britischen Hauptstadt stellten sich in den Dienst der außenpolitischen Objektivität, so die„Daily Mail“, in gewissem Sinne auch die„Times“, die sich während der letzten Tage etwas Zurückhaltung auferlegte, und schließlich auch— mit gewissen Einschränkungen— das Reuter=Büro, das u. a. eine durchaus zutreffende Lageschilderung in den sudetendeutschen Grenzbezirken veröffentlichte. Das Gros der britischen Presse hingegen wühlt auch Freitag morgen noch in Falschmeldungen. So hat der britische Zeitungsleser am Freitag die plumpen Ablenkungsmanöver Prags über erlogene Grenzverletzungen durch deutsche Militärflugzeuge aufgetischt bekommen, Täuschungsversuche, die von jedem objektiven Betrachter als Retourkutschen erkannt werden, aber nach dem alten Prinzip der Psychosenmacher:„Es bleibt doch etwas hängen“ der Weltöffentlichkeit eingeimpft werden sollen. Die amtliche deutsche Entgegnung an die Prager Lügenproduzenten schafft über das plumpe Ablenkungsexperiment restlose Klarheit. Auch in den Londoner Redaktionsstuben mußte man es nicht nur wissen, sondern man wußte es, daß kein deutsches Militärflugzeug das Hakenkreuz als Erkennungszeichen trägt Dennoch werden die tschechischen Lügenreldungen plakatiert. Hier wird das pressepolitische Zweckmanöver zur Gefahr und die vorgetäuschte Objektivität zur Selbstironie. Daß man in Prag geistlos lügt, kann nicht überraschen, daß man aber in großer Herren Ländern diese Geistlosigkeiten als Wahrheiten durch die Rotationsmaschinen jagen läßt, ohne von den deutschen Feststellungen Notiz zu nehmen, das verrät die Absicht. Sie ist durchschaut. Sie hat in Berlin, Warschau, Budapest und Rom zu bündigen Erklärungen geführt, denn man muß in der systematisch einseitigen Haltung des politischen Englands langsam die bewußte Ermunterung der Prager Regierung sehen, die sich in ihrer Taktik nicht nur auf Großbritannien, sondern in gleichem Maße auch auf Moskau stützt. Nicht umsonst tauchen deshalb Befürchtungen auf, daß Großbritannien drauf und dran ist, Sowjetrußland abermals in das europäische Kräftespiel einzuspannen, um so das Gleichgewicht Europas im englischen Sinne einer eiskalten Berechnung aufrechtzuerhalten, ein Plan, der selbstverständlich im volksfrontlichen Frankreich auf wärmste Sympathien stößt. Nicht ohne Grund läßt in diesem Sinne das durch seine geistige und finanzielle Verbundenheit mit Moskau sattsam bekannte Pariser „Oeuvre“ die Katze aus dem Sack und droht Polen wegen seiner objektiven Haltung in der tschechischen Frage„Strafmaßnahmen" an. Man spricht von der Absicht, die Rüstungskredite und Materiallieferungen einzustellen, die seinerzeit Marschall Rydz=Smigly in Paris erreicht hatte. Auch hier wird die Moskauer Inspiration deutlich. Wahrlich eine treffliche Illustration zur objektiven Einstellung der weltdemokratischen Presse und ihrer Oeffentlichkeit! Während in jenen Ländern also bis zum heutigen Tage weder eine amtliche noch eine offiziöse Stimme gegen die herausfordernde Mobilisierung mehrerer tschethischer Jahrgänge sich stark gemacht hat, während erwiesenermaßen die deutsch=tschechische Grenze nach wie vor durch Prag in Kriegszustand versetzt wird und während nach dem Zeugnis ausländischer Berichterstatter in weitem Kilometerabstand von der Grenze nicht ein einziger deutscher Soldat zu erblicken ist, nimmt man in London und Paris diese Mobilisierung der Tschechoslowakei als eine Selbstverständlichkeit hin. Italienische Stimmen haben Europa darauf aufmerksam gemacht, daß man diese friedliche Zurückhaltung Deutschlands nicht als schwächliches Zurückweichen. sondern nur als Verantwortungsbewußtsein am europäischen Frieden deuten möge, daß man aber mit der Korrektheit der deutschen Politik fürderhin keinen Mißbrauch treiben dürfe. England, Prags getreuer Berater und Schutzpatron, hat es in der Hand, seine Presse und das übrige Europa noch zu einer objektiven und gerechten Beurteilung der Verhältnisse zu bewegen. Die geplante Entsendung von englischen Beobachtern in die sudetendeutschen Gebiete könnte gewiß dazu beitragen, wenn diese Beobachter hier an Ort und Stelle, unbeeinflußt von tschechischer Seite, Erhebungen anstellen und auf Grund der gewonnenen Kenntnisse die englische Oeffentlichkeit ebenso objektiv unterrichten würden. Die Aufgabe solcher Beobachter würde dann auch der Aufgabe gerecht, die sich Großbritannien als Ruhestifter und Friedensgarant in der Welt gestellt zu haben scheint. M. H. Nur Scutschiuns derhinderts enne Ralustrephe Deutliche Sprache italienischer und polnischer Blätter gegen die Tügenhetze der tschechischen, der franzosischen und der englischen Presse Berlin, 27. Mai. Die europäische Presse beschäftigt sich noch immer stark mit den Vorgängen in der Tschechoslowakei. Dabei werden in den Blättern einzelner Länder die Manöver der englischen und der französischen Presse unter die Lupe genommen. So unterziehen die italienischen Zeitungen die mit außerordentlicher Großsprecherei ausposaunte Ankündigung, daß die„großen Demokratien Deutschland zum Schweigen gebracht“ hätten, und die Anzweiflung der italienischen Haltung einer kräftigen Kritik. Italien:„Unbedingt korrekte Haltung Deutschlands“ Der Direktor des„Giornale'Italia“ schreibt u.., man könne die Mäßigung, die bisher von der Reichsregierung an den Tag gelegt worden sei, nicht als ein Zurückweichen auffassen, da sie lediglich das Verantwortungsbewußtsein der deutschen Regierung beweise.. Eigentlich sollte man in Paris wissen, daß es hinsichtlich der Haltung Italiens nichts zu erläutern gebe. Die Worte, die Mussolini kürzlich in Genua gesprochen hat, müßten auch die von Geburt Tauben deutlich und klar vernommen haben. Die politische Freundschaft zwischen Italien und Deutschland sei unwandelbar. Der„Popolo'Italia" erklärt, trotz äußerer Ruhe glimme das Feuer unter der Asche. Die Sudetendeutschen würden nicht auf die Forderung nach ihrer Autonomie verzichten. Es sei geradezu grotesk, so kurz nach der Genueser Rede Mussolinis die Festigkeit der Achse zum Gegenstand von Erörterungen machen zu wollen. In vergangenen Zeiten, nämlich im demokratisch=liberalen Zeitalter, hätte ein Mobilisierungsbefehl einen ebensolchen auf der anderen Seite ausgelöst, und schließlich wären die Gewehre an den Grenzen losgegangen. Im Mai 1938 gebe es eine Mobilisierung an den Grenzen Deutschlands, Polens und Ungarns. Aber keiner dieser Staaten habe darauf reagiert. Das Reich habe eine unbedingt korrekte Haltung eingenommen, und man habe keinerlei Kriegspsychose geschürt. Dieses Verdienst Deutschlands, Polens und Ungarns müsse gerechterweise anerkannt werden. Es sei zu wünschen, daß die extremistischen und unversöhnlichen Strömungen in der Tschechoslowakei das Problem nicht zu einem Drama machten, und daß die bolschewikenfreundliche Presse mit der deutschen Korrektheit keinen Mißbrauch treibe. Nach dem Ausspruch der Gründer der Tschechoslowakei sollte dieser Staat auf bundesmäßiger Grundlage nach dem Muster der Schweiz aufgebaut werden. Dies sei der Ausgangspunkt gewesen. Der Mailänder„Corriere della Sera“ sagt, die Prahlereien der französischen Presse seien nicht nur lächerlich, sondern auch äußerst gefährlich, denn sie könnten dazu führen, daß die Deutschen die Geduld verlieren und auf die tschechischen Herausforderungen mit aller Schärfe reagieren und anderseits die tschechische Regierung, die sich im Unrecht befinde, in dieser so heiklen Frage immer unversöhnlicher werden könne. Die Achse Berlin—Rom sei voll intakt; gerade wegen der klugen Haltung der Reichsregierung und wegen der Zurückhaltung, die sich Italien auferlegt habe, sei nicht der geringste Anlaß gegeben, die Solidarität der Achse erneut zu beweisen. Die Turiner„Gazzetta del Popolo“ erklärt, der ganze Wust von Unsinn. Irrtum. Lügen und Beschuldigungen könne nur die Lage verschärfen und die Schwierigkeiten erhöhen. Deutschland habe auf einen „Handstreich“ verzichtet aus dem einfachen Grunde, weil es einen solchen nicht geplant hatte. Deutschland sei weder„diplomatisch“ noch sonstwie geschlagen worden, weil es sich darauf beschränkte, Zurückhaltung und Vorsicht zu üben. Es sei weder ein diplomatischer noch ein ideeller Sieg Englands und Frankreichs zu verzeichnen, weil diese Mächte weder eine Schlacht noch auch ein Geplänkel geliefert hätten. Es bestünden nur Lügen und Phantastereien der Volksfrontpresse. Italien, habe eine abwartende Haltung eingenommen, aber niemals daran gedacht, sich weder an der Ia Gratlenischer KonronessizierTrrschleppt von Valencia=Bolschewisten— Eine tolle Herausforderung Rom, 27. Mai. In Italien herrscht lebhafte Empörung über die neuesten provokatorischen Uebergriffe der Roten in Spanien, die zur Verhaftung des italienischen Kontrollbeamten Mezzacapa von Bord des englischen Dampfers„Greatend“ im Hafen von Valencia und zu seiner Verschleppung nach Barcelona geführt haben. Mezzacapa, ein Offizier der italienischen Handelsmarine, der sich im Dienst des internationalen Londoner Nichteinmischungskomitees befindet, war mit dem englischen Dampfer in seiner Eigenschaft als Beobachter in Valencia eingetroffen. Bei einem Luftangriff auf den Hafen wurde die„Greatend" von mehreren Bomben getroffen und begann zu sinken. Als das Wasser bereits das Deck des Dampfers zu überschwemmen begann, befahl der Kommandant des sinkenden Schiffes, auch den italienischen Beobachter, der sich aus naheliegenden Gründen weigerte, an Land zu bringen. Die bolschewistische Hafenbehörde begann jedoch sofort gegen die Anwesenheit des italienischen Beobachters auf der Mole mit der Begründung zu protestieren, daß die Ausschiffung italienischer, deutscher oder portugiesischer Beobachter im Territorium des roten Spaniens nicht von dem Reglement der Kontrolle vorgesehen sei. Nach heftigen Auseinandersetzungen, bei denen die roten Hafenbehörden, darunter einige sowjetrussische Beamte, eine äußerst herausfordernde Haltung einnahmen, erklärte sich Mezzacapa, um dem englischen Kommandanten keine Schwierigkeiten zu machen, bereit, an Bord des gesunkenen Schiffes zurückzukehren, dessen Aufbauten noch immer über den Wasserspiegel herausragten und das inzwischen festen Grund gefunden hatte. Wenige Minuten später erfolgte jedoch ein neuer Luftangriff auf den Hafen von Valencia, wobei eine weitere Bombe das Heck des englischen Dampfers traf, der sofort Feuer fing. Der Brand breitete sich so rasch aus, daß Mezzacapa unmöglich länger an Bord bleiben konnte. Mezzacapa begab sich daher nochmals an Land, um den Vorschlag zu machen, an Bord eines anderen englischen Dampfers gebracht zu werden. Kaum hatte er jedoch die Mole betreten, als er bereits für verhaftet erklärt und zur Hafenbehörde gebracht wurde. Wenig später transportierte man den völlig erschöpften, durchnäßten und vor Kälte zitternden italienischen Offizier im Auto zum Flughafen von Valencia, von wo er auf dem Luftwege nach Barcelona befördett und hier ins Gefängnis gebracht wurde. Neue erfolglose Angriffe der spanischen Bolschewisten in Katalonien Salamanca, 27. Mai. Die Roten unternahmen am Donnerstag, wie der nationale Heeresbericht meldet, an der Katalonien=Front mit frischen Kräften neue wütende Angriffe auf den Brückenkopf von Balaguer und die nationalen Stellungen bei Tremp. Trotz der Verwendung einer großen Zahl von Tanks verlief der Angriff wiederum völlig erfolglos. Der nationale Verteidiger brachte dem Feind eine verheerende Niederlage bei. Die Verluste der Roten seit Beginn ihrer Offensive werden bereits auf 25000 Mann geschätzt. Unter dem vor den nationalen Stellungen zurückgelassenen Material befinden sich abermals sechs Tanks. Nach bewährter Taktik ließen die Nationalen den Angreifer dicht herankommen, um ihn dann durch ein Vernichtungsfeuer von Maschinengewehren, Infanterieund Grabengeschützen zum Stehen zu bringen. Unter dem Vernichtungsfeuer brach der Angriff völlig zusammen und die an dieser Stelle eingesetzten Bataillone der frisch ausgehobenen jungen Soldaten flüchteten in wilder Panik zurück. Der Frontberichterstatter des Hauptquartiers meldet ergänzend, daß der Feind seine Absicht, die Kraftwerke, die Barcelona zu 75 v. H. mit Strom versorgen, wiederzuerobern, nicht verwirklichen konnte. Bei dem Angriff in der Nacht zum Donnerstag setzte der Feind die jüngsten Jahrgänge von 15 bis 17 Jahren an. Die Truppen des Generals Varela drangen im Abschnitt Teruel durchschnittlich acht Kilometer weit vor. e Geburtstagswünsche des Führers für Dr. Lammers. Der Führer hat dem Chef der Reichskanzlei, Reichsminister Dr. Lammers, zu seinem 59. Geburtstage am 27. Mai persönlich seine Glückwünsche ausgesprochen. Der Führer beglückwünscht den König von Afghanistan. Der Führer und Reichskanzler hat dem König von Afghanistan zum Unabhängigkeitstage drahtlich seine Glückwünsche übermittelt. Stabschef Lutz in Kiel. Am 28. und 29 Mai nimmt Stabschef Lutze an dem großen Aufmarsch aller Parteigliederungen Schleswig=Holsteins, dem traditionellen„Nordmark=Treffen“ in Kiel, teil. Der polnische Handelsminister in Berlin. Als Gast des Reichswirtschaftsministers Dr. Funk trafen Freitag nachmittag der polnische Handelsminister Exzellenz Roman und Frau Roman auf dem Flughafen in Tempelhof ein. Neue Steuern in Belgien. Die belgische Kammer nahm das Gesetz zur Wiedereinführung der nationalen Krisensteuer mit 122 gegen 36 Stimmen bei 3 Stimmenthaltungen an. Auch die Vorlage zur Erhöhung der Zölle und Abgaben wurde mit großer Mehrheit angenommen. Botschafterempfang beim französischen Außenminister. Der französische Außenminister Bonnet empfing am Freitag nachmittag den englischen und den sowjetrussischen Botschafter in Paris. Sudetendeutscher Studententag abgesagt. Die für den 2. bis 6. Juni in Aussig geplante Kundgebung der sudetendeutschen Hochschülerschaft wurde abgesagt, da es die Studenten für unwürdig halten, abgeschlossen in Sälen, ohne Teilnahme aller Volksgenossen und ohne Beteiligung der Gäste aus dem Deutschen Reiche und dem übrigen Ausland einen Studententag abzuhalten. sche Die zweite Etappe der Gemeindewahlen in der Tschechoslowakei. Für kommenden Sonntag sind in der Tschechoslowakei Gemeindewahlen in 2480 Gemeinden ausgeschrieben, darunter in 697 sudetendeutschen Orten. In zahlreichen sudetendeutschen Orten erübrigt sich die Wahl, da nur eine Liste, die der Sudetendeutschen Partei, eingereicht wurde. Diese Liste gilt als gewählt. Für eine radikale Lösung der Judenfrage in Polen. Der mit einem Teil jugendlicher Mitglieder aus dem Lager der nationalen Einigung ausgetretene bisherige Leiter der Gruppe„Junges Polen", Rutkowski, hat jetzt eine neue Organisation gegründet, die den Namen„Nationalradikale Organisation" tragen soll. In der Gründungserklärung wurde erklärt, die Judenfrage müsse eine grundlegende Lösung erfahren. Den Juden seien alle politischen Rechte zu entziehen und sie seien in fest umrissenem Rahmen abzugrenzen. Die Auswanderung der Juden müsse rasch, planmäßig und konzentriert betrieben werden. Selbstmord dem Schuß ins Genick vorgezogen. Wie die französische Nachrichtenagentur Fournier aus Moskau meldet, sollen der Politische Kommissar für die baltische Flotte, Stalininkoff, und sein engster Mitarbeiter Pantiukhoff sich das Leben genommen haben. Beide hätten sich demnächst vor dem Militärgericht verantworten sollen. Zehn Jahre Zwangsarbeit für Codreanu. Der frühere Leiter der aufgelösten„Eisernen Garde“ in Rumänien, Codreanu, wurde wegen Hochverrats zu zehn Jahren Zwangsarbeit(der schwersten rumänischen Freiheitsstrafe) verurteilt. Neue blutige Zwischenfälle in Palästina. In Palästina kommt es fast täglich zu neuen blutigen Zwischenfällen. Bei den Vorfällen in den letzten drei Tagen gab es 19 Tote und eine Anzahl Verletzte. Frage zu desinteressieren noch sich von Deutschand abzusondern. Warschau:„Verlogene und böswillige Gerüchte“ Auch die polnische Presse befaßt sich mit der Lügenhetze.„Expreß Poranny“ schreibt, die Tschechen hätten sich zur Mobilisierung entschlossen, nachdem sie erkannt hatten, daß die Polizei und Gendarmerie nicht mehr die Lage beherrsche, um Ruhe und Ordnung aufrechterhalten zu können. Um diese Mobilisierung zu rechtfertigen, seien Gerüchte über deutsche Truppenkonzentrationen in den Grenzgebieten in die Welt gegangen. Zu diesen verlogenen und böswilligen Gerüchten stellt das polnische Blatt fest, daß sie von der französischen und englischen Diplomatie als Vorwand zu den bekannten Schritten in Berlin und Prag benutzt wurden, um auf diese Weise ein Prestige zu gewinnen. Die Entscheidung des Problems werde jedoch die innere Entwicklung in der Tschechoslowakei selber bringen. Die Warschauer politischen Kreise nehmen in folgender Erklärung Stellung: „In den Warschauer politischen Kreisen ist man im Zusammenhang mit den letzten Vorgängen der Auffassung, daß eine Konzentration deutscher Truppen an der tschechischen Grenze in den vergangenen Tagen nicht stattgefunden hat. Die Tschechoslowakei hat mit dieser Behauptung lediglich ihre eigenen militärischen Maßnahmen rechtfertigen und darüber hinaus auf Paris und London einwirken wollen, damit Frankreich und England ihrerseits auf Berlin einen entsprechenden Druck ausüben. Im übrigen ist es bezeichnend, daß die tschechoslowakische Regierung von polizeilichen zu militärischen Maßnahmen überaegangen ist, um in jenen Gebieten, die von fremden Volksgruppen bewohnt werden. „Ruhe und Ordnung aufrechtzuerhalten“. Im Hinblick auf die Gemeindewahlen in der Tschechoslowakei muß diesem Schritt der tschechoslowakischen Regierung graßes Gewicht beigelegt werden.“ H3. und Wirtschaft Goldenes Ehrenzeichen der HJ. für Darré Weimar, 27. Mai. Reichsbauernführer Darré behandelte am Donnerstag in Weimar vor dem Führerkorps der HJ. in einem ausführlichen Vortrag eine Reihe von Problemen, die nicht nur die deutsche Landwirtschaft, sondern das ganze deutsche Volk angehen und die gerade bei den jungen Menschen, die berufen sind, die nächste Generation zu führen, auf fruchtbaren Boden fielen. Der Reichsbauernführer legte dar, daß die Frage des Blutes die Voraussetzung für eine nationalsozialistische Einstellung zur Agrarpolitik überhaupt sei. Deutschland sei nicht groß geworden durch Gold und Rohstoffe, sondern durch Männer, die sich zum deutschen Blut bekannten, die unbeirrt um den Aufbau Deutschlands rangen, selbst in einer Zeit. als überhaupt keine wirtschaftlichen Reichtümer vorhanden waren. Reichsjugendführer von Schirach versicherte dem Reichsbauernführer, daß sich das Führerkorps der HI. als seine getreuen Kameraden und Mitarbeiter fühle und daß sie täglich durch die Tat dem Ausdruck gäben. Als äußeres Zeichen dieser Gesinnung überreichte er dem Reichsbauernführer die höchste Auszeichnung, die er zu vergeben hat, das Goldene Ehrenzeichen der H J. Stabsführer Lauterbacher machte dann grundlegende Ausführungen über Sinn und Zweck der Auslese und der Erziehungsarbeit an der Auslese. Am Nachmittag sprach Staatssekretär im Reichs= und preußischen Finanzministerium Reinhardt. Er gab einen aufschlußreichen Vergleich der Zeit vor und nach der Machtübernahme. Am Freitag sprach Generaldirektor Vögler über „Fünf Jahre nationalsozialistische Wirtschaft mit besonderer Berücksichtigung der Erfolge des Vierjahresplanes und des Einbaues Oesterreichs". Der Redner, der bereits vor vier Jahren erklärt hatte, daß Wirtschaft und Hitler=Jugend sich nicht gegenseitig bekämpfen dürften sondern zusammengehörten, verstand es, in äußerst lebendiger Weise mit Hilfe von Lichtbildern, graphischen Darstellungen und einem ausgedehnten Zahlenmaterial den gewaltigen Fortschritt der nationalsozialistischen Wirtschaftsführung seit der Machtübernahme darzulegen. Tatsache sei, daß der deutsche Boden heute nur zu etwa 10 v. H. erforscht sei, daß also noch unendlich viele Möglichkeiten beständen. Ein Teufelswerk der Ahnungsloses Opfer erhält Höllenmaschine statt Dokumentenpaketes Amsterdam, 27. Mai. Die geheimnisvolle Bombenexplosion auf einer der belebtesten Straßen Rotterdams, durch die ein Tscheche namens Novac zerrissen wurde, scheint jetzt, einiger: maßen geklärt zu sein. Die Vermutung, daß es sich um einen kommunistischen Anschlag handelte, wird durch das polizeiliche Untersuchungsergebnis bestätigt. Der getötete Novac, der offensichtlich das Mißfallen der GPU. erweckt hatte sollte beseitigt werden. Durch geschickte Vorspiegelungen wurde er nach Rotterdam gelockt, wo man ihm ein Paket, angeblich mit Dokumenten, übergab, das aber tatsächlich eine Höllenmaschine enthielt, der er dann zum Opfer fiel. Die Rolle eines der Tschechen namens Bora, der kurz nach dem Anschlag im„Hotel des Novac“ verhaftet wurde, ist bisher noch nicht geklärt. Hauptschriftleiter: Dr. Paul Dierichs. Stellvertretender Hauptschriftleiter: Fritz Schmid...„## Verantwortliche Schriftleiter: Politik: Rudolf Be.]: (abwesend), k..: Fritz Schmidt, Bochumer Tell: Hans Schulte. Wirtschaft u. Bilder: Fritz Schmidt, Kulturpolltik und Unterhaltung: Dr. Josef.cwgie, mann, Kunst und Wissen: Kurt Dörnemann, Juß richtsdienst und Briefkasten: Mar Flegel, Sporz.20, Provinz: Hans Hornberg, Nachbargebiet und Stadttelle: Paul Vokke., 8Bertiner Schriftlettung Michael Haupt. Berlin=Karzsvorn. Heiligenberger Straße 25, Ruf 500 340 und 211 6111—.23 Sprechstunden der Schriftleltung wochentags, außer mittwochs und samstags. von 16—17 Uhr. Für unverlangte Einsendungen keine Hastpflicht. Rücksendung nur bei Rückporto. Verlag und Druck: Laupenmühlen≈ Dterichs. Bochum, Rathausplatz 8. Ruf 675 51—54. Verantwortlich für den Anzeigenteil: Kurt Schol,### Durchschnittsauflage April 1938 über 30 000. Zur ist Anzeigen=Preistine Nr. 9 güttig. Nachlaßstaftel B. Berliner Anzeigenvertreiuug:,., W. Pempe, werlinEharlottenburg. Uhlandstraße 194. Rus 316 813. Mantung! Leiciamsdesser Dichs Ulwertechen Seite 5 Nr. 123/ Bochumer Anzeiger 7 Samstag Sonntag, 28./29. Mai 1938 Bochumer Nachrichten Ehrenbürgerbrief der Gaultadt für Gauleiter Josef Wagner Galtei. Fiet Sueet...** Bochum wie noch nie! gemahnenden Fahnenteppiche unter den Fenstern ziehen sich wie ein gewaltiger leuchtender Kranz rings um Wir gehen durch Bochums Straßen wie durch eine ganz neue Stadt. Als seien wir von weit hergereist, entdecken wir auf Schritt und Tritt neue Schönheiten, neue, prachtvolle Ausblicke, Durchsichten durch mächtige Bögen, Fahnenstraßen von glühender Leuchtkraft. Es ist wie ein Wunder. Heute, da der Gautag des Gaues Westfalen=Süd mit dem feierlichen Empfang der Stadt Bochum im Rathaus seinen Anfang genommen hat, fällt es schwer, sich vorzustellen, daß von dieser märchenhaften Pracht der Farben und des Schmuckes vor acht Tagen noch nichts zu sehen war, daß diese ganze neue Stadt— denn hier ist nichts Altes mit einer neuen Fassade überdeckt, hier ist schöpferisch Neues gestaltet— fast über Nacht aus dem Boden wuchs. Hundertmal haben wir aus Schilderungen und Bildern von den großen Tagen der Bewegung und des Staates in München, in Nürnberg und Berlin eine Ahnung bekommen, unter welch neuen Gesichtspunkten des Stils und mit welchem Einsatz künstlerischer Mittel der Festrahmen nationalsozialistischer Feiern geschaffen wird. Wir hatten, wie gesagt, eine Ahnung, aber uns fehlte, wenn wir nicht selbst solche Tage in jenen Städten miterlebten, die lebendige Anschauung... MMunker Li. dex, Gerbe u.# S. Nun hat das Wunder dieser Farbe und Form gewordenen Festlichkeit vor unseren Augen Gestalt gewonnen. Die Gaustadt Bochum prangt in einem Festschmuck, wie sie ihn in ihrer jahrhundertealten Geschichte noch nie sah. Vielleicht empfinden wir, die wir das Wachsen der gewaltigen grünen Torbögen, der adlergekrönten Pylonen, der Turmsäulen und der Fahnenwälder Stunde um Stunde mit ansahen, die Größe dieser Wandlung nicht ganz so stark wie die Fremden, die sprachlos vor dem wundervollen Bilde der festlichen Stadt stehen.— 8 Welchem Punkte der Stadt soll man den Parisapfel der größten Schönheit festlicher Ausschmückung zuerkennen? Dem Rathausplatz mit seinen vier mächtigen, wappengeschmückten Stadttoren, dem die monumentale Hauptfassade des Rathauses mit ihren Girlanden, Kränzen, Flaggen und Wappen einen einzigartigen Hintergrund, den der wuchtige Pylon mit dem stilisierten goldenen Adler die letzte Vollendung künstlerischer Schönheit gibt. Der Platz ist so herrlich, daß man sich in eine südliche Stadt versetzt glaubt. Keine nüchterne oder mit hergebrachtem Schmuck verkleidete Fassade stört das Bild. Die Hauptpost, die im Bannkreis dieses Brennpunktes des Bochumer Verkehrs liegenden Privathäuser, sie alle sind im gleichen Stile geschmückt, und die an mittelalterliche Vorbilder den Platz, der am Sonntag den Vorbeimarsch der 31000 sehen wird. 8 e fadt kammt.:. 8u Wenn man aus der Innenstadt kommt, dieses Bild noch klar und festumrissen vor Augen, glaubt man, daß eine Wiederholung dieses unvergeßlichen Eindrucks unmöglich sein wird. Aber man wird seines Irrtums inne, wenn man durch die Aufmarschstraße zum Festplatz an der Castroper Straße fährt. Im strahlenden Sonnenschein des Eröffnungstages des Gautages erglänzen 500 Banner, machen die Straße, die man so oft gegangen ist, zu einem singenden und klingenden Rausch der Farben. Und dann mündet die Straße in den Festplatz, der sich, von einer Tannengrünmauer umgeben und von 31 wuchtigen Pylonen umwehrt, in geradezu verschwenderischer Pracht darbietet. Wer durch dieses, mit Wappen gezierte, von Fahnen umwallte und von einem goldenen Adler gekrönte Eingangstor zum Festplatz geschritten ist, der glaubt nicht, daß es noch eine Steigerung festlicher Schmuckgestaltung geben kann. Es ist für diesen Gautag in Bochum eine neue Stadt entstanden. Die Fahnentürme, die Girlanden, die Stadttore, die Fahnenstraßen, sie bilden eine Einheit von lückenloser künstlerischer Geschlossenheit. Selbst der Bahnhof, sonst das„häßliche Entlein“ im Bochumer Stadtbild, hat sich mit verschwenderischem Schmuck würdig in dieses Gesamtbild eingefügt. Alle Maßnahmen zur Ausschmückung aber hätten diese letzte Vollkommenheit einheitlicher Gestaltung nicht erreichen können, wenn nicht die Bevölkerung der Gaunachmittag, Gonz,„der, daneben rechts Sal.=Brigadeführer Bauer, der für den Gautag in Voleiter Riemenschneiver,—. chum die Aufmarschleitung hat. stadt dem Ruf zur Einreihung in die Front der Anstrengungen um ein ganz neuartiges Bild festlichen Stadtschmuckes mit restloser Einmütigkeit gefolgt wäre. So aber ist die Verbindung da: Jedes Haus und jedes Fenster, aus dem die Fahnen des Dritten Reiches wehen, ist ein wichtiges Glied in der glänzenden Kette, die sich als strahlender Siegespreis für eine einzigartige Ausschmückung der Gaustadt zum Gautag 1938 um Bochums stolzes Wappen windet. Der feierliche Empfang der Stadt Bochum im Rathaus Ueber dem im schönsten Festschmuck prangenden Rathausplatz liegt der Sonnenschein eines wundervollen Maientages. Wie lange haben wir diesen Sonnenglanz herbeigesehnt in den vergangenen Wochen, die dem Mai so wenig Ehre machten! Und nun sind unsere Wünsche doch noch zur rechten Zeit in Erfüllung gegangen nun leiht die Sonne dem Auftakt des Gautages in Bochum doch den strahlenden Glanz, dessen die Pracht festlicher Ausschmückung zur letzten Vollendung bedarf. Der Zeiger der Rathausuhr hat die„Vier" überschritten. Auf dem Rathausplatz sind die Ehrenformationen der Bewegung angetreten. Jo näher es an 5 Uhr geht, um so dichter wird das Spalier der Menge auf den angrenzenden Bürgersteigen. Jeder will die Auffahrt der Gäste sehen. Fensterplätze sind ungeheuer begehrt, aber kaum noch zu bekommen. Eine Viertelstunde vor Beginn des feierlichen Empfanges im Rathaus ist die Menschenmenge rund um den Rathausplatz so dicht, daß an ein Durchkommen nicht mehr zu denken ist. Aber alle, die zu spät gekommen sind und keinen Platz mehr bekommen haben, halten die angrenzenden Straßen besetzt, und wenn sie auch die Aussichtslosigkeit ihrer Bemühungen einsehen, so wanken und weichen sie doch nicht, denn alle hoffen auf den unerhörten Glücksfall, daß hier oder da plötzlich doch noch ein Plätzchen frei wird, das ihnen den begehrten Ueberblick über den Rathausplatz gestattet. Keiner ist vergeblich gekommen, und wenn seine Eindrücke von der Anfahrt der Gäste auch nur darin bestanden, daß er das Motorengeräusch der an= und abfahrenden Wagen hörte, so war doch schon das festliche Gesamtbild des Rathausplatzes und seiner Umgebung eine Stunde geduldigen Wartens wert. Im großen Sitzungssaal des Rathauses sind die Ratsherren und Ehrengäste der Gaustadt Bochum versammelt. Dieser Saal, der an und für sich schon mit seiner prachtvollen Holztäfelung; seiner feinen farblichen Ausgewogenheit ein außerordentlich stilvoller Festraum ist, hat durch eine gediegene künstlerische Ausschmückung ein besonders feierliches Gepräge erhalten. ar er er DER STaPT BOCHm. Bochum alb seiner#Llahltei1Jesehtachtern der Bant K Der künstlerisch ausgeführte Ehrenbürgerbrief der Stadt Bochum für Gauleiter Oberpräsident Josef Wagner. Aufnahmen: Stadtverwaltung(2) Gauleiter Wagner nach der Ueberreichung des Ehrenbürgerbriefes durch Oberbürgermeister Dr. Pielum. T W OORTAUND · DUSSELDORF · DUISBURG: ESSEN KOLN: W. SARMEN · W. ELBERFELD Seite 6 Nr. 123 J Bochumer Anzeiger 7 Samstag Sonntag, 28./29. Mai 1938 Das Gemälde„Deutscher Parnaß“ das sonst die Stirnseite des Saales einnimmt, ist durch rotes Fahnentuch verkleidet, das rechts und links durch zwei Hakenkreuzbanner abgeschlossen wird, zwischen denen sich plastisch ein goldenes Hoheitszeichen heraushebt. Lebensbäume schließen die Front ab. Vor den Bänken der Ratsherren zieht sich ein niedriger Sockel prachtvollen Blumenschmuckes entlang. Unter dem Hoheitszeichen erhebt sich inmitten einer verschwenderischen Flut weißer und blaßrosa Hortensien eine Führerbüste. Schwere gelbe Vorhänge versperren dem Tageslicht den Zugang zum Festsaal, aber im Kristall der Lüster gleißt der Schein der Glühbirnen. Vom Rathausplatz her dringt gedämpft Marsch= musik herauf. Kommandorufe ertönen, Gauleiter Oberpräsident Josef Wagner ist mit dem Führerkorps der Partei des Gaues Westfalen=Süd eingetroffen. Als der Gauleiter den Saal betritt, grüßen ihn die Gäste mit erhobener Hand, die festlichen Klänge der OberonOuvertüre von Carl Maria von Weber, gespielt vom Städtischen Orchester unter Leitung von Konzertmeister Hofmann, rauschen auf, der feierliche Empfang der Stadt Bochum zur Einleitung des Gautages Westfalen=Süd, verbunden mit der Feier des zehnjährigen Bestehens des Gaues hat begonnen. Unter den Ehrengästen sieht man u. a. die stellvertretenden Gauleiter Vetter(Westfalen=Süd), Leyser (Saar=Pfalz) Stangier(Westfalen=Nord), Oberpräsident Freiherrn von Lünink, Regierungspräsident Runte, die SA.=Brigadeführer Bauer und Freund,-Brigadeführer Maack, NSKK.=Brigadeführer Nieder Westermann, Oberstarbeitsführer Zweiffel, den Kommandeur des Wehrbezirkskommandos Bochum Oberstleutnant(E) Blümel, den Kommandeur der Schutzpolizei Oberst Scheer, Oberlandesgerichtspräsident Schneider, Generalstaatsanwalt Semmler, Landesgerichtspräsident von Vacano, Landesbauernführer Habbes und Reichsbahndirektionspräsident Lammertz. Als die„Oberon"=Ouvertüre verklungen ist, nimmt Oberbürgermeister Dr. Piclum das Wort. Die Ansprache der Vverbulgermeistelk Gauleiter! Hochverehrte Festgäste! Parteigenossen! Es war mir eine große Freude und Ehre zugleich, als ich vom Gauleiter den Auftrag erhielt, den diesjährigen südwestfälischen Gautag mit einer Feierstunde hier im Rathause eröffnen zu dürfen. Indem ich Ihnen, Gauleiter, hierfür nochmals herzlich danke, begrüße ich Sie und alle verehrten Festgäste, zugleich auch im Namen der Bevölkerung der Gaustadt Bochum, auf das herzlichste. Unser diesjähriger Gautag erhält eine besondere Weihe dadurch, daß wir am heutigen Tage zugleich die Feier des zehnjährigen Bestehens des Gaues Westfalen festlich begehen können. Es könnte wohl jemand auf den Gedanken kommen und sagen: Zehn Jahre ist eine solch' kleine Spanne Zeit, daß man wirklich nicht von einem Jubiläum sprechen kann, um so mehr nicht, da nach kleinbürgerlicher Zeitrechnung die erste Jubelfeier doch erst nach fünfundzwanzig Jahren fällig sein kann. Demgegenüber möchte ich feststellen: Der Nationalsozialismus läßt sich zeitlich nicht nach vereinsmäßigen Gepflogenheiten messen und in einen Festkalender wilhelminischer Aera pressen. Weiter ist es die Eigentümlichkeit des Nationalsozialismus, in zehn Jahren auf allen Gebieten des öffentlichen Lebens mehr zu leisten, als vor ihm die zahlreichen Vertreter eines Verfallsystems in sechzig Jahren am laufenden Band versprochen haben. Es ist daher wohl schon begründet, zehn Jahre Gau Westfalen der NSDAP. besonders herauszustellen und diesen Tag festlich zu begehen. Als unser Gauleiter Josef Wagner vor zehn Jahren vom Führer mit der Leitung des Gaues Westfalen, der damals die gesamte Provinz umfaßte, Weiter unbeständig Mitgeteilt vom Reichswetterdienst Essen=Mülheim Die bereits Freitag erwähnte Störung verlagert sich nur langsam nach Osten. Zur Berichtszeit liegt sie über dem Kanal und wird Westdeutschland in etwa 24 Stunden erreicht haben. Die an ihrer Rückseite strömenden kühleren Meeresluftmassen werden nach reger Gewittertätigkeit wieder Abkühlung bewirken. Vorhersage für Samstag: Bei auffxischenden, auf West drehenden Winden meist stärkere Bewolkung in gewittrigen Regenschauern, geringe Abkühlung. Vorhersage fur Sonntag und wahrscheinliche Weiterentwicklung: Bei nördlichen Winden nur langsam abnehmende Bewölkung. Einzelne gewittrige Schauer. Keine Temperaturänderung. Freitag. 27. Mai Barometer 24 Uhr: 163/8 Thermometer 34. Uhr: 4·# Zeiten für Sonne und Mond am 28. Mai: ( Aufg..17, Unterg. 20.37; C. Aufg..24, Unterg. 19.25 Wetternotizen, gemessen um 8 Uhr vormittags beauftragt wurde, da hatten wir wenigen westfälischen Nationalsozialisten schon schwere Jahre des politischen Kampfes hinter uns. Schon während der Franzose das Ruhrgebiet besetzte, schlossen sich die noch nicht verratenen Nationalsozialisten enger zusammen. Der Wille, bedingungslos und treu zu Adolf Hitler zu stehen, war vorhanden. Aber noch fehlte die einheitliche politische Führung und die straffe Organisation. Der 9. November 1923 und das Verbot der Partei ließ zunächst alle Hoffnungen fahren. Trotzdem geht der Kampf im Ruhrgebiet zäh und verbissen weiter. Im Februar 1925 erfolgt die Neugründung der Partei durch den Führer, was bei seinen Bochumer Anhängern begeisterten Jubel auslöste. Josef Wagner wird mit der Leitung des Bezirks Bochum der neu gegründeten Partei wiederum beauftragt. Dieser damalige Bezirk Bochum umfaßte fast das ganze engere westfälische Ruhrkohlengebiet. Zum Geschäftsführer des Bezirks Bochum wurde ich damals von Josef Wagner ernannt. Die Organisation stand in ihren Umrissen. Der Kampf in der roten Hochburg konnte also beginnen. Oft und gern denken wir heute an diesen Anfang zurück: Einige wenige, die außer ihrem Leben nichts zu verlieren hatten, gegen einen brodelnden, von Marxisten geschürten Hexenkessel. Geld kannten wir nur aus den Schriften von Gottfried Feder. Als Tresor für alle wichtigen Schriftstücke, Beitragsmarken usw. dienten mir einige leere Zigarrenkisten, die vielleicht vorher ein roter Bonze leergeraucht hatte. Aber der Kampf wurde aufgenommen und in immer breiterer Front geführt. Unermüdlich, tagaus, tagein, war Josef Wagner tätig. Ich weiß, daß es nicht im Sinne unseres Gauleiters ist, wenn ich mich jetzt anschicken würde, seine große politische Arbeit und damit seine unvergänglichen Verdienste um die Bewegung in den nunmehr verflossenen zehn Jahren zu schildern. Es liegt uns Westfalen nun einmal nicht, in lauten und bewegten Lobpreisungen zu machen. Was Josef Wagner in den verflossenen zehn Jahren für den Nationalsozialismus im Lande der roten Erde geleistet hat, steht unumstößlich fest und gehört der Geschichte an. Eines aber möchte ich in dieser Feierstunde nicht unerwähnt lassen, nämlich die schicksalhafte Verbundenheit unseres Gauleiters mit seiner Gaustadt Bochum. Die Stadt Bochum ist wohl die erste westfälische Stadt gewesen, in der das Hakenkreuzbanner errichtet wurde. Schon kurz nach dem Abzug der Franzosen sangen wir Bochumer Nationalsozialisten ein Kampflied mit den Schlußversen: „Was kümmert uns die Todesnot, Wir glauben an ein Morgenrot! Westfalens Söhne sind bereit Zum letzten und zum schwersten Streit!" Der Text und Melodie zu diesem Liede ersann, war unser Gauleiter Josef Wagner, der kurz nach dem Kriege seine lothringische Heimat verlassen mußte und nach Bochum übersiedelte, wo er eine neue Heimat fand und zum politischen Vorkämpfer Adolf Hitlers wurde. Hier in Bochum schlug Josef Wagner neue Wurzeln und wurde mit Land und Leuten Westfalens für immer unlöslich verbunden. Wenn auch das Schicksal und der politische Kampf unseren Gauleiter an andere, ehrenvolle Stellen im Reiche gerufen hat, so wissen wir alle, die wir ihn seit langen Jahren kennen, daß er hier in Bochum seine bleibende Heimat gefunden hat, von der er nimmer los kann und der er immer in Treue verbunden bleiben wird. Von Bochum aus hat Josef Wagner das Banner Adolf Hitlers durch die westfälischen Städte und Dörfer getragen, von Bochum aus hat er die Lehre Adolf Hitlers verkündet und den Glauben an ein neues, großes Deutschland bis in die letzte Bauernhütte und Arbeiterkube getragen.„..„g4sfisten Knd Ral. Wir Bochumer veationalsozialisten sind stolz darauf, in den langen Jahren des Kampfes Mitarbeiter und Mitkämpfer unseres Gauleiters gewesen zu sein. Am heutigen Tage geloben wir ihm auch weiterhin Treue und echte Kameradschaft und hoffen und wünschen, unseren Gauleiter bald wieder für immer in unseren Mauern zu wissen. Als Oberbürgermeister der Gaustadt Bochum darf ich Ihnen, Gauleiter, ein Dokument überreichen, das folgenden Wortlaut hat: „Einig mit der Bevölkerung der Gaustadt Bochum und mit einmütiger Zustimmung der Ratsherren und des Beauftragten der NSDAP. verleihe ich hiermit in innerer Verbundenheit und Dankbarkeit dem Oberpräsidenten und Gauleiter Josef Wagner, dem verdienstvollen Gründer unseres Gaues Westfalen=Süd, unter dessen zielsicherer Führung der Gau in schwerster Kampfzeit eine Entwicklung genommen hat, die ihm für alle Zeiten einen wesentlichen Anteil an der Gestaltung des deutschen Schicksals zuweist, das Ehrenbürgerrecht der Stadt Bochum Der Industriegroßstadt Bochum als seiner Wahlheimat zur Ehre, kommenden Geschlechtern zur dankbaren Erinnerung.“ Namens der Beigeordneten und Ratsherren der Gaustadt Bochum und als Sprecher ihrer Bevölkerung entbiete ich Ihnen, Gauleiter, die herzlichsten Willkommensgrüße und rufe Ihnen nach alter, heimischer Sitte ein aufrichtiges Glück auf! Der Oberbürgermeister entnimmt den künstlerisch ausgeführten Ehrenbrief der kostbaren Kassette und übergibt ihn dem Oberpräsidenten Gauleiter Josef Wagner, der ihn, sichtlich gerührt, entgegennimmt und mit dem Oberbürgermeister einen langen Händedruck tauscht. vergiftenden und verderbenbringenden, gzersetzenden Einfluß in Leben und Kultur der Völker. Dem sowjetrussischen Terror wird die Maske heruntergerissen und die führende Rolle der Juden in Moskau und im Unterweltkampf der Weltrevolution in Büchern, Schriftenreihen und Abhandlungen, aufgezeigt. Der Auftlarung über die Freimaurerei und den Bestrebungen der Logenbrüder ist die nächste Abteilung gewidmet, der sich die Bücher und Werke der Antikomintern und die antiklerikalen Bücher und Schriftenreihen anschließen.— Bildwerke des neuen Deutschlands (Horst Wessel, Das braune Heer, Das Jahr I, II, III. IV, das Heft über die Heimkehr Oesterreichs„Volk will zu Volk“), schließen sich in der Darstellung der Macht und Schönheit des neuen Deutschlands und seiner Menschen an. Besonders zu nennen sind noch die prachtvell ausgestatteten-Olympia=Bücher. Unterhaltungsliteratur des Eher=Verlages beschließt den Gehalt des Hauptumgangs.— Eine Sonderabteilung ist der Deutschen Kulturbuchreihe gewidmet, in der der Eher=Verlag junge deutsche Dichter herausbringt, und für 90 Pfennig im Monat, vierteljährlich eines der in Halbleder gebundenen, hervorragend ausgestatteten Werke zur Verfügung stellt. Wittstock, von Bremen, Anacker, Eckmann, Jelusich, Pastenac, Faber, Luserke sind, um nur einige zu nennen, in dieser Reihe vertreten. Die Erinnerungsstücke aus der Geschichte der Bewegung finden naturgemäß die stärkste Beachtung. Da sieht man Ausgaben des„Volkischen Beobachters“ aus der KampfGadtenlel=Wägnei WPrtuf! (Sereims-änlemder) 2. Bezirk der Bochumer Krieger= u. Landwehrkamerad= schaft— NS. Reichskriegerbund. Das Uebungsschießen am Sonntag, 29. Mai, auf Thiemannshof fällt wegen des Gau=Parteitages aus. Wohin gehen wir? Stadttheater: Samstag 20 Uhr: Der Bettelstudent. Sonntag 20 Uhr: Die Ribelungen. Städtische Gemäldegalerie: Sonn= und feiertags bei freiem Eintritt von 10 bis 13 Uhr, werktags von 10 bis 16 Uhr. Heimatmuseum Haus Rechen, Königsallee 17: Sonn= und feiertags von 10 bis 13 Uhr, werktags von 10 bis 16 Uhr. Bergbaumuseum, Bödestraße: Besichtigungszeiten: Werktags von 8 bis 13 Uhr und von 15 bis 18.30 Uhr, an Mittwoch= und Samstagnachmittagen bei freiem Eintritt, sonntags von 10 bis 13 Uhr.(An Feiertagen geschlossen.) Geologisches Museum der Westsälischen Berggewerkschaftskasse, Herner Straße 45: Mittwochs von 15 bis 18 Uhr und sonntags von 10.30 Uhr bis 13 Uhr, mit Ausnahme der Feiertage. Nach Voranmeldung jederzeit innerhalb der Dienststunden. Eintritt frei. Städtische Schwimm= und Badcanstalt, Marienstraße: Sonntags von 7 bis 12 Uhr: Familienbad. Tonhallen=Gaststätte und=Diele: Konzert und Tanz. Apollotheater: ab 15.50 Uhr: Broadway=Melodie 1938. Capitol: ab 15.30 Uhr(Sonntag ab 15 Uhr): Die fromme Lüge. Gloria=Palast: ab 15.30 Uhr: Der Unwiderstehliche. Hammer Lichtspiele: ab 15.45 Uhr: Madame Bovary. Lichtburg: ab 15.10 Uhr: Olympta, 2. Teil: Fest der Schönheit. Lichtspielhaus: ab 15.30 Uhr: Goldsieber. Odcon: ab 15.30 Uhr: Die letzte Fahri der St. Margaretba. Skala Lichtspiele: ab 17 Uhr: Die letzte Fahrt der St. Margaretbe.„0 16. 2 an M Usa Tonhalle: ab 15.30 Uhr: So ein Flegel. Weltlichtspiele: ab 15.20 Uhr: Rote Rosen— blaue Adria. Apollotheater Weitmar: Heiratsinstitut Ida& Co. Capitol Langendreer: Verklungene Melodie. Capitol Werne: Wie einst im Mai. Kammerlichtspiele Gerthe: Standschütze Bruggler. Lienburg Laugendreer: Das Mädchen von gestern Nacht. Echauburg Wanne=Eickel: Der schwarze Kosar. Union=Theater Gerthe: Mit versiegelter Order Gauleiter Wagner dankt für die ihm zuteil gewordene Ehrung in einer Ansprache, in der er u. a. folgendes ausführt: Mit diesem Akt, der für mich völlig überraschend kommt, haben Sie mir eine ganz besondere Freude bereitet. Ich sage das nicht im üblichen Sinne als Ausdruck einer Höflichkeit, sondern aus ehrlichem Herzen Sie haben mir eine Freude bereitet, an die ich nicht im Traume gedacht habe. Gauleiter Wagner führte dann aus, er wisse nicht, wie sein politisches Schicksal sich in Zukunft gestalten werde. Ob er wieder ganz nach Bochum zurückkehren werde oder an einen anderen Platz gestellt werde, darüber entscheide einzig und allein der Führer. „Aber“, so rief Gauleiter Wagner aus,„ganz gleich, wo immer der Schauplatz meiner politischen Wirksamkeit sein wird, ich werde von dieser Stadt und von diesen Menschen nie loskommen! Denn Bochum ist die Wiege meines politischen Werdens gewesen.“ Er habe seine Geburtsheimat verlassen müssen, aber Bochum sei seine zweite Heimat geworden, denn hier habe er begonnen, sein Leben nach der Idee des Nationalsozialismus zu gestalten. Mit besonderer Wärme sprach der Gauleiter der Stadt Bochum seinen Dank für die wundervolle Ausschmückung zum Gautag aus. Der Nationalsozialismus sei nicht an Aeußerlichkeiten gebunden, aber er sei stolz darauf, den Weg zu einer neuen, stilvollen Form der Festgestaltung beschritten zu haben deren Rahmen dem politischen Inhalt bedeutender Kundgebungen nationalsozialistischen Wollens entspräche. Der Bochumer Stadtverwaltung und der gesamten Bürgerschaft gebühre die höchste Anerkennung dafür, daß sie die Aufgabe, die der Gautag auch im Hinblick auf das äußere Bild an die Gaustadt stelle, voll und ganz gelöst habe. Es sei das Zeichen der Zeit, daß der Nationalsozialismus es nicht nur verstanden habe, die Dinge politisch richtig zu sehen und daraus die richtigen wirtschaftlichen Folgerungen zu ziehen, sondern daß er auch einen kulturpolitischen Aufstieg großen Ausmaßes eingeleitet habe, wenn sich auch hier die Früchte eines planvollen Aufbaues oft erst später zeigten als auf anderen' Gebieten. Die großen Veranstaltungen des politischen Lebens sollten auch Sinnbilder des künstlerischen Geschmacks sein, und so sei die prachtvolle Ausschmückung der Gaustadt in diesen Tagen ein schönes Zeichen richtiger Einsicht in die Notwendigkeiten, die der Gautag an die Stadt Bochum stelle. So müsse die Gaustadt jedesmal, wenn der Gau Westfalen=Süd zum Gautag antrete, auf diesem Wege künstlerischer Gestaltung weitermarschieren und mitmarschieren müsse das ganze südwestfälische Volk. Mit einem nochmaligen Dank für die Verleihung des Ehrenbürgerrechts und dem dreifachen Sieg=Heil auf Führer und Vaterland schloß Gauleiter Oberpräsident Josef Wagner seine Ansprache. Die Lieder der Nation sind verklungen. Der Gauleiter verabschiedet sich von den Gästen, und mit dem Festmarsch von Kretschmar klingt der feierliche Empsang aus. ten, Leinen und Leder sowie fremdsprachige Ausgaben des Werkes schließen sich an. Auch sieht man die Photokopie eines Führerbriefes an Dietrich Eckart vom 18. Dezember 1920 anläßlich der Uebergabe des„Völkischen Beobachters“ an die Partei. Die vielen kleineren Erinnerungsstücke beschließt dann eine Sammlung aus dem Archiv der Abteilung Westfalen des Zentralverlages der NSDAP., der„Völkische Beobachter“(von 1926 an), der Illustrierte Beobachter“(von 1927 an)„Angriff" (ab 1932), die„Brennessel“ und die NS.=Monatshefte sind bei dieser Stelle gesammelt und in Bänden aufbewahrt worden. Diese Bände stehen übrigens, was gewiß viele interessieren wird, jedem auch sonst zu Forschungen und Durchsichten zur Verfügung. Dö. Die Jugend in die ASDAp. Sofortige Meldungen der Angehörigen der HJ. und des BDM. NSG. Alle Angehörigen der Hitler=Jugend und des Bundes Deutscher Mädel, die bis einschließlich 31. Dezember 1938 18 Jahre alt werden und die bis zum 1. September 1938 vier Jahre der HJ. oder dem BDM. angehören, haben sich sofort bei ihrem Bannführer oder bei ihrer Untergauführerin zu melden, wenn sie in die NSDAP. ausgenommen werden wollen. Erfolgt die Meldung in den nächsten Tagen nicht, ist die Aufnahme unmöglich. Bochum, den 23. Mai 1938. Der Gauschatzmeister. Sonntag sind die Tabakwarengeschäfte geöffnet Auf Grund des§ 1055 Abs. 2 der Reichsgewerbeordnung wird der 29. Mai 1938(Sonntag des Gautages) für die Tabakwarengeschäfte im Stadtbezirk Bochum als Ausnahmesonntag bestimmt. Der Geschäftsverkehr ist von 12 bis 18 Uhr zugelassen. Angestellte und Lehrlinge dürfen an diesem Sonntag nicht beschäftigt werden. Pfingsturlaub des Reichsarbeitsdienstes NSG. Der Pfingsturlaub ist im Reichsarbeitsdienst wie folgt festgelegt worden: Urlaubsbeginn ist Donnerstag, der 2. Juni 1938, nach Dienstschluß, Urlaubsende Dienstag, der 7. Juni, 24 Uhr. Um eine reibungslose Durchführung des Urlaubsverkehrs auf der Reichsbahn zu gewahrleisten, dürfen vom 4. Juni,.00 Uhr bis Montag, 6. Juni, 24 Uhr, Urlaubsreisen von Angehörigen des Reichsarbeitsdienstes nicht durchgeführt werden. Die Benutzung von Schnell- und Eilzügen, ist am.,., 7. und 8. Juni nur bei Gesamtentfernungen von mehr als 800 Kilometer gestattet, und zwar nur dann, wenn die Urlauber nicht auf Arbeitsdienst=Urlauberzüge verwiesen worden sind. Bochumer Veranstaltungen Stadttheater Bochum. Nach der Festaufführung zum Gautag der RSDAP. vor dem Führerkorps der Partei findet morgen, Sonntag, 20 Uhr, zum ersten Male eine öffentliche Aufführung der Neuinszenierung des Bochumer Schauspiels von Hebbels„Nibelungen“ 1 und II Kunte natse zialnnsate Echn.un Eine Ausstellung zum Gautag Westfalen=Süd Unter den Sonderveranstaltungen zum Gautag verdient eine Ausstellung nationalsozialistischen Schrifttums, die im Kleinen Saal der Schlegelbrauerei aufgebaut wurde, ganz besondere Beachtung. In über 550 Büchern bringt diese Schau neben den gesamten Neuerscheinungen des Zentralverlages der NSDA P. in einer kleinen Sonderabteilung die Werke der„Deutschen Kulturbuchreihe". Darüber hinaus aber findet man in dieser Ausstellung wertvolle Erinnerungsstücke aus der Geschichte der Bewegung. Klar und übersichtlich gegliedert beginnt der Umgang in dem festlich und würdig ausgestatteten Raum mit den nationalsozialistischen Standardwerken, die sich um Adolf Hitlers„Mein Kampf“ gruppieren: Alfred Rosenbergs„Blut und Ehre",„Gestaltung der Idee“ von Dr. Goebbels u. a.„Der Angriff“,„Vom Kaiserhof zur Reichskanzlei",„Signale der neuen Zeit",„Das Buch von Rudolf Heß", Gritzbachs„Hermann Göring, Mensch und Werk" das Werk des Reichspressechefs Otto Dietrich„Mit Hitler an die Macht“". Baldur von Schirachs„Die Hitler=Jugend“. Es schließen sich an diese Werke seiner engsten Mitarbeiter die Bücher weiterer Gefolgsmänner des Führers: die Reden und Aufsätze von Hans Schemm, die Bücher Eugen Hadamovskys. Will Deckers„Kreuze am Wege zur Freiheit“, ein Werk, das den Gefallenen des Wellkrieges, den Toten im Kampf um deutsche Heimat in Ost und West, an Rhein, Ruhr und Saar und denen geweiht ist, die als Opfer am Wege des Dritten Reiches starben. Von diesem Werk führt die Schau zu den Büchern, in denen Leo Schlageter ein Denkmal gesetzt ist. Wie mit dem Durchbruch des Nationalsozialismus ein neues Geschlecht in Deutschland empordrängt, auf welcher völkischer und rassischer Grundlage der neue deutsche Mensch emporwachsen wird, zeigen die Werke Hans F. K. Günthers und weitere rasse= und bevölkerungspolitischen Bücher. Walther Darrés„Neuadel aus Blut und Boden“ führt die Reihe der Bücher an, die dem Bauerntum als der Urkraft des Volkes, seinem Brauchtum, der deutschen Frau und Mutter gewidmet sind. Aus der germanischen Vorzeit leiten Hofmeisters„Germanenkunde" und Wilhelm Tendts„Germanische Heiligtümer“, die Kenntnis vom„Odal als Lebensgesetz des ewigen Deutschlands“ zu den Werken der großen deutschen Geschichtsschreibung des vergangenen Jahrhunderts Ranke und Treitschke hin, zu H. St. Chamberlains„Grundlagen des 19. Jahrhunderts“ und den Schriften Paul de Lagardes bis zur zeitgenössischen Geschichtsschreibung von Professor Suchenwirth. In der nächsten Abteilung „Zeitgeschehen“ ist dem volksdeutschen Schrifttum weitester Raum gewährt, Richard Bahrs„Volk jenseits der Grenzen" und Hans Krebs'„Kampf in Böhmen" seien hier besonders erwähnt. Das Weltanschauliche Schrifttum beginnt mit Werken, Abhandlungen und Schriften über die Indenfrage, den Aufstieg der Juden, den staatsfeindlichen Zionismus, ihrem Kn t- e statt. Die Besetzung ist die gleiche wie bei der Festaufführung. Heute folgt eine wettere Wiederholung von Millöckers klassischer Operette„Der Bettelstudent". Städtische Gemäldegalerie Bochum. In der derzeitigen Ausstellung„Ein deutscher Maler in Italien— Aquarelle von Johann Anton Ramboux nach Meisterwerken allttalienischer Kunst—“ wird der Galerieleiter Dr. am Sonntag, 29. Mai, um 11.30 Uhr, in der Städtischen Gemäldegalerie, Kaiser=Wilhelm=Straße 24, einen Fübrungsvortrag halten. Aus der ASDAp. (Nach Bekanntmachungen der Partei) Sonntag, 29. Mai Weitmar..15 Uhr: Antreten der untformierten Polltischen Leiter, Ecke Kohlen= und Hattinger Straße, Dienstanzug, Feldflasche und Brotbeutel, Eßbesteck. 96# Weitmar=Nord..15: Antreten samtlicher Polltischen 2* ter an der Geschäftsstelle. Dienstanzug. Brotbeutel und Feldflasche. Eßbesteck. Die nichtuntformierten Politischen Leiter erscheinen auf dem Stadionplatz. Leichtathletik und Reichssportabzeichenkurse: Wochenkurse für Urlauber im Feriensportheim Feudingen(Lahn). Wochenpreis 23.—, RM. Schwimmkurse für Anfänger und Fortgeschrittene: Wochenkurse für Urlauber im Feriensportheim Feudingen (Lahn). Wochenpreis 23.— RM. Montag, 30. Mai Fröhliche Gymnastik und Spiele für Frauen von 20 bis 22 Uhr: Turnhalle des Freiherr=vom=Stein=Oberlyzeums. Reichssportabzeichen für Frauen und Männer von 20 bis 99 Uhr: Bochum=Werne, Turnhalle an der Badcanstg Schwimmen für Frauen und Männer von 21.15 22.30 Uhr: Badeanstalt Marienstraße. Rollschuhlausen für Frauen und Männer von 20 bis 22 Uhr: Turnhalle des Resorm=Realgymnasiums, Königsallee (umbenannt in Bismarckschule). Fröhliche Gymnastik und Spiele nur für Frauerz, 20.30 bis 21.30 Uhr: Gymnastikschule, Rottstraße 29. Dienstag, 31. Mai. Fröhliche Gymnastik und Spiele von 7 bis 8 Uhr vormittags im Licht= und Luftbad an der Königsallee. (Weitere Lokalnachrichten auf den Seiten 7 und 12.) Seite 7 Nr. 123 J Bochumer Anzeiger] Samstag Sonntag, 28./29. Mai 1938 Iin Rähnen des Gaulager Festliche„Ribelungen“=Aufführung im Stadttheater Wieder einmal wehte die festliche Fahne vom strahlend erleuchteten Rundbau an der Königsallee, wieder einmal brach aus den Pforten des Hauses hellster Glanz, und wieder einmal fuhren vor dem mit Licht, Fahnen und Tannengrün geschmückten Eingang die Wagen der Gäste von nah und fern auf: ein großer Theaterabend eröffnete Freitag den Gautag der NSDAP. Westfalen=Süd. Schon lange vor Beginn der Aufführung von Hebbels„Nibelungen I und II“, die in der Neueinstudierung von Professor Dr. Saladin Schmitt dargeboten wurden, hatten sich rund um das Theater viele Volksgenossen eingefunden, um die eintreffenden Ehrengäste willkommen zu heißen. Gauleiter Josef Wagner erschin kurz vor 20 Uhr zusammen mit Oberbürgermeister Dr. Piclum und in Gesellschaft der führenden Männer von Partei, Staat und Behörden. Im Vorraum grüßte aus einem Rund von Blumen und Lorbeer die Büste des Führers die Ankommenden. Das Haus bot, in festlichstem Schimführliche Besprechung der starken und eigengesetzlichen Neueinstudierung müssen wir uns vorbehalten. doch naten schon der in der Pause spontan einsetzende begeimer der Lichter, ein glanzvolles Bild, das von dem Braun der Uniformen bestimmt wurde. Die führenden Männer der Partei, des Staates und der Wehrmacht, der Provinzial= und Stadtbehörden des Gaues Westfalen=Süd, der NS.=Formationen, der SA. und#, des RSKK. und des RSFK., der HJ. und des Arbeitsdienstes, das Führerinnenkorps der NS.=Frauenschaft und des BDM., Vertreter aus Wirtschaft und Industrie sowie viele Gäste aus den Nachbarstädten waren zu dieser geschlossenen Feier erschienen. Vor diesem erwartungsvollen und hochgestimmten Besucherkreis hob sich dann der Vorhang zu einer Neueinstudierung müssen wir 6 zeuglen schon der in der Pachse hentan Waegrnrt gegeisterte Beifall und die zum Schluß in gesteigertem Maße dargebrachte Anerkennung für das Erlebnis des Abends. Wucht und Kraft, wie sie aus den hervorragenden Bühnenbildern von Johannes Schröder und den großartigen Linien der Gesamtentwürfe Ernst Lemper les rein äußerlich das Bild bestimmten, führten auch die Darstellung zu einer bannenden Größe. Heidi Kuhlmanns Kriemhild, die Brunhild von Ruth Trumpp, Walter Kaltheuners König Gunther, der Hagen von Willi Busch und Horst Caspars Siegfried führten die Reihe der ersten künstlerischen Leistungen an. Mit seinen Darstellern konnte Professor Dr. Saladin Schmitt am Schluß der Auffuhrung, die bis kurz nach 23 Uhr dauerte, von einem tief beeindruckten Haus verdienten Dank entgegennehmen. Besucherkreis hob sich.—.. g6 zukrung Grofgroßen und tief eindrucksvollen Auffugrung. Professor Dr. Saladin Schmitt gab die beiden ersten Teile der Nibelungen=Trilogie,„Der gehörnte Siegfried“ und„Siegfrieds Tod“, in einer aus den Bezirken der menschlichen Tragödie in das Monumentale emporsteigenden Form und erzielte hiermit eine begeisterte Aufnahme von Hebbels aus urdeutschem Glaubens= und Sagengut erwachsenem Werk. Eine ausPö. an der Bleibergquelle. Im Festplan der Betriebsgemeinschaft der Eisenund Hüttenwerke war Mittwoch das Hammerwerk dran. Still standen für einen Tag die Hämmer und Maschinen, verlassen die feurigen Mauler der Oefen, denn hinaus ging es, 300 Kameraden mit ihren Frauen, in Sonderwagen der Straßenbahn zum Bergischen Land, zur Senderstadt Langenberg und zur bekannten Blesbergquelle. Es wurde ein schöner festlicher Tag, und wo die Hammerwerker hinkommen, geht's lustig zu, vergißt man schnell die Sorgen des Alltags. Ob nun in der Einsamkeit frühlingsfarbener Wälder, in der Schönheit der Natur oder in der ausgelassenen Fröhlichkeit bunter Spiele und Tänze, überall kam der Arbeitsma seinem Recht, allen war dieser Betriebsaus#lug ein Tag der Erholung und Freude, allen ein Festtag innigster werksverbundener Kameradschaft. Und als Betriebsleiter des Hammerwerkes, Oberingenieur Pg. van Marwyck, gerade diesen Gedanken bei seiner Begrüßung lebendig herausstellte und dabei ein Heimatgeschichte des wundervollen Bergischen Landes hineinwebte, fand er überall begeisterten Widerhall. Auch der technische Leiter des Werkes, Direktor Pg. Giesen war zu einigen frohen Stunden im Kreise seiner Hammerwerker. Daß Werkskapelle und Werkschor unter Leitung des Dirigenten Laubenthal zur Verschönerung des Tages beitrugen, ist selbstverständlich. Zwischen dem Freuen und Futtern schwand vie Zeit im Fluge und es war beinahe Mitternacht, als die Sonderwagen der Heimat wieder zustrebten. Gegen ein fahrendes Auto gelaufen. Am Mittwoch, gegen 18.15 Uhr, lief auf der hiesigen Essener Straße, vor dem Hause 23, ein 5 Jahre alter Junge gege einen fahrenden Personenkraftwagen. Das Kind erlitt einen Schädelbruch und wurde dem hiesigen Bergmannsheil zugeführt. e- Aufachmen: Briiag), Siadvtervaltung a. in Gesbrüch mit Vouv Hre Zieiunt greisseiter Riemnenschneider. bend be..ov be Von jatz, Sherbürgergeiser dr. Vlelaim, Kreisleiter, Lienenichnebet: * Begegnung am Hofe von Burgund Cas==c, Lashpolscbenk Zun Hosterseings Beiäis: Sesite. Lradie Fchil=Poschld Mud Perer ab bmusk der Bohnen, Hem“Hohestszeichen der Bewegung gekrönt wird. wie alle Böhmer-Schuhe Rot-weiß, blau-weiß 8 sehr flotte Sandalettenspange ATSCUTTT Hellbraune Boxcalf-Halbschuhe mit teiner sommerlicher Lochung Eeoanter Einsatz-Pumps KREDIT EN ielen Falben vorrätig Seite 8 Nr. 123/ Bochumer Anzeiger] Samstag Sonntag, 28./29. Mai 1938 Turnen und Sddäaine Sder-Pibrfanzar. Wieder Großkampffag in Köln— HSV. beller als Hannover 96? cieilterichafts-vorlchlußrunde am Sonntag Mit der Vorschlußrunde, die am Sonntag in Köln Schalke 04 und Fortuna Düsseldorf sowie in Dresden Hamburger SV. und Hannover 96 zusammenführt, wird die Deutsche Fußballmeisterschaft 1937/38 vorerst zum Abschluß gebracht, denn wegen der Weltmeisterschaft in Paris kann das Endspiel erst am 26. Juni, also dem letzten Sonntag vor der Sperre, stattfinden. Die Vorschlußrunde sieht je zwei west= und norddeutsche Mannschaften im Kampf, der Süden, Brandenburg, Sachsen usw. sind restlos ausgeschaltet. Süddeutschland hat lediglich die Genugtuung, daß mit dem BfR. Mannheim und Eintracht Frankfurt zwei Vertreter nur durch das schlechtere Torverhältnis unterlagen, dagegen allerdings der 1. FC. Nürnberg als vorjähriger„Vizemeister“ und der VfB. Stuttgart glatt nach Punkten geschlagen blieben. Der Westen steht also wieder einmal ganz im Zeichen der Begegnung Schalke— Fortuna, während Norddeutschland zum ersten Male sein Großtreffen Hamburger SV.— Hannover 96 hat. Ein rein west= oder norddeutsches Endspiel ist somit nicht möglich. Um so schwerer ist die Frage beantworten, wer wohl ins Finale kommen wird. Schalke und Fortuna haben an den letzten Sonntagen nicht immer überzeugen können, aber auch der HSV. und Niedersachsens Gaumeister waren am Vorsonntag nicht ganz auf dem Posten. Köln und Dresden werden große Kämpfe zu sehen bekommen, aber wer wird Sieger sein? Dumrzwelten-Piafe Schalke—Fortuna in Köln-Müngersdort Die beiden großen westdeutschen Mannschaften tref= Elf hat in ihrem Gau so starke Mannschaften wie Wernun zum zwälften Male zusammen. Das erste Mal der Bremen und Eintracht Braunschweig hinter sich sen nun zum zwölften Male zusammen. Das erste Mal standen sie sich im April 1927 in Düsseldorf im Kampf um westdeutsche Meisterehren gegenüber. Fortuna gewann:3. Noch im gleichen Jahr revanchierte sich Schalke mit einem:=Sieg. Im September 1928 konnte Fortuna die„Knappen“:1 schlagen, doch Schalke behielt im Mai 1929 mit:1 die Oberhand. 1931 gab es zwei:=Siege, erst für Schalke, dann für Fortuna. Fortuna gewann auch Weihnachten 1932 mit:0, mußte sich dann aber im April 1933 im westdeutschen Endspiel zu Duisburg mit:1 beugen. Die Revanche gelang zwei Monate später im Kölner DFB.= Finale mit:0. Es war der letzte Erfolg der Düsseldorfer, die dann nach über dreijähriger Pause Weihnachten 1936 von Schalke:1 bezwungen wurden und am 9. Januar dieses Jahres in Köln das Tschammer= Pokalfinale mit:2 schlugen. Nun ist Köln zum dritten Male der Schauplatz eines wichtigen Spieles zwischen Schalke und Fortuna. Wieder werden über 60 000 westdeutsche Fußballinteressenten im Müngersdorfer Stadion versammelt sein. Die beiden Mannschaften sind bekannt. Ebenso ist bekannt, daß die Schalter auf ihren famosen Linksaußen Urban und auch immer noch auf den Verteidiger Schweißfurth verzichten müssen, während Fortuna den Verlust des linken Verteidigers Kluth zu beklagen hat, der durch eine tückische Krankheit sein junges Leben einbüßte. Ueber das Abschneiden beider Mannschaften in den Gruppenspielen braucht ebenfalls nichts mehr gesagt zu werden. Die„Knappen" haben enttäuscht Bremen und Eintracht Braunschweig hinter sich gelassen, sie hat dann in den Gruppenspielen Nürnberg zweimal geschlagen und auch gegen Alemannia Aachen und Hanau keinen Punkt abgegeben. Das will immerhin schon etwas heißen. Tatsächlich ist diese Mannschaft denn auch sehr stark, sehr einheitlich, kampffreudig und vor allem entschlossen. Der Verteidiger Sievers, Mittelläufer Deike, Rechtsaußen Malecki sowie die Gebrüder Meng als Mittelstürmer und Linksaußen sind die hervorragendsten Kräfte der Niedersachsen. Der HSV. hat bekanntlich nur durch das bessere Torverhältnis die Meisterschaft vor Eintracht Frankfurt gemacht, allerdings in Frankfurt erst am Vorsonntag :3 verloren, als ihm der Gruppensieg so gut wie sicher war. Die Eintracht wurde im Hinspiel:0 geschlagen, und insgesamt schoß der HSV. in sechs Spielen 21 Tore, während er nur fünf einsteckte. Das spricht für den großartigen Angriff, der denn auch die Stärke des Nordmarkmeisters ist und von Noack großartig geführt wird. Kommen die Hamburger richtig in Fahrt, wird Hannover 96 in Dresden das Nachsehen haben.— Schiedsrichter ist Raspel(Düsseldorf). Am 12. Juli Schwimmfest aller Bochumer Schulen im Freibad Bochum=Werne Auch in diesem Jahre veranstalten unter Mitwirkung des NSLB. alle Volks= mittleren, höheren und kaufmännischen Schulen in Bochum ein Schwimmfest. Dieses Wettschwimmen, das zu einer bleibenden Einrichtung für Groß=Bochum werden soll, findet statt am Dienstag, dem 12. Juli, im Freibad Werne, und zwar für die Unterstufe von 9 bis 12 Uhr, für die übrigen Stufen nachmittags ab.30 Uhr. Ein Schüler darf nur an drei Wettbewerben einschließlich der Staffel teilnehmen Für die Sieger im Mannschaftskampf und in den Staffeln werden Wanderpreise verteilt, die Einzelsieger erhalten Urkunden. Namentliche Meldung der Wettkämpfer und Mannschaften, Beglaubigung der Mannschaftsziffer und der Gruppe durch den Leiter der Schule und Name des begleitenden Lehrers sind bis zum 25. Juni zu richten an Studienassessor O. Epe, Bochum, Knüwerweg 51. Der begleitende Lehrer übernimmt die Aufsicht vor, während und nach dem Wettkampf. det sich nur noch ein Fahrer, Wolsey, auf einer 500er Triumph im Rennen. Die deutschen Fahrer waren trotz der Mißstimmung vor der Mittagsrast in sehr guter Laune und hielten sich auf der Rückfahrt nach Spa ganz ausgezeichnet. Sturm 4/N4 Bochum erfolgreich Frühjahrs=Sportfest, der Standorte Gelsenkirchen, Bochum=Herne, Essen und Düsseldorf des 4.=Nachrichtensturmbannes in Gelsenkirchen Einmal im Jahr treffen sich die zum 4.=Nachrich= tensturmbann, Oberabschnitt West, gehörigen Nachrichtenstürme der Standorte Gelsenkirchen, Bochum=Herne, Essen und Düsseldorf zum sportlichen Wettkampf. Auch in diesem Jahr wurde das Treffen nach Gelsenkirchen verlegt. Das letzte Sporttreffen hatte neben der Bedeutung als Leistungsprüfung— die Kämpfe sind Pflichtkämpfe— noch eine weitere, es wurde gleichzeitig die Ausscheidung im Hinblick auf die NS.=Kampfspiele in Nürnberg vorgenommenz Sonnenschein und das Grün der schönen, werkseigenen Sportplatzanlage der„Deutschen Eisenwerke" gaben dem Treffen einen freundlichen Rahmen. Es gab guten Sport zu sehen, der es auf die Allgemeinertüchtigung des Nachrichtenmannes für seine spezielle Aufgabe absieht. Die Kämpfe endeten mit einem schönen Das Sport-Wochenende Sportruhe in Bochum am Gautag Das Gauamt des Reichsbundes für Leibesübungen hat aus Anlaß des Gautages des Gaues WestfalenSüd in Bochum Sportruhe für alle größeren Veranstaltungen im Gan Westfalen=Süd und, gänzliche geperezeu##ertampf chertischlend Sportruhe für Bochum angeordnet. Darunter fallen Geher=########mpf Deutschland Westdeutschland: Fußball=Aufstiegsspiele und Pokalkämpfe in den westdeutschen Gauen;„Halg, 0, Lartung Hüffel. Fußball=Vorschlußrunde Schalke 04— Fortuna Düsseldorf in Köln: Ben# ken 44. 4 ch Handball=Gruppenspiel PrB. aachen— Hindenburg Minden in Aachen:. ge## f. K..##(##. Ringer=Mannschaftsmeisterschaft in Dortmund(Sa.); Ruderregatta in Mülheim(Ruhr); Frühjahrs=Kanuregatta in Köln; Kann=Langstreckenregatta, Düsseld#r# Krefeld; Radrennen in Köln=Hürth,.=Gladbach, Herne, Münster und Buer:„.. g. Strst. Straßenpreis von Duisburg; Gr. Straßenpreis von Fröndenberg(Ruhr). Reich: Fußball=Vorschlußrunde Hamburger SV.— Hannover 96 in Dresden: Fußball=Gauspiele Brandenburg=Mitte(A= und=Elf) in Verlin:„„# I, I. Kamhure Cönigsherg De Handball=Gruppenspiele in Hamburg, Konigsverg, Verlin. Weißenfels, Hannover(Post=SV. Lintfort), München und Dettingeni,„##.#r l. wigr(S.). Hockey: Gau Ostmark— Deutsche Auswahl in Wien(Sa.): Tennisklubkampf in Berlin m. Dänen(Sa. So.);. Länderkampf Den“*.—— Schweden in Leipu. a. die beiden Phönig. Aufstiegsspiele von Laer und zig(Sa. So.): Leichtathletik=Sechs=Städte=Kampf in Wien: SA.=Gepäckmarsch in Wien: Ruderregatten in Brandenburg, Dresden und Heidelberg; Straßenrennen„Rutd um den Neroberg" in Wiesbaden; Deutschlandflug; gngig Innahrug. Wat. Schwimmen in München m. WAS. Innsbruck; Motorradrennen in Rürnberg:„atimkarg(a. s8.). Turnerinnen=Meisterschaften in Wittenberg(Sa. So.): Olympia=Dressurprüfungen in Insterburg(Sa. So.); Basketball in Darmstadtz,„ig Pferderenn=Ergebnisse; Jubiläums=Preis in Hoppegarten Ausland: Fußballkampf Deutschböhmen— Gau Sachsen in Aussig: Davispokalkämpfe Ungarn— Deutschland in Budapest, Frankreich— Italien in Paris. Jugoslawien— Schweden in Agram, Belgien— Indien in Brüssel; Internationales Tennisturnier in Aussig m. Deutschen (Sa. So.): Ruder=Regatta in Amsterdam; Berufsboxen in Bukarest(Europameisterschaften); Internationales Reitturnier in Warschau m. Deutschen Internationale Drei=Tage=Fahrt in Spa(Sa So.): Radrennen in Paris und Zürich: Italien=RadrundRad=Vier=Länder=Kampf in Stockholm m. Deutschland; Pferderenn=Ergebnisse. 2 49 und dann viel, sehr viel Glück gehabt. Zuletzt waren sie aber wieder„da“ und schlugen BSV. 92 und Dessau 05 glatt mit:0 bzw.:1. Fortuna verlor kein Spiel, mußte aber zweimal einen Punkt an den BC. Hartha abgeben. Ueberraschenderweise waren die Sachsen ein stärkerer Widersacher als der VfB. Stuttgart, der von verschiedenen Seiten vor Fortuna in Front erwartet wurde, aber in Düsseldorf:3 und im Stuttgart:2 unterlag. Es werden spielen: Schalke: Klodt: Sontow, Bornemann; Gellesch, Tibulski, Prinz: Kalwitzki, Szepan, Pörtgen, Kuzorra, Berg. Fortuna: Pesch: Janes, Bornemann; Mehl, Bender, Zwolanowski; Albrecht, Wigold, Heibach, Pickartz, Kobierski. Schalke hat durch den:=Erfolg im Januar über Fortuna in der„Gesamtwertung“ bei sechs Siegen gegenüber fünf der Fortuna eine knappe Führung. Die Mannschaft hätte damals leicht höher gewinnen können. doch war Fortuna in der Abwehr sehr stark. Diesmal wird es nicht anders sein, denn Bornefeld ist immer noch ein zuverlässiger Verteidiger und auch trotz seines Alters schnell genug. So kann sich der Niederrhein= meister nach wie vor auf seine Hintermannschaft verlassen. Dazu zählt natürlich auch die Läuferreihe MehlBender=Zwolanowski, die gleich gut im Abwehr= und Aufbauspiel ist. Wenn allerdings Mehl und Zwolanowski durch das Schalker Angriffsspiel zu stark in Anspruch genommen werden, wird der Fortunasturm die Unterstützung der beiden Seitenläufer sehr vermissen. Die Fünferreihe der Düsseldorfer hat immer wieder Wünsche offen gelassen, so daß sie auf Mehl und Zwolanowski nicht ganz verzichten kann. Immerhin verfügt die Fortuna heute in Pickartz über einen schußkräftigen Stürmer und damit in Pickartz und Kobierski über einen Flügel von besonderer Qualität, um so mehr, als die beiden Spieler ihre Plätze vielfach tauschen und damit die gegnerische Abwehr verwirren. Die Schalker lassen Berg für Urban spielen. Gegen Dessau war der linke Flügel nicht so gut wie der übrige Sturm, aus dem namentlich Pörtgen hervorragte. Da sich aber der talentierte Berg überall zurechtfindet, dürfte er beim zweiten Male als Linksaußen schon mehr zeigen. Auch Prinz hat sich gut entwickelt, ebenso wie Sontow in der Verteidigung. Es wird nicht leicht sein, die hinteren Reihen der Westfalen zu durchbrechen. Wie gesagt, eine Voraussage für diesen Kampf läßt sich nicht treffen.— Als Unparteiischer fungiert Rühle (Merseburg).— HSV. diesmal im Endlpiel? In Dresden: Hamburger SV.— Hannover 96 Die junge Garde des HSV. spielte sich schon im Vorjahr bis in die Vorschlußrunde, in der dann aber der„Club“ dank seiner größeren Erfahrung mit:2 die Oberhand behielt. Die Hamburger lernten aus dieser Begegnung, und nun stehen sie erneut in der Vorentscheidung, diesmal aber besser gerüstet. Wenn sie auch von verschiedenen Seiten als Favorit gelten. so darf man an den bisher gezeigten Leistungen des Niedersachsenmeisters nicht ohne weiteres vorbeigehen. Die Deundie Hiehlerralan der Fürkerkihen 67 Teilnehmerinnen bewerben lich in Wittenberg um den Titel Auch Agnes Dahmen(Tv. Bochum-Brenschede) dabei Sonntag steigen in der Lutherstadt Wittenberg die Deutschen Meisterschaften der Turnerinnen im Gemischten Achtkampf. Der Kampf ist der erste seiner Art und setzt sich zusammen aus den gleichen Gerätühungen des Zehnkampfes für Breslau und den gymnastischen Uebungen des Siebenkampfes(Keule und Luftball). Zugelassen sind insgesamt 67 Turnerinnen, die sich die Teilnahmeberechtigung beim Ausscheidungsturnen der Gaue erkämpft haben.,„„.x winh i. Tu Sik. Wem der Meistertitel zufallen wird, ist mit Sicherheit nicht vorauszusagen. Nach den bei den Gauausscheidungen erzielten Punktzahlen zu urteilen, dürfte Irma Lenzing(Mettmann), die mit 153,.5 Punkten die beste Leistung zeigte, die meisten Aussichten haben. Ihr jedoch nicht viel nach stehen Ilse Scheer(Tilsit) mit 152,5, Charlotte Garezinski(Elbing) mit 152 und die beiden Kielerinnen Käthe Schmidt und Anita Bärwirth mit je 150.5 erreichten Punkten. Mit ähnlich guten Leistungen konnten Liesel Nikolaus(Pirmasens) mit 149,5 Punkten, Miele Bertram(Saarbrücken) mit 148,5 und Irma Dumski (Nürnberg) mit 146 Punkten aufwarten. Turnerinnen, die weiterhin zu beachten sein dürften, sind Erna Kilger(Heidelberg), Friedel Braun,(Fragkfurt)g#solde Fröhlian(Dresden), Gertrud Schichtholz(Leipzig), Berta Rupp(Berlin), Fritzi Nagel(Pforzheim), Erna Bürger=Busch(Eberswalde), Gertrud Kursatz(Beuthen), Margret Dürr(Lippspringe) und Agnes Dahmen (Bochum), womit jedoch nicht gesagt ist, daß der Weg in die Spitzengruppe nicht auch anderen offensteht. Breslau=Kundgebung der Turnerinnen in der Hagener Stadthalle. Westfalens Turnerinnen treffen sich am Sonntag in der Hagener Stadthalle zur letzten Vorschau auf Breslau. Mit der Veranstaltung ist eine Zusammenkunft aller Gausachbearbeiterinnen und Kreis=Frauenturnwartinnen verbunden, die durch das Erscheinen der Reichsfrauenwartin Henni Warninghoff eine besondere Bedeutung erhält. Marmerungelumder Wardenehherkl Nur noch drei Nationalmannschaften im Kampf— Verunglückte zweite Etappe der Dreitage-Fahrt Die Teilnehmer an der internationalen MotorradDrei=Tage=Fahrt sollten ursprünglich am zweiten Tage des Wettbewerbs eine 278 Kilometer lange Schleife von Spa durch die holländische Provinz Limburg und zurück erledigen. Leider aber konnten nur 148 Kilometer gewertet werden, da die ersten 130 Kilometer von Spa bis zum holländischen Verpflegungsort Valkenburg, wo; eine Stunde Rast gemacht wurde, von der Wettbewerbsleitung neutralisiert werden mußten. Der Königlich Niederländische Motorradsport=Verband hatte sich mit der Organisation dieser Strecke die größten Mühen gemacht, leider aber gingen unverantwortliche Elemente in der Nacht und am frühen Morgen hin und entfernten nicht nur zum Teil die Markierungsschilder, sondern hingen sie auch falsch auf, so daß sich die Teilnehmer nach Passieren der 39 Kilometer von Spa entfernten Grenzstelle Maison Blanche heillos„verfranzten". In einem nicht mehr zu ordnenden Wirrwarr irrten die Teilnehmer im Gelände herum und suchten den Weg zur nächsten Kontrolle und nach Valkenburg. Schließlich kamen sie in Zeitnot und suchten sich dann auf den Landstraßen der Verpflegungsstation zu nähern. Die Fahrt im Gelände war dabei nicht schwierig, denn die Sand= und Feldwege waren äußerst schnell. Durch das bedingte spätere Aufdrehen der Maschinen gab es dann zahlreiche U. a. gingen F. Mayer mit einer 500=Kubikzentimeter= BMW. und H. Guttsmann mit einer 500er DKW zu Boden und schieden aus. Der BMW.=Fahrer F. Waschewski kam ebenfalls zu Fall, fuhr aber trotz eines angebrochenen Schlüsselbeins bis Spa weiter. Im Kampf der Ländermannschaften um den Internationalen Wanderpreis ist Deutschland kaum noch zu schlagen. Nunmehr ist auch die zweite belgische Mannschaft ausgeschieden, da der Seitenwagenfahrer Vanderschrick mit einer 600=Kubikzentimeter=FN. Bruch machte, so daß nur noch die beiden deutschen Mannschaften und Holland l im Wettbewerb liegen. Die Deutschen hatten nach dem ersten Fahrtage fünf und acht Punkte, während Holland I sich schon 153 Punkte zugezagen hatte. Da am zweiten Tage bei der sehr leichten Rückfahrt von Valkenburg nach Spa kaum Strafpunkte ausgeteilt zu werden brauchten, dürfte also die deutsche Führung nach wie vor sehr groß sein. Zahlreiche Ausfälle hat es dagegen bei den Fabrikmannschaften gegeben. So sind Ariel, die zweite holländische BMW.=Mannschaft, die holländische DKW.= Mannschaft, die belgische FN.=Mannschaft und zweite Gillet=Mannschaft, die erste deutsche NSU.=Mannschaft, die belgische Sarolea=Mannschaft und die beiden Mannschaften von Sparta(Belgien) und Triumph(Holland) nicht mehr beisammen. Die große Sensation ist, daß die deutsche Mannschaft von Fichtel& Sachs mit dem kleinen Motor nur noch allein ohne Strafpunkte ist. Die belgische Gillet I. hat 14 Strafpunkte unsere deutsche RSU. II. 8, die Auto=Union=DK.=Mannschaft 11, und die erste holländische BMW.=Mannschaft 145 Strafpunkte. Von der englischen Klubmannschaft befinDer Bochumer Baum geht als Schlutzmann der siegreichen=mal=100=Meterstaffel durchs Ziel. Foto: Müller(Gelsenkirchen) Erfolg des Bochumer Sturmes 4/N 4, der in#=Mann Kölsler auch den Sturmbann=Besten stellte. Das Treffen wurde eingeleitet mit einer kurzen, eindrucksvollen Schlageterehrung, die#=Sturmbannführer Thom(Düsseldorf), der Führer des 4.=Nachrichtensturmbannes, vornahm. Der Abend vereinte die Kameraden aus den 4 Standorten Gelsenkirchen. Essen, Düsseldorf und Bochum=Herne zu einem Kameradschaftsabend..16 Ergebnisse: Gesamtergebnis(Mannschaftsvierkampf, Schießen und Mannschaftsläufe): Bglf##. 1. Sturm 4/N 4(Bochum) 8262,6 Punkte 2. Sturm 8/N 4(Gelsenkirchen) 2675,9 8. Sturm 2/N 4(Essen) 2582,6 4. Sturm 1/N 4(Düsseldorf) 2471,4. Nachrichtenstafette: 1. Sturm 1/N 4 Düsseldorf 2. Sturm 3/N 4 Gelsenkirchen 8. Sturm 2/N 4 Essen 4. Sturm 4/N 4 Bochum=Her'gz,, Sturmbann=Bester:=Mann Kölsler 4/N 4 Bochum. Bester vom Sturm 4/N 4 Bochum und 2. der Gesamtwertung:=Bew. Löhr. Auf zur Rhön Wenn die Motorflieger um den Sieg kämpfen, wenn die Segelflieger nach der„Silber=C" trachten, dann bei de Mescher Peiae der Kalsdenr die Ma bewerb in den Borkenbergen den Sieg erringen konnten, werden diesmal beim Reichswettkampf dabei sein. Wir wünschen ihnen schon jetzt ein herzliches Glückab! Tura Bonn bleibt in der Gauliga Die amtliche Verlautbarung In der Angelegenheit der Spielberechtigung des Uffz. Braun(Tura Bonn) gibt die Pressestelle des DRL.=Gaues Mittelrhein folgende amtliche Erklärung „Der Reichssportführer hat das durch den Rechtswart des Reichsfachamtes Fußball am 5. April in Köln gesprochene Urteil aufgehoben und wie folgt entschieden: 1. Der Spieler Braun hätte nach den allgemein angewandten Grundsätzen frühestens am 3. November 1937 für Tura Bonn spielberechtigt erklärt werden können. Auf Grund irreführender Angaben erwirkte Tura eine frübere Spielberechtigung. Ich hebe die fälschlich erteilte Spielberechtigung hiermit auf und setze als ordnungsmäßiges Datum für die Spielberechtigung den 8. November 1987 fest. 2. Nach den Bestimmungen der Sport= und Fuß: ballordnung des DRL. ist das Spiel vom 31. Oktober 1987 für Tura verloren. Die Tabelle ist von den zuständigen Stellen entsprechend zu berichtigen. 3. Die Spiele um die Deutsche Fußball=Meisterschaft bestreitet als Vertreter des Gaues 11 Alemannia Aachen weiter. 4. Im übrigen verbleibt es bei dem Urteil vom 5. April 1938.“ Die Gaupressestelle schreibt dazu:„Maßgebend für dieses endgültige Urteil des Reichssportführers war in der Hauptsache die Tatsache daß zwischen Berufssoldaz ten und den ihrer Wehrpflicht Genügenden bezüglich der Spielberechtigung keinerlei Unterschiede zu macher sind. Nachdem über die Mitwirkung von Soldaten bei Zivilvereinen im Bereich des Standortes Lockerungs bestimmungen erlassen wurden, kehrte— wie viele solcher Spieler— auch Braun zur Tura Bonn zurück. Füg diese Spieler wurde allgemein eine Sperrfrist von Tagen festgesetzt, so daß Braun automatisch al 3. November 1937 spielberechtigt wurde. Da Braun aber schon vor diesem Termin in dem von der gewonnenen Spiel gegen Beuel mitgewirkt hat, Beuel dieses verlorene Sviel gutgeschrieben. Da aber Alemannia Aachen die Meisterschaft auf dem Rasen gewonnen hat und an dem Vorgang Tura Bonn völlig unbeteiligt ist, wäre es eine nicht zu verantwortende Härte gewesen, Alemannia aus den Spielen um die Seite 9 Nr. 123( Bochumer Anzeiger] Samstag Sonntag, 28./29. Mai 1938 Deutsche Meisterschaft herauszuziehen. Es entspricht, gesunden sportlichen Empfinden, im Zweifelsfalle die Entscheidung auf dem Rasen derjenigen am grünen Tisch vorzuziehen, so hart in diesem Falle auch Beuel davon betroffen wird. Henkel schlug Dallos Deutschland führt im Davispokalkampf gegen Ungarn Auf der Budapester Margarethen=Insel begann am Freitag bei ermüdendem heißen Wetter der Davispokalpampf Ungarn gegen Deutschland. Etwa 2000 Zuschauer wohnten den beiden Kämpfen des ersten Tages bei, die Deutschland eine:=Führung brachten. Henner Henkel schlug den Ungarn Dallos in drei Sätzen •4, 11:9,:0 und eroberte damit für uns den ersten Punkt. Das zweite Spiel ging über fünf Sätze und mußte um 19.30 Uhr wegen Dunkelheit beim Stande von:7.:6,:4,:2,:4 für Metaxa abgebrochen Der Ungar, Gabroy war bei diesem harten Fünffaszkampf zum Schluß weit mebr mitgenommen als Metaxa. Der Kampf wird Samstag zu Ende geführt. Nun nach Wien Die Deutschlandflieger im Süden des Reiches Arminie Bielefeld und wer noch..? Um den Aufstieg zur westfälischen Fußball=Gauliga Nachdem nun im zweiten Entscheidungsspiel mit Union Gelsenkirchen auch der vierte Teilnehmer an den Aufstiegsspielen der Gruppe 1 zur Gauliga ermittelt worden ist, können die Kämpfe in dieser Gruppe am Sonntag mit zwei Begegnungen fortgesetzt werden Zwei Spiele sind bisher ausgetragen worden, „Wattenscheid blieb über die Sportfreunde„Siegen mit:2 siegreich und Preußen Münster gab Gelsenguß mit:1 das Nachsehen. Die Münsteraner bleiben im Besitz der beiden Gewinnpunkte, obwohl an Stelle von Gelsenguß nun Union Gelsenkirchen die weiteren Spiele austrägt. Union hat zwar beim Reichsfachamt gegen diese Entscheidung Protest erhoben, doch wird das Urteil für Gelsenkirchen wohl im negativen Sinne Die beiden Begegnungen am Sonntag werden bereits als Rückspiel durchgeführt. Union Gelsenkirchen erwartet Preußen Münster, während die Sportfreunde Siegen die SG. Wattenscheid zu Gast haben, Ir. Gelsenkirchen haben die Preußen aus Münster die 2gve## lenführung zu verteidigen, was ihnen allerdings dort nicht leicht fallen wird. Mehr als einen Punkt werden die Gelsenkirchener ihrem Gegenspieler kaum mit auf In der Gruppe II werden die Aufstiegsspiele mit dem Treffen zwischen Arminia Bielefeld und Alemannia Dortmund beendet. Praktisch hat der Ausgang dieser Begegnung auf die Tabelle keinen Einfluß mehr, da die Arminen bereits als Endsieger durchs Ziel gegangen sind und nicht mehr eingeholt werden können. Es ist alsg, mehr eine Prestigegngelegenheit zwischen den beiden Mannschaften aus Bielefeld und Dortmund. Am Niederrhein findet das letzte Aufstiegsspiel in Gruppe 2 zwischen BfR. Ohligs und Schwarz=Weiß Puppertal, statt, Da Westende Hamhorn und Rot=Weiß Essen bereits als Gauligisten feststehen, ist die Begegnung ohne jede BeDer Gau Mittelrhein steht ganz im Zeichen des Aufstiegskampfes. In der Gruppe 1 hat sich Neuendorf mit:0 Punkten an die Spitze gesetzt. Eintracht Kreuznach folgt mit:0 Punkten auf dem zweiten Platz. Können auch die Kreuznacher den VfL. Po schlagen, dann liegt die Entscheidung nur noch zwischen s eshensde ie, lir. e ae vereinigung, die ebenso wie Troisdorf schon ein Spiel verloren hat. VtL. Bochum 48 in Elfen Zwei rückständige Pokalspiele der 2. Hauptrunde Bolalspiele sgschez en und#o f. Weiß'Essen— /8. Be cum zur gerterischen Rläten nachgeholt. Auf den gegnerischen Plätzen stehen die Besonders von den Bochmern darf man aine gute Leistung erwarten. Der erste von S Nationen ettbewerb dene ztianalen SegellugnodellNach dem Flugtag in Rangsdorf bei Berlin hat sich der Schauplatz des Deutschlandfluges nach dem Süden des Reiches verlagert. Um für den Anflug des Endpunktes Wien der Ostmark möglichst nahe zu sein, haben die Flieger im Laufe des Freitags die noch fehlenden Wertungsplätze im Süden angeflogen. Am frühen Morgen starieten in Nürnberg 169 Maschinen, in Erfurt 96 und in Karlsruhe 31, darunter auch die des Korpsführers Christiansen. Die Wertungsplätze konnten einzeln oder im Verband aufgesucht werden, doch mußten sich die Mitglieder jeder Kette in einem gemeinsamen Uebernachtungshafen treffen. Der vorletzte Wettbewerbstag, der Samstag, verlangt im Verbandsflug Kilometerleistungen von mindestens 700 bis 1200 Kilometer in den verschiedenen Gruppen, deren Ziele Regensburg, München= Prien, Innsbruck,„Nürnberg,„München=Oberwiesenzero und Linz sind. Von diesen Plätzen aus wird dann am Schlußtag Wien=Aspern angeflogen. Schon am Freitag abend trafen sich alle Teilnehmer auf den bayrischen Uebernachtungshäfen. Korpsführer Christiansen landete in München=Prien. Wenig glücklich waren die Wettbewerber aus der Punktesagd in Innsbruck. Nachdem 60 Maschinen angekommen waren, mußte Landeverbot verhängt werden, da das Wetter zu böig war. Der starke Südwind zwang zur Landung von Norden, der schwierigsten Seite des Innsbrucker Beim Start in Hannover am 26. Mai berührte das den Sonntag Leipzig beide Punkte abzunehmen. Für diesen Fall wurde auch schon das Entscheidungsspiel angesetzt, das in Magdeburg an einem der Pfingsttage steigen soll. Im MeV. Weißenfels erwartet man den Sieger der Gruppe 2 und auch SV. Waldhof dürfte mit einem Sieg in München Sieger der Gruppe 4 werden. Immer vorausgesetzt, daß die erwarteten Sieger am Sonntag ihre Kämpfe auch erfolgreich gestalten können, alle Gaugruppensieger also dann feststehen, wurde folgender Spielplan aufgestellt: Sonntag, 12. Juni:. wag Me in Mannheim: SV. Waldhof— MSV. Weißenfels in Leipzig: MTSA. Leipzig— Hindenburg Minden. Sonntag, 19. Juni: Rückspiele mit geänderten Austragungsorten. Wettbewerbsflugzeug R 4b ein dabei restlos zerstört. Die Besatzungsmitglieder VögK. Sturmbannführer Schrubba und der NSFK.=Mann Bamfaste der RSFK.=Gruppe 10(Westfalen) kamen dabei ums Leben. Wechsel in der Spitzengruppe Nach dem fünften Wettbewerbstag, also nach den Geschicklichkeitsprüfungen und dem anschließenden Reiseflug am Mittwoch, ergaben sich Verschiebungen in der Spitzengruppe. Die an dritter Stelle liegende Kette des Kommandos der Fliegerschule Dresden(Sihhrer; Friedrich, übernahm mit 1303 Punkten die vor der bisher ersten DBL.=Kette(Führer: Fach), die 1274 Punkte erreichte, und der vom sechsten Platz aufgerückten NSFK.=Kette Königsberg(STAF. Berger), die 1249 Punkte hat. Die Handball-Vorschlußrunde nheim und Leipzig Vorspiele am 12. Juni in Mannheim und Obwohl in den Spielen um die Deutsche HandballMeisterschaft mit Hindenburg Minden in der Gruppe 3 erst einer der vier Gruppensieger feststeht, wurde bereits der Plan für die am 12. und 19. Juni durchzuführende Vorschlußrunde aufgestellt. Voraussetzung ist hierbei natürlich, daß die erwarteten Vereine auch tatsächlich zum Gruppensieg kommen. Vor allem kann in der Gruppe 1 Oberalster Hamburg mit dem bisher ungeschlagenen MXSA. Leipzig noch punktgleich werden, falls es den Hamburgern gelingen sollte, am kommenDie Sieger der Vorschlußrunde werden nach dem Punktsystem ermittelt, so daß für das Entscheidungsspiel um die Deutsche Handhall=Meisterschaft am 26. Juni bei Punktgleichheit das Torverhältnis für den Vorschlußrundengruppensieg ausschlaggebend ist. Am 25. und 26. Juni in Hagen Leichtathletik=Meisterschaften des Gaues IX(Westfalen) Die westfälischen Meisterschaften in der Leichtathletik für Manner und Frauen werden am 25. und 26. Juni in der Tschammer=Osten=Kampfbahn zu HagenBölerheide ausgetragen. Die Ausschreibung zu den Titelkämpfen ist ebenfalls erschienen. Die Meldungen des Gaues IX zu den deutschen Meisterschaften werden von der Teilnahme an den Gaumeisterschaften abhängig Am ersten Tag fallen bei den Männern bereits die Entscheidungen im Weitsprung, Kugelstoßen, 800=MeterLauf, Hochsprung, 10000=Meter=Lauf, 400=Meter=Hürdenlauf. 200=Meter=Lauf. Hammerwerfen und in der 4X1500=Meter=Staffel. Der Sonntag bringt dann die restlichen Entscheidungen bei den Männern und in sämtlichen Uebungen der Frauen, die insgesamt neun Wettbewerbe zu erledigen haben. Auch Ungarn mülfen wir schlagen : D r i t t e R u n d e u m d e n D a v i s p o k a l— U n s e r e V e r t r e t e r in Budapest Am Wochenende kommt schon die dritte Davispokalrunde der Europazone zum Austrag. Deutschland muß nach Budapest, wo es nach dem:=Sieg über Norwegen auf die Ungarn trifft. Frankreich und Italien kämpfen in Paris, während die Jugoslawen zum dritten Male auf eigenem Boden spielen und diesmal die Schweden erwarten. In Brüssel treten die Inder gegen die BelDie Ungarn haben es bisher sehr leicht gehabt. Durch gute Auslosung und den Verzicht Neuseelands lamen die Magyaren sofort in die dritte Runde. Wahrscheinlich dürften sie aber damit schon am Ende sein; denn Deutschland muß auch auf Budapester Boden stärker als die Ungarn eingeschätzt werden, die in den Einzelspielen Gabory und Dallos und im Doppel Csikos Asboth einsetzen. Deutschland stützt sich nach wie vor auf Henner Henkel und Georg von Metaxa und hält Göpfert und Redl als Ersatzspieler bereit. Wenn alles gut geht, müßte schon nach dem Doppel der deutsche Sieg sicher ein, so daß wir wieder einmal Göpfert einsetzen konnen. Nach diesem Spiel hat unsere Mannschaft etwas Davispokalruhe; denn die Vorschlußrunde wird erst in den Tagen vom 22. bis 24. Juli ausgetragen. Gegner in der Vorschlußrunde wird der Sieger des Kampfes Frankreich— Italien sein, der in Paris auswird. Die Franzosen werden sehr in Gefahr sein auf eigenem Boden geschlagen zu werzergzigeng die Italiener mit einem gesunden und erholten Giorgio de Stefani antreten können. Jugoslawien war schon im vergangenen Jahre ein beachtlicher Gegner und dürfte zweifellos in die Vorschlußrunde kommen. Nach Siegen über die Tschechen (:2) und Engländer(:0) treten nunmehr die Schwe; den in Agram gegen Puncer und Mitic an. Es kaum daran zu zweifeln, daß die Nordländer verlieren Schließlich trifft Belgien in Brüssel auf die die durch das Ausscheiden von Oesterreich ebenfalls kampflos in die dritte Runde kamen. Belgien ist hoher Favorit, obwohl die Inder nicht so einfach auszuschalten sind. Vom Turf Eifel-Preis im Mittelpunkt Sonntag Galopprennen in Neuß Sonntag wird die Neußer Bahn wieder einmal der Treffpunkt der westdeutschen Renngemeinde sein. Wenn auch kein überragendes Ereignis die Turfkarte ziert, so wird es doch abwechlgreggfäher Szart seben, denn das Programm ist sehr geie.„zusammengestellt und wird jedem Geschmack gerecht. Starke Berücksichtigung findet am Sonntag vor allem der Hindernissport, da nicht weniger als drei Jagdrennen und ein Hürdenrennen zur Entscheidung, kommen, so daß die Freunde des„illegitimen“ Sports ausgiebig auf ihre Kosten kommen dürften. Kr Sonderzugevoilen an 21000 auswärtige Teilnehmer am Gautag kommen auf dem Schienenweg nach Bochum— Eine große Aufgabe der Reichsbahn hre Kosten kommen dürften. Auch die Hauptprüfung des Tages, der wird zwischen den Flaggen entschieden. In diesem 4000 Mark und einem Ehrenpreis ausgestatteten Jagdrennen über 4000 Meter geben sich einige gute Steepler ein Stelldichein, so daß eine spannende Entscheidung bevorsteht. Unsere Voraussagen 1..: Faland— Kitzbock. 2..: Marsch=Marsch Waldteusel. 3..: Florian Geyer— Aehre. 4. Unie— Herero. 5..: Chrysler— Insant. 6..: Fangschuß— Agathon. 7..: Volker— Golf. 8..: Lavani— Winnetou. Weitere Voraussagen Enghien, 28. Mai 1..: Gav Recruit— Archimede II. 2..: Skiff— POrage. 3. R: Bavardin— Diamaniee. 4..: Eiho— 5..: Rosa Reine— Myron. 6..: Trabrennen. 7..: Santois— Tracias. Trabrennen zu Recklinghaufen Der Recklinghäuser Rennverein eröffnet seine zweite diesjährige Veranstaltung ana letzten einem guten Programm, das große Felder und spannende Rennen verspricht. Sieben Rennen stehen auf der Tageskarte, die Rennpreise sind weiterhin erhöht worden, und die Ställe haben mit Nennungen nicht gekargt, so daß in sportlicher Beziehung an dem Renntag nichts auszusetzen sein wird. Von besonderem Interesse ist der Hoffnungspreis, in dem die Zweijährigen zum erstenmal zeigen sollen, was sie gelernt haben. Bochum ist für den Empfang seiner Gäste gerüstet. Es wird in seinen Mauern eine Heerschau des Nationalsozialismus erleben, wie sie in dieser Größe im Lande der Roten Erde noch nicht stattgefunden hat. Mehr als 30 000 Teilnehmer aus allen Formationen und Gliederungen der Partei des Gaues WestfalenSüd werden am Sonntag zu den Großkundgebungen des Parteitages erwartet. Darunter befinden sich 21 000 auswärtige Parteigenossen, die auf dem Schienenwege nach Bochum kommen werden. Für die Reichsbahn wird es am Sonntag einen Großkampftag der Arbeit geben. 21 Sonderzüge aus allen Teilen Westfalens werden Sonntag früh in den Bochumer Bahnhöfen anrollen. Wer kann die Größe der Arbeit ermessen, die darin liegt, daß trotz der„Invasion der Massen“ der fahrplanmäßige Zugverkehr keine Behinderung erfahren darf? Bei der augenblicklich herrschenden Schönwetterlage, die bis zum Sonntag anhalten dürfte, ist dazu noch mit einem starken Ausflugsverkehr zu rechnen. Auch dem größten Verzweiten Preis. kehrslaien wird es da unbedingt eingehen, daß die 136. Dei den Interadonziag- Tagung ene, Peichzschn an Szerige, Hen.e De Keiken. Whir Pa,. B für Bene guege it demn Blugnobel Ferner belagte er mit der Entein der Klasse B für Distanzwertung ebenfalls Platz. ist dafür teilnehmer nicht überstürzt erfolgt. Um.36 Uhr läuft der erste Sonderzug im Nordbahnhof aus Richtung Hagen ein. Um.15 Uhr ist der zweite Sonderzug aus Dortmund=Süd fällig. Um.48 Uhr kommt ein Sonderzug von Witten=West, um.08 Uhr von Herne, um.37 Uhr und.49 Uhr von Dortmund=Süd, um 10 Uhr von Wanne. um 10.06 Uhr und um 10.26 Uhr wieder von Dortmund=Süd(Endstation des letztgenannten Sonderzuges ist der Bahnhof BochumPräsident), um 10.50 Uhr von Brilon=Wald und um 11.11 Uhr von Siegen. Für den Bochumer Hauptbahnhof sind folgende Sonderzüge vorgesehen:.50 Uhr aus Richtung Hagen,.12 Uhr Witten,.38 Uhr aus Witten Hagen..10 Uhr aus Richtung Schwelm,.22 Uhr aus Richtzng Letmathe, .44 Uhr aus Richtung Lippstadt, 10.03 Uhr. aus Richtung Unna. 10.22 Uhr aus Richtung BrilonWald. 10.42 Uhr aus Richtung Siegen, 11.07 Uhr — Die Hrganisationskanst der Reichsbahn wird am Sonntag abend wieder Gelegenheit haben, sich, im besten Licht zu zeigen.„In einem Zeitraum von knapp vier Stunden hat sie sämtliche 21 Sonderzüge für die Heimfahrt abzufertigen. Wenn des, Abfahrtssiggal letzten Sonderzuges auf„freie Fahrt“ steht, darf sich dem Bochumer Gautag einen würdigen Verlauf zu sichern. Rennen 1: Rennen 2: Rennen 3: Rennen 4: Rennen 5: Rennnen 6: Rennen 7: Unsere Voraussagen: Via von Welhe, Albin. Rheinmädel: Rheinstolz, Herodias., Feinsliebchen; Westerholt. Davids Bertha, Constantia; Bäuerin Alwin, Barbier; Huinesian. David Bingen, Herenjunge, uuintilian; 6: Bettie, Edith Loh Haoupfungz Stall Middeldorf, Stall Mia, Duck. Maisons=Lafsitte, 27. Mai Sieg 33. Plas“ 28. Ferner: Banker, Malle Poste, Al— Sieg 67. Platz 23, 25, 55. § N: 1 Tassilt(Porte), 2. Mon Colier Vert, 3. Pa9.. 1. gleg 651, Plasz 190. 95. 39. Ferner: Evolene, Haliéa, Tra Mek, Soda, Sarophone, Rvombe, Alicourt, Causcous,„Nousseline Fine, Here, Priocere, El Galgo, Dédo II, Beaupre. — Steg 16.„Mlat L1,4ta1;:„Ferner: Rinaldt, Suerler, Magestic, Cynara, Saxophone, Maroussia. Seder 2 men e Wir bringen die schönen, neuen Sommer-Modelle in großer Auswahl zu erschwinglichen Preisen DAS R BOCHUM, BONGARDSIKASSL S5 EIN ARISUREUNTENNEHMEN A 1 —— n Kleinanzeigen für die am nächsten Tage erscheinende Ausgabe bülen wir so aufzugeben, daß sie In der Hauplgeschäftisstelle, Rathausplaiz 8. bis 4 Uhr nachm. vorllegen Bei telephonischer Bestellung übernehmen wir keine Gewähr für fehlerfreie Wiedergabe des Textes. Preis des 22 mm breilen, I mm hohen Anzeigenraumes 8,5 Pfennig. Kleinanzeigen nichtgeschäftl. Art(bis 100 mm Höhe, 2 Spalten(46 mm Breitel) mm 8 Pf., Stellengesuche u. Familienanzeigen mm 6 Pf. Ziffer- u. Auskunftsgebühr 25 Pfennig. Angebote von Vermilllern usw., die mil dem unmillelbaren Sinn der Anzeigen nichts zu tun haben, werden nicht wellerbeförder. Z. A. 47300 Anzeiger heibl, deb schriflliche Angeboie unler diesem Kennzeichen den Geschällsstellen des„B..“ eingereichl werden mussen Auskunft Anzeiger bedeulel, deb die enisprechende Adresse In der Heuplgeschällsslelle, Ralhausplatz 8, zu ersehren 1: Umtangreichster, daher wirksamster Arbeits-, Wohnungs-, Geld- sowie An- und Verkautsmarkt von Bochum Stellenangebote (männlich) Wir suchen einen Iocherrerry für die Wärmebehandlung von Stahl Bewerber muß gut mit Gefolgschaftsmitgliedern umgehen und neben Werkstoffkenntnissen Härterei-Einrichtungen bedienen können. 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De Dannenschmuck, dat Fahnenmeer, De Glanz un Schien in allen Stroten Sall wiesen ussen Gästen Ehr Un Baukum üöwer alle Moten. Wonne bringen. Am Himmelfahrtstage, den man zum „Vatertag“ gestempelt hat, zeigte er sich einigermaßen manierlich. Kein Wunder, daß die„Herrenpartien“ schon am frühen Morgen einsetzten. Die Gastlokale„da draußen“, die bisher wenig Betrieb hatten, freuten sich über jeden Schwarm von Stammtischlern, Kegelbrüdern, Sängern und anderen Gruppen, die zu Fuß oder mit dem Autobus bei ihnen landeten, denn an„ihrem“ Tage, wo sie so ganz unter sich sind, pflegen die Männers und Väters einen gesunden Durst mitzubringen. Wenn es dann zwischendurch mal einen Regenschauer gibt, so wird das innere und äußere Gleichgewicht bald wiederhergestellt. Die verständnisvolle Gattin, die da weiß, daß Männer große Kinder sind, schaut nicht griesgrämig drein, wenn der„von der Kette losgelassene Ehemann“ etwas„angesäuselt", aber in bester Stimmung, heimkehrt, sie hält Hering und Gurke bereit und bekommt dafür vom dankbaren Familienoberhaupt eine Tafel Schokolade. So hat es wenigstens mein Freund Bählamm gemacht. Seine Karline lächelte beim Empfang des Eheherrn; bot ihm einen Rollmops an und Brötchen mit Gehacktes, zog ihm die Stiefel aus und die Pantoffeln an und reichte ihm zuletzt die gestopfte Pfeife. Gerührt über soviel Liebesbeweise, zog Bählamm eine große Tafel Schokolade aus der Rocktasche und übergab sie seiner Karline, die daran erkannte, daß ihr Eheherr sie selbst bei einer Herrenpartie nicht vergessen hatte. Solche Ehen sind harmonisch zu nennen. Bei den heutigen Eheschließungen werden bekanntlich die Ehekandidaten auf dem Standesamt einer Art Examen unterzogen. Wenn da— wie es anderwärts sich zugetragen hat— der Standesbeamte zur Feststellung der geistigen Fähigkeiten, einer Braut aus dem Volke die Frage vorlegt:„Wo fließt der Ebro“ und aus der Nichtbeantwortung den Schluß auf geistige Beschränkung zieht, dann sollte meiner Meinung nach lieber gefragt werden: Wie verhaltet Ihr Euch am Mutter= und am Vatertag?“ Denn das läßt wichtigere Schlüsse zu als wenn die Braut weiß oder nicht, daß„fern im Süd', Syanien— die schattigen Kastanien blühen Festfrohe Bochumer und Gäste von nah und fern! Wie herrlich prangt doch unser gutes, altes Bochum im Festesschmuck! Kein Haus, ja fast kein Fenster ohne Fahnen und Fahnentücher, Tausende von Flaggenmasten zeigen das leuchtende Rot mit dem Hakenkreuz im weißen Mittelfeld. Gewaltige Torbogen, mit Tannengrün umwunden, das aus den Eifelwäldern in Lastzügen nach hier gebracht wurde; mit den Wappen der südwestfälischen Städte geziert, stehen an den Pforten der Innenstadt, sind in der Umgebung des wunderschön geschmückten Rathauses aufgestellt; mächtige Säulen aus duftigem Nadelgrün ragen auf den Plätzen empor. Ueberwältigend die Ausputzung des Kundgebungsplatzes an der Castroper Straße— so etwas hat Bochum noch nie gesehen. Und unseren Hauptbahnhof erkennt man nicht wieder, so stimmungsvoll ist der Bahnhofsplatz ausgestattet mit Tor= und Ehrenbogen, Fahnen und Girlanden. Ach, wenn sich doch die Ladegleise nach der Humboldtstraße zu immer so anmutig zeigen würden! Viel Mühe und Arbeit hat, bei der zeitweiligen Ungunst des Wetters, diese großartige Ausschmückung der Stadt gekostet, aber nun zeigt sich die Gaustadt im strahlenden Gewande. Bochum und seine Bevölkerung weiß, was das deutsche Volk seinem Führer und dem Nationalsozialismus verdankt. Erst fünfzehn Jahre sind in dieser Woche verflossen, als Bochum, in der Besatzungszeit von jeder Polizei entblößt von kommunistischen Hetzern zum Schauplatz des Versuches, alle Ordnung aufzulösen und von Bochum aus das Industrie gebiet zu terrorisieren, gemacht wurde. Mehrere Personen sind Opfer dieses Aufstandes geworden, der zwar niedergekämpft wurde, aber in seinen Wirkungen noch lange nachzitterte. Daran wollen wir uns heute erinnern, bei der Kundgebung aus Anlaß des zehnten Parteitages der NSDAP. Was wäre aus Deutschland geworden, hätten die Elemente der Zersetzung ihr Werk vollenden können? Wäre nicht der Mann gekommen, der das Steuer mit starker Hand ergriffen und Deutschland vom Abgrund gerissen hätte? Und hätten sich um ihn nicht Männer in von Jahr zu Jahr wachsender Zahl gesammelt, die ihm opferbereit, tapfer und mutig zur Seite standen? Fünf Jahre sind verflossen seit der nationalsozialistischen Machtergreifung. Welch ein Wandel ist eingetreten, sichtbarlich vor auer Augen! Die Gaustadt Bochum, einer der ersten und mannhaftesten Stützpunkte der Partei, hat noch bei den letzten Waylen ihre Treue zum Führer bewiesen und bekundet sie heute in so glänzender Weise in der bisher unübertroffenen Festausschmückung der Stadt. Der morgige Sonntag steht im Zeichen der Riesenkundgebung auf dem Volksplatz bei der Polizeiunterkunft. Nicht weniger als 21 Sonderzüge bringen die Gäste aus dem Sauerland, aus der Mark, vom Hellweg, von Sieg, Lenne, Ruhr und Lippe; dazu kommen viele Trupps in Autobussen aus dem näheren Industriebezirk. Keine leichte Aufgabe, 32.000 Menschen mit Atzung zu versorgen. Aber die 130 Gulaschkanonen, die auf den verschiedenen Speiseplätzen auffahren, werden schon jeden satt werden lassen. 64 Zentner Erbsen, 80 Zentner Fleisch, dazu 320 Zentner Kartoffeln und das nötige Fett dazu sollen vertilgt werden. Offen gesagt, ich beneide die Kartoffelschäler nicht, habe mich für diese Beschäftigung nie erwärmt. Aber unsere Frauen und Mädchen werden es um so lieber tun; sie haben Gelegenheit, ihre Hausfrauentüchtigkeit unter Beweis zu stellen. Bleibt noch eine Bitte an den Mai: Abschied in Schönheit! Ein„Wonnemond“ war dieser Mai des Jahres 1938 nicht. Trocken und kalt, dann naß und kühl, nur wenige Tage Sonnenschein und Wärme, so hat er sich von unliebenswürdiger Seite gezeigt. Aber wie trotz alledem es grün geworden ist in Wald und Feld, der Blütenzauber sich entfaltet, so wollen auch wir uns durch nichts verdrießen lassen. Herrlich ist jetzt ein Gang durch die Park= und Gartenanlagen. Blauer und weißer Flieder duftet, der Goldregen gleißt mit seinen gelben Trauben, Geranien leuchten, Fuchsien blühen, Schneeballen und Ebereschen schimmern in Weiß, Kastanien prunken mit weißen und roten Kerzen, an Hängen glüht der Ginster und Heideröschen entfaltet seine zarten Knospen. Pfingsten naht, des Jahres hohes Fest. Da darf der Mai zum Abschied nur Sonne und im schönen Spunien an des Ebros Strand". Wollte man alle, die auf einem entfernten Wissensgebiet nicht zuhause sind, etwa als geistig Beschränkte bezeichnen, du lieber Himmel, wieviele geistig Arme gäbe es dann? Die Hauptsache ist doch, daß beide Ehegatten gesund sind, der Mann seinen Beruf versteht und fleißig ist und die Hausfrau es einzurichten, zu kochen und hauszuhalten versteht mit dem, was ihr zur Verfügung steht. Es ist gut, daß darauf heute großen Wert gelegt und jedes Mädchen veranlaßt wird, sich hauswirtschaftliche Kenntnisse anzueignen, ehe es zum Standesamt geht. Darauf darf im Mai wohl hingewiesen werden, ist er doch der bevorzugte Heiratsmonat. Was damit bewiesen wird, daß z. B. an einem Tage auf dem Standesamt im Rathaus zwölf Trauungen vorgenommen wurden. Die Klapperstörche im Tierpark wollen davon Notiz nehmen. Ob sie es gewesen sind, die dem Schwanenpaar das Entenei untergeschoben haben, so daß nun zu den drei Schwanenjungen ein kleines Entlein vom Schwanenpapa adoptiert wurde? Es gibt doch merkwürdige Vorgänge im Tierleben! In den Gegenden, wo heute die Maikäferplage großen Schaden angerichtet hat, ist man froh, daß nun die Zeit der gefräßigen Gesellen um ist. Der Mai geht zu Ende— der Juni, der Rosenmonat, des Jahres schönste Zeit, in der das Blühen nicht enden will, steht vor der Tür. Ehe der Mai aber zu Ende geht, möge er uns einige prächtige Tage schenken, um den Festesglanz, in dem Bochum prangt, zu erhöhen. Der gestrige Freitag war ja ein recht angenehmer Tag. Allen den tausenden Gästen aus dem Gau Westfalen entbietet die Gaustadt den herzlichsten Willkomm! Möge ihnen in Bochum frohe, kameradschaftliche Stunden beschieden sein und der zehnte Parteitag der NSDAP. Gau Westfalen ein Meilenstein werden auf dem Wege zu wahrer, echter deutscher Volksgemeinschaft! Allen Bochumern aber, die in bewährter Gastfreundschaft die Gäste empfangen, seien diese Tage Erlebnisse, die freudig in den Herzen nachhallen. In diesem Sinne Euer Gottlieb vom Tippelsberg Personalnachrichten Der Gerichtsreferendar Dr. Kurt Wunderlich aus der Fürstenstraße bestand vor der staatlichen Pru, fungskommission in Hamburg sein Assessorexamen. Schauübung verschiedener Bereitschaften in Bochum, Werne stattfinden wird, an der sich die Bereitschaft Gerthe beteiligen muß. Zu diesem Zwecke finden verschiedene Vorubungen statt, so daß sich die Sanitats, männer in der nächsten Zeit auf einen strammen Dienst einrichten müssen. Der Bereitschaftsfuhrer konnte einer Anzahl Kame, raden Auszeichnungs=Urkunden des Präsidenten dez Deutschen Roten Kreuzes, Herzog Karl Eduard von Sachsen=Coburg=Gotha, für langjahrige treue Dienst, leistung überreichen. Es erhielten die Auszeichnung: für 5 Jahre der Kamerad Heinrich Worgul, für zehn, jährige treue Dienstzeit die Kameraden August Marks. Heinrich Schäfer, Gustav Plesken, Jakob Pinoli, Wil, helm Bogun, Heinrich Meier, Felix Kühnel, Anton Gobec, Gustav Heimeroth, Arcangelo Tocco und Albert Gehrig, während Kamerad Bernhard Herweg dieselbe für 25jährige treue Dienste erhielt. Mit seinen versönlichen Glückwünschen sprach der Bereitschaftsführer den ausgezeichneten Kameraden auch gleichzeitig die Glückwünsche des Kreis= und Landesführers aus. Besondere Freude hat es auch hervorgerufen, daß in der Bereitschaft.26 Kameraden im vergangenen Jahre das SA.=Sportabzeichen erworben haben. Ez wurde in der Versammlung, auch im Hinblick auf die Bereitschaft auf den verschiedensten Gebieten mit den Ortsgruppen der NSDAP. verständnisvoll zusammengearbeitet hat. Anschließend an die Versammlung blieben die Sanitätsmanner noch einige Stunden in echt kameradschaftlichem Geiste zusammen. Stadtteil Stiepel Bürgerschützenverein Stiepel. Um allen Mitgliedern Gelegenheit zu geben, am Sonntag am Gautag teilzunehmen, wird das Gruppenschießen auf den 12. Juni verschoben. Aas den=Siadnenen Stadtteil Linden=Dahlhausen Stadtteil Hamme Den Gefallenen der Arbeit. Gegenwärtig ist man auf dem neuen Teil des Hammer Friedhofes damit beschäftigt, die Gruft, in der die vor einigen Jahren bei einem Grubenunglück auf der Zeche„Präsident" zu Tode gekommenen Bergleute zur letzten Ruhe gebettet sind, zu verschönen. In der Mitte der Gruft hat man zu Häupten der Verunglückten eine in Mauersteinen aufgeführte Ehrentafel errichtet, die bereits im Rohbau fertiggestellt ist. Nach Beendigung dieser Arbeiten wird auch das ganze Feld, auf dem die Verunglückten ruhen, ausgeschmückt werden. Die Einzelgräber sind mit schönen Frühlingsblumen geschmückt. Stadtteil Laer 71 Jahre alt. Der Volksgenosse Wilhelm Feuerstein, Wittener Straße 485, feiert Sonntag= 29. Mai, bei körveglecher, und geistiger Geßerd Featzise, Fgische seinen 71. Geburkstag im Kreise der Fumme.###ls alter Schützenbruder bekannt, gehort er dem Schutzenverein Bochum über 50 Jahre als Mitglied an und nimmt an allen Veranstaltungen seines Vereins teil. Stadtteil Langendreer Ein großer Tag der H3. Langendreer=Werner HJ. im Reichssportwettkampf Am Himmelfahrtsmorgen versammelten sich auf dem Werner Marktplatz in den Morgenstunden 300 Hitlerjungen des Unterbannes III/67, um an den Reichssportwettkämpfen teilzunehmen. Der schierte unter Vorantritt seines stellvertretenden Unterbannführers, Pg. Albert, duxch die Straßen„Zur Werner Heide" und„Deutsches Rreich zum Sportplatz an der Zeche„Amalia“, wo sich die 300 Teilnehmer um den Fahnenmast formierten. Unter den Klängen des gemeinsam gesungenen Liedes„Auf hebt unsre Fahne...“ wurde die HJ.=Fahne gehißt. Die Wettkämpfe begannen. Leider wurden die Leistungen durch die Tatsache beeinträchtigt, daß der in der Nacht zum Himmelfahrtstage niedergegangene Regen die Laufbahnen stark aufgeweicht hatte. Aber Berücksichtigung dieser Tatsache können die erzielten Exgebnisse dennoch als sehr gut bezeichnet werden. Eine besondere Bedeutung erreichten die Wettkämpfe durch den Besuch des Führers des Standortes Groß=Bochum, i. V. Unterbannführer Pg. Brandt und des.. leiters für Leibesübungen, Gefolgschaftsführe, Prünger. Im Dreikampf, der sich aus den Konturrenzen 100-Meter=Lauf, Peuigzer Feichzsportwetkkämpfe durchdurchgeführt. Langendreer kämpfte gegen Werne. Die ersten vier Sieger aus dem 100=Meter=Lauf bestritten die Staffel. Es waren die vier ersten aus den Gefolgschaften 12, 14 und 15(Langendreer) und die vier Schnellsten aus den Gefolgschaften 11 und 13(Werne). Die Staffel wurde ein schöner sportlicher Wettkampf, der die Werner HJ. als Sieger sah. Im Anschluß an die Wettkämpfe nahm der stellvertretende Unterbannführer, Pg. Albert, die Siegerehrung vor. Die Sieger wurden durch Ueberreichen einer Plakette ausgeseichnet. 65435r, Kaninchenzuchtverein. aus unlaß seines 25jährigen Bestehens veranstaltete der Kaninchenzuchtverein W 56 im Gasthof Zeller eine Erinnerungsfeier an den Tag der Gründung des Vereins. Der zweite Vereinsführer Beulemann hieß die Erschienenen herzlich willkommen und gab dann einen Rückblick auf die Vereinsgeschichte. Als Jubilare wurden die Mitglieder Ewald Kaffsack, Peter Drechsler und Gustav Sicher ausgezeichnet. Kaffeetrinken und Kaninchenessen sorgten fur das leibliche Wohl. Fröhliche Unterhaltung und Tanz füllten die Festfolge weiter aus. Wir turnen mit KdF. Dienstag, 81. Mai, fröhliche Gymnastik und Spiele. nur für Frauen, von 20 bis 22 Uhr, Turnhalle des Realgymnasiums, Unterstraße Nr. 78. Jiu=Jitsu für Frauen und Männer von 20 bis 22 Uhr, Realgymnasium, Unterstraße 78. Mittwoch, 1. Juni, Kleinkaliberschießen für Frauen und Männer von 20 bis 22 Uhr bei Kneist. Volkstanz für Frauen und Männer von 20 bis 22 Uhr im Lokal Landau, Kaiserstraße. führer Beckmann und Ruf erhielten vor einigen Tagen die Ernennung zum Lokomotivführer. Zugschaffner Albus ist zum Zugführer ernannt. Der Beamte Theis wurde zum technischen Reichsbahninspektor befördert. Stadtteil Werne Eine Verschönerungsaktion. Die Harpener Bergbau=AG. läßt die eisernen Gitter an den Vorgärten der Kolonie an der Limbeckstraße entfernen. Die Gärten werden mit einer geschmackvollen Umzäunung versehen. Diese Maßnahme wird viel zur Verschönerung des Straßenbildes beitragen.— Neben den vielen Siedlungsbauten herrscht auch eine rege Bautätigkeit von privater. Seite. In allernächster Zeit werden an der Straße„Lütge Heide" und in der„Kreyenfeldstraße" mehrere große Wohnhäuser errichtet. Neuer, tüchtiger Meister. Seine Meisterprüfung bestand der Klempnergeselle Johann Pelka, Sohn der Witwe W. Pelka, Borgmannstraße 27, vor dem Prüfungsausschuß in Bremen mit dem Gesamtprädikat„Fast sehr gut". Sein Meisterstück war ein Pokal der mit Sehr gut" bewertet wurde. Der Pokal wird auf der Ausstellung„Bremen=Schlüssel zur Welt" in Bremen ausgestellt. gen Acose Kiscse lg ehschskt eicbisr Keie schaft Friedeheim mit 2139 Punkten Sieger. Erste Einzelsieger waren Friedeheim mit 813 Punkten, Küch mit 304 Punkten und Striewisch Abschluß der Kämpfe wurde eine 4X100=Meter=Staffel Stadtteil Weitmar Im Silberkranz. Sonntag, 29. Mai, feiern die Eheleute Wilhelm Schawacht und Frau, Rosa geb. Schulz, Am Steinbruch 15, das Fest der silbernen Hochzeit. Die Aeubronung des Deaischen rivien Kreuzer im Bezirk Gerthe—Hittrop—Harpen schen Roten=Kreuz=Arbeit gemäß den neuen Bestimmungen vom 9. Dezember 1937 und der neuen Satzung des Deutschen Roten Kreuzes vom 24. Dezember 1937. Der bisherige Kolonnenführer, Bürgermeister i. R. Ibing, eröffnete die Versammlung mit dem Gedenken an den Verlust mehrerer Kameraden, die der Sanitätskolonne durch den Tod entrissen wurden. In diesem Zusammenhang wurde auf die segensreiche Wirkung der Sterbekasse des Deutschen Roten Kreuzes hingewiesen, die im abgelaufenen Jahre einen Sterbegeldbetrag von 2500 RM. und eine größere Summe an Krankengeldzulage an kranke Kameraden leistete. Es wurde bekanntgegeben, daß die Sanitätskolonne nunmehr den Namen„Deutsches Rotes Kreuz, Bereitschaft(m) Bochum 2“ führt. Mit der Führung der Bereitschaft wurde vom Landesverbandsleiter, Reichsstatthalter Gauleiter Dr. Meyer, der bisherige Sanitatskoronnenführer Ibing beauftragt. Der Dienstbezirk der Bereitschaft geht über die Stadtbezirke Gerthe, Harpen, Hiltrov und Bergen. Die Neuordnung bezweckt eine straffere Disziplin und eine bessere Durchführung der den Sanitätsbereitschaften gestellten neuen und großeren Aufgaben. Die bisherigen inaktiven und fördernden Mitglieder der Sanitätskolonne werden in die Ortsgemeinschaft des Deutschen Roten Kreuzes übergeführt, zu der auch die bisherigen Mitglieder des Vaterländischen Frauenvereins gehören. Als Leiterin dieser Ortsgemeinschaft Gerthe=Hiltrop=Harpen wurde die bisherige Vorsitzende des Vaterländischen FrauenDie Unformierung der, Vexeitschaft erfährt durch die neuen Bestimmungen eine Aenderung, die in allen Punkten bekanntgegeben wurde. Eingehend besprochen wurden auch die neuen Dienstvorschriften und der neue An die Kraftfahrer! Wichtig für die Zulassung und Abstempelung von Kraftfahrzeugen aller Art! Es wird darauf hingewiesen, daß vor den Pfingstfeiertagen nur noch die Kraftfahrzeuge abgestempelt werden können, deren Zulassung spätestens bis Donnerstag, 2. Juni 1938, schriftlich— nach vorgeschriebenem Formular— auf Zimmer 68 und 69 im Polizeipräsidium Bochum, Bochum, Uhlandstraße 35, für die Stadtkreise Bochum, Wattenscheid und Witten und im Polizeiamt Herne für die Stadtkreise Herne, Wanne=Eickel und ##strop=Rauxel beantragt worden ist. Am Samstag, 4. Juni 1938, findet eine Zulassung und Abstempelung von Kraftfahrzeugen nicht statt. „Kohle und Eisen“ Wirtschaftskundliche Studienfahrt WS./402 durch das Ruhrgebiet Am Montag, 30. Mai d.., vormittags 9 Uhr, wird die Wirtschaftskundliche Studienfahrt WS./402 durch das Ruhrgebiet„Kohle und Eisen" im Saale des„Schlegelbräu“, Rathausplatz, eröffnet. Das Programm der Fahrt ist folgendes: 30. Mai: Bochum: Bergschule— Geologisches Museum— Bergbaumuseum— Kameradschaftsabend; 31. Mai: Bochum: Grubenfahrt— Burg Blankenstein; 1. Juni: Essen=Katernberg: Uebertageanlagen der Zeche Zollverein; Wanne: Umschlaghafen— Freier Nachmittag— Gartenanlagen in Bochum— Arbeitsgemeinschaft; 2. Juni: Bochum: Kokerei und chemische Anlagen Hannover=Hannibal— Gebr. Eiahoff, Bergwerksmaschinen; 3. Juni: Bochum: chumer Verein; Dortmund: Großbrauerei— meradschaftsabend; 4. Juni: Dortmund: Gewerbemuseum—=Westf. Landeszeitung„Rote Erde"; chum: Abschluß. Aus dem Nachbargern! Stadt Wattenscheid Die Wattenscheider Teilnehmer am fahren am Samstag abend.15 Uhr vom Bahnhof tenscheid ab, um an der großen Kundgebung im Bochumer Schutzenhof teilzunehmen. Anzug: Am Sonntag morgen treten die zum Aufmarsch, gemei; deten Formationen, Politischen Leiter und Zivi#### genossen um.30 Uhr am Bahnhof Wattenscheid Sie fahren mit dem Eilzug.42 Uhr. Anzug: Bluse, Brotbeutel, Feldflasche, kein Mantel. Eßbestecke sind mitsubringen.„ g... g, Lex Heimethanten Heute Richtfest. Das Richtfest der Heimaroauten Höntrop an der Straße„In der Hönnecke" wird nach altem Handwerksbrauch heute gefeiert. Zu der Fe sind verschiedene führende Personlichkeiten des Kleinsiedlungswesens und des Kleinwohnungsbaues geladen. Der Gauparteitag in Wattenscheid. Pünktlich um Mittag wurde in Wattenscheid und in den Vororle# geflaggt, so daß die Stadt dem Besucher ein festliche“ Bild bietet. Besonders geschmückt sind das Kreishaus u das Rathaus. Viel Beachtung finden die Empfang bogen an den Grenzen des Gaues=Westfalen=Sud, einer auf dem Hellweg und einer auf dem Ruhrschne weg. Stadt Wanne=Eickel 5 Such= und Orientierungsfahrt. Der Sturm, RSKK. unternahm am Himmelfahrtstage eine start#, schickte Such= und Orientierungsfahrt. Die Fahrt ½ von Holsterhausen bis nach Hervest=Dorsten.„Das biet nördlich der Lippe war Endstation. Die Fühl wurde ein voller Erfolg. DUsNaus fürscuhgr! Vemfanige.... in großer Auswahl Bochum Kortumstraße 120 Em Sonntag, dem zum zum Schallo-Tortung einschließl. Eintritt kurt Wunderlich der staatlichen PrüAssessorexamen. schaften in Bochumsich die Bereitschaft n Zwecke finden veraß sich die Sanitäts. auf einen strammen einer Anzahl Kame. es Präsidenten des Karl Eduard von ahrige treue Dienst. in die Auszeichnung: ch Worgul, für zehnraden August Marks. Jakob Vinoli, Wilfelix, Kühnel, Anton elo Tocco und Albert hard Herweg dieselbe elt. Mit seinen verer Bereitschaftsführer auch gleichzeitig die desführers aus. h hervorgerufen, daß den im vergangenen erworben haben. Es h im Hinblick auf die festgestellt, daß die en Gebieten mit den ändnisvoll zusammendie Versammlung blienige Stunden in echt men. Um allen MitglieSonntag am Gautag ischießen auf den 12. en ihnassistent Wünsche * Rese die Reservelokomotiverhielten vor einigen okomotivführer. Zugführer ernannt. Der echnischen Reichsbahnahrer! d Abstempelung von ler Art! daß vor den Pfingstzeuge abgestempelt werestens bis Donnerstag, vorgeschriebenem For9 im Polizeipräsidium 35, für die Stadtkreise en und im Polizeiamt ne, Wanne=Eickel und in ist. „ findet eine Zulassung rzeugen nicht statt. Eisen“ t WS./402 durch das vormittags 9 Uhr, dienfahrt WS./402 Eisen" im Saale eröffnet. folgendes: 30. Mai: zisches Museum— tsabend; 31. Burg Blankenstein; : Uebertageanlagen Umschlaghafen— igen in Bochum— ch um: Kokerei und ibal— Gebr. Eicki: Bochum: Boroßbrauerei— tmund: Gewerbe„Rote Erde"; Bohoulgeoni am Gauparteitag vom Bahnhof Watindgebung im Bonzug: Dienstanzug. Aufmarsch gemeler und Zivilparteif Wattenscheid an. Ihr. Anzug: Bluse, Eßbestecke sind mitHeimatbauten in ecke" wird nach Zu der Feier eiten des Kleingsbaues geladen. 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Dietrich Im Alter von 62 Jahren. In tiefer Trauer: Georg Gansloser Bochum(Metzstraße 2). Dortmund, Reckling. hausen, Berlin, Marbach(Neckar), Witten(Auf dem Schnee), den 26. Mlai 1938 Die Beerdigung dndet statt am Montag, dem 30, Mal, nachmittags 3 Uhr. vom Haupteingang des Zentralfriedhofes am Freierafendamm aus. Die Trauerteler ist um 2 Uhr im Trauerhause, Metzstrabe 2 I.(Fahrgelegenheit zum Friedhof Freigrafendamm. Von Beileidsbesuchen bitten wir Abstand zu nehmen. Allen, denen aus Versehen keine besondere Nachricht zuting. diene diese als solche Nachruf Am 26. Mai 1938 verschied der ehrenamtliche Bezirksvorsteher des S. Fürsorgebezirks Herr Kaufmann Franz Hobinder Der Verstorbene war seit 1902 in der Bezirksfürsorge des Wohlfahrtsamtes segensreich tätig. Die Stadt Bochum verliert in ihm einen geschätzten und eifrigen Mitarbeiter. Sein Andenken werde ich in Ehren halten. Bochum, den 27. Mai 1938 Der Oberbürgermeister Nachruf Am 26. Mai 1938 starb nach schwerem Leiden die städtische Büroangestellte Pradiein Maria Wogmann Im Alter von fast 42 Jahren. Der allzufrüh Verstorbenen, die sich in der Zeit Ihrer langjährigen Tätigkeit in städtischen Diensten durch unermüdlichen Fleiß und besondere Pflichttreue ausgezeichnet hat, wird ein ehrendes Andenken bewahrt bleiben. Bochum, den 27. Mai 1938 Der Oberbürgermeister Dr. Piclum Am 23. d. M. verschied unerwartet der Maschinensteiger von unserer Schachtanlage 6/7 Arbeiter, Bochum. Verein, 33 J. alt, led., evgl.,„sucht einf., neti. Mädch. bis 32 J. kennenzulernen zwecks — Heirat— Zuschr. m. Bild u. 2 M. 86154 Anz. Machen Sie einen Versuch. Abholen u. Zustellen am gleichen Tage kostenlos neider lüblenstraße 2 am Ratbaus- Auf 814 08 aeschschalts fanrieh K. u. K. Nather Pfingstwunsch! Schlosser, in f. Arbeit, 1,72 gr., 29., Nichttänzer, katb., m. Ersparn., sucht lieb. nettes Mädel, bis 27., zw. bald. Ernstgem. ausf. Bildzuschr.(zurück) erb. unter K. 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Der nationalsozialistische Staat hat die Erhaltung und Förderung des Handwerks zu einer der vordringlichsten Aufgaben der staatlichen Wirtschaftsführung erhoben..“ Mit diesen Worten, die der Reichswirtschaftsminister Funk der neuen großen Ausstellung der Reichshauptstadt auf den Weg gibt, ist der Charakter dieser Veranstaltung ebenso gekennzeichnet wie der Zweck klarliegt, der den Anlaß dazu gegeben hat. Es handelt sich hier um eine Ausstellung der Erzeugnisse des internationalen Handwerks und gleichzeitig auch der Arbeit selber. Denn in über 80 Werkstätten, von denen 50 von den ausländischen Handwerkern eingerichtet sind, wird gezeigt werden, wie die Dinge entstehen, die wir täglich sehen und täglich brauchen. Es wird ein Einblick gegeben in den Werdegang der Herstellung, in die Bearbeitung des Materials und die Ausrüstung des fertigen Stückes mit Farbe und Glanz. So ist diese Ausstellung keine tote Ausstellung, sondern sehr lebendig. „Nürnbergisch Ei“ und indianische Hochkultur Wer die große Eingangshalle, die zum Ehrensaal hergerichtet wurde, betritt, sieht die schönsten Stücke der Ausstellung dort vereint. Und wer dann weiter sich rechts in die kulturhistorische Abteilung wendet, der sieht in einer noch niemals in derartiger Pracht gezeigten Sammlung die Kunstschätze von vielen Jahrhunderten, Arbeiten aus Zeiten, so lange Menschenhände sich damit befassen, fünfhundert Jahrtausende zurück, bis in die Anfänge der Steinzeit. Eine solche Sammlung war noch nie zu sehen. Hier haben das Inland und das Ausland in einem herrlichen Wetteifer die schönsten Sachen zur Verfügung gestellt. Da ist das Handwerk der Völkerwanderungszeit vertreten durch den Schmuck der Kaiserin Gisela, durch Hakenkreuzfibeln, durch gotischen Königsschmuck, da zeigt sich das Handwerk als Erfinder und Wegbereiter der modernen Technik. Peter Henleins„Nürnbergisch Ei“, die erste Taschenuhr, vereinigt sich mit den Höchstleistungen des Handwerks der Antike, griechische Silberschmiedearbeiten und römische Töpferarbeiten geben einen Begriff von damaliger Volkskultur. Historische Handwerke aus Mexiko und Peru, Goldschmiede= und Steinmetzarbeiten, der„Sonnenmantel“ eines Aztekenfürsten, kostbare Federmäntel und Schilde sind Zeugen indianischer Hochkultur Amerikas. Aus der Handwerkskultur des Islams sind Keramiken und Teppiche zu sehen. Der tönerne„Löwe von Babylon“ zeigt dortige Handwerkerkunst. Aus Aegypten kommt das älteste Bett der Welt. Das sind nur einige der internationalen Gaben. In der Mitte des Saales, der selbst ein Kunstwerk schönster Dekoration ist, sind aus vielen Jahrhunderten handwerkliche Höchstleistungen zusammengetragen. Bernsteinwerkstatt in Betrieb Die Ehrenhalle selber, die von Professor Dr.=Ing. Sagebiel ausgestattet wurde, bietet eine Fahnenparade der beteiligten Länder. Von der Ehrenhalle aus links geht es in die lange Reihe der Stände der internationalen Länderschau. Fast 30 Länder sind beteiligt. Wundervoll ist die Dekoration der Hallen gelungen. In der Mitte eine Allee von Nationalfahnen und in den Kojen die fertigen Arbeiten und daneben die Arbeiter am Werk selbst. Ungarn, Tschechoslowakei. Polen, Bulgarien und Japan sind hier im ersten Saal im friedlichen Wettkampf begriffen. Dann kommt ein runder Saal mit den luxemburgischen Meisterleistungen, und schon kommt die Halle VIII wo in der Abteilung Griechenland in einer Bauernstube die typische Heimarbeit geschaffen wird. Belgien zeigt eine Brüsseler Spitzenwerkstatt im Betrieb, und Italien hat sogar zehn arbeitende Werkstätten aufgebaut, in denen Kunsthandwerk aller Art präsentiert wird. Bolivien schickte indianische Schnitzereien. Bei den Rumänen arbeiten Weber, Kürschner und Friseure, und von den Franzosen sind eine Paxiser, Buchbinderwerkstatt, eine Geigenbauerei und Ausschnitte aus einer Lyoner Seidenweberei aufgebaut worden. Eine schöne Uebersicht über alte und neue Arbeiten der im 11. Jahrhundert gegründeten Londoner Goldschmiedeinnung bringt die englische Länderschau. Wundervolle Möbel, Möbelstoffe und Erzeugnisse fraulicher Handwerkszweige sind hier zu sehen. In der Gläsernen Galerie sind die nordischen Länder zum größten Teil mit Webstuhleinrichtungen zu betrachten. Litauen, Lettland weben Leinen, Dänemark zeigt Wollweberei und als Leistungsschau eine Zusammenstellung von Möbeln des Tischlerhandwerks. Danzig bringt etwas ganz besonders Originelles: eine Bernsteinwerkstatt in Bekrieb! Die Norweger fertigen Schneeschuhe an und zeigen als Leistungsschau Kürschnerarbeiten. Schweden präsentiert eine Auslese von Möbeln und sehr geschmackvolle Silber= und Zinnarbeiten. Ueberaus geschickt ist die Ausstellung der Schweiz: eine Schweizer Bauernstube mit allen Handwerkserzeugnissen für den täglichen Bedarf. Genagelte Bergstiefel, Eispickel und Rucksack, als Höchstleistung der Handwerker: Trachten aus der vielfarbigen Landkarte der Eidgenossenschaft. Leistungspanorama des deutschen Handwerks Die Halle VI ist Leistungs= und Repräsentationsschau des deutschen Handwerks:„Das Tischlerhandwerk als Schöpfer einer neuen Raum= und Wohnkultur.“ Vom Wohnraum für eine Bergmannsfamilie über Arbeits= und Wohnzimmer in mehr oder minder landschaftsgebundenem Stile bis zum Repräsentationsraum des deutschen Handwerks. Eine wunderbare Reihe von Zimmern mit allem modernen Einrichtungszubehör. Dann ist ferner in der Halle zu sehen eine Sonderschau neuzeitlicher Sportund Ehrenpreise in vorbildlicher Handwerksarbeit. Und Reiseandenken, wie sie sein sollen. Dazu vorbildliches Spielzeug mit angeschlossenem Musterkindergarten. In einer Schaufensterstraße ist die Leistungsschau des deutschen Bekleidungshandwerks untergebracht. Jedes Schaufenster zeigt die jeweils zweckmäßige Garderobe. Im Funkturmgarten arbeiten Geigenbauer, Drechsler, Spielzeugmaler, Porzellanmaler, Feinkorbflechter, Holzschnitzer, Weber, Mosaikleger, Glasbläser, Elfenbein, schnitzer und andere, und dazwischen sind die dazugehörigen Leistungsschauen untergebracht. Auch die Kupferschmiede und Kunstschlosser, die Elektrohandwerker, die Schwertschmiede, die Karosserie= und Wagenbauer zeigen sich bei der Arbeit. Eine schöne Ausstellung ist auch die Sonderschau„Deutsche bäuerliche Handwerkskunst". Im Ausstellungstunnel, der von der Halle II nach der Halle III führt, haben auch verschiedene Handwerkszweige 30 Schaufenster mit sehr instruktiven und reich ausgestatteten Fenstern eingerichtet. Die Neubauten im Funkturmgarten und im oberen Garten sind auch an sich Ausstellungsobjekte. Entzückend ist die„Magyar Csarda“ geworden, das ungarische Restaurant, das die dortige Regierung aufgebaut hat, um die Erzeugnisse des Landes zu servieren. Das viereckige Haus, mit einer schönen Säulenvorhalle und mit Schilf gedeckt, läuft oben in einer Mittelspitze aus, ist streng nach ungarischen Originalen errichtet. Daneben liegt die Reihe der Konditoreien. die im Halbrund die Vertretung der Tschechen, Polen, Frankreichs, Deutschlands, Ungarns und Rumäniens hat. Der Mittelbau enthält die Internationale Konditorenschau. In den einzelnen Konditoreien schaffen die Konditoren; für Frankreich arbeiten die drei berühmtesten Konditoreien aus Straßburg. Die Wiener Konditoreien vereinigen sich mit den reichsdeutschen. Tausend Sitzplätze stehen für das Publikum zur Verfügung. Ein bewährter Berliner Konditoreifachmann hat die Leitung dieser größten aller Berliner Konditoreien. Der historische Pavillon, der an der Schmalseite des Steingartenovals steht, ist in das „Weinschlößchen am Funkturm" umgewandelt worden. Die große Terrassenkonditorei an der Breitseite und noch eine Reihe anderer Restaurationsbetriebe sind bereit, den Tausenden von Besuchern, die aus Berlin, dem Inlande und aus dem Auslande kommen werden, Erfrischungen zu bieten. Diese Ausstellung ist ein herrliches Ganzes, ein Querschnitt durch das Handwerk der Welt, ein interessanter Rückblick in vergangene Zeiten und eine fabelhafte Zusammenstellung des Standes der Gegenwart. (Siehe auch den Wirtschaftsteil.) Dochaums auer und Vergnagunig Ruf 62961 BOCHUM Bongarostr. 11 Wir empfehlen unsere behaglichen Räume! Gaststätte Pegt„# Se KONZERT UND TANZ DIele Von 9 Uhr abends bis 5 Uhr morgens geöffnet Gaststätte H. Inh. Heinrich Schmidt Hellweg 58 u. Kortumstr.-Ecke, Ruf 62639 Das gemütliche Familienlokal Ausschank der guten Fiege-Biere vanz= Stimmung. 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Aufbau puchses sind Bereits im den Modellf im Jungvol der Luftfahr 53. erweite Gleitflugzeu umfassend d im ersten### vom R Gedanke d die deutsch damals R dienst, der bot, einen von deutsche Liebed ihrer gestärkt der Ne Jahr 1 dungs 1926 b der Né der un in ma märsch nkorbflechter, Holzbläser, Elfenbeinen sind die dazubracht. Auch die die Elektrohandosserie= und WagenEine schöne AusDeutsche bäuerliche unnel, der von der haben auch veraufenster mit sehr en Fenstern eingeurmgarten und im Ausstellungsobjekte. da“ geworden, das ige Regierung aufes Landes zu serner schönen Säulenäuft oben in einer jarischen Originalen der Konditoreien, r Tschechen, Polen, is und Rumäniens nternationale izelnen Konditoreien ckreich arbeiten die s Straßburg. 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Septembex 1932 in Cohurg war die westfälische ziehungsdienst notwendig und, auch 9 6 September 1932 in Coburg war die weistfälischg ziehungsdienst, notwendig Rotor=SA. zur Stelle, die später dann bei dem großen des gesamten deutschen Hastianpf in Ziove mit zur Enischeidung beitragen uberfroger guzune an. soraten, sondern mit dem u 62 Notorsports wurde dem RSKK. stärter, werdende=gauserbande wäigend der am.30. Januar 168 dur, Vienrorugrs.,zienig Heteisint Kameraden,zusammengetragen. enoselt der Blicht um dann aus den Veiten der Ansotz beischenr Gaebes dharks Hachorienteratmeste uicd umer leichen Vegensei Poich ulschen Kraffahrer groben Zuzug us erhaser Züp. auk. Vogrkicher ggebset, bszo hos Hab,.soburg=Deies, gesetzt, es. durchaudrucen. 905 bsenz eiteg ger, ehsheeu, Hisg ehoten, züb, Geldabesahrten sepig, durch, das Oetzenszerg;,P reise, Kelezs Shedershaustrisckestearse, er Veratochugen der Fessenschashenschiohe; Borz. 5i, Kiserd. 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Zeuganschont duos Kister. galten chaften Jauli ven purde Grupzezenorge, bisch mit de 5er Motorobergrupbe Mitte, nachdem— ebenfalls ber zuführen auf die Abpiclung Pirtes Sonne ur dieses Sonne und Freude wenn's mal wieder esehhse Westfalen betraut wurde. dorch Erlat bor, 7e.tgahs. 96e, an end u ue n Aune ae seheal s aie ene Gerisghaähe ae der air asaienr uis hehe ag, is cieäche ae s bee ng u. ue un ahae ue Aehee es dein dche at ie Ktig ue uescheden Sehne. ungeheure Eie werden das REsK, auch in Zukunft bereit finden, wohlfahrt.„Mit einem Schlage ,waxzngpielfach die Oft.Iungen: Kulturerziebung.,„estunggnseung MAedschen Acheg ed,„iche Ahach= hah aie ehish her hie Kastche ie ale Ae e esce asher au, ee. ause. Eester Aellauger un ue. Aiden undz un Audun un u aeae he e esse verteilten? Denn vor einer Frau schrecten selbst die Aufbauwerke, das Deutschland gilt, zu widmen. Aon. 9eg.“ Das Nationalsozialistische Fliegerkorps, die Schule des deutschen Fliegernacwachser Wer nampft, kär hecht 4 Rähtrers vom II. Aorik lch die zeichen bes.=Bioten Frpersen Khaulites esenseren der stischen Fliegerkorps vollzogen Kahigter. Mit dem volendeten 18. Lebensjahr erfolgt Stirne die sich die Ausbibung zu Vlgrlang, weitr. e ig ie Schüluing des Flie, zleich aber die weitere weltanschanliche, Schlnge, weher, der aus die Schulgr, bee,„####t, spartliche Ausbildung und den Einsatz für den Gedanken „schon die st dem voter Frieger 63, in die REFR. zum Mortorflug, zugleich aber die weitere weltanschauliche, Schulugg, wehr er au die Schundr Has Gebiet sportliche Ausbilbung und den Einsas für den Gedanker Kealschen Bechashaescheien dir Bedser an die Kaseale Khadehiache Sigeiste de angetrieben werden konnte. Schon das eine Jahr, das seitdem, perflossen ist, hat große kann, Leistungen aufzuweisen. Sofort wurde mit Der Weg zur Hitler-jugend und zum Deutschen jungvolk Während die verhetzte Jugend gend für eine geeinte Bugezte, paterierph em Eage des der Kommune in ihren uns allen Halentreuzes. Wer De, Petzet, gbgeschlossen sei, erlebte hat große kann, der nicht allein weiß, fapdern Her auch selost ein. 3% Peunlsemn Lein“spiederersteber Sestungen. eetgupeien Fabert wure mit ben. Vo, hal am Ban eines Segelflugenges mitgenierkt hgst groses und Gönegz Prtshlghaser Here lionen Vorbüisd Geneinichaft sgnben, u. eiger vezen. Voseregen werou, Spezgerg,. 8u. dem die Mtanner Eine Unsumme, von Liebe zur Sage, und Ooferpertan händigen Liebe Zu einem alsgtnge, Fepofen, Gefahren deren Waßstab der Vegzonatgeziaur gus Iit., binzuhihern. aoe, Pesgerderz die in verautngrtunoetgputzer schaft, mühevolster Kleinarbeit stect dgrin, die es schon bedentet, venn zpmer,#, if, zu Kämp'fe Zahlen noch in den jungen Menschen nicht gur die Liebe zum denz, Beise sest 868 dafür sich gingesett, batten. Jas Der berdient, daß Hundertausenog, von Velisgenossen im zu bewältigen, Adolf Hither, Licht, Zahleg, 1.. IXem Vaterlande zu nähren, uberhaupt zu guem, pes deutsche Luftsport aus der Zersolitterung zur Einheit ganzen Reiche die Arbeit des RSFK. als Förderer un Daten geben Kunde von diesen erstr'gentschland von Deutschland heißt, sondern sie daran zu, gesgohnen, g shea Pu de ubs de berhchene hische Fean Bag, 0dd rhih a bse elihen der Kenr das Khez, at ees e. bome ge iu hoftisgchv, Wir: Md. Zannar 1638 diese Arbeit abelschlglen, sez.er sehte uue depe r. Kann, voliHhlauen Kit, immer wieder, daß auch in den dang kommenden Jaheln Vit bez), Sössend burch schen Jagend, fsr. die Schafsung einer Genesnschaft, Sheod, vun glbszesah uiu eu Hhan tog Johe Go. lie Ver, Shliche Kei ie acs ait de eashtnnt un den Aut zur Hasze der Sechalzg gnr hene fid ie Räicier Fuf nac, der bolscharen en sier Ziese mächtige Zugendorganisangz. gnwuchs, um so gröInternargpare gxenin ker'swurden die Aufgaben, die Ziele, die sich diese Jukunge Menschen Susarsan, vend setzte, denn es galt nicht nur mehr, den jungen Bungen gettagen bon derzenbez, Menschen für die Dde des Natzierglsgzialisemus, zu ben on), getrieben von der vn, begeistern, sondern diese Jungen, die sich in der neuen fanden zu einer neuen Lebensauffassung, Daß es gelang, innerhalb von Jahresfrist das NS.= Fliegerkorps so aufzustellen und auszurichten, wie es heute dastebt, ist nur möglich gewesen, dank des mit(Schon in dem einen Jahre seines Bestehens konnte Banner schrieb. Es ist reißenden Einsatzes und Idealismus seiner führenden das RSFK bedeutsame fliegerische Erfolge erringen. hier im Ruhrgebiet, Ränner. Licht nur, daß hobe Leistungen bei den deutscherg gfeß: scharf war, daßzige, Kamer, in hosen“ plshlagenr sich Aufbau und Schulung des deutschen Fliegernach= veranstaltungen, beim Deutschlandflug, dep.„LPöest, le26g. Kend=genppen erkorberte, die nichts kannten als vuchses sind nun gesichert und vollziehen sich planmäßig, flug, dem Rheinland=Westfalen=Flug, der Menzrc#### rrrr Zichaff, Einsatzbereitschaft, die in unermüdlicher Pereits im Deutschen Jungvolk beginnt Zie Arbeit in im Geschicklichkeitsflug volbracht wurden, 94.PPhän: Rebefrshten Weg ging, deren Ziel hieß: eine Jugendden, Modegflugnterrichte zurtrModerha der Jünosten, die ternatiorgieg, He,attegzitrgur den Wotorzs.9 die Reeig, bewegung. des deutschen Volkes zu werden, unlösbarer der Autefahrt unde rricht, gdensstodellbau, in Zer Theorte ner 589 Henf G,egef. Bt: zut denf Heutgxflug, ganer die Bestandteil der Nationalsozialistischen Partei. der Luftfahrt und im Modellflug erhalten. Die Flieger= wie für den Segelflug, in dem deutsche Flieger die Bestandteil der Nationalso 5) erweitert dann die Ausbildung auf den Bau von Pionierarbeit leisteten, und es wird weiter gelten, weil. Der Januar 1982 fah nach Monaten harter Arbeit, Gleitflugzeugen und die Schulung im Gleitflug. Wie in den Stürmen des REFK. der richtige Geist weht,.; henen Erfolge um Erfolge errungen wurden, den unfassend diese Ausbildung in der Flieger=HI. schon der seinen Ausdruck findet in dem, Wort:„Wir fliegen v# uflichen Aufbau der H3, hier in Westfalen und in m ersten Jahre des Bestehens des RSFK, war, beweist für Deutschland und den Führer!"— Westdeutschland überhaupt. Und auch die Monate bis zum 30. Januar 1933 brachten der Hitler=Jugend des Gaues Westfalen Kampf über Kampf, daneben stille und unermüdliche Arbeit der nationalsozialistischen JuDie Sotouten des Spalens Vom Nationalsozialistischen zum Reichsarbeitsdienst in Westfalen-süd Nachdem schon im Jahre 1928 Arbeitsdienst beim Landesarbeitsamt Westfalen von der Oberst Konstantin Hierl dem Bezirksleitung des nationalsozialistischen Arbeitsdienstes Führer die Ide und die Plone abgelöst worden war. Die Voraussekung für eine vlandeutung gewinnt in der Gesamtheit der nationaisozig. listischen Weltanschauung. Es galt. was an schöpferischen Fräften. in. ian, rubhzg, roße Arheit vos an sHhopferischen zelschon geleistet, Wir hoben eine einige, deutsche Jugend, die sich darstellt in der Bewegung Adolf Hitlers, in der Hitler=Jugend, der Jugend, die einst Deutschland sein wird, ein Deutschland, groß, selbstbewußt und stark, eine Jugend, die in eiserner Disziplin. in fangtischer Liebe zum deutschen Volke, in treuer Kameradschaft, in selbstyerständlichem Geborsam ihren, Dienir egt, und noch tun wird für ihren Führer Adolf Hitler. Oberst Konstantin Hierl dem Bezirksleitung des nationalsozialistischen Arbeitsdien Führer die Idee und die Pläne abgelöst porden war. Die Voraussetzung für eine plane einer allgemeinen Axheitsdienst; mäßige Gestaltung war damit gegeben, aber dennoch Gemeinschaft der Gearschen Madel Der Bom., sein Aufbau und sein Wollen Sschcsielk ais ie. Söshredie K dis dlaerz, Schäiches arsit ais dher lh allgemeinen Arbeitsdienst; mäßige Gestaltung war damit, gegeben, aber dennoch ach dersckngz, ole, ud Baken Ashesgsgchp ergieden bos dur Spösbang#/a., Hoshea hz die szaute ehise icet Ceischaaisde Beichstaecke- Es gal ansäskt ein. dem dieses„Ziel seit.1080 der Arheitsdienstpflicht giieheste,„zu rägmerz, Nux,#ten###) Fhus serfaßt wirze Den:in, mal eine, große sozialistische Gemeinschaft, su bilden, in auch varteiamtich, angesigzäg sechte Tei,der Log=gopftärseeben. Die Velegschaften Ep/ u— Zut Beginn dieser großen Arbeit der die Tochter des Arbeiters neben der Tochter, des worcten vex ertander, 160 wurden auf dleicht, ephüäre gebraßt, und es seste. JS, waten das aber nicht alles Selbst, Vauern, des Veamten, des Stadierten und des Ofeait in Hautisen bich ür ens graundigeide Verinkeilshuis en..6 ,. L.O, Keichndlichteltect dr lauichte nde siet ftad Sr glt de Mädel u eiter, Lauterz. nbe eude gefch un Verig B, e usd, beip esgate: S äsver. u g zud innecz vieher die Frage ufi Feraden und lgreli, Heiueshalt, Söösien, eiiaen schcgen gggen den er t0 Arbeitsgu, eingetzist, Westiaze g2 S Ad wurde e# Goll das Mädel im einer Oraanig, Kunte die ihstemgtich aztgebaute, Schulung beainnen. Sedenten Oeganisatanen Ver der Arheitsgan 208, während Weitalen=Rop) W) tion sichen, sol es überhsagst vol. Das zehn= bis verzeruazige uigel wuche gefüislse. Senden und Verinen, Kautis Dou erhielt Auf den Arbeitgant BüB Wesksalen=Sih I tisch organisert seins Simmen und erlebnismnätig in der Peltanschaung desz Aührers iu Seenlichtigen. Zweten. Der entfelen dabei 380 Lagex mit 15000 Arbeitsdienstwil. purden kaut, die uns rieten, von erzagen. Es lernte in Heimabenzen, auf Fahrtz, im Seanie des treiwiligen Arbeitedientes war damit in ligen. Freundliche Varackenlager wurden nach einheit, unserm Weg abzugeben, er sei felsch und die Pabel Lagek und bei Sport und Spiek Grönung und Piszit. e betiche Jugend geiommen, so daß sch 1681 die lichen Richtlinien geschaffen. Ei, Zaebeger=Liger. 6235; Lurtigännlichten und würden nie richige Frauen, blin, es lernte Kameradschoft, halten und wirde erzagen be esdehrieh unds psliarsben, den bepen, wiectonischal uad herassep u perden; paren Das Ziel des BaM. J. geute, sor und eishetzigzest, Eerzehais besemnehägst. Kem Sent aik Vserzebn: bot, einen festen Rahmen zu gebenl eschafenes Bibd asae e escehäche esicge eischen. Kestchsäclie sce äche die Keischertchloce bezsce hase dse iche edan auen dus dun Aiche echgeriche. Sescescheienes he haseisecäcsce Klciche eausin hlie Beleaschaft von 60 Mann uinde und se weier. aa2 nicht alles Selbstverständuchteiten. Es. tauchtg,immer Auf diese klare, straffe, sportliche, und weltan denburg besichtiote der Führer 1654 zum und inmer wieder die Frage auf: Sol das Madet in liche Erziehungsgrundlage, paut„Hch, nun, das den Arbeitsdienst auf weitfälischem Boden, einer Organisgtign, stehen, soll es überhaupt politisch Reichsiugendführer, gegründete.„BöM.Werk„Gla nnte der Arheitsdienst unseres Gaues auch organifiert seins Stimmen wurden laut, die uns rieten, und Schonheit“ auf. In ihm sollen die Mädel zu schözlig mit den Kameraden aus dem Reich beim von unserm Weg abzugeben, er sei falsch und die nen, gesunden und gläubigen Menschen erzogen che und weltanschaudas vom „Glaube dienstlager mit einer Belegschaft,von 60 Mann unter Zugleich konnte der Arheitsdienst unseres Gaues auch organisiert sein? Stimmen wurden laut, die un dem Namen„Rote, Erde“ zu eröffnen.„Als dann mit 1934 erstmalig mit den Kameraden aus dem Reich beim von, unserm, Weg abzugehen, er sei falsch dem Januar 1933 die Machtübernahme kam, bestanden Reichsparteitag 1934 in Nürnherg mit aufmarschieren. Mädel vermännlichten und würden nie richtige in Westfalen rund 500 Arbeitsdienstlager mit etwa So war der Arbeitsdienst in Westfalen=Süd, ein festes Wir haben uns aber durch diese Stimmen 25000 Arbeitsdienstwilligen, wobei allerdings die Träger Gefüge in jeder Beziehung, als er mit Stolz die Ein= irren lassen, wir sind unsern Weg, gegangen, wie wir und Frder Naßnahmen etwa 50 verschiedene Verbände. Ver= führung der Arbeitsdienstpflicht für jeden jungen Zeut= ihn für richtig bielten. Eine Mädelorganisation ent= stellen.“ de auad Gruoden pgren. Bil besen wildlen durc, Iden und den Aebersaund u. schperse, Zeit heien Hos, tand, Viegoerzihhzubs hse Velektunst. Der oerganfsatg. So ist eine Madeloerganisaton entanden, Nar und Peodter bure Guel Schlud, ernachz, nocden am leote, in dezische restios erfäilt zur habenl.——, Auhe Bashan insep) Pinses gesFlate sich nach der festgetfigt in irem Auftgau und ihrer Zelstzung einPei tec bereits das Vezickskbommisartat für den bau seine Vrigt renuon ernühr. u.—.. Hoshendigleit der zahrgangsweisen“ Srsahung), der habbereit fiüte Voill und atersandter Zielesu Kusseraomen in Ramp vom Deutschen Frauenorden zur N5-frauenschaft„ Deutsches Frauenwerk Es ist nicht allzuviel an Zahlen und Daten, was uns aus jenen Tagen seit der Gründung der NS.=Frauenschaft, Gau Westfalen=Süd, überliefert wurde, in den Annalen steht auch nicht verzeichnet,„wann diese. von dem Sietiche Sechs esce ecicecht tige Organisation einsetzte, und dennoch weiß jeder, im deutschen Volke um diese große und schöne Organisation, die getragen ist Kameraden zu Uebernachtungen aufzunehmen, verwundeten Kämpfern erste Hilfe, zu geben. Hakenkreuzfahnen wurden genäht, Uniformstücke, Braunhemden. Nach und nach schlossen sich dann einzelne Frauengxuppen des damaligen Gaugebietes„Rhein=Ruor dem „Deutschen Frauenorden“, an, einer damals schon überaus eindrucksvollen, vollkommen nationalsozialistischen Frauenbewegung unter Leitung von Elsbeth Zanders(Berlin). Die in Bochun, zr,„Johre 1926, 66; gründete Frauengruppe gliederte sich im Februar 1928 dem„Deutschen Frauenorden“ an, nachdem zum Beispoiel in Hattingen die Gründung dieses Ordens Unbeirrt, im festen Glauben... Die nsv0. als Kampfeinheit der Bewegung Bei der Gründung der Nationalsozialistischen Betriebszellenorganisation hatte wohl außer den Mitgliedern keiner gedacht, daß diese Organisation schon bald den Sieg über die alten Gewerkschaften erringen würde. Der Weg war nicht leicht, der Erfolg aber desto größer. Mit Stolz seben die Pioniexe der RSBO. auf ihre Leistungen durhig, Hilheten habs eigx. PKarie Kamofeinbeit übernommen. Der Führer exnannte den Reichsorganieine staxke Kampfeinhen deutsche Volk, gewachsen in der unergründlichen ihrer der deutschen„Frau zu allen, die ihrer Liebe, erer mütterlichen Fürsorge, bedürfen, immer, wieder secbe der deutschen„Brgg., eugen, Bismihger Liebe, ##er mütterlichen Fürsorge, bedürfen, immer wieder gestärkt durch die unverbrüchliche Treue zum Führer. : Es ist falsch, wollte man den Beginn der Arbeit 7 Rs.=Frauenschaft im Gau Westfalen=Süd auf das 3ahr 1931 festsetzen, Wohl, ist, dieses Jahr. das Gein: JAngsjahr der RS„Frauenschaft, aber bereits im Bung g.P81 fesisetzenz Wohl ist, dieses Bahr, das Pahre -ungsjahr der NS.=Frauenschaft, aber, bereits im Jahre 1926 bildeten sich innerhalb der politischen Ortsgruppen der Ne düß, bexeinzelt kleine Frauengrupreg, 6i5 auge #ek unbedingten Notwendigkeit erwuchsen, vilfsdienst in manniafacher Meise leisten zu mussen, dei AusSer Leutshe Gibden aiste unbandlang Frauenschaft, die der Reichsfrauenführerin Frau Gertrud Scholtz=Klink anvertraut wurde. Der Gau Westfalen=Süd wurde von Frau Baltes geführt die dann 1934 von der Gaufrauenschaftsleiterin Frau Anne Luise Bruckner abgelöst wurde, die seit dem Jahre 1929 den Kreis Bochum als Kreisfrauenschaftsleiterin geleitet hatte. Diese Arbeit übernahm nun die bisberige Frauen'ckgfisseiterin der Ortsgruppe Altstadt, aesche Shaekt eier Ghaedls uichk Peirse acd Geie lassung. In treuer Kameradschaft mit den wenigen Anhängern schafften sie und trugen nationalsozialistisches Gedankengut in die liberalistisch=marristische, Weltz, Der Frühlingssturm der nationalsozialistischen Revolution machte dann auch vor den morschen alten Gewerkschaften keinen Halt. Am 1. Mai 1933 marschierten die deutschen Arbeiter der Stirn und der Faust geeint unter dem Banner des neven Deutschlands und feierten den Tag der natiogelen Arbeit.„Gegperriehatten geß dann am folgenden Tage alle freien einige Zeit später die christlichen, Higsch=Ounkerschen und gelben. Gewerkschaftseinrichtungen durch die Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei übernommen. Auf neuer Grundlage aufgebaut wurden die wirtschafteingestellten und zur Vernichtung führenden Geschäfte der Gewerkschaftsbonzen von Nationalsozialisten e unbeoingten Norwenoigreit erwuchsen, mannigfacher Weise leisten zu mussen,## wärschen, Kundgebungen, Versammlungen auswärtige herige„Frauenschaftsleiterin der Frau Else Goebbeig.,, inen Tatio#Aus dieser Zeit ist bis auf diese wenigen Tatsachen kaum etwas aufgezeichnet, und dennoch ist aus diesem Abschnitt, da der Nationalsozialismus im härtesten Kampf stand, so ungemein viel zu berichten von der selbstverständlichen Pflichterfüllung dieser kleinen Schar übernommen. Der Führer exnannte den sationsleiter Dr. Ley zum Leiter einer großen Organisation aller Schaffenden, der Deutschen Arbeitsfront. Die Umschmelzung der Gewerkschaften zu Angestelltenund Arbeiterverbänden und später unter Hinzuziehung der Unternehmer zu Reichsbetriebsgemeinschaften ging zielsicher und nationalsozialistisch vor sich. Am 1. Oktober 1934 konnte der große Schritt getan werden: Nach der Gliederung der Partei wurde die Deutsche Arbeitsfront grundsätzlich geformt und dem Hoheitsträger der Bewegung politisch unterstellt. Jetzt konnte sich die Deutsche Arbeitsfront, als starker Arm der Bewegung machtvoll entwickeln, so daß sie heute der entscheidende Faktor für die Gestaltung des deutschen sozialen wirtschaftlichen Lebens ist. Unser Gau Westfalen=Süd war in der Zeit des nampfes immer, ein Ntarr. Dm exftag#. tr, aller ParKampfes immer ein stark umstrittener Platz aller Ba teien gewesen. Es war daher erstaunlich, wie reibungslos die Uebernahme der Gewerkschaftsvergände hier vor sich ging. Es stand aber ein geschulter Stab von Mitarbeitern der RSBO. unter Leitung des Gaubetriebszellenleiters Pg. Ernst Stein zur Verfügung. Die Männer, die in harten Jahren des Kampfes und der Verfolgung ihre Pflicht taten, treten auch heute an allen Stellen der Deutschen Arsopseni, istzider= Pames. Erscheinung. In echter nationalsozialistischer Kampfge Seite 16 Nr. 123] Bochumer Anzeiger], Samstag Sonntag, 28./29. Mai 1938 meinschaft standen im harten Ringen Hoheitsträger der sondere Aufmerksamkeit schenke,, Heute, mgzschiert der Bewegung und RS BC.=Männer Schulter an Schulter. Gau, Westfalen=Sp, G8. Oexrd, Lohn genug für ihre Einen großen Anteil an dem Erfolg der RSBO, hat ist für die alte Nev4.=.. Tzerer Haft giller Gauleiter Josef Wagner, der als genauer Kenner Arbeit und Treue, die sie dem Führer uvolf Hitler des Gebietes Westfalen dieser Organisation seine be= leisten und halten durfte. Gund der Gemenischaf. „Kraft durch freude" im Hau Westfalen-Süd relle Werte vermitteln sollte. Die Abteilung„Feierabend“ konnte im Jahre 1935 211 Theaterveranstaltungen, 167 Saalveranstaltungen, 235 Kabarett= und Varieté=Veranstaltungen und 45 Veranstaltungen im Freien durchführen mit einer Gesamtteilnehmerzahl von 392 700. Am 2. Dezember 1935 wurde erstmalig der Jahrestag der NS.=Gemeinschaft„Kraft durch Freude“ in einem größeren Rahmen begangen. Einen großen Aufschwung erfuhr in diesem Jahre auch die Abteilung„Reisen, Wandern und Urlaub“, dig 116 seine Arbeit begann, zeigte 500 Veranstaltungen. Die Abteilung„Reisen, Wandern und Urlaub“ erlebte auf allen Fahrten eine ungeheure Steigerung. Die Zah der Urlaubsgäste stieg von rund 5000 auf 24000. Die Abteilung„Schönheit„der Arbeit“, hatte in diesem Jahre einen Betrag für Verbesserungen in Betrieben von 8233 575 RM. aufzuweisen. Die Dorfverschöne, rungsaktion wurde ins Leben gerufen. Das Jahr 1937 brachte auf dem Gebiete„Feierabend“ große oregtorische Neuerungen. Die RS=Kulturgemeind, Im Gau Westfalen=Süd gestaltete sich die Anfangsarbeit der NS.=Gemeinschaft„Kraft durch Freude" äußerst schwierig. Da die Auswirkungen der Arbeiten im voraus nicht zu übersehen waren, begnügte man sich vorerst damit, in der Gauleitung ein Zimmer für die Gauabteilung„Kraft durch Freude“ einzurichten, die mit zwei Kraften besetzt war. Die einzelnen Aemter innerhalb des Freizeitwerkes wurden erst mit dem 1. Mai 1934 hauptamtlich besetzt. Mit den ersten Arbeiten des Gauamtes wurden auch die Kreisbesetzungen vorgenommen. Es fehlte aber zunächst an genauen Richtlinien. Ende 1933 fand in Gestalt einer Morgenfeier die erste Veranstaltung der Abteilung„Feierabend" statt. Die erste KdF.=Urlauberfahrt führte nach Friedrichsroda in Thüringen und brachte südwestfälischen Arbeitskameraden und=kameradinnen eine vollständig freie, achttägige Erholung, wozu es noch ein Reisegeld von 20 RM. neben der freien Fahrt gab. Die Organisation der Abteilung„Reisen, Wandern und Urlaub" verlangte bald eine hauptamtliche Kraft. Die Arbeit schritt rüstig vorwärts. Bis Ende November 1934 wurden 23 achttägige und 24 Wochenendfahrten mit 42000 Teilnehmern durchgeführt. Am 1. April 1934 wurde die Abteilung„Feierabend, Volkstum und Brauchtum“ mit einer hauptamtlichen Kraft besetzt. Zunächst wurden sogenannte Singeabende eingeführt. Der Westfalentag 1934 auf der Hohensyburg, bei dem auch Reichsleiter Rosenberg zugegen war, verdankt in erster Linie der RSG.„Kraft durch Freude“ sein Gelingen. Auch die Kulturabteilung trat immer mehr mit verschiedenartigsten Veranstaltungen in den Vordergrund. Im Jahre 1934 wurde der RSG.„Kraft durch Freude“, die Aufgabe zuteil, an der Gestaltung des 1. Mai mitzuhelfen.. g6 Lantung murhe arstmali, Eine weitere Aktion von Bedeutung wurde erstmalig im Gau Westfalen=Süd im Kreise Bochum unter der Leitung des Kreiswartes, des heutigen Gauwartes Breidenbach, in sämtlichen Kleingärten Bochums in Gestalt eines Gemeinschaftsfestes durchgeführt. Kameradschaftsabende der Betriebe wurden in Verbindung mit KdF. durchgeführt. Das Jahr 1935 brachte wesentliche Veränderungen in der Führung wie auch in der Arbeit der RSG.„Kraft durch Freude". Der bisherige Gauwart Obst wurde nach Schlesien versetzt und an seine Stelle trat der bisherige Bochumer Kreiswart Breidenbach. Dstahar 1097 auf e. Erstmalig wurde am 1. Orrover 1985 auf einer großen Kulturtagung in Bochum unter dem Motto:„Die Kunst gehört dem Schaffenden" in feierlicher Form Volksgenossen das Winterprogramm von„Kraft durch Freude" im Gau Westfalen=Sud übermittelt. Gauobmann Stein zeigte die Zukunftsarbeit der NS.= Gemeinschaft„Kraft durch Freude" auf, die nun in planmäßiger Arbeit dem schaffenden Menschen kultuAbteilung„Reisen, Wandern und Urlaub, die 116 ganisatrt### Herc#####t###ememoe Wochenendfahrten mit 58 Urlauberzügen und 108 847 wurde eingegliedert. Beig 1000 Veranstattungen zeigte zurückgelegten Kilometern aufwies. Der Gau West= die Besucherzahl von 2 weiuionen, wie notwendig die zefückgelgsten. Kilometern aufwiee....u8 nan Zusammenfassung der Arbeit war. In Verbindung zurückgelegten Kilometern aufwies. Der falen=Sud wurde gleichzeitig Aufnahmegau und von 3461 Volksgenossen als Wochenendfahrern und 1600 Urlaubern aufgesucht. Die erste Auslandsfahrt fand gleichfalls in jenem Jahre nak Madeira statt. Nicht untätig blieb au chdie Abteilung„Schönheit der Arbeit“, die nach Fühlungnahme mit den Betriebsführern am Jahresschluß melden konnte, daß 5 345 419 RM. für„Schönheit der Arbeit“ in den Betrieben aufgewandt worden waren. Das 1934 gegründete Sportamt hatte im Jahre 1935 schon die doppelte Teilnehmerzahl zu verzeichnen. Die im Dezember 1934 gegründete Abteilung Werkschar trat auf dem Reichsparteitag der Freiheit mit 166 Mann an. Ein Tonfilmwagen wurde angeschafft, der in den ländlichen Bezirken die Bevölkerung mit guten Filmen erfreute. Das Jahr 1936 brachte gegenüber dem Vorjahre eine ziffernmäßige Steigerung von 100 Prozent auf allen Gebieten. Allein auf dem Gebiete der Unterhaltung und der Kultur war eine Besucherzahl von 713784 zu verzeichnen. Die Volkstumsarbeit wurde auch in neue Bahnen gelenkt und hatte weitere Erfolge zu verzeichnen. Die ersten Betriebs= und Gemäldeausstellungen wurden im Jahre 1936 durchgeführt und erweckten das Interesse der Schaffenden für die bildende Kunst. Das Volksbildungswerk, das gleichfalls in diesem Jahre Zusammenfassung der Arbeit war. In Veroindung mit dem Reichssender Köln wurden allerorts Werkpausen durchgeführt. Mit der Unterabteilung„Volkstum und Brauchtum“ der Abteilung„Feierabend“ führte die Gaudienststelle eine große Veranstaltung in Dortmund unter dem Motto:„Frohes Volk— wehrhaftes Volk" durch. Der Ausspruch des Reichsorganisationsleiters Dr. Ley. „so stelle er sich ein wahres Volksfest der NS.=Gemeinschaft„Kraft durch Freude" vor“, war für den Gau besonders ehrend. Ein großes Ereignis des Jahres 1937 war die Schaffung der neuen Volkstracht im Gau Westfalen=Süd. Rund 450000 Menschen bedienten sich der Fahrten und 63000 Urlauber suchten in unserem Gau Erholung. Außer der Madeira=Fahrt wurde erstmalig die Fahrt„Rund um Italien“ durchgeführt. Mit einer aufgewandten Summe von 12040 180 RM. hatte die„Abteilung„Schönheit der Arbeit“. 1937 einen außerordentlichen Erfolg zu verzeichnen. Gewaltig war der unmittelbare Erfolg aller dieser Arbeit, aber ebenso schön ist der mittelbare: das Band der Gemeinschaft, das alle Volksgenossen umschlingt, die in den Veranstaltungen und auf den Fahrten und Reisen der Schaffenden zu immer schönerer Kameradschaft kommen, während sie neue Kraft zur Arbeit durch Freude gewinnen! Ae Psu! Bilder aus der kampfzeit Der Führer spricht mit verwundeten SA.=Männern bei seiner Anwesenheit im Sta dion in Bochum, Juli 1932 Mittlere Reihe: links: Der Führer auf dem Gautag Ruhr 1926 in Essen; links von ihm Dr. Goebbels; rechts: Jubelnder Beifall empfängt den Führer, als er mit Gauleiter Josef Wagner(rechts von ihm zur Kundgebung im Juli 1932 das Bochumer Stadion betritt; Untere Reihe: links: Gauleiter Josef Wagner spricht auf dem„Platz der SA.“(damals Kai ser=Friedrich=Platz) in Bochum; rechts: Vorbeimarsch 1929 an Gauleiter Josef Wagner(in der Mitte des Bildes) in Boch um ..-Archiv Karantwortlich für die Beilage uum Gautag 1933: Hans Schulte * asETCEEEEE e Mir OLIVENOT HERGESTELLT DURCH Zeranstaltungen. Die Urlaub“ erlebte auf eigerung 1 Die 8ahl 100 auf 24000. Die t“ hatte in diesem rungen in Betrieben Die Dorfverschönegerufen. Das Jahr eierabend" große orNS.=Kulturgemeinde eranstaltungen zeigte , w i e n o t w e n d i g d i e r. In Verbindung en allerorts Werkkstum und Brauchführte die Gaudienst. n Dortmund unter rhaftes Volk“ durch. tionsleiters Dr. Ley, est der NS.=Gemeinwar für den Gau Freignis des Jahres Volkstracht im Gau enschen bedienten sich suchten in unserem ra=Fahrt wurde erst. n“ durchgeführt. Mit 2040 180, RM. hatte lrbeit“. 1937 einen ichnen. e Erfolg aller dieser nittelbare: das Band genossen, umschlingt, uuf den Fahrten und : s c h ö n e r e r K a m e r a d ue Kraft zur Arbeit Seite 17 Nr. 123( Bochumer Anzeiger Samstag Sonntag, 28./29. Mai 1938 Aus aller Welt Srhinder=Wlerr=Wten in Automaten und Wundermaschinen und was dahinter steckt Berlin, 27. Mai. Schon hatte der Rhythmus der Dampfmaschinen bedie Welt zu erschüttern, als der jugendliche illerieoffizier Carnot die theoretischen Bedingungen er Leistungsfähigkeit erkannte und bewies, daß es nicht möglich sei, eine Maschine zu konstruieren, die ewig lausen und Arbeit verrichten könne. Jahrhundertelang hatten sich die Menschen bemüht, gleichsam Schöpfer zu spielen und Maschinen zu erzeugen, die mehr zu leinten instande wären als die lebenden Wesen. Ein gewisser Herr Hoffmann zwanzig Jahre her, als ein gewisser Herr Hoffmann aus Halle Volksbeglücker und Perpetuummobile=Erfinder spielen wollte. Er trat an die hörden heran, damit sie ihn finanzierten. Denn seine neu erfundene Maschine liefe ewig und könne eine solche Kraft erzeugen, daß durch ihre Ausnutzung alle Schulden an die Entente spielend zu bezahlen seien. Leider haben viele umsonst ihr Geld nach Halle getragen und sind einem Narren und Betrüger aufgesessen. 1878 bekam noch ein gewisser Dr. Ackermann ein deutsches Patent auf ein Perpetuum mobile, welches als Magnetmotor konstruiert war. In England wurden im 19. Jahrhundert verschiedene Patente für derartige Wundermaschinen erteilt, ohne daß etwas Besonderes dabei herauskam. 1715 wurde in der ersten deutschen Gelehrtenzeitschrift, in der Acta Eruditorum“, die Beschreibung eines neuen Perpetuum mobile gebracht. Eine gelehrte Kommission bestätigte dem Erbauer, daß sein„glücklich inventiertes. Pepetuum mobile 50 Umdrehungen in der Minute mache und 40 Pfund 5 Fuß hoch heben könne". Der Landgraf bestätigte, daß der Apparat seit dem 12. November 1717 in einem Zimmer in Weißenstein acht Wochen verschlossen gehalten und bei der Eröffnung in unveränderter Bewegung gefunden sei. Vielleicht wäre die Wundermaschine noch lange gelaufen, wenn nicht inzwischen ihr Erfinder gestorben und seine Dienstmagd das Geheimnis preisgegeben hätte. Durch einen verborgen angebrachten Mechanismus hatte sie vom Nebenzimmer aus„das Ding gedreht". Die Geister, die ein Perpetuum mobile bauen wollten, waren im Grunde den mittelalterlichen Alchemisten und den Automatenbauern verwandt, deren Phantasie beflügelt wurde durch die Vorstellung, man müsse Menschen oder Tiere beweglich durch mechanische Kunst nachahmen, um vielleicht dennoch auf diese Art eine lebendige Maschine zu erzeugen. Roboter schlägt seinen Erfinder tot Kunstfertige Automaten zu bauen verstand schon das Altertum. Die schönsten Automaten liefen im Mittelalter und im Barock. In unseren Tagen erregte ein Roboter besonderes Aufsehen. Er konnte die Zeit ansagen, Zeitung lesen, Fenster putzen, Nägel einschlagen usw. Aber eines Tages ging ihm eine Schraube sos. Der Erfinder versuchte, den Schaden zu beheben und hob den Arm des Roboters hoch. Plötzlich fiel der mit einer surchtbaren Wucht auf den Schädel des Erfinders, der kurz darauf seinen Geist aufgab. Bis ins 19. Jahrhundert hinein hielten sich die Fürsten ihre Alchemisten, Perpetuum=mobile=Erfinder und Automatenbauer. glaubten, daß es einen schönen Tages doch gelingen möge, Gold zu erzeugen oder durch die Wundermaschine ihren Kassen aufzuhelfen. Ein Automat spielt Schach Ende des 18. Jahrhunderts zog ein Kammerrat aus Wien, Wolfgang von Kempeln, mit seinem Automatenkabinett durch die Welt. Der Clou der Veranstaltung war ein Türke aus purem Blech, der als der beste Schachspieler weit und breit bekannt war. Kempeln war ohne Zweifel ein äußerst geschickter Mechanikus und ein trefflicher Automatenbauer. In unseren Tagen hätte er vielleicht an der Erfindung einer automatischen Telephonzentrale mitgearbeitet oder er wäre vielleicht zum Bau eines Planetariums angestellt worden. mals aber zog er mit seinem schachspielenden Türken und seiner sprechenden Puppe von Land zu Land. Eine Dampfmaschine, die er erfand, flog ihm in die Luft und die Sache mit dem Türken flog auch auf. Denn der Kammerrat hatte nur einen cachierten Apparat gebaut, keinen wirklichen. Im Innern der Maschinerie saß ein Zwerg, der als Schachspieler ein Genie war. Er hat das Geheimnis verraten. 5000 Goldstücke gefunden Paris, 27. Mai. Beim Abreißen eines der Stadt gehörenden Hauses entdeckten die Arbeiter einen wertvollen Schatz. Es handelt sich um das Vermögen eines am Hofe Ludwigs XV. bestallten Adligen, das aus 5000 Goldstücken, sogenannten Louisdors bestand und nach heutigem Gelde einen Wert von 175000 RM. hat. Die Goldstücke waren in Leinensäcke eingewickelt und unter Mauerwerk vergraben. Neues Erdbeben auf Celebes Mehrere Ortschaften zerstört— Bisher 20 Todesopfer Amsterdam, 27. Mai. Wie aus Batavia gemeldet wird, ereignete sich in Mittel=Celebes ein neues schweres Erdbeben. Die Stadt Parigi und die umliegenden Ortschaften wurden völlig zerstört. Bisher werden zwanzig Todesopfer gemeldet. Der entstandene Sachschaden ist sehr bedeutend und konnte bisher noch nicht geschätzt werden. Presse-Hoffmann Abschied von den Blutzeugen des Sudetendeutschtums. In Eger nahm, wie gemeldet, Bewegung, Konrad Henleins einer tschechischen Zugel zum Epier Schweigend grüßesputig diel fergne#eugte Stase.senen Kameraden beim Zug Madame Potiphar von Preßburg Die schöne Sidonie soll Steuern zahlen— Eine verständnislose Behörde Presse-Hoffmann Die ersten„fliegenden Mädchen“ der Deutschen Lusthansa Auf verschiedenen Flugstrecken führt die Deutsche Lufthansa in diesem Sommer erstmals Luftstewardessen ein. Die ersten fünf jungen Tamen mit diesem in Deutschland neuen Beruf stellen wir hier vor Preßburg, 27. Mai. Fräulein Sidonie betreibt seit fast einem Jahrzehnt in einer der Hauptstraßen Preßburgs ein Modewarengeschäft. Kein Mensch hätte es dem zierlichen und bildschönen Mädchen angesehen, daß es schon so lange auf eigenen Füßen steht. Erst seit den letzten Jahren besitzt Sidonie Ursache, über ein Nachlassen des Geschäftsganges zu klagen. Jedermann weiß, daß sich auch die Preßburgerinnen eine nicht unwesentliche Beschneidung ihres Toilettenbudgets gefallen lassen mußten, weil die Wirtschaftsverhältnisse im allgemeinen leider noch immer zu wünschen übriglassen. Nur das Steueramt der Stadt scheint hiervon nichts zu wissen und schreibt der verzweifelt in die Zukunft blickenden Geschäftsinhaberin Sidonie Z. noch immer die Steuern wie im Jahre 1930 vor. Im vorigen Jahre, da ist es noch gegangen, da griff ein mitfühlender Freund in die Brieftasche und berappte für sie die Steuern. Der Freund hätte es auch diesmal gern getan, aber da er sich selbst im Konkurs befand, ging es wirklich nicht. So war das Verhängnis nicht aufzuhalten. Die schöne Sidonie spähte eben durchs Ladenfenster nach Kunden aus, als urplötzlich der Herr Gerichtsvollzieher um die Ecke bog. Der Herr mit dem blonden Schnurrbärtchen wäre eigentlich gar nicht so übel, durchzuckte es das Köpfchen Sidoniens, wenn er nur nicht einen gar so unsympathischen Beruf gewählt hätte. Aber obwohl das Fräulein um Schonung gebeten hatte, waltete der unwillkommene Besucher seines Amtes. Schließlich näherte er sich der Ladenkasse. Da sprang die temperamentvolle Geschäftsinhaberin wie ein Tigerweibchen auf ihn zu. Aber statt ihn mit den Fäusten und Fingernägeln zu bearbeiten, flog sie ihm um den Hals und drückte dem angenehm Ueberraschten eine Serie feuriger Küsse auf den Mund. Nun, auch Gerichtsvollzieher haben nicht immer ein Herz aus Stein. Der unsere löste schweigend die Siegel wieder von den Pfandobjekten ab und wurde fortan ein häufiger und gern gesehener Gast bei Fräulein Sidonie. Wohlgemerkt: nicht in amtlicher Eigenschaft. Leider war die Steuerbehörde mit dieser Lösung der Steuerangelegenheit nicht einverstanden. Der gutherzige Gerichtsvollzieher wurde seines Amtes enthoben, und gegen Sidonie Z. wurde das Strafverfahren wegen Beamtenbestechung eingeleitet. Es muß ja nicht immer Geld sein, mit dem man besticht, auch andere Dinge gibt es, die Wert besitzen. Zwei Wochen Gefängnis waren das Ergebnis der gerichtlichen Verhandlung. Die schönsten Blondinen Macht's wirklich das gute Waschwasser? London, 27. Mai. Wer in England einer Frau ein besonderes Kompliment machen will der sagt:„Sie sind gewiß aus Broomfield!" Das Städtchen Broomfield in der Grafschaft Esser genießt seit alters her den Ruhm, die schönsten Blondinen in Großbritannien hervorzubringen. Nicht nur das schöne blonde Haar, auch der Teint der Broomfielderin ist berühmt. Broomfields Frauenschönheit steht gewissermaßen unter Naturschutz, denn es gibt dort eine Gesellschaft zum Schutz der Blondinen und ihrer Haut. Dieser Verein machte dieser Tage von sich reden, weil der Grafschaftsrat von Esser beabsichtigte, das Städtchen Broomfield an das grafschaftliche Wasserleitungsnetz anzuschließen. Man glaubte in Esser dadurch den Bürgern Broomfields einen begrüßten Fortschritt zu bringen und war deshalb sehr erstaunt, als die Broomfielder dagegen energisch protestierten. Sie behaupten, die Schönheit ihrer blonden Töchter sei nur auf das weiche Wasser der städtischen Brunnen zurückzuführen. Dieses Waschwasser sei ein natürliches Schönheitselixier für die Haut. Diesem Argument konnte sich der Grafschaftsrat nicht entziehen und die„Gesellschaft zum Schutz der Blondinen und ihrer Haut“ erreichte damit, daß der Beschluß zur Legung von Wasserleitungen einstweilen Jahre 1941 zurückgestellt wurde. bis zum Küsse am laufenden Band Ein ganzes Städtchen mit Eiser bei der Sache London, 27. Mai. Die neueste Verrücktheit des Städtchens Slough bei London ist der Kettenkuß". Die Sache fing an, als eine junge Tänzerin vor einiger Zeit von London zu einer Tournee nach Deutschland abfuhr. Ihr lobter der Direktor einer Fabrik in Slough, konnte nicht zum Bahnhof kommen und schickte einen Freund. Beim Abschied warf die junge Tänzerin ihre Arme um den Hals des erstaunten Mannes, küßte ihn und bat, den Kuß ihrem Verlobten weiterzugeben. Das schwierige Problem, wie dies am„besten“ zu machen sei, löste der Freund, indem er seine eigene Verlobte küßte, die dann diesen Kuß prompt an den Mann aus Slough weitergab. Dieser„Kettenkuß“ fand solchen Anklang bei den Freunden der beiden jungen Paare, daß die jungen Bewohner von Slough sich mit Eifer der Sache angenommen haben. Die Hochwasserkatastrophe in Slowenien Der Schaden noch nicht abzuschätzen— Vier Todesopfer Belgrad, 27. Mai. Die Hochwassergefahr in Slowenien ist vorüber. Die Bilanz dieser Schreckenstage ist traurig. Vier Menschen fielen dem Hochwasser zum Opfer, drei Kinder und eine Frau. Der Schaden läßt sich noch nicht gänzlich abschätzen, da heute noch, vor allem längs der ungarischen Grenze, auf jugoslawischer Seite und auf ungarischer Seite große Landflächen weiterhin unter Wasser stehen. Das überschwemmte Gebiet gehört zu den fruchtharsten Teilen Jugoslawiens. Durch das Hochwasser wurden viele Häuser beschädigt, Brücken weggerissen, Wege zerstört und Felder verschlammt; vor allem wurden zahlreiche Holzstapel weggeschwemmt. Die Blätter weisen darauf hin, daß der Schaden weit die Summe übersteige, die eine Regulierung der Drau und der Mur kosten würde. Gp4. säubert Bühne und Film London, 27. Mai. Nach einer Warschauer Meldung des„Daily Expreß“ führt die GPU. in der Sowjetunion eine„Säuberung“ von Film und Bühne durch. 15 Filmschauspielerinnen und 23 führende BühInendirektoren, Regisseure usw. sind wegen„Trotzkismus“ verhaftet worden und sollen in einem neuen Schauprozeß im nächsten Monat abgeurteilt werden. Unter den Verhafteten befindet sich die 22jährige Tamara Gruenstein, die mit dem Titel„Miß Rußland“ ausgezeichnet war, sowie die Direktorin des Moskauer Kindertheaters Natalie Saß. Der bekannte sowjetrussische Regisseur Mayerhold befindet sich gleichfalls in Haft. Als Hauptangeklagter wird der bereits seit längerer Zeit von der GPU. in Haft gehaltene frühere Erziehungskommissar Bubnow auftreten. Wolkenbruch verursacht Hochwasser Teheran, 26. Mai. Als Folge eines Wolkenbruches trat in der Gegend von Kouhpayeh bei Isfahan das seit Jahren schwerste Hochwasser ein. Acht Dörfer wurden völlig verwüstet. Zahlreiche Bewässerungsanlagen wurden zerstört. Die Saat tist vollkommen vernichtet und das Vieh umgekommen.— Bisher wurden neben vielen Verletzten 12 Tote gemeldet. Zahllose Bäume, auf die sich die Einwohner der bedrohten Gebiete geflüchtet hatten, wurden entwurzelt.— Der Gouverneur von Isfahan hat ein umfassendes Hilfswerk eingeleitet. Reichskolonialtagung in Bremen Bremen, 27. Mai. Zur Teilnahme an der Tagung des Reichskolonialbundes traf bereits am Donnerstag eine große Zahl auswärtiger Gäste ein. Viele Hunderte von Teilnehmern in der alten Uniform der Kolonialtruppen mischten sich in den Besucherstrom der Ausstellung„Bremen— Schlüssel zur Welt“, die bereits an den beiden ersten Tagen über 50000 Besucher aufzuweisen hatte. Nach einer internen Arbeitstagung des Kolonialrats unter Leitung seines Präsidenten, des Kolonialstaatssekretärs a. D. von Lindequist am Donnerstag abend fand am Freitag mittag im Rathaus die offizielle Begrüßung der Tagungsteilnehmer statt. Unter den zahlreichen Ehrengästen sah man Reichsverkehrsminister Dr. Dorpmüller und General a. D. v. LettowVorbec.„„ =Oberführer Admiral a. D. Ruemann überbrachte die herzlichen Grüße des verhinderten Bundesführers Generals Ritter von Epp. Man- habe bewußt den Termin der Tagung in Zusammenhang mit der Ausstellung„Bremen— Schlüssel zur Welt“ gewählt, auf der gemeinsam mit der Kolonialausstellung des faschistischen Imperiums die deutsche Kolonialschau stattfinde. Zum anderen sei die Hansestadt als Tagungsort gewählt worden, weil hier die koloniale Tradition bis heute erhalten geblieben sei. Die soziale Krise in Straßenschlacht zwischen Polizei und Streikenden Streikende versuchen eine Fabrik zu stürmen Newyork, 27. Mai. Zu neuen schweren Streikunruhen kam es vor der Godyear=Autoreifen=Fabrik in Acron (Ohio), wo 4000 Streikende kurz nach Mitternacht die von der Polizei bewachten Fabriktore zu stürmen versuchten. In 100 Meter langer doppelter Kette rückten die Streikenden vor, konnten aber von der Polizei mit Tränengasbomben zurückgeworfen werden. Nachdem die Polizei die Straßen geräumt hatte, mußten über 30 Verletzte in die Krankenhäuser eingeliefert werden. . Detroit, 27. Mai. Während des Belegschaftswechsels kam es vor dem Fabrikgebäude der American Braß=Werke zu einer blutigen Straßenschlacht zwischen streikenden Gewerkschaftlern und 175 Polizisten. Als beim Schichts wechsel die Arbeitswilligen das Fabrikgebäude verließen, stürzte sich eine aufgehetzte Menge von streikenden Gewerkschaftlern auf die Nichtstreikenden. Die Polizei, die zum Schutze der Arbeitswilligen einschritt, mußte sich bald gegen die wütende Menge der Streikenden selbst verteidigen. Als die Polizei Verstärkung erhielt, bauten die etwa 600 Streikenden Barrikaden, die die Polizei mit Tränengasbomben stürmen mußte. Bei dem blutigen Kampf wurden 50 Streikende und elf Polizisten verletzt, zahlreiche von ihnen schwer. Eine Flaschenpost im Hering. Im Innern eines gepökelten Herings fand ein Einwohner in Ziebingen bei Frankfurt a. d. Oder eine verschlossene Glasröhre mit einem beschriebenen Zettel. Ein Emdener Fischer bittet hier um Nachricht, wann und wo der Hering seiner letzten Bestimmung zugeführt wurde. Der Hering wurde in der Nacht zum 13. Oktober v. J. auf dem Fangschiff„Transvaal“ gefangen. Verwegene Flucht zweier Fremdenlegionäre Zwei Fremdenlegionäre aus Quarzazat in Marokko desertierten und griffen den Wächter eines Militärwagens an. Sie entkamen mit diesem Auto in das Atlas=Gebirge. Der Wagen wurde später bei dem Staudamm von Tiouine wiedergefunden. Der kostbarste Teppich der Welt. Ein von dem russischen Zaren Peter dem Großen stammender Teppich, der sich bisher im Besitze der Millionärin Frau Edith Rockefeller Mac Cormick befand, erbrachte auf einer öffentlichen Versteigerung den Betrag von 90 Millionen Dollar. Das wertvolle Stück, das sechs Jahrhunderte alt ist, war von Frau Mac Cormick seinerzeit für 125 Millionen Dollar gekauft worden. Seite 18 Nr. 123 7 Bochumer Anzeiger 7 SamstagSonntag, 28./29. Mai 1938 er Raué Ausseschichte von fteibert E. Eckeit Gina Mattoni saß in ihrer Garderobe, ein wenig müde und abgespannt. Das war sie eigentlich nach jeder Vorstellung. Denn sie spielte ja nicht nur ihre Rollen, sondern sie schenkte diesen Rollen blutvolles Leben, erschöpfte sie bis zur Neige und erschöpfte sich dadurch auch selbst. Aber diese Hingabe, dieses restlose Eindringen in die Gestalten der Dichter hatte sie zur gefeierten Schauspielerin gemacht und ihr Ruhm war noch im Steigen. Gina Mattoni öffnete das Lederkästchen auf dem Tisch. Ein Kollier und ein Armband aus köstlichen Smaragden und Brillanten von reinstem Feuer lagen auf dem Sammetpolster und sprühten ihr entgegen. Dieser Schmuck— ein Vermögen hatte er gekostet— würde sich herrlich zu der einfachen Abendtoilette aus fließender, weißer Seide ausnehmen. Und die schöne Frau freute sich. Es klopfte und die Garderobiere huschte herein. „Gnädige Frau, ein Reporter von den„Neusten Nachrichten“ wartet draußen und bittet, für ein kurzes Interview empfangen zu werden!" „So spät? Unmöglich! Sagen Sie ihm, ich hätte keine Zeit! Er möchte es ein andermal versuchen.“ „Ein andermal hab ich keine Zeitl“ Eine tiefe Stimme sprach diese Worte. Erschreckt fuhren die beiden Frauen zusammen. In der Türöffnung stand ein junger, blonder Mann und hielt einen Revolver auf die Künstlerin gerichtet. Ein Wort oder eine Bewegung und ich knalle los!“ Der Fremde kam näher, ganz nahe, griff nach dem Lederkästchen. „Ich wußte, daß Sie den wertvollen Schmuck mit ins Theater nahmen, weil Sie zu dem Fest wollen!" Nach diesen Worten verschwand er. Erst langsam löste sich der Schreck und die Erstarrung von den beiden Frauen und sie begriffen, daß tollkühnen Räuber ein Vermögen in die Hände gefallen war. Gina Mattoni stürzte zum Telephon und alarmierte die Polizei, während die Gardrobiere die noch anwesenden Theaterleute zusammenholte. Doch die Verfolgung des Verbrechers war ohne Erfolg Auch die nächste Zeit brachte keine Entdeckung, obwohl neben der Polizei noch einige der besten Detektive mit dem Fall beschäftigt waren. An einem Nachmittag saß die Künstlerin in ihrem Wintergarten, als ihr ein Herr Krüger gemeldet wurde, der bezüglich des geraubten Schmuckes wichtige Mitteilungen zu machen hätte. Wie elektrisiert sprang Gina Mattoni auf. „Aber natürlich bin ich zu sprechen! Sofort! Führen Sie den Herren herein!" Wenige Augenblicke später stand sie einem Manne mit schwarzem Haar und Bart gegenüber. Ein Kneifer wackelte bedenklich auf der Nase. „Sie bringen mir wichtige Neuigkeiten?“ fragte sie aufgeregt.„Sie können verstehen, daß mich alles interessiert, was mit dem Raub nur irgendwie zusammenhängt! Sind Sie von der Polizei oder Detektiv?“ „Keins von beiden!“ war die Antwort.„Ich muß Sie aber jetzt bitten, sich einen Augenblick umzudrehen!" Ja, aber.!“„„„ „Ich bitte darum! Das geyort zu meinen Neuigkeiten!" „Ich verstehe zwar den Sinn nicht! Doch wenn Sie es durchaus wünschen, von mir aus!“ Damit drehte sich Gina Mattoni um. Blitzschnell riß sich der Mann eine Perücke vom Kopf und den Bart ab und der wacklige Kneifer verschwand. Aus der Aktentasche nahm der zu einem jungen, blonden Menschen Verwandelte ein Lederkästchen. „Hier, gnädige Frau, haben Sie Ihren Schmuck Wie von einer Peitsche getroffen wandte sich die Schauspielerin um. Fassungslos starrte sie auf den jungen Mann, dessen Gesicht ihr jetzt nur zu bekannt war, und dann wieder auf das Lederkästchen, in dem der geraubte Schmuck ihr entgegensprühte. Noch ehe sie die Worte finden konnte; fuhr ihr Gegenüber fort: „Sie sollten vorsichtiger mit Ihrem Schmuck sein, gnädige Frau! Alle Welt weiß von Ihrer Leidenschaft für schöne Steine, und alle Welt weiß auch, daß sie ein Vermögen wert sind. Mir persönlich aber ist weiter bekannt, daß Sie sich bisher aus unbegreiflichen Gründen geweigert haben, diesen so wertvollen Schmuck gegen Verlust zu versichern. Ich bin Agent der Sekuritas, einer unserer größten Versicherungsgesellschaften. Als Anfänger habe ich mir vorgenommen, einen großen Auftrag einzubringen und Sie für unsere Versicherung zu gewinnen. Da kam ich auf diese Idee mit dem Raubüberfall. Ich gebe zu, sie war mehr als kühn und gefährlich und ihre Ausführung kann mir jetzt teuer zu stehen kommen, wenn Sie mich der Polizei ausliefern. Ich habe eben alles auf eine Karte gesetzt, doch ich hoffe zuversichtlich, daß Sie meinen gut gemeinten Raub als Warnung dienen lassen und jetzt Ihren Schmuck versichern werden!" Gina Mattoni hatte ruhig zugehört, ihn nicht empört unterbrochen. Als er geendet hatte, sagte sie: „Lieber Herr, ich danke Ihnen für diese, wenn auch immerhin merkwürdige Warnung! Sie war durchaus am Platze! Aber leider genießt die Vorteile Ihrer Warnung bereits Ihre Konkurrenz. Denn ich habe meinen übrigen Schmuck sofort nach dem Ueberfall versichern lassen. So müssen Sie sich nun allein mit meiner Verzeihung begnügen!“ Deisée in der Nackt“ Von ditt 99 „Es ist alles aus!“ stöhnte mein Freund Georg und barg kummervoll sein Haupt in den aufgestützten Armen. Drei Wochen lang hatte er mir Tag und Nacht von Angelika vorgeschwärmt. Angelika— das war das liebste, hübscheste, netteste, klügste Mädchen auf der ganzen Welt. So was gab's nur einmal. Und jetzt hockte er hier vor mir auf einem Sofa— ein Bild des Jammers. Was war da kaputt gegangen? „Ich hab' mich doch öfters“, so erzählte er,„abends mit Angelika heimlich getroffen. Ich brauchte vor ihrem Hause nur leise das Siegfriedmotiv zu pfeifen, dann kam sie nach ein paar Minuten herunter, und wir gingen noch ein bißchen spazieren. Laut pfeifen durfte ich nicht, weil ja ihre Eltern von der ganzen Sache nichts wissen sollten. Vorgestern abend nun stehe ich wieder vor dem Hause und flöte zärtlich und behutsam unseren Pfiff. kommt auf der sonst ganz leeren Straße ein jovialer, schon etwas ergrauter Herr anspaziert. Er hatte den Hut etwas schief auf, den Mantel offen und schleifte einen Stock hinter sich her. Diagnose: Heimkehr vom Dämmerschoppen. Ich hatte eben wieder ganz im verabredeten Piano meinen Siegfriedsruf losgelassen, da merke ich, daß der Mann ein paar Schritte von mir entfernt unter einer Laterne stehen bleibt und mich mitleidig und überlegen ansieht. Im nächsten Augenblick steckt er zwei Finger in den Mund und stößt, während ihm sein Knüppel am Arme baumelt, einen Pfiff aus— ich sage dir: der konnte Tote aufwecken! Dann nahm er die Finger wieder aus dem Mund und sagte zufrieden:„So macht man das, junger Mann!“ Ich war entsetzt. Ich war wütend.„Hören Sie, mein Lieber“, zischte ich ihn an,„ich brauche Ihre Hilfe nicht. Ich pfeif' mir meine Pfiffe allein. Alarmieren Sie hier nicht die ganze Straße, und machen Sie, daß Sie weiterkommen!“— Ihr jungen Leute“, sagte er,„habt sa keine Ahnung. Wenn Sie wie'ne lungenkranke Amsel zwitschern, wer soll Sie denn da hören?"—„Das geht Sie ja einen Dreier an!“ rief ich.„Da werden Sie“, fuhr er störrisch fort,„noch morgen früh hier stehen, und kein Mensch wird Ihnen das Haus aufmachen kommen.“—„Darauf lege ich auch gar keinen Wert“, sagte ich,„ich will ja gar nicht hinein!"— „Aber ich“, sagte der Mann. Und er führte schon wieder die Finger zum Munde. Ich fiel ihm in den. Arm.„Moment mal!“ sprach ich beschwichtigend.„Sie sind ja wohl auch mal jung gewesen, nicht wahr? Also passen Sie mal auf! Ich warte nämlich hier auf meine— meine Braut! Verstehen Sie? Und die hat einen Vater, der ist wahrscheinlich schon in halb verkalktem Zustande zur Welt gekommen, denn der hat für die Situation keinerlei Verständnis. Wenn Sie hier so einen Krach machen, dann vermasseln Sie mir bloß die ganze Geschichte. Wenn Sie aber hübsch friedlich sind, dann können Sie in einer Minute sowieso ins Haus rein. Denn dann kommt sie nämlich runter!"—„Und wegen Ihrer Liebelei", knurrte er,„soll ich mir kalte Füße holen?“—„Wenn Sie noch so einen Pfiff loslassen", drohte ich,„dann werden Sie bald noch ganz andere Körperteile halt haben als bloß die Füße. Denn dann wird Ihnen der störrische Bock von einem Vater einen ganzen Kübel prima frisches Leitungswasser über den Schädel gießen!" In diesem Augenblicke ging die Haustür auf, und Angelika erschien. Sie wollte glückstrahlend mit ausgebreiteten Armen auf mich zu, da stockte sie plötzlich. Sie guckte in starrem Entsetzen auf den Mann neben mir und schrie tödlich erschrocken:„Vater!“ Ich sage dir: ich dachte, die Erde öffnet sich vor meinen Füßen. Ehe ich überhaupt begriff, was los war, waren beide im Hause verschwunden. Eine schöne Bescherung, was?“ Trostheischend blickte mich Georg nach dieser Erzählung an. Das war nun freilich ein schwieriger Fall. Ich stammelte gerade ein paar verlegene Worte, da hörten wir draußen einen Brief durch den Türschlitz fallen. Georg ging hinaus, um ihn zu holen. Als er wieder hereinkam, glaubte ich, er sei vor Schmerz wahnsinnig geworden. Er führte auf dem Teppich einen Veitstanz auf. Und immerfort schrie er:„Da lies mal! Da lies mal!" Ich nahm ihm den Brief aus der Hand und las; „Mein lieber Georg! Ich wollte Dir nur mitteilen, daß alles in Ordnung ist. Du hast meinem Vater sehr gut gefallen. Er sagt, Du bist ein patenter Junge, und Du sollst am nächsten Sonntag zu uns zum Mittagessen kommen. Du kommst doch bestimmt, nicht wahr? Inzwischen tausend Grüße und Küsse— Deine Angelika.“ M Sch tecc Vertriebsstelle: Brunnenzentrale Karl Linden Kronenstraße 35/37—Ruf 67151/52 Tertt Nch rkene. Roman von Alfred Jasper 24) „Das möchte ich doch lieber Ihnen überlassen, Frau Brockhusen; denn wie ich Ihren Eckhart kenne, ist er ein Hartschädel. Da könnte er mich vielleicht mißverstehen. „Gut, so werde ich mit ihm sprechen, sobald er vom Spaziergang heimgekehrt ist." „Ja— und dann können Sie ihm auch so ganz nebenbei sagen, daß im Gasthof„Zum goldenen Löwen“ jemand auf ihn wartet— ich habe nämlich meine Nichte gleich mitgebracht.“ „Aber weshalb ist sie denn nicht mit Ihnen gekommen?“ „Nein, Mutter Brockhusen, die Luitgard muß er sich schon selber holen.“ Winterstein erhob sich.„Jetzt gehe ich zu ihr zurück und warte, bis wir gerufen werden. Auf Wiedersehen bis nachher, Frau Brockhusen.“ Sie begleitete ihren Gast bis zur Haustür und blickte dem eilig Davonschreitenden nach. Ein Lächeln stahl sich um ihren Mund.—„Nun lerne ich sie also doch heute noch kennen, wie Eckhart mir es versprochen hatte“, sprach sie leise vor sich hin.—— Kaum eine halbe Stunde nach Onkel Egberts Fortgang kehrten Eckhart Wilfride und Gerhard zurück. Während die beiden Verlobten in ihrem Glück lachten und scherzten, zeigte Eckharts Gesicht einen verbitterten, spöttischen Zug. Seine Mutter verspürte bei seinem Anblick etwas wie ein banges Gefühl vor ihrer. Aufgabe. Dann wandte sie sich jedoch entschlossen an ihn als Wilfriede und Gerhard gerade in den Garten gegangen waren. „Eckhart, ich möchte mit dir über etwas sprechen.“ Er sah sie ein wenig überrascht an, denn der feierliche Ton, in dem sie es sagte, fiel ihm auf. „Was ist es denn, Mutter?“ Dann redete sie sich alles vom Herzen, was sie bewegte. Er hörte sie zunächst ruhig an. Seine Lippen waren zusammengepreßt, sein Gesichtsausdruck unbeweglich. Selbst seiner Mutter gegenüber zeigte er nicht, was ihn seit gestern abend innerlich so stark bewegke. Erst wollte er die ganze Angelegenheit mit der Bemerkung abtun:„Laß nur Mutter, es hat doch alles keinen Zweck.“ Aber als sie ihm gestand, den verhängnisvollen Brief gelesen zu haben, als sie nun vor von Wintersteins Besuch erzählte— und wie dieser, nachdem er das Schreiben gelesen, einen gewissen Prokuristen einen Lumpen genannt habe, da wich ganz allmählich der spöttische Ausdruck von seinem Gesicht. Mutter Margarete entging das nicht. Sie trat mit wärmsten Worten für Luitgard ein und machte ihm im Eifer sogar Vorwürse, was sie noch nie getan hatte. „Wie konntest du dich nur durch dieses verleumderische Schreiben beirren lassen, mein Junge? Mußtest du dir nicht sagen, daß die Person, die den Brief schrieb, selber ein schlechtes Gewissen hatte, da sie ihren Namen verschweigt? Ein ehrlicher Mensch kann doch actrost unter das, was er schreibt, auch feinen Namen setzen.— Vor allem: kennst du denn den Prokuristen, auf den Herr Winterstein anspielte?“ Doch Eckhart schien ihre Frage gar nicht gehört zu haben. Wie geistesabwesend starrte er an ihr vorbei ins Leere. Seine bis dahin fest zusammengekniffenen Lippen öffneten sich ein wenig, als ob er etwas erwidern wollte. Eindringlicher wiederholte sie dann ihre Frage und rüttelte ihn an der Schulter. Statt aller Antwort flüsterte er ihr kaum vernehmlich, ein einziges Wort— so weich und zart, daß seiner Mutter die Augen feucht wurden.—„Luitgard“, kam es andächtig und inbrünstig von seinen Lippen. Dann schien sich seine Erstarrung zu lösen, sein Gesicht wandte sich ihr zu und befreit brach es plötzlich aus ihm heraus: „Mutter, liebe Mutter, weißt du auch, daß ich der größte Esel bin, den es je gegeben hat?! Was für eine Riesendummheit habe ich da gemacht!" „Nun“, meinte sie bedächtig,„wenn man eine Dummheit begangen hat, muß man eben versuchen, sie wieder gutzumachen, mein Junge.“ „Und glaubst du, liebe Mutter, daß ich sie wiedergutmachen kann?" fragte er stürmisch. „Diese Frage muß du ihr vorlegen— deiner Luitgard, die mit ihrem Onkel im„Goldenen Löwen“ im Dorfe darauf wartet, bis ein gewisser Jemand kommt und sie holt.“ „Was— Luitgard ist hier— in Dingerdahl— im„Goldenen Löwen"? „Ja, mein Junge— wenn sie es nicht inzwischen vorgezogen hat, doch nicht zu warten, bis ihr Eckhart seine große Dummheit einsieht."—— Eine halbe Minute später ging Eckhart Brockhusen mit Riesenschritten den Weg zum Dorf hinunter. Vor dem Goldenen Löwen“ angekommen, stürmte er förmlich die Steintreppe hinauf und riß die Tür zur Gaststube auf. Einen Augenblick schweiften seine Blicke suchend durch den Raum. Da sah er das geliebte Mädchen, die großen blauen Augensterne weit geöffnet auf sich gerichtet, neben Winterstein am Tisch sitzen. Und schon war er bei ihr, faßte sie bei den Händen und zog sie emvor... L, mix vemeihens „Luitgard, Liebstes— rannst du mir verzeihen: Ich wußte ja nicht..“...4 u;# 5 Doch Luitgard legte ihm die Hano auf den Mund. „Es ist ja alles gut, Eckhart— nun, da du wieder bei mir bist", flüsterte sie mit zitternden Lippen, überwältigt von übergroßem Glück. Da riß er seine Luitgard an sich, und ihre Lippen fanden sich in einem heißen, innigen Kuß. Die beiden Liebenden bemerkten in ihrer Weltvergessenheit nicht, wie Winterstein schmunzelte und sich die Hände rieb, wie die wenigen Gäste, die alle Eckhart kannten, tuschelnd die Köpfe zusammensteckten. Onkel Egbert erhob sich von seinem Platz, ein zufriedenes Lächeln auf seinem gutmütigen Gesicht. Er ging zum Schanktisch und ließ sich einen doppelten Steinhäger geben— das war bereits der dritte an diesen Morgen!...2 uue meig. 9. Dann fühlte er plotzlich, wie sich zwei weiche Arme um seinen Hals legten. „Onkel, lieber, lieber Onkel!“ „Wo fehlt's denn nun schon wieder du Quälgeist? Ich möchte dir meinen Bräutigam vorstellen.“ Winterstein schlug in die dargereichte Rechte Eckharts ein, die Blicke der beiden Männer trafen sich, und der Aeltere sagte nur: „Mach sie glücklich— sie verdient es, Eckhart!“ Dann wandte er sich rasch ab— Brockhusen brauchte nicht zu merken, wie schwer es ihm fiel, seine Luitgard für immer herzugeben.— E78562# Mat Eine halbe Stunde später stellte Ecyart Mutter, Schwester und Schwager seine Braut Luitgard Westenhagen vor. War Mutter Margarete schon von vornherein überzeugt gewesen, daß ihr Junge ihr keine Unwürdige ins Haus bringen würde, so war sie nun beim Anblick Luitgards entzückt. Nicht nur, daß ihr das hübsche schlanke Mädel in dem schlichten dunkelblauen Samtkleid— Luitgard trug dasselbe Kleid, wie am vergangenen Festtage, weil sie sich nicht erst hatte umziehen können— sehr gefiel, sondern vor allem machte ihr offenes, liebes Wesen den besten Eindruck auf Eckharts Mutter. Oh, sie konnte ihres Jungen Wahl wohl verstehen! Auch ihre anfänglichen Bedenken, daß Luitgards Wohlhabenheit und ihre eigenen kleinen Verhältnisse sich als ein Hemmnis beim persönlichen Einandernäherkommen erweisen würden, wurden bald zerstreut. Sehr gut verstand sie sich von Anfang an mit Egbert Winterstein, der geradeheraus sagte, was er dachte, und so gar nichts von dem überlegenen Gehaben zur Schau trug, das sie bei manchen reichen Leuten beobachtet hatte. Auch Wilfriede und Gerhard freundeten sich schnell mit Luitgard an und kamen Eckharts Aufforderung: „Ihr könnt eure künftige Schwägerin ruhig duzen" gern nach. Als alle im„besten Zimmer“ fröhlich beisammensaßen, bat Frau Brockhusen schüchtern Winterstein: „Ich würde mich sehr freuen, wenn Sie mit Ihrer lieben Nichte zum Mittagessen hier bleiben.“ „Aber selbstverständlich bleiben wir— oder dachten Sie, Mutter Brockhusen, daß Eckhart nun darauf brennt, uns so rasch wie möglich wieder loszuwerden?" meinte Onkel Egbert lachend mit einem Seitenblick auf Luitgards Erwählten. Eckhart beeilte sich, seine Mutter zu verbessern: „Nicht nur zum Mittagessen, sondern auch zum Abendbrot sollen sie bleiben, Mutter, denn heute will ich mit meiner Luitgard Verlobung feiern. Es ist zwar für gewöhnlich Brauch, die Verlobung im Hause der Braut zu feiern; doch, was kümmert mich das?!“ Und er umarmte seine geliebte Luitgard, die glückstrahlend zu ihm aufschaute. Etwas überrascht blickten Mutter, Schwester und Schwager auf Eckhart, der es ja recht eilig hatte mit seiner Verlobung. Dann aber stimmten sie ihm begeistert zu. Onkel Egbert trat zu Eckhart und klopfte ihm auf die Schulter. „Recht so, mein Junge, das ist ein Wort! Meinen Segen habt ihr! Doch ihr gestattet, daß ich noch ein paar Gäste zu dieser Feier einlade. Ihr sollt euch aber keine großen Umstände machen. Ich gehe jetzt ins Dorf, um beim Wirt„Zum goldenen Löwen' das Nötige zu bestellen und nach Dortmund zu telephonieren.“ Nachdem Onkel Egbert fortgegangen war, nahm Eckhart seine Luitgard beiseite. „Komm, Liebstes, ich habe noch einen wichtigen Gang zu machen, auf dem du mich unbedingt begleiten mußt.“ „Ja, Eckhart“, nickte sie nur und schmiegte ihr Köpfchen an seine breite Brust,„ich gehe mit dir, wohin immer du willst...“ Schmunzelnd nahm der Wirt„Zum goldenen Löwen“, die umfangreiche Bestellung Wintersteins entgegen und gab sie sogleich eilfertig an seine Frau in der Küche weiter. Darauf ging Winterstein an den Fernsprecher und meldete ein Gespräch nach Dortmund an. Es war Direktor Brinckmann, mit dem er dann sprach und dem er auftrug, dafür zu sorgen, daß außer ihm selbst Fräulein Grimmert, die sich im„Hotel Westfalenhof“ aufhalte, der Abteilungsleiter Luitgards, Herr Habinghorst, und Fräulein Renate Berger nebst ihrem Bräutigam Fritz Kleinert auf schnellstem Wege in Dingerdahl, Haus Brockhusen, sich einfinden möchten— und zwar zur Verlobungsfeier seiner Nichte Luitgard mit Eckhart Brockhusen. Direktor Brinckmann war nicht wenig überrascht und versicherte: „Es wird alles bestens besorgt, Herr Winterstein, und bestellen Sie meine herzlichsten Glückwünsche an Ihr Fräulein Nichte.“—— Währenddessen standen Luitgard und Eckhart in dem kleinen Laden des alten Goldschmieds Stromberg, der eine Anzahl goldener Ringe auf der Glasplatte seines Ladentisches ausgebreitet hatte. Eckhart streifte behutsam einen der blitzenden Reifen über Luitgards Finger, und gleich der erste paßte. „Das bedeutet ein langes, ungetrübtes Glück, wenn der Braut gleich der erste Ring paßt“, meinte der alte Goldschmied bedächtig, der schon für so viele junge Paare das Symbol der Liebe geschmiedet. Darauf probierte Luitgard ihrem Erwählten einen Reif an. Eckhart hielt ihre Hand fest und zog sie an seine Lippen. Keiner der beiden Liebenden sprach ein Wort; doch die Blicke, mit denen sie einander tief in die Augen sahen, waren wie ein heiliger Schwur, für immer sich zu lieben und zueinander zu stehen.—— Direktor Brinckmann war inzwischen dabei, Wintersteins Auftrag zu erledigen. Er mietete eine Kraftdem Fahrer die Weisung, zunächst droschke und gabn Inyeerung. e. zum„Westfalenhof" zu fahren, um Fräulein Grimmert abzuholen, für die er einen Brief mitgab, in dem er ihr den Wunsch Wintersteins mitteilte. Weiter trug er dem Fahrer auf, danach vor der Wohnung von Herrn Habinghorst in der Südstraße vorzufahren, dem Abteilungsleiter die Einladung Wintersteins zu überbringen und ihn mit Fräulein Grimmert nach Dingerdahl zu fahren. Er selbst fuhr in seinem Wagen zur Humboldstraße und holte Renate Berger und Fritz Kleinert ab, der gerade bei seiner Braut im Hause seiner künftigen Schwiegereltern weilte. Als Renate erfuhr, wer ihre Freundin Luitgard in Wirklichkeit war, kamen ihe vor Ueberraschung und Aufregung Tränen, so daß ihr Fritz sie erst einmal beruhigen mußte.—— Gegen vier Uhr nachmittags fuhr der Wagen mit Fräulein Grimmert und Herrn Habinghorst vor dem Hause Brockhusen vor, eine Viertelstunde später das Auto mit Brinckmann, Renate und Fritz. Winterstein machte die Gäste mit Familie Brockhusen bekannt, und man begrüßte sich gegenseitig auf das herzlichste. Renate fiel ihrer Freundin weinend um den Hals und sagte vorwurfsvoll: „Aber Luitgard, warum hast du nicht wenigstens mir, deiner Freundin, reinen Wein eingeschenkt?“ „Nein, Renate, ich mußte meine Rolle unerkannt so lange spielen, bis ich meines Eckharts ganz, ganz sicher war; erst dann wollte ich reden.“—— Im Hause Brockhusen ging es an diesem Abend hoch her. Der Wirt Zum goldenen Löwen“ hatte das Beste geschickt, was Küche und Keller boten. Mutter Margarete empfand höchste Freude beim Anblick ihrer glücklichen Kinder. Sie saß den ganzen Abend zwischen Winterstein und Brinckmann, mit denen sie sich angeregt unterhielt. Tante Josefine schien sich auch nach der Enttäuschung des vergangenen Abends getröstet zu haben, denn sie hatte in Amadeus Leberecht Habinghorst einen Tischherrn gefunden, bei dem sie in langen Gesprächen so etwas wie seelische Verwandtschaft entdeckt hatte, was Onkel Egbert hinwiederum zu der kühnen Vermutung Anlaß gab, daß sie und Amadeus Leberecht es wohl bald den jungen Paaren nachmachen würden. Unbeschreiblich glücklich aber waren die beiden jungen Menschen, deren Lebenswege das Schicksal so wundersam zusammengeführt hatte. Was Eckhart in seinen kühnsten Träumen nicht zu hoffen gewagt hatte, war nun in Erfüllung gegangen, und Luitgard mußte an diesem schönsten Abend ihres Lebens ein über das anderemal daran denken, wie wenig ihr das Lehen in Glanz und Reichtum geboten— wie glücklich sir###gegen geworden war, nachdem sie das Leben des Nichtstuns aufgegeben hatte. Und als Onkel Egbert sie fragte, ob sie denn nun ihre Stellung aufgeben werde, antwortete Eckhai für sie: „Ja, Onkel Egbert, Luitgard wird ihre Stellung aufgeben, um in Kürze ihre Lebensstellung als meit liebe kleine Frau anzutreten.“ Und zu Luitgard gewandt, sagte er, wobei ihm der Schalk aus den Augen lachte: Und unsere Hochzeitsreise machen wir dann nicht in deinem eleganten Achtzylinder, sondern in mein „Nuckelpinne“." In den„Dortmunder Eisenwerken“ war die Ueberraschung groß, als bekannt wurde, daß die Stei typistin Luitgard Westenhagen die Besitzerin der Wi sei und sich mit Eckhart Brockhusen verlobt habe. Lutgard kehrte nicht mehr ins Büro zurück, während hart auf Anweisung Wintersteins seinen Arbeitspigs in das Direktionszimmer verlegte, wo er von Dir Brinckmann über alles Notwendige unterrichtet we sollte, um später die Leitung der Werke zu übernehmen. Hugo von der Heide fand beim Betreten sein? Büros am Montagmorgen auf seinem Schreibtisch e# Brief von Winterstein vor, worin ihm wegen gewisst Vorkommnisse im Betriebe und besonders wegen anonymen Schreibens nahegelegt wurde, die Werke wieder zu betreten.— Und es war wohl den Arbeitern und Angestellten, der dann den Fortg des Prokuristen von der Heide bedauerte. Ende! Nr. 123] Bochumer Anzeiger] Samstag Sonntag, 28./29. Mai 1938 Paris ist und bleibt nun einmal für den Film der gegebene Schauplatz für Modedinge. In einer solchen Welt kann sich auch der vom Leben verwöhnte Sohn eines Strumpfkönigs wohlfühlen, wenn er sich auch in der untergeordneten Stellung eines Dieners und Autofahrers befindet. Einen wohlgebauten und schönen Mann von der Rankheit und Schlankheit eines Hans Söhnkers, der ebenso schön singt wie er spricht und lacht, müssen alle Mädchenherzen unwiderstehlich finden. Und so sehr sich auch die„Schuhkönigin“ zieren mag, sie muß zuletzt dem Unwiderstehlichen ihren Tribut zollen. Es versteht sich von selbst, daß hierbei einige äußere und innere Hemmungen überwunden werden müssen. Anny Ondra hat wieder einmal Gelegenheit, in toller Ausgelassenheit durch die mit viel Pomp und Prunt aufr führte schon wieder Koment mal!“ sprach wohl auch mal jung Sie mal auf! meine Braut! Verer, der ist wahrscheinnde zur Welt gekomon keinerlei Verständch machen, dann verbeschichte. Wenn Sie können Sie in einer denn dann kommt sie sen Ihrer Liebelei" holen?“—„Wenn *, drohte ich,„dann Körperteile halt haben d Ihnen der störrische Kübel prima frisches gießen!“ je Haustür auf, und kstrahlend mit ausgetockte sie plötzlich. Sie sen Mann neben mir ater!“ Ich sage dir: meinen Füßen. Ehe var, waren beide im Bescherung, was?" eorg nach dieser Erein schwieriger Fall. legene Worte, da hörden Türschlitz fallen. holen. Als er wieder Schmerz wahnsinnig ppich einen Veitstanz da lies mal! Da lies us der Hand und las: lte-Dir nur mitteilen, ist meinem Vater sehr i patenter Junge, und uns zum Mittagessen mt, nicht wahr? Ine— Deine Angelika.“ Terra trale Karl Linden 35/37—Ruf 67151/52 Tobis die groß, wild und stark wie die sie umgebende sind. Sie können grausam und hart sein, die äber, aber auch weich und lieb und fügsam wie id, wenn die Liebe über sie kommt. Der großen des Films entspricht es ganz, wenn auf ein end" verzichtet wurde. In wunderbaren ist das Treueverhältnis zwischen Mensch und eschildert. Das Interesse konzentriert sich auf Gable, diesen prächtigen Naturburschen, der ann von Kraft, aber auch von Herz und Seele n d e n V o r d e r g r u n d s p i e l e n s i c h n o c h L o r e t t a g und der zu allen Späßen aufgelegte Komiker Der zweite Teil des Olympia=Films erfreut sich des hinein, #gresses und des gleicharoßen Andran= Natur nen ungeratenen Bruder Erich das Mädchen aus dem Weißwarengeschäft. Ein fröhlicher Film, bei dem man, in Erinnerung an die eigene Schulzeit, herzlich lacht.— Im Beiprogramm sieht man neben einem kleinen kriminalistisch bestimmten Film einen Kulturfilm über die Entstehung der Spielkarten in Altenburg und die neueste Wochenschau. Kurt Dörnemann Welt=Licht:„Rote Rosen— blaue Adria“ Schon der Titel sagt es, was man von dem Film zu erwarten hat. Ein Filmmärchen auf romantischem Hintergrund, in dem neben der Liebe und einem unbeschwerten Humor die Musik den Ton angibt. Es bestechen die guten darstellerischen Leistungen und noch mehr die prächtigen Aufnahmen von der dalmatinischen Küste, die der Handlung Farbe und Bewegung geben. Immer ist strahlender Himmel und eitel Glück und Sonnenschein. Man ist bezaubert und beseligt von der musikbeschwingten Atmosphare, wenn auch alles zu schön ist, um wahr zu sein. Es ist die Rede von einem jungen Mann, der auf Grund einer voreilig abgeHeinrich Spoerls„Feuerzangenbowle“ hat Pate gestanden bei diesem Rühmann=Film, über dessen Entstehung schon geraume Zeit vergangen ist, und den die Tonhalle jetzt in einer Sonderveranstaltung zeigt. Es ist die köstliche Schulgeschichte von Dr. Hans Pfeifer, der für seinen lausbübischen Bruder Erich einspringt, als dieser nach einem lustigen Streich auf der Schule den besten Teil der Flucht ergreift. Während Erich Pfeifer nach Berlin entwetzt, wo sein älterer Bruder als Dr. und Stückeschreiber am Theater schon ein Mann von Namen geworden ist, sitzt dieser Mann von Namen noch einmal auf der Schulbank, und verliebt sich ebenso richtig wie gründlich in eine kleine Primanerin. Was nun der Hans Pfeifer auf der Schulbank“ und in der Kleinstadt, und der Erich Pfeifer mit einer vorzufahren, dem AbVintersteins zu überBrimmert nach DingerWagen zur Humbolder und Fritz Kleinert im Hause seiner künfIs Renate erfuhr, wer lichkeit war, kamen ihe ig Tränen, so daß ihr nußte.—— fuhr der Wagen mit Habinghorst vor dem iertelstunde später das und Fritz. Winterstein srockhusen bekannt, und uf das herzlichste. weinend um den Hals st du nicht wenigstens Vein eingeschenkt?“ meine Rolle unerkannt s Eckharts ganz, ganz reden.“—— es an diesem Abend enen Löwen“ hatte das Keller boten. 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Der Kampfcharakter tritt im zweiten Teil etwas in den Hintergrund, da die Vielzahl der verschiedenartigen Wettbewerbe zu einem steten Szenenwechsel zwang. Immer wieder hört man, daß die künstlerische Gestaltung der turnerischen Wettkämpfe auf der Dietrich=Eckardt=Freilichtbühne, die pakkende Untermalung der Ruderwettkämpfe in Grünau und des Geländerittes besonders großen Eindruck hinterlassen. Odeon=Skala:„Die letzte Fahrt der Santa Margareta“ Eine flotte, fesselnde Handlung voll abenteuerlicher Ereignisse und Begebenheiten um ein geheimnisvolles Schiff und noch geheimnisvollere Fahrgäste, die sich dem Schmuggel verschrieben haben. Es gibt einen Kampf auf Leben und Tod mit der Darstellung eines nächtlichen Feuergefechts auf hoher See als Höhepunkt. Die Erfindungsgabe der Regie ist unerschöpflich in der Zurschaustellung der dramatischen Vorgänge, in denen so bekannte Darsteller wie Walter Steinbeck, Fritz Genschow, Eugen Rex, dazu die kapriziöse Hilde Hildebrandt, Else Elster und die reizende Tänzerin Maria Sazarina mit ausgezeichneten darstellerischen Leistungen aufwarten.— Ein großes Beiprogramm mit Kulturfilm und Wochenschau rundet die Spielfolge.— Am Sonntag ist eine Sondervorstellung für Kinder mit dem Großfilm„Der letzte Alarm. Lichtspielhaus:„Goldsieber“ Eine neue Variation der Abenteuerfilme, die den Ruhm der amerikanischen Filme begründet haben. Eine höchst abenteuerliche Geschichte, die, so phantastisch sie auch klingt, niemals den Boden der realen Dinge verläßt. Ein Goldgräber, ein Mann des Abenteurers, erzwingt und erkämpft sich sein Glück. Das ist, auf den kürzesten Nenner gebracht, der Inhalt der wildbewegten, dramatischen Erzählung. Schaurigschön ist die natürliche Kulisse der Alaskalandschaft, gegen die das grüne Wogenmeer der stromdurchbrausten Urwälder anbrandet. In diesen Rahmen passen nur Menschen Schauspielerin in Berlin erlebt, das macht den Inhalt dieses restlos auf lustige Wirkung und Ulk abgestimmten fröhlichen Filmes aus. Heinz Rühmann spielt in einer Doppelrolle beide Brüder, einmal mit Kneifer und vegetarischen Neigungen den Dr. Hans und einmal ohne Kneifer den Lausejungen Erich, der in seiner Klasse den größten Unfug anstellt und schließlich seine Begabung für die Leitung eines Weißwarengeschäftes entdeckt. Man muß ihn als sturen, stockigen, bockigen Pennäler sehen, beim„Lämmerhüpfen“ in der Tanzstunde, um unter Leitung von Rudolf Platte als Tanzmeister Polka und Rheinländer zu lernen, oder beim ungewohnten Sekttrinken in einem„mondänen“ Berliner Lokal... dann platzt man ganz unbekümmert los. Oskar Sima stellt eine kantige Mathematikdrofessor=Type dar, Jakob Tiedtke den vollbartigen Kleinstadt=Rektor. Ellen Frank ist eine kleine Schauspielerin mit großem Gehabe und Annemarie Sören= sen das junge blonde Glück Eva, dis den Herrn Dr. Pfeifer aus Berlin schließlich ebenso beglückt, wie seilockert durch die unerreichte Tanz= und Steppkunst der reizvollen Eleanor Powells, durch die überwältigende Komik des grotesken Buddy Ebsen wie auch durch tausend entzückende Einfälle und prachtvolle Bilder. Auch die zweite Woche der Vorführung wird dem Film zahlreichen Besuch bringen. Union, Gerthe:„Mit versiegelter Order“ Viktor de Kowa, Held für gewöhnlich lustige Angelegenheiten, stellt sich hier einmal wieder in einer ernsten und gewichtigen Rolle vor. Es ist nicht das erste Mal. und man weiß, mit welch sympathischer Haltung und überzeugendem Ausdruck er auch solche Aufgaben meistert. Hier handelt es sich um eine abenteuerlich aufgebaute und wirksam gesteigerte Geschichte, die in He IA 42802 Das ist der„KöF.=Wagen“ zu 990 nm. W W Seite 20 Nr. 123] Bochumer Anzeiger 7 SamstagSonntag, 28./29. Mai 1938 jeder Szene spannende Ueberraschungen bringt. Paul Hartmann und Suse Graf sind die weiteren Hauptkräfte des packenden Romans.— Einer Filmhandlung von ganz anderer Art, luftiger unterhaltsamer Sommerkost begegnen wir in dem am Dienstag zur Vorführung kommenden Spiel„Florentine“, in dem die lebendige Geraldine Katt zusammen mit Paul Hörbiger aufs Höchste belustigt. Apollo, Weitmar:„Heiratsinstitut Ida& Co.“ Ida heißt das Heiratsinstitut nach der Inhaberin, die natürlich keine andere ist als unsere amüsante Ida Wüst, und die auch hier wieder einen ultigen, von den seltsamsten Typen besuchten Laden mit kräftigem Humor leitet, indem sie selbst in dem erzürnten komischen Nachbarn(R. A. Roberts) ihren einstigen Gatten wiedererkennen muß. Ein Spiel mit tollen Situationen. Capitol, Werne:„Wie einst im Mai“. Walter Kollo hat vor Jahren diese erfolgreiche Operette verfaßt, die nun als Film aufs neue das Publikum begeistert. Eine etwas sentimentale Berliner Geschichte— der Roman dreier Generationen und ihrer Erlebnisse. Erste Schauspielkräfte verkörpern die bewegte Handlung, in der auch eine gute Dosis Humor zu ihrem Recht kommt. Kammer=Lichtspiele, Gerthe:„Standschütze Bruggler“ Ein heroisches Thema behandelt dieser Film in spannender und eindrucksvoller Weise. Heldentaten aus dem Freiheitskrieg eines ehrliebenden Volkes bilden den Inhalt des Werkes, das von bekannten Kräften, wie Lola Chlud, Franziska Kinz, Beppo Brem und Friedrich Ulmer mit stärkster schauspielerischer Wirkung und in packenden Szenen verwirklicht wird. Capitol, Langendreer:„Verklungene Melodie“. Vor kurzem erst ist dieser neue Ufa=Film erschienen. Er stellt zwei so ausgezeichnete Künstler wie Brigitte Horney und Willy Birgel in einem äußerst spannenden und interessanten Spiel gegenüber. Ein dramatisch erregter Liebesroman, dessen Ablauf man mit steigender Aufmerksamkeit verfolgt.—„Ab Dienstag die Filmoperette:„Wie einst im Mai.“ Lichthurg, Langendreer:„Das Mädchen von gestern Nacht“. Gusti Huber, das extravagante Mädchen, bringt den jungen Diplomaten Willy Fritsch in arge Verlegenheit, aber sie tut es so charmant und temperamentvoll, daß des Vergnügens im Zuschauerraum kein Ende ist. Ein witziges und hitziges Liebesgeplänkel mit köstlichen Einfällen und verwickelten Situationen, ein echtes Lustspiel von Laune und Geist. Schauburg, Wanne=Eickel:„Der schwarze Korsar“. Eine längst vergangene Zeit wilder und verwegener Romantik taucht vor uns auf. In Ländern regiert der Stärkste und auf dem Meere treiben noch die Seeräuber ihr Unwesen. Einer dieser abenteuerlichen Gesellen ist der tollkühne„Schwarze Korsar". Aus seinem Leben und von seinen kecken Taten berichtet dieser Film, der auch in wunderbaren Aufnahmen den Zuschauer fesselt. Hammer Lichtspiele:„Madame Bovary“ Die schöne Madame Bovary, Frau eines Landarztes, der immer nur an sich und seine Karriere denkt, der lieber auf die Worte seiner Mitmenschen hört, als auf seine eigene Frau, ist Pola Negri. Mit ihrer großen Tarstellungskunst führt sie einen erregenden Film zum Erfolg. Ihr zur Seite stehen namhafte deutsche Künstler wie Aribert Wäscher, Werner Scharf, Ferdinand Marian und schließlich Hilde Sessak. Ein auserwähltes, passendes Beiprogramm zeigt im Kulturfilm herrliche Bilder aus Deutschlands Gauen; die Wochenschau bildet, wie immer, den Abschluß der Spielfolge. Josef Schwermann „Letizia“ Uraufführung im„Deutschen Theater“ in Berlin Ein neues Napoleon=Stück. Walter Gilbricht hat seine starke Begabung für scharf geformten Dialog, für Zwiegespräche, in knappen, dialektisch zugespitzten Antithesen, an die immer wieder die Dramatiker reizende Gestalt des Korsen gesetzt. Wenn er dabei die Mutter Vonapartes in den Vordergrund rückt, ihr als„Mater dolorosa“ ein Denkmal setzt und überhaupt das Schicksal Napoleons vom Krach und Zank der Familie mit dem großen Sohn und Bruder her beleuchtet, so geschieht dies doch mehr äußerlich. Die Hauptgestalt ist der Kaiser selbst. Napoleon ders Lucien; während der Geburt des Königs als geschickter Verteidiger dessen, was er seine„Ideen“ nennt— ein sehr kluges Drama, aber doch nur ein Essay, in Dialogform und in fünf Akten, mit einem Nachspiel, das noch einmal, in legendärer Beleuchtung, die greise, einsame Letizia beschwört. Gilbricht zeichnet übrigens einen idealisierten Napoleon— etwa so, wie ihn die französische Geschichtsschreibung geschaffen hat. Der wirkliche Napoleon und vor allem der, mit dem wir Deutschen uns auseinanderzusetzen haben, sah wesentlich anders aus... Heinz Hilpert setzte das Schauspiel meisterhaft in Da der Dichter kein Ereignis aus der Laufbahn zu als Bändiger seines widerstrebenden Bru„, Napoleon als nervös verzweifelter Vater er Geburt des Königs von Rom; Napoleon Wolfgang Schirlitz bot als ihr Mann, das„Saugflaschenmanderl“, den blut- und kraftlosen Nachkommling, für den die Mutter„nichts mehr übrig gehabt hat". eine glänzende Gabe seines Könnens der Chärakterzeichnung. Der„Mannskerl“, der junge Grenzjäger war Gustav Altnöder anvertraut.— Das stimmungsHelmuth Koniarsky. Kurt Dörnemann. kräftige Bühnenbild stammte vonK Szene. Da der Dichter kein ErNapoleons unmittelbar bringt, sondern mit seltsamer Beharrlichkeit über alles nur durch seine Figuren reich berichten und im Sentenzenballspiel streiten läßt, so trieb er die Darsteller mit Schwung und Tempo in diese Wortkunst. Paul Verhoeven, der hier zum erstenmal vor eine große Aufgabe gestellt wurde, schuf mit Disziplin und unscheinbaren Mitteln einen eindrucksvollen Napoleon. Richard Häußler, Karin Evans, Hilde Volk, Anna Dammann, Erika Dannhoft, holten aus den Mitgliedern der Familie Bonaparte scharf gezeichnete Typen heraus. Würdig, mütterlich, mit leisem Humor unter und über allen: Hedwig Bleibtreus Letizia, ein Kabinettstück schauspielerischer Menschengestaltung. Obgleich das Schauspiel nach der Pause in Gefahr ist, durch seinen Stil der nur„mittelbaren“ Dramatik die Zuschauer zu ermüden, dankte lebhafter Beifall dem Dichter und den Darste lern für einen Theaterabend von hohem künstlerischen Anspruch. Karlernst Knatz Karl Schönherrs„Weibsteutel“ im Essener Schauspielhaus In einer Einstudierung von Fritz Günzel brachte das Essener Schauspielhaus Karl Schönherrs Werk„Der Weibsteufel" zur Aufführung. Das elementare dramatische Schaffen dieses Tiroler Dichters ist gewaltig aus der drohenden Kraft, Wucht und Unerbittlichkeit der ewigen Berge und ihrer Bauern aufgebrochen. Es greift hinab in die urmächtigen Triebe von Werden und Vergehen, in die Tiefe der fruchtbaren, trächtigen Erde, und wird überstirnt von einer unendlichen Liebe zu Volk und Heimat. Der„Weibsteufel“, wie alle Werke Schönherrs von der Hand einer urwüchsigen Theaterbegabung geformt, ist der Ausbruch der beleidigten und vergewaltigten Weibnatur. Mit einer rasenden Unerbittlichteit verbrennt das Weib die Männer zu Asche mit der Flamme ihres Frauentums, als sie, jahrelang unterdrückt, als kleines Flämmchen mißbraucht werden soll, statt mit feierlichem Glanz in ihrer letzten, eigentlichen Bestimmung, dem Licht des Mütterlichen, erfüllt zu werden. In der Essener Inszenierung spielte(mehr als„war") Eleonore Schielde rup das Weib mit dem Einsatz aller schauspielerischer Mittel, doch ist die innere Haltung dieser gepflegten und reifen Künstlerin wohl nicht ganz der Klang, aus dem Schönherrs„Weibsteufel“, in seinem innersten, mütterlichen Instinkt getroffen, zu einer furchtbaren Rächerin am Manne wird. Reiche Gedichtbände An die Spitze eines Hinweises auf einige nicht im Umfang, aber im Gehalt und Klang bedeutsamen Gedichtbände unter den vielen, vielen Neuerscheinungen der letzten Zeit sei zunachst noch einmal„Das Lied der Getreuen“ gestellt(Verlag Philipp Reclam. Leipzig). Diese Verse unbekannter österreichischer Hitlerjugend, die vom Reichsjugendführer herausgegeben wurden und den Nationalen Buchpreis 1937/38 erhielten, sind die erschütternde Sammlung der jungen Mannschaft einer Zeit, der gläubige Sehnsucht sich im sampf und Bekenntnis zum großdeutschen Reich erfüllte.— Im Verlag Georg Westermann sind die „Kampfgesänge der Liebe" von Erich von Hartz erschienen, Verse von einer dramatischen Kraft und Gewalt, jenseits aller weichlichen lyrischen Stimmungen, von der Glut und Härte echten Mannestums erfüllt, das aus seinem eigenen auch das Wesen des Weides erspürt und im ewigen Glanz des Mütterlichen dessen Vollendung und heilige Verpflichtung findet.— Ein Bergmann, der ein Menschenalter hindurch„vor Ort“ seine Pflicht getan, kündet in Otto Wohlgemuths Gedichtband„Aus der Tiefe"(LudwigVoggenreuter=Verlag, Potsdam) aus echter dichterischer Sendung mit starken, packenden und ehrlichen Versen von der Welt des Bergmanns, dem Kampf um die Kohle. Auf den Schachtanlagen rund um Bochum hat dieser Mann gewerkt, und was ihm die Heimat im Land der Ruhr, was seine Kumpels ihm gaben, das legt er in seinen Gedichten nun vor. Dem unbekannten Bergmann ist es geweiht, der Heimat, Kameradschaft und einsamen Pflicht.— Rudolf Friedrich hat im Reclam=Verlag ein Vortragsbuch einster und heiterer Dichtungen herausgegeben„Die festliche Stunde". Schönheit, Wirkungskraft und Sprechmöglichkeiten waren für die Auswahl der Gedichte in erster Linie bestimmend. Neben den bewährten und bekannten WerKleines Feuilleton Platzkonzerte der deutschen Militärmusiker in Rom. Auf sieben Plätzen Roms, auf denen am Donnerstag die deutschen Musikkapellen konzertierten. drängte sich jung und alt, um den Klängen der deutschen Militärmusiker zu lauschen. Nach jedem Vortrag rauschte tosender Beifall auf, der erst endete. wenn die Kapelle mit neuem Spiel ansetzte. Ausstellung deutscher Plastik von Warschau nach Krakau eingeladen. Nach einer achttägigen Verlängerung ist Sonntag die Ausstellung„Deutsche Plastik in der Gegenwart" in Warschau nach außerordentlich zahlreichem Besuch geschlossen worden. Nicht zuletzt auf den starken Anklang, den die Ausstellung in der Oeffentlichkeit und ebenso in der Presse gefunden hat, ist es zurückzuführen, daß einer Einladung Krakauer Kunstkreise gern entsprochen wird und die Plastiken anschließend nach Krakau gebracht werden, wo sie vom 29. Mai an für die Bewohner dieser alten Kunststadt zur Besichtigung zur Verfügung stehen. Die Krakauer Ausstellung wird bis zum 14. Juni dauern. Theater und Kunlt in den Nachbarltädten Die Spielpläne der kommenden Woche Dortmund Samstag 19 Uhr: Tristan und Isolde. Sonntag 20 Uhr: Der Zarewitsch. Montag 20 Uhr: Die lustigen Weiver von Windsor. Dienstag 20 Uhr: Gastspiel: Die Schauspielerin. Mittwoch 20 Uhr: Der Zarewitsch. Donnerstag 20 Uhr: Die Primanerin. Freitag 20 Uhr: Tanzabend. Samstag 20 Uhr: Der Sturz des Ministers. Essen Opernhaus: Samstag 20 Uhr: Tiefland. Sonntag 19.30 Uhr: Der Rosenkavalier. Mittwoch 20 Uhr: Tiefland. Freitag 20 Uhr: Der Freischütz. Samstag 19.30 Uhr: Der Rosenkavalter...ms### 96::#er m. Schauspielhaus: Samstag 20 Uhr: Der Weibsteufel. Sonntag 20 Uhr: Der Alpenkönig und der Menschenfeind. Dienstag 20 Uhr: Pyamalion. Mittwoch 20 Uhr: Prinz Friedrich von Homburg. Donnerstag 20 Uhr: Her Alpenkönig und der Menschenseind. Samstag 20 Uhr: Der Weibsteufel. Köln Opernhaus: Samstag 20 Uhr: Cost fan tutte. Sonntag 17 Uhr: Die Götterdämmerung. Dienstag 18 Uhr: Tannhäuser. Mittwoch 20 Uhr: Der Wassenschmied. Donnerstag 17.30 Uhr: Lohengrin. Freitag 17.30 Uhr: Tristan ken unserer großen deutschen Dichter, ist besonders auch und Isolde. Samstag 20 Uhr: Das Glöckchen des Eremiten. das neue zeitgenössische Schaffen berücksichtigt worden, und mit dem alten Gut zu einer wertvollen, reichhaltigen Sammlung vereint worden. Volk und Vaterland, deutsche Landschaft. Lieder der Arbeit, Balladen und Romanzen, Gott, Natur, Mensch und Liebe, Haus und Feier, Soldaten= und Kriegsdichtung, und schließlich Humor dreier Jahrhunderte sind die einzelnen Abschnitte des Buches. Kurt Dörnemann schamloser Boukottverluch in Bukarest Ein unerhörter Skandal ist soeben in Bukarest aufgedeckt worden. Es handelt sich um einen Boykottversuch der rumänischen Verleiher amerikanischer Filme gegen den deutschen Film. Die rumänischen Verleiherfirmen befinden sich selbstverständlich zum größten Leil in jüdischen Händen. Sie wollen die Vorführung deutscher Filme verhindern. Um ihr Ziel zu erreichen, setzten sich die Verleiher mit den Pächtern eines Bukarester Filmtheaters zusammen, das viele deutsche Filme bringt und daher auch zahlreiche Besucher hat. Den Pächtern wurde vorgeschlagen, die deutschen Filme auszuschalten und dafür amerikanische Filmerzeugnisse zu bringen. Als Ausgleich für den zu erwartenden Besucherrückgang wurden besonders günstige Bedingungen ausgehandelt, zu denen die amerikanischen Filme geliefert werden sollten. Das Geschäft ist noch nicht ganz perfekt, aber die Absicht der Verleiher ist völlig klar. Sie haben keine kaufmännischen Beweggründe, wollen kein Geschäft machen, sondern treiben Politik, und zwar in der schamlosesten Form des politischen Boykotts deutscher Filmerzeugnisse. Auf dieses Treiben gilt es, rechtzeitig aufmerksam zu machen. Geschichtstafe! 1936 1936 unterzeichnet. von Brzcziny, ge28. Mai Deutsch=ungarisches Kulturabkommen General Litzmann, der Sie storben. 29. Mai 1880 wurde der Kulturphilosoph Oswald Blankenburg am Harz gevoren, 1908 Gymnasialober= lehrer in Hamburg, und lebte seit 1911 als freier Gelehrter in München, wo er am 8. Mai 1936 gestorben ist. 1918 erschien sein Buch des Zeitalters„Der Untergang des Abendlandes". Seine metaphysisch begründete Geschichts= und Kulturphilosophie zog pessimistische Folgerungen, wie die Meinung, daß die Gegenwart den Uebergang von Kultur zur Zivilisation darstelle. Auch seine Schrift„Der Mensch und die Technit“ ist ein tiesgründiger Beitrag zur Poilosophie des Lebens, und in seinen politischen Schriften rechnet Spengler mit der internationalen Sozialdemokratie ab, indem er ihr den Sinn des deutschen Sozialismus gegenüberstellt. Man kann es nicht ott genug beton wenigeskostet, seine Räumen dem dauerhaften und farbschönen Bodenbelag auszulegen. umeesereeesssen PROSPEKT S DURCH BALATUM-WERKE• NzUSS belonen, wie amif Halatum, SToyikd Nur. VOAUWALTER, FRANKG-KUTAT 3) Gott sei Dank, daß hier keiner Deutsch versteht! dachte Peter und sah den bösartigen Herrn vom Telephonamt an. Der aber sah nur nach der Uhr und zählte die Minuten.„Jetzt spricht sie schon fünfundzwanzig Minuten", stellte er fest.„Gut, daß Sie gekommen sind!“ „Warum?“ fragte Peter gedankenlos. „Bei Ferngesprächen verlangen wir Kaution", erläuterte der bösartige Herr.„Der Pensionsinhaber läßt sich nie erblicken, und pfänden können wir auch nicht so ohne weiteres. Jetzt aber, wo wir wissen, daß ein neuer Gast gekommen ist, lassen wir uns nicht mehr abweisen!“,„„„„ 4 b B. „Ich bin hier also ein Retter aus der Not?“ „Möglicherweise. Es würde uns natürlich leid tun, wenn wir das Telephon abstellen müßten. An und für sich ist ja die Dame eine gute Kundin für uns.“ „Aber kommt denn, in drei Teufels Namen, hier niemand und kümmert sich um einen?“ „Ich glaube nicht. Der Besitzer hockt dort in seinem Zimmer. Ich kann nicht hinein— das übersteigt meine Befugnisse. Im Hintergrund war eine Tür, und auf der stand groß und breit:„Privat, Eintritt verboten!“ „Das wollen wir doch mal sehen!“ Peter öffnete mit raschem Griff die Tür... Drinnen sah er zunächst nichts als eine Unmasse Folianten und Bücher und hinter einem riesigen Schreibtisch ein dürres graues Männchen, das ihn ratlos anblickte.„Kann ich ein Zimmer haben?" fragte er. „Wieso?“ fragte das Männchen und schien aus fernen Welten zurückzukehren. Dann aber besann es sich:„Ach so? Sie meinen— in der Pension?“ 3a, wo denn Jons:. Mänuchen Frack hint„Entschuldigen Sie!" Das Mannchen troch hinter seinem Schreibtisch hervor, putzte sich umständlich die Brille, setzte sie wieder auf die Nase, verbeugte sich und sagte:„Brühle!“ Matgr„staumt# J. Warum? dachte Peier erstaunt. Dann aber verstand er, daß der Herr sich damit vorgestellt habe, und machte seinerseits eine Verbeugung:„Spalteholz— Doktor Peter Spalteholz. Ich möchte hier gern ein Zimmer baben......., ke. 42.44 „Wieviel Betten?“ fragte der andere und war maßlos verwirst.„„ „Ich denke, eines wird genügen. Ich will ein paar Wochen hierbleihen, wenn es mir gefällt.“ „Ein paar Wochen?“ rief Herr Brülle.„Sie sind leichtfertig, junger Freund! Sagen wir: ein paar Toge Wbarum denn““.....12 8755.1. 8 „Es wird Ihnen nicht gefaueni bratelte Herr Brülle.„Mir gefällt's nämlich auch nicht... InAbdrucksrecht bei Carl Duncker, Verlag, Berlin des——“ Er kraute sich gedankenvoll am Kopf, schob die Brille hoch:„Ich bin nämlich eigentlich Archäologe. Insbesondere für die römische Kaiserzeit. Ich bin auf dem Forum Romanum zu Hause. Hier? Seit der Onkel meiner Frau gestorben ist, müssen wir ja wohl oder übel—— Also: ein Zimmer wollen Sie haben?“ „Ja. Und ich möchte es gern vorher sehen.: „Natürlich!“ nickte Professor Brülle.„Das verstehe ich. Man ist nicht gern ohne Vorbereitung enttäuscht. Kommen Sie!" „Hören Sie Herr Professor!“, raunte Peter behutsam.„Da draußen ist so ein komischer Herr— vom Telephonamt.. „So, so?“ sagte Professor Brülle.„Das ist noch gar nichts. Da werden Sie hier noch ganz andere Sachen erleben! Coriolan hätte einen lästigen biger an einem Dreigespann um die Mauern der Stadt schleifen lassen... Kommen Sie!“ Er führte Peter ins zweite Stockwerk, riß auf gut Glück von Zimmer 33 die Tür auf. Sofort eröffnete sich durch das Zimmer hindurch ein überwältigender Blick. Vor dem Zimmer, das schön und groß war, lag ein herrlicher breiter Balkon; man sah endlos weit aufs Meer hinaus. Zur Rechten schob sich ein bewaldetes Kap weit vor; unterm Fenster lag rotbraunes, mit Weinlaub und Rankenwerk überwuchertes Gemäuer, unmittelbar dahinter der Strand, an dem zärtlich weißblaue Wellen spielten; zur Linken sah man das Städtchen Siari und dann, in Bogen von Bucht zu Bucht ausholend, die endlos schimmernde Küste. „Wunderschön!" rief Peter. „Ja, ja“, ließ sich hinter ihm Professor Brülle vernehmen,„an der Aussicht ist nichts zu verderben— das ist schon wahr.“ „Ich bleibe!“ erklärte Peter. „Gemach, junger Freund!“ warnte Professor Brülle. „Schnell fertig ist die Jugend mit dem Wort. Sie werden nicht bleiben...“ Und dann, gleichsam entschuldigend:„Ich hin nämlich der Besitzer dieser Pension Miramare...“ „Deutschsprechendes Haus!“ sagte Peter. „Jawohl. Auch Griechisch und vor allem Latein.“ „Italienisch doch wohl auch?“ „Wieso?“, knurrte Brülle empört.„Sie werden doch nicht etwa glauben, ich hätte diesen aus dem Vulgärlatein entstandenen Spätdialekt mit seinen abbröckelnden Verbalformen erlernt? Ich bin Archäologe!“ „Ich bin Chemiker!“ sagte Peter. „Sehr interessant!“ sagte Professor Brülle aus Höflichkeit. Man kommt zu Berufen— man weiß nicht wie. Seit der Onkel meiner Frau gestorben ist, haben wir hier——“ Er schüttelte verzweifelt den Kopf. „Haben Sie viele Gäste?“ „Ach ja. Verschiedene. Größtenteils gräßliche Leute. Nicht einen einzigen Humanisten! Ihre Zimmernachbarin zum Beispiel ist eine Frau Farkas aus Budapest; sie hängt den ganzen Tag am Telephon. Eine schöne Frau, sagt meine Frau. Ich habe sie mir noch nicht angesehen.'s ist irgendwas nicht ganz in Ordnung mit ihr— was weiß ich? Eine Sphinx, sagt meine Frau. Davon verstehe ich nichts— ich bin nicht Aegyptologe!“ „Ihre Frau Gemahlin kümmert sich wohl um den Betrieb?“ erkundigte sich Peter vorsichtig. „Wo denken Sie hin?" erwiderte der Professor. Meine Frau ist Philosophin! Zur Zeit schreibt sie einen Kommentar zu Schopenhauers„Vierfacher Wurzel des Satzes vom zureichenden Grunde"... Hüten Sie sich vor meiner Frau! Die gibt Ihnen Rätsel auf— es ist schrecklich...“ „Also auch eine Sphinx?“ lächelte Peter. „Nicht so wie Frau Farkas“, meinte Brülle bissig. „Auf deren Rätsel gäbe Lucian Antwort..“ Dann sah er Peter scharf an:„Also— ich habe Sie genugsam gewarnt! Wollen Sie wirklich hierbleiben?“ „Ich bleibe!“ rief Peter begeistert.„Ihre Pension ist gerade das, was ich gesucht habe! Ich bitte Sie sogar, eine Woche vorausbezahlen zu dürfen!" „Unverständlich!“ murmelte der Gastwirt Professor Brülle.„Ich bliebe nicht eine Stunde hier, wenn ich nicht müßte!" Aber dann nahm er's doch an... Und als Peter einige Zeit Täter wieder in die Hotelhalle kam, war der bösartige Herr vom Telephonamt fort, und vor der Fernsprechzelle saß einsam eine Dame und lächelte unbestimmt auf seinen Gruß. Das war zweifellos die sphinxhafte Frau Farkas, von der Brülle gesprochen hatte. „Die Mittagszeit war längst vorüber, man konnte nicht gut mehr ein Mittagessen verlangen, aber eine Tasse Kaffee hätte er ganz gern gehabt. Er suchte mit den Augen, ob er irgendwo einen Klingelknopf fände. Schließlich fragte er die Dame. „An der Tür links“, sagte die Dame, und er erkannte sofort die Stimme wieder, die er vorhin unwillentlich aus der Sprechzelle gehört hatte. In der Tat war in der Nähe der Tür ein Klingelknopf, unter dem Bedienung“ stand.„Danke sehr!" sagte Peter, und drückte auf den Knopf. Die Leitung schien sehr weit fortzuführen, denn man hörte kein Getinge „Der Herr möchte wahrscheinlich Kaffee haben?“ fragte Frau Farkas. Ja. Sehr gern.“„ Gehzt hat viman Sat „Das wird schwierig sein. Jeyt hat niemand Zeit.“ „Aber hier muß doch jemand Zeit haben!“ Peter drückte nochmals auf den Klingelknopf. „Außerdem geht die Klingelleitung nicht. Da muß mal einer ein Stück davon abgeschnitten haben— Gott weis, wosu.“ M K.4 „Dann allerdingsi beun, da geye ich einfach in die B at emm „Tun Sie das! Aber da in auch niemand. Zetzt wird nämlich gelesen.“ „Wer wird gelesen? Wer liest?“ „Frau Professor Brülle liest. Sie liest mit den Gästen und dem Dienstpersonal. Sie können daran teilnehmen, wenn Sie wollen. Alle nehmen daran teil, bloß ich nicht. Ich muß hier am Telephon warten.“ „Nein, nein, um Gottes willen— dazu bin ich nicht hergekommen! Ich wollte Kaffee trinken und dann spazierengehen... Ist das immer so?" „Nicht immer. Manchmal wird auch diskutiert, über Fragen des Weltalls und so weiter. Heute aber wird gelesen. Schopenhauer, glaube ich. Wollen Sie mal zuhören? Aus der Ferne, ohne daß man Sie bemerkt?“ „Meinetwegen", seufzte Peter, dem der Magen knurrte.„., 1 418 Tmu m „Dann machen Sie, bitte, vort oas Fenster auf und sehen Sie in den Garten. Peter machte das Fenster auf. Dicht unterm Fenster war eine kleine Terrasse, unter Weinlaub halb versteckt, und dort saß eine Gesellschaft. In der Mitte saß eine starkknochige, grauhaarige Frau mit strengen Zugen und einem Klemmer auf der Nase und las vor. Die Zuhörer waren größtenteils ältere Semester. Eine unverkennbare englische Miß hing mit schwärmerischem Gesichtsausdruck an den Lippen der Vorleserin. Ein junges blondes Ding mit Häubchen und Tändelschürze hatte das Oeffnen des Fensters bemerkt und blickte gelangweilt empor, errötete schuldbewußt und lächelte dann Peter an. Die andern schienen völlig im Zuhören versunken. Die Stimme der Vorleserin klang scharf und hart durch die warme Nachmittagsluft:„Das niedriggewachsene, schmalschultrige, breithüftige Geschlecht„das schöne“ nennen, konnte nur der vom.....:“. umnebelte männliche Intellekt— in diesem Triebe steckt nämlich seine ganze Schönheit.. Peter schloß heftig wieder das Fenster. gezeichnet!“ sagte er.„Ganz meine Meinung! Abe wo kriege ich jetzt Kaffee?“ „In der Stadt!“ erwiderte Frau Farkas,„Es. aiht da genug Kaffeehäuser.“ Und dann, nach einer Weile, gleichsam entschuldigend:„Das ist nun mal so. Es ja auch nicht so schlimm. Wenn man sich mit Lina gut steht, bekommt man manchmal doch etwas...“ „Wer ist denn Lina?“ „Lina ist die Haustochter. Sie werden sie unten mitgesehen haben— die kleine Blonde. Es ist eine genannte halbe Haustochter. Sie braucht bloß die hal Pension zu bezahlen; für die andere Hälfte, hekgn sie die Wirtschaft gelehrt— und die Philosophee triegt „Sehr interessant, in der Tat. Und sagen mal, gnädige Frau: Abendessen gibt's hier doch „Selbstredend. Manchmal sogar sehr gutes— se nachdem, wie Dall' Oro gelaunt ist. Wenn Frau Pfe; fessor Brülle zu Ende gelesen hat, telephoniert die halde Haustochter Lina in die Stadt und bestellt bei Di Oro kalte Platten, „Und mittags! forschte Peter weiter.##### „Ach, mittags? Da gibt's gewöhnlich Potelt. „Pökelt? Was ist das?“ „Pökelt nennen wir Ungarn das, was die andern Leute ungarisches Gulasch nennen.“ Fortsetzung folgt.) Seite 21 Nr. 123) Bochumer Anzeiger I Samstag Sonntag, 28./29. Mai 1938 eton tärmusiker in Rom. uf denen am Donellen konzertierten, Klängen der deutNach jedem Vortrag if, der erst endete, ansetzte. von Warschau nach chttägigen Verlänge„Deutsche Plastik in iach außerordentlich en. Nicht zuletzt auf stellung in der Oefsse gefunden hat, ist Einladung Krakauer und die Plastiken anwerden, wo sie vom ser alten Kunststadt ehen. Die Krakauer zi dauern. Nachbarttädten nden Woche olde. Sonntag 20 Uhr: Die lustigen Weiber Gastspiel: Die Schauarewitsch. Donnerstag 20 Uhr: Tanzabend. Linisters. r: Tiefland., Conntag itnwoch 20 Uhr: Tiefv. Samstag 19.30 Uhr: 20 Uhr: Der Weibsnkönig und der Menlion. Mittwoch 20 Uhr: nnerstag 20 Uhr: Der Samstag 20 Uhr: Der Uhr: Cost kan tutte. ung. Dienstag 18 Uhr: Wassenschmied. Dontag 17.30 Uhr: Tristan Glöckchen des Eremiten. isel mmen unterzeichnet. ir von Brzeziny, geOswald Spengler in n. 1908 Gymnasialober= seit 1911 als freier Ge8. Mai 1936 gestorben des Zeitalters„Der *. Seine metaphysisch Kulturphilosophie zog die die Meinung, daß von Kultur zur ZiviSchrift„Der Mensch gründiger Beitrag zur in seinen politischen it der Internationalen r ihr den Sinn des verstellt. ebelogen, wie vemif lalafum, larbschönen ulegen. .WERKF• NEUSS t. Sie liest mit den Sie können daran teile nehmen daran teil, Telephon warten.“ llen— dazu bin ich affee trinken und dann ner so?“ wird auch diskutiert, so weiter. Heute aber aube ich. Wollen Sie hne daß man Sie beer, dem der Magen rt das Fenster auf und f. Dicht unterm Fener Weinlaub halb veraft. eknochige, grauhaarige inem Klemmer auf der er waren größtenteils unbare englische Miß ichtsausdruck an den ges blondes Ding mit e das Oeffnen des Fengweilt empor. errötete Peter an. Die andern inken. klang scharf und hart !:„Das niedriggewachtige Geschlecht„das m in diesem Trieve steckt * das Fenster. neine Meinung! Aber frau Farkas.„Es gibt ann, nach einer Weile, ist nun mal so. Es ist man sich mit Lina gut eden sie unten is ist eine so: bloß die halbe älfte bekommt losophie kriegt Deutschland als Reiseziel des Auslandes UnsereOrengen sind Wen ger fsntet Eröffnung der Internationalen Touristen=Tagung in Berlin— Reichsminister Dr. Goebbels und NSKK=Korpsfuhrer Huhnlein sprachen Berlin, 27. Mai. Die seit 40 Jahren bestehende Alllance Internatiosle de Tourisme(AJT.), die internationale Vereinigung von Automobil= und Touring=Club und den behördlichen Trägern des Fremdenverkehrs, hält in der Reichshauptstadt in diesen Tagen ihre diesjährige Geveralversammlung ab. Die Bedeutung der Tagung wird aus der Tatsache ersichtlich, daß die Eröffnung in feierlichem Rahmen im Hause der Flieger stattfand und daß dabei Reichsminister Dr. Goebbels, Korpsführer Hühnlein und Staatsminister a. D. Esser neben dem Präsidenten der AJT., Dr. Henneberg, das Wort ergriffen. Man sah neben den 125 Vertretern aus 45 Staaten die Gesandten von Belgien, Ungarn und dem Iran, den mexikanischen Geschäftsträger, Staatssekretär im Reichsverkehrsministerium Könias, RSKK.=Abergruzhpenführer Herzog von Coburg, Ministerialdirertor F vom Reichsluftfahrtministerium, den Präsideuten des DDAC., Freiherrn von Egloffstein mit der Geschaftsführung des Klubs, den Stabsleitex der ONS., Brigadeführer von Bayer=Ehrenberg, RSKK.= Gruppenführer Krenzlin, ferner Vertreter des Deutscherz, Radfahrerverbandes mit ihrem Vorsitzenden,+=Stanoarten= führer Brack, und die Mitglieder des Reichsausschusses für Fremdenverkehr mit dem ehrenamtlichen Geschäftsführer Dr. Mahle. Reichsminister Dr. Goebbels begrüßte vor der Eröffnung im Großen Festsaal des Hauses der Flieger Mitglieder des Direktoriums der AJT., unter ihnen den Präsidenten Dr. Henneberg vom Schweizer Touristenklub, die Vizepräsidenten Bonardi vom italienischen TC. und Imbert vom französischen TC, sowie den Generalsekretär Duchaine und den General= schatzmeister Dubois, beide vom belgischen TC. Reichsminister Dr. Goebbels führte in seiner Rede aus:„ Es ist für mich eine Ehre und Freude, die Alliance Internationale de Tourisme im Jahre ihres 40. Gründungstages in der' Hauptstadt des Deutschen Reiches begrüßen zu können. Deutschland ist durch seine geographische Lage im Herzen Europas von jeher ein klassisches Durchgangs= und Reiseland gewesen. Die ausschlaggebenden europäischen Straßen Reich. Für ein modernes Land ist es das Gebot der Zeit, sich dem rasenden Tempo unseres hunderts anzupassen. Das neue Deutschland hat alles getan, um dieser Forderung zu entsprechen. Es will sich nicht abschließen von der Welt. Es hat seine Grenzen weit geöffnet für alle, die es aufsuchen wollen. Der Erfolg aller Maßnahmen ist dabei eine Verdoppelung des Reiseverkehrs nalen Automobiltouristik dringend notwendig, zu einer Konvention für die Ausgabe von international gültigen Benzinschecks zu kommen, um die Erleichterungen, die für den Eisenbahnoder Schiffsreisenden eine Selbstverständlichkeit bedeuten, auch dem Automobilisten zugute kommen zu lassen. Endlich wäre durch gegenseitige Abmachungen eine Organisation zu schaffen, die im Falle der Beschädigung Aus Westfalen und Rheinland des Wagens auf Grund von Gutsagen der betreffenden Klubs die Reparatur oder den Abtransport des Fahrzeuges im fremden Lande ermöglicht. Die Einbeziehung von 1100 Kilometer, deutscher Reichsautobahnen von der holländischen bis zur ungarischen Grenze stellt für die Verwirklichung der Arbeiten des AIT. einen entscheidenden Beitrag Deutschlands dar. Nichts ist so sein gespennen... Zwei Hofbesitzer wegen vorsätzlicher Brandstiftung verurteilt in Deutschland seit 1932. Deutschland hatte zu verzeichnen: 1932: 14 305 000 Fremde mit 49000000 Uebernachtungen, 1937: 27·000 000 Freinde mit 103 000 000 Uebernachtungen, 1932: 1 114000 ausländische Besucher mit 2 673000 Uebernachtungen, 1937: 2 400000 ausländische Besucher mit 7000 000 Uebernachtungen. Im Zuge dieser es auch, daß Deutschland in zunehmendem Maße Kongreßland geworden ist. Im Jahre 1938 finden, im gesamten Reichsgebiet 83 internationale Kongresse Die nationalsozialistische Reichsregierung hat den festen Willen, in Gemeinschaft mit den Verkehrsverbänden, dem Deutschen Automobilclub und dem Reichsausschuß für Fremdenverkehr Deutschland mit seinen herrlichen Naturschönheiten zu einem begehrten Reiseland zu machen. Die Heimkehr Oesterreichs ins Reich ermöglicht es, auch die Alpenländer und die herrliche Kunststadt Wien in stärkerem Maße als bisher durch Straßenbauten und zahlreiche andere verkehrsfördernde Maßnahmen dem Reisenden und Naturfreund zu Die RS.=Gemeinschaft„Kraft durch Freude“ bat dem Tourismus in Deutschland, felgse. Epeg, rgge ahnten Aufschwung gegeben, ja, ihn a.. Länder der Welt gebracht dadurch, daß sie der Fremdenverkehrswirtschaft in Deutschland jährlich mehrere Millionen Reisende zusätzlich zuführt. Bog., Hgebbgls sprach dann weiter von der großen„#esechag Reichsautobahn für den Reiseverkehr und Rede mit einer Unterstreichung des Friedenswillens des nationalsozialistischen Deutschlands. Vorher hatte Staatsminister a. D. Geschäftsführender Präsident des Reichsausschusses für Fremdenverkehr den Willkommsgruß des oeutschen Fremdenverkehrs entboten und dann die Bedeutung der Autotouristik als ein Mittel zur Völkerverständigung geschildert. Korpsführer Hühnlein hatte anschließend über Deutschlands Beitrag nationalen Kraftverkehr gesprochen. Dabei lagte. Der Reisende im Flugzeug oder auf dem Schiff#mpfindet heute kaum noch das Ueberschreiten einer Landesgrenze, da alle Formalitäten auf schränkt sind. Unsere Bestrebungen müssen sich daher erster Linie darauf richten, den Grenzübertritt für das Automobil wesentlich zu erleichtern. So stehe ich auf dem Standpunkt, eeworden ist. Tripiyk und Carnet nunmetz, Halpziglt, endgültig abzuschaffen. Für den Grenzübertrint genügt neines Erachtens ein auf die Person des Wagenlenkers ausgestellter Führerschein und für das Fahrzeug e Zulassungsschein, beide in allen Staaten auf gleichem ormular ausgefertigt und für die ganzg,Pgtt, Palig, witeren tichtut wir im Soterste ar. b. Siegen, 27. Mai. In der Nacht zum 23. September 1926 war in Feudingen(Kreis Wittgenstein) das Anwesen des O. Heppner niedergebrannt. Die wiederholt angestellten Ermittlungen lenkten wohl den Verdacht der Brandstiftung auf den Besitzer, führten aber zu keinem Ergebnis. Am 2. September 1937 erhielt nun die Feuerversicherung einen anonymen Brief, in dem Heppner der Brandstiftung beschuldigt wurde. Schließlich bequemte sich der Beschuldigte zu einem Geständnis. Er gab zu, auf dem mit Stroh belegten Dachboden eine elektrische Leitung gelöst und diese mit einem Nebendraht verbunden zu haben, um dadurch Kurzschluß zu erzeugen und das Stroh in Brand zu setzen. Das Haus war mit 14000 RM. versichert, als Schadenssumme zahlte die Versicherung damals 8000 RM. aus. Heppner hatte sich nun vor dem Siegener Schwurgericht zu verantworten, das den Angeklagten wegen vorsätzlicher Brandstiftung zu eineinhalb Jahren Zuchthaus verurteilte. Von der Aberkennung der bürgerlichen Ehrenrechte hat das Gericht abgesehen, weil die Tat an sich schon zwölf Jahre zurückliegt und billigerweise aus dieser Zeit heraus verstanden werden muß. In der Beweisaufnahme trat ein Schwager des Angeklagten als Belastungszeuge auf. Dieser bekundete, daß der Angeklagte den, Plan zur Brandstiftung schon längere Zeit gehegt hätte. Die Mutter des Angeklagten habe auf dem Sterbebett gesagt, sie könne nicht ruhig sterben, wenn sie nicht sagte, daß der Angeklagte das Haus selbst in Brand gesteckt habe. In einem zweiten Fall von vorsätzlicher Brandstiftung, die vor sieben Jahren in Obernau(Kreis Siegen) ausgeführt worden ist, verurteilte das Schwurgericht den Angeklagten Schmallenbach zu eineinhalb Jahren Zuchthaus. Sieben Jahre hat dieser Angeklagte die Last des Verbrechens mit sich herumgetragen, bis er, von Gewissensbissen getrieben, ein Geständnis ablegte. Der Angeklagte war in wirtschaftliche Not und Zinsknechtschaft geraten und wußte nicht mehr aus noch ein. So reifte in schlaflosen Nächten der Plan in ihm heran, sein Haus anzuzünden. Dies tat er, während er als Gemeindevorsteher in seinem Hause eine Gemeinderatssitzung abhielt. Er hatte vorher eine brennende Zigarre in die Spreu geworfen und damit seinen Zweck erreicht. Auch dieser Angeklagte ist ungerechtfertigter Art in den Besitz der Schadensumme gelangt. Lastzug stürzte Böschung hinab Ein Toter, ein Schwerverletzter Gevelsberg, 27. Mai. Auf der zu Tal führenden Wittener Straße in Gevelsberg trug sich ein schweres Verkehrsunglück zu. Ein Lastzug mit Anhänger aus Bad Wildungen, der 12000 Flaschen Mineralwasser geladen hatte, geriet ins Rutschen. Der Wagen legte einen starken Baum um und stürzte dann eine Böschung von etwa sechs Meter Tiefe hinab. Polizei und Feuerwehr arbeiteten mehrere Stunden, um die Fahrer zu bergen und die Unfallstelle, die einem Trümmerhaufen glich, aufzuräumen. Der Wagenführer war auf der Stelle tot, sein Beifahrer wurde mit lebensgefährlichen Rückgratverletzungen ins Krankenhaus eingeliefert. Von drei weiteren Mitfahrern sprang einer rechtzeitig ab, wobei er sich einen bruch zuzog.„Die beiden anderen erlitten ebenf Verletzungen. Der Verkehr mußte infolge des Unglücks einige Stunden umgelegt werden. Zum Falscheid verleitet und noch angezeigt Kleve, 27. Mai. Vor dem Klever Schwurgericht hatte sich eine junge Witwe aus Kevelaer zu verantworten, die in einem Ehescheidungsprozeß einen Falscheid geleistet hatte. Zu diesem Eid war sie von ihrem Liebhaber in gewissenloser und brutaler Weise, agerpuegeringghr Als die Frau ihrem Verführer nicht mehr willfgorig war, besaß dieser noch die Unverschämtheit, die Witwe des Meineides anzuzeigen. Die Frau, die nach dem Gesetz bestraft werden mußte, erhielt die Mindeststrafe von einem Jahr Zuchthaus, da sie durch eine bewußt falsche Aussage ein Fehlurteil herbeigeführt hatte. Außerdem erhielt sie drei Jahre Ehrverlust. Abermals Sicherungsverwahrung wegen fortgesetzten Verbrechens gegen das keimende Leben Kleve, 27. Mai. Das Klever Schwurgericht verhandelte gegen den Angeklagten Theophil Treichel, der sich nachweisbar in drei Fällen erneut der gewerbsmäßigen Abtreibung schuldig gemacht hatte. Treichel gründete 1928 in Duisburg eine homöopathische Praxis, in deren seinem verbrecherischen Tun. ab. Er pries Verhütungsmittel an und ließ bei Frauen u. Mädchen durschunser7Dadoeig sich bei Treichel um einen neben einer Zuchtbausstpeye Ggre rrechz,e ahre.e erkennung der bürgerlichen Eyrenrechte auf die gleiche Zeit auch auf Ueberführung in die rung. Wegen einfachen Vergehens gegen Paragraph 218 und wegen Beihilfe hierzu erhielten drei Frauen und ein Mann Gefängnisstrafen von fünf bis sieben Monaten. Zwei Todesopfer eines Bergunfalls Wissen(Sieg), 27. Mai. Ein folgenschweres Unglück trug sich auf der Grube Füffeberg bei Daaden zu. In einem Abbau hatte sich in einer Rutsche Eisenstein festgeklemmt. Um die Hemmung zu beseitigen, wurde von oben ein mit einer schwachen Sprengladung versehenes Eisenrohr in die Rutsche eingeführt. Ehe jedoch die Ladung entzündet werden konnte, hatte sich das Gestein wieder gelöst und brachte so das geladene Rohr ebenfalls mit zur Förderstrecke. Hier wurde vorRohr ebenfalls mit zur Förderstrecke. Hier,gurde, vor: schriftsmäßig das Eisenrohr dem Förderaufsen, uvergeben. Um das Rohr zu entladen, begaben sich der Förderaufseher und ein Bergreferendar in eine Nebenstrecke. Aus bisher noch nicht geklärter Ursache kam jedoch vorzeitig die Sprengladung zur Explosion. Der 24jährige Bergreferendar Dannenberg und der 42jährige Berghauer Hauprich aus Daaden wurden auf der Stelle getötet. Reichstreffen der 47. Reserve=Division Vom 28. bis 30. Mai in Dortmund pision ameradschaf Frubpenteile. Reserve=InfanterieReaiment 21z..2, axtssgriesegiment 22 Stafelstäße Nr. 19, Reserveggeigengen###, Son 316 und 317, 7. Landsturm=Infantericezg Münster treffen sich am Wochenende zur großen Wiedersehensfeier in Dortmund. Dieses große Treffen soll in einer Zeit der kraftvoll wiedererstandenen Wehrmacht ein Bekenntnis zum Frontsoldatentum und eine Erinnerung an die Kampfgemeinschaft aus der Zeit des großen, gemeinsamen Kriegserlebnisses werden. Inn=Gadinasten darch die Nauchwant 1 Achtung! Borkenkäfergefahr! NSG. In mehreren Bezirken des Gaues WestfalenSüd besteht eine große Borkenkäfergefahr. Jeder verantwortliche Waldbesitzer muß daher alles unterneymen, was dieser Waldseuche, die ganze Bestände vernichten kann, schädlich ist und sie verhindert. Die Waldvorsteher wurden schon vor 2 Jahren verpflichtet, ihre Bestände fortlaufend zu kontrollieren. Damals wurde verlangt, daß in allen vom Schncebruch betroffenen Beständen Kontrollstämme gefällt werden müssen, die nach Ablauf von drei bis vier Wochen zu schälen sind. Das Werfen dieser Kontrollstämme muß fortgesetzt werden, damit die Brut der Borkenkäfer vernichtet werden kann. Jeder Befall mit dem Borkenkäfer muß den stellen und Forstämtern sofort gemeldet werden damit rechtzeitig Gegenmaßnahmen getroffen werden Die Polizeiverordnung vom 11. August 1936, zur Bekämpfung von Borkenkäfern schreibt„vor, daß alles Nadelholz, das am 15. Mai noch im Walde liegt, geschält sein muß. Wenn alle verantwortungsbewußten Kräfte Hand anlegen, müßte es auch in diesem Jahr gelingen, der drohenden Borkenkäfergefahr Herr zu werden. Kleine provinz=Nachrichten Todessturz vom Boden. Die Witwe Justine Viele aus Bentrof bei Detmold stürzte vom Hausboden auf die Diele, wo sie bewußtlos liegenblieh,„Der herbeigerufene Arzt stellte einen schweren Schadelbruch fest und veranlaßte die Ueberführung in das Kgankenhaus. Hier ist die Bedauernswerte, ohne das Bewußtsein wiedererlangt zu haben, nach kurzer Zeit gestorben. Mit dem Motorrad gegen eine Kapelle. Ein schwerer Verkehrsunfall ereignete sich am Himmelfahrtstage in Leutherheide bei Breyell. Zwei 17jährige Burschen befanden sich auf einer Motorradfahrt, als plötzlich der Lenker die Gewalt über die Maschine verlor und gegen eine Kapelle fuhr. Der Fahrer der einen Genickbruch erlitt, war auf der Stelle tot. Sein schwere Kopfverletzungen und wurde ins Krankenhaus geschafft. WE K 5 ∆ 0 Weltbild din Hesen Zahte, von der Sul= Siesdarte I Burchgefüihert. um Felsigg,. Iszeezie, Feie nehmer guf einer 300 Meter langen Streae, mit,„Lasmasten eine#. der Rauchgenuß selbst! Typisch für mein Hous ist mein öberaus bekonntes Hausmarke-Coronos- Sortiment: unerreicht in seiner Quolitdt und doher enorm verbreitet, bietet es dem Raucher ein Höchstmaß on ausgeglichenem Arome und Wohlgeschmack und ist doher von vorbildlicher Preiswürdigkelt 10•12:15•18•20 Pr Kisten zu 50 Stuck: Illosit. Preisliste kastenfic. AE Alte Freiheit 2 e.-ELBERFELD e Ecke Turmhof Vertreter für Bochum und Umgebung: L. Verron Bochum Fürstenstr. 8 Fernrut 635e3 Seite 22 Nr. 123] Bochumer Anzeiger] SamstagSonntag, 28./29. Mai 1938 SSsesc 2 LO jl.„ heute Eröffnung der Ersten Internationalen Handwerksausstellung— Untersuchung des Konsunkturinstituts Die Erste Internationale Handwertsausstellung in Berlin gibt dem Institut für Koniunkturforschung Veranlassung, auf die bedeutende Stellung hinzuweisen, die sich das Handwerk in der deutschen Volkswirtschaft bewahrt hat; unter dem zweiten Vierjahresplan wird es zudem vor neue und umfassende Aufgaben gestellt. Mit der Veränderung der Produktionsmethoden in der zweiten Hälfte des vorigen Jahrhunderts und dem Aufstieg von Technik und Industrie setzte sich ziemlich allgemein die Ueberzeugung durch, daß das Handwerk— fast zwangsläufig— zum Niedergang verurteilt sei. Wenngleich diese Anschauung schon damals von einzelnen Sachkennern scharf bekämpft wurde, so hat man doch erst in neuer Zeit erkannt, wie falsch diese Vorstellungen waren. Auch bei den heutigen technischen und wirtschaftlichen Produktionsbedin= gungen nimmt das Handwerk eine bleibende und sehr bedeutende Stellung ein; der Aufschwung der Wirtschaft weist dem Handwerk unter der Führung des Nationalsozialismus ganz neue Aufgabenbereiche zu. Von etwa 3,6 Millionen gewerblichen Betrieben nicht mit vollem Erfolg arbeiten, in die Industrie überführt werden, um dort den empfindlichen Mangel an Kräften zu vermindern. Aber nicht allein an der Zahl der Betriebe und Beschäftigten zeigt sich die Bedeutung des Handwerks. Vielleicht noch besser läßt sie sich an der außerordentlich großen Zahl derer erkennen, die einen handwerklichen Beruf ausüben. Handwerkliche Berufsarbeit wird nämlich nicht nur in den eigentlichen Handwerksbetrieben geleistet, sondern auch in der Industrie, in Verkehrsbetrieben, im Handel und — nicht zuletzt— in der Landwirtschaft. 1933/34 waren etwa 2,7 Millionen Handwerker außerhalb der Handwerkswirtschaft tätig. Inzwischen wird diese Zahl noch gestiegen sein. Heute wird die Bedeutung des Handwerks als Ausbildungsstätte für qualifizierte gewerbliche Berufe mehr gewürdigt denn je. Trotz absoluter Zunahme ist freilich das Handwerk als Ganzes im Wachstum der deutschen Wirtschaft nicht so rasch vorangekommen wie etwa die Industrie; ja selbst mit der Bevölkerungszunahme hat das Handwerk(der Zahl der Betriebe nach) nicht voll Schritt gehalten. Je 1000 Einwohner gab es nämlich in Deutschentfallen allein 1,6 Millionen oder rund 44 Prozent sland 1816 24,9 Handwerksmeister; 1861 28,3 Handauf das Handwerk. Von fast 34 Millionen schaffenden werksmeister: 1895 26,7 Handwerksmeister: 1937 Menschen sind(1937), 4,65 Millionen im Handwerk 123,8 Handwerksmeister. Anderseits ist aber zu beder sind fast 14 Prozent, Mindestens 814 Mil, ken, daß die durchschnittliche Größe der ei tätig, das sino sahr 13 Prizen.„emnwestens 8½ Millionen deutscher Volksgenossen leben vom Handwerk. An diesen Zahlen ändert sich auch nicht viel durch die in Gang befindliche Rationalisierung der handwerklichen Arbeit, durch die eine Reihe von Arbeitskräften, die im Handwerk nicht voll beschäftigt sind oder dort Zahl der Handwerksbetriebe im Reich: 1819* 1861* 1875 1895 1907 19276 26034 79252 103958 119499 14294 23962 17839 11516 10155 ken, daß die durchschnittliche Größe der einzelnen Handwerksbetriebe zweifellos gewachsen ist. Der Anteil des gesamten Handwerks(Meister, Gesellen, Lehrlinge) am Arbeitsvolumen der deutschen Wirtschaft muß sich daher besser gehalten haben, als aus den obigen Zahlen hervorgeht. 15 Millionen Reichsmark und der Automobilbau für 2 Millionen Reichsmark. 50 Milliarden Kilowattstunden wurden im vergangenen Jahr von Deutschlands Elektrizitätswerken geliefert. Etwa drei Viertel davon wandelten Elektromotore in mechanische Arbeit um. Da die Dauerleistung eines erwachsenen Menschen bei achtstündiger Arbeitszeit nur etwa.5 Kilowatt beträgt, ergibt sich, daß von den in der deutschen Industrie beschäftigten fast 14 Millionen Handarbeitern rund das Zwanzigfache ihrer eigenen Leistungsfähigkeit aus dem Elektromotor bezogen wurde. Die Einnahmen des Reiches an Steuern, Zöllen und anderen Abgaben betrugen im April 1018 Millionen Reichsmark. Gegenüber April 1937 bedeutet dies eine Zunahme von rund 107 Millionen. Gegenüber der vielfach herrschenden Auffassung, durch die Eingliederung Oesterreichs seien auch die pflanzenpolizeilichen Einfuhrbeschränkungen und=verbote für Sendungen aus dem Lande Oesterreich in das übrige Reichsgebiet fortgefallen, ist darauf hinzuweisen, daß diese Bestimmungen auch weiterhin unverändert in Kraft sind. 111 000 offeue Stellen in der Landwirtschaft, die bei den Arbeitsämtern Ende April gemeldet waren. sind nnbesetzt geblieben. Die landwirtschaftlichen Berufe brauchen also noch im großen Umfange Arbeitskräfte. Handwerkszweige: Bäcker usw. Fleischer Müller Tischler Stellmacher Böttcher * 8 preußische Provinzen Die vorstehend geschilderte Entwicklung gibt nur ein wertiger Hengste, Bullen, Eber, Gesamtbild. Baruver hinaus ist es notwendig, die vergeben und nur für gekörte Wandlungen und Verschiebungen zu untersuchen, die 21381 31884 47342 20175 15055 77427 59908 123104 52410 41352 92873 52389 126943 53827 30743 110007 46189 52623 24187 1925 103150 86880 28566 92088 37903 13989 1933 114061 104183 25480 40198 11479 1937 116206 104041 30413 110565 40065 12132 sich im einzelnen im Bestande des Handwerks und in der handwerklichen Berufsarbeit während der letzten 100 Jahre und vor allem auch in neuerer Zeit ergeben haben. Zunächst kann kein Zweifel darüber bestehen, daß eine Reihe von Handwerkszweigen ihre frühere Bedeutung verloren hat. Die Verbrauchsgewohnheiten ändern sich, die Mode wandelt sich teilweise sogar sehr rasch; infolge anderer Produktionsmethoden und=bedingungen sowie durch den Uebergang zu neuen Werkstoffen ist die Erzeugung bestimmter Waren vielfach auf die Industrie übergegangen. An solche Handwerkszweige, die durch die mannigfachen Veränderungen des wirtschaftlichen und sozialen Lebens in ihren Existenzgrundlagen getroffen worden sind, denkt man, wenn von dem„Niedergang“ des Handwerks gesprochen wird. Dabei darf man aber nicht vergessen, daß selbst alternde Handwerkszweige wieder aufleben und sogar zu neuer Blüte gelangen können. Außerdem ist aber bei einer Einschätzung der Entwicklungsmöglichkeiten der Handwerkswirtschaft zu berücksichtigen, daß die„alternden“ Handwerke doch nur einen kleinen Bereich des gesamten Handwerks ausmachen. Die Widerstandsfahigkeit des gesamten Handwerks wird zudem dadurch wesentlich gestärkt, daß der handwerklichen Arbeit laufend neue Aufgaben zuwachsen. Feierlicher Auftakt Kranzniederlegung durch die Vertreter von 26 Nationen Den würdigen Auftakt zu der Großen Internationalen Handwerksausstellung, die haute in den Hallen am Berliner Funkturm eröffnet wird, bildete Freitag mittag eine feierliche Kranzniederlegung am Ehrenmal Unter den Linden. Hier gedachten der Präsident der Internationalen Handwerkszentrale, Erz. Boronzo(Italien) und die Leiter auch aller anderen ihr angeschlossenen ausländischen Handwerkerorganisationen sowie die Abordnungen verschiedener Regierungen durch Niederlegung von Kranzspenden der Gefallenen des Weltkrieges. Kurze Nachrichten Der Umlauf an Zahlungsmitteln betrug am 23. Mai 7524 Millionen Reichsmark. Zum gleichen Zeitpunkt des vorigen Monats war der Umlauf mit 7172 Millionen Reichsmark ausgewiesen. In der Steigerung kommt die weitere Umwandlung der österreichischen Schillinge in Reichsmark zum Ausdruck. Für hochwertige männliche Zuchttiere werden Reichsbeihilfen von 1 Million Reichsmark durch die Landesbauernschaften zur Verfügung gestellt. Die Beschaffungsbeihilfen werden auf Antrag beim Ankauf hochwertiger Hengste, Bullen,„Eher, Schaf= und Ziegenböcke vergeben, und nur für gekorte Lafertiere gewährt, Die Hamburger Hochbahn AG. will an der Steinstraße in Hamburg ein 16stöckiges Verwaltungsgebäude errichten. Das bisherige Bürohaus, ebenfalls in der Steinstraße, muß der Verbreiterung der Straße weichen. Einwanderer und Rückwanderer nach Oesterreich können einen Härteausgleich für Verluste erhalten, die sie durch die Abwertung ausländischer Währungen erlitten haben. Anträge an die Devisenstelle Berlin, Neue Königstraße 61—64. Für Vermögen unter 3000 Reichsmark kann der Ein= oder Rückwanderer den Härteausgleich auch bei der Devisenstelle Wien beantragen. Unsere Handelsbeziehungen zu Iran(dem früheren Persien) sind in den letzten Jahren stark ausgebaut worden. 1937 lieferten wir dorthin bereits Waren im Werte von 50,2 Millionen Reichsmark gegenüber nur 6,6 Millionen Reichsmark im Jahre 1932. Vor allem exportiert unsere Textilindustrie für 7 Millionen Reichsmark ferner unsere Maschinenindustrie für 13 Millionen Reichsmark, unsere Eisenwarenindustrie für 6 Millionen Reichsmark, unsere chemische Industrie für 7,5(6) prozent bei Westsalia=Dinnendahl=Gröppel AG. Umsatzbesserung um 50 Prozent gegenüber dem Vorjahr In der gestrigen Aufsichtsratssitzung der Westfalia=Dinnendahl=Gröppel A G. in Bochum wurde der Geschäftsabschluß für 1937 vorgelegt. Die Bilanz des Geschäftsjahres weist nach Abschreibungen auf Anlagen in Höhe von 263 053,45 RM. (im Vorjahre 209 147,50 RM.) unter Berücksichtigung des Gewinnvortrages aus 1936 in Höhe von 24 456,08 Reichsmark einen Reingewinn von 209 438,15 RM. (im Vorjahre 124 613.08 RM.) aus. Die Auftragseingänge sind weiter gestiegen. Der Umsatz erfuhr gegenüber dem Vorjahre eine Besserung um 50 Prozent und erreichte damit die dreifache Höhe des Jahres 1933. Im neuen Geschäftsjahre hat eine lebhafte Geschäftstätigkeit unvermindert angehalten. Der vorliegende Auftragsbestand sichert eine ausreichende Beschäftigung für den weiteren Verlauf des Jahres. Der auf den 24. Juni einzuberufenden Generalversammlung soll vorgeschlagen werden, eine Dividende von 7½(i. V. 6) Prozent zu verteilen. Neues aus den Betrieben Nordstern Allgemeine Versicherungs=AG. in BerlinSchöneberg. Nach starken und vielseitigen Rückstellungen haben sich die Garantiemittel von 29,8 Millionen auf 33.6 Millionen erhöht. Wieder 8 Prozent Dividende vorgeschlagen.— Deutscher Herold, Volks= und Lebensversicherungs=AG. in Berlin. Versicherungsbestand stellte sich Ende 1937 auf rund 2388000 Versicherungen mit Der Ingenleut, Scheiltmacher unserer Feil 76. Hauptversammlung des Vereins deutscher Ingenieure einer versicherten Summe von 858 Millionen Reichsmark, wozu noch Invalidität=Zusatzversicherungen mit einer versicherten Jahresrente von 128 Millionen Reichsmark kommen. Prämien=Einnahmen rund 40 Millionen (im Vorjahr 37,7 Millionen) Reichsmark. Jahresüberschuß.3 Millionen Reichsmark. Hieraus wird der Gewinnrücklage der Versicherten ein Betrag von 3 Millionen(im Vorjahr 2,2 Millionen) Reichsmark überwiesen. während die Aktionäre wieder eine Dividende von 7 Prozent erhalten.— Pongs& Zahn, Textilwerke AG. in Viersen. Wieder 10 Prozent Dividende vorgeschlagen. Der in früheren Jahren angesammelte Anleihestock soll verteilt werden.— Rütgers=Werke AG. in Berlin. In der Hauptversammlung, in der 8 Prozent Dividende beschlossen wurden, wurde mitgeteilt, daß weitere Ergänzungsbauten durchgeführt werden, um die Rohstoffbasis für wichtige Werkstoffe zu verstärken. Der Ausbau erfolge aus eigenen Mitteln.— Evangelische Vorsorge, Gemeinnützige Versicherungs=AG. in Berlin. Ende 1937 bestanden 2232000 Versicherungen mit rund 590 Millionen Reichsmark Versicherungssumme. Reingewinn .4 Millionen Reichsmark, der hauptsächlich der Gewinnrücklage der Versicherten zugeführt wird. Ende April überschritt der Versicherungsbestand 600 Millionen RM. — Deutscher Eisenhandel AG. in Berlin. Auf 11,6 Millionen Reichsmark Grundkapital sind 8 Prozent Dividende vorgeschlagen.— Concordia Elektrizitäts AG. in Dortmund. Wie die Verwaltung mitteilt, beschloß der Aufsichtsrat, der HV. die Verteilung einer Dividende von wieder 14 Prozent vorzuschlagen. Hiervon erhalten die Aktionäre diesmal 10,45 Prozent, während 3,55 Prozent dem Anleihestock zugeführt werden(im Vorjahre 9,24 Prozent an die Aktionäre und 4,76 Prozent an den Anleihestock.— Christian Dierig AG. in Langenbielau. Die zur Verfügung stehenden Zellwollmengen reichten nicht zur Befriedigung der Nachfrage nach den sehr begehrten zellwollenen Kleiderstoffen aus. Dividendenvorschlag für 1937: 12 Prozent aus 83,5 Millionen RM. Grundkapital(im Vorjahre,10 Prozent).— RhenaniaOssag Mineralölwerke AG. in Hamburg. Die zur ShellGruppe gehörende Gesellschaft weist für 1937, 8,2 Millionen Reichsmark Reingewinn auf, gegenüber 5,9 Millionen Reichsmark im Vorjahr. Ueber die Verwendung des Gewinns ist noch nichts bekannt.— Dyckerhoff Portlandzementwerke AG. in Mainz=Amöneburg. In der HV. wurde die Verteilung von 5(4½) Prozent Dividende beschlossen. Der Aufsichtsrat wurde von 28 auf 18 Mitglieder gekürzt. Zur Lage bei den Zementverbänden wurde ausgeführt, daß in Kürze eine mit weitgehender Autorität ausgestattete Kommission die zwischenverbandlichen Fragen prüfen werde, und der Zementindustrie bzw. der Reichsregierung Vorschläge für die endgültige Neuregelung zu unterbreiten. Sämtliche Beschlüsse wurden trotz einer Opposition einstimmig gefaßt. Borsen strundiich Rhein.=Westsälische Wertpapierbörse in Düsseldorf Die Stimmung an den Aktienmärkten war wieder ziemlich freundlich, da Abgaben kaum vorgenommen wurden und anderseits einige Kaufaufträge vorlagen. Im allgemeinen blieb das Geschäft aber wiederum äußerst klein. Nach den ersten Kursen traten vereinzelt erneut Befestigungen ein Der Rentenmarkt lag ziemlich ruhig, teilweise kam es zu kleinen Kursbesserungen. An der Kurenbörse kam es nur vereinzelt zu Umsätzen. Die Freiverkebrswerte waren meist abgeschwächt. Von den Kohlenaktien wurden Bergbau Lothringen unverändert bezahlt. Im allgemeinen schloß die Börse fest. Berliner Börse Die Tendenz an den Aktienmärkten war zunachst uneinheitlich, wurde im Verlauf aber fester. Die Börse nahm einige Neuanschaffungen in mäßigem Umsang vor. Die Zurückhaltung blieb aber doch ziemlich groß. Die Anleihemärkte lagen ziemlich still ohne größere Veränderungen. Altvesitz wieder auf 133 erbolt. Auch Umschuldungsanleibe mit 96.20 etwas fester. Einzelne Stadtanleihen waren Vom 27. bis 31. Mai 1938 findet in Stuttgart die 76. Hauptversammlung des Vereins deutscher Ingenieure statt. In ihr werden in einer großen Zahl von Vorträgen, die in 13 Fachsitzungen zusammengefaßt sind, die neuesten Ergebnisse der technisch=wissenschaftlichen Arbeit auf den Gebieten der Schweißtechnik, der Kraftverkehrstechnik, der Klimatechnik, der Gestaltung, der Festigkeitsforschung, der Feinmechanik, der Textiltechnik, der Holztechnik, des Werkzeugmaschinenbaues, der Dampfkraftwerke, der Nichteisenmetalle, der Wehrtechnik und der Technikgeschichte aufgezeigt. In den Hauptvorträgen werden die Entwicklungsrichtungen im Kraftfahrwesen und im Bau von Kraftmaschinen dargelegt, der Festvortrag der großen Hauptversammlungssitzung behandelt die deutsche Ingenieurarbeit im Auslande. Die große Zahl derer, die in der Technik schaffen, teilt man in zwei Hauptgruppen: Die Fachschul- und die Hochschul=Ingenieure. Jene sind die Absolventen eines Technikums, Polytechnikums oder einer höheren Maschinenbauschule— diese, die Diplom=Ingenieure, haben eine Technische Hochschule besucht und ihr Studium mit der Diplom=Hauptprüfung, dem ersten Staatsexamen, abgeschlossen. Für beide Gruppen kommt als Betätigungsfeld in erster Linie die Industrie, sodann aber auch der öffentliche Dienst in Frage. Im ersteren Falle stehen mittlere, höhere und manchmal sogar auch leitende Angestelltenposten zur Verfügung, im letzteren Fall handelt es sich um mittlere oder höhere Beamtenstellen, meist nach vorheriger Probe= bzw. Vorbereitungszeit als Angestellter. Der Betätigungskreis in freien Berufen ist im Gegensatz zu andern Fachrichtungen, wie etwa bei Aerzten oder Rechtsanwälten, für den Ingenieur noch enger umgrenzt; denn ihm steht lediglich die Möglichkeit offen, sich als Zivil=Ingenieur oder Patentanwalt bzw.=ingenieur zu betätigen. Das Schwergewicht des Ingenieurschaffens liegt daher in der Industrie. Für den Bereich der Wirtschaft wurde eine Uebersicht in„Stahl und Eisen“ aus der Eisenhüttenindustrie veröffentlicht. Hieraus war zu entnehmen, daß nur 1 v. H. der beschäftigten Techniker als Werkleiter oder Vorstandsmitglieder und nur 1,1 v. H. als Betriebsführer tätig waren.#. Uns werden in den nächsten Jahren 30000 bis 40 000 Ingenieure fehlen. Heute schon ist die Zahl der über 50 Jahre alten Ingenieure um 16.000 größer als die der jungen Nachwuchsingenieure unter 25 Jahren. Benötigt werden jährlich 10•000 Techniker, ein Bedarf, der heute nur knapp zur Hälfte nachwächst. Der B2J. hat sich der mühsamen, aber ebenso dankbaren Aufgabe unterzogen, diese bedrohlichen Verhältnisse zu erforschen und zahlenmäßig in einer Schrift „Der Ingenieur=Nachwuchs", festzuhalten. Diese Ausarbeitung erscheint anläßlich der Stuttgarter Tagung und wird nach ihrem Abschluß der Oeffentlichkeit übergeben. 1 Pfund: 12,32½(Mittwoch 12,34) RM. 100 Dollar: 249,30(Mittwoch 249,40) RM. 100 holl. Gulden: 137,40(Mittwoch 137.45) RM. 100 franz. Frank: 6,91(Mittwoch 6,91½) RM. 100 Belga: 41.99(Mittwoch 41,97) RM. 100 Schweiz. Franken: 56,78(Mittwoch 56,80) RM. 100 ital. Lire: 13,10(Mittwoch 13,10) RM. etwas gebessert. Dagegen kam am Pfandbriefmarkt etwas Ware heraus. Der Verlauf der Börse war etwas fester. Die Börse schloß kuhig und wenig verändert. Am Geldmarkt Tägliches Geld 2¾ bis 2¾ Prozent. Getreidegroßmarkt zu Berlin Amtliche Preise, Getreide und Oelsaaten per 1000 kg. sonst per 100 kg 21.10 21.10 35.-37.0 34.-36.0 33.0 35.0 33.-35.0 24.-26.0 24.-26.0 Weizen märk. Rogger märk. Industriegerste Hafer märk... Weizenm. Auszm. (.820 Asche) * Berliner Elektrolytkupfer=Notierung vom 27. Mai 1938: 50,50 Reichsmark für 100 Kilogramm. Original=Hütten=Alu minium, 98 bis 99 Prozent, in Blöcken: 133 Reichsmark. Original=Hütten=Aluminium, in Blöcken, Walz oder Draht: 137 Reichsmark für 100 Kilogramm. Rh.-Westf. Börse, Düsseldort, 27. Mai sicenan en üsbem Sehant, guntenete Bochum, Bongardstraße 14 Fortlaufende Notierungen 27.5. 127.5. 127.5. 125..1[27.5. /27.5. 127.5. 125. Div. Antang lSchlud Hassa 1Schluc! Du. KAtanglSchlus Hasse 18e 133.12133.00 132.87/132.87 Altbesitz %hlossch Rul.— ##%rupe RM. 6% Mittelstahl Bemberg. Berger... Buderus.. Dahlbusch St. Dems9... Disch. Atienten Otsch. Eroöl D. Reichsb. V. Oortm. Union I. 8. Farbenind. Feldmuhle Felten& Suille Goldschmidt 25. 5. Schlus 100.00 100.00 100.00 99.87 102.12 102.25 102.251102.37 0144.50 6/146.50 146.50 146.20 4116.62 117.00 117.00)—.— 145.50—.— 145.64—. 6——1 5/138.00 137.59 137.50s137.75 7126 00 126.00 126.00s126.00 12 /206 001206.50 205. 75/206. 50 7158.12—.— 158.501156.50 6136.00136.00 136.00s136.00 6141.87—.—.75 5/140.00—. 137.871140.00 Harpen Hoesch.-6. Kali-Aschersl. Klöckner-W. Mannesmann Reichsbank 111.00111.00 103.25193.25 112.37 192 50192.50 Rheig, Braunk. 121228.75|221. 15 Rhein, Stahlw. 6/141.62|141.50 Rh.-.-Elek. 6/129.12|122.00 Salzdetturth /72—.—160.00 Schucker t& Co. 6/182.25—.— Siemens 4p Hal. 8/203.25—.173.50 111.00 104.12 Gebr. Stollwerk Ver. Stahlwerke!: Westd. Kaufhof Westeregeln Wintershall 111 50 103.75 116.50 112 75|112.50 127.25 3S 10 S 101 00 0107.00 107.00 5 103.25103.75 6/127.25127.00 193.75 228.00 141.50 122.00 160.00 182.00 202.25 123.37 107.12 193.00 141.50 182.00 203.00 127.50 107.00 106.75 106.09 127.50127.00 Steinkohlen-Kuxe Neu-Staßf.]— 27. 5. 25. 5. 1Stegfr.lu. 11— Geld BnetlGeld Briet win. 18000 19000 CarolusM. 15600 5950 5650 6000 Const. 11300 7800 7300 7750 Deutschl. 295 325 295 325 Schwerg—--— Noar. 15400— 15500— Langd 20 400 21300 20500 21 400 Draunkohlen-Kure Gute Hoft. 7200 7575/ 71007500 Wliche!— 16300— 16300 Veste—— 10250 Bernhareth. 14501550 14301575 Kall-Kure Beienrode 1010 1070 1030 1080 sraunschw!— Burdsch 2600/2830 2600 2800 Einigkeit—— Erichseg. Habigh. 119250sendug Prolverkehr Steinkohlen- u. Braunk.-Kuze „27. 5. 125. 5. Geld Briefl Geld Briefl Dierg. 10300 10900 10400 11000 Westfalen)—-! Bellerh.—- Kall-Kuse 27. S. 125 Geld BrieflGe#d Gariagl. Marie Marie L. Mar Neusollst Reichsld. Industrieaktien (Einheitskurse) Div. Balcke Masch. Berg. G. Dahl.V. Bonner Bg. u. H. 80sp. Walzw. Braunk. Zuk. Oorim. Ritterde Döss. Hosf.-Br Oöss. Masch. 6. OynamitA. Nod. Eschw. Berg. V. Ewald--Lucm Glas- u. Sp. S. Glöckauf-B. 40).5, Gebr. Goedh. 46 Hallesche Salz. Hliges Hindr.-Auffern Hochtisf 46. Kabelw. Rheydt Kall-Chemi V. Kroft fl. Lehm& Co. Mulheim. Berg Rhein, Metall Rhein, Spiegel. Roddergr. Brnk. Sachtl.A6.800. Schies-Oefnes Schleg. Scharp. Ver. Rumpus Waggonf. Uerd. Wasserw. Gels Westf. Dinnend. 27./25.5. 127.0 1759 173.0 33.2 181.7 140 0 27./25.5 815.0810.0 86.0 85.0 300.03000 105.0/105.0 143.0 175.0 151.0 158.7 157.0156.5 207.0200 1100.0100.0 99.0.0 153.0152.5 167.0167.2 6 144.5s144.2 123.2/122.0 19.—. 9 179.|179.0 .51425 142.5 6 132.2—. 151 51151.5 S 117.1/117.2 164.7—. .5134.0/143.0 Gladb. Feuerv. Köln, Hagelv. Köln. Lioyo.A. V Köln. Rückv. gr. Köln. Röckv. Kl. Rentenwerte 45Rh.-W. B. 4. 6. 12.10 55 Oto, dto. S. 11 4# dto, Gold.-Kom 1926, 1927 S.—5 45 Md. Bod. Gpfd. Em. 3. 9/12, 14 450to. Gold.-.-0b1. Freiverkehre-Aktion 27. 5. 25. Berliner Börse, 27. Mai Geld Briet Adter Alerand 95.0 96.5 Burd. K 71.0 73.5 Bött.-W—. 111.5/108.0 Ool. Bas. 108.0 111. 5s110.0 Bankaktien Beri.Handeis. 6 Com.- u. Pr.-8 Oeutsche Bank Dresdner Bank Rh. W. 80. Cr. 8 Westd. B..-4 Vereicherungeaktien, Asch.-Mönch.F 32 Aach, Röckvers 27.25..Agrop..,.1 120.0121.0 AIl. u. Stuttg. 142.5142.0 4 l. u. St..=V. 114.2 120.0 112.0 135.0 .3117.6 Solonis,.-V. 119.0/119.0 Colonie Röckv. 14.9 .213 440.0 280.0 1245.0 .4/145.0 289.0 101.2 100.0 100.0 100.0 101.2 100.0 100.0 100.0 esches oele Commerz- und Privat-Bank.-., Filiale Bochum Reichsbankdiskont 4% Lombardzinsfuß 5% Einheitakurse Industriewerte Geld 94.5 71.0 97.5 72.5 111.0 130.0s133.0 132.0135.0 130.5 Oyckerh Eisa C. Hann. K. 2ans. v 132. 5s135.5 Kortum—. IK.-Fölz. 106.|109.5 Lothrin. 102. 5/105.5 Lothr. 6. 75.0, 77.0 um. Berg 1 31.0/136.9/132.0135.0 bn Ur 13001330 30 0330 118.9121.5 133.5 135.0 132.5 107.5 102.5 74.0 Str..Mia u. Kogt. ut Dong f. Schon 15.0 Walther 127. 8/130.5 135.5 58 0 110.0 105.0 77.0 122.0 113.0 127.5s131.0 Steuergatecheine 27..11 440.0 fällig ab f. 4. 1994 103.7 280.01". l. 4. 1925 107.7 295.9)„. f. 4. 1936 111.7 145.0". l. k. 1927 115.7 260.0. 1. 4. 1938 119.7 25.5. glektr. Lieferung..118.7119 3 T" Licht u. Kr. 1/139.0139.5 1- S Kkumvlstoren-6. 238.5 A. E. 6. Anhalter Kohle Aschaff. Zeilstoft nalcke U Basalt Bayr. Motoren Bemberg Berger Julius Bergmann El. Berl. Nr. u. Licht Maschinend. Boderus Chaf. Passe Chem. Geisenk. Cont Gumm aimter Benz Otsch. Atlant. Otsch. 119.7119.7 4131 7131.2 6127.6133.0 4120.01200 0 73.0 73.6 79/146.0—. 0144.2144.5 6/148.0 S 433 10162.7/162.0 Conti Gas 5/119.5 Kabel 117.0118. 110.00 alh 61/148.2/148.0 61119.5119.7 120.2 " Linoleum " Steinzeug " Tel. u. Kad. " Watien " Eisenhdl. Dierig Oittmann Neuh. Otmd Akt.-Brau. 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Kromschrosder Kronprinz Metall Köppersburch 6/160.0160.0 6136.2137. 0 77.1 78.5 9—. 0 87.5 4117.8 7155.2 155.4 r9137.0137.4 9—. 130.0 17.5 171.2 162.2 167.0 115.6 10 asquin Rhein. El. Werke Rhein.-.-Katt Riebeck Montan Rosenthal Porz. 0Rötgerswerke gachsenwerk Sachtieben Sarotti Schlegel Schles. Berg. Beut Elekte. u. 6as Schubert a Saizer Schultheiss-Patz. Seiffert Franz Siegersdorfer W. Siemens Glas Siem. a Heiske Stollberger Zink .2 130.0 17.6 172.5 151.0 151.0 — 199.01 118.0118.0 138.0138.0 167.0 157.5 144.5 540 45.7 126.0 103.5 153.0 115.0 975 103.2 154. 125.7 137.0 115.0 140 0 140.5 4101.5 0/105.0 8/146.0 5/122.0 10202.2 0 99. 125. rhüringer 6as Tuch Aachen Union chem. er. Bautzen Pap. Ver. Otsch. Nick. Ver. Glanzstoff WVer. Ultramarin Vogel Draht agner& Co. Wandererw. Warsteiner Grub. Westtalen Draht Wicküler Brauerei 7eiß Mkon Zellst. Walcdhof 1160 98.0 10166.2 145.5 156.5 123.5 161 5/162.6 111.7/112.5 61—. 141.0/141.5 146.0s145.5 116.7 92.2 165.21 147.0 156.5 122.5 Verkehrswerte 136.0 A. 6. für Verkehr Boch.-Geisenk. Hapag Hamb. Södamer. Nordd. Lloye 75.1 130.7 77.2 135.0 76.0 131.5 78.0 Freiverkehrewerte 96.8 113.0 83.0 Ford Motor Karstadt Oberbedart Scheidemandel Ufa-Film 45 Mölh.-Ruhr Anl. 45 Ruhrverbd. Anl. 36 45 Pr. Ldpf. A. Pfd. I5 Ldbk. Westt. Pfd. 45 Ldbk. Westf.Kom. 15 Ot.Komm. Goldan! 145 Westf. ldsch. Pfdi 45 Ot. Hyp. B. Bin., Pfa 45 Pr. Centr. 80d. Pfd 4# Pr. Pfodr. Bk. Pfd. Basalt Obl. Chem. W. Easen. St. Concord. Berg. Obl. Gelsenberg Benzin 5 Gelsenber Bergw. 5 Hoesch.-6. 5 Köcknerw. Obl. 45 Krupp s Krupo 5 Mitteldt. Stahlw. 5 Mont Cenis Obl. 5 Union Rh. Braunkohlen-Kraftstoff 45 Ver. Stahl 60 45 Ver. Stahl 41/51 5 Ver. Stahl 45 Harpener 5 Siem. 4 H. Obl. 6 Farbenbonds 121.5 71.0 Rentenwerte 15 Ot. R. Schatz. 41 4 Df. R. Anleihe 44 5t O. R. vounganl 45 Reichsbahn Sch. Westfalen Altbesitz 45 Bochumer Anl. 45 Duisburger Anl. 45 Dösseldorfer Anl. 45 Elberfelder Anl. 45 Essener Anl. 103.7 100.7 137.8 99.8 99 5 99.8 99.7 103.7 100.7 137.8 99 5 lumschuld. Anleihe R. Schuldd. F. 36 Schuldd. F. 40 R. Schuldb. F. 42 Schuldb. F. 41/0 s Essen, Steink. 42 45 Harpener 49 45 R. W. E. 8205 5 R. V. E. 30 ## Ruhrchemie 36 45 Ruhrges 53 45 Ruhrwasser 9: 45 Ruhrwohng. 38 45 V. E. W. 82 100.0100 100.0 99. 99. 799 99.6/100 —. 99. 100.0100 100.0100 100.0130 192 b 102.1 102.|102 100.0 99. 102.11102.3 102.111023 101.5/101 102.71023 95.7 99.5 102.3 185. 130.0 27.5. 316 95.5 100.|100 100.0100 99.2100 1019103 98.2 99. 98.0 99. 101 31033 98.0 99. 99.5/101 98.0 99.3 99. 511010 91.7 99 27.5. Geld 95.5 100 AirSNFGTES wlchan dich zum Mlodemshan die dondt.-— Radar undor druchlanende Gelder müssen auf dem Wege über die Banken der Wirtschaft zugeführt werden. Wir stehen zu vertraulicher Beratung gern zu ihrer Vertügung. Sommern= und Prugd.=Kanlk Filiale Bochum Wilhelmsplatz-4, Fernepr. 60013 killionen Reichsrsicherungen mit Nillionen Reichsund 40 Millionen rk. Jahresüberus wird der Ge1g von 3 Millio= nark überwiesen, dende von 7 Protilwerke AG. in de vorgeschlagen. Anleihestock soll in Berlin. int Dividende be; w e i t e r e E r g ä n die Rohstoffbasis 1. Der Ausbau gelische Vorsorge, erlin. Ende 1937 t rund 590 Milne. Reingewinn hlich der Gewinnird Ende Avril 0 Millionen RM. erlin. Auf 11,6 id 8 Prozent Diektrizitäts AG. in teilt, beschloß der einer Dividende Hiervon erhalten dährend 3,55 Proen(im Vorjahre 6 Prozent an den in Langenbielau. lmengen reichten nach den sehr beus. Dividenden„5 Millionen RM. it).— Rhenaniarg. Die zur Shellür 1937.2 Milegenüber 5,9 Milr die Verwendung Dyckerhoff Portneburg. In der ½) Prozent Diviourde von 23 auf i den Zementverrze eine mit weitnmission die zwierde, und der Zeng. Vorschläge für reiten. Sämtliche on einstimmig geSamstag Sonntag, 28./29. Mai 1938 dlich rse in Düsseldorf rkten war wieder orgenommen wurden agen. Im allgemeiäußerst klein. Nach it Befestigungen ein. sig. teilweise kam es kurenbörse kam Freiverkebrszu den Kohlenaktien rt bezahlt. Im allekten war zunachst er. Die Börse nahm nsang vor. Die Zuß. Die Anleihe: ßere Veränderungen. Umschuldungsanleibe tadtanleihen waren 34) RM. .40) RM. och 137.45) RM. 6,91½) RM. 7) RM. littwoch 56.80) RM. .10) RM. fandbriefmarkt etwas irse war etwas fester. ändert. Am GeldProzent. zu Berlin 100 kg. sonst per 100 kg ug vom 27. Mai 1938: Original=Hütten=Alucken: 133 Reichsmark. en, Walz oder Draht: Mölh.-Ruhr Anl. Ruhrverdd. Anl. 36 Pr. Ldpf. A. Pfd. Ldbk. Westf. Pfd. Ldbk. Westf. Kom Ot. Komm. Goldan! Westf. ldsch. Pfdl Ot. Hyp. B. Bin. Pfd Pr. Centr. Bod. Pfo Pr. Pfdbr. Bk. Pfd. Sasalt Obl. Shem. W. Easen. St. Concord. Berg. Obl. Jelsenberg Benzin Gelsenberg Bergw. Hoesch.-6. HKlöcknerw. Obl. Krupp Krupe Mitteldt. Stahlw. Mont Cenis Obl. Union Rh. Braunkohlen-Kraftstoft Ver. Stahl 60 5 Ver. Stahl 41/51 Ver. Stahl 5 Harpener Siem. ap; H. Obl. Farbenbonds wuld. Anleihe uldb. F. 36 wuldb. F. 40 uldb. F. 42 uidb. F. 41/8 n. Steink. 42 rpener 49 N. E. 32/ E. 50 hrchemie 36 hrges 33 rwasser 83 Arvohng. 38 E. W. 50 /1000 0 99.7 7 99.6 6/100.0 99. |100.0 |100.0 0/190.0 101g3 98.0 99.5 99.51101.0 98.0 99.5 99.5/101 91.1 Mi vat-Bank 2-4, Fernspr. 60013 E Reise- und Räder-Reilage des„Bechuner AnzeigerPßingsten— das liebliche Fest! Niedersächsische Pfingstziele vom Fels bis zum Meer Pfingstzeit ist die lieblichste Zeit im Jahreslauf. Von jungem Grün übergossen sind Wald und Flur, Taler und Berge. Eigentlich ist es in diesen Tagen überall reizvoll zu wandern und zu rasten. Da bleibe, wer Lust hat, mit Sorgen zu Haus! Wir ziehen zu Pfingsten die Wanderstiefel an und fahren durchs grüne, blühende Niedersachsen. Wir halten Pfingstandacht im hohen weiten Walddom und lassen Pirol und Kuckuck die Pfingstorgel spielen. Ueberall ist zu Pfingsten„etwas los“, volkstümliches Pfingstbrauchtum hier, festliche Veranstaltungen der Kurverwaltungen da, hier begegnen wir vielleicht dem Pfingsthutz in seinem kultischen Laubgewand, sehen dort Pfingstreiter heim ritterlichen Pfingstspiel. Wo es am schönsten ist in Niedersachsens vielfältigen Landschaften, darüber seien hier einige kurze Hinweise gegeben. * Pfingstglück in besonders reizvoller Art umblüht uns in den schönen Kurorten Niedersachsens. In Bad Salzuflen, Bad Oeynhausen, Bad Driburg, Bad Nenndorf, Bad Eilsen, Bad Rothenfelde, Bad Münster, in Bad Harzburg und natürlich in dem wunderschönen Bad Pyrmont. Man muß ja nicht unbedingt krank sein, um sich der Schönheit dieser blühenden Kurorte zu erirch freuen, durchaus nicht! * Zu froher Pfingstwanderung lockt ein ganzes Dutzend kleiner Gebirge des Weserberglandes zu beschaulichem Streifen durch goldgrünen Buchenwald und dunkle Fichtendome, über Bergwiesen, an glitzernden Bächen entlang, zum Schauen von Bergeshöhe in die blaue Frühlingswelt. Aus dem Raabelandchen steigen wir zur Höhe des stillen Solling hinauf, mit seinen Forsthäusern und Sommerfrischen Neuhaus, Silberborn, Hellental. Weserpforte oder Rinteln führen uns zum Wesergebirge mit seinen Burgen, Felsen, Wäldern, Stromblicken. Bad Münder ist ein günstiger Ausgangspunkt zu Süntel, Deister, Osterwald. Der Kötersberg lockt. Hochauf kurvt die Waldstraße zur Höhe des Hils mit dem Raabeturm über Grünenplan. Der Ith wartet auf mit einer romantischen Felskraxelei. Der kundige Wanderer ist nicht verlegen um ein grünes Bergziel im Weserland! * Drüben im Westen blauen die Höhen des Teutoburger Waldes. Da blühen Anemonen und Veilchen am Wanderpfad und die Silberbuchen und weißen Birken schauen pfinstselig drein. Vom lütgen Horn steigen wir am glitzernden Silberbach hinauf zur Kuppe des Völmerstot. Dann ragen wie versteinerte Eddasage die Exsternsteine über geheimnisvollem See, schweigend ihre uralten Sternengeheimnisse hütend. Auf der Grotenburg aber reckt Hermann der Cherusker sein mächtiges Schwert über den sonnübergossenen Waldfrieden der goldgrünen Berge und Täler. Horn, Holzhausen, Berlebeck, Hiddessen und hier einige gastliche Rastplätze. * Zum großen feierlichen Pfingstdom wird uns immer wieder der Harz, wenn wir die großen Straßen meiden und rechtzeitig Quartier bestellt haben. An Pfingstgästen mangelt es nie im Harz; Pfingsten 1937 wurden an den Harzstraßen nicht weniger als 225000 Personenkraftwagen gezählt. Aber der Bergfrühling ist im Harz eingezogen, das ist die große unwiderstehliche Lockung. Finkenmanöver locken in Benneckenstein, Hohegeiß, Thale, Bennungen feiert Questenfest, im Mansfeldischen tanzen„Dreckschweine"(Pfingstburschen) ihren Rüpeltanz. Aus den bunten Randstädtchen Goslar, Wernigerode, Nordhausen wandern wir tannengrüne Pfade in die maiengrüne Romantik der Berge und Wälder, der kleinen Bergstädte und Kurorte. Selketal (für Autos gesperrt), Bodetal, Okertal, Innerstetal, Brocken, den Kurorten Schierke, Elend, Braunlage, Harzburg, Hohegeiß, Tanne, Bad Sachsa, Bad Lauterberg, Hahnenklee=Bockswiese, den reizenden Bergstädten Lautental, Wildermann, Bad Grund, Clausthal=Zeuer= feld, Altenau, St. Andreasberg, Stollberg— um nur einige Harzorte zu nennen— gilt die besondere Liebe der Pfingstwanderer. * Einsam und still träumt die Lüneburger Heide. In dem riesigen Heidegebiet zwischen Celle, Lüneburg, Hamburg, Bremen, drängen die Pfingstgäste nicht so zusammen, wie an den Glanzpunkten des Gebirges. Hier und da treibt die Heidejugend ihre Pfingstspiele mit dem Pfingstfuchs. Die Heidebirken haben ihre festliche Zeit. Ehrwürdig ruhen die uralten Heidehöfe unterm Eichenkamp. Als eine ihrer vier hohen Zeiten liebte Löns das„liebliche Maienfest“ der Heide besonders. Wo nun wandern und rasten? Stimmungsvoll sind die Heidegebiete der Südheide um Müden, Hermannsburg, Lutterloh; vom Heidekurort Fallingbostel sind Lönsgrab und die 11 Kilometer entfernten sieben Steinhäuser erwanderungswert. Von Soltau aus ist die Hohe Heide um den Naturschutzpark des Wilseder Berges nicht weit mit den Heideorten Schneverdingen, Ober=Haverbeck, Volkwardingen, Bispingen, Borstel, Hützel und die Raubkammerheide. Heidekönigin aber ist Lüneburg, die schönste im„wunderschönen Land". * Sie möchten über Pfingsten Sceluft genießen, Badefreuden am Meeresstrand erleben? Ein ausgezeichneter Gedanke! Am leichtesten erreichbar sind die Küstenbäder der Nordsee, das vielbesuchte Kuxhaven und das benachbarte Wattbad Duhnen(mit dem Karrenweg nach Insel Neuwerk), dann Wilhelmshaven und eine Reihe kleiner Küstenbäder am Jadebusen, wie Tossens, Burkleiner Küstenbäder am Jadebusen, wie Tossens, Burhave, Eckwarden, Dangast, Rustersiel, Horumersiel, als ruhige Familienbäder ohne mondänen Betrieb Zu xeichen sind natürlich auch die sieben glücklichen n Münsterland— Land der Wasserburgen Schloß Nordkirchen, das„westfälische Versailles“. Aufnahme: Henke, Verkehrsamt der Stadt Münster Betrieb. Zu erreichen sind natürlich auch die sieben glücklichen Inseln Wangerooge, Spiekeroog, Langeoog, Baltrum, Norderney), Juist und Borkum in ihrem wogenumbrandeten BeR önes tgerkl Inselfrieden. Mit Pfingsten setzt der rege Badebetrieb der Sommersaison ein. Niedersächsische Pfingstziele vom Fels bis zum Meer — das ist ein umfangreiches und beim besten Willen nicht zu bewältigendes Ausflugsprogramm für Wanderer, Radfahrer, Kraftfahrer, Erholungsfrohe. Ja, da bleibe, wer Lust hat, mit Sorgen zu Haus, wir fahren in das grüne, blühende Niedersachsenland, zumal die Festrückfahrkarten der Reichsbahn mit 33½ Prozent Ermäßigung von Donnerstag vor bis Donnerstag nach Pfingsten Gültigkeit haben. Glückliche Pfingstfahrt! Conrad Haumann Harmonie dreier Kulturen D. V. Deutschland ist reich an wechselnden Landschaften, aus denen eine Fülle alter und neuer Städte und Dörfer blüht. Der Norden mit seinen weiten, verschwimmenden Ebenen ist anders als das Bergland am Rhein, Ostpreußen zeigt ein anderes Gesicht als Sachsen, doch überall ist der gleiche Herzschlag zu vernehmen, der deutsche. Wo auf einem verhältnismäßig engen Raum zusammengedrängt findet man auf der Welt ein Reich, in dem eine so anregende Vielheit alter Kultur neben der geballten Wucht technischer Neuzeit zu sehen ist? Auf einer Reise nach Bayern zum Beispiel erlebt man Wunder über Wunder, denn in dieser schon südlicheren Landschaft ist um alle Dinge eine stärlere Leuchtkraft. 4 Die größte Entdegung aber ist die Entdegung dreier Elemente, die das Land formen und bilden. Da ist zuerst das alte Frankenland, dann das derbere Bajuwarien und schließlich der alte schwäbische Kulturraum. Franken grüßt mit wundervollen Städten, mit Nürnberg, Würzburg, Bamberg, Rothenburg ob der Tauber, Bayreuth, Ansbach, Forchheim, um einige nur zu. nennen, in denen die Zeiten vom Mittelalter bis zum Barock in unvergleichlichen Bauten und Kunstwerken ihren Ausdruck gefunden haben. Im alten Bajuwarien beglückt uns die heitere Aufgeschlossenheit und Erdverbundenheit der Menschen. Nicht ohne tieferen Sinn begann in München, dem alten Kulturzentrum, die Erneuerung des Reiches. Passau an der Donau schwimmt wie ein reizendes Steinschiff in den verdämmernden Abend. In seinem Bannkreis ist das allen Deutschen heilige Nibelungenlied aufgezeichnet und gefunden worden. Regensburg mit seinem uralten Dom und der nahen Walhalla ist allein eihe Reise wert. Von den vielen Seen, die wie blaugrüne Augen der Landschaft sind, ist wohl der Chiemsee der schönste. Viele Seen birgt dieses Land: den Starnberger See, den Ammersee, den Tegernsee, den Kochelsee, den Walchensee, den Eibsee und andere mehr, jeder hat seine Liebhaber und Freunde. Die sanften Vorberge mit den Wäldern und Matten und die erhabene Urwelt der Alpen sind herrlich wie am ersten Tag. Von den Allgäuer Alpen über Augsburg bis Nördlingen und Dinkelsbühl reicht der schwäbische Kulturkreis, der dem bajuwarischen und fränkischen an geschichtlichen Erinnerungen und reizvollen Landschaften nichts nachaibt. Das Land Bayern aber ist durchaus nicht ein Museum geschichtlicher Erinnerungen. Munchen und Augsburg sind Industriestädte, wie das schöne, abseits liegende Amberg oder das goldene Augsburg, das ein bedeutendes Textilzentrum ist. In Augsburg am Lech erschien die erste deutsche Zeitung. Von hier aus wurde die erste deutsche Ueberseekolonie in Venezuela durch die Welser gegründet. Die Fugger wurden durch ihr Geld eine Weltmacht, mit der die deutschen Kaiser rechnen mußten. In Augsburg wurde der Vater von Wolfgang Amadeus Mozart geboren. Noch heute blüht das Geschlecht der Mozart in dieser Stadt, deren Maximilianstraße einmal eine Straße in die Welt gewesen ist.. Patkauhus F i2 8. Kennt ihr den Zauber von Roryenvurg ov der Tauber, von Dinkelsbuhl und Nördlingen? Diese drei Städte werden immer gemeinsam genannt und sind das Ziel vieler Reisen. Sie sind ein Dreiklang aus der deutschen Geschichte, und jede Stadt hat ihren besonderen Ton.„ Bayern ist wirklich ein Land, in dem der Mensch in jeder Jahreszeit das findet, was er sucht: große Städte und verträumte Marktflecken, alte Burgen und merkwürdige Städtchen, schöne Tore und himmelaufragende Dome, herrliche Brunnen und bezaubernde Brücken. In der Bayrischen Ostmark hört er in den tiefen Wäldern die große Einsamkeit rauschen, in den Münchener Museen warten erlesene Kunstschätze auf ihn wie im Nürnberger Germanischen Museum, er kann einsam sein oder gemeinsam, wie er will und wonach ihn sein Herz drängt.„ In diesem einzigartigen Zusammentlang von fränkischem, bajuwarischem und schwäbischem Geist und Gemüt, in diesem harmonischen Zusammenklang dreier Kulturen kann der Mensch alles finden: Traum und Wirklichkeit, Besinnung und Heiterkeit. Eine Reise nach Bayern blendet nicht, sie erleuchtet. Max Barthel Nächtliches Fest des Feuers Wieder„Rhein in Flammen“ am Niederrhein Den Auftakt zu den diesjährigen Rheinbeleuchtunen, die der Landesfremdenverkehrsverband Rheinland seit Jahren unter wachsender Anteilnahme der Zuschauer, die weither aus dem Reich und auch aus dem Ausland zu diesem Ereignis kommen, dreimal durchführt, bildet „Der Rhein in Flammen“ am Niederrhein am 11. Juni. Der„Rhein in Flammen“ am Niederrhein, dem dann die gleichen Veranstaltungen am Siebengebirge von Linz bis Bonn und am Mittelrhein von Braubach und Rhens bis Koblenz=Ehrenbreitstein folgen, ist die strahlende Ouvertüre zur fünften Niederrheinischen Heimatwoche in Duisburg, am Vorabend des Internationalen Eifelrennens für Wagen und Motorräder auf dem Nürburgring. Der„Rhein in Flammen“ auf der Strecke Rheinhausen bis Duisburg und Homberg ist ein nächtliches Fest des Feuers am eisernen Strom, ein fesselndes Schauspiel, eine eindrucksvolle Verherrlichung der gewaltigen Industrielandschaft, die sich an der Ruhrmündung als Zeichen deutscher Schaffenskraft entwickelt hat. Rad Mergentkeim im schönen Frankenland .. wir woll'n zur schönen Sommerszeit ins Land der Franken fahren!“ Wen packt nicht bei Scheffels Wanderlied die Sehnsucht nach Franken? Zum So oft verherrlichten Frankenland gehört, so paradox es klingen mag, der nördlichste Zipfel von Württemberg, das„Burgen= und Schlösserland". Nordwürttemberg—Hohenlohe—Franken. Der Zauber der Unberührtheit liegt noch über ihm, denn erst der zunehmende Verkehr lüftet etwas den Schleier über dem schönen und malerischen Erdenwinkel zwischen Württemberg und Rothenburg, Bad Mergentheim und Schwäbisch=Hall. Allerdings, wer sich Bad Mergentheim zum Ferienaufenthalt erwählt, oder dort seinen inneren Menschen durch die Mergentheimer Heilquellen„in Ordnung bringt, dem wird es leicht fallen, hier den Entdecker zu spielen, denn Bad Mergentheim liegt im Mittelpunkt des Gebietes Hohenlohe—Franken, und auch die strengste Kur läßt noch genügend Zeit zu Ausflügen im fränkischen Württembereg.. M... 6. Bad Mergentheim selbst, ist ein altes und sehr interessantes Frankenstädtchen— eine frühere Deutschordensresidenz—, welches um seiner selbst willen verdiente, bekannt zu werden. Doch es sind seine Quellen, die von ihm künden und seinen Namen hinaustragen auch über die Grenzen des deutschen Vaterlandes. Jene Quellen, zu denen heute Gallen= und Leberleidende, Magen= und Darmkranke, Zuckerkranke und Fettleibige kommen. Es ist eine eigene Geschichte um dieses Heilwasser, denn schon vor 2500 Jahren badeten die Kelten, die Menschen der Stein= und Bronzezeit, darin. Dann wurde es still um die Heilquellen, durch einen Bergrutsch verschüttet, ging ihr Weg im Unterirdischen dem Bett der Tauber zu. Mergentheims Geschick und Gesicht hatte sich gewandelt, war groß geworden mit der Macht der Deutschordensritter und sank mit deren Ausweisung aus der Stadt. Einem armen Schäfersknecht war es vorbehalten, Mergentheims Geschick zu wandeln, denn seine Schafe entdeckten die längst dasthof-Pension Adler, Weitnau Jhllgäu Fernrut 25. Neu hergerichtet. Zentralheizung, fließ, kalt. und warm. Wasser, eigene Metzgerei. Pension.80 RM. L. Biebel Haslach 1. K. Schwarzwaldbahn, bietet schönsten Sommeraufenthalt Herrl. Waldspaziergänge. 700 Mtr. ü. d. M. Fluß-, Strandund Sonnenbad. Museum A A PEA EEn E Die.-.Bäderbeilage Dein Ferienberater St. Georgen waldbahn 800—1000 Meter. Hotel Adler, neues mod. Haus, Südlage, fl. Wasser, Glasver., Liegeterr., vorz. Verpfl. Pens. ab m.60 Tel. 114. Gar. Prospekt. Otto Braun, Küchenchef. Luftkurort Mitteltal b. 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Glückwünsche 14,00 Mittagsmeldungen 15.45 Wirtschaftsmeldungen 19.00 Erste Abendmeldungen 22.00 Zeit. Wetter Nachrichten Espate Sonntag im Großen Walsertal(Vorarlberggebiet) Aufnahme: Landesfremdenverkehrsverein Vorarlberg(Bregenz) versickerten Heilquellen wieder am Ufer der Tauber, und Mergentheims Gesicht erhielt das Gepräge eines Heilbädes. So wurde dieses Frankenstädtchen, die einstige Deutschordensresidenz, Heilbad. Und sie vertragen sich gut, die alte Residenz und das junge Heilbad, denn sie ergänzen ch in wunderbarer Weise zu einer harmonischen Einheit. Das Frankenland in seiner landschaftlichen Schönheit, mit Burgen und Schlössern, reizvollen Städtchen und kleinen Dörfern, mit Bauten aus glanzvoller Vergangenheit, mit Kunstwerken eines Riemenschneider und Grünewald, eines Peter Vischer und Balthasar Neumann, bildet den Rahmen um das fränkische Ritterstädtchen und Heilbad Mergentheim. ist gesichert. Und Sie? Wissen Sie schon wohin Sie fahren wollen? Gehen Sie doch auch ins Reisebüro! .00 .05 .15 .00 .30 10.30 11.30 12.00 Am 18. Juni beginnen in Nürnberg Die Urlaubsliste Jedes Jahr zu Anfang des neuen Geschäftsabschnitts im April, spatestens im Mai, geht der Bürodiener oder der Chef selbst geheimnisvoll schmunzelnd durch den Betrieb und überreicht ein Rundschreiben, das bei allen Berufskameraden sichtlich Freude auslöst. Es ist die Urlaubsliste. Entgegen aller sonstigen Gepflogenheit beginnt nun ein Larmen und Lachen im Büro, ein Laufen und Rennen, ein Frage= und Antwortspiel. „Gretel, wann fährst du?“„Herr Meyer will natürlich wieder an der Ostsee Hahn im Korbe werden!"„Fräulein Müller, kennen Sie die Alpen?"„Wenn ich nur wüß.;, ob ich im August eine preiswerte Pension ißte, ob ich im August eine preis,irr..10# finde! Hunderte Zurufe und Fragen schwirren durch die Räume. Am Abend soll die Urlaubsliste abgeliefert werden. Aber sie ist nur von einem Teil der Belegschaft ordK W SO SASTee!? M W Abmmkartintus die festlichen Aufführungen des Opernhauses mit „Lohengrin". Weiter sind vorgesehen für den 19. Juni Dr Graf von Luxemburg, den 21. Juni„Der Vogel22. Juni„Die lustige Witwe und den „Der handler“, den 22. Juni„Die„lustige Witwe“ 23. Juni„Die Meistersinger“. In Salzburg werden während der Sommermonate wieder Aufführungen des bekannten Salzburger Künstler=Marionettentheaters geboten. Den Höhepunkt der Spielzeit wird Mitte Juli— zum 25jährigen Bestehen des Theaters — die Uraufführung eines Puppenspiels„Don Juan' aus dem 16. Jahrhundert bilden. 14.00 15.00 15.30 16.00 In Schlagamühle bei Hohenstein, der sog. Russenfalle, wo 1914 in der Schlacht von Tannenberg 10000 Russen gefangen wurden, ist eine neue Gaststätte eröffnet worden. Sie ist im Stil der oberländischen Vorlaubenhäuser gehalten und bietet auch Wassersportlern gastliche Bleibe. Am 25. Mai wurde die neue Autostraße Jonsdorf—Hain—Oybin dem Verkehr übergeben, mit deren Fertigstellung die bisher fehlende günstige Querverbindung im Zittauer Gebirge geschaffen ist. Gleichzeitig wurde auch die neue Hochwaldvaude eröffnet, die an Stelle der 1937 abgebrannten errichtet worden ist. 17.00 18.00 Hafenkonzert auf dem Dampfer„Deutschland“ Gedanken der Zeit. Von Richard Evringer Wir tanzen im Maien. Reigenlieder und Bauernmusiken....".918 Meimer) Das Lied der Getreuen(uus Weimar). Moraenfeier des Reichsführerlagers der HJ. Musik am Sonntag morgen..g. 116 Junge Mannschaft. Aufnahme der musikalischen Abendveranstaltung des NSD. Studentenbundes während der Reichsmusiktage in Düsseldorf. Der Chor des NSD. Studentenbundes am Landeskonservatorium. Leipzig, das Studenten=Orchester der staatlichen Hochschule für Musik, Köln Im Heimathaus zu Telgte. Aus Anlaß der 700=Jahr=Feier der Stadt Mittagskonzert. Westmark=Orchester Aachen(Detlev Grümmer). 1. Ouvertüre„Tancred„Kossini). 2. Aus der„'Arlesienne=Suite(Viget). 3. Konzertwalzer(Glasunow). 4. Melodien aus „Preciosa“(Weber). 5. Wiegenlied(Schubert). 6. Lyr. Suite(Grieg): a) Hirtenknabe, b) Norwegischer Bauernmarsch, c) Nocturno, d) Zug der Zwerge. 7. Ouvertüre„Die schöne Galathee“ (Suppé). 8. Die Schönbrunner, Walzer(Lanner). 9. Ständchen(Heykens). 10. Ouvertüre „Das Veilchenmädel"(J. Hellmesberger). Wiener Volksmusik(Komzak). 12. Wien breibt Wien, Marsch(Schrammel) Melodein aus Köln am Rhein Ein Blättlein Kunterbunt... bringen Kölner Jungmädel. Lustiger Rätselfunk„„,„ 54. Nachmittagskonzert. Kolner Rundfuntorchester (Leo Eysoldt). Willi Beuster(Baß). 1. türe zu„Der Freischütz"(Lortzing). 2. Verliebtes Intermezzo(Newin). 8. Sinfonische Fantasie über das Hindulied von Rimsky=Korssakow(Mielenz). 4. a) Am Koblenzer Eck, Lied(Czernick); b) Manon, Lied(Winkler). 5 Hopak, kleinrussischer Kosakentanz(Tschaikowsky). 6. Liebeswalzer(Reger). 7. Aus der Cuite„Aus meiner Heimat"(Roland):). An der Waldmühle; b) Halali. 8. a) Bunte Reihe, Polka(Munsonius); b) Schönes Venedig, Polka(Alex). 9.=Uhr=Tee bei Robert Stolz, Melodienfolge(Dostal). 10 a) Vor meinem Vaterhaus, Lied(Stolz); b) Was ich längst erträumte, Lied(Lehar). 11. Straußiana, Fantasie über Walzer=Themen von Joh. Strauß (Börschel). 12. a) Eulenspiegel(Kapplusch); b) Der Kreisel; c) Bella Dolores(Kapplusch) 13. Zigeunertanz, aus den„Zigeunerszenen“(Bizet). 14. a) Mailied(de Micheli); b) An den Frühling (Grieg). 15. Konzertstück über Leo Eysoldts Lied „Ich weiß, daß wir uns wiederseh'n(Mausz). 16. Der Tanz, neapolitanische Tarantelle(Rossini) Hier meldet sich die Reichsgartenschau Essen(EinVerhör um Mitternacht. Ein Kriminalspiel von Axel Ivers zilianische Vesper“(Verdi). 2. Als Sieger kehre heim, Arie der Aida aus„Aida“(Verdi). 8. Ballettmusik aus„Aida“(Verdi). 4. Arie der Michaela aus„Carmen“(Bizet). 5. Serenata „ Nangk; Tarantag 14.10 15.00 15.30 16.00 18.00 18.20 19.10 20.00 20.40 21.00 22.30 24.00 (Ratenghi). 6. Venezia e Napoli, Turentaug (Liszt) Melodein aus Köln am Ryein Kinder, hört zu. Wir erzählen die Geschichte von Fridolin Kribbepik Blick in die neuesten Zeitschriften Nachmittagskonzert. Kurhessisches Landesorchester Kassel(Paul Doerrie). 1. Ouvertüre zu„Undine“ (Lortzing). 2. Die Mühle(Raff). 3. Fantasie aus „Hans Heiling“(Marschner). 4. Ballettmusik aus „Die lustigen Weiber"(Nicolai). 5. Ungarische Tänze Nr. 2 und 7(Brahms). 6. Sylvia, Ballettsuite(Delibes). 7. Kinder=Festouvertüre(Rust). 8. Im Liebesgarten, Intermezzo(Hartung). 9. Lysistrata=Walzer(Lincke). 10. Melodien aus„Der Graf von Luxemburg“(Lehar). 11. Rolemarie, Konzertparaphrase(Kapplusch). 12. Mein Edertal, Marsch(Woelling) Die beiden Brüder. Erzählung von H. Stahl Musik unserer Zeit— Werke von W. Hammerschlag. Daniel A. Schmidt(Bariton); Erich Rummel(Klavier). 1. Fünf romantische Gesänge für Bariton und Klavier. 2. Stimmungen, fünf Stücke für Klavier: Wehmut; Freude; Besinnung; Zwischen Scherz und Ernst; Uebermut Die Woche fängt gut an(Ernst Kalthoff) Nun laßt uns singen das Abendlied Westdeutsche Wochenschau Die Tageszeiten. Ein Sing= und Spielkreis für Soli, gemischten Chor und Orchester von Georg Philipp Telemann. Elisabeth Schmidt(Sopran); Johanne Marie Unkel(Alt); H. Stracter(Tenor); Hans Georg Teumer(Baßbariton); J. Mühlen(Cembalo); Robert Grote(Viola da Gamba); das Kölner Rundfunkorchester und der Rundfunkchor(W. Adams) Nachtmusik und Tanz. Das Kölner Rundfunkorchester(Leo Eysoldt) Nachtmusik. Unterhaltungsorchester(Hermann Hagestedt) und das Unterhaltungs=Sextett(Aufnahmen) CUSLDENENE 10.00 10.30 12.00 19.10 20.00 Bad Orb hat in einem eingefriedeten Wald an den Hängen des Spessarts einen Wildpark eingerichtet, in dem Edel=, in der Hauptsache Damwild, ausgesetzt wurde. Die Kurhausbetriebe in Ostseebad Binz auf Rügen, zu denen neben dem Kurhaus auch das Hotel Kaiserhof gehört, find jetzt in arischen Besitz überführt worden. Sie werden am Pfingstsamstag, 4. Juni, wiedereröffnet. nungsgemäß ausgefüllt; denn viele konnten noch keinen Zeitpunkt angeben, wann sie ihren Urlaub vernungsgemäß ausgefüllt; denn viele.kr genauen Zendunttangeden, wann sle ihren Arlaub verbringen wollen. Es ist jedes Jahr so. Warum?— Weil sich die meisten nicht schlussig sind, wo sie die Ferien verbringen sollen, bzw. um wenig Geld verleben können. Von dem Wo ist zumeist auch das Wann abhängig.— Die ganz Schlauen sind schon frühzeitig ins Reisebüro gegangen und haben sich dort Auskunft und Rat geholt. Mancher hat sogar eine Anzahlung auf eine Gesellschaftsreise gemacht. Der Urlaub für dieses Jahr Bayreuth hat einen Zeltlagerplatz für Autowanderer angelegt, der mit Wasserleitung und Stromanschluß versehen ist und Abkoch= und Bademöglichkeiten bietet. Der Platz ist nicht weit von der Stadtmitte entfernt und besitzt gute Zufahrtswege von allen Hauptverkehrsstraßen. nicht weit von der St..I. xlehrsstraß Zurahllrwege von allen Hauplverkehrrstraßtn. In Kleve am Niederrhein findet zu Pfingsten das zweite Internationale Tischtennisturnier statt, an dem sich über 150 Holländer und auch einige Belgier beteiligen. 21.30 22.20 22.30 24.00 Barnabas von Geczy spielt „Dreiländerkonzert(Aus Aachen) Musik aus Belgien, Holland, Deutschland. Société Royal La Légia F. Jerome); Koninglike Zangvereeniging„Maastrichter Staar“(H. Heydendahl): Aachener Madrigalkreis(Jos Kuck); Städt. Gesangverin und das verstärkte Städt. Orchester. Aachen(General= musikdirektor Herbert von Karajan. 1. a) Le Rossignol(Grétry:) b) Le Réve(Bois). 2. a) „Herzlich tut mich freuen"(Lechner); b) Deutsches Frühlingslied(Gluck): c) Bitte(Krafft); d) Dort unter der Linde(Lang); e) Das Sausen im Walde(Siegl). 3. a) Erde(Czajanek); b) Hannibals Overtocht(Bocddin). 4. Schlußchor der Neunten Sinfonie(Beethoven) Kleine Kostbarkeiten aus dem Schallplattenschrank Das Ergebnis des Deutschlandfluges(Von Wien) Zu Unterhaltung und Tanz(Vom Deutschlandsender). Otto Dobrindt und Heinz Wehner. Fantasien auf der Welte=Kino=Orgel= aus dem„StellaPalast", Berlin; Mile Sagawe spielt(Aufnahme) Nachtmusik(Von Hamburg) .10 15.00 15.15 15.25 15.35 16.00 Von Pflanzen und Tieren und vom Brauchtum im Monat Juni Kindergarten Mittagskonzert. Das Kleine Rundfunkorchester (Franz Mihalovic). Ludwig Kusche und Ludwig Schmidtmeier(auf zwei Klavieren), Josef Kuehberger(Akkordion). Melodein aus Köln am Rhein Heitere Sprachglossen und Improvisationen am Klavier Heitere Zwischenmusik Himmel und Aed. Plattkölnisches von Lies Böhle Heitere Zwischenmusik Nachmittagskonzert. Kölner Rundfunkorchester (Leo Eysoldt). Helene Coccejus(Sopran). 1. Ouvertüre zu einer Komödie(Mausz). 2. An dich, Walzer=Serenade(Czibulka). 3. Aus der Suite„Das Erwachen der Blumen“(Drigo): a) Nocturno; b) Ballettwalzer; c) Pizzikato=Gavotte. 4. a) Ich träume immer nur von dem einen (Grothe); b) Hunderttausend Glocken läuten (Meisel). 5. Melodien a.„Lieselott“(Künnecke). 6. Ekstase(Ganne). 7. Humoreske(Rachmaninow). 8 Märchen aus dem Orient, Walzer(Johann stranß) 9 Jrüblings=Fanfare(Clemus). 10. Strauß). 9. Frühlings=Fansate Liebeslieder ohne Worte, Suit Stumme Werbung; b) Stelldichein; c) Liebeständelei. 11. a) Ich bin verliebt, Lied aus„Clivia“(Dostal): b) Tarantelle, aus„Gasparone (Millöcker). 12. a) Serenade(Albeniz); b) Barcarole(Albeniz). 13. Von Wien durch die Welt Hruby). 14. Tai Bad Hersfeld in Kurhessen hat eine neue geschlossene Wandelhalle erbaut, die durch einen Gang unmittelbar mit dem gleichzeitig erneuerten Badehaus verbunden ist. MS 10.00 Besuch bei Hagenbeck. Ein Gang durch den Stel12.00 Die Werkpause bei dem Rheinisch=Westfälischen Elektrizitatswerk, Betriebsverwaltung„Golden13.15 Schloßkonzert. Niedersachsen=Orchester(Otto Ebel von Sosen). Hilde Singenstreu(Sopran), vom Opernhaus Hannover. 1. Ouvertüre zu„Die si18.30 19.10 19.15 20.10 (Hrur.,, 14. Tarantelle(Spieß) Englische Unterhaltung Deutsches Turn= und Sportfest Breslau 1938 Schöne Stimmen Beim Mondenschein und reichlich spät... Zwei heitere Szenen von Paul Schaaf Alles tanzt mit. Ein bunter Tanzabend für jung und alt. Gaumusikzug XXI. des Reichsarbeitsdienstes(Josef Warwas) und das Tanzorchester (Hermann Hagestedt). Gesang: Ralph Maria Siegel 24.60 Volks= und Kunsttanz(Von Wien). Das Wiener Kammerorchester(Rudolf Pehm); die Spielmusik Hubert Zanoskar 20.30 N 4. 3 O Köln, die Domstadt am Rhein Heitere Tage— beschwingte Rbende# Fröhliche Fahrten ins rhein. Land Auskunft: Kölner Verkehrsverein, gegenüber dem Dom Hotelnachweis im Hauptbahnhof 00 an Rhein und Ahr X74 Erholungsstätte u. Mineralbau(Kohlensäurequelle) waldreiche Umgebung, neues, modernes Schwimmbad(Freibad). 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Aufstrebei Heimat W ein romai lischer Lag bergland, Wondert suchende konft und Die weil im Grüne holungse Juft und Kurhaus Bac (Deister Gerge, C des Deist Stohl- Ur gen Rheu ormut, Haut-, Fr Kein Los R6on Die Ro Weserbe des Bück deutsche Sage, K Inikur am Fuße d. Her Veranden. Ba0, Berg-A am Zentralbel Krömer in sämtl Reise= und Bäderbeilage des„B. A. Nr. 123 J Bochumer Anzeiger] Samstag Sonntag, 28./29. Mai 1938 len aus heimischen Natursteinen erbauten Häuser werden einen besonderen, für den Weinort charakteristischen Schmuck erhalten. Vor jedem Haus wird ein Weinstock gepflanzt, der Tafeltrauben trägt. Mit ihrem satten Grün im Sommer und den im Herbst aus buntem Laub golden leuchtenden Trauben, die übrigens auch an die Fremden verkauft werden sollen, werden diese Rebstöcke zur Belebung des Straßenbildes beitragen. Schierke am Brocken Die klimatisch bevorzugte Lage von Schierke ist bestimmend für den ausgezeichneten Ruf, den die Brocken gemeinde als heilwirksamer Kurort genießt. Die mächtige Berglehne des Hohnerückens am Brockengevirge, Barenberg, Winterberg und Wurmberg erheben sich schützend rings um Schierke und versperren lästigen, rauhen Winden den Zutritt in das sonst weitoffene, langgestreckte, dichtbewaldete Hochtal unterm Brocken. Durch die bis ins Ortsgebiet reichenden ausgedehnten Hochwälder tritt die Reinheit der Luft als wichtiger Heilfaktor auf; die Klarheit und süße Herbheit der Gebirgsluft des 640 Meter hoch liegenden heilklimatischen Kurplatzes ist für Erholungsbedürftige, wie für Reton valeszenten, Stoffwechsel= und Herzkranke nach dem Urteil arztlicher Autoritäten von hervorragender Wirmerkt erfolgte inzwischen der Uebergang von der Winterkurzeit zur Frühlingskur. Unter dem Schutz der Waldberge des Waldecker Berglandes vollzieht sich das Kurgetriebe in fast saisonmäßiger Fülle im Kurpark, zwischen dem Badehotel und der Wandelhalle mit dem Quellenausschank. Dieser Kurpark, der eingefügt in ein Seitentälchen liegt, bietet unbedingte Geborgenheit vor dem lauten Lärm der Welt: hier gesundet auch seelisch der Kranke, der mit dem heilkräftigen Wasser der Georg=Viktor= und der Helenenquelle Blasen= und Nierenleiden sowie Stoffwechselkrankheiten bekämpfen will. Weintrauben als Straßenschmuck D. V. Das Weinstädtchen Winningen an der Mosel hat jetzt eine„Generalreinigung“ des StadtAn den Fachwerkhäusern, deren Bad Salzullen Rechtzeitig zu Beginn der Hauptsaison konnten die Leseräume im Kurhaus von Bad Salzuflen in ihrer neuen Gestalt dem Gehrauch übergeben werden. Durch einen Anbau wurde ein neuer Raum gewonnen. Damit zusammen wurden die ganzen Räume, die bisher als Lesezimmer gedient hatten, neu ausgestaltet und eingerichtet. Alles ist auf Behaglichkeit abgestimmt, Teppiche dämpfen die Schritte. Tische mit bequemen Sesseln laden zum Lesen ein, nachdem man sich aus dem Regal an der Wand aus der großen Auswahl seine„Heimatzeitung“ herausgesucht hat. Anschließend befindet sich ein großer und luftiger Saal, ebenfalls mit schönem Ausblick auf den Kurpark. Bad Salzuflen hat auch damit wieder hewiesen, daß es stets bestrebt ist, seine Einrichtungen der von Jahr zu Jahr steigenden Zahl seiner Gäste anzupassen. Bad Kreuznach im Aufstieg Bad Kreuznach, eines der ältesten und bekanntesten rheinischen Heilbäder, das während der Besatzungszeit und in Auswirkung derselben lange Jahre in seiner tiger Maßnahmen der Stadt= und Kurverwaltung und der Aerzteschaft im besonderen seit der Zeit der Machtergreifung. Nachdem vor mehreren Jahren im Anschluß an das Kurhaus=Palasthotel ein Kursaalgebäude mit großem Konzertsaal, Konversations= und Lesesälen und anderen Räumlichkeiten erstellt wurde, erfuhr der Oranienhofpark eine völlige Neugestaltung. Das Strandbad, das in Verbindung mit den Liegewiesen an den großen Gradieranlagen einzig dasteht, wird bis zum Beginn der neuen Badesaison weiter vervollkommnet. sseinteilung idsmeldungen kwünsche n die Geschichte von ften ches Landesorchester vertüre zu„Undine“ ff). 3. Fantasie aus 4. Ballettmusik aus lai). 5. Ungarische 6. Sylvia, Ballettestouvertüre(Rust). lezzo(Hartung). 9. Melodien aus„Der ). 11. Rolemarie, ). 1 2. M e i n E d e r ig von H. Stahl e von W. Hammerariton): Erich Rumintische Gesänge für mungen, fünf Stücke e: Besinnung; Zwibermut rnst Kalthoff) endlied und Spielkreis für Orchester von Georg Schmidt(Sopran); ; H. S t r a c t e r( T e r(Baßbariton); J. t Grote(Viola da unkorchester und der Kölner RundfunkPruhiingein Pacsee. Luhende Gesündheit EINBERG Staatl. Teutoburger Wold em Burgen Warmquellen=Solbad, Rheuma, Herz Nerven, Frauen. mit dem schönen Freibad, weiten Wäldern. Moor und Heide. Bad hamm Borghorst in Hiddesen über Detmold. Herrl. gel., dir. a. Walde, u. 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Mai 1938 (Ohne Gewähr) Christuskirche:.45: Bertelsmann; 11.15: KGD., Matthien; 15: Taufseier, Winnacker.— Friedenskirche: .30: Matthien; 11: KGD., Winacker: 12.15: Taufseier, Winnacker.— Lutherkirche:.45: Schmidt 2; 11: Jugendgottesdienst, Schmidt 2; 12: Tauffeier, Schmidt 2.— Paulus= kirche: 8: Schmidt 2;.30: Köker; 17.15: Matthien.— Johanneskirche: 11.15: KGD., Henrici.— Krankenhauskapelle:.30: Gottesdienst, P. Hardt. Di 20.15; Wochenandacht, Matthien.— Herberge zur Heimat: 9: Klimmeck. 820 .=Altenbochum. So.30: Frühgottesdienst, Schröder; 14: KGD., Brühmann. .=Altenbochum. So.45: Hauptgottesdienst Christiansen; 11: KGD., Christiansen. B. Engelsburg. So.30: Hauptgottesdienst, Kruse; 11: KGD., Kruse: 12: Taufen. .=Hiltrop. So.30: Gottesdienst, Deußen: 10.45: KGD.; 11.45: B. Harven. So.30: Gottesdienst, Wilte: 11: a0,88. Mlst .=Harpen..00: ewolicsolenst, Leich: 10.45: KGD.; 11.30: Taufstunde: 11.30: Posaunenchor. Di 20: Frauenchor. .=Gerthe. So.30: Hauptgottesdienst. Schaefer: 11: KGD. .=Hofstede=Riemke. So 8: Frühgottesdienst, Mübge; 10: Hauptgottesdienst, Mühge: 11.15: KGD., Pitsch: 12: Taufstunde. .=Hordel. So 10: Gottesdienst, Höfker: 11.15: KGD in der Kirche. B. Hordel. So 8: Gottesdienst, Clemen;.30: KGD. im Gemeindehaus. .=Hamme. So Frühgottesdienst in der Kirche um 8. Bach: Hauptaottesdienst in der Kirche um.45, Bischoff: in der Wegescheid um.45, Bach: KGD. in der Kirche um 11.10, Kraemer: im Gemeindehaus 11.15, Bach: Taufstunde in der Kirche, Ergemer, im Gemeindehaus, Bach. .=Wiemelhausen. Melanchtbon: So 8: Frühgottesdienst, Niedermeier::.45: Hauptgottesdienst, Kruckemeyer: 11.15: Vorbereitung. Schmidt: 11.30: KGD. Schmidt. Petri: So.30: Gottesdienst. Niedermeter; 11: KGD. u. Taufen. Bergmannsheil: Di.15: Gottesdienst.— Ruhrlandheim: So 10: Gottesdienst in der Waldkirche(bei ungünstigem Wetter im Lehrsaal). .=Stiepel. So.30: Gottesdienst im Lutderbaus, Husemeyer: 11: KGD.;.30: Gottesdienst in der Kirche Wagener: 11: .=Uemmingen. So 8: KGD., Lattermann:.30: Hauptgottesdienst, Lattermann; 10.45: Kirchentaufen, Kuhlmann. B. Langendreer.„Christuskirche: So 10: Hauptgottesolenst. Lichtenthäler; 11: KGD., Lichtenthäler; 12: Kirchentaufen.— Pauluskirche: 10: Hauptgottesdienst, Dieckhoff; 11: KGD., Dieckhoff; 12: Kirchentaufen. Kalte Hardt: 11: KGD.— Wilhelmshöhe:.30: Gottesdienst, Lichtenthäler;.30: KGD.— Krankenhaus:.45: Gottesdienst, Dieckhoff. .=Werne: So 8: Frühgottesdienst mit Feier des hl. Abendmahls, Beckmann;.45: Hauptgottesdienst, Schmerkotte; 11.15: KGD.; 12.15: Kirchentaufen. .=Weitmar. So 9: Gottesdienst im Vereinshaus Karl=Friedrich=Str., Weirich:.45: Hauptgottesdienst in der Kirche, Hinnab; 10.15: KGD. im Vereinshaus Karl=Friedrich=Straße; 12: Kirchentaufen, Hinnah. B. Weitmar. 8: Frühgottesdienst, P. Sassenberg; 11: KGD.; 12: Kirchentaufen. .=Linden. So.30: Neuhaus; 11: KGD.; 12: Tausen. Mi 17: Taufen, Bäumer. .=Dahlhausen. So.30: Weber; 11: KGD.; 12: Taufen. Wattenscheid. Alte Kirche: So 10.30: Hauptgottesdienst, Spieckermann: 11.30: KGD., Spieckermann. Wattenscheid. Friedenskirche: So 8: Frühgottesdienst Müller: 10: Hauptgottesdienst, Brumberg; 14: KGD., Müller: 15: Taufstunde. Müller.— Alte Kirche: So 9: Masur. Gottesdienst. Podzelnv.— Krankenhaus Lutherstift": So 10: Hausgottesdienst, Niemann.— Kapelle zu Höntrop: So.30: Hauptgottesdienst, Stuhlmann: 10.45: KGD., Viertmann.— Gemeindehaus in Leitbe: So 10: Hauptgottesdienst, Müller; 11.15: KGD., Luncke. Günnigfeld. So.30: Predigt, Clemen(Hordel) 10.45: KGD. 11.30: Taufen und Tranungen. Günnigfeld. Ev. Kirche: So.55 Gottesdienst, Stuhlmann; 13.30: K6D. Wanne. Christuskirche: So 8 Frühgottesdienst, Engel:.45 Hauptgottesdienst. Bunte: 11.15: KGD.; 12.30: Taufen.— Lutberkirche: So.45: Gattesdienst. Engel: 11.15: KGD.: 12.30: Tausen: 14.15: Masur. Gottesdienst. Do 15.30 Taufen. Eickel. So.30: Frühgottesdienst, Engan.— Wilbelmschule: So.30: Gottesdienst; 11: KGD. Röhlinghausen. So.30: Hauptgottesdienst, Krahn; 12.30: Taufen. Sonstige Gemeinden Sonntag, 29. Mai 1938 (Ohne Gewähr) Ev.=Luth. Kreuzgemeinde Bochum. Krenzkirche, Gahlensche Str. 146: So 9: Hauptgottesdienst. Kerle: 10: K6D. Mi 20: Wochengottesdienst, Stallmann. Ev. luth.(altluth.) Gemeinden in Bochum: 1. Gemeinde, Kirche Dibergstr. 52: 10: Prediat. Dr. Dreieck, Gemeindeversammlung.— 2. Gemeinde, Kirche am Hindenburgplatz: .45: Beichte;.30; Predigt und bl. Abendmahl, P. Greve; 11: KGD. Mi 19.30: Pfingstandacht. ungg, Ev. Gemeinschaft, Auferstehungt kirche, Alleestraße 48. So 8: Uebung des Männerchors;.30: Predigt, Haug; 11: Sonntagsschule: 18: Predigt; 15: Predigt in Witten, Augustastraße 57; 17: Bibelstunde in Hordel; 20: Bibelstunde in Wattenscheid, Bismarckstr. 37; 15.30: Katechetischer Unterricht, Alleestr. 48; 20: Bibelstunde, Alleestraße 48; 1 Bibelstunde in Witten, Augustastraße 57. Gottesdienste der Neuapostolischen Gemeinde, Bochum, Rheinische Sit. Nr. 7: So 9, 16; Do 20. B. dreer, Wallbaumweg 58: So 9, 16: Do 20..=Kornharpen, Auf der Prinz 135: So 9, 16; Do 20. Linden, Kesterkamp 49a: So 9, 16; Do 19.30..=Weitmar, Kellermannsweg 51: So 9, 16; Do 20. Wettmar, Schützenstr. 21: So 9, 16; Do 19..=Riemke, Auf dem Dahlacker 42: So 9, 16; Do 19..=Gakisg, Am Südblick 8: So 9, 16; Lo 13; Wanne=Eickel, Königstr. 21: So 9, 16; Do 18. Wanne=Röhlinghausen, Ece Füsilier= und Kurfürstenstraße: 9. 16: Do 18 Uhr. 1. Baptistengemeinde,. 2.0: kirche, Hermannshöhe-#.und Bibelstunde, Prediger Dr. henk; 11: Sonntagsschule: 16: G0 tesdienst, Prediger Zaphöser, rika); 17.30: Jugenostan. Gag Gebetsstunde.— Gemeinor#aal Hamme, Hofsteder Straße nniagg, .30: Bibelstunde; 11: Sgirggiger schule: 17: Gottesdien)“, gemeinde Dr. Mundbenk; 18.30: stunde. Do 20: Bibelstunde.— Gemeindesaal.=Bärendorf, Go mre Straße 17: So stunde, Prediger Janssen; 11: Sgine; tagsschule; 20: Evangelisazterg## diger Dr. Mundhenk. Do 20: ig; stunde, Prediger Jansseng Laer, Werner Hellweg 19: D Bibesstunde.— Gemeinbetos,. tenscheid, Bochumer Straßs,nntags. 9: Bibelstunde: 10.30: au# 20: schule: 17: Gottesdienst. Bibelstunde, Prediger,„IHorn Gemeindesaal.=Werne, um 10: So.30: Bibelstunde: 11: So#g; tagsschule: 16: Gottesd'getzgg 20.15: Bibelstunde. ein gemeinde,.=Weitmar, am“1, knapp 56: Co.30; Bibelstgpseni!“ Tonningrschulr, 15! Eem....“ Tonntagsschule; 16: Got Chrinl. wissenschaft. Vereizignng (Christian Scienee), Bochum, ner Str. 182. S9 zchule. Mi 20: dent: 11: Conniagssperjammlung). Gottesdienst(Zeugnisver#m Christlich=wissenschafttt c. gung(Christian Sciene. T, 10. Gotchum, Emscherstr. 20. er Fbrist= sePdten Khusenscha 1115: Connlichen Wissezicel: Rittwoch jeden gAsschuiezg. um. B(Zeugnisvconats 20: Gottesdiens Jeugn versammlung). SOMMERKLEIDER MELINA SU1UETE Bochum, Kortumstr. 95, Tel. 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Bitte, schicken Sie uns zu gegebener Zeit, am besten 3 Tage vor Antritt Ihrer Reise, den untenstehenden Ausschnitt ausgefüllt zu. Der„B..“ wird Ihnen dann pünktlich geliefert. Bochumer Anzeiger (Bitte ausschneiden und einsenden) Betrifft: Nachsendung des„..“ Heimat-Adresse: Name: Ort u. Straße: Soll der.B..“ während der Reisedauer auch in der hiesigen Wohnung weitergeliefert werden? Der Bezugspreis ist bezahlt bis Reise-Adresse: BOCHUMER ANZEIGER 29. Mai 1938 SONNTAGS. SLAT die rechte Jackentasche, ein einzelnes Markstück lag offen in ihr und dann spürte er auch noch das Leder der Geldbörse. Santen schaute zum Fenster hinaus, hing seinen Gedanken nach, und dann hörte er die Stimme des Schaffners:„Wer ist noch ohne Fahrschein? Santen nannte sein Fahrziel und reichte Schaffner das Markstück aus der Schaffner hielt die Münze kaum in der Hand, als sich sein Gesicht verfinsterte. Mit Hilfe der zweiten Hand brach er entschlossen, das Geldstück in der Mitte entzwei und gab es Santez,zurig., Jump „Mein Herr, solche Scherze uund auzu plump. Santen die Schokoladefüllung der Münze sah, war er zutiefst verlegen, I. Irrtume, „Verzeihen Sie, es war ein Irrium“, sagte er leise.„Ich habe ein Kind zu Hause, die Schokolademünze ist, ohne daß ich es wußte, in meine Tasche gekommen; es war bestimmt nicht meine Absicht, einen Scherz zu machen.“.1, G8=s553-, Und so rasch es ging, zog er die Gerobörse aus der Tasche. Oeffnete sie und konnte sie vor Bestürzung nicht wieder schließen, so daß alle Umstehenden ihren reichen Inhalt, viele Silberstücke, Linolschnitt von Kurt Faber Altes Haus in Hattingen So aber— Santen erzählte dies später oftmals seinen Freunden— war es geschehen, daß Gabis Geld aus Schokolade sich doch nicht als so wertlos erwiesen hatte, wie man im allgemeinen annehmen möchte, daß weiches Geld aus Kinderhand es ist, im Vergleich mit den viel härteren Münzen, nach denen tagaus, tagein viele, viele Hände greifen. ohne nach Lohn zu fragen. Und als alles wieder. einigermaßen so weit stand, wie es sich gehörte, wollte es sich wieder zurückziehen; aber da fing Gabi an zu weinen, und auch Santen ließ es nicht zu, so daß das nun längst nicht mehr fremde Maochen dann für immer als Gabis Mutter und Santens Frau bei ihm bleiben mußte. kommen Sie morgen wieder“, sagte Santen zu dem Kohlenhändler, der 12• die längst fällige Rechnung bezahlt haben Ich werde heute noch zu meinem Verleger gehen und ihn um Vorschuß bitten.“ Der Kohlenhändler nickte mißmutig:„Das kenne ich, mein Herr, und morgen werden Sie sagen, kommen Sie übermorgen wieder und dann immer so weiter; von einem Tag auf den anderen werden Sie mich vertrösten. Aber davon kann ich nicht leben, und noch weniger meinen eigenen Verpflichtungen nachkommen.“ Der Kohlenhändler ging.„Aber morgen wird es das allerletztemal sein, daß ich komme“, sagte noch am Korridor. Aufatmend und leise drückte Santen die Ti hinter ihm ins Schloß. Als er ins Zimmer trat, war Gabi wach. Sie hatte erst vor wenigen Tagen ihren vierten Geburtstag gefeiert, hatte ein blasses, schmales Gesicht mit kastanienbraunen großen Augen, deren starker Glanz eine kindlich tiefe Erlebensfreude „Hattest du Besuch, Doktor?“ fragte sie neuSie nannte, seit sie, als sie noch kleiner gewesen war, dieses Wort von Fremden einmal aufgefangen hatte, ihren Vater immer nur Doktor; hatte aus dem Titel einen Namen gemacht. „Ja, Besuch, aber nichts für dich, mein Kleines“ antwortete Santen und streichelte sanft Gabis kleine Hände, die sie ihm entgegenstreckte.„Uehri; gens ist es erst drei Uhr, und du solltest eigen###ch noch eine halbe Stunde schlafen!". „Er hatte eine tiefe Stimme, sicher war es ein sehr böser Mann?“ begehrte Gabi zu wissen.„Wollte auch er wieder Geld von dir haben?" Kein Wunder, daß sie so fragt, dachte Santen betrübt, denn es kommt wirklich niemand mehr der nicht Geld haben will. Und laut und nun sogar mit dem Anflug eines Lachens erwiderte er:„Aber, Gabi, darüber brauchst doch du dir keine Sorgen zu Gabi aber schien wirklich bekümmert, denn es mochte ihr nicht entgangen sein, daß Vater in letzter Zeit nicht mehr ganz so fröhlich war „Nicht wahr, Doktor, du hast einfach kein Geld?“ ließ sie nun nicht mehr locker... n6ag 4, „Ja“, nickte Santen,„wir haben einfuch rein Du hast kein Geld“ stellte Gabi richtig.„Aber 9 bi scye reich.., soglesch woranf Gaht Santen verstand nicht sogleich, wbrauf Gabi hinaus wollte. 8 09ab „Du selbst hast gesagt, ich bin reich!“ und Gabi stand rasch auf, um zum Beweis ihren kleinen Geldsack zu holen, in dem viele gleißende Silbermünzen verschiedener Größe, Einmark=, Zweimark= und sogar Fünfmarkstücke lagen. Eine schöne Summe hatte da Gabi, sie hatte diese Münzen als Geburtstagsgeschenk erhalten, ihr ganz allein gehörten sie— zum Aufessen, denn unter ihrem Ueberzug aus Silberpapier befand sich eine süße, bräunliche und nicht ganz feste Masse. „Da!— Nimm so viel du brauchst, Doktor! stellte Gabi mit einen weiten Herz dem Vater ihr ganzes Geld zur Verfügung. „Aber, mein Fräulein, ich kann doch unmöglich von einer Dame Geld nehmen", scherzte Santen berührt.„..... Gab: Imtäntzt „Du willst nicht?“ fragte Gabi enttauscht. „Natürlich will ich“, sagte Santen und nahm seine kleine Tochter auf den Arm.„Aber ich brauche sa von dir gar kein Geld mein Kleines. Ich werde heute noch zu Herrn Kramm, meinem Verleger, achen, und dann kommen wir schon wieder weiter. Nur mußt du jetzt eine Weile recht brav sein, damit Vater rasch noch etwas fertig schreiben kann.“ Lächelnd setzte er Gabi wieder ab und nachdenklich ging er an seinen Schreibtisch. Freilich, er Doktor Santen, als Verfasser wissenschaftlicher Werke, wäre nicht leicht in Geldverlegenheit geraten, aber als Vater eines vierjährigen, mutterlosen Kindes war es nun doch mit ihm so weit gekommen. Immer wieder hatte er sich vorgenommen, zu arbeiken, statt seine Zeit Gabi zu widmen, und immer wieder hatte er den Federhalter zur Seite und sich mit der Kleinen beschäftigt, mit ihr gespielt, ihr Märchen erzählt, oder sonst auf andere Weise abgegeben. Seit zwei Jahren, seit seine Frau so plotzlich gestorben war, hing er nur noch um so mehr an seinem Kind, liebte es so sehr, daß er es nicht übers Herz gebracht hat, Gabi fremden Händen anzuvertrauen. Nur vormittags brachte eine Aufwartefrau die Wohnung notdürftig in Ordnung, das Essen wurde zugetragen, im übrigen waren der Vaier und Gabi ungestört allein. Natürlich würde das nicht immer so bleiben können, und Santen war sich auch vollkommen im klaren darüber, daß die deste Lösung diese wäre: Gabi würde wieder eine Mutter bekommen. Aber diese Mutter mußte zuerst gefünden werden. Und das war weitaus schwieriger als man annehmen konnte. Es war bereits fünf Uhr am Nachmittag, als Santen mit seiner Arbeit am Schreibtisch fertig wurde.„Jetzt muß ich aber rasch zu Herrn Kramm. und wenn ich wieder da bin, werden wir den ganden Abend spielen“, versprach Santen zum Abschied. Aber er hatte Pech. Sein Verleger war verreist. hatte den ganzen Hinweg zu Fuß zurückgelegt und war nun ziemlich mutlos.„Nun kommt es auf die zwanzig Pfennig Fahrgeld auch nicht mehr an, die ich eigentlich sparen könnte“, dachte er und leg in den nächsten Omnibus ein, um möglichst lasch wieder zu Gabi nach Hause zu kommen. Der Omnibies war dichtbesetzt und als Santen die blaue Mutze des Schaffners sah, erschrak er im ersten Jugenblick.„Habe ich denn überhaupt Geld mitgenommen?“ Er hatte sich allzu sehr auf den in Aussicht stehenden Vorschuß verlassen; er griff in Zwanzig Pfennig“, drängte der Schaffner. Aber Santen hatte in der Tat vergessen, als er von zu Hause weggegangen war, nach seinem Geld „Ich habe kein Geld“ gestand er erschöpft. Der Schaffner schüttelte den Kopf:„Aber haben doch die ganze Geldbörse voll! Santen senkte seinen Blick, der Schaffner wußte Bescheid.... 4, 5 hast arimmig viet Laut, halb spotteno, halv grimmig, rief er:„Das alles ist Falschgeld! Sie wollen wohl eine neue Währung einführen““ Tehrgäste auf Längst waren die anderen Fageguste auf Sant aufmerksam geworden, nun, da seine mit Schokolademünzen gefüllte Geldbörse allen Blicken preisgegeben war, stand er plötzlich im Mittelpunkt erregtesten Interesses. Viele lachten schallend laut auf, andere Ahtoien, gie tein Geld für die Fahrkarte haben, muß ich, laut Dienstvorschrift, darauf bestehen, daß Sie bei der nächsten Haltestelle den Wagen verlassen", erklärte der. Schaffner nun sachlich. Hätte sich Santen, was die anderen Fahrgäste betraf, nicht wirklich in einer äußerst peinlichen Lage befunden, würde er nur laut gelacht haben über diesen Vorfall, dem eine gewisse Komik nicht abzuleugnen war. So aber konnte er sich nur schweigend und mit zu Boden gesenkten Blicken zum bereit machen und hätte dann auch wirklich den Wagen verlassen, wäre nicht doch noch unter allen anderen ein einziger Fahrgast gewesen——. Hier ist Ihr Fahrschein“, sagte der Schaffner und wies dann auf ein Mädchen, das nicht weit von Santen entfernt saß.„Diese Dame war so freundSanten sah das Mädchen, das ungefähr fünfundzwanzig Jahre alt sein mochte, und war ihm überaus dankbar, daß er sein Gesicht verlegen abgewandt hielt, denn die Blicke aller anderen Fahrgäste waren, immer noch, jetzt sogar ein wenig lüstern erwartungsvoll, auf ihn gerichtet. So wartete Santen, bis das Mädchen ausstieg — es war nur eine einzige Haltestelle vor seinem eigenen Ziel— und folgte ihm. Er stellte sich und dankte mit herzlichen Worten für die ihm erwiesene Hilfe.„Und wohin darf ich kommen, um meine Schuld zurückzahlen zu können?“ fragte er „Aber das ist doch gar nicht der Rede wert“, antwortete das Mädchen, immer noch in Verlegenheit errötend.„„, 9.. „Natürlich muß ich Ihnen oas Gelo zurückerstalten!“ sagte Santen und erzählte dann, wie zur Begründung, die ganze Geschichte des Nachmittags. „Oh, ich kann mir das alles sehr gut vorstellen", sagte sie freudig.„Ich wohne bei meiner Schwester, deren Kind auch nicht älter ist als Ihre kleine Tochter. Und vorhin, im Omnibus, mußte ich sogar heimlich lachen, weil ich gleich daran dachte, daß an Ihrer Verlegenheit sicher nur so ein kleines Fräulein oder ein kleiner Mann die Schuld trägt.“ „Ja“, sagte Santen nun gleichfalls lachend. „Sie müßten Gabi eigentlich kennenlernen!“ „Ihre Gabi und Dörte, das Kind meiner Schwester würden als Spielgefährten sicher gut zusammenpassen“, meinte das Mädchen. „O ja, so besuchen Sie uns doch einmal, es scheint, wir wohnen nicht weit auseinander“, schlug Santen vor, und nannte die Adresse seiner Wohnung. In diesem Augenblick schien sich das Mädchen der ungewöhnlichen Situation zu besinnen, aus der sie nun einem Fremden ihren Besuch versprechen Auch Santen war wieder ein wenig verlegen, und mochte es nur deshalb sein, weil das Mädchen vor ihm sehr schön war. Doch er faßte sich zog seine Geldbörse mit den Schorolavemünzen aus der Tasche und reichte sie dem Mädchen. „Bitte, nehmen Sie einstweilen das als für meine Schuld. Ich denke, Ihr Besuch läßt sich dann nicht mehr vermeiden.“ Zögernd, aber doch lachend nahm das Mädchen „Wenn ich aber auf die Einlösung des Pfandes verschte..„., Heun gas Gachh in 8 „Das durfen Sie nicht, denn oas Gelo in der Börse gehört nicht mir, sondern meiner Tochter“, erwiderte Santen lachend, und rasch trennten sie sich dann. Das fremde Mädchen kam wirklich schon am nächsten Tag, und es kam nicht nur einmal, denn es hatte schon beim ersten Besuch bemerkt, daß es in Santens Haushalt vieles zu ordnen gab, und hatte auch gleich zugegriffen, ohne Aufforderung und ausragen ließen. Und sie fügten auch wohl sachverständig hinzu, für einen Briefkasten sei das Häuschen ziemlich groß geraten.„., 65.5 Ja, es ist ein klitzekleines Hauschen, eins nach dem System: Geh du mal raus, laß mich mal rein! Aber niemand darf darüber lachen. Es hat viele gute und schöne Stunden gegeben, die uns die paar Quadratmeter Haus mit dem Garten rundherum und mit dem Uferstreifen und dem Waldrand schenkten. Frühe Morgen, an denen es kühl und dunstig vom Wasser und aus dem Schilf heraufstieg, Mittagsstunden, in denen die Luft in der Sonnenglut flimmerte, Nachmittage, an denen man, in der Feuerecke geborgen, in den rauschenden Regen hinaussah, und Abende, an denen der Mondschein einen silbernen Schimmer über das Wasser legte. Das alles fällt uns ein, als wir nach langer Zeit wieder vor unserem Häuschen stehen, als wir rundherum und hinein gehen und nachsehen, wo es für Pinsel, Schrubber und Besen etwas zu tun gibt. Wir denken auch an Peter, den Igel, mit dem wir Freundschaft schlossen, und daran, ob er noch lebt und uns gewogen blieb. Und an Bücher denken wir die wir im Schatten der Hecken lasen, und an die kleinen Melodien, die hier zum Schifferklavier gesungen wurden—.... und in Hamburg wohnt ein Mädchen, und das bist du, Marie" und Es blühten die Blumen in deinem Garten, es blühten die——“.. „Was würdest du dazu sagen, wenn du einmal Wasser holtest, anstatt da herumzustehen und zu summen?" Das ist die Dame vom Sommerhaus, die so spricht. Ja, da muß ich dann also Wasser holen. Doch ehe ich mit den Eimern zum Brunnen gehe, betrachte ich mir erst noch die junge kleine Pappel, die zwischen Haus und Bach steht. Ich betrachte sie eine gute Weile, sie und das Wunder ihrer Blattknospen, die wie winzige Vogelkrallen anzusehen sind. Und als ich dann zurückkomme und auf dem glitschigen Boden großartig balanziere, pfeife ich mir eins und pfeise auf die, welche von Bratpfannenstiel und dergleichen reden. Was wissen sie! Da liegt es und blinzelt mich an mit frisch geputzten Fensterscheiben, ein sehr kleines Sommerhaus aus viel Holz und wenig Steinen, ein Häusleinchen, ein Briefkasten, meinetwegen! Aber wie hoch ist der Himmel darüber! (1l wir zuletzt in dem kleinen Sommerhäuschen gewesen waren, da draußen im Land an Bach und Wald, war vom Frühling weit und breit noch keine Spur zu finden gewesen. Wir waren nur einmal hinausgefahren, um nach dem rechten zu sehen. Es war unwirtlich und ungemütlich, und wenn nicht die kleine Mäusefamilie gewesen wäre, so wäre es eine ganz und gar trostlose Visite gewesen. Was aber diese Mäuse betrifft, so hatten sie sich in der großen wollenen Decke häuslich eingerichtet, die wir leider im vorigen Herbst vergessen hatten, und nachher waren wir zu faul gewesen, sie zu holen.„Huch“, schrie die Frau des Sommerhauses, als sie die Decke auseinanderschlug. Es ist beschämend, daß Frauen selten etwas anderes zu sagen wissen, wenn sie unvermutet auf Mäuse stoßen. Und indes die Mäuse, selbst nicht wenig erschrocken, durcheinander quirlten und, über die Störung sichtlich ungehalten, davonhuschten, griff sie, die Sommerhausfrau, nach dem ersten besten Stuhl. Es ist nie ganz klar geworden, ob sie sich darauf stellen, damit zuschlagen oder kurzerhand darauf in Ohnmacht fallen wollte...„p.., 5fl..3 Gäusch Damals im spaten Winter hante oas Hauschen wie geduckt hinter den leeren Hainbuchenhecken und den kahlen Birken gelegen. Der Rosenstrauch hatte schmucklose Arasbesken auf die Holzwand gezeichnet. Nun aber, da wir wieder davor stehen, liegt ein leichter grüner Schimmer um Hecken und Birken, und der Strauch— ja, kommt her und seht euch den Strauch an! Auch er hat schon zierliche kleine Blattknospen. Es ist grüner geworden, ob ja, aver niemand kann behaupten, daß schon großer Staat mit dem Frühling zu machen wäre. Bis er in Glanz und Gloria da ist, ist noch Zeit genug, dies und das am Häuschen zu richten. Häuschen—— du meine Güte, es ist ein kleines, sehr kleines Häuschen. Manche sagen: ein Häusleinchen. Wenn sie sich in den beiden Zimmerchen umgesehen hatten, verfielen sie in schweigendes Grübeln, das sie nach geraumer Zeit mit einem hoffnungslosen Schütteln des Kopfes beendeten. Wo wir um alles in der Welt in dieser Zimmerflucht den Stiel der Bratpfanne ließen, wenn wir auf dem Spirituskocher brieten, wollten sie wisDer Olelesten Wiederschen mit dem Sommerhäuschen 2 Von Hans 9. Toll Diedernenlbunder ois kunt Jall. Ein Blick ängsteP Aus den Bäumen im Treptower Park im Osten Berlins ragt ein gewaltiges Kanonenrohr zum Himmel. Ein Riesenferngeschütz, das freilich keine irdischen Zielpunkte aufs Korn nimmt, sondern auf den Himmel eingestellt ist, auf die Planeten, die Sonne, die unendlich ferne Welt der Firsterne. Das ist die berühmte Himmelskanone von Treptow. Mit ihrem 21 Meter langen Rohr ist sie das längste Fernrohr der Welt, zugleich das einzige, das ohne Kuppel frei dasteht. Seine Linse, die einen Durchmesser von 68 Zentimeter hat, wiegt mehrere Zentner, seine beweglichen Teile sind insgesamt 2600 Zentner schwer. Es ist wohl ausgerüstet, den Himmiel zu bezwingen. Auf dem Dache der Treptower Sternwarte rauschen die alten Bäume um uns herum und über uns wölbt sich der klar funkelnde Sternenhimmel. Das Dach ist mit Himmelskanonen wie eine Festung besetzt, Sechszöller, Vierzöller, bis herab zum kleinsten Fernrohr. Der saturn und leine Ringe Indem wir eines von ihnen auf einen leuchtenden Himmelskörper richten, springt uns der Saturn strahlend ins Blickfeld. Seine Scheibenringe stehen zur Zeit leider genau in der Horizontale, so daß sie, wie ein Strich erscheinen. Doch der Planet strahlt hell und auch seine Monde sind deutlich erkennbar. Das Wunderrohr rückt ihn greifbar nahe, und doch ist er gute 1,3 Milliarden Kilometer weit von uns entfernt. Seine Lichtstrahlen sind über eine Stunde unterwegs, ehe sie in unserem Okular erscheinen. Wir sehen ihn gegenwärtig und doch nicht gegenwärtig. Nie sah ein menschliches Auge einen Stern anders als in der Vergangenheit. Der Astronom würde sich daher nur mit der kosmischen Geschichte von gestern beschäftigen können, wenn er nicht auf den schnellen Flügeln der Zahl die Geschwindigkeit des Lichtes überwinden und den Lauf der Gestirne voraus berechnen könnte. In diesem Tun feiert er seine größten Triumphe. Die Ewigkeit des Kosmos, die strahlende Schönheit und die Mystik der Sterne wird ihm zu einem gigantischen mathematischen Rechenerempel, das dem Menschen wiederum das Reich der Zukunst zauberhaft erschließt. Wir sehen durch das Fernrohr das Schicksal der Firsterne vor vielen Zehntausenden von Jahren und wissen zugleich, was 1950 oder im Jahre 2000 am Himmel sein wird. Vom Saturn, dessen Ringe wir heute wie einen Strich sehen, wissen wir, daß sie sich alle 29½ Jahre zweimal unseren Augen in ihrer Breite strahlend zeigen. 1912 werden wir sie wieder in dieser Gestalt sehen. Ein interelsanter Geselle Wir fahren mit dem Fernrohr über den Himmel, und der Merkur leuchtet im Okular auf. Er ist zwar der kleinste der Planeten, doch er kommt uns bis auf die winzige kosmische Entfernung von 75 Millionen Kilometer nahe und ist einer der interessantesten Gesellen, die auf dem Himmelswege wandern. Wenn er der zwischen Sonne und Erde auf gleicher Ebene kreist, als schwarzer Fleck vor der Sonnenscheibe vorüberzieht, dann richten alle Astronomen ihre Gläser auf ihn, und große Erpeditionen ziehen aus, um dies einzigartige Schauspiel genau zu beobachten. Sechsmal alle 46 Jahre zeigt er sich auf der Sonnenscheibe. Sein nächster Durchgang findet am 11. November 1940 statt, weitere im Jahre 1953 und wahrscheinlich 1999. Die kokette Venus, der hellglänzende Abendstern, zeigt sich nicht so oft vor der Sonnenscheibe, sie liebt es, selbst zu glänzen. Zuletzt tat sie uns 1882 den Gefallen, das nächste Mal wird sie erst im Jahre 2004 majestätisch vor der Sonne dahinziehen. Wer Glück hat, kann es noch erleben. keine gewöhnlichen Sonnenfinsternisse sein, vielmehr zu Die Dagabunden der Kimmelsltraße den seltensten Himmelserscheinungen der letzten Jahrhunderte gehören, da die Totalität sieben Minuten anhalten wird, während sie sonst höchstens vier Minuten dauert. Daher die augenblickliche Kühle Auch Mutter Sonne selbst wird in diesem kosmischen Theater des 20. Jahrhunderts, ihre große Rolle spielen. Jedermann weiß, welch Schauspiel sie zu geben vermag, wenn die Sonnenflecke sich auf ihrem leuchtenden Gewande bewegen, gewaltige dunkle Stellen, ost größer als der Erddurchmesser; wenn gewaltige Gasausbrüche wie Riesenfackeln aus der Sonnenhülle herausbrechen oder wenn die Protuberanzen am Rand der Scheibe wie ein mächtig bewegtes Glutmeer in zackigen Flammen aufleuchten. Auch diese, allen irdischen Maßen entzogenen Erscheinungen unterliegen kosmischen Gesetzen. Ungefähr alle 11½ Jahre erreichen die Sonnenflecke ihren Höhepunkt, um dann wieder fast ganz zu verschwinden. In den Jahren 1938, 1949 und im weiteren Turnus der 11½ Jahre werden wir eine Häufung von Sonnenflecken erleben, die kältere Sommer bringen, während 1945 und 1956 fleckenarme Jahre mit voraussichtlich wärmeren Sommern sein werden. Doch das alles sind wegen ihrer Häufigkeit bekanntere Erscheinungen. Ganz anders ist es mit den Vagabunden auf der Himmelsstraße, den Kometen. Wenn sie mit ihrem feurig sprühenden Schweif dahinziehen und das großartigste Naturschauspiel dieser Welt geben, haben sie bis in unsere Tage die Menschen in Furcht gesetzt und den Aberglauben erweckt, weil ihr Gastspiel das ewige Gleichmaß des Sternenhimmels zu stören scheint. So war es noch. als wir 1910 selbst Zeuge eines großen Kometenereignisses waren. Die Sterngucker hatten errechnet, daß die Erde am 19. Mai durch den 25 Millionen Kilometer langen leuchtenden Schweif des Halleyschen Kometen gehen würde Die ganze Erde war in Aufregung, und man stellte die gewagtesten Betrachtungen an. Auf dem Dache der Treptower Sternwarte hatten Hunderte ihr Lager aufgeschlagen, die Zeugen des seltenen und möglicherweise gefährlichen Vorgangs fein wollten. Doch der angekündigte Himmelsvagabund blieb aus. In der nächsten Nacht ist die Erde dann doch durch seinen Schweif hindurchgegangen, ohne daß es jemand bemerkte, da die Dichtigkeit dieses Schweifes außerordentlich gering ist. Die Menschen sahen den Kometen erst. als er sich mit 80 Kilometer in der Sekunde schleunigst wieder aus dem Staube machte. Erst nach 76 Jahren werden wir das Schauspiel seiner Erdnähe wieder erleben, also 1986. Die erhabene Ewigkeit So bunt bewegt ist dem Schauenden die Welt unseres Sonnensystems, das doch nur ein winziger Teil des unendlichen Universums ist. Am Okular des langen Fernrohres blicken wir staunend und erschauernd in die Unendlichkeit dieser Welt. Winzige Lichtpünktchen tauchen auf unserer Netzhaut auf, nicht größer als ein Stecknadelknopf. Das sind die Firsterne, die auch das schärfste Fernrohr nicht größer an das Auge bringt, wenn sie nicht zu den wenigen Sternen„erster Größe“ gehören, das heißt zu denen mit der geringsten Entfernung. In dieser Welt spielen sich im Ablauf eines Jahrhunderts kaum Ueberraschungen ab, denn in ihr rechnet man mit Billionen von Jahren und Milliarden von Kilometern. Es gibt Sterne, deren Lichtstrahlen die ganze Zeit der Entwicklung des Menschengeschlechts unterwegs sind, ehe sie uns Kunde von ihnen geben. Wir sehen in dieser Welt der unbegrenzten Zahl der Firsterne zwar alle Entwicklungsstadien nebeneinander, Geburt, Wachsen. Auslöschen, aber alles im Schatten ferner Vergangenbeit. Dr. C. Hägermann Reldenkampf am Nanga Tarbat! Tat und Schicklal deutscher Berglteiger im Rimalaja Luter Mond... In allen Jahrtausenden sind Menschen hinausgezogen, um unmöglich Scheinendes zu erzwingen. Ihr Einsatz und Opfer wurden Wegbereiter für kulturelle Großtaten auf allen Gebieten. Und so werden die weißen Schneehäupter der gigantischen Bergriesen des Himalaja so lange die Bergsteiger aller Weit magnetisch anziehen, so lange nicht auf ihren Gipfeln eine Flagge davon kündet, daß der Mensch allen Gewalten zum Trotz die Natur besiegt hat. Das Ringen um den Nanga Parbat erstcht detzt wieder lebendig in dem großen Himalaja-Film, der kürzlich in Berlin zur Uraufführung gelangte. Aus diesem Anlaß weisen wir nachstehend auf das„Auf Kundfahrt im Himalaja“ betitelte, im Verlag Knorr und Hirth(München) erschienene Buch des berühmten deutschen Bergsteigers. Exnst Bauer hin, in dem er in fesselndem Stil und in einer reichen Auswahl herrlicher Bilder die Himalaja-Kampfjahre 1936 und 1937 beschreibt und illustriert. Dem sich in der Bezwingung des Siniolchu und des Simvu widerspiegelnden großen Erfolg der deutschen Expedition 1936 folgte 1937 die Tragödie, der Karl Wien, Peter Fankhauser, Adolf Göttner, Hans Hartmann, Günther Hepp, Peter Müllritter und Martin Pfeffer zum Opfer fielen. Den Erfolg schon greifbar vor sich, hatte die kühnen deutschen Bergsteiger in der Nacht vom 14 zum 15. Juni, friedlich in ihren Zelten im Lager IV schlummernd, eine gewaltige Lawine von 400 Meter Länge und 150 Meter Breite überrascht, die alles Lebende mit dem weißen Bahrtuch des ewigen Schnees bedeckte. Paul Bauer eilte mit zwei Begleitern, Bechtold und Kraus, am 24. und 25. Juni von München mit dem Flugzeug zum Himalaja und barg unter unvorstellbaren Schwierigkeiten fünf, der toten Kameraden, denen er mit diesem Buch ein Denkmal setzt. Nachstehend veröffentlichen wir aus seinem Werk das tragischste Kapitel: Die Bergung der toten Kameraden. Da ist der Mond doch ein gefälligerer Geselle als die Frau Venus. Er bietet alle 18 Jahre ein großartiges Schauspiel im Himmel. Wenn er nämlich vor der Sonnenscheibe vorüberzieht, vermag er vom Erdstandpunkt aus die ganze Sonnenscheibe auszufüllen und zu verdunkeln, obwohl deren Durchmesser 400mal so groß ist als der des Mondes Freilich ist die Sonne auch 400mal soweit entfernt als der Mond, so daß uns beide aleich groß erscheinen. In diesem Jahrhundert hat der Mond schon zwei totale Sonnenfinsternisse erzeugt, die nächsten finden 1955 und 1973 statt. Sie werden sogar Die Bergungsarbeiten Am 15. Juli schon hatten Bechtold, Kraus und Luft mit den Grabarbeiten begonnen, dann kam am 16. der Schlechtwettertag. Am 17, hatten sie das Lager in die Nähe der Unglücksstelle verlegt und sodann gegraben und gehackt bis zum späten Nachmittag. Am 18. und 19. hatten sie gleichfalls vom Morgen bis zum Abend durchgearbeitet. Sie hatten Gruben ausgehoben hier und dort in dem weiten Lawinenfeld, hoffnungslos und entmutigt, schließlich aber doch immer wieder von neuem beginnend. Die beiden Träger Ramona und Mahadi waren schon gleich zu Anfang ausgefallen, so daß nur mehr Satara und Schukar Ali mitarbeiten konnten. Endlich, gestern nachmittag, hatte Luft einen Pickel freigelegt, es war die Nummer H. C. 114 hineingebrannt, er gehörte also dem Träger mit der HimalasaClub=Nummer 114. In der gleichen Grube, ebenfalls eiwa dreieinhalb Meter unter der Oberfläche der Lawine fanden sie noch zwei Zigarettenstummel und eine leere Konservenbüchse. Das Lager konnte demnach nicht allzu weit weg sein. Nun hatten sie einen Anhaltspunktzue stellten sich in geringen Abständen in der Richtung des Lawinenflusses auf und gruben erneut in die Tiefe. Nach zwei Stunden fand Luft mit der Lawinensonde Widerstand. Es war kein Zweifel, die Spitze der Sonde mußte auf einen menschlichen Körper gestoßen sein. Schweigend gruben sie weiter Wer wird es wohl sein, der da drunten liegt? Eine Decke, eine Wollmütze und dann das Gesicht eines Trägers kamen zum Vorschein. Vermutlich wird es Pasang gewesen sein, wenn man aus den starren Gesichtszügen und den Locken richtig schließen konnte. Der Sirdar Nursang hatte ausdrücklich gewünscht, daß man die toten Scherpas dort beläßt, wo sie ihr Leben beendet haben. Sie gruben daher nicht weiter nach den übrigen Trägern. Nach diesem Fund ließ sich bestimmen, wo die Zelte der Sahibs ungefähr liegen müssen. Sie stellten sich erneut zur Arbeit auf und gruben vier Löcher in die Tiefe und gegen 4 Uhr gestern hatten sie nun endlich den Zipfel eines Zeltes, etwa dreieinhalb Meter, tief. freigelegt und hatten unter der Zeltplane einen Rucksack mit dem Zeichen H.., also den Rucksack von Hans Hartmann, herausgezogen. Die Lage eines anderen Zeltes hatten sie noch mit der Lawinensonde festgestellt. So lautete ihr Bericht, Nun gingen wir also mit aller Kraft an die Arbeit. Es waren zwei große, tiefe Gruben, in denen unten jeweils ein Teil eines Zeltes freigelegt war. Die Lawine lag als feste, hartgefrorene Masse drei bis vier Meter dick auf den Zekten. Es war nicht nur Eis, sondern in der Hauptsache Schnee, der hart zusammengepreßt war, und in den Schnee waren Eisblöcke eingebettet, die von dem Terrassenrand 400 Meter südlich des Lagers abgebrochen waren.„ I, Mnsester, Freiaut, G. 1. Als erster wurde Martin Pfeffer freigelegt. Er lag in dem Schlafsack, friedlich schlummernd, warm bekleidet, mit dicken Strümpfen und Hosen, Wollweste und einer Ledenhaube auf dem Kopf, so daß er aussah wie ein mittelalterlicher Ritter. Die Hände und das Gesicht waren ruhig, ohne jedes Anzeichen eines piößzlichen Schreckens. Neben ihm lag Hartmann, ebenfalls friedlich schlummernd. Die Uhr, die er am Handgelenk trug. zeigte 12.20 Uhr. Ich steckte sie in meine Tasche. Als ich sie später herauszog, lief sie jedoch wieder. Sie war demnach nur durch die Kälte zum Stillstand gekommen. Das Unglück muß wohl um 12.20 Uhr oder einige Minuten zuvor geschehen sein. Hinter Hartmann lag noch jemand. Es war sehr mühsam, zu ihm hinzugelangen. Die Zeltplane war ja überall unmittelbar auf die Schläfer aufgepreßt, und der Schneestrom hatte sie mit großer Gewalt allseitig wie eine Betonmasse eingeschlossen. Es war eine Arbeit, die fast über Menschenkraft ging und in dieser Höhe(etwa 6200 Meter) Herz und Atmung aufs äußerste beanspruchte, bis wir unseren toten Freund aus dem Eis befreit hatten. Es war Günther Hepp, der noch in diesem Zelt lag. Wir trugen sie alle drei hinüber und bestatteten sie gemeinsam. Das Zelt in der anderen Grube war von Wien und Fankhauser bewohnt, es war besonders schwer zuganglich, da ein Eisblock von sechs bis acht Quadratmetei Querschnitt unmittelbar über dem Zelt in den Schneemassen eingebettet lag. Es gelang uns an diesem Tage nicht mehr, einen von den beiden herauszubringen. Aber wir hatten bereits die Tagebücher von allen und hatten fast ihre ganze persönliche Ausrüstung gefunden. Wunderbarerweise war alles unversehrt, sogar der Barograph. der neben Wien stand. Als wir am nächsten Tag, dem 21. Juli, hinaufstiegen, sah es böse aus. Die beiden einzigen Träger, die arbeiten konnten, Schukar Ali und der geradezu bärenstarke Satara, waren vollständig am Ende ihrer Kräfte und fühlten sich krank Luft und Kraus waren gleichfalls abgekämpft. Ich selbst konnte nicht mehr arbeiten. Ich mußte mich darauf beschränken, am Rande der großen Grube zu sitzen und mit Ratschlagen zu helfen. Kraus und Luft gelang es trotzdem, Wien und Fankhauser noch freizulegen und hinüberzubringen in das gemeinschaftliche Grab. Nach dem dritten Zelt, in dem Müllritter und Göttner liegen mußten, hatten wir vergeblich gesucht. Es mußte hinter dem großen Eisblock liegen, der über dem Zelt von Wien und Fankhauser begann und sich nach hinten weiter fortsetzte. Es war eine schwere Arbeit gewesen, Wien und Fankhauser unter diesem Eisblock herauszuholen. Wir hatten es bald aufgeben müssen, den Eisblock abzutragen; denn nach jedem Schlag mit der schweren Kreuzhaue mußte man einhalten und sich sammeln. Und bis man die Kreuzhacke aus dem zühen Eis dann wieder freigemacht hatte, das war oft noch mühsamer. Unter diesem Block mußte das Zelt von Müllritter und Göttner liegen. Es war uns aber vollkommen unmöglich, bis zu ihnen vorzudringen. Wir hatten alle das Allerletzte an Kraft, das wir noch besaßen, bereits hergegeben. OsehuotellseP. Marr Dochlümer Samarten und Gamnakten Von A. Zeddingkaus Die verunglückte Hachzeitsreise eilend, doch nicht ohne Vorsicht und mit Beben, rannte sie den Weg zurück zu dem Plätzchen, zo, Ludwig saß, Es war vor siebzig Jahren. Auf einem Bauern; wie ein Häuschen Unglück.„Luise, Lusse“, tönte es hofe in der Nähe von Iserlohn fand Hochzeit stalt, grabesdumpf von seinen Lippen,„ich kann nicht weiter. Der jüngste Sohn, ein Lehrer, heiratete eine Zungsrau Ich habe mir einen Wolf gelaufen. Keine zehn Pferde aus Elding. Die Tochter des Ostens hatte sich sehr bringen mich auf die Beine.“ Was mußte das Fraudarauf gefreut, auf ihrer Hochzeitsreise den Rhein chen tun? Es mußte sehen, wie es einen Wagen aufkennenzulernen. Doch ihr Herzensmann, ein echter Westfale, dazu korpulent, redete ihr das aus.„Sieh mal, Luise, unsere Heimat ist auch schön. Die kennst du ja gar nicht, da die tiefen Wälder, die Höhen weit Das Sauerland ist ja so romantisch! Und Wild aller Art lebt darin, das dich interessieren wird., Die Reise an den Rhein machen wir in den nächsten großen Ferien. Zuerst die Heimat, unser Sauerland.“ Also sprach Ludwig, der Schultensohn. Am Tage nach der Hochzeit schritten er und seine junge Gattin Hand in Hand dem Walde zu. Auf stillverschwiegenen Pfaden kamen sie immer tiefer in den dicht bewachsenen Forst hinein. Luise blieb da und dort stehen, hier und da ein Blümlein pflückend. es zum Strauß zu binden. Ludwig hatte sich, als sie eine Stunde so gewandert waren, auf einem Grasplätzchen niedergelassen, ihm wurde des Leibes Fülle zur Last. Singend schritt die junge Frau weiter. Eine Viertelstunde des Weges mochte sie sich entfernt haben, als sie blößzlich laute Rute bre, Brogzof. 5,ien. Heis Himmels trieb. Zum Glück sand sie nach zehn Minuten einen nur die Worte,„Luise und„4o1:. um v. wil, Bauernlnecht, der mit einer leren Mistkarre vom Felde wvillen dachte sie, albt es im Sauerlaude, vves zinmal heimiehrte. Auf Biten Luisens fohr er hin und lud den Verglande, von dem man im Oten bicPjzgisgrgz den wolkranken lungen Ehemann auf die Karre. Seine „ nicht“ Aber was kunk Fortlausens Ludwig zu Gatin setzte sich neben ihn und sprach zärtliche Trosiund Liebesworte zu dem Ehegemahl. Auf der Mistkarre langten dann beide von ihrer„Hochzeitsreise" auf dem Hofe an. Aus der Rheinreise ist nichts geworden, diesmal war aber kein„Wolf“, schuld daran, sondern der Klapperstorch, der das nach Bochum verzogene Paar beglückte. Fürchterliche Drohung Eines Tages erhielt die Lehrerin einer Schule in einem Bochumer Vorort von einer Mutter, die erbost darüber war, daß ihr Töchterchen wegen Unaufmerksamkeit beim Unterricht eine kleine Züchtigung erfahren hatte, einen Brief. Die Frau schrieb:„Wie kommen Sie dazu, meine Tochter zu schlagen? Ich verbitte mir das. Wenn das noch einmal geschieht, dann schicke ich Ihnen meinen Mann. Dann sind Sie die längste Zeit Fräulein gewesen.“— Man muß hierzu wissen, daß auf dem Lande eine Lehrerin einfach„Fräulein“ ist, um das Schreiben der Mutter nicht mißzuverstehen. De Pastor van Oer In dem Haardtdörfchen Oer bei Sinsen lebte einst ein Pastor, der, wenn er seiner Gemeinde so recht an die Nieren gehen wollte, im heimischen Plattdeutsch predigte. Das verstanden seine Bauern am besten. Eines Sonntags stand er auf der Kanzel und hub an: „Leiwe Gemeinde! Düse Nacht harr ick en schworen Droum. Ick was stuorwen un stond an de Himmelspohte. De hillige Petrus mok se en Stücksken noppen und freig mi:„Wä büst du?“—„Ick sin de Pastor van Oer.“— Freig Petrus:„Pastox, von Oer, wo hast du deine Schafe?“ Ick sagt nix. Do fraig hö nochmols, dütmol luter, Ick schwäig widder. Da wor Petrus owwer knidderig un reip, dat et düörch'n ganzen Himmel gong:„Pastor von Oer, wo hast du deine Schafe?"— „Oh, leiwe Här Petrus“, saggte ick,„et deiht mi wahne läid, owwver ick hemwe in miene Gemeinde keine Schope, ick hewwe blous Bücke.“ Die Bauern verstanden, was ihr Seelenhirte meinte, und nahmen die Rüge zu Herzen. Met Ink Härens es kän Uemgohn Ja, das war ein kerniger Westfale von echtem Schrot und Korn, der alte Wirt Heinrich Märker in Bochum, der den Spitznamen„Lülam“ führte. Seine Stammgäste waren seine Freunde, mit denen er Freud und Leid teilte. Eines Tages mußte sein Nachbar Lonis Schmiedeknecht vor Gericht erscheinen wegen einer geringfügigen Ueberschreitung gesetzlicher Vorschriften. Der alte Heinrich, der noch nie einer Gerichtsverhandlung beigewohnt hatte, begleitete Schmiedeknecht auf seinem schweren Gang und folgte im Zuhörerraum der Verhandlung. Die Anklage wird verlesen. Der Angeklagte vernommen. Der öffentliche Ankläger zieht vom Leder. Nun hat der Verteidiger das Wort. Er tritt so entschieden, so warm für seinen Mandanten ein, daß Heinrich ganz begeistert wird und laut in den Saal ruft:„Bravo, bravo, dä Kärl küert quet.“ Und dabei in die Hände klatscht.„Wer ist das, der die Verhandlung stört?“ spricht stirnrunzelnd der Vorsitzende.„Treten Sie vor.“ Lülam tritt vor.„Wie heißen Sies Wo Dohnen Sie?“—„Eck' Ick heite Heinrich Märker, Ferdinandstrote.“—„Wie kommen Sie dazu, in die Gerichtsverhandlung einzugreifen? Sie kaben sich jeder Aeußerung zu enthalten. Wegen Störung der Verhandlung verhänge ich über Sie eine Ordnungsstrafe von fünf Mark.“ Heinrich, ganz verdutzt, bricht in Worte aus: Adjüs, mien Liäwensdage geh ick mer ant Gerichte. Met Ink Härns es kein Zemggfr, Sprach's drehte seine breite Kehrseite dem und verläßt den Saal. Er hatte hinterber Tiezore, nugtuung, mit seinem Freunde Louis dessen chung feiern zu können.— Bearbeitet von Adolf Peddinghaus 1T•• Weit ner Erdnähe wieder enden die Welt unein winziger Teil Okular des langen d erschauernd in die Lichtpünktchen taugrößer als ein Steckrne, die auch das 8 Auge bringt, wenn „erster Größe" geringsten Entfernung. Ablauf eines Jahrdenn in ihr rechnet und Milliarden von ichtstrahlen die ganze geschlechts unterwegs geben. Wir sehen in der Fixsterne zwar der, Geburt, Wachatten ferner Verganr. C. Hägermann im Rimalaja och wieder. Sie war Stillstand gekommen. 0 Uhr oder einige mand. Es war sehr Die Zeltplane war ja r aufgepreßt, und der Gewalt allseitig wie war eine Arbeit, die in dieser Höhe(etwa aufs äußerste beanfreund aus dem Eis depp. der noch in diedrei hinüber und bee war von Wien und nders schwer zugangs acht Quadralmetei Zelt in den Schneeuns an diesem Tage erauszubringen. Aber von allen und hatten tung gefunden. Wun#rt, sogar der Baroem 21. 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Tocl Jetzt sind die Tage, in denen Familienväter und Hausherren eine geschäftige Tätigkeit außergewöhnlicher Art entfalten. Sie kommen nach Hause, haben gewaltige Tüten in den Händen und abstehende Taund ein fröhlich=wohlwollendes Gesicht. Sie entledigen sich des Rocks, sie krempeln sich die Hemdsärmel auf, sie tun teils pfiffig, teils geheimnisvoll, sie suchen nach leeren Blumentöpfen und entwenden aus der Kuche heimlich einen der guten silbernen Löffel. Und hierauf begeben sie sich, ein Liedchen auf den Lippen, auf den Balkon. Wenn die Familie, durch eine solche Geheimnistuerei überrascht, eine halbe Stunde später verstohlen durch die Gardine blickt, sieht sie den Vater verklärten Angesichts vor den Balkonkästen stehen. Die Tüten liegen um ihn herum und ihr Inhalt auch. Dann schleicht die Familie auf Zehenspitzen davon— seid still, Vater bepflanzt den Balkon. Er nimmt einen Löffel Blumendünger und drei Löffel Blumentopferde, und dabei denkt er an seinen alten Lehrer, der den Witz mit„Blumento=Pferde“ ausdauernd und nie ohne einen gewissen Heilerteiserfolg zu machen beliebte. Vater gießt Wasser hinzu, und mit dem guten silbernen Löffel, von denen das Stück 5,60 RM. kostete, stellt er ein Gemenge her, dessen Duft er mit Kennermiene einschnuppert. Vater holt aus den Tüten zarte Pflanzen, Bethunien und Geranien, er betrachtet sie zärtlich, bevor er sie sacht in das Erdreich setzt. Dabei muß Vater acht geben, daß sie auch schön gerade stehen, er tritt zurück, kneift das eine Auge zu und dabei pfeift er leise das Lied: „Was nützet mihihir ein schöner Gaharten...“ Dann betrachtet Vater die kleinen Tüten, auf denen so wunderbar schöne Blumen abgebildet stehen. Er tut es nicht ohne Mißtrauen. Er denkt mißbilligend daran, daß ihm vor Jahren ein Kürbis zuwuchs, wo er etwas ganz anderes erwartet hatte. Aber wie will man auch als Laie einem Samenkorn ansehen, wozu es sich einmal entschließen wird, was daraus werden soll. Vater bevorzugt seitdem Kapuzinerkresse, die kleinen gegrillten Knöllchen kennt er, da läßt er sich so leicht nichts vorVater arbeitet eine gute Stunde oder auch vor sich hin. Wenn er wieder hereinkommt, sprießt es auf dem Balkon, in den Kästen und Töpfen. Und Vater hat einen schwarzen Fleck auf dem Oberhemd, sein Kragen ist schwarz gesprenkelt und auf dem Boden des Balkons sieht es aus wie in Sodom und Gomorrha nach der Verwüstung. Vaters Schritte zeichnen sich deutlich auf dem Teppich ab, doch Mutter sagt nichts. Wie Vater da fröhlich und wohlgemut und mit bescheidenem Stolz sein Werk überschaut, weiß sie, daß eine kleine Sehnsucht hinter all der Arbeit mit Erde und Blumen steckt, Sehnsucht nach ein wenig Grün und Duft in der Großstadt. Da sagt sie nichts. Kein Wort verliert sie über den mißbrauchten silbernen Löffel zu 5,60 RM. Nur Richard stand vor dem Affenkäfig, neben ihm eine hübsche Blondine. Richard versucht ein Gespräch anzuknüpfen:„Affen sind doch niedliche Tiere, nicht „Ja“, sagte das Mädchen,„aber nur die hinter dem Gitter!" Die Aussprache In einem Radiovortrag spricht ein weitgereister Mann über Afrika, Indien usw. Nach dem Vortrag brüstet sich Haberfeld in den Bekanntenkreise:„Ich war in Juan Fernandez, in Juarez, Mexiko, und später auch in der peruanischen Provinz Haberfeld“, belehrt ihn Professor Troschke,„da Sie bei spanischsprechenden Völkern waren, müßten Sie doch wissen, daß man das I wie ein Ch spricht, also Chuan, Chuarez.“, Haberfeld ist einen Augenblia verblufft. Stimmt“, und er flüstert dann,„Herr Professor, ich war in meiner Chugend dort und dann nur zwei Monate: im Chuni und Chuli.“ Sichere Quelle „Frauen können Schmerzen besser ertragen als Männer. Das ist eine erwiesene Tatsache. „Woher weißt du das? Von deinem Arzt?“ „Nein.“ Von einer Schuhverkäuferin.“ Stellvertretung „Also Anna, ich verlasse mich darauf, daß Sie auf meinen Mann achten: Er darf keine Asche auf den guten Teppich streuen, keine schmutzigen Schuhe in die Wohnung mitbringen und nicht zuviel Wein aus dem Keller nehmen!“ verkündet Frau Bumke vor ihrer AbJawohl, gnädige Frau“, verspricht die alte treue Seele,„und wieviel Taschengeld soll ich ihm jeden Tag geben?“ Sie kennt das Marie, bevor Sie Ihren Dienst antreten, mache ich Sie darauf aufmerksam, daß es bei uns keinen Tropfen Alkohol gibt. Wir sind alle strengste Abstinenzler! „Ach, das macht nichts, gnä Frau. Ich bin all schon mal in'ner bekehrten Säuferfamilie in Dienst gewesen!“ Fürsorglich Die Bäuerin in Dreilinden ist geizig. Eines Tages schneidet der Knecht von dem Hering, den er essen soll, den Kopf ab. Dies veranlaßt die Bäuerin, zu sagen: „Ich esse die Köpfe mit, Jochen!" „Das weiß ich“, erwiderte der Knecht,„darum hebe ich sie auch für Sie auf!“(B66u) RätselRinglauf Abeutzsn aus dlter Welt Eine Elefantenjagd in Siam Zum erstenmal seit 30 Jahren fand in Siam eine Elefantenjagd statt, an der sich 30 000 Personen beteiligten. 55 wilde Elefanten wurden aufgetrieben und in einem Kraal gefangen. Zum erstenmal mit dem Zug gefahren Ein 18jähriges Mädchen Lila Elliott von einer Ranch in Colorado machte als Fernschülerin erfolgreich ihr Examen und fuhr zur Entgegennahme ihres Diploms zum erstenmal in ihrem Leben mit einem Zug nach Washington. Sie bezeichnete ihre Reise als das interessanteste Erlebnis ihres Daseins. Er muß sehr reich gewesen sein Der erste Bürgermeister von London versah dieses Amt 25 Jahre hintereinander. Heute ist die Ausübung dieses Amtes so kostspielig, daß der Bürgermeister meist nach einem Jahr glücklich ist, von seinem Posten zurücktreten zu können. Alles im Badeanzug In Long Beach(Kalifornien) wurde eine Trauung vorgenommen, bei der die Braut und sämtliche Gäste im Badeanzug erschienen. Am schlechtesten schien die Kleidung dem Bräutigam zu bekommen, denn er zitterte lebhaft in seiner spärlichen Kleidung. Oder war es die bevorstehende Trauung, die ihn erzittern ließ? Die Damen hatten Durst Zur Zeit Heinrichs VIII. hatte jede Herzogin täglich Anrecht auf zwölf Liter Ale und auf einen großen Humpen Wein. Man scheint also damals an besonders heftigem Durst gelitten zu haben. 175mal Butspenderin In Le Mans konnte eine 51jährige Frau Jeannette Menager in diesen Tagen von den französischen Medizinalbehörden ausgezeichnet werden, nachdem sie ihre 175. Bluttransfusion als Spenderin ausgeführt hatte. Denkmal eines Unbekannten In London gibt es 350 Denkmäler und Statuen von berühmten Persönlichkeiten. Eine dieser„berühmten Persönlichkeiten“ ist heute vollkommen unbekannt, eine andere ist zweifelhaft in ihrer Identität. Ihr 31. Kind In Belgrad hat eine 60jährige Frau ihrem 31. Kind das Leben geschenkt. Dieses Kind ist ein Knabe, übrigens das erste Familienmitglied, das allein auf die Welt kommt. Bisher hat jene Frau nur Zwillinge und Drillinge geboren. Ein Buchstabe weniger Aus den elf Wörtern Lied Meier Riese Gambe Halma Reigen Stubbe Oleander Aware Salat Siegel soll durch Streichen je eines Buchstabens ein neues Wort gebildet werden, während die gestrichenen Buchstaben, aneinandergereiht, ein beliebtes und erfrischendes Getränk uns nennen. Silbenrätsel au— be— ben— dach— gas— her— ips lau— me— ra— ra— ul— wich— 20g Aus obigen Silben sind, sieben Wörter zu bilden, eren Anfangs= und Endbuchstaben, beide von oben nach unten gelesen, eine Stadt in Sachsen=Meiningen ergeben. Die Wörter bezeichnen: Einen Titel Eine Stadt in England Einen weiblichen Namen Eine Stadt in Bayern Feientes Wenpa eddinghaus Die tapfere Renriette Der Gatte der jungen und schönen Henriette Power war Polizeibeamter in Sunshine in der Nähe von Melbourne. Von ihrem Gatten hatte die bessere Ehehälfte den Mut„abgeguckt". Als die junge Frau nun in einer der letzten Nächte von einem verdächtigen Geräusch erwachte(der Gatte hatte Nachtdienst), sprang sie aus dem Bett, ergriff einen Besen und schlug damit auf den dunklen Schatten ein, der wie der Blitz aus dem Fenster huschte.„.. uac ict m Doch diese Kriminalgeschichte ist noch nicht zu Ende. Die mutige Frau zog schnell einen Mantel an und sprang dem Fliehenden nach. Sie verfolgte ihn 15 Minuten lang durch finstere Gassen. Als endlich ein Polizeibeamter des Weges kam, konnte ein erheblich verprügelter Einbrecher schachmatt der Gerechtigkeit übergeben werden. Die Kirlchbäume blühten zu früh In jedem Jahr wird in Washington zur Zeit der Kirschblüte ein großes, schönes Fest mit einer Parade und einem prachtvollen Feuerwerk veranstaltet. Auch für das Jahr 1938 war ein solches Fest vorgesehen. Es fällt nun aus sehr merkwürdigen Gründen aus: Die nicht nur in Europa erstaunlich frühe warme Witterung brachte die Kirschbäume so früh zum Blühen, daß man in der Eile nicht einmal mehr ein Programm für eine derartige Veranstaltung zusamme bringen konnte. Da aber ein Blütenfest ohne Blüten= in Washington keinen Sinn hat, blies man kurzerhe das ganze Frühlingsfest ab. 9 Im nächsten Jahr will man das Programm vorsichtshalber schon im Monat Januar vorbereiten, um allen Ueberraschungen gewachsen zu sein. Der weile Richter Richter Rudich, der in der südafrikanischen Stadt Johannesburg seit vielen Jahren seines Amtes waltet, st so etwas wie ein moderner„Selschigez unSeize Aussprüche sind berühmt, und seine geschialn## of. humorvollen Urteile erregen immer wieder das Gelächler der Zuhörer. Jüngst hatte er über eine Ehrenbeleidigungsklage zu entscheiden, der bestand zugrunde lag: Eine junge Dame namens Marsatet Crenberg war mit ihrem Kraftwagen durch eine verkehrsreiche Straße gefahren und an einer Straßenreuzung von einem Polizisten angehalten worden der sie höflichst ersuchte, nicht dauernd und ohne ersichtlichen Grund ihre Hupe zu betätigen. Das temperamentvolle Fräulein entgegnete dem Hüter des Gesetzes: aus können Sie in die Hölle gehen!“ Darin erblickte der Polizist eine Beleidigung, und die Sache kam vor den Richter Rudich. Er nahm die Erklärung der Kraftfahrerin, sie sei sehr nervös gewesen, lächelnd hin und fällte dann einen Freispruch mit folgender B dung: Erstens sei es praktisch gar nicht möglich, daß emand in die Hölle gehen könne, da man bislang ven Weg in diese Einrichtung nicht kenne. Zweitens habe die Kraftfahrerin ausdrücklich betont, daß der Polizist „von ihr aus“ in die Hölle gehen könne. Sie habe es also demnach dem Beamten überlassen, ihrer Aufforderung Folge zu leisten oder nicht. Unter diesen Umständen sei eine Beleidigung nicht erfolgt. 16 vierbuchstabige Wörter untenstehender Bedeutung sind von außen nach innen in die Ringfelder einzutragen, daß zwei Wörter stets den gleichen unfangs= und Endbuchstaben haben. Der dritte Buchstabe ist mit dem Nachbarwort somit verknüpft. Bei richtiger Lösung nennen die Außenfelder von—8 im Uhrzeigersinn gelesen einen Schiffsführer. Bedeutung der Wörter: 1 bis A deutsche Hafenstadt— männlicher Vorname, 2 bis B Fluß in der Schweiz— Nährmutter, 3 bis C amerikanisches Raubtier— Ort in Italien, 4 bis D Fluß im Harz— Grundgedanke, 5 bis E Kohlenprodukt— Nebenfluß der Rhone in der Schweiz, 6 bis F Schlachtort in Abessinien—. Festsaal, 7 bis G Hast— Rauchfang, 8 bis H Vogelbau— Bindung. Fehlaufgabe Unter Hinzufügung der Silbe„li“ als zweite in jedem Worte sollen aus nachstehenden 30 Sitven 15 dreisilbige Wörter gebildet werden mit folgender Bedeutung: Einen Bildhauer Einen Baum Vögel d e 0 8 m a Englische Handelsplätze Hat man die Sterne durch Gartenzserblume Buchstaben ersetzt, so daß die von uns gedachten Wörter entstanden sind, dann nennen sowohl die ersten als auch dritten Buchstaben derselben je eine englische Handelsstadt ersten Ranges.(Die auf die zwei benachbarten Sterne treffenden Zeichen gelten als ein Buchstabe). Kryptogramm Homerisches Heldengedicht Helltrank Soldatenwesen Vorort von Danzig Römischer Vorname(männlich) Muse Das Auserlesene Sedentungtloßgtete Innere Rohrweite bei Feuerwafsen Rolands Hiftdorn Bissige Bemerkung Eprengstol! Weiblicher Vorname Stadt in Frankreich Die Wörter ergeben in ihren einen Mahnruf an die Hausfrauen. Die 30 Silben sind: a as ber ee dah e e e e ers me mi nal alt nul o o se tär us ve xier — Richtig aneinandergereiht ergeben obige Buchstaben einen Sinnspruch. Auflösungen aus der vorigen Nummer: Silben=Kreuzworträtsel: Waagerecht: 1. Theater, 3. Uhn, 5. Duala, 6. Melange, 7. Zoe, 9. Diamanten, 11. Indiana, 13. Lethe, 16. Siena, 18. Katalog. 20. Onkel, 21, Marivor (Marburg).— Sentrecht: 1. Thea, 2. Alarich, 3. Ulan, 4. Hugenotten, 5. Durazzo, 6. Medea, 8 Esendi, 9. Diana, 10. Mantille, 11. Invasion, 12. Arena, 14. Theolog, 15. AsHülbenräisel: Mandel, Aster, Riete, Setter, Aermel, Erika, Notar, Undine, Roeder, Meran, Akzent, Niere, Epistel, Rotte— Man säe nur, man erntet mit der Zeit! „Schau aus nach deutschen Orten": Herford, Opladen, “or vei, Ioltersgeto ,atingen Eisleven Fpedoe, Solingen, Anfangsbuchstaben burg, Schliersgezggsgzgen, Sep#totn, Ibevoe, Sotingen, Aus der Eingvögel Schar“: 1. Amsel, 2. Fink, 3. Meise, 4. Star, 5. Lerche, 6. Zeisig. Dreisilbig: Fell. Eisen, Felleisen. Doppelpyramide: Arbeit, Brite, Tier, Ire, er, Erl, Lore, Gesuchskarienaufgabe: Bergingenieut. fant 1 ka ma tät te tha tul Meiene ueT Deau Wochenbeilage des„Iochumer Anzeiger 2. Blatt: 21. Woche Dame sucht distinquierten Herrn! Herde für Bakterien, die durch die Wirkung der Sonnenstrahlen zerstört werden. Frische Luft in allen Räumen und vor allem viel Sonne im Schlafzimmer sind für eine gute Hausfrau eine Selbstverständlichkeit. Hier ist uns die Sonne Heiratsanzeigen vor 150 Jahren— Ein Kapitel Kulturgeschichte des Sich-findens eine wirkliche Freundin. Aber leider haben gerade die Sonnenstrahlen für Es ist jetzt gerade eineinhalb Jahrhunderte gleichmäßig warm zu erhalten, benutze man immer den die Hausfrau, die ihre Sachen schont und pflegt, auch meeige ir einem ange Märmeteller mit dem Marmmasserhehälter. mich merinalls gbarde Grüne oder gelbe Spargelspitzen? Spargel alt wie Methusalem ber, seit die erste Heiratsanzeige in einem englischen Blatt erschienen ist. Bald darauf, im Jahre 1792, bringt die erste deutsche Zeitung, ein Hamburger Blatt ein Ehegesuch. Es ist vier engbedruckte Spalten lang, dem Stil der Zeit entsprechend schwülstig und umständlich; der damals wirklich noch„ungewöhnliche Weg" wird mit dem Hinweis auf das englische Vorbild entschuldigt. Mit diesem Inserat beginnt die Geschichte der deutschen Heiratsanzeige— und mit ihr ein besonders interessantes, menschlich aufschlußreiches Kapitel der Kulturgeschichte des Sich=findens. Warmeteuer mit dem Warmionsserbehutter. Allein essen macht dem Kind Freude und stärkt sein Selbstbewußtsein. Doch die Mutter paßt auf, daß aus dem Essen keine Spielerei wird, und daß ordentlich gegessen wird. Die Wasserflasche wird aus dem Bereich des Kindes entfernt, denn zu trinken braucht man nicht bei Tisch.„„„ 814.— m. 4 Kleinchen will allein essen—, diesen Wunsch soll jede Mutter im eigenen Interesse möglichst bald erfüllen! Zunächst blieb die Hamburger Anzeige das Produkt eines Einzelgängers. Erst fünf Jahre später erschienen in Wiener und Berliner Blättern häufiger Heiratsinserate, und 1801 entstand sogar eine eigene Sonnensttahlen eine„Schattenseite". Wer nämlich wertvolle Gardinen am Fenster hat, besonders zarte Tüll= und Voile=Gewebe, muß sie vor den Sonnenstrahlen schützen. Es kann sonst geschehen, daß die schmutzig gewordenen Gardinen bei der Wäsche wie Zunder auseinanderfallen. Die Vorhängegardinen muß man in der Farbe möglich so wählen, daß sie durch Verschießen nicht gar zu unansehnlich werden. Farben sind im allgemeinen besonders lichtempfindlich, das soll man sich auch zur Warnung für Möbel und Tapeten nehmen. Die modernen Tapeten werden heute allerdings ebenso wie die Stoffe mit lichtechten Farben hergestellt, aber nicht jeder ist schon damit ausgerüstet. Und auch dann ist ein Sonnenvorhang bei starker Sonneneinwirkung untreundlich und seindlich gesehen entbehrlich. Die gleichen feindlichen Gefühle hat die Hausfrau Endlich sind die ersten wirklich warmen Sonnen= gegen die Sonnenstrahlen in der Küche und SpeiseEhezeitung, der„Allgemeine Heirathstempel“. Es kam tage da Aber mit den Sonnenstrahlen ist es wie mit kammer. Fleisch und Gemüse, wie ja überhaupt alle die Zeit der Romantik, und mit ihr die Suche nach allem Schönen im Leben: auch sie haben ihre Tücken. Lebensmittel, zersetzen sich unter der Einwirkung der dem Schicksal in den Sternen, anstatt auf der festen Zuerst einmal aber mit allem heraus, was wir im Sonnenstrahlen. Die Butter ist nicht nur wärme=, Erde. Erst in der zweiten Hälfte des vorigen Jahr= Haushalt besitzen, um es richtig sonnen zu lassen, denn sondern auch lichtempfindlich. In einer Speisekammer hunderts nahmen die großen deutschen Tageszeitun= Sonnenstrahlen sind ja ein billiges und wirksames ohne Sonne wird man auch nur selten Fliegen finden, gen allgemein Heiratsanzeigen auf. Wie inserierte Desinfektionsmittel. Es genügt nicht, wenn wir nur die wie alle schädlichen Insekten die Sonne brauchen. man damals, vor siebzig oder achtzig Jahren, wenn unsere Betten auf dem Balkon auslegen, man muß Aber dann kommt der schönste Augenblick, wenn die man einen Ehepariner suchte?.„ auch einmal die Matratzen richtig„durchglühen“ las= Hausfrau zum ersten Male wieder ihre Wäsche im „Fur Herren!“ ist eine Anzeige aus dem Jahre sen. Die Sonne ist nun einmal der erklärte Feind des Freien trocknen kann. Alle Wäschestücke werden noch 1871 überschrieben, in der eine„ansehnliche, wohlcon: Staubes, unbarmherzig leuchtet sie in die verborgen= einmal so weiß, und der frische, herbe Duft vergrößert servierte Tame die Annäherung eines distinguierten sien Winkel und deckt alle winterlichen Untaten auf. die Freude an gutgepflegter Wäsche. Wollene Sachen Und das ist gut so. und farbige Seiden darf man jedoch niemals der Sogar der Mop ist einer sommerlichen Sonnenkur Sonne aussetzen. Auch die waschledernen Handschuhe nicht ungeneigt, ebenso wie Kämme, Schwämme und„gedeihen" besser im Schatten.„ Bürsten mindestens einmal im Monat nach dem Wa= So betrachtet, lassen sich der Sonne eigentlich nur Sie alle sind geradezu noch freundliche Seiten abgewinnen. Herrn“ sucht. Sehr poetisch beginnt eine andere Anzeige aus jener Zeit:„Daß ich noch einmal lieben könnte— ich hätt' es nimmermehr gedacht! Zwei befreundete junge Gelehrte suchen Lebensgefährtinnen.. Schonungslos offen inseriert ein„junger, gebildeter schen gesonnt werden sollten. Landwirth“, der eine vermögende Dame heiraten schen 9“ möchte,„um seiner jetzigen, oft peinlichen Lage zu entkommen“. Schon damals wurde meist ein Bild verlangt, dessen Rücksendung zugesichert wird,„da hier nicht bezweckt wird, ein Photographie=Album zu füllen". Damals entstand jene merkwürdige, zuweilen selbst heute noch gebräuchliche Ausdrucksweise, die man ausschließlich in Heiratsanzeigen antrifft, und die geradezu eine eigene Sprache genannt werden kann. „Edler Charakter“, ursprünglich ein literarischer Begriff, findet Eingang in die Spalten des Inseratenteils. Begehrt war zu jener Zeit vor allem guter Ruf und angesehene Stellung. Zu diesen Eigenschaften und vielfach an ihre Stelle treten um die Jahrhundertwende„Charakterfestigkeit",„noble Gesinnung“, aber auch äußere Vorzüge: die gesuchte Frau sollte groß, schlank und blond, der Mann solide und— eine bis heute gebräuchliche Forderung— in„gesicherter Position“ sein. An die Stelle der Romantik trat die Idylle: als höchster Ehezweck galt„wahres Glück in trauter, gemütlicher Häuslichkeit". Zugleich aber entsteht ein anderer Begriff, der die Epoche gefestigter Wirtschaftskonjunktur kennzeichnet:„Einheirat". Armut galt in jener Zeit anscheinend als Fehler.„Junges Mädchen, welches alle Tugenden vereint, nur die nicht, viel Geld zu haben, sucht...“ Und heute? Die Heiratsanzeige ist ihren Kinderschuhen längst entwachsen und ein wichtiger LebensScheite Keiken Mann Rtertt: zum ehel eiser ehelichen Glück Lege den Gewohnheiten und Eigenarten deines Schelte deinen Mann auch nicht, wenn er nach Mannes erhöhte Bedeutung bei, und du wirst dadurch deiner Ansicht zu viel raucht, oder sich Pfeffer in den das Geheimnis ehelichen Glücks ergründen. Schnaps schüttet, oder Aspirin in Mengen schluckt. Ein Mann hat nicht die seelische Biegsamkeit der Irgendwann hört er von selber auf. Schließe deine Augen verstehend und unterlasse vor allem die stets Wenn eine Frau sich unglücklich fühlt, ist sie fähig, übertriebenen Aeußerungen, daß er sich„an den Rand vischen Nervenarzt und Schönheitssalon zu wählen, des Grabes“ bringt. Rand ist noch nicht Grab. GeFrau. zwi und weibliches Herzweh ist wohl schon manchmal durch wohnheit mildert all diese Untugenden. Glaube mir, eine schöne Dauerwelle geheilt worden. je mehr du ihn warnst, desto mehr Bedeutung legt er . schmarfäsliger Darum ver= all diesen Dingen des Alltags bei. Erzähle deinem Mann niemals, was du alles am ig getan hast. Sprich mit ihm über die Nachbarn, Darum verwandeln zu Der Mann hingegen ist schwerfälliger. suche nicht, ihn von heute auf morgen wollen! Lasse ihn getrost bei der Meinung, daß er in den Abend= und Nachtstunden am besten arbeiten kann. Bedenke, daß jeder Mann einmal Junggeselle war, und daß er, wie die Katze gewohnt ist, Mitternacht wachend zuzubringen. Tag, getan hast. Sprich selbst wenn es auch schwer fällt, nur in gutem Sinne. Erzähle ihm von einem Buch, das du gelesen hast und frage ihn nach seiner Ansicht. Vor allem: Hole immer seinen Rat ein. Auch in Dingen, die du besser vermiker, Großindustrielle. Man hat festgestellt, daß die und fortwerfen. Er wird es kaum merken. lnzeige einen entscheidenden Einfluß auf das Zu Schelte deinen Mann nicht, wenn er irgendein standekommen unzähliger Ehen ausübt. So haben ge= Steckenpferd reitet. Finde seine Briefmarkensammlung druckte Zeitungsworte schon oft Schicksal gespielt und lehrreich, seine Erlibrissammlung eine Kulturtat. SamMann auch nicht wegen kleiner sin, stehst als er. Quäle ihn nicht mit Fragen über seine Schelte deinen Mann auch nicht wegen tleiner Un geschäftlichen Erlebnisse. Er hat sein Heim, um dort die ordnungen, die er ins Haus bringt. Die meisten Män= geschäftlichen Sorgen zu vergessen. Wenn ihn irgend ner fühlen sich nicht wohl, wenn nicht irgend etwas in etwgs bewegt, wird er es dir schon von selber sagen. Uxerdnung ist. Betrachte seinen, Schreibtisch wie einen Schelte deinen Mann nie, wenn er einmal spät nach ihn auch nicht, wo er war. Er ur das, was er für gut befindet. dann, wenn er gar nichts zu verheimlichen hätte. Je weniger Aufhebens du machst von seinen Vereinsabenden, von seinen geschäftlichen Besprechungen, die unvermittelt und merkwürdig in den Abendstunden saktor geworden. Kein Stand, der unter den Suchen= indischen Tempei. Gehe voller Scheu an ihm vorüber,„#####te deinen Mann den nicht vertreten ist. Der Statistiker hat festgestellt, auch selbst, wenn Briefé und Manuskripte sich zu einem Hause kommt. Frage ihn daß die meisten Heiratsinserate von Kaufleuten aufge= Berg türmen Du kannst höchstens den Fuß dieses erzählt dir ja doch nur geben werden; es folgen Handwerker, Beamte, Akade= Berges alle Vierteljahr als dicken Packen herausziehen Auch selbst dann wenn Glück und Zufriedenheit gebracht. Kleinchen macht sich„selbständig Kleinchen will allein essen! Schon seit ein paar Wochen stößt es energisch Mutters Hand zurück, fährt mit allen zehn Fingern in den Spinat und bekundet damit, daß es nun gewillt ist, sich„selbständig“ zu machen. Aber aller Anfang ist schwer, alles muß erst gelernt werden. Vor allem muß die Mutter darauf achten, daß das Kind gleich richtig ißt. Wenn man in der ersten Zeit ein paar Nachlässigkeiten durchgehen laßt, tut man dem Kind nichts Gutes. Später sind sie schwer wieder auszurotten. Essen ist keine Spielerei, mit dem Grießbrei soll man nicht Sandhausen spielen, und auf dem Weg vom Teller zum Mund darf es nicht immerfort Wenden und Aufenthalte geben. Wann soll man damit beginnen, das Kind zum Selbstessen zu erziehen? Es gibt da keine Regeln, es richtet sich alles nach der geistigen Entwicklung des Kindes. Zu früh anfangen, ist Unsinn, das Kind muß imstande sein, den Löffel richtig anzufassen und ihn fest und sicher zu greifen. Das ist aber bestimmt nicht vor Ende des zweiten Jahres möglich! Für Mutter und Kind ist es am praktischsten, wenn man Babylöffel mit umgebogenem Stiel benutzt, denn der richtige Löffel mit dem langen Stiel verlangt vom Kind ein Balancegefühl, das es noch nicht besitzt. Das Tischtuch und der Teppich zeugen dann davon, daß man dem Kleinen zu viel zugemutet hat! Kinder fassen den Löffel immer unten dicht am Kopf. Das können sie bei dem Hilfslöffel machen, bei dem andern gewöhnen sie sich dann diese häßliche Haltung an, die schwer wieder auszutreiben ist. Auch das Schieberchen darf benutzt werden, sonst wird unweigerlich der Finger zu Hilfe genommen. Nun kann der Unterricht beginnen. Möglichst nimmt man sich das Kind allein dazu vor, es wird dann durch den gemeinsamen Familienmittagstisch nicht so sehr abgelenkt. Kinder haben einen großen Nachahmungstrieb. Wenn Mutter es vormacht, wie man den Löffel richtig in den Mund bugsiert, dann geht es leichter als durch Handführen! Sauber essen ist die erste Bedingung. Jeder Fleck muß deshalb nachdrücklichst gerügt werden! Die Wachstuchunterlage unter dem Kinderteller ist unerläßlich. Aber wenn das Kind älter wird, soll es von selber den Wunsch äußern, daß diese Vorsichtsmaßnahme nicht mehr nötig ist... 9. a4t und aendg Der Stuhl, auf dem das Kind sitzt, muß genügend hoch sein, damit das Essen nicht ermüdet. Jedes Kind soll sein eigenes Eßgeschirr haben, es soll wissen: daß ist mein Teller, mein Löffel usw. Alle Bissen werden mundgerecht zubereitet, und vor allen Dingen wird der Teller nur so voll gefüllt, wie das Kind davon zu essen vermag. Das„liegen lassen“ muß von vornherein vermieden werden! Um das Essen melt er Sektpropfen, so mußt du das zum mindesten originell finden. Denn wisse: irgendeine Sonderheit ist in jedes Menschen Seele versteckt, oder, wie man auch sagen kann: irgendwie und irgendwann ist jeder etwas anders verrückt. stattfinden, desto weniger wert werden sie ihm auf die Dauer erscheinen. Er wird allmählich das Interesse an ihnen verlieren und zu Hause bleiben. Und ihn an das Haus zu fesseln, das ist und bleibt der wichtigste Schritt auf dem Wege zum häuslichen Glück. M. A. Bunigemusterte Spitze, eine lang Samtschärpe, ein weiter, von den Hütten an plissierter Rock, sind ein Bild sommerlicher„Anmut, wie sie Wien kennt. Den Spargel kannte schon der weise Mann Apicius. Sie wollen wissen, wer Apicius war? Er lebte zu Zeiten des römischen Kaisers Tiberius, war ein Schriftsteller— und ein Spargelesser. Er aß ihn mit Verstand, machte das Spargelessen zu einer Wissenschaft, studierte ihn eifrigst und schrieb dann ein Buch darüber. Nennen wir es Kochbuch! Aber der Spargel ist viel älter. Wir finden ihn schon 2560 v. Chr. unter altägyptischen Opfergaben und sein zartes Grün schmückte die Pharaonenbräute. Damals wird man ihn also schon gezüchtet haben. Später gewannen die griechischen und namentlich die römischen Spargel Weltruf, obwohl sie für unsere heutigen Begriffe ein langweiliges und reizloloses Gewächs waren; denn sie waren grün, lang und dünn. Aber es gibt noch heute unter den Feinschmeckern Verehrer des so— in den südlichen Ländern auch jetzt noch— gezüchteten Gemüses. In Deutschland begegnen wir dem Spargel erstmalig in den Anlagen der österreichischen kaiserlichen Gärten. Von dort werden die Spargel nach Braunschweig gebracht, und hier die ersten erfolgreichen Kulturen der heute weltberühmten, deutschen, gelben Stangenspargel angelegt. Man schickte davon dem Großen Kurfürsten, und sein Verdienst, noch mehr das seines Leibarztes, des großen Naturforschers Elßholz, sind die heute so großen und ertragreichen Spargelplantagen in der Mark Brandenburg, besonders in Beelitz. Da Deutschland guten Kulturboden für Spargel hat, sind inzwischen große Spargelanlagen in HessenNassau, in Baden, Schwetzingen, Malchin in Mecklenburg, Hersleben, in Thüringen und Hannover entstanden. Die Aufzucht von Spargel ist aber nicht so einfach. Man braucht viel Geduld(erst nach drei bis vier Jahren kann man auf den Spargelbeeten ernten), und auch Pflege und Ernte machen viel Mühe. Denn der Zünftige„sticht seinen Spargel“ schon vor Sonnenaufgang. Für die Hausfrau ist natürlich die wichtigste Frage die Güte der einzelnen Sorten, ob beispielsweise dicken oder dünnen Spargel. Hier, wie meist überall im Leben, ist die goldene Mittelstraße das Beste. Für Stangenspargel bevorzuge man jedoch den etwas stärkeren, für Spargelgemüse und=salat dagegen den etwas seineren Spargel. Ein so köstliches Gericht ist in vielen Familien naturgemäß am Sonntag üblich. Wenn man den gekauften Spargel sofort in ein nasses Tuch packt und ihn an einen kühlen, dunklen Ort stellt, bleibt der Spargel auch zum nächsten Tag frisch, Auch das Spargelschälen ist eine Kunst, die geübt sein will. Zuviel Abfall wäre Verschwendung, trotzdem muß er peinlich und nicht zu fein geschält werden. Mit der Zeit bekommt man in der Hand ein sehr ausgeprägtes Gefühl, wie weit man zu schälen hat. Auch die Spargelenden schneide man nicht zu knapp ab, da der Spargel oft zu lang gestochen wird und ein wenig Bitterkeit das zarte Aroma verleidet. Spargel muß stets kalt aufgesetzt werden, am besten mit einer Prise Zucker und etwas mehr Salz, so erhält sich am stärksten der feine Geschmack. Da sich die Spargelernte meist nur auf wenige Wochen zusammendrängt, müssen sich die Frauen ganz besonders den Kopf zerbrechen, um dieses delikate Gemüse immer wieder neu und abwechslungsreich auf den Tisch zu bringen. Nachfolgend einige Rezepte: Spargel auf italienische Art In 60 Gramm zu kleinen Würfeln geschnittenen, ausgelassenen Speck läßt man eine kleine geriebene Zwiebel anlaufen, gibt 1/4 Liter Tomatenmus, etwas gehackte Petersilie, Basilikum und ganz wenig zerquetschten Knoblauch zu, staubt leicht mit Mehl ein, vertocht mit Weißwein oder Aepfelwein bündig. Dann streicht man die Tunke durch und schmeckt mit etwas Salz, Paprika, Suppenwürze und Zitronensaft ab. In Salzwasser hat man bereits vorher 500 Gramm Spargelstücke mit etwas Fett weichgekocht und in dem Spargelwasser 250 Gramm gebrühten Reis körnig gequollen. Der Reis wird als Rand auf heiße Platten gegeben, in die Mitte kommt der Spargel. Man begießt mit der Tunke und bestreut mit Hartkäse. Spargelpfannkuchen. Ein Pfund Spargel wird in Salzwasser abgekocht, in Stücke geschnitten und unter einen Pfannkuchenteig gemengt. dem man noch Schinkenstückchen zusetzen kann. Diese Kuchen werden dann in der Pfanne goldbraun gebacken und mit Schnittlauch bestreut. Spargel in Lachs. In Stücke geschnittenen, weichgekochten Spargel verrührt man mit ein wenig Mayonnaise und feingewiegtem Dill und füllt damit große Scheiben Raucherlachs, die man tütenartig zusammengerollt, auf einer Platte mit Petersilie garniert, anrichtet und mit Bratkartoffeln auf den Tisch bringt. Lauchgemüse mit Spargel und Rindfleisch. 750 Gramm in Stückchen geschnittener Lauch, 500 Gramm Spargel, den man ebenfalls in Stückchen schneidet, und 500 Gramm Rindfleisch werden jedes einzeln gekocht. Eine Fetteinbrenne mit den verschiedenen Brühen ist anschließend zu bereiten, in die man das Gemüse hineingibt. Mit Salzkartoffeln und den sauber geschnittenen, Rindfleischscheiben bringt man das Gemüse zu Tisch. Bücher für die Frau Frauenkultur im Deutschen Frauenwerk(Verlag Otto Bever, Leipzig— Berlin). Dieses Heft das sowohl der deutschen Mutter und Familie als auch der westfälischen Dichterin Annette von Droste=Hülsboff gewidmet ist, zeigt zunächst die allen bekannte, aber immer wieder stärksten Eindruck hinterlassende Koblezeichnung Albrecht Dürers: Die Mutter des Künstlers, zu der dann Josesa Berens=Totenobl in einem satz spricht, und uns damit ein Bild vermittelt von dem Liebesstrom Mutter und Kind. Mit dem Beitrag Zwillinge— Eine Kinderchronik“, stellen sich uns zwei Kinder vor. Zwillinge, die, gänzlich unäbnlich in ihren Seelen, sich dann durch einen Bernbardiner finden zu stiller Zweisamkeit. Dr Editb Galinski=Margenburg widmet Angette von Droste=Hülsboft zu ihrem 90. Geburtstag, einen.„ Auf; satz, der uns die Dichterin Droste schildert. Ein weiterer Beitrag von Dr. Lotte Sommer ist der Familie, in der neueren erzäblenden Dichtung gewidmet. Der Kleidertei ist dem Kinde gewidmet und gibt die mannigsachsten Anregungen und Anlettungen für das Sommerkleid. Ein I In der äußer chen, so klein und ##ch an der Aer #om liegen drei dicken Holzschuhe nur, wenn man ver„ spohnen I# das Glück. Eines schöne entlang, ihren K gezogenen Angst #s unter die A zweifelt zu: „Zieh mich Dabei streckt #ng und immer sie war ein krä us Leibeskräfte ## erstaunt: „Bist du der sammerte das A arin.“ Darauf stren Schweiß über d jüße„hörte si und das Moor #urchs Gesicht: lange und dünr gezogen hatte. „Du hast mi schon.„Ich! Siebenmeilenstie „Ja, aber peraten?“ fragte Ach, der #nochen. Nun jaftige, grüne. ##ang mit bloß ###a ein wenige Nlatsch, spritzte und ich sa#e #mnte. Das leiten, die ich ander zu schiel nischte immer Während er ###erappelt und Naß eines Me #seine Sieben 4 ger erste „Wie kann rogte er und haarschopf zu( srch die verle „Las ist ja ni sein.“—„Ne werd schon seh Foto Ule Das zarte, hauchdünne Gewebe dieses weißen Spitzenkleides macht ein herbes Gesicht weich und eine überschlanke Gestalt anmutig. Das Bolero, in der Taille mit einem Knopf gehalten, beiont die Linie, ohne sie zu übertreiben Herr Bo überall, aber der Nähe des staunt und se zen Domino, die immer no aber auch Ze Champagner der Herr Saal schon kurzen Pausanderen Täl Büfett und Der ung Haushofmeis mit dem un Heißhunger er einen der Seite und fr „Wer ist schon am Bi den Hunger sch ha Diener pparzen ht und st.“ Botho kopf und bestimmt: sirklich no Der Di „Stimi ellenz, hat ire der die H ollkommen Mach dir das Leden leicht(W. B. Pitkin=Vorhut=Verlag Otto Schlegel, Berlin). Es gibt kein Glück oder Unglück, es albt nuz, schiche oder unglügliche„Menschen! Dieses erkennend, schenkt uns W. B. Pitkin dieses Buch, das Balsam bedeutet für, alle Menschen, denen es an der inneren Ausgeglichenbezz, feglt, an jener Einsachheit der Anschauung, Mensorn,,.22; sind einer Beberrschung des praktischen Lehens, die unter körverlichen Störungen leiden, die meist nichts sind als eine Folge geistiger und seelischer Depression. Niemand dat uns bisder in dieser Lebenskunst, das Leben so ausgiebig, wie nur trgenz möglich zu genießen, mit fe apperen Hersen: an Zest, Kraft, Geld, Selbstachtung„ue,, Audespi, 85. wie sich nur irgend machen läßt, unterrichtet, wie es der Verfasser mit diesem Buch vermag. Verantwortlich: Erike Scheidt Inzeiger 3latt: 21. Woche elspitzen? Metkusalem der weise Mann ApiApicius war? Er lebte ers Tiberius, war ein gelesser. Er aß ihn mit lessen zu einer Wissenschrieb dann ein Buch buch! Aber der Sparihn schon 2560 v. 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Da saß ein sonderbares Wesen #s unter die Achseln im Schlamm und rief ihr verzeifelt zu: „Zieh mich heraus, ich versinke!" Dabei streckte es seine Arme aus. Die wurden lang und immer länger, bis Greitke sie packen konnte. #die war ein kräftiges Frauenzimmer und fing nun an Aus Leibeskräften zu ziehen. Nach einer Weile fragte Ase erstannt: „Bist du denn noch nicht heraus?“—„Ach nein,“ #mmerte das Wesen:„Bis zu den Knien steck ich noch I Darauf strengte sie sich noch einmal an, bis ihr der schweiß über die Stirne lief.—„Nun kommen die Füße!“ hörte sie. Dann machte es auf einmal quack, und das Moor ließ seine Beute los. Sie wischte sich ###urchs Gesicht und beschaute verwundert das furchtbar lange und dünne Geschöpf, das sie aus dem Sumpf #ezogen hatte. Das lachte sie vergnügt an: *„Du hast mich wohl noch nie gesehen? Das glaub ich schon. Ich bin der Wind. An den Füßen trage ich Jebenmeilenstiefel. „Ja, aber wie bist du denn bloß in diese Patsche geraten?“ fragte Greitke. Ach, der Frühling sitzt mir ein wenig in den Knochen. Nun sah ich unter mir so eine wundervolle ##aftige, grüne Wiese. Ich zog meine Schuhe aus, Aptang mit bloßen Beinen in das Gras und wollte mich ### ein wenig erquicken und ein süßes Schläfchen tun. ####latsch, spritzte mir das Wasser bis an die Ohren, ##d ich sackte ein. Ich machte mich so lang wie ich #honnte. Das ist glücklicherweise eine meiner Fähig##leiten, die ich sonst dazu benutze die Wolken auseinAnder zu schieben. Aber es half mir nicht viel, ich ##nischte immer tiefer.“ Während er erzählte, hatte er sich langsam auf#erappelt und war immer kleiner geworden, bis er das llaß eines Menschen hatte. Unter einer Weide holte n seine Siebenmeilenstiefel chervor und zog sie an. Hau Aud, der ersse saß. 1„Wie kann ich mich denn bedanken für die Hilfe? fagte er und blinzelte durch seinen lustig wehenden #haarschopf zu Greitke herauf.—„Ach du meine Güte,“ such die verlegen über ihre große, blaue Schürze: „Las ist ja nicht der Mühe wert. Laß das man gut ein.“—„Nein, nein!“ sagte der Wind:„Na, ich werd schon sehen.“ Da hatte er den zweiten Stiefel an. Er nickte noch einmal und dann stob er davon, daß sein nasser Mantel in der Lust klatschte. Verstohlen reckte sich ein braunes Haupt mit torfigem Haar und Bart aus der Erde und blickte ihm nach. Das war der böse Undocht, der im Moor sein Unwesen trieb. Ihn ärgerte überhaupt alles, auch der Friede und die Arbeitslust der beiden Ansiedler. Verdrossen stopfte er sich seine Pfeife mit Schierling und anderem Teufelszeug und rauchte, daß die blauen Schwaden aus, dem Boden stiegen. Die waren so giftig, daß sie sich manchmal mit einem lauten Knall entzündeten, und als fläckernde, hüpfende Lichter über die Sümpfe tanzten. Derweil fing der Wind Sonnenstäubchen in einen Sack. Als er den voll hatte, sprach er einen Zauber darüber, und da hatte er lauter echten, teuren Goldstaub darin. Diese Gabe brachte er in der Nacht heimlich vor das Haus von Jan und Greitke, stellte ihn auf den gelben Erdboden, schrieb mit dem Finger einen Gruß und Dank in den Sand und machte sich wieder ovt.„. dacht auf tanpte.; h. Neugierig richtete sich Undocht auf, lappie zu dem Sack hin und schnürte ihn auf. „Hu,“ sagte er: Das muß Gold sein. Ich hab sprechen hören. Das schon davon sprechen heren. Das ist kostbar, und die beiden da drinnen werden jetzt steinreiche Leute. Den Spaß will ich ihnen aber verderben.“ Er griff in sein Gewand und holte eine Hand voll Feuersamen heraus. Den mischte er durch den Gold„So, wenn sie jetzt das Gold ausschütten, wird der Samen herausfliegen, aufblühen und ihre Hütte ratzekahl abbrennen.“— Bei dem ersten Hahnenkrähen kam Greitke aus der Tür. „Meinee,“ rief sie:„Jan, sieh dir das nur an. Da stellt uns der Wind als Dank einen Sack voll gelben Sand dahin. Als wenn wir den nicht übergenug hätten. Ist doch ein rechter Schelm.“ „Halt, vorsichtig!“ warnte der Mann. Er hatte die Spuren des Undocht entdeckt. „Da konnte ein böses Wesen im Spiele sein. Wir wollen das Zeug lieber in den Sumpf schütten, an einer recht tiefen Stelle. Wer weiß, was daraus entstehen könnte." Aengstlich geworden stimmte sie zu. Sie trugen es fort und warfen es gerade dorthin, wo der Undocht lag und schlief. „Hast du so was schon gesehen? Die kennen kein Gold“, redete der Wind mit sich selbst. Da störte ihn ein lautes Prasseln. Haushohe Flammen schossen über das ganze Moor. Er blies und blies und machte die Backen rund und wehte sie in die Heide, und als sich das Feuer ein ganzes Stück hineingefressen hatte, so daß es nicht mehr zurückspringen konnte, da pustete er es aus. Der Goldstaub aber war mit dem Blasen des Windes in alle Himmelsrichtungen verweht. An den samtigen Weidenkätzchen war ein Teil hängen geblieben. Das andere muß heute noch in der Luft herumfliegen, denn sonst könnte es nicht sein, daß jedes Jahr wieder die Kätzchen mit Gold bepudert sind. Oder sollte dem verspielten Wind das so gefallen haben, daß er immer wieder neue Sonnenstäubchen einfängt und verwandelt? Nun, wie dem auch sei. Jan und Greitke, die genug Angst ausgestanden hatten, waren froh, das der böse Undocht fort war. Sie lachten und freuten sich wie die Kinder. Später säten sie, soweit Heide und Moor abgebrannt waren, Buchweizen in die Asche. Der wuchs und blühte wie toll. Als sie ernteten und verkauften, war es soviel, daß sie ein ganzes Säckchen voll Silberstücke dafür bekamen. Dabei hielten sie noch soviel über, daß Greitke, so oft Jan wollte, wundervollen Baukweitenjanhinnerk“ backte, diesen leckeren Buchweizenpfannekuchen mit dicken Speckscheibe.n In der Not hätten sie noch ein ganzes Dorf damit satt kriegen können.... Treund gehlich Mit dem Wind sind sie gur Freuno, geoiieben. Niemals schüttelt er ihnen Obst von den Bäumen oder weht ihnen Hagel über die Felder, oder zündet ihnen ein Feuer im Kamin an. Wie ich gehört habe, ist er sogar so vertraut mit ihnen, daß er hin und wieder zu Greitke in die Küche kommt und ihr schwapp einen Pfannekuchen vom Teller nimmt und ihn kostet. Aber nur hin und wieder, damit er nicht zu dick und zu faul wird und am Ende das Blasen verlernt. Marilene Küster. Aus den nachfolgenden Silben sind 11 Wörter zu bilden, deren Anfangsbuchstaben, von oben nach unten gelesen, einen Vulkan aus Südwestafrika ergeben. Die Silben lauten: al— ba— bei— burg— e— en— en— en feu— gens— ger— g1— ka— kau— ke Ia— log— mo— nel— ni— 10— re— ren su— sus— ste— te— te— ur Die Wörter bedeuten: Russisches Grenzgebirge Staat auf der Balkan=Halbinsel Seihligesbrüch Rankende Pflanze Unterstützung Mädchennache Blume Europäischer Staat Schroimmboges Deutsche Stadt an der Donau Getreide Mechthild Schuchardt Auflösungen aus der vorigen Numiner Geographisches Silbenrätsel: Husum, Arabien, Marmarameer, Majella, Elbe, Riesengebirge, Frankfurt, Bad Essen, Spiekeroog, Themse— Hammerfest. AIOSEENESEE von J. E. Sippel Herr Botho von Wüstenbergen hatte seine Augen überall, aber seit einer Viertelstunde stand er schon in der Nähe des Büfetts und beobachtete diskret, aber erstaunt und schon beinahe entsetzt einen Herrn im schwarzen Domino, der mit einem kaum glaublichen Appetit die immer noch recht reichlichen Büfettvorräte plünderte, aber auch Zeit fand, zahlreiche Gläser Wein und teuren Champagner zu trinken. Der Herr im schwarzen Domino hatte übrigens den Saal schon mehrmals verlassen, aber er war nach einer kurzen Pause stets zurückgekehrt, ging, ohne sich um die anderen Tänzer und Gäste zu kümmern, sofort ans Büfett und aß mit unvermindertem Appetit weiter. Der unglaubliche Hunger dieses Gastes wurde dem haushofmeister schon unheimlich. Er ließ diesen Gast mit dem unerklärlichen, überhaupt nicht zu stillenden heißhunger nicht mehr aus den Augen, endlich winkte er einen der aufwartenden Diener unauffällig an seine Seite und fragte leise: „Wer ist denn dieser Mann, der den ganzen Abend schon am Büfett steht und einen geradezu furchterregenden Hunger entwickelt—?“ „Ich habe keine Ahnung, Erzellenz!“ erwiderte der Nener achselzuckend.„Auch mir ist dieser Gast im warzen Domino schon aufgefallen, aber ich kenne ihn hk und— er nimmt die Maske auch nie vom GeBotho von Wüstenberg schüttelte mißbilligend den kopf und brummte, mehr für sich, als für den Diener estimmt:„So etwas von monströsem Fresser habe ich sitklich noch nicht gesehen— Der Diener lächelte diskret. „Stimmt!“ pflichtete er leise bei.„Vorhin, ExUenz, hat er die ganze Schüssel mit dem Hummersalat ste...— Pardon— aufgegessen, jetzt macht er sich der die Hasenpastete her und ißt weiter, als sei er noch ollkommen nüchtern!" Der Haushofmeister hatte jetzt einen Entschluß geder jungen Offiziere sein— „Dort ist oft Schmalhans Küchenfaßt. „Warten Sie hier und lassen Sie den Domino nicht aus den Augen. Ich gehe zu Seiner Durchlaucht, komme aber bald wieder!" Ler Herzog war bei bester Laune. Er hatte einen Nlanzenden Vertrag in der Tasche, der ihm schon viel gebracht und noch weit mehr Geld bringen würde. er hatte gut gegessen und noch besser getrunken und sahm die Meldung des Haushofmeisters mit gutem Humor entgegen. „Lassen Sie dem Mann doch seine Freude!“, sagte „Wer Hunger hat, soll sich heute mal satt essen—!“ „Gewiß, Durchlaucht—! Jawoll—!!! Aber feser Hunger ist schon krankhaft. Der Mann— (7itt,— auf gut deutsch gesagt—, seit einer geschladenen Stunde, aber satt ist er immer noch nicht— Der Herzog machte eine abwehrende Handbewegung, und die Marquise lachte jetzt einmal herzlich auf. er. di „Es wird einer meinte sie belustigt. meister—“„ „Schon möglich—!“, warf der Herzog leicht hin. „Was junge Offiziere essen können, weiß ich aus meiner eigenen Jugend.“ „Sehr wohl, Durchlaucht—! Aber es wäre für mich doch eine erhebliche Beruhigung, wenn Durchlaucht geruhen wollten, sich diesen seltsamen Ballgast einmal persönlich anzusehen.“ Herzog Alexander August erhob sich schwverfällig. „Daß man doch keinen Augenblick seine Ruhe hat!!“ brummte er.„Aber kommt mit, Manon!“ fuhr er fort. „Wir wollen Wüstenbergen den Gefallen erweisen.“ In der Tat stand der Gast im schwarzen Domino immer noch, oder vielleicht auch schon wieder am Büfett und löffelte andächtig, aber mit unverkennbarer Eile eine Kristallschale mit eingemachten Früchten aus. Dann griff er nach einem Glas Sherry und goß es in einem großen durstigen Zug hinter die Binde. Der Herzog war ein guter Beobachter. Erst hatte er lachend den Riesenhunger des Gastes verfolgt, dann zogen sich seine Brauen ärgerlich zusammen. Der Gast trug unter seinem schwarzen Domino hohe Militärstiefel, und zwar keine Lackstiefel, wie sie von Offizieren zum Ball getragen wurden, sondern derbe Lederstiefel, wie sie vielleicht zum Felddienst geeignet scheinen mochten, aber im Ballsaal nicht am Platze waren. Der Herzog drehte sich auf dem Absatz herum. „Bringen Sie diesen Monstrefresser sofort in mein Kabinett, Wüstenbergen—!“ befahl er und verließ den Saal, von der Marquise gefolgt. Der Gast am Büfett schreckte zusammen, als der Haushofmeister hinter ihn trat und ihm diskret ins Ohr flüsterte, daß Seine Durchlaucht der Herzog den Wunsch geäußert hatte, seine nähere Bekanntschaft zu machen.„„„ Der Mann im Domino zogerte. Er gav eine kurze Antwort, kam aber dann doch der erneut geäußerten Aufforderung des Haushofmeisters nach und folgte ihm, mit schweren, taktmäßigen, militärischen Schritten, in das Kabinett des Herzogs.. 1 67.126, Dieser erhob sich sofort und richtete einen scharfen Blick auf den Gast, dessen Verlegenheit auch unter der Gesichtsmaske unverkennbar war. Plötzlich ging der Herzog auf den Gast zu, riß ihm rücksichtslos die Maske vom Gesicht, wobei er gleichzeitig den Domino vorne ein wenig zur Seite schob. Ein grobes gerötetes Gesicht kam zum Vorschein. Der Mann trug die Uniform eines Jägers der Schloßwache— und zitterte wie Espenlaub, als er demaskiert vor seinem Herrn und Gebieter stand Wüstenhagen atmete befreit auf. Die Marquise warf sich auf einen Stuhl und lachte aus vollem Halse. „Das— ist—— ja köstlich——!!“ schrie sie. „So etwas—!! Nein! So etwas habe ich noch nicht erlebt. Ich glaube, die ganze Wache hat sich heute abend auf Kosten des Herzogs dick und satt gefressen—!!!“ Der Herzog war über seine Entdeckung zuerst geradezu erschrocken, jetzt übermannte ihn die Wut. —!!!“ brüllte er.„Verdammter Saukerl—!! Wie konnte Er es wagen, sich maskiert hier einzuschleichen, seinen Posten zu verlassen und meinen Gästen die Delikatessen wegzufressen—?!!! Mach Er sein Maul auf—! Wie heißt Er!!??“ „Jäger Lehmann, von der vierten Kompanie—! meldete der Soldat, jetzt ziemlich gefaßt, und nahm militärische Haltung an. Püstenbergen biß sich auf die Lippen. Er wäre am liebsten herausgeplatzt, so ansteckend wirkte das Lachen der Marquise. Und dieses befreiende Lachen steckte jetzt auch den Herzog an. Und als alles lachte, daß in dem kleinen Zimmer die Scheiben klirrten, verzog auch der ertappte Jäger seinen Mund zu einem breiten Grinsen. „Kerl—!“ sagte jetzt der Herzog etwas ruhiger, denn er hatte gut gespeist und nahm sich vor, den Zwischenfall ausnahmsweise einmal nicht tragischer zu nehmen, als er es verdiente.„Er hat einen verdammt verwöhnten Schnabel, der Jäger Lehmann! Eine Boulette und ein Backsteinkäs hätt's wohl gar nicht getan. Hummer und Pasteten schmecken ihm wohl besser—! Heh—!! Er meldet sich morgen zum Rapport! Aber ich bin vielleicht geneigt, noch einmal Gnade walten zu lassen, wenn Er ein volles, reumütiges Geständnis ablegt—“. Armee“ „Wie lange dient er in meiner, Aeme—? „Vier Jahre, Durchlaucht— kmuun" Mah, „Er ist kein Landeskind, der Leymann—: Woher sammt Er'“„ Haucht 9. 1. endarf „Aus Preußen— Durchlauchi. Aus Ummendor), bei Magdeburg.,..... n ing einenschleich „Der Gedanre, sich vier im Domino einzuschreichen, Ehrengast des Herzogs zu spielen, sich vollzufressen und vollzusaufen, der ist doch kaum auf seinem eigenen Mist gewachsen?!“ „Rein, Durchlaucht—!“., M15#. „Wer hat diese Komödie inszeniert—! Mach Er sein breites Maul auf, der Lehmann, oder ich lasse Ihn krummschließen—!“.. 4 „Der Korporal Krause", erwioerte der Soldat zögernd,„hat— einen schwarzen Domino mit auf die Wache gebracht.g.. ani 4. m „Und dieser Domino gung unter der Wachen reihum——!!??“, fiel der Herzog ein. „Jawohl, Durchlaucht. Ein Mann nach dem anderen ging maskiert in den Ballsal—— ans Büfelt.“ „Unglaublich—!!!“ schrie der Herzog, während die Marquise sich in einem wahren Lachkrampf auf einem niederen Ruhebett wand:„Haben sich alle meine Wachtposten wenigstens dick und fett gefressen?!", fragte der Herzog mit galligem Humor. „Nein— Euer Durchlaucht—! Zwei Mann warten noch, und—! Die werden mir morgen tüchtig das Fell verdreschen, Durchlaucht, weil ich so dumm war, mich vorzeitig erwischen zu lassen——“ Wieder prustete die Marquise in das vorgehaltene Taschentuch, aber der Herzog blieb ernst. „Wer ist sein Kompaniechef—?“ fragte er und seine Brauen zogen sich unheilvoll zusammen. „Herr Kapitän von Kreienhagen—!“ antwortete der Sbger. W 6 „Und wer kommandiert heute die Schloßwache?“ „Ebenfalls Herr Kapitän von Kreienhagen!" „Weiß der Kapitän etwas von dieser Schweinerei—!“ „Nein, Durchlaucht!“ „Warum nicht—!“ brüllte der Herzog mit hochrotem Kopf.„Der Wachkommandant muß alles wisser“ Er allein ist mir für diese himmelschreiende Frechheit verantwortlich! Scher Er sich raus— Kerl—! Die ganze Wache meldet sich morgen zum Rapport! Ich werde Ordnung schaffen! Er weiß, nach vierjähriger Dienstzeit, welche Strafen auf Wachvergehen stehen! Jetzt scher Er sich hinaus und schick Er mir seinen Kapitän—!“ „Einen Moment— Bruder—!“ rief eine helle Stimme von der Tür her.„Verzeihe mir, daß ich zwanglos und unangemeldet hier eindringe, aber— ich muß dringend mit dir sprechen—!“ Der Jäger Lehmann benützte den Augenblick größter Ueberraschung, um schnell Kehrt zu machen und zu verschwinden. Die Prinzessin Elisabeth Charlott trat langsam näher. „Was gibt's—!“ schnauzte der Herzog.„Was willst du hier—?“ „Ich sagte es bereits—“ erwiderte die Prinzessin ruhig.„Mit dir reden will ich. Unter vier Augen, wenn du gestattest.“— Die Marquise erhov sich zogerno und mit ganz langsamen Bewegungen von dem Ruhebett, machte aber keine Anstalten, das Zimmer zu verlassen. „Du bleibst— Manon—!“ befahl der Herzog barsch.„ Kin# „Meine Schwester und ich haven reine Geheimnisse vor dir. Du willst mir wohl Bescheid bringen, Elisabeth Charlott—?“ fuhr der Herzog lauernd fort. „Ja, Bruder. Ich hätte es allerdings vorgezogen, mit dir allein zu reden, aber die Anwesenheit von Madame stört mich nicht. Ich— ich—— hatte heute nachmittag eine Aussprache mit Hans Moritz von Sachsen.“„„„„„„„ 15n „Zu welchem Zwea, und mit welchem Ergeonis, wenn ich fragen darf?" „Ich erklärte ihm frank und frei, daß ich die Ehre wohl zu schätzen weiß, die in seinem Antrag liegt, daß ich ihn, den Prinzen, aber nicht heiraten werde.“ Der Herzog unterdrückte mit Mühe den aufsteigenden Zorn.„„„(1249# Mäheurt „Das ist keine Erklarung“, sagte er, wahrend die Marquise ans Fenster trat und von dort aus das neue Kleid der Prinzeß durch ihr Lorgnon aufmerksam betrachtete.... Mit Lum mächtigen Bachh „Die Verbindung mir dem machtigen Nachbar Sachsen“, fuhr der Herzog sort,„kann Sachsen=Glücks=, burg große Vorteile bringen. Es ist dies um so notwendiger, als ich in der inneren und äußeren Politik mit Preußen weder zusammengehen kann, noch will—!“ „Das sehe ich durchaus ein, lieber Bruder, ich denke aber nicht daran, mein Lebensglück deiner Politik zu opfern—!“ „Das ist die Pflicht aller Fürstentöchter—!“ „Nein, Bruder! Es ist die Pflicht— auch die Pflicht einer Fürstentochter, dem Manne die Treue zu halten, den man liebt.“ „Du liebst also einen anderen—?“ fragte der Herzog lauernd.„Darf ich um den Namen bitten—?“ „Er ist Offizier in deiner Armee, und heißt——!“ „Walter von Kreienhagen—!“ fiel die Marquise ein. „Sehr richtig, Madame—!“ erwiderte Elisabeth Charlott spöttisch. Die arme Prinzeß hatte angenommen,— bei dem ihr wohlbekannten Temperament ihres Bruders,— daß der Herzog jetzt endlich aufbrausen würde, aber sie sah sich getchuscht. Aine umminige 6 Alexander August machte zwar eine umbillige Handbewegung, aber er erwiderte auffallend ruhig: „Das sind Kindereien! Du hast nichts, und er ist auch ein Ritter von Habenichts— ein— weggejag4 9 K 5 0 K Die Zukunft des deutschen Films Das herz Antscheidel Die Karikatur der Woche bespräch mit Regisseur Kael kitter Einer von den Filmregisseuren, die sich sehr stark um das neue Gesicht des deutschen Films bemühen, ist Karl Ritter, der mit seinen Werken„Verräter",„Patrioten“. „Unternehmen Michael" und„Urlaub auf Ebrenwort“ eindeutig seine Leistung unter Beweis stellte. Im Anschluß an die Grundsteinlegung zur Filmakademie hatte unser Mitarbeiter Gelegenheit, den erfolgreichen Regisseur zu sprechen und mit ihm einige aktuelle Themen zu erörtern. Der Kinobesucher wird sich im allgemeinen kaum allzuviel Gedanken machen über die Arbeit, die zu leisten ist, um einen künstlerisch wertvollen Film zu gestalten. Soll ein Filmwerk als Ganzheit gewertet werden, müssen alle guten Komponenten zusammentreffen. Der Einsatz aller, vom Produktionsleiter bis zum letzten Hilfsarbeiter, ist Vorbedingung für ein wirkliches Spiel, für ein Umsetzen von lebenswahrem Geschehen in eine Filmdichtung. Es ist einesteils gut, daß der einzelne nur das fertige Werk sieht, aber anderseits möge er nicht leichtfertig über dieses oder jenes sein Urteil fällen, sondern sich vielmehr immer vor Augen halten, daß die Menschen, die einen Film gestalten, ein großes Maß an Arbeit, an Glauben mitbringen müssen, wollen sie die gestellten Aufgaben erfolgreich lösen! „Der Glaube an die höchste Leistung muß unsere Arbeit im Film leitend bestimmen, und wodas Herz nicht mitspricht, da kann auch die beste gedankliche Arbeit nicht helfen. Der Film muß für jeden Besucher ein Erlebnis sein, und erst dann hat er seine Aufgabe, das Leben zu gestalten, erfüllt. Voraussetzung hierfür ist allerdings nicht nur der letzte Einsatz jedes am Film Beteiligten, Voraussetzung ist auch die Einstellung des Lichtspieltheaterbesuchers. So, wie sich der Film von der Gestaltung her wandelt, nuß sich auch der Zuschauer ändern, d. h. auch er muß eine Reihe von Forderungen erfüllen. Wer in eine Oper, in ein Theater geht, stellt sich darauf innerlich und äußerlich ein. Er rechnet von vornherein damit, nicht nur unkerhalten zu werden, will vielmehr aus diesem Besuch einen inneren Gewinn ziehen. So ergibt sich ein vollkommen anderes Bild als beim Filmbesuch. Hier herrscht oft noch der Paul Kemp Zeichnung: Sten(Terra Heinz Rühmann(rechts) als Denndler vor den strengen Lehrern, Jakob Tiedtke(mitte) und Oskar Sima(links) in„So ein Flegel.“ leon“) wurden für weitere Rollen verpfi tet: Paul Henckels, Leopold von Ledebur, Max Gülstorff sowie das Rolf=Hiller=Ballett und der Ballettmeister Leslie. So wurde aus der kleinen eine große Liebe Jenny Jugo und Gustav Fröhlich Gedanke vor, zwei Stunden irgendwie zu verbringen". Diese Einstellung schließt naturgemäß jedes Erlebenwollen aus. Und noch ein zweites kommt hinzu, das ist die Aufgabe des Filmtheaterbesitzers, der als Vermittler der Filmkunst Kulturträger ist, dafür zu sorgen, daß die Außenfront des Theaters, die Innenräume und vor allem die Reklame für die zur Aufführung kommenden Filmwerke dem erhöhten Standpunkt unserer Arbeiten entsprechen. Genau so wie der Besucher erwartet, daß das Bild und die Tonwiedergabe einwandfrei sind, so kann er auch voraussetzen, daß die Ankündigung in einer dem Filmwerk entsprechenden Form geschieht. Wir Filmschaffenden wollen ja selbst, daß man vom Film immer mehr fordert, daß die Ansprüche immer höhere werden. Dann müssen wir aber auch erwarten, daß man unseren Wünschen ebenfalls entgegenkommt. Zum Schluß unserer Unterhaltung befragen wir noch Regisseur Ritter über sein neuestes Filmwerk„Capriccio", das bald fertiggestellt sein wird. „Capriccio“ soll ein Film sein, der Freude bringt, und zwar im Sinne von Kraft durch Freude, denn ein heiterer Film kann mindestens ebensogut sein wie ein problematischer All die Menschen die sich freuen, die das Leben bejahen, sind auch imstande, ihre Arbeit voll zu erfüllen. Und darum brauchen wir solche freudenspendenden Filme, die den Zuschauer restlos entspannen und ihm damit neue Kraft für sein Schaffen geben.“ Wilhelm Sehnauck Kleine Filmschau Der Film„Ballade“, den Peter Hagen inszenierte und in dem Jessie Vihrog die weibliche Hauptrolle verkörpert, wurde zensiert und zur Vorführung an allen Feiertagen freigegeben. Für den Film„Hahn ist tot“ wurden u. a. folgende Darsteller verpflichtet: Lotte Werkmeister, Else Reval, Frida Betke, LudSchmitz, Ewald Wenck, Albert Florath. Für den Itala=Film der Tobis„Marionetten“ schreiben Walter Forster und Rudo Ritter das Drehbuch. Die Regie wird Carmine Gallone führen. Die Hauptrolle spielt Benjamino Gigli. dem Film„Die Scheidungsreise“ dessen Drehbuch Dr. Heinrich Spoerl schreibt, wird Hans Deppe Regie führen. Für die Hauptrollen wurden Heli Finkenzeller und Viktor de Kowa verpflichtet. Für den in Vorbereitung befindlichen Curt=Götz=Film„Napoleon ist an allem schuld"(bisher angekündigt als„NapoLil Dagover in„Dreiklang“ Aufnahmen: Ula(), NDLS(), Tobis(1 ter, preußischer Kornett. Die Schwester des Herzogs von Sachsen=Glücksburg ist für einen solchen Lumpen zu gut!“ „Sei vorsichtig, Bruder—!“ antwortete die Prinzeß ernst.„Walter von Kreienhagen ist ein Ehrenmann. Im übrigen hält doch auch der Herzog von SachsenGlücksburg auf Reputation, und würde kaum einen Lumpen als Kapitän in seiner Armee dulden—!“ Der Herzog antwortete nicht mehr. Er durchmaß das kleine Kabinett mit langen Schritten. Plötzlich blieb er stehen und trat ganz dicht vor seine Schwester, die er mit seiner massigen Figur um einen vollen Kopf überragte Sein Gesicht war unter der weißen Rokokoperücke gerötet, teils von genossenem Alkohol, teils von unterdrücktem Zorn. Aber entgegen der Befürchtung, die Elisabeth Charlott gehegt, wurde er nicht ausfällig. „Ich habe dich!“ sagte er,„in aller Ruhe reden lassen. Jetzt gestattest du mir vielleicht auch ein Wort der Erwiderung. Meine Antwort ist sehr kurz. Mein Entschluß bleibt unerschütterlich. Du wirst den Prinzen von Sachsen heiraten—!“ „Und wenn ich mich weigere——?“ „Dann hast du die Folgen zu tragen. Hör mich an. Vor dreißig oder mehr Jahren, wagte es ein junger Kürassieroffizier in Preußen, ein gewisser Trenck, seine Augen zur Schwester des Königs Friedrich zu erheben. Der Onkel Fritz machte herzlich wenig Umstände mit dem Kerl. Er schmiß den Burschen ins Gefängnis. Diese Ehre tue ich dem Herrn von Kreienhagen noch nicht einmal an. Ich will diese Aussprache vergessen, Elisabeth Charlott. Will gar nichts gehört haben—! Der Kapitän marschiert in einigen Wochen mit seiner Kompanie nach Amerika, und du—— heiratest den Prinzen Johann Moritz—!“ „Nein—!“ rief die Prinzeß.„Du irrst! Ich hatte nie an diesem Hof eine eigene Meinung, hier in Glücksburg, wo ich wie eine Gefangene gelebt habe. Das Volk nennt mich die arme Prinzeß, und es hat ein feines Gefühl. Aber, ich hin gar nicht so arm. Ich liebe einen Ehrenmann, und ihm halte ich die Treue. Es schmerzt mich, dir Kummer bereiten zu müssen, Alerander August, aber ich bin gebunden, und kann nicht mehr zurück—!“ „Sooo—?“ sagte der Herzog. Darf ich fragen, wieweit und worin sich meine Schwester mit dem sauberen Herrn engagiert hat—?“ Elisabeth Charlott schwieg. „Darf ich die Antwort geben—?“ fiel die Marquise boshaft ein. Herr von Kreienhagen macht der Prinzessin bereits Geschenke—!“ Der Herzog sprang auf und sah die Sprecherin fast gehässig von der Seite an. „Es ist schon so—!“ fuhr die Marquise malitiös fort.„Das prachtvolle neue Ballkleid, das deine Schwester trägt, bat ihr der Liebste heute geschenkt——!“ Elisabeth Charlott fuhr einen Schritt zurück. Sie war erschreckend bleich und mußte sich schnell an der Lehne eines Sessels festhalten, die Beine versagten ihr fast den Dienst. Aber dann riß sie sich zusammen und antwortete mit möglichster Ruhe. „Das ist eine insame Lüge—! Ich— ich bin der Ansicht, daß du der Spender dieses Kleides bist—!“ Breitbeinig und massig,—— die Hände in die Hüften gestemmt,— stand der Herzog vor seiner zierlichen Schwester. Steht die Sache so——?“ schrie er jetzt aufgebracht, und seine Augen funkelten vor Wut und Haß, „dann—— dann ist es allerdings höchste Zeit, daß durchgegriffen wird. Wer hat dir dieses Kleid gekauft —— antworte——!“ kend. Die straffe Haltung der Prinzeß wurde schwan„Ich— weiß— es nicht—!“ erwiderte sie gequält.„Der Schneider Gildemeister hat es heute morgen abgeliefert, und ich nahm selbstverständlich an, daß das Präsent von dir stammt—!“ „Wir wollen deiner Schwester den guten Glauben lassen—!“ sagte die Marquise.„Ich weiß allerdings sehr genau, daß ein anderer der Käufer war. Gildemeister hat mir seinen Namen vorhin verraten. Der Käufer war der Kapitän von Kreienhagen—!“ Der Herzog riß die Perücke vom Kopf, es war ihm plötzlich zu heiß geworden. Dann rannte er ans Fenster und brüllte: 6 „Wache——!“ Ein Korporal meldete sich. „Herr General von Lüders sofort zu mir!“ schrie der Herzog. Der Korporal eilte ins Schloß. Die arme Prinzeß war auf einen Stuhl gesunken. Ihre Festigkeit war zu Ende, sie schluchzte leise in ihr Taschentuch. „Mit dir rede ich später!“ entschied der Herzog kurz. „Geh auf dein Zimmer! Aber sofort—!“ Der General von Lüders trat ein. Die Prinzessin erhob sich und wankte, ohne ihren Bruder anzublicken, aus dem Kabinett—. „Herr General—!“ sagte der Herzog kurz.„Der Kapitän von Kreienhagen ist sofort zu arretieren und ins Gefängnis zu stecken. Sie melden mir die Ausführung des Befehls und haften mir mit Ihrem Kopf, daß der Kapitän nicht entweicht! Bin ich verstanden—?“ Sehr wohl, Durchlaucht!" Als General von Lüders die Tür nach dem Gang öffnete, drang von drüben her aus dem Ballsaal Musik. Die geladenen Gäste traten zu einem neuen Mennett an. Der„Ball masqué“ ging weiter— auch ohne den Herzog, seine Marquise und die„arme“ Prinzeß—, 10. Kapitel. Die Flucht der Prinzessin Die rauschenden Festtage von Glücksburg, die so glänzend begonnen und so tragisch geendet hatten, waren vorüber. Der graue nüchterne Alltag machte sich wieder breit. Aber dieser Alltag unterschied sich doch erheblich von der Ruhe und Beschaulichkeit der letzten Vergangenheit, denn erstmalig hatte der Herzog von Sachsen=Glücksburg Arbeit, und zwar war die Arbeitslast, die er sich selbst aufgebürdet hatte, durchaus nicht gering. Die dreitausend Soldaten, die er vertragsgemäß den Engländern zu liefern hatte, mußten am 20. Februar marschbereit sein. Faucitt, der inzwischen schon an einem andern deutschen Fürstenhof weilte, um ähnliche Geschäfte zu tätigen, hatte sich auf den 21. Fevruar angesagt, um die Truppen nach genauer Besichtigung vorläufig für die britische Krone in Dienst zu nehmen. Da die Subsidien vom Tage des Vertragsabschlusses an den Herzog gezahlt wurden, mußte er auch bestrebt bleiben, das Kontingent zusammenzuhalten und die nötigen Vorbereitungen zum Abmarsch und Abtransport dieses für damalige Zeiten doch recht erheblichen Truppenkörpers zu treffen. Beides war durchaus nicht leicht, denn die Truppen zeigten wenig Lust, nach dem unbekannten Amerika abzumarschieren. Als vor zwei Jahren die ersten hessischen Hilfstruppen nach Amerika abgingen, herrschte sogar eine gewisse Begeisterung, denn die Abenteuersucht, die Reiselust, steckten dem Deutschen immer schon im Blut, und ein militärischer Spaziergang gegen einige tausend rebellische Farmer, war dem langweiligen Garnisonsleben unbedingt vorzuziehen. Aber, es hatte sich bald durch alle deutschen Länder gesprochen, daß der„Spaziergang“ immerhin seine Gefahren hatte. Die lange Ueberfahrt auf Schiffen mit viel zu geringem Fassungsraum bedeutete alles andere, als eine Vergnügungsreise, die Verpflegung, harte Erbsen, wurmslichiges Schiffsbrot und angelaufener Speck, war unzureichend und schlecht, und die Kämpfe drüben sehr verlustreich. Es kam noch hinzu, daß es zwischen den deutschen und britischen Führern und Mannschaften ständig zu Reibereien kam, da britische Arroganz die—„gekauften“ Deutschen nicht für voll ansah. Dort, wo deutsche Tapferkeit, beispielsweise beim Sturm auf das Fort Yorck, sich, wie so oft, glänzend bewährte, heimste die britische Oberführung die Lorbeeren ein, während in unglücklich verlaufenen Gefechten, wie beim Ueberfall Washingtons auf Trenton(wo der hessische Oberst Roll fiel und tausend Hessen in Gefangenschaft gerieten) natürlich die Deutschen ganz allein die Schuld tragen mußten. Desertionen waren in allen europäischen Armeen des achtzehnten Jahrhunderts an der Tagesordnung. Auch Glücksburger Soldaten waren gelegentlich immer einmal über die nahen Grenzen heimlich ausgerückt, aber jetzt nahmen die täglichen Abgänge fast bedrohliche Formen an, denn die Deserteure waren bis zum 20. Februar nicht mehr zu ersetzen, und jeder fehlende Soldat bedeutete für den geschäftstüchtigen Herzog am Tage der Uebernahme durch den britischen Kommissar einen erheblichen Barverlust. Der Herzog organisierte daher persönlich einen Ueberwachungs= und Sicherheitsdienst konnte aber die Desertionen doch nicht unterbinden. Trotz aller Vorsichtsmaßnahmen fehlten jeden Tag beim Appell drei, vier und mehr Soldaten, die bei Nacht und Nebel über die nahen Grenzen entkommen waren. Die kleinen sächsischen Staaten hatten zwar untereinander Auslieferungsverträge abgeschlossen, aber die „Kerls“, die durchaus nicht immer so dumm und denkfaul waren, wie Offiziere und Unteroffiziere gern annahmen, rückten nicht nach Weimar Gotha oder Hildburghausen aus, sondern sie suchten die nicht allzu weite preußische Grenze zu erreichen, oder flohen nach dem, noch näheren— Erfurt. In beiden Staaten waren sie in Sicherheit. Der König von Preußen lieferte grundsätzlich keinen Deserteur aus, der sich vom Dienst in Amerika rechtzeitig drückte, und in Erfurt freute man sich geradezu über die vielen Sachsen=Glücksburger Jäger und Grenadiere, die in den letzten Januartagen über die Grenze kamen, um dort— etwas anderes blieb ihnen kaum übrig— Dienst zu nehmen. Das Gebiet der thüringischen Stadt Erfurt gehörte nämlich— so grotesk dies heute klingen mag,— dem Kurfürsten von Mainz, und zwischen dem Gebieter von Kurmainz und dem Herzog Alerander August von Sachsen=Glücksburg bestanden erstens keine besonders freundlichen persönlichen Beziehungen, es gab auch, infolge der gemeinschaftlichen Grenze, oft genug spezielle Reibereien zwischen der damals immerhin schon ziemlich bedeutenden kurmainzischen Stadt Erfurt und den herzoglich Glücksburger Beamten. Die Stimmung beim Herzog Alexander August stand in den letzten Januartagen ständig auf— Sturm, der General von Lüders war der unschuldige Blitzableiter, aber auch der Minister Leykampf mußte sich manche Grobheit sagen lassen, denn die veränderte Marschroute erforderte neue, umfangreiche diplomatische Schreibereien mit den Fürsten, deren Gebiet durchmarschiert oder zu Wasser durchfahren werden mußte, und deren Antworten liefen durchaus nicht so schnell und vorbehaltlos ein, wie es dem Herzog gewesen wäre. Verhältnismäßig leicht war die Durchmarschfrage mit den benachbarten kleinen sächsischen Staaten zu regeln, auch der Markgraf von Ansbach=Bayreuth gab dem Minister Leykampf, der persönlich vorsprach, mit kundigem Thebanerlächeln gern die Erlaubnis(denn er hatte selbst ähnlich gute Geschäfte mit den Briten gemacht). Er übernahm sogar, gegen gute Bezahlung natürlich, die Gestellung einer ausreichenden Transportflottille. Da der Markgraf ein Privatschiff besaß, das mit einem für damalige Zeiten recht erheblichen Komfort ausgestattet war, entschloß sich der Herzog von Sachsen=Glücksburg, auf diesem Schiff den Transport zu begleiten. Es schmeichelte ihm, als Führer einer ansehnlichen Truppenmacht durch die deutschen Gaue zu reisen, er hatte aber außerdem noch einen weit triftigeren Grund, denn in Dordrecht, an der Rheinmündung, wo die Truppen in britische Schiffe verfrachtet werden sollten, zahlte man nur für die wirklich gelieferten Soldaten und nicht für die auf dem Papier stehenden, und der Herzoog glaubte den Transport und die auch unterwegs immerhin möglichen Desertionen persönlich besser überwachen zu können, als sein General. Natürlich mußte ihn die Marquise de Montplaisir begleiten. Der Herzog dachte allerdings nicht daran, die Reise bis an die Rheinmündung mitzumachen. In Köln wollte er sich verabschieden, um den Karneval mitzufeiern. Für die Reststrecke, Köln—Dordrecht, sollte Lüders schon Alleinkommandant der„Armee“ sein. Bis zum 16. Februar schienen, nachdem zahlreiche Kuriere herumgehetzt worden waren, alle notwendigen Vorbereitungen für den Abmarsch und den Transport getroffen. In Bamberg lag die Transportflotte bereit, der Durchmarsch durch das Bistum Würzburg war genehmigt, auch der folgende Staat Kurmainz hatte die Erlaubnis nicht versagen wollen. Frankfurt war zu unbedeutend, aber als große Handelsstadt auch zu geschäftstüchtig, um es mit einem mitteldeutschen Herzog wegen der Durchfahrt einiger Dutzend Transportschiffe zu verderben, die Kurfürsten von Trier und Köln hatten gleichfalls gegen eine Durchfahrt nichts einzuwenden, und dann kam als nächste Grenze, nach der Karte, die der Herzog den ganzen Tag auf seinem Schreibtisch liegen hatte, schon die Republik der Vereinigten Niederlande, wo die Engländet die Weiterführung des Transports in ihre Hände nehmen sollten. 6i— In den letzten Wochen war seyr vier, und vor allem auch viel schwierige Arbeit geleistet worden, und des Herzogs Laune hatte sich dementsprechend auch gebessert. Aus diesen Gründen war er auch gegen seine Schwester etwas versöhnlicher gestimmt, die, nachdem der Prinz nach Sachsen abgereist war, ihren feiwilligen Zimmerarrest nicht aufgegeben hatte. Einige Tag vor dem Abmarsch suchte der Herzog seine Schwester ihrem Zimmer auf.„ „Ich will nicht in Unfrieden von dir scheiden—! sagte er.„Ich habe absichtlich das Heiratsprojek den letzten Tagen nicht mehr zur Sprache gebracht, hatte auch mehr und Wichtigeres zu tun. Ich habe eine große und mühselige Reise vor, und wenn ich aussichtlich im April wieder in Glücksburg bin, läßt sich, ohne Schärfe, wie ich hoffe, über das Prost noch einmal reden. Ich habe es nie als aufgehoben, sondern nur als aufgeschoben angesehen.“„###—1. „Mein Entschluß wird sich nicht ändern lassen erwiderte Elisabeth Charlott ruhig. 4au4 gleich. „Vielleicht doch!“ meinte der Herzog beiont gleich gültig.„Wenn dein„Liebster“ weg ist, wenn du ihn nicht mehr vor Augen hast, wirst du auch deinen sinnigen Trotz von selbst ausoehig geisezung folgt.) 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